BERLIN Freitag 1. Februar 1929 10 Pf. Jlr. 54 B 27 46. Lahrgong. gleich M Ä-�.'�gsr� C w /) t 1/-**. V." 1« J"'ü' � te.be Au-g-bm 86*f. rr- W-ch«. 8F«M.rr-»»»«.. Mf /* //7// Jl rlSlUl* jiOk..WV+ilVfl jfdk?.??/?.".« � Redattien u»derp«ditio«: Berl«SW6S,Lwdwßr.Z Mßd ff Vi/flVtMlfö �.87� Militärputsch in Litauen? Woldemaras angeblich verhaftet.- Widersprechende Meldungen. Warschau.!. Februar.< Eigenbericht.) I« Laufe des gestrigen Tages- sind aus kownv über Wilna folgende Meldungen eingelaufen: Ter Rücktritt von Plechavizius hat eine sehr schwierige Lage ge- schaffen. Bei Woldemaras ist eine Delegation mit Ple» chavizius au der Spitze erschienen, die eine Reihe von Forderungen vorlegte, u. a. die Liquidiernng des Konfliktes mit Polen, die Kündiguug des Handelsvertrages mit Teutschland, die Wiederherstellung der Pressefreiheit und die Wiedereinführung der Verfassung. Woldemaras verficherte Plechavizius schein» bar. diese Forderungen erfülle« zu wollen, lieb ihn JHfelalor IToMemaras SiaMspräxfdetU Smrfnna aber, ebenso wie die übrigen Delegierte«, verhafte«, kaum daß fie das Gebäude des Ministerrates verlassen hatte«. In der Kownoer Garnison ist es zu hefttgen Zu» sammenstöße« gekomme«. Plechavizius hat nämlich verstanden, während der Zelt, da er als Stabschef fun» gierte, die Verantwortlichen Posten mit seinen Per» trauensleuteu zu besetzen. Das Offizierskorps hat sich auf Seiten von Plechavizius gestellt, nur die Schaulis» Verbände und die Organisation des„Eiserne» Wolfes" stehen noch zu Woldemqras. An de« Ministerratssttznnge« nimmt der Minister- Präsident Smetona nicht teil, der an den Umsturz» Vorbereitungen Plechavizius' beteiligt gewesen sei» soll. Die Soldaten Plechavizius' begrüßen de« Staats» prästdente» in enthusiastischer Weise. Jeden Augenblick kann zwischen den Anhängern Woldemaras und Plecha- vizius ein Zusammenstoß erfolgen, wobei die An» Hänger Plechavizius. die sich in der Mehrzahl befinden. zweifellos siegen werden. Woldemaras hat sich mit dem Gesamtkabinett in dem Gebäude des Ministerrats«in- geschloffen, das von den letzten Regimenter», die Woldemaras treu geblieben sind, geschützt wird. Im letzten Augenblick ist die Meldung von der Ber- Haftung Woldemaras eingetroffen. Amiliche Dementis. Die litauische Gesandtschaft in Berlin dementiert kategorisch die Meldungen, daß der vor einigen Tagen ans dem Staatsdienst entlassene Generalstabschef Plecha- vizius einen Putsch unternommen habe. Er sei uicht der- hastet worden. Ebenso seien die Meldungen über die Ber- hastung Woldemaras nicht zutreffend. Königsberg. 1. Februar. Wie dem Vertreter der Telegraphe»»Uuio« von amt- licher litauischer Stelle mitgeteilt wird, find die in der deutscheu Presse aufgetauchten Meldungen über die Per- Haftung des zurückgetretenen Generalstabschefs Plecha» vizius und 10 anderer Offiziere frei erfunden. ver KranRe und der Amtssditnuncl Das(Irleil von Sonnenlnirg Berichte 2. Seite Keubell und der Gteuerstreik. Enthüllungen im Reichstag.- Sozialdemokratie für die Beamten. In der fortgeführten ollgemeinen Aussprache über die Ve- amtenverhält nisse des Reichsfinanzm i niste» r i u m s in der Freitagsitzung des Ausschusses für den Reichshaus- halt hielt u. a. Dr.-Hertz(Soz.) eine Rede, die besonders in ihrem letzten Teil politische Bedeutung hatte und voraussichtlich noch weitere Erörterungen nach sich ziehen wird. Dr. Hertz wandte sich zunächst gegen den demokratischen Abg. Bernhard, der angeregt hatte. Beamte des Buch- und Betriebs- Prüfung sdienstes aus der allgemeinen Gehaltsskala der Beamten» schast herauszuheben und sie fo zu bezah'en. wie etwa die Privat- Wirtschaft die Dienste solcher Zkräftc entlohnen würde. Dr. her� wie« darauf hin, daß es unmöglich sei. einen einzigen Zweig eines hureaukratischen Apparates nach den Leistungen im Einzelfall zu entlohnen Täte man das, so könnte man schließlich auch an der Tätigkeit der Beronlagungsbeamten nicht vorübergehen. Hertz wandte sich bann gegen die Art- und Weife, wie der Staatssekretär P spitz in der gestrigen Sitzimg geglaubt hob«. die Autorität von hohen Beamten hochhalten zu müssen In einer der früheren Sitzungen hatte der Abg. Seppe! einen geradezu unerhörten Spezialfall zur Sprache gebracht. Staats- sekretär Popitz mußte erklären, daß das. Reichsfinonzwimfteriüm dem betreffenden Landesfinanzamtspräsidenten die Mißbilligung über fein Verhalten ausgesprochen Hab«, fügte aber sein lebhaftes Bedauern an. daß er gezwungen worden sei, öffentlich solche Zu- rückweisung eines hohen Beamten bekanntzugeben Demgegenüber betonte Dr. Hertz, daß diese Haltung des Staatssekretärs das denk- bar ungeeignetste Mittel sei. die Zufriedenheit und Arbeitsfreudig- keit der mittleren und unteren Beamten zu stärken. Die gesamte veamlenschasl verlange Entscheidung nach Recht und Billigkeit, gleich. viel, ob ein hoher oder ein unterer Beamter in Frage stehe. Unter- ordnung unter nicht zu billigend« Maßnahmen des Vorgesetzten könnt« und dürfe nicht verlangt werden. Durch die Stellung de» Staalssekretörs«erde die Autorität der hohen Beamten und damit der Staat sicherlich nicht gestärkt. Gerade in letziger Zeit und gerade bei der Finanzverwalwng sei ein« solche Stellung um so falscher, als an die Arbeitskraft und Arbeitslust oller Beamten gruppen der Reichsfinanzvermalwag geradezu unerhörte Anforderungen gestellt werden. Es müsse alles ge- fchehen, die Beamten der Reichsfiimnzverwalwng nicht nur gegen etwaige Uebergriffe höherer Beamten, sondern auch gegen solche der Steuerzahler zu schützen. Der Abg. Dr. Köhler habe als Minister Auffassungen vertreten, die sich mit den seinen decken. Aber genützt Wer verhastet wen? Plechavtpus Wokia*i»*s Schließt diese Tür nach außen oder innen? Davon hängt ab, was unsre zwei beginnen. Denn je nachdem steht auf der einen Seite Oer Jestgeseßte, gegenüber der Befreite. Jedoch, es kann auch grade anders kommen: Wer festzunehmen scheint, wird festgenommen! Keine Spuren der Bankräuber. Gibt es keinen einbruchsicheren Tresor? Die fieberhaften Rachsorschunge« der Berliner kriminalpolizrl nach einer Spur der Bankräuber vom Wlttenbergplatz sind bisher ganz ohne Erfolg geblieben. Als sicher scheint nur festzustehen, daß einer der Einbrecher selbst Mieter eines Safe» gewesen ist. jedenfalls nur zu dem Zweck, um den geplanten Eiubruch gut vorzubereiten. hat man nicht wieder und wieder mit einem gewissen stillen Gruselu von der fabelhaften Technik gelesen, mit der ein moderner Banllresor gegen alle Eventualitäten geschützt wird? Etwa so: Wenn der Einbrecher auch nur mit dem Nagel eines Fingers an dem Mechanismus des Türschlosses rührt, setzt sich ein Läutewerk in Be- wegung, so laut, so schrill, so lreischend. daß es nicht nur im Haus, sondern straßenweit zu hören ist. Außerdem wird aber auch selbständig ein« Verbindung mit der Polizei hergestellt, die im Augenblick mit einem Ueberfallkmnmando anrückt. Wenn der Ein- brecher aber trotzdem in die Stahlkammer eindringen sollte, ent» wickeln stch. ohne daß er auch nur ahnt, woher sie kommen, aus einer geheimen Teufelsküche giftige Dämpfe, die ihn im Ru elend ersticken Gleichzeitig wird automatisch die Polizei alarmiert, der — alles höchst einfach— nichts weiter zu tun übrig bleibt, als den Kadaver des erst ckten Einbrechers aus dem zwar eröffneten, aber nicht bestohlenen Tresor zu schleifen. Wenn nun aber der Einbrecher so gerissen sein und mit Gasmasken arbeiten sollte, dann wird, wenn er das Schloß ungestraft berührt die Tür ungestraft geöffnet hat. der winzige Blitz seiner Taschenlampe genügen, um ein äußerst llchtempfindäch« Eelevzelle zur Reaktion zu bringen. Di« Selenzelle wird alsbald einen elektrischen Kontakt lösen, der wiederum einen Hebel löst, der abermals eine Schleuse löst, aus der sich un- geheure Wassermasscn in den Tresorraum ergießen, die nunmehr aber endgültig den Einbrecher ersaufen lassen. So und ähnlich hat man es wieder und wieder gelesen. Und die Wirklichkeit? Ein Einbrecher legt einen drei Meter langen Gang, durchbohrt eine Stahlplatte und ist alsbald im Tresorraum, aus dem er klaut, was ihm gefällt. Alles höchst ein- fach und unkompliziert. Läutewerk, giftige Gase, Selenzelle und Wasserschwall gibt es offenbar nur in Amerika. 14 Grad Kälte in Berlin. Der Donnerstagabend unk) die Nacht zum Frestag haben Bei- lin wieder strenge Kälte gebracht. Zn der Innenstadk wurde« heule morgen 14. Grad gemessen und in den Außenbezirke» sog« bis 15 Grad nnler Rull. Sie Ursachen dieses plötzlichen Temperatur- sturzes liegen in der Hauptsache an der Zufuhr kalter Luftströmun- gen aus dem Osten. In ganz Rußland, Polen. Ungarn, dem Balkan und dem deutschen Reich herrscht wolkenloser himinel, ein« Erscheinung, die um diese Jahreszeit recht selten ist. Vorerst ist mit einer Unterbrechung der starken Frostperiod« nicht zu rechnen. Ueber Frankreich lagert schon feit Tagen ein Tiefdruckgebiet. Doch sst es noch fraglich, ob wir in dessen Bereich kommen, was dann allerdings zu einer wesentlichen Aenderung des Wittenmgscharak- ters führe» dürft«. hat da» Msher augenscheinlich nicht». So wie bisher könne« ÄK Dinge nicht weiterlaufen. Die Angriffe und Anwürfe gegen die Zinanzbeamten rühren ja auch nicht von individuellen, aus irgendwelchen Gründen ge- reizten oder verärgerten Steuerzahlern her. sonder» fie werden hervorgerufen befonders durch die organisierten Vestrebungeu des Landbundes. Räch den jetzigen gesetzlichen Bestimmungen sei es schwer, jemanden, der zum Steuerstreik auffordere, zur gerichtlichen Bestrafung zu bringen. Um so nachdrücklicher müsse das Ministerium für seine Beamten eintreten. Auch in der Äyritzer Steuerrevolte seien die beiden chauptangeklagten freigesprochen worden, trotzdem Auf- sorderung zum Steuerstreik vorlag. Er habe nun gehört, daß die Entschließung, die zum Steuer- st r e i k aufsordert und damit eine strafbare Handlung verlangt habe, die Billigung des damaligen Innenministers v. Keudell ge- funden haben soll. Auch das Reichsfinanzministerium hatte von dieser Aufforderung Kenntnis erhalten und habe ersucht, die Ent- schließung zu ändern. Wenn sich diese Haltung des Reichsfinanz- niinistcriums auch abhebe von der, die der danmlige Reichsinnen- minister eingenommen haben solle, so genüge sie doch keineswegs. Eine Organisation, die zum Steuerstreik aussorderk, dürfe für da» sslnanzministerium als Berhandlungskontrahent nicht mehr in Frage kommen und dürfe nicht mehr als Znterefsentenver tretung angesehen werden. Das Finanzministerium müsse mit aller Kraft auch seiner- seits den Gesetzen Achtung verschaffen. Oas Llrieil in Gonnenburg. 15 Seamte freigesprochen, einer zu Gefängnis verurteilt, die übrigen Geldstrafen. � Sonnenburg, 1. Aebruar. Im Sonnenburger Zuchthansprozeft gegen 24 An» italtsbeamtc wurde heute vormittag das Urteil ver- kündet. 1.5 Beamte, darunter die samtliche» Haupt- Wachtmeister, wurden freigesprochen. Der Ober- Wachtmeister Naumann wurde tvcgen fortgesetzte« ein- fachen Diebstahls zu 4 Monaten Gefängnis ver- urteilt, von den übrigen wegen des gleichen Delikts bzw. wegen Hehlerei der Inspektor Hinkel zu 10 0 Mark Geldstrafe an Stelle einer an sich verwirkten Frei- heitsftrafe von 20 Tagen Gefängnis und die übrigen zu Gelbstrafen von 15— 50 Mark an Stelle von an fich verwirkten Freiheitsstrafen von 5—20 Tagen Ge- fängnis. In der Urteilsbegründung iuhrte Amtsgerichtsdirektor Wrede aus, daß es sich um einen in jeder Beziehung ungewöhnlichen Prozeß gehandelt habe, denn alte bewährte Beamte hätten aus der Anklagebank gesessen und Straf- gefangene seien als Zeugen gegen sie aufgetreten. Zu erklären sei dieser Zustand nur aus den Verhältnissen in der Anstalt Sonnenburg, die absolut ungewöhnlich gewesen seien, die Ursache liege nicht im modernen Strafvollzug, dessen Grund- sätzen das Gericht nur beitreten könne, der moderne Strafvollzug könne aber nicht auf Zucht und Ordnung verzichten. Nur mit Milde und Nachsicht eine Strafanstalt zu leiten, wäre eine Bankerott- Erklärung. Im übrigen sei das Gericht hinsichttich der Beurteilung der Glaubwürdigkeit der als Zeugen aufgetretenen Strafgefangenen der Auffassung der Verteidigung beigetreten und hätten nur den- jenigen Aussagen Glauben geschenkt, die durch äußere Monnmie unterstützt worden seien. -Gereke gerüffelt. (Sr soll in Zukunft nicht mehr landbündlern In der gestrigen Lorsiandssitzung des Verbandes der Preußischen Landgemeinden ist di« in der Presse viel erörterte Red-, die der Geschitstsführer des Verbandes, Landrat a. D. G e r e t e in seiner Eigenschast als Landbündler bei der Generalversammlung des Pommerschen Landbundes gehalten hat, ausführlich besprochen worden. Nachdem Äereke die erjorderlicheu Aufklärungen gegeben hatte, kam der Vorstand einstimmig zu folgender Stellungnahme: Es ist anzuerkennen, daß dem Präsidenten des Verbandes der Preußischen Landgemeinden genau wie jedem anderen Staatsbürger das Recht der freien politischen Meinungsäuße- r u n g zusteht. Andererseits wird jedoch anerkannt, daß sich auch der Präsident des Landgemeindeverbandes annähernd wie«in im Dienste des Reiches oder Staates an leitender Stelle stehender Beamter Beschränkungen bei seinen politischen Meinungsäußerungen imterwerfen muß. Der Vorstand ist der Ansicht, daß diese Grenze bei der Stettiner Landbundredc in«inzelnen Punkten überschritten ist. Der Vorstand wird deshalb dosiir Sorg« trogen, baß diese bei könstigen Reden gewahrt wird. Jedoch glaubte der Vorstand auch feststellen zu müssen, daß in der siebenjährigen Geschäftsführung des Verbandes nicht ein einziger Fall nachweisbar sei, wo eine Verletzung der parteipolitischen Reu» trofiiät des Verbandes durch Gereke stattgesimden habe. Oer völkische Gchimpfbold. Zum vieri-n Male vege« Beschimpfung der Republik angeklagt. Vor dem Große,, Schösseigzericht Eharlotlaniwrg Howe sich heute der srichere völkische Abgeordnete Fahrenhorst wegen Vergehens gegen dos Republikschutzgesetz zu verantworten. Am 6. November hatte er in einer Veranstaltung der Deutsch- völkische» Freiherlspartei auf Wunsch des Vorsitzende» eine kurze Ansprache gehalten iinS soll dabei nach der Anklage gesogt haben: „Diese in alle Ewigkeit verflucht« Republik, die aus Meineid und Berrat ausgebaut ist, werden wir Völkischen memols anerkennen." Der Angeklagte bestritt, daß er die Worte in der van den Kriminalbeamten, die in der geschlossenen Versammlung anwesend waren, berichteten Form gebraucht habe. Er Hab« vielmehr den Ausspruch des Kardinals Favlhober unter Berufung auf diesen zitiert. Landgerichtsdirelwr Schmidt hielt dem Angeklagten entgegen, daß der Kardinal von der Revolution und nicht von derRepubllk gesprochen habe Der Angeklagte vertrat die Austossung, daß das dasselbe sei, denn die Republik sei aus bfv Revolution ausgebaut. Auf Antrag von Staatzanwaltschaftsrat Dr. Lesser wurde durch Verlesung der entsprechenden Gerichtsurteile festgestellt, daß Fahren- Horst zunächst zweimal 1925 wegen Bsschimpsung der Reichsflaggen und der Republik zu G-ldstrvfeu ver- ober amnestiert woAdeu war. Zun, dritt«, Mast Oer Kranke und der Amtsschimmel Oer Leidensweg eines Arbeitsinvaliden. Im Sozialen Ausschuß de- Reichstages finden zurzeit Ausein- oiidersetzungen darüber statt, ob es notwendig ist, auch in der In- validenvcrsicherung den Begriff der Berufsunfähigkeit ein- zuführen und den Rentenanspruch bereits bei einer Berufsupfähigkett von SO Pro.;, anzuerkennen. Wiederholt hatten wir Gelegenheit, an Hand erschütternder Vorgänge die Notwendigkeit einer solchen gesetzlichen Reform nachzuweisen. Wir geben nachstehend wieder einmal Tossachen bekannt, die in ihrer Eindringlichkeit kaum über- boten werden können. Sie zeigen gleichzeitig, wie notwendig«s ist, daß die verschiedenen Zweige der Sozialversicherung aufeinander abgestimmt werden, damit in jedem Falle ausreichende Hilfe zur Abstellung eines sozialen Notstandes gewähr- leistet ist. Es handelt sich um einen im 38. Lebensjahr stehenden früheren -Dreher, dem bereits im. Jahre l9IK ein Lugenheilocrfahrcn bc- willigt wurde. Sein Gesundheitszustand blieb immer sehr kritisch, löA) macht««r ein« Kur in Davos, 1923 eine Kur in FlinsSerg durch. Die weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes hatte den Verlust der Arbeitsstelle zur Folge. Das geht aus der Bescheinigung seines letzten Arbeitgebers vom 30. April 1924 hervor. Es heißt da: „Alle ihm übertragenen Arbeiten hat Herr.... zu meiner größten Zufriedenheit ausgeführt, sein Betrogen war lobenswert. Seine Entlassung mußte erfolgen, weil seine geschwächte Gesund- hest ihn an der Ausführung der«rsordettichen Arbeiten bc- hinderte." Es beginnt jetzt ein Martyrium. N. wird erwerbsunfähig trank. Obwohl dieser Zustand anhält, muß die Krankenkasse die Unterstützung einstellen, weil er satzungsgemäß ausgesteuert ist. Es beginnt gleichzeitig der Kampf um d i« I n v a l i d � n r«» t«. Was blieb weiter übrig angesichts der Tatsache, daß alle Bemühun- gen, Arbeit zu erlangen, ergebnislos verliefen. Der Arbeitsnach- weis bescheinigt, daß er sich um Arbeit bemühte, auch veanittett, jedoch von keinem Arbeitgeber eingestellt wurde. Die Gründe er- geben sich aus dem Schreiben der Fochabteilung für die Metall- intnsstrie. Es heißt da in einem Schreiben vom 23. April 1925: „Wir waren ständig bemüht, soweit er nicht erwerbsunfähig krank mar, ihm passende leichte Arbeit nachzuweisen. Obgleich zurzeit ei»« so stark« Nachfrage nach angelernten Spezialarbeiter bestellt, daß«in« große Zahl von Stellen täglich ossen bleiben, ist die Unterbringung des R. hier völlig aus- geschlossen, da er den gestellten Anforderungen nicht ae wachsen ist, j obgleich er die Kenntnisse besitzi, da er gesundheitlich die Arbeit nicht leisten kann." Man sollt« meinen, daß angesichts der Hossnungslosigten, Arbeit zu jinden, weil der schlechte Gesundheitszustand das ausschließt, soziale Gesichtspunkte bei der Beurteilung des Remensalles nicht unberücksichtigt bleiben. Doch weit gefehlt. Die Gutachten zweier Aerzte stellen nur eine SVprozentige Erwerbs- Minderung fest und damit ist der Fall für das Oberver- sicherungsantt„erledigt": der Rentenantrog wird abgelehnt. Das Reichsoersicherungsomt hebt auf Grund der eingelegten Re- viston das Urteil des Oberversscherungsamtes mit einer vernichtenden Begründung auf. Es stellt fest, daß das Oderverjicherungsamt die ihm obliegende Pflicht zur Sachausklärung zweifach verletzt hol- Di« Tragödie beginnt von neuem. Es folgt eine ärztliche Untersuchung nach der anderen. Man hatte sich zur Anerkennung einer vorübergehenden Invalidität im Anschluß an die erwerbsunfähige Erkrankung bis zu dem Zeitpunkt durchgerungen, wo der Vertrauens- arzt der Landesoersicherungsanstalt festgestellt hat, daß wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 Proz. vorliegt. Di« verschiedenartigen ärztlichen Gutachten beleuchten in höchst interessanter Weise ihren sozialen Wert oder besser— Unwert. Man erkennt eine Erwerbs- Minderung von 50 Proz. an. ist auch bereit, bis zu 60 Proz. zu gehen. Zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten vom 31. März ISLS, das der vereidigte Gerichtsarzt auf Ersuchen des Oberver- sicherungsantts erstattete. Nachdem er alle Faktoren der Erwerbs- Minderung ausgezählt hat, erklärt er, daß er doch immer noch einen Rest von Arbeitsfähigkeit von 40 Proz. für vorliegend halten muß. Nur noch wenige Prozent, und die Invalidität wäre anerkannt. Mann staunt, mtt welcher Sicherheit dieses Mehr an Arbeitsfähig- keit„nachgewiesen" wird. Daß man vom ärztlichen Stand- punkt aus die Dinge auch anders beurteilen kann, zeigt das Gutachten jenes Arztes, der den Mann seit 1918 unumerbrochen in seiner Behandlung hat. Das Gutachten ist auf Verlangen des Wohl- fahrtsamtes am 24. Ottober 1926 erstallet. Wir begnügen uns mit der Wiedergabe eines Satzes:„Während Herr N. noch vor«i» bis zwei Jahren zu leichter Beschäftigung fähig war, ist er infolge rapider Verschlimmerung seines Nerven- und Herzleidens völlig arbeits- underwerbs unfähig." Ein neues Auf- gebot von Aerzte» beweist zwar nicht das Gegenteil, komnit aber doch immer wieder zu dem gleichen Ergebnis, daß Invalidität nicht vorliegt! Damit war dann der Fall für das Obervsesickzerungsanu zur Ablehnung reif. Seit dem 1. März 1928 schwebt die Revision beim Reichsversicherungsamt gegen die letzte Entscheidung des Oberver sichcrungsamts Berlin, Spruchkammer 2, vom 26. Januar 1928— J 1640/27. 1 1. Es wird nicht nur Zeit, daß bald, sondern daß auäi sozial gerecht ensschieden wird. Der Vorgang zeigt aber auch gleichzeitig eine wichtige Aufgabe, die der Gesetzgeber z» lösen hat. wurde«r 1926 vom Amtsgericht Eharlottenburg zu sechs Monaten Gefängnis wegen desselben Vergehens verurteilt. Das Urteil wurde von der Strafkammer in drei Monate Gefängnis mit Bewährung»- frsst unter Auferlegung einer Buße von 3000 M. umgewandelt. Von der Buße waren erst 225 M. abgezahlt, als die letzte Amnestie in Anwendung kam. Staalsanwalsschastsrat Dr. Lesser vertrat die Meinung, daß angesichts der Schwere de r Beschimpfung und der Tat- sack)«, daß er zum vierten Mal« wegen Vergehens gegen dos Republikschutzgefetz vor Gericht stehe, nur«ine empfiMiche Strafe Platz greisen könne. Er beantrage sech« Monate Gefängnis und spreche sich ensschieden gegen mn« neue Bewährungsfrist au«. Das Gericht verurteilte den völkischen Schimpsbold zu drei Monaten Gefängnis. Oer schimpfende Held. Preußen will dem hessischen Bayern antworten. Ter preußische Ministerpräfident hat den Ge« sandten des Freistaates Preuße« i« München ersucht, sofort nach Berlin zu kommen, um über die preußenfeindlicheu Sleußeruugen des lutherische« Mi- nisterpriisidente» und eines weiteren baherischen Mi- »isters bei dem Münchener Presseempfang müudlich Bc> richt zu erstatten. Am morgigen Sonnabend wird der preußisch« Mi- nisterpräsident zu diesen Müucheuer Aeußeruugeu eine sachliche lKrklärung in einer noch nicht fest« stehende« Form veröffentlichen. Oas Radio dient der Kreiheii. Antifaschistischer pressezwang durchbrochen. Paris- t. Februar.(Eigenbericht.) Tie Straskammer in Nizza hat am Donnerstag den italienischen Emigranten Pertini, einen früheren Rechtsanwalt- der in Nizza als Bauarbeiter tätig ist. zu einem Monat Gefängnis mit Strafauf- f ch u b verurteilt. Pertini hatte eine geheime Funk» jtation eingerichtet, mit der er seinen Landslenten in Italien Nachrichten über die Tätigkeit der a n t i- faschistischen Organisationen gab. Die Anklage wegen Spionage gegen ihn wurde fallengelassen. -i? Damit sich die Sender nicht gegenseitig stören, gibt es überoll eine amtlich« Kontrolle der Sender. Das gilt auch für Frankreich. Der antifaschistische Emigrant in Nizza hat sich daher einer formellen Uebertretung der Radiooorschrisie» schuldig gemacht. Aber das fron- zösische Schöffengericht hat Verständnis für die Motive seiner ille- galcn Sendungen gehabt: er hat Bewährungsfrist erhalten. Der Fäll ist aber grundsätzlich interessant. Er stellt den ersten bekanntgewordenen Bruch soschistischcr Meinungsdiktatur durch die Aetherwcllen dar. Die Pressefreiheit sst in Italien vernichtet! die Diktatur kann Druck und Verbreitung von oppositionellen Zeitungen in hohem Maße unterbinden. Gewiß find« guck) illegale Literatur den Weg ins Land des Terrors Aber das Radio tritt als neue Waffe geistiger Freiheit hinzu. Von uberall dorther, wo dre Frei« heit eine Stätte hat, kann das gesprochene Wort dlc Grenzen über- fliegen. Es zu empfangen, kann der Diktator nur dann verhindern, wenn«r auch selbst auf die Propagandawafse des Radio verzickitet und sein Land vom technischen Fortschritt ausschließt. Aber Musso- lini kann nicht wagen, die italienischen Sender stillzulegen. Sa wird er»üht verhindern, baß ök Italiener von außen her Nachrichten und geistige Kulturgüter aus der Welt empfangen. Des Italieners M a r c o n i große Erfindung richtet sich gegen den Faschismus, der sein Land in ein Zuchthaus oerwandeln und wie ein Zuchthaus absperren will. Die Strohlentechnik im Dienste der Freiheit durchdringt die dichtesten Mauern und spottet aller Sperrung der Grenzen.- Oer Arbeiisgerichisskandal. Die Berliner Arbeitsrichter wollen streiken. Die Raumoerhältniss« am Arbeitsgericht Berlin wer den immer katastrophaler. Jetzt sind neuerdings im Haus in der Zimmerstraße wieder die meisten B e r a t u n g s z i in m« r ihrem Zweck entzogen und zu Berhandlungssälcn umgebaut worden, so daß ein großer Teil der Berhandlungssäl« kein Beratnngszimmer mehr hat. Die Slrbeitsrichter haben nicht einmal einen Raum, wo sie ihre Mäntel und Hüte ablegen, wo sie frühflücken oder sich die Hände waschen können. Bei den Beratungen werden die Parteien und di« Zuhörer aus den Berhandlungssälen hinausgewiesen und müssen sich in den auch sonst schon.zu engen Korridoren hermn- drücken, denn Wartesäle sind ein unbekannter Begriff. Diese Verhältnisse haben dazu geführt, daß die Arbeitsrichter erklärt haben, daß, wenn die Raumsrage nicht bald endlich geregeil würde, sie in Zukunft nicht mehr ihr Amt ausüben wallen. Sic erklären die.Zustande am Berliner Arbeitsgericht einfach für unwürdig. Schon heute ist es so, daß bei Erkrankung eines Arbeitsrichters die Verwckltungsabteilung kaum noch einen Er- satzbeisitzer herbeiholen kann, denn unter den augenblicklichen Raum- Verhältnissen versucht jeder Beisitzer sich von dem Ehrenamt freizu- machen. Die Amlsgerichtsrine am Zlkbeitsgericht haben ebenfalls erklärt, daß sie bei unentschuldigtem Fehlen eines Arbeitsrichters diesen nicht in Ordnungsstrafe nehmen werden, denn in Anbetracht der geradezu skandalösen Zustände am Arbeits gericht kann den Beisitzern di« ehrenamtlich« Ausübung ihrer Tätigkeit nicht zugemutet werden. Tanfk�ndigung in(Sachsen. Die Meta>l,ndustriellen nützen die Krise aus. Dresden, 1. Februar.(Eigenbericht.) Die Vereinigung der Verbände sächsischer Metallindustrieller hat den Lohntarif für die sächsische Metallindustrie vom 4. Mai 1928 zum 31. März 1929 gekündigt. Sie schlägt in einem Schreiben an den Deutschen Metallarbeiterverband in Dresden und die übrigen beteiligten Gcwerkschasten die Beibehaltung der jetzige» Löhne vor, aber die Verlängerung des Lohnabkommens bis 193l. Es soll dann mit zweimonatiger Frist erstmalig zum 31. Marz 1931 gekündigt werden können. Die zweimonatige Kündigung-- frist an Stelle der bisherigen einmonatigen Holl die Vereinigung der Arbeitgebervcrbände für notwendig, weil die Verhandlungen in der Vergangenheit gezeigt hätten, daß die bisherige Frist eine Gewähr für die Vermeidung eines tariflosen Zustandes nicht boten. Die Vereinigung ladet die Gewerkschaften zu einer Verhandlung zum Donnerstag, dem 14. Februar, nach Dresden ein. Sie will -in dieser Veolzaiidiung eine aussühilich« Begriintnmg ihrer Vorschläge mochen. Kriegsschiffbauien seti dem WeMrieg. Unter dem Eindruck der Perba ndlun gen über die Kreuzeraor. läge ira amerikanischen Senat verösfenilicht der Flutien.Kvrrespon. dent des„Daily Expreß" ein« Heb erficht über die englischen und amerikanischen Kriegsschisssbauten in der Nachkriegszeit. Danach bamc Großbritannien in der Nachkriegszeit 17 Schisse mit 163 000 Tonnen, während die Aeremsgten Staaten 18 Schisie mtt 155000 Ximaeu oUf SM feßtm. Schutzaufsicht für die Arbeit. Eindämmung der Zeliuloidgefahren/ preußische Beschlüsse Da? Brcmtmricfliick in<5 er Tchönleinstraße bildete ein starkes Äarnungssignal, das jetzt im Preußischen Landtag und im Handels- Ministerium die nötige Beachtung gesunden hat. Der Hauptousjchuß des Landtags hat auf Antrag der Sozialdemokratie� des Zentrums, der Demokraten und der Deutschen Volksportei eine Vermehrung der Zahl der Gewerbe- opffichtsbeamken beschlossen. Der Finanzminister hat dazu bereits lülltut, daß er einer Vermehrung der Kräfte der Gemerbeaiissicht zustimmt. Gegen die Stimmen der Wirlschastspartei(natürlich!) wurde ein von Gertrud Hanna eingebrachter sozialdemokrati- icher Antrag angenommen, wonach den-„Grundsätzen für die gewerbepolizeiliche llebenvachung der Betriebe zur Herstellung von Zelluloidwaren und der dazu gehörigen Lagerräume" die Fori» und die Bedeutung einer Verordnung zu geben ist. In dieser Verordung soll verboten werden: Die Verarbeitung von Zelluloid und ähnlichen seuergesährlichen Stoffen in der Heimarbeit, die Beschäftigung Jugendlicher unter lL Jahren bei der Herstellung und Verarbeitung von Zelluloid und die direkte Beheizung der Stempel- formen für Zelluloid durch offene Flammen: serner soll in die Verordnung aufgenommen werden der M e l d e z w a n g und die Gen'ehmigungspflicht für Betriebe, die Zelluloid und ähn- 15 Grad Kälte. .Set loch is nich zu heizen, aber der Hanelwirt meint, ick könnte rodeln jehn..." liche feuergefährliche Stoffe herstellen oder verarbeiten: Bcstim- mungen, die einen ausreichenden?iachbarschutz garantieren, eine Beschränkung der Lagerbestände für Zelluloid und ähnliche seuergefähr- lich« Stoffe,«ine Kontrolle und genaue Deklaration der rheinischen Stabilität von Zelluloid, eine genaue Deklaration von Zelluloid und zelluloidähnlichen Stoifen, die Ausdehnung der Verordnung auf alle Betriebe, in denen Zelluloid verarbeitet oder gelagert wird. Die Betriebe, für die die Verordnung gedacht ist, sollen intensto und häusig, mindestens ober durchschnittlich zweimal im Jahr, kontrolliert werden. Angenomnien wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag, der das Kleben von Gummimänteln in der Heimarbeit verbietet. Gegen diesen Antrag lzat auch das Zentrum gestimmt. Schließlich forderten die Sozialdemokraten noch, daß die feit «inigen Wochen im Bezirk des Gewerbeaussichtsamts Stab« in Wesermünde in Rücksicht aus die große Zahl von Arbeiterinnen in de? Fischkonseroenindustrie vorübergehend tätige G e- iverbeoberfontrolleurin dauernd ini Bezirk zu be- ichäsiigen oder durch ein« andere Beamtin zu ersetzen ist. Der hierzu vorliegeirdc sozialdemokratifch« Antrag wurde ebenfalls angenommen. Der Handelsmini st er spricht in einem Erlaß die Erwartung aus, daß künftighin auf die Besichtigung der gewerblichen Be- triebe noch mehr Gewicht als bisher gelegt wird und ersucht die lltegierungsprasidenten, die Gewcrbeauftichtsoeamien anzuweisen. daß sie bei der Auswahl der zu besichtigenden Betriebe prüfe», welch« Betriebe nach der Natur der zu verarbeitenden Rohstoffe ?end der Arbeitsvorgänge besondere Gefahren für Laben und Gssuirdheit der Arbeitnehmer bedingen, und daß sie dies« Betrieb« in erster Linie bei den Besichtigungen berück- sichtigen. Notwendig wäre außerdem, daß die in besonders gesähr- lichen Betrieben beschäftigten Arbeitnehmer sowohl mit den Ge- fahrenquellen als auch mit den gebotenen Vorsichtsmaßnahmeli und der Bedeutung der zu erwartenden Verordnung vertraut gemacht werden. Denn auch die denkbar besten Vorschriften verfehle» ihre Wirkung, solange nicht die Arbeitnehmer mit ihnen bekannt und für ihre Durchführung, soweit sie bei Ihnen liegt, gewonnen sind. Die Gewerkschaften werden besonders in diesem Sinne wirken. England weist Ausländer aus. Zwischen dem Innenminister und dein Polizeipräsidenten von London sind Verhandlungen ge- rührt worden, als deren Folge etwa 300 Ausländer einschließlich Frauen und Kinder in Kürze aus England ausgewiesen werden. Es l andelt sich dabei um Personen, die in Londons Pergnügiuigsviertel K ubs und Restaurationen verschiedener Art betreiben. Die Ausweisungen stehen im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Gc- richtsverhandiung gegen ehemalige Polizisten wegen Bestechung und Uebertretung der gesetzlichen Bestimmungen für den Alkoholaus- schank. Die Groenersche Denkschrift und der kallcgg.Potl. Im Nahmen des 8. Wissenschaftlichen Klubabends der„Deutschen Liga für Wen- schernrechte werden die Reichstogsabgeordneten Dr. Engelbert Graf und Hermann F l e i ß n e r über die Groenersche Denkschrift sprechen. Der Klubabenb findet am Mittwoch. Februar, abend? 20 Uhr, im Festlaal des ehemaligen Hcrrcnhanfe?, Leipziger Strohe 3. statt. UnkostenKeurag für Gäste 1 M. Wctlerberichl der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.(Nachdr. verb.) Fortbestand des Hefteren Wetters mit ziemlich strengem Frost. Oeslliche Winde.—(für Deutschland: Nur im äußer» sten Westen Temperaturen zeitweise über Rull, im übrigen Reiche Fortbestand des. besonders nachts, strengen Frostes und größten- teils heiteren Himmels. Von der Vorzeit Konzerirunöfchau/ Alte Vokalmusik. Unsere Musik ist die jüngste unter den großen Künsten der Neu- zeit, sie sinket als einzige kein Vorbild, kaum eine Vorahnung in den Kulturen der varchristlichen Welt. Für die anderen Künste vollzog sich in jener welthistorischen Epoche, die wir„Renaissance" nennen, in der Tat und wie der Name besagt ein großartiger Pro- zeß der Wiedergeburt— Wiedergeburt des klassischen Altertums als Krönung und Ziel einer Entwicklung, die, sozusagen wieder van vorne anfangend, den tausendjährigen Zeitraum des Mittelalters hat zurücklegen müssen. Nicht für die Musik, die damals erst als neue Kunst sich zu emsalten begann. Als eine wahrhaft neue Kunst, und nicht etwa: Altes erneuernd, an Bertlungenes anknüpfend: es war erste Erfüllung aus tastenden Versuchen. Vier oder fünf Jahr- hunderte— soviel etwa haben wir, zurück von heute, zu durchmessen, und wir sind bei den Ansängen unserer Musik. Was dahinter liegt, ist Urgrund und Vorzeit. Man kennt sie gemeinhin nur vom Hörensagen, nicht vom Hören, jene früheste Musik, die für unser Ohr noch keine ist. Jüngst haften wir Gelegenheit, sie in ausgewählten Beispielen kennen zu lernen. „Musik des Mittelalters", dargeboten zum Besten der sozialen Kran- kenhaussürsorge der Berliner Unioersftätskliniken, in der allen Aula der Universität. Professor Arnold Schering, der Wissenschaft- lich-künstlerische Leiter, gab einleitend die kulturhistorischen Grund- lagen: dem erläuternden Wort folgte die Tat, die es ohne Zweifel bedeutet, solch ungewohntes Novitätenprogranun konzertmäßig zu absolvieren. Vokalmusik zum größten Teil, Chor- und Sologesang mit instrumentaler Begleitung. Aus dem ungleichen Stimmen- ensemble hervorragend der Tenor Fritz S o o t s: und neben Stu- dierenden der Universität hervorragend beteiligt der Knaben- chor des Dorotheenslädtischen Gymnasiums. Drei Motetten des 13. Jahrhunderts, die den Anfang machten, vermochten wohl nur unser Bildungsinteresse anzuregen. Doch im Laufe des Abends und-im Laus einer fortschreitenden Entwicklung, die den Hörer bis über die Schwelle des 16. Jahrhunderts führte, wuchs die inner« Teilnahm«: das waren endlich nicht mehr tote Museums- werte, das ist, etwa in den geistlichen Gesängen von Thomas Stoltzer oder iy einer Trailermotette von Heinrich Isaac, immerhin Musik, die un, gerodeswegs als Erlebnis eingeht. Wo Schering endete, da hatte zwei Tage zuvor dcr M a d r i- g a l ch o r unter Leitung von Professor Karl Thiel fort- gesetzt.„Das deutsche Lied am Ausgange des Mütclallers". Wir sind im Zeitaller Luthers, nicht fern mehr der Generation Palestri- nas und Orlando di Lassos, deren Schaffen und Wirken«inen Gipfel unserer Musikgeschichte bedeutet. Er kündigt sich in'jenen Liedern an. die in hoher Vollendung und kaum wieder erreichter Vereinigung zugleich Kunst und Volkslied ist. Und die Menschen, die dergleichen singen konnten, waren nicht als Kunstsänger über dem Volk musi- kalisch„Ungebildeter" erhaben, die Lieder waren Gebrauchsgut der Allgemeinheit. So glücklich stand es einst um die Kunst des Volks- chorgesanges. Die Namen der Komponisten— Finck, Hofhaimer, Senftl—, wer kennt sie im heutigen Publikum? Aber die Wirkung im Konzertsaal der Hochschule war stark und unmittelbar, Ihrer Vor- bcreftung durch einen«inleftenden Vortrag hätte es wohl nicht bedurft. Wie nahe diese Liedkunst der Reformationszeft unserem Musikempsmden ist, dos machte, gewissermaßen den Erfolg bekröfti- gend, im Programm die Gegenüberstellung der„Chorvoriationen" von Erwin Lcndvai offenbar, der als heutiger Musiker und mit den Mitteln des modernen Chorsatzes arbeitend, bewußt Ton und Stil von damals borgt: dabei kommt, weil ssch's nicht um Nachahmung, sondern um schöpferische Einführung handelt, etwas durchaus künft- lerisch Lebensvolles heraus. Neue.Orchesterwerke. Erstausführung bei Bruno Walter:„Taras Bulba", durch Gogols berühmte Crzähluitg angeregt. Rhapsodie für Orchester von Leos Jonacek. Die Welt hat ihn spät, in seiner Oper„Jenusa", kennen gelernt. Ein Wunder von Lebenskrast und Unbeirrdarkeit des Künstlers, wie er bis tn« hohe Alter, fast ohne aus dem engen Kreis seiner mährischen Heimat zu dringen, geschassen hat. in innerer „Zuchthaus." Terra-lichtfpiele. Die Russen brachten ihren neuen Film erstmalig in einer Nachtvorstellung heraus. Der Andrang war derartig, daß die Schupo die Treppen bewachen mußte. Das ganze Vestibül war gefüllt mit un- zusriedenen Menschen, von denen etliche behaupteten, schon seit 4 Uhr nachmittags vergeblich sich um Karten zu bemühen. Na. sehenswert mar nicht nur dieser Andrang, der Film war es auch auf jeden Fall. Er wurde geschaffen von einem jungen, silmbesessenen Regisseur I. R a i s m a ii n. Er weiß, jeder Film muß aus unerhört viel gutem Können beruhen. Nur Arbeit bringt uns voran. Er ist offenbar ein Musterschüler der russischen Kinoschule. Er ist silmbegeistert in jeder Szene, er versteht unendlich viel von der Montage des Films, nicht ein Millimeter Film läuft unnütz, alles, alles ist nötig, sachlich und künstlerisch vollendet. I. Raismann gehört zu den jungen Leuten, durch die Rußland bewußt alle andern verdrängen lasse» will, die nicht durch Können, sondern nur durch Zufall in den Film kamen. Das Filmmannstript, geschrieben von S. C r m o l i n s k y, handelt von den Leiden der politischen Gefangenen im Zuchthaus. Sie leiden für ihre Idee, sie sind nur Ueberzeugung, kein anderer Ton klingt hinein. Befreiung bringt ihnen die Revolution(die es bei ihrer späteren Entwicklung ja freilich nicht verstand, Zuchthaus und Sibirien obzuschafsen). Die Schauspieler bringen ganz ungekünstelte, ganz große Lei- stnngen. Da ist W. Tastin, der Gefängnisdivettor. Er ist brutal, sowohl aus eigenem inneren Antriebe heraus, wie auch aus Ge- wohnheit. Er, der unbeschränktes Recht über den Körper des Ge- fangenen hat, er will auch den Geist dieser Politischen beherrschen, geistig will er sie niederzwingen. Ergreifend ist A. S ch i l i n s k i. der Vertrauensmann der Politischen. Ebenso hervorragend die übri- gen Darsteller B. Livanow. P. Tamm und W. Popow. L. Kosnratows Photographie ist von höchster Bedeutung. Zum Bei- spiel bringt er mir wenig Landschaft, und doch empfindet man die ganze Unwirtlichkeit, die von ihr ausgeht. Wir würden diesen Film natürlich nicht als so unerhört groß empfinden, wenn wir nicht zu tief in dem Kitsch der amerikanischen und deutschen Produktion steckten. Die lRussensilme erfüll««,, rein filmisch betrachtet, ein« große Aufgabe. Durch den Zuspruch, den sie finden, beweisen sie. es gibt noch sine Unmenge Menschen, die. auch im Film, erleben wollen. Sie zeigen, Sachlichkeft ist keine Lang- weiligkeit. Und so schaffen sie die vielversprechende Grundloge, auf der der Film«Mich vom technischen Fortschritt zum Kulturjortschrftt heranwachsen kann. e-K zur Gegenwart. Von Klaus pringstheim. Fühlung mit dcr fortschreitenden Zeit, die um ihn nichts wußte, doch vor ollem aus dem inneren Reichtum einer starken, eigenwilligen Musikerpersönlichkeft. So sind auch die drei Sätze dieser Rhapsodie, echte ursprüngliche Musik, im slawischen Boden wurzelnd, kühn und sortgeschrftten ohne Richtungsgebundenheit, von naturhaster Gekonntheit, voll primitiver Freude am rasfinicrten Klang, den denn die Philharmoniker, von Walter gesührt, bis in die letzte Möglichkeit verwirklichen. Den slawischen Rahmen des Abends, der mit Smetorni beginnt und in Tschaikowskys Vierter Sinfonie prachtvoll ausklingt. muß leider, als Solist für den oerhinderten Pianisten Horowitz eintretend, der spanische Bariton Celcstino Sarobe sprengen, italienischer Ariensänger, Schüler Battistinis, und schon als sein Nach- solger gepriesen, ein Künstler jedenfalls von durchaus seltenen Qualitäten. Slawisches auch bei Kleiber, Jugoslawisches, eine Uraufführung gar:„Balkanophonia" für Orchester von I. St. Sla- vensky. Auf Deutsch: Der Balkan in tönenden Abziehbildern: eins nach dem anderen ziehen die Völker der Halbinsel im musikalischen Nationalkostüm vorüber. Dcr Zweck, die Hörer zur Balkanophili.i zu erziehen, wird nicht erreicht. Aber das schwache, äußerlich nicht unwirksame Werk wird mit der Verpflichtung belastet, einen un- gewöhnlich matten Abend der Lindenoper herauszureißen. Nicht un- besorgt fragen wir uns, wann endlich die unablässig sich senkende Kurve dieser Konzepte ihren tiefsten Stand erreicht haben wird. Und eine Uraufführung auch in dem Konzert, das I o s ch a Haren stein in der Philharmonie veranstaltet: Alban Berg, drei Stucke für Streichorchester aus der„Lyrischen Suite". Die Suite, für Streichquartett gesetzt— vor einem Jahr haben wir sie gehört—, vermittelt klangliche Visionen von großer Eindringlichkeit. Der Ein- druck bestätigt sich, versperrt sich zum Teil in den weiteren Dimen- sinnen des Orchesters— obgleich die Wiedergabe wohl ein wenig summarisch war. Und Horenstein, der in Mozarts Krönungskonzert eine begabte junge Pianistin, Magda Tagliafero, präsentiert, ist als Dirigent in der„Provinz" kern anderer geworden. Noch immer ein höchst unzweckmäßiges Zuviel an Anstrengung und Bc- wcgung: noch immer mehr zweifellose Hingerissenheit als mit- reißende Kraft des überlegenen Führers: doch wie er, nervös ge- spannt, die„Eroica" auf seine Weise gibt, mischt sich sacht in dos Bild ein Zug von Bewußtheit, eine Nuance von Betriebsamkeit... Es wäre schade. Kammermusik. „Moderne Äamniermusik" war dos Progranun einer Matinee im Renoisfancetheater: Sonaten, von freilich sehr obge grissener„'Modernität", für Klavier und Cello, von A- M. S ch n a- b e l, einein jüngeren, doch wie es scheint nicht eben stürmischen Deutsch-Balien, von Debussy und von Rachmaninoff, der so ungefähr eine Synthese ans Brahms und Tschaikowsky sucht. Aber zwei aus- gezeichnete junge Musiker, der Cellist Felix RobertMendels- söhn und Fritz Hans Rehbold, den wir als einen unserer feinsten Pianisten schätzen, sind am Wert, und man ist dankbar, daß sie gememsam em gemeinhin vernachlässigtes Gebiet der Kammer- musik kultivieren. Auch Heinrich.Hofer, dessen Streichquartett in O-Moll die B r ü d e r S t e i n e r in der Singakademie zur Aus- fuhrung bringen, ist keiner vvn den gefährlich Radikalen. Ein lyrisch empfindsamer Ton. freundliche Melodik, ansprechende Har- monik herrschen vor, mit den Ausführenden findet dcr Komponist herzlichen Beifall. Aber noch einmal stoßt der alle Janacek verwegen und unbekümmert in das Zentrum der musikalischen Gegenwart vo;-, NUN mit seinem Konzertino für sieben Soloinstrumente, das die Kammermusikvcreinigu n g der Berliner Philharmoniker— zwar nicht, wie auf dem Zettel zu lesen war, zur Ur- aufführung, aber dankenswerterweise erneut in Erinnerung bringt. Eine Gruppe hervorragender Jnstrumontalisteii, es bedarf kaum der Feststellung, und es erweist sich in dem vorbildlich gespielten Septeit von Beethoven. PaulGrümmer.der Meistercellist, endlich gibt mit seinem gut und ernst musizierenden Kämmerorchester Konzen« von Bach— Bach Vater und Sohn— und als reizvolle Kuriosität ein Konzert für Mola da Gamba von Tartini, solcherart gewisser- maßen vermittelnd zwischen Mittelaller und Gegenwart. „Affentheater." Tauenffien-palafi. Eharlie Chaplins jüngerer Bruder S y d, früher seines Bruders Manager und dann selber Filmdarsteller, möchte den Ersalg, den ihm„Eharleys Tante" brachte, weiter ausbauen. Er ist ein syw- pothischer netter Mensch, hat«in gutes Filmgesicht und ein aus- gesprochenes Talent, in schwierige Situationen zu geraten— aber leider gar nichts von seinem Bruder. Sein„Affentheater" ist der üblich« amerikanisch« Gratestfilm mit der üblichen' gehäuften Situa- tionskomik. Außerdem sind Raubiierszenen eingeschaltet. Denn dieses moderne Märchen, in dem ein stellungsloser junger Mann— eben Syd— einen Lord spielen muß, weil dieser sich vor einer Heirat fürchtet, geht mitten in Afrika vor sich. Und dort spazieren bekannt- lich di« dressierten Löwen, die niemandem etwas tun, massenhaft herum. Außerdem gibt es auch noch verschiedene Assen, die Syd zusetzen und schließlich sogar einen Menschenaffen, der Anlaß zu haarsträubenden Szenen und zu der notwendigen Verlobung gibt. Für Jokus und Ulk ist also reichlich gesorgt. Voran ging ein guter Kulturfilm:„Der Dosemskamps in der Tierwelt". r. Oie Essener Tanzbühne in Nerlin. Di« E s s e n« r T a n z b ü h n e, die als«ine der besten modernen Tanzbühnen nicht nur Deutschlands, sondern Europas gilt, wird am nächsten Sonntag, dem 3. Februar, mittags s412 Uhr, ein einmaliges Gastspiel im Theater am Bülowplatz gebe». Die Deranstallung findet als Fünfte Tanzmatinee der Volksbühne statt, ist aber öffentlich, so daß auch N i ch t m i t- g l i e d e r Zutritt haben. Karten sind an den bekannten Zahlstellen und Sonntag mittag an der Kasse zu haben. Sesellichasl stir Erdkunde zu Berlin Morgen Sonnabend, den U. Februar, abend»? Ubr. im großen Hör'aal de» Kunstgewerbemuseum». Berlin SW. 11. Prinz• Wibrecht• Straße,-? Bortrag de» ßerm R Dienst(Munchecki: „Bergfahrten m den Anden von Bolivien"(mit Lichtbildern). Kiudersoaviag im Niorworhov» In einer Sonberberanstallunz zeigt der Ring Deutscher Kmtu! iilui-Bübnen Sonntag vormittag>/,IS Uhr im Olamoi bau» den Tvklor-Daliitle-fiilm von Lotte Reiniger. Anna Höllerlug erzählt au! dm Tollt tte-Büchern. In den.3 Erotesten im Schnee", die gleichzeitig »ur Urauisübruvg gelangen, wird zum ersten Mal der Versuch gemacht. Zcheerenschnltt« von Lotte Reiniger mit Filmaufnahmen nach dcr Natur in lustiger veise tu verbinden. Schausp'«ler-Vorfl ellona. Die infolge Erkrankung von Arthur Kraudneck verschoben» Schansvieler-Voritellmig von.Oodiput" findet nunmehr be stimmt am Mittwoch, dem K. Februar, nachm. 1 Uhr, im Staat i. schausvielhau» am Sendarmenmarit statt. Die dereit« gelöste»«arte» behalte« AMgleil Theorien der Wehrpoliiik. Die Aeamteaschaft im Bolksstaat.— Frankreichs Lage.— Die neueste„Gesellschast". Das heute erschienene Februorhest der vaii Rudolf chilfer- d�i n g herausgegebenen„Gesellschaft, Internationale Revue für Sozialismus und Politik"(Verlag Diotz), enthält drei Aufsage zum Wehrproblem. Theodor Haubach zeigt als Ursache für die besondere Schwierigkeit, dies Problem geistig zu bewältigen, die Ml- geheure Spannung auf zwischen dem Endziel der klaffen- und moffcn- losen Gesellschaft und der praktischen Gegenwartsarbeit. Er versucht, die Gefahr faschistischer Angriffe und konterrevolutionärer Inter- ventionen gegen die Sowjetunion als Rechtfertigungsgrund für die Reichswehr heranzuziehen, schweigt aber über die Konsequenz, daß damit auch jede Aufrüstung begründet werden könnte. Julius Leber meint in bezug auf die Wehrmacht:„Was ich umgestalteil will, das erkenne ich grundsätzlich an", während doch gerade umge- kehrt z. B. die sozialistische Umgestaltung des Kapitalismus aus feiner grundsätzlichen Ablehmmg hervorgeht. Toni Sender schlägt für die Richtlinien die Formulierung vor, daß„das Reich aus eigenem Willen seine Rüstungen unter den auferlegten Umfang her- absetzt". Karl Micrcndorf zeigt den„aufgeklärten Militaris- mus" dos Generals von Seectt, der vom Staat fordert,„dein Heer volle Freiheit in seiner Entwicklung und seinem Eigenleben" zu geben. Sechs Jahre laug hat Soeckt so die Reichswehr in der Tra- dition des kaiserlichen Heeres erzogen: M. deutet an, wie Gehler in feinem Ministerium planmähig isoliert wurde. Ernst Ham- b u r g e r weist dos Staatsideol der Vureaukrotie nach: die höhere Beamtenschaft fühlt sich als geschlossener Körper, der gemeinsam denkt. Je kürzer die Regierungsperiodcn, um so grägcr sein Einfluh. Francis Delaisi(Paris) schildert Frankreichs ökonomische Loge. Seine innere Schuld beträgt nur 7.Z Proz. mehr alsllllZ. Die landwirtschostlich« Fläche geht zurück, die Industrie gleicht den Ein- fuhrbedarfitr die Retxiktivn:«°lfga»g SchnoiZ, Berlin; Anzeigen! Th.«locke. Berlin. Berlag: Borworts B-rlag(S. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärt» Buch. iu'ckerei und Bcrlagsänstalt Paul Singer-S Co.. Berlin SB KS, Lindenftraße 3. L crzu l Beilage. IliSats«', Lichtspiele usw. Freitag,«1-1.2- Siaais-Oper s. v. 29 18'.» Lihr Freitag, d. 1 2. StäflL Oper B iinarcKsn. Turnus III 20 uhr Orpiieasu. Earydike Slaais-Oßer \: I. rieouti. R.-S. 27 >»>> Uhr Die hkiMM Staat!,'ttosph. e. il idiauBiMik)- A.-V. 28 20 Uhr Nathan der U/eise itsatüdiilier- 20 Uhr GAS MMSessesiM! Ickglick,»>/. Aar \ Oer sensationelle Erfolg!| Käthe Dorsch in MsSMe SSitfU von Franz Ccv«r Kammerf. Karl Zökctt iClaatsoper Berlin) Vorverlans uuunterbroche». Katze den ranze» Tag geilffnel.\ Tcleph. 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Melropol-Tlieafer - 8 Uhr- lustige Mive FRITZI mASSARV Mai Hansan Uschi(lleot, Walt laakoha, H.Junkerm» a, W.S haaflars, Marquita Sistera, Beauty Girls, Jackson Geys Zwei Chareil- Gesamtausstattung Gr.SAauspielhaus ■ 8 Uhr--- Casanova mit ALFRED JERGER Ami Frinck, Kray Jalsn, Aany Ahlers Ll.ska, Serdm, La Jana, Win<«latarn, Kupfer, Arne, Bends», Morgan, Blanken höre. Picha nszenierungen Prof. Em»» Stern. VoiBs&llline lieitu au Sülowciat! 8 Uhr DieBergbabn In he cken T'eii rn Sonntag 3 l'hr Ntchm.-Vorstellun" iu-; le) ren Prels-n i heu auy ElcktroSa OasVarietä im Ostbahnhof Alexander 8087/68 ■ HMKaBtllMBWMIIUIlUBMBMMWISBSISVHIItW« Ab heute.tagt. 5u 81® Das sensationelle Eröffnunps- Programm! 110 intenoUonale Varlett- 1(1 Attraktionen v. Weltruf IU Einheitspreise: 1. Vorstellung 50 le- H. J.Vorttellsng 1.- bis 2." M. Vorverkauf ttgl. 10» rhaatark. Beste Fabrtverbinäungen: Stadt- und Vorortbahn kla zum Sehietlschen Bahnhaf, Auigang Fruchtstraße. Hochhahn: Warachauer Brücke. Autobus: 19 bla Frankturler Alisa. Slmßanbahn: bla Frankfurter Allee, Eck« Frucht- Straße. Linie»8, 69. TD. 76. Von Lichtenberg die Linien 8. 13. 96. 69. 70. 76. 176. EUE :*mz Arnold 5choiz 'atenneide 108/14 GroBes Bockbiertest 7 Kapellen— 50 bayr. Madcln. Einlaß 6 Uhr. iii6iiiinuiiniHiiMiiii>iiM>6Mii>ii>f'tin:M'ii>>tM«*rtii6Nii6niii Sonnabends und Sonntags: Grosser Alpenball. Theater a. Kottbusser i er KottbusserStr.6 Tel. Mpi.1607. Täglich S Uhr, auch Sonntar r.achm. 3 lihr(ermlD. Preist Elite-Sänger faschlngs-Pregrsmmi Em i t ein der beliebte Komiker und Tar.zhumcrist al» Gast S Uhr- TSglid»-» Uhr Pap* Tarzan mit feinen beiden Kindern Fedrizzi, über 2 imas ud 6 PIbiBb. VeUkoin neues Feur.-Progr. „Der üms Sörlen"• SOEhbareo Beich»haJen»Thealer loends| 8 I Sonnta- nachm. I i» 1 Das losfla« nag« FMtr-Prcgr. der 4 Sieidner sanier Jf Nachm. halbe Preise, JW volles Pro? ramm. m Dönh,oft- Brettl; Keinrcrt /■ Tnn* x Vnrlctt in Breite»in arm cm Komische Oper(S1»)| lOames-Kleln-Revuel Paradies IsflssenFraaenll Parket! 4,50, Ran� 1,50 H. j Renaissance• Theater Tai. Steinptatz MI a. 2583/84. Tig ich 8l.'« Uhr ..Das große ABC Regte-(just. Härtung. 8 Uhr » R. neben< Heute Premiere mit 8 ia Berlin noeb nickt gezeigten Variete- Neuheiten bim Atitars seoMiionen. sonndbend und Sonntag in a Vorstnilungnn .1� und n H r. t50 Kleine reise, Tieater am stltlhaBdnidJBm 8 Uhr Die Ctti-tahea- Ppef Thalia-TDeater 8 Uhr Oelraasch )!aat!.Stiiiller-Tt!. 8 Uhr GAS SiaannperugPiaa derBfipabllS 7'.i nr DK! Fledermoos Ib. an bälffbiBiniiinBi lSglich 8 Uhi ]iD TrDl-MDD- .Paulsen, Valem. Ander, Gerron.' SchaufuC, Kühl Lvovski. lliM« mealer Morden 12310 8 Uhr. Ende 10»'. U. DleVerbredier Schauspiel von FerdinandBrucknet Regie: Heinzliilperi Saitanbuiii- Mm Leasing•Theater 8 Uhr RathariDa Knie. Xatmnerspiele Norden 1231 8, Ende nach lO1» U. Josben erstiiifflen" Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster Uarinaga. Die Komödie Bismarck 2414/751H 8ri Uhr, Ende I0V4 „Olympia" ron Franc Molnar Regie: Forster uarinaga. Rose-Theater ir.iusttsriei Sl.131 f Vt Uhr Die Fledermaus uDStspielbaas Fried richstr. 236 Sergmann 2922/23 Tigllch m uh enlfioTUlBlsflicr WeekeBd im Paradies HÄLLER-REVÖE ..StfiOn and sdüdf li. m ldninlmias! TägMch< Uhr ) Sonntags l Vorstellunger llltos.!1. Jkr.Hick.- mihan«» entr»sr- itelts. rs HiHa'rwis Sy rlii- I Uci! rr fir uh* ts FMt kifi;|t nr'n isdilas KUesdau's orbmöbel tolM'"« F:n»«» Aparte Muster MäBige Preise V itililhss-T ikMl Neukölln ittsyttknb. IS srt Hermannsti. 10 Htmar f? 8 s». I15i I, R fln. Ciil r< Isis,«rs IUI. f 5 qsdZtt Is 15 Tagt« risl Urtitadbire Heil rflli I»H iji«) and Retenun Irjaitch nipfoklth. Ufälitoli 1BB. t-11, 1-4. SsniuIB-IB.-.tsky. Zentral' Theater W. JiisktlT.„tk.-nsiuslt. Täglich 8Vi ohr Sonntag auch 4 Uhr ich nasse ihre Hand.maaame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem gieichnam.Schlager bringt ERPOLG! Rundfunkhörer OftlHe Preise Otseh. KDntUer-Th. Uhr Der Zinker v. Edgar Wailaea «Jr.tsA Sita Mitthi« Preise 1— 10 Mark Inlerieren rtialia-Theater ■resdeqer itr,,i2-, 8 Uhr „Oelraosch" laitstariira an Zw ' v> Jas. JudRinlbtlsr Slrtl Noll. 157« 16 Uhr ler Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und seine I Rfltsai ühr Sterne and Sternsebieksal Wer probt, der lobt! Gute reine Natur- Buffer 1.80 »BWr. Berlin SO. M.rianöcnetT. 94 Hauinumarer Khieti bis zu� . W. >?a!AEMEitl. ßoe&m Soün tfcha�fcrsta- 122-125 flöX lohshl" Putbusser Straft« 6 Qualitätsware/ Billltcte Preise öbel-Nolit' Iteiert seit 186? Sdhlafz Immer, SpeUeaimmer, [ Herrenxlmmer,Etnzel-Mökel, Küchen, Sofas, Ruhebetten IVS gegen24Monatsraten Schönhauser Allee 141 a Hochbahn Danzigcr Strafe Neueröffnet! 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Bis jetzt bleibt die Ziffer derer, die drüben über dem großen Teich ihr Heil versuchen wollen, hinter der Zahl der Airtrag- steller im Borjahre weit zurück. Damals zählte man über 6000 Personen und in diesem Jahre sind es bis jetzt— die Listen bleiben diesmal ossen— ungefähr 2300. Allerdings muß hinzubemerkt werden, daß von den vorjährigen Wanderlustigen nur etwas mehr als die Hälfte die Ausreise wirklich angetreten hat. Jetzt hat sich ein Teil der damaligen Antragsteller wieder gemeldet. In den Aus- wandererbestinrmungen ist vorläufig keine Aenderung eingetreten. Die Aalst der deutschen Auswanderungsberechtigten beträgt für 1928/29 31.227. Di« Untersuchung der Auswanderer durch die Re- gieiungsär.ste und die Ueberprüfung chrer Papiere durch den Ein- Wanderungsinspektor, die seit dem Jahre 1926 in Hamburg stattfand, erfolgt jetzt am hjesigen am«rika.nischen Konsulat. Zimmerleüte, Mechaniker, Hausangestellte und Handlungsgehilfen sind es.zumeist, dann gegen 1000 Landarbeiter, die sogenannten Schwaben aus Boden und Württemberg, die der alten Welt den ' Rücken kehren wollen. Die Arbeitsaussichten sind für alle dies« Berussangchörigen mit Ausnahme der Handlungsgehilfen im allgemsineir günstig. Die Handlungsgehilfen pflegen sich drüben meist benülich umzustellen. So bietet Nordamerika z. B. gute Verdienstmöglichkeilen für Schlosser, Bäcker. Schuhmacher und Mechaniker. Sehr schlecht sind auch. hier nach wie vor die Aussichten für Äaufleute, ebenso für kaufmännische Angestellte, sofern sie keine umfassenden Sprachkenntniss« besitzen. Sehr gesucht sind Haus- angestellt«, die ein Monatsgeholt vcm 40 bis 75 Dollar bei vollständig freier Station beziehen. Die Wochenlöhne für Indu- striearbe iter im Staate New Jork schwanken laut einer .Statistik vom Juli 1928 zwischen 24 und 48 Dollar für Männer und zwischen 13 bis 30 Dollar für Frauen. Die Bcrufsangehörigen der Textil- und Pelzindustrie(Damenkonfektion), sowie des Zeiwngs- und Buchdruckgewerbes erzielen die höchsten Löhne: nach ihnen die Silberschmiede, Glasarbeiter und Bootsbaucr. Bei den Auswandererberatungsstellen, laufen täglich die verschiedensten Anfragen ein.-Sie lassen zum Teil, an Gründlichkeil— einer schrieb«inen Brief vom Umfang eines kleinen Romonheftchcns— nichts zu wünschen übrig. Das Ziel ist durchaus nicht immer Amerika. So erkundigt sich ein Ingenieur nach den Lebensverhältnissen und.Berussaussichten in Taschkent(Afghanistan), das speziell in klimätischer Beziehung als besonders rauh« Gebirgs- gegend nicht sonderlich zu empfehlen ist:«in anderer strebt nach den äußersten Grenzen Holländisch-Indiens und der Dritte will gen Sizilien, wobei er sich auf die historische Tatsache beruft, daß dies Land schon unter den alten Romern die„Getreidekammer" hieß. Manch einer hegt noch allzu romantisch« Vorstellungen und vergißt ganz, daß sich im Ämfe der Zeiten durch meteorysogischc Einflüsse, vor allem cber durch die fartschreiteitde Industrialisierung und die starke.Uebcrooikerung die Struktur der Länder ändert. Falsche Vorstellungen machen sich die AU-waniderungslustigen "Meist'von M e x i k o. Die Lsteratur über dieses Land ist sehr umsangreich. Sieht man von den wirtschastspolilischen Werken ab, .so schildern Romane älterer und neuerer Zeit Mexiko oft im Geiste Karl Maus, und mancher Schiffsjunge sst von Bord ausgekratzt, um im Aztekenland Abenteuer zu bestehen. Aber das Mexiko von heute birgt nur noch wenig Romantisches. Es ist ein Land, in dem man—»i? überall— hart arbeiten muh, um das Leben fristen zu können. Die sagenumwobenen Silberminen, die ihre Ausbeuter über Nacht zu Millionären machten, existieren nicht mehr. Mühsam wird dem Gestein der relativ geringe Edelmetnllgehalt entzogen und viele einst weltberühmt« Gruben liegen seit Jahren still, well ihre Alisbfute nicht mehr lohnt. Natürlich wird immer noch Gold und Silber, Blei und AiOimon. Arsenik und Zink gewonnen und exportiert. Aber der klein« Grubenbesitzer stirbt aus und muß den großen Aktiengesellschaften Platz machen, die ihre Hände auf die besten und reichsten Lagerstätten gelcgk haben. Trotzdem durch- streifen noch hie und da Gold- und Silbersucher die Gebirge. Aus- getrocknet, nrit von Sonne und Regen gegerbter Haut wandern sie durch das Land. Nie jedoch hört man etwas davon, daß sie ihren Traum verwirklicht haben. Findet solch ein„Prospektor" wirklich einmal ein« Mine, so kann er in der Negel nichts damit ansangen, weil ihm die Mittel fehlen, um seine Grube gewinnbringend aus- zubeutrn. Keine Bank gibt ihm Kredit, kein Kapitalist laßt sich auf ein« Ausbeute ein. Der„glückliche" Entdecker hat seine paar Mittel umsonst vertan und sein Ausbeulerecht verfällt wieder dem Staat. In langen Reihen kann man ständig in den Regierungsblättern die Namen der Gruben lesen, die an den Fiskus zurückgefallen sind. Auch mit der landwirtschaftlichen Siedlung ist es nicht sehr gut bestellt. Mexiko ist ein Einwanderungsland für Kopsarbeiter und für kapitalkräftig« Unternehmer. Die Statistik spricht ein« sehr daut- liche Spvach«. So wanderten im Mai 1928 99 Deutsche(76 Männer und 23 Frauen) in Mexiko ein, während 124 Deutsche(88 Männer und 36 Frauen) das Land verließen. Einen Eindruck vom Umfang der Auswanderungsbewegung mag ein Uederblick aus dem Jahre 1927 geben. In diesem Jahre sind im ganzen 35 339 Männer und 25 450 Frauen nach den Vereinigten Staaten, nach Brasilien Kanada. Argentinien außerdem nach Asrika (1617), nach Asien(20) und nach Australien(354) ausgewandert. Nu �ivarderer einschließlich der Geschäfts- und Vergnügung-reisenden wn den in dieser Zeit 7000 mis Argentinien und Brasilien. 103 aus Kanada und 18 131 aus den Beleinigtcn Staaten gemeldet Ein mörderischer Bahnhau Ein bezeichnendes Licht auf die französische Kolonialwirtschaft werfen Nachrichten, die über einen Bahnbau in Fränzösisch-Aequa- torialasrika kommen. Man ist dort seit einigen Iahren mit der An- läge ein«r direkten Eisenbahnverbindung von Brazzaville am Kongo und der Hasenstadt L o a n g o am Atlantischen Ozean bcschäf- tigt. Als Arbeiter kommen last ausnahmslos Neger in Betracht, die. wie jetzt bekannt wird, in dem mörderischen Klima wie die Fliegen sterben. Im Laufe von drei Iahren sind nicht weniger als 17 000 schwarze Arbeiter den Anstrengungen, Entbehrungen und Krankheiten aller Art, Insbesondere Schlafkrankheit und Meningits erlegen. Während der genannten Zeit sind im ganzen nur etwa 100 Kilometer Schienenstrang gelegt worden, so daß jeder derselben nicht weniger als 170 Menschenleben gefordert hat. In den Gummiwäldern Brasiliens Wie die Kautschuksammler leben Der Gummibaum bewachst in Brasilien einen Raum, der, vom Amazonenstrom durchschnitten, vom Atlantischen Ozean bis zur Aiidenkette reicht. In diesem Gebiet ist die Kautschukindustrie die einzige von wirklicher Bedeutung. Die anderen Naturhölzer Trocknen des xerschniUenen Utohgwnmi* werden wegen der schlechten klimatischen Verhältnisse und den Transporischwicrigkeiten � nicht systematisch ausgebeutet. So einträglich die Kautschukgeminnung für den Plantogen- besitzcr ist, für den Äamschukarbeiter bedeutet das Leben auf den PlamageN ein Martyrium, Schlecht bezahlt, ist er den tückischen Krankheiten der Ama.zonenniedcrung«n ausgesetzt: Malaria, gelbes Fieber, Ruhr und die besonders gefährliche Beriberikrankheit. Die ulchygienifchen Verhältnisse rufen die Krankheiten geradezu her- hei. Während der Hochwasserperiode ist der- Gummisammler voll- ständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Arbeit ruht Wolken von Mücken umschwärmen Tag. und Nacht seine Behausung. Die Kontrolleur« und Angestellten verlassen für diese Zeit— sie dauert bis zu sechs Monaten— die Plantagen. Nur ein Verwalter bleibt zur Aussicht zurück. Im Oberlauf des Amazonas hausen die Gummisammler in äußerster Armut in Psahlhütten. Sie ernähren sich von Fischsang sind den erbärmlichen Löhnen. Wenn das Land einiger- maßen trocken ist, wird mit der Axt durch das Dschungel von Baum zu Baum ein Pfad gehauen, um den«ammleni das Anzapfen der Baum« zu ermöglichen. Bei einer unvorhergesehenen Ueberschwem- mung wird der Rundweg mit einem Kanu zurückgelegt. Der Gummi wird Anfang Juni bis Ende Januar gesammelt. Di« Ausrüstung des Gummssammlers besteht aus den, Mochadinho, einer Axt, deren KLnge aus Essen ist. da Stahl dem Gummssait schadet, kleinen Schalen und Kannen. Ein« Stunde vor Sonnenaufgang beginnt er seinen Rundgaiuz. Mit der Laterne leuchtet er die Bäume ab und schlägt jeden Baum in etwa 2 Meter Höhe«n der Form eines umgekehrten lotei- Nischen V an. Die Zahl der An- schlägo hängt von der Dicke und dem allgemeinen Zustand des Baumes ob. Zuweil-en find es acht, manchmal nur drei bis vier. Spätestens um 9 Uhr früh muß der Sammler mit seiner Arbeit aufhören, um den in den Scholen angesammelten Baumsast in Kan- nen zu füllen. Der Saft wird dann in Räuchcrhüttcn zum Ge- rinnen gebracht. Der Prozeß sst denkbar pri-. mitiv. Man zündet ein Nuß- schalenfeuer an, dessen Rauch kohlensäurehaltige Gase entwickelt und gießt den flüssigen Gummi auf eine sich drehende Stange. Unter der Einwirkung des Rauches gerinnt der Gummi zunächst, wächst allmählich zu einer Kugel an und der Rohgummi ist fertig. In die- ser ungesunden Atmosphäre bringt der Sammler jeden Nachmittag ' zwöl bis drei Stunden zu. Ost ist es schon dunkel, bevor der Tags eingesammelte Gummi eingedickt ist. Der Gummssammler arbeitet ununterbrochen von 4 Uhr mor- gens bis in den späten Abend und die Nachtruhe sst vollkommen un- zureichend. Das Klima, die unge- sunden Arbeltsverhällnisi« und das Uebermaß an Arbeitszeit unterhöhlen die Gesundheit des Gummi» sammlers. Es sst daher nicht er» staunlich, daß die Anzahl der chcn, tue hier arbeitsunfähig werden, sehr hoch sst. Alle 14 Tage kommt ein Boot,- dos die in Kisten gelagerten Nummitugeln zur Fäktorei transportiert. Aber je länger die Gummi- kugeln beim Sammler lagern, desto geringer wird ihr Gewicht. Da der Transport sehr schwierig sst— nur alle 14 Tage trifft finc Maultierkarawanc oder das Kanu der Faktorei ein und an den oberen Flußlämen ist infolg« des Wassermangels nur ein zwei- bis dreimonatiges Abholen während der Sommerzeit möglich—, entstanden den Sammlern daraus früher empfindliche Verluste. Wenn die Sammler jetzt auch ein wöchentliches Wiegen durchgesetzt haben, so gehen doch van der gutgeschriebenen Summe Maklergebühren und Verfrachwngskosten ab. so daß der Sammler von dem zu beanspruchenden Betrage kaum die Hälft« erhält. Schlecht gelöhnt, muß der Gummisammler für die unbedingt notwendigen Lebensmittel unverhältnismäßig hohe Presse zahlen, da die Reeder der Schiffe, die Lebensmittel als Hinfracht führen — sie hätten nichts anderes strlmiaufwärts zu transportieren—, hohe Frachtkosten auf die Waren schlagen. So sichren die Sammler in den Gummiwäldern Brasiliens«in Hundeleben, während der brasilianische Gummi auf dem Weltmarkt dank eines besonderen Arl-eitsoerfahrens in den Sortierhäissern von Para und Manaos hoch im Preise steht. Cattle Running in Südafrika Es sind sonnenverbrannte, sehnig« Männer, die sich bisweilen in einer Bar in Mafetina treffen, Männer, an deren harten, ver- witterten Zügen man erkennen kann, daß sie schon vieles durch- gemacht haben, verwegene Gesellen, denen das Cattle-Running (Bieh-Schmuggeln) zur zweiten Gewohnheit geworden ist. Die Einfuhr von lebendem Lieh in die Südafrikanische Union ist ver- boten, uni die eigene Zucht zu schützen und gleichzeitig das Einschleppen von Viehseuchen zu verhindern. Aber jenseits der großen Kalahariwüst« in Ngamiland weiden die Eingeborenen große Vieh- Herden, die sie gern für billiges Geld dem Aufkäufer oerhandeln. Wenn die Regengüsse in Betschuanaland niedergehen und damit auch die Durchzugsgesahr durch die Kalahari vermindert wird, be- ginnt cher Cattle-Runner seine Tätigkeit. Er kaust im Ngamiland ein« Viehherde, deren Größe zwischen 500 und 800 Stück schwankt. mieter sich eine Anzahl Eingeborener als Viehtrerber, und dann beginnt der gefährlich« Zug durch die Wüste. Zwar auch hier gibt es Wosse. stellen, an denen man die Tiere tränken kann, es fo'gen aber auch Durststrecken, oft auf einer Länge von drei Tagemärschen. Während dieser langen Märsche müssen die Tier« unbedingt zu- sammengehalten und verhindert werden, in die Wüst« auszubrechen, wobei man nebenbei auch noch auf der Hut vor Löwen sein muß, welche diese Herden oft tagelang begleiten. Manchesmal geht es gut. So verlor kürzlich, wie die„Daily Mail" berichtet, eine solche Herde von 500 Köpfen bei dem Durch- zug durch die Kalahari nur ein einziges Stück. Diesem Gelingen stehen aber auch ost Fehlschläge gegenüber. Wie ein Cattle-Runner erzählt, war er aus Ngamiland mit einer Herde von 800 Stück auf- gebrochen. Zlls er ssch noch dem Passieren einer großen Durst- strecke einer Wasserstelle näherte, jagte das Lieh, das das Wasser roch, in einem tollen„Stampede" davon. Sie jagten cm die Wasser- stelle, kämpften darum, zuerst an das Wasser zu gelangen, und traten dabei die gairze Wasserstelle zn einen solchen Schlamm zu- sammen. daß auch nicht ein einziges Tier getränkt werden konnte. Dann liefen sie vor Durst brüllend in die Wüste Mit 800 Köpfen war der Cattle-Runner aus Ngamiland abmarschiert, mit nur 50 kam er an der Grenze an. Der Rest seiner Heide hat ssch in der Kalahari verlaufen und war dort verdurstet. Viele Cattle-Runner hätten schon längst dieses gefährliche Spiel aufgegeben, wenn nicht der Gewinn lockte: denn jenseits der Grenze findet der Cattle-Runner rasch willig« Abnehmer für dieses ge- schmuggelte Rindvieh, die ihm das fünf- und sechsfache Geld für ein Stück bezahlen, das er selbst anlegen mußt«. Das Ueberschreiten der Grenz« ist verhältnismäßig leieht. Er bleibt mit seiner Herde vor der Grenze liegen, bis chm ein Lichtsignal kündet, daß die Luft rein ist.„Es sst«in gefährliches Spiel und lohnt sich oft nicht der Mühe," jagt ein alter Eattle-Runner. Aber wer einmal die Wüste und dieses Spiel kennen gelernt hat, kommt nicht wieder davon(c Diamaniendiebe Eine besonders schwierige Aufgabe der südafrikanischen Polizei im Namaqualande ist die Bekämpfung der Diamaniendiebe, die die privgten und d'e Regienrngschürfgebiete unsicher machen. Man schätzt den Wert der wöchentlich gestohlenen Steine auf 25 000 Pfund Sterling, das sind mehr als 500 000 TO. Als gestohlen werden oller- dings auch jene Diawauten betrachtet, die nicht die Zollgrenze passieren, da die Käufer es vorziehen, sie durch den porhigiesischen Hasen Laurenco Marques nach dem Auslande zu jchmuggeln. l von Nathan Asch Uebertragung aus dem Amerikanischen von Hermynia Zur Mühlen. Copyright by Rütten&, Loening, Frankfurt a. M. (11. Fortsetzung.) Henry wurde zornig: am liebsten hatte er Cooper einen Fußtritt gegen das Schienbein gegeben. Da«r jedoch in der Nähe seine Frau erblickte, unterlieb er.es. „Nein/ entgegnete er..Brauchst du welches?" Donner trat zu ihm. Man sah ihm an, daß er Henry aus die Schulter klopfen wollt«. Henry stieß einen Reisenben beiseite und sprang aus dem Zug. Die vier schritten dem Ausgang zu. Da standen drei gleiche Autos und ein großes mit einem Chauffeur. Die vier Frauen mit den Kindern warteten vor dem Zaun. „Hallo, Frau!" schrie Henry. Und sie erwiderte:„Hallo, Mann!" Dos war ihre übliche Begrüßung. Frau Donner war jodekmal über die Brutelilät entsetzt. Heute aber waren auch Donner und die beiden Versicherungsagenten empört.. Sic sahen Henry voller Abscheu an. Einen Augenblick später spielten für Henry und Whittings die Kinder die Hauptrolle. Cooper war kinderlos, und Donners Kinder waren erwachsen. Erst nachdem sich Henry aus Rutbs Umarmung befreit hatte, flüsterte er feiner Frau zu: „Ich Hab' dir was zu sogen." Tic erwiderte:„Wirklich?" Sie fuhren in die Richtung des Parks. Donner stieg als erster aus und winkte den anderen, während sein Auto in die Garage gebracht wurde. Als zweiter stieg Cooper aus. Schließlich hielt Henry sein Auto an, und Johnny sprang heraus, um die Garagen- Mir zu öffnen. Während der Fahrt l)atte Henry kein Wort gesprochen, sich nur mit Ruth und mit Violets Hand besaßt, die aus seiner Schulter log. Die Hand war warm und ermutigend. Er wußte, daß Violet zu ihm halten würde, und es war eine süße Qual, die Mitteilung hinauszuschieben. Wird sie die Probe bestehen oder nicht? Wird sie sich benehmen, wie Clara Whittings sich benehmen würde, poche- lisch ausrufen: „Mir ist alle» einerlei. Ich verlasse dich nicht!"? Oder, wie Frau Cooper, weinend fortlaufen? Oder wird sie echr Biolet sein und sich ganz natürlich benehmen? Er trug Ruth auf den Armen ins Haus, nahm den Hut ab, zog andere Schuhe an und ging in die Küche. Biolet hals dem Mädchen. „Biolet." sagte er.„Komm, ich muß mit dir sprechen." „Emen Augenblick." Nach wenigen Miimien kam sie. Sic war herrlich, schön und blond, so blond. „Biolet," erklärte er.„Ich bleib« jetzt«in« Woche daheim. Glymnier und Read haben Bankrott gemacht." Er wartete mit pochendem Herzen auf ihre Antwort. Sie sah ihn an und trat dann zu ihm. „Du. dos ist mcht recht, mich so auf die Probe zu stelle». Dos habe ich nicht verdient." „Verzech, Violet. ich habe es nicht so geineint." Er küßte sie, und ihr« Tränen benetzten seine Wange. Dann sank er in den Lehnstuhl, zog sie ans sein« Knie und sagte: „Violet, ich verdiene Prügel. Bin ein Schwein." Sie widersprach. „Du bist es nicht. Aber du weiht doch: du bist ich, und ich bin du. Wenn du etwas vor mir verheimlichst, so sind wir beide gelähmt." Cr konnte nicht länger warten, schickte Biolet in die Küche zurück und lies in den Garten. Johnny hatte seinen Spiäitittel an, auch Ruth trug den ihre». der mal zu weit war und überall Fallen schlug. Si« versucht«, mit jeieriichmn Ernst«inen«et zu großen Rechen zu hanichaben. „Kinder," rief Henry,„jätet bei den Tomaten das Unkraut aus!" Er hockt« sich zu ihnen nieder, und alle drei rissen das Untraut aus der fetten Erde. Henry vergaß alles: das Bureau, die Firma, den Bankrott, er sah nur die zarten Pflänzchen, von denen die Tomaten dedroht wurden. Bisweilen bemerkte er auch, daß Ruth mit dem Bruder stritt. Darm rief Biolet sie zum Essen. Sic wuschen sich die thända und setzten sich an den Tisch. Ruch hiell den Löffel hoch in der Lust, riß die großen blauen Augen auf, ahnte die Wunder der Well. entdeckt« immer wieder etwas Reue». Johnny aß zu viel Brat, das könnte ihm schaden. Henry betrachtete die Familie und sann über einen Beruf nach, der einem Mann ermöglicht, den Lebens- unterhalt zu verdienen, ohne ßie Seinen zu verlassen. Aber vielleicht liebt«r sie eben doshalb so sehr, weil er nur feiten bei ihnen ist. Er blickte auf seine Fron. Sie hatte sich die Tränen nicht vom Gesicht gewaschen, eine war als grauer Rand um ihre Rase zurück- geblieben. Henry wurde es ganz schwindelig zumute. Er wußte nicht, wie er all dos verdient habe. Soviel Glück, Soviel Friede. So wenig Begierden. Leben, Er erinnerte sich, da er als Student kämpfen, erobern hatte wollen, ein großer Mami werden, zu dein all« aufblicken. Jeder- mann sollte wissen, wer er war, Henry Clark« mußte der bekanntest« Name der Welt werden. Er hatte geplant, gehofft. Nachher aber war er von der Hochschule abgegangen und ins Leben getreten, an einen Ort gekommen, wo man das meiste Geld, die größte Niacht erringen konnte: die Wall-Street. Dort hatte er gearbeitet, gekämpft. Di« Zukunft lag noch vor ihm. Er konnte werven, was er wollte. Dann jedoch waren die Kinder gekommen, und er war zufrieden geworden. Er verlangte nicht mehr nach Kampf, braucht« ihn nicht zu seinem Glück. Ihm genügte es, mit Violet und den Kindern zu sei». Halle er nicht arbeiten müssen,«r wäre daheim geblieben und glücklich gewesen. Nicht, da er foul wäre— was er tut, macht er gut UnO er jammest nie über sein Los. Klag, nicht. Freilich ist er nicht anspruchsvoll. „Ich werde all." dachte er. Dann blickte er wieder auf Violet und di« getrocknete Träne in ihrem Gesicht und erkannte plötzlich: „Nein, nicht all, erwachsen." Ruch wurde trotz allen Villen ins Beit geschickt, und Johnny setzt« sich an seine Aufgaben. Henry half ihm, belehrte seinen Der- treter. schuf«neu neue« Mensche». Darm ging auch Johnny schlafen. Violet kam herunter- Si« oerlöschten das Licht und setzten sich auf die Veranda. Einander in den Armen hallend, blickten sie zu den Sternen auf und nach dem fahlen, fernen, fernen Licht, da« der Widerschein der Stadt war. 7. Samuel Jacob s. Der alle Jacobs fragte seine Frau: „Sarah, wo ist Sammy?" „Er ist noch nicht aus dem Geschäft nach Haitse gekommen," erwidert« Frau Jacobs. Der alt« Jacobs-kehrt« in seinen Laken zurück. Er wog für Herrn Galdmaitn. den Metzger, den Schnupftabak, nahm den Viertel- dollar in Empfang, legt« ihn in die kleine Schublade des Pults und vertiefte sich van neuem in sein Buch. Seine Augen wurden versonnen, seine Lippen murmelten die Worte, sein Körper wiegte sich nack) vorn und nach hinten. Es war sehr still. Von der Straße drang kaum ein Geräusch herein. Bisweilen summte eine Fliege an der Fensterscheibe, versuchte, sich zu befreien, in die frische Luft hinauszugelangen. Frau Jacobs bereitet« in der Küche hinter dem Laden das Abendessen- An der Wand über dem Herd lsingcn die kupfernen Familicnkasserollen, glänzend, rot. funkelnd- Das Brett, auf dem die Teller standen, war mit buntein. ausgezacktem Papier geschmückt. Der Kaminsims war mit einem alten Kaschmirschal bedeckt, darauf sw irden drei Leuchter, zwei silberne einarmig«, auf jeder Seit« einer, und in der Mitt««in großer siebenarmiger aus Messing- Die Milte des Raumes wurde von einem großen Tisch«ingcnonrme». aus dem eine rot und schwarz garnierte Deck« lag. Ein silbernes Salzsaß stand auf dem Tisch- Born im Laden las der alte Jacobs den Talmud. Wen» er zu einer schwierigen Stell« gelangt«, legte er den Finger auf das Wort und hob den Kopf. Er versuckye, die Stelle ohne Hilfe der Kommemare zu verstehen, dos machte ihm Freude. Der alle Jacobs hatte den Talmud bereit» viel« Male studiert, doch fand er immer wieder Stellen, die ihm zuerst klar erschienen waren, nun jedoch nach einet Erläuterung verlangten. Hatte er ein« Erklärung ge- sunden, so war«r beglückt und verblüffte damit am Abend Herrn Rosen, den großen Talmudisten. Kam der Gegner nicht selbst auf die Erklärung, so lachte der alte Jacobs innerlich vor Freud«. Er hotte es nicht gern, wenn Kunden tarnen; sie störten ihn. | W««gkstch sie khn voll» Ehrfurcht als großen Sekchrieit bshan. bellen, so stellten sie doch häufig törichte Fragen, die ihn ärgerten. Beschuldigte«in Neuankömmling aus Europa die Nachbarschaft der Gottlosigkeit— was häufig vorkam, so wurde er zum allen Jacobs gebracht, um ihm zu beweisen, daß es auch in Amerika weis« Männergab, die das Gesetz und di« Propheten kennen, die den Tal- mud verstehen, ihn anwenden können, Männer, die sich durch das Lesen der heiligen Schriften selbst geheiligt haben Auf der Straße Feuerleitern. Druckwagen. Händler, Käufer und Kinder. Vormittags machten sie immer einen großen Lärm, was den allen Jacobs störte, am Spätnachmittag jedoch wurde die Straße stiller. Die Waren hatten bis auf wenige Reste ihn« Käufer gefunden: die Hausierer standen noch umher, hofften, auch die letzten Waren abzusetzen und mll leerem Druckwagen heimzukehren. Die Waren, von'ollem Anfang an minderwertig, waren nun bereits von unzähligen HöNden betastet und begannen zu faulen. Kam ein verspäteter Käufer, so füllten die Hausierer rasch eine Tüte oder schlugen das Gewünschte in Zeitungspapier ein. damit der Kunde erst daheim die Ware sehe. . Rings um die Druckwaren tollten Kinder, suchten nach herab- gefallenem Obst oder spielten mitten im Gedränge imt Murmeln oder Baseball. Winzige Knirpse hockten neben dem Druckwagen der Muller, aßen Butterbrot, vergruben die Finger in di« Butter und schleckten sie dann ab. Manchmal kam ein Polizist vorüber, müde von der Tagesarbeit, der Kontrolle der Lizenzen, dem Schlichten von Streitigkeiten. Es war spät am Nachmittag, ein« Zell, da die Leute so eifrig wie möglich arbeiteten, damit der Feierabend rascher komme. Die Menlchen, die mäßig waren oder daheim saßen, langweilten sich, warteten ungeduldig auf die arbeitenden Verwandten. Die ganz« Straße sah gleichsam entspannt aus. Das Pflaster, auf dem der Unrat des Marktes lag. schien zu rasten: ein leichter Dunst stieg wie Schweiß von ihm auf. Die Menschen sprachen mit müden. schleppenden, gleichgültigen Stimmen. Si« wollten nicht denken und füllten die Zeit mit müßigen Reden aus. Irgendwo ratterte eick Karren, brüllte eine Autohupc, schrie ein Kind. In seinzm kleinen Laden las der alle Jacobs die Heilige Schrift, las sie mit Freude und Genuß, wie ein anderer einen allen Wein trinkt oder ein« erlesene Zigarre raucht. Sein Kopf verbeugte sich vor dem Buch, mit der Hand streichelt« er seinen Bart. In der anderen Hand hielt er ein silbernes Lesezeichen, das die Form einet Hand hatte..Der weiche Duft orientalischen Tabake erfüllt« den Raum. Frau Jacobs' Kopf erschien im Türrahmen. „Ist Sammy noch nicht gekommen?" fragte sie Der alte Jacob- blickte vom Buch aus. gereizt und ärgertich. In der Freude des Lesens hatte er völlig den Sohn vergessen, und nun war ihm zumute, als wäre er aus einem süßen, sanften Traum ausgeschreckt und in die frostige Wirklichkeit gestoßen worden. ..Rein," erwidert« er und kehrt« zu seinem Buch zurück. Aber er konnte nicht länger lesen. Sams Bild schob sich zwischen ihn und die weisen Ratschläge des alten Rabbiners. Vor dem Buch stand Sam in seinen engen Hosen, dem niedrigen Kragen, mit der bunten Krawatte und dein lockigen oerrauften Haar und blickte den Vater überlegen lächelnd an. Damit dos Buch nicht entweiht werde, schlug der alte Jacobs«s zu und legte es unter den Ladeittisch. (Fortseßung tolgt.) WAS DER TAG BRINGT� Die Mörderin als Mutter. Di« Löwin.Europa" hat fünf Junge geworfen. Die „Europa" ist eine bekannte Filmdiva. Seit dem berühmten Ouo-vadis-Film, in dem sie austrat und den Tod eines Filmartisten verschuldete, steht sie im Ruf eine, gefährlichen Tieres. Sie wurde damals durch Schütze lebensgefährlich verletzt. Ungeachtet der Ge.> fahr, in der ihr Dompteur und Besitzer, der bekannte Kapitän Schneider, durch die seinen Kops umschwirienden Kugeln schwebte.«Ute er zur„Europa" und stellte sich schützend vor sie. Es gelang ihm, das wertvoll« Tier zu retten. Heute zeigt der Kapitän die Stellen, wo das Tier verletzt wurde, in jeder Vorstellung, und ladet auch«in, im Löwenkäfig die Narben zu betasten, jedoch findet sich niemand dazu bereit. Anscheinend traut man dem„zierlich" ge- öffneten„Mündchen" und dem schönen, kräftigen Gebiß nicht recht. In dem Quo-vadis-FUm Wie es ein unglücklicher Zufall, daß ein Filmsttttist auf die„Europa" fiel und zu Tode kam. Jetzt ist das Tier ein« gut«, pflichttreue Mutter, die recht sorglich und zärtlich ihre Kinder hegt, pflegt und erzieht. Eine sehr groß« Seltenheit ist ee, wenn eine Löwin fünf Junge wirft, gewöhnlich werden zwei oder drei Tiere geboren, selten vier Stück. krelUg, 1. Februar. Berlin. 11.00 und 14.00 Bcku-Pirlophoo-Platten. 13.05 Stettin: Sondermltteilunecn für den Landvirt. 15.30 Dr. Annic H. rriedlinder: Die Auftecung der Che iu ihren wirUchaftlichcn Foieca. 16.00 W. von Kuhlwcin: Die Bedeutuni des Reit- und Fahrturniersports. 16.30 Unterhaltunesmasik der Kepelle Cntli Ro6sz. 18.10 C. M. Altieri, Dozent an der Universität Berlin: Annie Vivanti: Italieniech. IS. 35 Oberstleutnant a. D. Luchs, Die deutsche Jaed-Ausstcllunt 1939. 19.00 Leopold Outbnann: Wirtschattllche Filmprobleme. 19.30 Haus-Btedow.SchuIe. Prof. Dr. Ado!) Marcuse: Die Kometcu und Meteore. 20.00 Schubert und sein Werk. Eine PItuderei für alle. 21.00 Dr. Max Wlnckel: Ernährung des Arbeiters und der tArbeiterlamilie. 21.30 Musik der Gegenwart. I. Knrt von Wolfurt; Eintllhrende Worte. 2. Nicolai Lopatnikofi: Sonatine für Klavier.(Der Komponist am Flügel.) 3. Joicl Schillinger: a) Tanz; b) Pogoudka; c) Oroteske: d) L'Excentriade.(Irma Westrrmann. Klavier.) KAnigs Westerhausen. 931) Uebertragung der Winterlagung der Deutsehen Land wir tschatlfc-üesellsckatt ..Ackerbaa-Abtaitung". 12.00 Prof. Dr. Lampe und Min..Rat Dr. Südtao!; Geographisches Zwiegespräch. Rumänien flV). 12.30 Mitteilungen des Verbandes der PreaDieehen Landgemeinden. 14.30 Fried Kieling: Kinderstunde. 15.00 Dr. A FOrstenberg: Soll man im Winter kait baden? 15.40 Else Marqnardsar-KampfhÄvar; Orientalische Märeben 16.00 Prof. Dr. Lampe; Das Neu«.« ins der pädagogischen Zaitvohriftenlnerarur. 16.30 Uebertragung deg Nachmittagskanteries Leipzig. 1736 Reg.-Rat Dr. Borchard: Die deutschen Ostseehäfen 1SM Dr. Ka-I Würzburger. Or Belimutb Falkenietd: Wie liest man philo. tcphlsche Texte?(Dialog). IS 30 Englisch für Fortegschriiteie. 18.55 Inf. H. Behr: Werlctenge. 19.20 WissensehaftHeher Vortrag für Aerzta. 21.00 Dr. Max Winkel.' Ernährung des Arbeiters und der Arbeiterfamilie. 22.45—23.15 Blldfanlrversaelie. Ein neuer Henker für die Tschechoslowakei. Der alte tschechische Henker Wollschlägcr hat ausgedient. Er hat kürzlich seinen Abschied bekommen— natürlich unler Zubilligung einer Pension. Es ist der letzte staatlich angestellte Henker. Sein Nachfolger, der 33jährige Broumarsti, der „Glückliche" unter vierzig Bewerbern, wird seine Tätigkeit nicht lange ausüben: das neue Strafgesetzbuch will die Todesstrafe nur bei Erklärung von Ausnahmezuständen aufrechterhalten. Bis das neue Strosgesetz in Kraft tritt, kann aber noch der eine oder andere zum Tode verurteilt werden und mehrere Verurteilte harren bereits der Vollstreckung der Todesstrafe. Nicht umitteretzant ist, wieso die Wahl auf Broumarski siel. Ursprünglich war er Filmoperateur, nach dem Kriege wurde er Gendarm. Eines Tages traf er im Wald« beim Pilzesuchen den Henker Wollschläger. Sie freundeten sich an und Broumarski wurde Wollschlägers Gehilfe. Später arbeitete er als Bilderrestaurateur und jetzt ist er Henker. Eine 21 Jahre alte Flaschenpost. Ein irischer Zahnarzt, Mr. I. H. Thomson, hatte auf einer Reise, die' er im Jahr« 1907 machte, den Einfall, im Mittelländischen Meer eine Flaschenpost mit folgender Botschaft auszusetzen:„Der Finder dieser Flaschenpost kann sich in meinem zahnärztlichen Atelier zu Dundalk bei Dublin, Provinz L« inster, Irland, melden; ich ver- pflichte mich hiermit, ihm gratis die Zähne zu behandeln." Im vergangenen Monat— also 21 Jahre später— wurde die Flasche von einem gewissen George Christian am Strand von Man, einer englischen Insel im Irischen Meer, ausgefischt. Der Finder schrieb sofort nach Dundalk und erhiell von Mr. Thomson postwendend folgende Nachricht:„Ich halt« mich zu Ihrer�Lerfügung und bitte Sie, hierher zu kommen, wo ich Ihren Zähnen olle erdenkliche Sorgfall angedeihen lassen werde!" Eine Ehe, die eine Minute dauerte. Vor dem Londoner Divorce Court, dem Scheidungsgericht, wurde eine Ehe geschieden, die nur eine Minute gedauert hat. Die Sache lag so, daß«in gewitzer Graham vor 13 Iahren geheiratet hatte, indes diese Che wegen Kinderlosigkeit geschieden werden sollte. Der Schcidungsrichter bemerkte, daß wahrscheinlich infolge eines Versehens die Unterschrift des Priesters unter dem damals aus- gestellten Trauschein fehlte, die Eh« also rechtlich überhaupt nicht be- standen hatte. Um jedoch seine Frau in den Bezug der Alimente zu setzen, erklärte sich Graham damit einverstanden, daß der Priester, der in der Nähe des Gerichts lebte und der damals die Ehe voll- zogen hatte, herbeigerufen werden sollte, um nachträglich seine Unterschrift unter den Trauschein zu setzen. Die Tinte auf dem Papier war noch nicht trocken, als der Richter dann die Scheidung aussprach. Krieg erklärt.,. Ein englischer Offizier kommandierte einen entlegenen Wachtposten im dunkelsten Afrika. llll< erhielt er einen Funkspruch von seinem Vorgesetzten: .Krieg erklärt. Arretiert sämtliche Feind-lluterlanen in Ihrem Distrikt." Mit größter Prompchett traf folgende Antwort ein: .Hab« arretiert: fünf Belgier, drei Deutsche, zwei FEonzossn, zwei Italiener, einen Oesterreichcr und einen Amerikaner. Erbitte Nachricht, mit wem Krieg." cflT&etteT�-port' Zwei Werbe Veranstaltungen. Am Sonntag in der Prinzcnslrafje. Der gestrenge Herr Winter lockt zwar immer noch groß und klein hinaus in die prächtige Schnee- und Eislandschast, aber die Sportler rüsten schon wieder für den Frühling und Sommer. Denn nicht lange mehr wird es dauern, und die ersten Sportoeranstal- tungen in luftiger Kleidung nehmen ihren Ansang. Wer sich schon jetzt in das lustige Treiben hineinversetzen will, der besuche am Sonntag die Sportfeste m der Zentralturnhalle Prinzenstraße. Die Frauen und Mädchen der Freien Turnerschast Groß-Berlin rufen zu ihrem 7. Frouen-Werbe-Turn- und Sportfest auf, das pünktlich um 17 Uhr beginnt. Diese Veranstal- tungen, von den Frauen und jungen Mädchen selbständig geleitet. haben sich schon seit Iahren zu einem Glanzpunkt des Berliner Ar- beitersports entwickelt. Die diesjährige Veranstaltung steht bereits im Vorzeichen des Nürnberger Bundesfestes, dem mit großen Er- Wartungen entgegengesehen wird. Wir werden die Bundessest- Freiübungen sehen nach den Klängen der Musik, die schönheitlich und körperbildend gleich interessant sind. Die Frauen über 23 bis 50 Jahre und darüber zeigen ihre Gymnastik. Die immer größere Ausbreitung, die das„Tu rnen der Mütter" findet, soll hier ihre weitere Förderung erfahren. In« übrigen wird das gesamte sportliche Programm Revue passieren. Die„Werbefreiübungen" zeigen die Gymnastik der Mysse, während die Bundes- Freiübungen eine Auslese der Qualifizierten sind. Dazu kommt dann ein Handballspiel und Geräteturnen. Es kann sich jeder überzeugen, daß das Turnen noch lebt. Hinzu kommen Tonzspiele, Stafetten aller Art, auch humoristische, damit die Lachmuskcln in Tätigkeit kommen. Außerhalb des offi- ziellen Programms wird gleich zu Anfang noch eine veberrafchung geboten. Die Freie Turnerschast Groß-Berlin hat den Brauch ein- geführt, nicht zu Ende, sondern zum Anfang den Clou zu dringen. Wer also nicht etwas Wichtige» verpassen will, kei spätesten» 17 Uhr da. Bei dem kürzlich abgehaltenen Jugendwerbefest haben viele Zuspätkommende dos Schönste nicht gesehen. Eine getrennte Deranstaltung findet in der gleichen Halle bei den Altersturnern- und lunrerltmen des 1. Kreises statt. Es ist dies keine eigentlich« Festveranstaltung, sondern ein Zusammen- turnen, das die Z w e ck g y m n a st i k der Altersiurner zeigen soll. Die Deranstaltung beginnt um 13�4 Uhr. Wer einmal sehen will, wie die„ältere Jugend" beiderlei Geschlechts bei gemeinsamer Uebung an Geräten, in Gymnastik, Spielen usw. ihren Körper kräftigt, ist freundlichst eingeladen. » Freie Turverschast Groß- Verlin. Am Sonntag, vormittags «—12 Uhr, Generalprobe zum Werbefest der Turnerinnen!n dre Zentralturnhalle, Prinzenstraße.— Das Mitteilungsblatt kann am Sonnabend von der Geschäftsstelle abgeholt werden(für Frauen am Fi ntag.).._ Reit- und Fahrturnicr. Der Donnerstagnochmittag, der als Tag der Mode bezeich- net wurde, aber besser„Tag des Hochspringens" benannt worden wäre, sah ein übersülltes Haus. Zum Hochspringen traten fünf Pferde an, und zwar Iicky, Cyrano 2, Bulla, Bertuchon und Harald. Der deutsche Hochspringrekord steht auf 2,07 Meter. Diesen , Rekord versuchte Freiherr von Langen mit dem Fuchs Bertuchon, den ek mit dem Schweizer Offizier Milville in gemeinsamem Besitz hat, zu brechen. Das Pferd ist in der Arbeit bereits über 2,20 Bieter gesprungen. Doch ist es ein großer Unterschied, ob man auf Gras oder Sand- baden springt, letzterer ist nicht besonders günstig. Bon Langen brachte dann auch, trotz seines Schneids und seiner großen Er- fahrung beim Hochspringen, den alten Wollach nicht fehlerfrei über 2,10 Meter. Sieger blieb mit 2.05 Meter Oberleutnant von Hülsen auf dem Schimmelwallach Harald, einem schlesischen Pferd. Dieser Erfolg wurde mit ungeheurem Jubel aufgenommen und das brave Pferd bekam nicht nur van seinem Herrn, dem Züchter und dem Pfleger Zucker, sondern sogar die Tribünenbesucher beteiligten sich an der verdienten süßen Spende. In dem überaus reichhaltigen Programm bestritten u. a. mehrere Reichswehroftiziere ein Hinder- utsjahren. Natürlich strid bei einer solch en Prüfung die Anforde- rungen sehr groß und im Sand ist schwer zu fahren, aber gemessen an den ungeheuren Schwierigkeiten, die unsere Geschäftsgespann« täglich auf dem glatten Berliner Asphalt bewältigen können, kamen einem die Leistungen der berufenen Fahrlehrer nicht bedeutend vor. Schwimm-Melsierschaften. Bei den„Freien Schwimmern Grofj-Berlin" Die„Freien Schwimmer Groß-Berlin" trogen am Sonntag, 3. Februar, 15 Uhr, im Stadtbad Lichtenberg, Hubertus- stroße, ihre diesjährigen Bereinsmeisterschaften im Schwimmen und Springen aus. Die acht Meisterschaftskämpfe werden von internen Schwimmen der Ortsgruppen des Vereins umrahmt. Den sportlichen Fähigkeiten eicklprechend, haben alle Konkurrenzen«ine starke und gute Besetzung gefunden. Die zu erwartenden scharfen Kämpfe stellen die Möglichkeit in Aussicht, neue Bundes- bcstzeiten zu erzielen. Die Gruppenkonkurrenzen weisen in allen Klassen und Lagen stark« Felder auf und bringen einschließlich Meisterschaften 300 Teilnehmer an den Start. Kunstreigen der Frauen, Rettungsvorsührungen und die so beliebten Badebildcr sorgen für Abwechselung und Erheiterung. Der Veranstaltung vorausgehen wird eine Fahnenweihe, die in ihrer Tendenz die stets bundestreue Einstellung des Vereins erharten soll. Der niedrige Eintrittspreis von 50 Pf. bietet, ollen Freunden des auf- strebenden Arbeitersports Gelegenheit, siner mustergültigen fchwim- merischen Veranstaltung beizuwohnen. S chwimmlehrsluade im 4. Bezirk. Gelegentlich des Ein- weihungsschwimmfestes der Luckenwalder Schwimmabteilung im Stadtbad Luckenwalde veranstaltet der 4. Bezirk im 1. Kreis des Arbsiter-Turn- und Sportbundes am Sonnabend und Sonntag eine Bezirkslehrstunde für seine Schwimmvereine und Abteilungen in Luckenwalde. Am Sonnabend werden in der Turnhalle der Luckenwalder Turnerschast in der Zeit von 6,30 bis 8 Uhr abends die Freiübungen zum Bundesfest in Nürnberg geübt. Anschließend daran Vortag de» Gen. Klein über„Sireiszüge durch die Auw."— Am Sonntag vormittag in der neuen Schwimmhalle von 8 bi» 10 Uhr praktische Uebungen, Schwimmunterricht und Wasier- spi-le._ Arbcitcr-Hockcy. Spieltermine am 3. Februar 1929. Gruppe A: Moabit I— Nordring I, Tiergarten, 10,30 bis 12 Uhr(Nordring III); Tennis-Rot I— ASE. I, Laskerftraße, 11 bi» 12,30 Uhr(Ostring I); Ostring I— Nordring II, Normannen- stroße, 13,30 bi» 15 Uhr(Tennis-Rot I). Gruppe B: Tennis-Rot Ii- Südost, Laskerstraß«, 8,30 bis 10 Uhr(ASE. I): Nordring Jgd.— Moabit II. Schönhauser Allee. 13 bis 14,30 Uhr(ASE. II); Nordring III— ASE. II. Schönhauser Allee, 14,30 bis 16 Uhr(Nord- ring I).— Fpouen: Tennie-Rot Fr— Ostring. Fr.. Normannen« strahe. 15 bi, 16 Uhr. Tennis-Rot— Ostring. 4= Die kreisspiclleitung für Handballspiele teilt mit, daß am Sonntag kern« Handballspiel« stattfinden. Di« Plötz« sind durch Schnee und Eis spielunfähig.___ Wieder Eisbahn im Sportpalast. Sofort nach Beendigung des Reit- und Fahrturniers wird der Sportpalast zur Eisarena umgewandelt. Inzwischen sind auch die umfangreichen Umbauten beendet, die nötig waren, um hie hfl Vorjahr von der Polizei beanstandeten Mängel bei der Eisbereitung abzustellen. Di« Erösfnung der Eisarena erfolgt mit einer großen inter- nationalen, eissportlichen Veranstaltung am Sonnabend, S. Februar. Die Eisbahn wird dann täglich von mittags bis Mitternacht dem allgemeinen Eisloufbetrieb zur Verfügung stehen und bi» Anfang April offengehalten. In der Woche finden mehr- mal» Eishockey- Spiele der Berliner Vereine statt. Jeden Sonnabend und Sonntag kommen bedeutende internationale Eis- hockey-Kämps« mit den besten europäischen Mannschaften zum Aus- trag. Ein großzügiges Prognnnm, das die Veranstaltungen der Vorjahre noch übertrifft, ist festgelegt. Um den durchgehenden sportlichen Betrieb in keiner Weise zu stören, wird künftighin von Ei-ballettaufsührungen Abstand genommen. Berliner Eishockey. Die Känrpse um die Br ande nb u rg is che Eishockey- Meisterschaft wurden auf der Rütt-Arena mit dem Treffen S. C. Charlottenburg gegen Preußen fortgesetzt. Nach interessantem Spielverlauf endete der Kampf torlos.— Heute, 20 Uhr, treffen sich in Zehlendorf Berliner Schlittschuh-Club und Zehlendors im Ber- bandsspiel, während Sportverein 92 und Tegeler Eislausverein aus der Rütt�lrena ein Freunbschaftespiel austragen. Boxen im Ausland. Der deutsche Schwergewichtsmeister Schm einig bringt 186 gegen 191 Pfund seines heutigen Gegners, des Amerikaners Riskv, in den.Ring. Die Weilen stehen im Verhältnis von 8 zu 5 für den Deutschen, dessen Kampf großes Interesse bei der ameri- konischen Oeffentlichkeik ansgelöst hat.— Den in englischen Box- kreisen mit großer Spannung erwarteten Kamps zwischen dem eng- tischen Schuwrgewichtemeister Phil Scott und dem jungen Deutschen Teddy Sandwina gewann der Engländer durch Disqualifikation des Deutschen wegen Tiesschlages in der fiinsten Runde._ preußische Zugendpslegekonferenz der Zenlralkommlstion für Arbeitersport und körprrpitrgc E. D. Wie der amtliche Preußische Presiedienst mitteilt, findet am 2. und 3. Februar«in« preußische JugeNdpftcgekonserenz der Zentralkornmission für Arbeüerspori und Körperpitege in Berlin in den Räumen des Ministeriums für Dolkswohlfahri(Zimmer 97) statt. Zweck der Tagung ist, die Leiter der Prcwinzial- und Bezrrkskarielle mit den Zielen der Jugend» pflegearbeit bekannt zu machen.— DI« Kreisfra.uenturn- warte des Arbeiter-Turn- und Sporibundes kommen vom 4. bis 9. Februar zu einer Tagung in der Schule in Leipzig zusammen. Die Haupkgediet« der Leibesübungen für Frauen sollen kheoretisch und vratwjch beordetter werden. Arbcitcrschach. Der Kreistag. Auf dem Kreistag der bundestreuen Schachspieler zeigte es sich klar, wie die Schachspieler des 1. Kreises(Brandenburg- Pommern) über die Spalter in der Berliner Arbeitersporibewegung und über die gleiche Kategorie im Berliner Arbeiter-Schachkluiz. denken. Nach dem Goschästsbericht des Kreisleiters Franke haben sich die Bezirke II(Brandenburg-Ost), III(Brandenburg-West), n (Pommern) und V(Niederlausitz) weiterhin gut entwickelt und gc festigt. Acht neue Ortsgruppen wurden gegründet, denen drei Aus- tritte gegenüberstehen. ' Bor allem im II. und IV. Bezirk sind weitere Fortschritte zu erwarten. Ein anderes Bild zeigte Berlin und der I. Bezirk. 5)ier hatten die„Revolutionäre" schon für die notwendige Zersetzung ge- sorgt. Und jetzt kämpft man für die„Einheitsfront" und versucht weitere Ortsgruppen vom Bund loszulösen. Doch dürste das nicht gelingen. Mit 39 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen stellte sich der Kreis hinter die Beschlüsse der Kreisleiterkonfercnz und dein Bundes- vorstand. Allgemeine Heiterkeit erregte der Standpunkt der Bernauer Vertreter. Sie erklärten, weiterhin mit den Aus- geschlossenen Spielbetrieb pflegen zu wollen, da es ja„revolutionäre Arbeiter" feien. Sie lehnten es aber konsequent ab, anzugeben, ob sie politisch und gewerkschaftlich organisiert wären; sie seien ei» neutraler Verein. Schon früher hatten diese Herren einmal erklärt. sie könnten mehr Mitglieder haben, aber dos seien olles So- zialdemokraten, und solche Leute„wollen wir nicht sehen". Mit dieser Gesellschaft ist die ganze sogenannte Opposition gekennzeichnet, und sie wurden denn auch an die frische Lust gesetzt. Di« Wahlen ergaben die Wiederwohl der alte» Kreisleitung, die die Gewähr bietet, im kommenden Jahr« das verlorene Terrai» wieder aufzuholen. Zu bemerken ist noch, daß die Delegierten, die gegen die Beschlüsse stimmten, erklärten, daß ihre Ortsgruppen weiterhin zum Bund stehen und die Beschlüsse achten. Ein Kom- munist stimmte sogar für die Beschlüsse. Dienstag, 5. Februar, findet die Gründung der Abteilung Humboldthoin bei Döhling, Brunnenstr. 79, statt. Sozial- demotraten, Werktätig«, Arbeiterschachspieler und solche, die es werden wollen, sind herzlichst eingeladen. Am Sonntag, 3. März, fallen die M a n n s ch a f t s k ä m p f e aus, dafür findet in Potsdam am Vormittag ein Wettkanipf an 20 Brettern statt gegen Branden- burg-Nowawes. Sonntag, 10. Februar, findet in Grünau, Ge- meinschaftshaus, Gutshof Falkenberg,«ine große Werbeveraustal- tung statt. Alle Abteilungen sind verpflichtet, zu erscheinen. Anfang 15 Uhr. Massenwcttkampf, Simultan- und Blindspiel. Nachher geselliges Beisammensein. Anfragen in Vcreinsangelegenhciten an G. Werwinski, Berlin S. 59, Planufer 91. Am Mittwoch, 6. Fe bruar, findet bei Krüger, Grimmstraße 1, eine Spielleitersitzung statt. Da eine wichtige Tagesordmmg zu erledigen ist, muß jede Abteilung vertreten sein. Wer will ohnmächtig werden? Sind Sie für den Himalafa geeignet? Emen heroischen Versuch, die Energie eines Menschen fest zustellen, schlägt G. I. Finch in seinem Buch„Der Kampf um den Eoerest" vor. Es handelt sich darum, einen gesunden Menschen zu prüfen, ob seine Energie ausreicht, ein« Expedition auf den Eoerest mitzumachen. Es soll daber aus folgende Wesse vorgegangen werden: „Das Bersuchsobjekt Nimmt in einem bequemen, tiefen Lehn- stuhl Platz; die Kleider werden am Hals, an der Brust und am Unterleib gelockert oder am besten ganz ausgezogen. Auf«in ge- gebenes Zeichen hin holt der Prüfling Atem, und zwar so tief wie er es vermag. Im Augenblick der Beendigung de» Atemholens beginnt das Experiment. Von diesem Zeitpunkt an muß die Ver- suchzperson aus weiteres Atemholen vollständig verzichten, und zwar so lange, wie sie es überhaupt fertigbringt, wobei aber das Aus- atmen gestattet ist. Nach 30 bis 35 Sekunden stellt sich zunächst ein leichtes Unbehagen ein. Dann folgt eine Periode n«chr ober weniger starker Schmerzen, die sich außerordentlich rasch steigern und etwa 40 bis 80 Sekunden anhalten, wobei eine ungewöhnliche Anstren- gung notwendig ist, um auf das-Einatmen zu verziästen. Nun nimmt der Schmerz langsam ab, er wird dumpfer und dumpfer und ist schließlich leidlich eriragbar. Zugleich aber und ziemlich rasch wächst die Willensanstrengung, die aufgewandt werden muß, um das unwillkürliche Atemholen zu unterdrücken. Nach ungefähr 3 bis 5 Minuten wird, wenn die Willenskraft des- Versuchsobjektes noch nicht zusammengebrochen ist.«ine Ohnmacht«intreten Man hat in diesem Experiment einen Maßstab zur Berechnung menschlicher Willenskraft gewonnen, wenn man die Höchstzeit, wäh- rcnd der ein Mensch das Einatmen unterdrücken kann, gleich der äußerstin Willensanstrengung setzt. Man kann also einen: Menschen, der den Atem bis zur Ohnmacht anhalten tonnte, nach diesem Ritter- schlag ruhig die nötige Energie zur Durchführung von Höchst- lesswngen im Himalaja zutrauen." Ob sich bei solcher Prüfung viel Geeignete finden werden- Skiläufer des I.Kreises. Sonnlag. Z. Februar. 349 Uhr, Bahn- hos Wilhelmshagea, Rordseile. Geländefahrt durch Grcnzbergc. Kranichsberge. Goseaer Berge. Ansängerkursus, canglaufirainiag für Wekttämpser. Alle Vereine und Abteilungen müssen erscheinen. Sonnabend. 514 Uhr. Training. Vahnhos Grunewald. Der Kreisminicrsporlwart «c,irl»lari-ll Fri«drich«bai»: Montag,«. Aedrear, 20 Uhr, Rartellfitzmig bei® tabu.?oxbägcnet Str. 114. Uarttn. und Matcrialauogabt ftir iuc BUbnensckau am 17. z-bruar! VotstanbsmitgNeber eine Stunde ftübet! FZSB., Scnirt Pantow. Sonnlag, 3. gebruar, findet die geplante gabrt nach Bittenwctder statt. Treffpuntt»l» Uhr«ahnhos Panlow. Ziorddabn. Ibästc heralich willkommen.— Sejirt Rotdost. Die neuen T»t»,eiteu des Be. jiwes sind jebt: Mitglieder übet 14 Jabrt leben Montag und Freitag von 20—21 Übt, für gindtr an den gleichen Tagen ad 111 Uhr. Äufnabmen in der Turnballt. fisttcD fit«tdeitersport und«itperpslege Weddlua. Monlao. 4. lsebtuat, fd Uhr, Kartell fixung in der Barackenschule Sccftrafee(gegciiiibrt Ärnnig: irfcr SUafce). Statutcnbetatuna. Jeder Verein muk oertteten sein. Xteie Kanu-Union Ibtvl>-Beti,i>. Abteilung Erluer.-Auherordentlich in dar benb, 2. Februar. ISZz Uhr. im Sicstaurant„."ut Kaiser-Jriedrich�Straße(Stft Saalestraße.-airfchließenb Stete Käno-UstOtt kroß. Bertin. Abteilung Erluer. Außerordentliche Kern ruluersammlunq am Sonn Sich«",« Fidetitas.® Arboiter-Radsabrer. und Krastladrerbnud„Solidarität", Ortsgruppe Berti». 1. Abt. greitag, t. Februar, 20 llbr, Abteilungssitzung bei RLckert, Strullnetz ftraße SS». Sonntag. S. Februar, in Übt, Museum für VoNotrachten, Kloster. strafte. Treffpunkt U-Babn Klosterstratze.— 2. Abt. Sonntag. 3. Februar. 12 llbr. Museum sllr Volkstrachten. Treffpunkt Klosterstraße(Eingang). Mittwoch, tz. Februar, 20 llbr, Abteilungositziing bei Mllllrr. SchSnIrinstr. S. 3. Abt. Sonntag. 3. Februar. 10 Uhr, Fußtour-(Sofener Berge. Trefkpuuki Köpenicker Brücke. Mittwoch. S. Februar, 30 llbr, Adteilunassitzung in dr» ■ gä"—---—"onntag. S. Februar, IS Ubr. sortunasalen. Ltrauoderger Str. s.~ 10. Abt. ifttwur: r 7, Februar Donnerstag. * 5, : Grunewald. Treffpunkt Warschauer«traße(Sobnbof). Tonnt ..„-- lar. 20 Uhr, Bbteilungzsltzung bei Wittschuß. Petersburger Sic, 12. Abt. Freitag. I. Februar. I Ittr, Motorradtabrerlitzung. Relchenberger Straße 01(Kiudl-Ouelle).— Ortsgruppe gharlotteuburg- Mittwoch, 6. Februar, 20 Ubr, Witgiiederversantmkung. Bilmer-durfe: Str. 21.— Ortsgruppe Reu- iSStt iWtttt«rtnlMöcr is ieder Sitzung. Qätc reo«et» DITTMAR H0BEL- Edelste Einfachheit:: Besuch erbeten FABRIK Holkenmarkt 6 Drackaachco and die kL Sduifi«A h 7 1 b m D« Im Wobnrea m"»enden wir gern botienlreL Tauenfiiens'r. 10 PBOGRAM M für die Zeit vom 1. bis 4. Februar K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 4. Februar Potsdamer Strafe 38 Weierloo mit Otto Gebahr im Poradtes der Kletterer Jugendliche haben Zutritt Rheinstra�c 14 �!'rl!he) Da« Grabmal einer groben Liebe on ganzen Tag geöffnet! Der Kampf am« Matter ho m Im afrlkanlichea Diebangcl 1 lantrum A Filmpalast Börse Rosen thaler Str. 40-41 W. ab J,& ab 3J0 Die Hölle der Hefmaibwa Lemkes«eL Witwe Welt-Kino Alt-Moabit 99 Ich kfis«e Ihre Hand hisdame mit Harry Lledtke Diebe(10000 M. Belohnung) �_ Schdnabnrg A Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 33 Das grob« Schlagerprogramm Die gute 1 Titama(uf« SchOnrberg) Hauptstraße 43 Carmen mit Cbartte Chaplin Die Tochter des Scheich« mit Daniels E Cha.lottenourg Sdüüter-Thcatcr Schlü'erstr. 17 W. 7, 9,15, Stg. ab 4 U. Wolga- Wolga (Das Helden ied des Stenka Rasin) Da« gute Beiprogramm Luisen-Theater ReicheÄberger Straße.34 Carmen mit Charlie Chaplin als Don Josd Auf der Bühne; Die große Operetten- Revue: Die ongekfihie Era LUhterrcide-Wast Hi-Li Wochentags 6.30, V Uhr Stg. 5. 7.9. JUhrJug.-V. Hindcnburgdamm 58 n Hurra, Ich tebe! mit Nikolai Kolin Marter der Liehe mit O. Tschechows Rflhw�-ndrfbjg»! Füm-Paiast Kammersäle Teltover Str. 1-4 Beginn 6 U. Der Kampf um* Matterborn Das gute Beiprogramm ■ SB€I«W 1 Th. am Moritrplatz Beginn; W. ab\ 6J0 Uhr. Stg. ab 4 Uhr Lemkes selige Witwe mit F. Kampers Eine Nacht in London mit UL Harvcy g»uaotten RslfYldmiplf Beginn W: 530 Uhr 7~MCJL'Ä S; 3 Uhr bkalitzcr Straße, am Görlitzcr Bahnhof Wolga-Wolga mit H. A. SdOcttow Urania-Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke ttroch. 6.45,&45 Uhr. Sonnt 3. 5, 7, 9 Uhr Wasser hat Balken mit Keafon Die GebeimnUse der Villa Sarcn- hnrg S Vartcf 6- Attraktionen Vorwärtsleser Vorzugspreise O NeuicBHii> Primus-Palast Herraannplatz Der Faschlngsprlne mit Harry Lirdikc Auf der Böhne: Soga und Htrukawa Kompagnie, japanische Balanceure Inn Fong-Lin Kompagnie, großer chlnselscher Gauklerakt WalOcns«* Passage-Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151—152 Woch.S,7u.ca. 8.45, Stg.3,Sl7u.ca. 8.45 U Das Galcerensdiift Die Goldmine am Missouri, Harry Hill persönlich Böhncnscfaau Südpalast Knesebecksir. 133, Bhf. Hermannstraße Die blaue Maus mit Jenny Jugo Die Todüer der Steppe mit Roth Mi* BQhncnschan G Tivoli-Lidilspiclc Tempel OL Berliner Str. 97 W. 6J0, ca. 8,45 U, S. 4.45, 6.45, ca. 8.45 U Harold, der PedtTogel Oer Radier«einer Mutier BUmenMhau Jugendliche haben Zutritt „Elysium" Prenzlauer Alice 58— Füm und Bühne Das göttliche Weih mir Greta Garbo Schlager-Baileit-Varietö-Revue: Alle* dreht»ich um Uly mit Uly Flohr Schloßpark Füm. Bühne Berliner AI ee 205—210 Skandal in Baden-Baden mit Bruno Helm Bühne; Revue- Gondel der Liebe, 10 Bilder Oat«n Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Des gr. Erfolget wegen verlängert Sturm Ober Aden Bühne; Welntraubs Syncopater* Beginn bei diesem Programm Wochentags 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr Kassenei Öffnung 1 Stunde vorher Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Der Kampf»m» Matterborn Bühne; Die g oße Revue: Was man denkt Concordia-Palast Andreasstraßc 64 Sturm Ober Asien Regie; Pudowkin Bühnen«(hau Kosmos-Lichtspiele Lieh e-berg, Lückätraße 70—73 Pal und Patadson, die blinden Passagiere Große Revue Blumen und Fronen Jugendliche haben Zutritt Schwarzer Adler Frankfurter Ailee 99 Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3. 5, 7 U- ca. 8.43 U. Das Wunder des Jahre"; 1929; Der singende and sprechende FQm Harry Lledtke sing und spielt im Film: Ich küsse Ihre Hand, Madame Die gute Bflhnenschso Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter A iee 48 Woch. 5. 7 ca. u. 8.45, Stg, 3. 5, 7 u. ca. 5.43 U. Das Wun er des Jahres 1929: Der singende und sprechende Film Harry Lledtke singt und sp elt im Film; Ich kOsse Ihre Haad.nodamc Diego E Frludrlchsfelde B Kino Busch � AU-Friedrichsfelde 3 Da» zweite Leben mit Pol* Ncgri Der Held von Arizona m t Fr.Tbomson f Bühncnschau W Mlederscttdnnw��ab Elysium(Fn�Sad) Hasselwardarstraße 17 Das gottlose Mädchen Grobes Beiprogramm Bühne Singsp ei, Unter einem FUederbanm t Morden■ Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Polizelfagd auf Phantome Henf war Ich bei der Frieda Bühne: Maria Zctenka und A. Leute er Alhambra MUIIerstraßc, Ecke Seestraße Id> küsse Ihre Hand Madame mit Harry Lledtke Bühne Gr. Prunkrevuc. Im Treibhaus der Liebe Fortuna-Lichtspiclc Müllerstraße 12 c Das führende Tatferldno ab 10 Uhr spielt nur Spitz cnfilme der Welt- Produktion LSP Uchapiele am Senefeldzrplatz Ungarische Rhapsc d'e m. W. Fritsdi, Ucgovcr u. D. Parle Das gute Beiprogramm Mctro-Polast Chausseestraße 31 Sturm Ober Asten Pat und Palachon, die blinden Passagiere Pharus-Lichtspielc Müllerstraße 142 Sturm Ober Asien Regie: Pudowkin „Rialio" Film u. Bühne Reinickendorfer Str 14(am Wedding) Rausch, nach Strtndberg Die Tragödie des r.— r. � Oesundbrunnen» «Alhambra' Badstraße 58 Ich küsse Ihre Hand. Madame mit Harry Lledtke Ausgezeichnete BOhnenschan Balls ehmieder- Lichlsp. Badstraße 16 Der Zarewflsch Bio-Tin-Tin und die Goldgräber- Bühnenschau H umb oldt-Theatcr Badstraße 13 Hurra, Ich lebe mit Nikolai Kölln Das Dokument von Shangal BOhnenschan Kristall-Palast Prinzen. Uee 1—6 Sturm Ober Asien Auf d r Bühne H. H. Sch werdffeger spricht zum FUm Marienbad-Palast Badstraße 35—38 Ich küsse Ihre Hand, Madame mit Harry Lledtke Juwelen mar drr i Pankow E Palast-Theater B. eite S.raSe 21 a Veg. 6J0. 9 Uhr Das Galccrcuscfalfl mit J. Barry more Auaslosi«. die.üngste Zare. ilc! er BHancucmau T-vol:s Pankow Berliner Straße 27 Weiß*— Wol�a Buhn Das berühmfe Getane»» qu erteil 5t. Petersburg E Wtedetmnatihaufn b Filn-Palast Blankenburger Straße 4 Der Kampf ums MaUerhom Ball, die Insel der Wunder G B«inlcl4enderf-Ott"b Bürgergarten-Lichifp. Hauptstraße 51 und Lindauer Straße Die Hülle der Helmatlo Der tolle Ozeanflieger Orale f In fttafeßen. Sannen u. Siphons tn allen einschlägigen Oefeß äffen erhältlich Ariue* euatLnjutOT ■ff* WBr »