BERLIN Dienstag 15. Januar 1929 Der Abend Erideint tåglid anfer suntega Fugleich Abenbausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Wi. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenftr.3 66 Spälausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 24 B 12 46. Jahrgang. Kuzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Vf.. Reklamezeile 6 M. Ermäßigungen nach Larif. Boßidedtouto: Vorwärts- Verlag 6. m. b.. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Douboff 292 bis 297 Richter vor dem Gericht. Hoffmann und Kölling als Angeklagte. -Vor dem großen Disziplinarsenat beim Kammergericht begann heute morgen die im April v. J. bertagte Disziplinarverhandlung gegen die Magdeburger Richter Hoffmann und Kölling. Bie erinnerlich, hatte der Disziplinarjenat beim Oberlandesgericht Naumburg ben Landgerichtsdirektor Hoffmann zur Strafpersehung und 200 m. Geldstrafe und den Untersuchungsrichter Kölling zu einem Bermeis verurteilt. Gegen dieses Urteil mar fowohl von dem Generalstaatsanwalt als auch von den beiden Richtern Berufung eingelegt worden. Die erste Berufungsverhandlung vor dem Rammergericht mußte am dritten Tage abgebrochen merden, da beide Angeklagte erklärten, daß fie nach wie vor trog des Magdeburger Urteils von der Mitschuld des Fabrikanten Ha a s an der Ermordung des Buchhalters Helling überzeugt find. Sie seien zu den ihnen zur Last gelegten Handlungen durch die ,, Amtsanmaßung". des Oberpräsidenten Hörfing und des Leiters der Landeskriminalpalizei Dr. Beiß gezwungen worden. Als Köllings Verteidiger zum Beweis der Mitschuld des Haas gar die Berlesung des Berichtes bes Gnadenbeauftragten verlangte in der deutlich erkennbaren Absicht, auf diese Weise den ganzen Fall Haas- Schröder einseitig aufzurollen, beschloß der große: Disziplinarsenat, die Verhandlung zu vertagen, um einerseits dem Angeflagten Rölling die Möglichkeit zu gewähren, feine Anschuldigungen gegen Haas schriftlich niederzulegen und andererseits dem angegriffenen Oberpräsidenten Hörfing und Dr. Weiß Gelegenheit zu geben, sich zu den Angriffen Hoffmanns und Köllings zu äußern. Der Berichterstatter des großen Disziplinarsenats hat in ber Zwischenzeit als beauftragter Richter über die Berdächtigungen der Herren Hoffmann und Kölling eingehende Erhebungen vorgenommen. Wie nicht anders zu erwarten, haben sich feine neuen Tatsachen ergeben. Das Urteil des Magdeburger Gerichts, das Schröder für den Alleinschuldigen an Hellings Tode erklärt und Haas restlos rehabilitiert hat, steht selbstverständlich unangefochten da. Wie fonnte das auch anders sein, nachdem der Mörder Schröder ein nolles Geständnis abgelegt und auch in der Gerichtsverhandlung be stätigt hatte, daß Haas nie etwas mit ihm zu tun gehabt habe. Das alles war auch Hoffmann und Kölling bekannt, als sie in der ersten Berhandlung im Mai unerwartet mit ihren neuen Berdächtigungen hervortraten. Auch diesmal führt Kammergerichtspräsident Tig ges den Borfig. Die Anklage gegen Kölling geht dahin, daß er in mehreren Preffeveröffentlichungen gegen die Staatsbehörden und ihnen angehörige Beamte nachweislich falsche Vormürfe erhoben und durch die gleichen Veröffentlichungen den Be. hördenstreit aufs neue entfacht zu haben; ferner foll er bei Führung der Voruntersuchung sich nicht nur von sachlichen Intereffen haben leiten lassen, sondern auch unbeteiligten Personen einen Einfluß auf den Gang der Untersuchung gestattet haben; schließlich werden ihm formelle Berstöße gegen die Strafprozeßordnung zur Laft gelegt. Dem angeklagten Landgerichtsdirektor Hoffmann wird vor geworfen, daß er unter Weißbrauch seines Ansehens den Unterfuchungsrichter Kölling beraten und auch unzulässig beein flußt habe, obgleich er ihm gegenüber die Beschwerdeinstanz dar. stellte; daß er ferner in zwei Beröffentlichungen Angriffe gegen die Staatsbehörden sich zufchulden fommen ließ und seine Pflicht der Amtsverschwiegenheit verlegte. Es wird ihm außerdem vorgeworfen, daß er unter Mißbrauch seiner Amtseigenschaft als Bertreter des Landgerichtspräsidenten dritte Personen veranlaßt habe, Rölling in feinem Rampf gegen die Verwaltungsbehörde zu unterstützen. Das 150 Seiten umfassende Urteil erster Instanz, das schwere Angriffe gegen hohe Berwaltungsbeamte enthält, mird, ebenso wie in der ersten Berhandlung, stüdweise ver lesen. Zu jedem einzelnen Abschnitt geben die Angeklagten ihre übrigens Erklärung. Der große Disziplinarsenot hat übrigens die Anflage gegen Kölling dahin erweitert, daß er aus Eigenfinn die Mitarbeit des Berliner Kriminalbeamten abgelehnt, aus Starrfim an der Schild Haas' festgehalten und die Unter fuchungsergebnisse des Berliner Kommiffars außer acht gelassen habe. Senatspräfident Kren erstattet dem Disziplinarsenat Bericht. Zu nächst steht zur Berhandlung ein Abschnitt aus Köllings Brief an den Magdeburger Polizeipräsidenten Menzel, in dem die Einstellung des ( Fortfehung auf der 2. Seite,) Amanullahs Nachfolger Auf Amanullah folgt sein Bruder Inayatullah, der mit seiner Familie auch einen .reformistischen Eindruck macht. Täglich 1200 Grippemeldungen. Geringe Abnahme in Berlin. Das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin teilt mit: Um 14. Januar 1929 famen in den städtischen Krankenanstalten und einigen nicht städtischen Anstalten insgesamt 190 Grippefrante zur Aufnahme. Wieder ein Fünftel der aufWieder ein Fünftel der aufgenommenen Kranten hatte eine Lungenentzündung. Die täglichen krankmeldungen an Grippe bei der Allgemeinen Ortstrantentasse halten sich in den letzten Tagen am 1200 herum. Das bedeutet eine geringe Abnahme gegenüber den Zahlen der vorherigen Tage. Eine Neigung zum Rückgang der Erfrankung ist daraus aber noch nicht deutlich zu erkennen. Die Regierungsräte unschuldig? Zur Bestechungsaffäre im Reichsentschädigungsamt. Die beiden Regierungsräte aus dem Reichs. entschädigungsamt, die unter dem Verdacht stehen, amt fiches Material an den Direktor einer Berfidherungsgesellschaft weitergeleitet zu haben, um diesem die Möglichkeit zu schaffen, Geschäfte mit Geschädigten zu machen, find von der Staatsanwaltschaft eingehend vernommen worden. Beide bestreiten ebenso wie der Direktor der Versicherungsgesellschaft, sich irgendwie schuldig gemacht zu haben. Die Beteiligten geben vielmehr an, daß sie in gemacht zu haben. Die Beteiligten geben vielmehr an, daß sie in einer Berliner Zeitung ein Inserat gelesen hätten, in welchem die Gesellschaft Bertreter für das Bersicherungsfach gesucht hätte. Da die beiden Regierungsräte mit ihrem baldigen Abban redmen mußten, hätten sie sich schriftlich um Bertreterposten beworben und dann mündlich mit dem Direktor B. verhandelt. Dabei sei auch zur Sprache gekommen, daß das Reichsentschädi gungsamt bzw. das Reich es versäumt hätten, eine Kreditorgani Großfeuer in Reinickendorf. Gasexplosion im Ruhrgebiet. Berichte 2. Seite fation zu schaffen, mit deren Hilfe die Geschädigten in Ben Befih von Bargeld schnell und ohne große Provisionszahlungen fommen fönnten. Die beiden Beamten hätten dann der Bersicherung Ramen von Geschädigten genannt, und auf Grund dieser Kenntnis ist die Versicherungsgesellschaft dann an einzelne Personen herangetreten Ein Geschäftsabschluß fei jedoch angeblich nicht zwa stande gekommen. Die Betroffenen bestreitem daß fie eine Provision für diese Tätigkeit erhalten hätten, und es sei ihnen auch keine feste 3ufage gemacht worden, daß fie später bei der privaten Gesellschaft angestellt werben würden, Auto auf dem Bürgersteig. Zwei Frauen überfahren.- Der Chauffeur geflüchtet. Durch das rüdsichtslose Fahren eines Chauffeurs wurde heute mittag an der Ede Hohenstaufen- und Eisenacher Straße in Schöneberg ein schweres Straßenun glud verursacht, bei dem zwei Paffantinnen lebensgefährliche Berletzungen erlitten. Der Chauffeur eines Privatautos, der in sehr schnellem Tempo trotz des vereisten Fahrdammes die Hohens staufenstraße herauffam, geriet beim Einbiegen in die Eisenacher Straße ins Schleudern und fuhr in voller Fahrt auf den Bürgersteig. Zwei Frauen, die 62jährige Margarethe Biebig aus der Eisenacher Straße 16 und die 62jährige Witwe Ida Kaddatz aus der Golzstraße 35, die in dem Augenblick die Unfallstelle passierten, wurden überfahren und blieben mit schweren Berlegungen bewußtlos fiegen. Der rücksichtslose Chauffeur, dessen Auto noch beim Anprall gegen den Straßenmast beschädigt wurde, suchte, ohne sich um die verletzten Frauen zu tümmern, fein Heil in rasender Flucht. Er entfam unerfamnt. Die Berunglückten wurden in das Augusta- Vittoria- Kranken haus übergeführt, wo die Aerzte außer inneren Verlegungen schwere Arm- und Beinbrüche feststellten. Die Kriminalpolizei hat bie Ermittlungen nach dem Flüchtigen, der das Unglück verschuldete, aufgenommen, Prozeß Hoffmann-Kölling. (Fortsetzung von der I. Seite.) Oisziplinarverfahrens gegen Tenholt gefordert wird. Bei dieser Ge- legenheit rollt der Berichterstatter den Gesamtkomplex Schröder-chaas auf und schildert ausführlich, wie der Buch» Halter Helling verschwand, wie Schröder verhaftet wurde, wie er unter Tenholts Einfluß Haas beschuldigte und immer mehr Leute in das Verfahren verwickelte. Ferner wie der Untersuchungsrichter Kalling durch sein Verhallen den Behördenstreit entfachte, und wie es schließlich gewissermaßen zum Zustizputsch gegen die republikanische verwalkung tam. Besonders unterstrichen werden vom Berichterstatter die Epi- soden, die für die Beurteilung der Gutgläubigkeit Köllings hinsichtlich Haas' Schuld von Bedeutung sind. Kammergerichtsrat Kell hat näm- lich im Auftrage des großen Difziplinarsenats selbständige Ermitt- l un gen vorgenommen und den Oberpräfldenten Hörsing, den Magd«- burger Polizeipräsidenten Menzel, den Vizepräsidenten Dr. Weiß und den Kriminalkommissar Bußdorf vernommen. Besondere Bedeutung hat z. B. die Frage, ob es richtig fei. daß KöllingerstdurchBußdorfsBerichtvonder Möglichkeit erfahren habe, daß Hellings Leiche in dem Sch Löverschen Hause vergraben sei: ferner, ob Kölling tatsächlich über den Besuch Tenholts und Schröders im tschechischen Konsulat kein Proto- koll aufgenommen und dadurch die Aussage Schröders zu Haas' Un- gunsten gefälscht habe. Zu dem ersten Punkte, seinem Brief an den Polizeipräsidenten. gibt Kölling Erklärungen. Seine erste Aussprache mit Bußdorf sei freundschaftlicher Natur gewesen. Cr habe seine Mitarbeit nicht ab- gelehnt, sondern ihm einen Sonderauftrag erteilt. In höchstem Maße überrascht sei er gewesen, als er am Ist. Juli durch Schröders Schwester erfahren habe, daß Bußdors gemeinsam mit Rechtsanwalt Braun eine Durchsuchung des Schröderschen Hauses vorgenommen habe. Damit habe der Konflikt begonnen. Der Vorsitzende, Kammergerichtspräsident Tigges, häll Kol- ling vor. daß er auf der Konferenz beim Generalstaateanwall, der auch der Vizepräsident Weiß beigewohnt hatte, sich bereit erklärt habe, mit zwei neuen Berliner Herren zusammenzuarbeiten, ganz überraschenderweise aber gleich daraus sein Einverständnis zurück- gezogen habe. Kölling gibt auch darüber eine ausführliche Erklärung. Besonders auffallend erscheint in der heutigen Disziplinarver- Handlung die ganz außerordentliche Lebhaftigkeit des Untersuchungs- richters Kölling. Er verteidigt sich mit großer Redegewandtheit und viel Temperament, ganz im Gegensatz zu seinem Verhallen während der ersten Disziplinarverhandlung. Damals erklärte er, daß er sich mündlich über die Verdachtsmoment«, die er gegen Haas heute noch habe, nicht auslassen könne, da er nicht über die erforderliche Redegewandtheit verfüge. Seine heutige Verteidigung widerlegt diese Behauptung. Entweder hatte Kölling Grund, damals mit der Sprache zurückzuhalten, oder sein Gesundheitszustand hat sich derart gebessert. daß er heute ein ganz anderes Bild bietet als bei der ersten Be- rusungsverhandlung. Frankreich und Pierponi Morgan. Mobilisierungsaussichten ungünstiger beurteilt. Paris. IS. Januar.(Eigenbericht.) Die Teilnahme der amerikanischen Sachverständigen Owen A o u n g und Pierpont Morgan an der Sachoerständigenkon- serenz dürste hiesigen Meldungen-ms Washington zufolge nunmehr als gesichert gelten. Morgan gilt als einer der am meisten an Europa interessierten Finanzmagnaten Amerikas. Im Zusammenhang mit der Bezeichnung der amerikanischen Sachverständigen wird in hiesi- gen Finanz- und politischen Kreisen stärker das Problem der Auf- nähme deutscher Reparationsobligationen durch den amerikanischen Markt erörtert, und man zeigt sich in dieser Hin- sicht gegen früher wesentlich pessimistischer. Man gibt sich darüber Rechenschaft, daß höchstens mll der Aufnahme eines Teils deutscher Obligationen gerechnet werden kann, wodurch etwa 1 bis IVj Milliarden Dollar erzielt würden, die nach hiesi- ger Auffassung am besten zum Rücklauf der letzten 25 bis 30 Annuitäten der alliierten Schulen verwendet würden. Der gesamte Tilgungsplan der deutschen und interalliierten Schulden würde sich dadurch um etwa 30 Jahre reduzieren. Daneben wird gleichfalls die Frage einer teilweisen Unterbringung deutscher Re- porationsobligationen in den alliierten Ländern erörtert. Für Frank- reich käme etwa ein Umtausch der noch laufenden Bonds der nationalen Verteidigung gegen deutsche Reparationsverpflichtungen in Betracht. Gilberts Rücktrittsabsichten. Paris, 15. Januar. „Chicago Tribüne" meldet aus Washington, daß man dort an- nehme, daß die Wahl Morgans zu einem der Sachverständigen so gut wie oollständiA auf Bemühungen Parker Gilberts in letzter Stunde zurückzuführen sei, der als Generalagent für die Reparations- Zahlungen zurücktreten werde, um in die Firma Morgan u. Co. einzutreten. Gchlefien versinkt im Schnee. Im Kreis ftegtiih eineinhalb Meter Schneehöhe. Breslau, 15. Januar. Der in den vergangenen Togen herrschende st arte Sturm Hot in der näheren und weiteren Umgebung von Breslau große Schneeverwehungen verursacht. Besonders schwer sst der Landtreis Breslau betroffen. Auch im Kreise Schweid- nitz sind infolge der Schneeverwehungen zahlreiche Verkehrs- stärungen eingetreten. So lagen in den Zufahrtsstraßen von Schweidnitz nach Gräditz viel« Personenkraftwagen fest. Auch die Postautos von Pfaffendorf nach Weißkirschdorf und Schweidnitz sowie von Költschen nach Reichenbach und von Nimptsch nach Lang- seiffersdorf konnten nicht oerkehren. Aus dem Eulengebirge werden ebenfalls zahlreiche Schneeverwehungen gemeldet. Aus L i« g n i tz hört man, daß an vielen Stellen der Kreisstraßen die Schneewehen bis IVt Meter hoch feien. Zwei Schnee- pflüg« sind dauernd damit beschäftigt, die Straßen freizuhalten- Trotzdem mußten viele Personenkraftwagen au» dem Schnee herausgeschafft werden. Steinende Temperaturen und Schnee in Oberbaden. Der starke Frost hat, wie aus Fr«iburg i. B. gemeldet wird, nunmehr auch in Oberbaden nachgelassen, und bei steigenden Temperaturen sind Neuschneefälle ein» getreten, auf dem Hochfchwnrzwald bis zu 15 Zentimetern, fo daß die Schneedecke dort annähernd 1 Meter bi�rögt. Auch in den Titlern und in der Rheinebene schneit es jetzt weiter. Großfeuer in Zieinickendorf-West. Mehrere Wohnhäuser in Gefahr. Ein Groß feuer beschäftigte in der vergangenen Nacht ein starkes Feuerwehrausgebot in der Schilling. st r a h e 27/2S zu Reiulckeudors-BJefl. Der Lager. plah einer holzgroßhaadlung wurde zum größten Teil ein- geäschert. Durch die ungewöhnliche Strahleahitze kamen die dem Platz gegenüberliegenden Wohnhäuser in Gefahr. Rur der omstchtigen Leitung der Feuerwehr Ist es zu verdanken, daß ein Unglück im letzten Augenblick verhütet wurde. Zasaesamt mußten zehn Schlauch- leituugeo größten Kalibers in Tätigkeit gefetzt werden, um das Feuer in stundenlanger, angestrengter Arbeit nieder- zukam psea. Der Holzlagerplatz gehört der Großhandlung Meyer. In mehreren großen 60 bis 70 Meter langen Schuppen lagerten dort große Bestände von Nutz- und Bauhölzern. Gegen Vti Uhr wurden Bewohner eines Hauses, das vis a vis dem Platz liegt, durch einen starken Feuerschein aus dem Schlaf geschreckt. In der Mitte des Platzes stand ein Lagerschuppen in hellen Flammen: ein« fast zwanzig Met« hohe Feuerbahn erleuchtete die nächst« Umgebung taghell. Die Reinickendorfer und Wittenauer Feuerwehr eille auf den Alarm sofort au die Brand- statte. Dos Feuer hatte in der Zwischenzeit jedoch einen so großen Umfang angenommen, daß die Berliner Wehr um Hilfe- leistung angerufen wurde, die alsbald mit drei Zügen unter Leitung des Baurates Z i l i u s anrückten. Von vornherein stand fest, daß von dem brennenden Schuppen und mehreren angrenzenden Holzbuden, sowie AusenthaLsräumen nichts mehr zu retten war. So mußten alle Anstrengungen darauf gerichtet werden, ein Ueberspringen de» Feuers auf einen Lagerschuppen, der sich längs der Straße hinzieht, zu verhindern. Die Löschmannschaften mußten sich in respektvoller Entfernung von dem Flammenmeer hallen, das ein« Strahlen- Hitze entwickelle, die sich bis auf ein« Entfernung von 40 Metern noch sehr gefährlich bemerkbar machte. Befand«« Schwierigkeiten bereitet das Einsetzen d« Anschlußrohre, da ein Teil d« Hydranten zum Teil recht entfernt lagen und stark vtteist waren. Es kann von einem besonderen Glückcumstand gesprochen werden, daß der Lagerschuppen an der Straßenseite vor dem Feuer geschützt werden tonnt«. Auf der anderen Seit« nämlich, durch einen schmalen Fahrdamm getrennt, liegen Wohnhäuser, die eine Zeitlang anjs äußerst« gefährdet waren, denn sie wären rettungslos der furchtbaren Strahlenhitze ausgesetzt gewesen. Erst gegen Ml Uhr früh war die Macht der Flammen gebrochen und die Ablöschungs- und Aufräumungs- arbellen tonnten in Angriff genommen werden. Zurzeit sind noch drei Ablösungszüge mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt, die bis in den späten Abend hinein andauern werden. D« Schaden ist außerordentlich hoch, steht ziffernmäßig aber noch nicht fest. Die Enfftchung-ursache konnte nicht mehr ermitteli werden, da die Wehren schon bei ihrem Eintreffen ein gewaltiges Feuerme« vorsanden. Familientragödie in Würzburg. Sine Mutter mit zwei Kindern durch Gas vergastet. würzburg, 15. Januar. Als der Geschäftsführer des Deutschen Metall- a rb ei te rver ba n de s, Ortsgruppe Würzburg, Huber, gestern abend nach Hause tam, fand er in der Küche seiner Wohnung seine 33jährige Frau und seine zwei Söhne im Alt« von 4 und 6 Iahren durch Gas vergiftet. Die sofort angestellten Wiederlebungsversuche waren erfolglos. Nach den bisherigen Feststellungen liegt ohne Zweifel ein Unglücksfall vor. Di« Frau faß in der Nähe des Gasherdes auf einem Stuhl. Sie halle anscheinend Zeitung gelesen, da Zeitungsblätt« vor ihr aus dem Boden lagen; die beiden Kinder Hollen offenbar auf dem Boden gespielt._ Es war nicht das erstemal! Oer Trick der Lisa Mayer. Wie jetzt bekannt wird, hat die Wien« Dirigentin Lisa Maria Mayer den Trick, den sie zusammen mll ihrem famosen Gatten. Herrn S a b e r l. in der Berlin« Philharmonie anwandte, nichtzum erstenmal versucht. Kurz vor ihr« Reise nach Berlin veranstallete die Dirigentin im Großen Musitvereinssaal in Wien ein Konzert, und, siehe da— auch damals erschien in einer großen Wiener Zeitung eine Anzeige, in der die„intelligente hübsche Tochter eines Industriellen" mit den präch- tigsten, genau dargestellten Eigenschaften und einem sehr dicken väter- lichen Geldbeutel männliche Bekanntschaft suchte. Dieses Mal sollte es sich freilich nicht, wie in Berlin, gleich um eine solide bürgerliche Ehe, sondern nur um eine„gute Kameradschaft" handeln. Ob dieser feine Unterschied ein Kompliment für die nach der Ansicht des Heiratsannoncenkonzertkonzerns Gaberl-Mayer offensichtlich größere Solidität d« Berliner fein soll, bleibe dahingestellt. In Wien meldeten sich, ganz wie bei uns, mehr als 100 Kameradschaftslustige, und auch sie erhiellen ein Schreiben, in dem sie zu einem Stelldichein in dem Großen Musikoereinsfaal während des Konzertes der Lisa Maria Mayer ge- beten wurden. Nach d« ersten Pause ist der vorher gut besuchte Saal frellich halb leer gewesen. Die Wiener hängten nicht, wie die Berllner, ihre Blamage an die große Glocke. Man mag üb« das Verhallen der„Lokal-Anzeiger"-Kaoali«e aus der Philharmonie denken wie man will: Ohne Zweifel wird man in ihnen etwas lächerliche Figuren sehen und es für wenig taktvoll hallen, daß sie Verlins ällesten Konzertsaal zur Szene eines üblen Radaus machten. Wer lächerlich und taktlos hin und her: Der Schwindel des Ehepaars Gaberl-Mayer kann nichtfcharfgenug gebrandmartt werden. Wie man in B«lin über derartige faule Scherze denkt, wird den Beiden die erhaltene Lektion hoffentlich ge- zeigt haben!_ Ein Auswanderer-Dampfer verloren. Das Schiff in zwei Teile geborsten. Danzig, 15. Januar. Der am Freitag auf der Höhe von Schiewenhorst, etwa zwei Kilometer vom Strande, auf Grund gelaufene Auswan- dererdampfer„Baltara" gilt nunmehr als voll kam- men verloren. Am Montag begab sich ein Schlepper, der u. a. auch den ersten Offizier und den ersten Maschinisten der„Ballara" an Bord hatte, von Danzig zu der Unglücksstelle. Es konnte ober nur noch festgestellt werden, daß das Schiff inzwischen durch die Ge- wall des Sturmes in zwei Teile gebor st en und vollkommen verloren war. An den Weichseldurchstich bei Schiewenhorst ist ein Danzig« Schupotommando beordert worden, das die Aufgabe hat, die auf dem Meer treibend« Ladung, soweit sie an Land gespüll wird. zu bergen. Die„Baltara" hatte 2379 Beruttoregistertonnen. Sie war mit Doppelschrauben ausgerüstet und 1909 in Southampwn (England) vom Stapel gelaufen. Der Dampfer war für 450 Passagiere eingerichtet. Eiseubahnkaiastrophe in Galizieu. 1 Toter und 10 Schwerverl ehte. • Warschau, 15. Januar. In der Nähe von Lemberg ist ein Personenzug mit einem Güterzug zusammengestoßen. Beide Lokomotiven und mehrere Wagen wurden zertrümmert. Zehn Personen erlitten schwere Verletzungen, während der Oberschaffner getötet wurde. Severins interpretiert. Meinungsverschiedenheiten über den Schiedsspruch. Bochum. 15. Januar.(Eigenbericht.) Aal« Vorfitz von Reichbinnenminister S e o e r i n g finden heute vormittag im Magistratssitzungcsaal de» Dortmunder Rathauses V«. Handlungen üb« die Auslegung des Severingschen Schiedsspruches für die Meiallindustrie Nordwest slait, über dessen Durchführung sich schwere Meinongsverschiedenheilen zwischen den Parteien«geben Haben.__ Große Gasexplosion im Ruhrgebiet. Explosionsfront von SOO Meter Länge. Gelsenkirchen-Buer. 15. Januar. Am Montag ereignete sich auf der Ueckendorfer Straße nahe der Grenze von Wattenscheid eine größer« Gas- explosiv». Ein Bewohner des Hauses Ueckendorfer Straße 257 befand sich am Morllag in seiner im Keller gelegenen Waschküche. als« Gasgeruch bemerkte. Plötzlich züngelte«ine Flamme empor. pflanzte sich auf dem Boden fort, um schnell zu dem Mfluß- basfin d« Waschküche, das die Wwäss« an die Kanalisillionsanlageii lellet, zu fluten. Durch den geheizten Wafchkessel waren wahrscheinlich die Gase«hitzt und in Brand geraten. In dem Kessel gab es eine Explosion mit gewaltigem Krachen, wodurch im Hause sämtliche Türen und Fenster zertrümmert wurden. Die Explosion setzte sich blitzschnell in einer Straßenlänge von zirka 800 Metern fort. Innerhalb eines Zellraumes von etwa 3 Minuten hörten die erschreckten Bewohn« drei donnerähnlich-- Explosionen. Auf d« Ueckendorfer Straße flogen die gußeiserncil Kanaldeckel haushoch in die Luft und gleichzeitig schlugen aus den Kanalöffnungen hohe Flammen empor. Durch den gewalligen Luftdruck platzten viel« Fensterscheiben. Die Feuerwehr und Poliz-i waren bald zur Stelle. Menschenleben oder Verletzte sind nicht zu be- klagen. Man oermutet, daß die Explosion auf die B e n z o l a b i wässer einer Zech«, die in die Kanäle abgeleitet werden, zurück- zuführen sst._ Fori mit der Schupouniform. Wünsche der polizeibeamten. D« Verband Preußischer Polizeibeamten ver- anstallet« am Montagabend im Fesssaal des Preußischen Landtags eine Kundgebung, zu der die Mirglieder des Hauptausschusses des Preußischen Landtags eingeladen waren. Da im Hauptausschuß zurzeit der Haushallsplan 1929 des Ministeriums des Innern beraten wird, benutzte die Organisation die Gelegenheit, um den Parlamentariern die Wünsche der Polizei- beamten zum Etat zu unterbreiten. Die Polizeibeamten oerlangen nichts weiter als«ine Beseitigung der Härten, die sich aus der Befoldunosgruppierung«geben haben. Die Lest« der Organisationen begründeten in längeren Aus- führungen die Anträge, die sie den Mitgliedern des Hauptausschusses unterbreitet haben und deren Erfüllung dem Staat keine allzu großen Kosten verursachen würde. Neben den bekannten Forderungen wurde auch von neuem ver- langt, endlich für die Schutzpolizei eine zweckentsprechend« Uniform einzuführen. Ein Beamter führte einen Rock vor, der nach den Angaben der Organisation hergestellt worden war und all- gemein als äußerst praktisch bezeichnet wurde. Es ist ein hals- freier glatter Rock, ohne Achseistück«, nur mit Aermelstreifen. Gesordert wurde weiter, daß endlich das völlig zwecklos? Seitengewehr und der Tschako verschwinden. Scharf verurteilt wurde die geplante Einführung eines' Hirsch- s ä n g e r s als Bewaffnung, da eine solche Waffe für den Polizei- dienst völlig unbrauchbar sei. Bauausstettung bis verschoben? Die vielumstrittene Bauausstellung Berlin 1930 schien gesichert. nachdem die Stadtverordnetenversammlung am 20. DezernVr durch Annahme der Magistratsvorlag« die Hergabe von städtischem Kc- lande und städtsschen Geldmitteln endgültig genehmigt hatte. In zwischen hat der Verein Bauausstellung in seiner danach abgehaltenen Mitgliederversammlung durch eine«instimmig be- schlössen« Erklärung sich dahin ausgesprochen, daß es unmöglich fei, die Vauausstellung bis zum Frühjahr 1930 zustande zubringen. Die in dem Verein zusammengeschlossene Bauwirt- schaft wünscht, daß die Ausstellung bis 1931 verschoben wird. Auch der Aussichterat d« Ausstellungs- und Messegefellschaft lzat zu diesem Vosschlog bereits Stellung genommen und ist ihm einstimmig beigetreten, weil auch er«ine Fertigstellung bis 193 1 nicht für möglich hält. Jetzt wird der Magistrat und nach ihm die Stadtverordnetenversammlung sich zu äußern haben. „Oelrausch" von Lack Larrit. Thalia-Theater. Allzu naiv ist der blonde Sam. den zw« gerissene Spitzbuben um seine letzten SM Dollar bringen, allzu mörchenhast ist die Ge schichte von den Oelfeldern, auf denen nur Salzwasser gefunden wird, allzu brav ist der liebe Gott, der für Sam zum Schlüsse anstatt der verlorenen SM Dollar ein Bündel von 190 M runden Dollars herbeibringt. Es wird ein ordentliches, handfestes amerikanisches Bolksstllck gespielt. Die Niggerjungens vom Brodway und die Cowboys in Texas können dabei ihre helle Freude erleben. Weil in jeder Szene unzählige lleiierraschungen kommen, und weil sich das Glücks- rad immer so dreht, daß es den schon ganz unten liegenden Sohn des Glückes immer wieder auf die oberste Spitze des Erfolges hinauf- befördert, darum gerade ist diese amerikanische Komödie so amüsant. Ist das nun der Schwanengesang des Thalia-Theaters, das nach Palmarum schließen soll? Das Thalia-Theater war die Gemütlich- keitsfiliale der Bolksbühne. Die Leute gaben den Älasienkampf auf und gingen, soweit der Kassenbericht meldet, sehr gern zu Herrn Felix, dem Direktor. Sein Theater war nicht vom Meinungskrieg umtobt. Die Volksbühne mußte im Laufe der Jahre die Massen von links und von rechts und aus der Mitte schlucken. Es scheint, daß diese verschiedenen Menschenklassen ins Thalla-Theater-gingen, wenn sie Burgfrieden hallen und sich ein Mittelstanisvergmigen leisten wollten. Darum waren auch die Borgänge aus der Bühne ebenso wichtig wie die Getränke unten im Theatcrtunnel. Am Bülowplatz verlangte man Geistesscharmützel. In der Dresdener Straße wollte man sich seiner Alltagssorgen entledigen. Nun will Herr Felix schließen, um seine Spargroschen nicht zu riskieren. Ein Dolksbühnenfilialleiter ist aber eigentlich rächt zu solcher Rentiersehnsucht berechtigt. Wenn er vor Aller wackell«, I-z und Amen. Aber so millen in der kritischen Periode abspringen— und nur aus Angst und nur mit dem Kontobuch in der Hand? Das nennt man Gefchäftstheoter und nicht Volkstheater. Das derbe Volksstück erfordert nicht gerade eine sehr dick austragende Darstellung. Doch man schlägt am besten bis zum obersten Rang durch, wenn tüchtig aufgedonnert wird. Während man sich die Abschiedsinszenierung des Direktors Felix ansah, entdeckte man, daß hier am Thalia-Theater beinahe so etwas wie eine Haustruppe zu- sammengewachsen war: da war die Mütterspielerin Else Bäck- Nest, ein« stark« Theaterintelligenz, die leicht durchging, damit Tränen und Gelächter bis zum Olymp hinauf reichlich gespendet wurden. Da war Dr. Manning, d«r statiöse, noch immer imponierende, schöne Heldeiwater und gebildet« Sprecher. Da war Fritz L i o n, der Charakterkomiker, der im Lause der Jahre Liebling« und Scheusale von sympathischem Schlag so ergötzlich darstellt«. Da war Maya Hart, die gefühlvolle Sprecherin mit dem gewinnenden und streichelnden Ton in der Kehle. Andere waren auch da. die nicht unter den ersten Namen gebucht wurden und sich eben deshalb ge- horsam der Hausordnung einbürgerten. Man bildete olles in allem «inen anständigen Hausstand. Für die amerikanische Komödie wurde noch der junge Viktor de K o w a engagiert, der alle Talente besitzt, um verträumte Spekulanten und echte oder hochstapelnde Märchen- prinzen zu spielen. Alle Darsteller wurden beklatscht und sogar ge- feiert. Max Hochdorf. Berlin und Leningrad tauschen Bilder. Aus Fachkreisen kommt die Kunde, daß dos Märkische Museum und dos Reoolutionsmusvum in Leningrad einen Bilberaugtauslb vornehmen wollen. Es handell sich um zwei Panoramabilder, wozu das Kunstdepartement der Sowjetregierung seine prinzipielle Ein- willigung s«hon gegeben hat.— In Berlin befindet sich«ine Ansichi von Moskau noch vor dem Brand, also noch vor l812. Schöpfer des Bildes ist Johann Tilker. Dagegen birgt das russische Museum ein Wert von Eduard Gärtner, dem All-Berliner Maler. Auch hier handelt es sich um eine Ansicht, um einen„Blick vom Kirchendach in Werder". Gärtner ist einer der bedeutsamsten Architektur- urä» Landschaftsmaler seiner Zell gewesen. Er ist geborener Berliner, der seine ersten Studien zunächst in Kassel be- trieb. Danach kam er als Malerlehrling in die hiesig« Porzellan- manufakwr und späterhin auf die Akademie. Er wurde dann späterhin einer der liebenswürdigsten Schilderer des vormärzlichen und bichernieierischen Berlin. Sein Hauptwerk eillstond 18.34 bis 1835; es ist dies das Panorama von Berlin in sechs Teilen, das sich in Leningrad im Winterpalais befand. Es gab den weiten Fern- blick über die Dächer der Stadt in überragender Kühnheit der Komposition. In Leningrad befindet sich dann noch die sogenannt« „Schiidwache". Neben Berliner Veduten zeigt sein Lebenswerk auch viel Moskauer und Leningroder Ansichten. Nach Rußland halte den deutschen Maler im Jahre 18.37 der Zar eingeladen. Dieser Aufenthall währte bis 1833, und viele Eindrücke davon sind in dem Bllderwert über das 1839 zum Geburtstag der russischen Zarin in Potsdam abgehaltene Fest„Der Zauber der weißen Rose" enthalten. Dr.O. v. Kriegsminister Wojkow zurückgeireien. Oer Kampf um die bulgarische Futterkrippe. Sofia, 15. Januar.(Eigenbericht.) Kriegsminister Wojkow, die größte Figur unter den 9. Juni- Putschisten im zweiten Sgoworkabineit, ist endlich aus der Rc- gierung geschieden. Kein Zweifel, der Flügel Alexander Zan- kaws hat mit der Beseitigung Wojkows einen Sieg zu verbuchen— schreibt der sozialistische„Narod". Man hat generell einen neuen Schrill vorwärts in der Reinigung der Regierung von den Verschwörern des Jahres 1923 zu registrieren. Wer damit sind die Zänkereien innerhalb des Sgowors noch lange nicht beseitigt. Sie dürften sich eher noch oerschärfen, well die zahlreichen Anhänger Wojkows eine neu« Gelegenheit suchen werden, dies« Niederlage chren Gegnern wieber heimzuzahlen. Daß derKampfzwischen den Stämmen täglich hitziger wird, dafür zeugen die heftigen Deballen zwischen den zahlreichen Zeitungen der Regierungspartei. Die anfangs 1926 ausgeschifften Leute Zankows können sich nicht mit ihrer ohnmächtigen Lage abfinden. Sie kämpfen um ihre Rückkehr in das Kabinett, um ein« Regierung der starken Hand zu bilden und eine offene oder versteckte Diktatur zu errichten. Alles geht einzig und allein um den Kampf um die Futter- k r i p p e. Und wenn jetzt L i a p t f ch e w wieder einmal den Forde- Sishamonie in der philhamonie. Oiri gentin:»Es folgt als Einlage: Bei Männern, weiche Qede fühlen- von Mozart.. Stimme ans dem Zuhörerravm:„Spielen Se lieber: Martha, Martha, du entschwandest!" rungen Zankows und seiner Leute nach einer Kabinellsumbildnng ausgewichen ist und seine Haltung mit den vorbereitenden Budget- arbeiten begründet.— die Berschwörersipp« schärft weiter ihre Zähne. Eins indessen ist völlig sicher: Jede Rückkehr der 9. Iurä-Putschisten in das Kabinett wird eine ungeheure Em- pärung im ganzen Lande hervorrufen. Andererseits wird jede Verzögerung in der Umbildung des Kabinetts die innere und äußere Lage des Landes mehr erschweren und schneller zum Sturz dieser Regierung führen. Oer„Zamilienklan" in Nostow. Konsumgenossenschast als Familienbefih. Moskau, 15. Januar. Eine Revision hat festgestellt, daß die Konsumgenossen- s ch a f t in Rostow am Don sich ganz in den Händen einer Gruppe befindet, die die einflußreichen und einträglichen Posten seit längerer Zell ausschließlich mll ihren Verwandten besetzt. Auf diele Weise sind 699 untereinander oerwandte Personen in dieser Gesellschaft maß, gebend. Di«„Prawda" äußert sich mit bitterer Ironie über dieses „gemütliche Nest", von dem aus die dunkelsten Geschäfte und Schie- bungen unternommen werden konnten, weil„auch diese Krähen sich gegenseitig die Augen nicht aushackten". Zugleich bemerkt das Sowjetblatt, daß derartige.Klans" sich auf dem Gebiet der Sowjet- union well häufiger finden, als der Oeffentlichkeit bekannt fei. Aller- dings schlage der Familienklan von Rostow alle Rekorde und könne in seiner Art als klassisch bezeichnet werden. Nugjahr-1929. Oer Hinauswurf von Goß wird endlich bekannigegeben. In unserer Ausgabe vom 11. Januar hatten wir mitgeteilt, daß der im Bezirk Köpenick amtierende Stadtrat Goß aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und ausgesondert worden sei, sein Mandat und sein Amt niederzulegen. Die„Rote Fahne" be- stätigt heut« diese Mitteilung. Danach ist Goß schon am 6. Ja- n u a r in der Sitzung der Berliner Bezirksleitung der KPD.„wegen unkommunistischen Verhaltens" hinausgeworfen worden. Das»un- kommunistische Verhalten" habe darin bestanden, daß er sich trotz wiederholter Warnungen fortgesetzt den Parteipfllchten entzogen habe. Anderthalb Wochen hat sich also die.Rote Fahne" Zeit da- mit gelassen, ihre Leser über diesen Fall zu unterrichten. Das Flugjahr 1929 fängt gut an. Dem Stadtrat Goß werden noch manche ander« prominente„rechte Liquidatoren" und„Ver- söhnler" folgen. Wer seine Gesinnung nicht jeder neuen Parole anpassen kann, wer nicht heute gegen und morgen für Wlltorf- Thälmann ist, der wird in der Kommunistischen Partei nicht ge- duldet. Das hat jetzt Herr Goß erfahren müssen. El» großer Lundfunkseodor wird in der Näh« von Straßburg gebaut. Der Bürgermeister von St. Oenls, Aillaum«, der zugleich Leiter eines kommunistischen Blattes ist, wurde wegen antimilitaristischer Propaganda zu zwei Iahren Gefängnis verurteilt. Da» Meter und das Kilogramm werden in der Türkei eingeführt. Der Dochenruhetag wird von Freitag auf Sonntag oerlegt. Oas„Goeihe-Leffing-Iahr-1929". Das Jahr 1929 ist das große„Goethe-Lessing-Iahr". denn am 19. Janpar sind es 199 Jahre her, daß die Uraufführung von Goethes „Faust" in Braunschweig stattfand und am 22. Januar find 299 Jahr« fest der Gebllrt Lessings in Kamenz in Sachsen vergangen. Die Städte, in denen die„Uraufführung des„Faust" erfolgte, und die durch das Leben Lessings für das Goethe-Lessing-Iahr Bedeutung haben, haben es sich angelegen fein lassen, diese literaturhistorischen Vorgänge zu feiern. Am 19. Januar findet in B r a u n s ch w e i g in der Burg Dankwarderode eine Ausstellung„Faust auf der Bühne" statt. Am selben Tage veranstaltet das Landestheater eine Festvorstellung vom ersten Teil des„Faust", also am gleichen Tage, an dem vor 190 Iahren die erste Aufführung dieser großen Menschheltsdichtung Goethes im Braunschweiger Hoftheater stattfand. Ee werden zugleich die berühmten Lessing- und Faust-Stätten in Braunschweig besichtigt: außerdem findet ein Konzert in der Domkirche Heinrichs des Löwen statt. Am 29. Januar wird eine Morgenfeier im Landes- theater oeranstallet und Professor Dr. Petersen, der Präsident der Goethe-Gesellschaft und zweite Vorsitzende der Lessing-Gejellschast. der neben dem Privatdozenten Dr. Nietzen Leiter der Faust-Ausstellung ist, Holl einen Bortrag über„Goethe und Lessing", in dem er die doppelte Bedeutung dieser Tage seiern wird. Die Stadt Wolfen- büttel, wo Lessing seit dem Jahre 1779 Bibliothekar war, wird gleichfalls den 299. Geburtstag Lessings feiern. Hier wird am 29. Januar eine Ausstellung.Aiesfing und seine Zell" eröffnet. Ein« Festvorstellung des„Nathan" im Stadttheater und Vorträge werden die Feier beschließen. Selbstverständlich darf Hamburg, wo Lessing im Jahre 1767 als Dramaturg am Nationaltheater wirkte. nicht fehlen. Auch hier wird am 29. Januar«ine staatliche Feier veranstaltet. Das berühmteste Ergebnis der Täfigkeit Lessings in Hamburg war seine„Hamburgische Dramaturgie". Am 21. Januar beginnen die großen Lessing-Feiern in B e rli n, wo Lessing mehrfach sich aushielt. Im Jahre 1748 kam er zum erstenmal hierher und zwar mit Mylius. Die„Akademie der Künste veranftallet am 21. eine Festvorstellung, wo Professor Petersen und Thomas Mann Ansprachen halten werden. Der nächste Tag bringt«ine Feier am Lessing-Denkmal, ferner Feiern im Rathaus und Festvorstellungen in den Staatstheatern. Am 23. Januar end- lich wird in der preußischen Staatsbibliothek eine Lessing-Ausstellung veranstaltet, die eine große Lessing-Bibliothet bringen wird, sowie mehrere Abteilungen über Lessings Leben, über Lessing als Journalist, über feine dichterische und Gelehrtentätigkeit und über seine Bedeutung für das Theater. Am 299. Geburtstage des Dichters veranstaltet auch Breslau eine Lessing-Ausstellung. Die säilesische Hauptstadt hat im Leben des Dichters eine ungewöhnliche Bedeutung. Er war hier von 1769—1765 Sekretär des Generals v. Tauentzien und dichtete hier das beste deutsche Lustspiel„Minna von Barnhelm". Auch der„ßaokoon" wurde während seines Aufenthaltes in Breslau entworfen. Endlich fei noch die Gedächtnisfeier in Kamenz er- wähnt, wo Lessing am 22. Januar 1722 geboren wurde. Di« Dater- ftadt des Dichters benutzt diesen denkwürdigen Tag. um ein„Lessing- Haus" zu begründen, in dem ein Lessing-Museum und im Sinne des Dichters eine Bolksbibliothek untergebracht werden sollen. Gchnupsenübertrager in Kamillen. Wenn in einer Familie Schnupfen auftritt, so erkrankt gewöhnlich rächt die ganze Famille, sondern«in Familienmitglied bleibt voll- ständig gesund. Es gibt, ebenso wie Typhusüberträger, auch Schnupfenüberträger, die, ohne selbst trank zu sein, die Kranthell in die Familie bringen. Zu diesem Schluß gelangte durch die Beobach- tung einer großen Anzahl von Fällen, bei denen Schnupsen durch Familienmitglieder«ingeschleppt wurde, der bekannte amerikamsche Arzt Dr. Watson. Stach seinen Untersuchungen wird zum Beispiel oft ein Kind, das selbst ganz immun gegen Schnupfen ist, zum Ueber- träger der Krankheit auf seine Geschwister, mit denen es zusammen lebt, und auf diese Weise kommt es dann, daß eines Tages die Krankhell in der Familie auftritt, ohne daß man sich erklären kann, rnie die Injektion zustande gekommen und gleichzeitig mehrere Mit. glieder der Familie treffen konnte Das Kind, das den Schnupfen überträgt, ist, wie schon erwähnt, selbst völlig immun gegen An- steckung, trägt aber, ebenso wie der Typhusüberträger, die Krank- heitskeime in sich, um andere, die sich in seiner Nähe aufhallen, da- mll zu infizieren. Die Fähigkell der Uebertragung besitzt ein solcher Mensch auch»och. wenn er bereits erwachsen ist und selbst schon Familie hat. Immer wieder kann es dann vorkommen, daß der Schnupfenüberträger, ohne daß er selbst krank ist, ein plötzliches Auftreten von Schnupfenfällen in seiner Familie hervorruft, ebenso wie er es als Kind im Ellernhause war. Als Ursache dieser eigen- artigen Ueberttagungsfähigkeit kann man ein« einmalige und auch jedenfalls ungefährliche Infektion der Nasenhöhle der betreffenden Menschen annehmen, durch die die Nase selbst zwar immun wurde, aber gleichwohl zum Träger der Keime werden konnte. Ganz sichere Erklärungen lassen sich über die Erscheinung indes noch rächt geben. Die Rundfunkpläne der Reichsbahn. Die Reichsbahnverwaltung hat sich mit den Ergebnissen der im ungarischen Eisenbahnwesen eingeführten Rundfunkübertragung in fahrenden Zügen eingehend beschäftigt. Ms erste Folge dieser Untersuchungen ist die versuchsweise Einführung des Rundfunks auf der O-Zugstrecke Berlin— Beuchen— Breslau zu verzeichnen. Allerdings werden diese Versuche zunächst rächt dem reisenden Publikum Zugang- lich sein, sondern von der Siemens-Gesellschast in eigens reservierten Abteilen vorgenommen werden. Von dem Ergebnis dieser Versuch« wird es abhängen, ob die Reichsbahn sodann sich entschließt, den Rundfunk auf dieser Strecke auch dem Publikum allgemein zugänglich zu machen und ihn noch auf weiteren v-Zugstr ecken zur Einführung zu bringen. Der vor einiger Zeit bekanntgewordene Plan der Reichs- bahn, später für diese Zwecke einen eigenen Rundfunksender zu schaffen, ist indessen noch nicht spruchreff. Amerikas Kampf mit der Grippe. Der Sanitätsdienst der Vereinigten Staaten hatte dieser Tage eine Versammlung von führenden Aerzten, Biologen und Chemikern nach Washington einberufen, um über die Möglichkeiten zu beraten, dieVer- breitungszone derGrippe einzuschränken unddieGesährlichkeitdesAus- treten« zu vermindern. Welche gefährlichen Dimensionen die Krankheit angenommen hat, ergibt sich zur Genüge au» der Tatsache, daß In der vergangenen Woche 196 000 Grippefälle zur amtlichen An- zeige gelangten, eine Ziffer, die nur um 54 000 hinter der Höchstziffer zurückbleibt, die seit dein ersten Auftreten der Epidemie am 10. November überhaupt verzeichnet wurde. Dabei muß man be- rücksichtlgen, daß unter sechs Fällen kaum«in Fall zur amtlichen Anzeige kommt. Der Generaldirektor Eumming, der an der Spitze des Gesundhells Wesens der Vereinigten Staaten steht, war selbst an der Leitung der Versammlung verhindert, da er an Grippe ertranti ist. An deiner Stelle lellete Simon Flexner, der führende Biologe der Vereinigten Staaten, die Versammlung, die völlig ergebnislos oerlief. Bei der Aussprache wurde allgemein festgestellt, daß man zurzell kein Dorbeugungsmittel kenne, das sich als geeignet erwiesen hätte, den Ausbruch der Seuche zu oerhindern. Soaderableilvnaen der volksbütme..Durchbruch zur Wirklichkeit' ist da» Tbema de» Ausspracheabend» am Donnerstag, dem 17. Januar, über da« Felix Gasdariainder Aula der Schule Teinmeilierstr 17, abends 8 Ubr. sprechen wird. Peter Martin L a« v e l spricht in der Diskussion. Unlostenbeitrag für Miiglieder 29 Pf., sür Gast« 40 Ps. Erwerbslose frei! Abgesagte vorlräge. Da Professor Akfred Weder-Heldelberg an Krippe erkranN ist, müssen 1«»« Borträg« aus b' m Carnegie- Lehrstuhl der Deutschen Hochschule für Politik, d!« für'den 17. und 18. Januar ange- lündigt waren, ausfallen. vi« vernfteinichau der Staatliche» Bernstein manosaktur bei Fried- mann& Weber, Berlin, ist um ewige bemerkenswert« Arbeitrn vermehrt worden. St« ist bis zum 1. Februar verlängert worden. Vorlräge. Die„Freie wissenlchasillche Bereinigung' an der Unrveriitäl veranstaltet am Mittwoch. LG/, Uhr. im Hörlaal S de» Aulagebäude«,«ine» äffenllichen Vortragsabend. SS spricht«alter von Molo Uu da» Themm «Boa Deutscher Jugend'. Winterfuren. Die Wirkung der furzwelligen Sonnenstrahlen. Bom Landesausschuß für hygienische Boltsbelehrung wird dem Amtlichen Preußischen Pressedienst geschrieben: Es ist eine alte, weit verbreitete Ansicht, daß man einen Kuraufenthalt oder einen Erholungsurlaub in den Sommermonaten nehmen soll. Wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß der Körper in den Sommermonaten einer Erholung dringend bedarf, zumal die Berlangsamung des Stoffwechsels in der heißen Jahreszeit das Bedürfnis nach Ausspannung und Ruhe in erhöhtem Maße wedt, so fann ein Winterurlaub, auch bei fürzerer Dauer, für die Gesundheit oft erheblich mehr leisten. Seitdem die medizinische Bissenschaft die Wirkung der Sonnenstrahlen mehr und mehr erforscht hat, wissen wir, daß gerade die Wintersonne mit ihren falten, furzwelligen Strahlen auf den ge= famten Stoffwechsel einen belebenden, gesundheitsfördernden Einfluß ausübt. Darum werden schon seit vielen Jahren, besonders im Hoch- und Mittelgebirge, Winterfuren, vor allem bei Lungen franken, mit besonders glänzendem Erfolge durchgeführt. In den legten Jahren haben sich bei verschiedenen Erfrankungen auch Winterturen an der Gee, insbesondere bei Kindern, ausgezeichnet bewährt. Aber nicht nur der Krante, sondern auch der Gesunde follte, soweit es ihm Zeit und Mittel gestatten, von der Gelegenheit zu einer Winterfur, einem Winterurlaub oder einem Wochenende im Winter Gebrauch machen. Der Gedanke des Wochenendes hat in Deutschland ja erfreulicherweise bereits Wurzel geschlagen, aber man sollte nicht vor den Toren des Winters Halt machen. Insbesondere wird der Großstädter, der am Wochenende oder am Sonntag im Winter hinaus in die beschneiten Wälder wandert, förperlich und geistig mindestens denselben Ruzen für seine Gesundheit davon haben wie im Sommer. Eine begrüßenswerte Anregung, statt im Winter hinterm marmen Ofen zu hocken oder seine Freizeit im rauchigen Bier- und Tanzlofal zu verbringen, hat der Sport gegeben. Zweifellos übt ein in vernünftigen Grenzen sich haltender Wintersport auf jung und alt eine angenehme und gesundheitsfördernde Wirkung aus. Dabei ist es durchaus nicht notwendig, zur Ausübung des Wintersportes ins Gebirge zu fahren, vielmehr wird durch ausgedehnte Wanderungen in fühler, frischer Winterluft, durch Rodeln und Schlittschuhlaufen, ja, selbst durch das Rodeln und Glitschen der Kinder auf Straßen und Pläßen, für die Ertüchtigung des Körpers und die Festigung unserer Gesundheit Wertvolles geschehen können. Schließlich wird überhaupt die Bewegung in flarer, besonnier Winterluft die Widerstandsfähigkeit unseres Körpers gegen Krantheiten erhöhen und somit einen gerade in der jegigen Zeit nur zu erwünschten Grippeschutz darstellen. Was man an Anschlagsäulen liest. In Freiheit und Ungebundenheit. Im Fasching, so sagt man, ist alles erlaubt. Das sagte sich auch der vielleicht tüchtige, jedenfalls mit Strupeln nicht belastete Geschäftsmann, der durch Anschlag an den Berliner Plakatsäulen 3000 Stenotypistinnen, dann wieder 3000 Mannequins sucht: für einen Abend der Freiheit und Ungebun denheit". Eintritt 5 Mart, dazu Kostüm usw. Auch die Herren Chefs sind eingeladen, Wohl um fozusagen die handgreifliche Ueberzeugung mit heim zu nehmen, daß ihre Angestellten blühen und gedeihen. Es wird dem Geschäftsmann nicht einfallen, etwa 3000 höhere Töchter für einen Abend der Freiheit und Ungebundenheit" einzuladen. Das könnte Anstoß erregen. Die höheren Töchter müssen sich also als Stenotypistinnen tostümieren oder als Mannequins ausziehen, wenn sie einen Abend in Freiheit und Ungebundenheit verleben wollen. So eine kleine Angestellte, so ein Mannequin, Gott, was hat die auch schon vom Leben! Kann sie nicht glücklich sein, wenn ihr ein Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, d.15. 1. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 13 20 Uhr Dienstag, d.15.1. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 19% Uhr Ein Bohème Maskenball Staats- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 4 19% Uhr Der fliegende Holländer Staatl. Schauspielh. am Gendarmenmarkt A.-V. 13 20 Uhr Oedipus Staatl. Schiller- Theater, Charltby. 20 Uhr Ist er gut ist er böse? SCALA 8 Uhr B 6. Barbarossa 9256 HARRY RESO und weitere Varieté- Neuheiten Komische Oper( 84) Nach erfolgreich. Umarbeitung: Paradies der stissen Frauen! 30 urkomische Bilder über die Ehe. Wiederauftreten: Vicki Werkmeister und Paul Westermeier Hunderte Mitwirkende. Volksbühne Die Komödiel Theater am Bülowplatz Bismarck 2414/7516 8% Uhr, Ende 10%. 8 Uhr: Das Mädl aus der Vorstadt Regie: Jürgen Fehling Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr „ Olympia von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. HALLER- REVUE ,, Schön und schick" Die Drei- Groschen- Th. in Admiralspalast Oper Thalia- Theater 8 Uhr Täglich 8 Uhr. Thalia- Theater Oelrausch Dresdener Str. 72-73 8 Uhr Staatl. Schiller- Th., Oelrausch" 8 Uhr Ist er gut ist er böse? Th. am Schiffbanerdam Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Max Adalbert in Wohltäter gegen 5 Mart Eintrittsgeldeinen Abend in Fretheit und Ungebundenheit verschafft, einen Abend, der bis zum grauen Morgen dauert? Und vielleicht findet sie sogar dort einen anderen Wohltäter, der ihr die 5 Mark wiedergibt, die sie an den ersten Bohltäter zunächst abliefern mußte. Bielleicht zahlt dieser Wohltäter sogar einige Schnäpse und auch noch die Autodroschke zum Hotel... Alles in Freiheit und Ungebundenheit. Dem Geschäftsmann ist nicht einen Augenblick der Gedanke gekommen, daß er an den Anschlagsäulen um die graue Not und das soziale Elend plakatiert, das für andere Freiheit und Ungebundenheit bedeutet. Nicht nur für einen Abend. Aber nicht für Stenotypistinnen und Mannequins. Friede und Reparationen. Ein Vortrag des Staatsbantpräsidenten Loeb. Der thüringische Staatsbanfpräsident a. D. Walter Loeb sprach gestern im Saal des Reichswirtschaftsrates in einem Klubabend der Deutschen Liga für Menschenrechte" über das Thema Friede und Reparation". " Der Redner hält für den Grundfehler der deutschen Reparations politit, wenn schon jetzt, wie es seit Jahren geschähe, die Festsetzung der endgültigen Reparationsfumme verlangt würde. Hierzu sei die Zeit noch nicht reif. Wir würden einen Schuldschein zu früh unter schreiben, ohne zu wissen, ob wir ihn einlösen tönnen, gleichviel, ob er auf 30, 40 oder 50 Milliarden lautet. Die Zahlungen nach dem Dames- Gutachten hingegen seien dehnbar nach dem Stande der deutschen Wirtschaft- dehnbar nach oben und nach unten. Auf der anderen Seite sei es natürlich falsch, Deutschland immer als ein besonders armes und bedürftiges Land hinzustellen. Das erinnere an das Märchen von Hänsel und Gretel, in dem die aufgefütterten Kinder statt der Finger ein dürres Knöchelchen aus dem Käfig herausstrecken, um die halbblinde Here zu täuschen, nur daß es sich in unserem Falle nicht um eine alte vertroddelte Here, sondern um ein Gremium der flügsten Wirtschaftler der Welt handle. Eine wirkliche Lösung sei nur möglich, wenn nach Wiederherstellung des faktisch im Kriege von uns Zerstörten alle beteiligten Länder gemeinsam Obst und Gemüse stall Affendrüse. Ellen Sie mehr Obst und Gemüse > Dann brauchen Sie feine Allenbrület In den Schaufenstern Berliner Obst- und Gemüsehandlungen fann man jetzt ein originelles Platat lesen: Essen Sie mehr Obst und Gemüse, dann brauchen Sie feine Affendrüfe." Auf deren Einpflanzung in den menschlichen Körper beruht bekanntlich die Voronoffsche Berjüngungsmethode. Metropol- Theater Uhr 8 Uhr Die nemerstandene, neu insrenierte Lustige Witwe mit Fritzi Massary Max Hansen Uschi Elleot Jankuhn Junkermann Schäffers Regie: ERIK CHARELL. Theater am Nollendorfplatz Dir. Bruck Täglich 8 Uhr: Zum 25. Male Großes Schauspielhaus 8 CASANOVA mit Alfred Jerger. Regie: Charel. In beiden Theatern 3 Uhr: Jeden Sonntag, nachm. ungekürzte Vorstellung zu halben Preisen. Dtsch. Künstler- Th. 8% Uhr CASINO- THEATER 8/ Ubr 8 Uhr deutsch Rita Matthias Lothringer Straße 37. Der Zinker Mur noch wenige Aufführungen v. Edgar Wallace August, die Kanone! Jettchen Gebert Preise 1-10 Mark Dazu das hervorrag. Januar- Progr. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. ose- Theater Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. ir.Frankfurter St.132 Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. 81 Uhr Mädi Singspiel von Walter Kollo Lustspielhaus Friedrichstr.236 Täglich 8% Uhi GuldoThielscher R Der Dickkopf Bergmann 2922/23 Planetarium am Zoo Sandrock, Landa, Sterler, Sikla Berliner Theater in Weekend Direkt.Heinz Herald im Paradies Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr 8 Uhr Trianon- Th. Täglich 8, Uhr Farlang. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr Philharmonie 8 Uhr: Sinfonie- Konzert Saltenburg- Buhnen Lessing- Theater 8 Uhr: des Philharm.Orch. Katharina Knie. Der Sternhimmel Dirig Prof.1 Prüwer z. Gedächtn. an den verstorb. Gönner d. im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel 20 Uhr Orch. Paul Winckel- Tagl. frische, reine sesser. Unvoll. vorzügliche NatuSinfonie- Schubert. Konz, d. 2 Vil- Bach Buffer 1.90 ( Hanke u. Veit), 9 Deutsches Theater 3X Hochzeit Der letzte Werden u. Ver- Sint( 3 ersten Sätze) Mariannenstraße 34 Norden 12310 8 Uhr, Ende 10% U. ( Abie's Irish Rose) Die Verbrecher Barnowsky- Buhnen Theater in der Schauspiel von FerdinandBruckner Königgrätzer Straße Regie: HeinzHilpert 844 Uhr Revolte im Schleier mit Erika Gläßner und Oskar Beregi Heute 4 Uhr Frau Holle entralKammerspiele Erziehungshaus Theater Norden 12310 18 6 Ende geg. 10 U. Vorletzte Aufführang! Eben werden im Himmel geschlossen!" Komödie von Walter Hasenclever Regie: Forster Larinaga Schauspiel Z von P. M. Lampel. Alte Jakobstr. Edke Uranienstr Heute 7 Uhr Zum 1. Male Komödienhaus Täglich 8, Uhr Ich küsse Ihre Hand, Madame Ein Spiel von Liebe Das Geld auf der Straße und Lenz mit dem berühmten Schlager Lustsp.v.Bernauer Rundfunkhörer u. Oesterre cher halbe Preise gehen d. Sternel Beethoven Wegner, Berlia SO Hausnummer achten! NEUE WELT Arnold Scholz Hasenheide 108/14 Großes Bockbierfest In den bayr. Alpen Gr. Schweinebraterei u. Prämiierung mit den Bereinigten Staaten von Nordamerite as bie Beneigung der Gesamtfrage herangehen. An den interessanten Vortrag schloß sich eine angeregte Mus sprache. Schwiegermutter- eine Beleidigung. Belgrader Empfindlichkeit. 27 Das Berliner Tageblatt" und der Bester Lloyd" sind von der südslawischen Regierung verboten worden mit der Begründung, daß sie feindselig und tendenziös gegen den Staat arbeiteten. Dein Korrespondenten des„ Berliner Tageblatt", der nach den Gründen des Verbots fragte, wurde erflärt, daß es den König durch die Wendung in einem Leitartikel beleidigt habe, in der es hieß: ,, Bena dem König schon an den verfassungsmäßigen Instanzen nichts mehr lag wäre es so übel gewesen, die fönigliche Schwiegermutter um Rat zu fragen?" Das zielte auf die Regentin von Rumänien, wo die Staatsfrise durch Neuwahlen und nicht durch Diktatur be endet wurde. Die Diktaturregierung muß sich sehr schwach fühlen, daß sie solche Kritit nicht vertragen fann. SUP Eine neue Internationale"! Gedichtet im kommunistischen Froschmäusefrieg. Es gibt rechte Romamamisten und einen rechten Halbblod, es gibt Bersöhnler, es gibt Zentristen. Es gibt Kommunisten, die gegen rechts fämpfen, die also wohl nach ihrer eigenen Meinung[ ints stehen. Außerdem aber gibt es noch linfere Kommunisten, die aus der Partei ausgeschlossen sind: das sind die Leute vom ,, Lenin- Bund mit dem„ Volkswillen" als ihrem Hauptorgan. Links von diesen Linken stehen mun noch Linkere wir wagen nicht die Behaup tung, daß es die Linfesten sind, die nennen sich„ Kommunistische Arbeiterpartei", und ihr Organ ist die A3.", die Kommu ristische Arbeiterzeitung". Diese führt den Kampf gegen jene Art russischer Rechtgläubigkeit. In ihrer neuesten Nummer widmet fie munden rußlandgläubigen Arbeitern" eine„ Neue Internationale", aus der unseren Lesern wenigstens eine Kostprobe gegönnt seiz Wacht auf, Verdammte diefer Erde, Die stets man noch im Wahn erhält, Daß jemals uns Erlösung werde Durch den Kremi und sein Geld! Reinen Tisch macht mit den Banernfchädeln Und mit ihrer Politik, Sie mögen um Kredite wedeln Für ihre Sowjet"-Republi!! Völker, hört die Signale! Auf zum Kampf, der Tag bricht ein, Die Internationale von Mostau zu befrein! Werft ihnen hin die Tscherwonzen, Es flebt Proletenblut daran, Um's goldne Kalb die roten Bonzen Tanzen heut mit Stresemann. Eng vereint mit Woldemaras Schergen Und mit Amanullah Khan Der Kommunismus ruht in Särgen Von Leningrad bis Turtestan! Bölfer, hört die Signale, auf zum letzten Gefedyt, Die Internationale schlägt tein Kulafenknecht! Internationale" Dies ist also die ultrafintsfommunistische Sollten andere Richtungen zu anderen Tegten gelangen, so werden wir der Vollständigkeit halber auch darüber berichten. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um gegend: Start moltig mit einzelnen leichten Schneefällen, Tempera turen etwas unter Null. Für Deutschland: Im Norden Schnee fälle bei Temperaturen etwas unter Null, im Süden woltig mit mäßigem Frost. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Verlag G. m. b. H., Berlin, Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu i Beilage. Theater des Westens Täglich 8, Uhr über 100 X Käthe Dorich Friederike Mufft von Franz Lebar Räthe Dorsch, Hans Heinz Bollmann, Arnstadt, Limburg, Reg, Eifler, Dora, Befpermann. Borverkauf ununterbrochen. Raffe den ganzen Tag geöffnet. Teleph. Steinplag 931 n. 7108. Renaissance- Theater Tel. Steinplatz 901 u. 2583/84, Täglich 8% Ubr HEUTE zum 25. Male: Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. Reichshallen Theater Abends 8 Sonntag nachm. 3 Steffiner Sänger Das neue Januar- Progr. Nachm. halbe Preise, volles Programm. Dönhoff- Bretti: 10 große Nummern! KONZERT- TANZ! Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger DIE JANUAR- Krach SENSATION: Volkspreise: MK.0.50 b. 2,00, Logen 2,50 der schönsten( Damen-) Beinchen von Berlin Spa 3 Geldpreise: 75, 50 und 25 Mark. 7 Kapellen- Neue Dekorationen- 50 bayr.Madeln Einlass 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. chand, ar für Ischias mHUM, Gec and Bein, wea irth. festgestellt. In 15 Tagen sisr Winter Garten 8 Uhr Rauchen gestatiet Unerreicht unübertroffen Drei Codonas und weitere Varieté- Neuheiten CIRCUS BUSCH 20000 Mark zahlt Maria Rasputin demjenigen, der nachweist, daß sie nicht die Tochter des Grigori Rasputin ist. Täglich& Uhr: Die neuen Januarattraktionen! Kleinste Volkspreise. CIRCUS BARUM Berlin- Lichtenberger. Bike Gürtelstr. Täglich abends 8 Uni ein Circusprogramm, wie es der Berliner gern sicht. Rind- u. Schweine- Schlächtere Max Jobski chwere Fälle beseitigt worden. 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In Warschau, wo sie Vorschulen und Gymnasium absolvierte, war fie, ganz jung noch, Mitglied geheimer revolutionärer Studentenzirkel gewesen und hatte bei allen ihren Lehrern wie bei ihren Freunden und Kollegen als die flügſte gegolten. Rosa Luxemburg. DA Sechzehnjährig muß fie ins Ausland fliehen, will sie nicht den zariftischen Echergen in die Hände fallen. Sie geht in die Schweiz und wird auch dort bald von ihren Professoren nicht nur als der scharfsinnigste, begabteste Kopf, sondern auch als der zur Lösung scharfsinnigste, begabtefte Kopf, sondern auch als der zur Lösung der schwierigsten theoretischen Probleme befähigtste unter all den vielen polnischen und russischen Studenten erkannt und gewürdigt, vielen polnischen und russischen Studenten erkannt und gewürdigt, die damals die Schweizer Universitäten bevölkern. Jahre emfigen Studiums lassen sie bald den Doktorgrad erlangen, Jurisprudenz und Philosophie sind ihre Fächer. Daneben betreibt sie aber leidenschaftlich Politik. 3wiefach ist ihr stolzer Geist in der Heimat gedemütigt und zugleich zur Rebellion ang est acheit worden: als Polin und als Jüdin hat sie die Schrecken der Unterdrückung, der Verfolgung teils mitangesehen, teils miterleben müssen. Daher gilt ihr Streben der Befreiung aller Unterbrückten, aller Getretenen, darum hat sie sich als 3iel ihres Lebens geſtedt den Kampf gegen Unterdrücker und Ausbeuter. Und darum ist von dem Augenblick an, wo sie selbständig zu denken beginnt, ihr ganzes Interesse der sich allerorten mächtig entwickelnden Arbeiterbewegung zugewendet. Im Züricher Arbeiterverein nimmt sie schon als Stu dentin regelmäßig an den Diskussionen teil. In der polnischen illegal erscheinenden Arbeiterpresse wird sie zur geschäßten und von den Gegnern gefürchteten Mitarbeiterin, denn ihre Feder ist so scharf und spiz wie ihre Zunge, ihr Stil ist sorgfältig und gefeilt und zeigt und spizz wie ihre Zunge, ihr Stil ist sorgfältig und gefeilt und zeigt von Anbeginn an ihre eigene Noie. Nach Erlangung des Doktorgrades geht sie nach Paris, um die französische Arbeiterbewegung zu studieren. Sie schließt dort Freundschaft mit den bewährten Führern Jules Guesde und Edouard Baillant, die der jungen Mitkämpferin größte Sympathie entgegenbringen. Aber ihr Traum ist, in der deutschen Sozialdemokratie arbeiten und wirken zu fönnen, die damals, von August Bebel und Wilhelm Liebknecht geführt, an der Spitze der Internationale marschiert. Wie aber diesen Traum verwirklichen? War auch 1890 in Deutschland das Sozialistengefeß gefallen, so herrschte doch noch unumschränkt der brutale preußische Polizeigeist, und jeder Nicht deutsche, besonders jeder Russe, der es wagte, fich in Wort und Schrift gegen die Staatsgewalt aufzulchnen, lief Gefahr, furzerhand über die Grenze befördert ausgewiefen zu werden. Da greift sie zu einem in russischen revolutionären Kreisen beliebten Mittel, sich das Heimatrecht zu ertrozen: fie schließt eine Scheinehe mit einem Deutschen und wird dadurch zur deutschen Staatsbürgerin. Jezt beginnt für sie eine herrliche Zeit. In Dresden, wohin sie sich zuerst mendet, wird sie sofort für die dortige„ Bolkszeitung" gewonnen und in deutsche Parteitreise eingeführt. 1899 tommt fie nach Berlin und wird auch hier von den angefchenjten Parteigenossen freundlichst aufgenommen. Mit Bebel, Rautsty, Mehring führt sie in der Neuen Zeit", deren gelegentliche Mitarbeiterin sie schon seit mehreren Jahren ist, einen erbitterten Kampf gegen die sogenannten„ Revisionisten", die an den alten marristischen Grundsäzen der Partei zu rütteln, sie zu revidieren versuchen. Daneben entfaltet sie eine rege agitatorische Tätigkeit. Ihre flammenden Reden begeistern die Massen und empören die Bourgeoisie, die von ihr nicht anders als von der blutigen Rofa" spricht. Defters gerät sie mit dem Staatsanwalt in Konflikt, und 1904 wird sie zum ersten mal verurteilt, und zwar zu sechs Monaten Gefängnis, die sie in 3widau abfißen soll. Nachdem sie awei Monate gesessen, stirbt der sächsische König, und sie wird einer Sureftie teilhaftig, die anläßlich der Thronbesteigung des neuen Königs erlassen wird. Sie ist wütend darüber und will das Gefäng nis nicht verlassen, denn es geht ihr gegen die Natur ,,, sich von einem König etwas schenken zu lassen" Kaum in Freiheit, setzt sie eifrig ihre schriftstellerische und agitatorische Tätigkeit fort, so lange, bis die Sturmglocke der russitatorische Tätigkeit fort, so lange, bis die Sturmglode der ruffischen Revolution von 1905 läutet. Da duldet es sie nicht länger im faulen Westen", sie eilt nach Barschau, das sie seit ihrer frühen Jugend nicht wiedergesehen hat. Dort arbeitet sie fieberhaft in der unterirdischen revolutionären Bewegung, schreibt Tag für Tag flammende Artikel für die sozialistische Presse, für Blätter, die von der Zensur immer wieder verboten und immer wieder unter neuen Titeln in geheimen Druckereien, oft unter Lebensgefahr, hergestellt werden müssen, und agitiert unermüdlich bei den täglich allerorten aufflackernden Streifs. Nach einigen Monaten wird sie dabei gefaßt und eingesperrt, erst im Stadtgefängnis, dann in der Warschauer Festung. Die Haft vermag ihr nichts anzuhaben, nie flagt sie in ihren Briefen, im Gegenteil, über alle kleinen Leiden und Schikanen seizt fie fich mit goldenem Humor hinweg, Angst wegen ihres eigenen Schicksals fennt sie nicht, ihr Geist ist nur mit der Sorge um den Fortgang der Revolution beschäftigt. Nach langen Monaten wird fie wegen mangelnder Schuldbeweise freigelassen und geht über Petersburg nach Finnland, wo sie sich etmas Ruhe gönnt, um in einem einsamen Landhaus ihr Buch über die Lehren des russischen Majsenstreits zu schreiben. Auf Kautskys Borschlag überträgt ihr der Parteivorstand 1907 das Lehramt für Nationalötonomie an der von der deutschen Bartei gegründeten Arbeiterhochschule. Hat sie als Schriftstellerin und Redakteurin, als Agitatorin und Rednerin schon HerDorragendes geleistet, so übertrifft sie als Lehrerin sich selbst. Ihre Schüler vergöttern sie, bald ist sie der Mittelpunkt der ganzen An stalt, es ist, als hätte sie nun erst recht ihren wahren Beruf gefunden. Nicht nur, daß es ihr gegeben ist, ihren Schülern das schwierige Thema flar und fäßlich vorzutragen, nein, sie versteht es auch, sie durch ihre eigene fodernde Begeisterung für den Gegen stand zu erwärmen, ja hinzureißen, so daß der Unterricht bei ihr zu wahren Feierstunden für die Schüler wird. Aber ihr streitbares Temperament und ihre Begeisterung für die Wissenschaft hindern sie nicht, zugleich die lustigste Spieltamerabin Längst hat sie sich von ihren alten politischen Waffengefährten getrennt und im Spartakusbund die neuen Anhänger gesammelt, die num darangehen, sich zur Kommunistischen Partei" zu organifieren. Aber schon bei deren Gründungsparteitag am 31. Dezember 1918, zu dem aus Mostau Karl Radet, früher ihr Widersacher, heimlich herbeigeeilt ist, muß Rosa die schmerzliche Erfahrung machen, daß ihre Gefolgschaft ihr den Gehorsam verweigert. In der Frage der Beteiligung an Frage der Beteiligung an den Wahlen zur Nationala versammlung, für die sie entschieden eintritt, holt sie sich eine Schlappe, wird sie überſtimmt. Und die folgenden Wochen bringen ihr die Tatsache nur zu oft zum Bewußtsein, daß sie über die sich an ihren eigenen Phrasen berauschenden Heißsporne in ihrer Partei nicht mehr genug Macht besitzt, um sie vor manchen gewiſſenlofen Und so nimmt das Schritten zurückzuhalten, die in solchen, aufgewühlten Zeiten nur allzuoft zu politischen Verbrechen ausarten. Verhängnis seinen Lauf und Rosa wird das Opfer einer Politik, die sie selber gar nicht gewollt hat. der Kleinen, die fröhlichste Wandergefährtin der Jugend, die zärt- 0006 Karl Liebknecht. lidyfte, verständnisvollste Freundin ihrer Freunde zu sein, die sich auch für alle Künste begeistert und beglückt alles Schöne im Leben genießt. Ihre bereits veröffentlichten Bricfe aus dem Gefängnis an Sonja_Liebknecht) und eine sich über 22 Jahre erstreckende Korrespondenz mit Karl und Luise Kautsky**) legen dafür Zeugnis ab, und in einer zwanzigjährigen intimen Freundschaft hat die Schreiberin dieser Zeilen das Glück gehabt, den Zauber der reichen Persönlichkeit Rosas in seiner ganzen Bielseitigkeit kennenzulernen. 1914! Mit einem Schlag ändert sich das ganze Gesicht der Welt. Schrecklich wirkt der Ausbruch des Krieges auf Rosas leidenschaftliches Gemüt, schrecklicher noch die Haltung der deutschen Partei. Sie ist dem Wahnsinn, der völligen Verzweiflung nahe, fie denkt an Seibstmord. Aber nicht lange, und ihr starter Geist überwindet diese Schwäche. Fieberhaft stürzt sie sich in die Arbeit and sieht von nun an ihre einzige Aufgabe derin, die Massen über den Krieg und seine wahren Ursachen und Urheber aufzuklären, sie gegen den Krieg zu entflammnen. Nach wenigen Monaten setzt die Militärbehörde dieser unterirdischen„ Bühsarbeit“ ein Ziel. Rosa ftraße in Berlin, wo sie bis zum März 1916 festgehalten wird. Dort wandert am 18. Februar 1915 ins Weibergefängnis in der Barnim schreibt sie heimlich unter dem Pseudonym„ Junius ihre Schrift über„ Die Krise der Sozialdemokratie", berühmt geworden unter dem Namen ,, Juniusbroschüre", die eine der flammendsten Anklagen gegen das Verbrechen des Krieges bildet. Kaum aus dem Gefängfort. Doch ihrem Feuergeist sagt diese langsam wirkende Tätigkeit nis entlassen, setzt sie ihre aufrüttelnde unterirdische Propaganda nicht zu. Mit Kari Liebknecht, der eben von der Truppe beurlaubt nach Berlin fommt, will sie eine Maidemonstration erzwingen, und die beiden stellen sich, allen Gefahren des Belagerungszustandes trozend, am 1. Mai 1916 auf den Potsdamer Platz und rufen mit lauter Stimme:„ Nieder mit dem Krieg!" In den Straßen Berlins tobt tagelang blutiger Kampf zwischen Spartakusleuten und wild gewordenem alten Militär, und in Rosa sieht die durch vierjährigen Krieg verrohte Soldatesta die Urheberin der Greuel dieses Bürgerkrieges. Alle Grausamkeiten, die begangen werden, schiebt man ihr und Karl Liebknecht in die Schuhe, und es beginnt eine wilde Heze gegen ihre Person. Sie fann nicht mehr in ihre Wohnung zurück und verbringt die Nächte auf der Flucht vor ihren Verfolgern. Zwei Wochen gelingt es ihr. sich ihnen zu entziehen. Am 15. Januar 1919 aber erfährt das Militär ihren Aufenthaltsort, und sie wird aus dem Bett geholt und ins Hotel Eden geschleppt, wo sich der Stab des Gardeschüßen" Der feldgraue Armierungssoldat Liebknecht mird augenblidlich gepackt und ins Gefängnis geschleppt. Rosa bleibt merkwürdiger meife frei und entgeht der sofortigen Berhaftung. Bald darauf aber wird sie auf militärischen Befehl in Schußhaft" genommen, zuerst wieder in das Beibergefängnis in Berlin gesteckt, dann nach der Festung Bronke bei Bosen, später nach Breslau ins Festungsgefängnis gebracht, wo sie bis zum Ausbruch der Revolution bleibt. Ihre' wundervollen Briefe an ihre Freunde aus den verschiedenen Gefängnissen beweisen die Wahrheit des Dichterwortes:„ Sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!" Sie zeigen, wieviel Heldenmut in diesem kleinen schwachen Wesen steckt, das nun in dieser Zeit des Lebendigbegrabenseins erst seinen wahren Charakter offenbart. dessen hohes soziales Berantwortungsgefühl in einer geschlossenen großen Weltanschauung" jest veranfert ist. Während draußen " Throne bersten, Welten stürzen", arbeitet sie unermüdlich an sich selbst und ihrer Weiterbildung und schenkt sie dem Proletariat als tostbare Gaben ihre Korolenko- Uebersetzung mit der prachtvollen Einführung in die russische Literatur und ihr fleines, aber inhalts: reiches Werf über die russische Revolution, deren Fehlschläge sie mit prophetischem Blick aufzeigt. Durch die Revolution aus dem Gefängnis befreit, betritt Resa stolz und ungebrochen nach jahrelanger zermürbender Haft im November 1918 wieder die politische Arena. Ihr erster Weg führt sie auf den Domplatz in Breslau, wo sie in begeisternder Rede der ihr zujauchzenden Menge die Stunde der Befreiung verkündet. Dann eilt sie nach Berlin, um mit dem gleichfalls aus dem Zuchthaus befreiten Karl Liebknecht die Revolution in ihrem Sinne und nach ihrer Methode weiterzutreiben. *) Berlag der Jugendinternationale Berlin 1920. **) E. Laub Berlag Berlin 1923. regiments befindet, das in diesen Tagen Berlin vor der„ Bolsche. misierung" schützen soll. Welch nichtswürdiges Spiel die tapferen Herren Offiziere mit dest schwachen wehrlosen Frau getrieben haben, wird die Welt nie er fahren. Daß es durchweg ehr- und schamlose Buben waren, das ergibt sich aus ihrem späteren Verhalten. Nicht einer tritt für sie ein, nicht einer schützt sie. Aus dem Verhandlungszimmer wird sie stehendes Auto besteigen. Im Augenblid, wo sie das Haus verfäßt, in die Halle hinausgestoßen, und man heißt sie ein vor der Tür schlägt sie der von den Offizieren dazu gedungene Unteroffizier Runge mit dem Gewehrkolben auf den Kopf, so daß sie ohnmächtig niedersinkt. Die Bewußtlose wird ins Auto geworfen, und da sie noch Lebenszeichen gibt, schießt ihr einer der Helden es ist strittig, ob Leutnant Bogel oder Leutnant Krull eine Rugel durch den Kopf. Runge, der sich später mit seinen edlen Auftraggebern entzweite, hat die graufige Szene in allen Einzelheiten vor Gericht geschildert. Die Mörder fürchten aber auch die Tate noch und werfen den Leichnam nächtlicherweile ins Wasser, so daß tiefes Geheimnis über dem ganzen grauenvollen Drama maltet und Refas Anhänger lange Zeit noch gläubig auf die Wiederkehr ihrer Führerin hoffen. Bis nach Monaten der Fluß den entſtellten Leichnam ans Ufer schwemmt und sie nun die Gewißheit haben, daß sie ihre beste, treueste, opferfreudigste Kämpferin auf immer verloren haben. Heute streiten Kommunisten verschiedener Richtungen unterein ander darüber, in welchem Lager Rosa stünde, lebte sie noch. Und audy Sozialdemokraten legen fich öfters diese Frage vor. ihr Andenken lebt noch in Tausenden von Proletarierherzen fort. Denn Aber so unwahrscheinlich es ist, daß sie sich widerspruchslos zuerst dem Diktat Lenins und dann dem Stalins gefügt hätte, fo ift es ebenso unwahrscheinlich, daß sie zur deutschen Sozialdemo fratischen Partei zurückgekehrt wäre, von der sie sich seit 1914 endgültig losgesagt hatte. So müßig dieses Rätselraten auch ist, es beschäftigt dennoch öfters die Geister, und nicht die schlechtesten, mögen sie nun dieser oder jener Partei angehören. Darin sind aber alle einig, denen es ernst ist mit dem Glauben und mit der Zuversicht auf die Verwirklichung unseres großen 3ieles, daß Rosa Luxemburg das höchste und letzte getan hat für diesen Glauben: sie hat für ihn gelitten und gestritten, sie ist für ihn gestorben. Und ihr Tod verklärt ihr Bild und tilgt jeden Schatten, der darauf fällt, und ein Gefühl der Trauer eint die Streitenden: D welch ein edler Geist ward hier zerstörtt" 'ö/YVSC' Von Robert Grotzsch. 'ft&ns' WW�ÄI�7 (1. Fortsetzung.) Der Raum ist oerqualmt, dumpfig, heiß. Ich steige zum Hofe I'inab, setze mich auf einen Stein. Dunkel schneiden riesige Bergrücken in den besternten Südhimmel. Tief unten rauscht der Kiri. Zwei Männer der Kula gleiten mit Gewehren an mir vorbei mit leisem Pfiff in die Dunkelheit. Dann sehe ich sie am Abhang hocken, die Gewehre über den Änien. Müdigkeit zerrt an meinen Augen- deckeln. Ich steige wieder in die Kula hinauf. Rika macht mir die Situation klar: der eine Hausherr steht in Blutrache.„Djakzur", er ist im Blute. Verdächtige sind im Tal gesehen worden. Der Fremde ist zwar unantastbar» aber wie leicht gibt's im Finstern Ver- wechslungen und Fehlschüsse. Darum hielten draußen die zwei mit Gewehr bei mir Wache. Man hat mir inzwischen die eine Pritsche an der Wand, das beste Lager, mit Decken zum Schlaf hergerichtet. Dann schnarchen um mich im Räume vier Männer, füns im Nebenraume. In der Ecke stöhnt der Malariakranke. Soweit«r mir den Schlaf nicht verscheucht, besorgen das Moskitos, Wanzen und das harte Holz. Früh um fünf erwacht das Leben in der Kula. Raus. Waschen. Türkischer Kasfee. Zigaretten, das billigste und beste hierzulande. Abschied. Ein kleines Geldgeschenk für die Bewirkung, nach dem Preis darf nicht gefragt werden. Acht Maliforen salutieren: Tunja tjeta! Guten Weg! Im Tal durch den Fluß. Die Schuh« aus. Das Wasser ist eis- kalt. Die Gärten und Felder von Prekali leuchten durch sonnigen Dunst, Der Kiri stürzt wieder in Schluchten. Zwei Balten, lose nebeneinander, sichren darüber. Eine Malisori.n krabbelt auf allen Vieren über die zwei Balken: eine zweite hinterdrein, als wäre es nicht eine komische, sondern die selbstverständlichste Sache der Welt. Hinter Prekali hört jede Andeutung eines Weges auf. Wir klettern, gelegentlich auf allen Vieren, an Felsen hin, die sich an- schicken, aus beträchtlicher Höhe steil ins Wasser zu fallen. Unser nächstes Ziel: das nächste Trinkwasser. Die Quelle ist immer die Unterbrechung des Marsches. Die Oase in der Felsenwildnis. Hier wird gerastet, gegessen, geruht. Meistens springt das Wässerchen primitiv unter Steinen hervor. Wir lassen uns an einem einfachen, zementierten Brunnen nieder. Den Eingeborenen gilt er als Wunderwerk. Die Oester- reicher, die hier während ihres Gastspiel» im Weltkrieg so etwas wie gangbare Pfade anzulegen suchten, haben ihn gebaut. Die beiden Frauen setzen sich, in kurzem Abstand von uns entfernt, auf die schlechtesten Plätze. Die Frau ist in Albanien die Dienerin des Mannes. Arbeitstier. Europäische Galanterien gelten hier als durchaus unziemlich. Auf dem Marsche hat die Frau alle Lasten zu tragen— wie daheim. Drum steht sie auch außerhalb der Blut- räche: auf eine Frau darf nicht geschossen werden.... Zäh und ausdauernd find diese hageren, sehnigen Weiber. Klettern wie Bergziegen, trotz ihrer dichten Schafswolllleidung. Das leinene Hemd ist dünn. Darüber sitzt das schwere Mieder, daran der Rock, unter dem schwarze Hosen hervorlugen. Ueber den Hüsten messt ein breiter Gurt mit stählernen Verschnürungen. In dieser Hitze! * Wir stapfen dem nächsten Quellwasser zu. Die Sonne steigt auf Mittagshöhe, prallt gegen die Felsen. Die Wände glühen, als schritten wir durch Backöfen. Ueber diese Pfade, durch diese Täler rollt« im Winter l91Z der Rückzug der serbischen Armee zur Adria. Ueber vereiste Hänge, marode und siech, beschossen von feindlichen Malisorenhaufen! Mir hängt die Zunge trocken im Halse. Wo bleibt das nächste Wasser? Das Ohr hört scharf voraus. Hoch über uns ein Rieseln. In Kehren winden wir uns hinauf, sinken am hölzernen Wasserrohr zusammen, kühlen die Pulse, lassen die Wasser wollüstig im Munde gurgeln. Das Rieseln und Geplätscher des Brunnens hat etwas Märchenhaftes, Bestrickendes. Zwei ältere Frauen klettern aus dem Tal herauf. Unten auf einem Bergvorsprung liegt ihr Haus. Dort sollen wir rasten, über Nacht bleiben. Sie versuchen mir die Hände zu küssen: ich solle in ihrem Hause gehalten sein wie in Allahs Schoß. Noch weit sei es bis Sosi. Hoher, hoher Berg dazwischen. Wir gehen mit. In der Hütte ein blinder alter Mann. Sitzt steinern da und entkörnt Maiskolben. Die Frauen bereiten mir draußen am Berghang, im Schatten eines Baumes, ein grünes Lager aus Farrenkraut, ziehen mir die Schuhe herunter, waschen mir die Füße, alte Sitte aus der Türkenzeit. Kaffee a la turquie dampft. Für die Orientalen hat die Erschaffung der Welt mit einem türkischen Kaffee begonnen, die Erschaffung Albaniens— sagte mir ein Malifor— mit einem Rakki. Gott müsse betrunken gewesen sein. Frisches Wasser wird herangeschleppt. Unten plätschert der Gebirgsbach. Maisfelder grüßen herauf. Ziegen und Lümmer weiden im Tal. Der Sohn des Hauses, schlank, an die dreißig, Turban, sitzt an den Baum gelehnt, betrachtet mich mst braunen, freundlichen Augen und bläst dazu auf einer primitiven blechernen Flöte. Dann kehrt er sich dem Tale zu und flötet weiter. Eine immer gleiche Hirtenmelodie. Einige Motive, ineinander über- gleitend, bald laut, bald leise, bis zum feinsten Hauch abgeschwächt. Seine junge Frau fragt ihn etwas. Er nicht„nein4', bläst weiter. Tin Lyriker feiner Heimat. Nur wenn die Tiere zu hoch herauf- kommen oder unten im Mais stehen oder zwischen den Tabakftauden herumkriechen, steht«r auf, rafft Stein« zusammen-und läßt von oben ein Bombardement auf die Herde niedergehen. Dazu rauhe, wilde Kehllöne:„Aaah! Za za za! Luck, Luck, oah!" Dazwischen prasseln die Steine ins Tal. Ordnung muß sein.... Manchmal greife» die graue» ant i» die Schlacht ein. Hirtenarbeit, die den Tag der Familie mit ausfüllt. Erstaunlich, wie sicher die Tiere mit dieser Methode gelenkt worden. Steinwürfe bestimmen ihren Weg, Steinwürfe begrenzen ihr Weidegebiet. Abends kommen jie herauf in die Ställe. Großes Geschrei:„Aaah! Za za za! Skid, stib, skib! Luck, luck, luck! Aaah!4' Die Ziegen, die Böcke, die Lämmer, die Zicklein, die Kühe— jede Sorte, jede Generation weiß, welcher Ruf ihr gilt. Der Abend hat die zackigen Linien der Berge in Dunkel auf- gelöst. Nika und ich schlafen auf unserem Farrenlager im Freien, die Rucksäcke am Kopfende. Ein Hund wird in der Nähe des Hauses zu unserem Schutze angebunden. Morgens, im ersten Sonnenstrahl, weckt mich prasselnder Lärm, als ginge ein Steinrutsch nieder. Ich reibe die Augen: da sausen auch schon die letzten Schafschwönze in die Schlucht. Der Flöten- bläser steht hochgereckt am Hang« und leitet die Herde mit Stein- schössen auf die Weideplötze.„Aaah... Za za za...� VlaHforenXtiabetu Der dritte Tag brachte die wüstet« aller Kletterwraen. Hinweg über einen stellen G«birgsast. Taufend Meter steigen. Einmal rutschte der Esel ab. Nika dirigiert ihn am Schwänze über die gefährlichsten Stellen. Aber hoch oben— o du schöne Well: linde Älmwiefen, Laubwald: Eichen. Buchen. Zone Blumen in Felsen: hellblau, weiß, gelb, hin und wieder eine große breitblättrige Distel- ort Wir schauen über die Gebirgsrücken der Prelletijen. Da wohnen die Sola, die Pulti, die Kastrati, die Skreli, da die moham- medanischen Nikoj und Krosnici, da die Sosi und Dusmani. Da, im Süd«n, die Meriditen. jener große, verschriene Stamm, dessen Gebiet bis Mittclalbanien reicht. Wie aus dem Boden gewachsen steht ein Malisor vor uns: Gc- wehr. Kappe schief, hoch, finster rasche Augen. Kurzer Wortwechsel mit Nika: Wer wir wären. Man wird hier leicht für einen Spion gehalten. Gespannte Situation. Dann löst sich das Finstere seiner Mienen; er zeigt die Richtung nach der nächsten Quelle, ist rasch zwischen Bäumen und Geröll verschwunden.—„Komita?" Nika zuckt die Achseln. Man weiß nicht.„Genügend Komita hier.„Ver- sprengte. Verfemte, vom Stamm Ausgestoßene oder von der Re- gierung„wegen Politik' Verfolgte. Unberechenbare Burschen. Ab und zu Holl sich einer ein Lamm aus irgendeiner Herde. Ebenso oft wird ein Gendarm aus der Streif« abgeknallt, denn der Komita braucht Patronen.„Menschenleben kost nix; Menschenleben das billigste hier...* Oben im Hochwald, an einer tröpfelnden Rinne, hauen wir uns schlafend unter die Bäum«. * Den milden Abstteg nach Sosi säumen licht« Haselnußwölder. Bon unten her werden die ersten Hütten sichtbar. Ein Mann in merkwürdigem Aufzug Holl uns«in: oben schwarze Skutariner Kappe, unten Opanken, alles andere europäische Kleidung. Eh«- maliger Beamter in Skutari. Spricht deutsch, hat ein Jahr in Wien studiert und«rzählt mir von der Not des Landes.„Seit vier Mo- naten kein Wasser. Alles vertrocknet. Hungersnot schon im letzten Winter. Malaria, Tuberkulose. Kein Arzt, kein« Medizin. Die Leute haben hier keine Hlls«, legen sich in die Hütten und sterben. Auch die Herden sind dezimiert.„Achmed Zogu!" Er schüttelt die Faust. Voriges Jahr seien di« Sala und Sosi gegen die Regierung in Tirana aufgestanden und gen Skutari gezogen. Etwa tausend Gewehre. Es herrschte zwar Waffenverbot, aber„man habe.. Andere Malisorenstämme hätten mittun wollen, seien aber schließlich zurückgeschreckt. Die aufständischen Haufen seien geschlagen worden, Hunderte erschossen, gehängt, in die Kerker gesteckt. Dann sei Sosi und Sala von Achmed Zogus Truppen heimgesucht worden. Die Türken früher, die hätten manchmal einige Weiler niedergebrannt. um aufständische Stämme zu strafen, aber 1927— es sei schrecklich gewesen. Frauen und Kinder hätte man verschleppt und in Gesang- mss« gesteckt und die Herden weggetrieben. Die Herden! Dos letzte vorm Hunger. Das hätten selbst die Türken nie verübt! Jetzt seien Sosi und Sala ärmer denn je— ärmer an Männern und Tieren. Kein Wunder, daß jetzt die bolschewistische Propaganda in den Bergen umgehe. Achmed Zogu habe sich zum König machen lassen. Was kümmere das die Molisoren? Was gehe sie die Regie- rung in Tirana an?(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Kalter Januar— guter Sommer. Wenn man den Bauernregeln glauben darf, auf die zwar nicht immer Verlaß ist. die ober doch das Ergebnis jahrhundertelanger Erfahrungen darstellen, so verspricht die derzeitige Ianuarkälte einen umso schöneren, fruchtbaren Sommer. Einige dieser uralten Wetter- regeln lauten:„Januar ohne Reis und Schnee tut den Bäumen und Feldern weh. Hat der Jänner Eis und Schnee, gibt es Korn auf jeder Höh'. Ist der Januar frostig und kalt, lockt uns bald der grüne Wald. Januar muß vor Källe knacken, will der Bauer Mehl einsacken. Eiszapfen im Januar, groß und dicht, eine gute Ernte verspricht.4' Nach der Regel stehen wir übrigens erst im Beginn der Kälte, denn es heißt:„Fabian und Sebastian(21. Januar) fängt der Winter erst richtig an.44 Aber keine Regel ohne Ausnahm«. Ein strenger Winter ist keine unbedingt« Garantie für einen guten Sommer. So folgte dem ungewöhnlich langen und strengen Winter 1844, in dem die Erde zwei Meter tief erfroren und vereist war,«in völlig verregneter Sommer mit schwerer Mißernte. Ein deutscher Eskimohäuptling. Im Jahre 1893 wanderte der 2Sfährige Johann Welzel aus Hohenstadt an der deutsch-tschechischen Grenze nordwärts. Sieben Jahre lang trieb er sich als Pelzjäger in der Arktts umher, im Jahre 1900 ließ er sich bei einem Eskimostamm im nousibirischcn Archipel nieder und wurde dort nach weiteren acht Iahren zum Oberhäuptling der sämtlichen umliegenden Eskimostämme gewählt. Seitdem hat er dies« hohe Stellung ununterbrochen inne. In diesen Tagen nun kam er zu Besuch in seine Heimat zurück. Obgleich er kein Hehl daraus macht, daß er sich vollkommen als Deutscher sllhlt, wurde er als tschechischer Staatsbürger von seinem Kollegen Masaryk empfangen und mutzt« ihm in einer einstündigen Unter- redung von se'mem Wirken als Eskimo„präsideM' berichten. St. Bureaukratius in Sowetrußland. Die Moskauer„Arbeiterzeitung44 bringt einen Auszug aus dem Ergebnis zu der Revision, die das Mostauer Parteitomitee bei den verschiedenen staatlichen Institutionen vorgenommen hatte. Da. heißt es z. B.:„Ein Gesuch braucht 24 Tage, um von einer Abteilung in die andere zu gelangen. Allen verschwinden. Die Besucher stehen stundenlang Schlange, ohne ewas zu erreichen. Anders als Ver- höhnung kann es nicht bezeichnet werden, wenn der Beamte, sagen wir, einen Schriftsatz am 16. entgegennimmt, und den Bittsteller ersucht, am 15., d. h. einen Tag vorher, sich den Bescheid zu holen. Man glaubt fast, man hätte es mit einer passiven Resistenz zu tun.. Bei einem Sekretär fand man 749 unerledigte Schrift- sätze. St. Bureaukratus oder verbrecherische Mißachtung der Interessen der Bürger? Krankenschwester ermordet schlafenden Patienten Ein eigenartiges Drama hat sich dieser Tage in Denver zu- getragen. Ein junger Polizist wurde als Opfer einer Schießerei mit Schnapsschmugglern eingeliefert. Er hatte«ine leichte Arm- wunde davongetragen. Zu gleicher Zell wurde in dem Hospital. in das er eingeliefert wurde, eine Pfegerin neu eingestellt, sein „sweetheart44 au, der Zeit des Krieges: er war auch nach seiner Rückkehr aus Frankreich wieder zu ihr in Beziehungen getreten, hatte sie aber nach fünf Iahren verlassen, um eine andere zu hei- raten. Seitdem hatte er sie nicht wiedergesehen. Wie es sich aber aus ihren hinterlassenen Papieren herausstellte, hatte sie sich stet, üb« seine» Aufenthall und sein Leben aus dem lausende» ge. gmiHuuimmHnmiiiiiiHnmDimiiiwa»niiHH»naniiiMii»i»iimmniintn(ii]uiw halten.„Du gehörst mir, ich kann nicht länger leben ohne Dich. Ueber fünf Jahre habe ich auf dieses Zusammentreffen gewartet— und es kam...,44 erklärte sie in ihreni letzten Brief an ihren „lieben Bob44. Fast die ganze letzte Nacht brachte sie, nach den Er- klärungen eines anderen Pattenten, an dem Bette des verwundeten Polizisten zu— und tötete ihn, als er endlich eingeschlafen war. Dann wandt« sie die Waffe gegen sich selbst und verwundete sich lebensgefährlich. In der Hinterlassenschaft der Pflegerin fanden sich eine Menge von Zeitungsausschnitten, die sich auf Amtshandlungen des getöteten Polizisten bezogen. Sie hatte sie, wie es schien, seit Iahren systematisch gesammelt. Zur Geheimhaltung von Funkmeldungen. Der drahtlose Nachrichtendienst der Gegenwart leidet unter einem großen Mißstand. Die auf dem Funkwege verbreiteten Meldungen können von Unbefugten aufgefangen und gelesen wcrd«n. Auch die Chiffrierung bildet dagegen keinen vollkommenen Schutz. Die franzö- fischen Telegraphenbehörden erproben zur Zeit eine neue Methode zur Geheimhaltung von Funkmeldungen. Es werden gleichzeitig durcheinander zwei Meldungen durchgegeben, von denen die eine bereits vorher mit der Empfangsstation vereinbart war, die an Hand dieser Vereinbarung beide Meldungen trennt. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen den gestellten Erwartungen durchaus entsprechen. Das südamerikanische Riesenfort. Ein Kenner des Granschacogebiets, um dessentwillen der.Krieg' zwischen Bolivien und Paraguay auszubrechen drohte, schreibt uns: „Das von den Tageszeitungen mehrfach genannte Fort in Gal- pon, das von den Bolivianern erobert worden ist, bestand 1923 noch— und wird heute noch nicht größer sein— aus 3 bis 4 Holzbaracken aus Palmftämmen und einer Anzahl I n- dianerhütten. Es sind dort 19 Mann Soldaten und 2 bis 3 Offiziere paraguayischer Nationalität, di« den Auftrag haben, die 159 bis 299 Kopf starke Station syphilitischer und leprakranker Frauen zu„bewachen', soweit hier von Bewachung überhaupt noch die Rede sein kann, da auf ungeheure Strecken Sumpf und Urwald ein« natürliche Isolotion schufen. Fort Galpon ist von jeher der berüchttgste Aufenthaltsort im äußersten Winkel der Republik ge- wesen und seine Besatzung sind strafversetzte dunkelste Militärs. Wenn von„Kriegsgefahr' gesprochen wird, so ist dieser Begriff maßlos übertrieben. Für Bolivien ist hier Krieg aus Mangel an Operationsgrund ausgeschlossen, sür Paraguay aus Mangel an Mit- teln. Allein schon das Heranschaffen von Etappen auf diese unge- heuren Entfernungen ist sür beide Teile unmöglich.' Die Stigmatisierte von Campinas. Ae brasilianische Senfationvpresse hatte vor kurzem wieder einmal ihren„Fall'. In Compinas im Staate Sao Paulo war der heilige Gesst einer Misstonsschwester erschienen und hatte als äußer lich sichtbar« Kennzeichen sogenannte Sttginattsationsmale hinter- lassen. Der Paulaner Zeitung„A Gareta* kam die Sache etwas böhmssch vor und sie sandte«in Redakttonsmitgüed nach Campinas, um die Angelegenheit nachzuprüfen. Er konnte feststellen, daß lediglich die Insassen des Missionshauses und der Bischof von Campinas di« angeblichen Stigmatssatiansmale gesehen hatten, während zwei Aerzte auf Grund vorhandener Krankheitssymptome eine klinisch bekannte und genau deftniert« Krankheit feststellten und dadurch der Retlome für dos„Wunder' von vornherein den Nühtbodeo»ahme», Für den Arbeiter- Athletenbund! Endlich auch hier Reinigung der Organisation. Dieser Tage fand bei Tempel in Lichtenberg die erste Tagung des 4. Kreises um Arbeiter- Athletenbund nach der großen Reinigung statt. Bertreten waren die Bereine: Alt- Wedding, Einigkeit 1926, Hoffnung- Südost, Lichtenberg- Friedrichsfelde, Sportliche Bereini gung 04. Dann die Provinzvereine: Sagon- Brandenburg, Sportflub Ludenwalde, ferner Rathenow, Goldin, Tasdorf, Landsberg, Jahn und Deutsche Eiche, Nomames und Raputh. Da ein vorhergehender Kreistag, einberufen von den bundestreuen Mitgliedern, durch die Ausgeschlossenen gesprengt wurde, hatte man sich diesmal etwas besser vorgesehen. Ist das Häuflein der Bundestreuen im 4. Kreis( Provinz Brandenburg u. Berlin) auch noch klein, so werden aber auch hier bei zielbewußter Arbeit, ohne politische Phrasen zu dreschen, die Erfolge nicht ausbleiben. Als Kreisvorsitzender wurde Karl Heinrich, Berfin D 112, Grünberger Straße 10, einstimmig gewählt. Kasse und Geschäftsstelle sind wie bisher in den Händen des bundestreuen Kreisfaffierers geblieben. Alle Anschriften an die Geschäftsstelle: Rari Frohne, Berlin D 34, Gubener Straße 34, Telephon Königstadt 4559. Als Publikationsorgan wurde der„ Abend" bestimmt. Große Heiterfeit erregte das von dem ehemaligen Kreisvorsitzenden, dem Kommunisten Sellheim, an die Vereine gesandte Rundschreiben. Darin find vor allem die Stellen von Interesse, wo er schreibt, daß die Zentralkommission und der Bundesvorstand eine„ Diktatur gegen die Opposition" ausüben. Wie sieht es denn in ihrer Partei aus, Herr Sellheim? Gibt es dort teine Diftatur einer Bentraltommiffion", Effi genannt, die sogar außerhalb des Deutschen Reiches liegt? Mt brutaler Gewalt wird hier die Opposition nicht nur ausgeschlossen, sondern buchstäblich„ falt" gestellt in den Eisfeldern Sibiriens. Also Diftatur ist schön... wenn sie gegen die anderen gerichtet ist, nicht wahr? Die bundestreuen Arbeiterahtletenvereine werden nun mit aller Kraft an den Neuaufbau ihrer Organisation gehen. Der bisherige Kreis 4 des Arbeiter- Athletenbundes existiert nicht mehr, die kommunistisch verseuchten Vereine sind aus dem Bund ausge= fchloffen, fie find wilde" Vereine, die einem„, wilden" Kartell angehören. Darin ändert auch der Vorschlag im kommunistischen Arbeiter Fußball" nichts, der verlangt: „ Doch eins muß geschehen: 3entralisierung der Opposition! Zusammenfunit der führenden Köpfe der Ausgeschlossenen! Aussprache über Maßnahmen zur Wiederaufnahme in den Bund! Und jollte der Bund ablehnen, so muß an eine Zusammenfassung. Vereinheitlichung der Oppofition gedacht werden. Eventuell, wenn der Bund uns nicht wieder aufnimmt, zu einem„ Deutschen Arbeiter Sportverband. Darum trage jeber herbei nur ein Steinchen, neu zu erbauen unfer Reich!" Hoffentlich werden die herbeigetragenen Steinchen" nicht in derselben Art gebraucht, wie neulich die Biergläser der Opposition in der Gemertschaftsversammlung, wo Andersdenkende niedergefchlagen wurden. Auf jeden Fall gehören die„ Reformisten und Sozialdemokraten" der alten, zentral organisierten Arbeitersportbewegung an. Bundestreue Athletenvereine. Der Sporiflub Att Bedding 1883", trenes Mitglied des Arbeiter- Athletenbundes, hat jetzt auch eine Bogabteilung ms Leben gerufen. Sie wird geleitet vom Bogtechnifer im 4. Streife ARBEITER FUSSBALL Lichtenberg I in der Endrunde. Die Entscheidung ist gefallen: Lichtenberg I schlägt Woltersdorf 3: 1. Das Resultat entspricht nicht dem Spielverlauf. Die Woltersdorfer waren den Lichtenbergern zumindest ebenbürtig, zeitweise jogar überlegen. Wenn es trotzdem nicht zum Siege reichte, so nur durch die Unentschlossenheit des Sturms. Auch der Sturm der Lichtenberger fonnte selten gefallen. Es fehlte vollkommen am Stellungsspiel. Nervosität herrschte auf beiden Seiten. Der Schieds. richter hatte es deshalb nicht leicht, das Spiel in der Hand zu behalten. Schon die 5. Minute bringt für Lichtenberg den ersten Treffer. Dabei bleibt es aber auch bis zur Pause. Nach Wiederbeginn drückt Lichtenberg. Lange dauert die Freude allerdings nicht, dann dreht Woltersdorf auf. Die Hintermannschaft Lichtenbergs hat schwer zu arbeiten. Trotz aller Anstrengungen fonnten die Woltersdorfer nicht erfolgreich sein. Lichtenberg dagegen erzielte bei zwei Durchbrüchen je 1 Tor. Erst furz vor Schluß fann Woltersdorf einen Erfolg buchen und damit das Resultat auf 3: 1 stellen. Oberspree mußte sich dem befferen Spiel der Bankower Germanen mit 1: 2 beugen. Das gleiche Refultat erzielte Lichtenberg II gegen Hoppegarten. Lichtenberg I 2 gegen Weißensee 2 4: 5. Neukölln 2 gegen Nowawes 2 2: 1. # * Die Fußballbörse am Mittwoch fällt aus. Die Spielvermittelung findet auf der bei Albrecht, Borhagener, Ede Neue Bahnhofstraße( Stralau Rummelsburg), stattfindenden Borstände fonferenz, statt. Auf dieser Konferenz müssen aller GroßBerliner Bereine vertreten sein. Es soll dies eine Borbesprechung zu dem am 27. Januar im gleichen Lokal stattfindenden Spartentag sein. Das Turnier am Weinbergsweg. Huhtanen besiegt auch Kley. Der Entscheidungslampf des Finnen Huhtanen gegen den jüngsten Weltmeister Kien hatte nach dem Walhalla- Theater eine stattliche Zuschauerschar gelockt. Ein Beweis, daß auch die Ringtämpfe wieder eine größere Anziehungsfraft auszuüben vermögen. Die beiden hervorragenden Techniker und wohl auch besten Tattifer lieferten das schönste Treffen, das bisher in diesem Turnier über die Matte ging. Leider wurde es schon im zweiten Gang beendet, denn es mußte ja doch die Schmere und die größere Kraft des Finnen schließlich den Sieg davontragen. In der 47. Minute( Gefamtzeit) glüdte diefem ein prächtiger verfehrter Hüftzug. Kley fonnte auch mieber bant feiner ungeheuren Gewandtheit dem Gegner einige helfle Situationen bereiten. Das, was der Berliner dem finnischen Meister bisher abgesehen hatte, verwandte er auch in prächtiger Art. Weltmeister Betromitich und der Berliner Luppa, die recht derb zugriffen, schieben nach zwei sehr offenen Gängen mit einem Unentschieden. Siegfrieds Routine triumphierte über feinen alten Rivalen Bahr Samson, der nach Schluß etwas aus der Rolle fiel, in der 44. Minute mit einem starten Schulter brehgriff des Arbeiter- Athletenbundes, Mehlbaum. Damit ist zugleich die Gewähr für gute Ausbildung gegeben. Außerdem sind aus den vom Bunde ausgeschlossenen Vereinen eine Anzahl namhafter Borer in Alt- Wedding" eingetreten. Der Verein befizt auch erstklassige Sträfte im Heben und Ringen. Uebungsstunden für Boren jeden Donnerstag von 19% bis 21% Uhr und Sonntags von 10 bis Jugendringkampf 12 Uhr. Für Ringer und Gewichtheber sowie für die Jugendlichen jeden Dienstag und Freitag von 19½ bis 21% Uhr und Sonntags von 10 bis 12 Uhr. Sämtliche Uebungsstunden in der Turnhalle Utrechter Straße 31/32. Anmeldungen dort persönlich oder schriftlich an B. Kleintges, Berlin N 65, Prinz- Eugen- Straße 22. Der Berein hat sich stets bei Veranstaltungen der Sozialdemokratischen Partei zur Verfügung gestellt. Im Sportklub Einigkeit 26" find die sportireibenden Mitglieder des Nahrungsmittel und Getränkearbeiter- Berbandes vereinigt. Auch diefem rein sportliche Ziele verfolgenden Berein blieb die im Arbeitersport graffierende Parteipolitit nicht fern. Mit allen Mitteln versuchten einige Mitglieder dem Berein den Charakter eines Parteisportvereins zu verleihen, indem sie versuchten, den Berein dem alten, auf kommunistischem Boden stehenden Kartell zu erhalten. Klärung in dieser Frage schaffte die letzte Versammlung des Vereins, in der beschlossen wurde, Mitglied im ArbeiterAthletenbund zu bleiben. Der Verein hält Montags und Donnerstags von 19 bis 20 Uhr in der Turnhalle Koppenstr. 84 feine Uebungsstunden im Ringen, Bogen, Heben und Artistit ab. Zu bemerfen fei noch, daß die Leitung des Vereins aus erfahrenen Sportsleuten besteht. Heute abend ringt im Entscheidungskampf Petrowitsch- Rußland gegen Huhtanen- Finnland. Ferner Siegfried gegen Frizz Klen und im Entscheidungskampf Bahn- Samson- Amerika gegen Luppa- Berlin. G. M. ,, Radrennen" mit Keilerei! Tumult beim Leipziger 6- Tage- Varieté. Bon Anfang an zeigten die Fahrer beim Leipziger Sechstagerennen nicht eine Spur von Interesse am Rennen. Nachdem es schon in der ersten Nacht zu sehr heftigen Protesten des Publikums gefommen war, steigerte sich der Unwille der sich betrogen fühlenden Zuschauer zu Tumulten, Vom Kneipier zum Boxmanager! Die Laufbahn Tex Rickards. Der Telegraph meldete vor einigen Tagen den plötzlichen Tod von Leg Ricard, des größten Managers der Borwelt, der Borfämpfe um Millionenbörsen zustande brachte und vom kleinen Kneipenbesitzer in Nevada zum mehrfachen Millionär und Besizer des New- Yorker Sportpalastes, des Madison Square Garden, sich emporschwang. Er ist ein Selfmademan", und da interessiert der Weg, wie er es wurde. Er schaffte es in knapp zehn Jahren und hatte einen Vorzug vor allen anderen Promoters": er war großzügig und gegen seine Vertragspartner ehrlich. Bei solchen Einnahmen ist das indessen auch keine Stunft. " Es gab da in Nevada in Goldfield um 1919 herum eine lieine Kneipe Northern Saloon", deren Besitzer, ein gewisser G. 2. Rickard, irgendwo mal ein Preisbogen gesehen hatte und so in den Bogsport fam. Nach fleineren Kämpfen managte Ricard den Kampf Jeffries- 3ohnson in Reno, der ihm eine Einnahme von 270 755 Dollar brachte, womit Leg" nach New York zog und hier in die vorhandenen Promoters" Konkurrenz brachte. Den ersten Kampf im Madson Square Garden zwischen Jess Williard und Frank Moran arrangierte er, erhielt aber einen Rückschlag, denn nur" 151 554 Dollar gingen ein. Er hatte aber trotzdem das feine Gefühl dafür, wo das Geschäft lag, und als ihm der Manager Kearns den jungen Dempsey zuführte, brachte er in Toledo Dempjen mit Billiard zusammen. Er hatte 452 522 Dollar Gesamteinnahmen. Tex Rickard hatte alle Reforde gebrochen. Er mietete nun Madison Square Garden und brachte den neugebackenen Weltmeister gegen Bill Brennan. Obwohl der Kampf ein böser Reinfall war Dempsey brauchte zwölf volle Runden, um Brennan ins Land der Träume zu schicken verfor Teg" sein Ziel nicht aus den Augen. Der sozusagen unmögliche Kampf Dempfens gegen den Franzosen Carpentier brachte 90 000 Zuschauer zusammen. Zer Ricard hatte 1 000 000 Dollar in der Kaffe. Der erste Millionenkampf war gemanagt. Eine Krisis für Ricard tam in dem Kampf des Südamerikaners Luis Angel Firpo gegen Dempsen. Der Lezbere wäre beinahe wegen eines Tiefschlages der Disqualifikation verfallen. Ein finanzieller Bombenerfolg half ihm und Teg über alles hinweg. Madison Square Garden wurde abgerissen und schöner wieder aufgebaut. Zunächst liefen da andere Dinge vom Stapel. Im ersten Jahr des neuen Gebäudes verbiente er über 1000 000 Dollar mit Eishockeytämpfen und Sechstagerennen. Dann 30g er mit seinem größten Projekt nach Philadelphia. Tunnens Sieg über Dempsey brachte ihm, wie die Wiederholung dieses Kampfes, ein Bombengeschäft, nämlich 2 500 000 Dollar. Das ist in furzen Umrissen die sensationelle Laufbahn von Teg Ricard, der ebenso hinweggeriffen wurde, wie er auftauchte und Erfolg hatte. Schmeling gegen Risko! Max Schmelings nächste Kämpfe in Amerita find nun perfekt geworden. Der gefährlichste Prüfftein für ihn ist der am 1. Februar im Madison Square Garden stattfindende Kampf gegen Risto, ein allererstrangiger Borer. Risto hat Paolino flar ausgepunktet. Bierzehn Tage später muß er gegen den gerissenen Iren Con O'Kellay in Boston antreten. Hier geht es um eine Börse von 10 000 Dollar( 6: 4). Schmeling gilt in amerikanischen Borkreisen trotz der schweren Gegner als flarer Favorit. Vor diesen beiden Bogern trifft er, gewissermaßen als Probegalopp, auf den unbekannten, kaum zweitklassigen Petro Coori. Leichtathletische Resultate vom Jugendwerbefest der FTGB. Mannschaftshochsprung mit Anlauf: 1. Oberfpree 4,60 Meter; 2. Oftring 4,45 Meter; 3. Nordring Sport I 4,35 Meter; 4. Nordring Sport II; 5. Often. 10 x1 Runde, Stafette: 1. Nordring Sport 2,28; 2. Süden Sport 2,31; 3. Lichtenberg; 4. Bantom. 4, 3, 2, 1- Runden- Stafette: 1. Mordring Sport I 2,33,2; 2. Oberfpree 2,33,4; 3. Lichtenberg 2,39; 4. Nordring Sport II; 5. Often. Hockeyspiel: Nordring- Oftring 6: 1( 3: 0). Bereinsvorstände der Groß- Berliner Fußballvereine und -abteilungen. Mittwoch, 16. Januar, 19% Uhr, bei Albrecht, Rummelsburg) Bereinsvorständekonferenz Vortrag des Genoffen Borhagener Str. 62, Ede Neue Bahnhofftr.( am Bahnhof StralauRobert Dehtidläger. Stellungnahme zum Spartentag und zur Klaffeneinteilung. Bundesmitgliedsbuch mitbringen. Kreisspartenleitung für Fußball. 3. A.: Schünemann. Fußballspiel im Turn- und Sportverein„ Eiche Köpenid 1896. Mittwoch, 16. Januar, 20 Uhr, findet bei Bewart, Rudower Straße, die erste Sigung der neugegründeten Fußballabteilung statt. Junge Leute sind herzlich eingeladen. Nach Aufhebung der Neutralisation am Montag mittag blieben die Fahrer ruhig weiter auf dem sogenannten„ Teppich", und erst als die Rennleitung mit schweren Strafen drohte, bequemten sie sich Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 19% Uhr, in den dazu, auf die Bahn zu gehen und ein schnelleres Tempo anzuschlagen. In der 5. Nacht auf heute Dienstag zogen die Fahrer mit größter Residenzfäfen, Landsberger Straße 31( Nähe Alexanderplatz), Ruhe ihre Kreise, fie fümmerten sich nicht um die Protesttundgebun- Turnratssigung.-Tagesordnung: Neue Bezirkseinteilung. gen des Publikums. Diese wurden immer heftiger und gingen schließlich, als die Fahrer sich noch über die Zuschauer luftig machten, so weit, daß die Fahrer mit Apfelsinen und Bieruntersägen beworfen wurden. Davon wurde schließlich auch nicht der Beauftragte des Bundes Deutscher Radfahrer, Bauer- Darmstadt, der die Oberaufsicht über das Rennen führt, verschont. Gegen 4 Uhr wollte die erregte Masse sogar den Abbruch des Rennens erzwingen. Nur das schnell herbeigerufene Ueberfalltommando fonnte die Masse daran hindern. Die um 2 Uhr ausgefahrene Nacht wertung reihte sich den übrigen ,, Ereignissen würdig an. Die Mannschaften, die sich vorzeitig einen vorderen Platz gesichert hatten, fonnten ihn in den einzelnen Spurts auch ohne jegliche Mühe behaupten. Sechstagevarieté ist eigentlich eine Beleidigung für die mirklichen Artisten! Amateurboxen. Colonia- Köln wieder Mannschaftsmeister. = Um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Amateurbogen standen sich in Elberfeld Colonia Köln und Punching Magdeburg gegenüber. Die Kölner holten fich einmal mehr den Titel, diesmal gelang es ihnen allerdings nur muit 9: 7 die Oberhand zu behalten. = Im Fliegengewicht fiegte Abels- Köln über Hendrich nach Puntten, Bähr- Magdeburg tam im Bantamgewicht dadurch zum Erfolge, daß Kanser aufgab. Auch Schmit- Köln streckte gegen den Febergewichtler Göhe in der dritten Runde die Waffen. DübbersKöln war im Leichtgewicht Meseberg, der megen Regelverstöße disqualifiziert werden mußte, weit überlegen. Schmidt- Magdeburg mußte megen einer Augenverlegung in der dritten Runde gegen den Weltergewichtler Kurth die Waffen strecken. Im Mittelgewicht trennten sich Berrelmann- Köln, der als Ersatzmann für Rievernagel fämpfte, und Ulrich unentschieden. Hower sicherte Köln im Halbschwergewicht die Punkte durch einen Sieg über Sander, und im Halbschwergewicht die Punkte durch einen Sieg über Gander, und im Schwergewicht fertigte Baumann- Magdeburg den Kölner Kluthe Schwergewicht fertigte Baumann- Magdeburg den Kölner Kluthe nach Buntien ab, Sozialistische Arbeiter- Esperantiften! Die unerfreulichen Vorgänge in der Organisation veranlassen die sozialistisch denkenden Mitglieder zur Abwehr. Erscheint zahlreich in der Versammlung am Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, im Jugendheim am Ostbahnhof 17. Tagesordnung: Unjere Stellung zur General versammlung. Bundestreue Vereine teilen mit: Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 16, Januar, 20 Uhr, Aula Beinmeisterstr. 16-17: aus eigener Kraft". Gruppengesang, Rezitationen, Mufit, Bitherfolo, Lieber zur Laute, Bollstänze, Ausstellung. Eintritt frei. Gäfte und Freunde unserer Bewegung herzlich willkommen. Abt. Friedenan: Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Offenbacher Str. 5a: Jahresversammlung. Abt. Norben: Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Sonnenburger Str. 20: Darwin", Dr. M. Schütte, Abt. Webbing: Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Suriner, Ede Geestraße: Generalversammlung. Abt. Treptow: Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Elfenste. 3: Heimabend. Abt. Pantow: Dienstag, 15. Jannar, 20 Uhr, Görschstr. 14: Frit Reuter ( au). Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Altersheim Danziger Str. 62, Barade II: Seguelle Probleme". Abt. Tiergarten: Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Lehrter Str. 18-19: Generalversammlung. Abt. Sübweft: Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Vordstr. 11: Ernste und heitere Rezitationen. Naturwissenschaftliche Abt.: Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Johannisftr. 15: Naturphotographie". Abt. Friebrichshain: Donnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Brommyfte. 1: Bon meiner Walze durch Frankreich, Spanien und Marotto"( Meier, München). Freie Faltbootfahrer Berlin. Donnerstag, 17. Sanuar, 20 Uhr, Jahresgeneralversammlung in den Sophienfälen, Sophienstraße. Rartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Brenzlauer Berg. Gigung Mittwoch, 16. Januar, 20 Uhr, bei Hoffmann, Enchener Str. 8. Ruberverein BUTAB e. B., Berlin. Ergebnis der in der Jahreshauptver fammlung vorgenommenen Borstandswahlen. a) Borstand: 1. Borsigender: Mar Günther: 1. Raffierer: Hermann Geltenhorn; 1. Schriftführer: Kart Strauß; b) Beirat: ftellvertr. Borsigender: Wilhelm Sandle; Ruderwart: Ermin Arageri; Hauswart: Wilhelm Seß; ftellverir. Raffierer: Willi Flemming; ftellvertr. Schriftführer: Subert Gößwein; Obmann Ergänzungsfport: Karl Böhrmann; Raffenprüfer: Avent, Obersteller, Seiler: Bootswart: Alfred Schöz. Geihäftstelle: Berlin 9 40, Berftite. 7. Die gesamte für ben Ruderverein BU8, betimmte Boft ist ausschließlich an die Geschäftsstelle au fenben. Rartell file Arbeitersport unb Rörperpflege Lichtenberg. Die Bereine werden aufgefordert, fofort die Kartell und Jugendamt Fragebogen an Heinz Wagner, Lichtenberg, Auguftafte. 8, einzusenden. Bei Nichteinfendung find die Bereine für bie entstehenden Nachteile( Bläge, Beihilfen, Turnhallen usw.) felbft ver antwerklich Schützt Leben und Gesundheit! Ueber 1 Million Unfälle wurden im letzten Jahre allein in den gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben gezählt. Insgesamt haben sich in Deutschland in diesem Zeitraum sicher über 2 Millionen Unfälle ereignet. Fast 24 000 Menschen, davon etwa ein Drittel in den bei den Berufsgenossenschaften versicherten Betrieben, haben dabei ihr Leben verloren. Also läglich 64 Tote durch Unfall! zuwiderlaufen. Vor uns liegt die Lohntüte einer Berliner Möbelfabrif, die auf der Rückseite ein längeres Gedicht zeigt: eine Brauereire flame. Eine sanfte Aufforderung also, einen Teil des Inhaltes dieser Tüte ins Wirtshaus zu tragen, das Koftgeld der Familie zu schmälern und die Arbeits- und Widerstandskraft des Körpers herabzuseizen. Wem ist damit gedient? Weder dem Arbeiter noch seiner Familie noch dem Betriebe, in dem er beschäftigt ist. Den Gewinn hat lediglich die Brauerei. Die geringen Drucktosten für derartige Lohntüten, die den Firmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, werden ja mehrfach wieder hereingeholt! Welche Unsummen von Schmerz, Kummer, Elend, zerstörtem Familienglüd, vernichteten Eriſtenzen, gescheiterten Zukunftshoffnungen und verlorenen wirtschaftlichen Werten stecken in diesen Zahlen! Behörden, Berufsgenossenschaften, Verkehrsorganisationen, Gee ,, Achtung! Nicht wegwerfen! Wert 3 Mart!" Ein Teilzahlungsmertschaften, soziale, wirtschaftliche und technische Verbände sind bestrebt, Aufklärung zu schaffen und Einrichtungen zu treffen, um Unfälle zu verhindern. Manches ist schon erreicht vieles bleibt noch zu tun! Es gilt, die in Haus und Beruf, im Verkehr, in der Werkstatt und im Betrieb drohenden Gefahren zu erkennen und abzuwenden. Ein großer Teil der Unfälle ist vermeidbar, aber nur, wenn jeder bestrebt ist, sich und andere zu unfallficherem Berhalten zu erziehen! Nicht Verbote und Bestimmungen sind das Allheilmittel gegen Unfälle! Jeder muß mithelfen, Unfälle zu verhüten! Der moderne Mensch soll freiwillig und verantwortungsbewußt aan der Unfallverhütung mitwirken. Dieses Verständnis und Verantwortungsgefühl zu verbreiten und zu vertiefen, ist das Ziel einer großen, von den Verbänden der Berufsgenossenschaften ausgehenden Veranstaltung. Bom 24. Februar bis 3. März 1929 geht die Reichs- Unfallverhütungs- Woche( RUWo.). In allen beteiligten Kreifen hat dieser Gedanke fofort lebhaften Widerhall gefunden. Während dieser Woche soll möglichst in allen Orten des Reiches mit allen Mitteln der. Aufklärung, Belehrung und Werbung die Aufmerksamkeit auf die Unfallverhütung hingelenkt werden. Zweck und Ziel der Reichs- Unfallverhütungs- Woche ist die dauernde und freudige Mitarbeit jedes einzelnen im Kampfe gegen die Unfallgefahren. Es geht um das Wohl aller Volksgenossen, es geht um Leben und Gesundheit jedes einzelnen! Der Wahlspruch der Reichs- Unfallverhütungs- Woche „ Helft Unfälle verhüten!" muß für alle Zeiten jedermanns Wahlspruch werden. An alle Bevölkerungstreise ergeht der Ruf mitzuwirken. Wissell, Reichsarbeitsminister. Schäffer, Präsident des Reichsversicherungsamtes. Prof. Dr. Adam, Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung. Arbeitsgemeinschaft für Unfallverhülung. D. Spieder, Berband der deutschen Berufsgenossenschaften. Dr. Schrader, Verband der deutschen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften. Reflame auf Lohntüten. Alles für Geld, Es ist das gute Recht jeder Firma, erfolgversprechende Reklamewege zu suchen und zu gehen, und niemand wird sie daran hindern wollen, solange ihre Methoden nicht anderen berechtigten Interessen Bei einer anderen Lohntüte trägt die Klappe die Aufschrift: geschäft wirbt Kunden! Wir würden darüber kein Wort verlieren, wenn diese Lohntüte nicht von den Berliner Städti schen Gaswerfen ausgegeben wäre, die es doch wirklich nichi nötig haben, sich von irgendwelchen Firmen die Lohntüten fostenlos liefern zu lassen oder gegen Bezahlung auf ihren Lohntüten Reklame zu machen! Wir glauben, dieser kurze Hinweis genügt, um den Uebelstand zu beseitigen. hütungsbitb.6. m. 5. 5. n Berfin 39, Röthener Straße 37, herausgegeben werden und die mit verfleinerten Wiedergaben der bekannten Unfallverhütungsbilder versehen sind. Leider werden diese Lohntüten nicht fostenlos abgegeben, sondern sind ment auch zu einem ganz geringen Preis an die Druckerei zu bezahlen, die dafür die Firma des Bestellers eindruckt. Bir meinen, daß der Nuzen, den die Berufsgenossenschaften aus dieser Werbung ideell die die kostenlose Abgabe der Lohntüten verursacht. Hier läge es und materiell ziehen, die Aufwendungen in vollem Maße mettmacht, wirklich im Interesse des Arbeiters, seiner Familie, des Betriebes für jeden durch Unfall erwerbsunfähig gewordenen Arbeiter oder der Volksgesundheit, die doch die Lasten bei Todesfällen für seine Angehörigen zu tragen hat. und last not least -Gestrauchelt! Bedauerliche Folgen langer Untersuchungshaft. H.L Die großen Gefahren, die durch lange Untersuchungshaff über Staatsbürger heraufbeschworen werden, Gefahren, denen danne in Not geratene hilflose Menschen allzu leicht erliegen, kommen durch einen bedauerlichen Vorfall, in dem ein ruhiger Handwerksmeister verwickelt ist, sehr deutlich zum Ausdruck. Der Handwerksmeister hatte das Mißgeschick gehabt, megen Daß es auch anders geht, zeigen die Lohntüten, die im Auftrage des Verbandes der Berufsgenossenschaften durch die Unfallvereiniger Berfehlungen festgenommen und in Untersuchungshaft gesezt FUNK UNDAM ABEND Dienstag, 15. Januar. Berlin. 16.00 Stunde mit Büchen. Neue Bücher zur Kunst. 16.30 Lieder zur Laute. ( Alte Fabel). 2. Gilden". 1. Vom Bäumchen, das andere Blätter hat gewollt **: Das Geheimnis. 3. Großmutter will tanzen zu werden. Während der Haft ging sein Betrieb sehr start zurüď. Als er nun entlassen wurde, war er in großer Berlegenheit. Er glaubte faum, daß er sich bald aus eigener Kraft wieder emporarbeiten könne und erbat von der Wohlfahrtsstelle Unterstügung. Als selbständiger Handwerksmeister mußte er jedoch, so gern man ihm sonst auch wohl geholfen hätte, den einmal bestehenden Bestimmungen gemäß abgewiesen werben. Es blieb ihm, wie man ihm jagte, nichts anderes übrig, als sich selbst zu helfen. Dieser Bescheid gefiel ihm durchaus nicht, denn damit ging sein Geschäft teineswegs besser. Zur Selbsthilfe schlug mun der enttäuschte Meister einen Weg ein, von dem er sich hätte sagen müssen, daß es ein Abweg war. Scheinbar immer noch Hilfe suchend, ging er noch zweimal nach der Wohlfahrtsstelle, aber nur in der Absicht, sich Formulare der Stelle anzueignen. Das gelang ihm auch. In dem Hause, in dem er als Untermieter Wohnung gefunden hatte, lernte er nun zwei junge Mädchen temnen, denen. es nicht besser ging als ihm, weil sie arbeitslos waren. Ihnen stellte er sich als ,, Dr. Stolzendorf" vor. Wenn sie feine Beschäftigung hätten, meinte er, so fönnten sie wohl für ihn taffieren gehen. Damit waren die Mädchen gern einverstanden. Firmen an. Er sagte ihnen, er habe aus Büchern und Akten era sehen, daß sie öfter entlassenen Straf- und Untersuchungsgefangenen mit Unterstützung beigesprungen seien. Das fonnte er ruhig tun, denn diese Firmen werden oft um Beihilfen angesprochen und lehnen sie selten ab. Es handele sich, wie der vermeintliche Amtsgerichtsa rat weiter erzählte, um einen soeben aus der Untersuchungshaft entlassenen jungen Mann, dem mit einer kleinen Reiseunterstützung jehr geholfen werden könne. Man erklärte sich stets bereit, sie zu gewähren, der Herr Amtsgerichtsrat möge nur den angekündigten Boten schicken. Er füllte nun die entwendeten Formulare der Wohlfahrtsstelle auf einen erdichteten Namen aus, sandte eines der Mäd chen und erhielt die erbetene Unterstützung, die er in seine Tasche steďte. Endlich fam die Kriminalpolizei ihm hinter diesen Schwindel und nahm ihn wieder fest. ( Alte Volksweise). 4. A Busserl is a schnuckrig Ding( Volksweise aus Hessen). 5. Die Unzufriedene( Volksweise). 6. Burckhardt: Hase und Häsin. 7. Schmidt- Kayser: Mückchen und Brummer( Tony Jaeckel). 17.00 Unterhaltungsmusik, ausgeführt von Dr. Becces Terra- Sinfanikera. 18.30 Fredy Porath: Die historische Entwicklung der deutschen Schützen19.00 Hans- Bredow- Schule, Rechtswissenschaft. Oberreichsanwalt a. D. Prof. Dr. Ludwig Ebermayer, Leipzig: Arzt und Patient in Gesetz und Rechtsprechung". I.: Die öffentlich- rechtliche Stellung des Arztes. 19.30 Ministerialdirektor i. R. Dr.- Ing. P. Craemer:„ Die neuzeitliche Ent- ,, Dr. Stolzendorf" rief nun als„ Amtsgerichtsrat" hiesige große wicklung des Schnellnachrichtenverkehrs". I.: Die technischen Mittel und die Organisation des Weltnachrichtenverkehrs. 20.00 Abendunterhaltung. Mitw.: Dr. Ludwig Fulda, Fred Antonie Angermeyer. 21.00 Hugo Wolf- Lieder. 1. a) Auf einer Wanderung; b) Rat einer Alten; c) Mausfallensprüchlein; d) Storchenbotschaft( Mörike). 2. a) Sle blasen zum Abmarsch; b) Wenn du zu den Blumen gehst.( Aus dem Spanischen Liederbuch nach Heyse und Geibel.)- 3. a) Wer rief dich denn; b) Wir haben beide lange Zeit geschwiegen; c) Ihr jungen Leute, die ihr zieht ins Feld.( Aus dem Italienischen Liederbuch nach Heyse.) ( Lula Mysz- Gmeiner, Alt. Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler.) 21.30 Der Journalist spricht( Thema und Redner werden durch Rundfunk bekanntgegeben.) Anschließend Presse- Umschau des drahtlosen Dienstes. Königswusterhausen. 16.00 Dr. Siegfried Mauermann: Ratschläge für die Examenwoche. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.30 Prof. Dr. Großmann: Chemie und Weltwirtschaft( II.). 18.00 Dr. Richard H. Stein: Neuere Hausmusik für Klavier( II.): Skandinavien. 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren: Französisch für Anfänger. 18.55 Prof. Dr. Freyer: Was ist Soziologie? 19.30 Von Berlin: Min.- Dir. Dr.- Ing. P. Craemer: Der Weltnachrichtenverkehr. Bajener, ordentliche Jahreshauptversammlung. Wichtige TagesAb 20.00 Uebertragung von Berlin, 22.45-23.15 Bildfunkversuche. Röntgenthal- Zepernid. Donnerstag, den 17., um 20 Uhr, bek ordnung, u. a. Wahl der Funktionäre. Erscheinen aller Genoffinnen und Genossen Pflicht. PROGRAMM für die Zeit vom 15. bis 17. Januar BTL Potsdamer Straße 38 Erenissimus und die letzie Jungfrau Ein Bandit von Ehre( 8 Akte) Rheinstraße 14 Verlängert! Die blinden Passagiere mit Pat und Patachon Mary Milfords Entführung Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Str. 75 Die seltsame Nacht der Helga Wangen mit Lee Parry Rin- Tin- Tin unter Verbrechern ( 6 Akte) Turmstraße 12 Der indische Großfilm: Das Grabmal einer großen Liebe Das letzte Signal( 5 Akte) Alexanderstr. 39-40 Den ganzen Tag geöffnet! Heiratsfieber mit Maria Pandler Hurra, ich lebe! mit Nikolai Kolin Zentrum Filmpalast Börse Rosenthaler Str. 40-41 W. ab 5, S. ab 3,30 Leontines Ehemänner mit Cl. Rommer Das Schwarzwaldmädel mit Gesangseinlagen Bühnenschau Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Pat und Patachon, die blinden Passagiere Die Tochter des Scheich Jugendliche haben Zutritt Charlo tenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U. Hell in Frauensee( nach dem Ullstein- Roman) mit Angela Ferari Der Deserieur mit Monte Bluc KINO- TAFEL Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, an der Trinitatiskirche Der große Sittenfilm: Ein Kind der freien Liebe( IV. und V. Teil) Schöneberg Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Wegen Renovierung vorübergehend geschlossen! Urania- Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Alhambra Beg. W. 6.30 u. 8.45 U. Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Sonnt. 3, 5, u. 9 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 33 S. ab 3 Uhr Ein Mensch der Masse Auf der Bühne: Die Revue der Prominenten früher Titania( Ufa Schöneberg Hauptstraße 43 Papitou( 7 Akte) mit Joseph. Baker Aber das Fleisch ist schwach( 6 Akte) Internationale Varietéschau Vorwärtsleser Vorzugspreise Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Lemkes sel. Witwe mit Lissi Arna, Tempelhof. Berliner Str. 97 Fritz Kampers Großes Belprogramm Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführuag: Waterloo mit Otto Gebühr Rege: Karl Grune Lichterfelde- West Hi- Li Stg. 5, 6.30, 9. 3 U. Jug.-V. Wochentags 6.30, 9 Uhr Hindenburgdamm 58 a Heat spielt der Strauß mit Alfred Abel Harolds liebe Schwiegermama Bühnenschau Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1-4 Beginn 6 U. Der Faschingsprinz mit Harry Liedtke Hell in Frauensec Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5, 6.30 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Villa Falconieri m. Maria Jacobini W. 6.30, ca. 8,45 U.. S. 4.45, 6.45, ca. 8.45 U. Der große Ufa- Film Johanna von Orleans Ein Bandit von Ehre Bühnenschau Neukölln Primus- Palast Hermannplatz Der Raub der Sabinerinnen mit Maria Paudler, Ida Wüst, Walter Rilla, Ralph A. Roberts Auf der Bühne: Die 4 Fellers Akrobatischer Drahtseilakt Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Norden Gösta Berling mit Greta Garbo Skala- Lichtspiele Beide Teile in einem Programm Bühne: Francis Moris, Negerbariton u. a. Concordia- Palast Andreasstraße 64 Schönhauser Allee 80 Soldatenleben, das heißt lustig sein mit L. la Plante PROGRAMM für die Zeit vom 15. bis 17. Januar Humboldt- Theater Badstraße 13 Jahrmarkt der Liebe Die Orchideentänzerin Bühnenschau Polizeipatrouille um Mitternacht Kristall- Palast Bühnenschau Diebe Domenico Gambino Alhambra persönlich anwesend Der Scheidungsanwalt Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Die rote Tänzerin von Moskau mit Dolores del Rio Der Hafenbaron Otto Pauls bunte Bühne Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch.5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Moderne Piraten Der Heldenjunge von Missouri 2 Teile Bühnenschau Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5, 7 ca. u. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Die große Abenteuerin Müllerstraße, Ecke Seestraße Mädel sei lieb mit Colleen Moore Beiprogramm Varietéschau Fortuna- Lichtspiele Müllerstraße 12c das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Weltproduktion LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Die treue Nymphe( Künstlerehe) Sein großer Fall m. Christa Tordy Metro- Palast Chausseestraße 30 Der Präsident mit Iwan Mosjukin Große internet. Varietéschau Blaue Jungen- blonde Mädchen Pharus- Lichtspiele Bühnenschau Friedrichsfelde Beginn täglich Woch. 5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Kino Busch Gaunerliebchen Hell in Frauensee Bühnenschau Südpalast Knesebeckstr. 133, Bhf. Hermannstraße Die seltsame Nacht der Helga Wangen Der Frauenräuber von Giesch Osten Ein Bandit von Ehre m. F.Thomson Germania- Palast Südosten Filmeck Beginn W: 5.30 Uhr S: 3 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Die blaue Maus mit Jenny Jugo, Harry Halm Bühnenschau Frankfurter Allee 314 Müllerstraße 142 Thr großer Flirt Nana( nach dem weltberühmten Roman von E. Zola) 3,7,9 Uhr Rialto" Film u. Bühne Alt- Friedrichsfelde 3. Majestät schneidet Bubiköpfe mit Paudler Im Wespennest mit Eddy Polo Nordosten Elysium" ( am Wedding) Reinickendorfer Str. 14 Johanna von Orleans Die Orchideeniänzerin Bühnenschau Gesundbrunnen Film und Bühne Alhambra" 39 Badstraße 58 Prenzlauer Allee 58 Lemkes sel. Witwe Bühne: Weintraub's Syncopators, Weißensee Pat und Patachon, die blinden Passagiere Beiprogramm Bühnenschau Prinzenallee 1-6 Villa Falconieri Beiprogramm Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35-38 Pat und Patachon, die blinden Passagiere Die Braut von Kahlenhofe Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a Beg. 6.30, 9 Uhr Die blaue Maus mit Jenny Jugo, Harry Halm Hurra ich lebe! mit Nicolai Kolin Das hervorragende Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Leontines Ehemanner Räuberbande Auf der Bühne: Otto Charlet, Humorist ( Lilipuianer) Niederschönhausen Film- Palast Blankenburger Straße 4 Unmoral mit Ellen Richter Brand in Kasan Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichisp. Hauptstraße 51 und Lindauer Straße Der geheime Kurier mit Iwan Mosjukin Zirkusleben mit Ken Maynard Bühnenschau Reinickendorf- West Beginn der ersten Vorstellungen: Schloßpark Film- Bühne Ballschmieder- Lichtsp. Ala- Filmpalast Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Heiratsfleber mit Maria Paudler, Fritz Kampers Auf der Bühne: Die drei Kukirolers Berliner Al.ee 203-210 I Das letzte Souper 50 000 Dollar Belohnung Bühne: u. a. P. Schneider- Dunker. mit Marc. Albani mit Maynard Badstraße 16 Hinter Haremsmauern Das Geheimnis des Vulkans mit Tom Mix Bühnenschan Scharnweberstraße 67-68 Die Republik der Backfische Der Staatsanwalt klagt an Bühnenschau( 30- Meter- Bühne)