Morgenausgabe Nr. 27 -46. Jahrgang A 14 3,50 Böchentlich 31. morali tm poraus zahlbar. Boltbejug 4,32 einichl Beftellgelb, Auslandsabonnes ment 6-2 pro Donat ㄓ Der Borwärts" eridhent wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendqusgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Dez bend". 30uftrierte Beilagen Bolk und Zeit und Kinderfreunb". Ferner Interhaltung und Bissen". Frauen Bimme". Tecnit Blid in bis Büderwelt und Jugend- Bormärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 17. Januar 1929 Groß Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Da etsipattige Ronpareillezetle 0 Bfennig. Reflame eile& Reichs mart. Aleine Anzeigen das ettger brudte Bort 25 Bfennig( zuläffig zme fettgebrudte sorte), jebes weitere Box 2Bfennig. Steuengesuche das erfte Wort 15 Pfennig, jebes mettere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buchstaben sählen für zmet Borte. Arbeitsutart Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen hnahme im Hauptgeschäft Binder Straße 3, wochentagl, von 8 bis 17 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tonhoft 292-297 Telegramm- Adz.: Sosialdemokrat Berlin Vorwärts: Berlag G. m. b. H. Eintagsfönig Jnajatullah? Heftige Kämpfe in Kabul. Der Rebellenführer will selbst König werden. Condon, 16. Januar( Eigenbericht.) me aus den Meldungen von der Nordweltgrenze Afghanistons hervorgeht, haben sich die Erwartungen auf einen Waffenstilstand nicht erfüllt, Die Truppen des Bebellenführers Badhai Sago find nunmehr in den Stadtbezirf von Kabul vorgedrungen, mo es zu heftigen Gefechten zwischen den Regierungstruppen und den Auffländischen lam. Eine Entscheidung foll bisher noch nicht gefallen jein. Mau rechnet jedoch in London mit der Möglichkeit, daß auch önig Jaajatullah zum Rüdfriff gezwungen werden mird und Bachai Sago, der bereits jeht unbeftrittener Herr des Landstriches zwischen Kabul und Khyber ist, den Bersuch machen wird, sich selbst als König einzusehen. Man glaubt in London, daß Amanullah in diesem Falle feine 2bbanfung rü dgängig machen und, gestützt auf die Durani und auf die Stämme des Südens und Westens, verfuchen mird, feinen Thron zurüdzuerobern. Der Haager Gerichtshof entscheidet Er wird die Grenze zwischen Bolivien und Paraguay festsetzen. Genf. 16. Januar.( Eigenbericht.) lart habe, die Frage der Chacogrenze dem Urteils. ipruch des Haager Gerichtshofes zu unterwerfen. Damit hat fich zum erstenmal elue Regierung bereit erklärt, eine frillige Grenze durch den Ständigen Internationalen Gerichts fefliehen zu lassen. Bisher hat zwar der Bölterbundsrat einige Grenzentichelbungen gefällt, jedoch niemals der Haager Gerichtshof Der Gerichtshof wito allerdings nur dann in Tätigkeit treten, menn auch Paraguay fich feiner Entscheidung unterwerfen will Der Generalfefrefer des Böfferbundes hot am Miffmoch ein Telegramm veröffentlicht, das er im Auftrage des Ratspräsidenten Briond an die Regierung von Paraguay gerichtel hat. Das Telegramm Jett Paraguay davon in Kenntnis, daß die boliviahof Bifdhe Regierung für die Erledigung des gegenwärtigen Konflikis mit Baragion der Einiehung einer Schiedsfommiffion durch dir pan. amerikanische Konferenz zugestimmt hat. Ueber diese Tasfache hinaus teil der Böllerbundsjefretär mit, daß Bolivien sich bereiter Die verratene Denkschrift. Berleumderhehe der Rechtspresse Selt gestern ist die Nummer der Review of Reviems", die Herrn Groeners Marinebentschrift enthält, im Londoner Straßenhandel zu haben. Unter diesen Ilmständen wäre es wohl angezeigt, schon um Ueberlegungsirrtümer zu vermeiden, den deutschen Urtert in vollem Um fang zu veröffentlichen Zum größeren Zeil ist er jo fomielo nicht neu, meil er sich mit der Rabe des Reichswehrministers Rede in Reichstag so ziemlich bedt, mas neu ist, braucht im as land feine Aufregung hervorzurufen, denn daß ein Mehr minifter, der eine Rüstungsvorlage begründet, außenpolifiich etmas fchwarz fieht und etwaige Kriegsgefahren an die Wand malt, ist tein ungewöhnlicher Borgang. Ausländische Kritiker, deren Blid nicht durch Bösmilitgfeit getrübt ist, werden durch die Dentschrift heftätigt finden, daß der Wehr miniffer nur an defensive Aufgaben der Wehrmacht denft, mas ja nach Lage der Dinge für einen Kenner der militärischen Machtverhältnisse selbstverständlich ist. Im Inland werden die Gründe des Herrn Groener den Flottenbauplänen teine neueu Anhänger bringen. Denn wenn die Dentschrift über die außenpolitischen Gefahren mit berufsüblichem Beffemismus fpricht, fo urteilt sie über die Wirkungsmöglichkeiten der geplanten fleinen Flotte mit schwer verständlichem Optimismus. Die Anficht, mit dieser Flotte die Oftfee beherrschen zu tönnen, ist auch höchstens fo Lange vorhanden, als die möglichen Gegner nicht zu Gegen maßnahmen greifen. Da ergibt sich nun, daß für Deutsch land durch Versailles eine maritime Rüstungsgrenze gelegt ist, über die es nicht hinaustann, während die anderen freind. Unter folchen Umständen muß ja Deutschland bei einem Wettrüften in der Ostsee den Kürzeren ziehen, und es wäre von ihm töricht, ein solches Wettrüften zu provozieren. Das würde jedoch praktisch nur dann geschehen, wenn auch die projektierten weiteren drei Schiffe gebaut würden, wofür teine großen Aussichten bestehen. Die Frage, wie die streng vertrauliche Denkschrift den Beg in eine ausländische Zeitschrift nehmen fonnte, unterliegt der behördlichen Untersuchung. Die Rechtspresse ergeht fich aus diesem Anlaß in dunklen Verdächtigungen gegen bie Sozialdemokratie und die ihr nahestehenden Bazififten freise. Wie deutsche Pazifisten ausgerechnet zu Bidham Steed fommen fönnen, überlegt fie nicht, es tommt ihr ja nur darauf an, zu verleumden. Um plumpffen tut das die Deutsche Zeitung"; fie spricht von Kreisen, denen Landes. verrat von jeher Ehrenfache fei, und von gewissen Mit gliedern der Sozialdemokratischen Partei", von denen man zur Aufdeckung des geübten Vertrauensbruches ,, wertvolle Fingerzeige erhalten tönnte". " Es genügt, derartige Aeußerungen zu registrieren, um fie der Berachtung aller anständigen Menschen preis zugeben | Grenzsperre gegen Bulgarien. Maßnahmen der neuen Gerbenregierung. Sofia, 16. Januar.( Eigenbericht.) Boftichedlonto: Berlin 37 536. Bantfonts: Ban! ber Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Stubenfts. Der Kampf gegen die Burg. Klaffengegenfäße in der Zschechoslowakei. Von Rudolf Illovy. Prag. Mitte Januar Präsident Majaryf hat die Unterzeichnung des non der bürgerlichen Koalition im Abgeordnetenhause und Gengi beschlossenen Gesezes, durch welches das Alfoholverbot bei den Wahlen gemildert werden sollte, abgelehnt. Majarnt war bei der Verweigerung seiner Unterschrift nicht auch auf den richtigen Standpunkt der sozialistischen Oppo mur von fittlichen Erwägungen geleitet, er ftellte sich dabei sition, die bei Verabreichung von alkoholischen Getränten an Wahltagen die Möglichkeit der Korruption, insbesondere br den noch rüdständigen Teilen der Slowakei, gegeben sieht. Die bürgerlichen Parteien waren von dieser Nichtsanktionie rung ziemlich überrascht, um so mehr als Masaryf das Gesetz mit der Bemerkung zurückstellte, daß er die vollständige Auf hebung des Alkoholverbotes bei den Wahlen für unzwed mäßig halte. Obwohl Mafarnt schon mehrmals von seinem Betorecht Gebrauch gemacht hatte, war dies noch nie so prinzipieller Natur, pie in diesem Falle. Der Gegensatz zwischen Masarnt und einem Teile der bürgerlichen Koalition ist alt. Die tschechische Deffentlichkeit teilt sich eigentlich in zwei Läger: die Anhänger und Gegner der, Burg". Die Burg ist der Hradschin, wo Masarnt seinen Siz hat und wo sich auch das Außenministerium mit Minifter Benesch an der Spize befindet. In freundschaftlichem Ver hältnis zur Burg stehen die tschechischen Sozialdemo traten, die tschechischen Nationalsozialisten, die Legionäre und alle fortschrittlichen Leute aus allen Barteten. Gegner der Prager Burg sind außer den Kommunisten alle realtionar und nationalistisch fühlenden Elemente, der größte Teil ber Anhänger der bürgerlichen Barteien und insbesondere die Bartei des tschechischan Kapitalismus und Chauvinismus, die von Kramarich geführten Nationaldemokraten., Masaryk war schon vor dem Kriege vou tschechischen Chauvinisten, Aleritalen und Reaktionären aller Schattferungen gehabt. Er war es, der jeden fleinlichen Nationalis mus stets entschieden bekämpfte und die realistische Bartei gründete, die infolge ihres in nationaler Hinsicht verträgfichen und sozialreformatorischen Programms von der Bourgeoisie angefeindet war, während fie der Arbeiterklasse fehr nahe stand. Majarnt war es, der als Hochschulprofessor durch seine Humanitätsphilosophie auf Generationen pon Studenten mächtig einwirfte, was ihm die Bourgeoisie immer berargie. Die damaligen Jungtichechen, jetzt Nationaldemo fraten genannt, beschimpften Majarnt oft in häßlichster eife und fie erinnerten fich dieser ihrer traurigen Bers gangenheit, als im Jahre 1919 nach den zugunsten der Sozial demokraten ausgefallenen Gemeindewahlen ihr Führer Kramarich gezwungen wurde, feinen Ministerpräsidenten Die bulgarischen Beihungen malben, daß die Belgrader Regte rung neue ftrenge Anordnungen zur Grenzsperre gegen Bulgarien getroffen hat. Die bisherigen Grenztruppen, viel fach roaten und Slomenen, feien burd ferbische Regimenter erfekt und fämtliche Grenzgarnisonen bebeutend ver starti morben Auf je 100 meter tomme ein Sothat Belfam murden alber und Gebüsche an unübersichtlichem Gelände abgebolat Seher Grenzübergang fei ftrengstens underlagt. Das gelte and für Berfonen, die jenseits der Grenzfinte Bandbesig haben. Die offiziellen Blätter schreihen zu der Maßnahme der Reposten, dem verstorbenen Genoffen Iufar abzutreten. gierung in Belgrad, Bulgarien habe die Aufhebung und nicht die Berscharfung der Grenzsperre erpartet. Der jezige Zustand tonne die Berständigung nicht fördern. Daß! Schlesische Gejm Mehrheit fordert Ausweisung aller deutschen Ingenieure und Direttoren. Rattowi. 16. Januar.( TU.) Seit dem Zusammenstoß zwischen Stresemann und Baleffi auf der Bälferbundstagung in Lugano wird von der polnischen Breise und den holnischen Verbänden eine wüßte sekse gegen die deutschen Ingenieure in der ostoberschlesischen Schwerindustrie betrieben. In der Mittwochikung des schlesischen Sejm ist von der Regierungspartei elu ringlichkeitsan trag eingebracht worden, der den Woiwoden auffordert, Feststellungen zu treffen, wie viel deutsche& räfte in der oftoberschlesischen Industrie noch vorhanden sind. Weiter verlangt der Antrag sofortige Ausweisung aller Jugenieure und Direktoren deutscher Staatsangehörigkeit. Bor allem sei der Nachweis zu erbringen, das Bolen teineswegs von deutschen Fachkräften abhängig tit. Namens der Deutschen Gruppe wandte sich Chefredakteur Dr. Pant gegen den Antrag und betonte, daß die ober schlesische Bevölkerung teine nationalen Phrasen, sondern Arbelt und Brot wolle. Aber Arbeit und Brot würden in Oberschlesien nur dann vorhanden sein, wenn der Frieden herride. In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag mit 16 gegen 13 Stimmen bei 19 Enthaltungen angenommen. " ramarich wurde zum erbittertften Feinde Majaryfs und die Nationaldemokraten befämpfen Majaryf seither in hinter liftiger Weise. Sie warfen Masaryk insbesonders sein fried fertiges Berhältnis zu den Deutschen vor. Bei der Neuwahl des Präsidenten im Jahre 1927 juchten sie Masaryk zi stürzen und als die Trauben für ihren Kandidaten Kramarsch doch zu hoch hingen, protestierten fie gegen die Wahl Masaryks durch Abgabe leerer Stimmzettel. Einige Zeit verfuchten sie es, ihren Kampf gegen die Burg" durch ein Freundschaftsbündnis mit den tschechischen Faschisten zu feftigen und Kramarsch tat damals den berühmten Aus Doch der fpruch: Bergelts Gott für den Faschismus!" tschechische Faschtsmus endete bald jämmerlich und mit ihm auch der Ruhm des von seinem Generalposten enthobenen Faschiftenführers Gajda Da nahm auch die Liebe der Nationalbenmfraten zu den Faschisten ihr Ende und bei den Wahlen in die Landes- und Bezirksvertretungen am 2. De ember vorigen Jahres gab Gaida dem übrig gebliebenen Häuflein von Faschisten den Befehl, die Agrarier zu wählen, denn diese haben seine Getreuen durch Borstredung reicher Geldmittel vor dem Untergange bewahrt. T Der Kampf, den die Reaktion gegen die Burg" führt, hat aber außer politischen und persönlichen Motinen noch Es ist der Streit eine historisch- philosophische Unterlage. zweier Anschauungen über die Entstehung des Tschechoslowotischen Staates. Die Lintsparteien fagen, daß das Hauptverdienst an der Gründung der Tschechoslomatischen Republik der tichechuichen Revolution im Auslande, also nornehmlich Mafaryt. Beneich und den Legionären gebühre. Infolge dessen müsse sich die tschechoslowakische Außenpolitit auf die europäische Demptratie, deren Sieg zur Schöpfung der Tschechoslowakei beigetragen hat, stüßen und müffen alle Bestrebungen gefördert werden, melche auf die Herstellung eines dauernden Friedens in Europa hinzielen. Daraus folgt auch: Demokratie in der Innenpolitift und friedliches Zusammenleben mit den Deutschen in der Tschechoslowakei. Die Rechtsparteien behaupten, daß die ichechoslowakei ein Brodukt des Sieges der Entente machte ist, deren Ziele sich zufällig mit denjenigen, der tschechischen Auslandsrevolution deckten und nur dem Wider Die Not der Neichsfinanzen. Ernste Mahnungen zur Reserve im Haushattsausschuß. In der Mittwochsttzung des Ausschusses für den Steichshaushall fand die allgemein« Aussprach« über den Nacht rogehausholt für im statt. Die Aussprach« wurde durch Darlegungen des Reichsfinanz« minister» Dr Hilferding eingeleitet. Reichsfmanzminister Dr. hilserding: Der Nachtragsetat, der den Perjonaletat für das Vahr 1S2S und zugleich für 192S darstelle, fordere 4? Millionen für MS und SO Millionen für 1S29. Die Kosten für da« Rechnungijahr 1958 mit 42 Millionen seien, rote aus dem Ttat hervorgehe, restlos gedeckt. Ueber den tommeaben Hauptetar für 1929 kSnn» er sich, bis das Kabinett endgültig beschlossen habe, nur mit größter Reserve äußern. Wenn das Kabinett few.en Vorschlägen zustimme, so iverdr der Etat für 1929 In sich vollkommen gedeckt sein im Segen- saß zum Etat 1928, der nur ein labiles Gleichgervicht hatte, weil zu feiner Balancienmg die Ueberschüsse aus dem Vorjahre und die Ge- Winne au» der Münzprägung herangezogen worden waren. Durch Neuansorderungen der Ressort, unter denen sich, wie er betonen müsse, notwendige, ja zwangsläufige Nachforderungen be- fanden hätten, sei im Etat 1929 das ursprüngliche Defizit von 600 Millisneck auf 8S0 Millionen gestiegen. Er habe all« Ausgabeforderungen mit größler Strenge nochgeprüft und die Anforderungen derart zurückgestrichen, daß nur ein neuer Steuerbedarf von SSO Millionen einschließlich der Mehrkosten für den Personaletat 1929 übrig geblieben s»i. Die Debatte. Als erster Diskussionsredner bemängelte Graf Westarv die Art, wie die Angleichung an Preußen In der Frage der Mlnisierial- Zulagen erfolgen solle. Dies müßt« in genereller Form geschehen und dürfte nicht bei den einzelnen Etats durchgesührt werden. Segen die Neuregelung und Erhöhung der Aufwandsentschädigungen habe er in der gegenwärtigen Zeit erheblich« Bedenke» Genosse Dr. Hertz betont«, daß er das Streben der Reichsregie. rung, die traffen Unterfchtede auszugleichen, die in der Bezahlung der Ministerialbeamten in Preußen und im Reich durch da»«inseitigs Lorgshen Preußens entstanden seien, durchaus anerkenne. Die« ' um so mehr, als das Reich alles versucht habe, Preußen zum Auf- geben seiner setzigen Haltung zu bewegen. Sein« Partei könne ober bei Beurteilung dieser Fragen die Finanzlage Nicht außer acht lassen. Man müsse sich beim Etat von 1928 klar machen, daß«r bestenfalls ohne Defizit ab- schließen werde. Mit einem Ueberschuß wie in den früheren Etats- jähren fei nicht zu rechnen.. Daraus müßten seine Freund« die Folgerung ziehen, daß man sich bei de? Behandlung des Nachtrags» «teils große Reserve auferlegen müsse. Dos Reich stehe gxgen» wärtig in einer sehr ernsten finanziellen Üag«. Und in solcher Lage müßten eben viele Wünsche, die an sich durchaus berechtigt feien, zurückgestellt werden. So tonnls auch den an sich durchaus verständlichen Beamtenwünschen erst nach- gekommen werden, wenn auch ähnlich« ebenso berechtigte Wünsch« anderer Bevölkerungstreise im gleichen Maße würden erfüllt werden können. Die Entscheidung über diese Dinge müsse man also zurückstellen bis zu einer Zeil, in der man überblicken könne, ob ihre finanzielle Auswirkung es gestatte, fie zu erfüllen, ohne daß dadurch andere, vielleicht noch berechtigtere Wünsche in ihrer Erfüllung gefährdet werden. Abg. Dr. Eremer(D. Vp.) hatte gleichfalls Bedenken gege» die Erhöhung der jetzigen Bezüge für Ministerialbeamten. In ähnlicher Weise äußerte sich Abg. Ersing für das Zentrum. Cr glaube nicht, daß noch erhebliche Absparungen möglich sein werden. Die einzige Gesundung sehe er darin, daß durch eine ver'- nünftige Berwaltungsreform die ungeheuren Per- fonalkosten wirklich ernsthaft herabgedrückt werden könnten. In der weiteren Debatte sprachen noch die Gsnofsin Böhm. Schuck» und Genosse S t e i o k o p f, sowie die Vertreter der anderen kleinere» Fraktionen. Heuie wird der Eiai fertsg. Das Reichskabinett fetzte am Mittwoch fein« Veralungen über die Einzeletats and die Deckungsvorlage fort. Vorousfichtlich wird der Gkfamtetal am Donasrttag durch da» Kabinett erledigt. stände im Inland« während des Krieges das Hauptverdienst an der Staatsgründung beizumessen sei. Infolgedessen for- dern sie eins Bolitit, die bei den Machthabern in den Entente- staaten Gefallen fände: kein„Paktieren" mit den Deutschen, keine sozialen„Experimente", die die Bourgeoisie in den West- staaten nur reizten, Unterdrückung aller freiheitlichen Be- strebungen, Fesugung der Armee und statt Demokratie eine Politik der„starken vzcmd*. Da die Bourgeoisie gegen Maiaryk, dessen Name von dem größten Teils des tschechischen Bolkes sehr gmchtet wird, doch nicht so offen losziehen kann, ergeht sich ihr Haß gegen den anderen Repräsentanten der„Burg", den Außenminister Benelch. Gegenwärtig hat die Bourgzoisie einen Mann, den sie Benesch gerne entgegensetzen würde: es ist der jetzige Schulminifter H o d f ch a. ein faschistisch orientierter Agrarier. D'e Dezemberwahlen haben jedoch die Stellung Bmeülzs gefestigt, während die Aspirationen Hodschcts durch Äeröffentlichung eines Werkes seines eigenen Parteigängers, des slowakischen agrarilchen Senators S ch r o b a r, mit Be- richten über Hodscha» Dopoelspiel nach dem Kriege, zunichte gemacht worden sind. Unlängst brachte das Hauptorgan der tschechischen Nationalsozialistilchen Partei, deren organisiertes Mitglied Benesch ist, einen Artikel, worin den Agrariern Unersättlichkeit vorgeworfen wurde. Das agrarische Haupiorgan ford-rte als Genugtuung für diesen Ausspruch den sofortigen Rücktritt des Außenmin'ster» Benesch, den es dafür verantwortlich mächte. Die Nationaldemokraten fingen mit hellem Jubel die agrarische Hetze gegen Benstch auf und riefen einige Tage laut nach seiner Demission. Doch diasör Kamzst endet? für die Agrarier und die Nationaldemo- kraten mit eine? großen Blamage und verlief ganz im Sande, als die tschechlsthen Klerikalen erklärten, die Hetze nicht mit- machen zu wollen. Der Ausfall der D e z e m b e r w a h l e n, der eine Stärkung des Sozialismus in der Tschechoslowakei bedeutet, hat die bürgerlichen Parteien sehr nervös gemacht. Sie benützsn alle möglichen mathematischen Formeln, um der Oeffentlichkeit vorzutäusch-n, daß nickt die Sozialisten, san- darn sie gesiegt hätten. Bekonders nervös sind die tsckechischen Nationaldemokraten, die fürchten, bei etwaigen Parlaments- znahlen ganz zermalmt zu werden. Das Hauptbkatt der Natwaas-demokraten veröffentlichte kürz nach den Wahlen »inen sehr rüden Leitartikel, worin dem PrSfldenten Mafaryk mit einem Kaw.vfe gegen leine Person gedroht wurde, falls er es wogen sollte, das Parlament aufzulösen. Trotzdem scheint es. daß es zu einer baldigen Auflösung un- geachtet dieser Drohungen kommen wird, denn in der Koali- tion sind solche Streitigkeiten und Gegensätze, daß auch für die bürgerlichen Parteien kein Ausweg aus der heutigen un- {[»klärten Situation bleiben wird, als eine vorzeitige Par- amentsauflösung. Das Jahr 1928 war für die Bourgeoisss in d-r Tschecho- flowakei wirtschaftlich ein gutes Jahr. Es war ein Jahr de? Hochkoniunktur und des gesteigerten Exportes. Die Industrie war vollauf beschäftigt und die Arbeitslosigkeit sank auf ein Minimum. Insbesondere die Banken hatten Rleien- gewinne. Die Situation der Arbeitnehmer verschlech- terte sich jedoch in diesem Jahre gewaltig, die Löhne und Gehälter waren minimal, während die Teuerung angewachsen ist. Außerdem hat die bürgerliche Koalition durch Berlchlsch- tsrniig der Sozialoersicherung die Arbeiterschaft sehr g?- schädigt. Politisch aber war das Jahr 1928 für die Dour- geoisie«in Jahr des Niederganges. Die Positionen de? bürgerlichen Parteien gerieten schon vor mehreren Monaten ins Wanken, und die Dszemberwahleu zeigten die Sckwäcken der bürgerlichen Mehrheit öffentlich auf. Da, Jahr 1929 Va'rd d'e Stellung der Bourgeoisie noch mehr erschüttern und Ihrer Herrschast ein ruhmloses Ende bereiten. Die Neidsisuer. fcaqfltfergs Gteuerpropaganda in der prov'nz. Di»„München-Augsbupger Abendzeitung", sin. Blatt des Hugenberg-Konzerns, veröffentlicht eme von d-r Huaenberg- »Zentrale für die Provinz besiimm'e Kritik des Htlferdinaschsn Deckungzprogramms, Darin heißt es über die Vermögens- fteuer: „®i» ist die typische Neidsteuer, und um fie werben b!« Linksparteien gegen die geetnt« bürgerlich« Front zu kämpfen hoben. Hier ist es ksineswegs St-uerfche», dl« sich zur Weh? setzt, sondern hier wehrt man sich, weil die fatale Gewißheit herrsch», daß die Steu«rs.rtr ä g n i ff« dem Faulep und Träge» zugute kommen. Wie soll sich der deutsch, Kapital- Nxirkt zu der benötigten Stärk« entwickeln, wie soll sich Sparkapttal bilden, wenn der Steuerfisku» hinterher ist? Unsere Vermögen,- stcuer ist hoch genug und was in Form von Grundvermö genssteusr» daran hängt, bedeutet schon ein« Urt>erspannung der Vermögens- Itesteucning." Die großen Vermögen entstehen durch den Fleiß— das roletendafein und die Arbeitslostakeit kommen von dsr aulheii her. Daher der Neid der besitzlosen und das Dsr- ngen, daß die oermögenden Leute Steuern zahlen sollen— aus Nerd. Wer nichts hat. soll auch Steuern zahlen, und die reichen Leute in Frieden lassen. Das ist das Hugenbergsche Glaubensbekenntnis. Damit diese Erkenntnis dem deutschen Volke nicht wieder »erkoren geht, hat Herr Hugenberg kürzlich einen„Schutz- verein für die geistigen Güter Deutschlands" gegründet.__ Lautsprecher im Reichstag. Künstig llcderschreien des Redners unmöglich. Die deutsche Rtichspost hat im Einvernehmen mit dem Direktor heim Reichstage ein« umfangreich« Lautsprscheranlag« im Reich». tag« herstellen lassen. Die Airlage umfaßt zwei Gruppen von Laut- sprechern mit getrennten Maschinensätzen, von denen der ein« für den anderen al» voll« Reserve benutzt werden kann. Di, Lautsprecher der erstsn Gruppe s-ud im ganzen Seböude oerteilt und dienen dazu, die nicht im Plenarsaal« anwesenden Abgeordneten über den Verlauf der Verhandlungen zu unterrichten. Die Lautsprecher dieser Truppe werden von einem Mikrophon aus besprochen, das in einer Zelle neben dem Plenarsaals unmittelbar hinter dem Präsidentensitz untergebracht ist. Die zweit« Trupp« von LauÄprechern befindet sich im Plenarsaal selbst und hat die Aufgabe, nötigenfalls die Wort« des Präsidenten und die Reden der Abgs ordneten und der Regierungsvertreter verstärkt innerhalb de» Saales wiederzugeben. Die Anlagen werden beim bevorstehende» ZufanneatiUt des Reichstag» m Betrieb genommen werben. Die Magdeburger Nlchier. Gl« waren dem Mörder auf den Hacken und... kriegten ihn doch nicht. In dsr gestrigen Verhandlung wurde der Fvogenkomp'ex „Büsdorf? Mordbeg ünftigung" zu End« geführt. Der ©ernt hat es abgelehnt, den Schriftsatz des Gnadenbeaustragten vorzutragen. Dafür wurden aber zwei Berichte Kalling» an feine vorgesetzt« Behörde verlcfen. Aus. ihnen ging her- vor, daß er bereit, am 20. Juni erklärt hatte, e» sei ihm ganz un- möglich, püt Busdorf zufammenzuorbeiten. Ferner wurche fest- gestellt, doßp K S l l kn g im Augenblick, als«r die Sache Schröder übernahm, 43 Vorontecsiuhougen zu führen hatte, ohne daß ihm ein Hils». richtet zur Seile stand. Mit seiner lleberlasrung entschuldigte er e», daß er Tenholts An- gaben über die PersSulichkeit Schröder» nicht nachgeprüft hau». ,Am Iustizmord vorbei!� Als denn Senaktprästdsnt Großmann unter Bezugnahrne auf die un Verlag Pfannkuch erschienen: Schrift Braun,„Am Justiz- Mord vorbei" an den Angeklagten Kölling einige Fragen richtete, erklärte der Dertetdiger. daß das Buch politisch tendenziös fei und nicht die DchrheUtsindung beabsichtigt habe. Der Vorsitzende, Lantergerüchtrprästdent Digges,«rwidertsr „Wenn hier derartig, Vorwürfe gegen den Verfasser«hoben weiden." sagt« er,„so erachte ich ea für noiwendig, einige Säg« aus der Einleitung zum Buche zu verision. Der Verfasser, RechiS- amvalt Dr. Braun, schreibt dar „Eine Rechtfertigung des Rudolf Haas vor de? Oeffentlichkeit erschien damals(im Jahre 1&2S. D. RedZ) überflüis'oz Der Ober- fiaaisanmalt Rosmu» hatte in der Schwurgerichtxverhandluno gegen Schröder am Schiuss» seine» Plädoyer» errlärt:„E» hat sich die völlig« Unschuld de» Herrn Haas«rgebem Wer fetzt noch an seine Schild glaubt, ist entweder nicht zu belehren oder will nicht belehrt sein. Und die letzteren sind die Schlimmeren." Wider Erwarten haben sich solche unbelehrbaren Männer ge- lupden. Die R i cht e? Källlng und Ho ff mann und deren Verteidiger haben vor dem Großen Diszipli. n a r s e n a t des Kammergerichis mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit« rtlärt, daß dt« Unschuld von Rudolf- Haas für si» nicht erwiesen sei, daß vielmehr gegen ihn ein Verdacht weiter bestände, dn, Landgerichtsrat Solling vielleicht hätte beseitigen können, wenn die Untersuchung in seinen Hätcken geblieben wäre... Di« ungewöhnlichen und unerwarteten Angriff« von Richter- seit« vor aller Oeffentlichkeit gegen rechtskräftig«, richtsrtich» Eni» fcheidungen haben neue« Leid und neu« Unruhe über Unschuldige gebracht. Dies« haben ein unbestreitbares Recht darauf, daß ihr« Akten bekanntgegeben werden� damit lünstlg der Gegner offenen Visier« kämpfen muß." Und da» bezeichnet der Verteidiger al» polltisch tendenziös. schloß der Vorsitze refcs. Die Anklagebank schwieg dazu. Hörsing und Kölling. Ale beim folgenden Kapital, da» die Anforderung de» Krt- mlnalkonnnissars Busdorf durch Hörst va behandelt«, der L 0 r> fitzende Tigges feststellte, daß Hörsing seiner Aussog« gemäß nicht gewußt habe, daß bereits eine Voruntersuchung schwebe und daß ihm diese» auch gleichgüistg gewesen wäre, glaubt« Hvffmaim, auch hier den Zeugen der Unwahrheit zeihen zu müssen. Bei dieser Gelegenheit verstieg«r sich zp dem Satz, daß der Palizeipräsidim Menzel unverantwortlich gehandelt hätte, wenn er dem Oberprästdenten nicht mitgeteilt hätte, daß ein Verfahren bereit« schwebe. Der Ausdruck unoeccmtwortltch führt zu einer Rüge durch den Vorsitzenden. Am Tag« nach der Arsorderung Busdort»,-am 12. Just, rief den Oberpräsidenten Hörfing au« dem Gerlchtrgebäud,»in» Stimme an. die ihm Mitteille, daß sein Brief nach Berlin im Gericht bekannt gewordsn sei und hier groß« Unruhe veruissachi habe. Hörsing lud darauf Kölling zu sich zu einer Besprechung ein. Hoff- mann zweiseUe auch in diesem Falle die Wahrhaftigkeit Höping» an, was dem Generalstaatsanwalt Gelegenheit bot, feiner Verwunde» rung darüber Ausdruck zu oerleihen, daß der Angeklagt« bloß feine eigenen Behauptungen als wahr gelten lassen will. Hvffmanns zahllos« ErNärungest gipfeln immer in demselben Refrain: Hörstng habe auf die Untersuchung einen Druck zugunsten Haas' ausgeübt. Den Höhepunkt der Berstiegenheit bildete aber sein Ausspruch: Wir wareu den Mördern dicht aus den Hacken! Da kam der bös« Hörsing dazwischen! Auch das Urteil in erst«? Instanz scheint sich in dieser Beziehung manches geletstet zu haben. Auf Amrog der Verteidigung wurde ein Satz daraus»ertesen, der dahin ging, daß man wahrscheinlich sein« Gründe.gehabt habe, w.enr-• man die Wahrheit so verschleiert hat. Natürlich liegt d>« Wabrhitt allein bei Kölling und Hofstnannl Parker Gilbert dementiert. Er kehrt am 26. Januar nach Berlin zurück. London, 13. Januar.(Eigenbericht.� Die vom„Itav Jork Herald" verötelftte Nachricht, daß Par» k e r Gilbert den Beschluß gefaßt habe, unmittelbar noch dem Zusamwenlril! der Reparastznserperken in Pari» abzudanken, wird von Parker Gilbert in /iueiu Telegramm an ein« britifche. Nach ichlenagenlnr demenlierl. Parker Gilbert bezeichnet die INeldung als ein« Erfindung und teilt mit, daß er am 23. Januar nach Europa zurückzukehren gedenke, um feine Arbeil» al» Rsparatiousagent wieder aufzunehmen. Hamburger Kaufleute gegen Hugenberg Oer Zerfall der deutsthnationa ea Organifalioa in Hamburs Hamburg, 16. Januar.(Eigenbericht.) Die Protestbewegung gegen die Linau-Gruppe In der Hamburger deutschnationolen Organisation zieht immer weiter« Kre'sa. Die teutschnationalen Mitglieder treten zu Hunderten au» der Par- ie! aus. Wie das..Hamburger Fremdenblatt" erfährt, hat eins einflußreich« Gruppe deutsch nationaler Kauf- leute Hamburgs bei dem deutfchnativna'en Lande-vorstand in Hamburg interveniert, um dem Organisationsoerfall Einhalt zu tun. D!« deiitfchnatwnalsn Kaufieute fordern, daß der zweite Vorsitzende H. O. Si,o«klng zurücktrete. Sieveking ist eins? der fchärstten Fürsprecher der Linau-Grupv«, Vorsitzender der Bismarckjugend, er gebärt zu den unbedingten Anhängern Hugen» bergs. Während de» Lambach-Krachs war er einer der lautesten Rufer im Streite gegen Lambach. Herr Hilgenberg hat e, also bereits mit den deutfchnatisnalen Kaufleuten tn Hamburg gründlich verdorben. Bucharin will demisflottieceti. Oemonflrat on gegenAusfchiußRranvlersundTbalheimkrs Da« Rtich»organ de» Lenin-Dunde» will zuverlässig erfahren haben, daß B u ch a r i n u m f« i n« D« m i s s I o n al» der derzeitig« Vorsitzend« der dritten Internotirmal« gebeten habe und zugleich sämtlich« bisher innegehabte Funktionen m der russischen Partei und in der Komintern niedergelegt habe. Der Rücktritt stünde in engstem Zusammenhang mit seinem Widerstand gegen den Au». schluß Brandler» und Thalh,Im«rt au» der russischen Partei, den zu verhindern Vucharin scheinbar nicht di« Macht hob». Stalin soll in dieser Frage au» Prestigegründen zu keinerlei Kon- zefsionen bereit sein. �_ DU phosZengeschädiglen vorläufig abgewiesen. DI, von dem Rechtsbeistand der PhosgeNgefchadizten beantragte einstweilig« Verfügung gegen den Hamburgijchen Staat zur sofortigen Entschädi- gungszahlung für etwa 20 arbeitsunfähige oder krank« Geschädigt« > ist vom Geruht als unbegründet abgelehnt worden. Joch» Herztäligkell sitzt« Mittwoch mittag plötzlich au»,� doch wurde die Krise bald überstanden. Seitdem wird er all«-wer Stunden ärztlich untersucht, Groeners Oenkschrist. «.Mein panzerfreuzer tan« alles. Auf Kommando macht er sogar Männchens Die Aufgaben der Polizei. Minister Grzesinski über den polizeilichen Schuh.- Wehrverbände und Rowdy» tum.— Die Lage am Schleichen Nahnhof. Der HasMueschuß ds« Pr«lhk?chen LaMag« betitt am ISttt» wach ben Polizeietat. Mimfke« bei Zaaeru Grzefinskl »[« auf de««UTrmehr kn dritter Äufiage vorliegende«„Weg» weifer durch hie Polizei"' hin, der ausführlich Aufbau und Organisation, sowie die Tätigkeit der Polizei im Kalenderjahr lS2b darlegt. Durch diese« Wegweiser soll gezeigt werden, dah die Polizei die Oeffentllchkeil nicht zu scheuen Hab«. Von verschiedener Seite ist. so führt« der Minister weiter aus, bezweifelt worden, daß die Polizei wirklich ihr« Aufgab«, den Schutz der BevSlke» r u n g zu gewährleisten, gerecht werde. Die Behauptung ist unrichtig. Keineswegs ist bis poNzeMche Slcherhdi heule in Preutzea geringer als früher. Di« im Wegweiser vorhandene Statistik zeigt, baß 7 4 Proz. aller Derbrechen aufgeklärt wurden. Es ist aber zu bs» denken, daß infolge der«rhähtsn politischen Betätigung, dah durch die vorhandenen zahlreiche« sogenannten WehrverbSr.de die Anforderungen an die Polizei heut« viel höher find als früher. Attmal ia den Wrhrverbänden verfle-kt sich hink« politischer Maske vielfach«in ausgesprochenes Rowdytum. Allein in Berlin sind im.letzten Sahr unter freiem Himmel MCI Veranstaltungen mit 5587000 Teilnehmern polizeilich zu schützen geevesen, geschlossen« Venmstalhtngen beliefen sich auf U 170 mit 2 543 000 Teilnehmern. Die hohe Beanspruchung der Polizeibeamten bei diesen Deranstaltungen wird dadurch noch ver- stärkt, daß diese Kundgebungen meist an Sonn« und Feier. tagen stattfinden. Der Minister kam bann auf die vielfach in der OeffeutlichkeU «ärterten Vorgänge am Schleflschen Bahnhof zu sprechen und wie» dabei atrf den ihm setz! gerade vorliegenden Bericht des BsrÜner Polizsipräsidontsn über die Ereignisie hin. Das Viertel um den Schlpflschen Bahnhos, so detonte her Minister, sei seit Jahrzehnten als Verbrecherviertel bekannt. Stets sei gerade dieser Bezirk polizeilich besonder» betreut, nicht nur etwa in der Nach. kriegszeit. Durch Wochen und Monate sind gerade tft diesem Viertel die Polizeireviere durch Schupo verstärkt, nachts werden dort nur Doppelftreifen geschickt und gerade im Gebiet der Polizeigruppe Ost sind die Palizeiderestschaften im Gegensatz zu anderen Vierteln Berlins in ihrer vollen Stark» beibehalten. Das Ergebnis der bicherlgen Untersuchung über diese Vorgänge am Schlesischen Bahnhof besagt. daß die Polizei durchaus ihre Schuldigkeit getan hat. Die Fragt des polizeilichen Einsatzes auf der Straße wird augenblicklich llii Ministerium erneut nachgeprüft.— Der Minister ging dann auf Fragen der Bekleidung und Bewaffnung der Polizei ein, die im Augenblick noch vom Ministerium auf die Zweckmäßigkeit geprüft würden. Wesentlicher Gesichtspunkt muß sein, daß der und formiert» Beamte weithin durch seine Uniform kenntlich ist, daß er durch sein« Bewaffnung zur Bekämpfung aller Rechtsbrecher zweck« mäßig ausgestattet ist. Zu eiNer ausreichenden Bewaffnung aber gehört neben dem Gummiknüppel das Seitengewehr und der Revolver. Auch die technische Ausrüstung der Polizei mutz stets auf der Höhe gehalten sein(Kraftwagen, Motorräder u[i»r\ W a» de» Schleßerlah- angeht, so soll dieser nur verhindern, daß auf fliehende Personen, die. an sich gering« Vergehen begangen haben, geschossen wird,- und daß dadurch hapit auch harmlöse Passanten gefährdet werden.: Seibstoer. ständlich gist das nicht für fliehende Verbrecher. Je energischer der Polizeibeamte gegen Rechtsbrecher ein- schreiten muß. je mehr muß Ich aber daraus sehen, daß die Polizei- beamten aller Sparten sichentgegenkoMmendund freund- lich dem Publikum gegenüber verhalten. Der Hauptver- kehr zwischen Bevölkerung und den Polizeibeamten spielt sich gus den Bureau» und Polizeirevieren ab. Dort muß der Polizeibeamte z u- vorkommend und höflich sein. Dazu ist Erziehungsarbeit nötig, dazu ist aber auch nötig, daß zwischen Borgesetzten und Unter« gebenen bei der Polizei ein freundschaftliches und kameradsck.aftliches Verhältnis herrscht, daß auch die Polizeibeamten stets als Menschen sich behandelt fühlen. In der sozialen Fürsorge für die Beamten geht der Staat so weit, wie es sein« Mittel irgendwie gestatten. Von Lenin zu Scharnhorst. Ein Zeugnis kriegerischer Reuromantit. Balsriu Marcu hat vor einiger Zeit ein Buch über Lenin erscheinen lasten, das wegen de» Inhalts wie der Form Aufsehen erregt hat. Diesem Buch ist nun ein weitere, gefolgt über— Scharnhorst.(Das große Kommando Scharnhorsts. Zw Geburt einer Militärmacht in Europa. Verlag Paul List.) Lenin und Zchornhorst— man könnt« auch sagen: von Lenin zu Scharnhorst. Das ist immerhin eine eigenartige Zusammenstellung, man denll unwillkürlich dqbei an eine dem Wesen nach gleiche Zusammen» ftevung klererer Götter: Tschitscherin und Secckt. Oder soll man lagen: von Tschitscherin zu Secckt? Ein etwas eigenartiger Weg für einen radikalen Sozialisten, der einst den Beifall und die Freund- tchest der großen Führer der Bolschewiki hatte und nun den Bei. kall Seeckts findet Man sagt un» allerdings, daß auch Tichitscheriu zu Seeckt gefunden habe und Secckt zu Tschitscherin. Wir haben uns nicht nur für den Inhalt dieses Buches inter» «sstert, sondern auch für fein Echo. Es hat den Bestall namhafter Berufsmititärs geflmden, wobei auf Herrn von Seeckt gewiesen wird. Auf der anderen Seite hat Paul Levi dem Buche e'ne Ve« fprechung geliefert, in der man lesen kamt, daß der Historiker Maren mit seiner historischen Darstellung die Politiker an die Schwelle eines großen Lehrsatzes für revolutionäre Sozia5sten führe, und daß der Revolutionär Scharnhorst sein« revsluiltmär« Mission bester verstanden habe als die Sozialdemokratie von 101�--- «r habe die Revolution vor dem Kriegs gemacht und also den Sieg r.ar bereitet, nicht nach der Rioderlage. Run lag das Wirten Scharn» Horst, als Reorganisator der preußischen Armee zwischen 1806 und 1813. also tatsächlich vor dem Kriege von 1813 ebenso aber auch nach dem Kriege von 1806. Mit dieser Andeutung ist man nun schon mitten in der Problematik dieses Buches drin. Der Titel des Buches läßt die Absicht erkennen, den Anfänge« der preußisch-deutschen Militärmacht, dem Rückgrat des wUhslmini- scheu System, nachzuspüren. Mit den Mitteln glänzender histori- schen Belletristik wird das Zeitalter der großen Französischen Revolution umristen. Carnot behauptet dt« Revolution und Frank« reich durch das revolutionär« Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht. Im Verlaus der nopoleonischen Kriege verläßt Napoleon die» Prinzip. Al» Gegenkraft gegen die Macht Napoleon» und die Realität seiner Sieg« wirkt die Romantik als allgemeine Zeit- erjcherning in Politik und Literatur— sie gibt den Schwung und den Hintergrmid für die Arbeit der preußischen Reformer. Da» revolutionäre Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht geht auf Preu. ßen über. Scharnhorst» Fragestellung ist politisch: staatliche Tv> s�stung der Gesamtb evölkerung zum Zwecke der Schlacht, Erprobung de» System» der preußischen Reformen auf dem Schlachtfeld. Gipfelpunkt und End«— die Schlacht bei Bautzen: ,.Jm Frühsing dieses Jahres 1813 erhob sich diesseits und ssnseit» des Rheins die Jugend wie zu einem Fest. Si« prokla- niierte heilig« Ziele, um die furchtbar« Aufopferung zu veredeln', sie war in Frankreich nicht wenkger begeistevt al» int unterdrückten Preußen. Räch zwei Jahrzehnten Krieg war die Schlacht die populärste volksanaelegenheit. und Revolutionen waren nur möglich für, aber ntchi gegen den Krieg." Hier spricht Mchknur die Stimm« d« Historiker«, sondern die kriegirische R e izr o tN.a n t i k. die ha» in höchsten Maße M- romouttsche Geschehen des Weltkriegs und feiner Schlächteiz ver, schwinden laßt hinter Hein legendären Glanz der napoleonischen Schlachten mit der napoleonischen Gelegenheit. Der H'storiker ist seinem Stoff verfallen, die Romantik, die er verständnisvoll b«. schreibt, hat Ihn selbst»rgrisfen. Beweis: nicht die Darstellung an sich, sondern die Lehrsätze mit dem Anspruch auf allgemein« Gültig- teit, d!» er daraus ableitet. Es finden sich in diesem Buche glänzende stilistische Formu- nmimjen, die das Wesen de» preußischen Staate» von damals. die Ausornmetchang« zw schen Staat, Arme« und sozialer Berfasiung blitzartig aufhellen und«in« Problematik zeigon. die heut« noch ihre groß« Bedeutung hat. E» wird gezeigt, tw� ww den militärischen Formulierungen Schxirnhorits d'e sozial« Frage sprach— eindrucko. voller und aufklärender durch die Prägnanz der stilistischen Förmu« lierultg al» selbst in den dt« gleiche Epoche und da« Thema be, handelnden Arbeiten von Mehring:„Von Tilsit bis Tauroggen� und„Von Kali ich bis Karlsbad.' Aber die Arbeit Mareus führt nicht b- zu den Karlsbader Besäilüssen, sondern nur bis zur Schlacht bei Bautzen. Sie zeigt die Arm« als.öas große Märchen- land der werdenden bürgerlichen Demokratie', ob» nicht, welche Realität an die Stelle de» Märchens trat die k öni glich- preußische Arm« als Instrument der helligen Allianz und Rückgrat de» prou- ßischen Absolut' cmu». Dies Buch schließt mit dem Tode Scharnhorsts, aber es hat teinan Schluß. Es bleibt an dem Punkte stehen, wo die von der Romantik gegebene neue Kühnheit, der neu« Schwung und da» neue Hoffen vor der Erprobung auf dem Schlachtfeld stehen, lieber das Rochh» fällt Schweigen. Das gibt dem Buch« dl« stark« romcm- tisch« Wirkung, di, aus die Berufsmilttärs stärker wrtt al» die glänzende Entwicklung militärischer Probleme aus der Zell heraus. Denn da» Nachher— das lst das Entscheidende, ist di« Wiiklichksit, Bon Lenin zu Scharnhorst es lst kein« Wandlung, sondern «Ine Grundssirrnrnng, romantisch« Reaktion gegen die Nachkriegs- zeit. Es ist der Zug zur krlogerifchen Neuromantik. Marcp schreibt über dm Krieg: „Gegebene Dinge kollektiver Existenz müssen als Erscheinun. gm der Natur hingenommen werden, wie sich auch jebejrmaiui mit dem Schlaf und dem Hunger abfinden muß! ionst rebelliert man dagegen in einem unh'storischsn Reiche Lsihetisßen Scheins oder schreibt«in Buch über die Vorzug« des Jahres 2000." Die Gesamtidee de» Buch« läßt sich auf die Icrittel bringen: Zielpunkt und Höhepunkt im Leben einer Nation ist d!« Schlacht. Nur daß diese Schlacht nicht die unromant'sche Materiolschlacht de» Weltkriegs, nicht die geahnte Mallsnabnietzelung eine» künftigen Vernichtungskrieges mit den modernsten Mitteln ill, sondern die romantisch verklärte„populärst«� Volksangslegsnheit� der nopoleoni« 'chen Epoche, zu der sich die Jugend.wie zu einem Feste" erhob. C. G. Staakllche Zkokflcmbsaklisn für Rieberschsesien. Wie der Amt« liche Preußische Pressedienst atif Grund der Antwort des Minister» des Innern auf eine Kleine Anfrage im Preußischen Landia» mit- teilt, ist au» Anlaß der M a! u n w e t te r sch S d e n in den beiden Regierungsbezirken Niederschlesiens eine staatliche Notstand»aktioN «ingeleitet worden, in deren Rahmen unter Beteiligung von Provinz und Kreisen der Staat rund805000 M. bereitgestellthat. Auch ZNusiotini dementiert. Da» italienische Außen. Ministerium dementiert osfizlell die Meldung de,„S u n d a y El« preß*, wonach der Präsideni de» JGV. C i t r i n« und Sassen, dach eine Unterredung mit Wussolini gehabt hatten. Der Bericht des„Sunday Expreß" wird als eine retne Erfia« düng bezeichnet. Reich und Kleinreniuersürsorge. 35 Millionen bereitgestellt.- Hinweis auf vie Finanzlage. In d«? gestrigen Sitzung de» Sozialpolitischen Aueschusi«» des Reichstags gab Ministerialdirektor G r i« s« r folgende Erklärung ab: '.„Die Rsichsreaierung wird sich dafür einsetzen, daß die Bor» schristen und Reichsgrundsätze für Kleinrentnsrfürsorg« überall so kmrchgefüh« werden, wie«s da« s o z l y k» B e d ü r f» i s der von der Geldentwertung betroffenen Personen verlangt. (für die Sekeillgunz de» Reiche» an der Kleinrentnerfürsorg« wird die Reichrregierung hen Dek.ag von ZS ZNillloaen Zllart! in den Entwurf da» hauehollsplaues einstellen: diese Beihilf« hat in der Hauptsache den Zweck, den Fürsorgerer. bände» die Anwendung der Drundsätz« zu erlttchtem. Die Reich». regjemng wird ferner erwägen, ob der Einbau neuer Sich«. r u n g e n in die Vorschriften und Reichsgrundsätze zugunsten der Klein- und Sozialrentner erforderlich und möglich ish Die Entscheidung über«in« r« i ch s gas«tzli ch« Regelung, di« einen allgemeinen Rechtsanspruch begründet, ist der Reichsregierung s o lange nicht möglich, als die Haus« haltsoerhandtungon und Beratungen über die Deckungsvor« lagen der Reichsreg'.arung nicht verabschiedet sind und die gegenwärtige schlecht« finanzielle Lage anhält. Auch die früheren Regierungen haben bei besserer und klareter Finanzlage nicht geglaubt, ein dahingehendes Gesetz vor'egen zu tön« nen. Di« Reichsregierung wird allerding»«inen R e ch t» a n- sprach, der sich lediglich auf früheren Kapitalbesitz gründet, schon aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, nicht an- erkennen können." Der Ausschuß führt« trotzdem die Bersbtng de? vosilieg enden Anträge weiter. � Krau Hanau klagt und enthüllt? &al sich der Qmdwirischastsminifier erpressen lassen 7 Pari», IS. Januar.(Eigenbericht.) Di« Leiterin der„Gazette du Franc", Frau Hanau, b«. znügt sich nicht mit der ihr auferlegten Rolle der Hauptangeklagken: i sie hat auch den Ehrgeiz, ihrerseits dem Recht« zu steuern. Frau: Hanau hat rauerWttg» eine umfangreich« Klage gegen den Direktor der„Rumeur", A n q u« t i l. eingereicht, der nicht nur an ihr. sondern auch an den verschiedenen anderen hohen Persönlich- keitan Erpressungeii begangar habe. 2« ihre» Verhör vor dem ilntersuchungerichter nannte sie i«. a. den Namen de» Ack erbau« minister» H e n n e s s y, der Herrn Anquatil 150 000 Franken zahlen mußt«. Da« erwartet« Dementi des Ackerbauministers ist zum oll« gewsmen Erstaunen bisher nicht eingetrofsen. Zeppeliumast am Guez-Kaual. Qifischiffreise Ende Fedruar? Haifa, IS. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Dt« ägyptisch« Regierung läßt zurzeit In Port Said einen La n d u n g s m a st für de«„Gros Zeppelin" fertigstellen. Die Reif« des Luftschiffe» beginnt nach den hie». vorliegenden Mitteilungen voraussichtlich Ende F e b t u a r. Es ver- lautet, daß da» Luftschiff Palästina nur überfliegen, dagegen i N Aegypten landen wird. Die ägyptische Regierung trifft zum Empfang der Besatzung de»„Graf Zeppelin" bereit» aste Vorbereitungen. � Cr. JtiAard Greiling gestorben. Gin fast verzesien«, Dr. Richard Gxelling, ist diese? Tage im 7S. Lebensjahr« gostprben. In den ersten Kriegssahren war sein Name in vieler Leute Mm.ch». Er hatte in der Schweiz unter dem von Zola entlel)nten Titel „s'eccuse"(Ich klage an) eine Schrift erscheinen lassen in der er Schuld und Verantwortung für den Wettkrieg ausschließlich Deulsch- land zuichob. Da, Buch wurde von den Ententeregierungen eifrig aufgegriffen und se'n InHoll al? Beweis für die angebliche deutsche Meinschuld und die völlis« Unschuld der Entente allenchalben ver- breitet. Historisch kann Grcllings Buch al» Reaktion auf die.in- fettige Unschuldspropaganda der amtlichen deutschen Stellen gewertet werden, doch ist Greiling in der Bekämpfung und Widerlegung der ofsizUllen. deutschen Geschichtslegende weit über da» Ziel hinaus- geschossen: praktisch hat»r den Kriegshetzern und Erobsrungspolitt- kern der Genenfeit« Waffen geliefert. An seiner persönlichen Ehr- lichkeit und Aufrichtigkeit ist jedoch ke'n Zweifel. Er. der lange im Ausland geweill bat. und sich auch bei Kriessausbruch im Ausland befand, sah di« Dinge so, wie er sie darstellte. Di« Solmarer Sozialisten geben d»rch Ausruf bekannt, daß sie ihren Kandidaten Richard im zweiten Wahlgang zurückziehen. Sie machen seinen Wählern Stimmenthaltung zur Pflicht,«eil sowohl der autonomistische wie der„nationale" Kandidat Gegner d« Arbellerklass« seien., B»rm» wird srelarlasien. Der belgische Senat nahm am Mittwoch die A m n« st i e für die gefangenen Flamen» s ü h r e r mit 7? gegen 1 Stimm, bei<3 Enthaltungen der Sozia- listen, denen die Amnestie Nicht weit genug geht, an. Der Flamen- sichrer B o r m s wird nunmehr auf freien Fuß gesetzt, ohne aber hie bürgerlichen Ehrenrechte wieder zu genießen. Reform des Schlichtungswesens? Nein! fagt der Reichsarbeitsminister. In Timer 3 des Magazins der Wirtschaft veröffentlicht Reichs| Danach stellt der verbindliche Schiedsspruch eine Gesamtvereinbarung arbeitsminister Bissell unter dem Titel Reform des Schlichtungs( Tarifnertrag) dar, deren Einhaltung, mie die jedes Bertrages, mefens?" eine längere Abhandlung. Er geht von der Besprechung gefeglich gesichert ist. Die sogenannten Reformporschläge aus, die in 16. Oftober 1928 im Reichsarbeitsministerium zwischen der Bereinigung meist er bis auf weiteres zurüd, ohne zu verkennen, den Spizenverbänden der wirtschaftlichen Bereinigungen der Arbeit daß die Berbindlichkeitserklärung mir einen Rotbehelf horftellt geber und der Gemerfschaften stattfand und in der Reichsarbeits. Biffell schließt seine Abhandlung mit folgenden Säßen: minister Wissell ertlärte, er halte eine Aenderung der SchlichtungsNach nachiger Prüfung tonn miemand von ihnen( den ordnung weder für erforderlich noch für zwedmäßig, fei nielmehr Vorschlägen) eine Besserung unseres Schlichtungswesens im Rahmen der Ansicht, daß den wirtschaftlichen und sozialen Erfordernissen weit der für mich unantastbaren Grundlage des Art. 165 beffer durch eine sinngemäße Ausführung dieser Berord 26. 1 der Reichsverfassung erwarten. Goll man dann mung genügt werde. nach neuen Borschlägen suchen? Ich glaube diese Frage ver neinen zu fannen. Unfere Schlichtungsgefeggebung ist, mie jedes Gefegeswert, fein bleibendes 3deal. Gleichwohl verspreche ich mir, wie die Dinge für absehbare Zeit liegen, von ihrer Aufrechterhaltung und finngemäßen Durchführung im allgemeinen auch für die Zukunft ein gutes Ergebnis, und zwar für alle Beteiligten, nämlich Die Vertreter der Gemertschaften aller Richtungen stimmten dieser Erklärung des Ministers zu, die Vertreter der Arbeitgeber perbände waren zwar mit seinen Darlegungen einverstanden, tün bigten aber schriftliche Vorschläge zur Benderung der Verord mung an. Diefe Borschläge gingen im Reichsarbeitsministerium an bem Tage ein, an dem die Aussperrung in der westdeutschen Eisenindustrie begann. Bie der Minister in feinem Artifel ankündigt, wird er zur Gefamtheit der mit dem Schlichtungsmesen zusammenhängenden Fragen in einer amiliden Dentschrift Stellung nehmen, die die Regierung dem Reichstag und der Deffentlichteit in nächster Zeit unterbreiten bürfte. Im einzelnen beschäftigt sich Bissell in seinem Artifel mit dem Wesen der Schlichtung und der Verbindlichkeitserklärung. Die Wirtschaftskrise. 16,7 Prozent Arbeitslose, 7 Prozent Kurzarbeiter. Dezember 1927. die Befreiung der Wirtschaft von vermeidbaren Sämpfen. Eine völlige Befriedung des Arbeitslebens hatte ich allerdings auch beim besten Schlichtungswefen nicht für möglich; ich bin darin meniger optimistisch als die Kritifer unferer Gefeßgebung. Daß aber das deutsche Schlichtungsmelen nicht schlechter ist als irgendein anderes in anderen Ländern, zeigt die Würdigung, die es jenseits der Grenzpfähle in weitem Ausmaß findet und die bei grundsäg lichen Erörterungen nicht ganz außer acht gelaffen merben sollte." trägen erhebliche Berbesserungen erreicht. Für die Reichs und Staatsarbeiter gelang es der Organisation, die lang erjehnte 3ufagversorgungstaffe zur Einführung zu bringen. Das find nur ein paar Beispiele der vielen gemertschaft lichen Erfolge. anbere Berufe abgewanbert Dieser Abmanberung Bnne re burch eine sehr beachtliche ohnerhöhung entgegengearbeitet merden. Bei den jüngsten Lohnverhandlungen hätten die Unternehmer und ihre Bertreter diefer ungeheuer wichtigen Forderung jedoch nicht Rechnung getragen oder nur ganz geringfügige Lahnerhöhungen angeboten. Ein beachtlicher Erfolg sei infolgebessen für die Larbarbeiterschaft nicht sichtbar gemorden. Bon allen maßgebenden Behörden müsse daher ermartet werden, daß sie nicht ohne weiteres die Berallgemeinerungen bei den Schil derungen der Notlage der landwirtschaftlichen Unternehmer als bare Münze hinnehmen. Auf der anderen Seite müsse die Landarbeiter. fchaft aber auch mehr als bisher zur Selbsthilfe greifen, d. h. fich im Deutschen Lanbarbeiterverband zusammenschließen. Musikersperre über die Staatsopern. Dr. Beder gegen das Koalitionsrecht? Bom Deutschen Dufilerperband mind mitgeteilt: Entgegen anders lautenden Zeitungsmeldungen ist die von dem Deutschen Mufiferverband über die preußischen Staatsopernbetriebe in Kassel und Wiesbaden verhängte Mufitersperre noch nicht aufgehoben. Die Sperre ist nur insoweit erledigt, als die Berliner Staatsopern in Frage tommen. Hier find den Kammermufitern 3ugeständnisse gemacht worden, mit denen fich die Kammermusifer als 3wischenlösung für vorläufig befriedigt erärten. Anders dagegen liegen die Dinge in Kaffel und Wiesbaden. Den dortigen Kammermufilern ist eine Zulage bemilligt morden, die insofern als eine arge Benachteiligung gegenüber Berlin empfunden wird, indem sie den schon jetzt bestehenden Gehaltsunters schied zwischen Berlin einerseits und Staffel und Wiesbaden andererfeits mehr als verdoppelt. Dies ist um jo mehr eine Ungerechtigkeit, meil die tünstlerischen und ebenso die sonstigen bienftlichen Anfor berungen an die Kammermusifer in allen preußischen Staatsopernbetrieben annähernd die gleichen sind. Der Verband sieht sich daher außerstande, die über Kaffel und Biesbaden verhängte Mufiter Sperre aufzuheben, bevor auch für die in den dortigen Theaterbetrie ben beschäftigten Kammermufifer eine gerechte Zwischenregelung geSum erheblichen Zeil ist es ben vorbereitenden Arbeiten ber Ortsverwaltung Berlin zu banten, daß der Bedante der Bertroffen wird. dem Berkehrsbund und ben chmelzung mit Eisenbahnern vorwärts getrieben wurde Als befonders merfwürdige Tatfache muß tm vorliegenden Falle noch verzeichnet werden, daß das preußische Kultusministerium fich sogar über die in der Reichsverfassung gemährte Soalitionsfreiheit hinweg set, indem es den Kammermusifern Das Recht bestreitet, ihre minifchaftlichen und sozialen Intereffen durch ihre Berufsorganisation, den Deutschen Mufiterner band, mahrnehmen zu lassen. Nach den Ermittlungen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes stellte sich seit Ende Dezember 1928 bei 9962 berichtenden Zweigvereinen( November 9780) mit 4 137 844 ( 4 147 256) Mitgliedern die Zahl der Arbeitslojen auf 689 853 ( 391 744) oder in Prozenten der Mitgliederzahl auf 16,7( 9.4) und Für das Berichtsjahr 1928 tann ein Mitgliederzumachs von der Kurzarbeiter auf 290 517( 292 985) bzw. 7,0( 71) Pro3-7000 oegen verbucht werben. Das ist in zwei Jahren eine gegenüber 12,9 Proz. Arbeitslose und 3 Proj. Kurzarbeiter im Mitgliedersteigerung um mehr als 33 Broz. gegenüber bem Stande non 1926. Wer also für objeftine und mirtliche Interessenvertretung der Gemeinde- und Staatsarbeiter ist, ber gibt nicht den Quer treibern der KPD.. die sich hinter dem Schlagwort„ Opposition" vertrieden, feine Stimme, fondern nur folchen Stollegen, bie bur3n England geht die Arbeitslosigkeit zurüď. ihre bisherige Tätigkeit bewiefen haben, daß fie zu ernſter gemert. fchaftlicher Arbeit millens und vor allem fähig find. Darum besucht alle die Wahlverfammlung und gebt den fommunistischen Draht. ziehern die verdiente Quittung Die höchsten Prozentziffern der Arbeitslosenzahl( in Prozenten der Mitgliederzahl) find festzustellen bei: 1. Dagdedern 55,1 ( 26,4), 2. Baugewertsbund 53,1( 17,6), 3. Steinarbeitera 45.3( 16,5), 4. Hutarbeitern 44,5( 38,2), 5. 31m meimmetern 43,5( 20,3), 6. Malern 34,6( 20,8), 7. Gärtneru 31,6 ( 17,7), 8. Schuhmachern 23,7( 18.9), 9. Befleidungsarbeitern 20,3( 15,0), 10. Holzarbeitern 17,6( 11,4), 11 Saftlern, Tapezierern und Portefeuillern 17,5( 15,3), 12. Tabafarbeitern 16,5( 10,9). Bei den& urzarbeitern erreichen die Höchftziffern: 1 Schuhmacher 36,0( 43,5), 2. Hufarbeiter 29,8( 22,8), 3. Tertilarbeifer 24,4( 25.0), 4. Cederarbeiter 18,7( 26,2), 5. Bekleidungsarbeiter 18,0( 13,3) ,. 6. Maler 16,1( 13,4), 7. Tabatarbeiter 15,2( 12.6), 8. Steinarbeiter 14,9( 16,9), 9. Sattler, Tapezierer und Portefeuiller 14,3 ( 10,9). Rechnet man die Kurzarbeiter zur Hälfte als Arbeitsloje, jo find rund 20 Prog. oder ein Fünftel arbeitslos. Die KPD. führt Krieg. Gegen die Gemeindearbeiter. Stalin mill es! Auch die Ortsverwaltung des meinde und Staatsarbeiterverbandes soll für die APD. erobert werden. Zu diesem Berufe veröffentlicht die Rote Fahne" am Dienstag einen ihrer üblichen Artikel, in bem zum Schluß folgende Forderungen aufgestellt werden: 1. Rampf um die ausreichende Bohnerhöhung und Ber befferung der Arbeitsbedingungen ohne Rücksicht auf das Schlich tungswesen, Kampfgemeinschaft mit den Berfehrsbetrieben. 2. Kampf gegen das System der zwangsweisen Beschäftigung von Wohlfahrtserwerbslosen. Herstellung der Kampfgemeinschaft mit den Ermerbstojen. 3. Durchführung der gemerffchaftlichen Demotratie( Entscheidungsrecht der Mitglieder, Wahlen im Berhältnis fyftem). Fabritarbeiter, geht zur Wahl! Heute, Donnerstag, abends 7 Uhr, merben in den Bezirten und Gruppen des Berbandes der Fabritarbeiter die Bersamm Lungen abgehalten, in denen die Bezirts. bezm. Gruppenleitungen und die Delegierten zur General bersammlung gewählt werden Die Kommunisten, die unter dem Dertuantet Opposition" arbeiten, haben ihren angefündigten Sturmt zur Eroberung unseres. Berbandes begonnen. Seit mehreren Tagen bringt die Rote Fahne einen Schmähartifel nach dem anderen. Ein Flugblatt, unterzeichnet:„ Die revolutionäre Opposition, stroht von Bügen, Berleumbungen und Berdrehungen, immer nach dem Grundsag Berleumbe nur, es bleibt schon etwas hängen. Condon, 16. Januar Die Zahl der registrierten Arbeitslofen in Großbritannien be tring am 7. Januar 1452 600. Sie ist demnach gegen die norhargehende Woche um 67 130 zurüdgegangen, jaboch immer noch um 220 591 höher als mahrenb ber gleiden 3eit des Borjahres. 7 Das proletarische Lied. Konzertabend des ADGB. Der DGB. hatte zu einem muffalischen bend ins Gemertfchaftshaus gelaben Bieber non Bela Reinig follten zum Bor trag tommen. Man erlebte fünstlerisch hochwertige Darbietungen, die zu einem schönen, einheitlichen Brogramm zusammengestellt maren. Reinig gemäßigte Modernität trifft überraschend gut den ballabesten Stil Quitpplds Ballade Englischer Weizen", in der Form der alten schottischen Balladen verwandt, mar eins der gelungenften Berte, bie man an biefem bend hörte, und gleich Wir halten es für unter unserer Bürde, auf diese strupellofen und infamen Berteumhungen und Berdächtigungen einzugehen. Bir rufen allen aufrichtigen und mit der Gemertschaftsbewegung es ernst meinenden Kolleginnen und Kollegen zu: Laßt euch burchzeitig eins ber charatteristischsten für die Art, mie Reinig folme das schamiosa Vorgehen der Kommunisten nicht beirren. Geht affe heute abend zu ben Bezirksveriamunlungen und wählt nur die Ciften der Amsterdamer Richtung. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß diesmal die Cotale gewechielt haben und bitten, auf unser Mitteilungsblatt zu Der Werbeausius achten. Teilstreits in Gera und Glauchau! Terte vertont. Gr ummalt sie ziemlich unaufdringlich mit Tönen, form fie zu einem Rezitatin, aus dem nur mufitalisch gang start die dramatischen Mamente aufspringen. Da mirb die Mufit plöglich machtpoll, reißt die Führung der Worte und des Bersrhythmis an fish. Wie steht es nun mit diesen Forderungen? Gewerkschaftliche Die sächsisch- thüringischen Beber wehren sich. für Frauenstimme brachte Opernsängerin Hilde Lind. Am Demotratie mir gebt, folange Gemerschaften bestehen Freilich, nicht eine Demofratie", wie sie die APD wünscht In hen menigen Betriebsstellen, in benen es der PD. möglich ist, hie Belegschaft zu majorisieren, mendet sie ihren bemokratischen Grund faß ein Reformist barf. ingenbeine Sunttion ausüben mit äußerster Brutalität an. In dem Artikel wird u. a. behauptet, daß die reformistische Tattit der Verbandsbureaukraten bei den Tarifbewegungen im Jahre 1928 bie besonders schlecht bezahlten Gruppen ber ungelernten Arbeiter und Frauen an der Lohnerhöhung nur minimal beteiligt sein ließ. Richtig ist, daß bei den Tarifabschlüssen die Löhne her ungelernten Arbeiter wie der Handwerker in gleicher Höhe erfolgten. Ferner wird behauptet, daß die Reformisten aus lauter Tariffreue auf eine zwischentarifliche Lohnforderung verzichtet haben und daß die Mitgliedschaft sich mit dieser Frage nicht beschäftigen tannte, Richtig ist, daß in fast allen Mitgliederversammlungen zu dieser Frage Stellung genommen worden ist und zwar teils für, teils gegen. Die Entscheidung mußte fagungsgemäß die große vereinigte Tariftommiffion treffen. Sie ist getroffen in Uebereinstimmung mit ben Der Opposition angehörigen Drisangestellten. Ferner wird behauptet, daß der Manteltarifvertrag von den Reformisten ohne Befragen der Mitglieder auf zwei Jahre verlängert worden sei. Richtig ist, daß diese Verlängerung auf Beschluß einer Reichstariffommission erfolgt ist. Und nun zur zwangsweisen Beschäftigung von Wohlfahrtserwerbslosen. Die Ortsverwaltung hat, um Beischlechterungen der Arbeitsbedingungen für die städtischen Arbeiter zu vermeiden und gleizeitig für die als Wohlfahrtsermerbstoje zu Beschäftigenden geregelte Arbeitsverhältnisse zu schaffen, mit der Stadtgemeinde Berlin vereinbart, daß den Wohlfahrtserwerbslosen der Lohn nach den Gagen des städtischen Bohntarifes zu zahlen ist. Die RBD. hat aber im Stadtparlament getan, was den Reformisten fälschlicherweise in die Schuhe geschoben wird: nämlich sie hat in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag gestellt, die Wohlfahrtserwerbslofen voll zu beschäftigen. Die objektive Arbeit in der Gemertschaft hat zur Folge gehabt, daß im Jahre 1928 eine durchschnittliche Erhöhung der Löhne um 10 Bf die Sturde durchgesezt werden konnte. Es fonnte erreicht werden, eine große Gruppe der städtischen Arbeiter höher zu gruppieren. In den von der Ortsverwaltung abgeschlossenen 35 Manteltarifperträgen wurden bei größeren BerOpernfänger Richard leemit fette fich erfolgreich für biese Kompofition wie für eine gange Reihe auberer ein. Werfe besten lag der Sängerin der lyrische Ausdrud, etma in ber sehr zartan Bertonmg des lab und Gedichtes Der mübe Golbat die sie mit echtefter Empfindung fang. Die Ballade nom Blunt" Die Leppigmeber in muuden- Berusdorf ( Thüringen) find in Streif getreten. Die Ursachen find toh begleitete am Flügel feme Berte selber.. Stürmischer Beifall rief ( Thüringen) find in Streif getreten. Die Ursachen find Cohn- mar die einzige Stompofitian, die unbefriedigt fieß." Der& pmponist differenzen. Im ganzen Gebiet der fächsisch- thüringischen ihn und die Sänger imurier mieber auf das Bodium. Webereien ist die Situation fehr gespannt. Wie verlautet, hat in ihn und die Sänger inner wieder auf das Podium. Gera bereits die Belegschaft eines Betriebes zum Streit gegriffen. Ebenso droht in Glauchau in vier Betrieben der Streit auszubrechen, wenn er im Augenblid nicht bereits schon Tatsache ist Die Textilarbeiterschaft des genannten Gebietes ist gut organisiert und seit langem tariflos Bon feiner Seite ist zur Beilegung der Differenzen eine Schlichtungsinstanz angerufen worden. Industrielöhne für Landarbeiter! Die Lohnbewegung in der Landwirtschaft. Zu den Sohn und Zarifbewegungen in der anb mirtigaft haben die Gauleiter des Deutschen Landarbeiterverbandes Stellung genommen. Gegenüber den emigen, meist immer mrr in allgemeiner Form gehaltenen Schilderingen über Die Not. der Landwirtschaft" wird in der Entschließung der Konferenz mit Nachdruck hervorgehoben, daß sich die Vertreter der organisierten Landarbeiter durch die bewußten Uebertret bungen der Krise, die auch in anderen Wirtschaftszweigen porhanden sei, von ihrer Forderung auf Schaffung von In bustriearbeiterlöhnen für Landarbeiter nicht abe bringen laffen. Wenn durch eine falsche Wirtschaftspolitik, die bringen lassen. fogenannte Wirtschaftsführer des Reichslandbuntes nach der Stabili fierung der Währung empfohlen haben, ein Teil der Bandwirte in Schwierigkeiten geraten sei, fo fonne und dürfe die gesamte Landarbeiterschaft barunter nicht leiden. Die Unternehmer hätten bereits in den ersten Jahren nach Kriegsende, als es den Banbwirten gut gegangen ist, unter Hinmeis auf ben angeblich bevorstehenden Ruin der landwirtschaftlichen Betriebe die Berbesserung der Lohnverhältnisse abgelehnt. Alle Borschläge für Neugestaltung der Produktion, für angemessene Preisgestaltung der landwirtschaftlichen Produkte, für Berbesserung ber Abfagorganisation ufio. feien meistenteils aus politischer Verblendung, aus Haß gegen die Geperfidhaften, die Konsumgenossenschaften und deren politische Vertretung beiseite geschoben worden. Infolge der niedrigen Löhne seien die tüchtigsten Bandarbeiter in Zur Neuregelung des Tarifvertrages für das Baugewerbe fanden dieser Tage Berhandlungen statt, da der alte Bertrag am 31. März abläuft. Nachdem der gesamte Inhalt des Bertrages durchberater war, wurden die Berhandlungen zunächst auf den 28. Januar vertagi. Stellenlofe preußljhe Junglehrer tönnen zur Beschäftigung im außerpreußischen Schulbienst vermittelt werden. Meldung mit Lebenslauf, Seugnissen, Organisationsangaben( enil. Empfehlun gen) an Friedrich Weigelt, Berlin- Neuföln, Stuttgartér Str. 44, 4 2. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Tonnerstag. 19% Uhr, tagen die Gruppen; Gesundbrunnen: Jugendheim 9ote Schule, Gotenburger Straße, Cine Cinfithrung in unfere Banderbiblioth. Staaffurter Alfee: Städt. Jugmohem Bitauer Str. 18. Biz befuchen die Gruppe kopenid. Ren- Bühtenberg: Sugendheim Sauffstraße( Eppriplat), an der Leffitgstraße. Literarischer Aberd: Die Berliner Dentinäler im Boltswig." des Oftens, Große Frankfurter Ett. 16, Quergeb. part., Zimmer 2 Reihen vortrag: Aus der Gefchichte der deutschen Arbeiterbewegung, 2. Abend: Ferdi nand Lassalle." Sempelhof: Gruppenheim Enzeum Germaniaftr. 4-6. Aus Cüdosten: Grupp nheim eichen furacheabend: Erlebnisse aus Betrieben. Bandsberger Flag: Jugendhe n berger Str. 66( Feuerwehrhaus). Liebknecht- Luxemburg- Gedanken. Moabit: Städt, Jugendheim Lehrfer Str. 18-19. Borttar: Barum müssen wir uns oroanfieren?" Webbing: Städt. Jugendheim Orthstr. 10. Lift ger Abend: Bir triegen talte Beene. penid: Jugendhe'm Frühauer Str. 5. Jad Bondon- Abend. Aturg, Mab Let Die Geroffin Adele Schreiber spricht am Montag, 28 Januar, 19% Uhr im Jugendhe'm des Berkehrsbundes, Führerinnen der Frauenbewegung. TeilnehmerEngelufer 24-25. über meldungen find bis Freitag, 18. Sanvar, in der Sentrale abaugeben. Atura Grunrenleiter! Die Karten für den Räthe- Kolwig- abend find in der Bentrale abarbolen. Jucendoruvve des Pentralverkandes der Anaefellten Seute, Tonnerstag, finden folgende Bezanstaltungen ftatt: Erepto und Schöneberg: Der Cruppenabend fällt aus! Bir besuchen be ge meinfame Jugendmitgeberperfammlung, bie um 19 Uhr im Ortsbureau ftattfindet. turg! Juger bmitalicberverfammlurg im Roten Saal" bes Ortsbureaus, Belle- fance- Str. 7-10, pünktlich 19% Uhr. Berichterstattung Bohlen Verschiebenes. Berantwortlich für Boliti?: Dr. Curt Geyer; Birtschaft: 6. Klingelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. 8. Döscher: Lofales and Sonstiges: Frik Karttadt: Anzeigen: Sh. Glade. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S.. Berlin Drud: Vorwärts- Buchbrudere! und erlaasonital! Barl Sinaer 60 Berlin S 68 Linh nftraße B Sierzu 1 Beilage, Unterhaltung and Bifen und Frauenfimme Nr. 2T• 4S Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Ootmerstag. IT. Januar 1929 SchneesMrm rast durch das£and. Umfangreiche Störungen im Qesamtrerkehr./ SOie Chauffeen faft unpaffierbar. Auch gelter« fiut» tu Beul!« wieder erhebliche Schnee- J mrugen uiedergegaugeu. die in noch weit stärkerem Um- fange ali am Vortnge zu empfindlichen StSruu« gen im Berliner Straßenbahn-. Autobus- und Fuhr- Werksverkehr geführt haben. Mit der Schnsepenode soll es damit aber auch, so sagt wenig- ßens der amtliche Wetterdienst, vorläufig«in Ende haben. Dagegen ist aber mit einer wetteren Zunahme der Kälte zu rechnen. Die Quecksilbersäuie, die sich am Dienstagnachmittag bedenklich dem Rullpunkt näherte, ist wieder stark gefallen. In der»ergangenen Rächt wurden mimis tl) Grad in der Innenstadt und etwa minus 12 Grad in der näheren Umgebung Berlins gemessen. Die Tages- tcmperatur betrug gestern in Berlin minus 10 und auch im ganzen Reich durchschnittlich minus 8 bis minus 10 Grad. Di« Ursache des gestrigen Schneeeinbruches war eine weitverbreitete Sturm- depressionüberdemlüdlichenTeilderVstsee. Heute snih herrschte in Warnemünde beispielsweise Windstärke v, die im Lause des Tages aus Windstärke 8 herabging. Im ganzen Ostsee- gehiet. besonders an der Küste herrschte ein stundenlanges Schneegestöber. Sehr interessant stnd einige Höhentemperalurmesiungen. die oom äronautischeu Institut in Lindenberg bei Beeskow und in Hamburg vorgenommen wurden. Der Registrierapparat, der in Linden- b e r g durch einen Drachen auf eine Höhe von 3000 Meter gebracht wurde, zeigte 30 Grad Kälte an. In Hamburg wurden aus dem- selben Wege in S000 Meier Höhe sogar 45 Grad Kälte sestgesteW. Das sind die tief st en Temperaturen, die überhaupt jemals in diesen Höhenlagen über deutschem Gebiet gemessen worden sind. Weltstadtkämpfe mit dem Schnee. Besonder» stark hatte, wie bereits eingangs erwähnt, der g«- samt« Berliner Straßenverkehr unter dem Schnee zu leiden, Auto- busse und Auto» kannten auf den vereisten und verschneiten Fahr« dämmen nur mit großer Borsicht fahren und vor ollem im Auto- busverkehr konnten die planmäßigen Fohrzeiten nicht innege- halten werden. Einzelne Wagen hatten dis zu 40 Minuten Verspätung. Auch der Straßendahnvertehr wurde «mpfindLch In Mitleid enschast gezogen. Obgleich vom frühen Morgen an ununterbrochen zahlreiche Arbeit» kolonnen. Hilssgerätewagen und Salzstreuer unterwegs waren,«n Schienen und Weichen eis« und schneefrei zu machen, kam e» In verschiedenen Stadtteilen zu längeren Stv tungen. Sie städtische Skraßenreinistung. die schon gestern mit allen zur Derfügung stehenden Mitteln an die Säuberung der Straßen herangegangen war. kannte das g« wattig« Pensum trotz Einsetzens aller Schneepflüge und zahl- reicher Hilfskräfte in der kurzen Zeit nicht bewältigen. Der neue und noch stärkere Schnee, der gestern zu verzeichnen war. hak an die Straßenreinigung abermals die höchsten Anforderungen gestellt. Mehrere tausend Menschen, Angestellte der Städtischen Straßenremigung und eine große Zahl wn Arbeitslosen, die auf den Arbeitsnachweisen angeworben wurden, waren unaufhörlich tätig, um zunächst die Hmiptverkehrsstraßen von den Schneemassen zu befreien. Zum GlüL lautet die Detterpragnose weiterhin auf Frost. Dl« vereisten Bürgersteig« und FahrbSmn« hatten wieder eine Reih« von Anfällen zur Folge. In der Nrunnenfttaße stürzt« der ötzähriga Arbeite? Bernhard Gilllch beim Ueberschreiten des Fahrdamme» und geriet unter die Räder eines herannahenden Autobusse» der Vinte 18. Der Unglückliche wurde zwischen dem Fahr, gestell eingeklemmt, so daß die Feuerwehr alarmiert werden mußte, die ihn au» seine? qvawollen Lage befreit«. Mit lebensgefährlichen Verletzungen würbe G. in« Lazaruskrankenhaus gehrocht. Bei dem starke» Schneetreiben ereignete fich in Mederfchöneweide«in schweres Unglück- Der tSjährige Chauffeur Otto Wurzel aus der Rathaus. straße 08 zu Mariendorf befand sich mit seinem Wagen auf dem Weg« nach Berlin. In der Rixdvrfer Straß« verlor Wurzel bei dem starken Schneetreiben jede Sicht und fuhr m voller Fahrt- geschwindigkeit gegen die geschlossen« Eisenbahn- schrank«. Das Auto wurde zertrümmert und der Führer in hohem Bogen auf das Straßenpslaster geschleudert, wo er tat liegen blieb. Außerdem wurden wieder auf den Städtischen Rettungsstellen zahlreiche Bern ngl tickte behandelt, die infolge der Glätte zu Fall gekommen waren. Mehrere von Ihnen mußten mit Arm. und Beinbrüchen in die Krankenhäuser gebracht werden. Auch im Reich stockt der Verkehr. Der anhaltende Schneefall des gestrigen Tage» hat sehr erheb- liche Zugverspätungen zur Folge gehabt, von denen die Züge au» dem Osten ebenso wie die aus dem Westen lammenden in Mit- leidenschast gezogen wurden. Den Berspätungsrekord hatte der v-Jug IS mit 156 Minuten, der Anschluß an das Schweden- Trajekt Trelleborg— Saßnitz hat und der überaus lange Zeit aus das Fährschiss warten mußte, das gegen den Eisgang anzukämpfen hatte. Da die Fähre Trelleborg— Saßnitz auch am Nochmittag sehr lange auf sich warten ließ, wurde der v-Zug 14 von Saßnitz fahrplanmäßig ohne den Schwedenkeil abgelassen. Der Zug. der sonst 13.25 Uhr auf dem Stettiner Bahnhos eintrifft, wurde aber trotzdem mit Derspätung gemeldet, da auch de? Fährbetrieb von Alte Fähre nach Stralsund unter dem Eisgang zu leiden hatte. Der von Königsberg kommende Personenzug 538 kam am Dvrmittog mit 110 Minuten Verspätung an. Di« auf dem Anhalter Bahn» h a j eintreffenden Züge au» Italien hatten ebenfalls bis 80 Alinu- len Verspätung, da st« besonders in Bayern und Thüringen durch größere Schneeverwehungen aufgehalten wurden. An zahlreichen Stellen waren auch die Weichen eingefroren, so daß die Züge länger« Zest unfreiwilligen Aufenthalt auf den Strecken nehmen muhten. Ersurl. 18. Januar. Ein starker Schneesturm, der an einzelnen Stellen Thüringen» bi» in die Nacht- und Morgenstunden andauerte, hat überall er, neute Schneeverwehungen zur Folg« gehabt. So steckt die Landstraße von Erfurt nach Gotha wieder tief Im Schne«. Der regelmäßige Bertehr mußte stellenweise unter- broch«, werden. Auf den«etchsbahnssrecken Tharingen« HNeben mehrfach Zöge stecken.«,«. ein Personenzug von Weimar nach Erfurt, der erst noch längerem Aufenthalt feine Fahrt fortfetzen konnte. Auf den großen Staatsstraßen müssen Personen»«nd Lastkraftwagen pan Arbeiterkalonnen aus den Schneemassen herausgegraben«erden. Auf der Staatsstraße Weimar— Berka liegt der Schnee stellenweise meterhoch. Dl« Schneepflüge arbeiten in angespannter Tätigkeit. Auch in der Greizer Gegend sind di« Verkehrsstockungen sehr er- heblich. Aus den Wäldern auf den Thünng»? Höher, wird allgemein großer Schneebruch gemeldet. Themnitz. 18. Januar. Der feit Dienstag anhaltend« Schneefall hat überall erheb- liche Verkehrsstockungen hervorgerufen. Die Elsenbahn- zöge treffen in Chemnitz mtt ganz erheblichen Verspätungen ein. die zum TeS eine Stunde und mehr betragen. Infolge Schnee- verwehungen mußte die Krastpostkinie Chemnitz—Augustusburg-- Lengeseld eingestellt werden. Auf der Staatsstraße zwischen Bahn« hos und Haltepunkt Lugau blieb nachts ein Kraftwagen der Kraft, verkehrsgesellschoft Freistaat Sachsen am Eisenbahnübergang im Schnee stellen. Er wurde von einem Güterzug ongefahren und erheblich beschädigt, Personen kamen nicht zu Schaden. Auf dem Fichtelbyrg betrug heut« mittag die Schneehöhe NS Zentimeter. halle. 18. Januar. Ein Personenzug der Holte— Hellste dt er Elsenhahn blieb infolge starker Schneeverwehungen hinter der Station Burgs- dorf stecken. Alle Bemühungen, die Schneemassen zu überwinden. blieben erfolglos. Ein Sckmeepflug mußte zusammen mit Schipp- kolonnen die Strecke frei machen. Stralsund, 1. Januar. Der starke Schneesturm, der seit gestern aus nordwestlicher Rick tung bei Windstärke 8 herrscht, hat größer» Verkehrs st Ö- r u n g e n verursacht. Fast sämtliche varpammerschen Kleinbahnen liegen wegen starker Schneeverwehungen still. Bei der Staatsbahn haben die Schwedenzüge zwei, bis dreistündige Verspätungen. Auch im Fernsprechverkehr sind starke Störungen aufgetreten, besonders auf her Berliner Strecke. Der Schiffsverkehr von Stralsund nach Rügen ruht vollständig. Kopenhaaen, 18. Januar. In Dänemark herrscht fest gestern Schneesturm. Ts sind Schnee- Massen nledergegangeu. wie man sie seit Zahren nicht beobachtet hat. Der Eisenbahnverkehr erleidet große Unterbrechungen. Kopenhagen war den ganzen vormittag hindurch ohne Verbindung mit dem größten Teil des tandeg. Die Dampsschisfe haben gleichfalls stark« Verspätungen. Ein Diehdampser, der gestern abend mit 300 Stück Vieh an Bord von Aalborg nach Hamburg auslies, mußte Aarhus als Nothasen anlaufen. Ein großer Teil des Bichs war bei der Ankunft verendet. Der Sturm hat auch Ueber- schweinmungern in den Hafenstädten zur Folge gehabt. Man befürchtet, daß in Iütland mehrere Personen im Schneesturm umgekommen sind. Oampferkaiastrophe bei Hongkong. 350 Passagiere ertrunken.— Kein Europäer. Der Dampfer„H s I n w a tz" Ist zwischen Schanghaß und Hongkong In der Nähe von Wagla» auf einen Felsen gelaufen und gesunken. 20 Passaglere konnten in einem Rettungsboot die Küste erreichen» 0 weitere Personen, darunter der zweite Osflzler deck Schisses, wurden von einer Fischerdschnnke ausgenommen. Man befürchtet, daß von den 400 Personen» die sich einschließlich der l03 Mann Besatzung an Bord deS von dem dänischen Kapitän Jensen geführten Schisse» befanden, sonst niemand mit dem Leben davongekom- men Ist. Mit dem chinesischen Dampfer..Hsinwah", unter dessen Passagieren sich etwa SO Frauen und zahl» reiche Kinder, jedoch keine Europäer befanden, stnd wahrscheinlich über SSO Personen nntex- gegangen. Unter, den 20 Geretteten befinden sich piep Passagiere. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß einig* Ueberlebende sich an die Küsten der benachbarten Insel» retten konnten. Die Nachforschungen werde» durch daK stürmische Meer erschwert. Ueber den Untergang des chmestscheu Dampfers„Hstowah" berichtet Hapa« aus Hongkong,«ine Dschunle Hab« den hämsche» Kapitän der.Lsirnpah", Jensen, einen Esten und zwei Chinesen w erschöpftem Zustande aufgenommen. Ein Passagier habe ausgefagtz daß der Dampfer nach der Ausfahrt aus Swatau mit schwerer©» zu kämpfen hatte. C» habe nur ein Retlungsbool cmsgesetzt«erde» können Der Dampfer sei sofort gesunken Fliegerbombe als Kinderspielzeug. Vom Besitzer sorglos auf die Straße gelegt. pari,. lS. Januar. Durch Zufall könnt« am Dienstag in einer Straße von Paris ein schreckliches Unglück verhütet werden. Fußgänger bemerkten, wie sich eine Gruppe von Schulkindern mit einem schweren Gegenstand beschäftigte, der sich al» eine scharf? Fliegerbombe herausstellte, die der Besitzer, um sich ihrer zu entledigen, unvorsichtigerweise einfach aus die Straße ge« legt hatte. Die Bombe wurde von Sachverständigen fortgebracht und unschädlich gemacht. 781 Soldat Suhren. !Xvma« von Snorg von der Vrl»s> Oopyrigh« 1537 by J. M. 6paet5> Verlag. Berlin, Mn ander«? pflichtet ihm bei und mahnt:„Halt di« Klap»«. du mit dem Heimatschuß!� Ich mach« meinen Mund zu. spring» auf und schreit» schnell den Feldweg weiter. Ein paar Leichtverwundet« schließen sich an. Ein« hreite Dappelreih? ist vor un». und wir beschließen, auf ihr linkes Ende zu halten. Wir kommen näher, sehen die Papveln sich strecken, sehen darin die Honn« w'« aus unzähligen kleinen Spiegeln blitzen... Jetzt aber ist droben vor den glitzernden Wipfeln«in Fleck, grau, schmutzig— er bewegt sich, knallt— in das rötliche Buch- Weizenfeld, das uns von der Baumreihe trennt, saufen Echrannellkugeln nieder. Einer schreit:„Ausschwärmen!" Alle setzen los, der Bappelwand zu. hinter der man Schutz zu fi-den hofft. Links, recht», links, rechts birst e» über un». Die Nöte des Feldes gleitet unter mir fort, ich komme hindurch, atme die Kühle unter den Bäumen, renne noch dreißig Schritt und bleibe stehen. H>er verläuft unsere zweite Linie, ein sctzmaler knie- tiefer Graben, in dessen Nähe sich eine Menge Soldaten an- gesammelt haben. Fortwährend langen neue an. während von links da» rasende Schießen unserer Batterien die ganz« von Offizieren starr um ein Scherenfernrohr geschart ist. und die von Insekten gepeinigten Pferde der Protzen sich im Schatten drängen, aufbäumen und ausschlagen. Ich find« einen Sanitätsunteroffizier, der meinen Arm verbindet, wobei er sich Zeit läßt. ..Zwei Hemden, zwei Unterhofen, zwei Paar Strümpfe/ erzählt er in komischer Wut.„gestern erst bekommen, alles von der Mutter gewaschen, ausgebessert, geplättet, und noch nicht einmal von mir ausgepackt— alles fort!" „Das ist viel," sage ich und muß doch lachen. „Sie können lachen." nickt er und macht einen künst- kerischen Knoten.„Sie gehen nach Haus, zu Mutter— ich sber sitze hier ohne Wäsche!— Fertig.— Und Sie?" Er wendet sich an»inen Neuankommenden. .Haben den Schreib-finge? blessiert, oder gar die ganze Hand? Na. kommen Sie her. aber setzen wir uns." Sie hocken sich hinter den winzigen Graben auf einen Erdhaufen, und der Sanitäter beginnt fein« Arbeit. Der Verwundete, der unserem Bataillonsstab angehört, erzählt: „Unser Rittmeister ist tot, das steht fest. Ws die Russen kamen, lief er ihnen entgegen. In der einen Hand die Pistole. in der anderen di» Schnapsflasche. Er lies, daß man sich rein dumm vorkam— bloß seine gelben Peine sah man noch zwischen den Bäumen.* „Zu stramm?" fragt der Sanstät«? und hat ihm«inen Stock gegen den Mittelsinger gebunden der verwundete schüttelt den Kopf und fährt fort:„Do kamen die Russen und schössen ihn um. Er liegt da. weißt du, und knallt ihnen mit der Pistole in die Fresse. Bevor ich schießen kann, springt so ein Kerl herzu. Der greift die Flasche auf und haut sie ihm ins Gesicht, daß sie in Stücke gebt. Den machte ich so nüchtern, daß er keine Schnapsflasche mehr anfaßt. Der Rittmeister aber schrie und schoß noch in die Bäume, konnte wohl nicht recht mehr gucken. Und dann war es für uns Zeit, daß wir abgingen, denn sie kamen in dicken Haufen heran. Einer von ihnen schoß mir durch die Hand— der Mittelfinger lahmt, nicht wahr?" „Nicht übel, der Schuß." schätzt der Sanitäter und blickt auf. Die Pferde gehen mit den Protzen durch, die Ossi- ziere entfernen sich vom Scherenfernrohr und eilen vorbei. Dann kommt der Feldwebel mit seinem Kameraden heran und wird von einigen Soldaten gefragt, ob dieser Graben gehalten werden soll. ..Bestimmt," antwortet er und ordnet die schleunige Besetzung an. „Nimm mich mit. Suhren!" schreit von drüben ein Verwundeter, der sich hinkend vorwärt» bewegt. Ich kenne ihn, es ist ein junger Soldat meiner Kompagnie. Er hat einen Knochenschuß durch den linken Unterschenkel-- sein Stiefel sieht aus, als stände er ausgezogen und eingeknickt vor einem Soldatenbette. Der Junge umfaßt mich, und wir gehen langsam aus dem Feldwege fort. „Bin Bergmann." jammert er.»aber nun bin ich's«i» für allemal gewesen!" Ein kleiner Soldat überholt uns, er ist barhaupt, und seine Glatze leuchtet in der Sonne. Wir sehen ihn gesenkten Kopfes vor uns hinschwanken, sich von Zeit zu Zeit e?» brechen und weiterschwanten. Er hat einen eisernen Willen, geht unter Qualen, aber geht und geht, um mit seinem Bauchschuß bald zu den Aerzten zu kommen. Wieder erbricht er sich— und wenn er nicht wäre, wüv- den wir zwei vielleicht lustig werden. Es fällt kein Schuß, mir ist. als ginge ich hier ein wenig spazieren, einen melancholischen Freund am Arm, den ick bestimmt aufzn» heitern hoffte. Ueber den Feldern steht die ewige Mittag» sonne, und Wolken von weißen Schmetterlingen achten unser ganzes Gefecht da vorn für nichts. O Jene zwei Soldaten aber, die ohne Gewehr auf den Feldern herumschlendern was wollen die? Sie wollen Schmetterling« fangen, meine ich. Nun kommen sie heran, ein langer und ein kleiner, und der lange ist der Bursche von Leutnant Brause, ein Friseur. Er war immer der schmuckste Mann der Kom- panie und immer um Brause herum— kaum wagte man. � ihn anzusprechen. Jetzt kommt er daher, trägt ein halb gelangweiltes, halb klägliches Gesicht zur Sckau und er- klärt auf meine Frage nach dem Leutnant:„Er ist tot— wahrscheinlich tot" „Bauchschuß." ergänzt der Kleine und schlägt wahr- haftig nach einem Zitronenfalter. „Wo ist er?" fragen wir. „Da, wo er liegt." knurrt der Friseur und macht«ine Kopfbewegung. „War nicht mitzukriegen," bedauert der Kleine und fragt hastig:„Dein Rasierzeug— hast du es gerettet?" Der Friseur nickt. Wir übergeben den beiden unsere Gewehre und de- wegen uns weiter. Ich denke: Kein Offizier des ganzen Bataillons war immer so tadellos rasiert wie Brause. „Ein Schuft von Bursche?" knirscht unter Schmerze« mein Bergmann.(Schluß folgt.» Das Opfer eines Beirügers. Der Selbstmord des Rechtsanwalts Ritthausen. Zu tan Selbstmord des Rechlsanwatt» Dr. Heinrich ! i t l h a u 1 e n. der fich in seinem Bureau in der Link- Kratze 31 erschoh. erfahren wir noch einige bemerkenswerte Einzelheiten. Mitte vergangenen Jahres tauchte in Berlin in Hotels ersten Ranges und in Luxuslokalen ein elegant gekleideter Mann auf, der sich für einen Grasen Mansfeldt-Pleh ausgab. Durch Der- mittlung einer Gräfin R. lernte dieser Herr«inen Bankdirektor kennen. Diesem versprach er unter Vorlegung gefälschter Urkunden und Schriftstücke die Bewirtschaftung und Oberaussicht über die Mansfekdt-Pleßschen Güter und Gruben. Dem Bankdirektor sollte daraus ein großes Geschäft blühen. Der angebliche Gros brauchte aber z u n ä ch st s e l b st 45 000 M. und diese besorgte der Bank- direktor durch den Rechtsanwalt Dr. Ritthausen. Der.Graf" ver- jubelte das ganze Geld. Auf Anzeige befaßte sich Kriminalsekretär Wild mit der Angelegenheit und entlarvte den vermeintlichen Grafen als einen gewissen M a n i z i u s aus Waldenburg. Im August wurde der Schwindler festgenommen und zwar im Sanatorium Rekawinkel bei Wien. Cr wurde nach Berlin ausgeliefert, in Untersuchungshaft gesetzt, wegen haftunfähig- lest aber wieder entlassen. Die Staatsanwaltschaft erließ einen neuen Hastbefehl, als sich herausstellte, daß Manizius sich zwar in ein Sanatorium begeben hotte, aber kerneswegs, um sich zu kurieren. Cr verweilte dort nur des Nachts, den ganzen Tag über hielt er sich in Berlin auf. So wurde der Schwindler von neuem festgenom- men, dann jedoch abermals entlassen. Cr befindet sich jetzt wieder auf freiem Fuße und es schwebt gegen ihn bereits auch ein neues Verfahren wegen mehrerer Schwindeleien. Lolterie-Verein Friedrichshain. Terror gegen Zeugen.- Der Prozeß gegen„Lmmerireu". Die Ruine des Schreckens. Roch immer kein Wiederaufbau. Wie erinnerlich, wurde vor über einem Jahre, das Wohnhaus kn der Landsberger Allee 1151116 durch ein«(Explnfion von Leuchtgas in den Kellerräumen zur hälft« zerstört. Ansang Dezem. der v. I. fand die gerichtliche Klärung des Unglücks statt, bei der das Gericht auf Grund der Gutachten.zu der Annohme kam, daß die Katastrophe durch die Entzündung von Gas herbeigeführt worden sei. Durch den schrecklichen Unfall wurden fünfzehn Familien da« mals wohnungslos, die anderweitig untergebracht werden mußten. Die Schullruinen liegen heute noch so unberührt, wie sie damals von der Feuerwehr und den Helfern aufgetürmt worden waren. Das Bezirksamt Prenzlauer Berg hat sich nun mehrfach an den Magistrat gewandt und darum gebeten, daß die traurigen Ueberbleibsel des Unglückes entfernt würden. Der Magistrat hat sich jedoch bisher geweigert, irgend etwas zu unternehmen, mit der Begründung, daß für die Passanten eine Gefahr durch die Mauerreste nicht be- stehe und daß man hoffe, mit dem Hauseigentümer einen Vergleich schließen zu können. Diese Annahme des Magistrats trifft jedoch nicht zu. und so dürsten die Schutthügel noch Jahr und Tag lagern und ebensolange wird es unmöglich fein, den eingestürzten Flügel wieder aufzu- bauen und so Wohnungsgelegenheiten für die damals so schwer ge- schädigten Familien zu schaffen. Seil langen Monaten verhandelt yämlich die Städtische F e u« r s oc i et äs mit dem Eigen- t ü m« r des Hauses über einen Vergleich. Der Hausbesitzer erklärt, gestützt auf Gutachten von Bausachoerftändigen, daß dos ganze Haus abgerissen und neu aufgeführt werden müsse, weil die Grund- und Umfassungsmauern bodenklich gelitten hätten. Die Städtische Versicherungsgesellschaft dagegen will sich lediglich dazu bereit erklären, den durch die Schuld der Gaswerke eingestürzten Flügel wieder aufzubauen. Inzwischen sind die Verhandlungen jedoch ganz ins Stocken geraten, denn die Feuerfocietät beruft sich darauf, daß in dem Prozeß gegen den Rohrleger, durch dessen Schukd nach Ansicht de» erkennenden Gerichts die Explosion entstan- den ist, noch kein abschließendes Urteil vorliegt, da der Verurteilt« Berufung eingelegt hat. Man will also offenbar erst abwarten, bis dl« höchste Instanz, nämlich das Reichsgericht, gesprochen hat, um dann erneut mit dem Hauseigentümer zu verhandeln. Bis dahin dürft« jedoch ein weiteres Jahr verfliehen, ohne daß die Woh- nungsnot behoben und die traurigen Ueberreste des ehemaligen Wohnhauses beseitigt werden. Kein Verbrechen an dem Saftwirt Fröhlich. Der Tod des K3 Jahre alten Gastwirtes Karl Fröhlich all» der M a r ch st r a ß e zu Neukölln ist jetzt durch die Kn- minalpolizei aufgeklärt worden. Fröhlich ist weder einem Derbrechen zum Opfer gefallen, noch verunglückt, sondern ohne Zweifel frei- willig ins Wasser gegangen. Fröhlich ging am 3. Januar mit 200 Mark Silbergetd in der Tasche und seinem Rucksack von havle weg, angeblich, um in der Zentralmarkthall« einzukaufen. Dort ist er nicht gewesen. Am S. Januar fand man ihn an der Schulenburg- brück« im Stichkanal als Leiche wieder. Di« Kriminalpolizei ging allen Spuren nach und stellte folgende» fest: Fröhlich sprach vor- mittags noch bei Bekannten und um 12 Uhr bei einer anderen Fa- milie in Neukölln vor. hier blieb er bis 5 Uhr. Jetzt besuchte er eine Schankwirkschast und trank einen Grog mit dem Bemerken, daß ihm nicht wohl sei. Zu einem Bekannten äußerte er hier,„das ist das letzte, was wir trinken". Als er aufbrach, sagt« er, daß er den Friedhof besuchen wolle. In der Nähe der Moltkebrücke, wo am 4. Januar sein Rucksack gefunden war, liegt nun auf dem Rudower Friedhof seine Frau begraben, und in der Nähe der Schulenburg- brücke auf tan Britzer Friedhof sein Sohn, dessen Sterbetag der 3. Januar war. Von den Friedhöfen kehrt« Fröhlich noch einmal in die Gastwirtschast zurück und trank vier Grogs. Um 10 Uhr ging er weg. imd seitdem war er verschwunden. Den Rucksack hatte er bei der Rückkehr schon nicht mehr. Er muß ihn schon beim Besuch der Friedhöfe an der Moltkebrücke weggeworfen hoben. Das Silbergeld hatte er zum Teil schon ausgegeben, das andere, dos er los« in der Tasche trug, Ist wahrscheinlich im Wasser herausgefallen. Werilose Sassparbrenner. Bei den Gaswerken laufen täglich eine große Anzahl B e- fch werden von Gosverbrauchern darüber ein, daß durch Firmenvertreter und Hausierer sogenannte„Gassparer" angeboten werden. Leider zu oft haben diese Bemühungen auch Erfolg, da die Hausfrauen sich zum Kauf überreden lassen, häufig nennen diese Firmen sich auch„Gasberatungsstelle",„Gasvertrieds- gelellschoft",„Gasregusierunqsgesellschast" oder»Gassparervertriebs. gefellschaft" usw., um sich damit gegenüber den Hausfrauen einen amtlichen Anstrich zu geben. Es wird auch oft angegeben, daß die Gaswerke solche„Sparbrenner" oder„Spareinrichlung" befürworten oder gar genehmigt haben. Ausdrücklich fei festgestellt, daß d i e Gaswerke solchen nutzlösen Einrichtungen voll- ständig fernstehen und im Interesse der Bevölkerung aufs schärfste durch öffentliche Aufklärung, Flugblätter und Vorträge da- gegen kämpfen. Alle diese„Gas-Spareinrichtungcn" sind fast völlig wertlos, bringen keine Gasersparnis, sondern durch den meist unsach- � gemäßen Einbau eine Erhöhung des Gasverbrauchs und können l Einen Einblick in das gemeingefährliche Treiben der Verbrecher. organifationen und deren Mitglieder in der Gegend des Schlestschen Bahnhofs gewährte eine Verhandlung, die vor dem Großen Schöffen- gericht Berlin-Mitte unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Stein- Haus stattfand. Angeklagt waren wegen Straßenraubes der 23jährige ungelernte Arbeiter Paul G'i« f e l e r und der 22jährige Schlächter Max Schulz. Es sollte auch noch ein Dritter auf der Anklagebank Platz nehmen, der an dem Uebersall beteiligt gewesen war, ein gewisser ! Albert, der aber nicht erschienen war, da man ihn seinerzeit aus Ver- sehen auf freiem Fuß gelassen hatte. Das Gericht erließ nunmehr � gegen ihn gestern einen Haftbefehl. Die drei Angeklagten sind Mit- i glieder des„Lotterie-Vereins Friedrichshain", der nach der polizeilichen Auskunft ein Schwesterklub von „I m m e r t r e u" tst. Das Opfer des Straßenraubes war ein Tischlermeister geworden, der in angetrunkenem Zustande in einer Nacht Anfang Juni v. I. in ein Lokal in der Langestraße in der Nähe des Schlestschen Bahnhofs geraten war. In dem Lokal be- fanden sich zahlreiche Angehörige von Gannoven-Bercinen. Dem Mann« fiel beim Bezahlen seine Briestasche auf die Erde und der Inhalt zerstreute sich auf den Fußboden. Er halte weit über 10 00 M. bei sich. Bei dem Anblick der Geldscheine gaben sich die Gannooen ein Zeichet». Als der Mann dann das Lokal oerließ und heimtorkelle, folgten ihm die drei Burschen. Schulz gab ihm von hinten«inen Schlag, daß er zu Boden fiel, und entriß ihm die Brieftasche. Gieseler versetzte ihm noch einig« Tritte mit dem Absatz in» Gesicht. Der dritte Spießgeselle lzatte auf der anderen Seite Schmiere gestanden. Die Beute teilten sich die Burschen untereinander. Zunächst geriet ein Mann mit seiner Braut unschuldig in Verdacht, da sie zu gleicher Zeit das Lokal verlassen hotten. Sie wurden in Haft genommen und nun machten sie Mit- teilungen über ihre Wohnehmungen, die zur Festnahme der richtigen Täter führten. Daraufhin ist der Zeuge von Milgliedern des Derbrechervereins Friedrichshain bereits zweimal über- fallen und mißhandelt worden, man hat auch versucht, ihn nachts aus seiner Wohnung zu holen und ihm gedroht, daß er k a l t- gemacht werden würde, wenn er in dem Termin die Angeklagten hineinlegen würde. Aus Anraten der Polizei ist der Zeuge in eine andere Gegend gezogen und war als„unbekannt verzogen' abgemeldet, deshalb war die an ihn ergangen« Zeugenladung auch als„unbestellbar" zurückgekommen. Da der Polizei seine Wohnung jedoch bekannt war. konnten er und feine Braut noch recht- zeitig herbeigeholt werden. Nachdem der Zeuge sein« Aussage gemacht hatte, erklärte er. daß er bei Betreten des Saales verschiedene Mitglieder der Verbrecher- vereine, die ihn bedroht und überfallen hatten, sitzen gesehen hätte. Als er auf Geheiß des Gerichtes sich umdrehte, um diese Personen näher zu bezeichnen, stellt« sich heraus, daß die Plätze inzwischen leer geworden waren. Die dunklen Persönlichkeiten hatten sich gedrückt. Landgerichtsdirektvr Steinhaus ersuchte den Zeugen, sich bei erneuten Ueberfällen oder auch nur bei Drohungen direkt an ihn unter Angab« des Aktenzeichens dieser Strassache zu wenden. Er werde die Burschen dann sofort in Haft nehmen.„Die Bänden, die in Berlin die Zeugen einzuschüchtern gedenken, werden in Moabit in der nächsten Zeit die Quittung bekommen." Der Zeuge gab noch an, daß ihn vor der Rache der Friedrichshainbrüder bisher nur ein Mitglied von„Immertreu" gerettet habe, der in diesem Verein«ine einfluß- reiche Rolle spiele und der immer erklärt habe, man solle erst ab- warten, was aus der Sache werden würde. Staatsanwaltschaftsrat Lattä verlangte im Hinblick auf die öffentliche Sicherheit schärfst« Maßnahmen gegen die Mitglieder dieser Verbrechervereine und ver- sagte den beiden Angeklagten, die schon eine Reihe von Vorstrasen haben, mildernde Umstände. Er beantragte je S Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Das Gericht kam aber zu einer etwas milderen Beurtellung der Tot, indem es die Jugend der Angeklagten berück- sichttgte und sie deshalb noch nicht ins Zuchihaus schicken wollte. Beide Angeklagten wurden zu je 3 Iahren Gefängnis ver- urteilt. Lteber 100 Zeugen im»Immertreu�- Prozeß. Die Anberaumung der Hauptverhandlung gegen die wegen Be» teiligung an der Straßenschlacht in der Breslauer Straße angeklagten acht„Irnlmerlreu'-Letxte stößt auf bisher nicht vorausgesehene Schwierigke�en, so daß der Prozeßbeginn erst Anfang Februar, voraussichtlich am 5. Februar, stattfinden wird. Der Vertreter der Anklage, Staatsanwaltschaftsrat Zinzmertnann, hat allein die Ladung von 30 Zeugen beantragt, und zwar lediglich Tat- zeugen, da er die Prozeßführung auf di« tatsächlichen Vorgänge beschränken will. Dagegen haben nunmehr di« Rechtsanwälte Dr. A l» b e r g, Dr. F r e y und Dr. F r« u d« n st e i n die Ladung von annähernd 80 weiteren Zeugen beantragt. Sie beabsichtigen, die Zustände in der sogenannten„Berliner Unterwelt" vor Gericht aufzurollen Es wird sich daher aus dieser Affäre ein Monster-Prozeß entwickeln, der die Oesfentlichkeit ein« Woche und darüber in Atem halten und der vermutlich auch reich an Zwischen- fällen fein wird. Schon jetzt werden besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen. So hat Staatsanwaltschaftsrat Zimmermann in der An- klagefchrift die Adressen der von ihm als Zeugen benanMen Hamburger Zimmerleut« nicht aufgeführt, um sie vor einem Terror durch di« Anhänger der den Angeklagten nahe- stehenden Unterweltorganisationen zu schützen. Di« Wohnungs» angaben der Zeugen werden in einer besonderen Lsste bei den Akten geführt. Die Aburteilung der„Immertreu'-Falles ist der 207. Strafabteilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte, deren Borsitz Amts- gerichtsrat Sponer führt, zugewiesen wortar. Die Verhandlungen werden in einem der Schwurgerichtssäle im Alten Kriminolgericht stattfinden. Von der Justizverwaltung werden während der Pro- zeßtage die umfangreichsten Absperrungs. und Sicherungsmaß- nahmen in und vor dem Gerichtsgebäude getroffen werden. Die Vorstrafenmaschine. Oer Berliner Magistrat wünscht Bestrafung. Es wird lustig drauflo-gestrast; das deutsch« Volk hat offenbar noch immer zu wenig Vorbestrafte. Der preußische Innenminister T r z e f i n» k i hat soeben die Einschränkung von Polizeistrofen ver- fügt:„Aufklärung statt Strafe" lautet die Parole: kein« Bestrafung bei geringer Schuld und unbedeutenden Folgen; Der- Warnung statt Strafe usw. Recht so! Schon längst sollte mit der ewigen Straferei Schluß gemacht werden! Folgt dem preußischen Innenminister der preußische Iustizminsster und verfügt auch er. daß die Stoatsanwaltfchast mit dem Gefetzesparagraphen, der ihr ge- stattet. Verfahren wegen Unbedeutenheit des Objekts«inzustellen, Ernst mache, so erhielte die Verfügung de» Innen- mini st er» ein« heroorragendeErgänzung Wie ober im Augenblick das Gericht sich als Lorstrafen-Mafchin« bewährt, zeigten zwei kürzlich stattgefundene Gerichtsverhandlungen vor dem Einzelrichter. Hansfriedeusbruch nennt sich das! Ein armer Teufel, seit Monaten arbeitslos, übernachtet in Zwischenräumen im Asyl für Obdachlose. Am 29. Dezember wird anläßlich einer Razzia festgestellt, daß er am Abend vorher nicht durch die Kontroll« gegangen, sondern sich in der dem Hauptgebäude gegenüberliegenden Holzbaracke, der sogenannten schmutzigen Abtei- lung, eingeschmuggelt hat. Das war widerrechtliches Be- treten des Asyls, also— Hausfriedensbruch. Der junge unvorbestrafte Bursche verteidigt sich vor dem Einzel- richter so gut er kann. Gerade sei er. wie i«den Abend, in Begriff gewesen, in das hauptqebäude hinein, zugehen, als ein paar junge Leute ihm zuriefen:„Gehen wir in die Baracken." Am Eingang habe der Wächter sie nicht angehalten, und so Hobe er in der Barocke übernachtet. Der Stodtinspektor als Zeuge be- flätigt, daß der junge Mensch keinen Anlaß gehabt habe, die Kon- trolle zu scheuen, er sei berechtigt gewesen, im Asyl zu übernachten. Der Richter kann nityt oerstehen, weehalb der Angeklagte gerode in der Baracke übernachtet hat. Bielleicht war es nur jugendliche Lässig- kett. Unachtsamkeit, Neugier oder ähnliches. Der Stadtinfpekdr er. klärt, der Magistratyab« ein Interesse, daß der> u n g« Mensch bestraft werde. Der Staatsanwall beantragt« drei Tage Haft wegen Hausfriedensbruchs. Fünf Tag« faß der junge Mensch aber schon in Haft: denn am 29. Dezember wurde er festgenommen, der 30. war ein Sonntag, also sitzungsfrei, ebenso Silvester und Neujahr. So erschien er erst am 3. Januar vor dem „Schnellrichter". Das Urteil lautet auf einen Tag Haft. Der junge Mensch ist nun v o r b e st r a s t— wegen Hausfriedengbruchs. Man bedenke, wegen einer so lächerlich geringfügigcn Sache wird aus Hausfriedensbruch erkannt. Und der Magistrat der Stadt Berlin will ein IMeresse daran haben, daß ein junger Mensch bestraft wird. Oer Betrug. Ein 20jShriger Arbeitsloser, in Beuthen zu Hause, be- findet stchausderWonderschast. Aus irgendeiner Stadt will er noch Breslau, um dort Arbeit zu suchen. In der Tusche keinen Pfennig. Im kalten Winter zu wandern, ist kein Vergnügen. Alfs verkriecht er sich im Bremferhäuschen und hofft, a l s blinderPojsagier unbehelligt nach Breslau zu kommen Alles verlöuft glatt. Die rhythmische Bewegung des Wapens schläfert den jungen Menschen ein Junger Schlaf ist fest und gesund, und als der Bursche erwacht, ist er längst über Breslau hinaus und i n Berlin am Schlestschen Bahnhof angelangt. Er reckt sein« steifen Glieder, entsteigt dem Bremferhäuschen, schreitet, vorsichtig um sich schauend, über dos Gleis und. wird gefaßt. Er steht Rede und Antwort, sagt, woher und wohin und wird eingelocht— weaen Be- truges an der Eisenbahngesellfchaft in der höhe von 36 40 M So erscheint er vor dem Einzelrichter Ein unbestrafterZwanzig- jähriger. Das Gericht verlätzt er aber als„Borde. straf« er" Der Staatsanwalt hatte zehn Tage Gefängnis bean- tragt, das Gericht erkannte auf ein« Woche. Fährt er ein zweites- mal im Dremferhäiischen und wird gefaßt, so ist die Straf« höher, und da« drittemal ist es Betrog im Rückfall, also ein Ver- brechen. Die Lorstrafen-Mafchin« funktioniert tadellos. außerdem eine erhebliche Gefährdung an Gesundheit und Leben der Bevölkerung zur Folge haben. Es liegt daher im Interesse der Bevölkerung selbst, sich durch keinerlei Vorspielungen und Redensarten zum Ankauf überreden zu lassen. Es fei ferner noch daraus hingewiesen, daß sämtliche An- ge st eilten und Arbeiter der Gaswerke gestempelte Lichtbildausweise haben, die vorgezeigt werden müssen. Dadurch ist jedem die Möglichkeit gegeben, sich vor Schaden zu schützen._ Zum Maqdeburger Parteitag. Die Delegierten des Kreises Mitte nahmen In einer Der- fammlung am Montag im hackeschen Hof zum Magdeburger Partei- tag Stellung. Das Referat über das Wehrprogramm hielt Reichs- tagsabgeordneter Genosse Franz Künstler. Nach einer treffenden Kritik an der heutigen Reichswehr sprach Genosse Künstler zum Wehrprogrammentwurf, dem er bis auf di« Einleitung des§ 3 zustimmte. Er verlangte, daß der Magdeburger Parteitag eine andere ileberleitung zu den Tage-fragen schaffen soll. In der Diskussion stimmten die Genossen der Auffassung des Referenten zu und nahmen eine Resolution an, in der»ernste Bedenken" erhoben werden gegen den Abschnitt 3 des vom Wehrausschuß vorgelegten Entwurfs zum Wehrprogramm, worin die Notwendigkeit einer deutschen Wehrmacht angesichts imperialistischer und faschistischer Strömungen anderer Staaten betont wird. Die Deiegiertenkonfe- renz erwartet, daß der Parteitag diesen Bedenken Rechnung trägt. Die Beratung des Statutenetttwurfs wurde auf die im nächsten Monat stattfindende Delegiertenversammlung vertagt. Als Delegier» ter zum Parteitag wurde der Genosse Riefe mll großer Mehrheit gewählt. Aulobusverblndllng Dresden— Prag. Mit Beginn der dies- fähr'gen Dresdener Ausstellung»Reisen und Man- d e r n" will ein Prager Reisebureau eine regelmäßige Autobus- Verbindung Dresden— Prag einrichten. Di« auf vier Stunden berechnete Fahrt soll In dreiachsigen Schnellautöbussen erfolgen. hin und zurück wird nur an drei Stationen gehalten. Der Fahr- preis fall 50 Kronen bzw. 6,25 M. betragen. Ein TNelhufalem. In Budapest ist dieser Tage der Armen» Hausbewohner Barnabos Koltzl, ein früherer Kauf- mann, im Alter von112Iahr«n gestorben, Raumnotder Technischen Hochschule Eine Flucht in die Oeffentlichkeit. Zeitungsnachrichten hatten gemeldet, daß man an der Tech- bar erschwert und damit auch die Industrie zu schädinischen Hochschule Berlin Charlottenburg große gen droht, verdient Beachtung Die Hörsäle reichen nicht mehr Baupläne vorhabe, deren Ausführung fünfundzwanzig Millionen aus, die Schar der Hörer aufzunehmen. Für einige Vorlesungen, Mark kosten werde. Dieses Gerücht ist für Rektor und Senat der die von 600, 700, ja 900 Hörern belegt werden, stehen hörsäle mit Hochschule ein Anlaß gewesen, Vertreter der Presse Berlins zu sich mur 400 bis 500 ẞlägen zur Verfügung. Manche Laboratorien sind zu bitten und ihnen zu erklären, daß leider noch nicht viel Wahres in engen Räumen untergebracht, in denen es an Tageslicht und daran sei. Geplant wird schon seit langem, die Hochschulräume zu Luftzufuhr fehlt. Auf Lichthöfen hat man Behelfsbauten errichten erweitern, aber das Geld hat bisher noch immer gefehlt. In den müssen, so daß Räumen des Erdgeschosses Licht und Luft abgeschnitten Jahren des Krieges und der ihm folgenden Geldentwertung war an wird. Wo mit Hochspannungen( bis 1 Million Bolt) gearbeitet wird, Erfüllung der schon vor dem Kriege geäußerten Wünsche selbstver kommt noch eine besondere Gefahr für Gesundheit und Leben hinständlich nicht zu denken. Inzwischen hat die Technische Hochschule zu. Man versteht es, daß Rektor und Senat schließlich durch eine Berlin eine ganz außerordentliche Mehrung der Studierenden ge-" Flucht in die Deffentlichkeit" auf diese schlimmen Zustände auf babt( von 1909 bis 1928/29 von 2247 auf 5688, auf das Zweiund- merksam machen zu müssen geglaubt haben. einhalbfache), so daß der Wunsch nach Raumerweiterung immer dringender geworden ist. Aber von den etwa fünf Millionen Mark, die für den ersten Abschnitt der notwendigen Ermelterungsbauten erforderlich wären, sind einstweilen knapp zwei Millionen Mart bereitgestellt. Noch weiß niemand, wann die Bauausführung zustande kommen wird. Daß die Raum not in der Technischen Hochschule faum länger zu ertragen ist, davon konnten die Gäste sich bei einem Rundgang durch das Gebäude überzeugen. Die Klage, daß die Raumnot be reits die Ausbildung der Studierenben sehr fühl Horst Kiebach soll aussagen. Die Fortführung des Maffenmeineidsprozesses. Die Berhandlungen in dem Maffenmeineidsprozeß mit den zehn Angeklagten wurden heute früh nach eintägiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Troh des Geständnisses der Frau Ohlerich und der weiteren Geständnisse der von ihr zum Meineide mitangeftifteten Angeklagten fam es erneut zu scharfen Gegensätzen zwischen den beiden Gruppen auf der Anklagebant, der Anftiflerin und ihrer Opfer. Während Frau Dhlerich immer wieder beftritt, auf ihre Schwur zeugen eingewirtt zu haben, stellten diese es so dar, daß sie den Ueberredungstünsten der Frau Dhierich erlegen jelen. Rechtsanwalt Dr. Herbert Fuchs stellte den Antrag, den auf Lebensdauer im Zuchthaus in Sonnenburg internierten Horst Kiebach, von dessen Vernehmung das Schwurgericht eigentlich Abstand nehmen wollte, unbedingt als Zeugen vorführen zu fassen. Horst Kiebach fei ein Hauptzeuge, und er schreibe ihm, dem Verteidiger, daß teiner Frau Ohlerich beffer lenne als er. Er miffe, welchen dauernden und verderblichen Einfluß diese gefährliche Frau auf seine Familie, deren böser Dämon sie gewesen fei, gehabt habe. Der Verteidiger fügte hinzu, daß Frau Ohlerich jetzt den Eindrud einer gutmütigen Person mache. Offenbar verstelle sie sich aber jetzt, denn sonst wäre es nicht zu verstehen, daß das frühere Schwur. gerichtsurteil sie als eine Persönlichkeit kennzeichne, die mit der ganzen Schwere des Gesezes getroffen werden müsse. Horst Kiebach müſſe persönlich vorgeführt werben, benn es tomme auf ben per sönlichen Eindrud an. Rechtsanwalt Dr. Mendel, der Frau Ohlerich zuerst verteidigt hatte, und jetzt gegen fie einige ihrer Opfer einige ihrer Opfer vertritt, sprach die Vermutung aus, daß Frau Ohlerich gar nicht trant sei, sondern fimuliere, um einen günstigen Einbrud zu erweden. Rechtsanwalt Dr. Binder verlangte nunmehr, daß durch einen Gerichtsarzt festgestellt werde, daß Frau Dhlerich eine sterbenstrante Frau sei. Dieser Auffassung schloß sich auch der Inflagevertreter, Staatsanwaltschaftsrat Ruthmann, an. Bunächst wurde die Bernehmung der Angeklagten fortgesetzt, und es wurde die 25jährige Charlotte Riebach aufgerufen. Sie ist beschul. digt, zwei meineide geleistet und fünf falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben. Die Angeklagte ist geständig, behauptet aber ebenfalls, daß Frau Ohlerich auf sie so lange eingeredet habe, bis sie alles glaubte, und ihren Wünschen ohne jeden Vorteil Redynung getragen hätte. Eine tolle Autofahrt. Das Ende am Laternenpfahl. Begen fahrlässiger Rörperverlegung mußte fich der 40jährige Arzt Dr. Balter Göß aus Berlin- Charlottenburg vor dem Pots. damer Schöffengericht verantworten. Der Angeklagte war am 8. September mit seinem Kraftwagen, den er selbst steuerte, nach Potsdam gekommen, um hier einen ihm betammten Arzt zu einer Autotour abzuholen. Der Vorschlag, durch Gründung neuer Technischer Hochschulen den Strom der Studierenden abzuleiten, findet in Berlin begreiflicherweise nicht viele Freunde. Uebrigens sind die Zunahmen auch an anderen Technischen Hochschulen so start, daß schon an Steigerung der für die Ausbildung zu stellenden Anforderungen gedacht wird. Selbst wenn es in Berlin gelänge, den Andrang zu hemmen, fäme man hier um die Raumerweiterung doch nicht herum. Das Unterrichtsministerium möchte Abhilfe schaffen, tann aber nichts tun, fo lange die Mittel fehlen. Der Neubau eines physikalischen Instituts soll nächstens in Angriff genommen werden. Alle anderen Neubaupläne sind auf unbestimmte Zeit zurückgestellt worden. Die Todeskugeln des Redakteurs. Folgen eines Erpresserprozesses vor dem Wiener Gericht. Bor dem Wiener Landesgericht begann ber Aufsehen erregende Prozeß gegen den Redakteur poffl, der im Juni vorigen Jahres im Laufe eines Beleidigungsprozesses seinen Redaktionsfollegen Bruno Wolf im Gerichtssaal erfchoffen hat. Das zurückgekaufte Diebesgut. Umgang mit Einbrechern. Hamburg, 16. Januar. Durch einen verwegenen Einbruch waren aus einem Juwelen geschäft in den Alsterartaden Schmucksachen im Werte von 26 000 m. geraubt worden. In einem höflich gehaltenen Zeitungsinferat, in dem die Herren Einbrecher" zu ihrem Erfolg beglückwünscht wurden, richtete der Inhaber des Geschäfts die Bitte an sie, sich auf Verhandlungen einzulassen; man würde die Ware an einem neutralen Ort für einen Preis zurückkaufen, den kein anderer be= zahlen würde. Die Polizei sollte nicht benachrichtigt werden. Tatsächlich riefen die Einbrecher telephonisch an und vereinbarten eine bestimmte Summe gegen Rückgabe sämtlicher gestohlener Stücke. Zu diesem Zwede sollte der Inhaber des Geschäfts allein im Stadtpart erscheinen. Am verabredeten Ort stellten sich, nach einem Bericht des Hamburger Fremdenblattes", pünktlich zwei Herren ein, die, wie der Juwelier beobachten konnte, für alle Fälle für Rückendeckung gesorgt hatten. Als die Einbrecher zuerst das Geld für die Ware verlangten, zählte ihnen der Juwelier aus der Brieftasche die Scheine vor. Sie prüften deren Echtheit und holten darauf die gestohlenen Stücke, die einzeln in Zigarettentüten gewickelt waren, hervor. Dabei stellte sich heraus, daß einige Sachen fehlten. Diese sollten nachgeliefert werden. Aber der Bestohlene ließ es fich nicht nehmen, den entsprechenden Prozentsatz des Wertes von der Derabredeten Summe abzuziehen, was als forreft von der Gegenfeite genehmigt wurde. Bei der Verabschiedung bemerkten die Verbrecher: Wir freuen uns bloß, daß die Kriminalpolizei teine Belohnung triegt." " Seinen 65. Geburtstag feiert heute Genosse Alfred Schwahn, der Vorsitzende der 39. Abteilung, in der Berliner Parteibewegung eine bekannte Persönlichkeit. Seit über 40 Jahren in der Partei tätig, besonders im früheren 2. Berliner Reichstags= wahlkreis, hat Schwahn den Bahlmorgen" ins Leben gerufen, der fich gerade in legter Zeit wieder eines regen Zuspruchs erfreut. Mit Zubeil verband ihn eine innige jahrzehntelange Freundschaft, und wenn Frig in seinem Wahlkreis teinen Saal zur Abhaltung Don Bersammlungen betam, so löfte Schwahn die Lokalfrage derart, daß er einen Platz mit einem Schuppen erwarb, der zu Bersamm lungszweden diente. So wurde Schwahn märkischer Grundbefizer, ohne etwas davon zu haben. Dem allezeit Hilfsbereiten ist zu wünschen, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht lange im Kreise der Genossen des 6. Kreises für den Sozialismus zu wirken. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin G 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts. au richten. In der Berhandlung gab Pöffl an, Sohn eines österreichischen Offiziers zu sein. Er habe seine journalistische Laufbahn bei amtlichen Pressestellen in Triest und Wien begonnen. Nach seiner Rückkehr aus dem Kriege sei es ihm schwer geworden, eine journaliftische Stellung zu erhalten. In diesem Zusammenhang erging sich Böffl in heftigen Ausfällen gegen die Organisation der Wiener Breffe, die während des Krieges ins Leben gerufen worden ist. In der Nachmittagsverhandlung wurde der Angeklagte über die verschiedenen Fälle befragt, wegen der ihm von dem erschossenen Redaktionsfollegen Wolf der Vorwurf der Erpressung gemacht wurde und die den Hauptgegenstand einer Ehrenbeleidigungsflage des Angeklagten gegen Wolf bildeten. Der Vorsitzende stellte fest, daß im„ Neuen Wiener Journal" verschiedentlich bezahlte Ar titel erschienen sind, und der Angeflagte mußte zugeben, daß er an dem dafür bezahlten Betrag prozentual beteiligt war. Der Vorsitzende bemerkte, daß die Beträge, die der Angeklagte in Form von Provisionen bezogen habe, viel höher waren als fein Gehalt der Angeklagte gibt an, er habe seinerzeit von Castiglioni, der eine Bant lettete und einen eigenen Nachrichten dienst hatte, politische Meldungen erhalten, wegen deren Aufnahmes Morgen, Freitag, den 18. Januar. in das Blatt sich Wolf zur Wehr setzte. Nach Rücksprache mit dem Herausgeber Lippowitz seien diese Artikel dann erschienen. Die Bernehmung des Angeklagten, die sich im allgemeinen ruhig abspielte, erreichte ihren Höhepuntt, als der Angel'agte über die letzten Tage vor der Tat aussagen mußte. Er schilderte hier mit erregter Stimme, wie er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in große Notlage geriet und führt an, daß er einmal, als er bei einem Industriellen wegen eines Inferatauftrages vorsprach, von biefem aber abgewiesen wurde, ihn in seiner Not um einige Schil. ling angebettelt habe. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freie Schulgemeinde: Heute, Donnerstag, 17. Januar, 19% Uhr, in der Schule Danziger Str. 23, GeneralversammTung. Geschäftsbericht, Raffenbericht, Neuwahlen. 7. Kreis Charlottenburg. Der für heute angefehte Rurfus der Arbeiter. Bildungsschule im Jugendheim( Europäische Probleme") beginnt umständehalber erst in 8 Tagen, Donnerstag, 24. Januar, 19% Uhr, im Jugendheim Tofinenftr. 4. Referenti: Genoffin Dr. Fabian. 11. Areis Edöneberg. Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, bei Will, Martin- Luther. Straße 69, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. 14. Kreis Neukölln. Donnerstag, 19% Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung an belannter Stelle. Die Angaben über die letzten Stunden vor der Tat brachte der Angeflagte mit trampfhaft erregter Stimme vor. Die Verhandlung erlitt eine vorzeitige Unterbrechung, da das Gericht beschloß, den Berteidiger Dr. Gürtler feiner Tätigteit als Rechtsbeistand des Angeklagten zu entheben, weil er der Mah. nung des Vorfikenden, sich in feiner Fragestellung auf das Prozeßthema zu beschränken, nicht Folge geleiftet hatte. Die Ausführungen über Grippeerkrankungen im geftrigen Morgenblatt vom Genoffen Dr. Korach enthalten im ersten Sage einen Druckfehler, der zu Mißverständnissen Veranlassung geben Tagen nicht zugenommen, aber auch taum abgenommen. fann. Richtig muß es heißen: Die Grippe hat in den allerletzten Bezirksausschuß für fozialisti che Bildungsarbeit, Berlin. Sonnabend, In der Wohnung feines Freundes wurde ihm gefagt, daß der ben 19. Januar, 19, Ubr, im ehemaligen Herrenhaus, Bortrag, Brof. Dr. 5. Maret- Breslau über: Betreffende in einer Weinhandlung fäße. Ankurbeln und hin! Imalaisenta mpi". Saiten zu 50 Bf. in unserem Bureau, Lindenstr. 3. Proletarischer Stulturmille und Weinstübchen wurde manches Gläschen geleert. Profit und nochmals beatervorstellung. Sonntag, den 27. Januar, 15, Uhr, im Profit! Nun stiegen beide Herren ins Auto, und es ging los, aber Staatlichen Schiller Theater, Charlottenburg, Bismardstraße: Gin befferer Herr". wie! Bon einer Straßenede zur anderen. Zuerst wurde ein Starten zu 1.50 M., einfchl. Garderobenablage, find bei den Funktionären, in den bekannten Stellen und in unserem Bureau, Linden. Fräulein Schwannite aus Potsdam, die zwei Fahrräder führte, ftraße 3, zu haben. angefahren. Das junge Mädchen stürzte und erfitt eine Brustquetschung. Dann saufte das Auto gegen die Bordschwelle und fuhr gegen einen anderen Wagen. Ein Potsdamer Regierungsrat und Baumeister rief den betrunkenen Chauffeur an. Aber aus dem Auto tam lallend die freundliche Aufforderung:„ Mensch, mach, daß du nach Hause fommit!" Jezt prallte das Auto mit voller Bucht gegen einen Laternenpfahl; es überschlug sich und ging in Trümmer. Die beiden Infassen wurden unversehrt hervorgeholt. Der Staatsanwalt beantragte 700 M. Geldstrafe. Das Urteil betrug 400 M. Strafe. Gefängnis statt Zuchthaus. Begnadigung des Geifenhändlers Gutowifi. Der wegen Totschlages vom Schwurgericht I vor einiger Beit zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilte Seifenhändler und ehe. malige Schupowachtmeister Paul Gutowsti ist auf Antrag der Rechtsanwälte Di. Herbert Fuchs und Dr. Artur Brandt vom Staatsministerium teilweise begnadigt worden. Die Suchthausstrafe ist in Gefängnisstrafe von gleicher Dauer umgewandelt worden. Wie erinnerlich, hatte Gutowski ein Straßenmädchen, mit dem er in einem Hotel in der Nähe des Alexanderplates abgestiegen mar, weil er sich bestohlen glaubte, im Streit erwürgt. Gegen Gutowski bestand der Verdacht, noch einen zweiten Frauenmord in der Kurfürstenstraße verübt zu haben. Dort hatte man die Leiche der Stüße Anna Desterreich gefunden, während Gutowski ver. schwunden war und sich erst nach einiger Zeit freiwillig stellte. Seine Behauptung, daß das Mädchen einen plöglichen natürlichen Tod ge funden habe, fonnte nicht widerlegt werden. Funkwinkel. Heute, Donnerstag, den 17. Januar. 25. Abt. Achtung, Kreisbeleg erte! Die Ausmeise zur Kreisbelegiertenper femmtung werden am Freitag 18 Januar, in den Rafino Festfälen, appealing 15, am Eingang ausgehandja 28. 9. 19 Uhr in den Rafino- Feftsälen, Pappelallee 15, Rreisvertreterpers Jammlung. Die Kreisvertreter erhalten ihre Ausweise bei der Türkontrolle beim Genoffen Bahr. 54. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Möller, Franklin. ftraße 19.( Mandate zum Kreisvertretertag werden dort ausgegeben.) 108. Abt. Rövenid. 19% Uhr Mitgliederversammlung im Stadttheater, Heiner Gaal, Friedrichstr. 6. Vortrag: Der Reichsparteitag in Magdeburg." Referent Arthur Crispien, M. d. R. Der Bezirtstag am 3. Februar Wahl der Delegierten zum Pezirksparteitag. 118. Abt. Sichtenberg. 19% Uhr Funktionärsgung beim Genoffen Mar Ludwig, Rosenfelderstraße, Ede Prinzenallee. Etellungnahme zum Kreisvertreter. tag. Erscheinen aller Delegierten ist Pflicht. * 34. Abt. Conntag, 20. Januar, 10 Uhr, Besichtigung des Waisenhauses der Stadt Berlin, Alte Jatpbftr. 33-35, mit Bprtrag des Berwaltungsbirettors Golz. Treffpunkt 94 Uhr am Comeniusplag, für Nachgligler pünktlich 10 Uhr vor dem Waisenhaus. 85. Abt. Tempelhof.. Gonnabord, 19. Januar, 20 Uhr, erweiterte Borstands. figung bei Tommerening, Berliner Str, 100. 93. Abt. Neukölln, Sonnabend, 19% Uhr, im Lotal 8immermann, Treptower Straße 10, wichtige Besprechung des Abteilungsvorstandes mit ben Kreis vertretertagsdelegierten. Frauenveranstaltungen. 5. Kreis Friedrichshain. Freitag, 18. Januar, 18-22 Uhr, Nähabend in der Nähstube Brommnstr. 1, 5 Treppen. Es wird um pünktliches Er. fcheinen gebeten. 9. Abt. Heute, Donnerstag, 17. Januar, 19 Uhr, bei Sübner, Wilsnader Straße 34, Frauenabend. Auf der Tagesordnung steht 1. Wahlen, 2. Ber schiebenes. 22. Abt. Alle Genoffinnen beteiligen fich am Freitag, 18. Sanuar, 20 Uhr, an ber Rreisfrauenveranstaltung in ber Löwenbrauerei, Hochstr. 2. 1. Film: Was wir schufen". 2. Vortrag des Genossen Frizz Wolff über Sommunalpolitische Aufgaben". 110. Abt. Grünau. Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, bei Werner, Röpenider Straße 125, Vortrag des Genossen Hans Ramm über„ Die Geschichte der Arbeiterbewegung". Jungfozialisten. Gruppe Süben: Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, im Jugendheim Yordfir. 11, Liebknecht- Luxemburg- Abend. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Recis Neuteln: Freitag, 18. Januar, 20 Uhr. wichtige Selferversammlung in der Barade Ganghoferstraße. Anträge zur Berliner Generalversammlung müssen eingereicht werden. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. Geburtstage, Jubiläen usw. 56. Abt. Charlottenburg. Unserem Genossen Arthur Schulze z feinem 50. Geburtstage bie herzlichsten Glückwünsche. Im Rahmen der Internationalen Abende" gelangt Vorträge, Vereine und Versammlungen. der Berliner Sender jetzt zur Türkei. Hier beginnen die Schwierig teiten der Uebersetzung und auch vielleicht des genauen Verständ nisses, denn die Türkei gehört einem anderen Sprachtreis an als dem indo- germanischen. Wer kennt von den Hörern Arabisch und Türkisch im Original? Aber diese Uebersetzungen, von Hans Bethge, Carl Frand und anderen besorgt, erinnern an die Welt von Tausendundeiner Nacht" und auch entfernt an die des Alten Testamentes. Jm Grunde heute noch die Macht der Metapher, die mit Bildern und Vergleichen überladene Sprache, die Freude an der ständigen Bariation eines einzigen Gedankens. Und hinein Flingt Schicksalhaftes, Ergebenes, Unentrinnbares, eine Schwermut, die vielleicht für Osmanen feine ist, die uns Abendländern aber so erscheint. Fränze Roloff findet selbst in einer Monotonie des Vortrags ergreifende Töne. Bielleicht stilifiert sie diese Dichtungen etwas zu betont auf die Dekadence auf Stimmungsmalerei impressionistischen Charakters. Die türkische Musik wird durch Original. platten dem Hörer vermittelt. Und das ist gut, es fehlt das europäische Medium, das diese Dinge entstellen fönnte. Mert würdigerweise flingen in einigen Liebesromanzen bekannte Afforde aus Berdis Tempelszenen im ersten Aida- Akt an. Liebe erhält eine beinahe jatrale Stimmung. Am interessantesten jedoch die religiösen Gesänge, die auf einem monotonen Rhythmus, der gerade durch diese Monctonie aufreizend wirkt, einen rezitativischen Gesang aufbauen, der wie die Delirien eines Fanatiters wirft. f. S. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäfts ftelle: Berlin 14. Sebaftianfte 37/88, Sof 2 Tr. Freitag, 18. Januar. Friedrichshain: Jungtameraden 17% Uhr Turnhalle Memeler Str. 25. Reinidendorf- West: Antreten 19 Uhr im Vereinslokal zur Werbeversammlung in Bittenau. Nad zügler 20 Uhr bei Schulz, Wittenau, Hauptstraße. Pflichtveranstaltung. Bernau: 20 Uhr Jahres hauptversammlung bei Modisch. Jahresberichte, Wahlen. Are's 8: Die auf ben 27. Januar angefeßte Kreissigung im Sigungsfaal des Gaues wird auf Sonntag, 3. Februar, vorm. 10 Uhr, verlegt. Tagungsort derfelbe Umbestellung erfolgt durch den Gau. Friedrichshain, Kamerabschaft Memel: Donnerstag, 17. Januar, 19% Uhr, Generalversammlung bei Engel, Memeler Straße 18. Neuwahl. Erscheinen Pflicht. Lichtenberg, Kamerabfchaft Karls. horft: Tonnerstag, 17. Januar, 20 Uhr, Vollversammlung im Deutschen Haus, am Bhf. Karlshorst. Filmvortrag. Erscheinen Pflicht. Stenlig Ortsverein): Freitag, 18. Fanuar, fällt der Seimabend des Jungbanners aus. Dafür Befuch Der Beranstaltung der Wintersportabteilung im Berliner Rathaus. Treffpunkt 18% Uhr Rathaus Eteglik. Dentier Mon' ster bund, e. B., Ortsgruppe Berlin. Frau Dr. Karen Sornen spricht am Freitag, 18. Janrar, 20 Uhr, im Werner- Siemens- Feal. anmnafium, Schöneberg, fohenstaufenstr. 47-48, über„ Die geheime Feind. feligkeit zwifchen Mann und Frau". Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgenend nochdr bei b.). Bettweile beiter, obne wefentliche Echneefälle Temperaturen auch am Tane mehrere Grade unter Null Für Deutschland: Nur noch im öftlichen Küftenoebiet vielfach Echnecfälle, im übrigen Reiche teilwei heiter, überall strenges Frostwetter. Llm die Agrarkrise im Osten. Oer Kampf gegen die preußenkaffe.— Phrasen helfen nicht mehr. £« Dom„Eiirffiön?" besprochen« Veröffentlichung der Preußen« iais« über die Lage der landwirtfchasllichen Großbetriebe in den östlichen Landesteilon bat in der Nechteprejs««inen Sturm der Eni- rüslung und«ine Flut oon Angriffen gegen die Preußische Zentral, genossenfüiaflstas!« heworgerusen. In Anbetrocht der nüchternen Feststellungen der Vroschür«. könnte da» nur mit größtem Erstaunen betrachtet Verden, wenn nicht gerade dies, Art des Widerhall» mit aller Deutlichkeit zeigt«, daß die Preußenkas!« mit chrex Veröffent- lichung Vahrscheinlich gegen den Willen ihrer Autoren an die brennendsten Fragen der deutschen Agrarpolitik gerührt hat. Was hak die preukeukaste festgestellt? Dies« unsinnig« Hetze arbeitet mit einer Fülle der bösartigsten Unterstellungen, denen gegenüber«• notwendig erscheint, festzustellen. wa» eigentlich von der Preußenkass« tatföchlich gesagt worden ist. Schon die B«rlchuldungserh«bung der Wirtschaft»- enquete de» Reiche» zeigt« im vorigen Jahre, daß bei einer Analyse der geographischen Verteilung der landwirtschaftlichen V«r» schuldung sich der deutsche Osten eindeutig vom Westen und von Mitteldeutschland abhob, insofern hier durchweg im Verhältnis zum Wert der Betriebe ein« höhere Verschuldung festzustellen war. als dort. Um die Richtigkeit dieser Enqueteergebniss«, dl« sich aus Buch- sührungsergebnisse oon noch nicht 18stO Betrieben in ganz Deutsch- land stützten und aus den 30. Juni 1926 abgestellt waren, nachzu� prüfen, nahm die Preußenka's« mit Hilfe de? landwirt- schaftlichen Genossenschaslen eine sehr viel genauere Erhebung über die Derichuldung der ostelbischen Großbetriebe vor. Es gelang ihr dabei, über 5000 Beirieb,, d. h. rund 38 Proz. aller Betriebe dieler Größenordnung in Ostdeutschland zu erfassen. Da die Erhebung auf den 31. Dezember 1927 abgestellt wurde. dietet sie für den Lrei» der erfaßten Unternehmungen und die ihnen vergleichbaren ähnlichen Unternehmungen in diesen Gebieten ein weit bessere» Bild ihrer finanziellen Lag«, al» es der Enqueteauefchuß der Oesfentlichkeit bot. Da die Erhebung halbjährlich wiederholt werden soll, darf man ruhig sogen, daß hier für die lausend, Beobachtung ker finanziellen Enlwickiung der landwirtschaftlichen Großbetriebe Ostelbien» zunächst einmal»ine vorbildliche tonjunktur» statistische Arbeit geleistet worden ist. deren Wert auch von denen anerkannt werden sollte, die sich den Schlüssen, die die Preußenkass« au» ihrer Erhebung zieht, aus politischen Gründen widersetzen zu müssen glauben. Da, Resultat der Erhebungen der Preußenkass« ist die»: in bestimmten nach Kreisen abzugrenzenden Gebieten Ostelbien» ist «in, erheblich« Anzahl von landwirtschaftlichen Großbetrieben in größtem Umfange derart verschuldet, daß ein« Sanierung ohne er- Keblich» Verlust« der Gläubiger nicht möglich«rscheint und daß bei Fortführung der Betriebe ohne finanziell« Neuordnung mit einem zunehmenden Verfall de» wirtschaftlich«» Zustande» der überschuld-ten Landgüter gerechnet werden muß. Ein» Häufung derartig«? v«r, fchullmngsfälle wird von der Preußenkass, in den folgenden Kreisen testgesteV: In Ostpreußen � Kreis Angerdurg..... ,»»»,. 14 . Frchhausen...,»»,».,..91 » ßtM•"»........»...11 ('. B9V«»«>0WOWOMO 12 - Seneburg............• 20■ r Wehlou... 13 tnsgesäint 91' In der Grenzmark Krei» Deutschkrvn«..... 11 . Schlochav.-�1® insgesamt' Z? In Pommern Kret, Belaarb.............?Z . Bublitz.............. 13 . Grimmen............. 43 „ Louenburg. 21 . Reustettin............. 94 . Rummelsburg........... 12 . Schinelbein 11 r Stolp........ 16 „ Franzburg............. 14 . Greifswald..,..,.,,,,,19 - Rügen, 4- Ist allen drei Provinzen insgesamt insgesamt süZ .... 370 Diese 870 Betrieb« sind keineswegs die einzig««, die über- schuldet wären, fondern di, Erhebung der Preußenkass« zeigt, daß außer ihnen allein in Kiesen drei Provinzen«och über 300 weitere Großbetrieb« als überschuldet angesehen werden müssen. Aber diese srellen nicht«inen so wesentlichen Teil der Großbetrieb« kleiner geographischer Bezirke dar, wie di« vorstehend nach Kreisen zu- fzmmengestelltcn Großbetrieb«. Da die Preußentasse mit allen anderen Beobachtern de» land- wirtschaftlichen GtUermarkte» darin übereinsttmmt, daß kein« Aus» stcht besteht, daß der srei« Gütermarkt heut« so sunktioniert, daß ein Uebergang der überschuldeten Betriebe In die Hand anderer privater Käus«? zu erwarten ist, und da andererseits ebenso unbestritten damit gerechnet«erden muß, daß die sinanziell« Ueberlastung der gegenwärtigen Besitzer dazu führt, daß si« gezwungener« m aß e n ihre Wirrschaft„aus den Hund kommen lassen", schlägt di« Preuhenkasse vor. daß der Gütennarkt belebt und dem vorhandenen Angebot eine Nachfrage gegenübergestellt wird. Die» kann bei dem Versagen des freien Marktes nur dadurch geschehen, daß der Staat als Reflektant für die überschuldeten Güter aus- tritt und so der raubbaumäßigen Vernichtung, der di« überschuldeten Güter sonst entgegengehen müssen, verhindert. vi«„Kölnisch« Zeitung" hat für diesen Vorschlag da» Worr von einer öffentlichen Latifundienwtrtschaft geprägt, ohne sich ofsenbar bewußt zu sein, wa» mit diesem Wort und wo» mit d«m Vorschlage der Preußenkass« geweint ist. E» bandelt sich nicht darum, nach Belieben große Güt-rlomplex« zu- sammenzutaufen. sondern e» handelt sich darum, daß der Bernich. tung heut« noch wertvollen, d. h. ertragfähigen landwirtschaftlichen Grund und Bodens vorgebeugt«erde« soll. Rur Böswilligkeit odgr Blindheit kann verkennen, daß die« letztere die zu lösende Auigab« ist. �si« richtig, die«ufnahmeorgemlsalton pnkruNfHsch zusammeazufassea, l«i es unter der Führung d«r Preußenkaffe, sei«» unter der de» pomänenfiokus, oder in den einzelnen Landesteilen dezentralisierte Aufnahmeorganisationen zu schaffen? Für die zentrasistische Lui> nohmeorgonijotion, yn« st« anscheinend dl« Preuße, itass« für zweck. mäßig hält, spricht entscheidend der Umstand, daß die Uebernahm« der Güter von ihren gegenwärtigen Besitzern, dt« regelmäßig nur unter Zuhilfenahme von Staatsmitteln erfolgen kann, praktisch in jedem einzelnen Falle mit erheblichen Geldverluste» von Gläubigern verbunden sein wird, und daß unter den von diesen Verlusten betroffenen Gläubigern die landwirtfchast- lichen Genossenschaften»in« besondere Rolle spielen «erden. Bei den meisten der hiervon betroffenen Genossenschaften besteht mm V«d«r ein« Kapitalbasts noch eine Kapitalreferv«, die es ihnen ermöglicht«, derartige Verlust« zu tragen, ohn« daß sie entweder auf ihr« hastpflichtigen Mitglieder im Umlageweg« zurückgreifen oder die Hilfe de» genossenschaftlichen Zentralkreditinstituts, also der Preußenkass«. in Anspruch nehmen müssen. Diese Hilfe kann jedoch di« Preußentasse au» rein geschöftlichen Erwögungen heraus nur dann gewähren, wenn sie durch möglichst unmittelbare Verbindung mit den einzelnen verlustreichen Sanierungsfällen in der Lag« ist, dahin zu wirken, daß die Berlust« im Rahmen des mögkichen ge- halten und die einzelnen Schuldenfällt so vorsichtig wie möglich behandelt Verden. Dies ist aber am besten dadurch zu erreichen, daß die im Lause der Aktion zu machenden Erfahrungen juristischer und ökonomischer Natur bei ihr zusammenlaufen und von ihr nutz- bringend verwertet werden können. Dadurch, daß die Preußen- tasse östlich der Elb« l6 Taxstellen errichtet hat, die mit den örtlichen Organisationen des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens aufs engst« zusammenarbeiten und heute bereits praktisch alle gefährdeten Betrieb« durch sorgfältige Ortstaxen gründlichst kennengelernt haben. ist für die Tätigkeit einer solchen zemralistischen Ausnahmeorgani. satlon bereits wichtige Vorarbeit geleistet und die engste Zusammen- arbeit dieser zentralistischen Organisation mit den interessierten ört- lichen Genossenschaften gesichert worden. All dies spricht für die zentralistisch« Organisation Di« An- Hänger der Dezentralisierung ignorieren aber, teil» bewußt, teil? unbewußt, die wichtig« Borarbeit der Preußenkosse und erstreben die Dezentralisation, um mit Hilf« der Laichwirtschaftskammern Mittel der öffentlichen Hand für die Ueberbezahlung der bankrotten Güter zu gewinnen und au» der Saaierungs- eise Subventionsakkion zu machen. Demgegenüber muß mit oller Veutlichkett betont werden, daß i für Subventionen das Ausmaß, in dem die össentlichc Hand hier I geradestehen müßte, ohnehin bereits viel zu groß ist. Zwar werd-� zunächst kerne gewaltige» Barmittel erforderlich sein. Biel? Gläubiger werden ohne weiteres bereit fein, noch länger still- zuhalten, soweit st« gesichert« Forderungen haben, die lich nach dem Uebergang der bankrotten Betriebe an ein potentes Unternehmen der öffentlichen Hand richten. Aber der Wiederaufbau der Betriebe und ihr« wemgstens teilweise Verwendung für Siedlungszwecke werden erhebliche Kapitalien beanspruchen, ganz zu schweigen vw» der Beanspruchurig, die sich für die Preußenkosse au» der Rm «endigkeit ergeben wird, Genossenschaften mehrere Jahre hindurch vor dem Zusammenbruch zu schützen. Da» Ressentiment rheinischer „Bauernführer� mit altadligem Nomen gegen die energische Leitung der Preußenkosse, die unsinnig« Hetze der Landbundpress», dl« gegenüber dem zahlenmäßigen Beweis der Unsnicht- barkeit der Agrarpolitik des Reichslandbundes selbst für den land- wirtschaftlichen Großbetrieb nicht» mehr kennt als demagogisch« Suboentionssordeningen, können an der deutlichen Sprache der Tatsachennichtsändern. Wird mchj der von der Preußrn- kasse gezeigt« Weg bald und entschieden beschritten, so muß miau?- weichlich die von der Preußenkosse befürchtete Schrumpfung de? Produktumsapparate« der gefährdeten Betriebe eintreten, bis sie-n einen Zustand völliger Auszehrung und Verwüstung verfallen sind. Di« Diskussion darüber, ob die Verhütung dieses Prozesses zw einer Strukturwandlung de» agrarischen Ostenz führen muß und od eine solche Strukturwandlung wünschenswert ist. ist heute nicht mehr am Platze. Jetzt geht es auch nicht mehr um die Frag?: Steigerung der laudwirtschaftlichen Produktion oder möglichst wiri- schaitliche. d. h. rentable Produktion, sondern der Agrarpolitik ist im deutschen Osten die Aufgab« gestellt, die Vernichtung jahrhundertealten Kulturboden» aufzuhalten. Es mag bequem fein, vom Rhein aus mit reaktionären Phrasen über dies dem Handelnden gestellte Thema hinwegzugehen. Aufrichtig ist jedoch diese sehr billige„Agrarpolitik" nicht. Ob Latifundien in der Hand des Staates entstehen oder nicht, ist eine Frage, die vielleicht für den theoretisierenden Journalisten, der weitab vom Schutz sitzt, Interesse hat. Wer dagegen die erdrückende Beweislast der vom(fnqueteauslchuß und von der Preußenkass« oerössem- lichten Materialien ernsthalt aus sich wirken läßt, wird sich des Ein- druck» nicht erwehren können, daß die Problem« der..Agrarpolitik in diesem Zusammenhange auch übermorgen noch früh genug dis- kuriert werden können, daß aber heute und morgen wirk- fom an der Erhaltung von wirtschaftlichen Werten gearbeitet werden muß, deren Vernichtung un- mittelbor droht. Arbeiislofigkeii wächst noch weiier. Aber wahrscheinlich Aerlangsamung im Tempo. Die Kurv« der Arbeitslosigkeit ist immer noch im steilen Anstieg begriffen. Di« außerordentliche Steigerung in der zweiten Dezemberhälfte dürft« sich in der ersten Ianuarhälft« nach den Berichten der Landesa rb«it»ömt«r Im Reich nicht so sortgesetzt hab«n; auch in den Vorjahren fand die stärkst« Zunahm, um dies« Zeit statt. Ob allerding« die ArbeUskosigkeit schon zwischen IS. und 31. Januar abnehmen wird, wird von den Witterungsver- Hältnissen abhänge«. Nach allen Berichten ist das sprunghaft, Ansttigen auf den besonder» strengen und an» hoktenden Frost zurückzuführ,«. Oos Maschinenjahr 1926. Im vezembar leicht« Besserung für die Maschineaindofirie. Der B,r«i» deutsch«? M a schi neu bau.Anstalt,« malt in»mer kurzen Rückschau aus das Lahr 1923 dos Bttd für die Maschiuenlndustrie ziemlich düster. Seit dem Frühjohr Hab« den deutschen Moschlnenbau der Einfluß einer langsam abbröckelnd«« Konjunktur beherrscht. Der Rückgang der Jnkandsauiträg«. her seit dem Frühspmmer 1927 nur in d,r Zeit von, November 1927 bis zum März 1923 umevörochen worden sei. Hab« sich im zweiten Haid- jähr 1923 noch verschärft. Die Abschwächung aus dem JnlandamoM konnte jedoch in gewissem Grade durch vermehrte Ausloudsaufträg« wieder ausgeglichen wenden, Infolge der vier- bis sechsmonatigen Bauzeit für Maschinen hätten die Aufiragsbestäuöe pym Vorjahrsboginn und di« Auftrag», zugänge bis März bis in das zweite Halbjahr 1923 hinein auf den Beschäftigungsgrad günstig gewirkt. Erst in den letzten Monaten de» Jahre» sei er bis aus 70 Proz. der Leistungsfähiakeit— gegen 75 Proz. bis zur JahresnnU,— zurückgegangen. Löhn«, Rohstoff- preise und Frachten seien im vorigen Jahr« noch gestiegen, so daß trotz d«» Absinkeus der Konjunktur auch im Maschine, chmi die Selbstkosten nicht in dem ersorderlichei, Maß« gesenkt worden seien. Wenn der BDMA. dann hinzufügt, daß diese Selbstkosten- «mwicklung, da si« sich im Widerspruch mit der Konjunkturbewegung befind«, zu Krise«md Arbeitslosigkeit führen müsse, so erinnern wir wieder daran, daß di« Einheitsfront der Maschinen. bau er mtt der Schwerindustrie nwder die inländisch« Nachfrag« noch Mafchinen bei den Konfumgüterindustrien«Höhen kann, noch zu einer Senkung der Rohstoffpreise beizutragen vermag, was für die Majchinenindustri« doch immechin von einiger Bedeutung ist. Im allgemeinen Hai der Monat Dezember gegenüber November ein« leicht« Besserung gebracht. Es erfolgt ein« geringfügig- Zunahme der Bestellungen, di« allerdings vom BDMA. als Ausfälle Im Aussperrungsmonat November gekennzeichnet werden. Der Rückgang des Beschäftig ungsgirodes hat sich infolgedessen gegenüber den früheren Monaten In der Moschinenindustri« erhAftich verlangsamt. Besser beschäftigt waren der Bau von Werkzeug-, Textil» und Holzbearbeitungsmaschinen. Ein« ungenügend« Veschöft'gung wird insbesondere für den Kraftmaschinenbau berichtet. Gesprengtes Kunstfetdekariell? Ausländische Konkurrenz erzwingt Preisabbau. Die Kunstseide in Deutschland wird billlgerl Dies» er- freuliche Tatsache haben die einheimischen Verbraucher aber nicht etwa der volkswirtschaftlichen Vernunft der Kunst. seid« Magnaten, sondern nur dem Vochi«nd«n Druck der au». ländischen Kankurreirz zu verdanken. So hat sich dos deutsche Kunstseidetartelt jetzt entschließen müssen, die Preisbindung für die angeschlossenen Werte aufzuheben, damit sie dem Dordrlngen der ausländische» Konkurrenz durch Preisunterbietung Einhalt gebieten können. Im übrigen scheint« im Kunst seil ekartell nicht mehr recht geheuer zu sein. Herr Blüchgen, der führend« Mann im Sianzstoffkonzern. betonte zwar In einer Unterredung, daß aus der letzten Kartellsitzung völlige Einmütigkeit erzielt Vörden sei, doch entspricht die» offenbar nicht den Tatsachen. E» soll vielmehr aus der letzten Sitzung zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen dem Vertreter de» Farbentrvsts und der Glanz st offgrvpp« gekommen fein. Der Farbentrust- Vertreter erklärte kurz und grob, daß fein Unternehmen sich künftig überhaupt keinen Preisbindungen mehr unterwer- f« n verde, solang« noch Unterbietungen durch das Ausland statt- fänden, worauf d-r Delegiert« des Glarystofftonzern» nicht weniger scharf entgegnet«, daß sein« Grupp« dann all«, auch die niedrig- sten Preis« unUrbieten werde. Das schroff« Vorgehen de» Farbenttusts. der nach dem letzten Bervaltungsbericht in seinen Kunstseid«betrieben eine tägliche Leistung von 8000 Kilo erzielt, hängt offenbar mtt seinen weite ren Ausdehnungsbesirebungen in Holland zusammen. Hier wü d«r Farbentrust in der S n t a z r v pp e. d:« auch in England siarke Beteiligungen besitzt, festen Fuß fassen und ist dabei aus di« gleich fall» interessiert« Glanzstoftgruppe gestoßen. Kommt«» bei den b«d«n Großen nicht zu einer Verständigung, so ist da» Kartell g« sprengt und der PreUtamps wird auch uiuer den deutschen Fabriken mit der Erbitterung«ntbrennen. die unter„feindlichen Brüdern" üblich ist____ polnisches Relordkohlenjahr. Hinsichtlich der Kohlenförderung stellt das Jahr 1923 in Polen «in«n Rekord dar. Stach provisorisch»» Zahlen de» Industrie- und Handelsministerium» erreicht« di« Fövderung im Jahr« 1923 40,43 Millionen Tonnen, stieg also im Vergleich zum Vorjahre um 6,3 Prozent. Bei den einzelnen Kohlenbezirten ist di- Zunahme der Produktion verschied«,. Di« Förderung in vstobensltilesien wuchs im Vergleich zu 1927 um 3,7 Proz.. d>« de» Krakauer Kohlenbezirks um 3,2 Proz., während di« Förderung des Dombrowaer Bezirks etwa gleich geblieben ist Sm vergleich zum letzten Dorkrlegsjohr lSlZ stand die Produktton in Ostoberschlesien im Iohre 1928 noch um 6 Proz. unter dem Vorkriegsstand«, die Förderung der beidon übrigen Bezirk« dagegen um 12 bzw. 28 Proz. über der vorkriegshöh«.___ Sin Spihenverbond de? dcuifchen Zeilschrisiev Verleger. Unter großer Beteiligung der Zestschriftenoerleger aus allen Teilen Deutsch-- lands wurde durch Zusammenschluß des bisherigen Reichsv-rbondes Deutscher Yachzeitschriftowerleaer sowie des Vereins Deutscher Zeit- schristeiwerleger-Leipzig und der Vertreter wissenschaftlicher Zeit, (Christen al» Spitzenargonisation der Reichsverband Deut. scher Zeitschrlftenoerleger.«. V., Sitz Berlin, begründet Alz erst, Vorsitzende wurden Handelsrichter Erich Greisfenhagen-Berlin und Hosrat Horst Weber-Leipzig gewählt Der neue R-icheverbond will di« Standesinteressen des gesamten Zeitschriftengewerbes In gleicher Weise wahrnehmen wie die Parallelspitzenorganisationen im Zei- tung». und Verlagswesen. Di« Schußzollwelle in den Vereinigleu Skaaken. Bei den Ber- nehmungen über Zolltarife wünschten die Lertreter der Eisen. und Stahlindustrie«inen erhöhten Zollschutz, ohne jedoch genau« Dahlen zu nennen. Sie begründeten ihr« Forderung mit den hohen Frachtsätzen und Löhnen. Die angekündigten Zolworschläg« würden hauptsächlich em Gewichtszoll sein. Wo sich ein Wertzoll als notwendig erweise, müsse der amerikanftch« Grokhandelspreis am Importhafen zugrunde gelegt werden. Di« heimisch« Industrie, die 4,7S Milliarden Dollar investiert habe und 1,5 Mulionen Angestellte beichänige, könne dann 20 Proz. mehr ol» bisher produzieren. Sehr interessant bemerkte ein Vertreter des Handel, dazu, daß nur ein Zehntel(!) des verbrauchten Stahls importiert werde, was jedoch genüge, um die Kalkulation dieser Industrie im ganzen Gebiet der Bereinigten Staaten zu beeinflussen. Die schlechten Sitten Europas. den Jnland»verbrauch mit reinen Sch-'N-öllen zu verteuern. scheinen über dem großen Teich freudig Nachfolger zu finden. Stahl direkt au» Er;— ohne Hochofen. Die Bestrebungen. Stahl direkt au» Erz herzustellen, haben jetzt zu einem praktischen Versuch geführt Es handelt sich dabei um die Patente des lchwedilchen Ingenieur, Flodin. Um si« auf ihr« win jchastliche Brauchbarkeit zu erproben, hat man a»t einem Sernzsrn- werk der Stockholmer Handelsbank in Longshyddan mit einem Aostenoujivotch oon 1 Million Kronen einen elektrischen Schmelzofen erbaut, der Ansang Februar in Betrieb genommen werden und ein« Leistunassähigkeit von 3000 Tonnen Stahl pro Jahr haben soll. ' OonnerSiag 17. 3anuor 1929 Unterhaltung unö ÄAissen Beilage des Vorwärts Werner Alling: SpilM fWl �fOOl* Cf? war spät am Abend. Ich kam aus lustiger Gesellschaft von Amvekken herüber und wallte nach Sorgau, um den letzten Zug zu erreichen. Die Höhe lag schon hinter mir. In den Klstnerhäusern, die zum Vorwerk gehören, waren die Lichter längst verlöscht. -.h ging schnell voran. Der Diertelmond hing wie eine blutige Sichel über dem Moorwald. In den Gräben jlossen mi chige Nebel. Wer in sie hineingerät, den ersticken sie. dachte ich und hielt mich mehr auf der Mitte des Weges. Dort, wo das niedrige Gebüsch abschneidet und die alten Erlen und Weiden wie verkrüppelte Riesen im Morast knien, die ihre hundertfältigen Arme in grauser Angst emporstrecken, trat plötzlich ein Mann an meine Seite. Er war ebenso unversehens da, wie vorher niemand neben mir gewesen war. Die Nebel hätten ihn aus den schwarzen Moorlachen herausgesogen. Der Stoff des schäbigen ?lnzugs zog graue Schleierfäden noch sich Der Mann dämpfte. So- weit ich im Zwi elicht sein blast es Gesicht erkennen konnte, glänzte es feucht von Schweiß. Seine Brust arbeitet« schnell, g'eichwohl fragte er mich mit etwas heiserer, aber ganz ruhiger Stimme:»Sie gehen nach Sorgou?' Ich nickte, während ich meinen Schritt möglichst unauffällig beschleunigte. Er hielt sich an meiner Seite und meinte kurz: �sch gehe mit." Es schien mir nicht ratsam, diese aufgezwungene Begleitung auszuschlagen, zumal die Augen des Mannes mich aus halbgs. fchlostesten Lidern belauerten. Seine ganze Haltung hätte etwas ochleichend-Bedroh iches. Ich überlegte, daß ich mein ganzes Geld, mit dem ich bis zum Monatsende leben muhte, bei mir trug, außer» dem einen guten Anzug und den neuen, noch nicht einmal ab- aezah'ten Mantel. Ich schätzte die Aussichten eines Äampfes ab. Er wär nicht oiel kleiner alZ ich, aber schlanker. Seine Bewegungen verrieten Ärast und Gewandtheit. Immerhin traute ich mir zu. mit ihm fertig zu werden, wenn mcht der Mantel mich gehindert hätte. Ich zog chn also mit kurzem Ruck aus. wobei ich murmelt«, mir wäre zu heiß. »Das trifft sich gut," sagte er trocken, nahm mir das Lleidungs- stück ohne Umstände aus der Hand und schlüpfte hinein..Mir ist nämlich kalt." Bevor ich noch protestieren tonnte— im Augenblick hatte mich diese unerhörte Frechheil geradezu gelähmt—, faßte er mich bei- nah« freundschaftlich am Ann und flüstert« mir zu:„Wenn's nicht schief geht, kriegen sie ihn bestimmt wieder...." Die ironische Urberlegenheit sin Ton ärgarte mich zwar, aber sie beruhigte mich zug'eich selksämerwelse. Ueberdies hatte ex sich nun selbst in den Nachteil gesetzt, den ich anfangs sür mich gefürchtet haste. Mein Legleiter neigte sich mir zu. hob sein« Hände wi« zur Unterstützung seiner Rede und rief mit völlig veränderter höher Stimme:„Wer, Herr Pfarrer, Sie wollen wir doch nicht km Ernst -inreken, daß der Herr Jesus mit einem Brot fünftausend arme Teufel sattmachen, konnte." Er lochte ein herzerfrischend ungläu- biges Gelächter� dem� immeMn einiger RMekt beigemischt war! Sosort antwortete er sich selbst im tiefen gütigen Predigerton: 'y£ßn Evangelium darf man nicht zweifeln, jünger Mann. Tausend Jahre sind vor i h m wie ein Tag, weshalb sollen nicht fünftausend hungrige Menschen vor ihm wie eine Seele sein, die sein Wort speist und tränkt. Denn das Wort Gottes ist Brat...." Hier wurde der.junge Mann", der doch eben noch der Pfarrer gewesen war, hitzig. Seine Stimme überschlug sich fast. In den Pausen, da ihm vor Eiser die Worte ausgingen, lauschte der neu- trale Drille, näm'.ich der, der neben mir ging und die beiden an- deren so wunderbar in einen lheologischen Streit verwickelte, in die geisternde Nacht. Seine Züge spannten sich raubüerhaft. Mir wurde wirklich Angst vor ihm. Aber schon rief er in der Rolle des jungen Gläubigen:.Brot ist Brot, Herr Pfarrer. Und der Segen, der einige tausend Hungerleider satt gemächt hätte, ist noch nicht gesprochen worden...." .Aber... ober..." begütigte der geislliche Herr. Hinter un» vernahm ich Schritte, die aber noch fern zu sein schienen. Da bllnkte uns auch schon vän vorn ein trübes, durch den Nebel gsdampstss Licht entgegen. Der Mann schob seinen Arm unter meinen, preßte ihn wie in einen Schraubstock und zischt« mir ins Ohr: seinen Laut, Kerl!" Und rief auch schon fröhlich:.„Kein Aber. Herr Pfarrer! Aipch«n Wunder will gemächt fem, von selbst geht nichts in der Welt. Brat ist nun einmal..." Da war das Licht schräg vor uns. Zwei Gestalten hoben sich aus dem Dunkel. Ich erkannte deutlich zwei Gendatmen am über- gehängten Gewehr. Mit der Rechten krallte sich mein Beg'eiter an mkr fest, daß ich iäst schreien mutzte. Die Linke aber reckte er pathe. tisch gegen den Himmel, und zwar genau in dem Moment, als das Licht schwach über uns hinwegkröch. Mit starker Stimme orgelte der Pfarrer, als habe er die ganze Gemeinde vor sich:»Wahrlich. junger Mensch, Gott ist weit von dir gewichen. Es ist finster in deiner Seele. Wer nur nach irdischer Nährung trachtet, der ver» dirbt sich den Magen für die himmlische Kbst... Der würdige Herr fing an. geräuschvoll uüd gar gewaltig zu husten. Am Beben des Körpxrs spürte ich, daß mein Begleiter ein angestautes ungeheuerliches Lachen auf diese Weise«ntliw und wurde beinahe von seiner Heilerkeit angesteckt, obwohl mir kalte Schauer über den Rücken liefest: Er setzte das sonderbar« Zwiegespräch mit einiger Schonung seiner wanÄlungssähigen Stimme fort und gab mich frei. So kamen wir unangefochten am Krug vorüber, wo alles längst im Schlafe lag. Endlich kroch das Moor hinter uns. Das Gebüsch trat ausein- ander. Ejnige Lichter zeigten Dorf und Bahnhof an. Die Litanei veiftummt«. Der Mmm schöpfte tief Atem, ging noch einige Schritte schweigend an meiner Seite, wie in Gedanken, dann glitt er mit katzenärtiger Gewandtheit aus dem Mantel, warf ihn mir zu und sprang in den Acker. Di« Nacht hatte chn äugen» blicklich Versitzungen. Ich. zog die Uhr. Wir hasten den Erlenwald bt unglweblich kurzer Zkit durchquert. Der Zug war erst in einer halben Stunde fällig. Ich verlangsamte die Eastgart und grübelte, ob ich nicht doch auf Gefahr des Lebens hin die Gendarmen hätte anrufen sollen. Zugleich erfüllte mich die Tatsache, den Hütern des Gesetzes, wenn Wch.Mzmungene�aßen, einen Streich. gespielt zu haben, mit höchst unmoralischem Qtoltzl'.'i'-V-a;, V*„ii Wer jeneii Unbekaitte war, habe ich nie erfahren. Habe mich auch nie darum bekümmert. Daß er aber mindestens einig« Se- msstsr Theologie hinter sich hatte, daraus möchte ich meinen Kopf verwetten: so gewaltig hatte er Gottes Wort gepredigt und so un» gläubig darüber gelacht. W.emchen unter der Sahara Me seltsamsten Städte der Welt befinden sich, der Oefsentsichkett meist unbekannt, unter dem Wüstensande der Sahara, in einer un- lruchtdaren Gegend, über der die Todeegluten der Sonne zittern. Unverständlich ist«s, wie Menscheu dazu gekommen sind, hier in dieser oon anderen Völkern gemiedenen Wüstenei Städte und Dörfer anzufiedetn."Nur lue Tatsache, daß diese menschlichen Anstedlungen, zu den«» sogar die französische Distriitshauptstadt Mustnata gehört. schon seit rund 2000 Iahren bestehen und bewohnt sind, läßt es erklärlich erscheinen, daß heute noch Ist. Meter unter dem Bode» der -Sahara solch« Stadt« bestehen. Es sind hauptsächlich.«>« der Forschungsreisende Ernst oon Hesio- Wartegg berichtet, berberisch« und jüdische Stämme, die auf so seltsame Weise Ihr Dasein fristen, dabei aber wohl und munter sind. Er erzählt, wie«r in der tunesischen Wüste von dem Fort der französischen Militärverwaltung aus in der ganzen Umgebung mit d«m Fernrohr eine Menge oon tiefen Kralern erblickte, die ähnlich aussahen, wie die gewaltigen Krater des Mondes. Aber der fianzö» fische Kapttän Muqel, der Gouverneur, dieses Gebietes, klärte ihn darüber auf, daß die Krater keine Aehnlichkett mit den Mond- bildungen haben und nicht vulkanischen Ursprungs seien, sondern die Eingänge zu seiner Bezirkshauptstadt Matmata. Außer dieser Stadt gibt es noch ander« wie Had«sch, Tschensdi, Douriat und Ghermesia. Die Stadf ist nicht nach aufwärts gebaut wie ander« Städte, sondern nach abwärts, und zwar drei brs vier Stockwerke tief. Unter der Erde befinden sich alle Häuser, in denen die Menschen wohnen, das Rachaus, die Schulen, Kaufläden. Gatteshäuser, Versammlung s- hallen und alles, was zu«ner Stadt gehört. Es sind richtige Troolodyten. st« hier in diesen Höhlen wohnen. In die Städte hinab kommt man aus schrägen, unterirdischen Gängen, die bis 10 Meter tief unter den Wüstensand führen. Ä« herrscht auch Teilung der Familien, denn jede einzelne Familie hat ihr eigenes Wohrrloch, das auf dem untersten Boden der mehr- siSckigen unterirstschen Häuser liegt, während die oberen Stockwerk« Zlrb«ttsräum« und Vorratskammern sind. Don der Einfachheit der Lebensverhältnisse kann man sich ketne Vorstellung machen. E» gibt weder Betten noch Möbel, nach Treppen, die aps den Kratern an die Oberwelt führen. Ernige primitiv« Stufen ermöglichen den Aus- s-rg. Auch Werkzeuge sind wenig vorhanden. Trotzdem gibt es hler Goldschmiede, Silberarbeiter, Schmiede und Sattler. Die Frauen machen auf primitivsten Spinnrocken Kleider und verfertigen aus 3«der Sandalen, so daß in den unterirdischen Städten alles für den Bedarf der Menschen Notwendige hergestellt wird. Vi�le Menschen wohnen auch in den langen Bergketten, die durch die Wülte Sahara hind'irchgehcn. Roch der Schilderung von Heise- Wartegg ist märt nur ein großer Teil nok> Tunis, sondern auch von der algeriichen Wüste von derartigen unterirdischen Städten und Dörfer unterhöhlt. Er hat selbst eine große Anzahl dieser Dörfer und Städte kennengelernt. Wenn man auf viel« hundert Kilometer die unbevälterte und unfruchtbare Wüste Sahara daliege» sieht oder über sie hinwegreite!, kommt man nicht auf den Gedanken, daß sie unter dem glühenden Sand geschäftiges Leben und Treiben birgt, Menschen mit Sorgen und Mühen, mit frohen und trüben Stunden. Männer und Frauen, die ihrem Tagewerk nachgehe» und zu ihrem Gott« beten, die Werktage und Feiertage kennen, dabei aber ein« Bedürfnislosigkeit aufweisen, wie wir sie tn unserem Erdteil gar nicht begreissn können. Da Lust und Sonne in diese Wüsten abgründ« nicht hinein- Dien können und wohl in den meisten Wohnhöhlen Feuchtigkeit chen wird, da sie sich mehr als 10 Meter tief unter der Erde befinden, so kann man nicht begreifen, warum hier nicht die schlimmsten Krankheiten und Epidemien herrschen, durch die dies« unterirdischen Städte und Dörfer längst hätten entoölkert sein müssen. Es scheint aber, als ob die menschliche Natur oon einer Anpasiungs- sähigkett ist, von der wir uns noch keine Vorstellung machen können. Jedenfalls ist auch das beschauliche und aufregungslose DaseM, das diese modernen Troglodyten führen, dazu angetan, die Menschen im Kampf« gegen Arankheitskeime zu stärken. Steich ohne Strafen China, das«OO-Millionsn-Reich, w dem unter st» schweren Erschütterungen sich setzt auch allmählich Deformen vorbereiten, ist in seiner Gesantthett doch immer noch der Hart uralter Tradition. Den Grund für diese Erstarrung sucht der Heidelberger Soziologe Prof. Emil Loderer. der durch mehrjährigen Aufenthalt Ostasien kennengelernt hat und zusammen init semer Frau Emy Qederer- Geister ttn Verlag der Frankfurter Societäts-Druckerei«in tief- gründiges Buch Ustipan-Europa, Wandlungen im ferne» Osten" er- scheinen läßt, in dem Mangel an Staatlichkeit in europäischem Sinne. Bis auf den heutigen Tag fehlen in der Wirtschast und im tag- lichen Leben Ehmas jene organisierenden Einrichtungen, die einen allgegenwärtigen Staat erst möglich machen. So gibt es in China merkwürdigerweise noch keine richtigen Straßen. jS-s gibt ein System von Karrenwsgen, auf denen man sich mühsam genug be- wegt," schreibt Loderer,„ein Netz von Kanälen, das aber in erster Linie als System von Handelswegen aus- und aurgebaut ist. Es- rodezu«ine groteske Illustration dieser Tatsach« ist der Umstand, daß In allen Dörfern die Straße privates Eigentum ist. Die Einzelnen müssen, wenn sie an der Straße liegen, einen Teil ihres Ackers. ihres Feldes, vn die Strohe abtreten. Jeder will dabei so billig als möglich wegkommen. Insbesondere iehlen daher im Doric die Querverb-inidungen fast vollkommen. Man muh eine lang« Strecke lausen, um auf der anderen Seite durch eine Querverbindung die Streck« wieder zurückzufinden. Die Straßen sind eben nicht planmäßig angelegt, die öffentlich« Hand fehlt, der Gedanke kommt gar nicht auf, daß der Verkehr ein öffentliches Interesse wäre, und daß man daher Grundstücke be- schlognohmen könnte, um ein solches Straßenfystsm aufzubauen. In den Städten gibt es freilich auch in China ein Straßennetz. Die Straße in freier Flur aber wird von den benachbarten Landwirten als Ausbeutung sgolnet betrachtet. Sic nehmen von ihr den Humus Meg, benutzen sie als Gewinnungsstötte für Erde und Steine und so wetter. Oft verwandeln sich die Straßen im Frühjahr m reißende Ströme, so daß die Dörfer wochenlang von jeder Verbindung ab» geschnitten sind. China besitzt zwar 2000 Meilen.kaiserliche Straßen", eigens zur Verbindung der Hauptstadt mtt den Provin. zen bestimmt, aber auch diese stich überwiegend bloß Karrenwege. Die chinesischen Lesörderungsmittel, robuste Karren mit massive» Rädern und Sänften, deuten daraus hin. daß dies« Straßen auch in den Glanzepochen der chinesischen Geschichte nicht viel, mehr waren. als einfache Loichweg«. Di« Ritschah ist die neuere Erfindung eines Missionars. Der Gedanke, daß hier die öffentliche Hand das Recht und die Pflicht hätte, einzugreifen, kommt den Chinesen nicht. Sie sind ein Volk von Prioalleuton. d. h. sie leben in ihrer privat«? Sphäre, in ihrer Famtlle und kn ihren Dörfern. Di« Einwohner des Dorfes gehören zusammen, wie sie auch in gxoßem Maßstabe verwandtschaftlich zusammenhängen. Die Vorstellung, als ob das Dorf die Zelle des Staates wäre, sin Glied einer viel größeren Ge> meinschast wie es in Japan der Fall ist, würde jedem chinesischen Bauern verstiegen, zum mindesten unverständlich erscheinen. Jedes Dorf ist also sür sich. Ein alles chinesisches Sprichwort sagt:.Darf soll nicht von Dorf wissen." Daher ist es gar nicht so wichtig, gute Aommunitotionsmittel zu besitzen. Man wünscht ja nickst einmal großen Bertehr."_ Sin Quälgeist der tlienschheit Einer der schlimmsten, wenn auch nicht gefährlichst«» Quäl- gerster. die die modernen Menschen plagen, ist die Migräne, von der nur wenige Frauen ganz verschont bleiben, die aber auch viele Männer packt. Man bezeichnet alle möglichen Arten des Kops« schmerzes als Migräne, aber die eigentlich« Krankheit, der dieser Name zukommt, zeigt em festumschriebenes Bild, das in der Leip- ziger.Illustrierten Zeitung" gezeichnet wird. Es ist ein halbsetttger Kopfschmerz, der zu den sogenannte» Neurosen zähll und in bestimmten Zetträumen auftritt. Die Erscheinungen haben bald einen mehr krampf-, bald einen mehr lahrnungsartigen Charakter. Nervöse und Blutarme gehören am häufigste ii zu den Opfern, die sich die Migräne sucht Aber � auch schwer« Sorgen und geistig« Ueberanstrengungsn können solch« Zustände hervorrufen. Seelische Aufregungen, AusschwÄfungen. vor allem aber Stofftvechfelstörungen durch fehlerhafte Ernährung und schlechte Verdauung bringe» den Aufall zum Ausbruch. Dieser kündet sich schon vorher an. zuerst oft durch kalte Füße, dann durch Unlustgefükste aller Art, durch Verstimmung und erhöhte Reizbarkeit. Män hat' keinen Appetit mehr, empfindet Uebelkett, der Maqen ist ausgetrieben die'Leber' druckempsindktth. Die schmerzende Gesichtshälfte. meist die linke, ist entweder sehr rot oder sehr blaß. Das einseitige Kopfweh schwillt.zu einer immer größeren Heftigkett an und erreicht schließlich«ine Höhe, bei der man glaubt, das eine Auge werde aus seiner Höhle herausgepreßt, der ganze Schädel gesprengt. Die Pulse klopfen dröhnend an die Schläfen: jeder Lichtreiz, das leiseste Geräusch, selbst das eigen« Wort, wird zur Qual. Schwerstes Uebelset» verbindet sich mtt maßlosem Erbrechen, bis nach völliger Entleerung des Magens nur noch ein grausiges Würgen folgt. Das Toben des Schmerzes endet schließlich in einem Zustand völliWr Erschöpfung. bis der erlösend« Schlaf naht und beim schmerzfreie» Erwache» neuer Lebensmut einzieht. Das Trauerspiel ist zu Ende. setzt aber nach Wochen oder Monaten wieder mit der gleich«» Heftigkett«w und pflegt erst im Aller ganz zu verschwinden. Es gibt unzählige Mittel, die den Anfall bereits in seinen An- sängen besesiigen oder zum mindesten abdämpfen können Aber ynt solchen augenblicklichen Hilfemttteln kann man natürlich nicht die tiefere» Gründe der Krankheit aus der Well schaffen. Diese sind wohl zum großen Teil In unserer falsche» Ernährung zu suchen, b« der die wichtigen Pttamine nicht berücksichtigt werden. Sodann wirken natürlich Kullurschädon verschiedenster Art mtt, und dte chesto Heilung von der Migräne wird eine sehr gesunde und natürliche Lebensweise sei», die alle Gebote der modernen Hygiene befolgt. Kreislauf im Wleermosser Das Jod kommt in der Natur sowohl in Mineralien, als auch in Pflanzen und Tieren vor, doch steht das Vorkommen des Jods m de» verschiedenen Lebewesen und Gesteinen rn einem ganz eigen- artigen Zusammenhang, indem besonders im Meerwasssr das Zu- stände kommen und die Wanderung des Jods oon Organismus zu Organismus gewissermaßen einen in sich abgeschlossenen Kreislauf bildet. Das Meer erhäll feinen Iodgshall zum Teil aus den ihm .zuströmenden Flüssen, die das aus verwitterndem Eruptiogestein frei werdend« Jod mtt sich schwemmen, zum anderen Teil jedoch, ro« die in den.Naturwissenschaften" besprochenen jüngsten Unter« suchungen des norwegischen Forschers Lunde erwiesen, aus der „Uratmofphäve", die sich bildete, als einst die Erde erstarrte. Dieser ansehnlich« Iodgshall des Meerwassers sammelt sich min in ver- schiedenen Meerespslanzen, und zwar in manchem Organismen des sog. Pstonzen-P lantcms, den pflanzlichen Kleinlebewesen und niedrig:« Pflanzenarten, in sehr großen Mengen an, ist in ihnen aber nicht frei, sondern stets in organischer Bindung enchallen. Do dos pflanzliche Plankton des Mesrwassers die Hauptnahrung der tierischen Kleinwell des Meeres bildet, wandert nunmehr das Jod zunächst in die Kleinüere über, von diesen aber, die den wirbel- losen Tieren wie auch den Wirbeltieren, hie im Meere leben, zpr Nahrung dienen, auch in diese zahlreichen Tiersormen Der Iod- gehall dieser Tiere ist allerdings sehr schwankend und verhüll sich besonders be! den einzelnen Arten der höheren Tiere ziemlich ver- schieden. Gehen nun diese jodhaltigen Tier« allmählich zugrunde, so wird das in ihnen enthaltene Jod zum Test wieder frei und geht jetzt in die Sedimente über, d. h. in jene Ablagerungen der Erde, die durch die Einwirkung des Wassers zustand« kommen und In die aus ihnen entstehenden Gesteine. Wmn in kommenden Erdperioden diese Sedimente jedoch ge- hoben werden und die Gestein« verwittern, wird auch das Jod wieder frei und wandert, wie eingangs erwähnt, durch die ins Meer mündenden Flüsse abermals dem Wasser des Ozeans zu, wo der Kreislauf von neuem beginnt. Ausschank vom Faß! Kostproben gratis! Feinster Apfelwein, süß. Feinster Johann.sbeerwein, süß Feinster Kirschwein, süß Fenster Erdbeerwein, süß 0 Ltr. 0.75 Ltr.0.95 9 0 Ltr. 1.2$ .Ltr. 1.45 8 8 Ltr. 1.35 0 Ltr. 1.40 0 Ltr. 1.60 Ltr. 1.85 9 Ltr. 1.90 Echter Tarragona, süß, 16% Echter Griechen- S06we.n, ca. 18%. Echter Malaga, a, süß. 16% 9 Echter Wermuthwein. süß. oa. 18%. Echter nsel- Samos, süß. ca. 18% Echter Douro- Portwein, ca. 20%. Echter Pepsinwein, für Kranke Echter Tatel- Aquavit, tuseltrei Echter Weinbrand Verschnitt 3*** Echter Deutscher Weinbrand 3 Ltr. 2.89 % Ltr. 1.30 ..Ltr. 2.95 Ltr. 3.20 Ltr. 4.20 Feinste Edel- Liköre bis 38%. Ltr. 4.45 Feinst. Jamaika- Rum- Verschnitt ee 45%. Ltr. 4.45 Teerum, Jamaika- Rum- Verschn. 55% Ltr. 5.20 Echter spanischer Rotwein. 23 er Burgunder Original- Bo deaux- Weine 21 u 22 er. 1 Fl. 0.95 Fl. 1.25 1, Fl. 1.50 %, Fl. 1.8. Echter 1925 er welder süßer Cordeaux/ Fl. 1.43 Feins e la Weißweine p. Fl. 1.12, 1.37, 1.6) Neu eingeführt: Ech'er 610hwein, das Feinste Liter 2.45 dieser ist hergestellt aus echtem Jamalka- Rum, echtem französischen Rotwein, Waindestillat und Raffinade. Zur Aufklärung! Ein Liter en hält 0 Ltr. mehr als eine Flasche. Eduard Süsskind Hauptgeschäft: Brunnenstr. 42 Berlin, Müllerstr 144 Steglitz, Schioßstr. 121 Berlin, Chausseestr. 76 Spandau, Potsdamer St.23. Berlin, Petersburg.St.60 Pankow. Wollankstr. 98 Berlin, Koppenstr 87 Neukölln, Berliner Str. 13 Berlin, Grünauer Str 15 Moabit, Wilsnacker Str.25 Köpenicker Straße 121 Prenzlauer Afiee 50 Wilmersdorfer Str 157 Martin Luther Straße 86 Oberschöneweide. Wilhelminenhofstraße 40 Schöneberg, Kolonnenstraße 9. Ecke Feurigstraße Kraken, Flaschen usw. werden gelieben Theater, Lichtspiele usw. -ornst, d. 17 1. Staats- Oper Unter a. Linden A- V. 15 19% Uhr Cavalleria rusticana Bajazzi Staats- Oper An Pl.d. Republ. R- S. 10 19 Uhr Der fliegende Holländer Jonnst, d. 17. 1. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 19 Uhr Zauberflöte Staat. Schauspielh. andarmenmarkt A- V. 15 20 Uhr Oedipus Staatl. Schiller- Theater, Charithg. 20 Uhr Flachsmann als Erzieher SCALA 8 Unr 6. Barbarossa 9256 Nur menige Cage Die gefeierte spanische Tänzerte Argentinita Im Rahmen des von Presse und Publikura begeistert auf genommenen Januar Progr Theater des Westens Züglich 8, he Franz Lebars triumphaler Erfolg! Friederife Käthe Dorich Gans Seina Bomann, ratabt, Limburg. Reg. Gislez, Dora, Belpermann. Borvertoni ununterbrochen. Raffe den ranzen Zag geöffnet. Teleph. Steinplag 981 n. 7108. 8.Uhr CASINO- THEATER Lot 1ver Straße 37. Vouisbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Das Mädl aus der Vorstadt Regie Jürgen Fehling Theater am Stillbanerdamm 8 Uhr Die Drei- GreschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Oelrausch Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Flachsmann als Erzieher Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Die Bref- GroschenOper Paulsen, Valeth. Ander, Gerrón. Schaufuß, Kühl Lvovski, Sonna end 23%, U. Orpheus von Jean Cocteau. Bahn, Koppenhöfer, Müthel und H dáng. Deutsches Theater Norden 12310 8 Uhr. Ende 10% U. Die Verbreder Schauspiel von PardinandBruckner Regie: HeinzHilpert Die Komödie Bismarck 2414/7516 34 Uhr, Ende 104 „ Olympia" von Franz Molnar Regie: Forstar Larinaga. Kammerspiele Norden 12 310 7, Ende nach 10 U Zum 1. Male Berliner Teater Soeben erschienen Direkt Heinz Herald Charionenstraße 9 Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr 8 Uhr Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster Larinaga. 3X Hochzeit HALLER- REVUE ( Abie's Irish Rose) Barnowsky- Eahner Thester is dar Königgrätzar Straße 84 Uhr Revolte Im Erziehungshaus Schauspiel von P. M. Lampel. Komödienhaus 841. Uhr Das Geld auf ..Schön und schich Th. im Admiralspalast Täglich 21, Uhr Sonntag Vorstellunger 3 Uhr 0.8% Uhr. Hechmittags die gear Verstella, a halm Priger dar Straße Thalia- Theater Ab n'ener v. Bernader u. Oesterreicher Z entralresdener Str. 72-7. 8 Uhr Delrausch" Theater Kleines Theater Alte Jakobsir, de uraniensis- Täglich 8 Uhr: räglich 8 Uhr Ich musse ihre Hand, Madame Max Adalbert 197 Ein Spiel von Liebe Der Dickkopf und Lenz mit dem sandrock. Landa. berühmten Schlager Sterler, Sikla. Rundfunkborer kaiba Preise Lustspielhaus Friedrichstr.2% Bergmann 2922/23 Täglich 8% Ubi GuideThleischer in Weekend in Paradies Saltenburg- Bühnen Lassleg- Thaater 8. Uhr Katharina Rule. R ose- Theater ir. Fran charter St. 132 8 Uhr Mädi 8 NETROPOL- THEATER GR. SCHAUSPIELHAUS 8 Luftige Witwe Casanova mit mit FRITZI MASSARY ALFRED JERGER Emmy Sturm Frind, Ahlers, L'eske, Serda, La Jana Winkelstern, Kupfer, Arno, Bendow, Morgan, Blankenhorn. Picha Max Hansen Ellect, Jankuhn, Schäffers, Junkar mann, Marqulta Sisters, Beauty Girls, Jackson Boys Zwel Charell- Inszenierungen In belden Theatern Sonntag Nachm. 3 Uhr ungek. Vorstellg. halbe Preise Winter Garten & Uhr Rauchen ges.at et Waerreicht Unübertroffen Drei Codonas and weitere Varieté- Neuheiten Sonnabend und Sonntag Je 2 Vorstellungen 320 und 8 Unr. 380 kleine reise. Komische Oper( 8¹) Nach erfolgreich. Umarbeitung: Paradies der süssen Frauen! Parkett 4,50, Rang 2,50 M. Reichsbauen- theater Sonntag nachm. 3 Abends Stettiner Sänger Das nese Jannar- Progr. Nachm. halbe Preise, volles Programm. bönhoff- Bretti: 10 große Nummern! KONZERT. TANZI Renaissance- Theater Tel. Stainplatz 801 u. 2583/84 Tag ich 81% Uhr ..Das große ABC" Regie: Gust. Flartung. CIRCUS BARUM Berlle- Lichtenberger- Edke Gürtelstr. Täglich abends& Uhr ein Circusprogramm, wie es der Berliner gern sieht. Planetarium am Zoo Trianon- Th. ariang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätse Uhr Täglich 81 Uhr Der letzte Schieler mit Erika Gläßner und Oskar Beregi Theater am Werden u. Ver- Nollendorfplatz genen d. Sterne Dir. Bruck Täglich 8 Uhr Dtsch. Künstler- Th. lettchen Geber! 5 Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Rita Matthies Preise 1-10 Mark NEUE WELT Aranis schelz Hasenheide 108/14 Großes Bockbierfest In den bayr. Alpen und Großes Schweineschlachten. 7 Kapellen Neue Dekorationen- 50 bayr.Madein Einlag 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Singspiel von Walter Kollo Krause- Pianos zur Miete W50, Ansbacherstr. 1 Fospels! mon 1. bilile? Nur Groß- Berlin Gecce Unferem perbienftpollen Beiter bes Sahlmorgen der 9a Abteilung Genossen Alfred Schwahn gfeinem 65. Geburtstage die herzlichten Gladwinide! Seine Getreuen. Blöglich und unermaziet ftazh aur 15 Sanuar meine liebe Frau, unfer gute Mutter und Großmutter, Frau Luise Kann Emil Kann nehst Tochter und Enkelin Bianez 5tz 23 p Die Eine cherung finbet am tag, bem 21 Januar, 18 Uhr, im Srematorium Gerichtstraße tatt Für die herzliche Seiluahme bei ber Ginäicherung meiner fieben Frau jage ich allen Berwandten, Betannien und bes 639, Ortsgruppe Biztenften, meinen herzlichsten Dant Ernst Neumann Soppegarten Bizionein 178. Deatscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Berwaltungsmitglieder! Freitan, ben 18 Januar, findet teine Sigung der Mittleren Ortsverwaltung Die Ortsverwaltung. ftatt. Sterbetale ehemals Pflug'scher Arbeiter ( Setelicje& affe) Sonntag, den 27. Januar 1929 Dormittags 10 Uhr Generalversammlung im Rofenthaler Hof Rofenthaler Straße 11-12 Sagesordnung: 1. Jahres- und Raffenbericht & Bericht der Reniforen 8 Bahl non Borstandsmitglieberst 4. Bahl der Stepijoren 5. Anträge und Statutenänderung & Raffenangelegenheiten. Der Borstand Mitgliedsbach legitimlert: Statt jeder besonderen Anzeige! Meine gute, treusorgende Gattin, unsere herzensgute innigstgeliebte Mutter und Großmutter Alma Wegner geb. Olizeg hat am 14. Januar im Alter von 57Jahren nach schwerem Leiden ausgelitten sgsgerungen. Unser Verlust ist unarsetalich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Gustav Wegner, Eulerstraße 8 nebst Kindern u. Enkel Die Einischerung findet Sonnabend, den 19. Januar, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt □ KLEINE ANZEIGEN D Jedes Wort 12 Pt. Das fettgedruckte Wort 25 Pl.( zulässig zwei fortgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort( fett) 13 Pf.. Jedes weitere Wort 10 Pt Worte über 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4, Uhr nachmittags in der Haup: expedition des Vorwärts, berlin SW, Lindenstraße, abgegeben werden. Dieselbe ist von morgens& Uhr bis achin.SUhr ununterbrochen geöffne eue, Sialptensa, überaus preiswert. Bianc rabrit Lint, Brunnenstraße 85 Biano's zen beste 850 Bettenverlauf! Revel 9.751 15. Berarbeitung, hazelige Tonfülle, zu den 19,501 Gramtoolle 27.501 Bauernbetten gituftigften Bahlungsbedingungen. Auch 82,-1 Davnige 87,501 Sinderbetten ftets Gelegenheiten in menig gebrauch 8.751 Bettwäle! Snletta! fpottbillig ten Bianas. Auch Mietpianos. Biana und gut! Reine Lombarbwaren Bein fabril Max Geiler u. Co., Gertraudten. traße 23. baus. Brunnenstraße 47 Sprechmaschinen in neueften Ausfüh Seppiche, mit Fetnen Baba, mungen mit norailglicher Fanmiebergabe Sath obes donlichen Schönheitsfehlern. Tiefert pon 29, Grantapparate pon ungeheuer herabgefest, Bitta 200X800 98 au ben bequemiten Satenzahlun 19 bis 49- leta 250x350 29,- bis gen. Stets die neuesten Blattenaufnah 75,-: la 800X400 42, his 112,- men. Pianofabrik Mar Sailer u. Co., Gertraubtenftrage 28. Sonnabends und Sonntags: Großer Alpenball Inferieren far, Berlin, Borshamer traße 128. Teppiche! Ohne Anzahlung. Pianos in großer bringt ERFOLG mit einen Fehlern zum Zeil bis su uamahl. neue und gebrauchte, mit herr Arbeiter, Angestellte und Beamte B B sollen sich nach den Beschlüssen das Gewerkschaftskongresses. derGenossenschaftstage, des Allgemeinen freien Angestelltenbundes und des Allgem. Deut schen Beamtenbundes nur versichern bei dem eigenen Unternehmen, dar Volksfürsorge Gewerkschaftlich- Genossenschain. Versicherungs- Aktiengesellschaft Auskunft erteilen bezw. Material ver senden kostenlos die Rechnungsstelle Berlin, Ritterstraße 126, oder der Vorstand der Volksfürsorge in Hembargo, An der Alster 58/59. BANK DER ARBEITER, Bur noch wenige Aufführungen ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, A.-G. August, die Kanone! Dazu das hervorrag. Januar- Progr Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sesse 1.65 M Sonstige Preise Parkett u. Ran 80 M Theater a. Kottbusser cor Kottbusser Str. 6 Tel. Mp. 16077 Täglich& Uhr. auch Sonntag nachm. 3 Ubr( ermäß. Preise Elite- Sänger DIE JANUARSENSATION: Krach Volkspreise MK.0.50 b. 2,00, Loeen 2,50 BERLIN S 14, WALLSTRASSE 65: POSTSCHECK. BERLIN 3898 FILIALEN BREMEN, BRESLAU, DRESDEN, FRANKFURT A, M., HAMBURG ERLEDIGUNG ALLER BANKGESCHÄFTE SPAREINLAGEN ZU DEN GÜNSTIGSTEN BEDINGUNGEN Ticher Zonfülle Bangjähriger Garantie Serez Mazt. fchein, Pleine Ratenzahlung Matt Bruguenftraße 191. 1 Ezeppe, am Rofent 50 Bangent billiger Berfecmuster 2 × 3# 23 Berjermuster 2X3 $ 5, Barsermuster 3½ 8½ 88 Mart Markthalerplat Berjermuster 2% 3% 45 Berfermafter 84# 48 Mar Berfeamufter # 65- att. Römer, Berlin, Batsbamestaje 26b. Sausnummer beachten. Bekleidungsstücke, Wäsche.usw Kaufgesuche Münzek, Briefmarken tauft Große mann Johannisfirage 4 Behagebiffe Blatinabfane. Sinne metalle. Quedfilber. Silberichmelae. Benig getragene Revaftergarderobe Goldschmelzerei Chriftionat. Röveniderpon lionären. Meraten, anmälten. Graße 39( Salteftelle balbertstraße) Fabelhaft billige zeife. Empfehle Taillenmäntel, Teletots. Peads. Emo fings, Gebrodenstige, Solen, Soort Verschiedenes Gebpeise Gelegenheitaufe in neu Garbernbe Beitelor Beg Lohnend Lothringerstraße 56, 1 Shenps. Sinfen thaler Blak Benig geisagene gradamalige Cuis Vergnügungen Colibri Gale. Schöneberg. Martine Zinganzige Behzoda valge, Jadett Buther- Straße 8, täglich, außer lon anglige, Gummimantel, Cutamonansige, tags und Dienstags atoßer Ball be Sabarbinemäntel, Coner tepatpaletots, le reiferen Sugend. tebe Figue pofiens. Spalität: Baud anglige fpsitbulig Ofalighaftsanzüge mendon serlichen. Saipem. Safenthaler Vermietungen Straße 4. L Cage Betragens Berzencabezpße. Spesiali tät Equifiguren,( pottbillig. Res. Co anuftroke 25/28. bar tuladitzake Möbel Mabeltäufer mezte Azebij unb bar Robelbazas graze Auswall Heine Breifel Beispiele: Salataimmer 455. Speile immer 845. Zimmer Saubere Fremborzimmer empfiehlt Fatal Dinhoff, Berlin S. 68, Jer falestar Straße 8 Arbeitsmarkt Stellenangebote Fix Gelbte Altpapierfortlererinnan Haber Anzahl, apeläufig unbeschränkte geheistez Cortierrqum, ezzengimmer 260. Spiegeligeante 118 Bortellung, Antichterlichen 15. Reiberimrante 48 mollen fiehen. Earainfched, Hohen. Salabatritellen 48, Chaifelongues 28 Lobebrüde, Cue Rudolfstraße. Metallbettfellen 18. nflegezarraken 18 Rähezinnen, geübte, aus der Tapifle Gouftige Möbel entfuzedjenbe Breife pia, Gingen. pber dihebrande, für Seilzahlung aufschlagizei Madhentaien Bienbenfachen, für unferen Sausbetrieb Monatstaten. Rleine perlangt. Anschlungen. an elettrifchen Maschinen Raffa abatte bis zehn Prozent Are Werbung ab 9 Uhr frith. Berliner bite bis apei Jahre. Reutoun, Ser. Tapiflerie- Rabril, Ritterstraße 72. mannplat 7: Steglts. Schloßstraße 107; Sumpenfortiererinnen, geübte, SafPelle- Alliance- Straße 95, Untezazunbarbeiterinnen File barernb tuchen 2. Urborff u. Ca., Brls ChauffeeBatentmainagen, Muflagematsugen, ftraße 111a. Metallbetien. Cheifelongués. Batez, Etargarberitraße abtapon, Gresial reichäft. Bahnboi Salatsimmer. Speilegimmer. Sezen armmee. Ruchen, Büfetts. Bücherschränže, Vergolder nur für Schreibtische, unde Eifche. Standuhren mit eigener Werkstatt, Anileibefchränke allez Größen, Sofas, bronze- polierte Leisten, außer dem Ruhebetien. Rulante Rahlungsweife Hause, laufende Beschäftigung, gesucht. Bebel- Boebal Morisplak. Fabrit. Offerten unter B. 17 an di: Expedition des Vorwärts", Lindenstr. 3, erbeten. gebäube Jungerer Möbel- Remerling, Raftanienallee 55. Anrichtetüchen, Abwaschtische, Be: glad forante, Flurmöbel. Riefenauswahl Spottoreife. Rahlungserleichterung Musikinstrumente Breiswerte Bianas mobernfter Ser ftellung Taufenbe im Gebrand, gin tiglie Bebingungen, stets Gelegenheiten Ofte Woltershort, reizes 16. be Tegenbernia cfonders Bureaubote wiksam sind die KLEINEN( 14 bis 16 Jahre) ANZEIGEN in sofort gesucht. der Gesamt auflage des Arous Motoren Vorwärts" Gesellschaft und trotzdem R.b.H. !! billig Reinickendorf, Flottenstraße 39-42