BERLIN Montag 7. Januar 1929 Der Abend Ericheint täglich außer Sonntags. er Fugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Vf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts " 10 Pf. Nr. 10 B5 46. Jahrgang. 66 unzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeils 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Voffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Staatsstreich in Belgrad. Das Parlament beseitigt. Der König als Diktator. Belgrad, 7. Januar. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hat Ser König durch einen Staatsstreich die Verfassung außer Kraft gesezt. Er hat das Parlament aufgelöst und den kommandierenden General der Garde zum Ministerpräsidenten ernannt. Die Minister sind nur dem König verantwortlich. Sie haben dem König bereits den Eid geleistet. Belgrad, 6. Januar. Belgrad einigen Pressevertretern, die ihn nach seinen Eindrücken| ernannt, das Parlament aufgelöst, die Ministerverantworts. fragten: Die Fesseln sind gesprengt. Die Verfassung, die die Kroaten sieben Jahre lang ,, beglückte", ist aufgehoben. Es wird nun gelingen, das Ideal des kroatischen Volkes zu erreichen und wirklich Herr im Hause in einem freien Kroatien zu sein."(!) Der Ministerrat, arbeitet". Belgrad, 7. Januar. lichkeit aufgehoben, die Pressefreiheit beseitigt, die gesetz gebende Gewalt sich selbst, d. h. dem Dittaturkabinett, vor behalten: Mit dem Bajonett soll der franke Staat furiert werden. In einer Proklamation an sein ,, teueres Volk" weint des König dem Parlamentarismus eine Träne nach, er sei sein ,, politisches Ziel" geblieben. Aber der habe versagt, und, wie Der Ministerrat hielt gestern seine erste Sigung ab. Beim| weiland Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, erklärt Das heute vormittag im Amtsblatt veröffentlichte Verlassen des Ministerratsgebäudes erklärte Ministerpräsident 3siv- Alexander: Die Stunde ist gekommen, wo es zwischen dem Gesetz über die königliche Gewalt und die oberste Verwaltung des Staates bestimmt: Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen ist eine Erbmonarchie. Der König besitzt alle Gewalt im Lande. Er erläßt und veröffentlicht die Gesetze, ernennt die Beamten, bestimmt über die Beförderungen im Heere und befehligt die Streitmacht. Ferner steht ihm das Recht der Amnestie und der Beguadigung zu. In allen Beziehun gen zu fremden Staaten vertritt er den Staat. Das Gesek enthält weiter Bestimmungen über das fönigliche Haus, über Einsetzung und Tätigkeit der Regentschaft im Falle einer Abwesenheit, Erkrankung vder Minderjährigkeit des Königs und setzt ferner fol gendes fest: Der König ernennt den Ministerpräsidenten und die Minister, die seinen Weisungen entsprechend handeln, da die Minister den Treueid dem König leisten. Die Minister sind dem Könige verantwortlich, der sie in Anklagezustand versehen kann. Das Gesetz trifft Bestimmungen über das Verfahren zur Aburteilung von Ministern und sagt weiter: Der König erläßt und veröffentlicht Gesetze durch Dekrete, die vom Ministerpräsidenten, dem in Betracht kommenden Ressortminister und dem Justizminister gegengezeichnet sind. Die administrative Gewalt wird vom Minister entsprechend der königlichen Ermächtigung gehandhabt. Die Gerichtsbarkeit wird im gesamten Lande im Namen des Königs ausgeübt. Das Gesek tritt an dem Tage seiner Veröffentlichung, das heißt am 6. Januar, in Kraft. Belgrad, 6. Januar. Durch das zweite im Amtsblatt veröffentlichte Gesetz über den Schutz des Staates werden sämtliche Par= teien, die auf religiöser oder nationaler Grundlage organisiert sind, aufgelöst. Das Parlamentsgebäude in Belgrad. lomics den Vertretern der Bresse, er habe nichts mitzuteilen, da die Regierung gebildet worden sei, um zu arbeiten, aber nicht um Das dritte Gesetz über die Abänderung des Presse- Erklärungen abzugeben. Von nun an würden der Presse keine münd gesetes enthält viele Verschärfungen der bisherigen Belichen Mitteilungen über die Beschlüsse der Regierung gemacht werden. Diese würden lediglich im Amtsblatt veröffentstimmungen des Pressegesetzes. Es wird u. a. die licht. Die Sigung des Ministerrats soll sich mit einer Reihe neu solidarische Verantwortlichkeit des Ver fassers, des Redakteurs, des Herausgebers, des Drude. 3u erlassender Geseze man spricht von 18 befaßt haben. Die Blätter veröffentlichen in Sonderausgaben lediglich die aus reibesizers und des Vertreibers festgesekt. Es werden dem Amtsblatt übernommenen töniglichen Erlasse, enthalten sich sodann die Fälle aufgezählt, in denen der Minister des jedoch jeglicher Darlegung der Ereignisse und jeglicher Kommentare. Innern das Erscheinen eines Blattes endgültig verbieten Der Minister des Königlichen Hauses, Jantowitsch, wurde fann. feines Amtes enthoben und wird durch den früheren Hofminister und jetzigen Gesandten Jeftitsch ersetzt. Durch das vierte Gesetz werden die Gemeindevertretungen aufgelöst. In Belgrad, Agram und Laibach werden die Gemeindevertretungen von dem König, in anderen Gemeinden von dem Obergespan ernannt werden. Die Geschäfte der Landesversammlungen werden von staatlichen Kommissaren versehen werden, die von dem Obergespan ernannt werden. Das Echo beim Bundesgenoffen. Paris, 7. Januar.( Eigenbericht.) Die Pariser Preffe fommentiert mit größter 3urückhaltung den Staatsstreich des Königs Alexander von Jugoslawien. Der offiziöse ,, Petit Parifien" schwingt sich nur zu der ausweichenden Der Gardekommandeur als Ministerpräsident. Ansicht auf, mit diesem Staatsstreich seien die Schwierigkeiten der Belgrad, 6. Januar. legten Monate durchhauen, aber lange noch nicht gelöst. Der König hat am Sonnabend abend ein Kabinett aus Mit- Bertinag im Echo de Paris" erklärt, die Balkanvölker seien für gliedern außerhalb der Parteien ernannt. Die neue Re- den Parlamentarismus noch nicht reif. Es genüge, an das Beispiel gierung wurde noch Sonnabend abend vereidigt und seht sich wie Bastischs in Serbien, Bratianus im Rumänien, Stambolinskis in Bulfolgt zusammen: Ministerpräsident und Innenminister garien und Venizelos in Griechenland zu erinnern. Der sozialistische Gardetommandant General Sivtovilich, Kriegsminister Bopulaire" richtet Vorwürfe an den Quai d'Orsay., da der StaatsGeneral Hadschitsch, Berkehrsminiffer Dr.& orofcheh, streich nicht ohne Zustimmung Frankreichs hätte erfolgen fönnen. Außenminister Marinfowitsch( Demokrat), kultusminister Es wäre eine Schande für die französische Republit, wenn etwa der Bizepräsident des Staatsrates 21ouzvovitsch( Dem.). Forf- französische Gesandte in Belgrad die Einrichtung des absolutistischen minister Abg. Radiovjevitsch( Dem.), Justizminister Dr. Regimes begünstigt und damit die französische Regierung daran mitStriffch( Radikaler), Unterrichtsminister Marimowitsch schuldig gemacht habe. ( Radikaler), Minifter für öffentliche Arbeiten Ingenieur Savtovifich( Rad.), Minister ohne Portefeuille Uzunovitsch, Landwirt- Statt durch Neuwahlen die füdslawische Krise zu schaftsminister Universitätsprofessor Franges( Kroate), Finanzminifter Sourljuga( Kroate), Gesundheitsminister Dr. Krull( kroate). Kroatische Hoffnungen. Wie aus Agram berichtet wird, erklärte der Präsident der Broatischen Bauernpartei, Dr. Matschef, nach seiner Rückkehr aus lösen und dem Volk selbst die Entscheidung über das Schicksal und die weitere Entwicklung des Staates zu überlassen, ist König Alexander dem Drängen der Militärkamarilla in feiner Umgebung erlegen. Noch vor wenigen Tagen als frant gemeldet, hat er dem Drucke der Militärs nachgegeben und den Kommandeur der Garde zum Ministerpräsidenten Volk Volt und dem Könige keinen Vermittler geben darf." Vor achtzig Jahren war es in Preußen die ,, Konstitution" gewesen, die sich als Blatt Papier" zwischen Ihn" und sein Bolt nicht drängen sollte, diesmal ist es in Südslawien das Parlament, das den Kontakt zwischen der Militärkamarilla des Königs und dem Volke verhindert. Die Kroaten, Serben und Slowenen werden nun das Vergnügen haben, von ihrem Könige unmittelbar regiert zu werden, die väterliche Liebe des Obrigkeitsstaates wird den teuren Untertanen schrankenlos zuteil werden, denn mit der demokratischparlamentarischen Verfassung sind auch die Grundrechte der Bürger außer Kraft und Kurs gesetzt. Seine Majestät Alexander hat nicht verfehlt, seinem ge= treuen Volk auch über die Zukunft einige Worte zu sagen. In der Proklamation fündigt er die Schaffung einer Berwaltungsorganisation an ,,, die den allgemeinen Bedürfnissen des Volkes und den Interessen des Staates am besten entsprechen werde". Das ist immerhin deutlich. Noch deutlicher aber wurde der König gegenüber seinen Ministern! Er hat ihnen, nach der Eidesleistung, gewichtige Direktiven für ihre zukünftige Tätigkeit" mitgegeben. Diese Direktiven bestehen darin, daß jeder Minister einzig und allein ihm verantwortlich" sei, ein jeder in seinem Ressort die höchste Autorität im Staate" darstellt und sich nur von den Interessen des Dienstes und des Staates leiten lassen solle. Wird man abzustreiten wagen, daß die Klarheit des politischen Willens, Die der König und sein Kabinett entwickeln, den Bruch der beschworenen Verfassung pon 1921 vollauf rechtfertigen?! Die Sympathien und tätige politische Hilfe der Demofratien waren für den Südslawenstaat lange Zeit eine starke Stüze in seinem Freiheitskampf gegen den Faschismus im benachbarten Italien. Das neue Regime wird in den fortgeschrittenen Gebieten Europas keine Freunde finden, in Deutschland am wenigsten dann, wenn die bisherigen Rechte der deutschen Minderheiten, die zu festigen vor kurzem verheißungsvolle Anfäße gemacht worden waren, vernichtet werden. die sozialen Auswirkungen aber des neuen Absolutismus fündigen sich bereits in dem Telegramm an, das noch am Sonnabend der Verein Was Parker Gilbert übersehen hat. Die Bergarbeiter machen darauf aufmerksam. südslawischer Industrieller und Kaufleute dem König geschickt hat: es beglückwünscht seine Majestät zu seiner Entschlossenheit und hofft,„daß es nunmehr zum Wirtschaft- lichen Fortschritt und zur Konsolidierung der Verhältnisse kommen werde". Die Bourgeoisie nimmt das absolute König« tum an den Arm. Industrie, Handel und Militär haben sich in Südslawien verbündet. Landtagswahl in Lippe. lg der Sozialdemokraten— Niederlage der Oevtsch- nationalen. Detmold. 7. Januar.(Eigenbericht.) 'äei den ani Sonntag stattgefundenen lippischen Land- :agswahlen wurden insgesamt 79 000 Stimmen abgegeben. Davon erhielten: Sozialdemokralen.ZlZOO Den schnalionale.... 9 419 Deu Ische Volksparlei... 9798 Demokraten...... 4 457 Sommunlsiell..... 4 939 Zentrum....... 2 288 IZolksrechlspartei.... 3 169 wir fchajlsparlei.... 5 444 Christllchnattonale Boucrn- nnd Landbundparlei.. 6 321 Nationalsozialisten... 2 708 Lobe in den Raudfiaaten. Ae» der lettischen Sozialdemokratie Riga. 7. Januar.(Eigenbericht.) Der dritte Tag de» Besuches des Retchstagspräsidenten Löb« war der Sozialdemokratischen Partei Lettland, gewidmet. Löb« sprach im überfüllten Saale de» Bolk»l>ause» vor Parteisunltlonären über die Aufgaben des Sozialismus in Europa, überbrachte die Grüße des deutschen Parteloorstande, und rief den lettischen Sozialdemokraten ein„Auf Wiedersehen" zu. Anschließend wurde das Revolntionsmuseum besichtigt. Abends reiste der Rcichstogspräsident nach Reval. LSS Stunden in der Lust. Oer amerikanische Nekordflvg. New Jork.?. Januar. Da» amerikanische Rekordslugzeug„Suestion Mark" befindet sich »och den letzten weldungeo bereit» 135 Stunden in der Luft und stiegt somit ungefähr etwa 17000 Kilometer. Da dl« Motoren Ueberanstrengung«ersch«I»ungen zeigten, glaubten dt« Flieger. Sonntag nochmiltoz niedergehe« zu müssen und bereitete» sich anscheinend aus etue Notlandung au, 4000 Meter höh« vor. Aber die Motoren kamen wieder to Ordnung, und nachdem am Abend ver» schiedene Venzlnvorräte, sogar 170 Gallonen mit«loemmal. getankt morden, setzte der Apparat seinen(flug fort. Größere Zuschauer- mengen beobachteten tagsüber die eigenartige Auffüllung. Einsturzkatastrophe in Krankreich. 7 Tote- 8 Schwerverlehte. pari», 7. Januar. Am Sonntagnachmittag ist nach einer Meldung au» Marseille bei den Flugzeugwerken von D e B e r r» ein im Bau befindlicher Zementschuppen zusammengestürzt, wobei 12 Bau- ardeiter unter den Trümmern begraben wurden. Den Marinetruppen und Polizeimannschasten. die sofort an die Ausräumungsarbeiten gingen, gelang es im Lause des Nachmittags, sieben Tote und acht Schwerverletzt« au» den Trümmern zu bergen, ver Schuppen hatte eine Läng« von«0 und eine Breite von 35 Metern und war zur Aufnahme von Flugzeugen bestimmt. Oer Bau war bereit» ausgeführt, und es fehlten nur nach die Türen und Fenster. Zwei portugiesisch« Arbeiter, die sich noch recht- zeitig retten konnten, erklärten, daß ganz plötzlich ein mäßiges Krochen im Gebäude zu vernehm«» war und daß der Schuppen dann sofort zusammenstürzte. Die Gerichtebehörden Koben sofort eine Untersuchung eingeleitet. Ein entmenschter Bater. Zfau und Kinder ins Grob gebrocht! pari». 7. Januar. ungewöhnliches Verbrechen wurde in einem Gehöft bei �regomeur im Departement Eotes du Nord aufgedeckt. Di« Frau eines Gutsbesitzer, war vor einigen Togen g« st o r b« n. nachdem sie zwei Sinder tot zur Welt gebrach! hatte. Der Ehemann wurde verhaftet und gestand ein. den dreifachen Tod durch beständige brutale Mißhandlung seiner Frau herbeigeführt zu haben. Er Hot ferner eingestanden, daß er schon früher fünf oder sechs Si n d e r unmittelbar noch der G-burt umgebracht»nd die Leiche» im Garten seines Gutes ver- graben habe. Lochum. 7. Januar.(Eigenbericht.) Der Verband der Bergbauindustrieorbeiter Deutschland»(Deut- scher Bergarbeiterverband) veröffentlich bemerkenswert« Ausführungen an die Adresse des Reparationsagen- t e n. in denen es heißt: Parter Gilbert hat einen Bericht herausgegeben, der aus den Grund ton gestimmt ist. daß Deutschland verhältnismäßig leicht die ihm im Dawes-Plan zugedachte Reparationszahlung leisten könne. Den Beweis hierfür will Gilbert erkennen in der Tat- fache, daß Deutschland bis jetzt seine Reparationsleistungen prompt erfüllt hat, wobei die deutsche Wirtschaft verspreche, daß auch in Zukunft die beobachtete Leistungsfähigkeit gegeben sei. Hier ist der Punkt, an dem die Kritik der Arbeilerschos, wachgerufen wird. Die Problematik der Reparationsleistungen wird die Arbeiterschaft immer wieder dort interessieren müssen, wo sie in direkte Berührung gerät mit ihrer sozialwlrtschasllchen Leben»- sphäre, d. h. mit der Gestaltung ihrer Lohn-, Ar- beits- und Sozialverhältnils e. Der Bericht von Parker Gilbert ist geeignet, den deutschen Wünschen und eventuellen Hoffnungen aus ein« möglichst« M'lde- rung gegenüber den bestehenden Zuständen entgegenzuwirken. D i e deu fs che Wirtschost besteht aber nicht nur, wie Parker Gil- bert anzunehmen scheint, nur au» Steuereingängen, Reparationeob- gaben von Reichsbahn und Industrie, Attienrenten und gepump- tem Auslandsgeld, sondern auch au» arbeitenden Menschen. Dies« letzteren aber sind das Objekt, dem in erster Linie«in Jugoslawien. I Endlich der iialienischen Konkurrenz ebenbürtig' Kein Rückgang der Grippe! Da» hauptgesundhellsamt«eilt mit. daß die Srkromkuogszissern an Grippe in den letzten beiden Tagen noch keinen Rückgang erfahren haben, per Charakter der Erkrankungen ist aber nach w>« vor al» leicht zu bezeichnen. Mord an einem Gastwirt? Seit dem 3. Januar, vormittags gegen 10 Uhr, wird der 63 Jahre olle Gastwirt Karl Fröhlich aus der Marechstr. 19 zu Neukölln ver- mißt. Am Sonnabend, dem 5. Januar, wurde nun an der Morggrassbrücke in vaumschulenweg aus dem Stichkanal die Leiche eine» Manne» gelandet, in dem man später den vermißten Gastwirt erkannte. Besondere Umstände haben nun den verdacht austauchen lassen, daß der Mann einem verbrechen zum Opfer gefallen sei. Fröhlich, der auch ein« kleine Wurstfabrikotion betrieb, hatte bei seinem Fortgang ZOO Mark in Silber mitgenommen, um in d«r Zentrolmarkthall« Fleisch einzukausen. Zum Transport der Waren führte er einen Rucksack mit Lederriemen und einen in Zeitung»- papier eingewickelten Auckersack bei sich. Gegen 10 Uhr vormittag» sprach er am 3. Januar noch bei Verwandten vor, seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Lei der Leiche wurden weder Geld noch RucksocknochPaket gefunden. Allem Anschein nach ist Fröhlich auch nicht in der Makthall« gewesen Eine Veronlasiung, freiwillig au» dem Leben zu scheiden, lag nicht vor. Für die Aufklärung wäre «, nun von größter Wichtigkeit, daß sich alle Personen meldeten, dl« in der Zeit vom 3. Januar bis zum 5. Januar mit dem Gastwirt ge» sprachen ober ihn gesehen haben, insbesondere der Händler, bei dem Fröhlich vielleicht Fleisch einkaufte. Der Gastwirt war zwar 63 Jahr« all, machte ober den Eindruck eines Fünfzigjährigen. Er war 1.68 Meter groß, untersetzt und brettsämltrlg. hatte eine Glatze. blonden Bürstenschnurrbart und graue Angen und trug braunen weichen Hut, dunkle oben geschlossene Lodenjoppe, braune Strickwcste mit weißen Karos dunkle Hose und schwarze Schnürschuhe. Zweck- dienliche Mitteilungen an Kriminalkommissar S a l o« bei der Inspektion A im Polizeipräsidium. Werturteil über deutschen Wohlstand und deutsch- Leistungsfähig- teit zugrunde gelegt werden muß. Und wie sieht es hier aus? Kein Mensch wird im Ernst« behaupten wollen, daß die Lage der deutschen Arbeiterschaft als zufriedenstellend be- zeichnet werden kann. Gerade Parker Gilbert müßte das am besten wissen« da er doch Gelegenheit hat, den Unterschied in der Lebenshaltung des deutsche« und des amerikanischen Arbeiters aus eigener Anschauung zu studieren. Warum ist der Agent nicht einmal hinabgestiegen zu den Massen der Arbeiter? Dort hätte er gemerkt, daß ihr Lebensverhältnis im Ver- gleich zum menschlich Notwendigen noch jammer- voll genannt werden muß und daß die Wirklichkeit doch etwas anders aussieht, als sie sich am grünen Tisch herauskaltulieren läßt. Wir dürfen es uns als Arbeiter nicht nehmen lassen, mit allem Nachdruck daraus hinzuweisen, daß gerade hier die einzig richtige, wahre und dem Sinne vernünftigen Mrtschasten, gerecht werdende Untersuchungsmethode liegt. Das menschlich« Wohlergehen ist Sinn und Zweck des Mrtschastens und ihm ist die Priorität oller Forderungen an die Wirtschaft zuzu- erkennen. Gerade der deutsche Arbeiter hat da. Recht, die Anerken- nung seines Anspruchs auf Hebung seines sozialwirt- schaftlichen Lebensniveaus zu oerlangen. Jede Repa- rationsregelung ist aus Sand gebaut, die diese elementarste Grund- farderung außer acht läßt. Die deutsch« Arbetterschaft und ihr soz al- wtrtschastliche» Wohlergehen ist und bleibt der wichtigste Fo'- t o r für jegliche Wirtschofts- und Reparationspolstik. Die Arbeit auf den Wersten. Einstellung erst noch und nach. Hamburg. 7. Januar. Aus den Wersten ist heute früh die Arbeit wieder ausgenommen worden. Die Arbeiter erschienen nahezu vollständig. Die Ein- stellung kann jedoch erst nach und nach erfolgen. kiel. 7. Januar. Die Arbeit auf den Kieler Werften wurde heut« morgen nach der erfolgten Derbindlichteitserktärung des Schiedsspruchs und gemäß den gestern in den Versammlungen der Werstarbeiter gefaßten Be- schlüssen wieder ausgenommen. Die Werstleitungen haben in Uebereinstimmung mit den Be- triebsräten erst«inen Teil der Belegschaften aus gerufen, um die Vorarbeiten zu beginnen. Man rechnet damit, daß in drei oder vier Tagen der Hauptteil der Werftorbeiter wieder eingestellt sein wird. Oer französische Bergarveiterstreik. Barl». 7. Januar.(Eigenbericht.) Der Generalstreik der Kohlenarbeiter Im Departement G a r d dauert unvermindert an. Verhandlungen sind bisher noH nicht eingeleitet worden. Bon Paris ist am Sonnabend der Gene: l- sekretär des Landes-Bergarbeiterverbandes im Slreikgebiel zim Prüfung der Lage eingetroffen. Di« Streikenden halten in za!,.- reichen Ortschaften Kundgebungen ab. Die Streikbewegung im L o i r«- G e b i e t— es hat sich hier von Anfang an nur um einen auf kommunistisch« Jnitia- t i v e zurückzuführenden T e i l st r e i k gehandelt— ist im'21 b nehmen begriffen. Die Zahl der Streitenden soll von 13000 auf 11000 gesunken sein. Oie Schlägerei in der Breslauer Strape Wiederoer iiaftttno von nran„Zmmertrett"« Leuten Zu der ErmUllungssache wegen der Schlägereien t» der vre, lauer Straß« sind von der Staatsanwaltschaft I und der Berliner Kriminalpolizei neu« Feststellung«« gemocht worden. Auf Grund dieser Feststellungen Hai da» Amtsgericht gegen neun Personen haslbefehl« wegen Landfriedensbruch erlasse». Diese neun Personen, von denen einige in dieser Angelegenh:!» bereit» früher von der Polizei vorläufig festgenommen waren, sind in da» Un«ersuchung»gesöngni» eingeliefert worden. Im Vorortzug erschossen. In einem Abteil 3. Klasse des Vorortzuges Zossen— Berlin fanden Bahnbeamte am Sonntag auf dem Potsdamer Ringbahnhoi den leblosen Körper«n«s Reisenden. Aus der Bank lag «ine Mehrladepistole, aus der sich der Mann eine Kugel in die rechte Schläsensetl« gejagt hatte. Wie aus vorgefundenen Po- pieren hervorging, handelt es sich um den 45jährigen Walter Brennecke aus S ü d e n d e, M i t t e l st r a ß e 11. SB,, t- r noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurde über.u Rettungsstelle Cichhornstraße in das Elijabethkrankenhau» gebraln, wo er an den Folgen seiner schnüren Verletzung gestorben ist. Da, Motiv zu dein Verzwelstungsschrjtt ist nicht bekannt. Beim<5 ch n e e f e g« n«if den Gleisen des Bahnhofs Wann je e wurde der ZOjährige Bahnunterholiungsarbelter M l- helm G i e s o l d aus Bruck i. M. von einem Zuge erfaßt und lebensgefährlich verletzt. Der Veriinglückte fand ir» Zehlendorfer Hindenburg-Krankenhous Aufnahm«, wo die Aerzte einen schweren Schädelbruch feststellten. Ihre Rache! vem Geliebten d.e Zunge abgefch''iesteigen. Dies« Tatsache oder Fabel ist der Kern der Film- Handlung. Um ihn sind die bunten Bilder und Geschehnisse herum- gelagert, die uns eine lebendige Va/stellvng wrn ta** H-vcr. der Steppenmongolen vermitteln und zugleich ih»«n Freiheuskamps an der Seit« Sowjetrußlands verherrlichen sollen. Erhält der russische Film seine Geschlossenheit und seinen aktuellen GeHall durch die Tendenz, so verleiht ihm das S6)öpsen aus der Wirklichkeit, aus einer neuen» unbekannten Wirklichkeit die filmische Wirksamkeit. Land und Leute werden mit allen Feinheiten impressionistischer Beobachtung erschlossen. Di« weit«, öde Steppe mit ihren klimatischen Hörten, das primitive Hirten- und Jäger- leben der Burjaten prägt sich mit plastischer Anschaulichkeit ein. Unmittelbar nach der Natur sind die seltsamen religiösen Zerc- monien und phantastischen Maskentänze aufgenommen— ethnographische Dokumente. Der wild« Ritt von Tausenden von Reiter». den die Regie geschickt für die sreiheittich« Tendenz auswertet, ist nicht gestellt: die Söhne der Steppe wurden herbeigelockt durch die Aussicht auf Pferderennen und Flugzeugwunder. In der Wossenregie, besonders in dem brausenden Schluß- atkord, da der Reiteronsturm in einen Sandsturm übergeht und die Fremdherrfchaft im wörtlichen Sinne wegfegt, feiert Pudowtin neue Triumphe. Nicht minder frappant ist auch wieder seine Meisterung und Ausnützung der Naturdarsteller. Bis auf«inen sind alle Mongolen ungeschulte Kräfte. Die eine Ausnahme aber— Inkifhinow, der den Enkel Dschingis-Khans verkörpert— ist zwar auch auch Mongole, aber in der Schule Meyerhoffs zu«ineni ebenso gewandten wie ausdrucksvollen Gestaller erzogen. Er ist so etwas wie ein mongolischer Fairbanks, ober zugleich hat er die ganze asiatische Mhe und. Zurückhaltung. Welche Perspektiven er- öffnen sich hier dem russtschen Film, wenn es ihm weiter gelingt. aus der großen Mannigfalligkeit der Rußland onyeglisderten Völker solche krostvollen Gestalter zu gewinnen! Heber die russischen Spieler, die den Kommandeur der Weißen und seine Familie sowie die internationalen Pelzhändler darstellen, ist nicht viel zu sogen. Nur da» ein«: hier stört die Tendenz, die schwarz in schwarz nullt: die Brutalität, der alberne Dünkel und die betrügerische Habgier sind dick unterstrichen. „Der Sturm über Asien" wird auch bei denen, die seiner speziell sowjetistifchen Tendenz nicht zugänglich sind—„Asien den Asiaten" ist freilich ollen Freiheitsfreunden als Parole willkommen—, starke Wirkung und ungeteiltes Interesse wecken. V. Schlage zu bringen. Im September ISIS wurde er seines Ober- befrhl's enthoben, zum Nizekänig im Kaukasus ernannt und Ober- befchlshober der Kaukafus-Arwee. Noch der russischen Revolution lebte er in Frankreich. Nach der Februarrevolution hatte Nikolai die provisorische Re- gierung anerkannt. Die Oktoberrevolution trieb ihn aus dem Lande und machte ihn zum Mittelpunkt der weißgardistischen Hofsnungen. Di« reaktionärsten Elemente unter den früheren zaristischen hohen Beamten und Generälen scharten sich um ihn. ernannten:hn zum „Obersten Führer" und sahen in ihm den kommenden Zaren. In ollen Grenzgebieten, Finnland. Polen, Litauen, unterhieli er seine„Bevollmächtigten", unter denen der schlimmste und reakl.o- nörstc der General Kutjepow war Diesem gehörte die führende Rolle bei der Vorberettung terroristischer Akte und Schaffung weih- gard stischer Kampfesorganisattonen gegen die Bolschewiken in Ruh- lond. Daß die Kreise um Nikolai Nikolascwitsch für die Inter- ventidn waren, ist selbstverständlich Im Gegensatz zu dem Groß- sürsten K y r i l l, der von anderen weißgardistischen Emigranten- kreisen al» Gegenkandidatur für den.zukünftigen russischen Zaren- tion aufgestellt wurde, wehrte sich Nikolai Nikolajewitsch dagegen, daß man ihn jetzt schon als Zaren bezeichnete. Er wollte vorläufig nur„Oberster Führer" se'n. Auch die gemäßigteren Rechtselemcnt« der Emigranten glaubten mit dem Verstorbenen verhandeln zu können, da sein Schild al« Gegner Rasputins mehr oder woniger sauber war. Der Tod des„Obersten Führer" wird im Lager der weißgard stischen Emigranten Trauer und Verwirrung auslösen. Sie sind nun um eine Hoffnung ärmer. ...» �eichswehr-Gkandal in praq. Prag, 7. Januar. Das Strybrny-Blatt„Polittka List' veröfsentlicht folgend« Mol. dung: Der Chef der Artillerieabtellung im verteidigungsministe- rium, General Dr. Kroutil. hat einen„Krankheitsurlaub" angetreten, von dem«r aus seinen Posten nicht mehr zurücktehren wird. E» Hondell sich um«ine große Angelegenheit, um«in in Me Hundert« von Millionen gehende» Unternehmen finanziellen Charakters, wobei die Bestimmungen des Finanzgesetzes ver- letzt wurden und gewagte Garantien für ein P r j v a t u n t e r- nehmen übernommen worden sind. General Dr. Kroutil wird zum Vorwurf gemacht, daß er die Verpflichtungen, zu deren Abschluß er nicht berechtigt war, unterschrieben habe Der Kroch werde»och, imüm Opfer in den Kreisen der hohen Generalität fordern. 1 Jean Cocteau: Orpheus. Nachtvorstellung am Scviffbauerdamm. Vor fünfundzwanzig Jahren verehrten wir. ein kleiner Kreis, den ekstattschen Ironiker Paul Scheerbart. der hinter vieler Helden- Vergötterung und Gelehrtentüftelei nichts als Aufgeblajenhett und kindisches Gestammel witterte und aus seinen spöttischen Boheme- und Philosophenscherzen keine Mördergrube mochte Noch heute spukt dieser bizarr« Geist nach Poris hinüber, bis in das Geh rn des munteren, wenn auch stark neurasthenischen Gastwirts und Schriftstellers Jean Cocteau, der in semem teueren Speisehaus„Zum Ochsen auf dem Dache" die solidesten und .zahlungskräftigsten Feinschmecker betreut und außerdem jene Leute ironisch zerfetzt, die ihm den Inhalt ihrer Brieftasche opfern. Scheerbart blieb auch in der Kaschemme ein Spottvogel. Jean Cocteau, sein jüngster Vetter aus Frankreich, verabscheut den Fusel und animiert sich nur mit Champagner. Der Effekt der Besoffen- heit ist der nämliche. Mit einer durch den Schwips gesteigerten Hellsichtigkeit wird bekundet, daß die Pfleger der pathetischen Literatur eigentlich Gedankenhochstapler sind. Sie kleben an der Tradition, oder die Tradition klebt an ihnen wie ein Fliegendreck. Pathetische Großmäuligkeit verleitet solche Federfuchser, ganz obge- nutzte Gefühlsmotive zu überschätzen. Wie lacherlich ist es zum Beispiel, daß wir immer noch die Herzensgemeinschoft zwischen Männchen und Weibchen als eine notwendige Herrlichkeit lobpreisen und sogar Orpheu», den schönsten Dichter des Altertums und bau trevesten Mann der L ebcshistori«, der seil« Gemahlin Eurydike aus dem wohlverdienten Tode zur erotischen Wiederverwendung in sein» Schlofkammor zurückbesörderte.. als einen Heftigen anbeten? Dieser Orpheus ist gewiß der närrischste Patton. Durch sein« fromme Leichenfledderei verzichtet er aus all die unbekannten Freuden, die in komfortablen Boudoirs, in Bors, Dancings, Prinzessinnenpalais und Puffe sonst noch zu finden sind. Während die Streichhölzerfrau am Bahnhos Friedrichstraße im Jonuarfrost bibberte, riffen einige Gardisten aus der täglich wachsen- den Reichsarmee der Arbeitslosen für die literaturbeflissenen Witter- nacht? gaste des Theaters am Schiffbauerdamm den Auto schlag auf. Di« Gardisten arbeiteten mit klammen Fingern und kriegten für die Nachtschicht 10 Pf. oder einen giftigen Blick oder euren Fuß- tritt. Dann spielte dtt Dersuchsbühne des Theater» den Cocleaufchen „Orpheus", verdeutscht von Ferdinand Hardekopf, dem Getreuesten aus der ehemaligen Scheerbartgildc. Hardekopf über- setzt, wie immer, sehr gut. Ein kluger Schimmel, dessen Kopf leider unsichtbar blieb, gab mit deutlichem Hufschlag den satirstchen Ton an. Man verstand das Pferd ausgezeichnet, dos zusammen mit den Herren Hadank, Müthel und Trutz und den Damen Bahn und K o p p e n h ö s e r vor einm snobistischen Parkett gegen den Snobismus agitieri« Hocliäork. peter-Alienberg-Feier. Ludwig Hardt im Renaissance-Theater. Bor zehn Jahren, am 8. Januar, starb der Wiener Dichter Peter Altenberg. Was Hot er hinterlasien? Kurzgeschichte», Feuilletons, Anetdoten und Aphorismen. Kein größeres Werk als Dichter, kein wohl geordnetes System, keine Schablone als Denker. Aber er sieht Gedanken hinter den winzigsten Vorgängen. Diese wundervoll formulierten, kleinen Sachen, witzig zugespitzt, geraunzt oder etwas wehmütig verplätschernd, tragen in sich die Wetterkennt- nis eines Weifen. Nein, nichts ist angeklebt als Bonmot, als lehr- hafter Schluß, wie es unheilbare Moralisten tun. Nur in der Anordivng der Begebenheit, in kleinen Gesprächssetzen, im Rhythmus der Worte kommt Weltanschauliches zum Ausdruck. Meister der Form, graziöser Schöpser. mll den Allüren eine» liebenswerten Wiener Schmußers. gibt er doch immer nur den Extrakt, das Wesentliche Lange bevor das schöne Wort„modern« Sachlichkeit" erfunden wurde, war er sachlich, ahne dabei langweilig zu werden, wie es augenblicklich größte Mode ist. Diesem Dichter. Weisen und Bohömien gall die Sedöchtnisseicr, die L u d w i g H a r d t am Sonntag vormittag im R e n a i s s a n c e- Theater veranstaltet«. Attenberg ist neben Kafka Hardts liebstes Kind, und schließlich haben sich hier zwei kongenial« Geister ge- funden. Wie Hordt Allenburg umreißt, umtastet, wie er ihn ge- stallet, bald still versonnen, bald die Sätze herausschmetternd, wie bei ihm das Wort blutvolles Leben wird, ist stets von neuem ein Erlebnis. F. S. Artur Schnabel spielt. Konzert der Volksbühne. Artur Schnabel spielt die Humoreste von Schumann. Beek- Hovens dreiundreißig Veränderungen über einen Walzer von Dia- belli, dazwischen eine Mozart-Sonatc, die dreizehnte in D-Dur. Lauter bekannte Werke, und ein Meister spiell sie, besten Name und Art bekannt sind, diese Art der vollkommensten geistigen und technischen Durchdringung, zugleich von äußerster Sachlichkeit und doch einer sozusagen übersachliche» Innerlichkeit. Ein Stück wie Schumanns Humoreske so völlig frei von subjektiver Tempowillkür zu geben und doch so natürlich belebt, so überlegen in verhaltener Ergriffenheit, alles logisch, klar und„richtig", so durchaus ohne Gefahr der Verilachung ins trocken Vernünftige: das ist in Wahr- heit eine Art Vollkommenheit: überraschend, obgleich wir es nicht anders erwartet. Und wieviele Hörer mögen in der Tat jene„be- kannten" Sachen wahrhast gekannt, wieviele sie gestern zum ersten- mal gehört haben? Es sind gewiß dieselben Namen, die uns in Konzertprogramwen immer begegnen, dieselben Komponisten, die- selben Werke wohl auch wieder. Aber die Wenge derer, die so glücklich sind, oll dies zum erstenmal zu erleben, ist unübersehbar. Artur Schnabel an, Flügel, Schumann. Mozart, Beethoven spielend, es war ein Kunstereignis, für da» die Besucher der Volksbühne sich mit gutem Grund, wie selten, dankbar zeigten. K. P. Oirekiionswechsel in der Voltsbübne? Die Press« war in den letzten Wochen voll von allen möglichen Nachrichten über die bevorstehende Berufung eines neuen Direktors für das Theater am Bülowplatz. Feh ing, Erich Engels, Korlhe.nz Martin, Hortung, Hilpert, Piscator. der Leipziger Intendant Kro- nacher, der Frankfurter Intendant Weichert, der Königtberger In- tendant Fritz Ießner und andere wurden als aussichtsreiche Kon- didoten genannt. Wie uns vom Generalsekretariat der Volksbühne auf Ansrog« mitgeteilt wird, handelt es sich bei all diesen Mitte». lungen der Presie um leere Kombinationen. Mit einzelnen der in den Zeitungen genannten Persönlichkeiten wurden Verhandlungen geführt, aber lediglich wegen ihrer Verpflichtung für einzeln« In- szenierungen. Diese Verhandlungen fanden durchweg auch nicht erst in den letzten Wochen statt, sondern begannen schon vor Beginn der Spielzeit. So enthalten beispielsweise di« im August erschienenen Prospekte der Volksbühne bereits dje Ankündigung, daß Fehling, Engels, Hilpert. Weichert Inszenierungen der Volksbühne vorneh- men würden. Eine Abberufung Nefts von seinem Posten als ver- antwortlicher Leiter des Theaters am Bülowplatz zu diskutieren. sah die Leitung der Volksbühne bisher gar keinen Anlaß. Di« zu gegebener Zell erfolgend, Verpflichtung eines Oberspielletters für die Voltsbühne gehörte stets zu dem von Nest selbst vertretenen Programm. Doch kam es hier noch zu keiner«ndgülligen Entscheidung. und gerade in den letzten Wochen fanden auch mll keinem Bewerber in«dieser Frage Verhandlungen statt. Die Mitteilung einer Korrespondenz, die aus der jetzt amtlich veröffentlichten Konzessionserteilung für Neft Schlußfolgerungen hinsichtlich einer neuen Entscheidung der Leitung der Volksbühne zieht, geht von falschen Voraussetzungen aus. Es Handell sich hier nur um die Erledigung des Antrags, den die Volksbühne bereits ün Sommer gestellt hatte und stellten mußte, nachde inder Beschluß gefaßt war, nach dem Aus- scheiden von Dttettor Holl die alleinige Leitung de» Theaters Nest zu übertragen. Vera Sto-ooel mi> ihrer Sowmeranipp« bestreitet di« 4. diesjährig» Tanzmatinee der Vollsbühne E. H., dfe am Sonntag, dem� la. Januar, »arm. >>'/, Ubr. im Tbeater am LtUowvIatz ftattsiadet. verechtigung« siu die Ptazserlojung U» M. gefM«Ufte«n mft 8— M cinen Der Totentanz des Winters. Rodelunfälle. Schneestürme.- Viele Todesopfer. abend herausgegeben werden. Durch Schneemassen und Rauhreif sind in den Wäldern des östlichen Riesengebirges erhebliche Bruchsäden entstanden. Auch das Wild leidet große Not, obwohl nach Möglichkeit Futterstellen angelegt werden. Seit zehn Jahren sind in der niederschlesischen Gebirgsgegend nicht der artig folgenschwere Witterungsverhältnisse in den Wintermonaten zu verzeichnen gewesen. Am Teufelsfee ereigneten fich infolge Sturzes beim Rodeln| legt. Die beiden Landeshuter Tageszeitungen, die sonst bereits mehrere Unfälle. Der 27jährige Speisenträger Willi Pinia nachmittags erscheinen, fonnten erst sehr verspätet am Sonnabendtowski aus der Kolonie Eichtamp, Straße G. 7, Nr. 66, erlitt Unterschenkelbruch. Der 23 Jahre alte Dreher Wilhelm Beth ge, ebenfalls dort wohnhaft, zog sich innere Berlegungen zu. Ein anderer Unfall hatte für den 27jährigen Kutscher Georg Schneider aus der Choriner Straße 58 eine Verletzung cm rechten Knie zur Folge. Alle drei Verunglückten wurden nach dem Krankenhaus Westend gebracht. Die Kontoristin Dora Hermann aus der Sebastianstraße 37 verlor beim Rodeln auf der großen Rodelbahn in den Müggelbergen die Gewalt über ihren Schlitten und fuhr mit voller Wucht gegen einen Baum. Da bei zog sie sich einen Bruch des rechten Oberschenkels zu und wurde nach dem Krankenhaus in Köpenick gebracht. Beim Rodeln im Grunewald verunglückte um 16% Uhr der 20 Jahre alte Kaufmann Günther Jachmann aus der Breitestraße 49 zu Schmargendorf. Er fand in schwerverletztem Zustand im Westendkrankenhaus Aufnahme. -W Landeshuf, 7. Januar. Durch die am Sonnabend im Landeshuter Bergland neu niedergegangenen Schneemassen sind die bereits gemeldeten Berkehrsstörungen noch verschärft worden. Infolge Bruchs der Hoch spannungsleitung zwischen Rothenbach und Gottesberg waren weite Gebiete des vom Waldenburger Elektrizitätswert versorgten schlejischen Industriegebiets ohne elektrischen Strom. Durch die über vierstündige Unterbrechung der Stromzuführung waren sämtliche auf die elektrische Kraft vom Elektrizitätswert Waldenburg angewiesenen industriellen und gewerblichen Betriebe stillgeNachweis für Filmfomparsen. Um 2. Januar wurde der vom Arbeitsamf Berlin- Mitte im Einvernehmen mit den Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbänden der Filmindustrie geschaffene städtische Stellennachweis für Filmfemparsen im Hause Beuthstraße 1/3 seiner Bestimmung übergeben. Die Räume gehören dem Arbeitsnachweis der Tegtilindustrie und jeden Vormittag persammeln sich hier viele hundert Menschen aus der Tegtilbranche, die Arbeit suchen. Der Andrang ist so start, daß Bänke aufgestellt werden mußten, um menigstens den größten Teil unterzubringen. Am Nachmittag, bei den Filmleuten, geht es weit stiller zu. Vorläufig ist die Sache ja erst im Werden begriffen, aber man hofft, daß man mit all den anderen, unkonzessionierten Filmbörsen aufräumen wird, um eine geregelte Beschäftigungsmöglichkeit im Rahmen annehmbarer Gagenverhältnisse zu erzielen. Die sogenannte Russenbörse, der Treffpunkt der Edelkomparsen, besigt als einzige die Konzeffion und wird also neben dem städtischen Nachweis weiter bestehen können. Trotzdem will man darauf hinarbeiten, den Filmengagementsnach weis im Interesse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglichst zu zentralisieren. Es wurden in diesen ersten Tagen auch bereits Engagements abgeschlossen. Den Arbeitsuchenden stehen täglich in der Zeit von 2 1hr nachmittags bis 8 Uhr abends große, jaubere, gut geheizte Räume zur Verfügung. Für 10 Bf. gibt es eine Tasse Kaffee, für 15 Pf. ein belegies Brötchen. Die Männer vertreiben sich die lange Wartezeit mit Kartenspiel, die Frauen mit Handarbeit und hauptsächlich Konversation. Junge, ältere und ganz alte Menschen, gut und dürftig gekleidet, eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft. Außer den engagementslosen Schauspielern Theater, Lichtspiele usw. Montag, d. 7. 1. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 6 19 Uhr Montag, d. 7. 1. Städtische Oper Bismarckstr. 19 Uhr Geschlossene Rigoletto Vorstellung Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 7 192 Uhr Staat. Schauspielh. ** Gndarmenmarkt R.-S. 1 20 Uhr Die PetroleumFreischütz sein Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 1st er gut 20 Uhr ist er böse? SCALA 8 Uhr B6 Barbarossa 9256 HARRY RESO und weitere Varieté- Nauheiten Renaissance- Theater Tel. Stainplatz 901 u. 2583/84. Täglich 81% Uhr: ..Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. Theater a. Kottbusser for Kottbusser Str. 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag achm. 3 Uhr( ermäß, Preise' Elite- Sänger DIE JANUAR- Krach SENSATION: Volkspreise: Mk. 0,50 b. 2,00, Logen 2,50 Theater des Westens Zäglich 8, 2hr Friederike Franz Lehar dirigiert Käthe Dorich Richard Sauber Borverkauf den ganzen Tag, Teleph. Steinplay 931 n. 7180. I Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA J mit Alfred Jerger. Regie: Charell. 3 Uhr: Nächste Sonntag-Nachm Vorstellung 13. Januar ungekürzt in Originalbesetzung zu halben Preis. Komische Oper( 814) Polizeilich freigegeben! Das neuartige Revue- Stuck: Häuser der Liebe Vorverk. ab 10 U. ununterbr. Mailand, 7. Januar. Infolge der heftigen Schneestürme in den Apenninen wurden die Bässe unpassierbar. In den Provinzen Pa via und Trient wurden infolge der heftigen Bora jeder Flugverkehr eingestellt. Die Ueberschwemmungen des Liber haben in Rom nachge= laisen, doch liegen immer noch ausgedehnte Gebiete in unmittelbarer Umgebung der Stadt unter Wasser. Paris, 7. Januar. Dem starken Frost sind vorgestern sechs und gestern zwölf Personen zum Opfer gefallen. Die im Departement Bar gelegene Gemeinde Sainte Baume wurde durch ungeheure Schneefälle völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden trafen Vorfehrungen, um die 32 Einwohner aus ihrer schwierigen Lage zu befreien. New York, 7. Januar. In den gestern über die westlichen und südlichen Staaten der Union hinweggegangenen Schneestürmen sind nach den bisherigen Meldungen sechzehn Personen ums Leben gekommen. Die und ein Martinez bei sich. Diese beiden Gegenstände murder am 28. Dezember vormittags um 11 Uhr bei dem Pförtner des Bäschehauses Grünfeld in der Leipziger Straße zur Aufbewahrung abgegeben, aber nicht wieder abgeholt. Auflieferungsbescheinigung trägt den Stempel ,, Aufbewahrungsstelle Mauerstraße" und die Nummer 03 809. Bei dem lebhaften Verkehr fann sich der Pförtner natürlich nicht erinnern, wer ihm die Sachent übergeben hat. Db es Frau Thoman selbst oder jemand anderes mar, ist also fraglich. Von der Vermißten selbst ist noch teine Spur gefunden. Das Reichspoftmuseum bleibt megen größerer Instandseßungs arbeiten vom 7. Januar ab auf etwa zwei bis drei Monate ge schlossen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Zeitweise heiteres Frostwetter mit östlichen bis südöstlichen Winden. Für Deutschland: Ueberall Fortdauer des Frostwetters, in Süd- und Mitteldeutschland zeitweise heiter. FUNK UNDAM ABEND Montag, 7. Januar. Berlin. 16.00 Ingenieur Joachim Boehmer: Technische Wochenplauderei. 16.30 Konzert. 1. Bowen: Sonate Nr. 2, F- Dur, für Bratsche und Klavier: Finale Grave: Poco animato: Allegro Allegro assai e semplice a) Niemann: ( Allegro giocoso)( Hans Mahlke und Karl Rockstroh). Klavierstücke aus der Traumdichtung Alt- China": Glocken der Pagode Chinesische Nachtigall; b) Toch: Burleske Nr. 3( Karl Rockstroh). 3. a) Marx: Der bescheidene Schäfer; b) Scheiden und Meiden: c) Mahler: Rheinlegendchen( Kate Fritsch, Sopran; am Flügel: Karl Rockstroh). 4. Schumann: Adagio and Allegro für Bratsche und Klavier( Hans Mahlko und Karl Rockstroh). 17.30 Novellen...Meine Erlebnisse als Bergarbeiter". Gelesen von Graf Alexander Stenbock- Fermor. 18.30 Hans- Bredow- Schule, Abteilung Sprachunterricht: Studienrat Friebel und Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 19.00 Lothar Brieger: Zum 400. Todestag des größten deutschen Bildhauers, des Nürnbergers Peter Vischer. 19.30 stellen die vielen abgebauten Artisten, deren Arbeitsgebiet nach und nach fast ganz verschwindet, ein großes Kontingent. Aufnahmebedingung ist der Nachweis einer längeren tünstlerischen Betätigung im Theater, Kabarett oder Varieté. Jeder Besucher hat eine Fragebogen über die notwendigen Personalien auszufüllen, auf Grund deffen er dann seine Legitimationstarte erhält. Die Aufnahme, ebenso die Bermittlung von Engagements erfolgt vollständig kosten. los. Für die Empfänger der Arbeitslosenunterstüßung wurde im Nachweis selbst die Stempelstelle errichtet, um den Suchenden Lausereien und Fahrgeid zu ersparen und ihnen auf der anderen Seite nicht die Möglichkeit zu nehmen, während dieser Zeit eventuell ein Engagement abzuschließen. Zur Herstellung der Ordnung, gleich Anschließend bis 00.30 Tanzmusik( Kapelle Gerhard Hoffmann). zeitig aber auch zur Entgegennahme von Wünschen und Anfragen der Mitglieder und der engagierenden Regisseure ist für die männ lichen und weiblichen Arbeitsuchenden je ein Leiter vorhanden. Nicht trockene Beamte, die der Psyche all dieser übernervösen, zerquälten Menschen völlig ferustehen, sondern Leute vom Bau, die für die große Not des Filmproletariats volles Verstehen befizen. Viele, viele Augenpaare hängen erwartungsvoll an ihnen und in allen steht die gleiche Frage: wird es Arbeit geben? Und wem das Glück gut ist, weil des Regisseurs Auge wohlgefällig auf ihm ruht und ihm für einen oder gar für einige Tage Arbeit gibt, der hat all den Jammer, der hinter und erst recht vor ihm liegt, rasch vergessen. Dr. Max Roscher: Weltwirtschaftliche Zeitfragen. 20.00 Peter Altenberg Zu seinem 10. Todestag am 9. Januar".( Gesprochen yon Ludwig Hardt.) 21.00 Sinfonische Variationen für großes Orchester über„ Kol Nidrey" von E. N. von Reznicek. Uraufführung( Berliner Funkorchester; Dir.: Bruno Seidler- Winkler). 21.30 Der Journalist spricht( Redner and Thema werden durch Rundfunk bea kanntgegeben). Eine Spur der Verschwundenen? Zu dem Berschwinden der Frau Bessy Thoman aus Dahlem, über das schon mehrmals berichtet wurde, erfahren wir, daß die Nachforschungen jetzt eine neue Spur ergeben haben. Die Vermißte hatte, wie bekannt, bei ihrem Fortgang einen ovalen Korb Königswusterhausen. 16.00 Stud.- Rai Friebel, Lektor Maun: Englisch( kulturkundlich- literarischq Stunde). 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Berlin. 17.30 Prof. Dr. Mendelssohn- Bartholdy: Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches 1871/1914. 18.00 Dr. Hans Lebede: Musik zur Zeit Lessings.( I.) 18.30 Stad.- Rat Friebel. Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 18.55 Prof. Dr. Roemer: Verbilligung der Bodenbearbeitung. 19.20 Stud.- Rat Dr.- Ing. F. Wettstädt: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiters Dampfmaschinen und Brennkraftmaschinen,( IV.) 20.00 Sonderveranstaltung für den Deutschland- Sender: Konzert, 1. a) Gluck Brahms: Gavotte. 2. Milandre: Suite für Viola d'amore and Klavier. Largo Menuett- Allegro. 3. Schubert: Klavierstücke es- moll und Es- Dur. 4. Schubert: Arpeggione- Sonate für Viola und Klavier. Allegretto( Winfried Wolf, Flügel; Reinhard Wolf, Viola d'amore und Viola). Ab 21.00 Uebertragung von Berlin. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Gloce, Berlin. Verlag: Vorwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsauftalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Winter NEUE WELT Garten 8 Ubr Rauchen gesiat.et UnerreichtUnübertroffen Drci Codonas Trude Hesterberg *** Die Abels u. weitere Sensationen Uhr CASINO- THEATER 8, Uhr Lothringer Straße 37. Nur noch wenige Aufführungen August, die Kanone! Dazu das hervorrag. Januar- Progr. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise Parkett u. Rang n.80 M. Saltenburg- Buhnen Trianon- Th. Lessing- Theater 8 Uhr Katharina Knie. Theater am Täglich 8, Uhr Der letzte Schleier mit Erika Gläßner Nollendorfplatz und Oskar Beregi Dir. Bruck Täglich 8 Uhr Jettchen Geberi Singspiel von Walter Kollo Arnold Scholz Täglich Hasenheide 108/14 Großes Bockbierfest in den bayr, Alpen 7 Kapellen Neue Dekorationen- 50 bayr.Madeln Einlass: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr Dienstag, den 8. Januar 1929: Große Ochsenbi aterei auf dem Riesenlukullus und Prämiierung des kleinsten Rosenmundes. 3 Geldpreise: 75, 50 und 25 Mark. Reichshallen- Theater Abends& Sonntag nachm. 3 Steffiner Sänger Hamlet im Heringsladen dazu das große WeihnachtsProgramm! Dönhoff- Brett!: Das heitere Januarprogr. Volksbühne Theater am Bulewplats 8 Uhr Das Mädl aus der Vorstadt Regie: Jürgen Fehling Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr ose- Theater Die Drei- Groschenir.Frankfurter St.132 8 Uhr: HALLER- REVUE Th. im Admiralspalast ,, Schön und schick" Täglich 8 Uhr In allen Vorstelle bis Montag, den 7 JackleGoogan persönlich Th. am Schiffbaderdamm Thalla- Theater Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. Deutsches Theater Dresdener Str. 72-7: Täglich 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Henckels, Gradtczinski. Z entralTheater Kleines Theater Täglich 8, Uhr: Max Adalbert in Arbeiterbaugenossenschaft ..Paradies" zu erlin. E.G.m.b H. Am 3. Januar verschied unser Borstandsmitglied, Herr Der Dickkopf Siegfried Elias Sandrock, Landa, Sterler, Sikla. Berliner Theater Direkt.Heinz Herald Chariottenstraße 90 Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr/ 8 Uhr 3 X Hochzeit ( Abie's Irish Rose) Lastspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922/23 Täglich 8, Uhr Wir bebauern den Tod dieses Mitarbeiters, der stets in freuer Pflichterfüllung für unsere Genoffenfchaft gemirit hat. Der Vorstand und Aufsichtsrat Die Trauerfeierlichkeit findet am 9. Januar, nachmittags 31, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Verkäufe Möbel GuideThielscher Betenimetsagen, in Weekend im Paradies Dtsch. Künstler- Th. 8% Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Rita Batthias Preise 1-10 Mark Planetarium am Zoo Norden 12310 Alte Jakebstr. cake oranienstreg. Joachimsthaler Strai Uhr. Ende 10% U. Taguch Noll. 157s 16 Uhr hr Die Verbrecher Ich küsse Ihre Auflegematragen, Balter, Spezial Metallbetten, Chaiselongues. achtzehn, Stargarderstraße gefchäft. Möbelläufer merte Arcbit and bar Möbelbazar, große Auswahl, fleine Breife! Beispiele: Echlafzimmer 455. 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Schiller- Th. 8 Uhr Ist er gut ist er böse? staatsoper am Plat der Republis 7 Uhr: Freischütz Die Bismarck 2414/7516 / Uhr, Ende 10% Uhr Schlafzimmer, tomplett, Ciche, gut er halten. Giebel, Lantwis, Ziefhenstr. 22. Musikinstrumente Werden u. Ver- invianos. überaus preiswert Biene Olympia" Bamowsky- Bühnen gehen. Sterne abril Sint. Brunnenzake 85. d. von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. Kammerspiele Norden 1231 4. Ende geg. 10 U. Ehen werden im dimmel geschlossen!" Theater in der Königgrätzer Straße 844 Uhr Rugby Komödie von Wilh. Speyer Komödienhaus hr Revolte im DiN Komödie von Walter Brziehungshaus Juergens Hasenclever Regie: Forster Larinaga. Schauspiel von P. M. Lampel. Alexanderplat Kaufgesuche Qued. Rabnacbife, Edelmetallbruch Filber. Rinn, Blei, Silberschmelze Chriftionat Röpeniderfrake 20a( Man teuffelstraße). Vergnügungen Calibri- Säle. Schönebeza Martin. Luther- Straße 69. täglich, außer Mone tags and Sienstags, großer fall dee reiferes Jugend. Beilage Montag, 7. Januar 1929 Der Abend Spalausgabe des Vorwäre Eine Woche Landleben Wie die Großen und wie die Kleinen leben. I. Lieber von Mengelheimer! Teile Ihnen mit, daß ich nach Neujahr Buchenauch besuchen werde. Meine Jagdgesellschaft, demgemäß Ihr Arrangement. Hörte von der Fürstin, daß legtes Monatsgeld zwei Tage später eintraf. Fürstin dadurch in größte Berlegenheit geraten. Darf nicht wieder vorkommen. Holzschlag muß doch fioziges Geld geben. Nachschrift. Ihr geneigter Alexander Konstantin. Bereiten Sie auch Hochwürden vor, Sonntagspredigt bei meiner Anwesenheit selbst zu halten. Soll aber feine Dummheiben sprechen die wollen wir unserm faiserlichen Better überlassen. II. Geehrter Herr Lämmler! Benn Jakobus nur Durchschnittspreis für Getreide zahlen will, soll ihn der Teufel holen. Da Landbund neues Geld besorgt, ist Berkauf nicht dringlich. Bei Steueraufstellung wollen Sie ja Aufenthaltskosten meiner Frau in Aegypten auf Betriebskosten mit an= fegen. Da sie Oberaufsicht über Federvieh und Obstgarten hat, ist dies juristisch zulässig. Daß die Leute sich wieder die Weihnachtsbäume aus der nächsten Schonung geholt haben, ist sehr gegen meinen Willen. Weshalb passen Sie nicht besser auf? Die können schon ein paar Minuten länger laufen sonst wird ihnen der kostenlose Bezug abgeschlagen. Am Ende verkaufen sie noch welche? Haben Sie alle Reviere ordentlich revidiert? Erbitte Bericht Georg von Schüßhausen, Majoratsherr. III. Herrn Verwalter Regenbach! Ihre Klagen über die Abwanderung der Leute sind mir nun wirklich nichts Neues mehr. Was fann ich dagegen num? Beschaffen Sie sich rechtzeitig Saisonarbeiter dann wird die Arbeit ebenso schnell und noch billiger als mit den Instleuten fertig. Auf wieviel Motorarbeit rechnen Sie in diesem Jahr? D. h. also, wieviel Pferde fönnen wir abschaffen? Dann sparen wir nicht nur Futter, sondern auch Leute. Haben Sie für die leer gewordenen Wohnungen Mieter? Sonst geben Sie ein Inserat ins Kreisblatt. Ihre Idee, zwei zusammenstoßende Häuser, also die Wohnungen, als Ferien heim für meine Fabritarbeiter einzurichten, macht Ihrem Herzen alle Ehre- aber nicht Ihrem Verstande. Die Fabrikarbeiter follen dort wohl Sozis züchten! SPFY IV. Hochachtend Butterecht, Fabrit und Rittergutsbesizer. Lieber Justas! Du rätst mich wat Scheenet. Id full min Küh mit Roloffen und Achtenhagen fine sammenbun un Melt- un Bottergemeenschaft maken. Da beschummelt eener den anmern ick kenn doch de Brieder. Wenn de Landbund dat wollen täte, hätt er schon längst wat geseggt. Am Sündag kommt sin Man, een Graf von Kohl vetter, wedder in uns Dörp ick kann ihm jo din Brief wise. Na Adjüs. Jochem, Dunkelhofbauer. V. An den Güter- Mafler Robinson, Berlin. Ich habe gehört, daß Sie auch kleinere Objekte in die Hand nehmen. Also ich möchte verfaufen. 16 Morgen Land, davon 4 Morgen Biese. Haus, Stall und Scheune 1921 aufgebaut. 10 Minuten entfernt von der Dorfstraße, mit bequemem Zugang( Straße allerdings nicht gepflastert). Mein Wunsch, zu vertaufen, entspringt aus der Verfolgung, der ich hier ausgesezt bin. Ich hatte beim Boltsbegehren wegen der Fürstenabfindung mich eingetragen und | werde seitdem nicht nur in der gemeinsten Weise angepöbelt, sondern habe auch die ganze Kundschaft verloren. Also sehen Sie zu, daß Sie bald einen Käufer finden, der das Ganze preiswert erwirbt. Hochachtungsvoll Karl Berner, Landwirt und Schneider. VI. Sehr geehrter Zunstgenosse! Ich komme erst heute dazu, Ihnen Dank zu sagen für das schöne Baar Blaue Winner, das Ihre Frau am Montag, als ich in der Kreisstadt war, bei mir abgeliefert hat. Ich werde Ihnen den Gegenich Ihnen den Brief eines alten Kriegskameraden, der sich im Seemert bei unserer nächsten Zusammenkunft zustellen. Einliegend sende freise ansässig gemacht hat. Er schlägt vor, daß wir Gemüsebauer| zusammenkommen sollten, um gemeinsame Arbeitsleistung und ge= meinsamen Absatz zu vereinbaren. Wir müßten das gleiche Saatgut beziehen und uns auf wenige Sorten beschränken. So könnten mir, bei Anschluß noch einiger Kollegen, große Bosten Gemüse auf einmal liefern. Das Höfern mit der Tragkiepe und die Fahrt nach der Markthalle hört dann auf. Ich finde den Gedanken sehr be. achtenswert. Da der Samenbezug bald erfolgen mußte, ist Gile geboten. Besten Gruß Ihr Emil Wach, Siedler. DA VII. An den Herrn Parteisekretär in N.! Die Brochüren haben hier wie das bekannte ,, rote Tuch" gewirkt. Mein Sohn hat sie alle selbst verteilt und da mußten sie gleich), pon wem ,, der Landwirt und die Sozialdemokratie" fam. Sie sind auch gleich gelaufen gekommen aber sie können mir nichts tun. Der Bauer, bei dem ich arbeite und von dem ich die Wohnung gemietet habe, ist ebenfalls ein ,, Roter". Er hat beide Söhne im Kriege verloren und das hat ihm die Augen geöffnet. Die Gutsinjassen sind Ueberraschung geben. auch nicht alle stubenrein" bei den Wahlen wird es wohl manche Mit Parteigruß Friz Standhaft, Landarbeiter. Fahrt über die Grenze Paris, Mitte Dezember 1928. " " Die fürzeste Bahnstrede von Berlin nach Baris führt über Köln und Belgien. In der Jägerstraße zu Berlin ist das belgische Konsulat von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Kurz nach 10 Uhr trete ich ein. Ich will nach Paris zurückfahren. Man weist mich in einen kleinen Wartesaal. An den Wänden hängen Anschläge: Das Visum ist aufgehoben zwischen Belgien und. ,, Das Visum besteht noch zwischen Belgien und Keiner kennt sich mehr aus. Drei Personen warten außer mir. Ein alter Herr, der sich dem Akzent nach bald als Russe zu erkennen gibt, fizt in einem abge. muzten Belzmantel an einem kleinen Tisch, an dem mohl manchmal ein Konjulatsbeamter Platz zu nehmen pflegt. Neben mir auf der Holzbank sind zwei Frauen. Es ist 15 Minuten nach 10 Uhr. Man fit, wartet und sprich vom Wetter. Ein junges Mädchen fommt aufgeregt herein. Auf den Russen stürzt sie zu, da sie ihn für einen belgischen Beamten hält und bittet ihn sogleich um ein Visum. Lebhaftes Bedauern is die Antwort. Beschämt sezt fie fich wortlos nieder, zur Vermehrung der kleinen Schar von Wartenden. Es ist 10.20 Uhr. Mensch unverschuldet in seinem Leben warten muß? Alle die Haben Sie schon einmal ausgerechnet, wieviel Zeit ein normaler Berabredungen, bei denen jemand zu spät fomint, alle die Telephongespräche, die nicht klappen, all die verlorenen Minuten vor irgend einem Schalter! Allein aus der Zeit, die fünf Menschen dem Warten opfern, fönnte schon wieder ein eigenes Menschenleben aufgebaut werden. Manches Warten dauert ewig. Beim belgischen Konsulat dauert es nur über 20 Minuten. Für ein Transitvisum" zahlt man 2,25 Mart. Es lautet folgendermaßen: Tranfitvisum. Eingetragen unter Nummer 23 569 bei der belgischen Gesandtschaft in Berlin, um dem Inhaber zu gestatten, durch Belgien zu fahren, wobei er in Belgien freiwillig feinen Aufenthalt nehmen darf. Wichtige Anmerkung: Es ist streng verboten, in Belgien aus freien Stücken Halt zu machen oder ganz im Lande zu bleiben. Berlin, den 18. Dezember 1928. Für den belgischen Gesandten( Unterschrift unleserlich)." Der Beamte trägt das Visum in sein mit laufenden Nummern versehenes Buch ein, und man hat endlich die amtliche Durchfahrtserlaubnis im Reisepaß. In Herbesthal, hinter Aachen, zeigt man das Visum zum ersten Male zur Abstempelung vor. 2 Stunden, von Serbesthal bis Jeument( über Lüttich und Namur) fährt der Zug auf belgischem Gebiet Paris entgegen. Wer in der 3. Klasse fährt, hat keinen Zugang zum Speisewagen. Die Reisenden der 3. Klasse werden auch damit bestraft, daß sie in Lüttich umsteigen müssen. Für sie gibt es feinen direkten Wagen von Köln nach Paris. Im Gang des Wagens spricht mich jemand an:„ Es ist ja hier so langweilig. Spielen Sie Karten?" Ich betrachte den Mann. Er raucht an seiner Die Schulbank ist abgeschafft! Eine Aufbau Klasse des Berlin Neuköllner Realgymnasiums kennt, wie die moderne Schule über haupt, keine Schulbänke mehr. Lehrer und Schüler sitzen nach neuesten Erziehungsgrundsätzen zang los zusammen. Der Lehrer ist keine furchtgebielende, Respekiperson", sondern Kamerad der Schüler. Pfeife, mir direkt ins Gesicht. Ein fleines Ordensband ist an seinem Knopfloch: Kriegsteilnehmer. Belgier. Ich verneine seine Frage. Und damit nimmt seine Langeweile zu. Er weiß sich nur noch damit zu helfen, daß er jeden Zentimeter des Wagens musternd betrachtet. Es ist ein deutscher Wagen 3. Masse. Ah, ces boches, ils sont ingénieux, ces saligauds," ſagte er plößlich zu mir:., Ach, diese Boches", das sind doch tüchtige Kerle, diese Schweinebande." Ein Schimpfsatz, wie er heutzutage nur noch in Belgien möglich ist. Ich ermidere nur drei Worte, auf die er allerdings nicht vorbereitet war: Ich bin Deutscher." So verlegen sah ich selten einen Menschen. Als wir uns eine Stunde später trennen, weiß ich, daß der Ausdruck ,, Boche" nie wieder über seine Lippen kommen wird. " Bei der Einfahrt in Jeumont stürzt ein neuer Feind auf den Zug los: Die 3olltontrolleure nahen sich ihrem den Zug los: Opfer. Kaum hält der Zug, so führen sie in ihm einen wahren Beitstanz auf, der andauert, bis die fahrplanmäßige Zeit der Zugabfahrt glücklich überschritten ist. Sie springen auf die Sitze und leuchten darunter. Sie befühlen alle Winkel und Ecken und fassen mich bei der Taschenuntersuchung an alle möglichen und unmöglichen Körperteile. Meiner Ansicht nach kommt das Zollkontrollattentat auf die Freiheit des Menschen direkt hinter der Militäruntersuchung. Die so medizinische Untersuchung vor Eingehen einer Che ist nicht fa schlimm, weil sich dabei jeder freiwillig in Fesseln begibt( mehr oder weniger freiwillig). Was wäre, wenn sich alle Zoll- und Visum beamten in der ganzen Welt eines Tages organisieren und wenn sie streifen würden, um vernünftigeren Berufen zugewiesen zu werden? Würden die Züge nicht weiter fahren? Oder würde man nach unerfahrenen Streitbrechern Umschau halten? Solch ein Streit wäre viel wirksamer als manche Zusammenkünfte der Bereinigungen für Zollaushebung. Den Reisenden würde er allerdings die grenzenlose Freude nehmen, die sie heutzutage haben, wenn sie an all die tausend Dinge denken, die von den Zollbeamten natürlich" nicht entdeckt worden sind. Kurt Lenz " Katzen auf Reisen Das Schiff ist zur Abfahrt fertig: Der Kapitän gibt das Kom. mando: Zieht die Brücke ein und werft die Leinen los!" In diesem Augenblid springt eine ruppige schwarzweiße Kaze blitzschnell über den Gangwag und ist ebenso schnell im Schiff verschwunden. Ein Bier- Jumper" ist an Bord, ein Nachkomme jener Generationen von Kazen, die auf die Schiffe schlüpfen und deren Lebenszeit sich zunächst auf der Fahrt abspielt. Es sind eigenartige Geschöpfe, schreibt dia ,, New York Times". Die Tiere scheinen instinktiv zu erraten wanit das Schiff sich zur Reise fertig macht und verstehen es, im letzten Augenblid noch an Bord zu kommen. Sobald das Schiff einen Hafen anläuft, gehen sie an Land wie ein Seemann, der seinen Landurlaub genießen will. Sie durchstreifen dann die Lagerhäuser und schlafen im Schatten verlassener Schuppen. Sobald aber das Schiff meiterfährt, sind auch sie wieder rechtzeitig an Bord. Unter ihnen sind alle Sorten vertreten. Katzen von Cardiff und Antwerpen, von San Franzisto und Montreal von Rio Nagasaki und Hongkong, von Bangkot, Bombay und Aden. Alte Kazen, junge Kazen, Kazen von allen Farben und Größen. Es kommt häufig vor, daß Kazen, die jahrelang mit einem Schiff gefahren und dort gut behandelt worden sind, ohne jeden Anlaß das Schiff in einem Hafen verlassen und nie wieder zurückkehren. Manchesmal tauchen auch solche Katzen wieder auf, wenn man sie schon längst verloren gegeben hat. Schwarze Kazen sind im allgemeinen bei der Mannschaft nicht beliebt. Es ist noch gar nicht so lange her, daß auf dem Walfischfänger Chliffton" fast eine Rebellion der Mannschaft ausbrach, weil der Kapitän Hilding Peterson seine schwarze Kaze mit an Bord brachte. Um das Tier zu schüßen, sperrte es Peterson in seine Kajüte, aber es wischte in einem günstigen Augenblick hinaus, und fletterte bis in das Krähennest, den obersten Ausgud. Da der Kapitän teinem seiner Leute befehlen wollte, das Tier wieder her. unter zu holen, so stieg er selbst hinauf und entdeckte zu seiner Ueber. raschung eine große Herde Walfische. Man hatte dann eine norzügliche Jagd. Bon jenem Tage an war die schwarze Kaze der Liebling aller, und die Mannschaft kaufte im nächsten Hafen ein seidenes Kiffen, auf dem die Kaze schlafen sollte. Katzen finden, wenn sie wollen, immer an ihr Schiff zurück. Siebzehrumal murde ,, Minnie" von dem Bermuda- Dampfer Fort St. George" an die frische Luft befördert, vor allem wegen ihrer regelmäßigen Wochenstuben, die sie an Bord des Schiffes abzuhalten pflegte, aber sie tam immer wieder. Das: einemal nahm sie ein Matrose mit nach New York, setzte sie dort zwischen dem Brodway und der 72. Straße ab, wünschte ihr alles Gute und empfahl sich auf Nimmerwiedersehen. Es verging aber nicht viel Zeit, da erschien Minnie wieder in Hamilton auf den Bermudas an Bord. Sie hatte die Reise dorthin auf einem anderen Schiffe gemacht und nahm nun die günstige Gelegenheit wahr, wieder auf ihr Stammschiff zurüdzufehren. Es gibt unter diesen Katzen Exemplare, die allgemein befannt sind. Unter ihnen stand der einäugige Mife" obenan. mite war ein großer Fechter, und ein Stück eines großen Fells blieb fajt in jedem Hajen gurid ßOMAN von EDGAR. WALlTACE INS DEUTSCHE ÜBER VON Raven dro (41. Fortsetzung.) . Ich will mit Ihne» gehen, ich verspreche, daß ich Ihnen keine (Zchwierigkeiten irfache," rief fic,„aber bitte legen Sie dieses fürchterliche Instrument fort." Aber die Zeit drängte, und 6s war leichter und sicherer, ihr ein« Spritze zu geben. Der Propeller drehte sich schon langsam, als sie ihre Sitze be- stiegen. „-f>ier ist noch Platz für mich, mein Herr! Es muh noch Platz sein!" Digby schaute in da- verzerrte Gesicht des Spaniers, der hinter ihni hergelaufen war „Aber, Fuentes. es ist kein Platz für Sic! Das habe ich Ihnen koch schon vorher gesagt. Sie müssen sehen, wie Sie fortkmnmen!" „Ich«erde mit Ihnen gehen!" Aum Schrecken Digbys klammerte sich der Mann verzweiselt an den Rand der Sitz«. Jeden Augenblick wurde die Gefahr, entdeckt zu werden, größer. Er griff zu seiner Pistole. „Lassen Sie los oder ich erschiehe Sie!" Aber Fuentes hatte jede Vernunft verloren und klammerte sich nur noch fester an. Man hörte Stimmen von der Straß« her und, von einer Panik ergriffen, seuerte Digby die Pistole ob. Er sah, wie der Mann niederstürzte und rief Bronson zu; „Fahren Sie los!" Eunice sah entsetzt zu. Es war unheimlich, welche Veränderung mit Digby vorgegangen war. Er schien zusammengesunken und kleiner zu sein. Sein Gesicht war verzogen und verzerrt, als ob er einen Schlaganfall erlitten hätte. Sie dachte auch, daß dies der Fall sei, aber langsam erholte er sich wieder. Er hatte einen Menschen getörei! Der Schrecken über seine Tat kain über ihn. Die Furcht vor den Konsequenzen überwältigte ihn und trieb ihn zu einer plötzlichen Raserei. Er hatte«inen Menschen getötet! Er kam ganz van Sinnen bei diesem Gedanken. Er, der so sorgfältig alles vermieden hatte, um einer Bestrafung aus dem Wege zu gehen, der seine Freunde und Verbündeten in Gefahr gebracht hatte, um selbst sicher zu sein, er mußte jetzt vor dem Arm der Derichtigkeit fliehen, die nicht ruhen würde, bis sie ihn gefaßt hatte. Und sie hatte ihn gesehen, dies« Frau an seiner Seite. Sie würde als Zeug!» vor Gcrchit erscheinen und gegen ihn aussagen.. Und dann würde man ihn hängen! Solche Gedanken durchzuckten sei» Gehirn. Aber als sich das Flugzeug vom Boden erhoben hatte, wurde er wieder ruhiger. 45. Er würde einfach angeben, daß Bronfon ihn getötet hätte. Das war die beste Verteidigung für ihn. Bronson, der ihn jetzt rettet' und der im Fall der Rot sein Leben für ihn gelösten hatte, wollt. er die Tat in die Schuhe schieben. Das Flugzeug lag ruhig in der Lust, und der Motor arbeitete tadellos. Ter Abendwind blies, und die Maschin« schaukelte von einer Seite auf die andere. Zuerst fühlte sich Eunice elend, aber sie nahm sich zusammen und gewöhnte sich allmählich an diese Be- wegicng. Sie konnte jetzt das Meer sehen. Die Lichtgorbcn der Leucht- türme erschienen non links und rechts. Bristol, ein einziges Lichter- mm, kam in Sicht. Kleine Lichter waren auf dem Strom und in der Bucht zu sehen, in die er mündete. Sie überflogen die nördliche Küste des Kanals von Bristol, watchten sich dam, noch Westen, dem Ufer folgend, und dann Plötz- lich nach Süden. Das Land mit feinem Lichtgürtel bsieb hinter ihnen. Zwanzig Minuten später feuerte Bronson die Signalpistole ab. Eine leuchtende, grüne Kugel erschien, und sofort kam von der See aus die Antwort. Digby zog die Schnallen an der Schwimmweste des Mädchens enger an und kontrolliert« fein« eigene. „Machen Sie auch meinen Schwimmgürtel fest," rief Bronson durch das Telephon. Digby erfüllte feinen Wunsch. Er machte sich lange damit zu schaffen und band auch noch einen anderen festen Riemen daran. In langem Gleitflug ging die Maschine in der Richtung des grünen Lichts nieder, das dauernd brannte. Eunice konnte nun die eleganten Umriste der Jacht und die grüne» und roten Lichter an Bord erkennen. Das Flugzeug beschrieb einen Kreis und kam immer niedriger und piedriger, bis es mir noch einige Meter über dem Meeresspiegel war. Bronson brachte den Motor zum Stehen und setzte die Maschine ins Wasser. Sie waren nicht mehr als fünfzig Meter von dem«ortenden Rettungsboot entfernt. Plötzlich sank das Flugzeug, ober sie schwammen auf den, Wasser. Es war ein merkwürdiges, aber nicht unangenehmes Ge- fühlt, denn das Wasser war ungewöhnlich warn,. Sie hörte einen Schrei und wandte sich um. aber Digby faßte ihre Hand. „Bleiben Sie dicht bei mir— Sie könnten in der Dunkelheit verloren gehen." Sie wußte, daß er nur an sich selbst dachte. Plötzlich flackerte ei« Lichtschein auf, der von dem Boot ausging, dos auf sie zu- ruderte. Sie schaute sich wieder um. „Wo ist dem der Flieger?" Bronson war nirgends zu sehen. Digby gab sich nicht die Mühe, zu antworten. Er streckte seine Hand aus und packte den Rand des Bootes. In der nächsten Minuten wurde auch Eunice aus dem Wasser gezogeb. Sie befanden sich in einem kleinen Kutter. de? von braunen Männern besetzt war. Zuerst dacht« sie. es seien Japaner. „Wo ist Bronson?" fragte sie aufs äußerste erschreckt, ober Digby erwiderte nichts Er saß unbeweglich und vermied es. sie anzusehen. Sie hätte vor Entsetzen laut ausschreien mögen. Bronson war mit dein Flugzeug versunken. Den Riemen, mit dem Digby Bronsons Schwimmweste befestigt«, hatte er au den Sitz selbst an- geschnallt, und zwar so fest, tvß es dem Flieger unmöglich war, sich zu befreie». Digby stieg zuerst au Deck. Er wandte sich um und reichte ihr die Hand. „Willkommen an Bord des„Pealigo"," sagte er spättisch. Es war also doch nicht Furcht, die ihn vorhin hatte schweigen lassen. Sie kannte nur mit Abscheu aus diesen Mann blicken. „Willkommen, meine kleine Braut," sagte er noch einmal. Sie wußte nun, daß der Mann, der nicht gezögert halt«, zwei seiner Kameraden kaltblütig zu Warden, kein Mitleid mit ihr haben würde Eine weißgekleidete Stewardeß näherte sich ihr und sagte etwas zu ihr in einer Sprache, die sie nicht verstand. Aber sie vermutete, daß die Frau sie in ihre Kabine führen sollte. Sie war froh, von Digbys Gesellschaft befreit zu sein, ging die Treppe hinunter durch einen mit Rasenholz getäfelten Gang und kam dann in ihre Kabine. Der Luxus, mit dem dieser Raum ausgestattet war, machte trotz ihrer Lag« Eindruck auf sie. Der Brasilianer mußte ein Vermögen auf die Einrichtung dieses Schiffes verschwendet habe». Der Salon nahm die ganze Breite der Jacht ein. Er erhielt sein Licht durch künstlerisch verzicrie Fenster. Ein großer, mit schwerer Seide bezogener Diwan stand an der einen Seite des Raumes, an der anderen e,ne massiv silbern« Bettstelle, die mit rosenfarbigc» Vorhängen drapiert war. Mit roter Seide verhangene Beleuchtungskörper erhellten den Raum. Eunice kam zu der Ueberzeuguug, daß dieses Limmer für ein« Dame bestimmt war und war neugierig, ob noch eine andere Frau an Bord war. Sie frag!« die Stewardeß, aber die oerstand kein Englisch, und die paar Brocken Spanisch, die Eunice gelernt hotte, reichten nicht aus, uni sich mit ihr zu unierholten. Hinter den seidenen Vorhängen entdeckte sie eine Tür, die zu einem kleinen Wohnziinemr führte, und dahinter lag ein Bade- zinnner. Auf dem Bett waren neu« Kleider und Wäsche für sie ausgebreitet. Es war an alles bis in die letzte Kleinigkeit gedacht. Sie entließ die Stewardeß und verriegelte ipe Tür. Dann zog sie sich um. Zuni drittenmal wechselte sie ihre Kleidcr. vollständig, seitdem sie Groats Haus mn Grosvenar Square verlosten hatte. Das Schiff war jetzt in Fahrt. Sie kannte dos Stampfen de? Maschinen deutlich wahrnehme», auch das leife Schaukeln, das die wenig bewegte See hervorbrachte. Sie war gerade fertig, als es an der Türe klopfte. Als sie öffnete, stand Digby Groat vor dem Eingang. „Wollen Sie nicht mit nach oben kommen.zum Essen?" sagte er. Er war wieder genau wie früher, vollständig beherrscht und ruhig. Sie schrak zurück und wollt«, die Tür wieder schließen, aber er packte sie einfach am Arm und zog sie aus den Gang hinaus. „Sie werden sich jetzt anständig betragen, während Sie an Bord sind." sagte er rauh..Ich bin hier der Herr und habe zu befehlen, und ich wüßte nicht, warum ich jetzt noch besonders höflich zu Ihnen sein sollte" „Sie gemeiner Mensch, Sie Schust!" rief sie in flammendem Zorn. Er lacht« über ihre ohnmächtige Wut. „Glauben Sie ja nicht, daß Sie frei von Strafe ausgehe», weil Sie eine Frau find. Seien Sie vernünftig und kommen Sie mit zum Speisezimmer" „Ich will nicht essen!" „Sie gehen sofort mit mir in den Speisesaio», ob Sie essen oder nicht!" Außer ihnen nahm niemand an der Tafel Platz. Ein dunkler Steward bediente sie. Auch dieser Raum war wie ihre Kabine aufs prächtigste ausgestattet. Das ganze Schiff war ein Palast in kleinem Maßstab mit seinen hängenden, prächtigen Kronleuchtern, seinen Blumen, seinen Marmorkominen. Ein hervorragendes Esten wurde aufgetragen, aber Eunice dachte, sie müßte ersticken, wenn sie auch nur einen Bissen nähme. „Essen Sie!" sagte Digby und begann selbst mit der Suppe. „Wenn Sie nicht wollen," fuhr er böse fort und knisf die Augenlider.zusammen,„wenn Sie hier widerspenstig sind, meine Freundin, dann werde ich schon einen Weg finden, daß Sie essen! Erinnern Sie sich hieran." Er zog den verhaßten schwarzen Kasten aus der Tasche und legte ihn aus den Tisch.„Wenn ich Ihnen eine Spritze gebe, folgen Sie mir!" Die nahm gehorsam ihren Löffel und begann zu essen. Er beobachtete sie mit einem ironischen Lächeln. Zu ihrem Erstaunen erkonnte sie. daß sie hungrig war und lehnte auch die späteren Gänge nicht ab. Rur den Wein, den der Steward für sie eingegossen hatte, wollte sie nicht trinken. Digby drängte sie auch nicht dazu. „Sie sind töricht, Eunice, wirklich töricht." Dichy steckte sich eine Zigarre an, ohne viel um Erlaubnis zu fragen, lehnte sich in seinen Swhl zurück und schaute sie kritisch an.„Ein wunder- bares Leben erwartet Sie, wenn Sie nur vernünftig sind. Warum mache» Sie sich denn Gedanken wegen eines solchen Menschen wie Steele— er ist doch ein armer Bettler, der keinen Pfennig in der Tasche hat!" „Sie vergessen, daß ich kein Geld brauche, Mr. Groat."'Wenn er Jim erwähnte, fühlte sie sich immer besonders von ihm abge- stoßen.„Ich befitze das Geld und die Liegenschaften, die Sie nicht stehlen konnten, aber wenn Sie erst verhaftet und im Geföngnis sind, werde ich alles wiederbekommen, was Sie jetzt im Besitz Hoven, einschließlich dieser Jacht wenn sie Ihnen gehört." Er lachte über ihre Antwort.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iiMnaiinimiinuliiiinMiiiimmiisHHnMiinijimMBDKmnim'.rnimmnimimnmiRiiimniRnnniiniiniiiHimmn'iiminiiiiiiiiiiiuniKiiiinimiimiimiiinuiiiiiHimnilunimniii Pia und Makunaima. Der dichtende Embryo, dessen Zweikampf mit der„verbreche- rischen" Mutter, die ihn töten will, die Berliner Aerzte besingen, ist keine ganz neue Erfindung dieser„hochzioilisierten" Männer der Wissenschaft. Ein wilder karaibischer Indionerstomm am Orinoko in Südamerika hat sie ihnen vorweggenommen. Dort wird erzählt, daß«in« Frau durch die Sonn« mit Zwillingen schwanger ging. und eines Tages s-gte der eine der noch Ungeborenen, Pia mit Namen, zu seiner Mutter:„Laß uns gehen und unseren Boler be- suchen! Wir werden dir den Weg zeigen." Die Mutter folgte ihren beiden Embryonen, die ihr auf ihr« Fragen stets den richtigen Weg angaben, bis die Mutter einmal strauchelte, hinfiel und sich dabei verlegte, worauf sie ungerechterweisc aus ihre doch daran unschul- digen werdenden Kinder zu schelten anhub. Diese ärgerten sich dar- über und gaben ihr nun auf ihre«eiteren Fragen noch dein Weg keine Antwort mehr. Infolgedessen oerirrte sie sich und ging durch ein großes Raubtier elend zugrunde, dos aber merkwürdigerweise die Ungeborenen, die es beim Zerreißen der Mutter fand, schonte und sogar sorgsam hegte und pflegte, so daß sie, herangewachsen, da- Raubtier töten und ihre Mutler rächen tonnten. Di« weiteren bösen und guten Taten von Pia und Makunaima, wie diese beiden schon im Mutterliebe hießen, die von den Indionern mit Lorgängen am Himmel in Zusammenhang gebracht wurden. interessieren hier nicht. Jedenfalls sieht man. daß die unwissenden und unwissenschaftlichen Indianer den hochwissenschaftlichen Aerzten an schöpferischer Phantasie nicht nachstanden. Pr. Bruno Borchardt. Lieblingsbeschäftigungen. In dein bekannten Nachschlagewerk„Wer ist's? Unser« Zeitgenossen" findet sich bei jeder Persomilbeschreibung auch ein Rubrum,'das sich„Lieblingsbeschäftigung" nennt. und da findet man beim ersten Kunst, beim zweiten Politik, beim dritten Meereskunde, beim vierten Geschichte des tlassisil�en Altertums, beim fünften soziale Fragen ver, zeichnet und so fort. Nun hat der Herausgeber an die Spitze— man weiß nicht warum— ein Verzeichnis der Mitglieder der europäischen Fürstenhäuser in und außer Dienst gestellt, und auch an die hohen und höchsten Herrschosten richtete er seine vorgedruckten Fragebogen. Da nun nach Spruch und Lebensgcbrauch das Wort „Beschäftigung" bei zahlreichen Fürsten völlig unbekannt zu sein scheint, blieb diese Rubrik sehr oft unausgesüllt. Etliche aber äußerten sich, und dos-Ergebnis ist interessant. Einige Stichproben mögen genügen! Des letzten Wilhelms ältester Sproß schreibt in fünf Warten„Vorliebe für jegliche Art Sport", und der Schwiegcr- fohn des Doorners, vormals Ernst August Herzog von Braun- schweig, sagt:„Jagd, Reiten". Zwei Habsburger künden von AutamobA- und Luftsport, beim früheren Herzog von Sachsen- Altenburg heißt es:„Jagd, Segelfahrt". Reiten und Jagen liest man immer wieder. Den Sport in allen Ehren, aber ist das für einen„beinahigen" Landesvater nicht etwas wenig? Von einer einzigen Ausnahme „Förderung von Kunst und Wissenschost") abgesehen, findet map nichts, was daraus hindeutet, daß einer der hohen Herren sich mit irgendwie e r n st ha f t e n Dingen irgendwie ernfthost be- scbästigt. Trotz„Kreuz-Zeitung",„Bund der Ausrechten" und„Deutschem Adelsblatt", trotz Schulbüchennärchen von„eiserner Pflichterfüllung" und»uaermudöchem Dienst am Volk" ist es«be« doch so: Was sich da für„Fürsten" hält— ob sie nun„regieren" oder nicht— jagt, reitet, segelt und treibt Automobilsport. Arbeit jeglicher Art überläßt es allergnädigst den„Untertanen"! Ein Doxentenkontlikt in Riga. Ein peinlicher Konflikt zwischen einem Dozenten der lettischen Universität m Riga und einem Studenten hat in den Hochschul- kreisen große Erregung hervorgerufen. Nach den geltenden Be- stimmungm müssen lettländisch« Staatsangehörige, die an ausländischen Universitäten wissenschaftliche Diplome erworben haben, an der lettischen Universität ein Examen ablegen, falls sie auf Grund ihres Diploms ärztliche, juristische oder andere Praxis ausüben wollen. Der Mediziner Prof. Putnin gilt in Student«» kreisen als ein Examinator, der hei diesen Ueberprüsungen mit besonderer Strenge vorgeht, und als er dieser Tage den jüdischen Studenten Thron, der in Deuilchland seine medizinischen Studien absolviert hotte, bei der Prüfung durchfallen ließ, griff der Student in großer Erregung ihn tätlich an und ohrieigt« ihn. Die Affäre wind ein gerichtliches Nachspiel hoben. In den akademischen Kreisen Rigas erreo.t die ganze Angelegenheit großes Aufsehen, da gerade m Deutschland viele lettländische Studenten die Universitäten besuchen. Leopard gegen Verbrecher. Zwei indische Einbrecher entschlossen sich, den Palast des Radschahs von Ioipur auszurauben. Es gelang ihnen, in dos Palm zu schleichen und mit den Wächtern Freundschaft zu schließen. Eines Abends veranstalteten sie einen kleinen Schmaus mit ihren neuen Freunden, bei dem sie den Wächtern Speisen vorsetzten, in denen Opium enthalten war. Die Wächter waren bald eingeschlafen, und der Weg zur Schatzkammer war frei.. Als die Räuber die Schatzkammer schwerbeladen verüeßen, sahen sie vor dem Eingang einen Leoparden, der sich sprungbereit duckte, sich auf einen der Lrrbrecher stürzte und ihn zerriß. Der andere Dieb verkroch sich furchtsam in eine Ecke und hielt dem wilden Tier seine Blend- lalerne entgegen. So saß der Räuber die ganze Nacht, ängstlich zusammengekauert da- Tier durch das Licht in Schach haltend. Als am Morgen die neue Wache tarn und den Einbrecher aus sehrer Lag« befreite, mar der Räuber mehr tot als lebendig. Der Radschah. dem der Borsall gemeldet wurde, ließ den Einbrecher verhaften. Rundfunkübertragung eines Mordes. Aktualität im Rundfunk ist gegenwärtig wohl eine der wich- tigsten Forderungen aller Organisationen von Ritndsunkhörent. Den Rekord aller Aktualität im Rundfunk Hot wohl der Sender Dallas in Texas geschlagen, der seinen Hören' einen wirklichen Mord über- tragen tonme. Während eines Musikstückes hörte der Ansoger aus der Straße«ine Schießerei. Er eilte an das Fenster, ließ sofort die Darbietungen unterbrechen und ließ die Hörer die Borgange aus der Straße miterleben. Mehrere Banditen hatten den Bankdirektnr Matthews überfallen und ihn durch Schüsse schwer verletzt. Die her- beieilende Polizei wurde in ein Feuergesecht mit den Verbrechern verwickelt und es gelang ihr schließlich, mehrere der Beteiligten festzunehmen. Die schwierigen Namen- „Do reden die Menlchen von Frieden, und olle nasenlang bricht Krieg aus, erst neulich wieder zwischen dingsda—»wischen, no, uuc heißen die Kerle doch?— zwischen, ich hobs doch gelesen, es stand doch in der Zeitung--- ach so: zwischen Paraguay und Jmmertreul". a. Jagden, Jagden im Sportpalast Im 21. Berliner Sechstagerennen geht es weiter lebhaft zu. Nach der ereignisreichen ersten Nacht folgte eine zweite, die nichts zu wünschen übrig ließ. Auch die dritte Nacht brachte turze aber harte Positionskämpfe, die die Plätze der um Runden zurückliegenden Mannschaften dauernd verschoben. Kroschel- Junge, diese beiden famosen und beliebten Fahrer, wußten nach allen Kämpfen ihre führende Stellung zu behaupten. Nur haben sie zu wachs in der Spitzengruppe, die sie bis zur zweiten Morgenstunde des Montag allein beherrschten, bekommen. Die prächtige Mannschaft Miethe Linari hat sich zu ihnen gesellt. = In der Sonnabendnacht rückten, wie bereits mitgeteilt, Tie z Kroll vom vierten auf den zweiten Plaz. Dann fangen DülbergBetri an zu wühlen. Erst bei einem abermaligen Vorstoß können sie, nachdem schon vorher einige Mannschaften, u. a. auch die Belgier Gooßens Debaets, weit zurückgefallen find, eine Runde aufholen. Die nächste Zeit steht ganz im Zeichen der Mannschaft LinariMiethe, die mit einer fabelhaften Technit Meter auf Meter aufholen und nicht nachlassen, nachdem das Feld, das fast ausnahmslos ab. gefämpft ist, schon auf Ruhe gehofft hat. Anfeuernde zurufe durch tojen den Raum: Miethe- Linari haben sich vom bisherigen 3hnten Platz zum zweiten im Gesamtklassement vorge arbeitet. Sie liegen nun als zweite Mannschaft eine Runde zurüd hinter Kroschel- Junge! Dann wird es ruhiger. Auch die 2-11hr Nachtwertung bringt feine Veränderung. Nur gibt vorher Beinert wegen eines Sturzes das Rennen auf. In den Morgenstunden ereigneten sich zahlreiche Stürze, durch die Linari, Gooßens, Manthey, Dülberg, Rielens, Kroll und Kroschel in Mitleidenschaft gezogen wurden, alle Fahrer kommten das Rennen aber fortsetzen. Der Sonntagnachmittag. Ein guter Besuch für die Nachmittagsstunden, Ruhig zieht das Feld seine Kreise, um sich auch im ersten Teil der Nachmittagsmertung nicht stören zu lassen. Gegen 4 Uhr leiten dann GooßensDebaets eine Jagd ein, die von Petri- Dülberg und Kroll- Tieß fort: gesetzt wird. Einige der schwächeren Baare entgehen nur dadurch Der Ueberrundung, daß sie inforreft ablösen. Aus diesem Grunde erhalten Faubet- Marcillac eine Strafrunde. Bette wird aus dem Rennen genommen, da sich kein neuer Partner für ihn findet. Um 5 Uhr nachmittags nach 43 Stunden- find 1164,480 Kilometer zurückgelegt. Der Stand des Rennens Spize: Kroschel- Junge, 52 Punkte. 1 Runde zurüd: Linari- Miethe 25 Punkte. 2 Runden zurüd: Kroll- Tiezz 104 Puntie; Petri- Dülberg 73 Punkte; Rielens- van Kempen 55 Punkte, Letourneur- Broccardo 44 Punkte. 3 Runden zurüd: Preuß- Resiger 44 Punkte. Boxmeisterschaften engros. Die Kämpfe in der Westfalenhalle. In den Kämpfen um die Bogmeisterschaften von Deutschland in der Dortmunder Bestfalenhalle siegte, im 5 Runden zurück: Behrendt- Manthen 64 Punkte; GooßensDebaets 62 Punkte; Faudet- Marcillac 47 Punkte; Lorenz- Stocelyne 45 Punkte. Oesterreichs Fußballpleite. Berufsspieler, Amateure und etwas Dazwischen. Bis auf wenige erhalten die Spieler die ihnen zustehenden Gehälter nicht oder aber nur ganz unregelmäßig in Teilbeträgen. Man sucht nun nach Mitteln, wie man aus der Misere heran: kommen könnte. Da man nicht gut plößlich die bisherigen Berufsspieler zu Amateuren ernennen kann, wird ein Ausweg darin gesucht, daß die bisher bestehende Trennung zwischen Professionalund Amateurvereinen aufgehoben werden soll und daß in den Meisterschaftsspielen Berufsspieler und Amateure gegen Seit einiger Zeit machen sich immer stärkere Anzeichen bemertbar, daß das Berufsspielertum im österreichischen Fußball nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Von den Vereinen, die seinerzeit mit fliegenden Fahnen zum Professionalis. Das am Abend nur mäßig besetzte Haus bekommt, abgesehen mus übergingen, sind nur zwei oder drei in einer halbwegs gesunden von einigen kleinen erfolglosen Vorstößen, nicht das gerinste zu wirtschaftlichen Lage. Alle anderen, zum Teil schon einmal niederfehen. Versteht sich, daß dann und wann die gemächlich tummelnden gebrochen und saniert, stehen jetzt vor der Katastrophe. Die UeberFahrer Zurufe empfangen, die nicht gerade salonfähig sind. Manchzeugung hat sich allgemein durchgefeßt, daß es mit dem jogenannten mal ist auch der im Gesicht arg bepflasterte Manthey das Ziel gut reinen" Professionalismus ebensowenig geht, wie es vordem mit mütiger Spötter. Bis gegen Mitternacht muß sich das Publikum dem verkappten, unter der Flagge Amateurismus" segelnden Begedulden. Dann stoßen Dülberg Petri vor und können rufsspielertum gegangen ist. ziemlich schnell eine Runde aufholen. Womit vorläufig wieder einmal alles erledigt war. Erst die 2- Uhr- Wertung gab das Zeichen zu neuen Jagden. Die Belgier Gooßens Debaets, die sich anscheinend verpflichtet fühlten, die große Enttäuschung, die sie bisher bereiteten, einigermaßen wettzumachen, zogen plötzlich nach dem zweiten Spurt los, und im Nu war die schönste Jagd im Gange. Gooßens- Debaets hatten aber bald genug, und nun stürmte der unverwüftliche Linari davon. Eine wohl 50 Runden lange Jagd feite ein, der erst Einhalt geboten wurde, als Kroll, Junge und einander spielen sollen. Es wird erhofft, daß dann die Vereine, turz hinterher auch Preuß- Resiger stürzten. Das Rennen wurde die jetzt mit Berufsspielern nicht existieren können, wieder Amateurauf kurze Zeit neutralisiert, der Stand hatte sich aber wiederum vereine werden und als solche ihr Fortbestehen finden. Die Vereini Linari- Miethe hatten es geschafft, zu Kroschel1 Meisterschaftskämpfen soll natürlich nur die Vorstufe für die vollwesentlich geändert, das Feld war weit auseinandergezogen worden. gung von Berufsspielermannschaften und Amateurklubs in den Junge aufzulaufen. Dülberg- Betri folgten mit einer Berständige Aufhebung der Grenze zwischen Professionelismus und lustrunde vor Kroll- Tiez und Letourneur- Broccardo mit deren zwei. Amateuren sein. Die Spurts der Nachtwertung: 1. Broccardo, Lorenz, Dülberg, Kroschel; 2. Debaets, Petri, van Kempen, Stocelynd; 3. Gooßens, Linari, van Kempen, Dülberg; 4. Linari, Gooßens, Marcillac, Betri; 5. Linari, Debaets, Faudet, Broccardo; 6. Miethe, Letourneur, Gooßens, Rielens; 7. Gooßens, Miethe, Dülberg, Rielens; 8. Faudet, Linari, Petri, Behrendt; 9. Gooßens, Rielens, Behrendt, Preuß; 10. Petri, van Kempen, Refiger, Faudet. In den Stunden bis zum Eintritt der Neutralisation herrschte größte Eintönigkeit. Das Tempo fant auf unter 15 Stilometer pro Stunde. Die Zuschauer, die bis zum Schluß aushielten, gaben ihrer Unzufriedenheit durch Pfeifen und Zurusen Ausdruck, das alles konnte die Afteure aber nicht aus der Ruhe bringen. Um 6 Uhr wurde die Halle geräumt, in 56 Stunden haben die Fahrer 56 Stunden haben die Fahrer 1533,300 Kilometer zurückgelegt. Der Stand des Rennens: Spize: Kroschel- Junge 58 Punkte; Miethe- Linari 52 Pumtie. 1 Runde zurück: Dülberg- Betri 100 Punkte. 2 Runden zurüd: Kroll- Tiez 126 Punkte; Letourneur- Broccardo 53 Punkte. 3 Runden zurüd: Rielens- van Kempen 88 Punkte. 4 Runden zurüd: Preuß- Resiger 72 Punkte. Diese Entwicklung der Dinge im Nachbarlande ist das lehrreichste Beispiel für diejenigen bei uns, die, wenn auch nur entfernt, mit dem Gedanken der Einführung des Berufsspielertums tofettieren. Wenn auch die Verhältnisse im großen Deutschland unendlich andere sind wie in dem kleineren Desterreich, so würde doch ein Berufsspielertum bei uns wahrscheinlich genau so Schiffbruch erleiden, wie es im Nachbarlande geschehen ist. Darum muz bestimmungen, die den tatsächlichen Verhältnissen der Gegenwart man immer wieder nur eins fordern: Schaffung von Amateurentsprechen, zunächst für Deutschland, und dann energisches Hinarbeiten darauf, daß ähnliche Bestimmungen in der ganzen Welt eingeführt werden, damit der gegenwärtige verlogene Zustand, der in allen Ländern herrscht, endlich einmal ein Ende findet. Trabrennen in Ruhleben. Jahres- Aujangs- Preis. 1. Nonne( W. Weidner jt.), 2. Alpenfeuer, 3. Kelly Arnold. Toto: 145: 10. Blag: 58, 25, 31: 10. Ferner liefen: Bidinger, Brimadonna, Olan( o. W.), Nanu, Maimorgen, Dornzieher, Neidhammel, Satan, Modena, Anter I, Dolman, Agitator, Linne, Galeere, Rebelkappe, Turandot, Abnetta. Glidenf- Rennen. 1. Kerrigan it.( Des.), 2. Goudster jr., 3. Wagner. Toto: 51:10. Blaz: 22, 20, 27:10. Ferner liefen: Coriolanus, Lu, Noblesse, Hellina, Ingelinde, Arnfried. 5 Runden zurüt: Gooßens- Debaets 96 Punkte; Faudet- Mar- Terraria, Importeur, Abdullah, Silver, Freibeuter, Dante, Marne, Primel, cillac 60 Punkte. 6 Runden zurück: Behrendt- Manthen 78 Buntte. 7 Runden zurüd: Stocelynd- Lorenz 52 Punkte. Handball Bericht vom Sonntag. Azalien- Breis. 1. Stinotönigin( W. Caerson), 2. Modern, 3. Rehoferin. Toto: 278: 10. Blag: 24, 12, 15: 10. Ferner liefen: Heimdhen, Heider, Wintermärchen, Luchs, Einsicht( o. W.). Renjahrs- Breis. 1. Kammerjänger( S. Kaupper jr.), 2. True For, 3. Baron Silvefter. Toto: 53:10. Blag: 14, 17, 12:10. Ferner liefen: Copal, Dentmünze, Crassus, Trotteur, Königsadler, Ehrenberg. Soffnungs- Breis. 1. Lachmustel( Jauß ir.), 2. Jerwisch; 3. Aldisa. Toto: 18:10. Blag: 14, 24, 20:10. Ferner liefen: Erster Seehofer, Haga Burton, Beter Hall, Eitelfried, Schneesturm, Diana Magowan, Gondel( o..), Meisterftüd, Harfenmädchen. Spazinthen- Preis. 1. Ingrid Salle( B. Heckeri), 2. Deweyphine, 3. Flamingo. Toto: 72:10. Blag: 16, 16, 26: 10. Ferner liefen: Kinostern, Weinbrand. Hauptmann, Großmogul, Morgentan, Baula A. Fliegengewicht der Herausforderer Karl Schulze- Magdeburg nicht statt. FIGB.- Süden holte sich die Punkte nach langer Zeitpeller, Heini Duffy, Heliogabal, Netome, Campanula, Nelly Arnold. Die Kälte schuf vereiste Bläge aber trotzdem ließen sich die Handballer nicht abhalien, zu spielen. Einige Frauenspiele fanden mal wieder, FIGB.- Rosenthal verlor mit 3: 1( 1: 0). Das Spiel war ausgeglichen, nur hatte Süden etwas mehr Glück im Schießen. FTGB.- Wedding gewann gegen Belten mit 3: 1. FIGB. Nordring weilte in Ertner, mußte aber die Punkte da lassen. Bis zur Pause lautete das Resultat bei einem flotten Spiel noch 2: 1, aber Ertner Nordring war im Fangen etwas unsicher. FTGB.- Neukölln verlor gegen den Schwimmverein Neptun- Beißenfee mit 8: 5( 5: 3). Die Jugendmannschaften FTGB.- Rosenthal trennten sich 4: 2. und FTGB.- Wedding Preis von Schreiberbau. 1. Rushaga Bon( A. Rüdert), 2. Sadana, 3. Artifer. Toto: 117: 10. Blag: 44, 30, 92: 10. Ferner liefen: Luchs( 1. 3. W.). Drave, Theokrat, Zierde, Kreuzritter, Abbell, Kartenspieler, Rippsache, ProJannar- Breis. 1. Abendstern( Jauß ir.), 2. Station, 3. Malteser. Toto: spariette, Cinfedier, Good Don, Dele Marion, Erbpring jr., Armenier, 25:10. Blag: 17, 15, 35:10. Ferner liefen: Saga Burton, Dichtung. Flaggenlied, Ida Balos, Niederländer. er Rickards, der die meisten großen Weltmeisterschaftskämpfe Tex Ricards gestorben. Der amerikanische Borkampfveranstalter über Kohler durch t. o. in der fünften Runde. Federgewichtsmeister Paul Road- Berlin behielt seinen Titel im Kampf gegen Gohres- Duisburg. Der Richterspruch lautete: unentschieden. Im Schwergewichtsausscheidungskampf zwischen Rudi Wagner- Duisburg und Dr. Bach- Heidelberg ging Dr. Bach bereits in der ersten Runde bis 8 zu Boden und mußte sich beim dritten Niederschlag in der zweiten Runde auszählen laffen. Die fonnte durch das schnelle Tempo noch bis Schluß 2 Tore schießen. organisierte, ist in der Nacht zum Sonntag gestorben. Meistermürbe in Leichtgewicht holte sich Friz Reppel im Stampi gegen Nefager. Reppel erhielt einen Tiefschlag, fonnte fich in der Bause nicht erholen, so daß Nefzger disqualifiziert werden mußte. Die Weltergewichte Hans Seifried und Helmut Schulz lieferten sich ein hartes und schnelles Gefecht. Es ist nicht ersichtlich, weshalb das Stampfgericht zu einem Unentschieden kam. Seifried war jedenfalls in fast allen Runden im Angriff. * Primo Canera" in Berlin. Der nächste Bog großtampftag im Sportpalast am Freitag, 18. Januar, wird in allen Rampfpaarungen internationale Borer aufweisen. Besonders wird es intereffieren, daß bereits die Zusage des riesigen Italieners Brimo Canera vorliegt. Bei seiner Größe von 2,05 Metern und einem Gewicht von 256 Pfund dürfte es schwer fallen, einen geeigneten Gegner für ihn zu finden. Eisläufer der Naturfreunde". Mittwoch, ab 20 Uhr, Lehrabend für Eisläufer, auch für Anfänger, in der Seeterrasse, Lichten berg, Roederstraße 11-13. Berbindung: 53, 68 66, 8. " Freie Fußballvereinigung Moabit" jeden Freitag, 20 Uhr, bei Hübner, Wilsnader Straße 34, Mannschaftssigung. Es werden für Jugend- und Männermannschaft noch Mitglieder aufgenommen. Der Verein beabsichtigt die Aufstellung einer Alten Herrenmannfchaft". Barteigenossen, Gesinnungsfreunde, ehemalige Fußballer, die daran interessiert sind, wollen furze Zustimmungserklärung an Böhl, Kurfürstenstraße 52, schicken. Drei Stunden Leichtathletik. Das Hallenfest des ASC. Das Turnier am Weinbergsweg. letit- Sport- Club das Signal zum Beginn der Leicht- 10X3 Runden) boten intereffante Kämpfe. Besonders die große Huthanen wirft Bambula. Bei den internationalen Ringtämpfen im Walhalla- Theater war der Sonnabend der erste Großfampftag um den ,, Goldenen Gürtel". U In Rur inapp vier Minuten konnte sich der Berliner Petitjan gegen den noch immer starten Meister Siegfried behaupten. Die große Sportsensation war das erste Zusammentreffen, der beiden Weltmeister Petrowitsch Rußland und Huthanen. ihrer ersten Ringzeit gefang trog größter Anstrengungen noch kein Rejultat. Der Ruffe gewann aber damit als zweiter die von dem Finnen ausgefeßte 100- Mart- Brämie. Weltmeister Kley und der ausgezeichnete franzöfifche Mittelgewichtler Favre standen sich im Entscheidungskampf gegenüber. Die beiden Birtuosen zeigten im Entscheidungstampf gegenüber. Die beiden Birtuosen zeigten ihre vollendete Ringfunst bis in die kleinste Nuance. Nach einer Kampfzeit von 52 Minuten parierte der Berliner den Hüftschwung jeines Gegners blitzschnell und entschied fomit das Treffen zu seinen Gunsten. Sonntag: Der toloffale Neger Bambula, der den Finnen Huthanen um die 100- Mart- Brämie gefordert hatte, hätte sich diese nur allzu gern verbient. Aber des Negers beste Beit ist längst vorüber und so hatte er gegen den Finnen gar nichts zu bestellen und bereits nach zwei Minuten war das Treffen mit einem Weber stürzer beendet. Den Ruf, der dem robusten Deutsch- Amerikaner Bahnsamson als einen rücksichtslosen Draufgänger vorausgeht, rechtfertigte dieser im Treffen gegen den Ringtünstler Kley erneut. Der junge Beltmeister stand hier einem erheblich schweren und sehr gefährlichen Gegner gegenüber. Arg in die Defensive gedrängt, gelang es ihm bant seiner vollendeten Ringerkunst, das erste Treffen mit einem Unentschieden zu beenden. 2uppa Berlin siegte über Bon den Barn in der 16. Mirante und Grunewald über Betition er nach 12 Mimien Stampfooner. G. M. Seit drei Jahren gibt das Hallensportfest des athletitveranstaltungen im Berliner Arbeitersport. Auch gestern traten die Leichtathleten in der Prinzenstraße mit einem Programm an die Deffentlichkeit, das in bezug auf Reichhaltigkeit, Qualität der Leistungen und Organisation weit über den Rahmen einer Bereinsveranstaltung reichte. Der Einladung des ASC. waren fünf auswärtige Bereine gefolgt: Brandenburg, Köpenick. Rathenow, Burg und Stettin. Buntt 15 Uhr marschierten über 200 Teilnehmer in die Zentralturnhalle und begannen nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden Held ein Riegenturnen. In 14 Riegen wurde die Bielfältigkeit des modernen Leichathletiktrainings gezeigt. Er freulich das Bekenntnis zur förperbildenden Gymnastik, die mit Uebungen aus dem Gebiet volkstümlichen Turnens den Hauptteil der die vorzüglich durchgeführte Laufschule und die GymnastiksondervorTrainingsvorführungen bestritten. Die gleiche Tendenz zeigte auch führung der Männer( hier besonders bemerkenswert die Konzentrationsübungen). Sehr frisch und fröhlich zeigten neun Riegen der Frauen, Kinder und Jugendlichen Spiele mit Bällen und Seilen. Das größte Interesse fanden die Läufe, die als Einzelton furrenz oder Staffel in starter Belegung durchgeführt wurden. Die furze Strecke, 40 Meter, sah Jugend, Frauen, Männer A und B- laffe am Start; die große Beteiligung machte Bor- und Zwischenläufe notwendig. Im Endlauf der A- Klasse fam es zu einem toten Rennen zwischen Heldt und Wienecke. Den 1000- MeterLauf der Männer sicherte sich E. Braun( ASC.) vor G. Braun, die dem Feld nach der zweiten Runde davonliefen und dann mit großem Borsprung die Bahn umkreisten. Ein weiterer 1000- meterLauf wurde als Borgabelauf, Vorgaben bis 40 Meter, ausgetragen. 2angmad Stettin( 10 Meter Borgabe) fonnte sich knapp vor Stein( ASC.) ins Ziel retten. Haupttrümpfe der ASC.- Ber anstaltungen sind die großen Kurzftredenstaffeln. Fünf Läufe für Frauen( 5X1 Runde), Jugendliche( 10x40 Meter Bender stafette, Schwellstafette) und Männer( 10 × 40 Meter Pendelstafette, 10 × 3- Rundenstaffel der Männer hatte in den Mannschaften von Burg, Rathenow, Stettin, Brandenburg und der des Gastgebers eine gute Bejegung. Sieger blieb der ASC. in 8.20 Dor Burg( 8.41,4). Erwähnung verdient die 10X1- Runde- Kinderstafette zwischen zwei Schüler und einer Schülerinnenmannschaft. Ein weiterer Mannschaftskampf wurde im Hochsprung ausgetragen( drei Springer= eine Mannschaft). Trotz der ungünstigen Sprungoerhältnisse erreichte die Siegermannschaft, ASC., eine Durchschnittsspringhöhe von 1,64 Meter, aljo ein ausgezeichnetes Resultat. Sehr gut fügten sich ein Handball- und ein Stockballspiel in den Rahmen des Festes. Vereinigte Turnerschaft Burg gewann das Handballspiel gegen GC. I 3: 1. AGC. war vor Halbzeit( 1: 1) leicht überlegen, die Burger konzentrierten sich dann FTGB.- Ostring und ASC. verlief mit 2: 2 unentschieden. Oftring aber und wurden im Zuspiel besser. Das Hockenspiel zwischen schien zunächst sehr überlegen( Halbzeit 2: 0 für Ostring), die ASCer fonnten in der zweiten Spielhälfte jedoch den Ausgleich erzwingen.. Die ganze, gut durchorganisierte Veranstaltung war eine dreistündige geschichte Werbung für den Arbeitersport. Die Bundestreuen haben trog aller Infamierungen durch die Oppo fition ihre Stärke erwiesen. Der Auftakt war ein glücklicher! Auf ein erfolgreiches Jahr! F. H. Resultate. 40- Meter- Lanf, A- Klasse: 1. Seidt u. Wienecke( ASC.) 4.9; 2. Stoll( AGC.), Brustbreite. B- RIaffe: 1. Lau( AGC.) 5,2; 2. Schlag ( Röpenid), Sandbreite zurüd. Jugend: 1. Görsch( AGC.) 5,1. Frauen: 1. Mener( AGC.) 5,9. 1000 Meter Borgabe: 1. Langmad( Stettin) 2: 57,2 ( 10 Meter Borgabe); 2. Stein( AGC.), Meter aurid( Malmann). 1000 Meter: 1. E. Braun( AGC.) 2: 53,9; 2. 6. Braun( AGC.), 1 Meter zurüd. 800- Meter- Lauf, Jngenb: 1. Stieme( AGC.) 2: 16,2. 5x1 Runde, Frauen: 1. ACC. I 1: 08,4; 2. SC. II.- 10x40- Meter- Bendelftafette, Männer: 1. AGC. I 54.1; 2. Burg 56; 3. Rathenom, Brustbreite aurid. Jugend: 1. AGC. 58,2. Schmelstafette Jugend( 1, 2, 3, 4, 3, 2, 1 Runde): 1. AGC. III 5,18. 10X3- Runden- Stafette: 1. ASC. I 8:20; 2. Burg 8: 41,1; 3. Brandenburg 8: 48,2. Mannschaftshochsprung: 1. ACC. 4,90 Meter( Dura) bene. Pranderoute 1 4,66 meter; 8. Purg 4,40 Meter; Rathenow 4.28 Seter, Arbeiter- Schach. Aus der internationalen Bewegung. Im Abend" vom 24. Dezember berichteten wir über die Tagung der Kreisleiter des Deutschen Arbeiter- Schachbundes" und daß dort der Beschluß des Bundesvorstandes:„ Ausschluß der Oppofition" wegen Nichtbefolgung der 3K.- Beschlüsse gegen eine Stimme fanttioniert wurde. Auf dieser Tagung war von allgemeiner Wichtigkeit die Behandlung der internationalen. Fragen. Tatsache ist, daß es in der internationalen Arbeitersportwelt drei Internationalen gibt. Sozialistische ArbeitersportInternationale", der auch die deutsche Zentralfommission mit all ihren angeschlossenen Verbänden, darunter dem Deutschen Arbeiter schachbund, angehört, dann die„ Rote Sportinternationale", die in Mostau ihren Sitz hat und eine Filiale in Berlin, Landsberger Str. 82, unterhält. Die RSI. steht in grundsätzlichem Gegensatz zur SASI. Dazwischen besteht nun noch eine Internationale", nämlich die Arbeiter- Schachinternationale". Sie setzt sich zu sammen aus den Arbeiterschachvereinen in Dänemark, Ungarn, Rumänien, wo noch keine Verbände bestehen, und den Verbänden in Deutschland, der Schweiz, Desterreich und Rußland. Der Gegensaz zwischen den Internationalen besteht nun darin, daß Vereine und Verbände der Sozialistischen Arbeiter- Sport- Internationale nicht Mitglied der Roten Sportinternationale sein dürfen. Der Russische Schachverband ist ein Gebilde der dortigen Gewerkschaften. Er hat wohl Berbindungen mit der RSI., aber niemand kann sagen, daß dieser Verband der RSI. direkt angehört. Fest steht, daß bei der sogenannten ,, Spartakiade" in Moskau von der RSI. ein Druck auf den Russischen Schachverband ausgeübt wurde, daß er das Internationale Arbeiterschachturnier, das er auf Wunsch der Russen übernommen hatte, nicht durchführen konnte, weil die RSI. verlangte, daß dieses Turnier ein Teil der Spartakiade sein sollte. Es hätte zur Folge gehabt, daß Deutsche und Desterreicher nicht zum Turnier gefahren wären. Diese Zwitterstellung der russischen Schachspieler hat in der gesamten Schachinternationale eine aus giebige Diskussion peranlaßt. Spiegel Chemniz, der Vorsitzende der Arbeiter- Schachinter nationale, gab mun, als der Punkt Internationale zur Debatte stand, einen Bericht über die Dinge, die sich in der Zeit nach dem internationalen Schachturnier, Ostern 1927 in Berlin, abgespielt haben. Seine Ausführungen rollten ein trübes Bild auf. Die Russen, die zuerst mit einer offenen Handbewegung" die Finanzierung des Moskauer internationalen Schachturniers übernahmen, haben mun diefes Turnier einfach abgesagt. Die bisherige Einheitsfront hat durch diese Stellungnahme der Russen einen argen Riß be= tommen. Spiegel kam dann auf die Mitarbeit in bürgerlichen Blättern zu sprechen. Leider sind auch hierbei die Russen an erster Stelle zu nennen. So berichtet er, daß Russen fogar an faschistischen Blättern in Italien mitarbeiten. Zum Schluß fam er auf die Berliner Verhältnisse zu sprechen und teilte mit, daß er vom österreichischen Arbeiterschachverband die Nachricht erhalten hätte, daß die Ausgeschlossenen von Berlin fich nach dort gewandt hätten, um einen internationalen Laden auf= zumachen. Die Desterreicher I ehnen das aber ab, sie bleiben ein treuer Ramerad der deutschen Arbeiterschachbewegung in der Zeutralkommission. Was mit einem lebhaften Bravo von den Kreisleitern quittiert wurde. In der Diskussion verlangte Dehlschläger- Berlin die Beweise für die Mitarbeit der Russen an faschistischen Blättern und ob auch Lewmann, mit dem ihn noch eine persönliche Freundschaft verbinde, an faschistischen italienischen Blättern mitarbeite? Mag Pflaum- Leipzig, der im technischen Beirat der Schachinter nationale sitzt und auch Mitglied der KPD. ist, muß die Ausführungen Spiegels bestätigen. Ja, er teilte mit, daß eine Mitarbeit in den Arbeiterzeitungen noch von feinem russischen Arbeiterschachspieler geleistet wurde, ebenso daß die russische Presse wohl von fast allen bürgerlichen Schachzeitungen Notizen entnehme, aber vom Arbeiterschachleben schweige. Darauf fragte dann Gärtner- Breslau an, ob es denn überhaupt noch Wert hätte, einer solchen Internationale weiter anzugehören. Gläser hat auch kein Bertrauen mehr zu den Versprechungen der Russen. LewmannMoskau hätte schon einmal in Wien erklärt, an bürgerlichen Zeitungen nicht mehr mitarbeiten zu wollen, er hätte aber sein Versprechen nicht gehalten. Der Bundesvorstand wurde schließlich beauftragt, dafür zu sorgen, daß die Sagungen der Arbeiterschachinternationale endlich so eindeutig abgefaßt werden, daß es niemandem mehr möglich ist, der deutschen Arbeiterschachbewegung Knüppel zwischen die Beine zu werfen. tea Razzia im Sportpalast. Konfektionseinbrecher und Defraudant beim 6- Tage- Rennen gefaßt. 6 Die Leidenschaft für die vielgestaltige Unterhaltung des I aber feft, zusammen mit seinem Begleiter. Lorbach war durchaus Sechstagerennens sollte einem bekannten und langgefuchten nicht widersetzlich, ihn betrübte es nur, daß er mitten im Rennen Berliner Konfeffionseinbrecher und einem weg mußte. Auch Lotte und der dritte Mann wurden unauffällig jugendlichen Defraudanten aus Danzig zum Ber- von ihren Plätzen geholt und nach dem Polizeipräsidium gebracht. hängnis werden. Der mit Lorbach am Buffet Festgenommene ist ein 27 Jahre alter Henry Scheibelich, der Dritte konnte noch nicht bestimmt festgestellt werden, da er alle möglichen falschen Namen angibt. Als alter Bekannter der Kriminalpolizei bestreitet Lorbach natürlich alles, was ihm zur Last gelegt wird und will on keinem Einbruch missen. Am gleichen Abend wurde einem jugendlichen Defraudanten der Besuch der Beranstaltung im Sportpalast zum Verhängnis. Bei der Danziger Bank für Handel und Gewerbe wurde am 31. Dezember der 18 Jahre alte Laufbursche Paul Miezke, der auch in Danzig wohnte, mit 45 000 31oty und 1500 Danziger Gulden zu einem Kunden geschickt. Der Bursche behielt das Geld für sich und verschwand aus der Stadt. Am Sonnabend ermittelten ihn Kriminalbeamte im Sportpalast und nahmen ihn beim Kragen. Bei dem jugendlichen Durchbrenner wurden nur noch 2612 Mart Großfeuer in Spandau. Drei Läden in Flammen.. Der 40 Jahre alte Hugo Lorbach, der den Spitznamen der schöne Hugo" führt, ist mit seiner Freundin Lotte zusammen eine bekannte Erscheinung in der Berliner Verbrecherwelt. Schon vor drei Jahren wurde Lorbach Lei einem Sechstagerennen erwischt und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt Da noch andere Prozesse gegen ihn schwebten, so wurde er nicht gleich nach der Strafanstalt gebracht, sondern sollte bis zur Erledigung in Moabit bleiben Aus dem dortigen Direktionsgebäude entwich er aber im September 1926 und wurde seitdem von neuem gesucht. Lorbach ist ein Mit glied der berüchtigten Kolonne Arnold, Otto Dunst und Heinrich Graß, auf deren Konto die meisten der ganz großen Pelz- und Konfektionseinbrüche kommen. Am Sonnabend abend besuchten nun Kriminalfommissar Braschwitz, der Leiter des Sonderdezernats für Pelz- und Konfektionseinbrüde, und Kriminalrat Galzow das Sechstagerennen, weil erfahrungsgemäß dort die schweren Jungen gefunden, den Rest hatte er bereits verjubelt. unter den Zuschauern fizen. 20ls die Beamten ihre Plätze einnehmen wollten, erhielt Kommissar Braschwitz in dem Gedränge einen unbeabsichtigten Stoß von rückwärts. Er sah sich nach dem Drängler um und erkannte zu seiner Ueberraschung seinen alten Freund" Lorbach, der mit noch zwei anderen Männern und Lotte in einer Seitenloge faß. Das Erfennen war aber einseitig, Lorbach war mit Leib und Seele bei dem Rennen und hatte alles andere um sich her vergessen. Kurz bevor die 2- hr- äden, die in einem Holzbau in der Brückenstraße 5/6 unter. Nachtwertung ausgefahren wurde, verließ Lorbach mit einem seiner Bei der Erneuerung der Charlottenburger Brüde in Spandau Begleiter feine Loge, um ein Glas Bier zu trinken. Die Beamten mußten mehrere fleinere Wohnhäuser abgeriffen werden. folgten ihm, ließen ihn auch sein Glas leeren, nahmen ihn dann Bler Geschäftsleute, die in diesen Häusern ihre Verkaufsräume inne hatten, ließen sich einen Holzbau aufführen, in dem nebeneinander vier Läden untergebracht wurden. Kurz vor Weihnachten fiedelten jedoch sämtliche Geschäftsleute in einem benachbarten Neubau über und die freigewordenen Läden wurden an ein Woll. maren, Leder- und Gänsegeschäft vermietet. Es lief nur ein furzfristiger Vertrag, da der gesamte Holzbau in nächster 3eit wieder abgerissen werden sollte. In dem Wollwarengeschäft brach nun furz nach 11 Uhr Feuer aus, das an den Warenvorräten reiche Nahrung fand. Die Flammen breiteten sich mit großer Schnelligkeit aus und sprangen auf die angrenzenden Geschäfte über. Die Ladenbefizer fonnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der ganze Holzbau brannte bald lichterloh und die Feuerwehr, die mit mehreren Lösch zügen zur Stelle mar, fonnte wenig retten. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Gesandter Wallroth gestorben. Dr. Erich Waflroth, deutscher Gesandter in Norwegen, ist in Oslo an Herzschwäche noch nicht 50jährig gestorben. Er war bis vor kurzem Leiter der Oftabteilung beim Auswärtigen Amt. 3m Jahre 1920 trat er nach langjähriger Tätigkeit bei der Handelsfammer in Lübeck in den Dienst des Auswärtigen Anites. In den Jahren 1921 und 1922 war Wallroth deutscher Geschäftsträger in Helsingfors und Gesandter in Riga. 1923 wurde er zum Ministerial. direktor und Leiter der Oftabteilung im Auswärtigen Amt ernannt, welchen Posten er bis zur Ernennung als Gesandter in Oslo gegen Ende des Jahres 1928 innehatte. Walroth hat zahlreiche handelsund verkehrspolitische Abhandlungen über Ost- und Ostseefragen geschrieben. Durch ein Großfeuer wurden heute vormittag drei In der Nedarstraße 6 zu Neukölln geriet am Sonntag abend ein im Parterregeschoß des Seitenflügels untergebrachtes Lager einer Eiergroßhandlung in Brand. Die Feuerwehr hatte große Mühe, ein lebergreifen des Feuers auf die über dem Brandherd liegenden Wohnungen zu verhindern. 80 Kisten mit. 80 000 Stüd Etern wurden vernichtet. In der Kolonie Storchnet am Obenweg in Lichtenberg entstand in einer halb massiven Wohnlaube aus noch unbekannter Ursache Feuer, Das Gebäude brannte völlig nieder. Die Feuerwehr war über eine Stunde mit den Löscharbeiten beschäftigt. Rheinische Gedenkstunde. Die in Berlin ansässigen rheinischen Landsmann ichaften veranstalteten im Landwehrfasino eine Gedenkfeier aus Anlaß 10jähriger Besetzung der Rheinprovinz. Es waren eine ganze Anzahl Männer und Frauen erschienen, fast durchweg in nicht mehr jugendlichem Alter. In seiner Begrüßungsansprache stellte Herr Goertz diese Kundgebung als überparteiisch hin. Den darauf folgen. den Reden konnte man zwar anmerken, daß die Berständigungs politit auch in diese Reihen Eingang gefunden hat. Trotzdem wurde das Wort Republik nicht ein einziges Mal erwähnt. Ob solche Rundgebungen das geeignetste Mittel sind, die von allen Boltskreisen geforderte Räumung der Rheinlande zu beschleunigen, muß be zweifelt werden. Rücksichtslos herabgesetzte Damen- Hausschuhe imit. Kamelhaar, mit Kordelsohle.. 75PL. Umschlagschuhe imit. Kamel haar, u. Ledersohle, Gr.40-4275 Spangenschuhe f.Kinder, braunBoxcalf mit Einsatz, Gr. 20-23 290 Lack besatzstiefel mit Einsätzen, Gr.23-24. 5,90, 20-22 4,90,18-19 usw. 325 Spangenschuhe Goldbrokatstoff, leicht oxydlert....... 390 Binde- Spangenschuhe echt Chevr., Grösse 20-22 4,90, 18-19 390 Spangenschuhe schwarz und farbig Sain, 390 mit Louis- XV.- Absatz.. Damen- Stiefel schwarz, ccht rahmengenäht.... Grösse USW. 35-37 390 Lack- Spangenschuhe mit Gummizug u. 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