BERLIN Sonnabend 12. Zanuar 1929 Crfcfieint tSglick«ußerS»nntag< Zugleich Abcildaur tüniilerilche Keiiallung' Der Vortiag wird vom Herrn ReiitiKkunilwari Dr. Redslob gehalten und findet Im Höriaal der Eloatlichen Kunsidlbliotdek. Prüiz-AIdrecht-Slrabe 7». statt. Uder dl«.«eichichle der bchaaip'elkoast- svricht Julius Sab auf Cm- laduna der Voiltbflfii.k S 0. Sonnlag. den 13. Januar. 20 Uhr. im Bürger- saol de« Ralbaufe«. Eingang KSnigftratz». Einlaßkart«, zum Preis« von 0,60 ML am Saaleingang. .Vuechdrvch zur wirNichkeil- ist da« Thema de« noch««» Auslpracho- abend», über da» Felix Gs»barra am Donneisiog. dem>7. Januar, abend« S Übt. in der Aula der Schule Weinmeiilerstr.>7. sprechen wird. Peiet Marlin Lampcl. der Auiot von„Revolte im Grzl»b»mg«b-IM-, spricht in der Diäkusfwn. Unkoslenbeitrag sür Mitglieder 20 Ps.. Gäste 40 Pj.. Ei- werdSiose stet. Anbedingies Verirauen zur Führung. Vefchwß der Metallarbeiter Mitteldeutschlands. Magdeburg, 12. Januar. tEigenbericht.) Im großen Lahnstreit i» der«mitteldeutschen Metallindustrie, au welchem über 50 000 Metallarbeiter beteiligt sind, hrben am Freitag zwei wichtige Konferenzen zu dem Schiedsspruch Stellung genommen: ani Bormittag die Vertreter des gesamten Bezirks in Halle und am Abend die von über-WO Vertrauensleuten besuchte große Vertrauensniänncrstßung in Magdeburg Trotz unverschämter vorhergegangener kommunistischer .Hetze zeugten beide Konferenzen von prächtiger E i n h e i t s- front der mitteldeutschen Metallarbeiter. Nach eingehender K ritik des unzulänglichen Schiedsspruchs nahmen die Vertreter des Bezirks in Halle eine Entschließung an, der auch die Magdeburger Vertrauensleute am Abend mit 08 Proz. zu- stimmten und in der es heißt, daß di« Bezirksleitung beauftragt wird, in Verbindung mit deni Vorstand des Deutschen Metall- arbeiterverbandes und den Vororten der drei Tarisgebiete Dessau- Halle-Magdeburg die. ihnen notwendig erscheinenden Schritte zu unternehme», die in Wahnehmung der Interessen der Kollegen lie- gen. Im Vertrauen auf die Organrsationsleitung versprachen die Konserenzteilnehmer, jeder Anordnung der Organisationsleitung Folge Ki leisten. Fast die gesamt« mitteldeutsche Metallarbeiterschaft stellt sich damit durch ihre gewählten Vertrauensleute geschlossen hin- ter ihr« Führer, denen in einer anderen Entschließung, die sich scharf gegen dietommunist i�ch e Hetz- und Lügen- presse wendet, das größte Vertrauen ausgesprochen wird. Ein größeres Vertrauen ist wohl kaum denkbar, als den Führern in dieser kritischen Zeit die unbeschränkte Vollmacht zu geben, zu tpu oder zu lassen, was sie im Interesse der mitteldeutschen Metallarbeiter für notwendig erachten. Ivetlerberichl der ossenklichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.(Nachdruck verboten.) Ziemlich trübe, ohne erhebliche Niederschläge, Temperaturen nah« bei Null.— Für Deutschland: In der südwestlichen Hälfte des Reiches noch immer kait, sonst weitere Mildermig, überall ziemlich trübe. Theater der Woche. Vom �Z. bis 21. Januar. Volksbühne. Theater am Bülowplah: Dos Mädl aus der Vorstadt. 18. Die Lergbohn. Thealer am Schifsbauerdomm: Die Dreigroschenoper. Thalia-Theater: 13. Schneider Wibbcls Auferstehung. Ab 14. Oelrausch. Slaalskhealer. Staolsoper Unter den Linden: 13. Meistersinger. 14. Neuauj- führung: Fortunios Lied. Die fünf Wünsche. 15. Boheme. 15. I«' nusa. 17. Eovollcria Rusticana und Bajazzi. 18. Madame Butterslii. 19. Der Rosenkovalier. 20. Boris Godunoff. 21. Tosco. Slaalsoper am Platz der Bepublik: 13. Fidelio. 14. Freischütz. 15., 17., 20. Der fliegende Holländer. 16., 19.. 21. Carmen. 18. Don Giovanni. SISdtische Oper. Charlollenburg: 13. Die Hochzeit des Figaro. 14.. 19. Othello. 15. Ei» Maskenball. 16. Die Burg des Blaubart. Der arme Reinhold. 17. Die Zauberflöte. 18. Tannhäuscr. 20. Meistersinger. 21. Don Carlos. Schauspielhaus am Gcodarmenmarkl: Oedipus. Schiller Theoter. Chorlottenburg: 13.. 15.. 17.. 18.. 19., 21. Ist er gut. ist er böse. 14., 16., 20. Flachsmann als Erzieher. Theater mit festem Spielplan: Deutsch«, Theater: Die Verbrecher.— Die Komödie: Olympia. — Thealer am Vollendorsploh: Jettchen Gebert.— Großes Schau- spielhaus: Casanova.— Theater des Westens: Friederike.— we- tropol-Theater: Die lustige Witwe.— komische Oper: Häuser der Liebe.— Deutsches künstler-Iheater: Der Zinker.— Luftspielhaus: Weekend im Paradies.— Lessing-Theoler: Katharina Knie.— Triavon-Theater: Der letzte Schleier.— Residenz-Theater: Als ich noch im Flügelkleide.— Zentral-Thealer: Ich küsse Ihre Hand. Madame.— Berliner Theater: Dreimal Hochzeit.— Theater in der Behrenstr. 53/54: Arm w!««ine Kirchenmaus.— kleines Theater: Der Dickkops.— Wallner-Thealer: Die spanische Fliege.— Rc- naissance. Theater: Das große ABC.— woihalla'Thealer: Variete und Meisterringkämpf«.— Kasino-Theater: Aujust, die Kanone.— Schloßpark-Theater Steglitz: Alt-Heidelberg.— Theater in der Lützowstraße: Die blaue Stunde.— Thealer im Admiralspalosl: Schön und Schick.— winlergarlen und Scola: Jntcrnatioimles Variete.— Reich» hallen-Theoler: SteUiner Sänger.— Theater am Kottbusser Tor: Elite-Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan. Sammersplcle: Bis 16. Ehen werden im Himmel geschlossen. Ab 17. Soeben erschienen.— Theoler In der königgrätzer Straße: 13., 14. Mit der Liebe Rugby ipiclen. Ab 15. Revolte im Erz.e- hungshaus.— Komödienhaus: 13., 14. Revolte im Erziehungshaus Ab 15. Das Geld aus der Straße.— Thealer in der Stadl, Koni- mandantenstroße: Bis 15. spiel im Schloß. Ab 16. General Bob. a. — Die Tribüne: I.Y.Z. 13.. 14.. 15.. 23 Uhr. Nachtvorstellung: General Babkn.— Rofe-Thealer: 13. bis 20. Mädi. 21. Die gleder- maus. Zlachmittagsvorstellungen. Volksbühne. Ihealer am vülowplatz: 13.. 20. Die Bergbahn. Thcoler am Schistbauerdamm: 13.. 20. Der Held des Wcsterlandes. Thalia-Theater: 13. Schneider Wibbels Auierfiehung.— Schauspielhaus am Gendarmenmarkt: 13. Peer Gynt.— Thealer oot Rollendorfplah: 13., 20. Die Fledermaus.— Komödienhaus: 13 R- aalte im Erziehungshaus. 20. Der Raub der Sobinorinnen.— Großes Schauspielhaus: 13.. 20. Casanova.— Komische Opcr: 13., 20. Häuser der Liebe.— Trionon-Theater: 13.. 14 Uhr: izrou Holl�i 13 161h Uhr: Der letzte Schleier.— Die Tribüne: 13., 20. i. /). o- _ Thealer in der Behrenstr. 53.54: 13. Frau Holle— Kleines Thealer: 13., 19., 20. Häusel und Gretel.— wallner-Thcaler: 1-,., 20 Der qcstieselte Kater.— Renaissance-Thealer: 13.. 20. Srankhei» der Jugend.— Rose-Theater: 19. Dornröschen 20., ii'.j Übt: Dornröschen: 17% Uhr: Mädi.— Schloßpark-Thealer Steglitz: 13. Hurra— ein Junge.— Theater im Admiralspalasl: 13., 20. Schön und Schick.— Wintergarten und Scola: 13.. 19.. 20. Ilster- nationales Variete.— Reichs hallen-Theater: 13., 20. otcltincr Sänger.— Theater am kottbusser Tor: 13., 20. Elitc-Sänger. Erstausführungen der Woche. Montag. Staat soper Unter de» Linden: Foriunios Lied. Die fünf Wünsche.— Thalia-Theater: Oelrausch.— Dienstag. Siaatsoper am Platz der Republik: Der fliegende Holländer.— Mittwoch. K a m m e r s p i« l: Soeben er- schienen— Komödien haus: Das Geld auf der Straße.— Donnerstag. S t ä d t i I ch c O p e r: Ritter Blaubarts»urg. Der arme R-inhold.— Montag. Rose-Theater: Di- Fledermaus. Berantwortl. 6ii"d-k Redaltwn:«°0g-n«?°rlin: An,««-»-«. B-rli». Ktilaa: Sorw-iNs Brrla«<5. m. b. S.?-rM>,?ruck: Vorwärts Nu». druckere� unü �crlagsattftalt Paul Singer � Co., Berlin SW 68, l.lndenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Mi! SliWk! Oas beste und sicherste ÄorbeugungS- und BekämpfnngSmittel gegen die augenblick- lich wieder sehr verbreitete, heimtückische Grippe ist eine Inhalation mit dem »Wiesbadener Orig ina l- Tancrc- I n h a l a t o r" mit der Schuhmarfe»Die Kur im Hause�. Der sinnreich konstruierte Apparat oerwandelt auf kaltem Wege wissenschaftlich begutachtete, keimtötende, heilkräftige Stoffe i» einen feinen Gasnebcl, der mit der Atcmluft eingeatmet, durch die Nasengäng«, Mund- und Rachenhöhle bis in die Lunge gelangt. Dieser Nebel wirk: nun bei seinem Eindringen auf die gesamten Atmungs- und Sprechorgan« nicht nur desinfizierend, er übt auch auf die schon erkrankten Partien eine sehr günstige Heilwirkung aus. Hierdurch sind ganz ausgezeichnete Erfolge erzielt worden, worüber sich mehr als 25 000 Patienten, darunter auch zahlreiche Aerzte, in begeisterten Briefen aussprechen. So schreiben: Oskar Wilhelm. Berlin-Lichtenberg, Mogdalenenstr. 17. Schon seit meiner Kindheit litt ich o» einem chronischen Bronchial- katarrh mit starkem Auswurf, so daß ineine Kollegen stets qlaul'len. ich sei lungenkrank. Vor ca. 15 Jahren wurde mir nun Ihr Inhalator ciitpfohlcn und ließ ich, in der Annahme, wieder einmal Geld zum Fenster hinausgewarsen zu habe», einen Apparat kommen. Doch schon nach cinigen Wochen verminderten sich die Husienansälle mehr und mehr, und der lästige Auswurf verichwand. Ich kann daher Ihren Inhalator, de- sonders bei veralteten Füllen, auf das beste einpsehle». Auch bei Grippe- Erkrankungen mit Hustenreiz hat mir der Apparat stets gute Dienste geleistet. Wilh. Werner, Magdeburg, Neuestr. 15, I. Meine Frau und ich haben Ihren Wiesbadener Tancre-Jnhalator, Modell B, seit 1913 im Gebrauch und sind dainii recht zufrieden. Wir möchten denselben auf keinen Fall mehr missen. Ganz besonders hat sich Ihr Inhalator bei Schnupfen. Grippe, Husten, Heiserkeit usw. bei uns bewährt. Als wir den Inhalator noch nicht hatten/ litt ineine Frau ost wachen- und monatelang an Schnupfen und Grippe und war infolge dessen oft bettlägerig. Dos ist nun glücklich olles vorbei. Sobald wir jetzt etwas von dieser lästige» Krankheit merken, wenden wir Ihren Inhalator an, und der Ilebelstand ist dann immer sehr schnell behoben. M. P l a u tz, Gr. Nienhagen, Post Gerdshagen. Mit dem von Ihnen bezogenen Tancre-Jnhalator bin ich sehr zu- frieden. Ich leide seit 3 Jahre» an starker Heiserkeit und Bronchialkatarrh besonders bei Erkältungen. Jetzt, wo ich den Apparat gegen Grippe anwandte, ist mir besonders zur Erkenntnis geworden, wie hervorragend der Apparat arbeitet. H. K» b! a k, Breslau 8, Vorwerkstr. 88. Ich erhielt Ihren Apparat gerode rechtzeitig, als ich die Grippe liatte, und bin überzeugt, daß derselbe sehr viel dazu beigetragen Hot, mich vor größerem Unheil zu behüten. Mein treffendster Ausspruch über de» Wiesbadener Tancre-Jnhalator lautet: dieser Apparat ist ein Wunder der Technik und ein Segen für die Menschheit. Der Vorstand der siaatl. B-triebskrankeickasse in Darmstadt schreibt uns:„Von Aerzten wie Mitgliedern unserer Kasse werden uns die Vorzüge Ihrer Apparate gegenüber ähnlichen Apparaten bestätig t." Die Herstellung und der Vertrieb des Wiesbadener Original-Tancrö- Inhalators wurde im Kriege von der Kriegsamtsstclle Frankfurt a. M. als für die Zwecke der Kriegs, ühruug und V o l k s v e r- s 0 r g u ii g von Bedeutung dem Hilfsdienstgesetz(§ 2) unterstellt. Das dürfte wohl die h ö ch st e Anerkennung sein, die von einer Behörde dokumentiert werden konnte. Der gebrauchsfertige Znholator mit Tnholationsstoff kostet 8.90 Mark. 3n schönem, geschmackvollem Etui 10,50 Mark. Warnung! Der Wiesbadener Original-Tancrä-Inhalator wird nicht aus Probe gegeben, und zwar wegen der damü verknüpftcn A n- steckungsgefahr und aus hygienischen und sanitäre» Gründen. Achten Sie daher genau aus den Namen To»cre- Wiesbaden und die patentamtlich« Schutzmarke.Die Kur im Hause", damit Sie auch wirklich den echten seit nahezu 20 Jahren eingeführten, erprobten und glänzend bewährten Wiesbadener Tancre-Jnhalator erhalten. Kein zweiter Apparat kann sich wie dieser auf 25 000 Zeugnisse von Aerzten und Patienten berufen. Verlangen Sie nähere Auskunst und belehrende Broschüse ..Die Kur im Hause" kostenlos und ohne Kaufzwang von Carl A. Tancre, Wiesbaden lSö. � Theafer,| (> Lichtspiele usw. 5 Sonnab.,d. 12. I, itift-üpr Jnter d. Linden R S. I 2U Uhr rumnititui c«r a«at>di«ii MMm-lidittrt* Starts-Spn AniPLd. Reoubl, R.-S. 2 IN,. Uhr Die MtHS Sonnab.,d. 12. l. föifösdte Bpn dismarckstr. Turnus IV IN,, Uhr fidelio Sinti. SAnsfiilb. 1» G nJimMiKti A.-V. II 2U Uhr IDi MI.WIek-MMMIU 20 Uhr Ist er gut— ist er b9se? VtAl/V S Uiir 6 Barbarossa S256 HARRY RESO und weitnra Varietd-Neuheiten Sennoband und Sonntag Ja 3 Verstellungan 3» und I Uhr— f zv ermäßigten Preisen das gan'e Proeramm Idealer des iefteos Xtfalid)•>/«»btr 100; Küthe Norsch KneSenke Musik von Krau, Lehar I LKtbe Darich. Kam» K«Inz Naumann,»rnftidt. Limdarg. I Reg, Eitler, Tora, vefperman». j Varnerkanl uimnterhcachca. Äaflc brn n«»»«n Ta»«rüffn-t. Trlrph. Steinplatz»!l u. 7i«. I v.vrCAsmwmER*�. LotfiriB**er Straße 37, Hur noch wonige Aufführungen An�nsiadlcManonct Dazu das bervorrag. Jannar-Progr ;iir unsere Leser(Jutschein 10 r 1— t Perf. Fauteuii nur L15 M., Sessel 1AS SL onsrine Preise- Parken u. Ran"-L»" V. Berliner II Ik-TflO N au k 61 1 n W Laha«tr.747|i VolüsbOltne rkutir inHItiiliti 8 Uhr DieBembaliD ttntir as SttflkMiriMn 8 Uhr D!« Cni-Grutkn- Optr Ihalla-Iliiator 8 Uhr Sdmito Wittels OiferstettRg Staatl.Sdiitler-ni. 8 Uhr Ist er gut- ist er böse? Jie ftomödie Bismarck 24 M/751 fc V, Uhr, Ende 10'/ „Olympia" von f-rtznr Woinar Hecie; Förster Larinafla. ySMÖWELK ■rara- tMMdh Hatanhd Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit (Abie's Irish Rose) ttleloit Toeater Täglich 8',« Uhr Sonntag: Zum 100. Male: Mai Itiallier Oer Dlekkopl sandrock. Lands Sterler, Sikla Theatar am lollandorfplan Dir. BlUCK Täglich 8 Uhr iettmen Geben Singspiel von Walter Kollo Sonn ag>/,4 Uhr Die Fledcnnans. Qtzch. KQnstier-Th. Uhr Der Zinker v.Edgar Watiaea Uatsh Iß« ihrSi« Preise t— 10 Mark Icntral« ThgaJer litt JUskstr. it, ümimti. Täglich v»/, Uhr ich Hilm ihre Hand.madame Ein Spiel von Liebe und Lern mit dem berühmtenSchiagcr Rundfunkhörer Halbe Preise rhalta-Theater �rcksdener �ir. 72-. Taglich# Uhr SehoeiderVilibels iuferslehung itidfiit(raktninki. uDstspielnaos Friedrichs::. 236 Bergmann 2022/23 Täglich 8>. Uhi ealdaTblelsiher ffeekenf im Paradies Rosa-Iheatai ir,PrHkfBrtar St. 137 4 Uhr Dornrisdin 5V«Uhr. Mädl BaTOWjky-hhueo 7 bester In dsr Kinigirtbsr»trsN »'H Uhr Rugby Komödie von Wilh. Speyer Komödinnhaua W,>,hr Revolle im Erzlehnnosiiaas Schauspiel von P. M. Lampe!. PliKtarinn in Zao '■Tilg, tadiiatiks jr Stilb Noll. 1575 16 Uhn Oer Sterobinmel im Winter 1« Uhr mars und saine Ratsei 20 Uhr Warden u. vergehen d. Sterne Winter uemen 8 Uhr Rauchco gesiat et Unerrelclit- untkbertrofren Renaissance- Theater Tal. Steinplatz MI s. 25,3 04. Täglich»',« Uhr »Pas große ABC" Regle: GusL Härtung Sonnt nehm 4 U.: KraaMiett d. Jagend Theater a. Kottbusser t er m KottbusserStr.6Tel.Mpl. 1607: Täglich 8 Uhr, auch Sonntaf Sieh nachm. 3 Uhr(ermiß. Preise Ml SENSATION:... Volkspreise: Mk.«,50 b. 2.00. Logen.'.5t iwuiii.*s vu* mau.«-rci: Elite«Sänger DIE JANUAR- Krach and weitere Varieti-Neuheiten ifisneiNtnimifMiiiinMuiftHitunKimmuuMtiituiitiiiiii Hout« unef Sonnlas Je 2 VArsieiiBmten 3" und 8 U-T. 3» kleine. reise. •eeiehshauen» iheater v lends I 8| Sonata- nachm.| 3 I Sicttlncr Säuger Zum 77. Mate. jy Eagilii im ieriogileilen ZÄÄ_ Nrchm. halbe Preise. l�Jl Dönhoff- Brettl: s � WPbM-Taitt«.-- Komisdie Oper(B' Ol | Du neuartige RuiM-StueH: läusen Oer Liebe 1 Aus dcni Tagebuch eines I Pariur Salons in 30 Sildera. voi«?f3vÄur, tu kleinen Preisen S/orvei K-ab 10 U. unun erbr. Saltsioun)- Butmeo Lewing-Theater 8 Uhr Kstharina Knie. ■Votgeifimssd in» n.btlli!< 7 Nur Qro8-B«riinJ A'evaoncm'a'rJ (Beffage Sonnabend, 12. Januar 1929 DttAtonft $>alaul0aJlntu l£*a>äsü Winlersporl im Qrunetvald. Der zute alle Grunewald kommt jetzt wieder einmal so recht zur Geltung: üerlins erholungsjreudige Bevölkerung mit dem kleineren Geldbeutel nimmt die Gelegenheit zum billigen Wintersport gern wahr. Skiläufer und Rodelt ahr er sind überall anzutreffen. Wenn auch die Schneedecke etwas dünn ist, besser als der Turnhallenboden beim„Trockenkursus" ist es immer noch! Der unersättliche Mensch Durban, das jüdofrlkanischc Chikago, hat Kapstadt längst überflügelt Durban gilt als Zentrum für Export und Import der Kaptolonie. Am Hafeneingang stehen die großen Kühlhäuser, dutzcnde Schiffe warten auf Ladungen, mit denen sie italienische, französische uud englische Armeen verjorgen. F I e i f ckz heißt hier die Parole. Do begegnen wir ihm aus dem„Tadesweg". Ein breiter Trift, der aus dem offenen Feld nach dem Schlachthaus sührt, auf dem seit öl) Iohceu nun schon Millionen von Rindern den letzten Gang getan haben. Langsam, nichts ahnend, zieht d i e H e r d e m i t e i n e m L e i t» b ü f f e l voran, getrieben von einigen Negern, die ein Lied summen, das nach einem Choral klingt, und kurze Zeit daraus beginnt das Morden. Nachdem das getötete Rind durch eine Falltür vor den Augen seiner Leidensgeführten verschwunden ist, wird es in einen großen luftigen Raum mit zementiertem Fußboden zerteilt, und jetzt gehen die verschiedenen Sorten des Fleisches auf einem lausen- den Band der Verarbeitung entgegen. Zur Herstellung des E x t r a k« t e s werden die muskulöfen, nicht allzu sehr mit Fett durchjetzlen Teile verwendet. Dos Fleisch ist bereits von den Knochen losgelöst und in mäßig große Stücke zerteilt worden. Diese werden aus tleincn Wagen in einen besonderen Raum gebracht, wo einige große Behälter stehen, sogenannte Foschierinaschinen, in denen sich scharfe, lange Messer selbsttätig bewegen. Nun wird das Fleisch zerkleinert. bis es endlich zu einem vollkommenen Vre! zermalmt ist. Die Masse wird mit einem gleichen Gewicht Wasser vermeng» und durch Dampf allmählich auf«ine Hitze von 70 Grad gebracht. Durch Röhren und Fitter gelangt eine dickslüssige Brühe in die Berdampsungs. behälter, von dort geht das jertige Extrakt in die Lerpackungsabtei- langen. Hunderte schwarze Mädchen und Frauen in äußerst dürstiger Kleidung, aber mit weißen Handschuhen, besorgen das Eti- kettieren, mit einer Schnelligkeit, die uns weniger vor dem System als vor der mannigfaltigen Intelligenz der schwarzen Arbeiterin Rc- spekt einfloßt. Jede Abteilung hat ihren Vorsänger, der seine Vers« de- klamiert und den Refrain mitsingen läßt. Es hört sich eigenartig an, wenn in den monotonen Singsang, der in seiner Primitivität Radschlagen auf dem Eise. sehr melodisch klingen kann, der Refrain laut und kurz in den ver- schiedenstcn Tierstimmen einfällt. Die nicht zu Extrakt verwendeten Teil werden zu Büchsen- fleisch verarbeitet. In besonderen Moschinen wird es in Stücke geschnitten und in Blechdosen gefüllt. Zum Schluß machen sie noch ein Verfahren durch, dos die Keime tötet. Die Jnnereien gehen denselben Weg, ebenso die Zungen, die teils eingepökelt in großen Fässern, teils zu schmackhaften Saucen konserviert werden. Der Hauptrest des Rindes geht in die Kühlhäuser, große Elevatoren be- setzen die zwanzig Stockwerke, und es dauert nicht lange, so besindet sich das K ü h l f l e i s ch aus dem Wege nach Europa. Aus einem Ochsen werden nicht nur Fleischextrakt, Büchsenfleisch und andere Dauerware hergestellt, sonder» er feiert eine gewisse Auf- erstehung auch in so mancher Blum«, die ohne ihn sicher nicht wachsen und nicht so schön duften würde. Das im Zerteilungsraum in Strö- men vergossene Blut fließt unterirdisch ab, wird in großen Behältern gesammelt, dann an der Sonne auf einer großen zementierten Tenne getrocknet, pulverisiert, in Kisten verpackt und als Blumen- d ü n g e r nach Südsrankreich, Spanien und Holland geschickt. Auch was sonst noch voni Ochsen übrig ist, wandert nach Europa. Die D ä r m e dienen für unsere Wurstsabrikation. Selbst der Dann- inhalt wird gesammelt und getrocknet und dann ebensalls der alten Welt, deren ausgeraubter Boden der Auffrischung bedarf, über das Weltmeer zugesandt. Dos wertvolle Fett ist ein besonderer Absatz. zweig, es tommt in goldgelber Farbe und prachtvoller Reinheit in Blechbüchsen auf den Markt. Die ausgekochte Fleijchfaser wird zur An- fertigung von k ü n st l i ch e n F u t t e r st o s s e n für Vieh, Pferde und Hund« verwendet. Di« Häute werden«ingesalzen und nehmen den Weg nach Amerika, aus Hufen und Sehnen wird Tischlerleim bereitet, die buschigen Schwanzquasten verwenden Tapezierer und Matratzen- fabrikonten. Ein sonderbares Bild, Taufende und aber Tausend« von Kuhschwänzen noch einem Reinigungsnoerfahren in der Sonne trocknen zu sehen. H L r n e r sammeln sich bald zu ungeheuren Bergen an, um gn Europa zu Knöpfen, Grisjen, Messerscholen ver- arbeitet zu werden. Die größeren und festeren Hörner dienen dem Drechsler. Die schwächeren werden eingestampft und tonnenweise nach Marseille, dem größten Marktplatz für dies« Ware, geschickt. Aus ihnen wird das Hornmehl, von jedem Landniann als Dungmittel geschätzt, bereitet. Graue Staubwolken liegen über der afrikanischen Stepp«, Tausende van Herden lassen das Leben für den unersättlichen Menschen. Der Magen der Welt ist ewig hungrig. Megerle v. Mühlfeld. keil, Bibel und geraubte Pässe. Die Psyche des Massenmörders. Die Häufung gleichgearleter Kriminalfälle sind eine bedenkliche Erscheinung: Haarmann und Denke, Landru und Rais, Angerftein und der Koburger Familienmörder, die Beomtenmörder Hein und Heidger. R u h l a n d weist in den letzten Jahren zwei ganz ähnlich liegende Fälle von Massenmördern auf. Das eigenartigste an ihnen ist, daß beide Mörder Fuhrleute waren. In Moskau war es der etwa Sttjährige Komarow, der sein« Passagiere in seine Behausung lockte und sie hier tötete. Seine Frau zwang er, ihm zu Helsen. Bis er eines Tages gefaßt, vor Gericht gestellt und hingerichtet wurde. Etwa 40 Leute waren ihm zum Opfer gesollen. Der andere Fall spielte In R o st o w ani Don. Während der Jahre l921 bis 1923 wurden hier 43mal Leichen aufgefunden, die olle die gleichen Verletzungen auswiesen: mit einem stumpfen Gegen- stand ani Schädel beigebrocht. Vom Mörder keine Spur. Weitere sieben Leichen zeigten Würgemerkmal«. Dann wurde es still in Rostow. Dafür fand man Im Jahre 1924/23 in einer Vorstadt von Rostow sechs weitere Leichen mit Würgemerkmalen. Und schließlich stellt« man den Mörder. Es war der 35jährige Fuhrmann Waldanow. Als man ihn nach der Zahl der von Ihm verübten Morde fragte, sagte er:„Ach mein Gott, laß mich in Ruh, ich weiß schon selbst nicht mehr, wieviel ich gemordet Hobe, ich habe die Zahl verloren." Waldanow, Sohn eines Trinkers und einer Trinkerin, war selbst dem Trünke ergeben. Er war seines Zeichens Schuhmacher, hatte den Weltkrieg mitgemacht und war schon vier Monate nach Beginn des Krieges in österreichische Gesangenschast geraten. Gleich seinen Kameraden wurde er hier Opfer roher Behandlung und unmensch- licher Brutalität. Biermal versuchte er zu fliehen, stets ohne Erfolg. „Aus der Gefangenschaft", sagte er selbst,„stammt alles, was später geschehen ist." Zu Hause fand er seine Wirtschaft säst zerstört. Zuerst arbeitets er in einer Lederfabrik, dann wurde er Fuhrmann und... tötete seine Passagiere.„Hunger war bei uns, ich habe nichts verdient und fing an zu töten," verteidigte er sich. Es waren einfache Raub- morde. Sein erstes Opfer lockte er zu sich in die Wohnung. Er versetzte ihm mit einem Stein einen Schlag gegen die Schläfe: dann nahm er ein„Strickchen". Mit Hilfe seiner Frau begrub er die Leiche im Hofe. Die wetteren Morde vollführte er in der gleichen Weise. Je mehr, uni so leichter wurden sie ihm: er tötete seinen Freund, feinen Nachbar, einen früheren Kollegen, einen Bettler usw. usw. Immer wieder mußte seine Frau helfen: aus Angst, behauptete sie vor Gericht. Drei Jahr« später konnte er sich in der Nähe von Rostow ein Häuschen kaufen. Seine einträgliche Beschäftigung gab er aber nicht aus; er mordete weiter, aus Geldgier und Gewohnheit— innner auf die gleiche unblutige Weise. Er nannte sie die„öfter- reichische": er will von derselben zum ersten Mole in Oesterreich während seiner Gefangensachst gehört haben. Das er st«mal tötet« er einen Menschen im Kriege. Waldanow war in der Gerichtsverliandlung geständig. Weshalb er getötet habe? fragte man ihn.„Ich konnte es nicht sehen, wie nieine kleinen Kinder hungerten und sich die Finger saugten," sagte der Massenmörder und weint«. Cr tötete aus Mitleid zu seinen Kindern— wenigstens behauptete er das. Und später, als er sich ein Haus gebaut hatte, aus Geldgier und Gewohnheit. Vielleicht war alles nur Verstellung und Theater. Waldanow war ein Schauspieler- typ. ähnlich wie sein Gegenstück Komarow. Er zeigte eine eigcntüm- liche Mischung von Gesühlsstumpfheit und Sentimentalität. Seiner kleinen Tochter reichte er. nachdem diese ihr«'Aussagen beendet hatte, ein„Aepselchen". Es ist doch sein liebes Valentinchen. Seine Frau bezichtigte er aber der Blutschande mit seinem Sohne, den er noch im Alter von 19 Jahren derart züchtigte, daß jener aus dem Hause ging. In dem Zimmer, in dem er seine Morde vollbrachte, lagen nebeneinander Beil, Evangelium und geraubt« P ä s s«— die hatte er behalten—, ähnlich wie Denke sein Tagebuch führte. Und ganz wie der Massenmörder Komarow bewegte er sich mit behutsamen Schritten und sprach mit zarter Stimme, heuchlerisch frömmelnd. Waldanow wurhe zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die beiden Aerzte, die ihn einer ausführlichen Untersuchung unterzogen und den„Fall Waldanow" in der Monatsschrift für Kriminalpsycho- logie beschneben haben, nennen ihn einen epileptoidenTypus. So erklärt sich die Gefühlsstumpfheit, gepaart mit Grausamkeit und Sentimentalität. ! Ein nicht ganz leichtes Kunststück, da? die Ei-läuserin Hildo i Riickert ausführt., Eine proletarische Tragödie Zehn Jahre lang kämpften, bald brutal und gewaltsam, bald»er- bissen und heimtückisch, zwei Männer um ein Weib. Zehn Jahr« lang war abwechselnd einer Sieger, Triumphierender, einer Unter- lcgener, Hassender, Verstoßener. Bis endlich einer erstochen am Boden lag Der des Totschlags angeklagte 44iährigc Hilssarbeiler V ä g l lernte während des Krieges die Frau des gelöteten Händlers Mau- r e r kennen. Bald verband die beiden ein inniges Verhältnis, das nur durch die Rückkehr des Mannes vom Krieg gestört wurde. Vom Hintergangenen verprügelt, reichte die Frau Scheldung-klag« ein. versöhnte sich indessen wieder mit ihrem Mann und zog die Klag« zurück Der Frieden währte nicht lang« Vögl wollte das Feld nicht räumen, die Frau ihn auch gar nicht verlieren. Schließ- lich wurde die Ehe doch getrennt, und die Frau zog mtt ihren drei Kindern zu Bögt, der sie heiratet« Im Jahre 1922 muhte Vögl wegen eines früheren Mllitärdeliktes «ine Gefängnisstrase verbüßen. Maurer hatte seine geschiedene Frau nicht vergessen. Es tneb ihn zu ihr und sie zu ihm. Während Vögl Tüten kleben, spietten die anderen beiden wieder Mann und Frau. Ein Jahr lang ging dos so. Dann kam Vögl vom Gejängnis zurück, woraus die Frau in bewundernswerter Wandwngsfähigkett wieder an Vögl hing. Der Haß zwischen den Riva'cn wuchs. Begegneten sie sich, so ging es nie ohne Streit und Schlägerei ab Di« Folgen waren An- zeigen und Gesängnlsstrafen wegen Körperverletzung und Mord- androhungen. War nun Vögl eingesperrt, so ging die Frau zu Maurer, und saß dieser hinter schwedischen Gardinen, so lebte sie mit Vögl. Das wechselte Jahre hindurch so, wobei sich nicht nur die Männer verprügelten: auch die Frau geriet unter ihre Fäuste. Wieder einnial vom Gefängnis zurück, hatte Vögl dieses Leben endlich satt. Er verlieh Frau und Stiefkinder. Doch der Haß gegen Maurer erlosch damtt nicht.„Einer von uns muaß no hin wcrd'n, er oder i!" Eines Abends zog es ihn doch wieder in die alte W»h-, nung. Der A l k o h o l stachelte. Da fand er im Bett den Mauryr. Er dreht« sich um, Maurer sprang aus dem Bett und Vögl stieß ihm mit dem ganzen Haß der zehn vergangenen Jahre das Messer tödlich in die Brust. Vorsitzender zum siebzehnjährigen Sohn des Maurer:„Sie sagen, Ihr Sliefoaler Vögl hätte nach Ihnen auch schon mal mit dem Mesier geschlagen. Warum hnlxn Sie ihm denn nicht am anderen Tag einen Vorhalt gemacht?" „Ja»nei, sowaskommtbeiunsöstersvor. Da werd' gar nimmer g'redt." In dieser Umwelt wachsen Kinder auf. Die Eltern lagen zu- sammen in einem Bett in der einzigen Kammer, zwei Buben schliefen gemeinsam in dem Bett in der Küche, ein Mädel kampierte daneben auf dem Kanapee. Je enger die Menschen beieinander wohnen, desto mehr schleisen sich die Formen bis zur Roheit ab. Dort, wo jede Lüftung fehlt, in den engen, muffigen Löchern, dort gedeihen auch die ungelüfteten Charaktere. Für besondere Felnsühligkeit, wie sie Tragödien des Salons theatralisch und nicht ohne Wirkung aus dos Gericht widerspiegeln, ist dort kein Platz und keine Distanz. Drum öffnet sich auch in diesem Prozeß kein Herz, das die Geschworenen milde stimmt. Das einzige Interesse wendet sich dem Weibe zu, um das zwei Männer buchstäblich bis zum Tode kämpften. Eine 42jährige. kleine zerknittert« Frau beantwortet mit trockener Stimme die Fragen de? Vorsitzenden. Nichts verrät an ihrem Acußeren, ihren Gesten, ar ihren Worten jenes Feuer, das den Angeklagten und sein Opse bis zum Weißglllhen erhitzte. Das Schwurgericht, dos an eine'Notwehr nicht glauben könnt verurteilt« Vögl zufechsJahrenZuchthaus. Wi-Kri. I CO�lAIM vo*» EOS AR WALL'ACE »NS OEUTSCHE aßERTRAOElM W VON' RAVI RAS/EN DRO (schluh) iti war schon fast verzweifelt, als er in groger Entfernung eine dünne Rauchfahne sah. Das Schiff selbst konnte er nach nicht er- tcnnen. Er sandte ein« drahtlose Botschaft durch den Luftraum. aber es kam keine Antwort. Er wartet« eine Minute, dann klap» pert« der Sender wieder. Als dos Stillschweigen anhielt, wurde er ärgerlich und sandte«ine dritte Botschaft in scharfem Ton. Dann hörte er Plötzlich einen hohen, schrillen Ton der Dampfer ont- wartete. .Was für ein Schiff ist das?" Er wartete und zweifelt« nicht, dag es irgendein kleiner chandelsdampfer sein würde. Weder kam das hohe Summen. „Peoligo", war die Erwiderung. »* * Digby lehnte sich über die Brüstung, um zu sehen, was die Leute taten, die draußen in einem Boot niedergelassen wurden. Al» er entdeckte, daß sie den alten Namen.Pealigo" zustrichen und ..Malaga" daraus machten, war er beruhigt und erfreut. Er ging in bester Stimmung zu dem Kapitän. „Das war ein guter Gedanke von Ihnen!" Der Kapitän nickte. „Natürlich in Ihrem Auftrag." „Selbstverständlich!" lächelte Digby.„Auf meinen Befehl." Cr stand neben dem Kapitän und unterhielt sich mst ihm. Es fiel ihm auf. daß der Mann dauernd nach Norden aus- schaut, und den.Himmel absuchte. „Sie glauben doch nicht, daß ein Flugzeug so weit auf das Meer hinausfährt? Wie weit find wir denn von der englischen Küste entfernt?" „hundertzwölf Meilen— für ein Wasserflugzeug keine allzu große Entfernung." Digby klopfte ihm liebenswürdig auf den Rücken. „Sie sind nervös geworden. Das Flugzeug wird uns nicht nichr erreichen." Der Operateur kam die Treppe zur Brücke herauf und über- reichte dem Kapitän«in« Botschaft. „Was ist es?" fragte Digby schnell. Ohne ein Wort reichte ihm der Brasilianer das Blatt. „Weihes Schiff nach Westen, sendet Name, Nummer und Heimathafen." „Woher kommt das?" Der Kapitän erhob sein Fernglas und suchte wieder den nörd- lichen Himmel ob. „Ich kann nichts sehen," sagte er stirnrunzelnd.„Möglicher- weise ist es ein Anruf von einer Landstasion. Ein. Schiff kann ich euch nicht entdecken." „Wir wollen anfragen, wer es ist." sagte Digby. Di« drei Männer gingen zur Kabine für drahtlose Telegraphie und der Operateur hängte die Hörer um. Plötzlich begann er zu schreiben. Digby beobachtete atemlos die Bewegung seines Blei- stifts. „Drehen Sie bei, ich komme an Lord." „Was soll das heißen?" fragte Digby. Der Kapitän trat unter dem Sonnenfegel vor ins Freie und richtete sein Glas aufs neue zum Himmel. „Ich kann es nicht verstehen," sagte er. „Das Signal kam von ganz nahe, Kapitän, es war kaum drei Meilen entfernt," unterbrach ihn der Operateur. Der Kapitän rieb sich das Kinn. „Dann wäre es das Beste, wenn ich stoppte." „Sie werden keinen solchen Unsinn machenl" rief Digby stür« misch.„Sie werden weiterfahren, bis ich Ihnen den Befehl gebe, zu halten!" Sie gingen zur Brücke zurück. Der Kapitän legte die Hand auf den Maschinentelegraphen. Er war unentschlossen. Plötzlich fiel dicht vor ihnen, keine halb« Melle entfernt, etwas in die See und das Wasser spritzte hoch auf. „Was war das?" fragte Digby. Als Antwort schoß an der Stelle ein« große Rauchwolke em- por, die sich immer mehr verbreiterte und einen undurchdringlichen Schleier bildete. Der Kapitän hielt sich die Hand über die Augen und schaute empor. Direkt über dem Schiff erblickte er ein silber- Helles Flugzeug., Es war so klein, daß er es kaum unterscheiden konnte. „Sehen Sie, in der Luft kann sich viel ereignen." Er dreht? den Maschinentelegraphen auf„halt!"" „Was war das?" fragte Digby wieder. „Eine Rauchbombe. Und ich zieh« ein« Rauchbombe in ein«? halben Meile Entfernung einer wirklichen Bombe auf meinem schönen Schiff vor!" Digby starrte ihn einen Augenblick entsetzt an, dann sprang er mit einem Wutschrei auf ihn zu und riß den Maschinentelegraphen auf„Volldomps voraus". Aber zwei Matrosen packten ihn sofort von hinten»nd der Kapitän drehte den Maschinentelegraphen wieder aus„halt". „Melden Sie dem Flieger, dem Sie eben ja auch den Name». des Schiffes gesandt hoben," wandte er sich an den Operateur,„daß ich Mr. Digby Groat in Ketten gelegt habe." Fünf Minuten später war dieser Befehl nahezu ausgeführt. Aus dem blauen Himmelsgewölbe fiel das silberhelle Flugzeug herab, kreiste erst in großem Bogen um das Schiff und ging dann wie ein Bogel aufs Wasier nieder, ganz dicht neben der Jacht. Schon vorher hatte der Kapitän ein Boot Heruntergelasien und während sich die Matrofen noch abmühten, Groat in Fesieln zu schließen, der wie ein Wahnsinniger in seiner Kabine um sich schlug, kam Jim Steele an Bord und folgte dem Kapitän nach unten. Eunice hörte trotz des Geräusches der Schiffsmaschinen dos feine Summen des niedergehenden Flugzeuges. Aber sie konnte unmög- sich genau erkennen, woher es rührte, bis die Jacht anhielt. Dann eilte st« zu dem Fenster und zog l»i« seidenen Gardinen fort. Nun konnte sie dos weiße Flugzeug sehen, das wie ein« Mückc summte und jetzt aus der Sicht verschwand, well es auf di« andere Seit« des Schiffes wechselle. Was hatte das wohl zu bedeuten? War das— In diesem Augenblick wurd« die Tür aufgerissen. Ein Mann ohne Kragen und Weste, mit verwildertem Haar und zer- rissenem heind stand im Eingang. Sein oerzerrtes Gesicht blutete. Ein Glied einer Handschelle war um sein Handgelenk befestigt. Es war Digby Groat, der von teuflischer Wut besesien war. Sie wich nach dem Bett zurück, als er auf sie zukam. Heller Wohnsinn lodert« in seinen Augen. Aber plötzlich trat ein.zweiter Mann in den Raum. Groat fuhr herum und begegnete dem stahl- harten, eisigkolten Blick Jim Steeles. Mit einem markerschütternden Schrei sprang er wie ein wildes Tier den Mann an. den er so tödlich haßte. Aber er konnte den Schlag mit der schweren Handschelle nicht mehr ausführen, denn Jim traf ihn zweimal mit der Faust, so daß er bewußtlos zu Boden taumelt«. Im nächsten Augenblick lag Eunice in den Armen Jims. Oos Programm des Bücherkreises. Soeben erscheint das erste Heft des neuen Jahrganges„Der Büchorkreis", in neuem, ansprechendem Gewand«, aus bestem .Kunstdruckpapier, das alle Reproduktionen vorzüglich zur Geltung kommen läßt. Aus dem Progrommaufriß der Einleitung ersehen wir, daß die hefte einen bestimmten literarischen Charakter erhallen fallen. Zur Buchproduktion wird mitgeteilt, daß im ersten Vierteljahr IllZg erscheinen Verden: -O„Flach s", ein in Flomen spielender Roman des französischen Arbeiters und bekannten Sozialisten Pierre hamp. l>)„T r o i k a". die Geschichte eines Arbeiters in der deutschen Revolution. Bon Karl Schröder. c)„Das luftige Buch des Bücherkreises", ein« kost- liche Sammlung von Grotesken und Humoresken aus unserer Zeit. Im zweiten Bierteljahr erscheint in erster Linie«in Buch über „A rbeitersport" mit bestem Bildmaterial von Fritz W i l- düng, dem Leiter der Aentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege, und ein holländischer Roman des Sozialisten I o n g. der in Holland selbst die für dortig« Berhältnisse unerhörte Aufloge von 80 ll il l) in kurzer Zeit erreicht hat. Auf dos Sportbuch weifen wir ganz besonders deswegen hin, well im Juli in Nürnberg dos große Arbeiter-Turn- und Sportfest stattfinden wird Der Bücherkreis wird sich mit dieser Zeitschrift und seiner neuen Produktion weitere Freunde erwerben. Die in diesen, Jahre erst- malig zur Ausgabe gelangte Treuprämie— das heißt die Abgabe eines Z-Mart-Bandes für 1 Mark bei einjähriger, auch rück- wirkend erworbener Mitgliedschaft— ist auch für 1329 beibehalten. Aufmerksam machen möchten wir noch auf die Neueinführung einer probeweisen H a ld ja h r« s m i tg li e dfcha ft. Jeder kann sich auf diese Weis«, ohne besonderes Risiko, von der Güte des Ge- boten«» überzeugen. Rätsel-Ecke des„Abend". (liiniiiiHiiiiiiiiiifiiiiiiiMiHiiiHHHHiiindimuiiiiniimiiiiiiiifiiiHHmflmniHfmmimiiiuiuiiHHiiniituminin iniuiuiuHiiniHiHiiintmnMrauiiiiuiHHimoiimflHKMMi Kreuzworträtsel. im g«recht: 1. neuzeitlich« Bergnügungsstätte! 4. Fluß i !>arz: 7. Berhältniswort; 8. Stamm der isudanneger: 13. Schmerzens- laut: II. weibl. Bornome: 13. Lebensende: tä. Geschloclstswort: 17. Nahrungsmittel: 18. persönl. Fürwort; 13. friesischer Borname: 23. matt; 22. Erfinder des Schreibtelegrophen: 26. persönliches Fürwort! 28. amerikanischer Dichter; 23. Ausrus des Erstaunen»: .33. weiblicher Vorname: 31. Lasttier.— Senkrecht: 1. eisig; 2. Verhältniswort; 3. Salatbeiguß: 4.«ngl. Dorname lKurzfonn eine? altteftamentt. Nomens): S. Umstandswort des Ortes. 6. besi mzeigendts Fürwort; 3. Umstandswort der Frage; 11. Sprechweise einer Bolksklass«: 12 weibl. Aornam«; 14. einsam, unbewirtschastet: 16. Nebenfluß d«s Arno; 13. Planet; 21- russisches Gebirge; 23. Großvater; 24. griechischer Buchstabe in der Mathematik; "v großer Teich. Die fehlende Mittelfilbe. al dä de de de fpr bar kom krat teil mor m! nc»en nie li» pelz so so se son si tio war. Aus oorsiehenden 24 Silben ünd 12 dreisilbige Wörter zu bilden, mst gleicher zu ergänzender Mittefsilb«. Wie heißt di« Silbe und wie heißen die Wörter?»b. Füllrätsel. a. e. e. e.«. e. s, k. k. l. 1, o. o. r. r. r. t. t, v, w. Vorstehend« Buchstaben sind in die leeren Felder zu setzen, fodaß Wörter folgender Bedeutung gebildet werden: 1. Widerrede: 2. Kirchensonntag; 3 Wahrzeichen Danzigs; 4. Morgenland: 5. Dickhäuter. Z. Silbenrätsel. ab ach aus be der bit da de de den die für gar, ge ge gen han ich kom kom me nie nc nicht ro(et stän' te ten zu.— Diese Silben sind zu Wörtern zusammenzusetzen, die, richtig geordnet, den Text eines Plakats ergeben. ?iache. Er nannte seine a, die immer soendabel. Ein« alte u, das war miserabel; Drum ließ si« ihn in der i auch sitzen. Nun kann er vergeblich noch Deckung flitzen. ep. (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösungen der[Rätsel aus voriger Rümmer. Spiralen-Kreitzworträtsel. Wogerecht: 2. Tee; 3. Leim; 5. Zweig; 6. London: 8. Kanevas; 3. Rominten; 11. Amol- gunde; 12. Limburger. Senkrecht: 1. Ei; 2. Tal; 4. Gnom; 5. Zobel. 7. Sueden; 8. Kneifer; 13. Eisleden; 11. Automobil. ' F ü l l r ö t>' o?: Beresina. Eberhard, Hubertus, Gerberei, Adal- bert, Zinnober. Rösselsprung: W«h d«m Mann«, der verzagend Aus verslosin« Stunden schon'. Der, die G«a«nwart verklagend. Nicht der eignen Kraft vertravk. Ergänzungsrätsel: Raabs, Mauer, Wolga. Anbau. Prise. Lotte, Eber», Erpel. Zlbend, Ries«, Ewald.— August Bebel. Somudeml. 13. Januar. Berlin. I6.M) Willy Möbu«; 2»eit«usend Jaiire riuekunst. 16.30..Wa» man leim Theater erlebt." Theateranekdcten. ertüliU von Max Grub«. 17.00 UnterbaUuncainnaik der Kaoelle Löwemhai vom Cefe Vaterland. 18.40 Theodor von Lerch. Wien: Jagen im Winter. 19.05 Dr. C. KaBoer: Streu- und Uakpfly-M der Hausbeaitrer bei OHMtt.und Cllattela. 19.30 Prof. Dr. Csau. Jena: tinfUhrung in üle Kuriwellentechuik(III). 20.00„Märkiache Industrie". HÄrbild-Monlage von Gerhart Pohl. 21.00 Unterhaltungsmusik, ausgeiilhrt von der Kapelle Qlca Jonesco. Anschließend bis 0.30: Tangmusik aus dem Kote) EspUnade(Kapelle Barnabas von Odczv). Königs Wusterhausen, I6.0D OberschuIIebrer Westermann: Kunschrlftdiktate. 16 30 Uebertragung des Nachmlttagskongertes Hamburg. r 17.30 Dr. A. Richhardt: Der Beamte in der allgemeinen Gesetzgebung. 18.00 Peter Leisterscbncider: Beruisgefahr und Versicherungswesen im Bergbau. 18.30 Gertrud vau Eyseren, Cesar Mario Alfieri: Spanisch iOr Anflnger. 18.55 Alf Due: Norwegische Volkslieder(durch Gesang illustriert). 30.00 Sonderveranslsltung des Deutschlandsenders. Die Stunde des Uandes. I Kirmesmusik(drei Stücke vor dem Kruge): a) C. Neumann; Pepita- Marsch: h) F. Spohr: OruB an Kiel, Marsch; c) J. Rixner; Landjiger- marseh.— 2.*,*; Altenburger Kirme-swalger.— 3.*•*:?wiebels. dorfar-Schottisch.— 4.*,*: Der Herr Amtmann tanzt. Polka(Dori- musik des Adoli-Becker-Orchesiers. Uellung: Oberrausikmeister a D Adoli Becker).— 5.„Der tolle Bömberg"(Josel Winckler). Gelesen vom Verfasser.— 6.*•*: Signal-Walzer. 7.*,*: Dreher(Alter Wirker). — 8.*,*; Ländler(Dem Herrn Posthalter sein Liehlingstanz)(Dorl- mnslk des Adoli Becker-Orchesters). 21.00 Duette. I. Palm: Koseliedchen.— 2. IUI: Kucitucks-Ductt.— 3. Laszky: a) Der schwatzhafte Fliederstrauch: b) Idyll; c) Der nieder, der Mond und die Nachtigall.—< Berger: al Sandmin neben; b) ZündKölzchen(Käte König, Sopran; Karl Jökcn, Tenor; am Flügel: Ben Oeysel). Anschließend bis 0.30: Von Berlin. Sonntag, 13. Januar. Berlin. 11.30 Aus dein Großen Schauspielhaus: Vnrmiltagskonzert.). a) Philipp Wollrum: Horch, was kommt von draußen rein: h) Robert Kahn: Au! dem Berge da wehet der Wind; c) Fells Maiden: Mir ist ein schön> hraun's Maidelein; d) Philipp Wolirum: Ist alles dunkel: e) Arno'd Mendelsohn: Nun ade. du mein lieb Heimatland(Berliner Velkschor. Mllglied des Deutschen Arheiler-Singerbunde«; Dir.: Dr. Ernst Zunder). — 2. Oluaeppe Tartini: Teufelstrlller-Sonatc(Tossy Spiwakowsky, Violine; am Flügel; Karl Rockstroh).— 3. Heinz Ticssen; a) Wenn leh ein Vög- leln wir': b) Da droben auf ienem Berge; c) Ach. wie ist's möglich dann(Berliner Volkschor).— 4. a> Oaetano Pugnanl-Kreisler: Prlludlum und Allegro: b) Ntccolo Paganini: Sonate; c) Ludwig van Beethoven: Türkischer Marsch; d) Anton Dvorük-Kreisler: Slawischer Tanz(Tossy Spiwakowsky).— I. August von Otbegravtn: a) Ich apring' an diesem, Ringe: b) Es i»l ein Schniltcr, der heißt Tod: c) Ich bin Kucktick(Berliner Volkscbor). H Mörse-Kursus. Hans W. Priwin: Unterricht für Anlinger(X.). 14.30—15.25 Für den Landwirt. 13.30 Mir eben. Brüder Grimm.(Gelesen von Lucie Mannheim.) 16(D Prof. Dr. Kurt Regling; Gewaltmenschen der italienisch e« Renaissance. I6J0 Unterhaltungsmusik der Kapelle Gebrüder Steiner. 18.30„Die Wintei reise". 4. Vortrag. Prof. Dr. O. E. Meyer:„Auf Skiern Im Reich der Bauden". 19.00 Forschengsreitender W. R, Rlckmers. Bremen* Leiter der Alai Expedition: Aul dem Dach der Welt. 19.30 Herberl Ihering: Thealerskandale. 20.00 Aus dem Metropot-Theater;„Die lustige Witwe". Große Operette in 6 Bildern. Musik von Franz Lehir. Musikalische Leitung: Erns« Hauke •Regie: Erik Charcli. Anschließend bis 00.30 Tanzmusik(Kapelle Dalos BdltV KAnigswustcrhausen. II 30 Uebertfigung von Berlin. 13.45-14.30 Blidfunkversuche. 14.30—|8Ä1 Uehertragungan vop Berlin. 18,00 Prof. Kahl. M. d- R: Gedanken zur Zell: Notwendigkeit und Geist der neuen Strefreebtareforrn. 18.30 Paul Friedriehl■Briabnis und Erlebniskraf'- 19.00 Pfarrlr Kurt Engeibrecht: Die Persönlichkeit in Kunst und Leben. 19.35 Anton Gotggl: Der Blinde und sein Hund. I9JO Uebertragung von Köln. Anschließend Von Berlin: Presse. Tanz. H Sonnabend 46. Jahrgang J�i � � Wk �W W Mg M Ds«� l2. Januar 1929 V�ie ein Flugzeug entsteht! Den Gang der Entstehung eines Großflugzeuges von Beginn an bis zur Ablieferung dürfte auch dem Nichtfachmann viel Wissens- wertes bieten. Bei dem Bau eines neuen Flugzeuges muß sich das sogenannte „P r o j e k t e n b u r e a u" zunächst über Zeichnungen und Festlegung der Hauptabmessungen, der Inneneinrichtung, der Motoren und Flug- leiswngen der neuen Maschine schlüssig werden. Sind diese chaupt- «inzelherten sestgelegt, so wird dies'Material an die Abteilung„V e r- kauf" weitergegeben, die nun auf dies« Grundlagen hin mit dem in Betracht kommenden Abnehmer verhandelt. Selbstverständlich hat die Berkaussabteilung das erst in rohen Zügen vorliegende Projekt näher zu bearbeiten und aus Grund von Vergleichen mit be- rcits gebauten Maschinen den wahrscheinlichen Preis für das Angebot zu berechnen. Sobald nach eingehenden Aerhandlungen ein Abkommen mit dem betrefsenden Abnehmer erzielt ist, erfolgt die Festlegung der genauen Form, der Flächen- große und der Bausicherheiten im„aerodynamischen Bureau" usw. in Zusammen- arbeit mit dem„Projekten- b ü r« a u". Dom„aerodyna- mische» Bureau" wird außer der Projektzeichnung auch noch eine Modellzcichnung angefertigt, nach der ein Modell in verkleinertem Maßstabe gebaut und dann zu Windkanalversuchen noch der in der gcm.zen Welt berühmten Aerodynamischen Per- suchsanstolt in Göttin- gen gesandt wird. Nach den Messungsergebnisse» dieser An- stall entscheidet es sich sodann, ob das projektierte Flugzeug gemäß der Wodellzeichnung gebaut werden soll oder ob Abänderungen erforderlich sind. Bei Flugbooten nimmt außerdem das aerodyna- mische Bureau Tchleppver- suche über die technisch vorteil- Hasteste Bootssorm bei der Preußischen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau in Ber- lin oder bei der chamburgischen Schiffbauversuchsanstalt vor. Sind diese Arbeiten, die geraume Zeit in Anspruch nehmen, fertig- gestellt, so erfolgen im„st atischen Bureau" die Berech- nungen der Material stärken und Baugewichte aus Grund der gelieferten Unterlagen. Außerdem werden in diesem Bureau Versuche an Bauteilen zwecks Festlegung ihrer Festigkeit vorgenommen, die als Unterlagen für die weiteren Berechnungen dienen. Die konstruktive Ausgestallung erfolg, unter Zugrunde- legung der vom„aerodynamischen" und„statischen Bureau" ge- gebenen Daten anschließend im ,K o n st r u k t i o n s b u r e a u". uns zwar gehen die einzelnen Berechnungen an die Unterabteilungen: „Rumpf bau"...Flügelbau".„Leitwerk".„Kraftan- lag«" und„Steuerung". Diese einzelnen Unterabteilungen arbeiten in Ueberinstimmung mit den bereits oben genannten Bureaus— die das Projekt nur in großen Zügen festgelegt haben— die Einzelzeichnungen und Berechnungen der für sie in Frage kommenden Teile aus. Von diesen verschiedenen Stellen des Kon- struttionsbureau gehen sämtliche Unterlagen dann an die„K o n- t r o l l a b t e i l u n g", die die Berechnungen sämtlicher Einzelteil« nachzuprüfen hat. Von hier aus wandern Zeichnungen und Be- rechnungen an die„N o r m e n a b t e i l u n g", deren Aufgabe es ist, Masse und normgerechte Ausführung der Zejch- n u n g und Maschinenteil« zu überprüfen. An fünfter Stell« endlich gelangen die Baupläne zur„t e ch n i s ch e n R e g i st r a t u r', die die einzelnen Zeichnungen von der„P a u s e r e i" verviclsältigen läßt, und sie alsdann an das„A u f t r a g s b u r e a u" weiterleitet. Das„Auftragsbureau" gibt nun erst die Herstellungsaufträg« mit Zeichnungen und Berechnungen an das„W e r k" weiter. Der „Patentabteilung" liegt während dieser ganzen Zeit die Uebcrwachung des Projektes ob, damit keine fremden Patente oerletzt und technische Neuerungen des eigenen Werkes sofort zum Patent angemeldet werden und durch unverzügliche Anmeldung in sämtlichen in Be- trocht kommenden Ländern den gesetzlichen Schutz vor Nachahmung erhalten. Inzwischen hat das„E i n k a u f s b u r e a u" für die Be- fchaffung des erforderlichen Materials Sorge zu tragen, die selbst- JCink* oben: Modi und SeHentleuer eine» Slugveug». Mechl» oben: Xllek in den Zaiirerraum. itill Mühler. Meetil» imlen: tflolor und Propeller. verständlich nicht erst im letzten Augenblick, sondern bereits nach Zu- ftimmung des Auftraggebers zu dem vorliegenden Projekt in die Wege geleitet werden muß. Dies Material ist inzwischen im Werk angelangt und hier beginnt nun der eigentliche Bau der betreffenden Maschin«. Aus sogenannten„Malle»", mit Hilfe von Schablonen und anderen Vorrichtungen werden nach den vorliegenden Einzel- Zeichnungen in der Werkstatt die Einzelteile gebaut. Durch vorge- sehen« Hilisvorrichtungen beim Bau soll eine B e r e i n h e i t- l i ch u n g der Teile für verschiedene Maschinen desselben Typs gewährleistet und damit leichteste Austauschbarkeit von Ersatzteilen ermöglicht werden. Größte Sorgfalt wird auf„M a t e- r i a l p r ü f u n g" und„Kontrolle" gelegt, da eine fort- währende Ueberwachung des Materials und der Arbeit nicht nur im Interesse des Abnehmers, sondern mehr noch im Interesse der Flug- zeugfirma selbst liegt. Die.Jontrollabteilung" ist der teuerste Apparat des ganzen Werkes. Sie sucht durch genaue Kontroll- moßnahmen Ausschuß in Material und Arbeit sofort zu erkennen und zu beseitigen. Jedes angelieferte Blech und jeder vorgearbeitete Beschlag wird besonderen Festigkeitsproben»nt/rworsen und auch durch dauernde mikroskopische G e s ü g e u n t.c r- s u ch u n g c n werden etwaige Materialsehlcr, soweit überhaupt möglich, sofort festgestellt und ausgemerzt. Außerdem arbeitet die Kontrollabteilung auch in der Weise, daß jedes Stück nach jedem Arbeitsgang diese Revision unbeanstandet passieren muß, bevor der Arbeiter den ihm zustehenden Akkordlohn erhält. Die einzelnen Teile des Flugzeuges werde» nach Fertigstellung zu Rumpf, Trag- flächen usw. zusaminengesetzt und aus diesen großen Teilen die Maschine noch im Werk selbst vollkommen montiert und später nach Ablegung der vorgeschriebenen Probe- und Leistungsflüge an den betreffenden Abnehmer abgeliefert. Während des ganzen Baues erfolgt selbstverständlich dauernde Nachkalkulation der entstehenden Kosten. Bon den enormen Arbeitsleistungen mögen nachstehende Angaben einen ungefähren Begriff geben: Für ein Großflugzeug werden etwa allein 6000 bis 7000 Einzelzeichnungen benötigt, die insgesamt rund 5000 0 Arbeitsstunden beanspruchen. Als Zeit von der Auftragserteilung bis zur Ablieferung einer mittleren Maschine kann man rund sechs Monate, bei Groß- flugzeugen etwa ein Jahr rechnen. Entwurf und Fertigstellung einer Verkehrsmajchine erfordern auch heut« noch einen Arbeitsaufwand, von dem sich der Außenstehende nur schwer ein Bild machen kann. jHochlireciuen� und Gesundheit Hochfrequenz— was ist das? Hochfrequenzströme sind Ströme von sehr hoher Spannung und sehr hoher Schwingungszahl. Als solche sind sie dem menschlichen Körp«r nicht mehr schädlich, sondern von großer Fteilwirkung. Der elektrische Stron, aus der Lichtleitung schadet dem Organismus des Menschen. Darum wird er, wenn man ihn für medizinische Zwecke verwenden will, in den Hochfrequenz- apparaten zu Hochfrequenzstrom umgefornü. Die Behandlung ist anaenebm und völlia unschädlich. Betrachten wir uns einmal die Zubehörteile eines Hochjrequenzapparates. Je nach feiner Größe sehen wir mehr oder weniger Gloselektrode» und eine M e t a l l e le k t r o d e. Die verschiedenen Glasclektroden sind mit einem Edelgas gefüllt und- erzeugen beim Durchfließe» des Stromes die wohltätigen violettenStrahlen. Di«se Strahlen schaden selbst dem menschlichen Körper bei falscher Behandlung nicht, da sie so schnell die Nerven und Muskeln überfliegen, daß st« ihnen nicht schädlich werden können. Deshalb ist ein Hochfrcquenzapparat auch kein gewöhnlicher Elektrisierapparat, desien geringe Spannung die Nerven und Muskeln reizen und gewaltsam zusammenziehen muß. Diese Hochfrcquenzappa- rate können daher ohne weiteres von jedem Laien gehandhabt werden,«s können damit keine Verbrennungen verursacht wer- den, wie z. B. bei Röntgenstrahlen und Höhensonne, deren Handhabung man nur dem er- sahrenen Arzt überlassen soll. Viele Krankheiten lassen sich mit Hochfrequenz erfolgreich behandeln. Der'tiefere Grund der meisten Krankheiten liegt be- kanntlich im mangelnden Stöfs- Wechsel. Darauf sind besonders bei den Stadtbewohnern, mit ihrer meist ungenügenden körper- lichen Ausarbeitung, viele Leiden und Beschwerden zurückzuführen. Die Hochsrequenzström« fördern den Stoffwechsel. Die verbrauch- ten, schädlichen Ablagerungen im Blut werden aufgerüttelt, gelöst und ausgeschieden, der Körper also entgiftet. Mit ihren Mil- lionen seinen Schwingung«» in der Sekunde dringen die Hoch- srequenzströme belebend und ver- teilend in die verborgensten Zellen des Körperinnern, nach allen Richtungen, in das ganze Blutleben, ins©«Hirn.— Leider wirken sich viele Hochfrequenz- apparate, die in Händen von Laien sind, als Rundsunkstörer aus. Doch gibt es hier bereits Gegenmittel, sogenannte Stör- besreiungspatronen. Wer ohne solche Sicherung einen Hoch- srequenzapparat benutzt, soll,« wenigstens soviel Gemeinschafts- g«fühl haben, daß er das nich, während der Rundjuntsendungen tut. Gerade den kleinen Leuten, die mit Detektorgerät und Kopshörer arbeiten, wird es die Freude am Empfang nehmen. XinUt nnlen: tllolor Bücher der Technik. Das technische Zahr, der ausgezeichnete technische Kalender des rührigen Berlages Dieck u. Co. in Stuttgart, ist auch für in der gleichen Aufmachung wie früher erschienen. Wunderbare Aus- nahinen aus dem Reich der Technik sind das Merkmal dieses Ka- lenderiveikes. Maschinen arbeiten.«0 Dicck u. Co., Stuttgart. Preis W. de Haas: Wie unsere Seiten, 121 Abbildungen. Verlag geh. 1,80 M., geb. 2,60 M. W. d e Haas hat hier ein Werk über Mafchinenelemente in »olksttimlicher Form geschaffen. Jeder Maschinenbauer kennt die Teile, ans-denen man Maschinen zusammenbaut. Aber noch nie ist jeniond vor de Haas aus den Gedanken gekommen, dieses reine Fach- wissen in einer für die Allgemeinheit verständlichen Forni darzustellen. Dieser Versuch ist zweifellos geglückt. Der nichtiachmännische Leser empfängt einen genügend klaren Ueberbiick über das Wesen der Meßtechnik und der Maschinenteile. Es ist ein Bach, das geeignet erscheint, der Technik neue Freunde zu gewinnen. W. M ö b u s. f/Ogej'fiifmff-'/erbmcfungsbescni'ag efes ffugboafes, ftobrbach« ftcntar*a/S t SchmmdesJOc* voTgeschrupftiee Besthhg iKM" fa/iger Beicfttejj ■•-.............. Pffjfj&'i, ftfhssdfiöp* t yfedtvjf ffbarto' -:---»« Winter spsrt im Spr e« wald! Von Jahr zu Jahr mächst der Zustron? Spartluftiger, die sich auch zerr Winterzeit für den Spreetoald interessieren. Wer die Schönheit des Spreewaldes r»>m Sonmrer her kenirt, wird vermuten, daß er auch im Winter seine Zaudernrocht auf den Besucher ausübt, inunentlich dann, wenn, wie im vorigen Jahre, die gesamte Spreewaldfläche von Fehrow bis Lübben nahezu ein See ist, doch nicht in dem Sinne, als wäre er«ine einzige öde Eisfläche. Das Anziehende, die Schönheit liegt in«taxis anderem: Hier überschwemmte Wiesen mit ihren für de» Spreeivald typischen Heuschobern, dort eine Insel inmitten der Eisfläche. Weideugestrcwch wechselt ob mit Erlen. Meistens be- zetchnen sie den Weg der Flieste. Malerisch schauen die Spreewald- dörser L e h d e und L« i p e durch das Geäst der Bäume und weit- eisern in ihrer Schönheit mit den verstreut tiegenden Gehöften von B u r g- Kolonie und Bung-Svuper. Und mm gar die Wiirter- pracht nn Hochwald, Ivo die Flieste bekanntlich das beste Eis bieten! Die Elfter lungeK ftichwtb»cher. der Specht hännneri cm den Bäunte»,»nd wenn wir a n d" morgen. Sonntag, 13. Januar, auf den, Müggelsee ein Eissegeln. Alle Sportgenossen und Inier- essenten treffen sich um 10.30 Uhr in, Restaurant„Sirandschloß am Miiggetsee". Schlittschuhe und etwa vorhandene Handsegel bitten wir mitzubringen. ß-Tagc-VarieK. »Nun hat die liebe Seele Ruhe", sogt ein altes Wort, das nicht zuletzt die Berliner gern anwenden. Nun haben sie alle ihre Ruhe—- die beim Sechstagerennen im Sportpalost. Sechstagerennen, sechs Tage Borietö mit Fahrradak robote i»- programmnummcrn. Ausschließlich! Die Zettungen registrieren die Darbietungen in Form richtiger Kritiken zwar immer noch unter den Sport Nachrichten, aber es sind richtige Kritiken, so roie sie Primadonnen der Varietes oder des Kientopps kriegen, oder etwa die drei Conoras, diese Luftakrobaten erster Klasse oder Kauf- nianns Radfahrtruppe aus dem Wintergarten. Aber schließlich liegt gerade darin das Merkwürdige, daß es niemanden einfallen würde, diese Leute, ehrbar«, hochochtungs- würdige Artisten, im Sport teil einer Zeitung zu besingen, während man die Sechstagefahrer mit all ihrem Drum jind Dran von„Mcnetschern", Pflegern, Rödern, Vergangenheiten und Zu- künsten im Sportteil verewigt. Verewigt mit allem Drum und Dran an lebendem und totem Zubehör und mit allen, Drum und Dran des Nudeltopps, Radrennbahn genannt, mit ihrem Publikum, Sportbegeisterte gescholten, und mit der Blechmusik, den Programm- Verkäufern, den Bockwürsten, der hohen Spvrt„behörde" und den etwas verunglückten Bardamen hinter der improvisierten Teke. Man ist sich ziemlich einig: 6-Tage°Rennen, 6-Tage- Variete. Was haben diese Mäimer und Jünglinge in den bunten Trikots auf der Holzbahn noch mit sporttreibenden Radfahrern— oder radfahrenden Sportlern, wie man will— zu tun? Was ver- bindet sie nach mit dem Sport, der Körper ertüchtigen, stark machen soll? Sie haben einmal im Sport, mit dem Sport ihre Körper, bc- sonders die Beine, stark, widerstandsfähig gemacht. Jetzt zeigen sie diese starken(mcht im volumnöjen Sinne!) Beine einem zahlen- den Publikum und nuichen selbst ein besonderes Geschäft daraus, daß diese Schaustellung sechs Tage lang hintereinander dauert. Hat aber doch mit Sport nichts mehr zu tun, wie alles mit Sport nn wahren Sinne dieses Wortes nichts mehr zu tun hat, was um Broterwerb getan, ausgeübt, gezeigt wird. Es ist Artistik geworden, die sogar nicht einmal so ehrsam zu sein braucht wie die offene, akrobatische oder tänzerische oder musikalische Artistik im Variete. Die K-Toge-Rennsahrer-Artisten hoben noch vor einem Jahre im Sportpalast selbst keinen Wert auf ehrliche Artistik gelegt. Man weiß das noch...! Wozu also noch Sport? Wozu noch Wertung einer Sache unter falschem Signuni? Nenne es, liebe Mitwelt, beim richtigen Namen, sog« 0-Tage-Vcrriete, warte nicht bis alle bürgerlichen Sportblötter, diese Ziehuäter des Rekordsportes, es dir vorgesagt haben. Einige haben schon angefangen! Götterdänunerung in, Sport? Die»SASL ßß Die Sozialistische Arbeitersport-Internationale berichtet. lieber dos Organftälionsteben der größten Sportorganisation der Welt gibt der Sekretär Siloba-Prog folgenden Uebcrblick: Die Beschlüsse der Internationalen Tagung von Heising- s o r s nmrden fast restlos durchgeführt. Ei» Krirfrs für Techniker fand a» der Bundesschnle des Slkdeiter-Tmii- und Sportbundes in Leipzig statt mit den, Ziel, die verschiedenen Systeme und Mc- lhoden der Länder tcnneuzulernen und.zu möglichster Einheit zu gelangen. Neunzehic der ersten technischen Führer aus zehn Läu- den» hatten sich zu dem Sechstagekurftis«ingefmeden ,md befriedigend fruchtbare Arbeit geleistet. Die Beratungen der Techniker über das Olympische Ar- beitersportsest 1931 in Wien lzabeil schon tüchtig eingesetzt und werden sich in diesem Jahre zu eingehenderer Arbeit oerdichten. Wien hat schon den Grundstein zu einem gewaltigen Stadion gc- legt, das eines solchen Festes würdig werden soll. Zur Frage der planmäßige« s o z i a l i st i s ch e u Erziehung i» den Artreitcrsportorgauisationen wurden Richtlinien aus- gearbcitek, die von einem dazu gewöhlien internationale» Ausschuß durchgesehen und dem nächsten Kongreß der Sozialistischen Arbeite:- sportinternakionate im Herbst dieses Jahres in Prag vorzulegen sind. Verbindungen der SASJ. wurden angeknüpft und ausgebaut mit der Sozial isüichen Jugend», ternationate, mit der Sozialistischen Internationale, mit der Amsterdamer Gewerkschastsinternalionale und dem Internationalen Arbeitsamt in Genf. Der Internationale S p o rtp re j se di enst lebt« sich schnell ei» nud erfüllt seine Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit. Auch das inter- nationale Arbeitersanßiriterwesen kommt mehr und mehr zu«in- heitlicher Grundlage. Esperanto als Weltsprache wurde stark gefördert: sie wird um so notwendiger, je internationaler der Ver- band wird. Dr. Julius Deutsch hat eine Broschüre geschrieben im Skuflroge der SASJ., betitelt:„Sport und Politik", die in mehrere Sprachen übersetzt wird. Sie schält di« Aufgaben der Körperkultur im Dienste des Sozialismus klar heraus und zeigt deutlich den Gegensatz zwischen bürgerlichem und Arbeitersport. Durch dl« Verbindung mit den Slrbeiterinternationalen seder Art gelingt auch ein Fußfassen in Ländern, die noch keine oder keine neniienswerte Arbeitersportorganisation aufweisen. So sprach der englische Arbeiterführer Macdonald in London in einer großen Sportler« rsammlung warm für den Arbeitersport. Ebenso zeige» sich in Dänemark, Schweden und Norwegen beachtenswerte An- sänge, während Holland mit Niesenschritten dank gewerkschaftlicher und Parteiu«terstützung vorwärts schreitet. Trotzdem der Helstng- fnrser Kongreß 1927 de» einzelnen Organisationen den sportlichen Berkehr mit Rußland freigestellt hotte— mit Ausnahme der ver- boienen Spartakiade—, fayfn stch doch die größeren verbände genötigt, jeglichen Verkehr mit Rußland abzubrechen. weil die Russen einzig zu dem Zweck der Partcipropa- ganda solche» Berkehr ausnutzten. Zum Schluß erkennt der Sekretär dankbar an, daß es vorwärts und aufwärts geht: das sei in erster Linie den rührigen Organisatio- »en und ihrer slkißigen, pflichtbewußten Mitarbeit zu danken. Das Turiüer am Wcinbcrgswcg. Huhtanen— Kley ringen unentschieden. Vor sehr stark besuchte», Haus gab der Finne Huhtanen am Mittwochabend im Walhalla-Theater große Proben seiner phänomalci, Ringkunst. Der französische Mittelgewichttcr Favre, der sich ausgezeichnet verteidigte, konnte ihm nur 17 Minuten staiid- halten. Im Entscheidungskamps errang der jüngst« Weltmeister» Kley, über den schweren Berliner Luppa einen neuen Sieg. Nach einer Ningzeit von 55 Minuten erlag der Berliner einem ganz pröchiig gefaßlei, Schleudergrifs. Der Deutschamerikaner Bahn- Samson rang mit dem Meister Siegfried unentschieden. Am Donnerstag warf dann der noch sehr stark ringende Meister Siegfried noch sehr offenem Kamps den Berliner Luppa in der 49. Minute mit Schulterdurchgriff. Weltmeister Kley und Favre, die beiderseits wieder ihre vollendete Ringertechnik zeigten, »'äugen dics»h»l nur 28 Minuten, doim entschied der Berliner mit einem ganz überraschend gefaßten Armzug zum zweiten Mate das Treffen zu seinem Gunsten. Nochmals standen sich Huhtanen und der schon einmal von ihn, besiegte B a h n- S a m s o n, dies- mal im freien Ringkampf, gegenüber. Der äußerst trickreiche Kieler mußte sich auch auf seinem Spezialgebiet von dem.großen Finnen als geschlagen bekennen. Nach sehr hartem Gang siegte der Finne erneut mit eiuem doppelten Beingviff. Kampszeit 13 Minute». Die beiden besten Techniker im Wettstreit, der Weltmeister Kley und der finnische Meister Huhtanen, maßen gestern zum ersten Male, in 25 ergebnislos verlaufene» Minute», ihr Können. Dem Berliner gelang es sogar, dank seiner größeren Schnelligkeit, den Finnen in einige sehr gefährliche Lagen zu bringen. Welt- ineister P e t r o w i t s ch hotte die Kämpfführung gegen Bahn- Samson stehts inne, nach der Gesamtzeit von 42 Minuten erlag dieser einem Schleudergriff. Luppa besiegte Pogrzeba in 18 Minuten. Heute abend ringen u. a. Huhtanen mit Siegfried und im Eni- scheidungskampf Kley gegen Bahn-Samfon. G. M. Nun wieder Boxen im Sportpalast. Räch de», großen Sechstagerummel im Sportpalast werden am Sonnabend zum letzten Male in der Saison Radrennen staff- finde», dann wird die Holzbahn verschwinden, und der Sportpolasr wird wieder Eisbahn werden. Zwischendurch sind Boxkämpfe angesetzt. Der erste steigt am Freitag, 18. Januar, wo der italienische Riese Carnero gegen Rö je mann in den Ring klettern wird. Der Ncranstalter Paul Damski hat es diesmal verstanden, bei Aufstellung des Programms in der Hauptsache das sportliche Moment in den Vordergrund zu schieben, denn außer dem Kampf der Federgcwichtsineister von Deutschland und Frankreich, N o o ck und T a s f! n, oerspricht das Treffen des unbestritten besten deutschen Boxtechnikers Hein Domgörgen gegen den im letzten Jahrs von Sieg zu Sieg eilenden österreichischen Meisters Poldr S t e i n b a ch eine besondere Angelegenheit zu werden. Der ausgezeichnete Kölner ist durch seine Vorbereitungen auf die Europa,»cisterschast gegen de» Titelhalter Jacovacci, die er in Mailand verständlicherweise nie erringen durste, in der„Form seines Lebens" und braucht keinen Mann seiner Gewichtsklasse zu scheuen. In dem starken Wiener, der ihm körperlich sicher über- legen ist, trifft er aber auf einen Widersacher, der ihn zur Hergabe aller technischen Feinheiten seiner Boxkunst zwingen wird. Zwar fehlt uns zurzeit ein genauer Maßstab zur U-berprüfung des Stärkeverhältnisses, den» Steinbach hat im letzten Jahr ausschließlich in Rumänien, Jugoslawien und Italien geboxt. Oer Fußball beim Bundesfcsh Die Fußballintcressentei, werden beim 2. Bund essest des Arbeiter-Tuni- und Sportbundes vom 13. bis 21. Juli 1929 voll auf ihre Kosten kommen. Nicht nur, daß an den Festtagen eine Menge von Lereins-, Bezirks-, Städte- und Kreisspielen statt- finden, sonder» auch dos. was sie spielerisch bieten, verspricht neben den interessanten Paarungen einen starken Erolg. Daß diese Dar- aussage nicht unberechtigt ist, beweist' die Güte der Spiele beim l. Bundesfest in Leipzig 1922, bei», ersten Arbeiter-Olympia in Frankfurt o. M. 1925 und die umsichtige Borbereitung für dos Nürnberger Fest. Freund und Feind erkannten 1922 und 1925 die guten Leistungen der Mannschaften an. Aus Thüringen erfahren wir, daß die Kreisfußball-Leitung schon jetzt aus der Suche„ach den elf besten Spielern ist, um eine recht spielstarke Kreismanujchaft in Nürnberg als Thüringens Ver- tretung nennen zu lassen. Bereits für den 20. Januar ist in Gera dys erste Spiel zweier Auswahlmannschaften angesetzt worden. Zl»t,«wcilu»« Lichten», rg. Ril-woch. 16. Januar. 30 Ufir, Sei Dünow, Gudrunstr. 4; Udteilungsgenerolversammlung. Die Funktionäre werden gebeten, einen schriftlichen Bericht un�ufertigcR. Freie Turner-pöii] schaff Gr.-Berl n JUGEND-\|/ werbefest in der stfidtlscfien Turnhalle f* inrensfraSe 70a(Nahe Moritzplatz), Saantag* 13. Jaauar.— Gerät urnen. Stafetten, Stockball, Alannschafts- Hoehspringen. gvrnnast Uebungen, Hammersctruingea, SondervorfOhrun�en, Spiele.— Hallenöffnung 17.30 Uhr, Beginn Punkt 18 Uhr, Unkos enbeitrag 30 Pf. Der Billard- wetlkampf zwischen Weltmeister M o o n s-Belgien und dem Deutsche» Poensgen, der in Berlin stattfand, iah im entscheidenden dritte» Gang Moons mit 1000 zu 875 Points siegreich. Der Belgier erziel,« eine Höchstserie von 108 und einen Durchschnitt von 19,23, Poensgens Durchschnitt war 17,16 bei einer Höchstserie von nur 64 Bällen. Frei« Taraerschaft»chwngl Letzte Inil>rmaliou nirj, �uzcndwcrdefcit! Zahnen und Tronsporeirte müssen!> Uhr Turnhalle Prln�nftrotze ahgrkeben merhrn. Kiifstrüfte stellen.—.Zur Keneralnrabe. l« Uhr. müssen S,e Zngenhiichen sämtlilster Bezirke zur Stell- sein. Sie?c. zlrk-sunltioniir- stnh hafUr verantwortlich, dag di- Zugendlichen aller«btei- lunaen unterrichtet werden. KT»S..Inge?»«»»schütz. ZI»«.. Sp.ithezirk, Vstrina-, Diensdaa, 15. Januar. 30 Uhr, Keneral- Versammlung bei Wegner. Zronksurter Mee 238. Di« Trainingsabcnd.-«nd-n nunmehr wieder wie folgt statt: Montag» von 20-33 Udr in der, Bürgerheim- "ratze und Donncrztagz von Ivlh-A'.u Uhr Realgymnasium Parkaue. Möllen. dorfnratze. Zreie Schwimmer Steglitz. Licht.-selbe. Allen Mitgliedern unseres Bereln» und allen SNern. deren«Inder bei UN, Schwimmsport betreiben, zur stenntnis daß unsere Badeabcnde nach wie vor zu den betannten Zeiten am Montaa in der Bergs, raße und am Donnerstag i» Lichterfcldc stattfinden. Alle anderen Mrtteiliingcn und unvmhr. Zreier Aörpertultvrtrri»»reazbera. Bei anbaltendem Zrofiwetter jebeen Sonntag Eisiaut an» dem Zonire bei Mosten. Zbfohr! st.20 Uhr thsrlist-r Bahnhof bts Srotz- Besten, Montags Badcabend im Stadtbah streuzborg.