BELRIN Dienstag 5. Zebmer 1929 10 Pf. flr.eo B30 46. Jahrgang. Cr f<6 e int tSglich«vkerSinntazS. Zugleich Abesdausgaie M.Vorwärts'. BenigSprtis beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, s,60M. pro Monat. Siedabtivn undErredition: Ber!iaSWss,kindenßr.3 ff\bwaS.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& To.. Berlin ED SS, Lindenstraßc Z. Hierzu 1 Beilage. Theater, Lichtspiele usw. P <) Dfenstag, d. S. 2. Staats-Opor | Jruer d. Linden A.-V. 33 20 Uhr Tosca Staats-Oper I Am PI.d.Republ. A.-V. 6 Wa Uhr Der lliegM MM Dienstag, d. 5. 2. Städi. Oper B smarcRsu. Turnus IV 19l/2 Uhr Staat). Sdiassph. er Q mdanrMinerKi A.-V. 31 20 Uhr « MI.WIIerTDMMIU 20 Uhr Nathan der Welse MMöesMens Täglich S>. Ahr | Oer sensationelle Erfolg Käthe Dorsch MeKenke Mufik von Franz Zetar Kommers. Karl Zöken (Staatsoper Berlin) Boroerkanf ununterbrochen. ! Nage den ganzen Tag geiffnet. Teleph. Steinplast 931».<108. I Banowsk}- Bohnen Theater in der KSniggrätzer Straße 8V4 Uhr Revolte im Erztebangsliaos Schauspiel von P. M.Lampel. Komödionhaus «>/. Uhr Das Geld aal der strase AbentnerT. Bernauer u. Oesterreicher Btrliner Mr DirekLHeinr Herald Charlottenstraste.90 A. 7. Dönhoft 170 Zum SO. Male 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit (Abie's Irish Rose) Zentral- Theater tlle JetobUr. lt« Driiinstr. Täglich 8'', Uhr Sonntag auch 4 Uhr ich kosss ihre Hand.madame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem gleichnam.Schlager Rundfunkhörer halbe Preise Dtich. KOnstlar-Th. Uhr Der Zinker v. Edgar Wallaee dnlsd Ulla Mittkiai Preise 1—10 Mark «.uhr CASINO-THEATER v'*™" Lothringer Straße 37. Neu! Neu! KilometeriieBcften"� Dazu ein erstklassiger bunter Tel). FDrunsereLeserQutschein fstrl—«Pers Fauteuil nur 1.15 M_ Sessel 1.65 M. -onstige Preise: Parkett u. Rang 1X80 M. 8 Uhr.— heuet Fecruarpragr. JeBsdieBallenwunSsr" .Der nrcu ist mit gestelzt.* Kleine; THeaiei Täglich 8'', Uhr: Lady u/inder- meres Fächer von Oskar Wilde Sardrock. Hechy, Klindcr, Hardt, Mamelock u. Müller Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr: Settdien Gebert Singspiel von Walter Kollo Lessing- Theater 8 Uhr: Ralharlna Knie. Trlanon-Th. Täglich 8'/» Uhr Das Haus der Laster (Yoshiwara) Renaissance- Theater Tal. Steinplati 901 o. 2583 84. Täglich st'/. Uhr „Pas groBe ABC" Regie: Gust. Härtung. Thalia-Theater Iresdener Str. 72-3. 8 Uhr „Oelrausch" Pianetariim am Zsd '«riia;. liaiiiiilliilct Sinti Noll. 1578 16 Uhr Oer Sternhimmel im Winter 18 Uhr üftars und seine Rätsel zu Uhr werden u. vergehen d. steme Relchshallen-Theater •Vjends| 8 I Sonntar nachm.| i| Das lastige neue Fsbr.-Proor. der Sletliner Sänger „ Nachm. halbe Preise, volles Programm. Ä Dönhoff- Brettl: Konzert/ Ten z ✓ V«rict6 10 oroBe Nrnnmeni. Lastspielbaas Friedrichstr.236 | Bergmann 2922/23] Täglich SV* Ühi iGuldoThielsdierj in Weekend im Paradies Slumeuspenden •eber An lielerr vre,« wer: Paul Golletx. ootm. dehn liefe» Mariannnsirafle Z Eck» Naunnnlrray» Änr MorinvI. 103 03 Am PXmtM Das Varieti In Ostbahnbol| Alex. 8087/68 Tlgl. 5 und 81S Soontac« Z16, 5 n. 818' INTERNATIONALES VARIETE Beste Fahrtverbindungen i Stadt- und Vararthahn hl» zum SehlMltchen Bahnhof, Ausgang FruehtttraBa. Hochbahn: Warschauer BrOcko. Autobus: 19 bis Frankfurtsr Allee. StraBanbaim: bis Frank- turter Allee. Ecks Frucht- slraBe. Linie 6t. 69. 70, 76. Von Lichtenberg dl» Linien t. 13, 68. 69. 70. 78. 176. Berliner||Ui-TllQ Naukölln. V Uhattr. 74/784 Metallbetten 12«» KinderbetL. Cdaiselono. 28.-. PolsL- Stahimatr.. Solas= R teuablona £*2C|f|» Berlin, Pappelallee 12 tlVlcl Pankow, Schmfdtstr.l Theater a.KoltbusserTor Kottbusser Str. 6 Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr. auch Sonntag nachm. 3 Ihr(crmäO. 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Er wußte alles, zumindest be- hauptete er es. Jedes seiner Wort« war ein Widerspruch gegen die anderen. Er war klug, aber auf kleinliche Art, in großen Dingen bewies er weder Verstand noch Klugheit. Brachte es nicht zu- stimmen. War in allem klein und im tleinen auch geniein. Ferrari war ein Wop, ein gottverdammter Italiener mit glattem schwarzen Haar und langer Nase. Wer ihn nicht kannte, lvare ihm nicht gern in der Nacht begegnet. Er sah recht verdächtig aus, lang, hakennasig, unverlählich. Aber er war der beste Tele- phonist der Wall-Street. Jeder gab dos zu. Ein wahres Wunder, der Kerl. Nicht zu besiegen. Flink, flink wie der Teufel! Wäre er nicht ein goltverdanmiter Kerl, er käme weit. Aber wenn man ihn jieht, kriegt man es mit der Angst. Eddie Drucker hingegen war ein lieber Kerl, ein verdammt netter Bursche, ein samoser Mensch. Nur zu gut: deshalb kommt er nicht weiter. Er kann es nicht. Eddie ist imstande, den Hut vom Kopf, die Schuhe von den Füßen zu nehmen, die Unterwäsche vom Leib zu ziehen und sie dem ersten, der darum bittet, zu schenken. Ein wenig töricht, langsam, groß, schwerfällig. Er hätte seine Stelle nicht behalten können, würden ihm die anderen nicht geholfen haben. Und Charlie, man konnte nicht ernst bleiben, wenn Charlie in der Nähe war. Es hieß, daß«r sogar Zucker fast zum Lachen brachte. Immer riß er Witze, spiette Streiche, sang. Er hätte ein Begräbnis zum Lachen gereizt. Phil Johnson war anders, der sprach sast nie.- Arbeitete wie der Teufel, ohne daß man es merkte. Wenn Ferrari arbeitete, so flogen die Federn, der tat alle? mit großen Gebärden, theatralisch. Phil Johnson war fast ebenso flink wie Ferrari, aber man hätte glauben können, er tue überhaupt nichts. Er gehörte nicht in diese Gesell- Ichaft, paßte nicht zu ihr. Er hätte heimgehen und in seinem Zimmer geruhsam Pfeife rauchen sollen. Das liegt den Schweden. Aber irgendwie war er in diese Gesellschaft geraten, blieb bei ihr, wurde zu einem Teil von ihr, fast wie Charlie und Eddie. Die sechs spielten Poker und hätten gern gerauft. Als sie nichts mehr zu tun wußten, verharrten st« sttll,«in wenig atemlos. Blickten sich um. Charlie schlug vor: , Gehen wir in die obere Stadt." Sie waren einverstanden. In der Tasche harten sie das Gehall für zwei Wochen. Und sie waren bereit, dieses Geld auszugeben. Gestern noch hätten sie es nicht getan. Gestern noch hätte jeder von ihnen gesagt: „Soviel für die Miete, soviel für den Kolonialwarenhändler, soviel fürs Kino." Vielleicht hätten einige von ihnen in einer Kneipe ein Glas Whisky getrunken. Das wäre aber auch alles gewesen. Das Geld, das sie jetzt erhalten hatten, mußte langen, bis sie eine neue Stelle fanden. Sie dachten ober gar nicht an eine neue Stelle. Was morgen geschah, war ihnen einerlei. Sie hatten aufgehört, Indi- oiducn zu sein, waren ein« Menge. Waren völlig bereit, noch heut« abend jeden Cent auszugebtn. In dieser Nacht werden sie alle ohne einen Cent blesben. Morgen gehen sie dann zur Sparkasse oder zu Verwandten, oder pumpen Freunde an, oder aber sie hungern. E» war ihnen völlig einerlei. Sie waren eine Menge. Sic griffen nach dem Hut und schickten sich an. das Bureau .zu verlassen. Da sahen sie Zuckor. Und Charlie empfand den Wunsch, Zuckor aufzuziehen. Nun hatt« er kein« Angst mehr vor ihm. Wie«in kleiner Jung«, der am letzten Schultag alle vom Lehrer erlitten« Unbill rächen will und ihm sagt, er möge zur Hölle gehen, so wollte Charlie Zuckor alles heimzahlen, mit ihm quitt werden. Er verbeugte sich vor Zuckor, lüftete leicht den 5)ut und sagt«: „Gute Nacht, Herr Zuckor." Blackbird, der nach Charlie kam, lüftete ebenfalls leicht de» Hut und sprach: „Gute Nacht, Herr Zuckor." Und auch Eddie, Phil Johnson, Bill und Ferrari taten das gleiche, lüfteten leicht den Hut und sagten: „Gute Nacht, Herr Zuckor." Das war die ärgst« Beschimpfung, die ihnen einfiel: Zuckor Zeigen, was sie wirtlich von ihm halten. Ihm zeigen, daß sie ihre Begrüßung früher nie ernst gemeint hatten. Nur dazu gezwungen gewesen waren. Ihre Anstellung hing davon ab. daß sie allmorgend- lich„Guten Morgen. Herr Zuckor" und allabendlich„Guten Abend, Herr Zuckor" sagten, wie hatten es nie ernst gemeint. Hatten ihm nie wirklich einen guten Morgen oder eine gute Nacht gewünscht. War er doch innner gemein und kleinlich gegen sie gewesen, lMe sie gequält. Weil sie ihm ausgeliefert waren. Es stand in feiner Macht, ihnen Leiden zu verursachen, die Quai der Erwerbslosigkeit, die Folter, nicht zu wissen, was man morgen tun, womit man di« nächste Mahlzeit bezahlen wird. Und er hatte fein« Macht und lieberlegenheit auf gemeine Art ausgenützt. Deshalb sagten sie heute Abend all«:„Guten Abend. Herr Zuckor." Und es gab nichts, das ihn tiefer hätte kränken können. Das fühtten sie, während sie im Fahrstuhl abwärts fuhren, und staunten selbst darüber, daß ihnen dies« Insult« eingefallen war. Hätten sie nach ihr gesucht, sie würden sie nicht gefunden haben. Sie wußten auch nicht mehr, wer als erster die Worte gesprochen hatte, freuten sich nur darüber, daß sie tatsächlich gesprochen worden umrcn, fühlten Stolz auf ihr«.Klugheit. Dieser Stolz aber mochte sie still, nicht lärmend. Als sie in einer Aulodroschke noch der oberen Stadt fuhren, waren sie ruhig, würdevoll, der eigenen Klugheit bewußt. Was plante die Menge, was planten diese sechs Männer, die bis zum heutigen Nachmittag im gleichen Bureau gearbeitet hotten. Teile der gleichen Maschine gewesen waren? Sie saßen zusammengepserchi ini Auto, hockten einander auf den Knien, fuhren nach der oberen Stadt. Als Charlie dos Auto angerufen hatte und sie eingestiegen waren, hatte er dem Chauffeur gesagt:„Nach der oberen Stadt." Der Chauffeur wußte genau, daß dies« Gesellschaft sich unter- halten wollie, wußte, sie würde gemeinschaftlich irgendwo dinieren, trinken, dann in ein Tanzlokal oder Kabarett gehen, dort bis in die späten Nachtstunden bleiben. Von Zeit zu Zeil würde einer der sechs einen, der schon völlig betrunken war. ins Auto schleppen, dem Chauffeur sogen, er möge ihn heimfahren, und selbst wieder ins Lokal zurückkehren, um vielleicht als nächster heimgeschofft zu werden, betäubt, von Uebelkeit befallen, das Innere des Autos mit den Resten der Speisen»nd des Whiskys beschmutzend. Dos würde so bis spät in die Nacht währen, da auch der letzt« heimgefahren wurde und der Chauffeur nach Hause fahren konnte mit dem Bewußtsein, einen guten Tag gehabt zu haben. Der Chauffeur wußte all das, weil die sechs nicht die ersten waren, die er mit leeren- Köpfen»ach einem unbestimmten Ziel gefahren hatte. Er fuhr häusig eine derartig« Gesellschaft, wartete, während sie sich unterhielt oder ihre Gedanken im Alkohol oder in Belustigungen zu ertränken versuchte. Das Leben der unleren Stadt macht« jedes Gleichgewicht unmöglich. Die Menschen lebten und arbeiteten dort zu intensiv, um ihre Zerstreuungen leicht nehmen zu können. Sie brauchten stark« Reizmittel, lärmende Freuden, muhten von Zeit zu Zeit vergessen, was sie taten. So völlig vergessen, daß in ihrem Kopf überhaupt kein Gedanke mehr leben konnte. Sie mußten wie tot sein, gedankenlos, ohne Gefühl. Der Chauffeur wußte, was die sechs tun, wie sie sich benehmen würden, sie aber ahnten es noch nicht. Sie hatten Charlies Vor- schlag angenommen und. ihn befolgt. Aber sie fühlten nur eine schwache, halbfreudige Erwartung. Manchmal erwachen wir morgens mit dem Gefühl, daß sich an diesem Tag etwas Angenehmes ereignen wird. Wir sind glücklich, 20000 Mark für drei Zeilen. Der Empfänger dieses beneidenswerten Honorars ist E h a rl i e Chaplin. Und zwar kam er dazu auf ein« nicht mal besonders anstrengende Weife. Ein« amerikanische Zigarettenfirma hatte ihm eine größere Anzahl ihrer Zigarettenmarken zum Geschenk gemocht. worauf sich Chaplin hinsetzte und«in einem Schreibebrief die Qualität der Zigaretten lobte. Einige Tag« später erhielt er dafür als Honorar 20000 Mark. Der ganze Brief umfaßt« nicht mehr als drei Zeilen. Nasser- als Theatervorhang. In einem neuerbauten Theater in der nordameritanifchen Stadt Philadelphia ist eine ganz neue Art van Bühnenoorhang ein- geführt morden. Wenn, nach dem bisherigen Sprachgebrauch, der Vorhang fallen soll, wird die Wasserleitung ausgedreht und von einer Röhre hoch oben an der Vorderseile der Bühne ergießt sich ein dichter Wasserschleier ähnlich wie ein Wasserfall in die Tiefe, wo er aufgefangen und abgeleitet wird. Der Wasserspiegel wird durch wechselnde Farben beleuchtet und bietet den Theaterbesuchern während der Pause ein angenehmes Schauspiel. Soll die Bühne wieder frei werden, so wird die Wasserleitung abgestellt und der „Vorhang" ist verschwunden. Rachsüchtige Testamente. Im englischen Oberhaus ist ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der sich gegen rachsüchtige Testamente getränkler Ehegatten wendet. Lord Aster, der sich für diesen Gesetzentwurf einsetzt, zieht als Beispiel eine Reihe von letztwilligen Verfügungen heran, die den Beweis erbringen, daß die Rachsucht gekränkter Ehegatten keine Grenzen kennt. So ist vor einiger Zeit in London ein Kauf- mann gestorben, der seiner Ehefrau testamentarisch einen Schilling vermachte, während er sein 72000 Pfund betragendes Vermögen für Personen bestimmte, von denen er wußte, daß sie mit seiner Frau verfeindet waren. In einem anderen Testament bestimmte ein Ehemann, daß nach seinem Tode seine Frau das Heus nur tiesverschleiert oerlassen dürfte, anderenfalls sie eine Strafe von . 200 000 Pfund bezahlen solle. Das ganze ihr hinterlaffene Vermögen falle ohne weiteres an eine wohltätige Stiftung, wenn es sich die Frau einfallen lassen sollte, noch einmal zu heiraten. In Nottingham vermachte ein Mann seiner ganzen Familie einen halben Penny. Ein anderer Ehemann bestimmte testamentarisch, daß seine Frau ein Vicrtelpenny(FartKing) bekommen solle: die Mitteilung hierüber habe in einem unfrankierten Briese zu erfolgen. Aehnlich lautende letztwillige Verfügungen von Frauen, die ihren Männern noch im Tode ein Schnippchen schlagen wollen, gibt es natürlich ebenfalls, doch sind sie— aus Galanterie?— nicht näher angeführt. Ein Brief, ein Mädchen, eine Lehrerin. Das amtliche Ungarn betreibt jetzt Sittlichkeltsförderung. Dem- entsprechend ist den Schülerinnen einer Budapester Mädchenhandels- schule— übrigens nicht eine Schule für Mädchenhandel— verboten worden, Puder und Lippenstift zu gebrauchen. Are Handtäschchen werden von den Lehrerinnen daraufhin revidiert. Bei einer Schülerin wurde ein Brief an einen jungen Mann vorgefunden. Es erfolgte nach einer scharfen Strafre.de der Befehl, abends mit der Mutter zum Schulrapport zu kommen. Das ISjährig« Mädchen sprang deshalb aus dem zweiten Stockwerk des Schutgebäudes. Es soll ohne lebensgefährliche Verletzungen davongekommen fein. wissen aber nicht, was eigenttich das Angenehme ist. Wissen nur, daß wir glücklich sein werden, aber nicht, worin das Glück bestehen wird. In Erwartung dieser Freud« fühlen wir uns glücklich, liege» zufrieden, behaglich im Bett, wissen gar nicht, wesliolb uns fo wohl zumute ist. So erging es auch den sechs Angestellten. Sie wußten imr, daß sie etwas Angenehmes erwarte, daß sie sich unterhalte» würden. Glücklich sein. Hätte jemand gefragt:„Weshalb wollt ihr glücklich fein?" und „Weshalb fühlt ihr euch so wohl?", sie hätten nicht zu aMwvrtcn gewußt. Der Chauffeur hingegen hätte e» tun können, der kannte die beiden Fragen aus Erfahrung beantworten, aber er tat es nickt. Di« sechs hatten noch nie etwas Aehnliches erlebt. Sie glichen vielen anderen, die mit einer Aulodroschke nach der oberen Stadt gefahren waren, um sich zu unterhatten, ohne zu wissen, wohin sie gehen. Sie wollten sich ja gar nicht wohlsühlen, wollten nur vergessen, oder zumindest glauben, daß sie vergessen. So fuhren sie, zu sechs in einem Auto, einer auf den Knien des anderen sitzend. Sie redeten nicht, saßen da, betrachteten die Fußgänger, die den Blick erwiderten, erinnerten sich unklar an andere Tage, da sie jung« Männer in Autos gesehen hatten, junge Männer, die noch der oberen Stadt fuhren, um sich zu unterhatte» oder zu vergessen. Erinnerten sich daran, wie sie die jungen Leute, die anscheinend keine Sorge kannten, beneidet hatten. Und jetzt werden sie von den Menschen auf dem Vürgersteig beneidet, von Menschen, für die dieser Tag ist wie jeder andere Tag. Deren Firma nicht verkracht sst, die ihre Gedanken nicht zu ertränken braucht». Nun wußten sie bereits, daß di« Leute, die in einem Auto noch der oberen Stadt fahren, nicht unbedingt vergnügungssüchtig sind. Es können auch Menschen sein, wie sie selbst, die nicht wissen, was sie tun, die um jeden Preis vergessen wollen. So sichren sie dahin, bis Charlie, ihr Führer, ein Restaurant erblickte, von dem er gehört hatt«, daß es gut sei. Freilich hatte er sich früher nie hineingewagt, denn für einen Angestellten waren die Preis« viel zu hoch. Jetzt aber befohl er dem Chaufseur, zu halten. Sie sttegrn aus, ließen das Auto warten und betraten das Restaurant. Der in Gold und Grün getteidete Page verbeugte sich und nahm ihnen die Hü!« ob. Sie fühlten sich etwas unbehaglich. Das Lokal war noch leer, die vielen mit schneeweihen Tischtüchern bedeckten Tische, auf denen Kristollvasen standen und silberne Besteck« lagen, verwirrten sie. Di« Größe und die Leere des Restaurants machte sie befangen: sie blieben ungelenk am Eingang stehen. Nicht einmal Charlie sand einen Witz, der den Bann gebrochen hätte. Aber der Direktor des Restaurants glich dem Chauffeur, der die sechs hergefahren hatte. Er wußte, was das bedeutete, kannte dies« Art Menschen, die noch nie in einem derartigen Lokal gewesen und nur von außergewöhnlichen Umständen hierhergesührt worden waren. Menschen, die von außergewöhnlichen Umständen geführt werden, sind einem Restaurantdirektor ebenso willkommen wie einem Chaufseur. Die kümmern sich nicht darum, was sie essen und trinken, und auch nicht(das ist das wichtigste), was sie zahlen. Sie essen, trinken, zahlen ohne ein Murren. Besonders Leute wie diese sechs, die nicht an derartige Lokale gewöhnt sind und dermaßen hohe Preise erwarten, daß ihnen die höchsten Preise noch niedrig erscheinen. Das wußte der Direktor, geHärte es doch zu seinem Geschäft, es zu wissen, und deshalb freute er sich über das Kommen der sechs Angestellten. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. miiiiiininmniniimiiniiiiiiimiiiiiiimniiiiiinnnnmiiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiuiimiiiuuiiiiiimmuiiiiniiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiinimmniiiniiuiminiiminuiiiininHimiiimmiffluniui* Die Tränenbomben von Alliance. Bei dem Bürgermeister der im nordamerikanischen Staate Texas gelegenen Stadt Alliance ließ sich kürzlich der Vertreter einer chemischen Fabrik melden, um dem Stadtoberhaupt Tränenbombeu anzubieten. Aber er hatte kein Glück, denn der Bürgermeister ver- sicherte, bereits fett zwei Iahren lagere ein ansehnlicher Bestand dieser nützlichen Gegenstände in den Kellern des Stadthauses. Dar- aufhin bemerkte der Verkäufer überlegen lächelnd, daß es dann höchste Zeit sei, die Vorräte zu erneuern, denn„bekanntlich" dauere die Wirksamkeit dicser Bomben allerhöchste»« zwei Jahre. Der Bürgermeister wurde stutzig, er hatte aber mit der Gerissenheit amerikanischer Verkäufer bereits traurige Erfahrungen gemacht, so daß er es für geraten hielt, sich durch einen praktischen Versuch von der Richtigkeit der Angaben des anderen zu überzeugen. Heimlich ließ er aus dem Keller eine Träncnbombe holen und brachte sie in der Eingongsholle zum Platzen, nachdem er für seine Person für eine ungefährdete Rückzugslinic gesorgt hatte. Der Erfolg war groß- artig. Als die Bombe platzt«, stürzten alle in der Halle Befindlichen wie besessen ins Freie, voran der Berkäufer, der seinen eigenen Versicherungen ossenbar selbst nicht so ganz traute. Wenige Augen- blicke später befanden sich all« übrigen Anwesenden aus der Straße. Di« Tränenbäche, di« ihren Augen entstürzten, waren der beste Be- weis dafür, daß die Stadt sich beim Antauf der Tränenbomdeii nicht hatte über» Ohr hauen lassen. Der Verkäufer ließ sich in Alliance nicht wieder sehen. Die indiskrete Telephonistin. Ein in Bern in Garnison stehender Ossizicr war in einer dienstliä)«» Angelegenheit aus einige Tage nach einer kleinen Stadt in der Umgebung abkommandiert worden. Tie Abwesenheit ihres Gemahls benutzte die Gattin, um telephonisch ein Stelldichein mit ihrem Liebhaber zu vereinbaren. Die Telephonistin, die die Leitung bediente, war zufällig eine gute Bekannte des abwesenden Offiziers. Als seine Frau die Nummer ihres Liebhabers verlangte, jourde die Telephonistin aufmerksam, sie schaltete sich ein und Hort« die ganze Unterhaltung ab, woragj sie schleunigst den Geinahl von dein Vor- haben seiner„treuen" Frau in Kenntnis setzt«. Die war nicht wenig entsetzt, als sie, festlich ongetan, im Hause ihres Geliebten auf ihren Mann stieß. Der Vorfall schien für die liebesbedürftigc Ge- mahlin allerhand unangenehme Folgen gehabt zu haben, denn sie l zeigte wutentbrannt die Telephonistin die ihr das Liebesabenteuer so versalzen hatte, sowohl bei Gericht wie bei der Postbehörd? wegen Bruch des Dienstgeheimnisses an. Dos Gericht urteilte milde. Es verhängte eine Geldstrafe von 54 Franken. Die Postbehörde urteilte anders. Ihr war es gleichgültig, ob das Telephonkabel moralischen oder unmoralischen Zwecken dienstbar gemacht wird: sie erkonnte nur das eine Interesse an. das Gesprächsgeheimnis zu schützen und verfügte die Entlassung der indiskreten Beamtin. Das Generals- Auto. Im Jahre J917 Hot dos 1. Bayerische Armeekorps folgende» Befehl erlassen: „Die Mannschaften reden sich immer darauf hinaus, daß sie bei dem sehr schnellen Fahren der Autos des Generalkommandos nicht sehen könoen, ab jemand darin sitzt oder nicht. Deswegen wird an- geordnet, daß die Mannschaften die Autos in jedem Fall zu grüßen haben, gleichgültig, od jemand darin sitzt oder nicht." Das war tatsächlich gleichgültig. tJfl&rfunxDloJflLei Wintcrsporimcisierschaften. Ski, Kunstlauf, Schnellauf. Wi« an all«n vorausgegangene» Tagen war auch am Schluß iurd Haupttage der deutschen Skimeisterschast in Klingenthal dos Wetter prächtig. An der Seydel-Schonze am Aschberg, die von etwa l-ZOOO Schaulustigen umsäumt war, ent- wickelt« sich ein buntes, sarbensrohcs Bild. Insgesamt stellte sich die stattliche Zahl von 71 Bewerbern den Richtern, und es war eine vechl offene Frage noch dem Sieger des Sprunglaufes. Sic wurde wider Erwarten nicht zugunsten des Einheimiichen Walter(Blaß geklärt, obwohl dieser mit 40,39 uird 40 Metern den besten Durchschnitt auszuweisen hatte. Als schärfster Gegner ent- puppte sich der Deutschböhme Purkert, der noch 38,30 mit 40,50 Metern den weitesten Sprung des Tages ausführte und dann noch einmal 39,50 Meter weit sprang. Mit diesen Leistungen hatte er sich den ersten Platz im Sprunglaus gesichert. Der Kamps um den Meistertitel gestaltete sich wieder zu einem Duell zwischen Gustav Muller und Walter Glah. Es gelang Müller, sich den deutschen Meistertitel zum zweitenmal zu sichern. In Bad Flinsberg brachte der Norddeutsche Ski. verband seine Meisterschaft zur Durchführung. Mit dem Titel konnte sich erwartungsgemäß L e i p o l d vom Skiklnb Mittelmark- Berlin schmücken. Er siegte im Sprunglauf der Altersklasse und wurde im Langlaus über 14 Kiloineter zweiter in seiner Klasie hinter Wernick«(BSE.). Di« beste Zeit im Langlaus holte T r a h n e (Skiklub Charlottenburg) heraus, im Sprunglaus schnitt Abel (Raureis-Berlin) mit der Note 19 und einem gestandenen Sprung von 22 Metern am besten ab. �clhneisfcrschaften in Budapest. Bor den Entscheidungskämpsen um die Eishockey-Europanielstcr- schast kamen in Budapest die Weltmeisterschaften im .Kunstlauf für Damen, Herren und Paare zur Erledigung. Die Wettbewerbe begannen mit dem Paarlaufen. Die Weltmeister- schast errang das Wiener Meisterpaar Fräulein Scholz- Kaiser. Einige Enttäuschungen bereitete die bekannte jung« Norwegerin Sonja H e n i e, die in der Kur zur Damenweltmeisterschaft in ihren Darbietungen nicht allzuviel zeigte. Trotz alledem kam ihr Weltmeisterschaststitel nie in Gefahr. Eissport in Berlin. „Brandenburg" hatte am Sonnabend den Sportklub Char- lottenburg zum Freundschastskampse zu(Baste. Beide Mannschaiten traten mit Ersatz an. die Brandenburger gewannen das Treffen mit S: 0(0: 0, 2: 0, 3: 0).— Im S ch u l t u r n i e r aus dem Platz in der Niebuhrstraße siegte die Herder-Schule-Eharlottenbuog über die Humboldt-Schule-Tegel mit 3:4. Im Kamps um den dritten Platz siegte in der Trostrund« die Siemens-Oberrealschule über das Schiller-Gymnasium mit 10: 0 Toren. Aus dem Neuen See im Tiergarten war eine Bahn von 300 Metern Länge abgesteckt, aus der verschiedene Schnee- laufen stattfanden. Bon bekannten Leuten vermißte»nan nur den Berliner Meister Barwa und Mayke. In den beiden. Rennen für Senioren gab es jedesmal scharfe Kämpfe zwischen Müller und Bulota, in beiden Kämpfen siegt« Müller ganz knapp. Einzel- crgebnisse: 1300 Meter für Senioren: 1. Müller(BSE.) 2:36.8: 2. Bulota(B. Schl.-Cl.). 3000 Meter Vorgabe- lausen: 1. Müller(Mal) 6:01,8: 2. Bulota(Mal). 1500 Meter für Junioren: 1. Hübner 3:09,6; 2. Kub«(BEB). Die Kämpfe um die B e r l i n e v M e i st e r s ch a s t wurden mit dem Tressen Tegeler Eislausverein gegen Zehlendors sortgesetzt. Tegel siegte mit 4: 0, wodurch Zehlendc.rs an den Schluß der Tabelle zurückgefallen ist. Es sind nur noch die Tressen Branden- bürg— SEE. und Schlittschuhklub— Preußen% ausständig. Die Führung hat derzeit Brandenburg mit 8 Punkten vor dem Schlilt- schuhklub mit 6 und Eharlottenburg mit 5 Punkten. In der e r st e n Klasse waren Berliner Sportklub gegen Eislausklub mit 3: 0, Schwarz-Griin gegen Steglitzer THE. mit 3: 0 erfolgreich, Berliner Hockeyklub und Eislausverein 86 spielten 1: 1. Jetzt war die Geduld der sozialistischen Mitglieder zu Ende. In der Generalversammlung vom 15. Januar erklärten sie ihren Aus- tritt und einige Tage später wurde die neue„Freie Arbeiter- Esperantovereinigung Groß-Berli n" gegründet. Sic trat sofort der Interessengemeinschaft der sozialistischen Kulturorgani- sationen bei und wird jetzt frei von Porteigezänk Kulturarbeit für das sozialistische Proletariat leisten. Es sei sestgestellt, daß die besten und tätigsten Berwaltungssunttionäre und weit über 80 Proz. der Techniker(Kursusleiter) sich aus die Seite der neuen Vereinigung gestellt haben. Allen Porteigenossen, Freigewerkschastlern, Reichs- bannerkameraden, Iugendgenossen und Sportlern, die van der kom- munistischen Zersctzungsarbcit hinausgedrängt wurden, steht jetzt der Weg wieder offen. Alle diejenigen, die dte Welthilfssprache kennen lernen wollen, können sich jetzt anmelden. Der Uebungsabend findet zurzeit jeden Donnerstag im Jugendheim Am-Ostbahnhos 17 statt. Die Geschäftsstelle der Gruppe befindet sich beim 1. Vorsitzenden Adolf Sproeck N. 38, Choriner Str. 43. Auskünfte und Anmeldungen zu den Kursen bei: A. Ziepert. N., Koloniestr. 73. W. Entrich, Urbanstr. 112, Heinz Wagner, Lichtenberg, Augustastr. 8. .Aus dem Boxring. Interessantes aus aller Welt. Stach seinem Sieg über Johnny R i s k o werden die Amerikaner Mühe haben, für Max S ch m e l i n g geeignete Gegner zu finden. Er sollte am 15. Februar in Boston mit dem Iren Eon O'Kelly boxen, doch ist dieser von Maloney besiegt worden und kommt infolgedessen nicht mehr als Gegner in Frage. Schmeling wird demnächst dem deutschen Botschafter in Washing- ton. v. Prittwitz, einen Besuch abstatten und auch der amerikanische Präsident Coolidge Hat den Wunsch geäußert, den jungen Deutschen persönlich kennenzulernen. Da der Bosioner Kamps abgesagt ist, wird Schmeling mit seinem amerikanischen Manager Joe Jacobs noch im Lauf« des Monats nach Deutschland zurückkehren, um vor der Boxsportbehörde die Angelegenheit mit seinem früheren Be- treuer Bülow zu erledige». Ist dies geschehen, so wird Schmeling sofort wieder nach Amerika fahren. » Earnera kallgestelll. Welch große Macht die faschistische Regie- rung aus den Sport in Italien ausübt, zeigt folgender Vorfall: Der durch seinen Kamps mit Rösemann auch in Deutschland bekanntge- wordene i t a l i e n i s ch c R i e s e P r j m o C a r» e r a ist von seinem Landesverband aus sechs Monat«(bis zum 22. Juli) suspendiert worden, weil er seine Interessen nicht durch eine dem italienischen Boxverbond angehörige Person(sein Manager ist ein Franzose) vcr- treten läßt. Der italienische Verband hat die Bestrafung Earneras der Internationalen Box-Union zur Kenntnis gebracht und darum ersucht, die Gültigkeit dieser Maßregelung aus alle den, Box-Weltver- j band angeschlossenen Länder auszusprechen, e- Zacob Domgörgen in Mailand. Der Kölner Leichtgcwichtsboxer Jacob Domgörgen wird am Sonntag. 10. Februar, neuerdings in Mailand in den Ring gehen, wo er sich am Tage der Europa- Meisterschaft Domgörgcn— Jacovacci durch einen eindrucksvollen Punktsieg über Petrarca die Sympathien des Publikums zu vcr- schaffen wußte. I. Domgörgen bestreitet mit dem Italiener Redoelli einen der Rahmenkämpse zur Europameisterschaft im Halbschwer- gewicht zwischen Bonaglia und Etienne-Belgien. % Steinbach fordert Hein Domgörgen. Der österreichische Mittel- gewichtsboxer Poldi Steinbach will durch die Boxsportbehörde Deutschland» eine Herausforderung zum Revanchekamps über 12 Runden an den deutschen Meister Hein Domgörgen richten. Steinbach wurde bekanntlich am 18. Januar in Berlin durch ein Fehlurteil, das allerdings von der BBD. korrigiert wurde, um den verdienten Sieg über Domgörgen gebracht. ** Franz Diener kompsbereit. Der ehemalige deutsche Schwer- gewichtsboxmeister Franz Diener wird nach longer Pause am 8. März im Berliner Sportpalost wieder im Ring erscheinen. Als Gegner für ihn kommen Isias und Gipsy Daniels in Frage. Sdiwimmcrfahrt nach Plauen! WSSmi Ausfall der Spiele. Des anhaltenden Frostes wegen muhten am Sa»-itag a�'e Fußballspiele ausfallen. Die Ausscheidungsspiels werden ncr!) einmal angesetzt� Die Fußballbörse fällt morgen aus und findet dasi'-r an Freitag, 8. Februar, bei Engel, Swinemünder Straße, statt. Ein Segelboot sucht seinen Eigner! Das Reichswosserschutz-Polizeikvmnrando Spaibdau-Hak-cnselde, Mertenstr. 46, Telephon C 7 2594, teilt mit: Bei der hiesigen Dienststelle ist ein eichenes Segelkajüi- b o o t mit Scgelausrüswng(Most, Großbaum, Gassei, Großsegel, Fock und lausendes Gut) und verschiedenen Bootsausrüstungsgegen- ftänden und Bekleidungsstücken sichergestellt, welches drei Männern ani 14. September 1928 bei Hohensaaten abgenommen worden ist. nachdem sie ans einem Verkehrsboot in Mariemverder am Finow- kanal einen Einbruchsdiebstahl begangen hatten. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß auch die hier sichergestellten Gegenstände aus Diebstählen Herrichren. Das Boot ist 6 Meter lang und 2 Meter breit über alles. Die Kajüte, die in Pantosfeksorm gehalten ist, ist 3,20 Meter lang, 1,70 Nieter breit, beginnt 90 Zentimeter hinter dem Bug und hat aus jeder Seite eine Leiste zum Festlzalten. Das Boot trägt von, an beiden Seiten in Messingbuchstaben den Namen„Möwe". Anzeichen sprechen dafür, daß«der Name ursprünglich«in anderer war. Der Außenanstrich ist weiß, elwcho der Jimenanftrich der Kasiite. Es ist aber anzunehmen, daß die Anstriche Eiche Naturfarben waren. Das Kajütendcck ist grün gestrichen gewesen, dann aber von den letzten Inhabern gelb gestrichen worden. Im Kockpitt befinden sich seitlich und hinten zu Sitzen ausgearbeitete Kästen, auf denen mit Scharnieren befestigte Sitzgrätings liegen. Die Innenbeleuchtung ist für elektrischen Betrieb eingerichtet. Das Großsegel ist 18 Quadrat- ineter und die Fock 6 Ouadratineter groß. Diese gehört anscheinend incht zum Boot, soirdern rührt aus einem weiteren Diebstahl her. Sic ist gezeichnet: Berliner Nachtsegelmaäzerei, Iohj. Carstens«» u. Co., Grünau, Köpenicker Str. 103, Telephon Grünau 225. Im Boot befindet sich noch die verzinkte Ankerkette von 28 Meter Länge. Im Boot befinden sich noch: Riemen für Beiboote, Doppelpaddel, . Paddel für Kau», Segeleinrichtung für Paddelboot mit gekbem � Wimpel(Treiber), Leirzpumpe, Messing mit 1,20 Meter langem roten Gummischlauch. Bezug für Motorboot, graues Segeltuch, > 8,30 x 2 Meter, Bezug für Beiboot, graues Segeltuch, 2,90 X 1,40 � Meter, Bezüge für Paddelboote, graues Segeltuch, 5,10 x 0,70 Meter und braun 3 X 0,60 Meter: Mastbekleidung, Iutesäcke, Bootsanker, vier- und zivelarmig, verschiedene Kissen und Bezüge, alte Kriegsflagge, 30 X 35 Zentimeter, zwei Floggen aus rotem und gelbem Satin, 55 X 33 Zentimeter, Wimpel, blau und iveiß gewinkelt und Namen„Li" ausgenaht, wollene Decken, Steppdecke, rot, Tischdecke, Handtücher, gez. A. S. verschlungen, Kleidungsstücke, wie llinhang, hechtgrau, Militärstofs, Militärhos«, gez. ges. Kottbus, Eß- und Trintgeschirre, versch. Werkzeug, Mützenabzeichen mit Anker und Wimpel, verschlungen, mit Buchstaben I. K.\V,, ein Akkordeon, 34lönig, im Pappkarton Nr. 7003412 usw. Bei verschiedenen der sichergestellten Gegenstände sind die Eigentümer bereits ermittelt, wodurch erhärtet wird, daß auch die übrigen Teste aus Diebstählen bernihren. Meldungen an obige Dienststell« erbeten. Touristenverci».Dil z>»tursr«>u>i>«". Zentrale Wien.«bt. Sorte»: Diktt». tag. 5. Srtnmr, 20 llftr, Sonnenburger Sir. 20:..Sojialdeinakraiischts Wehr. Programm"(PXiiofk Maderkolz). SM. Wedding: Dienstag, Trbrnar, 20 Uhr, Turiner, iErtc(seeftrofer: Besichtigung t>c» Seruaimissenlchaitlichen In- stituts.— Abt. Irep«»«: Dienstag..V �ebmar, 20 Uhr,(ülCniftt. 3: Kesangs. abend.— Abt. Pantsw: Dienstag. 5. sttbmac, 20 Uhr, Gdrschstr. 14: Keschiin, Nche».- Abt. Prenzlauer Per«,: Dienstag, ö. tzedruar. 20 Uhr. Danziger Strafir 02, Allersheim. Barartr 2:»leichiislliches.— Abt.«ewnbbennnen: Donnerstag, 7. stebrnar, 20 Uhr, Pank-, Ecke Wiesen slraße:(Srsclnifiliches. Zugendarnppe: Dlonstaq, Z. Februar. 20 Uhr, Ledigenheim Schönsiediitr. I: „Riickdlick 1«20- Ansdlict 1928".■- Ab«. Tiergarten: Donnerstag. 7. Februar. 20 Uhr, Lehrtet ctr, IS- 1», Lichtbiibervarrrag:„Im miiksoiinische» Iialirn" sHofmann). Abt, Lichtenberg: Donnerstag. 7. Zehn-ar, 20 Uhr.(»ciitcr Strafte 44, Lichlbitdervortrag:„Rollisnburg od drr Tauber".— Abt Südwest: Dannersrag. 7. Februar, 20 Uhr. Borrfilr. II: O-rneralversammIimg.- Sotnr wissenschastliche Abt.: Donncrstag.:. ssebruar. 20 Uhr, Iohannisstr. tö.„Das Gerdcn von Dorf und Stadt" ilOenossc EchttiO.— Abt. ffeiebrichshain: Donncrstag. 7. Zebrnar, 20 Uhr. Brommnstr. I:(Oeschäflliches Tenn:»-Zl«t«braft.Perlin. Donnerstag. 7. Februar. 20 Uhr, Landsberger Allee I.w, rrrotitrrtr Borstandssiftung. Anftrr engerem Borsland enisente» alle Abteilunorn je»wei Vertreter. Pe,ir« Rartriag. Iohrrsversammiung Mittwack 0. stebroar. 19',i Uhr. im Stnlnrmilndtr tSesrllschattshans, Swinrmiinder Str. 42. Starlrl für Arbeitersport und»irperpslege,»e»irt Ritte. RortrOilftinm Donnerstag, 7. Isebruar. bei Brnnierski, stommandanienstr, 77. Cafs Bonal. Am Sonntag weilte eine Mannschaft der Berliner Schwimm- Union bei den Freien Schwimmern in Plauen. Vertreten waren außerdem Leipzig. Gera, Zwickau, Zeitz. Bei den Wasserballspielen am Vormittag spielten Plauen gegen Gera und gewannen nach etwas körperlichem Spiel 3: 1. Plauen und Union- Iugend trennten sich 3:1 für Plauen. Das Spiel der Leipziger Städtemannschafl gegen Union I endete 6: 6. Bei den am Nachmittag durchgeführten Weltkämpfen konnte der Sechzehner-Figuren- reigen der Frauen sehr gut gefallen. Schwimmertich konnte Plauen crus Grund ihres eigenen Bades am besten abschneiden. Doch konnte auch Union in den von ihr zenieldeten Wetitämpsen gut landen. Die Erössnungs-Jugend-Lagenstassette 4X30 wurde eine sichere Beute von Union in 2,27 Min. vor Planen. In der Schwellstassett« für j Männer wurde Union Dritter in 6: 10,6 Isinter Planen und Leipzig. Beim Männersreistil 100 Meter kam Konrad-Union(Dritter) in 1: 10.2-, hervorzuheben ist hier die Zeit des Sieger» mit I: 06. Das Iugeiid-Freistilschwl.nmen, 14— 16 Jahre, 100 Meter gewann Mühlcr Union in 1: 22,2. Bei den 16— Idjährigen wurde Schön- seld-Unian Dritter mit 1: 20. Im Männerspringen belegte Sühring. Union mit 44-Punkten den dritten Platz. Das Männerwasserball- spiel Plauen— Union gewann letztere überlegen mit 8.-3. 600 Zu- schauer waren anwesend; alles in allem ein« gutgelungene Bcran- ftaltung._ Reinigung in den Kulturorganisationen. Die Berliner Ortsgruppe des Arbetter-Esperanto- b u n d e» war seit 4 Iahren in ihrer Tätigkeit gehemmt durch die Wühlerei ihrer kommunistischen Mitglieder. Nichtkommunisten zogen sich immer mehr zurück, der Ortsgrupep gelang es nicht einmal, den Mitgliederbestand zu hallen. Im vergangenen Jahre wurde die kritische Lage offensichtlich durch die Kämpfe in der Sportbewegung, die zur AllfEsung des alten und der Bildung eines neuen Kartells führten. Die Kämpfe gingen nicht ganz spurlos on den Arbeiter- efperantjsten vorüber. Die Kommunisten verlangten weitere Mit- gliedschair im„allen" Kartell. Im Interesse der Einheit wurde Neutralität vorgeschlagen, die auch der(kommunistische) Bundes- vorstand empfahl: aber die Kommunisten stimmten in drei Versa mm- »ms« str dos alt« Kartell. Zur Frage des Geräteturnens. Die im„Abend" im Dezember porigen Jahres crössneie D i s- kussion über dos Geräteturnen hat lebhasten Wider- hall in der Tagespresse und den Arbeitersportzeitungen gesunden. Die Ursache zu dieser Diskussion war gegeben durch einen Bor- schlag des Bundesgenossen Seifert im„Vorturner", auch im Ge- räteturncn die L e i st u n g s p r ü s u n g(wie bei den anderen Eportorte») cin-zusiihren. Es wäre interessant gewesen, gerade diesen Vorschlag von Seifert eingehend zu erörtern, da er für die Gerätetumer wichtig ist. Die Meinungen sind aber offenbar sehr geteilt. Am klarsten äußert sich Ricdebergcr- Leipzig in folgen- der Form:„Die Leistungsprüfung an allen Geräten würde den Wettkampsgedonken stark in den Vordergrund bringen. Das wäre nicht im Sinne des Volkssports, obwohl wir entsprechend dem System der anderen Sparten dazu übergehen müßten, um ton- kurrenzsähig zu bleiben. Hier müssen wir entscheiden." Ferner fordert Riedeberger, daß nicht nur für die Turnsporte(einschtieß- lich Spiel und Leschlothletik), sondern auch für die Untersparte Turnen mehr als bisher gearbeitet und s e l b st ä n d i g c Funktio- näre für das Männer- und Iugendturnen(wie bei Frauen und Kinder») gewählt werden. In einem offiziellen Artikel setzt sich der Leiter der Bundes- schule in Leipzig, L e n e d i x, für das Geräteturnen ein, dos noch für long« Zeit ein wichtiger Bestandteil der Leibesübungen bleiben iverd«.„Wir freuen uns. daß die Geräte auch zu vielen anderen Uebungen benutzt werden, und nicht nur zum Kunstturnen. Uebun- gen am Gerät sind heute nicht nur bei den Turnern beliebt, so». dern auch bei Sportlern, Schwimmern und Spielern. Das Gerät bringt eben für joden etwas." Zur Frage der Leistungsprüsung äußert sich Benedi x nicht direkt, aber er schreibt: i.Wenn die Lieb- hober des Kunstgeräteturnens es für vötig Hollen, für ihren Sport ein„Verjüngungsmlltel" zu versuchen, so sollten sich die Fetu-- stehenden nicht einmischen, selbst dann nicht, wenn sie glauben, daß vieles Bemühen den ehemaligen Ruhm des Geräteturnens doch nicht wiederherstellen kann. Deshalb, Geräteturner. wehrt euch." Das Geräteturnen hat übrigens einige Vorteile, die nicht zu»ntrschätzen sind. Wenn Kinder irgendein Gerüst(am Neubau usw.) entdecken, so klcitcrn und schwingen sie mit dem größten Vergnügen. Ebensolche Freude macht es ihnen, am Reck, Barren und Ringen ihre Kunststücke zu versuchen. Dabei sind die Uebun- gen im Hang und Stutz sehr gesund und können in ihrer Wirkung auf die Muskulatur durch Spiele. Lausiibungen und Gymnastik nicht ersetzt werden. Für Ungeübt« bedeutet der einfach« Hang am Reck schon eine Anstrengung, besonders wenn noch etwas Kor- piilenz vorhanden ist. Do» Turnen erfordert auch Mut und große Scibstbchcrrschung, serner kollektive Disziplin, die sijr den einzelnen wie die Gesamtheit nicht nur nützlich, sondem sehr erforderlich ist. Der Rückgang des Geräteturnens ist wohl in der Hauptsache daraus zurückzuführen, daß seit Jahren das indivi- d n e l l e Prinzip, die Geltendmachung der Einzelperson, besonders beliebt ist. Das Geräteturnen lmt starke kollektivistische Tendenzen, die„unmodern" sind. Da aber die Made sich ständig ändert(wenn sie auch selten vollkommen zur alten Form zurück- kchrtl, so liegt eine Wendung durchaus im Bereich der Möglichkeit. Im bürgerlichen Sport hat die übertriebene Jndioldnalitöi bereits zu einer ernsten Krise geführt. Der Arbeitersport ist sicher mit seiner Tendenz des„Volkssports" aus den« richtigen Wege. Jeder Sportler und Turner soll sich nicht aus eine einzelne Uebungsort beschränken, sondern Ergänzungssport treibe». Di« Bundesschule in Leipzig arbeitet ganz systematisch nach diesem Programm. * In der Nachkriegszeit ist der Betrieb der Leibesübungen voll- kommen revolutioniert worden. Etwas Neues ist im Werden. Wird es Gymnastik, Tanz, Spick, Sport, Turnen sein? Vielleicht bleibt auch olles bestehen, nur verändert in der Form! Die Wüiychc und Kedürftnsie der Menschen sind sehr ncnch>«denort!g. Dieser Vielseitigkeit wir!» auch der Sport der Zukunft Rechnung tragen müssen.. Jedem das Seme! Sttilrni. Sie neue Vnndesschnle des ANSI. Oer Bau in Bernau. Wandert»Hm die Chmissee Berna«— Wandlitz entlang, so bemerkt man nach 4 Kilometern jmifchcn hochstämmigen Kiefern einen langgestreckten, dem Gelände vorzüglich angeätzten, licht- gelben Bciu, dessen einzelne Teile gestaffelt ansteigen und durch grotze, quadratische, dicht nebeneinander liegende Fensterösfnungen einen strengen Rhythnnis erhalten. Es ist der Neubau der Gemeinschaftsgefühl znnfchen Führer und Mitglied stärken. Mus allen Gegenden Deutschlatchs, aus allen Altersklassen(18 bis 43 Jahre) werden die Arbeiter zu dieser modernen Bildungestätte zusammenströmen. In lichtdurchfluteten Räumen, die einen weiten Ausblick auf See und Wald und Gartenanlagen haben, werden sie wohnen; 120 iu vier Wohntrakten, in jeder Etage 10, je 2 in den Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftshundes. Der Leiter des Bauhauses Dessau, Hannes Meyer, lieferte die Ent- würfe. Schon sind die Wohntrakts und der Schulflügel, der gleichzeitig die Sporthalle enthält, fertiggestellt. Die übrigen aisstoßenden Bauten, Verwaltungsgebäude und quadratische Aula sowie die Lehrerwvhmmgen werden, sobald frostsreies Wetter ein- tritt, mssgesiihrt. Auf dem 22 Morgen großen Gelände befindet sich in einer Senkung ein Neiner See, der teilweise zum Schwimm- bassin umgestaltet wird und den«ine 400 Meter lange Aschenbahn umschließt. Eine 100 Meter lange Bahn für Kurzstreckenlauf, ein Platz für Steinstoßen, Tennisplätze, ein« Spielwiese für Fußball und Schlagball, ein Luft- und Sonnenbad sorgen für die sport- liche Ertüchtigung der Zdursusteilnehmer, die auf die Dauer von vier Wochen hier im gewerkschaftlichen Sinn« ausgebildet werden. Die Kosten des S chu l a u f e n t h a l ts fragen die Verbände, die auch für den Arbeitsausfall auskommen, Hin- und Rückreise bestreiten und noch ein kleines Büchergelid beisteuern. Es sind Einführungskurse für folgende Gebiete vorgesehen: Volkswirtschaft, Sozialpolitik, Arbeitsrecht, Gewerkschaftswesen uiS> Geschichte. Dazu kommen Vorträge, die ssch aus den Besonderheiten der einzelnen Verbände ergeben, so z. B. für die Bergarbeiter über Knappschaftsoersicherung. Auch Sonderfragen, wie Gewerbehygiene, Uissalloersicherung werden behandelt. Hauptamtliche Lehrer unterrichten in den eingangs erwähnten Fächern, während für die übrigen Materien Mitglieder der Vorstände der Gewerk- schaften als Gastlehrer Herangegogen werden. Sie sollen ihr praktisches Wissen den Kollegen aus dem Betriebe mitteilen und das fünf Stuben Zeder Etage, von denen Zeder feinen Tssch, seln Bett. fein Spind, fein fliehendes Wasser haben' wird. Zu den Mahlzeiten in der großen, von Glaswänden durchbrochenen Speisehalle finden sich dieselben 10 Kameraden jeder Etage an großen Tischen ein. Die- selbe„Kameradschaft' versammelt stch.zum Unterricht in den Klaffen- räumen. In der 10 Meter hohen Aula, die nur verstellbares Oberlich erhält, ist Platz für 200 Personen. Als gewerkschaftlicher und kultureller Brennpunkt soll sie Kongressen und Feiern, Kunstabenden, Filmvorträgen dienen. In der neuen, sinnvollen Um- gebung wird der Arbeiter losgelöst von der Unrost des Fabrik- betriebes, sich seiner Persönlichheit bewußt werden, das Rüstzeug gewerkschaftlichen Wissens erlangen. Berliner Gewerkschastsjugend. Wie sie feiert und sich bildet. Zur ersten Zusammenkunft der Delegierten der Iugendgruppen des Gaues Brandenburg-Mecklenburg-Grenzmark veranstaltete der Zentralverband de.r Angestellten am Sonnabend abend im Plenarsitzungssaal des Vorläufigen Reichswirtfchastsrates eine Jugendkundgebung, zu der neben den Vertretern des Landes- arbeitsamtes und der Zlrbeitsämter auch der Vertreter des Provinzial- schnlkollegiums sowie andere Behörden geladen waren, die die Jugend zu betreuen haben. Die Kundgebung wurde«ingeleitet durch Bcethovensche Musik, ausgeführt vom Armin-Liebermonn-Trio. Fi»» ftolaff m ba goftsWfr* reftkrte wttwfreBb Me „vrohstadtjug«nd' von Max Barth«! und d«„Gesang an dl» Jungen' von Heinrich Lersch. Genosse Dr. Ernst Rilting do» leuchtete in einem exakt durchdachten Vortrag da» Verhältnis der Jugend zum Staat und wies den jungen Gewerkschasts- genossen und-genosfinnen den Weg, der zur Ausgestaltung des heutigen Staates zum wahren sozialen Staat führt. Der Von- tragende durfte für sein stark pointiertes Referat eine volkstümlichere Ausdrucksform wählen, da er doch immerhin an Jugendlich« feine Worte richtete, die politisch noch nicht so bewandert sind wie Er- wachsene. Genossin Wurm schilderte die seelische Unbefriedigtheit gerade der kaufmännischen Lehrlinge, die auch mit eine Folge der Ratio- nalisierung im Bureau ist und die die Forderung nach mehr Freizeit und genügendem Urlaub für die jungen Menschen mehr als berechtigt erscheinen läßt. Schließlich zeigte noch Genosse E s ch b a ch in einem kurzen Vortrag, wie notwendig es ist, daß sich auch schon die Jugend der Organisation anschließt, weil eben nur durch eine starke Gcwerkschast der beruflichen Not der Jugend gesteuert werden kann. Genosse G o t t f u r ch t schloß die eindrucksvolle Kund- gebung mit einem„Frei Heil' für die ZdA.-Iugend. * Im Bürgersaal des Rathauses fand sich am Sonntag abend die Berliner freie Gewertschaftsjugend zusammen, um sich mit den Werken der K ä t e K o l l w i tz näher vertraut zu machen. Dr. Klaus Berger schilderte ausführlich den künstlerischen Weg dieser bedeutenden Frau, die sich von jeher mit dem notleidenden Proletariat eins gefühlt hat. An einer stattlichen Zahl von Licht- bildern führte er den Jugendlichen vor Augen, wie es diese Künstlerin versteht, mit verhältnismäßig einfachen Mitteln Bilder zu schaffen, die jeden Deschauer in den Bann zwingen, eben deshalb, ipeil sie das Leben des Proletariats so naturgetreu widerspiegeln. Mit dieser Veranstaltung hat die Iugendzentral« des Berliner Ortsausschusses des LDGB. wieder einmal bewiesen, daß sie den jungen Arbeitern und Arbeiterinnen nicht nur das gewerkschaftliche ABC beibringet will, fondern auch bestrebt ist, sie kulturell zu heben. Berichtigung zum Bezirkstag. In den Bericht über das Referat Toni Sender auf dem Berliner Bezirksparteitag hat sich ein sinnentstellender Druckfehler eingeschlichen. Statt„Wir kommen den kapitalsstsschen Kreisen ent- gegen, die— weil es ihnen opportun erscheint— für eine friedliche Regelung der wirtschaftlichen Streitpunkte eintreten usw.' muß es heißen:„Hier kommen uns kapitalistisch« Kreise entgegen, die...* * In dem Bericht über die Funktionärversammlung vom 2. Februar muß es bei den Ausführungen Mathilde Wurms heißen, nicht, daß ein- völlige Beseitigung der Frauenfürsorg« zu befürworten,, sondern zu befürchten sei. Wörtlich-lauteten die Ausführungen: „In gewissen Kreisen bürgerlicher Frauen besteht die Tendenz. den Abbau des bestehenden Arbeiterinnenschutzes zu fordern, weil dieser— angeblich— die Konkurrenzfähigkeit der Frau gegenüber dem Manne beeinträchtige. Eine Auffassung, die wir bekämpfen müssen...' (Schluß des redaktionellen Teils.) ReNamct-ae i» Schxh-Lrf-l«ehrodt.«a, brtanrrt« Großtetatl Schub» L-tal D-hrndl, aRünjftt. 25, bringt Ott OjtoR-Sttlinct ScnBIItcimg ttnt gr°5- Aiugbi billiaor Angtbott in guter Ware sowabl»n Damtn. und Herren, als auch i» Kinderschuhen. Die Zinna, welche vor kurzer Zeit ihr« Brr�lussrSume wcaen der st-tia zunehmenden Nänfcrzahl wieder erweitern muhte, hat auch eine orthophbis6>e Abteilung eingerichtet, worin icdcr lostenlo» ohne Nau, zwang beraten wird. PROGRAMM für die Zeit vom 5. bis 7. Februar Kl N O-TA F E k PROGRAMM für die Zeit vom 5. bis 7. Februar OG Potsdamer Strafe 35 Das Grabmal einer Krochen Liebe (Ein indischer Großfilm) Die Schreckensfahrt des Gold exprech(ö Akte) Jugendliche haben Zutritt Rheinstratje 14 Jahrmarkt der Liebe (Tragödie in 8 Akten) Ein Bandit von Ehre mit Fred Thomson (An der Kais.-Eiche) Odeon, Potsdamer Sh-, 75 Das Galeerenschiff mit John Barrymore Monty, der Wüstling mit Monty Banks Turmstra�e 12 Sechzehn Töchter ad kein Papa mit Maly Delschafft Kerzen ohne Ziel mit Betty Byrd Alexandcrsfr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Der Faschingsprinz mit Harry Lledtke Weih in der Wüste(6 Akte) c Zentrum Filmpalast Börse Roscmhaler Str.«Ml W. ab 5, S. ab 130 Fat and Paladton, die bUndea Passagiere Mfidchensdiicksale mit Rudolf Klein. Rogge Nordwesten Welt-Kino Alt-Moabit 99 Ith kfisse Ihre Hand, Mada mit Harry Lledtke Jnwelenmarder SeNdneoerg Alhambra Be�wa�slJ Schcnebcrg, Hauptstr. 33 Die Ordndeeaiänzcrin mit Xenia Desni, Siegfried Axae Gnies Bcii Titania(ufa Schönebert) Hauptstraße 43 Weib in Flammen mit Olga Tdiechowa Hokns- Polau- Fldlbas Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U. Des groß. Erfolges weg verlängert- Wolga-Wolga iDas lleldenlU-d des Stenka Rasin) las gute Beiprogramm Faun-Lichtspiele Krumme Str. 37, an der THnitatfsklrche Ritter der Nacht mit Wilh. Dfcterle Frialcin, bitte Anschlag mit Colleen Moore Stogllts �- Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. S, Ecke Gntsmntbsstr. Uebfranenmlldt mit Hensy Porten AufderBQhne; Am Rhein Muslkallsdie Szene mit Cdilb RSxh, Josef Mfiller g�UeM-rjoide-WostJ Hi f i Wochentags 6.30, 9 Uhr 1" Stg. 5, 7, 9. 3 Uhr Jug.-V. Hindenburgdamm 58a Die Verschwörer mit Ronald Colin an, V. Banky Unmoral mit Ellen Richter Bühnen seh an D Füm-Paiast Kammersäle Teltower Str. I-4 Beginn 6 U. Der Kampf ums Maiterhorn Das gnfe Beiprogramm > S O d diT"-""g Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5, 6J0 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Kampf der Tertia RWalen in Alaska 3.-10.2, 11.15 U.- Naditvoniellnng Filmcck Be8inn W:ssf3 ZA Skalitzer Straße, am Görlitzcr Bahnhof Ein Mädel mit Temperament Der Held des Tages JngHkUicht bähen Zotdtt Luisen-Theater Reichenberger Straße 34 Das Weih in Flammen Hauptrolle: Olga Tscheche wa Gutes Beiprogramm Bühnenschau v Urania-Theater Wrangelstr. II, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Sonnt 3, 5, 7, 9 Uhr Sonne, Süden, Letdenseball Was eine sdtAne Frau begehrt Grobe Bübnenjchau Vorwärtslcser Vorzugspreise B Houk&im j Primus-Palast Hcrmannplatz Der Fasdüngspriax mit Harry Lledtke Auf der Bühne: Soga und HIrukawa Kompagnie, japanische Balanceure Sun Fong-Lin Kompagnie, großer chinesischer Gauklerakt Passage-Lichtspiele N'eukölln. Bergstraße 151—152-' Woch. 5,7 u. ca. 8.45, s Ig. 3. 5. 7 U. ca. 8.45 U. Der große Fairbanks-Film: Der Sieger Die Dame mii der Maske Bfthncnsch an Südpalast Knesebeckstr. 133, Bhl Hermannstraße .... and abends iu Maxim Der Schrecken von Colorado mit K, Meynard BObnenscfaao Tivoli-Lichtspiele Tempelhof. Berliner Str. 97 W. 6.30, ca. 8,45 U., S. 4.45, 6.45, ca. 8.45 U. Ritter der Nackt mit Wilb. Dleterle Rln-TIn-Tln unter Verbrechern BBhnenocfaan „Elysium" Prenzlauer Alice 58— Film und Bühne Sturm Ober Aden ! noch drei Tage: LOy WoiBensc« Schloßpark Film- Böhne Berliner Allee 205—210 Sturm Ober Asten Gefängnis mit Monty Bahn ensebau * Germania-Palast Frankfuiter Alice 314 Unfug der Liebe mit Maria Jacobini, Jack Treror Das gute Beiprogramm Ausgewählte Bühncuscbau Beginn der ersten Vorstellung Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Kassencröffnung I Stunde vorher Luna-Filmpalast Qr. Frankfurter Str. 121 2 Schlager: D«s gottlose MIdchen Monty, der Wüstling mit M. Banks 2 Kröche Variet�attraktioaem Concordia-Palast Andreasstraße 64 Diebe(10 000 Mark Belohns Ein Mensch der Masse Bahnenschan, >g) Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraße 70—73 Helratsfieher mit Mari« Pandler Der Garten Eden mit Cor. Grittih B&hncnschan Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Das Wunder des Jahres J929. Der singende nnd sprechende Film Harry Lledtke singt und spielt im Film: idc küsse Ihre Hand, Madame Die gute BtUmenscbau Viktoria-Lichtbild-Th- Frankfurtcr Allee 48 Woch. 5, 7 ca. u.8.45. Stg.3, 5,7u.ca.S.45U. ��PrtjrtrtclwfjWm�J Kino Busdi Alt-Friedrichsfclde 3 Die Sünderin mit H. Stcrler und Ferrari Hier Eddie Polo' HInde hodsl Bühnenschau W NleefrachöncwmR> Elysium(mS�Sarf) Hasseiwerderstraße 17 Mikoscb rückt ein Beiprogramm B ü h"n e:"Ausstattu n gs-Reme: Die Gondel der Ltcd .lebe Norden Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Sturm Ober Asien Bühne; Die berühmie Trojka-Truppe Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraß« Lemkes sei. Witwe mit Bühne: Or. Prunkrevue. Im Treibhaas der Liebe F o rtuna-Li