BERLIN Dienstag 22. Jannar 1929 . Der Abend Erfdeist talid aster Countess Fugleich Abenbausgabe bes Borwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Vf. pro Woche, 3,60. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 66 Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Rr. 36 B18 46. Jahrgang. #uzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetts 80 Vf.. Reklamezeile& M. Ermäßigungen nach Tarif. Boffdbedtoute: Vorwärts- Berlag G. m. b. D Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Dönhof 292 bis 297 Reichsarbeitsgericht entscheidet. Revisionsverhandlung über die Gültigkeit des Ruhrschiedsspruchs. Leipzig, 22. Januar. Unter sehr großem Andrang des Publikums berhandelt das Reichsarbeitsgericht hente die Revision in der Klage des Arbeitgeberberbandes Nord. weit gegen die Metallarbeiterverbände. Die Revision gründet sich im wesentlichen auf folgendes: Nach Angabe der Revisionskläger sei der Schlichter nicht befugt, allein einen Schiedsspruch im Sinne der Schlichtungsordnung zu erlassen, wie das geschehen ist. Dieser Schiedsspruch sei ein nichtiger Verwaltungsakt. Das Berufungsgericht stützte seine gegenteilige Ansicht, durch die es den Schiedsspruch für gültig erklärte, auf Paragraph 21 Abja 5 der zweiten Aus. führungsverordnung zur Schlichtungsordnung, wonach hei Nichtzustandekommen einer Einigung die Stimme des Vorsitzenden entscheidet. Die Nordwest. lichen vertreten die Meinung, daß diese entscheidende Stimme des Vorsitzenden eine Mehrheit herstellen müsse. Dieser Meinung war das Berufungsgericht nicht. Der Paragraph 21 Abjat 5 der zweiten Ausführungsberordnung widerspreche dem in Artikel I Paragraph 5 Abjak 4 der Schlichtungsordnung aufgestellten Grundsak ciner Kammerentscheidung, wenn man ihn dahin auslege, daß zur Fällung des Schiedsspruches nicht die Mehrheit des Kollegiums notwendig sei. Er sei deshalb rechtsunwirkjam. Seine Gültigkeit könne auch nicht etwa daraus hergeleitet werden, daß er zur Durchführung einer Bestimmung des Gesetzes selbst notwendig gewesen sei, weil sonst das Gesek nicht hätte ausgeführt werden können. Ein gültiger Schiedsspruch liege nur vor, wenn die Vorschrift des Paragraphen 5 Absatz 4 der Schlichtungsordnung eingehalten ist, d. h., wenn der Schiedsspruch sich als Kollegialentscheidung darstellt. Das Reichsarbeitsgericht hat nunmehr endgültig über diese Rechtsfrage zu entscheiden. 113861 mehr! Eine Glanzleistung der sozialdemokratischen Parteis organisation. Am 22. Januar 1929 liegen beim Parteivorstand in Berlin die Quartalsabrechnungen des 4. Quartals 1928 aus allen 33 Parteibezirken von 8916 Ortsgruppen vor. Der zum 10. März festgesetzte Termin des deutschen Parteitages in Magdeburg bedingte ein schnelles Arbeiten der Ortsgruppen, Unterbezirke und Bezirke einschließlich des Parteivorstandes, um dem Parteitag den Geschäftsbericht des letzten Jahres frühzeitig vorzulegen. Dem Kieler Parteitag wurde im Jahre 1927 berichtet, daß die Partei 823 520 Mitglieder zählt. Der Bericht am Schlusse des Jahres 1928 spricht von 937 381 Mitgliedern, 738 610 Männern und 198 771 Frauen. Das ist ein Zuwachs von 113 861 Mitgliedern. Allein im 4. Quartal 1928( Oktober- November- Dezember) wurden 36 010 Mitglieder gewonnen. Der Anteil des Parteivorstandes aus den gezahlten Beiträgen der Mitglieder stieg von 1197 929,32 m. im Jahre 1927 auf 1570 799,03 m. im Jahre 1928. Die Sozialdemokratie marschiert! Wir freuen uns des Resultats und wollen weiter wirken! Kommunistischer Panzerschiffschwindel. Märchen aus dem Kabinett Die„ Rote Fahne" will bei ihren Lesern den Anschein erweden, als ob sie bei den Verhandlungen des Reichskabinetts einen Berichterstatter hätte. Sie erzählt ihnen, es hätte dort eine besondere Abstimmung über die zweite Rate des Panzerschiffs A stattgefunden und alle vier Minister hätten sich ausdrücklich für sie erklärt. In Wirklichkeit hat es eine solche Abstimmung nicht gegeben, die ganze Geschichte ist erfunden. Daß im Reichsetat die zweite Rate steht, machdem der Reichstag die Einstellung des Baues ausdrücklich abgelehnt hat, ist selbstverständlich Die Kirche als Tribunal. Der Sonnenburger Beamtenprozeß findet in der Zuchthauskirche statt. Die Abbildung läßt das Getäfel der Kirche deutlich erkennen. Ein Mörder hatte die Schlüffel. Enthüllungen im Sonnenburger Zuchthausprozeß. Sonnenburg, 22. Januar. Zu Beginn der heutigen Berhandlung im Sonnenburger Prozeß beantragte der Verteidiger der angeklagten Beamten zu der bevor stehenden Ladung der als Belastungszeugen auftreten den Schwerverbrecher die Heranziehung der betreffenden Personal- und Hausaften, damit danach die Glaubwürdigkeit dieser Zeugen beurteilt werden könne. Das Gericht gab diesem Antrag statt und fuhr dann in der Vernehmung der Angeklagten fort. Dem Oberwachtmeister Köppen hielt der Vorsitzende vor, daß er sich außer rechtmäßig erworbenen Ausrüstungsgegenständen auch nebenher beim Verladen auf dem Bahnhof von Sträffingen habe Sachen geben lassen, und zwar für belegte Brote, Rauchtabat und Zigaretten. Die Belastung geht von einem inzwischen entlassenen Strafgefangenen aus. Der Angeklagte bestritt ebenso wie gestern feine Kameraden jede Schuld. Vors: Sie sollen wiederholt bei Revisionen in den Arbeitsfälen Tabat beschlagnahmt haben Diese Tatsache soll für einen anderen Wachtmeister der Anlaß gewesen sein, Ihnen zu sagen: Wenn du immer den Tabak beschlagnahmst, dann darfst du dich auch nicht wundern, wenn du keine Hosen friegst." Angeti.: Köppen: Das ist alles nicht richtig, ich habe meine Sachen rechtmäßig erworben und hatte nicht nötig etwas zu nehmen. Strafanträge im Richter- Prozek Brandstiffer aus Verzweiflung Berichte 3. Seite m Welchen Umfang die Durchstechereien mit Lebens und Genußmitteln im Zuchthaus Sonnenburg angenommen hatten, ging aus den weiteren Vernehmungen hervor. Bei einem einzigen Gefangenen wurden einmal 17 Pakete Tabak beschlagnahmt, bei einem anderen ganze Batete von Schmalz. Butter und Sped. Der Staatsanwalt betonte hierzu, daß nach Bekundungen von Sträflingen diefe Durchstechereien von Bes amten selbst verübt worden seien, und zwar in der Hauptsache für die in der Schneiderstube tätigen Gefangenen. Bei den Beschlagnahmungen dieser Genußmittel sei es dann durchaus nicht immer glatt abgegangen. Dem Hauptwachtmeister Gnädig, der sich auch unter den Angeklagten befindet, soll ein Strafgefangener damit gedroht haben:„ Wenn du nicht still bist, dann wirst du ausgequetscht wie eine Zitrone," womit seine angeblichen Berfehlungen bei dem Bezug von Sachen aus der Altverwertungsstelle gemeint waren. Merkwürdig berührte mich die Mitteilung, daß dem Strafgefangenen Paasch, einem Mörder, bei Einleitung der Untersuchung wegen der Unterschlagungen nicht weniger als 12 Schlüffel zu allen möglichen Türen und Portalen des Zuchthauses abgenommen wurden, die er von dem Werkmeister Grafunder der Firma Schwarzschild erhalten habe! Zu einem 3 wischenfall tam es bei der Vernehmung des Angeklagten Oberwachtmeister Länger, der schon vorher sichtliche Zeichen von Unruhe gegeben hatte und, als mun an ihn die Reihe mit der Vernehmung fam, nur wenige Worte stammeln konnte, sich dann ans Herz griff und unter Tränen auf der Ane flagebant zusammenbrach. Sein Verr mußte unterbrochen werden, da es längere Zeit dauerte, bis er sich einigermaßen mieber beruhigt hatte, Noch ein lebertritt zur SPD. Millionengeschenke an die Hausbefizer. Der frühere tommunistische Reichstagsabgeordnete Renzler tehrt zur Sozialdemokratie zurüd. Der frühere fommunistische Reichstagsabgeordnete und Stadtverordnete in Mannheim Georg& enzler hat um Aufnahme in die Sozialdemokratifde Partei nachgesucht. Der Vorstand hat diesem Anfuchen stattgegeben. Genoffe Kenzler begründet seinen Uebertritt in nachstehendem Artikel: Ich habe meinen Wiedereintritt in die Sozialdemokratische Variei vollzogen, weil ich die Selbstzerfleischung des Broletariats, den mörderischen Bruderkampf, der nur den Feinden der Arbeiterflaffe zugute tommt, nicht länger mit machen fann, und meil schließlich meine zahlreichen trüben Erfahrungen in der KPD., wie den ihr verwandten Drganisationen und Splittergruppen mich zu diesem Schritt zwangen. Ich mache tein Hehl daraus, daß ich die Kriegspolitik der SBD., wie auch die Politik in den ersten Revolutionsjahren aus ehrlicher Ueberzeugung leidenschaftlich bekämpft habe. Aber man muß sehen, was ift, muß aus Erfahrungen lernen. Seit vielen Monaten habe ich starke Bedenken über die Politit des Etti( Exekutivlomitee der Kommunistischen Internationale), die Politik Sowjetrußlands, sowie über das innerparteiliche Regime in den Sektionen der Komintern, insbesondere der KPD. Es ist ein Taumeln non einem Ertrem ins andere. Die Heze, Lügen, Berleumdungen, Chrabschneidereien, Ge schichtsfälschungen, Butsche, Terrorafte, Verbannungen, physische Bernichtung aller Unliebfamen, die sogenannten Entlarnungs manöver" brauchen die führenden Geister" der kommunistischen Bemegung, um ihre Mitglieder und Anhänger über die mirkliche Lage zu täuschen und den Unmert ihrer Organisationen zu verdecken. Sie schänden den Kommunismus und haben nicht das Recht, in dessen Namen zu sprechen. Ein Wort zur Frage der Berhinderung des Krieges gegen Rußland. Durch das von den kommunistischen Führern erhobene, jeit Jahren andauernde Geschrei von der afuten Kriegsgefahr wird der Sache ein schlechter Dienst erwiesen. Der Patt Englands mit Frankreich, Polen und Rumänien mit der Spike gegen Rußland zwingt dasselbe zum Umfehen nach Bundesgenossen. Eine An= näherung an die 2 Internationale müßte das Gebot der Stunde sein. Statt dessen betreibt man fortwährend eine nieder trächtige Heße gegen die 2. Internationale und deren Führer. Wie ist die Arbeit der Rommunisten in den Barlamenten? As Sprachrohr zu den Massen" zur Ent farmung der SPD.- Führer soll die Barlamentstribüne in erster Linie bemußt werden. Und das Ergebnis der Praxis? Abgesehen von den aus agitatorischen Gründen in den Forderungen höher geschraubten Anträgen, die bei der Begründung mit rabitalen, nicht ernst gemeinten Redensarten brapiert werden, find die Kommumisten gezwungen, in 90 von 100 Fällen für die sozialDemokratischen Anträge zu stimmen. Unbestreitbar haben in allen Angelegenheiten des schaffenden Volkes die sozial bemokratischen Parlamentsfraktionen die Füh. rung. Der Fäulnis und 3ersehungsprozeß in den tommunistischen Organisationen, bürfte aller Wahr scheinlichkeit nach nicht zum Stillstand tommen. Besonders in Deutschland wird der Kampf aller gegen alle eine weitere Zufpizung erfahren. Und die kommunistischen Oppositionsgruppen und Splitterorganisationchen? Sie sind Fleisch und Blut nom Fleisch und Blut der KPD., selbst wenn man die Berechtigung ihrer Kritit an der KPD. anerkennen mill. Hier spielt sich im fleinen ab, mas man nom großen Bruder erlernte. Unfähig, in den Rahmen einer wirklichen Arbeiterpolitik eintreten zu können, führen sie nur ein Settiererdasein. Ich habe meinen Schritt zur SPD. getan, im Bewußtsein, dortselbst meiner Klaffe, dem Proletariat, einen besseren Dienst erweisen zu tönnen, als im Bager der sogenannten Kommunisten. Dies ist mein Leitmotiv. Für meinen Schritt übernehme ist die volle Berantwortung. Wieder in der alten Partei! Boll giftigen Haffes schreibt die Rote Fahne": Am Freitag abend fand eine vom Borstand der SPD. in Sanau einberufene Frattionsfigung der sozialbemotratifdhen me tallarbeiter statt. Referent über die bevorstehenden Ortsvermaftungswahlen im DMB. war der Renegat Rehbein, Das Geheimnis der 24. Wie die Rechtspresse, anscheinend Dom Reichswehrministerium informiert, mitteilt, umfaßt der Kreis der Berjonen, die in den Bests eines numerierten Exemplars der Dentschrift gelangt find, nicht mehr als 24 Personen. Die Deutsche Zeitung" veröffentlicht die Titelseite des Review of Reviews mit der Ueberschrift Das Dokument des Verrats". Bie sich übrigens aus dem Wortlaut der Dentschrift ergibt, war fie meber mit gang geheim", noch mit geheim", auch nicht mit streng vertraulich", sondern nur mit ,, Dertraulich" gekennzeichnet. Berleumde nur tüchtig... Die Berliner Börsenzeitung" erinnert sich dunkel, wie fie schreibt, daß der Führer der Berliner Sozialdemokratie, der Abge. orhnete in stier, im Dezember 1927 ohne Widerspruch seiner Bartel das Wort geprägt hat: Landesverrat ist teine Schande mehr." Diese Behauptung hat auch auf dem Magdeburger Stahlhelming in der Form eine Rolle gespielt, daß behauptet wurde, prominente Führer der Sozialdemokratie hätten diese Einstellung. Wir können die Dunkelheit des Rechtsblattes erleuchten. Genau so wie sie Stead mit Steed verwechselten, werfen sie wieder zmei Namen durcheinander. Jenen Ausspruch hat nicht Künstler, sondern der radikale Pazifist üst er getan, der mit seiner Politif übrigens jezt die Deutsche Friedensgesellschaft an den Rand einer Spaltung gebracht hat. Die Mieter gegen die Vorlage zum Gebäude- Entschuldungsgeseh. Der Reisbunb Deutscher Mieter hatte gestern| zinfung biefer enteigneten Rapitalien und damit legten Endes ou abend seine Mitglieder zu einer Brotestversammlung gegen die Bor ben Kapitalwert felbft in die Hände spielen mürbe. Trotzdem foll lage zum Gebäudeentschuldungsgesetz nach dem Bürgeriaal die Hauszinssteuer unter ihrem neuen Ramen Gebäudeentschul bes Rathauses zufanumenberufen. Die außerordentlich gut verdungssteuer" langsam aber sicher zugunsten des Hausbesizes ab laufene Rundgebung wird der Auftaft fein zu weiteren Aftionen gebaut merden. Der Gesetzentwurf will die bisherige Hauszinssteuer der Mieterschaft gegen eine Borlage, die den Hausbesizern Mil. trennen in eine sogenannte Sacherhaltungssteuer, die nur 1% Proz. lionengefchente machen will. Die Borlage, die nody vom Bürger der Friedensmiete für je 10 Broz. Eigenkapital beträgt, und in eine block ſtamant, hat im Reichsrat nicht die erforderliche Zustimmung Entschuldungssteuer, die 5 Broz der Friedensaniete für je 10 Proz. gefunden. Gerade die Berliner Einwohnerschaft hat das stärkste Hypothekentapital betragen soll. Der Hausbesiz braucht also, wenn Intereffe baran, daß diese Borlage nicht Gefeß wird, darum beginnt der Entwurf Gesez pird, für sein Eigenkapital nur den britten Teil des Steuersages gegenüber dem die Maffenattion auch in Berlin. Steuerfas für frembes Rapital zu entrichten, und selbst diese erheblich herabgesezte Steuer foll am 1. April 1934 zur Hälfte und am 1. April 1937 ganz wegfallen. Damit beginnen die Millionengefchenke an den Hausbesiz aus der Enteignung der Hypothefengläubiger, und zwar zu Lasten der Mieter, die die bisherigen Mieten meiterzahlen sollen. Die neue Regierungsvorlage bedeutet, daß am 1. April 1930 die Hauszinssteuer zugunsten der Hausbefizer erheblich gesenft wird. Außerdem will das Gesetz die Stundung und den Erlaß der Hauszinssteuer bei unbemittelten Mietern beseitigen und diese an die Fürsorgebehörde verweisen, ein Weg, der aufs schärffte bekämpft werden muß. Der Borsigende der Berliner Mieterorganisation des Mieter bundes, Thäle, eröffnete die Bersammlung. Der Verbandsvorsitzende Frig Dient hielt das Referat, daß tiefen Eindruck auf die verfammelte Mieterschaft machte. Seine Worte des Kampfes gegen diese Borlage murben von stürmischen Beifalletundgebungen unter fo führte der brochen. Ende November hat die Reichsregierung Referent aus dem Reichstag sechs Gefeßentwürfe zugehen lassen, die sich mit der Vereinheitlichung der Steuerrechte befaffen. Schon die Begründung zu diesen Gesetzentwürfen, die 300 Seiten umfaßt, zeigt die große Bedeutung dieser Vorlagen. Die Mieterschaft interessiert besonders das Gebäudeentschuldungsgesez, das eine völlige Neuregelung der Hauszinssteuer bringen soll. Jährlich werden heute in. Deutschland 2 Mil liarden Mart an Hauszinssteuer erhoben, Trogdem diese ungeheure Last, die z. B. in Preußen 48 Proz der Friedensmiete beträgt, von der notleidenden Mieterschaft aufgebracht werden muß, wird nur etwa die Hälfte dieser Summe zur Beseitigung der ungeheuren Wohnungsnot verwandt. Die Erhebung einer derart hohen Steuersumme auf dem Wege über die Mieten ist nur dadurch ermöglicht worden, daß die hypothetengläubiger durch die Wirkungen der Inflation und der sogenannten Auswertungsgesetzgebung mindestens 75 Broz ihrer Hypothefenfapitalien verloren haben, und daß infolgedessen dem Hausbesizer der größte Teil seiner Zinsenlast erfpart wurde. Die 48 Proz. Hauszinssteuer sind also in Wirklichkeit erfparte hypothetenzinsen, auf die der Hausbefiz keiner lei Anspruch hat, weil es den elementarsten Grundsäzen der Gerech tigkeit widersprechen würde, wenn man dem Hausbesiz die VerUm den Rheinlandausschuß. Borbesprechungen begonnen Paris, 22. Januar.( Eigenbericht.) Nach den Mitteilungen der Morgenpreise werden nun nach der Ernennung der Finanzsachverständigen die Verhandlungen über die Bildung des Versöhnungs- und Schlichtungsausschusses im Rheinland beginnen. Vor läufig haben hier nur unverbindliche Borbesprechun gen zwischen den Kanzleien stattgefunden. Der Excelfior" erklärt sich an der Mitteilung ermächtigt, daß noch hätten. teinerlei Verhandlungen stattgefunden Immerhin aber scheinen die Besprechungen den Berhand Lungsboben ziemlich bereinigt zu haben. So wußte das Echo de Paris" mitzuteilen, daß die englische Regierung unzweideutig ihren Standpunkt dahin festgelegt habe, das das Rheinland noch in diesem Frühjahr geräumt wird. PP Rupprecht und Reichswehr. Wie er eingeladen und wieder ausgeladen wurde. München, 22. Januar.( Eigenbericht.) Den mahren Gadoerhalt über das Fernbleiben des ehemaligen Kronprinzen Rupprecht non dein Reichswehrball erfährt man nun aus einer Mitteilung des Robinettchefs. Danach wurde Rupprecht im Laufe des Dezember von der Reichswehr zu ihrem bevorstehenden Ballfest eingeladen und erteilte auch seine 3u sage. Eine Woche vor dem Fest sprach 2 andestommandant Generalleutnant Ruith persönlich beim Kronprinzen vor und gab die Erwägung anheim, ob Rupprecht nicht zur Ber. meidung von Angriffen gegen die Reichsmehr von der Teilnahme am Fest 2 b st and nehmen möchte. Der Kronprinz fah sich deshalb genötigt, von der Beranstaltung ferngubleiben. Die Haltung des Landeskommandanten erscheint uns sehr vernünftig. Barum hat die Reichswehr dementieren lassen, daß fie Rupprecht ausgeladen habe? Es ist schon fo: wenn die Reichswehr einmal vernünftig ist, muß es schleunigst dementiert werden. Bertins Lessing- Tag. Die Feiern am Denkmal und im Museum. Ju Leffings zweihundertstem Geburtstag fanden sich in der ftrahlenden Frische des intermorgens die Bertreter der Reichshauptstadt mit den Repräsentanten von Kunft und miffenschaft am feftlich geschmückten Denkmal im Tiergarten ein, um den Großen von Wolfenbüttel zu ehren. Im Namen der Siabt Berlin legte Oberbürgermeister Böß einan prachtvollen Kranz nieber. Ludwig Fulda hielt für die preußische Akademie der Künfte die Festansprache. Bedarf es eines Anlasses von außen, um sich zu Lessing zu bekennen? Nein! Leffings Bert überdauerte aus fich heraus die Jahrhunderte. Vorläufer, Bahnbrecher, Zielzeiger, Gesetzgeber, Gottsucher, Wahrheitstundiger, Forscher, Kämpfer, Dichter und Denter war er zugleich, er, eines der edelsten Genies deutscher Nation. Neue Auffassungen haben ein. ander abgelöst, aber sein Denten und Wirten merbe noch in ferue Geschlechter hineinragen! Oberbürgermeister Böß grüßte in Leifing den Geist der Welt, den freien Geist, der alles umfaßt. Reben dieser persönlichen wollen mir auch die fachliche Berleumbung niedriger hängen, bie barin liegt, daß der Entwurf des Behrprogramms der Partei den Bandesnerrat ftrafios machen molle. Wir stellen ausdrüdlich fest, daß die Richtlinie 3 des Entmurfes lautet: Berbot der Bestrafung von Beröffentlichungen über illegale Ein Fejtatt im Bessing Museum fchloß sich an, Reich, Rüftungen." Es handelt sich also ausbrüdlich darum, daß der un Staat und Stadt waren vertreten. Der Chor des Königstädtischen erhörte Unfug aufhören soll, daß berjenige, der eine Rechtsverlegung Gymnafiums intonierte under Beitung von Dr. Arone den Fest einer Behörde oder Privatorganisation aufdeckt, deswegen bestraft gefang aus Leffings Kantate, die St. E. Hering in Mufit feste. mind. Es ist ein eines Rechtsstaates unwürdiger Zustand, daß die in glänzendem Bortrag behandelte Oberstudienbirettor Dr. Hen Staatsbürger für die Mitwirkung an der Aufhellung von Tatsachen ning Leffings Beziehungen zu Berlin. Am Haus des Museums, Am Haus des Museums, und Borgängen, die der Staat verbietet, bestraft werden können. dem Nicolai- Haus, murden vier bronzene Gedenktafeln Allein gegen diese Braris, die alle Begriffe pon Recht und Unrecht zu Ehren Nicolais, der Eltern Theodor Körners, des Dich in Bermirrung bringt, richtet sich der sozialdemokratische Antragters Tiedge und Elias pon ber Rede feierlich enthüllt. Die Forderungen der Mieterorganisationen wurden in einer Entschließung zusammengefaßt, die u. a. forbert: ,, 1. Die dauernde Erfassung des Geldentwertungsgeminns des Hausbesites, 2. die Bermendung des nollen hauszinssteuer Auftommens für Zwecke des Wohnungsneubaues, 3. die Aufrechterhaltung der Bestimmungen für die Stundung und den Erlaß der Hauszinssteuer und deren reichsgefeßliche Ausdehnung auf alle Länder. Die Berjammelten erwarten von allen politischen Parteien, die auf sozialem Boden stehen, entschiedenes Eintreten für diese Forderungen, um zu verhindern, daß die den Hypothekengläubigern enteigneten Kapitalien letzten Endes dem Hausbefiz in Gestalt von Millionengewinnen zu Lasten der deutschen Mieterschaft und der deutschen Wirtschaft in die Hände gespielt werden." Die neue Straßenordnung. Gie tritt morgen, am 23. Januar, in Kraft. F Die neue Straßenordnung für Berlin, die lange erwartete, wird morgen( Mitwoch, 23. Januar) durch das Amtsblatt des Bolizeipräsidiums veröffentlicht und tritt hiermit in Kraft. Heute hatte Bolizeipräsident 3örgiebel die Bertreter der Presse zu einer Besprechung zusammenberufen, in der er über die neue Straßenordnung einige erläuternde Ausführun gen machte. Sie kann, da durch sie mehr als 200 ältere Bolizeiverordnungen, die älteste aus dem Jahre 1835, aufgehoben werden, nicht sofort mit aller Strenge durchgeführt werden. Der Polizeipräsident versprach, daß er für die Einführung einen gemissen Spielraum geben werde, damit die Bevölkerung sich nach und nach an die Bestimmungen gewöhnt. Dem Polizeipräsidium liegt daran, daß es zu möglichst wenig Konflikten tommt, und daß möglichst wenig Bestrafungen nötig werden. Es soll mit Nach sicht verfahren werden, mas ja auch dem fürzlich ergangenen Erloß des Ministers entspricht. Aber mit aller Strenge miu, ertlärte der Polizeipräsident, die Polizei da eingreifen, wo es sich darum handelt, rid fichtslosen Menschen entgegenzutreten, die Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen ge fährden. Die neue Polizeiverordnung ist in zweijähriger Arbeit. zustande gebracht worden, mobei man ble Organisationen aller beteiligten Kreise und auch den Magistrat zu den Beratungen hinzu gezogen hat. Alle Wünsche zu berücksichtigen, ist natürlich nicht möglich gewejen. Aber es ist versucht worden, berechtigte Bünsche meitestgehend zu berüdfichtigen. Der Balizeipräsident betonte, daß bies der leitende Gedanke für die neue Straßenordnung gewesen ist: Das Interesse des einzelnen muß zurückſtehen hinter bem 3ntereffe der Gesamtheit. Sieben Kohlenoxydgasvergiftungen. Auf der Arbeitsstelle Heideftraße bewußtios zusammen. gebrochen. Im Betriebe der Deutschen Steinholzmerte in der Heidestraße 15/16 ereignete sich heute mittag ein schweres Gas unglüd. Sieben Arbeiter mußten mit mehr oder minder schweren Bergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht werden. In der sogenannten Steinplattenprefierei mar heute, mittag eine Belegschaft von sieben Arbeitern beschäftigt. In dem Arbeitsraum ist ein großer Heizofen aufgestellt, der wahrscheinlich infolge Ueberheizens cha dhaft geworden war. Der schabhaften Stelle entströmten unbemerti größere Mengen Koblenogndgase, so daß mehrere Arbeiter bewußtlos zu Baden fanten. Den übrigen in der Werkstätte beschäftigten Arbeitern, bie meniger mitgenommen waren, gelang es noch das Frete zu gewinnen, wo sie ebenfalls betäubt zujammenbrachen. Auf bem Warm as pergiftung Menschenleben in Ge fahr" eilte die Feuerwehr und das Städtische Rettungsamt mit mehreren Sanitätswagen an die Unfallstelle. Sieben Arbeiter, Erwin Rau aus der Dianastraße 21, Paul Wittfowiat aus der Stromstraße 45, Otin Jeinte aus der Wikingerstraße 39. Richard Gentsch aus der Swinemünder Straße 46, Karl Richm aus der Heidestraße 46, Karl latte aus der Rostocker Straße 43 und Baul Blieger aus der Lübecker Straße 47 wurden zum Teil ins Augusta- Hospital und ins Birchow- Krankenhaus übergeführt. Der 3uftand 3uft and der Gaspergifteten gibt zu Bedenken glüdlichermeise teinen Anlaß. Die Weihe der Meißen Cammer. Am Festtage der Heiligen Agnes nahm ber Bapft wie alljährlich die Weihe der Weißen Lämmer nor, aus beren Bolle die heiligen Gewänder hergestellt werden, die außer dem Bapit nur noch die Batriarchen und einige Erzbischöfe bei feierlichen Anlässen tragen. Der Staatspräsident abgefeht. Der Gouverneur des Staates Otlahoma ist durch einen mit 38: 5 Stimmen gefaßten Beschluß des Senates feines Amtes enthoben worden. Der Gouverneur wiro nor dem Gerichtshof des Senates megan Korruption und„ moralischer Berworfenheit angeflagt. Hoffmann und Kölling. Bor Schluß der Beweisaufnahme.- Soffmann fühlte fich in der Sache Haas nicht befangen. Derlejen. Bor Eintritt in die Erörterung bes legten Bunties der ne fchuldigung gegen Hoffmann, er habe als Borjizender der beschließenden Straffanumer den ihm untergeordneten Richter zu einer Diensthandlung veranlaßt, zu der er nicht befugt war, wird noch Hörfings Artikel in der Magdeburger Volksstimme" vom 11. Auguſt Eine amusante Episode, die Hoffmann in seiner ganzen Größe zeigt, bildet den Abschluß der Beweisaufnahme. Die Magdeburger Referendare hatten ihre Weihnachtsfeier. Hoffmann war bereits feines Amtes enthoben. Der Landgerichtspräsident, der seine Rede halten sollte, mar nicht erschienen. Hoffmann setzte sich zur rechten Seite des Vorsitzenden, als der Oberstaatsanwalt erschien, der als Beltefter der Beamten die Rede halten sollte, und dem Borfizenden fagte, er würde ein paar Worte sprechen, stand Hoffmann sofort nach Beendigung des einleitenden Liedes auf und hielt die Ansprache an die Referendare. Dem Borsigenden sagte er noch schnell:„ Sie missen, zwischen mir und dem Oberstaatsanwalt ist das Tuch zerschnitten. Einige Tage später meinte er ihm gegenüber: Ich wollte den Oberstaatsanwalt nicht zu Worte fommen lassen. Die Beweisaufnahme ist geschlossen, nach einer furzen Bause erhält der Generalstaatsanwalt das Wort zu seinem Plädoyer. Generalstaatsanwalt Bohde begann seine äußerst ausführliche Rede mit der Charakterisierung der Befensart der Angeschuldigten, bie, wie er meinte, für die Beurteilung der ihnen zur Last gelegten Ein Monstrum. Sugenberg und Hitler baben sich zur gemeinsamen Bekämpfung der Sozialdemo. fratie zusammengeschloffen. Goethe- und Lessing- Jahr in Braunschweig. Die Ausstellung, Leffing und seine Zeit". Der zweite Tag, 20. Jaraiar, begann im Landestheater mit der Gröffnungsrede bes Borsitzenden der Sektion für Dichtkunst an der Jestrede„ Goethe und Lessing" des Borsitzenden der Goethe- Gesellpreußischen Akademie der Künste, Walter von Molo, dem die schaft, Prof. Petersen, folgte. Um 14 Uhr erfolgte durch den Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, Eyferth, die Eröffnung der Ausstellung„ Bessing und seine Zeit" in der Herzog- August- Bibliother zu Wolfenbüttel, der sich die Festvorstellung von Leffings Nathan" im Stadtheater Wolfenbüttel anschloß. 11 Die Ausstellung, übersichtlich geordnet, murde Dom Bibliothetsdirektor Dr. Herje zusammengestellt und wird Zeugnis ablegen von der berühmten Stätte. Die Totenmaste Lessings von Chr. Fr. Krull, der Schachtisch Lessings und sonstige Andenken aus Leffings Familienbefiz find dort zu sehen. Die drei großen Bessing Gemälde von Johann Heinrich Tischler( aus der Nationalgalerie Berlin), Don Georg Oswald Man( aus dem Gleim- Hause Halberstadt) und von Anton Graff( Eigentum der Bibliothek) hängen nebenein. ander. Andere Kupferstiche und Schattenriffe schließen sich an. Das von der Bibliothek vor einigen Jahren erworbene Bildnis Eva Königs ist ebenfalls ausgestellt. Der Leffing- Kreis- Angehörige und Freunde ist in Bildnissen reichhaltig vertreten. Borzellanbüsten und Tassen der Zeitgenossen Lessings, aus der Fürstenberger und Berliner Manufattur, fommen zur Geltung. Bilder der Leffing. Stätten zieren die reiche Sammlung, Lessings dramatische Berke find in sämtlichen Ausgaben zu Lebzeiten des Dichters von der fleinsten Taschenausgabe bis zur großen tritischen Ausgabe vorhanden, dazu die Handschrift der Minna von Barnheim"( Leffing Sammlung Berlin), die Handschrift der Emilie Galotti"( Staatsbibliothek Berlin), die dramatischen Fragmente,„ Die alte Jungfer", Miß Sara Sampfon", Philotas"," Faust" und andere folgen den tunsttheoretischen Schriften bis zur„ Hamburger Dramaturgie". Mit fchließt die reiche Sammlung ab. Der Briefwechsel Lessings ist in den verschiedensten fremdsprachlichen Ausgaben Lessingscher Werfe Kästen untergebracht. Eine besondere Abteilung bildet ,, Lessing und das Theater", in der die Porträts bedeutender Schauspieler der Lessingzeit, Kostümentwürfe, Bühnenbilder, Szenenentmürfe, Theaterzettel, Schauspielerbilder zu sehen sind. Unter den Illustrationen zu Lessings Werfen befinden sich die berühmten 24 Kupferstiche von Chodowiecki zu„ Minna von Barnheim". An Lessings Wolfenbütteler Bibliothekarzeit erinnern ein Bericht, Rechnungen und Quittungen. Die von Leffing aufgefundenen alten Handschriften der Bibliothet, mie das älteste handgeschriebene Buch der Bibliothet in Wolfenbüttel, das vom Abt Knittel entdeckte Fragment der gotischen filasbibel aus dem fünften Jahrhundert sind ebenfalls ausgestellt. Zwei Zimmer von Leffings Dienstwohnung, darunter auch Coas Sterbezimmer, wo Leffing den ,, Nathan" schrieb, sind mit Bildern und Theaterzetteln ausgefüllt. In der Lessing- Ausstellung ersteht Leffing als Schöpfer und Kämpfer in neuer Lebendigkeit. Zusammenfassend tann gejagt werden, daß beide Ausstellungen Fauft auf der Bühne" in Braunschweig und Bessing und feine Zeit" in Wolfenbüttel die große Epoche deutscher Geistestraft verförpern. Von diesem„ heiligen Boden, wie Balter non Molo jagt, von diesen gemeihten Stätten der Größten unseres Boltes, Goethe und Leffing, wird lebenzeugender Geist deutscher Kultur, Theater- und Geistesgeschichte ausgehen. Möge das deutsche Bolt, besonders auch die Arbeiterflasse, zu diesen Stätten pilgern, um an Reichtum und Fülle zu erleben, was feine dicbändige Literaturgeschichte schenten tann. G. Leonard. 0000 Deutscher Volksverlag Bier Augen sehen mehr als zwei! Kampf der 5 PD Und zwei Dirne erfinden mehr als eines! Handlungen von größter Bebeubmg fei. 3d babe, sagte er ,,, bie so verschiedenen Persönlichkeiten nebeneinander gesehen. Hoffmann ist der Typus eines egozentrischen Menschen; er steht immer in Bordergrund und im Mittelpunkt; nur was er fagt, ist richtig. Benn jemand etwas anderes fagt, so ist er entweder ein Dummtopi oder, wenn er einen Eid geleistet hat, ein Meineidiger. Ganz anders Kölling. Er ist eine vornehme Natur, aber menig energifch; er besitzt ein schmaches Gedächtnis, was ihm in diesem Falle verhänge nisnoll gemorden ist. Er ist ein Mensch, der nie energisch nein fagen tam." Er bespricht darauf eingehend die verschiedenen Beschuldigungs. punkte und hebt als entscheidend für die ganze Auffassung Hoffmanns fein unaufrichtiges Berhalten gegenüber dem Landgerichtspräsidenten Mügel hervor. Oberstaatsanwalt Rohde beantragte schließlich gegen Hoffmann Dienstentlaffung unter Gewährung einer Unterstüßung in Höhe der halben Penfian. Hinsichtlich Söllings beantragte er Strafnerjehung, verbunden mit einer Geldbuße in Höhe von 50 Mart zu erkennen. Wilhelms Selbstbespiegelung. 3n seiner Ahnengalerie. Der Botal- Anzeiger", deffen Holzbod vordem bei Hoffeftlich. teiten und Prinzeffinnenhochzeiten einen distreten Blick durchs Schlüsselloch werfen durfte, noch ehe das Fest anging, hat sein altes Brivileg gewahrt und Boreinblid in Wilhelms Selbstgeschent tun dürfen. Er kann sogar schon Auszüge aus dem Borwort zu eine Vorfahren" bringen, das Wilhelm geschmackvoll ,, Doorn, 9. Novem= ber 1928"-aljo mit dem zehnjährigen Erinnerungstag feiner Flucht nach Holland batiert. Auch dieses Buch, mit dem Wilhelm für seinen fiebzigsten Geburtstag Reflame macht, ist eine Flucht, eine Flucht auf geistigem Gebiete. Wilhelm flüchtet aus der trüben Gegenwart in die bessere Bergangenheit. 3ndem er feine Ahnen glorifiziert, will er die Katastrophe vergeffen machen, die er felbft bedeutet. Natürlich zeigen sich auch die übrigen typischen Eigenschaften Bil helms: Er ist zu faul gemejen, eine gründliche und fachliche Darstellung der Geschichte seines Hauses zu geben. Dafür haben die Geschichtsschreiber genügendes Material auf gesammelt." Bozu sind diese fubalternen Stärrnernaturen auch da?! Wilhelm hatte bejjeres, zu tun, als Atten zu bearbeiten, wie er ja auch im Kriege als Monarch( nach dem Zeugnis feines Hof adjutanten General v. Blessen) befferes zu tun hatte, als„ Lod oder Bermundung im Schüßengrohen zu suchen. Ueber feine Biele jchreibt Wilhelm: Ich beabsichtige lediglich, den Gesamteinbrud wiederzugeben, den 3ch in Meiner Jugend von den Bersönlichkeiten und ber Wirtfamteit meiner Borfahren empfing, unb mie er fich im Baufe der Zeit in mir zu festen Zügen einprägte." Ich- Ich- Ich! Meine Vorfahren mein Gesamteinbrud, meine Jugend in Mir! Es ist kein Zufall, daß in diesem Gaze Ich" und ,, Mein" ungefähr fo oft gebraucht find, wie das in vier Zeilen möglich ist. Das ist der ganze Zwed: Eitle Selbstbespiegelung. Bemeihraucherung in den Ahnen, natürlich auch Rechtfertigung der eigenen Glanztaten, alles im Dienste des breimal heiligen 3ch „ Der Fall Sonja Petrowa." Ein russischer Aufklärungsfilm. " 3hr dunkler Punkt." Gloria- Palast. Johannes Guter selbst stand einst als Schauspieler auf der Bühne. Doch als Filmregiffeur mührt er sich nie um die ganz große Schauspieltunst, im Gegenteil, er liebt die Vorstellung schöner, eleganter, frischer Menschen. Zudem reizen ihn das rein Photographische, die Schönheit in der Bandschaft, ein lebendiges Milien und die überlegt gut ausgenußte Situation. Zu einer Zeit, in der man dem deutschen Film Inhalt zu geben nersuchte, mar Guter einer von denen, die am ehrlichsten experimentierten. Doch seitdem in der Filanindustrie nur noch dem Bublifummsfilm" die Daseinserlaubnis zugestanden mird, versucht sich Guter mit wechselndem Erfolge ots Luftspielregisseur. " Zu einer Sonderporstellung des neuesten Russenfilms maren am Sonntagvormittag die Presse und die Berliner Aerzteschaft geloden. ,, Glück und Leid der Liebe" lautete der leise fitschige Untertitel dieses die Frage der Abtreibung behandelnden sozial hygienischen Aufklärungsfilms, dem nach den Worten des einführen den Retners noch prei weitere folgen sollen. Zwei Aerzte einer von ihnen ist der Borsitzende des Bundes für Segualreform, Dr. Theilhaber priefen Dom medizinischen Standpunkt aus die Borzüge diefes por dem Pfuscherabort marnenden Aufklärungsfilms. Slappern gehört zum Handmert, daß die sowjetrussischen Kinoregiffeure diefe Wahrheit begriffen haben und mit ihren filmischen Glanzleistungen die stärksten propagandistischen Wirkungen für den Diesmal tat er wieder einen guten Griff; denn für alle MenBolichemismus auszuüben verstehen, hat bisher jeder neue Ruffenschen, die Truggespinsten hold find, ist ein Film mit dem süßen" film an einem wild begeisterten Kurfürstendammpublikum bewiesen. Billy Fritsch und der moch süßeren" Lilian Harveŋ eine ent Diesmal aber murden die Erwartungen getäuscht; über dem Klap- zückende Berstreuung. Lilian spielt sogar eine Doppelrolle. Einmal pern mar bas Handmert vergessen morden. Eine verfehlte Handlung ist fie eine wirkliche Baroneß und ein andermal ihre Doppelplus Unzulänglichkeit der Darstellung plus did aufgetragene Pro- gängerin, eine Hochstaplerin. Nun, mehr fann man nicht verlangen! paganda laffen als einzigen Attiopoften die gutgemeinte Aufklärungs. Der Filmbaroneß ist, man" aus Tradition gewogen und der Hochabficht bestehen. Barfehlt ist eine Handlung, die, wenn sie den staplerin aus fenfationellem Tagesgefchanad heraus. Darum ist es Abtreibung jammer in feiner ganzen Graufigkeit zum Bewußtsein eigentlich schade, daß das Mamuftript so plump ist, es gebraucht bringen joff, die Abtreibung in einem Milieu bringt, in dem der nicht mur so alte Ladenhüter wie die polizeimibrig dumme Polizei, tommende fleine Erdenbürger zur Freude und Bonne aller Betei- es hemmt mitunter jogar bas flotte Spiel. Auch hätte der frohligten ruhig hätte zur Welt tommen tönnen. Erstes Kind eines gelaunte Guter, der für eine geschickte Abwicklung der ganzen glücklich liebenden Baares- Geld, Wohnung, Arbeit, alles vor- Geschichte sorgt, einen anderen Anfang finden müssen als Lilian in handen-, ja warum in aller Welt denn da die Abtreibung? Die die Badewanne zu steden. Die Harven hat ihre natürliche Jugendunzulänglichkeit der Darstellung beruht auf dem anscheinend zum frische, sie ist zierlich in ihren Bewegungen, drollig im GesichtsBrinzip tollettivistischer profetarischer Kunst erklärten Bemühen, die ausbrud, und fie trägt mit Schick elegante und ertrapagante Kleider. Darstellung ausschließlich Laien zu übertragen. Statt Schlichtheit Billy Fritsch ist ein Gegenspieler, wie er sein muß, während Harry und Echtheit spürt der Zuschauer nur den Dilettantismus; und blaß Salm als sehr liebenswürdiger Pedhoogel gefällt. Siegfried Arno und eindruckstos tollen Szenen vorüber, von denen man stärkste jüdelt mit bekanntem Erfolg. Barmid Ward ist mal wieder der aufrüttelnde Wirkung ermartet. Das größte Manto des Filmes elegante Schuit. Ob man für diesen interessanten Menschen nicht aber bleibt die endlose Schilderung eines Heimes für Kinder erwerbs endlich einmal eine andere Rolle finden könnte? tätiger Eltern. Wie es sein sollte! gesteht der Zwischentext schämig Unerwähnt dürfen die wirklich prächtigen Landschaftsaufnahmen, ein. Mit seinen Bettcher und Töpfchenidyllen hat diese Schilderung die Nizza und Umgegend zeigen, nicht bleiben. rein gar nichts mit der Handlung zu tun. Die Löjungen der Vorbergungspropaganda oder des medizinisch einmondfreien Aborts, darin sich doch gerade Samjetrußland mit Recht rühmen tann, find nicht einmal angedeutet. Borbabalilaje Anerkennung fönnen da gegen die allgemeinverständlichen Tridzeichnungen für die Dargegen die allgemeinverständlichen Trickzeichnungen für die Dar stellung der Geschlechtsorgane und funktionen finden. 1 Tanzabende. H.$. Spanische Tänze gab in Schmechtensaal Herr Bonifacio non der Bariser Großen Oper. Hübsche Sächelchen. Zum Teil in einer dem deutschen Tanz fremden Technif. Spannungen, Die eine wunderbar febernde Leichtigkeit in Lauf und Sprung er. zeugen. Kaftagnetten, virtuos gehandhabt, sowohl von Bonifacio wie von den beiden Mitwirkenden Mercedes Dalmau und Salvador del Bosque. Ausdrucksvolle Hand und Fingeraftion. Dekorativ Internationales Barieté mit spanischem Cinschlag. wirfjame Schlußaititüden. Das Ganze eine nette Amüsierkunst. Ueber den Abend, den Edith v. Schrend im Kabarett der Komiter veranstaltete, möchte ich gern schweigen. Eine Künstlerin höchsten Ranges, die zu den Auserwählten pes modernen Tanzes zählt. Stimitlerisch vornehm, von eigenartiger Ausbrudskraft und einer pollendeten Technif, die feit dem legten Auftreten por sinem Jahr an Sicherheit und Bielseitigkeit noch genommen hat. Sare, abwechslungsreiche, gut gestaffelte Stompofitionan, deren ob ftrafte Stilreinheit uur zumeilen unter pantomimischem Beimert leibet. Und doch perpuffte an diesem Abend alles mirtungslos. Die Berpegungen waren müde und schlaff. Die Kompositionen, gleich gültig und ohne Wärme vorgeführt, verloren ihr organisches Ge füge, zerifatterten in Reihen tänzerischer Details, denen der leben bige Zusammenhang fehlte. Möglich, daß förperliche oder seelische Indisposition die Künstlerin lähmte. Jedenfalls ein unerfreulicher Abend.. J. S. Die Boltsausgaben der Werte Theodor Foutones. Auf die Berta Theodor Fontanes, ber in biefem Jahr frei gemarden ist, hat bez ermartete 2niturm der Berlagsgesellschaften, die billige Balksausgaben herausbringen, bereits eingelegt. Der Infel Berlag fündigt fechs Bände Grzählungen und Novellen in seiner Anjel Bücherei an. Heffe u. Beder merden eine Gesamtausgabe non Theodor Fontane in sechs Bänden veranstalten, ferner wird der Reclam- Berlag noch in blejem Monat fünf Bände Novellen und Romane in seiner Uniperfal- Bibliothef herausbringen. Auch der Berlag Ullstein mird in der 1- Mart- Serie eine Reihe Fontanescher Romane veröffentlichen. Spielplanänderung. Begen mehrfacher Erkrankungen wird in ber Staatsoper statt Intermezzo am Donnerstag Carmen" gegeben mit Barbara Kemp in der Titeltelle Anjang 7 Uh. Ein Ledermuseum. e. b. Das Deutsche Ledermuseum in Offenbach a. M., das vor einigen Jahren von Prof. Hugo Eberhardt ins Leben gerufen wurde, hat jetzt eine völlige Neuordnung und Erweiterung erfahren. Es ist das erste Fachmuseum, das mur ein einziges Materialgebiet umfaßt. Wie Dr. G. Rippir im ,, Kunstwanderer" ausführt, besigt dieses Museum dadurch einen einzigartigen Wert, daß hier Lederarbeiten aller Zeiten und Bälter unter dem Gesichtspunkt des tünstlerischen Wertes und der technischen Bedeunig gesammelt wurden. Da findet man z. B. Arbeiten des mittelalterlichen Lederschnitts und der Blindpreffung, darunter tostbare minnekästchen in Lederschnitt, eine Gruppe, die erst fürzlich reichen Zuwachs aus der Sigmaringer Sammlung des Fürsten von Hohenzollern erhielt. Außerdem wurden im Mittelafter Reliquienschreine, Truhen, Pulverhörner, Etuis ufm. in töſtlicher Lederarbeit hergestellt. Im Barod wiegt die Handvergoldung vor, die sich auf Tapeten, Möbeln, Bucheinbänden in reichem Schmud zeigt. Sehr umfangreich ist auch die Abteilung, die Lederarbeiten der Naturvölfer enthält. Es sind vorwiegend afrikanische Stämme, die aus Leder ihre Kleidung jomie Schuß- und Truzwaffen gearbeitet schönsten Arbeiten stammen aus Ostasien, wo schon früh in der Verhaben, daneben auch Jagdgerät und Musikinstrumente. Mit die arbeitung des Leders eine erstaunliche Höhe des Kunsthandwerks erreicht wurde. Eine Leffing- Jeier im Berliner Rathause findet Wittmoch, 8 ar, ftatt. Der Soutverband beuticher Schriftsteller veranstaltet fie gemeinsam mit der Stadt Berlin. Die Deutsche Belle wird sie von 8 bis 9 übertragen. Arnold 3 teig fpricht über: Gotthold Ephraim Lessing oder der Schrift fteller in feiner Beit, Friedrich seansler unb Ermin Ralfer lefen aus 2effings Berfen nor. " Gegen die Zeufur, für Geiffesfreiheit! Die Deutsche Riga für Menschenrechte veranstaltet am 25. Januar, abends 8 Uhr, im Langenbed- Virchow Haus, Luisenstr. 58/59, eine Rundgebung, in der zahlreiche ehner das Mort nehmen werben. Untoftendedung 0,50 m. Bühnendronit. Rigarh Tauber fest fein( Saftipiel im Theater bas Bestens in ieberite non Mittmoth in wieder fort. Der Berein Berliner Künstler bereitet für bas Frühjahr eine Ausstellung por, bie einen Heberblid über bie Berliner Sunit ber lesten bunbest abre bieten foll, fomelt fie fid in Shaffen feiner Wit glieber fpfegelt. Für ben Nachweis geeignete Berfe, die zur Berfügung geftelt werben tönnen, ist ber Berein bantbar. Heber die Grundlinien des Mahayana- Buddhismus( pright Freitag, 8 1hr, in einer Beranstaltung des Berbondes für den fernen Dften, im Museum für Bölferkunde der chinesische Führer bes Buddhismus Sahih Tai Schüb. Die Kunstpreise der Stadt Wien. Der Biener Magistrat hat beschlossen, für 1929 bie bisher von ber Stadtgemeinde verteilten drei Breife von je 1000 Shilling für Dichtfunft, Mufit und bildende unit auf je 3000 Schilling au erhaben Brandstifter aus Verzweiflung. Um Unterkunft im Zuchthaus zu finden. Bor dem Schmurgericht III hatte sich der 60 Jahre alte Arbeiter Mar Gerlach wegen Brandstiftung zu verantworten. Gerlach war vor 1½ Jahren von demselben Gericht wegen des gleichen Deliftes verurteilt worden; damals gab er an, daß er sich an feinen Birtsleuten, mit denen er wegen seiner Angetrunkenheit ständig in Streit lebte, rächen wollte. Nachdem er im vergangenen Sommer feine Strafe verbüßt hatte. nahm ihn sein Wirt zmar mieser auf, aber sehr bald begann der Krach von neuem. Anfang Juli verschloß der Wirt vor Gerlach die Tür, so daß er fein Obdad hatte. Nachdem er sich drei Tage herumgetrieben hatte, ging er vor feine Wohnung und zündete auf der Treppe Decken und Lumpen on. Er ftetite fich selbst der Polizei und begründete feine Tat wieder damit, daß er sich an seinem Wirt rächen wollte, außerdem ist es im Buchthaus am besten, ba bat man feine feste Untertunft. Der Sachverständige, Prof. Stroud, bezeichnete die Brandstiftung als Berzweiflungstat eines geiftig gefunden Menschen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu 2 Jahren 3ucht haus und 5 Jahren Ehrverlust. Ein Mann, der sich bis zu feinem 60. Lebensjahr nur geringe Bergehen hat zu Schulden tommen laffen, begeht eine Brandstiftung Raum aus dem Gefängnis entfaffen, eine zweite! Ob man hier Legten Endes doch nicht mit einem Berbrechen zu tun hat, das durch gewiffe greifenhafte Veränderungen im Organismus des Menschen bedingt ist? Wichtiger als das, erscheint das andere. Ein Sechzig jähriger, den sein Birt vor die Tür gesezt hat, ohne Dach über dem Ein unangenehmer Mitbürger. Beschimpft die Republik und den Landrat. Der 56 Jahre alte Zigarrenhändler Bruno Meyer aus der Landsberger Allee ist ein unruhiger, zappliger und lauter Mensch Im August vorigen Jahres war er damit beschäftigt, in Honow auf feinem Grundstück zu bauen, trotzdem er feine bau. polizeiliche Erlaubnis hatte. Als der Landjäger ihn dabei beobachtete und ihn fragte, ob er die Erlaubnis zum Ansiedeln habe, verneinte das der Zigarrenhändler, geriet dann in eine furchtbare Erregung und nannte, weil er die Erlaubnis zum Bauen noch nicht erhalten hatte, den Landrat eine Schlafmüze. Darauf beschimpfte Mener die gegenwärtige Staatseinrichtung, die er als eine Schieber. republi? bezeichnete, die nur durch Meineid und Hochverrat entstrafen gefüllt werden, randalierte er weiter. Dieser Vorfall fand vor standen sei. Die Kassen seien leer und sollten nun durch Polizeidem erweiterten Schöffengericht Lichtenberg sein gerichtliches Rachspiel, vor dem fich Meyer wegen öffentlicher Be feibigung und Bergebens gegen das Republit igusgeleg zu verantworten hatte. Der Angeklagte benahm sich auch in der Berhandlung sehr eigenartig. Für seine Beschimpfung Schieberrepubli? wollte er den Wahrheitsbeweis antreten dadurch, daß er eine Reihe von rechtsgerichteten 3eitungen vors legen wollte, was das Gericht aber ablehnte. In höhnischer Form sprach der Sigarrenhändler weiter von dem Republitschuhgefeß, das er Maultorb und Anebelgeleg nannte. Begen dieser ungehörigen Aeußerung wurde er fofort in eine Ordnungsstrafe von 30 Mark genommen. Im übrigen verurteilte ihn das Gericht wegen des Bergehens gegen das Republitschuhgefeß an Stelle einer Gefängnisstrafe Don einem Monat zu 210 Mart Geldstrafe. Wegen der öffentlichen Beleidigung erhielt er 75 Mart Geldstrafe. Kopf, meldet fich im Asyl für Obdachloje, um hier Unterkunft zu Miserable Ferngasleitung in Duisburg. finden. Er ist aber noch bei seinem Birt gemeldet, wo auch seine Sachen stehen. Er hat also noch eine Wohnung und wird deshalb zur Uebernachtung im Asyl nicht zugelassen. Jegt padt ihn die Berzweiflung, und er legt Feuer an. Was soll aber das Zuchthaus für den alten Mann? Wäre ihm mit einer Stelle in einem Alters. heim nicht besser geholfen? Man wird der Begnadigungsinstanz eine Berufung gibt es ja in diesem Falle nicht- den Alten mit gutem Gewissen zur Strafmilderung empfehlen dürfen. Es war eine Verzweiflungstat. Wie man 30000 Mart los wird. Ein leichtsinniger Hausbesitzer. Ganz besonders leichtgläubig war ein Raufmann nab Hausbesiger in einem westlichen Borort, der Schwindlern in die Hände fiel. " Bor längerer Zeit sprach ihn eines Tages auf der Straße ein Mann an und fragte nach der nächsten Wettannahmestelle Der Kaufmann begleitete ihn, um ihm den Weg zu zeigen, und im Laufe des Gespräches stellte sich der Fremde als Jodei kreuz" vor. Es gelang ihm, den Kaufmann zum Wetten zu veranlassen, und tatsächlich wurde auch ein ansehnlicher Geminn erzielt. Auch ein zweitesmal war der Tip des vermeintlichen Jodeis gut Dann wettete der Kaufmann nicht mehr selbst, sondern gab dem neuen Belannten, an dessen Echtheit er nicht zweifelte, auf Tips größere Botfchüffe Bon dieser Zeit an war der Jadet me vom Erdboden verschwunden. Weil nun der Kaufmann den Bunich hegte, quf der Rennbahn im Grunewald einmal nach dem Verschwundenen zu forschen, begab er sich hinaus. Hier näherte sich ihm ein Herr, der sich Futtermeister Floring" nannte. Dann famen zu dem wetiluftigen Raufmann zwei angebliche Franzosen, die sich als Rennreiter de Claire" und Rennstallbefizer Berpug" ausgaben. Sie erzählten, daß fie von Kreuz auch be schwindelt worden seien, jezt aber seine Spur gefunden hatten und ihn anzeigen würden. Der Kaufmann, dem ja auch an der Entlarpung lag, gab für den guten 3med Geld her. Ban den ,, Fran30fen" jab und hörte er nichts mehr. Das Theater ging aber noch weiter. Zwei Deutsche tauchten mit demselben Märchen auf und erhielten wiederum ansehnliche Beträge, und den Beschluß machte noch ein Franzose". Nach und nach hatte der Kaufmann un gefähr 30 000 mart eingebüßt, bis er sich, freilich etwas spät entschloß, einem Freunde von seinen Erfahrungen zu erzählen. Der Freund ging zur Kriminalpolizei und erstattete Anzeige. Einen Jofej Kreuz gibt es ebensowenig wie einen Futtermeister Floring, und auch die anderen Namen haben sich als fingiert herausgestellt. Leichtfertiger und törichter mit seinem Gelde umzugehen, ist wphl schwer möglich. Fast wäre man versucht, in diesem Fall geradezu von einer Verführung zum Betrug zu sprechen. Von geheimer Feindseligkeit. Mit ihren Vortrag Bon der geheimen Feindseligkeit. zwischen Mann und Frau" rührte die befamte Psychoanalytikerin Frau Dr. Horney an Triebfräfte im Menschen, deren Borhandenfein taum bezweifelt werden kann, aber über deren Ursprung meitgehende unflare Borstellungen herrschen. Frau Dr. Horney führte als Beweis dieser Feindseligkeit be fammte Erscheinungen aus dem Alltag an. 3. B. fah fie in einer übertriebenen Aengstlichkeit um den Liebespartner nichts anderes als eine Feindseligkeit. Man ist ihm feindlich gegenüber eingestellt, Deswegen sieht man ihn auch immer als von der ganzen Umwelt bedroht. Die Referentin bezeichnet sowohl diefes Beispiel als auch die anderen als geheime Feindseligkeit, da es ein Kriterium dieser Symptome ist; daß der ausführende Teil sie nicht bewußt aus einem Haßgefühl heraus unternimmt, im Gegenteil mit dem Bewußtsein handelt, aus Liebe sich so verhalten zu müssen. Diese Feindseligkeitserscheinungen treten auch bei fattisch gefunden Menschen auf, sie sind mehr als Konflikte, die durch das Zusammenleben bedingt werden. Schon bei den Primitiven müssen diese Urtriebe vorhanden gewesen fein. Eine Erklärung für diese Erscheinung jah Frau Dr. Horney in der falschen Beurteilung des Seruellen. Bei aller Aufklärung, bei aller Loslösung von den herkömmlichen Borurteilen hat man dem Serualleben gegenüber ein tiejinnerliches Schuldgefühl, man empfindet es als etwas Tierisches und gleichzeitig Schmuziges. Außer dem Schuldgefühl stellte die Rednerin noch das Angstgefühl als andere Komponente für die geheime Feindseligkeit zwischen den Geschlechtern fest. Man hat Angst npr dem Liebespartner, Angst Dor jeiner Ueberlegenheit. Frau Dr. Hornen glaubt, wenn man eine bewußte Trennung von Segualität einerseits und Angst und Schuldempfinden andererseits durchführt, zu einer Ueberwindung des Haffes zwischen den Geschlechtern tommen zu fönnen. Die Ueberwindung dieser geheimen Feindseligkeit würde eine Bereicherung des ganzen Lebens bedeuten. Die moderne Jucentbewegung fuch nach einer bewußt veränderten Stellungnahme gegenüber erotischen Fragen. Sie glaubt in einer Sachlichfeit-ye formen einer inneren Freiheit gefunden zu haben. Generationen gehören dazu, um die feelischen Phänomen, die fich tomplizierend zwischen die Geschlechter stellen, zu beseitigen, aber die Beseitigung ist lohnend. Der Vortrag war vom Deutschen Monistenbund veranstaltet; man hätte sich teine beffere Referentin zu diesem Thema wünschen fönnen. Hilft Biochemie? Das Bezirksamt Wedding( Gesundheitsamt) veran ftaltet am heutigen Dienstag, abenbs 8 Uhr, in der Schulaula ber 53. Bollsschule, Ditender Str. 39/40, einen öffentlichen Bortrag über bas Thema: Besen und Bert der Biochemie. Bortragenber ift Dr. med. Balter Littmiş. Nach dem Bortrag findet eine Frage beantwortung ftatt. Der Eintritt ist für jedermann frei Ein neuer Gasrohrbruch, der vierte in verhältnis mäßig furzer Zeit, wurde am Sonntag abend. im Stadtteil Wanheimerort gemeldet. Dort nahmen Bassanten an der Ede Martus. und Nikolaistraße Gasgeruch gewahr. Sie benachrich tigten die zuständigen Stellen, und diese stellten im Beisein von Bertretern der Ruhrgas- 2.- G. zwei fleine Risse in der dort liegenden Ferngasleitung fest. Die Polizeiverwaltung teilt dazu mit. daß die Ruhrgas A. G. sofort mit den erforderlichen Abdich tungsarbeiten begonnen habe. Personen sind nicht zu Schaden getommien. G FUNK UNDAM ABEND Dienstag, 22. Januar. Berlin. 16.00 Stunde mit Büchern: Kriegs- Bekenntnis. Romane. 16.30 Klaviervorträge. 1. J. S. Bach: Präludiam and Fuge, do- wall 2. R. Schumann: Marsch d- moll, aus den Bunten Blätters", p. 30. 3. G. P. Moore: Legende tzigane( Carl Robert Blum, Flügen. Anschließend: Unterhaltungsmusik der Kapelle Thilo Runze 18.30 Dr. Kurt Zielenziger: Köpfe der modernen Wirtschaft. I.: In Deutschland. 19.00 Gg. Curt Hennig: Gewerkschaften und öffentliche Meinung. 19.30 Hans- Bredow- Schule. Rechtswissenschaft: Oberreichsanwalt&. D. Prof Dr. Ludwig Ebermayer, Leipzig: Arzt und Patient in Gesetz und Rechtsprechung. II.: Die rechtliche Natur des Aerztevertrages. 20.00 Felix Hollaender: Lessing, der Mensch. Anschließend: Sende- Spiele. Zum 200. Geburtstag Lessings: Minna von Baru. helm oder ,, Das Soldatenglück". Ein Lustspiel in 3 Aufzügen van G. E. Lessing. Anschließend: Presse- Umschau des Drahtlosen Dienstes. Königswusterhausen. 16.00 Ob.- Stud. Dir. Dr. Reiske: Lessing. 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.30 Dr. Arthur Berger: Wie der Hund Gehilfe des Menschen wurde. 18.00 Dr. Richard H. Stein: Neuere Hausmusik für Klavier( III.): England Amerika. 18.30 Lektor Claude Grander, Gertrud van Eyseren: Französisch für Anfänger. 18.35 Prof. Dr. Freyer: Was ist Soziologie( III.). 19.20 Vizepräsident Mendrzyk: ,, Das unbekannte Hinterpommern". 20.00 Uebertragung von Berlin. 22.45-23.15 Bildfunkversuche. -S Wefferbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin u Umgegend.( Nachdr. verb.) Troden und noch ziemlich helter, nachts wieder falt, Tagestemperaturen über Null, Südostwinde. Für Deutschland: Im Besten stärker bewölft, Temperaturen meist über Null, im Osten sehr falte Nacht, heiter und troden. Berantwortl, für die Rebaftion: Bolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: 2. Slade, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Such bruderet und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin EW 68, Linbenstraße 3. Bierzu i Beilage. Was sagt der Bär? JOSETTI Bahn frei für KON NON JOSETTI JUNO den Rodelsport! Jmmer größer wird die Zahl der Wintersportler, aber noch schneller wächst der Kreis der Raucher, die sich bekennen zu Josetti Juno Berlins meistgerauchter 48 Cigarette Beilage Dienstag, 22. Januar 1929 Max Barthel: Der Abend Shalausgabe des Vorward Die Palme am Strande der Armut. Besuch bei den Obdachlosen. Die Musit für die armen Leute wird sehr oft von den noch ärmeren Leuten gemacht, von den Hofsängern, von den Drehorgelspielern. Die Drehorgelspieler leihen sich bei einem Dreh orgelfonzern ihre Bimmerfästen aus und unterhalten durch ihre Bettelpfennige das gutgehende Geschäft. Der Mann, der die Drehorgeln verleiht, braucht nicht auf den Höfen zu spielen, er ist ein Unternehmer wie die anderen Unternehmer auch. Die Höffänger nun haben feinen anderen Apparat notwendig als den, ihrer Stimme. Sie singen Volkslieder, sie singen die letzten Schlager und manchmal auch die Kampfgefänge der Arbeiter. Einer von den Hofleuten ist der Redner der Not und Brotgemein schaft. Er spricht die Hausfrauen, die in den Fenstern liegen, mit ,, meine sehr verehrten Damen" an und erzählt eine gut aufgesetzte, rührende Geschichte, bis die Sechser auf das harte Pflaster springen. Viele von den Diehorgelspielern und Hoffangern nachtigen in den Berliner Asylen. Das Hauptasyl liegt im Nordosten der Stadt und wird Die Palme" genannt. Der Ursprung des Namens ist unbefannt, aber das ist allen Leuten bekannt: an der Fröbelstraße wachsen teine Balmen. ,, Die Palme" liegt zwischen einem Spital und den mächtigen Anlagen eines Gaswertes. Wenn der Obdachlose die trostlose Straße zum Asyl hinaufgeht, sieht er die runden Kuppen der Gasometer, er fieht über den schwarzen Kohlengebirgen des Lagers die gewaltige Eifenkonstruktion einer Fahrbrücke, den herrischen Schattenriß eines Krans. Er sieht die alten Leute am Spital und schräg gegenüber die Garagen der Straßenreinigung. Dann steht er vor dem lang gestreckten Asyl und geht durch das Tor der Hoffnung und meldet sich bei der Aufnahme.„ Die Palme" gehört der Stadt Berlin. Jeder Obdachlose fann dort vierzehn Tage schlafen. Er fann auch in der Woche einmal baden, er bekommt eine warme Suppe, ein Stück Brot. Er kann sich lang ausstrecken und hat ein ficheres Dach über dem Kopf. Und wenn er frank werden sollte, nun, es gibt eine Krankenstation mit anschließendem Operationsjaal und einer schönen, fühlen und neuen Totenfammer. An der Kontrolle. Jeder Obdachlose muß, ehe er die Suppe und das Bett bekommt, mit seinen Papieren die Kontrolle der Kriminal. polizei passieren. Do tommen sie nun an, die jungen Tippelbrüder von den Landstraßen, die Arbeitslosen kommen an und die alten Bettler mit den hoffnungslosen Gesichtern. Sie geben die Papiere ab und hören den Spruch: Vierzehn Tage können Sie hier bleiben, in der Zeit müssen Sie sich Arbeit und Wohnung verschaffen." Das wird von den Beamten nach der Prüfung der Papiere gesagt, nach dem Bergleich mit den Steckbriefen, nach der Einsicht in die riesenhafte Kartothet. Im Zimmer der Prüfung hängen auch die roten Plakate der Polizei. Mörder werden gesucht, Urkunden fälscher, Brillantenräuber, Sittlichkeitsverbrecher, große und fleine Diebe, entspringene Häftlinge, Brandstifter, Hehler und Zucht häusler. Mor Rosenfeld aus Budapest ist auf der Wanderschaft in Deutschland und sucht Arbeit. Er hat ein Visum für drei Monate und spricht gebrochen deutsch mit jüdischem Einschlag, ist zweiund zwanzig Jahre alt und will nach Hamburg, wenn Berlin teine Arbeit für ihn hat. Der Kriminalbeamte ist skeptisch und macht dem Rosenfeld wenig Mut, aber der ist jung und unterschreibt die Karte, die für jeden Afylisten angelegt wird, nimmt den Rucksack und geht in den Schlafraum. Ein kaltblütiger Filmschauspieler. Nicht Dichtu g. sondern Wahrheit: In Amerika ist es gelungen, einen Frosch filmphotographisch aufzunehmen und nun werden seine Bewegungen auf der Leinwand getreulich wiedergegebe Hein rich Meyer tommt aus dem Saargebiet Wie sieht es es dort aus? fragt der Beamte. Nicht gut, sagt Meyer, als ich fortging, waren viertausend Bergleute arbeitslos. Damn steht Georg Schmidt vor den Schranken Das ist ein Metallarbeiter mit fühnem Gesicht und steilen Haaren. Er will sich Deutschland ansehen: Berlin, Hamburg, Bremen, Köln und den Rhein und den Bodensee.| Ein Schlächtergeselle tommt. Seine tätowierten Hände ergeben ein Ein Schlächtergeselle tommt. Seine tätowierten Hände ergeben ein fleines Geschwätz über den Wert der Tätowierungen vom friminaliftischen Standpunkte aus. Der Geselle lacht. Alte Leute trefen ins Zimmer. Ein Fünfzigjähriger steht da mit grauem Frad, Papier fragen, buntem Schlips und totmüdem Gesicht. Das ist ein ehe maliger Baumeister, den der Alkohol und die Frauen in den Schmutz der Weltstadt warfen. Immer neue Männer treten in das tahle Zimmer und stehen zwischen den Mörderplakaten an der Wand und den fragenden Beamten hinter der Schranke, werden befragt, geprüft und in den Schlafraum entlassen. Manchmal werden fragt, geprüft und in den Schlafraum entlassen. Manchmal werden fie festgehalten, verhaftet, eingeliefert. Dann war irgendein Sted brief schneller als ihre Flucht, als der Versuch, im steinernen Urwald Berlin unterzutauchen. Die beiden jungen Attentäter von Leiferde hat man in der ,, Palme" gefunden. leber eine Stunde saß der Journalist in jenem Prüfungszimmer und besah sich den Betrieb. Er dachte an die Zeit, als er selber tippelte und in den Asylen und Herbergen schlief. Ja, es war schon ein wenig andersund beffer geworden in den deutschen Polizeistuben, es war menschlicher geworden, aber ganz flar fann über diese Dinge nur ein Tippelbruder oder Obdachloser berichten, ein Mensch, der müde, ungeschüßt und verlaust in die Benne tommt. mit den Asylisten sprach der Reporter später und hörte ihre Ge: schichten aus der Tiefe. Bierzehn Tage und dann wohin? Die Asyle werden von der Stadt Berlin verwaltet. Der Dezernent wird von den Asylisten gehaßt. Der Haß ist begründet. Nämlich: nach vierzehn Tagen passiert es manchmal, daß der Aufnahmebeamte einem Mann, dessen Zeit abgelaufen ist, das Bett verweigert Was soll der arme Teufel tun? Früher ging er, menn feine Papiere sauber waren, zum Kriminalkommiffar, und der brüdte manchmal durch, daß der Herausgeworfene doch ein Bett betam. Und wenn es im Asyl nicht gelang, fo gab es immer noch einen Ausweg, den Weg zum Polizeipräsidium. Und dort mußte er, wenn auch nur im Polizeigewahrsam, ein Bett bekommen. Aber das hat nun aufgehört. Der Obdachlose, der aus dem Asyl verwiesen wird, kann nur noch nach dem Bezirksamt geschickt werden. Aber das Bezirksamt hat abends feine Sprechstunden mehr. Und dann liegt der Mensch buchstäblich auf der nackten Straße. Die Aufgabe der Polizei aber ist mit die Sauberhaltung der Straße, die Sicherung der Millionenstadt. Was fümmert das die Bureaukratie? Die Bureaukratie hat ihre Borschriften, und die fagen: das Nächtigen im Freien ist in die Griffnähe des Arbeitshauses und Gefängnisses gestellt. Und so werden viele tausend Menschen im Jahr durch ihre Armut, durch ihre Not auf die Bahn des Berbrechens getrieben. Die Ordnungshüter schaffen sich selbst ihre Ordnungsstörer. Und wenn die aus dem Asyl Bertriebenen hoffnungslos untergegangen sind, dann erst erhebt sich ein großes Geschrei, dann werden die roten Polizeiplakate gedruckt: Ein Mörder gesucht! Grauenvolles Verbrechen im Part! Rätselhafte Brandstiftung in Berlin! Unholde schlagen neunzigjährige Greifin nieder! 1000 Mart Belohnung: in der Nacht vom 14. zum 15. Januar.. und so weiter, wie es auf den roten Plakaten und in den Schlagzeilen der Sensationsblätter zu lesen ist. Das Asyl in der Fröbelstraße und auch die anderen Asyle werden jedes Jahr überlaufen. In den Hungerjahren der Inflation schliefen allein in der Palme" jede Nacht über 5000 Menschen. Diese Palme steht am Strande der Armut und in ihrem Schatten ist wenig Glüd. Auch hier oben im Norbosten der Stadt sammelt sich, wie im Osten am Schlesischen Bahnhof, piel Lumpenproletariat: die Straßen werden terrorisiert, die jungen Banderburschen betrogen, der Handel mit gestohlenen Papieren geht gut. Und an jenem Tage, als der Reporter das Afyl besuchte, begann der erste Aft einer blutigen Tragödie: ein Gastwirt verwies aus seinem Lotal randalierende Rowdys. Am nächsten Tag, zweiter Aft, wurde er von vier jungen Burschen überfallen und mit einer Hundepeitsche erschlagen. Und in der Nacht, dritter Aft, wurden die Totschläger bei einer Razzia verhaftet. Außenarbeit im Winter. Mitternacht Eisiger Wind pfeift durch die fast menschenleere Straße und treibt mit den Schneeflocken ein tolles Spiel. In einer windgeschüßten Haustürmische steht ein Säuflein Menschen, die Hände in den Manteltaschen vergraben und mit den Füßen stampfend. Ab und zu wird ein Fluch laut, weil die letzte Straßenbahn so lange auf sich warten läßt. Plötzlich wird die winternächt liche Stille durch rauhe Männerstimmen unterbrochen. Eine Kolonne Gleisbauarbeiter rüdt an, mit Brechstangen, Steinmeißeln, Zuschlaghämmern, Schienenzangen und sonstigem Handwertszeug bewaffnet. In wenigen Stunden müssen sie die alten, ausgefahrenen Gleise dieser Kreuzung mit neuen ausgewechselt haben. Das Arbeitstempo wird durch die ihnen gestellte Aufgabe bestimmt, da die Arbeit nach Schluß der Betriebspause erledigt sein muß. Korbähnliche Defen werden den Schienensträngen entlang aufgestellt, um den Boden etwas anzuwärmen und um die eine Zeit lang auch die Arbeiter händereibend stehen. Und dann geht's an die Arbeit. Im Viertatt sausen die schweren Hämmer auf die Steinmeißel nieder, Brechstangen werden in die Fugen gestoßen und bald wandern die Pflastersteine flink von Hand zu Hand, als wären es leere Pappfartons. Schon sind die Schienen freigelegt, und während noch eine Kolonne mit Schweißbrennern und Schraubenschlüsseln mit der Entfernung der Gleise beschäftigt ist. wälzen andere Arbeiter unter hau- rud- Rufen" bereits neue Schienen heran. Alles vollzieht sich im Eiltempo. Die Leute geraten trotz der minus 8 Grad in Schweiß. Sie spüren faum die Kälte, die der eisige Bind ihnen ins Gesicht bläst, nur wenn fie fich einmal ver. fchnaufen, padt fie ein Schauer. Und diese Pausen dauern nicht fange, dürfen nicht lange bauern, meil fie den schweißgebadeten Menschen den Tod bringen tönnten. In wenigen Stunden angestrengtester Tätigkeit ist das Berf vollbracht. Jeßt, da die Leute nicht mehr arbeiten, sondern zum Aufbruch rüsten schüttelt sie erbarmungslos der Frost. Eilenden Schrittes, bibbernd am ganzen Körper und hundsmüde, hasten sie ihrer Behausung, dem warmen Bett, zu. Das ist eine Gruppe von Menschen, die um ihrer Eristenz willen in Wind und Wetter arbeiten, wenn man nicht einmal einen Hund hinausjagt. Aber sind diese Gleisbauar. beiter, troß ihrer beschwerlichen Arbeit, nicht noch besser daran als Die Beitungspertäufer und verfäuferinnen, die schon in aller Herrgottsfrühe an den Straßeneden stehen? Wer achtet schon groß auf sie, die den zur geheizten Arbeitsstätte Eilenden die frostftarren Hände mit der gewünschten Zeitung entgegen strecken und in den paar„ Geschäftsstunden" vor Kälte faft vergehen? Ihre Kollegen und Kolleginnen in den Kiosten haben es dagegen schon etwas besser, obwohl auch fie bei einer solchen Dauertälte nicht zu beneiden sind. Man schaue nur einmal einem solchen fliegenden Zeitungshändler, der an einer recht mindigen Ede steht, ins Gesicht, wie sich darauf das aus den Augen getriebene Wasser zu Eisperlen verwandelt. Oder sind etwa die Bollejungens" beneidenswert, die schon in den frühesten Morgenstunden auf ihren luftigen Sitzen durch Berlin gondeln und, auf einem Halteplatz angekommen, wie die Besessenen umberfpringen, weil ihnen die Glieder steif vor Kälte geworden sind? Wenig angenehm ist es auch, um diese Jahreszeit an einem Eisentonstruktionsbau zu arbeiten, wie er zum Beispiel augenblicklich am Hochbahnhof Rottbusser Tor ausgeführt wird. Da fizzen die Schloffer mit ihren Helfern in luftiger Höhe auf den Eisenträgern. Das Handwerkszeug ist eistalt. Der scharfe Wind pustet nur so durch die Kleider, daß die Zähne flappern. Die flammen Finger fönnen faum den Breßlufthammer halten, der im Ma schinengewehrtaft auf die Mieten pocht und den Körper schüttelt, wie ein Sturm die Baumkronen. Welcher Mensch, der in der geheizten Werkstatt oder im warmen Bureau sein Tagewert ver richtet, möchte jetzt mit dem Berkehrsid) utmann tauschen, der wohl zwei Stunden lang mie angenagelt auf einem Fleck aus. halten muß. Seine gymnastischen Uebungen sind nicht so intensiv, daß sie den Körper warm halten fönnten. Er hat während seines Dienstes teinen anderen als den einen Wunsch:" Ablösung". Ale, bedienstete, Rutsher, Zeitungs- und Depeschendie der Beruf auf der Straße festhält, ob sie nun Berkehrs. fahrer, Wurst magen, Motorradfahrer, Straßenreiniger, Nachtwächter oder dergleichen sind, empfinden diese Dauerfälte besonders bitter. Gerade diese Berufe gehören nicht gerade zu den bestbezahlten, so daß die, die sie notgedrungen ausüben müssen, nicht einmal die Mittel erübrigen fönnen, um sich durch zwedentsprechende Kleidung und Ernährung gegen die Un bilden der Witterung einigermaßen zu schüßen. l/ebertragung aus dem Amerikanischen von Hermynia Zur Mühlen. Copyright by Rütten&. loening, Frankfurt a. M. (2. Fortsetzung.) (Seny beert« weiter bcn Tisch. Selbst als olles fertig ttwr, beschäftigte sie sich nach damit, schob das Bcfiecf.Utrecht, holt« Wasser, wo? sie sonst nie tot. Sie staubte dos-Büfett ob Alles war besser, als sprechen zu müssen. In ihr war ein Gedanke erwacht, und die ZPflfte der Mutter hinderten sie, ihn weiterzuspinnen. Harry Widener wird bestimmt bei einer anderen Firma an- kommen. Weshalb soll nicht auch sie dort eine Anstellung finden? Sie wird ihn um eine Empfehlung bitten. Das kann er ihr nicht abschlagen. Sie ist eine gute Stenotypistin. Immer pünktlich. Und im Nureau stet? ernst. Keine zu tief ausgeschnittenen Blusen oder durchsichtigen Böcke. Sie taut auch nicht Gummi. Weshalb sollte sie nicht bei der gleichen Firma eine Anstellung erhalten? Dann wird sie in seiner Nähe bleiben. Di« Mutter starrte Gerty mit den kurzsichtigen Augen an. oer- folgte jede ihrer Bewegungen und rebele weiter: „Frau Denby geht es sehr schlecht. Sie kann jeden Tag sterben. Der Arzt sogt, es ist Magenkrebs Unheilbor. hat er gesogt. Sie liegt im St.-Mork-Spitol..Hot ein Prinotzimmer, eine Pflegerin für den Tag und eine für die Nacht. Es mutz Jim furchtbar schwer fallen, dos alles zu bezahlen. Es ist nett von ihm, uns zu besuchen, wöhrebd die Mutter im Sterben liegt/' Gerty verstand sehr gut die schwächliche Taktik der Mutter. Sonst belustigte es sie, wenn die olle Frau von Jim sprach und ihn lobte. Jetzt jedoch reizte es sie Es geht die Mutter gar nichts an, wen sie heiratet. Sie ist frei. Verdient ihren Lebensunterhalt selbst. Sie kann tun, was sie will. Kann sogar fortgehen und ollein leben, wenn es ihr behagt. Auf diese Art würde sie auch Geld ersparen können. Und Zeit. Jeden Tag verliert sie auf der Untergrundbahn zwei Stunden. Und wenn sie om Abend ausgeht, noch zwei weitere. Wenn die Mutter fa fortföhrt, wird sie es wirklich tun. Sie Iaht sich nicht so vorjammern. M ein freier Mensch. Ja, dos ist sie. „Ich bin hungrig," erklcnte sie. Dos Essen verlief ziemlich still. Alle Versuche der Mutter, ein Gespräch in Gong zu bringen, scheiterten an der Schweigsamkeit der Tochter. Als sie soft fertig gegessen hotten, ging Frau Donovon von neuem zum Angriff über: .Tsim Hot mir erzählt, datz«r am Ende des Monats eine Gehalts- erhöhung bekommt. Dreihundert Dollar im Monat und den Pasten eines Kassengehilsen. Cr kann auch eines Tages zweiter Kofsiarer werden. Hundert Dollar die Woche und ein eigenes Bureauzimmer. Jim ist ein braver Bursche." „Wenn du so weiter redest," jagt« Gerty zu sich,„so werde ich dir gar nicht erzählen, datz die Firma verkracht ist." „Cr hat eine Wohnung in der Hundertvierzigsten Strotzen. Zwei Zimmer und ein« Küche. Und der Hausherr ist bereit, die Zimmer nach Jims Geschmack tapezieren zu lassen. Ja, und es gibt in der Wohnung auch eine Badewanne. Sie steht in der Küche." Nor einigen Augenblicken war Harry Widener ganz fern, fast unsichtbar gewesen. Nun trat er ganz nahe zu Gerty und sprach: „Du wirst Schauspielerin sein in der Hundertoierztgsten Strotze. zwei Zimmer und«ine Küche. Die Badewanne steht in der Küche. Du wirst an den Wänden sein Diktat ausnehmen, an den Wänden, die er für dich frisch tapezieren lätzt, weil du nicht Gummi kaust." Sie verliert ja den Verstand, oder die Mutter treibt sie zum Wahnsinn. Si« sah die Mutter mit Augen an. die schrien:„Ich will Harry Widener, es ist mir einerlei, wer es«eitz. Du, oder Jim Denby, oder wer immer. Ich pfeise darauf, wer es weiß." Qout sagte sie: „Ich geh' m mein Zimmer." „Mach dich für Jim fertig," riet die Mutter.„Zieh' die lila Bluse an." Während si« die Tür sckstotz. siel Gerty er», datz sie der Mutter noch kein Wort vom Verlust ihrer Stell« gesagt hotte. Einerlei. Die Mutter kann sich später Sorgen machen. Ueberhaupt, die Kutter mit ihren ekelhaften Kniffen. Sie will si- uberreden. Jim zu heiraten. Und sie wird ihn nicht heiraten, und wenn er der einzige Mann auf der Welt wäre. Nicht wenn er da» ganze Gold der Welt besäße. Und alle Diamanten. Ein Mann mit so einem Gesicht. Cr soll sich zuerst ummachen lasten. Sie setzt« sich auf's Bett, richtete ihr Haar und sagte: „Wemi er zudringlich wird, schick ich ihn zum Teufel. Ja, das tu« ich." Mitleid. Er will ihr etwas geben. Sie vor der schrecklichen Welt beschützen. Si« will doch gar nicht beschützt, will nur in Ruh« gelasten werden. Die Leute sollen sich nicht immer in alles ein- mischen. C» ist ja ohnehin alle» die Schuld der anderen. Hätten die sich nicht eingemischt, so würde si«... „Hakt's Maul!" befahl si« sich selbst und begann die Bluse auf- zuknöpfen. „Die lila Bluse" brummte sie.„Ich werde ihm lila Bluse geben. Wenn er ein wirtlicher Mamt wäre, er würde nicht immgr her- kämmen. Würde mich in Ruhe lasten. Merkt er denn gar nicht, daß ich ihn und seinen Schutz nicht will?" Sie trat zum Schrank, öffnet« die Tür und nahm üi« lila Klus« vom chate«. Gedankenlos schlüpfte st« in die Slermel und knöpfte die Muse zu. Dann setzt« sie sich vor den Spiegel und pudert« ihr Gesicht. Sie dachte daran, datz vor etwa zwei Monaten eine Freundin Harry Widoners ins Bureau gekommen war und aus ihn gewortet hott«. Das war eine grau von seiner An gewesen, mit Haar, dem man die Pflege de, Friseur» anmerkte, einem täglich massierten Gesicht. täglich manikürte» Händen. Silk hatte em dunkle» Schneidersleid getragen, dazu ein« llla Bluse mit einem Spitzenkragen, der der- motzen ovdgeschnitten war, datz man einen Teil der weißen Pruste sehen konnte. Die Frau war prächtig. Da» mußt« Garn» zugeben. War «aste. Und al» dann Harry Widener eingetreten war. hatte ihm die Frau die Hand hingestreckt, eine Hand im schwarzen Slaoihcmdschuh. und Gorty hotte sich gesagt, dies« Nameren kann ich nie und nimmer nachahmen. Die Hand war vorgeschasten, begleitet von einem Lääieln, da» die regelmäßigen glänzend weißen Zähne zeigte. An einein Samstognachmittag hatte Gerty in der Fünften Avenue in einem Geschäft ein« ähnliche Bluse gesehen: lila, mit tief ausgeschnittenem weißen Spitzenkragen. Sie hotte die Bluse gekauft. obgleich der Preis äußerst hoch gewesen war und eine» großen Teil ihres Gehotts verschlungen hotte. Im Bureau wagte sie die Bluse nie zu trogen, sie war dermaßen ausgeschnitten: außerdem fürchtete si«. daß Widener die Aehnlichkeit bemerken könnte. Auch daheim trug sie sie nur selten. Wenn sie sich Widener gleichgestellt fühlen, etwas tun wollte, wobei sie gerne turn ihm gesehen worden wäre. Sie bemerkte, daß ihr Hcmdbond aus dem Ausschnitt hervor- lugte. Sie band es auf und schob es in den Busen. Jetzt glich ihr Nocken dem der Frait, die ins Bureau gekommen war: ein weißes, tief bis zum Busen reichendes Dreieck, dos aus jeder Seite die ge- wölbte Brust sehen ließ. Ihre Brüste sind ebenso rund und weiß wie die der anderen. Es wäre hübscher, sähe man noch mehr. Sie stopfte den Kragen ein. und die Rundung der Brust trat noch stärker hervor. Sie saß vor dem Spiegel, betrachtete ihr Gesicht, ordnete ihr Haar. Sähe er sie jetzt, er wurde ihr nicht widerstehe» können. Würde sie mit den schwarzen Augen anblicken, die Stirn ein wenig runzeln, die Nasenflügel aufblähen. Sein« Arm« würden-sich nach ihr ausstrecken, sie umschlingen. Sie würde in ihnen liegen, still. ohne Angst. Sie schloß die Augen uyd sah durch dir feurige Dunkelheit Harry Widener. Cr schaut« sie an. und sie gab ihm den Blick zurück.. Und er sagte ihr: „Jetzt bist du bei mir und bist ganz ruhig." Und sie erwiderte: „Ja, ich bin ruhig." So saßen sie im Dunkeln: sie siihlie seinen Geruch und wurde von ihm in den Schlaf gelullt. Dann verspürte si« einen Windzug, horte das Geräusch einer sich öffnenden Tür, sah Harry Widener ins L'cht fallen und öffnete die Augen. Im Türrahmen stand die Mutter. Frau Donovon sprach, aber Gerty verstand kein Wart. Sie vermochte sich nicht zu orientieren. Erkannt« weder ihr« Umgebung. nach die dicke Frau, die vor ihr stand. Alle» erschien ihr fremd. Sie gehörte gor nicht in diese» Zimmer. Gehört« anderswohin: in den blendenden strahlenden Sonnenschein zusammen mit Harry Widener. Dorthin, wo Ruh« und Friede war. „Du bist mir die rechte," sagte die Mutter.„Och mutz mir van Fremden Dinge über mein eigene? Kind berichten lassen. Weshalb host du mir nicht gesagt, daß du deine�Stell« verloren hast?" Gerty fchoKeg. Sie WW» fawiSe» fpn&a. Wsts fm B« murs, blieb ober von ihm völlig unberührt. Roch vor einem Augen- blick war sie bei ihm gewesen: sie fühlt« mach immer seine GegenmoN. Und dann vernahm sie die Warte her Mutter: „Jim ist im Vorderzimmer. Geh zu ihm. Ich wurde dir raten, nett mit ihm zu sein. Du wirst keinen besseren Mann finden." Ja, die Mutter spricht mit ihr, ober si« versteht kein Wort. S>« suhlte nur, daß ihr zu gehen befohlen wurde, deshalb stand sie auf und strebte der Tür zu. Die Mutter, die nichts begriff, wich ihr au» und ließ si« vorbei. Gerty betrot dos Vorderzimmer und betrachtete die Gestatt auf dem Sofa, die sich bei ihrem Eintritt erhob und ihr entgegenkam. Sie beantwortete Jim Denbys„Hallo" und setzie sich auf dos I caia. dorthin, wo Jim gegessen hatte. Dann fühlte sie, daß er neben ihr Platz nahm und bemerkte, datz die Mutter nicht hercinge- kommen war. Gerty versuchte, ihre Gedanken zusammeln. Wer sitzt neben ihr auf dem Sota? Jim Denby. Nein, Harry Widener. Ein Harry Widener, dessen Augen weniger schon sind, mit einem Gesicht, dos sich bemüht, so ausdruckslos wie möcftich zu sein. Aber nein, dos kann nicht Harry Widener sein.■Harn, sieht einen mit persöntichen inständigen Blicken an. Jim Denby aber nicht. Der betrackztet einen, als wollte er einen aufessen. Ist In einen verliebt..Harry ober ist es nicht. Weshalb wähl? An diesem Punkt machte» ihre Gedanken hartnäckig halt. Eine schwarze Walke breiiet« sich über ihr Gehirn und wehrte olles wettere Denken ob. Sie ergab sich der Wolke, saß unbeweglich, gedankenlos da. Und dann hört« sie jemanden sprechen, Jim oder Harry. Er fragt«, was sie tun werde. Und si« fand keine Antwort. Wußte sie dach, daß si« zwei verschiedene Antworten geben mutzte. War es Jim, der fragte, so mußte sie erwidern, datz sie sich noch einer anderen Stelle umsei, sn werde, war es ober Harry, so mutzte sie entgegnen.. Hie konnte nicht feststellen, wer von den beiden mit ihr sprach. De: halb schwieg sie. Jemand erklärt«: „Gerty, ich habe dir etwas zu sogen." Cr spricht. Endlich. Diesen Augenblick hat si« erwartet. Jetzt wird er fit mit den schwarzen Augen anblicken und in die Arme nehmen. Sie wird ruhig sein. Frieden suhlen. „Gerty. es hat doch gar keinen Sinn, eine Stelle zu suchen. Du kannst nicht dein Leben lang arbeiten. Bist nicht zur Arbeit ge schassen. Mutzt daheim bleiben, für dich sorgen lassen." Die Stimme verstummte. Gerty wartete. Weshalb redet er, weshalb tut er es nicht? Sie sühll seinen Blick aus ihrem Gesicht. aber sie wogte nicht, ihn anzusehen. Er starrte si« an. Seine Augcn ichweiften über ihre Bluse, gruben sich unter dem Spitzenkragen ein, folgten den Umrissen der Brüste. Ihr Herzschlag setzte aus. Wird«r die Bluse erkennen? Wird er böse sein, weil«r glaubt, daß sie seine vornehme Freundin nachahmt? Er sprach von neuem: „Gerty. laß mich für dich sorgen. Ich kann es. Werde dich be- bandeln wie eine Königin. Nichts wird für dich zv gut sein. Ich werde dich lieben und verehren, werde wie Schmutz unter deinen Fiitzen sein. Du gehörst in kein Bureau. Ich werd« gut zu dir sein, da» schwöre ich bei Gott."(Forts, folgt.) �45 DE/? 7 Z6 neue Naturschutzgebiete in Preußen. In der Zeit vom J. Oktober 1927 bis zum 30. Juni 1928, also innerhalb neun Monaten, wurden in Preußen 26 Naturschutzgebiet« neu geschassen. Aus dem Bericht, den die Staatlich« Stelle.für Naturdenkmalspslege ihrer 16. Jahreskonlerenz vorgelegt Hot, er- fahren wir näheres über diese neuen Naturschutzgebiete. Zu ihnen gehören u. a. die O d« r h o n g e bei B« l l i n ch« n, die sich durch reichen Bestand an ponlischen Pflanzen auszeichnen, dos Bode- tal zwischen T r« s e b u r g und Thal« im Harz, durch dessen Erklärung zum Naturschutzgebiet die Plan« zur Errichtung einer Seilbahn Mischen Hexentonzplotz und Rotztropp« zunächst er- ledigt sein dürsten, da» Dünengelände auf der Kurischen Nehrung nördlich Pittlappen. da» abgesehen von dar Lüneburger Heide zurzeft da» größte Naturschutzgebiet Preußen» darstellt, und «in Moorbestand innerhalb de, DeutenerMoor«, bei Necklinghausen. Außerdem hat die Provinz Westfalen durch Ankauf da» Heilige Meer bei Hopsten in ihren Be- sitz gebrocht, da» drei größer« durch Erdfäll« entstandene Wasser- flächen umfaßt und deren. Umgebung slortstisch und faunisch höchst bemerkenswerte unberührt« Heideslöchen enthält. Est der neuen Naturschutzgebiet« wurden durch Pachtung gesichert. Forderungen des Vogelschutzes. Ueb«r die Bedeutung des praktischen Logelschutzes kür die ge- samt« Forst-, Land- und Gortenwirtschast braucht kein Wort mehr verloren werden. Di« kürzlich in Gens abgehaltene> n t e r n a t i p- nale Konserenz für Vogelschutz beschloß, eine Tagung van bevollmächtigten Regierungsvertretern unter Leitung des Völkerbünde, oder de» internationalen landwirtschaftlichen Institut» anzuregen, mit dem Ziele, daß alle» Schießen. Fallenstellen und sonstiges Dernichten der Vögel und der Handel mit solchen jeweils am 1. März für die Sommermonate unterbunden werde in Europa. Asien und Nordamerika. Für die Länder der südlichen Halbkugel soll als entjprechender Termin der 1. September vereinbort werden. Außerdem wurde van der Konferenz gefordert, die Schaffung von Vogel ireiftätten und-briitplötzen. das Verbot der Anwendung von künstlichem Licht, von Pfahl«isen. großkalibrigen Gewehren und Motorbooten beim Fangen und Erlegen von Vögeln, die Em- schränkung d«» Fedo»hand«t». die Anbringung pon Dogelschutsiampen an den Leuchttürmen und Dortehrungen zum Schutze der Zugvögel und zur Vermeidung der Oelpest aus den meisten Gewässern, gerner soll der Vogelschutz als Lehrstoff in di« Pläne der Bildungsistitnte aufgenommen werden. Vorgeschichtliche Funde in Diamantengruben. Auf ei«? im südafrikanischen Baolfluß gelegenen kleinen Insel, auf der seit etwa 20 Iahren noch Diamantan gegraben wstd. wurden kürzlich einige seh? interesjante Funde gemo-A- Der Be- sitzer der Insel war schon wiederHoll auf riesige Knochen gestoßen. di« nach seiner Meinung von vorsintflutlichen Tieren herrühren mußten.. Al» er spcherhn, auch werl.zeugähi»liche Gegenstände fand, lud er de» Archäologen Iowa«in. seine Diamanteninsel näher zu untersuchen. Low« folgte der Einladung und kam nach längeren eingehenden Forschungen zu einem wisienschastlich sehr wertvollen Ergebnis Im Erdreich der Intel lasten sich sehr deutlich drei Schichten unter- scheiden: Die unterste Schicht enthält U e b e r r e st e von Mammut» sowie oan heute längst ausgestorbenen Gattungen des Pferdes und Schweines. In gleicher Höhe mit diesen tierischen AG BRINGT. Ueberresten sand Low« ganz primitive, von Menschenhand gemachte Werkzeug«: damit ist der Beweis erbracht, daß in Südafrika in der Zeit des Mammuts bereits Menschen lebten. Es folgt dann«ine Kiesschicht, aus der Werkzeuge von besserer und feinerer Ausfuhrung zu Tage gefördert wurden. In der obersten Erdschicht, die aus sandigem Lehm bestand, stieß man auf Werk- zeuge, die schon ziemlich vollkommen waren und einer Periode an- gehören, die verhältnismäßig nicht mehr soweit zurückliegt. Di« .heutigen Diamantenfund« werden nur in der tiefften, also ältesten Schicht gemacht: daraus geht hervor, daß Afrikas Ureinwohner zu einer Zeit lebten, als die Wasser des Baal diamantenboltig« Erde ablagerten. Alles schon dagewesen... A manulloh» gescheiterter Versuch, die Bevötternng oan Afghanistan zu eurapöisteren, erinnert an eine blutige Epcsstd« au» dem Jahre 1»06, die sich in Indien ablpielte. Im südästtichen Küstengebiet, wo sich von Madras an der Karomandtcklüste Städte wie Arkpt sind V-llor« sich qn der nach Westen führenden Stratzc hinziehen. Die in den verschiedenen Städten verteilte Wadros-Armee zeigt« plötzlich einen militärisch-schlechten Geist, da bei den Sepoys sich die Vorstellung festsetzte, daß die Religion de? Inder vnt G« waff durch da» Christentum ersetzt werben say«. Und die llxsech« dies«? Glauben» war«ine vom Oberbefehl shaber angeordnet« Der- änderung der Kopsbedeckung der Sepoys. Aber nicht etwa die Ein. iuhrung des verhaßten europäischen Filzhutes, sondern ein« einfach.' Abänderung der bisherigen Form nach dem Turban hin— und diese Geriifsfügigkeit genügte, um drei in Dellor« stationierte Bataillone om lv. Juli 1S06 zur Empörung zu treiben. Sie er- mordeten alle Europäer, befreiten die Kinder Tippo-Soibs, des gestürzten mohammedanifchen Herrscher, von Mysore die in Vellore gefangen saßen—-ine besonder« Unklugheit, da nun England und mit ihm ganz Europa der Meinung säw konnte, daß der Ausstand politischen Zwecken diene, während er im Grunde rein brohminikch- religiösen Charakter trug. Der Sieg der Empörer verwandelt« sich ichnell i»«ine Niederlage: englisch« Truppen aus Artot stürmten Vellore und die Sepyy» wurden mit Pulver und Strang bis om den letzten Mann niedergemacht. Damals die Abänderung der Kopi bedeckung, heut« hie Einführung europäischer Anschauungen'- der orientalisch« Fqnati»r»u? hat sich nicht geändert. Eine Hauptstadt mit 380 Einwohnern. Vor einigen Togen konnte die Siedlung Godthaab, die„Haupt- stadi" Grönlands, das Jubiläum ihres zweihundertjährigen Bestehen- seiern, sie wurde nämlich von dem- Missionar Hon, Eged« am 20. August 1728 gegründet. Eged«. ein Norweger von Geburt, der au» den Losotan als Pfarrer 1721 nach Grönland kam, um dort de» Eskimo» da» Christentum zu predigen, gründet« stoben Jahr« später an her Westküste Grönlqnhp eine Kokemi«, der er den Nomen Godtbaad sGute Hoffnungl gab. Di« jung« Krlonie wurde eunächst 0dN der in Berge» gegründeten Handelsgesellschost unter stutzt; dam, nahm sich di, dänische Regierung der Stedlung an. Si« wollt« st« allerdings zwei Jahre»ach ihrer Gründung wegen der bedeutenden Opfer aufgeben, di« zu ihrem Ausbau»ötfg waren. doch entschloß sich Hann König Christian VI. zur Bewilligung eines größeren Jahresbeitrages. Ganz Grönland hat nur IS 000 Ein- wohner. von denen IM in dem Distrikt und 180 In dein Ort Godthaab wohne»: darf gibt es«in Seminar, eine Buchdriickerei und ein« Mifsiollsstatio». ~ Sportund Spiel Schluß im Walhalla- Theater. Huhtanen gewinnt den„ Goldenen Gürtel". Bor völlig ausverkauftem Haus wurden gestern abend die Schlußlämpfe des internationalen Ringerturniers ausgetragen. Im Entscheidungskampf der beiden Weltmeister Petromitsch und Krana sollte die größere Kraft des Russen nach 32 Minuten den Sieg davontragen. Sehr temperamentvoll murde von diesen beiden um den dritten Platz gefämpft, bis der Ostpreuße einem Armzug erlag. In der Fortsetzung ihres Entscheidungskampfes um den Gürtel und damit auch um den ersten Blaz, fämpfte nochmals Huhtanen Bolfschor ,, Freiheit", Karl Hartmann, Düsseldorf, Jacobistraße 14. und Freie Sängervereinigung“, Hans Wiemes, Krefeld, Aronprinzenstraße 65, eingereicht werden; spätere Anmeldungen tönnen nur unter Vorbehalt berücksichtigt werden. Brogramm mit Reisebedingungen wird jedem Teilnehmer nach Anmeldung übersandt; Prospefie sind fostenlos gegen Einsendung von Rüdporto zu haben. Den merktätigen Parteimitgliedern, Gemerfschaftlern und Sangesfreunden bietet die Reise, die gleichzeitig der Idee der Bölterberföhnung dienen soll, eine sehr günstige Gelegenheit, um andere Länder und andere Menschen und deren Sitten und Gebräuche fennenzulernen. Feinde des Arbeitersports Einen recht unschönen Abschluß fand dieser Tage die Jubilarfeier des Arbeiterturnvereins in Limbach( Sachsen). Dort hatte man zu Ehren der Mitglieder, die 25 Jahre und länger dem ATSB. angehörten, eine Feier veranstaltet und den Jubilaren die silberne Bundesnadel überreicht. Dabei wurden einige der bundestreuen Jubilare von oppofitionellen fommunistischen Mitgliedern des Bereins ange pöbelt und tätlich angegriffen. Dieser Fall ist für den Geist gewisser oppositioneller Bundesgenossen" bezeichnend. Die tommunistische Opposition versucht jetzt auch im 2 r= beiterschützenbund, dem Bundesvorstand Knippel zwischen die Beine zu werfen. So drucken kommunistische Zeitungen eine ellenlange Resolution der„ radikalen" Neuwieder Arbeiterschüzen ab, in der es von Angriffen gegen den Bundesvorstand nur so mimmelt. 11. a. bezichtigt man in leichtfertiger Weise den Kassierer des Betruges und der Unterschlagung. Der Schluß der Resolution gibt jedoch eine überraschende Erklärung für den Radikalismus der Neuwieder Oppofitionellen: sie weigern sich nämlich, den zur mit feinem einzigen Hindernis im Wettstreit, dem deutschen Meister Vorwärts"-Ruderer bundestreu. Dedung des Defigits vom Bundesschießen erforderlichen ExtraErnst Siegfried. Mit ungeheurer Spannung murde dieser medhjelpolle Kampf verfolgt. Der Meister war in der ganzen Ringzeit der aggressivere Teil und in der ersten Zeit start überlegen. Sein großer Gegner, Huhtanen, perfolgte mieder feine so erfolgreiche Taftit des Abwartens. Huthanen siegte dann, indem er den Ostpreußen beim Bersuch, seine Brüde einzudrüden, mit einer Rollade auf beide Schultern brachte. Sieger und Besiegter ernteten reichen Beifall. Gesamtringzeit 1 Stunde 45 Minuten. Kampfleiter Karsen stellte dann die Sieger vor. Das finnische Ringermunder Huhtanen befam den Goldenen Gürtel. Der deutsche Siegfried placierte sich mit nur einer Niederlage auf den zweiten Blog. Weltmeister Petrowitsch, der den Weltmeister Kronaz besiegt hatte, wies diefen dadurch auf den pierten Blah. Der jüngste Weltmeister im Mittelgewicht 1928, Klen, belegte einen sehr ehrenvollen Fünften. Zum Schluß sei noch an die jederzeit einwandfreie Schiedsrichtertätigkeit Karsens erinnert. G. M. Die Eishockey- Meisterschaft. BSC. zum elften Male Sieger. Auf dem Rießerjee bei Garmisch gelangten am Montag die Kämpfe um die Deutsche Eishodenmeisterschaft 1929 zum Abschluß. 3um elften Male fonnten die Vertreter des Berliner Schlittsch- Clubs ben Titel an sich reißen, indem sie diesmal den Sporiflub Rießersee mit 2: 1( 0: 0, 1: 0,( 1: 1) aus dem Felde schlugen Es gab einen hochinteressanten Kampf, vielleicht den besten, der bisher auf dem Rießersee stattgefunden hat. Bon zwei gleichwerti gen Mannschaften hat die glüdlichere gemonnen, jedoch nicht underdient, da die Schlittschuhlubmannschaft die bessere Gesamtleistung zeigte. Nach einem torlofen ersten Drittel brachte Jaenede in der 5. Minute des zweiten Spielabschnitts Berlin in Führung. Nach dem nächsten Seitenwechsel schoß Ball in der 3. Minute nach 3uspiel non Holsboer das zweite Zor für den Schlittschuh- Club. In der 3. Minute fonnte Rießerjee auf eine Flante von Kreisel, die Müller verwandelte, ein Tor aufholen. Die Banern drängten nun ftort, da fich ihre Spiele aber 3 fehr in Einzelleistungen verzettelten, die Berliner Berteidigung zudem ausgezeichnet auf dem Bosten war, blieb es bei dem 2: 1- Sieg des Berliner Schlittschuh- Clubs... Im Kampf um den dritten Plaz trug Brandenburg- Berlin dant ausgezeichneten Kombinationsfpiels einen 4: 0 Sieg( 0: 0, 1: 0, 3: 0) über den Eissportverein Füssen davon. Schmeling- Corri. Ein Sieg des Deutschen nach einer Minute. In der ausverkauften Armary Hall zu Remark bei Nem Yort feierte Mar Schmeling am Montagabend einen neuen Triumph. Benn auch sein Gegner, der Italo- Amerikaner Pietro Corri teine besondere Klasse darstellte, so überraschte doch die Art und Weise, in der sich der Deutsche seines Widersachers entledigte. Schmeling brachte 184 engl. Pfund in den Ring, Carri og 15 Bf. mehr. Der Kampf nahm ein sehr schnelles Ende. Die Gegner famen aus ihren Eden heraus, ein kurzes Fintieren, und noch ehe Corri einen Schlag landen konnte, hatte Schmeling cine furze Rechte abgeschossen, die seinen Gegner genau auf die Kinnipige traf. Wie nom Blig getroffen, ftürate Corri zu Baden. Das„ Aus" des Ringrichters ging in dem Beifallstaben der zu schauer völlig unter. Die ganze Angelegenheit hatte nicht fönger als 62 Setunden gedauert. Hermann Herse ging ebenfalls am Montagabend in Remark in den Ring. Der 157 engl. Pfund miegende Berliner traf in dem Amerikaner Abie Bain( 161 Bf.) auf einen Mann befferer Klaffe, dem er nicht gewachsen war. Bereits in der zweiten Runde bemerkte man bei Herse deutliche Spuren des Kampfes. In der dritten Runde kam dann das Ende. Eine schwere Linke auf die Leber mit nachfolgendem Rechten auf das Kinn warf Herse zu Boden, von wo er sich trotz aller Anstren gungen nicht mehr immerhalb der zehn Sekunden erheben konnte. Mit Arbeitersängern nach Paris. Der„ Bolfschog Freiheit" in Düsseldorf und die Freie Sängerpereinigung& refeld haben in Erinnerung an den großen Erfolg der Konzertreise des Bolfschors im April 1914 nach Beris und die damalige überaus gaftliche Aufnahme beschlossen, das erste Auslandetanzert nach dem Kriege in den Pfingsttagen gemeinsam in der gastlichen Hauptstadt Frankreichs zu veranstalten. Die beiden Chöre werden in einer Stärfe pon rund 400 Sängern und Sängerinnen unter der Leitung des Stapellmeisters Dr. Hans Paulig Düffeldorf der Pariser Bevölkerung ein gut gemähltes Programm vortragen, wie Requiem von Verdi, die 9. Sinfonie van Beethoven, Blagtonzerte a capella ujm. Hauptversammlung des größten Vereins. Der Rubernerein Bormärts hielt am Sonntag in Schinfels Festfälen seine Generalversammlung ab. Aus dem Bericht des Borstandes ergab sich die erfreuliche Tatsache, daß der Verein auch im vergangenen Jahre einen weiteren Aufschmung genommen bat. Waren am 1. Jamuar 1928 468 Mitglieder vorhanden, so fonnten am 1. Januar d. J. 524 Mitglieder gezählt werden. Da von maren 144 weibliche, 329 männliche und 51 jugendliche. Auch das Boatsmaterial hat sich gegenüber dem Vorjahre um drei Bonte vermehrt, so daß jezt einschließlich der Privatboote 119 Boote unter der Flagge des„ Bormärts" fahren. Um auch im fommenden Jahre meiteren Ansprüchen genügen zu fönnen, murde beschlossen, den Bau eines meiteren Doppelvierers in Auftrag zu geben. Durch Bergrößerung des Bootshauses in Klein- Köris sind im Stammbootshaus in Oberschöneweide Bläße für Boote freigeworden und so fönnen noch Ruderer mit eigenen Booten aufgenommen merden. Der Kauf des 4175 Quadratmeter großen Grundstüds in Klein- Röris steht vor dem Abschluß. Einen interessanten Einblick bietet die Kontrolle der Mitglieder über ihre Organisation 5= zugehörigkeit. Leider hatte sich nur ein Teil daran beteiligt. Freigemerkschaftlich organisiert waren 244 Mitglieder, der Sozialdemokratischen Partei gehörten 38 an, während ganze 5 der KPD. und 2 der 11SPD angehörten. Trotzdem glaubten gerade diese wenigen immer wieder in Opposition machen zu dürfen. Ein Anmenigen immer wieder in Opposition machen zu dürfen. Ein An. trag des Vorstandes, alle Mitglieder, die ihre Organisationszugehörigkeit mich immerhalb einer bestimmten Frist nachweisen, ous dem Verein auszuschließen, fand aber trog heftigster Gegenmehr der jenigen, die für die Inorganisierten eine Lanze zu brechen glaubten, eine übermältigende Mehrheit. beitrag zu zahlen. Rabital sein, aber den anderen, nicht besser gestellten Mitgliedern das Zahlen überlassen, das ist eine feine Art von Opposition. In der kommunistischen Provinzpreffe erscheint gegenwärtig ein Artikel:„ ATSB. und die Opposition", in der einmal in sehr offen herziger Weise die Fraktionsarbeit der KPD.- Sports zentralen zugegeben wird. Anlaß dazu bietet ein im Funktionärmitteilungsblatt des ATSB. erschienener Artikel, in dem eine meitnerzweigte KPD.- Sportfraktion entlarot wurde. Die von der Enthüllung fehr unangenehm berührten Spalter bemühen sich jetzt, die Fraktionsarbeit als harmlos darzustellen, indem sie schreiben: -Fraktionsarbeit wird überall geleistet. Etwas anderes gibt es gar nicht mehr, und es geht jedenfalls. Auch die Zeit wird fommen, wo in den Sportorganisationen eine offene Frattionsarbeit besteht. Da haben die Leute allerdings recht: Solange die Parteifommunisten ihre schmutzigen Finger in den Sportorganisationen haben, werden die Sportler zur Abmehr gezwungen sein. Dh man diese Reinigungsarbeit Fraktionsarbeit nemmen fann, überlassen wir den Feinden des Arbeitersports! Wo man singt Der Bezirk Oberlaufis im im Deutschen Arbeiter Sängerbund hotte die Absicht, sein Bezirks- Sängerfest in der gerzierhalle in Baugen zu veranstalten. Im vorigen Jahre mar den Arbeiterfängern die Benugung der Eperzierhalle erlaubt worden. Jetzt wurde diese Erlaubnis nicht erteilt und das Ersuchen mit folgendem Schreiben des Standortältesten abgelehnt: ..... Nach einer Dom Reichswehrministerium herausgegebenen Bestimmung ist die Mitbenutzung von reichseigenen Gebäuden durch Vereine usw. verboten. Ich bin deshalb zu meinem größten Bedauern nicht in der Lage, Ihnen die Eperzier halle zur Verfügung stellen zu fönnen." 3u einer überaus lebhaften Aussprache fam es dann noch bei der Bahl der zehn Kreisspartenausschußmitglieder. Alle zehn gaben die Erklärung ab, daß sie bundestreu feien und im Simme des Bundes wirken wollen. Auch hier blieb der von der Gegenfeite unternommene Borstoß in der Minderheit. Sum Borsigenden wurde, mie bisher, Albert Shred und zum Raffierer wieder stigner gemählt mährend Kramer das Amt des Schriftführerschaft und melchen 3med hat seine Maßnahme überhaupt? übernahm. Wasserballkämpfe. Im Stadtbad Lichtenberg. Die bundestreuen Arbeiterschwimmer entfalten im neuen Jahre schon wieder eine sehr rege Tätigkeit. Am vergangenen Sonntag tamen im Stádibad Lichtenberg mehrere Serien- und Gesellfchaftsspiele im Wasserball zum Austrag. Für die näch ften 14 Tage find bereits viele ähnliche Beranstaltungen vorgesehen. Im Stadtbad hatten sich trotz des zu erwartenben guten Sports bedauerlicherweise nur wenige Besucher eingefunden. Im ersten Spiel fämpfte in der B- Klasse( Männer, Gruppe A) Siemensstadt gegen Neukölln. Nach einem flotten Verlauf siegte Siemensstadt mit 5: 1. Beim Wechsel mar der Stand des Spiels noch 1: 1 unentschieden, im zweiten Teil ließen die Neuköllner aber merklich nach und fonnten teinen zählbaren Erfolg mehr erringen. Das zweite Spiel Falkensee gegen Lichtenberg( B.laffe) ge wann Lichtenberg nach einem fecht wechselpolen Stampfperfauf knapp mit 6: 5( 3: 2). In der gleichen Klasse trat Rathenow gegen Brandenburg an. Rathenow fiegte Ticher mit 3: 1 Toren. In den beiden Gesellschaftsspielen waren Berlin 12 über Lichtenberg 2 mit 9: 2 und Hellos über Brandenburg( Jugend) mit 6: 1 Toren er folgreich. Werfährt mit& Fahrten der Naten Freunde Ferienreisen. Bie alljährlich, so veranstaltet der Touristenverein Die Naturfreunde" auch in diesem Jahre eine größere Anzahl Ferienreifen und Wochenendwanderungen, und zwar durch Mecklenburg, Böhmische Schmeiz, Rügen, Rothenburg und Schwä bische Alb, Schwarzwald, Thüringen, Insel Bornholm, Rheinfahrt, Sächsische Schweiz. Drei- Länder- Fahrt( Fichtelgebirge, Donaufahrt, Linz, Prag), an die Nordsee( Bremen, Helgoland, Hamburg). Sonder zug nach München, Kufstein- Tirol und die Hohen Tauern, Glodner gebiet. Des weiteren werden an den Sonnabenden und Sonntagen eine größere Anzahl Wochenendfahrten in die nähere und weitere Ulm. gebung Berlins geplant. Der Borprospett ist erschienen und wird auf Wunsch durch bas Reisebureau des Touristenvereins„ Die fandt( Rüdporte). Persönliche Auskunft Montag bis Freitag von Naturfreunde", Berlin N. 24. Johannisstraße 14/15, auge 6 bis& Uhr. Unsere Leser möchten wir auf diese Fahrten besonders aufmerksam machen und auch auf die Ferienheime dieser sozialistischen Wanderorganisation hinweisen, die jederzeit der Arbeiterschaft offen stehen. Näheres ebenfalls durch obige Adresse. Der Hauptprospekt erscheint Ende Januar. Es fragt fich, gilt diese Anordnung des Reichsmehrministers Groener nur für Organisationen der Arbeiter Das Jeff des DC. Gestern abend veranstaltete der Deutsche Auto Club( DAC.) im Marmorjaal des 300s seinen ersten dies. jährigen Autoball, dem ein großer Erfolg beschieden war. Biele hernorragende Persönlichkeiten der Staats- und anderer Behörden, der Politit, von Kunst und Wissenschaft maren in der Festgemeinde pertreten. Die Veranstaltung nahm einen anregenden Verlauf, zu dem nicht zum mindesten die künstlerischen Darbietungen von Baul Graetz und der Tiller Girls beitrugen. Zum Schluß sei noch die reich beschickte Tombola erwähnt, die als Hauptgewinne zwei Autos der Firma Opel und Fiat enthielt. U Lichtbildervortrag in Lichtenberg. Morgen, Mittwoch, 20 Uhr, findet im Jugendheim Guntherstr. 44 in Lichtenberg( Nähe Bahnhof Lichtenberg Friedrichsfelde) ein Lichtbildervortrag mit den Thema: ,, Wintersport und Arbeiterschaft" statt. Referent: Kreiswintersportmart Dr. W. Biese. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen aller Wintersportinteressenten. Freier Fußballverein Neukölln I 1928. Sigung jeden Freitag 20 Uhr, bei König, Neukölln, Weserstraße 58, Ecke Bildenbruch straße, für Männer. Für die Jugendlichen jeden Freitag, 20 his 22 Uhr, im Jugendheim Bergstraße 29. Zur Verstärkung der Männer und Jugendmannschaften fönnen sich noch Sportinte effenten, Gesinnungsfreunde, ehemalige Fußballer, Parteigenossent und Reichsbannerfameraden in den Sigungen melden. Auch passive Mitglieder find willkommen, Anschriften an Hans Barjanin, Neutölln, Herzbergstraße 7/8, vorn IV. Schachabende. Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr, in Abteilung „ Memel", Memeler Straße 10, bei Lude: Blizg und Simultanfpicl. Gäfte willkommen, Teilnahme frei! Abteilung. Mitte der Freien Schachpereinigung Groß- Berlin. Freitag, 25. Jamuar, Bortrag des Schachgenossen Uebeleisen im Spiellofal Kurzrot, Zionstirdplay 5. Gäste willkommen. Bundestreue Vereine teilen mit: Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr, Offenbacher Str. 5a, Vortrag: Geologie". Touristenverein„ Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Friedenan: Abt. Norden: Dienstag, 22 Januar, 20 Uhr, Sonnenburger Str. 20: Jugendabteilung tagt. Abt. Webbing: Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr, Turiner, Erke Geestraße: Wie und die Gemeinschaft". Gemeinsam mit der Jugendgruppe, Abt. Sreptom: Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr, Elfenftr. 3: Seimabend. Schönstedtite, 1. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 24. Januar, 20 1hr, tt. Bantom: Dienstag, 22, Januar, 20 Uhr, Bezirksjugendvortrag, im Lebigenheim Aftersheim Danziger Str. 62, Barade II: Die Französische Renolution". Raferent Dr. M. Schitte. Abt. Gesundbrunnen: Donnerstag, 24. Januar, 30 Uhr, Bant, Ede Biefenstraße, Landknechtsabend:„ Leben und Treiben der anasinechte Jugendgruppe: 23. Januar, 20 Uhr, Lebigenheim Echönstedtftraße, 5. Stod, 22, Elternabend: Gomierigteiten in den Entwicklungs jahren. Abt. Tiergarten: Donnerstag, 24. Januar, 20 Uhr, Lehrter Straße 18-19, Bartpag: Kartenlesen". Abt. Südweft: Donnerstag, 24. Ja, nuat, 20 Uhr, Nordstr. 11: Gegenseitige Silfe in der Tierwelt". Ratur. wissenschaftliche Abt.: Donnerstag, 24. Januar, 20 Uhr, Johannisstr. 15: Bewegungsmodel!". Abt. Friedrichshain: Donnerstag, 24. Januar, 20 Uhr, Brommnftt., 1: Bon meiner Waize durch Frankreich, Spanien und Maratto" ( Meier, München), 15. Bezirksfartell Treptow. Den angeschlossenen Organisationen zur Kennt Februar. Auf verschiedene Anfragen wird mitgeteilt, das für Baumschulen meg das Wirtshaus Serm. Bergmann, Baumschulen, Ede Stiefholzstraße, und fitr Treptow has teftaurant Elfened( Fris Dahling), Elfenstr. 100, Berkehrs nis, daß für Monat Januar die Kartellfisung ausfält. Näyte Gigung Anfang Raft im Gebirge! Das Reisebureau des Touristennereins Dieta Freie Schwimmer Groß- Berlin, e. B. Sauptausschußßigung Donnerstag Die Reife, bie fünf Tage dauern fall, wird nach neuzeitlichen Grundsägen aufgezogen. Hin und Rückfahrt erfolgen in Sonder zügen, die Unterturit und Verpflegung in erften Hotels. Die Be förderung nam Bahnhof sun hotel ima bie geplanten Besichtigungen und Automppilausflüge werden in, gehalten, daß auch ältere Beraturfreunde ladet alle Gäste und Teilnehmer feiner Ferienrailer jonen und allein reifende Damen fich ohne Bedenten anschließen tönnen. Die technische Leitung der ganzen Reise erfolgt durch er fahrene Fachleute, die Führung in fleinen Gruppen non 25 bis 30 Personen durch einen Sofolführer. Der Preis stellt fich ein schließlich Fahrgeld ab Düffelhori bgm. Krefeld, Berpflegung, brei volle Tage Autofahrt, Besichtigung unter Deutsch sprechenden Füh rern, Getränten bei den Mahlzeiten ufm. auf 87 Marf. Die Abfahrt erfolgt am Freitagabend vor Pfingsten gegen 20 Uhr. Die An meibungen müssen bis zum 25. Februar beim Reiseausidnß: 24. Januar 20 Uhr, Ronferenzsimmer, Gewer ichaftshans. Gruppe Rental: gemeine Funktionärtigung Dienstag, 22. Januar, 22 Uhr, bei Frant, Gang boferstraße. Gruppe Bidhtenberg: Donnerstag. 24. Januar 20 2hr. bei Wegener, Wanfurter Allee 236. Gruppe Oberfuran: Babesciten: Doniegs iar Dienstag Stadtbah Gerlingsbride, große Salle, ab 20 Uhr. Für Stadtbad Schillingsbride, Eleine Salle, ab 20 Uhr. Gruppe Mithe: Bade pie bee Gruppe Siemensstadt ift Ehrenfache für de Miglicher, daß und Gesellschaftsfahrten mit ihren Angehörigen zu einem Kostümfest unter obigen Titel am Sonnabend, 9. Februar, 20 Uhr, in den Spichernialen, Spichernstraße 3( Untergrundbahn Nürnberger Blag), ein Großes Brogramm. Tombola mit Hauptgewinn: Schwarzwald- bas Conning, 27. Jenner, 15 Uhr, im Stadtbab Arumune Staße ſtatifinder: de reife. intrittstarten zum Preise von 1 M. find erhältlich im Reisca bureau, n. 24, Johannisitraße 14/15, täglich von 18 bis 20 Uhr; Medelberg, Berlin- Treptom, Groegstr. 50; Walter, Neukölln, Sieg friedstraße 55; Schmidt, W. 30, Rankestraße 30; Thomas, R. 65, Lugemburger Straße 1( Ede Müllerstraße)... fie erscheinen. AGC. Soden. Anschrift: W. Wiepret, 9. 113. Bettenkoferstr. 16. Näite fändigung der Mannschaften herzlich eingeladen, Sigung Mittwoch, 23. Januar, 20 Uhr, bei Weguer. Interefetten zur Vervoe Mittwoch, 23. Januar, 30 hr, gemeinsame Sigung der und 2 Abteilung Arbeiter Rab- und Kraftfahrerbund Solidarität", Ortsgruppe Lichtenberg. hei Sohann, D. 112. Jungfit. 28. Milliebobice stitbringen. Aus Jnnungsfranfenfaffen. In einem Rundfreiben einer Friseur- Snnungs frantentafie an ihre Arbeitgeber vom 18. September 1928 heißt es u. a.:,,Es muß besonders darauf geachtet werden, daß nur gesundes Personal eingestellt wird namentlich ist dies bei der Einstellung von weiblichen Angestellten zu beachten. Solange unsere Kasse fast nur männliche Personen als Versicherte hatte, war sie leiüungsfähig." Es ist bereits im Reichstag darauf hingewiesen morden, daß die angeblichen Berufsintereffen des Handwerks dann wohl nicht gewahrt werden, menn Innungstrantentassen, wie z. B. für Damenschneiderinnen und Schornsteinfeger, vereinigt werden. Die neuesten Bestrebungen gehen aber zielbewußt einen weiteren Schritt. Da die Bereinigung von Innungsfrankenkassen Brankenkassen immerhin Schwierigkeiten bereiten fann, wenn die Organe nicht zustimmen, geht man dazu über, erst die Innungen zu vereinigen, um dann die Vereinigte Innungs= frantentasse" zu gründen, weil bei der Gründung die Berficherten bekanntlich ohne Einfluß find. Es ist ganz natürlich, daß die meisten der fleineren Innungstranfenfaffen nur so nebenbei von irgendeiner mehr oder weniger berufenen Person verwaltet werden. Daß es dabei nicht immer ganz ordnungsgemäß zugehen fann, liegt auf der Hand. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 1.22.1. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 20 20 Uhr Dienstag, d.22 1. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus II 19% Uhr Jenufa Turandot Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d. Republ. R.-S. 22 1912 Uhr Der fliegende Holländer an Gendarmenmarkt A.-V. 19 20 Uhr Lessingfeier Philotas Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Nathan der Weise 8% Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr Lothringer Straße 37. Heute zum letzten Male: August, die Kanone! Mittwoch, 23. Januar, zum 1. Male: Kilometerliebchen Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Komische Oper( 84) Nach erfolgreich. Umarbeitung: Paradies der stissen Frauen! Parkett 4,50, Rang 2,50 M. PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 24. Januar BTL Potsdamer Straße 38 Das Galeerenschiff mit John Barrymore Ohne Gesetz und Recht ( 5 spannende Akte) ( An der Rheinstraße 14 Kais.- Eiche) Eine Nacht in London mit Lilian Harvey Im Paradies der Kletterer Odeon, Potsdamer Str. 75 Der Raub der Sabinerinnen mit Maria Paudler Heiraten und nicht verzweifeln mit Monty Banks Turmstraße 12 Die Siebzehnjährigen mit Grete Mosheim Lunapark( Abenteuer in 7 Akten) Alexanderstr. 39-40 Den ganzen Tag geöffnet! Ossi hat die Hosen an mit Ossi Cswalda Der Raub der Sabinerinnen mit Maria Paudler Zentrum Filmpalast Börse Rosenthaler Str. 40-41 W. ab 5, S. ab 3.30 Unfug der Liebe mit M. Jacobini Zerbrochene Ehe Großes Beiprogramm Bühnenschau Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Der Raub der Sabinerinnen Flieger in Flammen Schöneberg Alhambra Beg. W. 6.30 u. 8.45 U. Schöneberg, Hauptstr. 33 S. ab 3 Uhr Eine Verkäuferin von Klasse Ein Bandit von Ehre mit F. Thomson Bühnenschan Ein Kommentar zu dieser Aeußerung erübrigt sich. Die Innungsfrankenkassen wollen nur gute Risiken, die schlechten sind für die Ortsfrankenkassen gerade noch gut genug. = Bie es in den Berwaltungen mander Jnummgsfrante tassen felbst aussieht, bemeisen die Berhältnisse in Solingen. Die Maurer Innungstrantentaffe, welche dort gegen den Willen der Versicherten und trotz des Einspruchs der Ortskrankena fajfe gegründet wurde, mußte nach taum einjährigem Bestehen mit einer großen Schuldenlast wieder aufgelöst werden. Ein Revisionsbericht einer Aufsichtsbehörde über eine andere Innungsfrankenkasse sagt folgendes: Es wurde festgestellt, daß die Geschäftsführung mangelhaft war, daß die einfachsten gesetzlichen Vorschriften nicht beachtet wurden, daß Belege fehlten, daß jahrelang tein Protokoll geführt und teine Vorstands- oder Ausschußsizung abgehalten worden war. Die gleiche Kasse hat sich noch folgendes erlaubt: Eine verheiratete Gehilfin mußte wegen bevorstehender Niederkunst die Arbeit ein- Alle diese Dinge lassen erkennen, daß nicht die Dezena stellen und wollte sich dieserhalb freiwillig weiterver tralisation der Krankenversicherung durch Gründung einer II n. sichern. Trotzdem die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren, zahl tleiner 3mergtassen, sondern nur die Schaf lehnte die Jnnungstrantentasse die Weiterverfung großer, leistungsfähiger Krantenfaffen ficherung ab. Erst mit Hilfe des Versicherungsamts Ordnung und Uebersicht gewährleistet und das Interesse der Vertam die Versicherte zu ihrem Recht. sicherten, in der Selbstverwaltung sichert. Winter heater des Weſtens Garten 8 Uhr Rauchen erlaubt Drei Codonas und weitere Varieté- Neuheiten Renaissance- Theater Tel. Steinplatz 901 u. 2583/84. Täglich 8 Uhr Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. Reichshallen Theater Abends 81 Sonntag nachm. 3 Stettiner Sänger Das neue Januar- Progr. Nachm. halbe Preise, volles Programm.. Täglich 8% Uhr Franz Lebars triumphaler Erfolg! Friederike Z Käthe Dorich Kammersänger Karl Jöken, Arnstadt, Limburg, Reg, Eisler, Dora, Vespermann. Borverkauf ununterbrochen. Kaffe den ganzen Tag geöffnet. Teleph. Steinplag 931 u. 7108. entralTheater Trianon- Th. Täglich 84 Uhr Der letzte Täglich 814 Uhr: Schleier Ich küsse Ihre Alte Jakobstr. Ecke Uranienstr. Hand, Madame mit Erika Gläßner Ein Spiel von Liebe und Oskar Beregi und Lenz mit dem berühmten Schlager Dönhoff- Brettl: Rundfunkhörer 10 große Nummern! baibe Preise KONZERT TANZ! Theater a. Kottbusser for Kottbusser Str. 6 Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger Barnowsky- Buhnen Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr Revolte im Erziehungshaus Schauspiel Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 814 Uhi Volksbühne Deutsches Theater Theater am Bülowplatz 8 Uhr Norden 12 310 8 Uhr. Ende 10% U. Das Mädl ans Die Verbrecher der Vorstadt Regie Jürgen Fehling Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Schauspiel von FerdinandBruckner Regie: Heinz Hilpert Kammerspiele Norden 12310 8, Ende nach 10% U. Die Drei- Groschen- Soeben erschienen" Oper Thalia- Theater 8 Uhr Oelrausch Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Nathan der Weise Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster Larinaga. Die Komödie Bismarck 2414/7516 84 Uhr, Ende 10% „ Olympia" von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. 8 METROPOL- THEATER GR. SCHAUSPIELHAUS 8 Lustige Witwe Casanova mit mit FRITZI MASSARY ALFRED JERGER Max Hansen Elleot, Jankuhn, S häffers, Junkermann, Marquita Sisters, Beauty Giris, Jackson Boys Emmy Sturm Frind, Ahlers. Li ske, Serds, La Jana, Winkelstern, Kupfer, Arno, Bendow, Morgan, Blankenhora, Picha Zwei Charell- Inszenierungen Gesamtausstattung Prof. Ernst Stern. Neu auf Elektrola. In beiden Theatern Sonntag Nachm. 3 Uhr ungek. Vorstellung. Halbe Preise. Theater am Nollendorfplatz Dir. Bruck Täglich 8 Uhr Staatsoper am Platz Berliner Theater lettchen Geberi der Republik 712 hr: Der fliegende Holländer Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Direkt.Heinz Herald Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit ( Abie's Irish Rose) Singspiel von Walter Kollo Dtsch. Künstler- Th. 81 Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Rita Matthias GuidoThielscher Die Drei- Groschen- Planetarium am 200 Preise 1-10 Mark in Weekend im Paradies Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. Farlang. Joachimsthaler Strat Noll. 1578 16 Uhr Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Wer probt, der lobt! Vorzügliche TafelButter 1.80 DIE JANUAR- Krach! von P. M. Lampel. Kleines Theater Thalia Theater mars und seine Allerleinste 2- Mk. SENSATION: Volkspreise: Mk. 0,50 b. 2,00, Logen 2,50 SCALA 8 Uhr B5 Barbarossa 9256 ARGENTINITA und weitere Varieté- Neuheiten Komödienhaus 814 Uhr Das Geld auf Täglich 8 Uhr: Dresdener Str. 72-7. Max Adalbert in der Straße Der Dickkopf Abenteuer v. Bernauer u. Oesterreicher R ose- Theater Sandrock, Landa, Sterler. Sikla. Gr.Frankfurter St. 137 Saltenburg- Bühnen 81 Uhr Die 8. Uhr Rätsel 20 Uhr Wegner, Berlin SO. Mariannenstr. 34 ,, Oelrausch" werden u. Ver- Hausnummer achten! HALLER- REVUE ,, Schön und Schick" gehen d. 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Großes internationales Varieté Vorwärtsleser Vorzugspreise Neukölln Primus- Palast Hermannplatz Fünf bange Tage mit Maria Jacobini, Anton Pointer, Fritz Alberti, Harry Hardt Auf der Bühne: Luxer, Stimmphänomen Die vier Pegos, Flugakt Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Herzschlag der Welt mit Lilian Gish Eine Verkäuferin von Klasse Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Der Kampf um das Matterhorn Das große Hochgebirg- drama Das gute Beiprogramm Die ausgewählte Varietéschau Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Abwege mit Brigitte Helm Der einsame Adler Bühnenschau Stg. 5, 6.30, 9. 3 U. Jug.-V. Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3,5,7 u. ca. 8.45 U. Concordia- Palast Wochentags 6.30, 9 Uhr Hindenburgdamm 58 a 16 Töchter und kein Papa Die blaue Maus Bühne Fritzi Frou Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1-4 Das Galeerenschiff mit J. Barrymore Beginn 6 U. Ritter der Nacht Der Raub der Sabinerinnen Südpalast Knesebeckstr. 133, Bhf. Hermannstraße Die letzten Tage von San Franzisko mit A. May Wong Kinderschicksal Bühnenschau Tempelhof. Rin- Tin- Tin unter Verbrechern Tivoli- Lichtspiele Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5, 6.30 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Razzia Zerbrochene Ehe, Filmeck Südosten Tempelhof. Berliner Str. 97 W. 6.30, ca. 8,45 U.. S. 4.45, 6.45, ca. 8.45 U. Pat und Patachon als blinde Passagiere Der brennende Wald Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Nordosten Beginn W: 5.30 Uhr Elysium" S: 3 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Eine Nacht in London mit Lilian Harvey Bühnenschau Prenzlauer Allee 58 Andreasstraße 64 Ossi hat die Hosen an mit O. Oswalda Rin- Tin- Tin unter Verbrechern Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Der Raub der Sabinerinnen Alt- Friedrichsfelde 3. Beginn täglich 5, 7, 9 Uhr Die Liebe der Jeanna Ney mit Brigitte Helm und Jack Trevor Eheferien mit Lilian Harvey und Harry Halm Bühnenschau Norden Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80 PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 24. Januar Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Der Scheidungsanwalt m.Pavanelli Der Held von Arizona mit Fred Thomson Bühnenschan Humboldt- Theater Badstraße 13 Bin ich Ihr Typ? mit Clara Bow Brillanten Bühnenschau Der Kampf um das Matterhorn Kristall- Palast Nuri, der Elelant Bühne: Indische Tempeltänze Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Das Grabmal einer großen Liebe Beiprogramm Varietéschau Fortuna- Lichtspiele Müllerstraße 12c das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Weltproduktion LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Die Liebe vom Zigeuner stammt mit Dolores del Rio Die Räuberbande Metro- Palast Chausseestraße 30 Der Kampf ums Matterhorn Bühne: Amerikanische Exzentrik- Schau Moderne Piraten mit Siegfr. Arno Pharus- Lichtspiele Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Ailee 99 Müllerstraße 142 23 Hell in Frauensee Der weiße Wildling Rialto" Film u. Bühne Woch.5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Reinickendorfer Str. 14( am Wedding) Die Wochenendbraut Auf der Bühne: Frühling in Wien mit Gustl Beer Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Film und Bühne Woch. 5, 7 ca. u.8.45, Stg. 3, 5, 7u. ca. 8.45 U. Harold, der Pechvogel Das weiße Geheimnis Bühne: 2 Sewalds Jugendliche haben Zutritt Der Gentleman von Paris mit Adolphe Menjou Seine größte Liebe Bühnenschan Eine Verkäuferin von Klasse Der Rastelbinder Bühnenschau Gesundbrunnen Alhambra" Badstraße 58 Ein Mädel und drei Clowns Beiprogramm Bühnenschan Prinzenallee J- 6 Verlängert: Die Holle der Heimatlosen Beiprogramm- Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35-38 Jahrmarkt der Liebe Die Orchideentänzerin Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a Beg. 6.30, 9 Uhr Hoppla, Vater sicht's fa nicht Das vierte Gebot mit Mary Carr Bühnenschau Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Aus dem Tagebuch eines Junggesellen mit Reinhold Schünzel Auf der Bühne: Anna Müller- Linke: Aber Anna Niederschönhausen Film- Palast Blankenburger Straße 4 Die kleine Sklavin mit Grete Mosheim Ein Mädel mit Temperament Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstraße 51 und Lindauer Straße Schatten über der Liebe Gaunerliebchen Bühnenschan