Nr. 7. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Neue Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. V in der Post Zeitungs Preisliste V für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Schweiz im Jahre 1895. Zürich, 4. Januar. Donnerstag, den 9. Jannar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " S vergrößerung der Berner Tagwacht". Die übrige Presse, Grütlianer" und Arbeiterstimme", steht sich ebenfalls gut, das gegen hat der täglich erscheinende Basler, Vorwärts" trop guter Redaktion noch immer mit Existenzforgen zu kämpfen. Ein neuer gewerkschaftlicher Mitkämpfer ist zum Schlusse des Jahres in der Berner Buchbinderpost" entstanden. Alles in allem genommen können die schweizerischen Ges nossen beim Jahresüberblick sagen: Es geht vorwärts! England Arbeiterinnen Schuhgefeße geschaffen worden, in den Kantonen[ ferner an einzelnen Orten verschiedene Berufe, wie Schreiner, Zürich und Bern wurden in den Wirthschaftsgesetzen Be- Bildhauer, Buchdrucker, Lithographen 2c. Die Errungenimmungen zum Schuße des Wirthschaftspersonals erlassen, ichaften betreffen entweder Arbeitszeit Verkürzung oder Die Rückblicke der Presse auf die eidge ösische Politik des ferner in den Kantonen Zürich und Baselland Geseze betreffend Lohnerhöhung oder beides zusammen. Die größte Beverflossenen Jahres verrathen eine recht elegische Stimmung, die die gewerblichen Schiedsgerichte, in den Kantonen Thurgau und deutung hat natürlich die imposante Eisenbahnarbeiter Bewegung, die allerdings auch vollauf begründet ist. Da liegen die drei Refe- Aargau Gesetze betreffend die Naturalverpflegung armer für die, wenn sie auch fleineren Linien erfaßt, rendumeleichen: das Gesandtschaftsgesetz, das Zündhölzchen- Durchreisender; in der Stadt St. Gallen ist am 1. Juli die erste nicht weniger als 23 000 Personen in betracht kommen. Die Armonopol und die Militärvorlage, d. h. kein eidgenössisches Gesez, obligatorische Arbeitslosen- Versicherung in fraft getreten, im beiter der Hauptlinien haben wesentliche Verbesserungen errungen das in diesem Jahre zur Volksabstimmung gelangte, fand An- Kanton Genf wurde die erste staatliche Arbeitsbörse durch Gesetz und die Angestellten werden solche sich ebenfalls zu erringen nahme. Mit Ausnahme des Zündhölzchenmonopols haben die geschaffen, die mit Beginn des neuen Jahres in Wirtsamkeit tritt, wiffen und wäre es selbst durch das Mittel eines Streits. Sozialdemokraten den bachab geschickten Vorlagen keine Thräne und im Kanton Freiburg erlangte mit dem neuen Jahre das Einen nicht unbeträchtlichen Gewinn dürfte aus dem Aufraffen nachzuweinen, um so weniger, als sie ja selbst zu den Gesetz betreffend den Lehrlings- und Arbeiterschuß Rechtskraft; der Eisenbahner auch die Sozialdemokratie ziehen und zwar so Die Verwerfenden gehörten. Eine systematische Opposition gegen im Kanton Wallis ist eine staatliche Hypothekenbank geschaffen wohl in politischer wie gewerkschaftlicher Beziehung. alles, was von Bern kommt, besteht aber trotzdem nicht, worden, welche an stelle der üblichen 5-6 pet. Eisenbahnherren pauken ihren Untergebenen ja das Klassenweder bei den Sozialdemokraten, noch bei den anderen Parteien, Binsen 4 pct. fetzt, und im Kanton Niederwalden ist bewußtsein mit aller Gewalt ein. selbst bei den Föderalisten nicht. Letztere gedeihen bekanntlich durch Verfassungsändererung gegen die heftigste Opposition Das neue Jahr begann mit einer bedeutenden Format besonders reichlich und üppig in der welschen Schweiz. aber die der katholischen Geistlichkeit der Hypothekarzins von 5 auf Bundesgelder, welche aus dem Alkoholmonopol fließen, hat trot 4 pCt. herabgesezt worden. Daneben wären noch zu verzeichnen alles Föderalismus noch kein welscher Kanton zurückgewiesen und verschiedene sozialpolitische Neuerungen in der Steuergefeßgebung auch die eine Million Franken, welche der Bund für die dies- und in den Unentgeltlichkeiten"( so wurde im Kanton Zug die jährige Landesausstellung bewilligt hat, ist von den Genfern gern unentgeltliche Rechtspflege für Unbemittelte beschlossen). Auch entgegengenommen worden Abgesehen davon will es aber doch in den Gemeinden sind mancherlei sozialpolitische Fortschritte scheinen, als ob die Welsch, das Bleigewicht an den Füßen der gemacht worden und namentlich hat die Arbeitervertretung in Mutter Helvetia bildeten und diese in ihrem Weiterschreiten völlig einer Reihe großer und kleiner Gemeinden( Zürich, Winterthur, aufhalten wollten. Wie zwei Welten stehen sich in vielen, ja fast in allen Bern 2c.) eine nicht unbedeutende Vermehrung in den Behörden Fragen die deutsche und die welsche Schweiz gegenüber. erfahren. Kapitalismus herrscht hier wie dort, aber wir meinen, in der Die fozialdemokratische Partei darf unferes welschen Schweiz herrscht er viel unümschränkter, viel natur: Erachtens auf das vergangene Jahr mit Befriedigung zurückwüchsiger und allgemeiner und mit offenerer Brutalität, als in blicken. Von persönlichen Streitigkeiten und Fehden, die der deutschen Schweiz. Hier ist er meist etwas gemilbert durch weder erquickend noch unserer Sache förderlich find, blieb sie London, 7. Januar. das Vorhandensein mehr oder weniger weit linksstehender demo- endlich einmal verschont und wo sie bei den verschiedenen Wahlen Der Telegraph übermittelt die amtlich verbürgten Thatsachen fratischer Parteien und der in mehreren Kantonen, so in Zürich eingriff, hat sie eine Anzahl hübscher Erfolge errungen und aus und über den Transvaal so schnell, daß ich nur Bekanntes ziemlich stark entwickelten sozialdemokratischen Partei. Dagegen namentlich fast in allen Fällen einen erfreulichen Zuwachs der wiederholen würde, wenn ich auf die Vorgänge zurückkommen herrschen in den welschen Kantonen die Liberalen und Stimmen erfahren. Demnach macht die schweizerische Sozial- wollte, die fast mehr noch die Beziehungen zwischen England Konservativen auf der ganzen Linie, die Links Demo- demokratie zivar langfame, aber stetige Fortschritte. Bemerkens- und dem Deutschen Reich verbittert, als fie bis auf weiteres fraten der deutschen Schweiz fehlen und die Sozial- werth ist die sozialdemokratische Entwicklung in der Stadt Bern, wenigstens die Sozials werth ist die sozialdemokratische Entwicklung in der Stadt Bern, wenigstens Feindseligkeiten zwischen England und der Burens demokratie ist in den welschen Kantonen geradezu be die derartig fortschreitet, daß man voraussagen kann, daß die republik geschaffen haben. Daß die englische Regierung oder deutungslos- anscheinend bedeutungsloser als vor 30 Jahren schweizerische Bundesstadt die erste Gemeinde in der Schweiz mit verantwortliche Mitglieder derselben Dr. Jameson's tolles Unternehmen zur Zeit der Internationale und noch weiter zurück als zur Zeit sozialdemokratischer Verwaltung sein wird. gewußt es gar begünstigt Weitling's, wo reges Leben und Schaffen waltete. Und doch ist Weniger lebhaft als im Jahre 1894 war die Lohn und haben, ist ganz ausgeschlossen. Der Gedanke, mit einem die Sozialdemokratie die einzige Hoffnung für einen Umschwung Streitbewegung. Immerhin war die Aussperrung der zusammengewürfelten Haufen von militärischen Abenteurern in der eidgenössischen Politik; nur von ihr kann eine wahr zirka 2000 Uhrenarbeiter in Grenchen und Umgebung ein bedeut- gegen die wohlgeübten und wohlausgerüsteten Milizen der Buren haft volksthümliche Politik auschen und gefördert werden und fames Ereigniß und ein wochenlanger hartnäckiger Kampf, der in deren Heimathlande es aufnehmen zu können, fonnte nur in nur fie fann den schamlosen Kapitalismus und das öde, un- insofern mit der Niederlage der Unternehmer endete, als sie das Köpfen erfiehen, denen die leichte Abschlachtung der Matabele's fruchtbare Manchesterthum, wie den diesen Interessen dienenden angestrebte Biel, die Vernichtung der Arbeiterorganisationen und und die Tartarennachrichten aus Johannesburg alles ruhige Urdemagogischen Föderalismus überwinden. Möge fich die Sozial- der dortigen sozialdemokratischen Partei nicht erreichten. Eine theil geraubt. Im kleinen ist es eine Wiederholung dessen, was Die in demokratie in den welschen Kantonen recht bald auswachsen zu weitere Aussperrung war die der Glasergehilfen in St. Gallen und verschiedene französische Heerführer 1870 erlebten. dem so nothwendigen, erlösenden Element! Winterthur und der durch schwarze Listen veranlaßte Streit Merito und China geholten Lorbeeren verblaßten schnell, als Die eidgenössische Sozialpolitit war im verfloffenen der Glasergehilfen in Zürich. Letzterer ist beendet durch man sich geübten europäischen Soldaten gegenüber sah. Die Jahre völlig ergebnißlos und der neue franzöfifch- schweizerische die Streifenden felbft, welche bei Unternehmern in Arbeit treten Maxim- Kanonen waren gut, in Haufen anstürmende oder im Handelsvertrag nußt der großen gallischen Republit viel mehr konnten, die den Arbeitsnachweis des Fachvereins anerkannten, Lager gedrängt zusammenhockende Neger niederzumähen, fie vers als Helvetia's Landen. und in gleichem Sinne sind auch die Aussperrungen an den sagten aber den Buren gegenüber, die, wie Generalmajor Befriedigender für den Sozialpolitiker ist die Thätigkeit der beiden genannten Orten thatsächlich, aber noch nicht formell Wolyneux heute einem Interviewer gegenüber hervorhob, stets Kantone. So sind in den Kantonen Luzern und Solothurn beendet. Einigen Erfolg haben die Baseler Posamenter errungen, die Taktik beobachten, in losen Schwärmen sich weit auszubreiten, 25 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Diese wurde sammt ihrer Neige auf einen Wink Brambach's von Ophelia zur Erneuerung fortgetragen. Er ging hinauf in den Segersaal, dann hinunter in die Truckerei, die Leute schienen sie eben erst verlassen zu haben. Als er wieder in den Hof trat, fiel ihm ein matter Lichtstrahl in die Augen. Was war das? Brambach zuckte zusammen und drückte den Gegenstand Das homerische Gelächter beeinträchtigte etwas die Siegesfreude des verblüfft dreinschauenden Bürstenbinder- unter seinem Ueberrocke fester an sich. Obermeisters Zapf. wollte. und die Transvaal- Krisis. oder um Die interessanteste Neuigkeit, von der in der Bram. bach'schen Druckerei lebhaft gesprochen wurde, war: daß Friedrich und Hanne an der Kirchentafel als zum dritten Male Aufgebotene" prangten. Nächsten Sonntag sollte die Hochzeit sein. Hanne hatte daher alle Hände voll zu thun, um ihren Hochzeitsstaat herzurichten. Von Clotilde Bram bach sollte sie den Brautkranz es war sogar blühende Myrthe ihr zugesagt und Handschuhe geschenkt bekommen. Brambach hatte den Lohn Friedrich's etwas erhöht und ihm eine freie Dachwohnung überlassen. Er scheute, wie es schien, heute das Licht. Daffelbe „ Aber wo haben Sie denn Ihr Glas," sagte der chemische kam aus dem niederen Fenster der kleinen Barterreftube, die Doktor Prahls zu Eichwald, als er mit diesem anklingen Friedrich bewohnte. Dieser hatte die Obliegenheit das Diese stattete Georgine mit allerlei Hausrath aus und Haus zu schließen, wenn die Drucker es verlassen. War sogar mit Wäschestücken wurde Hanne von ihr erfreut. Eichwald, dem jetzt die ganze Situation klar geworden Friedrich noch auf? Brambach lauschte an seiner Thür. Friedrich kaufte ein neues Bett, einen Tisch, drei Stühle war, sagte verlegen:" Ich kann Bowle nicht vertragen. Ein rasselndes Schnarchen ließ sich vernehmen. Bram- und einen Spiegel, und nach Abzug der Traukosten blieben Außerdem muß ich erst noch einmal in die Druckerei, um bach öffnete leise die Thür, trat ein und sah wie Friedrich ihm außer den fünfzig Thalern, welche er als Noth die Einzelheiten dieser Nachricht für das morgende Blatt angekleidet auf dem Bette hingestreckt lag. Die Müdigkeit pfennig auf der Sparkasse lassen wollte noch fünf zu verwerthen." Er hatte die letzten Worte laut, Brambach nach der durchtanzten Nacht schien ihn übermannt zu haben. Thaler übrig. zugefehrt, gesprochen, dieser nickte ihm zu, als ipräche er- Er schlief den Schlaf des Gerechten. Brambach rüttelte Friedrich" Ich denke," sagte Friedrich zu Hanne, wir machen geh. Eichwald ließ sich von Zapf die Zusammenstellung an der Schulter. Ter Schlafende war nicht zu erwecken. Ein zer- uns auch gegen unsere Trauzeugen nobel. In der Bergüber das vorläufige Resultat der Wahl geben und empfahl brochener Pfeifenkopf lag in einem Winkel, den hob Brambach auf schänke ist nächsten Sonntag Tanz, dorthin gehen wir nach fich eilig, um nicht zurückzukommen. Brambach stand sich und verbarg ihn unter seinem Ueberrod. Leise löschte er der Trauung. Ich habe noch so viel Geld übrig, daß ich selbst im Lichte; durch diesen, von vielen übel vermerkten auch für die Trauzeugen Bier und Abendbrot zahlen kann. Miston wurde das ganze Fest gestört. Nach dem Hochzeitsessen tanzen wir". Es verschwand einer nach dem andern; selbst Speier tam nicht dazu, sein Gedicht vorzutragen. 20. Die dritte Terrine mußte bis sehr spät vorgehalten haben, denn Brambach tam tief in der Nacht vor seinem Hause an. Er trug seinen Ueberrock über dem Arme, als er die Hausthür auf- und dann wieder zuschloß. Brambach hatte die Gewohnheit, jeden Abend vor Schlafengehen sein Haus und das Geschäftslokal auf Feuersgefahr hin zu durchschreiten, getreu dem Grundsatze: Soll alles wohl in Deinem Hause stehn, so mußt Du früh und spät nach allem sehn. Sollte er dies heute vergessen haben? Er ging direkt in sein Zimmer. Doch was war das? Er stieg die Treppe wieder herab und ging über den Hof nach dem Druckereigebäude. Warum trug er noch immer seinen Ueberrod über dem Arme? Es war, als verdecke dieser einen Gegenstand. dann die Lampe aus, ging und schloß leise die Thür. Er drückte an dem Hofthor, es war verschlossen. Jetzt schritt er der Aschengrube zu. Untersuchte er auch diese auf Feuersgefahr? Da raschelte es im Laub nahe am Garten ein Schatten huschte vorbei. Warum zitterte Brambach? Wollte er nicht an diesem Ort gesehen werden? Wer erschreckte ihn? Es war die schwarze Haustage, die vor seine Füße tam und sich schnurrend an ihn drängte. Er hätte ihr am liebsten mit einem derben Fußtritt den Schreck heimgezahlt, aber er mußte jeden Laut verhüten. Die Aschengrube hatte einen hohen viereckigen Trichter zum Einwurf. Brambach legte auf diesen den Arm, über welchem er seinen Ueberrod trug, beugte sich, als wolle er in die Grube sehen, hatte aber im selben Moment einen schweren Gegenstand in die Asche fallen lassen und war in der nächsten Minute schon auf dem Wege nach der Thür ins Haus und nach seinem Zimmer. ich mich!" Ach ja! Friedrich! Tanzen müssen wir. Wie freue " Wir können uns auch freuen, denn unsere Wohnung bekommt noch ein Hauptstück." " Was denn?" „ Ich sage Ihnen, Hannchen, wir haben nun alles, was wir brauchen. Wir sind nobel eingerichtet. Das Personal hat zusammengelegt, um uns ein Hochzeitsgeschenk zu machen." Wie? Uns?" " Ja, wir haben ein Sopha und etwas Küchengeräth bekommen." " Ist es möglich?" Es steht schon oben." Ach, Friedrich, ich bin überglücklich, ich kann den Hochzeitstag faum erwarten vor Freude!" Er ist ja in ein paar Tagen," sagte Friedrich. ( Fortsetzung folgt.) V um so ein größeres Feld zu beherrschen, als der ihnen gegenüber- richtliche Bernehmungen zu veranlassen, bei denen die Beugen mit den Buren gelegen ist. Das englische Rolonialamt stehende Feind. Im übrigen war der Einbruch den Buren teine erfahrungsmäßig der größeren Verantwortlichkeit fich bewußt erhielt in der letzten Nacht zu später Stunde Ueberraschung, fie scheinen ihn vorausgesehen und sogar ge- find, um auf diese Weise eine möglichst sichere Feststellung des von Sir H. Robinson ein aus Prätoria vom gestrigen wünscht zu haben. Es liegt im Falle des Dr. Jameson und Thatbestandes zu erreichen. Genossen außer dem Friedensbruch auch eine große Donquixoterie Entsprechend diesem Gedankengange ging der Wortlaut Tage 3 Uhr nachmittags batirtes Telegramm, in welchem von dem Reform> vor, eine Eselei ersten Ranges, die nicht nur den Verübern selbst, meiner Aussage- soweit ich mich desselben erinnere- dabin: Robinson mittheilt, daß er sondern auch der Kompagnie, deren Beamte sie waren, und dem Wir seien darüber einig gewesen, von polizeilichen Er- Romitee in Johannesburg eine Botschaft erhalten Lande, dem sie angehören, schweren Schaden eingebracht hat. mittelungen Abstand zu nehmen und sofort gerichtliche habe, nach welcher das Reform Komitee entschlossen sei, Bernehmungen zu veranlassen, um dadurch von vornherein die Forderung der Transvaal- Regierung zu erfüllen und eine möglichst sichere Feststellung des Thatbestandes zu er- die Waffen niederzulegen. Die Bevölkerung von reichen." Johannesburg gebe sich ohne Vorbehalt in Robinson's 2. In dem erwähnten Bericht findet sich ferner als Theil Hände im vollen Vertrauen darauf, daß er dafür Sorge meiner Aussage der Passus vor: „ Es wurden durch das Auswärtige Amt alle Geschäfts- trage, daß der Bevölkerung ihr Recht werde. Es trilt jetzt überhaupt immer flarer zu tage, daß der führer in Kenntniß gefeßt." Meine Aussage ging hiergegen dahin: ganze Jameson'sche Einfall von langer Hand vorbereitet " Ich habe bei dem Untersuchungsrichter beantragt, daß er war. Bu dem erdrückenden Beweismaterial ist noch folgenburch Vermittelung des Herrn Justizministers an das Aus- des gekommen. Ein im letzten Juli von dem Transvaal wärtige Amt berichten möchte, die deutschen Gesandt- nach Europa zurückgekehrter, in Paisley in Schottland schaften von den Vorgängen in Kenntniß zu seßen." wohnender Kaufmann sagt: " " Ob letteres geschehen, entzieht sich voll: ständig meiner Kenntniß, und konnte ich hierüber also auch keine Aussage machen, wie ich mich denn auch bei dieser meiner Aussage darauf beschränken mußte, hauptsächlich nur die von den Justizbehörden und speziell von der Staatsanwaltschaft getroffenen Maßnahmen zu besprechen. " Was das lettere, die Aufnahme und Beurtheilung der Vorgänge in England selbst anbetrifft, so scheint der Telegraph weniger zuverlässig nach Berlin zu berichten; nach den mir vorLiegenden Nummern des Vorwärts" zu schließen, wäre der Vergleich mit 1870 auch hier sehr naheliegend. Dieser sehr einfeitigen Informirung des deutschen Publikums gegenüber ist hervorzuheben, daß, wie der verantwortliche englische Minister zum großen Aerger der englischen Jingoes von Anfang energische Schritte that, Dr. Jameson zur Umkehr zu veranlassen, so auch ein großer Theil der englischen Presse von der ersten Stunde an, wo die Nachricht von Dr. Jameson's Husarenstück bekannt wurde, ihren Tabel in unzweideutiger Weise fund gab. Gar nicht zu reden von der englischen Sozialdemokratie, die " Die Sache hätte erst im April losgehen sollen. So feinen Augenblick gesäumt hat, das Unternehmen als einen war es abgemacht, als ich abreiste. Ich will natürlich frechen Raubzug" zu brandmarken. Auf der Neujahrsfeier der feine Enthüllungen über das Komplott machen, in Sozialdemokratischen Föderation wurde legten Freitag, nach welches ich tief eingeweiht war. In vierzehn Tagen wird energischen Ansprachen von William Morris und H. M. Hynd. alles vorüber und der Himmel wieder flar fein. Ich habe man eine Protest resolution gegen die völterverheßenden zu denen gehört, welche die britische Flagge 1887 in Prätoria aufMaßnahmen von Freibeutern und Finanzleuten beschlossen und gestern hat John Burns in seiner Neujahrsansprache die Geifteskrankheit und Verbrechen. In der„ Voss. zogen und kann nicht glauben, daß das Transvaal außerhalb des Aufhebung des Freibriefs der Südafrika- Gesellschaft verlangt. Beitung" von gestern Abend finden wir nachstehende Notiz: britischen Einfluffes zu bleiben bestimmt ist." Unter diesen Umständen kann man es den Transvaalern Daffelbe Verlangen hatte aber schon am 2. Januar der Es ist jüngst hier bei der Besprechung des Brauweiler radikale Star" geftelt, und dieses Blatt, das„ Chronicle", die Prozesses darauf hingewiesen worden, daß unter den In- um so weniger verdenken, daß sie zu ihrer Sicherung die Sun" und viele andere radikale und liberale Blätter haben fassen der Arbeitshäuser und Gefängnisse eine volle Unabhängigkeit von England anstreben. In Brüssel froh ihrer oppofitionellen Stellung aur jeßigen Regierung beträchtliche Reihe von Geiftestranten sind. Es ist hierbei theilte dann noch der Generalkonsul von Transvaal ein die Hochhaltung ber Rechte ber Transvaal Republik auf die Untersuchungen des Professors Mendel in Berlin aus Berlin vom Staatssekretär der südafrikanischen Republit durch dieselbe aufs wärmste unterstützt. Diese Blätter sind es hingewiesen worden. Neuerdings hat G. M. Brofins, der Leyds erhaltenes Telegramm mit, wonach man in Transvaal auch, die das Telegramm des Kaiser Wilhelm Leiter der Heilanstalt in Bendorf, in Berfolg allgemeiner ernstlich daran denke, die Unabhängigkeit der Republik von an den Präsidenten Krüger am ruhigsten beurtheilen, während gehaltenen Studien über die Verkennung des Frreseins England zu erwirken. bie konservative Presse aufs höchste über dasselbe erbittert ist. eindringlicher auf Die einschlägigen Berhältnisse hinDieses Telegramm hat wie mit einem Schlage eine Wandlung gewiefen. Brosius, der eine vieljährige irrenärztliche Praxis Wehlan'sche Kulturthaten. Die im Wehlan Prozeß in der Haltung der Parteipreffe gegenüber Deutschland bewirkt. hinter sich hat, bringt aus eigener Erfahrung eine Reihe von zu tage geförderten merkwürdigen Versicherungen verschiedener Blätter, die bis vor kurzem noch entschieden für einen Anschluß Fällen bei, in denen zum Schaden Straffälliger von den An- Beamten, daß der strenge aber gerechte Herr Wehlan die Sache Englands an den Dreibund waren, schreiben heute ebenso ent- gebörigen und Richtern die Geisteskrankheit und die daraus der Zivilisation in Afrita wesentlich gefördert habe, veranlassen schieden für eine stärkere Annäherung an Rußland. G3 folgende Unzurechnungsfähigkeit verkannt worden ist. Weiterhin die Bossische Zeitung" zu folgenden Bemerkungen: fcheint, als ob alle Zwiftigkeiten der westeuropäischen Mächte führt er Beobachtungen aus der französischen medizinischen Lite- Bollends befremdlich indessen ist das Urtheil der Disziplinars nur dazu da feien, die Position des Barenreiches zu stärken. Wer ratur auf, die seine deutschen Erfahrungen für Frankreich be- fammer. Ein Mann, der solche Barbarei geübt hat, wie aber zuletzt die Kosten der Machtbefestigung Rußlands zu tragen stätigen. In Paris hat Garnier in den Jahren 1886 bis 1890 Herr Wehlan, foll in einem gleich hohen Amte bleiben, haben würde, fann gar nicht zweifelhaft sein. in den Gefängnissen 225 Strafgefangene ausgemittelt, die geistes- vielleicht seine Prügeltheorie auch in einem Landrathsamte er Es ist daher gerathen, den Nachrichten aus Afrika gegen frant waren. In derselben Zeit nahm Magnan in Paris in proben? Könnte er nicht meinen, daß auch mit europäischen über sehr auf der Hut zu sein. Die dortigen Stammesverwandten", feine Anstalt 281 Geistestrante auf, die unmittelbar vorher wegen Bauern und Bürgern anders als mit der Nilpferdpeitsche nicht ausfür die ganz Deutschland jetzt in Begeisterung versetzt wird, sind Strafthaten verurtheilt worden waren. Nach Brosius Erfahrung zukommen sei? Es darf erwartet werden, daß das Auswärtige Amt bauernschlaue Politiker, die die Deutschen wohl gut genug dazu find es nicht nur die vielleicht fraglichen Formen, wie etwa gegen das gestrige Urtheil der Potsdamer Disziplinarkammer ebenso halten, ihnen Handlangerdienste gegen die Engländer zu leisten, Querulanten- und Eifersuchtswahn, Trunkfucht und dergleichen, wie in dem Falle Leift Berufung einlegen und der Disziplinars die aber sonst so wenig Lust haben, sich von Deutschland um- sondern felbst die ausgesprochensten Psychofen, wie z. B. die hof in Leipzig eine Strafe erkennen werde, die dem öffent Wenn aber einmal arinen" zu laffen, wie sie in früheren Jahren Luft hatten," den Paralyse, die verkannt werden, und gerade die mit besonderer lichen Rechtsgefühl entspricht. Deutschen gleiche Rechte zuzuerkennen. Ueberhaupt darf man Vorliebe, wie daraus hervorgeht, daß sich unter den vorhin er die Prügelstrafe unentbehrlich fein soll, fo nicht vergessen, daß die Buren Bauern, und zwar sehr wähnten 225 Fällen Garnier's nicht weniger als 40 pet. Paras wäre vielleicht nüglich, daß sie gesetzlich als Hauptstrafe für fonservative Bauern sind, die vor allem Herren auf ihrem Gebiete Intiker befanden. Den Brosius'schen Ausführungen schließt sich diejenigen eingeführt werde, die fich törpersein wollen, um mit den Schwarzen nach ihrem Belieben Prof. Pelman in Bonn an. Er sagt in der Deutsch. med. liche Mißhandlungen von Untergebenen oder zu verfahren, und daß ferner Präsident Krüger selbst die Be- Wochenschr." bei der Besprechung der Brosius'schen Darlegungen: grausame Beinigung wehrloser Personen zu rechtigung einer großen Anzahl von Beschwerden der„ Ausländer". Bur Beurtheilung eines Geistestranten und zur Erkennung seiner fchulden tommen lassen. Wenn sie am eigenen Leibe Partei hat zugestehen müssen. Dr. Jameson hat wider Recht Krankheit reichen nun einmal einmaliges Sehen und eine oberflächliche verspürten, wie es thut, zu Beefsteak gehackt zu werden, würde und Gesetz gehandelt, als er sich durch die Hilferufe der Reform- Beobachtung nicht aus. Abgesehen von den psychiatrischen vielleicht in ihnen die Echneidigkeit einigermaßen der Menschlich. partei zum Einmarsch ins Burenland verleiten ließ. Aber es Rentniffen, die selbstverständlich erfte Bedingung sind, bedarf es feit weichen." ift sicherlich nicht wünschenswerth, daß der deutsche Name identis des Eindringens in die Vergangenheit des zu Unterfuchenden, Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. In fizirt werde mit einer gegen die Reformbewegung gerichteten und nicht die einzelne That, nicht der augenblickliche Zustand ist Intrigue. es, sondern die ganze Persönlichkeit und das ganze Zeben, das Stade stand vor den Schranken der Strafkammer des der Beurtheilung zu grunde gelegt werden muß." Alle biefe Landgerichts der Arbeiter Persiehl aus Harburg wegen Ausführungen sprechen für unsere Forderung, daß man den angeblicher Majestätsbeleidigung. Nach eigener Erklärung Aerzten in den Arbeitshäusern viel mehr des Genannten ist er das Opfer einer schuftigen Denun Befugnisse gebe, als sie jetzt haben. Sie müffen Geziation. Im Rausche schimpfte er über jemand und dieser legenheit haben, jeden Häusting auf feinen förperlichen und Biedermann bezog das Schimpfwort auf den deutschen Zur Wahlrechtsbewegung in Sachsen. Die geistigen Zustand zu prüfen. Dafür ist freilich nothwendig, daß Sonntags Manifestation in Leipzig war bie Aerzte der Arbeitshäuser auch eine ausreichende Erfahrung Raiser, ging hin und denunzirte seinen Widersacher. Persiehl wurde zu drei Monaten und zwei Wochen Genoch bedeutsamer, als es uns zu Anfang erschien. In der in der Irrenheilkunde haben. Stötteriger Versammlung, deren außerordentlich zahlreichen Das die Notiz der Bossischen Zeitung". Was die fängniß verurtheilt. Aus Kiel wird berichtet: Vom Sonnabend sind noch Besuch" auch die Gegner zugestehen, waren auch Ver- Herren Brofius und Belman sagen, ist nichts Neues. Die treter aus allen übrigen sächsischen Wahlkreisen an- Wissenschaft war sich längst klar darüber, daß Verbrechen, zwei Verhandlungen nachzutragen, welche unter gänzlichem wesend. Wie uns telegraphisch gemeldet wird hat Lasterhaftigkeit, Arbeitsschen, in den meisten Fällen auf Ausschluß der Deffentlichkeit auch der Berichterstatter sich der in jener Versammlung gewählte au 3- tranthafte Aulage zurückzuführen seien; und früher, stattfanden. Es handelte sich um zwei Majestätsbeleidigungs. schuß erweitert und eine Wahlrechtsliga ge- ehe die systematische Verrohung der Bismarc'schen Prozesse. Der Seemann Jensen aus Ebeltoft in bildet, für die zum Massenbeitritt aufgefordert Bluts und Eisen Vera : die humanen Regungen Dänemark, gegen den der hiesige Schlossermeister Carstens wird. Bravo! Man muß das Eisen schmieden, so lange und Strebungen zurückdrängte, wurde dies auch unter den als Zeuge auftrat, wurde zu drei Monaten Ge Der andere Fall betraf den es noch heiß ist. Und hier gilt es rasch handeln. Gefängnißleitern mehr und mehr anerkannt. So wurde fängniß verurtheilt. 3. B. in einer Denkschrift, welche D'Allinge, der Schmied Ridder aus Münster, welcher eine GefängnißDie Kreuz Zeitung" hat den jüngsten Prozeß frühere Direktor der sächsischen Gefangenen Anstalt in strafe von vier Monaten und eine Woche erhielt. gegen die Redaktion des Boltswillen" in Hannover Zwickau vor etlichen und zwanzig Jahren veröffentlichte, bloß mit folgender Notiz erwähnt, die gestern Abend unter gifferumäßig nachgewiesen, daß die große Mehrzahl der der Rubrit, Gerichtsverhandlung" in Petitschrift erschien: Gefangenen schwach veranlagte Menschen waren, die für Deutsches Reich. Hannover, 6. Januar. Der Prozeß gegen den Redakteur den Kampf ums Dasein, wie die bürgerliche GesellHerr v. Bennigsen foll nach einer Behauptung des Friedrich Rauch vom sozialdemokratischen Boltswillen" wegen schaft ihn bedingt nicht die nöthigen Hann. Anz." parlaments müde sein, weil nationalliberale Kräfte Beleidigung des ersten Staatsanwalts am Berliner Landgericht I, Abgeordnete für den Antrag Kanit eingetreten seien und die Oberstaatsanwalts Drescher, fam, wie bereits erwähnt, heute Mit dem Prügel und der Bibel, diesen Mehrheit der nationalliberalen Fraktion gegen das Verbleiben von neuem zur Berhandlung. Der Angeltlagte hatte am zwei Heilmitteln der modernsten Kultur werden die dieser Herren in der Fraktion nicht einzuwenden gehabt habe. 27. September v. J. einen Artikel veröffentlicht, in welchem er den Schwachen natürlich nicht gestärkt, im Gegentheil: das Wird schon wieder parlaments Iuftig werden. Das Veram 23. September v. J. erlaffenen Steckbrief hinter dem Frhrn. v. bischen Kraft, das sie noch haben, wird ihnen ausgetrieben. dauungsvermögen nationalliberaler Parteiführer für reaktionäre Hammerstein besprach und den Vorwurf erhob, daß durch die zu späte Daß in Brauweiler viele der Insassen zu diesen Un- Pläne ist erfahrungsgemäß so träftig, daß Herr v. Bennigsen Beröffentlichung des Steckbriefes die Flucht ermöglicht worden glücklichen gehörten, das ist bisher von uns nicht genügend auch mit dieser Bille fertig werden wird.— fei. Vom Oberstaatsanwalt Drescher wurde gegen den An- hervorgehoben worden. Wir holen heute das Versäumte- Der neue Oberreichsanwalt, Herr Galli getlagten Strafantrag gestellt, da in dem Artikel den nach, damit dem Urtheil des Boltes auch dieser Ber- hat sich, wie die Breslauer Morgenzeitung" in Grinnerung Beamten der Berliner Staatsanwaltschaft Staatsanwaltschaft der Vorwurf gemacht werde, sie hätten sich eine pflichtwidrige Ber- schärfungsgrund nicht fehle. Politische Uebersicht. Berlin, 8. Januar. hatten. -U " 0 " bringt, einmal durch eine sonderbare That einen Namen gemacht. Galli war, bevor er Reichsanwalt wurde, Erster Staatsfäumniß zu schulden kommen lassen. Die Verhandlung Englische Rüftungen. Die englische Regierung hat anwalt in Göttingen. Der Titel" Erster Staatsanwalt" flingt vurde damals vertagt, da der Gerichtshof beschloß, zu dem neuen 6 Schiffe zur Formirung eines fliegenden Geschwaders in etwas schwerfällig und läßt sich in der mündlichen Anrede Termin, der auf den 6. Januar festgesetzt wurde, die Akten über Dienst stellen lassen und zwar zwei erstklassige Schlacht faum gebrauchen. Herr Staatsanwalt", das ist leicht; den Fall Hammerstein von der Berliner Staatsanwaltschaft einzufordern. Von der Staatsanwaltschaft war zu dem heutigen schiffe, zwei erstklassige und zwei zweitklassige Kreuzer. Das Herr Oberstaatsanwalt", das geht auch. Aber Herr Erfter Zermine Oberstaatsanwalt Drescher( Berlin) als Zeuge vor neue Geschwader soll ein fliegendes sein, aber zum theil Staatsanwalt", das ist schwierig, um so mehr, als zu berücksich geladen worden. Wie bereits telegraphisch gemeldet, wurde der nach der Delagoa- Bai bestimmt sein. Der englische Admiral tigen ist, daß zwischen der erste Herr Staatsanwalt" und" Herr Redakteur Rauch zu drei Monaten Gefängniß ver- am Rap ist nach der Delagoa- Bai bereits an Bord seines Erster Staatsanwalt" ein unter Umständen gewaltiger Unterschied urtheilt." Flaggschiffes mit anderen Schiffen abgegangen. Der Daily nicht leicht von den Lippen. Galli hatte es daher erleben müſſen, besteht. Herr Erster Staatsanwalt", das fließt nun einmal Bemerkenswerth an dieser von uns wörtlich wieder- Telegraph" meldet, daß sich die Regierung entschlossen hat, daß er, obgleich Erster Staatsanwalt, in öffentlicher Gerichtsgegebenen Notiz ist, daß die Namen der Grafen Finckenstein eilig Verstärkungen an Kavallerie und Infanterie nach Kap- fizung von dem Vorsitzenden und von anderen nur mit„ Herr und Kanig in derselben nicht einmal genannt sind. stadt zu senden; ein Regiment, 1000 Mann start, auf der Staatsanwalt" angeredet worden war. Diesem Mißbrauch zu Weder die heutige Morgen, noch die heutige Abend Fahrt von Indien nach England begriffen, wird in Kap- steuern erließ Galli eines Tages eine Verfügung beziehungsweife nummer bringen ein Wort über den Prozeß und die für stadt bleiben. eine amtliche Buschrift, worin er mittheilte, daß er, nachdem die Eigenthümer und Leiter der Kreuz- Zeitung" so furcht- Da bisher keine auswärtige Macht England bedroht ihm durch des Königs Majestät das Amt und der Titel eines bar fompromittirenden Aussagen des Oberstaatsanwalts hat, erscheint die Rüstungsspielerei ziemlich überflüssig. Für Ersten Staatsanwalts" verliehen worden, fordern müsse, auch im mündlichen Verkehr mit„ Herr Erster Staatsanwalt", nicht Drescher.Die Transvaal- Buren wurde allerdings überall Sympathie bloß mit Serr Staatsanwalt" angeredet zu werden. Herr Oberstaatsanwalt Drescher fendet dem„ Berliner ausgesprochen, aber die englische Regierung hat ja erklärt, Diese Berfügung ist Geinem Fortkommen nicht abträglich ges Tageblatt" zu feinem Prozeßberichte eine Berichtigung, aus der mit den Einbrechern nichts gemein zu haben.wefen.wir folgendes hervorheben: Zum Transvaal- Konflikt. Was das Schicksal-Der Abgeordnete Samula, von dem es hieß, 1. Nach der Darstellung des Berichtes soll ich mit bezug auf des Dr. Jameson anbetrifft, so verlautet in London gegen ihn habe eine ehrengerichtliche Untersuchung geschwebt, die Polizei gesagt haben: daß das Kriegsgericht in Prätoria fchreibt jetzt der Breslauer Zeitung": Wir waren uns einig, daß wir zunächst von der Hilfe der gerüchtweise, Polizei Abstand nehmen müßten, da wir nicht gewiß waren, ihn zum Tode durch Erschießen verurtheilt habe, " Ich selbst habe im Herbst 1893 wegen verschiedener gegen ob wir dort auch sofort dieselbe Energie im Einschreiten finden daß jedoch Präsident Krüger auf Vorstellungen Robinson's mich gerichteter unqualifizirbarer Zeitungsartikel die ehrengerichtliche Untersuchung gegen mich beantragt und ist nach Fest= das Urtheil nicht bestätigen werde. ftellung des Thatbestandes und gerichtlicher Verurtheilung eines Diejer Darstellung gegenüber versichere ich auf das Be Dem Dr. Jameson ist es übrigens fogar gestattet Beitungskorrespondenten mir seitens des Ehrenraths mit. stimmteste, daß ich eine derartige Bemertung, in welcher der worden, einen Interviewer zu empfangen. Er behauptet, getheilt worden, daß keine Beranlaffung zu einer ehrengerichta unverblümten Ausdruck eines Mißtrauens bezüglich der Pflicht daß er gefiegt haben würde, wenn ihm die Eng länder lichen Untersuchung gegen mich vorläge." treue der Beamten des königlichen Polizeipräsidiums zu finden Die fein müßte, nicht gemacht habe und füglich auch nicht habe machen in Johannesburg zu Hilfe gekommen wären. würden." - Ein Lehrturs über Gefängnißwefen. Amtfönnen, da mir jeder Anhalt und jede Berechtigung hierzu fehlt. Sache würde auch dann wohl schief gegangen sein. lich wird geschrieben:„ Unter Leitung des Geheimen Ober- Juſtiz= Ich habe lediglich dem Gedanken Ausdruck( gegeben, daß es Es stellt sich jetzt aber thatsächlich heraus, daß den raths Dr. Starke, vortragenden Raths im Justizministerium, und im vorliegenden Falle geboten gewesen sei, von vornherein ge- uitlandern" in Johannesburg gar nichts an einem Kampf des Geheimen Regierungsraths Dr. Krohne, vortragenden Raths im Ministerium des Innern, wird augenblicklich in Berlin für 3 ech fist gegenwärtig im Loch, da er es fonderbarer Weife schlug(? Neb.) die Insurgenten in der Nähe von Havannah. eine beschränkte Zahl von Beamten der Justiz- und inneren Ver- unterlassen hat, seinem Truppentheil von seinen Heldenthaten in Das Kanonenboot Ardilla" nahm(!) 4 Fahrzeuge der Inwaltung, welche in Gefängnißsachen beschäftigt find, ein Lehr- der Sylvefternacht Meldung zu erstatten. Diese zurückhaltende furgenten, welche jedoch entfamen.(!) Nach einer dem Imparcial" aus Havannah zugegangenen vom 3. bis 17. Januar 1896 und besteht in wissenschaftlichen Ferner foll einer offiziösen Mittheilung zufolge auf grund Depesche rücken die Aufständischen im Norden der Provinz Vorträgen und praktischer Unterweisung. Die Zahl der Theilnehmer der Borerhebungen über das Vorkommniß im„ Pschorrbräu" die Pinar del Rio weiter vor. Maximo Gomez solle sich in Alquizar beträgt 10. Für die praktische Unterweisung werden dieselben Einleitung des strafrechtlichen Verfahrens befinden. turs über Gefängnißwesen abgehalten. Der Lehrkurs dauert Bescheidenheit muß er mit 5 Lagen Mittelarrest büßen. t. in zwei Gruppen zu 5 getheilt, die sich abwechselnd in der angeordnet worden sein und zwar erstens gegen den wach= Strafanstalt Moabit und dem Gefängnisse zu Plögensee morgens habenden Offizier der Hauptwache wegen Zuwider die Aufständischen genannt. Daß es sich in Kuba um einen regelSenger und Brenner werden in der Boff. 3tg." von 9 bis 1 Uhr beschäftigen. Die wissenschaftlichen Vorträge handlung gegen die Wachvorschriften(§ 141 des R. M.- Str. rechten Krieg handelt, in dem eben Vorgänge wie in Kuba unwerden für beide Gruppen gemeinsam gehalten, daran schließen G.-B.), zweitens gegen den Sergeanten Jof. 8ech vermeidlich find, übersieht das freifinnige Blatt. fich freie Besprechungen des Gesehenen und Gehörten. Außerdem des f. 1. Train- Bataillons wegen Hausfriedensbruch(§ 128 des vermeidlich sind, übersieht das freisinnige Blatt. ist die Besichtigung des Untersuchungsgefängnisses, der Stadt- R.-Str.-G.-B.), ferner wegen Bedrohung und groben Unfugs vogtei, des Polizeigefängnisses, des Korrektionshauses und der(§§ 241 und 360 Abs. 11 des R.-Str.-G.-B.), sowie wegen Bu Zwangserziehungs- Anstalt zu Rummelsburg sowie der Erziehungs- widerhandlung gegen die Bestimmungen über den Waffengebrauch anstalt am Urban in Aussicht genommen." des Militärs. " Afrika. Sohn Gondine wurden von dem portugiesischen Kapitän MouDer Rafferntönig Gungunhama und fein finho gefangen genommen und nach Lourenço Marquez an der Delagoabai gebracht, von wo sie mit dem Packetboot " Afrika" nach Europa oder einer Kolonie eingeschifft wurden. Parlamentarisches. schon jezt durch den Nord- Ditfee- Kanal mancher Verkehr möchte. Daran ift Biedermeierzeit wieder hergestellt werden gestellt worden. D Die taiserliche Kanal Kommission hat sämmtlichen Angestellten des Nordostsee- Kanals mittheilen lassen, daß Mittheilungen an das Publikum, besonders aber an die Vertreter der Preffe über irgend welche Vorkommnisse am Kanal mit fofortiger Entlassung bestraft werden. Ob nun wohl weniger Schiffe im Ranal feftfahren werden? Die Resolution lautet: D Sehr wünschenswerth wäre es, wenn jene Beamten auch Die fünf Münchener liberalen Abgeordneten haben eine einmal probeweise einige Wochen lang über sich ergehen lassen Interpellation bezüglich der Vorfälle im„ Pschorrbräu" im müßten, was politische Berurtheilte in Gefängnissen zu erdulden 2andtag eingebracht. haben. Vielleicht würde das eine heilsame Rückwirkung ausüben In der Bevölkerung Münchens wächst die Erregung stetig. auf die Behandlung politischer Verbrecher". Ueber eine vom demokratischen Verein einberufene Volts= Der Elbe- Trave- Kanal, mit dessen Erbauung versammlung, die sehr stark besucht war, berichtet unser Bruderorgan, die Münchener Poft":" Das Referat des Herrn Die Budgetkommission des Reichstages beabsichtigt als in diesem Jahre begonnen werden soll, und zu deſſen Herstellung Dr. Quidde entsprach nicht den gehegten Erwartungen, da es sich die erste Fachkommission ihre Arbeit zu beginnen und am 10. d. M. 3 Jahre angenommen werden, giebt schon jetzt der Lübecker nur gegen Auswüchse des Militarismus, nicht aber gegen diesen vormittags sich zunächst der hochwichtigen Berathung des Etats Handelskammer Veranlassung zu erklären, daß der Kanal zu selbst wendete. Gipfelten die optimistischen Wünsche des Redners des Auswärtigen Amtes zuzuwenden. In früheren Fällen ist dieser spät fertig wird. Die feit Jahren hinausgeschobene Herstellung Doch darin, daß zwischen Militär und Volt das gute friedliche Etat immer erst später, im vorgerückten Stadium, zur Berathung Ginvernehmen aus der vom Lübecker Play hinweggezogen ist und wahrscheinlich sich Kapitalisten, Scharfmacher à la Stumm und Konsorten die erste schreiben die B. P. N." Wenn der Reichstag am 9. d. M. einem Staate wie dem unserigen, wo Ueber die Aufgaben, die des Reichstages noch harren, für die Zukunft noch mehr verringern wird. Für viele Ditfeefür die Zukunft noch mehr verringern wird. Für viele Ostsee- Violine spielen, nicht zu denken. Die Gegenfäße zwischen Bolt wieder seine Berathungen aufnehmen wird, so wird er Stoff für häfen hat der Nord- Ostsee- Kanal eine große Enttäuschung und Militarismus find tiefere, als daß sie durch Vorschläge, wie diese in den ihm bereits zugegangenen Vorlagen auf längere Zeit bereitet. Große transatlantische Schiffe bleiben, statt den Kanal fie vom Referenten vorgetragen wurden, beseitigt werden könnten. finden. Es werden ihm jedoch demnächst auch noch weitere zu benutzen, in Hamburg liegen, wo sich ein desto stärkerer Militarismus und Voltsinteresse trennt unserer Meinung nach Gefeßentwürfe von Bedeutung zugeben. Darunter be Umladeverkehr entwickelt hat, so daß daselbst die so ausgedehnten eine ganze Welt, woran die Erfüllung der in der angenommenen findet sich zunächst das Bürgerliche Gefeßbuch. Safenanlagen mitunter sich als zu klein erwiesen haben. Seit Resolution aufgeführten Forderungen auch nichts ändern würde. Borbereitungen zur endgiltigen Beschlußfaffung über dieses im 1890 hat sich der Handel Lübecks stetig verringert, 1895 waren fremde Schiffe nur noch mit 8,58 bezw. 4,15 v. H. Plenum des Bundesraths sind so weit gediehen, daß man darauf betheiligt. Aehnlich verhält sich das Verhältniß in anderen Die heutige, von etwa 2000 Münchener Bürgern besuchte rechnet, den Entwurf, wenn nicht noch im Laufe des Januar, Boltsverfammlung giebt der tiefen Entrüstung der ganzen doch wenigstens im Februar an den Reichstag bringen zu tönnen. Ostseehäfen und selbst der neuerbaute Kopenhagener Freihafen, der dem Nord- Ostsee- Kanal Ronkurrenz bieten sollte, hat den Münchener Bevölkerung über den ungeheuerlichen Vorfall in Sodann dürften in nächster Zeit die gleichfalls schon in der auf ihn gefeßten Erwartungen nicht entsprochen. Dem gegenüber der Sylvesternacht im ,, Pschorrbräu", bei dem nur durch die Be- Thronrede angekündigten Entwürfe eines 3ucker steuersonnenheit Münchener Bürger maßloses Unglück abgewendet gefeges und einer Novelle zur Gewerbe find im Hamburger Hafen bis Juli 1895 im ersten Jahre 160 000 Regiftertons mehr eingeführt als im gleichen Zeitraum wurde, Ausdruck und erklärt: 1. Wir erwarten, daß das Ordnung zur Vorlage gelangen. Der Inhalt des Zuckersteuerdes Vorjahres. Deutschland hat mithin, um dem Verfall vieler gefezwidrige Verhalten des Militärs die gebührende Ahndung Gefeßes ist bekannt; einzelne Aenderungen baran dürften jedoch Ostseehäfen zu begeguen, dem Ausbau neuer Wasserstraßen ein finden werde; 2. wir verlangen, daß die in Aussicht gestellte vom Bundesrathe noch vorgenommen werden. Die Novelle zir größeres Jutereffe als bisher entgegen zu bringen. Aenderung der Vorschriften über den Gebrauch der Waffen- Gewerbe- Ordnung erstreckt sich hauptsächlich auf eine Neuregelung gewalt schleunigst in Ausführung fomme; 3. wir stellen die des Abschnittes über den Verkehr im Umherziehen und entspricht dringende Forderung, daß das deutsche Bolt einen erhöhten in dieser Beziehung unter Berücksichtigung einzelner von der gefeßlichen Schutz gegen die Gefahr militärischen Einschreitens Reichstags Kommission in der letzten Tagung ausgesprochenen und militärischer Uebergriffe erhalte und 4. wir verzichten auf Wünsche im allgemeinen der vorigen Vorlage. Die schnelle eine Eingabe an die Kammer der Abgeordneten nur deshalb, Beendigung der Vorberathungen des Entwurfs eines Au 3weil die Kammer nach ihrer Haltung in der Fuchsmühler Frage wanderungs- Gesetzes durch den Ausschuß des Kolonialsich erst wieder das Vertrauen des Volkes für die Vertretung rathes hat zu der Annahme geführt, daß auch dieser Entwurf derartiger Volks interessen erwerben muß." Die Arbeiter fürsorge auf den großen Gütern Unter heftiger Gegenwehr der Arrangeure der Versammlung werden wird. Wiöglich ist es, jedoch nicht wahrscheinlich. Viel noch in der gegenwärtigen Zagung dem Reichstage zugestellt Oftholsteins, wo das Junkerthum die Herrschaft befißt, wurde nach kurzer Debatte der Antrag Wiesberger, es sei wahrscheinlicher ist, daß sich die Vorlegung eines auf charakterisirt ein Vorfall, über den dem Berliner Tageblatt" eine größere Volksversammlung mit gleicher Tagesordnung in ein militärischem Gebiete liegenden, die vierten Bataillone be aus Kiel folgendes berichtet wird:„ Der Arbeiter Hopp bewohnt seit dem Mai 1894 mit Frau und größeres Lokal einzuberufen, und hierzu die Abgeordneten ein- treffenden Entwurfs noch nöthig machen wird." Kindern eine zum Gute Gör h, Kreis Oldenburg, gehörende Kathe. Während des Dreschens mit der Maschine auf dem Mainz, 6. Januar.( Eig. Ber.) Eine Kommission der Güte erlitt Hopp Beschädigungen an der Schulter und der Herren Innungsmeister von Mainz und Worms hat heute hier Hand, so daß er erkrankte und drei Wochen im Oldenburger den Beschluß gefaßt, für den 26. Januar einen hessischen Hand- Auf der Parteikonferenz für den Wahlkreis Friede. Krankenhaus darniederlag. Nach der Entlassung aus dem werfertag hier nach Mainz zu berufen. Auf der Tagesordnung berg- Arnswalde wurde an stelle des zurückgetretenen Rrankenhause blieb S. soweit arbeitsunfähig, daß steht die Stellungnahme gegen die Gewerbevereine betreffs der Genossen Th. Krüger der Zigarrenmacher Boß aus Friede. er schwerere Beschäftigungen nicht ausführen fonnte. Organisation des Handwerks". Was da wieder herauskommen berg zum Kreisvertrauensmann gewählt. Verblieb nun Hopp bis zum Mai 1896 auf dem wird? Gute Görk, so wäre der Gutsherr unterstüßungspflichtig Desterreich. Der Kampf gegen die fächsische Reaktion wird von geworden. Es galt deshalb, den kränklichen Arbeiter vor dem unseren fächsischen Genossen auf der ganzen Linie mit großer nächsten Mai in einer anderen Gemeinde unterzubringen, und Landesausschusse des galizischen Landtages vorgelegter Bericht imposante Versammlung in Leipzig abhielt, sprach gleichzeitig -Auswanderung aus Galizien. Ein vom Energie geführt. Am Sonntag, als Genosse Liebknecht die dies gelang auf folgende Weife: Der Gutsbesitzer ließ die behauptet, daß in den legten fünf Jahren dreißig Tausend Genosse Dr. Grad nauer aus Dresden in Pirna vor einem Habe des Hopp durch den Gerichtsvollzieher in Heiligenhafen Bauern nach Amerika ausgewandert seien. aus dem Hause schaffen. Mann, Frau und Kinder mußten überfüllten Saale. Ginbellig verurtheilte die Versammlung den in Begleitung des Amts- und Polizeidieners des Amtsvors Belgien. beabsichtigten Streich der reaktionären Wahlrechtsumstürzler. In stehers einen offenen Wagen besteigen, um nach der Station Brüffel, 7. Januar. Die gestrige Gemeinderath3: Meerane hat Landtags- Abgeordneter Binta u aus Leipzig Oldenburg befördert zu werden. Dies geschah zwischen Weih- Sigung brachte noch keine Lösung betreffs des vom Bürger- über das Attentat gegen das sächsische Wahlrecht gesprochen und nachten und Neujahr: das jüngste kind war erst 3/4 Jahre alt. me ist er Buls und dem Schöffenkollegium als Vertrauensfrage die begeisterte Versammlung hat sich seiner Berurtheilung der In Oldenburg löfte der Polizist für die ganze Familie Fahr- beanspruchten Ernennungsrechtes der Gemeinde reaktionären Bestrebungen einhellig angeschlossen. farten nach Riel. Hier, in Kiel, war im Vorwege in einer be a mten. Die Fortsetzung der Debatte und die Abstimmung Polizeiliches, Gerichtliches ze. Arbeiterfaserne eine Wohnung für Hopp und feine An- wurden auf nächsten Montag vertagt. Wegen Vergehens gegen§ 17 des Preß. gehörigen gemiethet und die Miethe bis zum 1. Mai d. J. Der von den Sozialisten eingebrachte Vorschlag betreffs gesetzes hatte sich am 6. d. M. Genosse Wiertelarz, Rea bereits entrichtet. Die ganze Familie ist hier vor wenigen Abschaffung des politischen Gides wurde verdakteur der Thüringer Tribüne" in Erfurt vor der StrafTagen angekommen. Freie Wohnung besitzen die Leute; di worfen. fammer zu verantworten. In der am 15. November v. J. er Mittel für den Lebensunterhalt fehlen ihnen gänzlich. De war Die schienenen Nummer der Thüringer Tribüne" Mann hat hier bereits um städtische Armenunterstützung gebeten da er nichts zu effen habe." Entscheidung des Ober- Landesgerichts Naumburg in Sachen der Verhaftung des Genoffen Güldenberg mitgetheilt worden. Die Staatsanwaltschaft nahm an, daß der Prozeß noch nicht definitiv beendet sei, und da auch das Schriftstück nicht in der Verhandlung zur Verlesung gekommen war, so erfolgte die Anklage. Die lautete auf 50 Mark Geldstrafe. zur Landwirthschaft einzuführen, in Erfüllung gegangen ist, Wenn erst der oft ausgesprochene Wunsch, chinesische Kulis werden die edlen Bauernfreunde gar nicht einmal solche Mittel zuladen, angenommen." " Italien. Rom, 8. Jan. Die Kriegsschiffe Rustatore" und" Etruria" vom Geschwader im Rothen Meer sollen, um die Waffeneinfuhr freuzen.nach Abessynien abzuschneiden, zwischen Obit und Beila Partei- Nachrichten. " wie der betr. Gutsbesitzer nöthig haben, um sich die Arbeits- Zeitung" in ihrer letzten Nummer. In diesem Artikel findet Staatsanwaltschaft beantragte 1 Monat Gefängniß. Das Urtheil unfähigen vom Halfe zu schaffen. - Offiziös wird aus Riel folgendes durch das Wolff sche Telegraphenbureau verbreitet: „ Gegenüber anderslautenden Meldungen wird amtlich mitgetheilt, daß die Fahrgeschwindigkeit im Kaiser Wilhelm- Kanal für Frachtdampfer im allgemeinen(!) nicht erhöht wurde. Dagegen wurde einigen kleineren Schiffen von besonderer Beschaffenheit auf Antrag der betreffenden Rheder die Fahrt bis zu 12 Kilometer Geschwindigkeit" au 3nahmsweise widerruflich gestattet." Das ist wieder einmal so ein Muster- Dementi, das das wesentliche zugiebt. Italien im Jahre 1895 bespricht auch die Vosfische fich ein Sag, der den besonderen Beifall des Herrn Siemens von der Deutschen Bank und anderer Interessenten an hohen Kursen Gera wurde von der Anklage, einige Militärpersonen durch Genosse Leven von der Reußischen Tribüne" in der italienischen Renten finden wird. Er lautet: Die Schuld an diefer bedauerlichen Versumpfung jeglicher Mittheilung von Mißhandlungen Untergebener beleidigt zu haben, Reformarbeit trifft nicht das Ministerium, sondern lediglich von der Straffammer in Gera freigesprochen, ba er die Kammeroppofition, die durch ihre Standalfucht und blind den Wahrheitsbeweis im wesentlichen zu erbringen vers wüthige Gehässigkeit die beste Kraft des Stabinets und die beste mochte. Arbeitszeit des Parlaments in Anspruch nahm. Herr Crispi kann von seinen theuer bezahlten Offiziöfen wahrlich feinen größeren Gifer verlangen, als von der unabhängigen, über den Verdacht der Korruption sich erhaben düntenden „ Boff. 8tg." Türkei. Amerika. Grober Unfug. Am 4. d. Mts. wurde vor dem Amtsgericht in Jever gegen den Maurer Burchard und den Schriftseger Krimmling verhandelt, die angeklagt waren, groben Unfug verübt zu haben; der erstere dadurch, daß er in feiner Eigenschaft als Vorsitzender der Zahlstelle des Maurerverbandes in Bant seine Kollegen vor dem Zuzuge nach - Fälle von bedingter Begnadigung werden Wangeroog, woselbst zwischen einem Unternehmer und feinen aus den thüringischen Staaten gemeldet. So wurde der„ Franks. Konstantinopel, 8. Januar. Das Konsularkorps in Aleppo Maurern eine Differenz ausgebrochen war, gewarnt habe, der letztere Beitung" zufolge der frühere Grundbuchbeamte A. aus Gehren, hat telegraphisch berichtet, daß die Aufständischen in Zeitun die dadurch, daß er während eines Bäckerboykotts durch ein Flugblatt, der im Sommer wegen Veruntreuung von Sportelgeldern( die Bermittelung der Konsuln angenommen haben und die Feind das er als Verleger gezeichnet und durch welches große Mißaber ersetzt wurden) zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt feligkeiten nunmehr eingestellt sind. stände in den Bäckereien aufgedeckt worden sind, die Bevölkerung wurde, vom Fürsten, nachdem er ein Drittel der Strafe verbeunruhigt habe. Das Gericht sprach Burchard frei, verbüßt, unter der Bedingung begnadigt, daß er sich bis zum urtheilte dagegen Krimmling zu 5 Tagen Haft. Ablauf der Verjährungsfrist gut führt und sich nichts wieder zu Washington, 6. Januar. Die Finanztommission In dem gegen die Münchner Post" anhängigen Schulden kommen läßt. In Weimar wurde der Rechtsanwalt nahm einen Gegen- Gesetzentwurf zur Bonds Bill an, in Prozeß wegen der Sammlung für die Angehörigen Beise aus Jena, der ebenfalls wegen Untreue verurtheilt wurde, welchem freie Ausprägung von Silber und Einziehung der der Effener Verurtheilten hat der Amtsanwalt gegen auf Verfügung des Großherzogs aus der Haft entlassen und man Noten im Betrage von weniger als 10 Dollars bestimmt wird. Das freisprechende Urtheil des Schöffengerichts Berufung ein nimmt an, daß es sich hier, wie in jenem Falle, ebenfalls um Der Gesehentwurf stellt es der Wahl des Schatsekretärs anheim, gelegt. bedingten Straferlaß handelt. Zeise hat erst einen kleinen Theil die Greenbacks und die Schahnoten in Gold oder in Silber der verhängten Strafe verbüßt.zurückzukaufen. In Kreifen des Repräsentantenhauses wird Promptheit der Justiz. Nicht immer ist viel Beit ändern, als ein Ausschlag von 15 pet. auf den jezigen Buckerzoll behauptet, das Haus werde die Tarif Bill nur insoweit zum Erlaß eines Steckbriefes erforderlich, wie aus den Daten des und ein solcher von 20 bis 25 pet. auf landwirthschaftliche Er- werden. Der Bariser Gemeinderath hat in einer außerordentDie Pariser Arbeitsbörse wird demnächst wieder eröffnet folgenden, im Freiberger Anzeiger" vom 29. Dezember veröffent- zeugnisse eingeführt werden soll. lichten Steckbriefes hervorgeht: lichen Sigung die Statuten des Unternehmens erörtert und ans genommen. Steckbrief. Kuba. Der Handarbeiter Emil Oskar Lucius, geboren am Martinez Campos, der bramarbafirend bei seiner 11. Februar 1876 in Freiberg, welcher verdächtig ist, am Ernennung zum Oberkommandirenden für Kuba erklärt hat, ent14. Dezember 1895 in Niederbobrißsch gebettelt zu haben weder in wenigen Monaten die Insel zu unterwerfen oder nicht und sich der verantwortlichen Vernehmung wegen dieser Ueber- lebend nach Spanien zurückzukehren, wird nun, wie es trotz der tretung durch die Flucht entzogen hat, ist im Betretungsfalle zu amtlichen Depeschen scheint, in den nächsten Tagen durch einen verhaften und an das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern. Um Benachrichtigung der unterzeichneten Staatsanwaltschaft wird ersucht. Freiberg, am 24. Dezember 1895. Königliche Staatsanwaltschaft. St. A. B. 130/95 III 485. Leuteriz. Schröder. anderen General ersetzt werden. Vom Aufstandsgebiete wird über Madrid gemeldet: Die Insurgenten haben Hoyo Colorado, drei Meilen von Havannah, angegriffen; die Spanier, durch die Ueberzahl der Feinde gezwungen, haben sich ergeben. Privatdepeschen berichten von Zusammenstößen bei " Soziale Uebersicht. Carmang. Das Telegramm, welches wir gestern unter den letzten Depeschen veröffentlichten, spricht von neuen Streitigkeiten bezüglich des Ortes, wo die Glashütte der Arbeiter zu errichten ist. Der Schiedsspruch zu gunsten Albi's sei in Carmaux übel aufgenommen worden. Wir können die Nachricht augenblicklich nicht kontrolliren. Jedenfalls sind die Differenzen nicht ernsthafter Natur. Und wir zweifeln nicht, daß das ständige Schiedsgericht sie beilegen wird. Gewerkschaftliches. München, 7. Januar. Der Soldaten Erzeß im Tontina, wo José Maceo verwundet, Tenar und 4 Insurgenten Vom Verein der in Schriftgießereien beschäftigten Pschorrbrä u" hat zunächst für den Unteroffizier Zech und getödtet, 50 verwundet und 6 Spanier getödtet wurden. Die Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend wird für den wachhabenden Offizier denn doch übele Folgen gezeitigt. Bande Rabi's wurde nach Verlust von 14 Mann zersprengt; uns zu der in Nr. 5 des Vorwärts" mitgetheilten Sensations Der Offizier ist vorläufig vom Dienst enthoben. Sergeant die Spanier hatten 6 Todte und 27 Verwundete. Marschall Campos I nachricht eines bürgerlichen Reporters geschrieben; Der Bericht " = erftatter erzählt, daß die Berliner Schriftgießer und namentlich der Freireligiöfen Gemeinde vor und verhinderte deffen fernere um fo bebauerlicher ist es, baß die von die Leiter ihres Vereins in nächster Zeit einen allgemeinen Ausstand Unterrichtsthätigkeit. Das Ober- Verwaltungsgericht erklärte zwar dem unterzeichneten Vorsigenden des Ges durchzusehen gedächten und am Sonnabend, den 4. d. M. bereits die später das polizeiliche Vorgehen für unberechtigt, aber der Effett war werbegerichts durch die hiesigeu 3eitungen Sftündige Arbeitszeit in der Wollmer'schen Schriftgießerei, Friedrich- erreicht der Unterricht war gestört. Der Redner geht nun auf die und durch besondere Mittheilung an sämmtftraße 226, zur Durchführung hätten bringen wollen, fie wären bekannten gegenwärtigen Streitigkeiten der Freireligiösen Gemeinde liche hiesige Innungen den Gewerbetreiben. jedoch von den Inhabern der Offizin mit dieser Forderung rund mit dem Provinzial- Schulfollegium und das Vorgehen dieser Be- den gegebene Anregung zur Einführung febr weg abgewiesen worden. Man beabsichtige nicht nur die acht- hörde gegen ihn ein. Die Gemeinde habe zunächst alles versucht, einfacher, aber bestimmter, schriftlicher Ar stündige Arbeitszeit in allen Gießereien einzuführen, sondern um den Unterricht ihrer Kinder fortzufeßen und sei aus diesem beitsverträge, sogenannter Arbeitszettel, nach wolle auch, wenn diese Forderung bewilligt sei, nach etwa Grunde bemüht gewesen, den Anforderungen der Behörden ge- den bisherigen Erfahrungen wenig Beachtung um Er( Wille) habe sich 8-14 Tagen noch eine Rohnerhöhung verlangen. Um seiner recht zu werden. die Er gefunden hat! Die sehr geringen Unbequemlichkeiten dem Werth Mittheilung eine recht sensationelle Würze zu geben, läßt der langung des bei ihm vermißten Unterrichts Erlaubniß- und Kosten derartiger Arbeitszettel kommen Berichterstatter schon jetzt die Komplettgießer einen Lohn von scheines beworben. Derselbe fei ihm jedoch verweigert der schriftlichen Arbeitsverträge gegenüber garnicht in sage und schreibe 200-400 M. monatlich verdienen. Man worden mit der Begründung, daß er das Dasein eines persönlichen betracht. Doch ist die Indolenz mancher Arbeit. braucht nicht lange zu rathen, aus welcher Quelle Gottes leugne und einer Partei angehöre, die den Umfturz alles geber anscheinend so lange unüberwindlich, dieser Bericht ftammt. Wie falsch er ist, ergiebt sich aus Bestehenden erstrebe. Auch Fräulein Altmann, die als geprüfte bis sie einmal recht traurige Erfahrungen für folgendem: Es ist den Leitern des Schriftgießer Vereins Lehrerin das Recht zur Unterrichtsertheilung habe, und an seine, ihren Geldbeutel gemacht haben!" Der Bericht bevon einem in nächster Zeit stattfindenden Ausstand nichts bekannt.( Wille's) Stelle trat, sei die Ertheilung des Unterrichts verboten tont ferner, daß die ungünstigen wirthschaftlichen Verhältnisse Ebensowenig ist in der Wöllmer'schen oder irgend einer andern worden, weil sie nicht die Konzession einer Schulvorsteherin und die theilweise recht ungesunden hiesigen Bauunternehmungen Schriftgießerei etwas bekannt, daß der Achtstundentag verlangt habe. Als dann anstatt des Unterrichts Vorträge vor Kindern häufiger zu Prozessen führen. Die sog. Bausch windler ver worden wäre und die Forderung nach einer Lobnerhöhung und Erwachsenen gehalten wurden, seien auch diese verboten, meiden absichtlich flare Arbeitsverträge und beschäftigen deshalb fortgesett worden, worauf gegen ihn das Gewerbegericht ganz besonders mit ihren Streitigkeiten!" geplant würde. Wir ersuchen den bürgerlichen Berichterstatter, aber troßdem uns die Arbeitsstätten nachzuweisen, wo ein Verdienst von 200 bis im ganzen 2000 M. Geldstrafe oder 200 Zage Haft verfügt Infolge deffen tommen auf das Baufach allein 50 pt. 400 M. erreicht wird. Wir würden ihm dafür sehr dankbar worden seien, wovon er 35 Tage verbüßt" habe und sich gegen-( 334) Streitobjekte, während die Fabrikbetriebe 6 pt., sein und schleunig diese Stellen durch Schriftgießer befehen, die in wärtig auf einem Urlaub befinde, weil das Ober- Verwaltungs- Gewerbe und Handwerk 44 pCt. aufweisen. Der Bericht bietet Berlin zum theil heute noch mit 12-15 M. Wochenverdienst gericht, obwohl es sich nicht für zuständig hielt, nochmals münd noch weitere interessante Einzelheiten. Angeführt sei noch, daß fürlieb nehmen müssen. lich in dieser Angelegenheit verbandeln wolle. Der Redner die Streitfumme in den meisten Fällen 20-50 und 50-100 m. Dem Berichte Die Gewerkschaften in Kiel. In Riel waren organisirt behandelt nun ausführlich die verschiedenen Begründungen, unter betrug, in 25 Fällen bis 200 und 300 m. Sellin, 3erbe, König, Menge am 1. Dezember 1694 insgesammt 2770 Arbeiter, am 1. De denen der Kultusminifter feine Entscheidungen gegen die Freireligiöse folgte eine lebhafte Diskussion, an der sich die Genoffen Gemeinde erließ. Tanach wurde der Unterricht dieser Gemeinde, wenn Montag, zember 1895 2882, demnach haben die Gewerkschaften einen zu es sich um ein Verbot desselben handelte, für einen konzessions- und die die Räumlichkeiten Barowsky betheiligten, wachs erhalten von 112 Mann. pflichtigen Ersatz des Religionsunterrichts erklärt; andererseits und die Zusammenfeßung des Gewerbegerichts fritisirten. Während Ein Weberstreik ist in der mechanischen Weberei der Ge- bieß es dagegen, wenn es galt, Kinder vom Echul- Religions- das Ortsftatut von 4 Beisitzern spreche, würden gewöhnlich nur brüder Lederer in Reichenberg in Böhmen ausgebrochen. unterricht zu befreien: der Unterricht der Gemeinde sei fein 2 hinzugezogen; auch habe in einigen Fällen der Vorsitzende den Die gewerkschaftliche Bewegung in Dänemark im Religionsunterricht. Auch als ein sozialdemokratischer Bor Buhörern den Aufenthalt verboten. Es sei Pflicht der Beisitzer, bereitungsunterricht sei derselbe erklärt worden. Da nun da ür zu sorgen, daß nicht nur diese Uebeistände beseitigt, Jahre 1895. Zum ersten Male tam im abgelaufenen Jahre die Berordnungen aus den Jahren 1834 und 1839, auf sondern auch die Thätigkeit des Gerichts als Einigungsin den Versammlungen der Unternehmer, besonders des Ver die fich die ministeriellen Verfügungen füßen, nur amts angestrebt werde. Eine in diesem Sinne abgefaßte ReHierauf stellte bandes der dänischen Industriellen und Handwerker, der Ge Barowsky Genossen 8erbe danke zum Ausspruch, daß es nüßlich wäre, die Fach vereine von schulplanmäßigem Unterricht reden, so könne folution wurde einstimmig angenommen. doch ein angeblich fozialdemokratischer Vorbereitungsunterricht, man Maler auf. anzuerkennen und mit ihnen in freundliche Beziehungen zu der doch nicht schulplanmäßig sei, gar nicht von diesen Ver- Kandidaten Flemming berichtete Gewerkschaftstartell treten. Es war dies natürlich nur die Folge der wachsen ordnungen getroffen werden. Auch weil er Atheist sei, wäre er über Charlottenburger en Macht der Fachorganisationen, die sich am besten dort zeigte, als ungeeignet zum Unterrichten erachtet worden, ebenso der und bedauerte, daß die Metallarbeiter sich demselben bis jetzt man fich feindlich z. B. bei der Eisenindustrie in Aarhus und den Maurern und Lehrer der humanistischen Gemeinde, Echäfer, wegen seiner pan- nicht angeschlossen haben. Um die organisirten Genoffen Zimmerleuten in Jütland. Die Maschinenfabrikanten in Aarhus theistischen Anschounngen. Diese Weltanschauungen, die beide vor Ausbeutung zu schüßen, sei die Zentral- Herberge so führt für alle Berufszweige eingerichtet worden, die sich im fchloffen am 29. Mai ca. 300 Mann aus, indem sie von ihnen den persönlichen Gott nicht gelten lassen feien im Grunde daffelbe, Restaurant Leder, Bismarckstr. 74, befindet. In der Dis den Austritt aus den Fachverbänden forderten. Am 22. Juli der Redner und ein Theil der größten Geister der Vergangenheit, fuffion fand dieser Beschluß allgemeine Billigung, worauf die wurde eine Uebereinkunft geschloffen, nach der die Löhne der die noch heut als solche gelten, hätten diese Anschauung ver- Metallarbeiter Schulze( zentral) und Menge( lokal) zu Arbeiter erhöht wurden und bestimmt, daß Veränderungen für das Gewerkschaftskartell gewählt wurden. treten. Vor allen Spinoza, Goethe, Schiller, Delegirten in den Arbeitsverhältnissen nur noch nachichte, der protestantische Theologe Schleiermacher und Donnerstag Abend werden Flugblätter zu der Bersammlung Verhandlung mit den Organisationen statt: Alle diese Männer vertheilt, die am Sonntag den 12. Januar wegen der finden dürften. In Jütland fand am 10. Juli eine Aus- ber atheistische Philosoph Feuerbach. schließung von ca. 2400 Maurern und Zimmerleuten statt, eben hätten sich bemüht, an ftelle der konfessionellen, Hader und Streit am Montag, den 13. Januar stattfindenden Gefalls in der Abficht, die Arbeiterorganisationen zu vernichten durch veranlassenden Anschauungen rein menschliche zur Geltung zu werbegerichtswahl abgehalten werden wird. Die Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Einführung sogenannter Arbeitszettel". Am 20. Juli aber wurde bringen. Wenn die heutigen Machthaber sich bemühen, das eine Uebereinkunft geschlossen, gemäß der die Mit. Christenthum zu erhalten, so müsse man demgegenüber sagen, Berlins hielt am 3. d. t. ihre Generalversammlung ab. Der daß der gegenwärtige Militär- und Klaffenstaat weit Raffenbericht ergab: Bestand vom 3. Quartal 11,70 M., Eins gliedschaft der Fach organisation in Zukunft eine giltige Legitimation für die Facharbeiter entfernt fei, ein Träger des wahren chriftlichen Gedankens im nahme im 4. Quortal 29,80 M., Ausgabe 30,55 M., Bestand am Sinne Jesu zu sein. Die preußische Berfassung gewährleiste 1. Januar 10,95 M. Tem Rassirer wurde Decharge ertheilt. sein soll. Ferner bewährten sich die Fachorganisationen, als die war Religions- und Gewissensfreiheit, diese sei aber durch Bu Revisoren wählte man Behnke, Nadge und Schulz. Schneider und Schuhmachermeister den Lohntarif kündigten, allerlei Verordnungen und Erlasse unmöglich gemacht. Die Ver- Dann gelangten die neuen rothen Karten für das Jahr 1896 faffung fei ein werthloses Etück Papier, solange ihr zur Ausgabe. Sie tragen auf der ersten Seite den Namen und ebenso bei einem Lohnstreik im Zapezirerfach. durch einen Ausdruck nicht machtvollen des Bolts auf der 2. und 3. Seite die Marken, welche für jeden Monat größere Versammlungen. durch wie den mit weiter aus die das und als dann und UeberDie Anzahl der Fachvereine hat sich bedeutend vermehrt. willens Geltung verschafft werde. Tas Volk müsse eijer eingeklebt werden. Die Lohnverhältnisse haben sich vielfach gebessert, ohne daß füchtig über seine Rechte wachen, nicht nur auf politischem Streits nothwendig nur nothwendig waren, Einfluß der Organisationen. An neuen Organisationen sind und sozialem, sondern auch auf religiösem Gebiete. Wer die Lehrer gebildet: der„ Schlächterarbeiter- Berband" und der„ Berband der Kirche nicht anerkenne, folle fich auch äußerlich von ihr Depeschen und lehte Nachrichten. trennen, denn nur eine große geschlossene Masse Gleichgesinnter Kiel, 8. Januar.( Privatdepesche des„ Borwärts".) Der ber Papierfabrik Arbeiter". Die bestehenden Organisationen fönne ben reaktionären Maßregeln mit Erfolg entgegentreten. Dampfer Royal Standard" durch das Hochwasser flott haben bedeutend an Zahl der Mitglieder zugenommen: der vel hafter Peifall wurde dem Redner nach Schluß des Vortrages geworden, wurde in seeuntüchtigem Zustande eingeschleppt. jütisch fynische Arbeiterverband 3700 Mitglieder, der Kopenhagener Arbeiterverband( Erd- und Beton- Arbeiter) sowie mehrfach während desselben zu theil. In der Disfuffion hob offmann hervor, daß durch Starker Nordoststurm herrscht, Hochwasser 2000 Mitglieder. Im Frühjahr 1895 gab es im ganzen Petitionen und Proteste nichts erreicht werde. Die Freireligiöse schwemmungen werden von der Ditüste Schleswig- Holsteins, 24 Fachverbände mit 28 000 Mitgliedern, wozu noch eine große Gemeinde solle diefe Gelegenheit benutzen, um in ganz Deutsch Fehmarn, Rostock, Wismar und Travemünde gemeldet. Anzahl Vereine kommen, die nicht dem Verbande angehören. land eine Agitation für den Maffenaustritt aus der Kirche zu ents Frankfurt a. M., 8. Januar.( B. H.) Aus Amsterdam 1894/95 hatten diese Verbände eine Gesammteinnahme von alten. Er habe diesen Gedanken bereits angeregt, aber kein 300 000 kronen, denen eine Gesammitausgabe von 245 000 kronen Gehör gefunden, da viele Mitglieder der Freireligiösen Gemeinde wird der Frankfurter Zeitung" gemeldet: Für die in Holland gegenüberstand, wovon 71 000 kronen für Unterstüßungen auf: gewendet wurden, 50 000 kronen für die Administration, Agitation Angst hätten, für Sozialdemokraten gehalten zu werden, wenn zu gunsten Transvaals herrschende Stimmung ist die gestern in des Transvaal- Ambulanz- Komitees von 1881 bezeichnend. Man und die Fachblätter, der Rest von 124 000 für Streit oder sie nach dieser Richtung energischer als bisher vorgingen. Wille Rotterdam abgehaltene Versammlung der früheren Mitglieder meinte dagegen, er verspreche sich auch nichts von Petitionen, bildete ein neues größeres Transvaal- Komitee, das durch die Boykottunterstützungen. auch folle das von ihm herausgegebene Flugblatt, deffen Hoffmann erwähnte, feine folche sein. Die Unterschriften- Preise die Engländer beruhigen, sowie die Niederländer für fammlung folle nur veranlaffen, daß der Juhalt des Flugblattes Transvaal stimmen soll. Die Verbindung mit dem Rothen Kreuz viel gelesen und besprochen werde. Auf eine Bemerkung soll hergestellt und die holländische Einwanderung für Transvaal Giebt es in Preußen Religious und Gewissens: Krause's, Hoffmann solle doch der Freireligiösen Gemeinde foll befördert werden. Olmik, 8. Januar. B. H) Seitens der hiesigen Gemeinde. freiheit? Ueber dieses Thema sprach Dr. Bruno Wille bei ihrer Agitation helfen, erwidert Hoffmann: daß am Wiontag in einer gut besuchten Volksversammlung im großen er den guten Willen bazu gezeigt habe, da die Vorträge, vertretung follen beim Reichsrath und beim Herrenhaus Petitionen Keller'schen Saale in der Koppenstraße. Im Hinblick auf das die er in sozialdemokratischen Streifen gehalten, sich sehr eingebracht werden, welche die Errichtung einer deutschen UniBorgehen der Behörden gegen die Freireligiöse Gemeinde- fo energisch gegen die Religion richteten, so daß ihm von versität in Mähren fördern. Lemberg, 8. Januar.( W. T. B.) Gestern erkrankte in führte der Redner aus jei dies Thema gewählt. Die frei der Parteipresse deshalb der Vorwurf gemacht worden sei, religiöse Gemeinde erstrebe Religions- und Gewissensfreiheit nicht er bilde im Verein mit anderen ein freireligiöses Reßergericht. Przemysl eine Person an Cholera. Taruopol, 8. Januar.( B. H.) Gegen die Ortspolizei wurde nur für sich, sondern auch für gegnerische Richtungen; sie be auch geschäftlich hätte man ibn von einer Seite zu schädigen feitens des hier eingetroffenen Statthaltereirathes Kozenionsti tämpfe diese zwar, wolle aber deren Rechte nicht beeinträchtigt verfucht. Nachdem noch mehrere Redner für Austritt aus der feitens des hier eingetroffenen Statthaltereirathes Kozenionsti sehen. Jezt sei wieder eine Zeit angebrochen, wo diese Frei- Kirche plädirt und Dr. Wille auf das schreiende Unrecht hin- ftrenge Intersuchung eingeleitet. Dieſelbe soll seinerzeit die heit verfümmert werden solle. Nicht nur aus Liebe zur Zürich, 8. Januar.( B. H.) 2cut dem amtlichen Bericht Freiheit, sondern auch, getrieben vom bloßen Gerechtigkeitsgefühl, gewiefen hatte, was darin liegt, daß man, wie es ihm gegangen, auf Emigranten schlecht behandet haben. administrativem Wege, ohne jede richterliche Entscheidung verurtheilt müffe man dafür eintreten, daß Ueberzeugungen werden kann, wurde eine Resolution angenommen, die sich gegen die der Regierung zu Neuenburg an den Bundesrath find die Gründen, aber nicht mit gewaltsamen Mitteln Maßregelungen der Freireligiösen Gemeinde, sowie gegen die abessynischen Prinzen durch List und falsche Vorbetämpft werden. Wie in der Natur durch den Kampf Berurtheilungen durch Verwaltungsbehörden ausspricht, und eine fpiegelungen auf italienischen Boden gelockt worden. Ein die ums Dasein, durch freien Wettbewerb die Lebewesen Rommission, bestehend aus Hoffmann, Engler, Lindemann, völkerrechtlichen Grundfäße verlegender Raub liege jedoch nicht fich zu höheren Formen entwickelt haben, fo miffe Menzel und Gensch gewählt, mit dem Auftrage, weitere Wer vor. Der Bundesrath wird sich übrigens noch heute über die Angelegenheit äußern. auf geistigem Gebiete ein ungehinderter Wettkampf ungehinderter Wettkampf der Paris, 8. Januar.( W. T. B.) Die Regierung der Süds Ideen stattfinden. Nur wenn diesem Wettfreit freie Bahn sammlungen in dieser Angelegenheit zu veranstalten. geschaffen wird, könne der beffere Gedante fich Geltung ver Die Metallarbeiter in Charlottenburg hielten am vera fritanischen Republik ernannte den französischen Jn. fchaffen; nur so sei eine Höherentwickelung unseres Geifteslebensgangenen Sonntag Vormittag eine öffentliche Versammlung ab, genieur Walder zum Abtheilungs Ingenieur der Minenmöglich. Am Ausgange des littelalters machte sich eine freie um den Bericht über die Thätigkeit des Gewerbegerichts ent verwaltung. Laon, 7. Januar.( W. Z. B.) Der Deputirte Deville Gedankenrichtung gegenüber dem Kirchenglauben bemert- gegenzunehmen und um zu der am näc sten Montag, den bar. Obwohl die Kirche mit mit allen ihr damals zu 13. Januar, statifindenden Neuwahl von Beisigern Kandidaten hat Selbstmord verübt. Gebote stehenden Machtmitteln diese Strömung zu unter- aufzustellen. Auf Wunsch der Versammlung referirte zunächst brücken fuchte, gelang es dem freien Gedanken boch, fich Genosse Jahn aus Berlin über Ursprung und Bedeutung der durchzuringen, nicht nur auf religiösem, sondern auch auf anderen Gewerbegerichte, wobei er insbesondere auch die Rechtlosigkeit der Gebieten, namentlich auf dem politischen, bis er am Ende des Frauen und die noch vielfach vorherrschende Sorglosigkeit und vorigen Jahrhunderts in der französischen Revolution zum Siege Intereffelosigkeit der männlichen Berufsgenossen erörterte. Nach tam. Freilich folgten diesem Siege des freien Gedankens bald dem mit Beifall aufgenommenen Vortrage berichtete Berbe als reaktionäre Bestrebungen, vertreten durch die sogenannte Veifizer über die Thätigkeit des Gewerbegerichts in Charlottenheilige Allianz. Nach den Revolutionsstürmen des burg. Es besteht zur Zeit aus nur 1 Kammer mit je Jahres 1848 wurden den Freireligiösen Gemeinden in 9 Unternehmer und Arbeiter- Beisigern, zusammen 18, von denen Breußen mancherlei Zugeständnisse gemacht. In Berlin 2 Arbeiterbeifizer( Vogel und Sigrift) wegen Berufswechsels auswurde ihnen die Klosterkirche zur Verfügung gestellt, aber bald schieden. Im gangen waren im Jahre 1894/95 633 Streitfachen anwieder entzogen, als in der Reaktionsepoche der 50er Jahre die hängig. 21 weniger als im Vorjahre, so daß mit den 34 unerledigt Hehereien gegen die Träger der freireligiösen Bewegung be- gebliebenen 667 Streitfachen zu verhandeln waren, was aber feine gannen und deren Gemeinden auf grund des preußischen Vereins: Verminderung der Geschäftsthätigkeit bedeutet, denn die Zahl der gesetzes zu Vereinen, die sich mit öffentlichen Angelegen gemeinschaftlichen Klageführung ist von 94 auf 106, die heiten befaffen, geftempelt wurden, was die Thätigkeit Bahl der Kläger von 872 auf 951 gestiegen. Der amtliche( heftoLoudon, 8. Januar.( W. T. B.) Die Abfahrt des englischen der Gemeinden wesentlich behinderte. In der Zeit des graphirte) Bericht bemerkt hierüber ausdrücklich:" Die Inanspruch den 70 er Kulturkampfes in es, Jahren schien als nahme des Gewerbegerichts ist ein Zeichen für die Beliebtheit desselben Admirals vom Kap nach der Delagoa- Bai wird amtlich bestätigt. London, 8. Januar.( W. T. B.) Das„ Reuter'sche Bureau" wolle die Regierung die sich ja immer auf die wegen seiner schleunigen und billigen Erledigung von Kirche stüßt, solange diese fich der Staatsmacht dienstbar eriveist, Rechtsstreitigkeiten".( Diese Bemerkung sollte sich, schreibt unser meldet aus Kapstadt unter dem 7. 6. M.: Nach einer Depesche dagegen im liberalen Gewande als Gegnerin der Kirche auftritt, Berichterstatter, namentlich der Magistrat der Nachbarstadt aus Prätoria fordert die Regierung von Transvaal die Ents wenn diese nach der Vorherrschaft über die weltliche Macht Spandau ad notam nehmen.) 208 Fälle( 31 pCt.) bezogen fernung Cecil Rhodes' und Jameson's aus Afrika und eine sehr ftrebt sich in ihrem Kampfe gegen die katholische Kirche fich auf nicht eingehaltene Kündigungsfrist, von denen 173 wegen hohe Entschädigung von der Chartered Company. Kapstadt, 4. Januar.( E. N. of G.) Um 6 Uhr abends Die bekonnten gleichzeitiger Lohnforderung erhoben wurden. Wenngleich fich auch auf die freien Gemeinden stützen. Erlasse des damaligen Kultusministers galt befreiten die eine fleine Verminderung gegen das Vorjahr ergebe, so sei dies wurde aus Prätoria berichtet, daß der Fall Jameson's der High bemerkt hierzu der amtliche Bericht vielmehr ber Praxis Court überwiesen worden sei, die dahin entschied, daß er erschossen Kinder der Dissidenten vom Schul Religions Unterricht. Später, in den achtziger Jahren, unter der Herrschaft des Gewerbegerichts als der Erkenntniß der Unternehmer zuzu werden solle. Präsident Krüger weigerte fich jedoch, das Todesdes Sozialistengefehes ging Hand in Hand mit der Knebelung schreiben. Das Uebel liege namentlich am Mangel eines flaren urtbeil zu vollstrecken, da er erst die Ankunft des Lord Klare Arbeitsverträge können High Commissioners abwarten wolle. Bewaffnete Macht wird der Sozialdemokratie auch wieder die Bedrückung der Frei Arbeits Vertrages. dazu beitragen, gute Beziehungen zwischen Arbeit von hier nach dem Transvaal geschickt. Sir Hercules Robinson religiösen Gemeinden. Infolge der Tenunziation mucerischer nur Breßorgane ging die Polizei gegen Kunert, den damaligen Lehrer Inehmer und Arbeitgeber herzustellen und zu befestigen. I wird heute hier erwartet. Verantwortlicher Sedakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Lind und Verlag von Waz Bading in Berlin. B Madrid, 8. Januar.( W. T. B.) Hier verlautet, daß die Regierung entschlossen sei, falls Marschall Martinez Campos vom Oberbefehl zurücktreten sollte, die Cortes aufzulösen und alsbald die Wahl und Einberufung eines neuen Parlaments zu veranstalten, welches bereit ist, die Mittel zur energischen Unterdrückung des fubanischen Aufstandes zu bewilligen. London, 8. Januar.( WT.B.) Der Staatssekretär für die Rolonien Chamberlain erhielt eine aus Prätoria von gestern datirte Depesche des Gouverneurs Sir Hercules Robinson, welche lautet: Johannesburg ergab sich heute Nachmittag dem Präsidenten Krüger bedingungslos. Die Waffen wurden übergeben. London, 8. Januar.( W. T. B.) Das„ Reuter'sche Bureau" meldet aus Kapstadt unter dem 7. d. M.: Eine dort eingegangene Depesche theilt mit, daß Jameson an Sir Robinson ausgeliefert worden ist. Hierzu 1 Beilage Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 7. Gewerbegericht zu Charlottenburg. Donnerstag, den 9. Januar 1896. Termin auf 13. Jahrg. Zur Vollziehung der Wahlen der Beisitzer ist Kaiser von Prof. Reinhold Begas in der Audienz am vorlegten Sonnabend ein neuer Plan vorgelegt worden sein. Unseres Erachtens bleibt die Schwierigkeit in der Findung charakteristi scher Männer auch bestehen, wenn sie statt auf Hermen, in Reliefs den lieben Berlinern dargeboten werden sollen. Montag, den 13. Januar 1896, von vormittags 10 bis mittags 1 hr und von nachmittags 5 bis abends 8 Uhr Die Amtsperiode der bisherigen Beisitzer des Gewerbegerichts zu Charlottenburg läuft gemäß§ 8 des Ortsstatuts be anberaumt. treffend das Gewerbegericht am 1. April 1896 ab und sind daher Die Arbeitgeber haben ihr 28 ahlrecht in demjenigen Neuwahlen erforderlich. Es sind 18 Beisiger und zwar Wahlbezirke auszuüben, in welchem sie zur Zeit der Vor: zur Hälfte aus den Arbeitgebern, zur anderen nahme der Wahl wohnen oder eine gewerbliche Niederlassung Hälfte aus den Arbeitern mittelst Stimmzettel haben, die Arbeiter in demjenigen Wahlbezirke, in zu wählen. Die Beifizer aus dem Kreise der Arbeitgeber werden welchem sie zur Zeit der Vornahme der Wahl in Arbeit stehen von den Arbeitgebern, die Beisiger aus dem Kreise der Arbeiter oder in welchem fie, falls sie nicht innerhalb des Gerichtsbezirkes von den Arbeitern auf die Dauer von 2 Jahren gewählt. Die beschäftigt find, wohnen. Das Wahlrecht ist nur in Person und Ausführung der Wahlen erfolgt gemäß§ 11 des Drtsstatuts nach durch Stimmzettel auszuüben. den für die Wahl der Stadtverordneten Versammlung gebildeten sechs Wahlbezirken der dritten Wählerabtheilung und zwar der art, daß in dem zweiten, vierten und fürsten Wahlbezirk je zwei Arbeitgeber und je zwei Arbeiter, in dem erften, dritten und sechsten Wahlbezirk je ein Arbeitgeber und je ein Arbeiter als Beifizer zu wählen sind. Tiejenigen Wahlberechtigten, welche sich an der Wahl betheiligen, haben sich auf Erfordern des Wahlvorstandes über ihre Wahlberechtigung auszuweisen. Hierzu genügt für die Arbeitgeber die Bescheinigung über die nach§ 14 der GewerbeOrdnung erfolgte Anmeldung des Gewerbebetriebes, sowie die legte Quittung über Zahlung der Gewerbesteuer, für die Arbeiter Zur Erleichterung des Wahlgeschäfts im V. Wahlbezirt, ein Zeugniß ihres Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, durch in welchem die wahlberechtigten Arbeiter in hervorragend großer welches bestätigt wird, daß der Arbeiter seit mindestens einem 3ah vertreten sind, ist dieser Wahlbezirk in zwei Ünter- Jahre in Charlottenburg in Arbeit sieht oder wohnt. abtheilungen derart getbeilt, daß zur Unterabtheilung a Formulare zu diesen Bescheinigungen sind bei den Polizei der nördlich des Kanals, zur Unterabtheilung b der süd- Reviervorständen vorräthig, werden auch im Bureau VI, Berliner lich des Sanals belegene Theil des Wahlbezirks gehört. ftraße 77, 2 Treppen, Zimmer 9, unentgeltlich verabfolgt. Das Wahlresultat im V. Wohlbezirk wird durch die Gesammtzahl der in beiden Unterabtheilungen abgegebenen Stimmen dargestellt. Es gehören zun: 1. Wahlbezirk. Kandidat: Ernst Butte, Töpfer. Tokales. Das Wahlkomitee. Aus der Kaserne. Aerztliche Untersuchungen in bezug auf gewisse Krankheiten finden bei allen Truppentheilen jeden achten oder vierzehnten Tag gewöhnlich des Sonnabends statt. Neuer dings sind nun diese Untersuchungen in türzeren zwischenräumen bei verschiedenen Regimentern angesetzt worden, da die Zunahme der geschlechtlichen Krankheiten unter den Soldaten fast erschreckend groß ist. Die sogenannte" Burg" der beiden Berliner Garnisonlazarethe, wo diese Kranken Aufnahme finden, soll derart überfüllt sein, daß ein Theil von ihnen in Holzbaracken untergebracht werden mußte. Der Besuch anderer Krankenstuben ist den Burgrittern", wie fie allgemein genannt werden, bei Arrest ftrafe verboten. Auch andere Mannschaften sowie Zivilpersonen, etwa Vater, Mutter oder sonstige Anverwandte, dürfen ihnen wegen der Ansteckungsgefahr feinen Besuch abstatten, was an erkennenswerth ist. Ueber jeden derartig erkrankten Soldaten wird bei seiner Aufnahme in das Lazareth durch einen Offizier seiner Kompagnie ein Protokoll aufgenommen, in welchem ans gegeben werden muß, welche Frauensperson ihn angesteckt hat. Dies wird nachher der Sittenpolizei mitgetheilt, die dann die fragliche Person unter Sittenkontrolle stellt. Vermag der Soldat den Ansteckungsherd nicht anzugeben oder weigert er sich dessen aus Scham oder anderen Gründen, so wird er stets mit Arrest bestraft. Solche Leute erhalten auch nach ihrer Entlassung aus dem Lazareth auf lange Zeit teinen Urlaub, und bei den von der Kompagnie angefeßten Nach oder Strafererzitien sind sie gewiffermaßen Stammgäste". " Wie nothwendig geschliche Vorschriften find, um im Juteresse der Handelsangestellten 2c. zu einem rechtzeitigen Schluß Der Gesangunterricht in den Schulen erfährt in bezug der Geschäftsläden zu kommen, lehrt abermals ein Vorgang, von auf seine Wirkungen durch das Gutachten eines töniglichen Wahllokal: in der Turnhalle Sophie- Charlottenstr. 69/71. dem uns aus Moabit berichtet wird. Auf Anregung der Firma Medizinal- Kollegiums eine Beleuchtung, die seine Bedeutung vom Ahorn- Allee, Akazien- Allee, Am Bahnhof Westend, Birken. S. u. E. J. war der Versuch gemacht worden, eine Einigung gesundheitlichen Standpunkte aus zum mindesten zweifelhaft er Allee, Chriftstr. 1-20, Danckelmannstr. 1-4 u. 57-61, Eberefchen- sämmtlicher Geschäfte der Manufattur, Mode, Herren- und fcheinen läßt. Das soeben veröffentlichte Gutachten verdient Allee, Eichen- Allee, Eschen- Allee, Forsthaus Westend, Friedrich- Damen- Konfektionsbranche dahin herbeizuführen, daß der Schluß nicht nur in pädagogischen, sondern auch in weiteren Kreifen Karl- Play, Fürstenbrunn, Gardes du Corps- Straße, Kastanien der Geschäftszeit auf 9 Uhr abends festgesetzt werde. Es waren Beachtung. Nach demselben wirkt das Singen der höheren Allee, Kirchplatz( Westend), Kirschen- Allee, Königsplay, Linden- Allee, bereits 45 Unterschriften eingegangen, als der Plan durch den Töne bei sechs- und siebenjährigen Kindern schädlich auf Louifen- Kirchhöse, Magazinstraße, Nehringstr. 3-4 u. 34, Neuer Widerstand der Firmen Goldstein, Schlesinger 2c. zum Scheitern tam. Die Stimmorgane, wie es durch die Erfahrungen der Fünftenbrunner Weg, Nußbaum- Allee, Platanen- Allee, Rüftern- Selbst die Kaufmannschaft im westlichsten Ende Moabits, die fich Lehrer und der Aerzte festgestellt sei. Um das überAllee, Königliches Schloß, Schloßgarten, Schloßstr. 1-3, Sophie im ganzen vortheilhaft vor der in der Wilsnackerstraße und Um- mäßige und schädliche Ueberanstrengen der Stimmbänder Charlotten- Straße, Spandauer Berg und Chauffee, Spandauer- gegend auszeichnete, mußte von ihrem Vorhaben abstehen, weil durch das Singen der hohen Töne zu verhüten, dürfen firaße, Spreethal- Allee, Straßen 32 und 36- V- 3, Ulmen- Allee. eine Filiale hat, diese offen balten zu müssen glaubte, nachdem Rindern nicht über oder unter die Mittellage der Stimme Das größte Geschäft in Moabit, das in dem genannten Theile daher die Gesangübungen bei den sechs- und siebenjährigen das Hauptgeschäft nicht gefchloffen werden konnte! 2. Wahlbezirk. Kandidaten: Georg Segers, Zimmerer, und August Diece, Bäcker. Wahllokal: in der Turnhalle Schloßftr. 27. Criftstr. 21-42, Danckelmannstr. 5-56, Horstweg, KaiserFriedrichstr. 31-75, Rantstr. 56b bis 112, Knobelsdorffstraße, Königsweg, Nehringstr. 5-55, Pestalozzistr. 26-66, Potsdamer straße, Rückertstraße, Schillerstr. 55 84, Schloßftr. 4-26a, verl. Schloßstraße, Straße 15- V- 8, Stuttgarter Plaz, Wilmersdorfer Straße 38a- 186, Wigleben. 3. Wahlbezirk. Randidat: Heinrich 3erbe, Metallarbeiter. Wahllokal: im Logenrestaurant Berlinerstr. 61, Bahnhof Jungfernhaide, Berlinerstr. 51-123a, Brauhof straße, Gaußstraße, Habsburger- Ufer, Kaiserin Augusta- Allee, Replerstraße, Kirchhofstraße, Königsdamm, Krummeftr. 1-22 und 73-94, Krummelante, Lügow, Lüßowerstraße, Nonnendamm, Nonnenwiese, Osnabrückerstraße, Riedemannsweg, am Spandauer Schifffahrtsfanal, Spreestraße, Straßen 6, 12, 15, 20, 21, 23/24, 27, 40 und 58, Abth. VI, Tauroggenerstraße, Tegeler- Weg, Ufer straße, Wallstr. 1-33 und 67-103, Wiebestraße, Wilhelmsplatz, Wilmersdorferstr. 1-6 und 166-170. 4. Wahlbezirk. Kandidaten: Ernst Baumann, Maler, und Otto Bogel, Holzarbeiter. Wahllokal: in der Turnhalle Schloßstr. 2. Bismarckstr. 17-111, Grünftraße, Jägerstraße, RaiserFriedrichstr. 1-30 und 76-106, Kanalstraße, Kirchstraße, Louisen. Kirchplatz, Louiſenplay, Orangenstraße, Scharrenstraße, Schloß straße 27-69, Schulstraße, Stallstraße, Wallstr. 34-66, Wilmersdorferstraße 7-38 und 187-165. 5. Wahlbezirk. Kandidaten: August Rripstädt, Buchdrucker, und Eduard Dörre, Holzarbeiter. Unterabtheilung a) nördlich des Rana13. Wahllokal: im Restaurant Monbijou, Berlinerstr. 148. Bahnhof Thiergarten, Berlinerstr. 1-10, Dovestraße, Englischestraße, Franklinstraße, Helmholzstraße, Salg User, Straße 16 a- V- 2, Thiergartenmühle. Unterabtheilung b) südlich des Kanal 3. Wahllokal: in der Turnhalle Schillerstr. 28/32. Berlinerstraße 11-50 und 124-151, Bismarckstraße 1-16 und 112-127, Cauerstr., Charlottenburger Ufer, Goethestr. 18 bis 64, Grolmanstr. 1-6 und 68-72, Hardenbergstr. 1-4 und 37-41, Rautstr. 39-56a und 113-130, Krummeftr. 23-72, Kurfürstenallee, Leibnizstr., Marchstr., Pestalozzistr. 10-25 und 67-81, Plaz A- V- 3, Rosinenftr., Schillerstr. 1-44 und 85 bis 127, Sophienftr., Straßen 4 und 6 a- V- 2, Straße 1- V- 1 zwischen Leibniz- und Wilmersdorferstr., Weimarerftr. 6. Wahlbezirk. Kandidat: Wilhelm Schulze, Maurer. ausgedehnt werden. Empfehlenswerth ist es nach diesem Gut achten auch für Eltern, auf diesen Punkt bei ihren Kindern im Hause zu achten, da durch fortgesezte Ueberanstrengung nach dieser Richtung hin leicht der Grund zu chronischen Krankheiten des Kehltopfes gelegt werden kann. Die Uraniafäulen. Auf den Mißerfolg des Uraniasäulens Unternehmens hat die am 16. Dezember eingetretene achttägige Unterbrechung des Betriebes der Uhren und die noch andauernde Unterbrechung des Betriebes der meteorologischen Einrichtungen der Säulen aufs neue die öffentliche Diskussion gelenkt. Professor W. Förster, der Direktor der Sternwarte, der moralisch und 18 Januar bei Gelegenheit der Parade auf dem Opernplat Zum Absperren der Straße Unter den Linden" sollen am wissenschaftlich bei der ganzen Entwickelung der Sache sehr außer den erforderlichen Schutzleuten auch diejenigen Unteroffiziere nahe betheiligt" war, erklärt jegt in einer Zuschrift an und Mannschaften verwendet werden, die zur Parade nicht in die Zeitungen: Hinsichtlich zuverlässiger Zeitangaben haben die Front eintreten. Der Anzug ist besserer Ordonanzanzug mit sich in neuester Zeit durch die von einigen bisherigen Gewehr. ohne Patronen. Theilnehmern des Säulenbetriebes neu begründete Gesellschaft " Normal- Zeit" die Verhältnisse in so günstiger Weise gestaltet, Ahlwardt im Unglück. Aus den neuesten Nachrichten daß jezt bereits an nahezu tausend Stellen, bei Behörden und über das Auftreten Ahlwardt's in Amerifa ergiebt sich, Privaten, eine zentral regulirte, bis auf Bruchtheile der Minute daß sein Fiasko das das denkbar größte ift. Bekanntlich richtig erhaltene Zeitangabe zu finden ist, welche auf elektrischem hatten sich, so schreibt die" Magdeburger Zeitung" aur Wege in legter Stelle von der Sternwarte ausgeht und über ersten Bersammlung Ahlwardt's in New- York nur 200 Per wacht ist, wenngleich die letztere natürlich der genannten Gesells fonen eingefunden; der Eintrittspreis betrug 50 Sts., schaft die Verantwortlichkeit für die Richtigkeit jeder einzelnen die Saalmiethe aber 250 Dollars. Ahlwardt hatte also ein ganz diefer Uhren vollständig überlassen muß. Das System ist das gehöriges Defizit. In Brooklyn ging es ihm noch schlechter, da erste, bei welchem jede der regulirten Uhren, ähn- er überhaupt keinen Saal bekommen fonnte. In Jersey City er lich wie jede der sechs, direkt von der hiesigen Stern- hielt er zwar einen Saal, aber, obgleich er den Eintrittspreis warte regulirten städtischen Normalubien bei der letzteren, auf 25 Cents berabsetzte, fanden sich im ganzen nur 125 Per durch felbstthätige Rückmeldungen bei der Zentralftelle tägs fonen ein. Ahlwardt hatte eine große Tournée nach dem Westen lich ihre Richtighaltung zu bestätigen hat. Es wird angekündigt, aber aus ihr kann nichts werden, da er kein Reises nicht schwer sein, im Anschluß an dieses umfassende System geld besigt. Jezt hat er mittheilen lassen, daß er vorläufig in tünftig auch die öffentlichen Uhren auf den Thürmen, sowie an New- York bleiben und erst nach Gründung der antisemitischen Straßen und Plätzen, einschließlich der Säulenuhren, zuverlässig Organisation nach dem Westen abreisen werde. au reguliren, wie es die Gesellschaft übrigens schon seit einiger Das Ende von Frei Deutschland". Nach einer Beit in Braunschweig ausführt und bei den Säulenuhren auch Bekanntmachung im Reichs- Anzeiger" hat sich die Verlags schon in Berlin vorläufig übernommen hat. Möglicherweise anstalt" Frei Deutschland", eines wenig befannten antiwerden dagegen die bisher von der Sternwarte direkt richtig ge- femitischen Unternehmens, durch Beschluß der Gesellschafter am haltenen Normaluhren dem Betriebe der elektrischen Straßen- 9. November 1895 aufgelöst. bahnen weichen müssen, da die Besonderheit ihres elektrischen Systems den von diesen Bahnen ausgehenden Störungswirkungen Berliner Asyl- Verein für Obdachlose. Jm Monat taum wird Stand halten können. Es wird indessen sicher ge- Dezember nächtigten im Männer- Asyl 952 Personen, von denen lingen, nöthigenfalls als Ersatz Einrichtungen von derselben 341 badeten, im Frauen- Asyl 901 Personen, von denen 49 badeten. Zuverlässigkeit zu schaffen, welche sich den neuen Bedingungen Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer Büschingstr. 4, für anpaffen." Frauen Füsilierstr. 5. " Ter Mangel an charakteristischen Männern. In der Der Unfall der Prinzessin Leopold auf dem Griebnißfee National- Beitung" finden wir eine Mittheilung, die auch unfere bei Potsdam ist immer noch das Tagesgespräch weiter Kreise. Genossen zum heil recht lesenswerth finden werden: Es werden Erzählungen herumgetragen, denen gegenüber eine „ Für die vom Raiser beabsichtigte Ausschmückung der offizielle Darstellung des Vorgangs fehr am Plage wäre. So Siegesallee mit Standbildern preußischer Herrscher 2c. verlautet u. A. gerüchtweise, die Gemahlin des Prinzen Leopold soll, wie verlautet, neuerdings eine wesentliche Abände- sei das Opfer einer tiefgehenden seelischen Berstimmung ges rung der ursprünglich geplanten Form befchloffen worden worden, die sich in einer weit tragischeren Weise als bisher ge= fein. Der am vorjährigen Geburtstag des Kaisers an die schildert wurde geäußert haben soll. Die Richtigkeit dieser Dar städtischen Behörden Berlins gerichtete Erlaß fündigte die Absicht stellung wird aus dem Umstand zu folgern gesucht, daß des Monarchen an, zum Zeichen der Anerkennung für die Stadt wie weiter erzählt wird, die Prinzessin bei Berlin und zur Erinnerung an die ruhmreiche Vergangen. Spaziergange, welchen fie auf den See ausdehnte, aber nicht heit unferes Vaterlandes einen bleibenden Ehrenschmuck mit Schlittschuhen an den Füßen, verunglückt ist. Der Vorfall für Berlin zu stiften, welcher die Entwickelung der ist auch Veranlassung geworden, daß im Publikum intime Vor vaterländischen Geschichte von der Begründung der Mart gänge aus dem prinzlichen Hofhalt erzählt werden, auf deren Brandenburg bis zur Wiederaufrichtung des Reichs dar iedergabe wir selbstverständlich verzichten. einem ift, um alle diejenigen Strafthaten ftellen foll". Der Plan des Kaisers ging dahin, auf Finanzielle Gesichtspunkte spielen in den umlaufenden Ges feine Roften in der Siegesallee die Marmor- Standbilder rüchten nach verschiedenen Seiten hin eine Rolle, so wird z. B. Wahllokal: in der Turnhalle, Joachimsthalerstr. 31/32. der Fürfien Brandenburgs und Preußens, beginnend mit dem erzählt, daß Prinz Leopold für sich eine Lebensversicherungss Ahornstraße, Ansbacherstraße, Augsburgerstr. 1-62 und Markgrafen Albrecht dem Bären und schließend mit dem Kaiser Police in hohem Betrage genommen hat, bei welcher eine ganze, 71-98, Auguste Vittoria- Play, Bayreutherstraße, Carmerstraße, und König Wilhelm I., und neben ihnen die Bildwerke je Anzahl Versicherungsgesellschaften betheiligt sind. Courbièrestraße, Eisenacherstraße 1-8 und 9-18, Eislebener- eines, für seine Zeit besonders charakteristischen ftraße 7-13, Fasanenstr. 1-41 und 85-112, Goethestr. 1-17 Mannes, sei er Soldat, Staatsmann oder Bürger, Zur Affäre des verschwundenen Rechtsanwalts Dr. und 65-90, Grolmanstr. 7-67, Hardenbergstr. 5-36. Herderstraße, in fortlaufender Reihe errichten zu lassen." Danach würde es Frih Friedmann erfährt ein hiesiges Lokalblatt, daß seitens der Joachimsthalerstr. 1-21 und 25-41, Kalfreuthstraße, Kantstr. 1 sich um die Errichtung von etwa sechzig Standbildern, fönigl. Staatsanwaltschaft am Landgericht I die Kriminalpolizei worden bis 37 und 131-169, Kielganstraße, Kleiststraße, Knesebeckstraße, breißig von brandenburgisch- preußischen Herrschern und ebenso requirirt zu deren sich der entflohene Anwalt schuldig Kurfürstendamm 10-109 und 110-124, Kurfürftenftr. 97-137, viel charakteristischen Männern ihrer Zeit, handeln. Die Zahl 8u ermitteln, Da hat sich denn herausgestellt, Lutherstraße, Maaßenstraße, Maienstraße, Marburgerstraße, der Herrscher in historisch gegeben, obwohl bei manchen wegen baß Friedmann eine Wechselfälschung in Höhe von 20 000 m. gemacht haben soll. Mohstr. 1-44, Nettelbeckstraße, Nürnbergerstr. 1-24 und 49 bis Mangels vorhandener Porträts die plastische Darstellung auf daß Friedmann eine Wechselfälschung in Höhe von 20 000 m. 69a, Nollendorfplatz, Paffaueritr. 1-11 und 22-42, Beñtalozzi Schwierigkeiten stoßen würde. Noch weit schwieriger würde sich nicht begangen hat. Dagegen konnte ermittelt werden, daß Dr. Friedstraße 1-9 und 82-89, Rankestraße, Savignyplay, Schlüter- aber die Auswahl je eine 3 charakteristischen Mannes aus der mann vielen Klienten mit den Honoraren, die ihm als Vertheidiger ftraße, Steinplatz, Straße 1- V- 1 zwischen Knesebeck und Beit der einzelnen Herrscher geftalien; felbst in der Neuzeit in Straffachen gezahlt worden sind, durchgebrannt ist. Direkte Anträge Leibnizstraße, Straße 12a- V- 1, Tauenzinstraße, Uhland- würde es schwer fallen, für die Regierungszeit Friedrichs von Geschädigten gegen Friedmann liegen jedoch nicht vor, ebenso ftraße 1-37 und 165-197, Wielandstraße, Wittenbergplay, des Großen, Friedrich Wilhelms UI. und IV., Kaiser Wil. wenig ist bis jetzt ein Steckbrief hinter dem Flüchtigen erlaffen. Wormserstraße. helms I. c. je einen charakteristischen Mann auszuwählen. Ein in den Kreisen der Reatsanwälte zirkulirendes Gerücht, daß Bur Theilnahme an der Wahl find nur berechtigt: Dazu tamen auch noch ästhetische Bedenken, welche es als monoton Friedmann fich wahrscheinlich doch am 12. Januar cr. in dem a) solche Arbeitgeber, welche das 25. Lebensjahr vollendet und unfünstlerisch bezeichneten, neben jedem der dreißig Herrscher- gegen ihn schwebenden Disziplinarverfahren vor dem Reichsund seit mindestens einem Jahre im Bezirke des Gewerbe- denkmäler ein anderes. wenn auch nur in Hermenform, hinzustellen. wohl kaum ernft zu nehmen. Im übrigen befindet sich einer von gericht einfinden wird, um seine Sache daselbst zu vertreten, ist gerichts Wohnung oder eine gewerbliche Niederlaffung Endlich fielen auch noch finanzielle Erwägungen ins Gewicht. Aus haben, diesen Gründen soll man sich entschloffen haben, die Statuengallerie in Dr. Friedmann's Angestellten in Untersuchungshaft. b) solche Arbeiter, welche das 25. Lebensjahr vollendet und der Siegesallee auf die Standbilder der Herrscher zu beschränken in dem Bezirke des Gewerbegerichts seit mindestens einem und die charakteristischen Zeitgenossen als Reliefs an den Jahre Wohnung oder Beschäftigung haben. Sockeln der Standbilder anzubringen. In diesem Sinne son dem Die Eröffnung des nenen Krankenhauses in Britz ist nunmehr endgiltig für den 1. April d. J. in Aussicht genommen. Es wird auf eine durchschnittliche Jahresfrequenz der neuen An flau von 120 Kranit» gerechnet. Für diese sind die Kur- und Verpflegungskosten aus 2 Mark pro Tag für Erwachseue und auf 1,ö0 Mark für Kinder(unter Z4 Jahren) festgesetzt, wenn diese Kranken innerhalb deS Kreises Teltow ihre» Wohnsitz haben. Für außerhalb des Kreises Teltow wohnende Kranke bc- tragen die täglichen Kur- und Verpflegungskosten L,S0 Mark für Erwachsene und 2 Mark für Kinder. Frau Baske ist den furchtbaren inneren Verletzungen. die sie durch die Karbolvergiftung erlitten hat, am Dienstag Nach- mittag um 3'/s Uhr in der Charitee erlegen. Die Frau muß eine außerordentlich große Menge der ätzenden Flüssigkeit z» sich genommen haben, denn in der unter der Leitung des Geheimen Medizinalrathes Professor Dr. Gerhardt stehenden zweiten medizinischen Klinik ist es gelungen, aus ihren Abgängen nicht weniger als drei Schnapsgläser reine Karbolsäure wieder her- zustellen. Der Mann der Verstorbenen, der sofort benachrichtigt wurde und an der Leiche erschien, ist über diesen Ausgang der Katastrophe untröstlich. Das Befinden der beiden Kinder Edmund und Hedwig bessert sich weiter. Arbeitslosigkeit und Roth waren die Veranlassung, daß der Maler Hecht in der Gcorgenkirchstraße seinem Leben ein Ende machte. Der Unglückliche sollte mit seiner aus Frau und vier Kindern bestehenden Familie am Dienstag Morgen auf An- Ordnung des Hauswirths und Großdestillatenrs Kachelest exmittirt werden; während der Prokurist dieses Herrn sich seiues Auf- träges entledigte, ging Hecht ans den Boden des Hauses und er- hängte sich. Für die Familie des Malers wurde unter den Mielhern des Hauses im Laufe des vorgestrigen Tages eine Geld sammlung veranstaltet, die wenigstens soviel einbrachte, um die Unglücklichen ans ein paar Tage vor dem Verhungern zu schützen Aber was dann? Erschossen hat sich am Dienstag um die Mittagszeit der 23 jährige Buchhalter Thomas W., der in der Geldschrankfabrik von Fabian in der Fennstraße beschäftigt war und seit dem August v. I. in der Chaussee ftraße 4 im ersten Stock bei Lewent ein möblirtes Zimmer bewohnte. Der junge Mann hatte sich Unterschlagungen zn schulden kommen lassen und sah, da die Unredlichkeiten bemerkt worden waren, seiner Bestrafung ent gegen. Ans nnerklärlichen Gründen hat sich am Dienstag nach einer Geburtslagsfeier der Buchbinder Hermann B. aus der Weißenburgerstraße 34 erhängt. B., der in den Räumen der Preußischen Hypothekenbank. Dorotheenstraße beschäftigt war, entfernte sich von einer dort abgehaltenen Feier; nach einiger Zeit fand man den Vermißten i» einem abgelegenen Theil des Raumes erhängt vor. Am heutigen Tage giebt es abermals eine große Straßenabsperrung. Es werden der Monbijouplatz, die Oranienburgerstraße»wischen der Großen Hamburgerstraße und der Artilleriestraße, die Kaiser Wilhelmbrücke, die Schloßbrücke, der Lustgarten in ganzer Ausdehnung, die Schloßfreiheit und die Straße am Zeughause von 11 Uhr vormittags ab für den Fuhr- werks- und Fußgängerverkehr nach Bedarf polizeilich gesperrt werden. Das Verkehrshinderniß hat seine Ursache darin, daß die Leiche des verstorbene» Prinzen Alexander begrabcn wer- den soll. Witternngsüberslcht von« 8. Januar 1896. Wetter-Prognose für Donnerstag, 9. Jannar 1896. Zeitweise ausklärendeS, vorwiegend trübes Welter mit Nieder schlügen und srischen nord'vestlichen Winden; Temperatur ivenig verändert. Berliner Wetterburean. Nunpk und Miste nsthnfk. Ii» Schillertheater wurde am Dienstag eine recht ge- klingen« Borstellung von Shakespeare's Lustspiel„Der Wider- fpennigen Zähmung" gegeben. Man hütete sich, das derbe Stück in dozirender Form zu bieten, sondern spielte eS in lustiger Laune mit gutem Behagen und wie gesagt, sogar mit durchweg befriedigendem Gelingen. Ziemlich gleichgiltig mag dem Publikum das Kesselflicker-Borspiel gewesen sei», das die Direktion als Experiment und aus dem Grunde aufgeführt hat, damit „alles unserem Gefühl Widerstrebende gemildert und die tollste Ausgelassenheit wahrscheinlicher" werde. Solche Vorbeugungsmaßregel war allem Augenschein nach ziemlich unnütz, den» den Besuchern war die Hundspeilsche, die Petrncchio über Weib und Dienerschaft schwang, gerade recht, und je toller der Edel- mann aus Verona sein liebes Käthchen traktirte, je amüsanter schien den biederen Leuten im Parkett, die von ästhetischer Ge- sühlsheuchelei wie von Gleichberechtigungsgedanken gleich wenig angekränkelt waren, die dick aufgetragene Sache. Um den Er- folg haben sich Herr Patry, der den Petrucchio gab und die Darstellerin der Katharina, Frl. Hedwig Pauli), gleich verdient gemacht. Beide leisteten für die Verhältnisse des Schillertheaters geradezu vortreffliches. Auch im übrigen waren die Rollen recht tut besetzt, ausgenommen die der Bianka, die von einem Frl. Staufenberg geradezu trostlos gegeben wurde. Ger Wjks-Jettimg« Wegen Betruges und Widerstandes wurde gestern der canä. phil. Georg Kuchen müller, der sich auch Redakteur nennt und bei einer Gesellschaft zur Verbreitung guter Volks- schriften angestellt ist, der 134. Ablhcilung des Schöffengerichts aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Der Angeklagte hat eines Tages durch einen unbegreiflichen Akt einen riesigen Auflauf aus dem Spittelmarkt veranlaßt. Er war mit zwei anderen junge» Männern als Gast in dem Restaurant Lachmuskel erschienen und auf sein« Bestellung brachte eine Kellneri» wiederholt Auflagen von Bier. Als der Angeklagte dann auf einige Zeit ausgetreten war, entfernten sich seine beiden Tischgenossen mit dem Bemerken, daß der Angeklagte die Zeche bezahlen würde. Letzterer weigerte sicd dessen, indem er behauptete, daß er absolut keine Verpflichtung in sich fühle, für fremde Leute die Zeche zu bezahlen. Er habe. wie er weiter betonte, die beiden Lewe, welche fremd hier wären und in einem Hotel wohnten, ganz zusällig kennen gelernt und sich erboten, ihnen Berlin zu zeigen. Der Angeklagte erklärte sich bereit, das von ihm selbst verzehrte Bier zu bezahlen und als die Kellnerin damit nicht zufrieden war, entfernte er sich. Er wurde nun vom Hausdiener des Bierlokals verfolgt, gab Fersengeld und suchte sich der Verfolgung dadurch zu entziehen, daß er auf einen in voller Fahrt befind- lichen Omnibus sprang. Er hatte aber die Rechnung ohne den Wirlh gemacht: das schnell sich ansammelnde Publikum war bald davon verständigt, daß es sich um einen Zechpreller handele, nian hielt den Omnibus an und ließ K. unter großem Halloh einer vielköpfigen Menschenmenge aus dem Wagen herausholen. Dem Schuhmann widersetzte sich der Angeklagte recht lebhaft, er warf sich in die Brnst und erklärte, daß er Redakteur sei und de» Beamten„ins Loch" bringen werde.— Der Staatsanwalt hielt dafür, daß hier eine recht ordinäre Zechprellerei vorliege, die um so verwerflicher erscheine, als es sich um einen gebildeten Mann handele. Er beantragte sechs Wochen Gefängniß. Der Angeklagte versichert« wieder- holt, daß er es auf eine Prellerei nicht abgesehen, sondern über Ivo M. bei sich geführt und sich nur geweigert habe, für ihn nur oberflächlich bekannte Leute die Zeche zu bezahlen.— Der Gerichtshof glaubte mit dem Staatsanwalt, daß der Angeklagte sich in unschöner Weise habe„drücken" wollen, hielt es jedoch nicht für erwiesen, daß die drei schon mit der Absicht der Zech- Prellerei das Lokal betreten hätten. Er sprach deshalb den An- geklagten vom Betrüge frei, verurtheilte ihn aber wegen des Widerstandes zu 1 Monat Gefängniß. llntcriiehmcrkuiffe. Jugendlichen Arbeiterinnen hat nach g 137 der Gewerbe-Orduung der Gewerbetreibende zwischen den Arbeitsstunden eine einstündige Mittagspause„zu gewähren". Einzelne Gewerbetreibende glauben, diese Bestimmung zu erfüllen, wenn sie den jugendlichen Arbeiterinnen während dieser Stunde das Unterlasse» der Arbeit gestatten, d. h. während dieser Zeit eine Arbeit von ihnen nicht verlange n. Das Reichsgericht hat diese Auffassung für eine irrige erklärt. Der Fabrikbesitzer darf die Arbeiterinnen nicht nur zur Beschäftigung während dieser Stunde nicht auffordern, sondern muß auch dafür sorgen, daß sie wirklich unterbleibt und über die zu- lässige Zeit nicht ausgedehnt rvird. Herr v. Nathusins, ein früherer Chefredakteur der„Kreuz- Zeitung", hatte gegen seinen Schwager, einen Offizier der Armee. bei dem Landgericht Potsdam eine Feststellungsklage mit dem Antrage angestrengt, den Verklagten zur Anerkennlniß zu verurtheilen, daß derselbe keine Rechte gegen den Kläger aus einem von diesem notariell ausgestellten und eventuell sofort vollstreckbaren Schuld- Anerkennlniß herleiten könne. Das Landgericht hatte diese Klage abgewiesen, worauf Herr v. N. Berufung bei dem Kammergericht einlegte, welches behufs gütlicher Beilegung des Rechtsstreits zunächst einen Sühneterinin anordnete. Es fanden auch zwei Termine zu diesem Zwecke statt, sie führten aber zu keinem Resultat. Zu gestern war deshalb vom 4. Zivilsenat des Kaiumergerichts zur weiteren Verhandlung über die Berufung Termin angesetzt worden, in welchem es aber nach etwa dreistündiger Verhandlung doch noch nicht zur Entscheidung kam. Wie sich aus der Verhandlung ergab, hat die ehren- gerichtliche Untersuchung, welche auf Denunziationen des Herrn v. Lt. gegen den betr. Offizier eingeleitet worden war, den Zweck des ersteren die Entfernung des Gegners aus dem Offiziersstande zu bewirken, verfehlt. Die strafgerichtliche Untersuchung gegen Herrn v. N. nimmt ihren Fortgang. Wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit wurde gegen zwei Gebrüder, die 20- bezw. 22j ährigen Kanfleute Nathan und Leo Mathews am Montag vor der dritten Straf- kaminer des Landgerichts l verhandelt. Die Angeklagten, welche im Geschäfte ihres Vaters thälig sind, sollen sich gegen Kinder vergangen haben, die kauni das schulpflichtige Alter erreicht halten. Es wurde nur der Angeklagte Nathan Mathews für überführt erachtet und zu einem Jahre Gefängniß, unter Anrechnung von einem Monat durch die erlittene Unter- suchungshast, verurtheilt und beschlossen, ihn gegen eine vom Vater zu stellende Kaution von 3000 M. aus sreienFnß zusetze». Leo Mathews«vurde freigesprochen. Der Mordversuch, den die noch nicht neunzehnjährige Ar- beiterin Martha Gruner am 22. August v. I. an dem Schul- knaben Max Schulz verübt hat. beschäftigte gestern zum zweiten Male das Schwurgericht am Landgericht I unter Vorsitz des Landgerichtsraths Pohle. Tie That der jugend- lichen Verbrecherin hat seinerzeit berechtigtes Aussehen erregt, da sie einen hohen Grad moralischer Verkommenheit ver- rieth. Tie Augeklagte ist eine diebische, durch und durch verlogene Person, die, seitdem sie vor drei Jahre» aus einem kleinen Ort bei Magdeburg nachBerlin gekommen war, eineReihevonGelegenheits- diebstählen auch bei solchen Personen, die ihr Gutes erwiesen, ausgeführt hat. Als sie am 4. November v. I. vor dem Schwur- gericht stand, hat sie bezüglich dieser Diebstähle eine dreist« Komödie gespielt und behauptet, daß hier eine Personen- Verwechselung vorliegen müsse, da nicht sie, sondern ihre Schivester jene Strafthalen begangen habe. Auch im heutigen Termin blieb sie bei dieser Methode; erst alS die Befiohlenen ihr gegenüber traten und sie init aller Bestimmtheit wiedererkannten, gab sie die Diebstähle zu. Auch bezüglich des ihr zur Last gelegten Verbrechens ist sie geständig und giebt zu, bei der Ausführung des Diebstahls, um ein ihr entgegentretendes Hinderniß zu beseitigen, versucht zu haben, den I ljährigen Max Schulz zu tödlen. Der Thatbestand selbst wird noch im allgemeinen bekannt sein. Tie Angeklagte, die natürlich schon längst einen„Bräutigam" hat, hat in einem Ver- gnügiingslokal in der Hasenhaide die Tochter eines Arbeiters Schulz ans der Friesenstraße kenne» gelernt und diese auch mehrere Male in ihrer Wohnung besucht. Sie wußte, daß deren Vater, der Wittwer ist, des morgens aus Arbeit geht, die Tochter Aufwarte- dienste verrichtet, und der lljährige Max die Schule besucht, so daß die Wohnung in den Vormittagsstunden ohne Aussicht zu sein pflegte. Tarauf baute sie einen Diebstahlsplan. Sie hatte schon einmal eine günstige Gelegenheit wahrgenommen, der Gertrud Schulz aus einer Kleidertasche ei» Zehnmarkstück zu stehle», und wußte, daß diese ihr Geld in einem Portemonnaie, welches in einem Kleche im Spinde steckte, aufzubewahren pflegte. Am 21. August leistete die Angeklagte der Gertrud Schi lz in der Häuslichkeit Hilfe und entwendete ihr den Schlüssel zur Korridorthür. Ter Verlust wurde bald entdeckt und der kleine Max veranlaßt, am 22. aus der Schule zu bleiben und die Wohnung zu bewachen. Nachdem er allein geblieben war. legte er die Sicherheilskette an die Thür und kroch noch einmal ins Bett. Plötzlich hörte er an der Thür schließen, und als er aufstand und fragte, wer da sei, bemerkte er die ihm wohlbekannte Angeklagte vor der Thür Sie war durch die unerwartete Anwesenheit des Jungen zuerst etwas erschrocken, faßte sich aber bald wieder und veranlaßt« den Knaben zum Oeffnen der Thür, indem sie sagte, sie bringe den vermißten Schlüssel. Als sie in der Wohnung war, sprach sie zunächst gleichgilliae Sachen mit dem Knaben, dann setzte sie sich hin und band sich ein Sammethalsband, welches sie trug, ad, indem sie vorgab, daß ihr entsetzlich heiß sei. Plötzlich warf sie das Band dem nichts ahnenden Knaben um den Hals und zog es so fest, daß der Junge fast die Besinnung ver- lor. Sie schleppte ihn dann zu einem Bett, warf ihn aus das- selbe und versuchte weiter, das Band zuzuziehen. Dem Knaben glückte es in einem Augenblicke, wo ihn die Angeklagte prüfend ansah. seine Hand zwischen Band und Hals zu bringen und wieder Athem zu holen. Er schrie laut um Hilfe, und als die Angeklagte einen Augenblick von ihm ließ, stürzte er ans Fenster und wiederholte laut seine Hilferufe, die auch von der Nachbarschaft gehört wurden. Als man dem Knaben zu Hilfe kam, war die An» geklagt« schon entflohen. Sie war erst eine Treppe höher ge- rannt und hatte versucht, bei einer dort wohnenden Frau Unter» schlupf zu finden; als ihr dies nicht gelang, ging sie in ihre eigene Behausung, wo sie bald darauf verhaftet wurde. Ter Knabe hatte einige Sirangulationsmarken, hat aber sonst keinen Nachtheil von dem Ueberfall gehabt.— Dies der Thaibestand, wie er durch die Beweisaufnahme sestgestelll wurde. Di« An- geklagt« gab unter Schluchzen zu, die Absicht gehabt zu haben. den Knaben„aus die Seite zu bringen". In dem früheren Termine hatte der Vertheidigcr bezüglich der Zurechnnngssähigkeit der Angeklagten Bedenken angeregt, die zu einer Vertagung behufs Beobachtung ihres Geisteszustandes führten. Heute er- klärte selbst der Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Günther, daß er keinen Zweifel an der geistigen Gesundheit der Angeklagten haue. Das Urtheil des Gerichtshofes gegen die Angeklagte lautete aus 5Vä Jahre Zuchthaus. Das allcrneucste deutsche Verbreche««. Die„Volksmacht" in Breslau veröffentlichte anläßlich der iin November v. I. in Berlin vorgenommenen Haussuchungen bei einer großen Zahl dortiger Genossen eine Mahnung zur Vorsicht bei der Ans- bewahrnng vonSchriftstücken.dieParteiangelegenheiten betreffen, da findige Beamte auch aus den harmlosesten Briefen, Abrechnungen:c. langivierige Untersuchungen herzuleiten wüßten. Der Artikel schloß mit der Aufforderung, derartige Schriftstücke entweder z.i verbrennen oder wo das nicht angängig sei, sie so zu verberge», daß auch die feinste Spürnase nichts zu finden vermöge. Diese Aufforderung gab dem Breslauer Staats anwall Veranlassung, gegen den verantwortlichen Redakteur der„Volks- wacht". Genoffen Neukirch, Anklage wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze(§ 110 des N.-Str.-G.-B.) zu er- heben. Die Sache wurde vor dem Landgericht verhandelt. Der Staatsanwalt begründete die Anklage damit, daß nach Z 95 der Strafprozeß-Ordnung jedermann verpflichtet sei, Gegenstände, welche für eine Untersuchung als Beweis- mittel von Bedeutung sein könnten und welche sich in seinem Gewahrsam befänden, ans Erfordern der betr Behörden heraus- zugebe». Die Bestimmung des genannten Paragraphen,»ach welchem den Beschuldigten selbst eine solche Verpflichtung nicht auferliege, komme hier außer betracht, da der inkriminirle Artikel, der sonst geschickt abgefaßt sei und die Gesetze-kenntniß des Verfassers bekunde, sich an alle Parteigenossen, also nicht nur an etwa Beschuldigte, sondern auch an solche wende, welche i» einem Untersuchnngsverfahren als Zeugen vernommen werde» können. Diesen Behauptungen wurde von dem Angeklagten und seinein Vertheidiger entschieden«vidersprochen. Der ganze Artikel zeige, daß es sich nur um Parteigenossen handle, die infolge ihrer politischen Thätigkeit Haussuchungen und Straf- verfahren zu gewärtigen haben durften. Das Landgericht sprach den Angeklagten kostenlos frei, indem es feststellte, daß sich der Artikel allerdings an alle Parteigenossen wende, daß aber 95 der Strafprozeß- Ordnung nicht als allgemeine Rechtspflicht fest- lege, daß alles, was vielleicht zu irgend einer Zeit einmal als Beweismittel in einer Untersuchungssache dienen könnte, von denjenigen, die vielleicht einmal als Zeugen in solcher Sache dienen könnten, ausbewahrt werden müsse. Im vorliegenden Falle sei von einer anhängigen Untersuchungssache nicht die Rede gewesen, sondern nur von einer solchen, die einmal komme» könne und deshalb habe auch der Angeklagte nicht zum Ungehorsam gegen§ 95 der Strafprozeßordnung auffordern können.— Ueber die Freisprechung freue man sich ober nicht zn früh. Es giebt noch Richter in Leipzig, welche vielleicht der Ansicht beS Staatsanwalts beitreten könnten. Vor der Strafkammer in Hagen i. W. fand am 4. d. M. ein interessanter Prozeß statt. Es wird uns berichtet: Ein in den Augen des Staaisanwalts sehr gefährlicher Mensch war der Schneider Franz Kaspar Drolshagen von Menden. Ter» selbe war kürzlich vom Schwurgericht zu Hagen wegen Wild- dieberei und Münzvergebens zu einer zweizährigen Gesängniß- strafe verurtheilt. Zur Verhandlung wurde er aus der Straf- anstalt weither vorgeführt unter der Anklage deS Widerslandes gegen einen im Dienst befindlichen Staatsbeamten. Drolshagen war im Sommer v. I. als Unlersuchnngsgesangencr im Amtsgerichls- Gefängniß zu Menden inhastirt. Einer Morgens ließ der Gerichlsdiener D. Heruniergehen, um Wasser von der Pumpe der Hofes zu holen. Drolshagen ergriff die Sehnsucht nach Weib und Kind; kurz entschlossen setzte er den Eimer hin und gewann durch das offenstehende Thor die goldene Freiheit, wenn auch nur für kurze Zeit. Gegen den Gerichts- diener wurde Anklage wegen fahrlässigen Enliveichenlassens eines Untersuchungsgesangenen erhoben. Um sich nun vor Strafe zu schütze», kam der arme Mensch ans den Gedanken, anzugeben, DrolS» Hägen habe ihn vor �die Brust gestoßen, daß er hingefalle» sei. Diekgl. Staatsanwaltschafterhob hieraufAnklage gegen Drolshagen. In der Verhandlung bestritt D. das ihm zur Last gelegte Vergehen. Wie groß war aber das Erstaune» des Gerichtshofes, des ersten Staatsanwalts sowohl als auch des entrüsteten Publikums, als der als Zeuge vernonimene Gerichlsdiener nach seiner Vereidigung ein sreimüihiges Geständniß ablegt«, dahin lautend, daß er die Beschuldigung gegen D. nur deshalb auS der Lust gegriffen habe, um seiner Bestrafung zu entgehen. Der erste Staatsanwalt beantragte die Freisprechung des Angeklagten und gegen den Gerichts- diener die Auferlegung der sämmtlichen Kosten des Verfahrens. Diesem Antrage entsprach der Gerichtshof jedoch nicht. Drolshagen wurde sreigesprochen, jedoch wurden der S t a a t s s a s s e die Kosten des VersahrenS auferlegt. Be- gründet wurde der letzte Punkt des UrtheilS dadurch, daß nicht als erwiesen angenommen wurde, daß der Gerichlsdiener die fragliche Anzeige gemacht habe. Jedoch verhehlte der Vorsitzende nicht, den Beamten darauf aufmerksam zu machen, sich keine Zeugengebühren auszahlen zu lassen, damit nicht die Staatskasse auch noch um diese geschmälert werde. Gleichzeitig wurde ihm noch«röffnet. daß jedenfalls die vorgesetzte Behörde sich mit diesem Falle noch beschäftigen werde. Weibliche GcschäftSmhabe« können durch Polizei- Verordnung verpflichtet werden, ihren Bor» und Zunamen auf dem Firmenschilde anzubringen, um sich dadurch als die Be- sitzerinnen kenntlich zu machen. Wegen Verstoßes gegen eine solche Polizeiverordnung war die Frau Dörfer in Elriegau vom Schöffengericht zu 3 M. verurtheilt worden; die Berufungs- instanz sprach die Angeschuldigte jedoch frei, indem sie die Polizeiverordnung für un giltig erklärte. Das Gesetz über die allgemeine Polizeiverwaltung setze demVerordnungS- recht der Polizeiverwaltungen gewisse Grenzen und diese seien in der fraglichen Verordnung überschritten worden. Ver- pflichtunge», wie die darin enthaltene, könne die Polizei den Geschästsbesitzerinnen nicht auferlegen. Weder durch§ S noch durch§ 6 des genannten Gesetzes lasse sich die Verordnung rechtfertigen. Die Staatsanwaltschaft legte beim Kammergericht Revision ein. In seiner Sitzung vom 6. Januar hob der Strafsenat desselben die Vorentscheidung auf und vernrtheille Frau D. zu einer Strafe von 1 M. Die betreffende Polizei- Verordnung vom 30. Mai 1895 wurde für rechlsgiltig erklärt. Sie stehe mit dem Handelsgesetzbuch nicht in Wider- spruch und lasse sich sehr wohl auS 8 6a und 6i deS Polizei- verwaltungS-Gesetzes rechtfertigen, indem sie jedem, der in irgend- welche Beziehungen zu den in betracht kommenden Geschälten tritt oder zu treten wünscht, den Besitzer erkennbar machen soll. Nach% 6» gehört z» den Gegenständen der orlspolizcilichcn Borschristen der Schutz der Person und des Eigenthums, und 8 81 besagt, daß dazu auch alles ander«(unter 8-i bis 1 nicht aufgeführte) gehört,«vas im besonderen Interesse der Ge- meinden und ihrer Angehörigen polizeilich geort net werden muß. VevsÄtnmIunlgvn. Die«msgearbeiteten Lohntarife für die Herreu-, Knaben- und Ta«nenmäutel- Konfektion unterlagen der Beschlußiassung einer Berbandsversammlung der Schneider und Näherinnen, die am 7. Januar abgehallen wurde. Timm verlas die Tarife einzeln, während der Vorsitzende Witte über jeden die Tis- kussion eröffnete. Der Tarif für Herrenkonsektion wies zwei Lohnsay-Rubriken auf: Lohnsätze für Werkstattarbeiter und Lohnsätze für Heimarbeiter. Um die Heimarbeiter für die AuS- gaben zu entschädigen, die ihnen durch den Arbeitsrauin, Feuerung, Licht u. s. iv. entstehen, sind die einzelnen Lohnsätze um 25 pCt. höher berechnet, als bei den Werkstattarbeitern, wo der Unternehmer die Rosten dafür trägt. sich, ob der Magistrat als Aufsichtsbehörde berechtigt werde. gut. = Es von 2 Mart nur, den Die Rutscher hätten sich aber feineswegs verblüffen Im ganzen erklärten sich die Versammelten mit diesem Tarif sei, in solcher Weise in die Rechte der Kassen einzugreifen. Nach lassen; sie hätten, als sie die Sache beim Gewerbegericht uns einverstanden, nur der wöchentliche Büglerminimallohn erfuhr Ansicht des Redners bietet das Krankenkassen- Gesez hierzu keine hängig machten, die Erklärung abgegeben, wenn ihnen jetzt nicht auf Antrag Stubbe's eine Erhöhung von 24 auf 27 M. Der Handhabe, da es über die Form der Anstellung von Aerzten die Forderung von 1,50 m. bewilligt werde, würden sie zur eine Lohnforderung in gleicher Weise gegliederte Tarif für die Knabenton- durch die Kassenvorstände nichts bestimme. Die von der Ver- Gewerbe Ausstellung fettion rief eine kurze Debatte hervor, in der ein fügung betroffenen Kaffen hätten vorläufig der Ministerialent- ftellen. Die Fuhrherren beabsichtigen indeffen allgemeiner prozentualer Lohnaufschlag vorgeschlagen wurde. scheidung Folge leiften müssen, würden sich aber nicht dabei be- artigen" Rutschern vom 1. Mai ab 1 M. Lohn und 30 pt. der. Dem wurde jedoch mehrfach wiedersprochen. Die Verfamm- ruhigen, sondern alles versuchen, um die Rechte der Kaffen gegen Tageseinnahme zu gewähren. An der Sigung des Einigungsamts Tung hieß schließlich den Tarif in der vorliegenden Fassung über den Behörden zu wahren. Der Arbeitervertreter- Berein sollen laut Beschluß der Versammlung die drei Gewerbegerichts Bei Besprechung des Tarifs wurden ganz unerhörte möge gegen diese Maßregel entschieden protestiren, Gutheit Beifizer der Branche theilnahmen. Daß der Streik ein derartiges Fälle von niedrigen Löhnen mitgetheilt. In einem Falle erhielt hob unter anderem hervor, daß die Maschinenbauertafie schon Ende genommen hat, wurde dem mangelnden Klassenbewußtsein eine Arbeiterin 1,50 M. für einen Knabenanzug, wofür sich der feit vier Jahren Verträge mit dem Verein freigewählter Kaffenärzte der Kutscher zugeschrieben. Der Streik hätte sonst in wenigen. Meister 6 M. zahlen ließ. Ferner wurde es beklagt, daß sich abschließe, ohne daß die Behörde dieselben beanstandet habe. Das Tagen glänzend gewonnen werden müssen. Bei seiner längeren Arbeiterinnen anbieten, Anzüge für 50 Pf. für den Zwischen- jeßige Vorgehen gegen die Staffen mit freier Aratwabl erwecke Dauer habe sich selbstverständlich der gänzliche Geldmangel un meister anzufertigen, zumal ihnen als Heimarbeitern pro Anzug noch den Anschein, als ob nicht die Sorge um das finanzielle Wohl heilvoll bemerkbar machen müffen. Dem Polizeihauptmann Dahle Baarauslagen erwachsen: für Bügeln 10 Pf., für Nähfaden 5 Pf., der Kaffen, sondern andere Gründe für die Entscheidungen der wurde für sein unparteiisches Verhalten während des Streits Eine lebhafte Debatte rief auch der Tarif für Damenmäntel Behörde maßgebend gewesen seien. Die Zahlen, die angeführt allgemeine Anerkennung gezollt. Die Parole ging dahin, daß von Konfettion hervor. Auf die Mittheilung Zimm's, die auf- würden, um darzuthun, daß die freie Arztwahl zu theuer und den bewilligten Forderungen die Kutscher sich keine Abzüge machen gestellten Lohnfäße würden von den Zwischenmeistern für zu hoch daher gegen die Interessen der Kaffenmitglieder sei, wären will- laffen dürfen. Sollten derartige Versuche gemacht werden, so hätten die befunden, wurde verschiedenerseits erklärt, daß sie vielfach nicht türlich herausgegriffen. Man habe zu diesem Zweck diejenigen Rutscher einmüthig das Geschäft stehen zu lassen. Schließlich hoch genug seien. Lebhaft wurde über den erstaunlichen Rück- Rassen herangezogen, die infolge häufiger Betriebsunfälle wurde noch eine Revisionskommission gewählt, die aus August gang der Preise Klage geführt und dabei ziffernmäßig festgestellt,( Maurer, Maschinenbauer 2c.) große Ausgaben für ärztliche Be- Schulz, Karl Hoffmann und Kamp besteht. daß früher bedeutend höhere Löhne gezahlt wurden. So theilte handlung hätten, und deren Rechnung sich daher unter jedem In einer öffentlichen Holzarbeiter Versammlung eine Arbeiterin mit, vor zwei Jahren habe sie 2,50 M. für ein System der Arztwahl ungünstig stelle. Es müsse entschieden Jacket bezahlt bekommen, wofür sie heute 90 Pf. bis 1 m. verurtheilt werden, daß die bereits für das neue Jahr ab. Charlottenburgs wurden nach einem beifällig aufgenommenen Arbeitslohn erhalte. Daß thatsächlich höhere Böhne gezahlt gefchloffenen Verträge von der Aufsichtsbehörde für ungiltig er- Vortrage des Genossen Keßler über den Werth der Gewerbewerden können, zeigte eine andere Mittheilung. Ein Zwischen- klärt und den Kassenvorständen aufgegeben worden sei, inner- gerichte die Kollegen Dörre, Bogel und Adam zu Kan didaten für die am 13. Januar stattfindende Gewerbegerichts. meister, der nebenbei behauptet, nur deshalb zu arbeiten, um halb weniger Tage neue Verträge abzuschließen, widrigenfalls wahl aufgestellt, und nachdem Flemming über die Thätigkeit den Arbeiterinnen Beschäftigung zu verschaffen, arbeitet für Gerson die Kaffen in fommissarische Verwaltung genommen würden. dafür 15 M. Arbeitslohn pro Stück; den Arbeiterinnen zahlt genug protestirt werden. Mehrere Redner sprachen sich noch Schluß gab man bekannt, daß der Maskenball der Holzarbeiter Kollegen Bleck und Pfefferkorn in dieses delegirt. Zum Jackets, die im engros mit 50 m. verkauft werden. Er erhält Gegen solch unbegreifliches Borgehen könne nicht laut und den Nutzen des Gewerkschaftskartells berichtet hatte, die er 4 M. 25 Pf. Sachen, die ihm mit 10 M. bezahlt werden, sehr entschieden gegen den behördlichen Eingriff in das Selbstbezahlt er den Arbeiterinnen mit 3 M. 50 Pf. Abänderungen verwaltungsrecht der Kaffen aus, auch wurde vorgeschlagen, sich in am 1. Februar im Saale der Bismarckshöhe abgehalten wird. der Tarife wurden nicht verlangt; man beschloß für die dieser Angelegenheit an den Reichskanzler und den Reichstag zu In Charlottenburg tagte am 5. Januar im Lokal des Durchführung der aufgestellten Lohnfäße mit aller Energie ein wenden. Andererseits wurde dagegen bezweifelt, ob der Arbeiter- Herrn Leder eine öffentliche Versammlung der zutreten. Hieran schloß sich eine Besprechung der weiteren vertreter- Verein kompetent sei, in dieser Sache Schritte zu thun, Maler und Anstreich er. Zunächst ehrten die Anwesend en Thätigkeit, die die organisirte Kollegenschaft in dieser Sache zu oder ob dies nicht lediglich den betroffenen Kaffen zustehe. Ferner das Ableben dreier Kollegen in der üblichen Weise, worcuf entfalten habe. Zunächst wurde beschlossen, Dienstag in allen wurde bemerkt, daß die Aerzte, mit denen bereits für das neue Kollege Schiller über seine Thätigkeit im Gewerbegericht Stadttheilen Berlins Sigungen abzuhalten; diese werden statt- Jahr Verträge, die der Magistratskommissar aber für ungiltig Bericht erstattete. Nach kurzer Diskussion wurde Kollege Bqua finden bei Wiedemann, Blumenftr. 38; Wernau, Rosen- erklärt habe, abgeschlossen waren, gegen die Kassen flagen mann zum Kandidaten für das Gewerbegericht aufgestellt. thalerstraße 57; Streit, Naunynstraße 86; Augustin, würden, und daß in diesem Falle der Magistratskommiffar, falls Hierauf hörte die Versammlung den Bericht des Kollegen Kastanien Allee 11 und bei Gleinert, Müllerstr. 7a. 3u die Kassen zu gunsten der Aerzte verurtheilt würden, regreß- lemming über dessen Thätigkeit in der Gewerkschaftsdiefen Sizungen haben sich die Kollegen und Kolle- pflichtig zu machen wäre. Dähne bemerkte schließlich, daß der Kommiffion an. Die Neuwahl des Delegirten ergab, daß Kollege ginnen recht zahlreich einzufinden, um das örtliche Arbeitervertreter- Verein nicht, wie einige Red..cr annahmen,& lem ming als Delegirter wiedergewählt wurde und als Fachblatt, das in einer Auflage von 10 000 Exemplaren eine gefeßlich zulässige Beschwerde in dieser Angelegenheit Stellvertreter der Kollege Läpte. Beim Punkt„ Gewerkschaftzur Ausgabe gelangen wird, entgegenzunehmen und es unter der erheben solle. handle nur sich darum, energisch liches" ersuchte Kollege Düter um fleißige Umsetzung der Kollegenschaft zu verbreiten. Es handelt sich dabei darum, den gegen den Eingriff der Behörden zu protestiren und zu veran Streifmarken und um regen Besuch der in nächster Zeit stattweitesten Kollegenkreisen die aufgeftellten Tarife betannt zu geben. laffen, daß sich die Presse und die öffentliche Meinung mit dieser findenden öffentlichen Versammlung. Kollege Flemming_gab Bur endgiltigen Beschlußfassung über die aufgestellten Forderungen| Sache befasse, was mitunter nüßlicher sei, als die Einreichung zum Schluß bekannt, daß die nächste Mitglieder- Versammlung und deren Zustellung an die Unternehmer sind zum 20. Januar von Beschwerden an zuständiger Stelle. Nach Schluß der am 15. Januar abgehalten wird und daß auf ihrer Eages 6 große öffentliche Schneider- und Näherinnenversammlungen in Debatte wurde folgende Resolution angenommen: Der Berliner ordnung die Neuwahl des Vorstandes steht. Aussicht genommen. Weiter soll durch Flugblätter dem ge- Arbeitervertreter- Verein protestirt gegen das Vorgehen der Auf Im vorgeftrigen Bericht über die öffentliche Maurer sammten Publikum die die elende Lage der Arbeiter und fichtsbehörden, insbesondere des Magistratskommissars für die Arbeiterinnen der so blühenden und für die Unter- Drts- und Betriebs Krankenkassen gegen die Kaffen mit freier Versammlung ist die Resolution über die drei Delegirten zur nehmer so gewinnbringenden Konfektion flar gemacht Arztwahl. Er erblickt in den Maßnahmen desselben einen Ein- Gewerkschaftskommission unrichtig wiedergegeben. Sie hat zu werden. Ferner wurde über sonst noch nothwendig griff in die durch das Krankenversicherungs- Gesetz gewährleistete lauten: Die Versammlung beauftragt den Genoffen Rater, werdende Versammlungen und Vertheilung von Flugblättern be- Selbstverwaltung der Kaffen. Er ist ferner der Meinung, daß an die Gewerkschaftskommission den Antrag zu stellen, die Dele sonders an das tonsumirende Bublifum gesprochen. Hierauf er nur den Mitgliedern resp. deren Vertretern das Recht zusteht, girten der Maurer zu verpflichten, in einer allgemeinen öffent örterte man die Reorganisation des Arbeitsnachweises. Timm Bestimmungen darüber zu treffen, welche Aerzte bei den lichen Maurer Versammlung Bericht zu erstatten. Erscheinen schilderte die Mangelhaftigkeit des Arbeitsnachweises, der in Raffen auzulassen sind und in welcher Form dies geschehen die Delegirten in derselben nicht, so ist deren Mandat als er feiner gegenivärtigen Form nach feiner Richtung hin befriedige; foll. Der Verein erblickt ferner in der in dem Ober- loschen zu erklären und event. neugewählte Delegirte find alsa vom 29. November 1895 Bedeutung könne der Arbeitsnachweis nur gewinnen, wenn er präsidial- Erlaß auszugsweise dann als solche anzuerkennen." in ähnlicher Weise geregelt würde, wie der Arbeitsmarkt der erwähnten Ministerial- Verfügung eine einseitige Beurtheilung Zeitungen. Diese würden von den Arbeitslosen am meisten in der thatsächlichen Verhältnisse, da die Vertreter der betheiligten Anspruch genommen, namentlich in den hausindustriellen Kassen nicht befragt worden sind." Branchen. Redner schlägt die tägliche Herausgabe eines Arbeitsmarktes" durch den Verband vor, wovon er sich zugleich eine gute Propaganda für diesen verspricht; durch eine solche Einrichtung werde auch ein größerer Einfluß auf die gewerbs mäßigen Lohnschwindler erlangt werden. In der Diskussion wurde diesem Vorschlage allseitig Sympathie entgegengebracht. Die in der Nacht zum 5. im Englischen Garten" abgehalten In der Versammlung der streikenden Droschkenkutscher, Hauptsächlich erblickten darin die Arbeiterinnen einen wesent: wurde, berichtete Prüh über die Situation des Streits. Nach lichen Vortheil für sich. Die Versammlung beauftragte die Bevollmächtigten, das Projekt zu geeigneter Zeit zu verwirt- feinen Mittheilungen hat die Zahl der Streifenden wesentlich Der Raubmörder Sobczyck wurde nach einer telegraphi Lichen. Der letzte Punkt betraf die Beschlußfaffung über abgenommen, leider nicht aus dem Grunde, daß die gestellten die Befchichung des allgemeinen Gewerkschaftskongresses, der Forderungen bewilligt worden wären. Trotzdem die Kutscher schen Meldung aus Beuthen( Oberschl.) gestern Morgen um 7 Uhr am 2. Mai dieses Jahres in Berlin abgehalten wird. bisher vom besten Geifte beseelt gewesen seien, hätten doch viele im Hofe des dortigen Landgerichtsgebäudes durch den Scharfrichter infolge mangelnder Unterstügung dem wirthschaftlichen Reindel aus Magdeburg hingerichtet. 28itte unterbreitete der Versammlung die dazu aufgestellte Drucke nachgeben müssen. Redner folgerte aus diesem Kein Eisenbahn- Unglück. Aus Jnowrazlaw wird amtlich Tagesordnung. Er war der Meinung, daß die Lohnstatinit Drucke nachgeben müssen. beffer den einzelnen Gewerkschaftsorganisationen überlassen bleibe. Umstande, daß in Zukunft für einen Streitfonds Serge mitgetheilt: Die von mehreren Blättern(" Post", Bosnische Für gänzlich hinfällig hielt er den Buntt Arbeitslosen- Unter- getragen werden müsse, denn ohne Streifs werde es in Zukunft Beitung"," Abendpoft"," Graudenzer Gesellige") gebrachte Nach ftügung, weil hierüber die einzelnen Gewerkschaften zu entscheiden nicht abgehen, insbesondere wenn diejenigen Fuhrherren, die die richt von einem Zusammenstoß des Schnellzuges bei Gnesen mit Forderungen bewilligt haben und das sei über die Hälfte einem gemischten Zuge in der Nacht vom 5. zum 6. d. M. ift hätten. Die meisten seien gar nicht in der Lage, Arbeitslosen- bie Bewilligungen wieder zurückziehen sollten. Deffenungeachtet völlig aus der Luft gegriffen. Unterstützung zu gewähren. Die Diskussionsredner waren gleicher fei die Situation immerhin noch gar nicht so ungünstig. Bei Aus Bari wird berichtet: Infolge heftigen Wellenganges Meinung; mit den übrigen Punkten der Tagesordnung erklärten 34 in betracht kommenden Fuhrherren ständen 230 Wagen und ist ein Fischerboot in der Nähe von Molfetta gesunken. Neun fie fich gleich Witte einverstanden. Die Beschickung des Kongresses ftreitten noch 187 Kutscher. Die fehlenden Rutscher hätten Personen sind ertrunken. wurde beschlossen und die Zahl der Delegirten auf 2 feftgefeßt. fich einen anderen Dienst gesucht und führen schwarz". Der revolutionäre Königcant. Das Petit Journal" Der Arbeitervertreter- Verein beschäftigte sich am Dienstag Um tein Mittel unversucht zu lassen, sei von den Rutschern erzählt folgende Anekdote: Daß es oft bereut wird, wenn Gewerbegericht als mit dem Vorgehen der Aufsichtsbehörde gegen die Orts- Kranken- ba3 Einigungsamt an man fich in einem unüberlegten Augenblick tätowiren läßt, faffen mit freier Arztwahl. Dähne führte aus, daß das Auf- gegangen worden. Die Fuhrherren hätten indessen eine Einigung beweist das nachstehende historische Beispiel. von Schweden, eines Tages Una sichtsrecht der Behörde seit etwa zwei Jahren derart ausgeübt abgelehnt und vertrösteten die Kutscher mit der Bewilligung dotte, König wurde, verordnete Der Arzt einen werde, daß von einer Selbstverwaltung der Kassen kaum noch die einer Lohnerhöhung bis zur Gewerbe- Ausstellung. In anbetracht wohlsein befallen am Arm. AnBum großen Erstaunen der Rede sein könne. Vor allem müsse man aber bie Verfügung des der gegenwärtigen Situation beantragte Hermann Schulz Aderlaß Magistratskommiffars verurtheilen, die den Kaffen den ferneren in einer Resolution, den Streif so lange für beendet au erklären, wesenden verweigerte jedoch der Rönig seinen Arm zu zeigen. Abschluß von Verträgen mit dem Verein freigewählter Kaffen- bis der Spruch des Gewerbegerichts als Einigungsamt er Da der Arzt in deß auf dem Aderlaß bestand, befahl Bernadotte ärzte untersagte, und die jetzt, nachdem sie vom Oberpräsidenten igangen ist. Redner war der Ansicht, daß es durchaus noch den im Zimmer befindlichen Kämmerern und Leibdienern, ihn aufgehoben, vom Minister für Handel und Gewerbe bestätigt sei. nicht feststehe, daß die Fuhrherren eine Ginigung abgelehnt hätten. allein zu lassen, und nun zeigte der ehemalige Soldat der Es handle fich in diesem Falle nicht um die Frage, ob die Ueber die furz zuvor abgehaltene Fuhrherren Versammlung franzöfifchen Republit dem Doktor feinen Arm. Auf demselben freie Arztwahl für die betreffenden Rassen vortheilhaft wurde mitgetheilt, der bekannte Herr Weigert habe sich dort war in tünstlerischer Weise eine phrygische Mühe tätowirt und sei oder nicht dies zu entscheiden sei lediglich Sache der dahin ausgelassen, daß sich kein Gewerbegericht finden werde, darunter standen die Worte:„ Mort aux tyrans!"( Der Tod den Rassenmitglieder resp. deren Vertreter sondern es frage das die unberechtigten Forderungen der Kutscher anerkennen Tyrannen!) Für den Juhalt der Juferate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 9. Januar. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. 4 Zum Schluß wurde die Liste der neugewählten Vertrauens männer für die Invaliden- und Altersversicherungsanstalt Berlin verlesen. Es sind danach alle vom Berl. Arb.- Vertr.- Verein aufgestellten Kandidaten gewählt worden. " Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, den 9. Januar, fällt der Unterricht in beiden Schulen aus wegen der an diesem Abend stattfindenden Generalprobe für das Stiftungsfeft. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher ( 8weigverein Berlin). Donnerstag, den 9. Januar, bei Röllig, Neue Friedrichftraße 44, Generalversammlung. Neuwahl des Borstandes. Berliner Naturheilverein II. Heute, Donnerstag, den 9. Januar, abends 8% 11hr, im Saale des Vereins junger Kaufleute, Beuthstraße 20, Vortrag des Fräulein Cornelius über: Krankheiten in den Entwicklungsa jahren, deren Entstehung und naturgemäße Heilung.( Damenvortrag.) Vermischtes. American- Theater. Spezialitäten Adolph Ernst- Theater.| Alexanderplatz- Theater. Vorstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Vorstellung. 3um 18. Male: Frau Lohengrin. Kaufmann's Variété. Spezialitäten- Schwant mit Gefang in 3 Aften von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. 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Gesangverein Frühlingslust Versammlung sämmtlicher großjähr. Mitglieder der Kasse nach§ 46 Statuts behufs Wahl von 150 Vertretern derselben pro 1896. II. Nieft's Fest- Säle Berfammlung fämmtlicher Arbeitgeber worden. Weberstr. 17 41122 B. Nieft. Senor Fessi m. f. großartig dreffirten fpan. Stier. The Relampagos, Elite Afrobaten. Conversano II, echt Pipi im Februar für Sonnabend frei gezaner Schimmelhengst, dress. und ger. von Herrn Foottit- Burghardt. Mme. Maria Doré als Schulreiterin auf Empfehle allen Freunden und BeFauler Zauber, ostpr. Hengst. 3um fanuten mein Weiß-, Bairisch Bier Schluß der Baguettesprung a. b. engl. und gr. Speisegeschäft. Reichhalt. Bollbluthengst Vigilant. Equestrisches Frühstück von 30 Bf., Mittag mit Bier Arrangement, folg. großart. Dreffur- 50 Pf. fowie Abendtisch à la carte Nummern d. Dir. Busch; a) 6 neu von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit dreff. Fuchshengste, b) 8 ruff. 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