BERLIN Dienstag 29. Januar 1929 Der Abend Erideint täglich aufer Sonntags. Bugleich Abenbausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenftr. 3 10 Pf. Nr. 48 B 24 46. Jahrgang. 66 anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezeife Spätausgabe des„ Vorwärts 80 Vf., Reklamezeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bokfedtoute: Vorwärts- Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Deutsch- russisches Locarno. Schlichtungsvertrag mit der Sowjetunion. Das am 25. Januar in Moskau von dem deutschen Botschafter von Dirksen und dem zurzeit amtierenden Volkskommissar für Aeußeres, Litwinow, gezeich nete" Abkommen über das Schlichtungsber fahren wird im Wortlaut veröffentlicht. Wie bei allen derartigen Verträgen, handelt es sich darum, die Schlich tung von Streitigkeiten zu erleichtern, über die die beiden Regierungen auf dem Verhandlungswege fich nicht einigen konnten. Insofern setzt das Abkommen das Dutzend Schiedsverträge fort, das Deutschland bisher mit europäischen Staaten abgeschlossen hat; es verlängert so. zusagen den in Locarno mit Warschau geschlossenen Schiedsvertrag bis nach Moskau hin. Zugleich aber unterscheidet es sich in zwei bemerkenswerten Punkten von den üblichen Schiedsgerichtsverträgen. In den gewöhnlichen Schiedsgetichtsverträgen merben die Schiedsrichter und in den üblichen Vermittlungsverträgen werden die Vermittlungsfommissionen nur von Fall zu Fall; nur dann einberufen, wenn ein unlösbarer Konflikt ausgebrochen ist. Im Gegensatz dazu sieht das deutsch- russische Abkommen die regel mäßigen Tagungen der Schlichtungskommission vor, Sie versammelt sich einmal jährlich um die Mitte des Jahres zur ordentlichen Tagung", heißt es im Artikel 2 des Abkommens. Das Abkommen macht somit die Besprechungen, die über die Auslegung der deutsch- russischen Wirtschaftsvereinbarungen gegen Jahresende notwendig geworden waren, zu einer dauernden Einrichtung. Sie ist eben deshalb notwendig geworden, weil die Sowjetregierung als Nichtmitglied des Bölterbundes teine regelmäßige Gelegenheit hat, mit maßgebenden deutschen Bertretern amtlich zusammenzukommen. Somit ist der Bertrag eine Art von Völkerbundseria z. Die Beratungen deutscher und ruffischer Bertreter sollen so regelmäßig stattfinden wie die Zusammenfünfte der Außenminister der Völkerbundstaaten in Genf. Deshalb ist die Schlichtungskommission auch nicht ständig aus den gleichen Mitgliedern zusammengesetzt, sondern wird für jede Tagung beson Doppelselbstmord in der Bank. Die Katastrophe eines Bankhauses. Die aufschenerregende Nachricht von dem Selbst.| Ob zwischen den beiden Männern ein Einverständnis bestanden hat, mord zweier bekannter Berliner Bankiers, Dukas bedarf noch der näheren Feststellung. und Böttcher, Inhaber des Bankhauses Kaz u. Wohlaner, durcheilte heute vormittag die Berliner Cith. In seiner Wohnung in der Münchener Straße 42 wurde der 56jährige Banfier Karl Böttcher, Mitinhaber des bekannten Berliner Bankhauses Razz u. Wohlauer, Behrenstraße 64/65, erschoffen aufgefunden. Briefliche Hinterlassenschaften, die über das Motiv zur Tat hätten Aufschluß geben können, wurden nicht vorgefunden. Kurze Zeit darauf wurden die Sozien Böttchers, der Banfier Mar Dutas und Hermann Raß von dem Borgefallenen in Kenntnis gelegt. Die beiden Mitinhaber erschienen in größter Aufregung in der Bant Behrenstraße 64/65. Dukas, der in der Bahnallee 4 in Westend eine größere Billa bewohnt, begab sich sofort in sein Privatbureau. Er wollte nicht gestört sein und bat, niemand vorzulassen. Plöglich frachte ein Schuß stellten in das Zimmer eindrangen, fanden sie Dufas vor seinem und als die AngeSchreibfisch tot auf. Neben dem Selbstmörder lag eine Mehrlade pistole. Dufas ist verheiratet und hinterläßt eine Frau und zwei fleine Kinder. Auch das Motiv zu dem tragischen Ende Dukas' schwebt noch im Dunkeln. Wie es heißt, soll sowohl Böttcher als auch Dutas durch große verfehlte Spetulationen Riefenfummen eingeBanthaus, das zu den angesehenſten in Berlin zählt, diese Belastung büßt haben. Möglicherweise glaubten Böttcher und Dufas, daß ihr nicht tragen fönne und zogen es vor, aus dem Leben zu scheiden. ders gebildet. So ist also die Möglichkeit gegeben, daß zum Bei- 70 Milliarden Schulden Amerikas spiel Stresemann und Tschitscherin oder von Schubert Tragödie eines Beamten. Weil er die Berfehlungen eines Kollegen deckte. Wie in der Morgenausgabe mitgeteilt, wurde gestern von einem D- Jug auf dem Bahnhof Adlershof ein zunächst unbekannter Mann überfahren. Er war sofort tot und wurde später festgestellt als der Stadfoberinspetfor August Storch aus der Weserstr. 153 zu Neukölln, der im Zusammenhang mit Berunfrenungen bei der Girotaffe 53 der Stadtbant genannt wurde. Bei der Stadtbank hatte ein Rassierer Rohwoldt, dessen selbst deckte diese Veruntreuungen auf. Mit Rücksicht auf die Vorgesetzter Storch war, 135 000 m. unterschlagen. Storch Familie des Kassierers machte er zunächst eine Anzeige, uni ihm die Möglichkeit zu verschaffen, noch für Deckung zu sorgen. Storch selbst hatte davon persönlich nicht den geringsten Borteil. Erschwerend aber war für ihn, daß er schon zwei Jahre vorher eine andere Beruntreuung Rohwoldts ebenfalls nicht gleich angezeigt hatte. Er war dem Kassierer auch damals Rohwoldt festgenommen worden war, sollte eines Tages Storch in bei der Beschaffung der Deckung behilflich gewesen. Nachdem seiner Wohnung von einem Magistratsbeamten vernommen werden. Dieser traf ihn jedoch nicht an und man fand ihn endlich schwer verletzt im Keller auf. Storch hatte sich dort mit einem Rasiermesser einen tiefen Schnitt in die Kehle bei= gebracht und sich lebensgefährlich verletzt. Im Krankenhause wurde er aber wieder hergestellt. Vom Dienst enthoben, verfiel Storch und Litwinow oder Juriſten und Wirtschaftsfachleute beiber Kapitalsmacht der Sozialdemokratic mehr und mehr in Schwermut, so daß sich seine Angehörigen Regierungen in der Schlichtungstommiffion miteinander verhandeln und so einen Erfaß für die über Genf fehlende Verbindung der beiden Staaten schaffen. Jedoch hat die Schlichtungskommission nicht das Recht, eine Entscheidung zu fällen; sie ist( Artikel 5) mur beauftragt ,,, den beiden Regierungen eine gerechte und für beide Teile befriedigende Lösung der ihr norgelegten Fragen vorzuschlagen, insbe sondere um emaigen fünftigen Meinungsverschiedenheiten zpischen beiden Parteien in denselben Fragen vorzubeugen". Rommi die Schlichtungskommiffion zu teinem einheitlichen Vorschlage, so soll fie binnen vier Monaten noch einmal zusammentreten, um nochmals eine Einigung zu versuchen. Der Bericht wird beiden Regierungen zur freien Entscheidung über Annahme oder Ablehnung vorgelegt. So fehlt in diesem Schlichtungsvertrage die über die Auslegung von Rechtsfragen entscheidende Instanz. Das liegt daran, daß die Moskauer Regierung in dem Dogma der ,, Souve ränität der proletarischen Diktatur" ebenso befangen ist wie der Senat der fapitalistischen Großmacht Ameritas oder die Regierung der konservativen Kapitalisten Englands in dem Dogma der Souveränität imperialistischer Machtpolitif. Mostau jo wenig wie London und Washington wollen die Entscheidung über nationaler Instanzen anerkennen, während unter dem Drud der Sozialdemokraten die deutsche Regierung das Obligatorium, die Unterwerfung unter den internationalen Richterspruch, anerkannt hat. So entspricht der Bertrag Berlins mit Moskau den in der kapitalistischen Welt zurzeit herrschenden Ideologien. Das wird nicht ausschließen, daß, wie 1922 und 1926, dies Abkommen bei der Deffentlichkeit der Westmächte großes Aufsehen erregen wird. Das liegt aber feineswegs an dem Inhalt der Vereinbarung mit Mostay, sondern daran, daß die Verhandlungen darüber mit einer Heimlichfeit geführt worden sind, als ob es sich um ein Militärbündnis handelte. Die Ueberraschung löst die Bermutung aus, es habe sich wieder einmal um eine deutsche Intrige" gehandelt. Wenn die Wilhelmstraße in den nächsten Tagen es sich wieder angelegen fein Lassen muß, zu beruhigen", so ist das ausschließlich der unglücklichen Hand zuzuschreiben, die sie in Dingen der Pressepolitik aus der Tradition früherer Zeiten her noch immer hat. " Berichte 2. Seite mit dem Gedanken trugen, ihn in einer Anstalt unterzubringen. Um dem zu entgehen, suchte er den Tod auf den Eisenbahnschienen. Albert Thomas in Japan. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamts, A1bert Thomas, hat por einiger Zeit eine Reise nach Ostasien angetreten, um die dortigen sozialen Verhältnisse zu studieren und die Verbindung zwischen seinem Amt und den Regierungen des fernen Ostens zu feftigen. Seine Stellungnahme zu den chinesischen Fragen hat Aufsehen erregt. Unser Bild zeigt ihn bei der Begrüßung durch den Führer der japanischen Opposition Yuto Hamaguchi in Tokio. Mittiardenschulden Amerikas. London fürchtet amerikanische Kreuzer. Washington, 29. Januar. Angesichts der Möglichkeit, daß die Regierung sich in dem Budget für das laufende Rechnungsjahr einem Defizit gegenüber sehen wird, hat Präsident Coolidge Montag abend eine Warnung erlassen, die besagt, daß strenge Sparsamkeit in den Bundesausgabcn fort» dauern muß. und daß die schnell sich vermehrenden Aus» gaben der staatlichen und kommunalen Verwaltungen energisch eingeschränkt werden müssen, wenn die Wohl- fahrt der Nation aufrechterhalten bleiben soll. U. a. weist der Präsident darauf hin. daß die Ausgaben der staat- lichen und kommunalen Verwaltungen von 3999 Mil- lionen Dollar im Jahre 1921 auf 7931 Millionen Dollar im Jahre 1927 gestiegen sind. Die Gesamtschuld betrug am 31. August 1919 ungefähr 29 999 Millionen Dollar. Bis zum 39. Juni vorigen Jahres ist diese schwere Last auf 17 999 Millionen Dollar vermindert worden, und die Regierung ist verpflichtet, diese Summe binnen drei Jahren auf 13 Milliarden herabzusehen. Hoover für Coolidges Politik. washinglon, 29. Januar. Senator Sale, Vorsitzender des Marineausschusses des Senats, verlas in der heutigen Sitzung des Senats eine ihm durch den Sekretär des Präsidenten Coolidge zugestellte Botschaft choovers an Coolidge, in der Hoover erklärt, er habe sich, abgesehen von der Wahlkampagne, weder öffentlich noch privatim über die Kreuzervorlage geäußert. Er habe vielmehr verschiedenen Besuchern allgemein erklärt, es wäre unpassend, Ansichten über schwebende Regierungsangelegenheiten zu äußern. Wie Präsident Coolidge wisse, unterstütze er warm dessen eigene Ansichten, und er stelle Coolidge anHeim, dies anderen mitzuteilen. Die heute morgen verofientlichte Nachricht darüber, daß der neue, sein Amt im März antretende Präsident choover sich für den sofortigen Beginn des Kreuzerbaues ausgesprochen hat, wurde zwar sogleich dementiert, choooer hält sich naturgemäß von öffentlichen Bemerkungen über die Politik des noch amtierenden Präsidenten und Parteiführers völlig zurück. Dies Dementi trat in den aus London übermittelten Nachrichien jedoch völlig in den Hintergrund. Das ist ein neues Beispiel für die groß« Nervosität der Londoner Ocfscntlichkeit und Regierungskreise, die vor der Aus- ficht eines Wettrüstens mit den Vereinigten Staaten selbst bei Schissen von 19 999 Tonnen große Sorge haben. Diese Sorge wird aber zur A n g st aus innerpolitischen Gründen. Die amerikanische Kreu.z«rvorlage ist doch die Quittung dafür, daß die konservative Regierung bei der Genfer Marine-Abrüstungskonferenz die Einigung mit den Vereinigten Staaten hat scheitern lassen. Die konservatwen Kreise jürchten mit Recht, daß dieser grobe polstische Fehler ihrer Partei im Wahlkampf, der Im Juni erwartet wird, einen schweren Schlag versetzen wird. Liberal« und Arbeiterpartei' nützen ihn ge- hörig aus. In Amerika selbst ist der Kampf darüber noch unentschieden, ob die Kreuzervorlage mit der sogenannten Baufristklausel, d. h. mit der gesetzlichen Festlegung eines Baubeginnes, angenommen wird oder ob die Regierung nur zum Kreuzerbau ermächtigt werden soll, um damit ein Druckmittel in kommenden Abrüstungsverhand- lungen zu haben. Die Admiralität und die Rüstungsindustrie drängen auf den sofortigen Baubeginn nach Annahme der Vorlage, die organisierte Friedensbewegung, die Kirchen und Frauenorganisatio- nen und die aus dem Weltkrieg herstammende Schuldenlast drängen dazu, den Baubeginn der Regierung freizustellen, damit sie bei kom- Menden Verhandlungen den Vertragspartnern sagen kann: Entweder ihr nehmt unsere Bedingungen än oder wir rüsten, daß euch der Atem ausgeht. Märchen und Wirklichkeit. „Die Kapitalsmacht der Sozialdemokratie." Unter der Ueberschrft„Die Kapitalsmacht der Sozialdemokratie" brachte die Nationalliberale Korrespondenz vor kurzem eine Notiz über einen Vorgang, der den Kommunisten im Preußischen Landtag Gelegenheit zu einer Kleinen Anfrage und Angriffen gegen die Sozialdemokratie im Hauptausschuß des Landtags gab. Es wird be- hauptet, daß die Zahlungsschwierigkeiten der Stadt Waldenburg, die �aus einer Verbindung mit der Banksirma Th. Radtke in Berlin ent- 'standen sind, legten Endes auf die Sozialdemokratische Partei zurück» zuführen wären, die die Absicht gehabt Hobe, die Aktien einer der größten Papierfabriken der Welt zu erwerben, aber von diesem Vorhaben zurückgetreten sei. Dadurch sei die Bank- firma in Schwierigkeiten geraten, deren Folgen die Stadt Walden- bürg jetzt zu oerspüren hat. Die Stadt prüfe zurzeit die Möglichkeit, Schadenersatzklage gegen die Sozialdemokratische Partei zu erheben, nachdem die Firma ihre Forderung an die Stadt Waldenburg ab» getreten hat. Voller Neid heißt es dann in der Nationalliberalen Korre- ipondenz:„Aus alle Fälle ist dieser Vorgang dafür bezeichnend, über welche großkapitalistischen Kräfte die Sozialdemokratie oerfügt." Der sozialdemokratische Parteivorstand hat niemals den Ge- danken erwogen, diese Papierfabrik zu erwerben. Das Ersuchen ist zwar an ihn herangetragen worden, aber schon in der e r st e n Be- sprechung von dem Leiter der Konzentration abgelehnt worden. Diese Besprechung fand am 2. April v. I. statt. Von diesem Zest» piinkt ab war die Firma Radtke nicht im Zweifel, daß es für sie unmöglich sein würde, mit dem Parteivorstand in irgendwelche Gefchäftsbeziehungen zu kommen. Da» hinderte sie aber anscheinend nicht, fünf Wochen später in Waldenburg den Anschein zu erwecken, als ob sie mit dem Parteivorstand in Geschäftsverbindung stehe. Daß der frühere Geschäftsführer der sozialdemokratischen Land- tagsfraktion, Müller, mit jenen Herren in Verbindung gestanden hat, ist richtig. Aber die Tatsache dürfte auch bereits bekannt sein, daß Herr Müller nicht nur von seinem Posten als Sekretär der Landtagsfraktion abgesetzt und nicht wieder als Landtagskandidot aufgestellt wurde, sondern daß er aus der Partei ausge» schlössen, dieses Faktum öffentlich protokoÄkrt und gegen Müller auch durch den Vorstand der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Strafanzeige erstattet ist. Wir glauben, daß das genügt, um das Märchen von dem Erwerb jener Papierfabrik in Norwegen durch den sozialdemo- kratischen Parteivorstand und Beziehungen, die zwischen ihm und der Firma Radtke bestanden hätten, endgültig zu zerstreuen. Wer sich aber über„die Kapitalsmacht der Sozialdemokratie" wirklich informieren will, braucht nur die öffentliche Rech» nungslegung zu beachten, die der Parteivorstand alljährlich erstattet. Schacht in Paris. Ein Rankett der Fühlungnahme. Paris, 29. Januar.(Eigenbericht.) Zu Ehren des Rrichsbankprsisidenten Schacht, der am Montag in Paris eintraf, um mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich die erste Fühlung für die bevor» stehenden Tachverständigenberatungeu aufzunehmen» fand in der Bank von Frankreich ein feierliches Bankett statt. Die hervorragendste» Persönlichkeiten der französischen Finanz und Industrie nahmen daran teil. Politiker oder Minister waren jedoch nicht vertreten. Der Reichsbank- Präsident wird voraussichtlich am Dienstag nach Berlin zurückreisen. Die Sachverständigen zur Revision des Dawes-Planes Werden wahrscheinlich schon im Laufe der nächsten Woche in Paris eintreffen. Man erwartet, daß sie etwa a m 9. Februar zu der»ersten unverbindlichen Aussprache zusammentreten werden, der dann am 11. Februar die offizielle Eröffnungssitzung folgen soll. Beschimpfung Hirisiefers. Kraftmeierieum statt Politik. Einen unerwartet«» Verlauf nahm die Berufuugsverhandlung gegen den Redakteur Rebe von der„Roten Fohn«, die heut« früh vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz von Landgerichtsdirektar Hoeer stattfand. Wegen B ele idi» gung des Wohlfahrtsministers Hirtfiefer war Angeklagt« vom Schöffengericht Mille zu 1999 Mark Geldstraf« vemrterlt worden. Di« Berufung des AngeNagten richtete sich gegen die Höh« der Straf«, die des Ministers als Nebenkläger und des Staatanwalts verlangte grundsätzlich wegen Minister- beletdigung Gefängnisstrafe. Wegen desselben Artikels ist«in Re- dakteur der rechtsstehenden„Rheinifch-Westfälischen Zeitung" In Essen zu einem Monat Gefängnis, der Redakteur der„Koimnu- nistifchen Zeitung"n den gleichen Räumen einen interessanten Vortrag über seine Erleb- nisse auf dieser abenteuerlichen Fahrt, wobei di«„Wunder von Himmel und Ozean' in Wort und vor allem in ausgezeichneten, meist farbigen Lichtbildern nach seinen eigenen Skizzen den größten Eindruck machten. Das Erstaunlichste der atmosphärischen Dramatik, SM Meter über der endlosen Wasserwllste, die unsäglichen lieber- raschungen von Wolken, Licht und Sturm kameb besser, als es auch dem Film möglich ist, in der Interpretation durch den Künstler heraus. L.?. Leb. Hochflut der Doktorarbeiten. Eine interessante Statistik über die Doktorarbeiten in Deutsch- lond von 1885 bis 1926 findet sich in der Festschrift für den Direktor der preußischen Staatsbibliothek Kuhnert. Insgesamt wurden in dieser Zeit 15ZS70 Doktorarbeiten verzeichnet, davon 62 314 medi- zinische, 53046 philosophische. 34 799 juristische, 1220 theologische und an den seit 1913 berücksichtigten Technischen Hochschulen 35,56. Die Zahl der Dissertationen sst ständig gestiegen und hat sich in der Nachkriegszeit zu einer wahren Hochflut entwickelt. Im 19. Jahr- hundert wird die Iahresanzahl von 1560 Doktorarbeiten, die 1885 verzeichnet wurden, mir lmrgsam und allmählich überschritten. Während des Krieges trat ein Rückgang«in, aber nach dem Kriege schwoll die Zahl der Dissertationen an und stieg 1923 bis zu der Rekordzifier von 11 441 Doktorarbeiten in einem Jahr. Dabei ist für die Posten eines städtischen Nacht- oder ländlichen Flurwöchters der Besitz eines Doktortitels noch nicht einmal vorgeschrieben. Kapellmeister wolsgang Zeller von der Volksbühne legt Wert darauf sestzustellen, daß er mit dem anläßlich der Doorner Ge- burtstagsfeier genannten Kapellmeister Wolsgang Zeller nicht i d e n t i s ch ist. Es handelt sich offenbar um eine Verwechslung des Vornamens. agr da» Deutsche Ihealer in Biflim! In den historische» Wohnräumen deS Berliner Schlosses veranslaltet die..Geselllchast der Freunde deS Deutichen TbellterS in Brünn. Litz Bci lin' am 3l. Januar, abend« 8'/, Ubr,«inen Gesellschaflsabend mit Kunzerl. Für die Wiedererrichtung und Erhaltung de« Deutschen Theaters tn Brünn sollen dabei Freunde geworben»erden. Teilnehmerlarten zu 3 M. durch die GeschäslSstelle, Bleibtreuftr. 4S, t. Gtock. .Der entfesielll« Za»", ein Ballett von Frida Holst und Karl Bergeest, Mufit von Alexander Kolhberqh, kommt in da« Tanzmatinee der VolkSbübne am Sonntag Z.Kebruar, t l Uhr vorm. im Theater am Bülowplatz zur Ur- aufsührung. Da« Programm enthält außerdem noch eine„Kleine moralische Revue'.„Sprichwörter' von Frida Holst und Karl Bergeest sowie ein« Reibe kleiner Solo- u. GruvPentänze.LoSiarten für Mitglieder der Volkbühne 1L0M Platzkarten 4, 3 und 2 M. bei Tretz und Wertheim sowie an der Theaterkasse. Musikcheonik. Zu dem am Donnerstag, 8 Uhr, Im Bach-Saal stattfin« denden. vom Berliner Sinfonie-Orchefter unier Leitung von Arnold Ebel unter Witwirkimg von Mauriis»an den Berg(Violine) ausgeführten Konzert sind Karten zum ermäßigten Prei»(l und 2 M) bei Horsch im Gewerl- schoftthauS erhältlich. „ Sowjets und Erziehungshaus." Fürsorgeerziehung in Rußland. Nicht Potemkinsche Dörfer, sondern rauhe Wirklichkeit. Die kommunistische Jugend- Prawda" stößt einen klagefchrei aus:„, 300 000 kinder, vom Leben verwundet, werden in den Kinderhäusern langsam aufgerichtet. 300 000 Kinder, die fich mitunter des Gesichts ihrer Mutter nicht entsinnen, die den bitteren Geschmack des Alkohols, Asphaltteffel, Kälte und Schmutz lennengelernt haben. Werden sie wirklich aufgerichtet, wer führt sie ins Leben hinein? Uns feindliche Menschen haben in den Kinderheimen Fuß gefaßt. Ehe. malige Offiziere und Schuhleute, alte Jungfern und allerlei Menschengesindel, das die kinder beffiehlt und mißhandelt und die schlimmsten Erinnerungen wieder levendig macht." Die Werkstätten befinden sich im vernachläffigten Zustand... All das jei aber auch für die übrigen Kinderheime bezeichnend. Die Jungkommunisten, die die Verhältnisse in den Heimen untersucht haben, haben hier statt lebensfroher Zöglinge verängstigte Kinder gefunden. Und schließlich in Mostau selbst. Da gibt es an der Peripherie ein Arbeitshaus für minderjährige Rechtsverleger. Die tommunistische Jugend- Prawda" bringt über diese Fürsorgeanstalt Schlagzeilen wie „ Die ,, Die Universität für jugendliche Diebe." ,, Eine Lafterhöhle unter dem Aushängeschild eines Arbeitserziehungshauses." .Statt Besserung die Qualifizierung zum Diebe." Aber, sagt sie, sobald Besucher kommen, merken sie nichts von alldem, was da vorgeht. So hübsch ist alles aufgemacht. In das für Besucher bestimmte Buch schreiben sie dann: Im Hause herrschte eine mustergültige Reinlichkeit und Ordnung." Hier werden aus jungen Verbrechern durch Anleitung zur Arbeit und verständige ErBranch von Opium und Raufgiften erlaffen. Bem fie aber ein Ergebnis erreichen wolle, dann müßten die Ronzessionen, diese Inseln des Widerstandes verschwinden, die unter dem Schuß der fremden Flaggen den verhängnisvollen Schleichhandel deckten und zu wirklichen Vergiftungsherden zu werden drohten. Der Opiumfrieg Englands sei der Ausgangspunkt für die allgea meine Bergiftung des chinesischen Volkes geworden. Wang King Kn wies auf die großen Einnahmen fernöstlicher Verwaltungen aus dem Opiumhandel hin, die nach seinen Statistiken bis zu 30 Proz. des Budgets ausmachten, und fam dann auf die Erfolge der japanischen Regierung in der Opiumbekämpfung auf Formosa zu sprechen, zu der er die japanische Regierung nur beglückwünschen fönne. Er müffe aber hinzufügen, daß der japanische Vertreter mit dieser Erwähmung eine der schmerzlichsten Stellen der chinesisch- japanischen Beziehungen berührt habe, da Formosa nach chinesischer Auffassung ein irredentistisches Stüd Erde sei, das dem Mutterlande, entgegen dem Grundsatz des Selbstbestim= mungsrechts der Völker, entrissen wurde. Wolle man den Opiumschmuggel bekämpfen, fo müsse man zu einer Einschränkung der Opiumproduktion und der Herstellung von Opiumderivaten übergehen. China werde dabei in jeder Weise mitarbeiten. Zu diesem Zwed unterbreitete Wang King Kn der Opiumfommiffion folgende Wünsche: 1. Die Staaten sollten ohne Rücksicht auf die finanzielle Seite im Fernen Often vollständig verbieten. Die kommunistische Internationale Arbeiter. hilfe", eine einträgliche Filiale des Gefchäftemachers Münzenberg, fordert zu einer Attion gegen die deutsche Fürsorgeerziehung auf. Die Sozialdemokratie hat stets die Auswüchse in der Fürsorgerziehung energisch betämpft; fie wird dies auch weiter tun. Aber täte die JAH. ziehungsmethoden neue Arbeitsmenschen geschaffen." Und wie fieht der Frage den Gebrauch von Rauschopium in ihren Kolonien nicht gut, ihren Wortschwall und ihre Tattraft gegen die ihr doch näherstehende sowjetrussische Fürsorgeerziehung zu richten? Denn wie schlimm die Dinge in der deutschen Fürsorgeerziehung auch sein mögen, an das Ungeheuerliche der von der kommunistischen Jugend- Prawda" geschilderten Verhältnisse reichen sie in feiner Weise heran. Und meiter heißt es in dem Mostauer Blatt: Die Kinder werden geprügelt... Hunderte von Berichten an die kommunistische Jugend- Prawda" melden das. Auch das Volkskommissariat für Bildungswesen erkennt die außerordentlichen Zustände in den Kinderhäusern an. In einem vor furzem erschienenen Rundschreiben heißt es u. a.: Die eingegangenen Berichte offenbaren eine Unmenge Mängel jeglicher Art innerhalb der Kinderhäuser. Die Hauptschuld liege bei den Erziehern, ehemaligen Offizieren und ähnlichen Elementen. Es wird aber auch gleich darauf zugegeben, daß die Kommunisten und die Jungfommunisten, die von der Partei in die Kinderheime entsandt werden, es nicht anders treiben als jene. Auch sie prügeln! Die kommunistische Jugend- Prawda" gibt auch einige Illustrationen. In der Nähe von Arsamas befindet sich ein Kinderheim mit 200 Kindern. Die Lehrerin Kuratina ist in ihren Strafen wenig wählerisch: fie mißhandelt die kinder, # läßt sie mehrere Tage hintereinander ohne Mittag und Abendbrot, entzieht ihnen, selbst im falten Winter, ihre Mäntel, Schuhzeug und Müzen. In einem Falle hat einer der Erzieher einem 3ögling den Schädel eingeschlagen. Die Kinder sind nur notdürftig angefleidet, schmuzig und verlauft. Als Nahrung dienen ihnen Kartoffel und Brot. wird von den Eltern ein Junge hergegeben, der zwar verwahrloft, aber sonst mit dem Gesetz noch nicht in Konflikt gekommen ist, so ertennen sie ihn in einigen Monaten nicht wieder. Entwendete er etwa früher bei der Mutter Geld, um seinen Drang in die Ferne zu befriedigen, so versteht er nun vorzüglich, mit Dietrichen umzugehen und fennt die Verbrechersprache. Und nachts? Wie geht es da zu? Die Jungens fönnen sich Schnaps verschaffen, in den Schlafzimmern wird Karten gespielt und gesoffen. Man verspielt alles: Meidung, Brot, Mittagessen usw. Die Aufseher stehen auf gutem Fuße mit den Führern" und lassen alles geschehen. Dafür zeigen fie ihre Macht den Schwachen und kleinen gegenüber, und mißhandeln sie. In der Schlosserei verfertigen sich die Böglinge Dietriche und Stemmeisen. Die sich gebessert haben, werden tags: über zur Arbeit beurlaubt; abends beschäftigen sie sich mit Dieb stählen und kehren nachts, mit der Schnapsflasche in der Tasche, in die Erziehungsanstalt zurüd. Auch einen Rarzer gibt es da, in dem die 3öglinge oft eine ganze Woche verbringen müssen. Die Wände sind hier feucht, der Fußboden dreckig, ein Klosett gibts nicht, der Zögling ersticht fast in dem steinernen Loch. Was Wunder, daß die jungen Menschen immer wieder ausrüden. Natürlich gibts auch einige wenige Erziehungsanstalten in Rußland, in denen es anders aussieht. In der Mehrzahl der Anstalten herrschen aber Zustände, wie sie die kommunistische JugendPrawda" schildert. Sowjetrussische Fürsorgeerziehung! China flagt England an. 2. Solange die ungleichen Verträge noch nicht abgeschafft seien, follen die Konsulate der Länder, die noch im Genuß der Vorteile diefer Verträge stehen, denjenigen ihrer Staatsangehörigen den Schutz entziehen, die sich mit Opiumschleichhandel abgeben, und es den lokalen Behörden überlassen, gegen derartige Delitte vorzugehen. 3. Die Mächte sollen Innerhalb ihrer Konzessionen und Bachtgebiete zur Unterdrüfung des Opiumschmuggels die Mitarbeit der chinesischen Polizei zulaffen. 4. Jeder Staat foll seine Rauschgiftfabritation nach seinem medizinischen Bedürfnis einschränken und nach Vora schrift der Haager Opiumfonvention tontrollieren, folange noch feine einheitliche Regelung für die Kontingentierung vorhanden ist. 5. Die von England vorgeschlagene Entfendung eines Aus schusses zur Untersuchung des Verbrauches an Rauschopium im Fernen Osten soll seine Untersuchung auf sämtliche Länder ausdehnen, die Opium anbauen oder verarbeiten. Die Debatte über diese Erflärungen füllte die ganze Nach mittagsfizung aus, während der von verschiedenen Seiten gegen den politischen Teil der Darlegungen des chinesischen Mitgliedes protestiert und von dem englischen Vertreter Sir Malcolm Delevigne verlangt wurde, daß das chinesische Exposé überhaupt nicht in das Sigungsprotokoll aufgenommen werden soll. Schließlich wurde nach zweitägigem Rampf die Rede des Chinesen gegen den Protest Japans in das Protokoll aufgenommen, Man könnte erwidern: Arsamas ist finstere Provinz. Wie Wegen der Opiumvergiftung der Bevölkerung.- Schwerer Frankfurter Funktionärfonferenz zur Behrfrage. sieht es aber im Kinderheim Alechino im Gouvernement Tula aus, einige Stunden Bahnfahrt von Moskau? Die Fensterscheiben find zerschlagen, die Türen ausgebrochen; man findet beschädigte Tische, Stühle und Betten. Die Zöglinge schlafen zu Dreien im Bett, auf Fußboden und Tischen; gesunde Kinder zusammen mit franken. Die Aerzte besuchen das Heim überhaupt nicht. Abendbrot gibt es nicht. Die 3öglinge sind einfach zum chronischen Hungern verdammt. Von einem geistigen Leben ist keine Rede. Alle ohne Ausnahme rauchen. Die Mädchen ergeben sich der Prostitution, sie werden von den Jungens geprügelt, den Weg zu ihrem Schlafzimmer finden sie durch die Fenster. Monatelang wird nicht gebadet. Das Ausrüden ist eine tägliche Erscheinung, Revolten werden mit Hilfe der Polizei unterdrückt. Die Jungen tragen finnische Dolche bei sich. Bon Erziehung ist nichts zu merken, denn die Erzieher selbst bedürfen einer Erziehung. Prügeln tun sowohl die Erzieher als auch die übrigen Angestellten. Einem der Zöglinge hat die Frau eines Erziehers ein Auge ausgeschlagen... Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, d.29.1. Dienstag, d.29.1. Staats- Oper Unter a. Linden A.-V. 26 20 Uhr Städt. Oper Bismarckstr. Turnus III 20 Uhr Bohème Tosea Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d. Republ. R.-S. 25 20 Uhr ain Gendarmenmarkt A.-V. 25 20 Uhr Kampf um das Gigungsprotokoll. Genf, 26. Jamuon Im Oplumausschuß des Bölterbundes, der sich in den letzten Tagen mit dem Opiumschmuggel befaßte, gab das chinesische Mitglied Wang King Ky eine Erklärung über die Stellungnahme Chinas zur Opiumfrage ab. Sie enthielt eine Reihe politischer Angriffe auf die im Fernen Often interessierten europäischen Mächte und auf Japan. China dürfe man keinen Vorwurf machen, seinerseits nichts zur Unterdrückung des Opiumschmuggels getan- zu haben, da diese Mächte auf Grund der ungleichen Berfräge China zur Duldung des Opiumschmuggels zwängen. Für jede Maßnahme müsse sich China an die Mächte wenden, die aber bisher noch nie darauf eingegangen seien. Die fremden Konsulate, Konzessionen und Bachtgebiete schützten geradezu den Opiumschmuggel, manchmal täten das noch fremde Truppen mie die Japaner in Schantung. Die chinesische Nationalversammlung habe sofort nach Antritt ihrer Herrschaft ein Gesetz gegen den MißMetropol- Theater Gr.Schauspielhaus 8 Uhr 8 Uhr Luftige Witwe Casanova mit mit FRITZI MASSARY ALFRED JERGER Max Hansen Elleat, Jankuhn, Junkermann, Schaeffers, Marquita Sisters, Beauty Girls, Jackson Boys Emmy Sturm Frind, Ahlers, Lieske, Serds, La Jana, Winkelstern, Kupfer, Arno, Bendow, Morgan, Blankenhora, Picha Zwei Charell- Inszenierungen Gesamtausstattung Prof. Ernst Stern. In beiden Theatern Sonntag 3 Uhr Nachm.- Vorstellung zu kleinen Preisen Demnächst auf Elektrola Cardillac Oedipus Theater des Weſtens Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Flachsmann als Erzieher 20 Uhr SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 HARRY RESO und weitere Varieté- Neuheiten Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel. Mpl. 16077 Täglich& Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger DIE JANUAR Krach! SENSATION: Volkspreise: Mk. 0,50 b. 2,00, Logen 2,50 Täglich 8 Uhr Der sensationelle Erfolg! Friederike Musik von Franz Lehar Borverkauf ununterbrochen. Raffe den ganzen Tag geöffnet. Teleph. Steinplag 931 n. 7108. CIRCUS BARUM Berlin- Lichtenberg er- Ecke Gürtelstr. Mur noch einige Tage täglich abends 8 Uhr. Neu auf Elektrola 8% Uhr CASINO- THEATER 8 Uhr Neu! Lothringer Straße 37. Neu! Kilometerliebchen Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rand 0.80 M Komische Oper( 81/4) Nach erfolgreich. Umarbeitung: der Paradies stissen Frauen! Parkett 4,50, Rang 2,50 M. Renaissance- Theater Tel. Steinplatz 901 u. 2583/84. Täglich 8 Uhr ..Das große ABC" Regie: Gust. Hartung. Volksbühne Frankfurt a. M., 26. Januar.( Eigenbericht.) Die Bertrauensmämerversammlung des Groß- Frankfurter Parteiorganisation, die am Freitag abend zum Barteitag Stellung nahm, stimmte einstimmig für eine Resolution Kirchners, die den Parteitag auffordert, den Absatz 3 der zu dem Wehrprogramm von der Kommission vorgelegten Richtlinien zu streichen. Eine meitere Entschließung fordert, daß die Mitglieder der Sozialdemo tratie zur Kriegsdienst verweigerung verpflichtet sind. ( Schluß des redaktionellen Teils.) Sie ist da, die von jeder fparfamen Hausfrau langerfehnte Weiße Boche im Raufhaus Tempelhof. Das Kaufhaus bietet auch dieses Mal wieder Wäschestoffe, Bettwäsche, Tischwäsche, Gardinen für den guten, alten Galon jomie für die Giedlungswohnungen, und Leibwäsche für die Damen, den Herrn und das Kind in guten Qualitäten und Breifen, die Ihr Erstaunen erregen. Das Inferat in der heutigen Rummer tann nur einen fleinen Teil von den vorteilhaften Einkaufsmöglichkeiten bringen. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud druderei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Th. am Schiffbaverdamm HALLER- REVUE Täglich 8 Uhr Theater am Blowplatz Die Drei- Groschen- Schön and 8 Uhr: Das Mädl aus der Vorstadt Regie: Jürgen Fehling Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper 8 Uhr Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. schick" Th. im Admiralspalast Täglich 81 Uhr. Thalia- Theater Deutsches Theater Dresdener Str. 72-73 Norden 12310 8 Uhr 8 Uhr, Ende 10% U. Oelrausch" Zum 100, Male Die Verbrecher Berliner Theater Schauspiel von Thalia- Theater FerdinandBruckner Direkt.Heinz Herald Regie: HeinzHilpert Charlottenstraße 90 A. 7. Dönhoff 170 Täglich Oelrausch Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Flachsmann als Erzieher Staatsoper am Platz der Republik 8 Uhr Cardillac Kammerspiele Norden 12310 8 Uhr 8 Uhr 8, Ende nach 10% U. 3 X Hochzeit ,, Soeben erschienen" Komödie von Edouard Bourdek Regie: ( Abie's Irish Rose) Barnowsky- Buhnen Theater in der Forster Larinaga. Königgrätzer Straße Z entralTheater Alte Jakobstr. Edke Oradienstr. Täglich 84 Uhr Sonntag auch 4 Uhr Die Komödie ich küsse Ihre Bismarck 2414/7516 Hand, Madame 814 Uhr, Ende 1014 Olympia" Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem von Franz Molnar gleichnam.Schlager Regie: Rundfunkhörer Forster Larinaga. balbe Preise 81 Uhr Revolte im Erziehungshaus Schauspiel Winter Garten 8 Uhr Rauchen erlaubt Drei Codonas und weitere Varieté- Neuheiten Reichshallen Theater Abends 8 Sonntag nachm. 3 Steffiner Sänger Das wundervolle Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Nur noch bis 31. Jan. Max Adalbert in Der Dickkopf Sandrock, Landa, Sterler, Sikla. Trianon- Th. Täglich 84 Uhr Der letzte Schleier mit Erika Gläßner Januar- Programm! und Oskar Beregi Nachm. halbe Preise, volles Programm. Dönhoff- Brettl: Varieté/ Konzert/ Tanz Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr: Jettchen Gebert Singspiel von Walter Kollo R Saltenburg- Bühnen Lessing- Theater 8 Uhr: ose- Theater Katharina Knie. ir.Frankfurter St.132 8% Uhr Die Fledermaus Wer probt, der lobt! Gute reine NaturBuffer 1.80 Wegner, Berlin SO. Mariannenstr. 34 von P. M. Lampel. Planetarium am Zoo Philharmonie Hausnummer achten Komödienhaus 814 Uhr Das Geld auf der Straße Abenteuer v. Bernauer u. Oesterreicher NEUE WELT Arnold Scholz Hasenheide 108/14 GR. BOCKBIERFEST Grosse Schweinebrateret; Prämierung der ähnlichsten Damen- Zwillinge. 3 Geldpreise 75.-, 50,- und 25.- Rm. Anfang 7 Uhr. 7 Kapellen 50 bayerische Madl. Einlaẞ 6 Uhr. Verläng. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr: 8 Uhr KONZERT Papierhaus Der Sternhimmel Dirig Prof. I Prüwer jetzt des Philharm.Orch, LJuergens im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel 20 Uhr Werden u. Vergehen d. Sterne Dtsch. Künstler- Th. 8 Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Rita Matthias Preise 1-10 Mark unter gefl. Mitwirk. d. Klingler- Quart. Nr. 43, Quartettkonzert Amoll- Spohr.Scheherazade- RimskyKorsakow Lustspielhaus Friedrichstr.236 NEUE KONIG STR Bergmann 2922/23 Neue Königstr. Täglich 84 Uhi GuidoThielscher in Weekend im Paradies Wospeist man gut n.billig? Nur Groß- Berlin Alexanderplatz. Beilage Dienstag 29. Januar 1929 Reise nach Tunis Der Abend Spalausgabe des Vorwärt Eine Veranstaltung des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit Der Reichsausschuß für sozialistische Bil dungsarbeit veranstaltete im Herbst vorigen Jahres eine Gesellschaftsreise nach Tunis. Die Fahrt führte über Straßburg nach Marseille. Von hier aus erfolgte die Ueber: fahrt. Genosse Hartig, der Führer der Veranstaltung, schildert den Eindruck dieser ersten Berührung mit Nordafrika. Zwei Nächte und den dazwischen liegenden Tag dauert die Ueberfahrt von Marseille nach Tunis auf dem modernen 8000Tunis: Araberviertel Tonnen- Dampfer der französischen Linie. Am Tage sieht man die Steilfüste von Sardinien in der Ferne stundenlang vorüberziehen. Allmählich spürt man das Klima milder werden. In der Frühe taucht Afrika auf, fahl und felsig ist seine Steiltüste. Wir sind im Golf von Tunis. Um aber in den Hafen zu gelangen, ist erst noch der Bahirasee zu durchqueren, eine Lagune, durch die etwa 12 Kilometer lang ein schnurgerader Fahrtanal läuft. Und nun legen wir an. Ein buntes Menschengewimmel herrscht auf dem Kai, dazwischen steht eine Kompagnie schwarzer Soldaten in straffer Haltung, ihre Kapelle spielt ununterbrochen, dem Schiff zum Gruß. Die an Land gehenden Passagiere werden von den Einheimischen lärmend empfangen, zerlumpte, dunkelhäutige Gestalten drängen sich heran, wollen durchaus das Gepäd tragen. Schon sind wir von Bettlern umschwärmt, die verstümmelte Glieder zeigen. Es ist noch nicht 8 Uhr, aber schon strahlt auf uns eine grelle, brennende Sonne. Unser Hotelier erscheint und hilft uns rasch durch die Zollstelle. Wir besteigen die Autos, in sausender Fahrt geht's in die Stadt. Unser Führer führt uns gleich in echt orientalisches Gewimmel, auf den Lebensmittelmartt. Am liebsten würden wir uns vor dem Gestank, den die Fleisch- und Fischbuden ausströmen, die Nase zuhalten! Da gibt es Würste aus Milcheselfleisch. Berge von Granatäpfeln sind aufgetürmt neben unglaublich schmutzigen Tomaten und unansehnlichen grünen Zitronen. Dort hängen Bündel von Datteln noch an Zweigen, auf denen zahllose Fliegen, wie auf allem hier, herumkrabbeln, hier liegen Haufen von riesigen Kürbissen und Melonen in seltsamen Formen. Ueberall stehen Köche und backen in Del flache Kuchen, braten Würste und erfüllen die Luft mit ranzigem Geruch.. Durch die schöne Porte de France kommen wir in die eigentliche arabische Stadt, die noch von der alten Festungsmauer umzogen ist. Auf dem kleinen Platz hinter dem Tor befindet sich das Denkmal des katholischen Kardinals Lavigerie. Wir kommen in die berühmten Gouts, Märkte, in denen immer nur eine Warengattung gehandelt und vielfach auch hergestellt wird. War das Menschengewimmel im Lebensmittelmarkt schon groß, hier glaubt man in den engen Straßen in einem aufgeregten Ameisenhaufen zu sein. Die Straßen der Souks sind der Sonne wegen überdacht. Rechts und links reiht sich ein schmaler Laden und eine Handwerksbude an die andere. Gelbe Lederpantoffeln, die vor den Augen des Publikums hergestellt werden, scheinen der gängigste Artikel zu sein. Zwischen den kleinen Läden gibt es große Bajare mit wundervollen Teppichen, Kissen und Lederartikeln. Ein ganzes Biertel umfaßt nur Parfümgeschäfte. In einer besonderen Straße wird Silberschmud hergestellt und feilgeboten. Die Handwerker in den Souts sind zunftmäßig zusammengefaßt; jede Zunft hat ihr besonderes Arbeits- und Berkaufsviertel. Wir bemerken in allen Gewerben starke Verwendung von Kinderarbeit, es scheint, daß die billigen Preise auf ihre Kosten gehen. Frauen sehen wir dagegen bei der Arbeit in den Soufs nicht, doch sind sie unter den Besuchern verhältnismäßig zahlreich. Auf den Trümmern von Karthago. Ein gewaltiges Häusermeer muß diese Stadt einmal gewesen sein. In den arabischen Teilen von Tunis findet man heute noch Säulen aus Karthago als Schmud privater und öffentlicher Bauten. Kairouan, 200 Kilometer füdlich, wurde zum Teil aus farthagischen leberresten gebaut, für die Sidi Ofbamoschee wurden hunderte von mächtigen Marmorfäulen nach Süden geschleppt. Heute ist von den Trümmern der riesigen Stadt fast nichts mehr zu sehen. Wo die Priester Eschmuns ihre blutigen Opfer verrichteten, und später die Christen von den wilden Bestien in den Arenen der Römer zerrissen wurden, wächst heute der rote Bein, reift das Weizenje. Nur menn man hinauffährt auf die Byrsa, dest Die Steppe ist nicht etwa mit einer zusammenhängenden Grasdecke überzogen, sondern von weit auseinander liegenden Büscheln eines Bärlappgemächses, das den Boden entlang friecht. Für anderen Pflanzenwuchs ist der Boden zu hart und salzig. Seit einstigen Burghügel von Karthago, tommt man an einem Amphi-| Jezt überholen wir eine Kamelfarawane, Die bepackten Tiere ertheater vorbei, dessen Fundamente freigelegt worden sind und das greifen die Flucht. Ein Kamel verliert seine Last und galoppiert man in einer unglaublich dilettantischen Weise zu restaurieren ver- feitwärts davon. sucht. Auf der Byrsa aber steht eine riesige neue Kathedrale im maurischen Stil, an die ein Kloster der weißen Väter angrenzt. Karthago besteht heute außer der Kathedrale und dem Kloster mur aus einigen Häusern und wenigen fümmerlichen Hütten, aus denen die geschäftstüchtigen braunhäutigen Rangen stammen mögen, die jeden Fremden aufdringlich und unablässig umschwärmen, um alte Münzen und Gemmen zu verkaufen, die sie in den Schutthaufen der Trümmerstätte gefunden haben. Nur ein Bauwerk aus der Römerzeit hat die Stürme der Jahrhunderte überdauert und der alles vernichtenden Zerstörungswut standgehalten! Eine einfache, aber gewaltige 3isterne, die von den Soldaten aller Lager aus Gründen der Lebensnotwendigkeit vor der Bernichtung verschont wurde, und deren ummauerte Bassins noch heute Karthago und seine Umgebung mit Wasser versorgen. Fahrt in die Steppe. Wenn man Tunis auf der Fahrt nach Süden verlassen hat, dann tommt man zunächst durch eine monotone, leichtgewellte Ebene, die einst durch ihre Fruchtbarkeit, berühmt war. Da und dort beginnen die Saaten aufzulaufen wir sind im Herbst. und legen einen grünen Schleier über das flache Land. Primitive Bauernhöfe sind über die Felder zerstreut, ihre Gärten werden von Kaktushecken umzäunt. Die moderne glatte Teerstraße für Autos freuzt ein gigantisches Bauwerk. Zwei Jahrtausende sind diese Ruinen der großen Wasserleitung von 3aguan nach Karthago alt! In schrurgerader Linie reiht sich auf mächtigen, 20 Meter hohen Sockeln ein Bogen an den anderen, 60 Kilometer lang. Die Alten bauten tühner und solider als die jetzigen Herren von Tunesien! Der gute Zustand der Autostraße hört bald auf, aber man ist emsig beim Wegebau. Moderne Straßenwalzen und uralte Eselstarren arbeiten einträchtig zusammen. Immer wieder begegnet uns dieses seltsame Nebeneinander von Gegenwart und uralter Vergangenheit. Dort steht ein Motorpflug, der in breiten Streifen und schweren Schollen den Ader aufgerissen hat, daneben müht sich ein Büffelgespann, den trockenen Boden zu lockern. Acht bis zehn Büffel sind vorgespannt, ein Pferd an der Spize spielt den Schrittmacher. Mit lautem Geschrei und flatschenden Hieben geht's über die geduldigen Tiere her. Am Feldrand rastet ein Gespann, empört fährt man auf, aber schon ist das Auto porbei. Ein Pferd stand da, vom Geschirr an den Seiten so aufgescheuert, daß handtellergroße Wunden zu sehen waren. Die mißhandelte stumme Tierfreatur im Orient! Wir überholen Reiter auf so kleinen Efeln, daß die Beine der langen Kerle Und dabei haben sie den Tierauf ihnen fast den Boden streifen! chen noch andere Lasten aufgepackt! Bald sausen die Autos auf gewundenen Wegen die ersten Höhen hinan. Die Hänge sind mit wilden Oliven und blaublühendem Rosmarin überwachsen, der seinen sanften Duft verströmt. Auf dem neuen Plateau breiten sich Getreidefelder, Aecker von Wein und silbergraue Olivenpflanzungen. Nun folgt eine Hügelwelle der anderen, der Anbau wird seltener, die Gegend struppiger. Die Felder sind von leeren Wasserläufen durchschnitten, die der Plazregen gerissen hat. Hier pflügt der Bauer mit nur einem Pferd und einem Pflug, wie ihn gleich primitiv in Europa nur der russische Bauer fennt, wie ihn vor dreitausend Jahren der Fellah in Aegypten auch nicht anders besaß. Die Furchen sind flach und unregelmäßig. Um jedes Gebüsch werden sie herumgezogen. Man scheut die Mühe es auszuroden und läßt es so mitten im Acker stehen. Hinter Enfida ville, einer landwirtschaftlichen Siedlung, die eine europäische Gesellschaft angelegt hat, dehnt sich die endlose Ebene, flach wie ein Tisch. Allmählich geht sie in graubraune, öde Steppe über. Doch bietet sie manches Interessante. Hier scheint die Zeit seit Jahrtausenden stehen geblieben zu sein. Die Bilder der Bibel tauchen auf. Ist das nicht Josef und Maria auf der Flucht nach Aegypten, die wir überholen? Auf dem Eselchen sizt in bunten Gemändern eine Frau, ein Kind in den Armen tragend, zur Seite geht im wallenden Burnus, den Turban auf dem Kopf, der Mann. Eine Herde von Fettschwanzschafen und schwarzen Ziegen will über den Weg, in toller Flucht stiebt sie davon, von unseren Autos er= ihre dicken, tellerschreckt. An einer riesigen Katteenpflanzung liegt förmigen Blätter dienen trotz der Stacheln als Kamelfutter eine Siedlung. Hier pflügen die Bauern mit Kamelen. Grotesker Anblick, diese hohen, langsamen und schmalen Tiere vor dem Pflug. Die Moschee des Freundes der Propheten Kairouan: Kinder aller Rassen wärts des Wegs taucht nun ein Brunnen auf, Ramele, Rinder, Schafe, und schwarze Ziegen weiden in seinem Umkreis. Am Brunnenrand steht, den Tonkrug im Arm, eine schlanke, braune Berberin und lächelt uns zu, daß ihre weißen Zähne blizen. Neben der zerbröckelnden Umfassungsmauer, auf einigen Platten bewegen sich zwei andere Frauen. Rhythmisch treten und klatschen die Füße auf naffen Geweben sie waschen! Und nun sehen wir einige niedrige Erdhügel wie die Kartoffelmieten auf unseren Feldern. Kniehohe Wälle aus undurchdringlichen Dornen sind um sie gelegt. Wir stehen vor einem Berbera dorf! Man läßt uns gern in die Hütten hineinschauen. Im Zwielicht erkennen wir einige Tongefäße, Kleiderbündel, und ein Schock verwahrloster Kinder. Die fräftige, hagere Mutter hält einen Säugfing an der Brust. Reicher Silberschmuck flappert bei jeder Bewegung. Der Vater zeigt stolz auf seinen Viehstand, Hühner, Razen, einen falben Kabylenhund und die Ziegen, Schaje, Rinder und Ramele, die friedlich weiden.. In der Nähe der Erdhütten befindet sich ein Beduinen lager aus fünf Zelten. So primitiv, dürftig und schmutzig hätte sich niemand von uns die Behausungen der Steppen- und WüstenGrobgewebte, zerschlissene schwarze Wolltücher föhne vorgestellt! sind über einige Stecken gespannt und mit Schnüren am Boden befestigt. Darunter liegen zwischen Heu- und Lumpenbündeln ein paar Bretterkisten und Konservenbüchsen, die wohl irgendwo auf gelesen worden sind. Es wimmelt auch hier von Kindern, die hoch gewachsenen Frauen tragen Tätowierungen auf Stirn und Kinn, Männer sind nicht zu sehen, sie sollen beim Straßenbau beschäftigt ſein. Wir fahren weiter, entsegt über diese Armut und Anspruchslosigkeit, denen gegenüber der ärmste Bauer bei uns fürstlich wohnt! In der Ferne blizt ein Silberstreifen auf, wird breiter und breiter. Ein riesiger See, der hier nur in der Regenzeit eriſtiert, taucht auf und verschwindet langsam. Die Straße beginnt sich zu beleben. Wir überholen Reiter, armselige Eselskarren, Kamelfarawanen. Da steigt am Horizont ein zartes Gebilde hell aus dem Graubraun der Steppe, stellt sich mit unwirklich weißen Kuppeln und Türmen gegen das Blau des Himmels, deutlicher, fest umrissen werden die Konturen. der Moscheen und der Zinnenkranz der wuchtigen Stadtmauern mit den festen Toren, wir fahren in Kairou an ein, dem Metta Nordafrikas. = Kairouan. Kairouan ist die einzige Stadt Tunesiens, in der auf Grund des Protektoratvertrages die Moscheen den christlichen Besuchern- nicht aber den Juden zugänglich sind. Die prächtigste ist die Sidi Otba Moschee, eine der ältesten des Islam. Das Schiff und die gewölbten Kuppeln werden von 500 Marmor- und Porphyr säulen aus den Ruinen Kathagos getragen.( Kairouan wurde im 7. Jahrhundert von den Zerstörern Karthagos gegründet.) Die Moschee enthält einige wundervolle arabische Holzschnigereien, dar unter die arabestengeschmückte Kanzel, von erstaunlicher Feinheit und Zierlichkeit. Am Freitag, dem mohammedanischen Feiertag, finden hier 6000 Gläubige Platz. Vor dem Betsaal liegt der große quadratische Hof, der mit weißen Marmorplatten belegt ist unter dem Hof befinden sich die Zisternen der Stadt, um ihn herum führt ein schöner Säulengang zu einem maffigen und dennoch schlanken Turm, dem Minaret. Noch ein Besuch im Kloster der heulenden Derwische, deren sadistische Vorführungen uns bald verjagen, und wir steigen wieder in unsere Autofars, um langsam durch eins der geschwungenen weißen Stadttore in den sinkenden Abend der Steppe hinauszufahren. V. Hartig. Nathan Asch Uebertragung aus dem Amerikanischen von Hermynia Zur Mühlen. Copyright by RUtten& Loening, Frankfurt a. M, (8. oorticßun-g.) Er träumte non einer Dachkammer in der Stadt, irgendwo ganz doch oben, von wo ans er die ganze Stadt, das ganze Leben über- blicken kann. Dort wird er Hausen und die Menschen besingen, die sich unten in den Straßen drängen, die gewaltigen Bauten der unteren Stadt, die Schlote von Jersey. Er wird nicht von diesen Dingen abhängig und daher ihr Herr sein. Er wird singen das Lied des Tempos, der Energie, ein Lied, durch das AutoHupen und dos Tacken des Tickers klingen, der dumpfe Schlag des Boxhondschuhs, des Schlägers, der einen Ball, des Polizist»nstockes, der den Schädel eines lärmenden Besofsenen trifft. Besingen die Rowdys, die einen zu früh getragenen Stroh- Hut mit Steinen bewerfen. Die wollüstigen Tänze in den Broad- way>Kabaretts, die obszönen Tänze in den Negerkneipen von Har- lcm. Die Tees in den eleganten Hotels der Fünften Avenue. Den seltsamen Anblick, den die Sünder bieten, wenn sie am Sonntag zur Kirche gehen und entsühnt und tugendhaft wieder herauskommen. Den Tanz des Geschlechts, den Tanz des Geldes, den Tanz des Lebens. Aus seinem Gedicht wird das ganze New Dork brüllen, schreien,, in ihm wird es leben. Cr lachte. Dos New V�rk, das er besingt, wird ihn vernichten. Es gestattet nicht, daß einer anders ist als die anderen. Es erlaubt alles im Geheimen, nichts öffentlich. Er wird der Feind aller sein: der Feind der irischen Polizisten, der jüdschen Schneider, der eng- lijchen Bankiers, der Huren oller Nationen und der Seelsorger aller Völker. Er wird sie stören. Und sie werden ihn unterdrücken. Er wird zu einem Kompromiß gezwungen werden. Er sehnte sich nach Erfolg, Anerkennung. Er wollte bestaunt und bewundert werden, ermutigt, vergöttert. Die Menschen sollen vor ihm das Knie beugen. Er ist ein Prophet, der ihnen ihr Schick- sol kündet, den Weg, der in die Zukunft führt. Aber er kann nichts tun, kann sich nicht auslehnen, darf nicht brüllen. Sie werden ihn mit törick�ten Gesichtern und dummem Grinsen betrachten. Für sie wird er etwas Ausgefallenes, ein Sonderling sein.„Seht den Kerl an/ werden sie sprechen.„Ist der nicht wunderlich. Er dürfte so ein bolschewistischer Narr sein. Glaubt bestimmt an die freie Liebe, und was dein ist, ist mein, aber was mein ist, gehört nur mir. Ein Verrückter. Makler verachtet sexuelle Fesseln. Demoralisiert die Jugend. Verdammter Ausländer. Geh dorthin zurück, woher du gekommen bist!" Graue Schatten kamen vom Süden gegangen: die Scheuer- frauen, die in der unteren Stadt die Bureaus geputzt hatten. Eine nach der anderen verschwand in den unteren Oefsnungen der Miet- kasernen. Der Milchzug kam dröhnend angefahren, mit lautem Lärm wurden die Kannen in Lastwagen geladen, die fortratterten. Es begann zu dämmern. Hinter den Geschäftsgebäuden erglühte purpurn der Himmel, die Farbe verblaßte langsam zu einem zarten Rosa. Die erste Fähre, die Stadt mit den großen leuchtenden Augen absuchend, brüllte im Dock, einige Passagiere stiegen an Land und zerstreuten sich in den Straßen. Ein Lastauto keuchte. In einer Imbißstube flammte ein Licht auf: der Besitzer trat vor die Tür, um die Müllkiste fortzutragen. Mehr Licht. Der Himmel wurde heller. Die Wasser des Hudson verwandelten sich von schwarz in blau. Ein Schlepper kam gezogen, weißer Schaum gischtete rings um ihn auf. Irgendwo weinte ein Kind. Ein Laden wurde geöffnet, dann ein zweiter. Die Fähre nach Jersey fuhr ab. Der Lärm wurde lauter,«in dumpfes Hämmern erfüllte die Luft. Das Kind weinte noch immer. Ein Telephon klingelte. Eine Tür ging auf, eine Hausfrau, den Kopf in ein Tuch gehüllt, watschelte in das nächste Geschäft. Einen Augenblick später kam sie mit einem Paket unter dem Arm wieder heraus. In einem Zim- mer, dos auf den Hudson blickte, umarmten ein Mann und eine Frau einander zum letztenmal. Auf der Straße erschienen Men- schen. Eine Autodroschke roste vorüber. Noch ein Lastauto. Ein« Straßenbahn. Arbeiter mit klappernden Schaufeln kamen gegangen. Durch den feinen Nebel schien die Sonne, rot, heiß, schmelzend. Die Stahlriesen glichen ungeheuren Schatten. Noch mehr Leute, noch mehr Lärm. Ratternde Lastautos. Brüllende Sirenen. Ein laute? Lachen. Ein weinendes Kind. Eine Weckeruhr. Noch eine und noch eine. Mehr Licht, mehr Leute, mehr Fährboote. Heiße, trockene, staubige Luft. Spielende Kinder. Die nahe Untergrund- bahn verschlang schwarze, bisweilen rötlich und grün getönte Massen, spie andere aus. Die Docks wurden geöffnet. Ein Briefträger kam mit seiner Tasche. Die Imbißstuben füllten sich. Die Luft war heller, aber schwüler. Hinter den Fenstern oerlosch«» die Lichter, und die Fenster wurden schwarz. Lärm, Menschen, Licht: die Stadt war erwacht. Marc stand auf und schritt langsam heim. Er hatte einen Entschluß gefaßt, fort... nach Paris.... 5. E st her Thomas. Alles ekelte sie, ekelte sie maßlos. Warum können denn die Laute nicht sauber sein? Wenn sie etwas tun, weshalb tun sie es nicht auf saubere Art? Nicht zersließend, alles zeigend, was sie haben. Ihre Begierden, ihre enttäuschten Hofsnungen, ihre Erwar- tungen. Sie zeigen ja alles der Welt. Gehen nackt umher, zeigen alles, was sie haben. Nicht etwa, daß die Menschen sie interessieren. Es geht sie gar nichts an, was die anderen tun. Das ist deren Angelegenheit. Ist die Welt, in der die anderen leben, sie können in ihrer Welt tun, was ihnen behag», was ihnen einfällt. Nein, sie ekelt das Be- nehmen der Leute, wenn sie einen Mißerfolg in ihrer Welt erleben. Da laufen sie herum und lasten jeden merken, daß ihre Welt zu- sammengebrochen ist. Sie glauben, darin einen Trost zu finden. Sie gehen umher und zeigen ihr« schmutzige Unterwäsche. Di« Menschen aber müßten sauder sein, sauber erscheinen. Abgeklärt und sauber;-sie dürften sich nichts anmerken lassen. Sie erinnerte sich an die eigene Familie, als sie noch jung ge- w,j«n war, nicht hotte arbeiten müssen und mit der Mutter und der unverheirateten Schwester der Mutter gelebt Hatto. Si� hatten in einer kleinen Stadt gelebt. Waren�zwar nicht reich, aber bemittelt und allgemein geachtet gewesen. Sie hatten all« zusammengelebt. Di« Menschen hatten zu ihnen aufgeblickt. Nie war ein Mitgkied ihrer Fa«tke in etwas Schmutziges oerwickelt gewesen. Dann aber hatte der Bruder des verstorbenen Baters eine Verbesserung der Nähmaschine erfunden. Und sie hotten ihr ganzes Geld hineingesteckt. Hatten dies getan, weil die Familie ehrbar war und ihr deshalb nichts zustoßen konnte. Auch viele Geschäftsleute und Bekannte hatten ihr Geld m die Erfindung ge- steckt. Die Aussichten waren glänzend. Sie würden all« reich werden. Und dann war die Gesellschaft verkracht. Irgend jemand hatte betrogen. Sie blieben ohne einen Cent zurück. Sie und die Be- kannten und ine Geschäftsleute, deren Achtung sie immer genossen hatten. Was tat ihr Onkel? Lief er herum und jammert« über sein Unglück? Lud er die Schuld anderen auf? Verließ er die Familie in ihrer Schande? Nein, eines Abends, als sie olle beim Este» waren, ging er ins obere Stockwerk und erschoß sich. Und alle fuhren fort, die Familie zu achten. Jetzt ist die Firma Glymmer und Read in Konkurs gegangen und die Leute rennen herum wie Hühner, denen' man die Köpfe ab- geschnitten hat, verlieren das Gleichgewicht, die Selbstbeherrschung, die Manieren. Wissen nicht, was anfangen, kümmern sich nicht da- rum, was die anderen von ihnen denken, welchen Eindruck sie auf die anderen machen. Nein, sie rennen herum und verbergen ihre Schwäche nicht. Das ekelt sie. Es ist beschämend, mit derartigen Menschen zu tun zu hoben. Mit Menschen, die nicht ahnen, was Selbstbeherr- schung bedeutet, was es heißt, allgemein geachtet zu sein. Menschen, die sich nicht vor dem.Erwischtwerden schützen können, dürfen nicht stehlen. Menschen, die nicht unbefangen bleiben können, wenn man sie bei einer Lüg« ertappt, dürfen nicht lügen. Menschen, die das Leben nicht meistern können, wenn es versagt, dürfen nicht leben. Sie saß an ihrem Schreibtisch im Bureau der Angestellten, beobachtete die Menschen, die die Fastung verloren hatten und sich benahmen, als wären sie auf einem sinkenden Schiff, die töricht und sinnlos handelten. Zorn übermannte sie, Zorn und ein großes Mitleid mit sich selbst, die gezwungen war, mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten, sie zu sehen, bisweilen sogar mit ihnen zu sprechen. Sic war groß und mager und tadellos sauber. Das war der erste Eindruck, den sie erweckte: die vollkommene Sauberkeit. Bei den Kleidern angefangen bis ins Innere ihres Herzens, war sie sauber und rein. Schneeweiß. Sie paßte nicht in dos wilde Durch- einander des Bureaus und sie haßte es. Haßte das Zusammensein mit diesen Menschen, haßte ihren Anblick, haßte den Gedanken, daß jemand hereinkommen und glauben könnte, daß sie hierher gehört. zu diesem leichtsinnigen, verrückten Mob. Sie liebte es, abseits zu stehen, unberührt von dem, was sich ringsum ereignete, unbefchmutzt von der Berührung der Welt. Dos kreisende Leben durfte sie nicht berühren, ihr nicht nahe kommen. Sie wollte allein sein, ganz allein. Sie fühlte auch ein Recht auf diese Einsamkeit, hatte sie sich dach nie in die Angelegenheiten anderer gemischt, war nie über die Handlungen anderer empört gewesen. Nur keine Berührung mit den Menschen. Sie will sauber bleiben: hat ihr Leben selbst ge- wählt, hat das Recht, so zu leben, wie es ihr paßt. Vor langer Zeit war sie ins Bureau gekommen, hatte hier ge- arbeitet, war hier geblieben, ja sogar unentbehrlich geworden. Auch im Bureau war sie einsam: sie hatte sich mit niemandem angefreun- det, niemand hatte gewagt, mit ihr zu plaudern. Sie war geachtet und gefürchtet. Trat jemand aus sie zu, so sah sie ihn mit einen« dermaßen geraden und reinen Blick an, daß er fühlte, sie sei nicht seinesgleichen, stehe hoch über ihm, sei ein Mensch, dessen Leben unvergleichlich reiner war jals das der anderen, unbeschmutzt von der Berührung der Welt. Diese Achtung, die sie zu erwecken verstand, hatte ihr die Ar- beit im Bureau erleichtert. Sie fühlte sich nie als Teil der Firma, schien unentwegt zu sagen: „Ja, ich bin hier, weil ich muß. Aber wenngleich mein Körper unter euch weilt, so befindet sich dennoch mein Geist in höheren Regionen, bei schöneren und besseren Dingen, die euch hier unten völlig fremd sind/ So hatte sie immer gelebt. Jetzt war sie vierzig Jahre all und fühlte sich befriedigt. Ihr ganzes Leben war eine Rache gegen das Glück, das sie aus ihrer Umgebung in den Mahlstrom der Tagesarbeit geschleudert hatte. Sie schien dos Glück zu verlachen, ihm zu sogen: „Ja, du hast mich hierhergeschleudert, aber meine Gedanken konntest du nicht erniedrigen. Die gehören mir und stehen turmhoch über dir, so hoch, daß du sie einmal verstehen würdest, teille ich sie dir mit/(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Paul Jean Barras. Als Graf Paul Jean Francois Nicolas Barras, zu Zeiten der gefürchtetst« Machthaber der Französischen Revolution, am 2S. Januar 1829 auf seinem Landgut Chaillot bei Paris verstarb, dachte niemand mehr an ihn. Er, der dem ältesten Adel Frankreichs entstammte, bediente sich des dritten Standes, um in den Konveill gewählt zu werden. 2lls Abgeordneter stimmte er für den Tod des Königs. Die jeweilige» Häupter der Revoluttonsparteien benützten ihn als williges Werkzeug, die Flammen der Volksempörung mit Kartätschen und Kanonen niederzuschlagen. Am 13. Vendennaire (5. Oktober 1795), wo die royalistischen Sektionen sich gegen den Konvent empörten, übertrug ihm dieser den Oberbefehl über die bewaffnete Macht. Barras, der es immer verstand, die Talente, Tugenden und Schwächen anderer zu benutzen, war so klug, die Vollziehung des heiklen Auftrages dem jungen Bonaparte zu übertrage» und sich mit dem Namen und mit der Berichterstottting zu begnügen. Wegen seiner Zuverlässigkeit als Scherge, der die Person eines Robespierre dem Henker überlieferte, nahm man ihn mit'in das Direktorium hinein, wo sein Tun jedoch von so großer Selbstsucht, Gier nach Gewinn, Schwäche und Anmaßung gekennzeichnet war, daß es Napoleon ein Leichtes war, seinen be- rühmten Handstreich am 18. Brumairc(9. November 1799) auszu- führen: er hatte dos Volk auf seiner Seite. Bonarparte nahm keine Rücksicht auf seinen einsttgen Gönner, er verbannte ihn aus Frank- vieostas, 39. Januar. B c r Ij n. 1I.U0 u. 14. Ou Odeon- biw. Columbia-Platten. 12.30 Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30 Alice Schaidt, Wien;„An indischen Berste,> holen". 16.00 Stunde mit Büchern. Memoiren lebender Politiker. Naumann, Pomcard. Herriot, Scheidemann. Alexander Kerenski, Seeckl, Kemal Pascha, Harry Graf Keßler, Gustav Landauer, Hercier. Qeon Mehlis, Trotxki, Hermann Müller. Am Mikrophon: Harry Graf Keßler. 16.30 Unterhaltunssmusik, ausgeführt von Hanusheinrich Dransmanns Titania. Orchester. 18.10 Adele Briedland:„Das Wunder"(Werbevortrag der Occulla-Qesellschaft). 18.40 Dr. Max Roscher: Deutschland in der Weltwirtschaft. 19.00 Pro. Dr. I. Jastrow; Das Entstehen der Weltwirtschaft und das Hineinwachsen Deutschlands". 19.30 Ministerialdirektor i. R. Dr.-Im. Craeraer: Draht- und Punk-Telegraphie über Land und Meer". 20.00 Abendunterhaltung. 21.00 Ercd Antonie Angeimayer. Szenen ans einem unveröffentlichten Drama. 21 JO Der Journalist spricht.(Redner wird durch Rundfunk bekanntgegeben.) Anschließend: Presse-Umschau des Drahtlosen Dienstes. Königs Wusterhausen. 12.00 EranzOsisch für Schaler. 12.25 Dr. Rensch und Stud.-Rat Dr. Leeke: Biologische und vOlkerkundHche Beobachtungen auf den Sundainseln. 15.00 Jugendbasteistunde: Bau von Flugmodellen. 15.40 Alice Fliegel-Bodenstedt; Erwachen der sozialen Franendiehtung. 16.00 Friedrich Sachtleben; Berufe im Holzgewerbe.\ 16.30 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Leipzig. 17.30 Dr. Artur Berger: Der Silberfachs und seine Zucht. 18.00 Dr. Richard H. Stein: Moderne Hausmuanc für Klavier. 18.30 Französisch für Anfinge:. 18.55 Prof. Dr. Freyer: Was ist Soziologie? 30,00 Sonderveranetaliung lür den Deutschlandsender. Violinkonzerte mit Be- gleitung eines Kammerorchesters. Dirigent: Paul Häfer: Prof. Gustav Havemann. Violine. J. Joh. Sab. Bach; Violinkonzert g-moll. Moderato — Largo— Presto. 2. W. A. Mozart: Violinkonzert D-Dur. Allegro- Andante cantabile— Rondo. 3. Fr. Schubert; Rondo A-Dur. 21.00 Dr. Richard Stein: Natioitalhymnen der Völker(M). 22.45— 23-15 Bfldftmkvcrsrrchc. reich. Erst nach Napoleons Sturz in den IlX) Tagen Ludwigs XVlII. erhielt Barras die Erlaubnis zur Rückkehr. Zeitgenössische Geschicht- schreiber schildern Barras als das einflußreichste Mitglied der Revolutionsregierung, obschon er kein« staatsmännische noch mik- tärische Befähigung besaß. Er war ein korrupter, fittenloser Mensch, dem sein Wohlleben über alles ging, der allen Wohlgefallen heuchelte, alle täuschte und all« verriet. F. N. Wieder ein Diebstahl. Dieser Tage hat die italjenyche Regierung das römische Volks haus der faschistischen Iirstitutton„D o p o- La vo r o" (nach der Arbeit) als Sitz überwiesen. Bei der Gelegenheit erfährt man auch, daß dieser Bau und das umliegende Grundstück durch Konfiskation in Besitz des Staates gekommen ist. Dieses Haus haben die Maurer Roms in ihren freien Stunden selbst gebaut, nachdem ein Parteigenosse 100 000 Lire für die Errichtung eines Volks- Hauses gegeben hatte. Es war ein schöner, würdiger Bau, mit Wandgemälden namhafter Künstler geschmückt. Da die Sozialdemokratische Partei in Italien nicht rechtsfähig war, gehörte es einer Aktien- gejellschast von Genossen. Der Faschismus hat sich nicht um die Rechtstitel gekümmert, hat einfach konfisziert. Und da, wo die italienischen Parteigenossen mehrere Parteitage abgehalten, wo sie Giaeomo Matteottis wenige Tage nach seiner Ermordung in ttesster Erschütterung und Ehrfurcht gedacht haben, wird jetzt die Rotte der Schwarzhemden Haufen. Di« Stätte der Arbeiter wird denen gehören, die aus Kosten der Arbeiter leben und die sogar die kargen Stunden des Proletariers„nach der Arbeit" mit ihrem ver- blöd«»den Mummenschanz ausfüllen wollen. Vielleicht wär's b-sier gewesen, man hätte es verbrannt, wie die meisten Volkshäuser in der Poebene. Aber dem zur Regierung gekommenen Faschismus liegt das Stehlen mehr. Analphabetentum im Sowjetstaat. In Moskau tagt jetzt der zweite Kongreß der Gesellschaft „Fort mit dem Analphabetentum", um den weiteren Kampf um die Hebung der Volksbildung zu beraten und zu organisieren. Der Sowjetpräsident K a l l n i n begrüßt in den offiziösen „Iswestija" den Kongreß in einem Artikel, der folgendes ausführt: in den zwei Jahren, die seit dem ersten Kongreß der Gesellschaft verflossen sind, sei zwar manches Beachientswerte erreicht worden, aber streng genommen, habe die Gesellschaft noch nicht einmal die grundlegende Arbeit hinsichtlich der Verbreitung der Schriftstücke unter den Volksmasien geleistet.„Das Analphabetentum in seiner gröbsten Form", schreibt der Sowjetpräsident,„besteht noch sogar in den Bezirken um die Hauptstädte. Im Moskauer Gouvernement gibt es frellich nur 1 bis 2 Proz. Analphabeten, aber in einigen der nationalen Sowjetrepubliken besteht die Bevölkerung noch min- bestens zur Hälfte aus Personen, die weder lesen noch schreiben können/ Dieser Hinweis bezieht sich auf die von asiattschen Dolksstämmen bewohnten Landesteile. Kalinin ist der Meinung, daß der Kongreß jetzt vor allem feststellen müsse, welche Fehler der bisherigen Auf- klärungskampagne zu beseitigen sind, um bessere und schnellere Resultate zu erzielen. Nächstenliebe. Eine Dame vom Verein für Nächstenlieb« besuchte das Ge- fängnis. Der alte Mann in der Einzelzelle tat chr schrecklich leid. Sie versuchte ihn zu trösten: „Mauern machen nicht Gefängniii« und Gitter oerriegeln nicht den Weg zur Freiheit, zur wahren Freiheit!" Da erwiderte der alle Mann: „Dem, muß ick wall hypnotisiert worden sein. Frollein... 1" (Aus de«.Wahne» Jacobs ~ Sportund Spiel~ Arbeiter- Schwimmfeste. stände während den Spielen zu schaffen. Sie ist das Eingeständnis Zu dem am Sonntag im Stadtbad Bergstraße stattgefundenen Schwimmfest der Freien Schwimmer Berlin XII( Steglitz) maren Senftenberg, Ludenwalde, Potsdam und mehrere Berliner Vereine erschienen, die den Veranstalter durch Abgabe zahlreicher Meldungen unterstützten. Mit einer 10 × 40- meter- Stafette( beliebig) wurde das Fest eröffnet. Mariendorf ging mit der Führung ab, wurde aber von Weißensee verdrängt. Bis zum 7. Mann hatte Weißensee einen Vorsprung von 3 Metern. Dann tam Mariendorf wieder vor; die Schlußschwimmer von Weißensee erreichten das Ziel troß größter Anstrengung von Mariendorf und Berlin XII mit 8 Metern Bor: sprung in 4,35% vor Mariendort 4,42 und Berlin XII in 4,44 Min. Im Knabenfreistil( Klarholz 0,30) mie im Baddeln für Männer ( Miethe 1,03) stellte Weißensee den Sieger. In der Männerlagenftafette 4X80 Meter war Mariendorf den anderen Teilnehmern von Anfang an überlegen und siegte in 4,11% Min. mit großem Vorsprung. Im 80- Meter- Freistilschwimmen für männliche Jugendliche wurden von der Gruppe 14 bis 16 Jahre schnellere Zeiten erreicht, als bei der von 16. bis 18 Jahren, den Sieger stellte hier Weißensee mit Amsel in 1,04% Min. Howe- Mariendorf schaffte 100 Meter Rüden in 1,15% Min. Die Frauenlehrtlasse schwamm ein Figurenliegen, das starten Antlang fand. Die zum Schluß ausgetragenen Wasserballspiele sahen in der Jugendklasse Berlin XII gegen Senftenberg 7: 1 erfolgreich. Die Männer verließen mit Stand von 8: 2 Loren für Berlin XII das Waffer. Im Nordosten Berlins hielt der Berliner Schwimm verein, Freiheit" im Stadtbad Prenzlauer Berg sein Internes Bereinsschwimmfest bei gutem Besuch ab. Eröffnet wurde das Fest mit einem Prolog, der von einer Schwimmerin aus der Schwimmlage im Waffer gesprochen wurde und außerordentlich gute Wirkung beim Publikum hinterließ. Einzelschwimmen und Stafettenschwimmen füllten das Programm abwechselungsreich aus. Die Männermannschaft, die ebenfalls mit einem Reigen hervortrat, hat schon besseres geleistet. Das Einzel- sowie das Gruppenspringen war gut und wirtungsvoll. Das Eierlöffelschwimmen und das Wurstschnappen der Kinder löfte große Heiterkeit beim Publikum aus und zeigte, daß auch diese volkstümliche Seite des Schwimmens Antlang findet. Das Wasserballspiel der Jugend endete 3: 0 für die 1. Mannschaft. Das Spiel der Männer hatte der Schiedsrichter nicht in der Hand und endete 11: 4 für die 1. Mannschaft. Die Gruppe Siemensstadt der Freien Schwim= mer Groß- Berlin hatte nach dem Stadtbad Charlottenburg eingeladen zu ihrem ersten Gruppenschwimmfest. Das Fest, das als bundesoffenes ausgeschrieben war, brachte die stattliche Zahl Don 300 Zeilnehmern an den Start. Auch der Besuch war ein guter zu nennen. 600 Besucher fonnten gezählt werden. Tro der etwas reichlichen Darbietungen ging die Abwidelung glatt und ohne Störung vor sich. In vielen Konkurrenzen wurde scharf geftritten, dadurch aber intereffanter Sport gezeigt. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Frauenkunstreigen, der von der Vereinsmannschaft in mustergültiger Weise geschwommen wurde. Reicher Beifall lohnte diese Darbietung ebenso wie das Kunstspringen der B- Klasse. Die Wasserballspiele zeigten mitunter recht hartes Spiel, überschritten aber feinen Augenblick die Grenzen des Fairen. Die Hoffnung ist trügerisch, mit Hilfe der Gerichte bessere Zueines grundfalschen Erziehungssystems. Freuen sich nicht Bereins, Gau, Berbands- und sonstige Leitungen im Deutschen Fußballbund, wenn die bürgerliche Presse mit den übelsten Reflamemitteln in Sensation macht, um die Zuschauer zu begeistern"? Liefern sie nicht dieser Breffe in den meisten Fällen die Unterlagen dazu? Presse und Veranstalter profitieren gemeinsam davon. Die Geister, die man züchtete, wird man jetzt nicht los. Man liefert sie deshalb den Gerichten aus. Ganz bürgerliche Moral. Eröffnungsftafette, 4x50 Meter, RI. B: 1. Giemensstadt 2,33; 2. Char Tottenburg 2,34. Frauenrückenschwimmen, 100 meter: 1. Ruhn( Siemens ftabt) 1,44; 2. Alswede( Siemensstadt) 1,51. Männerseiteschwimmen, 100 Meter, RI. B: 1. Bela( Romames) 1,262; 2. Bock( Falkensee) 1,272, Springen, RI. B: 1. Rölling( Neukölln) 26% Punkte; 2. Gilhring( Union) 241 Buntte. Weibl. Jugendbrustschwimmen, 50 Meter, 14-16 Jahre: 1. Seifert( Reukölln) 50,1; 2. Nauendorf( Neukölln) 51,4. Männl. Freistil schwimmen, 100 Meter, 16-18 Jahre: 1. Trippenfee( FTGB.- Kreuzberg) 1,10; 2. Schmidt( Hellas) 1,13: Rombinierte Bruststafette, 6x50 Meter: 1. Hellas 4,434; 2. Charlottenburg 4,47. Männerbrustschwimmen, 200 Meter, RI. B: 1. Zilchler( Hellas) 3,30; 2. Euent( Faltensee) 3.37. Gaula( Giemensstadt) schwamm außer Ronkurrenz in 3,16. Männer- Beliebigftafette, 4x50 Meter: 1. Sellas 2,15; 2. Charlottenburg 2,18. Wasserballspiele, Männer, RI. B ( Serienspiel): Giemensstadt- Charlottenburg 5: 4 Tore. Jugend: Siemensstadt- Neukölln 4: 2 Tore. ,, Reichskartell Republik." Die Ausstellung auf der Grünen Woche". " Turnerinnen bei der Arbeit. Eine Kreis- Frauenlehrstunde. Aus den Frauen- und Jungmädchen- Abteilungen der Arbeitersportvereine Groß- Berlins und der Provinz fanden sich am legten Sonntag 90 Borturnerinnen und weibliche Turnwarte in Berlin ein, um der Kreis Frauen Lehrstunde beizuwohnen. Die Kreis- Frauenturnwartin Martha Tiez Nowames machte alle Anwesenden mit dem fürzlich von der Bundesleitung übermittelten In der Grünen Woche" haben diesmal auch Jagdsporte und Schießverbände ausgestellt. Jagdsportartikelgeschäfte und die Jagdvereine zeigen die neuesten Errungenschaften der Waffentechnik und Sportbedarfsartifel. Geweihsammlungen und Bilder vom Weidwerk vervollständigen diese Abteilung der Grünen Bache". Im Mittelraum der Halle, in der die Schießsportaus stellung untergebracht ist, hat ein Schießplaß, der schon eifrig benut mird, seinen Platz erhalten. Rings um diese Schießsportanlage haben die Schützenvereine ihre Fahnen, Schüßenfönigembleme und Medaillen ausgestellt. If will jegeln! T LANGE S.M w M WHI Der kommunistische Stadtverordnete Lange trat auf der Generalversammlung des Freien- Segler- Verbandes" als Wortführer der Opposition" auf, obwohl er erst wenige Monate Mitglied eines Seglervereins ist, kein Boot besitzt und kaum jemals auf dem Wasser gesehen wurde. = Reit- und Fahrturnier. Pferdeschau im Sportpalast. Zu der internationalen Reiterwoche kommen alle, die irgendwie mit dem Pferde zu tun haben oder ein Interesse an ihm nehmen, nach Berlin; so sieht man hier Züchter und Käufer, Berufsreiter und Amateure, Bertreter der Schupo sowohl wie Vertreter der Reichswehr. Insofern paßt sich dieses Turnier glänzend den Bestrebungen der Berliner Stadtverwaltung an, den Fremdenstrom zielbewußt nach des Deutschen Reiches Hauptstadt zu tenken. Die vielumstrittene Flaggenfrage hat man diesmal so zu lösen versucht, daß man neben Schwarzrotgold die Kriegsflagge zeigt! Von den Schaunummern gefiel die Kinderquadrille ungemein und namentlich das Schlußpaar, zwei Sechsjährige, die äußerst fleißige, von einer Weltreise mitgebrachte javanische Bongs reiten, werden noch viele Zuschauer ergötzen. Mut zeigt dieser reiterliche Nachwuchs bestimmt, plumpfte doch ein fleiner Dreiläsehoch, weil der Sattel des Ponys gerutscht war, runter, setzte schnell den verlorenen Hut auf und stieg sofort wieder auf. Beim Zapfenstreich zu Pferde wirken nicht weniger als 18 Reichs= mehrteffelpauter mit. Die Pferde tragen die Traditionsgeschirre, die durch friegerische Taten verdient werden mußten. Früher war man in Berlin so stolz auf einen Mohren, da man jetzt nicht mit ihm paradieren kann, marschiert an der Spitze ein vierbeiniger Mohr, Bandmaß 2 Meter, aljo von Ueberlebensgröße. Die 18 Reffelpauter besorgen die übliche Lärmentfaltung. Wenn aber mit Baufen und Trompeten bei voller Kriegsbemalung ,, Ich bete an die Macht der Liebe steigt", dann stehen die Zuschauer auf, von den Logen bis zum höchsten Olymp, und programmäßige Rührung erfüllt das ganze Haus. Die Pferde aber stehen wie die Osterlämmer, sie wissen, daß Krachschlagen die größte Nichtigkeit im Leben ist. Material zum Bundesfest in Nürnberg vertraut. Die FestFreiübungen der Frauen wurden gezeigt und sofort gründlich durch genommen. Neuartigen Turnstoff auf dem Gebiete der Neck- und Ballspiele führte Dora Spielvogel- Berlin vor. Die dem weiblichen Element besonders liegenden Sing- und Tanzfpiele zeigten in neuen Zusammenstellungen die Turnerinnen Gradtke Weißensee und Charlotte Himer- Pankow. Die Zusammenkunft ließen auch die Schwimmerinnen nicht ungenügt vorübergehen. Aenne WolterLichtenberg zeigte moderne Trodenschwimm- Vorübungen. Es war ein erfreuliches Zeichen harmonischer Zusammenarbeit, daß sich die Bertreterinnen der verschiedenen Sparten ohne Ausnahme an allen lebungen praktisch beteiligten. In der anschließenden sehr gut besuchten Sizung referierte die Kreis- Frauenvertreterin Elife Sinne der Neufölln zunächst über: Rechte und Pflichten der weiblichen Bundesmitglieder im Bund. Die auf dem Gebiet der Frauenbewegung das Wesentlichste wieder Referentin verstand es, aus ihren reichen, jahrelangen Erfahrungen zugeben. Die ersten Anfänge der Arbeiterbewegung, die schwierigen Rämpfe der Arbeiterschaft um die geistige Befreiung der Frau und die Aufbauarbeit des Frauenturnens im besonderen wurden den Anmesenden in fesselnden Ausführungen vor Augen geführt. Mit der Aufforderung, fich von den Vorurteilen der guten, alten Zeit" zu befreien, und mit der Erziehung zur Selbständigkeit schon bei der heranwachsenden Generation zu beginnen, schloß der mit Beifall aufgenommene Bortrag. Diese Kreis- Frauenlehrstunden, die besonders für die Bereine der Provinz von werbendem Wert sind, werden auch in Zukunft regelmäßig jährlich abgehalten werden. Befürwortet wurde ferner, daß bei Ausschreibungen von Geräteübungen für Frauen auch KürDer Sonnabend abend brachte, als Neuheit für Berlin, die Ausschreibung eines Glüdsjpringens. Bei ihm müssen, sofort nach dem ersten Fehler, die Pferde die Bahn verlassen. Eine Bravourleistung vollbrachte der zuverlässige Hofft auf der fabelhaft geschickten Sentenz, die 35 Hindernisse fehlerfrei sprang. Der zweite Abend sah einen Kölner Reiter und zwar den jugendlichen 5. Koerfer fiegreich. Der Dienstagnachmittag stand unter der Devise„ Tag der Reichswehr". Das vorgeführte Pferdematerial war großattig, es ist ein deutlicher Beweis, daß die deutsche Pferdezucht auf glänzender Höhe steht. Das ist hocherfreulich, denn die Pferdezucht ist auch heute noch ein großer wirtschaftlicher Faktor. Aber es wurden nicht nur Remonten vorgeritten, es wurden auch Geschütze vorgefahren. Man spielte also Manöver oder Krieg, je nachdem man es gerade auffassen will. Alles klappte und ein Rüffel ist für die Beteiligten nicht zu erwarten. Der Boden im Sportpalast wa ja nie besonders. Diesmal pries man, mit ziemlich überheblichem Lebgesang, den neuen Bodenbelag an. Auch er erwies sich nicht als hervorragend und wurde keinesfalls dadurch besser, daß man mit Geschüßen im Galopp über ihn fuhr. Die Leidtragenden find in solchem Falle nämlich die Springreiter des Abends. Unter ihnen gab Frl. Sauermann mit Silver Star, genau wie am Vorabend. eine Sondervorstellung. Es ist ja ein ungeheurer Schneid von einer Dame, sich auf einen Gaul zu setzen, von dem sie von vornherein weiß, daß sie und überhaupt selten ein Reiter ihn halten tann. Es ist zwar einmal etwas anderes, wenn Bahnrichter, zu schauende Springreiter und Bedienungspersonal umgeritten werden und die Hindernisse zu Kleinholz gehen, doch hat die Turnieran fichtbehörde für diese Wildwestmanieren auf die Dauer nicht die richtige Einstellung. Auf jeden Fall nahm sie Frl. Sauermann, die nach zweimaligem Glockenzeichen die Bahn nicht verließ, in 100 M. Geldstrafe. Unter den Schützengilden hat auch das„ Reichskartell Republif" seine Roje erhalten. Ein wirkungsvoller Aufbau des Standes lenkt die Aufmerksamkeit der übergroßen Zahl der Besucher auf diesen Blaz, dem einzigen in der ganzen Ausstellung, an dem die deutschen Reichsfarben zu sehen sind. Unter Leitung des ersten Borsi, enden des Berliner Kartells, Nomad, ist hier das Material über die Schießstände des Reichskartells zusammengetragen. In den drei Jahren seines Bestehens ist es dem Reichs- übungen zuzulassen sind. Lebhaft diskutiert wurde über die Festzugstartell schon in einer Reihe von Städten gelungen, eigene Schießsportanlagen zu bauen. Gute Photos zeigen die Rameraden des Kartells bei der Arbeit auf ihren Plägen. Alle Plaze haben Sie Kameraden selbst in ihrer Freizeit gebaut, und burch die tatkräftige Mitarbeit aller Mitglieder des Kartells bat ih die Bewegung so schnell entwickeln tönnen. Am 1. Februar wird auf dem Schießstand in der„ Grünen Boche" das erste Bundesschießen des Reichskartells Republik" durchgeführt. 154 Kameraden haben sich bisher angemeldet. In den Nachmittagsstunden tönnen die Teilnehmer sich einschießen, um 18.40 Uhr beginnt das Wettschießen. Gerichte als Sachwalter bürgerlicher Sportmoral. Es mar sportliche Ehrenfache der Berbände im Deutschen Fußballbund, die Folgen von Ausschreitungen auf den Spiel feldern selbst zu bereinigen. In Süddeutschland haben in legter Seit bei Spielen pon Bereinen des Deutschen Fußballbundes die Ausschreitungen an Zahl und Art so zugenommen, daß der süddeutsche Verbandsvorstand den Berbandsspielausschuß ermächtigt hat, die Genehmigung zur Beschreitung des öffentlichen Rechtsweges zu gehen. Dieses Recht war bis dahin mur dem Ber banèsvorstand vorbehalten. fleidung der weiblichen Teilnehmer zum Bundesfest in Nürnberg. Man einigte sich zu folgender Festzugskleidung: weißer Badeanzug, schwarzer Gymnastikanzug oder weißes ärmelloses Hemd mit kurzer roter Sportlerhoje. Gewählt wurden zur Kreis- Frauenturnmartin: Martha Tieh- Nowawes; Kreis- Frauenvertreterin: Elise Sinneder- Neukölln. FIGB., Bezirk Bohnsdorf. Dienstag, 29. Januar, 18 Uhr, er öffnet die hiesige Freie Turnerschaft in der Turnhalle( Schule) eine Kinderabteilung. Die Parteigenossen, Gesinnungsfreunde und Turngenossen werden gebeten, ihre Kinder dorthin zu schicken. Die Turnabende der Männer-, Frauen- und Jugendabteilung finden jeden Dienstag von 19% bis 21% Uhr statt. FTGB., Bezirk Stralau. Alle Mitglieder, Turner, Handballer und Fußballer, treffen sich am Freitag in der Turnhalle in Stralau um 8 Uhr abends. Da uns die Turnhalle an diesem Tage zum ersten Male zur Verfügung steht, wird erwartet, daß alle Mitglieder pünktlich erscheinen. Fl. Manz, Borsitzender. ab: Fußballbörse am Mittwoch, 20 Uhr, bei Engel, Swinemünder Der Sportklub Alt- Wedding 1883", Mitglied des Arbeiter Athleten- Bundes Deutschlands, hält seine llebungsstunden wie folgt Ringen und Heben: Dienstags, Donnerstags, Freitags von 19% bis 21% Uhr, sowie Sonntags von 10 bis 12 Uhr für Männe und Jugendliche. Für Schüler finden die Uebungsstunden Donners tags von 18 bis 19% Uhr statt. Die neugegründete Bogabteilung, unter Leitung des Kreis- Borwartes Mehlbaun, übt Donnerstags von 19½ bis 21% Uhr und Sonntags von 10 bis 12.Uhr. Ebenfalls wird in Alt- Wedding 1883" Artistit betrieben. Sämtliche Uebungsstunden in der Turnhalle Utrechter Straße 31/32. Der Ruderverein ,, Collegia" veranstaltet Sonnabend, 2. Februar. 20 Uhr, in Kellers Festsälen, Berlin C., Joachimstr. 20, einen Bösen: Buben- Ball, zu dem alle bösen Buben und Mädels herzlichst eingeladen sind. Eintritt 15 Groschen. Karten sind bei den Mitgliedern zu haben. Bundesreue Vereine teilen mit: Abt. Touristenverein" Die Raturfreunde", Zentrale Bien. Abt. Friedenau: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Offenbacher Str. 5a, Vortrag:„ Gfilauf". Abt. Norden: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Sonnenburger Str. 20, Genera versammlung. Abt. Wedding: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Turiner Ede Seestraße, Tanz- und Brettspielabend. Abt. Bedding, Jugendgenppe: Diens tag, 29. Januar, 20 Uhr, Schönstedtstr. 1. Lichtbildervortrag: Von B. Gimmel bis Adamson", Abt. Treptow: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Eisenstr. Gesangsabend. Abt. Bankow: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Görschstr. 14. Heimabend. Sigungssaal des Bezirksamts Brenzlauer Berg, Danziger Str. 62, NaturAbt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 31. Sanuar, 20 Uhr, im freundeabend. Mufit, Rezitationen, Gesang, Boltstänze. Lichtbildervortrag: Wandern und Schauen". Einlaßtarten a 50 Bf. am Gaaleingang. Diese erste Zusammenkunft der Leiterinnen des Frauenturnensiergarten: Donnerstag, 31. Januar, 20 Uhr, Lehrter Str. 18-19, Unterha tungsabend. Abt. Sübwest: Donnerstag, 51. Sanuar, 20 Uhr, Vordstr. 11. nach dem Brandenburger Kreistag hat bewiesen, daß unsere ArbeiterLichtbilbervortrag: Die Zillertaler Alpen". Raturwissenschaftliche Abteilung: turnerinnen ernstlich gewillt sind, selbstbestimmend ihre eigenen AnDonnerstag, 31. Januar, 20 Uhr, Johannisstr, 15, 2. Vortrag der Reihe:„ Die gelegenheiten zu regeln. Auf diese Weise wollen auch die weiblichen Mart". Hünengräber und Urnenfelder." Abt. Friedrichshain: Donnerside, Bundesmitglieder am Auf- und Ausbau der Arbeiter- Turn- und 31. Januar, 20 Uhr, Brommnstr. 1. Bortrag:„ Karl Marr". Referent: Dr. Max Schütte. Abt. Mitte: tittwoch, 30. Januar, 20 Uhr, Johannisstr. 15. Sportbewegung, besonders für die Frauen und Mädchen der Generalversammlung. Abt. Gesundbrunnen: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr. arbeitenden Bevölkerung, regen Anteil zu nehmen. Bant. Ede Biesenstraße. Humor. Abt. Gesundbrunnen, Jugendabteilung: Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Echönstedtstr. 1, Lichtbildervortrag: B. Simmel bis Adamson". 99 Die Vereine Sozialistische Lebensreformer", Kulturkreis" und Freie Menschen haben sich außerhalb des Verbandes„ Baltsge fundheit gestellt und dadurch die Zugehörigkeit zur Zentralfommiffion für Arbeitersport und Körperpflege verloren. Es ergeht nun Tabatgegner, die im Sinne der Sentralfommission für den an alle sozialistischen Lebensreformer, Begetarier, 2bftinenten, fulturellen Aufstieg des Broletariats im Berbande Boltsgesundheit meiter arbeiten wollen, die Bitte, ihre Anschriften an Gustav Müller, Berlin NO 18, Balifadenstraße 46 IV, zu senden. 1 Lon Ruberbezirk ber Freien Turnerschaft Groß- Berlin. Tonnerstag, 31. Squar 20 Uhr, Bersammlung bei Schmidt, Niederschöneweide, Berliner Str. 97( Pooisbaus). Gäste willkommen. Mitglieder werden noch aufgenommen. Die Aus bildung erfolgt in gefchloffener Ruderanlage. Auch für Privatbootbesiger sind noch Stände feet. Unidriff: D. Road, Neufölln, Rogatit. 46. Freie Schwimmer Groß- Berlin. Frauenperfammlung des Gesamtvereins: Donnerstag, 31. Januar, 20 Uhr, Gewertschaftshaus. Erscheinen in BereinsAltersriegenverfammlung: leibung( blauer Rod. meiße Blufe) erminfcht. Sonnabend. 2. Febrrer, 20 Uhr, bei Amelungen, Neuf, Edwarzafir ( gegenüber Ringbohnhof Kaifer- Friedrich- Straße). Zum Gruppen om mmfeft. Mitglieber Ehrenfache. Stadtbad Aspodienstraße: Conntag, 3. Februar, 15 Uhr. FESB, Sportabteilung Rorbring. Mittmod), 30. Januar, 20 Uhr, Jahres nerfammlung bei Eisenmuth, Schönfließer Str. 20. Interessenten willkommen. auf welchem die Bereinsmeisterschaften ausgetragen werden, ift Erscheinen aller PROGRAMM für die Zeit vom 29. bis 31. Januar BTL Potsdamer Straße 38 Die Hölle der Helmaflosen ( 8 Akte) Hoppla, Vater sicht's ja nicht mit Laura la Plante Rheinstraße 14( An der Verlängert! Die Sichzehnjährigen mit Grete Mosheim Scharfschützen- Bob ( 5 spannende Akte) Kais.- Eiche) Odeon, Potsdamer Str. 75 Der Präsident mit Iwan Mosfukin Der Held des Tages( 6 Akte) Jugendliche haben Zutritt Turmstraße 12 Johanna von Orléans( 8 Akte) Hurra! Ich lebe! mit Nikolai Kolin Alexanderstr. 39-40 Den ganzen Tag geöffnet! Der Präsident mit Iwan Mosjukin Hoppla, Vater sieht's fa nicht Jugendliche haben Zutritt Zentrum Filmpalast Börse Rosenthaler Str. 40-41 W. ab 5, S. ab 3.30 Der Gentleman von Paris Ihr schönster Tag Der Lebemann am Scheideweg Die letzten Tage eines Junggesellen Bühnenschau Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Jahrmarkt der Liebe ... und abends ins Maxim Schöneberg KINO- TAFEL früher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 43 Der Pechvogel mit Harold Lloyd Die tolle Komtek mit Dina Gralla Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U Großen Erfolges wegen verlängert: Der Kampf ums Matterhorn Nuri, der Elefant Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, an der Trinitatiskirche Kampf im Tal des Riesen Zwei rote Rosen mit Liane Haid Steglitz Titania- Palast Filmeck Südosten Nordosten Beginn W.: 5.30 Uhr Elysium" S3 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Prenzlauer Allee 58 Das Galeerenschiff mit John Barrymore Bühnenschau Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Das Geheimnis des Vulkans Die große Abenteuerin Bühne: Gudrun Hildebrand mit Ballett Urania- Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Sensation im Zirkus mit Dol. Costello Meine offizielle Frau mit Irene Rich Internationale Varietéschan Vorwärtsleser Vorzugspreise Neukölln Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Primus- Palast Rin- Tin- Tin und die Goldgräber Hermannplatz Auf der Bühne: Robert Pauls Hunde- Revue 4 Ellerks: Im Hutsalon Jugendliche haben Zutritt Hi- Li Lichterfelde- West Wochentags 6.30, 9 Uhr Stg. 5, 7, 9. 3 Uhr Jug.-V. Hindenburgdamm 58 a Eine Nacht in London mit Lilian Harvey Unfug der Liebe mit Jack Trevor Bühnenschau Südwesten Anastasia mit Lee Parry, der Roman der jüngsten Zarentochter Das ausgewählte Belprogramm Auf der Bühne: Levy Wines Negerorchester und Tanzpaar mit neuem Programm Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7u. ca. 8.45 U. Der Kampf ums Matterhorn Friedrichsfelde Kino Busch Film und Bühne Alt- Friedrichsfelde 3 Der Scheidungsanwalt ( Die Frau von gestern und morgen) Bühne: The three Kukirolers Weißensee PROGRAMM für die Zeit vom 29. bis 31. Januar Gesundbrunnen Beginn täglich Alhambra" 5, 7, 9 Uhr Das Hannerl vom Rolandsbogen mit Gritta Ley und Walter Slezak Brigadier Gérard Bühnenschau Niederschönewe.de früher Schloßpark Film- Bühne Elysium( Film- Palast) Berliner Allee 205-210 Die drei Frauen des Urban Hell ( n. d. Morgenp.- Roman) Der Gentleman von Paris Otto Pauls bunte Bühne Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Sturm über Asien Regie: Pudowkin Beiprogramm Bühnenschau Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Der Präsident mit I. Mosfukin Wild- West- Schau mit Gibson Internationale Bühne Concordia- Palast Andreasstraße 64 Sturm über Asien Regie: Pudowkin Bühnenschau Rin- Tin- Tin, unter Verbrechern Kosmos- Lichtspiele Bühnenschau Südpalast Film- Palast Kammersäle Knesebeckstr. 133, Bhf. Hermannstraße Teltower Str. 1-4 Kampf der Tertia Der Rastelbinder Süden Adam und Eva Beginn 6 U. mit Reinh. Schünzel Die Hölle der Jungfrauen Th. am Moritzplatz Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Saxophon- Susi mit Anny Ondra Wamperis Liebespech Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Hasselwardarstraße 17 Weib in Flammen mit O. Tschechowa Großes Beiprogramm Bühne: Clare Waldoff und 2 Franks, Blitzakrobat Norden Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Eisbrecher Krassin ( Das weiße Geheimnis) Der Ritter von Texas m. Maynard Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Ich küsse Ihre Hand Madame mit Harry Liedtke Revue: Guten Tag Berlin Fortuna- Lichtspiele Müllerstraße 12c das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Weltproduktion LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Erinnerungen einer Nonne mit W. Pitschau und E. Kürty Das Sündenschiff Metro- Palast Chausseestraße 30 Die Wochenendbraut Bühne: Die 8- Groschen- Revue Bühne: Wunder der Schatten, u. a. Woch. 5,7 u. ca. 8.45, Stg- 3, 5, 7 n. ca. 8.45 U. Pharus- Lichtspiele Madame Maria, Hellseherin Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Alhambra Beg. W. 6.30 u. 8.45 U. Beginn: W. ab 5, 6.30 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tempelhof. Berliner Str. 97 Schöneberg, Hauptstr. 33 S. ab 3 Uhr Das große Schlagerprogramm Die gute Bühnenschau Lockruf des Goldes mit Milton Sills Gaunerliebchen mit La Jana, H. Halm Heiratsfieber Hurra, ich lebe Bühnenschau Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Müllerstraße 142 2 Großfilme: Hinter Haremsmauern Haus Nr. 17 Badstraße 58 Unmoral mit Ellen Richter Der reitende Komet Bühnenschau Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Komödie der Liebe Die Teufelstänzerin Bühnenschau Humboldt- Theater Badstraße 13 16 Töchter und kein Papa Wer niemals einen Fuß geküßt Bühnenschan Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 2 Großfilme: Johanna von Oricans Das Grabmal einer großen Liebe Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35-38 Ihr großer Flirt mit Florence Vidor Der reitende Komet Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a Beg. 6.30, 9 Uhr Johanna von Orleans Das Grabmal einer großen Liebe Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 D. weiße Geheimnis( Eisbr. Krassin) O welche Lust, Soldat zu sein Bühnenschau Niederschönhausen Film- Palast Blankenburger Straße 4 Aus dem Tagebuch eines Junggesellen Die Räuberbande Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Rialto" Film u. Bühne Hauptstraße 51 und Lindauer Straße ( am Wedding) 19 Der Einundvierzigste Wir armen kleinen Mädchen mit Grete Mosheim W. 6.30, ca. 8,45 U., S. 4.45, 6.45, ca. 8.45 U. Woch. 5, 7 ca. u.8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Reinickendorfer Str. 14 Die Republik der Backflsche Haltet den Dieb Bühnenschau Die Frau auf der Folter Die Mädchenfarm mit Tom Mix Bühnenschau Der Herzensphotograph mit Harry Liedtke Lockruf des Goldes Große Bühnenschau li Die von allen Hausfrauen sehnlichst erwartete Weiße Woche das größte Verkaufs- Ereignis des ganzen Jahres beginnt Donnerstag, 31. Januar Vorverkauf: Mittwoch, 30. Jan. Bulgaren- Blusen 4% Ein Posten Voll- Voile, mit reicher Stickerei 495 eiße Woche! Damenwäsche Wäschestoffe Handtücher Ein Posten Taghemden 78 mit Spitze u. Stickerei 1.45, PL. 95 Ein Posten Untertaillen. 95 m. Motiv u. Stickerei 1.95, 1.45 PL Ein Posten Beinkleider Schlüpferform mit Klöppelspitze und Einsats 35 Rin Posten Hemdhosen 145 mit reicher Stickerei 2.45, 1.95 Bettwäsche 35 gesäumt u. gebändert. Stck. Pf. Ein Posten Wischtücher 25 Ein Posten Kopfkissen Ein Posten Hemdentuch 35 starkfäd. Qual, Mtr. Pf. 58, 48 Ein Posten Renforcé ca. 80 cm breit, Mtr. PL. 68, 58 Ein Posten Linon ca. 80 cm breit, Mtra PL. 75, 08 Ein Posten Mako ca. 80 cm breit, Mtr. PL. 85, 78 Ein 95 Posten Köperbarchent Bin Posten Nachthemden 195 m. Hohlsaum u. Spitze 3.95, 2.95 kräft. Qualität, Mtr. Pf. 75, 68 95 Ein Posten Linon Ein Posten Prinzeẞröcke 195 mit reicher Stickerei 3.95, 2.95 Ein Posten Nachthemden 295 aus farbigem Batist 4.95, 3.95 Ein Posten Hemdhosen farbig, elegante Ausführung Ein Posten Voll- Voile 495 Sch Post- em br. m 125 Weißwaren Ein Posten Stickereien mod. Muster, 3-15cm breit, Mir. Pl.15 10 Ein Posten Klöppelspitzen 25 Coupon 5 Meter Pf. 50 Ein Posten Wäschebesätze 50 Coupon 6 und 10 Meter.. Pf. ca. 130 cm breit Mtr. 1.25, 1.10 PL Ein Posten Dowlas ca. 145 cm breit Mtr. 1.85, 1.85 Bin Posten Dimiti ca. 80 cm breit Mtr. Pl. 98, 85 Ein 45 Ein Post. Gerstenkorn Stck.. Küchenhandtücher 28 Ein Post. PL. 80 x 80 cm, aus Cretonne Stck. PL Ein Posten Kopfkissen 80 x 80 cm, Linon m. Languette Ein 95 145 Küchenhandtücher 45 Posten Deckbettbezüge 375 58 Drellgewebe Stck. 68 55 95 Ein Pf. Post. Stubenhandtücher 58 Drellgewebe Stck. Ein Post. PI. Frottierwäsche Frottierhandtücher 50 m. kl Webefehlern Stck. Pf. 95, 75 Ein Posten Badelaken für Kinder 195 m. kleinen Webefehlern 45 Ein Posten Badelaken m. kl. Webefehlern 145 Ein 78 Posten Crêpe de Chine 345 weiß, reine Seide, ca.100 cm br.. m Gardinen Ein Posten Engl. Tüll für Scheibengardinen.Mtr. PL Ein Posten Etamine 150 cm breit Ein Posten Etamine .Mtr. Pl. mit Volant u. Einsatz.Mtr. Pl. Bin Posten Binde- Kragen 95 Ein Posten Halbstores Rips mit Spitze. Ein Posten Ripswesten PL Kunstseide, in viel. Farben 1.25 PL 95 Ein Posten Köppelspitzen 95 Etamine mit breitem Fries... Ein Posten Halbstores engl. Tüll, moderne Ausführung. Ein Posten mit breiten Einsätzen 140 × 160 cm 140x200 aus gutem Cretonne. Ein Posten Garnituren Deckbett mit 2 Kissen. Taschentücher Ein Posten Kindertücher mit farbiger Kante... Stck. PL 565 5 95 Ein Posten Damentücher 10 595 mit gestickter Ecke . Stck. PL 95 Ein Posten Herrentücher, 15 Posten Badelaken 7.95 cm m. kleinen Webefehlern.... mit weiß Linon.... 95 Ein Posten Damentücher 25 Ein Post. Spitz. a. Einsatz, 50x50 cm., PI. Mitteldecken, Klopp65 Kinder- Wäsche Ein Mädchenhemden St. Post m.Sticker., Gr.35, Steigrg. 10PI., Pt. Ein 60 Knabenhemden St. 48 Post. An 10 Pr. St. 85 38571 65 Ein Kinder- Nachthemden st. Post. Länge 60 und 65 cm. Pt. 95 m. Hohl saum u. farb. Kante Stck. Bin Posten Tupfen- Mull 78 Meter PL Herren- Artikel Ein Posten Kragen Mako 4fach mod. Form Stck. Pt. 50 Bin Posten Taghemden 295 m. Faltenbrust Stck. 4.95, 3.95 Ein Posten Nachthemden 395 m.mod. farb Besätzen Stck. 4.95 Ein Posten Oberhemden 165 Post Kinder- Schlüpfer st 95 weiß, mit Einsatz und Klapp 195 Etamine- Garnitur. 195 Ein Schlafzim.- Dekorationen Ein Posten Valenc.- Spitz. 95 Post 85 und 50 cm breit, Meter.Pf. E amine, gestreift. Ein Ein Posten Fecht- Garnitur. 175 Post, moderne Ausführung.. Crêpe de Chine mit Spitze.... Ein Post, Damen- Schlupfer, 95 785 Post. Schlafzm.- Dekorationen 1090 Mull, Bin Posten Unterkleider 195 Kunstseide, in vielen Farben Kunstseide, in allen Größen Pf. manschetten Stck. 5.50, 450 Alle diese Waren können Sie auch durch die Tempelhofer Waren- Kredit- Gesellschaft m. b. H. kaufen. KAUFHAUS TEMPELHOF Kue BERLIN TEMPELHOF BERLINERSTR. 126 ECKE KAISERIN AUGUSTASTRO 395