Nr. 5. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Grpedition abgegeben worden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Gernsprecher: Amt 1. Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. stellen. von Kriegern', wie unsere europäischen Militärstaaten, Dienstag, den 7. Januar 1896. mehr zu probiren. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. mit dem Schwerte. " wie die Katzen, können Tag und Nacht im Sattel fitzen,| 380 000 Naturellen"( ursprüngliche Bewohner), gegen 60 000 Das beffe Heer der Welt hat jetzt unzweifelhaft die Bauernrepublit Trans- und, soweit die Kugel und das Auge reicht, verfehlt ihre Mann unter 31 Häuptlingen, die den Titel Kapitän führen, vaal in Südafrika. Die Preßsoldaten des Herrn sich für sicher auf dem Majubaberg. Da plöglich, man einen anreitenden Trupp wohl für uniformirt halten tönnte. hat jetzt unzweifelhaft die Bauernrepublik Trans- Büchse nicht das winzigste Ziel. Die Engländer hielten aufgerufen werden. Gine Uniform tragen die Buren nicht, doch ist ihre gewöhnliche Tracht so übereinstimmend, daß Reichs- Kriegsministers wie nennt derselbe doch die am 27. Februar im Jahre 1881, fracht ein Büchsenschuß, Gin Baaitje", furze Jacke aus englischem Stoff, eine Hofe aus schreibenden Menschen: die Redakteure, einen gewiffen Freilig vei, die Buren sind da. Sie hatten demselben Stoff, ein Schlapphut aus grauem Filz bilden den rath 2c.? Schmierfinke? Nicht wahr? nun, seten wir in voller Ausrüstung sich den steilen Abhang hinaufgeschlichen Anzug. Unter dem Baaitje", von der linken Schulter zur rechten hübsch höflich und anständig, wie es sozialdemokratischen,( natürlich ohne Helm, Halsdrossel und andere Paradewerk- Hüfte tragen sie den Patronengürtel. Das von der Regierung auf Bildung Anspruch machenden ,, Schmierfinten" geziemt, und nennen wir die schreibenden Menschen in Uniform Breß- zeuge des zünftigen Militarismus), und waren im Nu empfangene Gewehr, Syftem Henry Martini, ruht beim Anreiten nennen wir die schreibenden Menschen in Uniform Preß- unter den verblüfften Engländern, die sich vergeblich zu mit dem Kolben im Steigbügel. Mit welcher Schnelligkeit soldaten, was doch gewiß nichts beleidigendes hat. Also Sammeln suchten, denn jeder der ein Kommando oder Signal die Mobilifirung vor sich geht, ist aus dem Zwischenfall im die Preßsoldaten des Herrn Bronsart v. Schellendorff werden in Johannesburg zerrissen hatten. Um 6 Uhr abends erging swar mitleidig auf den unmilitärischen Geist herabblicken, gab, war augenblicklich niedergeschossen. Tie Buren geben Jahre 1890 ersichtlich, als die uitlanders" die Transvaalflagge nämlich keine Salven ab, fie zielen stets auf den Mann, die Mobilifirungsordre an drei Distrikte, und schon am Der eine so freventliche Behauptung, eine solche Beleidi- und schießen als Regel die Offiziere und Trompeter weg. andern Morgen um 5 Uhr ritten 800 Buren unter ihren gung des Militarismus auszusprechen sich unterfängt; Die Engländer wurden an jenem Tage zur Vernichtung Feldkornetten in die Stadt ein. Auf allen seinen Zügen wird und sie werden auf die famosen Broschüren hinweisen, in geschlagen, sie verloren durch die Burenkugeln fast alle ihre General Joubert durch seine Gemahlin, eine sehr refolute, welchem sie mit Münchhausen'schem Respekt vor Zahlen und welchem sie mit Münchhausen'schem Respekt vor Zahlen und Offiziere und außerdem viel Mannschaften, der Rest ward diplomatisch geschulte Dame begleitet, deren Energie der General Thatsachen ziffern- und aktenmäßig den Beweis erbracht gefangen; sie haben nie in ihrer Geschichte eine verhältniß- mehrere feiner Triumphe im Kriege gegen England zu verdanken haben, daß das Milizsystem das schlechteste und mäßig so schwere Niederlage erlitten. Und die Engländer hat. Erft vor ungefähr 25 Jahren vertauschte General Joubert thenerste Wehrsystem sei, nicht werth, dem Militarismus die Schuhriemen zu lösen; allein es ist und bleibt doch sind gewiß gute Soldaten, die sich mit den französischen den Sobel, den er lange Zeit als Wagnermeister geführt hatte, und den deutschen wohl messen können. wahr, mögen auch die Vertheidiger der stehenden Heere, der Wenn wir zu Anfang sagten, die Burenmiliz sei die Die militärische Tüchtigkeit der Buren machte damals Herr Kriegsminister voran, sich vor Entseßen auf den Kopf in England einen so tiefen Eindruck, daß Friede geschlossen beste Wehrorganisation der Welt, so sollte das keine Hintansehung der Schweizer Miliz sein. Als Organisation Gewiß, die kleine Bauernrepublik hat keine Millionen wurde, ohne die von den Chauvinisten geforderte„ Revanche" ist diese sogar jedenfalls entschieden vorzuziehen, allein das Menschenmaterial" ist ein weniger gutes. Ju Ueber die Heeres organisation der Transvaalaber die alten Hellenen hatten seinerzeit auch keine Republik schreibt die„ Deutsche Wochenschrift in den Nieder- der Schweiz ist ein großer Theil der Bevölkerung durch den Nieder- Industrialismus geschwächt, blutarm, verkrüppelt, und Millionen, wie ihre Feinde die Perser, und doch landen": hatten sie die besseren Krieger. Nicht auf die Menge kommt Die Kriegsmacht der füdafrikanischen Republik besteht aus an körperlicher Ausbildung verhindert, während die es hier an, sondern auf die Tüchtigkeit. Und wenn auch allen wehrhaften Männern des Landes im Alter von 16 bis Buren materiell durchweg in unabhängigen Verhältnissen an Menge mit den stehenden Heeren der Militärstaaten 60 Jahren und, wenn nöthig, aus allen Farbigen, deren sind, und unter der körperlichen Ausbildung außerordentlich nicht annähernd zu vergleichen, so ist das fleine Häuptlinge der Republik unterstehen. Neben den wehrhaften günstigen Bedingungen aufwachsen und leben. Sie find Bauernheer der Buren an Tüchtigkeit der einzelnen Bürgern verfügt die Regierung über ein Korps Landpolizei und ausnahmslos groß, fräftig, gewandt wie auch unsere Wehrmänner jedem der Riesenheere unserer Militär Rorpsartillerie unter Befehl des Kommandanten P. N. Pre- europäische Bevölkerung bei vernünftigen gesellschaftlichen staaten überlegen, und weit und weit überlegen. Das wird torius( Nachkömmling des aus Deutschland stammenden Einrichtungen es sein würde und einst sein wird. Das Rorps besteht Gründers der Hauptstadt Prätoria). burch ihre militärischen Leistungen dargethan. Die Buren aus 7 Offizieren, 4 Sergeanten, 8 Rorporalen, 1 Waffen( holländisch: Boeren), welche foeben der, langer Hand vor schmied und schmied und 100 Mannschaften. 100 Mannschaften. Es verfügt über 6 leichte bereiteten Expedition der englischen Kolonialgesellschaft Krupp'sche Feldgeschütze, 6 schwere Krupp'sche Schnellfeuergeschüße, Berlin, 6. Januar. spielend ein blutiges Ende bereitet haben, überwanden vor 4 leichte und 2 schwere Maximkanonen, einen gezogenen Vorderjest 14 Jahren im Anfang des Jahres 1881 eine lader und eine französische Mitrailleuse. Ein festes Korps bilden Aus dem Transvaal. Eine Depesche des Gouver ihnen numerisch überlegene Streitmacht der Engländer auch noch die Feldtelegraphisten in der Stärke von 1 Offizier curs von Natal an das englische Kolonialamt besagt, daß -reguläre englische Linien- Soldaten-unter Umständen, die und 15 Mannschaften. Die Mobilifirung geschieht auf Befehl nach einer Meldung der Buren aus Johannesburg für eine gleiche Truppenmacht der bestgedrillten Soldaten des Präsidenten durch den Commandant- Generaal" P. J. Jou- Jameson 130 Todte und 37 Verwundete hatte. bert. Dieser übermittelt den Befehl an die Kommandanten unserer stehenden Heere die Möglichkeit des Gelingens, ber siebzehn Distrikte, in die das Land eingetheilt ist, und der Verlust der Buren habe 3 Todte und ja sogar des Versuchs ausgeschlossen hätten. Die Eng- diese wieder an die 64 Feldkornetten und 42 Assistentfeldkornetten 5 Verwundete betragen. Dieser erstaunliche Unterländer hatten sich nämlich, nachdem sie in zwei Treffen den der 64 Bezirke( Wijten). Sofort nach Empfang der Einberufungs- schied in den Berlustziffern erklärt sich aus der vortrefffürzeren gezogen, auf einem nach allen Seiten steil ab- ordre setzen sich die Feldkornetten nach dem gefährdeten Punkte lichen Schießfertigkeit der Buren. fallenden Bergplateau, ähnlich wie dem Königstein bei in Bewegung. Wenn alle Bürger dem Aufrufe Folge Amtlich wird ferner mitgetheilt, daß Sir Cecil Dresden, aber größer und viel höher, verschanzt, in, wie leiften, verfügt der Commandant- Generaal über 13 503 wehr- Rhodes seine Demission als Premierminister die Herren Fachmilitärs glaubten, unangreifbarer Stellung. bare Männer im Alter von 18-34 Jahren, 6564 im Alter der Raptolonie eingereicht und Sir Hercules Robinson Für gedrillte Militärs war sie auch unangreifbar. Jedoch von 34-50 Jahren und 3866 unter 18 und füber 50 Jahre: dieselbe angenommen hat. Als Nachfolger von Rhodes wird nicht für die Buren. Jeder von ihnen ist Reiter, jeder von ihnen schaften stellt mit 3371 Mann der Distrikt Potchefstroom. Danach der bisherige Schahminister dieser Kolonie Sir John ist ein Schüße. Und was für Reiter und Schüßen! Wie folgt Prätoria mit 3207 Mann. Mit letzteren dürfte Jameson's Sprigg genannt. Die Mitschuld von Rhodes an dem nur die Uebung von Kindesbeinen an sie schaffen kann. Bande zusammengestoßen sein. Außerdem können von den in Raubzuge des Dr. Jameson wird jetzt selbst in England Sie fennen teine Strapazen, marschiren Entfernungen, die den Distritten Rustenburg, Prätoria, Middelburg, Leydenburg, zugegeben. man feiner europäischen Truppe zumuthen fann, flettern Waterberg, Bontspansberg. Lichtenburg und Manifo wohnenden Der Präsident der Südafrikanischen Max Tebaudy. 6 Paris, den 3. Januar 1896. In dem Militärlazareth von Amélie les Bains starb am Tige vor Weihnachten, während seines ersten Dienstjahres, ein 23jähriger Soldat, May Lebaudy. Der Figaro" und die anderen Zeitungen der großen Welt vergossen Ströme von Thränen über das traurige Ende dieses Refruten-man hätte ihnen so viel Rührungsfähigkeit gar nicht augetraut und der royalistische Abgeordnete Georges Berry interpellirte um seinetwillen den Kriegsminister. in Gesammtheit über 23 923 Mann. Die meisten Mann Politische Webersicht. feine Zuflucht zu den Wucherern nehmen, die ihrerseits entzückt Berbotes, einem Stierkampfe beizuwohnen, bei dem er sich selbst waren, eine so tostbare Beute in ihrem Netz eingefangen au im Toreador- Kostüme zeigte. haben. Seine Mutter wollte voller Gutsehen über die wilden Orgien, Max unterzeichnete mit gefchloffenen Augen die Wechsel, in denen er sein Vermögen durchbrachte und seine Gesundheit die man ihm vorlegte und schwur bei der Ehre, die dem Kapitalisten zerstörte, seinem Wahnsinn Einhalt thun und ihn unter gericht heilig ist, sie alle bei Gintritt seiner Mündigkeit auf Heller liche Kuratel stellen lassen, um seinen Ausschweifungen einen und Pfennig zu honoriren. Der Tag der Zahlung fam, und der Riegel vorzuschieben und seine Ausgaben zu regeln. Doch er nur die„ philiftröse Alte" ehrsame und sorglose Verschwender entpuppte sich als ein größerer machte sich über luftig: werde meine Millionen, die sich ebenso rasch, Jude, denn alle die Shylocks, die ihm im Vertrauen auf sein Ich Er weigerte sich wie Wort gegen 50 bis 200 pet. geliehen hatten. ich vermehren, sie verschlinge, fortpflanzen und zu bezahlen, indem er behauptete, daß die Datirung falsch und doch niemals aufgehren können! Außerdem bleibt mir stets 2lls sich Mar Lebaudy der Aushebungskommission stellte, so die Wechsel während seiner Unmündigkeit unterzeichnet, also uns eine jährliche unentziehbare Leibrente von 900 000 Franks, die Der Gerichtshof führte Berry aus, war er mit ärztlichen Zeugnissen versehen, die giltig und ohne verpflichtende Kraft seien. Die Geldverleiher mir mein fürsorglicher Bater ausgesetzt hat." bescheinigten, daß sein einer Lungenflügel tuberkulös sei. Die waren naiv genug, ihn vor das Forum der Justiz zu ziehen, gab ihm recht und erklärte ihn für vernünftig genug zur Ver Militärärzte nahmen von diesen Attesten, die sie für Afte der in der Hoffnung, ihn durch die Furcht vor einem Standal nach waltung seines ungeheuren Vermögens. Gefälligkeit hielten, feine Notiz und erklärten ihn für diensttauglich. giebig zu machen. Indeß, nachdem sie ihr theures Geld sammit Der Verschwendungs- Ehrgeiz May Lebaudy's wurde vollauf Nichtsdestoweniger mußte man ihn gleich nach seinem Dienstantritt in dem ehrbaren Gewinn mit Trauer hatten verschwinden sehen, befriedigt: bald war er einer der berühmtesten Schlemmer und das Hospital schicken, wo er nicht an Lungenschwindsucht, sondern mußten sie nun auch noch den Schmerz erleben, ihren Prozeß zu Rebemänner von Paris und sah mit Stolz, wie seine Ueberlegenan Typhus ftarb. Die Aerzte und Offiziere, welchen die Unter- verlieren. heit durch den ihm beigelegten Spißnamen Kleine Zuckerdose" suchung der Rekruten oblag, hatten aus Angst vor der radikalen Von diesem Augenblick an bemächtigte sich die chronique( petit sucrier)*) ihre Weihe empfing. Als seine Orgien am wüſteſten und sozialistischen Presse nicht gewagt, die Krankheit des jungen scandaleuse diefes milchbärtigen Lebemanns, der mit den und seine Triumphe am glänzendsten waren, brach in den Pariser 50fachen Millionärs anzuerkennen, sie fürchteten der Bestechlichkeit Wucherern, denen der schlecht erworbene Befiß der jeunesse Raffinerien ein Streit der Zuckerstoßerinnen aus. beschuldigt zu werden, wenn sie ihn zurückstellen würden. zur Beute fällt, wie dummen Schuljungen bedauernswerthen jungen Mädchen und jungen Frauen Die Es giebt feine Gleichheit für die Reichen," rief Say, das umsprang. Pariser Zeitungen verdienten für eine beschäftigten fich alt wird niemand in diesem Beruse Mitglied der Kammer für Hochfinanz und Bulgär- Defonomie mit den Großthaten May Lebaudy's, der nicht mehr mörderische 12-14stündige Arbeit täglich baare- 2 Franks. Sie welche wußte, seltsamen Ausschreitungen er noch forderten eine Verkürzung ihrer Frohnarbeitszeit und eine geringe Man darf die vom Glück Begünstigten nicht mißgünstig erfinden sollte, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Lohnaufbefferung. Die Polizei forgte, energisch unterstüßt von beurtheilen," schloß Berry mit köstlichem Ausdruck fittlicher Ent- Er war der unerschrockenste 3 e ch- und Rada ubruder dem Magistrat, dafür, daß die Ausständigen gar bald wieder rüftung. von ganz Paris, er stattete die renommirtesten und schamlosesten auf den Pfad der Arbeit und der Pflicht zurückkehrten, damit May Lebaudy hatte, ehe er dem Militarismus seinen Tribut Halbweltdamen mit Spigen und Edelsteinen aus, er erschien die Kleine Zuckerdose" keinen Centime ihrer Einfünfte verlor zollte, den der kapitalistische Staat allen Bürgern auferlegt hat, fiets umgeben von einem Schwarm von Dirnen und Wüstlingen, und ihren noblen Unternehmer- Lebenswandel nicht einen Augenschon viel von sich reden machen. Der Eintritt seiner Volljährig männlicher und weiblicher Demimonde, die auf seine Kosten blick zu unterbrechen brauchte. Ginige Tage nach Beendigung teit war durch einen standalösen Prozeß martirt worden. lebten. Sein Jdeal war, ihren Beifall zu gewinnen. Während des Ausstandes starb im Hospital eine Zuckerstoßerin mit blutSohn eines Zuckerfabrikanten, der bei seinem Tode ungezählte die Regierung die Stierkämpfe, die man im Süden Frankreichs unterlaufenen Nägeln und dank dem Zuckerstaube tuberkelMillionen hinterließ, warf Lebaudy das Geld an allen Ver- einzuführen versuchte, verboten hatte, errichtete er in einer feiner zerfressener Lunge. Nun schlug die Stunde der militärischen Aushebung für gnügungsorten mit so vollen Händen zum Fenster hinaus, daß Befizungen einen Zirkus, Heß aus Spanien eine Quadrille Die 100 000 Frants, die der Familienrath ihm jährlich ausgesezt( eine Truppe von Stierfämpfern) kommen und lud die Gedes ministeriellen hatte, für seine tollen Ausgaben nicht ausreichten. Er mußte fährten seiner Vergnügungen ein, trot aus. " dorée mit " *) Sucrier heißt Zuckerdose und Zuckerfabrikant. Diese denn Republik hat an Kaiser Wilhelm II. folgendes Tele- gramm gerichtet: „Ich bezeuge Euerer Majestät meinen sehr innigen und tief- gefüh� testen Dank wegen Euerer Majestät aufrichtigen Glück- Wunsches. Mit Gottes Hilfe hoffen wir weiter alles Mögliche ,u thun für die Aufrechlerhaltung der theuer bezahlten Nnab- hängigkeit und die Beständigkeit unserer geliebten Republik. Präsident Krüger. In H o l l a n d feierten zahlreiche Volksversamm. l u n g e n der Burensieg und sandten Glückwünsche an den Präsidenten Krüger ab. �n E n g l a n d hat die Zlnfregung schon nachgelassen, obgleich noch ganz hochtrabende Redensarten geführt werden. Der Kolonialminister Chamberlain telegraphirte an Präsident Krüger, es ginge in London das Gerücht, der Präsident hätte die Erschießung der Gefangenen an- geordnet; er glaube es nicht. Er rechne aus die Großmuth des Präfidenten in der Stunde des SiegeZ und fügte hinzu, Rhode? hätte gedrahtet, das Gerücht, daß eine Streitkraft in Buluwayo zusammengezogen, sei durchaus falsch. Krüger antwortete, er hätte keine Befehle zur Erschießung der Gefangenen ertheilt; deren Fall würde zur gehörigen Zeit in striktem Einklänge mit den lleberliefernngen der Republik ent- schieden werden. Es lvürde über sie keine Strafe v e r h ä ,t g t w e r d e n, d i e n i ch t mit dem Gesetz übereinstimme. Die Gefangenen wären mit größter Rücksicht behandelt worden. Das Vertrauen in Rhades wäre stark erschüttert worden, seine Ableugnung der Vorgänge in Buluwayo sollte mit großer Vorsicht aufgenommen werden. Er hoffe, daß der Einfluß der britischen Regierung >md Sir Hercules Robinson's genügen würden, um weitere Einfälle von Freibeutern zu verhüten. Krüger bittet schließ- lich um Veröffentlichung seines Telegramms. Chamberlain versprach dies und erklärte, er hätte einen Reichsoffizier nach Buluwayo gesandt, der auf Ausführung seiner tChamberlains) Befehle achten würde. Der Präsident dürfe versichert bleiben, daß die britische Regierung alle Ver- pflichtungen der Londoner Konvention von 1884 streng aufrecht erhalten werde. Leider hatte Herr Chamberlain dabei übersehen, daß die Konvention von 1884 thatsächlich von englischer Seite bereits durchbrochen wurde, da es die englische Regierung nicht einmal fertig gebracht hat, ihren„Schutzstaat" gegen einen von langer Hand geplanten Einbruch bewaffneter englischer Söldlinge unter Befehl englischer Beamten zn schützen.— Tas Telegramm des deutschen Kaisers an Prä- fldent Krüger wird von der englischen Presse jetzt zwar ruhiger besprochen als an, ersten Tag, aber doch durchweg ungünstig beurtheilt und als ein Beweis unfreundlicher Gesinnung gegeu das englische Volk betrachtet. Es war dies zu erwarten und es wird nothwendig sein, die Sache vor dem Reichstag zu behandeln. Das Telegramm war un- zweifelhast ein Privatakt des Kaisers; wenn aber Privat- akte des Kaisers die Beziehungen Deutschlands zu fremden Staaten und Völkern beeinflussen, so werden fie that- sächlich zu öffentlichen Angelegenheiten und müssen der öffentlichen Kritik unterliegen. Da diese, bei der Knebelung unserer Presse nicht in Zeitungen und Versammlungen erfolgen kann, so ist die Behandlung im Reichstag doppelt nothwendig. Angesichts der Situation schlagen die englischen „�ingoeS" die lächerlichsten Purzelbäume, welche wiederum unseren Chauvinisten Anlaß zu rohem «enommistischen Geschimpfe auf England geben. Diese Prahlhänse reden schon von deutschen Tnippen, die er- forderlichenfalls den Buren zu Hilfe geschickt werden sollen. Wohl in Luftschiffen? Auf gewöhnlichen Meer- schiffen ginge es nicht an, da diese von den Engländern respektwidrig weggekapert werden könnten. Zur Erklärung der Aufnahme, die das kaiserliche Tele- gramm in England gefunden hat, sei übrigens noch bemerkt, daß England noch eine Gebiets- Oberherrlichkeit(„Suzeränität") über das Transvaalgebiet beansprucht, und diese auch Vertrags- mäßig inne hat— allerdings in ziemlich schattenhafter orm- Da nun das Telegramm die Unabhängigkeit des ransvaal betont, so erscheint dies den Engländern als Angriff auf die englischen Hoheitsrechte.— diesen Heros des kapitalistischen UnternehmerthumS.„Der Eoldateuberuf ist nicht für einen Millionär geschaffen", riefen ihm wieder und wieder seine Freunde zu,„mit SOO Tausend Franks kaufst Du die Anshebungs-Kommifston, die Dich dem rast» und ruhelosen Trubel unseres Amüsements zurückgeben wird." Aber die öffentliche Meinung faßte die Sache anders auf. Di«„Kleine Zuckerdose" hatte sich zu geräuschvoll auf- geführt, alS daß die radikalen Blätter sick für seine militärische Zukunft nicht hätten interessiren müssen; sie verlangten mit Un« gestüm feine Einziehung. Max begann darauf Zeitungen zu kaufen und machte sich daran, die unbequemen Journalisten zum Schweigen zu bringen. Dennoch wurde er daS Opfer der Hauptschreier in der Presse, die ihm mit Kasernenbrei drohten, wenn er ihnen nicht die Mäuler mit Gold vollstopfen würde. en seiner Antwort auf die Interpellation Berry's bemerkte der riegsminister, daß sich bei den militärischen Akten betreffend Lebaudy Briese eineS Individuum? befänden, welche? die Aus- hebungi-Kommission mit Anzeige bedrohte, wenn sie Lebaudy zurückweisen wurde, während das nämliche Individuum vorher alles aufgeboten hatte, um ihn vom Militärdienst zu befreien. Wahrscheinlich glaubte er sich noch nicht hinreichend belohnt für seine ruhrende Fürsorglichkeit. Die Millionen rächen sich manchmal. Ein Dante der Boule- vardS beschreibt in seiner„Hölle", wie Rothschild verdammt ist. zwei Milliarden zu zählen und immer wieder von vorn au- zufangen wegen eines Versehens von 5 Centimes. Die Millionen der„Kleinen Zuckerdose" waren die Veranlassung einer furchtbaren Nemesis. Doch man findet sich schließlich mit dem Militär wie mit dem Himmel ab. Lebaudy erfuhr unter der Fahne«ine bevor- zugte Behandlung; er blieb von den Plagen deS Soldatenlebens verschont. Er erhielt wiederholt Urlaub, um den Rennen bei- zuwohnen, auf denen seine Pferde liefen. Er fraternisirte mit dem General Zurlinden, dem späteren Kriegsininistcr und leitete seine Wetten. Ihn zu entlassen, war indeß unmöglich, es hätte zu viel böses Blut gemacht; man begnügt« sich damit, ihn ws Hospital aufzunehmen und ertheilt ihm die Er- laubniß, täglich ausgehen zu dürfen, sodaß er sein Schwelgen- leben fortsehen konnte: und nur indem er sich seiner Radfahr- passion hingab und in einem Zuge 40 und öv Kilometer zurück« legte, zerrüttete er schließlich seine sehr kräftige Körperkonftitution und befähigte seinen entnervten und durch die Ausschweifungen entkräfteten Organismus zur Aufnahme von Typhuskeimen. Die Millionen hatten ihn so gründlich abgestltmpst, daß nur die raffinirtesten Vergnügungen ihn noch zu reizen vermochten. In einem seiner letzten Briese schrieb er betrübt:„Meine Lazareth- Kainerade» haben mehr Freude an ihrem Sou, den sie als Lohn bekommen, als ich an meinen Millionen." Seine Pariser Freunde erfuhren seinen Tod am Weihnachts- abend während eines bacchanalischen Schinauses; die Nachricht wirkte niederschmetternd auf sie, doch faßten sie sich rasch Gin englisches Chanbinisteublatt. Die hiesige Tele-� graphenagentur„Central- News of Germany" versendet ein Londoner Telegramm, in dem blutrünstige chauvinistische Aeuße- rungen eines englischen Wochenblattes über Deutschland zur Kenntniß der Redaltionen gebracht werden. Wir würden den Wisch nicht erörtern, wenn nicht das fragliche Blatt„Reynold'S NewS- paper" für ein„bekanntes Organ der englischen Sozialdemokraten" ausgesehen ivürde. Das ist eine Albernheit, die von einer ebenso gründlichen Unkenntniß der politischen Stellung von„Reynold'S Newspaper", wie die gelieferten Uebersetzungsproben von Un- kenntniß der englischen Sprache zeugen.„Reynold'S Newspaper" ist ein radikal geiärbtes Klatschblatt, das mit der Eozialdemo- kratie nichts zu thun hat, aber von jeher durch wüsten Chauvi- niSmus— oder wie man in England sagt, Jingoismus— und durch ekelhaftes Geschimpfe aus Deutschland sich ausgezeichnet hat.— KanzelsozialistischeS. Herr Pfarrer Naumann stellt in der Neujahrsnummer seiner„Hilfe" folgendes Programm auf: Er unterscheidet für sich und die Seinen eine politisch« und eine religiöse Aufgabe. Als politische Aufgabe bezeichnet er eS. einen regierungsfähigen Sozialismus vorzu- bereiten. Bei dem weiteren Wachsen der sozialistischen Gesin- nu na im deutschen Volke werde ein Punkt kommen müssen, mo die Regierung ohne große Aenderung nicht weiter regieren könne, wo das Kaiserlbum entweder die Verfassung des Reichs brechen oder seinen Frieden mit dem Sozialismus machen müsse. Sie werde wahrscheinlich das letztere thun und dann zeigen, daß die Monarchie leichter den Kultnraufgaben genügen kann als Republiken. Geschehe das nicht, so sei die politische Arbeit der Cbristlich- Sozialen vergeblich, dann aber auch die nationale Zukunft Deutschlands verloren, denn eine soziale Republik auf deutschem Boden sei unmöglich. Für den Fall der sozialen Wen- dung aber müsse dafür gesorgt werden, daß eine Partei vor- banden sei, die im stände ist, den Kompromiß zwischen Arbeit und Monarchie anzunehmen. 1890 bei den kaiserlichen Erlaffen habe keine arbeitsfähige, politische Gruppe bestanden, die diese Erlasse zu ihrer Fahne machen konnte. In fünf Sätzen spricht Naumann seine sozialen und politische» Wünsche aus: 1. Schuh des Vaterlands als Vaterland fleißiger Arbeit; 2. Ehrung des Kaisers, weil er ein Kaiser der thätigen Stände sein werde; 3. Vertretung jeder Reform, die der Arbeit im Kampf gegen ZinS und Rente helfen kann: 4. Gemeinsamkeit der Jnter- essen der Arbeit in Stadt und Land; b. Förderung jeder frei- willigen Berufsorganisation.— Als religiöse Aufgabe bezeichnet er es. das evangelische Christenthum als die beste Religion für Gegenwart und Zukunft zu erweisen. Herr Naumann hat vergessen auseinander zu setzen, warum in Deutschland eine soziale Republik unmöglich ist.— Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. n Schneidemühl vcrurtheilte die Strafkammer den i s ch le r m e i st er und Gemeindeschöffen Thomas S k a p S k i ans Lubasz wegen Majestätsbeleidigung zu sechs Monaten Gefängniß und zum Verlust der bekleideten öffentlichen Acmter, sowie der ans öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte. Ein MajestätSbeleidigungS-Verfahren niedergeschlagen. Mitte Oktober hielt Genosse Herr- mann in Mainhardt eine Versammlung ab, in welcher er über das Thema„Volksstaat und Klaffenstaat" sprach. Diese Versammlung war vom dortigen Landjäger überwacht. Aus seinem Bericht entnahm die vorgesetzte Behörde, daß terrmann sich beleidigende Aeußerungen über den deutschen aiser habe zn schulden kommen lassen. Es wurde denn auch von der Staatsanwaltschaft Hcilbronn eine Unter- suchung eingeleitet und eine größere Anzahl Theilnehmer an jener Versammlung gerichtlich vernommen. Die Aus- sagen derselben waren aber derart widersprechend, daß das Verfahren gegen Herrmann durch Gerichtsbeschluß eingestellt worden ist. So geschehen in Württemberg. Es wäre zn wünschen, daß auch in anderen deutschen Ländern die Ge- richte mit der nämlichen Vorficht an Majestätsbeleidigungs- Prozesse herangingen.— Deutsches Reich. — Die Antirevolutions-Artikel der„Nordd. Allg. Ztg." nehmen ibren fröhlichen Fortgang, trotzdem doch bereits auf anderem offiziösen Wege sie ihrer unsäglichen Albern- heit halber dementirt wurden. In der neuesten Leistung erklärt daS Pindterblatt: wieder und setzten ihre Orgien fort, als ob nur ein schmarotzendes Insekt sein Leben verloren hätte. Am nächste» Morgen aber, als sie zur Besinnung gekommen waren, gaben sie ihrer Verzweiflung über das Unglück, das ihnen eine Goldmine ge- raubt hatte, die sie so vergnüglich hatten ausbeuten können. lärmenden Ausdruck. Wenn auch daS plötzliche Verschwinden der„Kleinen Zucker- dose" von den Sozialisten nicht gerade beweint worden rst, so haben sie doch Grund genug, es zu bedauern. Dieser /unnütze und berühmte Schmarotzer verkörperte, den andere» Menschen ebenso schädlich wie sich selbst, in sich die brutale und rohe Majestät des Ka p i t a l s..Er war einer der ausgeprägiesten Typen der Kapitalistenklasse. Die Spartaner machten die Heloten trunken, um Ekel vor der Völlerei zu erregen: die Max Lebaudy und der fiammerftein flößen Abscheu ein vorder kapita- i st i s chje n Zivilisation. EaUus. Gvtxrv. Bühnenspiel von Gerhardt Hauptmann. Die große soziale Bauernerhebung ist niedergebrochen. Die Ritter sind wieder obenauf. Im Schloß des Herrn v. Grumbach feiert man ein Gelage. Einen Trupp flüchtiger Bauern hat man eingefangen. Man hat ihnen die Nestel aus den Hosen gethan, damit sie nicht davon laufen können, und die Adeligen treiben ihre Kurzweil mit den angsterfüllten. armen Gesellen. Sie hauen mit der Hetzpeitsche auf die Gefangenen ein und spotten ihrer Bauernartikel und fragen höhnisch: Wieviel Thürm« und Häufer darf der Edelmann haben? So viel er will, müssen die Bauern antworten, die mehr todt sind als lebendig. Der betrunkene Ritter Schertlin spricht die Schmalzbettler, daS kein- nntzige Lauszeug an: Ihr wisset, was der Luther gesagt und ? eschrieben. Wer Mitleid mit diesen schwarzen bäuerischen Teufeln at, mit dem ha» Gott kein Mitleid. Ihr seid niedergelegt aus der Gnade Gottes und Eurer an 00 000 zu Tode geschlagen. Nachdem sie herzhaft die Reitknute geschwungen und da? wüste Spiel zur Erschöpfung getrieben hatten, so meint Herr Schertlin zn seinen Standesgenoffen:„Wohlan, fromme Gesellen, so lastet uns nach der Arbeit ein wenig„Deutsch-Herren" spielen!" Und Herr v. d. Mühlen antwortete: „Kleider aus und Kleider an, Essen, trinken, schlafen gahn, Das ist die Arbeit, so die Deutsch-Herren han!" Das ist der Verlauf jener Szene im Schlußakt des„Florian Geyer",»ni derentwillen sich am Sonnabend ,m Deutschen Theater so viel Lärmen erhob. Der Tumult wiederholte sich am Sonntag nicht, nur schrie jemand, wahrscheinlich durch schöngeistiges ZeitungSgeschwätz verführt, von der Galerie herab:„Das ist eine Verhöhnung der Kunst". Der Weichlingskunst gewiß! Als „Man darf vielleicht sagen, baß die Revolution unb napoleo» Nische Folgezeit auch für Preußen das Gesetz der Trägheit ,n einzelnen Stücken überwanden, hemmende Kräfte beseitigten, langst vorhandene Ideen in regeren Fluß brachten und die Aus- gestaltung halbfertiger Gebilde beschleunigten, aber von der Aneignung irgend eines neuen Inhalte? politischer oder sozialer Natur durch unser« Gesetzgebung kann nach den Ergcbnisien ernsthafter und gründlicher Geschichts- forschung keine Rede mehr sein. Diese Legende spukt nur noch in den Köpfen halbgebildeter Leute oder in den politischen ABC-Büchern der Demokratie umher." Diesen Beweis gänzlicher geschichtliche, Unkenntniß trumpfte die„Vosische Zeitung" durch ein Zitat auS einer Eingabe ab, die tardenberg am 12. September 1807 von Riga aus an t e i n ergehen ließ. Er zollt darin der sranzöfischen Revolution volle Anerkennung und fügt hinzu: „Der Wahn, daß man der Revolution am sichersten durch Festhalten am Allen und durch strenge Verfolgung der durch solche geltend gemachten Grundsätze«ntgegenlreten könne, hat besonders dazu geführt, die Revolution zu defördern und derselben eine stets wachsende Ausdehnung zu geben. Die Gewalt dieser Grundsätze ist so groß, sie sind so allgemein anerkannt und verbreitet, daß der Staat, der sie nichtannimmt, entweder seinem Unter gange oder der erzwungenen An« nähme derselben entgegensehen muß." WaS sagen dazu Pindter's Nachfolger? — DaS Treiben deS Freiherr» v. Stumm wird in dem Prozeh näher beleuchtet werden, der gegen den Pastor K ö tz s ch k e- Sangerhausen angestrengt wurde. Dem „Volk" wird„aus dem Königreich Stumm" geschrieben: Nach dem, waS über die Zeugenaussagen hier bekanntgeworden. wird voraussichtlich folgender Thatbestand gerichtlich erhärtet werden, mag der Prozeß sonst ausfallen wie er will. Es handelt sich im wesentlichen um die Steuern, die Stumm an die Ge- meinden Neunkirchen und Niederneunkirchen zu zahlen hat. Stumm's Eisenwerk liegt zum größten Theile in Niederneunkirchen und zahlt den Haupttheil seiner Gemeindesteuern an diese Ge- meinde. Nun aber wohnt der größte Theil seiner aktiven und penstonirten Arbeiter in Neuniirchen, so daß dieser Gemeinde, zu deren Budget Stumm nur den kleinslen Theil zahlt, enorme Ausgaben besonders für Schul- und Armenlasten erwachsen. Ein Beispiel für viele: Die Schulausgaben betragen für beide Gemeinden ungefähr jährlich 220 000 M. Davon trägt nach dem Etat Niederneunkirchen, d. h. das Gebiet, wo Stumm fast allein als Steuerzahler in betracht kommt, 2l/j pCt., also 5400 M. Nun wohnen in der Nachbargemeii.oe ca. 1400 Kinder von den Stumm'schen Arbeitern. Nach dem Etat betragen die Schullasten pro Kopf des Kindes jährlich 45,50 M. Tie Mehr- ausgäbe für Kinder Stumm'scher Arbeiter beträgt danach 45,50 M. X>400— 02 700 M. Davon muß man in Abzug bringen, was Stumm für den Theil seines Werkes, der auf dem Banne von Nennkirchen liegt, an Gemeindesteuern oder vielmehr an Schul- lasten zahlt; der Betrag ist mir unbekannt: hochgegriffen werden davon auf die Schullaften etwa 20 000 M. kommen. Daraus folgt, daß die Gemeinde Neunkirchen für Stumm'S Arbeiter- linder etwa 40 000 M. bezahlt; andererseits spart also Stumm infolge der Trennung beider Gemeinden ungefähr 40 000 M. an Gemeindesteuern, die er b i l l i g e r w e i s e zahlen müßte. Wir legen Nachdruck auf das Wort billigerweise. Denn recht- l i ch ist alle? in bester Ordnung. Aber Freiherr v. Stumm legt überall großen Werth darauf, daß seine Handlungsweise vom ri st lich- siltlichen Standpunkt auS beurtheilt wird. Wir ehe« mit ihm auf demselben Bode». Nach dem Maßstab der christlichen Liebe oder auch nur der Billigkeit sollte man vom Werke der Gebrüder Stumm erwarten, daß eS freiwillig die 40 000 M. an die Gemeinde Neunkirchen zahlte, wozu eS rechtlich einstweilen nicht herangezogen werde» kann. Wir wissen, daß Stumm persönlich wirklich viel freiwillig an die Gemeinde Neunkirchen zahlt und auch in Zukunft zu zahlen gedenkt. Ob jedoch diese Wohlthaten die Summe von 40 000 M. jährlich er- reichen, müffen wir billig bezweifeln. Außerdem erscheinen uns diese Wohlthaten danach nicht mehr als besondere Beweise christ- licher Liebesthätigkeit, sondern einfach als Werke des Billigkeit;- sinneS. den wir dem Freiherrn nicht absprechen wollen. Endlich steigt uns noch die Frage aus: wer muß die 40 000 M.. die Ge- brüder Stumm billigerweise in Neunkirchen zu wenig de- zahlen, decken? Doch wohl zum großen Theil die Arbeiter und Beamten von Gebr. Stumm, die in Neunkirchen»vohnen. Sollte da die Gesetzgebung nicht eingreifen? — Eine besondere Polizeiverordnung soll demnächst über die Anlage, den Bau und die Einrichtung von öffentlichen wiePriat-Kranlen-, EntbindungS- und Jrren-Anstalten erlassen werden. Wie der Re- ob eS je in den Tragödien der Einzelwesen und Bölkerschaften ohne rauhe Bitterniß und ohne Grausamkeit abgegangen wäre. Diese Szene mit ihrem ingrimmigen Humor ist hier zunächst hervorgehoben, weil sie darthnt, w»s aus dem„Florian Geyer" hätte werden können und was nicht daraus geworden ist. In diesem Auftritt lernt man von der Bühne her mit künstlerisch- lebendiger Anschaulichkeit begreifen, worin die Nothwendigkeit der Bauernbewegung wurzelte und woher ihr die elementare Gewalt erwuchs, daß sie verschiedenartige Bauern- stürme von den österreichischen Alpen bis zum Waldgebirge Thüringens erfaßte. Hier bricht die Wirkung unmittelbar her- vor; hier erkenne ich den Dichter der„Weber" wieder, der mit leiderfüllter Seele klarzulegen verfleht, wie aus der Bedrängniß und Roth der Massen auch die flammende Massenerhebung sich losringt. ES ist ein soziales Moment in die Tragödie gekommen. die nicht bloS den Heroismus des Einzel-JndividuumS kennt, sondern auch den Heroismus, der in der Menge wirkt und zu leidenfchastlichen Ausbrüchen drängt. Es liegt nicht in dem Wesen Gerhard Hauptmann'?, Zukunft?- Perspektiven zu eröffnen. Seine sozialen Tragödien enden pessimistisch. Er läßt eS sich genügen. die Nothwendigkeit vulkanischer Ausbrüche der BolkSseele zu erklären. Ist der Aus- bruch vorüber, so folgt der Gegenschlag trostlos, grausam, wie jetzt im„Florian Geycr". Die deutschen Herren begimleu ihr alte? Lotterleben; geioltert und gemordet sind die Bauer» und von einem hundsföttischen Landsknecht erschlagen bricht der edle Bauernführer, der Geyer, nieder. Wer sich diesen Verzicht HauptmrfNN'S auf jede Zukunfis- perspektive vor Augen hält und wer sich dessen bewußt ist, wie tief-optimistisch die Sozialdemokratie im Grunde ihres WeseuZ ist, der wird über di, naive oder geheuchelt« Anschauung derer lachen, di« in Gerhard Hauptmann gleichsam einen sozialdemo- kratischen Parteipoeten sehen. Dem großen, sozialen Alhem, der durch unsere Tage zieht, kann dabei freilich der Dichter der „Weber" sich nicht verschließen. Ungleich weniger als die„Weber" ist der„Florian Geyer" von ihm durchweht. Hauplmann's Hang zu minutiöser Klein- Malerei war ihm verderblich. Gegenüber den Vorgängen in den„Webern" erreichen di« wichtigen Vorgänge der Bauernkriege ein Rirsenmaß. Die Methode, bei Einzelheiten treu und liebevoll zu verweilen, bat in den„Webern" reiche Früchte getragen, im„Florian Geyer" hat sie zur Hälfte einen trockenen Ton verschuldet. In den Hintergrund gedrängt ist die mächtige Bauerntragödie; nicht mit erregten Pulsen folgt ihr der Hörer, weil fie nicht kraftvoll farbig, sondern wie im blassen Dämmerlicht erscheint; und statt ihrer erfährt er eine sorgsame, in Einzelheiten geistvolle, aber schließlich ermüdende Schilderung der Lage der Ritter während de» sieghasten Vordringens deZ Bmi-T.bundes und der Vorgänge und Jntrignen i:, de» Lagern der Bauer nsührer, der Feldhauptieute gienmgZprüsident zu Potsdam den AufslckitSbedörden bekannt Hiebt, haben die Minister des Innern, der geistlichen und Medizinal-An- gelegenheiten, der öffentlichen Arbeiten und für Handel und Gemerbe mit Rücksicht darauf, daß über den Bau, die Einrichtung rc. derbezeich- »eteu Anstalt für das gesammte Staatsgebiet noch keine maßgebenden Vorschriften bestehen, welche„den heute geltenden Grundsätzen der öffentlichen Gesundheitspflege genügend Rechnung tragen", nach Anhörung der wissenschastlichell Deputation für das Medizinalwesen nebst Ber- tretern der Aerztekammer diejenigen Vorschriften, die für den Bau ic. jener Anstalten maßgebend sein sollen, in einem Entwurf zu einer Polizeiverordnung zusammenstellen lassen und angeordnet, daß letztere»ach Zustimmung des Provinzialraths baldigst zur Einführung komme» soll. Der Erlaß dieser Polizeiverordnung, welche sich thunlichst an de» erwähnten Entwurf anschließe» soll, steht bereits nahe bevor. — Um zur Auswanderung nach Brasilien anznreizen. waren vor einiger Zeit in der ländlichen Um- gebung von Potsdam mehrere brasilianische Zeitungen, so namentlich aus Curiliba, aufgeraucht, welche die Zustände in Brasilien in den glänzendsten Farben schilderten und besonders den deutschen Landarbeitern unter Hinweis auf die Fruchtbarkeit des Landes bei geringer Mühe goldene Berge versprachen. Die Sumpfluft und die Sonnengluth, die dem Nordeuropäer in den meisten Gegenden Brasiliens die Arbeit im Freien unmöglich macht, haben die biederen Betrüger zu erwähnen vergessen.— — Der altkatholische Bischof Reinkens ist am t. Januar, abends gegen U Uhr gestorben. Er war als Tbeologie-Professor in Breslau thätig, als das l870er Konzil ihn gegen das geplante Unfehlbarkeitsdogma in die Schranken füdrle. Nachdem bereits 1870 eine, allerdings erfolglos verlaufene Disziplinaruntersuchung wegen einer Schrift über das Papstlhum gegen ihn angestrengt war, unterzeichnete Reinkeus am L6. August die bekannte Döllinger'sche Erklärung gegen das Vatikanische ikonzil, ein Schritt, der am 20. November 1870 seine Suspension und das Verbot, Vorlesungen zu halten, zur Folge hatte. 1873 wurde er dann von den Telegirten der Alt- katholiken des Reiches zum Bischof erwählt, als welcher er seinen Wohnsitz in Bonn nahm. Seitdem die altkatholische Bewegung dem Stillleben verfiel, wurde auch Reinkens' Name in der Oeffentlichkeit kaum noch genannt. Die staatliche Begünstigung hat dem AltlatholiziSmus die Lebenskraft geraubt.— — Der München er Soldaten-Exzeß und das Verhalten des Wachoffiziers hat selbst bei Offizieren Anstoß ge- fundin. Den„Münchener Neuesten Nachrichten" wird aus Osfizierskreisen geschrieben: „Nachdem die Affäre in der Sylvesternacht bereits die Oeffentlichkeit im weitesten Maße beschäftigt, dürfte im Interesse des weiteren guten Zusammenlebens zwischen Zivil und Militär zur Beruhigung der erregten Gemmher die Fest- stellung am Platze sein, baß man in militärischen Kreise» das Vorkommniß auf das allertiesste bedauert und daß die Meinung in Osfizierskreisen weil davon entfernt ist, dem Borgehen des betreffenden Offiziers Recht zu geben. Die Anordnungen die der Offizier in der Sache getroffen, erfahren die u n g e- schminkteste Mißbilligung seitens der Kaiueraden wie der Vorgesetzten." Oesterreich. Prag, 8. Januar. Falls die Deutschen die von den Jung- rzechen vorgeschlagenen Beschlüsse für alle Landtagskommissionen nicht annehmen sollten, wollen die letzteren die Deutschen biS aufs äußerste bekämpfen.— Schweiz. Zürich, L.Januar.(Eig. Ber.) Gemeiydewahlen in Bern. Denn die unangenehme» Wirkungen eines gegen einen anderen gerichteten Manövers dessen Urheber selbst treffen, so pflegt man in der Schweiz zu sagen: Ter Schuß ist hinten hinausgegangen. Das haben nun am 1ö. Dezember bei den Gkmenidewahlen in Bern auch die dortigen Freisinnigen er fahren und darüber ist ein Therl von ihnen recht bös». Als die Stimmberechtigten der Stadl Bern sich für die Proportionalwahl der Stadtverordneten ausgesprochen hallen, mußten die herrschen den Freisinnigen gern oder ungern sich an die Ein führung d-S„Proporzes" machen. Das neue Gemeinde reglewent arbeitete der damalige Sladtpräsident Müller, jetzt Bundesrath, aus und er scheint dabei be- strebt gewesen zu sein, durch einige Eigenthümlichkeiten die Dinge für die Freisinnigen günstiger als für die anderen Parteien zr gestalten. So wurde die Bestimmung aufgenommen, daß all jährlich 20 Mitglieder auszutreten und dafür ebenso viel« Neu wählen stattzufinden haben; die Gesammterneuerung des Stadt- rathes findet demnach nicht statt. Ferner wird bestimmt, daß WaS nützt es, wenn diese genreartige Geschäftebehandlung im einzelnen Züge tragischer, selbst grausiger Kraft aufweist, fo im dritten Akt. wenn«ine Mutter mit ihrem Sohn erscheint, einem jener unglücklichen Kitzinger Bürger, die der schreckliche Markgraf Kasimir blenden ließ— in der Eesammtheit fehlt der hinreißende große Fluß der Begebenheiten. Erst da auf dem Grund der Historie sich ein tragisches Einzel schicksal abhebt und Florian Geyer, ein getreuer Volksdiener, wie Hagen in der Sage ein getreuer Herrendicner war.mitsehenden Auaen ini Verderben geht, wird das Drama von poetischer Feierlichkeit erfüllt. Hier wären vom Theater herab ähnlich schwermüihig düstere Stimmungen zu erreichen gewesen, wie in Hebbel's Nibelungen, da Krinihild ihr Rachewerk vollendet, hätte die Dar- stellung im Deutschen Theater sich nicht ins Kleinliche zersplittert. Gerhart Hauptmann hat Jahre hindurch sich mit dem„Florian Geyer beschäftigt. Ihn mochte zunächst die Massenbewegung, die sozial« Bauerntragödie gereizt haben. Im Verlause aber wurde ihm der Heroismus des unglücklichen Geyer lieb und lieber. Die Gestalt isolirte sich für ihn immer mehr und mehr. Wie ein naiver Held von Glück und Höhe durch Neid und Erbärmlichkeit der Menschenkreatur. durch Tücke und Verrath zum tiefsten Elend sinken kann, beschäftigte ihn immer lebhafter, und so gleicht der „Florian Geyer" einem Bauwerk, dessen Fundament nicht im Einklang steht mit den Obergeschossen. Der Plan der sozialen Bauerntragödie wurde beiseite geschoben und an ihrer Slelle überwuchert daS Drama vom Heroen Geyer. So wird„Florian Geyer" brüchig im Kern. Entweder zum einen oder zum andern hätte Hauptmann sich entschließen müssen. Entweder hätte er darlhun können, wie eine in sich gerecht« Bewegung zu tragischem Ende führt, weil sie vor der Zeit gediehen, mit unklaren Gefühlsmomenten und mystischen Vorstellungen überlastet, von unreifem Menschenmateriale angefaßt wird, oder er hätte seine Kraft auf das tragische Heroengeschick Geyer's konzentriren kö nen. Dadurch, daß er beides zusammenzufassen gedachte, zersiel sein Drama. Weil er den höchsten Einsatz wagte, wird Hauptmann viel geschmäht und gelästert, von Frommen und Unfrommen. Sogar seine Wahrheitsliebe wird zum Laster. Weil der Götz im„Florian Geyer" nicht der legendäre, biderb-dentsch-mittelalterlictie Götz Goethe'S ist, weil der Berlickinger in der Beleuchtung erscheint, in die ihn die modern kritisch-historische Forschung gerückt hat: alS schlauer Rechner, doppelzüngiger Finanzer und falscher Bauernsreund, so wird Haupimann zum niederträchtigen Bilderstürmer gestempelt. Weil Luther, der nach den Worte» Karlstadt's im Stücke bald süß, bald saner»n reden wußte, vorgeworfen wird, daß er mit seinen Reden und Schriften gegen die Schwarmgeister und Bauern beweise, daß er die Zeit- läuft«, die inneren sozialen Gründe der Bauernerhebung nicht verstand, so sind die Orthodoxen empört. Es wäre überflüssig. dieser Gemeinschaft gegenüber Gerhardt Hauptmann verlheidigen zu wollen. jede Partei auf ihre Liste so viele Namen nehmen muß, als Stadl, äthe zu wählen sind und daß diese Listen der Stadlianzlei eingereicht werden müssen; außerdem darf jeder Kandidat nur auf einer Liste stehen. Den Wählern wird aber das Reckt gelassen, Kandidaten aus allen eingereichten Listen auszusuchen.— Die3Listen vereiniglen aus sich folgende Stimmenzahlen: die sozialdemokratische S3VS1, die freisinnige 39 907 und die konservative 28 642; Vertreter erhielten die Sozialdemokraten 7, die Freisinnigen 9 und die Konservativen 8. Von den 9 gewählten Freisinnigen lallen aber noch 2, Dr. Sourbeck, der Führer der schweizerischen Eisenbahn-Arbeitcr und-Angestellten, sowie Advokat Sechsler weg und der Sozialdemokratie zu, fo daß diese eigentlich 9 Ver- treter erhält und somit das beste Geschäft gemacht hat. Darüber ist nun ein Theil der Freistnnigen so wild, daß sie in einer Versammlung beschlossen haben, wegen angeblich vor- gekommener Kniffe die Kassation der Wahlen zu verlangen und ferner eine Jnitialivbewegung zur Wiederabschaffung der Proportionalwahl ins Werk zu setzen. Jndeß wird diesen Plänen der Rache in Bern selbst nicht viel Bedeutung beigelegt. Dieselben Leute, welche von der Gerechtig- keil des Proporzes so in Harnisch gebracht wurden, sind sehr zufrieden mit der Vergewaltigung der Sozialdemokratie durch daS Mehrheitssystem bei den Gemeinderaths-(Magistrats-) Wahlen. Von den 9 Gemeinderälhcn ist nur einer, Gustav Müller, Vertreter der Sozialdemokratie, dagegen sind 8 Freisinnige und 2 Konservative. Würde auch diese Behörde nach dem Pro- pvrz gewählt, so hätten die Sozialdemokraten 3, die Freisinnigen 4 und die Konservativen 2 Vertreter. Hoffentlich kommt es in bälde auch hier zur Proporlionalwahl. Die Züricher Polizei wird nachgerade berüchtigt. Während rn B e r n die brutalen und provozirenden Revolver jüngst von den Polizisten beiseite gelegt wurden, scheint die Züricher Polizei mit dem verkürzten Schießprügel förmliches Spiel zu treiben. Denn nichts anderes als frivoles Spiel ist die That, welche ein junger Polizeirekrut Landert in der Nacht auf den ersten WeihnachlS- Feiertag verübte, indem er ohne dringende Veranlassung in eine Wirtyschaft hineinschoß und den Zimmermann B e n h e I d aus Schleswig- Holstein mit einem Schuß in die Etirne tödtete. Benheld war an dem voran-- gegangenen Streit mehrerer seiner Kollegen mit der Polizei gar- nicht bethetligt; er hinterläßt eine junge Wittwe mit drei klemen Kindern. An der gestern erfolgten Beerdigung betheiligten sich die Mitglieder des Zimmerer-FachvereinS, sowie anderweitig« organi- firte Arbeiter. Genosse Seidel hielt die Grabrede, in der er eine Reorganisation der Polizei forderte, damit derartige Un gli ckssälle nicht mehr vorkommen können.— Polizeihauptmann Fischer, der wegen widerreckitlicher Gefangcnhaltuna ver- haftet worden, ist gegen Kantion auf freien Fuß gesetzt. Infolge dieses Regierungtbeschlusses hat der Staatsanwalt Fehr, welcher der Urheber der Verhastung ist, dcmissionirt. Es wird eriählt, daß Fehr und Flscher in erbitterter persönlicher Feindschaft zu elnander stehen. Bern, 8. Januar. Der Bundesrath hat die Regierung des Kantons Neuenburg znr Berichterstattung über die angebliche Entführung der abessynischen Prinzen aufge- fordert.~ Belgien. — Drei amtliche nationale Sprachen glebt eS in Belgien: die französische, die vlämische und die deutsche Sprache. An der Südostgrenze des Landes sind 40 000 Belgier ansässig, deren Muttersprache das Deutsche ist, die meist nur deutsch verstehen. Wie wir der„Vossischen Zeitung" entnehmen, sind die luxemburgischen beiden Bezirke Arlon und Messang durch und durch deutsch, und Arlon, die Hauptstadt des belgischen Luxem- bürg, ist«ine deutsche Stadt. Eine zweite deutsche Gruppe bilden die an der preußischen Grenze liegenden elf Gemeinden der Provinz Lüttich, unter denen Motzen. Baelcn, Membach und Welckewaedt die bedeutendsten sind. Die in Aubel in deutscher Sprache erscheinende„Fliegende Taube" ist hier stark verbreitet. Da der belgische Staat die Gleichberechtigung der deutschen Be- völkerung und Sprache in nicht ausreichender Weise anerkennt, so hat sich jetzt in Arlon unter dem Borsitze des Prokislors der Geschichte an der Lütlicher Universität Kurth ein detit scher Ver« in gebildet, der die deutsche Sprache in Belgien heben und ihre volle Gleichberechtigung durchsetzen will. Insbesondere soll der belgische Staat nur deutsch verstehende Beamte in diesen Bezirken anstellen. Frankreich. — Ueber Leo Frankel's Befinden haben wir leider ungünstige Nachrichten erhalten. Die Lungenentzündung schien. dank sorgsanier Pflege und gescdickter ärztlicher Behandlung, überwunden, als plötzlich im Hals ein Geschwür hervortrat, das eine sofortige Operation notbwendig machte. Der Kranke Mit dem Siege der Bauern beginnt, mit ihrer Vernichtung endet das Drama. Nach dem Siege von Weinsberg ist der Schreck in Fürsten und Ritter gefahren. Die Einung mehrt sich, die Bürgerschaften schließen sich ihr an, und Flugblätter und Bauernartikel rebellischen Jnbalts finden die Herren. wenn sie morgens ausstehen, selbst in ihren Hosensäcken. Gelehrte und Humanisten haben sich der Bewegung sympathisch angeschlossen und Florian Geyer, der Held der schwarzen Fahne. wird in Sang und Lied gefeiert. Die Revolution ist nach da- maligen, im einzelnen mit poetischer Freiheit erfaßten Zeit- begriffen zu verstehen. Soziale Forderungen, wie Abschaffung des Brauches, daß die Herren„Eigenleute" haben dürfen, sind mit refonnatorisch-religiösen Begriffen verquickt. Florian Geyer, aus der Höhe seiner Macht und Volkslhümlichkeit, spricht von einem neuen Barbarossa, dem er die Wege bereiten wolle. einem evangelischen Volkskaiser, den die Stämme teutscher Nation zu wählen hätten, nicht Fürsten und königliche faffen. Dieser neue Barbarossa werde die Tochter des . leichen dem Armen geben. Zwietracht der Führer, von denen jeder einzelne sich zum obersten Leiter, zum Banernkönig berufen fühlt, Neid gegen den Gegner, der von dem Enthusiasmus der Volksseele getragen, nach„neuen Inseln" steuert, und endlich Verrath bringen das große Werk zu Falle. Unglückspost reiht sich an UngluckSpost und im vierten Akt, einer wehmüthigen Elegie, die vor dem grausen Ende erklingt, bringt der sterbende Tellermann, der wackerste Kamerad Geyer'S, fein guter Genius. die Kunde von Götzen's Doppelspiel. Ein Spielmann singt ein Liedel, daS an Geyer's Macht erinnert und im Innersten ergriffen schluchzt Geyer auf und gedenkt, wessen er sich vermaß. Nun gilt's für ihn noch «inen letzten Strauß, und dann geht es zum Sterben. Hie hat die Mähr ein End'.< Selten ist mir die übliche Schreiberei über das Theater lächerlicher vorgekommen, als jetzt, da ich zum Schluß noch die be- kannten Zensuren über die Darsteller verfassen soll. Haupt- mann's groß« Kunst, fein und scharf zu individualisiren, macht leicht aus der Episodenfigur eines zuchtlosen Landsknechts, eines alten Inden völlig deutliche Cdarakterbildnisse; und über sechzig Gestalten läßt der Dicbter auftreten. Wie soll da unser Thealer, an Tagesgefchäfligkeit gewöhnt, häufig im lieben Schlendrian drin, mitkommen? Dazu wußte mancher Schauspieler sich nicht mit der archaistischen(alterthümelnden) Sprache, die Hauptmann vorschrieb, zu dehelfen; und endlich liebt es keinen Geyer selbst im Deutschen Theater. Daß ibn derr Reicher spielte, war ein Nothbehelf. Er, der so vortreffliche �haratterstudicn aus der Welt der Lebemänner oder auch der chlichten, philiströs angehauchten Bürgergesellschaft schaffen kann, hat nun einmal nicht das Heldenmaß für die ausrechten Männer von Eisen, für die Starken im Geist und im Willen. �Ipb». wurde in» Hospital geschafft und die Operation dort glücklich vollzogen. Der Zustand unseres Freunde? und Mrt« arbeiterS ist jedoch noch immer nicht so, daß jede Gefahr aus- geschlossen Genossen giebt sich die lebhafteste Theilnahme für unseren braven Freund kund, der 1871 als Mitglied der Pariser Kommune, in weicherer das Arbeitsamt verwaltete, das Prinzip der internationalen Soli- darilät so kühn und ehrenvoll vertreten hat.— — Am Grabe Blanqui'S fand gestern— Sonntag— eine Demonstration statt. Es kam dabei zu einem Handgemenge mit der Polizei, welche das Entfalten einer rothen Fahne aus dem Friedhof Pöre Lachaise nicht dulden wollte. Nach Ent» fernung der Fahne verlief alles ruhig. Die Sozialisten haben sich beschwerend an die Regierung gewandt.— — AuS Madagaskar wieder schlimme Nachrichten. Unter den Howas(Eingeborenen) ist ein„Aufstand" ausgebrochen. Die Zahl der Rebellen wird auf 4000 veranschlagt; jedensalls sind es genug, um den„Siegern" erhebliche Verlegenheiten zu bereiten.— Rußland. — Reformen. In den russischen Regierungskreisen scheint gegenwärtig ein liberaler Wind zu wehen. Es ist das vor allem ersichtlich aus der Ernennung des verdienstvollen Professors des Kriminalrechts Nekljndow, welcher in der letzten Zeit die Stelle des Gehilfen des Sekretärs des Staatsrathes bekleidete, zum Gehilfen des Ministers des Innern. Außerdem bringen die russischen Zeitungen die angenehme Mittheilung. daß die Kommission für Revision des Kriminal-Gesetzbuches beschlossen hat, die Befugnisse, welche das Gesetz vom Jahre 1839 den adeligen Landeshauptleuten gegenüber der bäuer- lichen Bevölkerung eingeräumt hat. einzuschränken. Es soll inS» besondere der Mißbrauch, welcher von diesen Beamten mit dem Rechte, die Bauern für Nichterfüllung der gesetzlichen Forde- r»ngen der Behörden ohne formelle Verhandlung zu einer Hast bis aus 3 Tage oder zu einer Geldstrafe bis aus 12 M. zu ver- urtheilen, verübt worden ist, selbst in den höchsten Regierungs- kreisen große Unzufriedenheit hervorgerufen haben. Die Energie, mit welcher der von Ärefser auS Petersburg ausgewiesene ehemalige Polizeibeamte Keller die Beschwerde gegen seine Ausweisung durch verschiedene Instanzen durch- führte, bis schließlich der Staatsrath die Ausweisung rückgängig machte(siehe die Nr. 2S1 des„Vorwärts"), wird nun eine Reform des Ausweisnngsrechtcs der Generalgouverneure, Gouverneure und Stadthaupileute zur Folge haben. Auf Antrag des Ministers des Innern hat der Kaiser diesen dem Auftrag gegeben, den Entwurf einer Reform der Gesetz« über die administrative Ausweisung aus- zuarbeiten. Bevor aber diese Gesetze abgeändert werden, wird den Generalgouverneuren, Gouverneuren und Stadthauptleuten untersagt, die von ihnen geplante Ausweisung aus dem ihnen untergeordneten Gebiete auszuführen, bevor sie von dem Minister des Innern bestätigt wird; und zwar soll diese Bestätigung er- folgen nach Berathung der Angelegenheit in einer Kommission. welche unter dem Vorsitz des Gehilfen des Ministers des Inner» (für das Polizeiwesen) aus zwei Vertretern dieses Ministerium? und zwei Vertretern des Justizministers besteht. Gegen den Ausweisungsbeschluß dürfen die von ihm Betroffenen sich an den Senat beschwerdeführend wenden. Das eine Reform des gesammten GesängnißwesenS Rußlands geplant ist, kann man aus der gleichzeitig vom Kaiser an- geordneten Ueberführung der Hauptverwaltung der Gefängnisse aus dem Ministerium deS Innern in daS Justizministerium ersehen. Türkei. Konstantinopel, 8. Januar. Der Minister des Auswärtigen Tewfik- Pascha theilte den Botschaftern mit, daß mit der Führung der Unterhandlungen wegen Unterwerfung der Auf- ständischen in Zeitun unter Vernnttelung von Delegirten des KonsularkorpS in Aleppo seitens der türkischen Regierung der Divistonsgeneral Edhem-Pascha und der Gouverneur Abdul Vehab» Pascha betraut seien und daß dieselben beauftragt wurden, die Mission der Konsularvertreter mit allen Mitteln zu unter- stützen. In der im Vilajet Smyrna gelegenen Hafenstadt Tscheschme mit 4000 muhamedanischen und 1000 griechischen Einwohnern wurde ein Anschlag gegen die christliche Bevölkerung entdeckt und durch rechtzeitiges Einschreiten des Wali Kiamil- Pascha verhindert. Weitere Gerüchte von Ausschreitungen in Beirut blieben bisher unbestätigt. Kuba. — Vom AufstandSgebiete wird auS Madrid ge« meldet: Es bestätigt sich. daß in den Provinzen von Havanna und Pinar del Rio der Belagerungszustand erklärt wurde. Marschall Martine, Campos telegraphirte, daß die von den Rebellen zerstörten Eisenbahnlinien wieder her- gestellt seien. Die Insurgenten werden in der Umgebung von Matanzas und Havanna von acht Kolonnen spanischer Truppen verfolgt. Sie vermeiden jede Begegnung und sind, um sich zu decken und die Spanier zu beunruhigen, von Kund- schaflern umgeben. Offiziellen Nachrichten zufolge ist die Lage der Rebellen durchaus ungünstig. AuS New-Dork liegt folgendes Telegramm vor: Nach einer Depesche aus Havannah hat die Hauptmacht der Aufständischen unter Gomez und Maceo gestern Batabano, südlich von tavannah. passirt und ist in Pinario angekommen; mehrere örfer wurden von ihr in Brand gesteckt. Abtheilungen der Aufständischen unter Nunez Burmudez standen gestern in der Nähe von Managua, zwöls Meilen von Havannah. Tausend Lonalisten greifen in Havannah zu den Waffen; an allen vor- theUhasten Punkten der Stadt werden Kanonen aufgefahren. Eine Volksversammlung, wie Leipzig sie wohl»och nicht gesehen hat, war die am S. Januar in dem Vorort Stötteritz abgehaltene, wo Liebknecht vor IS 000 Personen über das Attentat sprach, das die sächsischen Re» attionäre aller bürgerlichen Parteren gegen das jetzige Landtags-Wahlrecht planen. Die Rede Liebknecht's wurde mit stürmischem Jubel aufgenommen uud die Rieseuversammlung faßte— trotz Gegenprobe ein- stimmig— eine Resolution, die auf die Gegner vermuthlich nickt ohne dauernden Eindruck bleiben wird, so sehr man auch sonst gerade in den Kreisen der herrschenden Klaffen Sachsens die Aeußerungen des arbeitenden Volkes Hochmüthtg zu ignoriren pflegt. Den ausführlichen Bericht über die Versammlung finden unsere Leser an anderer Stelle der heutigen Nummer des Vorwärts". GewrrbegerichtS- Wahlen in Wiirzbnrg. Tclegraphisch wird uns gemeldet, daß die Gewerbegerichts-Wahlen in Würz- bürg mit einem glänzenden Sieg der sozialdemo» kratischen Liste gegenüber der von den vereinigten evange- tischen und katholischen Arbeitervereinen aufgestellten geendet haben. Von der Agitation. In der letzten Hälfte dieses Monats wird Genosse Dr. Quarck im Auftrage der thüringischen Agitations- kommission eine Reihe von Borträgen in Thüringen hallen. Todtcnliste der Partei. In Halber st adt starb in der Neujahrsnacht der Schneider A u g u st Zacharias, der bereits Mitglied des allgemeinen deutschen Arbeitervereins war und sich später, besonders unter dem Sozialistengesetz, als Expedient der„Halberstädter Freien Presse" als arbeits- und opferwilliger Genosse bewährt hat. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Genoise Klees in Magdeburg hat am 12. November 1895 beim Schluß einer öffentlichen Versammlung die Anwesenden zum Singen der Arbeitermarseillaise veranlaßt. Klees soll hierdurch sowie durch ein Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ungebührlicherweise ruheftörenden Lärm erregt und groben Unfug verübt haben und es wurde deshalb ihm ein Strafbefehl über 10 M. zugestellt. Beschlagnahmt wurden in Erfurt auf Anordnung der Staatsanwaltschaft die Beilagen der Nummer 301 der " Thüringer Tribüne" und Nummer 190 des„ Nordhäuser Volks blatt". In den Blättern soll angeblich eine Beleidigung entDie Straftammer in Breslau verurtheilte in der Berufungsinstanz den Redakteur 3 ahn von der Volts wacht" wegen groben Unfugs, verübt durch die Aufforderung zum Boytott, zu 100 M. Geldstrafe. halten sein. Soziale Uebersicht. Die Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosen- Versicherungskasse in der Stadt Bern unterstützt zur Zeit( 30. Dezember) von 605 Versicherten 169 Arbeitslose. Ende 1894 waren 536 versichert und 120 Mann unterstützt. In Frankfurt a. M. wurde den arbeitslosen Bauarbeitern auf ihren Wunsch nach Beschäftigung von der Armenverwaltung erklärt, daß Arbeiter, die nur saisonweise unbeschäftigt seien, namentlich alle Bauarbeiter, feine solchen Arbeiten zugewiesen bekommen könnten. Es ist überaus traurig, daß nicht auch für derartige Beschäftigungslose öffentliche Mothstandsarbeiten handen sind, denn die Löhne der Bauarbeiter sind so gering, daß die Leute nicht so viele Ersparnisse machen können, um ein Vierteljahr mit ihren Familien davon zu leben.- In Bremen hat die Arbeitslosigkeit bereits einen hohen Grad erreicht; nun find in diesen Tagen auch noch etwa 90 Arbeiter bei der Lagerhaus- Gesellschaft wegen Arbeitsmangel entlassen worden. Lagerhaus- Gesellschaft wegen Arbeitsmangel entlassen worden. Gewerkschaftliches. vor= In der Römer'schen Lederfabrik in Pankow wurden am 2. Januar sämmtliche 46 dort beschäftigte Arbeiter entlassen. Wie wir erfahren, ist die Entlassung auf den im Sommer bei dieser Firma vorgekommenen Streit zurückzuführen, der zu gunsten der Arbeiter verlief. Es wurde damals schriftlich ausgemacht, daß wenn nicht Einschränkung der Produktion es erheischt, niemand entlassen und im übrigen nie mand gemaßregelt werden solle. Bei der jetzigen Verhandlung ist nun von der Firma erklärt worden: Im Sommer haben die Arbeiter mit uns gestreift, jetzt werden wir mit den Arbeitern fireiken. Auch der„ Geist der Leute" gefällt der Firma nicht mehr, sie will andere haben. Die entlassenen Arbeiter sind mit glieder des Verbandes. Sie appelliren an die Solidarität der Lederarbeiter des In- und Auslandes. Sollte die Reichskommission für Arbeiterstatiftit ihre Thätigkeit| Wiffens der Kaiser zur Zeit in Potsdam weile und nun erklärte der mit dem Ausscheiden des Unterstaatssekretärs Dr. v. Rottenburg Angeklagte:„ Dort muß ich hin" und verband damit eine unehrens wirklich eingestellt haben? bündige Bemerkung. Der Soldat glaubte nicht richtig gehört zu haben, er von Der Lohnkampf im schweizerischen Brauergewerbe ist als aber der Angeklagte die Aeußerung wiederholte, schritt er zu nun auf der ganzen Linie eröffnet. Der Vorstand des Verbandes dessen Verhaftung. Nun bat der Angeklagte, ihn doch laufen zu schweizerischer Brauereien erläßt eine Erklärung, aus der hervor- lassen, da er die Sache doch nicht so böse gemeint habe, er geht, daß die Besitzer die verlangten Forderungen nicht annehmen. wurde jedoch nicht frei gelassen. Im Termin äußerte er, von sondern den Kampf mit den Arbeitern aufnehmen werden. Der Vor- dem Vorfall überhaupt nichts zu wissen und der sozialnicht Bartei mehr anzugehören. In stand erklärt zwar, daß er und seine Kollegen fich weniger an demokratischen den Lohnforderungen, desto mehr aber an den weiteren Zumuthungen folge von Nahrungssorgen und reichlich genossenem an jenem Abend den Arbeitsnachweis der Arbeiter obligatorisch zu benüßen und Alfohol sei vollständig nur gelernte, dem Fachverein angehörige Brauer im inneren Be- Sinnen gewesen. Der Wachtposten hat dies bestritten und den triebe zu beschäftigen, stoße. Den Arbeitern liegt aber gerade Angeklagten nur für etwas angetrunken" erklärt. Der Staatsan den beiden Forderungen am meisten, denn ohne diese wäre anivalt beantragte mit Rücksicht auf die Dreiftigkeit, mit welcher die Existenz der gelernten Brauer fast vernichtet. Ein der Angeklagte gerade einem Soldaten gegenüber jene Majestäteneun Monate Gefängniß. Beispiel aus Basel möge dies beweisen. In dem Betriebe einer beleidigung ausgestoßen, Baseler Brauerei sind 41 Arbeiter beschäftigt. Davon find Der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage, lehnte aber die 26, die den Brauerberuf nicht gelernt haben. Also fast weiterhin beantragte sofortige Verhaftung des Bedauernswerthen, 2/8 Tagelöhner und 1/3 gelernte Arbeiter. In den übrigen der eine Frau und vier Kinder zu versorgen hat, ab. Brauereien wird es in dieser Beziehung nicht besser sein. Auch in bezug auf Lohn und Arbeitszeit möchten die Herren rückwärts revidiren. Den Minimallohn wollen fie auf 66 Fr. per 12 Arbeitstage und die Arbeitszeit je nach Belieben auf 10 bis Eine öffentliche Versammlung der Maurer tagte am 11 Stunden festsetzen. 5. Januar bei Cohn in der Beuthstraße. Genosse Keßler Die belgischen Kohlenbergwerk Arbeiter haben in an- referirte über das Thema: Das preußische Vereins. betracht der günnigen Geschäftslage des belgischen Kohlenmarktes gefeß und die Gewerkschaftsorganisationen. durch die Nationale Vereinigung der belgischen Grubenarbeiter" Redner beleuchtete in interessanter Weise die verschiedenartige an die Grubenbarone das Verlangen nach Lohnaufbesserung Handhabung der Vereinsgesetze und bemerkte dabei: Durch den gestellt. Gerichts- Beitung. St.-G.= " Versammlungen. werden großen Prozeß, den die Maurerorganisation geführt hat, fei prinzipiell festgestellt worden, was in Berbindungtreten mit anderen Vereinen heißt. Troydem aber das Gefeß dasselbe geblieben, sei die Auslegung jetzt eine ganz andere und die in den früheren Nach§ 130 a St. G. B. soll ein Geistlicher An- Jahren durch ungeheuere Kosten erfochtenen verschiedenen gelegenheiten des Staates nicht in der Kirche vor Reichsgerichts- Entscheidungen wären längst wieder außer Geltung. mehreren auf eine den öffentlichen Frieden gefährdende Weise An einigen Beispielen wie der Redner nach, daß mitunter sogar zum Gegenstande einer Verkündigung oder Erörterung machen. Behörden nicht mehr wissen, was strafbar oder was zulässig ist. Ein fatholischer Pfarrer hatte die nach seiner Auffassung ver- Hoffentlich werde durch die behördliche Schließung der Parteiwerfliche Abstimmung derjenigen Wähler seiner Pfarrgemeinde, organisationen einigermaßen Klärung geschaffen werden und eine Aenderung des jetzigen Zustandes welche bei der vorangegangenen Landtags= Wahl nicht für den voraussichtlich zumal fämmtliche andere Parteiorganisationen Zentrumskandidaten gestimmt hatten, einer abfälligen Beurtheilung eintreten, ebenfalls in Frage kämen und im Interesse unterzogen und die betreffenden Wähler als Männer ohne Charakter dabei etwas Bestimmtes geschaffen gekennzeichnet. Er war deshalb auf grund des§ 130 a verurtheilt der Deffentlichkeit Eine längere und eingehende Debatte zeitigte die Der worden. Die Revision bestritt, daß der Angeklagte eine An. müsse. gelegenheit des Etaates" zum Gegenstande der Erörterung ge- Stellung zur Gewerkschafts- Kommission. scheidungen veröffentlichten Erkenntnisse einen der Revision entgegen den Beitrag zur Unterhaltung des Bureaus abzuliefern, und daß macht habe. Das Reichsgericht hat in einem im 27. Bande der Ent- Vertrauensmann Kater theilte mit, daß er aufgefordert wurde, gesezten Standpunkt eingenon men und diefen, wie folgt be- man ihm Fragebogen zur Ausfüllung überfandt hätte. Er habe gründet: Ter dem Staate obliegende Schutz der Wähler ist nicht, sich weder verpflichtet gefühlt, die Fragebogen auszufüllen, da wie die Revision glaubt, auf diejenigen Fälle beschränkt, in welchen ihm deren Zweck gar nicht bekannt sei, noch habe er sich ver zufolge der vorgefallenen Bedrückungen oder Beeinflussungen die pflichtet geglaubt, die gewünschte Summe abzuführen, zumal bisher Giltigkeit der vorgenommenen Wahl in Frage gestellt von den Zelegirten troy wiederholter Aufforderung noch kein Bericht ift. Denn das Wahlverfahren wird nicht erst eine Angelegenheit gegeben worden sei. Keßler wünscht, man solle in dieser des Staates, wenn derartige Verstöße gegen dasselbe erfolgen, Frage eine verföhnliche Haltung einnehmen. In dem Baugeschäft des Rathszimmermeisters Ernst sondern es bildet in seiner rechtlichen Gesammtheit von Beginn Statistit auch viel Spielerei getrieben werde, so sei im vorMeyer in Berlin, Hochstr. 29a, haben auf den einzelnen bis zur Beendigung der Wahl eine durch die Normen des öffent- liegenden Falle immerhin die gute Absicht vorhanden. Die FrageArbeitsstätten die Zimmerer die Arbeit niederlichen Rechts geordnete staatliche Angelegenheit. Die Kritik des bogen selbst enthielten manche unnüße und auch für größere Dr. gelegt, weil der Unternehmer sich weigerte, den Stundenlohn Angeklagten fonnte nun zwar feine Rückwirkung auf den Ausfall ganisationen unbeantwortbare Fragen. Zu den Roften des von 4712 auf 50 Pf. zu erhöhen. Also wegen der Bagatelle von des bereits beendigten Wahlverfahrens haben. Das Urtheil stellt Bureaus rathe er beizutragen. Gerade mit dem Submissions21/2 Pf. müssen die Arbeiter auch noch zum Streik greifen! aber in thatsächlicher Beziehung fest, daß der Angeklagte, indem wesen sowie mit denjenigen Unternehmern, die die Arbeiter um 21/2 Pf. Mehrforderung pro Stunde fann Herr Meyer doch gewiß er das Ergebniß der Wahl in der angegebenen Weise einer ihre Löhne betri gen oder Krankenkassengelder unterschlagen, felber nicht unbescheiden nennen. Hinzu kommt, daß die Zimmerer Kritit unterzog, in die Freiheit der Wahlausübung selbst ein- babe das Bureau sich eingehend beschäftigt und Namen feftgestellt, bei ihm, wie man uns angiebt, wegen der Art der Arbeit ihre gegriffen habe, da zufolge der Kundgebung die von ihr be- viel Mühe und Fleiß tausende von Gesundheit und ihr Leben gar oft aufs Spiel segen müssen. Und troffenen Wähler befürchten mußten, bei Wiederkehr einer Wahl vor denen sich die Bauarbeiter zu hüten hätten. Gegen dennoch soll es erst des Streiks bedürfen, ehe die Zimmerer die von geweihter Stätte aus abermals der Mißachtung ihrer Mit- die Beantwortung der Fragebogen und gegen die Unterstüßung winzige Forderung bewillig bekommen. bürger preisgegeben zu werden. Diese Auslegung der vom An- sprach sich Fiedler aus, der der Meinung ist, die Maurer Die Versammlung, die sich unter Umständen noch mit dieser geflagten zur Kritik gebrauchten Worte fällt in das Gebiet wären durch die jetzigen Delegirten( zentraler Richtung) nicht Angelegenheit beschäftigen wird, wird durch Annonce und Flug- ber thatsächlichen Feststellungen und ist mit der Revision nicht vertreten, infolge dessen habe man auch nichts zu zahlen. blatt bekannt gemacht werden. anfechtbar. Klebchen behauptete, die Gewerkschaftskommission habe ihre Pflicht in keiner Weise erfüllt und für die Arbeiter bisher nichts geleistet. Wenn der Großinquifitor der Kommission" Maffini habe, man sollte aus den Gewerkschaften die Politit fernhalten, in der letzten Gewerkschaftskommissions- Versammlung verlangt und wenn hierauf fein Widerspruch erhoben worden wäre, so fennzeichne dies die Kommission genügend. Er halte es daher für falsch, sie durch Geldmittel zu unterstüßen oder sich an ihren kennzeichne dies die Kommission genügend. Er halte es daher Arbeiten zu betheiligen. Bla urod und Berndt wünschen = Wenn mit der mit Ein bürgerlicher Berichterstatter erzählt: Einen a II. Sur Illustration der Moral, die in den durch Bildung gemeinen Ausstand der Berliner Schriftgießer und Besiz maßgebenden Gesellschaftsschichten zum theil geübt glauben die Leiter des hiesigen Schriftgießer Vereins in der wird, brachten wir in der Freitagsnummer aus der Volts: nächsten Zeit durchseßen zu können. Am Sonnabend verlangten die Beitung" zwei Gerichtsberichte, von denen der eine, wie wir von Gießer der Wollmer'schen Gießerei in der Friedrich- intereffirter Seite erfahren, an verschiedenen, zur Beurtheilung ftraße 226 für die Folgezeit den achtstündigen Arbeitstag unter des Falles sehr in betracht kommenden Unrichtigkeiten leidet. Ausschluß jeder Ueberstundenarbeit. Für den Fall, daß Es handelt sich um den Fall des Arztes, der nach dauernd oder vorübergehend mehr Arbeit geleistet werden dem Gerichtsbericht die Abfindungssumme von 3000. an dagegen, daß man einen solchen unsolidarischen Standpunkt nicht muß, sollen nicht Ueberstunden gemacht, sondern neue feine frühere Geliebte voll ausgezahlt haben und dann, entgegen Maschinen und beschäftigungslose Arbeiter eingestellt werden. allen Bestimmungen im Bertrage, von dieser arg belästigt sein einnehmen möge. Wenn geglaubt werde, daß die Kommission Der Plan geht jedoch nicht dahin, für die Werkürzung soll. Sieran ist zunächst unrichtig, daß der Arzt die 3000 m. nicht leistungsfähig sei, fo hätte man dies schon seit Jahren der Arbeitszeit etwa einen geringen Ausfall am Lohne voll gezahlt hat; der Herr hat vielmehr den Bestimmungen immiffen müssen und das Bauarbeiter- Kartell nicht auflösen sollen. Anwill im Gegentheil, erfannt müßte aber jedenfalls werden, daß die BerlinerMaurer wieder. hinzunehmen, sondern man wenn Vertrage zum Troß sich nur zur Erstattung einer Rate in Höhe holt von anderen Gewerkschaften materielle Unterstüßung ers die erste Forderung bewilligt ist, nach etwa acht von 500 m bereit finden lassen. Die übrigen Raten, die nach bis 14 Tagen auch noch eine Lohnerhöhung fordern. Die In- den Bestimmungen des Vertrages von Bierteljahr zu Bierteljahr halten haben. Nachdem noch Pfeil, Megte, Beier u. a. haber der Wöllmer'schen Gießerei haben die Forderung, die zufällig sein sollten, ist der Arzt bis heute schuldig geblieben. Die Besuche zu diesen Punkt gesprochen hatten, wurde folgender Antrag nächst gestellt wurde, rundweg abgelehnt. Die Abgewiesenen, bei der Geliebten feien zum Zwecke der Beschwichtigung von dem angenommen:" Die Versammlung beauftragt den Genoffen darunter die Hauptleiter des Vereins, wollen schon in den Rater, an die Gewerkschaftskommission den Antrag zu stellen, die Delegirten der Maurer zu verpflichten, in einer allgemeinen nächsten Tagen eine allgemeine öffentliche Versammlung der öffentlichen Maurer Versammlung Bericht zu erstatten. Schriftgießer Berlins einberufen, um den allgemeinen Ausstand für den Fall beschließen zu lassen, daß die Forderungen auch von scheinen die Delegirten in derselben nicht, so ist deren zu erklären und bei einer ten anderen Gießereien abgelehnt werden. Dem Anscheine event. Neuwahl find sie als Delegirte nicht anzuerkennen." nach hat man durch Offizinversammlungen für diese Rater fritisirte noch, daß bei fleineren Streits von der Bewegung schon vorgearbeitet. Die Kompletgießer, die vor Gewerkschaftskommission Listen gestempelt und allen Gewerkallem in betracht kommen, verdienen jetzt den Monat 200 schaften zugesandt würden. Hierauf wurde der Beschluß erneuert, Gewerkschaftskommission Listen gestempelt und allen Gewerk nur auf Listen für den Generalfonds der Maurer zu sammeln und Unterstützungen aus diesem Fonds zu leisten, Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß sich jetzt die Bahlstelle für den Wedding( Vertrauensmann W. Dams) bei Raabe, Rolberger straße 23, befindet. bis 400 Mark. um Mann noch eine zeitlang fortgesetzt worden, nachdem schon der Vertrag abgeschlossen und nachdem ferner die Verlobung mit seiner jezigen Frau schon gefeiert worden wäre. Die„ Belästi gung", die jetzt die„ Geliebte" begangen haben soll, habe in einem Besuch bestanden, in dem sie Erkundigungen habe einziehen wollen über die angeblichen Folgen eines Liebesverhältnisses, welches der Arzt noch mit dem Dienstmädchen seiner Eltern gehabt habe. Das Mädchen sei später auf Denunziation des Arztes wegen Erpressung zu einer Gefängnißstrafe von 14 Tagen ver urtheilt worden. Gegen die erkannte Haftstrafe habe das Fräulein, um das es sich im Prozeß handle, übrigens Berufung ein gelegt, Termin in der Sache stehe in 8 Tagen an. Mandat als $ Bon Arbeitsverdiensten, wie sie in dieser offenbar aus den interesfirten Unternehmerfreifen stammenden Mittheilung angeführt find, hat man bisher in Berlin noch nichts gehört. Wenn sie wirklich vorfommen sollten, kann es sich nur um Ausnahmefälle handeln, aber auch dann wäre das Vorkommen der angegebenen Verdienste nur Das formalistische Recht, das gegenwärtig besonders vom ein weiterer Beweis dafür, daß die Berliner Schriftgießereibesiger Reichsgericht gesprochen wird, erscheint auch unfern Staats. finanziell durchaus in der Lage sind, den schon aus fanitären erhaltenden bedenklich, wenn es die Heiligkeit des eigenthums Depeschen und lehte Nachrichten. Gründen gerade im lebenverkürzenden Echriftgießergewerbe nicht genügend schüßt. So nehmen ordnungsparteiliche Blätter nöthigen Achtstundentag einzuführen, denn die Unternehmer find Der Arbeitsbursche Ernst Biester hatte ein Spartaffenbuch ge- wird aus London gemeldet: Das Unterhausmitglied John Burns mit tiefem Bedauern von folgendem Gerichtsfall Kenntniß: Frankfurt a. M., 6. Januar.( B. H.) Der„ Franks. 3tg." Die legten, mehr Lohn zu zahlen, als sie bezahlen können, un stohlen, auf dasselbe 100 m. abgehoben und dem Fiesbach 30 M. hat einen Vortrag über die politische Lage gehalten, in dem dabei selbst einen gehörigen Profit zu machen. hiervon abgegeben. Der Hausdiener Fiesbach wurde der Hehlerei er ebenso wie die Daily News" heute zum sofortigen Widerruf Um Irrthümern vorzubeugen sei mitgetheilt, daß der angeklagt und von der dritten Strafkammer am Landgericht I zu des Chatered und zur Sequestration des Landes aufforderte, welches Freien Bereinigung der Bauarbeiter Berlins 1 Woche Gefängniß verurtheilt. Hiergegen legte fein Vertheidiger die Kompany durch Betrug und Täuschung erworben habe. nicht mehr Karl Deredder, Falckensteinstr. 29, sondern Revision ein. Er führte aus, daß das Geld, welches Fiesbach Burns schlug vor, nach Deutschland zu melden, daß die Engländer D3tar Böttcher präsidirt, dessen Wohnung Frankfurter erhalten habe, nicht mittels einer strafbaren Handlung erlangt für die Nationalehre, nicht aber für die Interessen von Spekulanten Allee 137 ist. Wir kommen damit einem Wunsche des Erst- sei, denn Piester labe einen Hundertmarkschein erhalten, den- zu kämpfen bereit seien. genannten nach. selben gewechselt und dann erst dem Fiesbach 30 M. gegeben. Hannover, 6. Januar.( W. Z. B.) Der Redakteur des Eine Holzarbeiter Konferenz für das Gebiet der Das Wechseln eines Geldscheins sei aber teine ftraibare Hand sozialdemokratischen Boltswille", Rauch, ist wegen Beleidigung Provinz Sachsen sowie der Herzogthümer Anhalt und lung, folglich fei, wie das Reichsgericht fonftant angenommen der Staatsanwaltschaft am Landgericht 1 Berlin zu 3 Monaten Ge= Braunschweig fand am 1. Januar in Halberstadt habe, das Geld, das Fiesbach erhalten habe, auch nicht mittels fängniß verurtheilt worden. Der Oberstaatsanwalt Drescher statt. Beschlossen wurde u. a.: Bestehende Lokalorganisationen einer strafbaren Handlung auf ihn übergegangen. Das Reichs: war bei der Verhandlung als Zeuge mit dem Aftenmaterial in find, sobald die Generalfommission der Gewerkschaften Deutsch gericht wies dann auch die Sache an die Borinstanz zurück und Hammerstein anwesend. lands Beiträge von ihnen annimmt, als vollberechtigte Organi- führte aus, daß es, falls das Wechseln des Geldes erwiesen fationen anzuerkennen. Die internationale Verbindung der Holz- werde, ganz gleichgiltig sei, ob der Angeklagte von dem Diebarbeiter ist möglichst zu beschleunigen. Die Vereinigung auer stahl des Buches Kenntniß gehabt habe; denn es liege dann eben Gewerkschaften ist anzuftreben. Reisenden Mitgliedern des Ver- teine Hehlerei vor. Gestern beantragte der Vertheidiger nicht bandes soll während einer Tour nur Reise- Unterstützung gewährt nur die Freisprechung, sondern auch die Uebernahme der Kosten werden. Die Arbeitslosenunterstüßung ist abzulehnen. für die Bertheidigung auf die Staatskaffe, da hier überhaupt teine Anlage hätte erhoben werden dürfen. Der Gerichtshof er fannte nach diesem Antrage, auch wegen der Roften. Wien, 6. Januar.( W. Z. B.) Morgen Vormittag findet eine Besprechung zwischen dem österreichischen und dem ungari schen Finanzminister statt. Den Parlamenten in Wien und Budapest dürfte bereits gegen Mitte des nächsten Monats die Aufforderung zur Wahl einer Regnikolar- Deputation zugehen. Wien, 6. Januar.( W. T. B.) Morgen Vormittag findet Der Kampf gegen das Schwinsystem nimmt, wie man eine Besprechung zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Finanzminister statt. Den Parlamenten in Wien uns schreibt, in Deutschland seinen planmäßigen Fortgang. Allerorts, namentlich dort, wo vorwiegend Ronfettion hergestellt wird, Einer unbegreiflichen Thorheit hat sich der Schneider und Budapest dürfte bereits gegen Mitte des nächsten Monats ist man in reger Agitation begriffen. Ende Januar foll überall Jacob Ohler schuldig gemacht, der sich gestern vor der 3. Straf die Aufforderung zur Wahl einer Regnitolardeputation zugehen. London, 6. Januar.( W. T. B.) Das„ Reuter'sche Bureau" ein Flugblatt verbreitet werden, worin die Zustände in der fammer wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten hatte. Der Konfettions Industrie dargelegt find. Die Auflage beträgt Angeklagte ist, wie der Vorfißende aus den Atten feststellte, meldet aus Durban( Natal): Bei dem bereits gemeldeten Eisenmehrere Millionen Exemplare, da alle Orte, unter dem Sozialistengesetz wegen geheimer Verbindung mit drei bahn- Unglück auf der Natal- Eisenbahn wurden 32 Personen gewo sich organisirte Schneider und Näherinnen befinden, Monaten Gefängniß bestraft worden. Seinem jezigen iogenannten tödtet, darunter siebzehn einer Familie angehörige Personen. an der Verbreitung theilnehmen wollen. Der Vorstand des Vergehen liegt der Anklageschrift zufolge folgender Vorgang zu Fünfzig Personen wurden verlegt, viele davon gefährlich. London, 6. Januar. Dem„ Reuter'schen Bureau wird aus Deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verbandes richtete im grunde: Er trat eines Abends an den vor der Garde- Füsilier- Kaserne Juli vorigen Jahres eine Eingabe an das Reichstanzle.- Amt, ftehenden Wachtposten mit der Frage heran, wohin die Straße Effiamantuma von heute gemeldet, ein Kundschafter habe beworin um eine eingehende Erhebung über die zu führe. Auf den Bescheid, daß man geraden Weges nach der richtet, der Kriegshäuptling der Aschantis, Rotofutu, babe Ru stände in der Konfettions Industrie ersucht wird; Straße Unter den Linden gelange, erfolgte die weitere Frage, ob masst mit Friedensvorschlägen für den englischen Befehlshaber Antwort darauf ist bis heute noch nicht erfolgt. I der Kaiser wohl dort sei. Der Soldat antwortete, daß seines Scott verlassen. " B 3 Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 5. Dienstag, den 7. Januar 1896. 13. Jahrg. Die Arbeiterschaft Leipzigs und das geplante Attentat auf das fächsische Landtags- Wahlrecht. Aus Leipzig wird uns von einem dortigen Parteigenoffen geschrieben: Der Aufforderung des Agitationskomitees folgend, pilgerten froß des Sprühregens am Sonntag, den 5. Januar mittags, Tausende nach Stötterib, um dort in der auf dem Areal der Ullrich'schen Brauerei errichteten Festhalle den Worten unseres greifen Genossen Wilhelm Liebknecht über das beabsichtigte Attentat auf das sächsische Landtags- Wahlrecht zösischen Sozialdemokratie und Perier mußte Anfang 1895 ab- Gendarmerie und der sonstigen Polizei das Volk schon im Sinne zu lauschen. In der 1800 Quadratmeter Bodenfläche umfassenden Halle, aus der fast sämmtliche Tische und Bänke entfernt worden waren, standen Kopf an Kopf gedrängt die Zuhörer, beneidet von den Taufenden, die draußen harrten und keinen Platz mehr in der Halle finden konnten. Es mögen gegen 15 000 per sonen an dieser Versammlung theilgenommen haben, und selbst Liebknecht konnte erklären, daß er noch nie eine der artige Versammlung im geschlossenen Raume gesehen habe. Als Liebknecht die Tribüne um 3 Uhr bestieg, wurde er von brausenden Hochrufen empfangen, und auf mertfam lauschte man seinen Ausführungen, die, wie er begann, eine Fortsetzung der Rede waren, die er vor drei Monaten im Pantheon in Leipzig nicht vollenden konnte, weil ihm der überwachende Beamte das Wort entzog. Damit die Versammlung nicht etwa durch vorzeitigen Schluß resultatlos verlaufe, brachte Redner folgende Resolution zur Abstimmung: " Die heute, am 5. Januar 1896 in der Festhalle in Stötterik tagende Boltsversammlung erklärt: Der schamlose Angriff der liberalen und konservativen Voltsfeinde auf das Landtags- Wahlrecht ist ein schlecht verhüllter Staatsstreich. Tie Versammlung protestirt mit aller Energie gegen den gemeinschädlichen Versuch, dem werkthätigen Volte sein einziges politisches Recht mit frevler Hand zu rauben. Wenn die Umstürzler von oben den Geldfack zum Regulator des sächsischen Wahlrechts erheben, so führen sie damit den ersten offenen Streich gegen das allgemeine gleiche, geheime und direkte Wahlrecht überhaupt, das eine Nothwendigkeit ist für jede öffent liche Körperschaft. 3 Mo unterschiebe man den Arbeitern. Wir hätten die Diktatur schon fönnten eben nicht den Kampf gegen den Kapitalismus bestehen, längst, nämlich die des Geldsacks, der Polizei und des Säbels. Es liegt ebensowenig wie die Wilden mit Pfeil und Bogen den Kampf im Wesen des Kapitalismus, daß er im Befiz der Arbeitsmittel gegen das Achtmillimeter Gewehr. nicht nur zur ausbeutenden, sondern auch zur herrschenden Klasse Das sächsische Wahlrecht stammt im wesentlichen aus dem wird. Die Arbeitsmittel würden in immer weniger Hände ge- Jahre 1848, als in Deutschland sich das Volk nach der Februar bracht und das Bolt werde der Knechtung und Ausbeutung aus- revolution erhob. Als aber 1849 nach dem Dresdener Maiaufstande geliefert. Die herrschenden Klassen suchten ihre Macht mit allen die Reaktion in Sachsen siegte, wurde mit dem Vereinsrecht auch Mitteln aufrecht zu erhalten, wie man in Frankreich gesehen habe. das Wahlrecht aufgehoben und ein Wahlrecht dekretirt, das das Erst versuchte man das im Wege der Gesetzgebung, und Volt von der Wahl ausschloß. Das währte bis zur Beendigung da dies nicht ging, mit der nackten Gewalt. Das Bürgerthum des 1866er Krieges, 100 Bismarck, um feine Pläne wählte zum Bräsidenten Casimir Perier, um die Sozialdemokratie ausführen zu können, das allgemeine Wahlrecht gab. Bismarc zu bekämpfen. Der Kampf mißlang infolge der Taktik der fran- glaubte, daß bei entsprechendem Auftreten der Landräthe, der danken. Der neue Präsident faun den Kampf nicht fortführen, der Regierung wählen werde. Darin hat er sich gewaltig ge weil inzwischen der Sozialismus an Einfluß so gewonnen hat, täuscht. Das allgemeine Wahlrecht ist in der Hand des Volts daß der Kampf aussichtslos ist. Aehnlich mit bezug auf die eine Waffe geworden, um den Feind zu zerschmettern und die Kette reaktionären Bestrebungen steht es in Deutschland. Nachdem zu zerbrechen. Als Bismarck das allgemeine Wahlrecht gegeben die Umsturzvorlage gefallen, suchte man mit dem gemeinen Recht hatte, mußte auch in Sachsen eine Aenderung eintreten. Es tam auszukommen und wollte in den Einzel- Landtagen, um von wenn auch nicht das gleiche allgemeine, so doch direkte Landtags= dort her die schlechten Vereinsgefeze noch zu verschlechtern, um Wahlrecht, das zwar kein allgemeines ist, aber doch genügte, das allgemeine Wahlrecht angreifen, und diesen Angriff um eine Anzahl unserer Genoffen in den Landtag zu bringen. dann auf das Reichstags Wahlrecht auszudehnen. Mit Sie, daß dann 100 000 Wähler aufhören werden, Sozialrecht stellten die Genossen im sächsischen Landtag unserm demokraten zu sein? Mit Blut und Eisen läßt sich ein Programm entsprechend den Antrag auf Einführung des Staatswesen nicht aufrecht erhalten. In England und Ungarn allgemeinen Wahlrechts. Die Antwort war der Beschluß, das errang sich das Volk gegen die Gewalt seine Rechte, jetzige Landtags- Wahlrecht zu verschlechtern. Wie erklärt sich die Gewalt mußte nachgeben. Was wird in Sachsen werden? das? Das allgemeine Reichstags- Wahlrecht zu beseitigen, was Die Reaktion muß auf die Berantwortung, die sie sich man so sehnlichst wünscht, hieße zur Tagesordnung über zwei durch die Beseitigung des Wahlrechts aufladet, aufmerksam Millionen Reichstagswähler übergehen. Der Reichstag werde dieses gemacht werden, daß das Volk, das 25 Jahre das Wahlrecht Wahlrecht nicht beseitigen und ein solches Verlangen zu stellen, gehabt hat, sich nicht mit einem Federstrich dieses Recht rauben würde auch ein kühner Mann sich scheuen. Darum versucht man läßt. Das ist unsere Liebe zum Vaterland, daß wir die Schäden es erst im kleinen und hat als Versuchsfeld Sachsen erforen, um, darin aufdecken und zu bessern suchen. Für die Herren, die ums das sächsische Volt als Vivisektionsthier benutzend, das für Sachsen Vaterlandslosigkeit vorwerfen, für die hat das Baterland Liebesgeltende Wahlrecht zu beseitigen. Wie man das zu begründen gaben in Milliarden, aber was hat das Volk? versucht, ist verfehlt. Unsere Genossen haben im Landtag nur ist sein Recht? Mit dem heutigen Vereins- und Versammlungsrecht Gutes gewirkt. Durch unsere Genossen sind die Lasten nicht ver- fann die Polizei machen was sie will. Die Preßfreiheit mehrt worden und die nothwendige Verwaltung des Landes ist nicht ist so, daß man feine Kritik üben fann, ohne Gefängnißstrafen einen Tag aufgehalten worden. Aber es ist ein frischer Hauch durch sie zu gewärtigen. Nur ein Recht haben wir, das Wahlrecht, hineingekommen. Was früher ein Sumpf war, ist ein Teich ge- alle anderen Rechte" haben für uns nicht den Werth, wie worden, in dem die faulen Karpfen von den Hechten gejagt dieses, und mit ihm können wir alle erobern. Man sagt, wir werden. Durch die Bewegung, die wir hineinbrachten, ist das baben zwei oder drei Millionen Bajonette. Auf Bajonetten läßt Gewässer klar geworden. Früher, als sich die Sozialdemokratie fich aber nicht sitzen. Nimmt man uns das Wahlrecht, so ist nicht an den Landtags- Wahlen betheiligte, wurde ein Landtags- der Staat unser Feind, den wir gezwungen find zu bekämpfen. Abgeordneter mit 20 und 30 Stimmen gewählt, jetzt wählt man Der Staat ist aber nicht das Volt. Das Volt muß daher seine in Maffe. E3 ist denn auch nur der Haß gegen Stimme er heben, die Regierung muß sehen, daß sie die Auf den Schlag der Reaktion der proletarische Gegenschlag, das Wahlrecht, der die Gegner leitet? Man will das Volt Maffen des Voltes gegen sich hat, daß das Volk nicht gewillt ist, die Propaganda in allen Schichten der Bevölkerung, die kalt stumm machen, die Ruhe des Kirchhofs und die des sich das Wahlrecht nehmen zu lassen. Das Bolt muß sich blütige, wuchtige, zielfichere Demonstration der Maffen. Zuchthauses soll herrschen, keiner soll aussprechen können, was organisiren und Protest erheben. Die Sozialdemokratie hat große Dann wird den Herrschenden sinnenfällig flar werden, daß ihm am Herzen liegt. Das Wahlrecht ist aber das wichtigste Recht Fortschritte gemacht, aber sie darf mit keinem Erfolg zufrieden hinter der Sozialdemokratie die Mehrheit der politisch Denkenden des Volkes. Wir stehen in Deutschland am Scheide wege. Man fein, fie muß immer vorwärts schreiten. Es muß die schwarze in Sachsen steht. will uns auf den Weg der gewaltsamen Revolution und der Masse, der dichte Haufen der Ungebildeten gewonnen werden, die Auf die Herrschenden allein fällt die Verantwortung, wird Gewalt drängen. Bismard hat es in seinem Hamburger Blatte der Sozialdemokratie noch fern stehen und jetzt noch vielfach für Die schimpfliche Wahlentrechtung Gesez." mit zynischer Offenbeit erklärt, was wir schon lange wußten: die Reaktion stimmen. Redner schließt mit den Worten: Ich Unter brausendem Jubel erhob sich ein Wald von Händen. man sollte die Sozialdemokratie aufreizen, vor die Acht habe hunderte von Regierungen, Dußende von Liebknecht führte nun unter anderem etwa folgendes aus: millimeter treiben und niederschießen, und die Diktatur Thronen fallen feben, aber noch kein Volt. Bis zum Jahre 1848 feien alle bürgerlichen Parteien freifinnig des Säbels einfegen. Nun, die Sozialdemokratie ist jetzt so start Bölker und Parteien können nur fallen, wenn sie sich selbst aufgewesen. Aus dem ehemaligen dritten Stand der französischen wie nie, wir werden aber nicht tämpfen mit den Waffen, die geben. Also, auf zum Kampf! Und kein Ausruhen, tein Revolution habe sich aber sehr bald neben der Bourgeoisie das uns die Gegner in die Hand drücken wollen, sondern mit unseren af fenstillstand, bis der Sieg errungen ist. Proletariat herausgebildet, in dem sie bald ihren bittersten Feind eigenen Waffen, nämlich denen des Geistes, denen der Agitation. Nach der mit großer Begeisterung aufgenommenen Rede efannte; nach der Junischlacht habe das Bürgerthum mit dem Wir lassen uns nicht provoziren." Es werde deshalb versucht, wurde noch einmal formell über die Resolution abgestimmt und Liberalismus gebrochen und sei in Frankreich unter Bonaparte, die Verfaffung zu ändern; das fei auch eine Revolution und durch Gegenprobe festgestellt, daß die Annahme einstimmig war. in Deutschland unter Bismarck geschlossen gegen das Proletariat zwar eine von oben. Auf diejenigen falle dann die Zur Durchführung einer planmäßigen Agitation und zur Ausaufgetreten. Der Klassenkampf sei bisher noch nicht überall Verantwortung hierfür, die ihn heraufbeschworen haben. arbeitung einer Petition wurde eine fünfgliedrige Kommission in Deutschland flar in Erscheinung getreten, aber in Sachsen habe Der andere Weg sei der der friedlichen Entwickelung. gewählt und die Versammlung mit einem Hoch auf das all. man das Land, wo die Gegenfäße zwischen dem Proletariat und Ihn bahnt das allgemeine Wahlrecht. Der Vorwurf, gemeine gleiche Wahlrecht geschlossen. den übrigen Klassen sich am schärfften herausgebildet hätten und daß wir die Gewalt wollen, sei hinfällig; mer fordere no infolge deffen das Klaffenbewußtsein vollständig zum Durch bruch gekommen sei. In Sachsen hätten sich alle Reaktionäre zu einer Ordnungs" Partei vereinigt und in feinem Lande feien die einstigen Liberalen reaktionärer als in Sachfen. Wie bei der Umsturzvorlage, fo fei auch bei der Verschlechterung des Wahlechtes nicht das Junkerthum, das noch glaube, auf der Etraße mit dem Säbel mit der großen Masse fertig zu werden, sondern das Bürgerthum die treibende Kraft gewesen. Ein Mann, der auch zu den liberalen Parteien gerechnet wird, Herr Єchill, fagte im fächsischen Landtage: Bei dem jetzigen Wahl recht sind wir in der Gefahr, zu der Diktatur des Proletariats zu kommen!" Ein unzutreffenderes Wort als dieses sei nie gebraucht worden, denn gerade das, was die Reaktion wolle, Mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln muß und wird die klaffenbewußte Arbeiterschaft Sachsens die Umtriebe der Wahlrechtsverschlechterer bekämpfen. 23 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Nach allem, was er gehört und herausgefühlt, war er in der That sehr bestürzt, denn die Gerüchte über Gift und Raubmord tamen der Wahrheit immer näher. Seine Lage wurde eine verzweifelt ernste und gefährliche. Obgleich er spät zum Mittagessen tam es schmeckt ihm nicht, er tonnte nur wenig effen. Obgleich er daran gewöhnt war, Mittagsruhe zu halten er fonnte nicht schlafen. Er sann auf Vorsichtsmaßregeln für den Fall, daß die That entdeckt würde. Er erwog es, ob es nicht gerathen wäre, den angeblich vorgekommenen Cholerafall zu benutzen, sein Haus, das doch besinfizirtj werden mußte, zu verlassen, dabei außer Lands zu entfliehen und seine Verpflichtungen mit einem Male von fich abzuschütteln. Doch das ging nicht. Da öffnete fich leise die Thür und herein trat Georgine. Sie hatte von den Marktweibern, die ihr immer Geflügel und Gemüse ins Haus brachten, allerhand anhören müssen. Das wollte sie ihrem Manne in ihrer Besorgniß mittheilen. Bei Tische, in Gegenwart Clotilden's, war fein Wort davon gesprochen worden. Jetzt waren sie allein. " Hast Du denn schon gehört, was sich die Leute auf offenen Markte in die Ohren raunen?" begann Georgine. Ich weiß alles es steht schlecht." - Brambach blickte ängstlich seiner Frau in die umflorten Augen. Dabei fiel ihm auf, daß diese einen neuen Halsschmuck trug, an dem ein Medaillon zu hängen schien, welches unter dem Kleid verborgen war. " Du trägst jetzt eine goldene Rette im Hause?" " Jmmer, Tag und Nacht werde ich sie tragen, es ist ein Amulett daran, sich nur!" Und Georgine griff in ihren Busen und zog ein Meister stück der Goldschmiedekunst hervor. Es war ein Medaillon, bas zeigte auf beiden Seiten Nacht und Morgen" von Thorwaldsen, in getriebenem Golde, mit Edelsteinen besetzt, ausgeführt, eigentlich aber nur die Hülle für ein Flacon bildete. Wozu dies?" Ich habe mich für das äußerste vorbereitet." " Gift? Georgine, sollte es dahin kommen?" Ansellor Wehlan vor der den Straßenkampf, wenn er den Stimmzettel in der Hand habe? Die französischen Genossen hätten auch eingesehen, daß sich ein Aufstand nicht ausführen laffe gegen die Majorität, deshalb be folgten sie die Lattif ber deutschen Sozialdemokratie und kaiserlichen Disziplinarkammer. benutzten die Rechte, die ihnen das Gesetz an die Hand Das Nachspiel zu dem Prozeß Leift findet, nachdem die giebt. Die politische Entwickelung sei durch sei durch die öfono- Angelegenheit mehrfach vertagt worden ist, nunmehr heute, Dienstag, mische Entwickelung bedingt. Ja, wenn man den Kapitalismus vor der kaiserlichen Disziplinarkammer zu Potsdam statt. zurückrevidiren könnte, wenn man wieder Handwerker und Zünfte Auf der Antlagebant erscheint Assessor Wehlan( nicht Wehlau), schaffen könnte, dann wäre es ja möglich, den Niedergang welcher beschuldigt wird, die ihm obliegenden Pflichten als des Handwerks aufzuhalten und einen Bürgerstand zu schaffen. Reichsbeamter verletzt, bezw. durch sein Berhalten der Achtung, Tie Antisemiten und sonstige Schwindler, die den Mittel- die sein Beruf erfordert, sich nicht würdig gezeigt zu haben. stand erhalten wollten, hätten keine Ahnung von der Die gegenwärtige Sache weicht jedoch insofern von der Affäre ökonomischen Entwicklung. Die Handwerker und Kleinbauern Leist ab, als Wehlan nicht eines unzüchtigen Verbrechens be " Früher oder später doch. Ich that das Eine, ich habe auch" den Muth für das andere und bin dadurch ruhiger." Du haft recht. Auch ich werde mir ein BeruhigungsInstrument zulegen." von " " Ich habe auch daran gedacht." Wie?" " Georgine war ebenso neugierig als ehrerbietig ein. getreten. Mit einer tiefen Verbeugung hatte sie sich den beiden Damen vorgestellt und dann gefragt:„ Womit kann ich den gnädigen Frauen dienen?" Die beiden hohen Gestalten hatten sich in ihrer ganzen Länge gezeigt, gnädig genickt, und beim Niedersehen fast " Wenn mein Mittel versagen sollte, so mußt Du mich jedes Stück ihrer kostbaren Garderobe betastet, um es zur meinen Verfolgern befreien, hie mit" Betrachtung zu empfehlen. Was ist das?" " Georgine zog ein Etuis aus ihrer Tasche das eine große Bigarrenspitze zu enthalten schien, in Wahraber einen äußerst feinen doppelläufigen Taschenrevolver barg. heit Gut", sagte Brambach, indem er erst zitternd, dann wohlgefällig das Rabinetstück betrachtete und dann in seine Tasche steckte, nun tomme, was da will. Auch ich bin jetzt ruhiger. Ruhig und dreist wollen wir nun jedem uns gegenüber stellen und gefaßt sein auf alles, was eintreten mag. Da fam mit geheimnißvoller Miene Clotilde, an fündigend: Mama, zwei vornehme Damen find da, sie wollen Dich sprechen." " Geh, Georgine, ich muß ebenfalls fort," sagte Brambach. Wer kann das sein?" fragte Georgine. Abgegeben haben sie diese Karten," sagte Clotilde und las:„ Gräfin Kläry, Vorsitzende des Cäcilien- Vereins. Ehrendame des Verbandes der Samariterinnen. der Samariterinnen. Frau Ely von Bergkuhn, geborene Comtesse Kläry." Gieb mir schnell meinen Sammtfragen," sagte Georgine, das ist eine Bekannte Blanka's." Mit diesen Worten eilte Georgine fort. " Papa, Du gehst doch heute mit mir spazieren?" " Nein, Kind, heute muß ich in den HalbenSechfer- Klub." " 1/26 Der Halbe- Sechser- Klub? Was ist denn das?" " Das ist der Name einer Vereinigung, die jeden Tag Ühr an einem Stammtisch zusammenkommt." " Da begleite ich Dich ein Stüd." Nun, so tomm!" Gräfin Kläry war eine ausgeprägt aristokratische Erscheinung, an der alle Toilettenkünfte vereinigt glänzten. Sie hatte noch jugendliche, aber sehr energische Büge und sah ihrer Tochter sehr ähnlich, nur daß die Mutter schöner als die Tochter war. Die letztere zeigte augenscheinlich, daß unter innerem Rummer ihr Aeußeres leide. Doch wußte Frau von Bergfuhn ihre bleichen Büge burch eine gewinnende Freundlich. keit zu beleben. Die Gräfin Kläry begann nicht ohne ein gewisses Pathos sich ihrer Mission zu entledigen in folgenden Worten: Wir kommen im Auftrage des Cäcilien- Vereins, dessen hohe Protektorin Ihre Majestät die Königin ist. Sie haben gehört, der Zweigverein, der Verband der Samariterinnen zur Pflege und Unterstützung der im Felde verwundeten Krieger hat einen Bazar eröffnet. Der Ertrag desselben soll dazu beitragen, die Wunden zu heilen, welche der italienisch- französische Krieg geschlagen Bur Empfehlung und Darreichung der schönen, reichlich loffenen Gaben bedürfen wir repräsentabler distinguirter Persönlichkeiten, welche durch ihre Erscheinung imponiren und eine gewisse Zugkraft ausüben. Sie sind uns längst bekannt als solche, aber erst durch die heutige Zeitung erfahren wir, daß Sie Frau Kommerzienräthin sind. Wir ersuchen Sie daher, Mitglied des Cäcilien- Vereins zu werden. Vor allem aber richten wir die Bitte an Sie, sich der ehrenvollen Mühe zu unters ziehen, beim Verkauf der Liebesgaben im Bazar mits zuwirken. Durch den Bericht in der Zeitung, welcher den Besuch des Königs in Ihrem Hause verherrlicht, sind Sie im Munde aller, Ihr Name wird heute in der ganzen Residenz genannt, er wird ein gewaltiger Zugpunkt werden und dem Liebeswerke neue Gönner und Gaben zu fennen lernen führen. Jeder wird Sie sehen und Clotilde sprang voraus, um Hut und Mantel zulegen, und war doch mit Brambach zugleich auf Straße. an der wollen. Sie selbst werden zur Unterstützung des schönen, -0 Lokales. als " zur im aber das chuldigt, sondern ihm im Gegentheil von allen Seiten das| 12. November 1860 zu Stotthoff in der Niederlaufis geboren nicht wissen, ob nicht ein großer Theil der vorübergehend" Seugniß ausgestellt wird, daß er in sittlicher Beziehung und evangelischer Ronfession. Er ist Reserve Offizier des Hilfsbedürftigen thatsächlich beinahe ständig" Extra". Unter sich niemals im geringsten vergangen habe. Dagegen wird Leib Grenadier Regiments König Friedrich Wilhelm III. ftübungen erhalten mußte. Affeffor Wehlan beschuldigt, während seiner Thätigkeit Im Jahre 1890 machte Wehlan die große Staatsals Reichsbeamter in Kamerun eine große Anzahl Grausam prüfung. Im Auf die bedürftigen Veteranen von 1870/71 muß ein trat Wehlan Jabre 1891 feiten begangen zu haben. Hilfs Aufruf einen eigenartigen Eindruck machen, der angesichts der Es wird behauptet, daß arbeiter ins Auswärtige Amt ein und wurde von diesem im neuesten Ereignisse in Südafrika von Berliner Geldleuten zc. Wehlan, ber vom Auswärtigen Amt als Attaché des Februar 1892 nach Kamerun gefandt. Am 7. März 1892 traf in der bürgerlichen Bresse veröffentlicht wird. Auf Anregung des Gouverneurs v. Zimmerer nach Kamerun gefandt wurde und als er in Kamerun ein und verblieb daselbst bis zum 12. Auguft 1893. Generalkonsuls der jüdafrikanischen Republik, des Justizraths folcher zum theil den Kanzler Leist, zeitweilig aber auch den Bertheidiger des Angeklagten ist Justizrath Aßmy( Potsdam). Max Winterfeldt hierselbst hat sich nämlich ein Komitee Gouverneur zu vertreten hatte, bei den von ihm geleiteten Ge- Die Staatsanwaltschaft wird, dem Vernehmen nach, wiederum die gebildet, das richtsfizungen nur in brüllendem Tone gesprochen und sich grober Legationsrath Rose vom Auswärtigen Amt vertreten. Den Borsis unterstützung deutschen Herzen" auffordert, der heldenmüthigen Rämpfer Schimpfwörter, wie" Aas"," Hund"," Luder"," Schweinehunde" des Gerichtshofes wird Amtsrichter v. Normann führen. Die Burenlande reichlich Geldmittel zu spenden. Eine u. f. w. bedient habe. Im weiteren wird behauptet: Ein junger Verhandlungen finden im Potsdamer Landgerichtsgebäude und ganze Reihe Standespersonen, Rommerzienräthe, Bankdirek Neger, namens August Bell, Neffe des Ring Bell, war beschuldigt, zwar im Schwurgerichtssaale statt und find öffentlich. Wie vertoren 2c. prangen mit ihrem Namen unter dem Aufruf. Wir eine Uhr gestohlen zu haben. Er wurde vor Wehlan geführt. lautet, wird der Bertheidiger den Antrag stellen, sämmtliche in wünschen den füdafrikanischen Buren gewiß alles Gute Dieser schrie ihn an: Er solle den Diebstahl eingestehen, oder er Kamerun protokollirten Zeugenaussagen, etwa 70 an der Bahl, und einen befomme 50 Hiebe. Bell betheuerte, die Uhr nicht gestohlen zu zu verlesen. Die Verhandlung dürfte infolge deffen geraume Zeit gleichzeitig dünkt uns, vollen Erfolg ihrer gerechten Sache, daß wenn es einmal gelten haben. Sofort ließ ihn Wehlan abführen und ihm 50 Hiebe mit in Anspruch nehmen. und foll, heldenmüthige Rämpfer deren Fas einer Rhinocerospeitsche geben. Als Bell nach dieser Prozedur milien wieder vorgeführt wurde, geftand er, die Uhr gestohlen zu Bit unterstützen, das Hemd eigentlich näher als der Rock und liegt baben. für die gewiß daß es Wehlan verurtheilte ihn darauf zu sechs Jahren Gefängniß, 100 M. Geldstrafe und 15 Hieben am ersten nationalgesinnten Herrschaften im eigenen Lande Sonnabend jeden Monats. Während der Verhandlung Der sozialdemokratische Vertrauensmann für den fünften noch übergenug zu thun giebt. Oder ist den Braven felbst foll Bell außerdem ca. 80 Siebe bekommen haben, Reichstags- Wahlfreis, Jakob Reul, wohnt seit dem 1. Januar vielleicht in dem großen Kriegserinnerungs- Lärm, der seit sieben Monaten von staatserhaltender Seite ausgeht, die einmal, weil er nicht gleich eingestand, und zweitens, weil er bei Barnimstr. 42., der Niederschrift des Protokolls stotterte, als er die verlangten beschämende Thatsache nicht bekannt geworden, daß viele tausende Ueber die städtische Armenpflege liegt jegt der Bericht jener alten deutschen Krieger, die vor 25 Jahren ihr Leben Antworten nachsprechen sollte. In einem anderen Falle soll für 1894/95 vor. Was er bringt, ist nicht geeignet, die Be- für das Reich der Reichen in die Schanze schlagen mußten, eine Negerin ihren Mann wegen schlechter Behandlung verklagt hauptung, daß die Lage der ärmeren Bevölkerung Berlins sich unger und Kummer leiden? Haben sie wirklich haben. Wehlan soll den Mann ohne irgend welche Beweis in den letzten Jahren wieder gebessert habe, zu stärken. nichts vernommen von den Versammlungen, in denen aufnahme zu 50 Sieben verurtheilt und diese Strafe haben sofort Mit Monatsgeld laufend unterstützt wurden durchschnittlich die Beteranen in bitteren Worten ihre Noth flagten, haben vollstrecken laffen. In ähnlicher Weise soll er mit einer großen 24 132 Almofenempfänger, in den Vorjahren( rückwärts bis sie den Aufruf in der Nordeutschen Allgem. 3tg." nicht ge Anzahl anderer Schwarzer, die ihm wegen irgend welcher Ver- 1890/91): 23 062, 21 737, 20 169, 19 087, und 8675 Pflegefinder, lesen, in dem tiefbeschämend traurig, aber wahr gehen vorgeführt wurden, verfahren sein. Seinen Boy, von dem in den Vorjahren: 8654, 8899, 7976, 7751. Auf je 10 000 3ivil- bürgerliche Publikum aufgefordert wurde, die Beträge, die sich er vermuthete, daß er ihm Bigarren gestohlen, soll er auf grund Einwohner tamen 196 Unterstüßte( Almofenempfänger und Pflege- aus der Ablösung der Neujahrskarten ergäben, als Bettel: dieser Vermuthung zu 20 Hieben verurtheilt haben. Außerdem soll finder zusammen), in den Vorjahren: 191, 185, 177, 173. Das pfennige den bedürftigen Kriegern zu ſpenden?! Wehlan, ber bei Bekämpfung des Batoto- Aufstandes die Expedition sieht gewiß nicht wie eine Besserung" aus! Ueber die ständigen Wo so viele bedeutende Namen aus der aristokratischen führte, beim Niederbrennen der Dörfer befohlen haben, einigen alten Almofenempfänger bringt der Bericht noch besondere An- und Finanzwelt zur Unterstüßung der von uns tausende Meilen Weibern die Hälfe abzuschneiden. Gefangene, die Weblan in gaben. Ende März 1895 waren es 24 903( Borjahre: 23 348, entfernten Buren fich zuſammenthun, da sollte man meinen, diesem Feldzuge gemacht, zumeist alte Frauen, Greise und Kinder, follen 22 546, 20 834, 19 610), davon männlich 6374( 251/2 pet.), baß eine hübsche Summe zusammen tommt, mit der im matt, verwundet, halb verschmachtet, zerschlagen und geschunden weiblich 18 529( 741/2 pt.). Von den weiblichen waren eigenen Lande manche Quelle der Unzufriedenheit unter ans Land geschafft und unter Schlägen und Stößen in Stetten ledig 2826, Chefrauen 141, eheverlaffen 686, geschieden 365, ben bis jetzt sogar noch national gesinnten zum Gefängniß geführt worden sein. Drei dieser Gefangenen Wittwen 14 511; Angaben über den Beruf, auch über den des Kriegsveteranen in der Heimath verstopft werden könnte. follen am Fuße des Flaggenmastes unter der wehenden deutschen Mannes, fehlen hier. Bon den männlichen waren 51 frühere Wohlan, mögen die Ordnungsmänner bei dieser Gelegenheit Reichsfahne vor Hunger gestorben sein. Andere der in diesem Beamte oder Lehrer, 46 Künstler, Gelehrte, Literaten, 285 Handel- zeigen, daß sie, wie sie vorgeben, wahrhaft national, wahrBatotofeldzuge Gefangenen sollen tagelang in der glühendsten treibende, 2868 Gewerbetreibende, 3010 Handwerker( bis vor baft patriotisch gesinnt find, mögen sie dafür sorgen, Size auf dem Schiffe an die Reelings derartig festgeschnürt 2 Jahren stand statt" Handwerker" in den Berichten Hand- daß, bevor worden sein, daß in die blutrünstigen und aufgeschwollenen arbeiter", die gesammelten Gelder nach Südafrita warum die Aenderung), 114 ohne Angabe. Ueber gesandt werden, fein Kriegsveteran im eigenen Lande mehr Glieder sich Würmer eingenistet hatten. Als die Gefangenen, das Alter wird gesagt, leider ohne gleichzeitige Unterscheidung der vorhanden ist, der unter des Lebens schlimmer Noth leiden muß. die tagelang keinerlei Labung erhielten, dem Verschmachten nahe Geschlechter: es waren unter 20 Jahre alt 101, 20-40 Jahre 1143, Es mag manchem Staatserhaltenden befremdlich ankommen, waren, sollen sie wie wilde Thiere niedergeschossen worden sein. 40-60 Jahre 5535, 60-100 Jahre 18124. Als Ursache der Be- daß es einzig ein fozialdemokratisches Blatt ist, das Als Wehlan von einem anderen Feldzuge heimkehrte, brachte er dürftigkeit wird, wieder ohne Unterscheidung der Geschlechter, ange die Reichen an eine nationale Pflicht erinnert. Aber was Gefangene nicht Wehlan foll auf Befragen hier geben: hohes Alter( über 65 Jahre) bei 14051, andauernde Krankheit schabet das? Hic rhodos, hic salta! über beim Effen geäußert haben:" Da die Gefangenen oder Siechthum bei 7244, nicht zureichende bezw. mangelnde Erwerbs im deutschen Schutzgebiet doch alle sterben, habe er fie fähigkeit bei 3608. Bis vor zwei Jahren hieß es bei der letzten auf dem Schiff tootschlagen laffen." Ferner foll Wehlan Gruppe nicht zureichender Erwerb oder nicht genügende bezw. bei diefer Gelegenheit erzählt haben: Die Soldaten, mangelnde Erwerbsfähigkeit", worunter vermuthlich vernamentlich einer hätte es famos' raus, den Feinden die Haut standen wurden solche, die wegen eines Gebrechens theilweise über den Schädel zu ziehen. Es würde am Unterkiefer mit dem oder ganz erwerbs un fähig waren, und solche, die zwar geMeffer ein Schnitt gemacht, dann mit den Zähnen angepackt und funde Sinne und Glieder hatten, also erwerbsfähig waren, der ganze Stalp über Geficht und Kopf herübergezogen." In aber zu schlecht bezahlt wurden oder überhaupt keine Arbeit Bittoria foll Wehlan die Schwarzen, darunter auch seinen schwarzen fanden. Leute mit nicht zureichendem Erwerb" troß voller Er Pestalozzi Feier der Arbeiter: Bildungsschule. Wir Dolmetscher mit Fußtritten trattirt haben. In einem anderen werbsfähigkeit scheint es in Berlin jetzt nicht mehr zu geben, machen an dieser Stelle nochmals auf das am nächsten Sonnabend, Feldzug soll Wehlan drei Gefangene der Wolluft seiner Soldaten wenn man nach dem Bericht der Armendirektion urtheilen will. den 11. Januar, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29, stattfindende preisgegeben haben. Diese sollen die drei Gefangenen regelrecht Oder vielleicht werden solche Leute jetzt ausnahmslos nach dem 5. Stiftungsfest der Arbeiter Bildungsschule abgeschlachtet haben. Maschinist Gebhardt von dem Schiff Rezept Wer arbeiten will, findet immer Arbeit" behandelt aufmerksam. Wie bereits mitgetheilt, hat die Arbeiter- BildungsNachtigall" schildert diesen Vorgang folgendermaßen: Die und abgewiesen? Möglich ist auch, daß man sie( in der schule ihr diesmaliges Stiftungsfest mit einer Pestalozzi Schwarzen wurden mit Messern zerschnitten, zerhadt und ver- Annahme, ihre Lage werde sich doch noch bessern) Feier verbunden, um gelegentlich der 150. Wiederkehr des Ge. stümmelt, da Wehlan den Befehl gegeben hatte, die Gewehre sämmtlich in die Reihen derjenigen abgeschoben hat, burtstages Johann Heinrich Pestalozzi's das Andenten dieses beim Tödten nicht zu gebrauchen."-Dem Bernehmen nach wird welche zunächst nur Extra Unterstützungen erhalten. Extra edlen, selbstlosen Borkämpfers für das arbeitende Volk, Wehlan in etwa 70 Fällen beschuldigt, in dieser Weise seine Unterstüßungen, theils für nur vorübergehend Hilfs dieses genialen Sozialforschers, dieses grundlegenden Volkslehrers Befugniffe überschritten bezw. seine Dienstpflicht verlegt zu haben. bedürftige", theils als Bulagen zu ständigem Almosen oder zu ehren. Durch einen Festvortrag über Bestalozzi und Wehlan foll diese Beschuldigungen theils als arg übertrieben, Pflegegeld, wurden 1894/95 in 82 323 Fällen gezahlt, in den feine Bedeutung für die moderne Arbeiterbewegung", durch einen theils als falsch, bezw. entstellt bezeichnen und einwenden: er sei Vorjahren: 78 357, 71 805, 55 998, 43 183; insbesondere für entsprechenden Prolog, sowie besonders durch sorgfältig zubefugt und nach Lage der Dinge auch genöthigt gewesen, bie nur vorübergehend Hilfsbedürftige" in 58 535 Fällen, in den sammengestellte Bebende Bilder", die Züge aus dem Leben Prügelstrafe gegen die Schwarzen in Anwendung zu bringen. Borjahren: 50 342, 50 163, 38 556, 27 351. Die Extra- Unter- und Wirten Bestalozzi's wiedergeben sollen, wird der hoffentlich Die Zahl der Hiebe sei seinem Ermeffen anheimgegeben gewesen, füßungen haben sich, wie man fiebt, feit 1890/91 gewaltig verzahlreich erscheinenden Berliner Arbeiterschaft die Bedeutung da es eine Instruktion hierüber nicht gab. Wehlan, der sich daher mehrt, die für vorübergehend Hilfsbedürftige haben sich sogar Pestalozzi's nach den verschiedensten Seiten hin flargelegt werden. vor eingangs bezeichnetem Disziplinar Gerichtshofe zu verant- mehr als verdoppelt. Beider wird nur die Zahl der Unter- Gin befähigter, jüngerer Musiker hat für die lebenden Bilder eine worten hat, heißt mit Bornamen Alwin Karl. Er ist am ftüßungen, nicht der Unterstützten angegeben. Man kann daher finnentsprechende begleitende Musit tomponirt. Außer milden Zwedes beitragen und Ihre Hingabe für das edle welches für die Stammgäste reservirt blieb. Dort war der Werk wird Ihnen Gelegenheit geben, Ihre Intelligenz, Halbe Sechser- Klub" heute schon um 5 Uhr zum Theil sowie die volle Grazie Ihrer imponirenden Erscheinung zu versammelt. entfalten." = " 3 nationale Gesinnung zu bethätigen im stande find; der Hier mögen die patriotischen Männer zeigen, daß sie eine " innere Feind" in seiner Schalthaftigkeit ist großmüthig und national genug, ihnen einen Hinweis zu geben, wie er selber vielleicht einmal gar mit Erfolg bekämpft werden tann. Also los! Erst Brot für die heimischen Kriegshelden und dann unferetwegen für die afrikanischen Buren! S Dann hielt der Professor als Präses eine kurze Ansprache: Verehrte Stammtisch Genossenschaft! Unser Stammtisch- Kollege, den wir soeben freudig begrüßten, hat Der Kandidat war eben dabei, den Platz und Stuhl, große Verdienste ums Trinken und Kneipen. Er ist KomGeorgine fühlte fich durch den Vortrag der Gräfin an- den Brambach immer inne hatte, zu dekoriren und zu be merzienrath geworden. Lassen Sie uns daher ein folennes genehm berührt und geschmeichelt. Sie erhob beglückt ihr fränzen. Gs galt den am gestrigen Tage so hoch Geehrten Kommerzium feiern, das heißt ein festlich- herrliches TrinkHaupt und erwiderte mit höchfter Liebenswürdigkeit:" Die heute auch an seinem Stammtisch eine Ovation darzu- gelage. Lassen Sie uns auch seine Verdienste als Becher hohe Ehre, einem Kreise edler, wohlthätiger Frauen an- bringen. Der Kandidat, man nannte ihn so, weil er ehren, und besonders das Verdienst, daß er uns Gelegen zugehören, ist für mich sehr schmeichelhaft, ich trete gern schon einmal, wenn auch vergeblich, sein Examen als heit zu diesem Kommers giebt dadurch, daß wir rufen, er als Mitglied bei. Für ein so menschenfreundliches Theologe gemacht, sorgte dafür, daß am Stammtische ein lebe hoch!" Unterstützungswert aber mitzuwirken, das mitzuwirken, das halte ich gewiffer Korpsgeist herrschte. Er stand im 24. Semester, Hierauf wurde angeklungen und alle Gläser geleert. für Freude und Pflicht, und mit Eifer werde wollte immer wieder das Examen machen, tam aber nicht ich ihm meine schwachen Kräfte voll und ganz dazu; die Musik liebte er als Dilettant sehr. Eben widmen und stelle ich mich Ihnen hiermit zur Ber- heftete er auf den Sitz vor Brambach's Stuhle einen fügung. Adlerorden, zum Zeichen, daß der Inhaber des Stuhles ihn Es wird Ihnen nebenbei eine angenehme Unterhaltung befize. bieten," sagte die Gräfin, indem sie sich erhob. Der Hauptmann a. D. Kohl, ein alter, jovialer Herr, Auch Frau von Bergkuhn stand auf und sagte: Im sah ihm mit verschmitztem Lächeln zu. Namen des Cäcilien- Vereins sagen wir Ihnen Dank, daß Der chemische Doktor Prahls, nicht zu verwechseln mit Sie unserem Ansuchen so bereitwillig willfahrtet haben. seinem Nachbar, dem Doktor Mittenentzwei, der seines Wir werden uns nun hoffentlich öfters begegnen." Zeichens Barbier, Friseur, Hühneraugenoperateur, Zahnarzt und Naturheilkundiger war hatte einige Reflektoren angebracht, um der Feierlichkeit durch Lichteffekte noch besonderen Glanz zu verleihen. Die Kunst wurde durch den Maler Lebmann vertreten. Er fügte noch einige Trans parents den Wappen, Fahnen und Emblemen, womit er das Zimmer geschmückt, hinzu. Sie neigte den Kopf und mit ihr faft zugleich auch die Gräfin gnädig, als geruhe die hochgeborene Dame, hiermit die Audienz zu beendigen. Sie rauschte voraus der Thür zu. Clotilde kam eben zurüd, Beim Abschiede und Geleite, wobei Georgine sich sehr unterthänig zeigte, flüsterte die Gräfin ihr noch leise zu: Das war doch Ihre Tochter?" " Ja." So. Der Bürstenbinder, Obermeister Zapf, sorgte für die politischen Neuigkeiten. Ophelia, die blonde Kellnerin tam und setzte an ftelle jedes leeren Glases ein volles. Nun begann der Kandidat Schulze als wohlerprobtes, echtes Kneipgenie die Resultate seiner langjährigen Studien in der Kneipwissenschaft zu entwickeln. Es war ein Lobs gesang auf die Bechertugenden. Es war das hohe Lied vom Trinken, welches er folgendermaßen zu Gehör brachte: Es ist nicht genug, daß man die Bechertugenden fennt und übt, man muß sie auch an Anderen zu würdigen wissen und anerkennen. Der echte gerechte Becher tann trinken früh und spät, zu jeder Zeit, und diese Tugend besigt unser Brambach. Der echte gerechte Becher ist gesellig. Er sucht und leistet Gesellschaft. Er verleitet teinen zum frühen Nachhausegehen. Er sucht seine Ehre darin, der letzte zu sein und diese Tugend besitzt unser Brambach. Der echte tluge Becher trinkt mit Maßen und an vers schiedenen Orten am Tage, er versäumt nie das öftere gute Essen und die Bewegung, um am Abend mit Durst Da war auch der Direktor Speier, eine hagere Gestalt, und zu einer längeren Sigung gerüstet zu sein. Wenn Erfüllen Sie unsere Erwartungen und lassen man nannte ihn auch das lange Laster", der durch heitere der gewöhnliche Mensch schon zeitig höchstens um Sie Ihrer Bereitwilligkeit die gleiche Ausdauer folgen."- Gedichte die Stammgäfte unterhielt. zehn Uhr fich zu Bette legt, so weiß der verständige Sie ging dann ohne sich umzusehen, und ihre Tochter Der Senior und die Seele des Kneiptisches war aber Becher, daß um diese Zeit erst die Lebensgeifter neu era folgte ihr. der alte Professor Buchel. Sein ungeheurer Bierbauch war wachen. Erst um Mitternacht wird die Phantasie am ein sprechender Repräsentant, sowohl des guten Stoffes wie lebendigsten und die großen Gedanken kommen. Darum guten Durstes am Stammtische. Begabt mit großem Wissen sammelt der kluge Becher Lokaltenntnisse, um, wenn es noch auf allen Gebieten, hatte er jetzt hier seinen Hörsaal auf zu früh, wenn sein Geist noch nicht genug angeregt ist, geschlagen und fand immer andächtige Buhörer. sobald die große Frage an ihn herantritt: Wo gehen wir nun hin zu wissen, wo ihm noch eine Thür geöffnet, ein Nachttrunk gereicht wird. Alle diese Tugenden besitzt unser Brambach. Der echte wahre Becher ist immer fröhlich, er bringt und verträgt gern einen Scherz. Nur der Fröhliche genießt das Leben, nur unter Fröhlichen lebt man auf und vergißt die kleinen Leiden des Daseins. Der Becher weiß, die Fröhlichkeit befördert seine Verdauung. Der echte Becher hält endlich treu zu seinem Stammtisch, er hält aus bis spät und ermuntert durch sein Beispiel andere zum Trinken. Und diese Tugend ist es besonders, welche wir an unseren Brambach preisen wollen durch ein träftiges: Hoch soll er leben!" ( Fortsetzung folgt.) Georgine sah ihnen nach mit stummem Nachdenken. Sie schien fich nicht recht klar zu sein, was dieser Besuch zu bedeuten habe. Worauf lief das Ganze hinaus? War es eine Falle? War es ein Vorspiel? Sollte sie ausgestellt werden zum Anschauen als eine Berüchtigte? Die legten Worte der Gräfin, welche allerdings nichts unternahm, ohne dabei ihre eigenen Interessen zu verfolgen, ließen darauf schließen, daß Georgine zu weiteren Plänen der Gräfin gebraucht werden sollte. " Georgine gelobte sich Borsicht, triumphirte aber doch im Stillen über diese Errungenschaft. Wenn Ihr wüßtet" murmelte sie vor sich hin: Doch so geht es in der Welt. Ist man zu Rang und Reichthum nur gekommen, wird man gesucht und allwärts aufgenommen." 19. Da trat die Kellnerin Ophelia, wie sie genannt wurde, ein und meldete:" Herr Brambach kommt." Der Kandidat setzte sich an das Pianino und prälu ludirte aus dem Propheten den Krönungsmarsch. Brambach trat ein. Alle erhoben sich und jeder Einzelne begrüßte ihn feier lich und herzlich. Die reinste Jronie des Schicksals. Brambach begrüßte dann auch den Kandidaten und die Dhren betäubenden Klänge schwiegen. Der Kandidat Schulze geleitete dann den Jubilar nach feinem Ehrenfige, trant als Willkommsschluck tommentmäßig Im Hotel zum Weißen Roß" war zugleich eine große einen Halben" in die Welt und jeder der Anwesenden folgte Bier und Weinstube. An diese grenzte ein Separatzimmer, I ihm nach. Jeder leerte ein halbes Glas Bier. dem ist für ein reichhaltiges ber Wetter Prognose für Dienstag, 7. Januar 1896. Ziemlich trübes, nebeliges Wetter mit schwachen nordwests lichen Winden ohne erhebliche Niederschläge und ohne wesentliche Wärmeänderung. Berliner Wetterbureau. reichhaltiges und gediegenes Botal Einem Untersuchungsgefangenen, dem Arbeiter Schanze, Tonzert, ausgeführt von der ,, typographia, Ge- gelang es gestern Morgen, aus dem Kriminalgerichtsgebäude zu fangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer", sowie für entfliehen. Schanze war nebst zwei anderen Gefangenen aus dem Instrumentalmufit seitens der Freien Vereinigung der Zivil- Untersuchungsgefängnisse vorgeführt worden, um vom SchöffenBerufsmusiker" gesorgt. Mit Rücksicht daranf, daß einmal die gericht wegen Sachbeschädigung abgeurtheilt zu werden. Er beVeranstaltungen der bürgerlichen Kreise zur Ehrung Postalozzi's fand sich aber wegen anderer, schwererer Strafthaten in Haft. nicht für die breite Masse des eigentlichen Bolles berechnet sind, Während die Gerichtsdiener mit der Herbeischaffung der daß ferner aber gerade ein Mann wie Pestalozzi nur durch Atten für die Sitzungen สิน thun hatten und das Volk im engsten Sinne und das heißt heutigen Flur von Personen angefüllt war, wurde plöglich Tags: durch die klaffenbewußte Arbeiterschaft in seiner ganzen heftig von innen gegen die Bellenthür gestoßen, daß das außer Tiefe gewürdigt werden kann, wird unser Appel an die Berliner halb angebrachte Rastenschloß gelöst wurde und die Thür auf- in der Köpnickerstraße, arbeiteten mit Leinen und Hafen 3/4 Stunden Arbeiter behuss zahlreichen Befnchs der Pestalozzifeier fein ver- sprang. Schanze trat hinaus und bevor die auf dem Flur zu geblicher sein! Der Vorstand der Arbeiter- Bildungsschule. nächst Stehenden die Situation begriffen hatten, war er in der bemerkt die Straße zu erreichen. Bei den Gerichtsbeamten war Menschenmenge verschwunden. Er muß verstanden haben, undie Ansicht vorherrschend, daß Helfershelfer die Schrauben des Schlosses gelöst haben. Im Passagepanoptikum findet die Gröffnung des neuen Zirkus Benoit- Ahlers nunmehr endgiltig am Mittwoch statt. 00 ftunde die Feuerwehr mit der Rettung eines Pferdes. Ein Eine schwere Arbeit hatte am Sonntag in später Abend. Pferd des Fuhrherrn Krause aus der Staligerstraße 78 fiel um Stunde die Feuerwehr mit der Rettung eines Pferdes. Ein 10%/ 4 Uhr, als man es über den Hof in den Stall führen wollte, feuermann und 10 Leute der Feuerwehr, von der 2. Kompagnie durch den Bohlenbelag hindurch in die Düngergrube. Ein Oberfeuermann und 10 Leute der Feuerwehr, von der 2. Kompagnie lang, bis sie das auf dem Rücken in der tiefen Grube liegende Thier gerettet hatten. " Kunft und Wissenschaft. Statistik des Weihnachtsverkehrs auf der Reichspoft. Es find in Berlin während der Weihnachtswoche 1895 ans Opernhaus und Schauspielhaus find am Sonntag und gekommen: 556 683 Packete, um 29 361 Stück mehr als im Aus hiefigen Zuderwaaren Handlungen und Spiel gestern geschlossen gewesen und bleiben auch heute noch geschlossen. Jahre 1894. In Berlin wurden aufgegeben: 936 690 Packete, waaren- Geschäften sind auch diesmal in der Adventszeit durch Begründet wird diese Maßregel mit dem am Sonnabend Abend um 58 144 Stück mehr als im Jahr 1894. An der Bewältigung die Polizei Proben der feilgebotenen Waaren zur Untersuchung erfolgten Ableben des 75 Jahre alt gewordenen Prinzen Alexander um 58 144 Stück mehr als im Jahr 1894. An der Bewältigung der an ihnen verwendeten Farben und ihrer sonstigen Beschaffen von Preußen. diefes kolossalen Verkehrs arbeiteten: 12 821 Beamte, UnterJm Schiller- Theater kommt heute beamte und Hilfsmannschaften, darunter 1002 Unteroffiziere und 20 Spielwaaren- Geschäften vorgelegt waren, 15, von 114 Broben, als Ratharina und Herrn Batry als Betruchio zur erstmaligen Aufbeit entnommen worden. Hierbei sind von 43 Proben, die aus Der Widerspenstigen 3ähmung" mit Fräulein Pauly Mannschaften der Garnison. Täglich arbeiteten im Dienste der Post 1812 Pferde. Ebenso gewaltig war das Arbeitsquantum, die aus Konditoreien u. f. w. entnommen waren, 11 beanstandet. führung. Weitere Hauptrollen liegen in den Händen der Damen welches der Neujahrstag der Post brachte. Die Zahl der in Hervorzuheben ist, daß in erfreulichem Gegensaße zum Jahre 1894 Staufenberg, Meyer, Wanowius und der Herren Schmasow, Berlin aufgelieferten und bestellten Stadtbriefe betrug die Verwendung von Arsenfarben, besonders Schweinfurter Grün, Laurence, Winterstein, Bahlau, Walden, Pauly und Reimann. 3 229 900 Stück, was eine Steigerung von 107 469 Stück gegen aber nach wie vor beim Ankauf von Tusch tasten, besonders Froböse und Steinecke. in feinem Falle festgestellt worden ist. Die größte Vorsicht ist Die Rollen des Lord und Schlau im Vorspiel spielen die Herren den Jahreswechsel 1894/95 bedeutet. Ohnet's Hüttenbefizer" geht heute der billigen, lediglich zum Spielzeug für Kinder bestimmten, zu im National Theater in Szene; hierauf gelangt, 3fcheuß, empfehlen. das Waldmädchen" zur Aufführung. Morgen absolvirt Herr Paul Berthold ein Gastspiel als„ Egmont" in Goethe's gleich namigem Schauspiel. kommen die acht Angestellten nicht, weil unser Artikel etwa Trob Gerichts- Beitung. Auf ein betrübendes Nachtbild im sozialen Leben läßt eine Bufchrift schließen, die uns acht Herren zusenden, welche in der Bade- Anstalt des Vereins der Wasserfreunde an Ein Opfer feines Berufes ist der 68jährige Former Ernst gestellt sind. Wir wollen Rücksicht üben und ihren Namen nicht geworden, der feit 44 Jahren in einer und derfelben MetallEr litt der Deffentlichkeit preisgeben, denn sie wissen augenscheinlich fnopffabrit im Zentrum der Stadt beschäftigt war. nicht den Grad ihrer Berfündigung zu beurtheilen. Auf unsere Ostern vorigen Jahres in ärztlicher Behandlung. feit langer Zeit an einer Bleiweißvergiftung und war feit Mittheilung, daß die Direktion den in betracht kommenden AnDie Wiener ,, Glühlichter" vor einem Berliner gestellten das Gehalt entzogen und fie gänzlich auf die Bettel- feines Leidens, das ihn hochgradig nervös machte, arbeitete er noch von Zeit zu Zeit in seiner Fabrik. Sein Gericht! Ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung, groschen angewiesen habe, die ihnen das badende Publikum zu Körperzustand machte ihn aber von Tag zu Tag schwermüthiger, welches die 1. Straffammer hiesigen Landgerichts I gestern bea werfen soll, entgegnen die Herren, daß ihr Herr Direktor in jeder Beziehung das Wohl seiner Angestellten im Auge habe und so daß er schließlich die Lust am Leben ganz verlor. Am Sonn- schäftigte, richtete sich gegen die in Wien erscheinende Zeitschrift tag verließ er seine Wohnung unter dem Vorgeben, daß er den Glüblichter", unser bekanntes parteigenössisches Wigblatt. Es Daß sie empört über den Artikel vom Freitag seien; Abort aufsuchen wolle, heimlich hatte er aber auch den Boden- handelte sich um zwei Nummern dieser Zeitschrift, in welchen sie wünschten, daß der Herr Direktor ihnen noch lange fchlüffel mitgenommen. Als er auffallend lange wegblieb, suchte Beleidigungen der Person des deutschen Kaisers enthalten fein erhalten bleiben möge! Man beachte, zu dieser Lobeshymne ihn einer seiner erwachsenen Söhne und fand ihn schließlich auf sollen. Der Gerichtshof erkannte auf Einziehung und Verunwahr ist und weil das Personal nach wie vor sein Gehalt dem Boden an einem Ballen hängend als Leiche auf. Der nichtung der betreffenden beiden Nummern, soweit sie im bezieht. Bewahre! Unsere Darstellung ist bis aufs Tipfelchen Mann hatte die Bodenthür von innen verschlossen, so daß man Deutschen Reiche vertrieben werden. überm i richtig und zur Entschuldigung- pardon- zum Lobe sie mit Gewalt hatte öffnen müffen. Ein unglücklicher Zufall, der ein Menschenleben gekostet des Direktors führen die Herren nichts an als den Umstand, hat, bildete die Grundlage einer Anklage wegen fahrlässiger daß es noch andere Bade- Anstalten gebe, in denen fein Gehalt zu Spandau verübt worden. Ein großer Einbruchsdiebstahl ist in der Geschüßgießerei Tödtung, die gestern vor der dritten Straftammer des LandAls am Sonnabend Morgen das gezahlt werde und daß in einem solchen Inftitut fogar die Kaffengewölbe nachgesehen wurde, stellte sich heraus, daß ins- gerichts I verhandelt wurde. Der Angeklagte, Musiker Hermann Scheuerfrauen von den Bademeiſtern bezahlt werden müßten. daß ins.& emte befand sich eines Abends mit mehreren Kollegen, Auch zu der Aufhebung der Kündigungssicherheit habe sich der und die Nummern sind öffentlich noch nicht bekannt gegeben. mit denen er bei einer Festlichkeit aufgespielt hatte, Herr Direktor nur mit schwerem Herzen entschließen können. Die Thür des dem Uecker'schen Schantlotale. Mit dem ihm bes Die flaffenbewußte Arbeiterschaft sieht an diesem Beispiel gewaltsamen Deffnung, Die Thür des Gewölbes zeigt feinerlei Spuren einer sonders befreundeten Musiker Krumm begann er eine der Deffnung, fie ist allem Anscheine nach wiederum, wieviel noch an mancher Stelle zu thun ist, um den mit einem Nachschlüssel geöffnet worden. üblichen Wirthshaus- Hänseleien, bei welcher beide Theile Die Zeit, wann Ausgebeuteten den Rücken steif zu machen. Gleichzeitig aber ber Diebstahl ausgeführt ist, in scherzhafter Weise spige Bemerkungen austauschten. läßt sich nach den bissieht das Publikum im allgemeinen an diesem Beispiel, wie verherigen Ermittelungen noch nicht genau angeben. Die Span- Als die Rede auf die Ehefrauen kam, wurde die Situation plößderblich das Trinkgelderunwesen auf diejenigen wirkt, die bauer Polizei hat sofort die Nachforschungen nach dem Thäterlich unangenehm. Eine Schrauberei des Krumm beantwortete gezwungen sind, sich von den Gnadengroschen des Publikums zu und den entwendeten Papieren eingeleitet, doch ist bisher ein ernähren. Brausewetter soll sich nicht, wie fürzlich gemeldet wurde, in der Maison de santé zu Schöneberg befinden, sondern in der Nervenbeilanstalt des Dr. Gnauck zu Pankow, in der er anfänglich nicht bleiben wollte. Anhalt gegen eine bestimmte Person noch nicht gewonnen. Die gestohlene Kaffe enthielt, wie verlautet, für 58 000 m. Depot scheine, 12 000 m. in Papiergeld, 800 m. in Gold, 500 in einen Beutel verpackte Thaler- und 600 lose Thalerstücke. " Wie die Spandauer Korr." meldet, war zu derselben Zeit, als die Kasse bestohlen wurde, in der Artilleriewerkstatt ein Von einem überaus traurigen Familiendrama wird uns Brand zum Ausbruch gekommen, der das Mächterpersonal vollaus dem Nordosten der Stadt berichtet. Seit dem 1. Oktober d. J. ständig in Anspruch nahm. Der Brand wird mit dem Diebstahl hat der nahezu 41 Jahre alte Rolltutscher Kart Baste mit seiner in Zusammenhang gebracht. Der gestohlene Kasten wurde später 31 Jahre alten Chefrau Wilhelmine, geborenen Janowski aus nahe dem Fabrikgrundstück vorgefunden; darin lagen noch Marienwerder und den Kindern Edmund, Jahre alt, sämmtliche Depositenscheine und ein Fünfzigpfennigftück, das Hedwig, nahezu 5 Jahre alt, und 17 Monate alten übrige Geld fehlte. Der Kasten ist so schwer, daß ihn Helene eine aus Stube und Rüche bestehende Wohnung im Mann tragen müssen. zweiten Stock des linken Seitenflügels auf dem Grundstück er zwei zu Angeklagte in einer Weise, die dieser sehr übel nahm. der Angeklagte in einer Weise, die dieser sehr übel nahm. Krumm holte mit der Hand aus, um nach seinem Freund zu Krumm holte mit der Hand aus, um nach seinem Freund zu schlagen und dieser suchte sich durch Borhalten seines Schirmes Dabei gerieth die Spiße des Schirmes in zu schüßen. Krumm's Auge, dieser fiel mit lautem Aufschrei Boden und mußte fofort ins Krankenhaus geschafft werden. Dort ist er am nächsten Tage infolge Don Bluterguß ins Gehirn gestorben, nachdem der Angeklagte ihn im Krankenhause besucht und tief betrübt von ihm Abschied ge= nommen hatte. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Getödtete ein viel größerer und träftigerer Mann war, als der Angeklagte ein viel größerer und kräftigerer Mann war, als der Angeklagte und dieser in der Bestürzung über den ihm zugedachten Schlag und dieser in der Bestürzung über den ihm zugedachten Schlag den Schirm erhoben hatte, ohne- wie ursprünglich angenommen planmäßig nach dem Kopfe des Krumm zu stoßen. Der Staatsanwalt beantragte selbst die Freisprechung des Angeklagten, da hier ein bedauernsiverther, unglücklicher Zufall vor liege. Der Gerichtshof war derselben Ansicht und sprach den ngeklagten frei. wurde der Vermischkes. Wen Elisabethstraße 45 inne. Die Familie wohnte vorher in der Die von einigen Zeitungen gebrachte Nachricht von der Barnimstraße 38. Der Mann ist seit Jahren bei einer Spedi- Ermittelung des Mörders der vor einer Reihe von Jahren tionsfirma beschäftigt, und wird als sehr nüchtern und ordent- im Thiergarten erschossenen Bosschaffnersfrau Wende bestätigt lich geschildert. Seinen Arbeitsverdienst und den größten Theil fich nicht. Die Entstehung der Nachricht ist auf einen Spitzbubenfeiner Trinkgelder lieferte er an die Ehefrau ab, so daß ftreich zurückzuführen. Der Dratbzieher Goldbach aus Freidie Familie in einigermaßen ausfömmlichen Verhält berg i. S., der sich bei der Polizei in Weimar als Mörder der nissen lebte. Frau Baste hielt ihr Hauswesen gut Frau Wende vorgestellt hat, hat lediglich der Polizei ein In Elberfeld tödtete der 40jährige Maurer Buda seine in Ordnung und lebte auch mit dem Mann in hübschem Schnippchen geschlagen. Es hätte schon in Weimar auffallen 18jährige Adoptivtochter und verlegte seine Frau lebensgefährlich Einvernehmen. Seit einiger Zeit kehrte die Frau eine eigen müssen, daß Goldbach bei seiner ersten Vernehmung angab, daß Beilhiebe. Der Mörder ist geflohen. Das Motiv soll in einem artige Seite ihrem Manne gegenüber heraus: er sollte sein Früher die Frau Wende im Thiergarten erstochen habe, während versuchten Sittlichkeitsattentat liegen. stück auf dem Rollwagen verzehren, teine wirthschaft betreten, dieselbe thatsächlich erschossen worden ist. Goldbach wurde Aus Weißenfels wird vom Montag berichtet: Im Hafen. ja er war feiner Frau, wenn er spät abends ermüdet nach voll- nach Berlin überführt, versicherte aber schon unterwegs schacht einer Fabrit zerstörte eine Feuersbrunst den Förder brachter Tagesarbeit heimkehrte, nicht zärtlich genug. Frau seinem Transporteur, daß gar fein Mörder fei, thurm, wobei diefer in den Schacht hineinstürzte. Der MaterialBaste dachte sich die Ehe bezüglich er vielmehr nur der äußerlichen daß eine Spazierfahrt nach Berlin schaden ist bedeutend. Aufmerksamkeiten als eine Fortsetzung des Brautstandes. mache. Als er hier antam und nach seiner Einlieferung in das Eisenbahn- Unfälle. Unweit des Bahnhofes Gnesen ist Der Mann führte solche mit dem Ernst des Lebens nicht Moabiter Untersuchungsgefängniß zum erstenmale vernommen am Montag der von Thorn tommende Schnellzug mit Die immer zu vereinbarenden Ansichten der Frau auf Eifersucht wurde, gab er an, daß an seiner Selbstbezichtigung kein wahres dem Posener gemischten Zuge zusammengestoßen. zurück, ohne aber der Sache eine tiefere Bedeutung beizulegen. Wort fei. Er habe die Frau Wende nicht gekannt, er sei über Bokomotiven der beiden Büge wurden beschädigt, der GepäckDen übrigen Hausbewohnern war die Familie Baste noch nicht haupt früher nicht in Berlin gewesen, von dem Morde habe er wagen des Posener Zuges zertrümmert, drei darin befindliche näher bekannt; nur der Verwalter Wannemacher hatte die Frau nur in den Zeitungen gelesen. Er habe jetzt aber gern nach Jagdhunde getödtet. Der Führer des Pofener Buges sprang in der letzten Zeit von einer sonderbaren Seite fennen gelernt. Berlin gewollt, jedoch fein Seifegeld gehabt und habe gedacht, von Maschine und verlegte sich erheblich. Sie hatte von ihm wiederholt die Aufhebung des auf ein Jahr auf die leichteste Art nach Berlin zu kommen, wenn er sich eines die Schuld an dem Unfall trifft, konnte bisher nicht gefchloffenen Miethsvertrages verlangt, weil unter ihr zwei Berbrechens bezichtige, Die Untersuchung wegen des Mordes ermittelt werden. Aus Passau wird berichtet: Amtlich Verkäuferinnen wohnten, bei denen es Abends nach Schluß ist infolge dieser Aufklärung sofort eingestellt, Goldbach befindet wird bekannt gemacht: Gestern ist unmittelbar vor der Ausfahrt Des Geschäfts oft sehr luftig hergehe, das tönne fich aber noch in Untersuchungshaft, weil erst darüber zu befinden des Expreßzuges Nr. 53 Oftende Wien auf dem hiesigen Bahnfie nicht leiden. Als Frau Baste auch am Freitag ist, ob der Gefangene sich unbestraft eine Dupirung der Behörden hofe der Hauptluftbehälter der Maschine geriffen. Ein Eisenbahnwieder mit Klagen erschien, behielt der Verwalter den Mieths- erlauben durfte. Bediensteter wurde getödtet, ein Heizer verlegt. vertrag in seiner Wohnung, um die Frau loszuwerden. Bei In der Nähe von Malmö im Orte Aslöf ist die ZuckerFaft vollständig ausgeraubt wurde in der Nacht von diefer Gelegenheit fiel ihm ber ftiere, faft unheimliche Blick der Sonntag zu Montag die in der Invalidenstraße 156 belegene fabrit in der Nacht zum Montag abgebrannt. Beträchtliche Frau auf. Ohne daß inzwischen etwas Besonderes in der Baske- Handschuh- und Schirmhandlung von Becker u. Franke. Die Mengen Zucker wurden durch das Feuer vernichtet; der Gesammt= schen Wohnung bemerkt worden war, kehrte der Ehemann am Diebe hatten sich mittels Nachschlüssels vom Hofe aus Zugang Schaden wird auf 2 Millionen Kronen geschätzt. Der Brand war Sonnabend Abend um 94 Uhr heim. Kaum hatte er aber die zum Geschäftslokal verschafft und dort den größten Theil des in der Raffinerie zum Ausbruch gekommen, Rüche betreten, als er in der größten Bestürzung den ihm auf werthvollen Waarenlagers in Rolli zusammengepackt, um dann meldet aus Durban( Natal) unter dem 31. Dezember: Der am Eisenbahnunglück in Südafrika. Das Reuter'sche Bureau zu Hilfe rief. Er hatte die beiden Kinder Edmund und Hedwig größtentheils den Stempel der Firma, so daß eine Verschärfung Passagieren vollbesette Poftzug stürzte bei einer scharfen Biegung demselben Stockwerk gegenüber wohnenden Obsthändler Noack das Weite zu suchen. Die gestohlenen Waaren tragen jedoch meldet aus Durban( Natal) unter dem 31. Dezember: Der am 30. Dezember abends von Johannesburg abgegangene, mit in einem Bett in der Küche angetroffen vor dem Lager der Gegenstände den Einbrechern schwerfallen dürfte. seine Frau, die dem kleinen Mädchen beim Erbrechen den zwischen Dannhausen und Glencoe auf der Natal- Eisenbahn um. Ropf hielt, ihren Mann einen Augenblick anstarrte und dann be- Ranbanfall. Der 69 Jahre alte Schriftfeher Zauner ist mehrere Wagen wurden völlig zerstört. 13 Zobte wurden wußtlos auf einen Stuhl fant. Der nun benachrichtigte Haus- von Strolchen überfallen worden, als er in der Nacht zum geborgen, 10 blieben unter den Trümmern; 23 Personen find verwalter ließ den Kindern sofort Milch einflößen, der Mutter Sonntag die Hausthür seiner in der Prinzenftr. 18 belegenen schwer verletzt. fonnte man indeß von der warmen Flüssigkeit nichts beibringen. Wohnung aufgefchloffen hatte. Es gelang aber den herbei Sofort erschien auch der Reviervorstand Polizeilieutenant Bogel, eilenden Leuten, einen der Räuber, den wohnungslosen„ Arbeiter" auf dessen Veranlassung ein Arzt gerufen wurde. Dieser stellte Otto Schmidt festzunehmen. fest, daß die Mutter den Kindern vorher Karbolsäure verabreicht und dann selbst von dem Gift getrunken hatte, pumpte die Magen aus und ließ Mutter und Kinder in einem Wagen nach einem Krankenhause bringen. Das jüngste Kind Helene war unversehrt geblieben; . Witterungsübersicht vom 6. Januar 1896. Swinemünde Hamburg Berlin Barometer stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung NW 778 779 778 NNW WNW 778 Still 777 Still 776 NW SW vielleicht war der Mann zu früh nach Hause gekommen. Im Stationen. Krankenhause waren alle brei Personen am Sonntag Mittag noch am Leben. Frau Baste und Hedwig liegen schwer darnieder; Edmund, der anscheinend am wenigsten von der Flüssigkeit geschluckt hat, scheint schon nach den jetzigen Ausfichten mit dem Leben davonzukommen. Frau Baste hatte vor Ausführung der schauerlichen That eine für ihren Mann bestimmte Karte geschrieben, auf der fie Abschied nimmt und bittet, Wiesbaden. man möge ihr im Tode das schwarze Kleid anziehen. Der troftTofe Mann hat sein jüngstes Rind am Sonntag Morgen zu Ver wandten nach dem Plan- Ufer in Pflege gebracht. Der Grund 762 Haparanda. zu dem Verbrechen scheint in geistiger Gestörtheit, hervorgerufen Betersburg. durch unbegründete Eifersucht, zu liegen. Frau Baste wird als Cort Polizeigefangene betrachtet. Neuere Nachrichten schildern den Aberdeen. Bustand der offenbar geistesgestörten Mutter als sehr bedenklich, Baris. wogegen die armen Kinder außer Gefahr sein sollen. München Wien. 769 778 778 777 G Windstärke N2222211 N( Stala 1-12) Wetter Temperatur nach Celsius von der Wiener Wochenschrift ,, Die Beit" ist soeben das 66. Seft erschienen. Eingelaufene Druckschriften. Aus dem Inhalt beffelben heben wir hervor: Antonome Statthalter. Bon R. Woran erkennt man den deutschen Patrioten? Von Karl Jentsch. Die Bilanz des Ministeriums Crispi. Von-r-. Stepniat's Leichenfeier. Bon- s.- Sozialer bealismus. Bon Profeffor Werner Sombart. Aus der Frohnfefte in Dresden. Ungedruckte Briefe von Ferdinand Nürnberger. Soziale Pädagogit. Bon Professor Theobald Biegler. Die czechische Décadence. Von F. B. Krejci. Der tleine Lord. Bon Hermann Bahr.. Die Woche. Bücher. Revue der Revuen. Eine griechische Geschichte. Von G. Christomanos. Neue Revue". Die Wochenschrift für Politit, Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben Neue Revue" veröffentlicht in Seft Nr. 1( 7. Jahrgang) vom 1. Januar 1898 folgende Auffäße: Vivus: Die pragmatische Santtion; Graf Leo Tolstoj: Ueber den Patriotismus; Prof. Dr. G. Brandes: König gear; Das hohe Haus, parlamentarische Köpfe( Graf Julius Falkenhayn, Graf Ferdinand Hompesch, Karl Wrabes); G. Sokal: Aus dem Reiche des Eises in der Gluth; M. Prévost: Die Handschuhe; Kunst und Literatur; Mintaturbilder aus ber Beit. Briefkasten der Redaktion. Dunst -2 Mebel -0 bedeckt 0 bedeckt 1 bedeckt -2 bedeckt -0 wolfig 2 3 Schnee bedeckt Nebel wolkig 1 -1 Lotterie- Klub. Br. H. Jn betreff Ihrer Einserung wollen Sie gefälligft einmal auf der Redaktion vorspreche Die juristische Sprechstunde findet am Montag -12 Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends val 9 6-7 Uhr statt. Für den Zuhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum Alexanderplatz- Theater.| Bum 79. Male: gegenüber keinerlei Verantwortung Die kleinen Lämmer. Theater. Dienstag, 7. Januar. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Dentsches Theater. Florian Gener. Berliner Theater. Faust. Leffing- Theater. Komtesse Guckert. Nenes Theater. Bruder Martin. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: Jn doppelter Betehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Gefallene Engel. Schiller Theater. Der Widerfpenftigen Zähmung. Adolph Ernst- Theater. Frau Lohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplatz- Theater. Die fleinen Lämmer. Vorher: Fortunio's Lied. National- Theater. befizer. mädchen. Der Hütten 3fcheus, das WaldTheater Unter den Linden. König Chilperich. Belle- Alliance- Theater. Stangen's Orientreife. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Vaudeville in 2 Akten von 2. Varney. Nach Urtheil der gesammten hiesigen Presse die beste Novität dieser Saison. Vorher: Fortunios Lied. Operette. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volks- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Auf allgemeines Verlangen: Der Hüttenbesizer. Schauspiel in 5 Atten mit Benugung Dhnet, für die Bühne bearbeitet von des gleichnamigen Romans von Georges Erich Rieck. Regie: Max Gamſt. Zum Schluß: 3schens, das Waldmädchen. Morgen: Gastspiel des Herrn Paul Berthold. Egmont. Zum Schluß: Bschens, das Waldmädchen. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: KinderVorstellung. Robinson Crusoe. Bekanntmachung. Wegen der erforderlichen großen Vorarbeiten kann die EröffnungsVorstellung meines weltberühmten Affentheaters und Circus int Schiller- Theater. Passage- Panopticum ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der Widerspenstigen Bähmung. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Wider spenstigen Bähmung. erst am 8. Jannar stattfinden. Hochachtungsvoll Benoit- Ahlers. Adolph Ernst- Theater. Apollo- Theater Zum 16. Male: Frau Lohengrin. Schwant mit Gesang in 3 Aften von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Sensationeller Erfolg des neuen Programms! Sergeant Simms 3entral- Krankenkasse der Maler. E. H. Filiale 3, Süd. Mittwoch, den 8. d. M., abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 83, Restaurant Paasch: Mitglieder- Versammlung. T.- T.: 1. Kaffenbericht. 2. Wahl der 2079b örtlichen Verwaltung. 3. Verschiedenes. Der Bevollmächtigte. Kaiser- Panorama ( Passage). 2. Wahlkreis. Donnerstag, 9. Januar, abends 8% Uhr, im Königshof, Bülowstraße 37: Oeffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen. Zages Ordnung: $ 1. Die gegenwärtige politische Lage. Referent: Genoffe 0. Antrick 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet Neu! 3um ersten Male! Eine Dritte Reise durch das malerische intereff. Wanderung durch Lissabon. Thüringen. Eine Reife 20 Bf., Kinder Achtung! 10 Pf., Abonn., 8 Reisen, nur 1 M. 210/19 Der Einberufer. Achtung! 6. Wahlkreis. Schönhauser Vorstadt. Castan's Panopticum. Donnerstag, den 9. Januar 1896, abends 8½ Uhr: Friedrichstr. 165. Neu: Theatrum mundi! Große Theatrum mundi: Volksversammlung ( Mechanisches Welttheater.) Im Illusions- Saal: Allerseelen. in Puhlmann's Salon, Schönhauser Allee. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie im Kampf mit ihren Gegnern. Referent: Genosse Timm. 219/9 Kaufmann's Achtung! Variété- Theater Königstraße, Kolonnaden. Der Einberufer. Moabit. Achtung! Mittwoch, den 8. Januar, abends 8 Uhr: Neues Programm Große öffentliche Volks- Versammlung 100 Artisten!!! Durchwegs hoch komisch. Das richtige Karnevals- Programm! Hals über Kopf!!! Große kom. Pantomime. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: Großes Konzert Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Central-Theater.it seinen 12 Negerknaben. Gonntag, Dienſtag und Donnerflag Alte Jakobftr. 30. Dienstag, 7. Januar 1896: Zum 123. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Heute Dienstag, 7. Jan.: Wiederbeginn der Soireen der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Plakate). Neu! Neu! Auf Posten am Weihnachtsabend. Ensemble von Mensel. Morgen Mittwoch, 8. Januar: II. Soirée Salerno, der beste Jongleur. Dora Parness, ferner 35 Künstler I. Ranges. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Roloffaler Beifall! Prinzess Neu! Colibri. Ben: Nen! James Wunderausstellung Hirschfeld und Tochter. Paoly- Truppe( 5 Perfonen). 4 Geschwister Zora, 3 Gebrüder Hanlon. Die urkomische Stutzki. Die Kunstschützen Valmor Morell Stuart. { Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Reserv. Pl. 50 Pf. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Neuer Circus. Der Stettiner Sänger Circus Busch Bahnhof im Moabiter Stadttheater ( Alt- Moabit 48). Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Platate.) Großartiges Eröffnungs- Programm! Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Neu! Die Neu! Erholungsreise. Posse von Angely. Regie: Edwin Stempel. Victor und Magda. Plöh- Trio. Mik Raymond. Uhr: nach der Vorstellung: Großer Ball. für Vereine, Privatfeftlichkeiten zu den tulantesten Bedingungen. Empfehle meine hocheleganten Säle Achtung! W. Noack. Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahnziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. in Ahrens' Brauerei, Thurmstraße Nr. 26. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Vogtherr über: ,, Die politische Lage Deutschlands." 2. Diskussion. 3: Verschiedenes. eingeladen. Frauen sind besonders zu dieser Versammlung Um zahlreiches Erscheinen ersucht 20832* Der Einberufer. Verband Deutscher Schneider u. Schneiderinnen. Dienstag, 7. Januar, abends 8 Uhr: Große Versammlung bei Boltz( früher Feuerstein), Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 162/12 1. Beschlußfassung über die ausgearbeiteten Tarife für Herren, Knabenund Mäntel- Konfektion. 2. Welche Thätigkeit haben die organisirten Kollegen und Kolleginnen im Rampfe für bessere Verhältnisse zu entfalten? 3. Wie können wir unseren Arbeitsnachweis reorganisiren? 4. Der stattfindende allgemeine Gewerkschaftskongreß. Das Erscheinen aller organisirten Kollegen und Kolleginnen ist wegen der wichtigen Tagesordnung nothwendig. Gäste sind willkommen! Die Bevollmächtigten. Guckel, Laufizerplaz 2, Elsafferstr. 12 im Betten, 2. zu verkaufen Reichenschöner Stand, sofort für 22 bergerstr. 6, v. 1 Tr. links. 2077b Sammetreste( Velvets) per Meter und nach Gewicht, Plüsch, Krimmer, Stoffrefte 2c. Refterhandlung A. Beerbaum, Alte Jacobstr. 94/95, I., a. d. Seydelstr. Masken verleiht bill. Ferd. Henke, Dennewitzstraße 1. 2062b Empfehle Freunden und Bekannten mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Vereinszimmer. 1687b J. Lenz, Alte Jakobstr. 69. Achtung. Achtung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, 8. Januar, abends 8 Uhr, Lokale des Herrn Gold, Gr. Frankfurterstraße 133: Vertrauensmänner- Versammlung für den Often. Tagesordnung: 1. Besprechung über Wertstellen- Verhältnisse. 2. Besprechung über Aufbringung der Mittel zum Streit. Es ist dringend nothwendig, daß sämmtliche Vertrauensmänner erscheinen. Sonntag, 12. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29( gr. Saal): 80/3 Außerordentliche General- Versammlung. Die Ortsverwaltung. Sattler! Mittwoch, den 8. Januar, abends 8 Uhr, in Brochnow's Salon, Sebastianstraße 39: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Unsere gewerkschaftliche Bewegung und das Verhalten der staatlichen Paster's Festfäle Behörden bei Streits. 2. Unsere Petition an die Kriegsministerien. 8. Die Vorgänge bei Hoffmann& Pretzel. 4. Der Streit bei Schola Nachfolger. 158/3 Die Agitations- Kommission. Neue Königstr. 7. Mein Saal mit Nebenräumen noch einige Sonnabende zu vergeben.[ 4269L* Charlottenburg. 20896 國際 Triesethau's Salon, zwei Sonnabende für Vereine zu vergeben. Parteigenossen, Freunden und Be fannten empfehle meine Schankwirthschaft. Richard Bock, Georgentirchstr. 19. Dienstag, 7. Januar, abends 71/2: Brochnow's Ballsäle Gr. Extra- Sport- Vorstellung an der Sebastianstraße 39 Jakobstrake. Zschens, das Waldmädchen. Jeden Sonntag, Montag u. Dienstag: HA Schwimmende Elefanten und schwimmende Pferde mit Reitern. Grandioses Ballet. Außerdem: 8 russ. Rapphengste, dressirt und vorgef. v. Dir. Busch. Conversano II, echt Lipizaner Schimmelhengst, dress. und ger. von Herrn Foottit- Burghardt. Mme. Maria Doré a. Schulreiterin a. Groker Ball. Mittwoch, Donnerstag u. Preitag zu Versammlungen zu vergeben. Einige Sonnabende find noch frei. 4244L* Weiß und Bairisch- Bier- Lokal, Fremden- Logis. 42392* Timreck, Inselstr. 1. Petronius, oftpr. Hengst, ohne Sattel Th. Boltz' Festsäle, u. Baum. Senor Fessi m. seinem großartig dressirten span. Stier. = S., Alte Jakob- Strasse 75. 4274L* Amt I, 1082. Empfehle meine Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Bersammlungen Sonntag, 12. Januar, großer Saal Saal frei geworden. The Relampagos, Elite Afrobaten. 80 weibl. Klowns, höchst tom. Potpourri. Auftreten der Klowns Gebr. Rossi, Gebr. Cavallini, Gebr. Dux 2c. zu foulantesten Bedingungen. 6 Mittwoch: 3scheus, das Waldmädchen. Entree: Wochent. 10 Pf., Anf. 8U. Sonntag 30 " " R.Winkler. Ea " Belle- Alliance- Theater Belle- Alliance- Straße Nr. 7/8. Sonntag, 12. Januar 1896, nachmittags 22 Uhr: Volksvorstellung unter Regie von Julius Türk. Einmalige Aufführung: Die Räuber. E Trauerspiel in 5 Aufzügen von Fr. Schiller. Karl Moor Mica Preger( Stadttheater in Nürnberg). Franz Moor. Julius Türt. Carl Wesselsty( Stadttheater in Hamburg). Hedwig Margot. Rosinsky . . Amalie. . Schweizer. Charles Caßmann. Rarten à 60 Pf. sind in den bekannten Geschäften zu haben. Beginn der Verloosung 1/2 Uhr. 230/11 Sonntag, 19. Januar: Außerhalb der Gesellschaft.( Novität!) Gesangverein Frühlingslust ( Mitglied des Arbeiter Sängerbundes). Sonnabend, den 11. Januar, im Restaurant Königshof, Bülowstraße 37: 66/ 9* Grosser Wiener Maskenball. Um gütigen Zuspruch bittet Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 5. Weber das Blutbad in Denver liegen neuere Nachrichten vor. Wie wir bereits in einem Telegramm der Sonnabend- Nummer mittheilten, blieben mehr als 20 Perfonen bei dem blutigen Krawall todt auf dem Playe. Die Zahl der Verlegten dürfte sich auf 100 belaufen! Aus New- York wird jett gemeldet: Dienstag, den 7. Januar 1896. 13. Jahrg. 13. Größtes Aufsehen erregen die Verhandlungen im Prozesse dem Reichs- Versicherungsamt der Präsident Dr. Bödiker und Ges gegen Genossen Hofrichter, in dem unerhörte Behand- heimer Regierungsrath Dr. Kries bei. Dr. Bödifer empfahl warm lung von Landarmen, Baganten und Korrigenden im die vom Reichs Versicherungsamt auf grund eingehender BeArbeitshause Brauweiler konstatirt werden. rathungen einer besonderen Kommission entworfenen Normal Biehl, der Führer der bayerischen Zünftler, gestorben. Unfallverhütungs- Vorschriften. Von anderer Seite wurde be= daß Seit dem 1. August wurden 53 Majestätsbeleidigungs- tont, von den 48 landwirthschaftlichen Berufss erst wenige, bereits prozesse verhandelt, hiervon 17 gegen Redakteure. genossenschaften einige, allerdings die sich im 31 Jahre 2 Monate Gefängniß und 5 Monate Festungs- Unfallverhütungs- Vorschriften erlassen haben, haft wurden gegen die Uebelthäter ausgesprochen. wesentlichen an die Normalvorschriften anschließen, daß aber ein 14. Der Vorwärts" nach Erbringung glänzend gelungenen Erfolg noch nicht habe festgestellt werden können. Nach langen Wahrheitsbeweises von Hans Blum Beleidigung frei Erwägungen sprach die Versammlung sich dahin aus, daß die gesprochen. Zeitumstände( Aha!) nicht geeignet seien, auf die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften wegen Erlasses von Unfallverhütungs- Vorschriften weiter einzuwirken; entsprechende Maß In der Tonhalle zu Denver, einem großartigen Gebäude, das ein mächtiges, zwölf Stock hohes Haus bildet, fand eine Reunion nebst Theatervorstellung statt, zu der die" Elite" jener Stadt geladen war. Während der Duverture verursachten einige Leute, die Knallkugeln unter ihre Sessel steckten und die Ande wesenden durch Explodiren derselben erschreckten, große Entrüstung und die Musik mußte wiederholt abbrechen. Der Direktor näherte sich der Gruppe und bat um Ruhe, worauf einer der Ruhe störer dem Direktor einen Stoß in das Gesicht gab, daß der Mann blutüberströmt zurücktaumelte. Nun erhob sich ein Nebensigender und wollte den Direktor vor weiteren Mißhandlungen schützen. Einer der Ruhestörer zog einen Re: Direktor. volver und feuerte auf den Die Rugel drang in dessen Brust. Fünf weitere Schüsse gegen das Publikum folgten, die mehrere Personen verlegten. Nun begann eine furchtbare Schießerei! Der Direktor hatte noch soviel Kraft, Den Revolver zu ziehen und seinen Angreifer niederzustrecken, dann brach er todt zusammen, sein Mörder fiel entfeelt auf das Opfer. Von der Bühne her trachten Schüsse. Die Schauspieler, die Balletmädchen, die Musiker schossen in das Publikum, das in zwei Lagern stand. Einige nahmen für die Raufbolde, einige für den Direktor Partei, einige Unbesonnene hatten die unglückliche Idee, die elektrische Beleuchtung auszuschalten, und nun herrschte Finsterniß in dem Saale. Man sah nur das Bligen der Schüsse. Von der Gallerie wurde hinabgefeuert, die Flüchtenden feilten sich an den Ausgängen zusammen. Frauen eilten auf die Korridore, die glücklicherweise beleuchtet blieben, und machten in ihrer Verzweiflung Miene, vom. a chten Stockwerte herab zuspringen. Hier und da hörte man einen dumpfen Fall. Von der Gallerie sprangen Leute in den Saal. Eine Schlacht, eine blutige Schlacht wüthete in den Räumen, und in blinder Wuth wurde in die Leute hineingeschossen. Endlich stürmten Leute herbei und brachten die Bogenlampen zum Brennen. Als es wieder hell wurde, schienen die Leute theilweise zur Besinnung gekommen zu sein, denn das Schießen hörte endlich auf. Der Anblick, den der Saal bot, war ein furchtbarer. Stühle und Tische waren zerbrochen, die Tischtücher waren mit Blut befleckt, die Gläser und Geschirre bildeten Trümmerhaufen, und auf dem Boden lagen zahlreiche Todte und sehr viele Verwundete, welch' lettere mit ihrem Stöhnen und Klagen die Luft erfüllten. von Unter den Todten befindet sich auch die Tänzerin Gity Lyle, die berühmte Schönheit des Goldlandes, die in Denver Lyle wurde und in Leadville Paläste besitzt. drei durchbohrt aufgefunden, und ihre Hand hielt Kugeln noch den Revolver fest umflammert. Man glaubt, daß in der Dunkelheit ein verschmähter Liebhaber die Gelegenheit benutzt hat, um an ihr Rache zu üben. Der Wirth der Tonhalle erleidet einen Schaden von 100 000 Dollars, da ihm nicht ein Cent Zeche bezahlt worden war. Er machte noch in der Nacht den Versuch, sich zu tödten, wurde jedoch davon abgehalten. Zwei Frauen sind vor Schred wahnsinnig ge worden und mußten im Hospital in die Zwangsjacke gesteckt werden. Uebersicht der wichtigsten politischen und Partei- Ereignisse im Jahre 1895. Im Monate November wurden gegen Parteigenossen 14 Jahre 9 Monate 1 Woche und 3 Tage Gefängniß und 3195 M. Geldstrafen von deutschen Gerichten ausgesprochen. Dezember 1. Ober- Reichsanwalt Tessendorff, verunglückter Sozialisten tödter und willfähriger Handlanger Bismarc's, gestorben. Minister des Innern v. Köller, beurlaubt". Gendarm Münter nach Berlin versetzt. Die Verschwörung der sächsischen Kartellparteien, das Landtags- Wahlrecht nach preußischem Vorbilde um zuändern, wird bekannt. 2. Volkszählung im Deutschen Reich. B Gröber im 15. württembergischen Reichstags- Wahlkreise wiedergewählt. Grillenberger fordert in der bayerischen Abgeordneten- nahmen müßten vorläufig jeder Berufsgenossenschaft selbst überfammer die Aufhebung der Eisenbahn Frachtfreiheit lassen bleiben. des Hofes. Kardinal Melchers, aus dem Kulturkampfe bekannt, in Rom gestorben. Der Finanzausschuß der zweiten Hessischen Kammer spricht sich für die weibliche Fabrifinspektion aus. Die italienische Regierung fordert die Verlängerung des gegen unsere Parteigenossen gerichteten Anarchisten gesetzes. Seit 19. Juli 1894 wurden 860 Personen auf grund dieses Gesetzes verurtheilt, hiervon 426 zu Zwangsaufenthalt. Wohnungsverhältnisse der ländlichen Arbeiter und Dienstboten. Der Fabritinspektor aus Altona fand, wie er in feinem Jahresberichte meldet, in einer Arbeiterfaserne einer Robzuckerfabrik Holsteins wohl die Schlafräume der Männer und Frauen von einander getrennt, aber in der Wand zwischen beiden Räumen ein handgroßes offenes Loch, wodurch man den Raum vollständig übersehen konnte. Ferner bemerkteber Beamte, daßverheirathete Männer in dem Frauenschlaffaal fich aufhielten und bei ihren Frauen sich nachts niederlegten, In fleineren Arbeiterquartieren wissen die Beamten SchleswigHolsteins noch mehr von Mißständen oben bezeichneter Art zu berichten, hier fehlt ihnen aber vielfach das Einschreitungsrecht, da eine bestehende Polizeiverordnung aus dem Jahre 1884 vom 14. Juli sich nur auf Arbeiterquartiere über 40 Personen erstreckt. nur selten werden darum die aller Menschlichkeit und Sittlichkeit hohnsprechenden Verhältnisse auf den kleineren Rittergütern und den Bauernhöfen bekannt. Wie übrigens die staatliche Gewalt, wenn auch in formell vielleicht unanfechtbarer Form, für die Eine Deputation von 230 Ruthenen in Wien will sich Erhaltung der traurigen Zustände eintritt, in denen unsere beim Kaiser über das Badeni'sche Regiment in Galizien Rostockischen Oberlandesgerichts. ländlichen Proletarier vegetiren, das zeigt ein Urtheil des beschweren, blos 6 Vertreter werden vom Kaiser empfangen und abgefanzelt. 15. Das Verfahren gegen Dreesbach wegen Betrugs( national liberale Wahlmache) wird eingestellt. In Zeitun Türken mit Frauen und Kindern von den Armeniern niedergemacht. 16. 53 ordentliche Professoren der Berliner Universität protestiren gegen das Gutachten ihres Kollegen Hinschius über die Rechtlosmachung der Privatdozenten. Der evangelische Oberkirchenrath spricht sich gegen eine sozialpolitische Thätigkeit der Geistlichen aus. Der Kaiser besucht Bismarck. 17. Große Niederlage der Italiener in Afrita. Cleveland's Botschaft über Venezuela gegen England. 18. Kriegslärm in den Vereinigten Staaten. Es hat nämlich für Recht erkannt, daß die mecklenburgische Landesordnung vom 29. Mai 1893, die vorschreibt, daß Schnittern und Rübenarbeitern zur Unterfunft für Männer und Frauen getrennte Räumlichkeiten anzuweisen sin, sich nicht auf solche Fälle beziehe, in denen es sich um 7 oder um 8 Personen handelt, 20. Leopold Jacoby, sozialistischer Dichter und Philosoph, ge- sondern daß unter diese Verordnung nur eigentliche Arbeiter 21. storben. verurtheilt. Genoffe Hofrichter wird im Brauweilerprozeß wegen Be- fasernen( bei Zuckerfabriten) und Unterkunftsräume für eine leidigung des braven pflichttreuen Direk ors Schell- größere" Anzahl von Schnittern fallen. In dem Falle, mann, der für seine Korrigenden nach dem Aus- welcher dem höchsten Landesgericht zur Entscheidung unterbreitet spruch des Staatsanwalts eine wahrhaft väterliche war, handelte es sich um 7 polnische Arbeiter, welche ein mecklen burgischer Gutsbesizer durch Vermittelung eines auswärtigen Fürsorge an den Tag legte, zu 3 Monaten Gefängniß Agenten angenommen hatte. Diese 7 Personen bestanden aus 2 Ehepaaren, 2 Mädchen von 19 und 20 Jahren und 1 ledigen In Bern Parteitag der schweizerischen Sozialdemokratie. Manne von 20 Jahren. Als Unterkunft war ihnen Der Landtag von Sachsen- Altenburg nahm einstimmig eine leere Tagelöhner Wohnung angewiesen, die aus den sozialdemokratischen Antrag auf Ausdehnung der Küche, Stube, einer nur zugängs durch die Stube Gewerbe- Inspektion auf die Hausindustrie an. einer lichen Kammer und zweiten mit besonderem Ein22. Jm Finanzausschusse des bayerischen Landtages wird von liberaler wie von flerifaler Seite die Ernennung weib- gang versehenen Kammer bestand; in dieser letzteren separat ge= legenen Rammer war aber das Fenster zertrümmert und so licher Fabrikinspetoren angeregt. mußten die 7 Perfonen sämmtlich, Männer, Frauen und Mädchen, Stepuiat, verdienter russischer Sozialist, gestorben. 23. " 25. Elf Boltsversammlungen, die Stellung zu den Gemeinde- die neben der Stube gelegene Kammer als gemeinsamen darüber haben uns raths- Wahlen nehmen und Wahlrecht für die Masse Schlafraum benutzen! Wie es um. Sittlichkeit" derartig des arbeitenden Volkes fordern, finden in Wien statt. zusammengepferchter Menschen bestellt ist ja einige Pastoren bemerkenswerthe Mittheilungen gemacht. Aber Zusammentritt des Volksparlaments zu Amsterdam zur Besserung an hier erst eintreten, wenn die elenden Stellungnahme zum holländischen Wahlrechts- Entwurfe. 27. Der frühere Redakteur der Kreuz- 3tg.", Kämpfer für Dienstboten- Ordnungen abgeschafft sind und den länd " Ordnung, Religion und Sitte", v. Hammerstein, wird lichen Proletariern mit den elementarsten Menschenrechten auf Veranlassung der deutschen Gesandtschaft aus auch das Gefühl für ihre Menschen würde gebracht wird. Athen gewiesen, in Brindisi auf Wunsch deutscher Ju Hall in Württemberg ist am 1. Januar ein Polizeibehörden verhaitet. Arbeitsamt zur unentgeltlichen Vermittlung von Stellen 30. Jn München Recitation der Weber" verboten. errichtet worden. " 31. Großes Grubenunglück im Wrangelschacht zu Hermsdorf bei Waldenburg( Schlesien). Einbruch englischer Abenteurer in die südafrikanische Bureurepublik. Große Fortschritte der kubanischen Aufständigen. Soziale Webersicht. " Der Kaiser versichert den Breslauer Leibkürassieren, daß er bestimmt hoffe, daß seine Armee nach außen oder in nach innen seiner Wünsche und seiner Winke gewärtig sein werde. tommen. " Bei der niederösterreichischen Statthalterei wird ein neues Departement errichtet, dessen Wirkungsbereich speziell die Sozialpolitik, und zwar die Unfallversicherung, das KrankenKassenwesen und der Arbeiterschuh ist. Runft und Wissenschaft. Die Direktion de Belle- Alliance- Theaters hat mit „ Verhütung von Selbstmord- Epidemien." Unter diefem Herrn Julius Türk Vertrag abgeschlossen, der Herrn Stichwort macht die Sozial- Korrespondenz" Mittheilung von Türt verpflichtet, die Leitung der Voltsvorstellungen, die nun einer Zuschrift, die der medizinisch- pharmazeutische Bezirksverein regelmäßig an jedem Sonntag Nachmittag stattfinden sollen, Berns an den schweizerischen Gesammtverein gerichtet hat. Es wieder zu übernehmen. Für den 12. Januar ist eine einheißt darin: Seit 20 Jahren kommen jährlich durchschnittlich malige Vorstellung der Räuber" geplant; am 19. Januar 650 Selbstmorde in der Schweiz vor, eine Zahl, die verhältniß findet die Première des bisher noch nie aufgeführten Schaus mäßig nur in Sachsen und i. Dänemark übertroffen wird. Spiels von Arthur Zapp„ Außerhalb der Gesellschaft" statt. Es ist ferner Thatsache, daß in unseren größeren Städten Die physikalische Gesellschaft veranstaltete anläßlich ihres nach einer mehr oder weniger langen Pause mehrere Selbstmordfälle rasch aufeinander folgen, bei welchen oft die gleiche Sug- 50jahrigen Bestehens am 4. Januar in den Räumen des physi19 sozialdemokratische Versammlungen in Wien protestiren gestion, die der erste Fall auf Prädisponirte ausübt, einige der falischen Instituts eine Sigung, in welcher einem größeren Kreis von Zuhörern und Hörerinnen eine Reihe physi gegen die Berliner Polizeimaßnahmen gegen die deutsche letteren zur verzweifelten That treibt. Es wäre daher zu falischer Experimente vorgeführt wurde. Profeffor Wars Sozialdemokratie. wünschen, daß die Tagespresse künftighin von burg begann mit der Darstellung elektrischer Wellen, 3. Eröffnung des Reichstages mit farbloser Thronrede. Selbstmordfällen keine Notiz mehr näh me. 4. Der Reichstag wählt sein altes antibismarckisches Präsidium Dieser Beschluß wird dem Schweizerischen Preßverband zur Kenntniß auf welue wir wegen des großen Interesses, das dieselben schon wieder. In der Reichtags- Stichwahl im Hammerstein'schen Wahl- gebracht. Der Berner Bund" bemerkt dazu: Der Preßverein wird feit längerer Zeit erwecken, in ausführlicher Weise zurückkommen diese Kundgebung in Berathung ziehen und mit den durch werden. Darauf zeigte Dr. Orlich die anziehende und abstoßende Wirkung zweier elektrischer Ströme aufeinander, woran treise Herford- Halle unterliegen die Konservativen. 5. Aufruf der sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion an die ihn vertretenen Blättern wohl gern der Aufforderung nach sich eine Darlegung von Dr. Leo Arons schloß, daß ein Parteigenossen; Einsetzung einer neuen Parteileitung. Daß die Erwähnung der Selbstmorde durch die Presse die elektrischer Lichtbogen zwischen Metallstäben ebenso gut zu ftande 7. Hochwasser in Hamburg- Altona und Schleswig- Holstein. Das österreichische Abgeordnetenhaus nimmt das Berg- von den Aerzten angegebene Folge in einzelnen Fällen haben der Fall, wenn man einen seine Richtung beständig wechselnden tann, mag zugegeben werden. Der Vortheil, der durch das Strom benugt; dann kommt zwischen Kohlestäben der Lichtbogen Verschweigen der Selbstmorde aber etwa erreicht werden noch zu stande, zwischen Metallstäben dagegen nicht mehr. 9. Köller durch v. d. Recke u. v. d. Horst als preußischer könnte, würde weit übertroffen durch den Nachtheil, den dieses Dr. Arons, welcher zeigte, daß im letzteren Falle zwischen Silber. Minister des Innern ersetzt. Verschweigen für die Gesellschaft hätte. Gerade dadurchstäben fein elektrisches Licht auftritt, betonte das technische Sozialistische Interpellation über die Reichs- Zuckersteuer- daß der Gesellschaft schwarz auf weiß vor Augen geführt wird, Interesse dieser Erscheinung, welche in Amerika bereits zum Borlage im bayerischen Landtage. wie viele Menschen Jahr aus Jahr ein in immer wachsender Auch das Berliner Landgericht stellt die Aufforderung Babl diese angeblich beste der möglichen Welten" freiwillig ver- Schutz von Starkstromleitungen gegen Blizgefahr angewendet Bringt man nämlich an einer Stelle der Leitung eine Zuzug fern zu halten, als groben Unfug unter Strafe. laffen, gerade dadurch wird das Gewissen der Gesellschaft erregt, Abzweigung an, welche in eine Spitze endigt, der man eine Große Demonstration gegen das Ministerium in Madrid nachzuforschen, worin die Selbstmorde ihre Ursache haben, und zur Erzwingung des Rücktrittes zweier der Korruption nach gewonnener Erkenntniß den Selbstmorden durch Beseitigung zur Erde führende Spize gegenüber anbringt, so wählt ein dringend verdächtiger Minister. 10. Vertrauensmänner- Neuwahl in Berlin und Protest der ihrer Ursachen vorzubeugen, die meist im Mangel an Existenzmitteln etwa die Leitung treffender Blizz diesen kurzen Weg zur der Selbstmordkandidaten, weiter in der Furcht vor barbarischen Erde, während der Strom seinen Weg durch die Leitung beibehält. Berliner Parteigenossen gegen die neuesten staats- Strafen, in schlechter Behandlung durch Verwandte oder Vorgesezte, Das Gebiet der Elektrizität verlassend führte dann Prof. König in Heiratshindernissen, turz in sozialen Zuständen ihren Grund zum ersten Male in einer größeren Versammlung den sogenannten Die sozialdemokratische Fraktion bringt 11 Initiative haben, die sich, wie sie von Menschen geschaffen wurden, auch von Sehpurpur vor. Es ist dies eine 1876 entdeckte röthliche Substanz Anträge im Reichstage ein, darunter einen auf Auf- Menschen abändern lassen, also durchaus nicht„ naturnothwendig" in der Netzhaut des Auges, welche unter dem Einfluß des Lichtes chemisch zersetzt und gebleicht wird. Herr K. hatte zwei einem dunkeln Die Kommission für Arbeiterstatistit beräth die Arbeits- sind, wie die Wertheidiger der jetzigen Geſellſchaftsordnung", Lösungen dieser Substans in Wasser in in der die Selbstmorde zu den alltäglichen Erscheinungen ge- Raume hergestellt, welche bei der Vorzeigung eine schöne Purpurfärbung zeigten, jedoch schnell blasser wurden. inspektoren- Gesetz an. retterischen Thaten. verhältnisse im Handelsgewerbe. hören, so schön sagen. 11. Bebel's Septemberkursrede im Reichstage. Tie Sammlungen für die Familien der im Essener Meineidsprozeß verurtheilten Genossen haben ins gesammt 51 089,48 M. ergeben; davon gingen beim Borwärts" 19 945,16 W., beim Hamburger Echo" 11 262,56 M. ein. Die rumänischen Rammerwahlen ergaben einen großen Sieg der konservativen Regierungspartei. Ein Sozialist brandenburgischen wurde gewählt. " " wird. wie zwischen Kohlestäben, doch ist dies nicht mehr Zur Unfallverhütung in der Landwirthschaft. Im Es ist unzweifelhaft, daß dieser Vorgang der Bleichung Ständehause der Provinz Brandenburg hat in der Weihnachts des Sehpurpurs bei unserem Sehen, speziell bei der Erkennung woche eine Zusammenkunft von Vertretern der Landes- Versiche- der Farben eine wichtige Rolle spielt; doch ist sein genauer Eina rungsämter und der landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften fluß noch nicht genügend festgestellt. wegen Erlasses von Unfallverhütungs- Vorschriften für die legteren Hierauf zeigte Prof. Vogel, daß bei dem Zustandekommen stattgefunden. Den Verhandlungen, die vom Vorsitzenden der einer Farbenempfindung die Absorption und Reflexion( Verlandwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft, schluckung und Zurückwerfung) des Lichtes eine wesentliche Rore Landesdirektor von Levezom geleitet wurden, wohnten aus spielt. Im weißen Licht sind ja alle Farben enthalten, wie an Besonderes Interesse erregten auch die Photographien, welche Prof. Röntgen mittels der von ihm soeben erst entdeckten neuen X- Strahlen hergestellt hat, über welche bereits in der Sonntagsnummer des Borwärts" berichtet ist. Das einzige Bedauernswerthe an den schönen Vorführungen war der Umstand, daß nur ein kleiner Kreis von etwa 100 Personen sich diesen Genuß verschaffen konnte, während die große Mehrzahl des Volkes in viel zu langer förperlicher Anftrengung so ermattet, daß sie solchen Darlegungen kaum das nöthige Verständniß entgegenbringen kann. Versammlungen. = " " Reinickendorferfir 2a bei Echulz. Borwärts VIII, Marwin i. d. Mart, in Hand I, Mariannenstr. 41 bei Nichter. Gesangverein Georginia, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Musikverein Münstermann, Hochstr. 32a bei Schmidt. Ber Theaterverein Theaterverein Geselliger Verein eicht erkennt, wenn man das Licht vermittelst eines Prisma[ wir? entspann sich eine längere Diskussion. Beim Punkt: firaße 83. Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Lustgarten. bricht, wobei es sich wegen der verschiedenen Brechung seiner Stellung zur Generalfommission" führte H. Kleinschmidt Myrthenblätter, Brenzlauer Allee& bet Stein. Ihn'scher Humor Blumenstraße 32 bet Reich.. Männer Gesangverein orbeertrans II farbigen Bestandtheile in dieselben auflöst. Je nach den Licht aus, daß er bei der Kommission um 3000 M. zur Gründung einer( 79), Oranienstraße Nr. 190 bet Schaye. Unverzagt II, Moabiter arten, welche ein Körper in sich aufnimmt( absorbirt) und zurück- Zeitung eingekommen sei, die vom Verein nach und nach klubbaus, Beuffelstr. 9.— · Eängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44, wirft, erscheint er farbig; fehlen in dem auffallenden Lichte die wieder zurückgezahlt werden sollten, daß aber die General- b. Röllig-Arbeiter- Gesangverein Ar better- Matbund, Nowawes b. Botstam, Wallfir. 55 bei Gärtner. Freies Lied, Friedrichsberg, Lichtarten, welche er zurückwerfen kann, so muß er dunkel er- tommiffion auf alles abschlägige Antwort ertheilt habe, weil die Friedrich- Karlstraße bei Heinecke. Männerchor Nord- Ost, scheinen. Vereinigung nicht start genug sei. Redner erklärt, daß er diese Landsberger Allee 152 bei Göbel. Gefangverein Rothe Nelte II, G3 zeigte sich dies gleich darauf sehr deutlich bei der Be Handlungsweise der Generalkommission umsomehr verurtheilen or wärts III, Rathenow, Restaurant 3ur Erholung" bei Friefecte. Ruppiner und Schönholzerstraßen= Ecfe. Arbeiter Gefangverein fichtigung der ausgestellten Apparate, welche sich an die Experi- müsse, als er auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Alpenglocke, Große Frankfurterstraße Nr. 33 bei Gold. mente anschloß. Unter diesen befand sich eine von Dr. Arons stehe. Die Generalversammlung beschloß dann, daß alle Beichenfranz, Brenzlau, Stettinerstraße. Kaifergarten".- Ginig konstruirte elektrische Lampe, bei welcher der elektrische Lichtbogen ziehungen zur Generalkommission aufzuheben seien. Weiter. faßte eit II, Weinstraße 97. 11 bei geind. Weddinger Harmonie, zwischen Quecksilberelektroden entsteht. Da hier Quecksilberdämpfe sie den Beschluß, das Blatt dennoch und zwar unter folgenden bei W. Nölte. Wachauf, Pantow, Wollantfir. 122 bei Klemens. leuchten, so fehlen in dem Lichte die rothen Lichtstrahlen voll- Bedingungen zu gründen: Die Zeitung erscheint vom 1. Fe- Concordia, Simeonstr. 23 bei A. Flid. Freie Sänger III. Seegerständig, so daß alle rothen Körper ganz dunkel erschienen. Gesangverein Acacie( gemischter Chor), Naunynbruar dieses Jahres ab monatlich einmal unter dem Namen mühle bei Eberswalde. straße 37 bei Jablonsti. Wilmersdorfer Liedertafel, DeutschTitularblatt der Schiffer" und wird an die Wilmersdorf, Bad. Gesangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 23, Kollegen zum Preise von 10 Pf. pro Nummer abgegeben. Mit Bentralhalle. Wacht auf I, Wörther= und Rykestraßen Ecke= der Redaktion sind vorläufig betraut 2. Kleinschmidt und Putbuserfir. 30 bei Reimann.- Alpenglühen, Manteuffelftr. 9 bet Nowack. Harmonie III, Rixdorf, Bergfir. 142 bet Echimtäse. Gangesluit, G. Jaekel. Hierauf wurde die Vorstandswahl vorgenommen. Edelweiß I, Melchiorstr. 15 bei Stehmann. Waldtapelle, ReichenAus derselben gingen hervor Herm. Kleinschmidt als bergerfir. 16 bet Hoffmann. Gesangv. Dyrthe, Alte Jatobfir. 68 bei Dieffen erster, Burdow als zweiter Vorsitzender, A. Kleinschmidt bach.- Gesangverein Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bei Kraag.- Gesangverein Der Enterbten, Eminemünderstr. 120, bei Otto Bachgänzer.- Gefangals Kassirer, Horche und Insel als Beisiger. Nachdem be- verein Deutsche iedertafel, Blumenstr. 38 bei Wiedemann. schlossen war, das Protokoll der Generalversammlung als Gesangverein Frohsinn 1, Rummelsburg, Göthestraße, Ecke stantnraße Broschüre zum Preise von 20 Pf. herauszugeben und nachdem bei Mertens. Arbeiter Gesangverein Olympia, Adalbertstr. 8 bei Cauermann. Gesangverein Abendroth, Deutsch Wilmersdorf, BerA. Kleinschmidt die Schiffer in feurigen Worten zu festem linerstraße 40 Voltsgarten".- Deutscher Männersang, BelforterZusammenhalt aufgefordert hatte, wurde die Versammlung mit ftraße 15 bet Echneider. Handschuhmacher- Gesango. A rion III, Branden einem brausenden Hoch auf die Bewegung geschlossen. burg a. H., Hauptstraße, Winkel's Salon. Männer- Gesangv. Adlershof in Adlershof, Grünauer Chausseestraße bei Schubert. Gesangverein Nütli Der Verband der Konditoren, Pfefferküchler und ver Friedenau, Sandjery- und Rönnebergerstraße- Ecke im Restaurant Weinert. Gefango. Bolterfrühling, Schüßenftr. 33 bei Otto. Gesangverein wandter Berufsgenossen, sowie deren Hilfsarbeiter und Freiheit III in Weißenfee, König- Chauffee 38 bei Pfeifenmüller. Freier Die Freie Vereinigung aller im Schifffahrtsgewerbe Arbeiterinnen vollzog am 2. Januar in ziemlich start beängerchor Alt Glienice, Köpeniderſtraße bet start Witte.- Gefang beschäftigten Personen hielt am 29. Dezember in Schöne suchter Versammlung die Neuwahl des gesammten verein Wiederhall, Admiralſtr. 21 bei Schnieber. Gesangverein Hand berg bei Obst, Grunewaldstraße 110, ihre Generalver: Vorstandes. Diefelbe hatte folgendes Ergebniß: 1. Vor- Görligerstr. 62 bei Bogel. sammlung ab. Die Versammlung wurde durch Albert sitzender Wels( wiedergewählt), 2. Vorsitzender& nce; Kassirer Kleinschmidt eröffnet. Anwesend waren 17 Delegirte, die Drtlepp, Schriftführer Mader( wiedergewählt), Revisoren e Buſchriften, den Bund betreffend, find zu richten ons be 8 Ortschaften mit zusammen 168 Mitgliedern vertreten, ferner Roch und Riesener. Sodann wurde das Ergebniß der restenerſfir. 107/108. Dignan. Mulherein off.ng, or sem, or be Schiffs Berufsgenossenschaft Herr Otto und einige Schöneberger statistischen Erhebungen verlesen. Danach betrug die Gesammt Theatergesellschaft Liberté, Reichenbergerstr. 54 bei Schafter. Nordwacht, Berlebergerstr. 28 bei Hermerschmidt. Parteigenossen. Das Bureau wurde aus Alb. Klein- zahl der in 30 Großbetrieben beschäftigten Personen für ge- heatergesellschaft 3ie I be wu' t, Frankfurterſtr. 133 bei Gold. Verein für fd) midt als erstem, Herm. Kleinschmidt als zweitem wöhnlich 1425, in der Saison 1632. In diesen Betrieben werden für voltsthümliche Kunst, Blumenstr. 32 bei Reich. und C. Jaekel als Schriftführer zusammengesetzt. Hierauf hielt gewöhnlich beschäftigt 251 Konditor gehilfen, in der Saison 370, reter Wille, Admiralstr. 18c, Märkischer Hof. Unter uns, Beuffelstr. 66 bei Fischer. U. Kleinschmidt eine Ansprache, worin er die Aufgabe der mit einem Durchschnittslohn von wöchentlich 10-30 M. Hilfs. Muntere Getfier, Brunnenstr. 52 bei Raschte. Erlang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- GefangVersammlung klarlegte und ein Bild der Thätigkeit des Vereins arbeiter find thätig gewöhnlich 215, in der Saison 255; ihr Durchschnittslohn schwankt von 6-20 M. Mädchen werden verein Gangestreue, abends von 8%-10% Uhr bei Prog, Annenstr. 9. im verflossenen Jahre gab; er schilderte dabei, wie schwer es im Gesang verein Ana freon, abends von 9-11 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus, Echiffergewerbe ist, zu organisiren, nachdem die Schiffer durch beschäftigt gewöhnlich 734, in der Saison 820; Durchschnitt susitverein Frisch aus", Reichenbergerſir. 24 bei Tauschte. lohn 5-12 M. Lehrlinge giebt es 36; ein Hofkonditor Annenfiraße 16 bei Vergner, früh. Ehrenberg.- Theaterverein Tata Toto, Die Machinationen anderer Vereinigungen mißtrauisch geworden Theaterverein find. H. Kleinschmidt gab dann den Verwaltungsbericht. beschäftigt 6. In vielen Betrieben weiß der Arbeiter nicht, was Sigung abends 9 Uhr, bei Schlesinger, N., Softyfstraße. Die Beschaffenheit der Freier Wille, abends 8% Uhr im Märkischen Hof, Admiralftr. 18 c. Die gesammte Einnahme hat 224,94 M., die Ausgabe 203,54 M. Garderoben und Klosets verstößt vielfach wider die Sittlichkeit. Arbeiter- Bitherverein& inigtett, bei Streit, Naunynstr. se, nebungsstunde. Arbeiter Bitheiflub Freiheitstlänge, abends von 8 bis 11 1hr betragen. Von dem Ueberschuß im Betrage von 21,40 m. gehen In 42 Kleinbetrieben werden beschäftigt: 75 Konditor. c. bet W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewig Play.- Zithertiub Alpen= noch 11,12 M. Kosten der Generalversammlung ab, über die Gehilfen für ein Monatsgehalt von 21-60 M., ohne Verpflegung; gruß, abends subr in den Drantenhallen, Oranienſtr. 51.-Theater= eben berichtet wird; bleibt somit ein Kassenbestand vertin Freundestreis 1: 122 9 Uhr bei Kaporte, Colmsstraße 1. ferner 26 Bäcker und 42 Qehrlinge. All3 charakteristisch Gäste willtemmen. Vergnügungsverein Gemüthlichkeit, Sigung von 10,28 M. Tie Revisoren erklärten die Abrechnung wird betrachtet, daß in einem Geschäft während der kurzen Zeit strautsstraße 6 beim Cafimirih Böttcher. Berliner Dilettantenbühne für richtig. Ein Antrag des Vorstandes, dem Kollegen Geselliger Die Rheingold II, abends 10 Uhr Ackerstraße 145 bei Witzel. Buschow, dessen Kahn durch den Genossenschafts- Dampfer Ventilation in den Kleinbetrieben ist höchst mangelhaft. Dujours Restaurant Dittmann, abends 9 Uhr, darauf Fidelitas. eines halben Jahres 6 Gehilfen famen und gingen., Verein Brüderschaft Berlin Nord- West, Perlebergerstraße 9, Tambourverein " Robert" in den Grund gefahren worden ist, Rechtsschuß zu Arbeit giebt es bis 3 Uhr nachts. Weiter wurde ermittelt, daß gewähren, wurde einstimmig angenommen; dem Rechtsanwalt Heinemann sind 20 M. als Vorschuß bereits bezahlt und in der die Volontärzeit einjährig ist und von den Volontären 150 m. eben gegebenen Abrechnung inbegriffen. Hierauf wurde über Lehrgeld bezahlt werden müssen; unter diesen befindet sich auch eine von dem ehmaligen Mitgliede V. aus Hamburg gegen seinen ein Schwarzer. Ein Geschäft hält bei nur 1 gelernten Arbeiter Nach Erledigung dieses Punktes erörterte man theilte mit, daß ein gewisser B. als Kassirer der Hamburger Filiale en 25. Januar bei Bößow abgehalten. Ausschluß gerichtete Beschwerde verhandelt. Grunert aus Hamburg die Frage des Stiftungsfeste 3; es wird Sonnabend, diefe um 32 M., die er zu seinen gunsten verwandt hätte, geschädigt den habe und daher von den Hamburger Kollegen einstimmig ausgeschloffen Zentralverein der Bildhaner. Heute Annenstraße 16 Modelleur worden sei. B. hat zwar die 32 Mark dem Verein wieder zurückgezahlt, da er aber trotz Borladung, sich zu rechtfertigen, auf der Generalversammlung nicht anwesend war, wurde er auch von der Generalversammlung einstimmig ausgeschlossen. Albert Kleinschmidt referirte dann über die Frage, ob die Orgas nisation in ihrer jeßigen Gestalt etwas leisten fönne. Er faßte seine Meinung dahin zusammen, daß die Kahnschiffer nur durch das Zusammengehen mit ihren Arbeitern im Kampje gegen das auch im Schiffergewerbe sich immer rende Rapital etwas erreichen tönnten. Diesen Ausführungen wurde allseitig zugestimmt. Es folgten Anträge der Mitglieder. Grunert Hamburg beantragt, die Adressen der jeweilige Vorstände den Schiffern auf irgend eine Weise bekannt zu geben; A. Kleinschmidt schlug hierzu vor, Plakate in den Lokalen auszuhängen, wo Schiffer verfehren, was einstimmig angenommen wurde. Von der Abänderung der Statuten nahm man Abstand. Ueber die Frage: Wie agitiren Todes- Anzeige. Am 3. Januar 1896, mittags 1 lbr, starb in der Krantenanstalt zu Herzberge unser Mitglied und Kollege, der Zeitungsspediteur Friedrich Bock im 54. Lebensjahre. 2085b Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 7. Januar, nach= mittage 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Berliner Zeitungs- Spediteure und Verkäufer. NB. Um möglichst zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung werden die Mitglieder höflichst ersucht. D. D. Nach langen, schweren Leiden entschlief am 4. Januar, vormittags 9 Uhr, unser inniggeliebter Mann, Bruder und Schwager, 20866 der Tischler Fritz Lubach Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Weber: straße 59 nach dem St. Georgenfirchhof, vor dem Landsbergerthor, statt. Allen Verwandten, Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß der Tischler Julius Schwarz am Sonnabend früh 24 Uhr im Augusta- Hospital ge2030b storben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle St. Pauli aus statt. Dieses zeigen die trauernden Hinterbliebenen an. Gebrüder K. u. H. Hensel. 6 Lehrlinge. Abend. = & retweg, seguinteet 1890 tengslung ben 10 bis 11 hr bet Bogel, Görligerstr. 52. Schlechte arte", abends von 9 1 Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leſſing- Gymnasiums, Bantſtaße 9-10.Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. tot dienſtag und Freitag abends von 8-10 Uhr; a. Männerabtheilung Etaligerstraße 55/56. 4. Männerabtheilung Stephanstr. 3. abtheilung Ackerstr. 67.- 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstr. 37.- 3. Lehrlings abtheilung Bocchstraße 27. -Turn Tamenabtheilung Mariannenufer 1a. verein Morden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle, Brinzen Allee 8. Berliner Athletenverein Felsenfest, Steglit. Arbeiter- Bildungsverein. Dienslag, den 7. Januar, Sigung. jeden Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant 3um dicken Tagesordning: 1. Borlesung über Kautsty's" Erläuterungen" c. 2. Be- Albert", Kottbuferftr. 6. Rauchtlub Sorgenfrei, abends 9 Uhr bei Bartel, sprechung über die Gemeindevertreter- Wahlen. Pallisadenstr. 22. Rauchklub Deutsche Flagge, Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 7-8% Uhr: Lektüre, abends 8 Uhr Wiangelsir. 32. Rauchflub Ruhiga, abends 8½ 1hr, 8%-10% Uhr: Nord schule, Müllerstraße 179a: Boltsthümliche Medizin bei Behrend, Gräfefiaße 6: Sigung. Vergnügungsverein Im Brand, ( Gewerbefrankheiten, Wohnungshygiene). Südostschule, Waldemarstr. 14: bei Stanici, Barnimstraße 22. Neuer Berliner auch klub, Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Liegnige ftr. 30 bei Rasemann. Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Nationalökonomie( praktische). Unterricht und Nerungsstunde abends 8% Uhr bei Wählisch, Adalbertstr. 4.Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Dienstag: Guttauchtlub Messalina, bei Gorn, Frankfurter Allee 119. Rauchklub gesinnte Freunde, Georgenti cftr. 65 bei Spät. Angler: Waldesgrün, Gigung Mittwochs, abends s½ 1hr bei Tilgner, Forstermehr konzentri- Rauch tub, Stallschreiberfir. 10 bet Leng. Rauchtlub Eldorado, straße 22. Rauchtlub Portorico, abends 9 Uhr Manteuffelstr. 20. bet 8% Uhr bei Steppin, Ostbahnhof 4, Mauchflub Grüne Ciche, Briber Schröter. Straße 19 bet Rügler. Mauchflub Deutsche Flagge, Wrangelstr. 32 bei zutas. Rauchflub Am balema, Grünauerfir. 3 bet Golz. Arbriter- Hängerbund Berlins und Umgegend. Vorsigender: Ad. NeuVerband mann, Paseralterfir. 8. Alle Acnderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, abends 9-11 Uhr: nebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steineiche Senefelder, Rosenthaler. ( Böttcher), Neue Friedrichfir. 20 bei Keller. Gerechtigkeit- Westen, Bülowstraße 59 bei Straße 67 bei Wernau. Werner. Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichstraße 58. 1 Briefkasten der Expedition. GOVO Unter den von mir abgelieferten 700 M. für die Essener Verurtheilten befanden sich 100,65 M., welche die Kupferschmiede & cho II, Linienstraße 19 bei Neumann. Schildhorn, usedom- Berlins gesammelt haben. J. Pfarr. 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