Morgenausgabe flr. 57 A 29 46. Jahrgang Wöchentlich SS Pf, monatlich S�SM. tm voraus zahlbar. Postbezug 4L? M. »wschl. BestrUgeld. Auslandsaboan— «tm S.— SL pro Monat. Der.Sonvirts* erlchen« wecheniSst» vch z-oeimal. Sonntags uns Montags einmal, die Äbeneausgaben für Beel» vnd un Handel mü dem Titel.Der Abend". Illustriert» Beilagen.Volk »nd Zeit" und Jlir.PertreunE". Ferner rUnrerhaItung und Wissen*..Frauen« stimme*.Technik*.Blick in dt« Bücherwelt* und.Jugend-B vrwärts* NsrMee Solksvlatt Sonniag 5. Februar 1929 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. Di» sr»fpaltig» Nonp�llezeM <0 Pfennig. Rektamreile i.— Reichs» mark.„Klein? Anzeige»' d,s ettge» druckte Won 2b Pfennig(zulafstg zwet fettgedruckte Worte),«edes weitere Wort A Pfennig. Stellengesuche dos erste Won t5 Pfennig, jedes weitere Wort SO Pfennig. Worte über 15 Buchstaben En für zwei Wone. Arbeitsmartt 60 Pfennig Familienanzeigen für meinen Zeile 40 Pfennig. 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Als Historiker und wissenschaftlichem Bearbeiter der Kriegsschuldsrage wird Ihnen sicher nicht entgangen sein, daß mein Homburger Porteisreund, Reichs- tagsabgeordneler Biedermann, in einer kleinen Broschüre um- sangreiches Material über de» Stand der Kriegsschuldfrage zusammengetragen und die Notsvendigkeil begründet hat. durch die Aer- srörung des Märchens von der Alleinschuld Deutschlands eine„offene Wunde' zu schließen. Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, daß der Schrift Biedermanns über die Kriegsschuldsrage und Kriegs- schuldlüge ein Vorwog aus meiner Feder oorangestelll worden ist. worin ich zum Ausdruck gebracht habe, daß es daraus ankommt, im Kampf mit den politischen Pharisäern aus allen Lagern den Nach- weis zu führen, daß innerhalb und außerhalb der Mauern Deutsch- londs gesündigt worden sei und daß die geschichtliche Wahrheit sich nicht durch die Artikel eines Friedensdiktates oergewaltigen ließe. Darin ist— auf eine kurze Formel gebracht— alles das umschrieben, nas ich nicht erst in Hamburg, sondern von 1919 an in ungezählten Bersommlungen zur Bekämpfung der Behauptung von der Allein- schuld Deuischlands am Krieg« ausgeführt habe. Anlaß zu meinen Aeußerungen über den Kaiser gab Nicht nui der Zog, an dem die Rede gehalten wurde, sondern vor ollem der Umstand, daß gerade die Homburger Deutschnationalcn in einer Entschließung Klage führten über das Schicksal, des„Ber- bannten? und in-geitungsaertikeln feine Verdienste als Friedens- ka'fer und als Kaiser der Sozialpolitik rühmten. Ich habe an diesem Bilde einige Aenderungen vorgenommen und— soweit die Züge des„Friedenskaisers' nicht stimmten— an die provozierenden Reden des fräheren Monarchen erinnert, an das Zaren-Telegramm, worin der Kaiser als„Admiral des Atlantischen Ozeans den Admiral des Stillen Ozeans' grüßte, an die in der Weltösfentlichkeit vielbeachteten, immer wiederholten Mahnungen an die deutschen Truppen, das Pulver trocken und das Schwert geschliffen zu halten und an die groß- sprecherischen Redensarten wie die, daß keine Entscheidung auf den Erdenrund erfolgen dürfe, der nicht der deutsche Kaiser seine Zu- stimmung gegeben habe. Zur Beurteilung dieser Kaiserreden habe ich genau das gesagt. was Sie selbst, sehr geehrter Herr Professor, in Ihrem Ossenen Brief darüber schreiben:„Er hat dadurch unseren Feinden Waffen in die Hand gegeben, die sie geschickt und erfolgreich genug zu ver- wenden verstanden haben.' Ich unterlasse es hier, die Motive und die Intentionen dieser Reden zu beurteilen— ihre Wirkung ist jedenfalls gewesen, die ganze Well zu der Ueberzeugung zu bringen. ') Bericht im„Abend' Nr. 45. Red. b...B.' der deutsche Kaiser strebe zur Weltherrschaft durch den Krieg. Mir liegt nichts ferner, als einen Politiker zu verurteilen, der sich in der Wahl seiner Mittel einmal vergreift und deshalb das Gegenteil von dem erreicht, was er will. Aber darf man von der Politik des früheren Kaisers sogen, daß er sich nur in der Wahl der Mittel vcrgrissen habe? Ist eine derartige Verteidigung nicht vielmehr die schwerst« Beschuldigung? Es ist ihm oft und deuttich genug— freilich nicht von seiner Umgebung— gesagt worden, wohin einmal seine Politik der Drohreden führen müsse. Ein sehender und verant- wortungsoewußter Führer seines Voltes hätte aber auch aus Eigenem zu der Erkenntnis kommen müssen, daß man mit dauerndem Säbelrasseln keine Freunde wirbt, sondern Bündnisse gegen sich be° gründet. Daß er es nicht erkannt hat, war sein und unser aller Un- glück, war aber auch mehr als ein Dergreifen in den Mitteln. Daß er in den letzten Wochen vor Ausbruch des Krieges versucht hat, den drohenden Weltbrand zu verhindern, hat den Glauben an seinen Friedenswillen und an die Aufrichtigkeit semer Friedensbemühungen nicht wiederherzustellen vermocht. Dies« Tatsachen festzustellen, darf auch dem deutschen Pollltker nicht verwehrt sein, der die Behauptung des Versailler Vertrages von der Alleinschuld für falsch hält und bekämpft. Die Schuld am Kriege ist eine Kollektivschuld, von der keine der beteiligten Mächte ausgenommen ist oder durch Diktat des Siegers freigesprochen werden kann. Daß Deuischland, das der Alleinschuld bezichtigt wird, «in besonderes Interesse hat, dies« Dlngc klarzustellen, ist selbstver- ständlich. Ich muh mich darum entschieden gegen den Vorwurf ver- wahren, durch meine Rede eine Verschleierung der Kriegsschuldsrage verursacht zu hoben,„die der noch immer gegen Deutschland arbeiten- den Lügenpropaganda zugute kommt' und denen,„die der Wahrheit den Durchbruch zu erkämpfen bemüht sind, die Arbeit erschwert'. Wer Wahrheit sucht und Gerechtigkeit fordert— Aufgaben, die dem Politiker, wie dem Historiker gemeinsam sind'—, darf vor den Fehlern, die auch auf unserer Seite gemacht worden sind, nicht die Augen verschließen. Wie die Gewichte der Schuld zu verteilen sind, mag schließlich die Geschichte entscheiden. Die Politiker haben dafür zu sorgen, daß Erkenntnis und Bewußtsein von der Gesamtschuld und Gesamtverantwortung verbreitet werden, weil daraus die Kräfte wachsen müssen, die nötig sind, um durch gemeinsame Anstrengungen eine Wiederkehr des grausigen Weltbrandes zu verhindern. Was endlich meine Partei anlangt, von der Sie meinen, daß sie ein besonderes Interesie daran habe, die alt« kaiserliche Regierung zu tadeln, so gestatten Sie mir zum Schluß noch die Bemerkung, daß die oben gerügten Fehler des allen Regimes so sehr gegen sich selbst sprechen, daß die Sozialdemokratische Partei und ihre Wortführer sich daraus beschränken können, sie ohne Schminke und Schleier auszu- zeigen. Eines besonderen Tadels, der noch dazu mit der geschicht- lichen Wahrheit oder den nationalen Interessen im Widerspruch stände, bedarf es dabei nicht. In vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener ' Carl Severing. poincare ben'chiigi sich. Da« Echo im&soß. Paris, 2. Februar((Eigenbericht). Nichts ist bezeichnenda? für den Mangel an Wirklichkeitssinn, der Poincare eigen ist für seine„überraschende imellettucllc Naivität', wie es hie„Bolonte' nennt, als das offensichtliche Mißverhältnis zwischen den Wirkungen seiner Elsaß- rede und den Hoffnungen, die er daraus gesetzt hat. Die Recht« beschuldigt Deutschland, die Linke erklärt, alles würde anders werden, wenn man die Loiengesetze im Elsaß einsühren wollte. Die große Insormationspresic serviert ihrem Publikum den völlig profanen Patriotismus, so etwa wie beim Colmarer Prozeß, nur etwas ab- geschwächter. Was ist also durch die stundenlangen Ausführungen Poincaräs an dem früheren Stand der Diskussion geändert? Wer ist ausgektärt worden, wer zu tieferen Ergebnissen gelangt? Niemand. Es sei denn, daß die völlig haltlosen Ausführungen des Minister- Präsidenten über eine angebliche deutsche Unter st ützung der outonomistischen Bewegung, noch dazu die internationale Atmo- sphäre verschlechtert haben. Poincare scheint sich von dieser Gesahr ersreul icherweise bereits Rechenschaft abgelegt zu haben. Denn er ließ noch in der ttachk zum Sonnabend die Redaktionen der Pariser Zeitungen bitten, die betreffende Stelle zu streichen. llm amtlichen Stenogramm aber Ist nachträglich ein weiterer Sah hinzugefügt worden de» Zahalts: die französische Regierung nehme nicht an. daß deutsche offizielle Stellen die auto- «omistische Bewegung unterstützen. Di« gesamte autonomistische Presse des Elsaß bezeichnet die Rede Polncares als die eines Staalsonwalts. Der „E l s ä s s e r Kurier' schreibt: Ein« solche Rede Hölle während des Eolmarer Prozesses gehalten werden können. Wenn ein Staats- mann ein politisches Problem auf solche Werse lösen wolle, so begebe er sich aus Abwege. Poincare s»i lelbst von seinen eigenen An- häirgern wegen ihres totalen Mangels an Verständnis für das Elsaß mißbilligt worden. Andere Blätter geben ihrem Erstaunen darüber Ausdruck. daß Poincarä in seiner Anklagerede die gesamt« klerikale Presse mit Stillschweigen Übergangen habe, obwohl dies« doch notorisch die Hauptstütze sei. Auch die in Mülhausen erscheinend« sozialistisch« .„Republik' erklärt, daß Paincaräs Rosormprogranun im höchsten Grade unzulänglich sei und der Ministerpräsident den Beweis erbracht habe, daß er zur Lösung des Eljaßproblems uns äh ig sei. Sowjet-Rußlands Verramschung. Oos Entkommunalisierungs-programm. Das Drama der Entkommunalisierung der öffentlichen Werke in Rußland und ihre AurUeserung an das Privatkapilal beginnt. Nach einer Woskauer Weldung hat die Regierung der Sowjetunion die Bewilligung von 91 ausländischen Konzessionen im Betrage von 4lZ Millionen Rubel aus dem Gebiete der kommuoolen wirlschost gutgeheißen. Die au das ausländische Privalkapltal zu vergebenden Konzelssionen beziehen sich unter anderem aus den Bau und den Betrieb von 15 Gasanstalten. Straßenbahnen in IS Städten, einer Anzahl elektrischer Kraftwerke, der Moskauer Untergrundbahn und mehrerer elektrischer Bahnen am Schwarzen Meer. Es handelt sich hier um den Ansang einer sehr traurigen Entwicklung, die die wirtschaftliche AusbausShigkeit der leitenden Männer in Rußland In einem sehr ungünstigen Lichte erscheinen läßt and zu der flch selbst in reaktionären Monarchien niemand bereit gesunden hätte. Notwendige Klärung. Sozialdemokratie und Gegenwartsstaai. Von Frieärioh. Stampfer. Wochenlang haben wir die Frage erörtert, wie wir zur Wehrmacht stehen. Mit logischer Folgerichtig- teit hat diese Debatte zu einer anderen Frage geführt: Wie stehen wir zum Staat? Wie stehen wir zu'dieser Deutschen Republik, die seit dem 9. November 1918 geworden ist? Genosse Paul L e v i hat gestern mit dankenswerter Klar- � hell gezeigt, wie tiefe Meinungsverschiedenheiten über diese Frage innerhalb der Partei bestehen. Wenn er sagt, daß seine Gedankenrichtung der meinen völlig entgegengesetzt ist, so kann ich das nur bestätigen. Ja, schon seine Art zu polemisieren ist ganz anders als die meine. Er beruft sich auf Marx viermal, auf Engels dreimal, auf Bebel. L a f f a l l e, Rosa Luxe nr bürg und Lenin je einmal, außerdem auf zw« internationale Kongresse von 1997 und 1910. Diese Methode scheint mir etwas in Mißkredit geraten. In den Spaltungs- und R'chtungskämpfen seit 1916 hat jede Seite mit schlagenden Zitaten aus den Klassikern des Sozia- lismus operiert. Die fünf oder sieben Richtungen im Konunu- nismus bombardieren sich gegenseitig noch heute mit ihnen. Der gute Hugo U r b a h n s z. V. ist fest davon überzeugt. daß Marx und Engels, wenn sie noch lebten, singe- schrieben? Mitglieder der linken KPD. wären. Leider sind sie vor Jahrzehnten gestorben und haben die ungebeure revo- lutionäre Entwicklung seitdem nicht mehr erlebt. Wir Lebenden haben uns in dieser Zeit alle mehr oder weniger geän- dert■— Genosse Paul Levi nicht ausgeschlossen und so würde es jenen großen Meistern wohl auch gegangen sein. Dazu waren sie ja durch Ihre eigene Lehre verpflichtet, die doch darauf gerichtet war. aus lebendiger Wirklichkeit theoretische Einsichten zu gewinnen, keineswegs aber darauf, widerstrebende Tatsachen so auseinanderzuziehen oder, zu- sammenzuhacken, daß sie in das Prokrustesbett einer Theorie passen. Levi meint, wennMarr noch lebte, würde er von derDeut- scheu Republik dasselbe behaupten, was er von der französi- schen schrieb:„Sie ist nicht als eine soziale Errungenschaft proklamiert worden, sondern als eine nationale Verteidigungs- Maßregel.' Ich dagegen meine. Marx würde bemerkt hoben, daß die Deutsche Republik im Gegensatz zur französischen erst entstand, als die nationale Verteidigung schon völlig zulam- mengebrochen war. Er hätte gewiß auch»'cht gesagt, daß der Sturz aller Klassenwah'snsteme, das gleichsWahlrecht der Frau. die Abschaffung der Gesmdcordnungen und so manches andere keine„sozialen Errungenschaften' seien. Zitate stehen nach Belieben zur Verfügung. Levi kennt sie. Ich habe gefragt, woran ünzweifelhaft zu erkennen ist. ob ein Staat noch bürgerlich oder schon sozialistisch ist. Levi verweist auf den Kampf des Bürgertums gegen den Feudal- adel in England und Frankreich, da hätte man an Karl I. und an Ludwig XVl. ganz deutlich den Mandel der Dinge bemerkt. Fatalerweise baben wir keinen Karl oder Ludwig mehr, an dem wir den Beginn eines sozialistischen Zeitalters der Humanität augenfällig markieren könnten. Damit ist also meine Frage nicht erledigt. Aber abgesehen davon ist Genosse Levi ein viel zu guter Kenner der enqli'chen Ge- schichte, um zu glauben, die englische Adelsherrschaft sei mit Karl I. auf dem Schafott gestorben und seitdem habe das Bürgertum„so deutlich, daß es alle begriffen', regiert. Fast zwei Jahrhunderte lang hat das englische Bürgertum nock) ringen müssen, um sich ganz durchzusetzen. Slllerdings sind diese revolutionären Kämpfe seit 1649 ziemlich unblutig verlaufen, und darum vielleicht haben sie den Genossen Levi weniger interessiert. Und Deutschland? In Deutschland ist kein Königskopf ge- fallen, das Bürgertum ist in seiner einzigen Revolution— tm Jahre 1848— nach allen Regeln der Kunst militärisch g e- s ch l ag e n worden, ohne daß sein Aufstieg dadurch lange aufgehalten worden wäre. Die Geschichte der Klassenkämpfe zeigt, daß die Klassen durch die Ent Wicklung der Pro- duktionsverhältnisse zum endgültigen Sieg ge- tragen oder in die endgültige Niederlage gestürzt werden, wobei die Gewalt stets nur eine sekundäre Rolle svielt. Hier sind wir an einem Ausgangspunkt der so verschie- denen Gedankenrichtungen bei Levi und mir. Ich sehe— und das scheint mir nicht unmarxistisch— die Idee auf der Grundlage einer ökonomischen Entwicklung siegreich fortschreiten und meine in diesem Sinn, wenn es erlaubt ist, auch Napoleon zu zitieren, daß Ideen letzten Endes immer stärker sind als Bajonette. Levi sieht wie hypnotisiert auf die Instrumente der brutalen Gewalt, die er als die entschei- denden Faktoren des Klassenkampfes bewertet. Leider hat Levi nicht nur seinen Marx falsch gelesen, sondern auch mich. Ich habe nicht vom Bürgerkrieg ge- sprachen, der nichts als einen Trümmerhaufen hinterlassen würde, sondern von einem neuen Weltkrieg. Und dieser Trümmerhaufen nach einem neuen Weltkrieg, Genosse Levi, ist wahrhaftig kein bloßer„Weiberschreck'. Ich glaube auch nicht, daß au« einem solchen Trümmerhaufen infolge einer„wunderbar st en logischen Berbundenheit" sobald wieder eine bessere Ordnung und— was dabei die Haupt» lache ist— Brot für die Arbeiter wachsen könnt«. und darum kann ich nicht mit der souveränen Gelassenhest des Genossen Leoi aus..das Wunder" warten, das au» neuen Völler- und Bürgerkriegen sprießen soll. Daß man seit Heraklit über Schiller bis zu Marx im Krieg den..Bater aller Dinge" und den„Beweger des Men- schengeschlechts" gesehen hat. ist auch mir nicht unbekannt. Aber keiner von den dreien hat den Weltkrieg erlebt und die Vervollkommnung der Vernichtungstechnit seitdem. Keiner von ihnen hat auch das ungeheure Glück erlebt, das uns Lebenden geworden ist, eine gewaltige Arbeiterbewegung entstehen zu sehen, die den Krieg gegen den Krieg auf ihre Fahne geschrieben hat, und die es nun so zu stärken gilt, daß sie stark genug wird, um diese revolutfonäre Parole einer neuen Menschlichkeit zum Siege zu führen. Uebergangszeit? Ja, wir leben in ihr! Man muß sich einer vorgefaßten Meinung zuliebe absichtlich blind machen gegen alle Tatsachen, wenn man diesen Staat von heute nur als«inen„bürgerlichen" sieht, der ausschließlich von„bürgerlichem Interesse" beherrscht wird. Glaubt ihr denn wirklich, daß die Arbeiterbewegung in jähr- zehntelangen, unter wechselnden Formen geführten Klassen- kämpfen rein nichts erreicht hat? Hat Mar� nur gelebt, um zitiert und ausgelegt zu werden, ist die von chm entfachte Bewegung bisher ohne alle praktischen Erfolge geblieben? Danken wir die allerhand Dinge auf dem Gebiet der Ver- fassung und der Sozialpolitik, für die das Proletariat instink- tio aufsteht, wenn sie angetastet werden, nur der Weisheit und Güte einer unbeschränkt herrschenden Bourgeoisklasie, oder sind sie nicht gegen die Bourgeoisie in zähem Kampf ge- wonnen worden? Sächsische Parteiblätter werfen mir vor, ich glaubte an die Allmacht des Stimmzettels. Nein, an die glaube ich nicht, ich glaube aber an feinen entscheidenden Wert, wenn er im Einklang mit den anderen Waffen der Arbeiterbewe- gung, gewerkschaftlichen und genossenschaft- l i ch e n, richtig benützt wird. Die parlamentarische..Mehr- heit des Proletariats" stelle ich mir dabei freilich nicht so vor, wie sie 1983 in Sachsen gewesen ist. Nicht„das Proletariat" war da die Mehrheit, sondern es waren zwei proletarische Parteien, von dcnen eine nur daran dachte, die andere für ihre Zwecke und gegen die Demokratie zu mißbrauchen. So bereitet man Siege vor, nicht für das Proletariat, sondern für die Bourgeoisie. Während die KPD. täglich in ihren Reihen„Sozial- demokraten" entdeckt, um sie hinauszuwerfen, möchte ich um alles in der Welt nicht bei uns nach Kommunisten suchen. Freiheit jeder Meinung— aber weh« der Partei, wehe der Arbeiterbewegung, wenn sie sich von Klasienkamvf-Militari»- mus und wundergläubiger Gewaltanbetung in ihrem prakti- schen Handeln beeinflussen ließe! Wir tun wahrhaftig besser, wenn wir in diesem Staat, der längst nicht mehr nur vom bürgerlichen Interesse beherrscht wird, mttarbeiten, um Ihn schließlich ganz zu dem unfern zu machen. Einen anderen Weg sehe ich nicht, wo Genosse Leoi hinzeigt, sieht ihn nur, wer. mit ihm an Wunder glaubt. Wir wollen uns lieber an das halten, was wir in der rauhen Schule der Wirklichkeit gelernt haben! * Berichtigung. Am 31. Januar wurde hier ein Aussatz des Zwickau«„Volks- blatt" zitiert, in dem erklärt wird, daß man Rußland.chas Recht de« bewaffnete» Selb st schütze»" zubilligen müsse, das Deutschland ol» einem bürgerlichen Staat abzusprechen sei. Dazu wurde«in in der Plauener„Vollszeitung" erschienener Aufsatz des Genossen Graf angezogen, der sich zur gleichen Frage nicht mit derselben Unzweideutigkelt ausspricht. Jetzt«klärt die Plauener„Volkszeitung" in einem redaktionellen Artikel, daß sie Mit dem Zwickauer Parteiblatt ganz einer Meinung sei. Korfleiat im Landiag. Oie Lage der Wald» und Forfiar bester. Am Sonnabend führte der Landtag zunächst die 2. Lesung des Domänenetats zu End«. Die darauf folgende Beratung de» Haus? Halls der Staatlichen Forst Verwaltung bracht« lebhaste Klagen der meisten bürgerlich«« Fraktionen über das Holzabkommen mit Polen, das aus die deutschen Holzpreise drücke. Für die Deutsch- nationalen gibt«s natürlich nur ein Hilfsmittel: Schutzzölle für Holz! Der sozialdemokratische Redner Abg. G r ö tz n e r hielt es dagegen für sein« Aufgabe, einmal gründlich die Lage d«r Wald- und Forstarbeiter zu beleuchten. Wenn rechtsgerichtete Kreise behaupten, daß seit Inkrafttreten der Arboitslosenversicherung erwerbslos« Waldorbeiter lieb« Unterstützung beziehen, statt Arbeit anzunehmen, so bewies er ihnen in zahlreichen Beispielen, daß das Gegenteil richtig ist. Nicht nur die private Forstwirtschast, sondern auch staatliche Oberförster in den Grenzgebieten halten es noch immer für richtig, statt der deutschen Erwerbslosen ausländische Arbeiter anzufordern, denen man miserable Löhne und menschenunwürdig« Unterkunft anbieten kann. Hier ist gründliche Remedur notwendig und vor allem auch die Gleichstellung der Wald- und Forstarbeller mit den Industriearbeitern in sozialpolitischer Hinsicht. Am Montag wird die 2. Lesung de» Forstetats zu Ende geführt. Außerdem steht auf der Tagesordnung die 2. Lesung de» Innen- «tat». Stand der Koaltiionsverhandluugen. ZZesprechvngen in Preußen. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun unterrichtet« am Sonnabend den Vorsitzenden der volkepartellichen Landtags. fraktion E t e n d e l von dem Ergebnis sein« Besprechungen mit den preußischen Regierungsparteien. Bevor die Verhandlungen über dl« Umbildung der preußischen Regierung fortgesetzt werden, wird sich die Fraktion der Deutschen Volkspartet mll denvon den einzelnen Regierungspartelen vertretenen Auffassungen und insbesondere mit ihren personellen Wünschen beschäftigen. Don dem Ergetsris dieser Sitzung dürfte schließlich der weiter» Verlauf der Dlizz« abhängen._ Marschall Joch Im Sterben? Der französische Marschall Fach, der sich von seinem kürzlichen Herzschwächeonfall«Holl hatte, hat«inen Rückfall erlitten Nach den letzten Meldungen soll sein Zustand sehr ernst urtd sogar hosfnung-Ios fein, nachdem eine Lungenentzündung hinzugetreten ist, die sich schnell ausgebrettet hat. Otto Braun aniworiet. Er enihüttt die wahren Korderungen Bayerns. In einer zu diesem Zweck einberufenen Pressekonferenz am 2. Februar d. I. gab der preußische Ministerpräsident Dr. B r a u n die folgende Erklärung ab: Nach einem Bericht der..Münchener Telegramm-Zeitung� vom 31. Januar d. I. haben der bayerische Ministerpräsident Held, die bayerischen Minister Dr. Schmelzte und Gärtner vor Presse- Vertretern in München Erklärungen über den Stand d« Berhand« lungen zwischen Reich und Ländern abgegeben, die wegen der U n- richtigteit In der Sache und der Maßlosigkeit in der Form mich zu einer Erwiderung zwingen. Da die bayerischen Minister sich an die Vereinbarung über die Vertraulichkeit der Verhandlungen nicht gebunden fühlen, muß auch ich sie zur Klarstellung der Angelegenheit ausgeben. Zwischen Weihnachten und Reusahr besuchte mich der bayerisch« Ministerpräsident, um mit mir eine Reihe schwebender innerpolitisch« Fragen, die Insbesondere das Verhältnis zwischen Reich und Länder betreffen, zu besprechen. Al» Ergebnis dieser Besprechung kam u. a. zwischen uns eine Vereinbarung dahingehend zustande, bei der Reichsregierung eine Konferenz aller der Länder anzuregen, die Entschädigungsansprüche gegen das Reich geltend machten. Wir waren uns einig darüber, daß es keine angenehme Erscheinung wäre, wenn die einzelnen Länder ihre finanziellen Ansprüche gegen das Reich im Wege der Klage beim Stoat-gerichtshof geltend machten. Wir waren vielmehr der Ausfassung, daß es zweckmäßiger wäre, in einer gemeinsamen Konferenz eine die Finanzlage de» Reiche» und bei Länder berücksichtigende allgemeine Regelung ja treffen. Die Anregung der Konferenz bei der Reichsregierung sollte durch mich erfolgen. Daraufhin hat Im Januar d. Z.t bereitfinden lassen, anzuerkennen, daß die bayerischen Ansprüche allen anderen vorangestellt werden müßten. Weiter Ist auf der bayerischen Pressekonferenz behauptet worden, daß Preußen im Lause der Verhandlungen einen neuen An- spruch für verlorengegangenes Staatsoermögen in Höhe von 3H Milliarden erhoben hätte. Auch das entspricht nicht den Tat- fachen. Dies» Forderung au da» Reich ist bereits im Jahre 1öZ9 geltend gemacht und durch ein Schrei- den des Reichskanzlers der preußischen Regierung mitgeteilt worden, daß das Reichskabinett diesen Anspruch an- erkenne. Auch ist bereits eine Abzahlung auf die Forderung ge- leistet worden. Wenn der bayerische Ministerpräsident weiter aus der Presse- konferenz erklärt hat,„Bayern hat etwas zugunsten des Reiches hin- gegeben, Preußen hat etwas zum Rachlell des Reiches oerwren', so kann ich demgegenüber nur bemerken, daß Bayern zwar die Post. die Preußen schon im Jahre 1867 ohne Entschädigung für die Vermögenswerte an das Reich abgetreten hat, zugunsten des Reiches hingegeben und damit an diese» auch dos Defizit abgetreten hat, das die Post im bayerischen Teil zu verzeichnen hat, daß Preußen aber wertvolleVermSgen»- o b j e k l e. wie Foisten, Domänen und Bergwerk«, die ihm jährlich erhebliche Erträge abwerfen, zugunsten des Reiches, dem sie auf Reparationskonlo gutgebracht sind, verloren hat. DcrHerr bayerischeMinisterpräsident hat dann wetter behauptet, BayernsGegnerseiPreußtn.dassichindir Finanzwirt. schaft des Reiches möglichst breit mache und durch Aushöhlung». Politik die Vernichtung der Länder herbeiführen wolle. Demgegenüber kann ich nur feststellen, daß diese Behaup» tung jeder tatsächlichen Grundloge entbehrt: und weiter » mein Bedauern darüber aussprechen, daß die Preußen- feindliche Stimmung, die in Bayern Tradition zu sein scheint, von den verantwortlichen Staatsmännern'uoch durch unrichtige Behauptungen genährt wird. Im Hinblick auf dre bedrängte Lage de» Reiche» und der Länder sollte olle» unterbleiben, was, wie dos Lorgehen der Herren baye- rischen Minister, geeignet ist, da» Verhältnis zwischen den einzelnen Ländern und ihr Verhältnis zum Reiche zu trüben. Und wenn der bayerische Finonzminister gar in der erwähnten Konferenz die Haltung Preußens eine S cha m lo l i g- k« I t genannt hat, wie sie im Staatsleben noch nie dag«. Wesen sei, so kann ich angesichts der Tatsachen, die ich vorstehend kurz dargelegt habe, dazu nur bemerken, daß ein derartiger Verkehrs- ton im innerdeutschen Staatsleben bisher wohl nie dagewesen ist und im Interesse der gedeihlichen Zusammenarbeit der Länder zum Heft«» des Reiches auch nicht Platz greifen sollte. Bedauern kann ich nur. daß durch diese« Vorgehen der Herren bayerischen Minister die Lösung eines so überaus wichtigen Problems, wie es die Regelung der Ens- schädigungsansprüche der Länder gegen das Reich darstellt, so u n g e- mein erschwert worden ist. Die Darlegungen des preußischen Ministerpräsidenten sind in einem Punkte sensationell: die Tatsache, daß Bayern für seine Forderungen die Priorität vor allen anderen Ländern.fordert, ist geeignet, im ganzen Reiche Empörung hervorzurufen. Die Haltung der bayerischen Regierung, die diese Forderung aufstellt, ist nicht die Haltung der Regierung eines Landes, das sich als Teil des Reiches fühlt, sondern die sich und das Reich als Gegensätze empfindet, Die Regierung Held fordert für Bayern auf Kosten aller deutschen Steuerzahler eine innere Reparation. sie bezeichnet alz Feind Bayerns das Land, das die Priorität für die bayerischen Ansprüche ablehnt, well alle deutschen Länder gleiche Rechtsansprüche haben. Es gibt nur ein Wort, um die jeder Reichsgesinnung bare Haltung der bayerischen Regierung zu kennzeichnen: es ist finanzieller Separatismus. Oer Sündenbock. Der Redakteur der„Münchener Telegrammzeitung", der den Bericht über die Reden von Held, Schmelzte und Gärtner in der geheimen Pressebeiprechung verösfentlicht hat. ist entlassen worden. Die drei bayerischen Minister hatten beabsichtigt, eine Hetze in der„gutgesinnten- Press« gegen Preußen in Szene zu setzen. Sie hoben sich hinter der Vertraulichkeit verstecken wollen. Hätte der Redakteur der„Telegrammzeitung- die ministeriellen Kraftwort« als feine eigene Meinung verösjentlicht, so würde er eine Belobigung, vielleicht auch ein Dankschreiben des Ministeriums erhallen haben. Drei Minister suchen mit hinterhältigen Methoden einen Presse- lärm zu veranstalten, als es herauskommt, fliegt ein Journalist auf die Straße. Das hat noch gesehlt. In Bayern ist alles möglich? Es fehlt nur noch, daß der Ent« lassen« wegen Landesverrat an Bayern zugunsten des Reichs vom bayerischen Oberlandesgericht abgeurteilt wird. Herr Schmelzte, der bayerische Finanzminister, der hinter verschlossenen Türen der„gutgesinnten- Presse das Stichwort „Schamlosigkeit Preußens- gegeben hat, wird, wie eine amtliche Meldung aus Bayern versichert, nicht fliegen. Die Gewerbeaufsicht der Länder. �eichsarbe.tsminister weist bayerische Angriffe zurück. Die„Bayerische Staatszeitung- vom 31. Januar veröffentticht in großer Aufmachung unter der auffälligen Ueberschrsst„Neue Verrelchlichungspläne- ein« Drahtmeidung aus Berlin vom gleichen Tage, wonach ein Gewerkschaftsführer die Verrcich- lichung der Sozialoerwaltung angekündigt habe. Der Reichsaideitsminister Hab« die Vorlage soweit gefördert, daß sie in absehdarer Zeit dem Reichskadinett zugehen könne. Der Reichcarbcitsmlnister stellt gegenüber dieser Meldung Ihr« völlige Unrichtigkeit fest, ein« Vorlage über eine Derreichlichung der Sozialoerwaltung rter irgend eine andere Mahnahme zu diesem Zweck Ist vom Relchsaibeitsminister n cht beabsichtigt: vielmehr ergibt sich aus dem zurzeil dem Reichstag vorliegenden Eni- wurf eine» Arbeitsschutzgesetzes mii voller Deutlichkeit, daß eine Verreichlichung der Gewerbeaufsicht oder gar der gesamten Sozialverwaltung nicht geplant ist. Die„Bayerische Stoatszeitung- gibt in derselben Nummer ferner die Meldung eine» württembergischen Blattes wieder, wonach das Reichsarbettsministerium u. a. an die Schaffung eines Reichs- zentral-Wohnungsomtes denke. Auch diese Meldung ist nach jeder Richtung aus der Luft gegriffen. Damit entfallen auch die an die. Meldung geknüpften Schlußfolgerungen. Der Reichs- orbeitsminsster stellt im übrigen fest, daß die„Bayerische Staats- zettung- den wahren Tatbestand unschwer hätte seslstellen können. Saboittfende Regierungsparteien. Die Abstimmung über das Wartcstandsveamtengesetz. Da, Gcseg über die Regelung der RechtsoerhäUnisse der Warte- standsbeanuen hat ats verjasiungsänderndes Geseg in der Schluß- abslimmung am Freitag nicht di« erjordertich« Zweidrittelmehl hett gesunden. Bon 409 anwesenden Abgeordneten haben 248 für, 121 gegen das Gesetz gestimmt: 40 Abgeordnete haben sich der Ab- slimmun� enthalten. Das Gesetz ist damit gefallen. Di« Niederloge der Regierung ist in Wirklichkeit eine Niederlage des Reichstags: denn dieser hat in zwei Entschließungen nahezu einmütig den Willen nach einer unverzüglichen Regelung dieser schwierigen Materie zmn Ausdruck gebracht. Der Entwurf der Re- gierung hätte in Verbindung mit der Arbeit des chaushaltsausschusse« den abgebauten Beamten ein« wesentliche Berbesserung ihrer Rechts- Verhältnisse gebracht und zugleich die Möglichkeit einer umfang- reicheren Wiederbeschäftigung der Wartestandsbeamten eröffnet. womit die unproduktive Verausgabung von Wartestandsgeldern wesentlich eingeschränkt worden wäre. Die Beomtenorganisationen haben trog verschiedener Bedenken, die in der Hauptsache nur aus taktischen Gründen geltend gemacht wurden, im Grunde die Ver, abschiedung des Gesetzentwurfs sehnlichst gewünscht. Dasselbe kann man auch von einem Teile der Oppositionsparteien behaupten, di» ollerding« gehosft haben mögen, da» Gesetz werde trotz ihrer ablehnenden Haltung nicht gefährdet sein. Die be- queme Taktik, da» Zustand« kornmen einer gesetzlichen Maßnahme innerlich zu wünschen, zugleich aber die Verantwortung sür weniger erwünschte Teile des Gesetzes in einer gehässigen und demagogischen Agitation den Regierungsparteien zuzuschieben, hat wieder einmal kläglich Schiffbruch«litten. Aber auch das Verhalten de» Zentrum» und der Bayerischen Bolkspartei fordert zur Kritik heraus. Beide» sind Regierungsparteien und haben die Verpflichtung, die gesetzgeberischen Absichten der Regierung zu fördern. Ihre Minister haben im Kabinett der Vorlage ihre Zustimmung gegeben. Während der Beratung de» Gesetz«» und vor allem durch ihr Verhalten bei der«chluhabstimmung haben dies« Barteien jedoch den demagogischen Manövern tommunistisch<>eutschnationaler Oppr�ition Vorschub ge- leistet. Von den bei der Schlußabstimmung anwesenden 4S Mitgliedern der Zentrumssraktion hoben sich lsi. von den IS an« wesenden Mitgliedern der Bayerischen Volkspartei 12 der Ab- stimmimg enthalten. Hätten diese 28 Abgeordneten von Regierungsparteien für da» Gesetz votiert, so wäre es mit drei Stimmen über die erforderliche Zw eidritrel Mehrheit angenommen worden. Diese Disziplinwidrigkeiten gefährden jede polltische Arbeit der Regierung. Die Tatsache, daß solche Disziplinwidrigkeiten nicht nur bei dieser, sondern bei den verschiedensten Gelegenheiten, vor allem in den Slusschüssen wiederholt beobachtet worden sind, läßt auf eine gewisse Sabotageabsicht schließen, di« von der Sozial- demokratie aus di« Dauer unmöglich toleriert werden kann. Be- sonders kommentiert wird in parlamentarischen Kreisen da» Der- halten einiger Zentrumsabaeordneten, denen man nachsagt, daß sie durch die Häufung von Schwierigkeiten hoffen, mit persönlichen Wünschen rasch ans Ziel zu kommen. Bemerkenswert ist, daß dos Scheitern des Gesetzes die Folge hat. daß die Wartestandsbeamten mit Wirkung vom 1. Februar 1929 min nicht einmal die Zeit auf ihr Pensionsdienstalter angerechnet er- halten können, di« sie als Wartestandsbeamte während einer Be- fchäftigimg im Reichs- oder Landesdienst zurückgelegt haben. Gmminger-Resorm in Oeuischösierreich Gegen die Sozialdemokratie aber nicht durchzusehen. wie«. 2. Februar. sEigenbericht.) Die Regiemng beabsichtigt, die Schwurgerichte nach deutschem Muster durch große Schöffengerichte zu er- fetzen. Die Sozialdemokraten sind Gegner dieses Planes. Da die Schwurgerichte in der Verfassung festgelegt sind, ist die Ab- sicht der Regierüng nur mit Zweidrittelmehrheit durchzusetzen: diese ist gegen die Sozialdemokraten nicht zu erreichen. Ver Geih-Atteniäter begnadigt. Wien, 2. Februar(Eigenbericht.) .Dem Chorsänger Richard Strebinger, der seinerzeit wegen des MordaNschtage» aus den Wiener Bürgermeister Seitz zu 21? Jahren schweren Kerkers verurteilt worden war. Ist vom Bundespräsidenten der Rest der Strafe im Gnadenweg« erlassen worden. Strebinger hotte mehr als 1 Jahr seiner Strafe verbüßt. Amanullah und Eowjeirußland. Er schickt seinen Sohn nach Moskau. Pari», 2. Januar. Da».Journal" berichtet, daß der älteste Sah« Amanullah» hedajalullah in Ualerbrechung seiner Studien au einem Pa- riser Lyzenum über Berlin nach Moskau abgereist ist. Er erklärte, er habe von seinem valer durch den afghanischen Gesandten in Moekau einen Brief erhallen, der ihn auffordert, unverzüglich nach Moetau zu fahren. In Berlin werde er sich drei oder vier Tage aushallen. Die Tei.-Unlon verbreitet aus Kowno eine angebliche Moskauer Meldung, wonach im Gegensatz zu England sowohl die Sowjetunlon als auch die Türkei Amanullah als den König von Afghanistan anerkannt haben. In Kandahar hat das provisorische Außenmini- steriüm seine Tätigkeit aufgenommen, um mit den ausländischen Mächten in Verbindung zu treten. Infolge des Sieges Ali Achmeds über H a b i b u l l a h sind die Aussichten Amanullahs wieder geringer geworden. Die Vorhut Ali Achmeds ist bereits in der Sommerrcsidenz Amanullahs, Pagman,«ingerückt. Die Lage Amanullahs verschärft sich dadurch, daß im Falle eines Rickzugs Habibullahs aus Kobuj die Stadt dem Pöbel schutzlos aus- geliefert sein würde. Die ausländischen Gesandtschaften stehen noch unter dem Schutz der Truppen, doch habe der Emir Habib- ullah die Gewalt über seine Truppen verlo-en. Ein Regiment habe gemeutert und oeifucht, das Schloß im Sturm zu nehinen. Nur mit Mühe ge'ang es der Leibwache, den Angriff abzuwehren und die Meuterer zu entwaffnen. Der Kriegsminister soll verhaftet sein. Am Freitag plünderten Soldaten wiederum zwei aurlän- dische Geschäft« und erschlugen die eingeborenen Wächter. Der Funkverkehr zwischen Kabul und Taschkent(Russisch-Aentral- asien) tonnte bisher gusrecht erholten werden. Der englische heere»ekat. Times zufolg« verlautet, daß die Heeresvoranschläg« sür das Jahr 1929, die Ende Februar oeröjfent- licht werden, eine Verminderung von ungefähr 10 Millionen Mark aufweisen werden. Wittenbergplatz. Freut rru /, vrz. 0.45 N.ad. Fechtgarnitur weiBer Gpai mif-Valenc.>W Spitzen alsKieidergamier■ Z3 Plötzlich and unerwartet verstarb am Donnersiaf, dem 31, Januar, an Herzschlag unser Kollege, der pensionierte Verben dsangestellte Heinrich Leuiel Wir verlieren in»hm einen treuen und lieben Kollegen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten worden. Die Or tsver waltung und die Angestellten dB» Verbandes der Fabrikarbeiter Zahlstelle Berlin Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 5. Februar, vormittags 10 Uhr 30 Minuten, im Krematorium Banmschulen- weg statt. » ▼ V4 I I W, Desonöers preiswerr. vone Größen KelimarflO WollmoUett�� | m Franse Ifc. PersermuyerOvJ. Kelim 03 MokeLfA/T. u.Verdüre A.//* Sei/Ignqlrnz�v/, Verkauf nur CX, Spandauer Str. 32,\ vö™rTePBiche Prima Bouclä Marke Tebur aus reinem Haargarn mU5v-er m.fiandfronseaul gutem, rcmepiJJoiljarn 1 47- ii6 J Sf 35- 5Z- S 61: ü 92 1113: ZW N9S,-Z8M- U??- RZ104- Z 187- Z8 M W°MRsZ74 > l.äutei'sioris !caÄ5»ÄSül!-- 9ilI»vg und Personal dir Yorvirts-Buehdraekertl Trauerleier Mittwoch.& Februar. I6>/, Uhr>m Rrematoroam Baum ichulenweg �eiililliei ilülMlei-VeM i Vervaltungssielle Berlin Todesanzeige Den Ml gliedein lur Nachricht, daß| 1 unter Rollege. der Formez Ernst Wünsch | geb. 9. September 1872, cm 80 Ja- I nuar gestorben ist. Ehre seinem Andeuten! Die EinSicherung stndel am Man-> ! tag, dem 4 Februar.>4 Uhr. im| Rremaiormm Baumschulenweg. Rief* Holzftrahe 221. statt Rege Beteiligung erwartet Vi» OtlsaetniaUuna. Oanksagung. FIlr die vielen Beweise herzlicher bei dem vlögiicheu«mn. icheid.u meines l'edcnManncs.unierl-s unoergeßlrchen Paters, Schwieg er» und Srohvaters, de» Ste ud-ü-ter» Richard rieneke. cUen �"wandten. Freunden ö,n R-->uern der ?.?!». Verbandes der Lüh». gr. vden und der SPD. mwie d m t r tiem Vertreter der n tiert. dessen Einlösung in einer basieren Welt erfolgen sollte. Die Zeiten haben sich gcäitdert. Die Fürsorge für die Kranken ist. sowrit die minderbemittelten Anl'skreis« in Frage kommen. Sache der Krankentassen oder der öi'entlichen Wohlsahrtspslegc. von ihnen Müssen auch die non bieicn in Anspruch genommenen Betten i» den noch van dieien Kraitkenpslcgeverainigimgen bewinschaitcten An- stalten bezahlt werden, zu demselben Preis, zu dem d-c Betten in kommunalen Anstalten gerechnet werden. Für die„Mutterhäuser" ist das ein glattes Geichäit. Der Schwesternschast gegenüber wird aber noch immer die Fiktion ansrechkerhalten, als sei die kranken. pflege kein Berus, sonder« eine Berufnng. und so sind die Schmefteni dieser„Mutterhäuser" wohl die meist ausgebeutetsteu Arbeitskräfte. die es überhaupt gibt. Man höre: In einem Stift in Berlin bekommen die Schwester,! 7 SR.— in Worten: sieben Mark monatlich,'« TaichenglÄd, wofür st« noch Schuhe anschössen und reparieren wsien müssen! In einem anderen großen Krankenhaus bekomme:! die Schwestern immerhin 10 bis 20 SR. 10 M. während ihrer zweijährigen Lehrzeit, in der sie in diesem Haus theoretisch«» und praktischen Unierricht Zemeßeu. Der praktisch« Uniemcht wird jederzeit unterbrinhen. wenn der „praktische" Unterricht es erforderlich macht und die Arbeitszeit dauert für Schwestern wie kür Lehrfchwestern von morgens um 5 Uhr bis abends um 10 Uhr! Wenn mehr Arbeit ist. wird sie aber auch darüber hinaus verlängert... Lasselbe Haus stellt aber auch „wirtschostrlehrUnge". d. h. Mädchen vom vierzehnten Jahre ans- wärt» ein. und auch für diese halben Kinder gilt die gleich« Arbeite« zeit! Schwestern wie„Lehrlinge" nlüflen die schwersten körperlichen Arbeiten leisten. Dafür sind sie aber in keiner Weise gegen Unfall versichert nnd unterstebe» auch nicht dem Betriebsrätegeieß. sind also in ihrem Arbeitsverhältnis vollkommen fchutztosl Selbst die ,M o t e- Kr« uz. Schwestern", die doch zu der Mite gezählt werden. haben nur neben freier Station ein Taschengeld von Ä5 bis 45 St, also ungefähr den Lohn einer Hausangestellten. Dafür ist es ihnen aber auch vertraglich verboten, sich in einem Aerbimd z» vraanisieren, der für die Derbessernnz ihrer Loge kämpft. Die Reservearmee. Nun sind wir freilich schon so weit, daß die Krankenpflege aueb von Schwestern ausgeübt wird, die durchaus keinem„Mutterhaus" mehr unterstehen.„Frei« Schwestern" werbe» sie zum Unterschied von den anderen genannt. Darunter gibt es sogar etliche, denen e« verhältnismäßig gut geht. Das swd die von d«r Stadt Festange- stellten, deren Stellungen Beamtencharokter haben. Steden denen aber steht eine„Reiervearmse", die im Le-böltnis zu der Gesamt- zahl der in dielet» Berus tätigen geradezu erschreckend groß ist. Bor Aegino dieser Grippeepidemie Zählt« die Schmesternschast inkstrsiv« de? Bade« und Mosiageperionols 1?00 Arbeitslose! Dnrck> fchnUlUch ist«in« solche„freie Schwester" höchstens sechs Monate im Jahr bsfchäftigl. Hm sie Glück, dann kmvunt sie für d-ese Zeit wenig» stens als Aushil'sfchwefter in einem ftädtilchei? Krankenhaus unter. Da verdient sie dann nach Tarif netto ungefähr 170 bis 100 Mark. Davon muß sie freilich alles bestreiten, Kleidung, Wasche, Wohnung, Fahrgeld, Esten. Dar? sie im Krankenhaus om Mittagsbifch t«!l- nehmen, so wird ihr dafür 1 Mark pro Tag altgerechnet-, das ist in Anbetracht des zumeist geboienen Essens eigentlich ein bißchen viel. Mir dieser Teilnahme am Mittagstiso) ist aber auch alles erledigt. Weitere Erleichterungen werden diesem Auslzllfspersona! van den Arankenhäusern nicht geboten. Nicht einmal in neuen und modernen Amtasten, die über fchöi« Aonfemzräume usw. verfügen, gibt es für diele Schwestern einen Raum, wo sie mährend ihrer MinagSpauss in einen, bequemen Stuhl ausruhen können! Sie müssen sich irgendwo in Küchen usw. herumdrücken, aus harten Bretterstühlen, sie haben nicht ein Fleckchen, das ihnen rechtmäßig zugehört, nicht einmal einen Schrank für ihr« Oberkleidung, ihr« Tasche. Und für Diebstähle kommt das Krankenhaus nicht auf... Aber es«ragt niemand, sich zu beschweren. Dann in den ersten acht Wachen untersteht die Schwester tägliche? Kündigung.'S:« weiß nie. ab sie nicht morgen wieder auf der Straß« liegt. Dann kann sie ni:r nierzehniägig gekündigt werden. Freilich bei jedem Anlaß, auch ohne solchen, wenn der Qberfäimester ihr« Nase nicht gefällt. Eine Berufung dagegen steht ihr nicht zu. denn leider haben sich dieft Schwestern„einwickeln" lasten und die'Vertretung ihrer Interesten isllstt dem Beam:enr>:t übertragen. Dafür unterstehen sie nun nicht mehr dem Arbeitsgericht, der..Härteparagraph" kann für sie nicht geltend gemacht werden, auch wenn sie schon jahrelang„Aushilisdienft" gemacht haben. In Privatkliniken bekommen die Schwestern ganze 70 bis 20 M. monatlich„bei freier Station". Die Schlafgelegenheit«-! sind freilich oft schlechter, als durchschnittlich die Kammern der Hausgehilsiwten und di« Kost ist unzureichend. Für ständige Nachtwachen zahlen die Kliniken ICO Mark— wohlgemerkt ohne Kost und Logis! Aber nicht einmal das ist die schlechteste Stellung für Schwestern! Die, Schwesternheim«". So sehen di« Bedingungen eines Berliner„Schwesternheims" aus. das noch nicht einmal das schlechteste ist: Für den«infachev Schlafpluh zahlt jede Schwefke« monollich 40 Mark. Dafür bekommt sie eine Beitstelle mit Schilfmatrotze, Betten und Bettzeug muß sie selbst stellen. In jedem Limmer stehen zn»ei bis vier Betirn. Je zwei Schwestern können sich eine alte Kommode, eine» Nachttisch und «wen Schrank teileii. Eigene Waichgelegenheit«!! in den Zimmer» gibt es nickt. Heizung wird auch nicht geliefert und muß von de» Schwester,', täglich gekauft werben, da ihnen nicht«mmol der Platz zu ihrer Lagerung zur Verfügung gestellt wird, Beköstigung gibt es nicht. Von dem Gelb, das die Schweflern durch Pflegen verdienen, liabcn sie S Pro.z. dem Heim abzuführen. Aach wenn die Schwester. wie vielfach üblich, für Toz- und Nachlpflege geschickt wird, auch wenn st« arbeitslos ist. muß sie die 40 Mark bezahlen. Außerdem hat sie beim Einzug S Mark„Eintrittsgeld" zu entrichten. Für weiter« 4 Mark bekommt sie eine tninderwerlige Brosche mit der Inschrift „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut". So in diesem Heiin. das „seine" Schwesteln för 6 Mark für den Tag, für 8 Mark für Tag und Nacht und für 10 Mark für di« Nachtwache ausleiht• wenn Pflegen verlangt werden. Ader oft stich d!« Insassen wochenlang arbeitslos. In anderen„Heimen" verlangt man mm den Schwestern sogar bis 00 Mark für den Platz, und die abzugebenden Prozents steigen bis zu 23 Proz.! Banz kluge Leute aller stellen di« Schwester,, mfl „festem Äahell" und freier Station ein. Das(Selzalt ist nicht höher als ein Drschengeld, und während der Dauer einer Tagpflcze. wirb die Schwei:«: ja dort lleköftigt. Das Geld für die Pfleg« ist hier an das„Heim" direkt zu zahlen, und wenn die Zeiten zu schlecht und die Leute zu gesund sind, dann wird den Schwester» eben gekgndigt! Aber selbst für dies« Plätze finden sich immer noch„weiße Sklavinnen", denn der Berus ist ja trostlos überfltllt. Lud zum Schloß kommt die Dragödi« der allen Schwester, di« nicht einmal für Z Mar? und mehr ein«..Prlvalpslegc" findet, auch««.»» sie gerne de»i Hund ausführen oder Kohlen tragen würde, bis chre Kräfte oer- 'agen. Kran? und alt und Verlasien findet sie dann als letzte» Fieund das Morphium. Und der Arzt, der den Totenschein schreibt, schüttelt da» Kops:„Typischer Schwchorn'elbsiinord.. Langsam setzt sich aber auch in der Schwesternschast der Gedanke des gewerkschailliche« Zillammenschlusie» durch und es wird sogar. gemunkelt, daß es„nicht einmal" Rote-Kreuz-Schwester» ver- schmähen, im Neichsbund der Beamten und Angestellten organisiefl zu sein. Denn' langsam begreifen es ja schließlich doch alle: Di« tleinste irbilch« Lohnzulage ist einem foulen Wechsel auf«ine höchst uugewisie Seligkeit bei meiiem vorzuziehen! i' Wiedererörfuuvj; der 7. Bolksbüchere!. Ein verdienstliches Werk hat das Bezirksamt Friedrichs- Ausbau gelangen konnte. Wie Stadlrat Genosf« G e n j ch in seiner Ansprache lleiont«. kann nur durch die Sch-rlen, durch das Volke- Koma-H cltite ffevolultoit. Uoh Geelt&ci 1 iecttH&HM iglest at „La, und doch." sann Gloß laut,„und doch ist selbst er überzeugt, daß er richtig bandelt. Er glaubt sogar sest, daß ihm das Prügeln schwer fällt, während ihn doch seine brutale Natur dazu zwingt. Wenn er die Arbeiter schindet, daß sie Silber schaffen, immer mehr Silber, bis sie verrecken, so ist ihm das Pflichttreue gegen den Herzog... Dos ist es eben: wenn die Lösen noch" bewußt böse waren, wie das auf dem Theater ist— ober olle halten sich für gut. Deshalb mirds eben nie gelingen, die Lösen gm zu machen.. „stzn den Berchrat Aincken. der so was duldet dahier dän verteidigt Oehlle?" Almer atmete schwer. Bloß zuckte die Achseln.„Er ist Advokat. Es ist sein Amt." „Avkate, so— äwen Aokate." Mine? legte plötzlich dem kleinen Gloß die schwere Hand auf die Schuster.„Harr von Gloß. lieber Härr von Gloß. ich bitte Ihnen— lassen Se sich 00 wählen in'n Landtag." „Ader Lllmer'" rief Gloß leise und schüttest« eine ganze Weile stumm den Kopf. Fern hallte das Hämmern, es war ihm als klopfe es an seine Stirn, fordernd, mahnend... Er strich mit der Hand über die Stirn, mit einer Bewegung, ol- ichlüge er das Blatt eines Buches hermn— da war das Gefühl weg. „Unsinn, Illmer! Ich versteh- nichts von Politik. Ich hocke zwischen meinen Büchern und Bäumen, ich schwärme ein bißchen und studiere ein bißchen, manchmal gebe ich eine nutzlose Weisheit zum besten— ein richtiger Pastor bin ich geworden, sJL? ich nicht schon so aus?" Er stellte sich vor Illmer in Positur, um zum Scherz hinzufinden. „Nu ja— so« bißchen schonn! gab der Schmied zu. „Twwcr dadrumme könn'n Se äwen sicher jut predijen. ..— und Prediger könnt Ihr ja ZU allerletzt brauchen!"' sagt« Gloß rasch„Prediger, die sich als rechte Don Quichotes gegen Ideen schlagen, während die West von Interessen de- s herrscht wird. Nein, nein, ich führe das Leben eines ver- armteu Adligen, der ein Schnapphahn des Geistes ist, weil ihm eben nur Bücher und keine Schlösser geblieben sind— und Adlige sind kein« Lolksvertrster, auch wenn sie arm sind. Man würde Sie auslachen, Mmer, wenn Sie mit mir ankämen... brummen Sie nichts dawider, ich kanns doch nicht tun. ich habe die Gegenwart längst vergessen."� Er zog Üllmer mit sich zurück..Kommen Sie. kommen Sie. wir wollen wieder ans Tageslicht, wo hellere Gedankpn wachsen." Erst während sie gingen bemerkten sie, daß in allen Gängen das Hämmern aufgehört hatte. Die Stollen waren von allen Bergleuten verlassen.„Feierabend?" fragte Illmer erstaunt. „Hier gidts keinen Feierabend. Es wird i»»wei Schich- ten gearbeitet. Schichtwechsel ist, soviel ich weiß, erst um 6 Uhr. Es muh was passiert sein.. Sie tasteten sich schweigend weiter. Aus der Grotte, die sie vorhin mit Koch oerlassen hatten, drangen Stimmen. Ge- rade als sie eintraten, trug man an der anderen Seite einen Menschen hinaus. In den beiden Trägern erkannten sie im- deutlich Polizisten. Ihre Last verdeckt««in vornehm ge- kleideter, schmaler Mann, der ihnen nachging, die nervös an- «inanderschlagendo» Hände auf dem Rücken.'„Der Lergratl" flüsterte Gloß. St« schritten der Estupp« unbemerkt in einigem Abstand nach und blieben erstaunt am Ausgang ins Frei« stehen: Di« gesamte Belegschaft der Grube war in zwei langen Reihen aufgestellt. Sergeanten mit ähnlichen Peitfchen, wie Koch sie gehabt hatte, standen vor den Arbestern und veran- laßten fie grob, sich auszuziehen. Die Hosen mußten zu Haufen g-worsen werden, di« von einem Gendarmen durchsucht wurden. Die Träger legten ihre Last auf die Erde:«inen Mann in Uniform. Er hatte««n klaffend« Wunde am Hinterkopf. in seinem«est aufgerissenen Mund steckten Steine. Gloß packt« Illmer am Nock.„Der Bergmeister Koch!" flüstert« er entsetzt. Der Arzt von Alexisbad kam eilig heran und beugte sich über den Liegenden. Nach kurzer Untersuchung stand er auf: „Tot." Der Bergrat Zincken hatte noch immer die aneinander- schlagenden Hände auf dem Rücken. Er sah die Leiche nicht an. Sein noch junges, scharf aeschnittones Gesicht zuckt« stharf gegen den dt« Slleider untersuchenden Gendarmen.„Schon gerunden?" Di« schmalen, ungerundsten Lippen öffneten sich kaum, wenn er sprach. ..Nock) nich," brummte es zurück. Zincken wandte sich an den neben ihm stehenden Polizei- leutnant.„Der Bergmeister trug heute einige Stücke einer eben neu entdeckten, ungewöhnlich reinen Sildermin« bei sich. Sie fehlen." Er mies mi! dem Kopf nach den Arbeitern.„D'e Schweine haben ihn des Silbers wegen erschlagen." „Also Raubmord," konstatierte der Leutnant.„Fehlt jemand von der Belegschaft?" Einer der beiden Offiziere trat vor...Jawohl. Die Häuer Zeising und Probst. Sie haben in dem Stollen gearbeitet, in welchem der Herr Lergmeister gefunden wurde." Drei, vier Gendarmen, von Soldaten begleitet, verließen auf des Leutnants Geheiß den 5)of. um die Verfolgung der vermutlich Flüchtigen aufzunehmen. Die Lerne bei den Kleidern ftatiden abwartend. „Weiter suchen!" herrschte Zincken sie»n.„(5s sind alles Diebe und Raubmörder!" Der Arst hatte sich inzwischen wieder mit dem Toten be- schäftigt.„Der Herr Lergmeister ist nicht erschlagen worden," sagt« er ft'.tzt.„Die Schadelwundc dürfte van einem Sturz herrühren. Bermullich hat man ihn nach kurzem Kanivf zu Boden geworfen. Diese WuH« ist jedoch nicht tödlich." Er wies auf das blau angelaufene Gesicht:..Obgleich der Hab'. kein« Würgemalc aufweist und eine Erdrosselung demnach nicht in Frage kommt— er ist erstickt." Zincken blickte noch immer nicht hin.„Erstickt? Und nicht erwürgt? Wie dann? Womit?" Der Arft griff in den Mund des Taten, holt« schimmernde Statu« heraus, immer mehr, ftthr bis tief in die Äehle immer noch silberne Steine— und hielt sie Zincken hin. ..Damit!" Der Vergrat nahm die Steina nicht. Er sah schei, in die Hand des Arztes, Seine Lippen begannen zu zittern.„Es ist— es ist das fehlende Silber." „Hier steckte ein Zettel zwischen den Steinen," rief de? Arzt, und hob ein schmuddliges Stück Papier. „Was steht drauf?" fragte der Leutnant und klappt« fein Üftotizbitch auf. „Cs ist ungeschickt geschrieben und schwer zu lesen." � „Es wird ja kaum von Wichtigkeit sein... lassen Sie doch jetzt!" wehrt« Zincken blaß. Aber der Leutnant hatte das Papier bereits genommen. Er las laut:. „Damit er endlich«eck««nwg kriegt!" (Fsrtfetzvttg ftflgt.) Die Schuldigen von Sonnenburg. Eine nachdenkliche Rückschau. Das UitsL im Smtnenburg« Prcqeh ist bereits bekannt: Don den 24 Angeklagten ist mir ein Obenvachtmeister zu Gefängnis ver- urteilt, acht weitere Beamte, darunter ein Inspektor, sind mit Geld- strafen davongekommen. Man wird dem Urteil des Schöffengerichts Frankfurt a. d. O. beipstichten. 3weiielsshrt« haben sich die Richter gesagt: Mag sein, daß auch mehr Angeklagt« schuldig sind, mag sein, daß auch andere, die nicht aus der Anklagebank sitzen, sich in �ähnlicher Weise schuldig gemocht haben. Wer: sind sie allein die Schuldigen? Trifft nicht ein Teil der Schuld diejenigen, die Zustände hatten auskommen lassen, die das alles möglich' machten? Die Beamten haben bestimmt gegen Ordnung und Pflicht gefehlt. Haben es aber auch ihre Vorgesetzten rncht in mancher Hinsicht fehlen lassen? Es war wie eine Psychose, dl« alle ergriffen hat: Eine ernste Frage bleibt jedoch: Werden hie Beamten, die auf der Anklagebank gesessen haben, jetzt noch die Achtung in den Augen der Gefangenen besitzen, deren sie bedürfen? Wird nicht so mancher oon ihnen das Gefühl der inneren Unsicherheit durch über- trieben« Strenge weitzumachen versuchen? Und wird nicht die Geringschätzung des Beamten durch die Gefangenen Ursache für so manche Disziplinarvergehen werden? Im Interesse des Straf- Vollzugs im Bezirk Brandenburg dürfte jedenfalls zu wünschen sein, daß der wirklich humane Strafvollzug im Zucht» haus Sonnenburg so schnell wie möglich aus» gebaut wird, damit das öffentliche Snteresie, das sich für kurz« Zeit dieser Strafanstalt zugewandt hat, nicht ergebnislos verpufft. Die Provinz Brandenburg besitzt außer dem cm in Entstehung de- griffenen neuen Zuchthaus in Brandenburg eigentlich nur die An- stalt Sonnenburg, die sich einigermaßen für den Au�xru des modernen Strafvollzuges eigner. Gerade weil sich hier die Iungmännerabteilung befindet, verdient« sie ganz be- sondere Beachtung durch die Ällgemeiicheit. Selbst der wohlwollende Kritiker wird aber nicht behaupten können, daß der Strafvollzug, wie er augenblicklich ist, als besonder» modern genannt werden darf. Der Sonnenburger Prozeß war unter allen Umständen werng geeignet, die Achtung und das Vertrauen zu erhöhen, deren ein Beamter bedarf, um feine Tätigkeit in einer Anstalt auszuüben. Der Sonnenburger Prozeß rief bei den Arbeitern der Reichsmarineleitung bittere Erinnerungen wach. Im Jahre 192S haben die Arbeiter der Marrnebetrieb« in Kiel wiederholt durch die zuständige Organisation an die Reichs- marineleitung den Wunsch gerichtet, man möge ihnen von den Mengen überflüssiger Bekleidungsstücke gegen Barzahlung etwas abgeben. Diesem Wunsch der Arbeiter ist jedoch n i cht entsprochen worden. Statt dessen hat die Reichsmarineleitung im Januar 1927 in einem im Amtsstil gehaltenen Schreiben erklärt. die Preise für diese Sachen seien viel zu hoch und daher sei der Bezug solcher Gegenstände aus dem freien Handel für die Arbeiterschaft viel vorteilhafter. Die Zuchthäusler von Sonnenburg hatten es besser als die Arbeiter der Marinebctrieb«. Sie hoben alle schönen Sachen und noch viel mehr dazu ganz umsonst bekommen. Wer die Reichs» marineleitung wollte es nun einmal so. Ihre Wege sind bekanntlich immer schwer zu erforschen. Kein Beirug, wohl aber Bestechung. Vor dem Großen Schöffengericht Berliu-Miite, unter Vorsitz von Landesdireltor Arndt hatten sich der Ingenieur Adolf St. und der Postinspektor Wilhelm T. wegen Betruges zum Nachteil der Reichspost, Urkundenfälschung und Bestechung zu verantworten. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, daß sie ge- meinsam Durchstechereien bei dem großen Neubau des im vorigen Jahr« fertiggestellten Fernsprechamtes in der Geis» bergstrahe begangen haben. St. besorgte die Lichtanlagen bei dem Neubau des Anües und T. hatte die Prüfung und Weitergab« der Lieferantenrechnungen unter sich. Nach der Anklage soll nun St. im Einverständnis mit den Äontrollbeanüen salsche Lohn- und Montagcberechnungen gemacht haben. Die Postbehörde de- hauptet. daß das gesamte Material, das in Rechnung kam, mit 29 bis 30 Proz. infolge der falschen Rechnungsführung oon ihr über. bekohlt worden fei. Die Angelegenheit kam durch eine Anzeige einer früheren Angestellten von St., die mit diesem in Differenzen ge- raten war. ins Rollen. Die Zeugin hielt auch gestern vor Gericht unter Eid ihre Aussagen ausrecht. Der Angeklagte St. behauptete. daß die Aussagen der Zeugin nichts weiter als ein Racheakt feien. Der Staatsanwalt hielt auf Grund der von der Verteidigung geführten Beweise Betrug und Urkundensälschung nicht für nach- gewiesen, wohl aber die Zahlung von Schmiergeldern und beantragte wegen Bestechung gegen St. zwei Monate und gegen T. drei Monate Gefängnis sowie Einziehung der gezahlten Be- stechungsgelder. Das Gericht sprach den Postinspektor T auf Kosten der Staatskasse srei und oerurteilte den Ingenieur St. zu 500 M. Geldstrafe oder 30 Tagen Gefängnis. bildungsamt und durch dl« BilÄungsverbände dem Schund«rf> gegen gewirkt«erden. Die Volksbücherei umfaßt heute 8000 Bände. kann aber 11000 beguem ausnehmen. In der 9. Lesehalle stehen hem Besucher 620 Bände.zur Verfügung.' Dazu kommen 12 Tageszeitungen Tirtd 50 Zeitschriften. Di« Volksbücherei ist Montags, Mittwochs und Freitags von 16.30 bis 20.30 Uhr sowie Dienstags und Sonabends von 12 bis 15 30 Uhr geöffnet, die Lesehalle täglich von 18 bis 21 Uhr geöffnet. „Rehmen Sie das Ltrieil an?" ErNämngszwaog vor dem Eiozelrichter. Vor dem Schnellgericht! Das Urteil ist gefällt?„Nehmen Sie das Urteil an,' fragt der Richter. Der Angeklagt« schweigt. In der Regel ist er selbst oon seiner Tot und dann van dem Prozeß über- rumpelt. Vorgestern erst war er ein freier Mann. Plötzlich ist es über ihn gekommen, es ist geschehen, er sitzt hinter Gittern; Gedanken an Frau, Kind, Eltern, Arbeitsstelle, Geschäft halten ihn gefangen; seine Tat reut ihn, er bangt um seine Zukunft, um die seiner Nächsten. Das Urteil ereilt ihn ebenso plötzlich wie die Tat.„Nehmen Sie das Urteil an?' Er weiß nicht, was er jagen soll„Nehmen Sie das Urteil an!' Es klingt wie eine Aufforderung.„Herr Richter, kann ich vielleicht eine Bewährungsfrist bekommen? Vielleicht kann ich aus der Haft entlassen werden, damit ich meine Angelegenheiten ordne.'—„Das ist ein« spätere Frage. Nehmen Sie das Urteil an oder nicht? Ja oder Nein? Nehmen Sie es an. fo zählt die Strafe von jetzt ab. Ob jpäter die Untersuchungshaft angerechnet wird, kann man nicht wissen. Also: Ja oder Nein?' Der Angeklagt« ist völlig verwirrt. Er überlegt: nehm« ich es nicht an,. so bekomme ich am End« kein« Bewährungsfrist: bleib« vielleicht sogar in Haft. Nehm« ich es an, so komme ich vielleicht frei, erhalte möglicherweise auch Bewährungsfrist... Also nimmt er das Urteil an. Ost tut er bestimmt gut damit. Denn das Urteil ist mild«, und man kann nicht wissen, ob es vor dem Schöffengericht nicht höher ausfällt, wenn auch der Staatsanwalt Berufung einlegt. Manchesmal führe der Angeklagte dagegen in der Berufungsosrhand« lung besser. Das Schnellgericht steht aber nicht gern Berufungen. Es macht sich ja so hübsch, wenn man die Oeffentlichkeit vor Augen führen kann, in wie seltenen Fällen der Angeklagte Berufung ein- gelegt hat. Er hat es eben nicht getan, heißt es dann, weil das Urteil gerecht und mild« war. So kommt es zum Erklärung?- zwang» dos böse Wort„Erpressung' soll vermieden werden. Und das Schlimmste dabei ist, daß der Herr Richter vor dem Schnellgericht ganz und gar die ministerielle Verfügung vergißt, die die Ausübung eines derartigen Zwanges auf den Angeklagten für unzulässig erklärt, er soll mit größter Vorsicht aus die Folgen einer Berufung aufmerksam gemacht werden. Er soll nicht überrumpelt werden, die eigenartig« Gemütslag«, in der er sich unmittelbar nach dem Urteil befindet, soll nicht mißbraucht werden, man soll ihm zur Ueberlegung Zeit lassen. In Moabit hört man auch nichts mehr von derartige» nicht mißzuver stehenden Aufforderungen, das Urteil anzunehmen. Auch beim Schnellgericht war es diesmal nur der Ersatz- richtet. Es wäre aber nicht ollein aus diesem Grund«, sondern auch aus vielen anderen geraten, die Ersatzrichter für den beur. laubten oder erkrankten Schnellrtchter besser auszuwählen. Auch hier wäre der beste Richter gerade gut genug. Ob Ersatzrichter, ob der ständige Richter, es geht doch um Menschen- schicksal«. vw—-----------------------------------------—■- Zwei neue weltliche Schulen. Die von der Freien Schulgemein d« Berlin-Mitte beantragten beiden weltlichen Schulen sind von der Bezirks-Schul- deputation 1— 6 Berlin bewilligt worden. Zum 1. April d. I. wird im Südosten die 2 9. S ch u l e, Berlin SO. 16, K ö p«- nicker Straße 125(Feuerwehrgebäude) weltlich. Im Nord- teil von Berlin-Mitte wird auf dem Grundstück der 13. und 67. Schul«, Berlin N., Elisabethkirchstr. 20. eine neue weltliche Schule entstehen.— Eltern von Schulanfängern melden ihr« Kinder bei der unten angegebenen Geschäftsstelle an und neben gleichzeitig Nachricht an die in Betracht kommende Vezirks- fch'il«. Anmeldungen sind zu richten an die Geschäftsstelle der freien Qdpifgemembt Berlin-Mitte bei Neumann, Berlin SO. 36, Gröben-Afer 9(Schlesisches Tor), wo auch bereitwilligst in jeder Schillfrage Kluskunft erteilt wird. Sprechzeit: Dienstags 5'A bis 6« llhr. Erwerbslosennot als Parteipropaganda. Aus Erwerbsldsenkreifen wirt» uns geschrieben: Seit Wochen. ganz besonders aber in den letzten Tagen, versuchen die K o m m u- nisten in Neukölln die Arbeitslosen vor ihren Parteikarren zu spannen. Demonstrationen. Radauszenen auf den Arbeitsnach- weisen, Provokationen gegen Andersdenkend« sind fast alltäglich« Erscheinungen. Der.w i l d e E r w e r b s l o s e n r a t'. der sich aus«inigen radaulnstigen Jugendlichen zusammensetzt»-nur Ein- geweihte' wissen, wo er.gewählt' wurde—. versuchte durch alle möglichen Verhandlungen, seine Berechtigung zu beweisen. Die übergroße Zahl der Erwerbslosen will von diesem„Rat' gar nichts missen. Aber seine Auftraggeber fordern von ihm.revolutionäre' Arbeit. Damit wird zwar den Erwerbslosen nicht geholfen, aber es ist dach so schön, wenn jeden Tag Klamauk ist. Da muß dann mal die Polizei erscheinen, und das ist ein gefundenes Fressen, auf den Leiter des Arbeitsamts, den Genossen Zabel, und den so- zialdemokrotischen Polizeipräsidenten zu schimpfen. Seit vierzehn Tagen vergeht fast kein Tag, an dem nicht der Sprechchor in übelster Weis« gegen führende Parteigenossen hetzt; daß die Wgestellien und Beamten bei diesem Radau arbeiten müssen, stört die Krakeeler wenig. Reißt dann dem Leiter, der immer wieder zur Ruhe mahnt, die GeduL», dann hagelt es Protest«. Di« vernünftigen Arbeitslosen— und das ist ohne Zweifel die übergroße Mehrheit— sind gegenüber dielen Elementen viel zu geduldig. An- geekelt von dem Treiben verlassen sie lieber den Arbeitsnachweis. Eine reibungslose Vermittlungstätigkeit kann nur garantiert wer- den, wenn sich endlich all« Erwerbs ojen zusammenfinden, t>:e gewillt sind, sich dem Diktat einet kleinen Schar von Radaulustigen n i ch t zu. b e u z« m________________________—- Oachstuhlbrand in der Sieglktzer Straße. vle Feuerwehe war gestern nachwlilag in dem Dohnhems Steglitzer Siraße 3 mit der Bekämpfung eines gefährlichen Dachstuhlbrandes stvnd-nlang beschäftigt. Das Feuer war aus unbekannter Ursache in einem Boden ver- schlag entstanden und hatte infolge des herrschenden heftigen Ost. Windes bald größeren Umfang gewonnen. Wegen der starken Bor- quaimung konnten die Feuerwehrleute nur mit Rauchschutzinasken und Sauerstoffapparaten versehen gegen den Brandherd vordringen. Durch einen umfassenden Löschangriss gelang es jedoch, den Brand- Herd nach cinstündiger Arbeit auf seinen Herd zu beschränken. Die Ausräumungsarbeiten dauerten bis in den späten Abend hinein. Der Brand gefährdet« eine Zeitlang dos Theater i» der L ü tz o w st r a ß e. das an das Hintergebäude angrenzt. Besonders unangenehm war das Feuer für einen Bewohner des vierten Stock- werkes, der am Abend Hochzeit leiern wollte. Durch herabdringende Wassevmassen wurde in der Wohnung schwerer Schaden angerichtet und die Feier löste fich aligemach im Rasse» auf. Aus Eifersucht erschlagen. AUt einer schweren Schädelverletzuug wurde gestern abend der 65 Zahre alte Arbeiter Ernst Schneeweiß auf dem Korridor feiner Wohnung in der wolliner Straße 14 tot aufgefunden. Zeugen, die von der Kriminalpolizei ermitieli wurden, sagten«ws. daß er mit einem 40 Zahre alten Friseur Marlin Geißler Streit gehabt hätte. Geißler wurde in der hntlen- stratze in einem Lokal ermittelt nud festgenommen. Er gibt zu. daß er an» Eifersucht Schneeweiß mit einer Vierflasche über den Kops geschlagen hat. Geißler wurde in hast genommen. Schicksal des Schlosses Vellevue. Es soll nicht abgerissen werden. In den letzten Tagen ist die Verwendung des Schlosses Bellevu» mehrfach oon-der Presse erörtert worden. Einmal wurde von einem Plan berichtet, wonach das Schloß Bellevue abgerissen und der Platz für Hotelzwecke verwandt werden soll. Weiter wurde dann der Vorschlag behandelt, nach dem das Schloß Bellevue zu einem Palais des Reichspräsidenten ausgestattet werden soll. Der Amtliche Preußische Pressedienst stellt dazu ausdrücklich fest, daß an zuständiger Stell« die phantasttsch-eu Pl äite effiffe s Abbruchs des Schlosses Bellevue nicht«inma! fr«TTari n f sind�ünd' daß die Verwendung Des Schlotes stets in einer Weise erfolgen wird, die mit der Würde und Tradition d« Gebäudes in Einklang steht, worunter natürlich der reichsseüig gemachte Vorschlag der Schaffung eines Reichspräsidentenpalais im Schloß Bellevue fällt. Kommunistische Demonstrationen. Unter kommunistischer Führung sammelten sich in verschiedenen Stadtgegenden gestern abend wieder Erwerbslose und for- mierten sich trotz des bekannten Verbotes zu Demonstrationszügen, die singend durch die Straßen marschierten. In Charlottenburg, in der Wilmersdorf«? Straße und in Moabit in der Laussel- Ecke Turmstraße wurden mehrere Züge von der Polizei a u f g« l ö st. Hierbei kam es verschiedentlich zu Reibereien mit den Beamten. In der Wilmersdorser Straße gerieten mehrere Schutz« polizeibeamte durch die auf sie ciiistünnertde Menge in Bedrängnis. Einige der lautesten Schreier wurden sistiert. Standivhaber und Markthallenordnung. In den„G e r m a n i a» P r a ch t s ä l e n' in der Ehausiestraße protestierten die Markthallen st andinhaber Berlins sehr lebhast gegen das Fortbestehen der nach ihrer Ansicht vollkommen veralteten städtischen Markthallenordnung. Der Standinhaber habe nichts als Pflichten, auf Gnade und Ungnade sei er den Auslegungen der Markthallenordnung ausgeliefert. Ohne Angabe oon Gründen könne den Standinhabern jederzest fristlos gekündigt werden, und jede Genehmigung werde nur widerruflich erteilt. All« Bemühungen, hier durch Verhandlungen ein Einoernehmen mit den städtischen Be- Hörden herbeizuführen, sciev� gescheitert, und die Schuld hieran löge an dem machthaberischen Standpunkt der städtischen Verwaltung. Tausend« von kleineu Existenzen seien gefährdet, so ginge es nicht mehr weiter. Die Markthallenordnung müsse fallen, wenn anders nicht zahlreiche ehrliche Kleinhändler und Gewerbetreibende schweren, unverschuldeten Schaden erleiden sollten. lMtett-Inlett Daunendecke I ti,»r. V,U!>-». mm mm HU-Stn,* K__ I.jjm.Srn'j Moster, K M ■ uo»onm,150 5-300 rfO.» Weiße Federn Pfui») 2.25 weise Halbdaunen PfumJ 5.60 Weiße Daunen Pfund 9.75 Oberbettbezug Unon,7.Kn5pfen,>i„ ca. 130 X 200�.65 Ueberlaken Hrt.Uao«,m5tiek.. � (inutia. SiumtiL, fy mm M. ,»x«0.. Bettlaken kräftiger Linon, A mm ca. 130x200. Ä-eö Wäschestoff— Reste "UJtasw�Spk. ""toS; 85 11,55 PL . Artiges Oberbettl Qberbett• Inlett 1 De r�grauen Fottern 7.35 Wss-jeM,(*- W C j � u_ �, t| �| dantM 30x200 I 3.50|„o, II tepp decke Satin do..'.■ diverse Farben Schlafdecke grau, m Streifen- n kante, 140x190 4Eb.75 ebett mft 35 Federn, versch. Fecterkaitfa R lN i?: 39.50 Metallbettstelle ratze. 37 mm 1750 mtt Zugfedarmatratza�T? mm Mg«,«eil, »XIA... �etellbettstelle mtt riigfedermatratza ottd Vssüitakursln, J Q mm weis, 9ax)9C| 0.59 Garderobenschrank 80 era breit JtOrig. mit Hutboden und Stau- jj O ge. weiStack. tyJL.mm Wäscheschrank 103 cm breit, 3 durchgehend« BödeneJiö' Zange Scheiben, weiSlackOj/.» Bettlaken! Languetten- rwiwi««»h_ i � Kissenbezug 1.25 Dowlaa, mit Hebt- taum vsniflrt �(SN ca. 150 5; 33t... 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Krankenscheine und Personalpapiere fortnahm. Damit ging er zu einem 80 jährigen Sanitätsrat, der ganz unter seinem Einfluß stand und ließ auf diese Namen Bäderverord- n u n g e n auÄchreiben, die er dann dem Samariter-Bad einreicht«. Der Badeanstallsbesitzer legte dies« Verordnungen als Rechnung für gelieferte Bäder der Alll gemeinen Ortskrankenkasse nor, die anstandslos honoriert«, da die Personalien der Patienten stimmten. Erst der Rezeptprüfungskommission siel es auf, daß ein Bad und ein Arzt im Osten von soviel Mitgliedern aus ganz anderen Gegenden beansprucht wurden und deckte den Betrug am. Aus dies« Weise hatte das Trio von der Kasse erhebliche Summen erschwindelt, denn der Sanitätsrat hatte auf einen Namen 30 vis 40 Bäder im Monat verschrieben. Die strasrcchüiche Der- solgung der Betrüger war schwierig. Der Arzt der an greisenhafter Geistesschwäche litt, ist vor zwei Tagen gestorben. Gegen Walter konnte von Anfang an kein« Anklage erhoben werden, da er bereits als Geistesschwacher entmündigt ist und strafrechtlich nicht zur Per- anwortung gezogen werden kann. So hatte sich vor dem Schöffengericht Wedding nur der Besitzer des Samariter- Bades, Kiefer, zu verantworten, der all« Schuld auf Waller schob, der als Zeuge geladen, aber nicht erschienen war. Dos Schöffen- gerickt verurteilte Kiefer wegen fortgesetzten Betruges und schwerer Urkundenfälschung zu neun Monaten Gefängnis. Waller erhielt wegen unentschuldigten Fehlens vor Gericht ein« Ordmingsstrgf« von 300 M. Konsumgenossenschaftlicher Krauenlehrgang. Der rührige Frauenausschuß der Konsum-Geiwssenschaft Berlin veransialiet anch�in diesem Jahre einen konsu in genossen- fchaftlichen Frauenlehrgang, mit dem der Zweck ver- ialgt wird, tiefergehende genosienschastliche Kenntnisse der an der Berbraucherorgamsation interessierten Frauenwelt zu vermitteln. Die stark« Beteiligung an den früheren Beranstaltungen ließ es angezeigt erscheinen, ein räuinlich umfangreicher«- Lokal zu wählen; der Kursus findet in der 600 Personen fassenden Aula des Leib- niz-Gymnailums, Mariannenplatz 27/28, an den vier Montagen des Monats Februar stall, beginnend liS Uhr abends. Als Dortragsthemen sind vorgesehen: 4. Februar: Wirtschaftsdemokralle(Simon Katzenstein), ll. Februar: Geweinwirtschaftlich« Kapitalbildung(Heinrich Pens). l8. Februar: Die Frau als Trägerin der Genoffenschoftsbewegung (Frieda Bauer,, 25. Genossenschaftliche Zeill ragen(Fritz PemeV Dis Vorträge erfahren ein« Umrahmung durch musikkünstlerische Darbietungen.'Die Betelligung am Lehrgang steht allen Frauen offen und ist völlig kostenfrei. Ein« zahlreich« Teilnahme wird die Voraussetzungen schaffen für«ine Belebung des genossenschaftlichen Gedankens in denjenigen Kreisen, die als Trägerinnen der Ver-- b.rauchewrganisation zu gellen haben,- und damit die Grundlagen sesttgen für weiteren Aufstieg der. Berliner Äonsum-Geuossenschasr. Die Königin der Lebensmittel. Die Müch-AussteNung am Kaiserdamm« Eine der intereflankesten Sonderveranstaltuugeu der .Grünen Woche" ist die Ableilung.Die Milch" in| Halle I. Sie ist so aufgebaut, daß sie der Dandwirtschasl and der Molkerei, aber auch den Konsumenten ein leicht faßliches Bild über das wichtigste Lebensmittel bietet, von dem ein Schild sag!: Die Königin der Lebensmittel. Selbstredend ist der Kuh als Erzeugerin der Milch der breiteste Raum in dieser Abteilung gewidmet und man ist Über diese Frage sofort orientiert, wenn man die gute Bauernregel liest: .Wenig Milch und wenig Mist, gibt die 5tuh. die wenig frißt!" Bei der Rasseauswahl wird Wert auf die mehrseitigen Leistungen dieses humanen Vierfüßler? gelegt, die sich nach Milch. Fleisch und Arbeitsefftung benennen. Das schwarzbunte Niederungsrind ist in Deutschand am meisten vorherrschend. Bei der Ernährung des Rindes sprechen olle Faktoren mit, die für eine gute schmackhafte Milch und deren Erzeugnisse. Butter und Käse, wichtig sind. Schlechtschmeckende Milch wird durch einseitige übermäßige Fütterung mit rohen Kartoffeln, die die Milch dumpf im Geschmack machen. Kohlrüben, schlechtes Sauerfutter, Lein- und Rapskuchen erzeugt, also alles, was im Geschmack schon streng und abstoßend ist. Dagegen geben sämlliche Hülsen- und Körnerfrüchte, die auch der Mensch als wertvolle Nahnmgsstoffe schätzt, eine gut« und süße Milch, ebenfalls die grünen Weidegräser u.a. Einen brellen Raum nimmt die Behandlung der Milchverarbeitung ein, man könnte hier schon von einer Körperhygien«, Stallhygiene und Berarbeitungshygienc sprechen. Denn cs ist das Geringste, daß nmn die Kühe jetzt auch pedikürt; daß beim Melken die größts Sauberkech obwalten soll. Alle die sehr sinnreichen und praktischen Erfindungen, z. B. onschnallbarer Melkstuhl, SpeziaMeidung für den Melker irsrn. sind weniger aus tierfreundlichem Interesse ze- schonen worden, sondern nur darum, dos Produkt zu verbessern, das bei seiner hohen Empfindlichkeit durch jede Unsaubcrkech leidet. Eine Genosienschaftsmolkerei Hot diese Fragen sehr hübsch in folgenden Spruch gefaßt:.Wer stets ehrlich, hübsch und reinlich, ohne Eigen- nutz und kleinlich täglich liefert unverdrossen, ist der best« der Gc- Nossen!" Drastischer besagt dasselbe ein kürzerer Spruch:.Wer Milch verfälscht, mit Wasser tauft, ist wert, daß er sie selber sauft!" Viele Ding« sieht der Stadtmensch auf der Ausstellung wohl zum ersten Male, so Bullerfässer. Milchkühlanlagen, komplizierte Ma- schinen zum Flaschenreinigen und Füllen; selbst bei den Milchkannen lernt er hinzu, daß die in der Milch enthaltene Milchsäure die verzinkten Kannen angreift und daß bis heute noch keine einwandfreie Milchkanne von der Technik geschaffen worden ist. Das Milch, w I r t s ch a f t s i n st i t u t für die Provinz Brandenburg hat eine Ausstellung bester Butter- und Käseerzcugnisie veranstaltet, wobei die besten Proben prämiiert wurden. Auch eine Reihe Berliner Molkereien wurden prämiiert, was jedenfalls besagt, daß die Milch der Berliner Molkereien trotz vieler Anfeindungen sehr gut sein muß. Der Reichs-Milchansschuß hat eine großzügige und wirk- iame Milcbpropaqanda entsaftet, an die sich gleich als praktisches Resultat ein vielbesuchter W l l cha u s s cha n k anschließt. Ein Parteiveteran. Heute feiert der Genosse Gustav Lübcke(Neukölln, Bode- straße lös seinen 75. Geburtstag. Als Tischler schloß er sich in jungen Iahren der Arbeiterbewegung an und schon unter dem Schandgesetz war er für die Sozialdemokratische Partei tätig. Seinen Eifer in der Agitation mußte er mll zwei Moitateiz Ge- 'ängnis büßen. Er gehörte zu den 38 Genossen, die im sogenannten Geheimbundprozeh nn November 1887 in Breslau zu Ge- fängnisstrafen verurteilt wurden. Sein„Verbrechen" bestand darin, daß man bei einer der vielen Honssuchungen, die er über sich ergehen lassen mußte, zwei Nummern des..Sozialdemokrat" unter seinem Hut eindeckte. Nach Derbüßmra seiner Strafe siedelt« Ge- noss« Lübeck««och Berlin über. Daß« hier der Partei treu blieb, und weiter die verbotenen Schriften verbreitete, war selbst- verständlich. So hat unser Alter am Aufstieg der Partei regsten Anteil genommen. Dem betagten Jubilar, der als Sozialrentner in bescheidenen Verhältnissen lebt, danken die Genollen heute iür sein« unerschrockene Piome.ro rbeit. Casino- Theater: Silometcrllebchen. Eft« lustige Geschichte vom allzu flotten Herrn Gemahl, seineu: trauernden, weil von ihm vernachlässigten Weibchen und der obligaten resoluten Schwiegermama samt ihrem saft-oerblödeten Ehegespons. Das Thema ist ebenso- wenig neu wie unerschöpflich: immer wieder lassen sich allerlei lustige Situationen daraus rekonstruieren. Also: Hans Forster. ein verflixter Kerl am Volant und bei den Frauen, macht sich aus diesem Grunde daheim reichlich unbeliebt. Solange, bis sich Frau. Schwägerin, Freundin und Schwiegermutter zu einem grundlick-cn Komplott zusammentun. Frauchen, d!« bis dahin nur stets passiv ..übelnahm", wird energisch, olle anderen unterstützen sie darin nach Sfrasten, und die Schwiegermama bringt mll all ihrer nicht zu besiegenden Autorität und der da, zugehörigen Riesenklappe das happv end zustande. Gespielt wurde mit viel Stimmung, und gelacht wurde, dag die Wände wackelten. Die Herren Berg, Fister, Litzek und Knttner, die Damen Lonek, Waller. Litzek und Scherrer toten ihr Bestes. Voraus ging ein artistischer Teil, der gra.ziöie Tanzbcmchen von Vanija Berol, kesie Schlager von Viktor Riller und gute akrobatische Arbeit der 3 Rclampagos bracht«. Kl Jahre alt! Morgen, am 4. Februar, begeht unsere alte Leserin Frau Ernestine Joachim, Verlin NO. 55, Winsstr. 67, ihren OL Geburtstag, umgeben von Enkeln und Urenkeln. Wir wünschen der allen Freundin unseres Blattes einen gesunden und zufriedenen Lebensabend! Der lpolizeiball, der auch w diesem Jahr« in den Fest, räumen des Zoo stattfand, halle wieder sehr guten Besuch aufzu- weisen. Unter den vielen Gästen weilten u. a. Rerch--minister S« oe r i n g, Potizeiprosident Zö rg i ebe l, Reichsmehrminister G r o? n e r. Staatssekretär A b e g g und der Potsdamer Polizei- Präsident n Zitze.witz. »Eine verworfene Revision." Nach Mitteilungen des Rechtsanwalts Dr. Hans Schlesinger, Berlin, Leipziger Str. 119/120, ist die in dem Bericht in Nr. 17:„Eine verworfene Revision, zwei Ber, liner Kaufleute als Spntsckieber verurteilt", genannte Firma Schmidt. Berlin, nicht identisch mit der�Ftrma K a r l F. S ch rn i'Ö t u. S o h n Z Beusselstraße 44 8. die%l/ 76 liegen jetzt in den 10« Stück' Packungen Massary Privat ohne Mundstück/ dick/ rund Es folgen hieran anschließend die Fahncnhilder der Serien Nr. 77 und 78 WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstraße ßosenthaler Str, Horftzpiatz Weiße Woche (ßefhtt» an» 3i. 3 an aar Außerordentlich preiswerte Angebote Damen- Wasche Taghemd TCr"hÄWn 145 Taghemd 245 Taghemden Rosen- q q-c Stickerei und Blende.. vJ»O jTaghemd mit Rosenstickerei, C guter MakostoÖ........ w/ 3U Nachthemd"iSffihmngen 375 Nachthemd«iß nnd fertig 4-50 Nachthemd Ro5e�Äe 5 35 Nachthemd Rosenstkkerei. 6 75 Nachthemd Rosenstickerei CS__ u. 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Beilage des Vorwärts Somrfag. 3. Februar 1929 Feme und Geheimbündelei. veatschnationale wollen keine Strafvorfchrifl gegen Femeorgoaisationen. Der Strafgeschausschub des Reichsfags bendet« am Freitag dt« Vetprechung über den§ 132, der den Londfriedenedruch betrifft. In der vorgestern vertagten Erörterung dieser Stras- destimmungen erklört« Reichsiusrizimnlster Koch, daß er m Ueberein- ftimnmng mit dem Innenminister de» Reich» und Preubens mit einer gewissen Einschränkung des Paragraphen einverstanden sei. Es könne genügen, wenn nur derjenige Teilnehmer einer Zusammenrottung bestrast weicht, der w i s s«, dah e» sich um eine Menschenmmg» handle, die mit oereinten Aräslen Widerstand leisten oder GewaltKUen verüden, damitwäre ein» Anwendung de» Dolus er«ntu»te,ou»oeschloss»n. Der Ausschuh deschtost daraus,§ 172 und auch§ 174, der den Aus'.aus beirisst. dem Unterausschuß zu überweisen ß 175 droht wegen Geheimbündelei demjenigen Stras« an. der an einer Verbindung teilnimmt, die beabsichtigt. d>« ver- sassungsmäßig festgestellt« republitamsche Staotssorm de» Reich» oder eine» Lande» aus ungesetzliche Weise zu beseitigen oder zu ändern, oder zu deren Zweck oder Beschäftigung e, gehört Maß- regeln der Verwaltung oder Dollziehung von Gesetzen durch ungesetz« kiche Mittel zu verhindern oder zu entkräften: ebenso wird derjenige destraft, der an einer geheimen Verbindung toiinnnmt, dt«(inen de» Strafgesetzen zuwiderlaufenden Zweck unterstützt. § 176 bedroht wegen Fem» denjenigen mit Stras«, der an einer Verbindung ober Verabredung teilnimmt, die verbrechen wider das Leben bezweckt oder als Milte! sür andere Zweck« in Aussicht nimmt oder«er»in« solch« Verleitung unterstützt. In besonders schweren Fällen soll die Stras« Zuchthau» bi» zu zehn Jahren sein. Ministeriairat Erb« erklärt« für den Reichsminister de» Innern. daß dieser den Wunsch habe, die Gestaltung dieser beiden Para- graphen in einem Unterausschuß zu erörtern, vi» Deutsch- nationalen Wersen die Frag« aus. od«» denn über» Haupt Fe m« or ga n I sa t i o n» n in Den« schl a nd g« d«, und«eich«» die Tatsoch« sei. dt« der Regierung veranlosiung gebe. den Fem« Paragraphen vorzuschlagen. Abg. Dr. t-ndsderg sSog.) erwidert» den deutschnalionaten Fragestellern, daß»» ganz gleichgültig sei, ob heut« eine solch« geheime Verbindung besteh«. Selbst wenn st« Im Augenblick nicht vorhanden sei. könne st» morgen geschossen weichen. Der deutschnationaie Widerspruch gegen den Femeparagraphen sei a» so merkwürdiger, als dieser Paragraph au» dem Republlk- schnßgesetz stamme, besten Verlängerung gerade die Veustch- nalionalea beantragt hätten, damals müßten ihnen doch solche Verbindung«, bekannt gewesen sein. Abg. herzt(vnat) entgegnete, daß ihm keine Femeverhindung bekannt sei. Solch« Verbindung werh« auch gar nicht existieren Also sei»in solcher Femeparagraph überflüssig. Wenn die Erörterungen an den Unterausschuß überwielrn werden sollten, so trh««» so au». ol» ob die Erörterung dieser Paragraphen geheim geführt welchen sollt«. Abg. Aoscnseld(Soz.) führte aus. daß es gerade bei den geheimen Belbinbungen nichts besagen wolle, daß man sie nicht temt«. Sie würden in der Reget erst bekannt, wenn irgendeine' G«. walttat von ihnen ausgeführt sei. Man könne ober rrich' solang« warten, bis die» geschehen, um erst dann«n Strafgesetz zu de» schließen. Der Ausschuß beschloß alsdann die Usbonvestung an den Unter- ausschuß. Landwirischastliches Aotprogramm. Die Sozialdemokratie wird ihre posit.ve Mitarbeit einstellea. wenn die Hetze gegen fie nicht aufhört. Dem Reichstogsausschnß zur Kontroll« der Durchführung de» landwirtschaftlich en Notprogromms. der unter dem Vorsitz de» Genossen Schn, idt, Köpenick, steht, ist in diesen Togen«ine sehr interestant« venkschrist de» Reichsernährungs- Ministerium» zugegangen, aus der die Mahnahinen ersichtlich sind. die die Reichsregierung unter starter persönlicher Verantwortung de» Ernöhrungs minister» Dietrich während ihrer Amtsführung begonnen oder durchgesührt hat. Aus Grund der Beschlüsse de» alten Reichstags, denen die Sozialdemokratie— damals noch Opposition». parte!— zugestimmt hat. sind bereitgestellt und inzwischen aroßs.r. teil» vergehen worden. ............... �........... absag, Obst* und Gemüsebau, versteigerungsmärkte. Transpört> mittel. Marktbeobachtung, Hortenverbesterung, Kartosseloerwer- tung u.a.); t< Millionen Mark Veihiste« und 22 Millionen durch da» Reich garantierter Kredite für Förderung und Absatz von Milch und Fleilch(Errichtung von Fleischworensabriten, Milchadsatz- orgonlsotionen. Fettverwertungsanlagen). Z. 112 Millionen Mark in Umschuidungskrcditen für sonie- nrngsbedürslig» Betrieb«, von denen bisher 40 Millionen Mark abgerusen worden sind. Die Denkschrift kündigt die Anforderung von je 20 Mitlionen Mark sür weitrre süns Jahre, also von insgesamt weiteren 100 Millionen Mark, zur Durch- sühnrng der begonnenen Rationalisierungsmaßnahmen an. ver vokksparteiler ch a m t« n s, der sich In der chauplsach« mit der Frage de» Vieh- und Fteischabsotze, besaßt«, forderte die weitestgehende Beschränkung der Einsuhr von Vieh und Fleisch aus dem Ausland. Für die Sozialdemokratie erklärt« Genast« Tempel dos Einperftöndni» der Fraktion mil den Grundsätzen de» Nolio- nalisierung-programms, fordert« aber ein« genaue Rachwelsung de» verbleib» der bewilligten Summen, vi» Sozialdemokratie erkenne die Krise in der Landwirtschaft an und sei in Rücksicht aus die G-samtwirtschast und den Arbeitsmarkt vereit. �ilssmaßnahmen zuzustimmen. Dabei iei st« gewillt, ähnlich wie hei her Frage de» Zuckerzoll» und des Zuckerpreises, frei von jeder dogmatische« ytn« dung jeden Weg mitzugehen, der dem Erzeuger angeniesten« Preise sichere, ohne den Verbraucher zu belasten, wie das bei der iR«»»- iierung de» Zuckermartte» versucht worden sei. Schars zurückweisen aber milste die städtische»«81 vor ollem die Arbeikerschast die Ueberkreibnngen landwir iicher Organe und ihre Hetze grg'n den volksfiaal. Aus die Dauer werde die Sozialdemokratie ihr» positive hat- tung vor ihren Wählern nicht vertreten können, wenn sie von ver» antworliichen Kreisen der Landwirtschast sortgesetzt als der Feind des Bauerntums hingestellt werde. Bevor man auf dem zurzeit aktuellsten Gebiet, dem der unzureichenden Viehprelse, weitere Maßnahmen beschließe müsse man den Umfang und den Einfluß der Einsuhr ausländischen Vieh» und ausländischer viehprodutie klar iidersehen. Der Demokrat Tanken vertrat seine These der freien WM- schaff ohne Stactseingriss. Minister Dietrich gab genaue» Zahlenmaterial bekannt, aus dem eine wesentliche Erhöhung der Vieh, und gleis cheinfuhr gegenüber 1913 n i cht ersichtlich war. Di« weiteren Besprechungen und veschlußsastungen de» Aua- schusses sollen angesichts der Lage großer Teste der Laadwirtschasjt beschleunigt fortgesetzt werden. M-tZonoanscfmtKtDlM�D l Berlin S.W, JeruSOlCme'Sfr.l Oberoll CiliolCrt Winter in Schreiberhau. Das Zentrum des sportlichen Lebens von Schreiberhau ist der Äönigsplatz. Von hier aus werden die Hörnerschiittenfahrten ins Gebirge angetreten: hier beginnen auch die Schlittentailing- und Fackelsahrten, sür die schon fast nicht mehr genug Pferde auszu- treiben sind. Im Vordergrund des Interesses steht das Nodeln aus den langen, herrlichen Naturbahnen, die vom Hochstein, von der Alten Schlesischen Va>ude und von der Reisträgerbaude über die Neu« Schlesische und die Zackelsallbaud« nach Schreiberhau führen. 'Die Bahn vom Reis trag er ist teilweise nnt elektrischem Licht versehen, so daß die Abfahrt auch wagen kann, wer in der gemütlichen Baude die anbrechende Dunkelheit übersah und die nächt- lich«' Schußfahrt auf zwansig und mehr Prozent Gefälle nicht in Uebereinftimmung mit seinen Rodelkenntnissen fand. Aus der er- leuchteten Lahn ist die Abfahrt auch bei Dunkelheit herrlich, oder gerade dann, zumal wenn bei Neuschnee Bahn und Wald glitzern, wie frisch vom Zuckerbäcker Übergossen. Dann ift auch die Zeit der Fackeffahrten, die an schönen Winterabenden bis weit über die Grenze nach Harrachsdorf und Neuwelt führen, der Schlitten mit der Musik voran, die übrige frohe Gesellschaft hinterdrein. Zwischen all denen, die hier oben ein paar Tage dem Sport und der Erholung widmen wollen, besteht gleich von ollem Ansang an das Gefühl der Zusammengehörigkeit, denn trotz aller Lustigkeit und allem Uebermut ist man doch in erster Linie Sportsmenfch. Die Zackelfall-Sprungfchanze und die neue Bobbahn sind die besten Beweis« dafür. Das Gelände senfeils der Zackei- klamm war nach Lag« und Schneeverhältmsien für eine Sprung. schanz« das bestgeeignete in weitem Urntreis, ober die Aufsprung- bahn lag aus dem jähen Absturz der Klomm unb der Auslauf mündete auf den Wasierlauf des Zockerle: jenseits wieder stieg das Gelände steil an und hing zudem schief. Nun hat man das Zackerle überbrückt und hat den Buckel im bergführenden Teil des Auslaufs abgetragen, unter unendlichen Mühen und Kosten zwar, aber was macht das! Nun steht die Schanze eben doch da oben, hoch über Schreiberhau, in bester Lage und mit einem herrlichen Blick weit ins Land hinein. Den teilt sie übvigens mit der neuen Bobbahn, deren 5-Kurve in Europa ohnegleichen ist. Die alt« Lindenhof-Bobbohn konnte mit der Entwicklung des Bobsportes nicht mehr mit, so viele »ind gute Rennen auf ihr auch schon ausgetragen wurden. Herr- lichls Gelände für die neue Bahn fand sich bei der Zackelsallbaud«, nahe Sprungschanze und Rodelbahn, gerade dieser Näh« wegen doppelt geeignet. Das Gelände hatte nur ein« bös« Eigenschaft, es war ein Gewirr riesiger übereinanderliegender Felsblocke. Wie sollte man da bauen und was sollte das kosten?"Die Gemeinde hat aber doch den Bau gewagt und mit 3000 Dynamitfchllssen hat man die Felsbläcke überredet, Platz zu machen sür die Trasse und die Kurven, die man sechs Meter hoch aus Fels setzte. Im oberen Teil gibt es nach bewährtem Vorbild«in„Labyrinth" schnell ansein- andersolgender kleinerer Kurven, dann folgen im unteren Teil sieben schwer« Kurven, drei davon Haarnadelkurven. Dazwischen liegt im steilsten Hang das berühmte„8" auf dem U ebergang von der oberen zur unteren Nundung steht der Bob gerade eine Bob- läng« lang auf ebener Trasie— und das bei Geschwindigkeiten von über 70 Icm/Std.l An Nenntagen stehen die Zuschauer dicht ge- drängt an der Bahn: fast ohne Pause saufen dank des elektrischen Aufzuges die schnellen, schweren Schlitten vorbei. Di�.,. Ausmaße von Schreiberhau überraschen: Ungeachtet seiner nur hOMBewohner bedeckt dieser Ort eine Fläche, die zur Errichtung einer Großstadt vollkommen ausreichen würde. Nieder- dann Mittei- urid«Mich die Krönung— Oberfchreiberhaul Auf dieser in Schlangen- linien an den Berg hängen entlangführenden Fahrt kann man schon sehen, welch« Ausdehnung hier oben der Schneelauf genommen hat. Ueberall wird geübt und an schönen Wntertagen ist der lange Hirschberger Bahnsteig immer noch nicht lang genug, all die Sport»- leut«, die treuen Hölzer im Arm. aufzunehmen. Hauskomödien in der Hasenheide. Ein krasser und nicht unwirksamer Gegenpol zum heutigen Bühnengeschehen sind all die harmlos-srohlichen Spielereien aus Dr. Fischers Theaterkiste, die diesmal in der Hasenheid« herausge- holt wurde. Stets versetzt er uns in eine Zeit zurück, da Frohsinn. Ilebermut und Schelmerei die Menschen beherrschte, wo kokette, oder melancholisch veranlagt« Mägduleins durch das Allheilmittel Liebe erst den richtigen Weg zum Glück finden. Wir müssen unser Denken und Fühlen um eine fganz gewaltige Reihe von Jährchen zurück- schrauben, um all die Romantik längst verflossener Zeiten herauszu- beschwören. Und da zeigt es sich, daß das Publikum sogar ganz gerne in Urgroßmutters Reminiszenzen stöbert und für all das barmlose Getängei und Getue fast mehr Berständnis zeigt, als für die allzukrassen Wirklichkeitsschilderungen, oder die Derstiegenheiten hypermoderner Literaten. Zuerst gab es„Maria", ein Rokoko- spiel, worin das klosterwütig« Fräulein Maria durch ein Komplott von Kammerzöfchen und Kammerdienern dem Kloster abspenstig unb in die weitgeöffneten Arme der Herzlicbsten bugsiert wird. Im Biedermeierspiel„Der Herr Doktor" geht es ähnlich zu, hier muß wieder die allzugroße Schüchternheit zweier Liebender überwunden werden. Wiederum ist es dos Housfaktotum, diesmal ein« derb- fröhlich« Unschuld vom Land«, die das bappx.enck deichselt. Gespielt und gesungen wird jedesmal sehr nett und die Darsteller holen sich stets herzlichen, starken Beifall. Als Deranftallerin des wohl- gelungenen Abends zeichnet« dasLoltsbildungsamtKreuz- b e r g._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. W Reichsbanner„Schwarz Rot lSold". Se'iMncfltllt: Berlin 5 14, Scbafttangr.•fim.£e> i St. Montan. 4. Februar. M-torrablabrerl 20 Uhr Sitzuna im San. butcau, Crbohonstr. 37/88, liiitrr Bulfl. Kreutberg, Jugend II Silben: Versammlung 20 Ulit bei Sitcpn, Planus«! 75. Vortrag:„Zuge ab und Foschi». mus." Jugend III Südosten: Bcrsammlung 20 Übt im Ingrndlieim Wrangel- straste 128. Temrxlbos! 20 Uhr Vorstanbsstguna bei Ma-�i, Morientorf.— Dienetag. 5. Febrnae. Webbing! 1914 Ubc Blockadenbe in den bekannten Lokalen Mitte: 20 Uhr l. Kamerobswoft Versammlung tn Neumann, Fest. sälen, Nolenthaler Str. 40—41. Vortrag. 8. Kamerad, chas« bei Schilling, Rungestr.»0.«eenzberq, gug 4; Versammlung 20 Uhr bei«rilnbler, Zimmer. Bei Rheumatismus Gicht, Ischias, Nerven- oder Erkältungsschmerzen, den bösen Be- gleitern naßkalten Wetters, tun Sie gut, die leidenden Stellen init.Reichels Electricum" einzureiben, das eine durchgreifende, schnell schmerzbesreiende Wirkung ausübt. Nehmen Sie aber nur „Electricum". Fl. Mk. l,25. 2— und 3,50, in Apotheken und Dro- gerien erhältlich, sonst bei Otto Reichel, Berlin SO, Eisenbahnstr. 4. Woclienprv�rgmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 3. Februar: 8.55: Stundcnclockenspiel der Potsdamer Oarnlsonkirche. 9: Morgenfeier. II 30: UebertraeunR Reichstag: Sondertagung der Deutschen WelUirischalt- lichen Qcsellschaft. 14.30: Für den Landwirt. 15.30: Märchen. 16: Deutsche Industriefuhrcr und Kauflcute. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18; Darf man Gott auf die Bühne bringen? 19.15; Vom Ski Trockcnsäugling zum Skispörller. 19.40: Zehn Jahre deutsche handelsluftfahrt. 20; Abcndunterhaltung. 21.30: Der Journalist spricht... Danach Tanzmusik. Deatachlandsender: 20: Orchestsrkonzert. 21; Alte und neue Tinze. Montag, 4. Februar: 15.30; Das Kind wird selbständig. 16; Technische Wochenplauderei. 16 30: Leichte hausmusik. 17.30: Martin Raschkc liest aus seinem Roman..Merz". 18.10; Sprachliche Plaudereien. 18.30; Englisch für Anfänger. 19; Die Jagd in ihrer Beziehung zu Land- und Forstwirtschaft. 19 30: Die ersten Südpolar- flügc und ihre Etgebnisse. 20: Walter von Molo im Qcsprüch mit Hermann Kasack. 20.30: Orchesterkonzert. 22.30: Funktanzunterricht. Danach Tanzmusik. Dienstag, 5. Februar: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30; Der Sternhimmel im Monat Februar. 16; Stunde mit Büchern. 16.30: Unterhaltungsmusik. 19: Die Haftung des Arztes. 19.30: Der Fernsprecher bis zum Weltkriege. 20: Sendespiele:„Die Nacht vor dein Beil", Drama von Wolfonstcin. Mittwoch. 6. Februar: 15.30: Eine Stmde für das Alleinsein. 16; Deutsche Luftpost-Wertzeichen. 16.30: Jugendbühne. 18.10: Was können wir von den Tieren lernen? 18 35: Die Rationalisierung des Wirtschaftslebens. 19.05: Die Wiedereingliederung Deutschlands in die Weltwirtschaft. 19.35: Zum Zusammentritt der Nationalversammlung vor zehn Jahren. 20: Uebertragung Philharmonie: Fcslkonzcit zur Feier des 25Jährigcn Bestehens des Berliner Volkschore*. Danach Ten? musik. DcutschlaRdscndorr 20: Abendunterhaltung. Die Brehm-Feier, die aus dem ehemaligen Herrenhause am Abend übertragen wurde, war— abgesehen von der Begrüßungsansprache und der Festrede— wirklich volkstümlich. Die Rundfunkdarbieinng hätte noch gewonnen, wenn man die Ver- anstaltung von der eigentlichen Festrede an ausgsfchallst und statt dessen eigene Darbietungen, vielleicht Rezitationen aus Brehms Werken gesandt hätte.— Der Bortrogszyklus„Die Bedeutung des Berufs im Leben" begann sehr ungünstig um l9,3l1 Uhr. Daß von Professor T h. Litt auffchlußreich, ab«r leider in sehr wissenschist- lichem Stil dehandelte The, na findet am Wochenende sicher wenig bereite Hörer. Weshalb entschließt sich die Berliner Funkstunde nicht endlich, gerade an diesen kalten Wintertagen, wo sich die Men- schen in den Zimmern aufhalten, breite, u»terl>al!ende Wochenend- Veranstaltungen zu bringen?(Der Ansager, der den Schluß dieses Vortrages ankündigte, sollte übrigens erst Sprechunterrichl nehmen, «he er sich vor dos Mikrophon stellt. Die Konsonanten spricht er so aus, daß seine Sprack/e im Ausland gewiß überhaupt kaum ver- standen wird.)— Einen hervorragend schönen Dortrag hielt Fcliy S t i e m e r in dem Zyklus„Freundschaft als Schicksal", in dem er das Verhältnis zwischen Goethe und Eckermann behandelte. Eckerinann, der in Goethes Leben den meisten Menschen kaum mehr als ein armseliger unbedeutender Statist erscheint, wurde hier als Mensch mit einem Herzen voll Glaube, Liebe und Sehnsucht ge- schildert, der sich selbst Gvetl)« zum Opfer brachte, durch den manches Gocthesche Werk lebt— der aber selber an diesen Werken zugrunde ging. Tes. Donnerstsg. 7. Februar: 12.30: Die Viertelstnnde fttr de« Landwirt. 15.30: Der»Bdamerikaniscbe Kuliurkreis.!6: Malendes Liebt 16-10: Wladimir VoceL AnscfalieScnd Tee- musik. 17.30: Blicke in die Fallen der rnenscKliehcn Seele. 18.15: Vom Fensterrias rum Mikroskop. 18.45: Probleme der Wcitwirtscbalt. l,JO: Sendespiele:..Kfinie für einen Tag", Romantische Oper von Adam. 31.40: Uebertragung der Rede des Relcbswirtschaftsministers Dr. Carllaa aal dem Cmp- fangsabend des Berliner Verbandes der aaswdrligen Presse««a den Ratbaaa aa Berlin Schflneberg. 33-»: Punktanxanterrlcbt. Danach Tanzmalk. Freitag, 8. Februar: 15.»: Die Tätigkeit der Fraa im Staats- and Familienleben, It: Winterwanderungen durch die Mark. 16.30; Unterbaltungsmuslk. 15.10: Bekämpfung der Oartenschädlmge im FrDhiahr. 18.35: Jugendnot und Citernsorgen. 19s Die Arbeit In der Dichtung seit hundert Jahren. 19.38: Die Musik der Pyramiden. 28: Was muB die Arbeiterfrau vom Familienrecht wisse«? 20.30: Sia- (oniekonzert. Sonnabend, 9. Februar: I5J0; Chinesische Faucn und Kinder. I6r Felix Dahn. 16.30; Pennäler- geschicliten 17: Unterhaltungsmusik. 18.10: Schiffahrt im Cise. 15-35; Bin* fiihrung in die Kurawellcntechnik 10: Recbtsfragen des Tages. I,J0: Die Frau im Beruf. 20; Märsche. AnschlieOend Unlcrhaliangsmisik. Danach Tanzmusik. 22.45: Konzert. Danach Tanzmusik. 23.30: Ucbettragung Zoo: „Ein Fest beim Prinzen Orlofsky" aas„Die Fiedermaat". Daaach Tanzmusik. Deatscblaadseadarr 20: Stande des Landet Königswusterhausen. Sonntag, 3. Februar: Ab 8JS: Uebertragung aas Berlin. M: Nallonalhytnnaei der VBIker. lOJOt Uebertragung aas Berlin. 18.45: Sprache and Dicluang. 19.10: Uefangcaen* und Cntlassencnlürsarte. 20: Sondcrveranstaltang für den Deatschlandsender: Orchesterkonzert 21: Alte und aeue Tänze. Ab 21.30; Uebertragwig au» Berlin. Montag, 4. Februar: 16; Englisch(kuiturknndlicb-iiterarische Stunde). I6J0: Uebertragung au Berlin. 17.30: Friedrich August von Platcn.<8: Humor im Lied. ISJO: Englisch lür Anfänger. 18.58: EinfluB von Sorte and Saatgut aal den Ertrag. 19-20: Werkmeisterlehrgang 10« Facharbeiter. Ab 20i Uebertragung aas Berlin. Dienstag. 5. Februar: 16: Nata-wissenschait. Schale und praktisches Leben. 16-30: Uebertragung aus Leipzig. I7JO: Die wichtigsten ifaustchädllngc and ihre Bekämpfung. 18: Neuere Hausmusik fOr Klavier. 15.»; Franz&sitch für Anfänger 18313: Der Humor Friedrichs des CroSea. Ab l9J0c Uebcrtragaag an* Berlin. 22.45; Bitdfuskversucbe. Mittwoch. 6. Februar: 16: Naturwissenschaft Schule and praktijthe» Leben. 16-30: Uebertragung aus Hamburg. 17.»: Die deutsche Wirtschaftslage im Spiegel des Reparalions- beriefatea. 18: Aktuelle Romanstofle. ISJO; Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Werkmeistcrtelrcing(Or Facharbeiter. 19-20: Einführaag I« das Verstehen von Musik. 20: Sondcrveranstaltang(Or den Dcatschlaadseadcf: Abend- anterhaltung Anschließend Uebertragung ans Berlin. Donnerstag. 7. Februar: 16: Naturwissenschaft. Schale and praktisches Lebe». 16J0: Uebertragung ans Berlin. 17-»: Die elsässische Kulturtandschaft. 18; Der Ungebildete and die Kunst. 18.30: Spanisch Ißt Fortgeschrittene. 18.58: Die Verwertung dea Qetreidcspiritus. Ab 19.30: Uebertragung aas Berti«. Freitag, 8. Februar: 16.05: Berufsberatung. 16.»: Uebert ragnag aas Leipzig. 17-30: Die deutsche Kapitalverscbuldung and Ihr Zusammenhang mit dem Reparatlons- Problem.>8.30: Englisch für Fortgeschrittene, ISJO: Werkmeister iekrgang für Facharbeiter. 19.20: Wissenscbaltlicbet Vortrag Ifir Zahnärzte. Ah 20: Uebertragung ans Berlin. Sonnabend. 9. Februar:* 16.30: Uebertragung ans Hamburg. 17»: Freies Vofksbildaagawesea and Beamtenschaft. IS; Studienreise lunger Arbeiter Ins Ausland. 15»: Spanisch für Anfänger. IS 55: Nordafrika. Land und Leute. I9JO: Rationelle Freizeitgestaltung, eine Lebensnotwendigkeit der berufsgebandenea Menschen. 20: Stande des Landes. Anschließend Uebertragung aas Berlin. Stofte SO, Vortrag:.Kultur, und Irziehunasfragen�. Zug I: Versammlung 1 Ul>r bei VBhm, Vieranbrinenst-. S9.— Mittmad-. 8. Rebraar. Sanität». abteilung: 19W Uhr Vortrag. Kam. P. Neumann spricht über ,?»» Werben be» Menschen" im Vesunbheilshau» 9im Urban. iTür Eanitittsfameraben Pflicht. Säfte miDIomnun. Die Eanitätsabieilung oeranftaitet ab 15. gebruar Kurse: »Trste Hilfe unb Ledensreitung". AnmeiMmgen finb ju richten an Z. Eick, Wassertorstr. S8, 4?r. Mitte, 4. Kameradschaft: Versammlung bei Vranbi», Etralauer Eir. 10. Vortrag bis Kam. Hau» Cinbenturfn ilber-Ter Kampf um bie Teutsche Ziepubllk in Argentinien". Bericht von her Seneraioersammlung be» Ortsoctein». 5. unb 6. Kameradschaft: 20 Uhr B'rfommlung im Vasen. t Haler Hof, Rasenthaler C trage. Vortrag:»Republik unb Justiz", Rechtsantoalt Dr. Labewig. Tiergarten. Kam. Stephan: 20 Uhr Mitgliebernersammtung bei Linbenrr, Lehrter Str. 44. Freie Ardeiter-Sirnographea-Vereiaigang Sroh-Verlta. Unser Ostrnheziri. Siemrinbeschule Frankfurter Alle» 87. nimmt noch Anmeldungen zum Anfängee. kursuo in der Reichoiurzschrift am Donnrrstag, 7. Februar, ISfh Uhr, entgegen. äocleid de Conrersati.in Fra.igaise. Montag, 20,30, Eise Si.edet, BeUe-Vi- lianee-Piast 18.— Gaste willlammen Vnefkasten der�edakiion. S. K. 1. 18. August 1018, genlralfriebhof in Zürich, t. Laßt sich ohne Angabe eine» bestimmten Lage» nicht beantworten, da der Tollar in lener Feil zwischen 644 und 1075 Papiermark schwankte.— A. I. M. lßO. Verband für Frribeiikertlim und Feuerbestattung, SB. 29, Gneisenaustr. 41. und Volk». Feuerbestattungo-Verei» Grah.Berlin, R. 4. Inpalibenstr. 110. Im ersteren Per» ein ift Veblngung Austritt aus der Landeskirche, im zweiten nicht. Sie werben trsg Ihre» Alter« ausgenommen.— L. Z. In den Bahlfartbilbiingsschulen der Stadt Verlin. Anfragent Deputation für das Berufs, und Fachschulwesen, Verlin C., Stadthau», Varochiaistraße.— G. 20. Warum schreiben Sie als Genosse an uns anonym? Ihre Mitteilung haben wir weiiergegeben. Man hat uns geantwortet, da» von Ihnen gerügte Verfahren sei norlchriftsgemäK. I versehen, der Teesalon Im oberen Rang ist der Eocktailmutn. i» origineller Aufmachung, mit einem tropischen Winter» garten, der seltene Kakteen und Orchideen zeigt. Indirekt« Be- leuchtung oerstärkt die intim« Wirkung des Raumes. Auch für die Tanzlustigen ist gesorgt durch ein« in leuchtendem„Hummerrosa" gehalten« Tanzdi«le mit einer forschen Ia.zzbandkapell«. Di«„Soda Fountain", nach amerikanischem Muster gehalten, liegt an der Straßenfront, das Bierrestaurant in Täfelung au» Rosenholz und Padduk erstreckt sich ebenfalls über drei Elogen, wobei der Par- lerreromn für eilige Gäste gedacht ist, während die oberen Räume zu längerem Verweilen«inladen. Konditorei und Kasse« bieten etwa 2500 Sitzplätze, noch Fertigstellung aller Abteilungen soll für 5000 Eß-, Trink- und Tanzlustige Raum vorhanden sein. wetlerberlcht der öffentlichen lveiierbienNstelle verlin vn» Umgegend sKachbr. peib.it Foribeilaiib be« heilere» Froilwrilri«. siidösllichr Winde — Zür veulichland: Nur im üiisteistrn Westen iZrmpelaluren zeilweiie über Rull Sonst weiierhin liocken. heiler und irdr lall. «.Gurmenia" am Zoo. In einem Teil der früheren großen Ausstellungshalle am Zoo, Hardenberg st raße 29, ist ein neuer, vielfach ver- zweigler Gaststättenbetrieb erstanden. Konditorei und Kaffee „Berlin" mit einein Cocktail-Room, einem Teesalon, einer„Soda Fountain" und einem Bierrestaurant„Stadt Pilsen") in kurzer Zeit folgt dann noch das„Weinrestauram Traube am Zoo" und«ine diesem Betrieb angegliederte Stadlküche. Diese neu« Gaststätte, nach den Plänen des Architekten Leo Nachtlicht gebaut, von Professor Cesar Klein und Bildhauer Reger ausgeschmückt, bietet ein präch- tiges Bild moderner Baukunst und Innenarchitektur. Die über 50 Meter breite gläserne Fassade des Hauses, von der drei bis weit über den Dachfirst ragende Lichtpilone leuchten, hüllt alles im Umkreis in ein Meer von Lichl Konditorei und Kossee gehen durch drei Etagen, etwas erhöht im Hintergrund präsentiert sich in zarten, gelben Farben, mit Bildtafeln von Prosessor Klein Dan allbekannte Gaebtaea.«ab Teppichs pezialha»»>mi1 Ctfop«, Verlin- Cfibrn, seit 47 Jahren nur vranirnftr. 158, Rehr Mor tzolatz. gewehrt ihrem fragen«undriikrei» trotz ihrer anerkannt billigen Vrrise aus alle Gardinen, itore». Veitdecken währrnd der Weihen Woche U> Proz. Rabatt. Die Ingenieurschule Vad Sulza 1. Thür, hat anlötzlich der Inbetriebnahme de« neuen Maschinenlabarotorium» eine klein» Druckschrift herausgegeben, die in kurzen Worten die Ginriditung diese» In iedee Hinsicht neuzeitlich au». gestattete» Laboralorium» schildert, zusammen mit dem ebenfall, reich illn. strierten Programm gibt biefe Druckschrift ein anschauliche» Bild noy. der Organisation. Lehrmeihobr und«inrichluna dieser modernen, weil über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten und geschätzten Lehranstalt Verantwortlich für Volilik St llurt Geyer: Wirtschaft A. kltnaethkfe«! Sererfsihaftsbewegung I. Sttlurr; Feuilleton: 9t. Iahu Schiiowskf: Lokaieo anb äonitiqe« Fei» Karftädt llnzeiaen 5b»locke, idmiiich u> Herl». Verlag: Vorwärts Verlag GmbH Verlin Druck Vorwiirt«.Vuidrr«t unb Veriaasa»stall VaiN L!»aer u Sa Verlin£49 88 Linbenstraste 5 Hierzu 4«eilageu unb„Uuferhattuaa uuk Blsftu*. Sdincll un e nnneAu'Nilrnng». chri» �.Wie Ion«, ■ üditenSif lebt«?*- Eine Prob» Dr. Zinstee»»eiunb- ei!»» PUZe» wirb '»iienl», beige legt Un er»»giirr Ke!»ndb»»»-P>ll»r for.» RrJutin« her- gefleDt)£r.3lan*r«Ca ». m.b«. blvmevzMUev eber«r !» er i> re»»er i'nnl boltpta. rann, eber Um I raritnnnitrie« l '■dt Saunnnftrüb» 8m THrrlRpl. tOBM loseoieursdiole BadSolza mm Höh.Te�hn. Lebran�alt, Maschinenb, EleKtroiechn. Sa» u.Waseertecbn k. Chemie. Flueweien. Programm ko«'enl. 1 J veibliii« litt rnme- DJUitsodKltn �Hiei« Verlin. Verlin 3t 24, Jeffctmigftr. U/iS ViiljliierveMsleiliiiigeii «uf Beschluz Wahlen Uc Pejlrltltitungrn der PeewalmngawrperschMftam Mc statt. 5. Februar 1929 Tageaarbneeg: 1. Vrricht über die Tätigt«!, der im Jahr« ISZS. 2. Neuwahl der Vezlrtaleihmg. 3. Verschieden« 1. SRllB-ninr 10 Übt, Pnfamnliagafaal han», Iohannisstr. U li. 2. ZUreatlae. 19 Uhr.«est..«arNhall»'.' 3. Wtbaimn. 19 Uhr. Kl «mrinlmetoi. PbanuSaal, Mtillerft». 142. 4. SrcnilaiiicT Berg. 19 Uhr. Schale, Seneselbeeftr.«. ». Krladrichahoin. 19 Uhr. Biler««rsts«!,.«ederfire»» ..............» Berlin. Flchirftr i». last, Kaijer-Frtrbrtch, e. Saaäean. 19 Uhr, Peftaurant„ntrbpal", LniharsK. 1. S. tBiimerabarf. 19 Uhr. lUalganaafiaai.«Pllmetabarf, «. t cansbcrfl. 19 Uhr, Roabr» fftfifäU Perl T. Cbatloffanbutg. 19 Uhr, Sbenpa Straß» 84. te. SUstanrast„Kalsrrh, Pats- 2«.«dauranftotf. 19v> Uhr, bors-Deft. Berliner Str. 7». Antritt Au diesen Persammlungen haben aus 8 8 de» 0rt»fta!ni, Mitglieder, dir tm Bezirs»ahi________ nicht Ginget al» vier Wochen mit ihren BeilrSgen im BUKstanb» sind. Da» Mitglied»buch oder dir Miigliedekar.» sind a» Saal» »ingang»Btjujtigtn. Dl» Otleaatneellna«. inbenburgstr. M. blcncatl. 19 Uhr. mtt(Strafte 88. 11. SehSnabtee. 19 Uhr. Cttibrt-«21», Marttn-Lulhee-Ste. i 12 eiagil� CIchtatlc.b«.« Uhr. JUttam z-ftiit«. eich 12 ikeftr. T. Uhr, KasUatant seeftr. 48 !. OtfagdtstWilt. ~e«Mrt«t«bbr-, .________«eteftt. ISI/UK ..esranrant �tan-k ex". Z-Haant». , bat. Wft Marienbars. 8 Hausse 14. KaaWBa. 19 Ut 15. Xraglaai. 19 Uhr. ißdle SUmhcntm 4. 1«. Kdaaal«. 19 Uhr.»rst. SchalA.«hggrlhatmer Str. 12 IT Ctdjteaketg. 18'n Uhr. KdrtUrn■ LgAen«. Ltchtrubera, Rathautstr. 14. 15.»atgaalaa� 19 Uhr. Arstaar»»!„Au» Blarbaaartt- 1«. Weihens»«. SchSnslrafte. "' 19 Uhr. Panlane,»asellschastahaN». BarGner Restanraut». chesr. SUtaMea- taataa». tröste 108. aclaiKandotf. mm&sMm. 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Ende lul« U DleVcrDredier Schauspie von Ferdinand Bruckne RegretHoinrHUpe« Kammerspiele Norden Iß>1> 8, Ende nach WO U jbflUB endiizDeB" Komödie von Edouard Bourdek Regie Förster Lannaee. Jle homödie dismarck-414/Joli. 8Vs Uhr, Ende tkV. «Olympia" von i ianz Mptnat i«f!ari Forstet 1 •inagA Mi-» ..SdiOn anc Mblik" Ii■ tWMi»!?«; Tlg-iCh Uhr Täglich S'k Uhr Sonntag auch 4 Uhr teil misse Ibra üand.madame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem geiehnam Schlager Kundtunkhörer -M.tea Pr�lne ''taBBtariinn az in 'edretaniatatwUni. Noll. 187« 16 Uhr Jcr Sternhimme< im Winter in Uhi fflars und seine natsei werden u. uer- genen o. sierne PUilmroiODie ■Us U. fiellerer Ibend de» Hhllbarm.Orch. Dlrig Prol.J-Prllwv r .ustspielhaiir Fried rieh» tr.ZJr Bergmann 2V2J/2.- räglich Pk wh GnldoTUcisBer Weekend im Parsdlos oio-Thaatar wrjstlsrtt, St. 132 2*0 Uhr DksIebaAllsi Pk und 9 Uhr Die Fleßermans l fhalla-TDeaier 'resdener atr. 22»! 8 8 Uhr „Oelransch** Stech. Kuaatler-Tn. 8V« Uh, Oer Zlnkcr v. 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Das große Ereignis in der jüngsten Entwicklung der englischen Wirtschaft ist die Gründung eines gewaltigen Trusts für die englische Baumwollindustrie. 7 bis 8 Millionen Spindeln sollen durch den Zusammenschluß von 100 bis 150 bisher selbständigen Firmen in einer Unternehmung vereinigt werden. Der Zusammenschluß erfolgt in dem Teil der englischen Baumwoll- industrie, welcher amerikanische Baumwolle verarbeitet. Da die Zahl der Spindeln dort 36 Millionen beträgt, wird der Trust 20 Prvj. der Spindeln vereinigen. Seit vielen Jahren herrscht in England eine schwere Textilkrise, die aber allein die sogenannte amerikanische Sek- ?ion ergriffen hat, während der die feineren Sorten— ägyptische Baumwolle— verarbeitend« Teil der Industrie sich in einer gün- shgeren Loge befindet. Die englische Trustbildung erfolgt im Zeichen der Rationnlisierung. Gegenwärtig wird der Produktionsapparat zu etwa 60 bis 70 Proz. ausgenützt, deshalb eine ausgedehnte Kurzarbeit in dieser Industrie, die aber seit vielen Jahren organisiert ist. Dos heißt, sämtliche Unternehmungen haben die gleiche Kürzung der Ar- beitszeit— gewöhnlich zwölf Stunden die Woche— vorgenommen. Mit diesem System soll Nim im neuen Trust gebrochen werden. Dort werden die unrentablen Betriebe stillgelegt und die Produktion aus die modernsten Betriebe konzentriert. Außerdem ersolgt ein« radikale finanzielle Sanierung der überkapitalisterteu und überschuldeten Unternehmungen. Das zu hohe Aktienkapital und die große Bankverschuldung mochten die Konkurrenz der neu«, Baum- Wollindustrien Indiens und Japans für die englischen Unter- nehniungen ruinös, die mit 70 bis 75 Proz. ihrer Garn» und 85 bis 00 Proz. ihrer Gewebeproduktion auf den Export onge- wiesen sind. Jetzt endlich haben sich die Banken entschi/.sten. die Sanierung zu e-möglichen. Sie werden ihre Darlehen in Aktien des neuen Trusts umwandeln imd ihr Geld derart nur aus den künftigen Ge- Winnen zurückbetommen, mährend die Darlehen bisher gewaltig« Zinsen gefressen haben. Auch die Aktionäre der einzelnen, jetzt zusammengeschlossenen Gesellschaften müssen sich ein« drastische Zu» sammentegung des Werts ihrer Aktien gefallen lassen. Große Opfer der Arbeiter. Da» schwerste Opfer wird aber zweifellos auch diesmal den Arbeitern auferlegt. Infolge der unvormeidlichen Still- legung vieler Fabriken, wird an die Stell« der bisherigen Kurz- orbeit eine Massenarbeitslosigkeit treten. Verhandlungen sind im Gange, die zur Senkung der Produktionskosten eine außerordentliche Steigerung der Arbeitsleistung erreichen wollen. Die Unter- nehmer wollen automatische Webstühle einführen und durch Ver- langsamung der Geschwindigkeit der Maschinen, den Arbeitern zu» nmien, statt vier kü n s t i g h I n acht Webstühle zu de- dieftcn. Berhandelt wurde auch über die Einführung der Zwei- schichtenarbeit, was ohne viel längere Arbeitszeit nicht durchzu- führen fein wird. Jedenfalls werden die Opfer, die von de» Ar- heitern gefordert werden, unvergleichlich größer sein, als die der Banken und der Aktionäre. In USA. frißt der Süden den Norden. In den Bereinigten Staaten ist neben der Kohieninduftrie die Textilindustrie der dunkle Punkt des sonst so glanzvollen amerika- nischen Industrielcbens. Für die Schwierigleiten der amerikanischen Baumwollindustrie ist deren übermäßige Ausdehnung verantwortlich, der der Verbrauch trotz der hohen Kairfkroft der Be- völkerung nicht nachkommen kann»Die Frau von heute will,' wie kürzlich scherzhaft gesagl wurde,„auf ihrem Körper nicht mehr die Tagesarbeii eines Webstuhles kragen, vor dem Krieg war ein Schaf nötig, um eine Frau für ein Jahr zu Neiden, heute braucht sie nur eine Seidenraupe und selbst die kann eine künstliche sein." Der wirkliche Grxind für die große Ueberproduktion ist aber die rapide Entwicklung einer gewaltigen Textilindustrie im Süden der Vereinigten Sloaten. In der amerikanischen Texiil- industrie ist seit dem Krieg eine beispiellose Umwälzung eingetreten: die Betriebe vom Osten des Landes wanderten nach dem Süden und die neuen wurden überwiegend im Süden errichtet. Im Jahre 1913 entfielen von den 31,5 Millionen Spindeln 17,3 auf den | Osten(Neu-En.gland>, 12,2 aus den Süden; im Jahre 1927 von ! 34,4 Millionen Spindeln nur noch 14,9 Millionen aus den Osten, ! 17,9 aus den Süden. Noch mehr Hot sich der Verbrauch zugunsten ! des Südens verschoben. Im Jahre 1927 entfielen 1.7 Millionen Ballen aus den Osten, 5,2 Millionen Lallen auf den Süden, d. h. die Produktion des Südens ist heute bereits die Dreifache des Ostens. Diese Umwälzung ist aber die direkte Folge der schlechten Lohn-, Arbeits- und OrganisationsverhAtnisse des Südens G«- n o s s i n L ü t k e n s. die an Ort und Stelle die Verhältnisse studiert«, hat kürzlich in einer wissenschaftlichen Arbeit, eia erschütterndes Dild über die Lage der Texkilorbeit« iu den Südflaaiea entworfen. Sämtliche Textilfabriken in den Südfwaten hoben heute ihre eigenen„T e x t i l st ä d t e". hier stehen sämtliche Häuser, die verkaufsläden und— falls vorhanden— das Krankenhaus Im Besitze der Fabriken; die Fabrik baui die Kirche und die Schule, stelll selbst die Polizei, beherrscht so da» gesamte Leben ihrer Arbeiter auch außerhalb der Fabrik. Jede unangenehme Bewegung unter den Arbeitern wird ferngehalten. Die Bewohner einer solchen Stadt können mit Außenstehenden kaum in Verbindung kommen, können von auswärts nicht heiraten, genießen auch wegen ihrer Unfreiheit wenig Achtung. Die Industrie kann auf die Kinder der Textil arbeit-.-r als selbstverständlichen Nachwuchs rechnend außerordentliche Armut der Arbeiter zieht sie in eine Art von S ch u l d k n« ch t f ch a f t der Fabrik. Immer neue imgelernte Arbeiter kommen mittellos in die TextSstädte. Die Lahnauszahlung wird stets um einige Wochen zurückgehalten, der neuaufgenvmmenc Arbeiter wird sogar nach vier Wochen zum ersten Male entlohnt. Inzwischen hat er sich beim Kaufhaus der Fabrik verschuldet, und es ist vielen niemals möglich, sich aus diesen Schulden zu befreien. Auf der Grundlage einer solchen Ausbeutung konnten sich die Industrien der Südstaoten in einer Weise ausdehnen, daß heut« eine ständige Ueberproduktion in der amerikanischen Baum- Wollindustrie herrscht. Für-die organisierte und besser entlohnte Ar- beiterschost des Ostens ist Arbeitslosigkeit und Lohndnick die Folge. Widersprüche in der Weltwirtschaft.— Krise auch bei der japanischen und indischen Konkurrenz. Di« widerspruchsooll« Lage der Weltbaumwollindustrir kommt auch darin zutn Ausdruck, daß auch die Könkurrenzländer der eng- tischen Bmi mwvll industrie, die japanische und' die indische, sich in einer kritischen Log« bekiltden. Di« japanische Baumwollindustrie überschüttet mir ihren billigen Produkten den indischen Markt und verdrängt sowohl indische wie englische Ware, während die indische Baumwollindustrie wieder der englischen Industrie in Australien, Ostasien und sogar in Europa scharfe Konkurrenz macht. Die indischen wie die japanischen Lager sind überfüllt, die Preise sinken. In Japan hat im vergangenen Jahr das Kartell der Baumwoll- fabriken eine 20prozeMige Betri-bseinschränkung für die Baumwollspinnereien angeordnet. Dabei arbeitet die japanische Baumwoll- industrie fast ausschließlich in Großbetriebeit mit über 1000 Ar- heitern, die Großbetrieb« sind ,zu 90 Proz. in einem Kartell zu- sinmnengeschlossen. Die Arbeitsleistung in der japanischen Industrie ist in letzter Zeit gestiegen. Im Jahre 1920 waren 23 Arbeiter für je 1000 Spindeln erforderlich, im Jahre 1925 nur 18,6 Arbeiter; in der Weberei 1920 101,7 Arbeiter je 100 Webstühle, 1925 nur 88,4 Arbeiter. In Japan ist die Arbeitszeit nicht begrenzt. Die Arbeitnehmer in der Textilindustrie sind zu 80 Proz. Frauen, ein großer Teil davon junge Mädchen und Kinder, die Tag und. Nacht arbeiten. Die angestrengte Arbeit führt zu einer so hohen Sterblichkeit unter den Arbeitern, daß die Unternehmungen die Arbeiter stets aus weit entfernten Provinzen neu hcranschassen müssen. Wie auf der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf der Vertreter der Ionecubo ausführte, bleiben diese aus weiten Entfernungen herbeigeholten Mädchen in den Fabrik räumen in förmlicher Sklaverei. zumal sie sich häufig den Fabrikbesitzern verschulden müssen. Sia verlassen die Fabrik außer im Fall der Ehe nur, wenn sie sich eine unheilbare Krankheit zugezogen haben, oder aus Arbeitsunfähigkeit. j Vom nächsten Jahr an soll die Nachtarbeit in den Baumwoklsabriken auch in Japan abgeschafft werden. Bei diesen mit billigen Kräften hergestellten minderwertigen Waren kann mit Recht von einem„sozialen Dumping" ge- sprachen werden, das ollein durch eine internationale Regelung der ZlrbeitsverhÄtnisse und durch einen gesteigerten sozialen Schutz in der indischen und japanischen Textilindustrie behoben werden kann. _________ 21. h. Vielleicht keine starke Depression? Stillfiaod der Arbeitslosigkeit in Brandenburg.-»?tvr geringe Preissenkungen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Ausmaß der Kon- juntturverschlechterung über die Arbeitslosigkeit hinans, die der Winter bringt, überschätzt wird. Es zeigt sich jetzt mit aller Deutlichkeit, daß der chöhepunkt der saisonmäßigen'Arbeitslosig- keit in diesem Jahre sehr viel früher lag als sonst. Der Neu.zugang von Arbeitsuchenden und Unterstützten oui dem Arbeitsmaekt im Monat Januar war einmal verhältnismäßig sehr gering, mid außer- dem ist der wöchentliche Zugang, je später iin Januar, desto schneller gesunken. Dafür ist besonders Harakteristiich die Entwickiui'g, über | die das Land«serbeitsam» Brandenburg für die Woche zum 26. Januar berichtei. Dir., ihl der Arbeitsuchenden ist gegen- über der Vorwoche nicht mehr ge st legen, sondern bereits. wenn auch nur mit einem Dreißigstel Prozent, sehr minimal gesunken. Die Zahl der Hauptunterstützungsempsönger ist nur mehr um 13 Proz. gestiegen. Das Landesarbeitsoim Brandenburg gibt über die Veränderungen salgende genaueren Angaben: In dgr Berichtswoche fiel die Zahl der Arbeitsuchen- den um 115 aus 390 017, d. h. 0.03 Proz., gegenüber einer Zunahme von 4462. gleich 1,16 Proz. in der Vorwoche. Innerhalb des Landes- arMtsarntcs Brandenburg. verteilen sich die Arbeitsuchenden auf Berlin Mit 2513�7(253 934), auf die' Provinz Brandenburg mit 124 758 und auf die Grenzmark Posen-Westpreußen mit 13 892 Personen.- Die Zahl der a u p tu n te r st u tz u n g s e mp f ä n g« r in der Arbeitslosenversicherung betrug 276867(4- 134 Proz), in der Krisensürsorge 18 007(4- 1,39 Proz.) zusammen 294 874(4- 13-t Proz.). Bon den.häuptunterstützungsempfängerii in der Arbeits- losenverstcherung entfielen auf Berlin 152 953(154411) (-h 0.94 Proz.), auf die Provinz Brandenburg 111202(4- 4,42Proz.>. auf die Grenzmark Posen-Westpreußen 12 712(4- 3,28 Proz.). Für die Krisenfürsorge betrugen die gleichen Zahlen für Berlin 15 5 7 8(4-- 1.20 Proz.) Brandenburg 2347(4- 2,18 Proz.), Grenz mark 82(4- 15,49 Proz.). Auf 1000 Einwohner des Gesamtbezirtes kamen in her Arbeitslosenversicherung 3838(37,87) chauptunterstützungsempsänger; diese Zahl stellte sich s ü r B e r l i n auf 37,03(37,38), für die Provinz Brandenburg auf 40,14(38,44), für die Grenzmark Posen-West- preußcn aus 4038(39,29). In der Krisensürsorge ist die Vomtausend- zahl für den Gren-bezirk von 2.46 auf 2,50 gestiegen; sie stellte sich für Berlin allein auf 3,77(3,73), für die Provinz Brandenburg auf 0,85(033). für die Grenzmark Posten-Westpreußen aus 0,26(0,23). Inzwischen ist auch der Großhandelsindex für End« Januar bekanntgegeben worden. Für sämtliche Waren beträgt er 138,6 und ist gegenüber der Vorwoche um 0,3 Proz. gesunken. Es ist nun sehr interessant und sehr beachtlich, daß der heutige Stand der Großhandelspreise, obwohl seit Mitte Dezember ein ununter- wlmui SIE FINDEN ES VERSTÄNDLICH, �aSS Cin-Werk crnsle B©- cuMdiis nei�imL, roed. es Lereds tcslarn�, roalrrenx) (j«xcraiioricxi kemnroujck.- Scn, an� aus dun. keroor- StnQen.. in. uun, puLsi d(e LEBENDIGlEIT RASTLOSE R ARBEIT ciauem� um) umuizliorlick. Nur em. kraltoolicr Baum., c)er Zeil, uno Ge- SckckriiSSe üLcAauerl, L-agl kosöickc FruckLs, /, r l/'. SO WERDEN SIE ES MITEMPFINDEN, c)aSS �>ze FruckL unserer jalujeluiJLeLrngen. Arted,~ atc Ggareüe �KÜRMfllK SPEZiAL-AAAZE DON EN-MISCHUNG (ur unS oic OermgLuino OeS SckodleiAen., für Oie �aS ErleomS cieS OerueSSenr «Wn. Lc�cuisl. b rochener Rückgang erfolgt ist. gegenüber den höchsten Großhandels- preisen des vergangenen Jahres im Monat Juli doch nur eine oer- hältnismäßig gering« Abweichung zeigt. Der Großhandelsindex betrug im Durchschnitt Juli 1928-, Mitte Dezember und Ende Januar 141,6, bzw. 149,3 und 138,6 Proz. Für Agrarstoffe belies er sich zu den gleichen Zeitpunkten auf 136,6 resp. 135,9 und 131,5 Proz. Für Rohstoffe und chalbwaren betrug er 135,1, bzw. 134,4 und 133,8 und für Industrielle Fertigwaren 159,4 resp. 159,3 und 158,5 Proz. Aus diesen Ziffern sieht man, daß von Juli bis Mitte Dezember die W- nahm« an sich sehr gering war, und daß von Mitte Dezember bis Ende Januar, wo der Rückgang der Großhandelspreise aufgefallen ist,, die Abnahme besonders für Rohstoffe und industrielle Fertige waren troß der Kontinuierlichkeit des Rückgangs sehr wenig beträcht- lich warl Wäre die industrielle Depression wirklich sehr stark, so wäre mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Rückgang der Groß- Handelspreise beträchtlich stärker, als es in diesen Ziffern zum Aus- druck kommt. Zur Beurteilung des tatsächlichen Konjunkturstandes, wenigstens bis Ende Dezember, ist auch von Bedeutung, was jetzt vom Reichs- bund des Deutschen Textileinzelhandels über die Einzelhan- delsumsStze im Dezember und im letzten Quartal des Jahres 19SS oerösfentlicht wird. Da ist es überraschend, zu hören, daß der wertmäßige Umsatz in d«n beobachteten Einzelhandelsgeschästen im Monat Dezember 1928 99,8 Proz. des außerordentlich günstigen Vorjahrdezembers betragen hat. Im letzten Quartal 1928, also von Oktober bi» Dezember, betrug der wertmäßige Umsatz 97,6 Proz. de» Dorjahre». Da besonder» in den lexlilverkäusen. die nicht un- bedingt lebenswichtiger Bedarf stnd, die Auswirkung einer Depression sich am deutlichsten zeigen müßt«, so erlauben auch dies« Ziffern den Schluß, daß die Depression Nicht allzu stark zu sein braucht. Die sorgfältige Beachtung solcher Einzelheiten ist wichtig, weil die richtige Beurteilung der Wirtschaftslage kaum je so schwierig war wie heut«. Es wäre nämlich durchaus denkbar, daß die gegenwärtige, zweifellos über die saisonmäßige Wirkungen hinaus erschwerte Wirtschaftslage zu einem großen Teil psychologische Ursachen hat. die mit der Ungeklänheit der Reparalionsfrag» zusammenhängen, und«ine allgemeine Lähmung der Unternehmungslust zur Folge haben. Biel« sonst unerklärliche Momente(sehr große Geldfülle, trotzdem Flauheit aus der Börse und Stille aus dem Kapitalmarkt) würden sich dadurch klären, und vor allem würden die Boraussetzungen für«ine Ueberwindung der Depression dann viel leichter erkennbar sein. pwvozierende Großreeder. Hetze gegen die Seekrankenkasse bei wachsenden Gewinnen. Wie In den letzten Jahren veröffentlicht auch diesmal die ch a m- b u r g— S üd amerikanische Dampsschiffahrtsgesell- scha s t als erste Großreedsr«! ihren Abschluß für 1928. Die Herren von der Wasierkant« haben von ihren Kollegen im Jnlande schnell gelernt, daß jede noch so notwendige sozialpolitische Reue- r u n g mit lautem Protest gegen ihr« Untragbarkeit beantwortet «erden muß. So polemisiert auch die Hamburg— Süd-Derwattung in ihrem Geschäftsbericht scharf gegen di« Seekrankenkass«, für deren Ausgaben angeblich«in Ausgleich nicht gefunden weichen konnte. Wie dieser.fehlende Ausgleich' bei.dieser Gesellschaft aus- stobt, zeigen dl« Gewinne des letzten Jahres. Die B« t r i e b» g«- Winne stiegen von 6,11 auf 7,7 Millionen Mark, die Ab schrei- b u n g« n auf die Flotte wurden von 4,4 auf 6,6 Millionen Mark, also um 59 Proz. erhöht, und trotzdem liegt der R e i n g e w i n n mit 2,75 Millionen Mark noch weit über dem des Vorjahres. Wenn die Direktion in das gleiche Horn stößt, wie seinerzeit die Montanherren bei der Einführung der Knappschastsve». sicher» ng und die Behauptung ausstM, nach Einführung der Seekrantenkasi, haben sich 69 Proz. derMannschaft krank gemeldet gegen nur 19 Proz. im letzten Jahre, so empfehlen wir ihr, sich bei der setzigen Witterung und bei einem wochenlangen Unwetter wie im legten Herbst aus ihren warmen Zimmern an Deck zur Arbeit zu begeben. Wir sind überzeugt, die Herren würden In kürzester Zeit bekehrt werden und nicht mehr von Simulantentum reden. Krupp gegen Mannesmann. Der Krupp-Konzern baut jetzt«in großes Röhrenwerk. Das ist di« Lösung des Rätsels, das Herr von Bohlen und Halbach kürzlich der Oeffentlichkeit zur Lösung auf- geben hat mit der Bemerkung, der Krupp-Konzern wolle für ge s« Ich eine Stahlerzeugung eigen« Möglichkeiten der Weiterverarbeitung chaffen. An dem Fall ist interessant, daß Krupp sich jetzt ebenso ein« Stufe der Weiteroerarbeitung angliedert, wie der Mannesmann-Konzern sich durch den Hochosenbau in Hückingen für die Sicherung d«» erforderlichen Halb.zeugs sich eine eigene Bor- stufe angegliedert lx>t. Der Krupp-Konzern hofft, bei der günstigen Lage de» Röhrengeschäftes fein neues Röhrenwerk rentabel machen zu können. Jedenfalls oerschärfen sich die Bedingungen, unter denen die Ruhrkonzern« miteinander konkurrieren, was die in der letzten Zeit deutlich geworden« Kartellmüdigkeit nur noch oer- stärken kann Rollonolifierungsersolge bei Hypothekenbanken. Die P r e u- ßische.Psandbriefbank veröffenllicht jetzt mit ihrem Ab- fchluß für 1928 die Ergebnisse de« ersten vollen Geschäftsjahres nach der Verschmelzung mit der Landwirtichastllchen Psandbriesbank. Die Fusion und die damit durchgeführte Zusammenlegung der Organisa- tionen der beiden Unternehmen haben zu einem vollen Ratio- nalisierungsersolg geführt. So blieben die Geschäfts- Unkosten noch unter denen von 1926, wo der Umsatz fast um d l e H ä l f t« geringer war als im letzten Jahre. An Darlehen wurden im Derichtslahr 62 Millionen Mark mehr gewährt, so daß der Bestand auf 425 Millionen Mark stieg. Der Reingewinn erhöhte sich entsprechend um 1,16 aus 4,9 Millionen Mark, aus dem nach Ueberweisung von 1,7 Millionen Mark an die Reserven eine Dividende von 12 gegen 19 Proz, gezahlt wird. Die Reserven der Bank haben mit der vorgesehenen Ueberweisung soft 65 Proz. des Kapitals erreicht. Die preußische Tenlral-Dodenkredil-A.-G. weist End« 1928 einen Gesamtumlauf an Eentral-Pfandbriesen und Kommunal- Schuldoerschreibungen von 491,2 Millionen auf. Die Zunahme gegen- über dem Borjohre fGesamtumlauf 286,4 Millionen) beträgt 114,8 Millionen. Der Umlauf der Central-Gold-Pfändbriese ist um 96,9 Millionen auf 299,4 Millionen, der der Gold-Kommunal- Schuldverschreibungen um 29 Millionen aus 98 Millionen gestiegen. In der Darlehnszunohme des letzten Jahres auf rund 439 Mll- lionen find ebenso wie In den Voisahren erhebliche Bcträg« enthalten, die dem kleineren und mittleren Grundbesitz sowie dem Kleinwohnungsbau zugeflosisn find. Englands Kohlcnoerwste. Aus der Beantwortung einer Anfrage im britischen Parlament geht die Berschiechterumi der Rentabilitäts- oerhältnisie im englifchen Kohlenbergbau deutlich hervor. Danach hat der Kohlenbergbau in Großbritannien im Jahre 1 9 23 mit einem Gewinn von durchschnittlich 2 Schilling 2 Penr« (2,l7 M.) je Tonne gearbeitet, im Jahre 1925 dagegen nur noch mit 314 Pence(27 Pf.). Im Jahre l 9 2 7 ist ein Verlust von 5� Pen«(49 Pf.) je Tonne festzustellen, der sich im abgelaufenen Jahre auf schätzungsweise 1 Schilling(1 M.) je Tonne erhöht hat.— Frauen-Feierstiincle Sonnabend» den 16. Februar» l�/| Uhr« in der S adthalle, Klosterstraßc Genos in Prof. Anna Slcmsen» M. d spricht Ober „Frauenleben In Europa'* Gesang, MusIK und Reiitailonen geben der Feier einen kOnsiler Rahmen Karten sind bei den Kreis- und Abteilunfsleiterinnen(Or Agitation und im Prauensekretariat des B itrksverbandt-s Berlin der SPJ. Lindenstr 3, 2 Hof, Zimmer 3a rum Preise von 30 Pf. zu haben. Das Prauensekretariat. Cinlcnbungrn ffil diese Rubrik find Beil tu SfIM. eiaMaftrcte>. paneinachnchten /W�für Groß-Berlin stet, ao das Bejirksletretar,« 2. Hof. t Ire» recht»«■ eichte» J. ftrei« liersetten.»chtun«, tzeitung-kommisslonl OTantofl, 4. gebtnet, 19W Uhr, wicht!»« Sisiun» bei fttiütier, Puilchstt. 10._,_, ». Strr« Beb birg. Dirttstag, z. ssebruar, I»'z Uhr, htl Wende, Ätonle. fttoft« HT, eisitn» de» ppweileettn Ärriroorftonbt». ». Pect» zttebritf fihoin. Siontop, 4. ffehnrar, 19H Uhr, In(Meli- ichafiehaus. ffrurfltflr. 96», elteefhientsuetfumutlneB de« erst,.«chnlans. bnn' und«Her Intrressrnltn. tartra»!„ter Uns»» de» Zi-rrchtiqung� Wesens." i.cferrnt Etudirndiitksor Dr. Henmgsen. Lchuian»«Iegenh«tI-n dt« Ptrift«. Wahl dr» Ätei-o'-maitnts.— Mitiwsck, 6. fftdtrat. if- Uhr, Dr-irksnrrfantmirinn Im Nathan», St«dtoet»rl>netrnsidun»,saaI.«inlah- � karten 18ti Uhr beim Kenngrn glscher, ckinsang Spandauer Straße. ~...... a«, 5. ssedrriar, Ifl'-b Uhr, Sidring brs er- -»»rr«utderri. 7. Preis eharlottenbvrg. Dienetaq, i. ffrlruar, WÄ Uhr, 6i*un( »«;tsrt:n Pteiststslattde« im p mmtt 4 de» Dathausr».—»«« tnretsuntetridt nt?n»rrdw->h«, die am konntaa, 31 März, Im Film. thratrr„PIrrad'lln". Dismarckstr. dv— 04, stattfindet, rrfniat saufend jeden Dien-ta»«NN 16— l» Uhr in der Westlichtri Schule, Drstait>,9-str 40, durch — Itginn am Dirnstaa. 5, Februar. Inmeldun» ffler.ostcn Erbtet Zilia». aen dertfelbst.— gtti« in Ort Aula der Weltlichen Schule. Freie Schnlgemeird«: Mittwoch. 6. Februar, td'z Uhr, W. WWW. W.ltllchen Schule, gahresurrlammlun». Portraq des Psndn'ogen Eenassen Dr. F. Dcrnfeld über.Die Erziehun» der Jugend im Elternhaus und Schule" Eltern, besonders drrrn Pin der eingeschult werden, werden um ibr Erscheinen gebeten. ». Per!» LUln-er-dars. Miktwnch. e. Fedrn»«. PersserrtrtterrirTluMmlMen NM 20 Uhr>NI BMor afta-een, kS'rdrlwrnre 114—113. Renwahl de» D-rstande» n. a. Obre st�andät-kart« kein Zutritte 11. Prr!»«chSnehrra. Dtenmaa, S. Febrnar.?0 klhr, S-rwnq der Zeitungs- kommilfon. DkUtyrr Str.?s.— Dienstag,». FebN'ar,«Uhr, deginnen de Dbriras-ft-rse Uber.Pommnnalpos-.tik" bei W-ll. Martin-Euther� Strohe 60. Erster forlroq:..Drrwaltung und Drganifat'on ibroh. Berlin/ »eserent«llknermeistre Pari Leid. de» engeren Preisvoiftarde». Um IS Uhr Im gleiche» Lokal«t»nag B 14. Preis Sienkryn. W» aehen«i» henk»,«anntag.». Febrnae,. hin? Zne Znbtlaeseiee dre»6. Fdteilnng I» den Vastage-FeWIlen. m Dctfllh. 152—153. Mitwirkend«! Mitglieder de« S«i»aNIch«n Bauschule!! sie MnOk, Frslecd«: Pael Litte, M. d. R., Freier RännertSar Berlin, M rbnibmisch«»«"»norfsibrnngen, ansarsüdrt»an den Mitgliedern der|| Freien rur-ersch«!! Eeob-Berlin,«enppe Renkbln. Beolog: Ideadoe ffß Brumm.?r»rg 1»»he. Rrforo»»tttlich 17 Uhr. Schlad � 1 Uhr. Uhlostenteitrag: Erwachsene 5» Bs.. Plndrr 3 Bs. 17. Preis Lichtenberg. Mittwoch, 6. Februar, 1914 Uhr, bei Albrecht. Bos- Hagener Str. 62, Prrisnorstandssttzuna. 19. Prr'» We'fensee. Dienstag. S. Februar. I«>4 Uhr, tat Galla«. Preis- fimkt'enilrsthnng. 29. Peel« Reinichend» ef. Dienstag, 3. Februar, 1S14 Uhr, ln der Schnk« kn Witlrnau, Dofenthafrr Sirahe. Weitrrführung dr« Pommunalen Pnrsn». Aufnahmen kbnnen dortselbst noch erfolgen. Morgen. Montag. 4. Aebrnar. 193. Ab», vderschdneweide. 1914 Ahr pünktlich Funktion ilrüdnng drl Winkler, Wilheiminenhofstrai«. Dienetag. 5. Februar. 20 llhk wichtig« ffunkiionürüdung de! Dobrohlaw, Swinemünder Slkahe 11. Ächtung! Der Äbteilungsvorstand trisst sich ebendort bereits um 1» Uhr. ■ 1'- ii.rTMi. ibia Uhr wunnianatuaifna»et VW urn. moomrr.Ws Schani- 6. Abt. IM. 137. I. Abt. Johauniethal. 1914 Uhr FunktwnSrstdung bei®obln, Doonstr. 5. Abt. Reinichendors. 20 Uhr Funltwnärvrrsammluna im volkshau», Sche weberstr. 114. Erscheinen sämtlicher Funktionär« Ist Pflicht. Frauenveranstaltungen. 3. Preis»edding. Freitag,». Februar, 1914 Uhr, hei Prall. Utrecht« Straße 21, Funklionärinnenkonferenz. Reuwahl der Priisltittun. ». Ptri« Fri«drich,hain. König«, 4 Februar, 1914>ihr. in den Comenius. "' Memeier Str. 67, Funkl-onärinnensttzun». Wahl der Preisleituna. renebrrg. Montag, 4. Februar, 19>4 Uhr, bei Rabe, Fichtestr. 29, Abend. unter Mitwirkung der Ardelterjugend Süden und SiUu EtSVt» IZ»Iä.>PlltN»YTtlbä« 0U4VlI>tlAt, Sälen, Memeier Str. 67, Funkl'on! 6. Prei» Pm »Bunter westen. 20. Peel, Reluidendoef.«gitgtso» nnd«rdeslerwahlsahR! Dienstag. Z. Fe- druar, 20 Uhr, in Reniickendors.Ost, Hauptstrah«,«erwaltungsgebäude. Reichstag Treffpunkt �BWWWWWWWalt«. f ottäi 9,«dt.' Donnerstag, 7. Februar, 1914 Uhr. bei«roster. Durmstr. I, Bortrag � inretc schenka'owskir..Oiebürt dir Frau in» Lau»?" Raa- Reichewer- oimmet 60. ssunkilunärinnensttzung. S. Abt. M'Nwoch,«. Februar, Führung durch den 14 Uhr pünktlich Halle, Dorial 5. 9. Abt. Donnerstag, 7. Februar, I9'4 Uhr, bei Sroff.....— der(Strofstn Margarete Sthenkalowsti:.Sehörl dtr Frau in» Hau»?' 21. Abt. Mitimo». 6, Fehruar, t9'4 Uhr, bei Proll. Utrechter Str.«, trag de»«rnoiiin«älhe P«tn;.Der sojial« ffiebont« In kM Reich trag de» sassung'. 9».«dt. Dienstag. Z. Februar,«14 Atzt! 1» drr Semrindrfchule vahenloh» ftraße 10 Ipanierrngaimmer). Tortra� 1-.--n-naiten Rechtsaiuoall Dr. Sleg» mun» Pallmaun:»Tie v.esorm de» Et-»t�>5' 39. Abt. Alle Genossinnen beieiiige» sich am lrauenabeud bei Rade. Fichtestrahe. anlag, 9. Februar, am preis. 195. Abt. Adleeshas. Mittwoch. 6. Februar, 1914 Uhr, brl Schmidtbaurr, Bis- marckstr. 74, Bortrag der Genossin Maria Wubke-Iankowsli:.Gefangenen- ....----- Hilfe-. druar, 20 Uhr, im Lokal Gdpsert, am Dahn. nossen Georg Raible:.Die Frau auf dem Slrsorge und soziale Gerichtsh! dt. Buch. Mittwoch, 6. Feb hol Buch, Borlrag de« Gelu ArbkitsniarkL' Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Polizeibeamten. Siguna am Dienstag, z, Februar, 1914 Uhr, in den pammersälen, Teltowee St«. I. Jungsozialisten. tbruyp« Ehatlattenburg: Montag, 4. Februar, 20 Übt. im Jugendheim Rästnenstr 4, Barirag:.Sic Wchrsrage". Z.eferrnt Hans Waldmann. Vereinigung sozialdemokratischer Studierender. stein. ioilfcrenH hall« Dienstag, 5. Februar! Mcb'zinlsche Arbeltsgemeinschast. Dr. med. Löwen. spricht um 20 Uhr im Bund Mittwoch, 6. Februar, 20 Uhr, Funktionär» irnji im Bund. Sicnoiog, ä. Februar, 18- 19'- Uhr, Durnabenb, �urn. . Dorotde'hstrade. Tonnerslog, 7. Februar, 14—15'; Uhr. Ssortnachm ttag, Poststäb on. Landelshodrschiile: Betriebcwirtlchofti Mittwoch!— 7 i hr: Fra>>6- sisch! Sonnabend U— 13 Uhr; Pausmänn sch.Z rchnen: Sonnabend 1314-�1» Uhr: Englisch: Sonnabend lö- I? Uhr! Buchhoitung: l?— 19 Uhr. Di« Beranstaitun- gen finden im Bund, Aibrechtstr. 11, statt. Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde. Prr!» Pr«u,berg: Hclfersidung am Dienstag,' 3. Februar. 19 Uhr, im Jugendheim Brider Strahe. Di« Passierer werden gebeten, ihre Passenbücher. mihubr ngrn. Prri» Friidrichshaw, Gruppe Paul Singet! Dienstag, 3. Februar, 20 Uhr, Etternversammiung bei Promphardt, Bau!»Singcr.Str. 49. Prr!» Sä onederq: Unsere Iabre�emeiuschast»feier findet am Donnerstag. 7. Februar,>914 Uhr, In der Schul« Feurigstr. 50 statt. Alle Parte'arnossrn und Eltern sind«ingeiadrn.— Rate Falkeni tzugendheim Lauptstr>3. Stub n- t-n, immer. Dienslaae van 17—19 Uh, Basteln.(Zelte stnd mitrubringeu.) Donncratag» von 1714- 19!4 Uhr Basteln. Ledt« Bordereitungen für die Eltern- oersammlung.— gungfalteu und PStenl Iugondhe.m Hauptstr.>3. Dienstag« und Freitags rgn 17—19 Uhr. Prei« Steglig: Dienstag, t. Februar, von 17—11 Uhr Treffen Im Heim Aldrechtste. 47. Prei, tharlsttenbueg! Die für Montag, 4. Februar, ansesehle Eiiernver- sammlung mud drr Saumfrage wegen vertagt werden. Benachnchiigung erfolgt an glricher St-lle, Prri» Rrutill»! Heutige Preisveranstaltung: Lust'ger Nachmittag mit Schattenbildern im Iugentheim Bergstr. 29 von 16- I» Uhr. Auegeslaituug! Gruppe Hermannpia»,— Montag, 4. Februar, 17-19 Uhr, im Iuaendhe m Bergstr. 29, Zt-fammei kunft de» Fajkenrate» mit den an der Durchkührung der Preisveranstallung interessierton Pmbern. Geburtslage. Jubiläen usw. 99.«dt. Reukill». Unferrm lieben Genosse»«dusta» Eddie j» seine» 75. Gelurtoiag die(etjüitsten GlSEtUllnsch«. Eevofse Lädle war schon in Breslau unter dr» Saiialiftengesed sür dir Partei tätig. \ Sterbetafel der Groß< Berliner Partei> Organisation� 16.«dt. Uns«« langjährige«enasstn August« Teg», Watlstr. 10, ist plötzlich verstorben. Ehr« Ihrem Andenkenl Einäscherung am Montag, 4. Februar. vormittags ist Uhr. I» Prematorium Gerichtstrahe. 191.«dt. Treptow. Zillen Mitgliedern»ur Penntnl«. dah unser KenofU Heinrich Lintel verstorben ist. Ehr« seinem And.'i.kenl Trauerfeier am Dienstag, t. Februar, vormittag« 1014 Uhr. im Prematorium Daumschulenwkg. Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Berlin Einienbovoe» Hr biete Itvbrit n» au da» Fnamibietremnat Peels» SM on. lin0«n6r»9r t «ander, nu» SpIeNrttrrknrsua, Beginn morgen. Montag, 1914 Ahr, in der Turnhalle der Schule Lkssing strahe zu Reukölln. ZM .... Tt lullsmuch', über. ß> ' hule Pach. Mädel?, � Aebeiteyemelu schast:»Dl« Fe»» du» der Sozi« morgen, Dienstag. 1»'4 Uhr. Zusammenkunft in de g straße 13. Deferent!» Genossin Gertrud Hanna, M. d. Z müssen erscheinen. heule. Sonntag. Echän hause««»estudt: Heim Schdnsliesiee Str. 7. 1914 Uhr Heimabenb. Turnschuhe und Znftrumeni« mitbringen.— EharloUeudurg: Heim; ofinen. strahe 4; Heimabend.— Tempelhas.Martendars! �»delparti« kErkner-lloanich berges. Treskpunkl 614 Uhr Bhs. TeMpelhot. Fahrgeld 59 Bs. Säilitt.n mitbringen. Abend« kein Heimabend. Tempelhof: Püntilich 19 Uhr tforstands- sitzung bei Busi«, Germaniastr. 45.— gehlerdors! He'w Bahnhosstr. 3: Heim. abend IL Uhr.— Reiuideudoes-Ostl Heim Lindauer Straß«. Bara-te 1. He.m abend. Werdebezi rk Tiergarten! Hei« Lehrter Str. 19:.Loziaidemokratie und Wehr. frage". 19>4 Uhr. Serdedeiiri ReuIIIu: Hei« Sleiumetzstraß«, Lichtbildervortrag:.Wider dl- � Wetiwbc�ri' ÄtzggÄe«: Lichtbildervortrag de» Genosse» Purt Bigiag«der keine.Lapplanbreisi�. Lokal Litsch«, Püpenick, Darvtheenstr. 19. Unkosten. Mittag 20 Pf. 1914 Uhr. Werdedezlrk Lichten de rg: Keim Gunterftr. 44: Satirischer Abend. HU Uhr. Abteilungsmitgliederoersammlungen. morgen. 19� Uhr. Der Sing!«ei» übt pünktlich 19% Uhr im H«im Lind.nstr. 4. Falkplatz 1: Schule Sonnenburaer Str. 20.— Falkplatz II: Schule Sonnen- burger Str. 20.— Schllnhauser voiftadt! Schul« Sonn-nburger Str. 20.— Fraukfnrter Bleetel! Heim Litauer Str. 16.— Humauuplatz: Heim Scheren. bergstr. 7:.Wlrtschastsgeographl»�.— Reuklllu IN: Se.m Fluahafenstr. 63: Funkt' anärsitzung.— Pauk»» III(91. F.): Heim Granitzstraße:.Unsere Arbeit und Ausgaben 1929". Weebebeziri Mitte: BorNSndekoiifevenz in der Schul« Gipsftr. 23» lg. 1.). Wichtige Tagesordnung. Alle Gruppen müssen vertreten fein. weededezirt Wedding: Ledigenheim Schönstedtstr. 1: Berufsschlllervarsamm. lung, 20 Uhr. Werbe beriet T�önebeeg: volkstanifursu». Schule Mllhfenstraß«, Weebebeziri Reukölln: Purze, wichtige W.»B..V.-S!tzu>ig im Palteisekre- tariat, Redarftrane. All« Gruppen müssen vertreten sein.>9 Uhr. Werbebeziek vterspre«! pursu«(Fortsetzung) Im Heim Baumschulenweg, Ernstsir. 16. SS»,»itt«! Keim Landsberger Sir. 50:.Die«ufbousdmle*, 1714 Uhr. 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In den Wintermonaten 1927/28 geht die Linie wieder ständig aufwärt» und erreichte im Januar 1928 den höchsten Stand mit 1 188 000 HaupMMerstützten. Die Kurve geht dann wieder zurück, aber nicht mehr bis auf den Stand im Vorjahre, sondern mir bis zu 564 000 im Juki 1928. Diese Zahl kletterte dann aus 671000 im Oktober und immer höher bis sie Mitte Januar 1929 bei 2 029 000 Hauptunterstützungsempfängern und 138000 Krisenunterstützten angekommen ist. Aus diesen Zahlen geht somit ganz klar hervor, daß es sich bei dem gegenwärtigen außerordentlich hohen Stand der Arbeitslosigkeit n i ch t um eine Folgeerscheinung des strengen Winters hanbelt. wenn dieser auch zur Verschärfung der Arbeitslosigkeit etwas beigetragen haben mag. Denn auch der Winter 1927 28 war lang und kalt. Trotzdem blieb damals die Zahl der Unterstützungsempfänger um 650 000 hinter der des milden Winters 1926/27 zurück. Der Januar 1929 übertrifft sogar den Januar 1927 um rund 200 000 Unter« stützte. Allerdings ist zu bemerken, daß damals nach den Grund- sätzen der früheren Erwerdslofenfllrsorge oerfahren wurde, zu denen die der Bedürftigkeitsprüfung gehört«. Aber andererseits erhielten wieder Personen Unterstützung aus der Er- werbslofenfürsorg«, die jetzt keinen Anspruch auf Arbeitslosenunter- stützung haben, teils weil sie kein«, teils weil sie ungenügend Bei» träge gezahlt haben. Kann man also die Zahlen nicht ohne weiteres miteinander vergleichen, so geht doch einwandfrei aus ihnen hervor. daß wir es bei der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit mit einer ton- junkturellen Krisenerscheinung zu tun haben. Damit ist auch entsprechend der Forderung der Gewerkschaften die Voraussetzung gegeben, die Ärisenfürsorg« auf alle Berufe auszudehnen. Wenn es auch richtig ist. daß nicht alle Berufe in gleichem Maße von der Konjunkturverschlechterung«faßt sind, so kann doch gar kein Zweifel darüber bestehen, daß in allen Berufen heut« die Arbeitslosigkeit nicht nur weit darüber hinausgeht. was man in der Dortriegszeft als K r k s e zu bezeichnen pflegt«. sondern auch hinausgeht über den Stand der chronischen Arbeits- lostgkeit der Nachkriegszeit. Deshalb ist die Verallgemeinerung der Krisenfürsorg««ine Notwendigkeit. Kampfwütige Texiilindustn'elle. Oer Tarifvertrag wird.aufgehoben�. B a r m e«. S. Februar. Der Arbeitgeberderband für das rechtsrheinische Textilgewer be teilt«lt. daß beschlossen worden ist, im Interesse der Slnfrechterhaltnng der Betriebe eine Ten» ?»»g der Löhne herbeizuführen. Der Arbeitgeber» verband hob die vervflichtnng auf. wouach feine Mitglied« au die alte» Tarifsähe gebunden sind. « Diese neueste Errungenschaft de» Scharfmacheriums. den Tarifvertrag für �»ufgehoben� zu erklären, um die Üöhne zu senken, liest sich wie ein schlechter Witz. Es scheint sich hier um die Verwirklichung der mysteriösen Drohung zu handeln, die kürzlich bei Mitteilung der Aussperrung im iächsisch-thüringischen Weberstreik ausgesprochen wurde. Das ist also vor Beginn der..Preissenkungsaktion", von der kürz- lich in„Rhein und Ruhr' die Rede war. Dabei darf man nicht vergessen, daß in der Textilindustrie so ziemlich die niedrigsten Löhne von allen Industrien gezahlt, die höchsten Preise(im Vergleich zur Vorkriegszeit) gefordert und die höchsten Gewinne erzielt werden. Wer treibt nun Klassen» kamps?_ Arbeiisschuhgesetz und Techniker. Sine Entschließung des Butab. Der Vorstand de» Bundes Technischer Angestellter und Beam- ten(Butab) hat sich in seiner letzten Dorstandssitzung sehr ein- gehend mU dem inzwischen dem Reichstage zugegangenen Ar- beitsschutzgejetz beschäftigt. Als Vertretung der deutschen Techniker, die sowohl bei der Durchführung de» Ardeitsjchutze» zum Wohle der gesamten Arbeitnehmerschaft stark beteiligt find, als auch in ihrer Eigenschaft als Werktätige, die selbst eines wirksamen Ar- beit: schütze» bedürsen. erhebt der Vorstand de» Bunde» der Tech- nischen Angestellten und Beamten Protest gegen die besondere Schlechter st cllung des Technikers in diesem Entwurf. Tausende von Technikern, die sich in verantwortlichen und zu selb- ständigen Entscheidungen zwingenden Beschäftigungen befinden oder Vertrauensstellungen«innehmen. sind von den Schutzbestimmungen ausgenommen Mit besonderem Nochdruck wird gefordert, daß in dem Abschnitt über Betriedegesahren Borschristen mit aufgenommen»er- den. die dafür Sorg« tragen, daß auf den Stand der Technik de» Geschrenschutze» Rücksicht genommen wirb. Der Bundesvorstand windet sich gegen die Monopolstellung, die der private».Ardeft»- Gemeinschaft für vnfalloerhütung' eingeräumt wirb, in der hängige Vertreter der Technikerschoft mcht zu Worte iommen. Im einzelnen wird dargelegt die Unzulänglichkeil der Vorschriften über den Arbeitszeitschutz und die Sonntagsruhe: mit allem Nachdruck wirb eine grundlegend« Reform der Arbeits» aufsicht entsprechend den Lorschlägen der freien Gewerkschaften gefordert. Das A k o d e m i k e r p r i o i l« g bei der Besetzung der Arbeitsschutzbehörden ist zu beseitigen. Der Vorstand des Bundes fordert eine ausreichende gesetzliche Sicherung der 48-Stunden-Woch« wie eine» wöchentlichen Ruhetage». Erst dann kann von einer Er» füllung des Verfassungsversprechen» auf besonderen Schatz der Ar- beitskraft die Rede sein._ Vorbereitung der Beiriebsraiewahlen. Do« graphische Kartell zur KPO.-Parole. Wie die Betriebsrate d« graphischen Gewerbes über die neu« kommunistische Taktik bei den Aetriebsrätewahlen denken, zeigte «ine Vollversammlung der Betriebsräte, die vom graphischen Kartell zum Mittwochnochmittag nach dem großen Saal des Gewerkschaft»- Hauses einberufen war. Nach einem instruktiven Vortrag des Genossen F r i ck e von der Gewerkschaftsschule über.Die Praxis des Betriebsrates' ging Genosse Landa vom Verband der Lithographen und Steindrucker kurz auf die Bedeutung der bevorstehenden Betriebsräte- w a h l e n ein. Di« Betriebsräte sind nicht die Vertrauensleute einer politischen Partei und haben demzufolge ihre Tätigkeit auch nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten auszuüben. Der ADGB. und seine Ortsausschüsse haben bisher vor jeder Betriebt, rütewa hl be- Witt, daß die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei für die Auf» stellung der Kandidaten nicht maßgebend sei» soll. Die leitenden Ge- werkschoftslnstanzen haben in ihren Ausrufen jedoch'mmcr daraus hingewiesen und werden das auch in diesem Jahre tun. daß die Kandidaten Mitglieder einer freien Gewerk» schaft sein müssen. Gemeinsame Listen mit Hirsch-Dunckern. Christen oder gar Unorganistenen, die noch dazu als.sreigewerk» schaftliche Listen" gelten sollen, kann e» auch bei den diesjährigen Betriebsrätewahlen nicht geben. Die Betriebsräte des graphischen Gewerbe» müssen es rundweg ablehnen, solchen unsinnigen Parolen«in Ohr zu leihen. Für sie gilt nur die Parole- Aufstellung van freigewcrkschastlichen Kandidatenlisten, aus denen für die Nmnen Anders- oder Unorganisierter kein Platz ist. In der stark besuchten Versammlung wurde nicht«in« Stimm« de» Widerspruch» laut, so daß der Versammlungsleiter die Ueber- einstimmung der versammelten mit de» Ausführungen de» Ge- nassen Landa feststellen konnte. Do dies» Versammlung sicher nicht völlig kommuniflenrein gewesen ist. darf man wohl mit gutem Recht behaupten, daß selbst di« kommunistisch eina« stellten Betriebsräte die Parolen eines Wenker mcht ernst nehmen. Konflikt in der Zigaretteumdustrie. Die Grholtsverhandlovgen gescheitert. Seit mehreren Monaten bemüht sich schon der Zentralverband der Angestellte», für dt« Angestellten in der Berliner Zigaretten- ftldustrie» die Gehalt»- und Arbeitsbedingungen wieder tariflich zu regeln. Es hatte nach den bisherigen Vorbesprechungen auch den Anschein, als ob eine Verständigung über die Forderungen der Angestellten erzielt werden würde, zumal die Organisatwnsvertreter den Unternehmern schon ziemlich weit entgegengekommen waren. In den Verhandlungen am 28. Januar hat sich das Blatt aber Plötz- lich gewendet. Di« Unternehmervertreter verstiegen sich dazu, Gehälter anzubieten, die noch ungefähr 8 Proz. unter denen lagen. die im Jahre 1927 durch einen Schiedsspruch festgesetzt wurden. Die augenblicklich gezahlten Gehälter liegen, wie die Organi- fattonsoertreter einwandfrei nachweisen konnten. 20 und 30 Proz, teilweise sogar 1 0 Proz. höher als die. die die Unternehmer an- boten. Da auch die Dorschläge der Unternehmer hinsichtlich der Ein- gruppierung nicht akzeptabel waren, wurden die Verhandlungen als endgültig gescheitert abgebrochen. Ueber dieses Verhandlungs„ergebnis' berichtete am Freitagabend Genosse Lach« vom ZdA. in einer Versammlung der Singe- stellten der Berliner Zigvrettenindustri« im»Palais des Zentrums". Er ersuchte die Versammelten, durch Versammlungen in den Be- trieben die gesamten Angestellten über das Antisoziale ihrer Unter- nehmer aufzuklären und durch rege Propaganda für den ZdA. zum erfolgreichen Abschuß der Tarisbewcgung beizutragen. Sein Vor- schlag, nunmehr den Schlichtullgsausschuß anzurnfen, wurde einmütig g e b t l l i yt. Erfolge der Brauerei-, Mühlen- und Gpritarbeiter« In der Jahresversammlung der Sektion I(Brauerei-, Mühlen-, Sprit- und Likörarbeitcr) des Verbandes der Nal?rung?- mittel- und Getränkearbetler gab Genosse Schmitz einen zu- kamme.nfassenden Bericht über die Tätigkeit der Organisation im Borsohre. Im vorigen Jahre sind in sämtlichen Branchen Lohnbewe» g u n g e n geführt worden, die alle mit einem ansehnlichen Erfolg beendet wurden. Die Lohnsteigerungen im Jahre 1928 schwauken in den einzelnen Gruppen zwischen 5H bis 18 Proz. Lohnerhöhung. Für die Arbefter und Arbeftsrinnen der Essigsabriken. die seit Jahren tarifws arbeften, gelang e». wieder«inen Lohn- und Manteltarif abzuschließen. Durch den Abschluß des Lohntorifes wurden die Löhne der Arbefter um 4,23 M. bis zu 8 M. pro Woche und die der Frauen um 6,58 M. erhöht. Der Manteftarif siebt einen Urlaub bis zu 14 Arbeitstagen und Vsrbefferungeu der Bestini- mungen des§ 616 BGB. vor. Während in den Brauereien die B s s ch ä f t i g u n g s l a g e im ganzen Jahre verhältnismäßig gut war. sah es in den Mühlen sehr traurig aus. Von den rund 550 Berliner Mühlenarbeitern wäre» durchschnittlich immer 250 aus dem Arbeitsnachweis eingetragen! Eine wichtige Aenderuttg wurde im Reglement des Arveitsnach- weises für das Braugewerbe eingeführt, durch die da» sogenannte Vize-(Aushilss-)wesen aufgehoben und festgelegt wurde, daß olle vom Arbeitsnachweis vermittelten Kräfte als fest einge- stellt gelten. Die Verschmelzung hat sich auch für de« Sektion I günstig ausgewirkt. In den drei Quartalen feit Bestehen der EinHefts- organiiation gewann die Sektion l rund 350 neue Mitglieder, so daß sie am Jahresschluß schon 6000 Mitglieder zähste. Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag. Kür Wohahoasporturs ouv Haasre nigerianen. Der zwischen dem Bund Berliner chaus- und Grundbesitzer und dem Deutschen Portieroerbond am 1. Oktober 1928 neu vereinbarte Tarifvertrag ist mimnehr vom Reichsarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt. Die ollgemeine Verbindlichkeit beginnt mit Wirkung vom 1. Dezember 1928 und erstreckt sich cuf alle Portiers und Lauereinigerinnen in Wohnhäuftrn. Die allge- meine Verbindlichkeit erstreckt sich jedoch nicht auf Siedlungsbrure« gemeinnütziger Gesellschaften und Genvflenschoiten, die nach dem 1. Juli 1918 fertiggestellt sind. Die Ausdehnung der Allgemeinoer- bindlichkeit auf Siedlungsbauten hat sich der Reichsarbeitsminister vorbehalten. Verhandlungen zwecks Abschlusses eines Tarifvertrages mft den Siedlung-gesellschaften sind cingcleuet. Die neuen Tarifverträge stich im Bureau des Deutschen Portier« oerbandcs. Berlin W 30, Bayreuther Straße 31. zu Hadem Stillegung der Leipziger Straßenbahn. Infolge deck Streits der WertfiStteaarbeiter. Zu dem Streik der Werkstättenorbeiier bei der Großen Lcip- ziger Straßenbahn teilt der Rat der Stadt Leipzig folgendes mit: Durch den Streik der Werkstättenarbeiter ist eine Lage geschaffen, die es im Interesse der Sicherheit des Publikum» unmöglich macht, den Fahrbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Leitung der Straßen- bahn kann die Verantwortung dafür nicht übernehmen, daß durch Versagen der Bremsen und andere Mängel da» Publikum und der er,„verkehr in Gefahr gebracht werden. Es muß deshalb von Sonntag den 3. Februar, an der Fahrbetrieb eingestellt werden. Gesperrte Gastwi r isbetriebe. Wegen Turtsbruch mch'Nicht- k>«Nutzung des öifentlichen Arbeitsnachweises werden hierdurch iol- gende Gastwirtvbetrieti« für die Mitglieder de» Aemraloerbandeo der Hotel-, Restaurant- und Cafä-Anaestellten gesperrt: Norden: Caf4 Molhes, Badstraße 67: Schultheiß Restaurant. Irch. Lew in. Schönhauser Alle« 135; Restaurant Paul Öofx, Brunnenstr 119. Eck« Usedomstr.: Eafä Nord, Inh. Unterbera, Schönhauser Ave« 118: Cafe Seerose, Inh. Müller Müllerstr. 135. Eck« Seest? Osten- Lichtenberg: Alliaator, Küstriner Platz 10: Palais des Ostens. Inh. Pfeilstifter, Warschauer Str. 34/35: Caf« Komet. Inh. Pseisser, ---- moTco;.�w Di@ ZSgarel+e d©r Zigaretten' Maus 8ergmam.*ZtgaPbHtn(btr!k>A'Q:DresdenNi5tRdushieoeiande Worschou er Straße 33; Taf6 am Moritzpsatz, Vnh. Schacherte Lra- nienstraße S9(nichl Bierchaas am Moritzplatz); Restaura m Schulz. Franksurter Allee 307. Südcn-Neurölln: Cafe Elite, Än5 Mangelsdors, Äattdusser Straße 6; Cafe Obenn, Inh. Pieper. Hafen- Heide, Ecke Kraefestrahe. »�rete Gewerkftbafis-Iugend Groß-Verlin I Sonntag. Z. Februar,»m IS Uhr, im Pgrgersaai des?atbauscs. ttSnig. strafte, Lichtbildervortrag: ,K äffte Soltoig und ihr Wert. Vortragen- der Tr Slaus Berger. Unkostenbsitrag A Pf. Karten sind bei den Fugendfunkt onären, in den Benirkoiugendgruvven, in den Ortsverivaltungen der Bcrbände, in der Freigewcrtschastlichcn Iugcndzentrale. Lngclufer 2t— 2ö. und an der Abendkasse zu haben. fIuaendaruppe desZeniralverbandes der Anaeffeltten Heut«, Sonntag, finden folgend« Veranstaltungen statt: vstbezirkc: Jugendheim des Ostens, Gräfte Frankfurter Str. HL Geselliger Abend. Beginn 18 Uhr.— Westbezirte: Jugendheim Lehrter Str. 18— lg. Bunter Abend. Beginn 18 Uhr.- Snardan: Jugendheim Lindenufer L Geselliger Abend. Beginn 18 Uhr.— Morgen, Montag, finden folgende Bcranstaltungeu statt: Tegel-Reinickendorf: Jugendheim Reinickendorf-Ost, Lindauer Strafte. Baracke. Heimabend.— Wedding: Zugcndheim Turincr, Scke Scestrafte. Heim. bcsprechung. anschließend lesen mir aus dem Buch»Dub und Mädel".— Norden: Zugendheim Kastanienall«« 81. Heimbesprechung.— Lichtenberg: Zugendheim Gunterstr. 44. Gruppenbesprechung.— Urban: Jugendheim Hobrecht., Ecke Sanderstrafto. Grupnenbefprechung.— Tempelhos: Zug:ndheim Germaniastrafte. Mitgliedernersammlung, anschließend Heiterer Abend.— Sharlottevbnrg: Zugenbheim Bostnenstr. 4. Heimabend. m 5 6. Februar, 20 Bhf. Bellcvues. michtige Bersammlung. Genosse Dr. «inchstr. p [r. H. Schill ftinger D M spricht über.Staat und Sozialismus in Dergangenheii, Gegenmart und D Zukunft"._ Der Borstand H" rt A rbeitsgrmein fcka ft sozialdemokratischer PoNzekbeamte». Dienstag. A W s. Februar. Igth Uhr, in den Sammersälen, Teltomer Str. 1, Sitzung gl der Obleute. Cs wird erwartet, daß die Funktionär« vollzählig er- T- Z scheinen._ i-, «chtnna. AG«.. Trmitowi Dienstag, 1» Uhr. bei»itfchke, A» Trep. f »er Park 25—26, wichtige Fraktionsoersamuilnng. Parieibllcher stich c~ Der Frattionavorstand. W 754 OOO Brillenglaser verkauften wir in einem Jahr an unsere zufriedene Kundschaft. Special- ffbieOung füt Post- Versandt Berlin SWI9 OPTIKER RUHNKE 36 Getdk&äs tat Barila» Hainbarg, Kiel» OQiieldon, ROtn« Magdeborg, Eisen, Elberl cid, Basel und Zflrldi Fabrik ca In Ralhenow.Veae Sdüease und Berlin Unsere Frmspretft- Zentrale» 19 Herkar 9103-3199 Größtes Sp ezial geschäft für Hu genglas er Sehenswerte Ausstellnng der neuesten Küchen und ReSormschxrSnke Sonderverkauf vom 28. 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Zwrmer 20, tu richten Die Leisner lualtuun, Verkäufe Beblehlerteppiche. Heine Fehler 2 X S—18—4» Mk, -lein- Fehler 2!4>' S-ä-»7— 73 Mk. steine Fehler 8>' 4- 48-112 Rck. eiser.�Berlln, Pvtsdarucr� Straft« 128, Bettenverkans! Neue! S.kbl Ib.— »,501 Prachtvoll» 27.501 Bauerndettcn I Da.'nig« 87�01 Kinderbetten .751 Bettwäsche! Znlett«! fpottbMig nd gutl«eine Lombardwar»,». Leid» au», Brunrrenstraft« 43.* ?oUen sich nach den BeschlüsBen des GewerkschaJtskonCTesses. derGenossen- schaftstage, das Allgemeinen freien Än- gestelltenbundes und des Aligem. Deutschen Beamtenbundes nur versichern bei dem eigenen ünternehmen, der VoIHsliirsor�c eeiverKsdiallUtfi-eenossensdialll. Vers! dien: mts- amieDgeseUsduiIi Auskauft erteilen bezw. hfaterial versenden kostenlos die Rechnungsstelle Berlin, Ritterstraße 126. oder der Vorstand dar Voiksfürsorge in H 8.mb arg 5, An der Älster 58/59. Bettfeder» ab Fabrik, graue Ruvk» tedern Pfund 50 Pfennig an. Bettfedern» Dampkreinigung Neu: Bettfedern. Wäsche. 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Aber weit er solch eine englische Männer- schönhelt, weihhaarig mit rosig fetter, frischer Gesichtsfarbe in elcoantester Ausstattung war, schien ihm jedes Lebensgesuhl auher- halb dieser Mast« verloren gegangen zu sein. Er fragte oll diese oer- dämmten Fragen, die einem jeder in New Vork an den Kops wirft, sobald man nur das Schiff verlassen hat:„Wie gefällt Ihnen Amerika?— Haben Sie in Deutschland auch Telephon?— Glauben Sie nicht, doh man drüben von Amerika ein bißchen lernen könnte?"' und dergleichen mehr. Als ich munter darüber wegreden wollte, er- starrte er, und ich erstarrte darüber, und so saßen wir un» gegenüber und fanden keine Worte mehr. Als ich endlich wieder mit dem Fohrsttibl hinunterglitt, war mir elend zumute und ich dachte an scharfe Getränke, um mich zu beleben, und merkte bei der Umschau danach, daß Ich mitten in der Bovery war. Hier hatte ich Chinesen Theater spielen sehen, bei der Hell»- ormee die zehnte Feier für Mister Hunters Bekehrung zum wahren Glauben miterlebt, war für zehn Cents bei einem richtigen Anarchistenmeeiing als Gast gewesen und hatte Iirdianerstücke ge- sehen, worin die liebende rote Squaw von bösen Cowboys aus eine . lebende Kuh gebunden worden war. die von fallenden Papier- schnitzeln umweht, unentwegt über eine Trommel lies, vom pfeifen- den Schneesturm umtobt.— Hei, wie brüllten wir Beifall! So etwas hätte ich jetzt sehen mSgen, um mir des Rechtsan- walts rosiges Gesicht hlnabzuspülen. Leider war es noch zu früh dazu. Träge verlief das Straßenleben von zweifelhaften Burschen und Neugierigen belebt. Da gewahrte Ich einen wohlbeleibten und verlegenen Herrn in schwarzem Ueberzicher mit seidenem Revers nebe« mir. der eine» Zwicker am goldenen Kettchen trug. Er war von der Elektrischen abgesprungen und schien in ähnlicher Berfasiung wie ich, blickte zaudernd um sich und entschloß sich dann für eine Türe, über der „fhow" stand. Warum sollte ich nicht auch ein Stück Jahrmarkt sehen? Als ich eingetreten war, fand ich es wie irgendwo in Deutsch land. An den Wänden des schmalen Raumes gab es Gucklöcher, durch die man Schlachtenbilder und Vesuvausbrüch« sehe« konnte. ei« kleines, weibliche« Wunder der Welt stellt» sich aus eine Kiste und erteilte beim Berühren kleine elektrische Schläge. � Und richtig, für ein kleines Draufgeld gab es noch ein Cxtrakabinett. Ueberlegen und ahnungslos stand ich bald Mit etlichen andere« in einem winzigen RyuM. Da gab es fedoch keine Dame mit zwei Köpfen oder dergleichen, sondern eine Ecke war mit einem Brett abgeteilt, und dahinter stand ein großer Mann mit höflich-geheim- nisoollem Lächeln. „Sentlemans," sagte er.„Sie finden hier nicht sogleich das. wo« Sie erwartet haben," und er lächelte ölig,„aber ich kann Ihnen einstweilen einen anderen, auch schönen Zeitvertreib stellen. Hier habe ich eine Schachtel mit Zetteln, auf denen Nummern stehen. Es geht hier ehrlich zu. Wer«ine Nummer zieht, die an der Wand stcht, bekommt den Gewinn, der doneben hängt. Uebcrzeugen Sie sich, meine Herrschaften, es sind kostbare Stück«. Die goldene Uhr dort bekommen Sie in keinem Laden unter hundert Dollar." Da stand er und lächelte, und da standen wir und warteten auf den ersten Dummen, der di« Sache in Gang bringen würde. Neben mir glotzte mein Verführer durch seinen goldenen Zwicker. hatte ein von Unrusie erfülltes Gesicht, kaute an seinem Schnurr- bort und machte nervöse Bewegungen eines schwerfälligen Menschen. Plötzlich war der Anfang gemocht. Eben hatte ein junger Bursche einen halben Dollar Einsatz entrichtet und langte nun mit spitzen Fingern nach einer Nummer aus der Zigarrenfchachtet, als der Betriebsleiter in die hintere Hosentasche langte und gleich dar- aus«in mächtiges Bündel Dollarscheine in der Hand schwenkte. Ein Laut, wie er nur einer amerikanischen Kehle entquetscht werden kann, war in der Luft, und dann rief er:„Wette einen Dollar dagegen� Der andere halle sturmisch ein ähnliches Bündet aus seiner hinteren Tasche und knirschte zwischen den Zähnen hervor:»-XII rigbt. go an!" Do lag vor sedem ein Dollar und seder hielt in der Linken sein Bündel Papiergeld, während die Rechte nur lauerte, neues Wcttgeld daraus zu ziehen. Es kam eine gerade Nummer heraus.— Verlust? Aber der Inhaber war kein kleinlicher Mann, er war bereit, dem Verlierer nach echt amerikanischer Gerechtigkeit eine neue Ge- legenheit zu geben. Dafür galt es freilich das Doppelte. Zwei— vier— acht— sechzehn Dollar stiegen die Einsätze Schlag aus Schlag. Die Spannung wuchs! Als zweiunddreißig Dollar gegen zweiunddreißig Dollar ständen, fuhr sich der junge Bursche durch die Haare, sah sich im Kreise um und sagte schließlich wie in einer plötzlichen Eingebung zu mir: Bitte, ziehen Sie für mich!" Ich tat es, und er brüllte plötzlich laut auf. umarmte mich mit dem gewonnenen Gelde in der Hand, und schwor bei Jesu» Christus, ich müsse einen T&hisky mit ihm trinkbn. Das kam mir höchst verdächtig vor, ja ich fühlte sogar heimlich nach meiner Briefiasche. Nun aber hob der Inhaber seine Banknoten hoch. J)t, wer von den Herren versucht setzt sein Glück?— Sle." u-andte er sich an meinen schwerfälligen Nachbarn mit dem seidenen Revers,„Sie, oder wenn Sie nicht allein wollen, vielleicht halbpart mit diesem Gentleman?" Dieter Gentleman war ich. „Well," murrte der Angesprochene,„ist ja doch Schwindel. aber gut!" Nun sahen mich alle erwartungsvoll an. sa, wie ich nicht gleich Anstakten machte, vernahm ich aus Furcht davor gutwillig auf den Betrug eingegangen zu sein. Diese Meute von Gaunern hetzte mich nach alter Spitzbubenüber- lieserung, und ich hielt vor mir und ihnen den Gedanken ausrecht: Ihr könnt mich ja gar nicht meinen!— Wahrend ich zögernd meine Brieftasche leerte, dachte ich mir Immer: Wo steckt der Schwindel, der doch Irgendwo handgreiflich ist, und wußte e» plötzlich, man tonnte die Nummern aus der Zigarrenschachtel von zwei Seiten lefen. Ich entdeckte es in einer jähen Erkennini«, aber meine Würde 'lieh es nicht zu, hinauszubrüllen:„Ihr Lumpenhunde, Ihr be- trügt", sondern ich wurde bei der tleberlegung: Wie kannst du dich herausziehen, von diesem Gentleman mit dem goldenen Zw'ckcr, der hartnäckig seine Scheine hinlegte, gezwungen mitzutun. Mein Geld log ja auch noch vor mir aus dem Tisch und war mir noch nicht weggenommen. Die Entscheidung und Ruh« kam erst, al» Ich den letzten gelben Zehndollarschein In meiner Brieftasche erbtickte. Do trat ich lächelnd zurück und sagte:„No more!" Der Inhaber, der aufmerksam meine Briestasche kontrvllieN hotte, mitunter den Kopf gescküttelt. oder:„schau— schau." gesagt. er traut sich nicht recht!— Mein Herr, hier geht alles ganz offen und ehrlich zu. Jetzt zuckte er bedauernd die Achseln, als könne er mich nicht hindern, mein Glück zu versäumen, und stieß mich aleichsam aus seinem Interesie und dem der anderen heraus, al» er seine Hand hob und schrie: �undertzwanzig Dollar'." Und schon schob der Mann mit dem goldenen Zwicker und den seidenen Revers das ganze Gell? gleichaüllig in seine Tascbe.„Sehen Sie," sagte der schwere Mann,„so verscherzt man sein Glück!" „Never mind!" antwortete ich»nd sah den Burschen mit einem festen Blick an,„nun aber haben Sie bitte die Freundlichkeit und zeigen Sie mir auch die Dame mit den zwei Köpfen, oder was Sie da drinnen choben, wsaen dem ich eigentlich gekommen bin!" An einem seiner Blicke sah ich. wie gefährlich die Angelegenhest für mich auegeben tonnt«, wenn ich Schwierigkeiien machte. „Bei Gott." sagte der Gauner,„dieser Gentleman verlangt sein Recht. Ich meine» er ist anständig bedient worden, aber zeig' sie Ihm, Jimmy, zeig' sie Ihm. damit, er sieht, wie wir mit allem versehen sind!" Gleich darauf konnte ich ein« scheußliche Wachsbüste in einer Ecke anschauen. Ich mußte laut auflachen, und ging, ohne mich umzuschauen. Die Hunde! dacht« ich draußen aus der Straße und zitterte aus einmal vor Wut und überlegte, was ich alles hätte tun können. Ich lief zum nächsten Schutzmann. Er hatte seinen Knüppel in der Hand, starrt« gerade vor sich hin und warf seinen Kaugummi im Munde hin und her. Es war nicht ohne Schwierigketten für mich, ihm den Toi- bestand klarzumachen. Dann sah er mich mit einem ernsten Blick an und sagte:„Mein guier Mann» Glücksspiel kostet hundert Dollar Strafe!" „Was sagten Sie?" „Hundert Dollar für Sie," antwortete er und deutete mir mit seiner Keule auf die Brust.„Sie sind ein Greenhorn I" Am nächsten Tag betrachtete ich mir mit einem Freund noch einmal diese Schau. Sieh', da kam gerode der schwerfällige Mann mtt den seidenen Revers von ßer Elektrischen gesprunaen, guckt« um sich, betrachtete sich das Schild Und ging nachlässig in die Bude Als wir ihm folgten, stand da ein schmächtiger Bursche Und zischte uns zwischen den Zähnen ZU: Es wird bester sein, ihr gebt nach Hause!" „Er hat recht," sagte mein Freund,„wer weiß, was uns da drinnen possteren kann. Man Muß mtt einer Sache einmal ob- schließen. Verdienen Sie neues Geld!" Später, als ein deutscher Journalist und ich einem Burschen um einen hohen Preis falsche Theoierbillett« abgekauft hatten, da mußte der Elende es büßen. Ich stürzte zurück, erreichte den Fliehenden, schwur ihm. ich kennen einen Polizeirichier, und wenn er nicht augenblicklich das Geld herausgäbe, könne es ihm schlimm ergehen, so daß er zum Schluß sagte:„Entschuldigen Sie, ich hielt Sie für ein Greenhorn!" und da« Geld zurückzahlte. „Donnerwetter, sind Sie ins Zeug gegangen,„sagte der Lande- mann. Ich wußte, was ich gut zu machen hatte. Hermann Horn. ouo mieten: Weg der Pster ist ein kleiner Bauer, ein sehr kleiner Bauer. Eine Hütt» hat er, groß wie ein« mittlere Smbe, und einen Stall, gerode, daß die Kuh und die Ziege darin Platz haben. Und der Acker ist klein, ein Morgen magerer Kornboden, kaum, daß er- genug gibt für ihn und die Frau und die süns. Kinder,.die. immer hungrige Mäuler haben und nie satt zu machen sind. Deswegen wandert Peter seden Tag mit dem Fischnetz hinaus an den Strom, ein paar Weißfische zu sangen oder einen Karpfen oder auch einmal einen Hecht. Und wenn er viel Glück hat, erwischt er sogar hie und da mehr, al» er und die Seinen, die auf Fische nicht versetzen sind, brauchen können, so daß es sich verlohnt, die fünf Siunien in die Stadt zu. laufen, ein bißchen Geld für die Fische zu bekommen und dann wieder die süns Stunden nach Hause zu traben. So steht er jeden Tag während langer Stunden am User des breiten Stromes, der tn der Nähe ein große» Kitte macht, und fischt. Hält den langen Prügel mit dem Netzkreuz in» Wasser hinan«, während er das untere Ende der Stange zwischen die Beine geklemmt hat. und so dem schweren Netz, da» im Strom bisweilen stark zieht, mit seinem Körper das Gleichgewicht hält. Und wenn ihm von dem wuchtenden Holz, darauf er kauert, der Hintere weh tut, kriecht er ein wenig zwischen den ausgewachsenen Uferblöcken herum oder legt sich irgendwo ein Weilchen hin, während er die Netz- stange zwischen zwei Stein« klemmt. Cr guckt eine kleine Zeit lang gegen den Himmel und über den Fluß hin und denkt, was für ein verdammt langweiliges Leben so ein armer Teufel hat und ob der geizige Krämer morgen wieder kommen, wird, das bißchen Geld zu fordern, das er ohnehin erst zwei Wochen lang schuldig geblieben ist. Indem er noch so denkt und sich wundert, warum die Reichen, die nichts tun. reich sind, während ein armer Teufel es zu nichts bringen kann und wenn er Tag und Nacht schuftet, bemerkt er in der Nähe des Ufers etwas Schwarzes im Wasser schaukeln und gegen ihn herantreiben, ein Baumstrunk ist e« Nicht. Wie er es mtt einiger Mühe und mit nasten Hosenbeinen an Land bugsiert hat Und vom grünen Schlamm abgeputzt, steht er: es ist ein großes, dickes Faß mit schweren, eisernen Reisen, das schon wer weiß wie lange im Wasser gelegen haben muß. Er klopft daran herum und bewegt e« hin und her. um zu misten, was drinnen ist. Es gibt keinen horten Ton und schlumpert, wenn er«» rüttelt. Also ist nichts festes, sondern eine Flüssigkeit. Eine Flüssigkeit... aber was für eine? Ist es Terpentin, oder Petroleum, oder Essig, oder Oel. oder Venzin, oder gar Wein oder Branntwein? Peter überlegt, geht um das Faß herum, rischt daran, wieder und wieder, aber er kann es nicht herausbekommen, das Master muß ollen Geruch fortgeschwemmt haben. Er kann es hier nicht ausmachen, auf keinen Fall. Der Spund sitzt zu fest und er hat gar kein Werkzeug be! sich. Aber wenn es Del oder aar Branntwein ist, Teu'el, hat er da einen Fang gemacht! Und er läßt sein Netzwerk und Fischzeug liegen, wo e» liegt, und rollt das Faß über die Böschung hinauf, durch die Auen, nach Hause zu. Während er sich so plagt, denkt' er: nun bin ich au« allem heraus: ist es Petroleum, kann ich'» verkaufen und bekomme ein �_______ �______ schönes Stück Geld; ist es aber Oel oder Wein, bekomme ich noch Laute des Unwillens? als ob ich Geld dafür und kann noch was davon zurückbehalten und das Spielverderber fei, oder einer, der alle Erwartungen enttäuschte. Schon wie ich den ersten Dollarschein hinlegte, wußte ich: Alles ist Schwindel. Jeder einzelne von diesen Leuten hier ist ein Be- trüger! Jeder Bauer hätte bei solcher Erkenntnis erklärt, ich tue nicht mtt, und wäre daraufhin niedergeschlagen worden und hätte sich zur Nachtzeit irgendwie wiedergesunden oder vielleicht gar nicht mehr. Aber ich kann nicht einmal für mich m Anspruch nehmen. schöne Faß bleibt mir noch obendrein. Und er beginnt beinahe, Pläne für die Zukunft zu machen. Wie er in« Dorf einbiegt, gleich sind so ein paar Gaffer da, die'chn verwundert das große Faß rollen sehen und allerhand fra- gen und keine Ruhe geben, obwohl er ihnen in einem fort sagt«, daß sie sich trollen mögen. Und bevor er noch bei seinem Haus« onge. langt ist. kommt ihm schon der schmierige Dorspolizist nachgelaufen und pflanzt sich vor ihm auf. „Was hast du da, Peter?" fragte er und tut gleich so, al« hätte Peter da« Faß gestohlen.„Ah, gesunden? Ha. da» werden wir gleich haben." Und er zieht sein schmutziges Notizbuch heraus und läßt sich von Peter alles erzählen. Dann geht er auch um das Faß herum, klopft und rjecht daran und sein gesetzlicher Eifer wird immer größer, je mehr er daran denkt, daß doch vielleicht Oel öder gar Branntwein in dem Faste da steckt. Und zum Schluß sagte er:„Das ist Strondgui, mein Lieber, Strandgut, das muß abgeführt werden, in die Hände der Behörde, verstehst du? Die wird sich schon darum kümmern. Und wenn der gefunden wird, der es verloren hat, be- kommst du zehn Prozent, verstehst du, Belohnung, ja... und wenn der nicht gefunden wird, kannst du das jfaß in einem Jahr abholen." Und Peter mußte da« Faß zurückrollen in das Haus des Poli- zisten, der daneben herschreitet und sich sehr in die Brust wirst und die Augen nach links und nach rechts rollen läßt. Und kann gar nichts machen, als mit den Zähnen knirschen. In der Nacht aber denkt er: ich bin doch ein rechter Esel ge- wcsen! Ich hätte es nicht bei Tag nach Hause bringen dürfen. Nun hat es der Alte da in den Klauen und wird sich daran gütlich tun. ein Jahr ist lang, und dann wird er es einfach verloren haben oder sich nicht mehr erinnern oder sonstwie, wer kann ihm denn was tun? Und Peter beschließt, gleich Morgen den Bezirkswachtmeister aufzusuchen und ihm alle« zu erzählen, damit die Gerechtigkeit ja ihren ordentlichen Lauf nehme. Wirtlich, es oergehen nur ein paar Tage, da läßt der Wacht- melster das Faß vom Polizisten mittels Aktbesehls abhölen, und der Polizist kann dagegen gar nicht» machen— die Behörde verlangt es eben—, al» dem Gendarmeriehauptmann vom nächsten Markt- stecken Meldung zu erstatten. Der Wachtmeister aber, der wieder nach ein paar Tagen das Faß weiter abliesern muß, gibt di� Meidung an die nächste Kreis- bchörde weiter, damit der Gendarmeriehauptmann sehen soll, was er für ein Kerl ist... und so kommt das Faß nach und nach von der Vczirksbehörde zur Kreisbehörde, von dort zur Distriktsbehörde »nd von dort über noch ein paar Stellen endlich zum Fundamt in die Hauptstadt, wo das Faß eingelagert und behördlich registriert wird. Dann ist eine mächtig lange Zeit nichts zu hören. Peter denkt hie und da noch an sein Faß. ober nun hat er das Warten allmäh- llch gelernt. Dann, nach einem Jahr, geht ein Bündel Aktenpapier durch dos Land zurück. Vom Gouvernement zur Distrckisbehorde über die Kreisbehörde zur Bezirksbehörde und von dort über den Gen- darmeriehauptmann und den Wachtmeister und den Polizisten zu Peter. Und während der Gendarmerichauptmann denkt: diese Kerle, bei mir war e» noch ein ganz guter Tischwein, und der Wacht- meister denkt: ich habe doch nur ein paar Liter Wasser drangetan. geht der Polizist verärgert und etwas beklommen zu Peter und sagt Ihm: „So mein Lieber, hör« mal, da ist ein Schreiben gekommen von der DeHörde. Du tonnst nämlich das Faß abholen oder es schicken lasten, auf deine Kosten, das Jahr ist jetzt um und es hat sich niemand gemeldet. Es ist nicht» drin wie ein« Menge Waster, soll man es glauben?" Und da Peter ungläubig dreinschaut und ihn ganz schief und mißtrauisch onblinzett, meint er:„Na. hast du gehört? Kann ich was dafür?" Und er verbeißt seinen Acrger, wirft sich in die Brust und ist aus einmal ganz amtlich und streng. „Da siehst km." sagt er brummend,„da siehst du dummer Kerl» wie genau olles geht bei uns, bei der Behörde. So ein Wirbel, so ein« Geschichte, so viel Hin und Her und Kosten und Arbeit und so viel Papier. Und warum? He, du Dickschädel? Wegen ein biß- che» Wasser... Waster...1" Qerdland: ... weit«?, weiter! Di« Nerve» flefrem imö die Pulse hämmern. Der Regen putscht vorwärts. Weiter! Und die Nacht ist dunkel 'nid trauererfüllt. Und„ßottchen, komm doch, komm doch.. vxren sein« letzten schmerzzerquälten Wort« gewesen. Lottchen. »mm doch, komm doch, komm doch, konnn doch, ist der Takt-in sein« «rüden Beine, die ihn vorwärts tragen, ist der Kreislaus seines leeren, ausgehöhlten Hirns, pv-lsiert sein Blut zum Herzen. Das war das letzt«. Nie hott« er einen Menschen ernwrdet. Nein, nein, nein! Wahrhastig, er war ein Verbrecher, rvar ein hartgesottener. gemeinges ährlicher Bursche von jener Sorte, die ans der menschlichen ttzesellschats ausgerottet werden mutzte(dos sagte der Staatsanwalt!). Und er war gefürchtet und gehaßt. Und sein Bild zierte die Alben der Polizeistationen aller Städte, die er ruhelos, arm, verzweiselt, hoffend, sehnend, vertäuend aufgesucht hatte. Bei seinen Einbrüchen, die er verübt«, schmerzten ihn meist noch hie Hände vom Fesseln. Iaha, er war der Ausbrecherkönig, jaha, er war gesürchtet, gehatzi. Aber Liebe? Nein, dos war für ihn ein leerer, abgeschmackter Begriff gewesen bis zu dem Moment... wieder: Lottchen! Wieder sieht er die brechenden Augen... Weiter! Nein, er hatte immer dos Leben geachtet. Und er hatte sich sogar einer gcwisisn Sympaihie bei den Krimincien und den Richtern erfreut. Denn er war ge- ivesen wie ein gutes Kind, das einen bösen Streich begangen hat, menn man ihn stellt«. Nie, niemals hatte er die Waste gegen seine Verfolger erhoben, nie hatte er ein Menschenleben zerstört.' Ja. bei einer Verhandlung hatte sein Verteidiger in seinem Plädoyer hervorgehoben, daß die Waffe, mit der er sein« Opfer bedrohe, stets ungeladen fei. Und das-- haha-- war«in mildernder Um- üand gewesen. Aber mm. Was war denn dos? Nun fühlte er sich schuldig. Während er früher seine Taten fast mit einem zynischen Lächeln belegt und bekräftigt hotte, während er früher„tmttig ans Werk ging", wenn er ausgebrochen war, war er heilt«, jetzt, in diesem Augenblick, da er durch die menschenleeren, regennassen, tmarigkalten, grausiggrauen Straßen wanderte, ein verfallener, ob- »getaner Mensch, ein« armselige, in all ihrer Ohnmacht verächtlich« Kreatur... Und die Melodie wollte nicht weichen: Lottchen. komm doch, komm doch... Wer hotte sie denn gerufen, geflüstert, gewispert diese elenden, klanglosen Laut«? Das war der machtgsbietende Mann gewesen, auf dessen Wink tausende Räder stillstanden oder weiler- liefen, das war er gewesen, der herrisch und kolt, mit einem jus- fifanten Lächeln um den dünnen Mund, dem Verbrecher, dem er sich gegemÄerfond, ein Wort zugerufen hatte: Vieh! Das ober- war er nicht. Nein, das war er nicht. Noch machte er Anspruch darauf, Mensch zu sein. Mensch wie jener. Dann hatte er... Nein, nicht daran denkenl Nun aber war er wirklich ein Verbrecher, denn... Denn? Denn er hatte gemordet. Getötet. Ein Menschenleben vernichtet. Jetzt war er schuldig wie nie zuvor. ' Cr geht durch die regennassen Strahen, an deren Fronten wenig«, erleuchtete Fenster in die dunkle Nacht leuchten. Sein wuch- nger. massiger, schwammiger Körper droht einige Mal« zu fallen. Und sein« winzigen Aeuglcin blicken müde aus dem gelben, fettigen, ungesunden Gesicht in die Stacht. Da plötzlich hört er ein« Stimme neben sich. Seine bis zum äußersten aufgeregten Nerven drohen zu versagen. Nun aber dreht er sich schnell um. Er schreckt setzt vor einem zweiten Morde nicht zurück. Und sein« Hand krampst sich um die Waffe in der Tasche. Die Stimme aber, die eben ihn angerufen hat, diese Stimme ist keine der und 3)ime rächende, keine Stimme des Gesetzes, sie ist eine klanglos«, armselige, ohmnächtig«, schier in sich zerbrechende Stimme. Dies« Srnnme bittet. Um Geld. Um Brot. Nun ficht er die Frau an, die Frau, der diese Stimme innewohnt. Und er sieht in ein zermürbtes, hungriges Dirnengesicht, in dem zw« blutlose, schlaffe Lippen lallende Worte sprechen, in dem zwei schwarz umfurcht« Augen Wonnen verheißen. Und der Mörder geht weiter. Dies« Begegnung ist für ihn so unsagbar belanglos, so nichtssagend und unbedeutend, daß die gelallten Worte an seinem Ohr verhallen. Nur in seinem Unterbewußtsein, das man bei einem normalen Menschen„Instinkt" nennen könnte, taucht plötzlich der Gedanke aus, daß sie beide heimatlos und verfemt sind, daß sie beide, die Frau, die ihren kleinreiz- lichen, unkenschen, hunderte Male geschändeten Leib für dreckige Groschen hergibt, er, der Verbrecher, der vor wenigen Stunden das einzig« Verbrechen begangen-hat, das er selbst als ein solches empsin- det, daß sie beide liebefremd find und unbeschreiblich fiebearm... Nun zerreißt ein schriller Pfiff das monoton« Klaffchen des Regens. Diesen Pfiff kennt er. Im Moment hat er sein« Sinne beisammen. Jen Moment ist er wieder der Verbrecher, der jode Gelegenheit, zu entweichen blitzschnell ergreift. Nun blaken schon die grellweißen Scheinwerfer durch die unheilverkündende Finster- nis, und das Rattern zweier Motorräder kommt näher, immer näher. ... Einen Blick wirft er um sich Gehetzt, verfolgt. Die Polizei ist hinter ihm her. Da sieht er neben sich gang dicht neben sich, die alt«, verblühte Dirne. Aber ihre Augen winseln nun nicht mehr. Und ihr Mund lallt« nicht mehr Jammerlaute nach Geld und Brot. Sehr mutig, sehr fest sagt sie zu ihm, der wieder eine menschliche Regung in ihrem stumpfen, abgetakellen, liebedienenden Gemüt entfacht hat, die Mitleid ist:„Ärnnirn!' Dann eilen sie durch die dunklen Straßen, durch t»en heulenden, strömenden, klatschenden Regen in ein Haus, über einen stinkenden Hof, die Treppen hinauf im ein Zimmer, das rot beleuchtet ist, in dem ein« Petroleumlampe müde unter einem koketten, roten Schirm schwelt, in dem eine alte Kotze miaut und das wenige Gemöbel, das herumsteht, wurmstichig und verfallen ist. Und feiern ihre Liebe. Und als dies armseligste Fest dieser schmerz- lichsten, leidvollsten Lieb« gefeiert ist, geht die grau hinaus in die Nacht. Und ihre Augen winseln. Und ihre Lippen lallen. Für ihn! Qrasbrand auf Sumatra Wilder Alarm der Feuergongs, dumpfe Feuerhörner, Weckrufe gelle» duxch die Nacht. Vor den Barocken der chinesischen Tabak- arbeiter wird es jäh lebendig, schwarzes Gewimmel stürzt aus den Bombushütten, rot erhellte Gesichter starren gegen Süden: Grellrot wölbt sich der Himmel über grauweißen Rauchwolken und windgepeitschtem Funkenhagcl, Feuergarben steigen hoch— der dürre Bambus und das mannshohe Lalanggras brennen! Kilometerweit stehen die fast zwei Meter hohen Halme, die alle brachen Tabakfelder überwuchern, in Flammen. Seit Wochen kein Tropfen Regen, Gras und Bambus sind dürr wie Zunder. Und der heiße Wind treibt das Feuer genau in die Richtung der Plantage: die ganze Ernte ist eingebracht, die großen Tabakscheunen sind bis zum Dach mit den gepreßt«» Lallen voSgestopst. die Versicherung» summen bedeuten kaum ein Lruchtell des Wertes der Ernt«. In den Alarm der Gongs knattern jetzt Knallfrösche und Raketen — die abergläubischen Chinesen wollen die Gefahr mit Feuerwerl und Geschrei bannen, Aufseher brüllen, ordnen die kopflosen Rudel, treiben sie zum Fluß, nasse Tücher merden um Kopf und Füße ge- Kunden, die Leinenhosen und Jacken mit Wasser Übergossen, Haufen von grünen Zweigen herbeigeschleppt und verteilt, man verspricht jedem Kuli zwei Silberdollars, wenn die Scheunen gerettet werden, dann jagen sünfhundert Mann, vom Wasser triefend, ununterbrochen schreiend in einer Linie dicht nebeneinander dem Feuer entgegen, das wie eine rote Mauer heranrückt, schlagen wütend mit den Zweigen, stampfen mit den Füßen das lange, hart« Gras nieder, immer im Laufschritt peitschend, schwenken in einem weiten Bogen um die Siedlung, bis eine breite Sicherungszone niedergetreten ist. die den immer näher kommenden Funkenflug aufhalten soll. Schon werden Qualm und Hitze unerträglich, die gelben Rauch- schwaden verschleiern jede Sicht, bei jedem Windstoß prasseln di» Halme wie Gewehrfeuer. Die ganze Menschenkette jagt jetzt zurück. wirst sich vor der sengenden Hitze zu Boden. Alles liegt geduckt vor dem dichten Funkenregen, di« nassen Tücher gegen den dicken Qualm vor Mund und Nase, man wartet auf den Augenblick, da die Wut des nahenden Feuers an der Linie des niedergestampften Grases zusammenbricht: Die rote Mauer steht still, fällt plötzlich zusammen, frißt sofort am Boden weiter. Mit Geschrei springen die Fünfhundert aus. stürzen vorwärts, schlagen die niedrigen Flammen mit den Zweigen nieder, teilen sich, sogen im Halbkreis dem Feuer nach— bis die ganze Front nur mehr ein schwelendes, schwarzes Feld ist, in dem vereinzelt die dicken Bambusstämme glimmen. Bis zum Morgen laufen die Brandwachen durch den Qualm und treten wiederauf- flockende Herde zusammen. Mit der Dämmerung schlägt der Wind um und treibt den schwarzen Rauch nach Norden, di« Gefahr ist vorbei. In Rudeln hocken die verrußten, vollkommen erschöpften Chinesen am Fluß. waschen sich die verbrannten Füße, kochen Reis und würfeln schon liegend um die zwei Dollars, die erst am Mittag ausbezahlt werden. Einer der holländischen Plantagenassistenten stellt Verhör« an. Die Gelben schütteln die Köpfe, lächeln und stopfen Reis in den Mund. Die Aufseher lassen einige Fäsier Palmwcin omahren— alles um- sonst. Die Gelben geben dem Sturm Schuld oder einem Hirtenfeuer. lächeln, essen, trinken, würfeln. Jeder von ihnen weiß, daß der Brand von den drei Kulis gelegt war, die am vergangenen Tage von der Direktion wegen einer Messerstecherei entlassen wurden! Volkmar Jro. Sprachenbabel Amerika Nach dem neuesten Zeitungskatalog einer bekannten Annoncen-- «xpeditiin in Philadelphia gib! es in den Vereinigten Staaten 20 636 Zeitungen, darunter 2272 Tages und 11 151 Wochenblätter. 78 Tageszeitungen haben an Sonntagen reiche illustrierte Bei- lagen. Unter den 1083 fremdsprachigen Blättern gibt es 165 spanische, 182 deutsche, 124 italiemsch«, 6 arabische. 4 älhan sche. 22 in der Philipp, nensproch«, 42 jiddische, je ein bulgarisches. estländisches, assyrisches und lettisches, 16 holländisch«, 78 tschecho- slowakische, 45 französische, 19 portugiesisch«. 43 norwegische und dänische, 10 armenische, 2 belgisch-slämische, 26 japanische Zeitungen, außerdem gibt es noch 762 geistliche Blätter.. aaeiHA töm bie Weiße Wodie nimmt Huren Fortgang Ms zum SctalnfSta««. Mittwoch, den 6.3. Die allseitige freudige JtnerJceunung seitens unserer alten und neu erworbenen Kundschaft für die wertvollen und Uberaua billigen"Waren veranlaßt uns, aus unseren Beständen neue Waren- gattungeu herauszubringen. Abend- d. fieseUaflsHleider an« unserer Modell-AhleOand- darunter Meisterwerke der Modekunst sind wiederum in reichster Auewahl vorhanden. Diese herrlichen Gebilde sind den feinsten Mallanfertigungen gleichwertig, kosten aber bei uns nur einen Bruchteil der sonstigen Preise. rÄnerrenWerbeinden aus darch�«wcbt<5n Stoffen,«um Einheits- UH m preis.....von nur• Berr.-MfMeo a IS Eine Serie eleganter ▼ortfigl. TerarbeUnng«nf hocheleg. Futter An unserem Biesenlacer für Winter- Mäntel flndeo Sie i» aniibertreffiieber Aaswahl Mistel jeder Art, auch mit feinem Pelzwerk, bis in den elegantesten Exemplaren, anch fOr sehr starke Damen, so denkbar niedrigen Freisen. 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