Morgenausgabe Ar. 19 A 10 46. Jahrgang 3.60 Bichentic 85 Bt. more tum voraus zahlbar. Boftbezug 4.32 2. einfo! Seftellgeld. Auslandsabonne ment 6,- pro Monat * Ser Borwärts erident mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Des Abend". Illuftrierte Beilagen Boll und Zeit und„ Rinderfreund". Fernee Unterhaltung und Biffen. Frauen ftimme. Technit". Bid in bie Bucherwelt und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 12. Januar 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. De etateelttee Ronpareillezetle 40 Bfennig. Refiameteile& Reichs mart Aleine Anzeigen das ettge druete Bart 25 Pfennig( zuläffig zwe Fettgebrudte sorte), jebes weitere Mort 2Bfennig. Stefiengefuche bas erite Bort 15 Bfennig, tebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sablen für zwei Borte. Arbeitsmart Beile 60 Pfennig. Famillenanzeigen für bonnenten Zeile 40 Pfennig. 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Wieder einmal muß eine Regierung, an der die Sozialdemokratie führend be teiligt ist, die böse Erbschaft liquidieren, die Rechts regierungen durch sorgloses Berhalten hinterlassen haben. Man fann nicht oft genug befonen, daß die Notwendigkeit, Dedung für einen Fehlbedarf von rund 700 Millionen Mart zu beschaffen, auf die restlose Berausgabung von Reserven durch frühere Regierungen und durch das automatische Steigen der Reparationslasten hervorgerufen worden ist. Die gegenwärtige Regierung hat das Defizit nicht hervor gerufen, fie hat es porgefunden. Daher fann man ihr auch keine Vorwürfe machen, daß die Borlegung des Etats an die gefeßgebenden Körperschaften fänger gebauert hat als in früheren Jahren. Dieser be dauerliche Zustand tritt übrigens an Bedeutung hinter die Notwendigkeit zurüd, ben tat unter allen Umstän ben zu balancieren und Deutschland gerade im Hinblid auf die schwabenden Reparationsverhandlungen vor dem Borwurf des Auslandes zu bewahren, es tue nicht alles, um feine Finanzen in Ordnung zu halten. Selbstverständlich entspricht der neue Etat dieser Anforderung, er balanciert mit etma 9 Mitti arden in Einnahmen und Ausgaben, Gegenüber bem Haushaltsplan des ablaufenden Gtatsjahres gab fich ursprünglich die Notwendigkeit, einen Fehlbedarf von über 700 Millionen neu aufzubringen. In langwierigen Berhandlungen mit den einzelnen Refforts ist dieser Jehlbedarf auf rund 500 millionen herabgedrückt warden. Zu diesem 3med murden 2b. striche im Haushalt des Reichswehrministeriums und des Reichsvertehrsministeriums vorgenommen, aber auch Renderungen an den Fonds, die das Reichsarbeitsmini. fterium und das Reich sinnenministerium verwalten. Zuverlässige Einzelheiten über diese Ersparnispolitif, ihren tatsäch. lichen Umfang und ihre Bedeutung fehlen noch. Das gleiche gilt von den Borschlagen, die das Reichs. finanzministerium zur Dedung der restlichen 500 mittionen gemacht hat est steht lediglich, daß diefe 500 millionen aufgebracht werden sollen durch eine Erhöhung der Biersteuer im Beirage von 165 millionen Marl, burch eine Steigerung des Gr. trages des Spiritusmonopols in Höhe von 90 Milonen Mart. Außerdem soll die Vermögenssfeuer um 20 Brnz. erhöht werden, was einen Mehrertrag von 104 millionen Mark jährlich bedeutet. Bei der Erbschaftsfleuer find Verschärjungen geplant. Bor allem ift an die Wiederbesteuerung des Gattenerbes gedacht, also ant die Befeitigung der berüchtigten, im Jahre 1922 entstandenen Leg Stinnes, movon im ersten Bahr bereits ein Mehrertrag non 20 millionen erwartet wird. Schließlich so auch die Boff, deren Finanzlage fich günstig entwidelt hat, ftatt bes bisherigen Zuschuffes von 100 Millionen einen Zuschuß von 126 Millionen an die Reichstaffe leisten. Sodann mito eine enderung des Finanzausgleichs in der Meise norgeschlagen, baß das Reich neben seinem Anteil von 25 Brez an der Einkommen und Störperidyaftsteuer einen meiteren Betrag von 120 Monen erhält Poincaré will bleiben! Wegen der internationalen Verhandlungen:- Antwortrede an die Linke. Baris, 11. Januar.( Eigenbericht.) | Heute molle man der Regierung den Kredit entziehen, und zmar in dem Augenblid bes Beginns wichtiger Berhandlungen us melchem Grunde? Darüber müsse die Opposition Aufklärung geben. Der Ministerpräsident ließ dann auf die Frage zur Berteidigung feiner Politit wieder einmal eine feiner bekannten Schilderungen der non der Nationalen Einigkeit" bisher erzielten Resultate følgen. Niemals habe im Kabinett die geringste Misstimmung geherricht, his magen der Artikel 70 und 71 Meinungsverschiedenheiten( liber die Miffinnare) entstanden seien. Mehrere frühere minifter feien der Ansicht gewesen, daß diese Artifel in vielen Buntien un annehmbar seien. Das Kabinett habe sich thres Ansicht gefügt. Der Ausgang der Debatte über ble allgemeine potitif der Regierung ist bereits am Donnerstag durch die Ertlärung des Ministerpräsidenten, daß er unter allen Umtänden auf seinem Poffen durchhalten wolle, enfile. den worden. Da Poincaré im voraus einer Mehrheit, wenn auch nur von wenigen Stimmen, sicher ist, wird er wieder eine Zeitlang auf seine Weise regieren fönnen. Die Deballe war trotzdem nicht vergeblich. Sie hat durch eine reinliche Scheidung der Geister eine klärung der Situation gebracht. Der ausgelprochenen Rechtsmajorität, auf dle sich das Kabinett stüht, steht die Cinte in gefchloffener & ampfftellung gegenüber. Der Schwerpunft der Kritif des Sozialisten Frossard lag nicht darin, daß die Regierung ein' Zwei Jahre lang habe das Kabinett ber Nationalen falsches Programm verfolge. Es ift die von Poincaré fünftlich ge- Union in nofter Einmütigkeit bestanden, bis plöglich in brauchte Formel der Rallonalen Einigkeit" und die aus ihr fol. den Barlamentsferien Schwierigkeiten wegen der Wiederzulaffung gende weideutigkeit der Lage, gegen die der sozialistische Abge- der Missionsgesellschaften nach Frankreich entstanden und der Kenordnete sich wandte. Es ist nötig, daß in diesem Hanse sich eine greß der Rebifalen in Angers die Einigung zerstörte Es sei ihm Mehrheit bilde. Dieses 3lel der Opposition ist durch den Berlauf persönlich sehr peinlich" gewesen, eine neue Regierung ohne der Debatte auf jeden Fall erreicht worden. Es ergab sich die Be- die Radikaten, denen er vier Size angeboten habe, bilden zu müssen. stätigung deffen, was Bancout und Jouhaug mit ihrer De- Er habe sich aber in das Unvermeidliche gefügt. Es sei fali z mission aufgezeigt haffen. Frankreich befigt eine Rechtsregie. behaupten, daß er ein ampffabinett gebildet habe. Boincaré rung, wobei es nichts ausmacht, daß die Furcht vor der bemüht sich dann, die Loyalität feiner Rechtsminister zu beweisen. Opposition eine gemie zähmende mirtung auf manche ein Bemühen, das ihm zahlreiche e nergische 3mijchenrufe pon den Linten und einen furzen Wortwechsel mit dem sozialistischen Herren der Rechten ausübte. So freundlich deshalb die Interpellationsredner auftreten, die Rüdmicfung dieizs Schauspiels einer bgeordneten Grumbach einbringt. gefchloffenen Opposition wird im Cande zu spüren sein. Die Rechte hat verkündet, daß die Linksparteien den Sieg wollten, um hinterher vertünden zu können, daß fie geschlagen wurden. Ju Wahrheit halfe die Linte eine weitere Etappe zum Siege durchschriften, und das ist schon viel. Die Fortsetzung der Debatte wurde am Freitag eingeleitet birch den Raditalen Berthod, der im Auftrage seiner Gruppe deren Stellungnahme begründete.. Berthod erklärte, die Radikalen hielten heute den Augenblick zur Zurüdgewinnung ihrer Aftionsfreiheit für gefommen. Aber sie feien bereit, die Regierung im Hinblick auf die kommenden außenpolitischen Berhandlungen zu unterstüßen, trotzdem sie seit 1926 für diese Unterstützung schlecht belohnt worden seien. Der Burgfriede aber bestehe nun nicht mehr, insbesondere nach dem Borstoß der Regierung in der Frage der Laiengefeggebung. Was die Missio nare betreffe, so sei die Partei zu Zugeftändnissen bereit, aber man dürfe den Unterricht der lehrenden Orden nicht gestatten. Als Berthod weiter erklärte, der Außenminister fönne bei seiner Friedenspolitik auf die Radikalen zählen, rief Briand, der Ministerpräsident und er feien einer Meinung her, erwiderte der radikale Abgeordnete, der Ministerpräsident und feine Mehrheit sind nicht einer Meinung. Ein Bewels hierfür feien Ertlärungen von Führern der Rechten. Gewiß sei hierfür die Regierung nicht verantwortlich, aber man führe in Deut. land die Bersohleppung der Berhandlungen auf den Eintritt der Rechten in die Regierung zurüd. Berthod tam dann auf die Kampagne gegen das Parlament zu sprechen und fragte, mit meh demn Poincaré die republikanischen Institutionen verteidigen wolle. Die Radifalen hätten teine Einwendungen gegen die Person Boincatés, aber man müffe wiffen, ob die mehrheit des Hauses derjenigen des Landes entſpreche, die fints set. Berthob lehnte schließlich nochmals die Zusammen arbeit der Rabifalen mit ter Redalen ab. Nach der Rede Berthods, bie im ganzen Hause fehr starten Cinbrud hinterließ, ergriff fofort Ministerpräsident Poincaré Das sind einstpeilen nur Barschläge des das Mort. Poincare wies gleich zu Beginn seiner Rebe darauf hin, Reichsfinanzministers, die als Grundlage für eine baß die Regierung ja noch gar nicht ihr Programm eutidelt Berständigung im Reichsfabinett gebacht sind, damit unab- habe. Benn eine Mißftimmung in der öffentlichen Meinung be hängig von der etwaigen Umbildung und Befestigung Reichstehe, so mußten die unklar gebliebenen Bunfte aufgeflärt werden. rat und Reichstag möglichst bald an die Bearbeitung des Etats herangehen Lönnen. Ob das Reichstabinett diesen Borschlägen zustimmen mitb, ob sie später eine Mehrheit im Reichsrat und im Reichstag finden werden, ist außerordent lich fraglich. Gegen bie Erhöhung der Biersteuer opponiert in schärffter Weise die Bayerische Boltspartei. Auch andere Barteien haben starte B benten, ob sich eine fo mejenilide Erhöhung der Biersteuer im jezigen Augenblic rechtfertigen last. Gegen die Erbschaftssteuer und gegen die Vermögens Steuer ist die Gegnerschaft in allen bürgerlichen Parteien noch größer. Schon im gegenwärtigen Stadium bezeichnen bie Rechtsblätter die Aenderung der Erbschaftssteuer und die Erhöhung der Bermögenssteuer als untragbar und undistutabel! Auch die Sozialdemokratie hat den Bor Ilägen des Reichsfinanzministers gegen über völlig freie Sand. Es ist anzuerkennen, daß die Dedungsvorschläge das sichtliche Bestreben nach einem Ausgleich der verschiedenartigen Intereffen zeigen. Die niel. fach geforderte Erhöhung der Umfassteuer um Broz, bie fogar von vielen Länder und Gemeindevertretern befür wortet wird, wird nicht vorgeschlagen. Aber auch wenn man bas Bier als entbehrliches Berbrauchsmittel anfieht, muß man gegen eine jo erhebliche Erhöhung der Besteuerung gewichtige fachliche Bedenten erheben. Um so mehr, meil die Berschärfung der Bermögens- und Erbschaftssteuer fein ausreichendes equivalent ist und die sonstigen Lüden im Befizsteuersystem nicht ausgefüllt werden. Einftmeilen muß man jedoch abwarten, was das Reichs tabinett mit den Borschlägen des jozialdemokratischen Reichs Endlich tommt Boincaré auf fein Reformprogramm gu predjen. Aber nocy muß er erft cine prinzipielle Grtlärung abgeben: „ Eine Krife im gegenwärtigen Augenblid wäre un angenehm, betout er. Aber fie müßte piel schlimmere Folgen haben, wenn sie erst in einigen Wodyen ausbrüche millen in die Bet. bandlungen der Sachverständigen hinein. Die Kammer muß also heute abend noch flar und deutlich sagen, ob sie der Regierung folgen mill oder nicht." leber einige menige Punkte fönen und müsse man sich einigen, und zwar zunächst über die unbedingte Notwendigkeit, die Repu blit und das parlamentarische Regime gegen alle ngriffe zu verteidigen, moher fie auch fämen. Better töme es die Regierung nicht zulaffen daß die Souveränität des Staates dem Barlament gencammen und von irgendwelchen Gruppen oder ufurpiert würde. Der Staat refpettiere jebe religiöse Ueberzeugung, Berbänden und feien es selbst die Beamtenverbände aber er werde dabei nicht an die Laienschule rühren laffen. Für das Budget non 1980 stellt Poincaré Steuererleichte rungen in merklichem Ausmaße fomie Erhöhung der Beamtengehälter und der Pensionen in Aussicht. In diesem Zusammenhang streift er furz den Stanbal der Gazette du Franc" und erklärt: Es müsse restlose flatheit geschaffen werden, um zu zeigen, daß niemand von den Parlamentariern kompromittiert sei. Boincaré zählt down weiter die übrigen Programmpunkte auf, unter denen auf wirtschaftlichen Gebiete nor allem amei wichtige Gesetze zu erwähnen sind. s gelte vor allem die Zahl der zwischenhändler milfchein Produktion und Verbrauch zu vermindern und im Intereffe des fogialen Friedens ein Schlichtungsgefeß ai fchaffen, bas die Schlichtungsverhandlungen bei jeder Streitigkeit obligatorisch mache. Boincaré geht mm zur ausmärtigen Bolitit über imd erfart hier zunächst, daß es niemals einen Gegensatz zibilchen ih und Briand gegeben habe. Er entwirft dann ein ausführliches B der Berhandlungen, die in Genf gur, Borbereitung der Revision bes Damesplanes geführt worden find. Gr erflört melter, er habe Bie franzöfifche Regierung nicht blind in diese Berhandlungen, hineingehen laffen mallen. Deshalb habe er darauf bestanden, daß die Amierten sich über ihre Mindestforderungen einigten, von denen Frontreich die Annahme des Sachverständigengutachtens abhängig machen meiffe. Er selbst habe für Frankreich dieſe Forderungen bereits in feiner Rede in Carcassonne betonitt gegeben: finanzministers beginnen wird. Da die legte Entscheidung mehr als jemals zupor im Reichstag liegt, so wird die Sozialdemokratie alle Anstrengungen machen, um die Moffen des heutschen Balles über den Ernst der Gesamtsituation und über ben Ernst für jeben einzelnen Arbeiterhaushalt zu unter. richten. Die Maffen des deutschen Rolfes, die feit gefn Jahren ungezahlte Opfer für Reich und Bolt gebracht haben, haben ein Recht darauf, daß ihre Interessen besonders geschüßt werden und daß die durch eine sorg fole Finanspolitik des Bürgerblods' veran laßten neuen Steuern nicht zu einer Bermehrung derjenigen Laften führt, durch die die soziale Not verschärft und die Lage der Maffen erschwert wird. Die südslawische Diktatur. Mtimatum an die Parteien. Setgrafc, II, 3 laubni« o« r b o t e n sind. Wir lassen un» in keine Erörterung des neu geschaffenen Zu- stände« und der Verordnungen«in, fondern erachten es nur als unser« Pflicht, alle Parteigänger von diesen neuen Verhältnissen in Kenntnis zu setzen. Wir können jedoch nicht darüber hinweg, ohne daß wir die Parteigänger und die Heffentlichkeit darauf aufmerksam machen, daß die Naffenoewußten Arbeiter leine Verantwortung für die geschaffene tage im Staate tragen. Wohl aber trifft die Schuld ipi-.h olle bourgeoiseu 5 komme« Parteien. die blind für alle« ander«, mit unerbittlicher Konsequenz das Per. fassungslebea zur Katastrophe geführt haben; dafür. diese allein tragen die Verantwortung Indem wir die Parteigänger auf die neuen Verhältnisse auf. merksam machen, rufen wir sie auf den schönen Idealen des So- zialismus treu zu bleiben und in diesen schweren Tagen den festen Glauben in unsere lichte Zukunft zu bewahren. eauderparkeiausschuß der Soz Part. Zug. für Slowenien. »Kroatien unter Oikiatur. Z?r»efzensiir- Paßverweigerung- Llnierdlückvng. L vdapest. lt. Zanuan- v« Sroakenführer M o t s ch e k äußerle gegenüber dem Sonder. berichte.-statter des»Petit hklttp". es fei eine Torheit, lhm eine Aevherung zuzuschreiben, als ob die Kroaten mit der jüngsten Wendung zufrieden wären. In Kroatien und im Generalstab fei die Plei- tmng allgemein, daß die Diktatur sich gegen die Existenz des Kroalenlums richte. Auf serbischer Seite gebe es kein einziges Mit- glied dcx Regierung, das parle! politisch nicht exponiert wäre. Am dem Ausland Sand in die Augen zu streuen, habe man auch drei Kroaten ins Kabinett aufgenommen, die tatsächlich außer- halb jeder Pa.tei stehen. Die Ernennung Churluga» zum Finanz. minister betrachteten die Kraaten als P r o v o k a t i o n. Er fei von Serbien zum Finanzminisier bestellt worden, well man glaube, daß eine Aurlandeaoleihe leichler zu erlangen fei, wenn man sagen könne. der Fiaonzmlnisler fei Kroate. Die Kroaten erklären der Well, daß sie die Anleihen der Diktatur nicht anerkennen. Vee- psiichlend für Krakico ist nur eine vom kroatischen Sabor beschlossene Anleihe. Die Kroaten fühlen iastioktlv. daß die Diktatur sich gegen ihre Selbständigkeit:;, und Freiheitsbewegung richtet. Sie wissen recht gut. daß schwere Tage folgen werden. Es handelt sich jedoch um einen letzte« Unterdrückuags oersuch, mißlingt dieser, so wird es ke-u Mittel mehr geben, um die Kroaten in, Süd- slawenskaat behalten zu können. 3m Agramer vezirk wird V r i e s. Zensur ausgeübt. Den Kroaten werden Aurlaadrpässe verweige' t. Seit der Ausrufung der Diktatur ist Kroatien gcradeza Hermet fch von der Außenwell abgeschlossen. Deshalb vermag die Dikls- kur im Aurland Nachrichten über die Freude der Kroaten zu ver- breiten. Die Kroaten wissen, daß die Diktatur teinen provisorischen. sondern dauernden Eharakter hat und den Awe� verfolgt, mit HUfe des Absolutirmu» zu erreichen, was mit anderen miklela nicht möglich war,-nämlich die Serblsterung der Kroaten. Die Kroaten hatten Gem'gkuung für die Ermordvag Raditsch' verlangt und erhielten die Vikkätnr. die auf die Vernichtung des kiroaleutum, ausgeht. VezeHtong der Schulden Frankreichs an die Alliierte» and Settrag zu den Wiederaufbaut: stcn. Cr hoffe aber zuversichtlich, betonte Poincarä, daß die Sachverständigen zu einem Resultat kommen, da»»den berechtigten Interessen der Alliierten sowie den als berechtigt anerkannten Interessen Deutschlands" voll» kommen gerecht wende. Di« französische Regierung Hab« jedenfalls vorläufig noch die Hände fr«!, das Gutachten der Sach. vsrstäickigen entweder abzulehnen oder zum Doipesolan zurück. zukehren, der durch die Wohlftandsklausel eventuell ein« Erhöhung der Annuitäten zulasse. Um dieses Programm durchführen zu können, schloß Pcnncarö, bedürfe die Regierung einer breiten Mehrheit. Nachtsitzung. Wie an» nach Mlkkernachk aus Paris berichtet wird, Hot gegen 11 Uhr abend» nach einer Slhungspauje eine Nachtfihang begonnen. Die Abstimmung dürfte erst lange nach Schluß des L lalle« erfolgen. Eine klare, wenn auch nicht erhebliche Mehrheit für die Regierung gilt auch wie vor als sicher. Kampf um die Kideikommiffe! Oer soziasvemofraftfchs Antroa zu Aa?> aebracht.— Ols preußtfche Nrg erung hat das Wort. De soz'aldsmokratssche Landtagsfraktion brachte im Landrag «inen Antrag ein zur beschleunigten Auflösung der F i dei ko mm is s e. Der Antrag verlangt« die Abänderung wesentlicher Punkte der ZVonzsaiiflosungsverordnunL vom Ifi. 5to« »eraber 1920 mt einer Fristsetzung zum 31. Dezember 1931. Zu diesem Termin sollten alle Fideitommisse aufgelöst sein. Dieser Urantrag stand im Rechtsausschuß des Landtages zur Äo» ratung. Abg. Rofenfeld(Soz.) trug als Berichterstatter die Absichten der Antragsteller vor. Er schildert« an Hand von Beispielen, wie durch die Auslegung und Anwendung der Zwangsauflösungsverord- nuug feit 120 viel zu wenig geschehen sei. Außerordentlich bedenk- lich sei vor allen Dingen, daß von der als aufgelöst bezeichneten Bodenfläche wieder ganz erheblich« Flächen neu g«. b u n d e n wurden durch die Schaffung von Wald, Land-, Wein- »nd Deichgütern. Der Redner ging ausführlich auf die Schwierig. kellen der Kapitalbeschaffung zur Fortführung der Betrieb« und auch auf die oftmals recht schwierige Lage der Gläubiger«in. In zahlreichen Fällen sind sogar klein« Handwerker, dl« für große Fide kommißbesitzer arbeiteten, durch di« fidetkommißgesetzlichcn Be- stimmungen um den Ertrag ihrer Arbeit gekommen. Die Antragsteller wollen durch die Gleichstellung der Erbberechtigten nach dem Fideikommißgesetz mit den Erbberechtigten nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch die Benachteiligung der«rsteren Gruppe beseitigen. Ferner tnrd eine rechtliche Gleichstellung der Pächter der Fidei- komnrißgrundstücke in der Gellendmachung ihrer Ansprüche gegen die Verpächter mit den Pächtern auf freien Grundstücken angestrebt. In der Debatte traten natürlich die Rechtsparteien enl- schieden für die Beibehaltung der bevorrechtigten Stellung der Fi» deikomnrißbesitzer ein. Abg. Zürgensen(Soz.) schilderte noch einmal die Notwendigkeit des sozialdemokratischen Antrags. Die Kommunisten stellten dnen besonderen Gesetzentwurs auf entschädigungslose Ente'qnung zur Beratung. Recht eigenartig war das Verhalten der Regierungsparteien. Gleich zu Beginn der Verhandlung würbe«in demokratischer Antrag eingebracht, der den sozialdemokratischen wesentlich ab- schwächte. Das Zentrum erklärte� für den deutschnationolen An. trag stimmen zu wollen, der bis zum 1. Juni 1929 die Vorlage eines Gesetzentwurfe» verlangt, durch den die Unzuträglichkesten befestigt werden sollen. Angesichts dieser Sachlog« blieb nichts an» deres übrig, als den deutschnationalen Antrag zur Annahme zu bringen. Die Staotsregierung hat nun» mehr da» Wort. Hoffen wir, daß der in Aussicht gestellte Gesetz» »ntwurf d'e Fortschritte bringt, auf die dl« Sozialdemotrane im AAgemelvinleresse den allergrößten Wert legen muß. Osuischland und polen. Gegenschrift beim Völkerbund. Genf. 11. Iamtar. Die Bemerkungen de? Rsjchsrcgienmg zu drei polnischen Minverheitspetitionen über den Gebrauch der polnischen Sprach» an Eisenbahn« und Postschaltern in Deutsch» Oberschlesien, serner in den deutsche» Schulen in Oberschkesien durch die Sink»«? polnischer Minderheiten, und über»ine angeblich unterschieplicl)« Behandlung Angehöriger der polnischen Minderheit durch die deutschen Paßbehörden sind beim GeneraPekvetariat da» Völkerbundes eingetroffen. Die VsrurieiZung Lemhsurns» Halle er einen dänischen Auftraggeber? Sopenhagea, IL Januar.(Eigenbericht.) Di« Dernrteikung des dänischen Hauptmanns Lembourn zu L Jahren Zuchthaus wegen Spionage hat hier viel Staub auf. gewirbelt. Di« konservative Presse hast das Urteil für zu hart, während die Blätter der L'Nken«s im großen und ganzen gerecht- fertigt finden. Vor ollem interessiert hier, ob Lemhöurns Angab« vor dem Reichsgericht, daß er feine Spionage auf Veranlassung eines dänischen Offiziers und nicht im Austrage einer tremden Regierung bei rieb, sich als stichhaltig erweist oder od er sich damit «ur vor der Anklage, für eine fremd« Macht z>, spionieren, hob« retten wollen. Die Rachrichtenabteilunz des dänischen General- stob» streitet jedenfalls jede Verbindung mit Lembourn ab. In» wiefern tatsächlich ein dünischer Off zier in Frag» kommt, dürste sich eist ergeben, wen» die dänisch« Regierung sich dazu entschließt. eine Untersuchung anzuordnen. Vorläufig will die dänische Regie» rung eine amtlich« deutsche Darstellung abwarten. Der Verteidiger Lembourns ist in Kopenhagen«ingetroffen mn dem Augenmmisteriun! über die Verhandlung zu berichten. E? ist anzunehmen, daß der Verteidiger der Regierung auch Aufschluß Über den geheimnisvollen dänischen Offizier zu geben vermag, den anzugeben Lembourn bisher verweigert. Angesichts der nachdrück» liehen Forderung der Linkspress« nach gründlicher Klärung des Falles wird die Regierung nicht umhin können, di« Angelegenheit bis in ihre letzten Einzelheiten zu verfolgen. Volksentscheid ln Amerika. Der Republikaner Hamilton Fish brachte im Abgeordnetenhaus den Antrag auf Einführung de, Volk»- «Mscherds im Falle eines Angriffskriege»«in: diese Forde- rung sei di« logisch« Folg« des Kellogg. Pakte«, die Verteidigung der überlieferten amerikanischen Politik wie z. B. der Monroe» Doktrin werde dadurch nicht berührt. Thesen. Oinier den Nukissen bo'.fchewiflifcher Iraktkone?äwpfe. Zum Werkzeug jedes Kommunisten gehören die Thesen, die Plattformen, die Linien. Was sind sie? Sind sie wichtige Lehrmeinungen von Politikern und Theoretikern von innerem Erkenntniswert, die neu« wirkliche Einsichten in die soziale Gesetzmäßigkeit widerspiegeln? Nichts von dem! Was sie wert sind, zeigen einige Enthüllungen Trotzkis. Der Kampf gegen Trotzki begann mit der sogenannten „literarischen Diskussion"' im Jahre 1S24 gegen das Trotzkische Buch, die Lehren des Oktober. Der Sinn war. aus der Äe- schichte Material gegen Trotzki herauszusuchen. Als Trotzki später einen Block mit S i n o w j e w, seinem Gegner von 1924, gebildet hatte, fragte er ihn: „Sogen Sie, bitte, wenn ich die Lehren de» Oktober* nicht veröffentlicht hätte, würde di« sogenannte„literarische Diskussion* gegen den„Trotziismus* trotzdem stattgefunden haben oder nicht?" Ohne zu schwanken, antwortete Sinowjew: „S« l b st o» r st ä n d l i ch waren die.Lehren des Oktober* nur ein vorwand, sonst wäre der Anlaß ein anderer, die Formen der Diskussion wären etwas andere geworden, nichts wester.* Dasselbe Thema lpurde in einer Aussprache zwischen Trotzki, Sinowjew. Kamenew, Laschewitsch und Leningrads? Bolscheipisren erörtert. Trotzki berichtet: „Ich erinnere mich ganz genau der Worte, die Laschewitsch den Leningrad«» entgegersschri«: „Stellt di» Sache nicht auf den Kopf. Den„T r o tz k i e m u z* haben wir zusammen mst euch im Kampfe gegen Trotzki erfunden. W>« wollt ihr da» nicht»insehen. Ihr helft nur Stalin! yf»-* Genosse Eiitowst» sagte: „Map muß hoch erkennen, was war. Es war ein Kampf um die Machi. Di« Kunst bestand darin, d!« alten Mei. nungsverfchiedenheiten mit den neuen Fragen zu verknüpfen. Dazu wurde der„Trotzkismus* erfunden...* Radek bestätigt diese Darstellung in folgendem, von Trotzki veröffentlichten Schreiben: „Ich war bei dem Gespräch mst dem Genossen Kamen»» zu- gegen, al» L. B.(Kamen«? sagte,»r iperd« Im Plenum des ZK. offen erklären, wie sie, d. h. K a m e N« w und Sinowjew, zu- sammen mit Stalin, beschlossen hatten, alte Weinungsverschieden» Herten zwischen Trotzki und Lenin auszunutzen, u rn Trotzki nach Lenins Tode nicht zur Führung der Partei zu- zulassen. Außerdem habe ich yus dem Mund« Sinowjews und Kamenews wiederhost gehört, wie sie den„Trotzkismus* als aktuell« Parole„erfunden" haben.* Hier tritt offen bervor, wie im Machtkampf der Dikta» toren untereinander Thesen und Plattformen erfunden wer» den. um den persönlichen Kampf um die Macht zu verdecken. Darin liegt eine Erklärung dafür, daß nach der Erledigung solch«? Machtkampf die obsiegende Partei einfach hie Thesen der unterlegenen sich in her Praxis aneignen kann, so wie Stalin die Trvtzkisten um ihr ökonomisches Programm be» stöhlen hat. Die Theorie der Volschewisten ist die Dirne de, Macht- kämpfe» der Diktatoren. Das Groteske daran ist. daß e« unter den ausländischen, namentlich den deutschen Kommu- nisten, immer noch naive Leute gibt, die solche Thesen als den Ausfluß höchster marxistischer Weisheit verehren und mit heißem Bemühen, aber wenig Erfolg, innere Wahrheits- wert« darin suchen. „Man muß doch erkennen, was war. Es war ein Kampf um die Macht.* Das ist eben das Schändlich«, daß in Sowjet- rußland scheinsozialistische Lehren und marxistische Phraseo» logie zu? demagogischen Bemäntelung von Machtkämpfen mißbraucht werden. Volschewisten nr�ereinander. In einem Brief« eines oppositionellen Kommunisten an das Bezirks-Parteikomite« in Kiew heißt es: „Uns ist es bekannt, daß Ihr in letzter Zeit die Agenten der GPU. veranlaßt, bewußt falsche Angaben zu machen, als ob er gehört habe, daß die Opposition für die Hintertreibung der Ge- treidevorbercitungskampagn« agitiere usw. Ihr schreit demagogisch auf den Funktionärversammlungen der Juqend: da» ist Konter» r e v o l u t i o n! Ihr erlaubt dem Berichterstatter des Bezirks» tomitees, an die Adresse der Opposition zu erklären:„Wenn es nötig fein wird, werden wir Euch erschießen!* Oer Fall Frieders. Die Thüringer Regierung gewährt ke nen Strafaufschub. Weimar. 11. Januar.(Eigenbericht.) Der Thüringisch« Oberstaatsanwast im Wartesiand Dr. Frie» ders, hatte sich seiner Berhaftirng zum Zwecke des Strafantrstts durch die Flucht nach Wien entzogen. Von dort aus richtet« er an di« thüringische Regierung das Gesuch. Ihm sür eine in nächster Zell stattfindend« Verhandlung vor der Dienststrafkammer in Weimar freies Geleit zu gewähren. Hierzu faßt« di« chüringische Regierung folgenden Beschluß: „Die Staat, regierung sieht sich nicht in der Lage, dem Ober» staatsanwast i. W- Dr. Frieders, der sich zurzeit der Strafvollstreckung durch die Flucht ins Ausland entzogen hat, von n«uem Strakaufschnh zu gewähren. Sie ermächtigt aber das Justizministerium, dem pr. Frieders, wenn er sich bis zum 21. Januar 1929 der Slrafooll. streckungsbehörd« stellt, unter der Bedingung, daß er sich der Straf- Vollstreckung dann nicht wieder entzieht, Sirafunter- brechung solange zu gewähren, als es zur Wahrnehmung der Haupt- Verhandlung vor der Dienststrafkammer angebracht erscheint* Der Beschluß de- Landtags, Dr. Frieders zu begnadigen, wird auch von der jetzigen Regierung noch ausgeführt. Für die landwirischast'.iche Gesundung. yerftändigung zwischen der Preußenkasse und Ven RaKeiien- organ lauonen. Bon der Preußischen Zentralgenossenschastskasst und der Raiff» »Isen-Organifation wird mitgeteilt: Die zwischen der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse und den Verwaltungsorganisationen der Raiffeisen-Organisation seit längerer Zeit geführten Verhandlungen haben zu emer Gcsamtoer- ständigung geführt. Es Ist damit die finanzielle Voraussetzung für die von beiden Teilen erstrebt« Vereinheitlichung und Rationali- sterung des gesamten ländlichen Genossenschasls wesens geschaffen und die ruhig« Abwicklung der Geschäft« der Deutsch«» Roiffiisen» Bant A.-B. gewährleistet. Di« heut« getroffenen Vereinbarungen werden von d,r Preußischen Zentralgenossenschaftskasse ihrer Auf, sichtshehörd« und seitens der Deutsch:« Raisfeisen-BaiÄ ihr«$«, neraloorsammlung unverzüglich unterbreitet. Genosse Dr. Adolf vraun mußte vor zwei Wochen, wie wir da. mal» meldeten, wegen akuter Effcheinungen eine» RIerenleiden» in ein Krankenhaus gebracht werden. In den letzten Togen ist er. freulicherweise in dem Befinden des PatUndin eine erheblich« Besse- rung eingetreten. Der Hungerstreik der politischen Gefangenen In Myslowlh hchs sein Ende gefunden, da dt« Streckenden fast vollkommen« r. 1 schöpft waren. Die Slrafrechisrefsrm. Die Verietzong der Amlspfl.cht.m nev:n Strasrecht- Der Strafgesetzausschuß setzte in semer gestrigen Sitzung die Beratung der Bestimmungen über die Verletzung der Amtspflicht fort. In Z 129 des Entwurfs wird mit Zucht» hzu? bedroht ein Amtrträger oder Schiedsrichter, der bei der Leitung oder einer Entscheidung"einer Rechtssache in der Absicht,«inen V-zteiligten zu begünstigen oder zu benachteiligen, wisi entlich das Recht beugt. Abg. BTomtD(S03) begründete einen sozialdemokratischen Erweiterungsantrag, der den Zweck verfolgt, ganz allgemein bei Ausübung eines Amtes in einer Rechtssache wissentliche Rechts- beuoung unter Zuchthausstrafe zu stellen. Zur Begründung führt« der sozialdemokratische Redner an, daß Fälle der Rechtsbeugung doch inanchmal vorkommen. Sie feien besonders eklatant gewesen im 5) i t l e r. P r 0 z e ß. wo der Lorsitzende troy der zwingenden Vor- fjjrifl Ausländer bei Vergehen gegen das Nepublikschutzgssetz mit Ausweisung zu bestrafen, Hitler gegenüber die Anwendung dieser Bestimmung nicht für„angemessen"' gehasten habe. Abg. hZlleln Komm.) machte unter Bezugnahm« auf den Magdeburger Prozeß den Richtern Hosmann und Aölling den Vorwurf der Rechtsbeugung, gegen den Ministerialrat Schäfer als Vertreter der preußischen Regierung Einspruch erhob, auch wegen der Tatsach«, daß das Verfahren gegen�diese.beiden Richter noch schwebe. Staatsrat Rüblein vrotestiert« als Vertreter der bayeri'�en Regierung gegen di« Behäuptung des Abg. Marum, daß der Vor- sizende!m mst--Pro.-«f> das Rech: gebeuat ha'-e. Rickuder Vorsitzende sei für das Urteil verantwortlich, sondern der ganze Gerichtshof. Abg. Marum erwidert«, daß diese Verwahrung des bayerisch«» Vertreters sich nur auf den von ihm gegen den Vorsitzenden des Hit'e''-G-richts erbobenen Dorwur? beüehe, nich» abrr auch da-aus, daß in jenen Fällen das Recht gebeugt worden sei. Wem nicht der vorlitzende. dann habe ebeu die Mehrheit des Gerichtshofs das Rnht gebe"nt. dann haben mehrere das Delikt der Rechtsbeugung begangen. Dadurch werde di« Sache nicht bester, sondern schlimmer. Staatsrat Rüßlsin erwiderte darauf, daß er«ine Rechts» beugung nicht anerkennen könne. Wenn di« Behaup- tungen des Abg. Warum zuträfen, dann könne nur eine un- gichtige Rechtsanwendunz ia Frage kommen, nicht aber eine Rechtsbeuaung. B:i de? Abstimmung wurde der sozialdemokratisch« Erweite- rungsantrag abgelehnt. Äußer Sozialdemokratie und Kommunisten stimmten nur Abg. Elstermann(Dem.) für diesen Antrag. Der Hospitant der Demotratischen Partei, Herr Lobe, stimmt« m 1 t den Rechtsparteien. Die V-siimmungen des Entwurfs über Rötigung, Diebstahl. Unterschlagung, unrichtige Beglaubigung im Amt wurden nach den Vorschlägen der Regierung angenommen. Einen sozialdemokra- tischen Antrag zu§ 132 auf Milderung, der die angedroht« Strai« ermäßigen wollte und der vom Abg. Marum begründet wurd«, wurde abgelehnt. Erpressung von Aussagen. § 187 bedroht mit Zuchthausstraf« denjenigen, der Zwangs« mittel anwendet, um Aussagen zu«rpressen. Abg. HSllein wie» auf die Untsrsuchungsmethoden vieler Richter, insbesondere de» bekannten Untersuchungsrichters Dr. Vogt hin, der auch in dem Prozeß gegen ihn, Redner, unzulässige Methoden angewendet habe. Ministerialrat Bomke nahm Herrn Voigt unter dem Hinweis in Schutz, daß alle Beschwerden vom übergeordneten Gericht zurückgewiesen seien.----- Abg. Dr. Rosenfeld fSoz.) erwiderte, daß diese Zurückweisung gar nichts bedeute, da es sehr schwer sei, Vorgänge, bei denen un- beteiligt« Zeugen nicht dabei gewesen seien, so festzustellen, daß ein Richter oder Polizeimajor überführt w«rd«, der Zwangsmittel an- wende, um Aussagen zu erpressen. Leider kämen solche Fäll« bei Polizei und(Bericht immer noch vo- Die sozialdemokratische Frak- tion werde alles tun, um diese Mißstände zu beseitigen. Es lei immer zu befürchten, daß mit Strafoorschriften solche Uebelstäno« nicht aus der Welt geschafft werden. § 137 wurde alsdann nach den Vorschlägen des Entwurfs -ingenommen. § 138 bedroht mit Gefängnisstrafe einen Voltzetbeamten, der bei gemeiner Gefahr oder bei inneren llnruben sich seiner Dien st Pflicht enszieht oder Vorschriften in Dienstsachen nicht befolgt. Ein sozialdemokratischer und kommunistischer Antrag auf Streichung dieses Paragraphen log vor. Abg. Dr. Roleoseld begründete den sozialdemokratischen Antrag, der hinweist darauf, daß das Disziplinarrecht ausreiche, um Beamten, die sich t» dieser Weise vergingen, zu bestros«». Ministerialdirektor Bumke erklärte, daß die Länder über die Notwendiabeit dies«? Paragraphen aeteil'er Ansicht seien. Preußen lege auf ibn keinen Wert, auch de? Iustizminister und der Innen- Minister seien mit der Erreichung«inverstanden. Di« Streichung wurde gegen die beutschnatisnaktn Stimm«» bescklosten. Bei der Feststellung der Tagesordnung kur dj«»schst« Sitzung, dl» am Monmg stattiinden soll,«nrspanu(ich eine Au», sprach«-V-er den kommunistischen Antrag, In einem besov. deren Aksbastt de» Sl'asqefehbuches Schotzbesllmmunge» zugunsten der AcbellskrSste ZU treffen. Kommunistische �Führung�. Abg. Dr. Rosenfeld beantragte, daß schon am Montag die Beratung stattfinden sollf nach der heutigen„Roten Fahne hatten die Kommunisten in dieser Frage angeblich in der letzten Sitzung„d>« Führung an si ch gerissen"' sollgemein« Hutarkeit). Di« Sozialdemokraten müßten gegenüber dieser vällg unbegründeten Behauptung um so mehr Wert auf schleunige Beratung dieser Frage legen. Die Sozislbemo. kratische Partei habe immer das größte Gewicht auf den Schutz der Arbeitskraft gelegt und schon der Kieler Parieitag habe besonder«, SchnNvorschriften für die Arbeitskraft gefordert. Die Kommunisten erklären sich«rstaunkicker Weise mit einer V«rsck>iebung der B e ro t u n g.«tu verstanden. Der fz-taldomoAclischs Ank aa aus Brntung am Montaa w"rd« von den bürge licheo Parteien und den komm-nstlen abaelehnt. Die Rom- munisten haben also die Führi-na, die sie in der Frage des Schutze» der Arbeitskraft noch ihrer Bchaupiung an sich gerisien haben, schnell wieder an die Sozialdemokrarie abgegeben. Sie erkannten wc-bk selbst, daß ihnen diese Führung nicht«"steht. Nächst- Sitzung Momag nachmiitag 4 Uhr. prattische Abschaffung der Todesstrafe. Ke ne Hinrichtungen mehr in Neu-Strelitz. Di« dt« LaNde»z«itung für beide Mecklenburg von zuständiger Seite erfährt, Ist der am 19. Juni lötzä wegen Ermvrdung de, Knechte, Rohde in Blankense« vom Neustr«litzek Schwurgericht zum Tod» venireelkte Agent Otto Brauer in der gestrigen Staats« mlnisterialsigung ju lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Brauer wird sofort von Reustrelitz nach hem Zuchthaus vreiberzen überführt werten. Die Revision, di« Braue, gegen da» Todesurteil eingelegt hätte, war kürz/ich vom Reichsgericht verworfen worden.._ Akademische Jugend. Oer Zeug■ Nagel fand in dem Saal den Sohn eine» in der ZSurg wohneldcn Amtsrichters, einen Studenten des Rechts, damit beschäfi-gt, sich mit e ucr eiseobeschlageren T-!eß> fianoe im Speerwerf-n zu üben. Ais Zielscheibe ciente ihm ti-e kostbare Renoi,fqn«e-Täie>ung de« Saale». A« Nagel ent etzt fragte: Silber was machen Sie denn da?"" aniwor.et» der CiUdiC, wegwe send„Ach das ist doch bloß Ho« zl" (Aus dem Kadolz.urßcr Bilderrgub-Prvzeß.) «.Feste, wer die Neeie abhaut, Hot jesiegt!� Lleber 2'/- Mittionen Arbeitslose. Bekämpfung der Krise tut not. vleZnnahmedervnkerflittzlenArbelksloleuha! sich, wie amtlich mitgeteilt wird, auch in der zwellea Hülste des Monats Dezember sortgeseht. Die weitere Steigerung ist zu einem großen Teil auf die ko ke Mtlerung, im übrigen aus k 0 n- juakturelle Eiuslüsse zurückzuführen. Zu der Arbeits- loseaverftcherung betrug die Zunahme der Hauptunler- slühuugsempsänger in der Vcrichlszeit Z l p r 0 z. gegenüber 26.2 proz. in der Zeit vom L bis 15. Dezember, und 27,9 proz. in der Zeil vom IS. bis 30. November, vi« Zahl der Hauptunler- stützungseinpfäuger stieg oou rund 1300000 auf 1702000. das ist um 402000. von dem Zuwachs eutfalleu auf die männlichen Hauptuukerstühungempsänger 356000(Zunahme Z4ch proz.). auf die grauen 46 000(Zunahme 17.4 Proz.). Am 31. Dezember 1927 wurde« tu der Arbeileloseaversicheruug rund 1 183 OOO ßauptuulerstützungsempfüager gezählt. Die diesjährige Zahl übersteigt somil die des Vorjahre» um 514000 oder um 43 proz. Die Zahl der hauptuukerstüßuugsempsänger in der Krisen. uakerstühung stieg iu der perlchtszeit oou ruud 116 800 auf 127 400. da» ist um 10 600 oder um 9 proz. Von dem Zuwachs eutfalleu auf die MSuaer 8 600.«ms die Frauen 1 900. Verhälkai». maßig ist die Zunahm« bei den männlichen und weiblichen Haupt- uulerstützungsempsäugera fast gleich. • Die Erwartungen der größten Pessinüflen sind also noch überschritten worden. Ab 1. Januar wurden 1% Millionen Menschen in der Arbeitslosenversicherung und fast 123 000 in der Krisenunterftützung, zusammen a'.so 1830000 Personen unter- stützt. Di» Steigerung m der zweiten Dezsmberhälft» ist über alles Erwarten hoch. Allein in der Arbeitslosenversicherung sind zwischen dem 13. u-nd 3!. Dezember über 400 000 Personen hm.! zugekommen, und zwar in überwiegendem Maße Männer. Da»> deutet daraufhin, daß die Uifachen fsir dies« katastrophale Cntwick-! lung das Arbeitsmarktes nicht mehr nur in Saisongründen! liegen können, trotzdem der anhaltend« Frost in fast sämtlichen Teilen des Reiches feine Wirkung auf die Außenberufe natürlich nicht verfehlen kann. Die unerwartet hohe Zunahme zeigt, daß die konjunkturellen Einflüsse auf dem Arbeitsmarkt in ver, fchiedenen Industriezweigen sich immer schärfer ausprägen. Welch furchtbare Wirkungen die N 0 0 e m b« r a u s s p e r ru n g ün Rheinland-Westfa'.tti auf die gesamt« Wirtschaftslage gehabt hat — viel schlimmem Wirkungen, als di« Industriellen wahrhaben wollten und zugeben— zeigen die erschütternden Ziffern der Ar- beitslosenoersicherung. Wenn sich auch das Tempo der Zunahme trotz des anhaltenden Frostes im Januar deshalb etwas langsamer gestalten wird, well die durch die Saison freigesetzten Kraste im überwiegenden Maße bereits bei den Arbeitsämtern eingeschrieben sein dürften, so ist doch für Mitte Januar mit einer Unterstützten- zahl in der Arbeitslosenversicherung von über IL Millionen und in der Krisenunterstützung von 150 000 Personen zu rechnen, so daß heut« mindestens 2 Millionen Unter st ützt« in der Arbeitslosenversicherung und Krisenunterstützung verhanden sein dürften. Wenn man die Zahl der n i ch t u n t e r st ü tz t« n Arbeits- losen nur gering mit 500 000 Personen für den gegenwärtige» Zeitpunkt annimmt, so ergeben sich über 25b Millionen Ar- b e i t s l 0 s e. Das bedeutet, daß etwa 13 Proz. der in der Wlrtjchaft tätigen Arbeitnehmer(zirka 19 Millionen Arbeiter und Angestellte) arbeitslos sind. Zu diesen Personen treten noch Frau und Kind, die mit ihnen da» hart« Lo» der Arbeitslosigkeit zu tragen haben. Diese unerwartete Entwicklung In der Arbeitslosenversicherung kann auf die Finanzlage der Reichsanstalt nicht ohne Einfluß bleiben. Die notwendigen Darlehen, die die Re'cheanstall in diesem Winter beim Reich aufnehmen muß, werden sicherlich auf den Betrog von 80 bis 90 Millionen, ipeNn nicht höher, ansteigen. Angesichts der katastrophalen Verschärfung der Wirt- schastslage ist es höchste Zeit, daß die öffentliche Auftrag- Vergebung systematisch in großem Umfange einsetzt. Sieg des Afghaneraufstandes.. Zurücknahme der Reformen. London. 11. Januar.(Eigenbericht.) Lns Ren-rdelhi wird gemeldet, daß das afghanisch« Regierungsblatt eine Proklamation des Königs Amannllah veröffentlicht, die eine völlige Kapi- tnlatio» bor de» Gegner» feiner Reformen und ein Aufgeben aller ReforMHlSae zur Verwestlichung des Landes zu sei» scheint. I» der Proklamation kündet Arnanullah a. eu die Nöckberufvng der seinerzeit zu Pildungszweckan«ach der Türkei entsandte» afghaui- sche» Mädchen, Wiedereinführung des sogenannte» Pnrdah-Shstcms(Abfchließnng der Frauen von der Lefsentlichkeit), Abschaffung der allgemeine» Dienst- Vflicht, Verbot aller Frauenorgauifatioue», Miecherabschaffwng de« europäischen Kleidung an. Noch ein Kampfbericht. Kalro. 11. Januar.(Telunton.) Wie«u» Kabul gemeldet wird, dauern die Kämpf« zwischen den Regierungstruppen und den Bertde« Habibullah»(genannt Batscha-i Gakau.„Sohn de» Wasserträgers"� an. Wie es scheint, gewinnen di« Regierungstruppen langsam an Boden. Jedoch ist nach mit längerer Dauer der Kämpfe in dem schwicrizen Gelände zu rechnen. In Kabul trafen weitere Derstärtunge» aus Kandahar«in, die mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen einzogen. Än englische» Militärflugzeug landet« am Donnerstag mit Post- fachen in Kabul und flog wieder nach Peschawar zurück. Di« Eng- linder habeii(osert versucht, den günstigen Augenblick zur Ein- rlchtung einer«nglische» Fluglinie zu denutzen, und sie haben bereits die Erlaubnis erhalten, bis auf weiteres einmal wöchentlich zwischen Kabul und Indien«in Postflugzeug oexfehren ZU lassen. Der verschwyndene Thronfyrderer aufgefunden. London, 11. Januar. Wie«U« Ulltzhabad berichtet pirh, gelang«s. den vor kurzem verschwundenen afghanischen Prinzen Mohammed Omar Khan wieder aufzuspüren. Er hatte sich in der Rühe der Stadt oerborgt» schalten. Chinageneräle hingerichtet. Wegea Arbeit für Japan. London, 11. Januar.(Eigenbericht.)' Aus M u k d« n, der Hauptstadt der Mandschurei wird gemeldet. daß Ur Sohn Tschangs olmz, General Tschangfüliang, der vor kurzem von der Rationalregierung in Ranking zum Verteidigung?- tommissar für den Bezirk Nordwcstchina ernannt worden war. dw- Arsenal von Mulden in Besitz genommen und zwei Generale Pantz Du Tiing und Tschang Din Huai hat standrechtlich er- schießen lassen; mehrere Untergobene der beiden Gencktüle wurde» verhaftet. Der«n« der beidan Erfchoisenen, General Fang Tu Tttn�, ein früherer Generalstabechef Tschangfolins, galt als eins der ew- flußreichsten Persönlichkeiten der Mandschurei. Die beiden hli> gerichteten Generäle waren beschuldigt im Interesse Japan« gearbsltel zu haben. Internationale Komplikationen werden be- fürdjf«. Mord in Mexiko. <5*0 kubanischer Kommunist back Objekt. Mexiko-Eity, 11. Januar.(Eigsitbericht.) Der hier lebende lateinamerAamsche Kommunistenführer Iukio Antonio Mella, der durch seinen Hungerstreik ,« einem Gefängnis in Kuba bekannt geworden ist und aus Kuba aus- gewiesen wurde, ist in der vergangenen Nacht auf der Straß« ermordet worden. Di« Täter feuerten aus ihn mehrere Schüsse ob und sind dann entflohen. Es besteht der Verdacht, daß die Mörder zur Durchführung des Mordpline? eigens von Kuba s n t s a n d t worden sind.___ Der Slowakeusührer Dr. Tuka, Borkämpfer der Autonomie, on» oebkich sogar der üdstrennung, sitzt nach Auslieferung hurch das Präger Parlament in llnrerfuchungshaft. Seine Holftbeschwsjrde ist vqrworsen worden. .Kür den vom de» Tunnel» unter dem Aermelkanal nach Frankreich sind 67 Mirneder de« Oberyause« und 112 Mitgiieder de« linterhause», dagegen 62 Peer» und 11 Mitglieder de» Unterhaus«» Wahlaklentale in Mexiko. Im Verlauf de» Wahlkampfes um das Amt de» Gouverneurs tm Bundesstaat Hidalgo kam«« zwischen den Anhängern der Kandidaten zu blutsgen Zu» I 0>n m e n ft 0 h e n Der als Kandidat auftretende frühere Land- wirtschastsminister Parrei und seine Begleiter wurden von Anhält. Sern de» gegnenschen Kandidaten mst Waffen angegriffen. Im Ver. lvf der Auseinandersetzungen gab«» dr«! Tote. Porres selbst wurde nicht getötet, sondern gezwungen, t»«in»ahngoieg«, ve* Dorf zu flüchte». Metallarbeiterverband marschiert! Die fommunistische Opposition" geht zurück. Obwohl die Berliner Ortsverwaltung des Metalarbeiter Ber- Kondidaten, soweit überhaupt welche nominiert wurden, noch viel bandes ihre Bilanz für das verflossene Jahr noch nicht gezogen gründlicher unter den Tisch gefallen als in den Borjahren. hat, tann schon jcht gesagt werden, daß diese Organisation im Vor jahre einen gemaligen guffch wung genommen hat. Sie mird bestimmt das Jahr 1928 mit einem Mitgliederbestand von weit über 80 000 abschließen, alfo gegenüber dem Ende des Jahres 1927, mo fie rund 70 000 Mitglieder zählte, einen Geminn von über 10 000 neuen Mitgliedern verbuchen tönnen. Wie schon des öfteren in den Generalversammlungen, wird sich auch diesmal die fogenannte Dp position rühmen, daß es einzig und allein ihrer Werbetätgfeit zuzuschreiben set, wenn es auch im perfloffenen Jahre in der Drganisation rüftig vorwärts gegangen ist. Die kommunistischen Funktionäre behaupten meiter, daß die neugewonnenen Mitglieder faft ausnahmslos der gleichen repolutionören Auffassung feien wie fie. Die vor einigen Tagen in den 25 Groß- Berliner Bezirken des Metallarbeiter- Berbondes norgenommenen Bahlen der Bezirksleitungen haben jedoch gerade has Gegenteil bemicjen. Großsprecherisch und verlogen wie immer verfündet zwar die Rote Fahne Ihren Lesern ein Anmachsen der oppofitionellen Stimmenzahl und ein Erstarfen der Opposition", vermeidet es aber sorgsam, dafür auch nur den geringsten Bemeis anzutreten. Die in den einzelnen Bezirkskonferenzen abgegebenen Stimmen zeigen aber, daß den Mestauer Strategen allmählich die Feile weg zufchwimmen beginnen. In den zwei Bezirken, wo fie schon seit langem die Bezirksleitung in ihren Händen haben, ist es ihnen noch gelungen, ihre Bofition zu halten. In den anderen von Anhängern der Amsterdamer Gewertschaftsrichtung befezten Bezirken sind ihre Die Rot der Notstandsarbeiter. 21 Millionen Arbeitslose- 24.000 Notstandsarbeiter.. Ein sehr menig erfreuliches Kapitel hes Arbeitsmarties ist die Rotstandsarbeiterfrage. Die neuesten im Augenblid vor. Liegenden Ziffern zeigen, daß die Zahl der Notitandsarbeiter beträdlich zurüdgegangen ist. Am 31. Dezember waren in der Arbeitslosenversicherung 20 965 und in her rifenunterftigung 34 46 Rotstandsarbeiter. Am 15. Des zember betrug die Zahl der Natftandsarbeiter ber Arbeitstofanver. ficherung 34 260 und die der Krisenfürforge 6037. Der starte Rüd. gang in der zweiten Dezembethälfte hängt natürlich mit den schlechten Witterungsverhältnissen zufanimen, nor allem mit der Frostperiode, die mitte Dezeniher eingeseht hat. Die Motstandsarbeiter. zahl ist aber nicht erst seit Mitte Dajember, sondern bereits seit Monaten dauernd im Rüdgang. Wenn der Rückgang noch weiter anhält, dann fann das Kapitel Rotstandsarbeit demnächst in der Arbeitslofennerfidherung gestrichen werden. Das Problem ber Notstandsarbeit mus neit angepadi merden. Die Tehnit er sollten fidy fnftematis dy mit der Frage beschäftigen, wie auch den inter über geniffe Außenarbetten meiter geführt werden fönnen. In Amerika hat die Technitt auf dieseni Gebiet bereits cnige beachtensmerte Fortschritte erzielt. Bielleicht Tönnen die amerikanischen Erfahrungen für Deutschland muzbar ge macht werben. Darüber hinaus muß untersucht werden, ob neben Bu den eigentlichen Außenarbeiten nicht doch noch andere Be fd) äftigungsmöglichkeiten für Notstandsarbeiter schaffen sind. Die Lösung des Problems ist nicht leicht, gemiß, aber der Zustand, wo wir bei einer Arbeitslosengiffer von 2 Millionen ganze 24 000 offtandsarbeiter haben, ist einfach unerträglid In efften Begirt erlitten die Kommunisten einen ganz bösen Reinfall. Hier war bisher die Bezirksleitung paritätisch zu sammengesetzt. Die Kommunisten fonnten es nicht verhindern, daß sic diesmal gänzlich ausgeschifft wurden und ihre Size an die Amsterdamer abgeben mußten. So steht es in Wirklichkeit mit den Erfolgen" aus, von denen das Bolschewijtenblati faselt. Die Zerstörungserscheinungen in der KPD. bleiben eben nicht nur auf die kommunistische Parteibewegung beschränkt, sondern mirten fich auch auf die Opposition" in den Gemertfchaften aus, Auch in den Reihen der bisher fommunistisch orientierten Berliner Metallarbeiter bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß man mut schein raditalen Phrafen die Lage der Arbeiterschaft nicht nerbeffern fann Es verfangen auch nicht mehr die von den kommunisten immer mieber vorgebrachten Mäßchen von den angeblichen Massen ausfchtüffen tommunistischer Funktionäre. Die Ortsperwaltung des Metallarbeiter- Berbandes hat wiederholt nachgewiesen, daß in den légten Jahren wegen verbandsschädigenden Berhaltens nur fehr penige Mitglieder ausgeschlossen worden sind. Die meisten Ausschlüsse in den letzten Jahren sind übrigens, wegen Streit bruds, Betrügereien und dergleidhjen erfolgt. Es ist nur zu münichey, daß die Gesundung innerhalb der Drganisation der Ber. finer Metallarbeiter etter fortschreitet und endlich der Zeitpunkt tommt, po der ganze fommunistische Spud der Bergangenheit an gehört. Der Ausgang der Bezirksleitungswahlen sowie der gemaltige Mitgliederaufschwung gibt zu der Hoffnung Anlaß, daß dieser Zeit puntt nicht mehr fern liegt. Die Fahrer erhalten für jede Schicht einen Festlohn nort 2,50 M. und dazu 25 Broz ihrer Bruttoeinnahme. Erzielt der Fahrer je gefahrenen Kilometer eine Bruttoeinnahme von 30 Bf., fo erhält er außerdent einen Zuschlag von 50 31. je Schicht. Der Fahrern wird ferner für jede Schicht im Durchschnitt von zwei Wochen gerechnet ein Mindestlohn von 8 M. garantiert. Benn die Fahrer mit Reparatur. und Instandsetzungsarbeiten an den Straftdroidfen beschäftigt merden, erhalten fie füt jébé Arbeits. ftunde i: Underfajuldetes Warten über eine Stunde hinaus wird den Fahrern vom Beginn der zweiten Stunde ab ebenfalls mit 1, vergütet. Das Urlaubsgeld wird von bisher 6,50 2. pro Tag auf 8 M. erhöht. Diefe Lohnvereinbarung tritt am 21. Januar in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember d. J. lléber dieses Verhandlungsergebnis berichtete am Donnerstag Genosse Bergmann vom Berfehrsbund in emer start besuchten Bersammlung der organisierten Berliner Kraftdrófchtenfohrer hi Rofenthaler Hof. Es wurde allgemein anertarini, bas bie Organi fation ihr möglichstes im Interesse der Kraftdroschtenfahrer gefan habe. Die Berjammelten maren sidy aber auch darüber flar, daß es cines niet befferen organisatorischen Büfammenfchiffes der Berliner Drafchtenchauffeure bedürfe, pomii nady damit beffere Arbeitsverhältnisse erkämpft werden fönnen. In der Diskussion wurden die Artifet eines Berliner Mittags blattes start fritisiert, in denen von einem Mangel on Strait draschtenfahrern die Rede ist: Die Versammelten gaben ihrer Ber. wunderung darüber Ausdrud, daß es diesem Blatt unbekannt ist. daß auf dem Facharbeiternachweis der Straftwagenführer zurzeit eima 1500 ermerbstole Chauffeure eingetragen sind. zum Schluß wurden noch die Wahren der Branchenleitung Der genommen. Der bisherige Branchenberater, Genoffe Bergmann, wurde einstimmig wiedergewählt. Großes Reinemachen. Die Kaffenfürsorge muß ausgebaut werden! Der Berkehrsbund setzt die Gewe tschaftszerstörer an die Luft. beres Betätigungsfeld fuchen Bielleicht versuchen fie fegt einual fich in ihrer Partei folhe Extratouren zu erlauben mie bis her in der Gemerffchaft. Sie würden bestimmt bald darüber be fehrt werden, daß fie in der BD. nicht halb so viel und halb so fange aus der Reihe tanzen tönnen, wie in einer freien Gemertschaft. Die Berliner Ortsverwaltung des Berfchrsbundes wird sich quch durch solche Gewaltmaßnahmen, wie sie in der Hochbahnerver fammhung angewendet wurden, nicht beirren laffen, sondern sich ganz energisch dagegn wehren, daß ihre Beranstaltungen als pa= Ettische Rummelplaße benutzt werben. Wer zahlt den Ausschuß? Abwälzung des Unternehmerrififos. Auf Befchluß der Bertrauensleute der Berliner Eisenformer und Berufsgenossen war dem Berband Berliner Metallindustrieller das fogenannte u schußáblommen zum 31. Dezember gefündigt. und eine Erhöhung der Bergütung für die Gußstüde gefordert morden, die nicht durch die Schuld des Formers unbrauchbar, also Ausfduß geworden sind. Tro eingehender Berhandlungen mit den Bertretern des BBW3. mar es nicht möglich, die Unternehmer zu Sugeständnissen in dieser Frage zu bewegen. Die Metallindustriellen vertraten jogar die Auffassung, daß es an der Zeit fel, entweber überhaupt feine Bergütung mehr für den Ausschuß zu gewähren, oder die bisher dafür gezahlten Säße erheblich herabzusehen Ihr einziges Zugeständnis bestand darin, daß sie sich bereit erklärten, die Entschädigwig für eigenes Berkzeug auf 35 Broz des Stundenlohnes für Die Handformer und auf 23 Broz, für die Maschinenformer und Kernmacher feftzufeßen, modurch eine geringe Erhöhung der bisher gezahlten Werkzeugentschädigung eintreten würde, Im übrigen sollte es bei den bisherigen Entschädigungsfäßen für Ausschußarbeit bleiben. Diefes Angebot wurde in der Berfanmung ber organisierten Berlinée Eisenfornter und Berufsgenossen am Mittwoch in den Bharusfälen mit großer Mehrheit abgelehnt, so daß nunmehr die Organisation serfuchen wird, durch Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß die Unternehmer zu weiteren Zugeständnissen ju bemegen Blohm und Voß macht scharf. Aber die Antwort ist auch nicht von Pappe. Samburg, 11. Jausir.( Eigenbericht. Das Scharfmacherfum, das bei den Berftunternehmerit in be fonderer Blüte steht, zeigt sich jetzt auch bei der Biederaufnahme der Arbeit nach dem Werftarbeiterftreit. Die Werft von Blohm u. Bok, deren Direktor der deutschnationale Reichstagsabgeordnete of ift. hat trag gegenteiliger Bereinbarungen, die zwischen den Parteien zu den Schiedsspruch getroffen murden, 40 Beritarbeiter ge maßregelt. Auf energische Borstellungen des Betriebsrates murde die Zahl her Gemaßregelten auf 16 vermindert. Diefe 16 erftarbeiter will die Firma unter feinen Umständen wieder einfteffent. Die Gewerkschaften haben gegen dieses Borgehen beim Berband zu der Cijenindustrie energischen Einspruch erhoben. Die fofort einge leiteten Berhandlingen haben bisher noch feinen Abjchluß ge führt. Inzwifcheit haf das scharfmadjerische Borgehen der Firma Blohm u. Poß zu einer neuen Arbeitsnieberlegung bei en diffstillern geführt. Gima 350 Schiffstischler haben fich megen Maßregelung einiger Kollegen gemelgert, die Arbeit fortbulegen. Die Firma will die Gemaßregelten nicht wieder einstellen, Streits wurde gegen brei Schiffstischler Strafantrag gestellt. Die weil sie angeblich Arbeitswillige beläftigt haben. Schon während des Staatsanwaltschaft hat aber ein Vorgeben abgelehnt, as der Staatsanwalt nicht für nötig gefunden hat, will jest Blohm u. Bey nachholen. Benn die Firma Blohm u. Vos non ihrem Stand puntt nicht abgeht, ist auf einem Tell der Seeschiffswerften mit eineni neuen konflikt zu rechnen. Abgelehnter Schiedsspruch, Tarifver'ängerung im Buchdruckgewerbe. Wie der Korrefpondent für Deutschlands Budbruder und Die neuesten, geradezu unheimlichen, amtlichen 3iffern über Der feige Ueberfall auf Gemertschaftsangestellte in der Schriftgießer mitteilt, ist der Buchdruderiari non, den Bertragsden Anstieg der Arbeitslosigkeit machen den Ausbau der légten Hochbahnerverfanimiung hat leider nur zu dentlich bewiesen, parteten nicht gefündigt worden. Die Gültigkeitsdauer des Tarifs Krisenfürsorge zu einer der michtigsten Aufgaben der Reichs. daß die Berliner Drtsverwaltung des Berfehrsbundes niet zu verlängert fid somit bie zum 31. März 1930. Ebenso verlängern regierung und des Reichstags. Die Erweiterung der risen lange nachlicht geübt hat gegenüber den Glementen, the schon sich die Reichstarije für das Buchdruckereihilfspersonal und für die fürjorge und bie Berlängerung der Unterstügungsseit Jahren fyftematisch gegen die Drganisation gewübt in Buchdruckereien beschäftigten Buchbinder. Dadurch bleiben für dauer, die beiben Hauptforderungen der freien Gemertjchaften, haben. Die Methode, mit Biergläsern und Fauit pas gesamte Buchdrudgemerbe die bisherigen, tariflichen Berein. verursachen ohne die Einbeziehung der Boisonarbeiter feine undtagen andersbentende Gemertidaftsmitglieder und Angestellterungen auch weiterhin bestehen, soweit es sich um den Mantelerträglich hohen Stoften. Nach dem Urteil der Fachleute fönnen bei überzeugen", fdten der Vergangenhet anzugehören e handelt. einem Ausbau der Srijemunterffügung im Sinne der gemeridhofthe Gamertschaften perffanden haben, diefent Bandolentum Einhalt 34 cs fichen Forderungen hoch stens 50 000 bis 60 000 Rrijen unterstüte in Betracht kommen. Rechnet man mit einem Unterhüten wiffen, daß fich solche müften Borgänge wiederholen. 1 gebieten, wird auch der Bertehrshund in der Sutunft zu ver Die Arbeiter bes defamten fachlichen, peditions and ftügungsbetrag npn 100 m. pro Stopf und pro Monat pas fehr Die geistigen Urheber eles beschämenden Borfalls Transportgewerbes baben am Donnerstag nachinittag den hoch gegriffen in lo beziffern fich hie often erst auf 5 il find zweifellos die Leute, die auf Antrag der Berliner Ortsbermalam& Banuar gefällten Schiedspruch über den Mantel- und Lohm. lionen Mt. Gur drei Monate murde das höchstens 15 bis 18 mil tung des Berichtsbundes wegen ihres drgantiationsschädigenten tarif im fachlichen Speditions- und Transportgewerbe ab hunen bedeuten. Dabei ist zu beachten, daß diese Summe eines Berhaltens Gefebut bie Internehmer haben ihn angenommen, Es wird megs in ihrem nollen Umfang eine ganz neue Mehraus nunmehr erneut zu Berhandlungen vor dem Schlichter tommen. gabe barftelli; denn die Krifenunterstingung entlastet sehr me ſentlich die Gemeinden, die- ja den ich unterſtützten schließlich boch in irgendeiner Form im Wege der Wohlfahrtspflege helfen müffen. Es handelt sich also zum Teil nur umr eine Berschiebung von Lasten. Wenn die Gemeinden taburch etwas Luft befomumen und mehr für die halbperhungetteh alien Rentner tun tonnen, so wird bas gewiß nichts schadeit Großer Erfolg des Berkehrsbundes. DOM Bundesvorstand dusgeftoffen morden sind. Diese Elemente spielen fich als Marinter auf, um die Berbandsmitglieder wegen ihres angeblich unberechtigten Aus schlujes gegen die Organisationsleitung aufzuheßen Sie versuchen Schiedsspruch für die nordwestdeutschen Kraftwerke ihren Anhängern wider besseres Wilfen weiszunnaden, daß sie nur auf Grund ihrer Zugehörigteif ur Sommunistischen Partei aus der Organisation entfernt worden feien. Unter dem Barfig des Schlichters Stengel tam am 9. d. m. ein Schiedspruch zustande, melder die Löhne in der Ueberland. sentrale Lubed auf 1,25 Mart, für die Ueberlandzen zale Sarburg Bilhelmsburg df 1,80 mart und für Bas Strattmett Untermeier in Farge auf 1,06 Mart feft feßfe., der Zentralverband der finiften und Hetzer und die nordwestdeutschen Kraftmerte haben dem Schiedsspruch zu gestimmt. eine Rohnerhöhung von ganzen 2 Broz. auf zwei Jahre hinaus Jn Celpia ftreifen die Möbelpader, Die Unternehmer wollen festgelegt miffen. Die Streifenden ersuchen, Zuzug nach Leipzig jernzuhalten. Die fünf Oppofitionellen Deter, Ruhnte, 2ielegans Shramm und Baumgartner find fhließlich aus dem Ber fehrsbund, ausgestoßen worden, weil fie feit Jahren planmäßig night für ihre Organ fafion, sondern gegen fie gearbeitet haben für fie maren bie Beschliffe der Generalversammlung und Die Kraftdi oichtenfahrer haben festen Lohn. Der Ortsverwaltung, sowie der Bundestage unb Gemertschaftstons Seit Jahren schon lämpfen bie Berliner Kraft die Tätigkeit der Gewerkschaftsinstanzen fachlich zu fritifieren, greffe einfach Luft Sie beschränkten fich feineswegs darauf, broschfenführer für einen Garantielohn, der ihnen wie es bas gute Recht eines jeden Gewerkschafters ist, sondern be menigstens das Eristenzminimum sichert. Bisher waren die Droschtenchauffeure je nach ihrer Einnahme nur auf einen destlohnhmukten ihr eigenes Nest, wo sich nur eine Gelegenheit tazu bot. Ob es sich um Werbeveransta tungen, Generalversammlungen von 1,25 m. bis 2,25 m. pro Schicht und auf 25 Broz. der Brutto, oder Lehnbewegungen, handelte, fie fanten teine Grenzen für einnahme gestellt. Thte bei jeder Lohnverhandlung aufs neue Die mitderftchen Auftritte dieser Aucherhobene Forderung nach einem garantierten Lohn wurde von den ihr gehäffices Treiben, Kraftbroschtenbestgern stets aufs schärffte zurüdgewiefen. acmertidafter haben schließlich dazu geführt, daß fich oftmals die Versammlungen frühzeitig leerten und viele der sonst regen Versammlungsbefucher den Beranstaltungen der Organisation felles marise aftebemokratie". Srefien: 8 hr Schleicher Bahn fernblieben. fernbliebene In den letzten zwei Jahren führten die Unternehmer immer die unterschiedliche Tagengestaltung als Argument gegen die Forderung ihrer Fahrer ins Feld. Nachdem nun aber durch ben Berliner Polizeipräsidenten im Einvernehmen mit dem Magiftrat die Einheitstage gefdaffen wurde, mar bieles Argument der Unternehmer nicht mehr stichhaltig. Der Berkehrsbund meldete daher feine alte Forderung wieder an und verlangte einen Mindest garantielohn von 54 m. für je gefahrene Schichten. In freier Verhandlung fonnte mit den Droschtenbefizern feine Berständigung erzielt merten. Erst vor dem Schlichtungs ausschuß fam nach längeren Beratungen ein Bergleich 31 stande, ber die Verdienste der Kraftdroschtenfahrer wie folgt festlegt: I De Drieperwaltung des Bertebrsbundes het diefen Störene frieden gegenüber eine angmut bewiesen, bie fo leicht nicht übertroffen mer en tann. Immer wieder ermahnte sie die Wider spenftigen, sich doch eintes Belfern zu befinnen und von ihrem gemerkstoffeftadigenden Ton abzulaffen. Alle Berührgen in dieser Richtung blieben erfolglos. fo eß fich die Ortsverwaltung schließlich gezwungen feb. beim Bundesvorstand den Ausschluß biejer„ revolutionären Geister zu beantragen, um die Organisation vor weiteren Schädigungen zu bewahren. Die fünf Gewerkschaftszerstörer fönnen sich nunmehr ein an Freie Gewerffchafts- Jugend Groß.Berlin Seute, Cannabenb, folgende Beranstaltungen: Cuban Submelten. Befuch bos Planetarirms, Steffen 19 Uhr Blücherpa, ormarubr. Morgen, Conntag, in der Jugendherberge übersborf: Bodenéndurfus, des TorbGtraße 18/18, Safgebdybe. Irbes intereffierte Mitglied it willfommen. Bot, Ropper ftraße, abuunterführung. Jucendoruvve des Perirolverfandes der Anoefellten Seute, Counabord, ab 20 Uhr Tostenzuéfus im Sugendheim. Échrter Straße 18/19, Sofaebärde. Jebes intereffierte Mitgreb ift willkommen. Adtung! Die Teilnehmer am 8. Wochenendturfus in der Jugendherberge Reuftrels( Medienb.) treffen fich pünktlich 19 Uhr not dem Stetirer Bahnhof. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyez: Birthaft: G. Klingelhöfer; Gewortfchaftsbewegung: 3. Etciner; Feuilleton; R. S. Dolcher: Lotales and Sonstiges: rix arftabt: Anzeigen: b Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts Berlag Gmb S Berlin Drud: Vorwärts- Budbruderet und Berlagsanftalf Batu Sinaer Go Berlin SW 68. Lindenfitake Steza Bellage and Unterhaltung und Biffen Nr. 19 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 12. Januar 1929 Heßler Die Tragödie im Grunewald. Leiche des jungen Schüler gefunden. der Scharfen Lante bei Weinmeisterhorn. Die Nachforschungen, die auf Grund der ausgesetzten Belohnung Die Persönlichkeit des toten Mädchens festgestellt./ Der Mörder für die Auffindung der Leiche des verunglüdten Junior verhaftet. Ein Eifersuchtsdrama? Die Berliner Kriminalpolizei hat gut gearbeitet. Sie hat| Mäbchen in ihrer feichten feftlichen Kleidung, bem albe an der die Persönlichkeit jenes jungen Mädchens fejt. Seerftraße zu. Unterwegs tam bes Berhalten Minnas gegen geftellt, das am Neujahrsmorgen im Grunewald erdrosselt aufgefunden wurde und auch den Zätet, ihren Lieb haber, ermittelt und verhaftet. Das Mädchen ift elue am 4. Januar 1909 in Regin in Weft havelland geborene Stüge Minna Rutter, die zuletzt in Stens tölin eine Stellung befleibete. Bor etwa einem Jahre lernte sie einen am 10. Juli 1906 in Blankenstein geborenen Schuhmacher Ernst Juch tennen und Inüpfte ein Biebesverhältnis mit ihm on, das nicht ohne Folgen blieb, Am 22, September vorigen Jahres gab das Mädchen einem Kinde das Leben. Das Kleine lam in Pflege, und auf Betreiben des Juch zog die junge Mutter zu der alten Frau Juch, die in Spandau in der Meger Straße wehnt. Obwohl der Schuhmacher beabsichtigte, bie Geliebte zu beiraten, tamen ihm boch später Bedenken, da das Mädchen einem jehr lockeren Lebenswandel zuneigte. Das wurde auch nicht beffer, felt es bei seiner Mutter einquartiert mar. Such besuchte die Braut ab und zu, tehrte aber immer wieder nach Berlin zurüd, Um Sifpefterabend fand er fich wieder in Spandau ein. Bei seiner Mutter fand er eine beitere Gesellschaft versammelt, zu ber auch ein Steinfeger aus ber Nachbarschaft und andere Bekannte gehörten. Nach der Meinung des Biebhabers gab sich nun feine aufünftige Frau zuniel mit einem der fremden Männer ab und erregte bapur feinen Zorn und feine Eifersucht. Er überredete das Mädchen fchließ Rich, ihm auf die Straße zu folgen, und zujammen gingen fic, bas Der Greis als Fälscher. Die internationalen Kreditbrieffälschungen vor Gericht. Im August 1928 erregte bie Festnahme mehrerer Mitglieder einer internationalen Bande pon Bankbetrügern, die ihr Rek über ganz Europa gelponnen hatie, großes Muffehen. In Deutschland wurden cin 36 Sabre alter in Mailand anfäffiger Umberto Luigi Mitani und ein Greis, der 65 Sabre afte Ugo Marche fini, feftgenommen, der eine in Berlin, der andere in Frankfurt a. M. Die beiden Fällcher werden fich am 16. Sa muar por bem Straffenat im Münchener Buftizpalaft zu pers antworten hoben. Jahlreiche Zeugen, Striminola und Bantbeamte, bie an ber Jagb nach den Berbredjern teilgenommen haben, find geladen. Eine restloje Erfaffung und hurtedung der Bande wird leider nicht möglich sein, da die Auslieferung der in Marseille unb Baris feftgenommenen Mitglieder, die italienische Staatsangehörige find, verweigert morten ist. Det große Coup, von dem die Bande 5800 englische Pfund in München zu erfangen hoffte, war ihr Berderben. Milani präfentierte auf der Filiale der Deutschen Bank in München einen Kreditbrief eineriapanischen Bant und verlangte und erhielt 1000 Pfund, in deutschem Gelde etwas über 20 000 Mart. Am Tage darauf erfchien derfelbe Mann bei der Filiale der gleichen Bank in Nürnberg und wollte 1500 Bjund erheben. Aus den Ein: tragungen auf bent rebitbrief erfab bez Bantbeamte, baß am. 19. Juni in Songtong 1000 Bhund abgehoben waren. Die Abhebung in München failte am 6. Juli erfolgt sein. Dieser Zwischenraum erschien dem Beamten zu furz und erregte feinen Berdacht. Milani merkte das und nerfchwand unter Surüd laljung einer Papiere. Bei den Nachforschungen hat sich später herausgestellt, daß das Münchener Datum insofern gefälscht war, 741 Roman von Georg von der Bring. Soldat Suhren. Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag, Berlin Es geht gegen Mittag, und fortwährend steht die Anhöhe rechts unter startem Beschuß. Buntt zwölf Uhr beziehe ich den Bostenstand und erblicke bort den Wald von Rauch bäumen, der in Bewegung ist, nach fints ins Zwischengelände wandert, aber sich über dem Graben des zweiten Buges fort während erneuert. Bor feiner sonnendurchstrahlten Wand fallen bie tefte des zerstörten Drahtverhaues nieber wie spärliche schwarze Hagelstücke. Das Gewitter ist nahe wird es fortgehen? Wie werde ich es überstehen? wie Unter mir, an die vordere Grabenwand gedrückt, figen die Kameraben und harren wie ich. Doch ich kenne sie nicht zu dieser Stunde, nicht Albering, nicht Pfeiffer, nicht Klees. Ihre Gewehre sind bereit mie meins., 2lber niemand ist da, uns ein Wort zu sagen, niemand löst das trockene dumpfe Schweigen. Des fleinen Leutnants blasses Geficht per schwimmt im Schatten, der Boden vor ihm ist mit 3igaretten stummefn überfät. Selbst Babst ist still geworden, die bis zum Rand gefüllte Müge liegt neben ihm." Aher immer noch find glühende Splitter auf ihren verzwickten Flugbahnen unterwegs. Die Balfons drüben glühen wie geröstete Sta stanien und fcheinen fortwährend zu wachsen. au schmellen; fie werben gefb, werden weiß und wieder gelb und scheinen gerabewegs in mein Gesicht zu( chweben. über ben fremben Männern wieber zur Sprache und Buch sparte nicht mit Barwürfen. Er will unter anderem bem Mädchen zugerebet haben, wieder nach Berlin zurückzukehren und fich beffer um ihr feines Sinh an tümmern. Mie Such behauptet, wies die Lutter feine Borhaltungen mit fchroffen Worten ab unb berbat fich jebe Einmischung in ihr Betragen. In seiner But pacte Juch jeht die Geliebte am Hafje Sie fürzte zu Boden und soll nun, wie der Mann angibt, regungs Ios liegen geblieben Jein. Such fehrte nach Berlin zurüd, murde aber pon Selbsteprmorfen geplagt unb gab balb nich Reujahr jeine Beschäftigung auf. Er tam nach Spandau und hörte nichts mehr von seiner Braut. Dert war aber das Mädchen bereits permißt worden. Zunächst glaubte man, daß sie in ihre Seime gefahren fei, bas ftellte fich aber als irrig beraus. Als nun noch der Streit zwischen dem Baare am Silvesterabend bekannt wurde, verstärkte sich der Berbach mehr und mehr gegen auch. Geftern wurde auch in der Boitsfide in Spanban on Kriminalbeamten ermittelt, festgenommen und fofort einem ges nauen Berhör unterzogen. Such leugnet nicht, er bestreitet aber, die Abficht ber Tötung gehabt zu haben, behauptet vielmehr, daß er seiner Braut nur habe ben Kopf zurechtleben wollen. Er will auch mit dem Gebanten umgegangen fein, nach der Tat Selbft morb burch Bergiften au perüben. daß die ursprünglich vorhandene 2 por ber 6 gettigt wurde. Was eine besondere Schlatheit fein follte, wurde eine Falls. Auf Grund bes Lichtbildes murde mitant nach langer Berfolgung in Berlin in einem Gotof in der Anhaltstraße ermittelt unb feft genommen. In feinem Quartier in der Wilhelmstraße, das under Beobachtung gehalten wurde, fing bie Scriminalpolizei etn Tele gramm ab, bas Milani nach Frankfurt a. M. ouf bas bortige Hauptpostami berief, Dort umurde bann der Romplice Marchesini, ber neue Bälle und Reisegeld nach dem Mürnberger Schlschlag bringen. foute, ebenfalls dingfeit gemacht. Durdy genaue Unterfuchungen mit Mitroſtapen und Quaralampen warden bann die Fälschungen in bem Strebitbrief pollständig aufgebedt. Er war ba feiner echten form auf 58 Bfund 8 Schilling und 3 Bence ausgeftelt gemejen unb von einer Schlafongengesellschaft in Marseille gelöfcht morben um feine Cchtheit zu befräirigent, fätigten Milani und Dardesini eine bhebung von 400 Bund in Hontong. Damit mar die Berbindung nag Japan gegeben. Weitere Fälschungen fanden fich auf dem Baß, auf dem die Unterschrift und der Stempel bes italienischen Generalfonfuls in Sofio nachgeahnt worden waren in Die Buchstaben und Ziffern wurden in Form von Schreibe maschineninpen mit Bleistift oorgezeichnet und mit einer feinen Nadel durchlocht. Das sollte ben Einbrud einer mit Stanzmaschine bepictten Eintragung hervorrufen. Außer den raffinierten äichungen werden in dem Brazes auch intereffante Einzelheiten aus dem Borleben der Berhafteten zur Sprache tommen. Borträge über Bogelichuh. In der Zeit vom 13. Januar bis 26. Febriar werden in der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen, Berlin- Schöneberg, Grunewaldstr. 6/7 1, jeben Dienstag um 20 Uhr Borträge über Bogeljus und Begelbege mit Lichtbildern und Borweisungen abgehalten. den Nacken und trintt den Rest seiner Flasche, die fodann seiner Hand entgleitet, Jeht tehrt er zurüd, erscheint in der Deffnung meines Unterstandes und friecht herein. Neben mir im Stroh bleibt er liegen, brummt zufrieden und scheint fodann in Schlaf zu fallen. An den Beinen hat er funtel neue Bebergamaschen, ich fchiebe mich vorsichtig an ihnen ente leng und ersteige mieder den Boftenauftritt, wo ich Albering finde. Ich meine, daß er es ift. fage aber nichts, fehe ihn auch nicht an. Bezt bin ich wieder allein. Es wird ein Uhr und nichts ändert sich, als daß fich bas ganze Wetter drüben auf die Erdwelle zu richten scheint. Der Beutnant hat gegen Engeltes neue Gamaschen getreten, und zwar ohne Erfolg, er lacht nervös. Ein Melder ist gefommen und teilt mit, daß der erste Zug mehrere Tote hat, daß das Maschinengewehr nicht mehr schußfähig ist ,, Boll Sand," nicht der Leutnant. und die Gemehre ebenfalls Boll Sand," lächelt der Leutnani und bewegt das mefenlose Gesicht.... Da sehe ich brüben aus den Pappellpigen eine filberhelle Leuchttuget auffteigen. Sie hinterläßt eine filberhelle Spur, die wie eine fergengrade filberne Stange steht. Ich melde es un steigen links und rechts meitere Leuchtpfelle in riesige Höhe. Ich zähle fie, melbe. Es ist ein Giter von dreizehn silberhellen Stangen. Ich melbe: Dreizehn!" De verftummt das Schießen. Rechts auf der Anhöhe erscheint eine breite Reihe von Ruffen, die vor der sich ner ziehenden weißen Qualmwand auftauchen. Zuerst ein paar Böglich überkommt mich ein ftarter Hunger, ich habe schwarze Röpfe, beren fchwarze Körper fofort rüden. fett Mitternacht nichts gegeffen. Einer tritt an meine Stelle, während gleichzeitig fints und rechts von if weitere und ich trieche auf zitternden Armen in unferen Unterstand. fchwarze Stapfe erscheinen. Seht sieht man die mittleren auf Och öffne Das Batet, nehme Marmelade heraus und be ihren schwarzen Beinen daherfchreiten. fleht auch die äußeren fireiche ein Brot. Da ertönen harte Schlage ganz in ber bitter ber Erbwelle herauswachfen und an ihren Flanten Mähe find Granaten eingefchlagen. Im Graben gibt es ein wieber neue fchwarze Stapfe fich heraufbewegen. Jehr ist die Garenne, durch das Kriechloch fehe ich, daß alle aufgefprungen volle Reihe auf die Höhe gelangt. Ihart heben ftch ble Solfind und fich hinter bie Schultermehr geflüchtet haben. Felde baten ab, ihre When then schief, bie Gewehre tragen fie webet Engelte ft bei ihnen, er hat ein firfchrotes Geficht und unterm Arm wie Jäger. Alle tommen sie in guter Ordnung geftituliert, eine Weinflasche in der Hand. Nur der Leutnant und in ruhigem Schritt herüber, feiner findt. Einer von figt noch auf seinem Blag, unbeteiligt und wie ein Kranter. Ihnen aber springt, fäßt den Arm freisen und wirft Kauend und auf den Knien hödenb, ipähe id) mieber eine winzige Handgranate, die aufffiegt, nieberfällt und. ohne nach braußen, denn wieder fauft ein Hagel von Splittern zu erplodieren, herrollt. herhüpft, fich perfriecht, verschwindet, gegen Grabensohle und Wand. Engelfe( pringt vor den Ro Sie fommen, unabwendbar, unheilvoll, fragen Gewehre meraben herum, bie sich gegen bie Bölsung brüden, dann und Handgranaten mit fich, fchreiten gerabeswegs auf uns ftößt er fich von der Schulterwehr zurüd, wirft ben Ropf in| los und wollen an unfer Leben. Wie fiebern, in den Händen chefs der Firma Heßler von den Fischern an der Havel porgenommen morben sind, haben heute zu einem Erfolg geführt. Dem Fischer Bolze, der frühmorgens die Scharfe Lante bei Weinmeisterhorn mit Stangen nach der Ceiche absuchte, gelang in der Frühe die Auffindung und Bergung. Die Kriminalpolizei des Bolizeiamtes Spandau wurde fofort benachrichtigt, und sie entfandte mehrere Beamte an ben Fundert, um aus dem Zustand ber Leiche bas geheimnisvolle Verschwinden und den vermutlichen Unglüdsfall refties zu tlären. Anscheinend ist der Tod bardh Herzschlag erfolgt. Wie bekannt, hatte Heßler in der Nacht dem Alkohol start zugesprochen. 2ffs er bann das Boot besteigen wollte, glitt er vom Rande des Eifes ab und stürzte in bas eistolte Waffer der offenen Bahririmme, So erflärt es sich auch, daß Seßler feine Hilferufe mehr ausstoßen konnte. Urteil im Bilderdiebstahlsprozeß.: Graste drei Jahre Zuchthaus, im übrigen Gefängnisstrafen. Fürth, 11, Januar Sm Rabolzburger Biberbiebstahlsprozeß wurde heute nachmittag gegen Lippmann, Maner, Schmidt, Graste und Zahnt wegen gemeinfam perübten Berbrechens des schweren Diebstahls folgendes Urteil gefällt. Rippmann erhielt 10 Monate, Maner ein Jahr vier Monate, Schmidt ein Jahr zwei Monate und 3ahn zehn Monate Gefängnis, Graste megen bes gleichen Doliftes im Rückfall brei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Chrverlust, Breitfeld megen eines Verbrechens der Beihilfe zu einem geineinschaftlich verübten Berbrechen des schweren Diebstahls ficben Monaten Gefängnis, Frau Schwarz marbe freigesprochen. Bei Lippmann und John wird der Haftbefehl aufgehoben und die Strafe als durch die Unterfuhungshaft verbüßt anerkannt. Im übrigen bleiben die Haftbefehle aufrechterhalten. Untersuchungshaft wird allen Angeklagten angeregnet. Schwere Folgen eines Alkoholexzeffes. Amtsverluft und Zuchthaus. Aeußerst schwere folgen hat eine in Altoholegzeß begangene Bilichtnergeffenbele für bent Strafanstaltspberwachtmeifter 3. nach fich gezogen. Er hatte eines Tages aus einem Berliner Gefängnis elnen Gefangenen auszuführen und zu über wochen, und ties fich überreben, mit diesem verschiebene getale aufzusuchen. Die Folge mar, daß. den seiner Obhut anvertrauten Gefangenen am Abend nicht mehr im Gefängnis ablieferte, fordern mit ihm erit am nächsten Morgen erschien. Die Nacht hatten sie schmer betrunken in ber Wah nung des Gefangenen augebracht und unter fich bis baß 8. Ihn erit in der Nacht erwischt habe. In dem Disiplinar Abrebe getroffen, anzugeben, daß der Häftling entwichen fei, und verfahren tam aber die Wahrheit heraus. F. wurde des Amies entsegt und es wurde gegen ihn ein Strafverfahren wegen Gefangenenbefreiung, wofür er inzwischen 200. Geldstrafe erhalten hat, sowie ein Disziplinarverfahren anhängig gemacht. Obwohl. das Betreten der Strafanſtalt ver. im Gefängnis auf, um mit ihm wegen feiner Aussage und der boten worden mar, judyte er den Gefangenen troigdem mehrfach feiner Ehefrau in bem Disziplinarverfahren zu sprechen. Der Gefangene meldete sich schließlich bei dem Anstaltsdirektor und bat um Shut gegen ble Subringlichkeit des Aufehers, der ihn zu einer falschen Aussage verleiten wolle. F. hatte sich vor dem Schäffen gericht Webbing wegen Berleitung zum Weineid zu verantworten und wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus und 3 Monaten Ehrverluft verurteilt. Gegen das Urteil hat Rechtsble Gewehre, die leicht sind mie heiße Luft. Wir wollen sie niederschießen; es sind ihrer piele, man muß sofort damit beginnen. Wir heben die Gewehre, aber jenken jie mieder, benn das Unheil Lommt ja rittlings auf den Graben daher, und zwischen ihm und uns stehen die Kameraden vom ameiten Bug auf den Schießbänken. Wir sehen ihre Köpfe, fie scheinen unbeweglich, verfteint. Die Reihe der Russen tommt, ohne sich zu lichten, näher. Wieder wirft einer von ihnen eine Handgranate, die etwa vier Brustwehren vor uns mitten in die Grabenferbe fällt und eine Qualmwolfe aufstößt, deren helles Gelb sich ausbreitet und die Mitte der anrückenden Russen verdeckt. Eine ungeheure Aufregung bemächtigt sich unser, mir bewegen die Gewehre, drehen uns auf den Schießbänken und toiffen nicht, was zu tun ist. Ich sehe den Leutnant. der mit zwei Handgranaten fuchtelt und um die Schulterwehr rennt, ben Ruffen entgegen. Seine Zigarettenschachtet läßt er liegen. Sogleich aber tehrt er zurück und schreit mich an: Wo 2ße ist Leutnant Brause?" Wie kann ich es wissen? Mag er ihn suchen gehen! Er wartet auch auf teine Antwort, sondern eilt nach ber enigegengefeßten Seite weiter, die Handgranaten wie Jackeln tragend. Nach ihm firömen bie Soldaten vom zweiten Zuge, die ihren Abschnitt geräumt haben, zu uns herein, so daß mir Stopf an Kopf stehen. Auch wir wollen nicht auf den Schießbänten bleiben. springen berunter, und es gibt ein ratloses Gedränge. Unteroffizier Tielbürger betritt den perlaffenen Bostenstand und schreit: Weitergehen! Langsam meitergehen!" Endlich ein brauchbarer Befehl. wir tommen ihm nadi. geben zurüid. gelangen von einem Grabenteil in ben anderen, fehen überall die beftirsten, schweißtriefenben Gesichter van den Schießbänten uns entgegenftarren und reißen auch diese Solbaten mit uns fort. Eine ganze Weile geht es so weiter. bann stehen dort Soldaten in Hemdbärmeln, bie fich nicht anschließen, fondern Schmähworte auf uns herabschleudern. Es find die 111er, die in der letzten Nacht die Defterreicher abgeföft haben. Bei einer Grabenbiegung mendet sich der Strom lints. Man folgt ben porberen eine Treppe hinauf. Oben auf der vielleicht Böschung steht ber bide Hauptmann ganz allein an derselben Stelle. we er sich am Morgen gewaschen hat, zuckt mir durch den Rovf. Er hält eine klobige Pfeife zwischen den Zähnen, hebt bas Gewehr an die Bade, zielt und schießt. Dann sind wir schon vorbei, und ich höre thn noch zischen: ( ortlegung folgt.) 3mei Schritt Abstand!" anwalt Dr. S. Sildebrandt Bei der Straffamnter Berufung onge meldet. Der Angeklagte. mar schon vor einiger Zeit in einen interessanten Strafprozeß verwickelt. Er hatte unter den zur Bermertung von 2tpapier aus den Ministerien und Staatsbehörden nach Teget gelieferten alten Attenstüden wertvolle histo= rische Dokumente mit den Handschriften des Großen Kurfürsten, Friedrich des Großen u. a. preußischer Könige bis zu Kaiser Wilhelm I. entdeckt und diese beiseitegeschafft und dadurch nor der Bernichtung bewahrt; nachdem F. in erster Instanz wegen Diebstahls verurteilt worden mar, murde er aber, wie erinnerlich, in der Berufungsinstanz freigesprochen. Um die Fürsorgeerziehung. Wahrheit oder Dichtung? Zu dem Streit um die Fürsorgeerziehungsanstalten, der non dem Maler und Schriftsteller 2ampel mit seinem Buch Jungen in Rot" und seinem Schauspiel Revolte im Erziehungshaus" ent facht murde, hat jest Obermagistratsrat naut, der Dezernent für die Jugendfürsorge der Stadt Berlin, sich geäußert. Eine ,, Gesellschaft zur Förderung fultureller und geistiger Interessen", die fich Die Lupe" nennt, hatte ihn zu einem Vortrag aufgefordert. Draußen im Kurfürstendammviertel verfammelte sich im Bortrags: faal des„ Sturm" eine reichliche Schar von Damen und Herren, die fast alle so aussahen, wie menn sie noch niemals eine Erziehungsanstalt innen gesehen oder gar einen Fürsorgezögling näher kennen gelernt hätten. Die meisten wußten von Fürsorgeerziehung und Fürsorgezöglingen wohl nicht mehr als das, was Lampel ihnen vorgelegt hat. Snaut versuchte sie zu überzeugen, daß in neuerer 3eit das Fürsorgerziehungswesen nach den Grund. fägen einer fortgeschrittenen Pädagogik um. gestaltet morden ist. Wenn auch manche Anstalt und mancher Erzieher leider noch recht weit von dem deal entfernt ist, so darf dach die von Lampel gegebene Darstellung nicht unbefehen als Typ der Anstalten und Erzieher unferer 3eit hingenommen werden. Zur Frage der Brügelftrafe erklärte Snout, daß in den Heimen der Stadt Berlin und in den privaten Heimen, mit denen Berlin noch arbeitet, es nerboten ist, zu prügeln. Die Lösung dieser Frage könnte, fagte er, den Anstalten leichter werden, wenn nur erst auch die Eltern auf Brügel als Erziehungsmittel verzichten wollten. Gegen Lampels Buch und Schauspiel machte Sinaut geltend, daß sie mehr Dichtung als Bahrheit seien. In beiden bringe Lampel im mesentlichen die von den Jungen selber gegebenen mündlichen oder schriftlichen Schilderungen, die doch nicht ohne meiteres als unantastbare Dokumente gelten tönnten.( lebrigens beziehen sich diese von Lampel zum Buch zusammengefaßten, Schilderungen größtenteils nicht auf Strumeshof, wo Lampel als ein studienbalber zugelassener Hospitant die Jungen fennengelerni hat, sondern auf andere Anstalten, in denen sie früher gemejen waren. Auch die sehr ausführliche Repolteschilderung eines Jungen, aus der Lampels Schauspiel entstanden ist, gilt nicht für Strumeshof, fondern für eine andere Anftalt.) Die an den Bartrag sich thüpfende Aussprache, an der sich Kehner für und gegen Lampel beteiligten, war mehr lebhaft als inhaftreich. Nur einer, der selber Fürsorgezögling gewesen ist, fonnte aus eigener Erfahrung sprechen. Er hatte nicht Anstalter der Stadt Berlin, sondern eine der Badelschwinghschen Anstalten bei Bielefeld fennengelernt. Im Schlußmort fagte naut, baß er Sampels Arbeiten troß aller Bedenten als eine Fanfare begrüße, die anregend wirfen tänne. Leider habe die. Bevölkerung fich bisher viel zu wenig um Fürsorgeerziehung gefümmert. Der Kampf gegen die Grippe. Wiederein Gotteslästerungsprozeß Friedrich Wendel vor dem Schöffengericht. 93 Lehrerschaft und Konkordat. Also wieder ein Gottesläftererprozeß! Zur Antlage stand| Benn du das Schweinefleisch gefüßt und das Mädchen gegessen Friedrich Bendels Buch Die Kirche in der Karis hättest, dann wärest du meschugge. So haft du ganz vernünftig tatur, erschienen im Freidenfer- Berlag. Es gehörte zur Serie gehandelt. Und das soll eine Beleidigung der Einrichtung der der Wendelschen fulturhistorischen Karikaturenbücher und stellte cine jüdischen Religion fein? Sammlung von Aussprüchen, Anekdoten und Bildern aus vers ſchiedenen Jahrhunderten dar. Was tonnte Friedrich, Wendei do dafür, daß die Kirche bei diesen historischen Dokumenten schlecht, abschnitt? In einer Einleitung in den die einzelnen Illustrationen ner bindenden Tert und im abschließenden Kapitel ging Friedrich Wendel scharf mit der Kirche ins Gericht. In einem Falle sprach er von der folternden mittelalterlichen Kirche" als von einer ,, Bestie". an einer anderen Stelle geißelte er ihre heuchlerische Moral". In diesen beiden Ausdrüden wie in einer großen Anzahl von Aussprüchen und Bildern, die sich auf das a pit tu nr, die Beichte, die unbefledte Empfängnis, den Wunderglauben, das Abendmahl bezogen, erblickte die Staatsanwalt schaft eine Berächtlich machung der Einrichtungen der Kirche und strengte ein Verfahren auf Grund des Gotteslästerungsparagraphen an. Aber schon früher mar eine Verfügung auf Beschlagnahme des ganzen Buches ergangen; fpäter wurden nur einige Stellen, Bilder und Aussprüche beanstandet. Und auch diefe Beanstandung erfuhr auf Grund einer Beschwerde vor dem Landgericht eine Einschränkung. Das Verfahren selbst wurde aus Anlaß der Anneftie eingestellt. Ueber die Beschlagnahme hatte das Söffengericht Berlin- Tempelhof gestern zu ent. scheiden. Und das Gericht entschied sich für das Buch: es gab das Buch frei. Das Gericht schloß fich den Ausführungen des Historisch gewordene Rechtsanwalts Otto Landsberg an. Aussprüche über die Kirche, Karitaturen, die aus verschiedenen Seiten, 3eifsdyriften und Büchern ftaminen, felbft in einer Kampf. fchrift gefagunelt. find als historische Tatsachen zu werten und erfüllen nicht den Tatbestand des Gotteslästerungsparagraphen: Friedrich Wer.del fonnte sich nicht dessen bewußt sein, mit feinen Beröffentlichungen die Einrichtungen der Kirche zu beleidigen. Natürlich war der Staatsanwalt anderer Ansicht. Selbst in der aus Pflug Hartungs Weltgeschichte" übernommenen Raritatur, die das Papftium als Schlangenpyramide, auf deren Spike die päpstliche Tiara ruht, darstellt, fab er eine Beleidigung. Chenjo in der Karikatur auf die Beichte, die einen Wolf als Beichtvater und ein Soyaf als Beichtenden darstellt. Derbe, brastische, volkstümliche Rebensarten wie: Ein Mönch im Kloster ift zwei faule Eier wert, Ein Mönch außerhalb des Biofters drei ift zwei faule Eier wert, Ein Mönch außerhalb des Biofters drei faule Eier! oder: Es gibt nur drei feusche Sonnen, die eine ist erfeffen, die andere entlaufen und die dritte kann man fuchen, oder: Bor Ronnenbetten und Mönchengebeten braucht man den Hut nicht zu Lüften, follten eine Beleidigung der Köster darstellen. Anfangs hatte die Staatsanwaltschaft sogar eine Beleidigung des jüdischen Glaubens in einer Anetonte erblickt, die folgender maßen lautete: Ein junger Mann erscheint vor dem Rabbi unter der Anflage, Schweinefleisch gegeffen und ein Mädchen gefügt zu haben. Der junge Mann entschuldigt sich mit den Borten: Rabbi, ich war mesdhugge. Worauf der Rabbi antwortet: bei meiferer Zunahme der Epidemis nätig werden fönnten, 3. B. an die Räumung non Schulen, die in der Nähe der Krankenhäuser liegen und sich zur Unterbringung von Kranken eignen. Hoffentlich wind es foweit nicht tommen. Direttor Brof. Dr. Hoffmann richtet auch an die Bevölterung die Mahnung, 31r Befämpfung der Epidemie das ihrige beizutragen. Niemand sollte, jagt er, in Straßenbahnwagen, Ueber den Stand der Grippeepidemie und über die Hochbahnwagen ujm. es versäumen, beim Susten und Borfehrungen zu ihrer Bekämpfung machte Direttor Riesen den Mund und die Rase mit dem Prof. Dr. Hoffmann vom städtischen Hauptgesundheits- Taschentuch zu bebeden, damit nicht Anstedungsfeime amt sehr beachtensmerte Mitteilungen. Leider muß man jetzt schon umhergestreut werden. non ciner Epidemie sprechen, denn die Erkrankungen haben sich in den letzten Wochen sehr gehäuft und vom Januar ab trat faft explosionsartig eine ganz außerordentliche Zunahme ein. Bei der Allgemeinen Ortstrantentasse Berlin murde der tägliche Zugang von Grippefranfen ermittelt z. B. am 15. Dezember mit 105, am 20. Dezember mit 196, am 24. Dezember mit 326, am 27. Dezember mit 341, am 28. Dezember mit 520, am 31. Dezember mit 672, am 2. Januar mit 775, am 3. Januar mit 1063, am 4. Januar mit 1409. Danach tam eine Ermäßigung der Tagesziffer, aber bald folgte eine erneute Zunahme und am 9. und 10. Januar wurden wieder 1346 und 1350 neue Fälle gezählt. Mögen auch manche dieser Erkrankungen nur irrtümlich als Grippe angesehen worden sein, so ist doch nicht daran zu zweifeln, daß eine beträchtliche Zunahme auch der wirklichen Grippefälle eingetreten ist. Auffällig ist, daß an den Erkrankungen die Kinder start beteiligt sind. Selbstverständlich machten sich die Wirkungen sofort in den Krankenhäusern bemerkbar, so daß hier die Bettennot, die ohnedies schon fühlbar genug war, sich noch verschärfte. In den städtischen Krantenhäusern wurde am 10. Januar der Bestand an Grippetranten mit bereits 1348 Personen ermittelt, worunter 273 waren, bei denen auch Lungenentzündung vorlag. Das Hauptgefundheitsamt der Stadt hat die dirigierenden Aerzte aller städtischen und auch mehrerer nichtstädtischen Krankenhäuser zu einer Konferenz zufammenberufen und es ergab sich, daß bei diesen Sachverständigen ziemlich lebereinstimmung darüber bestand, daß Berlin fich mitten in einer Welle von zunächst leichteren Grippe= erfrantungen befindet. Die Epidemie ist bei weitem nicht so ernst, wie die von 1926/27 oder gar die opferreiche Epidemie Don 1918, aber zur Borsicht mahnt auch sie, weil man nicht miffen fanm, ob es bei diesen leichteren Ertiantingen bleiben wird. Das Hauptgejundheitsamt hat im Einvernehmen mit den Krankenhousverwaltungen alle Bortehrungen getroffen, ouf cine stärtere Inanspruchnahme rechtzeitig ge= rüstet zu sein. Im Krankenhaus Neukölln find soeben zwei neue Krantenstationen eröffnet worden. Die Kinderheilanstalt Buch hat eine Station für Keuchhuftenfrante eingerichtet, um die Kinderabteilungen anderer Krankenhäuser zu entlasten und für Grippe. tranfe freizubetpmunen. In Spandau hat das Krankenhaus die Geschlechtsfranken in eine neue Station gebracht, um Betten für Grippefranke zur Verfügung zu haben. Auch ist man in einigen Arantenhausern schon dazu übergegangen, freie Betten der chirurgifden Abteilungen mit immerlich Kranfen zu belegen, um nicht Betten unbenutzt stehen zu laffen. Das neue fatholische Krantenhaus in Neu- Tempelhof ist sofort voll in Betrieb genommen worden. Leider ist auch der Gesundheitszustand des Personals der Kranten häuser zurzeit nicht gut, fo daß Erfanfräfte eingestellt werden müssen. Die Schar der beschäftigungslojen Pflegefchmestern hat lidh in den letzten Wochen fehr gelichtet, weil die Krankenhäuser starten Bedarf hatten. Auch für die stärfere Inanspruchnahme des Kran fentransportwesens find Borkehrungen getroffen worden durch Abmachungen mit den prinaten Transportunternehmern und fagar mit der Feuerwehr. Die Zahl der täglichen Krantentrans parte hat sich beim städtischen Rettungswesen von sonst etwa 180 auf jest 270 gesteigert. Das Hauptgesundheitsamt denkt an weitere. Maßnahmen, die Die neue Straßenordnung. 3rreführungen. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Einige Berliner Zeitungen haben eine Reihe von angeblichen Einezlheiten der neuen Berliner ,, Verkehrsordnung", in Wirklichkeit ,, Straßenordnung" genannt, veröffentlicht, die falsch und start irreführend find. Das verwandte Material entstammt offenbar einem alten, längst überholten Entwurf und enthält Bestimmungen, die sich in der endgültigen Fassung der neuen Straßenordnung nicht mehr finden. Auch das bekanntgegebene Berzeichnis der Straßen verschiedener Gattungen ist unrichtig, da es nach dem alten Entwurf Straßen enthält, die die endgültige Fassung nicht mehr fennt, dagegen wichtige Straßen nicht aufzählt, Die in die endgültige Fassung aufgenommen find. Die neue Berliner Straßenordnung wird zu Anfang der nächsten Woche ihre abschließende Form erhalten; fie fann jedoch wegen der für die Drucklegung erforderlichen Zeit erst im letzten Drittel dieses Monats der Deffentlichkeit bekanntgegeben und in Kraft gesetzt werden. Funkwinkel. Die Tagung des Bezirks Botsdam der Arbeitsgemeinschaft. So zialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, die ant 3. Samuar in Berlin stattfand, bot als wichtigsten Gegenstand der Tagesordnung eine Aussprache über die Stellung der sozialdemokratischen Lehrerschaft zum Kontordat. Das Referat dazu hatte Oberstudiendirektor Genosse Dr K. MüllerPotsdam übernommen. Er wies hin auf die außerordentliche Beunruhigung, die, durch die bisherige Geheimhaltung der Ergebnisse der Konkordatsverhandlungen durch die Regierung in weiteste Kreise der Lehrerschaft hineingetragen worden sei. Für die Kirche ist der moralische Wert eines Kontorats das eigentlich Ausschlaggebende. Der Kurie liegt daran, sich über den Staat zu erheben. Denn jedes Kontordat jezt Kirche und Staat gleich und gefährdet so die Staatshoheit. Nach Art. 137 der Reichsverfaffung ist aber die Kirde ein freier Berein und sollte auch als folder behandelt werden, d. h. alle schwebenden Fragen müssen der Kirche gegenüber durch einfaches Gefeß geregelt werden. Jede andere Regelung würde eine Gleich stellung der Kirche mit dem Staat bedeuten. Auch die einzelnen Berhandlungspunkte( Bischofswahl, Dotation der Pfründen, Zusammen. letzung der Domlapilel, Vorbildung der Geistlichen in Rom usw.) bergen für den Staat nicht unerhebliche Gefahren in sich. In den Kreifen der evangelischen Kirche machen sich gleid, falls immer stärfer Bestrebungen bemerthar, ein Konkordat abzuschließen und Einfluß auf das Schulmesen zu gewinnen, z. B. Hannover. Doch zmingen alle bisherigen Erfahrungen zu schärffter Ablehnung jeglichen Konkordats in Preußen Das Ergebnis der Aussprache fand schließlich in folgender vom Genossen Dr. Müller vorgelegten und mit Mehrheitsbeschluß an genommnenen Entschließung feinen Ausdrud: Die Beziehungen des Reichs und der Länder sind durch die Berfassung von Me im ar grundsäglich geregelt. Die Ausführung soll durch ein be fonderes Gesetz erfolgen. An dieser verfassungsmäßigen Regelung hält die ASL., Bezirk Potsdam, feft und lehnt die Lösung der Frage Reich- Kirche durch ein Kontordat entschieden ab, zumal dieses abseils der in der Verfassung norgesehenen Regelung liegt, meil es die Kirche els Bertragfóließende dem Staate gleichstellt, also die Staatshoheit herabjezt und eine Gefahr für den Staat bedeutet, meil es die verfalungsmäßigen Rechte der. Bolisvertretung beschränkt, weil es die Freiheit des geistigen Lebens, des Gewissens und des einzelnen ge fährdet, und weil es den konfessionellen Frieden stört. Die AS2. lehnt ein Kontordat felbst dann ab, wenn es, wie selbstverständlich, jede Be zugnahme auf die Schule vermeidet. Die ASL fordert die Fraftionen auf, fich mit aller Entschiedenheit dem Abschluß eines KonLordots zu mideriezen und mur einer Regelung in Form eines befristeten Vertrages zuzustimmen. 70090 Fugzeugfatastrophe in Amerika. Absturz eines Armceflugzeuges mit 10 Perfonen. Kem Bort, 11. Januar. Nach einer Meldung aus Middleton( Pennsylvanien) ist dort ein großes Armeetransportflugzeug mit zehn Infaffen abgestürzt. Fünf Jnjassen wurden dabei getötet, drei haben schmere Berlegungen erlitten. Die Ursache des Duisburger Gasunglücks. Wie der Vertreter der 3.- 11. in Duisburg non zuverlässiger Stelle erfährt, ist die Ursache des Ferngasleitung sunglüds in Duisburg, bei dem fünf Personen ihr Leben liegen, und zahlreiche Personen an Gasvergiftungen ertranften, auf un= fachgemäße Schweißung zurückzuführen. Die Meldung einer Korrespondenz, wonach die Arbeiter pergessen hätten, die Schweißstelle durch Packung abzudichten, trifft nicht zu. Mit der Unter juchung der schadhaften Stelle ist eine Reihe von Ingenieuren und Chemikern beschäftigt. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einfendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfefretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Die Eintrittstarten für die Beranstaltung:„ Den Enten der Revolution" am Sonntag, 20. Jannar, im Mercedes- Palast in Reutölla müffen umgehend non allen Abteilungsleitern abgeholt werden! Die Frau und der Sozialismus: Die Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft findet am Mittwoch, 16. Januar, pünktlich 19% Uhr, im Jugendheim Südwest, Dordstr. 11, statt. Referentin ist die Genoffin Clara Bohm- Schuch. Heute, Sonnabend, 12. Januar, 19% Uhr: Röpenider Biertel: Schule Wrangelfte. 128. echte und Pflichten eines Lehrlings". Besten I und II: Besprechung mit der Partei wegen der gemeinsamen Veranstaltung am 23. Január, pitnftlich 19% Uhr bei Rüdert, Steinmetzstraße. Reukölln IV: Funktionärsigung 20 Uhr bei Saberlands. Lichtenberg- Rord: Funktionärsgung beim Genoffen Gloger, Subertusfte 51. Beginn 19 Uhr. Werbebezirk Prenzlauer Berg. Helterenturfus:„ Die kulturelle Befreiung Der Arbeiterklase" im Heim Danziger Et. 62, B. 7. Das Tambourkorps übt pünstlich 19% Uhr. Erscheinen aller Spieler ift Bflicht. SSG. Prenzlauer Berg. 20 Uhr Heim, Danziger Str. 62. Die Erziehung in der geschichtlichen Entwicklung". Morgen, Sonntag, 13. Januar: Besten I nub II: Fahrt. Treffpunkt 8 Uhr Fahnhof Bülowstraße. Am Abend feine Heimveranstaltung. Arlin. Part: Treffpunft zur Fahrt nach Tegel 9 Uhr Moltenmarkt. Roften 50 Bf. Reutela IV: Fahrt Freffpunkt 8 Uhr Bahnhof Hermannstraße. Soften 50 Bf. Lichtenberg- West: Fahrt. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Werbebegirl Brenzlauer Berg. Um 19 Uhr fpricht der Genosse Furtwängler im Seim Tanziger Str. 62 über das Thema: Suternationale und Arlon alipolitit". Alle Abteilungsveranstaltungen fallen aus. Die Gruppenleitungen werben gebeten, zu dieser Beranstaltung die Funktionär fiften mitaubringen, Werbebezirt Kreuzberg. Sampfaberb. Helm Meffertorte. 9, 19% Uht. Werbebesirf Seöreberg. Delegiertenkonferenz 10 Uhr im fotal Jürgens, Schöneberg, Parbarofastraße 5a( nicht im Städt. Jugendheim). Die„ Elf Scharfrichter und Wolzogens, leber= bretti" waren einst Anfänger einer deutschen Kunstgattung: des beutschen Kabaretts Cine Stunde Vorträge mit Liedern aus deren Zeit war erfreulich und interessant. Der tünstlerisch- literarisch Interessierte fand Freude an dieser Beranstaltung, die einem großen Hörerkreis aber wohl wenig oder nichts mehr geben tonnte. Reinhardt Keifer, der geniale, heute faum gewürdigte oder bekannte Opernfomponist, fam mit seinen Berfen in einer fehr gelungenen halbstündigen Beranstaltung zu Gehör. Balter Stoelting, der nor einigen Wochen in fesselnden Ausführungen Auftralien als das Land des Arbeiters geschildert hatte, beantwortete die Füße der Anfragen nach den Auswanderungsmöglichkeiten, die an ihn gelangt waren, in einem Bortrag Soll man nach Australien auswan dern? Wer feine Arbeit scheut, den zähen Willen, die Körperträfte und die Jugend bejizt, um sich durchzusetzen, und nicht ganz mittellos ist, dem machte der Vortragende Hoffnung, in diesem Erdteil bescheidene wirtschaftliche Erfolge zu erringen. Major Tryggve Grau, der vorgestern Scotts tragische Südpolerpedition geschildert tattung you bet GB. in der Turnhalle der Schule Prinzenstraße az hatte, gab diesmal einen Bericht wie wir Amundsen such ten afs er bei seinen Nachforschungen nach der Nobile- Expe pedition verschollen war. Bieber entrollte sich ein Trauerfpiel vor den Hörern. Der in den Cisregionen erfahrene Bortragende tonute nur den einen Inappen Trost geben, daß das Ende der Amundsen Gruppe nermutlich rajch und ohne große Quglen gewesen sei Tes " Bezbehezirk Teltoriarol. Torstardsfsung pünftr. 9 Uhr im Seim Wannfee, Soile Charlottenstraße. Die äußerst wichtige Tagesordnung erfordert pünktliches Escheinen aller Gruppenleiter fowie Mitglieder des Werbebea rts vorstandes. Treffpunkt vor der Gigung 8 Uhr Bahnhof Bannfee. Werbebeziet Rentin Delegiertenkonferena 9 Uhr im Heim Rannet Straße, aum 2. Die Delegierten müssen vünktlich erscheinen, da der arm um 12 Uhr verlassen werden muß. Die Mitglieder werden geboten, die Verbesuchen. Begina 18 Uhr. 19 Uhr Seimabend, Steinmesstraße. Betterbericht der öffentlichen Weflerdienftitelle Berlin und Umgegend. ( Nachbr. verb.). lebergang zu wolligem und milderem Kroft netter, bei. nörbliven inden bereinzelte Schneefälle. Für Deutschland Im Weiten. und Süden Deitschlands Fortdauer des roitwetters, in Mittel und Süde Ditdeutschland Bewolkungszunahme und Milderung des Frostes. Im Nords piten vielfach Zaubetter. Endlich Kreditverbilligung! Ruhrstahltrust 6 Prozent. 1,43 Milliarden Umfat.-140 Mili. Mt. Renanlagen. Nach außerordentlicher Reichsbankentlastung.- Ein volles Prozent wäre beffer. Stablwerte 2-6 Jahlt für das am 30. September abge. Die Reichsbant hat mit Wirkung vom 12. Januar den Breis für Wedselkredite von 7 auf 6½, den Preis für Lombarddarlehen von 8 auf 7% ermäßigt. Man darf hinzufügen, ermäßigen müssen. Wie wir es vorausgesehen haben, mar die große Inanspruch nahme der Reichsbant zum Jahress hluß finanz- und bilanztechnisch Febingt und nicht wirtschaftlich. Das beweist die toloffale Entlastung der Reichsbant, die schon in der ersten Januarwoche eingetreten ist. Der Geldmarkt hat die 51 Millionen Reichsschazwechsel der letzten Dezembermode voll. zurückverlangt. Mit diesen Reichsschazmechseln fenfte sich der Wechselbestand um 577,3 Millionen( rund 75 Proz der Zunahme am Jahresschluß) auf 2101,1 Millionen, also nur wenig mehr als am 7. Dezember 1928( 2044 Millionen). Der Zunahme der Lombarddarlehen um 138 Millionen am Jahresschluß steht eine Abnahme um 121,9 auf 54,2 Millionen gegenüber. Während zum Jahresschluß 319,6 Millionen fremde Gelder auf Girofonto zugeflossen waren, wurden in der ersten Januarwoche nur 196,8 Millionen( der Bestand blieb mit 619,3 um 140 Millionen höher als am 7. Dezember 1928) wieder abgezogen. Der Rückgang des Notenumlauis um 445,9 auf 4484,2 Millionen, der der Rentenbank scheine um 34,8 auf 495,1 Millionen war beträchtlich. Der Umlauf beider Papiergeldarten war am 7. Januar um 79 Millionen niedriger als am 7. Dezember 1928. Goldbestände waren mit 2729,3 Millionen, Devisenbestände( 3unahme 2,1 Millionen) mit 157,4 Millionen fast unverändert. Die Notendeckung durch Gold waren von 55,4 auf 60,9 Proz., durch Gold und Devisen von 585 auf 64,4 Proz. verbessert. Den Konfequenzen dieser eklatant günstigen Entwicklung hat sich die Reichsbant nicht entzogen. Sie hat nicht mit der Diskont fenfung weiter in den Januar hinein gewartet. Für den Präst denten Dr. Schacht gab im Zentralausschuß Direktor Dr. Drense für die Kreditverbilligung folgende Begründung: Nach der Diskonterhöhung vom 4. Oftober 1927 von 6 Broz. auf 7 Broz. haben sich die Hauptpofitionen des Reichsbantstatus und der gesamte Zahlungsmittelumlauf wie folgt entwidelt: Gesamter Zahlungs mittel umlauf 5915 Gold und mit. Rm. Gesamte dedungs Rapital fähige Devisen onlage Reichsbank noten umlauf 7. Oftober 1927 7. Januar 1928 2008 2760 4004 O 2150 2752 4171 . 5861 7 April 1928 2157 2770 4411 7. Juli 1928 2345 2426 4427 6079 6058 7. Ottober 1928 2639 2512 4592 6255 7, Januar 1929 2887 2248 4484 6120 Bom 1. Oft 27 bis 7.Jan. 29+ 879 512+480 4205 Es zeigt sich, daß die Entwicklung der wirtschaftlichen on junttur inzwischen zu einem nicht unerheblichen Ridgantg der gesamten Kapitalanlage der Reichsbant geführt hat. Die trotzdem zu beobachtende Zunahme des Notenumlaufs ist im mesentlichen eine Folge der beträchtlichen Bermehrung des Gold und Devisenbestandes, die wiederum auf weiter erhöhte furz und langfristige Auslandsverschuldung zurückzuführen ist. Gleichwohl sieht das Reichsbanfdirektorium in der Entwicklung der Anlagekosten die Voraussetzungen für eine Senfung des Diskont fazes von 7 Broz auf 6% Proz und des Lombardsatzes von 8 Proz. auf 7% Proz. als gegeben an. Dabei wird angenommen, daß von einer folchen Ermäßigung ein ungünstiger Einfluß auf das allgemeine Breisniveau nicht ausgeübt wird, da weniger mit einer Bermehrung des Notenumlaufs als mit siffernmäßigen Berschiebungen der Notendeckungsbestände zu rechnen sein dürfte. Welches Ausmaß diese Verschiebungen annehmen werben, bleibt abzuwarten: jedenfalls erschien bei dieser Ungewißheit und der Gegenfäßlichkeit der sonstigen Entwicklungsfaktoren eine Ermäßigung in größerem Umfange als ½ Proz. nicht angezeigt. Daß die Ermäßigung der Diskontrate in der schwierigen Lage des Kapitalmarftes eine Aenderung herbeiführen oder gar stimulierend auf diesen wirken wird, fann nicht erwartet werden. Es würde eine vollkommene Bertennung der überaus gespannten Berhältnisse dieses Marktes, der nach wie vor der größten Schonung bedarf, bedeuten, wenn angenommen werden sollte, daß mit einer Senfung des Reichsbantdistonts nun der Weg für eine erneute stärkere Inanspruchnahme des Kapitalmarftes geöffnet wurde. Die Diskontermäßigung tritt mit dem 12. Januar 1929 in Kraft. In dieser Begründung fällt die scharfe Berwahrung der Reichsbant gegen eine stärkere Inanspruchnahme des deutschen Kapitalmarfts durch Inlandsanleihen nach der Diskontsentung auf. Das ist ein Schlag gegen Preußens Absichten, 100 Millionen auf dem Kapitalmarkt zu borgen, um längst bewilligte und zum größten Teil schon durchgeführte Ausgaben zu fundieren. Wir meinen, daß Dr. Schacht in öffentlichen Anleihefragen Partei ist und daß man seine Meinung als Parteimeinung zu werten hat, menn sie auch zu beachten ist. Die Kreditverbilligung ist mit ½ Proz. geringfügig. Me hr more vielleicht beffer gewesen. Doch soll der Verfuch gelten, wenn die Absicht einer weiteren Berbilligung dahinter steht, sobald die Gefahrlosigkeit noch deutlicher erkennbar wird. Intere national ist der deutsche Distontsaz noch hoch genug: den 6½ Proz in Berlin stehen in New York 5, in London imd Amster dam 4%, in Paris and Zürich 3% Broz gegenüber. In New Dort, Amsterdam und Zürich ist das Geld seit August wieder billiger ge morden. So bleibt Deutschland, da an sich die Spanne für Paris und London noch sehr groß ist, für ausländische Geldanlagen günftig. Das ist wichtig, weil aus der Gefahr der möglichen Geld abziehung von Deutschland im Falle einer Distontsentung unferes Erachtens piel au piel Befens gemacht worden ist. Kapitalistische Heldenverehrung. Der Theoretifer der deutschen Inflation. Der Reichsverband der deutschen Industrie feierte vor einigen Tagen in überschwenglicher Weise den 80. Geburtstag eines deutschen Professors der Nationalökonomie, des Brofeffors Steinmann- Bucher. In einem Hymnus, der vom genannten Berband in die Bresse lanciert wurde, wird SteinmannBucher der Herold der großen Zeit, der Deutschlands Aufstieg bis vor dem Weltkrieg fennzeichnete", genannt. Er habe, so wird meiter mitgeteilt, auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaftspolitik einen starken und nachhaltigen Einfluß ausgeübt. Wir haben gegen die Ehrung des Reichsverbandes der deutschen Industrie, soweit sie einem alten Mann Freude machen und feinen Lebensabend verschönen joll, nichts einzuwenden; wir haben aber andererseits die Pflicht, das deutsche Bolt daran zu erinnern, wie es zur vollständigen Niederlage im Weltkrieg und zu den Furchtbarteiten der Inflation gefomunen ist, meil es nicht mur medizinische Rohlrübenprofefforen, sondern auch Profefforen der Nationalökonomie gab, die durch ihre Autorität die Bernunft im deutschen Bolt während des Krieges so ziemlich ab. töteten. Die fürchterliche Lehre, daß Deutschland am Krieg reicher und reicher werde, hat gerade Profeffor Steinmann- Bucher, der Herausgeber der Mitteilungen des Kriegsaus schuffes der deutschen Industrie", mit der Autorität der Wissenschaft in Deutschland zu festigen und zu verbreiten gesucht. Seine im Jahr 1916 erschienene Arbeit ,, Deutschlands Bolfsvermögen im Striege", Berlag F. Ente, Stuttgart ist geradezu ein warnendes Beispiel dafür, wie eine verblendete und im Dienst der Kriegsindustrie arbeitende Wissenschaft ein Bolk ins Unglück führen kann; denn das berüchtigte Eroberungsprogramm der sechs großen Ber bände und auch der Todeszirkel der Inflation wuchsen auf dem Boden der Steinmann- Bucherschen Kriegsgelehrsamkeit. Wir wollen daraus einiges zitieren. Steinmann- Bucher, der als Systematifer der Erforschung des Bolksvermögens gefeierte ,, Herold der großen Zeit", schreibt auf Seite 40 feines oben genannten Buches: „ Das deutsche Volksvermögen hat während des Krieges nicht ab, sondern zu genommen. Es ist nicht nur en zahlenmäßig darstellbarem Wert, sondern auch an innerem Wert gewachsen. Es wird den Krieg langer durchzuhalten imstande sein als das Volksvermögen irgend eines unserer Feinde." Auf Seite 46 sagt Steinmann- Bucher: Das in so langer Friedenszeit von blinder Barteitaktit als mert hat fich für uns als das ertragreichste Gewerbe erwiefen"... Die finanzwirtschaftliche Lage, in welcher sich unsere Feinde nach dem Kriege befinden. werden, beleuchtet am besten die lleberlegenheit unserer zufünftigen Friedensmirtschaft, denn bei ihnen wird fich zeigen, daß das Berhältnis zwischen Boltseintommen und Bolfsvermögen zu, den Striegstoften und Kriegsschulden ficr fo ungünstig gestaltet hat, daß sie alle in dem Augenblid, da ste zur Niederlegung der Waffen gezwungen sein werden, dem offenen oder verstedten Banterott nicht mehr aus: weichen fönnen." Der rheinisch- westfälische Stahltrust, die Bereinigte fchloffene Geschäftsjahr 1927/28 wieder 6 Prozent Dipidende Un Umsatz- und Gewinnziffern gemessen steht das zweite volle Betriebsjahr des Stahltrusts dem ersten Jahr in der Hochtonjunktur nicht nach. Nichts spricht so für die Stärke der deutschen Eisenkonjunktur in den ersten neun Monaten 1928, wie die Tatsache, daß der Stahltrust, der mächtigste tapitalistische Montanblock Europas, feinen Umfah noch von 1,41 auf 1,43 milliarden erhöhen konnte. Der Reingewinn wird mit rund 52,5 gegen 52,9 millionen faft unverändert ausgewiejen. Die Abschreibungen find um 1,4 auf 86,8 Millionen erhöht, so daß der tatsächliche Ertrag des Unternehmens noch höher erscheint als im Vorjahr. Die Durchführung der lehtjährigen Neubauten erforderte 140 Millionen; ob diese Kosten aus Betriebsüberschüssen bezahlt wurden, muß noch untersucht werden. Zugleich wird der Abschluß des zum Rheinisch- Westfälischen Stahltrust gehörenden Mitteldeutschen Stahltrusts in Riesa- Lauchhammer bekannt, der, wie im Vorjahr, wieder 7 Pro3ent Dividende zahlt. Der Rückgang des Umsatzes von 98 auf 92,3 millionen ist auf den fast zweimonatigen Arbeitskampf in Sachsen zurückzuführen. Die Originalberichte der Gesellschaften liegen uns noch nicht vor. 14 Proz. Dividende bei Bemberg. Kapitalerhöhung auf 40 Millionen mit großen Kurs geschenken. Die Aufsichtsratsfigung der 3. B. Bemberg- A.G. schlägt wiede 14 Broz Dividende vor und fordert von der Generalversammlung eine Kapitalerhöhung von 28 auf 40 Millionen. Die Aktionäre erhalten die neuen Aktien zu 160 Broz, obwohl der Sturs über 450 Proz. liegt. Die Kapitalerhöhung bringt also für die Bemberg Aktionäre mächtige Kursgeschenke. Oftoberschlesiens Bergbau. Wachsende Konkurrenzfähigkeit gegen England. Der Steinkohlenbergbau in Oftoberschlesien, in dem rund 75 Brozent des gesamten polnischen Bergbaues zufammengefaßt find, hat im letzten Jahre mit einer Förderung von über 30 Millionen Tonnen sämmtliche bisherigen Ergebnisse in der Nachkriegszeit übertroffen. Im Jahre 1922, als Oftoberschlesien on Polen fiel, betrug die Leistung der dortigen Zechen 26,5 Millionen, um nach starter Fördersentung in den nächstfolgenden Jahren 1926, dem Jahre des englischen Bergarbeiterstreits, auf fast 26 Millionen Tonnen zu steigen, sich im folgenden Jahre meiterhin auf 27,7 Millionen Tommen zu erhöhen, und im letzten Jahr cine nodymalige Steigerung um 9 Prozent 301 erfahren. Bemerkenswert an der Entwicklung des offoberschlesischen Berg baues seit dem fiebenmonatigen Streif der englischen Bergleute ist die ständig wachsende Konturrenzfähigkeit gegenüber der englischen Kohle in den skandinavischen Bändern. Diese für die britischen Zechen gefährliche Entwicklung, auf die von englischer Soute johon oft hingewiesen wurde, hangt mit den fehrniedri gen Selbstto ft en der oftoberschlesischen Bergwerfe zusammen, die auch durch die nicht so gürftigen Verbindungswege nur ver hältnismäßig wenig beeinflußt werden. Da in den letzten beiden Jahren die Rationalisierung in großem Umfange durchgeführt burde, ist die Entwicklung dieses Zechengebietes aud) für die nächsten Jahre günstig zu beurteilen. 21 neuer Auf die Kriegskosten selbst geht Steinmann- Bucher in seinem Buch auf Seite 89 ein. Er vertritt hier den Standpunkt, daß der Krieg nicht durch Kriegssteuern, mie das 3. B. England tat, zubinensägen( pro Schiff zwei) follen 10 000 Tonnen Personen- und finanzieren sei. Der deutsche Professor schwingt sich zu der Groß zügigkeit auf, diese Sorge ruhig den nachkommenden Generationen zu überlassen. Börtlich heißt es: ,, Unsere finanzwirtschaftliche Lage nach dem Kriege wird zu nächst durch die ganz ungeheuer wichtige Tatsache gekennzeichnet sein, daß die Kosten des gewaltigen Krieges zu Bolfseinkommen und Bolksvermögen, weil sich diese während des Krieges und durch ihn weit über den Stand vor dem Striege erhoben haben, in einem viel günstigeren Verhältnis stehen, als menn wir fie der Cinfommens und Vermögenslage, wie wir sie vor dem Kriege hatten, gegenüberstellen müßten. Es besteht die sicherste Aussicht auf weiter Steigerung nach dem Krieg, so daß wir die Tilgung des größten Teils der Lasten, die uns der Krieg aufgebürdet hat und noch aufbürden wird, mit ruhigem Gewissen unseren Nachkommen überlassen dürfen." Schließlich ein Zitat, das wir bei Steinmann- Bucher auf Seite 92 finden und das ganz besondere Beachtung verdient: In der Erhöhung des Preisstandes, in der Spannung zwischen ihm und dem Preisstand vor dem Krieg find Milliarden aufgespeichert, die für die Ordnung der Friedenswirtschaft von der allergrößten Bedeutung sein tönnen." Große Aufträge für Werften werden jezt von der SamburgAmerika Linie vergeben werden. Die Hapag will die pier Schnelldampfer der Albert- Ballin"-Klaffe durch Einbau Ananalhäfen nach New York) bringen und die Arbeit für das FrühTurbinensäge auf eine Geschwindigkeit von 7 Reisetagen( von den jahr 1930 fertigstellen lassen. Mit den auszumontierenden acht TurFrachtdampfer auf 15 Seemeilen gebracht werden. Die Bauabsichten der Hapag umfassen 50 Millionen Marf insgesamt, womit den deutschen Werften große neue Arbeit zufällt. Erfreulich find die hier gegangenen Wege, ohne Bermehrung des vorhandenen Schiffsraumes dennoch das Ziel höherer Leistung und Konkurrenzfähigkeit zu sichern. Das Gelingen des Experiments mare zu wünschen. Die Deschi mag- Werft in Bremen hat 17 Schlepper als Reparationslieferung in Auftrag erhalten. Die Wanderer- Werte A.-G. in Chemnih. mit 15,7 Millionen nominellen Kapital, heute eine der größten Fahrrad- und Motorradfabriken( außerdem Rechenmaschinen und Werkzeuge), meist zum 30 September 1928 einen von 1,83 auf 1,30 Millionen ver ringerten Reingewinn aus. Da in diesem Jahre das divi dendenberechtigte Kapital durch die erfolgte Ausgabe von Verwal timgsaftien um 2 Millionen höher ist als im vorigen, finft die Dividende mit 12 auf 6 Proz. stärker als der ausgewiesene Gee winn. Die Abschreibungen wurden von 077 auf 0,98 Millionen erhöht, was die tatsächliche Gewinnsenkung noch weniger empfindlich macht.. Kaugummiin Deutschland eine Pleite. In Deutschland scheint Kaugummi fich nicht der gleichen Beliebtheit zu erfreuen wie in Amerika. Während der große Weltkaugummitrust, die Wrighley A G., in den Vereinigten Staaten im letzten Jahre fast 50 Proz Das letzte Zitat macht die Leuerung durch Geldver- ihres gesamten Kapitals verdienen fonnte, hat ihr deutsches Tochtermehrung zu einer Quelle des Reichtums und ist die unternehmen in Mannheim mit einem Gesamtverlust von Aufforderung zur Inflationspolitit. In diesen 3 Millionen Mart abgeschlossen. Wie die Gesellschaft mitteilt, hat Sägen konzentriert sich die Theorie, mit der Helfferich fie fast anderthalb millionen für Reflame ausgegeben, Deutschland finanziell ruiniert hat. Hier ists noch während der Reingewinn nur etwas über 800 000 m. betrug. Wenn Theorie, dann kommt die furchtbare Pragis. Hugo Stinnes und auch diese Summen für Reklame teineswegs mit den Ausgaben des Havenstein trieben die deutsche Wirtschaft in den Kladderadatsch amerikanischen Mutterunternehmens zu vergleichen sind, das in den von 1923, weil auch fie der Meinung waren, daß mehr produkten 15 Jahren rund 200 millionen Rettameausgaben hatte, so zeigt dieses Beispiel doch, daß die Mannheimer Kaugumm'gesellschaft fich mit allen Mitteln moderner Reklametechnik auf dem deutschen Markt durchsetzen will. Bielleicht hat sie später damit noch Glüd. wirtschaftliche Verschwendung gebrandmartie Kriegerhanb. sieren um jeden Breis und die Fortführung der Produktion um jeben Preis die beste Wirtschaftspolitik und der befte Beg zum Boltsreichtum feien. Und auf Seite 76 heißt es weiter: Die im Felde Stehenden sind wirtschaftlich nicht umtätig, ja nicht einmal für die Gütererzeugung verloren. Sie entlasten in fehr weitem Umfang die übrige gewerbliche Arbeit, indem sie in unmittelbarer Berbindung mit der Front Fabrifbetriebe, Sagemerte, Feldschlächtereien, Bäckereien usw. einrichten, welche einen großen Teil der für den Heeresbedarf notwendigen Arbeiten per richten. Auch die Erweiterung der Anbaufläche für Getreide und Feldfrüchte durch die Eroberung weiter Gebiete und deren Bebauung burch eigene Mannschaften und Kriegsgefangene gehört zu Den wirtschaftlichen Errungenschaften, die nicht erst nach dem Kriege unseren Besitz vergrößern, vielmehr schon die Kriegswirtschaft erleichtern. Bon der Schaffung von Fauft pfändern für die Friedensverhandlungen gar nicht zu rcben... Wir glauben, daß solche Irrlehren auch durch noch so menschlich gemeinte und menschlich auch gutzuheißende Ehrungen im deutschen Boltsbewußtsein nicht in Vergessenheit gebracht wer Boltsbewußtsein nicht in Bergessenheit gebracht werden den dürfen. Triumph- Motorräder erhöhen Dividende von 10 auf 15 Droz. Die Triumphwerte in Nürnberg weifen für das am 30. September abgeschlossene Geschäftsjahr 1927/28 einen Reingewinn non 880 000 Mart aus, der sich gegenüber dem legten Jahr voll ver doppelt hat. Die Dividende wurde von 10 auf 15 Broz. heraufgesetzt. Die Umsätze in der Motorrad und Schreibmaschinenabteilung fonnten wesentlich erhöht werden und trotz der Krise im Fahrrad bau ist auch in dieser Betriebsabteilung nur ein unwesentlicher Rüdgang zu verzeichnen. Schutzöllnerliche englische Stahlmagnaten. Der Berband der Eisen- und Stahlindustrielten in England hat Ministerpräsidenten Baldwin ersucht, eine Kommission zur unparteiischen Untersuchung der Lage in der englischen Eisen und Stahlindustrie einzusehen. Im Hinblick auf den scharfen aus. ländischen Wettbewerb quf dem englischen Markt soll die Kommission bestimmte Borschläge zum Schutz der britischen Stahlindustrie machen. In dem Antrag wird besonders darauf hinge miesen, daß die Arbeitslosigkeit in England im Gesamtdurch schnitt 11% Proz der werttätigen Bevölkerung umfaßt, in dem schmer daniederfiegenden Bergbau 11 Proz., dagegen in der Eisen- und Stahlindustrie 25 Proz. Dieser Antrag der englischen Stahlmagnaten stellt mit seinem Hinweis auf den notwen digen Schutz des Inlandmarktes weiter nichts bar, als eine neue Shuzzollattade auf die Regierung. Parteinachrichten Cinjenbungen für Bieje Ruhrit find Berlin 6 62. Sinbenitrate& 17. Reels Pitenberg. Serie, Commebess, effunt a Bes Bichtenberg- Nord um 14½ he qm Rathaus, Neu Lichtenberg um 14% Whe Bittoriaplat für Groß- Berlin orien ftets en bas Bezirtsjetretartet & Set Eren rechts. richten 2. Reis Tiergarten, Montag, 14. Senues, he, bei Rediger, Butliks frage 10: expeiterte Kreisporfiendsiigung. Gefchäftsleitungsfikung 19 hr ebenhott Berichte der Abteilungen und Rammisionen fine fofort einaufenben. F. Reis Charlottenburg und Spandan, Juristische Sprechstunde beurte, Sonnabend, von 17-18 Uhr in Jugendheim, Rosinenfte. 4. Gelegenheit Rizdenaustritt. Heute, Sonnabend, 12. Januar: 2. 1914 The Sei Sidept. Steinmetfiz. 36a: Barftandoftgung unter Sinausichung der Zugenbvertreter, 113. Schmidwik. 20 Uhr im Cafe Baubbens: Mitgliederversammlung. 4. Morgen, Sonntag, 13. Januar: Berfammlung alfes SD..Kanfummitglieder der 55. Bertanfsstelle, a. 10 Uhr bei Sentohlam, Swinemünder Ste. 11. Befuch des beitericusmuseums in Charlottenburg, Fraunhoferfte. 11. Führungt Gheperbeaufsichtsbeamter Genoffe Steffner Treffpunkt punktlich i he in Barraum, Fahrtnerbindung: Straßenbahn 8, 78 und 44. 3. bt. Sarmittags he bei Bfeiffer, Hausburgile, 3; Bichtige Funktione fikuns 11. bt Sichtenberg, 20. Kreis, Gruppe Meinidendorf- Oft. Wir treffen uns aune Besuch der Belfsbühne heute, Cannabons, um 144 Uhr par hem Sugenbheim, Sinboner Straße, und um 14 Uhr am Bahnhof Schönhafa. Die Falten, die delegiert find, treffen sich um 13% Uhr am Seebad. Morgen, Sonntag. haben die Roten allen mit der SAJ. gemeinsamen Fans und Spielabend. Bezirk Tempelhof. Wie treffen uns heute, Gannahend, zur Beltsbühnen vorstellung um 14 Uhr Dorfstraße oder 14 Uhr U- Bahn Flughafen. Geburtstage. Jubiläen ufm. 19. 6. Seute, Sonnabend, feiert unser Genoffe 6a2egrez Eulerfte& feinen 60. Geburtstag, Sein ganzes 2ehen von Sugend on mat ber Gewertidafts. urb Parte bewegung gewidmet. Nach Grübung des Reichsbanners ift er auch dort altio, Wir wünschen unferem Seneffen Beguez noch weitere Jahre ber Gefurbheit und bes irtens in unserem Streife. 57. bt. Charlottenburg. Unjeren heben Genoffen 2ine unb i jelm Sailer, Pestalozziste, 92, zur Silberhochzeit die herzlichsten Glud. wünsche, Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 136. Abt, Reinickendorf.Of. Unfer langjähriger treuer Geneife Otta. Tabnte Soppeftraße, ist nach längerez Aranfheit verftorben, Biz werden ihm ein ehrendes Anderten bewahren, Einäicherung Moniga, 14, Januar, 17 Whe, im Krematorium Geriatraße. Bormitions 10 Vir Funktionäzigung bel Rade. Borträge, Vereine und Berfammlungen. Milagel Ede Scharnweberftuaße. Behmorgen. Am Moving, 14. Sanuar, Befitigung des Reichstags. Steffeyalt pünktlich 18 the pazmittags am Bortet Bezirksausschus für Arbeiterwohlfahrt. 14. Reels Reutöln, Mittwoch, 16, Sanuar, 19 Uhr, Sigung bes erweiterten Areiavorstandes in Parteibuzcan, Bedarfir. 3. Stellungnahme aur Neumaht. Jungfozialisten. Generalverlammfung am Sonntag, 13, Sanuet, varm. 9 Uhr, im Gemertfchaftshaus, Engelnfer 24/25 Tagesordnung: Karl Lichtnecht Rofa 2uremburg zum Gedächtnis. Rehner: Dr. Ostar Cohn. Bering: Los Behrproblem Referent Frans Rinftler, M. b. St. Gelmäftsbericht und Raffenbericht Organisatorische Anfgaben für 1999 Anträge und Mahlen, Ausweis: Barteimitgliedsbuch und Mitalichslarte Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die Ruhtarbeitert aber treffen fich sur Abfahrt ja ihre Selumat morgen, Sonntag, nad ts um 12 he( 28.15) im Bartelool 3. Sofie Babuhof Frichris ftrage 11. Areis Schöneberg. Pote Batten! Bie treffen uns morgen, Ganutos, zum Schlittschuhlaufen pünktlich 84 he Bahnhof Hauptstraße. Buclid find wir 13 Uhr. Reichsbauner Schwarz- Rot- Gold". 99 Geitstelle: Berfin S 14. Sebaftianfte 37/38. Sal? Ez Mitte. Surgbaunce! Margen, Sonntag, Wintersportfahrt nach Hem Müggelfee und Müggelbergen, Treffpunkt 0 Uhr Bahnhof Afeganherplas Wilmershorf Pos Tambourtorps trifft fc morgen, Sonntag, Uhr am Bahnhof Soo zum Wanderausmarsch. Anzug: Binba jade, neutrale Müge. Vue Kameraden find dazu eingelaben, Monteg Cauvorstand 14. Jannar. Schiedsrichter und Manniachaftsführer S0 Uhr Rurfus im Gayburgu. Witte. Junghanner! 20 Uhr Solversammlung im Sugondheim, Tiedstraße. Bartraa. Jahresbericht und Wahlen, Pflichtver anstaltung. Friedrichshain. 10% Uhr Generafverfamatfung des Brisvereins in den Comeniusfälen, Memeler Etz. 67. Neuwahlen. Stenlik( Samerad fchaft); 20 Uhr Fahresversammlung bei Schula, Birthufmite. 90 Safmafts und Saffenbericht, Vorstand wahten, Neutök Bris. Kameradschaft 2. Aug. 20 Uhr bei Wife, Peuterftr. 47. Rugverfammlung, enschließenb Ainavariisruna: nieze Bundesperfaffungsfeier in Frankfurt a. M." ngehörige tommen. Panfam. Samerobichait Mieberfoönhaufen. 20 Uhr Berfarums funa in Lokal Motisitu, Ede Bücher und Erestomfrage, Erscheinen Bflicht. Aleintieraut- Berein Berlin.Plankenburg E. B. Große Raffe- Gefflgets Roninchenfchau am Gannabend, 19. und Canning, 15. Januar, in Rugs Bäumen, Dorffraße 2 Graße Geflügelombola. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, varm, 11 Uhr, Rappefalles 15. Bartrog hes Serrn. Tamben: Gefahren des Santardats", Bermonium: us ie Afrikanerin( Menerbeer). Maite willfommon, Rellstraftgemeinfaft Bedding. Am Sonntag, 20, Sanvas, findet des 2. Konzert unter Leitung von Gemin Steff in her Stabthalle, Rioneriteaks, ftatt. Vnfang 19 Uhr. Einleitstarter pinicht. Braavainm 40 Bi. find an her Faffe zu haben aber abends von 1-21 Uhr in den maltlichen Schule, Butte bufer Str. 3. Uebungsabende finden Bertiegs non 10-21 Uhr fait. Gewinnausing Rialle$ 2. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lotterie. Ohne Gewähr Stadbrud verboten Auf jebe gezogene Nummer find zwei gleich bobe Gewinne gefallen, und map je einer auf die Lose gleicher Nummer in ben beiben Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 11. Januar 1929 In der Vormittagsafebung wurden Gewinne über 150. gezogen 2 Gewinne 5000 m. 369276 2 Gewinne zu 3000 m. 50209 2 Beboinne ju 2000 225917 2 Bebinne au 1000 9, 17047 8 Gewinne a 800 909 87819 208025 237555 20 Seminue au 500 9. 6921 45019 64737 95102 251519 293951 812220 343026 348518 363750 78 Gewinne su 400 2. 6509 18791 18861 19265 29001 31320 33841 68249 69732 85159 93970 115062 127934 150792 153832 173032 181230 183305 184977 187627 198525 208420 211639 252300 265701 266320 277006 280316 281549 309188 312429 819708 328212 846806 352705 358127 365814 369943 399812 278 Geminne a 300 m. 799 7000 13979 15954 18466 19591 19813 20785 28121 32413 40348 41961 43159 43697 44715 60348 50817 52891 54078 55168 55430 55803 56984 69717 73322 74551 75596 76171 77397 77626 82714 83688 84443 86913 93568 95079 95837 86433 99421 109105 118481 114377 116479 117210 117457 118074 120613 121298 124885 133208 133287 138921 140208 142206 144236 150511 157218 157385 158431 160038 160472 163967 165459 166262 168568 168666 172807 173025 175943-178378 178464 181142 186424 187037 189845 189983 193246 195776 197064 199113 209939 211116 211766 213738 214765 215052 215489 216281 223704 223972 229425 229900 231280 241526 244792 249924 250568 251989 260108 261517 267855 269293 271304 272800 274246 276848 289585 291979 297368 298181 299179 301083 302912 305282 319906 322159 324539 325044 326647 333897 341779 347664 349531 351746 357257 365127 366658 366747 371711 373190 374943 376064 378962 379670 384797 390632 392583 397184 398809 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150. gezogen 2 Beininne a 50000 2. 874596 2 Gewinnen 3000 m. 24979 4 Bebinne au 2000. 204185 329793 4 Geniune in 1000 9 8153 229132 10 emune 800 n. 48080 237497 271163 299521 355706 28 Geminne u 600 m. 5546 43648 94219 134935 147092 205461 206571 215870 223165 232738 266593 267951 307192 382974 120 Belvinne 400 m. 6334 23057 25734 26874 38274 47091 48891 60143 55580 58768 63410 68410 68864 69273 71974 76001 76145 80766 82091 88513 90809 91630 91698 103964 118502 128701 135169 138814 146513 149473 150895 158828 177724 180279 181368 187646 191128 191912 192616 192849 194964 203082 212694 235610 238728 267761 278970 285510 297699 301840 301968 311441 324269 329986 333973 348911 369788 371849 379141 389274 208 Geminne au 300.7801 20539 27698 30861 37611 38692 40563 41217 44981 45673 50599 63709 65426 75533 76718 77620 81873 86061 87730 88693 89983 98268 99656 100326 100837 103599 104293 104588 118795 119185 119954 120218 130007 131390 132371 142408 142611 146688 147060 149186 149878 152093 152125 152999 157267 157613 174733 175360 178826 183629 184986 186367 187402 190094 192392 196808 202977 204495 205605 215659 219278 235463 240637 244653 244960 248428 249330 260126 262311 266495 269899 275295 276442 293973 304181 309993 310784 314090 320374 322225 325318 329454 330307 331233 331417 331553 332661 333492 8346817 348975 359440 359828 361154 366636 366827 376399 383161 384468 386572 387621 396574 397184 397705 398973 Was jaat der Bär? 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In der Literaturgeschichte nehmen die Brüder Schlegel die Nach folgeschaft Leffings und Herders ein, ohne jedoch deren gedankliche, philosophische Tiefe und überzeugungsstarfe Bahrhaftigkeit zu befizen. Sie sind Kritifer gewesen, Aestheten, Anreger, Ueberfeßer, thes retische Führer der romantischen Schule, Berkünder des Hellenismus, des Klaffizismus und der Romantit. Dichter war weder August Wilhelm Schlegel gewesen, der am bekanntesten ist als Nachdichter und Ueberseger Shakespeares, Dantes und Calderons, als Begründer der Zeitschrift Athenäum" und als flarer, organisatorisch führender Kopf der Romantifer, noch Friedrich Schlegel, der jüngere Bruder, der reicher an Wissen war, aber nicht formvoll genug, der philosophischer veranlagt war, aber ohne jede Disziplin des Philosophen, und der leidenschaftlicher war, ohne jedoch reicher an Gefühl zu sein. Haben Sie vielleicht auch Obligationen der tripolitanischen Eisenbahnen gekauft?" ,, Nein!" versetzte der andere im ruhigsten Ton der Welt. ,, Diese Eisenbahnvaleurs find start heruntergegangen. Ihre Baisse dauert an. Herr Rogue, der Untersuchungsrichter, beschäftigt sich eifrig mit I Sie tennen mich sehr schlecht! Die Expedition ist in Border Pflege feinat Nägel, als der Angeklagte hereingeführt wurde: bereitung. Ich ermangelte nicht, die mir anvertrauten Depots in diese Beschäftigung sollte dazu dienen, eine Aufregung zu bemänteln. Schaganweisungen anzulegen." Er war tatsächlich erregt mehr als femals während seiner ganzen Karriere. Kein Wunder! Bisher in einem Provinzneft amtierend, hatte Herr Rogne nur Leute zu verhören gehabt, die Hühnerdiebstähle begangen, im bezechten Zustand etwas ungehöriges angestellt, sich geprügelt oder die Nachfruhe gestört hatten. Und min war ihm das Glück in ganz unerhörter Weise günstig gewesen! Einer seiner Rettern war Deputierter geworden, und da hatte man sich im Mini fterium des vergessenen Heren Rogne erinnert. Ganz in der Stille, im Handumdrehen, war er Untersuchungsrichter in Paris geworden! Nun er das erste Afterbünde in der Hand hielt und den ersten Angeklagten vor sich hintreten sah, lastete die Bürde seines Richteramts ganz besonders schmer auf seinen Schultern. Der vor ihm Erschienene, eine Börsengröße, war ein Mann, der ein lururiöses Leben geführt hatte. Noch gestern hatten vor ihm alle Bekannten ihre Hüte tief gezogen. Herr Rogne ließ endlich seine Ragelfeile fallen, rüdte den Klemmer zurecht, strich durch seinen Bart, blidte auf und fragte in dem schroffften Ton, der ihm im Augenblick zu Gebote stand. Seßen Sie sich! Sie find Herr Celestin, Moufflette, 54 Jahre, Banfier wohnhaft in der Rue de Châteaudun Nr. 57! Stimmt das? Schön. Ich danke!" Herr Moufflette erwiderte mit lächelnder Miene, als befände er sich in einem Salon: Friedrich Schlegel schrieb den mehr epischen Roman Lucinde, die Geschichte einer freien Liebe, damals ein Wagnis, dafür auch betämpft, bejubelt von den Gegnern, und von den eigenen Freunden verhimmelt und gelobt: heute hat diefer langweilige Roman, dem jede Gestaltung fehlt, jede Phantafie und jede innere Kraft, nur noch cinen literarhistorischen Bert. Es sind mehr die Bekenntnisse eines Mannes, der in freier Liebe mit einer hochgebildeten Frau, der Tochter Moses Mendelssohns, lebte, als dichterische Gestaltung eines Erlebnisses. Oft frivol, leichtfertig, geschmacklos und ohne den sitt. lichen Reiz. So blieb dieser bichterische Versuch eine vergessene Angelegenheit des Literaten Friedrich Schlegel! Dasselbe Schicksal ernehmste gestalten werden." lebte sein in Weimar unter Goethe aufgeführtes und vom Publikum mehr belachtes als beweintes Trauerspiel ,, Alarcos"! Bergeffen wir es weiter, damit sich fein zeitgenössischer Regisseur des durchgefallenen Trauerspiels erinnert und heute aufführt! Bon bleibendem Wert jedoch ist heute noch sein unvergessenes Pritisches und sprachvergleichend bedeutendes Wert Ueber die Sprache und Weisheit der Indier". Damit wurde Friedrich Schlegel der Bahnbrecher des Sanskritstudiums. Ebenso bedeutend ist fein weiteres Hauptmer? Borlesungen über die Ge schichte der Literatur, die vor allem die Geschichte der Literatur cis eine missenschaftliche Disziplin einführte und aus der Literaturgeschichte eine Wissenschaft machte. Hier auf diesem Gebiete liegen die wesentlichsten Attribute seiner Bedeutsamkeit und die Merkmale jeines reichen könnens. Sobald Friedrich Schlegel, ebenso sein älterer Bruder Auguft Wilhelm, glaubte, schöpferischer Dichter zu sein, enttäuschte er seine Freunde und schadete seinem Rufe. Als Kritiker, Sprachforscher, Literarhiftorifer, Aesthetiker jedoch gab er gedankenreiche Berke, die heute noch Fundgruben für Forscher und Historiker darstellen. Friedrich von Schlegel wurde am 10. März 1772 in Hannover geboren, wurde erst taufmännischer Lehrling, besuchte dann die Göttinger Universität, studierte Philologie, besonders bas griechische Altertum, wollte der Binkelmann der Literaturgeschichte werden, ging dann nách Jena zu seinem Bruder, mit ihm die Zeitschrift Athenäum rebigierend, bann nach Dresden, Paris, Bien. Erat 1809 zum Statholizismus über, frömmelte, verleugnete manches, mas er vor Jahren tönend und phrasenreich verkündet hatte, wurde Regationsrat unter Metternich, tehrte 1827 nach Dresden zurüd, hielt hier Borlesungen über Philologie der Geschichte, versuchte alle Ronfeffionen aufzulösen und sie in den Schoß der alleinfelig. machenden fatholischen Kirche zurüdzuführen. Dann starb er am 12. Januar 1829. 27 Gläserne Edelsteine Der Wunsch, fünftliche Edelsteine herzustellen, hat vor Jahr taufenden zur Herstellung des Glajes geführt. Vor der Erfindung der Glaspfeife, die etwa um die Zeit von Chrifti Geburt fällt, gab es noch feine Trinkgläser, sondern man erzeugte schön gefärbte Glas flüffe, die als Schmud verwendet wurden. Bei den legten Ausgra. bungen zu Ur in Chaldäa und überhaupt im babylonischen und ägyptischen Kulturtreis hat man folche Stüde festgestellt, die zweifel los als Rachahmung von Edelsteinen gedacht waren. Man schrieb diesen fünstlichen Edelsteinen dieselbe Wunderwirtung zu wie den natürlid; en, und so ist die Glasmacherkunft noch bis ins 19. Jahr hundert hinein aufs engste mit den magischen Künften verknüpft, die die Alchimie zu ergründen suchte. Auf diesen interessanten und bisher noch zu wenig beachteten Zusammenhang macht Ludwig F. Fuchs in einem Auffaz des„ kunft. wanderers aufmerksam, in dem er die„ Erfindung des Goldruhins durch den Alchimisten Johann Kundelbehandelt. Man machte feinen Unterschied zwischen fünftlichen und echten Steinen und schrieb auch den Edelsteinen aus Glas übernatürliche Wirkungen zu, trug fie als Talisman gegen den bösen Blick und zum Schuß vor Zauberei, benuzte sie für die Heilkunst. Diese Verwendung des Edelsteines in der Medizin war noch im 17., ja im 18. Jahrhundert so verbreitet, daß die Apotheken die reinsten Juwelierläden waren. Die Glasmacher bestrebten sich, alle möglichen Edelsteine im Glas nachzuahmen. So ist die Erfindung des Kristallglases auf den Wunsch zurückzuführen, den Bergkristall zu erfezen, aus dem damals die tunstvollsten Gefäße geschnitten wurden. Vuch die Herstellung des Goldrubinglases, die Kundel einen fo großen Ruf verschaffte, konnte mur dadurch als etwas so Wunder james erscheinen, weil man diesen neuen Stoff mit dem Stubin gleich fezte. Blutrotes Glas, das durch Zuiak von Kupfer hergestellt wurde, war ja schon den Alten bekannt. Die mittelalterlichen Alchi m'sten, die aleich eifrig nach der Erzeugung von Gold, Rubinen und der roten Tinktur strebten, verwendeten auch Glas zur Erreichung ihrer Zwede. Berschiedenen Glasmachern und Chemitern war es schon gelungen, eine rubinenartiae Maffe herzustellen. 2ber Kundel war der erfte, dem es glückte, größere Mennen diefes Goldrnhins" In gleichmäßiger Farbe zu erzeugen. Man glaubte daß dieser künstliche Rubin all die geheimnisvollen und löstlichen Eigenschaften für Leib und Seele in fich trace mie her natürliche, und diese Kunst trug mit dazu bei, daß der große Kurfürft Kundel in feinen Dienst nahm, domit er nun für ihn Gmache. Aus dieser Gleitfekuna des Gothrub nglafes mit den Rubin erklären fich auch die besonders Post buren und stonen Formen, die man den Goldrubingläsern gab. Man begehrte diele Gräfer fo fehr, meil fie der darin aufbewahrten iiffiq feit Beilfame Kräfte mitteilen fofften, die mit der Zeit immer stärker wurden Fahrifen, die nicht imftande waren, das Rubinolas zu er zeugen. brachten in ihren Gräfern mentaftens eine Rubinfchlanne an, nämlich Fören aus Rubinalas in der Form der Schlange. dem Simmbild der Gesundheit, durch die dem Trant die wunderbare Birtung verlieben merben folite Ich freue mich ungemein, Ihre Bekanntschaft zu machen. Mährend meiner schon langjährigen Tätigkeit bin ich öfters in Berührung mit manchem Ihrer Herren Kollegen gekommen. Ich mage zu hoffen, daß sich auch unsere Beziehungen auf das angeHerrn Rogne brachte diese Unbefangenheit aus dem Konzept. Haben Sie noch feinen Anmalt?" fragte er furg. ,, Rein!" entgegnete der andere, sein Lächeln beibehaltend. Ich glaube, das ist überflüssig. Wenn wir uns einige Augenblice unterhalten haben, werden Sie, deffen bin ich sicher, die Haltlosigkeit der gegen mich erhobenen Vorwürfe einsehen und die Einstellung des Berfahrens verfügen. 40 ,, Gestatten Sie! Ihr Fall liegt schlimm gemeg. Die Antlage fußt auf Verstöße gegen das Gefeß über die Gesellschaften, Bertrauens brüche, Irreführungen, betrügerische Handlungen werden Ihnen zur Last gelegt." Was bemeift das? Der anständigfte Mensch fann angeflagt werden." Bor so viel Sicherheit verlor Herr Rogne ein menig den Kopf. Er braufte auf: Schließlich behaupten Sie auch noch, daß Ihre Sozietät zur Gewinnung von Radium am Nordpol ein ernst zu nehmendes Geschäft iſt?!" Behaupte ich natürlich. Es wird sich Ihrer Kenntnis nicht entziehen, daß Radium ein ebenso seltenes wie tostbares Metall ist. Die betanntesten Fundstätten erschöpfen fich. Ich wollte nach neuen fahnden Ein mir befreundeter Ingenieuer hatte Radium im Norden Grönlands entdeckt. Das Unternehmen war so lodend, daß die Substribenten zur Emission in Maffe herbeiftrömten." Und das Gelb der Dummtöpfe das unterliegt feinem 3meifel- floß in Ihre Tasche!" a Herr Rogne erblaßte. Er entfann sich plöglich, daß die ganze Mitgift seiner Frau in Obligationen dieser Art angelegt war. Einen Augenblick vergaß er seine Rolle als Vernehmender und Richter. Er sah nur: sein Ruin stand bevor. Er wandte sich zu dem Schreiber, der schattenhaft, distret, dasaß: ,, Wollen Sie mir einen Gefallen tun? Ich brauche ein Buch Sie werden es in der Bibliothek finden bas den dritten Band der Basilicorum" von Heimbach! Wir warten!" " Als der Schreiber fich entfernt hatte, beugte fich Herr Rogne, zu dem Bankier und fragte ängstlich: Die Papiere der tripolitanischen Bahnen finfen, meinen Sie?" ,, Gewiß! Wenn Sie welche haben, verkaufen Sie, so lange, es noch Zeit ist!" werden!" Ja. Aber vertaufen ist nicht alles es muß wiedergefouft Herr Moufflette blinzelte verständnisvoll und sagte leise: ,, Sie möchten, daß ich Ihnen einen Rat gebe?", Nun, nicht gerade einen Rat einen leisen Wink!" Wissen Sie, daß es gar nicht so leicht ist, einen Bint diefer Art zu geben?!" Run, mein fieber Herr Moufflette! Wir stehen uns jest nicht mehr als Angeklagter und Untersuchungsrichter gegenüber. Ich hoffe, wie Sie eben ganz richtig sagten, in ebenso gute Bezienungen zu Ihnen zu treten wie meine Kollegen. Ich zeigte mich zuerst etwas Schroff. Das verlangt das Metier. Entschuldigen Sie!" ,, Auch Sie, lieber Herr, sind mir außerordentlich sympathisch, und es wäre bedauerlich, wenn wir wegen der unbedeutenden Ajfäre, die mich hierherführt, nicht auf eine Basis des Verstehens gelangen würden." Wir werden uns verstehen! Die sichersten Papiere sind?" Rein Zweifel, daß ich in gutem Glauben gehandelt habe! Einstellung, des Verfahrens ist unerläßlich!" Ich fange an, es zu glauben. Die sichersten Papiere?". „ Dante! Nach dieser freundlichen Zusage habe ich. rur noch das Recht, mich Ihnen als Freund zu erweisen... Sie münsch ten? Ach ja, die Papiere!. Nichts einfacher! Ich bitte un eine Schreibgelegenheit!" ,, Nehmen Sie auf meinem Stuhl Play! Da tönnen Sie beffer schreiben!" Herr Moufflette ließ sich nicht zweimal bitten. Er setzte sich in den Stuhl des Untersuchungsrichters, nahm die Feber und notferte mit schönen Schriftzügen: hafenattien Agadier, 6% Proz, erft. läffige Anlage große 3ufuit. In fünf Jahren Verdoppelung des Kapitals. Obligationen Las Palmas, 5% Broz. großzügige Bananenexploitation. Rautschulsozietät notiert 297 Francs, rüdzahlbar mit 500 Betchiliminen..." Der über die Tafel fich beugende Herr Rogne rieb fich inzwischen die Hände. Autoriteste Uebertragung von 5. A. Frieren und Erfrieren fann die Beobachtung machen, daß es auch in unseren Breiter Beute gibt, die sich durch niedrige Temperatur nicht abschreden laffen, ihr gewohntes faltes Bad zu nehmen. Wie friert man eigentlich? Das Gefühl selbst ist natürlich Eine ungewöhnlich flabile Betterlage bringt Binterfreuden| gebung von Berlin, das Seengebiet der Reichshauptstadt, durchstreift, aller Art mit sich; aber jebe Medaille hat ihre Kehrseite, und wer sich im Freien aufhält, spürt ble befannten und unvermeidlichen Wirkungen der Kälte an sich, die sich ihm, je nach Veranlagung und Fettanjah, bemerkbar machen. Zunächst tritt eine gefunde Rötung der Haut ein, die jedoch bei stärker werdender Kälte nach läßt; die Haut wird dann blaurot, und schließlich zeigt sich das Slappern vor Froft, das Arm, Bein- und Raumustein befällt. Nur durch lebhafte Bewegung fann man diese Wirtungen aus schalten, und wer Wintersport treibt, friert auch dann nicht, wenn das Quecksilber sehr tief unter dem Nullpunkt steht. Es ist erstaun lich, wieviel Kälte der Mensch ertragen hann. In den Berichten mancher Bolarfahrer finden sich Angaben, bei denen uns im marmen Bimmer ein Kälteschauer über den Rüden läuft. Nanfen berichtet häufig von Temperaturen von 30-40 Grad unter Null, und einmal verzeichnet er, daß er und feine Begleiter sich bei minus 50 Grab Celfius fehr wohl befanden". Aber man braucht gar nicht bis in die Arktis zu gehen; auch bei uns hat man anläßlich von Ballonaufstiegen sehr niedrige Temperaturen gut überstanden. Die Meteorologen Süring und Gerson, die im Jahre 1901 bei einer Reford fahrt eine Höhe von mehr als 10000 Meter erreichten, machten eine Kälte von 40 Gnad unter Rull ohne Schaden durch. Es ist übrigens nicht die absolute Kälte, die zum Tod des Erfrierens führt; fondern es spielen einige andere Umstände eine wesentlich wichtigere Rolle dabei. Ermüdete und erschöpfte Menschen oder folche, die unter der Einwirkung des Alkohols siehen, fönnen bei niedrigen Temperaturen erfrieren, während träftige und gesunde Berfonen auch durch sehr tiefe Temperaturen nicht den geringsten Schaden erleiben. Das Maffensterben der großen Armee auf dem Rüdmarsch von Mostau ist hauptsächlich auf die völlige Erschöpfung der auf fluchtartigem Rückzug befindlichen Golbaten zurückzuführen gewefen. Wirksamen Schutz gegen die Kälte und ihre Folgen gewährt natürlich die Abhärtung. Es gibt im Norden des amerikanischen Kontinents Indianerstänne, deren Angehörige felbft im härtesten Winter beinahe nacht gehen. Gleichwohl frieren diese Menschen nicht im geringsten. Sie haben nämlich in ihrer Jugend eine Abhärtungskur durchgemacht, die an Nachdrud nichts zu wünschen übrig ließ. Als Knaben müssen sich die Indianer gegenseitig mit Ruten peitschen, bis die Haut ganz rot ist, und dann in dem eis falten Wasser der halbzugefrorenen Flüsse baben; menn sie größer. geworden sind, müssen sie selbst in den tältesten Nächten nur notdürftig bekleidet, im Freien schlafen. Die Schwächeren überstehen diese Abhärtungstur natürlich nicht, fie sterben an Stätte. Abhärtung durch Baden im Winter wird übrigens nicht nur bei den tanabischen Indianern geübt; mer an talten Winteringen die Um jedermann vertraut; weniger bekannt ist jedoch, wie die äußere Kälte durch den Körper nach innen gemeldet wird. Die Gefühls. werkzeuge bes Körpers find noch lange nicht völlig erforscht. Man weiß langft, daß einige Körperteile Brust, Rafenflügel, Vorderbesonders empfindlich gegen Kälte sind; aber seite der Arme erst in neuerer Zeit hat man die wichtige Entdeckung gemacht, daß es für die Empfindungen von Kälte und Wärme verschiedene Dr. gane in der Haut gibt. Es gibt Kälte und Wärme" punkte, folche, die nur Kälteempfindungen, und solche, die mur Bärnies empfindungen geben. Wenn man mit einer ganz kalten Nadelfpige feinen eigenen Körper abtastet, kann man sie ziemlich leicht auffinden und ihre Berteilung feststellen. Auf jeden Quadratzenti meter der Haut kommen durchschnittlich 6 bis 23 Kältepunkte, gegenüber höchstens 3 Bärmepunkten. Die Kältepunkte find also viel zahlreicher vorhanden, auf dem ganzen Körper vielleicht 230.000 gegenüber 30 000 Wärmepunkten. Diese Kältepunkte geben dem hirn und Rückenmark Nachricht, daß der Körper friert und infolge. deffen der Wärmeaustausch zwischen außen und innen anders geregelt werden müsse. Danach richtet sich, natürlich unbewußt, der Blutkreislauf. Wird die Kälte jedoch zu arg, dann versagen die Gefäße in der äußeren Haut allmählich den Dienst; es entsteht die rotblaue Färbung infolge der Blutstauung, einzelne Teile der Außenhaut, ja, ganze Gliedmaßen erfrieren; es bilden sich Frostbeulen und andere unangenehme Erscheinungen, die als örtliche Erfrierungen zusammengefaßt werden, und unter Umständen, die schon angedeutet wurden, kann die Kälte einen Menschen töten. " Ein vorgeschichtlicher Walfisch. Ein merkwürdiges Mißver ständnis hat zu einer wissenschaftlich bedeutsamen Feststellung ge führt. Vor einiger Zeit entdeckten Arbeiter. als sie an der Küste von Kistinge bei Halmsstadt in Schweden einen Graben aushoben, ein mächtiges Gebilde, das sie für ein in alter. Zeit verfuntenes Schiff hielten. Die nähere Untersuchung dieses seltsamen Gegenstandes ergab jedoch, daß es sich um die Ueberreste eines riesigen Grönlandwales handelte, den man nunmehr allmählich vollständig ans Tageslicht fördern wird. Bis jegt wurde ein gewaltiger Kinn backen ausgegraben, der eine Länge von nahezu 1% Meter aufweist. Im Lauf der wissenschaftlichen Untersuchung hat man feststellen tönnen, daß dieser Walfisch vor mindestens 5000 Jahren, also um das Ende der Eiszeit, gelebt hat Theater, Lichtspiele usw. Sonnab, 12 1. Sonnab., d. 12.1. St2015- Oper Uter d. Linden. R- S. 1 20 Uhr Festvorstellung der deutschen Moden Industrie 4 Staats- Oper Am Pt.d. Republ. R.-S. 2 19% Uhr Die Städtische Oper Bismarckstr. Turnus TV 19 Uhr Fidelio Staat, Schaospieth. anndarmenmarkt A- V. 11 .20 Uhr Fledermaus Oedipus Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Ist er gut 20 Uhr - ist er böse? SCALA 8 hr B 6. Barbarossa 9256 HARRY RESO Volkshithne Theater am Bülowpla 8 Uhr Die Bergbahn Theater am Schifferverdown 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehous Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Ist er gut ist er böse? Th. am Schiffbauerdam Täglich 8 Uhr Die Drel- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski, Deatsches Theater Norden 12310 Uhr. Ende 10%, U. und weitere Varieté- Neuheiten Die Verbrecher Sonnabend und Sonntag Je 2 Vorstellungen 330 und 8 Uhr-30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm Winter Garten 8 Uhr Rauchen gesiat.et UnerrelchtunBbertroffen Drei Codonas and weitere Varietè- Neuheiten ww Heute und Sonntag le 2 Vorstellungen 32 und& UP. 330 kielne i reise. METROPOL- THEATER 8 Uhre 8 Uhr: Dis menerstandene. neuinszenierte Lustige Witwe mit Fritzi Massary Max Hansen Uschi Ellect Jackahn Junkermann Schakers. Regie: ERIK CHARELL. Theater des Westens Täplich 8, 2hr über 100 X Käthe Dorsch Friederike Musik von Franz Lebar Käthe Dorich, Sans Seinz Bo.mann, Arnstadt, Limburg. Reg, Eiller, Dere, Bespermann. Borverlauf ununterbrochen. Staffe den oanzen Tag geöffnet. Teleph. Steinplek 931 u. 7108. Berliner IK- TTIO Neukölln. Labastr. 74/ 75% Schauspiel von FerdinandBruckner Regle: HeinzHilpert Kammerspiele Norden 12310 Ende geg, 10 U. Letzte 3 Autährungen! Ehen werden im Himmel geschlossen!" Komödle von Walter Hasenclever Regie: Forster Larinags. Dienstag, 15. Januar 7 Uni Zum 1. Male Soeben erschienen Die Komödie Bismarck 2414/7516 3%, Uhr, Ende 10% „ Olympia" von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga GROSSES SCHAUSPIELHAUS Sonnabend, den 12. Januar, 8 Uhr: Jubiläums- und Festvorstellung CASANOVA Bads Schanzer u Welisch Musik: Johann Strauss 150XX 150 × Musikal Lettung: Ernst Hauke Bearb.: Benatzky 150X Premierenstimmung Premierenstiramung mit ALFRED JERGER v. d. Staatsoper Wien Emmy Sturm Anni Frind, Anny Ahlers Trude Lieske, Siegfried Arno Julia Serda, Marg. Kupfer Wilhelm Bendow, Paul Morgan Fritz Blankenhorn, Picha, Geppert LA JANA MARIANNE WINKELSTERN THE COMEDIAN HARMONIS IS SUNSHINEGIRLS JACKSONBOYS Gesamtausstattung: Prof. ERNST STERN Regie: ERIK CHARELL Schallplatten in Originalbesetzung nur auf Elektrola AUSWANDERER nach den ALLER- REVUE Vereinigten Staaten ., Schön und CIRCUS BARUM Berlin- Lichtenberg Oderstr. Etke Gürtelstr. Eröffnung 12. Januar 8 Uhr abends Sonntag, 13. Januar 2 Vorstellungen 3 und 8 Uhr mit einem CircusProgramm wie es sein muss. Eintrittspreise von 50 Pfennig bis 4 Mark Der Circus ist gut geheizt. Sonntag 10-1 Uhr offentli. Probe u. Stallbesichtigung 11-12Whr Konzert Eintritt Erwachsene 30 Pf. Kinder 20 Pf. franzturier St.132 ose- Theater6666669999999990 Unferem langi zigen Bartelgenoffen Gusta Wegner R 4 Chr Domröschen Uhr: Mädi Barnowsky- Ruhren Theater in der Koniggrätzer Straße 8 Uhr Rugby Komödie von Wilh. Speyer Komödienhaus hr Revolte Im Erziehungshaus Schauspiel von P. M. Lampe'. Saltenburg- Bahnen Lessing- Theater 8 Uhr Katharina Knie. Planetarium am Loo foriaus. Joachimsthaler Strat Noll. 1578 16 Uhr Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel 20 Uhr Werden u. Verlelies nearer Thalia Theater gehen d. Sterne räglich 8 Uhr: Sonntag: Zum 100, Male: Max Adalbert 313 Der Dickkopf Sandrock, Landa. Sterler, Sikla Z entral Theater ute jakebate. taba denisest. Täglich Uhr Ich kusse Ihre Band, Madame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem berühmtenSchlager Dresdener Str. 12-7. Täglich Uhr Schneider Wibbels Auferstehung fandrels, Gradtcrinski. PARKASS 10PF 100 CARK Custspielhaus Quittungs-, RabattFriedrichstr. 236 B.Reklamemarken Bergmann 2922/23 Täglich 8, Uhi GuidoThielscher in Weekend im Paradies Theater am Rundfunkhörer Nollendorfplatz Habe Preise Dir. Bruck Täglich 8 Uhr aegen Nachahmung gesetzl. gesch. ertigt seit 48 Jahr als Spezialität. Conrad Maller Leipzig Scaкeaditz Otsch. Künstler- Toletthen Geberi Malu. Zeichen 84% UM Der Zinker v. 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Berlin, ben 10. Januar 1929. Schliemannfte 1. Die Einäscherung finbet ftatt am Montag, dem 14. Januar, nachm Illir, im Krematorium Berlin, Gerichiftr. 37. Allen Freunden und Betannten die fr.urige Nachricht, daß mein lieber Rana. unier guter Bater Otto Jahnke am 9. Januar 1929 im Alter von 53 Jahren verstorben ist Alma Jahnke, geb. Mofenow nebst Angehörigen. Die Einäfcherung findet am Montag bem 14. Januar, 17 Uhr, im Kre matoriumi Gerta, tftraße fatt Schultheiss- Patzenhofer Braueret Aktiengesellschaft. Bilanz am 31. August 1928. Sonn ag 4 Uhr L- Juergens Fledermaus. Neue Königstr.43 Anlagewerts. Alexanderplatz The von Nordamerika NEUE WELT #UNT Sonntag 2 verstellunger 3 Bar&.8% 6. Had mitteys die ganze Varstelle. za halben Preisen von Beginnend mit dem 17. 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Komische Oper( 814) Das neuartige Revue- Stück: Häuser der Liebe Aus dem Tagebuch eines Pariser Salons in 30 Bildern. sonning 3, Ubr Vollständige Vorstellung zu kleinen Preisen Vorverk. ab 10 U. unun erbt. KeichshaЯen- ineater Sonntag nachm. 3 Abends Sictfiner Sänger Zurs 77. Male: Hamlet im Heringsladen Nachm. halbe Preise. Donhoff Brattis Ceriate- Tanz u. Bestbler geReichsmark Walter Sobernheim- Stiftung Einlagen der Kunden und Angestellten. Kautionen Reichs- und Gemeindebiersteuern. 953 074, Steuer- Rückstand 1.Kreditoren und Akzepte. 1598 113, Reingewinn. 49 124 745,08 41 22 25 345 635,90 926 921.72 150 1 791 264.49 104647,22 27592 939, 641 410,08 5 490 59,88 1425 741,60 9. 3.548 999,98 10 354 566,67 114 662 992,38 Die Auszahlung der Dividente von auf das Aktienkapital von 7399 710,70 M 50 00 000,- Stammaktien erfolgs gegen Rück be des Gewinnanteltscheines Nr. 37 zu des Aktien Nr. 6601-9100. des Gewinnaniellsch Ines Nr. 4 zu den Aktien Reichsmark 45 300 000, 182 0000, 54 098,16 8302- in 75 617,99 Nr. 1-5600, 9101-3.50, 103701-136200 Berlin bei der Deutschen Bank ( Kuponkasse), W.8, Kanoniers raße 29/30, 11.956 214,41 $ 605 478,14 To 399 710,70 Gewinn- und Verlust- Konto am 31. Argust 1920 Verlust. Handlungsunkosten einschließlich Steuern. Reingewinn 1927/28 einschl. Gewinnvortrag vom Vorjahre Gewinne Vortrag vom Vorjahre. Bruttogewinn einschl., Zinsen Reichsmark 770 981,66 5605.478,14 6375 459,80 Reichsmark in 46 316,60 6 330 143,20 6376 459,80 P Die Dividende für das Geschäftsjahr 1927/28 ist auf 12 Proz des Stammaktienkapitals festgesetzt worden. Es entfallen auf die Gewinnanteilscheine für 1927/28 der Aktien Gewinnanteilschein Nr. 1 aber je RM 300 je RM 56, bzw. für 1927-28300, 1.000, 120 Gewinnanteilschein Nr. 1 Diejenigen Aktionäre, die noch im Besitz von Aktien über je RM 150,- bzw. 250,- sind, werden auf die im Reichsanzelger Nr. 227 vom 28. 9. 1928 letztmalie veröffentlichte Umtauschaufforderung besonders hingewiesen. Einlösungsstellen sind:. unsere Kasse in Berlin, sowie die Deutsche Bank. Darmstädter und Nationalbank, Kommandit. gesellschaft aut Aktien, Comm rz- und PrivateBank A..., Dresdner Bank in Berlin, Breslau, Frankfurt a. M. Hamburg und München, Ber iner Handelsgesellschaft in Berlin, Mitteldeutscie Creditbank. in Berlin, Frankfurt a. M. Hamburg und München, Bankhaus E. Heimann in Breslau. Berlin, den 11. Januar 1929 bel der Commerz- und Privat- Bink Aktier geselischaft, W 8, Chariot enstraße 47, bei dr Darmstädter u. Nationalbank Kommanditge seilsch ft auf Aktien, W& Behrenstraße 6.0, bel der Dresdner Ban, W& Behrenstraße 3 39, be der Mitte deutschen Creditbank, C 2, Burgstr. 21, sowie bel den Niederlassungen dieser Banken in München, Berlin bei dem Bankliaus acquier & Securius, C 2, An der Stechbahn 3/4, bei dem Banknaus E. S. Meyer, W, Voßsir. 16. Bertin, den 11. Januar. 19.9 Schultheiss- Patzenhofer Brauerel Aktiengesellsc..aft Dr. W Sobernheim. Renaissance- Theater Yel. Stainplatz 901 u. 2583/04. Tag ich 8 Uhr Das große ABC" Regie: Gust. Hariung Sonnt nthm 4 U.: Krankhell d. Jugend Thea.er a.koitbusser.or Kottbusser Str. 5.Tai- Mp.1607. Täglica& Uhr, auch Sonntas nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise Elite- Sänger DIE JANUAR- Krach SENSATION: Ostwerke Aktiengesellschatt. Volkspreise: M. 0.50 h. 2: 0, Loren 2,50