Morgenausgabe 7lr. 5S A 26 46. Zahrgang Wöchentlich 85 morntllch S.W Ä. vn voraus zahlbar. Postbezug 4LZ M. «inschl Bestellgeld. Luslandsadonne» ment 6.— M oro Monat. Der �vorwörts� erscheint wochentSg» l:ch zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.De? Abend". Illustrierte Beilagen.Noll und Zeit- und.Kinderfreund-. Ferner �Unterhaltung und Wissen-,.Frauen» stimme'..Technik-.Blick in die Vücherwelt" und.Jugend» Lonvärt»* P> Berliner VolkSblati Sonnabend 2. Februar 1929 Groß-Äerlin Vf. Auswärts 45 pf. Die einspaltige Nonp�retllezeN« 40 Pfennig. Reklame eile<».— Reichs» mark.„Kleine Anzeige»' das ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig gmeJ lettgedruckte Worte), ledes weitere Wort \5. Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, zedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Wone. Arbeitsmorkt Zeile CO Pfennig Familtenanzeigea rül Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annahm» im Hauptgeschäft Linden» itraße 3.«ochentägl. von SV» bip 17 Uhch Jentvawrgan der«Sozialdemokrattschen Partei DeuisOlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 ffernsprecher: Töndost WZ— R? telegramm-Adr i vozuildemokra» verlt» Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto' Berlin 37 536— Bankkonto' Bank der Arbeiter. Angestellt«» und Beamten Stallftt. 65 Ditkonto-vesellschast. Depasitenkasse Lindenstr 8 poimares große Elsaß-Z�ede. phantastische Behauptungen über„pangermanistische Propaganda". Paris,\. Februar.(Eigenbericht.) Poincare bestieg am Freitag wiederum die Kommer- tribün«, um über das Eisab Zu sprechen. Als klar wurde, daß diesmal die-angekündigten Abrechnungen mit den Autonomisten erfolgen sollten, begann die Atmosphäre erhitzt zu werden. Kaum hatte der Ministerpräsident mit seinen Zitaten begonnen, als sich von den Bänken der Elsässer laute Proteste «hoben, die bald die mit Mühe zurückgehaltene Erregung der Kaim mer auf allen Seiten entfachte. Die Elsässer riefen Poincore entgegen, er zitiere falsch, er gebe als von outo- nomistischer Seite stammend aus, was.in Wahrheit in einem Blatt gestanden habe, das in Berlin erscheint. Es entstand eln Tumult, wie ihn die Kammer seit Beginn der nationalen Einheit nicht mehr gesehen hotte. Rur mit groher Mühe gelang es dem Kommerpräsidenten, poincare weiler Ge- hör zu verschassen. Der Ministerpräsident begann seine Erklärungen,erheiten verlangt habe, und in Genf sei aus dem Minderheiten- kongreß sogar«in Franzose aufgestanden, der erklärt hob«, kein einziges Land Eiiropas umfasie derart viel« u n g« e i n t e L o l k» st ä m m« wie gerade Frankreich. Alle die Strömungen hätten natürlich die deutschen Nationalisten nicht ruhig gelassen. Poincarö fährt fort: Der Propagandafonds im Budget de» Deutschen Kelches über- steigt die Summe von 630 Millionen. gestellt worden, behauptet Poincarö, haß einige der Angeklagten s bedeutende Geldunterstützungen in Deutschland gesucht hätten. Di« französische Regierung Hab« dann trotz aller Schuld, die sich auf den Häuptern der Angeklagten aufgetürmt habe, die Abgeordneten R i ck li n und R o s s ö begnadigt. Man verlang« heute aber noch mehr. Wenn es dein Frieden dient«, würde di« Regie» puischnachrichten unbestätigi. Woldemaras sitzt auf dem Ministerthron. Die über Warschau nach Berlin gelangten, sehr ins einzelne gehenden Nachrichten über Putsch und Gegen- putsch in Litauen sind bisher noch unbestätigt ge- blieben. Nachrichten darüber, was sich nach der Ent» lassung des Generalstabschefs Plechavizius in Kowuo er» eignet hat, fehlen ebenfalls. Dennoch gespannte Tage? Königsberg,!. Februar.(TU.) Die alarmierende» warschauer Meldungen über wilna, die von einem Miliiärpulsch In Likauen sprechen, best öligen sich nicht. Am Freitag nachmittag war In Kowno noch olle» ruhig. Au» Litauen herüberdringende Gerüchle deuten jedoch darauf hin. daß die Lage gespannt ist. Entgegen den polnischen Meldungen ist der zurückg-iretene Oberst Plechavizius nicht verbatet. aber unter Bewachung gestellt worden. Außerdem soll der Minlsterpräfldent woldemaras die Polizeiwache vor seinem eigenen hause verstärkt hoben. rung nicht zögern, aber die beiden Begnadigten hätten Frankreich um so wilder angegriffen, so daß eine neue Maß, nahm« der Milde nicht am Platze sei. Kein Volk könne versuche zu seiner Zerstückelung ohne Strafe hinnehmen. Die Regierung müsse die Einheil und Uniellbarkeit Frankreich» verleidigen. Sie veUange daher die nötigen wassea vom parlameni, ohne die sie nicht mehr länger im Amte bleiben würde. Doch nicht nur mit den Mitteln der Repression wolle die Regierung vorgehen, sie wolle vor allem die Beziehungen zwischen den Elsässern und den Franzosen vervielfachen und sie wolle in Stvaßburg«inen großen Rundfunksender gründen. Di« Wiedereinrichtung des Oberkommissariats dagegen fei abzulehnen, denn sie bedeute nichts anderes als die Wiedereinführung jenes künstlichen Gebilde» des„Reichslandes Elsaß-Lothringen*. Ponincare schließt dann mit einer Aufzählung oller großen patriotischen Tage, die das Elsaß seit der großen Revolution mitgemacht hat und mit einem pathetischen Appell an die 1109 99 Tote des Weltkrieges, di« nicht umsonst(ststorbeti seien. Die gesamte Sammer bereitet ihm miaukenlange Ovationen. Alle Abgeordneten erheben sich, nur die Elsässer bleiben«roh wütender proleste demonstrativ sitzen! • Ein rhetorischer Triumph ist nicht immer ein politischer Erfolg. Dir höchste Erfolg ist dem sranzösischen Minister- Präsidenten gestern versagt geblieben, er hat eine Demon- stration verursacht, die das Bild nicht der Einigkeit, sondern einer klaffenden Spaltung zurückläßt. Wir sind weit davon entfernt, uns dieser Bilder zu freuen, wir bedauern viel- mehr, daß es geboten wurde, denn es kann zu falschen Deu- tungen Anlaß geben. Ihnen gegenüber muß wieder einmal festgestellt werden, daß es keine Strömung im elsässischen Volke gibt, die eine Trennung von Frankreich will. Was Herr Poincare über die Propagandafonds des Deutschen Reiches gesagt hat, ist p h a n t a st i s ch und hat mit der Wirklichkeit n ckts zu tun. Es ist wiederum tief zu bedauern, daß der französische Ministerpräsident durch solche phantastische Behauptungen das Mißtrauen gegen den Nachbar und Locarno-Partner nährt. Der Colmarer Prozeß hat trotz angestrengter Nachforschungen nicht den leisesten B'weis dafür erbracht, daß sich eine amtliche deutsche oder überhaupt eine deutsche Stelle durch Geldzuwendungen in innere Angelegenheiten Frankreichs eingemischt hat. Daß die deutsche Sozialdemokratie eine solche Einmischung nicht zu dulden gewillt wäre, hat Herr Poincar6 selbst gesagt. Aber er kann von ihr nicht oerlangen, daß sie etwas bekämpft, was nicht existiert. Sie aber kann von Herrn Poinca«! oerlangen, daß er das, was er behauptet, endlich einmal auch b e w e i st. Versuch einer Entwirrung. Ein Beitrag zur Wehrdebaite. Von Dnul l,vvl Wenn ich von dem Angebot des Genossen Stampfer, das Meinige zu seinem Aufsatz„Wehrwirrwarr" zu sagen. Gebrauch mache, bin ich mir der Schwierigkeit bewußt, auf engstem Raum eine der Gedankenrichtung des Genossen Stampfer völlig entgegengesetzte in Worte zu kleiden. Ich will es damit versuchen, kritisch zur Kritik des Genossen Stampfer am Wehrprogrammentwurf des„Klassenkampfes* mich zu äußern. Erstens vermißt Genosse Stampfer eine scharfe Scheidung zwischen„bürgerlichem Staat* und„sozialistischer Gesell» schaft", von der übrigens ich— im Gegensatz zum Genossen Stamvf.'r— nicht der Meinung bin, daß sie zu ihrem Leben des Staates bedürfe. Auch Marx und Engels waren wohl nicht ganz der Meinung des Genossen Stampfer. Rich- tig ist: eine Bretterwand zwischen„bürgerlichem Staat" und „sozialistischem Staat" gibt es nicht. Das hat auch noch nie« mand behauptet. Auch Lenin sagt einmal:„Die Arbeiter» tlasse ist n'cht von der bürgerlichen Gesellschaft durch eine chinesi'che Mauer abgeschlossen und wenn eine Revolution ausbricht, verläuft die Sache nicht so wie beim Tode einer Einzelperson, wo man den Toten hinausträgt. Wenn eine alte G.'sellschaft zugrunde geht, kann man nicht den Leichnam in einen Sarg legen, zunageln und in ein Grab verscharren.* Aber dieser scharfen Unterscheidung bedarf es auch nicht dann, wenn im Kampf der Klassen sich jede ihre Forderungen oder Interessen auf das schärfste zuspitzt, wie gemeinhin in Revo» lutionen geschieht. Dann merkt man an der Entscheidung über diese Interessen sehr rasch, wer„herrschende Klasse* ist. Auch dl« Ältglifdjc Ulli französische Bourgeoisie haben nicht „scharf geschieden" im Sinne des Genossen Stampfer: bis gestern Feudaladsi, ab heute Bourgeoisie. Das ergab sich aus der politischen Situation ganz von selbst, so deutlich, daß es alle begriffen, die es anging, Karl I. und Ludwig XVI. ein- geschlossen. Aber die„Uebergangszeit"! Genosse Stampfer fragt erstaunt: was ist bürgerlicher Staat, was sozialistische Gesell- schaft? Ich frage wieder: Was ist Uebergangszeit? Beginnt die Uebergangszeit etwa mit der Einführung der Republik? War die französische Republik von 1870 bis.... ein Ueber- gangsstadium? Läutet die deutsche Republik die Ueber- gangszeit ein? Ist das Bayern, vor dem das Reich 1923 kapituliert«, in der„Uebergangszeit" begriffen? Gilt nicht am Ende für die deutsche Republik wie auf den Leib ge- schrieben das Wort von Marx:.. diese Republik hat nicht den Thron umgeworfen, sondern nur einen leeren Platz ein- ' genommen. Sie ist nicht als eine soziale Errungenschast pro- klamiert worden, sondern als eine nationale Verteidigungs- Maßregel?" Man sieht also, mit der Uebergangszeit ist nichts zu machen: alles ist Uebergang, alles vergänglich, selbst Koalitionsregierungen, deren philosophische Verbrämung die Uebergangszeit ist Proletarischer oder sozialistischer Staat ist da, wo das proletarische Interesse alle politischen Funktio- nen des Staates so ausschließlich beherrscht, wie es heute das bürgerliche tut. Zweitens: Wend aber die Sozialdemokratie die„Mehr- heit erobert"? Dieses ändert den Charakter des Staates nicht. Der ändert sich erst, wenn die Mehrheit es auch ver- steht, ihren Willen durchzusetzen. Erobern der Mehrheit und Mehrheitswillen durchsetzen ist zweierlei: Das Proletariat in Sachsen hatte 1923 die Mehrheit; gewisse Tatsachen haben«« daran gehindert, auch nur im sächsischen Rahmen seinen Willen durchzusetzen. Solche Widerstände einer bisher Herr- Ichenden Klasse gegen das Stimmzettelergebnis werden immer zu erwarten sein; ich kenne keinen Fall in der Ge- schichte, da eine Klasse gesagt hätte: ich bin die Minderheit. ich danke ab. Jede aufsteigende Klasse bisher hat sich auf die Mehrheit berufen: noch keine aber hat daran gedacht, der herrschenden Klasse den unbedingten Respekt vor der Mehr- heit ohne weiteres zu unterstellen. Hätte die deutsche Bour- geoisie den Respekt vor der Mehrheit, so könnte sie schon heute abdanken: denn sie kann aus dem Statistischen Jahrbuch lesen, �.dah es in Deutschland mehr Proletarier als Bourgeois gibt. Drittens: Der Entwurf des„Klassenkampfes" lehnt den Krieg ob seines imperialistischen Charakters ab.„Bisher dachte man— repliziert Genosse Stampfer— die Sozial- demokratie lehne den Krieg überhaupt und für jede Epoche ab." Ich weiß nicht recht, was Genosse Stampfer unter „man" versteht. Karl Marx. Friedrich Engels, Ferdi- nand L a s s a l l e. August Bebel. Rosa Luxemburg, um nur einige Namen zu nennen, lehnten ihn nicht«über- stäupt und für sede Epoche" ab und waren doch recht beträcht- liche Sozialdemokraten. So standen Marx und Engels den nationalen Befreiungskämpfen gar nicht ablehnend gegen- über, nur haben sie bereits 1870 den..Nationalkrieg" der Bour- geoisie—. der einen gegen die ander«— für„reinen Re- gisrungsscbwindel" erklärt. Ich scheue davor zurück, so ab- solut wie Genosse Stampfer, für alle Zeiten und alle Epochen — r rückwärts wie vorwärts— den Krieg„abzulehnen": denn wir werten ja den Krieg nicht moralisch, sondern erfassen ihn als soziologisches Phänomen: fragen nicht, ob gut oder böse, sondern ob für die. proletarische Klasse erforderlich oder nicht, llebrigens deutet Genosse Stampfer von seiner Gene- ralrsgel ejne Ausnahme bereits an: Georgien. Ich kann in dem engen Raum die Frage Georgien nicht erörtern, sie ist auch nebensächlich. Die deutsche Sozialdemokratische Partei geht nämlich in Magdeburg daran,«in Wehrprogramm für Deutschland zu geben und nicht für Georgien, das heißt für ein Land von konkretem, sozialem und politischem Aufbau. Was für Georgien vielleicht zu diskutieren wäre, ist für Deutschland undisputierbar: daß«in von Deutschland ge- sührter Krieg, sei er begonnen unter welcher politischer oder milstärischen Konstellation, ob Verteidigungskrieg oder„Be- sreiungs"trieg, ob im Völkerbund oder ohne, imperialistischen Charakter hat, d. h. gegen das Interesse des Proletariats ist. Es wird nicht erforderlich fein, das weiter auszuführen: auf Wunsch gerne. Endlich der„Trümmerhaufen", der nur noch übrig stleibt, wenn die Arbeiterschaft anders als„mit der Waffe des allgemeinen Stimmrechts" die kapitalistische Klassen- Herrschaft beseitigt. Erlauben Sie mir, Genosse Stampfer: der„Trümmerhaufen", den man„rechts" fürchtet, der ist das haarscharfe Gegenbild des«großen Kladderadatsch", auf den man bei den Kommunisten hofft und ist die gleiche Utopie und der gleiche Weiberschreck. In Wirklichkeit kommt kein Trümmerhaufen und kein Kladderadatsch: Jede Revolution hat die verworrensten ökonomischen und politischen Verhält- nisse vorgefunden— die waren sogar ihre Boraussetzung— und sie hat sie immer geordnet, neu und auf höherer Stufe gestaltet durch«inen Akt der Gewalt, der nicht wie ein Kladderadatsch hereinbrach, sondern in wunderbarster logi- scher Verbundenheit war mit den Interessen einer neu auf- kommenden Klasse. Ohne Geschichtsprofessoren an de? Spitze, ahne Programme, ohne Thesen, ohne Resolution hat der soziale Trieb das Wunder vollendet. Karl Marx hat uns ia auch nicht gelehrt, das Wunder zu machen: nur es zu er- kennen und demgemäß zu handeln. Daher darf auch die Ar- beiterfchaft nicht aus Angst vor dem„Trümmerhaufen" dann, wenn die Bourgeoisie die große Krise des Krieges her- aufbeschwört, davor zurückschrecken, diese Krise zu beendigen in einer Weise, die Rückfälle ausschließt, d. h. zu versuchen. den Sturz der Bourgeoisie zu beschleunigen.„Man könnte fast auf den Gedanken kommen," schreibt Genosse Stampfer. „so ein bißchen Krieg sei gar nichts Unebenes, denn dadurch käme man ja zu einem beschleunigten Sturze der Kapital- herrschgft." Ich darf daran erinnern, daß der so apostrophiert« Satz des Entwurfes des„Klassenkampfes" nicht das geistige Eigentum der Berfasser, sondern entnommen ist aus der Resolution des Internationalen Kongresses von Stuttgart 1907, bestätigt und wiederholt in Kopenhagen 1910. Niemand hat damals den von Genossen Stampfer erwähnten Neben» gedanken hineingslesen. leider freilich haben auch nur wenige die Hauptgedanken herausgelesen. Es beweist aber nichts gegen die Richtigkeit des Gedankens der Revolutionen, daß sie 1911 nicht begriffen wurden, vielmehr ist d'e Hoffnung nicht unbegründet, daß gerade die Lehren von 1911 die For- derungen jener Kongresse begreiflich und verständlich machen. Damit glaube ich das widerlegt zu baben. was Genosse Stampfer negativ zum Programm des„Klassenkampfes" ge- sogt hat. Ich fürchte, es würde ein Mißbrauch der gewährten Gastfreundschaft sein, wenn ich noch versuchen wollte, positiv die Gedankengänge darzulegen, auf denen ein dem der Kom- Mission entgegengesetzter Programmentwurf beruht. Die neue Harmonie der Interessen. Unternehmer und Kommunisten Arm in Arm. In der neuen Gemeinde Finow bei Ebersmalde wurde der Kommunist Otto Brömme zum Ortsvorsteher ge- wählt. Die Wahl hat ein« Vorgeschichte. Otto Brömme, Ge- schäftsführer der Verwaltungsstelle Ebersmalde des DMA-, stand mit den Arbeitgebern auf fo gutem Fuße, daß bei der Besetzung de» Postens des Vorsitzenden des Arbeitsamts Eberswalde tm September 1928 alle Unternehmer- Vertreter im Verwallungsausschuß für Brömme stimmten, während alle Arbeitervertreter für einen Sozial- demokraten«intraten. Der Kommunist Brömme schloß nun für die Ge- meindeoorsteherwahl in Finow das nachfolgende Abkommen mit dem Ordnungs block und den Unternehmerver- tretern vom Ortsteil Messingwerk: Abkommen bezüglich Arbeitsgemeinschaft! Von dem festen Willen getragen, in der neuen Gemeinde Finow dem Gemeindewohl dienend«, tatkräftig« und vorwärt» st redend» Arbeit zu leisten, schließen die Vertreter der Listen Z, 1 und S fflr die Dauer ihrer Wahlpertod« eine Arbeitsgemeinschaft ab. Die Listen 1 und S vereinigen sich z» einer Fraktion mit der Maßgabe, daß jeweils die eine Gruppe den Schössen, die andere den Iraktionsvorsitzenden stellt. Die Arbeitsgemeinschaft wählt, da eine Vrtsoorsteherwahl so- gleich erfolgen muh. Herrn Lrömme zum Orksvorfleh«. Der Ortsvorsteher wird wichtige Punkt» vorher in der Arbeitsgemeinschaft besprechen und nur mit dieser zur Durchführung bringen. Intenu Abstimmungen in der Arbeitzgemeinschast gellen als abgelehnt, wenn sich die Mehrheit nur aus Mitgliedern einer Frak- tion zusammensetzt/ Zu den wichtigen Angelegenheiten gehören alle Objekte, durch welche die Gemeinde im Laufe eines Etatsjahres mit mehr al» 1000 M. belastet wird. Insbesondere muß vorher ein« Einigung erziell werben in: Etat- und Hteuerfragen, Wohnung? und Straßenbau-, Kirchen, und Schulwesen. GeHalls- urtd Wohl- fahrtsfrogen. Der Geist, zum Besten von Finow zu arbeiten, soll Rrchtlini« dieses Abkomm««» sein. Sollten sich trotzdem ernsthafte Meinungsverschiedenhellen ergeben, so wird die Besprechung der gleichen Angelegenheit ein» Woche später wieder- Holl. Ist auch hitrbei«ine Einigung nicht«rreichkar. so v« r- pflichten sich die Kontrahenten, einen Schieds- spruch unter Juristen anzuirtennen. Möge dieses Abkommen sich zum allgemeinen Wohl der Gesamt- gemeinde Finow auswirken! Finow(Mark), den 23. Dezember 1028. V. g.». Für die Liste Rr. 2(KPD.): O. Brömme. Max Liebtk». Für die List« Nr. 1(Melsingw«rk): Ztob. Hensel. Max Zwenzner. Albert Braun«. EmU Pap«. I. Leoin. Für die Liste Nr. S(Ordnungsblock): August Beuster. S). Hildebrandt. H. Oberg. Noack. Auf Grund di«I«» Abkommen» wurde der Kommunist Brömme mit Hilfe der Unternehmer und de» Ordnungs- block» gewählt. Die Kommunisten in Finow betreiben künstig„revolu- tionäre" Gemeindepolitik nach vorheriger Vereinbarung mit dem Ordnungsblock, und wenn man sich nicht einigen kann. ruft man ein Schiedsgericht aus Juristen an! Man berichtet uns, daß die Kommunisten von Finow nach dem Abschluß dieses Bündnisses in voller Verwirrung sind. ZlUnifierpräsideni Schwehla zu>Melreien. Lldrzal mit der Nachfolge betraut.— Keine Gesamtdemission aus Angst vor einey Koalitionskrise. Prag- 1- Februar.(Eigenbericht.) Heute hat der seit fast eine« Jahr schlurr er» krankte Ministerpräsident Schwehla de« Präsi- deute» der Republik seine Demission tibereichen lassen. Der Präsident hat die Demission angenommen und den Berteidignngtmtnisier lldrzal, ebenfalls einen tschechischen Agrarier, mit de« Bar sitz der Regierung betraut.-7-■>- Seit der Erkrankung Schwehla» hat der klerikal« Fürsorg«» minister Schramek als Chef der zweitstärksten Koalitionspartsi d«n Vorsitz im Ministerrat geführt. In de» letzt»« Monaten ver- suchten die Agrarier, an Stelle Schramek?«inen Agrarier zum stell- vertretenden Ministerpräsidenten zu machen: dieser Plan sch«t» t« r t« jedoch an der Weigerung der klerikalen Partei. Di« Agrarier sahen sich deshalb in den letzten Tagen genötigt, um die Leitung des Kabinetts wieder in die Hand zu bekommen, ihren bisherigen Standpunkt aufzugeben, daß Schwehla selbst in der Frag« seiner Demission die Initiative ergreifen müsse. Gestern erschien. ein« agrarische Deputation bei Schwehla. die fem Demission»- gesuch mit nach Haus« bracht«. Wahrend d«r ganzen Zeit seiner Er- krankung halle Schwehla schon nicht den geringsten Einfluß auf da» polllisch« Leben, da ihm sede Beschäftigung mit Polllik von den Aerzten strengsten« verboten wird. Lersassungsrechllich interessant ist. daß. obschon der Ministerpräsident gewechselt hat. keines- w e g s eine— wenn auch nur formelle— G e s a m t d e m i s s i p n de» Kabinett,«rjolgte. Auf wie schwachen Füßen da» Kabinett und die. ganz« Koalition stehen, geht schon daraus. hervor, daß man sich nicht getraut hät, bei dieser Gelegenheit auch einzeln«, sthrit längst ins Auge gefaßte persönliche Personaloeränderun�ev im Kabinett durchzuführen. Das wäre schon für die Koalllion ein» z u schwer» Belastungsprobe gewesen. Dem veuen Kabinett fällt die schwierig« Aufgab« zu. den Bargerblock, der seit den Landtagswahlen vom Z- Dezember 1028 völlig ,rb eits» unfähig ist, wieder auf«in— wenn auch nur eng begrenztes— parlamentarische» Arbellsprogramm zu einigen. Di« diesbezüglichen Verhandlungen innerhalb der Koalllion gestalten sich äußerst schwierig, so daß in der letzten Zeit wiederhast schon Koalition»- blätter die Frage von vorzeitigen Reuwahl«» aufwarseiu Bayerische Sachlichkeit. Man sucht sich herauszureden. Die Veröffentlichung der Ausführungen des bayerischen Ministerpräsidenten auf einer Pressebesprechung hat die baye- rische Regierung in Verlegenheiten versetzt. Dl«„Bayerische Dolkspartei-Korrespondenz oerSffentlicht deshalb folgende Beruhigungsnotiz: „Es braucht wohl nicht erst betont zu werden, daß sowohl dem Ministerpräsidenten Dr. Held chls auch den» Staatsminister Dr. Schmelzte nicht» ferner lag, al» die bayerische Atmo- sphär« mit antipreußischen Stimmungen zu ersül- l e n. Das würde der ganzen bisherigen innersten Haltung und Po- litik der beiden Minister vollkommen widersprechen. Ohne Rücksicht auf Mißverständnisse im eigenen Lande haben sie bisher immer in einer Politik, die ein ehrliches und aufrichtiges Zusammenwirken mit Preußen ermöglichte, einen Weg gesehen, der zur Behebung mancher innerdeutschen Schwierigkeiten führen könnt«, aus denen das Problem Reich und Länder entstanden ist. Es liegt nicht an Bayern, wenn man in Preußen dafür absolut kein Verständnis auf« bringen will- Angesichts dieser Lag« sei es notwendtg, daß sich die bayerisch« Presse mit den Verhandlungen befaßt. Ihr die n ö t i« gen sachlichen Unterlagen dafür zu geben, war der Zweck der Pressebespvechung beim Ministerpräsidenten." Das ist zu schön erfunden, als daß es mehr als Gelächter hervorrufen könnte. Es ist nicht zu leugnen, daß die Presse- hetze gegen die„Saupreißen" iy diesem Falle von der Re- gierung beeinflußt und inspiriert worden ist. Die„Sachlichkeit" der Herren Held. Schmelzle und Gärtner ist von ganz besonderpr Artung— sie sieht der Sachlichkeit von K u b e und Genossen verzweifelt ähnlich. Herr Held wurde übrigens vor einigen Tagen im„S t r a u- binger Tageblatt", dem führenden Organ der Baye- rischen Volkspartei in Niederbayern, nicht übel charakterisiert. Das Blatt schrieb im Zusammenhang mit der Vorlage über die Staatsvereinfachung: .Eins möge sich Herr Dr. Held gesagt sein lassen: Mll seinen föderalistischen Sprüchen, die er bisher vom Stapel ge- lassen hat, möge er uns in Zukunft verschonen, man wird ihm weniger glauben, als wollte sie Herr Hisserding herunterleiern. D'e Vor'age. so wie sie ist, hat dem Föderalismus einen Bärendienst erwiesen: die Unitariften aber haben recht, sich ins Fäustchen zu lachen, denn ihre Sache besorgt niemand besser als der Hurra« f ö d« r a l i st Dr. H« l d."> Hurraföderalist Dr. Held! Die Bayern glauben es ihm nicht so—■ deshalb muß er immer kräftigere Töne gegen die„Saupreißen" anschlagen. Ver heuchlerische Kellogg-Pakt. Und die aofrichtige« Kommunifiea. Schluß der Freitagfitzung des Reichstage Stöcke»(Komm.) stellt den Antrag, die erste Lesung de».Heuchlerischen" Kellogg- Paktgesetze« mll einer Interpellation über die Groener-venkschrift zu oerbinden. Löh« weist die geschäftsordmmgsmäßige llmnögvchkell des Antrag« nach und bamerkt, daß er gegen die Bezeichnung ein,» Paktes, an dem sich auch Sowjetrußkanb beteiligen wolle, als heuchlerisch nicht einschreiten könne. Darauf Stöcker-„Bei jeder Selegenhett zeigen Sie Ihre Bolschewistenfeindschasjtl" Man darf wohl fragen: Wieso? Abg. v. Keudell und der Gteuerstreik. Eine Erklärung v. Steudens. Am Schlüsse der Frellagsitzung de« Ausschusses für den Reichshaushalt erklärte der deusschnational« Abgeordnet« von Keudell in einer persönlichen Bemerkung: Denn per Abg. Dr. Hertz auf Zeltungsmeldungen hin über Aus- sogen im Syritzer Prozeß behauptet habe, daß die zum Streik auf, fordernde Resolution des Reichslandbundes mir vorher bekannt gewesen sei. so liegt dem wohl«ine Aeußerung des Herrn von Jena zugrunde, der einem Mißverständnis dahin zum Opfer gefallen ist. daß«r gemeint habe, dem Reichsinnenminister fei diese Reso- lutwn vorher bekannt gewesen. Der Dorteidizer hat sich diese Pc- hauptung de» Herrn von Jena nicht zu eigen gemacht. Ich füge dem persönlich noch hinzu, daß mir weder amtlich noch privat «in« solch« Aeußerung vorher zur Kenntnis ge- bracht worden ist. Genosse Dr. Hertz erwiderte: Die Richtigstellung, daß Herr von Keudell weder amtlich noch privat von d«r Lteuerstreikerklärung etwas gewußt habe, erledige die Angelegenheit, soweit Herr von Keudell in Frag« komm«. Sie ändere aber nicht, an der p 0( i t i- ichen Schlußfolgerung, die er gezogen habe, nämlich der Aufsorderung an die Reichsregierung, unbedingt den awt- lichen Verkehr mit der Organisation abzubrechen. die sich ungesetzlicher Handlungen schuldig macht. Von der vorigen Regierung, der Mitglieder angehörten, die mll dem Reichslandbund in Beziehungen stehen, war solches Vorgehen nicht zu erwarten. Um so sicherer aber nehme er an, daß die jetzige Ro- gierung seinem Wunsche entsprechend verfahre» werdch Wird die Große Koalition? Die Derhandlungea am Freitag. Der„Sozialdemokratische Parlamentsdienst" schreibt: Auch am Freitag sind die Verhandlungen über die Dil, dung der Großen Koalition fortgeführt worden. Am Vormittag hatte Reichskanzler Hermann Müller zunächst eine Unterredung mit dem Reichspräsidenten, der sich mit dem bisherigen Vorgehen des Kanzlers vollständig einverstanden erklärte und der Fortsetzung setner Bemühun» gen zustimmte. Am Nachmittag fanden nacheinander Be« sprechungen zwischen dem Reichskanzler und Vertretern der Deutschen Volkspartei, des Zentrums und der Sozialdemo» kratie statt. Die Situation war am Freitagabend wie folgt: Gegen die Aufnahme von zwei neuen Zentrumsministern in das Kabinett wird von keiner Seite Widerspruch erhoben. Sozial- demokratie und Deutsche Volkspartei finden sich auch trotz gewisser Bedenken damit ab. daß eines der notwendigen Portefeuilles durch die Wiederbsrufung eines Ministers an die Spitze des Ministeriums für die besetzten Gebiete geschaffen wird. Soweit wäre also olle» im Reinen. Die Schmie, rigkeiten liegen nach wie vor in Preußen. Die Voltspartsi verlangt die gleichzeitige Umbildung des vreußi- schen Kabinetts und um dies zu ermöglichen, müssen in Preußen eine Reihe von personellen Deräirderungen vorge- nommen werden. Darüber haben am Freitagnachmittag die preußischen Koalitionsparteien auf Einladung des Minister- Präsidenten Broun gesprochen. Die in Betracht kommenden drei Parteien zeigten sich grund- sätzlich mit der Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei ein- »erstanden. Das Zentrum erklärte ober, daß«s an seinen bisherigen drei Kabinettssitzen nicht werde rütteln lassen. Die Sozialdemokraten verlangten um des Gleichgewichts willen die Vermehrung ihrer bisherigen Mi, nifterzabl, während die Demokraten sich von der Aus- ficht, eine Portefeuille abgeben w müssen, nicht übermäßig begeistert«igten. Andererseits sieht es so aus, als ob auch noch gewisse sachliche Voraussetzungen zu erfüllen wären und das Zentrum nicht sehr geneigt ist, die Volkspartei zuzulassen, bevor sie sich nicht wenigstens grundsätzlich für da« geplante Konkordat ausgesprochen hat. Am Sonnabend wird Minister- vräsident Braun die.Führer der Deutschen Volkspartei im Preußischen Landtag über das Ergebnis seiner ErSrterun- gen mit den Koalitionsparteien unterrichten. Inzwischen tut das Zentrum, das es bis vor wenigen Tagen noch sehr wenig eilig hatte, im Reich höchst ungedul» big. Die Drohung, den Verkehrsminister von Guch-ard aus dem Kabinett zurückzuberufen, wenn nicht sehr bald eine Klärung erfolge, wird fetzt immer deutlicher und nachdrück- licker ausgesprochen. Das Zentrum verlangt feine drei Mi- nist-r im Reich und feine drei Minister in Preußen. Die Erfüllung der polksparteilichen Fordsrungen fckieint ihm n'cht m gleicher W-is« dringlich zu sein. M't ihm über sein? An- ivrüche zu rechten, ist unangebracht. Aber auf der anderen � Seite ist die Methode, mit der«s jetzt zum Ziel zu gelangen sucht, doch weder als besonders sympathisch, noch als beson- -der«-«rfolgverheißend anzusprechen. Wenn sein« Drohung wahrqsmacht würde, so wäre das für die-Gestaltung.�«? �fivktischM. Verhältnisse im Reich sicherlich nicht angenehm, abep ein« Gesamtdemission de? Regierung Mükker würde«, nicht zur Folg« haben. Sie würde, wie mir annehmen, zunächst weiter arbeiten und es darauf ankommen lassen, ob das Zentrum sich entschließen könnte, sie im Reichstag kurz vor Deginn der Reparations« Verhandlungen durch ein Mißtrauensvotum zu stürzen. Außerdem würde d!« Zurückziehung des Herrn von GuHrard die Volkspartei wahrscheinlich nicht zu einem Verzicht od-r auch zu einer minder energischen Vertretung ihrer preußi- schen Forderungen veranlassen. Jedenfalls befinden wir uns immer noch in einem Z u- stand der Unsicherheit und Ungewißheit. Wir sind vvtimistisch genug, mit der Wahrscheinlichkest eines positiven Ausgangs der Verbandlunqen zu rechnen, wenn man noch ein« kurze Weil« Geduld hat. Falls aber«ine Partei, in diesem Augenblick dazu überginge, die Lösung durch eine Art von Gewaltstreich herbeiführen zu wollen, so würde sie damit zwar keine akute Krisis heraufbeschwören, indessen die Verantwortung aus sich nehmen müssen, den Gegnern der gegenwärtigen Regierung und den Feinden des Par, kamentarismus einen willkommenen Dienst erwiesen zu haben.' �°.' Znzuchi in der bayerischen Justiz. Wie man Ninser.Ivristen fabriziert. Münch««, t. Februar-(Eigenbericht.) In hiesigen Beamten, und guristenkreisen. erhalt sich seil einiger Zeit da» Gerücht von Durchstechereien bei der letzten j u fi st i schen Staatsprüfung. Einzelnen Assessoren soll«s 'durch unlautere Manipulationen möglich gewesen sein,«ine bessere Note zu erreichen. ssv einer ofitziellcn Erklärung hat der Iustizminister Duttner diese» Gerücht als Schwindel bezeichnet. Jetzt werden jedoch Einzel- heiten bekannt, dl« beweisen, bah dl« Untersuchung der Angelegen- beit durch die Iustizyerwaltung nicht besonder» sorgfältig gewesen ist. Den Durchstecherelen liegt offenbar solgender Sachverhalt zu, gründe:- x-..... Neben den übrigen privaten Vorbereitungskursen und Ein- paukungsquetschen für die jursstssche Staatsprüfung wurde unter Billigung der Sustizvervallung noch ein Sonderkurw, veronstaltet. zu dem aber nur etwa 15 Kandidaten, vornehmlich die Gähne besonder» hochgestellter Beamter, zugelassen wurden. U. o. dursten sich beteiligen der Sohn de» frsiberen Innenminister« und jetzigen Generaldirektor» der staatlichen Krostwerke Schweyer sowie zwei Söhn« von Räten an Obersten Landesgerichten. Die .Manipulationen zur Erreichung einer besonderen Note" sollen nun darin bestanden haben, daß in diesem Sonderkurs mit aller Gründlichkeit auch Aufgaben und ihre Lösungen besprochen und eingepaukt wurden, die dann bei der staatlichen Prüfung den Prüs, lingen tatsächlich gestellt wurden. Di« Herren de» Sonder» kurse» seien infolgedessen in der Lag» gewesen, bei diesen Aufgaben in der Prüfung rasch und sicher brillante Lösungen zu finden, wo» natürlich nichtohneEtnslußausihreNote bleiben mußt«. De« sranzisischen velogation zur sozialistischen BUrländ«, tonserenz in London gehört, außer den bereit, genannten fsins Genossen, auch der Abg. Prack, aru Schreckliche Kunde aus Bayern. w�lwwtWW» Meld. Der wilde Stamm der Lfar-Mohitaner, geführt vom Häuptling«.Oer große HelM, hat gegen die Gchwarzweißfedern in Preußen das Kriegsbeil ausgegraben. Das Wartestandsgesetz gescheitert. Die erforderliche Zweidriiielmehrheii infolge Siimmenihaliungen nicht erreicht. Im Reichstag berichtete am Freitagnachinittoa Abg. Roßmann(Soz.) über die abermalige Ausschuhberatung des Ge« setzentwurs» über die Beamten im Warte st and. E« folgt die dritte Beratung, an deren Schluß sechs namentliche Ab- ltimmungen zu erwarten sind, zwei von den Deutichnationalen, vier von den Kommunisten beantragt. Der Ausschuß hat dem§ 4 des Abs. 1(Verpflichtung zum Dienstantritt auf Aufforderung) noch hinzugefügt, daß da« über- tragen« Amt nicht geringer besoldet werden darf, ol» nach der nächst- niedrigen Besoldungsgruppe der bisherigen Laufbahn. Ferner soll auch die Gemeinde dienftzeit eines Wartestandsbeamten zur Hölst« jür die Pension eingerechnet werden, und dos Gesetz soll statt am 1. Juli bereits am 1. Februar 1929 in Kraft treten. Auch beantragt der Ausschuß, die Reichsregierung zu ersuchen, dafür besorgt zu sein, daß Wartestandsbearnt», PI« länger« Zeit außerpkairmäßig beschäftigt weich«», wieder planmäßig angestellt werden. Die Abg- Gotlheiner(Dnat.) und Torgler(Komm.) sprechen mi« in der ersten und, zweiten Beratung wieder gegen dos Geletz. Abg. Stein?opf(Soz.) (anfangs van den Kommunisten fortwährend unterbrochen): Herr Torgler hat der Zozialdematratischen Partei vorgeworfen, daß fis ihre Wohknersprechungen gegenüber den Beamten breche. Wir baden nicht mehr venp:wch«n. als.unleren. Grunhf ätzen«nt. spricht, mir hasten sie ausrecht, sind aber freilich nicht gösonnen. aus Asrnunft ttnsiWt' zirMcheit.■.führ GoMtM?' hat wkedep behauptet, 'daß hie Dorkog« verfassungswidrig sei Ms die Demichnotionalen aber m d»r Regierung wßen. Hot ihr Mitglied Schmidt» Stettin in der.Allgemeinen Deutschen Pensianärzeitung" geschrieben. March. standsbeanu«. die den Anfaruch auf di« Höchstpension erlangt haben. sollten sich in den Ruhestand»ersetzen lassen., zumal wenn sie 60 Jahr« alt sind: dadurch erführen sie keine Beeinträchtigung und über<50 Jahre aste Ruhestandebeamt» würden so wie so unter keinen Umständen bei einer Verwaltung eingestellt werden.(Hört! hört! links.) Wenn man als Regierungspartei so geschrieben bat, muß man auch in der Opposition noch gewisse Grenzen enchasten. Abg. Schmldl-Stettin(Dnat.) führt aus, er habe in dem er» wähnten Artikel nur der freiwilligen Pensionierung, aber nicht der Zwangspensionierung dos Wort geredet. Die Vorlog« wolle di« Zwangspenjionierung und widerspreche dadurch der Bersassung. Damit ist hie Aussprach« beendet. In einfachen und nament- flchen Abstimmungen werden die einzelnen Bestimmungen der Vor. lag« angenommen, Oppositionsanträge abgelehnt., Dabei zeigt sich schon, daß durch die Stimmenthaltung der Bayerischen Vokkspartet und der Bauerngruppen da» Zustandekommen der hier«rforder- lichen Zmeidrittalrnehnheit badrlcht. In der entscheidend«» Schlußabstimmung stimmen von den 41? Anwesenden Z05 mit 3a, 12? mit Rein und 40 enthalten sich. Die Ziveidrillelmehrheit tst nicht erreicht, da» Gesetz ist ab. gelehnt. Auch Zenlrum»abgeord«ele haben sich der Slimm« entHallen und dadurch zum Scheitern der Be. girrungsvorlage beigetragen. S» folgt die zweit« Beratung der Hanßwerksnovelle zur Gewerbeordnung. Di« Soziardemotraten b«antrogen. folg«nd« Bestimmungen»in« zufügen: Di« Errichtung von Jimungskrankenkassen darf nur erfolgen. wenn die in Betracht lommenden Versicherung- Pflichtigen Arb«it> nebmer darüber abgestimmt und sich mit Mehrheit dafür entschieden haben. Di» Stimmberechttgung und da, Abstimmungsversahren regeln sich noch den Vorschristen der Reichßversicherungsordnung über die Wahl von Kassenoroanen. Di« Beiliittspslickt zur Innung darf sich nur aus di-jenig»n Gewerbetreidenden erstrecken, die her Reget nach Gesellen und Lehr. ling« Halttin.> lKeichswirtfchostSminister Or. Eurtiirt: Der Antrag über di« Jnnungskrankenkassen hat mit d»r Bor» lag« nichts zu tun. Ein« Heraussetzung de» Wablollsr» über 21 Jahr«, wie«in anderer Antrag fordert, würde nicht zu recht- sertioen sein, weil di« Handwerker schon mit kl Jahren selbständig« Meister und Znnungemitglied«r werden können. Abg. lKoberi Hchmidt-Bertin(Goz): 1 640 000 Betriebs mit 1 bis 50 beschäftigten Personen hoben zusammen einen Personalsiand von 2 8S7 327, dos sind von der Gesamtzahl der gewKblichen und industriell«« Betrieb« in Deutsch, land b» Pro*., und davon sind 751 119 AlleinbetrUb». Zu berücksichtigen ist serner die große Zahl d«r Hausindustriellen und die vielen Gewerbetreibenden, s di« gar keine B«ziebung und Derbin» dung mit dem Handwerk haben. Di« AlleinvetrUbe ohn« fremd» Hilfskraft könnten als das Proletariat de» Handwerk» bezeichnet werden. Diele dieser kleinen Existenzen würden vielleicht als Arbeiter«rheblich besser gestellt sein. Und. wenn sie ver. ständig stnd. tönMcn sie ein« solch« Stellung bei weitem vor, ziehen. Aber vielfach sind sie durch Zwang-lag« selbständige Be- triebsinhaber. zum groß-n Teil insolg« de« Aster« von über 40 Sohren, da» ihnen de» Uedersang zu einer anderen Existent vn> möglich macht. Sie können also nur al» Handwqcker ohn« Kapital eine recht dürjtlg« Unterlag« sür ibren Erwerb simen. Diese Leute haben von der Organisation des Handwerte keinen Dorteil. Dem- gegenüber sehen wir, daß in den Betrieben mit über 50 Beschästig- ten 6890 000 Personen arbeiten. Dae beweist den überwiegenden Einfluß des Großbetriebes. Mit vielen Hoffnungen hat man die Zwang»>nnungen begrüßt. Nach der amtlichen Stalistit hatten 1925 die Zwangs- Innungen 734 976 Mitglieder und die freien Innungen 201 287. Dieses Ergebnis kann nicht imponieren. Selbst wenn ich annehme. daß die Kleinbetriebe mit bis zu sufts Beschäftigten alle den gnmin- gen angehören mühten, so hätten die Innungen nur 64 Proz. der Betriebe al» Mitglieder. Und wenn wir die Betriebe mit 6 bis 50 Beschäftigten einrechnen, dann gar nur 50 Proz. E» gibt ja auch sonst keine Erwerbsgruppe, die einen Zwang Zur Organi- sation hat. abgesehen von einigen Kartellen und d«raleich«n. Dänin, bedeutet dies« geringe Mitgliedschaft zweifellos einen Mangel an Initiative. Welchen Einfluß hat nun di« Zwangsarganijatwn aus di« Jnnehaltung des Handwerks ausgeübt? Gewiß haben mancke Innungen.schätzenswerte und. gute Dinge geschaffett. aber heut«'st «och in den Innungen selbst die Auffassung über die Zwang»- organisation sehr geteilt. Und sie wird vielfach al» durchaus nicht fördernd verworfen. In den srelen Innungen sind vor allem die zusammengefaßt, die gleicher Tendenz und gleicher Auffassung gewisser Ausgaben sind, während durch den L«vng die v«rschied«nft,n und«m m«ift«n Viderstrebsn- den Elsmera» zujammengspreßt werden.. Die kleinen und Alleuz- g«w Sonnabend, ll Uhr, Kellogg-Pakt, klein« Staatsvertäge. Schluß%7 Uhr.__ Außenminister Brian» empfing am Freitag den Oberkommissar der Interalliierten Rheinlandkommission Ti rarst. Ueber sten In- hast der Unterredung ist keinerlei Mitteilung auegegeden«orsten. Parker Gilbert ist am Freltagmittag an Bord de» Damvfers „Paris' in Qe Hovr««ingetrosfen und sofort nach Paris weitergeresst. Beim Verlassen des Damofer» erklärt« er sten an- wesensten Pressevertretern, er werd« sich sofort auf seinen Posten nach Berlin begeben und sich zur Verfügung der Svchverständi- gen halten. Domänenetat im Landtag. Sozialdemokratie fordert Umschuldungsaktion. Die Gemeindewahlen in Preußen sind befanntlich wegen der Bahlangst der bürgerlichen Parteien auf den tommenden Herbst hinausgeschoben worden, obwohl an sich die Neuwahl bereits im April 1928 fällig gewesen wäre. Die Hinausschiebung ist nur dadurch einigermaßen erträglich gemacht worden, daß den über alterten Gemeindevertretungen die Neuwahl von Magistratsmit gliedern nur mit Zweidrittelmehrheit gestattet ist. In sehr vielen Orten tommt aber diese Zweidrittelmehrheit naturgemäß nicht zu stande, und die Folge ist, daß viele Bläße im Magistrat unbefeßt bleiben, was auf die Dauer für die Gemeindeverwaltung unerfreulich ist. So will man jetzt die Bestimmung dahin ändern, daß die Gemeinden, die im Jahre 1928 Neuwahlen gehabt haben, ihren Magistrat in normaler Weise ergänzen tönnen und daß in allen übrigen Gemeinden die Amtsdauer der Wahlbeamten, wenn sie abläuft, automatisch bis zum 31. März 1930 verlängert wird. Ein entsprechender Vorschlag des Gemeindeausschusses stand am Freitag auf der Tagesordnung des Landtages, mußte aber wegen beamtenrechtlicher Bedenken noch einmal an den Ausschuß zurückverwiesen werden. Dann erledigte der Landtag die zweite Lefung des Gestütetats, die keine besonderen neuen fachlichen Gesichtspunkte brachte. Nur die Nationalsozialisten fühlten wieder einmal das Bes dürfnis, sich mit einer blöden Berleumdungsaffäre zu blamieren. Ele micber Sie wiederholten ein schon oft verbreitetes Märchen, daß der jetzige| ficht werde die Sozialdemokratie bestrebt sein, hier gründlich Wandel preußische Landwirtschaftsminister Dr. Steiger, der früher Land- zu schaffen. wirtschaftskammerbeamter in Hannover war, dort auf Antrag des preußischen Landwirtschaftsministeriums wegen Unfähigkeit hätte entlassen werden sollen; noch ehe dies geschehen, fei Steiger Minister geworden, und nun habe er den Schreiber dieses Kündigungsbriefes, Ministerialdirektor Abicht, in den Ruhestand versetzt. Der Minister fonnte leicht nachweisen, daß an der ganzen Geschichte auch nicht ein wahres Wort ist, daß niemals ein solcher Brief aus dem Landwirtschaftsministerium herausgegan gen ist und daß Abicht seine Pensionierung selbst aus Gesundheits gründen beantragt hat. Da es indessen nichts gibt, mas Nationalsozialisten abhalten tönnte, alte Lügen weiter zu verbreiten, wird auch dieser klassische Beweis" neupreußischer Ministerauswahl noch oft genug in den Versammlungen draußen angeführt werden. In der darauf folgenden zweiten Lefung des Domänenetats ging der sozialdemokratische Redner& laußner Storfow auf die Kreditpolitif der Regierung gegenüber den überschuldeten Domä nenpächtern ein. Hier können feine neuen Kredite helfen, sondern nur eine großzügige Umschuldungsaktion. Abgesehen von der in völlig verlottertem Zustande vom Staat übernommenen früheren Hoffammerdomäne Gramenz ist mit den selbstbewirtschafteten Domänen ein guter Erfolg erzielt worden. Auch die bäuerlichen Beispielswirtschaften feien in vieler Hinsicht vorbildlich, doch liege noch vieles im argen in bezug auf das Hofgängerunwesen, das Koalitionsrecht der Landarbeiter sowie der Lohn- und Arbeitsverhältnisse im allgemeinen. In dieser HinIn der allgemeinen Aussprache nahm auch der Landwirtschaftsminister Dr. Steiger das Wort, um darauf hinzuweisen, daß noch große Flächen Landes der Melioration bedürftig sind. Leider reichen die zur Verfügung stehenden Mittel dafür nicht aus. Die noch außenstehenden Pachtrückstände müßten bezahlt werden, doch werde der Staat die Rückzahlung durch lange Rückzahlungsfristen erleichtern. Es sei das Bestreben der Regierung, in den staatlichen Bädern so zu wirtschaften, daß auch minderbemittelte Kreise sie zur Erholung und Gesundung aufsuchen' önnen. Die weitere Aussprache wird hierauf auf Sonnabend, den 2. Februar, 11 Uhr vormittags, vertagt. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartel wählte am Freitag vormittag ihren neuen Fraktionsvorstand. Zum Ehrenvor. fizenden wurde Abg. Dr. von Campe gewählt. Erster Bor igender wurde der Abg. Stendel, Stellvertreter der Abg. Schwarzhaupt. Reichsfinanzminister Hilferding empfing am Donnerstag die Führer der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, die ihm die Wünsche und Forderungen der ehemaligen Kriegsgefangenen in bezug auf eine baldige und endgültige Regelung der Entschädigungsforderungen der ehemaligen Kriegsgefangenen unterbreiteten. Berantwortlich für Politik Dr. Curt Gener: Wirtschaft: 6. Klingelhäfer: Gevertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales and Sonftiges. Fris Raritädt: Anzeigen Th Gloce. jämtlich in Berlin Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlansanftalt Baul Singer u Co Berlin S 68 Lindenstraße Sieran 2 Beilagen, Unterhaltung und Wissen" und Frauenstimme". 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In Deutschland sind, führt« er aus, der Bau und die Ginrichtung der Warenhäuser schon lange durch Bestimmungen geregelt, die zur Verhütung von Warenhousbrändcn und zum Schutz der Warenhausbesucher für nötig gehalten werden. Aus den Erfahrungen, die man hier und in anderen Län- dern bei Wareichausbränden macht, werden die Vorschriften ergänzt und verbessert. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört, dafür zu sorgen, dah bei Ausbruch eines Brandes die Warenhausbesucher gesichert« Rückzugswege haben. Diesem Zweck dienen Vorschriften über Zahl und Loge der Treppen und der Ausgänge, über Breite der Gänge und ihre ständig« Freihaltung usw. Zur ersten Bekämpfung eines ausflammenden Feuers müssen nicht nur Löschapparate aller Art bereit gehalten werden, sondern jedes große Warenhaus, das neu entsteht, muh jetzt auch mit einer sogenannten Sprinkleranlag« ausgerüstet werden. Ein Netz von Wasser- röhren, an den Decken(meist unter Putz) verlegt, durchzieht alle Räume und setzt sich bei Ausbruch eines Brandes s e l b st t ä t i g als Löschvorrichtung in Betrieb. Durch die sich entwickelnde Hitze wird schon bei 70 Grad Celsius der mit Weichmetall gelötet« Verschluß der über die Decken in mäßigen Abständen verteilten Düsen zum Schmelzen gebracht, und mit großer Gewalt prasselt dann aus ihm ein starker Regen nieder. Diese Wirkung beschränkt sich auf die Düsen über der Brandstelle, während in dem ganzen Hause alle anderen Düsen, da sie von Hitze nicht getroffen werden, geschlosien bleiben. Gleichzeitig wird durch ein selbsttätiges Läute- werk das Personal alarmiert, so daß sofort auch mit Löschgeräten eingegriffen werden kann, bis die herbeigerufene Feuerwehr anrückt. Große Warenhäuser stellen auch aus ihrem Personal ein« eigen« Hausfeuerwehr zufaimmen, zu der besonders Personen mit handwerklicher Zlusbildung(Schlosser, Tischler usw.) ausgewählt werden. Die Schlagfertigkeit dieser Feuerwehrtruppe kann oft für die Unterdrückung eines Brandes entscheidend sein. Zu dem Warenhausbrand in der Chausseestraße äußerte der Oberbrandivektsr, daß während der Geschäfts- zeit eine so rasch« und verheerende Ausdehnung nicht möglich gewesen wäre, weil die Hausfeuerwehr sofort eingegriffen hätte. Gerade dies, daß der Brand erst nach Geschäfts- schluß ausbrach, sei verhängnisvoll gewesen, denn so habe er, zu- nächst unbekannt, sich unaufhaltsam entwickeln können. Was eine Hausfeuerwehr zu-leisten vermag, habe man vor nicht langer Zeit bsl dem Brand im Wa r« nh aus Tietz in der- Leip z-i g e r Straße gefe�sen,'der durch schnell« und umffchtkges Eingreifen bald erstickt wurde.•.''■•<•' bald erstickt wurde. Dje Teilnehmer der Konferenz begaben sich dann unter Führung des Oberbranddirektors Gempp und des Stadtrats Ahrens(der im Magistrat das Dezernat für Feuerlöschwesen hat) zum Waren- Haus Wert heim in der Leipziger Straße und besich- tigten die dortigen Vorkehrungen zur Vekämpfung von Feuersgefahr. Das il�i renhaus hat selbstverständlich seine eigen« Hausfeuer- wehr, die bei Eintreffen der Gäste alarmiert wurde und in kürzester Frist zur Stelle war. Im Hause ist eine eigene Feuer- wehrzentrale eingerichtet. 200 Glockenpaare können Signale in allen Teilen des ausgedehnten Hauses geben. 166 Feuermelder sind auf die Räume verteilt, außerdem sind 24 automatische Melder aufgestellt. Hydranten sind in großer Zahl vorhanden, Handlösch- gerät steht überall bereit, im Keller stehen sogar drei Motorspritzen. Die neuen Teile des Gebäudes haben auch die Sprinkler- anlag«. Ein im Keller gemachter Versuch, sie in Tätigkeit zu setzen, gelang sehr gut. Aus der Düse stürzte eine Wassermenge nieder, die wahrscheinlich genügt hätte, einen Brand im Entstehen zu ersticken. In der Hausfeuerwchr hat jeder fein« im voraus de- stimmte Aufgabe. Auch das ist vorgesehen, daß die Warenhaus- besucher durch Personal zu den sofort weit geöffneten Ausgängen geführt werden. Der Oebrdrandirektor glaubt, annehmen zu dürfen, daß für die Besucher eines vorschriftsmäßig eingerichieten Warenhauses kein Anlaß gegeben ist, sich über die Feuersicherheit zu beunruhigen. Eins müsse allerdings auch von den Besuchern gefordert werden: Ruhe und Besonnenheit im Ernstsall. damit einePanik verhütet wird, die gefährlicher werden kann als der Brand selber. Reuer Oynamitanschlag in Voitrop. Das Postamt zum zweiten Mal von Zaubern heimgesucht. Bottrop, 1. Februar. In der Nacht zum Freitag wurde in die Post- agentur II ein Einbruch verübt, wobei oersucht wurde, den Goldschrank zu sprengen. Di« Täter brachen die Haustür mit einem Stemmeisen auf und gelangten von dort in den im Erdgeschoß gelegenen Dienstraum, in dem der Geldschrank stand. Die S p r e n- gung gelang den Tätern nicht vollständig, da die Tür nicht nachgab. Es wurde nur der Beschlag abgerissen und das Schloß des Geldschrankes beschädigt. Um sich vor Ueberraschungen zu sichern, hatten die Täter die Schlüssellöcher der Haustüren zu den Privateingängen von außen mit Holzpslöcken oerstopft, so daß ein Aufschließen von innen verhindert war. Durch den Ärwll der Spren- gung wurden die im Hause wohnenden Postbeamten wach und riefen um Hilfe, worauf die Täter flüchteten. Es ist ihnen nicht gelungen, irgendeine Beute zu machen. Die Ausführung des Ein- bruches war dieselbe wie die seinerzeit in das Hauptpostamt und in Luggemühle. Es kommen auch dieselben Personen noch den am Tatort vorgefundenen Spuren in Betrocht. Roch keine Spur von den Bankräubern 40 000 Mark Belohnung! Zu dem Einbruch in die Depositenkasse in der Keiststraße er- fahren wir/ daß numnehr die Al lia.nce--V« rsi ch e ru n g«ine B e l�o hn�u na von 20000 M a rk für die Ermittlung der Täter ausgesetzt hat. Die BanNeitüng hätte schon vorher 10 000 M. aushelobi. Zu diesen Summen kommen weitere 10 000 M., die von früheren Einbrüchen in Banken noch ausstehen. Insgesamt also 40 000 M., die ausschließlich für Mitteilungen au« dem Publikum bestimmt sind. Allen bisher eingegangenen Fingerzeigen und Beobachtungen wird natürlich aufs genaueste nachgegangen— Mitteilungen aus dem Publikum nimmt die Dienststelle B. 6 im Zimmer 89 des Polizeipräsidiums, Hausanruf S01, entgegen—, doch hat sich bisher aus keinem eine Spur der Täter ergeben. Gerüchte gingen heute durch die Stadt, daß«in Mitglied der Bande am Kurfürstendamm aufgetaucht fei. In einer Bankfiliale erschien nämlich ein Mann, der 60 000 Dollar in deutsches Geld umwechseln wollte. Mit dem ihm gebotenen Tageskurse war er nicht zu- frieden, sondern verlangte einen höheren. Dies« Forderung und die Höhe der Summe erregten den Verdacht der Bankbeamten. Sie hielten den Kunden hin, um erst Nachforschungen anzustellen. Inzwischen war aber dem Manne die Zeit zu lang geworden und er entfernte sich mit dem Bemerken, daß er dann sein Geld anderswo wechseln werde. Aus diesem Vorfall entstand sofort das Gerücht, daß einer der Knacker das in den Tresors erbeutete Geld habe umwechseln wollen. In der Zentralstelle der Diskonto-Gesellschaft, wohin alles geschafft wurde, was die Einbrecher als für sie unver- wendbar zurückließen, sind fast 100 Bankbeamte damit be- schäftigt, zu sichten und zu ordnen und den Eigentümern ihre Doku- mente und Wertpapiere nach hinreichender Legitimation auszu- händigen. Oer Betrugsversuch am Reich. Drei schwer Verdächtige wollen unschuldig sein. Die Nachforschungen der Berliner Kriminalpolizei über den Millionenbeirugsversuch, den die polnischen Heeresliese. ranken Orleanskl und Glücksmann gemeinschaftlich mit dem früheren Zntendonwrbeamlen D e r s u ß zum Schaden des Deutschen Reiches verüben wollten, haben durch die Ermittlungen des Kriminalkommissars Seifert zu neuen überraschenden Feststellungen geführt. Es wurde jetzt festgestellt, daß die von Orleanski vorgelegten Quittungen über angeblich während der letzten Kriegstag« im Jahr« 1918 getätigte Heereslieferungen an die deutsche Armee in Kongreßpolen gefälscht waren, und daß die polnischen Kaufleute Bescheinigungen vorgelegt hatten, auf Grund deren sie bereits Zahlungen erhalten hatten. Die Erledigung�- oermerke der Heeresintendantur waren auf chemischem Wege oder durch absichtliche Tintenkleckse unleserlich gemacht, so daß man glauben konnte, daß es sich um unbeglichene Forderungen der pol- nifchen Lieferanten handelt«. Mitschuldig an diesen Betrügereien ist höchstwahrscheinlich der Intendanturbeamte Dersutz, der nicht die ihm vorgelegten Quittungen mit der genügenden Aufmerksamkeit geprüft hat. und dem vorgeworfen wird, daß er mit den polnischen Betrügern unter einer Decke gesteckt hat. Orleanski war bereits in Danzig verhaftet worden, ist dann aber aus Grund eines Haft- entlassungsantrages seines Verteidigers, Rechtsanwalts Dr. Freu, auf freien Fuß gesetzt worden, während Glücksmann, der sich in Polen befindet, für die deutschen Behörden nicht erreichbar ist. Der Intendanturbeamte befindet sich in Unter- suchungshast. Zwar behauptet er, unschuldig zu sein und will die Erledigungsoermerke auf Veranlassung seines Vorgesetzten, des in- zwischen verstorbenen Intendanturobersekretärs Zen- ker ausgeführt haben, da ihm dieser gesagt Hab«, daß die Liefe- rungen ordnungsgemäß erfolgt seien. Di« Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft stehen aber diesen Bekundungen sehr skeptisch gegenüber. Man nimmt an, daß der Beamte bestochen worden ist. Orleanski und Glücksmann, die für die deutschen Truppen Lebensmittel und Ausrüstungsgegenstände aller Art lieferten, haben 1 Million Mark unbeanstandet erhalten, und nur ein Betrag von 300 000 Mark, der auf vier gefälschten Quittungen an- gefordert wurde, wurde ihnen zum Verhängnis. Erst bei diesen Quittungen wurde man stutzig, und die genauere Nachprüfung er- gab, daß sie gefälscht waren, Orleanski und Glücksmann wird nun vorgeworfen, daß sie auch' bei den ersten Beträgen, die sich, wie gesagt, auf 1 Million Mark beziffern, verschiedene Summen auf unrechtmäßige Weise von der'Heeresverwaltung bzw. von der Staatsvertretung des Auswärtigen Amtes einkassiert haben, und daß die Lebensmittel und sonstigen Lieferungen über- Haupt nicht die Heeresproviant- und Verfor- gungsämter erreicht haben. Auch Glücksmann und Orleanski bestreiten jede Schuld. Schuppenbrand bei einem Ufa-Theatcr. Im Ufa-Theater in der Turmstraße 26 in Moabit brach gestern nachmittag ein Brand aus, von dem ein auf den, rückwärtigen Hof« gelegener zum Theater gehörender Schuppen betroffen wurde. Das Feuer wurde jedoch bald wieder gelöscht. Verbrannt sind lediglich Latten und sonstiges Holzwerk ohne größeren Wert. 13] R-omau einet Kevolulion, Von Gexh&tl MectmAHH M.osfat „Wies geht? Nun, man muß zufrieden sein, Herr III- mer! Die kleine Rente, die mir die Bernburger Schulzeit mitsamt Illmerscher Verpflegung und dann noch die paar Universitätsjahre ermöglichte, muß auch hier ausreichen. Er wies redselig zum Fenster hinaus.„Sehen Sie, dort oben auf dem Kreuzberg soll dereinst die Burg derer von(Bloß gestanden haben. Dem Urenkel, den Herzklaps und Spitzbauch am Raubrittern hindern, und seiner Wohnung sieht man die schloßherrlichen Vorfahren nicht mehr an... Müssen schlechte Verwalter gewesen sein, die Herren von(Bloß... Ra, nun setzen Sie sich aber erst mal! Was treibt Sie denn hierher? Ist Ihr Herr Bruder, der Herr Chormeister, auch da?" „Ree," sagte Illmer, froh, dem ihm nicht ganz verstand- lichen Redestrom vorerst entronn-n zu sein,„weshalb ich hier bin, da hat Ludwig nischt nich mit zu tun." „Soso! Privatgeschäfte!" ..Ree, oo niche— ich komme von'n Avkaten Oehlke. Der ist doch hier un verteidigt dän Berchrat Zincken." „Gewiß, ja. seit vier Tagen— seit ein Herr von Trosegk die Vertretung des Iustizministers inne hat— wie kam der junge Mann übrigens so plötzlich ins Amt?" „Weeß ich oo niche." „Jedenfalls scheints der Bergrat seither leichter zu haben. Trosegk hat sofort einen anderen Richter eingesetzt,� der Zincken wohl will, worauf Oehlke die faule Sache sofort über- nahm.— Und Sie wollen auch prozessieren?" „Ree, das nu frade niche. Es is wäjen dän Landtag. Der Harzog hat uns an Landtag versprochen, un Oehlke soll uns nu helfen, daß es Kersten oo Halen tut." „Schau, schau, auch Anbalt-Bernburg drängt nach Frei- heit! Ra, und was hat Oehlke gesagt?" „Er wird's schonn machen, sat e. In eene Stunde soll ich Widder bei'n sin un mich was abholen." „Soso! Run, als Advokat ist er zweifellos sehr geschickt.. Wollen Sie ihn denn auch ins Parlament wählen? „Er mechts jarne!" „Ein Fuchs, der Oehlke," dachte(Bloß. Und sah dann lächelnd auf den Schmied:„Das Lebenswerk des Mannes, den ihr künftiger Volksvertreter Oehlke hier gegen recht schwere- Anklagen verteidigt, muß Sie doch interessieren! Wir werden also mal ins Bergwerk gehen." Illmer war gern einverstanden, und sie schritten die kurze Straße hinab. Die grauhäutigen, schlaffbrüstigen Frauen in den kleinen, schmutzigen Arbeiterhäusern grüßten (Bloß sehr freundlich, und die rotznäsigen Kinder, die in den eben auftauenden Gossen spielten, gaben ihm die dünnfingri- gen Hände. Der Herr von Gloß war recht beliebt beim Volke, obgleich er von Adel war. In seiner Begleitung ließ man deshalb auch den Schmied ungehindert ins Bergwerk.„Ich war selbst seit Iahren nicht drinnen," entschuldigte Gloß sein ungeschicktes Tasten in den von schwelenden Oellampen schlecht erhellten Felsgängen. Seine feinen Gelehrtenfinger strichen leicht über den feuchten. kalten Stein.„Darin also versteckt sich das Silber, das die Bernburger Herzöge reich gemacht hat!" „Wozu missen mir'n denn noch Steiern zahlen, wenn se so reich sin?" fragte Illmer. Seine grobe Stimme hallte dumpf in den Grotten. „Pst!" machte Gloß ängstlich.„Im Betrieb des Berg- rats Zincken und des Bergmeisters Koch wird nicht politisiert!" Der Schmied brummelte etwas von allgemeiner Rede- freiheit und gab sich schließlich zufrieden. Ein untersetzter, breiter Mann in Uniform, mit vier- eckigem Gesicht und breitem Schnauzbart, Typ des Offiziers niederer Grade, tauchte aus dem Dunkel und begrüßte Gloß. Der stellte vor:„Herr Bergmeister Koch!" Der Bergmeister schloß sich den beiden an. Cr trug eine Art kurzer Hundeveitsche in der Hand, mit der er fortgesetzt wippte.„Haben Sie auch soviel Kummer mit Ihren Gesellen wie w'r hier mit unseren Knappen?" fragte er den Schmied. „Ich kann eejentlich nich klagen." „Rasa. Sie haben viel weniger und wohl auch anständi- geres Personal. Aber hier: Faulheit. Diebstahl, Aufsässig- keit— nur keine Arbeit! Ich habe eine richtige militärische Zucht hier einführen müssen! Zwei Offiziere, zwanzig Unter- offiziere sind nötig, um der Bande Herr zu werden!" Während Koch das laut herausrandalierte, kamen sie an einer erweiterten Stelle vorüber. Zwei Heuer arbeiteten hier, auf dem nackten Rücken zwischen dem tropfenden, naß- kalten Stein liegend, trotzdem schwitzend— ihr Fleisch glomm im Dunkel, als sei es faulendes Holz. Der eine wandte, ohne seine Hammerschläge zu unterbrechen, den Kopf nach Koch. Hatte er nun dessen Worte gehört und wirklich bitter ge- lächelt, oder war er nur neugierig gewesen, oder hatte er zufällig den Kopf gedreht,— dem Bergmeister schoß sofort das Blut ins Gesicht. Er trat dicht an den Häuer heran: „Warum arbeitest du nicht?" „Ich arweete jo," gab er leise zurück. Er hörte nicht auf zu hämmern. „Widersprich nicht! Wie heißt du?" „Zeising, Wilhelm," sagte demütig die junge Stimme. „Ich werde dir dafür die Hälfte vom Tagelohn abziehen." „Ach, liewer Harr Koch, tun Se doch das niche, bitte—" „Jammere nicht! Sauf lieber nicht so viel!" Die Peitsche wippte. Der Hammer pochte noch immer, der junge Häuer wagte nicht, die Arbeit zu unterbrechen. „Bei dän Lohn kann sich keener besaufenl" knurrte der zweite. „Maul halten!" Zischend sauste die Peitsche auf die Brust des Sprechenden. Der hämmerte weiter, indes sein Fleisch rot anlief und zuckte. „Ich komme gleich wieder!" drohte der Bergmeister und ging mit den beiden weiter. Er bemerkte gar nicht, daß Gloß zitterte, daß Illmer zornrot war. Auch sein Gesicht verriet ehrliche Empörung, es sah geradezu traurig aus. „Ist das nicht schrecklich, meine Herren, daß man sich hier zum Ochsenknecht erniedrigen muß?" Ihm traten fast die Tränen innerer Wut in die großen, runden Augen.„Aber es ist nicht anders zu machen mit diesen Schweinen. Und für all seine Arbeit wird man noch angeklagt, wie der Herr Bergrat..." Er verabschiedete sich und schritt hallend zu den beiden Arbeitern zurück. Gloß und Illmer gingen weiter, immer an nackten, schwitzenden Häuern vorbei, immer durch Tropfen- geriesel, immer durch Hämmergetrommel: über den bleichen Gesicbtern der Knappen schimmerte es zuweilen bleich zurück: das Silber des Herzogs von Bernburg... In einem verlassenen Stollen blieb Illmer stehen, sah sich vorsichtig um, nur um ein Wort sagen zu dürfen: „Kanaille!" (Fortsetzung folgt.) Tauwetter in Sicht? Aber noch mindestens zwei Tage strenge Kälte. Da» strenge Zrostweller, das in den gestrigen Nach. Mittagsstunden In grohen Teilen Deutschlands einsetzte, wird, wie wir von wetterkundiger Seite ersahren, wahrscheinlich noch ein bi» zwei Tage anhalten. Dann ist mit einer Milderung, ja sogar, wie die Wetterbeobachtungen ocr- muten lasten, mit Tauwetter zu rechnen. Ganz besonders hart ist von der Kälte der Südosten und der Nordosten Deutschlands betroffen worden. O st o b e r» s ch l e s i e n und Schlesien melden 28 Grad. In Königs- berg sind 2 4 Grad gemesten worden, in München 17 und in Frankfurt a. Main II Grad. Aachen hat dagegen nur I Grad minus und meldet Freitagmorgen sogar 3 Grad Wärme. An der westlichen Grenze Deutschland» schneiden die Temperaturen wie mit dem Messer ab. F r a n k r e i ch hat regne- risches Wetter und bis zu 11 Grad Wärme. Zur Erklärung fiir diesen ungeheuren Kälteeinbruch über Deutschland läßt sich kurz sagen, daß ein eisiges Hochdruckgebiet, das über Rußland festsitzt, nach dem Westen vorgestoßen ist und mit gewaltiger Kraft die aufgekommenen wärmeren Tief» verdrängt hat. Ueber ganz Deutschland, Rußland. Polen. Tschechoslowakei. Ungarn und dem ganzen Balkan wölbt sich klarer blauer Himmel. Sibirische Kälte in polen. Warschau, 1. Februar. In Warschau wurden am Freitag 20 Grad unter Rull gemeldet, während die Temperatur in der Gegend von Wilna b i S auf 33 Grad gefallen ist. Der von den starken Schneever- wehungen bereits schwer getroffene polnifche Eisendahnverkehr hat jetzt auch noch unter der Kälte zu leiden. Mehrere Eisenbahn- z ü g e blieben wegen zu geringer Dampfentwicklung und Einfrierens verschiedener Maschinenteile aus der Strecke stehen. Im Osten Polens sind mehrerePersonen derKälte zum Opfer gefallen. Die Telephonverbindung mit fast allen Städten Polens ist unterbrochen. Auch der Fernsprechverkehr mit Berlin, Posen, Kattowitz und Danzig ist auf eine einzige Leitung beschränkt. Starte Schneeverwehungen in Dänemark. Kopenhagen. 1. Februar. Die Schneeverwehungen in den letzten Tagen haben inzwischen wieder zu starken Verkehrsstörungen in Dänemark geführt. Aus verschiedenen Eisenbahnstrecken blieben Züge im Schnee stecken, sie mußten durch Schneepslüge bestell werden. Am stärksten waren die Schneeverwehungen in Ost- Seeland. Da inzwischen die Kälte zugenommen hat. hat nunmehr auch die Schiffahrt mit großen Schwierigkeiten zu rechnen. In der Nacht zum Freitag blieb eine Eisenbahnsähre, die den Verkehr zwischen Iütlond und Seeland versieht, im Eise stecken und konnte erst nach drei Stunden befreit werden. In Korför herben verschiedene Dampfer Nochäfen aufgesucht. Seltsamer Fall von Doppelehe. Die erste?rau ein Teufel, die zweite ein treues Herz. Mt den Worten:„Sie sind ja tot' wurde zu seinem maßlosen Erstaunen der S2iährige Instrumentenmacher E. auf seinein Polizeirevrer'begrüßt, als er seinen Fortzug von Königsberg nach Berlin anmelden wollt«. Wie stch bärtn herausstellte, handelte es sich um einen jener in letzter Zeit nicht vereingelt vorliegenden Fälle, in denen jemoich amtlich für tot erNärt worden ist und plötz» Kch wieder lebend auftaucht. Der Fall, der hier vorlag, war um so merkwürdiger, als der angeblich Tote sich nicht mir der besten Gesundheit, sondern auch des Besitzes von zwei ihm ehelich angetrauten Frauen erfreute. Auf welche Weife er zu den beiden Frauen gekommen war. ergab die Verhandlung vor dem Schöffengericht Mitte gegen Engler wegen Bigamie. Der Angeklagte hatte 1902 geheiratet. Die Che war ober sehr unglücklich Seine Frau bezeichnete er als eine Hyäne, so daß er froh war, als er am zweiten Mobilmachungs- tage ins Feld rücken mußte. Kam er auf Urlaub, so ging das Höllenleben wieder los Sie brachte ihn nicht einmal bei der Rück- kehr ins Feld zum Bahnhof. Während andere Soldaten Liebes- pakete von ihren Frauen erhielten, bekam er die gemeinsten Briefe. So wurde Ihm das Leben derart vergällt, daß er sich überall dorthin meldete, wo die Lust am dicksten war. um auf ehrenhoste Werse den Tod vor dem Feinde zu finden. Mehrfach wurde er verwundet; aber der ersehnte Tod kam nicht. Wegen Tapferkeit vor dem Feinde war Engler der erste in der Kompagnie, der noch vor seinem Haupt- nxinn das E. K. l erhielt. Die Richtigkeit dieser Angaben wurde vor Gericht festgestellt. Nach seiner Entlassung vom Militär blieb E. in Königsberg, kümmerte sich nicht mehr um seine Frau und heiratete nun 1919 zum zweiten Mal«. Auf die Frage, wie er das tun konnte da er noch nicht geschieden war, erklärte E., daß er mit den Nerven so herunter gewejen sei und von seiner ersten Frau und von Verlin nichts mehr hören wollte. An eine Scheidung hatte er gar nicht gedacht. Er habe dann in Königsberg das junge Mädchen kennengelernt und keine Bedenken gehabt, noch einmal zu heiraten. Dieser Ehe seien drei Kinder ent- sprossen.„Meine erste Frau war ein Teufel, die zweite ein treues Herz.' Als nun E. bei seiner Rückkehr 1925 nach Berlin erfuhr, daß sein« erst« Frau den Verschollenen für tot hatte er- klären lassen, beschloß er, die Scheidungsklage anzustrengen, und die Ehe wurde dann auch ohne weiteres geschieden. Die geschiedene Frau hatte aber durch den Prozeß von der Doppelehe Kenntnis erhalten und Anzeige erlwttet. Das Schöffengericht verurteilte den bisher unbescholtenen Mann wegen Bigamie zur Mindeststrase von fechs Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist. Toöesfpmng aus dem fünften Stockwerk. Am Freitag nachmittag spielte sich in der Pariser Straße 20 zu Wilmersdorf, in der Nähe des Fehrbelliner Platzes, ein auf- regender Vorfall ab Vom Balkon ihrer im fünften Stockwerk gelegenen Wohnung stürzte sich die 40jShrige Film- und Bühnen- schauspielerin Frieda Bredow-Weiß auf die Straße hinab. Die Selbstmörderin blieb mll zerschmetterten Gliedern tot liegen. Das Mstw zur Tat ist noch ungeklärt. Weilereniwiileliing des Schnellbahnnetzes. Pläne für eine spätere Zeit.— Innenstadt und Außenbezirke. �Jmmertrcu"-Wochc in Moabit. Der mit Spannung erwartete Prozeß gegen neun Mlt- glieder des Vereins„Immertreu' beginnt am nach- st e n Montag im Schwurgerichts faal des Alten Kriminolgerichts- gebäudes vor der Schöffengerichtsabteilung des Amtsgerichtsrats Sponer, und man erwartet von dieser Verhandlung mit einem Aufmarsch von nahezu 100 Zeugen überraschende Einblicke In dos Leben und Treiben der Gannovenoereine der Berliner Unterwelt. Während der Dauer des Prozesses, der möglicherweise «ine ganz« Woche beanspruchen wird, werden in Moabit und ins- besondere im Gericht-saal und im Zuhörerraum desselben die um- fangreich st en Sicherungsmaßnahmen getroffen wer- den. Die Rechtsanwälte Dr. Alsberg, Dr. Frey und Dr. Freuden- stein, die die„Immertreu'-Leute verteidigen, haben die Vorstands- i Da» im„vorwärts" schon besprochene sünfjährige Bau- Programm für die nächsten Schnellbahnbaulen Berlins ist ein Teil de»(im„vorwärls" gleichfalls schon erwähnten(G e- samtplan» für die Weiterentwicklung des Ber- llner Schnellbahnnehes. Der Aussichlsral der Berliner verkehrsgesellschafi überreicht Ihn in einer Venkschrlfk den städtischen Körperschaften nur zur Kenntnisnahme, weil er nicht für zweckmäßig hält, im voraus mehr festzulegen, als in einem Zahrsünst gebaut werden kann. Dieser Gesamtplan belehrt darüber, wie die zunächst geplanteu Bauten sich später in da» voll ausgebaute Schnellbahoneh eiosügeu sollen. Etwa süufzehu Zahre wären zum vollen Ausbau erforderlich. Zwei Haupdo.ufgaben müssen gelöst werden. Im Stadt- i n n e r n, m der sogenannten City, sind noch große Bezirke trotz starken Verkehrs nicht mit Schnellbahnen verforgt. Dies« Lücken durch neu« Linien auszufüllen, ist dringend nöttg. Und die A u ß e n- bezirk« mit zunehmender Besiedlung harren der Ausdehnung des Schnellbahnnetzes mindestens bis zu den Punkten bequemeren Um- fteigeverkehrs zwischen Schnellbahn und anderen Verkehrsmitteln (Straßenbahnen usw.). Durch Linienverlängerung kann dieses Ver- langen befriedigt werden. Zur besseren Versorgung der City werden die schon in dem Bauprogramm der nächsten fünf Jahre enthaltenen beiden neuen Linien dienen. Das sind die als Fortsetzung der Linie Fried- richsfelde— Aleranderplatz gedachte Linie vom Alexanderplatz über Gertraudtenstraß«. Leipziger Straße, Potsdamer Platz bis Steglitz und die Linie von Siemens st adt über Bahnhof Jungfernheide, Moabit, Potsdamer Platz, Hallefches Tor zum Kaiser-Friedrich- Platz. Dazu kommen noch zwei andere Linien, die der Gesamtplan bringt. Lorgeschlagen werden ein« Linie von W e i ß e n s e e über Alexanderplotz, Zeughaus, Brandenburger Tor, Großer Stern. Knie. Sophie-Char- lotte-Platz. Bahnhof Heerftvoß« nach Pichelsdorf und ein« Linie vom Bahnhof Landsberger Allee über Büschingplatz. Iannowitzbrücke. Iägerstraße, Kemperplatz, Potsdamer Brücke. Lützowplatz. ZoÄogifcher Garten. Savignyplatz. Bahnhof Charlottenburg, Messegelände nach Bahnhof Heer- straße. In den Gesamtplan sind weiter noch drei andere Linien aufgenommen worden, die nicht als Hauplcilylmien gellen können. aber das Schnellbahnnetz ergänzen würden. Gedacht wird an eine Linie von Warschauer Brücke über Warschauer, Petersburger. Elbinger, Danzig«, Ederswalder, Bernau« Straße zum Stet- tiner Bahnhos und über Neues Tor, Lehrter Bahnhof zum Brandenburger Tor. Eine and«e Linie soll von See- straße über Bahnhof PuNitzftiuße, Bahnhof Tiergarten, Bahnhos Zoologischer Garten zur Kaiserall««(Friedenau) führen. Ein« dritte Lim« soll vom Kaiser-Friedrich-Plotz aus- gehen, über Lausitzer Platz, Schlesischer Bahnhof. Königstor. Schönhauser Tor, Rosenthal« Tor. Oranienburger Tor. Neues Tor zum Kriminolgericht führen, dann durch den Kleinen Tier- garten üb« Gustav-Adoif-Platz, Sophie-Charlotte-Plag, Bahnhöfe Großgörschen- und Dorckstraße, Gneisenaustraße wieder den Kaiser-Friedrich-Platz erreichen und sich üb« Hermannplotz und Ringbahnhos Neukölln bis zur Grenzallee fortsetzen. Mit der Schaffung neuer Citylinien muß Schnitt hallen die DerlängerungoonLinienbisindieneuenBerkehrs- gebiete der Außenbezirke. Das ist nöttg für die Bevölke- rung der Außenbezirke und es ermöglicht auch eine besser« Aus- Nutzung der teuer gebauten Jnnenftrecken. Verlängerungen von schon betriebenen oder noch im Bau begriffenen Linien müssen, früher od« später, ausgeführt werden im Norden von Mühlenslvaße nach Pankow, von Gesundbrunnen nach Reinickendorf, von Seestrabe nach Tegel, im Westen von Wilheimsplatz nach Bahn» Hof Jungsernheid«. von Ruhleben nach Spandau, von Uhlondstraß« nach Halensee. im Süden von Hauptstraße zum Schöneberger Südgelände. von Tempelhos nach Mariendorf, von Neukölln nach Britz. Einige dieser Linien- Verlängerungen sind schon in dem fünfjährigen Bauprogramm vor- gesehen. Nur die Wetterführungen nach Im'gsernheide. nach Spandau und nach dem Südgelände sollen ein« späteren Zeit vorbehalten bleiben. Per Gesamtplan betrachtet das künfttg« Schnellbahrmetz Berlins nicht als unabhängig von den anderen Verkehrsmitteln. Cr sieht es an als einen Teil des gesamten Netzes von Berlin« Derkehrs- Mitteln und berücksichtigt auch die Beziehungen zu den Stadt-, Ring- und Borortbahnen. Die Denkschrift be- tont, daß auch die Weiterentwicklung der Reichsbahnlinien im Bahnennetz Berlins von größter Wichtigkeit für den Berliner Der- kehr ist. Der eifersüchtige Sohn. Weil aus der Geliebten eine Stiefmutter wurde. Der Fall ist wohl schon öfter» dagewesen, daß Skiefsöhne Liebesverhältnisse mit ihren Stiefmüttern eingehen, selten« ab«, daß der Stiefvater die Braut de» Stiefsohnes geheiratet und dadurch ein Eifersuchtsdrama h«ausbcschworea hat. Eine GerichtZv«handlung vor dein Landgericht 1 enltollte solch ein Drama. Zum Glück für alle Teile ist es gui verlaufen. Der im Jahre 1904 geborene Mal« K. besaß einen S t i e s- vater und eine kranke Mutter. Als er mit der Stütze, einer entfernten Verwandten, auf die auch d« Dater ein Auge ge- warfen hatte, ein Liebesverhältnis einging, mußt« sie aus dem Haufe und ging nach Amerika. Im Spätsommer 1917 trat eine ander« Stütze in den Haushall ein, die jung« F. Der Dater warnte beide. Stütze und Sohn:„Sobald etwas passiert, fliegt I h r a u s d e m H a u s." Die Folge davon war. daß die jungen Leute stch außerhalb des Hauses trasen und die Stütz« den Söhn, der im Zimmer d« Eltern schlief, des nachts durch das Fenster der Kellerwohnung zu sich hineintteß. Der junge Mensch sprach von Heirat: das junge Mädchen schien nicht abgeneigt; nur zu leichtsinnig war er ihr; er gab nicht mir sein Geld, sondern auch das ihrige aus. Im März starb die Mutter. Das Verhällnis zwischen den jungen Leuten dauerte cm. Als aber Vater, Sohn und Stütze eines Tages zu Besuch auswärts waren, merkte der junge Mensch, daß zwischen dem Stiefvater und seiner Drautetwasim Gange fein mü sie. Am nächsten Tage stellte« sie zur Rede und fordert« sie auf, das Haus des Vaters zu verlassen und mit ihm zu gehen. Sie weigerte sich und weinte. Der Vater fragte sie später, was los sei. Als sie ihm ihr Leid klagte, mußte der Sohn aus dem Haus, sie blieb. Eisersuchi plagte den Ausgestoße- n en; sie ließ ihm keine Ruh«. Sollte etwa der Dater schon bei Lebzeiten der Mutter mit seiner Braut verkehrt haben? Das mußte er unbedingt wissen. Am 17. Juni erschien er in der Wohnung des Vaters. Durch ein Lustloch üb« der Tür hatte er sich Zutritt ver- schafft 1 Er war gerade dabei, mit dem Rasiermess« das bunte Papier von der Glasscheibe der Wohnungsztmmertür abzukratzen, um hineinschauen zu können, als die jung« F. und die Portierfrau eintraten. Kaum hatte er gesagt:„Du bist Immer noch hier? Jetzt kommst du mit mir!" als sie ln tödlicher Angst vor dem Rasiermesser unter Hilferufen flüchtete. Der Kriminalpolizei erklärt««. man solle ihn dabehallen, sonst würde er seine Tat doch ausführen. Zuerst sie, dann— hier stockt« er. Er blieb drei Monate ln Untersuchungshaft.« Vor Gericht bestritt er, die Absicht gehabt zu haben, das junge Mädchen zu töten. Die frühere Braut und jetzig« Sttefmutter des Angeklagten— sie hat seinen Stiefvater im Dezember geheiratet— wollt« mit d« Sprache nicht recht heraus. Der Verteidiger erzählte aber dem Gericht, daß in fein« Sprechstund« Vater, Sohn und Zeugin in bestem Einvernehmen zusammen erschienen feien. Er hatte den Eindruck, daß der Sohn wieder bei dem Vater wohnte, sich mit diesem ausgesöhnt habe. Jetzt sei er erneut von ihm gezogen. Der Verteidiger wollte wissen, ob die frühere Braut des Angeklagten, die jetzig« Stiesmutter, die intimen Beziehungen nicht wieder aus- genommett hatte. Ihre Antwort ließ keinen Zweisel darüber. Eigentümliche Berhältniss« in dem Haus« dieses Sttefvaters. Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Es war der Ansicht, daß der junge Mensch keine Tötung-absichten gehabt habe; sonst hätte er Zell genug gehabt, dem jungen Mädchen den Hals zu durchschneiden. Mitglieder der Bereine„Norden" und ,.I m m e r t r e u" laden lassen. Die Vereine bestreiten, Gannooenorgani- sationen zir sein; es werde noch den Statuten bei den Mit- gliedern auf ein anständiges Verhalten innerhalb und außerhalb des Vereins gesehen. Deshalb gelle auch die Mitgliedschaft bei den Gastwirten, die Personal brauchen, direkt als Empfehlung. Außer- dem helfen sich die Mitglieder gegensellig in der Arbeit aus „Schubert und fein Werk" wurde von Dr. Erich Fortn« in einer sehr ooltstümlichen Stunde vor das Mckrophon gebracht. Der Komponist wurde in dies« musikalischen Plauderei vielleicht ein b'ßchen zu gemütlich, stelleiiwesse auch ein bißchen zu leh hast dargestellt. Trotzdem darf die Veranstallung als recht gelungen de- zeichnet werden. Die Menschen, die dem Werk Schuberts wirklich nahe sind, die es warm und herzlich lieben und die dazu das künft- lerifche Können besitzen, um dieses Werk anderen lebendig zu mach.n, hallen stch hier zusammengetan, um die groß» Schub«rt-G ms.nd« zu erfreuen und dem Komponil'en neue wahrhafte Freunde zu wer- ben.— Eine halbe Stunde„Musik der Gegenwart" wandte sich dagegen in erst« Linie an musikalisch Gebildetere. Zwei junge russische Komponisten wurden den Hörern vorgeführt. Kurt von Wolfurt gab als Einführung einen reckt klar entwickelten Ueberblick über die moderne russische Musik. Allerdings erwiesen sth die Wert«, die man dann hörte, trog ihr« unzweifelhaften Qualität doch als weit mehr epigonenhaft, als Wolfurt es wahr haben wollt«. — Ein Vortrag von Dr. Max Wiickl„Ernährung des Ar- Kelters und der Arbeiterfamilie" litt an dem Gru�d- fehl«, daß der Dortragende zuviel Theorie gab. Praktische Rat- schlage für Mahlzeiten— ohne Preisangab«, da diese durch chr« irreführenden Zahlen die Hör« nur verärgern tonnte— hätten in weit umfassenderem Maße gegeben werden müssen, wenn die Aus- führungen wirklich Nutzen stiften sollten. Tes. Ausländische Banken müssen bluien. Fünf Millionen Mark Fa'.schwechsel. Die geflüchteten Inhaber des Inzwischen in Konkurs geratenen Berliner Bankhauses Löwenberg u. Co. haben noch den Er- mlltlungen des Untersuchungsrichters für annähernd 5 M i l l i o n e n Reichsmark Falschwechsel in den Verkehr gebracht. Die Hauptgeschädigten sind eine große Pariser Privatbank und mehrere Amsterdamer Banken, die mll Verlusten von etwa 314 bis 4 Millionen Mark rechnen müssen. Es handelt sich bei den Falfchwechseln fast aueschlleßlich um Wechsel der zum D e s s a u e r Gas-Konzern gehörigen Gesellschaften und einiger schlefi- scher Textilfirmen; sie sind zur Hälfte auf englisch« Pfunde, zu 40 Prozent aus Dollars und zu 10 Prozent auf Reichsmark aus- gestellt. Der verhaftete Prokurist Montag will von den Fälsch»»-'«! nichts gewußt haben Man nimmt jedoch an, daß er Wechsel auzg'füllt hat, die berells von Rappaport unterschrieben waren. Zwei Bankbeamte um 9000 Mark beraubt Frankenberg(Sachsea). 1. Februar. Heut« vormittag wurden zwei mtt einem Geldtrancport be- auftragt« Beamte der hiesigen Filiale der Commerz, und Privatbank in dem Augenblick von zwei etwa 30 bi» 35 Jahre alten Männern überfallen, als sie beim Weggang aus der Bank den Hausflur betreten hatten Den Tätern ist es gelungen sich«in« Aktentasch« mit 9000 Mark Inhalt zu b». mächtigen und in einem vor der Bank hallenden Mietaut« unerkannt zu entkommen. wellerderichl btr öfieobichen weüerd'enlwelle Bertin und Urnaeornb (Nachdr. verb.ü Meist liest« mit ziemlich strennem Frost und östlichen Winden.— Zür reullchlaud! Im Westen 3 emperaluren zettweij« über Null, im übrigen Reiche heuer bei strengem Ftoft. Sonnabend 2. Februar-1929 Unterhaltung unö jJUissen Vellage des Vorwärts Sinti Slaulsky: JßßMChßt S)CUlllllt In ssiner Unterhaltungsbeilage vom IS- Januar bringt der „Lorwärls"' einen Abriß des Wirkens des treuen Hausgeistes der Familie Marx, Helene Demuth. Der Verfasser ist ein Dichter, Herbert Eulenberg, und darf als solcher das Vorrecht dichterischer Lizenzen sür sich in Anspruch nehmen. Sie beleben unzweifelhast die Darstellung. Da aber mancher Leser dos Ganze nicht als ein Gemisch von Dichtung und Wahrheit, sondern als eine streng histo- rische Darstellung betrachten könnte, erscheint es mir nicht über- flüssig, eine Trennung der Dichtung von der Wahrheit vorzunehmen. Unter den heute Lebenden bin ich ja neben Eduard Bernstein wohl der einzig« Sozialdemokrat deutscher Zunge, der unser Lenchen per- sönlich gekannt hat. Vor allem überrascht mich der Dialekt, den Eulenberg Lenchen Demuth reden läßt. Ich bin mit den deutschen Mundarten nicht vertraut genug, um erkennen zu können, wo der Dialekt gesprochen wird, den der Dichter unserem Lenchen in den Mund legt. Sicher aber weiß ich. daß sie diesen Dialekt zu der Zeit, wo ich sie kennen- lernte(1881), nicht sprach. In St. Wendel geboren, in der Rheinprovinz, dicht an der Grenze der Pfalz, mag sie ursprünglich moselsränkisch oder pfälzisch gesprochen haben. In der Familie Marx legte sie diesen Dialekt ab. Ich hörte sie in London das gleiche Hochdeutsch reden, wie die übrigen Mitglieder der Familie, der sie als Gleichberechtigte und Gleichgcachtete angehörte. In der sie auch, wie jedes der anderen, ihren Spitznamen trug, den Eulenberg nicht erwähnt. Sie wurde gewöhnlich Nim oder Nimmy gerufen. Ebensogut wie schriftdeutsch sprach sie in England auch englisch. Keineswegs aber auch nur einen Anklang des von Eulenberg ihr zugeschriebenen Dialekts. Mit Recht betont Culenberg die rührende Hingabe Rimmys an die �Familie Marx. Bei der Art, diese Hingabe zu Mustrieren, rst er allerdings weniger glücklich. So wenn er schreibt: „Sie stopfte und flickte, was ausbesierungsbedürftig im Hause war, bi» aus die seidene Schnur an dem Einglas, das Marx auf der Straße trug." Mir fehlt das dichterische DermSgen, um herausfinden zu kön> nen, wie so ein dünnes Schnürchen gestopft und geflickt werden kann. Wir müssen Eulenberg zustimmen, wenn er berichtet:„Sie zog die Kinder von Karl und Jenny Marx auf, als ob es ihre eigenen gewesen wären', indes über die Kinder selbst läßt er seiner Phantasie die Zügel schießen. Es ist nicht richtig, daß das dritte Kind von Karl Marx. Edgar,„der einzige Knabe war'. Zu diesem, der 1847 geboren wurde und 18öö starb, gesellte sich 1849 noch ein weiterer, Fawkes Heinrich, der zwei Jahr« alt starb. Nicht minder irrt Eulenberg, wenn er Eleanor, genannt Tussy, das jüngste Kind der Familie als„das schwächste Wesen unter den leider meist schwächlichen Kindern von Jenny und Marx' bezeichnet. Sie war vielmehr das robusteste unter ihnen, außerordentlich kräftig und orbestsföhig. Sie würde vielleicht heute noch leben, wenn sie nicht aus Verzweiflung über ihren unwürdigen Lebensgefährten ihrem Leben freiwillig ein Ende gemocht hätte. Ein ganz falsches Bild von der geistigen Verfassung des Hauses Marx erhält man, wenn man über Lenchen liest: „Sie war die einzig«, die ob und zu noch durch ein rheinisches Witzchen und Dönchcn ein Lachen aus dem blasien Gesicht ihrer Herrin hervorrufen konnten, die leider von oll ihren Sorgen früh gealtert und oerwelkt war."» Tatsache ist, daß sich die Familie Marx nie unterkriegen ließ. In den ersten Hungersahren des Londoner Exils muß allerdings trotz aller Tapferkeit, die Stimmung im Hause nichts weniger als rosig gewesen fein. Aber im allgemeinen wurde mir von den ver- schiedensten Mitgliedern und Freunden der Familie übereinstimmend versichert,� daß selten irgendwo eine solche Heiterkeit, eine solche Neigung, zu lachen, zu finden war, wie dort. Namentlich Karl (Mohr) und seine Frau konnten bei dem geringsten Anlaß ein fröhliches Gelächter anstimmen. Ueber ihre Mutter schrieb einmal Eleanor Marx an Wilhelm Liebknecht: „Und nun noch«in Wort vom Mütterchen. S>« starb monate- lang und erduldete olle entsetzlichen Qualen, welche die Krebs- krankheit mit sich bringt. Und doch hatte ihr guter Humor, ihr unerschöpflicher Witz, den Du sa kennst, sie keinen Augenblick ver- lassen. Sie erkundigte sich ungeduldig, wie ein K nd, nach dem Ergebnis der damaligen Wahlen in Deutschland(1881), und wie jubelte sie über die Siege! Bis zu ihrem Tod war' sie heiter und suchte durch Scherze unsere Furcht um sie zu zerstreuen. Ja. sie — die so lurchtbar litt— sie scherzte, sie lachte— sie lachte uns alle und den Arzt aus, weil wir so ernsthast waren." Lenchen war also nicht die einzige, die ein Lachen bei ihr ab und zu noch hervorrufen tonnte. Und Frau Marx war auch keines- wegs„früh gealtert und verwelkt". Ich lernte sie im März 188i kennen, sie war damals 67 Jahr« alt und schwerkrank, trotzdem fand ich sie für Ihr Alter merkwürdig gut auesehend. Ihre Augen waren keineswegs„vom vrelen Weinen matt und glanzlos geworden", son- dern leuchteten noch in großer F-'sche. Doch das alles sind ja nicht so m.-.-ge Details. Was mich unangenehm in dem Bild Eulenbergs berührt, ist die Unters chätzung der Leistungen Nimmy», zu der es oerführen kann. Denn er spricht wohl mit größter Achtung von ihrer Selbstlosigkeit und mütterlichen Sorgfalt, aber von einem spricht er nicht, von ihrer Intelligenz. Sie war keineswegs jenes„fromm gebliebene rheinische Gemüt". o's das Eulenberg sie erscheinen läßt, sondern nahm an dem Geistes- leben im Hause Marx regen Anteil und war befähigt, verständnisvoll daran teilzunehmen. Nicht an seinen Theorien, wohl ober an seiner Politik Und Marx verschmähte es keineswegs, ihren Rat auch m ernsten Dingen einzuholen, ebenso wie den seiner Frau. Nur ein Beispiel Wie das ganze Haus Marz liebte auch Nimmy Ferdinand Lasialle nicht. Sie mißtraute chm in besonders hohem Maße. Als Marx daran ging, ihm 1838 sein Manuskript „zur Kritik der politischen Oekonomie" zu senden, damit er es einem deutschen Verleger übergebe, sagte sie. wie sie mir selbst erzählt« und wie mir von anderer Seite bestätigt wurde: .Le'' Marx, ich warne. Sie. ihm da, Manuskript anzuver- trauen. Er wird es nicht einem Verleger übermitteln, sondern die Ideen, die er darin findet selbst als die seinen veröffentlichen." Marx hatte größeres Zutrauen zu Lossalle und folgte nicht dem Rat. Aber der Vorfall zeigt, daß sich Nimmy nicht bloß ums Kochen. Waschen. Flicken und Kinderpflegen lümmene. Bezeichnend ist es auch, daß Marx gern mit ihr Schach spielte und manch« Partie an sie verlor. Dieselbe verständnisvolle Freundin, die sie für Marx gewesen, wurde sie nach desien Tode sür Engels. Man bekommt ein« ganz irrige Vorstellung, wenn man über das Verhältnis der beiden nach dem Tode der Frau Marx liest: „Häufig kam jetzt zu Lenchens Freude Friedrich Engels, der fianz nach London übergesiedelt war, den einsamen Marx zu b«- uchcn. Und das fürsorglich« Mädchen suchte es dann den beiden so behaglich wie möglich zu machen, wenn sie auch im Traum nicht dachte, die herrliche, entschwundene Herrin, die mit den klugen Männern hin und her geredet hatte, ersetzen zu können." Engels war schon 1870 nach London übergesiedelt und seitdem war kaum ein Tag oergangen, an dem sich nicht die beiden Freunde gesehen hätten. Es kann also keine Rede davon sein, daß Engels nun. nach Jennys Tode, häufiger kam, den einsamen Freund zu besuchen. An der Häufigkeit ihres Bertehr» änderte sich gar nichts. Und mit den„klugen Männern hin und her zu reden", war für das „fürsorgliche Mädchen" gar nichts Besonderes. Und ebenso erweckt es einen falschen Eindruck, wenn es von Nimmy nach Marx Tode heißt, daß sie„von Engels unterstützt, sorgenlos einzig dem Andenken der beiden geliebten Menschen lebte". In Wirklichkeit bedurfte damals Engels mehr Nimmys Unter- stützung, als sie der seinen. Engels war Witwer. Nach dem Tod« seiner Frau hatte deren Nichte ihm die Wirtschast geführt. Die hatte aber kurz vor Marx Tode geheiratet und Engels brauchte nun ein« klug« Leiterin seines Haushalts dringend notwendig. Als solche trat Helene Demuth in sein Haus ein. Sie hatte dort mehr zu tun, als„einzig dem Andenken der beiden geliebten Men- schen zu leben". Sie war dort tätig, nicht nur als Wirtschafterin, sondern auch als Freundin, von allen geliebt und geehrt, die Engels besuchten. Und das waren nicht wenige, denn gerade damals begann ein neuer Aufschwung des internationalen Sozialismus, den Marx leider nicht mehr erleben sollte, ein Aufschwung, durch den das Engelsfche Haus ein Zentrum wurde. In dem sich marxistisch denkende Sozialisten aller Länder trafen. Keiner schied ohne größte Achtung und Sympathie für die ebenso kluge wie tapfere, selbstlose und energische Frau. Keiner von ihnen wäre auf den Gedanken gekom- men, den Eulenberg Engels zuschreibt und mit dem er seine Dar- stellung schließt: „Wie sonderbar, daß da« Proletariat Marx, diesem kühnsten Vorkämpfer, in diesem gefügigen Mädchen ein« Stütze gegeben hat." Nicht die Gefügigkeit gehörte unter die bezeichnenden Eigen. schaften Helene Demuths. trotz ihres Namens. Sie war wohl«in» fach und bescheiden, dabei aber eine ebenso selbständig denkende wie selbständig handelnde Persönlichkest und ihre Hingabe an die Familie Marx und dann an das Cngelsch« Hau-«ntsprang überzeugter Hoch- achtung vor menschlicher Größe, unendlichem Mitgefühl mit mensch- lichem Leid, nicht blinder Unterwürfigkeit. Marx' Freundin Demuth war nicht eine gefügig-frommc Haus- sklavin, die über Küche und Kinderstube nicht hinaussah. Es war nicht paradox, wenn sie dem„kühnsten Vorkämpfer des Prolelarials" eine Stütze wurde. Nur ein Punkt in ihrem Dasein scheint in Widerspruch zu der Hochachtung und Gleichberechtigung zu stehen, deren sie sich erfreute. Dieser Punkt harrt heute noch der Ausklärung. Helene Demuth hatte einen Sohn, Friedrich(Freddy). Er wohnte nicht bei der Mutter, besuchte sie öfter, aber nur in der Küche— wenigsten», seitdem sie bei Engels wohnte Nie tauchte er in Engels Zimmer auf. Ich hörte von ihm. bekam ihn jedoch nie zu Gesicht. Nimmy sprach mit Engels Freunden nie über ihn, uin so mehr wurde über ihn gemunkelt. Auf die verschiedensten Väter wurde geraten, so auf Wilhelm Wolff, dem Marx den ersten Boich des Kapital widmete, ja. auf Marx selbst. Seine Töchter hoben letzteres stets bestritten und es ist auch durchaus unwahrscheinlich. In den, Verhältnis zwischen Frau Marx und Nimmy änderte das Kind nicht da» mindest«. Wäre Jenny Marx hochsinnig genug gewesen, trotz der Eheirrung Helene im Hause weiterhin zu behalten, dann hätte sie gewiß auch Wert darauf gelegt, daß das Kind ebenfalls im Hause blieb. Und Marx, der jede» seiner Kinder aufs zärtlichst« liebte, und aufs sorgsamste erzog, hätte e» unter diesen Umständen nicht übers Herz gebracht, den einzigen Sohn, der ihm heranwuchs, in der Art Rousfeaus zu behandeln. Wenn von Freddy so wenig Wesens ge- macht wurde, so läßt das darauf schließen, daß sein Vater weder im Hause Marx selbst noch auch nur bei einem der Freund« des Hauses gesucht wurde. Er wird ein für die Familie uninteressanter Fremder gewesen sein. Für Marx' Töchter aber blieb Freddy ein lieber Gefährt«. Als Tusiy von ihrem Lebensgefährten Aveling schnöde verraten wurde. da war der einfache Arbeiter Freddy der einzige, dem sie ihr Leid offenbarte. Die erschütternden Briese, die si« ihm 1897 schrieb, gel«,: den besten Aufschluß über die Motive, die sie im Frühjahr 1898 zu chrer unseligen Tat trieben. Freddy war in seiner Art ebenso be- scheiden, ebenso tüchtig und treu, wie seine Mutter. Was aus ihm geworden ist, weiß ich nicht. In der sozialistischen Bewegung Englands trat er nicht hervor. Aber er könnte, wenn er noch leben sollte, manchen wichtigen Aufschluß über die Marxsche Famiii« geben. Ein Glück, daß Herbert Eulenberg nichts von der Existenz Freddy Demuth« wußte, die bis heute von einem geheimnisvollen Schleier umwoben wird. Was olle» wüßte er uns nicht über ihn zu erzähleni Alfred ffirehm als TolksMldiier SEum heutigen 100. Geburtstage Ueber die Bedeutung von Brehms„T i e r l e b e n" als naturwissenschaftliches Bildungsmittel unseres Volkes noch etwas zu sagen, hieße nach dem alten Wone„Eulen nach Athen tragen", etwas, was jeder weiß, von neuem behaupten. Kein anderes Kulturvolk kann bis heute diesem Werke etwas Ebenbürtiges an die Seite stellen, und der Bildungs. und Erziehungssegen, der von dem„Tierleben" seit seinem ersten Erscheine»(18ö9) ausging, wird nunmehr, da es viel« billige Ausgaben davon gibt, noch viel weiter und viel tiefer wirken. Brehm hat sich ganz bewußt als Volksbildner, d. h. als Vorkämpfer für Verbreitung wahren Wissens gefühlt. Das kommt nirgends klarer zum Ausdruck als in jenen Sätzcn, die er seinem— eigentlich von mir wieder auegegrabenen— Berichte über Grün- dung und Anlage des Berliner Aquariums(1869) vorange- stellt hat. In d«m von der Brehm-Gesellschaft kürzlich herausge- gebenen Gedenkbuch« zum hundertsten Geburtstag des Forschers („Brehm-Buch") Hab« ich die Gründungsgeschichte ausführlich dar- gestellt. An dieser Stelle will ich Brehms für die damalige Zeit recht kühnes Bekenntnis zur Naturwissenschaft und zum Volke mit- teilen. „Verallgemeinerung des Wilsens", beginnt es, Bildung eines selbständigen Urteils auf Grund eigener Anschauung sind die Ziel«, die unsere Zeit vor allen anderen verfolgt, um zur Erfüllung ihres Wahl- und Wohtspruchs:„Natürliche Anschauung der Dinge" zu gelangen. Mit diesem Wahlspruch treten die Borge- schrittenen unserer Tag« den Rückständigen gegenüber; in seinem Sinn« kämpfen st« gegen Wahn und Verdummung und«robern sich, wenn auch langsam, so doch stetig eins nach dem anderen der von dieser bisher beherrschten Gebiete. Natürliche Anschauung der Dinge ist die Triebfeder geweien aller Umwälzungen, die die neuere Geschichte zu verzeichnen gehabt hat. Natürliche Anschauung der Dinge eint oder scheidet die Völker, wirft morsche Tron« um, zer- reißt vergilbt« Pergamente und bricht richtend den Stab über die Verirrungcn verdammungswütiger Piasfen und anderer Dunkelmänner ähnlichen Gelichters. Natürliche Anschauung der Dinge macht die Wissenschast uich mit ihr den Menschen frei von Schul- zwang und durch da» Alter geheiligter Satzung." Das Berliner Aquarium, fährt der Renthendorfer Psarrerssohn fort, trage Uesen Wahlspruch der Zeit, wenn auch unsichtbar, an seiner Eingangspforte.„Denn es will dazu beitragen helfen, das Wissen auf einem Gebiete zu verallgemeinern, das in Berlin zwar niemals vernachlässigt, aber doch auch niemals volkstümlich gemocht worden ist. Es will versuchen, durch eigene Anschauung und dazu- gegebene Erläuterung zu belehren und innerhalb seines Bereichs die Aufklärung zu fördern." „Kein Vernünftiger wird in Abrede stellen wollen, daß solche» Streben«in durchaus zeitgemäßes ist... Die Naturwissenschaft in ihrem vollen Umfange ist es, die unsere Zeit regiert, und gleichwohl wird si« noch heutigentags in unseren Schulen mit einer Leichtfertig- keit behandelt, daß man zur Erklärung beinahe einen Widerwillen der Lehrer oder der die Lehrer Beherrschend«» annehmen möchte. Wir entsremden uns, je älter wir werden, ipimer mehr der Natur, vergessen mit den Iahren der tierischen Gespielen unserer Jugend und gelangen keineswegs immer dahin, zu erkennen, daß die Freude unseres Kindes am Tier, an der Pflanze, am Gestein, ein berechtigtes Streben desselben ist, mit den Erzeugnissen unserer Heimat, der Erde, vertraut zu werden. Solcher Entfremdung hofft auch das Berliner Aquarium steuern zu helfen.. Ich wiederhol«, das ist für die damalige Zeit ein recht kühnes Bekenntnis. Wie ernst es Brehm mit dieser seiner Anschauung war. bezeugt auch die Einleitung zur ersten Auflage seiner Tierlebens, die im„Brehm-Buch" noch dem Manuskript wiedergegeben ist. Sie zeigt uns, wie der Forscher damals ganz in den Gedankengängen Darwins lebte, dessen„Entstehung der Arten" 18S9 erschienen war. desien„Abstammung des Menschen" aber erst 1871 an die Oeffent- lichkelt trat. Brehm verspottet in diesen Sätzen das. was Hoeckel nachmgls den„anthropozentrischen Aberglauben" nannte, iene auf die Bibel sich stützende Anschauung, daß der Mensch auf Erden etwas ganz Besonderes fei. So mögen denn zum Gedenktage Alfred Brehms auch dies« seine Worte, die in den späteren Ausgaben merk- würdigerweise feblen, hier wieder eine Stätte sinden. „In jedem Menschen", schreibt Brehm,„lebt das Bewußtsein seiner Würde. Unser Gefühl sträubt sich gegen den Gedanken, daß es auf unserer Erde außer uns noch Wesen geben könne, die als unsere Verwandten ang«s«Ken werden dürfen. Wir bevölkern sogar die fernen Wetten, die als«terne zu uns herniederscheinen, mit Ge- stalten unserer Phantasie, die uns im Wesentlichen gleichen, oder beanspruchen diese Wetten zum Aufenthalle von uns geschiedener Erdenbürger. In uns selbst glauben wir ein Wesen zu erkennen. das außerhalb jeden Verbandes mst anderen steht. Sogar„Natur- fors-ber" bemühen sich, derartige Ansichten zu verfechten." Das zeigt den ganzen, zeigt den wahren Brehm, der den aller- meisten„Nawrwisienfchoftlern" in der Erkenntnis der Wahrheit, in d«r„natürlichen Anschauung der Dinge" und den Folgerungen dar- aus well vorangeeitt war.- Dr. Adolf Heilborn. so. xuftchnai: SSwei Sreimdc Zwei Freunde gingen den Weg, der ihnen von früher Jugend her vertraut war. Plötzlich bog der ein« ab und schritt querfeldein. ..Wo willst du hin?" fragte der oroer«. „Dort bewegt sich etwas, das aussteht wie ein Mensch." „Das ist der Wind in den Ackerfurchen oder«in paar Halm« vom vorigen Herbst." Der Abwegige ging wester und kam zu dem Punkt, den er meinte. Dort beugte er sich nieder und betrachtet« den Erdboden. Der Freund wartete«Ine Zeit. Als der andere nicht wiederkam, wurde er begierig, zu erfahren, was dort wohl liegen mochte. Cr begab sich auch an i«n« Stelle. Da erblickt« er«ine tote Frau und ein schlafendes Sind. Ergriffen von diesem Anblick frag« er:„Was mag hier geschehen sein?" „Die Frau hat das Kind zu? Well gebracht und ist gestorben. weil kein« Hilfe kam. Die Erde ist schwarz von ihrem Blut. Wir wolle» die Mutter begraben und da« Kind mst uns nehmen, damit es nicht auch zugrunde geht." Hie begruben die Mutter in der Ackererde. Während der erste mit dem Kind« im Arm den Heimweg antrat, nef der andere erbittert:„Welcher Dost hat dies oerschuldet?" „Der Gott der Liebe und de» Tode»." „Dieser Gott ist ein scheußliches Ungeheuer. Er tötet, wie wenn man Disteln köpft. Ich werde es ihm heimzahlen mst Tod." Der Freund betrachtete das schlafend« Kind in seinem Arm und sagte: ..Ich werde« ihm heimzahlen mst Liebe." Sie gingen schweigend nebeneinander nach Hause. Sie trennten sich, ohne«inander ins Gesicht zu sehen. Eine Wand war zwischen ihnen ausgerichtet, die unübersteigbar schien...- Keine Vernunft an der Mhr! Herr Gchienker präsentiert den Wechsel für das Leipziger Llrteil.— Lohndruck ist die Parole. Unter der Ueberfchrrft die Bemunft?" haben mir am 6. Januar den Inhalt eines sensationellen Artikels der Oesfentlichkeit mitgeteilt, den die Zeitschrift„Ruhr und Rhein", das Organ der Ruhrhandelskaimnern und des Langnamvereins, veröffentlicht hatte. In diesem sensationellen Artikel wurde gefordert, daß die Unternehmer'den Lohnforderungen der Gewerkschaf- ten mit Preissenkungen begegnen kömnen. Wenn Lohnerhöhungen im Einzelfall zu tatsächlichen Verlusten führen, dann sei es besser, die Verluste freiwillig durch Senkung der Preise zu tragen, wodurch die Absatzmöglichkeiten erweitert werden. Eine der- artig aktive Lohnpolitik der Industrie setze den Willen und die Ent- schlußkraft der Unternehmer voraus, auch ohne die Möglichkeit sosor- tigen Preisausgleiches zeitweise Verluste und Opfer zu übernehmen, selbst auf die Gefahr hin, daß einzelne Unternehmungen dabei zugrunde gehen. Dies« schon deutlich gegen die Kartellpolitik ge- richteten Forderungen wurden durch einen direkten Angriff auf die Kartelle noch oerschärft. Bei aller Wertschätzung der wirtschaftlich gesunden Seiten der Kartellorganisation führ« die in den Kar- teilen begründete Versicherung auf Gegenseitig- k e i t als Dauererscheinung zu einer Verweichlichung und Verwinde- rung der persönlichen Initiative, weshalb versucht werden müsse, die Ka r te l l k r ü cke n nach und nach wieder abzuwerfen und dos Einzelunternehmen wieder auf eigene Füße zu stellen. Das fei notwendig, weil die Reinigungskrise der deutschen Wirtschaft noch nicht vorüber sei und eine weitere Auslese noch erfolgen müsse, die von den gesunden Unternehmungen um so besser überwunden werde, je schneller sie kommt und je schärfer sie bewußt herbeigeführt wird. Wir haben seinerzeit diese wahrhaft sensationellen Erklärungen des repräsentativen Organs des Ruhrkapilals begrüßt. Wir haben gesagt, daß die Arbeiterschaft niemals«inen Zweifel darüber gelassen habe, daß sowohl das volkswirtschaftliche als auch das lohnpolitisch« Interesse der Arbeiterschaft, sofern ein« Erhöhung der Realeinkommen notwendig ist, sich durch Preissenkungen ebenso befriedigen lasse wie durch nominelle Erhöhungen der Löhn«. Wir haben auf die Bedeutung der offenbaren Kartellmüdigkeft großer Ruhrunternehmungen hin- gewiesen und auf die begreiflich« Skepsis, daß mon durch Preis- erhöhungen nicht mehr weiterkommen könne. Wir mußten aber die Frage offen lassen, ob Himer den Anschauungen von Rhein und Ruhr auch die repräsentativen Männer des Ruhrkapitals selber stünden, und haben auf eine Antwort gewartet. Dies« Antwort ist j e tz t d a. Die Antwort(im 1. Februarheft von„Rhein und Ruhr") ist um so bedeutungsvoller, alt sie von Herrn Dr. Schlenker selbst gegeben wird, des Goschästssührers der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller in eigener Person. also jenes Mannes, der auch für die Führung der Ruhrarbeits- kampfes als voll verantwortlich angesehen werden kann. Das Ruhr- kapital betrachtet den Spruch de» Reichsarbeitsgerichtes als einen . großen, mindestens moralischen Sieg der Unternehmer und der «Sieger von Leipzig" selbst hat seht also da» Wort ergriffe«. Aber die von Herrn Dr. Schlenker gegeben« Antwort ist ein gelier Pfiff,' Mit dem die vor vier Wochen fast mutig über- ' sprungenen Schränken, die bisher die deutschen Unternehmer von ■ der wirtschaftlichen Vernunft trennten, wieder gegen die Wirtschaft- liche Vernunft vorgeschoben werden. In dieser Antwort wird de? Wechsel von Leipzig, wie ihn die Ruhrleute auffassen, der Oeffentlichkeit präseMiert, und die Oeffentlichkoit soll mit ihrer Unterschrift auf diesem Wechsel ihr Einverständnis damit beglaubigen, daß nicht, wie es vor dem Leipziger Spruch hieß, Preissenkungen Lohnsteigerungen oerhindern sollen, sondern daß Lohnsenkungen Preissenkungen vorhergehen sollen. Also genau das Gegenteil von dem, was vor vier Wochen wenigstens die Ansicht sehr einflußreicher Kreis« an der Ruhr zu sein schien. Die Auffovderung von„Ruhr und Rhein", Lohnerhöhungen durch Preissenkungen zu verhindern, wird als„Idealismus und hoffnungsvoller Glaube an die Kraft des wirtschaftlichen Liberalismus" gekennzeichnet und damit als unpraktisch und irrig deklassiert.„3 m Nebel staatssozialistischer p la n w i r t- schaftlicher Ideologien und Phantastereien" sei dasür kein Platz. Nach dem Wort«.�Hannemann, geh du voran" wird verlangt, daß lohnpolitisch« Opfer, nämlich„durch Senkung der Selbstkosten und Senkung der Preis« eine neu« Konjunktur anzukurbeln". einer Preissenkung voranzugehen hoben und es ivird abgelehnt, daß eine Zlbfotzerweiterung durch eine vorangehend« Einkommens- und Verbrauchvermehrung möglich wäre. Es wird verneint, daß die UMernehmer mit Preissenkungen Lohn- bewegnngen begegnen könnten, denn„bei den Gewerkschaften, der Arbeiterschaft, den politischen Parteien und der amtlichen Wirtschaft». und Sozialpolitik" fehle das ,/iusreichend« Verständnis für die Rat- wendigkeit rein fachlicher Wirtschaftsführung". Beweislos wird behauptet, daß die bei den UMernehmer»(nach Schlenker) tatsächlich vorhandenen Vernunft in der praktischen Betätigung und Entfaltung durch eine rücksichtslose JMeressenpolitik der Gewerkschaften gehemmt und behindert werde. Es wird dann versucht, den Spruch von Leipzig, der eine rem« R e ch t s entstheidung war, als Beweis für die materiell- wirtschaftliche Falschheit der den inländischen Markt stärkenden Lohnpolitik der Gewerkschaften auszubeuten. Ohne den Versuch einer Beweisführung wird unterstellt, daß es angesichts der Arbeltskämpfe der letzten Jahre ganz gleich sei, welche Politik die Wirtschaft verfolgt, da sie immer ins Unrecht gesetzt werde, wie ste es auch mache. Herr Dr. Schlenker verschweigt und bemäntelt. daß die UMernehmer es ja noch niemals versucht haben, Lohnforderungen mit Preissenkungen zu begegnen, und daß die Erprobung des öffentlichen Urteils auf ein solches Exempel immer noch fehlt. Herr Dr. Schlenker präsentiert dann den Wechsel für das Leip- ziger Urteil in aller Form:„Wo fehlt es," fragt er,„an der ver- nunftgemäßen Gesinnung, um einer sachlichen Wirtschaftspolitik die Wege zu ebnen? Nicht bei der Wirtschaft, nicht bei den Unter- nehmern und den von ihnen gowählten Orgamsationen, sondern bei den Gewerkschaften und den ihrem politischen Einfluß unterliegenden politischen Gewalten, die nicht um der Wirtschaft willen, sondern zu Nutz und Frommen falsch verstondener eigener IMeressen fest � Jahr und Tag«ine Politik der Selbstkostenerhöhung vorwärts treiben, die aller wirtschaftlichen Vernunft ins Gesicht schlägt." Damit wird die vor vier Wochen von„Ruhr und Rhein" proklamiert« Vernunft über Bord geworfen bis ins letzte. Die Absage an die Vernunft. Diese Erklärungen von Herrn Dr. Schlenker, des Geschäftsführers der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Stahl- Md Eijenindustrfeller, jp die gan» klar« Absage cm be, Sefr durch Preissenkungen die Erhöhung der Nominallöhne zu verhindern und ohne nominell« Lohnsteigerungen die notwendige Erhöhung der Realeinkommen zu sichern. Es ist die Absage an den Gedanken, die bisherige Kartellwirtschaft im volkswirtschaftlichen Interesse von ihrer jetzigen Funktion, eine gegenseitige Versicherung mit Faul- heitsprämien zu sein, zu reinigen. Es ist die A b f a g e an die von „Ruhr und Rhein" vor vier Wochen geforderte Bereitschaft, zu noch kommenden unvermeidlichen Reinigungskrisen der Wirtschaft ehrlich ja zu sagen, auch wenn die UMernehmer dafür Opfer zu bringen haben. Herr Dr. Schlenker von der Nordwestlichen Gruppe spricht nicht für sein« Person. Er ist der Dolmetsch einer im Ruhrkapital durch das Leipziger Urteil wahrscheinlich wieder vorherrschenden Strö- mung und sagt, was diese Strömung heute, nach dem Urteil von Leipzig, denkt und fordert. Und dies« Forderungen des Ruhrkapitals stich einfach: der Gedanke der inländischen Kaufkraft- und Mark- stärkung durch Preissenkungen wird abgelehnt, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft emi dem Wege des Lohndrucks und der privaten Kopitalbildung aus Kosten der Arbeiterschaft wird proklamiert. Das sind die einfachen Konsequenzen, die das Ruhrkapital aus Die Wirischast im Januar. Nach den Mitteilungen der Industrie- und Handelskammern war im Januar 1929 der Absatz an Ruhrkohle etwas befriedigender. In Oberschlesien hielt die günstige Absatzlage an; das gleiche gilt für den Kaliabsatz. In der eisenschaffenden und vor allem in der eisenverarbeitenden Industrie setzte sich die rückläufige Konjunktur weiter fort. Die chemisch« Industrie verzeichnet einen etwas leb- hafteren Geschäftsgang. In der elektrotechnischen Industrie dagegen ging der Auftragsbestand zurück. In den Derbrauchsgüterindustrien ließ die Beschöfttgung fast durchweg und zum Teil ganz erheblich nach, wodurch sich die außerordentlich hohe Zahl der Arbeitslosen er- klären dürft«. Di« erhofft« Besserung in der Textflindustrie ist nicht «ingetreten. Das Ergebnis der Ausverkäufe blieb Himer den Er- Wartungen zurück. Großbankenfuflon durchgeführt. Mitteldeutsche und Kommerzbank. lieber die Foslonsverhandlungen zwischen der Commerz- und Privalbank und der Mliteldeut. scheu Bank wird jetzt von den Beteiligten mitgeteilt, daß die Generalversammlungen am 2S. Februar die Zujammeulegung be- schließen werden. Die Aktien der lNitteldeulschen Bank sollen gegen Aktien der Commerz, und Privatbank im Verhältnis von 1: 1 um- getauscht werden. Um diese Aktion durchzuführen, erhöht die Commerz- und Privatbank ihr Kapital um 15 Millionen aus 75 Millionen Mark. Die Commerzbank muß also einen großen Posten Mitteldeutsche- Bank-Aktien besesseu haben, sonst hätte die Kapital- erhöhung reichlicher aussallen müssen. Bekanm ist, daß einer Fusion zwischen den beiden Banken vor allem Personenfrogen entgegenstanden. Man hat sich jetzt dahin geeinigt, daß der gesamte Auffichtsrat der Mitteldeutschen in den Aufsichtsrat der Commerzbank übernonnnen wird. Damit hat die Eommerzbank mit 62 Auffichtsratsmitqliedern den größten A u f s i ch t s r a t unter den deutschen Aktiengesellschaften. Er ist sogar größer als der der Vereinigten Stohlwerke, denen iimn schon immer vorwarf, daß dieser übersetzte Auffichtsrat, dessen Mitglieder nicht umsonst arbeiten, recht umvirtschastlich und ein sehr kostspieliger Luxus sei. dem Urteil von Leipzig für die Politik der deutschen Unternehmer zieht. Was darüber hinaus von Herrn Dr. Schlenker gesagt wird, sind verfängliche, aber durchsichtige Verbrämungen, mit denen die deutsche OeffeMlichkeit für diese zukünftige UMernehmerpolitit in Deutschland gefangen werden soll Eine Tür. die vor vier Wochen unerwartet aufgestoßen schien und die dem Wiederausbau der deutschen Wirtschaft wirklichen Nutzen hätte bringen können, ist wieder zugeschlagen worden. Ob- wohl der Leipziger Spruch nicht das allergeringste ändert an den schwierigen Lösungen der Reparations- und Wiederauibouprobleme, obwohl der Leipziger Spruch nur einem sehr beschränkten Iusto- mentsstandpunkt beschränkter Leute schmeicheln kann, wird er zum Ausgangspunkt gemacht für den Versuch einer sozialpolitischen Unter- drückungrpolitik, die volks- und sozialwirtschaftlich nur zu neuen Katastrophen führen kann. Wir stellen hiermit die Verantwort- l i ch k e i t des Ruhrkapitals fest für den Fall, daß entgegen dem volkswirtschaftlichen Gesamtinteresse die sozialen Kämpfe sich wieder verschärfen werden, statt daß sie sich hätten mildern können. wie es durch die Absicht, Lohnforderungen durch die Senkung des Preis- und Lebenshaltungsniveaus überflüssig zu machen, möglich gewesen wäre. Hofsenttich verfährt man mit dem Personal ebenso großzügig wie mit den Aussichtsratsmitgliedern. Beide Banken haben ihren Personalbestand für Ende 1927 mit etwa 8S3k> angegeben. Da«ine starke Vereinfachung der Verwaltung, z. B Zusammenlegung von Doppelfilialen in Frage kommt, sollen Beamte überflüssig werden. Auf Erhöhung der Eisenpreife„verzichtet". Der Stohlwertsoerband wird die für Deutschland gellenden Eisenpreise nicht erhöhen. Zu dem, was Herr Poensgen aus der Sitzung des Stahlwerksverbandes dazu sagte, ist eine Bemerkung nötig. Herr Poensgen meinte, ein Rückblick auf das abgelausene Wirtschaftsjahr ergebe deutlich, daß das Anwachsen der Arbeitslosig- keit ein« direkt« Folge wirtschostsfremder Schiedssprüche sei. Die Lohnaufbaupolitik des Reichsarbeitsministeriums habe nicht nur den Arbellgebern, sondern auch den Arbeitnehmern großen Schaden zu- ««fügt. Herr Poensgen vergißt hierbei zweierlei. Einmal, daß die deutsche Wirtschaft im Jahre 1928 bei weitem nicht genug neues Kapital erhallen hat,— das deutsche kann noch nicht reichen—, um die noch immer erforderliche Verbesserung und Derbilligung der Pro. duktion und damit die zunächst auf Kredit durchzuführende Ver- größerung des Absatzes durchzuführen. Lohnerhöhungen können fehlende»! Kapital beim Wiederaufbau der Wirtschaft noch nicht er- setzen, sind aber deshalb noch nicht entbehrlich. Er oergißt weiter. daß die gegenwärtige Arbeitslosigkeit zum großen Teil auch psycho- lvgtsch« Ursachen hat, weil die ungeklärt« Reparatiernsfrage die Unternehmungslust allgemein seit vielen Monaten behindert. Die Lohn- Politik für die verstärkte Arbeitslosigkeit verwüw örtlich zu machen, ist also im allerhöchsten Maße unoorstchtig. Herr Poensgen hält sich aber auch zugute, daß die Eisenindustrie die Eisenpreise nicht erhöhe, obwoyl an sich«in Ausgleich mit den Kosten notwendig wäre. Die Nichlerhöhung der Eisenpreise ist gewiß zu begrüßen. Aber Herr Poensgen hätte hinzufügen sollen, daß höhere Eisenpreise den schlechten Inlandsmarkt weiter verschlechtert hätten, ohne die Absatzchancen im Ausland, die ohnehin günstig sind. verbesiern zu können. Die Bescheidenheit der Eisenindustrie ist also weitgehend zwangsläufig und kein Verdienst. lieber I Milliarde Mark Reingewinn bei General Motors. ver Reingewinn der General Motors Corpovation stellt sich 1928 aus 279 Millionen Dollar gegen 235 Millionen Dollar 1027. Fast 150 Millionen verdient. 2,5 Milliarden Gefamiumsah bei den Vereinigten Stahlwerken. Die bereits im Herbst vorigen Jahres veröffentlichten Ab- schlösse der Stahl- und Zechenkonzerne Hoesch, Klöckner und Haniel (Gute Hoffnungshütte) ließen erkennen, daß die deutsche Montan- industrie im Jahre 1928 keineswegs unwirtschaftlich ge- arbeitet hat. Zur endgültigen Beurteilung der Lage in der schweren Industrie sehllen jedoch noch Abschluß- und Geschäftsbericht des Stahllrusts, der Vereinigten Stahlwerte in Düsseldorf, die da» mächtigste Zstoalaaunlernehmea ia Europa find. Vor einigen Wochen bereits wurden die wichtigsten Abschluß- Ziffern des Stahltrusts bekanntgegeben, denen jetzt die Verössent- lichung des Geschäftsberichts folgt. Wenn die Verwaltung des Stahltrusts einleitend zum Ausdruck bracht«, daß das erst« Ge- schäftsjohr von April bis September 1926 noch im Zeichen der un- mittelbar erfolgten Gründung des Trusts gestanden, da» zweite Geschäftsjahr 1926/27 bei steigender Konjunktur das Unterneh- men gefestigt und der Aufbau des Trusts sich auch jetzt in einem schwierigen Jahre sinkender Konjunktur bewährt habe, so ist zu- nächst hinter die Feststellung der sinkenden Konjunktur bis zum 36. September 1928«in F r a g e z e i ch e n zu setzen. Der Gesamt- Umsatz, tonnte sich gegenüber der Hochkonjunktur des Vorjahres noch verbessern: denn er erhöhte.sich bei den Stammwerken von 1,11 auf 1.43 Milliarden und bei den Beteiligungen von 900 auf 1100 Mil- lionen. Der Gesamtumsatz ist also von Z.21 aus 2,53 ZMlliardaa gestiegen. Allerdings hat der nachlassende Bedarf des Inlandes ein« Senkung des Umsatzes in Deutschland von 972 auf 958 Millionen herbeige- führt, dagegen erhöhte sich der Umsatz an das Ausland von 444 auf 479 Millionen. Dementsprechend haben sich auch die Produk- tionsleistungen in den einzelnen Betrieben nicht unbeträchtlich er- höht. So betrug die 1926/27 Steinkohlenförderung 26,0 Mill. To. 8.2.. 6.35.. 6,83 M M 4.99., Kokserzeugung Roheisenerzeugung. Rohstahlerzeuaung. Walzwerksproduktion 1927/26 26.45 Mill. To.+ 1,8% 9.4..+ 16° n 6.51..+2,5% 6.94.,+ 1.6% 5.11..+ 4% Am bemerkenswertesten hierbei ist, daß sogar die S t e i n k o h- lenförderung der Ruhrstahlzechen gesteigert werden konnte, während die Gesamtförderung der Zechen de» Ruhrgebiets um 2,6 Proz. im Laufe des Berichtsjahres zurückgegangen ist. Diese Mehrleistungen in den Zechenbetrieben wurden durchgeführt, obwohl die Belegschaft sich um 7 Proz. auf 87 392 Mann ver- ringerte. So wuchs der durchschnittliche Förderaateil je Maau und Schicht von IIS? auf 1235 Silo, also um fast 5 Proz. Da sich auch die Belegschaften in den Stahl- und Walzbetrieben um etwa 4300 Mann verringerten, so ist auch in diesen Werken eine Leistungssteigerung je Kopf festzustellen. Die gesamte Belegschaft ging bei erhöhter Mengenleistung vom September 1927 bis zum September 1928 weiter von 183 179 auf 172 595 Mann zurück, während die Zahl der Angestellten von 15 740 auf 15 394 sich verringerte. Wenn gegenüber diesen Mehr- leistungen das durchschnittliche Jahreseinkommen von 2363 auf 2475 M.. also um 4.7 Proz. stieg, so wird auch der Stahltrust nicht davon reden können, daß.'dir Entwicklung der Löhire-un- verhältnismäßig sei. Obwohl nach den überlauten /Klagen der Montanindustrie Mne Senkung der Gewinnziffern nicht überrascht hätte, ist dies« beim Stahltrust nicht eingetreten. Der R o h g e w i n n hat sich sogar von 280 aus 289 Millionen erhöht, und zieht man hiervon die Zinsen für die Anleihen, die Steuern und die Soziallasten ab, so ergibt sich einschließlich der Abschreibungen ein Verdienst von rund 150 Millionen. Aus dem ausgewiesenen Reingewinn von 52,8 Mil- lionen werden, wie im Vorjahre, wieder 6 Proz. Dividende gezahlt. Die Verwaltung des Stahltrusts behauptet, daß zur Zah- lung der Dividende der eigene Produktionsgewinn nicht ausgereicht habe und daß auch die Veteiligungsgewinne mit herangezogen wer- den mußten. Diese Feststellung kann aber für den tatsächlichen Reingewinn nichts besagen, da der Stahltrust die enormen Aus- gaben für die Erweiterung seiner Anlagen im großen Umfange aus vorher abgezogenen Gewinnen bezahlt, so daß der Reinge- winn wahrscheinlich niedriger erscheint als er ist. Nr. 55 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Reform der Invalidenversicherung Ein gemeinsamer Schritt der Gewerkschaften. Die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften haben an den Reichsarbeitsminister eine Eingabe gerichtet, in der für die Reform und den Ausbau der Invalidenversicherung folgende fünf Hauptforderungen aufgestellt werdent Erhöhung der Renten durch Aufbau weiterer Lohnund Beitragsklassen; Herabjegung der Invaliditats. grenze von 66% auf 50 Proz.; Gewährung von Witwen= Tenten auch ohne norliegende Invalidität; Beseitigung der Kürzungsbestimmungen nach§ 1311 ber Reichsversiche rungsordnung und Neuregelung der Lastenverteilung zwischen Invaliden- und Angestelltenversicherung. Erhöhung des Grundbetrages der Renten und Herabsehung der Altersgrenze von 65 auf 60 Jahre werden von den Gewerkschaften als zurzeit nicht dringlich betrachtet. Wie wir erfahren, besteht wenig Wahrscheinlichkeit, daß die Gewerkschafsforderungen in ihrer gegenwärtigen Form vom Reichstag angenommen werden. Die Meinungen find auch bei den Befürmortern der Reform noch nicht einheitlich. Im Reichstag fucht man nach einem anderen Ausmeg aus den Schmierigkeiten. Die Gewerkschaften halten die Rentenversorgung in der höchsten Beitragsklasse, die 38 Proz. aller Bersicherten umfaßt, für vollLommen unzureichend. Es handelt sich hier um höher entlohnte und hochqualifizierte industrielle Arbeiter städtischer Bezirke mit teuren Lebensverhältnissen, die im Invaliditätsfall die Not am härtesten trifft. Nicht umsonst sind die Gewerkschaften dazu über. gegangen, in ihren Unterstützungseinrichtungen die Einführung von Invalidenunterstützung aus den Steigerungsbeträgen erwachsenden Basten. Für die Herab fegung der Invaliditätsgrenze von 66% auf 50 Broz. fpricht, daß ältere Arbeiter, bie zur Hälfte Invalide find; feine Rente erhalten, weil bei der heutigen Pragis der Versicherte nahezu voll. ständig arbeitsunfähig sein muß, bevor er Rente zugesprochen erhalte. Diese mehr als halb invaliden Arbeiter finden, sofern sie, arbeits Ios werden, fein Unterkommen mehr. Bei der Herabjegung der Invaliditätsgrenze ist auch die Versar gung der Witwen leichter. Man kann sich dann auf eine Ge währung der Rente für alle über 50 Jahre alten Witmen und für solche, die minderjährige Kinder zu erziehen haben, beschränken. Die danach nicht versorgten Witwen müßten gleichfalls Rente erhalten, wenn sie 50 Proz. statt bisher 66% Proz ermerbsbeschränkt sind. Die Beseitigung der Kürzungsbestimmungen beim Zusammentreffen mehrerer Renten( durch Streichung des§ 1311) bringe teine finanzielle Belastung. Bei den bisherigen Bestimmungen merden die Ersparnisse durch Berwaltungsarbeit wieder aufgezehrt. Die Ab manderungen aus der Invalidenversicherung zwingt zu einer Neuregelung der Lastenverteilung zwischen Invaliden- und Angestelltenversicherung. Die Angestellienversicherung hat in den Jahren 1913 bis 1921 gleichbleibend 1,5 Millionen Ber sicherte gezählt; seit der Gesetzesänderung im Jahre 1922 ist die Zahl bis zum Jahre 1927 auf 3,1 millionen gestiegen. Der Zuwachs stammt aus der Invalidenversicherung. Der Gesamtbetrag an Lasten, der infolge der Abwanderung bei der Invalidenversiche= rung ohne Dedung verbleibt, beträgt rund 450 bis 500 Millionen Mart. Die Angestelltenversicherung hat als Gesamtabdeckung dieser Lasten 33 Millionen Marf gezahlt. zu betreiben, nicht umsonst ist man dabei, Invalidenzuschußfaffen für Arbeiter in Reichs- und Staatsbetrieben einzurichten. Bei den heutigen Lohnverhältnissen sind Lohnklassen von 36 bis 45, pon 45 his 54, von 54 bis 70 und über 70 Mart erforderlich. Höhere Bei träge deden übrigens auch viel leichter und auf längere Dauer die| Spizenorganisationen nicht. Arbeitsschutz im Film. Propaganda zur Unfallverhütung. Den Peffimismus der amtlichen Dentschrift gegenüber der finanziellen Entwicklung der Invalidenversicherung teilen die b. 3. in den Streif, der am 21. Januar mit dem Erfolg beendet wurde, daß die Löhne rüdmirtend ab 7. Januar bis 30. September um 5 Pf. pro Stunde erhöht wurden. Im Arbeitsschußmuseum in Charlottenburg den meisten Branchen nahm die Mitgliederbemegung einen Trog der im allgemeinen nicht sehr guten Beschäftigungslage in wurde eine Reihe Filme norgeführt, die dazu dienen sollen, die erfreulichen Aufschung. Der Mitgliederbestand erhöhte sich im Arbeiter auf die gesundheitlichen Gefahren bei ihrer Arbeit Borjahre um 579, so daß die Ortsverwaltung Ende 1928 insgesamt hizumeisen und sie zur Benuzung aller Sicherheitsvorrichtungen zu 5085 Mitglieder zählte. Seit dem Amiieren ber jetzigen reformisti erziehen. Neben deutschen Filmen sah man einen französischen Orisverwaltung, also seit dem 1. April 1927, ist in der fchen und einen amerikanischen Film. Bon der deutschen Buchdruder Berufsgenossenschaft wurde ein Film mit dem Titel„ Der Kampf mit dem Unfallteufel" hergestellt. Hier find die Hinweise zur Unfallverhütung im Rahmen einer Spiel. handlung gegeben. Der Unfaliteufel Leichtsinn taucht überall im Betriebe auf und veranlaßt diesen und jenen Arbeiter, die Sicher. heitsmaßnahmen außer acht zu laffen. Die furchtbaren Folgen bleia ben nicht aus: ein Arm Memmt sich in der Maschine fest, eine Arbei. terin bleibt mit dem Haar in einem laufenden Transmissionsriemen hängen, ein Unglüdlicher stürzt in einen leichtfertig offen gelassenen Fahrstuhlschacht Der Film scheint gerade durch die zusammenhän gende Handlung besonders geeignet, die Aufmerksamkeit der Arbeiter auf die Betriebsgefahren zu lenten. Nur die nich sehr einprägiamen ermahnenden Berse dürften ihren 3med nicht ganz erfüllen. Knappe, beutliche Säße, mie mir fie heute auf allen Warnungsplafaten in den Betrieben finden, wären sicher niel wirtjamer. Auf die Gefahren in der Landwirtschaft mith in einem guien, durch Trid zeichnungen bismeilen fogar sehr geschidt gestalteten Film hingewiesen. Am wenigsten glücklich ist der Film, der der Unfallverhütung im Steinverarbeitungsgewerbe dienen foll. Er ist zu einförmig und betont zu wenig die Folgen der Unter. lassung. Nur die filmische Auflösung des Warnungsplafates Bas willst du lieber tragen: ein Glasauge oder eine Schußbrille?" hinterläßt einen starten Eindruck. Der amerikanische Film ist von den Fordmerten auf. genommen und zeigt die Mittel der Unfallverhütung in diesem Ber triebe in guten Aufnahmen. Sehr mirkungsvoll scheint der Film zur Unfallverhütung beim Azetylenschweißen, der aus Teilen eines französischen Films hergestellt ist. Hier wurde ein sehr flottes Tempo entwidelt und Ursachen und Wirkungen drastisch nebenein. ander gestellt. Die fahrlässige Handhabung einer Sauerstofflasche, die zur Explosion führt, wird 3. B. deutlich gemacht, indem zuerst ein Bild die leichtsinnige Hantierung das nächste die Trümmer des starken Stahlmantels der Flasche zeigt. Was Reformisten" leisten. Aufstieg bei den Sattlern. schäftsbericht zunächst an die großen politischen und wirtschaftlichen Organisation eine Zunahme von 969 Mitgliedern oder uni 23% Proz. u verzeichnen, ein Beweis, daß nicht revolutionärer" Phrasen ichaft, sondern zielflare und praktische Arbeit organisationsfördernd wirft. Sehr gut mar auch die finanzielle Entwicklung der Organisation. Der Lokaltassenbestand stieg im Laufe des Berichts. jahres Don 73 606 m. auf 103 351 D., alfo um 29 745 M. Sonnabend. 2. Februar 1929 Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Morgen, Conntag, 3. Februar, 18 Uhr, im Bürgerfaq! des Nathanfes, Königstraße, Lichtbilderportrag: Räthe Rollwig und ihr Werk". Vortragender Dr, Riaus Berger. Unkostenbeitrag 25 Pfennig. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Seute, Sonnabend, findet aus Anlaß der Gaujugendaussprache pünkt. lich 191 Uhr eine Jugendlundgebung im Blenarsizungsfaal des Borläufigen Reichswirtschaftsrates, Bellevueftr. 15, statt. Sur Teilnahme berechtigt find nur die Kollegen, die im Besige pon auf Ramen ausgestellten Eintrittstarten find. SBD. Holzarbeiter, Bezirke Rothweften, Bebbing, Gesundbrunnen, Webbing. Wichtige Besprechung am Sonntag, 3. Februar, permittags 10 Uhr, bei Sachse, Lindower Str. 26. Parteinachrichten lafendungen für diese Rubril find Berlin 68. Lindenstraße 3. für Groß: Berlin ftets an bas Bezirkssekretariat 2. Sof. 2 Trep. rechts, su ridten. 7. Reis Charlottenburg und Spandan. Juristische Sprechstunde heute, Sonnabend, Februar, non 17-18 Uhr, im Jugendheim Rosinenstr. 4. Ge. legenheit zum Airchenaustritt. Sigung der Sugenblammisfinn heute, Cannabend, 2. Februar, 20 Uhr, im Jugendheim Rofinenstr. 4. 16. Areis Röpeaid. Montag. 4. Februar, 19% hx, öffentliche Elternger. fammlung in der Aula per Darstheerschule, Köpenid, Freiheit. Die parteigenäißischen Eltern werden gebeten, zu erscheinen. Lichtbilbervortrag bes Rourettors Fichler über Warum müßen wir unsere Rinber bez weltlichen Schule zuführen?" Heute, Sonnabend, 2. Jebruar. 81. Abt. Friedenau. Alle Genofsinnen und Genossen werden gebeten, deu heutigen Lichtbilbervortrag der EA3. um 19 Uhr in der Hohenzollern. Schule, Belziger Straße, an besuchen. Durch Finnland und Lappland zu Fuß und mit dent Faltboot." Morgen, Sonntag, 3. Februar. 108. st. Räpenid. Die G03. veranstaltet un 1914 Uhr im Lokal Lietsche, Dorotheenstr. 1, einen Bichtbilbervortrag: Reise durch Finnland und Lappland". Unfostenbeitrag 20 Bf. Wir bitten um rege Beteiligung. 115. st, 2ichtenberg. Feier zu Ehren unfeter alten bewährten Parteijubilare im Logenkasino. Knorrpromenade. Gesang, Resitationen. Stonzert, refi. rebe, Aufführungen, Anfotießend Tanz. Eintritt 50 Pf. Saalöffnung 16 Uhr, Anfang 17 Uhr. Jungjozialisten. Stre's Revilla: Seute, Sonnabend. Fahrt nach Budkom( Märkische Ehweiz). Treffpunkt 17 Uhr Mingbahnhof Reutön. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Spezialfurfus für Mufft. Nächster Abend Mantag. 4. Februar, 19% Uhr, Rütli- Schule, Reutolla. 3nstrumente uab Rotenpapier mitbringen. Kecis Mitte: Am 10, Februar finber unser Filmabend im Kultur Kino hes Metallarbeiterverbandes statt und sind hierzu alle Parteimitglieder eingeladen. Karten sind bei den Selfern au haben. toning. 4. februar. Selferfigung im Heim Rehberider Straße: dont sind noch Karten für den Filmabend au haben. Kreis Wedding: m Eonntag, 3. Februar, im Alhambra". Cee, Ede Millerstraße. Filmnesführung: Die Weise nach Afrika" und Fate Reifen". Die Musit wird van der Mujifalifchen Bereinigung 1927" und der Musikgruppe der Eazialistischen Arbeiterjugend", Berbebegirt Bedding, ausgeführt. Eine tritt: Ermadhene 40 Pf.. Kinder 20 f. Eröffnung 10 Uhr. Anfang 11 Uhr. 136. Abt. Reinidendorf Dit. Beute 19 Uhr findet die Gemeinschaftsfeier ein feiherer Anfang iit van der Pollset nicht zugelassen worden. unfetti Gruppen statt. Alle Bariefgenoffinnen und geraffen sind herzlichst eingeladen zur Barade Lindauer Straße. Geburtstage, Jubiläen usw. 08. Uniczem bewährten Genoffen Robert Seyben, Rochhaunstr. 42, an feinem 25jährigen Parteijubiläum die besten Glüdwünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation o 38. Abt. Am Freitag, 25. Januar, verstarb unfer Genosse Edmund Säter, Bornborfer Elt, 60, im Alter von 65 Jahren. Die Beisehung hat bereits stattgefunden, 85. Abt. Tempelhof. Am 29. Januar verschieb unser Genosse dsIf Primus. Die Beerdigung findet am Eonnabend, 2. Febritar, 13% Uh:. auf dem Luifenstädtischen Friedhof, Reukölln, Sermenuffrage. ftalt. Shre feinem Anbenken! Die Genaisen werben gebeten, sich recht sahlreich an den In der Diskussion versuchten einige Kommunisten ihre ,, revolu tionären Weisheiten an den Mann zu bringen, fanden aber bei der Bersammlung fein Echo. Da an dem Geschäftsbericht nichts zu bemängeln mar, nerdrehte man einfach einige Tatsachen, um in Oppofition" machen zu fönnen. Es war dem Genossen Blume in Bhathengaialetliatelien su heteiligen. seinem Schlußwort ein Leichtes, die Kommunisten gründlich abzuführen. Die Versammlung stellte dann die Kandidaten für die am 9. Februar neu zu mählende Drtspermaltung auf. Es wurden zwei Listen aufgestellt: eine 2 mster damer, auf der die jetzigen Mitglieder der Drisnermaltung fandidieren und eine fommu. nistische Ziste. Die Wiederwahl der bisherigen fünf Revisoren erfolgte mit so großer Mehrheit, daß sich eine Abstimmung über dis Borschläge der„ Opposition" erübrigte. Heinrich Leutet Wieder ist einer der Alten aus der Gemertschaftsbewegung pon ist aus der Arbeiterbewegung hervorgegangen. Sein ganzes Leben uns gegangen. Heinrich Leutel, geboren am 9. Mai 1861, mar der Gemertschaftsbewegung gemeiht. Im 2infang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts tam er in die Glasarbeiterbemegung und die Barteibemegung hinein und mar bald darauf einer der eifrigften Stämpfer. Auf fast allen Generalversammlungen war er Bertreter der Glasarbeiter, bis er im Jahre 1906 nach Amerika auswanderte. In Berlin fonnte er damals feiner organisatorischen Arbeit wegen feine Beschäftigung mehr finden. Im Jahre 1911 fam er nach Berlin zurück und stand sofort mit an erster Stelle in ,, der Berliner Glasarbeiterbewegung. 2m 1. Mai 1914 wurde er dann durch das Vertrauen seiner Kollegen zum befoldeten Borsitzenden der Glasarbeiterzahlstelle SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin infendungen für diese Rubri! nur am bas Jugendiefretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Der Bewegungschar fölt megen Erfrontung bes Genoffen Gieisner heute aus. Bur rabe ant Eannabend, a. Februar. 18 Uhr. in der Schulaula Pansiger Str. 28 muffen alle Seilnehmer bestimmt erscheinen. Wander- und Spielleiterfurfus: Beginn nicht heute, fondern erst Montag, 4. Februnt, und zwar in der Turnhalle der Schule. Reukölln, Leffingitraße. Beginn 1914 2hr. Arbeitsgemeinschaft Abraham: Torbesprechung der Süngerengruppe hente, Connabend, 181 hr pünktlich, im Seim Lindenste, 4. Pactrag ber Genofsint Cife Fleischer über ihre Erfahrungen und Eindrücke in Nordamerila". Fite alle Seilnehmer ebenda 10% Uhr. Heute, Sonnabend, 19% Uhr: Ripenidez Bieztel: Schule Brangelstr. 128: Seimabend.** Tempelhof. Marier barf: Jüngerentutiua. 3. tenb. Zehlendorf: Fahrt. Treffpunkt 18 Uhr Bhi. Rehlendorf- Mitte. Werbebezirt Brenzlauer Berg: Seim Danziger Str. 62, 3. 7: B.-.-.Sonferen 9e breitungen müssen vertreten fein. Die Funktionärsisten müffen gbgegeben merden. 19% Uhe Uebungsabend. Werbebez r Schöneberg: u Fuß und mit dem Faltkoot durch Finnland und Lappland." Lichtbildervortrag des Genassen Kurt Biging pinttlich 19 Uhr im Feftfaal der Sohenzollern- Schule. Schöneberg, Eisenacher, Cite Belsiger Strake 47 ( Nähe kalfer- Wilhelm- Blaz). Alle Freunde der Jugend sind herzlich eingeladen. Morgen, Sonntag: Röllnischer Part: Fabri Strausberg. Treffpunkt 8 Uhr Schlef. f.. Saupteingang. Reuteln VI: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr hf. Ralfer- FriedrichStraße. Fodelfchlitten mitbringen, Fahrgelb 60 Bi Werbebeair! Rentöln: Heim Steinmegstraße. Lichtbildervortrag: Wider ble Biaffenherrschaft", 19 Uhr. Berlin gewählt. Er blieb in biefem Amt bis nach erfolgter Ber. Vorträge, Vereine und Versammlungen. schmelzung der Glasarbeiter mit dem Verband der Fabritarbeiter und trat dann im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand. materieller Not geplagtes Leben hat es mit sich gebracht, daß er für Leutel mar außerordentlich beliebt. Ein schweres, oft an alle in Not Geratenen ein meiches Herz hatte. Was Leutel besonders auszeichnete, war fein absoluter Rechtsfinn und seine Ehrlich. feit in allen Dingen. Berschärfung in der fächsisch- thüringischen Weberei. Greis 1. februar. Wie von Arbeitgeberseite müceteilt wird, schließen nunmehr auch die Webereien in Meerane, Glauchau fomie im Mülsengrunde heute mit Arbeitsschluß ihre Betriebe, da auch sie an dem Ausgang des Lohnfampfes als Bertragspartei interessiert sind. Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller hielt am Donnerstag im Gewerkschaftshaus ihre Jahresgeneralversammlung ab, die sehr starf besuchi mar. Der Bevollmächtigte, Genosse Blume, erinnerte in seinem GAuseinandersetzungen im Borjahre, die ein startes Anmachsen des Einflusses der Arbeiterschaft, aber auch eine Berschärfung der Gegen fäge zwischen Kapital und Arbeit erkennen lassen. Auch der Berband Der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller blieb von diesen Wirt schaftsfämpfen nicht verschont. So murde von den Berliner Binoleumlegern ein vierwöchiger Streit geführt, der mit der Er höhung der Löhne um 10 Pf. pro Stunde und der Attorde um 5 Broz. endete. In der Lederwaren branche ist als wichtig. fter Erfolg zu bezeichnen, daß den Heimarbeitern endlich ein tarif. Bei der Wahl im Bezirk Brenzlauer Berg zur Generalver. licher Anspruch auf Urlaub gesichert wurde. Des weiteren wurde fammlung des Fabritarbeiterverbandes fielen die Kommunisten für die Arbeiterschaft dieser Branche die Erhöhung der Affordbasis durch. Die Wahl war in diesem Bezirt betanntlich von der Drts. von bisher 10 Broz, über dem Mindestlohn auf 12% Bros. fomie verwaltung für ungültig erflärt morben, weil an ihr brei nicht eine Herablegung der Altersgrenze für Facharbeiter von 23 auf mahlberechtigte Mitglieder teilgenommen und mit ihren Stimmen 22 Jahre durchgesezt. Der Mindesstundenlohn wurde im Laufe des der Opposition" zum Siege verhoffen hatten. Die Amsterdamer Borjahres um insgesamt 10 Bf. heraufgefegt. In der Tapezierer Richtung war mit einer Stimme ben ostauern unterlegen. Die branche betrug die Gesamtlohnsteigerung im Vorjahre ebenfalls Kommunisten brachten ganze vier Stimmen mehr auf als bei ber 10 Pf. pro Stunde, desgleichen auch für die Karofferie für ungültig erklärten Wahl, während die Genossen der Amfter arbeiter und die in der Zelte und Plänebranche Be damer Richtung 17 Stimmen mehr erzielten. Das Ergebnis war schäftigten, Für die Treibriemenbranche fonnte beim 67 Stimmen für die Kandidaten der Amsterdamer und 33 Stim men für die der Mostauer Richtung. Auch in der Staatlichen Tariffchiedsgericht nur eine Lohnzulage von 6 Pi. durchgesetzt mer. Borzellanmanufattur fonnten bie Kommunisten teine den. Nach ergebnislosen Verhandlungen über eine Aufbesserung der Borbeeren ernten. Hier erhielt die Richtung Anisterdami 50 Stim Löhne traten die Arbeiter der Treibriemenbranche am 14. Jamuarmen und bie Stommunisten 23 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäfistotle: Berlin 14. Sebaftianita, 37/38. Sai 2 Tr. Sonntag, 3. Februar. Kreis VIII: Vormittags 10 Uhr Kreisfihang im Sigungsfcale des Gaubureaus, Berlin, Eebastianstr. 37-88. Schöneberg- Frieberan, Sandballmannschaft: Uebungsstunde der 2. Mannschaft Dominicus Evortplak 11-12 Uhr. Eretien aller Sportler. Lichtenberg, Samerablchaft Mahlsdorf: Pünktlich 84 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle zur Ausfahrt. Echlitten mitnehmen, indjade, Bunbesnabel und Evorimithe. Montag. 4. februar. Wintersportabteilung: Jeben Montag Sanitätsfurfus um hab Sungpart, 20 Uhr in Schneiders Hotel. Jeden Dienstag, 20 Uhr, Echwimmen im BellenFreireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 yr. Boppelallee, 15, Bartrag brs serrn. Saznbt: Die Bibel, das Wort Gottes". Sarmanium:" Humarest" ( Dooraf). Gäfte milliommén, 19% Uhr, im Friedrich Bilhelm Gymnasium, Rodz. 18, einen nauen An Berliner Berein für Einheitsturzschrift, B., beginnt am 4. her fängerlehrgang in ber amtlich eingeführten Einheitsfurafdrift. Dauer 2 Monate. Gebühr 12,50 m. Fortbildung, Dittat, Rebeldrift in acht verfchiebenen b ingen finden Montags, Dienstegs, Mittwochs, Donnerstags und Freitags Don 19% bis 21½ he cbendafelbft statt. Gefäftsstelle: 2. Anons, Helenjce. Bornimer to Der Bolledor Diten übt jeben Dienstag pon 20 bis 22 Uhr under Pitung feines Charmeifters Bilhelm anochef in bez Goulaula tantfutter ee ur Cinfarbiezung eines größeren Chorwertes find ftimmbegabte frauen und änner ohne Unterschieb bes Alters herzlich willkommen, Arbeiter- Camar ter- Bunb, e. D. Mitgliederversammlungen haben folgenbe bteilungen: 4. Februar: Weißenfee: Lolal Starte, Charlottenburger Git, R. Bohnsdorf: Lotal Seimann, Baltersdorfer Str. 100, 3. Februar: Wedding: gotal Borreiter, Schulftr. 12. 6. Februar: Reinidenborf: Schule Bautower Allee. Mite: Geschäftsstelle, Große tamburger Str. 20. 7. Februar: 8. Febrnat: Steglig: Lokal Treptow: Lota! Bildenbruch, de Grachitraße. Schmidt, Lichterfelbe- B., Roonftr. 89. Tempelhof: 2otal Pinbisch. Rönigftr. 44. 11. Gebruar: Chöneberg: gatal Lichtenberg: 20tal Heers, Beferstr. 20. Fofenthal, Ebersitt, 66. Reutelin: Lata! Schilling, Rirchhofftr. 41. Kreuzberg: Zotal unbekannt. Bernsdorf: Turnhalle Roonftraße. 12. Februar: Friedrigshain: total Buſch, Tilſiter Str. 27. 14. Februar: Benton: Riffingentraße 48. Brenzlauer Berg, Tiergarten, Friedrichshagen und Röpenid werden noch bekanntgegeben. Beginn bez Bersammlungen 101 Uhr. Rege Beteiligung mird erwartet Theater, Lichtspiele usw. Sonnab., 1.2 2. Staats- Oper Jinter Linden A.-V. 30 19th Uhr Sonnab., d. 2 2. Städt. Oper B smarcksti, Turnus III 19 Uhr Aida Königskinder Staats- Oper Staatl. Schausph. An Pi.d. Repubi. R.-S. 29 19 Uhr Die an Gadarmenmarki A.-V. 29 20 Uhr Fledermans Oedipus Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Flachsmann als Erzieher Cheater des Westens Täglich 8 Uhr Der sensationelle Erfolg! Käthe Dorsch it Friederike Mufit von Franz Lehar Rammers. Karl Jöken ( Staatsoper Berlin) Borverlauf ununterbrochen. 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Schiller- Th. 8 Uhr Flachsmann als Erzieher Th. am Schiffbauerdamm Täglich& Uhr Die Drei- Groschen Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. 814 Uhr Revolte im Erziehungshaus Schauspiel von, P. M. Lampel. Komödienhaus 81% hr Das Geld auf der Straße Abenteuer v. Bernauer u. Oesterreicher Trianon- Th. Täglich 84 Uhr Das Haus der Laster ( Yoshiwara) Sonntag 4 Uhr Hänsel u. Gretel Deutsches Theater Z Norden 12 310 entralTheater 8 Uhr. Ende 10% Uite Jakabsir. Ecke Cramerstr. Täglich 81% Uhr Sonntag.auch 4 Uhr Die Verbrecher Schauspiel von Ferdinand Bruckner ich küsse ihre Regie: HeinzHilpert Hand, Madame Ein Spiel von Liebe Kammerspiele und Lenz mit dem Norden 12310 gleichnam.Schlager 8, Ende nach 10% U. Rundfunkhörer Seeben erschienen" Komödie von Edouard Bourdek Regie: haibe Preise Kleines Theater Täglich 814 Uhr. Forster Larinaga. Lady Windermeres Fächer Die komödie von Oskar Wilde Bismarck 2414/7516 Sandrock Hechy, 814 Uhr, Ende 10% Kli der, Hardt, " Olympia" Mamelock u. Möller von Franz Molnar Theater am Regie: Forster Larinaga. Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr HALLER- REVUE ettdien Geberi ,, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr 2 Sonntags Vorstellungen 3 Uhr u. 81/4 Uhr. Nadmittags die ganze Varstellg. za halba Praisen Singspiel von Walter Kollo Dtsch. Künstler- Th. 814 Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace deutsch Rita Matthias Preise 1-10 Mark Planetarium am 200 Thalia Theater Verläng. Joachimsthaler Straß Dresdener Str. 72-73 8 Uhr ., Oelrausch Lustspielhaus Friedrichstr.236 Bergmann 2922/23 Täglich 814 Uhi GuidoThielscher in Noll, 1578 16 Uhr 66 Der Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel Uhr Werden u. Vergehen d. Sterne Weekend Interieren im Paradies ' bringt ERFOLG! 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Einlaß 6 Uhr. gegen Nachahmung besonders wirksam gesetzl. gesch. ertigt seit 48 Jahr and trotzdem Renaissance- Theater 9 Tel. Steinplatz 901 a. 2583/84. Täg ich 8 Uhr Das große ABC" Regie: Gust. Hariung Stg. nehm. 4 Uhr: Krankheit Jugend Deutscher Metallarbeiter Verband Ortsverwaltung Berlin Am 30. Januar starb nach kurzem aber schwerem Leiden unerwartet unser Kollege und Bezirkskassierer Hugo Hoffenberger Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung findet am Montag, dem 4. Februar, 20 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung erwartet Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands. Ortsgruppe Berlin. Unferen Mitgliedern und seinen onftigen Arbeitskollegen der Bmei 83 zur Kenntnis, baß unser Verbandsmitglied Johannes Feldhahn plöglich und unerwartet im Alter von 31 Jahren am 26. Januar, 15.30 Uhr, am Bahnhot Südende beim Schnee fegen einer Weiche vom D- Bug HalleBerlin: ödlich verunglüdt ist Ehre feinem Andenken! Die Ortsverwaltung Berlin. Die Beerdigung findet am Sonn abend, dem 2. Februar 15 Uhr, auf bem Enther- Kirchhof in Lanimiz ftatt Am 31. Januar starb plöglich an Herzschlag mein lieber. guter Mann, unfer lieber Bater, Schwieger- und Großvater, Bruder, Schwager und Dntel Heinrich Leutel im Alter von 67 Jahren Berlin- Treptow. den 1. Februar 1929. Im Namen ber Hinterbliebenen: Berta Leutel, geb. Grothe. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 5. Februar, vormittags 10 Uhr in Baumfdhjulenweg ftatt. Danksagung Für die herzliche Telnahme bei der Einäicherung meines lieben Mannes jage toh hiermit allen Ber mandten und Bekannten sowie ben Stollegen des Boftamis W 50 und ben Herren vom Magiftrat Charlotten burg meinen herzlichsten Dant. Elisabeth Rausch und Tochier Berlin W 50, Ansbacher Str. 17 Verkäufe Defen, eiferne, jeder Art und Größe Don Die Ortsverwaltung. Am 31. Januar verfiarb plöglich an Herzlähmung meine liebe Frau Auguste Tegt im Alter von 48 Jahren. Dies zeigt hiermit um stille Teilnahme bittend an Heinrich Tegt nebst Pflegesohn Hans Strubel Die Einäscherung findet am Mon tag. dem 4. Februar 1929, Dormittags 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Einladung an alle Lehrlinge aus den Wertschulen der Me allindustriz Groß- Berlins der Jugendabte.lung des Deutschen Metallarbeite- Berbandes zu dem am Sonnabend, dem 2 Februar, abends 8 Uhr. in der Rulturobteilung des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes, Linienftr. 197, stattfindenden Unterhaltungs- Abend mit folgendem Brogramm Ansprache- Rezitation- Gefang Film Borführung 1. Lava", Befuntatastrophe in Italien 2 Schußweises Aufstellen eines Maftes für 100 000 Bolt Spannung. Jugendkollegen! In den Winter monaten, wo wir nicht immer Gelegenheit haben, uns in der Natur zu ergehen, joll unfere Rulturabteilung die Etätte fein, um der Jugend ein Wiffen zu vermitteln, mas im täglichen Lebenstampf gebraucht mird Alle Lehrlinge, and biejenigen, bis unferer Organisation noch nicht angehören, find freundlichst eingeladen... Die Drisverwaltung StahlMetall- Betten matratzen HolzKinderbetten, Polster, Schlafzimmer, Chaise longues an Private, Ratenzahlg. Latalog 267 frel Elsenmöbelfabrik Suhi( Thor) Möbel- Ramerling Raftantenallee 36 Nußbaum- Wafd) tommoden, englische Bette ftellen, Nachttische. Riefenauswahl. Sahlungs Blüschlofas. 12.50 an, Amerikaner, Jrische, erleichterung Dauerbrand( auch für Gale bis 5000 cbin), transportable Rachelöfen. Spottpreife. Musikinstrumente Rochherbe, Gas-, Kohle- Defen, Dien türen, Dien- nhr, Basditessel, Baschtabri! Lint Brunnenstraße 85 Sintpianos, überaus preiswert. Biens naschinen, bwawie, Wascherain Selfehlung. 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