Morgenausgabe Nr. 3 -46. Jahrgang A 2 Böchentlich) 85 31. moretfid 3.60 tm voraus zahlbar. Boitbezug 4.32 m. einichl Beftelgelb. Auslandsabonne rent 6.- Moro Monet * Der Borwärts" ericheint wochentag Dich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel: Der Abend. Illuftrierte Beilagen Bolf und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen".. Frauen. timme" Lecnit Blid in die Büderwelt und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 3. Januar 1929 Groß Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Bie etats alttge Stouparettegette 80 Pfennig. Reflame eile& Reichs mart. Aleine Anzeigen das ettge brudte Mort 25 Blennig( zuläffig ge Jettgebrudte sorte), jebes weitere Bor 2 Pfennig. Steliengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für amei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Bfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen estnahme im Hauptgeschäft Linbene ftrage& wodentägl, von 8 bis 17 Uhe Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Tonhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin 8 Vorwärts: Berlag G. m. b. H. Zwei Millionen Arbeitslose. Frost und Ruhraussperrung. In der ersten Hälfte des Monats Dezember hat die Zahl fügungsempfänger um über 400 000, die der weiblichen umfast der Hauptunterfügungsempfänger in der Arbeitslofen. 100 000, zusammen um über 470.000 Personen Gegenüber versicherung erheblich zugenommen, und zwar von rund dem Vorjahre ist die Erhöhung des Nineaus der Arbeitslosigkeit 1 030 000 auf 1 300 000, das ist um 270000 oder um 26,2 Proz. Mitte Dezember infolgedessen eine erheblich höhere als im Ausgangs. Der Zuwachs betrug bei, den, mänlichen Hauptunterstüßungszeitpunkt der minterlichen Arbeitslosigkeit Mitte Ottober; denn am empfängern 27,6 Proz, bei den weiblichen 21,1 Proz. Die Zahl der 15. Dezember 1927 wurden 830 000 Personen in der Arbeitslosen. Zuschlagsempfänger ist in der Zeit vom 15. November bis versicherung unterstüßt, am 15. Dezember 1928 dagegen 1,3 Millionen. 15. Dezember von rund 761 000 auf 1 285 000 gefliegen. Su ber außerordentlich ungünstigen Entwicklung der Dinge in der Arbeitslosenversicherung steht die Krisenunterstüßung in teinem Berhältnis. Bon Mitte November bis Dezember 1928 hat sich die Zahl der Krisenunterstügten nur um 18 000 Personen erhöht. Die Ursache für diese langjamere Enimidlung liegt darin, daß die von der winterlichen Arbeitslosigkeit in erster Linie betroffenen Be rufsgruppen zur Krisenunterstüßung nicht zugelassen find. Die Arbeitsmartilage ist nach den neuesten Ziffern eine so ungünstige, daß ber Reichsarbeitsminister nunmehr enblich fämtliche Berufs gruppen zur Krisenunterstügung zulassen und auch die unter fügungsbauer ausdehnen muß, damit nicht etwa durch Aussteuerungen in einem Zeitpunkt, in dem die Möglichkeiten der Arbeitsvermittlung auf ein Minimum herabgedrüdt find, Unterftügungsempfänger der nadien Not preisgegeben werden. Die Zahl der Krisenunterstütfen ist in weit geringerem Umfange geftiegen. Die Zunahme betrug bei den Hauptunterffügungsempfängern in der Berichtzeit rund 8700 oder 8,1 Proz.( von 108 100 auf 116 800); besonders start war sie bel den weiblichen Hauptunterſtühungsempfängern( 12,4 Pro3.). Die Zahl der Jufchlagsempfänger in der Krifenunterstützung ist in der Zeit vom 15. november bis 15. Dezember von rund 107 300 auf 124 200 gefliegen. Die neue, durch die Feiertage etwas verzögerte Bekanntgabe der amtlichen Biffern zeigt die außerordentliche Zunahme in der erften Dezemberhälfte. Die wesentlichsten Ursachen für die fprunghaft gesteigerten 3iffern liegen in bem faft im ganzen Reich eingetretenen Frost, der sämtliche Außenarbeiten zum Er. Die Gewerkschaften erwarten; baß das Reichsarbeitsministerium liegen brachte. Zu den saisonalen Gründen treten die tonjunt. dem Reichstag sofort bei seinem Wiederzusammentritt eine Vorlage furellen. Es ist jetzt deutlich sichtbar, daß durch die verbreche auf Ausdehnung der Krisenunterstügung unterbreitet. rische Aus perrung in Rheinland.eftfalen die Kon. Jede Berzögerung muß vermieden merden; denn es besteht nach der Jebe Berzögerung muß vermieden werden; denn es besteht nach der jun tur einen Sio B erlitten hat, der fie offenbar in etwas raicherem bisherigen Entwicklung der Ziffern tein 3weifel, daß sich die Sahl Tempo abwärts treibt Dazu tommt der Arbeitskonflikt in den ber Hauptunterſtügungsempfänger beider Unterstügungseinrichtungen Geelitawerstest, dessen Ausstrahlungen auch die Beschäfti bis Mitte Januar auf 1.9 bis 2 millionen erhöht. Bu gungsmöglichkeiten in anberen Induftrien herabminberndiejen tommer noch bie Richtunterfühten, jo bas bereits am In der ersten Dezemberwoche ist bie Bahl in itärterem Maße 13. Dezember die Gesamtzabt der Arbeitstofen wet 3 geftiesen wie in der zweiten Dezemberwoche Bon Mitte November tonen betrug und bis Mitte Januar 2½ millionen bis Mitte Dezember stieg die Zahl der männlichen Hauptunter. berloreiten.mirb. 46 Sind wir reich? Die Arbeiterschaft und die deutsche Leistungsfähigkeit. Der Bericht des Reparationsagenten über das vierte Dames- Jahr ist überaus optimistisch, so optimistisch, baß man persucht sein tönnte, ihn zu überschreiben: von der. Segnungen der Reparationszahlungen für das deutsche Bolt. Der Widerspruch gegen den offiziellen Optimismus Barfer Gilberts ist in Deutschland sehr rasch laut geworden, der Bericht bietet an manchen Stellen Angriffsflächen genug für eine nüchtern wägende voltswirtschaftlich wohlfundierte Kritik, die in der Beurteilung des Wohlstandes Deutschlands zu ganz anderen Ergebnissen fommt. Die deutschen Arbeiter wissen sicherlich beffer als Herr Barter Gilbert, daß Deutschland von 1928/29 nicht die beste der Welten ist, fie find weit entfernt davon, ihre Lage optimistisch zu beurteilen. Sie stoßen in ihren fozialen Kämpfen nicht nur auf den Widerstand der bürgerlichen Klaffen, sondern zugleich auf die volkswirtschaftlichen Grenzen, die dem Streben nach einer grundlegenden Berbesserung ihrer Lage gezogen sind. Das Ziel, das ihnen vorschwebt, ist die allgemeine Hebung der Lage der Arbeiterschaft, nicht eine Aufhäufung von Lugus und Reichtum bei einer zahlenmäßig geringen Klaffe, sondern eine Hebung des allgemeinen Kulturniveaus. Die schweren Schatten der Wirklichkeit liegen über diesem Idealbilde. Die Arbeiterschaft, deren politische Vertretung die stärkste Regierungspartei im Reiche ist, tennt die Schwierig. feiten, mit benen die Finanzwirtschaft des Reiches wie der Länder und Gemeinden zu fämpfen hat. Wichtige Fürsorgeanfgaben tönnen nicht ausreichend erfüllt werden. Neue Steuererhöhungen stehen bevor. Ganze Wirtschaftsgebiete seufzen unter entfehlichem Elend Baldenburg! Besonders die großstädtische Bevölkerung leidet unter der Wohnungsnot und ihren schlimmen Auswirkungen auf die Bolkskultur wie auf die heranwachsende Jugend bes Boltes. Es find soziale Elementartatsachen, die feine Inder berechnung und fein offizieller Optimismus über den Wohl stand des deutschen Boltes aus der Welt schafft jene Elementartatsachen, die stärkste Triebfedern der Arbeiter bewegung find. Das Ringen um die Verbesserung der Lage des Boltes ist nicht nur ein inneres Verteilungsproblem. es ift zugleich ein Problem der Entmidlung der deutschen Boltswirtschaft. Dies Problem wird überschattet von ben Reparations serpflichtungen. Die Arbeiterschaft erkennt die politische Ber. pflichtung zur Reparationsleistung an. Sie wehrt fich andererseits gegen eine Herabdrüdung auf ein Niveau, auf bem von fultureller Eristenz nicht mehr die Rede sein tann. Für fie liegt die Grenze ber beutschen Leistungsfähigteit ba, po unter dem Drud der Reparationsverpflichtungen sowohl le Aufstiegsmöglichkeiten der Arbeiterflaffe wie die Entwid lung der deutschen Bollswirtschaft unmöglich wird. Boftichedfonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angeftellten und Beamten Wallitt. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentafle Lindenstr. S Wir und die Wehrmacht. Zwei Beiträge zur Diskussion. Bir eröffnen hiermit die Diskussion über die Richtlinien zur Tage( 31 Dezember) zugegangen sind und die, nebeneinandergestellt, Behrpolitit mit zmei Auffäßen, die uns zufälligerweise am gleichen age( 31 Dezember) zugegangen sind und die, nebeneinandergestellt, zeigen, welche Weite der Meinungsverfchiedenheiten durch das Wehrprogramm der Partei nach Möglichkeit überspannt merden soll. Grenzschutz genügt! Von Franz Künstler. Die Redaktion. Nachdem in der Parteipreffe die Richtlinien der Wehrpolitik veröffentlicht wurden und bereits darüber eine sehr eingehende Disfuffion begonnen hat, will auch ich meine Gründe darlegen, die mich bestimmten, in der Schlußabſtimmung gegen den Entwurf zu stimmen. Besonders die im Absah 3 des Entwurfs von der Mehrheit der Kommission beschloffene Formulierung und die daraus hergelettete Be jahung der Wehrmacht haben mich zu meiner ablehnenden Haltung bewogen. Es fann m. E. nicht die Aufgabe der Sozialdemokratie und eines sozialistischen Wehrprogramms sein, Feststellungen zu treffen, die alljährlich in den Reden zum Haushalt des Reichswehrministeriums die Herren Brüninghaus, Graf v. d. Schulenburg und Treviranus zum Ausgangspunkt ihrer wehrpolitischen Ziele gemacht haben. Nichts anderes bedeutet es aber, wenn man davon spricht, daß die Machtpolitit imperialistischer und faschistischer Staaten der beutschen Republit bie Pflicht auferlegt, eine Wehrmacht auf rechtzuerhalten. Mit dieser Argumentation haben die ver antwortlichen Militärs und rechtsstehende Polititer nicht er beute, fondern schon in der Borfriegszeit jede Heeres uni Flottenvorlage begründet. Aus dieser Tatsache entstand da Bettrüsten und ein endloses Anziehen der Steuerschraube. Liegen die Dinge heute in Deutschland infolge der Be Es handelt sich um die Lösung eines schwierigen voltsstimmungen des Versailler Friedensvertrages auch wesentlich wirtschaftlichen Differenzproblems, das tief eindringendes anders, so ist doch nicht zu verkennen, daß unsere republikanifoziales Verständnis und ehrliche Beobachtung fozialer Ele schen Militärs, mie auch alle bürgerlichen Barteien, ohne die mentartafsachen erfordert. Die deutsche Arbeiterschaft kennt mehrpolitischen Fesseln, die Deutschland von der Entente auf diefe sozialen Elementartatsachen in Deutschland sehr genau erlegt murden, sich in Rüftungsfragen genau so verhalten und sie ist eben deshalb von rosarot gefärbtem Optimismus würden, wie bis zum Zusammenbruch des Reiches. Der Beüber den Wohlstand Deutschlands weit entfernt. meis wurde erst vor einigen Wochen im Reichstag erbracht bei der Abstimmung über den sozialdemokratischen Panzertreuzerantrag. Die Berhandlungen der Sachverständigen tönnen an der Bedeutung dieser Elementartatsachen nicht vorübergehen ihre Bernachlässigung müßte schwere Rüdwirtungen auf die fozialen Verhältnisse in den Ländern der Reparationsgläubiger nach fich ziehen. Man kann durch die Ueberspan nung der Forderungen Deutschland zu sozialem Dumping zwingen wird die volkswirtschaftlichen Folgen dann aber felbst verspüren. Soziales Dumping bedeutet immer hüben wie brüben Rückgang der Leistungsfähigkeit. Eine Ar beiterschaft auf anständigem Lohnniveau, unter Lebensbedin gungen, die auf die Dauer Qualitätsarbeit gewährleisten bas ist eine Grundvoraussetzung deutscher Leistungsfähigkeit. Wenn die Höhe der endgültigen Reparationsverpflichtungen diese Voraussetzung vernachlässigen würde, so würde die deutsche Leistungsfähigkeit in Zukunft ein höchst zweifelhafter Faktor sein. Auf den Bericht des Reparationsagenten gehen wir im einzelnen noch näher im Wirtschaftsteil ein. Poincarés Gegenoffensive. Musarbeitung eines Reformprogramms im Kabinett. Paris, 2. Januar.( Eigenbericht.) Die Regierung Poincaré bereitet sich nach besten Kräften auf die von der Lintsopposition für Anfang Januar angefagte Offensive vor. Am ministerrat gab Ministerpräsident Poincaré am mittwoch von den Erklärungen über die allgemeine Politik der Regierung Kenntnis, mit denen er die Interpellation der Radikalen zu beantworten gebenft. Die Minister werden, mpie ferner verlautet, im Laufe diefer Boche mit Boincaré den Arbeitsplan ber Regierung für hie bevorstehende Kammertagung beraten. Poincaré betrachtet es als feine erste Aufgabe der Kammer mit neuer Feftig. teit gegenüber zu treten. Er beabfidtigt insbesondere, burch die Borlegung eines umfaffenden innerpolitischen fozialen und ab ministrativen Reformprogramm Eindrud zu erzielen. Der einzige Umstand, durch den sich ein neuer Optimis. mus des Ministerpräsidenten bezüglich der Situation des Rabinetts rechtfertigen läßt, liegt in bem moratorium, bas ein Teil ber Linten Boincaré gemeinsam zum Abschluß der Reparations und Räumungsverhandlungen gewähren möchte, da fein Rame zu fehr mit diesen Berhandlungen verknüpft ist, als daß ein Regierungsweddel in diesem Augenblid auch nach Ansicht dieser oppositionellen tretje nicht schädlich wirten müßte. Boincaré wird übrigens auch in feine Erklärungen längere Ausführungen zur Repara tions. und interafttierten Schuldenfrage, ferner über bas, Berhältnis zu 3talien einflechten. die Bejahung der Wehrmacht zu mählen, welche die SozialEs ist daher geradezu gefährlich, eine Begründung für bemotratie in eine schwierige Situation bringen fann. Ist auch für die nächste Zukunft mit einem Kriege in Europa nicht zu rechnen, so weiß doch jeder Politifer, daß auch die heutige Entente nicht für alle Ewigkeit Bestand haben wird. Mächte gruppierungen und Bündnisse, das lehrt uns die Ge schichte, haben nur für eine bestimmte Zeit gemeinsamer in Europa wird sich bestimmt die eine oder andere MächteInteressen bestanden. Bei einer anderen Mächtekonstellation gruppe Deutschlands bedienen und es in den Kreis der kriegerischen Berwicklungen hineinzuziehen bemühen. In einem solchen Fall wird dann der Sozialdemokratie die schwerste Aufgabe gestellt. Wie soll sie sich verhalten, wenn von den in Deutschland Regierenden der Eintritt Deutschlands in den Krieg gefordert wird mit Worten, die dem fozialdemokratischen Wehrprogramm nicht ganz fremd sind? Heute ist in der Sozialdemokratie doch nur eine Auffaffung vorhanden, daß die Machthaber im August 1914 das Bolt belogen und betrogen haben. Damals, so hieß es, murde Deutschland der Krieg aufgezwungen. Also nicht Angriffs, sondern Abwehrfrieg. In Zukunft tönnte die Parole lauten: Abwehrkampf gegen Interventionen imperialistischer und faschistischer Staaten. Bukunft ausgeschlossen sind, erkennt auch der Genosse Daß friegerische Konflikte für Deutschland nicht für alle Stampfer an in seinem Artikel ,, Bir und die Wehrmacht Es tommt aber für die Sozialdemokratie darauf an. die Urfachen eines Krieges und alle seine Begleiterscheinungen zu erkennen und diese sozialistische Erfenntnis in einem Programm festzulegen. Mit der von mir kritisierten Fassung tann aber jeder Die einen werden im Falle, daß machen, was er will. Deutschland einmal in einen Krieg vermidelt wird, sagen: Für uns ist die Landesverteidigung gegeben, da es sich um Und eine Intervention imperialistischer Staaten handelt." die anderen werden der Auffassung sein, daß die Voraus fegungen für bie Landesverteidigung nicht gegeben sind. Deshalb muß der Barteitag in Mogdeburg für den Abfag 3 eine andere Fassung beschließen. Dabei ist auszugehen von dem Standpunkt, daß die heutige Wehr macht umgeformt werden muß zu einer Grenz fubpolizei. Grenzschußaufgaben soll die Reichswehr »vch heute mir nach den Vestimmunge» des Friedensver» träges erfüllen. Wir Sozialdemokraten fallen lediglich nach dieser Rich- tung hin Wehrpolitik treiben und uns hüten, ausein Gebiet zu begeben, das unjer« ganze Friedens- und Wrüftungs« veftrebungen beeinträchtigen kann. Man kann nicht gut in den Absätzen 1 und 2 sich für Abrüstung und Schiedsgerichtsbarkeit ein- setzen, um im folgenden Absatz aufzuzeigen, daß. solang« die anderen viel schlechter sind als wir, wir die Notwendigkeit einer Wehrmacht bejahen. Auch die Generäle haben zu allen Zeiten immer auf die anderen hingewiesen und sich als die edelsten Friedensfreund« ausgespielt. Es soll heute hier nicht die finanzielle Frage untersucht werden, ob es gerechtfertigt erscheint, daß das vqrarmte Deutschland sich ein so teueres Machtinstrument hält. Soviel fei aber darüber gesagt: Für die Wehrhaft» machung des deutschen Volkes wäre es notwendig«, daß sozial und kulturell die deutsche Arbeiterschaft so gestellt würde, daß sich ein kräftiges und gesundes Volk mit Liebe und Achtung der deutschen Republik zuwendet. Recht bald gesundeWohnungen bauen, würde, innen» und außen- Politisch betrachtet, von größerem Nutzen sein, als das Auf- bringen von vielen Millionen für militärische Zwecke. Wenn in vorstehenden Zeilen auch noch nicht alles gesagt worden ist, um eine andere Stellungnahme als die der Mehr- hat der Kommission darzulegen, so wird dazu noch bis zum Parteitag ausreichend Gelegenheit gegeben sein. 'Auch von meinem kritischen Standpunkt aus möchte ich nur wünschen, daß die Diskussion über diese sehr schwierige Frage im Interesse unserer Partei mit der notwendigen Gründlichkeit und Sachlichkeit geführt wird. n. Wehrhafter Sozialismus! Von Frans Josef Furtw&nglor. Die„Richtlinien der Wehrpolitik" wurden am 28. De- zember hier veröffentlicht und tags darauf vom Gen. Stampfer mit einem ersten kritischen Leitartikel zur Diskusswn gestellt. Das eigentliche Bekenntnis zur Landesverteidigung ist also gefaßt: „Der lvirksarnste Schutz der Deutschen Republik beruht auf einer deutschen Außenpolitik, die auf die Verständigung der Völker ui»d die Erhaltung de» Friedens gerichtet ist. Noch droht ober die Machtpolitik imperialistischer und faschistischer Staaten mit kontrr» reoolutionZren Interventionen und neuen Kriegen. Deutschland kann als Aufmarschgebiet mißbraucht und ander Willen in blutig« Ver Wicklungen hineingerissen werden. � Solange diese Gefahren bestehen und solange sie nicht durch sozialistisch« Regierungen, wenigstens in den wichtigsten Länden: BHin. Verschwinden gebracht werden können, ist die Deutsch« Republik genötigt, zum Schutz« der Selbstbestimmung ihres Volte» eine Wehrmacht aufrechtzuerhalten.'' Selbstverständlichkeiten, m�e die hier ausgesprochene, kennen zur neuen Wahrheit werden— dann nämlich, wenn Derworrenbeit und schiefe Betrachtungsweise Gewohnheit wurden und Tradition zu werden drohen. Wenn, wie bisher, ein« grundsätzliche Erklärung zur Frage der Landesverteidi» guyaunter den neuen Berhältniffen fehlt, derweil im Herz und Gefühl manches Parteianhängers der Glaube weiterlebt „kein Mann und kein Groschen dem Militarismus", sei noch wie cor die einfache Regel zur Behandlung der Wehrfrage— dann muß dieser sich wie ein Irregeführter vorkommen. wenn seine Reichstagsoertreter die Geldsumme für hundert- lausend Reichswehrflinten oder ein anderes Stück Rüstung bewilligen, und sich wie unter Peitschenhieben winden, wenn agf der anderen Seite die nach Moskau orientierten Prole- tarierrertreter das blitzblanke Schild ihres„konsequenten Antimilitarismus strahlend erheben. Die gönnen dem„neu- deutschen Imperialismus(so nennen es ihre Blätter und Redner) keinen Sechser, und niemand soll sie darum tadeln, denn nach ihrer Lehre kann nur auf den Trümmern der Republik ein deutscher Sowjetstaat entprossen. Der soll dann, ebenso wie der russische, mit allem verteidigt werden, was da knallt und schwimmt, kreucht und fleucht: mit Musketen und Kanonen. Mitrailleusen und Kreuzern. Flugzeugen und— Proletarierknochen. Da heißt's nicht mehr: diesem System keinen Mann und keinen Groschen, denn«es ist ja unser Staat, den wir verteidigen", mögen auch zwangsweise . Leberstunden und Streikverbot als unschöne Uebergangs- erfcheinungen an seinem Namen hasten.—„Recht so! Und durchaus folgerichtig! Nur gestattet uns gütigst, fortan nach derselben Logik zu handeln, wenn wir euch offen erklären, daß unser Trachten nicht von uns fordert, über den röcheln- den Leib der erschlagenen Republik in ein Zukunftsland voll neuer„Uebergangshärten" zu hüpfen. Aher, so fragt man mich, sind denn nicht viele Ihrer Parteileute ganz entschiedene Pazifisten, und was sagen die tzu eurem Credo? Wenn der„entschiedenste" Pazifismus darin besteht, die Zertrümmerung der letzten Pistole zu fordern, ohne nach dem rechten oder dem linken Nachbarn der Nation zu schauen: dann ist die Annahm« solcher Nicht- knien allerdings die Abkehr von einem Pazifismus, von dem ich hoffe, daß er nie in der Partei vorhanden war, denn mit solchem Bekenntnis dürste keine Partei die Mit- Verantwortung für die Leitung eines Staates übernehmen, der von anderen, wohl nicht unerheblich bewaffneten Ländern rings umgeben ist.' Marx und Engels waren Übrigens keine Pazifisten solcher Art; der Briefwechsel und manche Schrift der beiden beweisen es. Lassalle noch weniger. Bon Lenin zu schweigen. Bebels scharf be- tonte Bereitwilligkeit, das bedrohte Land zu verteidigen, ist allgemein bekannt. Iaurds endlich gab uns in dem Buch: „Die neue Armee" positive, in der Hauptsache noch heute gültige(auch für deutsche Sozialisten gültige!) Leitgedanken über Sozialismus und Wehrfrage und den„Pazifismus" des Sozialisten. Dort steht in schöner Eindeutigkeit: „Durch ejne offenbare Politik der Klugheit, der Mäßigung und Redlichkeit, durch endgültiges Verwerfen von Gewalwnter- nehmungen, durch die gewissenhaft« Annahm« und Anwendung der neuen rechtssörmigen Mittel, die tt ermöglichen, Konflikt« ohne Gewalttätigkeit zu lösen: dann aber auch durch mutige Auf- ftellung«ine» so furchtbaren Verteidigung». ap parates, daß selbst b«i den Uebrnnütigsten und Raubgierigsten jeder Angr-ifssgedante im Keim« erstickt wird, den Frieden sicherzustellen— das ist wohl tn« höchste Aufgab« der Sozialistischen Part et/ Auch aus Stampf«, Worten, die im ganzen mit erfreu» Französischer Militärgeist. Keine Kriegsgerichte mehr— dafür Militärtribunale. K. L. Darf»; 81. Dezember 1928. Mit dem l. Januar 1929 gibt es kein« Kriegsbericht« in Frankreich mehr. Dafür werden sie künftig„iMlitärtrtbunale" heißen und einen zivilen Gerichtsrat zum Präsidenten haben. Welch etn Unterschied! Der letzte Fall, den das französische.Kriegsgericht" zu be- urteilen Halle, verdient eine ganz besondere Erwähnung, well er die Morschheit, des ganzen Systems aufzeigt. Der Oberleut. nant Florin hall« die Ehr«, Präsident de» letzten Krieg-geiicht» zu sein, das auf Frankreichs Boden bestand. Herr Dr. Andrä Mar- s a n d o n war vorgeladen, ein lebender Toter, dos heißt, einer von den vielen: die in Frankreich immer wieder in den letzten Jahren auftauchten, die offiziell schon längst als aus dem Schlachtfe d gefallen gebucht und beerbt wurden und die dann plötzlich von irgendeiner fernen Gegend her in ihr« Heimat zurückkommen und ihre Rechte gellend machen. Dann will man ihnen gewöhnlich nie glauben, daß si» leben, und sie müssen es immer erst besonders beweisen. So ging ee auch Herrn Dr. Marsandon. 1914. im Alter von 30 Jahren, begab er sich bei Ausbruch des Krieges sofort zu seinem zuständigen Bezirkskommando, doch bekam er ärztliche Zeugnisse darüber aus- gestellt, daß er wegen Krankheit(wegen eines Bruchs und wegen schwerer Narvenzerrüttung) vorläufig nichteinge st ekit werden könna So reiste«r während des Krieges mehrfach gefchästlich nach Spanien' und Transvaal. Nachdem sein Regiment 191? von seinen Mitgliedern neun Zehntel verlor, wurde er 1921 durch das Urteil eines Pariser Gerichts für t o t'erklärt. Im gleichen Augenblick lebte er, ohn« feinen Tod zu vermuten, in Spanien. Bor drei Jahren kehrte er nach Frankreich zurück, und es gelang ihm auch, eine neue Geburtsurkunde zu erhalten, aber gleichzeitig wurde er wegen Fahnenflucht vorgeladen? Nun stand er hier vor dem letzten französischen.Kriegsgericht", und diese schön« Einrich- tung verurteilte Herrn Marsandon, Doktor der Rechtswissenschaften. unter Zubilligung mindernder Umstände(!). well er noch lebt, zu einem Jahr Gefängnis. Wie bedeutungslos die Umbenennung eines„ffriegege- richts" in.Militärtribunal" ist, sieht man am besten daran, daß da» Militär immer weitere Gebiete des Zivillebens sich anzueignen trachtet. Hatte da kürzlich«In Herr C a s c a n e t in die Kaserne des Pariser Vororts Rsuilly. junge Rekruten gehen sehen und sich mit dem Ausruf:„Die Armee ist die Schule des Vebrechens!" unter die Eltern der Rekruten am Kaserneneingong gemischt. 189Z schrieb Augustin Hämon, der die Werke von Bernard S h a w in» Fron- zösische übersetzt hat, in seinem Buch.Zur Psychologie der Be- rufssoldaton" zum erstenmal den Satz nieder:„Der Militarismus ist die Schule des Derbrechen»", und auch der berühmte italienische Strafrechtsgelehrte Eolajarmi notierte um die gleich« Zell denselben Satz, der später von Anatol« France in der Form, in der ihn Cascanet vor der Kaserne Reuilly sagte, wiederholt wurde. Kaum war er gesprochen, da war Cascanet auch bereit» verhastet:»Wegen Aufforderung von Milltärpersonen zum Ungehorsam zweck« anarchi- stifcher Propaganda". Casca»et wird jetzt vor einer Pariser Strofkammer gestellt werden. Wird sie es wagen, das Zitat eines Anatol« France selbst ohne gesetzliche Handhabe nur deshalb zu be» strafen, well es nicht zum Kriege hetzt? Paris bejubeli Parker Gilbert. pertinax verlanai viel weniger Part», Z. Januar.(Eigenbericht.) Denn der Generalagent für Reparationszahlungen, was kaum anzunehmen ist, mit feinem Bericht beabsichtigt hat. der seit Wochen betriebenen systematischen Stimmungsmache der sranzö« fischen Press« gegen die deutschen Wünsch« in der Reporationssrag« neue Nahrung zu geben und dadurch die Atmo. sphare von vornherein ungünstig zu beeinflussen, so hat er sein Ziel erreicht. In fellen Lellern konnte jeder am Millwoch die von Parkzr Gilben dem deutschen Volke ausgestellte Bescheinigung, über dessen glänzende» Wohlergehen lesen. Die Lebenshallung Deutschlands mär« danach auf der Höhe, die deutsche Außenhandels- bilanz fast im Gleichgewicht, die Mark eine der festesten WäHrun- gen, der Goldbestand der Reichsbank so gut wie nie: da? deutsche Budget könnte noch viel besser in Ordnung sein, wenn das Reich nicht so viel Geld an Länder und Kommunen abzugeben hatte Unter allen Umstände»— sagen diese Blätter— tönNc. Deutschländ zahlen, was von ihm verlangt wird usw..; Dieser rosigen Situationsschilderung des Generalagenten, der zwar durch Anhäufung von statistischem Motsrial, aber anscheinend nicht durch restlose Beachtung der Winschafts�«setze, hervorragt. stellt sogar ein Mann wie Pertinax im„Echo de Paris" ein nüchterneres Bild gegenüber. Pertinax verlangt 29 M i l l i o r d an von Deutschland: IS Milliarden zur Zahlung der' iMttaMi'erlen Schulden an Amerika und 13 Milliarden als Deckung dir Wieoer- aufbaukoften. Di« Verzinsung und Amortisation dieser Summe bleibt erheblich unter den sonst angemeldeten Forderungen, für deren Be- gründung der Bericht Gilberts als Unterlage dienen muß.!er „T e m p s". In den Chor der übrigen Blätter einstimmend, schreibl, au» dem Bericht de» Gencrala geilten gehe klar heryor, daß Deuche,' land 2,5 Milliarden jährlich zahlen könne, und daß demnach keinerlett Ursach« bestehe, sein« Zahlungtfähigkeic nochmals zu prüfen! Zweifel in London. London. 2. Januar.(Eigenbericht.) In ebmn Kommentar zum Bericht de» Reparat i uns- agenten Parker Gilbert spricht der liberale.„S t a r"«inen Zweifel darüber aus. ob die Veröffentlichung des Bericht» im gegenwärtigen Augenblick zeitgemäß fei, da jem Inhalt geeignet wäre, die f ra n zö s l sch« U n na chg i eb i � t«it bei den tviu- Menden Verhandlungen zu verstärken. Sowohl/„Star"(liberal) als auch„Evening Standard"(konservativ) sehen m dem Bericht eine Warnung und ein Beispiel. für England, das versäumt habe, in ähnlichem Maße wie Deutschland seine Industrie zu rationalisieren und den veränderten wellwirtschaflllchcn Verhältnissen anzupassen Belgischer Iuvel.. Brüssel, 2. Janua». ?r»„Nation Belg«" betont in der Besprechung de» Parker- Gllbert-Bericht», es lieg« nunmehr klar aus der Hand, daß ein« Her» absetzung der deutschen Iahreszahlungen nicht in Frage komm« und daß die Finanzkontrolle nicht aufgehoben weichen dürs«. „Wr.. wären verrückt?, s» schli«ßt. das-Vbüt,„menu wir ander? handeln würden."'' .......-------- vITv Gu Uxitii au- Jlew vor«.; New gort.2: Janu«.' Der Gilb ert-Beri cht wird von der New-Porker Presse groß auf- Si zogen. Di« Blätter legen das Hauptgewicht äüs Gilben? ptimismus.„New Park Times" erklärt tn einer~ Pa r i f« r Meldung, daß der Bericht Deutschland keine Grundlag« zur Be- gründimg einer größeren Herabsetzung der Jahreszahlungen geb«. licher Geradheit für die Bejahung der Wehrhastigkeit sprechen, glaubt nzan da und dort so etwas wie den Ton der Entschuldigung zu hören, daß dies geschieht, geschehen muß,— trotzdem gerade er darauf bmwies, daß dem französischen Wehrprogramm, das alles, was stehen und gehen kann, ohne Rücksicht auf Aster und Geschlecht in die Mobilisierung einbezieht,„unsere Genossen zugestlmmt haben". Doch gerade aus der Unmöglichkeit, gegen dieses Weit- rüsten der impertalistischen Mächte aufzukommen, sollen wir Deutschen, so sägt man uns zuweilen, die Folgerung ziehen, daß fortan nur noch in den Verhandlungen des Bölkerbundes unser Recht zu erringen sei. Richtig insoweit, als Frank- reich und England zurzeit(wenigstens in Europa) all- mächtiger sind denn je und mit den von ihnen abhängigen Mächten dritten bis siebenten Ranges vom Völkerbund aus den Erdteil dirigieren(und dies künstig, nach dem Flotten- abkommen, wahrscheinlich mehr als bisher). Well aber ihre großen überseeischen, kolonialen, russischen und sonstigen Sorgen ihnen nicht gestatten, sich in jeden Schrei der schwächeren Staaten zu mischen, so hat sich im franko-engli- sehen„Paneuropa" allmählich die Praxis herausgebildet, daß die Mächte dritter und tieferer Ordnung die räumlichen An- gelegenheiten und Grcnzoerhältnisse durch Handstreiche über Nacht zu ihren Gunsten selber korrigieren und den Völker- bund einfach die geschaffene Tatsache registrieren lassen: so der Abenteurer d'Annunzio in Fiume, später M u ss o» lini in Korfu— und wir selbst haben doch wohl an der eigenen Ostgrenze ähnliche Lektionen erhallen. Braucht's noch ein einziges Wort gegen die Anfchuldi- tmng, der„neudeutsche Militarismus" richte sich gegen die Sowjetrepublik? Weh dem deutschen Volke, wenn es auch nur einen Politiker hätte, der nicht voraussieht, was aus einem solchen Kreuzzug als Troßknechte des westlichen Imperialismus erblühen würde. Bräche er zusammen, so hätte das deutsche Volk die Zeche zu zahlen: gelänge er, dann bekäme unser Volk(und zuerst der deutsche Aroeiter!) die ersten Kostproben von der neuen Macht der Sieger. Wie Stampfer bin ich darum der Meinung, daß der Programmentwurf„im Kern dos Richtige getroffen hat". Nicht für Kern, sondern für gänzlich entbehrliche Schale halte ich indessen folgenden Satz des Entwurfs: „Eine Verpflichtung der deutschen Republik, die ihr auferlegten Rüswngebestimmungen ohne Rücksicht aus ihr« politisch« und mtli- tärische Zweckmäßigkeit_ auszuschöpfen, erkennt die Sozialdemo- kraijsche Partei Deutschlands nicht an." Auch die leiseste Verzichtondeutung dieser Art. ausgesprochen von einer großen, oft mitregierenden Partei, kann den Reichsoertretern auf interuatwnale» Konferenzen eiu> gegengehalten werden, wobei zu bedenken ist, daß die deutsche Heeresstärke zwischen der von Rumänien und Griechenland rangiert. Ist man aber der Meinung, daß der Versailles-Per- trag uns zum Teil veraltetes und wertlos« Rüstzeug gestattet. dessen Herstellung sinnlos ist, so müssen wir. sowohl zum Aus- gleich wie um des Rechts willen, gleichzeitig mit dem Verzicht auch klar die BereitwUligkeii aussprechen, für alle diejenigen mlsttärischen Maßnahmen einzutreten, die rein dem Schutze unseres(als Angreifer fraglos erledigten) Volkes dienen, und diese Forderung, wo es sich als nötig erweist, auch gegenüber den Verfailles-Mächten zu vertreten. Oder sollte es umgekehrt«in Dienst„am wahren Pazifismus" sein, wenn man durch ausgesprochenen Verzicht aus wirksame Verteidigung die kampflustigen Mllitärstaaten rund um ein entwaffnetes Volk zum Ueberfall auf dieses geradezu reizt und einladet? „Eine Partei, der der Mut fehlt, vom Volke olle die Opfer zu verlangen, die für seine Existenz und Freiheit not- wendig sind, wäre eine verächtliche Partei und würde bald an ihrer eigenen Unfähigkeit zugrunde gehen." So schrieb 1912 Iaurzis in seiner„Neuen Armee. Kein Militarist. sondern einer, der für seinen Pazifismus starb. Schrieb's in einer französischen Republik, die durch keine Freiheitsb«- schränkungen und Dauertribute bedrückt, nicht entwaffnet von Riesenarmeen bedrängt war, und für den Notfall mächtige Bundesgenossen hatte. Soll es nicht heute für die deutsch« Republik doppelt gelten? Die hier erhobene Forderung, die Partei möge eintrete» für militärische Schutz- und Abwehrmaßnahmen, die sich im Interesse der deutschen Bevölkerung auf der Wehrloslgkeit> insel inmitten des Weltmilitarismus als notwendig erweisen. ergibt sich außerdem aus Stampfers Kritik an dem Absatz der „Richtlinien", wo völkerrechtliches Verbot des Gaskrieges und der Ausdehnung des Krieges auf die Zivilbevölkerung ver- langt wird. Er sagt zutreffend, e? sei„immer noch leichter, den Krieg abzuschaffen als ihn zu humanisieren". Daß es aber bis zur Abschaffung oder Uninöglichmachung des Kriec-es noch Weile hat, dafür svrechen leider allzuviel« Tatsachen, die zu leugnen töricht, ja für den Politiker verbrecherisch wäre. Gegenüber diesen Tatsachen und den daraus entspringen« den Gefahren darf die große Arbeiter- und Volkspartei der Sozialdemokratie nichts unterlassen, was dem Schutze der eigenen Heimat dimsn kann. Denn, lassen wir nochm-alz den exmvrdeten Klassiker des wehrbaften Sozialismus sprechen: „Ein Land, das in kritischen Tagen, in denen selbst sein Leben auf dem Spiele steht, nicht auf die national« Ergeben- h«it der arbeitenden Klassen rechnen könnte, wäre ein elender Fetzen." Sugenberge Inventur.Ausverkauf. Handel mit überlieferten geistigen Gütern". Staunenswertes tut fidh auf Sugenbergs Retlamefeiten. Die Mabilisierung ber malfen liest man → aber das ist nur ein Schuh gefchäft. Daneben jebody prangt ein gangfeitiges von Hugenberg felbft aufgegebenes Inferat: Aufruf!" : Da erfahren wir, baß die deutsche Wirtschaft nicht mehr inftarbe fet, au tun, was sie all die Jahre hindurch für die Aufrecht erhaltung der überlieferten geiftigen Güter Deutschlands getan hai"( Was hat sie fchon getan?!) Des wegen, lehrt uns hugenberg, muß ein Beretn gegründet werden, ben fein Gründer Schugverein für die geistigen Güter Deutschlands 23. benennt. Aber selbstverständlich darf das tein Berein fein, in dem die Mitglieder auch nur das geringste zu lugen haben. Denn die Schieten, auf die sich Hugenberg ftügen will, d. h. die Lefer Des Lotal- Anzeiger", follen nur geboren. Hugenberg lehrt uns: Diefe Schichten sind es fatt, ihre Kraft in zahllosen parla. mentarischen Mühlen zerreiben zu lassen, in Bereiten au fchmagen, nach temofratischer Sitte alljährlich Bertreter, Abgeordnete und Vereinsporstände an wählen und mit ihren Bei trägen nichts zu erreichen als bas Mappern eines Apparates. Der Zug ihres Herzens geht bahin, einer fleinen Anzahl bewährter Männer Berfrauen ju identen und das Werf in ihre Hände zu Tegen. Wer find die bewährten Männer, benen blindes Vertrauen gefchenft werden muß? Herr Hugenberg weiß es: die Maffen fchreien nach Augenberg! Nur Hugenberg ift bewährt, mut Sugenberg ft pertrauenswürdig. Deshalb hat ex 37199 fich berelis felber zum Borfihenden hes nody gar nidu bestehenden Bereins gefürt Die übrigen Bor. ftandepoften hat er qud bereits norsorgend befet, wobei lein fiterarischer Brophet, Profeffor Budwig Bernhard, Stellver. trefer Allah Stigenbergs auf Erden, also ftellvertretender or fißen der gemorden ist. Entsprechend besteht der Rest des Borstandes aus Hugenbergschen Kreaturen und repräsentativen Nullen. Damit die mody zu werbenden Mitglieder nicht etwa auf den Gedanken fommen, diese bewährten Männer durch noch bewährtere zu ersetzen, hat Hugenberg die weitere Bestimmung vorgesehen, daß die Bor. ftandsmitglieder nur aus wichtigen Gründen und mit Zustimmung von jwel Dritteln der Borftandsmitglieder ( wirklich der Vorstandsmitglieder!) von der Mitgliederversammlung abberufen werden können. Auf deutsch: nur der Borstand felber( den niemand gewählt hat) tann sich ablegen Das nennt man eine Dittatur veranterns Fügt man noch hinzu, daß Hugenberg andy bereits ben nicht unerheblichen Mitglieder beitrag felbftherrlich bestimmt hat, so ergibt dieser Diftatur- Berein ein hübsches Miniaturbeispiel für die Berfaffung, die Hugenberg hem Deutschen Reich geben mödyte! Belche Pläne Hngenberg mit feiner Gründung im einzelnen verfolgt, ist einstweilen noch undurchfichtig. Gider ift, bas biefer Mann nicht ohne egoistisches Machtstreben an derartige Gründungen geht man denft unwitürlich an eine frühere Bereinsgründung Hugenbergs, an jenen feltfamen Brivatverein der großen Smolf, beffen 3wed- es- war, mit ftaatlichen Mitteln sich bon, Sofal Anzeiger und bas ziemlich banferoite Scherbunternehmen ang eignen. Nehnlich foll weifellos aud der neue Berein Tha Unter Generaldirektoren. Merkwürdig, wenn unsere Arbeiter mal vier Wochen nichts tun, das spürt die ganze Wirtschaft. Aber wenn wir Generaldirektoren das ganze Jahr nichts fun das merft fein Mensch!" Stegerwald und das Zentrum. Protokoll der Effener Kundgebung. Der fozialdemokratische Breffedienst meldet: Wham Stegerwald hat jest bie Nebe, bie er am 18. De ember nady ben zu feiner Unzufriedenheit parlaufenen Sölner Bartelag bes Zentrums por Arbeiter Zentrumswählern in fen gehalten hat, in Brafüren form neröffentlicht. Er begründer diesen Schritt damit, daß die Effener Kundgebung nicht öffentlich ge mejen fei, baß man die Rabe baber meist nur im Auszug wieber gegeben habe. e Neues unh bisher Unbefannies bringt ber, Wortlaut nicht geht aus ihm wie aus den Auszügen hervor, bas Glegermath feine Bieberlage bei der Wahl zum Barteiboifigenden als eine Rieber dee Machterweiterung des hugenbergiden 3eifungs Rad lage ber fatbolitoen Erbeitertatt anleht, bie e richt- und Filmfrufts nun zu besonders eiftige Tätigtet innerhalb ber. Bartel etmahnt biener. Herr Hugenberg hat ihan mit allem Sanbel getrieben. Sie folle fich Einfluß in den Instanzen her, bonit es nicht wieder Warum nicht einmal mit überlieferten geiftigen Gütern Deutzbeiter waren und von diesen 44 nur etwa amai Drittel gehe wie in Köln, mo son ben 488 Delegierten nur Lanhe Pl anmeland gemefen finb, weil die übrigen die Roften für ble Fahrt zum Barteitag nicht aufbringen fonnten, Dräsentiert das Gewehr! Mer fommt?- Der Sozialdemokrat?- Der Kommurifi? Alie beidel Am intereffantesten ist bie Alternatine, nor bie Stegermelb feine Ditmar erschossen? in Mostau.. Bartel ffelli. Benn diehitister die Oberhand behielten, bas beißt die Beute, die glauben, die Sentrumspartei tönne heute noch mit der gleichen geiftigen und politischen Einstellung und derfelben Politif julammengehalten werben wie in den fiebziger Jahren bes vorigen Jahrhunderts, fo merbe ganz zwangsläufig etwas gang Neues entstehen, nämlich eine riftlich- foziale Boltspartet. ble Arbeiter; Bauern und Mittelständler beiber chriftlicher Konfe fionen umfolie Colle bas verhindert werden, bann müsse ében bas Sentrum felbft ben Weg gehen, den Stegermaid porzeichnet Es muß, wie er fagt, aufhören, rod immer mehr Frauenpartei zu werden und fich ausschließlich auf die fatholische Betr. ndauung fügen, die gegenüber den attinster Weirichen rethe austeidende parteibibere raft mehr au entfalten vermöge, auterte Vertet entwickelt, ist mehr als dürftig und überaus unter Bas der Reformaior en Programm für bie neue oder bie gee Cr poleniffert gegen die opsiathemptratie und ent wirft bie Umriffe dine's halben oder niertel Sozialismus, ben er mit dem Christentum futlich burchtränfen mi langt lit, wird nunmehr eine neue Unttageerhebung gegen eine„ Splge der Gesellschaft", den Herzog von Anew, mithelferschaft angetlagt ist, wurde vorläufig auf frelem Juge befaffen. Er war einer der Hauptaftionäre der Frau Hanau und an de rDeifung jiveler ihrer Unternehmungen beteiligt Bom Neujahrsempfang bel Hindenburg bringt bie Welt. nm Abend ein Bitb, auf bent gezeigt werden foll, wie ber Reiches Der Kronzeuge aus dem Prozeß der deutschen Studenten flattfinden. Der Herzog, der wegen Spindel, Dericauensbruch und fanzler Hermann miter im hof bes Reitspräsidentenhouses non her Reichswehr und dem Bräfentiergrift begrüßt wird. Sie bemerti bazu äußerst wikig: Damit ist eine der wichtigsten Forderungen bes fozialbematratijchen Behrprogramms erfüllt. Frei Heil!. か Das tommunistische Blott veridhweigt, bob ber Botschafter So mjetrußlands, Herr reftiniti, genau auf dieselbe Belje geehrt worden ist. Man sieht in in einer höchft repräsentativen Haliung, von der Hermann Müller immer noch etwas lernen tann, in 3nlinder und Belz auf dem Bib bes gestrigen Abend" rechts unten. nd bie Bamepräsentiert Rot.ront!" präsentiert vor ihm das Gewehr. Rot Front" Württemberg gegen das Reich. Reichsgerichtsflage wegen der Poffvergütung. Stuffgart, 2. Januar.( Eigenbericht.) Die württembergische Regierung hat eine neue Silage gegen bas Reich angeftrengt. Sie telt barüber mit: Rach dem Staatsvertrag von 1920 bat has Band Württemberg Dom Reich für die Liebertragung des Eigentums der württem berglen Past eine zu 4½ Bros. perzinsliche Vergütung von 250 Millionen Mart zu beanfpruden. Seit 1. Ottober 1923 ist die 3inszahlung eingeftelt. Die schon seit mehreren Jahren fort gefesten Beriudhe, das Rei zu einer angemeffenen Neuregelung dieser für Württemberg finanziell außerordentlich schwerwiegenden Ringelegenheit zu bemegen, find ergebnislos geblieben. Da bie bisherige hinhaltende Behandlung des Gegenstandes für das Land Bürttemberg nicht länger erträglich erschien, bat fich das Staatsministerium gezwungen gesehen, das Finanzministerium zu ermäch figen, gegen bas Reich lage beim Staatsgerichtshof zu erheben. Das ist in den letzten Tagen gefchehen." Angleichung der Gozialpolitik 3m Reichswirtschaftsrat beantragt Profeffor Dr. Lubang hende, der Herausgeber der Sozialen Bragis", hat im Borläufigen Reichswirtschaftsrat beantragt, daß alle fünftigen Borlagen daraufhin geprüft werden sollen, ob, eine Angleichung mischen hem reichsdeutschen und dem beutschösterreicht fchen Recht möglich ist. Das Arbeitsfuggeles foll bereits unter diesem Gefichtspuntt noch einmal burchgearbeitet merben. Die Sache der brei Deutschen Dr. Rindermann, Wolft und Dintar, bie feinerzeit von den Sowjetbehörden wegen Konterrevolution angeflagt und unr das Oberite Gericht gestellt wurden, ist noch in Erinnerung. Rindermann und of wurden seinerzeit zum Tode verurteift and fpäter gegen den in Tichetaprozeß in Leipzig gleichfalls zum Tode verurteilten Sobeles ausgetauscht. Ditmar, der bei der ganzen Angelegenheit eine Auslagen gemacht hat, erhielt eine Gefängnistrate von dunkle Rolle gespielt und gegen feine Kameraden schwer belastende zehn ahren. Man hörte nichts mehr über ein Schifal Der linte Englairevolutionär Brunt omfti, der eine Zeitlang in Sowjetrugland einen hohen Poften befleidete, hinterher aber am eigenen Leibe die Gefängnisse der G, tennen lernte, und durch die Flucht ins Ausland seine Freiheit wiedergewann, teilt hun in der Rigger russischen Seitung mit, er habe aus abfolut sicherer Quelle erfahren, baß Ditmar im Gefängnis erfchoffen morden sei, und zwar im Oftober 1928, als gefährlicher unb überflüffiger 3euge. Da Ditmar jedoch Ausländer war, fo bat man für jeden Fall ein ärztliches Prototoll aufgenommen, daß Ditmar am Herzschlag gestorben fei. Für die Richtig feit der Meldung trägt die Berantwortung Brunowiti Boliviens Verzögerungstaffif. Der Grenzfonflift noch nicht beigelegt. London, 2. Januar.( Eigenbericht.) Die für heute geplante Ueberführung des politifchen. Direktors der Gajette du Franc, 2udibert, in das Gefängnislazareit Fresnes ist auf morgen verio.ben worden, da im Gefängnis lazareti noch nicht die Vo: tehrungen getroffen werden konnten, den renten, wie dies fein Zuftond erfordert, Tag und Nacht ärztlich zu überwachen. Für Beseitigung der Kasten. Indischer Nationalfongreß befchließt Bontott gegen englische Stoffe. Selfuffa, 2. Januar Die vom indischen Nationalfongreß angenommene Entschließung Gandi enthält ein umfaffendes Programm für die Organisation der mailen, für die Beleitigung der Anschauung, daß die Berührung der unterften Bevölkerungsflaffen die högeren verunreinige, bas fich gegen die unterfien Salten richtet, ein Verbot alkoholischer Getränke und den Boyfoft ausländischer Tuche durch Herfellung und Benuhung von Zuchen, die zu Hause mit der Hand gefponnen find. Gandi erklärt, menn dlefis Programm mit„ eiferner Enischloffenheit" durchgeführt werde, dann werde die Selbstverwal fung für Indien innerhalb eines Jahres in greifbare Rähe gerüdt sein. Zum ersten Mole hat der Kongres befchloffen, in die inneren Angelegenheiten indifcher Staaten einzugreifen. Er hat nämlich eine Entschließung angenommen, in der verlangt wird, daß die Jürfen sehen und dem Bolte die elementoren Bürgerrechte garantieren. Die nach Annahme diefer Entschließungen beendete Seffion des Nationaltongrejjes bedeutet einen entschiedenen Steg Gandis Wie aus Washington gemeldet wird, ist bie für Mittwoch geserantwortliche Regierungen in ihren Staaten einplante Interzeichnung des Protokolls der Pan amerifanifden konferenz, das die Einfegung einer. Kom miffion sur Beilegung der Streitfrage zwischen Paraguay und Bo fipien vorsieht, verzagert worden. Angeblich ist der bolivianische Delegierte noch nicht in den Befig der Bollmacht feiner Regierung gelangt. Der Herzog unter Betrugsverdacht. Weitere Ausdehnung des Parifer Finans fandals. Paris. 2. Januar.( Eigenbericht.) Der Standal der„ Gazette du Franc nimmt fein Ende. Die lenlationeusten Enthüdungen jheinen fogar noch benor. Der Landtag lehnte gestern das von den Komnonisten bean. Justehen. Während die ganze Spannung der Deffentlichkeit durch die tragte Mißtrauenspotum gegen das Gefamimin fterium megen ber mysteriöse 1111on Schweigegelder in Anspruch ge Ronforbatsverhandlungen mit 211 gegen 126 Stimmen bei 14 Gntnommen ist, die Frau Hanau dem Journal überwelfen ließ, baltungen ab. Nächste Sigung am 22. Januar, nachmittags 1 hr ohne daß sich bisher herausgestellt hat, wohin diese Summe geDie füdifarische Regierung ist zurüdgetteten. Hönig Alexander hat bia Demiffion angenommen. Man wird jest wieber verfuden, aum rieten mit den Kroaten zu tommen Well er Spaten und Schaufel aus t. u heeresbeständen be fab, wurde der Lehrer Iasch ler in Italienisch- Südtirol zu 2 Monaten Arrest Derurteilt, fein kellege: Taffer zu 6 Monaten, meil er als Mesner die Krchenfahne ausgehängt hatte; die aber ist rotmeiß, zeigt die Tiroler Farben! Poincaré, ein Kämpfer für das Frauenffimmrecht. Auf eine Eingabe der Nationalen Union, für Frauenftimmrec i oniwortete ministerpräsident Poincaré, baß er feine Ansicht nicht geändert habe. und daß er alles, was von ihm abhänge zugunsten des Frauenftimmrechts tun werde. EVENTYR PREISE Mengenabgabe vorbehalten Posten Grosse Lumberjaks in schönen Farben HERABGESETZT TEILWEISE BIS ZUR Beginn 2. Januar ufen Damen Crêpe dumper bedruckte unstseise. .... jetzt .... jetzt 90 90 5⁰⁰ Mäntel Kleider Crévete Chine Jumper 6 de Kunstseide, mit Krawatte. 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Z. 128, bestellt, um mit diesem neuen auf Grund der Er- fohrungen der diesjährigen Ameritafahrten entsprechend abgeän- derten und verbesierten Zeppelintyp einen regelmäßigen Transatlantik-Derkehr in Angriff zu nehmen. Daneben beabsichtigt der Luftschiffbau den ihm gehörenden Flugplatz Staaken an die Stadt Berlin zu verkaufen, aller. dings nur das Gelände selbst und möglicherweise das Werk II, in dem die Werft der Lufthansa untergebracht ist, während das Werk l. die Zeppelinhall« mit den Nebenbauten, die an ein Filmuniernehmen verpochtet sind, im Besitz des Luftschiffbaues bleiben soll. Die Stadt Berlin ist bekanntlich, wie dies Oberbürgermeister Büß bei dem Empfang des„GrafcitLeppelin" in Staaken zum Ausdruck gebrocht hat, ari diesem Gelände insofern interessiert, als sich hier möglicher» weise die Pläne für einen großen lvelkwstschifshasen verwirklichen lassen. Unbeschadet von diesem Prosekt gehen natürlich auch die von Friedrichshafen aus ausgestellten Pläne weiter,«inen reuou Lustschiffhafcn in der in meteorologischer Hinsicht besonders günstigen badischen Rheinebcne zu schaffen. Auf jeden Fall würden die aus dem Verkauf von Staaken erzielten Mittel den Luftschiffbau in den Stand versetzen, schon jetzt mit den Arbeiten für den 2. Z. 128 zu beginnen, damit das Luftschiff, wie beabsichtigt, bereits im Jahre lZZÜ in Dienst gestellt werden kann. Für die Montage der großen Gitterringe und des ganzen Lnftschisfkörpers ist allerdings die Fertigstellung der profektierten neuen Werfthalle mit Friedrichshofen eine notwendige Voraussetzung. Es steht jetzt fest, daß die Luftschiff- werft auf dem alten bisherigen Gelände in Friedrichshofen erhalten bleibt. Es wird auch weiterhin genügen, weil ja die neuen Luft- schiffe nicht mehr länger als der„Graf Zeppelin*, vielmehr nur dicker werden, so daß also keine Schwierigkeiten bei den Aufstiegs- und Landungsmanövern zu erwarten wären. Voraussichtlich wird man die neue IVerfthallc. die die bisher größte. ün der. jetzt, der„Graf ZeppAin' ücgt. ganz wesentlZch, sowohl in der Spannweit«, wie in der Höhe überfressen wird, an der Stelle einer der beiden alten Zeppelinhallen errichten, die fetzt zwischen dem Derwaltungsgebäude und der großen Halle in Friedrichshafen liegen und der Fabrikation und der Montag« dienen. Die. Mittel für die neue Werftbolle werden sowohl vom N e i ch. wie vom Freistaat Württemberg zur Verfügung oestellt, und der Bau soll so beschleunigt werden, daß die Fertig- lrellung noch im Laus« des kommeirden Jahres erfolgen kann, damit dann unverzüglich mit der Montage des neuen Luftschiffs begonnen werden kann. In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, daß parallel mit den Berhondlungen über die Schaffung einer Luftfchiff-Ver- kehrsgesellschaft auch tn der Fliegerei die Bildung einer Transatlantik-Ünftverkehrsgesellschaft vorbereitet wird. An diesem Unternehmen werde» sich, wie wir zuverlässtg erfahren, neben dem R e, ch die Deutsch« Lufthansa und die Schisfahrlsgesellfchast« n beteiligen. Für den Vorstand dieses neuen Unternehmens, in dem alle beteiligten Interessentreise gebührend vertreten und berücksichtigt fein werden, nennt man bisher die Nameu zweier besonders aussichtsreicher Kandidaten, und zwar des Freiherrn v. H ü n e f e l d und des ehemaligen Uboot- kommandanten M 0 r a h t, der zurzeit bei der Lusthansa tätig ist. -1929 Welireise des„Graf Zeppelin". Neue Wersthalle in Friedrichshasen. Kurz vor dem Jahresende hat Dr. Ecken er sich über seine Pläne für das Jahr 1b2S geäußert. Danach ist nach Abschluß der von der DVL. geforderten weiteren Derfuchsiahrten voraussichtlich im März wieder mit einer großen Reife des Luftschisses zu rechnen, die eventuell über dos Mittelmeer nach Aegypten und Pa- l ä st i v a führen soll. Die englische Regierung hat bereits den Anker- mafl in Port Said für eine eventuelle Zwischenlandung des „Graf Zeppelin* zur Verfügung gestellt. Die große Weltreise, die Dr. Eckener bekanntlich seit langer Zest geplant hat. wird dann vor- aussichtlich im Hochsommer dieses Jahres angetreten werden. Sie fall quer über Sibirien, dessen Hochgebirge am Südende des Baikolsees passiert werden, zunächst nach Tokio führen, wo, voraussichtlich durch Lieferungen von Amerika her. ein Brenngas- und Brenn» st 0 f f l a g e r«ingerichtet wird. Von Tokio aus geht die Fahrt dann voraussichtlich über San Diego(Kalifornien) und Lake- hurst nach Friedrichshafen zurück. Alle Vorbereitungen für diese größte Fahrt, die ein Luftschiff bisher>e unternommen hat, werden schon jetzt getroffen, insbesondere auch hinsichtlich der Wetter- beratung und des Studiums der meteorologischen Verhältnisse im fernen Osten. Dr. Eckener mtll auf die Weltreise ein« Reihe von Passagieren und vor allen Dingen große Wengen Post mitnehmen. Daneben schweben die Verhandlungen mit der Werstleitung über die Gestaltung des bis zum Jahr« 1930 zu bauenden neuen Zeppelin- luftfchiffes, das den„Graf Zeppelin* nicht nur an Größe, sondern' vielleicht auch hinsichtlich der Zahl der einzubauenden Motoren er- heblich übertreffen soll. Ein« definitive Entscheidung hinsichtlich der Maschinenanlage ist noch nicht gefallen, doch ist u. a. der Plan auf- getaucht, den neuen Zeppelin mit zehn Motoren an Stell« der bis- herigen fünf auszurüsten. Voraussichtlich im nächsten Monat wird mit dem AbrißderaltensogenanntenRingbauhalle w Friedrichshofen begonnen werden, die zwischen dem DerwaÜungs- gebäude und der mittleren der drei Hallen liegt. An ihrer Stell« wird die neu« große Werfthalle errichtet, die SO Meter breit- 46 Meier hoch und 260 Meter lang sein wird. Lebhafter Aeujahrsverkehr. Die neue Verkehrs A-G. beförderte 7 Millionen Fahrgäste Der letzte Tag im Iah«, der gleichzeitig für Straßenbahn, Waag und SchnelLxchn der letzt« Tag der Selbständig- keit war, und der erst« Tag der neuen Derk«hrs»A.-G. haben besonders hohe Berkehrcergebnisse zu verzeichnen. Gegenüber dem vorjährigen Silvester und Neujahr ist im Durchschnitt eine zehnprozentige eoteigeiung festzustellen. Bemerkenz- wert ist, daß zum erstenmal die A b 0 a g sogar mehr Passa- giere befördert« als die Schnellbahn. Insgesamt wurde die Straßenbahn Silvester und Neujahr von 4* Millionen Fahrgästen benutzt, von denen Z Millionen Silvester und ln der Nacht von Siloester zum Neujahr gezählt wurden. Vi Million am Neujahrstvge selbst. Di« Schnellbahn wurde von 1,37 Millionen Fahrgästen benutzt. Hiervon kommen auf Silvester 970 000, auf den Neujahrstag 400 000. Der Omnibusverkehr, der im ganzen 1,42 Millionen betrug, verteilte sich derart, daß am Silvester 900 000 Fahrgäste, am Neujahrstage S20 000 Fahrgäste feit-�stellt werden konnten. Insgesamt such van allen drei Bahnen rund 7 Millionen Personen befördert worden. Die Reichsbahn zählte am 1. Januar rund 1 Million beförderte Personen aus den Stadt-, Ring, und Borortbahnen. Für den Silvesterverkehr sind auf allen Strecken in der?tacht zum 1. Januar Sonderzüge gefahren worden, die von etwa 2Ä>000Per° sonen benutzt wurden._ Die Waldenburger Affäre. Bor der Derhafirmg zweier Berliner Fmanzsente. Waldenburg, 2. Januar. Der von der Stadtverordnetenversammlung zur Prüfung der Vorgänge bei der Aufnahm« der Stadtanleihe und dem Berkauf der Obligationen eingesetzte Untersuchungsausschuß hat heute den Beschluß gefaßt. Strafanzeige gegen den Berliner Bankier Rathke und den Geldvermittler Reich- mann zu erstatten. Vom Magistrat ist eine Deputation zur Ber- liner Staatsanwaltschaft entsandt worden, um die sofortig« VerHeft tung der Genannten herbeizuführen. Ferner hat der Unterfuchungs- ausfchuß beschlossen, die Ergebnisse seiner bisherigen Feststellungen der Waldenburger Staatsanwaltschaft zuzustellen, damit diese gegebenenfalls die notwendigen Matznahmen zur Klärung in straf' rechtlicher Beziehung gegenüber dem Oberbürgermeister Dr. Wiesner und dem Bankdirektvr Pingal von der Stadtbank ergreifen könne. Giraßenunglück in Neukölln. Drei Personen vom Autobus überfahren. In der Berliner Straße zu Neukölln ereignet« sich gestern abend ein schwere» Straßenunglück, bei dem eine Person ge- tötet wurde und zwei weiter« schwer« Verletzungen davontrugen. An der Kreuzung Berliner- Ecke Anzengruberstraße wollten die Zljöhrige Frau Ida Knau.j aus der Werraftraße 1 und ihre ZOjährige Schwester Eise Mühlenbeck aus Loosen i. W.. die in Berlin zu Besuch weilt, sowie deren siebenjähriges Töchterchen Erika den Fahrdamm noch vor einem herannahenden Autobus der Linie 4 überqueren. Di« Frauen hatten aber die Entfernung unter- schätzt, wurden mit dem Kinde von dem Autobus erfaßt und über fahren. Der Führer des Wagens hatte noch versucht, mit oller Macht zu bremsen, doch konnte er sein schweres Gefährt auf dem vereisten Fahrdamm nicht rechtzeitig zum Halten bringen und«in Unglück nicht mehr verhindern. Die Verunglückten wurden durch die alarmierte Feuerwehr t» das Urbankrankenhmts gebrocht, wo Frau Mühlenbeck gleich nach ihrer Einlieferung gestorben ist. Die Verletzungen der Frau K n a u t und des Kindes sind gleichfalls schwer. aber nicht lebensgefährlich. Nach Zeugenaussagen soll den Führer des Autobus keine Schuld an dem Unfall treffen. Oer Spaziergänger auf Strümpfen. Ein sonderbarer Selbstmörder an der Oberspree. Am Dienstogmorgen um 8 Uhr beobachteten Angestellte des „Strandschloß* am Müggelsee, wie ein junger Mensch im Mter von etwa 17 Jahren, nur mit Htrnö bekleidet, am Schilt am Ufer entlang�ing. Ungefähr 50 Meter weiter holte er seine Sachen, die er im«schilf verborgen hatte, und zog sich an. Die Stiefel fehlten ihm. Cr kam nun cchne Stiefel zum„Strondfchloß* am Müggelsee. destellte sich ein« Brühe, bezahlte und entfernte sich, nur auf Strümpfen, in der Richtung Köpenick. Am Mttwochvornrittog um 10 Uhr kam derselbe junge Mann, wiederum nur mit Strümpfen, in dasselbe Lokal. Da nuinnehr dem Inhaber die Sache nützt g« Heuer vorkam, rief er die Polizei an. Ein Wachtmeister kam und Soldat Surren. Ä�oract« von Georg von der Vrittg.. Copyright 1927 by J.M. Speeth Verlag. Barlin. Lurtjebam ergeht es ähnlich wie Pfeiffer. Der unrecht- mäßig angeeignete Schlaf im Kornfeld war kurz, die Müd-.a- keit macht ihm den Natten schlaff, fo daß von Zeit zu Zeit sein Adamsapfel in der Halsbinde verfchwindet.� Ihm, Lurt- jebam, aber ist es nicht gegeben, stehend zu schlafen. Er er- mannt stch und beobachtet eine Weile drüben im dünnen Grase sechs oder sieben Rebhühner, die sich ducken, langsam weiterrücken und dann und wann Umschau halten, wobei sie wie kleine Likörflaschm aussehen. Sodann aber ruhtet er seine Gedanken nach innen und durchlebt die D sion: Das nackte Weib. In allen Stellungen erscheint ihm das Phantom, sogar mit den Beinen an den Schultern und den Armen an den Hüsten, am Ende mÜ dem Kopf auf dem Nabel und dem Busen auf dem Gesäß. Der Mund Lurtjebams öffnet sich manchmal zu einem unhörbar gehauchten Lachen,� und zwischen den wenigen Bartbaaren semer Oberlippe glänzen kleine Schweißtropfen wie Diamanten. Bei besonders ge- lungenen Bildern aber wackeln die großen Ohrmuscheln des Soldaten, und die kleine Birke bebt. So trifft sie der Pfarrer, Tielbürger hat ihn zuerst erblickt, er geht ihm ein paar Slftr'tte entgegen und macht seine Meldung. Der Pfarrer nickt slü-bstg und tritt zu den Soldaten. Seine schmalen Backen sind über dem schwarzen Bart gerötet, und er saql rasch:..Guten Tag. Kamecadenl Ich bin gekommen, ein wenm nach Ihnen zu sehen.* Die beiden erwägen fast zugleich erblicken einen Offizier mit einem silbernen Kreuz vor der Brust und reiß-n die Augen auf. Das ist der Pkarm� denkt Lurtjebam. und eine Weile darauf denkt es auch Pfeiffer. Sie nehmen die Hacken zusammen. Der Pfarrer beeilt sich zu sagen:.Stehen Sie doch bequem, bitte—* Cr reibt sich die Hände, um herauszubekommen, was er sagen soll Er will in dieser Lage leidenschaftlich nur eins: trösten! Das Strafererziercn nach der Predigt, hat ihn sm- pört, und er hat dem Leutnant gegenüber mit seiner Meinung nicht hinterm Perge gehalten. Mit diesen zweien allerdings ist die Sache eine andere, denn sie haben sich im Dienste vcr- gangen. Wohl, er weiß, sie habeo aeschanzt die ganze Nacht, haben Balken geschleppt, unglaublich schwere Balken, wie man sie in den Dörfern an der Straße liegen sieht, und stundenweit. Er weiß das alles, weiß, daß sie müde waren und nur aus Müdigkeit den Gottesdienst versäumt baben. Oder aus anderen Gründen?— Er reibt die Hände, die so spiegelblank sind, mehr und mehr, unterläßt plötzlich das Reiben und fragt:„Ist einer von Ihnen nicht Protestant? Vielleicht katholisch? Jude?* „Nein. Herr Pastor,* entgegnet Lurtjebam.„wir sind Christen.* „Um so besser,* lächelt der Geistliche.„Sie waren also beide recht müde vom Balkentragen und Schanzen?* Bei dem Wort„Balkentragen* glänzt Lurtjebams Ge- ficht in unbezähmbarer Heiterkeit auf. und er schaut Pfeiffer an. Dieser lächelt zurück, erst etwas beschämt wie ein Er- tappter, dann, als«r Lurtjebams Unbefangenheit sieht, hemmungslos und mit nassen Augen, selig in der Erinnerung an den Stangenbetrug. Lurtjebam aber, welcher bemerkt, daß der Pfarrer ihn befremdet betrachtet, beeist sich, seinem Gesicht einen tiefen Ernst zu verleihen, und antwortet sachlich: . Das eben nicht, Herr Pastor. Wir hasten ziemlich leichte Balken.* „Hatten Stangen,* nickt Pfeiffer eifrig, immer noch mst strahlendem Gesicht.„Bohnenstangen, von den dünnen.* „Aha,* macht der Pfarrer,.cha hasten Sie ja«in wenig Glück diese Nacbt. Immerhin haben Sie am Laufgraben ge- baut, wie ich höre.* „Einen Meter tief,* nickt Lurtjebam. als ob er sich selber bemitleide. „Aber mehr als einen halben Meter haben w i r nicht gemacht,* berichtigt Max mit Bedauern.„Kaum einen halben Meter.* Lurtjebam bestätigt es erschüttert und klagt:„Fast weniger als nichts haben wir gemacht— es wurde nämlich viel geschossen.* Mieder nickt der Pfarrer. „Ja. ja.* sagt er.„ein harter Gegner.* „Und e'ner hat ein Ohr abgeschossen bekommen?* erzähll Max.„Und es war kaum noch dran!* Er ist redselig ge- worden, findet das Gespräch unterhaltsam und kramt aus. Der Pfarrer folgt seiner Erzählung mit großer Aufmerk- samkest und sagt dann: JDas Ohr wird wieder anheilen, und Sie werden Ihren Kameraden wiederhaben. Der Krieg braucht jeden.* Er.sieht nach der Uhr und teilt beiden mit: „Ich werde versuchen, Ihren Herrn Kompanieführer zu über- zeugen, daß es besser ist, Sie jetzt loszulassen.* Mar, der eben eine aus seinem Nacken auslaufende Laus zerdrückt hat. meint bescheiden:„Wenn er uns bloß sitzen ließe, so wäre das schon viel wert.* Und er macht eine Bewegung, als ob er sich kurzerhand hinsetzen wird. Tielbürger schreitet ein und meldet:„Das Niedersetzen sowie Niederlegen ist verboten, Herr Pastor!* „Schon gut,* antwortet der Pfarrer unwillig. Als er aber Pfeiffers Augenzwinkern bemerkt, das auf das fachliche Holzgesicht des Unteroffiziers hinspielt, fühst er jäh, daß er hier nicht am Platze ist. Er verabschiedet sich kurz und ent- fernt sich ebenso schnell, wie er gekommen ist. Man sieht, wie der Philipp ihm das kleine schwarze Pferd bringt, wie er hin- aufsteigt, sich zurechtsetzt und das Dorf verläßt. Hinterm Ziehbrunnen reitet er Galopp. Eifersucht. Ich reinige mein Gewehr und detzke an meine Bricfa. Eine ganze Woche lang war die Post ausgeblieben, und ich haste schon angefangen, ungeduldig zu werden. Der heutige Tag aber hat mir vier Briefe beschert, drei von Lisa, eine? von der Muster. Lisas Briefe sind alle in derselben Woche geschrieben, der erste noch in Berlin, die beiden anderen in meiner Heimatstadt, und zwar in dem großen weißen Hause mit den Zinnen am Giebel. Dies ist das Haus, wo meine Muster wohnt, und wo ich ein Kind gewesen bin. Hinterm Hause steht der Birnbaum mit seinen blanken Blättern, der einzige, den wir haben, alt, doch jedes Jahr noch voll mm Früchten. Hinterm Hofplatz liegt die Werkstatt, über und über mit Efeu bedeckt, welcher das Dach zerstört, indem seine Ranken nach innen durchwachsen. Und hinter der Werkstatt erhebt sich schon die rote Vackstoinkrrche mst dem weißen Zifferblatt. Dort ist Lisa jetzt: dre Frau Oberst hat ihr die Erlaubnis gegeben, hinzureisen. Ich kann mir keinen lieberen Gedanken denken, als daß Lisa bei meiner Mutter ist. Bei ihr ist sie sozusagen im Hafsn. Ich sehe sie in unserem Sofa sitzen, eine Tasse mit Krieg s- kaffee vor sich. Sie trägt vielleicht ihr schwarzes Kleid mit den schwarzen Kugelknöpfen, die»om Hals hinunterlaufen bis auf den Gürtd. Wie ein Reitkleid sieht es aus. (Fortsetzung folgt.) j Großfeuer im Südwesten. Zehn Personen aus Lebensgefahr gerettei. 3« Haofe aroßgSrfchenflrabe 41 brach gestera abtat) Jener aus, das sich in ganz kurzer Zeil zu einem G r o ß s e«r-e r eniwickelle. Zehn Personen des Vorder- Haus«, die in schwerer Erstickung», und ver- breanungs�esahr schmeblea, konnten von der Jener- wehr noch rechtzeilig. ohne schweren Schaden genommen zu haben, gerettet werden- Kurz vor H10 Uhr wacht« sich auf dem Treppenhaus«in stark«? Brandgeruch bemerkbar. Qualmschwadon erfüllten baL» den Hausflur. Als zu fieser Zeit einige Mieter des Hintser. gebSud« heimkehrten, entdeckiw sie die Gefahr und nahmen im Keller des Do-derhaufe» starben Feuerschein wahr. Zu gleicher Zeit war das Feuer von.Stroßenpasianten bemerkt worden. Don vier Seiten wurde nun die Feuerwehr alarmiert und Oberbrand- direktor Gemp rückt« mit vier Lcischzügen und einem Nsttungs- wagen an. Inzwischen hatte der Brandherd eine ungeahnte Ausdehnung angenommen. Der Keller des Borderhaufes, in dem viel Gerumpel, Heizmaterial us«. lagerte, b ra n n t e k» feiner ganzen Ausdehnung unter riesiger Oualmentwicklung. Beim Eintreffen des ersten Löschzuges war der Treppenaufgang des Vorder- hause» bereit» so verqualmt, daß allen Bewohnern, deren sich ein« begreifliche Erregung bemächtigt, der Rückzug ins Freie abgeschnitten war. Besonders gefährlich gestaltet« sich die Situation für dle Mieter des ersten und zweiten Stockwerkes des Border. tmb Hinterhauses. 5n den Fenstern zeigten sich die angst. verzerrten Gesichter der Leute und laute Hilferufe ertönten. Höchste Elle tat not, um die Gefährdeten vor Unbesonnenheiten zurückzu- halten, lieber eine mechanisch« Leiter und einen Steckleitergang drangen die mit Rauchschutzmasken versehenen Feuerwehrleute voe und brachten in wenigen Minuten lO Personen in Sicherheit. Einige von ihnen hatten bereits leichte Rauchvergiftungen davon-- getragen, sie erhallen sich aber bald wieder unter der Behandlung der Feuerwehrsamariter. Die Bekämpfung des Brandherdes gestaltete sich äußerst schwierig. Trotz starken Wasiergebens konnte nicht verhindert wer- den, daß die Flammen auf die Wohnungen des Parterregeschosses übergriffen. Erst nach fast einstündiger Löschtätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt. Die Abiöschungs- und Aufräumungsarbeiten. waren außerordentlich fchwieritz Erst gegen Mitteruacht war der Hauptteil der Arbeiten bewältigt. Da« Feuer hatte«ine große Schar Neugieriger angelockt, so daß Schutzpolizei eingesetzt werden mutzte, die Absperrungen vor- nahm. Di« Entstehungsursach« des Feuers konnte noch nicht er- mitte lt werden. Gefährltcher Welhnachisvaumvrand. Di« Feuerwehr mutzte gestern im Lause des Tages mehrmals auf den Alarm„W eihnachtsbaumbrand" ausrücken. In den meisten Fällen gelang es, das Feuer nach kurzer Ze t zu löfchcn. Einen gefährlichen Umfang nahm ein Feuer im Haust H o b r e ch t- si r a tz e 28 in Neukölln an. das gleichfalls durch einen Weil>- nachtsbaumbrand verursacht worden war. Der Baum war in Brand geraten, als die Wohnungsmhaber in der Küche weillen. Di« Flammen sprangen aus die Gardinen und das Mobiliar über, und die Rauchgas«, die in dem geschlosienen Zimmer keinen Abzug fanden, brachten unter deftiger Detonat'on eine massive Wand zum Einsturz. Die Feuerwehr hatte mit den Ab- loschungs- und Aufräumunasarbeiten eins halb« Stunde zu tun. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Südeuropa im Schnee. SV Zentimeter Schneehöhe in Wien. An, Mittel» und SÜdfrankreich kommen Meldungen von starken Schneefällen, die besonders in Aoignoa, Arles und Taraseon sehr stark gewesen sein sollen. In den Pyrenäen erreicht« der Schneefall eine Höhe bis zu einem Meter. Wie aus Rom gemeldet wird, herrscht in den Alpen, in der Lombardei, in den Apenninen und in Emilia starker Schneesall mit heftigen Stürmen. Am Bvretta-Patz zwischen Slorenz und Bologna liegt der Schnee KÜ Zentimeter hoch ie Flüsse und Bäche in Toseana form« der Tiber führen Hochwasser. Infolge de» fchlechten Weller, erleiden die«lek- krischen Dahnen Verspätungen. Der am Mittwoch morgen in W ie n einsetzend« starke Schneefall, der in den Vormittagestunden zu einem Schnee stürm aus- artete, hat die Stadt in sine prächtige Winierlandschaft verwandelt. Ohne Unterbrechung dauerte da» starke Schneetreiben den ganzen Tag über br» in die Abendstunden am Der Schnee liegt 30 Z« n t i- meterhoch. Di« Temperatur deträgt minus 3 Grad. Im Großstadtverkehr traten zum Teil Störungen«in. Die Straßen- bahnen konnten nur mit großen Schwierigkeiten ihren Betrieb auf- rechterholten. Für Autobusse und Autos war ein Fahren nahezu unmöglich In ganzllngarn ist, wie das Meteorologisch« Institut meldet, in den MorgenswrDön des Mittwoch ausgiebiger Schneefall eingetreten, der in den frühen Nachmitwgsstunden mit unverminderter Stärk« anhielt. « Wie vom amtlichen W e tt« rdi enst mitgeteilt wird, haben die Schneefäll« ihr« Ursach« in einem Tiefdruckgebiet, das über Iüt- land noch Polen adgswenbet ist. Große Schneemengen gingen auch über Ostpreußen, Schlesien und ganz Mitteldeutschland nieder. Die Schneehöh« in Berlin beträgt 4 Zentimeter, in Mitttldeusschland 8, in Schlesien und Ostpreußen sogar lS und 20 Zentimeter, lieber das gesamte Flachland breitet sich eine ziemlich zusammenhängende Schneedeck« aus. In Westdeutschland, in Oberboyern waren die Schneefälle weniger ergiebig. Bereits jetzt sind Anzeichen dafür vorhanden, daß die Temperaturen weiter stark sinken werden. In der vergangenen Nacht wurden in Berlin mdw» tz Grad und außerhalb Dertins sogar minus 8 Grad gemessen. Bon Eng- land und Skandinavien zieht ein umfangreiches Hochdruckgebiet h-r- an, das«in« rasche Abnahm» der Bewölkung und damit einen weiteren scharsen Temperaturrückgang zur Folg« hoben wird. Schneefälle sind kaum noch zu erwarten. Weißes Neujahr. Keine Störungen.~ Starter Frost in Sicht. Der starke Schneefall, der am Neufahrstoge imerwortet edr- fetzt«, hat bisher nirgends zu Störungen geführt. Im Straßenbahn, und Autobus- sowie Stadt- Und Rlngbahnverkehr gmg der Betrieb reibungslos vonstallen. Don der� Straßenbahn waren schon in den frühen Moraenstunden größere Arbeiter- tolonnen unterwegs, die die Gleist und Weichen durch Streuen von Salz eisfrei machten und so ein Einsrieren der Weichen, womit bei dem zunehmenden Frost gerechnet werden mußt«, verhinderten. Lediglich der Fuhrwerksoerkehr Halle unter den vereiste» Fahr- dämmen stark zu leiden, und mehr als einmal mußt» die Feuerwehr alarmiert werden, um gestürzte Pferde wieder auf die Lein« zu bringen. Die S t r a ß« n r ei n i g u ng hat zur Beserttgung des in. der Nacht nstdergeaangenen Schnees, wie da« Rachrichtenamt der Stadt Berlin mitteill, sämtliche bespannten und K r a f t s ch n e e- flüge eingesetzk und sämtlich« Perkehrsstroßen fokort mit Kies bestreut. Außer der Stammbelegschaft van rund 3000 Arbeltern find ttn Lause des Vormittags ungefähr Z800 Hilfskräfte»ingesetzt worden. Mit der Schneeabfuhr, die b»reit» in den ersten Morgenstunden eingesetzt hat, sind etwa 300 Gespann« beschäftigt. Unfälle der Glätte. Infolge der vereisten Bürgersteige und Fahrdämme kamen wieder«in« Reih« von Straßenpassonten zu Fall..Mehrer« Ver- unglückte mußten mit Arm- und Beinbrüchen in die Kronken» hauser gebracht werden. Auch aus den städtischen Rettungestetzen wurden im Lause des Vormittags zahlreich« Verunglückte behandelt. nahm den fungen Mann in ein Kreuzverhör. Da er sich kn Wide» spräche oerwickclte und auch keine Legitimation bei sich hatte, nahm der Beamte ihn mit zur Wache. Aus dem Transport entlief ihm der junge Mensch in der Richtung auf Neu-Ahlbeck an der Ober» spree, sprang ins Wasser und schwamm etwa 50 bis SO Meter in die Spree hinaus. Dort versank«r. Der Wasserschutz sucht nach der Leiche.___ Papageienrevue vor dem Mikrophon. Altmeister Perzina» der bekannte Papageien- dresseur, führte den sprechenden und singenden Teil seiner kleinen Künstlertruppe— daheim hat er noch Akrobaten— erst- malig den Radiohörern vor. Da faß die buntgefiederte kleine Gesellschaft im Ausnahmeraum der Funk stunde und konnte ihr Talent einfach nicht mehr hallen. Besonders ein« Dam« in Grün schmetterte ihren Schlager„Zwei dunkle Augen, ein purpurner Mund" vorzeitig und unentwegt hinaus. Und der Komiker des Ensembles, ein Herr in prächtigem' Blau mit knallgelber Weste, sekundiert« igr mit drnem kräftigen„ha ha ha". Durch Beruhigungs- pülverchen in Gestalt von Kiichzmstückchen gaben sich die Ueber- eifrigen schließlich zufrieden, und jeder sang und sprach erst dann. wenn Papa ihm das Wort erteüte. Mit fast unglaublicher Fertig. feit, Präzision und deutlicher Sprach« absolvierten M« kleinen Künstler ihr reichhaltiges Programm. Die Sprecher hatten zu grüßen, sich vorzustellen� sie kannten überhaupt fast den halben Knigge auswendig, dann wurden vierbeinig« Kollegen kopiert: die Katze miaute und der Hund bellte..So, das war erst da» Chor- personal", meinte der Truppe nches„und setzt kommen dl« Solisten." Schwups stülpte sich über jeden von ihnen ein grünes Häuschen und die erste Garnitur trat vor. Da gab es Sänger, Kunstpfeifer und Rezitatoven.„Kommt ein Dogerl geswgen" tönt« e» in hellstem Sopran. ,�>ch ich had sie ja nur auf die Schulter geküßt" sang der Daßbarllon.«in Herr in Grau mit roten Beinkleidern,„dort unten im Böhmerwald" sang ein« anoere, und endlich, endlich konnte auch die Diva in Grün ihre Arie von den zwei dunklen Augen loswerden. Auf Wunsch gab man auch Dakapos, aber nur, wenn'» Papa be» fahl. Wünsche von anderer Seile wurden einfach ignoriert. Sech« bis 8 Jahr» dauert sblche Dressur, und lange nicht jeder Papagei eignet sich hinzu. Stimme, Temperament und Gedächtnis find die Eignungsbedingungen.__ Alles war nur ein Mißverständnis. Fnedensvtkhand.ungen am Schlesischen Bahnhof. Die Berliner Kriminalpolizei ist der Ansicht, daß sie mit den bisher 21 Verhafteten auch schon die Houptbeteiligten an den blutigen Ausschreitungen zwischen dem Verein.Immer» treu" und den Zimmerleuten am Ecklesischen Dahnhof ge- saßt hat. Trotzdem gehen die Ermittlungen noch weiter, well sich ein großer Teil von verletzten Mitgliedern des Vereins.Immer- treu" aus Furcht vor Strafversolgung noch verborgen hält. Durch planmäßige Razzien hofft man die in Frage kommenden Verbrecher- schlupswinkel auszuräuchern. Während im Polizeipräsidium mit den Verhören und Gegen- Lberstellungen begonnen wird, um die Ursachen und Hinter- gründe dieses Konfliktes in Berlin» Unterweit zu klären. sind auf dem Kriegsschauplatz selbst, am Schlesischen Bahnhof, Be- mühungen im Gange, um zunächst durch Waffenstillswndsverhand- lungen dielen modernen Krieg der Künste" zu beendigen. Für die moderne Organisatton dieser Krebse ist dabei die Art und Weise charakteristisch, wie nach allen gesellschaftlichen Regeln die An- Näherung der feindlichen- Gruppen angebahnt wurde. Zunächst richtete im Namen der Ztmmerieute der Altgeselle einen stil» und sorrngerecitzen Brief an den Borstand des Verein».Immertreu". worin der Ausfassung Ausdruck gegeben wird, daß es sich bei den ganzen Streitigkeiten um«in.großes Mißverständnis" und wahrscheinlich um eine Verwechslung mit einer anderen Zunft s handele, nämlich um.die Zimmerleut«, die einen dunkelblauen Schlips trügen".(Nebenbei gesagt, wird bei den Zimmerleuten der Schlips die.Ehre" genannt.) Auf dieses Schreiben, das mit hochachtungsvoll" schloß, antwortet« der Ber- «insvorstand von.Immertreu" ebenso höflich wie diplomatisch, daß man»diesseits zu einer Rücksprache bereit sei". Und so trafen sich denn die beiderseitigen Parlamentär« im Verein»- f immer eines Lokals in der Nähe des Schlesischen Bahnhofs, wo- cl allerdings st wohl von den Zimmerleulen wie von.Jmmertreu" limfassend« Dorsichts. und Sicherungsmaßnahmen getroffen worden waren, da au» guten Gründen keiner dem anderen so recht traute.. Du inoisiziell unterrichtete Polizei hielt sich ebenfalls bereit, aber taktvoll im Hintergrund. Tatsächlich ging man am Verhandlung»- tisch dann auch von der höflichen Einleitung bald zu drohenden Worten und nicht mißzuverstehenden Gesten über, und schließlich wurde die Konferenz unterbrochen, weil der Deleganonsstchrer von.Immertreu", gewarnt durch einen Kurier, vorsichtshalber schleunigst da« Lokal verließ. So viel bekannt wird, konnten diese Friedensoerhandlungen entgegen anders lautenden Meldungen bisher noch nicht zu einem Abschluß gebracht werden. Im Gegenteil erheben jetzt die .Immertreu". Leute gegen die Zimmerleute die schwersten Vorwürfe und nehmen für ihren eigenen Verein in Anspruch, daß sie in Notwehr gehandelt hätten. Einer de? kekanntcsien und angesehensten Berliner Strafverteiinger ist von hmmertreu" in aller Form mit der Verteidigung der verhasteten Vereincmitglitder beauftragt worden. Die Deputation, die dem Verteidiger da» Mandat antrug, schilderte dle Ursache de» Konflikts sehr anschaulich. Seil zwei Jahren beständen die Streitigkeiten, weil die Zimmerleut« in immer größerer Zahl aus den Rummelplätzen aufträten, die»Immectreu" und seine befreundeten Organisationen als ihr ureigenes Revier betrachteten. In der blutigen Nacht zum Sonntag hätten die Zimmerleute mit Aexten drein geschlagen, und. so er- klärte«in Delegierter dem Anwalt ganz treuherzig,.wo wir gerade den Revolver bei uns hatten, haben wir darauf natürlich losgeknallt". In der Beantwortung der weiteren Frage, ob er es in diesem Fall nicht genau so gemacht halle, wie.Jmmertreu", erklärte sich der Verteidiger allerding« für unzuständig. Noch diesen inter- «ssanten Präliminarien darf man aus die kommende Hauptverhand- long wegen der Schlacht am Schlesischen Bahnhof mit Recht ge- spannt sein. Die Notwendigkeit eines umfangreichen polizeilichen Schutzes für Gericht. Prozeßbeteiligten, Zeugen und Zuhörer kann man schon jetzt mit Sicherheit prophezeien. llnzahlbare Geldstrafe. Wie«in Urteil, das die Berufungsinstanz zugunsten einer An» geNaglen geändert hatte, praktisch genommen zu ihnen Ungunsten wirken kann, zeigt der Fall der Frau I. SI« hatte«n ihr Geschäft da, schlecht ging, eine Teilhaberm ausgenommen und dabei falsche Angaben gemacht. Deshalb war sie wegen Betrug«, ange- klagt und vom Amtsgericht mst einem Monat Gefängni», jedoch mit Bewährungsfrist, bestraft worden. In der Berufung gegen das Urteil wollte die Strafkammer das Straftegister der bisher und«. lchoitenen Frau nicht mit dem Gefängnicoermerk belasten und änderte zu ihren Gunsten die Strafe in löOO Mark um. Di« An- geklagte war inzwischen völlig vermögenslos geworden und vermochte diese Strafe nicht auszubringen. Nachdem ein Gnaden- gesuch abschlägig beschiede-I worden war, erhielt sie die Aufforderung. die bei Nichtzahlung der Geldstrafe in Kraft tretenden 30 Tage Gefängnis' abzusitzen. Nun wäre Frau I. gerade zu Weihnachten ins Gefängnis gekommen, wenn es nicht nach im letzten Augen- blick Rechtsamvatt Dr. Pveuß gelungen wäre, bei der Gerichts» fasse Rateilzahlungen für die Angeklagte zu erwirken. Di« erst« Rate ist vorläufig der Frau I. von privater Seit« zur Der» sügung gestellt worden._ Vierbläitriges Oiebestteeblaii. <£itu Äuf-ttvame als Kriminaltfiia. Ein Direktor aus Themnitz besticht« am Neustchrstag« abends die Borstellung im Deutschen Theater. Nach«wer Pause entdeckte er, daß ihm die golden« Uhr gestohlen war. Das mußte ge- schehen fein, während er sich am Büfett aufhielt. Etn« B ü s e t t- ö.ame machte nun den Bestoblenen und Krimmalbeamte der Taschandiebesstrelse, die im Theater waren, auf vier elegante H e r r e n ausmerksam, dt« sich, rote vor vier Tagen schon einmal. !m Ge>ränKe vor dem Sd�anttrsch verdackFa an Besucher heran- gemacht hatten. Diese Herren hallen sich auf die Galerie begebe» und dort weit ause nonder Plap genommen, als ob sie nichts mit» einander zu tun gehabt hätten. Einer war sogar über die Brüstung geklettert und saß in«rner Dorderreihe neben einer Dam«, mit der er sich über die Vorstellung unterhielt. Augenscheinlich wollte er den Eindruck erwecken, daß seine Nachbarin chm sehr gut bekannt sei. E» ergab sich aber später, daß st« mit ihm gar nicht» zu tun hatte. Die Boomten ließen sich nicht täuschen, nahmen die eleganten Herren fest, zunächst den einen unauffällig von der Seite der Dam« weg. Dann nach und nach auch die anderen. Während der eine o«r- Nammen wurde, ließ«in anderer namens„Stern" di« golden« Uhr des Direktor» zu Dosen gleiten und als man si» fand, wollte er gar nicht wissen, wie st« dorthin gekommen sei. Dieser Herr Stern wurde bald entlarvt als ein gewisser F r a n zK r« s ch t i a n. ein gewerbsmäßiger Taschendieb, der bereits in Prag. Hamburg und anderen Städten bestraft worden ist. Zuletzt wurde er in Berlin zu 2 Iabren Zuchtkau» verurteilt, die er In Brandenburg a. d. Havel verbüßte. Dort entwich er am 21. November mit mchreren anderen von der Außen- arbeit und kam wieder nach Verlw Den Diebstahl im Deutschen Theater gab er endlich zu. Bon Komplicen will er nichts wissen. Die anderen drei sind als Taschendiebe den Krinimolbchövden be- kannt. Daß sie unter der Führung des Kreschtian standen und mit ihm zusammen gekommen waren, erkannte man bald auf eigen- artig« Weise Schre Garderobenmarken zeigten fort» lausende Nummern, was sich aus einem Zufall wobl schwer- lich erklären ließ. D« intelligente und aufmerksame Büfettdame verdient eigentlich eine Belobigung durch die Polizei. Amundsens Flaschenpost eine Fälschung. Oslo, 2. Zonuar. Wie von zuständiger Stelle feflgestellk wurde, ist die in Jin. marken angetriebene letzte Jtaschenpost Amundsen». die. wie bereits berichtet, von vornherein stark angezweifelt wurde, eine Fälschung. Fliegende Tankstellen. Verprov.antierung eines Flugzeuges in der tust. Los Angeles. 2. Januar. Es gelang einem dreimotorigen Fokkerelndecker, im Verlaufe eines Fluges in 400 Meter Höhe sich mit Betriebsstoff neu zu versehen. Au» mehreren anderen Flugzeugen wurden ihm 1230 Liter Benzin zugeführt. Das Gesund heits» wassert Fieblnger feritadsielli. Birilo ST II ScUneberser Str. te«. II. UJuww S&Ml I / Was soll aus Biesenhorst werden? Die Siedler in quälender Llugewißheit. Verlw ist bereits so riesengroß, daß sich die wenigst«, noch darin anskennen. Es ist also verzeihlich, wenn nicht ein jeder weiß, was Biesehorst ist. Deshalb zunächst ewige«rllSrend« Worte, Biesenhorst rst natürlich eine Sietting, war ursprünglich«ine Art Not- oder Behelfssiedlung, wurde in der Inflationszeit eine Sied- lung der aktiven Selb st Hilfe und ist heute ein« Siedlung, die zu 70 Proz. Arbeilerbevölterung ausweist. Weiiere 15 Proz. sind Angestellte, Der Nest Beamte, Pensionäre usw An den großen Tagen der Republik und des Sozialismus wehen die schwarzrotgoldenen und die roten Fahnen über diesem Stück Berliner Siedlungeerde, mit dem es ein« eigne Bewandnis hat und auf dem im übrigen eine weitgehende Liberalität und Duldsamkeit herrscht. Man muß nach Zarlehorst fahren, dem„Westen* des Ostens, um nach Biesenhorst zu kommen. Ein hübscher Spaziergang pom Bahnhos nördlich durch die N h e i n st« i n st r a tz« bringt un» zu der Siedlung, die sich aus dem ehemaligen Gelände des Flugplaßes Biesdorf errichtet hat.(Man wird sich der einst hier stehenden großen Ftughalle erinnern.) Nach dem Krieg dursten Gelände und Hall« nicht mehr zu Fluazwecken verwendet werden, und die Halle wurde abgewrackt. Da trat die Sied- lungzgesellichast M ä r k i s che Scholle an das Bezirks- amt Lichtenberg wegen pachtweiser Ueberlasiung des Geländes heran. Das Bezirksamt war sehr siedlungslustig und ging gern auf ten Borschlag ein HZ Hektar, rund 450 preußisch« Margen. standen zur Berfüaung, also ein schönes Stück Land. Es wurden Parzellen in Größe von rund 1000 Quadratmeter zo> schnitten. Das ist in der Nähe Berlins für den Einzelsiedler natur- (ich viel zu groß, afer die Siedler waren daran unschuldig. Die Parzellen wurden ja auch nicht vertauft, sondern verpachtet. 1025 bildet« sich erfreulicherweise eine Genostenschaft unter dem Namen Biesenhorst Gemeinnützige Siedlung G. m. b. H., die den von der Märkischen Scholle mit dem Bezirksamt Lichtenberg geschlossenen Pachtoertrog übernahm. In der Gründungsversamm- lung oertraten die Siedler den Gedanken, daß das Gelände später zu einer regulären Kle.insi«dlung ausgebaut werden möae. und das Bezirksamt Lichtenberg stellte sich zu diesem Gedanken vollkommen sympathisch. Die Siedlung baute sich so erfolgreich au». daß heute dort bereits 3500 Personen wohnen. Das ist die Einwohnerzahl«wer richtigen Kleinstadt. An wirtschaftlichen Werten steckten die Menschen insgesamt etwa 1 Million M a r k in den märkischen, jetzt den Berliner Sand. So weil gut. Die Siedler waren ja des Glaubens, daß sie ihren Garten in spä- leren Zeiten einmal in Erbbaurecht oder im Heimstätten. recht würden erwerben können, und die Genostenschast hat sich ununterbrochen in diesen, Sinn beim Dezirisamt Lichtenberg b«> müht.' Im Frühjahr 1927 jedoch wurde der hoffnungsvolle Stuf- bau der Genossenschaft jäh unterbrochen. Es wurde den Genosten bekannt, daß man im Bezirksamt inzwischen anderen Sinne» geworden war. Der«hemalioe Flugplatz sollt« nun — aufgeforstet werden. E» sollte kein« Siedlung«nt> stehen, sondern ein B a rck angelegt werden, um den Grüngürtel am Berlin zu vergrößern. Das war natüAich für die Siedler«ine lehr bittere Sache. Ihr« Gedanken bewegten sich bisher nur um den Aufbau und Ausbau, und nun sollte nach Beschluß„von oben* niedergerissen werden. Dabei sollen die Beweggründe des Bezirks- softes zur Schaffung von Parkanlagen und Sportplätzen als durch- aus im Interesse der arbeitenden Bevölkerung liegend anerkannt werden. Es ist nur nicht zu verstehen, daß dazu ein in Gärten ein- geteiltes Gelände genommen werden muß. T» läge doch näher. dazu freies Gelände» wie es auch im Dezirk 17 genügend vorhanden ist, zu benutzen. Gewiß ist dieser Äufsvrswngsplan de« Flugplatzes Biesdorf erst nur ein Plan des Bezirksamtes. Man ist ja auch im Augen- blick dabei, bei den Zentralinstanzen in Berlin eine Klärung der Fragt„Park oder Siedlung* herbe izuführeii. Trotzdem ist hie nun schon seit Iahren Uber dem Gelände als auch über dar Gerwstenschaft schwebend« Ungewihhett Über iw endgüLig« Berwendung des Geländes ein sehr h-minender und unbehcrgLcher Zustand. Es ktegt im Interesse der Siedler und auch des Bezirks. .rmtev. daß die in Frage kommenden Körpe�chnsten ihre Eni? fcheidung so schnell wie möglich treffen, zumal die große Gefahr besteht, daß die Siedl« zum 1. Ottober 1920 rLumen müssen. Ein« zwingende Notwendigkeit, diesen mft großer Lieb« und Hingabe zu einem Kulturboden umgewandÄten märkischen Flug- scmd in unproduktives Land zurückzuoerioaicheln, liegt doch kaum vor. Die Idee de? Grünstreifen und Grünoerbinduna ist doch so gedacht, daß die Bevölkerung die Möglichkeit hat, sich auf immer brester werdenden Parkstraßen ins Frei«, in den Wall» zu begeben. Ist dä» die Absicht des Bezirksamtes Achtenberg, so soll e» sein«, Plan enthüllen und veröffentlichen, Kaimt die Interessen der Allgemeinheit und die der Siedler gegeneinander abgewogen werden wurde erwähnt, daß Parzellen von 1090 Quadratkönnen. Einga'.igs wurde erwähnt, daß Parzellen oon rwu utuavrai- meiern tn dieser Nähe Berlins für den einzelnen zu groß sind. Es scheint uns kein Gnmd vorhanden zu fein, diel« Parzellen so zu meiern abandei belasten. Wenn der einzelne aCtb bi I jq__...__________... bis 400 Quadratmeter und dies« in Erbpacht hat, so genügt das. um den gesamten Gemüse- und sogar«inen Teil des Obstbeda rfs zu decken. Die West ist voll von Siedlungsplänen, non Projekten zur Linderung derWohnungsnot.opnRufennachdem Eigenheim, der gefunden und luftigen Wohnung. Eine neu« Wohnkultur soll entstehen. Dennoch ist man hier dabei, einer Genossenschast. die stch die Erreichung dieser Ziel« zur Aufgabe macht und schon einige Jahre daran arbeitet, den Baden knichstäblich unter den Füßen fortzuziehen. Da erhebt sich die Frag« an die Verantwort- lichem Warum s oll denn in Bielenhorst nicht gesiedelt werden? Hier ist Raum, um für 2000 Familien ge- sunde Heimstätten mit Gärten zu schassen.' Die Angelegenheit ist spruchreif und drängt zur Erledigung. Vielleicht bringt eine Besichtigung des bisher Geschaffenen durch die siedlung: freundlichen Kommunalpolitiker und die siedlungsfordernde Preste die Angelegenheit vorwärts. Wassersnot im Forden. Vau eines Vorfluters zwischen Tegeler See und pauke. In einigen Ortsteilen der Bezirke Retrrickeichorf und Pankow ist in den letzten Iahren das Grundwasser zum Teil«rh-bvch ge- stiegen. Nach stärkeren Regensällen hatten Rosenthal, Wittenau. Borsigwalde und Reinickendorf-West dar- unter zu leiden. Diel« Keller von Wohnhäusern und tiefliegende früher um fast«inen Meter gestiegen. Ilm dies« Uebefftimde zu beseitigen, wird jetzt durch die betroffenen Gebiete etn Vorfluter gebaut. Da die Pank« in ihrem Unterlauf bei Hochmaster zu stark überlastet ist, kann sie das Wasser aus dem Vorfluter nichts auf» ibmen. Vielmehr jof ableiten. nebinen. Vielmehr soll der Vorfluter da» Hochwasser der Pank« ableiten, wa» dadurch möglich wird, daß der Vorfluter von der Pank« zum Tegeler Bet geführt wird. Auch da» Wasser de» Zinger- grabens in Pankow uns des Packereigrobens in Tegel wird mit den«mströmenden Grund- und Reaenwastermengen in den Hafen am Tegeler See geleitet. Der Dorslmer wird denselben Weg nehmen. wie der für. die Schiffahrt geplante, noch längere Nardtanal, der ähnlich, wie der Teltowkanal im Süden eine Verbindung der Haoel mit der Spree, ein» solch« im Norden Berlins herstellen wird und dors liegt, ist die Ausbaggerung fast sich verschieden« Schwierigkeiten wegen der ri Dabei zeigten rschiedenheft des Die Sensation des Neujahrstages besteht für die Rundfunkhörer ohne Zweifel in dem ganz schlicht angekündigten Bortrag„V o n gelehrten Papagejen und ihrer Dressur*. Jeden- falls benehmen sich dies« Tierchen fabelhast anständig und sälonfähia vor dem Mikrophon. Auf Fragen ihrer Erzieher Dr. Vernhar! Sachs and Ernst Perzlna antworten sie außerordentlich klug und treffend. Es ist aber verstöndlich, daß ein so sinniges Lied wie das von der Wiege im Böhmerwold im Gedächtnis der Graupapageien für die Ewigkeit haften bleibt und daß der Gesang nicht so schnell und exakt abgestellt werden kann, wie ein Grammophon.— Georg S ch n a r k e erzählt dl« Gc schichte des Zeughauses, besingt die An» Ordnung der Wasfensammlungen, spricht auch von den Trophäen. die von Mut, Patriotismus und ähnlichen Dinaep berichten. Leider oergzßt der Vvctragend« das vergossene Blut. Uehugens kann man koiirn der Iubeihynm« auf fie historischen Schinken in der Ruhmes- Halle zustimmen.— Als Sendeoperette Lähars„Zigeuner- liebe* in wirklich guter Aufführung unter der betulichen Leitung von Bronsg«eft und Seidler-Winkler. Eine wirklich hübsche Operette, mit dem beüevien Walzer„Zorikc, Zorika kehre zurück. Aber manch- mal stVA«ine Pathetit, die Lahor in diesem Werk jedenfalls in orchestraler Bezieh«ng noch nicht virtuos meistert, eine Pathotik, die künstlich aufgepropsi erscheint. In der„A b e n d u n t e r h a l t u n g* am Mittwoch, in der ersten, die ein« Entwicklung der Berliner Salons slizzieren soll, liest der Schauspieler Günther Hadank aus den Memoiren des Malers Ludwig Pietzsch ein Kapitel über Ferdinand Oassalle und ein anderes aus Schirokauers Lossalle-Roman. r hu._________________„ , gestrefft Rose Lichtenstein trägt Anekdoten aus dem alten Am vor, etwas zu schwer, zu dramatisch gefärbt. Immerhin bleibt es anerkennenswert, daß die Funkstund« diese Unterhaltung in das Haus Lasiallee verlegt, daß fie wenigsten»»in« Stund« diesem großen Manns widmet. Schubert-Lisder beschließen den Unter- baltungsteil. Prof. Georg A. Walter sing: fie mit einem Tenor, der etwas kehlig und beengt erscheint, aber dem Ausdrucks- willen des Gänger» gehvrcht. F. S. SSöben». Durch Sand-, Mooribodeu und umfang« ich« Stemlage- rungen wutbe der Weg gebahnt. Die großen Siems, die auf einen Glelfcherstrom der Eiszeit hinweisen, müßten erst gesprengt werden Die Brücken an Straßen- und Bahnkreuzungen find bereits fertig. gestellt. Die weitere Durchführung bis zur Pank« kann«rst er- folgen, wenn die notwendigen Geländeflächen erworben find Di« Gesamtkosten für den Bau de» Vorfluters werden auf un» gefähr 6 Millionen Mark geschätzt. Bei den bisherigen Aus- führungen such etwa 75 Proz. Notstandsarbeiter beschäftigt worden. -1929 neue bittige Sonderzugfahrten. Und endlich auch neue Sonntagsrücksasirkarten. Nachdem die Reichsbohndirektion Berlin im Vorjahr« zum ersten Mal« ein« mehrtägig« billig« Sonderfahrt nach dem Rhein oeranstaltete, die sich großer Beteiligung erfreute, und so erfolgreich war, daß sie wiederhost werden konnte, ist beabsichtigt, im kommenden Sommer diese Fahrten im erweiterten Umfange durchzuführen. Es sind verschiedene Reisen geplant, die neben dem Rhein die'Mosel, Oberbayern Und auch Rügen zum Ziele haben. Diese Sonderzugfahrten werden jeweils tzbisSTaga dauern und zu ermäßigten Preisen durchgeführt werden. Zur Verbesierung der Ausfluasinöglichkesten von Berlin au» wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft den Kreis der von Berlin au» mit Sonntagsrücksahrkarten erreich- baren Stationen durch Einbeziehung neuer Orte erweitern. Diese neuen Sonntagsrückfahrkarten werden rechtzeitig zu Beginn des Ausfluasoerkehrs aufgelegt werden. Hoffentlich wird unserem wiederholl Ausdruck gegebenen Wunsch, direkte Sonntagsfahrkarten nach Stendal und auch nach Küstrin aufzulegen, entsprochen Di« Fahrkarten nach Küstrin müßten di« Berechtigung gewähren. von Schwedt die Rückfahrt antreten zu können, was besonder» für Paddler sehr wichtig ist. Fahrsiuhlberechtigung für Hausangestellte. Eine erfreuliche Entscheidung des ArbeilSgerichrs- Die viellimstrittene Frag« ob Hausangestellten auf Psranlastung de« Hauswirts die Benutzung der Vordertreppe und des Fahrstuhl« oerboten werden darf, Ist setzt durch«in« interessant« Entscheidung lies Arbeitsgerichts Berlin zugunsten des Hauspersonals entschieden worden. In einem Berstner Hauke hatte der Hauswirt wie das des öfteren geschieht, seine sämtlichen Mieter ersucht, dafür zu sorgen, daß die oon ihnen beschäftigten Hausangestellten nicht den„Eingang für Herrschaften* und den Fahrstuhl benutzen dürfen. Einer der Mieter, Rechtsanwall Weinhagen, strengte nun. um eine gerichtliche Entscheiduna dieser Streitfrage zu erzwingen, pro form» gegen seine Hausangestellt« beim Arbeitsgericht Berlin sin« Fest- stellungsklage an. nach der ihr unter Androhung einer Geldstrafe die weiter« Benutzung der Bordertreppe und des Fahrstuhls verboten werden sollte. Das Arbeitsgericht, dessen Urteil bereits rechtskräftig geworden fft, hat diese Klage aber abgewieien. In der Begründung dieser grunötotziiäycn Entscheidung de» Arbeitsgericht» wird betont, daß ein derartiges Verbot mit dem sozialen Empfinden der heutigen Zell nicht mehr im Einklang zu bringen sei. Di« Hansange- stellten seien infolge Ihres Berufes viel öfter gezwungen, als U)re Arbeitgeber Treppen ju benutzen selbst, und st« hatten ebenso wie sie beim Treppensteigen unter den damit verbundenen Beschwerden zu leiden. Es wäre also im höchste» Grade unbillig und unsozial, wenn man in der Frage der Benutzung des Fahrstuhles und der Vordertrepp« ein« Trennung zwischen Haus angestellten und Arbeitgeber, d. h. den«lgentlichen Mietern wachen würde.___ Rentabler Kommunalbetrieb. Die Straßenbahn Herne— Recklinghousen. die ein gemeinschaftliches Unternehmen der Städte Recklinx- Hausen und Herne ist, gehört mit zu den rentabelsten Straßen bahnlinien des westdeulichen Industriegebietes. Infolge Fehlenz der direkten Eisenbahn-Nvrd-Süd-Verbindung entwickest sich der g« samt« Nord-Süd-Person«nvert«hr auf dieser Straßenbahnlinie ab. Nach dem ioeben erschienenen Ge- schäftsbericht weist die Zahl der deförderten Personen eine Steig«. rung von 3 206 843 auf 3 367 942 auf, die Einnahmen stiegen von 691518 Mark auf 727 708 Mark. Die Betriebsausgaben erreichten ein« Höbe von 582 239 Mark gegen 478 974 Mark im Geschäftsjahr 1926. Die Mehrausgaben sind in der Hauptsache auf einen neu eingerichteten G e m e i n sch a ft e v e r ke hr und auf die Verzinsun-z des Anlagekapitals zurückzuführen. Aus dem Zug gestürzt. Auf der Ringbahn zwischen den Stationen Jungfernheide— Beußelstraße ereignete sich gestern abend ein schwerer Unfall. Die Tür eine» Abteils Iis. Klasse öffnet« sich plötzlich und die ISjährig« Näherin Margaret« Knapp« au» der Strom st r. 41, die gegen die Tür lehnt«, stürzt« au» dem fahrenden Zug rücklings auf die Gleis«. Der Zug wurde durch Ziehen der N o t b r« m s« sofort zum Hasten gebracht. Das junge Mädchen. das schwere Verletzungen erlitten hatte, wurde bis zum nächsten Bahnhof gebracht und von dort m das Moadster Krankenhaus über. geführt. 0�5 ERZEUGNIS DER GRÜSSTEN DEUTSCHEN SCHUHFABRIK Einzelhandel und Konsumgenossenschaft parteinachrichten Ein wichtiges Urteil ces Dresdener Oberlandsgerichts. hr Mit Der Konsumverein Borwärts in Dresben veröffentlichte in fächsischen Zeitungen ein Inserat, das die Ueberschrift„ Der Zu Jammenschluß der Berbraucher bietet South Dor Uebernorteilung und Billtur" trug; auch im Programmheft eines Dresdener Theaters hatte der Konsumverein einer Anzeige bie Worte vorangelegt: Schutz als Verbraucher ist der Konjumpereta Bormarts." diesen Auslaffungen merden nur Tatsachen zum Ausdrud gebracht, die von jederman als bemiesen anerkannt werden müssen. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels erhob barauf Slage gegen den Konsumverein Borwärts. Sie ftügte sich auf die Bor schriften der§§ 1, 3 und 13 des Gefeges gegen den unfauteren Beit bewerb und forderte die Unterlassung gleicher oder ähnlicher An. zeigen In der Begründung betonte die Hauptgemeinschaft des beutschen Einzelhandels, der Konjumnerein Bormärts habe mit den zur Antlage stehenden Beröffentlichungen gegen den gesamten Einzelhandel ohne Ausnahme in ber allerschmersten Form und ganz allgemein den Borwurf eines unlauteren Geschäftsgeborens erhoben, mas gegen die guten Sitten verstoße." Mertmürdiger meise verurteilte das Landgericht Dresden ben Konsumverein Bormärts. In diesem Urteil verbietet das Land gericht Dresden bei Androhung von Geldstrafen dem Betlagten, gegen den Einzelhandel den Bormurf der Uebervorteilung, Will tür und Täuschung zu erheben und fich felbft als Schutz des Verbrauchers zu bezeichnen". Natürlich agitierten bie Steinhändler in ihren Seihmgen, Ber fammlungen, Flugblättern ufm. mit diesem Urteil gegen die Konjum vereine, ohne aber mitzuteilen, daß die vom Konfumverein Borwärts fofort beim Oberlandgericht eingelegie Berufung vollen Er. folg hatte. Das Oberlandgericht hob bas unverständliche Urtei bes Landgerichts Dresden auf, mies die Klage der Hauptgemeinschaft des Einzelhandels ab und bestimmte, baß die Klägerin die Kosten Seider Instanzen zu tragen habe. In dem Urteil des Oberland. gerichts steben folgende caratteristischen Säße: Ber die Borte( des Konsumvereins Borwärts) als gegen den Einzelhandel gerichtet auffaßt, fann und wird aus ihnen höchstens herauslesen, daß im Einzelhandel Uebervorteilung, Willtür und Zäuschung vorkommen, daß also einzelne Einzelhändler ihre Käufer übervorteilen, willfürlich behandeln und täuschen, daß da gegen der Zusammenschluß ber Berbraucher Schuh gewähre und daß der Käufer einen solchen Schuh namentlich bei dem Beklagten findet, bei dem Uebernorteilung, Billtür und Täuschung nicht vortommen. Insofern aber hat die Klägerin nicht bewiesen, daß die Mitteilungen des Beklagten unrichtig seien. Es ist allgemein befannt, daß es auch im Einzelhandel ge missenlose Händler gibt, die den Räufer burdy ben Bertauf minder mertiger Baren zu unangemessenen Breisen burch unverhältnis. mäßige Breiserhöhungen und andere Härien bei der Gemährung von Kredit oder Ratenzahlungen oder in sonstiger Weise übervorteilen, willkürlich behandeln und täuschen. Ebenso befannt ist nach ber Erfahrung im Handel und Verkehr, daß der Zusammenschluß der Käufer zu einem Berband, der die Waren im großen bezieht und im einzelnen an feine Mitglieder abgibt, einen gewiffen Schuß gegen ein solches Berhalten einzelner Einzelhändler gewährt, und daß der Betlagte einen berartigen Verband barstellt. Daß aber auch beim Betlagten ein Käufer ber ebervorteilung, Billtür ober Täuschung ausgefeßt lei, hat die Klägerin nicht einmal be. hauptet." Hier zeigt sich, daß es manchmal auch gefährlich ist, wenn die Organisationen des Privathandels den Radi gegen Selbstverständlich. relieff mobil zu machen suchen. Auto gegen Litfaßfäule. Ein Privatauto fuhr am Mittwoch an der Ede Graefeund Urbanstraße gegen eine Bitfaßiaule, die durch den Anprall umgeworfen wurde und auf einen 3eitungswagen fiel, in dem die 34 Jahre alte Chefrau Martha Stanis. Ia wifi, Kottbusser Damm 86-87, fich befand. Frau Stanislawiti bat fdmere Anieverlegungen danongetragen und mußte in das Urbanfrankenhaus übergeführt werden. Liebesbrama in Anhalt. Deffau, 2. Jamie. Sinfendungen für diese Stabril stud Berlix 68 68 Sinbeuftrage 3. für Groß- Berlin fets ez Das Bestelsjefretariat 2. Set. 2 Ezen rets, richten Achtung, Genossen und Genoffinnen! den nächsten Tagen wird gebeten, damit 2bfchluß der Cofferie erUm Endabrechunng der Cofferielofe der Arbeiterwohlfahrt in folgen tann. & Reis Rzensberg Freitag, 1. Jammt, the, erweiters fraiserfarbs fizung bei Rriget, Grimmstr. 1. 7. Are's Charlottenburg, Heute, Donnersing, S. Samuez, 20 Uhr, i ugrah heim Rofthen fr. 4 Gigung des Bildungsausichufies. Freitag,& Sanuar, 20 Uhr, im Boltshaus Folinenfr. 4, Sigung der Seibungsfommiffion. Die Spediteure find hieran eingeladen. 2. Areis Bilmersdorf., Beamtenmerheausfdark: Bente, Dennerstag, 3. Sernaz, 19% hz, im Wirtshaus Durlacher Ed, Raiferallee 159, de Durlacher Straße 1-3( Nähe bes Raiserplages, Bilmersdorf), wichtige Beamten serjammlung. Bortrag: Perfonaleloem unb Demottatifierung bes Bez waltung in Reid, Staat und Asmurune. Referent Theodor Ropar 18. Areis Belfenfee. Freilag, 4. Sonuaz. 18 Uhr, bei Peters, Bichtenberger, Ede Straßburgstraße, Areisfunktionärung. 19. Rre's Pantom. Bum Rabiahend em ittmod), 9. Sannar, it in allen b teilungen bes 19. Rreifes bie Befprechung der neuen Statuten vorzunehmen, bamit eventuell Abänderungs und neue Anträge ta bez Rreisbelegierten. Bersammlung am Montag, 14. Sanuar, besprochen werben Lönnen. Gleich seitig ist die Wahl der Delegierten zum Bezirksparteitag am 8. Februar Borzunehmen. Heute, Donnerstag, 3. Jannat. 37. 19 Uhr bei Pfeiffet, Sensburgftr. 2, Funktioneng "&. Abt. Schoneberg. 19 Uhr bei König, Feurig, Eda Bring Geang- Straße, Funktionäriting. Bichtige Tagesordnung. 8. ht. Marienbor. 19% Uhr Gigung des engeren Borfandes beim Stei Lungsleiter Rütter. Morgen, Freitag, 4. Januar. 19. Wh. Thepire, when ben Corben Cseks. Schenbathing 108. t. Sopenid. 19 hr bei Stippelohi, Schönerlinber Ste.& Gigmeg aller Funtionäre Tagesordnung: Das neue Drganifatibuspatul uns Stellungnahme zur Reumahl des Borftandes 118. t. 2 dienberg. 19 Uhr bei Süßmann, Bague, Ge Botan Funktionärsiging. 128./130. b. Pantom. 20 Uhr im total Berliner Str. 118, Ede Solidstraß Funktionärsigung. 137. Abt. Reinidenborf- Beft. 20 Uhr Bolshans, Chemmeberstr. 114 Funktionärßigung. Stellungnahme sur Generalversammlung. 4 22. Abt. Die Bezirksführer niffen zum Bablabens am i 9. Sexet, einladen. Bezitte 1, 2, 8: Bertsch, Fehmaruftn, 1; Besicle 5, 6 und 10: Loschte, Antwerpener Gtt. 9; Bezitte 7, 8 und 9: Borlowifi, Brüeler Straße 43; Begirle 11, 14 und 16: Genlel, Utredter Stz, 10; Besize 12. 13 und 15: Berms, Millerstr. 26. 54. Abt. Charlottenburg. Connabers, 5. Sonuar, pdni 19% Uhr, im Jugendheim Rofinenste, 4, Funktionärftgung. Frauenveranstaltungen. 8. Reris Friebrichshain. Der Nähturfus beginnt wieder am Freitas, best 4. Januar, in der Brommnftr. 1 in ber Beit von 18 bis 22 Uhr. 7. Areis Charlottenburg. Seute, Donnerstag, 3. Januat, shuttlich 19 Th im Sugen beim Sofinenfte 4, Funktionärinnenfigung 21. Abt. Der Frauenabend in biefem Mongt fällt aus. Dafür beteiligen fid alle Genoffinnen am Lommenden Sahlabend und an der Reelsfrauenver anftaltung am 18. Januar in bet 25menbrauerei. Reben einem Referat wird der Film Mas wir fchufen" laufen. 138. Abt. Reinidendorf- D. Freitag, Sannas, 20 Uhr, außerordentliche Funktionärinnenfigung in der Barade. Stellungnahme e Steumahl. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Spez'alturins für Mnfit naub Sprechept. Dez 2. Abend finbet ausnahms meile em Sonnabens, 5. Jannar, 19 Uhr, im Jugendheim Elifabethfir ftraße 20( an ber Javelibenstrake), ftaft. 3rftrumente urb Sieberbüer mit bringen! Aus einigen& reifen fehlen noch Teilnehmez. 8. benb miebez zegelmäß g: Montag, 7. Sanniot, 10% Uhr, Renton, Shale Rütliftrage. 1. b. 19% The Bet Spiegel, Aderiz. 1. Sunktionärkung Vorträge, Vereine und Verfammlungen. gue Reumahl bes Abteilungsvorstandes. & b 20 Uhr bei Binge, Sebastianitz. 1, unitisnärigung & bt. 20 Uhr Wundtionärügung bei Bittner, Schwebtet St. 2. Efalinng nahme aur Reuwahl der Abteilungsleituma. 30. Abi Adtung! Die Mitgliederversammlung findet im Monat Jenuez o 2. Mittwoch, am 9. Jannar, ftatt. freting, Senuar, 19% Uhr, bet Rohft, Endjener Cir. 103, Ede Stargarber Straße, wichtige Funtionär tigung. 34. Ht. 19 Uhr pünktlich wichtige Funktionärigung mit ben Betriebsner trauenslenten. Stellungnahme zur Neuwahl bez bieilungsleitung. Lalal Lötfchert, Rüdersdorfer Str. 53. Canberstr. 10. 1 70. bt. Bilmersdorf. 19% Uhr pünktlich erweiterte Abteilungsvorstands schöneberg. 77. bt. 20 Uhr bei Sürgens, Barbaroffafte, Sa, michtige Funt figung mit fämtlichen Funktionären bei Gramm, Sohenzollerndamm 2. tionötigung. 79. t. 20 Uhr bei Bobssus, Sachfendamm 40, allge Reutöin. 89. Abt. 19% Uhr Borstands me funktionärhitung bei Grammed, meine unit'ondesigung. 90. Abt. 1914 Uhr bei Schabeifs, Beichfelfte. 5,-Fun tionärligung. 91. bt. 20 Uhr bei Famin, Mainzer Str. 10, Fun tionärsigung. Am gleichen Tage, uz 18% Uhr, ebendort Vorftandsligung. 92. et. Vinftlich 20 Uhr bei Gauter, Sarzer Str. 88, Funktionär fizung. Wichtige Tagesordnung. 93. t. 18 Uhr bei Rimmermann, Treptower Str. 10, Torstandsfißung. Um 19 Uhr im gleichen total Funtt onärigung. Stellungnahme zur Neumahl des Berkandes. 96. ht 19% Uhr bei Lohaun, Wipperftr. 18-19, whrige Funktionärtigung. 97. Abt. 19 Uhr bei Fohr, Siegfriedfte. 28-29, Funktionärsgung. 29. ht. Brig Budom. 19% hz bei Bedez, Chauffeeftz. 97, Funktionenfiume. Verkäufe Farbfehlerteppiche. Wehfehler, 12, 15: Bebfehler, 28. 19,- Bebichler. Bebfehler, 8x4. 45- Beifez. Bots 2X3, 24: Webfehler, 24X32, 38: bamerftraße 126 . Teppiche. Juveninz Ausverlauf. Web. fehler, 2XB, 18, Brime Qualität, 12x8, 24ebfehler, 2X3, 38,-. Prime Qualität, 243, 45, ebfehler, 2x3, <-6 Brime Qualität, 2X3, 68 Webfehler 3x4, 57 bis 16. Sanvar. Rörner, Berlin, Tats Prima Qualität, 8X4, 69. Bom 2. bamerstraße 26b. Sausnummer beachter. 19.501 Bettenverlauf! Redel 8.751 15.Brachtvolle 27.501 Bauernbetten 82.- 1 Daenige 87.301 Rinderbetten 8.751 Bettwäiche! Snletts! fpottbille unb gut! Reine Lombardwaren. Leibe baus. Brunnenstraße 47. Bekleidungsstücke, Wasche asw Benig getragene Fradanzige, Sms ingensüge. Gehrodanzüge, Sadett sabardinemäntel, Covertcoatpaletots, fir angilge, Gummimantel. Cutamananzüge. tebe Figur paffend. 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Durch die Ausschachtungs arbeiten ist der schabhafte Teil der Beitung bloggelegt morden. Man gewahrt einen Riß in der Schweißftelle bes Gasrohres. Giftgafe im Bergwerk. Bel Sprengungsarbeiten auf dem Lothringifchen Schacht Fontaine der Bergmertsgesellschaft Saar und Mosel drangen plöglich aus einem Spalf giftige Grubengale hernor, fo daß zwet Sohlen sofort geräumt werden mußten. Einige Ar beiter wurden leicht vergiftet. Da diefe Gafe gegenwärtig noch mit unverminderter Kraft ausströmen, mußte der Grubenbetrieb stillgelegt werden; boburch find über 1000 Bergarbeiter zum Feiern gezwungen. Die Chemniter dürfen nicht mehr baden. Box Revalieren menig getragene el gante fomie nene Sertenansige, Emolinganaige, Ulfter, Baltinis, Bauch auzilge, für jede figur poffend, Sport pelae, Gehnela, Samen pelamäntel, Dep Lauft enorm billig, teine Lombardware. Lethhaus Friedrichfte. 2. Sallesches Ens. Möbel Schlafzimmer. Speifézimmer, Sarzen Greibtische, runde Tifche, Standuhren, immer, Rhen, Bilfetts, Bücherschränke, nfleibeldrante aller Größen, Safas, Ruhebetten. Ralante Sahlungsmeife. Moebel- Boebel. Morigplak fabri gebäude Möbel- Ramerling, Raftantenallee 56. Antichtefüchen, Abwaschtische, Beißlad fahränke, Flurmöbel, Riefenauswahl. Spottpreife. Rahlungserleichterung. Batentmatragen, Auflegematragen, Smetallbetten, Chaiselongues. Walter, Stargarberstraße achtzehn, Spezial gefchäft. Rabeltanter merle Arebit urb bar Möbelbazaz, große Auswahl, Heine Breise! Beispiele: Schlafzimmer 455. Spelfezimmer 845, Serrenzimmer 260. Spiegelfchränke 118. Anzichtelichen 75. Rietberforante 48. Solabettstellen 48. Chaifelongues 28. Conftige Möbel entfprechenbe Bretfe Der Rat ber Stadt Chemnitz bat infolge ber herr Metallbettftellen 18. Auflegematragen 18 fchenden Irintmaffernoi, die hauptsächlich auf die geseilaabfung auffdhlagfrei, Bochenraten. ringen Niederschläge des vorigen Jahres und das Fehlen einer Monatstaten. Rleine Anzahlungen. größeren Talsperre zurüdzuführen ist, mit fofortiger Birtung das Raffe- abatte bis zehn Prozent bite bis awei Jahre. Neuköln, Ser. Rre. Baden an Wochentagen verboten. Das Wafferbauamt mannplak 7: Stegits. Elokitraße 107: wird eine strenge Kontrolle ausüben. Zumiderhandelnden Belle. Aliance- Straße 95. Untergrund foll eine Geldbuße auferlegt werden. Bahnhof mit Möbelhaus Stein, Beinbergsmeg 24, Ein ungetreuer Geschäftsführer. Der Geschäftsführer des Berefonders günftiges Angebot: Schlafzimmer 475, Speisezimmer, Rußliner Bierlotals 3um Klausner" in ber rausenbaumbilfetts, Antleibe dyränte straße ift megen größerer Unterfdiagungen, die fich auf niele Spiegel 103, Küchen, Bolstermabel. taufend Mart belaufen, fristlos entlassen morden an die Bet Bahlungserleichterung. fehlungen ist noch ein anderer Angestellter des Betriebes vermidelt. Die Unregelmäßigteiten find während einer längeren Krantheit des Besizers verübt morden. Die Delpusfifcher bis auf dret gerettet. Die Fischer, die am 30. Dezember auf dem Peipusfee infolge starten Bindes auf einer Eisscholle abgetrieben wurden, tonnten nunmehr bis auf drei gerettet werden. Der einfegende Frost, der ein weiteres 3er plittern der Schollen verhinderte, ermöglichte die Rettung. Wetterbericht der öffentlichen Weilerdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachbr. verb.). Zeils beiter, teils mollig, obne mefentliche Eoneefalle bei östlichen Binden, nachts ziemlich ftrenger, am Tage gelinderer Froft Für Deutschland: Sm Süben noch etwas Ence, fonft teilweise heiter, überall Frostwetter. Musikinstrumente Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gettstelle: Berlin S 14. Gebaftianfte 37188. Sot 2 Tr. Wintersport Abt. Eonntag, 6. Jamuar, Ankunft der Tirolfahrer 23.58 Uhr Inh. Bhf. Donnerstea, 8. Janner. Bebb'ng( Orts verein): Bieberbeginn ber Turnabenbe Turnhalle Lütticher Str. 4. Friedrichs hain, Pamerabfchaft Andreas: 1., 2. unb 4. Sug Berfammlung in ben befann fen Lofalen. Rentella- Bris, 3unabanner: 20-22 Uhr Schub portabend Turne balle Walter- Fatheran- Edale, Bobbinstraße. Freitan, Januar. TezAarten, Rameradschaft Arminius: 1914 Uhr Jahresversammlung bei Schmidt. Bieleff. 17. Reumahl bes Forstandes. Vortrag Sam. Riter. Samerabidaft Wefter 20 Uhr Pamerabfdaftsversammlung im Peftaurant Rofe, Bügawufer, Ede Törnberoftraße. Erscheinen Pflicht. Webbing: Bieberbeginn ber Furnabende Birtbuffer Etz. 3. Prenzlower Berg: 20 Uhr erweiterte Borstands fikuma bei Buta, renalaner Wre. Roverid: Unfer Ramerab Otto Fenfert. Bötterfte, 2, fft trblich verrnglidt. Einäicherung 18 Uhr im Krematoriunt Baumridhufenweg Abfahrtszeiter find folgende: ab Epinalersfelb 17.11 Uhr, Grünan 1718 Uhr, Röpenid mit der Linie 95 um 17 Uhr bis Baumschulen weg. 21* tenberg, Pamerabfchaft Gufian Tempel: 20 Uhr allgemeine Mit eliebernerfammlung bei ichler. Manner, Effe poblenfraße. Nermahl der Ramerabfchaftsleitung. Die Mitgliedstarten müssen weds Umfanfch reftios abgegeben werden. Rebbing: Donnerstag, 3. Januat, nach dem Turnen, Sigung aller Sandballspieler. Der Jungs Chat, Berlin( ital.& 468) Erfte Uebungsfbambe la maen Sabt am Donnerstag,& Sanuar, 20 Uhr, Weinmeisterfte, 15. 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Beilage des Vorwärts Donnerstag, 3. Januar 1929 Reparationen und Wirtschaft. Zum Bericht des Reparationsagenten. Der Reparationsagent Barter Gilbert hat sich in seinem dies mal ziemlich spät zusammengestellten Bericht über die deutsche Wirt schaftslage scheinbar recht optimistisch geäußert. Man weiß in Deutschland, daß im allgemeinen im Bureau des Reparationsagenten teine leichtfertige Arbeit gemacht wird. Im Gegenteil, man ist dort um ein objektives Urteil über die deutsche Wirtschaftslage um fo mehr bemüht, als die Frage der Reparationen eine öfonomische im höchsten Sinne des Wortes ist, und als man seit dem Fiasto der gewalttätigen Eintreibung der Reparationen immer flarer erfannt hat, daß auch die größten politischen Fragen nur durch eine forgfältige ökonomische Untermauerung lösbar gemacht werden können. Immerhin aber ist der Reparationsagent Parker Gilbert Partei Er hat die Interessen der Reparationsgläubiger Deutschlands wahr zunehmen, und da Barfer Gilbert, wie jeber aufgeflärte Weltbürger von heute, weiß, daß die öffentliche Meinung für die demnächst be ginnenden Kommiffionsverhandlungen ein Fattor von großer Be deutung ist, kann man ihm daraus feinerlei Vorwurf machen, wenn er die Schilderung der deutschen Wirtschaftslage turz vor dem Be ginn der Verhandlungen im Grundzug optimistisch färbt. Es ist durchaus in der Ordnung, daß es der deutschen öffentlichen Mei nung überlassen bleibt, das dom Reparationsagenten vielleicht nicht deutlich gezeichnete Bild in den tatsächlich vorhandenen Schatten linien zu vertiefen und so wiederum die Interessen Deutschlands in der 23eltmeinungsbildung über die Reparationsfrage zu vertreten. Wie es der historischen Aufgabe und Einstellung der organisierten Arbeiterschaft entspricht, wird sich die Stellungnahme der Arbeiterllafje dabei nicht durch vornehmlich politische, sondern vor. nehmlich ökonomische Argumente leiten lassen. Es ist nur ein Zufall, aber dieser Zufall ist zu begrüßen, daß in demselben Augenblid, in dem der Reparationsagent seine Ansicht in der Welt verbreitet, die Reichstrebit. A.-G., die zentrale Unternehmungsbant des Reiches, ihren Bericht über Deutschlands Wirtschaftslage an der Jahreswende 1928/29" veröffentlicht. Die publizistische Erfahrung der öffentlichen Birt schaftstritit in Deutschland hat bisher bewiesen, baß die Halbjahrs und Jahresberichte der Reichstreditgesellschaft mit besonderer Gorg falt, Originalität und Objektivität der wirtschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden versuchen. Sicher hat die Reichskreditgesellschaft bei ihrem diesjährigen Bericht nicht daran gedacht, daß ihre Fest Hellungen dem Bericht des Reparationsagenten gegenübergeftellt merben, mie mir es tun. Aber in diesem Bericht wird auf Dinge hingewiefen und werden Tatsachen festgestellt, die sehr geeignet sind, den Optimismus des Reparationsagenten über die gegenwärtige Lage und die mögliche spätere Entwicklung in wesentlichen Buntten zu ergänzen und abzugrenzen. Deutschland und andere Länder. Wiederaufbaues ist, der gerade deshalb über feinen bauernden ökonomischen Bert nicht hinwegtäuschen darf, weil er durch die Reparationsverpflichtungen erzwungen ist. Der Bericht der Reichstredit- 2.- G. gibt felbft eindrucksvolle 3iffern für diesen Wiederaufbau. In unseren Jahresübersichten haben auch wir eine Darstellung davon gegeben. Bas dieser Bieberaufbau aber im Endergebnis mert fein fann, wie er endgültig zu beurteilen ist, das fann heute noch nicht entschieden werden, das hängt zum großen Teil davon ab, mie die jetzt angestrebte EndLöfung der Reparationsfrage aussehen wird. Der Wohlstand der breiten Massen in Deutschland darf nicht zu opfimiffisch beurteilt werden. Der Anteil der deutschen Arbeiterschaft am deutschen Wieber aufbau ist enorm. Aber er steht noch immer in feinem richtigen Berhältnis zu dem, was die Arbeiterschaft angesichts ihrer bedeutend gesteigerten Arbeitsleistung sich an Lebenswertem teisten tönnen follte. Eindrudsvoll find die Ziffern der Reichstreditgesellschaft, wie viel die deutsche Arbeiterschaft heute mehr leistet als früher: Im Ruhrbergbau je Kopf der Gesamtbelegschaft 27 Pro3ent mehr als 1913, und für 1928 allein wieber 4 Prozent mehr als zu Beginn des Jahres. Unsere deutschen Eisenbahner haben seit 1925 die pro Kopf geleisteten Adstilometer um 25 Prozent erhöht. Gegenüber 1925 ist die Arbeitsleistung in der Autoindustrie um 72 Prozent, in der Maschinenindustrie um 40 Prozent, in der Hütten und Stahlindustrie um 43 Prozent, in der Kaliinduftrie un 30 Prozent, in der Zementerzeugung um 24 Prozent erhöht worden. Benn man noch fo günstig regnet, stehen demgegenüber, verglichen nicht etwa mit dem Jahre 1925, sondern mit dem Jahre 1913, die deutschen Reallöhne im höchstens 7 bis 10 Prozent beffer. | höhten Auslandsabfat sofort ersetzt werden könne. Sehr nachtrüdlich wird gefagt, daß man ben vorhandenen Rapitalmangel niemals, wie es sich ja als Konsequenz aus den jetzigen sozialpolitischen Wünschen der Unternehmer ergeben würde, durch Produktionsrückgang beseitigen fönne. Das Absatzproblem der deutschen Wirtschaft sei auch heute noch immer nicht gelöst. Den Folgen des Rapitalmangels Lönne nur durch Produktionsver mehrung, nicht durch Produktionsverminderung entgegengewirkt werden. Es bedürfe restloser Ausmuzung der Anlagen, eines gesteigerten Absatzes auf dem Weltmarkt, um die aus der Produktionsverstärtung erforderlichen Abschreibungen zu sichern.„ Die übrigen Industrieländer kennen Produktions- und Abjahprobleme von gleicher Schwere und Dringlichkeit nicht. Sie haben weder einen ungefäffigten Juveffifionsbedarf noch müffen fie kapital im Auslande fuchen, um den dringendsten Teil dieses Bedarfs zu befriedigen, im Gegenteil, fie find mit Ausnahme von Italien jämtlich Kapitalüberschußländer." Wir wiffen nicht, ob es außer den am Lohnbrud intereffierten deutschen Unternehmertreisen noch andere Kräfte in Deutschland gibt, die die gegenwärtige Abschwächung der deutschen Wirtschaftsfonjunt tur zu vertiefen ein Interesse haben. Daß aber die Reichskreditgesellschaft mit solchem Nachdrud auf die unumgänglich notwendige Intensivierung der industriellen Tätigkeit hinweisen muß, das tennzeichnet immerhin große Schwierigkeiten und Bedenklichkeiten, mit denen die augenblickliche Lage belastet ist und betrachtet werden muß. Das in diefen Strichen gezeichnete Bild der deutschen Wirt schaftslage und vor allem auch des Wohlstandes der breiten Massen hat sehr ernste Züge. Diese ernsten Züge verlangen gegenüber den erklärlichen Optimismus des Reparationsagenten Beachtung. Es ist zahlen muß, fondern wieviel und wie lange Deutschland heute nicht mehr zu entscheiden, daß Deutschland Reparationen Reparationen zahlen muß. In den im Frühjahr beginnenden Ber wahrzunehmen und den vielleicht übertriebenen Optimismus Barter Gilberts, der für die Berhandlungen teineswegs eine Richtlinie gr fein braucht, 3u forrigieren haben. Je den Einzelheiten weiß man heute in Deutschland- außer bei der Regierung- noch nicht, was Barter Gilbert gefagt hat. Der Bericht liegt bis heute erit in englischer Sprache vor, felbft in englischer Sprache ist er nur wenigen ausländischen Blättern bisher zugänglich gewesen mas feineswegs sehr höflich genannt werden muß und bis die amifiche deutsche Uebersetzung herauskommt, werden noch einige Aber auch der statistisch erfaßbare Berbrauch der Maffen zeigt teineswegs eine zu einem übertriebenen Optimismus berechti der Gesamtbevölkerung im ersten Bierteljahr 1928 um rund 11 Bro gende Entwicklung. 3mar lag der Fleischnerbrauch pro Stopf zent höher als im Jahre 1913, im dritten Bierteljahr 1928 liegt er aber wieder unter dem Durchschnittsverhandlungen werden die deutschen Delegierten das deutsche Interesse brauch der Vortriegszeit. Im Konsum der Maffen liegen also besonders deutliche Tendenzen vor, daß er zum mindesten in den letzten frisenhafteren Seiten nicht mehr gestiegen ist. Es liegen nach dem Bericht der Reichstredit- 2.- G. aber noch andere Zeichen vor, daß der Verbrauch an Waren des Massenbedarfs noch unter Bortriegshöhe liegt. Im Jahre 1928 wird für den innerdeutschen Verbrauch an Baumwolle das Defizit gegenüber 1913 auf 15 Brozent geschäßt, Staffee wurde 1927 pro Kopf der Bevölke ungum fiber 20 Prozent weniger verbraucht als 1913, Heringe um 17 Brozent und Gewürze um 12,5 Prozent. In dem von der Reiskredit- 2.- G. gegebenen Ausblid wird die gegenwärtig fritischer gewordene Lage noch einmal unterstrichen, und werden die Bege aufzuzeigen versucht, auf denen die erheblichen Birtschaftssorgen Deutschlands gelöst werden können. Die deutsche Unternehmungsluft und die industrielle Beschäftigung feien an der Jahreswende 1928/29 burch den Mangel an Stapital und die hohen Rapitalbefchaffungstoften gehemmt. Dem Inlandsmarkt fehle die Aufnahmefähigkeit für Probuftionsmittel, die teineswegs durch erDie Arbeit des Kupferfartells. in der 3intwirtschaft. Seit der Abfassung dieses Artikels mur den die Kupferpreise noch einmal erhöht. Je der Einleitung erfolgt fofort ein Hinweis darouf, unter mie niel schwereren Bebingungen der seit 1924 in Deutschland erfolgte Wiederaufbau vor sich gegangen ist, wenn man diesen Wiederaufbau mit der wirtschaftlichen Entmidung in anderen großen Bändern netgleicht. Mehr als jährlich 2 milliarden Mari und zmar Borfriegsmert fehlen heute in der deutschen Zahlungsbilanz allein aus Kapitalanlagen und den Einnahmen der an bas Ausland Bor einer Produft onseinschränkung und Preisstabilisierung im Zusammenhang mit dem Friedensvertrag abgetretenen Handels. flotte, eine Riefeneinnahme aus ausländischem Stapitaldienst, auf die tein anderes Land zu verzichten brauchte, und die heute zu einem großen Teil den Liquidatoren der deutschen Auslandsanlagen zugute gefommen feien. Es wird die bemerkenswerte Feststellung gemacht, daß der Kapitalwert dieser 2 Milliarden die Gesamtheit der inter alliierten Schulben meit übertreffe. Deutschlands Entwicklung und Deutschlands Lage sei im Bergleich zu anderen, darunter auch wich tigsten europäischen Reparationsländern auch aus anderen Gründen benachteiligt. Jahrelang jei die Entwicklung der deutschen Wetts bewerbsfähigkeit auf dem Weltmartt burch das Bersagen der handelspolitischen Gleichberechtigung behindert gewesen, auf der anderen Seite haben die von Deutschland seit Kriegsende geleisteter Zahlungen, insbesondere an die Reparationsländer, zu dem Wiederaufbau aller übrigen Länder bedeutend beigetragen. Da Deutschlands Bevölkerung nachweisbar sehr viel schneller mächst, da für diese schneller wachsende Bevölkerung mit erheblich größeren Summen gesorgt werden muß als bei anderen Industrie völkern, ist die sozialökonomische Vorbelastung Deutschlands eine in die Zukunft wirkende schwere wirtschaftliche Sorge, mit der andere Cander nicht zu rechnen haben. Wie wenig Deutschland bisher in der Lage war, die aus der Bevölkerungsbewegung euffpringenden Aufgaben zu erfüllen, zeige die große Zahl der heute noch in Deutsch land fehlenden Wohnungen, Bon uns aus fügen mir hinzu, daß man einmal in dem Haushalt der breiten mailenin die Kleiderschränte, die Küchen, die Wohnungen, die Wäsche schränke unserer Mittelstands- und Arbeitermaffen hineinsehen möge, um festzustellen, daß die ungeheuren Löcher, die Krieg und Infla tion dort geriffen haben, noch immer nicht wieder ausgefüllt sind. Schließlich tommt die Reichstreditgesellschaft bei der Würdigung der letzten Krijentendenz in Deutschlands Wirtschaftsentwidlung zu dem bemerkensmerten Schluß, daß sich heute der Abstand zwischen ben übrigen Industrieländern und Deutschland zu erweitern scheine, ba unter dem Drud unzureichenber Kapitalverforgung und des bar. aus ermachsenden hohen 3insniveaus die Ausnußung der produk. itpen Rräfte In Deutschland sich zu verschlechtern beginne 3weifelsohne hat im Laufe der letzten vier Jahre die deutsche Wirtschaft eine machtvolle Entwicklung genommen. Man wird dem Reparationsagenten nicht zu sagen brauchen, daß das zu einem er. heblichen Teil nicht aus eigenem Kapital und aus eigenen lleber schüffen möglich war. Man wird ihm das deshalb nicht zu sagen brauchen, weil er selbst immer mieder die Rapitalbedürftigkeit Deutschlands festgestellt hat, und was dieje Kapitalbedürftigkeit bedeutet, das meiß Barfer Gilbert selbst sehr gut Es ist auch nicht zu übersehen, daß die Pflicht zur Reparationszahlung, die Deutsch land loyal erfüllt hat, selbst ein mächtiger motor eines forcierten Die Kupfererzeugung ist seit September ohne Unterbrechung gesteigert worden und besonders in den Monaten Ottober und November hat die Kupferwirtschaft Produktionsreforde aufzuweisen. Zweifellos hat sich auch der 2bfaß von Kupfer in Europa und noch mehr in Amerifa gebessert. Die amerikanische Industrie war in der Lage, in den Monaten Ottober und November zusammen über 180 000 Tonnen Kupfer abzunehmen. Es ist schon früher einmal an dieser Stelle darauf hingewiefen worden, daß für die Kupfertönige Angebot und Nachfrage teine Bedeutung mehr haben, für sie fommt es nur darauf an, recht hohe Geminne aus der Erzförderung und der Kupferindustrie herauszuholen und ihre Aftionäre mit einer anständigen Dividende zu bedenten. Im abgelaufenen Jahr ist in der Kupferwirtschaft, wenigstens in den Bereinigten Staaten von der Ausschüttung hoher Dividenden reichlich Gebrauch gemacht worden. Die kleinen und die großen Gesellschaften waren in der Lage, ihren Aktionären Riesengewinne durch die Preistreibereien sicherzustellen. Im übrigen läßt sich die Feststellung machen, daß das Geschäft auch bei den anderen Metallen in den letzten Wochen des alten Jahres recht günstig war, wenn in der Hauptsache auch Spetulationsgeschäfte gemacht werden. In der Zinkwirtschaft ist eine Einschränkung der Erzeugung und eine Stabilisierung des Preises zu erwarten. Man hat die Absicht, die Braduttion in Europa, die im Jahre 1927 eima 688 000 Tonnen betragen hat, um 7 Broz. einzuschränken, um höhere Preise und einen größeren Gewinn zu erzielen. Nachstehende Tabelle zeigt die Preisenfwidlung der vier Hauptmetalle während der letzten Wochen: Elettrointfupfer Blei Zink Zinn 6 23. Nov. 151,50 100 Silo lofteten am 28. Nov. 14. Dez. 151,50 43,25 44.151,50 43,50 49,75 53, 478, 54,50 453 28. Dez. 28 15444,25 54, 458,-* 489, " Die Stabilisierung des Zintpreises soll auf der Basis von unge fähr 56 m. für 100 Kilo erfolgen und mon will, sofern der Preis unterschritten wird, jeweils eine Einschränkung der europäischen Er zeugung eintreten laffen. Die Amerikaner verpflichten sich, auf Grund eines besonderen Abkommens, die Ausfuhr nach Europa zu beschränken, und zwar wahrscheinlich im Berhältnis zur Einschränkung der europäischen Produktion Die Binnpreise sind zurückgegangen, und zwar hauptsächlich als Folge der vergrößerten Bestände. Man muß hier beachten, daß die Weltporräte am 30. November 1927 nur rund 14 400 Tonnen betragen haben statt 21 750 Tonnen am 30. November 1928. Eine Borratssteigerung von etwa 52 Broz. muß die Lage vergehen. Arbeiterschaft von großen politischen Dingen nicht würdig, gegebene Es wäre unvernünftig und vor allem der ernsten Auffassung der Tatsachen und Notwendigkeiten nicht voll anzuerkennen und die deutsche Wirtschaftslage schlechter zu machen als fie ift. Diefer ernste Tatsachenfinn berechtigt aber auch dazu, auf die keineswegs im internationalen Rahmen voll befriedigenden Züge hinzuweisen, die das Bild der deutschen Wirtschaft heute noch ernft gestalten. Breisbildung beeinflussen, doch nersuchen die Spetulanten am 2ondoner Zinnmarkt wieder die Preise in die Höhe zu treiben und wie bei Kupfer oder Zink bei Zinn noch nicht gibt, tonnten die Preise trotz der Machenschaften der Händler und Erzeuger weichen. taufen fast ununterbrochen Material auf. Da es Kartellbindungen Stahlwerke in Südafrika. Bau durch die Gute- Hoffnungshütte. Die schon seit mehreren Jahren von der Regierung der Südafrikanischen Union geplante Errichtung von Stahl- und Balzwerfen wird jegt durchgeführt. Die technische Leitung diefer Werte wird der Direktor des Gute- Hoffnungshütte- Konzerns, Dr. Lilge, übernehmen, während die Gnie- Hoffnungshütte felbst einen Vertrag abgeschlossen hat, wonach fie bie technische und organi fatorische Beratung bei der Errichtung und beim Betrieb der Werke gegen eine bestimmte Jahressumme übernimmt. Für die Durdy führung der technischen Borarbeiten sind dem Konzern bereits zwei Millionen Mart bewilligt worden. Wesentlich ist, daß der Gute- Sojinungshütte Konzern bei der Einrichtung der gesamten Wertsanlagen, deren Kosten auf etroa 60 Millionen Mart geschätzt werden, ein bevorzugtes Lieferrecht erhalten hat, wodurch die Werte des Herrn Reusch also mit Riesenaufträgen versehen sind. Wie schon der fürglid) erfolgte Abschluß des deutsch- südafrikanischen Handelsvertrages, hat auch dieses Ablommen der südafrikanischen Regierung mit der beatschen Schwereifenindustrie in englischen Interessenfreifen großes Aufschen erregt. Großer Auslandsauftrag für die deutsche Flugzeugindustrie. Die Fode Wulf Flugzeugbau 2. G. in Bremen, ein nody jehr junges Flugzeugbau- linternehmen, das erst 1923 gegründet wurde, hat jcht gegen schärffte einheimische und ausländische onturrenz einen großen Auslandsauftrag auf zwanzig Flugzeuge erhalten. Das Unternehmen hat einen neuen Focke- WulfTyp angeboten, nou bem bie erste Maschine erst in diesen Tagen fertiggestelt und eingefingen mutbe. Das neue Flugzeug mit ber Typenbezeichnung ebi" ist ein fleiner, funtflugtauglicher Doppelteder für Schul, Sport, unb Reisezwecke. Durch den Einbau eines nur 60 PS ftarten Motors ift der Betriebsstoffverbrauch fehr gering. Der Preis der Maschine tonnte durch einfachste fion= struktion sehr niedrig gehalten werden. Dieser Auftrag ist deswegen bemerkenswert, weil hier ein fleines, verhältnismäßig unbekanntes Unternehmen gegen die betanntesten Favoriten der Weltflugzeugindustrie das Rennen gewomen hat und sich mit einer Berte nicht zustande bringen fonnten. Konstruktion durchfeßen tonnte, die alle Erfahrungen der großen Die Konfurfe im Dezember 1928. Nach Mitteilung des Statisti schen Reichsamts murden im Monat Dezember 1928 durch den Reichsanzeiger" 624 neue& onfurse ohne die wegen Meiseöffnete Bergleichsverfahren bekanntgegeben, mangels abgelehnten Anträge caj Konturseröffnung und 252 er Die Saisonarbeiterfürsorge. Ihre praktische Handhabe. Die Sonderregelung für den Fall der beruflichen| 26 Wochen ihrer versicherungspflichtigen Arbeitnehmertätigkeit vor Arbeitslosigkeit ist nach vielen Schwierigkeiten endlich unter Dach und Fach. Gesetz, Verordnung, Anordnungen, Ausführungsbestimmungen und Berufs- und Betriebskatalog, d. h. das Verzeichnis der Betriebe und Berufe, die unter den Begriff her berufsüblichen Arbeitslosigkeit fallen, sind jetzt veröffentlicht morden. Der Grundgedante der Saisonarbeiterunterstützung be beutet praktisch, daß während einer Frist von drei Monaten berufsüblider Arbeitslosigkeit, etwa vom 1. Sanuar bis zum 31. März, die Angehörigen der Berufe mit berufsüblicher Arbeitslosigkeit nach der allgemein üblichen Wartezeit von 7 Tagen zunächst 6 Wochen Anspruch auf Arbeitslosenunter st ügung haben und für die verbleibenden 6 Wochen aus der Sonder fürsorge weiter unterstützt werden, falls sie bedürf tig sind, was für die großstädtischen Arbeiter allgemein zutreffen dürfte. Der Bezug der Sonderfürsorge wird auf die gesamte Unterflügungsdauer nur zur Hälfte angerechnet, so deß der Unter ftügungsanspruch im ganzen also nur in Höhe von 9 Wochen verbraucht ist und noch ein sofort wirksamer Anspruch in Höhe von 17 Wochen besteht, der in Zeiten konjunktureller Arbeitslosigkeit ausgenutzt werden kann. Die Bie gestaltet sich nun die Handhabung des Gefeßes? Darüber geben die in diesen Tagen erscheinenden neuen Mertblätter des ADGB. für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen versicherung Aufklärung. Die Neuregelung sieht vor, daß Beginn und Ende der berufsüblichen Arbeitslosigkeit für die einzelnen Berufe und Gewerbe durch die Verwaltungsausschüsse der Landesarbeitsämter festgesetzt werden, soweit nicht der Verwal. tungsrat felbst bestimmte Festsetzungen vorgenommen hat. Dauer der berufsüblichen Arbeitslosigkeit darf höchstens vier Ronate innerhalb eines Jahres betragen und muß grundfäßlich in das Winterquartal fallen. Der Berwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts fann jedoch in seinem Bezirk oder für bestimmte Teile des Bezirks die Termine nach den besonderen Witte rungsverhältnissen anderweitig festsetzen. Die Verwaltungsausschüsse der Landesarbeitsämter haben nach eigenem Er messen die Kalendertermine für Beginn und Ende der berufs. üblichen Arbeitslosigkeit zu wählen. Sie tönnen die gesamte Dauer auf 3 Monate beschränken, und man rechnet damit, daß die Verwaltungsausschüsse von dieser Ermächtigung überall| Gebrauch machen, wo die Witterung feine längere Zeitdauer erforderlich macht. Diese Kalendertermine gelten zunächst nur für die Berufsarten, die in dem vom Berwaltungsrat aufgestellten Berufsverzeichnis enthalten sind, und zwar nur für diejenigen Angehörigen dieser Berufe, die in den letzten Tagung der Metallarbeiter. Reparationsfrage- Arbeitsgerichte- Betriebsräte. Der Deutsche Metallarbeiterverband veranstaltet jedes Jahr eine Tagung feines Reichsbeirates der Betriebsräte und Konzernner freter. Diese Tagungen find bereits zu einer wichtigen Erscheinung im Gewerkschaftsleben geworden. Ihre Bedeutung liegt darin, daß fich auf ihnen die Bertreter aus 22 Gruppen der Metallindustrie, Vertreter aus 25 großen deutschen Konzernen und Sachbearbeiter für Betriebsräteangelegenheiten aus den gewerkschaftlichen Bezirken zusammenfinden. Auf der jüngsten Tagung in Stuttgart stand im Border grund der Besprechungen ein Vortrag von Profeffor Denede, Berlin, über das Reparationsproblem und feine wirtschaftliche Auswirkung. Arbeits: Ueber die Stellung der Gewerkschaften im gerichtsverfahren sprach Dr. Fraenkel. Berlin. Er wies auf den kollektivistischen Charakter der neuen Arbeitsgerichtsbarkeit hin, der starke sozialistische Büge aufweife. Gegenüber ben Rechtsanwälten, die immer noch Sturm gegen ihre Aus. schaltung in der Prozeßvertretung liefen, dürften die Gewerkschaften auf keinen Fall nachgeben; denn es handle sich bei der Prozeßvertretung um eines der wichtigsten Rechte der Gewerkschaften. Das follettive Arbeitsrecht baue sich, was manche Leute noch nicht begriffen hätten, nur auf den Typ des organisierten Arbeitsmenschen auf, der Unorganisierte habe in diesem Recht feinen Raum. der Arbeitslosmeldung mehr als die Hälfte in den vom Berwal tungsrat gleichfalls bezeichneten Betrieben gearbeitet haben. Bei der Prüfung der Frage, ob ein Arbeitsloser unter die Berord nung fällt oder nicht, muß also nicht nur seine Zugehörigkeit zu einem der genannten Berufe, sondern stets auch die Art des Betriebes Internationaler Arbeiteraustausch. Deffnet die Grenzen! Die Bereinbarungen zwischen Deutschland und Frankreich über die Zulassung von ausländischen Arbeitnehmern zum Zwecke der beruflichen und sprachlichen Fortbildung haben eine Flut von Zuschriften und Anfragen an die Behörden und Redaktionen hervorgerufen. Ein Zeichen, wie stark das Bedürf nis nach Arbeit im Ausland zum Zwecke der Ausbildung ist. Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn bis zum Frühjahr wenigstens mit England und Italien eine ähnliche Vereinbarung wie mit Frankreich abgeschlossen werden könnte. Wie wir hören, find Berhandlungen mit England bereits eingeleitet. Es ist nicht einzusehen, warum England, das durch seine stoß zur deutsch- französischen Vereinbarung gegeben hat, mit Austauschvereinbarungen mit Frankreich überhaupt erst den An= Deutschland nicht ein ähnliches Abkommen wie mit Frankreich treffen fann. Gewiß ist der englische Arbeitsmarkt schlecht. Da es sich aber nur um eine geringe Anzahl von Arbeitnehmern bei einem solchen Gegenseitigkeitsvertrag handelt, fann von einer wirklichen Be la ft ung des Arbeitsmarktes keine Rede sein. berücksichtigt werden, in dem er während der letzten 26 Wochen seiner Arbeitnehmertätigkeit die überwiegende Zeit beschäftigt war. Welche und Berufe unter den Begriff der berufs. üblichen Arbeitslosigkeit fallen, bestimmt das vom Verwaltungsrat der Reichsanstalt herausgegebene umfangreiche Berzeichnis. Den der Reichsanstalt herausgegebene umfangreiche Berzeichnis. Den Verwaltungsausschüssen der Landesarbeitsämter ist die Ermächti gung erteilt, für die Betriebe, die der Gewinnung und groben Be arbeitung von natürlichem Gestein und Nuzmineralien dienen, Ausnahmen zu gestatten. Sie können von den Betrieben der Salt, Gips und Traßindustrie die Kaltwerke, die ausschließlich oder überwiegend nicht für das Baugewerbe, sondern für andere industrielle Unternehmungen ununterbrochen arbeiten, ausnehmen; ebenso tönnen sie aus der Beton- und Betonmerfsteinindustrie die Werke, die ausschließlich oder überwiegend nicht für das Baugemerbe, fon. dern für andere industrielle Unternehmungen ununterbrochen ar beiten, ausnehmen; weiter sind sie ermächtigt, aus der Ziegelindustrie und Herstellung sonstiger fünstlicher Mauersteine die Betriebe, auss zunehmen, deren technische Ausnutzung auf den Winter betrieb eingestellt ist. Grundsäglich betrifft die Verordnung auch diejenigen ungelernten Arbeiter aus der Berufsgruppe Lohn arbeit wechselnder Art, die als Gelegenheitsarbeiter, Lohnarbeiter oder Tagelöhner in Saisonbetrieben gearbeitet haben, wobei aber stets die Arbeit mehr als die Hälfte der letzten 26 Wochen versicherungspflichtiger Beschäftigung ausgefüllt haben muß. Ausliche Bereinbarung mit Deutschland nicht mehr angebracht? genommen sind diejenigen ungelernten Arbeiter, die zwar als Saisonarbeiter zu betrachten sind, bei denen aber der Art ihrer Beschäftigung nach berufsübliche Arbeitslosigkeit ausgeschlossen ist, z. B. Tätigkeit in Nebenbetrieben wie Metallwerkstätten, Reps raturwerkstätten, sowie Tätigkeit als Bote, Pförtner und dergleichen. Die Regelung im Bezirk Brandenburg. Der Berwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts Brandenburg. hat den Beginn der berufsüblichen Arbeitslosigkeit für die im Ver zeichnis des Verwaltungsrats der Reichsanstalt aufgezählten Berufe auf den 15. Dezember festgelegt. Das bedeutet prattisch, daß im Bezirk des Landesarbeitsamts Brandenburg an alle Arbeitslofen bis zum 31. Januar noch die volle Arbeitslosenunterstügung gezahlt wird und die Sonderfürsorge des Reiches in diesem Bezirk frühestens am 1. Februar wirksam wird. Der scharfe Arbeitsmarttschuh, der nach dem Krieg in allen Ländern einsetzte, darf nicht zu einer dauernden Beein trächtigung der Fortbildungsmöglichkeiten führen. Seit dem Kriegsausbruch sind diese Fortbildungsmöglichkeiten start unterbunden. Fast eine ganze Generation hat darunter zu leiden. Das tann nicht ewig so weitergehen. Welche Hindernisse heute auf diesem Gebiet noch immer bestehen, zeigt z. B. die Tatsache, daß die Einreisegenehmigung in die Tschechoslowakei für einen leitenden Angestellten, der dort eine deutsche Filiale leiten soll, 1000 kronen toftet! Wir erwähnen gerade dieses Beispiel, meil auch zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland eine Austauschvereinbarung nach dem deutsch- französischen Muster notwendig. wäre. Brauchen die Bäder in der Tschechoslowakei keine deutschen Angestellten? Gibt es in der Tschechoslowakei keine Ingenieure, die fich gern in Deutschland weiterbilden würden? Die Tschechoslowakei hat eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten zum Zwecke der Fortbildung der Ingenieure getroffen. Wäre eine ähn Der internationale Arbeitsmarttschut in allen Ehren! Bernunft wird aber Unsinn, wenn vor lauter Arbeitsmarktschutz die internationale berufliche Fort- und Ausbildung unterdrückt wird. Gerade die proletarischen Kreise haben ein startes Interesse daran, daß hier Wandel geschaffen wird; denn die Bourgeoisie hat genug Geld und Möglichkeiten zur Erweiterung ihres Horizonts und ihrer Sprachfenntnisse. Lohnerhöhung für Staatsforstarbeiter. In Medlenburg- Schwerin find die Stundenlöhne der Forstarbeiter in den Staatsforsten mit rückwirkender Kraft Lohn beträgt 57 Pf., der Mindestlohn 44 Pf. In MedlenburgDom 8. Dezember an um 6 Pf. erhöht worden. Der HöchststundenSchwerin ist allerdings eine sozialdemokratische Regierung am Rus der, ohne die eine so erhebliche Erhöhung der immer noch sehr bes scheidenen Forstarbeiterlöhne nicht denkbar wäre. Mit dieser Lohne erhöhung ist die Forderung des Deutschen Landarbeiterverbandes, Keine Verständigung auf den Werften. die Löhne der Bandarbeiter denen der Induſtriearbeiter anzugleichen, Die Entscheidung liegt beim Reichsarbeitsminister. Die Uussprache zur Beilegung des Arbeitskonflifts in den Seediffswerften, die am Mittwoch im Reichsarbeitsministerium ftattfand, hat tela Resultat gebracht. Die Besprechungen, die um 1 Uhr mittags begannen, mußten gegen Abend ergebnislos abgebrochen werden. Die Entscheidung über den für die Seeschiffs werften gefällten Schiedsspruch, der von beiden Parteien abgelehnt worden ist, liegt jetzt beim Reichsarbeitsminifter. Die Bewegung in der Tertilindustrie. Die umstrittene Lohnfrage. Für den rechtsrheinischen Tertilbezirt hat ber Schlichter für Rheinland- Westfalen den am 20. Dezember in Barmen gefällten Schiedsspruch, soweit er die Arbeitszeit regelt, für verbindlich erklärt; für die vom Schiedsspruch vorgesehene 2ohnregelung hat er eine Berbindlichkeitserklärung ab. gelehnt. Die Lohnfrage ist also noch in der Schwebe. Der ostsächsische Textiltonflitt ist noch immer nicht be reinigt. Das gleiche gilt von dem Textilkonflikt in Nodhannover. reinigt. Das gleiche gilt von dem Textilkonflikt in Rodhannover. Tagung der Lehrer. Braunschweig, 2. Januar.( Eigenbericht.) Der Vortrag des Betriebsrätefefretärs Eichler. Stuttgart In den letzten Tagen des Jahres 1928 wurde in Braunschweig über den Stand der Betriebsrätebewegung war der die Reichstagung der Gewerkschaft Deutscher Volkslehrer ab Braris der Betriebsräte gewidmet. Ein Praftifer sprach für die gehalten, der freigewerkschaftlichen Organisation der deutschen Volks: Brattifer. Das Ergebnis des Eichlerschen Vortrags liegt in der Fest- schullehrer und-lehrerinnen. Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt: stellung, daß sich das Betriebsräterecht unter dem Druck der Gewerkschaften trotz der scheinbaren Wirkungslosigkeit der Arbeit der Betriebsräte vorwärts entwickelt. Neuer Konflikt in der Metallindustrie. Kündigungen der Hannoverschen Metallindustriellen. Der Berband der Hannoverschen Metallindustriellen fündigte am 22. November den Lohntarif zum Jahresschluß 1928. 3med der Kündigung war, den alten Lohntarif unverändert zu erneuern und ihn bis zum 1. Januar 1930 festzulegen. Die am Tarif be. teiligten Gemertschaften erflärten in einer mündlichen Ber= handlung am 28. Dezember, daß sie dem Borschlage der Arbeitgeber auf unveränderte Berlängerung des 2ohnabkommens nicht entsprechen tönnten. Es lägen be rechtigte Wünsche der Arbeiterschaft auf Ausbau des Tarifes vor. Nur bei Berständigung darüber sei Neuabschluß möglich. Verlangt murde eine Lohnerhöhung um 8-10 Pf. pro Stunde und Herabfehung der höchsten Altersstufe von 24 auf 22 Jahre. Nach der Begründung dieser Forderung erklärten die Unter nehmerpertreter, daß eine Berhandlung darüber medios sei. Es wurde dann aber doch vereinbart, daß beide Parteien für sich die Sachlage nochmals nachprüfen und im Laufe her fommenden Woche weiter verhandelt werden sollte. Damit murden die Verhandlungen vertagt. Am nächsten Tage aber, am 29 Dezember, hat der Berband der Hannoverschen Metallindustriellen plöglich auch den Manteltarifvertrag zum 31. Januar 1929 gekündigt. Durch diese meitere Kündigung ist eine wesentliche Betschärfung des Konflikts eingetreten, da nunmehr auch die Bestimmungen des Manteltarif nertrages Gegenstand erneuter Berhandlungen werden müssen. Die Gemertschaften werden zu dieser Herausforderung alsbalb Stellung nehmen. 1. In das Programm der Gewerkschaft Deutscher Volkslehrer wird aufgenommen: Die Gewerkschaft Deutscher Bolkslehrer setzt sich für die Wahrung der Staatshohejt über die Echule und für die Sicherung von Einflüssen firchlicher und weltanschaulicher Verbände unabhängigen Erziehungs- und Unterrichtsgestaltung ein. Sie for dert die Weltlichkeit des gesamten Erziehungs- und Unterrichtswesens. 2. In die Sagungen wird aufgenommen: Der Name der Gemertschaft ist in Zukunft 211gemeine freie Lehrergemert schaft Deutschlands". 3. Die Gewerkschaft Deutscher Boltslehrer unterstüßt, wo die Boraussetzungen gegeben sind, die Gründung weltlicher Schulen. 4. Die Gewerkschaft Deutscher Volkslehrer fordert alle Mitglieder auf, die förperliche 3üchtigung in jeder Form zu unterlassen und lehnt die förperliche Züchtigung als entwürdigend für Lehrer und Kind entschieden ab. 5. Der Berbandstag der Gewerkschaft Deutscher Boltslehrer lehnt jedes Kontorbat zwischen Staat und Kirche sowie jedes vertragliche Zugeständnis finanzieller und fultureller Art und jedes Aufgeben von Rechten des Staates an die Kirche ab und beauftragt den Borstand, geeignete Schritte zu unternehmen, daß sich die Ge werkschaft Deutscher Volkslehrer mit allen Kräften aftiv daran beteiligt, die für Preußen und für das Reich drohenden Konkordatsabschlüsse zum Scheitern zu bringen. ein gutes Stüd ihrer Berwirklichung nähergerudt. Lohnbewegung der Staatsarbeiter. Die Tarife für das Reich und Preußen gefündigt. Die Lohnabkommen für die Staatsarbeiter des Reiches und Breußens sind von den am Tarif beteiligten Organisationen mit wirkung zum 31. Januar gekündigt worden. Die Organisationen werden zur Lohnfrage im einzelnen erst Stellung nehmen, menn der Berhandlungstermin anberaumt ist. Berfehrte Sparmaßnahmen. Abbau bei der Bodenseeschiffahrt. Das gesamte Bodenseeschiffahrtspersonal hat auf einer in Friedrichshafen abgehaltenen Tagung gegen den am 1. Januar in Kraft getretenen Bersonalabbau auf den Bodenseedampfern scharfen Protest erhoben. In einer ein. stimmig angenommenen Entschließung wurde vom Personal jede drohten Betrieb abgelehnt und darauf hingewiesen, daß die örtlichen Verantwortung für den durch den Abbau in seiner Sicherheit beVerwaltungsstellen in Konstanz, Friedrichshafen und Lindau von Nichtfachleuten geleitet werden. Auf der Tagung wurde dringend gefordert, daß es bei der siebenköpfigen Befagung verbleibt. Bisher betrug bereits der Personalabbau ohne Modernisie rung des Betriebes 27 Proz. Durch den neuen Abbau wird die Sicherheit des Betriebes gefährdet. Es soll je ein Mann beim Ded personal eingespart werden. Zum Klarmachen eines Rettungsbootes werden aber allein je fünf Mann benötigt Die Lohnbewegung der Gaarbergárbeiter. Die Revierkonferenzen des christlichen und freigewerkschaftlichen Bergarbeiterverbandes des Saargebietes haben sich einmütig hinter die Parole ihrer Organisationsleitungen gestellt und lehnen die von der französischen Saargrubenverwaltung am 1. Januar eingeführte neue Lohnregelung ab. Der französischen Saargrubenverwaltung Lohnregelung auf Erweckung von 3wietracht unter den Bergleuten wird von den Gewerkschaften vorgeworfen, daß sie mit ihrer neuen hinziele. Wenn das nicht der Fall sei, so brauche sie, wird erklärt, nur den Borschlägen der Organisationen zuzustimmen. Der Kaufabatarbeiterstreif in Duisburg ist zugunsten der Are beiterschaft beendet worden. Die Firma Arnold Boninger hat den Stüdarbeiterlohn um 6 Broz. und den Zeitarbeiterlohn um 8 Proz. erhöht. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin 1 Heute, Connerstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18, 8immer 2. Literarischer Abend: Friz Reuter. Lid tenberg und Neu- 2 chtenberg: Jugendheim Haufiftzaže ( Sportplag), an der Leffingstraße. He'mbesprechung. Verbandsbud kontrolle. Landsberger Plag: Jugendheim des Oftens, Croße Frankfurter Str. 16, Quer gebäude part, Bimmer 2. Sembesprechung. Versandsbücher nicht vergessen. Tempelhof: Gruppenheim Enzeum Germaniaftr. 4-6. Se mbesprechung. Ber bandsbuchtontrolle. Cüdosten: Grippenheim eichenberger Etr. 66( enter wehrhaus). Se mbesprechung. Sur mit Berbandsbuch und Se mauswe's Fu tritt. Moabit: Gruppenhe'm Etädt. Jugendbe m Lehrter Ctr. 18-19. Seim befprechung. Mufilabend. Be not Selmausweise und Verbandsbücher mit. Samoffieberabend. Berbandstrd tontrolle. Arrer id: 3rgerdre m Cril auer Straße 5. Beimbesprechung. Vortrag: Die Etellung des Jugendlichen in der sundbrunnen: Jugendheim ote Echule, Gotenburger Straße. Heimbefprechung. Gewerkschaft." Ohne Bertandsbuch und Heimausweis tein Zutritt. Ge Musikabend. Berbandsbuchkontrolle. 6. Die Gewerkschaft Deutscher Boltslehrer legt möglichst in Zusammenarbeit mit gleichgesinnten fortschrittlichen Kulturverbänden bei der Reichsregierung gegen den Bau von Panzer- Webbing: Gruppenben Städt. Sugarbhe'm Orthstr. 10. Heimbesprechung und freuzern den schärfsten Brotest ein. " Die Wahl ergab folgende neue Zusammensetzung des Borstandes: 1. Vorsitzender Schallod Berlin, M. d. L., Geschäftsführer Jorns Braunschweig, Schriftleitung des Volkslehrer" Dr. von Braden Braunschweig, 2. Borsigender Biehweg- Weimar, Beifizer Simon, Mitglied des Preußischen Landtags, Relles. Duisburg und Gertrud Röhler Berlin. V Jugendaruppe des Pentralverkandes der Anaefellten Seute, Tonnerstag, finden folgende Beranstaltungen statt: Ereptow; Jugendheim Bildenbruchstr. 33. Auf ins neue Jahr." Schönebergs Jugendheim Hauptstr. 15. Heimbesprechung. Donnerstag 3. Januar 1929 Unterhaltung unö �Vissen Beilage des Vorwärts Tolkmar 3ro: Sias Schluchzen Li-Po hcxkt in der glühenden Mittagshitz« zusammengekauert an seiner Straßenecke im Hafenviertel von Singapor« und tut, als ob er schlafe. Der alte Po ist ein gelbes Skelett, eine abschreckend häßliche Jammergestalt. Don seinem kahlen Schädel hängt ein dünner Zops wie ein schäbiger Rattenschwanz, leine Arme sind mit gelber Haut überzogene Knochen, seine dürren Beine sind grau von Schmutzkrusten und quer über das runzelige, fahlgelbe Gesicht läuft eine zwei Finger breite, blutrote Narbe. Ein fürchterliches, auf dreißig Schritte schreiendes Mol. Es reicht von einem Ohr zum anderen und ist nur durch den Mund unterbrochen— das(Besicht des alten Po gleicht einer der schauerlichen, grell bemalten Götzen- sratzen in den chinesischen Tempeln! Aber Li-Po ist stolz auf dieses entsetzliche Gesicht. Es ist sein Stolz, seine Altersversorgung. Ohne dieses schreiend rote Mal in dem fahlgelben Gesicht wäre er längst verhungert und verscharrt wie Tausende der alten, arbeitsunfähigen Chinesen in Singapore. Denn als er vor zwei Jahren in der Hiramstreet um den Karren eines gelben Garkochs schlich und mit dem Mut der Derzweiflung nach einem Stück Trockenfisch griff, hatte er schon zwei Tage lang nichts gegcsien. Er konnte nichts mehr oerdienen und kein Mensch kümmert sich in Singapore um alte Menschen. Sie sind unnützes Knochenzeug und haben den Jungen Platz zu machen. Jede Dschunke speit Ladungen kräftiger Kulis aus der Heimat aus, Unbarmherzig- feil regiert als oberstes Gesetz des Ostens! Po hatte Hunger, mörderischen Hunger und wollte mit dem Stück Trockenfisch verschwinden, aber ein Kuli bemerkte den Diebstahl und winkte dem Gorkoch, doch Po würgte schon an dem Fisch, ließ ihn nicht mcV los, der Koch zeterte, wurde wütend, schlug ihni mit dem glühenden Bratspieß, an dem die kleinen Fleischstücke geröstet werden, ins Gesicht. Po brüllte vor Schmerzen auf, wälzte sich schreiend im Staub. Ein Holländer zwängte sich durch das farbige Rudel, das den heulenden Chinesen wie ein verendendes Tier be- trachtete, warf ihm ein Zehn-Cent-Stück zu, ging weiter. Trotz aller Schmerzen griff Po nach dem Geld, wankte taumelnd in den Stall, den er im Chinesenoiertel mit zwei Schweinen bewohnte. Aber sein Hunger war noch ärger als das Brennen der Wunde. Po kroch au» seinem Reisstrohhaufen auf die Straße, kaufte für die zehn Cent ein Pfund gekochten Reis, schlang ihn hinunter, hockte sich dann in den Rinnstein, hielt sich mit den Händen den Kopf und weinte. Das Weinen war die einzige Medizin, die er sich ohne Geld gegen das schreckliche Brennen verschaffen konnte. Der alte, halb- »erhungerte, ausgemergelte Li-Po schuchzte wie ein kleiner Junge und es wurde ihm dabei leichter ums Herz.—— Und während ihm die dicken Tränen über die gelbe» Wongen Refen, kam nach dreißig langen Leidensjahren endlich das Glück zu ihm: Eine Kupfermünze klirrte vor ihm auf, bald darauf eine zweite. Dann ein Zwanzig-Cent-Stück. Po schluchzt« noch immer, aber er witterte schon den Zusammenhang der Ding«, hob die Hände gegen das Gewühl der Straße, schluchzte weiter und wurde mft jedem Kupserstück seliger.—,.... x Seit jener Nacht ist Po ein restlos glücklicher Mann Cr verdient. Er verdient mehr als der schnellste Rikschahläufer. An guten Tagen bis zu zwei Silberdollars, an schlechten mindestens einen halben. Er bettelt nicht stumpf vor den großen Hotels, sondern er erzählt schluchzend seine Geschichte: wie er als Kesselheizer auf der Fahrt von Hongkong nach Singapore gegen den glühenden Ofen fiel. Er hinkt heulend neben den Matrosen, Schisfsoffzieren, weißen Reisenden und Kaufleuten, erzählt seine Geschichte in englischen, holländischen und malaiischen Brocken, heult dabei zum Erbarmen und vordicnt. Und jeden Morgen reibt er sein Mal gründlich mit grünem Psefser und seinem Sand!——— Po hockt jetzt in der glühenden Mittagshitze an seiner Straßen- ecke und Mt, als ob er schlase. Aber er schläft nicht. Er beobachtet mit halbgeschlossenen Augen jeden Passanten, sieht den schweiß- triefenden Rikschahläufern nach, die wie gehetzte Tiere gegen die Stadt rasen, berechnet den Verdienst des Dornnttags und wartet auf Kundschaft. Diese stille Geschästszeit um die Mittagsstunde ist herrlich, denn Po kann sich jetzt ungestört mit seinem Lieblingsgedanken beschäftigen: mit seinem Sarg! Wie jeder Gelbe in Singapore spart er nur für die Rückfahrt nach China und für seinen Sarg. Er träumt von einem prächtigen, von Goldlack funkelnden Sarg. Er wird ihn in seinem Zimmer aus- stellen und seine Freund« einladen, ihn zu besichtigen. Er wird den Rest seiner Tage rings um diesen schönen, goldenen Sarg verbringen — es ist fast zuviel Glück, diese nahe Erfüllung seines Jugend- traumes, aber die Geschäfte sind gut, melleicht»och ein halbes, höchstens ein Jahr.— Li-Po hebt den Kopf und horcht. Ein gelber Ohrenputzcr kommt die Straße herauf, ruft sein eintöniges Ai— Ai—. Po winkt ihm. Der Chinese hockt sich mit einer tiefen Verbeugung neben ihn, holt seine Instrumente aus der zersetzten, blauen Jacke: Kleine Lössel und Stäbchen aus Elfenbein, Watte, ein Fläschchen mit schmutzigem Seifenwasser. Und während der Gelbe das abstehende linke Ohr in die Arbeit nimmt, schließt Po genießerisch die Augen, denn dos Ohrenputzen bedeutet für ihn ein kleines Fest. Er träumt dabei weiter von seinem Sarg und verspürt überdies Hunger. Das Wasser rinnt ihm dabei im Mund zusammen, denn er gedenkt dann eine Doppelportion Haisischflossen zu verzehren. Ein gelinder Stoß des Ohrenputzsrs weckt ihn säh. Er blinzelt — eine hagere Engländerin steht drei Schritte vor ihm. zielt mit der Kamera, winkt dem Ohrenputzer, daß er seine Arbeit fortsetze. Po oerzieht seinen großen Mund zu dem demütigsten Lächeln, zeigt dabei seinen einzigen schwarzen Zahn und ist entschlossen, noch der Aufnahme sofort auszustehen und sein Glück zu versuchen. Die Engländerin knipst, dreht die Filmspul«. Und jetzt geschieht das Unbegreifliche, das zweite Wunder im Leben Li-Pos: Sie öffnet ihre Geldbörse, sucht nach Kleingeld. Zögert einen Moment, nimmt«inen Silberdollar heraus, wirft ihn neben Po. Gcht weiter. Po starrt ihr noch, beginnt plötzlich zu schluchzen. Er weiß selbst nicht, warum er heult, denn das Geschäft ist doch schon gemacht— aber er muß weinen. Er weint aus Pilichtgefühl, aus Ueberräschung und aus Freude über dies« glücklich« Stund«, in der er beim Ohren- putzen einen Dollar verdient«! Und während«r sanft weiterschluchzt, neigt er den Kopf, damit der Ohrenputzer sein rechtes Ohr in die Arbeit nehme.——— Sir.£eo Jloszclla: AtiSdVUChS&VMlUl Die Menge der Ausdrücke, über die der Mensch oerfügt, wächst von der Kindheit bis ins späte Alter, wenn bereits geistige Ent- wicklung und Ausbildung beendet sind. Das Anwachsen der Zahl der Ausdrücke geht in der Kindheit cun raschesten, aber nicht gleichmäßig, denn es unterliegt dem Gesund heitsMstand des Kindes wie auch seiner Lebenserfahrung. In der ersten Zeit der Kindessprache ist es leicht, die Aus- drücke, die es gebraucht, zu wählen, später schon sehr schwer, da sich die Sprechsähigkcit mit oft erstaunlicher Raschheit entwickelt. Man hat in verschiedenen Ländern, vor allem in Amerika und Schweden, entsprechende Untersuchungen angestellt und statistisch festgelegt natürlich auf individueller Basis. Ein amenkonisches, unter diesem Gesichtspunkt sehr sorgfältig beobachtetes Kind, besaß im zehnten Lebensmonat in seinem Wörterbuch drei Ausdrücke, im elften 12, im zwölften 24, im dreizehnten 38, im vierzehnten 48, im fünfzehnten 106, im sechzehnten 199 und im siebzehnten 232 Ausdrücke. Als dasselbe Kind das 6. Lebenswahr beendet hatte, stellte man eine neue Untersuchung in der Art an, daß man auf alle Möbel im ganzen Hause Zettel und Bleistifte verteilte und alles aufschrieb, was das Kind sagt«. Nach zwei oder drei.Togen sammelte man die Kärtchen und ordnete die Ausdrücke alphabetisch. Uird wiederum verteilte man Zettel und Bleistifte, damit die Hausinsassen sofort alle Ausdrücke, die das Kind ungezwungen von sich gab, notierten. Unabhängig davon imterhielt man sich mit ihm über verschieden« Stoffe, um ihm die Möglichkeit zu geben, alle Zlusdrücke zu gebrauchen, die es vorher erworben hatte. Aus diese Weis« stellte man nach einer einen Monat währenden Untersuchung ein vollständiges Wörterbuch der Ausdrücke dieses Kindes im 6. Lebensjahr zusammen und veräffent- lichte es. Es enthält 2688 Ausdrücke neben Eigennamen mrd Zahlworten. Der bekannte dänisch« Sprachforscher Otto Jespersen, der darüber schreibt, behauptet, daß jenes sechs Jahre alt« Kind ohne Zweifel über ein« noch größere Menge von Aufrücken verfügte, da man trotz der sorgfältigen Untersuchung nur die Ausdrücke zählt«, die das Kind im Lauf« des ersten Monats des 7. Lebensjahres an- wendete, ohne die Ausdrücke zu zählen, die es verstand und anzu- wenden vermocht«. Es ist ollgemein bekannt, daß passive Sprach- kenntnis hinsichtlich der Ausdrücke imd Ausdrucksweise bedeutend breiter und reicher ist als die produktive. Ueberhaupt bezweifelt Jespersen ernsthaft die Bedeutung der Statistik der Ausdrücke in der menschlichen Sprache und empfiehlt vielmehr Untersuchungen, wstostl Ausdrücke das Kinh oder der Erwachsene nicht versteht Di« Lehrer fallen im allgemeinen in den Fehler, daß sie einzig und allein darauf achten, ob das Kind ein Frsmd- oder Lehnwort nicht versteht, während sie vergessen, daß Kinder häufig viele Ausdrücke der eigene'n Sprache nicht verstehen, obwohl sie sie vom Lesen und Hören kennen. Ferner ist bekannt, daß es in jeder Sprache Wort« gibt, die viele Bedeutungen besitzen, den Sätzen entsprechend, m denen sie gebraucht werden. Der bekannte Spvochförscher Prof. Vendryes führt mit Recht aus, daß man i,n Wörterbuch solche Ausdrücke mit einfacher Bedeutung nicht äls«m-und denselben Ausdruck bs- trachten darf, sondern als verfchiedRi« mit eürsn abweichendem, psychischen, intellektuellen oder auch nur Gemütsbewegungsinhokt. Deshalb besitzen wir auch mehr oder weniger gor keine genauen Berechnungen der in der Sprache gebräuchlichen Ausdrück«. Di« gewöhnlichen Wörterbücher können sie nicht geben, da sie auch solche Ausdrücke bringen, die heute niemand mehr versteht, abgesehen davon, daß sie niemand mehr gebraucht, und serner Ausdrücke, die nur lokal oder von besonderen Kategorien von Menschen gebraucht werden(Technische Ausdrücke). Aber auch diese Zählversuche, die bis jetzt angestellt wurden. sind interessant. So gab der berühmte, heute nicht mehr lebend« Sprachforscher Max Müller, auf der Basis angeblicher Berechnungen eines Pfarrers der anglikanischen Hochkirche an, daß ein englischer Bauer im höheren Alter einen Sprachschatz besaß, der sich nur aus 300 Ausdrücken zusammensetzte. Jespersen nennt das eine Erzlüg«, obwohl es durch ein« Autvri- tat in der Psychologie wie Prof. Wundt wiederholt wurde. Wenn jeder ausländische Junge auf der Schulbank mit Leichtigkeit im ersten Jahre englischen Sprachunterrichts 700 englische Ausdrücke erlernen kann, wie kann man dann annehmen, daß ein erwachsener Engländer, und sei es auch«in«infacher Bauer, über einen kleinere» Wortschatz verfügte. Das Beispiel des oben zitierten amerikanischen Jungen, der im ersten Monat des siebenten Lebensjahres bereits über fast 3000 Ausdrücke verfügte, beweist am besten, welchen Fehler Mar Müller in seiner Gutgläubigkeit und nach ihm Wundt machten. Jespersen gibt seinerseits auf Grund der Angaben eines änderen schwedischen Dialektsorschers, der sehr genaue Untersuchungen über den Sprachschatz eines schwedischen Bauern anstellte, an, daß jener über 26000 Ausdrück« oerfügte. Roch interessanter ist, daß dieses Resultat durch die Forschungen anderer schwedischer Sprachforscher bestärkt wurde.• Man kann also im allgemeinen sagen, daß Erwachsene über 16000 Ausdrücke oerfügen. Dies« Behauptung kann nicht durch Spezialwörterbücher gewisser Autoren umgeworfen werden, die in ihren Schriften eine bedeutend geringere Wortzahl gebrauchen. Man berechnete zum Beispiel, daß Shakespeare in seinen dramatischen Werken und GÄnchten 24 000 Ausdrücke gebrauchte, darunter sehr viele von mehrfacher Bedeutung, Dickens 12 000, Milton 8000 Ausdrücke. Die englische Bibel enthält mrr 6000 Ausdrücke. Kaim man aber daraus folgern, daß Shakespeare nur 24 000 Ausdrücke gebrauchte? Nein. Es beweist nur, daß er für seine dichterischen Zwecke diese Zahl an' Ausdrücken im Wortschatz zur Verfügung hatte, den er überhaupt besaß, und der ohne Zweifel grüßer ge- wesen sein muß, denn außerhalb der dichterischen hotte Shakespeare auch andere Zwecke. Jespersen gcht sogar soweit, zu behaupten, daß zum Beispiel Schriftsteller, wie Zola, Kipling oder Jack London in ihren reo listischen Prosawerken ein« bedeutend größere Wortmenge ge- brauchten als Shakespeare, weil sie weniger- sorgfältig die Ausdrücke aus dem Wörterbuch wählten, über das sie in der lebendigen Sprache oder im Geiste verfügten. Sias hleinsle Cjchirn Der Riesen-Ameisenfresser von Südamerika, der sich in dem dichten Urwaldgürtel an den Ostabhängen der Anden findet, ist jetzt zum erstenmal in einen amerikanischen Zoo übergeführt und dort vm> den Gelehrten genauer studiert worden Dabei hat sich herausgestellt, daß dieses merkwürdige und seltene Tier dos»er- hältnismößig kleinste Gehirn unter ollen bekannten Lebewesen hat. Ein Beweis für die Dummheit dieses Geschöpfes war die Tat- fache daß es selbst durch feinen Hunger nicht dazu gebracht werden konnte, Nahrung in der Gefangenschaft zu nehmen Ein Reisender, der von den Eingeborenen einen solchen südamerikanischen Ameisen- jresser kaufte, ließ sofort ein Ameisennest aus dem Wald holen und bot dem gefangenen Tier unterdessen Eier, Milch und Honig an Der Ameisenfresser berührte aber nichts, und als man ihm dann das Ameisennest in den Käfig legte, blieb er vollkommen gleichgültig, ob- wohl er dos Nest in Freiheit sofort ergriffe» hätte. Es gibt sehr viele Arten von Ameisenfressern: die größten wer- den auch Ameisenbären genannt. Die südamerikanische Art ist besonders groß und erreicht eine Größe bis zu sieben Fuß. Das Tier hat einen langen Hals und einen winzigen Kopf, der eigenllich nur aus einem langen rüsselartigen Maul besteht: für das Gehirn ist also mir sehr wenig Platz es hat einen buschigen, reich mit Haaren be- wachsenen langen Schwanz, den es nach den Angaben der Einge- borenen bei nassem Wetter als eine Art Rcgenschinn benutzen soll. Es legt dann den diclsten Schwanz über den ganzen 5lörper. um dos feuchte Element abzuhalten. Der Ameisenfresser hat keine Zähne; inil der kleinen runden Oeffnung an der Spitze seiner Schnauze saugt er Ameisen und andere Insekten in großen Mengen auf. In den tropischen Gegenden von Süd- und Mittelamerika haust dieses Tier in den Wäldern und Sümpfen an den Flüssen. Es öffnet mit seinen scharfen Klauen an den Vorderfüßen die Nester der Termiten und Amcisen. und wenn dann die aufgeregten In- selten all« nach dem zerstörten Teil ihrer Wohnung eilen, dann schlürft es. sie in großen Mengen herunter. Der Ameisenfresser ist ein stumpfes und daher auch ganz harmloses Tier, wie es bei seiner Dummheit nicht anders zu erwarten ist. �Deutsche Rechtschreibung Der„Duden* ist heute bei uns zu einem.Haushaltswort* ge- worden, denn jeder von uns nimmt immer wieder das„Orthographi- jche Wörterbuch* zur Hand, das uns den sicheren Weg durch das Labyrinth unserer Rechtschreibung weist. So ist der Nonv des be- scheidenen Schulmannes Konrad Duden, dessen Geburtstag sich heute zum hundertsten Male jährt, unsterblich geworden. Er ist gleichsam der Schutzpatron der deutschen Rechtschreibung, und in seinen Büchern lebt der Geist der Orthographie fort, den er verkörpert«. Wir müssen diesem Regelbuch, dos uns auf keine Frage die Antwort schuldig bleibt, besonders dankbar sein, wenn wir uns vergegenwärtigen, welche heillosen Zustände auf diesem Gebiet im 19. Jahrhunoert herrschten. Damals schrieb jeder, wi« er wollt«, und niemand wußte / genau, welche Schreibart die richtige und welche die falsche sei. Ein I braunschweigischer Beamter, der 1863 eine Schrift„über die Um- bildung der deutschen Recht schrechung* erscheinen ließ, klagt be- wegllch über die damaligen Zustände. Er hatte sich die„historische Orthographie* zum Muster genommen, für die damals Jakob Grimm kämpfte. Wer in seinem Berus konnte er diese seltsame Rechtschreibung nicht anwenden und mußte sich daher in seinen amtliche» Aktenstücken zu einer anderen Schreibung bequemen.„Danebeil aber,* berichtet er,„muß ich noch verschiedene andere Rechtschreibun- gen lernen, um meinen Kindern bei ihren Schularbeiten nachhelfen zu können. Die Nachhilfe ist dann zugleich mit. der Warnung ver- Kunden, ja nicht so zu schreiben, wie Papa schreibt, sondern lediglich, wie es der derzeitige Lehrer will!* Diese Unsicherheit brachte eine allgemeine orthographische Bewegung in Fluß, in her die Germa- nisten als Borkämpfer einer Rechtschreibung nach historischer Grund- läge mit den Pädagogen in Streit standen, die forderten, man solle möglichst nach dem Klange schreiben. Aus der Berliner Konferenz von 1876 prallen die Gegensätze aufeinander; an ihr nahm auch Konrad Duden teil, der als Gymnasialdirektor in Hersfeld wirkte, und er vertrat eine mittlere Richtung, deren Vorschläge dann im wesentlichen in der sogenannten Puttkamerschen Rechtschreibung zur Geltung kamen. Duden verfocht seine Änschauunge» in einem Buch „Die Zukunftsorthographie*, das in jenen Tagen des Kampfes um die Wagnersch« Zukunftsmusik nicht wenig verspottet wurde. Aber diese Zukunftsorthographie Dudens ist dann doch im wesentlichen zur Gegenwartsorthographie geworden, da die'einheitliche Rechtschrci- bung, die durch die Konferenz von 1901 festgelegt wurde, seine An- regungen ausnahm. Duden hat verschiedene„Wegweiser* für die Rechtschreibung verösfentlicht, uuter denen sein„Orthographisches Wörterbuch* allgemeine Anerkennung fand und in immer neuen Auf- logen bis auf den heutigen Tag richtunggebend geblieben ist. Motel TTaldorf Astoria erledigt Wohl das berühmteste Hotel Amerikas, das W a l d o r>- Astoria in New Park, verschwindet von der 5. Avenue und wird durch ein fünfstöckiges Buroouhaus ersetzt. Das Hotel sowie das daneben gelegene Astor-Court-Gebäude sind für den Preis von 20 Millionen Dollar verkauft worden. Der Grund für die Nieder- reißung des schönen Bauwerks, in dem die berühmtesten Persönlich- keilen des Landes und die bedeutendsten Besucher aus dem Ausland gewohnt haben, ist darin zu suchen, daß der Grund und Boden, auf dem-es steht, für Hote'zwecke zu kostbar geworden ist. Die weiten Korridore, darunter die berühmte„Pfauen-Galerie*, und die großen Räume nehmen viel mehr Raum in Anspruch als an Geld herausgewirtschostet werden kann. Die Waldorf, Astoria be- steht eigentlich, wie schon der Name zeigt, aus zwei Gebäuden. Das Waldorf. Gebäude wurde zwischen 1890 und 1893 von dem Millio- när William Waldorf Astor auf dem Platz seiner Residenz an der Nordwestecke der 5. Avenue und der 33.«traße errichtet. Das „Astoria* wurde 1897 von dem Dollarkönig John- IaeN) Astor eröffnet, der diesen Bau an Stelle seiner Residenz an.der 34. Straß« schuf. Diese Verbindung„Waldorf-Astoria" bedeutete vor einem Biertelsohrhundert den höchsten Grad der Vornehmheit.«Luxus» artikel, auch Zigaretten, wurden danach genannt. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Finfendungen für biefe Rubrif nur an bas Jugendfetretariat Berlin SB 68. Linbenffraße 3 Die Berichtsbogen für bas 4. Quarial 1028 müssen sofort dem Sekretariat eingereicht werden. Gymnastikkursus unb Bewegungsthor fallen am 3. unb 10. Sanuar aus. Heute, 19% Uhr: Jahresmitgliederversammlungen: Westen 1: Seim Bülowstr. 88. Faltplay 1: Schule Sonnenburger Str. 20. Rorden: Heim Lorging, Ede Graunstraße. Schönhauser Vorstadt: Schule Sonnenburger Str. 20,- Röpenider Biertel: Schule Brangelftr. 128( 20 Uhr). Theater, Lichtspiele usw. Jonns g. d. 3. 1. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 3 20 Uhr Donnstg., d. 3. 1. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus 19, Uhr Aegyptische Othello Helena Staats- Oper Am Pi.d. Republ. A.-V. 1 19% Ubr Carmen Staati. Schauspielb. am Gandarmenmarki A.-V. 3 20 Uhr Die PetroleumInseln Staati. Schiller- Theater, Charitbg. Ist er gut 20 Uhr - Ist er böse? SCALA 8 Uhr B5 Barbarossa 9256 HARRY RESO und weitere Varieté- Neuheiten Komische Oper 84 814 Berlins SENSATION ist dieses neuartige Revue- Stück von JAMES KLEIN Häuser der Liebe REVULLER 8% Theater im Admiralspalast Wiederauftreten Jackie Coogan Schön in Long Schick Nur bis Montag, 7. Januar, täglich 8% Uhr sonnabend, 5. Jan., 38, Uhr. Letzte Vorstellung Frau Holle Märchenspiel d. Haller- Revue mit Jackie Coogan zu kleinen Preisen. Sonntag, den 6. Janu r, 3 Uhr: Einzige Nachmittagsvorstellg. ,, Schön und Schick" mit Jackie Coogan zu haiben Preisen Ratibuffer Tor: Seim Briser Str. 27-30. Giben: Seine Dordte.= Friebrichshagen: Heim Friedrichstr. 87. Bittenau: Heim Rofenthaler Str. 15. Röllnischer Bart: Die Donnerstagneranstaltungen fallen bis auf weiteres aus. Busammenkünfte vorläufig nody Dienstags im Heim Große Frankfurter Straße 16. Jahresmitgliederversammlung am Sonntag, 6. Januar, 15 Uhr, ebendort. Südwest: Mitgliederversammlung erst am 10. Januar. Wilmers borf: Seim Wilhelmsaue 123: Rüdbitd. Behlendorf: Nordschule, Botsdamer Straße: Funktionärsigung. Werbebezir! Schöneberg: Berbebezirksverftandsfizung pünktlich 19 Uhr beim Genossen W. Müller, Enlauer Str. 22. Goz. Schülergemeinschaft Kreuzberg: Seim Briger Str. 27-30. 17% Uhr: Bericht aus den Gdjulen. Berbebeair! Brenzlauer Berg: Berbebegirlsbelegiertenkonferenz Sonnabend, 5. Sanuar, pünktlich 10 Uhr. im Seim Danziger Str. 82, Barade 7. Auf je METROPOL- THEATER Gastspiel Großes Schauspielhaus Tägl. 8 Uhr: Die neue Charell- Inszenierung ein beispielloser Erfolg! Die fie lustige Witwe mit Fritzi Massary Operette in 6 Bildern von Frans Lehár Max Mansen, Uschl Elleot, Walter Jankuhn, Hans Junkermann, Willy Schäffers, Oskar Ebelsbacher, Erich Harden, Dolly Haas, Gustav Heppner, Hellmuth Krüger, Hans Sternberg, Rita Rio Der schwarze Bariton Frisco Marquita Sisters Jacksons Comedian Boys Beanty Girls Gesamtausstattung Prof. Ernst Stern Dirigent Ernst Hauke Regie: Erik Charell Demnächst aut Elektrola GROSSES SCHAUSPIELHAUS täglich& Uhr 137 mal ausverkauft Casanova Alfred Jerger Emmy Sturm, Anni Frind, Anny Ahlers, Trude Lieske, Siegfried Arne. Bendow, Morgan, Blankenhorn, Julla Sarda, Mare.Kupfer, Grete Walter, Pisha, Geppert, Mikeiski La Jana Winkelstern Com. Harmonists Sunshinegiris Jacksonboys Rogie: Erik Charell Gesamt- Ausstattung: Prof. Ernst Share Xen auf Electrola. Winter Garten 8 Uhr Rauchen gestat.et Unerreicht unübertroffen Drei Codonas Luftattraktionen Trude Hesterberg *** Bie Abels u. weitere Sensationen Sonnabend n. Sonntag Je 2 Vorstellungen 330 und 8 U r. 30 kleine reise. Unser enorm billiger großer Theater des Westens Täglich 8, Uhr Friederike Frans Lebar dirigiert Käthe Dorich Richard Tauber Borverkauf ben ganzen Tag, Teleph. Steinplag 981 m. 7180. Reichshallen Theater. Abends 8 Sonntag nachm. 3 Steffiner Sänger Hamlet im Heringslåden deza das große WeihnachtsProgrammi Dönhoff- Brettl: Das heltere Januarpregr. Volksbithne Theater am Blowplatz 8 Uhr Das Madi ans der Verstadt Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehuna Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Ist er gut gehn abgerechnete Mitglieder im November önnen die Abteilungen einen Delegierten entfenden. Zutritt zu dieser Konferenz haben nur die Delegierten, Berbabezirksfunktionäre und Jugendbeirate. Der Juventurausverkauf im Ranfhaus Tempelhof. Sekt heißt es: Raus mit allen Winterwaren, taus mit allem, was unter dem Einfluß der Mode fteht. 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Im Namen des technischen Personals der Firma Maurer& Dimmick Der Betriebsrat. Berlin, den 2. Januar 1929. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 5. Januar 1929, 16 Uhr, im Krematorium Gerichtstr statt. Theater Kleines Theater Täglich 8, Uhr: Aute Jabbit. La Granions Max Adalbert Täglich 8 Uhr: Ich küsse Ihre in Hand, Madame Der Dickkopf Ein Spiel von Liebe Sandrock, Landa, und Lenz nach dem Sterler. Sikla. berühmtenSchlager Rundfunkhörer Lustspielbans balbe Preise Trianon- Th. Täglich 8, Uhr Der letzte Schleier mit Erika Gläßner und Oskar Beregi Planetarium am Lec Farling. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel 21. Uhr Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8, Uh GuidoThielscher in Weekend im Paradies R ose- Theater Jr, Frankfurter 51.132 8% Uhr: Mädi Theater am Nollendorfplatz Dir. Bruck Täglich 8 Uhr Jettchen Gebert Singspiel Werden u. Ver- von Walter Kollo gehen d. Sterne Inventur- Ausverkauf in fast allen Abteilungen begann am 2. Januar. Die Preise sind teilweise bis zu 50% herabgesetzt! P.Raddatz& Co. Leipziger Straße 122-123 Die Nachricht von dem Tode anseres allverehrten Seniorchefa, Herrn Peter Maurer erfüllt uns alle auf das schmerzlichste. Infolge seines aufrechten Charakters, seines biederen Wesens und seiner beruflichen Tüchtigkeit wurde ihm allseits die größte Hochachtung und Wertschätzung entgegengebracht. Er war ein Vorbild äußerster Pflichterfüllung. Wir bedauern aufs tiefste sein Hinscheiden und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Berlin, den 2. Januar 1929. Die Angestellten der Buchdruckerel Maurer& Dimmidi Dtsch. Künstler- Th. 0% Uhi Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Ria Matibias Preise 1-10 Mark Theater a. Kottbusser for Kottbusser Str. o Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger DIE JANUAR SENSATION: Krach Volkspreise: MK.0,50 b. 2,00, Logen 2,50 8/ Uhr CASINO- THEATER Uhr Lothringer Straße 37. Heute früh um. 9 Ubr entschlief fanft nach längerem. qualvollem Lei ben mein liever Mann, unser herzens guter Bater, Großpaier, Schwiegerbater, Schmager und Onfel Franz Meyer im 67. Lebensjahre, feiner türzlich heimgegangenen geliebten jüngsten Cochter folgend Dies zeigt tiefbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Elisabeth Meyer geb. Bischnewst Eichwalbe( Kr. Teltow, Bahnhof ftraße 7, u Erfurt, 1. Januar 1929 Die Einäscherung findet am Sonn abend, bem& Januar. 16% 4% Uhr nachm, im Krematorium BerlinWilmeredor, Berliner Str. 101, fta t. Der neue Posse- Schlager! Deutscher Metallarbeiter- Verband August, die Kanone! Jazu ein erstklassiger bunter Teil. Achtung! Berwa tungsmitglieder! Morgen. Frettan, den 4 Sanuar, findet Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. teine Stung ber Mittleren Orts Fauteu nur 1.15 M., Sesse. 1.65 M. vermaltung ftati onstige Preise Parkett u. Ran M Die Ortsverwaltung. Renaissance- Theater Saltenburg- Bühnen Tel. Stainp.atz 801 u. 2583/84. lagich 81 Uhr: „ Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. Sonntag, den 6. Januar, vorm. 11: Ludwig Hardt Peter Altenberg- Feier Nachm. 4 Uhr: Krankheit der Jugend Lessing- Theater 8 ht Katha ina Knie. Wospets: man 20.billig? Nur Krause- Pianos zur Miete W50, Ansbacherstr.1 Groß- Berlin Inferieren Alexandern'a'. bringt ERFOLG: