Morgenausgabe Rr. 11 A 6 46. Jahrgang # 38death 85$ 1 more &, 00 S. ba paraus zahlbar. Boftbezug 4.22 R. ciafchl. Beftellgelb, Auslandsabonne ent 6-2 pro Tonet. * Bez Bormärts erjdhetne wodents lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie bendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Dez Abend". Jlluftrierte Beilagen Boll und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen". Frauen Bimme". Segnit Blid in bie Bücherwelt und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Dienstag 8. Januar 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. De etapeittee Ronpareillezetle 10 Bfennig. Reflamezeile& Reichs mart Aleine Anzeigen" bas ettge. brutte Bort 25 Pfennig zuläfftig zmet Jettgebrudte sorte), jebes meitere Bort 2Bfennig. Stefiengesuche das erste Bort 15 fennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben ählen für gmet Worte. Arbeitsmartt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Braße 3. wochentagl, von 8 bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin Sm 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboft 292-297 Telegramm- br.: Sozialdemokrat Berlin - Banfiento: Bank der Arbeiter, Engeftellten Boftidedlonto: Berlin 37 536. Vorwärts- Berlag G.m. b.. Parteitag 1929. Am 10. März in Magdeburg. and Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 8 Diftatur in Belgrad! Ein Sieg der„ dunklen Mächte." Von Hermann Wendel. Der Parteinorstand beruft hiermit den diesjährigen Der Parteitag setzt sich zusammen aus den in den Bezirksläufern der Militärdiftatur hat es wahrhaftig nicht gefehlt. Parteitag zum 10. März und folgende Tage nach der Stadtverbänden gewählten Delegierten, der Vertretung der Reichs. halle in Magdeburg ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Bericht des Parteivorstandes. a) Allgemeines. Berichterstatter: Hans Bogel b) Kaffe. Berichterstatter: Ronrad Ludwig. Wilhelm Bod. tagsfraktion, den Mitgliedern des Parteivorstandes, des Parteiausschusses und der Kontrollkommission. Anträge für die Tagesordnung des Parteitages merden nur behandelt, wenn sie von Parteiorganisationen gestellt und spätestens bis zum 5. Februar beim Barteivorstand ein spätestens am 9. Februar im ,, Borwärts", veröffentlicht werden fönnen. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: gereicht sind, damit sie laut Organisationsstatut§ 13, Absatz 2 3. Bericht der Behrprogramm Kommission. Bericht erstatter: Wilhelm Dittmann. 4. Bericht der Reichstagsfraktion. Berichterstatter:( steht noch offen). 5. Die Internationale Crispien. Berichterstatter: Arthur 6. Die Frau in Bolitik und Wirtschaft Berichterstatterin: Marie Juchacz 7. Arbeitersport und Sozialdemokratie. Berichterstatter: Karl Schred 8. Wahl des Parteivorstandes und der Kontrolltommiffion. 9. Erledigung der Anträge, soweit sie durch die por ftehende Tagesordnung nicht erledigt sind. Bum Barteitag gestellte Anträge müssen jeder für sich auf ein besonderes Blatt Papier, einseitig beschrieben und mit der Angabe, zu welchem Bunft der Tagesordnung gehörig, versehen sein. Wegen Wohnungsbeschaffung müssen sich die Delegierten rechtzeitig beim Lokalkomitee melden. Adresse: Otto Winzer, Magdeburg, Regierungsstr. 1. Gastfarten für den Parteitag werden von dem Lokal. tomitee in Magdeburg ausgegeben; Zutrittskarten für die Berichterstatter der Presse nur Dom Parteivorstand, Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Der Parteivorstand. Offensive der Linken in Frankreich. Eine Rundgebung der Liga für Menschenrechte. Paris, 7. Januar.( Eigenbericht.) Die am Donnerstag beginnende Debatte über die allgemeine Politik der Regierung wird von der Rechtspreffe als eine Art Anfturm der Eintsparteien dargestellt, dessen Schellern von vornherein sicher erscheine. Wenn es auch wahrscheinlich ist, daß ein Teil der Oppofifion dem Kabinett wegen der beginnenden Reparationsverhandlungen noch eine Schonzeit gewähren mird, so steht doch außer Zweifel, daß die Elufsparteien in diesem Jahre den kampf um die Macht miederum aufnehmen merden. Hierzu zwingt sie schon die intensive Propagandatätigkeit der Rechtsportelen, die heute mit allen Mitteln versuchen, das 2ufehen des parlamentarischen Regimes felbst in den Massen zu untergraben. Der Kampf gegen diefen Faschismus ift auf der Lipten nicht mehr eine Angelegenheit dieser oder jener Partei, sondern des ganzen demokratischen Frankreich. regieren. Auch tänne man nicht mit den Rabitalen regieren ohne ihrem Programm Rechnung zu tragen, das mit dem der ihrem Programm Rechnung zu tragen, das mit dem der Gruppe Marin unvereinbar sei Die Wahrheit fei, daß man wählen müsse; denn fortan fönne man nicht mehr hoffen, die radikale Partei zu spalten, wenn man mit diesem Traum auch einen Augenblid gespielt habe. In Wirklichkeit schließe die Verabschiedung des Budgets im Anschluß an die Berabschiedung der Staatsgefeße eine Beriode des politischen Lebens ab, und es stehe in teines Menschen Macht, fie mieber zu eröffnen oder zu verlängern. Boltsentscheid in Deutschösterreich. Erste Anwendung in Sicht. Bei jeber ber häufigen Regierungsfrisen in Belgrab hörte man im Hintergrund ein Geräusch mie das Schleifen eines Offizierssäbels, und an Bor Als in Mazedonien den Regierungsbezirken Skoplje und Schtip Obersten vorgesetzt wurden, fing es an; es ging weiter, als vor zwei Jahren ein attiver General das Eisenbahnministerium übernahm, und unlängst die Ernennung eines Generals zum Obergespan von Agram war ein neuer Schritt auf dem Wege einer verhängnisvollen Entwicklung. Jezt hat sie, in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar, einen löst find die Provinzialversammlungen, die Gemeinderäte. großen Sprung getan. Aufgelöst ist das Parlament, aufgeDie Berfassung wurde mit einem Federstrich für Makulatur erklärt, das Bersammlungs- und Vereinsrecht aufgehoben und die Preßfreiheit durch die Präventivzenjur ersetzt. Der König vereinigt die gefeßgebende und ausführende Gewalt in seiner Hand, und Ministerpräsident ist gespornt und geStiefelt ein Leibgardist, General Pera Schimkowitsch. In die Geschichte trat er in jener blutigen Juninacht des Jahres 1903 ein, da er als wachhabender Leutnant den Offiziersverschwörern das Schloßtor öffnete und damit die Bahn zur Ermordung Alexanders und Dragas freimachte; nur, wenn das Volk ein Gaul ist, der zugeritten werden muß, hat er seitdem seine Befähigung zum Staatslenter durch ein 1924 erschienenes Werk ,, Die Kavallerie im modernen Krieg" dargetan. Das Barlament, über das sich hier die Kaserne erhöht, glich freilich mehr einer Vogelscheuche als einer vollgültigen und ehrwürdigen Boltsvertretung. Sein Fort schreiten bestand darin, daß es von Krise zu Krise taumelte; 25 Rabinette hatte es in fnapp zehn Jahren verbraucht, und von dem politischen Leben, das sich in dieser Stupschtina spiegelte, sagte erst vor furzem unser Belgrader Parteiblatt, daß ein ekelhafter Machtkampf es jeder Grundsäglichkeit be raubt und zum gewöhnlichsten Schachermarkt herabgewürdigt habe. In einem jungen Nationalstaat von der Art des Königreichs der Gerben, Kroaten und Slomenen ist es die historische Aufgabe des Bürgertums, Träger des StaatsBourgeoisie Südflamiens, nicht zuletzt wegen der zurückgegebantens und der Staatshoheit zu sein, aber da sich die bliebenen Wirtschaftsverhältnisse des Landes, zu schwach und zu unreif erwies, und da sich ihre einzelnen Teile, allzustarf mit Vergangenheit belastet, obendrein in wildem Stammes hader zerfleischten, famen durch eine natürliche Logit der Dinge monarchistische und militaristische Einflüsse mehr zur Geltung, als es die demokratische Berfassung auf ihrem geduldigen Papier vorsah. Denn vor allem fehlt ein wichtiger Gesellschaftsfaktor ganz, eine in Reih und Glied marschie rende entwickelte Arbeiterklasse; wieder einmal bestätigt der Belgrader Staatsstreich das Wort, das Hilferding auf dem Kieler Parteitag sprach: Die moderne Demokratie eriſtiert nur, wo starte, mit politischem Bewußtsein erfüllte proletarische Organisationen dahinter stehen; fonst geht sie zugrunde." Nach der Verfassung ist die Abstimmung bes deutschöfter reichischen Balles anzuordnen: Bei Gesamtänderung der Berfassung durch das allein dazu berechtigte Barlament, ferner, menn bei TeilAber tragen alle bürgerlichen Parteien ein ge änderungen der Berfassung ein Drittel der Abgeordneten die Bolts rüttelt Maß Schuld, daß der Säbel die geschriebene abstimmung fondert und schließlich, wenn die Mehrheit des National und beschmorene Verfassung aufspießen darf, ohne daß die rats die Bolfsabftimmung über ein vom Nationalrat und dem Boltsmassen trok mancher demokratischen Ueberlieferung mit Bundesrat angenommenes Gesez beschließt.( Nebenbei sei mitgeteilt, mehr als einem Achselzuden antworten, so hat die Oppo daß der Bundesrat nicht von den Länderregierungen belegiert mind fition mehr oder minder bemußt auf diese Diktatur hinge mie im Reich, sondern von den 2andtagen im Proporz gearbeitet. Daß die Kroatische Bauernpartei mit Demokratie in abendländischem Sinne des Begriffs verzweifelt menig zu schaffen hat, offenbarte ihr Gründer und Führer Stefan Ra ditsch nicht zum ersten und nicht zum letzten Male, als er bei einer Regierungskrise im Februar des letzten Jahres dem König das Stichwort:„ Ein General!" zuflüsterte und das gefährliche Schlagmort prägte:„ Nur der Säbel ist ehrlich!" Als ein charakteristisches Symptom der Cage fann es angefehen werden, daß es die in Frankreich einflußreiche Liga für menfchenrechte jetzt für nöfig gehalten hat, in aller Form gegen die Regierung Stellung zu nehmen. 3hr Führer erflärt in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten, daß die Regierung felbft die Schuld an dem Mißkredit trage, in welchem das demokratische Regime heute in Frankreich zu geraten drohe. Sie selbst habe die allgemein fo biffer fritisierte Anarchie der parlamentarischen Arbeiten hervorgerufen, wobei sie unter ständiger Stellung der Vermählt mird.) Ein Boltsbegehren gibt es drüben nicht. Soeben trauensfrage das Budget in einem Tempo habe beraten lassen, das jede gründliche Distusfion ausgeschlossen habe. Nicht genug mit dieser neuen Gemohnheit habe Poincaré, der sich stets als Bortämpfer der nationalen Einheit bezeichne, die Linte aus der Regierung ausgeschaltet und eine eine Rechtsregierung gebildet Das Land verstehe es ferner nicht, daß die Regierung es wage, ein Biertel der Gesamtausgaben für militärische 3mede zu fordern und den Bau von Befestigungen zu betreiben, die durch Fliegerbombardements in einer minute zerstört werden fönnten. Endlich habe nach dem Abkommen von Cocarno und dem Kellogg. Baft die Regierung nicht einmal einen Stillstand der Rüstungen ins Auge gefaßt Daladier fordert: Entweder oder. Paris, 7. Januar. Der Führer ber Rabitalen Bartei, Abgeordneter Daladier, spricht sich in einem Artikel im„ Soir" über die morgen beginnende Barlamentsfeffion aus. Er fieht dem Regierungsprogramm, von dem gewisse politische Kreise große Wunder er. warten, mit großem Steptizismus entgegen. Was die Stellung feiner Bartei betrifft, so erklärt Daladier, die Erfahrung der legten Bochen zeige, daß es, wenn es auch materiell möglich fei, ohne die Radikalen au regieren, moralisch sehr schwer fei. Aber man fönne nicht sit ben Rabitalen und den Angehörigen der Gruppe Marin | hat die Regierung das Ausführungsgeseh zur Berfassungsbestimmung über die Boltsabstimmung vorgelegt. Den Anlaß dazu bietet die bevorstehende Entscheidung des Barlaments über den Mieter schuh. Dieser hier schon öfter erläuterte Kampf steht jetzt fo, daß in einer Weihnachtsvereinbarung mit der Regierungsmehrheit die Sozialdemokraten sich bereit erklärt haben, die Weiterberatung der Regierungsvorlage im Ausschuß nicht länger durch Obstruktions reden zu hindern, wenn die Mehrheit sich verpflichtet, im Fall einer Richteinigung das schließlich verabschiedete Gesetz der Boitsab ftimmung zu unterbreiten. Die Sozialdemptraten hätten die Neuwahl unter der Mieter chapparole vorgezogen, die Mehrheit aber nicht. Unsere Genoffen glauben jehoch, fich mit der Boltsabstimmung um fo mehr begnügen zu tönnen, ba bie Mieterichuhfrage in ihrer Einfachheit sicher auch von vielen Leuten im Sinne der Sozialdemokratie beantmortet merben mird, melche Leute sich nicht entfchließen fönnen, die roté Teufelspartei" zu wählen. So wird auch der zufünftige Donaufreistaat des Reiches in nicht ferner Zeit eine Boltsabstimmung haben, bei der die einfache Mehrheit ohne Rücksicht auf die Größe der Beteiligung entscheidet. 3um Jahreswechsel wird in allen Haushaltungen, Anstalten, Heimen Deutschösterreichs durch Aufnahmeblätter von den Gemeinden festgestellt, wer wahlberechtigt oder es im letzten Jahr geworden ist. Dies scheint uns eine Maßnahme zu sein, die bas Reich übernehmen follte. Nach seinem Tode vermarf seine in die äußerste Oppofition gedrängte Bartei so ziemlich alle legalen Fattoren bes politischen Daseins, die Regierung, die Stupschtina Aber statt ihr Vertrauen zunächst auf die Maffen zu setzen, baute die Koalition Matschef- Bribitschewitsch vor allem auf die Krone und gab die sehr undemokratische Losung aus: Das Volf und der König!" s jekt, nach dem Rücktritt des Kabinetts Rorofche nach Belgrad berufen, thre Führer dem Träger der Krone gegenüberstanden, rieten fie ihm zu allem, nur nicht zu einer allerdings schwierigen Lösung des Konflikts und die Krife auf parlamentarischem Wege. Pribitschewitsch erklärte den Ausfragern der Presse: Wir haben dem König geraten, eine Regierung zu bilden, die eine Verfassungsänderung vorschlägt und diese Aenderung auf die Tagesordnung fegt. Wir haben vorgeschlagen, daß der König die Initiative in seine Hände nimmt", und eine offiziöse Mitteilung der Kroatischen Bauernpartei jagt über den Empfang ihres Vorsitzenden im Schloß: Bei diefer Gelegenheit ist die Art des Borgehens Die Gehilfen der Diktatur. Die Ministerliste der Militärregierung. berührt worden, und Wlado Matsche? hat Seiner Maseskät die Bildung einer unpolitischen Regierung empfohlen, die das Vertrauen des Rchnigs hätte und durch ihre Zufammensctzuug die Bürgschaft für die erfolgreiche Durchführung der von Matsche? vorgeschlagenen Staatsver- fassung böte." Ob die beiden Parteichefz nun den Staatsstreich ohne Umschweife angeraten baden oder nicht, auf jeden Fall war ihr Verhalten in der Audienz entscheidend. Es verfchaffte den„dunklen Dt ächte n" die Oberhand, dw längst auf die Ausschaltung des Parlaments hindrängten, und nun, da sämtliche Staaisgrundg� setze ausgelöscht sind durch die an den Mauern klede-.de Proklamation, mit der Alexander L alle Gewalt an sich reißt, sudelt dasselbe Agram, das an- geblich den mannhasten Kampf für die Demokratie gegen. die Reaktion führte, hell auf. Daß die von der Macht verdräng- ten Parteien die ihnen verhaßten Radikalen, Demokraten und slowenischen Christlichsozialen sind, daß die nach Haufe geschickte Skupschtma das ihnen verhaßte Rumpfparlament ist, daß die vom Säbel zerfetzte Verfassung. die verhaßte Konstitution des Zentralismus ist. läßt die Agramer Oppositionsführer über die höchst bedenk- liche Tatsache hinwegsehen, daß überhaupt Parteien, Parla- ment und Verfassung durch einen Willkürakt des Wonarchen in die Wolfsschlucht geworfen werden. Von dem Staatsstreich erwarten sie Vorteile: also rufen diese merkwürdigen Demokraten: Es lebe der Staatsstreich! Mit der verfassungsmäßigen Vergangenhest des Landes verbinden nur schwache Fäden: die Minister, die zwar nicht für ihre Parteien im Staats ftreichkabinett sitzen, aber doch den großen Partecsn angehören und auch, auf ihr Serbentum und Kroatentum hin angesehen, nach gewissen paritätischen Grundsätzen ausgesucht scheinen. Ihre Mit- Wirkung an der Neugestaltung der Dmqe bietet ihnen, wenn auch die schwache Gewähr, daß sich der Absolutismus in Süd- slawien n'cht sofort in so barbarischen Formen entladen wird wie im Italien Mussolinis. Wer die Diktatur folgt eigenen Gesetzen. Sie zählt unter die menschlichen Einrichtung?», von denen man weih, wie sie anfangen, aber nicht, wie sie aufhören. Und nur allzu leicht steigt der süße Sekt der ganz unbeschränkten Mackt ihren Inhabern z» Kopf. Der Mann,, der sich jetzt zum Selbstherrscher der Süd- slawen ausruft, hat sich bislang immer, was Intellekt und Eharakter angehen, als Durchschnittsmonarch erwiesen, und gerade bei seinesgleichen schützt nichts davor, daß die mon- archische Diktatur zum Wandschirm einer aus- schweifenden Kamarilla wird. D'« Furcht ist nicht unbegründet, daß auch die heute jubelnden Kroaten sich eines Tages die Bescherung des 6. Januar 1329 inst tränenden Augen betrachten werden. Staatsstreiche waren für die„andere Dynastie" in Belgrad, die O b r e n o w i t s ch, ein beliebtes Aushilfs- mittel. Ein Biertekjahrhundert haben die Karadjordjewitsch verfafsungzmäßig regiert, bis jetzt wieder ein Alexander zum Staatsstreich greift. Wenn solcher Appell an die Gewalt dem Herrscherhaus besser bekommen sollte als der„anderen Dynastie", so gilt das gleiche sicher nicht von dem Lande, das zun: Gegenstand eines gefährlichen Experiments gemacht wird. Helfen könnte ihm nur d'e vollkommen? Demokratie, und es erhält die vollkommene Diktatur! Gesinnungsgemeinfchast. Diktatur in Jugoslawien.— Reifall bei Hugenberg. Wenn irgendwo in der Welt eine Diktatur errichtet wird. gerät die Presse Hilgenbergs ip freudige Bewegung. Sie beeilt sich. ihre Gesinnungsgemeinfchast m t den Diktatoren zu vertünden. Militärdiktatur in Jugoslawien, Lantrott de» Parlamente- rischen Systems— hell uns! Hugeitbergs Leute sehen das Ge- bäude der deutschen Rcpublit wanken, weitsichtiger als andere Leute erkennen sie den Dämon der Diktatur über den Parlamenten von Deutschland. Frankreich und England Sie haben» schon herrlich weit gebracht: „Das parlamentarische System kracht in allen Fugen. Zu- erst sind sein« Anfänge in Rußland abgeschafft worden. Dann hat ee«in entschlossener General in der Türkei beseitigt. Em aus der Apbeirerschast hervorgegangener Sozialist hat chm in Italien ein Ende gemacht. Ein nicht sirnnal siegreicher Feld. s>err hat es in Spanien getötet Und nun hat in einer der jüngsten Stoatsschäpsungen des Weltkrieges ein junger K ö- n i g. von dem niernartb eine solche Entschlußkraft erwarte:«, es durch einen Slaateftrsich hingsrichtst." Diktatur, wohin wir blicken, ruft der.Lokal-Anzeiger' aus! Nur .Hugenberg hat es noch nicht geschafft, er ist noch nicht in den Ruhmestempel der Diktatoren eingegangen, di« den Parlamen- tarlsmus hingerichtet haben. Neiderfüllt blickt er auf di« grvhan Vorbilder: Lenin, Kemel, MufloküÄ. Primo und Alexander. Den Rinaldo Rinaldini. Schinderhanno, Orlandini Und besonders Carlo Moor Nahm ich mir als Muster vor. Aber die brave« Deutschen wollen nicht so, wie Herr Hägen- derg will, er ist und bleibt der oerhindert« Diktator Deutschlands. Die Muster sind wohl da, aber Herrn Hugenhcrg schrecken die Kon» fequenzen einer Nachahmung in Deutschland.' Er denkt an den Schluß von Heine: Und nach frommer Häschersttt« Nahm man still mich in die Milte. Und da» Zuchthaus, heilig groß. Schloß mir auf den Mutterschoß. Schwelgend süß in Liebessinnen Saß ich dort beim Wollespinnen, Bis Rinaldos Schatten kam Und die Seele mit sich nahm. 3« Moskau gibt es kein Getreide! In Moskau war ein« besonder« Sitzung einberufen zur B«- l'prechung der Situation auf dem Lebensmittetmarkt. Der Darsitzendc der Versammlung kritisierte jcharj die Tätigkeit des Doltskommissars für den Außen- und Innenhandel. Der Redner wies darauf hin, daß die Gelreidevlp-räte nurnochsürfechsTage relchten. und daß während der Feiertage kein Waggon Getreide eingetroffen sei. Der angegriffen« Aolkskommissar wußte w«nig auf di« Ichiv«ren Angriffe zu antworten, oersprach aber, schleunigst die notwendig«« Maßnahmen zu ergreifen. Direkte» Säbel London- Singapore. Gestern wurde oon der Sastcrn Telegraph Co. die direkte telegraphische Verbindung in beiden Richtunaer. zwischen London und Eingapore her- gestellt, wodurch die Zwischenstationen ausgescheltot werden. Aus Wim verbreit« die Tek-Unio« folgend« Angaben über die neuen südslawischen Minister: sie schemen allesamt und besonders die Konzessionsschulzen für dir Kroaten hier von eiirem kroatisch ge- sinnten Altösterreicher beurteilt zu sein. Mit diesem Vorbehalt seien die Angaben wiedergegeben. Der Ministerpräsident und Innenminister, Divisionsgeneral Pera S i v k o v i t sch, Ehef der Königlichen Gart* und Chef der militärischen Eeheimorganisatlön„W«iß« Hand, hat als solcher und als besonderer Vertrauensmann des Königs großen Einfluß auf die Bildung der Regierung gehabt. Seit dem Tode Pasitschs wurde er als Ministerpräsident empfohlen. Sivkovitsch hat als junger Ka- vallerieoberleutnant 1303 die Verschwörer in den Känigspalast hineingelassen. di« dann den König Alexander und di« Königin Draga ermordeten. lölZ geriet Sivkovitsch mll Oberstleutnant Dimitrljcvitsch Apis in Streit, weil dieser ihm nicht di: ihm passende Stellung zuwies. Sivkovitsch bildete darauf mit verschiedenen anderen Offizieren die Geheimorgonisation„Weiße Hand", die enge Beziehungen zu P a- fit sch unterhielt. Räch dem Balkankrieg wurde er Flügeladjutanl des ehemaligen Kronprinzen Alexander, des jetzigen Königs. Während des Weltkrieges setzte er durch, daß den Mitgliedern der „Schwarzen Hand" der Prozeß gemocht» und sein Rivale Dimitrije- vitsch in Saloniki 1917 erschossen murds. Seich« erfreut sich Sivkovitsch des größten Vertrauens des König». Außenminister bleibt Morinkvwltsch. Der Finanzm-inister ist der ehemalige Bankdirektor und Vizepräsident des Verbandes der jugoslawischen Danken S v r l j u g a, bis 1927 Generaldirektor der kroatischen Escompte-Bonk. Unter seiner Leitung ging di« Escompte- Bank zugrunde und mußte sich mit dar Hypothekenbank fusionieren. Verkchremtntsler ist der bisherig« Ministerpräsident, Prälat Dr Koroschetz, Führer der slowenischen Klerikalen. Der Unter- ruhtsmimster Doza M a x i m o w i t f ch war im Kabinett Positsch und im ersten Kabinett Usunovllsch Innenminister. Unter seinem Regime murdm Gewaltmittel gegen die Kroaten angewendet. er ließ Radttsch verhaften und«insperrm und hat gegen die Rpditschpertei da» Gefetz zum Schutze des Staates angewendet. Kultusminister Dr. A l a u p o v I t s ch war bisher Vizepräsident des Staatsrate«. Zurzeit des österreichischen Regimes war er Mittel- schulprofessor in Sarajewo, gebärdete sich als G r o ß t r o a t« und war fchwarzgeld bis auf di« Knochen. Seit dem Kriege ist er Serbe. Lav.dwirtfchaftsminister Franges ist Kroate, war seinerzeit Beamter des landwirtschaftlichen Ressorts und ist fest dem Zusam- menbruch Professor an der Agramer Hochschule für Bodenkultur. Cr hat ssch bisher politisch wenig betätigt. Sozialpolitik- und Handelsminister Dr. Drinkovitsch war beim Zusammenbruch Kriegsminister des Nationalrotes tn Agram. Durch seine Maßnahmen wurde es ermöglicht, daß di« t r o a t i f ch e n Truppen entlassen wurden und die serbischen Truppen, die damals in der Minderheit waren, die kroatischen Gebiet« besetzen konnten. Er wird als Kroate ausgegeben, in Kroatien aber abgelehnt. Iustizminisier Dr. Srskits ist bosnischer Serbe und seiner Gesinnung nach Großserb«. Er war schon einige Male Minister und isteinfcharferGegnerderKrvatendes katholischen und des muselmanischen Glaubens. Minister ohne Portefeuille ist der ehemalige Minister U s u n o- viisch. Er wurde 1925 der Nachfolger Pasitschs. Er ist ein An- Hänger Pasitschs und scharf gegen die Kroaten eingestellt. Hofminister ist der Wiener jugoslawische Gesandte Borivoje I e o t s ch i t s ch. Es ist in Kroatien bekannt, daß er der Verfasser einer Vrolchüre ist. die demnächst in Wien im Druck erscheint und Raditsch sehr abfällig beurteilt. Er ist der Nachfolger des bisherigen Hofministers Dragomir Iankovitsch, der beschuldigt wird. das Zlttentat in der Skupfchtina veranlaßt zu haben. Agrom und der Staatsstreich. Agram, 7. Januar. Die Presse Agrcms erklärt, daß der Staatcstreich die Kroaten und dfe Serbisch-Orthodoxen Kroatiens. vollauf defriedige und ihnen«ine Hoffnung auf Erfüllung ihr« Forvavnge» gebe. Dr. Matschet Hab« am y. d. M. Pressevertretern erklärt, er hoffe, daß nach Beseitigung der zentralistischsn Verfassung di» Ideale der Kroaten verwirklicht und sie Herren in ihrem eigene« Heime wurden. Dieser Optimismus ist bereits durch das Bekanntwerden der Liste des Diktatkabinetts, das durchweg den kroatischen Forderungen ablehnend gegenüberstehende Personen aufweist, wesent- lich beeinträchtigt. Die Kroaten sind jetzt nach Bekanntgabe der Abschaffung der Gemeindeautonomie und aller kroatisch-nationaler Parteien, Vereine und Organisationen vollkommen darüber im klaren, daß das absolutistische Regime weit davon entfernt ist. auch nur einen Teil der kroatischen Forderungen zu erfüllen. putschkönigs Führung. Dien. 7. Januar. Die„Wiener Mittagszeiwng� meldet aus Belgrad Gerüchte, daß sich der König nur nach schwerem inneren Kampf zu seinem Schritt entschließen konnte. Zum Schluß seiner Rede an die Minister nach der Eidesleistung Hab« er nicht mehr verbergen können, wie tief erschüttert er war Auch die Minister hätten unter, dem ungeheuren Eindruck des Augenblicks gestanden. Im Ministerrat teilt: der Ministerpräsident mit. er werde seinen Generalsrang weiter beibehalten, auch weiterhin Kommandant der Königlichen Garde bleiben und als solcher den Dienst beim König oersehen. Dann wurden die Ober- gespane und die Vorsteher der Bezirke ernannt. Nach Beendigung des Mmisterrats wurde der Ministerpräsident von Journalisten be- stürmt. Er sagte mir:..Ich habe nichts zu sogen, wir werden arbeiten.' Oie ersten Mose. Belgrad. 7. Januar.(EigenberichtI Die Regierung bereitet neue Gesetze vor. Sie beabsichtigt vor allem die Bildung eines Staatsgerichtshofes zum Schutze des Absolutismus. Außerdem soll die Unabhängig- k«tt der Richter« i n g« s ch r ä n tt, der Oberste Gerichtshof und der Oberste Rechnungshof„reformiert" werden. Oer Eindruck in Wien. Men, 7. Januar.(Eigenbericht.�' In den Betrachtungen der Wiener Blätter über die Militär- diktatur in Jugoslawien überwiegen di« Bedenken. Die A r b« i t e r- Zeitung schreibt, es wird sich bald herausstellen, daß hie Jugo- slawen nichts«ingetauscht haben als eine gewalttätige und korrupte militärische Unterdrückungsherrschaft. Die„Neue freie Presse" erklärt die Vorgänge m Beigrad für einen Sieg der Kroaten. der gleichbedeutend sei mit dem Ausbruch«iner Staats- k r l s e voller Gesahren und Bedenken. Di« christlichsozial«..Reichs- ptsst* schreibt:„König Alexander hat mit Entschlossenheit der rnchalt- baren Lage ein End« bereuet. Der wichtigere, aber auch schwieriger? Teil der Ausgabe steht jedoch erst be v o r." In Warschau möchte man auch- Ivarfchan. 7. Januar.' Das Blatt„ALE" veröifentticht ein Interview mit«incm An- Hänger der sogenannten obersten Gruppe der Regierung» frattion, der selbst die faschistische Richtung vertritt. Dieser Politiker sagt, daß gegenwärtig nvch der demokratische Kurs überwiege, weil die Budgetsession de» Sejms das nötig mach«, die Staatslage erfordere ein ordnungsgemäßes Budgeu Dieses werde bis zum SL März bewilligt sein. Dann aber werde die„oberfte Gruppe' frei« Hand haben und„ender« Saiten auf- ziehen'. Dies« Eröffnungen des Gewährsmannes des„ABE� werden als Echo der neuesten jugoslawischen Ereignisse kommentiert. Estnisch' deutscher Optantenkonstikt. 4 Aeußsrungen des estnisthev Außenministers. . Ztaml. 7. Januar.(Eigenbericht.) v««stnifch« Außenminister gewährt« dem Sorrespcm» d«nten des„Soz. Pr«sf«bianstes' am Montag ein« Unter- rsdung über di« Entschädigung ehemals estnischer und später reichsdeutscher Großgrundbesitzer. Dies: noch ungeklärt« Frage st«ht dem Ausbau der deutjch-estnischen Handelsbeziehungen immer noch hindernd im Wege. Der estnische Außen- minister erklärte: „Die Agrarreform in unserem Lande war eine große f o- ziele Maßnahme unpolitischen Charakters. Bon ihr wurden di« Großgrundbesitzer aller lltattanalitüten gleichmäßig betroffen. Die Inländer wurden durch das Enischädigungsgejetz vom Jahre 1926 abgefunden. Mit den Ausländern, darunter auch zahl- reichen Reichsdeutschen, wurde inzwischen«in« Einigung erzielt. Der zwischen Deutschland und Estland bestehend« Konflikt dreht sich lediglich um ein« Gruppe von 100 balkischen Großgrundbesitzern. di« n a ch dem Erlaß der Agrarreform in den deutschen Reichsverdand übertraten. Ei« sind noch der Auffassung der estnischen Regierung wie Estländer zu behandeln. Oer Standpunkt, daß sie vorher staatenlos waren und daher als Ausländer zu betrachten sind, kann juristisch weder vom deutsche» oder estnischen noch vom russischen Reich aus gellen, da die Opttonsfriit im Jahre 1922 abgelaufen ist. Estland hat dennoch wioderholl erklärt, dies« Gruppe von„neu- deutschen Staatsangehörigen" aus der Basis de» für Inländer gellen- den Entschädtgungsgesetze» abzufinden. Auch die fetzige Links- regierung ist zu dieser Regelung bereit, obwohl die« st n l s ch c Sözloldemokratte prinzipiell Gegner seder Eni- Schädigung ist. In allen nur möglichen Fällen hat die estnische Regierung wohlwollend« Regelung der gestellten Ansprüche zugesagt. Aber keine Partei und keine Regierung Estlands ist bereit, für„Dandslüchkige' auch noch Prämien zu bewilligen. Keine Partei, weder von rechts noch von links, könnte cs gegenüber den loyalen deutschen Bürgern in Estland verantworten, irgend- weicheE Migranten besser zu behandeln.' Der estnische Außenminister erklärte zum Schluß, daß seine Re- gierung zurzeit ein Memorandum vorbereite, dos den Stand- punkt zur Entjchädigungsfrage im einzelnen darlegen soll und der Reichsregierung bald übermlltell werden wird. Paul Löbc in Reval.- Deutsch-estnifche Kreunt- schafiskundgebung. Revol. 7. Januar.(Eigenbericht.) Reichstagspräsident L ö b e, der am Montag zu einem eintägigen Besuch in Reval eintraf, wurde hier von der Regierung und der Bevölkerung herzlichst empfangen. Am Nachmittag sprach Lobe i m Parlament vor Vertretern des ösfenttichen Lebens über die Notwendigkeit einer europäische» Solidarität. Abends war der Präsident des Deutschen Reichstags G a st bei dem Präsidenten von Estland. Im Verlaufe der hier gewechselten Ansprachen feierte der estnische Staatspräsident die Jahrhunderte all« Freundschaft zwischen dem deutschen und dem estnischen Volke. Estland wolle auch weiterhin Freund- schoft mit Deutschland pflegen. Calles zusammengebrochen. Der frühere Bundespräsident von Mexiko ist ernstlich erkrankt. Die Aufregung der letzten Wochen, die kurz nach der liebergab« des Präsidenlenamt«» an Li«. Porte« G i l ihren Höhepunkt in den Zusammenstoßen zwischen dem mexi- konischen Gewerkschaftsbund CROM, und der neuen Regierung fanden, haben bei dem Erpräsidenten zü einem völligen Nervenzusammenbruch geführt, der einen mehrmonatige» Aufenthalt auf feinem Landbesitz im Staate Nuevü Leon notwendig machen wird. Im Zusammenhang mit diefem nervösen Zusammenbruch hat Call«? schwere Ohnmachtsanfälle gehabt. Der belgische Minisierrak hat beschlössen, dem König«inen Ge- setzentwurs zu lmttrbrelfen. der di« Ltqllidätivn de? Kriegsbeschlagnahme« vorsieht. Vor der Ernennung der Experien. Die meisten Namen stehen bereits fest. Paris. 7. Zaauar. tEigendsricht.) Oer„Oemps* tefli am Moalagabevd offiziös mit. daß die Trueaauog der alliierlea Sachoer ftälldigea durch die Reparakioaskommiffion vorgeaommc» wird, die zu diesem Zweck am 10. Zaouar zufammentrili. E» handelt sich jedoch hierbei lediglich um eine JormalilSt. da die Sachverstoudigea dcreiis durch die Regierungen bezeichnet find. Eraounl werden: für Frankreich der Gouverneur der Rank von Frankreich Zlloreau und der frühere Oireklor der Schulden- ableilung parmenlier. für England Sir Zostah S l a m p und Lord Reoelsloke. beide Direktoren der Lank von England, für Zlallen Tirelli und Professor Suvilsch, für Japan Morl. früher Fiaanzattachs an der Londoner Votschaft, und der Unter- gouverneur der kaiserlichen Vauk Aoki. Belgien hat noch keine definitive Auswahl getroffen. Zn Velracht kommen die beiden Finanzsachverständigen F r a n c q u i und Terlinden. Oer„Tcmps* will serner wissen, daß die deutsche Regie- rung ihre SachverslSndigen wahrscheinlich am 11. Januar ernennen werde. Die Wahl der amerikanischen Sachoersiändlgeu soll aus Grund eines gemeinsamen Einvernehmen» zwischen venisch. laad» und den Alliier ie» erfolgen. Reichsbahn und Vaiionalisierung. Schließung der Werkstätten in Frankfurt a. O.— Reichstag toll fie verhmderu. Li« Reichsbahn-Gelfellschast will au» Gründen bor Ztationakl- sterung das seit 70 Johoon in Frankfurt a. O. bestehende Eisenbahn- ausbessern ngswerk, das noch vollbeschäftigt sein soll, stießen. Um hiese Schliehung wind«in harter Kamps geführt. Die Stadt Frank- fürt a. 0. hat an den Reichstag eine Petition gerichtet, die von zahl, reichen Abgeordneten und auch den Geroertschafteu unterstützt wird und die den Reichstag um entsprechende Schritte zur Erhaltung des Werkes bittet. Die örtliche Werkdirektion der Reichsbahn soll sich, wie wir erfahren, gegen die Schließung ausgesprochen haben. Die Petition weist daraus hin, was die Schlichtung bar Werk- stätten für die durch die Grenzziehung im Osten sehr bedrängte Stadt Frankfurt a O. bedeutet. Schon 1926 sei die ehemalige Beleg- •chttst des Reichs bahnwerkes von ISOO«ruf 500 Mann verringert norden. Diese letzten 500 werden durch die Schließung mit ihren Familien ohne jede Hoffnung verdi errstlos, da die Beschäftigten durchschnittlich 2Z Jahre bereits in Reichsbahndiensten stehen und neue ÄrbeitKnöglichkoiten bei der im Osten ohnehin größeren Arbeit etosigkest nicht zu schaffen sind. Für die einschließlich der Farn ile narrgehörigen brotlos werbenden 2000 Menschen könne Frank- iurt a. O. nicht mehr sorgen, nachdem der Wohls ahrtsetat auf das mehr als Zwölffache gestiegen sei und die Lage der Ostflüchilinge zu arußen dauernden Ausgaben zwing«. Krach bei Hugenbera. SpaltoogsbeVegung bei den Hamburger Oeutschaastovalen Hamburg. 7, Januar.(Eigenbericht.) Die innere Zersetzung in der deutschnationalen Organisation in Hamburg greift um sich. Der neue Landesverbandsvorsttzende im Geiste Hilgenbergs, Dr. L i e n a u. hat folgendes Schreiben erlassen: „Auch im Bezirk Reustadt oersuchen jetzt drei aus der Partei ausgetretene Mitglieder eine Agitation einzuleiten, um die Mitglieder zum Austritt aus der Partei und zum Eintritt in einen sogenannten .Tleutschnationalen Verein" zu veranlassen. Es wird angegeben, daß der Zweck dieses Vereins fei:„außerhalb(!I) des Lande». Verbandes und(!) der Partei für die bekannten Ziele und Ideale der Partei(!) zu kämpfen"— Jeder Klarblickende wird sofort den inneren Widerspruch dieses angeblichen Zweckes erkennen. Parteifreunde! Laßt euch nicht durch solche Quertreibereien -rreführeirl De? Porteivorsitzend«,.Herr Geh. Rat chugenberg, hat!»« TiUlgkait dieser Neugründung in einem Telegramm an Herrno.Dassel astsdrücklich als parteizer störend gekenn- zeichnet und die» in einem Schreiben an ihn noch wiederholt. Damit ist des Urtell gesprochen. Diese Spoltungsbewegung sst gerade jetzt etn unrer- zeihlichss Vorgehen gegen den nationalen Gedanken." Man erfahrt also, daß Herr Hugenberg das Urteil über Herrn v. Dassel gesprochen hat und droht mu ähnlicher Behandlung aller Unbotmäßigen. Herr Dr. Lienau spricht offen ran einer Spal- 'Vingsbewegung in der Deutschnationalen Voltspartei Er muß es ja wissen.__ Amanullahs Truppen marschieren. EnischeiSvag noch diese Woche erwartet. ♦ Teheran. 7. Januar. Die Aufständischen haben bei der Beschießung die Sommer- residenz des Kömgs Amanulloh beschädigt. Die politische Lage in Kabul ist unveranderl. Die«ingetrossenen neuen Regimenter »US der Provinz, die dem König treu geblieben sind, haben Kabul !>erlossen und marschieren gegen die Aufständischen. Man erwartet diese Woche Kämpfe, die entscheiden, ab der Ausstand zu- iammenbrtcht oder der König gezwungen wird, neue Kompro» miss« den Aufständischen anzubieten. Die Vertreter des P r i e st e r t u m s in Kabul haben dem König erklärt, daß ein Frtodenschluß nur dann möglich ist, wenn der �konig von den europäischen Reformen vollkommen absehen will. "lmanullah lehnte ab, weitere Verhandlungen mit den Vertretern des Priesterwms zu führen. Die indische Regierung hat die Suche noch dem au» Indien geflüchteten Prinzen Mohammed Omar Kban eingestellt. Die Suche ist vollkommen«rgebnis geblieben und indische Regie- rungsleute erklären, daß der Prinz mit afghanischen Freunden ge- flüchtet sei und wahrscheinlich sich in Afghanistan befinde. Die in- dische Regierung hat zehn Personen oerhaftet, die ange- klagt sind, dem Prinzen bei der Flucht Hilf« geleistet zu haben. Lawrence verseht. Jtea Delhl. 7. Januar. Eine amtlich« Mitteilung besagt, daß die Indische Regierung mtt Rucksicht auf da» ebenso hartnäckig««i« grundlose und widersinnige Gerücht, das den Namen des Mechanikers Shaw, früheren Obersten Lawrence, mit den Ereignissen an der afghanischen Grenze in ZuisammenlMg bringt, beschlössen hat, Shaw aus d« Provinz im Nordwesten, wd er für gewöhnlich bei den Luftstreitkräften Dienst versieht, in eine wert entfernte Stadt In- dien» zu versetzen. Diktatur in Serbien. Wirb es auf diese Art gellngen, die berstende Scholle zusammenzuhalten? Kommunistische Verleumdungen. Italien, Belgien, Emigranten und Vandervelde. Am vorigen Freitag erschien auf der ersten Seite der �stoten Fahne" in größter Aufmachung ein Bericht über einen„Geheimpakt Mussolinis mit Belgien". Der In» halt dieses Berichts ergibt sich aus den nachstehenden Mit- reilungen unseres Brüsseler Korrespondenten. den wir um eine Stellungnahme hierzu gebeten hatten, zu- mal die„Rote Fahne" den Genossen Banderoelde. wenigstens in der U e b e r s ch r i f t als„M i t w i s s e r" dieses Geheimpaktes bezeichnet hatte. In dem Bericht selbst war allerdings diese ebenso blöde wie gemeine Verdächtigung Vanderveldes viel vorsichtiger geäußert morden. Darin hieß es: .,(£» ist kaum denkbar, daß die belgische Regierung... «inen derartigen Beschluß fasten kann ohne die— wenn auch vielleicht still«(11)— Zustimmung der Führer der belgischen Sozial- demokrokle and Vandervelde» selbst." Allein die Tatsache, daß die„Rote Fahne' aus dieser böswilligen Vennutung eine positive Behauptung der Mitwisserschaft Vanderveldes in der fetten Ueberschrift konstruierte. ist für ihre Methoden kennzeichnend. Wir geben nun unserem Brüsseler Berichterstatter das Wort: Vrüstcl, 7. Januar(Eigenbericht.) Di«..Enthüllungen" der deutschen kommunistischen Presse über einen angeblichen Geheimpoit Mussolinis mit Belgien, wonach Italien die belgischen Reparationswünschc unterstützt und als Gegenleistung dafür die verschärfte Verfolgung der in Belgien lebend an antifaschistischen Emigranten erhält, stellen cur charakteristisch. kommunistisches Gemisch von Wahrheit und Dichtung dar. Richtig ist an der Erzählung der„Roten Fahne" und ihrer Trabanten im übrigen Deutschland soviel, daß die belgische Regie- rung seit einiger Zeit gegen auklfaschlfiUche Emigranten schärfer vorgeht. Richtig ist auch, daß der liberale Justizminist« I a n s o n den früheren italienischen Arbeitsminister und verdien» ten Wtrtschoststheoretiker der Universität von Neapel, Arturo Ü a> drtola, sowie einen anderen italienischen Mitarbeiter de» .Peuple" zu sich berufen und ihnen nahegelegt hat, in den von chnen gezeichneten Artikeln den scharfen Ton gegen die Person Mussolini» zu mäßigen, wenn sie sich nicht der Gefabr der Ausweisung aussetzen wollen, da ihr« Artikel zu fortgeseßlea diplomatischen Vorstellungen der italienischen Regierung Anlaß geben. Alle» übrige, was die kommunistische Presse ihren Lesern vor- fehl, gehört tu das Reich der Fabel. So entstammen insbesondere die angeblichen Erklärungen Iansons an Lobriola und den anderen italienischen Publizisten, die die„Rote Fahne" zwischen Anführungszeichen zitiert, ausschließlich der Phantasie des kommunistischen Autors. Da« schlagendste Dementi dieser Behaup- tungen ist sowohl die Totsache, daß die beiden italienischen Sozia- listen ihre Mitarbeit an,„Peuplc" unverändert und ohne Unterbrechung soriietzen. und daß der regelmäßige Wochenartikel Labriolas in der Dienstagnummcr des„Peuple" an gewohnter Stelle und mit voller Unterschrist er- scheint. Es mag hinzugefügt werden, daß die Leitung des„People" ihr« beiden italienischen Mitarbeiter aufgefordert hat, sich in keiner weise von den Drohungen de» Znstizminister» becinslussen zu lassen und ihre Mitarbeit am Blatt tu voller Freiheit fort;u setz rn. Gewiß kann die Arbeiterpartei, die sich gegenwärtig in der Opposition be- sind«, letzten Ende? nicht verhindern, daß die Regieestng ihre Drohung wahr macht und Italiener ausweist, aber de? Partei könnt« da» an sich gerade im Hinbl'ck auf den beginnenden Wahl- kämpf nur recht sein. Rur die Rücksicht aus dos persönliche Schicksal verdiemer ita'ienijcher Emigranten hat sie bisher davon abgehalten,«inen rücksichtslosen Kamps um diese Frage in die Oesfentlichteit zu tragen, anstatt der Regierung durch persönliche Einwirkungen die Möglichkeit zum Rückzug.zu geben. Dt« ernsteste Seite der Angelegenheit blldan zweifellos die b«- harrl'chen Bemühungen Mussolinis,«inen Druck auf die bel- gliche Regierung auszuüben, damit sie nicht nur das Asyl- recht politischer Flüchtlinge schände, sondern auch die belgisch« Pressefreiheit beschneid«. Dies« Versuche Mussolinis stammen aber weder von heute»och von gestern. Schon wahrend der Mmisterschaft Banderveldes pflegte der ualtennche Bosschaster Vorstellungen gegen den italienischen Faschismus und gegen Mussolini gerichteter Artikel-des„Peuple" und anderer belgischer Zeitungen zu erheben. Aber der Außenminister Vandervelde wehrte diese Einmischungen kurzerhand mit der einfachen Feststellung ab, daß in Belgien Pressefreiheit herrsch« und daß im Gegensatz zu Italien die belgische Regierung keinerlei Möglichkeit oder Wunsch aus Einflußnahm« auf die pofi tische Haltung der Presse habe. Van dem liberalen Außenmmister H y m a n s oder dem liberalen Jvistizminister I a n s o n wird man natürlich kaum dieselbe feste Haltung erwarten wie von Vander velde. Im Interesse der Wahrheit möchten wir jedoch hinzufügen. daß an den, feigen Nachgeben auf die Vorstellungen Mussolini» nicht der liberale JustiMinister Janson, sondern der katholische Ministerpräsident Ja spar die Hauptschuld trug Wenn«st recht unterrichtet sind, hat / Zanson sogar rnU dem Rücktritt gedroht. als ihm zugemutet wurde, unter Umständen zur Aukweisung Labriolos ,zu schreiten. Was schließlich die Verknüpfung der Behandlung italienischer Emigranten mit der Neparatious frag« betrifft, so schöpft der Gewahrsmann der deutschen kam- munlftischen Presse ausschließlich aus seiner eigenen Phantasie und stellt Vermutungen aus, die möglicherweise etwas für sich haben. die er aber weder auf Tatsachen noch auf authentische Aeuherungen gründen kann. Daß die Geschick,! c vom Gehelmpakt glalk erfunden ist. liegt für itden Keimer der Verhältnisse auf der Hand Ader wenn Mussolini gerade jetzt den Druck auf die belgisch« Regierung erhöht, so ist dem braven Faschistenhäupttäng die Berechnung zuzumuten, daß fei« Herren Jaspar und Human« sich im Hinblick aur die Reparationsocrhaichlungen, wo Italien et» gewichtige» Worr mitzusprechen hat, vielleicht gefügiger zeigen werden als sonst. Auch möchten wir nicht zu behaupten wagen, daß die Berechnung bei der bekannten und schon an sich nicht gerade sortschrutsichen. Geistesverfassung dar heutigen belgischen Regierung von vornherein als ganz aussichtslos zw werten märe. Und wenn, die Brüsseler Regierung in der Emigrantenfrage schließlich eingelenkt hat. so mag neben der bisher diskret«,, aber um so festeren Haltung der belgischen Sozialdemokrat!« vielleicht auch dar Bericht Parker Gilbert» dabei ein« Roll« gespisst haben, der in Brüssel die Hoffnung«eckt, auch ohne besonderes italienisches Wohlwollen di« belgischen Wünsch« bei der Regelung der Reparation?- fragen durchsetzen zu können. Um die Lächerlichkeit der Verdächtigung Vander- veldes durch die„Rote Fahne" ins volle Licht zu setzen, sei diesem Bericht noch hinzugefügt, daß derselbe Vandervelde. der angeblich Mitwisser dieses Geheimpaktes sein sollte, erst vor acht Tagen auf Einladung der Pariser Organijatwn der italienischen Emigranten in der französischen Hauptstadt unter dem Vorsitz des Genossen F i l t p p o T u r a t i in einer Gedenkfeier zu Ehren des von den Faschisten erschlagenen Abgeordneten A m e n d o l a einen Vortrag gegen den Faschismus gehalten hat! Angespannte Reichsfinanzen. 1.67 Millionen Mehrausgaben im November Di« Einnahmen de» Reiches dn Monat November sind mit 720,5 gegen 1003,1 Millionen im Vormonat um 157,3 Millionen hinter den Ausgaben zurückgeblieben, während sich im Oktober sin Elnnahmeüberschuß von Sß Millionen ergab. Dä» schlecht« Ergebnis ist darauf zurückzuführen, däß in den Berichts- monat nur wenige Borauszahlungstermine fielen und di« Steuer- einnahmen deshalb verhättnl-mäßtg niedrig blieben. Im November trat di« Anspannung der Reichefinanzsn im Laufe des Finanzjahres zum ersten Mal« deutlicher in Erscheinung, die sich bis zum Ende des laufenden Finanzjahres am 31. März vermutlich nochverschärfev wird, da aus das letzte Liuartal des Rechnung?- jähre» nur noch ein Monat mst Dorauszahlungsterminen für Einkmmw!-. Wrperfchasts- und Umsatzsteuer entfällt Ja äotsa. da« di« Japaner annektiert Hab«» und knechten. haben sie wieder einmal eine.Verschwörung aufgedeckt" und 12? Personeu oerhastet, darunter angeblich auch einige Russen. Arbeitslose und Invalide. Herabsetzung der Altersgrenze? Die Krise auf dem Arbeitsmarkt hat abermals the schon früher| Schfuß, daß zur Deckung der durch die herabfehung der Altersviel erörterte Frage der herabfeßung der Altersgrenze grenze entstehenden Kosten eine Erhöhung der jegigen in der Invalidenversicherung zur Debatte gestellt. Die Versicherungsbeiträge um die Hälfte notwendig sei. Befürworter der Herabfeßung versprechen sich von ihr eine Ent. Die Berechnung des Gutachtens ist nach dem Urteil der Fachleute lastung des Arbeitsmartts. Sie erflären, es sei unsinnig, durchaus nicht zu hoch. Also erhebliche Mehrbelastung ohne Ent. ältere verbrauchte Arbeiter noch in die Betriebe gehen zu lassen, laftung auf dem Arbeitsmarkt! während jüngere Arbeitsträfte erwerbslos auf der Straße liegen. Wer die Herabsetzung der Altersgrenze ablehnt, braucht deshalb Die Herabjegung der Altersgrenze in der Invalidenversicherung aber noch lange nicht auf jede Reformarbeit an der Invalidenmird ferner auch damit begründet, daß die älteren Arbeiter bei Ab. Dersicherung zu verzichten. Da ist z. B. die Forderung der freien schluß eines Arbeitsverhältnisses mur in den seltensten Fällen wieder Gewerkschaften auf in einem Betrieb unterfommen und so für immer der Arbeitslosig feit ausgeliefert sind. Diefe Argumentation hat auf den ersten Blid sicherlich etwas Bestechendes an sich. Ist sie aber auch mirtich richtig? Dber find bie Hoffnungen, bie an eine Herablegung der Altersgrenze in der Invalidenversicherung gefnüpft werden, nur Illusionen? " Auf diese wichtige sozialpolitische Frage ontwortet die Gement. schaftszeitung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, daß schon bei der heutigen Invalidenaltersgrenze ein ſehr ſtarter Prozent. faz der Rentenbezieher noch in Arbeit steht, vor allem in der Land wirtschaft, aber auch in verschiedenen Handwertsberufen. Durch die Bewährung der Rente an alle über 60 Jahre alten Bersicherten wilde an diesem Zustand nichts geändert. Der heutige Renten betrag fei nicht hoch genug. um die noch in Arbeit stehenden Bersicherten zu Berzicht carf hren Brotermerb zu veranlaffen. Aber selbst wenn die Gewährung einer ausreichenben Rende gefidyert wäre, bam gäbe es noch immer tein 3mangsmittel, mn Rentenempfänger an der Arbeit zu hindern. Bohl aber mürbe mancher Rentenempfänger, geftigt auf die ihm sichere Rente, weniger Wert darauf legen, für seine Arbeit auch einen entfprechenden Lohn zu fordern. Brattisch würde mancher Rentenempfänger nur zum 2ohnbrüder. Jedenfalls bringe die Herabsetzung der Altersgrenze für den Rentenanspruch feineswegs Die erhoffte Entlastung des Arbeitsmarktes, fondern nur eine wesent. liche Steigerung der Versicherungslast. Wie hoch wären die Kosten der Herabjegung der Altersgrenze non 65 auf 60 Jahre? Das von der Reichsregierung dem Reichs tag 1927 vorgelegte versicherungstechnische Gutachten fomunt zu dem Der Schiedsspruch Severings. Einige tatsächliche Feststellungen. Herabfehung der Invaliditätsgrenze von 66% auf 50 Proz Die Erfüllung dieser Forderung brächte mondhean älteren, nicht mehr arbeitsfähigen Arbeiter, der heute für den Bezug einer Rente noch nicht den erforderlichen Grab der Invalidität erreicht hat, in den Genuß der Invalidenrente. Im Verwaltungsrat der An. gestelltenversicherung ist nicht umsonst der Borschlag gemacht worden, Versicherten schon im Alter von 60 bis 65 Jahren Rente zu geben, sobald sie mindestens 26 Wochen arbeits Los find, selbst wenn sie nicht invalid im Sinne des Gejeges find. Zu beachten ist dabei, daß in der Angestelltenversicherung bereits die Invaliditätsgrenze von 50 Bro3. besteht. Eine weitere dringliche Reformforderung wäre die Erhöhung der Renten. Sie ist möglich durch Erhöhung des Grund betrags und durch Ausbau der Beitragsflafsen Bis jetzt ift hier nur ein leiner Fortschritt zu verzeichnen durch die 1928 neu eingeführte höchste Beitragsflaffe VII für Söhne von mehr als 36 M. pro Woche". Es geht nicht an, daß den besser entlohnten Arbeitern die höhere Bersicherungsmöglichkeit vorenthalten mird, währerb fie sonst( Angestellten, Kranten, Unfall. und Arbeitslosenversicherung) besteht. Eine dritte Reformforderung liegt in dem auch auf dem Hamburger Gemertschaftstongreß gestellten Berlangen auf Gewährung der Rente an Witwen ohne Nachweis der Invalidität. Diese Forderung ist teilweise von einem zurzeit im Reichstag vorliegenden Antrag aufgenommen worden. Zunächst foll geprüft werden, ob die Gewährung der Witwenrenten an solche Witwen möglich ist, die minderjährige Kinder erziehen oder das Alter von 50 Jahren erreicht haben. Ein bescheidener Ausbau der Leistungen der Invaliden versicherung ist finanziell durchaus möglich. vor allem daran, wenn der Aufbau weiterer Lohntlassen erfolgt. meiterverarbeitenden Industrie ist die Bertürzung der Arbeitszeit sehr verschieden und beträgt etwa 1 bis 3 Stunden die Woche. Unsere Antwort auf die unsachlichen Berdrehungen und rabulistischen Kniffe des Deutschen ist dem Organ der christlichen Gemertschaften wenig angenehm. Er versucht jeßt, fich mit einigen Berlegenheitsphrasen aus der Affäre zu ziehen. Da durch Kommen tare non bürgerlichen Journalisten, die teine genaue Borstellung von den tatsächlichen Vorgängen im Ruhrgebiet haben, vielfach eine ganz falsche Vorstellung ermedt worden ist von der Auswirkung des Schiedsspruches Severings eine falfche Borstellung, die leiber auch burch polemische Aeußerungen innerhalb der Parteipreffe nicht gea tade zerstreut wurde, hatten wir es für angebracht, turz aufzunehmertreisen enthalten wolle, sich über den Schiedsspruch zu äußern, zeigen, was der Schiedsspruch Severings den Ruhrarbeitern gebracht hat. In der Lohnfrage ist in Erinnerung, daß der feste 3u. fchlag von 2 Pfennigen für die Attordarbeiter aufgehoben murde, dagegen der prozentuale Zuschlag über den Lohn der Zeitarbeiter wesentlich verbessert worden ist. Nach dem Schieds. spruch von Jötten bestand für die Affordarbeiter die Möglichkeit, bis zu 10 Prozent über den Lohn des Zeitarbeiters zu ver dienen. Nach dem Schiedsspruch Severings muß der Affordarbeiter 15 Broz. mehr verdienen. Die Behauptungen, wonach der Schiedsspruch Severings die bisher überlange Arbeitszeit in der Schwerindustrie aufrechterhalten habe, stimmen also mit den Tatsachen nicht überein. Es ist übrigens bezeichnend, daß die Deutsche Allgemeine Zeitung" in einem aus Effen datierten längeren Stommentar zu dem Schiedsspruch Severings u. a. schrieb, daß der Inhalt des Schiedsspruches eine schwere Belastung für das Eisengemerbe bedeutet. Es wurde weiter hinzugefügt, daß man ,, in den Werfleitungen untersuche, durch Breisforretturen nach oben die Folgen des Schiedsspruches für die Werte in etwas zu mildern." Es hieß dann weiter, daß man fich in Untermeil ja doch nichts mehr daran zu ändern ift. Diese elegischen Betrachtungen der Unternehmer fennzeichnen am besten die Tragweite des Schiedsspruches Severings. Unerhörte Lehrlingsausbeutung. Die Jugend muß geschützt werden Der Ueberschreitung des Achffiumbentages fr Schifinge mar also nach der Meinung der Badischen Handwerkstammer feine Schranke gesetzt und damit dem gefeßlichen Schutz des Achtstunden tages für Lehrlinge und Jugendliche sein eigentlicher Sinn ge nommen. Tatsächlich haben auch die lleberschreitungen des Achtftundentages für Jugendliche größeren limfang angenommen, und die Aufsichtsbehörden sahen sich zum Einschreiten gezwungen Die verhängten„ Strafen von 2 bis 3 Mart find jedoch so lacherli gering, daß sie sicherlich nicht abschreckend wirken. Gefeß gestattet bei Lehrlingen von über 16 Jahren die Verrichtung von Nebenarbeiten außerhalb der achtstündigen Arbeitszeit für die Gesamtdauer von täglich zwei Stunden, bei Lehrlingen von unter 16 Jahren für die Dauer von nur höchstens einer Stunde. Bozu ist dann aber von den Arbeitgebern die Lehrzeit von 3 auf 3½ Jahre verlängert worden? Die Arbeitgeber gaben hierfür als Begründung an, daß infolge der Einführung des gefeßlichen Achtstundentages und der Verlegung der Berufsschulzeit in die Tagesstunden eine erhebliche Verkürzung der Lehrzeit eingetreten fei. In Wirklichkeit find Cehrzeit und Arbeitszelf verlängert worden. Gerade für den jugendlichen Arbeiter und Behrfing ist der Achtftundentag ein besonders tostbares Gut. Ihre förperliche Entwidlung hat infolge der Kriegsjahre, die sie als Kleinkinder schon mitSo ist die durchschnittliche Körpergröße erlebten, gelitten. der Jugendlichen gegenüber der Jugend der Vorkriegszeit erheblich zurüd gegangen. Die Jugendlichenausbeutung ist daher un verantwortlich. Ein guter Lehrlings. und Jugendlichenschutz ist gleichzeitig die beste vorbeugende Altersfürsorge. Die Arbeiterschaft wird daher immer wieder und immer stärker nach einem scharfen Jugendlichenschutz rufen. Wie man Arbeiter in Rußland behandelt. Geschurigelt wie im Rafernenhof. In leßter Zeit enthält die Sowjetpreffe zahlreiche Berichte, die darauf schließen lassen, daß die Beziehungen zwischen der Belegschaft und der Werksleitung auf vielen Werten der sowjetrussischen Industrie sich fortgesetzt verschlechtern und vielfach ganz unthaltbare Zustände entstanden sind. Aus Brianst z. B. geht dem Trud"( Nr. 294) folgende Schilderung vom Dudorowichen Glasmert zu: P Bahllose Fälle von Gevatterwirtschaft und Bureau tratis mus sind in letzter Zeit aufgedeckt worden. Die Tätigkeit der Betriebsberatungen und der verschiedenen Kommissionen ist. äußerst schwach entwickelt. Die Zahl der unbegründeten Strafen, die die Wertsleitung verhängt, hat sich sehr Dermehrt. In den letzten drei Monaten find 34 Personen ent laffen worden, einen strengen Verweis haben 236 Berfonen erhalten und einen gewöhnlichen Bermeis 179. Insgesamt sind von den 700 Arbeitern des Wertes in den letzten drei Monaten 459, das find 65,5 Prozent der gesamten Belegschaft, bestraft morden. Der Leiter des Wertes verfügt in der Regel eine Berdreifa dhung des Strafmaßes, um die Arbeiter einzuschüchtern". Es hat fidh herausgestallt, daß die Zahl der Geschäftsreifen übertrieben groß gewesen ist und an ein und denselben Ort fünf und sechs Bersonen geschidt morden sind. Der Direktor des Bertes hatte unter den Arbeitern gar feine Autorität und benahm sich überaus grob und tattlos. Es ist ein Fall verzeichnet, daß einer Arbeiterin, die bereits auf dem Werte eines. Wagens, auf dem fie ins Krantenhaus hätte befördert werden fönnen, verweigert worden ist, trotzdem ihr ärztliche Hilfe- cuf schnellstem Wege geboten werden mußte. Auch der Betriebsrat mißachtete häufig die Forderungen der Belegschaft. Der Borfizende des Betriebsrats R. hat sich öfters gemeigert, auf Berlangen der Arbeiter in der Werkstatt zu erscheinen. Nach unzähligen Barstellungen und Zuschriften an die örtlichen Zeitungen und nachdem fich die Arbeiter sogar an das Zentralerefutinkomitee, an den Ge noffen Kalinin, gewandt hatten, ist es schließlich gelungen, die Drts behörden zu veranlassen, den Zuständen auf dem Bert ihre Aufmertfamteit zuzuwenden." 20 Jahre auf.bem tätig ist, vom Direktor die Ueberlassung 7 Wir möchten einmal das Gefchrei der Kommunisten hören, menn man die Arbeiter eines Betriebes in dem tapitalistischen Deutschland so behandeln würde. Wir denken nicht daran, eta die Mißstände zu beschönigen, die heute noch in Deutschland herrschen. Wir denken vor allem nicht daran, Deutschland als ein Arbeiter paradies hinzustellen, wie es die Kommunisten hun, menn fie pon Rußland reden. Die Lobhudler Rußlands täten aber gut, zunächst einmal den Mist vor der eigenen Tür megzukehren Die rüdsichtslose Ausnutzung der jugendlichen Ar beitskraft, die durch verschiedene Borkommnisse der jüngsten 3eit,& B. durch die Fabritbrandkatastrophe in Berlin- Neuföln, traß zutage getreten ist, zwingt zu scharfen Maßnahmen für die Berbesserung des Jugendlichenschutzes. Biel wäre schon gewonnen, Berbesserung des Jugendlichenschutzes. Viel wäre schon gewonnen, wenn endlich einmal die Lehrlinge einen mirtlichen Acht: ft undentag befämen; denn die Ueberschreitung der für Lehrlinge and jugendliche Arbeite: gefeßlich festgelegten Arbeitszeit ist allmähNETTHOFFIERTOPED lich zur Regel geworden. Die Lehrlinge haben vielfach tägliche Dienstleistungen für ihren Arbeitgeber zu verrichten, die selbst den zehn, ja den 3mölfstündigen Arbeitstag überschreiten. Es wird nun vielfach behauptet, daß schon immer der Afford arbeiter 15 Prozent und darüber mehr als den Tariflohn verdiente. Wäre diese Behauptung richtig, dann hätte die Bestimmung des Schiedsspruches Jöttens teinen Sinn. Es fonnte natürlich vorfommen und fam vor, daß die Affordarbeiter die Zehnprozentgrenze überschritt. Aber das mar meder die Regel, noch sicherte die Beftimmung des Schiedsspruches Jöttens den Affordarbeiter nor will türlichen Affordherabjegungen. Der Schiedsspruch Severings da gegen sichert dem Affordarbeiter eine Ueberschreitung des Zarif inhnes non 15 Prozent. Wenn also z. B. der Tariflohn einer bestimmten Arbeitergruppe 80 Pfennig beträgt, dann tonnte der Die unerhörte Durchbrechung gesetzlicher Arbeitszeitvorschriften Affordarbeiter nach dem Schiedssprudy Jöttens 10 Prozent plus für die Jugendlichen ist nur möglich, meil man jede Inanspruch 2 Pfennig 90 Pfennig verdienen. Nach dem Schiedsspruch Nach dem Schichsfpruchnahme des Lehrlings durch seinen Arbeitgeber, die außerhalb der Senerings muß er 92 Pfennig die Stunde verdienen. Bon einer eigentlichen Berufstätigkeit liegt, außerhalb des Rahmens der eigent Herablehung der Löhne oder gar einer mefentlichen Berschlechterung lichen Arbeitszeit stellt. Wie es in der Praris aussieht, dafür des ersten Schiedsspruches fann alja teine Rede sein. Das ist jeden geben die Auslassungen der Badischen Handwerkskammer über die falls die Ansicht der verantwortlichen Gewerkschafter der nordmest. Arbeitszeit der Lehrlinge, die im Bericht der Gewerbeaufsichts. lichen Eisenindustrie. beamten veröffentlicht wurden, recht interessante und beachtenswerte Belege. Es heißt da: Brundsäglich besteht für Lehrlinge noch der Achtstundentag, obwohl er praktisch nicht mehr, durchgeführt Achtung, Eisenbahner! Freitag, 19% Uhr, in Edarists Gesellschafts. hous, Berlin, Fruchtftr. 36a, Gigimg aller in Einheitsverband organi Bagen fierten Barteigenoffen, die in ben Bahnbetriebsmerken, merten und Stationen bedienstet sind. In Anbefracht ber benorftehen.. den Neumaht innerhalb der oben genannten Gruppen soll die Sigung enticheihen, wer in Bufupit die Intereffen unserer Gruppen mahrnehmen soll. Dies ist um so notwendiger, zumal die RBD. Richtlinien an ihre Anhänger hat ergehen laffen, welche nicht im Jntereffe unferer Gruppen Tiegen. Infolgedeffen ist es Pflicht eines jeden Barteigenoffen, nicht nur zu erscheinen, sondern aud weitere befannte Genoffen zu dieser Gigung einzuladen. Der Berbeausschuß der SPD.- Eisenbahner. Zucendoruppe des Zentralverbandes der Angestellten Jugendgruppe des Rd. Sente, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Nordwest: Jugendheim, Lehrer Str. 18/19. Seim hefprechung, anschließend fingen mit. Boffstangturfus in der Schule, Baruther Ctr. 20, 20 Uhr. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin 13 Freie Gewerkschaftsjugend Berlin. Seute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Frankfurter Allee: Städt, Jugendheim, Litauer Str. 18, Zimmer 2. Heimbesprechung. Butritt nur mit Seintausweis und Berhandsbuch. Landsberger Blag: Jugendheim, Diestelmenerftr. 5. Neucs neué Lieder unb and alte. Jahr Lichtenberg: Jugendheim, Doffeftr. 22. Vortrag: Bo Zunftgesellen zum freien Arbeiter". Spandan: Städt. Jugendheim, Lindenufer 1. Heimbesprechung. Berhandsbuchlontrole. Heim Treptow: Gruppenheim, Schule, Bilbenbruchftr. 53/54( Sortzimmer). befprechung. Berbondsbilder und Heimausmeis mitbringen. Schöneweide: Jugendheim, Richerschöneweibe, Berliner Str. 31. Heimbefprechung. Ber bandsbuchkontrolle Humboldt: Jugendheim, Graun, Ede Lorgingstraße. Heimbesprechung. Berbandsbudontrolle. Wie sieht es nun mit der Arbeitszeit aus? In den Gießereien und Radiobetrieben betrug die wöchent liche Arbeitszeit früher 54 bis 57 Stunden. Nach dem Schiedsspruch Severings wird sie herabgesetzt auf 52 Stunden. In den asfergasfomeißereien, mo die Arbeitszeit bisher gleichfalls 54 bis 57 Stunden betrug, ist sie auf 48 Stunden verfürzt worden. In ift. Im allgemeinen ist bei der Beschäftigung von Handwerkslehr ben Beizanlagen und dem Blechmalz mert Krupp belingen festzustellen, daß diefe nicht dauernd zu eigentlichen Arbeiten des Betriebes herangezogen werden, sondern daß sie auch während irug die Arbeitszeit bisher 57 Stunden; sie wurde herabgesetzt auf 52 Stunden und muß gleichfalls innerhalb eines Jahres auf 48 der achtstündigen Arbeitszeit vielfach mit Nebenarbeiten be Stunden verfürzt merden. In den Sandstrahlbläsereien schäftigt werden. Es kann somit ruhig gesagt werden, daß bei einer betrug die Arbeitszeit bisher 52 bis 57 Stunden und ist vertürzt neun bis zehnstündigen Arbeitszeit die Lehrlinge nicht mehr als acht Stunden mit eigentlichen Produktionsarbeiten beschäftigt wermorden auf 48 Stunden. In den 3ementfabetten mit durchgehendem Betrieb ist die Arbeitszeit von 53 bis 57 Stunden herab- den, während mindestens ein bis zmei Stunden in reinen Rebengefeßt worden auf 48 Stunden; in den übrigen Zementfabrifen auf arbeiten aufgehe 1. Diese bestehen in Botengängen, teilmeise in 52 Stunden. In den Thomas schladenmühlen ist die Ar- Reinigungsarbeiten, sonstigen Borbereitungs- und beitszeit herabgelegt morden von 54 Stunden auf 48 Stunden. In Aufräumungsarbeiten, zu deren Berrichtung der gesetzliche Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S... Berlin. Drud: Borwärts, Buchpruderet ben übrigen Betrieben der sogenannten erzeugenden und Achtstundentag überschritten merden darf." Berantwortlich für Tolifit: Dr. Curt Geyer; Birtschaft: 6. Klingelhöfer; Gemertschaftsbewegung: J. Steiner: Feuilleton:*. S. Dölcher: Botales and Spnftiges: Kris Rarftadt: Anzeiaen: h. Glsde: fantlich in Berlin. und Berlagsanftalt Bar! Singer u Go Berlin GB 68 Lindenstraße S Sierau 1 Beilage and Unterhaltung und Bissen". Gutes und sparsames Kochen ermöglicht MAGGI' Würze Wenige Tropfen verbessern schwache Suppen, Soßen, Gemüse, Salate usw. Rr.- 46. Jahrgang � Dienstag, 8. Januar �929 Don Zeit z» Zeit erführt der veriwer Dtalett eine �Anreiche- riing", die auch de» Fremden aufhorchen läßt. Wer die Erfinder des Sprachwitzes find, der.geflügelten Worte', wird selten dekannt. Nur die Sprachforscher gruben fleißig nach und b«Vahren die Redeblüten, eh« sie am Baume der Doltsfprvche wieder verwelken. So hat Hans Ostwald in seiner neuen Folge des.11 r- berliner»' viele bemerkenswerte Redensarten gesammelt, die vor IM Iahren in Berlin üblich waren. Der Berliner Volkswitz hatte seine große Zeit, in Posse» und Schwanken war die Sprach« sogar theoterfähig geworden. Di« Witzdichter beeilten(ich. ihre scharfen Spottpfeil« in der Berliner Ursprache abzuschießen. Ein« kleine Auslese von.Wüten' möge Bergangenes wiedererwecken. * Die krttficheu Betrachter des vlilcher-ventmals deutet« nach feiner Enthüllung Zahlungen zu leisten, bleiben aber mit ihrem Angebot immer noch weit hinter den Forderungen der kontinentalen Partner zurück. Da die Engländer außerdem fortfahren, ihre Ausfuhrquoten in dem bis- heriaen Maße zu überschreiten, so ist bei der ziemlich ge- spannten Stimmung die Aussicht auf ein« Erneuerung des Kartell- Vertrages am 31. März sehr zweifelhaft. Sollte c? im Schi�nenkartell zu einem Bruch mit den Eng- l ä n d c r n kommen, so würde dies weitgehende Folgen für. die anderweitig noch schwebenden europäischen Eisenkortellsragen. haben. Die Bemühungen der Internationalen Rohstahl- gemeiuschvst und dt« kürzlich, anscheinend mit Erfolg, ans- genommenen Verhandlungen des internationalen Röhren» s y n d i k a t s, die englischen Werke als Mitglieder zu gewinnen, würden durch einen Bruch im Schienentartell gleichfalls zu Wasser werben. von deutsche.? Seite wurden Anträge eingebracht, die sich hauptsächlich auf Reparationslieferungen bezogen. Di« deutschen Werke wollen künstig ihre Quote nicht mehr mit Lieferungen auf Reparationskonto belasten und wünschen ein« entsprechend« Aende- ru»g ihrer Quote. Nach dem verlauf der letzten Pariser Derhandlungen wird da» Kartell dem deutschen Ersuchen ooraussichttich nach. kommen. Gute Dividenden für Schwerindustrie. Die Rheinisch-Westfülische Stahl» und Walzwerke A.-G. Gelsenkirchen und die Annener Gußstahl- werk A.-G. in Annen(Westfalen) gehörten früher zust, Stumm- Konzern und werden heute— außer von mehreren Großbank- gruppen— von Paul Rohde, dem früheren Bertiner Metallgroh» Händler, geleitet und beherrscht. Die jetzt in der Aussicht-ratssitzung genehmigten Bilanzen der beiden schwerindustriellen Unternehmun- gen zeigen eine günstig« Entwicklung. Der Reingewinn ist bei der Rhcinisch-Westfälffchen Stahl- und Walzwerke A.-G. mit 0,69 Millionen fast unverändert. Die Abschreibungen wurden mit 0,64 Mil- lionen gegenüber dem Vorjahr(0,40 Millionen) bedeutend erhöht, was ans höher« Betriebsüberschüsse schließen läßt. Der Umsatz ist um 10 Proz. gestiegen. Auf das Kapital von 6-3 Mil- lionen Mar! wird eine Dividend« von 8 Proz. verteilt. Die Anncner Gußstahlwerk A.-G. hat ihren Umsatz um s a st ein Drittel aus 6 Millionen Mark erhöht. Der Reingewinn ist non IIS 000 auf 167000 Mark gestiegen, so daß dieses Werk in der Lage ist. sein« Borjahrsdiuidende von 8 Proz. sogar auf 10 Proz. zu erhöhen Blühende und zusammenbrechende Waggonfabriken. Die noch äußerst unklare Lag«-.«r Zeutsch sn W"roi.vaulneusttie wird ourlh zwei zu gleicher Zeit eintreffende Meldungen treffend gekenn- zeichnet. Aus 0er Generalversammlung der Bereinigte W« st- deutsche Waggonfabriken A.-G. in Düsseldorf, die für ihr erstes, nur sieben Monate umfassendes Geschäftsjahr 4 Proz. Dividende, die 7 Proz auf sin volles Jahr entsprechen, verteilte, kennzeichnete der Borsitzend« die Entwicklung im neuen Geschäfts- jähr als nicht ungünstig. So sei gegenwärtig ein Auftrags- a e st a n d van 30 Millionen vorhonoen, wobei allerdings-werselhoft ' jei, o'1 die Reichsboyn noch im laufenden Gcschäi.rjahr'.h:c Auslrogc ! all« ausführen lassen wird oder zu neuen Austragsdiosselüngcn schreitet. Der Forderung des Bar sitzenden, daß die Reichsbahn im Interesse einer.einigermaßen geregelten Arbeitseinteilung der Waggonfabriken ein Mindest Programm an Austragen ausstellen soll«, ist angesichts des ständigen Belegschastswcchicls-im Waggonbau voll zuzustimmen.— Mit diesem günstigen Verichl fällt eine Meldung zusammen, wonach die Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg bei ihren Gläubigern einen Antrag aus Stundung der Forderungen eingereicht hat. Das Werk, das zeitweilig 1SW Mann beschäftigt hat, hält zurzeit mir noch einen Not betrieb mit 200 Mann Belegschaft ausrecht. Obwohl schon 1926 eine scharfe Kopitalzusammenlegung im Verhältnis 3: 1 er- folgte, sind in den letzten Iahren die Verluste auf mehr als 2,5 Millionen Mark angewachsen, so daß das gesamte Kapital von IL Millionen Mark verloren ist. Durch Abwicklung einer Reihe salt fertiger Aufträge hofft die, Gesellschaft, ihren finanziellen Stand so wett zu verbessern, daß ein gänzlicher Zusammenbruch vermieden und der Betrieb aufrecht erhalten werden kann. Lehnen die Gläubiger die Vorschläge der Verwaltung, die übrigens auf der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung die katastrophal« Finanz- läge des Unternehmens mit keinem Wort erwähnt hatte, ab, so ist «in Konkurs nicht zu oermeiden. Das Schicksal der Janssen u. Schmilinsky- Werst in Hamburg. Wir berichteten kürzlich von einem Kausangebot, das für die in große finanzielle Schwierigketten geratene Schiffswerft und Mo- ichinenfabrik(vorm. Janssen und Schmilinsky) A.-G. in Hamburg gemacht worden ist. Dieses Angebot ist von den H o w a l d t s- Werken in Kiel ausgegangen, und 73 Proz. des Aktienkapitals, also die ausreichende Mehrheit in der Generalversammlung, sollen für di« Amiahme des Angebotes bereits gesichert sein. Unsere Vermutung, daß die Werke weiter betrieben werdcn sollen, bestätigt sich. Der Betrieb der Hamburger Werft ist am 2. Januar bereits auf die Howaldts- Werke Ä.-G. in Kiel übergegangen. Die Sunllchl 21-®., Mounheim, weist uns darauf hin, daß der Gewinn im Geschäftsjahr 1927/28 nicht 1,6 Millionen Mark, sondern nur 628 000 Mark betragen habe. Der ausgewiesene'Gesamtgewinn non 1,6 Millionen ergebe sich unter Hinzuziehung des 1926/27 erzielten und auf neue Rechnung vorgetragenen Gewinnes von einer Million. Deutschland als Hauptabnehmer polnischer Agra'produktt. Der polnische Butterexporl entwickelt sich immer mehr zu einem reinen Export nach Deutschland. Im November stieg der Export auf 689 200 Kilogramm, von denen 604 800 Kilogramm nach Deutsch- land gingen. Auch für den polnischen Eiererport ist Deutschland der größte Abnehmer Durchschnittlich ging die Hälfte des gesamten Eierexportes in den letzten Monaten nach Deutschland. Dann folgen als Abnehmer Oesterreich, die Tschechoslowakei. England. Italien und Frankreich. Fords autonome Zollpolitik. Nach einer Metdung aus Kairo prüft die ägyptische Regierung einen Vorschlag Henry Fords, auf seine eigenen Kosten eine makodamisterte Straße von250Kilo- meter Länge in Aegypten zu bauen und zu unterhatten, wenn. dir Regierung die frei« Einfuhr von Ford-Wogen nach 1 Aegypten gcsiattei. Augenblicklich wird bis zur Anwendung des neuen Tarifgcsetzes eine achtprozenrige Wcrtzollabgab« ftir Ford- Wagen enrnchlet. Oiensiag S. Januar it929 Unterhaltung unö �Nissen Deikage des Vorwärts Alexander Jakotvleff: TCOTalirlOSl Simrtfa hatte den Sommer über in der Herberge„Zum Wind- b'att" gewohnt. So nannten die Verwahrlosten der großen rufst- !chen Städte die verwilderten Lüsche! hoher Steppengräser und Windblätter im verödeten Garten des Fabrikanten Bykosf. In Nchten Büschen wucherten sie längs des halbversaulten, von Schim- n'elpilzen bedeckten, morschen Zaunes.— einem Tropenwald« gleich, mit mächtigen breiten Blättern. Selbst während der heftigen sorn- merlichen Regengüsie war hier gut ein Nachtlager auszuschlagen. iln einer Vertiefung zwischen zwei Abhängen hatte sich Sjornka iein Lager bereitet: aus Heu, Laub, einer alten Steppdecke, die cr noch im Frühjahr in Nagibowka vom Zaune gestohlen hatte, wo sie zum Trocknen hingehängt war. Wieviel Halbnackte mochte die Herberge zum Windblatt bereits gesehen haben? Sie kommen sind begeistert. „Oho, welche Räumlichkeiten! Und die Polizei?" „Nicht ein einziges Mol hiergewesen." „Also bleiben wir." Doch nach einer Woche— man hatte sich kaum eingewöhnt— so verschwand man. Wohin? „In die Falle gegangen. Hat in eine Tasche gegriffen— ist mißglückt." Sjomka allein war ständiger Bewohner der Herberg« zum Windblatt. Die lastende Stadt lärmte und paukte Tag und Nacht jenseits Zaunes. Doch in der Herberge war es immer still. Sachte war säuselte die Ulme, Sjomka zu Häupten. Aber wenn es reg- nste und stürmte, war der Garten voll eintönigen Rauschens. Di« großen Blätter wanden sich im Winde und kehrten ihre grau« Rückseite zu oberst. Dann wurde Sjomka jämmerlich zumute. Gegen Mitte des Sonnners begann die Ulm« ihre Blätter ob- -uwersen. Gelb und runzlich fielen sie aus Sjomkas Lagerstatt. ? ag um Tag wurden ihrer mehr. Durch dürre Aeste blickte des Himmels Blau. Und als eintönige Hersttoge sich einstellten, war die Ulme völlig entblättert. Böse tobt« der Herbstwind durchs Gezweig, grollend wie«in enteigneter Welsherr. Feucht unö kalt war's in der Herberge und an der Zeit, sich nach neuer Unterkunft wnzutun. Die Halbnackten schlössen sich zu Trupps zusammen— zu vieren und sünfen, glngen irgendwohin. Räch Odessa, in die Krim, wo es immer wann sein sollt« und man schon was zum Esten finden würde. Auch Sjomka sollt« mitgehen. �.Gel, st mit?" ..Nein, ich geh« nicht." In dieser Stadt, die groß war, bunt und beschwerlich, hatte s-ch Sjomka bereits an manches angepaßt. Und wenn ihm das blinde Glück nicht untreu wuvd«, verstand er es, sich vor dem Poll- zisten verbergend, in irgendeiner entlegenen Querstrahe zu betteln, zu lügen, um ein Almosen von den Passanten� zu erwirken. „Onkelchen, habe weder Dater. noch Mutter! Hob seit drei Tagen nichts gegessen! Gebt mir doch einen Kopeken!" „Ach, du Dickhäuter, bleib nur hier, wirst schon vor Hunger krepieren!" „Wevd' nicht krepieren!"— dachte Sjornka, denn er hatte de- reits ein neues Versteck ausfindig gemacht, in das er für den Winter aus der Windblattherberge zu Übersiedeln gedachte. An der Ecke der Medowaja stand ein« groß« hölzern« Litsaß- iäul«. Als Sjomka eines Tages Reklamezettel albgerissen hatte, um sich ein« Zigarette zu drehen, hatte er durch eine Ritze hin- kurrch die Entdeckung gemacht, daß das Innere der Säule geräumig '.md trocken war. Hastig sah er sich um, ob nicht ein Polizist in Sehweite war, löste«in Brett am Fuße der Säule, schaut« hinein — das Winterquartier war gesunden. An diesem Abend kam er spät heim, hungrig und böse. Den ganzen Tag über war eisiges Schneegekörn vom Himmel gefallen, knisterte unter den Füßen. Der Wind blies durch die Kleider, kribbelt« über den ganzen Körper hin. Ohne Furcht wegen Bettelei geschlagen zu werden,„ölte" Sjomka auf der menschenreichsten .Straße. Trotzdem gingen die Leute an ihm vorüber mst hochge- zogen«» Kragen, die Mützen über die Augen gestülpt. Sjomka zitterte. Zitterte so sehr, daß die Zähne klapperten. Mit starren Härchen hob er das Brett empor, um in die Säule zu kriechen. Da— ein plötzlicher Stoß ins Gesicht, dazu ein Zischen: „Wohin!!!"( Bestürzt schnellt« Sjomka zurück. Stand einen Augenblick. schaute umher. Was war das? Ein paar kräftige Arm« streckten sich aus der Säule hervor, zogen das fortgerückte Brett an seinen Platz zurück. Sjomka beugt« sich vor. „Das ist mein Platz! Wie, zum Teufel, kommst du drauf, da hineinzukriechen?"— sagte er halblaut und ärgerlich. .Werd' dir's zeigen— dein! Mach weg. Sonst sollst was erleben. Werd' dir den Buckel vollhauen, daß bis zum Sommer genug hast!".„ „Mein Platz ist das"— sagte Sjomka mm laut... Und die Steppdecke gehört mir und das Heu uich die Zeitungen. Laß ini6l hinein!" Er hockte nieder auf tri« Absätze und saßt« dos End« des Brettes. Da sagte eine gedämpfte Stimm« aus der Säule: „Weg da! Trägst wohl Verlangen nach der roten Kravattc?" Und dumpf murrte ein« Frauenstimme: „Verwünschter Teusell Gehst oder nicht? Scher dich sofort deines Weges eh du was abbekommen hast." „?eh"— wiederholte die Männerstimme. Sjomka erhob sich, trat einen Schritt zurück und hieb aus aller Kraft mit dem Stiesel gegen die Säule. „Luder! Hast dort eine Dirne, und ich kann hier frieren!" .Hart schlug's gegen die Säule, krachend flog das Brett zurück und in der dunkeln Oessirung erschien der verwischt« Farbsleck eines Gesichtes. Sjomka nahm sich nicht Zeit festzustellen, wer der Säule cntstieg: er rannte die Straß« hinab. Aus der Ferne nahm er wahr, daß niemand der i�ule ent- stiegen war. Die Straße war leer. Die Laternen flacfcrten im Winde. In schrägen Streifen durchschnitten die Schneek»ner die Lust. Die Fenster der nohgelegenen Häuser starrten kalfl finster. Sjomkas Unterlippe bebte. Er war dem Weinen nahe. Doch hielt cr an sich. Stand eine Weile da. kehrte dann langsam zur An- schlagsäule zurück. Das Brett befand sich an seinem Platze. In der Säule war's still. Bielleicht waren sie fortgegangen? Do vernahm er einen dumpfen Schlag gegen dos Brett. Wie von einem Ellenbogen oder eimm Stiefel. Sie waren da. Wut packt« ih» „Ah— ah! Ihr, Luder, ich will euch zeigen!" Er stürzte fort. Hastig mit den Absätzen aufstampfend, rannt« er in den Garten zur Wiridblattherberg«. Der Wind heulte durch die leeren Gassen. In Strahlen rieselte körniger Schn« über das Pflaster. Sjomka kehrte zurück, den Arm voll Papier, Blättern, Zweigen. Sachte legte er alles vor der Säule nieder. Dort, wo das Brett sich fortrücken ließ. Papier und Blätter raschelten im Winde. In Umschau und Eil« hielt. Sjomka Blätter und Papier mit den Knien fest und zog hastig Streichhölzer hervor. „So kräh, Hähnchen!" Hin kies das Feuer an den gefrorenen Zeitungen, um zu ver- löschen. Vorsichtig reibend, entzündet« Sjomka ein zweites Streich- holz. Das Papier geriet in Brand. Wieder stieß jemand mit Ellen- bogen oder Stiefeln gegen die Säule. Auf Zehenspitzen rannte Sjomka. gegen den Zaun. Vom Winde geschürt, lief das Feuer am Papier entlang, an Blättern und Zweigen.— eine gelbliche Flamme leckte an den Brettern der Anschlagsäule. So rasch ihn die Füße trugen, rannte Sjomka davon. fttas da» RuMlchea Übertrag«« van Sascha Rosenthal.) tllegerle irHIUlWH Unbemerkt hat sich in diesem Jahre ein sehr intereflantes, für die Wissenschaft bedeutsames Ereignis zum hundertsten Male ge- jährt. Es war im Jahre 1828, als der Schweizer Profestor H u g i auf der mittleren Moräne des Unteraargletschers in den Berner Alpen seine sogenannte„Hütte" ausschlug. Die Moräne bestand aus einem aus Felsentrümmern zusammengetragenen Streifen, der sich wie üblich aus Vereinigung der innensettlichen Moräne zweier Gletscher, die hoch oben in den Bergen ineinander übergegangen waren, gebildet hatte. Hugis Hütte war der Beginn systematischer Messungen der Gletscherbewegungen, die seitdem in den Alpen und anderen Plätzen gewaltige Ausmaß« aNgnommen haben. Unter dem Schutz eines überhängenden Felsens schlug dieser kühne Forscher sein Lager auf und verbrachte dort mehrere Nächte. In den darausfolgenden Iahren kehrt« Hugi immer wieder an den- selben Platz zurück und stellte die veränderte Log« der Hütte fest, da das Eis sich langsam talwärts bewegte. Im Jahr« 1830 war die Hütt« bereits einige hundert Fuß gewandert und 1832 betrug der Weg 2200 Fuß. Louis Agassiz, ver 1839 in dieser Gegend For- schungsarbeiien vornahm, stieß zufällig auf die Hütte und stellte fest. daß sie den ursprünglichen Platz um 4400 Fuß entfernt hatte. Die ersten Studien: Im August 1840 baitten Agassiz und seine Begleiter Bogt, Dosor, Nicolet, Coulon und de Poutalos«ine ähnliche Hütte unter einem vorspringenden Felsblock, welche man von Hugis Bau aus sehen konnte und nannten sie„Hotel de Neuchatelois". Hier oerbrachten sie eine Zeit und kehrten im nächsten Sonnner dahin- zurück, fanden aber, daß dos„Hotel" bereits unter den Witterungs- einslüsten und der Bewegung des Eise» gelitten hatte. 1842 war der Platz nicht mehr bewohnbar. Zwei Jahre später fand Agassiz nur noch einen Trümmerhaufen davon vor. Nach einer langen Zeit der Devgestenheit wurden einige Frag- mente dieser Hütte im Jahre 1884 von einem Touristen namens Ritter entdeckt, der die Stucke als zu der von Agassiz erbauten Hütt« gehörig feststellte, da man noch die Namen und Daten die von dm ursprünglichen Bewohnern eingeschrieben waren, aus einzelnen Teilen vorfand. Im August 1899 unternahmen Mitglieder der Internationalen Konferenz für Gletscherforschung«inen Ausflug in diese Gegend und besichtigten die interessanten Ruinen. Eine neue Untersuchung fand dann im Jahre 1904 statt, wobei festgestellt wurde, daß das„Hotel" in der ganzen Zeit 4.0 Kilometer gewandert war. 1925 und 1920 hat man weiter« Untersuchungen angestellt, aber es wird bereit sehr schwierig, die Stücke zu identifizieren. Die Zett hat Hugis Hütte weniger hart mitgespielt, und sie hat in hundert Iahren fett ihrer Erbauung kaum gelittten. Die Geschichte dieser beiden Gletscherhütten gehört mit zu den romantischm Episoden in der Entwicklung der Gletscherkunde. Es war im Jahre 1840, als Agassiz und seine Freunde die ersten Bohrungen im Eis versuchten, die seitdem so ungemein wert- voll« Kunde über die innere Struktur der Gletscher gegeben haben. Die Arbettsmethode zu jener Zeit war. wie sich denken läßt, sehr langsam und schwierig. Als man 1842 ein Loch von 213 Fuß Tiefe in den Unteraargletscher gebohrt hatte, sah man dies« Tat als einen ungeheuren Erfolg an. Man hatte hierzu acht Arbeiter anstellen müssen. Thermometer wurden in die Bohrlöcher gesenkt und viele Temperaturmessungen vorgenommen. Diese langsam« Lohrmethode hatte besonders mit einer Schwierigkeit zu kämpfen, daß das Eis im Innern des Gletschers sich schneller als an der Oberfläche de- wegt. Die Folge davon war. daß die Werkzeuge, die man zum Lohren verwendete, noch bevor man die Arbeit vollendet hatte, gekrümmt und festgeklemmt wurden. Die Neuzeit hat eine grundlegende Aenderung der Methoden mit sich gebracht. Blumcke und Hoß begangen im Jahre 1894 auf dem Hintereisfernergletscher eine Reih« von Bohrlöchern anzulegen, in der Absicht, durch dos Eis hindurch auf dos Felsenbett des Gletschers zu stoßen und auf diese Weise an verschiedenen Stellen die Tief« desselben festzustellen. Sie verwendeten hierzu Drillbohrer. Man stieß an verschiedenen Stellen auf das Bett, einmal bei einer Tiefe von 700 Fuß. Diese neue Bohrmethode machte es möglich, mitun/er 300 Fuß pro Tag zu bohren. Ein« neu« Aera in der Messung von Gletschertiefen begann im Jahre 1920 und zwar verwendete man das Prinzip der Schall- Messungen. Diese Methode hatte bereits hervorragende Resultate bei den Tiefmessungen der Meere gezeitigt und wurde nunmehr von zwei Forschern in verschiedenen Alpengebieten angewendet. Unter der Leitung von H. Mothes wurden auf dem Hintereisfernergletscher zahlreiche Explosionen im Eise veranstaltet und das vom Gletscher- bett zurückgeworfene Echo durch«inen Seismographen notiert, Dr. Mercanton, der die Arbeiten am unteren Grindelwald und auf benachbarten Gletschern der Schweizer Alpen leitete, verwendete »in Geophon, um die Echos, die er gleichfalls durch Explosionen erzeugte, zu messen. Weniger erfolgreich war er dagegen bei der Schallmessung durch sogenannte„Ueberschallwellen", wobei das Larttsignol aus ungemein raschen Vibrationen besteht(etwa 40 000 per Sekunde). Zweifellos aber wird man diese Versuche weiter fortsetzen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß akustische Methoden wesent- lich zur Klärung der Tiefenfragen bei allen Gletschern der Welt, selbst in Grönland und den Südpolarzonen, beitrogen werden. Unter den Auspizien der Internationohin Gletscherkommisfion und Instituten ähnlicher Art, die in vielen Ländern bestehen, hat man die Bewegung der Geltscher schon seit �einigen Iahren«gel- mäßigen Messungen unterworfen. Die Schryeiz veröffentlicht jahrlich cmen Bericht über die Bewegungen von hundert Gletschern, Der Bericht für 1920 zeigt, daß zweiundfünfzig davon sich vorwärts bewegten, vierzig sich langsam zurückzogen. Obgleich die Bewe- gung der Gletscherzunge nur wenig« Zenttmeter pro Tag beträgt, so werden sie doch sofort mittels des„Chryosinometer" aufgezeichnet, dessen Zeiger durch einen Draht, der auf dem Esse befestigt ist und so die Verbindung herstellt, in Bewegung gesetzt wird. Der„Chryosinograph" verzeichnet automatisch fortlaufend jede geringste Bewegung. Der moderne Glesscherforfcher leitet heute seine Arbeiten von dem Beobachtersitz eines Flugzeuges aus, und während einer Stunde kann man auf diese Weise ein Kletschergebiet aufnehmen, wozu man sonst zu Fuß ein« Woche benötigen würde. Es ist in den letzten Iahren festgestellt worden, daß sich der Wendelstein auf München bewegt, zwar nicht noch den ob'gen Ausmaß«», trotzdem werden unsere Nachkommen in 1000 Jahren erstaunt sein, die Stadt München an dem Fuße des Wendelsteins zu finden. Wir Berliner sind ja in dieser Beziehung, wenn sich auch sonst olles verändert, glücklicher, denn die einzigsten Gletscher, die wir haben, sind die Kalkderge und die werden höchstens einmal zu den Rieselfeldern wandern. 3)er größte ITleieorHenslurst lieber eine« der auffallendsten astronomischen Ereignisse in den letzten Jahrzehnten, den großen Meteoritensall in Sibirien vor gerade 20 Iahren, sind bisher nur kurze Nachrichten zu uns gelangt. Nun verössentlicht der„Scientific American" interessant« Einzel- heilen aus dem ersten authentischen Bericht von Prof. L. A. Kulik, dem Leiter der von der Russischen Akademie der Wissens chasten aus- gerüsteten Expedition in dos schwer zugänglich« sibirisch« Krater- gebiet. Unter dey größten Mühseligkeiten bahnten stch die Mitglieder der Expedition auf der nardsibirischen sumpsigen Tundra-Eben« den Weg zu dem Kratcrseld, und drei Monate vergingen, bis sie zum Teil auf kleinen Flößen, die letzten hundert Kilometer zu dem süd- östlichen Rand der von dem Meteorsall betrossenen Fläche zurück- legten und die erste Uebersicht gewannen. Der zentrale Teil des Gebicts, das insgesamt 15—20 Meilen im Durchmesser mißt, umsaht einen Flächenraum von mehreren Qua- dratmeilen und liegt aus dem Plateau zwischen den Flüssen Chunia und Todkamenaja Tunguska, das umrahmt von den angrenzenden Bergzügen ein enormes Amphitheater bildet. Aus den Mitteiluniien der Eingeborenen ging mit Sicherheit hervor, daß das ganze Tal, das jetzt ein schauerliches Bild der Berwüstung darbietet, vor dem Niedergehen der riesigen Metcorsteinniasse mit Wäldern bedeckt war. Die Bäume sind ganz kahl, ohne Rinde und Aeste, und liegen fgst alle auf dem Boden in einer' merkwürdigen Art von sächerförmiger Gruppierung um den Mittelpunkt, die von den benachbarten Berg- gipfeln beobachtet werdcn kann. Hier und da steht an geschützter Stell« noch ein einsamer Baumstamm in der Einöde. Die ganze Ve- aetation ze'gt noch in einem Umkreis van 0—10 Meilen auch an Moos und Büschen die verheerenden Wirtungen«ipes Derbren- nungsprozesses, der mit einem Waldseuer nicht die geringste Aehn- lichkeit hat. Am stärksten txitt der metcorsche Charakter der Katastrophe an den zahllosen, über das ganze Gebiet verstreuten Krä- terhöhien hervor, die einen Durchmesser. bi? zu 50 Meiern ausweisen. Ihre Abhänge sind meist steil, der Boden flach und sumpsiq, und manchmal findet sich die Spur einer Erhöhung im Mittelpunkt. Die Grabungsversuche konnten bisher nicht bis zu der Tief« ausgeführt werden, in der man die hinuntevgestmkene Metearmasie vermutet. Diese, ganze ungewöhnfiche Emdrmge, de, IM« te' We Tiefe des Erdbodens ist ein Beweis für die Wucht, mit der die Mc- teorsteine auf die Erdoberfläche stürzten. Auch die Tatsache, daß dieser Sturz nicht, wie es sonst bei einem solchen Ereignis meist der Fall sst. in den Abendstunden erfolgte, sondern um 8 Uhr morgens, spricht für die enorme Geschwindigkeit der Meteormasse. Jluf der liamensuche Zier Beschluß der Regierung von Angara, ein Gesetz zu erlassen, das jeden Türken zur Annahme eines'Beinamen zwingt, versetzt di«les schon durch die neue Schrift geplagte Volk in neue Aufregung. Bisher gaben türkische Eltern ihren Kindern bei der Geburt zwei Namen, und bei Söhnen ist einer dieser Namen gewöhnlich der eines Nachkommen des Propheten Mohammed oder eines Heiligen des Islam. Dadurch wird die Auswahl der Namen sehr beschränkt und infolgedessen gibt es Zehntausende von Türken, die Mohammed Ali oder Hussein Husni usw. heißem � Um sich nun von anderen Gleichnamigen zu unterscheiden, nimmt der Türke gewöhnlich später i noch einen anderen Namen an. So hat z. B. der Präsident der ' türkischen Republik, der zunächst nur. Mustafa hieß, sich den Namen Kemal zugelegt, als er auf der Schule in Saloniki war: er wählte den Namen des Professors Kemal, dessen Lieblingslschüler er war. Bei den Resormen, die das türkische Volk ans seinen� mittelalterlichen Zuständen in moderne Dexhättnisse überführen wollen, hat es sich nun als notwendig erwiesen, daß jeder Türke einen Namen erhält, durch den er leicht von den anderen zu unterscheiden ist. Der Direktor des neuen statistischen Amtes, ein Belgier, wurde bei der Durcharbeitung der Ergebnisse der Volkszählung zur Verzweiflung gebracht, weil die Listen seitenlang immer wieder dieselben Namen äüfwiesen. Dadurch ist es zu unzähligen Verwirrungen und Ver- wechsxlungen gekommen. Die Amjahme eines Beinamens soll die Arbeiten der Gerichte und der Polizei vereinfachen, soll der Post helfen und wird sich in vielen anderen Dmgen als nützlich exweisen. Bei der Einführung der Namen soll daraus geachtet werden, daß nicht z» viele Tür»»« sich densewe» Name» beilege» Funkwinkel.Z Um porlagten Sonntag brachte das Abendprogramm Bolts. Leder", au diesem Sonntag gab es der Abwechslung halber am Abend wieder Volkslieder. Gedankeniofer als die Programme des Bertinet Senders wird wohl kaum ein anderes Funtprogramm auf gestellt: Begreist man in Berlin wirklich nicht, daß der Sonntag, ber, Ruhetag des Werttätigen, Abwechslung bieten muß, daß viele, Die an Wochentagabenden zum Rundfunfhören feine Beit haben, nicht immer diefelbe Sonntagsunterhaltung haben wollen. Gewiß war, wie vor einer Woche, auch diesmal bie Bolfslieberdarbietung Aspenid. Mittwoch, 9. Januet, 20 Thr, Wiederbegina bes Canitätstursus, Gutenbergstr. 33. Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Betriebsingenieure( ADB.) im Berein deutscher Ingenieure veranstaltet im Rahmen ihrer Vortragsreihe„ Der Mensch im Fabritbetrieb" Donnerstag, 10. Sanuar, 19% Uhr, im Gaal ER 301 der Technischen Hochschule, Charlottenburg, Berliner Str. 171, ihren 4. Vortragsabend. Herr Batenianwalt Dr.- Ing. R. Melbau, Berlin, spricht über den Einfluß des Industrieftaubes auf die Arbeitsleistung". aus notwendig gewesen sein. Einige einführende Worte hätten den 1 von 20-23 hr. Borträgen von Ludwig Hardt den Boden bereiten können. Hardt, der glühende Altenberg- Verehrer, gab in seinem Vortrag reifste Sprechkunst, die anscheinend vorsichtiger als sonst für das Mikrophon abgetönt wurde. Sinfonische Variationen für großes Orchester von E. R. Don Reznicef tamen anschließend zu wirkungsvoller Aufführung, Borher gab es Vorträge über weltwirtschaftliche Beitjragen, den Nürnberger Bildgießer Beter Vischer, am Nachmittag nach einem Kammerfonzert eine Vorlesung von Graf Alexander StenbocGermor über ,, Meine Erlebnisse als Bergarbeiter". Es wurde also Abwechslung geboten und doch in allen Darbietungen wirklich Interessantes und Wissenswertes gebracht. Les. Ueber Renere Fortschritte zum Schuh von Ingenieuzerzeugniffen duz Anstriche" spricht Dr. Hans Wolff im Berliner Bezirksverein Deutscher Ingenieure am 9. Januar, 19% Uhr, im Sörfaal 301 EB der Technischen Hochfchule in Charlottenburg( Eingang Erweiterungsbau). German- English Society Donnerstag, den 10. Januar, Café Jagenburg, Nollendorfplatz, Berlin W, 9 p. m. Lecture:„ Bernard Shaw, his life and his Works" by Prof. Wendlandt Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienftfielle Berlin und Umgegend. ( Rachbr. verb.). Heiteres Froftmetter bei öftlichen bis südöstlichen Winden. ausgezeichnet. Besonders Roland Hells warmer Tenor flang in der Borträge, Bereine und Bersammlungen. Für Deutschland: Im Südosten noch wolliges, souft meist heiteres Softwetter. Biebergabe prächtig. Qualität der Leistung an sich ändert aber nitis ant her völligen Inzulänglichtet der Programmgestaltung, die durch die wahlloje Folge von Unterbaltungsmusit, tie Dajos Bela mit seiner Kapelle bot, noch besonders deutlich wurde. J Besser war das Programm von Moning. Bei der Beter Afterberg Gedentstunde murde aber wieder, mie so oft, versäumt, vorauszuschicken, wer Beter Altenberg mar. Für einen jehr großen Teil der Rundfunkhörer dürfte das naturgemäß durch| Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, d. 8. 1. staats- 3per Jnter d. Linden A.-V. 720 Uhr Bohème Staats- Oper Ant Pl.d. Republ. R.-S. 8 19% Uhr Carmen Montag, d. 7.1. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV 19% Uhr Die lustigen Weiber v. Windsor Staat. Schauspielh. aa& ndarmenmarkt A.-V. 6 20 Uhr Oedipus Staati. Schiller- Theater, Charffbg. 1st er gut 20 Uhr ist er böse? SCALA 8 Uhr B6 Barbarossa 9256 HARRY RESO und weitere Varieté- Neuhaiten Morgen 3 Uhr nachmittags Kindervorstellung zu besond rs ermäßigten Preisen von 0,50 bis 3 Mark das volle Aben programm. Großes Schauspielhaus 81 CASANOVA mit Alfred Jergor. Regie: Charell. 3 Uhr: Näc ste Sonntag-Nachm Vorstellung 13. Januar ungekürzt in Originalbesetzung zu ha ben Preis. Theater des Westens Täglich 8, Uhr Käthe Dorich 1st Friederike Musik von Franz Lehar Räthe Dorf, Rammersänger Carl Jöfens( Staatsoper Bin.) Arnftäbt, Limburg, Reg, Gisler, Dora, Vespermann usw Bornertauf ununterbrochen. Raffe den canzen Sag geöffnet. Seleph. Steinplag 931 u. 7108. Renaissance- Theater Tal, Steinplatz 901 u. 2583/84. Täglich 8 Uhr: „ Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. Herde auch bis zu 18 MONATS Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin 14, Sebastianftr 37/38, Sof 2 Tr. Beenzlauer Berg. Achtung, Jungbanner! Die Bersammlung em heutigen Dienstag fällt aus. Dafür am Dienstag, 13. Januar, im. Altersheim, Danziger Straße. Donnerstag, 10. Januar: Brenzlauer Berg. Bersammlungen um 20 Uhr: Kameradschaft Baltan bei Bogel, Jablonstifte, 8. Rameradschaft Rönigstor bet Rösner, Immanuelticchitt. 5. Ramerabfchaft Senefelder Vlag bei Bittner, Schwedter Str. 23. Rameradschaft alle bei Reuge, Milasfir. 5. Rentälln- Brig. Jungbanner. Jeden Donnerstag regel mäßige Edhusfportabende: Turnhalle Walter- Rathenau- Schule, Boddinstraße, METROPOL- THEATER Tügl.& Uhz Tägl. 8 Uhr Die lustige Witwe FRITZI MASSARY Max Hansen, Uschi Elleot, Jankuhn, Junkermann, Schäffers Reaie: Erik Chacell Reklame Reklam- Zoo Ball Das originellste Kostümfest der Reklame freunde und Künstler ( nie gezeigte zauberhafte Stoffdekoratienen von den ersten Künstlern entworfen) im Sonnabend, 19. Januar 21 Uhr TANZ RAPELLEN: Dajos Béla Dr. Becce Otto Kermbach Weintraubs Syncopators Frederic Band 70 Künstler unter persönlicher Leitung ihrer Dirigenten/ 5 Bechstein- Flügel Überraschungen verschledener Art, Sechs Spenden JEDE DAME ERHALT: EineFestpackung NESTLE'S PRALINEN- AUSLESE der Deutschen A.- G.für Nestle- Erzeugnisse, Berlin W57 ,,, MAGIC- COMPACT- die elegante Golddose mit Festpuder, Spiegel und Quaste- von der Compact- PuderCompany, Berlin SW 68, 1 Packung GODET- PARFUM und weitere Spenden TOMBOLA f. d. 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Januar- Progr Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Reichshallen- theater Sonntag nachm. 31 Abends Steffiner Sänger Hamlet in Heringsladen dazu cas große WeihnachtsProgramm! Dönhoff Bretti: Das heitere Januarprogr. Komische Oper( 84) Polizeilich freigegeben! Das neuartige Eevue- Stück: Häuser Liebe der Vorverk ab 10 U. ununterbr. Winter Garten 8 Uhr Rauchen gestat et Unerreicht unübertroffen Drei Codonas und weitere Varietè- Neuheiten Volksbühne Theater am BBlowplatz 8 Uhr Das Mädi aus der Verstadt Regie: Jürgen Fehling Theater am Schiffbanerdamm 8 Uhr Berner ineater Direkt.Heinz Herald Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr 8 Uhr 3 x Hochzeit X ( Able's Irish Rose) Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8, Uhi Die Drei- Groschen- GuideThisischer Oper Thalla- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehna Staatl. Schiller- Th. 8. Uhr Ist er gut ist er böse? Staatsoper am Platz der Republik 7%, Uhrsk Carmen Th. am schiffbaneruamm Täglich 8 Uhr Die Brei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl. Lvovski. Deutsches Theater Norden 12 310 Uhr. Ende 10% U. in Weekend Im Paradies entrai Theater Ute Jakobstr. take Uranienstr. Täglich 8, Uhr Ich küsse Ihre Hand, Madame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem berühmten Schlager Rundfunkhörer halbe Preise Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätzer Straße 84 Uhr Rugby Komödie von Wilh. Speyer Komödlenhaus 83, Chr Revolte Im Erziehungsbaus Schauspiel von P. M. Lampel. Bergangenheit anb Gegenwart am Sobentmiel im babischen Segau. War in früheren Jahrhunderten ben Hohentwiel besteigen wollte, mußte je nach feiner Rraft einen Stein auf bie Ruppe des Berges tragen. Am Fuße des Sohentwiel aber blüht neues Leben. 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Januar 1929 verstarb nach fawerem Leiden unser lieber Rollege, ber Gegerinnalibe Karl Liebert im 66. Lebensjahre. Ein ehrendes Unbenten wird ihm ftets bewahren Die Belegschaft der Preußischen Druckerei- n. Verlags- Aktienges. Berlin, 7. Januar 1929. Die Einäscherung findet am Mittwo, bem 9. Januar 1929, nachmittags Am 3. Januar verfchieb nach turдem Belden plöglich und unerwartet mein lieber, guter Mann, unfer treuforgender Vater und Schwiegervater, lieber Sohn und Bruter, der Modellfchloffer Paul Braemer im vollenbeten 47. Lebensjahre. Um ftilles Beileid bitten Elise Braemer nebst Rindern. Die Einäfcherung findet am 9. Januar, abends 9 Uhr. im Krematorium Berlin. Gerichtftr 37 38, statt. Am 5.Januar entschltet nach schwerem Serzletben unter inniggeliebter Sohn und Bruber Hans Jänisch fm 16. Lebensjahr. Dies zeigen tiefbeirilbi an Wilhelm Jänisch nebst Frau n.Kindern Tilfiter Straße 65, Einäfcherung am Donnerstag, bem 10. Januar, um 11 Uhr vormittags im Krematorium Gerichtstraße. 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