BERLIN Sonnabend 19. Januar 1929 Der Abend Erfcheint taglich außer Sonntags. Fugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 32 B16 46. Jahrgang. 66 anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeite eo Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Boffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Die Schwedenfähre gescheitert. " Deutschland" vor Trelleborg auf einen Felsen gelaufen. Stralsund, 19. Januar.( Eigenbericht.) Infolge des herrschenden Schneesturmes und der schweren See ist die Schwedenfähre Sasnik- Trelleborg vor der Einfahrt von Trelleborg bei Kullagrund festgekommen. Es handelt sich um das deutsche Fähr= schiff Deutschland". Das Schiff sitt auf dem Felsen fest. Ein Freikommen mit eigener Maschinenfraft ist nicht möglich, weil die Schrauben aufschlagen. Während der Nacht lag das Schiff sehr ungünstig und wurde von Wind und schwerer See weiter an Land getrieben. Es stößt hart auf Grund. Das Vorderschiff ist zurzeit noch dicht, während im Achterdeck eine Doppelbodenzelle bereits aufgeschlagen ist. Der Bergungsdampfer ist bei Tagesanbruch von Trelleborg ausgelaufen. Zurzeit ist das Wetter für die Bergungsarbeiten etwas günstiger. Fahrgäste sind nicht an Bord, da es sich um einen Güterzugtransport handelt. Bie aus Malmö gemeldet wird, ist die große Dampffähre etwa fechs Kilometer vor Trelleborg auf Grund geraten. Die Fähre fandte fofort SOS- Rufe aus. Diese wurden von der ebenfalls nach Trelleborg unterwegs befindlichen schwedischen Dampffähre aufgefangen, die kurz darauf die Unglücksstelle passierte. Da die Fähre jedoch sehr viele Passagiere an Bord hatte, wagte man nicht, der ,, Deutschland" zu Hilfe zu kommen. Statt dessen wurde von Trelle borg ein Bergungsdampfer ausgefandt, der aber wegen der schweren See ebenfalls feine Hilfe leisten konnte. Die ,, Deutschland" hat start aufgesetzt und hat ein großes Led am Schiffsboden erhalten. An Bord befinden sich zwar feine Fahrgäste, dagegen 70 Mann Bejagung und 11 Güterwagen. Es ist zweifelhaft, ob die Fähre geborgen werden fann. Für die noch an Bord befindliche Besatzung scheint teine Gefahr zu bestehen. Schiffsunglück an der schwedischen Küste. Nach Meldungen aus Malmö hat sich in der Nähe von Best e rDit ein schweres Schiffsunglüd ereignet. Der Kanaldampfer ,, Nils", der am Dienstag nachmittag infolge starken Sturmes Anter geworfen hatte, riß sich von der Kette los und geriet ins Treiben, bis er am Donnerstag vormittag auf eine Schäre auflief. Der Besatzung gelang es nach großen Anstrengungen, sich auf die Schäre zu retten. Erst am Freitag früh wurden die Notsignale von der Küste aus bemerkt. Die Schiffbrüchigen fonnten schließlich, nachdem sie 26 Stunden im Schneesturm zugebracht hatten, geborgen werden. Ein Heizer war bereits erfroren. 200 Erdbebenopfer in Venezuela. 3n 10 Minuten eine ganze Stadt vernichtet. An der Nordküfte Venezuelas wurden nach Meldungen aus Caracas am Donnerstag vormittag gegen 7 Uhr schwere Erd. fföße verspürt, die fast 10 Minuten anhielten. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört und die Verbindungen unterbrochen. Jn Cumana ist nicht ein Gebäude heil geblieben. Die vollen Ausmaße des Unglücks laffen sich noch nicht übersehen. Ergänzende Meldungen bestätigen, daß es bedeutend größeren Schaden anrichtete, als bisher angenommen wurde. Außer 200 Toten in Cumana und etwa 1000 Berlegten find auch ganz bedeutende Sachschäden zu verzeichnen, deren Höhe auf 2 Millionen englische Pfund geschäht wird. Das Erdbeben dauerte etwa 10 Minuten. Obwohl die meisten Häuser zum Schuh gegen die häufigen Erdbeben niedrig gebaut sind, wurden sie doch durch die Heftigkeit des Erdstoßes in Trümmer gelegt. Man glaubt, daß unter den Trümmern noch zahlreiche Tote be. graben find. Sämtliche Berbindungen im ganzen Lande find unterbrochen. Der Zusendung von Medikamenten und sonstigen Hilfsmitteln haben fich große Schwierigkeiten in den Weg gestellt. Tornadoverheerungen in Amerifa. Durch einen über die beiden amerikanischen Staaten J11i. nois und Indiana hinweggegangenen Tornado sind nach Berichten aus St. Louis fünf Personen getötet und zahlreiche verleht worden. Die Stadt Teras City( Illinois) soll nahezu zerstört sein. Die Verbindungen mit dem betroffenen Bezirk find unterbrochen. Tumult im Bayernlandtag. Der Hafenkreuzler beschimpft den Reichskanzler! München, 19. Januar.( Eigenbericht.) Im Bayerischen Landtag verſtieg sich der Hitler- Abgeordnete Dauser zu einer wüften provokation und zur Beleidigung des deutschen Reichstanzlers Hermann Müller. Er behauptete, Hermann Müller habe dem französischen Außenminister Briand versprochen, er werde schon dafür sorgen, daß es in Deutschland nicht zu viel kindergäbe(!) und daß Deutschland nicht zu gefährlich werde. Diese schamlose Behauptung löfte in den sozialdemokratischen Reihen eine ungeheure Erregung aus, die um so berechtigter war, da der amfierende Präsident tein wort der Rüge für den Hafenkreuzler fand. Die Energie des Präsidenten richtete fich ausschließlich gegen die stürmisch profeftierenden Sozialdemokraten, denen er ausgiebig Ordnungsmutig geworden, wagte es der Hafenkreuzler daraufhin, die Sozialrufe erteilte. Durch diese stillschweigende Unterstühung demokratische Partei als Berbrecherpartei zu bezeichnen. Ein ungeheuter Tumult war die Folge. Die Sozialdemokraten, voran der bejahrte Fraktionsvorsitzende Timm stürzten gegen die Rednerfribüne vor, um sich ihr Recht, das sie beim Bräsidenten nicht fanden, selbst zu verschaffen. Der hilflose Präsident fand feinen anderen Ausweg, als die Sigung zu unterbrechen. Erst nach Wiederaufnahme der Sigung ffammelte der Präsident, getrieben von verständigen Leuten der Partei, einige fchlofternder Haft seine Rede. Worte der Rüge gegen den Hakenkreuzler. Dieser beendete nun in Die Krise in der Heilsarmee Freitod eines Siebzehnjährigen Agraricrsturm in Pommern Berichte 2. Seite Was foftete uns Amanullah? Das auswärtige Amt legt Rechnung ab. Es sind nicht nur Herzogsmäntel und Porzellantasjen, die der Besuch des Erkönigs von Afghanistan bei uns hinterlassen hat. Die damalige Reichsregierung hat auch tief in den Steuersäckel des deutschen Staatsbürgers gegriffen, um Amanullah repräsentativ zu empfangen. Richtig mag fein, daß andere Staaten, im befonderen SowjetRußland, für den großartigen Empfang des damaligen Afghanenfönigs riesenhafte Summen ausgegeben haben. Aber auch die Regierung Marg hat es nicht billig gemacht. Bilanzmäßig sieht das Geschäft wie folgt aus: Das Auswärtige Amt hat im Rechnungsjahr 1927/28 feinen Titel 47 des ordentlichen Haushalts( Außerordentliche Ausgaben des Auswärtigen Amtes 180'000 m.) um 3-86 000 m. überschritten. Verursacht ist diese Ueberschreitung, wie die Haushaltsrechnung 1927 ausweist, mit dem Mehrbedarf aus Anlaß des afghanischen Königsbesuch e s. Mit diesen rund 400 000 m. ist es aber nicht getan. Inzwischen hat das Reichsfinanzministerium dem Haushaltsausschuß des Reichstages in der jüngsten Vierteljahresübersicht der Haushaltsüberschreitungen des laufenden Jahres mitgeteilt, daß das Auswärtige Amt noch weitere Restausgaben aus Anlaß des afghanischen Königsbesuchs nachträglich genehmigt haben will. Es handelt sich um 217 500 Mart. Das Deutsche Reich hat also infolge des freudigen Ereignisses", einen egotischen König im letzten Jahre seiner Herrschaft bei sich sehen zu dürfen und durch die Regierung beschenken zu lassen, über 600 000 Mart ausgegeben. Das scheint uns für einen König ein zu hoher Preis, so viel sind heutzutage bei dem allgemeinen Ausverkauf von Thronen Grippe- Abwehrstationen. Um der reiteren Ausdehnung der Grippe zu begegnen, sind von der Stadt Berlin in mehreren Stadtteilen Baracken zur Aufnahme von Grippekranken bereitgestellt worden. Wie unser Bild zeigt, sind beim Krankenhaus Pankon allein drei solcher Baracken errichtet worden. Die Krise in der Heilsarmee. Erst am Dienstag Wahl des neuen Führers. derlei Postsltnhaber nicht mehr wert. ErfteuKch bleibt nur, daß das Alswärtige Amt dem Afghanentönig von 1928 auch ein bequemes und technisch großartig eingerichtetes Flugzeug geschenkt hat; es hat wohl allein 140 OHO Mark gekostet. Vielleicht ist Amanullah gerade mit diesem Flugzeug das Leben gerettet worden. Das Flugzeug war ein sinniges Geschenk, auf jeden Fall nützlicher als die Herzogsmäntel, die als Gegen- geschenk verteilt wurden. Deutschnationale Etatkritiker. Gegen soziale Ausgaben.— Grgen Vermögenssteuern. Die deutschnational« Presse zeigt sich recht vergnügt, weil die Balancierung des Reichshaushalts einige Schwierigkeiten macht. „Gute Aussichten!' sogt händereibend die.Kreuz-Zeitung".„Wir wünschen der Großen Koalition Glück auf ihrem weiteren Wege zum Leben."— Man könnte fast auf die Vermutung kommen, daß die restlose Ausschöpfung aller Etatsmöglichteiten in der Zeit der deutschnationalen Regierungsherrlichkeit mit der Nebenabsicht erfolgt ist, den Nachfolgern gehäufte Schwierigkeiten zu hinterlassen. Betrachtet man aber, was die deutschnationole Kritik an den chilfevdingschcn Vorschlägen zu bemängeln hat, so läßt sich die deutsch- nationale Empörung auf«i« sehr einfache Formel bringen: sie tobt über den Nichtabbau der Soziallei st ungen und über die Antastung des dreimal geheiligten Vermögens! Als typisch kann die Stimme der.�Deutschen Zeitung" zitiert werden, die sagt: „Dieser Etatsvorschlag ist durch und durch von den Gedankengängen der Sozialdemokratie be» herrscht. Sein Pfennig an den sozialen Ausgaben wird ge- kürzt. Gekürzt dagegen wird bei den Kleinrentnern, der Reichs- wehr und den Ausgaben für die Land Wirtschaft. Die Lohn st euer ist serner gesenkt worden, dafür aber sind teils neue Steuern eingeführt, teils wird die Erbschasl». und die Vermögenssteuer erhöht... Die Landwirtschast ist eine pro- duktive Kraft, der aber werden ihre Mittel beschnitten. Der ganze sozialpolstische Apparat ist aber nicht produktiv." Diese Sätze sollten überall öffentlich verkündet werden, wo von rechts gegen das Hilferdingsche Steuerprogramm gehetzt wird. Die Mafien werden dann sehr bald merken, was gespielt wird. Die Steuerreaktion zeigt hier unoerhülltes Antlitz, mit erstaunlicher Treffsicherheit richtet sie ihre Angriffe— gegen alle sozialen Gedanken der geplanten Steuergesetzgebung! Interessant ist, daß die„Deutsche Zeitung", die sich bisweilen ein christlichsoziales Mäntclchen umzuhängen beliebt, die Sozialpolstik als„nicht pro- duktiv" bezeichnet. Bekanntlich ist Zweck der Sozialpolitik Pflege, Erhaltung und Steigerung der menschlichen Ar- beitstraft. Das sind, durch die nationale Besitzbrille gesehen, unproduktiv« Aufwendungen! Der gleichen Ansicht ist natür- lich der chugenbevgsche„Tag", der jammert: „Das Entscheidende ist hier(im Etat) die außerordent- liche Steigerung der sozialen Ausgaben, die auch der sozialdemokratische Reichssinan.zminister nicht mehr oerkennen kann." Das chugenbergfche Schwesterblatt, der„Lokal-Anzeiger", über- nimmt den anderen Teil der Kritik, den Jammer über die Der- mögenssteuer: �Dr. chLferding sieht sich nun wenigstens-Mich zu dem einen Geständnis gezwungen, daß schon bisher ein wesentlicher Teil der Steuerlasten des deutschen Volkes ausderBermögens- und Wirtschaftssubstanz genommen werden mußte, und er kann auch gar kein Hehl daraus machen, daß feine neuen Vor- schlage eine Fortsetzung und Verschlimmerung dieses unverantwortlichen Verfahrens zu bedeuten haben." Man sieht: die Herrschaften der Rechten sind noch genau die gleichen wie im Jahre 1909, als sie darüber tobten, daß das„Porte- monnaie der Besitzenden" dem Parlament des gleichen Wahlrechts ausgeliefert werde. Kuriositätsholber sei erwähnt, daß die„R o t e F a h n e" bei der 'Auszählung des Hilferdingschen Steuerprogramms die Besitz- steuern unterschlägt und außerdem ihren Lesern weismacht, daß Hilferding das System der übertragbaren Etatstitel bei- behalten wolle, während er es in Wirklichkeit abzuschaffen gedenkt. Agran'ersturm unier schwarzer Fahne. Pommerns Landbündler-Armeekorps auf dem Marsch. Unter den Klängen des Präsentiermarsches, vorgetragen von der «stahlhelmkapelle und der Trommler- und Pfeiferabteilung der Landesverteidigung(I) Ostsee begann gestern in Stettin die 11. Gene- ralversammlung des Pommerschen Landbundes. Die 25«- wet« von 65 000 pommerschen Landbündlern, die also, wie der Ge- schäftsbericht erklärt, allein„fast zwei kriegsstarke Armeekorps" dar- stellen, waren in„ernster Kampfstimmung" versannnest, um„dem Freiheitskampf der deutschen Bauern" Ausdruck zu geben. Unter den Ehrengästen, die ein Bauernhofbesitzer Rannow begrüßte, befand sich auch d« Generalfeldmarschall v. Mackensen. Eine schwarze Fahne hing in der Mitte des Saales zur Erinnerung„au die uns durch tei Schandoertrag von Versailles entrisienen Brüder". In ihr« Farbe entspräche sie auch der Stimmung, die gegenwärtig das deutsche Landbundvolk erfülle. D« Bau« sei nur noch der schlechtbezahlte Benvalter seiner Scholle im Auftrage der Steuerbehörde, de» Finanz- amtes und anderer Bedrück«. Zum äußeren Zeichen der Einmütigkeit, wie auf der Per- sammlung erklärt wurde, unternahm zeitweilig auch ein Vertreter der Landarbeiter, der Reichstagsabgeordnete Wolfs, den Vorsitz. Er dankte für die darin liegende Ehrung der Landarbeiterschaft und Ueberwindung d« Klassengegensätze. Zu Wort kamen allerdings nur Besitzer. Landrat a. D. Dr. Gerecke erklärte, daß an Freiheit, Selbstverwaltung und wirtschaftliche Blüte die Agrarier unter dem alten Regime viel mehr genoffen hätten. Man habe dem alten Regime besonders vorzuwerfen, daß es während des Krieges zu nochsichtig gewesen ist. gegenüber jenen dunklen Gestalten, die das Vaterland auf dos Spiel setzten, nur um selber in die Höhe zu kommen. Unter stürmischem Beifall meinte er: Hätte man die Lande svenäler rechtzeitig dahin gestellt, wohin sie gehörten. nämlich an die wand. so wäre all dieses Unglück nicht über uns gekommen. Di« Aus- iösung der Gutsbezirke und die Einführung der Landbürger- meister eien sei ein neu« Schlag der„jüdischen Plutokratie gegen dos oerhaßte Dorf". Was unter der zum Landbürgermeister. amt„erforderlichen Befähigung" im neuen Preußen verstanden wer- den könne, kann man sich vorstellen, wenn die Eignung zum Grob- schmiedegesellen, einem an sich sehr ehrenwerten Gewerbe, als Befähigung zum Oberpräsidenten ausreiche. Rittergutsbesitzer o. Rohr-Demmin erklärte, daß das Die Angelegenheit des von dem Obersten Rat der Heils- armee abgesetzten Führers B ramwell Boolh beschäftigt die Oesfentlichkeit Englands in einer weise, von der man sich in Deutschland auch nicht entfernt eine Vorstellung machen kann: sie ist überhaupt das Tagesgespräch Englands. Augenblick- lich liegen die Dinge so, daß der Oberste Rat der heilsarm« eine Erklärung oerössentlicht hat, wonach die für Freilag an- gefetzte Wahl des Nachfolgers für Gennas Boolh aus kommenden Dienstag verschoben wurde. Die Ver- jchiebuag ist aus einen inzwischen von General Boolh«- wirkten Gerichtsbeschluß zurückzuführen. General Booth hat die Nachricht von seiner Absetzung, die ihm seine Frau am späten Nachmittag des Donnerstag überbrachte, mit Ruhe aufgenommen. Die Tochter des Generals hatte längere Be- sprechungen mit ihren Rechtsanwälten, die ihr den Rat gaben, zu- nächst sich passiv zu verhalten. General Booth soll sich dahin ent- schieden haben, seinen Bankiers dieAuszahlungoonSchecks zu untersagen, die nicht mit seinem Namen oder von be- stimmten Vertretern unterzeichnet sind. Da das Vermögen der Heilsarmee zum größten Teil auf den Namen des Generals Booth hinterlegt ist, würde das bedeuten, daß, falls Booth seine Absicht ausführt, die gesamten Gehaltszahlungen an die Offiziere der Heilsarmee, sowie die sonstigen finanzi- «llen Angelegenheiten ins Stocken geraten würden- und sich daraus unbedingt eine weitere Krise«geben. Dramatische Zwischenfälle. Zwei Unfälle, von denen hervorragend« Mitglied« des Hohen Rates kurz hintereinander betroffen wurden, hinterließen bei den Angehörigen des Rates einen tiefen Eindruck. Am Freitag vor- mittag hatte General H i g g i n s. der als Nachfolger Booths genannt wird, einen Automobilunfall. Sein Wagen ranme mit einem Lastkraftwagen zusammen, wobei beide Fahrzeuge vollständig zertrümmert wurden. General Higgins blieb unverletzt. Am Nachmittag erlag der Leutnant-Kommisiar W i l- liam Haynes plötzlich einem Schlaganfall. Der Hohe Rot war gerode dabei, sich zu vertagen, nachdem er die Nachricht von dem gerichtlichen Einspruch des Generals Booth erhalten hatte. Der Leut- nant-Kommisiar Haynes war in ein Zimmer neben dem Beratungs- saal gegangen, als er vom Schlage getroffen wurde, der kurz darauf seinen Tod herbeiführte. Haynes gehörte zu der Abordnung, die der General Booth vor einigen Tagen den Wunsch zur Abdankung nahegelegt hatte. Er war u. a. der Direktor Ä« Hellsarmee-Lebensvevsicherungsgesellschaft und hatte sich um die Heilsarmee viele Verdienste erworben. Der Tod dieses ver- dienten Mannes machte einen ungeheuren Eindruck auf die Versammlung. Oer Freund der Sträflinge und Trunfenbolde. William Booth, der Vater des jetzt abgesetzten Generals, hatte die Heilsarmee gegründet. Damals, als er im Jahre 1865 im Osten von London die„Christtiche Mssion" gründete, konnte er nicht voraussehen, daß aus diesen bescheidenen Anfängen die Heils- armee entstehen würde, deren Wirken sich heute über alle Erd- teile erstreckt. Arm und verspottet zog er damals durch die Straßen, wandte sich an Sträflinge und Trunkenbolde. die er zu bekehren versuchte. Aus solchen Elementen bestand auch die erste Heilsarmeegruppe, die er 1878 gründete. Als Ehrendoktor von Oxford und Ehrenbürger von London fit William Booth gestorben. Sein Sohn Bramwell Booth, der jetzt seines Amtes entsetzt wurde, wurde sein Nachfolg«. Er hatte es unvergleichlich leichter als sein Dater, denn ihm standen reichliche Mittel zur Verfügung und die Schar der Anhänger wuchs unauf- hörlich. Während sein« Amtszeit machte er Propagandareisen noch Ostasien und Indien, er besuchte all« europäischen Länder und predigt« in Amerika; auf Java sprach er zu 40000 Aus- s ä tz ig e n, die dort m einem Konzentrattonslager untergebracht waren. Auch Berlin hat er besucht; d« General wurde damals vom Reichspräsidenten HindenbT—g empfangen. Wenn auch der abgesetzte General nicht die Tattraft seines Vaters besessen hat, der— ohne ouf Hohn und Spott zu achten— die armseligsten Wohnungen und die übelsten Kaschemmen auffuchte, um den Abschaum der Menschlichkeit zu bekehren, so hat er doch das Werk seines Vorgängers un«müdlich ausgebaut und dadurch die mächtige Organisation geschaffen, die die Heilsarmee heute darstellt. Vor nahezu 20 Jahren erschien übrigens in dem bekannten Verlag von Eugen Diederichs in Jena ein« auch heute noch sehr lesenswerte soziologische Studie über die Heilsarmee. Palastrevolution und ihre Ursachen. Schon heute kann man sagen, daß die Herrschaft der Dynastie in der Heilsarmee beendet ist. Zu früh ist dos Testament bekannt geworden, durch das d« kranke General seiner Frau und seiner Tochter die Führung übertragen wollte. Unter den Führern brach eine Palastrevolution aus; gegen den Willen der Familie Booth wurde d« Hohe Rat einberufen, um Klarheit zu schaffen. Die Rebellion der Führer war nicht weit« ver- wunderlich, denn der General Booth hat das Vermögen der Heilsarmee verwvttet, dos heute noch ungefähr 600 Mil- lionen Mark beträgt. Hatte man den bewährten Führ« auch nach Belieben schalten und walten lassen, so wollte man doch die Leitung der großen Organisation nicht ein« Frau anvertrauen, die nur auf Grund ihrer� verwandtschaftlichen Beziehungen dieses hohe Amt einnehmen sollte. letzte Jahr gezeigt habe, daß diejenigen endgültig belehrt wurden, „welche glaubten, daß die roten Gewalten doch versuchen würden, noch etwas mehr zu können, als zu z«stören". Sett der Klepperfchen Denkschrift gäbe es für das Landvolk keine Hoffnung mehr, solange die rote Fahne über Preußen und Deutsch- land weht. Der Landarbeiter fche, daß Nichtstun höher be- zahlt wird als fteißige Arbeit. Der schuftende Bauer aus dem Dorf« habe dreimalsovielSteuernzu zahlen, als d« Fest- angestellte mit gleichem Einkommen. Am höchsten werde nicht die beste Arbeit, sondern die allergrößte Gewissenlosigkeit bezahlt. Bei allen Ministerreden von links üb« die Not des Landvolkes werde er immer an das Krododil erinnert, jenes Tier, das bitter« Tränen vergießt, wenn es sein Opfer verschlingt. Das Landvolk sei das Solz Deutschlands. Herunter mit der roten Fahne vom preußischen Staat! Darauf führte der Vorsitzende des Bundes Heimatschutz, Ober- schullehrer Reepel den pommerschen Heimatfilm vor, und die Musikkapellen spielten den Präsentiermarsch der langen Kerle Friedrich Wilhelms I. Sachlich ist zu den demagogischen Behauptungen über Steuerbelastung der Landwirtschaft nur zu sagen, daß nach der Angabe des Reichssinanzministers Köhler z. B. im Jahre 1927 von dem gesamten Aufkommen der Reichseinkommensteuer von 2,2 Milliarden die Land- Wirtschaft nur 76 Millionen Mark aufgebracht hat. Nach unwiderleglichen amtlichen Erklärungen der preußischen Regierung hat Preußen der Landwirtschaft allein an Staatshilfe im ver- gangenen Jahr mehr zugewandt als er von ihr an Steuern er- halten hat._ Freitod eines lSiebzehnjahrigen. Wegen Versäumnis an der Fachschule. D« 17jährige Drogistenlchrling Paul M. verübte gestern in der ellerlichen Wohnung in Rahnsdorf, Königin-Luise-Straße, Selbstmord durch Erschießen. Der junge Mensch wurde von seinen Eltern am Schreibtisch mit einem Schuß in die Herz- gegend tot aufgefunden. Nach den bisherigen Ermittelungen soll M. aus Furcht vor Strafe in den Tod gegongen sein. Er besuchte erste Drogisten-Fachschule und hatte den Unterricht mehrmals ver- säumt. Als er deshalb zur Rechenschaft gezogen werden sollte, griff er zur Waffe nnd brachte sich die tödliche Verletzung bei. Oer Stadtmedizinalrai über die Grippe. lieber die Grippeepidemie und ihre Bekämpfung halte vor kurzem d« Direkter Prof. Dr. Hoffmaun vom hauplgesund- Heilsamt d« Stadl Berlin iu v«tretung de» Stedlmedizinol- tote die zu einer Kons«enz zusammenberufenen Vertreter der Presse unterrichtet, heute sprach in einer«neulen Pressekonferenz auch Sladtmedizinalrat Pros. Dr. von D r i- galski selb« über den Stand der Epidemie und über die vom Gesundheitsamt getroffenen Vorkehrungen., Er knüpfte an die Debatte rn der letzten Stadtoerordnetensitzung an und erklärt«, daß man schon vor längerer Zest daran gegangen fei, Vorkehrungen zur Versorgung Berlins mit einer größeren Zahl von Krankenbetten zu treffen. Sett 1926 habe Berlin m verschiedenen Verwaltungsbezirken durch Kronkenhaus« wetterungen einen Zugang von etwa 2500 Krankenbetten gehabt. Gegenüber der zurzeit herrschenden Grippeepidemie sei olle Vorsi-ftt geboten, ob« unter den vielen Grippemeldungen dürfe man dock) eine beuächlfich« Zahl Fälle vermerken, bei denen es sich nicht um wirkliche Grippe, sondern um die im Winter sich häufenden E r kältu» g s k ra n k- heiten handelt. Zu beachten sei jedoch, daß durch solche Er- krankungen auch der Weg für die Uebertragung der Grippe geebnet wird. Auch müsie man damit rechnen, daß vielleicht die Schwere der Erkrankung noch im Lauf« des Winters zunimmt. Könnte man den Krankenhäusern die irrtümlich für Grippe gehaltenen Krankheitsfälle f«nhalten, was schwer möglich sei, so bliebe mehr Platz für aufnahmebedürfttge Schwerkranke Durch Vereinbarungen mit dem Roten Kreuz habe die Stadt sich noch eine Epidemiereserve an Krankenbaracken mit einigen hundert Betten gesichert. Auf Schulhäuser als Notbehelf werde man bei fortschreitender Mehrung der Grippefälle wohl nicht verzichten können. Der Staldtmedizinalrat versicherte. daß von der Gesundheitsverwaltung Berlins nichts verheimlicht werde. Eine ganze Schule geschlossen. Die sogenannte N o r d s ch u l e, im Mittelpunkt Zehlendorss gelegen, ist heute geschlossen worden, weil ein großer Teil der Lehrerschaft und viele Kinder an Grippe er- krankt sind. Die heute früh zur Schul« gekommenen Kinder wurden wieder heimgeschickt. Die Zehlendorfer Nordschule gilt seit Monaten als überbelegt, weil mehrer« hundert Kinder aus der nahe gelegenen Großsiedlung hinzugekommen sind. Die Zustände in der Nordschule sind seit Monaten völlig unhaltbar. Die Fullk.Stundc in Berlin teilt uns mit, daß der gestrige Abendoortrog des Herrn Reichsminister a. D. Dr. Scholz„Zum 18. Januar" von sehr starken Störgeräuschen(Fernge- sprächen) begleitet war. Dies« Uebesitand ist darauf zurückzuführen, daß die Funk-Stunde genötigt war, den Vortragenden vom Sende- räum in Dresden aus über eine Ueberttagungsleitung sprechen zu lassen, da der Reichsminister o. D. Dr. Scholz infolge dringend not- wendig geworden« Anwesenheit in Dresden oerhindert war, im Berliner Send«aum zu sprechen. Es wäre zu wünschen, daß die Funk-Stunde die Erklärung von Geräuschen auch bei anderen Vorträgen so prompt vermittelt wie in diesem Falle. t Groenn-Denkschrist und Oberreichsanwall. Zettungsmeldungen zufolge soll der Oberreichsanwalt wegen der Veröffentlichung der deutschen Marinedenkschrift in der„Review of Reviews" ein Landes- oerratsoerfahren gegen„Unbekannt" eingeleitet haben. Lorms kämpft weiler. In Merxern bei Antwerpen, dem Wohn- sitz Bonns, haben sich viele seiner Anhänger versammelt, um ihn zu begrüßen und zu beglückwünschen. Bonns erklärte, er werde sein« Polstik bis zur vollständigen Befreiung Flanderns fortsetzen, um so eher, als die Regierung seine Freilassung an keinerlei Be- dingung geknüpft habe./ Die Bevorzugung von kind«reichen vor kinderlosen Eltern und die von Verheirateten vor Ledigen soll bei allen Anstellungen im. italienische« Staatsdienst durchgesuhrt werden. hohe Zuchthausstrasen für leitende Sowjetbeamle. In Ärn- feropol ist gegen hohe Sowjetbeamte der Krimrepublik dos Urteil gefällt worden. Die Beamten hatten für die Erdbebengeschädigten von 1927 eine Sammlung veranstaltet und die Geldspenden unter- schlagen. D« frühere Bildungskonnnissar und stellvertretende Vorsitzende des Zcntraloollzugsausschusses, Balitsch, wurde zu drei Jahren, das Mitglied des Hilfsausschusies, Bukow, zu fünf Jahren und zwei andere Mitglieder des Ausschusses zu sieben Jahren Zucht- Haus verurteilt. a Das verfahren gegen Düst«K«g. Die Staatsanwaltschaft in Prenzlau hat gegen den Beschluß des Schöffengerichts Prenzlau, durch den die Eröffnung des Haupwerfahrens gegen den Oberst- leutnant a. D. Düsterberg wegen Vergehens gegen dos Republik- schutzgesetz abgelehnt worden ist, sofortige Beschwerde ein- gelegt. Die Sache mit Cook. Sozialdemokratischer Auffassung verdächtig. Der Fall Cook, der den Drahtziehern der„Antiimperialistischen Liga"' auf ihrer jüngsten Kölner Tagung so große Verlegenheit be- miete, liegt weit, weit schlimmer, als wir dies hier gestern auf Grund der Berichte der„Roten Fahne" darstellen konnten. Der Sekretär dieser neuen„roten" Internationale, Willi Münzen- b e r g, bringt in einem Ueberblick auf die recht dürftigen Ergebnisse dieser Tagung die volle Wahrheit an den Tag: „Bei der Behandlung der Frage: Gewerkschaften und Liga, kamen die zwei auf der Konferenz vertretenen Richtungen scharf zum Ausdruck: �eine Richtung, die repräsen- tiert wurde durch Cook, und die immer noch die Utopie hegt, die Reformisten von dem Schändlichen ihres Tuns überzeugen und für die revolutionäre Arbeit gewinnen zu können. Gegen diese Gruppe stellen der Vertreter der russischen Ge- wertschaften, Genosse Melnitschanski, und Genosse Heckert das kommunistische Programm des revolutionären Klassenkampfes und des Kampfes gegen die bewußten Verräter in der Arbeiter- bewegung. In seinem Schlußwort versuchte Cook die Angriffe ab- zuwehren, wobei er in verschiedenen Punkten eine sozialdemokra- lische Auffassung bekundete, trogdem ließ Cook, wie auch alle übrigen nichtkommunistischen Teilnehmer, keinen Zweifel darüber, daß er bereit ist, mit allen Kräften für die Liga und ihren anti- imperialistischen Kampf zu wirken." „Eine sozialdemokratische Auffassung" zu haben, das ist bekannt- lich der schwerste Vorwurf, den Moskau und seine Getreuen einem Menschen machen können. Alles verzechen die KPD., die Komintern und das Ekki— sollen wir noch dem Fall Wittdorf- Diese Vögel gehören zu der Ausstellung chinesischer Kunst in der Akademie am Pariser Platz, von der vor einigen Tagen ausführlich im„Abend" beruhtet wurde. Thälmann noch weitere Beweise dafür bringen?—, nur eines wird sie nie und nimmer oerzeihen: eine sozialdemokratische Auffassung. Dagegen können wir, denen diese Auffasiung sozusagen schon angeboren ist und zu einer Zeit bereits in Fleisch und Blut über- gegangen war, als die ganz« Moskauer Herrlichkeit noch nicht existierte und von einer Filiale dieses Unternehmens in Deutschland noch nicht die Rede sein konnte, nun einmal nichts tun. Allein es bangt uns um das Schicksal des armen Cook, der min mit dem Odium einer sozialdemokratischen Auffassung behaftet, sein Dasein fristen muß. Zwar kommt ihm der etwas mildernde Umstand zugute, daß er nur in verschiedenen Punkten dies« sozialdemokratische Auf- fassung bekundete, aber es ist doch ein Glück für ihn, daß er in Eng- land lebt und nicht in Rußland. Hoffen wir, daß die weitere Entwicklung Cooks ihn dahin führt, daß er bald in allen Punkten eine sozialdemo- kratische Auffassung bekundet. Er wäre dann nicht mehr„so kindlich naiv", sondern ein vernünftiger Amsterdamer Gewerkschasts- genösse. Ausklärungsarbeii trägt Früchte. Erfolge der sächsischen Metallarbeiter. Was durch unermüdliche Aufklärung und gute Gewerkschafts- arbeit erreicht werden kann, zeigt die Entwicklung im Bezirk Dresden(Freistaat Sachsen) des Deutschen Metall- arbeiterverbandes. Am 30. Septeinder 1926 zählte der Bezirk 96 002 Mitglieder. Das Aufleben der Konjunktur schuf den Boden für erfolgreiche Werbearbeit. Bis zum Jahresschluß 1926 war die Mitglioderzahl bereits auf 104 218 angewachsen. Dieser erfreuliche Aufstieg hielt auch im Geschäftsjahr 1927 an uud brachte eine Zunahme von 18 703 Mitgliedern gleich 18Proz. Steigerung. Damit wurde also End« Dezember 1927 eine Mitgliederzahl von 122921 erreicht. Trotzdem im zweiten Halbjahr 1928 die Bejchästigung besonders in den kleinen und mittleren Betrieben erheblich nachließ, wurde im Geschäftsjahr 1928 ein gleich günstiges Ergebnis erzielt. Das erst« Vierteljahr brachte eine Zunahm« von 6156 Mitgliedern, das zweite Vierteljahr eine solche von 6599, das dritte Vierteljahr 4415 und das viert« Vierteljahr einen Zuwachs von 5436 Mitgliedern Mit diesen 22606 neuen Mitgliedern(18,4 Proz. Zu- »ahme) die 1928 gewonnen wurden, ist die Mitgliederzahl des Bezirks auf 145 527 gestiegen, also seit September 1926 um 49 525 gleich 51,6 Proz. Da, ist kein Abschluß, sondern mir eine Etappe z u w e i t e r e in Aufstieg. Keine Ausreden gelten, keilte Miesmacherei, nur un- ermlldliche, ausdauernde Werb e- und Auftlä- rungsardett führt zum Zieli Die Metallarbelterschaft Sachsens hat Mit ihrem schönen Erfolg erneut den Beweis dafür erbrocht. Aus den„Nassen- bewußten" Unorganisierten müssen klassenbewußte Orgoni- steefc werdeot Allerlei Ausstellungen. Rohlfs, Beckmann, Kogan,£. v. Hofmann, Schneider-Kainer, Gobelins. In der Galerie Ferd. Möller stellt Christian Rohlfs aus, Patriarch der modernen Kunst, bald 80 Jahre alt. Man merkt der strahlenden Frische seiner Bilder kein Alter an. Insbesondere die Blumenaquarelle leuchten, wie nur je, in ihrer phantastischen Farbigkeit. In einem kunstvoll labyrinthischen Flechtwerk von Farbenblitzen sängt er Landschaften, Figuren, Bluiyen ein: es entsteht, jenseits von Vorbild und Bildhaftigkeit, ein Drittes, das bei- nahe mystisch wirkt in seiner stummen Feierlichkeit. Max Beckmann zeigt bei Flechtheim seine neuesten Bilder. Einige Porträts und kleine Landschaften weisen den Weg, den dieser ruhelose Pfadsucher zu gehen sich anschickt: noch der Art von Ma- tisse Tiefenerstreckung und Rundung der Dinge durch Flächenwerte reiner Farbe wiedergebend. Es ist die dritte Etappe l)ohen Stils in Beckmanns Entwicklung. Roch dem Erlebnis der Raumangst und Gliederverzerrung, das er seit den Kriegsjahren gestaltete, sticht er Befriedigung im Gleichmaß der Bildslächen. Wie eine Erholung von gefährlichen Experimenten berührt darauf die Kunst M o i s s i K o g a n s in den Hinteren Räumen Flechtheims. Der Russe gehört drei Nationen, drei Kulturen der Gegenwart gleichzeitig an: seiner slawischen Heimat durch ein mystische- Element, Deutschland ein wenig durch seine Bildung, am stärksten der Wahlheimat Frankreich durch die Neigung zu voll- lommener, wunschloser Verkörperung einer klassischen Schönheit. Tonfigürchen, entstanden durch Abguß aus Hohlformen von tief- bearbeitetem Gips, Aktzeichnungen von edelstem, sinnlich höchst kul- tiviertem Umriß, und gobelinartige Stickereien flächenhaster Art, olles auf den weiblichen Körper bezogen, der da- einzige Darstellungs- objekt Kogans ist, fast wie bei Riaillol. Dies ist die Welt des Bild- Hauers, sehr weit entfernt vom Leben der Gegenwart und darum so liebenswert und überzeitlich. Mit Maillol verbindet ihn die Innigkeit des rem plastischen Gefühls, ebenso wie mit dem Deutschen G. H. Wolf: es ist die gleiche Versenkung in die absolute Schönheit der Natur, die sich im weiblichen Akt manifestiert, verwandt bei allen und dem Wesentlichen des Lebens so nahe, wie seinen Zu- fälligkeiten und zeitgenössischen Ausregungen fern. Etwas verstaubt mutet die gleiche Tendenz in den Zeichnungen Ludwig v. H o f m a n n s ail, bei Cos per. Vor einem Menschen- alter bedeuteten seine Mädchen und Jünglinge, idyllischer Schön- heil des Daseins in südlichen Landschaften hingegeben, Jugendfrischc und neues Leben. Jene erste Frische haben sie nicht bewahren können: aber auch heute noch ruht«in Abglanz hellenischer Freude auf den zarten Wiederholungen bewegter Körper. Zu weit entlegenen Gegenden führen die ausgezeichneten Bilder und Aquarelle von Lene S chn e id er- Ka i ner(bei Hartberg). Sie hat mit B. Kellermann zusammen eine Reife durch Persien, Tibet. Indien bis ins innere China gemacht: nicht in der bequemen Art von Globetrottern, sondern mit allen Strapazen und Mühselig- keitey, die weite Ritte in abseits gelegenen Ländern Jnnerastens. ohne eine Spur europäischen Reisekomforts, mit sich bringen. Be- wundcrnswert ist unter solchen Umständen schon die rein technische Leistung: die künstlerische bleibt ihr ebenbürtig. Inhaltlich von höchstem Interesse, als Darstellung von Städten, Dörfern, Land schaftcn und des orientalischen Gewimmels der Eingeborenen, sind die Bilder auch farbig und kompositionell bedeutend: Schöpfungen einer sehr begabten Frau. Frauenarbeit bester Art sind auch die Gobelins, die gleichzeitig bei Ncumann-Nierendorf und bei Wiltschek gezeigt werden. Dort handelt es sich um die Werkstätten für Bildwirterei, die W a n d a v. B i b r o w i e z in Pillnitz a. d. Elbe leitet. Wand- teppiche nach ihren eigenen und den Entwürfen von Max W i s- l i c e n u s. Es handelt sich um das alte Wirkoerfahren der Gobelin- Manufakturen, das in Pillnitz seit 1914 niit Unterstützung des sächsischen Staates geübt wird: in der Form stächenhafter vereinfachen- der Darstellung an die gotische Handwirkerei anknüpfend. Die stattliche Sammlung von Wandbehängen wird nach Amerika gehen, um für deutsche Kunstfertigkeit zu.zeugen. Von ähnlichem Geist« sind die Gobelins der Ungarin Noemi Ferenczy bei Will- schek: im Stil wohl ursprünglicher und naiver, an Giolto und süd- französischen Fresken des 14. Jahrhunderts geschult. E» ist nicht verwunderlich, daß auch heute wieder, wie in alten Zeiten, Frauen den Sinn der künstlerischen Webetcchnit am glücklichsten erfaßt haben: man kann es am Vergleich mit den Stücken erkennen, die auf die etwas abstrakten und gedankenbeschwcrten Entwürfe von 'Wislicenius zurückgehen, denen gegenüber die Teppiche von W. v. Bi- browicz und Ferenczy natürlicher und strlcchter wirken. Bei Wiltschek sieht man schließlich nach einig« Porträts der jungen und begabten Orlikschülerm Ilse Ruth Voigt, deren Wahrheit zu den besten Hoffnungen berechtigt. Dr. Paul F. Schmidt. „Der Kampf der Teriia." Mozart-(Saal. Was für herrliche Möglichkeiten hätte der Film, wenn er sich nicht darauf kaprizieren würde, sich immer in ausgefahrenen Ge- leisen zu bewegen! Und dabei steht die ganze Welt ihm offen. Max M a ck führt uns aus der Stickluft der Tanzbars hinaus in die frei« Natur und bietet uns statt der bekannten Darsteller, die wir hundertmal bereits in den gleichen Rollen gesehen haben, neues unverbrauchtes Menschenmateriol. Er hat zusammen mit A. Egge- brecht Wilhelm Speyers künstliche Iungengeschicht«„Der Kampf der Tertia" zum Film verarbeitet und eine Regieleistung vollbracht, die die Frage nach dem Original ganz unerörtert lassen kann. Aus irgend einer der nordbritischen Nordseeinseln spielt sich das Freiluft- leben dieser modernen Reformschule ab. Der weite Horizont des Meeres, die spiegelnden Watten, die Sanddünen sind die Umwelt dieser frischen Jugend, die sich in voller Freiheit tummeln kann. Die Tertia, die ihr« eigene Republik bildet, hat natürlich ihre Kämpfe in sich und nach außen. Die Häuptkingswahl steht zur Debatte. Zwischen dem„Großen Kurfürsten" und Daniela, dem einzigen Mädchen der Klasse, die jungenhaft unter den Jungen s lebt, geht die Wahl. Das Mädchen unterliegt, und daraus entwickeln sich Parteiungen. Der große Kamps aber gilt dein ticrseindlichen Lorgehen der benachbarten Stadt Vöstrum. Die guten Böstrumcr haben sich von ernem Fellhäi�Ker bereden lassen, unter ihren Katzen herrsche die Tollwut, und wollen sie töten. Die tierfreundliche Tertia erklärt darauf den Machthabern der Stadt den Kampf, überfällt nächtlicherweile das Spießernest und malt ihr tierfreundlich« Parolen an die Mauer, nimmt den Tierfeind gefangen und kommt der Tötung der Katzen zuvor, indem sie sie den Einwohnern abkauft. Dann konimt es.zu der großen Schlacht mit den Schülern des Ortes, der mit größter Lebendigkeit vor sich geht, die Tertia siegt dank der Hilfe Danielas, die mit ihren beiden großen Hunden den Kampf entscheidet. Das Katzenmandat wird zurückgenommen, und die Tierfreunde ziehen im Triumph ab. Zum Vergleich könnte man den Versager des gleichen Manu- skriptverfassers Eggebrecht„Die Republik der Backfische" oder Franks„Räuberbande" heranziehen. Aber wozu? Hier ist der groß« Wurf gelungen. Die Regie hat den Schülern ihre ganze Frische und Naturwüchsigkeit gelassen, sie hat in dem kleinen Gustl Stark, den wir schon kennen, einen Prachtjungen verwendet und in Else Stobrowa eine Darstellerin für Daniela gefunden, die die richtige Mischung von Jungen- und Mädchenhaftigkeft und den lieblicheren Kontrast zu den rauheren Iungens verkörpert. Dem Kameramann Schünemann verdankt der Film landschaftliche Schönheiten ersten Range-, das Watt hat noch keiner wie er ein- gesangen, und auch die Köstlichkeiten der kleinen �altmodischen Stadt erschließt er uns.' E). „Der Zarewiifch." Kammerlichtspiele. Nach dem gleichnamigen Drama der Gabriele Zapolsta hat Hans Rameau ein„romantisches Filmgeschehen" in 7 Akten gezimmert: Der Zarewitsch, d. i. der russische Thronfolger, ist ein junger, ein- samer Mann, der sich nach Freiheit und nach treuer Mädchenliebe sehnt. Eines Tages steht er im Balleft einen jungen Tscherkessen, den das ganze Opernhaus natürlich sofort als Mädel erkennt. Er nimmt bei dem jungen Mann Tanzunterricht und merkt nun endlich, was los ist. Das geht nun so weiter mit holden Schäferspielen, bei denen sich immer zur rechten Zeit ein Läharscher Walzer als Beglettmusik einstellt. 2lber auch das unterirdische Rußland ist nicht mußig und will den Zarewitsch meucheln. Ausgerechnet die nette Tänzerin, die Schwester eines Terroristen, soll ihren heißgeliebten Thronfolger umckringen. Dos kann sie aber nicht. Der Zar will den Sohn in- zwischen an eine auswärtige Prinzessin verkuppeln. Und nun wird es hochdramatisch. Der Minister,«in glatthäutiger Schurke, schiebt die Tänzerin Über die fünf Minuten entfernte Grenze ab, der Zare- witsch im Eiltempo hinterher. Sein Glück! Denn inzwischen wird der Höfling, der statt seiner zur Oper fährt, in der Tat gemeuchelt. Der Zarewitsch hat sein Mädel, wonja heißt sie, ist überglücklich und wird em neues freies Leben anfangen, derweilen der alte Papa da- heim sanft krepiert. Iwan Petrovich spielt den Thronfolger in dem glanzvollen Lohengrinkostüm der Potsdamer Gordekürasfiere — so sieht er aus. Die Sonja ist Marietta Miltner, bildsüh, film- süß. S t e i n r ü ck mimt den alten Zaren im Stil eines allen ver- knitterten preußischen Majors. Paul O-tto als Staatsminister eine famose Type. Und Paul Heide mann, damit die Leute was zu lachen haben, ein Kammerdiener, wie er wahrscheinlich niemals in Rußland gesehen worden ist. So also sieht das alle Rußland aus: ein sentimentaler Pudding mit romantischen Rosinen.— an. „Skandal in Baden-Baden." Universum. Fritz Lang entdeckte Brigitte Helm, und seitdem sie die weib- liche Hauptrolle in Metropolis spielte, wird die Reklametrommel gar energisch für sie gerührt, lind- es ist, wie die Sachen beim Film liegen, nahezu ein Treppenwitz, wenn der Film selbst von der Macht der Reklame erzählt. Noch dazu von einer Reklame, von der der Star nichts weiß. Also, eine kleine Tänzerin hungert sich durchs Leben, bis sie einem die Banken beherrschenden Mann vors Automobil läuft. Im Film besitzen bekanntlich alle Leute mit großem Bankguthaben grundgütige Herzen, und so nimmt sich auch hier der reiche Mann der kleinen Tänzerin an. Er kauft ihr teuere Kleider und verschofst ihr ein Engagement. Sofort stürzt sich ein Manager auf die Kleine, gibt sie für die Geliebte des reichen Mannes aus, macht eine Bomben- reklamc und privat allerlei Schwindeleien. Die kleine unschuldig« Tänzerin weiß gar nicht, woher der Reichtum kommt, der sie umgibt. Als die Betrügereien ihren Höhepunkt erreicht haben, erscheint als rettender Engel der Millionär auf der Bildfläche, der Manager ge- steht seine Verfehlungen, und die brave Tänzerin bekommt eine» Baron. So spiegelt sich di« Welt, in der man sich nicht langweill, in den Augen der Filmmonagcr! Brigitte Helm ist ein wunderbarer Typ, der jeden Photo- graphen reizen muß. Doch so sympathisch die junge Darstellers wirkt, sie künstelt leider mehr als sie spielt. Ihr Partner Henry Stuart ist herzlich unbedeutend als Liebhaber. Erich W a s ch n c ck s Regie und Friedet Behn-Grunds Photographie ähneln sich, sie find äußerst korrekte Arbeiten, aber sie erstarren in herber Schönheit, Stimmung kommt nicht auf. c. b. Aus der Volksbühnenbewegung. In einer Reihe Provinzstädte sind zum Teil im Anschluß an die Wanderbühnen der Landesverbände neue V ol k s-b ühneno ereine gegründet worden, so in Stendal, Labiau und Stnhn.— Die Volks- bühnengememde in Guben hat ein Preisausschreiben zur Gewinnung eines künstlerisch wertvollen Heimatspiels erfassen.— In Frankfurt a. Main hat die Ortsgruppe des Volksfilrnverbandes, der mit der Volksbühnenbewsgung in engster Verbindung steht, einen be- merkenswerten Aufschwung genommen. Im Wtnterspielplan der Volksbühne sind jetzt regelmäßige Filmvorführungen aufgenommen worden. Eine Hessing-Gedenkmünze. Der Reichsrat erklärte sich mit der Ausprägung von Lessing-Gedenkmünzei� anläßlich des 200. Geburts- tages Lessings einverstanden. Diese Silbermünzen sollen auf der Schauseite ein besonderes Münzbild mit dem Kopf Lessings und einen Hinweis auf die Geburtsstadt Lessings, Kamenz, sowie auf die übrigen Städte erhalten, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben. BShnevchrovik. Dr. Robert Klein, der seit 3 Jähren der Letter dsr Reinhardt-Bühnen ist, hat daS Lesfing-Theater gepachtet. Die Lessingseier der Preußischen Akademie der Süafie findet an, Montag, abends 6 Uhr statt. Die Festrede hält Thomas Mann. HI iiseumsvorträge. Sonntag. lOUbr, sprechen im Neuen Museum Pros. Scharff über„Die agvp tische Plastik", im Kaiser-Friedr'ch. Museum Prof Votz über„Holländische c« enrem a ler e i" und im Museum für Völkerkunde II Dr. von Jenny über„Kunst und Kultur der DölkerwanderungSzcit". lieber.Schauspieler der Gegenwart" spricht Julius Bab auf Einladuiig der VolkSbübne am Sonntag,'20. Januar, abends S Uhr, im Biirgersaaldes Rathauses. Eingang Königftraße. Einlaßkarte» t�fiOSHt Hoffmann, der Verfassungstreue. Ausrede, die einen Taler wert ist. Der zweite Teil der geftrigen Verhandlung vor dem großen Disziplinarsenat war der Erörterung der schwersten Anklagepunkte gegen die beiden Magdeburger Richter gewidmet. Der Anklagepunkt, der am am wichtigsten ist, bezieht sich auf die Ereignisse vom 28. bis zum 30. Juli. Am 28. Juli hatte der Oberlandgerichtspräsident von Naumburg, Werner, in einem Schreiben an den Landgerichtspräsidenten in Magdeburg, Mügel, die stritte Forderung ausgesprochen, daß Mitteilungen in der Presse in Sachen haas= Helling nur mit Wissen des Landgerichtspräsi denten erscheinen mögen. Der Landgerichtspräsident befahl darauf sowohl Kölling als auch Hoffmann zu sich und teilte ihnen die Verfügung des Oberlandgerichtspräsidenten mit. Beide äußerten darauf ihre Bedenken, ob ein derartiges Berbot für einen Untersuchungsrichter bindend sein könne, da dieses selbst darüber zu entscheiden habe, welche Beröffentlichungen in der Bresse zu erscheinen hätten. Landgerichtspräsident Mügel ließ feinen 3meifel darüber, daß es sich hierbei um Mitteilungen handele, die mit den Untersuchungsergebnissen selbst an und für sich nichts zu tun haben. Sowohl Hoffmann als Kölling verschwiegen aber dem Landgerichtspräsidenten gegenüber, daß von ihnen bereits am Tage vorher die Veröffentlichung des Briefes an Polizeipräsident Menzel beschlossen war. Der Landgerichtspräsident fuhr am selben Tage ab, Direttor Hoffmann blieb als sein Stellvertreter und erklärte Kölling, daß er die Verantwortung für die Veröffentlichung des Briefes, entgegen dem Berbot des Oberlandgerichtspräsidenten, übernehme. Der Angeklagte Hoffmann behauptete gestern, daß er es feiner Berfassungstreue schuldete, die ver= fassungswidrige Forderung des Oberland= gerichtspräsidenten in den Wind zu schlagen. Das Urteil der ersten Instanz stellt gegenüber dieser dreisten Ausrede fest, daß Hoffmann das nötige Verständnis für Disziplin vermissen ließ, daß die aufrichtige Pflichtfreue ihn hätte veranlassen müssen, dem Landgerichtspräsidenten davon Mitteilung zu machen, daß er im Begriff stünde, entgegen dem Berbot zu handeln. Am 30. Juli erschien der Oberlandgerichtspräsident Berner in Magdeburg und erteilte dem Untersuchungsrichter Kölling in Gegen mart des Landgerichtspräsidenten Mügel den Rat, durch eine ent= sprechende Erklärung an den Polizeipräsidenten Menzel das Ge schehene wieder gutzumachen. Unter anderem gab er Kölling auch zu bedenken, daß ihm unter Umständen die Gefahr eines Disziplinar verfahrens drohen fönne. Rölling erlitt einen Nervenzusammenbruch, seine Angehörigen und Landgerichtsdirektor Hoffmann rieten ihn von der Erklärung ab, da er sich sonst unmöglich und lächerlich machen würde. Als darauf Köllings Sohn dem Angeschuldigten Hoffmann gegenüber äußerte, daß sein Bater nur durch Menschen, zu denen er aufsehe, von einem nicht wieder gutzumachenden Schritt abgehalten werden könne, da suchte der Landgerichtsdirektor den Zwei schöne Frauen. Sie war wirklich allerliebst, die Kleine. ich bat sie um ein Wiedersehen. Borjizenden der Magdeburger Industrie- und Handelskammer und dessen Stellvertreter auf, teilte ihnen unter Bruch der Amtsverschwiegenheit den Sachverhalt und die Androhung eines Disziplinarverfahrens durch den Oberland gerichtspräsidenten mit und veranlaßte die Herren, sowohl den Landgerichtspräsidenten als auch Kölling aufzusuchen. Theater mit festem Spielplan: Deutsches Theater: Die Berbrecher. eben erschienen. Die Komödie: Olympia. Sammerspiele: Go Theater am Rollendorfplatz: Jettchen Gebert. Theater in der Königgräger Straße: Revolte im Erziehungshaus. Komödienhaus: Das Geld auf der Straße. MetropolGroßes Schauspielhaus: Casanova. Schleier. Theater: Die lustige Witwe. Theater des Westens: Friederike. Komische Oper: Paradies der süßen Frauen. Deutsches Künstlertheater: Der Zinker. Luftspielhaus: Weekend im Paradies. Leffing- Theater: Katharina Knie. Trianon- Theater: Der letzte Zentral- Theater: Ich küsse Ihre Hand, Madame. Die Tribüne: XY3. Theater in der Stadt: General Babka. Berliner Theater: 3 × Hochzeit. Theater in der Behrenstraße: Arm wie eine Kirchenmaus. Kleines Theater: Der Dickkopf. Wallner- Theater: Kampf um Barbara. Renaissance- Theater: Hier wie dort erklärten sie, daß durch das Attentat auf die Das große ABC. 27. vorm. 12 Uhr: Moderne Kammermusik. Unabhängigkeit des Richterstandes der Handel und Wandel Roje. Walhalla- Theater: Revue und Meister Ringkämpfe. gefährdet" sei und ermunterten Kölling, standhaft zu bleiben. Theater: Die Fledermaus. Schloßpart- Theater Steglitz: Die Oberland- Fledermaus. Reichshallen. Wintergarten und Scala: Internationales Varieté. Rölling erflärte gestern, daß sein Entschluß, die vom Oberland Fledermaus.- Theater im Admiralspalaft: Schön und Said. gerichtspräsidenten angeratene Erklärung nicht abzugeben, bereits vor Theater: Stettiner Sänger.- Theater am Kottbuffer Tor: Elitedem Besuch der Herren festgestanden habe. Sänger. Ein rührendes Bild: Hoffmann, Kölling und die Vertreter der Industrie- und Handelskammer als Wahrer und Schüßer der richterTheater mit wechselndem Spielplan. Casino- Theater: Bis 22. Aujuft, die Kanone. Ab 23. Kilometerliebchen. lichen Unabhängigkeit. Weitere Verhandlungen am Dienstag. - Theater in der Lühowstraße: 20. Die blaue Stunde. 21. Geschlossen. 22., 23., 24. Gefchlossene Borstellung. Ab 25. Trilby. 99 Gottesdienst eingestellt. Zwischen der Stadtverwaltung Amboise und dem Bischof von Tour ist ein schwerer Konflikt um die Höhe der Miete für das Pfarrhaus ausgebrochen. Da die Einigungsverhandlungen fich zerschlugen, hat der Bischof beschlossen, die Ausübung jeden Gottesdienstes zu verbieten, die Kirchen zu schließen und die gesamtliche Geistlichkeit zurückzuziehen. Theater der Woche. Bom 20. bis 28. Januar. Boltsbühne. Theater am Bülowplah: Das Mädl aus der Vorstadt. 25. Die Bergbahn. Theater am Schiffbauerdamm: Die. Dreigroschenoper. Thalia- Theater: Delrausch. Staatstheater. Staatsoper Unter den Linden: 21. Tosca. 22. Jenufa. 23. Der Barbier von Sevilla. 24. Intermezzo. 25. Sinfonie- Konzert, 26. Meistersinger. 27. Rigoletto. 28. Fortunios Lied. Die fünf Wünsche. Staatsoper am Platz der Republif: 21., 27. Carmen. 22., 26. Der fliegende Holländer. 23. Die Fledermaus. 24. Die heimliche Ehe. 25. Diftator. Das geheime Königreich. Schwergewicht. 28. Der Freischüß. Städtische Oper, Charlottenburg: 21. Don Carlos. 22. Turandot. 23. Nanon. 24., 28. Königskinder, 25. Die Burg des Blaubart. Der arme Reinhold. 26. Tannhäuser. 27. Jonny spielt auf. Schauspielhaus am Gendarmenmartí: 21., 23., 25., 26., 27., 28. Dedipus. 22. Leffing Feier. Philotas. 24. Die Journaliſten. Schiller- Theater: 21., 28. Ist er gut, ist er böse? 22., 26. Nathan der Weife. 23., 25. Flachsmann als Erzieher. 24. Gas. 27. Der Londoner verlorene Sohn. H Nachmittagsvorstellungen. Bolfsbühne. Theater am Bülowplay: 20., 27. Die Bergbahn. Thalia- Theater: 20. Schneider Wibbels Auferstehung. 27. Delrausch. Theater am Nollendorfplatz: 20., 27. Die Fledermaus. Theater in der Königgräher Straße: 20., 27. Revolte im Erziehungshaus. -Komödienhaus: 20., 27. Der Raub der Sabinerinnen. Großes Schauspielhaus: 20., 27. Casanova. Metropol- Theater: 20., 27. Die lustige Witwe. Die Tribüne: 20., 27. X9 3. Wallner- Theater: Theater in der Behrenstraße: 20. Frau Holle. 20. Aschenbrödel. Renaissance- Theater: 20., 27. Krankheit der Jugend. Rose- Theater: 26. Dornröschen. 27. 14% Uhr: Dornröschen, 174 Uhr: Die Fledermaus. Schloßpart- Theater Steglih: 20. Alt- Heidelberg. Theater in der Lühowffraße: 27. Rot fäppchen. Theater im Admiralspalaft: 20., 27. Schön und Schid. Wintergarten und Scala: 20., 26., 27. Internationales Varieté. Theater Reichshallen- Theater: 20., 27. Stettiner Sänger. am Kottbusser Tor: 20., 27. Elite- Sänger. Erstaufführungen der Woche. Montag. Theater in der Klosterstraße: Musit. Rose Theater: Die Fledermaus. Mittwoch. Casino. Theater: Kilometerliebchen. Freitag. Theater in der i to w straße: Trilby. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um gegend.( Nachdr. verb.) Zeitweise heiter, leichter Nachtfrost, Tagesa temperaturen nahe bei Rull. Für Deutschland: Im Norden zeit weise heiter, im Süden stärker bewölkt, Tagestemperaturen allgemein nahe bei Null. Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und .Der Kinderfreund" liegen der heutigen Bostauflage bei. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch drrckerei und Berlagsanstalt Vauf Singer& Co., Berlin EB 68, Lindenstraße 3. Sierzu i Beilage. und lächelnd an. Ich folgte der Richtung des Blickes Aber Schatzi, dann kannst Du doch diese Wer auf sein gutes Aussehen etwas gibt, laje und sah eine Dame dort sizen, die eine auffallende famose Marylan- Creme schon jetzt anwenden, da fich tostenlos und portofrei cine Probe der föstə mit Du immer so jugendlich schön bleibst, wie Du lichen Marylan- Creme tommen; dazu auch das Und Aehnlichkeit mit meiner Schönen hatte. Beides die Mutter jetzt bist." Büchlein über kluge Schönheitspflege. Nun wurde mir erklärt, daß dies Wie freute ich mich, als ich meine flotte Part- meiner Dame sei. Ich konnte es faum glauben. Sie sah mich mit überlegenem Lächeln an. völlig fostenlos und portofrei. Fast 15 000 glännerin am anderen Tag wie verabredet im Ich wurde vorgestellt und war höchst erstaunt. Da wußte ich, daß auch sie Marylan- Creme nimmt. zende Dantschreiben beweisen den Wert! Schneiden Caféhaus fizen fah. Sie war am Tage ebenjo Nach einer Woche sagte mir meine Aus- Eine solche Dame will ich gern als Frau mein Sie nachstehenden Gratisbezugsschein aus schön wie abends und ihre Gesichtshaut zeigte ermählte, daß ihre Mutter ein Mittel anwende, Eigen nennen. Sie legt Wert darauf, sich ihrem legen Sie ihn in ein offenes Kuvert. Dann kostet es durch ganz Deutschland nur 5 Pfg. Porto. einen weichen Schimmer, dessen hauchschöne Zart- auf dessen Wirkung sie schwöre. Es sei Marylan- Manne jung zu erhalten. Das ist flug! heit mich unwiderstehlich anzog. Creme. Die Wirkung sei überraschend gut. Fal- Ich selbst habe auch schon Marylan- Creme an- Hinten auf das Kuvert kommt dann Ihre genaue Ich sagte im Laufe des Gesprächs zu meiner ten, welke Haut verschwänden, graue Haut merde gewandt. Heimlich, versteht sich. Und wirklich, Adresse. Schönen, daß ich mir ein zweites weibliches Wesen duftig und durchsichtig- zart. Auch pickelige, lederne meine scharfen Züge um den Mund find merklich Gratisbezugsschein: An den Marylan Vertrieb, wie sie nicht vorstellen könne. Da lächelte sie Haut werde wunderschön weich und jugendlich verschwunden und die Stirnfalten sind auch beinah Berlin 132, Friedrichstr. 24. Erbitte fostenlos und sonderbar und sah geradeaus an mir vorbei, als frisch, selbst wenn die sogenannten Blütejahre längst fort. Und meine Haut ist so frisch und schön ge- portofrei die Probe Marylan- Creme und das blicke sie jemand, der an einem anderen Tisch saß, vorüber sind. worden, daß es meinen Bekannten auffällt. Schönheitsbüchlein mit Abbildungen. Kranken- und Sterbefasse der im allgemeinen Verkehrswesen teschäftigten Personen und ver wandten Berufsgenossen Eintracht"( B. a. G.) Bureau: Berlin N 54, Muladstr. 19. Einladung zur ordentlichen Generalversammlung am Montag, dem 18. Februar, 19% Uhr, bet 2braham, Revaler Straße 14, Ede Simon- Dach- Straße. Tagesordnung: 1. 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Vorstellg. halbe Preise Volksbühne Th. am Schiffbauerdamm HALLER- REVUE Berliner Theater Täglich 8 Uhr Theater am Blewplatz Die Drei- Groschen- Schön und 8 Uhr Das Mädl aus der Vorstadt Regie: Jürgen Fehling Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl Lvovski. Sonnabend 23% U. Orpheus von Jean Cocteau. schick" Th. im Admiralspalast Täglich 2 814 Uhr. Vorstellungen Sonntag 3 Uhr u. 814 Uhr. NachDie Drei- Groschen- Bahn, Koppenhöfer, mittags die ganze YorOper Thalia- Theater 8 Uhr Oelrausch Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Ist er gut ist er böse? .ustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 8 h GuidoThielscher in Weekend im Paradies Müthel und Hadang. Deutsches Theater stella. zu halben Preisen Norden 12 310 Thalia- Theater 8 Uhr. Ende 10% U. Die Verbrecher Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: Heinz Hilpert Direkt.Heinz Herald Winter Garten 8 Uhr Rauchen erlaubt Drei Codonas und weitere Varieté- Neuheiten Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen 330 und 8 Uhr. 330 kleine Preise. Trianon- Th.| Planetarium am Zoo Täglich 84 Uhr Sonntag auch 4% U. Der letzte Schleier Charlottenstraße 90 mit Erika Gläßner Dönhoff 170 und Oskar Beregi Täglich Sonntag 2 Uhr Frau Holle ose- Theater Jr.Frankforter St.132 4 Uhr 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit ( Abie's Irish Rose) Dtsch. Künstler- Th. 8 Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Rita Matthias Preise 1-10 Mark resdener Str. 72-7 Kleines Theater 8 Uhr Oelrausch 66 Täglich 84 Uhr Max Adalber in Kammerspiele Barnowsky- Buhnen Der Dickkopi Norden 12 310 Theater in der 8, Ende nach 10% U. Königgrätzer Straße Soeben erschienen" Komödie von 8¼ Uhr sandrock, Landa, Sterler, sikla. Edouard te urek Erziehungshaus Z Regie: Schauspiel Forster Carinaga. von P. M. Lampe!. Jie nomödie Komödienhaus Bismarck 2414/7516 81% Uhr, Ende 101 8% Uhr Das Geld auf „ Olympia" der Straße von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga Abenteger v. Bernauer u. Oesterreicher entralTheater R Dornröschen 814 Uhr Mädi Verlang. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel 20 Uhr: Werden u. Vergehen d. Sterne Wospeist man tat u. billig? Nur Groß- Berlin Alexanderplatz. Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger DIE JANUARVolkspreise: MK. 0,50 h. 2,00, Logen 2,50 SENSATION: Krach Theater am Nollendorfplatz Dir. Bruck Täglich Uhr absir..keranenstrettchen Geber. Tagnch 8 hr Singspier von Walter Kollo ich küsse Ihre Hand, madame Saltenburg- Buhnen Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem Lessing- Theater berühmten Schlager 8 Uhr Rundfunkhörer Katharina Knie. halbe Preise Komische Oper( 84) Nach erfolgreich. Umarbeitung: Paradies der süssen Frauen! Sonntag 312 Uhr Vollständige Vorstellung zu halben Preisen Parkett 4,50, Rang 2,50 M. Reichshallen Theater Abends 81 Sonntag nachm. 3 v.85 M. an Stettiner Sänger Das neue Januar- Progr. Nachm. halbe Preise, volles Programm. Dönhoff- Brettl: 10 große Nummern! KONZERT TANZ! Am Lager über 150 Standuhren Goldene Herren- Uhren Uhren aller Art Gold- und Silberwaren Silber- und Alpakabestecke Trauringe Karl Wutke Uhrmachermeister Invalidenstraße 16 ( Stettiner Bahnhof) Gegründet 1900 NEUE WELT Ar old scholz Hasenheide 108/14 Großes Bockbierfest In den bayr. Alpen und GROSSER ALPENBALL 7 Kapellen- Neue Dekorationen- 50 bayr. Madeln. Einlaẞ 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Beilage Sonnabend, 19. Januar 1929 Der Abend Spalonsgabe des Vorwärts Nils Krog, Hamburg: Film, Funk und Esperanto Wie ist ein internationaler Gedankenaustausch möglich? nach größtmöglicher Internationalität gewählt und der Mehrzahl der zivilisierten Völker schon bekannt sind. Außerdem muß die Grammatik im Gebrauch sehr einfach sein, es dürfen trotz einfach sten Satzbaues feinerlei Unflarheiten und Doppelsinnigkeiten zuften Satzbaues feinerlei Unflarheiten und Doppelsinnigkeiten zu tage treten, der Wohlflang der Sprache soll ebenfalls in Erwägung gezogen werden und schließlich soll sie sich auf allen Lebensund Wissengebieten bewähren. Film und Rundfunk dringen ständig in alle Gebiete des täg notwendig ist, die von allen Bölkern leicht erlernt, geschrieben und lichen Lebens ein und zwingen dadurch auch die Arbeiterschaft, sich gesprochen werden kann und feine Schwierigkeiten in der Ausmit den dadurch entstehenden Problemen auseinanderzusetzen. Lei- sprache bereitet. Es ist ferner notwendig, daß die Wortstämme der macht sie aber in bezug auf die Gestaltung der Film- und Funtprogramme ihren Einfluß nicht in dem Maße geltend, in dem sie heute schon tönnte, wenn sie alle Darbietungen gefchloffen ablehnte, die nicht ihrer Auffassung von Kultur entsprechen. Die Bestrebungen des Arbeiterradiobundes find Daher ebenso zu begrüßen wie diejenigen, durch Schaffung von eigenen genossenschaftlichen oder gewerkschaftlichen Lichtspieltheatern den Einfluß arbeiterfeindlicher Filmunternehmungen zu schwächen. Außer dieser einen, grundsäßlichen, Seite der Angelegenheit gibt es aber auch noch eine zweite nicht minder wichtigere, die ebenfalls größte Beachtung verdient. Es ist die Sprachenfrage, für die eine Lösung gefunden werden muß. Betrachten wir in diesem Zusammenhang zunächst den Film und Esperanto. Der Film war bisher stumm, d. h., er mußte sich darauf beschrän fen, die bestmögliche Ausdrudsfähigkeit durch größtmögliche Darstellungskunst zu finden. Je mehr dies gelang, desto größer war die Wirkung und desto mehr konnte der Film Zwischentitel entbehren, die als Verbindungsglieder fehlende Zusammenhänge dem Beschauer vermitteln. Einen der besten Beweise hierfür haben wir in dem Film Panzerfreuzer Botemfin". Filme in solcher Ausführung sind wahrhaft international und darum für Menschen aller Nationen so leicht verständlich wie Musit, die ebenfalls teiner Worte bedarf. " Nach langen Bersuchen ist es mun gelungen, den sogenannten Sprechenden Film" herzustellen. Aber in den Freudenbecher der glücklichen Erfinder fiel sofort ein Wermuttropfen durch das Auftauchen der Frage: In welcher Sprache soll der Film sprechen? Es ist eine technische und finanzielle Unmöglichkeit, Sprechfilme in jeder Nationalsprache herzustellen. Sollen nun alle fleinen Bölfer, die wohl eine eigene Sprache, aber feine ausreichenden Mittel be: figen, Sprechfilme in ihrer Sprache herzustellen oder zu kaufen, darum auf den fulturellen Gewinn verzichten, der durch Anwendung sprechender Filme geboten werden kann? Schon beim bisherigen Stand der Dinge waren sie benachteiligt, weil die Herstellung von stummen Filmen durch den notwendigen Gebrauch vieler Zwischentikel und deren Uebersetzung in die betreffende Sprache erheblich verteuert wurde. Filmindustrie befindet sich deshalb augenblicklich in einer sehr ungewissen Lage. Nach einem( im( Heroldo de Espe ranto" veröffentlichten) Bericht aus Hollywood werden in den Vereinigten Staaten die sprechenden Filme außerordentlich geschätzt. Das gleiche ist natürlich auch in Europa der Fall, vorausgesetzt, daß sie sich inhaltlich dieser Wertschäzung würdig zeigen. Man fann also sagen, daß der Erfolg des Sprechfilms gesichert. ist. Aber noch offen bleibt die Frage, welche Sprache die breite Masse der Kinobesucher wählen wird, denn darüber werden nicht die Befizer der Filmateliers entscheiden, sondern das filmliebende Bublitum, und zwar hauptsächlich das europäische, weil Europa den größten Teil der amerikanischen Filmproduktion abnimmt. 3ft nur die englische Sprache brauchbar? Alle diese Eigenheiten sind in Esperanto vereinigt. Einfachheit, Korrektheit, Logit und Anmut geben ihm alle Vorteile einer Nationalsprache unter Vermeidung ihrer Nachteile. Infolgedessen ist Esperanto wie feine andere Sprache für die Berständigung zwischen allen Menschen aller Rationen geignet, und es darf daher für die Arbeiterschaft, wenn sie überhaupt an der Schaffung sprechen der Filme intereffiert ist, nur eine Forderung geben, nämlich: Internationale Sprechfilme nur mit Esperanto! Noch eindrucksvoller als beim Film zeigt sich der unhaltbare Zustand einer Sprachverwirrung fondergleichen auf dem Gebiete des Raubfants, weil er hier für den einzelnen mehr in Erfcheinung tritt. Durch die planlose und unüberlegte Aufstellung einer großen Anzahl Radiosender ist es vielen Rundfunkhöreru heute schon technisch unmöglich gemacht, auch nur seinen eigenen Ortssender zu hören, da dessen Welle dauernd von anderen, stärferen Sendern überlagert wird. Hat er aber einwandfreien Emp fang, so sind für den Durchschnittshörer auch sprachlich alle ausländischen Sendedarbietungen( musikalische ausgenommen) illuforisch, weil er die betreffende Sprache nicht versteht. Um wenigstens einen Teil dieser nußlos angewandten Kräfte zu ersparen, ist man in der letzten Zeit dazu übergegangen, einen internationalen Programmaustausch zu veranstal ten, für dessen Bearbeitung ein besonderer Ausschuß eingesetzt wurde. Bisher konnte aber nur Musik international verbreitet merden und die kann man sich im eigenen Lande billiger verschaffen, dazu braucht man feinen Programmaustausch auf internationaler Bafis. Was noch mangelt, das ist ein internationaler Gea dankenaustausch durch den Rundfunt. Aber wie bein Film, ist auch beim Rundfunk hierfür in erster Linie erforderlich, daß Esperanto als Verständigungsmittel verbreitet und verwendet wird. Nach neuen Statistiken bringen 211 Rundfunksender in 34 Staaten Esperantodarbietungen. Hiervon entfallen auf Afien 11 Sender in 3 Staaten; auf Australien 11 Gender in 2 Staaten; auf Amerika 32 Sender in 5 Staaten; auf Europa 157 Sender in 24 Staaten. In 24 Staaten der Welt sind 66 Rundfunkzeitungen gezählt worden, die der Welthilfssprache Esperanto Play in ihrem Tertteil eingeräumt haben. Anfänge sind also schon vorhanden. Sache der Arbeiterschaft aller Länder muß es sein, auch auf diesem Gebiete ihre erprobte Macht als vorwärtstreibenden Keil anzus wenden, damit endlich die Mauern gestürzt werden, die sprachlich die Bölter voneinander trennen. WAS DER TAG BRINGT. Die Rose von Jericho. Besonders frommen Menschen ist es eine Genugtuung, aus dem heiligen Lande" eine Erinnerung zu besitzen. Eines diefer be: gehrten Objekte ist die Marienrose oder Rose von Jericho, die noch heute in den Handel gebracht wird. Es finden sich in dieser Hinsicht immer geschäftstüchtige Leute, die den Glauben der Leute auszunuzen verstehen. Es handelt sich bei der Rose von Jericho um ein ganz allgemeines Gewächs aus der Familie der Kreuzblütler ( Anastatica hierochuntica), das wohl in Arabien, Aegypten und am Toten Meer häufig zu finden ist, aber in Jericho noch nie fein Dasein gefristet hat. Was gab nun den Anlaß, diese Pflanze als Heiligtum zu betrachten? Das jogenannte sich wiederholende Aufblühen und Verblühen. Es handelt sich aber hier um einen ganz natürlichen Vorgang, der trotzdem als Wunder angesehen FUNK BUNDAM ABEND Sonnabend, 19. Januar. Berlin, 16.00 P. V. Metzelthin, New York: Die berufstätige Frau in Amerika. 17.00 Uebertragung der Tee- Musik aus dem Hotel Esplanade, ausgeführt von der Kapelle Barnabas von Géczy. 18.30 San.- Rat Dr. Paul Frank: Medizinisch- hygienische Plauderei. 19.00 Prof. Dr. W. Golther, Rostock: Goethes Faust" in der Musik.( Zur 100. Wiederkehr des Faust".) 19.25 Dr. Johannes Günther: Die Beziehungen des modernen Menschen zu Lessing. Es gibt Amerikaner, die nur die englische Sprache als brauchbar bezeichnen. Sie glauben sogar, daß durch den Sprechfilm die englische Sprache sich noch mehr ausbreiten werde. Aber sie vergeffen, daß sie selbst nicht das gute Englisch sprechen, sondern nur den amerikanischen Dialekt. Sie scheinen nicht zu wissen, daß das amerikanische Publikum das Londoner Englisch nicht liebt und daß die Engländer das dem Yantee fo teure amerikanisch englische Kaudermeljch fogar verachten. Außerdem vergessen sie, daß viele der besten Filmsterne" aus Europa importiert werden und überhaupt nicht oder, während vieler Jahre, nur schlecht Englisch verstehen. Aber es gibt schon viele Menschen, die die Untauglichkeit der englischen Sprache nachweisen und statt ihrer das Esperanto empfehlen, das während weniger Wochen erlernt und beinahe ohne Atzent gesprochen werden fann. Tatsache ist, daß Esperanto vom allgemeinen amerikanischen Bublikum, das ja nicht auf der engli schen Sprache besteht, viel begünstigt wird. Weil es weiß, daß das Filmen des gleichen Stückes in drei oder auch nur in zwei Sprachen technisch und finanziell unmöglich ist, würde es sich der Erlernung des Esperanto nicht entgegenstellen, wenn die europäischen Filmliebhaber diese Sprache vorziehen würden. Wenn die amerikanischen Unternehmer erst einmal erkannt haben, daß Sprechfilme mit Esperanto ein besseres Geschäft bedeuten als die Herstellung Anschließend bis 00.30 Von Berlin: Tanz- Musik. von inhaltlich gleichen Filmen in mehreren Sprachen, werden fie ohne Zögern ihren riesigen Propagandaapparat in Tätigkeit setzen, um Esperanto genau so erfolgreich einzuführen wie beispielsweise der Orangekonfum populär gemacht worden ist. 20.00 Abendunterhaltang. Mitw.: Willi Weiß, Tenor, Linus Wilhelm, Kontrabaß, Berliner Mandolinen- und Lanten- Orchester E. V. Dir.: Carl Henze. Am Flügel: Ben Geysel. 21.00 Strindberg.( Zu seinem 80. Geburtstag.) Ueber den Dichter: Dr. Paul Fechter. Aus seinen Werken: Gertrud Eysoldt, Walter Franck, Anschließend bis 00.30 Tanz- Musik( Fred Bire Tanzorchester). Königswusterhausen. 16.00 Prof. Dr. F. Lampe: Veranstaltungen des Zentralinstitutes für Erziehung und Unterricht. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Hamburg. 17.30 Prof. Dr. Lassar: Der Beamte in England. 18.00 Felix Wisniewski: Das Schlichtungswesen in der sozialen Gesetzgebung. 18.30 Gertrud van Eyseren, César Mario Alfieri: Spanisch für Anfänger. 18.55 Prof. Minde- Pouet: Die Lessing- Ausstellung in der Staatsbibliothek. 19.20 Vizepräsident Mendrzyk: Das vergessene Hinterpommern. 20.00 Die Stunde des Landes. 1. Prof. Jöde mit seinem Singkreis. Halm: Segen und Bann im alten bäuerlichen Jahreslauf, Jöde mit seinem Singkreis. Eine internationale Sprache ist notwendig. Keine Macht der Erde ist imstande, das Bordringen so zialistischer Lebensauffaffung zu verhindern, weil der Sozialismus fich lediglich aus den heutigen wirtschaftlichen Berhältnissen heraus entwickeln muß. Trozdem wir dies missen, arbeiten wir dennoch unter Aufgebot aller Kräfte an der Aufgabe, fobald wie möglich unser Ziel zu erreichen. Genau so notwendig ist es, uns als bewußte Kämpfer gegen den Kapitalismus dafür einzusetzen, daß auf dem so außerordentlich wichtigen Gebiete der Boltsbeeinflussung durch den Film nicht Neuheiten eingeführt wer den, die für die von uns angestrebte Berständigungsarbeit von größtem Schaden sein müssen. 21.00 Sonderveranstaltung des Deutschland- Senders. wurde. Zur Fruchtzeit verholzt nämlich die stark verzweigte Bilanze, und während der Trodenperiode zieht sie sich noch tugelförmig zusammen. Auch die Wurzeln ziehen sich ein und jetzt ist es dem Winde ein leichtes, die Pflanze ziemliche Strecken weiterzutragen, um sie an anderer Stelle wieder auferstehen zu lassen. Bet uns spreizen sich die Zweige der Pflanze durch Anfeuchten auseinander, also von einem Aufblühen, wie es heißt, fann dabei nicht die Rede sein. Das Aufspreizen fördert in der Heimat das bessere Entleeren der Samenanlagen, und dieser Vorgang bleibt auch bein Transport erhalten. Es zeigt sich hier wieder, daß noch so ,, heilige" Vorgänge bei näherer Betrachtung eine ganz natürliche Aufklärung finden. Schlechte Wetteraussichten. G. V. In diesen Tagen, da man mit Sorge das Hinfcheiden der Heiz vorräte beobachtet, ist es wenig erfreulich, wenn man in dem zweiten Januarheft einer großen Modenzeitung einen Aufsatz Das Heim im Licht" findet, dessen erster Satz lautet:„ Der Herbst naht... Danach wäre also das gegenwärtige 10- bis- 20- GradWetter sozusagen Ausgangsommerwetter und wir hätten naturges mäß noch sehr bedeutende weitere Stürze ins Eifige zu erwarten. Da vierzehntägig erscheinende Zeitschriften im allgemeinen nicht nrit der bei Tageszeitungen notwendigen Haft zusammengestellt werden, sollte der Redaktion eine derartige Korrektur der Wetter: und Jahreszeitenberichte nicht passieren. Woran erkennt man eine rechte Jungfrau? In einem Missionsblättchen aus Bern finden sich folgende era gözlichen Säße, die Ermahnungen für Jungfrauen sein sollen: ,, Eine rechte Jungfrau muß sein wie die Glocken am Kara freitag: still und eingezogen. Wie eine Orgel: sobald sie auch nur angetastet wird, schreit sie laut. Wie eine Spitalsuppe: die hat nicht viel Augen; also soll eine rechte Jungfrau nicht viel herumgaffen. Wie eine Eule: die kommt fein wenig ans Tageslicht. Wie ein Spiegel: wenn man dem ein klein wenig 3n nahe fommt und ihn anhaucht, so macht er ein finsteres Gesicht Wie ein Licht, das in einer Laterne eingeschlossen viel sicherer ist, als außer derselben. Besonders aber wie eine Schildkröte: die ist allezeit zu Haus, da sie ihr Haus mit sich herumträgt; also soll eine rechte Jungfrau sich meistens zu Hause aufhalten zur Bermeidung aller bösen Gelegenheiten. Denn die Jungfrauen, die sich immer auf Wegen und Gassen sehen lassen, find vor losen Schelmen nicht sicher." Liebe Leserin, das stammt nicht etwa aus Luthers Zeiten, sondern aus dem Jahre 1928. Wenn das eine Difinition der rechten 3. Prof. Jungfrau ist, fürchte ich, daß man in ganz Deutschland feine Jungfrau findet. 2. Dr. Orchesterkonzert. Dir.: Alexander Michael Szenkar. 1. a) Mozart: Ouvertüre zu der Oper ,, Figaros Hochzeit"; b) Notturno für vier Orchester( H. V. 286); c) Marsch C- Dur( K. V. 408). 2. Smetana: Die Moldau, sinfonische Dichtung. 3. Wagner: Ouverture zu der Oper ,, Tannhäuser"( Berliner Sinfonie- Orchester). Anschließend Presse. Sonntag, 20. Januar. Berlin. 11.30 Uebertragung aus dem Großen Schauspielhaus: Vormittagskonzert, ausgeführt von Schmidt- Gentner und dem gesamten Ufa- Sinfonie- Orchester. 1. Fr. Liszt: Les Préludes, sinfonische Dichtung. 2. Rich. Strauß: Suite aus der Oper: Der Rosenkavalier". 3. P. Tschaikowsky: Capriccio italien. Wertvolle Bücher als Packpapier. Eines wird man der Sowjetregierung und ihren Organen nicht absprechen können: Geschäftstüchtigkeit. Im Ausland verkauft man Kunstgegenstände, im Inland wertvolle Bücher als Backpapier. Jedenfalls hat, der ukrainische Staatsverlag 58 000 Bücher auf den Markt geworfen, zu 40 Pfennig pro Kilo; getauft haben sie die Schlächter. Das Zentralorgan der Gewerkschaften„ Trud" behaup tet, daß sich unter der Makulatur auch sehr wertvolle Ausgaben befunden haben. Das Bolt besitzt eben schon zu viel Bücher in Somjetrußland. Sie sieht alles doppelt. 4. R. Wagner: Ouverture zu der Oper..Tannhäuser". 14.00 Hans W. Privin: Morse- Kursus. Unterricht für Anfänger( XI.). 14.30-15.25 Für den Landwirt. 15.30 Märchen, 1. Gustav Goes: Prinzessin Schneeflocke. Der Streit der Bäume.( Gelesen von Käthe Haack.) 16.00 Fritz Böhme: Vom Volksreigen zum Gruppentanz( 2.). 16.30 Unterhaltungsmusik der Kapelle Gebrüder Steiner. 18.45 Hans Jürgen von Hake, Leiter der Ausstellung ,, Grüne Woche, Berlin": Sehzentrum sieht sie vielmehr jeden Gegenstand doppelt, ein GeAm 10. Dezember erlitt eine Wienerin, Frau Elja K., einen Autounfall, bei dem sie am rechten Auge so schwer verletzt wurde, 2. Gustav Goes: daß sie operiert werden mußte. Dieser Tage wurde der Verband von den Augen entfernt und sie mußte nunmehr feststellen, daß sie nicht mehr imstande ist, normal zu sehen. Durch eine Störung im Die 4. Grüne Woche, Berlin 1929. dem deutschen Winter19.15 Die Winterreise"( 5.). Karl Lütge: Aus Bilderbuch. 20.00 Sende- Spiele. Die Prinzessin von Trapezunt", Buffo- Oper in 3 Teilen. Anschließend bis 00.30 Tanz- Musik( Kapelle Marek Weber). Königswusterhausen. 11.30 Uebertragungen von Berlin.) 13.45-14.15 Bildfunkversuche. 14.30-18.00 Uebertragungen von Berlin, 18.00-19.00 Gedanken zur Zeit. Deutsch, Französisch und Englisch, diejenigen Sprachen, die heute bei anderen Gelegenheiten am meisten benutzt werden, find ein völlig unzureichender Verlegenheitsnotbehelf, wie jeder der fast täglich stattfindendenen internationalen Kongresse beweist. Aber auch die anderen Sprachen wollen, und nicht ganz zu Unrecht, berücksichtigt werden. diesen und vielen anderen durchaus beweisbaren Gründen läßt sich nur die Folgerung ziehen, daß eine internationate Sprache Ab 20.00 Uebertragungen von Berlin Aus brechen, das sie bei jeder Bewegung stört und behindert. Sie kann weder auf der Straße gehen, da sie nie weiß, welches der beiden Bilder das richtige ist, so daß sie ständig mit Passanten faramboliert. Frau K. hat nunmehr die beiden schuldigen Chauffeure auf 30 000 Schilling Schadenersatz sowie auf eine Monatsrente von 400 Schilling verklagt, da sie ständig eine Hilfsperson benötigt. Ventilator kontra Sprechfilm. In Indien ist es heiß. Und in den Kinos laufen unaufhörlich 18.00 Justizminister a. D. Dr. Hans Bell: Maßregeln der Besserung und Siche- riesige Ventilatoren. Als man nun jüngst Sprechfilme vorführte, rung im neuen Strafgesetzbuch. 18.30 Staatssekretär a. D. Alwin Saenger: Dasselbe Thema wie 18.00. 19.00 Vittorio Macchioro: Pompeji, wie es dachte, lebte und schaffte. ging alles im Donner der Ventilatoren unter. Man stellte die Bentilatoren ab da gingen die Besucher nach Hause, weil die Hize unerträglich murde, Was mun? Nathan Asch Uebertragung aus dem Amerikanischen von Hermynia Zur Mühlen. Copyright by RUtten&. Loening, Frankfurt a. M. I. Wall-Str«et. New Bork— Untere Stadt— Straßen— Gebäude— Finnen. Straßen— kurz— krumm— eng— dunkel— überfüllt— wimmelnd— gewunden— schwärend— Vorübereilend«— Schlendernde— Spazierende— Lungernd«— Mengen— Mob— Aufsichtsrotsmitglieder— Eckensteher— glatthaarig« Kommis— Studentinnen— Telephoniftinnen— Ausläufer, sehr alt oder sehr jung— Winkeladvokaten— Wunderkinder— Zeitungsoerkäufer und Verkäuferinnen— Bettler— die besten Geschäftsleute der Straße— Schlemihl«— Versicherungsagenten— Auskunftgeber— Stenotypistinnen— Detektive— Männer— Frauen— Knaben— Mädchen— Amerikaner— thalländer— Irländer— Juden— Italiener— Russen— Franzosen — Deutsche— Spanier— Polen— Argentinier— Schweden— Nigger— Engländer— Türken— Mexikaner— Syrier— Amerikaner— Kaufen— verkaufen— tauschen— betteln— borgen— stehlen — schwindeln— geben— nehmen— schenken— dotieren— betrügen— lügen— sympathisieren— Mitleid— Liebe— Schmelztiegel— Mahlstrom— Durcheinander— Narrenhous— IL Die Stimm« der Firma. Guten Morgen Herr Zuckor— Morgen— Hallo Michelet, was haben Sie gestern abend getrieben— Nicht ich war mit einem Mädel— Ist was passiert— Was fällt Ihnen«in— Guten Morgen Herr Zuckor— Morgen— Hallo Kranz— Guten Morgen Herr Read— Sie müssen früher da sein, das geht doch nicht, daß Sie zu allen Tageszeiten kommen— Börse eröffnet erste Kurse, Stahl neundreiviertel, Blue Hill unverändert. Tik— tik— tit— tik— tik— tik— tit— tik— tik— tik— Hallo, verbinden Sie mich mit Rolland. Hollo, hallo, du bist's, Herzchen. Ich mächte Herrn Rolland sprechen: cr spricht eben. Gut, ich warte. Wie geht's deinem Herzen, wirklich. Gehen wir zusammen aus. Ich werde nett sein: weißt ja gar nicht, wie nett ich sein kann. Hollo, Herr Roland, Zucker sechs, ja. Gut, wir kaufen für Sie ein- hundert zu sechs— Baltimore ist da: Hallo, ja, jawohl, bitte wiederholen: ja, Herr, vierzig Achter Franzosen zu sechs, danke. Herr Read, Baltimore, will vierzig Achter Franzosen zu sechs— Wie ist der Kurs— Kurs Achter Franzosen— Ich wette fünfundzwanzig auf die Riesen— Lassen Sie sein, ich brauch Ihr Geld nicht— Bing— Hallo, Achter Franzosen fünf bis fünfdreiviertel— Hallo, verbinden Sie mich mit Bryant he Jacobs. Ein Streich- holz, danke. Sind Sie's, Jim, verkaufen Sie Achter Franzosen? Wie hoch, nehme zu fllnfundneunzigeinholb, danke— Hallo, Verbindung mit Baltimore. Hallo, habe vierzig Achter Franzosen zu fünfeinhalb gekaust, ja, guter Kurs, nicht wahr, danke— Kauft einhundert Zucker zu sechsdreiachtel, ein Viertel streichen— Kauft einhundert Zucker zu sechsdreiachtel, ein Viertel streichen— Wissen Sie was, Sie soll eine Freundin mitnehmen, dann gehen wir zu ihr. Sie hat famosen Schnaps— Bitte Amt. Hallo, Dresden vier acht vier. Hollo, kann ich Fräulein Connor sprechen. Hallo, hallo, kleiner Engel, wer ist da? Rate! Nein, nein, du sollst raten. Ja, woher weißt du. Wo« macht das Herz— Was machen Sie heute abend, Jacobs— Ich geh mit einer Frau aus— .Gute Nacht, Herr Zuckor— Vergessen Sie morgen nicht Blue Island— Nein, Herr Zuckor, gute Nacht— Gute Nacht, Herr Zuckor— Nacht— Gute Nacht, Herr Zuckor— Nacht— III. Bureau und Firma. Das Bureau befindet sich in einem bestimmten Slockwerk eines hohen Gebäudes der Unteren Stadt. Das Bureau besteht aus drei Zimmern: einem großen, einem kleinen und einem dritten, das in kleinere Zellen geteilt ist. Möbel des Bureaus: Schreibtische, Tische, weiche Sessel, harte Sessel, Telephone, Ticker, Schreibmaschinen, Hauptbücher, Ordner, eine Schiefertafel, gerahmte Kupferstiche, Klappenschrank, in einem Bücherschrank mit Glastür finanzielle Nachfchlagebiichex, Spucknäpfe, Türmotten. Die Räum« werden zwischen Mitternacht und vier Uhr von einer alten Scheuerfrau aus der West-Street in Ordnung gebracht.' Herr Zuckor kommt als erster ins Bureau. Dos Bureau ist voll von Menschen: älterer Kompagnon, Handelskompagnon, stiller Kompagnon, jüngerer Kompagnon, Makler, Telephoniftinnen, Verkäufer, Buchholter, Bücherrevisoren, Ausläufer, Wächter, Portiers. Das Bureau ist voll von Kunden, die Aktien kaufen und ver- kaufen, Aktien, das Herzblut der Nation. Das Bureau ist voll von Lärm, Verwirrung, Preiserholung, Panik, Bewegung nach oben, Bewegung nach unten, Festigung, Schwächung, Stimmen, Schreien, Rufen, Gelächter. Das Bureau ist der Schauplatz des Erfolges der einen und des Mißerfolges der anderen. Die Firma ist der Mittelpunkt des Geschäftes der Nation. Die Firma ist der wichtigste Punkt der Nation. Di« Firma ist der gefürchtetste Punkt der Nation. Di« Firma gibt ihre» Angestellten den Lebensunterhalt: sie arbeit«, ft- sie. erhalten bdfür«inen Lohn,»tt de» ß- Nohnwa. Kleidung, Obdach, Zerstreuung, Aerzterechnung, Leichenbestatter und Steuern bezahlen. Die Firma ist für die Existenz ihrer Angestellten verantwortlich. Die Firma beansprucht den größten Teil der wachen Stunden ihrer Angestellten. Die Firma nimmt die ganze Aufmerksamkeit ihrer Angestellten in Anspruch. Die Firma ist der Schauplatz allen Ehrgeizes ihrer Angestellten. Die Firma ist der Schauplatz oller Hoffnungen ihrer Angestellten. Die Firma ist das allcrwichtigste in den Gedanken ihrer Ange- stellten. Die Firma ist der Existenzgrund dieser Menschen. Die Firma kann erlöschen, und dann werden diese Menschen sterben. Als die Kirma verkrachte. 1. Gertrud« Donovan. Ein Geräusch des Reißens drang in ihre Ohren. Sie blieb stehen und lauschte. Sie montieren also wirklich den Ticker(Fern- schreiber) ab, wie Charlie gesagt hatte. Dann ist alles aus. Sie glaubte es noch immer nicht. Verkracht. Bankerott. Sie begriff es nicht. Was bedeutet es? Und dann erinnert« sie sich daran, was Charlie gesagt hatte: eine neue Stelle. Sie sah sich frühmorgens in ein Stellenvermittlungsbureau der Unteren Stadt gehen, ein Stellengesuch ausfüllen, hörte den Ver- mittler sagen, daß er sie oerständigen wird, sobald er von etwas Paffendem erfährt. Und dann wird sie warten, jeden Morgen auf den Briefträger warten, der nichts für sie bringt. Schließlich wird sie sich in einem Bureau vorstellen. Der Chef wird zuerst ihre Leine und dann ihren Nacken betrachten. Wird sie mit den Augen messen. Der altbekannte Blick. Sie versuchte, sich den neuen Chef vorzustellen. Fett? Mager? Hübsch? Wird er zudringlich sein? Sie wird ihn schon zurechtweisen. Sie wurde zornig. Di« Leute hatten kein Recht, sie anzustellen, wenn sie verkrachen konnten. Sie arbeitet doch nicht zum Vergnügen. Es ist kein Spaß, jeden Tag nach einer neuen Stell« zu suchen. Gerode wenn man sich eingewöhnt hat und die Angestellten einen nicht mehr anglotzen, als läge man nackt vor ihnen, alles aufgeben, von neuem beginnen müssen. Ihre Finger begannen automatisch auf den Tasten der Schreib- moschin« zu hämmern. Und die Sealjack«, auf die wird sie dieses Jahr verzichten müssen. Die Mutter wird flst* nfe hw Kostgev» erlassen Wird über die hohen Preise, die Erhöhung der Miete und eine Million andere Dinge jammern. Und sie ansehen, als wollte Gertrude sie ermorden. Nein, im nächsten Monat gibt es wedcr Jacke noch Dauerwellen. Ihre Hand hielt im Tippen inne und berührte ihr Haar. Damr öffnete sie eine Lade im Schreibtisch, holte eine Lackledertaschc heraus, entahm ihr einen kleinen Spiegel und betrachtete ihr Haar. Es begann wieder glatt zu werden. Da nehnren die Leute zwanzig Dollar für Dauerwellen, und sie holten nicht einmal einen Monat. Sie griff nach der Puderquaste und puderte sich, schob dabei die Unterlippe über die ober« und blies sich auf die Nase. Ueber den Tisch flammte ein rosa Licht auf, sie griff noch Block und Bleistift und verließ ihre Zelle. Herr Glymmer, Herr Read und Harry Widener bemerkten ihr Eintreten nicht, sie sprachen ernst miteinander. Sie setzte sich auf den weichen Sessel, auf dem sie immer saß, kreuzte die Beine, ohne den Rock hinunterzuwerfen— das tat sie nur, wenn der jüngere Kompagnon nicht da war— und wartete. Ihre Hand fuhr abermals durchs Haar, bauschte es an den Schläfen. � Er war nett. Viel netter als Jim Denby. Sah einen immer so freundlich an, seine dunklen Augen hatten einen warmen persönlichen Blick. Er war ein Mann. Erweckt« nicht den Eindruck, als wäre er der Sklave einer Frau wie Jim. Sein Benehmen war nett, er be- handelte«inen als Seinesgleichen. Sie erhaschte einige Worte. Geschäftsaufsicht und Oberster Ge- richtshof. Read war, wie gewöhnlich, äußerst gelassen: er saß auf dem Schreibtisch und spielte mit einer Zigarettenspitze. Glymmer schien nervöser. Sie mochte ihn nicht. Er war zu liebenswürdig. Nicht gegen sie und die anderen Angestellten, aber gegen die Kunden und die Kompagnons. Sie vertrug sein Lächeln nicht. Es hatte ihr von jeher mißfallen. Auf einen Mann, der so lächelt, kann man sich nicht oerlassen. Sie blickte abermals auf Harry Widener. Den schien die ganze Sache zu belustigen. Er sprach fast nichts, sah nur die anderen an und verzog die Mundwinkel. Dann warf er ihr einen Blick zu, und sie reckt« sich gerode. Aber sein Blick schweifte sofort von ihr weg. Herr Glymmer begann zu diktteren. Sie schrieb die Worte nieder, völlig bei der Sache, wie immer, alles andere vergessend, nicht einmal den Sinn der Worte erfassend. Als er verstummte, erhob sie sich und wollte zehn. Dann aber blieb sie stehen und fragte: „Herr Glymmer. ist dos Bureau morgen offen?" „Herr Zuckor wird bei seiner Rückkehr den Angestellten ein« Mit- teilung machen." Sie wurde wiederum zornig, fragte sich, ob sie die Tür zuschlagen sollte, erschrak vor dem Gedanken, beschloß dann aber, da sie ja ohnehin ihre Stell« verloren hatte, dennoch die Tür zuzuschlagen. Sie tat es und ging ins Bureau der Angestellten. „Nun, Herzchen." sagte Charlie, sobald er sie erblickte,„es ist aus." „Arbeiten wir morgen noch?" „Ausgeschlossen. Du tätest gut daran, die Schreibmaschine mit heimzunehmen, als Gehalt." Di« anderen Angestellten lachten. „Bekomme ich mein Gehalt nicht," erklärt« sie,„so lasse ich Herrn Glymmer oerhasten."(Fortsetzung folgt.) Rätsel- Ecke des„Abend". iwimeHimKinMiitmHMwmmHmiimHWiiuMffliimimimi Kreuzworträtsel. Wag er cdj t: 1. Winterspongerät: 4. türkischer Name: 7. Pflanze(Abführmittel); 9. Tonstück: 10. Stadt im bisherigen Posen: 11. weiblicher Vorname: 12. Ausflug: 13. Bedeutung: 14. Raubvogel: 16. Olioensast: 18. lateinisch für Recht: 21. Behäl- ter zum Äufiangen von Regen: 22. persönliches Fürwort: 24. amerikonischer Erzähler: 26: germanischier männlicher Dämon der Gewässer: 30. Luftgeist: 32. Ozean: 34. Umstandswort der Zeit: 35. neuzettlicher Tanz: 36. weiblicher Borname: 37. Berbindungs- nagel: 38. Teil des Wagens: 39. Nebenfluß des Rheins vom Schwarzwald.— Senkrecht: 1. italienisch für Sprung: 2. Muj«: 3. Nachfolger des Moses: 4. Monat: 5. Fluchs: 6. weiblicher Bor- name: 8. kleiner Prophet: 9. Rastplatz in der Wüst«: 15. großer Mann: 16. Himmelsrichtung: 17. luftförmiger Körper: 19. Kanton: 20. weiblicher Borname: 23. Operettenkomponist: 24. Gewicht: 25. altgriechisches Gebirge(Todesstätte des Herakles): 27. nwhannne- danisch für Glaube, Beteuerung: 28. Sinngedicht, Epigramm: 29. Aufspieler: 31. weiblicher Vorname in Koseform: 33. Ringel- wurm.* Quadraträtsel. AAAAACEFGHHLLNNNOOOORTTTZ Die vorstehenden Buchstoben sind so zu ordnen, daß die wag e- rechten Reihen ergeben: 1. seltener männlicher Bornum«: 2. Ort bei Wittenberg: 3. seltener männlicher Vorname: 4. Teil der Kirche: 5. Nebenfluß der Weichsel. Die vorderste und die hinterste senk- rechte Reihe, beide von oben nach unten gelesen, ergeben zu- sammen ein Wort für Seereise. Verwandlungsaufgabe. Leben, Salat, Herodot, Gehirn, Baden, Unart, Theodor, Nelke, Breslau. Kiew, Lende. Niere, Bafel, Abel.— Vorstehend« Wörter sind durch Umstellen ihrer Buchstaben in neu« zu verwandeln. Bei richtiger Lösung nennen die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter in gegebener Reihenfolge ein Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing. bl. Scherzfrage. Welcher Unterschied ist zwischen dem Stein der Weis«« und de» Steht bes« Schieberätsel. Die Wörter Graben, heiser, Projekt, Oeffnung, Teeglas. Wal- iiuß find in derselben Reihenfolge wie hier so untereinanderzuschreiben. daß zwei nebeneinander befindliche senkrechte Reihen je beliebte Fruchtart ergeben. Ver-rätsel. Er kam mir entgegen mit Weinen Und war doch ganz wohlgemut. Er wollte mir gern etwas schenk««: Doch sollt' ichs bezahlen gut. Nun sage mir an: Wer ist der Mann? Wie ist's mit dem Schenken Und Weinen getan? Lattenrätsel. Man ordne die Reihenfolge der neun Lotten so, daß die wage- rechten Buchstabenreihen einen luftigen Vers von Wilhelm Busd) lesen lassen.— ab. (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Wageredst: 1. Liedtke: 6. Tee: 8. Mai: 9. Lob: ll. Maas: 13. Affe: 15. Miere: 17. er: 18. Ignaz: 19. Ei: 21. so: 23. Omega: 27. ja: 28. Moral: 29. Spat: 31. Rind: 33. Rio: 34. Tod: 36. Del; 37. Liebert.— Senkrecht: 1. Lea; 2. emsig: 3. da: 4. Tiara: 5. Elf: 7. Emir; 10. Oed«; 12. Ami: 14. Fez: 16. Enver: 17. Ems; 20. Ida; 22. Ossi: 23. Oma: 24. Motte: 25. Garde; 26. Ali: 27. Jude: 30. Pol; 32. Not; 35. ob. Silbenrätsel:!. Drorna: 2. Aarau: 3. Sanherib; 4. Weste; 5. Ungarn: 6. Nantes; 7. Daniel: 8. Exaudi; 9. Rosali«: 10. Istib: 11. Schiffsmast: 12. Tanzdiele; 13. Drusus: 14. Echik; 15. Somali: 16. Guben: 17. Luftbad..Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind." Goethes Faust I. Magisches Quadrat: 1. Sag«: 2. Abel; 3. gelb; 4. Elbe. Berwandlungsaufgabe: Hamm, Damm, Darm, Warm, Wvrm, Turm. Bee*cätfe4t Aar» Nr. 32 46. Jahrgang Technik Sonnabend 19. Januar 1929 Vom Kraftwerk zum Verbraucher. Berlins Stromverbrauch wächst ständig. Die Kurve, die dieses| zu sogenannten Abspannwerten geleitet. Die äußere Ansicht| 100 000 Kilogramm Del, das in Transformatoren und Delschaltern Wachsen erkennen läßt, zeigt einen steilen Anstieg. Noch im De sember 1923 betrug Berlins Stromverbrauch in den Abendstunden etwa 110000 KW( Rilowatt), im Dezember 1927 war sie bereits auf 356000 KW angestiegen, im Dezember des vergangenen Jahres hatte sie schon 420000 KW erreicht. Während 1925 täglich 521 neue 3ähler eingebaut murden, ist die tägliche Leistung im nergangenen Jahre fast auf 1000 gestiegen. Ein solches Wachsen des Strombedarfs, das auch in den nächsten Jahren noch nicht zum Abschluß fommen wird, fordert von der„ Bewag" rechtzeitige durchgreifende Maßnahmen. Mit dem Bau von Großkraftwerken allein aber find diese Aufgaben nicht zu erfüllen. Ein nicht minder großes Arbeitsfeld ist die Ber= teilung des Stromes innerhalb des Stadt= gebietes. Im Jahre 1923 be tand die„ Bewag" 37 Jahre, damals besaß sie ein Kabelnetz von rund 10 000 Kilometer Länge. Seitdem findin fünfeinhalb Jahren 8000 Kilometerkabel neu Derlegt worden. Im vergangenen Jahre mußten nicht weniger als 27 Millionen Mart für diese Anlagen in Anfat gebracht werden. Wollte man die im vergangenen| genommen. In diesem Jahre werden drei weitere Abspannwerte| Jahre in Berlin ausgehobenen Rabelgräben aneinanderreihen, so gäbe das einen Graben, der in gerader Linie von Berlin bis Straßburg reichte. Neben der Kabelverlegung hat sich die Errichtung neuer großer Abspann- und Umformwerte, sowie von Schalt- und Netstationen notwendig gemacht. Alle diese Anlagen, die im Großstadtbild naturgemäß nicht so hervor ireten wie ein riesiges Kraftwerk, verschlingen zu ihrer Herstellung wesentlich größere Summen als der Kraftwerksbau selbst. In Berlin mußte für die Berfeilung des Stromes zwei einhalbmal so viel Rapital aufgebracht werden wie für die Errichtung der Kraftwerte. eines solchen Wertes zeigt eines unserer Bilder. In diesen Werfen Berwendung findet, wurde von 1. Januar bis 1. Oktober vorigen wird der hochgespannte Strom von 30 000 Bolt auf 6000 Volt Jahres für den praktischen Betrieb zurückgewonnen. Außerdem hat heruntergespannt. Bis Ende vorigen Jahres waren elf solcher die Bewag" modern eingerichtete Kabel-, Transformatoren-, Repolitommen automatisch arbeitenden Werke in Betrieb lais- und Delprüflaboratorien eingerichtet, die den betriebstechnischen 6000- Volt- Stützpunkt Christianiastraße. Zwei unserer Bilder zeigen ein neues Verfahren zur Herstellung von Rabelgräben. Ein auf einen Raupenschlepper montierter Erdfräser schlägt seine Zähne in die Erde und schafft durch ständiges Drehen bei gleichzeitiger langsamer Fortbewegung des Raupenfahrzeuges ganz automatisch und mit absoluter Genauigkeit den Kabelgraben. Das Bild läßt deutlich den links abfließenden Sandstrom aus dem Graben erkennen. Mit Hilfe von besonders fonstruierten Pflügen wird nach der Berlegung des Kabels der Graben zugeschüttet. Nur die letzten Arbeiten brauchen hier von Hand ausgeführt zu werden. Zu diefer Mechanisierung hat sich die ,, Bewag" veranlaßt gesehen, nachdem die Anforderungen in so erheblichem Maße gestiegen sind. Zur wirtschaftlichen Leitung und Berteilung der großen Energiemengen mar die Bewag" im Jahre 1923 gezwungen, die Kraftwerksspannung von 6000 Bolt auf 30 000 Bolt herauszusehen. Schon heute rechnet fie damit, daß diese Spannung in absehbarer Zeit auf 100 000 Bolt erhöht werden kann, nachdem die Kabel industrie in der Lage ist, Kabel und Armaturen für diese Spannung zu liefern. Vom Großtrastwert wird der hochgespannte Strom 1 Abspannwerk Scharnhorst. Forschungsarbeiten dienen. Gerade die hier stizzierten Arbeiten fennzeichnen die ungeheuren Aufgaben, die von der Elektrizitätsgesellschaft, die eine Millionenstadt wie Berlin verforgen soll, zu leisten find. Sie zeigen auch, wie ungeheuer wichtig das einwandfreie Arbeiten jedes Teiles ist, fie lassen die Verantwortung er fennen, die auf jedem lastet, der an dem großen Wert der Berliner W. M. Stromversorgung mitarbeitet. Bücher der Technik. Handbuch für Lehrlinge der allgemeinen Feinmechanif. Herausgegeben von der Robert Bosch A.-G., Stuttgart. Tertteil und Bildwert gesondert. 417 Abbildungen auf 88 Tafeln. BDI.- Verlag G. m. b. H., Berlin NW. 7. Preis 15 M. errichtet. Die Gesamtleistung dieser Abspannwerfe dürfte etwa 565 000 KVA( Rilovoltampere) betragen, das entspricht ungefähr 750 000 Pferdestärken. Von den Abspannwerfen wird der Strom einerseits 26 Umformwerten zugeführt, durch die die Innenstadt und die Straßenbahn Gleichstrom erhalten. Außerdem werden im Augenblick noch sechs neue Gleichrichterumformwerte für die Stromversorgung der Straßenbahn gebaut. Andererseits wird 6000 Volt Drehstrom von den Abspannwerken an sogenannte Stützpunkte( das find Drehstromverteilungswerke für die große Masse der Einzelabnehmer) geleitet. Von diesen Stützpunkten gehen ringförmig gestaltete 6000- Bolt- Kabel aus, die den Strom direkt an größere Einzelabnehmer oder zu den zahlreichen Regstationen und Schalt säulen führen, in denen Transformatoren die Spannung endgültig auf 380 bzw. 220 Volt heruntersetzen. Nicht weniger als Das Werk hat den Zweck, Lehrlingen das Wesen der Metall3,500 folcher kleinen Nesstationen mit einer Gesamt bearbeitung, soweit es für die Schlosserei, Dreherei, Fräserei usw. in leiftung von 350 000 KW find im Berliner Stadtgebiet aufgestellt. Frage fommt, zu vermitteln. Die Darstellung ist klar und zwedInteressant ist die Tatsache, daß die„ Bewag" dazu übergegangen ist, entsprechend. Die Bilder sind bis auf Bild 84, Tafel 14, ausgezeichfür einen Teil der 6000- Volt- Stützpunkte, deren Zahl im vorigen net. Bild 84 zeigt das Durchschlagen eines Nietes im Schraubstock. Jahre erst 28 betrug, besonderes in Eisen eingefapfeltes Schalt- Man pflegt das Werkstück nicht einzuspannen, sondern so auf die material zu konstruieren. Dieses Material wird in unterirdischen Schraubstockbacken zu legen, daß der Niettopf des herauszuschlagenStüßpunkten eingebaut, in denen nur wenig Play vorhanden ist. den Rietes gerade zwischen die Backen zu liegen tommt. Dann kann Dieses Schaltmaterial ist etwas völlig Neues, so daß es begreif- man mit geringem Kraftaufwand den Niet entfernen. Das Buch licherweise in Fachkreisen des In- und Auslandes besonderes Auf- aber ist sonst vorbildlich. Es dürfte auch dem Facharbeiter, der fehen erregte. Im Zentrum Berlins unter dem Wilhelmplatz die Lehrzeit längst hinter sich hat, gute Dienste leisten. und auch am Wittenbergplatz find solche unterirdischen Stützpunkte geschaffen worden. Die ,, Bewag" hat sich im Jahre 1927 ein eigenes Trans formatorenwert für die Ueberholung und Instandsetzung von Transformatoren gebaut. Diesem Wert wurde eine Delaufbereitungs- und Regenerieranlage angegliedert. Nicht weniger als Dr.- Ing. Friedrich Münzinger: Reffelanlagen für Großkraftmerte, Betrachtungen und Richtlinien. 176 Seiten, 282 Abbildungen. BDI.- Verlag G. m. b. H., Berlin NW 7. Ein aktuelles Buch, das die neuesten Fortschritte und Erkenntnisse auf.dem Gebiete des Großtesselbaues anschaulich darstellt. Das Werk ist eine überzeugende Werbeschrift für die Staubfeuerung. Es zerfällt in zwei Teile. Im ersten Teil wird in geradezu dramatischem Aufbau die Vorgeschichte des Baues der Kesselanlage des Großfraftwerkes Klingenberg, die Vergebung der Aufträge und ihre Ausführung geschildert. Der zweite Teil gibt Richtlinien für den Bau von Großfesselanlagen und geht auf alle in. Frage fommenden Einzelheiten ein. Der Verfasser verwirft jedes Schema. Er meist mit Recht darauf hin, daß seit der Einführung der Staubfeuerungen und des hochgespannten Dampfes auf diesem Gebiete der Technik geradezu eine revolutionäre Entwicklung eingesetzt hat. Das Buch ist einer der Wegbereiter dieser Revolution. Dr.- Ing. Karl P. Wiskott: Die Besteuerung der Kraftfahrzeuge und Kraftstoffe. 88 Seiten, 44 Abbildungen. VDI.- Verlag, G. m. b. H., Berlin NW. 7. Preis in Leinen geb. 22 M. Das neue Kraftfahrzeugsteuergesetz gilt nur bis zum 1. April 1931. Die Schrift von Dr.- Ing. Karl P. Wiskott ist eine systematische und gründliche Arbeit über die bisherigen Geseze zur Besteuerung der Kraftfahrzeuge. Sie untersucht darüber hinaus die bisher gemachten neuen Vorschläge zur Schaffung einer allgemein befriedigenden Steuer. Die Arbeit fennzeichnet die Schwierigkeiten des Problems. Der Verfasser begründet eigene Vorschläge.( Reifenbe steuerung, Kombinierte Kraftstoff; Gewichtsbesteuerung.) Geine Anregungen erscheinen sehr beachtenswert.) Vor allem aber tritt der Zweck der Kraftfahrzeugsteuer, die Schaffung und Erhaltung eines dem modernen Verkehr angemessenen Straßenneßes flar hervor. Besonders sei noch das am Schluß des Werkes wiedergegebene Literaturverzeichnis über die Kraftfahrzeugsteuer hervorgehoben. Dr.- Ing. H. G. Bader: Handbuch für Flugzeugführer. VDJ.Verlag G. m. b. H., Berlin N 7. 193 Seiten, 91 Abbildungen, 97 Zahlentafeln. Es handelt sich hier nicht um ein Handbuch, das nur den ABC.Schützen der Flugfunst in die ersten Regeln feines Berufes einweihen soll, sondern um eine Arbeit, die gerade dem ausgebildeten Berufsflieger manche wertvolle Anregung geben wird. In einzelnen Abschnitten merden von verschiedenen Verfassern nacheinander folgende Gebiete behandelt: der Einfluß der Bauart auf die Flugleistungen und Flugeigenschaften, das Triebwert, Flugzeuginftrumente, Einfliegerei, die Organisation des Luftverkehrs, der Bertehrsflieger, Betterkunde und Flugzeugführer und Flugzeugbauer. Diese Inhaltsübersicht zeigt, wie reichhaltig das Handbuch ist, dessen metteren Entmidumg bes fugaengbones as gemionen, Oben links: Neizstation Teutoburger Platz, unten links: Inneres einer Netzstation( Transformator und Schalter) Oben rechts: Der Kabel Biel es ist, den Flugzeugführer selbst zum Mitarbeiter bei der graben wird zugepflegt, unten rechts: Der Raupenschlepper mit der Erdfräse beim Ausheben des Kabelgrabens, Krach im Sportpalast! Mäßige Boxerei, Fehlentscheidungen, Pfeifkonzert Gestern abend gab es im Sportpalaft erheblichen Spektakel. Das Publikum erhob gegen die Entscheidungen der Punktrichter lebhaftesten Profest und es fehlte nicht an sehr laut vorgebrachten Aufforderungen, in Zukunft dieses Affentheater zu meiden!" Hein Domgörgen, Deutschlands Mittelgewichtsmeister, hatte in seinem Kampf gegen Boldi Steinbach, den Meister aus Oesterreich, mur sehr wenige Runden für sich. Wenn man auch anerkennen will, daß Domgörgen der technisch leberlegene war, so tonnte doch Steinbach so viele und nicht schlechte Treffer anbringen, daß die Punkte unzweifelhaft für ihn waren. Aber offenbar mußte Domgörgens Renommee gerettet werden, oder man konnte es nicht über sich gewinnen, daß der bisher nur auf dem Balkan" erfolg reiche Borer auch in Berlin gewinnen sollte. Jedenfalls stellte man nach langem Bunkterechnen einen Sieg Domgörgens fest! Ein gleich vollkommenes Fehlurteil ist taum jemals im Sportpalast gefällt worden. Der Riesentumult dürfte den Punktrichtern und dem Veranstalter zum Bewußtsein gebracht haben, daß fie den Berlinern denn doch nicht alles bieten dürfen. Großsprecherisch hatte man verkündet, man wolle mit der Akquisition ,, Primo Carnera", dem ,, Elefantenbaby", Schaulustige anziehen und sie zu Borsportanhängern machen. Das lächerliche Urteil der Richter hat diese Leute sicher für immer hinausgegrault. Es hat fast den Arschein, als ob Sechstage- Berufsradfahrer und eine hohe Boxsport ,, behörde" den merkwürdigen Ehrgeiz haben, sich selbst Gruben zu graben. Den Vorteil wird der ehrliche, törpererziehende, wirkliche Sport haben, nicht zuletzt der Arbeiterfport. * In den Rahmenfämpfen siegte Jakob Domgörgen, der Neffe des Mittelgewichtsmeisters, über Schumacher- Berlin. In der vierten Runde warfen die Sekundanten das Handtuch. Einen harten Kampf lieferten die Halbschwergewichte Harttopp und Scholz- Breslau. Harttopp erhielt zwei Verwarnungen wegen zu tiefen Schlagens; das Urteil war unentschieden. Die Federgewichtsimeister von Deutschland und Frankreich, Paul Road und Robert Tassin, beendeten ihre zehn Runden unentschieden. Es war der beste Kampf des Abends. Den Riesen Carnera soll man erst noch ein halbes Jahr lang zu trainieren, ehe man ihn in einen öffentlichen Borring stellt. Franz Diener schien allerdings so begeistert von ihm zu sein, daß er ihn sofort für einen Kampf herausfordertes In Berlin taut es! Trotzdem Wintersportfeste! 3. Märkischer Wintersporttag in Bad Freienwalde a. d. Oder. Nachdem die Schneelage zur Durchführung des GrunewaldSprunglaufes nicht ganz ausreicht, ist soeben von der Leitung des Norddeutschen Stiverbandes der Verbandsstaffellauf in Bad Freienwalde a. d. O. für Sonntag, den 20. Januar, festgesetzt morden. Am Vormittag, 9 Uhr, findet der Staffellauf selbst statt, an dem aus je 5 Läufern bestehende Vereinsstaffeln teilnehmen. Am Nachmittag wird voraussichtlich das Eröffnungsspringen auf der noch nicht benußten Freienwalder Sprungschanze in den ,, Heiligen Hallen" stattfinden können. Daneben sind Stispiele für die Jugend usw. vorgesehen. Freienwalde meldet sehr gute Schneelage. Für Stiwanderungen und Rodelfahrten bieten die bergigen Waldungen und die beiden Rodelbahnen in Freienwalde ausgezeichnete Gelegenheit. Auskunft unter Berolina 3849. Wie uns foeben mitgeteilt wird, findet der Wintersporttag bestimmt statt. ** Alle Arbeiterstiläufer des 1. kreises treffen sich Sonntag, 20 Januar, um 9 Uhr, am Bahnhof in Potsdam. Gemeinfamer Uebungs- und Trainingsbetrieb. Praktische Kurse für Anfänger und Borgeschrittene. Für Wettkämpfer Langlauf- und Staffeltraining. Sämtliche Bereinsmannschaften müssen antreten, Sonderveranstaltungen der Bereine und Abteilungen fallen aus! An Wochentagen Training im Grunewald. Der Kreiswintersportwart, Deutsche Eishockeymeisterschaft. Vom 19. bis 21. Januar in Richersee. Der indyllisch bei Garmisch- Partenkirchen gelegene Rießer. see ist in den Tagen vom 19. bis 21. Januar der Schauplatz der Kämpfe um die Deutsche Eishockeymeisterschaft. Der Titelverteidiger, Berliner Schlittschuhklub", wird es diesmal nicht leicht haben, seinen Erfolg aus dem Vorjahre zu wiederholen. Sein schmerster Gegner ist zweifellos der bayerische Meister„ Sportklub Rießersee", der in dieser Saison eine Reihe schöner Erfolge erringen fonnte. Die vier anderen Meisterschaftsanwärter: Eissportverein Füffen, Brandenburg- Berlin, Hodeytlub Stuttgart und die ostpreukische Verbandsniannschaft kommen für den Sieg kaum in Betracht. Die Einteilung der beiden Gruppen ist folgende: Gruppe A: Berliner Schlittschuhklub Füssen, Ostpreußen; Gruppe B: Rießersee, Brandenburg, Stuttgart. Die Spiele werden in folgender Reihenfolge abgewickelt: Sonnabend, 19. Januar, 13.30 Uhr: Rießerjee- Stuttgart; 15 Uhr: Schlittschuhklub- Füssen. Sonntag, 20. Januar, 9 Uhr: Brandenburg- Stuttgart; 11 Uhr: Füssen- Ostdeutschland; 13.30 Uhr: Rießersee Brandenburg; 15 Uhr: Schlittschuhklub- Ostdeutschland. Montag, 21. Januar, 13 Uhr: Kampf der Gruppenzweiten um den driften Platz; 15 Uhr: Kampf der Gruppenfieger um den Titel. Sportblech! Seit 1924 find etwa 125 000 Turn- und Sportabzeichen und Reichsjugendabzeichen verliehen" worden, wovon nach einer foeben veröffentlichten Zusammenstellung fast ein Biertel( 24,2 Broz.) auf höhere Schüler entfielen, auf Handwerker und Arbeiter 17,1 Proz, auf Reichswehr- und Marineangehörige 15,2 Broz, auf Studenten 11,2 Proz., auf Kaufleute 9,7 Broz, auf den öffentlichen Dienst 8,6 Proz, auf Besucher mittlerer Fachbildungsanstalten 6,2 Proz., auf Lehrer 1,9 Proz, auf Landwirte 1,7 Broz, auf Akademiker und freie Berufe 1,6 Proz, auf sonstige Berufe 1,1 Proz., auf Berufsloſe 1 Proz. und auf selbständige Gewerbetreibende 0,5 Proz. Dem Kundigen zeigt diese Zusammenstellung eine erfreuliche Tatsache: Die große Zahl der Sporttreibenden aus der Arbeiter flasse strebt nicht nach besonderen Leistungen, um sich irgendein Abzeichen zu erwerben, sondern sie sucht durch Sport und Körperpilege ihren Körper hamnonisch auszubilden. Und das ist entschieden wichtiger als jede Reford and Abzeichenjägereil Handball Spiele am 20. Januar. Nach der Spielpause am vorigen Sonntag wollen die Handballer diesen Sonntag wieder ausnutzen. In der 1. Gruppe spielen in Wilmersdorf, Seepart, um 11 Uhr, FTGB.- Süden gegen Kausdorf. Süden hat hier die meisten Aussichten. Velten empfängt den Nach barverein Hennigsdorf, der aber bestimmt ohne Punkte nach Hause denburg 2. Abilg., während FIGB.- Wedding nach Luckenwalde fährt. geht. FTGB.- Rosenthal empfängt in Rosenthal, Hauptstraße, BranDie Gäste find die besseren Mannschaften. In der 2. Gruppe spielen Tegel I gegen FTGB.- Süden II in Tegel, Graf- Roedern- Korso, FTGB.- Often gegen FTGB.- Norden 1 um 11 Uhr in Hohenschönhausen, Sommerstraße, und FTGB.Wedding II gegen Drewig I um 14 Uhr in Reinickendorf, Scharnweberstraße. Beim letzten Spiel wird Drewiz ohne Punkte bleiben, während bei den anderen Spielen die Gäste die größere Spielerfahrung haben. In der 3. Gruppe spielen nur Botsdam gegen FTGB.- Nordring um 14 Uhr in Potsdam, Luftschiffhafen, und Wilmersdorf gegen FTGB. Friedenau um 10 Uhr in Wilmersdorf, Seepark. Die Spiele der 4. Gruppe sind: FTGB.- Südosten gegen Mahlsdorf II um 11 Uhr im Lichtenberger Stadion, und FTGB.Oberspree gegen Eichkamp in Niederschöneweide. Wenn keine andere Zeit vermerkt ist, beginnen die Spiele um 15 Uhr. Bei den Frauen spielen in der 1. Gruppe um 14,10 Uhr Tegel gegen FTGB.- Süden in Tegel und FTGB.- Wedding gegen Nowawes in Reinickendorf, Scharnweberstraße. In der 2. Gruppe spielt Wilmersdorf gegen Schöneberg um 12 Uhr in Wilmersdorf und Luckenwalde I gegen FTGB. Wedding II in Luckenwalde. Die Blazzvereine werden in allen Spielen die Punkte behalten. Arbeiter- Hoden! Alle für den 20. Januar angesetzten Spiele fallen des ungünstigen Weffers wegen aus. Deutsche Jagdausstellung 1929. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wird die Deutsche Jagdausstellung in Verbindung mit der Internationalen Schießsportausstellung im Rahmen der 4. Grünen Woche Berlin am 26. Januar 1929 eröffnet werden. 11. a. wird die Staatsstelle für Naturdenkmalspflege neben einer Abteilung für Naturschutz auch ein Modell des Wijentgeheges in Springe bei Hannover zeigen. Bilder und Tabellen werden die Wichtigkeit des Naturschutzes veranschaulichen. Eine besonders wertvolle und be lehrende Sammlung aus Dänemark bietet Einblick in die Jagdmethode des Polargebietes. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirt Often. Die für heute, Sonnabend, angesetzte Hauptjahresversammlung findet erst am Mittwoch, 23. Januar, im Lotal Petersburger Hof", Petersburger Straße 57, um 19 Uhr, statt. " FTGB. Neukölln. Der Bezirk Reukölln der Freien Turnerfchaft Groß Berlin, der morgen seine Jahresversammlung im ,, Gambrinus", Kaiser- Friedrich- Straße, am Herzbergplay, 16 1hr, abhält, meist eine außerordentlich günstige Entwicklung auf. In den vier Monaten seines Bestehens haben sich die Mitgliederzahlen vera vielfacht, so daß heute einschließlich der Kinder die 400 fast erreicht sind. Der Funktionärkörper ist eifrig bemüht, in technischer wie in geschäftlicher Beziehung das Vereinsleben zu festigen und auszuund Sportbund zu schaffen, ergeht immer wieder der Ruf an alle bauen. Um in Neukölln eine feste Stütze für den Arbeiter- TurnArbeitereltern und erwachsenen Sportler: Stärkt die Reihen der FTGB. Neukölln." Die U.bungszeiten des Vereins sind: Montag und Mittwoch männliche Jugend von 20-22 Uhr Lessinghalle. Dienstag und Freitag Männer und Frauen von 20-22 Uhr Doppelhalle. Diens tag und Freitag Knaben und Mädchen von 18-20 Uhr Doppelhalle. Mittwoch Kinderspielabteilungen von 18-20 Uhr untere Halle. Die Frauen über 25 Jahre üben Dienstag, Jungmädchen Freitag. Auch eine Anzahl Handballmannschaften bieten der Jugend genügend Be tätigungsmöglichkeit. Arbeiterwasserballspiele. In der kommenden Woche finden in den Hallenbädern Groß. Berlins folgende Wasserballspiele ſtatt: Am 23. Januar in Spandau: Jugendmannschaften Gruppe B, Siemensstadt und Weißensee; Schiedsrichter: Gernegroß, Spandau, Am 22. Januar in Lichtenberg: Jugendmannschaften Gruppe B, Lichtenberg 2 und Hellas; Schiedsrichter: Riesner, Berlin 12. Am 24. Januar in Charlottenburg, Freie Turnerschaft Groß- Berlin gegen Charlottenburg; Schiedsrichter: Hoffmann, Berlin 12. Am 30. Januar in Spandau, Jugendgruppe C, Faltensee gegen Lichtenberg 3; Schiedsrichter: Nau, Siemensstadt. Alle Mannschaften müssen um 20 Uhr zur Stelle sein. Heros- Borabend. Der BC. Heros- Berlin veranstaltet am Sonntag, 20. d. m., 19 Uhr, in seiner Sporthalle, Berlin NW., Scharn= horststr. 6/7, einen Rampfabend, bei welchem hauptsächlich Junioren in den Ring treten. Bundestreue Vereine teilen mit: Schlesischer Bahnhof( Briesener Bahnsteig), Fruchtstraße. Tennis- Rot Groß- Berlin. Sonntag früh, 9 Uhr, Treffunt aller Mitglieder! Fahrkarte nadj Ertner lösen. Arbeiter Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 20. Jaruar, nach Mahls. dorf Süd bei Dräger. Start: Baldemarstraße, Ede Mariannenplas. Gäste minkommen. FIGB., Bezirk Süden. Sonntag: Führung durch das Museum für Leibes Montag, übungen. Treffen bis 12 Uhr vor dent Schloßhof am Luftgarten. nach dem Turnen: Hauptversammlung der Jungmädchenabteilung; Dienstag desgleichen der Männerabteilung bei Bogt, Boppstr. 8( Hohenstaufenplas). Der Unentwegte. B She Das Turnier am Weinbergsweg. Siegfried- Huhtanen noch unentschieden. Bei der Fortsetzung des Wettstreits im Walhalla- Theater um den Goldenen Gürtel" stand am Donnerstag der Finne Huhtanen einem neuen Herausforderer, dem Weltmeister Kornat, gegeneinem neuen Herausforderer, dem Weltmeister Kornat, gegen über. Zwischen diesen beiden großen Gegnern konnten die ersten 25 Minuten keine Entscheidung bringen, trotzdem beide sehr energisch zugriffen. Der Weltmeister, der seine Hand nach der 1000- MartBrämie ausgeftredt hatte, gewann zunächst die 100- Mart- Stand prämie. Als der tausendjährige griechisch römische Ringkampfsport an der Jahrhundertwende auf dem Gipfel seiner Volkstümlichfeit stand, untergruben ſtrupellose Unternehmer aus Gewinnsucht das Vertrauen der großen Ringsportgemeinde. Durch ihre sportlich unsauberen Machenschaften brachten sie berechtigtes Mißtrauen ins tampfsport nicht von der Seite weichen. Und als dann gar noch der Bublifum, und ein langes Vierteljahrhundert wollte es dem RingBorkampf seinen„ Siegeszug" antrat und alles mit fuggeftiver Kraft in seinen Bann schlug, schien es, als hätte dieser schöne alte Sporthältnisse ergriffen Arbeitersportler, Amateure und der Internationale Aber schon während der Konsolidierung der allgemeinen Ver hältnisse ergriffen Arbeitersportler, Amateure und der Internationale Berufsverband der Ringer, nachdem dieser seine Reihen ganz rüdfichtslos gereinigt hatte, wieder die Initiative, um das einst verloren. gegangene Vertrauen zum Ringkampf wieder zurückzugewinnen. Es gelang, den Ringkampf wieder zu einigem Ansehen zu verhelfen. Das internationale Ringerturnier im Walhalla- Theater ist der erste deutliche Beweis, daß das Mißtrauen geschwunden ist und daß der Ringlampf wieder volle Häuser findet. trowitsch nach 45 Minuten einem Schulterschwung. Seine zweite Luppa erlag im Entscheidungskampf mit dem Russen Bezweig endgültig abgewirtschaftet. Niederlage mußte der junge Weltmeister Kley von dem starken und technisch hervorragenden Meister Siegfried nach einer lebhaften Berteidigung in der 42. Minute hinnehmen. Korna z fekte am Freitagabend seinen Siegeszug fort; der Berliner Luppa fiel ihm nach 21 Minuten zum Opfer. Weltmeister Kley und der an Gewicht ungeheuer überlegene Russe Betrowitsch rangen 25 Minuten, ohne ein Resultat zu erzielen. Im Entscheidungskampf Siegfried- Huhtanen wurde sehr scharf und mit äußerster Härte versudyt, zu einem Ergebnis zu gelangen. Mit atemloser Spannung verfolgte das Haus diesen interessanten Ringkampf. Nach 55 Minuten Kampfbauer unterbrach die Polizeistunde das Treffen. Heute abend fämpfen: Petrovitsch( Rußland) gegen Siegfried Geutscher Meister) und Bahn- Samfon( Amerika) gegen Kori Kornah. An Stelle der zu langen Wettstreite müßten öfter einzelne Kampfabende mit reichhaltigem guten Programm veranstaltet werden. In den Tressen, in denen keine Entscheidung fiel, muß eine Punktwertung dieje zu treffen heben. Eine sehr strenge Klassifizie rung der Ringer nach Gewichtsklassen muß durchgeführt werden, die Kämpfe zwischen leichten und schweren Gegneru müßten forks fallen, und mur in seiner Klasse hätte der Ringer zu starten, G. M.