Morgenausgabe Tr. 17 A9. Bideali -46. Jahrgang. 88. more) 3,50 tm aprens zehlbar. Boftbezug 4.32. einigl. Bestellgelo. Muslandsabanne ment& pro Monat * Der Bermits eridjeint madjextig U zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin unb im Sanbel mit bem Titel Der Abend, Jauftrierte Beilagen Bal und Zeit unb Rinderfreund". Fernez Unterhaltung und Biffen. Frauen timme. Lecnit. Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 11 Januar 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. 2e etipelttge Ronpareillezetle 20 Bfennig Retlamezeile& Reighs marl Reine Anzeigen das eige brudte Bort 25 Pfennig( zuläfig me Jettgebradte sorte), jedes weitere Bort 2Bfennig. Stefengefuche das erfte Bort 15 Bfennig, tebes meitere Mort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für gmet Borte. Arbeitsmart Beile 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen antnahme im Hauptgeschäft Lindem Braße 3, mochentagl, Don 81%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Abr.: Sozialdemokrat Berita Vorwärts- Verlag G. m. b.. Die Sachverständigen ernannt. Nur die Amerikaner fehlen noch. Baris, 10. Januar. Ueber die Nachmittagsfihung der Reparationsfommiffion wurde mitgetellt: Die Reparationsfommiffion hat im Laufe ihrer heutigen Sigung unter dem Borjih Chaisals einer Einladung der Unterzeichner des Genser Beschlusses vom 16. September 1928 über die Einjehung eines Sachverständigenausschusses zur Ausarbeitung der Vorschläge für eine völlige und endgültige Regelung der Reparationsfrage folgend, als Mitglieder dieses Ausschusses ernannt: für Belgien Francqi and Gutt, für Frankreich Moreau und Barmentier, für Großbritannien Jofiah Stamp und Cord Revelftote, für Jtalien Pirell und Suvich, für Japan Kengo Bostichedlonto: Berlin 37 586. Banfionto: Bani ber Arbetter, Angestelltex und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 8 Pazifistischer Sozialismus! Zur Debatte über das Webrprogramm. Von Gerhart Seger. In feinem Auffah über mehrhaften Sozialis Mori und Tekashi Afi. Die deutschen Sachverständigen find mus" im ,, Borwärts" vom 3 Januar schrieb Genose Furt bereits von der deutschen Regierung ernannt. mängler u. a. folgende Säße: In Uebereinstimmung mit der deutschen Regierung wird die Kommiffion die amerikanischen Staatsangehörigen als mit. glieder des Ausschusses ernennen, sobald man die vorgefehenen Schrifte unternommen haben wird. Die Kommission hat gleichzeitig von der Demiffion Gutt- Belgien als, Hilfsdelegierter Belgien und derjenigen Barmentiers- Frankreich als Mitglied des Transferausschusses Renntnis genommen. Diefe Demisston mar notwendig, damit die Genannten als unabhängige Sachverständige gelten fonnten. Poincaré vor der Kammer. Sozialistischer Angriff. Paris, 10. Januar.( Eigenbericht.) In der Stammer begann am Donnerstagnachmittag nor poll. bejegtem Haufe die langermariete usprache über die all gemeine Bolitit der Regierung, von der angesichts der geldloffenen Oppofition per infen bas Schiafal des Stabinetts abhängt. Die Sigung wurde durch eine Ansprache des Präsidenten Buffon eingeleitet Buiffon, der nun bereits zum vierten Buifion eingeleitet. Buiffon, der nun bereits zum vierten mal zum Präsidenten gewählt ist, wies auf die bedeutsamen Ereignisse der kommenden Seffion hin. Vor allem stehe die end. gültige Siquidation des rieges bevor. Um fo uner. törter feien die gegenwärtig von verschiebenen Seiten gegen das Barlament erhobenen Angriffe. Der wahre 3med diefer mit ner gifteten Waffen geführten Kampagne sei die Erschütterung gegen die felt fechs Jahrzehnten bestehende republikanische In ftitution. Die Rammer, fo führte der Sozialist Frossard aus, sei Ende Dezember auseinandergegangen unter dem Einbrud einer schweren politischen Krila, bie sich feitbem noch erheblich verschärft habe. Eine Alärung fei bringend notmendig; denn es fei Zeit, daß die Kammer fich endlich einmal über ihr politisches Bollen und über ihre Mehrheitsverhältnisse Blar merbe. Die Roalition ber nationalen Einheit fel endgültig abgetan, aber auch Das neue Minffterium ber republifanischen Eintracht habe teine Eriftensberechtigung. 4 Der rabitale Abgeordnete Béon Maner marf her Regierung vor, fie laffe bas republikanische Regime von ben Barteien der Rechten betampfen. Boincaré verteidigte sich energisch gegen diesen Bor murf und erinnerte an die Rolle, die er bereits zur Zeit bes Boulangismus bei der Berteidigung der Republif gespielt habe. Der Kommumist Cachin erhob Auflagen gegen einzelne Maßnahmen des franzöfifchen Rapitalismus und fritisierte scharf das Betttüften. A Caillaug verlegt. Chartres, 10. Januar. Das Automobil des Cenators Caillaug, in dem fich außer Caillaug der Magenführer und ein Diener befanden, ftieß heute auf ber Straße non Chartres nach Paris in der Nähe von Courville mit einem nichtfaroffierten Verfuchsmagen zusammen, der in der Richtung nach Le Mans fuhr. Die beiden Magenführer hatten fich infolge des zebligen Betters nicht rechtzeitig bemertt und torden, obmobi fie fich auszumeichen verfuchten, auf der mit Glatt tis babecten Straße den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Caillaug murde im Geficht verlegt. Er murde, nachdem ihm ein Rotnerbond angelegt worden mar, in eine Klinit nach Chartres gebracht. problems. um Hier verlautet, daß hinter dem Schleier der türkischen Banden bereits türkische Truppen gegen die syrische Grenze aufmarschiert sind, um bei der ersten passenden Gelegenheit die Grenze zu überschreiten. Zuverlässigen Meldungen zufolge hat der Ober. tommmiffar Bonfot Instruktionen aus Baris mitgebracht, die auf die Bermeidung triegerischer Berwidlungen mit der Türtei um jeden Breis lauten. Er wird sich wahrscheinlich in furzer Zeit person. lich zu einer Inspektionsreise in das Grenzgebiet begeben und dann als französischer Interhändler nach Angora gehen, mo Frankreichs Bolitif der Aufrechterhaltung des Friedens durch eine englische Demarche unterstüßt merben mird. Benn der entschiedenste Bazifismus darin besteht, die Ser trümmerung der legten Pistole zu fordern, ohne nach den rechten oder den linken Nachbarn der Nation zu schauen, dann ist die Annahme solcher Richtlinien allerdings die Abkehr von einem Pazifismus, von dem ich hoffe, daß er nie in der Partei vorhanden war, denn mit solchem Bekenntnis dürfte teine Partei die Mitres antwortung für die Leitung eines Staates übernehmen, der von anderen, wohl nicht unerheblich bewaffneten Ländern rings um geben ist." So sehr dieser Pazifismus in der Debatte über das Wehrprogramm verurteilt wird es gibt ihn, und ich will perfuchen, einige Bemerkungen zur Begründung dieser Anschauung vorzutragen. Auf die ethische Seite der Kriegsgegnerschaft braucht hier nicht eingegangen zu werden; so viele billige Wize man barüber auch macht, so feßt sich doch die moralische Berurtei lung des Krieges immer mehr durch. Dagegen ist einiges über die politische und militärische Seite der Sache zu sagen. wobei ich um der Klarheit der Distuffion millen die mili tärische Frage als Kriegsteilnehmer voranstellen möchte. es mur eines geringen Anlaffes bebarf, um ben usoni offener Es wird in den Richtlinien zum Wehrprogramm von der Feindseligkeiten heraufzubefchmören. In der türkischen Deffentlich. Berteidigung des Landes im Sinne eines Schutzes des feit wird alles getan, unt gegen hie Politif in ber fyrischen Grenz helmatlichen Territoriums ausgegangen. Das ist eine überfrage von feiten Frankreichs Stimmung au machen und der Man lebte Borstellung, weil ein friegerischer Angriff sich nicht mehr bafsmacht politische Schwierigkeiten zu bereiten. Die Nachrichter auf die Berlegung der Grenzen zu Lande beschräntt, sonüber die in Konstantinopel entdeckte mysteriöse Berschwödern weil für den modernen Krieg der gesamte Luftraum runs, deren Fäden angeblich in Syrien zusammenlaufen und einbezogen wird. Dabei ist zu beachten, daß der wichtigers beren Biel die Beseitigung der türkischen Republit fein soll, fallen Teil der Entwicklung der modernen Luftfahrt in die Zeit in das gleiche Kapitel fünftlich aufgebauschter Belanglofigteiten zum nach dem Weltkriege fällt. Irgendeine nennenswerte Ent 3wede politischer Treibereien Die Absicht der Türkei mit fernung auf dem europäischen Kontinent gibt es für die Fluge talien im Hintergrund geht nach Erweiterung zeuge nicht mehr; einmal nicht, weil sich davernd die Geihrer Grenze auf Kosten Syriens bis Aleganbrette und Aleppo fchwindigkeit steigert( gegenwärtiger Weltrekord: 612 Kilysowie auf die Aufrollung des( prisgen Mandats. meter in der Stunde), dann, weil dauernd der Aktionsradius der Flugzeuge bei gleichzeitiger Bergrößerung der Nuzlaſt erhöht wird. Man muß sich also von der überlieferten Borftellung los machen, als ob man sich an den Grenzen eines Landes aufstellen und mit einer bescheidenen, nur für die Berteidigung bestimmten Wehrmacht das eigene Land vor dem Einbruch der Kriegsfurie bewahren fönnte. Eine Partei, die ihr Wehrprogramm auf die überholte Vorstellung eines Landesschußes aufbaute, stünde auf der Höhe etwa einer Tertilarbeitergewerkschaft, die in ihren Forderungen heute vom Handwebstuhl ausginge. Eine ganze Reihe militärifcher Fachleute( ich nenne Generaloberst Hans v. Seedt, Lord Thomson of Cardington, ehemaliger englischer Luftfahrt minister, und Brigadegeneral Groves, Leiter des Luftfahrt technischen Dienstes) haben nach dem Abschluß der letzter englischen Manöver nachdrücklich darauf aufmerksam ge macht, daß der bisherige Begriff der Landesperteidigung im Sinne eines Schutzes des Zerritoriums aufgelöst sei und daß aus militärtechnischen Gründen nur noch eine Abwehr in Betracht fomme, nämlich mit einer gleichgroßen Macht im Lande des Angreifers die gleichen Berwüstungen anzu richten, die er im angegriffenen Lande veranstaltet. Selbstverständlich bringt jede neue Angriffsmethode eine neue Ab mehr auf; davon lebt ja die Rüstungsindustrie in allen Ländern; aber die Abwehr ist technisch an die Entwicklung des Angriffs gebunden, und das ergibt bei der modernen Entwicklung der Luftfahrt, daß nicht mehr von einer großen Angriffs und fleinen Berteidigungsmacht gesprochen metben tann. Die erste Forderung, die nach der pazifistischen Anfchauung( aber auch nach der Ansicht der Militärs, die hier mit den Pazifisten vor manchen Politikern die gleiche Einficht in die Entwicklung der Technik voraushaben) um der Klarheit willen erhoben werden muß, ist, daß man aus dem Befenntnis zur Landesverteidigung auch die militärischen Schlußfolgerungen Die Preffe ist überflüssig. Wo die Dittatur regiert. Belgrad, 10 Januar Dem neuen Regime find vor allem zwei ausgesprochene Bartel. blätter zum Opfer gefallen, nämlich das offiziöse Organ der radi talen Bartel, Samuprama", und das Organ der Demokratischen Bartel, Odjet. Die belden Zeitungen lassen heute in den übrigen Blättern mitteilen, daß sie zu erscheinen aufgehört hätten, nachdem es ela parteipolitisches Leben nicht mehr gebe Bauernaufstand in Japan. Folgenschwere Kundgebung gegen Bewäfferungsanlagen. Ojata, 9. Januar Anlaßlich einer Auseinandersetzung über die Bemässerung tam es vor dem Regierungsgebäude in Gifu gu fdymeren Ausschreitungen. Die Polizei schritt ein. Gin Rampf entspann fich. im Berlauf dessen 40 Personen getötet oder verlegt wurden. Aus Turuga wurden Truppen entsandt. Es handelt sich um Bemässe landwirtschaftliches Gebiet betreffen und gegen die von den Dorfbewohnern Brotesttunbgebungen veranstaltet wurden. Türkisch- französische Schwierigkeiten. mungsarbeiten im Tale des Flusses Sainnikowa, bie ein großes zieht. Wenn sich also die Sozialdemokratie im Sinne des Um das Syrien Mandat. Italien im Hintergrund. Beirut, im Januar.( Eigenberid.) Die Rüdfehr bes prishen Dbertommiffars Bonsoi auf seinen Boften ist in außerordentlicher Gile und mehrere Tage vor dem ursprünglich festgelegten Termin erfolgt. Der Grund bafür liegt weniger in der immerpolitischen Bage Syriens, die trog der bereits zur täglichen Gemohnheit geworbenen Auseinander fegungen zwischen der Regierung und der nationalistischen Oppofition Peinerlei Beränderung zum Schlimmeren aufweist. Bonfots Reise ift burch die madhende Spannung zwifchen grantreich und der Türtel beschleunigt worden, die fich gerade in den Tagen bes Angorobefuches des italienischen Unterstaatsfeiretärs Grandi fo auffallend verschärft hat. An der fyrisch- türfischen Grenze ist der Bandentrieg in seliem Sange Die Situation hat sich derart zugefpist, daß Taufe mit Menschenblut. Ostafrifonische Regerfitten. Nairobi, 10 Sanmaz. In einigen Teile des von den Maffai bemnguten Gebietes haben fich Unruhen ereignet, wie fie regelmäßig bort misbertehren. Rach. dem eine Reihe von jungen Männern bas ter bes Kriegers erreicht hatte, fuchten sie ihre Tapferteit nach altem Herlommen durch die Taufe mit Menschenblut zu beweisen. Dabei murben mehrere Angehörige des Stomanes getötet. Polizei ist in die Gegend entfandt morben. Mairobi liegt im südlichen Teil des früher deutschen, jett britischen Ditafritas Genossen Furtwängler bei ihrer Stellungnahme zur Wehr frage von der Mitperantwortung für die Leitung eines Staates, der von gerüsteten möchten umgeben ist, leiten laffen foll, so muß fie meit über den heutigen Stand der Rüstung in Deutschland hinausgehen. Es wäre unverantwortlich, bas deutsche Bolt in dem Glauben zu erhalten, es sei durch eine Wehrmacht gegen Ueberfälle gesichert, während die Rüstung nicht entfernt ausreicht, um dem Angriff eines Landes, gefchweige denn einer Ländergruppe zu begegnen. Die Verantwortlichkeit einer großen Bartei erfordert es, wenn sie sich in der Behrfrage pofitio entscheidet, aus Gründen der militärischen Selbſterhaltung des Staates a uf 311rüften. Someit man die Parteidiskussion übersehen fann, hat bisher allein unser Kieler Parteiblatt diese Schlußfolgerung gezogen. Bir Pazifisten betrachten es als politisch nain und mili tärisch töricht, menn mon bas Befenntnis zur Reichswehr mit bem Hinweis auf die Rüstungen'der«uropZischen Troß- mächte begründet: denn selbst wenn man den„poreatü de puerre" der chemischen und der Kluvindustrie hinzunünmt, »st Deutschland auch nicht im entferntsten in der Lage, jene Verteidigung militärisch zu leisixn, �von der im Wehrpro- gramm politisch ausgegangen-vir!» Sicher ist die Auf- sassung zu achten, die von der Mpglichkeit neuer kriegerischer Aliseorsteher wurde von den Bürgerlichen Stadtverordneter E»lle vorgeschlagen und gewählt. Da die Konrmumsien gegen Hübler gestimmt hallen, schlugen die Sozialisten als zweiten Dizevorsteher ihren Parteifreund Lang vor, der ebenfalls gc wählt wurde. Die Politik der Kommimisten wurde von dem Stadtverordneten Li« de rasch, der von der Kommunistischen Partei in den letzten Tagen ausgeschlossen worden war. in schärfster Weis« gageigelt. Zur Lieberasch-Grupp« gehörte» bisher drei Stadtverordnete. Ihr schlössen sich Im Laufe der Donnerztaasttzung noch drei Stadtverordnete an, so daß von 13 kommunistischen Stadtverordneten jetzt ö zur Lieberasch-Grupp« gehören. Sieuervereinheiilichung! AegrSnbung Gesetzentwurfs dem Reichstag zugegangen Di« Begründung zum St euer sereinheit, lichungsgesetz, den Rahme'ngcsetzen füt' die Grund, und Gk- werbesteuar, dem neuen Gsbaudeentschuldungssteirergesetz, dem Steueraripassungegese� und dem Gesetz über den Uebsrllltt der Bo- amten in den Reichsdienst aus Anlaß der Steuervereinheiillchiurg ist jetzt dem Reichstag zugegangen. Sie umfaßt nahezu L50 Sellen. Den besonderen Begründungen für dt« einzelnen Ge- setze sind liebersichten über den gegenwärtigen Stand der Des-tz- gebung über die Realstouern in den deutschen Ländern beigegeben. Auch des Gutachten des finanzpolitischen Aulschusses des Reichs- wirtfchastsrate» ist beigefügt. Es ist anzunehmen, daß der Reichs- tag sich bereits End« Januar oder Anfang Februar in erster Lesung mst diesem großen Gesetzgebungswerk beschästigen wird. Das i Inkrafttreten des Gesetzes ist für den L April 1930 geplant. Preußens Verwaltungsreform. Das Programm des Innenminifteriums. Von Albert Grzesinski. Schon vor dem Striege hat die Reform ber staatlichen Bermaltung die Staatsregierung wiederholt beschäftigt, ist die Bermaftungsreform" in der Deffentlichkeit als notwendig bezeichnet unb bistutiert worden. Nach ber Staatsumpälzung im ovember 1918 ift bex Sunsch nach einer Reform der Bermaining in immer stärterem Maße lani geworden und bie totwendigkeit jowohl von her Regierung als nom Parlament als felbstverständlich anerkannt worben. In den letten Jahren vergaht nun taum ein Tag, bağ nicht über hie Berwaltungsreform geredet aber geschrieben wird. Reich und Länder, Wissenschaft und Wirtschaft, Bolitiker und Beamte- fle alle bezeichnen bie burdgreifende Reform bes öffentlichen Wesens als bringenb. Es werden Programme entworfen, Dent Schriften ausgearbeitet, Ausschüfle eingefegt aber babei ist es bis heute geblieben. 3mar mith fleißig dargestellt, um was es fidh bei dieser jo heftig geforderten Reform handein foll. Braktische Bor. idläge sind jedo tour trgendmo dargetan. o anbererseits, mie in Breußen, die Megierung mit Entwürfen und Borschlägen gur Bereinfachung der Berwaltung an das Barlament berantrat, gelang es nicht, eine parlamentarische Mehrbeit für fie zu gewinnen. Diese Tatsache ist in der Deffentlichkeit viel zu wenig gewürdigt Meist wird das Ausbleiben eines Regierungsentwurfes gx Ber maltungsreform bem Mangel an Initiative gerabe des mir unier stellten Ministeriums hes Innern zugeschoben, obwohl, fomeil Snitio. tipe in dieser Gache überhaupt bisher entfaltet porben ist, fie mur Bon diesem Ministerium ausging. Run vermedelt freilich ein großer Teil des Bublifums die Probleme: man ruft nady Verwaltungs reform und meint eigentlich die Beneinheitlichung des Reiches! Man bejdymert sich über bie Umstänbfichtelt bes Behörden, und Instanzen zuges und meint babel bla Ueberschneibung ber Suständigkeiten, das Reben und Durcheinander von Reichs, Länder und Kommunal perwaltungen furz, bie Brobleme der Neuordnung bes Reiches und der staatlichen Berwaltungsreform werden durcheinanber gemorfen. Die preußische Staatsregierung ist sich ber Schwierigkeit her Aufgabe, bie staalliche Berwaltung neu zu regeln, mohl bewußt. Die Biberstände, bie nicht zuletzt in dem ftarten Beharrungsver mögen nicht nur der Behörden, sondern auch der Bevölkerung liegen, werben im Parlament auch jest nicht weniger start fein als in ben Jahren 1924/25. Trotzdem aber hoffe ich, daß im heutigen Preußischen Landtage die Durchführung der Berwaltungsreform möglich sein mira Rach welchen Grundsägen muß nun der Plan einer ftaatlichen Bermalbingsreform angelegt fein? Ach mill hier auf die Beziehungen einer staatlichen Bermaltungsreform zu dem Problem einer Bereinheitlichung des Reiches nicht näher eingehen. Es ist aber selbst verständlich, daß eine staatliche Berwaltungsreform der Sutunft Rechnung tragen muß, so daß die Neuordnung des staatlichen Bermaltungsapparates niemals ein Hindernis für eine fünftige Reichs reform fein, fie nicht nerbauen barf. Eine Berwaltungsreform in Breußen muß eine Bereinfachung im Aufbau des staatlichen Ben maltungsapparates zum Ziele haben. Nicht als ob boburgh, wie in der Deffentlichkeit vielfach irrig angenommen wird, eine erhebliche Seldersparnis erreicht würde, mas natürlich auch der med bar Reform ist, sondern vielmehr, um die behörbliche Organisation tlar und übersichtlich zu güiebern. Hierzu gehört auch die Reuabgren sung ber unteren Verwaltungsbezirte, die von mir burch eine Reihe großer Umgemeindungsgefeße ebenfalls schon in Angriff genommen worden i Gerabe jest habe ich ber Deffentlichkeit eine Borlage unterbrettet, bie in dem rheinisch- westfälischen Industriegebiet eine burdhgreifenbe Reuregelung ber tommunalen Grenzen bezmedt 2ber and in anberen preußischen Provinzen ist bis Neuglieberung gerade ber unteren Berwaltungsbezirte bringend erforderlich. Bon ben etwa 20 preußischen Banbfreifen find eine ganze Reihe für heutige Verhältniffe, piel zu ein und nicht vell leistungsfähig. s gilt also auch hier burch Aufteilung und Zusammenlegung mit! fi lebensfräftige reistommunalgebilbe zu shu Kommunistenradau. 19 Nicht mit dem Rüstzeug der Barbaren... Englische Polizeiwillfür rächt sich. Vor einer Attentatsperiode in Indien. Lahore, im Januar.( Eigenbericht.) Die Brutalität der Solizeiorgane gegen die frieblichen Teil nehmer der Proteftfundgebung anläglich der Anwesentheit der Simon- kommiffion fängt an, ihre blutigen Früchte zu tragen. Es scheint, baß ber Beriode ruhiger Auseinanderlegungen wieber eine ber Attentate folgen mirb. Den äußeren Anlaß zum Beginn des revolutionären Guerillatrieges hat ber Lob des der indischen Bolitikers Bajpat Rai gegeben, der nach bar aflgemein verbreiteten Meinung burdy ben Knuppel eines Boligiften erfolgt ist. is morelischer Urheber ber attade auf die Demonstranten, bie bem allgemein verehrten Boltsführer has Leben geloftet hat, murde von der Bolfsstimme ein junger englifer Bofizetoffisler Saunders bezeichnet. Saunders hat bie gegen ihn erhobene Ber culbigung fehr bald mit dem Leben büßen müffen. Er ist nor dem hiesigen Bolizeigebäude beim Anfurbeln feines Auto mobils durch amei Revolverschüsse getötet worben Der Atten täter erschoß außerdem einen eingeborenen Polizisten, der ihn derRoniroll und Weifungsbefugnis des Oberpräsidenten gegenüber ben Regierungspräfiberden als Oberaufsicht, schon damit in der Mittels inftans auch bie Einheitlichkeit der allgemeinen Landesverwaltung gesichert wird. ber formelle Beschwerdeinstanz über die Regierungspräsidenten soll der Oberpräsident nicht mehr fein, zumal es für die Bereinfachung der Berwaltung fraglos bienlich ist, wenn ber Snftangenzug zwischen Regierungspräsidenten unb Dherpräsident befeitigt with auch auf bem Gablet her Rommunalaufficht unb ber Polizeiaufsicht. Der Oberpräsident foll von jeder Detallverwaltung weile mur einheitlich für be gesamte Broving bearbeitet werden fönnen. Außerdem muß natürli ber Oberpräfbent bie Staatsauf ficht über his Gelbstverwaltung der Proving( Bandeshauptmann) be halten. Sufammenfaffende Mittelinftans mus in noch färterem m folgte. Der Morb au Saunders wird allgemein als ein ti bez Blutrache für Bajpat Raj angesehen. Trog eifriger Bemühungen ist es den Behörden bisher noch nicht gelungen, auch nur die geringste Spur des Täters zu füthen. Ein großes Polizeiaufgebot bat fofort nach dem Morde die Verfamm lungslotale der nationalistischen Bereinigung unb bie Häufer führen ber nationaler Bolititer abgesucht, ohne irgend etwas zu entbeden. Einige in Gemahrfam genommene Stubenten mußten ebenfalls wegen Mangel an Beweisen freigelaffen merben. In nationalen Streifen fleht man den folgen des tentats mit Besorgnis entgegen und befürchtet, daß es den Begin einer Reihe von Lerrara! ien umbesounener Draufgänger bilden wird. Ohra unverantwortliche Tätigkeit fann auf ben meiteren Berlauf der Auseinanderlegung uns die indische Verfassung feh farend wirfen, ba alle Gemalitaten einer Gewalt spoltttt gegen bie Indische Fretheitsbewegung ben anglo- indischen Realtio. nären höchft willfommen find. fdaffen, um auch hier mit ber Bereinheitlichung zugleich zu verein fachen und die Bestimmungen den neuen Bedürfnissen anzupassen. Der preußische Ministar des Innern erläuterte gestern nachmittag Bor einem weiten reise von Breffenertretern das Brogramm der preußischen Bermattungsreform. An die Ausführungen des Ministers fchloß fidh eine rege Aussprache an haffen, um ble bare entſtehenden Landfreife in die Bage zu befrelt werden, um fret zu fein für bie Aufgaben, bie notwendigers Das Holzabkommen mit Polen. Fagen, neben ben Stabifreifen ein fomohl für die Selbstverwaltung als für die Staatenerwaltung und nidhi gulegt für die Benötterung mohltätiges, wirtliches Eigenleben zu führen. Diese Angleichung ber Bermaltungsgebitbe an bie heutigen wirtschaftlichen, tulturellen und fozialen Bedürfnisle, bie in der Nachfriegszeit in einzelnen Gebieten Breußens bereits durchgeführt worden ist, ist ein mefentliches Gtid prattischer Berwaltungsreform. Der Aufbau des ftaatlichen Behörbenapparates in 2stat. inftans, mittefintang unb 3entralintang ist eben falls einer Radprüfung und Raurregelung zu untergiahen Das Nebeneinander von Behörden der staatlichen allgemeinen Termoffung und Behörden der Staatilahen Candesverwaltung muß befeifigt merden. 200 Im Intereffe her Bevöiferung liegt eine schnelle und einheitliche Be. Im Intereffe der Bevölferung liegt eine schnelle und einheitliche Be arbeitung ihrer Angelegenheiten, bie nur herbeigeführt werden fann, menn ber staatliche Berwaltungsapparat ftraff zusammengefaßt wird und die Zersplitterung im staatlichen Behördengang aufhört Dabel mub sehr ernsthaft ermagen merden, inwieweit in noch gröBerem Umfange als bisher eine Reihe bisheriger Staatsaufgaben her örtlichen und provinziellen fommunalen Selbstverwaltung zur eigenen Erledigung betragen werden kann. Hierbei denke ich nicy nur an Gebiete aus dem Meliorationswesen, dem Fürsorgewesen usw., fondern auch an Aufgaben polizelficher Art, fomeli fie mehr ber Mohlfahrtspflege angehören. Ebenso laffen sich auf dem Geblele des Schulwesens eine Reihe von Aufgaben auf die Selbstverwaltung überführen. Auf dem Gebiete ber Giaatsverwaltung muß eine Dezentralisierung der Aufgaben von der Zentral( Ministerial) Jaflanz auf die Provinzialinstanz erfolgen und non diefer Stelle bisher bearbeitete Sachen fönnen und müssen an die totalinftanz( anbrat) abgegeben merben. Der zen. tralen Staatsverwaltung milfen felbstverständlich bie grundlag flchen Fragen überlassen bleiben, soon um die Einheitlichtet im gefamten Staatsgebiet zu gewährleisten. Jedoch mussen Angelegen haiten nicht grundfäglicher Ratur in weit höherem Maße als bisher ben Mittel und Lolalbehörden zur Entscheidung übere tragen werben Bei der Frage der Mittefinstanz wird es häufig so dargestellt, als ob das Rebeneinander non Über- und Regierungspräsidenten in Breußer heute überflüssig märe. Das ist unrichtig, benn beibe Be hörden sind für den Staat unentbehrlich. Nur muß ihr Verhältnis zueinander organisch geflärt und geordnet werden. Der Oberpräst bent foi nady wie vor als Bertranensmann der Staatsregierung bie Durchführung ber Bolttit innerhalb ber gesamten Proving beob achten und hurlegen. Dazu bedarf es natürlid) einer bestimmten fange als bisher ber Regierungspräsident werden Deutschland zur Berlängerung bereit. In der polnischen Preffe ist eine anscheinend von amilicher Stelle veranlaßte Statis verbreitet warben, ia ber der deutschen Regierung vorgeworfen wird, daß fie in der Frage des Holzablommens teine flare Haltung eingenommen und die Verlängerung des Holzabfo mens abfichtlich nerfchleppt habe. Bir erhalten dazu non deutscher amtlicher Stelle eine mitteilung, in ber es heißt: Der polnischen Regierung ist sofort, als ie ble arrange. rung bes Solaabtommens zum erstenmal zur Sprache brachte es mar bies Enbe Ronember- bie Auffassung der beutfchen Regierung ganz faz umitgeteilt mother. Es ist ihr hamals ge lagt morben, das Deutschland zu einer Berlängerung des Holz ablommens grundläglich bereit( et, baß es bie endgültige EntscherIn dieser Mittelinftans muß die gesamte Staatsverwaltung gu fammengefaßt fein. Das bedeutet natürlich ein Schwinden bar bisher fanmengefaßt fein. Das bebeutet natürlich ein Schwinden bar bisher im Rahmen der Staatsverwaltung beftehenden Sonderverwaltungen unb thre Cingleberung in bie allgemeine Staatsverwaltung( 8 8. Banbestulbirbehörden, Schulverwaltung). Wir bie Benölferung with die Zusammenfaffung der gesamten Bermaltung in eine Mittel inftang nur eine Erleichterung bebeuten, ebenso wie für die Staatsbung barilber aber von dem Ergebnis der bamals gerabe mieber be. bermathing eine solche Sufammenfeifung die Gemähr bieten mird für ein wirklich einheitliches Arbeiten auf dem gesamten Bermal für ein wirklich einheitlches Arbeiten auf dem gesamten Bermal tungsgebiet Für die 2otatinftans ist eine folche Zusammenfaffung der staatlichen Verwaltung, wie sie in der Mittelinstanz erforderlich ist, vielleicht nicht ganz so nötig. Immerhin wird der Landrat als Be hörbe her allgemeinen Selbstverwaltung der Mittelpunkt fein müssen, mit bem sich die übrigen Botalinstanzen der Berwaltung, Kreisarzt, Schulrat, Stulturamt, Kreistierarzt, Hochbauamt, Kultur bauamt, Katasterand, Gewerbeaufsichtsbeamte uim. in enger Fühlung zu halten haben. Diese Verbindung und Sufammenarbeit in den einseinen Botalbehörden der Staatsverwaltung wirb um so notwendiger fein, als ja bei der Durchführung der Berwaltungsreform der Lotals instanz eine Reihe neuer Aufgaben zur felbständigen Erlebigung zu gewiesen werden soll. In welcher Form diese engere Zusammenarbeit bor fich gehen soll, steht im einzelnen noch nicht feft. Jebenfalls muß auch in der Lotalinstong pas 2iugemmert barauf gerichtet werden, daß Doppelarbeit auf irgendeinem Berwaltungsgebiet ausgeschloffen ist. gimmenden Besprechungen zwischen den beiben Delegationsführern über ben Hanbelspertrag felbft abhängig machen müsse Bei bielen Besprechungen über den Handelsvertrag hat Deutschland da mals befanntlich präzise sa hlenmäßige Angebote zu den polnischen Hauptminichen gemacht. Deutschland wartet aber immer noch auf entsprechende präzise zahlenmäßige Gegenerklärungen Bolens zu den deutschen Hauptforderungen. Auf die unbefriedigende fchriftliche Erklärung, die der polnische Delegationsführer dazu nor Weihnachten abgegeben hat, hat der deutsche Delegationsführer eine neue Aussprache darüber für notwendig gehalten. Es bedurfte erst einer nochmaligen Initiative von deutscher Seite, um die Aussprache amischen ben beiben Delegationsführern jest herbetzuführen. Bei bieser Aussprache wird es sich zeigen, ob Bolen bareit ist, auf die deutschen Sugeständnißfe im Handelsvertrag selbst entsprechende Gegenzugeständnisse zu machen. Der beufche Delegatlonsführer ift ermächtigt, das Holzablómunen am nächsten Tage zu verlängern. fobalb er von Polen die entsprechenden Gegenzugeständnisse im Handelsvertrag felbft erlangt hat. Der Antrag des Oberleutnants a. D. Paul Seuls auf Wieberaufnahme bes burch Urteil des Reichsgerichts vom 15. Dezentber 1927 rechtsfräftig abgefchloffenen Berfahrens ift von ber erften Straftammer des Bandgerichts III durch Beschluß vom 9. Januar als unzuläffig verworfen morben. Gleichzeitig wurde die beantragte interbredung der Strafvaliftredung abgelehnt. Der Straffenat des Oberlandesgerichts in Rönigsberg. Br hat in der Straffade gegen hen früheren Hufsgenbarmen au Dujardin aus Trier folgenden Beschluß gefaßt: Die Wieber aufnahme bes burd) Urteil des Schwurgerichts in Insterburg am 1. Dezember 1919 gefchloffenen Berfahrens und die Erneuerung der Hauptverhandlung wird angeordnet Die Neuordnung der Staatlichen und auch der tommmunalen Bermalung, wie fie jest in liebereinstimmung mit bem preußischen Staatsministerium von mir in Angriff genommen ist, murde bereits in Borjahre bei der Beratung meines Etats im Landiage in den Grundzügen non mir angefündigt. Ste wird zunächst das Berhältnis der staatlichen Behörden in Lofalinftans, miltelinstanz und 3eutral instanz neu zu ordnen haben. Daneben muß aber die Defonzentration Don Aufgaben aus der Sentralinstanz an die Mittelinstanz und von biefer an die Botalinstanz weiter durchgeführt werden, un biefen Behörben eine möglichst weitgehende Berantwortung und damit Der von dem amerikanischen Senaf eingesetzte Ausschuß zu Entscheibungsfreubigfei zu gewähren. Auf der anderen Seite müffen fomeit wie möglich bisherige staatliche Bermaftungsaufgaben der Prüfung der Dokumente, in denen die Genatoren Borah und Norris befchuldigt werden, Sowjetgelder in Höhe non etwa 400 000 Selbstverwaltung übertragen werden. Neben hiejer Mart angenommen zu haben, tam einstimmig zu dem Ergebnis, ftaatlichen Berwaltungsreform muß eine Steuregelung, bes baß die Dokumente eine alfchung barstellen. Borah und Morris Gemeindeverfassungsrechts hergehen. Es tommt ferner mar vorgeworfen worden, daß ihr Eintreten für eine Wiederaufs barauf an, für Breußen auch ein einheitliches Berwaltungsrecht gunahme der Beziehungen& Sowjetrußlanh nicht uneigenmügig fei. Der Staub in der Industrie. Schädigung der Gesundheit und Hemmung der Arbeitsleistung. Susmaste Sicherheit Es muß zugegeben werden, baß diefe Hilfsmitet eine gemiste Bewegungshinderung bedeuten. Diese darf aber nicht zur Sabotierung der Schuhmittel Im Rahmen ber von her Arbeitsgemeinschaft deutscher Be triebsingenieure( DB.) im Berei deutscher Ingenieure veranstalte. ten Bortragsreihe, Der Mensch im Fabritbetrieb fprach am 10. Ja muar in der Technischen Hochschule Charlottenburg Batentanwalt Dr. Ing. R. Melbau über das Thema„ Der Einfluß des führen. Zur aufklärenden und burchgreifenben Tätigkeit bes Be Industrieftaubes auf bie Arbeitsleistung. Der Bortragende führte u. a. aus: triebsingenieurs muß die Ueberzeugung vernünftiger Arbeitertreise Die verschiebenartigen nachteiligen Einflüsse des Staubes auftreten, daß Sicherheitsmaßnahmen gegen Staubschaden feine Schaustüde barstellen. die Industrie sind erheblich, werden jedoch oft übersehen. Auch heute noch nehmen Staubschädigungen die erste Stelle unter den Berufskrankheiten ein. Gleichgültig, ob der Organismus der Berufstätigen unmittelbar unter dem Staub leidet, oder ob der Betrieb als ftauberzeugend und gelftig nieberbrüdend wirkt, ober ob langfam gearbeitet wird, weil die Gefahr von Staubentzündungen besteht, immer fenft der Staub die Leistung. Der Staub fann die Arbeit hemmen durch Verschmutzung der Arbeitsgeräte, der Werkstücke, durch Behinderung der Sicht u. a. Bei entsprechend langer und massiger Einetmung tönnen manche Staubarten die Atmungswertzeuge schädigen und Staublunge, bronische Ratarrhe oder Asthma hervorrufen, andere Staube bemirten Bergiftungen, Geschwüre oder Seuchen. Zum Schlufle führte der Rebner aus, das Deutschland feine frühere Führung in der Erforschung der hygienischen und tech nischen Berhältniffe während der Kriegszeit an Südafrika, England und andere angelsächsische Länder verloren hatte, in den letzten Jahren aber in zunehmendem Maße wertvolle Beiträge durch hygie nische und technische Abhilfen biete. Der Rebner vermies vor allem auf die Arbeiten der Münsterischen Schule und anderer Gewerbehygieniter, den Ausbau der Hygienemuseen und die Bestrebungen der Berufsgenossenschaften, ferner auf das werdende Arbeits. schußgefeß. Der Berein deutscher Ingenieure hat der Bedeutung der Frage mit auf Anregung des Bortragenden durch Schaffung eines ausschusses für Staubtechni!" gefördert. Die Arbeitsaufnahme auf den Werften. In 2übed haben die Werftarbeiter entsprechend dem aut Dienstag gefaßten Beschluß die Arbeit am Mittwoch bzw. am Don nerstag wieder aufgenommen. Die Flensburger Werftarbeiter sind noch nicht wieder zur Arbeit erschienen, da die Werftleitung bem Verlangen der Arbeiter, an den Betriebsrat heranzutreten, um eine noch strittige Frage zu erledigen, nicht nachgekommen ist. Bom Bergarbeiterstreif in Frankreich. Paris, 10. Januar.( Eigenbericht.) Im Departement Garb, wo die Kohlenarbeiter gegenwärtig ftreifen, tam es am Donnerstag zu meren 3milen fallen Eine Abteilung Streifender brang in eine Grube ein, warf mehrere Arbeitswagen um und ging gegen die in der Grube beschäftigten Arbeiter tatlich vor. Drei Arbeiter wurden verlegt. aus anderen Orten merden zusammenstöße mit der Bolizei und Schlägereien zwischen streifenden und polnischen Arbeitern gemeldet. Streif chinesischer Arbeiter in Japan. London, 10. Januar.( Eigenbericht.) Die Berweigerung der Gemährung einer Entschädigung an die angehörigen eines von einem japanischen Auto getöteten Kulis hat in Santan zu einem Streit der dortigen inesischen Arbeiter in den japanischen Betrieben und zu Zusammenstößen zwischen japanischen Marinesoldaten und streifenden Arbeitern geführt. Mehrere chinesische Arbeiter wurden verlegt. Die Bewegung hat nunmehr auch auf Shanghai überge Zu dem am Donnerstag im ,, Bormärts" neröffentlichten Schiedsgriffen, mo 40 000 in japanischen Baumolispinnerefen beschäftigte chinesische Arbeiter in einen Sympathieftreit eingende Einzelheiten getreten find. Die Lage in Hanfan wird als ernst betrachtet. Zum mitteldeutschen Metall- Schiedsspruch. Die Fachkreise aller Länder stimmen barin überein, daß mir es bei allen diesen Erscheinungen mit sehr verwidelten und schwer völlig zu deutenden Borgängen zu tun haben, die außer non der beruf lichen Tätigkeit weitgehend von der Beranlagung und den Lefpruch für die mittelbeutsche Metallmbuftrie erfahren mir noch fol. bensverhältnissen des Beeinflußten abhängen. Mit vielen veralteten Anschauungen muß aufgeräumt werden, im mahre Fortschritte zu erzielen. Die Echädlichkeit von auf die Lunge wirkenden Stauben rührt meniger non der Teilchenform dis vom chemischen Berhalten des Stoffes gegenüber den Körperfäften her: dabei sind am schädlichsten die Teilchen an der unteren Grenze Der mikroskopischen Sichtbarkeit. Erhebliche Schädigungen find also möglich, ohne daß unsere Sinne etwas von der Staubanmesenheit merten. In Betrieben, deren Staub auf die Lunge wirkt, ift für den normalen Menschen wahrscheinlich eine etwa fünf Jahre lange Tätigkeit ohne Schädigung möglich. Besondere Aufmerksamkeit ver. bient der wilde" Rauch, der an wechselnden unbestimmten Stellen entsteht(& B. an Hütten. öfen, in älteren Gaswerten ufm.), fomie die Stauberzeugung an wandernden Arbeitsstellen( Beſteinsbohrer, Stemmer, tieter, Ab. mrader); ferner die mittelbare Schädigung durch ein unbeachtetes Arbeitshilfsmittel( zerstäubende Bleififfen, verdampfende Lösungs mittel, Metallrauch). Zeitlohn und Afford: Alle Arbeiter ber brei Tarifgebiete Halle, Magdeburg und Anhalt erhalten nach dem Schiedsspruch eine zu lage von 2 f. pro Stunde. Alle Beitlohnarbeiter über 20 Jahre erhalten außerdem eine weitere Zulage von 2 Bf. pro Stunde. sämtliche Beitlohn- und Affordarbeiter 84 Bf. Die Zeitlohnarbeiter Der Mindesteinstellungslohn beträgt in allen brei Tarifgebieten für Ausgleichszulage von 1 Pf. pro Stunde. Don 18 bis 20 Jahren erhalten außer den 2 Pf. fefter Bulage eine Gießereizulage gewährt für former, Kernmacher und Guß Im Gebiet Halle und Anhalt wird eine besondere puger. Sie betrug bisher 5% f. und wird nach dem Schiedsspruch auf 7 Pf. erhöht. Die Refselschmiede erhalten ebenfalls eine Er höhung ihrer Sonderzulage für besonders schmußige Arbeiten, und zwar von 5% auf 7 Bf. Die Löhne der Lehrlinge in den legten beiden Lehrjahren werben ebenfalls in allen brei Tarifgebieten um 5 Bf. pro Stunde aufgebessert. Darüber hinaus wird eine fogenannte eiftungs. zulage( Fertigteitszulage) für die Arbeiter über 20 Jahre gewährt, und zwar für Facharbeiter von 1 bis 11 Bf. pro Stunde, für an gelernte Arbeiter von 1 bis 8 Pf. und für ungelernte Arbeiter von 1 bis 5 Bf. Diese Leistungszulage wurde bisher erst nach Boll endung des 23. Lebensjahres gewährt. Angesichts der Kleinheit und Art der Staubteilchen( Kiefelsäure zum Beispiel) verjagen alle üblichen mechanischen und elektrischen Entstaubungsmittel weitgehend, soweit der Atemraum des unmittelbar Betroffenen in Frage tommt. Daher ist für diesen, außer der allgemeinen Entitaubungs- und Belüftungsbeschäftigten Arbeitern den Resselschmieden und auch den verschie anlage eine besondere Reinluftzuführung in ber Ropfgegend notwendig( helm nder Brustschild mit Reinluftbrause), oder aber eine Einhüllung und Ablentung bes nachteiligen Staubes mittels Luftschleiers. Bei feinen Rauchen gibt nur die Die Arbeiter des Tarifgebietes Magdeburg erhalten die gleiche Zulage, mur wird in Magdeburg außer den in Gießereien densten Schloffertategorien und Drehern die Sonderzulage gemährt. Die Delegierten der Metallarbeiter fämtlicher brei Tarifgebiete nehmen heute, Freitag, vormittag 11 11hr, in einer Ronferenz in Halle zu diesem Schiedsspruch Stellung. WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Frisches Fleisch Rinderkamm u. Brust.... Pfund 0.75 Querrippe Pid. 0.75 Gulasch Pid. 0.85 Schmorfleisch Roastbeef, m. Knoch. 1.00 Schmorfleisch ohne Knochen..Pfund 1.25 Kalbskamm u. Brust.... Pfund 0.78 Kalbsnierenbraten...... Pfand 0.85 Kalbskeule ganz und gefelt..Pfund 1.00 Schweinebauch Ricken, mit Bellage 1.05 Schweinekamm Blatt, ml Big., Pid. 1.10 Schweineschinken...... Piend 1.15 Gehacktes Pid. 0.75 Llesen Pland 0.80 Hammel- Vorderfleisch..Piand 0.98 Ausgelassener Talg...... Pid 0.60 Rinderzungen Pfund 1.10 Pjund Kalbsschnitzel........ Pfund 2.10 Prima Gefrierfleisch Suppenfleisch ... Pfund 0.65 Rinderkamm u. Brust.... Pfund 0.70 Schmorfleisch mit Knochen... Piand 0.80 Kuh- Euter Pfd. 0.25 Kerzen pid. 0.55 Kolonialwaren Bosn, Pflaum. Pra 32P Kalif. Pflaum. Pid. 40PL Gem. Backobst 48 PL Bassin- Reis. Pland 22 PL Amerik. Rels plund 30 PL. Makkaroni arte 38PL Bruch Eler- Schnitt- Nud. 40P Kalif. Pfirsiche Pa. 68 PL Eier- Fades- Nud. 42P Kalif. Birnen Pfund 68 PL Eler- Suppen- 58Pt. Kalil. Aprikosen 95PL Hühner- Bouillon- Würfel 10 Stück 30 Stück 50 Stck 0.ympia 50PL 95PL 2.25 agen Suppenpulver nach böhmisch. Art: Schoten mit KalbBelsen, Jäger, Hubner, Leber, Rindfleisch, 1Pid25 eller 1.95 Kaffee Obat a. Gemüse Edelrotäpfel Pland 20pt Kranzleigen Pfand 28pt Smyrnofeigen p. 32P Mandarinen Pead 28PL Apfelsinen Duisend 40, 60, 95p Zitronen,.Dutend 48pt Ananas frische, Pid. 65P Kalif. Tafeläpfel Kiste ca Pland 42 Pt. 48 P 155 65 Pid. oratio, vee Amerikaner Aepfel 3 Pad 85% Weißkohl deniach, PI& SPZ Wirsingkoh! holl PH. 8Pt Role Rüben Pland 9PL. Sellerie.... Pfend .... Pfund 22 pt Zwiebeln 2 Pland 25 pt Möhren gewaschen 2 Pfund 25P Rosenkohl Prand. 30P Blumenkohl Kopt VOB 35 P Räuchertearen Feltbücklinge 28.38 PL Sprollenorig.- Kisich. 42P Seelachs L. Stack, Ptd. 42PM. Kieler Bücklinge 58P Spickaale, mittelst. Pid.2.65 Band 50 PL Des eigene Mischunges Pid 1.55 Ceylon II...... 1.25 Indien frisch gebrannt, eigene Rösterel China....... 1.70 Konsum- Misch. Ptd. 2.40 Olympia- Misch.P.3.40 Haushalt- Misch., 2.60 Globus- Misch, 3.80 Ceylon....... 1.85 .1.85 Sonder- Misch. 3.00 Residenz- Misch. 4.20 Darjeeling..... 2.00 33 33 35 8immerer Berlins unb Umgegend. Bersammlung fämtlicher auf bem Boben her Amsterdamer Juternationale ftehenden Zimmerer Berlins und Umgegend am Sonntag, 13. Sanuar, vorm. 11 Uhr, im Gemertfchaftshans, Saal 5. Bortrag: Die Gonderfürsorge der berufsüblichen Erwerbslosen". Referent Genoffe Dr. Broder von DGB. Um redt zahlreiches Erscheinen bittet bie SPD.- Fraktion ber 8immerer Berlins. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Rorbring. Jugendheim, Schule Sonnenburger Str. 20. Bortrag: Birtschaftsdemokratie und Gemertschaften". Hermannplag. Sugendheim, Sanderftr. 11, Ede Sobrechtstraße. Bortrag: Moderne Ernährungsprobleme". Charlottenburg. Jugendheim, Spreeftr. 30. Borlefcabefts aus Sad Londons Berlen. Seppelinplag. Jugendheim bes Bezirksamts Bedding, Turiner, Ede Geestraße ( Eingang Tutiner Straße). Bortrag: Jugend und Berufsberatung. Adtang, Rozbizeisturius! Sonntag, 18. Januar, in der Sugendherberge übersbart. Bortrag: Wirtschaftsdemokratie". Die TeUnehmer treffen f am Sonntag 13. Sanuar, 8 Uhr morgens, at Schlesischen Bahnhof. Juaendaruppe des Zentralverbandes der Anaeftellten Seute, Freitag, finben folgende Beranstaltungen statt: Bentow.'eber. schönhausen. Sugendheim, Görfcftr. 14( graßes Zimmer). Bortrag: Bub und Mäbel". Referent Fris Beigelt. Berantwortlich z Politik: Dr. Curt Genez: Birtſchaft:& lingelhöfez: Gemertschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: 2. 8. Bichez; Zolales unb Sonftiges: ris Rarfábt: Anzeigen: h. Glade: familid in Berlin. Berlag: Bormärts- Berlag 6. b. S., Berfin. Drud: Borwärts- Budbruderer unb Berlaasanftalt Baul Ginger Ga., Berlin G 68. Linden frake& Biergu Beilagen, Stabtbeilage nab Unterhaltung sab Bifen. Drogen- Abteilung rein oder mit 10 Kohlensäure- Bäder Fichtennadel- Extrakt Stück 1.20 Stück 11.00 Sauerstoff- Bäder . Stück 2.00 Stück 19.00 Pinon- Flchtennadel- Extrakt Pepsin- Wein * Kg 0.80 1.90 3.70 Durstwaren Hann. Rotwurst Pia 1.00 Hann, Rotwurst Pia 1.00 Hann Solzwurst Pia.1.10 Leberwurst rund 1.25 Dampfwurst Pfund 1.10 Mettwurst Braunschw. Art, Pfund 1.45 Jagdwurst.. Pfand 1.45 Schinkenpolnische 1.55 Schinkenpolnische 1.55 Filetwurst... Pfond 1.55 Zervelalw. holstein 1.75 Salamtwurst holstein. 1.75 Plund Fiend 2119 Kg. Kg. Leberwurst fete, Prd. 1.80 Pökelfleisch gekocht 1.80 Schinkenspeck Pid. 1.80 Speck tett 1.25P 1.45 Nußschinken ea. 2 Pid. schwer, PM 1.95 .enbeler Str., Margin: Berl. Mettwurst Pta, 1.20 Teewurst Teewurst... Pind 170 Bierwurst und 1.70 Käse a. Fette Camembert vollfeft... Schachtel 6 Forfionen 78Pt. Limburger Allg..halblett Pr& 45, 55 PL. vellett..Pid. 1.05 Ramadou halblett Pid. 68 Pt. vollen.. Ptd. 1.00 Holländer halblet! Edamer halblett Steinbuscher halbfett, Tilsiter vollfet! ... Pid. 75 PL vollteft..Pd. 1.05 Cremekäse volett... Pid. 75 PL vollfen?.. Ptd. 1.10 .Pfand 92Pt .Pfund 1.15 1.35 Pid. 1.30 Pfund von Schweizer dan, dreiviertellett Pld. 98 PL bay? vollfett 1.35 Blockkase, halbfeft, ohne Rinde Tilsiter Art Pfund 88pt Schweizer Ari Plund 98pc Talg..- Pfand- Paket 50DL Kokosfett Ptd- Tafel 62 PL Margarine Pia 52,58 PL Beste Qualitätens Tafelbutter. Plend 2.00 Dänische Butler Pid. 2.24 Konserven 1 Dose Jg. Bred- u. Schinill bohnen 60 sorte 1 78p Junger Spinal.. 48PL Karotten geschnitten 40PL Leipziger Allerlel 90PL Gemischtes Gemüse mittelteln 1.12 tein 1.60 Gemüse- Erbsen 50pt Junge Erbsen tein 1.25 Kaiserscholen... 1.65 Bruchspargelo.Köpte 1.90 Bruchspargel extra 3.00 stark stark Dose Sig.- Spargel 50/60 2.60 Sig.- Spargel 3.20 ... 65 PL Pflaumen.. Apfelmus.... 70PL Birnen Precht In Dose Kirschen aure Ananas Hawell Kaliforn. Pfirsiche 1.40 Kaliforn. Birnen.1.50 Olsardinen portugiesische 13542 PL 1.05 Klubd Klubd. Konfitüre,/, Elmar Vierfrucht 0.88 Aprikosen 1.10 Erdbeer..1.30 Johannisbeeren, Orange 1.15 Ananas.1.45 exkl. Geiäs L. 10 1.00 1.653.00 Ltr Fische L Fiasche Schellfische. ... Pfand 0.22 Kabeljau ohne Kopf, apare Fische, Pfund 0,22 Goldbars ohne Kopfbe..Pfund 0.32 Aalquappen frische Pfund 0.45 Filet vom Kabeljau Pfund 0.45 Grüne Heringe feine norweg. 5 Pid. 0.70 Geflügel u. Wild Gänse gefroren..Pfand 0.82 0.90 0,98 Fette Enten gefroren, Piand 1.20 1.45 Suppenhühner u. Hähne Plund 0.98 Poulets.. Wolgahühner. Puten gefroren Wildragout .Plume 1.15 1.35 Piund von 1.15 on Hasen gestreift a. ausgeworfen Hirschblätter .Pfund 1.10 an .. Piund 0.35 60 Wildschwein billigst Dein Pfund 0.93 Plund 0.90 Preise für Flasche ohne Glas 1927 Wöllsteiner suffiger Tischwein.. Domaine St. Coloma Hebl, span, Rotwein 1926 Niersteiner kerniger Rheinhesse 1927 Nitteler Gipfel dotter Mosel 1926 Laubenheimer Fuchsberg sehr blum. 1926 Chat. Raba saftiger Bordeaux 606 0 0 110 150 180 3 empfehlenswerte Kreszenzen zum Diner: 1921 Bechtheimer Daukental ( Winzerelgenossenschain kräf. feiner Rheinwein 3.00 1921 Zeltinger Schloßberg sehr blumiger Mosel 3.00 teiner, besonders 1919 Chat. Brown- Leognan preisw: Schloßlabz. 4.50 Wad.sium Glesius Wein vom Faß zu Extraprelsen: Johannisbeerwein extrafeln, reinfönig.... Liter 0.90' Tarragona suß, kräftige Qualität. Deutscher Weinbrand Kronen .Liter 1.25 .Liter 4.00 Jlr. 17 ♦ 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Kreitag- 11. Januar 1929 Vorstandswahl imGtadtparlament Die Kommunisten wollen den Streit.— Haß wird wieder Vorsteher. In der Berliner Stadtverordnetenversammlung hat die in der ersten Siguirg des neuen Jahres zu vollziehende Wahl des Vorstandes, wie es erwartet wurde, den Kam- munisien als Anlaß gedient, ihren„Radikalismus"(was sie so nennen) zu betonen. Weil die sozialdemokratische Fraktion den parlamentarischen Gnrndsag, daß alle großen Fraktionen nach Maß- gäbe ihrer Stärke an den Vorstandssitzen beteiligt werden müssen, nicht noch dem Wunsch der Kommunisten preisgeben wollte, stimmten diese gegen die Wiederwahl des bisherigen Vorstehers Haß. Sie konnten nicht verhindern, daß unser Genosse Haß zum Vor st eher wiedergewählt wunde, aber das ernctchten sie, daß sie selber nun keinen der Stellvertreterposten erhielten. Dies« Demonstration zeigt aufs neue, daß d i e Kommuni st en den Streit suchen und es ihnen um ernste Mitarbeit in der Gemeinde nicht zu tun ist. Sie wollen ofsendar auch nicht ernst genommen werden. « An Stelle des bisherigen Stadtrates Dr. Ausländer wurde Sradcverordneter Raddah von der Kommunistischen Partei als un- besoldeter Stadtrat oerpflichtet.— Bei der Reuwahi des Vorstandes der Versammlung verlas Stadtverordneter Gäbet ein« Er- klärung der kommunistischen Fraktion, in der fest- gestellt w»d, daß die Sozialdemokraten wieder einmal Verrat an den Interessen der arbeitenden Bevölkerung dadurch begangen haben, daß sie die in allen Parlamenten übliche demokratische Gepflogen- heil auch in diesem Jahre wieder beobachten wollen, die Vorstands- poslen nach der Stärk« der Fraktionen zu besehen. Die Sozialdemo- traten hielten es lieber mit den Bürgerlichen— sagte Herr Gabel — und deshalb werden die Kommunisten zu allen Stellen eigene Kandidaten oorschlagen.(Große Heiterkeit, Lärm bei den Kommunisten. Stodtn. Gabel mit ernstem Gesicht:„Am vielen Lochen erkenn) man den Narren!"— Erneute.Heiterkeit!) Genosse Dr. cohmann: Wir haben«-> unter unserer Würde geholten der kam- munlstischen Fraktion aus da» Schreiben zu antworten.(Sehr rich- tig bei den Toz.) Wie in den Vorjahren werden wir auch dieses Mal den„Vorschlag" der Kommunisten ablehnen und schlagen dem- gemäß ai» Vorsteher unser Fraktionsmitglled haß vor. Aus der Zettelwahl ging Genosse Haß als Vorsteher hervor. �Bon 175 abgegebenen Stimmen erhielt Haß 129, der Kam- munist Schwenk 58 Stimmen, die anderen waren zersplittert oder ungültig. Genosie Haß ist damit das stebentemal als Borsteher gewählt. Als Dorste her st sllvertreter wurden die Stadl- verordneten Gronaß(Dnat.), Meyer(Dem.) und Dr. Eospori (D. Bp.) gewählt. Zu BeisiHern wurden von der sozialdemokrati» schen Fraktion dl« Genossen Flatau. Elojus und Harsch, zu Beisitzer. stellyertretern Frau Hüdner-Riedger und Klose wiedergewählt. Die KantMunisten haben also durch ihr« verrückt« Taktik auch diesmal wie schon vor zwei Iahren erreicht, daß sie weder im Vorstand der Versammlung noch unter den Beisitzern vertreten sind. In der Erledigung der Tagesordnung gab der Dorsteher je «ine Ankrag« der Demokraten und der Kommunisten zu den Grippeerkrankunge« bekannt, die aber mit Zustimmung der Lersammwng erst in der rtdchftm Sitzung beantwortet werden.. Einen etwas merkwllrdiaev, ober immerhin mteresiantsn A n- trag, dem sie durch Dringlichkeit noch besonderen Nachdruck gaben, brachten die Deutschnotionalen ein. Die Antwort des Stadtsyndikus, Genossen Lange, in der kürzlich be. handelten Anfrage wegen der Zugehörigkeit städtischer Beamten zum Stahlheim hatte es den Antragstellern angetan und so forderten sie in ihrem Antrag nicht mehr und nicht weniger, als daß der Oberbürger- meister dem Stadtsyndikus das Amt als Personalreferent abnehme und es wieder selbst verwalte. Schallendes Gelächter links war die Quittung auf diesen unverschämten Antrag. Setbstverltänd- lich wurde der Dringlichkeit widersprochen, die Herren Deutschnatio- nalen müssen sich schon etwas gedulden. Ueber den Schandfleck am Bahnhof Friedrichstraße aus dem Grundstück Eck« Reichstag sufer, auf dem schon seit Jahren ein« Gesellschaft ein Turmhaus errichten will, beschwerten sich in emer Antrüge die Demokraten. Stadiv. Merten begründete die An- frag« und sragt«. was geschehen soll», um diesen Schandfleck im Innern Berlins zu beseitigen. In seiner Antwort teilt« Stadtrat Busch mit. daß gegenwärtig Verhandlungen schweben mit dem'siele, das Grundstück sür die Stadt Berlin zurückzue«'- werben. Er bat. von einer Auskunsterteilung gegenwärtig eü- zusehen, da die Verhandlungen gestört werden könnten.— Nach der Erledigung einer gasten Reihe Vorlagen, zu denen keine Wort- Meldungen vorlagen, verabschiedet« dann die Versammlung noch die Vorlage des Magistrats, die den Bau einer Abwässer-Kläranlage nach dem neuen Belebt- Schlammversahren zum Gegenstaich hat. Bekanntlich gedenkt man in der ferneren Zukunft die Rieselselder durch Beseitigung der Abwässer nach dem neuen Verfahren zum Teil überslüssig machen zu können. Oer Zürcher Prozeß vor dem Ende. Urteilsverkündung heute nachmittag. In der Nachmittagssitzuno des Donnerstag ergriff Erster Staat«' anmalt H e u w! e s e r das Wort zur Anklagerede: Dieser Dieb- stahl hat in der Tat etwas Besonderes, denn es handelt sich um heilig« Kulturgüter des deutschen Volke«. Der deutsch« Kunstbesitz ist durch Inflation, Unverstand und Gewinnsucht ohnehin arg gemindert. Nicht um gewöhnliche Täter handelt es sich: Ent- artete Vertreter des Kunsthandels haben sich mit Berufsverbrechern verbunden. Kunstbändlcr, denen von Berufs wegen die Aufgab« ob- liegt, deutsche Kulturgüter zu schützen. Der Anklagevertreter beschäf tigte sich im einzelnen dann mit den Angeklagten: Lipp mann, als Sohn eines berühmten und angesehenen Gelehrten, habe mit seiner Veranlagung zweifellos ein schlechtes Erbteil erhalten, aber es fei wohl nicht zutreffend, daß er überhaupt keinen Willen gehabt habe und vollkommen hörig gewesen sei. Gegen seine etwaige Willensschwäche sei seine hohe Intelligenz zweifellos ein Gegen- gewicbt gewesen. Mayer, ebenfalls Sohn achtbarer Eltern, seien die Frauen zum Verhängnis geworden, so daß er schließlich immer tiefer ge'unten sei. Ein Stück tiefer noch als er stehe Schmidt, der gleichtalls aus vorzüglicher Familie stamme und von dem nach seiner ganzen Veranlagung nicht anzunehmen ist, daß er dem viel intelligenteren Lippmann den. Plan zu der Tat entworfen hat. Neben dieser„ELte der Kunsthändler" sitze da« Berliner V«r- b r e ch, r t u m. vor allem G r a» k«. Angenehm unterscheidet sich von ihm der Angeklagte Zahn, den Abenteurerlust zum Verbrecher gemacht hat und der nicht unsympathisch erklärt, daß er zu seiner Tat stehe. Berliner Kunsthändler gemeinsam mit Berufsverbrechern! „Die stohze Burg der Hohenzollern." so rief Herr Staatsanwalt Heu- wieser aus,„oft gestürmt und erfolgreich verteidigt, ist auf den ersten Anhieb der Berliner Verbrecher gefallen!" Wer Urheber des Planes ist. läßt sich nicht mit Sicherheit heut« entscheiden. Mit größter Wahrscheinlichkeit kann Mayer als Urheber der Tat bezeichnet werden. Zusammensassend erklärt« der Anklagevertreter, daß Graske. Zahn, Lippmann. Mayer und Schmidt des gemein- ichaitlichen. schweren Diebstahls schuldig seien, Breitseld der Beihilfe zu diesem Verbrechen und Frau Schwarz der Hehlerei, und stellt die folgenden Slrafanträge. Gegen L i p p m o n n ein Jahr sechs Monat« Gefängnis, geaen Schmidt zwei Jahre Gefängnis, gegen Mayer zwei Jahre Ge- fängnis, gegen Graske vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahr« Ehrverlust, gegen Zahn ein Jahr vier Monate Gefängnis, oege» reitfelo ein Jahr zwei Monate Gefängnis und gegen Fraii Schwarz drei Monate Gefängnis. Der Anklagevertreter betont«. daß er sich entschieden gegen«ine Aushebung der Haftbefehle wenden müsie. da seiner Ansicht nach bei. den meisten Angeklagren Flucht- verdacht vorliege. Rechtsanwalt Dr. Haber als Verteidiger LIppmarrns wandte sich dagegen, daß der Staatsanwalt auf der einen Seite von heiligen Kulturgütern des deutschen Volke» spreche, während aus der anderen Seit« in Wirklichkeit die Bilder der Kadolzburg, ebenso wie' andere Altertümer, all- mählich dem Verfall entgegengingen, weil sich rnemand darum kümmere. In der elften Abendstunde begann der Staats- anmalt mit seiner Replik. Da am heutigen Freitag der Sitzungs- laal für diesen Prozeß nicht mehr zur Dersügung steht, mußte die Verhandlung bis zum letzten Wort der Angeklagten bis in die späten Nachtstunden hinein zu Enhe geführt wch-dem Das Urteil soll am heutigen Freitag nachmittag verkündet werden. 70 Schlaftabletten mit einemmal. Gelbstmordversuch einer verschuldeten Adligen. Am Donnerstag nachmittag hat die SSjährige B a r o n i» v. Hohenberg in einer Pension am Biktoria-Luise-Platz einen Selb st Mordversuch unternommen. Sie wurde in bedenk- lichem Zustande in die Chantc übergeführt, wo sie setzt i» fast hoffnungslosem Zustande daniederliegt. Frau v. Hohenberg, ein« geborene Henket von Donners-' m a r ck, war seit mehreren Jahren mit einem Wiener Adligen, dem Grafen von Fünfkirchen, verheiratet, her einer sehr wohlhabenden Familie entstammt und beträchtliche Güter in Oesterreich und in der Tschechoslowakei besitzt. Die Ehe wurde vor einiger Zeit jedoch geschieden und die Gräsi» Fünftirchen ging aus Resten. Trotz ihrer nicht unbedeutenden Einkünfte— sie war In zweiter Ehe mit dem Baron von Hohenberg i>ert>eiratet— geriet die Gräsin sehr bald in Schulden, zumal sie in den internationale» Kasinos hoch zu spielen pflegte. Vor drei Tagen kam sie fast ohne Mittel nach Berlin und stieg in der Pension New- Park ab, wo sie sich als Gräfin Fünftirchen in die Meldeliste eintrug. Sie versuchte in Berlin vergeblich an mehreren Stellen Geld aus- zutreiben, scheiterte aber bei diesem Vorhaben, da die Unterlagen über angebliche Erbansprüche, die sie vorlegte, den Geldgebern nicht genügten. So beschloß sie. aus dem Leben zu scheiden und nahm eine io große Dosis von Schlafmitteln, und zwar 70 Tablette» Phanodorm, daß unter normalen Verhältnissen der Tckd schon nach kurzer Zeit hätte eintreten müssen. Zufällig kam jedoch eine Hausangestellte in das Zimmer und sab die Baronin aus dem Erdboden liegen. Man alarmierte das Retwngsamt. das die Lebensmüde in die Ehoritö. brachte, wo sie jetzt in fast hoffnungslosem Zustande daniederliegt.___ Die gestohlene Kirchtnrmuhr. Mit einem nicht alltäglichen Diebstahl hatte sich da« Schöffei»- geeicht Berlln-Mitt« zu beschäftigen. E» handelt« sich um den Diebstahl des 2 V? Meter im Durchmesser großen Zifferblattes der Marienkirche am Neuen Markt. Angeklagt waren die Arbeitslosen N., R. uftB D.. die einen..Gemeinschastsbumb zur Auswertung der Schätz« der Müllkästen" eröffnet hatten. Das Betriebskapital bestand m einem Handwagen. Auf einem»hr«? Geschäftsgange bemerkten sie, daß an der Marlenkirche ein hohes Turmgerüst errichtet war, und daß die Zifferblätter ab- montiert m einem offenen Baistchuppen lagen. Eines davon luden sie auf ihren Handwagen und verkauften es fürllZ M. bei einem Althmrdler. Am nächsten Tage wurde das Fehlen des Zifferblattes gemerkt. Nach Arbeitsschluß stieg der Bauleiter selbst auf den Kirchturm und legte sich in luftiger Höhe auf die Lauer. Bald daraus erschienen auch die drei Angeklagten und begannen, die anderen drei Zifferblätter auszuladen. Sie wurden nun festgenommen. Das gestohlene Zisferblatt konnte auch wieder herbei- geschafft werden. Wegen einfachen Diebstahls verurteilte das Schöffengericht die Angeklagten, die bereits sämtlich vorbestraft waren, zu drei, vier und sechs Monate» Gefängnis. Soldat Surren. oman von Oevrg von der ring. Copyright 1927 by J.JL Spaeth Verlag. Berlin. Dann kommt Eisen von der Patrouille zurück, erst jetzt und mit geröteten Backen: wir hatten ihn nicht vermißt. Man fragt ihn, und es stellt sich heraus, daß er einen russi- schen Hund gefangen hat. n m... „Wieso einen russischen?— Wo hast du ihn? Geschlachtet für Blutballen?" fragt Lurtjcbam entzückt. Eisens Gesicht strahlt, er brennt eine Zigarre an, pafft wie ein Imker und schweigt. Meyer aber, der mit ihm ge- kommen ist, erzählt:„Er hat einen wichtigen Fang gemacht. und der Leutnant überreichte ihm jene Zigarre aus seiner besten Kiste." Wir gaffen den Glücklichen an. Der Rauch der guten Zigarre hat sich verzogen, denn Eisen hat ein vernünftiges Rauchtempo eingeschlagen, und er brumint, während die gute Zigarre zwischen seinen feuchten Lippen zappelt:„Er hat mich zum Leutnant der Landwehr vorgeschlagen." „Wenn auch nicht dies," versetzt Meyer ernst,„so kannst du dir hiermit doch vielleicht die Gefreitenknöpfe geholt haben. Ich bestreite es nicht." Er macht fein Beamtengesicht, dazu entdecke ich. daß er ja schon die Gesreitenknöpfe trägt— seit wann? Sein Gesicht aber oerrät es nicht, er hat die Augen vor den taufend her- zielenden Sonnenstrahlen zugekniffen und lächelt über irgend etwas. Ueber was mag er so glücklich lächeln, so selbstver- pessen dastehen, jede einzelne lange Borste seiner Brauen von der Sonne beschienen und mit einem eigenen winzigen Schatten an der Stirn?— Plötzlich macht er unvermittelt eine rasche Kniebeuge, rascher als damals in Montcornet, als ich mich elend fühlte. Er beschaut die Erde, ein Krachen ertönt, mein Atem stockt mir im Halse— eine Granate ist eingescklagen. Eine zweite, «ine dritte, eine vierte folgen— dann Stille. Wir erholen uns, spähen nach rechts die Erdwelle hinauf, die unser erster Zug besetzt hält, und erblicken dort eine weiß- liche Qualmwolke.' Sie wirbelt soeben bis zur Sonnenhöhe empor und treibt dann langsam zur Sonne hin, immer silberner werdend. Es pfeift nun links hinüber und schlägt vor dem Nachbarabschnitt ein. der in der Mulde liegt und sich in leichtem Bogen zurückschwingt, begleitet von zwei schmalen Streifen Draht, in den wir ein wenig von oben ! hineinschauen, sozusagen hineinspucken könne, r. Auch dort > schießen weiße Rauchsäulen auf. Das Spiel beginnt, unsere Müdigkeit ist verschwunden. Hinter dem Gewehr auf der Schiehbank stehend, beobachten wir. wie Salve auf Salve in Abständen von Sekunden rechts hinüber auf den Abschnitt unseres ersten Zuges niedersagen, bören wir das Gejaule der Detonationen, sowie das Surren und Zwitschern der in unsere Nähe fliegenden Sprengstücke, schen wir weißliche, graue, braune und feurige Rauchwolken aufprallen, aus denen sich Erdklumpen und Drahtverhau- pfähle in noch größere Höhe erheben, um wieder in ihnen zu verschwinden. Die Rauchmasien schieben sich, vom Luftzug verschwinden. D'e Rauchmassen schieben sich, vom leisen Luft- zug getrieben, ostwärts, dem feindlichen Graben zu. Es heißt aufpassen, denn jeden Augenblick können auch wir beschossen werden. Verirrte Splitter übersummon uns und scheinen etwas anzukündigen. Dies ist der Tag der Rache. Gottes Finger rührt in unser Herz, welches �pocht und wartet. Was wollen die Salven? Sie kommen jetzt seit einer Stunde. Wir zählen die Abstände zwischen ihnen nach Se- künden— diesmal waren es sieben, diesmal waren es neun. Ich seh« nicht die Gesichter der Kameraden an, ich denke nur an die schwärende und weiterfressende Wunde in unserem Abschnitt. Wo sind die Leute vom ersten Zug?— Liegen sie in den Unterständen?— Unmöglich, denn diese haben nur einen halben Meter Decke. Aber wo sitzen sie?— Haben sie Verwundete. Tote?— Ist es möglich, daß dort ein Anariff gemacht wird?— Und ich verwirre mich und komme zu dem unsinnigen Schluß, daß dies unmöglich ist, weil unsere Leute nicht mehr kampsfähig sein können— die Russen schießen doch nicht mit Schokolade! Eben surrt wieder ein ausgerissener Splitter heran, ich habe mich geduckt. Er schwirrt wie eine Fledermaus, aber lauter— und jetzt ganz langsam wie die kleine Windmühle, die ich einst im Nachbargarten bewunderte. Klapp! da sitzt er in der Grabenwand, als hätte ein Junge zum Spaß ein Mesier in die Erde geschleudert, in der Erwartung, daß«s ausrecht stehen bleibe. Der Splitter hat die Form eines Taschenmessers und steckt dort wie ein solches. Sogleich stürzt sich Pabst darauf und will ihn sich aneignen. Doch er ver- brennt sich,„hei!" schreit er und schüttelt lachend seine Finger, bleibt aber neben dem Splitter stehen, denn er gehört ihm. Jetzt ist auch der kleine Leutnant, der vordem noch Brause suchte, bei uns. Er setzt sich neben der Schulterwehr in die Ecke, legt eine geöffnete Schachtel mit Zigaretten neben sich und hält eine zwischen den Fingern. Ich habe ihn noch nie gesehen. Er ist sehr bleich und schlägt sich fortwährend die Äsche von der Uniform. Pabst hat indessen seinen Splitter erkalten lassen und herausgezogen. Der Offizier verzerrt sein Gesicht zu einem Lächeln und sagt zwischen zwei Salven:„Setzen Sic sich alle auf die Schießbänke, nur der Posten soll stehenbleiben. Der Posten ist Eisen. Wir folgen dem Befehl und b«- mühen uns, ruhig zu fitzen. Pabst kann es am wenigsten, er springt auf und berechnet, wohin der Splitter, den er hört, sich wenden wird. Hat er soeben erst seinen Wein getrunken? Oder ist es das Spiel, was ihn reizt? Es erregt uns alle, dies Spiel der Splitter, aber wir wenden nur die Köpfe hin und her, während Pabst mit blitzenden Augen durch den Graben tanzt. Jetzt hat«r feine Feldmütze in den Händen, als wolle er Kirschen damit auf- fangen, und er läßt einen heißen Elsenstern hüpfen, der ihm das Mützenfutter ansengt. Wie ein Gaukler hebt er die Füße, seine Splittersammluna bereichert sich minütlich, und immer ist«in glühender dabei, durch den auch die erkalteten zum Hüpfen gebracht werden. Indessen sagt der Leutnant und lächelt wieder:„Während der Ehampagneschlacht haben wir drei Tage seitwärts auf den Schießbänken gesessen. Eg ist das sicherste/ Er bemüht sich, gemütlich zu sprechen, aber sein Gesicht ist furchtbar blaß, und immer fingert er die Asche von der Zigarett«, an der er, sobald sie seinen Fingernagel sengt, eine neue anbrennt. Wenn er es sagt, wird es wohl richtig fein! So sitzen wir wortlos. Keiner hat seine Pfeife in Brand. Man blickt auf Pabst— ich fühle, daß olle es tun, denn t ch tue eo ja. Nur Pabst sehe ich an, den Sammler, den Tänzer, dessen Gesicht Bäche von Schweiß überrinnen, indem es lächelt. Plötzlich fällt Eisen rücklings vom Postenftand. Wir starren ihn an. wie er gegen die Hinterwand torkelt. Seine Augen hat er geschlossen, doch die Lider zittern. Er will sie nicht öffnen, denke ich. Er blutet nicht. Dann hebt er sich vorsichtig auf die Knie, öffnet die Augen, reißt die Umfonn auseinander und betrachtet seine Brust. Bevor wir uns auf- raffen, ihm beizuspringen, besteigt er kopfschüttelnd den Stand. „Sind Sie schlapp geworden?" sragt der Leutnant zwischen zwei Salven. Eisen brummt etwas und rückt seinen Helm wieder ge« rade. Und Pabst hat sogar den Splitter gefunden, den er in seine Mütze hinemklingeln läßt. (Fortsetzung folgt.) Rot- 3mmertreu- Front! Das Photo bringt es an den Tag. So viele Streifbandsendungen wie gestern hat die Borwärts". Redaktion felten erhalten. Sie tamen aus den verschiedensten Stadtteilen Berlins, und enthielten alle dasselbe: die neueste Nummer der Arbeiter Illustrierten mit Randbemer fungen, denen herzliches Gelächter entquoll. 3 Die gefinnungstüchtige A33." hat nämlich fast die Hälfte ihrer Rummer mit Bildern der Straßenschlacht am Schlesischen Bahnhof dekoriert. Tegt und Unterschrift zu den Bildern sind aufgemacht in der bekannten Tendenz, aus diesem Anlaß fräftig auf die Berfiner Polizei und den Sozialdemokraten 3örgiebel zu schimpfen. Da liest man den Satz: haftet? Der übereifrige Polizeipräsident, Herr 3örgiebel, der bei jeder Arbeiterdemonstration mit Berhaftungen so schnell bei der Hand ist, übte in diesem Fall eine mert würdige Zurüd. haltung. Barum? Sind die Bereine von der Art des Klubs Immertreu" fo ftaatserhaltenb und wert. Doll, daß man sie mit solcher Borsicht behandeln muß, während man Rote Fronttämpfer mit rücksichtsloser Gewalt verDoch mit des Geschides Mächten..." sagt schon Schiller! Justament über diesem Rernjat prangt nämlich ein Bhoto, das die Redaktion der A33." mit folgender Ueberschrift versehen hat: Der Trauerzug des Ringvereins 3mmertreu bei der Beerdigung eines seiner Mitglieder. Nach dieser Beerdigung erfolgte der Angriff auf die in ihrem Lotal friedlich versammelten Simmerer." Und was fieht man auf diesem Bilde? Einen Zug von Herren mit blanten 3ylindern, mit Standarten und würdevollen, breiten Schärpen. Mitten aber in diesem Sylinderheer marschiert eine Fahnendeputation des Roten Fronttämpfer. bundes, beutlich erfennbar an ben befannten Uniformen und Müzen! 3mmertreu- Beerdigung mit Rot- Front! Was ist da im Hause Rünzenberg für ein feltfames Unglüd paffiert?! An Geld scheint's nicht zu fehlen! Die wiederverhafteten acht Beteiligten an der Schlägerei in der Breslauer Straße haben die Rechtsanwälte Dr. Fren und Dr. Als berg( einen der teuersten Anwälte Berlins) mit ihrer Berteidigung beauftragt. Die Ringvereine scheinen Geld zu haben. Angefäufelt! Durch einen Zusammenstoß 25 Personen verletzt. Eine folgenschwere Bergnügungstur unternahm der knapp 21jährige Chauffeur Matschei, der im Mai v. J. im Wagen jeiner Firma mit Befannten zu einem Feuerwert fuhr. Nach Genuß von Wein und Bier raste er am Abend in großer Geschwin. digkeit den Saatwinkler Damm entlang und fuhr auf einen bichtbefeßten Rremfer auf. Sämtliche Infassen des, Kremsers wie des Autos wurden verlegt. Am schwersten wurde der Befizer des Kremjers betroffen, dessen Oberschenkelbruch noch nicht verheilt ist. Matschei, der wegen fahrlässiger Körperverlegung als Angeklagter vor dem Schöffengericht Charlotten burg ftand, beftritt, angetrunten gewefen und im Zidzad gefahren zu fein, wie die 3eugen es befundet hatten. Rechtsanwalt Dr. Puppe perlangte als Bertreter des Rebentlägers, des zum Krüppel ge * wordenen Kremserführers, energijden Schuß des Ber liner Publitums Dor leichtsinnigen jungen Chauffeuren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 4 Monaten Gefängnis. Eine Bewährungsfrist wurde verweigert. Todessturz auf dem U- Bahnhof. Auf dem U- Bahnhof hafenheide ereignete fich gestern abend furz nach 19 Uhr ein schwerer Unfall. Der 69jährige Arbeiter Robert Sahn aus der Steinmeiftr. 57 zu Neukölln glitt beim hinuntergehen auf der Treppe aus. ftürzte und erlitt mere Ropfperlegungen. Der Berunglückte wurde in bewußtlosem Zustande in das Urban- Krantenhaus gebracht, doch trat auf dem Wege dorthin der Tod ein Der renovierte Mensch. Berlin ist wieder einen Schritt in seiner Bervollkommnung vorangekommen. In der Jerufalemer Straße befindet sich neuerdings ein Geschäft, in dem nach amerikanischem Muster der Kunde auf neu" hergestellt wird, d. h. es wird an feinem Aeußeren jede Reparatur vorgenommen, die notwendig ist, um anständig unter Leuten zu erscheinen. Man wird beim Betreten des Ladens sofort in eine Heine Rabine geführt, in der man sich austleidet. Ein lauberer Byjama liegt bereit, in den man schlüpft. Der Kunde betritt sodann eine andere Rabine, wo ihm die haare geschnitten werden, auch fann er sich dort rasieren, ondulieren manicüren oder pedicuren Saffen. Mittlerweile mandern feine Rleidungsstüde in die Schneider. mertftatt, wo fie nach einem neuen Berfahren gereinigt und gebügelt werden. Kleine Unebenheiten wie Löcher, fehlende Knöpfe und Hentel werden sofort ausgebessert. Ja, nach Beendigung der Brozedur, die nicht länger als eine halbe Stunde dauert, bekommt her Runde gratis noch seine Schuhe gepugt. Will jemand die eine oder andere Sache überspringen, jo tann er in der Sabine mittler weile ein fleines Schläfchen halten oder telephonieren, auf Wunsch Jogar Raffee trinken. Die vollständige Herrichtung auf neu, allo Rasieren, Haarschneiden, Kleiderbügeln foftet 3,50 Mart, was immer in das Bergnügen wert ist. Time is money! dieser ameritanische Wahlspruch drückt auch dem neuen Berlin feinen Stempel auf. Nach der Frequenz, die das Geschäft aufzuweisen hat, zu jchließen, wird es bald Nachahmer finden. Zu dem vollständigen amerikanischen System, bei dem sogar dem Kunden des Hemd gewaschen, die Oberwäsche auf Glanz gebügelt wird, haben sich die Unternehmer freilich noch nicht aufschwingen fönnen; fie fürchten, in Berlin für diesen Schnelldienst" nicht das richtige Verständnis zu finden. Aber immerhin, der Anfang ist gemacht. Es fehlt nur noch der Automat, der den Menschen auch innen auf neu bügelt, was für manchen Gefinnungsafrobaten eine empfehlenswerte Sache wäre. Kirchenftenerpfändung zu Weihnachten." Falsche Heeresfriegslieferungen. Betrug polnischer Kaufleute und deutscher Beamter. Einem groß angelegten Betrugsversuch pol- tär noch, der ins Berhör genommen wurde und fich bald in Wider. nischer& aufleute, die mit Hilfe ehemaliger ungetreuer sprüche verwickelte. Unter dem schriftlichen Attenmaterial, das deutscher Intendanturbeamter es verstanden zum Teil in den Potsdamer Archiven aufbewahrt wird, über haben, fich Lieferungsbescheinigungen fanden sich auch noch die Geschäftsbücher der Intendantur, aus denen ungeheure flar hervorging, daß nur Bruchteile der angeblich gelieferten Mengen von Mehl und Getreide während des Krieges zu Mengen empfangen und bezahlt worden waren. Da die Unters beschaffen, ist die Berliner Kriminalpolizei auf die Spur ge- schriften der von den polnischen Kaufleuten vorgelegten Empfangs tommen. In der Angelegenheit ist bisher ein früherer bescheinigungen jedoch mcht echt waren, ergab sich der Schluß, daß deutscher Intendanturbeamter verhaftet, ein polnischer Kauf- die deutschen Beamten mit den polnischen Schwinde mann fonnte in Danzig ergriffen werden, während mehrere lern unter einer Dede gesteckt haben. Der verhaftete Intens in die Ungelegenheit verwidelte Personen sich noch auf freiem dantursekretär behauptet jeßt, daß fein Borgefeßter für diese Ge schäfte allein verantwortlich gewesen sei und daß er erst zu spät von Fuß befinden. diesen Schiebungen Kenntnis erhalten habe. Da jedoch der Berhaftete alle Belege zu registrieren hatte, und auch vielfach gegenzeichnen mußte, steht die Untersuchungsbehörde auf dem Standpunkt, daß auch dieser Beamte sich durch Bestechung an den Straftates mitschuldig gemacht hat. Ob der in Danzig verhaftete polnische Kaufmann ausgeliefert werden wird, ist mehr als fraglich, doch sind in dieser Angelegenheit noch weitere Verhaftungen innerhalb des Deutschen Reiches zu erwarten. Anfang 1926 wurden von einer Anzahl polnischer Rauf: leute dem Deutschen Reich gegenüber Forderungen geltend gemacht, die über neun Jahre zurüdlagen, und die bis in bas legte Kriegsjahr 1918 reichten. Danach hatten die Kaufleute angeblich der deutschen Besatzungsarmee in Polen gewaltige Bestände an Mehl, Getreide und Futtertorn geliefert. Die Antragsteller überreichten eine Anzahl von Lieferungs bestätigungen, deren Gesamthöhe mehrere Millionen Mart ausmachte. Vorsichtshalber wurde von den Polen jedoch zunächst ein Anspruch über 800 000 m. geltend gemacht, den das Deutsche Reich ablehnte. Bolen erhob deshalb lage gegen das Reich vor dem Deutsch Polnischen Schieds. gericht in Paris, das zugunsten der Kaufleute entschied. Auf den Einspruch der Reichsregierung wurde der Fall dann vor dem Haager Schiedsgericht verhandelt und auch dort zugunsten der Bolen entschieden, da die Unterlagen anscheinend echt waren. In weiteren Verhandlungen gelang es dann aber, den polnischen Anspruch auf Verhandlungen gelang es dann aber, den polnischen Anspruch auf 300 000 m. herabzusetzen. $ rium nachgeprüft und dort entdeckte man zuerst, daß die an Die Angelegenheit wurde auch im Reichswehrminifte. geblichen Lieferungen unmöglich zu Recht bestehen fonnten. Im Jahre 1918 hatten die Heeresintendanturen von OberOft bereits Anweisung erhalten, bei Bedarf immer nur tieinere Einfäufe vorzunehmen, so daß die Bestände den Bedarf der Bejagungstruppe für die Dauer von drei Monaten nicht maren jedoch etwa zwanzigmal so groß, als fie in Wirklichkeit überschreiten sollen. Die von den Bolen angeblich gelieferten Mengen maren jedoch etwa zwanzigmal so groß, als sie in Wirklichkeit hätten sein dürfen und man stellte mun Nachforschungen an, wer für die Auftragserteilung auf deutscher Seite verantwortlich ge wefen set. Der in Frage tommende Intendanturrat mar bereits gestorben, doch lebte der ihm zugeteilte Get reSein Berhalten in dem vorliegenden Fall steht in fchroffem Gegen faß zu der Schweigetaftif, die er gegenüber vielen im Vorwärts früher bewirkten Festnagelungen von Kirchensteuer mißgriffen befolgt hat. Ergebnis der Berkehrszählung. 1,1 Million Reisende auf Stadts, Rings und Vorortbahnen. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Zählung vom Freitag, dem 14. Dezember 1928, fuhren wie die Reichsbahn. direktion Berlin mitteilt von den Bahnhöfen der Stadt, Ringund Borortbahnen insgesamt 1 152 440 Reifende ab. Gegenüber der letzten Zählung vom 28. Oftober 1927, bie 1 108 705 abgefahrene Reisende ergab, ist ein Mehr von fast 4 Proz. gegenüber der Zählung vom 29. Oftober 1926( 1 012 573 abgefahrene Reisende) ein Mehr von faft 14 Proz. zu verzeichnen. Der Berkehr zeigt innerhalb Berlins auch bei der Reichsbahn ständig steigende Tendenz. Im Jahre 1926 wurden rund 370 Mil. lionen, im Jahre 1927 rund 379 Millionen Personen befördert. Das Jahr 1928 wird voraussichtlich mit 412 Millionen beförderter Personen abschließen. Der Anteil am Gesamt verfehr Groß- Berlins stieg feit 1927 etwa um 1 Broz. auf 26,4 Broz. und ist auf dem Wege, den Prozentsaz des Jahres 1913 in Höhe Don 27,6 Proz. wieder zu erreichen, allerdings unter der Boraus feßung, daß bei der Gesamtzahl der durch die städtischen Berkehrs. mittel beförderten Personen nicht jede Umsteigefahrt von einem Berkehrsmittel zum anderen als Doppelfahrt gerechnet wird. Die Zunahme des Bertehrs liegt im besonderen im Berkehr der näher gelegenen Stationen der Vorortstreden mit der Stadt- und Ringbahn und umgefehrt. So stieg z. B. die Zahl der abgefahrenen Reisenden auf der Ertnerftrede bis Röpenid nach Zählung vom 14. Dezember 1928 gegen die Zählung Oftober 1927 um 17,3 Broz, gegen die Zählung Ottober 1926 um 31, Broz.; auf der Grünauer Strecke bis Adlershof- Alt- Glienice einschließlich Oberspree und Spindlersfeld gegen die Zählung Oftober 1927 um 9,2 Broz, gegen die Zählung Ottober 1926 um 44 Proz. 3 Der Anteil der Bahnhöfe an dem gesteigerten Berfehr ift verschieden. Besonders auffallend sind die Bahnhöfe War schauer Straße mit einer Steigerung gegen 1926 um 22 Broz. schauer Straße mit einer Steigerung gegen 1926 um 22 Bro3. auf 25 200, Jungfernheide mit 37 Broz. auf 13 500, ich tenberg Friedrichsfelde mit 42% Brog. auf 13 000, Röpenid mit 47 Bros. auf 12 500, Baumschulenweg mit 41 Broz. auf 8000, Niederschöneweide Johannisthal mit 53 Broz. auf 25 000 und Siemens ftadt Fürstenbrunn mit 63 Broz. auf 19 500 abgefahrene Personen. S Der Verkehrszählung vom 14. Dezember d. 3. hat trotz der bisher nur teilweise durchgeführten Elektrifierung ein günstiges Funkwinkel.z Die Tragödie des Kapitans Scott schildert einer der Teilnehmer an dieser Südpolerpedition, der norwegische Ma jor Tryggve Gran. Man fennt diese Geschichte vom Untergang des Südpofforschers aus seinen Tagebüchern und aus einem ergreifenden Film. Aber der unmittelbare Bericht dieses Augen zeugen packte doch stärker noch, als man es erwartet hatte: denn man erlebte hier wieder neu, ursprünglich diese Tragödie im ewigen Eis des Südpols, den Untergang der fünf Rameraden, die bis zum Südpol vorgedrungen waren, in unmittelbarer Nähe des rettenden Lagers. Ergreifend der Eindrud in dem Zelt der Toten: 3mei, in Schlafsäcke gehüllt, friedlich in die Ewigkeit entschlummert; er liegt mit dem Kopf auf dem Schlaffad eines toten Kameraden, mit über Border Bruft aufgeriffener Kleidung. Briefe an die Angehörigen der Expeditionsteilnehmer, in denen er sie wegen des unglücklichen Ausgangs der Fahri um Verzeihung bittet, den Hinterbliebenen würdige Fürsorge angedeihen zu lassen, beweisen, daß Scott nicht nur ein großer Forscher, sondern auch ein großer Mensch war. Ein Wagner Abend unter Bruno Seidler Winklers Leitung wurde als Abendunterhaltung geboten. Man hatte Robert Hutt, den ausgezeichneten Wagner- Tenor, als Soliften gewonnen, der es allerdings nicht nötig gehabt hätte, ausschließlich nach den aller befanntesten Parademummern aus Wagners Opern zu greifen. Auf jeden Fall aber dürfte die Beranstaltung vielen Funfhörern Freude Zes gebracht haben. Zu der mit dieser Ueberschrift gebrachten Mitteilung im märts Nr. 603 vom 22. Dezember 1928, die uns aus dem Kreise unferer Leser zugegangen war, schickt uns der geschäfts führende Ausschuß der Berliner Stadtfynode eine Berichtigung. Unter Berufung auf§ 11 des Pressegeseges ( das er wohl nie gelesen oder nicht verstanden hat) fordert er von uns Veröffentlichung der Erklärung, daß bel der in jener Mitteilung erwähnten Pfändung des Zohnes einer Arbeiterin es fich nicht um Rirchensteuer handelte, sondern die Lohnpfändung wegen anderweitiger Berpflichtungen der Arbeiterin erfolgte. Den Nach meis des Rechtes zu diefer Berichtigung ist uns der gefchäftsführende Ausschuß der Berliner Stadtfynode schuldig geblieben. Eine verworfene Revision. Zwei Berli. er Kaufleute als Spritschieber verurteilt. Leipzig, 10. Januar. 3 Das Landgericht III Berlin verurteilte am 9. Februar 1928 u. a. den Geschäftsführer einer bekannten Berliner Parfümerie fabrit, den Kaufmann Ernst Fiohr, wegen Hinterziehung nach § 119 des Branntweinmonopolgeleges zu 40 000 mart Geldftrafe und 20 000 Mart Wertersat, fowie den Liköre fabrikanten Schmidt Berlin wegen Monopolhehlerei zu 32,000 mart Geldstrafe und 16 000 Mart Betts erjag. Die Angeklagten hatten in der Jeflationszeit große Mengen, und zwar Flohr schäzungsweise 10 000 Liter und Schmidt 8000 Biter, scheinvergällten, zum größten Teil aber reinen Sprit von einer anderen Parfümeriefabrik bezogen und die erhaltenen Mengen zur Liförfabritation verwandi Dadurch wurde das Reich um je eine Mart pro Liter in seinen Einnahmen geschädigt. Die gegen das Urteil eingelegte Revision wurde gestern Dom dritten Straffenat des Reichsgerichts als unbegründet verworfen. Ergebnis gehabt. Mit weiterer Ablösung des Dampfbetriebes durch elektrischen Betrieb auf der Stadt, Ring- und den anschließenden Vorortstreden unter gleichzeitiger Durchführung allgemein ver. türzter Fahrzeiten hofft die Reichsbahn, den Berkehrswünschen des Publitums immer mehr gerecht werden zu können. Dülberg- Petri Sieger der 6 Tage. Rampfa me letzte Stunde, lebhafte lehte M nuten. Das 21. Berliner Sechstagerennen ging gestern abend 11 Uhr im Sportpalaft zu Ende. Die letzte Stunde verlief ziemli tampilos. Nur in den letzten Minuten ging es im Felde, das noch aus fieben Mannschaften bestand Letourneur- Broccardo waren nachmittags ausgeschreden, dant der ununterbrochenen Borstoßarbeit Betri Dülberg lebhaft zu. Der Sieg war der Mannschaft Petri- Dülberg nicht zu nehmen. Das genaue Ergebnis. g Sieger: Dülberg Betri, 278 Punkte. 3mei Runden zurüd: 2. Gooßens- Debaets 296 Bunfte. 3. Kroschel- Junge 189 Punkte. Drei Runden zurüd: 4. Rielen- Dan Kempen 212 Bunkie Bier Runden zurüd: 5. Tiez- Faudet 334 Buntte. 6. Preuß- Refiger 250 Punkte. Sieben Runden zurüd: 7. Behrendt- Manthen 226 Buntte. Das Siegerpaar wird auf der Ehrenrunde mit frenetischem Beifall überschüttet. Auch die anderen Mannschaften bekommen für ihre Arbeit lebhaften Applaus. Insgesamt hat das Feld in 145 Stunden 3661,720 Kilometer zurüdgelegt. Ueber den letzten Abend werden wir heute abend ausführlich berichten. Schwere Unfälle im Ruhrbergbau. In den letzten Tagen hat sich im Ruhrbergbau eine Reihe fchwerer Unfälle ereignet. In Frillendorf stürzten auf Schacht„ Wilhelm zwei Bergleute in die Tiefe und waren fofort tot. Infolge Stolleneinbruchs wurde auf Zeche holland ein 48jähriger Bergmann verschüttet und Wie aus Bottrop getonnte nur als Leiche geborgen werden. meldet wird, tamen auf der Seche Prosper 1" dadurch zwei Bergleute zu Tode, daß fie unter herabfallendem Gestein begraben murden. Heimgang Robert Wolffs! Wieber ist einer von der alten Garde dahingegangen. Am 6. Januar verstarb, furz vor Bollendung des 78. Lebensjahres, unfer alter Genosse Robert Wolff. Schon unter dem Sozialistengeleg war er, wenn es darauf antam, für jede Parteiarbeit zu haben. Unermüdlich bis in fein hohes Alter war Robert Wolff auf dem Bosten, ob es sich um Flugblattverbreiten oder andere Arbeiten handelte. Immer den Jungen ein Borbild in Pflichterfüllung. Neben der Parteiarbeit war er auch jahrelang in der Armen und Wohlfahrtspflege täfig. Ein Augenleiden, das vor etwa drei Jahren seine Erblindung herbeiführte, zwang ihn, fich zurückzuziehen. Er war einer von denen, die durch Kleinarbeit für die Partei gewirkt hatten. Die Einäsderung findet heute, Freitag, den 11. Januar, 17% Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Urbeiterbildungsschule. Heute, Freitag, abends 7% Uhr, Lindenstraße 3, 2. Hof II, Zimmer 11, Beginn des Zentralfurfus Siemfen„ Das Heidelberger Programm". Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und" mgeaend Sachbr. verb.). Weiterhin fait, etwas Bewöltungszunahme, schwache nde aus Dit bift Nordost. Für Deutichland: Im Beiten trübe mit einzelnen unbedeutenden Schneefallen, in Mittel- und Ostdeutschland trocken, Be wöllungszunahme. Muderung des Fioltes. Bel Grippe, Influenza a. a. Erkältungskrankheiten haben sich Togal- Tabletten hervorragend bewährt. Im Anfangsstadium genommen, verschwinden die Krankheitser. fcheinungen sofort. Et. not. Bestätigung find- innerhalb 6 Monaten mehr als 1500 Gutachten allein aus Arjtekreifen eingegang.. darunter v. namhaften Profefforen u. aus ersten Kliniken u. Krankenauft. Aberraidh. Erfolge! Sra. gen Sie Ihren Arzt! Togal ist in allen Apotheken erhältlich. Preis m. 1.40 12.5 Lith, 0.46 Chiaia, 743 Acid. acet sal ad 100 amyl STADI BEILAGE Berlins Rodelbahnen. Zu wenig Schnee. Biele Großstädter haben die Schönheiten der Winterlandschaft erst in den letzten Jahren entdeckt. Viele haben nie gewußt, daß ein Tannenwald im Rauhreif herrlicher anzusehen ist, als im schönsten Moiwuchs. Eist als die Sportler sich die Bretter unter schnallten und in die verschneiten Berge fuhren, als die Rodelpar tien ein Lieblingssport der Jugend wurden, haben auch die Durch schnittsgroßstädter den Winter lieben gelernt. Früher begnügte sich die Schuljugend damit, fleine Anhöhen als Sportgelände zu be nußen. Heute sind die Wintersportler anspruchsvoller. Da muß bie Bahn mindestens 100 Meter lang sein und so steil, daß der Schlitten mit Autogeschwindigkeit über den Schnee hinwegfliegt. Sicherlich find iie idealsten Gelände für den Wintersport die Gebirgsgegenden. Da die Städter aber sich so fostspielige Re'sen nur selten oder gar nid; t leisten tönnen, suchen sie sich in den Ber. finer Bergen Sportgelegenheit. Die Berliner Kommunalpolitik betrachtet es deshalb als ihre Aufgabe, bei der Schaffung guter Eis- und Rodelbahnen Pionierarbeit zu leisten. Eine Reihe guter Rodelbahnen wurde in den legten Jahren gebaut und werden fleißig benugt. 3um Teil wurden natürliche Bahnen ausgebaut. Ein anderer Tell wurde in ebenen Geländen im Boltspart und Sportplägen aufgeschüttet. Bor allem der Bau der Untergrund. bahnen mit den ricfigen Ausschachtungen lieferte den Sand, um ein fünstliches Gebirge aufzufahren. Mit Hilfe von Notstands. arbeiten fonnten einzelne Bahnen mustergültig angelegt werden. Einmal hatten dadurch Taufende Arbeit, und die Berliner erhielten gute Sportanlagen. Riefenlange Bahnen bis zu 700 meter, auf benen die Schlitten mit 50-60 Kilometer Geschwindigkeit zu„ Tal" fahren, stehen den Berlinern zur Verfügung. Im Herbst find alle Bahnen Sportfertig gemacht worden, und als der erfte Schnee lag, murde auch fofort fleißig gerodelt. Auf allen Bahnen herrscht ein luftiger Sportbetrieb. Leider haben die legten Tage feinen Schnee gebracht. Was auf den Bahnen lag, war bald ausgefahren. In einzelnen Bezirken wurde die Bahn sportfähig erhalten, intem Schnee aufgefchippt wurde. Einzelne Bahnen- vor allem die größte am Bismardturm in den Müggelbergen find in ben legten Tagen vollfommen vereist. Nachstehend geben wir den Wintersportlern eine Aufstellung über die Sportmöglichkeiten in Berlin: Die Innenstadt Berlin ift arm an Wintersportgelände; der Be girt Mitte, Tiergarten und Brenzlauer Berg haben gar feine Rodelbahn. Im Bezir? Wedding ist eine im Hum. boldthain, im Goethe, im Schillerpart und in den Rehbergen. Die legte ist 250 Meter lang. Auf allen herricht ein reger Betrieb. Auf den Rodelbahnen wird immer Schnee auf. changeschippt, so daß sie auch jent gut zu befahren sind. Der Bezirk Friedrichshain hat sich damit begnügen müffen, einige Wege dim Friedrichshain für den Rodelsport freizugeben. Im Be girt Rreuzberg tann auf dem Kreuzberg gerodelt werden. Dort find 2 Bahnen von 150 und 200 Meter Länge. Auch sind einzelne Bege freigegeben. Eine 500 Meter lange Bahn hat der Bezirk Charlottenburg zwischen Sportforum und Militärbadeanstalt Ruhleben, erbaut. Zurzeit tann aber infolge Blatteis nur die halbe Bahn benutzt werden. Der Bezirk Spandau hat eine Bahn in den Riffeln in der Panierstraße. Außer. bem noch genügend natürliches Gelände, tas zum Rodeln gut ge eignet ist. Am reichsten ist der Bezirk Wilmersdorf. Dort finb 8 Bahnen in Betrieb. Zwei besonders gute sind am Brune. maldsee. Die Bahnen führen dort über den zugefrorenen Grunewaldsee. 2 Bahnen find am Teufelsfee, 2 parallele zur Heerstraße gegenüber dem Zugang zur Rennbahn und se eine ist noch am Kaiser Wilhelm Turm und in der Dahlemer Schweiz Die Behlendorfer rodeln im Fishtalgrund auf einer 200 Meter langen Bahn. In Schöneberg find pier im Südgelände an der Rubens ftraße gebaut. Der Stadtpart ift für die fleinen Rodelsportler freigegeben. Die Tempelhofer haben eine Naturbahn im Frante par? und eine fünftlich auf geschüttete im Boltspark Mariendorf. Im Volkspart auf dem Lempelhofer eld haben die Neuköllner eine Doppelbahn von über 300 Meter Länge und 30 Meter Höhe, die abends elektrisch beleuchtet ist. Da die Bahn für die Kinder zu gefährlich ist wurden Geschwindigkeiten bis zu 55 Stundentilometer gemessen wird jezt noch eine 100- meter- Bahn für die Kleinen gebaut. Im Bezirt Treptom tann im Volkspark Buhlheide auf einer 200 Meter langen Bahn gerodelt werden. Auch im Blänterwald, an der Einmündung des Teltomfanals, ist eine Bahn aufgeschüttet. es RK DES VORWARTS und im Barf Friedrichsfelde in der Tresdowallee rudeln. Der Bezirk Beißensee bat teine Bahn. Es besteht ein Projekt, auf einem Gelände am Faulen See eine Bahn aufzu bouen. Auch der Bezirk Pantow hat teine Bahn. Im Volts. Kro Rodelbahn im Grunewald. part foll eine gebaut werden, doch sind dafür noch teine Mittel bewilligt. Da zurzeit in nächster Nähe Bodenmaffen ausgeschachtet werden, tönnte vielleicht zurzeit recht billig eine Bahn gebaut werden. Die Reinidendorfer tönnen im Segeler Forst rodeln Dort ist eine 300 Meter lange Bahn in der Nähe des Tegeler Forsthauses erbaut. Eine zweite am Buchenberg. Eine fünftliche Bahn ist am Sternberg errichtet. Eintritt wird auf allen Bahnen nicht erhoben. Die Berliner haben genug Gelegenheit, Wintersport zu treiben. Es braucht nur der Wettergott ein Einsehen zu haben und den fehlenden Schnee recht schnell zu liefern. Nachprüfung der Ausführungsbestimmungen zum Besoldungsgefeh. Der 14. Ausschuß des Reichstages für Beamtenangelegen heiten wird in diesen Tagen zu interfraktionellen Beratungen der Ausführungsbestimmungen zum Reichsbesoldungsgefeß vom 16. Dezember 1927 im Beisein von Regierungsvertretern zusammentreten. Es soll eine Ueberprüfung der ergangenen Besoldungsvorschriften dahingehend stattfinden, inwieweit dieselben mit dem Willen des Gesetzgebers in Einfang zu bringen find. Der Reichsper band Deutscher Kriegsbeschädigter und Krieger. hinterbliebener hat sich mit einer bringlichen Ein. gabe an den Ausschuß gewandt, in welcher Wünsche auf Abän. berung in der Frage der Anrechnung des Besoldungsdienftalters für fchmerkriegsbeschädigte Beamte und in der Frage des Wohnungs. geldzuschusses gemacht wurden. Es wird besonders in dieser Einsabe darauf hingewiesen, daß die behandelten Fragen in der lekigen fung feineswegs geeignet sind, den berechtigten Wünf- d ões in Betracht tommenden Berfonenfreises zu entDie größte Bahn hat der Bezirk Köpenid in den Müggel bergen. Die Bahn beginnt am Bismardturm und endet nach eleganten Kurven am Teufelssee. Die Bahn ist 600 meter lang, zurzeit aber infolge Glatteis zu gefährlich. In den Müggel bergen wird aber auch auf den Wegen fleißig gerodelt. Lichtenberger tönnen im Stadtpart Möllendorfstraße sprechen. Die Keine Schularbeiten über Sonntag. Eine vergeffene Forderung der Wochenendousstellung. In der Abendausgabe des Vorwärts" vom 3. November, finden wir unter der Ueberschrift:„ Reine Schularbeiten über Sonntag eine Anregung, die jedem Freunde der Jugend und insbesondere den Eltern schulpflichtiger Kinder aus dem Herzen gesprochen sein dürfte. Es tann ihr vollinhaltlich beigetreten werden. Bu wün fchen wäre, daß die Lehrpersonen, die nach unserer Kenntnis bet der Angelegenheit nicht einheitlich verfahren, von der Sonntags. Schularbeit in Zukunft absehen würden. Zu der Frage hat übrigens schon einmal die Jugend selbst unter Führung ihrer Lehrer ihre Stellungnahme in einer Weise bargetan, wie sie flarer nicht zum Ausdruck gebracht werden tann. Und zwar war dieses in der Wochenendausstellung im Jahre 1927, wo sie einen Hauptteil der großen Arbeit auf sich genommen hatte und uns in zahlreichen Ständen zahlreiche ideelle Anregungen bot. In der Hauptsache getragen von der Lehrerschaft, trat uns in dem Dangebrachten überall Wunsch und Hoffnung und die Sehnsucht nach Luft und Sonnenschein entgegen. Die eifrigen Aussteller hatten bei teiner Gelegenheit die Schularbeiten über den Sonntag in den Kreis ihrer Betrachtungen gezogen, sondern im Gegenteil sehr deutlich erkennen laffen, daß sie am Wochenende hierfür feine Zeit haben. Ein Berweilen in der Sonderausstellung Schülerwettbewerb der Bolts. und Mittelschulen von Berlin" gehörte mit zu dem Schönsten. was die Ausstellung überhaupt bot. Schäße jugendlicher Phantasie lagen offen vor den Besuchern, sie ließen einen Blid tum in die ernfte Arbeit unserer Gegenwartsschulen, die zu großen Hoffnungen für die Zufrunft berechtigt. Ausnahmslos war der Grundgedanke von den Kindern aufgenommen und in Formen gebracht worden. Motiv überall: das Wochenende". Da hatten wir Bilder, eins schöner wie das andere, wahre Meister. merte dieser fleinen Künstler und Künstlerinnen. Sie zeigten uns, wie man dem Frühling entgegenwandert, wie man im flaren Wasser und reiner Luft Erholung findet. Ein Kind zeigte ein Bauernhaus, aus dessen Fenster die Hausfrau den ankommenden Großstadtfindern ein Willkommen zuruft, und schrieb darunter:„ Das Land wartet auf uns!" Rann der Versöhnungsgedante zwischen Stadt und Land besser zum Ausdrud gebracht werden? Und weiter staunten mir über die Schriften der Schüler. Eine ganze Wochenendlitera tur lag auf Tischen ausgebreitet. Briefe, Auffäße und sogar Bücher mit richtigen Geschichten, alles geschrieben von Kinderhand. Man las die fleinen Erzählungen, sah die mit Liebe in den Tert eingestreuten Bilder und begriff, daß hier ein Problem der Jugend zum Lichte strebt. Da beschrieben zwei Heine Jungen ihren Schulfreien Tag, ein fleines Mädchen erfreute uns mit einer Novelle, die die schlichte Ueberschrift trug: Unfer Bochent ende. Dann tamen plaftische Schöpfungen Man sah ge hämmerte, getnetete, geflebte und geschnitzte Häuser und Dörfer, wälder und Wiesen. Alles mit Sorgfalt gearbeitet und mit einem Kennwort überschrieben, das regelmäßig die subjektive Auffassung des Kindes über das Wochenende herausstellte. Ein Junge hatte sich zum Beispiel ein Jonniges Häuschen gezimmert. Um sein fleines Luftschloß herum gruppiert er alles, was feiner Jugendsehnsucht bisher unerreichbar war, eine Wiese mit Blumen, Bäume mit richtigen Aepfeln, Enten und Hühner und eine schneeweiße M Ichziege Dieses alles wünscht er sich, weil er es bisher entbehren mußte. Sein Motto lautete: So wünsche ich mir meinen Sonn tag". Und hier find wir dann einmandfrei bei der Quelle angefome men, aus der alle Wünsche der Kinder fließen. Mehr Jugendfreude heißen fie, mehr Licht und Sonne in freier Natur. Die Kinder wollen hinaus aus den Mieffafernen der Großstadt. Unsere schöne Mart, deren Borzüge uns die Wochenendausstellung eindringlich vor Augen führte, fann alle aufnehmen. Ein vernünftig verbrachtes Wochenende in freier Natur, zu jeder Jahreszeit, unbe 3hr Huften quält Sie fo! Achten Sie rechtzeitig auf alle Anzeichen, bamit sich fein Bronchial fatarrh oder teine Grippe entwideln fann. Täglich mehrmals 15 bis 20 Tropfen von den echten Reichels Sustentrepfen, der fra tigen, schmerzlindernden Suflenmedizin, die bei Seiferfeit, Schleimanhäufung Rauheit und Trockenheit im Salse rasch auflösend und rei ftillend wirft. 3u haben in Apotheken und Drogerien, aber echt nur mit Marte Medico und der Firma Otto Reichel, Berlin SO. Eisenbahnstraße 4. Schluss Lackspangenschuh. Unser großer Schlager). Mit Zierslepperel und Komtebabsats. 9 8.80 690 Die letzten Tage Herren Halbschuhe, schw. Wildleder mit Lack 12.90; Lack 10.90; braun Rindbox 9.80, schwarz Herren Halbschuhe, breite amerik. Trotteurunseres Inventur. AUSVERKAUFE am 15. Januar Sehr preiswert Spangen- 90 schuh fürd tägl. Gebrauch 790 Feinf.Span' enschuhem. form m. Zebrarand, Rind- 1090 box, braun 11.90, schw. Komtebabs., mauve, beigerosé, sekttb, u. modebraun Echt Boxkalf DamenSpangelschuhe mit Lautabsatz 4.90 7.9⁰ 963 Auch Liwera: Strümpfe sehr billig! Somas tack & CIE AG BURG B.M 125 eigene Verkaufsstellen, davon 21 in Groß- Berlin und Potsdam. schwert von ben Sorgen bes fags, frischt bie tärperlichen amb feelischen Kräfte zu neuer Wochenarbeit auf. Trifft dieser Grundsatz für den Ermachsenen zu, so ift er ber heranwachsenden Jugend gegen über noch mehr am Blaze, der Sonntag foll den Kindern frohe und schöne Einbrüde vermitteln und nicht zur Arbeit vermendet werden, auch nicht zur Schularbeit. Die toftbare Freizeit darf ben Kleinen nicht nerfürst merben. Es märe zu bebauern, wenn die wertvollen 09 Anregungen, die in dieser Hinsicht son ben Stinbern felbft unter Führung ihrer Lehrer auf der Wochenendausstellung gegeben mur den, vollständig in Bergeffenheit geraten, bazu hätte es bes Mufman des nicht bedurft. Die natürlichen Wünsche der Kinber follten viel mehr von allen Erwachsenen als berechtigte Forderungen angefehen werben, beren Berwirtfichung das Heranwachsen lebensfroher, ge funder und freier Menschen verbürgt. Albert Zacher. Wohnungsfürsorge der Berliner Verkehrsgesellschaften. etwa 2800 Wohnungen und für bie 2 boag etwa 500. Bon biefem Gesamtprojekt, für das der Grund und Boden sich bereits in den Händen der Gesellschaften bzw. der Stadt befindet, sollen rund 1650 Wohnungen als vordringlich betrachtet und jo fort in Angriff genommen werden. Es handelt sich hierbei für die Straßenbahn um den Lichtenberger Bahnhof, den größten Straßenbahnhof Europas, mit rund 1000 Mann Beleg tölin und Lichtenberg( zusammen etwa 1000 Wohnungen) und für den Omnibus um Charlottenburg und wahrscheinlich auch am das Gelände in Treptow. Schon diefer summarische Ueberblick zeigt, welche Aufgaben die neue Berliner Verkehrs- 2.- G. auf diesem Sondergebiet zu erfüllen hat und wie start sich auch hier der 3ufammenschluß auswirten wird. Die Stadt wird diese Aufgaben im wohlverstandenen Intereffe ihrer selbst, ihrer Bevölferung und ihrer Arbeiterschaft 15 fen- Aufgaben, vor denen der Privatbetrieb aus engherziger Rücksichtnahme auf den Augenblicks: profit verjagt hat. Munition für den Kommunalwahlkampf. Die Ausammenfassung der Berliner Verkehrsunternehmungen bringt auch eine Bereinheitlichung der Wohnungs politik der Gesellschaften zwangsläufig mit sich. Den Rugen banon werden die Arbeiter der bisher privaten Gesellschaften haben, da ihnen mun die Borteile der großzügigen Bau. tätigkeit der Straßenbahn, die im Rahmen des Gesamt unternehmens fortgeführt und noch erweitert werden soll, zugute fommen werden. Da die Deffentlichkeit wenig über den Umschaft, um Briz und Wilmersdorf, für die Hochbahn um neu fang dieser Wohnungsfürsorge unterrichtet ist, so dürften die folgen den Angaben von Intereffe sein. Die Straßenbahn hat feit ihrer Konfolidierung nach der 3n flationszeit im großen Stile Bohnungen für ihre Angestellten errichtet. Sie ließ sich dabei von dem Gebanten leiten, daß gerade das Bersonal eines Bertebrsunternehmens Anspruch darauf hat, in der Nähe der Bahnhöfe eine Wohnung zu befigen. Denn wer den ersten oder den letzten Wagen im großstädtischen Bertehr zu fahren hat, fann auf keine andere Beförderungsmöglichkeit rechnen. Die Straßenbahn hat deshalb Gruppen von Wohnhäusern entweder in unmittelbarer baulicher Berbindung mit neu errichteten Bahnhöfen oder bei älteren Bahnhofsanlagen in einem Umkreis von höchstens einem Rilometer errichtet. Die Wohnungen sind nach den Vorschriften der Wohnungs fürsorge mit Hauszinssteuermitteln erbaut und umfassen durchschnittlichy zwei bis zweieinhalb Bimmer. Das Grundeigentum perzinst sich nicht, das heißt also: bie Grundstüde find tatsächlich non der Gesellschaft à fonds perdu für den Wohnungsbau zur Ber fügung gestellt. Auf dieser Bafis find in den lezten Jahren nicht meniger als rund 1100 Wohnungen gebaut worden, über 400 weitere find augenblicklich in Bau und werden bereits Ende des Jahres bezugsfertig. Darunter befindet sich der große Komplex neuen Straßenbahnhof Charlottenburg( Ro nigin- Elisabeth- Straße), eine der baulich intereffantesten und fünftlerisch geschlossenften Anlagen der legten Zeit. Sie umfaßt allein 338 Bohnungen rund um ben gewissermaßen in die Anhöhe hinein getriebenen Straßenbahnhof. Gegenüber diefer großzügigen Durch führung eines großzügigen Baupiamms bei der städtischen Straßenbahn verschwinden die bescheidenen Anfäge einer eigenen Wohnungsbaupolitit bei ben früher privaten Ber fehrsunternehmungen. Die Hochbahn hat bis jetzt insgesamt 152 Wohnungen, die Aboag fogar nur beren 21( in Trepiom) er. ftellt. Mindestens so wichtig wie das bisher Geleistete auf diefem Gebiete find jedoch die neuen Projekte, die der Ausführung barren. Und es ist ohne weiteres verständlich, daß die Stadt bereits nor der Zusammenlegung der Gesellschaften versucht hat, bie früheren Berfäumnisse bei der Hochbahn und dem Omnibus möglichst fchnell nachzuholen. Nachdem nunmehr die Bereinheitlichung er folgt ist, ist auch eine gerechte Berteilung und eine nach einheit lichen Grunbiagen geleitete Durchführung der Bauprojette gewährleistet. Insgesamt sollen für die Straßenbahner noch zumb 1800 Wohnungen in ber allernächsten Zeit errichtet werden, für die, bisher arg benachteiligten Angestellten ber Schnellbahn am Nachruf! Am Sonntag, dem 6. Januar 1929, verschied nach langem, schwerem Leiden der Krankenkassenbeamte i. R Robert Wolf im 78. Lebensjahre.. Der Verstorbene gehörte vom 1. Jamuar 1906 bis 21 November 1906 dem Vorstand an, stand vom 22. November 1906 bis 31. Dezember 1923 in unseren Diensten und hat während dieser Zeit zum Besten der Kasse und ihrer Mitglieder gewirkt. Sein kollegiales Verhalten war vorbildlich, und werden wir sein Andenken stets in Ehren halten. Der Vorstand und die Angestellten der Allgemeinen Ortskrankenkasse Berlin- Pankow Nach langem, ichmerem Letben entfchlief am 6 Januar 1929 mein lieber Bater, ber Krantenfaffenbeamte a D. ( Ortstrantentasse Bautom) Robert Wolf im 78. Lebensjahre Dies zeigt an Richard Bolf, Bankom, Nordbahnite 3. Die Einäicherung finbet heute, Frei tag, ben 11 Januar, nadm 5 im Krematorium Gerichtfixaße ftati Verkäufe Uhr, Graubst in Mündjeberg, 3 Boh mungen und Garten, zu verlaufen. Teu fert, Berlin, Großbeerenstraße 51. 70 PE NO | Waffer, Elettrizitäts. mb Berfehrsversorgung behandelt werden. 20s grundlegende Schriften feien genannt: Gemeinmirtjchaft. Gemertfchaften von Hermanu Sozialismus und Mattutat- Stuttgart, Gemeinwirtschaft, Rationali fierung und Arbeiterschaft von Rudolf Lengersbor, Deffentlich- rechtliche Wirtschaft im Rahmen der Gesamtwirtschaft Deutschlands von Profeffor Dr. Hugo Lindemann Köln, Moderne Bermaltungsprobleme pon Bürgermeister Dr. Herz- Berlin- Kreuzberg. Ueber die jetzt außerorbentlich aktuelle Frage der Ferngasversorgung unterrichtet eine bom Borstand des Berbandes herausgegebene Schrift: Deffentliche oder private Gaspersorgung. Diefe fleinen handlichen und brudtechnisch sehr forgfältig ausgeführten Schriften find ein ganz unentbehrliches Material für die kommenden Wahlkämpfe. Erhöhte Bedeutung erlangt besonders das fozialdemokratische tommunalpolitische Hauptorgan, die vom Genossen Mar Fechner geleitete Gemeinde. Diesem wie den von dem Kommunalen Sekretariat des Bezirksverbandes Berlin für die Parteifunktionäre herausgegebenen, vom Genossen Krille geleiteten Kommunalen Blättern der SPD. Berlins muß in den nächsten Monaten die ernſtefte Beachtung gescentt werden. Die Beziehungen der städtischen Arbeiterschaft zu den tommunalen Beirieben hingegen finden ihren Ausdrud in der vom Verband der Gemeinde und Staatsarbeiter herausgegebenen und vom Genossen Emil Dittmer feit vielen Jahren geleiteten Zeitschrift Gewerkschaft", die foeben eine für den Wahlkampf besonders wertvolle Erweiterung burch die reich bebilderte Monatszeitschrift Technik und Wirthaft erfahren hat. Kommunalpolitit ist aber feineswegs mit den oben erwähnten Fragen erschöpft. Die erste übersichtliche und alle Fragen zusammenraffende Bublizierung, die auch heute noch Bebeutung hat und lefenswert ist, ist das aus dem Jahre 1911 ſtammende Buch des Genoffen Paul Hirsch, jeßigen Bürgermeisters pon Dortmund: Das Kommunalprogramm der Sozial demokratie Preußens. Die heute geltenden am 28. und 29. September 1928 in Berlin beschlossenen fommunalpoliti= fchen Richtlinien der SPD. sind nicht nur in der Nr. 20 Der Gemeinde, Jahrgang 1928, nachzulesen, sondern auch als Sonderdrud der Schriftenreihe Kommunale Braris" Nr. 6 ( Berlag J. H. W. Die Nachf., Berlin, 30 Bf.) zu beziehen. Das 1925 in Heidelberg beschlossene Attionsprogramm ist gleichfalls darin enthalten. Das Jahr 1929 wird einmal in der Geschichte des deutschen Kommunalwesens mit großen Lettern geschrieben werben, denn in den in diesem Jahr zum Austrag tommenden Kommunalwahlen wird es sich erweisen, welchen Einfluß und welche Bedeutung die fozialistischen Stadtverorbnetenfrattionen, Ge Keine Nachuntersuchung für Kriegsbeschädigte im Jahre 1929. meinde und Kreisvertretungen und die sozialdemo fratischen kommunalen Persönlichkeiten auf den Auf- und Aus- Anläßlich des Beginns der Winterfeffion des Reichstages hatte der Reichsverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbau ber modernen Stadt- und Landgemeinben gebliebener der Regierung und den gefeggebenden Körperschaften eine habt haben. Wer fich noch der legten Inflationsjahre erinnert, ber Eingabe vorgelegt, in welcher darauf hingewiesen wurde, daß es im mirb wiffen, welche rasenden Anstrengungen von allen bürgerlichen interesse der Sicherung eines geordneten Verwaltungsverfahrens Barteien gemacht wurden, um die fommunalen Betriebe, liegen müffe, die von Amts wegen nach§ 57 des Reichsperfor wie Gas, Waffer, Elektrizität, Fuhrwesen, Bestattungswesen, Müllgungsgesetzes vorzunehmenden Nachuntersuchungen auch im Jahre beseitigung, Berkehrsunternehmen ufm., wieder in Privatbeli 1929 noch auszusetzen. Es wurde besonders auf die leberzurück zu verwandeln. Damals war es im Grunde genommen Iaftung der Bersorgungsämter und der starten Inannur die Sozialbemotratie gewesen, bie es berstanden( pruchnahme der Sprudyinstanzen hingewiesen. In der Direktorenhatte, die fommunalen Betriebe der Gemeinde und damit der Au besprechung der Hauptversorgungsämter, die in den legten Tagen gemeinheit zu erhalten. In Zukunft wird der Kampf um den Aus. im Reichsarbeitsministerium stattgefunden hat, war auch diese Frage bau und die Erweiterung der tommunalen Betriebe starter als Gegenstand von Erörterungen. Das Reichsarbeitsministerium hat, bisher gehen, und wieder werden sich die bürgerlichen Barteien wie verlautbar geworden ist, fich nunmehr dahingehend entschieden, gegen der Ausbau der Kommunalunternehmungen wenden. Der in fommunalpolitischen Fragen und Angelegenheiten ständig Arbeitende baß auch für das Jahr 1929 die Nachuntersuchungen ausgefekt wer ben, bat fich babei aber noch einige Einschränkungen vorbehalten. wird wiffen, wie er sich über alle diese Fragen auf dem laufenden Gin biesbezüglicher Erlaß mirb in den nächsten Tagen im Reichs zu halten hat. Weite Kreise ber Böhlerschaft aber werben ben nerforgungsblatt erscheinen Wunsch haben, auch einmal tiefer in die Materie einzubringen. Diefem Bedürfnis tommen eine ganze Anzahl außerordentlich überfichtlicher und leicht verständlicher Schriften entgegen, bie ber Berber Gemeinde. band und Staatsarbeiter ( Berlin SD. 36, Schlesische Straße 15) herausgegeben hat unb in benen mit befonderer Bevorzugung bie Fragen gemeindlicher Gas-, Mabelhaus Stein, Beinbergsweg 241 Besonders günstiges Angebot: Schlaf gimmer 475,- Speifezimmer, Rug baumbafetts, Antleideschränte 100 Spiegel 105Kilcher, Bolstermöbel MARK Bahlungserleichterung. 9 Möbeltrebit. Bei einer Anzahlung Quittungs-, Rabatt- unb niebrigen Monatsraten liefer a.Reklamemarken beftifchlerei Binbhorft polierte unb eidens Schlafzimmer, Speifezimmer, gegen Nachahmung Bergengimmet, Beiße από lafiette gesetzl. gesch. Richen Rußbaum Ergänzungsmöbel, ertigt seit 48 Jahr Rugbaum englische und moderne n als Spezialität. leibefchränke, Bettftellen. Bafchtoiletten, Conrad Müller Rattife, Ausziehtische, Stühle. 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Ob die Hausfrau sich Barkputoer oder der<3e- in-her sich.F)enkell Trocken* besorgt, ob man sich Zahnpulver oder Creme zur Korperpflege kauft oder Malzkaffe« für das Morgen- frühstück, überall trifft der Käufer auf Markenartikel. Heute sind bereits brefteste Käuferschichten auf Markenartikel eingeschworen, und so oft auch über die hohen Preise geklagt wird, wird die betreffende Ware doch immer wieder gekauft, weil es sich eben um die bekannte„Marke* handelt. Es gibt aber auch Markenartikel, wo die Konlumenten überhaupt keine Wahl mehr haben, ob sie kaufen wollen oder nicht. Dies trifft m erster Linie aus Apothekerwaren und Drogen zu. Bei plötzlich eintretenden Schmerzen und bei Krankheiten mutz Aspirin, Pyramidon oder ein anderes Medikament besorgt werden: es m u tz einfach... Der Zwangsapparak der Dlsrteaschützler. Wir haben bereits mehrfach davon gesprochen, welche Preis- diktatur durch den Markenschutzverband(Lerbaud der Fa» britcmten von Markenartikeln) ausgeübt wird. Dieser Verband, dem L22 Firmen angehären, von dem Milliardenunternehmen des Farbentrusts � bis zu den kleinen Spezialfabriken herunter, hat ein raffiniertes System aufgebaut, in das die gesamt« Händlerschaft vom Großunternehmen bis zum rleinsten Drogisten ooer Kolonial- warenhändler sorglich hineingepaßt ist. Der Verband setz: die Preise und zugleich die Rabatt« für den Groß- und den Kleinhandel fest und läßt die Händler einen Berpflichtungsschein(Revers) unter- schreiben, wodurch sich die Händlerfchaft auf Gnade und Ungnade ia die Hände der Fabrikanten bzm. des Verbandes begibt Durch die Festsetzung der Verkaufspreise und Rabatte werden Hunderte von lebensnotwendigsten Artikeln für die Verbrauchermafien— ohne Schuld der Wiederoerkäufer— oft bis zu 200 Proz. verteuert. Wenn es heut« einem Markenfabrikanten einfällt, ein« Salb« oder ein Ynfektenpulvec. defien Herstellungskosten 10 Pf. betragen, für 1 Mark durch den Handel vertreiben zu lassen, so wird ihn niemand daran hindern, fo daß der Uebervorteilung bei bestimmten Marken- waren, die kein« Konkurrenz zu fürchten haben, keine Grenzen gezogen sind. 5st aber irgendein Wiederoerkäufer bereit, sich mit geringerem Gewinn als dem vorgeschriebenen zu begnügen und verkauft er Markenartikel unter dem vorgeschriebene» Preise, so hat er im Handumdrehen den rlesenhasten Apparat der Fabrikanten und Verbände auf dem Hals. Da er den Berpflichtungsschein(Revers) iinterfchrieben hat, belegt man ihn mit hohen Konventionalstrafen, "sucht wirtschaftlich Mrch Licferboykoft ihn zu schädigen und hängt ihm nsch eine Reih« Prozesse nu. die.ihm den Rest,.geben können.. Entscheidend fit heute aber, daß der Wiederverkäufer, der den Preis- diktaten sich nicht fügt, von der geltenden Rechtsprechung nicht etwa geschützt, sondern eventuell wegen unlauteren Wettbewerbs gefaßt wird, während sie andererseits nicht daran denkt, gegen den Marken» fchutzoerband bzw. gegen die Fabrikanten von Markenartikeln wegen Preswncher vorzugehen. Daß ein Wiederoerkäufer den Revers unterschreiben muß, wenn er überhaupt ins Geschäft kommen will, daß Wirtschaftsfreihdt nur dam Marke» verband gewährt wird. ficht die Gerichte nicht an. Das Reichsgericht ist in einer Enlschei» dang sogar so weit gegangen, daß«s den Kartellcharaktcr des Ma r k en säp-i tz verband« verneint hat und in der Frage, ob die Preis- unterbietungen von Händlern m diesem Zusammenhang zu bestrafen seien oder nicht, kommt der Äammergerichtsrat Pinzger in der ..Kartellrundschau* sogar zu folgenden Ausführungen: '•„Rur komme man nicht damit, daß der Schleuderv-ekSllfer im . B'fentlichei* Interesse handlet Letztere« wäre theoretfich denkbar. kommt aber praktisch nicht vor. Oder soll mm gesagt werden, daß unlauterer Btettl'emerb nicht unsittlich ist. wenn«r mir objektiv der Allgemeinhest Vorteile bringt? Dann mußte sogar der D'eb- staA. ja sogar das Plündern straffrei sein. Bvenn man bamft die Rotlage der Armen mildern will. Man sieht, wohin solche sozialen Betrachtungen führen.* . Di« gestände Rechtsprechung nimmt also rein formal und ein- fettig tiiif©Tinib höS untyrschn ebenen SfeDcrfw ö�6ftn fyutfjUex, der entgegen den vorgeschriebenen Preisen billiger verlaust, Stellung, während sie andererseits nicht daran denkt, die Derbrauchermafisn vor' der Uebervorteilung durch die Markenartikelfabrikanten zu schützen.- Es ergibt sich also die Tatfache, daß Preiswillkür erlaubt, Preisabbau dagegen bestraft wird. Prozesse als seidene Schnur. Dieser dem allgemeinen Rechtsempfinden widersprechende und wirtschaftlich ungesunde Zustand wird durch einige zurzeit lau- sende Prozesse noch besonders beleuchtet. In Berlin existiert eine„Großhändlervereinigung zur Wahrung und Förderung wirt- schaftlicher Interessen*, in dem U sogenannte privilegierte Großhandelsfirmen zusammengeschlossen sind. Das Prwileg dieser Firmen besteht darin, daß sie allein von den Fabrikanten mit bestimmten pharmazeutischen Artikeln, wie Aspstin mrd Pyra- midon, beliefert werden, während der weitaus größte Test der Groß- Händler, etwa 4S Firmen, von der Belieferung mit diesen Artikeln ausgeschlossen sind. Dieses Liefermonopol genügt den Privilegierten zur Stärkung ihrer wirtschaftlichen Macht alter nicht, und so ver- suchen sie, bei den geringsten Preisunterbietungen anderen Handels- firmen Prozesse an den Hals zu hängen um auf diese Art die niög- lich« Konkurrenz loszuwerden. Die Bekämpfung der an sich schon Schwächeven geht dabei so vor sich, daß erst die Bereinigung, sodann ein Mitglied, dann ein zweite«, drittes und viertes Mitglied der Vereinigung Prozesse gegen die gleiche Firma anstrengen, so daß der Angeflugte schon durch die Höhe der ganz willkürlich festgesetzten Prozeßfummen ruiniert werden und oft nicht einmal mehr die Kosten eines Devgleiches tragen kann. Einige jetzt in Berlin laufende Prozesse dieser Großhändler- Vereinigung und ihrer Mitglieder gegen zwei andere Grossisten haben sogar das Reichswirtschastsministerium aus seinerbisherigen Reservegelockt. Wenigstens zeigt sich das endlich erwacht« Interesse des Ministeriums darin, daß es einen Vertreter zum Termin entsandt haste. Auch der Markenschutz- verband selbst scheint, obwohl in diesem Prozeß zunächst wir Händler gegen Händler stehen, an diesem Fall ein besonderes Inter- esse zu haben. Ossensichtlich lag dem Verband daran, die Sache gütlich beizulegen, denn wie der Vevbandssyndikus. Rechtsamoast Rüdiger, erklärte, habe sich die Oeffenllichkest in letzter Zeit schon vielzuoiel mit dem Markenschutzverbond befaßt. Allerdings trug dieler Syndikus selbst dazu bei, daß man sich in Zukunft noch viel eingehender mit seinem Verband beschäftigen wird, denn er drohte auk dem gleichen Termin einem„Angeklagten*, der bei dem Reichs- mirtschaftsministcrium den Antrag auf Anflöfimg des Atarkenfchnhverbande» gestellt haste, damit, daß er tünfttg auf keine Schonung mehr rechneu dürfe und sämtliche Verband smllglieder cleferboytotl. über ihn verhängen würden. Diese klare Drohung dürfte auch der Vertreter, des Reichs- wirtschastsmimsteriums gehört haben und dies« Drohung vermag auch das Reichsgericht über den„nicht vorhandenen Kartellcharakter* des Marienschutzoerbandes eines Besseren zu belehren. Inzwischen soll übrigens.chie.. Drohung sich schon zu verwirNichen begonnen haben. Es scheint so höchste Zeit, daß da» Reichswirtschafts- Ministerium diesen(wievielten) Fall zum Anlaß nimmt, um unter Anwendung des Kartellgesetzes sich die Praktiken des Markenschutz- Verbandes etwas näher anzusehen. Die Folgerungen, die die Arbeiterschaft als Verbräuchermasse au» diesen Tatsachen zu zielen hat, liegen aus der Hand. Bei den bevorstehenden Verhandlungen zur Reform des Kartcllgesetzes muß eine gesetzliche Regelung für die wirtschaftlichen Monopole geschaffen werden, und in dem besonderen Falle der Markenartikel muß das ungerechte wirtschaftsfeindlich« und volkswirtschaftlich unrationelle System der Verpflichtungsscheine ausgehoben werden. Di« Wieder- Verkäufer täuschen sich in der Annahme, daß die geschützten Preise ihnen einen größeren Umsatz bringen. Wenn die Markenartikel billiger wären, würden andere Waren um so mehr gekäuft. und der Umsatz der Händler würbe steigen, stast zu sinken. Heute sind die Wiederoerkäufer von Markenartikeln nur die sicheren und billigen Kassierer für die Markeamonapoüstpn, zu deren Gunsten sie sich letzt- lich, weil die Massentäufer weniger kaufen können, infolg« der hohen Markenpreise den Leibriemen nur enger schnallen müssen. Wirklich gute, für die Käufer unentbehrliche Markenartikel setzen sich auch ohne besondere Preievorschriften und Wesermonopole durch. Ja es wird sehr viel mehr bann von ihnen oerkanft, was zu viel größeren Umsätzen und Gewinnen führen kann, als irgendein Preis- schütz zu schaffen vermörhte. Die alte Regel soll gelten:„großer Umsatz, kleiner N u tz« u*: so ist allen, auch den Fabrikanten und Wiederverkäusern, am besten gedient. R B. Stahltrufi und Krupp. Quartalsbericht und Jahresabschluß. Der Ruhrstahltrust, die Vereinigte Stahlwerte A.»G. in Düsseldorf, veröffentlicht einen Tag vor der Aussichtsratssitzung, die die Abschlußzifsern für dds am 30. September abgelaufene Be- triebsjahr 1927/28 genehmigen soll, ihren Quartals bericht für die.drei Monate Oktober bis Dezember 1928. Die Ziffern dieses Betriebsberichtes, der also bereits die eisten drei Monate des neuen Geschastsjahres 1928/29 umfaßt, sind naturgemäß durch die sechs- wöchige Stillegung sämllicher Hüsten und Walzwerksbetrieb« stark beeinflußt und lassen dememjprechenÄ Vergleiche mit den vorhergehenden Vierteljahresberichten nicht zu. Don Bedeutung ist, daß der am 31. Dezember vorhandene Auftragsbestand mit 99,1 Proz. des Monatsdurchschnitts im Geschäftsjahr.1927/28 beziffert wird, woraus sich eine entsprechende Erhöhung der Auftragsbestände ergibt, da die im Lause des Go- schäftsjahres ausgewiesenen Austragszifsern nur mit 68,1 Proz. gegenüber dem Beginn des Geschättejahrss Oktober 1927 angegeben wurden. Wie hoch die Steigerung der Austragsbestänide ist, läßt sich allerdings nicht feststellen, da die Vereinigten Stahlwerke jetzt eine neue Berechnungsmethade anwenden. Hiervon abgesehen, weisen natürlich infolge der Aussperrung sämtliche Produktions- und Uinsatzziffern in den Be- richtsmonaton einen starken Rückgang auf. So betrug der Umsatz an Fremde: 1 10. bis 31. 12. 28 1 7. bis 30. 9. 28 271.4 Millionen M. 369,9 Millionen M. bavon im Inland.. 180 0.„ 2313.„ . im Ausland. 94,3.. 1383 Nach diesen Angaben ist der Auslandsabsatz im Der» hältnis zum Gesamtumsatz um etwa 8 Proz. auf 34.4 Proz. zu» rückgegangen. Entsprechend dem Rückgang der Umsätze haben sich auch die Produktionsziffern verringert. Sie betrugen 1 lv bis 31. 12. 28 1. 7 bis 30. 9 28 «m Kohle... 6.0 Millionen To. 6,6 Millionen To. . Koks... 1,8„.2,4. „ Roheisen.. 0.94». 13„ . Rohstahl.. 1,0„. 1,6 So scharf der Produktionsruckgang mich«scheint, muß die arbeitstägliche Leistung in der Roheisenproduktion an den Hochöfen und die Rohstahlgewinnung in den Stahlwerken so- gar etwas höher sein als in dem letzten Quartal, denn während durch die Aussperrung und die Feiertage in dem Berichtsquorta! fast 30 Proz. an Arbeitszeit verlorengingen, beträgt der Rückgang der Rohstahlproduktion nur 37 Proz. und bei der Roheisen» gewinnung 40 Proz. Di« Gesamtbelegschaft der Dereinigten Stahl» werke hat sich mit 167 343 gegen 172393 Mann am Schluß des letzten Vierteljahres nicht stark verändert. Im Steinkohlen» bergbau fit mit einer Belegschaftsstärke von 82 275 Mann nur ein Rückgang von 129 Mann zu verzeichnen. Die Angestell» tenzahl hat sich mit 13 248 Mann am Jahresende gleichfalls nur um 146 verringert. Gleichzeitig gibt die Friedrich Krupp A.-G. in Essen, einer der großen Außenseiter des Nuhrftahltnifts, ihre Abschluß- Ziffern für das am 39. September beendete Geschäftsjahr 1927/28 bekannt. Auch in diesen Ziffern drückt sich die starke Wider- standssähigkeit der deutschen E i s en k o n j u n kt u r bis zum Herbst des letzten Jahres aus. Die Produktionsziffern hallen sich durchweg auf der Höhe des Glanzjahres 1927. So be- trug die R o h e i s e n p r o d u k t i o n 136 gegen 137 Will. Tonnen, die Leistungen der Walzwerk« 1,26. gegen 1.27, und die Roh- stahler zeugung 1,72 gegen 1,78 Millionen Tonnen. Die Zahl der Belegschaften erhöhte sich am Schluß des Geschäftsjahres von 66 327 auf 69 989 Mann. Außerdem waren bei den ange- schlossenen Konzern» und Tochtergesellschaften 22 400 gegen 19 500 Personen beschäftigt. Zu dem finanziellen Ergebnis läßt sich erst nach Eintreffen des Geschäftsberichts und der Bilanz Stellung nehmen. Der Roh- gewinn wird mit 44,7 gegen 493 Millionen angegeben und der Reingewinn ist aus 7 gegen 13 Millionen zurückgegangen. Da jedoch die Abschreibungen auf die Werksanlagen um 1,2 auf 10,7 Millionen herausgeschraubt wurden, außerdem im Laufe des Geschäftssahres mehr als 23 Millionen neu in die An- lagen gesteckt wurden, ferner Wertpapiere und Beteiligungen auch einen Zuwach, von 10 Millionen aufweisen, scheinen laufende B«tri«b sg ewi n n» in groß«n Ausmaß festgelegt morden zu sein. Jedenfalls erscheint der um 43 Proz. verringerte Reingewinn bei fast gleichbleibender Produttion und den im Laufe des Jahres zweimal eingetretenen E i s« n v re i se r h ö h u n g en sehr fragwürdig. Wir werden nach Eintreffen des Geschäfts- bericht» auf den Abschluß noch zurückkommen. §m■ 7 OWUWAMW»>- L'.'»v v-v■■ 1•*'' 4--r r-, Zaissn ICeHwer II.-G. Qroßer Inventur-Ausverkauf Gardinen- und Feiisterdekoradonen mit sans bedeutender PreisermäUiguns« direkt aus eigener Fabrik. B dantfUdB�ABU«"4 angestaubte Ware, auch solche mit kl. Webfehlern, werden W l©i© S(©MP?l#5a©Kl nesonders MIBIe abgegeben. 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Jegt wird nochmals von der Opelverwalhmg nachbrücklichft barauf hingewiesen, daß Berhandlungen in dieser Richtung webet stattfinden nod ftattgefunden haben und daß alle Bermutungen über ein Probuftionsablommen und Berteilung der Abfaggebiete beiber Gesellschaften völlig aus der Luft gegriffen feien. für bie Opelwerte läge schon beshalb tein Grund zu berartigen Taßnahmen vor, meil der Geschäftsgang durchaus befriedigend fei, menn sich naturgemäß auch die allgemeine Wirtschaftslage ungünstig bemertbar madje Seit Mitte Dezember habe sich ber Auftragsein gang mefentlich gebeffert für das laufende Jahr fel im Bro buttionsprograman bis 5erstellung non 100 000 23 agen norgefehen Es ist intereffant, baß auch biefe tategarische Erklärung bie Deffentlichtet nicht burdymeg überzeugt hat. So wird von ver schiedenen Seiten bie Berwaltungserklärung von Opel mir als einte tattische Maßnahme angesehen, wobei besonders betont with, baß bas Opeltapital non 60 miffionen für ein fo ftarles Brobuftions programm, mis bas norgesehene, toum ausreichen dürfte. Verschmelzung Henschel- Maffei Sm Lotomotivbau madyt die Fuftonsbewegung weiterhin Thelle Fortschritte. So hat jest ber führende deutsche Lotomotio tongern, bie enfchel A.- G, in Raffel mit ber Mindener Lotomotiofabrit I Maffei-. bie boifige Berichmel. Bung burchgeführt, nachdem vor einigen Monaten zwischen den beiden Berten bereits eine Intereffengemeinschaft torgenommen mar. Bu gleicher Zeit ftehen audy bie Ronzentrationsverhandlungen im Saniel Rongern por bem Abschluß, die eine Sufammen faffung der Lotomotiobetriebe pon Humboldt in Köln( lodnerRonzern) und der Maschinenfabrit lingen in dem Botomotiv bau ber gleichfalls zum Haniel- Stonzern gehörenden oben. Bollern-G. in Düsseldorf zum Ziel haben. 9 Wachfender Außenhandel mit Australien. Der deutsche Außengambel nach den britischen Dominien meist in ben legten Jahren eine fahr erfreuliche Entwidlung auf. Während bei allgemein start er höhter Einfuhr nach der fübafritanischen Union der Untell Broß- Britanniens 1927 non 56,4 auf 44,8 Prozent zurüdging, tonnie bie beutsche Einfuhr mit rund 123 Millionen Mart, gleich 9 Prozent ber Gesamteinfuhr, den britten Blag hinter England und Nordamerita einnehmen und feine Einfuhrziffern gegenüber ben legten beiden Borjahren um fast 35 Prog. erhöhen. Auch die jest befannt gemorbenen Ergebnisse des australischen Außenhandels nom 1. Juli 1927 bis 30. Juni 1928 zeigen eine bebeutenbe Zunahme ber deutschen Einfuhr. Während 1924/25 bie deutsche Einfuhr fich roch auf 45 Millionen Mart bezifferte, hat fie fich im Berichtsjahr mit über 91 Millionen Mart mehr als perboppelt. Damit Lonnte Deutschland fogar die fehr intensive japardiche Einfuhr überflügeln und fteht fest hinter Groß- Britannien, hen Bereinigten Staaten und den Niederlanden an vierter Stelle. Einsendungen für bleje Rubrik find Berlis 6 68 Sindenstraße& für Groß- Berfin ftets an bas Bezirisjefretariat 2. Sot, 2 Szep rechts, ar vidhten 14. Stocks Revils. Mitimad), 16. Samar, 19 Uhr, Sigung bes erweiterten Areisvorstandes im Barteibureau, Redarſtraße Stellungnahme z Steimahl Des Rucjus Cozialbemotratife Elternbeistel beginnt mit am 11. Sanuar, fondern ert am Freitag, 18. Sonaz 20. Areis Reinidendorf. Heute, Freitag, 11. Januar: 23. 4. 196 hr außerschentliche Funktionärstgung bei Gumsmalb, Same. runer Straße 18. 22. ht Renatäin, htung! Pünktlich 20 Uhr bei Senning, Rofegget, Ede Bilhelm- Busch- Straße, Stellungnahme si ben Wahlvorfalägen, Beschlüsse usw. her einzelnen Sablabenbe für die Abteilungsperfanm, Lung am 15. Sahuar Sarius Dr. Schlesinger: Einführung in beg Razgiamus eritmalig am Freitag, 18 Saunar: fonft fortlaufcnh Donnerstags 18%. Seinidendorf- Beft. 139 and rele alle. Birlift 19.45 Uhr im Schollentzug": Abteilunge nerfammlung. Bortrag: Das Bebeproblem. Referent Rebatteur Balf gang Schmaza. Bartelangelegenheiten. Menmahl bez bteilungsleitung Morgen, Sonnabend 12. Januar: Su Simbe", Banke: Sean Bodmer Str. 5. Sizefing Bands bie Subregedichte. Whoabit 1: Schule Belden ferfte. 20. Der gehrling and fein Recht Urns walber Blag: Seim Raftenburger, Ede Behlauer Straße Werden und Ber geben her Geftirne". Selmhoisplay: Heim Danziger Gfs, 62, Bimmer& Auguft Bebel. Rorboft: Seim Danziger Str. 62, Bazade 8, Warum unb mie mandern wir?" Beißenfee: Seim Partstr. 86. Klaffenionof in bet Gegenwart". Andreasplay: Heim Brommnite, L„ Seguale Frager altenplog: Seim gilfiter Str. 45. faidhismus und Kommunismus". Betersburger Biertel: Sein Eilfiter Str. 4 Berbeabend. → Stralaner Biertel: Heinz Goglerftr. 61. Die Jugenbinternationale. Brig II: Hein Chauffeeft. 48. Die gams in ber Bewegung Köpenid: Seim Grünauet Straße 3. Unfere Bilans". Falfenberg: Hein Gutshof. ArbeitsgemeinThatt Baumjoulesweg: Seim Ezuftft 18. Reform und Einheits Beibung. Johannisthal: Fathaus. Unfere Fuhrer". Steptow: Seim Elfenstr. 3. Auf froher Fahrt", Ren- Ridtenberge Sein Hauffstraße. Mensch und Waschine", Zegel: Heim Bahnhoffta. 15. 10- Minuten- Referate Riederschönhausen: Shule Blanzenburger Str. 70. Marcell Salzen- Abend. Rentals IV: Heim Schierteft. 44 Uebungsabend. T Berbebegir! Mitte. Werbebegirlsabend im Seim Bandsberger Str. 50, pintlich 20 ha. Eziheinen allez ft Bit Sämtliche Gruppenveranstal fungen fallen aus! Werbebegir! Webbing( Melteren- Gruppe). Gortfegung ber Arbeitsgemeine fhaft im Seim Geriğim 12. Werbebeziz Metnideudorf, Seim, Reinfendorf- Oft, Bindauer Straße. Sottlegung des Rurfus: Einführung in Sen Sosialisums. ax. Tempelhof. 20 The Funktionärsung in Real Borträge, Vereine und Bersammlungen. Friedrig- Razi, de Berbestraße Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Rreislettertonferens em Montag, 14 Sannaz 19 Sigungsiaal bes Parteinnztenbes, Birbenftr. 3, 4. Sat 3 2. T Bur Tagesordnung ebt bie Regelung wichtiges gefchäftes ngelegen beiten, Berbebeşir! Befren Jungfozialisten. Se gum neuen Besie gehörigen weft Then Gruppen beteiligen fi bolachlig an der Generalversammlung am Sonntag, 13. Sannat, 8 Uhr Dorn, im Gemertidaftshaus Gruppe Süben.. Sente, Freitag, 20 h, im Jugendbeim, Nordfr. 11: Jahresmitgliederper Sammlung. Gruppe Gajöneberg. Sente, Freitag 19% uz, im Jugendheim, Saunt 15. Borinags Birtschaftsbemaltatie. Referentin Rabe Rea Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Rretsleiterf Die Ruhrarbeiterfinber fahren am Sonntag, 13. Sennat, nets 24 h as Bahnhof Friedrichstraße in the Seimat gurid. Bflege eltern weitermetbex, Steglit Morgen, Sonnabend. Treffpunkt 18% Uhr am Rathaus gu Besuch der Boltsbühne. f. Fahrgeld find mitzubringen. Gineberg gue Rindez treffen i torgen, Eonnabend, 14% be em Sobahnhof Sillowtrage zum Theaterbefud Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 108. Ripenid. Unser Genpfe stez Spa. Bahnhofite, 34, ift am 7. Januar verstorben, Chre feinem Anbenten, Beerbigung beute, Freitag, 15% Uhr, auf hem Röpenidez Friedhof, Rubbmez Straße 118. bt. Lichtenberg. Montag, 7. Sanuar, serftarb infolge eines Sets flags anfer treuez, bewährter Genoffe Mag Benet, Bilhelmftr. 70. Chze feinem Andenten, Cinafdetung morgen, Connabend, 10% Uhr, in rema incium Baum juleneg SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für biefe Rubrif ur en bas Jegendiefretariat Ferlin G 68. Einbenffrake 3 Die Eintrittsteries fe, bie Beranstaltung: Dex Esten bez Resolution em Sonntag, 20. Sannar, im Mercedes- Palast in Rentan en umgehenb alle bieilungsleitern ebgeholt werben! Beitragsabrechnungen und Ausgabe von Segen nonen" anb abriter Sagens beste wilden 17 unb 18 Uhr Jahresmitgliederversammlungen heute, 18% Uhr: Samennplays Seim Scherenberg. T Beridanes Biertels Seins Shaun CH 18. neberg 1: Beim Scupift. 15.paziattenbaza: Seim Fafinen& Marienbort: te Soule, Doris L- Bihterfelbe: Sein Worati. 142. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Bidten. Gerd& ftstelle: Berfin& 14. Sebaftian fir 87/38. Sot 2 Ex Ropenid. Der Remerad Dstar Schuls, Ripenid, Bahnhofftt. 84, ift perftorben Beifegung heute, fretag, 15 Uhr, Kirchhof Pubower Straße, Die Ramstaben treffen 15 Uhr Gutenbergftr. 8 Steglig( Octanetein). Seuts, Freitag, 20 Uhr. Jahresgeneralnarfammlung bes Jungbanners in Jugendheim, Albrechtte 7( am Stabtpart). berg Rametabidaft Pothagen. Soyte, Fretag, 20 Uhr, Bollnerfammlung Bei Rohann, Jungitt. 29. Reumabl Erscheinen Pflicht. Siergarten Ramerabschaft Westen L Sente, Freitag, Ramerabinafisverfammlung. Bor trag: 2o sehn Jahren. Peferent Ramenad Bäger. Morgen, Sona abenb. Stepfom. Ramerabfchafi stershof. Ginäfcherung bes verstorbenen Abfahrt Ranteraden Strant 17% When Rramatothra Bamschulenmeg. Bahnhof Adlershof 16.33 Whe Treffpunkt bez Rameraben bes Ortsvereins 17 hr bei Borgmann. Berna Die Rameraben beteiligen fich möglichst 21 Uhr Staften. salreich an dem Stiftungsfeft in Birnid Rubeeriege. tubern in Werners Blumengarten, Oberfooneweide, Ofendstraße, tag, 13. Sannaz. Rreis Ratben. Der usmarsch finbet nicht statt. berg- Friedenau. Achuma, Handpaiptelez! Binti 85 Uhr Eberstraße in Sandballfpfel gegen Ronenid Renton Brik. peranstaltung in Pots, Antreten in Bundesleibung 12 45 Uhr Bahnhof Sermannfizaße.- Bitenberg( Detsverein). 81 Uhe Abfahrt pom Bahnhof Bichtenberg- Friedrichsfelbe, Aventerich ber Samannaft sa Strausberg Bariant mitnahmes. Busheseibung. Räder 18 Uhr Sous Stone Bahnhof Bricht Reinstate Republi. Graziples Feiebrinsfelbe Moog, Sonnabend, ab 14 Uhr trifft fi bis Bichtenberger Mauidaft gum Eindfeßen für Den 1. februar. Sonntag, 18. Jan. Sportslag Fe'ebrio sfelba 9 Uhr treffen fich die eingeteilten Wannschaften aller angeschloffenen Orts neteine sun Cinfchießen für ben 1. Februa Fomeit Stavbe frei bleiben, Seyir.Brik. Zönnen aufte fiegen. Pon 9-11 The Foeken in Schittenhaus Red' He, 10-12 The allgemeinas Bunbeschießen. Strembeza, Coteken auf dem Sieppich Wrteprichsfelbe-Steglik. 10 bis 12 The Sportitegen in Lichterfelbes Gaugenbans. Erscheinen Pfft. Planetarizm. Brogramm vom 8. Bis 20, Sannat. 4 Uhr: Der Stern Fimmel im Binder 6 Uhr: Stars und feine Stätfer 8 Uhr: Berben nb Bergehen der Sterne". Freitag, 11. Senuat, abends 8 Uhr: Das Weltall fre Bimbi Freitag, 18, Samrat, aberbs& Une: onb und Conne". Sonnabends und Sonntags, 18 Uhr: Ausstellung von 300 Simmelsaufnahmen.. Genone Pfarrer Bieter fpeidt am tommender Sonntag, dends 6 Uhz, in bez Srinitatistische au Charlottenburg über das Thema: Die Sterne und bas Echidfal Der Menschen" Bas man gegen Grippe and Jufinanza tun tann, Det namhafte Berliner Saternift Bofelpe Dr. med. Selzer, bee fich auf seine prottische Erfah rungen igen fann, empfiehlt bei bez Beimpfung dieser heimtüdischen Reantheisen befonders hie Bermenbung anzer Mischung von Chinin mii Salian präparaten. Diefe Rombination meifen Sie Togal- Tabletten auf. hie fich foon feit 14 Sabren hemorragenb bewährten, Diefelben enthalten außerdem noch andere Beftandteile, decen uswirtung auf Son Deganismus bisher menig balannt, man, melche aber ha ben Urteilen befandtter Herste bie font bet Bermenbung non Calignlaten auftretenden Sers oper Mager izungen verhindern Es ist also in Sntereffe eines jeben felbft gelegen, mit Zogaleinen Berfum s. machen... Inventur Ausverkauf Preise unerhört billig auf Jeil Verkauf soweit Vorrat! 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Nedmnen lagern unter der AabrUrnark« und i» dsr Mitte fliehen Wüst« uich Gelobtes Land Zusammen. Und wo noch der Preis zu lesen ist, fühlt sie sich am Wirigsten an... Inwendig Regen englische? Garn, Steck�rdeln und FadenzShler. Kenner ahnen den Orient. Und nur stieß diese Landschaft ei» Sehnsucht aus, die»ach tLrkischem Honig schmeckte.--— Der Dampfer fuhr Sichtehohn. Und chxh in de» Dollbürten de: Pilger kochten die Wogen. Mein Rochbar im Zwischendeck träumte sede Nacht von einer Büfettdame und fuhr mir mit der Hand ms Gesicht. An der Käß« feines Eheringes erwachte ich.. Hinter den Kabinentüren und in Rettungsbooten nähten alle!» stehend« Damen ihren Relsebe'awltschasten die Hosenknöpfe an. Im Speifesaal stand tön elektrisches Klavier. Am Sonntag. morgen würde es mit einem Astnrfuch überzogen, und der Postor Sielt davor seine Predigt. Es war Samstagabend und draußen rmddelte das Meer der Lorsokratiker. Ich warf zehn Pfennig ein— aber der Mechanismus stvettte. Wn Morgen sprach der Postor mit«thohten Blutdruck zu seiner Gemeinde: „... Und voll heiligen Zorne? werf« ich d!« Frag« auf Gr schlug mit der Faust auf den War, die Walze erinnerte sich meines Einwurfes und sieh„Wer hat den Käs an den Bahnhof gerollt...7* in alter DolkÄiedweise ertönen. Am sllll, wo Moses im Binfentord gefunden winde, sonne« sich statt Krokodile— Serien von Tanzgirl». Gegenüber Legt ein Restaurant. Die Oberkellner waren ehedem Eunuchen— und bei diesem Anblick weinen sie Salz in das Süßwasi«, Die Pyramiden gehören näher an dte Stadt gebaut. Meiner Reisebegteiterin Franzi war in der. Handtasche der Lippenstift ge- schmolzen. Lntialkohoßker tranken im Angesicht der Königsgräber vier Maß englisches Bier und durch ihr« Lodenjacken tauten die llmrisie der Hosenträger. England und Hitze haben über Aegypten eine Didatur errichtet, die selbst auf Ansichtskarte» u»beschreib- die Anschaffung von Staubsaugern zu h-eantragen. Moses Blum und Söhne sieht man schweigend seinem Schicksal danken, daß es ihn nicht schon vor fünf Jahrtausenden«n diese Stell« geworfen So!. Damals hätte er mit de« Kindern Israels den Reubem Eheops errichten mllsien— heute leitet er den Aufbau der Eommandftossslkschaft unter Eeschäftsmrfsicht. Bon der Plattform der höchsten Pyramide ertönt ma Plwnschem Mzem: �Glück, Glück. Glück... Last« lue Sorgen zu Haus.. S Leise werden derw Reiten di» Brieftaschen von dam Gte�unges. aus den Röcke» der sphinxberauichten Oberlehrer gezogen. Und eine Reisegesellschaft rauft sich um einen Haufen Kamelmtst. der, im heimatlichen Rachtkästchen verwahrt, noch ruch Jahren alle Reise- andenken an Frische der Erimlerüng übertreffen soll.— Weit nLaufwärts klebte an einem ArabejAorf«in Lilnanaden» stand. Kokaobraun starrte eine Woe mit drei Zentner Lebendgewicht heraus. Bielleicht hatte sie noch nte Deutsche in Wickelgamaschen gesehen. Zäh zog sich mit ihr eine Dersiändignng hivt Plötzlich schreit sie:.De» seld's fa aa Boy«n— und i bin von Ingo!« stadt.. Bor dreißig Jahren haste sie auf dem Münchener Oktober, fest einem türkischen Fetierfresier Müschen Grasboden und ZeVwand ihre Ehre hingegeben. Orientalisches gab es damals in München nur auf Kaffeetosien aufgebrannt zu sehen. Und sie folgte ihm nach Stambul. Alexandrien und den Nil hinauf. Er verfchwemd wieder spurlos nach Europa, und sie blieb bei den Limonaden zurück. Jetzt sieht sie jeden Weißen mit jenen oktoberfcsttichen Lücken an— aber kein Grasboden mW heute mehr zu ihren Füßen grüne», Jedes Reisebuch warnt vor dem Besuche de» Fischmarktes von Kairo— in Damenbegleitung. Alle konfiszierten Stellen, aus 1001 Nacht muffen hier Plastik geworden sein. Dieses Eldorado deutscher Staatsanwälte mußte durchschnüffelt werden. Lengsilich nahm ich einen Dragoman an die Seite. Mein« Franzi prickelte wie ein frifchgeöffnetes Sodawasser...Sie zufrieden er zufrieden— sei» Haus, good Hau»— tea Wimet kost five PUster... und Sie zufrieden— er zufrieden in feine Haus...1 So tatec «siantmg... groß mit zwei Augen machen...1' Die Liebesgasien. de? ganzen Erde verengten sich zu einer einzige».„Ob es' nicht doch zu saftig würde— für eine Dw».. stutzte meine Begleiterin am Torbogen. „Gommen Sie... Sie zufrieden,'er zufrieden...N Wir gingen unbewußt auf de» Zehenspitzen. Wir schwitzte« vor Er» Wartung. Durch die Wände tropfte silberne Musik. Eine Frauen- hcmd schlug«ine Gardin« zurück. Und wir sahen— durch Glüh. birnen beleuchtet— die„Flucht nach Aegeypten' als Krippe auf» gestellt. Der Esel nickte ausgezogen mit dem Kopf, die Gipsschlange wedelte— und im Vordergrund war ein Rasierspiegel zum Toten Meer umgearbeitet. Alles einen Meter Zwanzig lang und siebzig Zentimeter breit. Dazu«ine Spieldose mit der Lorelei.. J Am Morgen starrt« ich zur„Flucht aus Aegypten�... Da, Gelobte Laich schlägt die Augen auf... Hosianna.. J Pro Stück Orange fünfundzwanzig Pfennig... Peveotl Es riecht nach Mischen Feiertagen und Filmzelluloid.. J Die Besucher von Ben Hur suchen nach ihren Sjel&m. «So wundervoll wi« im Kstro...1* „Oragotnan. welche» Weg ist Christus gegangen...? Und wo hat er zuletzt geschlafen...1' „Hier die Via Dolaroja und dort der Oelberg...N .Ach. wo— ich mein« doch den Filmstar Christus... Was. Sie kennen nicht den glänzenden Schauspiel«:-- 1 Das war dach Jerusalem, wo gedreht wurde.. Ein amerikanisches MBxhenpenstoinrt vergißt« de» heiligen Brunnen den Five o' dock urtt) schläft auf Rosen von Ierichom. Thevlozieprosessoren lassen sich von mohammedanischen Fremden» fühvern durch das Leiden Christi geleiten. Und m lltazarech suchen zwei Dresdnerinnen in der Wertstätte Josephs die Hobelspäne und den Lehrbuben. Drei Bayer» nertorffen in Kanaan. Und das Wunder der Hochzeit wäre ihnen gleich gewaltig erschienen, wenn der Herr hier Wein in Wasser nermavÄslt hast«. Moses Reisebureau verbrauchte für den Zug durch die Wust« vierzig Jahre.— Cook schaukelt die Sache heute in etlichen Stunden. Christas ist auferstanden— und das Gelobte Land hat die. Tempelszene mit den fliegenden Händlern vergesse». Dafür sitzt England an der Kasi« und grinst. Und der Orient ist ein« Dattelschachtes. Und türkischer Honig klebt... Bald wird alles Mferanen Luna-Park heißen... Streichelt die KamÄe, solange sie warm find. Und wenn die Sahara vom Konzern zoologischer Garten- bescher als Streusand für die Raubtisrareagen ausgekauft ist, wird gute Wüst« teuer. Leise spitzt der Orient sein« Rache. Wie Dte-slifte.. J In einem arabische» Cafe ging mir der Vakschisch au». Da umringten ein Dutzend M-slins meine Begleiterin und streichelten ihr revanchelüstern hvs Stella an die Götzens Antwort adressiert wird. Und der Orient hat sich C?irspa gegenüber schadlos gehalten. Seitdem aber fühlt diese Dame ihre Äpzelld lädiert— und im nächsten Jahr will st» wieder zum PreiselbeorpfÜicke» gehe»— tief te den Bayerisches Wald hinein...>üläd j«' ariit. j* SprackmerkwürdigkeHm Gegenüber der Buntheit der orientalischen Sprachen mit ihren alten ehrwürdigen Liter atardentmatern scheinen die europäischen Sprachen wenig Interessantes zu bieten. Tatsächlich aber findet man gerade bei den Sprachen Europas «n» Fülle von Problemen und merkwürdigen Tatsachen- Fünf gang verschiedene Sprachstämme und ein« für sich stehend« Sprache, außerdem noch ein« alte bis jetzt unentzifferte Sprach« sind in dem kleinen Europa vertreten! Schon die bloße Aufzahlung aller Sprachen würde einen längeren Zsrtitel füllen. Ich führe deshalb hier mir einige besonders interessante.Merkwürdigkeiten* vor. We schon ein Blick auf eine Sprachentarte zeigt, ist die Eprachennüschung ungeheuer groß: es gibt nur sehr wenige Sprachen, die«in zufammenhänzendes Sprachgebiet bilden viel häufiger ist eine Attaeinanderreißung durch andere dazwrfchenge» schoben« Sprachen oder die Verzettelung in viele kleinere Sprach» tnsel»(man beachte d« vielen deutscheu Sprachinseln in Ost- und Süd- josteuropa). Ferner ist bemerkenswete, daß es mft Ausnahme Portugals und Wbantens kauten«urvpäsfchen Staat gibt, der nicht fast recht zahlreich«) anderssprachige Minderheiten hat. bTirf Hein in Europa am meisten verbreiteten indo-germa- »i scheu Sprachstamm sei hier angeführt, daß wir in Griechen- lond die einzige Sprach« Europa» haben, in der für die Schrift- spräche an einer toten Sprache, nämlich der über 2000 Jahr« alten tlassilche» griechischen Sprach«, festgchalten wird. Das betrifft hauplsächfich den. Worte und Fopmenschatz. denn die Laut» stich auch hier neugriechisch Das ist also annähernd so, als würde«in -auf spanische Weis« ausgesprochene» Latein tU Schriftsprache Vpa- Äten« fein. Die neugriechische Volkssprache hat während der flawi- scheu lleberslutung m der Bölkerwandenmgszeit viele slawische Kehlnswörter«ijgenomweu und die Snmrmfii nmmnfocht Die herrschenden Kreis« Griechenlands dagegen bleiben kramphast bei der Sprache Ptatos stehen. Um diese Sprachenjrag« sind in Griechenland scho-n heftige Kämpfe geführt wojsden: der Streit dauert je- doch noch immer an.— Aus der großen Reih« der cais dem Volts- lateiu we-'tergebWeten romanischen Sprachm heb« ich das alter- tLmsiche Sardiitlsch« heraus, dessen einer Diateft. das Logu- dsresisch«, noch heute ojtes lateinisches K vor e und i als k bewahrt hat.(linfere höheren Schulen holten noch heute zum Test au der für das klassische und nachklafsische Latein falschen Aussprach« des ct, von denen das Baskirische mit lü Millionen Sprechern, da« TichtuvaschÄche und das Krimtürkische di« wich- tigsten such Dies« Sprachgebiet« bilden eigen« Sowjetrepubliken innerhalb des Verbandes der Sowfetanion. Es dürft« überraschen, daß auch der mongolische Sprachstamm in Europa vertreten ist. tiämüch durch das Kalmückisch«. Zlu» der eigentlichen Heimat in Mfttelasien ist«in„Häuflein Kalmücken weft nach Westen verschlagen worden, es firil etwa 123000, die westlich von der unteren Wolga bei Astrachan leben. In de». Pyrenäen wind eine mit keinem uns bekannten Sprach- stamm in Zusammenhang stehende Sprache gesprochen, das Bas- tische Es ist die Fortsetzung der allen Sprach« der iberischen Ureinwohner in Spanien, die uns leider meist nur durch Eigen- namen bekannt ist. Es gibt heute noch etwa 000000 Basken. In- teressant ist d>e Pluralendmig k, di« mir an Finnisch-ugrischen und auch im Armunifchen wiedersniden. Interessanter noch ist die Art der Zahlenbildung. So heißt 2 bifga), 3 hiru(r), 4 Lauft). 10 (h)amar, 20(li)ogei, dann 30 hogei eta(und) hamar, 40 berro- gei, 30 berrogei eta hamar, 60 birurogei, 70 hirurog« eta hamar, 80 lant'ogei, 90 laurogei eta hamar. Ma« steht 40, 60 und SO sind hurch Multiplikation von 2, 3, 4 mit 20 gebildet, bei den darauffolgenden Zehnern wird einfach 10 addiert. Wen er- innert das nicht an das französische sobeante-dix. quatre-vingt, quatre-�-ftigt�fix. Im Altfranzösifchen mar feie Zwanzigeoz�lnng noch viel ausgedelmier, man zählte bis dix-huit-viagts. Än All- prvoenzialifchen kommt qnatre-vint vor. Di« Zwanzigerzählung findet man übrigens noch bei anderen Völker» vor, auch im Deut- fchsn haben mir einige dazu gehörend« Ausdrücke: Siiege(20 Stück), Schock. Großhundert(120). Die romanische Sprachwisienschaft nimmt nun einen Zusammenhang des Französischen hiermit an; durch den Handel mll den ftiormanr.cn wäre das Großhundert den Fran- zosen bekannt und dann, als weiter ausgeführte Zwanzigerzählung nachgeahmt morden. Di« DeThäitnisss im BaSkifchen scheinen den Sprachforschern de» Romanischen gang unbekannt zu fem, trotzdem hier wirklich«in klares Vorbild für französisch quatre-vingt usw. vorliegt, wogegen«5 in den germanischen Dialekten durchaus daran mangelt. Ich persönlich neige deshalb mekn dazu, allen iberischen. d. h.«llbaskffchen Einfluß mrf di« frmtzösischen Zalllen auzunehinen. Das alle Etruskische m Aalten, von dem wir eine Meng« aklecküngs nur kleinerer Inschriften tute zwei größer« Texte auf den berühmten Agramer Viumienbüteen besitzen, ist bisher trotz alten darauf oerwalteten Scharfsirms noch unentziffert. Nach n«ioren Keilschrdftsnnden scheint es inft dem alten Lydischen in Kleinasien ztrsannneuzichängen. Hoffentlich gelingt«s durch weitere Kellschrist- ftute««telich, das Rätsel des Etruskifchen zu lösen. fts-rch der semüischc Sprachstamm ist in Europa vertreten, näm- sich durch das Maltesisch« auf der Lnfol Malla. ein arabischer Direkt, der viel« italienisch! Wörter aufgenomn«n hat. Wieder verfchwmteen ist das Arabische aus Spanten, wo es zur Zell der Maurenhevrfchäfk vöm achten Iahrchnteert bis 1492 blühte,� Ve- tzsuteitee Erzeugnisse der arabischen Literamr wurh«, in Spanien versaßt. Di« glänzendste Literatur cpachs des jüdische« Mittelalters war ebenfalls in Spanten. Nach dem Jahr« 1000 etwa wurde Übrigens der größte Teil der hebräischen Bücher des Mittelalters und der Neuzeit, also das sog um ante jüdische Schrifttum, in Eft- ropa abgefaßt. Erich Pagel. IVte SpMemien enMehen Die Manschheit ist zu allen Zeiten von schweren Seuchen, heim- gesucht worden und sie stand diesen..GeifÄn Gottes* lange Zell machtlos und verstönhnislos gegenüber. Erst der modernen Hngiene ist 63 gsglückr, gewiss« Gesetze in deip Werden und VeogehsN der Epidemien aufzuzeigen, deren Kenntnis für uns von großer Wichtig- teit ist. besonder» jetzt, da die Grippe wieder einen Jeuchenaxtegen Charakter anzunehmen droht. Der HyMemker der Breslauor Umversttät, Prof. Karl Praus» nttz, weftt kn einem Aufsatz der.Umschau über»e Fortschritte in Wissenschaft und Technik" auf diese jüngsten Erkenntnisse hin, die vesonhers durch den Ttemerluch gewonnen worden sdrd. Man toh- cchjete bei dner grc&ertn Anzahl von Mäusen, dt» in etr.AN Käsig gehalten wurden, die Entwicklwrg einer künstlich unter ihnen her« »orgsrufsne« Seuche. Es zeigte sich, daß dte Seuche fcheftrhar sr» losch, nachdem st« ein« Zeitlang gewütet hotte Tatsächlich aber befand sich die Levölkerunz de» Kä'igz in öftrem anderen Zustand als vor dem Begian der Krankheit. Die Tiere blieben well« in- fiziai, denn es fanden sich unter ihnen„Dauerausscheider� von Bakterien. Doch war nach dem ersten großen Angriff der Seuche eine Art Gleichgewicht zwischen der Devölterung v.nb den Krankheft»- «rregern hergestellt. Dies Gleichgewicht wurde gestört, wenn frisch«. mchi durchseuchte Individuen hinzukomen. Mm, verm'itete zunächst. daß das Wiederaufflockern ber Epidemie durch die stärkere„Viru- lenz*' der Bakterien hervorgerufen wurde; es zeigte sich aber dann. daß das erregende Moment in der„Infektionsdosis" lag. d. h. in der Zahl der Bakterien, die in dm Korper gelangen. Es ist bei den meisten Erregern«ine sogenannte„kritische Dosis* nötig, tun überhaupt die Krankheit auebrechen zu lassen. Die Menge der vor- handenm Ballerten beeinflußt dm Verlauf der S euch eue»twicklung beim Tier wie beim Menschen. Je mehr Personen erkranken, desto mehr Krankheitekeim« werden ausgeschieden, und desto wahrschein- licher ist es, daß die bisher Gesunken eine zur Erkrankung hin- reichende Vokterimzahl onfnehmm. Dabei spiell allerdings die Mderstandskraft des Einzelwesens eme wichtige Rolle. Die„kritische Dosis* ist bei dm TterM durch- au» nicht stets die gleichst sondern es gibt stet» Indivftmen, die das Pielsach« der nentwlan kritischen Dosts, die bei der Mehrzahl tvd- sich wirkt, anstandslos vertragen. Es ist nun im Tierversuch gelungen, die durchschnitillch« Wiberstarrdskraft durch geeignete Maß- nachmm zu erhöhen, ja, sogar ganze sstasfen von erblich erhöhtcr WcherstandÄkraft heranzuzsichten. Diese inKiprduelle Widerstand?» traft des el;�elnsn gegen die Krankheit kann auch durch ungunstige EwflÄse herabgesetzt werdm, so durch Hunger, ungenügende Cr» nährung, lleberanstrenguNg, Abkühlung usw.; selbst die Wohn- Verhältnisse faltet ins Gewicht. Es ergibt sich dar au? für den Mmschsn, Jtaß zur Sekännjfuna der Infeküonskrankheiten die Schaffung günstiger hygienischer Lebensbedtngungm«ine der wich- tigstm Mohregeln darfirift. Gute Ernährung, gesund- Wohnung, Sauberkeit und Körperpflege, Licht und Luft, maßvoUe körperliche Betätigung''. Aach d« künstliche Schutzimpfung, tri« jetzt in immer größerem Maßstab durchgeführt wich, bringt viel Segen, wta so aitaerersmts die natürliche Infektion durch die Krankiteft dem, der di« Seuche überstand«! hat,«rhsbliche Lorteile bietet. TIETZ Seifches Sleisch Billige ebensmittel 80 Preise nur Freitag und Sonnabend Verkauf sowelt Verrat Leipziger Str. Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Ail ance- Str. Wilmersdorfer Str. Brunnenstr. 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