BERLIN Donnerstag 7. Februar 1929 Der Abend Erscheint taglio enfer Sonntag& Fugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Ervedition: Berlin SW 68, Lindenftr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts " " 10 Pf. Nr. 64 B 32 46. Jahrgang. #nzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezetle 00 f., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Boffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Douboff 292 bis 297 Regierung Müller bleibt. Einmütigkeit des Kabinetts.- Zustimmung - Zustimmung des Reichspräsidenten. Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner heutigen Sigung mit der durch den Rücktritt des Reichsverkehrsministers v. Guérard geschaffenen Lage. Das Kabinett war einmütig der Ansicht, daß die außenpolitische Lage, besonders die unmittelbar bevorstehenden Verhandlungen über die Reparationsfrage, der Reichsregierung die Fortführung der Geschäfte auf der Grundlage der Regierungserklärung vom 3. Juli vorigen Jahres zur unmittelbaren und unabweisbaren Pflicht machen. Mittags minus 13 Grad. Eine ganze Familie ermordet. wurde im Stall erstochen aufgefunden; außerdem war sie angebrannt, so daß die Vermutung besteht, daß der Täter die Absicht hatte, feine Tat durch Brandstiftung verdecken zu wollen. Die Mordfat muß bereits am Montag geschehen sein, da seit dieser Zeit von den Bewohnern niemand mehr gesehen wurde. Der Verdacht der Täterschaft richtet sich gegen den 17 Jahre alten flüchtigen Knecht Walter Miersch, der am Dienstag vormittag in Lippen in Richtung Uhyst gesehen wurde und seitdem verschwunden ist. Es steht noch nicht feft, ob es sich um Raubmord oder Luftmord handelt. Der strenge Frost hält mit außergewöhnlicher Hartnäckigkeit| Tochter erschlagen waren. Die Schwester des Gemeindevorstehers weiter an und hat zum Teil fogar noch eine Berschärfung erfahren. Der aus dem Often kommende neue kälteeinbruch hat die Temperaturen im ganzen Reich sehr wesentlich beeinflußt. Im allgemeinen herrscht überall ziemlich wolfenloser Himmel. Es find für die nächsten Tage noch keinerlei Anzeichen dafür vorhanden, daß Der Reichskanzler berichtete darauf dem Reichs sich der Witterungscharakter wesentlich ändern wird. Nach einer mit präsidenten. Der Reichspräsident ist der Aufteilung des amtlichen Wetterdienstes ist somit mit einer Forf. faffung des Reichskabinetts vollkommen beigetreten, er dauer der starten Frost periode zu rechnen. genehmigte das Rücktrittsgesuch des Reichsverkehrs. In der Innenstadt betrug die fieffte nach ffemperatur ministers von Guérard und beauftragte entsprechend dem Vorschlag des Reichskanzlers den Reichspostminister Dr. Schäzel mit der Führung der Geschäfte des Reichs verkehrsministers und den Reichsminister des Innern, Severing, mit der Führung der Geschäfte des Reichs. ministers für die besetzten Gebiete.. Die Stimme der Bolkspartei. Köln, 7. Februar. Die Kölnische Zeitung" bemerkt: Das Zentrum ist endgültig aus dem Kabinett ausgeschieden. Es hat nun Gelegen heit, zu beweisen, ob alle seine schönen Worte über die Notwendigkeit einer stabilen Regierung wirklich ernst gemeint oder nur Bormand zur Befriedigung von Personalwünschen waren. Denn das Kabinett hat nicht den geringsten An laß, sich nun etwa selbst aufzulösen. Es hat im Gegenteil die ernste Pflicht, 3 u sammenzubleiben und den Haushaltsplan vor dem Reichstag zu vertreten. Daß es in der Minderheit ist, wird sich noch früh genug erweisen. Wenn das Zentrum etwa jetzt zu unsachlicher Opposition übergehen und im Verein mit den Deutschnationalen dem Kabinett Schwierigkeiten bereiten sollte, dann bleibt kein anderer Weg übrig als die Reichstagsauflösung." Freiheit, die sie meinen.. Zentrumspreffe fündigt, sachliche Opposition" an. Das Zentrum freut sich der durch den Rücktritt Guèrards ge. wonnenen Freiheit". Man steckt die Hände in die Hosentaschen und geht pfeifend seiner Wege, während die anderen sich mit dem Reparationsproblem und den Finanzfragen herumschlagen. Freiheit überschreibt die„ Germania" ihre Auslassungen über die geniale Politit der neuen Zentrumsführung. Sie fäufelt in Oppo fitionstönchen: Wir lassen gar keinen Zweifel daran, daß das Zentrum diesen Schritt, wir wollen ihn den Schritt in die sachliche Opposition nennen, nicht leicht getan hat.... Es wird dem liberal- sozialistischen Block überlassen bleiben, zu beweisen, daß die Saat, die er sich gesät hat, zu brauchbarer Frucht aufgeht. Das Zentrum tritt nach zehnjähriger verantwortungsvoller Arbeit aus der Regierung aus. ,, Es geht neben dem Wagen der Regierung her." Hinter dem Wagen, liebe„ Germania", und mit der Freiheit" ist es nicht weit her, die Verantwortung nimmt dem Zentrum niemand ab! Die demokratische Bresse meist das Zentrum energisch auf die Berantwortungslosigkeit seines Tuns hin. Die„ Vossische Zei tung" berichtet, daß im Zentrum selbst Uneinigkeit über die Taftif der neuen Führung herrsche, das Berliner Tageblatt" schreibt: „ Welches ist das Ziel des Zentrums? Will es zusammen mit Hugenbergs Deutschnationalen und den Kommunisten die Regierung Hermann Müller stürzen? Will es, ohne die Regierung zu stürzen, die Gefeßgebungsmaschine zum Stillstand bringen, die Regierung drinnen und draußen so schwächen, daß sie die Autorität verliert? Dann bliebe nur die Auf. lösung, und es ist allerdings anzunehmen, daß ein solcher Bahlkampf nicht zu den angenehmsten Episoden der Zentrumsgeschichte gehören würde." Die Bresse des Herrn Hugenberg freut sich. Der Sofal- Anzeiger" mahnt die Volkspartei, sie möge nun auch ihre Minister zurüdziehen das Oppositionsfäuseln des Zentrums weht die Hugenberg- Leute wie ein Bürgerblocklüftchen an. minus 18 Grad und in den Außenbezirken minus 22 bis 24 Grad. Mittags 12 Uhr wurden minus 13 Grad gemessen. In Schlejien wurden heute früh durchschnittlich minus 25 Grad, in Polen minus 31 Grad festgestellt. Am kältesten ist es zurzeit in Rußland, wo Temperaturen herrschen, die zwischen minus 35 und 40 Grad schwanken. Landwirt mit Frau, Kind und Schwefter ermordet. Gestern abend gegen 8 Uhr wurde in Rahen bei Uhyst( kreis Hoyerswerda), auf der Besitzung des Landwirts und Gemeindevorstehers witsch as der etwa 46 Jahre alte Gemeindevorsteher, seine Ehefrau, seine 24 Jahre alte Tochter und die in den vierziger Jahren stehende Schwester des Gemeindevorstehens ermordet aufgefunden. Die Leiche des Gemeindevorstehers wies Schußwunden auf, die offenbar von einer Jagdflinte herstammen, während die Ehefrau des Gemeindevorstehers und seine Katholisches Kino in Berlin. Amerikas und Englands Floffen. Berichte 2. Seite Fünffacher Mord in Polen. Bei Starysow im südlichen Kongreßpolen hat der schon siebzehnmal vorbestrafte Bauer I a sinski in der Dorfstraße mit acht Hieben seine vor ihm flüchtenden Schwiegereltern niedergeftredt, so daß sie tot liegen blieben. Dann ging er in die Wohnung seines Schwagers und tötete ihn im Bett durch Arschläge. Nach dieser neuen Bluttat flüchtete er in seine eigene Hütte und durchftieß mit der Heugabel seine Frau und sein erst einige Monate altes kind. Dann zündete er die Hütte an und flüchtete. Die Verfolgung hat bisher noch kein Ergebnis gezeitigt. Ein schauerlicher Fund.. Löbau t. Sa., 7. Februar.( Eigenbericht.) Als ein Bahnwärter bei Stiebih die Signallaternen des Semaphors einholen wollte, fand er zwischen den Geleisen einen bis zur Unkenntlichkeit zermalmten menschlichen Körper. In fajt 100 Meter Entfernung fand man den völlig zertrümmerten Kopf. Der Körper war eine einzige unförmige Masse, die fest angefroren war. Nur an ein Paar Hosenträgern erkannte man, daß es sich um einen Mann handeln mußte. Man erkannte, daß Ob mehrere Züge über die Leiche hinweggegangen waren. Unfall oder Freitod vorliegt, steht nicht fest. Der warmherzige Gutsherr. 2 Da frieren die Leute draußen bei dem bißchen Kälte und ich hatte ihnen zur Abhärtung die unheizbare Armenwohnung angewiesen! Eine Milliarde Kreuzerkosten. Amerikas Kreuzerflotte wird so groß wie die englische. Washingtoa, 7. Februar. Tie vom Senat angenommene Kreu'zervorlage sieht ein Bauprogramm im Werte von 274 Millionen vor. Jeder der neu zu bauenden Kreuzer wird 17 Millionen Dollar kosten; hinzu kommen IS Millionen Dollar für daS Flugzeugmutterschiff. DaS neue Gesetz wird der amerikanischen Marine insgesamt SS moderne Kreuzer mit einer Gesamttonnage von 2SKSSS Tonnen geben. Feder der bewilligten Kreuzer wird eine Wasserverdrän- gung von 1S SSS Tonnen haben. Gs sind die gröftten Kriegsschiffe, die unter dem Washingtoner Flotten- abkommen erlaubt sind. Großbritannien verfügt, einschließlich der bereits bewilligten Schiffe, über KZ Kreuzer mit einer Gesamttonnage von 286 636 Tonnen, während Japan 33 Kreuzer mit einer Gesamttonnagc von 206 413 Tonnen haben wird. Verschiebung des britischen Kreuzerbaus. London, 7. Februar. Der politische Berichterstatter des„Daily Chrouicle" meldet: Ursprünglich waren in dem britischen Bau- Programm für 1S28— 1S2S drei neue Kreuzer vor- gesehen. Auf einen davon wurde im vorigen Jahre Ber- zieht geleistet. Jetzt soll auch der Bau der beiden anderen Kreuzer, mit dem in diesem Jahre begonnen werden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dieser Beschluß wurde gestern im Berlaufe von Kon- ferenze« zwischen Baldwin.(Thamberlain und Churchill auf der einen und Bridgeman und den Seelords auf der anderen Seite erzielt. Cr bedarf noch der Bestätigung durch das Kabinett, doch glaubt man nicht, daß er um- gestoßen werden wird. Seemannslos. Sie Rechte gegen Richter. »Enlgleiwng" des preußischen Vichtervereins. Seitdem ein Teil der Richterschcift bemüht ist, zu der heutigen Staatsform in ein ehrliches und anständiges Verhältnis zu gc- langen, seitdem ist es mit der Verhätschelung und Liebkosung unserer Richter durch die Rechtsparteien vorbei. Hörte man früher von rechts das Berufsrichtertum als„letzte rayende Säule" eines geord- neten Staatswesens preisen, so konnte vor einigen Monaten der Na- tionalsvzialist Kube dem preußischen Richtertum unter Beifall der Rechten„Verlumpung" vorwerfen. Deutschnationale Parla- mentsredner bezeichneten ihnen mißliebig« Gerichtshöfe als„ge- mischte Gesellschaft zur Niederknüppelung der Gegner", die Urteile gegen die Fememörder wurden von der Rechtspresse als„Schand- justiz" und„Bluturteile" beschimpft. Nun ist wieder etwas passiert, was die Rechtspresse in Zorn bringt: die Stellungnahme des Preußischen Richteroer- eins zur Außerversolgungsctzung des Oberst Düsterberg. d,e wir im Morgenblatt meldeten. Die„Deutsche Zeitung" bezeichnet diese Erklärung als„ganz unbegreiflich", nennt sie eine„Ent- gleisung", die eine den Prenzlauer Richtern zugefügte„schwere öffentliche Beleidigung" in Schutz! nehme. Der„Lokalanzeiger" spricht gleichfalls„tiefstes Bedauern" über den Preußischen Richter- verein aus und hofft„auf die unausbleibliche Kritik in den eigenen Reihen der Richterschoft". Was ist geschehen? Oberst Düsterberg hatte inmitten einer Flut von sonstigen Schimpfereien von der„aus Verrat und Meuterei geborenen Republik" geredet. Amts- und Landgericht hatten ein Einschreiten abgelehnt mit der fadenscheinigen Begründung, daß sich diese Beschimpfung nur auf die Entstehung der Republik be- ziehe!(Wonach es wohl künftig auch erlaubt sein wird, einen Gegner„Hundesohn" oder„Hurensohn" zu titulieren!) Sehr zurück- haltend hat der Richteroerein es lediglich abgelehnt, die beteiligten Richter gegen die öfsentliche Kritik zu verteidigen. Weiter nicht-. Wer darüber schon Entrüstung der Rechten, die ihr Schimpsprivileg in Gefahr sehen. Oer bayerische Tiielunfug. Selbst der Bürgerblockregierung war es zu dumm! � Die?zestst«llungsklage des Reichsmimsters des Innern beim Staatsgerichtshof, daß die bayerischen Titeloerleihungen der Reichs- Verfassung widersprechen, ist bereits vor etwa Wochen vom Reichskabinett beschlossen worden, wobei allerdings der Reich-postminister dagegen gestimmt hat. Auch schon die vorige Reichsregierung, der die Deutschnationalen angehörten, hat diese bayerischen Titel- Verleihungen als verfassungswidrig angesehen, wie von unterrichteter Stelle bekanntgegeben wird. Die Klageerhebung hat mit den jüngsten bayerisch-preußischen Auseinandersetzungen nichts zu tun. Sie kann auch für Bayern nicht überraschend sein, denn in den Besprechungen des Reichskanzlers mit dem bayerischen Mi- nisterpräsidenten Dr. Heldt am Jahreswechsel ist diese Klage schon angekündigt worden. Die Bayerische Volkspartei-Korrespondenz hatte den Bericht des �Amtlichen Preußischen Pressedienstes" über die Unterredung des bayerischen Gesandten in Berlin mit dem preußischen Ministerpräsi- denten als unrichtig bezeichnet und dementsprechend hatte die bayerische Volksseele in der dortigen Regierungspresse schon wieder zu kochen begonnen. Dazu erklärt der„Amtliche Preußische Presse- ddenst kurz und klar» daß er feinem Bericht nichts hinzuzu- fügen und nichts daran zu ändern habe. Alle Macht dem Staatspräsidenten. Verfassuagsreakiion de« pilsudttibiocke«. Warschau, 7. Februar.(Eigenbericht.) Der Reg ierungsb lock hat im Parlament ein Verfassungsprojekt eingebracht, dos aus die Person Pilfudskis und die gegenwärtige Re- gierung zugeschnitten ist. Das Projekt soll de m S t a ats p r äs i- denten große Rechte geben aus Kosten des Porlmnems. . Der Gesetzentwurf beginnt damit, daß die deinokratisch-par- iamentarischc Form beibehalten werde. Der Staatspräsident soll a u f sieben Jahre vom Volk gewählt werden, und zwar werden jeweilig zwei Kandidaten aufgestellt: der eine von dem zurück- treiendsn Staatspräsidenten, der andere vom Parlament. Das aktive Wohlrecht wird aus 24 Lahre heraufgesetzt. Der Staatspräsident 'oll nach dem Entwurf das Recht erholten, dos Parlament 'derzeit aufzulösen. Er hat die Ministerpräsidenten, das ■üne:t, die Richter und die Offiziere zu ernenn«,. Außerdem will n ihm u. a. das Recht g«i>sn, Krieg zu erklären. Ein Leser unseres Blattes, der aus einer Reise die Be- kanntschast jenes Kapitäns machte, dessen Schiff mit Mann und Maus auf so furchtbare weise im Meerbusen von Oporto unterging, sendet uns die folgenden Zeilen. Der deutsche Dampfer„Deister" lief am Sonntag, dem 2. Februar 1929, in die Mündung des Douro an der portu- giesischen Küste ein. Das Schiff geriet auf ein Riff. Es tonnte sich wieder losmachen, doch wurde es von den Wellen noch- mals auf einen Felsen geworfen. Das Schiff kam noch einmal mit eigener Kraft los, wurde jedoch nochmals bei Leixoes an die Küste geworfen und begann zu sinken. Am Ilser sammelten sich Tausende von Menschen. Die See ging hoch. Schleppdampfer und Rettungs- boote konnten an das Schiff nicht heran. Die meisten Leute der Be- satzung wurden von den Sturzwellen vom Deck gespült. Vier Mann hatten sich ins Takelwerk geflüchtet und ihnen suchte man Hilfe zu bringen. Mit dem Raketenapparat wurden Leinen hinübergeschossen. Aber die Schiffbrüchigen wurden von den über Deck brechenden Wellen gehindert, vom Mast herunterzukommen. Die Wellen setzten ihr Zerstörungswerk fort und rissen einen Mann nach dem anderen in die Tiefe. Bald sank das Schiff. Die Tragödie war zu Cfnde! Schwer legte sich der Inhalt dieser Zeitungsnotiz auf unser Gemüt. Doch noch furchtbarer ist's für denjenigen, dessen Gedgnken oft auf dieses Unglücksschiff, den„Deister", gerichtet waren. Mich hat diese Nachricht tief erschüttert, denn ich hatte den Kapitän als angenehmen Reisebegleiter kennen gelernt. Am 29. Dezember 1928 befand ich mich auf der Reise nach Antwerpen. In Köln traf ich im Augabteil einen großen, stattlichen, freundlich aussehenden Herrn, dessen Gepäck aus einem Reisekoffer und einem B o g�e l t ä f i g mit Kanarienvogel bestand. Da dies auf einer Reise ein ungewohntes Handgepäck ist, fiel mir dieser Herr sofort auf. Er saß still in der Ecke und war mit einem Kreuzworträtsel beschäftigt. Später kamen wir ins Gespräch und ich erfuhr, daß er Kapitän der„Deister" sei und noch einem sechswöchigen Urlaub von Hamburg nach Antwerpen, fünf Tage vor dem Weihnochtsfeste zurück- gerufen sei, um in See zu gehen. Ich merkte, wie schwer os ihm wurde, kurz vor dem Weihnachtssest von den Lieben daheim fort- zu müssen. Er sagte mir auch, daß es ihm bisher nur einmal oergönirt war. Weihnachten daheim zu feiern. Sofort merkte man dem braven Manne, der so oft auf Leben und Tod mit den rauhen Elementen kämpfen mußte, an. daß ein seiner zarter Kern in chm steckt. Denn mit welcher Liebe er sich des kleinen Kanarienvogels während der Reise annahm, war rührend. Sein Blick war ständig auf den kleinen Käsig gerichtet. Er war besorgt, daß Zugluft entstehen könnt«, wenn die Tür geöffnet wurde. Und plötzlich stellte er den Käfig auf den kleinen Fenstertisch, öffnete die Tür. und das Vögelchen kam zutraulich auf seinen Finger gehüpft. So hielt er. eine ganze Weile Zwiesprache mit seinem Talisman, wie er ihn nannte. Er erzählte mir. daß dieser kleine Freund sein ständiger Begleiter sei, er nimmt ihn auf jeder Seereise mit, fährt mit ihm nach. Bremen, von dort nach Hamburg zur Familie und dann wieder zurück noch Antwerpen, und von dort mit seinein lieben kleinen Freund in See und in den Tod! Nie werde ich diesen lieben Menschen vergessen, der jetzt mit der ganzen Besatzung seines Schiffes und dem kleinen Kanarienvogel auf dem Meeresgrund« ruist. Karl Kneilel, Berlin-Schöneiche. Strafanträge gegen Immertreu. Gefängnis gegen 5 Angeklagte. Eine bös« Überraschung wurde dem Verteidiger der„Immer- treu"-Leute. Rechtsainwolt Dr. Frey, am Schluß der gestrigen Sitzung zuteil. Als er seine Sachen aus dem kleinen Anwalts- zimmer, das sich hinter der Anklagebank des Schwurgerichtssaales befindet, herausholen wollte, war sein wertvoller Sealpelz ver- sch wunden. An Stelle dessen war ein schäbiger, abge- tragener Pelz mit einem abgenutzten unechten Kragen zurück- geblieben. Offenbar haben sich Ganoven, die begreiflicherweise großes Interesse an den Gang der Verhandlung hatten und die auch unter der Zuhörerschaft stark vertreten waren, die Gelegenheit zunutze gemacht. Zu Beginn der heutigen Sitzung, die Amtsgerichisrat Sporter kurz noch 10 Uhr eröffnet«, wurden noch die letzten vier Zeugen vernommen. Der Händler Hede, der zunächst auch in Hast genom- men worden war, jetzt ober außer Verfolgung gesetzt ist, bekundete, daß er in das Zunftlokal kam, um dort Aale„austrudeln" zu lassen. In seiner Begleitung war ein Kellner, der gestern schon ver- nommen wurde und der Mitglied des Vereins„Felsenfest" ist. Kaum hatte Hede sein Glas Bier in die Hand genommen,-1s eine Schlägerei im Gang« war, ohne daß er wußte, was vor sich ging. Er bekam von einem Zimmermann einen Hieb mit einem Beil vor die Stirn und wurde dann auch mit einem Stuhlbern bearbeitet, so daß er halb benommen hinaustaumelte. Er hat 14 Tage im Krankenhaus gelegen. Die Spuren der Wunden sind heule noch am Kopfe zu sehen. Sein« Mütze wurde von dem Beilhieb durchschlagen. „Ich hätte an der Hälft« Keil« genug gehabt." Eine weitere Zeugin beobachtet« in der Bresiauer Straß« um 11 Uhr, also bei der ersten Schlägerei, daß ein Mann von einer Anzahl von Zimmerleulen verfolgt und niedergeschlagen wurde. Aus einen Pfiff ver- schwanden die Zimmerleut«. Die Zeugin half dem Mann«, der nicht aufftehen konnte, auf die Bein«. Plötzlich nahten wieder Zimmer- leut« und es ertönte der Ruf:„Wo sind die Hunde, schlagt sie tot!" Die Zeugin versteckte den Mann hinter sich. Als dann Bierseidel aus dem Lokal flogen, sei sie weggelaufen und sie wisse nicht, wo der Mann geblieben sei. Die Zeugin erkennt den.Angeklagten Los als diesen wieder. Amtsgerichtsrat Sponer schloß darauf die Beweis- aufnahm« und erteilte dem Staatsanwalt das Wort zur Ber- tretung der Anklage. Das Plädoyer des Staatsanwalts. Bei Beginn meiner Ausführungen kann ich nicht unterlassen, die Schmierigkeiten der Stellung der Staatsanwalischaft zu unterstreichen. Sie war in der schweren Lay«, sich zu entscheiden, gegen wen sie vor- gehen mußte. Die Oeffentlichkeit hatte mit Empörung von den Vor- gängen am Schlefischen Bahnhof Kenntnis genommen und sie ver- langt mit vollem Recht vollkommene Austlärung. Die Staatsanwaltschaft mußte auf diese Stimme hören. Sie kann ihre Aufgabe nicht erfüllen, werni sie nicht getragen wurde von der öffentlichen Meinung. Wir haben hier im Saal« alles getan, um Ausklärung zu schaffen über das, was geschehen ist. Die Ereignisse am Schlefischen Bahnhof hatten ein Vorspiel am Abend vorher im Klosterkeller. Dort war der Zimmergeselle Schulnies, damals noch ein 17jähriger Mann, und hatte offenbar heftig dem Alkohol zugesprochen. Ich verkenne nicht, daß sein Verhalten nicht so war, wie es sein sollre. Er skan- datierte und randalierte. Er ist den Gästen, den Herren vom Berein „Norden" schwer auf die Nerven gefallen. Die aber haben in ihrer Art mit Tätlichkeiten geantwortet. Schulnies flüchrete. Es gelang ihm aber nicht, zu entkommen. Er wurde gepackt, festgehalten und geschlagen. Er hat in seiner Angst zum Messer gegriffen. Die Folgen waren nicht unerhebliche. Nicht nur der jetzt leider verstorbene Malchin ist ein Opfer der Vorfälle geworden, auch die Gegenseite hat ein Todesopfer zu be- klagen, und wenn wir den verstorbenen Sorge hinzurechnen, sind es sogar zwei Opfer, die in Anknüpfung an die Vorgänge im „Älosterkeller" zu beklagen sind. Dieses Lorspiel gab den Anlaß zu der S t r a f ex p e d i t i o n von„Immert reu". Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, daß es nur darauf ankam, die Person des Messerstechers festzustellen und den Schadenersatz zu erlangen. Der Zeuge Bach, der sich mit den Leuten vom Berein„Norden" auf den Weg machte, um Schulnies zu ermitteln, hat aus der Schule ge- plaudert, indem er von einer Interessengemeinschaft sprach. Die Herren von„Immertreu" wollten sich nicht nur darauf beschränken, die Persönlichkeit festzustellen, um Schadenersatz zu erlangen. Auch hier hat der„Älosterkeller"«Wirt Bach aus der Schule geplaudert. Er sprach von einer Wurteilung, also einem Standgericht. Die Herren von„Immertreu" taten in dem Zunftlokal zunächst sehr freundlich, um den Täter zu ermitteln Man hat ihn dann umringt und niedergeschlagen. Wer ihn geschlagen hat, steht nicht ohne weiteres fest. Draußen standen die Leute, die das weiter« Straf- gericht an ihm vollzogen. Nicht lange danach wurde er blutüber- strömt wieder hereingetragen. Aber die Znnmergesellen sind nicht die Männer, die sich ohne weiteres gefallen lassen, daß einer der ihren derart behandelt wird. Sie gingen in die Verteidigung über und so kam es zur ersten Schlägerei. Die Zimmerleute hatten die Oberhand und„Immertreu" mußte abziehen. Aber sie ließen es nicht an Drohungen fehlen.„Die erste Wucht bekamen wir, die zweite bekommt ihr, bald sind 199 Leute hier und dann sollt ihr mal sehen!" Mit diesen Redensarten zogen die„Jmmertreu"-Leule ab. Auch der verwundete Las schwor Rache. Den Augenblick, als die Maurer nicht ins Lokal tonnten, benutzten die„Immertreu"- Leute und stürzten sich aus den Rauhutschen Lokal auf sie. Ein Wüten begann dort, bei dem vier Maurerleute nach kurzer Zeit blutüberströmt am Boden lagen; einer starb bald nach seiner Ein- lieferung ms Kronkenhaus. Wo waren die Schuldigen zu suchen? Auf feiten der ,�mmertreu"-Anhänger oder auf seiten der Zunftleute? Es konnte kein Zweifel fein, daß die Angreifer am 29. Dezember, abends, die„Immertreu". Leute waren, lind daß die Zunftleute lediglich Verteidiger waren und sich zur Wehr setzen mußten vor dem Wüten und schwerer Angriffen der anderen. Wir haben jetzt 29 Gestalten der Zunftleute in der Verhandlung gesehen. Sie gehen in Berlin in ihrer kleidsamen Tracht: ihr Wesen mag kalt sein, aber es liegt an ihrem Beruf, auf den sie stolz und dessen„Kluft" sie mit Stolz tragen. Jeder wird hier den Eindruck gewonnen hoben, daß diese jungen Menschen, außer Schulnies, der einen etwas anderen Eindruck macht, vorzüglich ge- wirkt haben. Ich habe bedauert, daß sie hier in«in mörderisches Kreuzverhör genommen wurden. Einige haben nicht standgehalten, man darf keinen Stein aus sie werfen: ober andere haben es getan, und zwar so, daß keiner einen Zweifel an der Richtigkeit ihrer Be- kundungen haben kann. Run zu den„Immertreu"- Leuten. Die sind doch aus ganz anderem Holze geschnitzt. Es sind die Leute in„Schmocking", in Zylinderhut und Pelz. Der Kommissar Bern- dorff hat sie richtig eingruppiert. Die ,Lmmertreu"-Leute, die wir heute auf der Anklagebank haben, gehören nun mal einer anderen Schicht an. Das zeigen auch ihre Strafregffterauszügc. Und wenn hier der erst« und der zweite Vorsitzende von „Immertreu" ein Loblied aus die Ziele ihres Vereins gesungen haben, muß jeder von uns gelächelt haben. Das mag in ihren Satzungen stehen, dos eigentliche Wesen ihres Vereins werden sie uns hier nicht verraten. Der Berein wurde hier als einer zur Besse- rung entlassener Strafgefangener oder zur Abhaltung feierlicher Be- gräbnisse geschildert; das ist ja einfach lächerlich. Mit diesen Schilde- rungen können die Leute keinen Eindruck machen. Als einen idealen Berein, wie es Rechtsanwalt Alsberg tut, kann ich ihn wirklich nicht bezeichnen. Meiner Ansicht nach ver stößt er gegen die Zwecke des Strafgesetzes. Wenn ich die Wahl hätte zwischen„Immcrtreu" und der Zunft, dann würde ich mich wirklich den braven Handwerkern anschließen. Wenn man so berücksichtigt, was vorgefallen war und welche Parteien eine Rolle spielten, so mußte die Entscheidung gegen„Immertreu" fallen. Am Schluß seiner Ausführungen betantragte der Staats- anmalt: Gegen Leib wegen schweren Landsriedensbruchs und Raushandel» unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen 1 Zahr 6 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehroerlust, wegen einfachen Landsriedensbruchs gegen v i e l r z a k und Las je 6 Monate, gegen Franke S Monate, gegen Schulz 4 Monate Gefängnis und gegen den unbestraften höhne, dessen Zugend hier berücksichtigt werden muß. 4 Wochen Gefängnis. Nach diesen Ausführungen de- Staatsanwalts wurde eine Mit- tagspause bis?41 Uhr eingelegt. Kaiholifches Kino in Berlin. Ka'hoiifche Aktion auf der Filmleinewand. Die katholische Delegatur läßt zurzeit in der Nieder- wallstraße ein Kino für 3K9 Personen erbauen, um dort katholische„Kulturfilme" aufführen zu lassen. Die Bestrebungen katholischer Kreise, ein Kinotheater für Auf- klärungsfilme in ihrem Sinne zu schaffen, geht schon bis in die Bortricgszeit zurück. Damals wurde das spätere Ufa-Theater am Nollendorsplatz von einem italienischen Unternehmer errichtet, hinter dem der Vatikan storch. Bei Ausbruch des Krieges mußte dann das Theater verkauft werden und ging schließlich in den Besitz der Hugenbergschen Ufa über. Jetzt will die katholische Kirche ihr alles Projetzt zu Ende führen und ein Aufklärungskino in ihrer Art schaffen. Der Berliner hat also in Zukunft die Wahl zwischen Hugenbergscher oder päpstlicher Aufkläruirg durch deu Film. Berliner Konfektionselend. Die Zwischenmeister wehren sich. In dieser Industrie ist es gerade so wie beim alten preußischen Kommiß, wo der Kompagniechef nach einer schlechten Nacht seinen Unmut am Feldwebel und den Unteroffizieren ausließ, die wiederum wie ein Blizableiter den Zorn des ,, Alten" auf die Mannschaften weiterleiteten. Der Fabrikant bietet dem zwischenmeister für irgendeine Sorte Kleider oder Blusen einen Preis, der nicht etwa faltuliert, sondern einfach oberflächlich geschätzt ist. Der 3 wischenmeister weiß von vornherein, daß er mit diesem Preis nicht auskommen fann, wenn er feinen Näherinnen den tariflichen ohn zahlen will. Aber was soll er tun? Wenn er die Arbeit zu dem vom Fabrikanten diftierten Preis nicht annimmt, reißt sich ein anderer, nein, zehn andere zwischenmeister darum. Und dann tritt er nach Der neue Reichsgerichtspräsident. Jubiläum des Berliner Volfschors Festkonzert in der Philharmonie. Die Berliner Blusen und Kleiderfonfettion ist von jeher eine der Branchen der Konfektion, die ihre Arbeiter und Arbeiterinnen am schlechtesten bezahlt und in dieser Beziehung konfurrenzlos im ganzen Deutschen Reich darstehen dürfte. In feiner Es war ein ernſtes, beinahe strenges Fest, das der Berliner| dem wir uns ein wenig hüten wollen; die mufizierende Arbeiter Industrie Berlins ist aber auch die Heimarbeit und das Volkschor sich und seinen Freunden gestern abend in der schaft hat nicht nötig, die Erscheinungsformen, gar die Werbungs3wischenmeisterwesen so verbreitet wie gerade hier. Fabri Philharmonie gab, ein großes Feftfonzert zur Feier seines methoden des bürgerlichen Musiklebens zu topieren. Für den, der Pant, Zwischenmeister, Näherin, das ist ein Dreigestirn von ganz mun 25jährigen Bestehens. Ein Bierteljahrhundert Bolfschor pon ein Musikstück hört, ist es im Grunde gleichgültig, ob andere es eigenartiger Zusammensetzung, wie eine vom Zentralverband| dem mühseligen Weg, den es zurückzulegen galt, um dahin zu ge- schon vor ihm gehört haben. Aber mit Befriedigung dürfen wir der Lohngemerbetreibenden der Bekleidungsindustrie langen, wo wir heute stehen, erzählt die von der Gena- Guttmann- vermerken, daß die Bemühungen des Deutschen Arbeitersängernach dem" Deutschen Hof" einberufene öffentliche Brote ft Stiftung überreichte Festschrift. In dem umfangreichen Heft, dessen bundes, seine Mitglieder mit wahrhaft lohnenden Aufgaben und fundgebung wieder emmal zeigte. Bildbeilagen uns unter anderem auch die Führerköpfe des Vereins zugleich mit mustergültigem Aufführungsmaterial zu versorgen, zur zeigen Ernst 3ander, Paul Göhre, Leo Kestenberg, Alfred Gutt- Neuentdeckung von zwei großen, bedeutenden Chorwerfen geführt mann finden wir eine historische Darstellung des bisher Ge- haben, um die nun die zeitgenössische Musikwelt sich in der Tat leisteten, auf dessen Summe, eine wahrhaft imposante Summe bereichert sieht. künstlerischer und organisatorischer Arbeit, er heute mit Genugtuung und gesteigertem Zukunftsvertrauen zurückblicken darf. Der Berliner Volfschor hat, wie es ihm wohl zukommt, hervorragenden Anteil an der deutschen Bolfschorbewegung, deren fünstlerisches Ziel und deren jozial- fulturelle Aufgabe ist: die Meisterwerfe der Chormelt literatur, von Bach bis in unsere Tage, für die deutsche Arbeiterschaft zu erobern. Im zweifache Eroberung handelt es sich, Arbeiter döre und Arbeiter hörer sollen zum Oratorium, zur Kantate erzogen, für sie soll das große Kunstgut der Gegenwart und Ber gangenheit gewonnen werden. Es handelt sich dabei um Werke für gemischten Chor, um solche, deren Pflege im vorigen Jahrhundert allein den großen bürgerlichen Chorvereinigungen anvertraut war, und die darum heute noch manchem als Zeugnisse„ bürgerlicher" Mufitübung gelten. Aber das Bürgertum hat ja mur verwaltet, was zum größten Teil nicht von ihm hervorgebracht worden ist; sein privilegierter" Anspruch auf die Musikproduktion der vorbürgerlichen Epoche, des Bach- Händel- 3eitalters etwa, wird mit der unabweisbaren Logit aller geschichtlichen Entwicklung abgelöst durch den legitimeren Anspruch, mit dem heute die Arbeiterschaft, die breite Masse des Voltes, seine Gesamtheit, von den Werten einer überzeitlich, übergesellschaftlich gewordenen Kunst Besiz ergreifen darf. Zwei Werke jenes vorbürgerlichen Zeitalters standen auf dem gestrigen Programm:„ Die Tageszeiten" von Telemann und Froh sinn und Schwermut" von Händel, in neuer Bearbeitung von Ernst Zander. Für Berlin waren es zwei„ Erstaufführungen" das Wort hat heute oft einen Unterton von Sensation und Ereignis, vor Ministerialdirektor Dr. Erwin Bumke. wurde vom Reichsjustizminister für die Nachfolge des am 1. April zurücktretenden Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons in Vorschlag gebracht. Die Ernennung Dr. Bumkes, der 55 Jahre alt und seit 22 Jahren Referent bzw. Direktor im Reichsjustizministerium ist, dürfte der Reichs präsident demnächst vollziehen. unten weiter, bietet seinen Näherinnen einen Lohn, der oft meit unter dem Tariflohn liegt und findet auch genügend Arbeitsträfte, die für ein Spottgeld arbeiten. Warum läßt sich der Zwischenmeister vom Fabrikanten und die Wertstubennäherin oder Heimarbeiterin wiederum vom 3wischen meister auspressen wie eine Zitrone? Weil sie beide, sowohl der Zwischenmeister als auch die Näherin, von der Hand in den Mund leben und von der Gnade ihres Auftraggebers abhängig sind. Abgefehen von einigen Ausnahmen sind die Zwischenmeister einfach nicht in der Lage, ihren Näherinnen den toriflichen Lohn zu zahlen, menn fie felber noch etwas verdienen wollen. Der Referent zeigte ein elegantes Kleid, das zehn Stunden Arbeit erfordert und für das dem 3 wischen meister ganze fünf Mart gezahlt werden. Er führte eine ganze Anzahl Firmen namentlich auf, die Kleider zum Nähen geben, für die an den Zwischenmeister Preise gezahlt werden, die fe Arbeitsstunde 25 f. ausmachen. Was mag solch ein Zwischenmeister wohl seiner Näherin zahlen, die 60 bis 65 Pf. Tariflohn zu beanspruchen hat, wenn ihm selbst nur 25 Pf. pro Stunde garantiert sind und er auch noch etwas verdienen will. Benn man in der Berliner Kleider- und Blusenton. fettion solche schamlose Lohnpolitik treibt, ist es fein Kunststück, sich erfolgreich gegenüber der Konkurrenz im Reiche zu behaupten und einen Warenpalast nach dem anderen aus dem Boden zu stampfen. Die Zwichenmeister sind jedoch nicht ganz fchuldlos daran, daß sie allmählich so in die Ecke gedrängt wurden, daß thnen der Atem auszugehen droht. Biele von ihnen haben sich trotz aller Abhängigkeit von den Fabrikanten und ihrer selbstän digen" Scheineristenz immer noch als Unternehmer gefühlt, die zur Sicherung ihrer Eristenz nicht mit den gleichen Mitteln fämpfen dürften wie die Arbeiterschaft. Daß sie jetzt endlich ihre Klassenlage erkannt haben, ist nur zu begrüßen. Ein Zuiderfee- Film. Borführung im Herrenhaus. ,, Gott hat das Meer, der Friese das Land geschaffen." Die Holländer sind dabei, dieses stolze Wort wieder einmal zur Wahrheit werden zu lassen. Durch einen 30 Kilometer langen Damm schließen sie den Zuidersee, der erst im Jahre 1287 aus einem Binnensee zu einem Meeresarm geworden war, vom Meere ab und werden so in absehbarer Zeit 200 000 Settar fruchtbaren Bodens dem Meere abgewinnen. Die neue Provinz soll eine Korn- und Obsttammer Hollands werden. Diese Umwandlung hat freilich starte Beränderungen in der Berufstätigkeit und dem altgewohnten Leben der Anwohner im Gefolge. Aus Fischern müssen Landleute werden, und die alten Sitten und Gebräuche, die sich gerade in der armen Fischerbevölkerung auf den kleinen Inseln im Zuiderfee und in den fleinen Städten ringsherum erhalten haben, werden unter dem Einfluß des moderneren Lebens verschwinden. 14 Es war ein guter Gedanke des holländischen Volkstumforschers pan der Ven, diese Altertümer in einem Film festzuhalten. Auf Veranlassung der staatlichen Stelle für Naturdenkmäler ist der Film im Herrenhaus einem deutschen Publikum vorgeführt worden in der pädagogischen Absicht, für die Bewahrung der alten deutschen Boltssitten und Trachten deutschen Bollsfitten und Trachten wenigstens im Film- bei uns Propaganda zu machen. Dagegen ist nichts zu sagen, wenn nicht die Absicht dahinter steht, nicht mehr Haltbares fünstlich zu konservieren und als Theatermaskerade für die Fremden zu inszénieren. Der Kapitalismus löscht ja nun einmal alles Bunte und Farbige, alles Besondere aus, ohne zunächst Gleichwertiges an die Stellen zu setzen. In den zurüdgebliebenen Teilen Hollands, die der Film schildert die Insel Marken, die Heringsstadt Enkhuizen, haben sich mit den urVolendam, die Inseln Tegel und Urk wüchsigen Verhältnissen auch die alten Trachten und Boltsfeste bisher erhalten können. Sie sind malerisch und interessant genug. freilich diese Trachten, die oft aus dicen Stoffen und vielfach übereinandergelegten Schichten bestehen, immer sehr hygienisch. sind, ist eine andere Frage. Für das Auge sind sie jedenfalls viel erfreu licher als die monotone, moderne Kleidung. Die Heringsfischerei, die das ganze Leben dieser Menschen erfüllt, die Fischerei unter dem Eis, die seltenen, aber dafür um so ausgiebigeren Feste( vor allem der Nikolaustag und die Pfingstfeier), die winterlichen Bergnügungen auf dem Eis wurden uns im Bilde gezeigt und die dabei gebräuchlichen holländischen alten Weisen als Begleitmufit vorgeführt. Au dies Bunte und Fröhliche wird schon bald vergangen sein, und es D. ist gut, daß es wenigstens im Bilde lebendig bleibt. Bildhauerwettbewerb. Ob Auf Anregung des Algemeinen Deutschen Bildhauerbundes hat die Handwerkskammer zu Berlin unter dem 1. Dezember 1928 einen Wettbewerb für Bildhauerarbeiten unter den in Preußen ansässigen erstrebt dreierlei: a) Ideen für die Betätigung von Holz- und Steinbildhauern; b) Entwürfe für auszuführende Holz- und Steinbildhauerarbeiten, gezeichnet oder plastisch; Sie haben in dieser Kundgebung, die ein einziger Not- Künstlern und Kunsthandwerkern ausgeschrieben. Der Wettbewerb schrei war, beschlossen, gegen die Firmen die Liefer= Sperre zu verhängen, die es ablehnen, eine menschenwürdige Bezahlung einzuführen. Dieser Beschluß soll in 14 Tagen in Kraft treten, wenn die Berhandlungen über die Preisund Lohngestaltung mit dem Fabritantenver= band, die sofort eingeleitet werden sollen, zu feinem Ergebnis führen sollten. Wird dieser Beschluß streng durchgeführt, dann wird er feine Wirkung nicht verfehlen. c) ausgeführte Holz- und Steinbildhauerarbeiten oder Modelle dazu in Originalgröße. Für Preise und Anfäufe wurden von Behörden und Gewerbe insgesamt 8000 M. zur Verfügung gestellt. Bergarbeiterstreit in Ost- Oberschlesien. den Aufgaben ein Preis zu 800 M., ein Preis zu 400 M. und zwei Kattowitz, 6. Februar. Eine Konferenz aller in der Arbeitsgemeinschaft vereinigten Arbeitergewertschaften hat endgültig beschlossen, den Generalstreif im oftoberschlesischen Bergbau in jämtlichen Kohlen repieren am 11. Februar zu beginnen. Die endgültige Ent scheidung dürfte formell erst auf dem Betriebsrätegesez am Sonntag in Rattomiz fallen. Doch ist kaum noch mit einer wesentlichen Aenderung zu rechnen, vorausgesetzt, daß die Arbeitgeber nicht im Tegten Moment die Forderungen der Bergarbeiterschaft anerkennen Jollten. Die Betriebsräte murden beauftragt, für Sonntag nachmittag in sämtlichen Gruben Bersammlungen einzuberufen und die Streitparole betannizugeben. Ausgeworfen sind in dem Ausschreiben für jede der ersten bei Preise zu 150 M., für die dritte Aufgabe ein Preis zu 1000 M., drei Preise zu 500 m. und vier Preise zu 250 M. Für den Ankauf tönnen weitere 1500 m. verwendet werden. 5 7. und 8. März 1929., Einlieferungsort ist das Rathaus Ber Einlieferungstermine für die Wettbewerbsarbeiten sind der 6., iln Schöneberg, Rudolf Wilde Plaz. Bildhauerbund, Berlin GD. 36, Adalbertstraße 5. Jede weitere Auskunft erteilt der Allgemeine Deutsche Telephon Morikplatz 9373. Eine Jacob Burchard Gein mtausgabe, in 12 Bänden die auch unper öffentlichte Arbeiten umfaßt und sich auf den gesamten Nachlag stüßt, beginnt bei der Deutschen Verlags- Anstalt in Stuttgart zu erscheinen. Händels Kantate, wir zweifeln nicht daran, wird sich jetzt auch die bürgerlichen Konzertjäle erobern; wie bei jedem neuen" Wert des Meisters ist man beim ersten Hören verblüfft durch diese Ueberfülle echter, großer, edler Musik. Aber Telemanns ,, Tageszeiten", die Alfred Guttmann mit Recht als Borläufer der Jahreszeiten" von Haydn fennzeichnet, eignen sich in ihrem flaren Aufbau, der Einfachheit und Durchsichtigkeit des musikalischen Sazes, dem Reich tum an naiv- naturhaftem Gefühl, das in der funstlosen Melodit durchaus überzeugenden Ausdrud findet sie eignen sich wohl ganz besonders für die Aufführung in Boltskonzerten, und werden hier als Borstufe zu den Hauptwerken von Bach und Händel, deren Zeitgenosse, Altersgenosse fast aufs Jahr genau der Philipp Telemann gewesen ist, auch eine wichtige erzieherische Aufgabe zu erfüllen vermögen; erzieherisch wiederum im Hinblick auf Ausführende und Empfangende. Gestern abend stellte die Aufführung beider Berfe( pon zusammen fast dreistündiger Dauer) freilich an alle Beteiligten, an ihre physischen und geistigen Kräfte, ungewöhnliche Anfprüche; soviel Aufnahmewilligkeit bringt ein Publitum wohl nur an einem Festabend auf. Ein Festabend war es in der Tat, durchaus auch im Verlauf, den er unter Ernst 3anders Leitung nahm. Das Philharmonische Orchester, die mitwirkenden Gesangs foliften Bally Kirfamer, Baula Lindberg, Antonie Rohmann, Johannes Villy, Gertrud Markus am Flügel, Karl Lütge an der Orgel, alle gaben ihr Bestes; und der Berliner Bolfschor hat sich der Stunde und seiner Mission gleich würdig gezeigt. Klaus Pringsheim. Die Primadonna im Rauchkonzert. Die bekannte deutsche Sopranistin Elisabeth Schumann hat bei einem Konzert zu Burnley in England, in dem sie mitwirkte, ihre Darbietungen plötzlich unterbrochen. Sie jang nur die erste der drei Gruppen von Liedern, die auf dem Programm standen, und war dann nicht mehr zum Wiederauftreten zu bewegen. Ihr Begleiter berichtet, daß sie schon nach dem ersten Lied das Podium verlassen wollte und nur auf seine dringenden Bitten wenigstens die erste Gruppe sang. Was sie so sehr empörte, war der Umstand, daß während des Konzerts geraucht wurde. Die englische Bresse versichert zwar, daß bei den Konzerten im Balasttheater zu Burnley, bei denen schon viele hervorragende Kräfte mitgewirkt haben, immer geraucht wurde, aber man fann es einer deutschen Sängerin gewiß nicht verübeln, wenn sie sich derartigen Bräuchen, die ihre Stimme schädigen, und einer ernster. Musilaufführung nicht würdig sind, nicht fügen wollte. Das geleienfte Buch der Weif. Muß man nicht einen Autor beneiden, dessen Buch in elf Millionen Exemplaren gedruckt wird? Und was für ein interessantes Buch muß das sein! In der Tat handelt es sich um ein Buch, das von weiten Kreisen der ländlichen Bevölkerung Amerikas an langen Winterabenden ebenso eifrig und gern gelesen wird, wie bei uns die alten Bauerntalender; es ist der Warenkatalog eines großen Postversandhauses in Chikago. Es gibt faum einen Artikel, den dieses Haus nicht führt, und die morgens einlaufenden Aufträge werden noch am selben Tage erledigt und in langen Eisenbahnzügen weggeschickt. Der Ratalog beschreibt auf faft 1200 Seiten mehr als 35 000 verschiedene Waren. Zur Herstellung wurden 62 000 000 Bfund Bapier, 90 000 Zonnen Druckerschwärze und 1½ Millionen Pfund Druckfarben gebraucht. Die Bände würden, nebeneinandergestellt, 120 Meilen Länge ergeben. Im Drud murden alle möglichen Bervielfältigungsverfahren verwendet und viele Seiten auf buntem Papier gedruckt. Der Druck und die Berteilung geht von Chikago aus vor sich und dauert mehrere Monate. Nun hat die Firma allmählich auch ein Netz von Einzelverkaufsläden über die Bereinigten Staaten ausgebreitet. Sie baut in Houston ein achtstödiges Gebäude für eine Million Dollar und hat im Jahr 1928 340 bis 350 Millionen Dollar umgesetzt gegen 293 im Jahre vorher. Das Unternehmen war so begründet worden, daß der Besizer, ein fleiner Eisenbahnbeamter in einer Provinzstadt, eine Uhrensendung, die der Adressat nicht annehmen wollte, selbst übernahm und die Uhren rasch unter seinen Bekannten vertaufte. So fam es, daß der erste Katalog der Firma im Umfang von 24 Seiten hauptsächlich Uhren und Juwelen beschrieb. Eine Steuer auf Orden. Das italienische Finanzministerium fündigt eine Steuer auf Orden an, die von der italienischen RegieJahren verliehen worden sind. Ausgenommen ist lediglich der rung für besondere Verdienste kultureller Art in den letzten zehn " Arbeitsorden", der von den faschistischen Gewerkschaften verliehen wird. Berichtigung. Das Wert von Siegfried Ochs( vgl. die gestrige Abend" Nummer) heißt nicht Der deutsche Musikverein", sondern ,, Der deutsche Gesangverein". Staatliche Kunstbibliothek. Stadtbaurat a. D. Mar Berg, der Erbauer der Bieslauer Jahrhunderthalle, bält am 11., 20 br, im Horjaal Bring Albrecht- Str. 7a einen Lichtbilder vortrag über Die Berliner City", in dem er grundlegende Vorschläne für die Neuordnung des gesamten Berliner städtischen Bauwesens zur Sprache bringen wird. .Durch Nacht zum Licht", der neue Bergarbeiter film, der vom Inpro Film in Berlin Dahlem hergestellt wurde, ist von der Reichsgenser auch für Jugendliche freigegeben und vom Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht als„ Lehfilm" anerkannt, so bag er überall, auch in den Kinotheatern, gebührenfrei gezeigt werdan tann Das Theater am Schiffbauerdamm bat mit der Gruppe junger Schauspieler eine Bereinbarung getroffen, wonach alle weiteren Neueinstudierungen bieler( Bruppe im Theater am Schiffbauerdamm stattfinden. als erste Beranstaltung fommt im März Lampels„ Giftgas über Berlin" sur Uraufführung. Oberschlesien erhält eine Boltsffernwarte. In Ratib in Oberschlesien soll eine Bolisiternwarte errichtet werden, und zwar wind die Oberschleiche Crdwissenschaftliche Landeswarte zu diesem Swede ausgebaut. Die Ferreir der Sternwarte werden der Allgemeinheit für Himmelsbeobachtungen: Berfügung stehen. Die Eisenbahner Internationale. In der Internationalen Transportarbeiter Föderation. An einer Erffärung zur Frage ber automattfen Rap- gebung, welche Me Cfenbahner Ser Bereinigungsfrets pelung wird gebrängt auf balbige Einberufung der inter heit beraubt nationalen Kommission, deren Einsetzung durch die Internationale Arbeitskonferenz von 1928 beschlossen wurde. Eine Aufstieg der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Delegation, bestehend aus den Beiratsmitgliedern Nathans ( Internationaler Sekretär), Bratschi( Schweiz) und Jarrigion( Frankreich) wird beim Direktor des Internationalen Arbeitsamtes vorsprechen zur Erörterung dieser beiden und anderer schwebenden Fragen. In dem großen Rahmen der bedeutsamen Internatio: nalen Transportarbeiter Föderation sind auch die Gewerkschaften der Eisenbahner in den einzelnen Ländern international zusammengefaßt. Der Eisenbahnerbeirat der ITF. tagte fürzlich in Prag im Parlamentsgebäude. Der Tätigkeitsbericht der Eisenbahnersektion der ITF. murde nach einer Debatte über In Verfolg einer längeren Debatte über die Betriebs die Vertretung des Personals in den Regierungsdelegationen zuricherheit wurde das Sekretariat der ITF. beauftragt zu unterTagung des Internationalen Eisenbahntonrejjes 1930 11 Madrid angenommen. juchen, in welchem Maße mangelnde Sicherheit auf eine ver= fehrte Personalpolitik der Verwaltungen zurüd zuführen ist. Die Organisierung des intellektuellen Eisenbahnpersonals wird Gegenstand einer Untersuchung sein. Die Entschließung über die ein männige Führung von Lokomotiven und Motorwagen fordert die Beschleunigung der Untersuchung des Internationalen Arbeitsamtes und die Behandlung der Angelegenheit durch die Internationale Arbeitskonferenz von 1930. Die Konferenz be= auftragte ferner das Sekretariat, dem Internationalen Arbeitsamt die Grundlagen mitzuteilen, quf der die Untersuchung geführt werden müßte. = Zwei Anträge auf Unfallverhütung im Rangierbetrieb und bei der Bahnunterhaltung wurden zur weiteren Behandlung an das Sekretariat, und ein Antrag zum Dawes plan wurde an die Erekutive verwiesen. Zum Schluß nahm die Konferenz Stellung gegen die italienische GesetzDem Verbande ist es gelungen, im verflossenen Jahre seine Mitgliederzahl um 30 197 zu erhöhen, die damit vou 228 522 auf 258 719 gestiegen ist. Die Zahl der männlichen Mitz glieder hat um 25 135, die der weiblichen Mitglieder um 5062 zugenommen. Von den einzelnen Wirtschaftsbezirken des Verbandes steht Berlin mit einem Anteil von 6997 oder 22,5 Proz. der neugewonnenen Mitglieder an der Spizze. Der Zuwachs von mehr als 30 000 Mitgliedern in einem Jahre zeigt einmal, daß die Werbekraft der freien Gewerkschaften recht start ist, dann aber auch, daß in dem Verbande der Gemeinde- und Staatsarbeiter gute und erfolgreiche Arbeit geleistet wird. Die Gewerkschaften gehen ihren Weg und lassen die„ Opposition reden. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Gloče, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts BuchHierzu 1 Beilage. bruderei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Geschäftsanzeiger. Bezirk: Norden- Osten. G. BRUCKLACHER BERLINS/ ORANIENSTRASSE 43 DAS BEKANNTE SPEZIALHAUS Messer/ Werkzeuge/ Schleiferei für die gesamte Industrie Bauklempnerei Otto Knöfel Klempnermeister Gas- und Wasseranlagen [ G. F. 106 Neukölln, Reuterstr. 45/ Tel.: Neukölln 2547 Friedrichshagener E.G. 4 M.B.H. Baugenossenschaft Hoch- u. Tiefbau Fernruf: Friedrichshagen 524 und 1138 BERLIN- FRIEDRICHSHAGEN [ G. F. 116 KLUTSTR. 8 Wäsche nach Gewicht Damptwäscherei Merkur, Berlin O 112 Frankfurter Allee 307 Spezialität: Arbeiter- Berufskleidung Inh. Aug. Bachmann Julius Eh Fernspr.: Andreas 2820 B 50 Mitgl. d. SPD. Aufzüge Reparaturen [ B- 56 Neulieferungen Bln.- Wilmersdorf, Tübinger Str.2/ Tel.: Pfalzburg 1433 RUDOLF ANDERSCH Lichtpausanstalt u. Plandruckerei Eigene Zink- und Steindruckerei SO 16, Brückenstraße 10 b. Telephon: Jannowitz 4474/4475 Abholen und Zusenden durch Eilboten IG. F.100 Genossenschafts- Tischlerei ,, Ideal" Siscfilerei für Möbel, Bau u. Innenausbau E.G. m. b.H. [ 105 Neukölln( Hermannshof) Hermannstr. 48 Tel. F 2 Neukölln 2444 • Kaufhaus Blumenfeld Kastanienallee 94 Schönhauser Allee 91 Wäsche Wollwaren Kleiderstoffe Baumwollwaren Steter Eingang von Gelegenheits- Posten Merken Sie sicht bitte: eine Adresse für Ihre Wäsche, es ist die besonders bevorzugte Dampf- Wäscherei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig Wurstwaren Fleischwaren Hammerschmidt& Co. 017, Stralauer Allee 34 a Detail: O, Litauer Str. 7 [ R 54 Fleischwaren Wurstwaren Zigaretten! Alle Sorten und Packungen. Zigaretten: Zigarren. Zigarillos und Stumpen über 2000 Mille in etwa 275 Sorten. Tabake: Ueber 700 Sorten der bedeutendsten Fabriken, auch alle Kautabake liefert nur an Händler, Kantinen und Restaurateure allerbilligst. [ R. 51 Klosterstr. 65-67 u. Waisenstr. 28. Gustav Paulke, C2, Tel.E2 Kupfergraben 1749 WALFISCH Köpenicker Str., Edie Engelufer Siphons, Liter 60 Pf., frei Haus! Eigene Kühlanlage! Gute warme Küche Jeden Abend: Künzler- Konzert Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen[ R. 25 Biochemischer Verein >> Groß- Berlin< Geschäftsstelle: Berlin C2, Neue Promenade 2 Fernsprecher: D1 Norden 382 ( Mitglied des Biochemischen Bundes Deutschlands, Reichsbund der Vereine für Mineralstofflehre E. V., gemeinnütz. Verb. zur Hebung der Volkswohlfahrt) 17000 Mitglieder! Aufnahmegebühr M. 1.-, Monatsbeitrag M 0,70 einschl. Todesfall- Unterstützung 70 Beratungsstellen in Groß- Berlin Institut für Licht- und physikalische Behandlung, Höhensonne, Massage usw. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle. Gebr. Löffler Berlin O 17, Ostbahnhof Kartoffelgroßhandlung kaufen und verkaufen alle Sorten Speisekartoffeln waggonweise Köpenicker Ratskeller Heinlein& Richter Großer Mittags- und Abendtisch Schultheiß- Patzenhofer Pils. Urquell Münchener Spaten Sonnabends und Sonntags Künstlerkonzert FrommsAct Fromms Jet CAMEL( Dr tamum in allen einschlägigen Geschäften erhältlich Gebrüder Beisse Spezialhaus für Hüte u. Herrenartikel 1. Geschäft: Müllerstr. 155 Chausseestr. 66 2. 3. [ R. 35 Oberschöneweide, Wilhelminenhofstr. 27/28 PhotoArtikel Apparate Arbeiten Rathaus- Drogerie Gebr. Brühn [ G. F. 172 Schloßstr. 16 KOPENICK Schloßstr. 16 Pharussäle und Bierhallen N 65, Müllerstr. 142[ B.7] Hansa 645 Säle für Versammlungen und Vereine bis 1500 Personen fassend In den Bierhallen jeden Abend Unterhaltungsmusik 5 Verbandskegelbahnen vollständ.renoviert Geschäftsbücher Drucksacher Bureaumaterialien Oberwallstr. 14-16 Merkur 2907/08 ( G. F.99 Emil Braun Berlin 027, Andreasstr. 75 Drahtgeflecht Eiserne Schiebkarren Spaten Schaufeln Gartengeräte( G.F.102 Auf Teilzahlung!! Messingzuglampe für Gas u. Elek trisch mit 60 cm Seidenschirm. 10 Monatsraten à Mk. 3.90. Anzahlung Mk. 4.90. Rest in A. Dworack, Brunnenstraße 36 Möbel- Kamerling Kastanienallee 56 Ged. Speisez., eleg. Schlafz., vorn, getrepz., apart. Büchen, Bolster-, Flur-, Korb- und Rußbaummöbel, Riefenausw..Spottpr., Zahlungserleichter. HUZI GROSSDESTILLATION Prinzessinnenstrasse 17 Invaliden- Ecke Ackerstr. Gebrüder Groh Rollin Nacht. O. Richter A. Schrödter Gegründet 1882 55 eigene Verkaufsstellen in allen Stadtteilen Groß- Berlins [ R 46 10 eigene Dampfmolkereien Openz Kaffee Hermann Lorenz Invalidenstraße 161 7 Mostrich- u. Essig- Fabrik Gegründet 1889 Berlin N. 58, Eberswalder Straße 29 [ B.61 Fernsprecher: Humbold 6149 Lieferant von Kantinen und Großbetrieben vormals Offerdinger Fischkonserven- Fabrik Lieferant in säm lichen Fischmarinaden, Gurken, Kompotie. Spez.: Hausmacher- Bratheringe. Berlin N., Gerichtstr. 44 Telephon: Hansa 411[ R. 55 Stettiner Fleisch Ludwig Dorner Richard Löwi und [ G.F.66 Berlin- Bohnsdorf Wurstzentrale Zentralheizung Invalidenstraße 130 Stempelfabrik Werner& Schade Berlin N, Kastanienallee 43 Fernsprechanschluß Humboldt1011-1012 liefert [ B. 55 Sanitäre Anlagen Banklempnerei Amt Grünau 265 [ R. 3 Rudolf Gecke& Go. Tischlerei IR 12 Kautschuk- und Metallstempel prompt Bin.- Friedrichshagen. Seestraße 127 Telephon: Friedrichshagen 19 Stadtbad- Friseur Rimmele[ B 75 Spez: Dauerwellen- Haarfärben 20 Bedienung. f. Damen u. Herren Kaffee: Tee:: Kakao An der Schillingsbrücke 2 Eigene Rösterei seit 1879 ( B, 21 Deutsche Dampffischereigesellschaft Telephon: Alexander 8915 Neumann's Bierstuben- Pankow Mendelstr. 17. Tel.: Pankow 3107 Verkehrslokal der Partei und des Reichsbanners[ G.F.205 Willy Busse ,, Nordsee" Großdestillation Brunnenstraße 62 Reinickendorfer Str. 47 Humb. 9927/28 Moabit 8764 Täglich frische Seefische Räucherwaren, Fischkonserven Lebende Aale und Flußfische Beste Ware Billigste Preise Schokoladen- Grosshandlung Peter Feldbusch Berlin- Neukölln, Hermannstr. 14 Telephon: Neukölln 1560 Lieferant für Wiederverkäufer jeder Art Billiger Einkauf für Verbände und Vereine Vorzeiger dieses Inserats erhalten 5% ,, ALTE TURMQUELLE" Weinhandlung- Likörfabrik Turmstr.62 Stoffe/ Seiden Aussteuerartikel Reinickendorfer Str. 33. Butter A. Daweritz Butter Oderberger Str. 53, Eckhaus der Kastanienallee; Schivelbeiner Straße 17, Ecke der Driesener Straße; Bornholmer Str. 80, B.19] an der Driesener Straße. Otto Thomas Buchbinderei G42, Alexandrinenstraße 95-96 Tel.: Dönhoff 9082 Einbände/ Maffenauflagen Sport- Restaurant 92 Oskar Schulz G.F Köpenick, Bahnhofstr. 34 Verkehrslokal des Reichsbanners Telephon: Moabit 8274 Zur Sturmecke RESTAURANT ,, MUNZHOF" Münzstr. Ecke Dragonerstr. Warme Küche Gut gepflegte Biere Ab 1 Uhr mittags Konzert Märkischer Fleischkonsum G. F. 6 Hermann Pohle Strausberger Str. 34 Pallisadenstr. 29 Humor! Krüger, Hussitenstr.34 ( Ecke Scheringstr.) Verkehrslokal der Partei, Reichsbanner und Gewerkschaften [ G. F 169 Kolonialwaren und Butter am billigsten bei Max Schatz Kösliner Str. 10 Müllerstr. 28 Utrechter Str. 25/ Müllerstr. 165 Beilage Donnerstag, 7. Februar 1929 Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Gesunde Schulen, gesunde Kinder! Schulschäden und Schulhygiene Mehrzahl der Kinder nach einiger Zeit systematisch durchgeführter| befohlenen vom hygienischen Standpunkt aus prüfen und die Elter. orthopädischer Behandlung wieder zu völlig geraden Gliedmaßen zur Befolgung der schulärztlichen Weisungen anhalten können. verhilft. Es ist nicht mehr als recht und billig, wenn die Schule heute| bemußt für die förperliche Gesundung der Schuljugend sorgt. Ist sie es doch selbst, durch die eine ganze Reihe von Schulschäden erst erzeugt wird! Das bedeutet feinen Bormurs; es ist, die unvermeidliche Kehrseite des Nuzens, den sie stiftet. Was mir aber versichtigkeit, die langen, ist die Herabminderung dieser Schulschäden auf das unumgängliche Minimum. Die Schulschäden fangen für nervöse und empfindliche Kinder mit dem Tage der Einschulung on; beginnt doch mit diesem Tage ein ganz neues Leben für das Kind, das sich plöglich als Teil einer großen Gemeinschaft vor die Notwendigkeit gestellt sieht, sich unter zuordnen, sich mit einer Menge anderer Kinder zu vertragen, gleich viel, ob diese ihm sympathisch sind oder nicht. Für ängstliche, schwierige, seelisch oder förperlich zurückgebliebene Kinder beginnt bereits hier die Schultragödie. Berständnisvolle Lehrer werden solchen Rindern mit besonderer Nachficht begegnen, verständnisvolle Eltern die Lehrer von vornherein über die Eigentümlichkeit oder Gigenart ihrer Kinder unterrichten. Auch die Schulstrafen gehören in die dunkelsten Stapitel mancher Schülergeschichte. Auch hier sind es wieder die empfind jamen Kinder, vornehmlich aber diejenigen mit zu strengen Eltern, die in ewiger Angst vor Strafe ein Martyrium erdulden. Auf die Eigenart und den Charakter des Kindes ist daher bei den aufs Unvermeidlichste zu beschränkenden Strafen weitgehend Rücksicht zu nehmen. Die Strafe darf für den Schüler weder entehrend sein, noch darf sie ihm in irgend fühlbarer Weise die dringend nötige Freizeit verkürzen. Ein sehr verbreiteter seelischer Schulschaden ist das Stottern. Früher glaubte man, daß rein örtliche Störungen die Ursache des Sprachfehlers darstellen; heute neigt dagegen ein großer Teil der Forscher zu der Ansicht, daß das Stottern stets in Berbindung mit feelischen Störungen, wie innerer Unsicherheit, Schüchternheit, Minderwertigteitsgefühlen auftritt, und daß es psychisch beein flußbar ist. Die Schule trägt on der Firierung des Uebels oftmals die Hauptschuld. Von Anbeginn sieht sie ihre Aufgabe darin, das Kind zu scharfem, präzisem Aussprechen anzuleiten. So lenft sie die Aufmerksamkeit auf den mechanischen Sprechpatt hin, während Heilung mur möglich ist, wenn die Aufmerksamkeit von dem Uebel gerade völlig abgelenkt wird. Aufgabe des Lehrers ist es demnach, Das Stottern zu ignorieren, die Schüchternheit und Aengstlichkeit durch Güte zu besiegen und vor allem die Klasse anzuhalten. dem Gefährten sein ohnehin schweres Dasein durch Nachäffen, Gelächter und rohen Spott nicht noch mehr zu erschweren. Zu den seelischen Schulschäden müffen wir fernerhin auch hie dauernde Angst und die Niedergeschlagenheit rechnen, unter denen das minderbegabte, zurüdge bliebene, das minderwertige" Kind leidet. Im Interesse des Kindes wie der Klassengesamtheit ist in solchen Fällen für baldmöglichste Ueberführung derartiger Kinder in Hilfsklassen oder Hilfs schulen zu sorgen, wo sie, als Gleiche unter Gleichen, keiner Zurüd fegung mehr begegnen und unter Leitung besonders ausgebildeter Pädagogen doch noch dahin gebracht werden können, späterhin ihren Plaz im Leben auszufüllen. Zu den typischen Schulschäden rechnen wir ferner die Kurzzwar vielfach ererbt durch den Schulbetrieb ohne Zweifel begünstigt wird. Zu ihrer Verhütung gelten an preußischen Schulen eine ganze Reihe von Bestimmungen: rich tiger Wechsel zwischen Ruhe und Arbeit; häufige Uebung im Fern sehen, die furzsichtigen Schüler erhalten ihren Plaz nach Anweisung des Arztes; das Licht muß beim Lesen und Zeichnen lints einfallen; Schulunterricht bei fünstlichem Licht ist tunlichst zu vermeiden und anderes mehr, die bei strenger Durchführung sicher dazu dienen werden, das lästige und in seinen späteren Auswirkungen manchmal gefährliche Leiden einzudämmen. Das Tuberkuloseproblem. Der Schularzt. Vorsorgen ist besser als heilen! sind heute, menigstens an vielen großstädtischen Volksschulen, beDie schulhygienischen Maßnahmen für das er trantte Kind reits einwandfrei. Doch auch für das gesunde Kind wird nach dem Grundsatz: Vorsorgen ist besser als heilen! aufs beste gesorgt. Brausevorrichtungen in der Schule, Bewegungspausen, Turnstunden, Spielnachmittage, gemeinschaftliche sportliche Beranstaltungen forgen Wanderjahrten, Berschickung in Ferienheime, leberweisung an die für die Gesunderhaltung der Schuljugend. Die Beranstaltung von Ferienkolonien, die Errichtung von Waldschulen, Sommerkursen hat man als die besten Vorbeugungsmittel erkannt. Berlin bleibt in dieser Hinsicht hinter anderen Großstädten richt zurüd. Auf den früheren Militärübungsplägen in 3ossen hat Berlin ein weites Terrain erworben, das den Berliner Boltsfchulen zu Sommerfurfen zur Verfügung steht. Während der Sommermonate ziehen ganze Schulklassen jeweils vier Wochen mit ihren Lehrern dort hinaus, und wenn auch der Unterricht da es sich nicht zu furz ja nicht um Ferien, sondern um Schulzeit handelt fommt, so bleibt doch noch genug Zeit zum Schwimmen, Fußballfpielen und sonstiger sportlicher Betätigung. Häusliche Schulkinderpflege. Bon ungleich größerer Bedeutung ist das Zubertulofe problem. Diese Boltsseuche, meit entfernt eine typische Schulfrankheit zu sein, wird nichtsdestoweniger durch die Schule begünstigt, die durch die gehäufte Möglichkeit der Bazillenübertragung, durch die Schädlichkeit der schlechten Schullust, den Lern- und Sitzzwang nicht wenig zur Verbreitung dieses Leidens beiträgt. Schüler und Lehrer mit offener Lungentuberkulose sollen zwar vom Schulunterricht ausgeschlossen werden, da aber die Krankheit oft lange Beit nicht beachtet wird, erfolgt der Ausschluß meist viel zu spät. Einwandfreie Sauberkeit, weitgehende Aufklärung und Absonderung Alle schulhygienischen Maßnahmen bleiben Stüdwert, wenn sie der bereits Erkrankten ist so ziemlich alles, was die Schulhygiene nicht durch eine vernünftige häusliche Schulkinderpflege unterstützt zurzeit auf diesem Gebiet zu leisten vermag. merden. In erster Linie muß allen Anordnungen der Schulärzte Durchgreifend wird aber nur eine Bekämpfung an der Wurzel nach Möglichkeit entsprochen werben. Es müßt nicht, wenn das des Uebels sein: die Besserung ungefunder Wohn- Kind sich zwar in zahnärztlicher Behandlung befindet, zu Hause perhältnisse, gesunde und ausreichende Nahrung aber nicht dazu angehalten wird, seine Zähne regelmäßig zu putzen. und die Schaffung von Erholungsstätten. Die Tuberkulose hat in Nicht mir in der Schule, sondern auch zu Hause braucht das Kind Deutschland( so sagt der Münchener Professor Dr. J. Trumpp bei seinen Arbeiten von links einfallendes Licht. Das furzsichtige in seinem kürzlich erschienenen Buch über„ Schulkinderpflege") unter Mädchen soll nicht dazu angehalten werden, anstrengende Handder fortschreitenden Not der Nachkriegszeit erschreckend zugenommen. arbeiten, wie Weißnähen aber Stidereien zu verfertigen. Heilig er sein Volf lieb hat, der helfe mit, durch Minderung des fo- sollte den Eltern der Schlaf ihrer Kinder sein. Häufiges Mitzialen Elends die furchtbare Seuche zu bekämpfen!" nehmen von Schultindern zu abendlichen Vergnügungen speziell in raucherfüllte Lokale, in denen ihnen oft genug auch noch Alkohol angeboten wird, sowie Stören der nächtlichen Ruhe ist schwerste Verfündigung an der findlichen Gesundheit. kinderpflege, der immer noch viel zu wenig beachtet wird, ist eine richtige und vernunftgemäße Ernährung. Noch immer gibt es Mütter, die glauben, ihrem Kinde etwas Gutes anzutun, wenn sie es mit möglichst viel Milch, Fleisch und Eiern ernähren. Eine solche Eiweißmast" ist aber nicht nur annüz, sie ist, sogar im höchsten Grade schädlich. Die Physiologie hat uns gelehrt, daß nicht Eiweißstoffe, fondern die früher so verachteten Kohlehydrate, die den Hauptbestandteil der Mehlfrüchte bilden, unsere wichtigsten Energiespender darstellen. Mit der Verwendung des Zuckers fann man bei der Kindernahrung gar nicht sparsam genug umgehen, ebenso wie mit der Verwendung von Kochfalz und Gewürzen. Buder ruiniert die Zähne und schadhafte Zähne sind der beliebteste Tummelplag für Batterien aller Art. Die Mütter, die gedankenlos zum Salz und Pfefferfaß greifen, sollten nicht vergessen, daß jedes starte Gewürz die Magenschleimhaut reizt und starten Durst erzeugt, der zu schädlichem Vieltrinken verführt, vor allem aber, daß die Nieren durch starke Gewürze gereizt und belastet werden. Vitamin heißt dagegen das große Elixier, dessen Fehlen in der Nahrung schwere Schäden und Krankheiten hervorruft, wie Bindehautentzündung, Storbut und englische Krankheit, dessen reichliches Vorhandensein hingegen den Körper gefund erhält. Frisches Obst, frisches Gemüse und Salate sind besonders vitaminreich und follten daher einen Hauptteil der Kindernahrung ausmachen. Dr. Lily Herzberg. Die größte schulhygienische Tat der modernen Schule ist ohne Zweifel die Anstellung von Schulärzten. Der Schularzt wacht über den richtigen Betrieb der hygienischen Einrichtungen des Schulgebäudes und über den Gesundheitszustand der Schuffinder. 3n feine Hand ist das törperliche und damit auch vielfach das feelische Wohl und Wehe des Schultindes während seiner ganzen Schulzeit gelegt. Beim Eintritt in die Schule wird für jedes Kind ein Gesundheitsbogen angelegt, in den eingetragen wird, ab ein Kind zu leicht oder zu schwer befunden wurde, ob es das nötige Maß hat, ob es irgendwelche Abweichungen von der Norm zeigt: Gehstörungen, Gehörstörungen oder Wachstumsstörungen. Der Schularzt sorgt für leberweisung der zurückgebliebenen Kinder in die Hilfsschule, er untersucht alle anftedungsverdächtigen Fälle und hat den Lehrern und Schulleitern bei Feststellung ansteckender Krant: heiten alle notwendigen Maßnahmen anzugeben, wie Desinfektion, Allgemeiner als die seelischen, sind die körperlichen Schul- laffenschluß oder Schulschluß. Zu diesen vielfältigen Pflichten tritt schäden. noch die wichtige Aufklärungsarbeit. Körperliche Schulschäden. BeIn erster Reihe sind hier natürlich die infettiösen Erfranfungen, vor allem die sogenannten„ Kinderfrankheiten" mie Röteln, Windpoden, Masern, Scharlach, Diphtherie und Keuchhuſten zu nennen, deren Erreger naturgemäß durch die Schule am leichtesten verbreitet werden tönnen. Die Ansteckung erfolgt durch Berührung ( Rontattinjektion), Tröpfcheninfettion ader Luftinfektion. Die Kontaktinfektion tommt micht nur durch rührung von Kranten, sondern zuweilen auch durch die Berührung infizierter Gebrauchsgegenstände oder durch den Genuß infizierter Lebensmittel zustande. Die Tröpfcheninfeftion entsteht durch llebertragung feimhaltiger Flüssigkeitsteilchen aus Mund und Nase der Kranten beim Sprechen, Husten, Räufpern und Niesen. Die Luftinfettion ist durch Krantheitsteime möglich, die so leicht sind, daß fie längere Zeit in der Luft schmeben tönnen; es genügt oft schon, Das Krankenzimmer zu betreten, um eine Ansteckung herbeizuführen; Wind und Zugluft vor allem ermöglichen die Luftinfektion auf weite Streden. Der Ansteckungsmöglichkeiten sind so viele, daß es feinen abNeben die ärztliche Betreuung tritt eine ausreichende 3 ahn ärztliche Versorgung der Schuljugend. Sie foment ganz besonders dem proletarischen Kind zugute, das in dieser Beziehung früher häufig vernachlässigt, durch die ästhetischen und gesundheitlichen Mängel eines guten Gebisses im späteren Lebenstamps häufig genug ins Hintertreffen gedrängt worden ist. Wirksam unterstützt werden die Schulärzte auch durch die Schulschwestern, im Fürsorgewesen gründlich ausgeblidete Frauen, die gegebenenfalls die häuslichen Verhältnisse ihrer Pflege| Der bei weitem wichtigste Faktor aber in der häuslichen SchulDeutsche Kinder in Frankreich folut ficheren Schuß dagegen gibt, zumal die Zeit von der Ansteckung Ein Jahr deutsch- französischer Schüleraustausch bis zum Auftreten der Krankheitserscheinungen mindestens einen, zumeist aber mehrere Tage dauert. Dazu kommt, daß einige Winderkrankheiten, wie die Masern, im Frühjahr und Herbst epidemisch auftreten. Frische Luft in den Klassenzimmern, das Berbot aber beffer die aufklärende Warmung der Kinder, sich auf den Mund füssen zu lassen, von dem Apfel oder der Semme! der Gefährten abzubeißen und ähnliches, wird hier gute Dienste leisten. Ertranfte oder unpäßliche Rinder sind zu Hause zu halten. Haltungsschäden und Kurzsichtigkeit. Zu den bekanntesten und leider auch verbreitetsten Schulschäden Zu den bekanntesten und leider auch verbreitetsten Schulschäden gehören die Haltungsschäden( Rundrüden, Hohlkreuz, Schulterverlagerung und Schiefrüden), zu denen fast die Hälfte unserer Schulkinder neigen und die durch den Sizzwang schnell verschlimmert werden. Das lange Sizen strengt die Kinder start on und veranlaßt fie Stellungen einzunehmen, die eine Entlastung der ermüdeten Rüdenstredmusfeln ermöglichen. Der sogenannte Schiefrücken der Kinder, eine seitliche Berbiegung der Wirbelsäule entsteht häufig durch falsche Körperhaltung der Kinder beim Lesen und Schreiben. Eine richtige, gerade und aufrechte Schreibfißhaltung ist also dringend erforderlich. Das Licht muß unter allen Umständen von links einfallen, sonst werden die Kinder Durch den aufs Papier fallenden Schatten der schreibenden Hand zu schlechter Körperhaltung geradezu gezwungen. Eine schädliche Birtung muß es haben, wenn die Kinder auf ein und derselben Seite Lasten tragen; bei schwächlichen Kindern genügen schon die unter den Arm gepreßten Schulbücher aber die seitlich getragene Schuimappe, Berfrümmungen herbeizuführen, Bo nichts anderes mehe with, ba muß die Orthopädie helfen, die der überwiegenden Die Abteilung Schüleraustausch der Deutschen Liga für Menschenredyte hat den Jahresbericht für 1928 erscheinen laffert. Der Austausch fand so gut wie ausschließlich zwischen deutschen und franzöfifchen Schülern statt. In Belgien und England gelang es nicht, ein Gegenkomitee zu gründen, so daß in Belgien nur in zwei Fällen ein Tausch zustande fam, während aus England feine einzige Meldung einlief. Auch bei dem Austausch zwischen Frankreich und Deutschland mar die Bereitwilligkeit auf deutscher Seite piel stärker als auf französischer. 584 deutschen Einschreibungen standen nur 293 franzöfifche gegenüber, von denen 31 infolge unvorher gesehener Umstände wieder ausschieden, so daß im ganzen nur 265 Doppelfälle erledigt wurden. Immerhin zeigt der Bergleich mit den beiden vorangegangenen Jahren( 1926 je 60, 1927 je 115) einen erfreulichen Aufstieg. Die Altersklassen 15, 16 und 17 Jahre waren am stärksten vertreten. Interessant ist die Gruppierung der Austauschfinder nach dent Beruf des Baters. Sie ergibt: Beruf des Vaters • Beamte Lehrer Freie Berufe 423 Deutsche Franzosen Schweizer u. Belgier 45 42 73 25 82 81 51 40 Handwerker und Arbeiter 14 · 6 Selbständige Gewerbetreibende. Privatangestellte. Diverse.. 232 27 112 111Die Organisation ist so geschaffen, daß die deutschen Kinder während der großen Ferien etwa gleichalirige Stameraden in Frankreich besuchen, um sie nach Ablauf der Frist zu sich nach Deutschland mitzunehmen, so daß die Kinder im Durchschnitt acht Wochen zufammenbleiben. Der Vorteil, der sich daraus nicht nur auf dem Gebiet des schulmäßig zu Erfassenden, sondernd auch für das menschliche und völterpsychologische Berstehen ergibt, liegt auf der Hand. Das Mißverhältnis der Anmeldungen auf deutscher und französischer Seite erklärt sich wahrscheinlich hauptsächlich aus der Abneigung des Franzosen vor den Auslandsreisen. Eine gewisse Rolle spielt auch, daß in den höheren französischen Schulen in allgemeinen nur Englisch als obligatorische Fremdsprache in Betracht kommt. Ueber die Transporte heißt es in dem Jahresbericht: Am 3. Juli wurde vom Schlesischen Bahnhof ein Transport von 66 Schülern und Schülerinnen nach Paris abgelassen, der dort von der Deutschen Botschaft, vom Comité d'Echanges Interscolaires Franco- Allemands auf das herzlichste empfangen murde. Leider war es nicht möglich, einen fleineren Transport von 20 Schülerinnen und Schülern von Frankfurt a. Main auf verbilligtem Wege nach Frankreich zu senden, weil die Reichsbahndirektion an der Bestimmung fefthielt, daß unbedingt ein Lehrer diesen Transport begleiten müßte. Hier liegt offenbar ein Bersagen der Reichsbahnbureaukratie vor, bas um so mehr zu bedauern ist, als die Austauschbewegung die deutsch- französische Berständigung praktisch fördert. Wie man dem Jahresbericht und beiliegenden Briefauszügen entnehmen kann, geht tatsächlich der ideelle Gewinn der Aktion über das Interesse der beteiligten Einzelnen hinaus. �-5- A Ig &LW Nathan Asch Uebortragung aus dem Amerikanischen von Hermynia Zur Mühlen. Copyright by Rütten&, Loening, Frankfurt a. M. (16. Fortsetzung.) So betete der närrische Blackbird zu Gott. Es war das erstemal, daß er betete. Aber sein Plan mußte ihm gelingen, mußte. Damit er weiter leben könne. Immer war er nur ein Angestellter gewesen, hotte nichts mit dem Chef zu tun gehabt: sein Vorgesetzter war stets der erste Buchhalter gewesen, ein Angestellter gleich ihm, häufig jünger als er, ein Mensch, auf den eine rasche Beförderung wartete. Ein Mensch, der vorwärtskommen, etwas erreichen würde. Ein Mann mit einer Zukunft. Anders Blackbird. Für ihn hatte es nie eine Zukunft gegeben. Er war zum Angestellten geboren, hatte als Angestellter gelebt, hotte von jeher gewußt, daß er nichts erreichen, daß sein letzter Arbeitstag, ehe er an einem unheilbaren Leiden starb, seinem aller- ersten Arbeitstag gleichen würde. Niemand würde ihn vermissen, niemand um ihn trauern. Er hatte weder Verwandte noch Freunde. Nicht einmal Bekannte, nur Menschen, die ihn quälten, ihn ärgerten, ihm Leiden verursachten. Aber wie hätte man auch Blackbird nicht quälen sollen: er schien danach zu oerlangen, es zu brauchen. Dabei fehlte ihm der Ehrgeiz nicht: auch er hätte gern eine bessere Stelle gehabt: hätte gerne besser gegessen, kostspieligere Anzüge ge- tragen, behaglicher gewohnt, als in seiner kleinen Stube in der West- Siebenundzwanzigsten Straße. Bestimmt. Das heißt, er wünschte sich all das, ohne es sich wirklich zu wünschen. Ihm schien, daß diese Träume jenseits seiner Möglichkeiten lagen und er dankbar sein müsse, wenn er ste überhaupt träumen durfte. Er war der geborene Diener, der typische kleine Angestellte. Blackbird war immer auf Mißerfolg und Leiden vorbereitet. Er betrachtete diese Dinge als sein Los: ohne Leiden wäre er nicht Blackbird gewesen. Eigentlich behagte es ihm, stellenlos zu sein. Seine wenigen Bekannten bemitleideten ihn, bezeugten ihm Teil- nähme und(das allcrwichtigste) beachteten ihn. Jemand ist stellen- los! Achtung! Da ist ein Erwerbsloser. Beachtet ihn. Was wird er tun? Wie wird er leben? Wird er eine ander« Stelle finden? Es ist furchtbar, stellenlos zu sein. Blackbird wurde beachtet und be- mitleidet, mit sentimentaler Teilnahme behandelt. Die anderen ver- setzten sich an seine Stelle und bedauerten in Wirklichkeit sich selbst, nicht ihn. Hat er jedoch eine Stelle, was ist er dann? Ein Mann, der arbeitet, und schließlich arbeiten alle Menschen. Um den Menschen zu gefallen, muß man etwas anderes aufweisen können als nur eine Stelle. Und Blackbird hatte nichts anderes. Aber Blackbird mußte leben, wenngleich ihm niemand Beachtung schenkte. Und mußte, während er lebte, sich selbst zum Ausdruck bringen. Das tun wir alle auf die eine oder die andere Art. Black- bird konnte es nicht in seiner Arbeit tun; die interessierte ihn nicht, fesselte ihn nicht. Sie war ihm aber auch nicht unangenehm, sonst hätte er auf andere Art Geld zu machen oersucht, ohne zu arbeiten. Er aber arbeitete, und während der Arbeit, während des Lebens träumte er. Er träumte sich als dos Gegenteil dessen, was er war. Träumte von wundervollen Verführungen, er, der nur mit Frauen zu tun hatte, bei denen eine Verführung ausgeschlossen war, er, der auf die leiblichen Instinkte eines Mannes reagierte wie der Hunger auf einen schlecht gekochten, harten Braten. Cr träumte von Reichtum und war arm, ja, er wollte ja gar nicht.wirklich reich sein. Er träumte von Macht, sah stch in Herr- lichen Posen des Heldenmuts, sah sich als Führer, er, der schwach und kränklich war. Bisweilen jedoch wird uns etwas ganz unerwartet geschenkt. Wir wollen es nicht wirklich, träumen nur davon, denken, es wäre ja dach schön, es zu besitzen— und dann fällt es uns plötzlich in den Schoß. Erfaßt uns ganz. Und wir nehmen es als etwas Selbstverständliches hin, etwas, für das wir geboren wurden. Dos hatte sich nun auch mit Blackbird ereignet. Von einem Augenblick zum anderen war er zum Führer geworden. Tat etwas, dessen er sich nicht einmal in seinen Träumen für fähig gehalten hätte. Wie Napoleon vor Austerlitz gebetet haben mag, so betete Black- bird vor dem Hurcnhaus. Sie gingen ins Bordell. Jugend hat keine Tugend, muß sich die Horner ablaufen. Es war der einzige Ort, wo sie sich heimisch sühlen, sich ungezwungen benehmen konnten. Hier sagte ihnen nie- mand, wie sie stch verhalten, was sie tun und was sie nicht tun dürfen. Hier war ihr Wort Gesetz. Hier wurden ihre Wünsche augenblicklich erfüllt. Hier waren sie Könige. Und sie benahmen sich auch wie Könige: großmütig, sreigiebig. Sie dachten nicht an ihre Tasche. Waren hergekommen, um sich zu unterhalten und wollten es nun auch tun. Taten es. Alles war zu ihrer Unterhaltung da. Sie merkten, daß die Dekorationen prunk- voll, die Getränke unglaublich gut und die Frauen wunder-wunder- schön waren. Diese Schönheit der Frauen bildete sür die Sechs«inen herrlichen Hintergrund, kam ihnen nirgendwie zugute. Hier, an diesem Ort, der für sie geschaffen war. fühlten sie sich besser und reicher als in dem Restaurant, das nicht für sie, sondern für ver- seinerte Menschen mit gutem Geschmack paßte. Blackbird war wie umgewandelt. Seine unsichere Präpotenz, sein törichtes Lügen war verschwunden. Blackbird war der wahre Führer. Der Eroberer. Nun konnte er sich ein bescheidenes Be- nehmen leisten. Jetzt log er nicht, jetzt hatte er etwas erreicht. Und die Madame, eine gute Seelest Wie besorgt war sie um das Wohlergehen jedes einzelnen von ihnen! Wie bereitwillig kam sie seinem Geschmack, seinen Wünschen entgegen! Wie stolz war sie auf ihre schöne Herde! Die Mädchen waren noch froher. Sie verstanden die sechs, wie sie der Direktor des Restaurants und der Chauffeur der Autodroschke verstanden halle. Heute ist der Abend der Abende, die Nacht der Nächte. Einzig und allein der Himmel bildet die Grenze. Die Mädchen brauchen ihre Liebe nicht an der Großmut ihrer Gäste zu messen. Die geizen nicht. Nein. Großmut, Freigiebigkell, in allem. Das Ende der Well ist gekommen. Hallelujah! Wir nehmen alles, was wir kriegen. Wir fühlen alles, was wir fühlen können. Un- begrenzte Freude und Lust. Alle waren glücklich, alle, ohne Ausnahme: vom Ausläufer an, der in die nächste Kneipe um Alkohol geschickt wurde, bis zu Black- bird. Von der Madame bis zur ällesten häßlichsten Insassin des Freudenhauses. We, alle. Bill war glücklich: er vergaß feine Frau, seine Pflichten, seine Kinder, und war glücklich. Sohns« vergaß seine Zurückhaltung, und Eddie Drucker seine Schüchternheit. Charlie riß Witze, daß sich die Wände bogen, und alle lachten, bis ihnen die Rippen weh taten. Und Ferrari— Ferrari war prächtig, war in seinem Element. Er stolzierte wie ein Fürst durch den schimmernden mit Samt ausgepolsterten Raum und vor den Spiegeln und war glücklich. Prüderie! Greisenhaftigkeit! Impotenz! Weshalb müßt ihr immer movolisieren? Menschen find glücklich, Menschen fühlen sich zum erstenmal im Leben wirklich glücklich. Wißt ihr denn, was wahres Glück ist? Wißt ihr, was es heißt, glücklich sein, Freud« am Leben, ain Dasein, an der Welt zu empfinden? Weshalb dürfen wir in der 5kirche und daheim glücklich fein, oder wenn wir reich sind, oder eine gute Tat getan hoben, aber nicht in einen: Freudenhaus? Weshalb? Di« Sechs, die nach dem Bankrott der Firma, nach einem ver- unglückten Diner im vornehmen Restaurant, hergekommen waren, dachten nicht an derlei Frogen. Für sie war die Welt stehen geblieben. Sie war glücklich. 9. Harry W i d e n e r. Er hatte gar keinen Grund, sofort heimzugehen, wußte ohnehin nicht, was er dem Voter sagen sollte. Wußte nicht einmal, ob er überhaupt etwas sagen, mit dem Voter über die Angelegenheit sprechen wollte. Freilich wäre es für«inen Sohn das Korrekte, nach Haufe zu gehen und sich mit dem Vater zu beraten. Aber das Vorgefallene war etwas derart Neues, daß er darüber nachdenken mußte, ehe er es mit jemandem besprach. Er besoiss dem Chauffeur, heimzufahren und ging zu Fuß nach der Oberen Stadt. Er wollte niemanden treffen: es hätte ihn gereizt, einem Freund zu begegnen und diesem die Nachricht vom Bankrott mit- teilen zu müssen. Er hätte es ja nicht vermeiden können. Der Freund würde dos entsprechend« Gesicht machen und einige Worte der Teilnahm« sagen. Irgendetwas hat sich ereignet, das er nicht begreift, er muß herausfinden, was es eigentlich bedeutet. Er wollte nickst vom Bantrott reden, wußte zu genau, wie seine Freunde dreinsehen, nws sie sogen würden. Das Ganze war langweilig. Weshalb zum Teufel soll er darüber sprechen? Und dann der Vater. Er wird heimgehen, eine ernste Miene aufsetzen, ins Arbeitszimmer des Vaters treten und sagen: „Bater, Glynnner und Read haben heute Dankrott gemacht." Der Vater wird zornig werden, Erklärungen fordern, empört sein, ausrufen: „Ein verdammtes Verbrechen!" Zwei oder drei Tage wird ihn dann der Vater immer wieder an den Bankrott erinnern, von dem Geld sprechen, dos ihn Harrys Beteiligung am Geschäft gekostet hat, wird über die geschäftliche Unfähigkeit des Sohnes klagen. Nachher wird alles vergessen sein: «r wird in eine andere Firma eintreten. Der Vater wird ihn aber- mals einkaufen. Und so geht es dorm weiter. Harry wollte nicht von vorne mit der ganzen öden Routine beginnen. Der Gedaicke an dos, was geschehen würde, langweilte ihn tödlich: er wußte ja so genau, wie alles sein wird. Am liebsten wäre er fortgelaufen, hatte etwas getan, jemanden geschlagen. Er sehnte sich nach Aufregung, wollte die ganze peinliche Sache ver- gössen. Sie war wirtlich peinlich. Eine Firma hat falliert, gut, sie hat fafliert, was hat er mit der bankrotten Firma zu tun? Er war vor einem Jahr in die Firma eingetreten, vor sechs Monaten war er mit Hilfe des väterlichen Geldes jüngerer Compagnon geworden. Er hatte in der Firma gearbeitet, weil er fühlte, daß er etwas tun muhte. Die Arbeit interessierte ihn nicht, langweilte ihn aber auch nicht besonders. Und jetzt ist die Firma bankrott. Was kann er erwarten? Geschwätz, Debatten, Mitleid. Er schritt gemächlich, sorglos dahin, schlug mit dem Stock nach den auf dem Bürgersteig liegenden Papierfetzen. Manchmal blieb er vor Schaufenstern stehen und betrachtete die ausgestellten Waren. Er besah sich lange die Auslagen eines Sportgeschäfts: Handschuhe, Schals, ein ganzes Kanu. Dos heißt, eigentlich sah er die Dinge kaum, er starrt« sie nur an, dachte im Unterbewußtsein daran, sie zu taufen, während seine bewußten Gedanken sich mit dem Bankrott beschäftigten. Für die Angestellten bedeutet das Fallieren der Firma bestimmt etwas Entsetzliches. Sie haben Range dort gearbeitet, einige sogar viele Jahr«. Ihr Lebensunterhalt hing von der Firma ab. Sie arbeiteten bei ihr, weil sie essen müßten, nicht weil sie nichts anderes zu tun hatten. Hätten sie nicht arbeiten müssen, um essen zu können, sie würden bestimmt viele andere Dinge gefunden haben, die sie tun könnten. Zumindest glaubten sie es, und auch Harry Widener glaubte es. Er lächelte, wußte es besser. Er muß nicht arbeiten. Wenn es ihm nicht beliebt, so braucht er überhaupt nichts mehr zu tun. Sein Leben lang. Die Familie ist reich. Der Vater hat genug verdient, um den Kindern ein Leben ohne Arbeit zu ermögliche». Harry hatte ja auch versucht, ohne Arbeit auszukommen. Als er die Hochschule verlassen, hatte er beschlossen, nichts zu tun. Er wird sich für Sport iMeresfieren, reiten, ein Amateur werden: nichts tun. Er hotte es versucht. Monat« lang sah man ihn bei jedem Boxkampf, jedem Tennis- und Golftournier. Er hatte sich für Dinge interessiert, von denen er wußte, daß sie belanglos waren, hotte versucht, an ihnen Freude zu haben, sich in sie zu vertiefen. Ein Jahr hindurch, nicht länger. Dami war er der Dinge über- drüssig geworden. Sie waren langwellig, nicht im geringsten auf- regend. Er empfand nie den Wunsch, der eine oder andere möge als Sieger hervorgehen, fühlte nie, daß es sich hier um etwas Wichtiges handle. Hätte er es gefühlt, so würde er auch Interesse empfunden haben. Aber er wußte ja, daß alles, was auch immer geschehe, beim Alten bleiben würde. Er wird heimgehen, den Reden des Vaters lauschen, sich in den Klub begeben, ein wenig plaudern. «in wenig klatschen, einem Mädchen den Hof machen. Immer dos- selbe. Keine Abwechslung. So hatte er denn beschlossen, ins Geschäftsleben einzutreten, sich sür das zu interessieren, dem der Vater sein ganzes Leben gewidmet hatte. Der Voter war selbstverständlich froh, lobte den Sohn, steckte ihn in eine Firma, kaufte ihn ein. lind Harry hott« in der Firma gearbeitet...(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. UHimiinnniiiinniiiininiuiuiiiiniuiiiimmiiininiminiiiuiimillmiiittiiuiiMUliimDmiiiniiminiimiiiiimHiiHnimiuimimiiniinmnmiHiiminnnniuiiiiHiminiHiiimminuiuii Was verdient ein Schauspieler? Die Deutsche Bühnengenossenschaft hat an die ihr angehörenden lOllOO Schauspieler und Schauspielerinnen einen Fragebogen über die Einkommenvcrhältnisse versandt. Davon sind bis jetzt rund ZbOO zurückgekommen und bearbeitet worden. 1371 Schauspieler, 766 Schauspielerinnen, 607 Sänger, 433 Sängerinnen und 403 Regisseure haben den Fragebogen ausgefüllt. Stotsstssch erfaßt ergibt sich folgendes Resultat: 1,9 Proz. beziehen ein Monatseinkommen von 30 M.. 4.76 Proz. 100 M., 7.69 Proz. 160 M.. 13.93 Proz. 200 M., 11,26 Proz. 250 M.. 12,19 Proz. 300 M.. 5,54 Proz. 500 M.. 1,98 Prozent 1000 M. und 3,48 Proz. über 1000 M. Insgesamt beziehen 79 Proz. der Erfaßten ein Monatseinkonnnen bis zu 500 M. und 13,5 Proz. ein solches von 500 bis 900 M. Es ergibt sich ein Durch- fchnittseinkommen von 348 M. Da indes in den Großstädten, vor allem in Berlin, die festen Ensembles fehlen und sehr viele Schau- spieler kein Einkommen besitzen, dürfte das Durchschnittseinkommen bei restloser Erfassung aller Schauspieler sich wesentlich niedriger gestatten. 21000 Mark für einen Missionar i Der aus Landeshut in Schlesien gebürtige Missionar Georg Schramm, der im Dienst der Berliner Missionsgesellschaft schon fünfzehn Jahre in China wirkt und vor Jahresfrist mit feiner Famllie zum Erholungsaufenthalt in Deutschland meiste, war vor einigen Wochen von seiner Missionsstation Namon von einer Bande über- fallen und als Geisel mitgeschleppt worden. Auf Veranlassung der Deutschen Gesandtschaft bemühte sich die chinesische Regie- DoilversUt:. 7. Februar. Berlin. 16.00 Emil Pircban: Malendes Licht. 16.30 Wladimir Votel: Kompositionen. Anschließend Teemusik ans dem Hotel Bristol. Kapelle lila Livschakofi. 17.30 Blicke in die falten der menschlichen Seele. Vortrag und Leseproben: H. W. BeU 18.15 Prof. Dr Weidert: Vom Fensterglas zum Mikroskop. 18.<5 Hans-Bredow-Schule. Prot. Dr. M. J. Bonn; Probleme der Weltwirtschaft(IV). 19.15 Einführung zum Lendespiel. 19.30 Sendespiele...Kfinig für einen Tag*. 21.40 Rede des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius auf dem Erapfangsahend des Berliner Verbandes der auswärtigen Prasse(Ueber tragung ans dem Rathaus zu Berlin-Schöneberg). 22.30 Funk-Tanzunterricht Aflscblleßend bis 0.30: Tanzmusik(Kapelle Marek Weber). Königswnsterhaosen. 16.00 Schulrat A. Senner: Naturwissenschaft, Schule und praktisches Leben. 17.30 Prof. Dr. Friedrich Metz: Dia elsässische Kulturlandschaft. 18.00 Dr. Christians: Ostholstein-Märchen. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18-55 Dr. Wäd: Die Verwenang des Oetrudeapuftus. rung sofort um Freilassung des Verhafteten. Nach einem bei seinen Verwandten jetzt eingegangenen Telegramm ist Schramm gegen ein von der chinesischen Regierung bezahltes Lösegeld von 10000 mexikanischen Dollar— nach deutschem Gelbe etwa 21000 Mark— wieder in Freiheit gesetzt worden und bereits wieder bei seiner Missionsstation eingetroffen, die er indessen verwüstet vorfand. Bestrahlte Milch. Wir entnahmen vor einiger Zeit dem„Kosmos" eine Mitteilung, nach der ausgedehnte Fütterimgsoersuche, die Reyher und Walkhoff an Meerschweinchen und Mäusen anstellten, erwiesen hoben,„daß die Verabfolgung von ultraviolett bestrahlter Milch oder von be- strahlten Trockenmilchpräparoten den tierischen(und wie man an- nehmen darf, auch den menschlichen) Organismus schwer schädigt und häufig zum Tode führt". Der„Kosmos" ließ nunmehr der Mitteilung ein« zweite folgen, in der darauf hingewiesen wird, daß inzwischen Prof. Dr. R. D e g k w i tz von der Universlläts-Kinderklinik in Greifs- wald Untersuchungsbefunde veröffentlichte, die im Gegensatz zu Reyher und Walkhoff die Unschädlichkeit sachgemäß bestrahlter Milch ermessen. Es scheine, daß die von Reyher und Wolkhoff in Tierversuchen gefundenen Ergebnisse nickst ohne weitere? auf die Ver- hälmiss« beim Menschen übertragen werden dürfen, weil ein Ver- suchergebnis an Meerschweinchen überhaupt nicht auf Kinder aus- gedehnt werden könne, weil Meerschweinchen unter Umständen auch schon durch Lebertrangaben in ihrer Gesundheit geschädigt werden, wahrend Lebertran seit Jahrzehnten Kindern mit bester Wirkung ver- abfolgt werde. Salz in die Wärmflasche l Der Kamps gegen die kalten Füße im Bett ist in diesen Tagen des grimmigen Frostes besonders heftig, und die Wärnislafche, der gute Freund, wird leider jo schnell kalt, so daß man mitten in der Nacht schimpfend aufwacht. Eine französische Zeitschrift gibt einen guten und prakttschen Rat, den gewiß mancher erproben wird. Man soll die Wärmflasche mit einer Salzlösung füllen. Das Salz nimmt, wenn es der Kälte ausgefetzt wird, viel Wärme in stch auf. indem es sich löst. Deshalb dauert es länger, bis Salzwasser heiß wird. aber dos Salz hält dann die Wärme länger fest, so daß die Flasche ihre wohltuend« Wirkung»ine bedeutend längere Zeit ausübt. 5000 Piloten in USA. In den Vereinigten Sraaten gab es. wi« das Aeronautische Bureau beim Handelsministerium der USA. bekannt gibt, am 1. Ja- nuar d. I. 4690 Flieger mit amtlichen Flugscheinen, darunter 34 Frauen. Außerdem haben ungefähr 500 Flieger zeitweilige Erlaub- nisscheine. Di« meisten Flieger, und zwar 894, gibt es in Kali- fornien, während der Staat New Jork mit 472 an zweiter Stelle steht. Amerika-- Ein amerikanischer Pastor, der ein Negerpaar traute, wollte sich einen Scherz machim und sagte sofort nach der Trauung.„Wohl ist es allgemeiner Brauch, daß der Priester nach der Trauung die Braut küßt, aber im vorliegenden Fall wollen wir das unterlassen." Der Bräutigam entgegnete sofort:„Es ist auch allgemeiner Brauch, daß man dem Pastor zehn Dollar für die Trauung zahlt, aber im vorliegenden Fall«ollen wir das unterlassen!' ~ Sport und SpielDie nächsten Sportfeste. Altersturner und Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Am tommenden Sonntag( 10. Februar) werden in der Zentralturnhalle Prinzenstraße 70, dicht am Morigplak, zwei intereſſante Beranstaltungen der Arbeiterturner und turnerinnen stattfinden. Um 13,30 Uhr treffen sich die Altersturnerinnen und-furner des 1. Kreifes um unter Leitung des Kreisturnwarts Stanislaus in gemeinsamer Turnstunde moderne Zweckgymnastik zu üben. Dieses Kreis- Zusammenturnen erfreute sich bisher allgemeiner Beliebtheit. Beteiligen sich daran doch nicht nur die männlichen Altersturner, sondern auch die Frauen. Hinzu kommt, daß die Provinzvereine gern diese Turnstunden besuchen und außerdem erwartet die Kreisleitung, daß auch die weiblichen Welteren und Alten die Gelegenheit benutzen, um im Kreise Gleichgesinnter sich zu tummeln. Im Anschluß an die Uebungsstunde findet eine wichtige Sigung statt, die sich mit den nächsten Veranstaltungen beschäftigen wird. Die Berliner Arbeiterschaft wird auf diese Ulebungsstunde besonders aufmerksam gemacht; hier hat sie am besten Gelegenheit, den praktischen Betrieb des Altersturnens persönlich fennenzulernen. Die großen Galerien bieten genügend Raum und geben gleichzeitig die Gewähr, den gesamten Betrieb vorzüglich zu übersehen. Unsere Barteifreunde sollten diese passende Gelegenheit nicht ungenügt vorübergehen lassen. Darum besuchen alle, die sich vom Zipperlein" nicht wollen plagen laffen, das Zusammenturnen der Aelteren und Alten beiderlei Geschlechts, Sonntag, 10. Februar, 13,30 Uhr, in der Turnhalle Prinzenstraße 70. In der gleichen Turnhalle wird ferner als Veranstaltung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin am gleichen Sonntage ab 17 Uhr das 7. Werbe- Turn- und Sportfest der Jungmädchen und Frauen stattfinden. Dieses Fest, das jährlich nur einmal veranstaltet wird, hat bisher stets eine große Zahl von Zuschauern zusammengeführt. Hier hat jeder Gelegenheit, den heutigen Stand unseres Frauenund Mädchenturnens fennenzulernen. Bei den verschiedenen Vorführungen fann sich tatsächlich jeder, ganz gleich welcher Altersklasse er angehört, davon überzeugen, in mie mustergültiger Weise die Abteilungen Turnen und Sportbetätigung für die weiblichen Mitglieder pflegen. Besonderer Wert wird auf das Gesundheitsturnen weiblicher Personen, die nicht mehr zu den Jüngsten zählen, gelegt. Deshalb sollten gerade die Mütter diese Veranstaltung nicht versäumen. Außerdem werden die Festfreiübungen zum 2. Bundesfeft in Nürnberg gezeigt. Daß das Fest durch seine wirtungsvolle Er öffnung aus dem Rahmen der bisherigen Hallenfeste heraustritt, sei nur nebenbei erwähnt. Halleneröffnung um 16,15 Uhr, Beginn pünktlich 17 Uhr, Untoftenbeitrag nur 50 Pf. Der Bezirk Friedrichshain des bundestreuen Kartells für Arbeitersport und Körperpflege veranstaltet Sonntag, 17. Februar, vormittags 10 Uhr, im Germania- Palast, Frankfurter Allee 313/314, eine Bühnenwerbeschau zum Besten der Jugendpflege. Neben turnerischen und sportlichen Vorführungen wird der neue Film der Arbeiter- Turn- und Sportichule, betitelt:„ Die Leichtathletit", zum ersten Male in Berlin laufen. Die organisierte Arbeiterschaft, Berttätige und Barteigenossen find zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. Eintritt beträgt an der Kaffe 0,75 M., im Vorverkauf 0,50 M. Bor: verkaufsfarien in allen mit Plakaten belegten Geschäften und in der Geschäftsstelle der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Lichtenberger Straße 3. Sonnabend, 9. Februar, von 19 bis 20 Uhr, Karten- und Materialausgabe bei Busch, Tilfiter Str. 27. Linari- Richli Sieger in Stuttgart. Das Stuttgarter Sechstagerennen endete gestern abend nach wilden Spurttämpfen zwischen den beiden Spizenpaaren mit einem Inappen Siege der italienisch- schweizerischen Mannschaft Linari- Richli mit 567 Punkten vor Buschenhagen. Frankenstein( 549 p.). Alle übrigen Paare lagen eine bis fünf Runden zurüd. Insgesamt wurden 3481 Kilometer zurüdgelegt. Die Rennfahrer von Solidarität. Veranlaßt durch verschiedene Anfragen teilen wir mit, daß es noch einzelne Gruppen gibt, die sich ebenfalls Arbeiter- Radfahrer und Mitglieder des Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität" nennen, diese Abteilungen haben jedoch die Beschlüsse des Bundes und der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege nicht anerkannt und stehen somit auf Grund der Richtlinien der Bundestage außerhalb des Bundes. Die einzige bundestreue Rennjahrerabteilung ist vor furzem gegründet worden, sie hat ihre Siguncen jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat in der Stall schreiberstraße 29, Lotal Schultheiß. Die nächste Sigung findet aljo heute 19% Uhr statt. Die Rennfahrerabteilung nimmt aktive Rennfahrer und auch Anfänger auf, auch Freunde des Radrennsports, die sich als Schiedsrichter, Ordner, Sanitäter zur Verfügung stellen mollen. Da die Meldelisten für die ersten Straßenrennen bereits ausliegen, außerdem aber auch die neueingerichteten Trainingsturse beginnen, so bietet sich die günstigste Gelegenheit für alle Anhänger des Radrennsporis, schon an den ersten Rennen sich beteiligen zu können. Vierteljahresbeitrag 2,20 M., für Jugendliche 55 Bf. Winterziclfahrt nach Berlin. Am 16. und 17. Februar veranstaltet der Deutsche Motor radfahrerverband eine große Winterzielfahrt nach Berlin, an der auch nicht organisierte Fahrer teilnehmen fönnen. Die Veranstaltung ist offen für Krafträder mit und ohne Beiwagen. Rennberechtigt sind Einzelfahrer und geschlossene Klubmannschaften. Für die Winterzielfahrt find Preise und Blafetten im Berte von 3000 m. ausgefeßt. Nennungen sind unter Uebersendung des Nenngelbes von 5 m. bis zum 11. Februar an die Geschäftsstelle bes DMV., Berlin 62, Kleiststraße 22, Tel. Barbarossa 6865, zu richten. Ausschreibungen und Rennungsformulare find ebenda er hältlich. Die Preisverteilung findet mit anschließendem Sportball Sonntag, 17. Februar, 20 Uhr, in den Gesamträumen des Saalbau Friedrichshain ftatt. Die Teilnehmer an der Zielfohrt werden bei hrer Antunft toftenlos bewirtet. ARBEITER FUSSBALL Zwischenrunde in der I. Klasse, nisse doch noch zur rechten Zeit festzustellen, finden am kommenden Um den Kreismeister trotz der ungünstigen WitterungsverhältSonntag zwei Ausscheidungsspiele statt. Die Hegheide in Luckenwalde hatte ihren großen Tag Die II. Abteilung der Lucenwalder hat die 1910er aus Woltersdorf zum Gegner, während Ludenwalde I auf Lichtenberg I trifft. In beiden Spielen wird es harte Kämpfe um den Sieg geben, doch sollten die Sieger in Luckenwalde II und Lichtenberg I zu finden sein. Die weiteren Spiele werden am Freitag auf der Börse abgeschlossen. Wie dekoriere ich mich? Oder: Die blechbeschlagene Männerbrust. Wir haben gewiß nichts gegen das Tragen von Bereinsabzeichen, fie lassen die Menschen, die es tragen, als gefinnungsverwandt erfennen, fie fördern die Kameradschaftlichkeit, sie weisen Außenstehende auf die Organisation hin und sind deshalb ein recht wertvolles Werbemittel. Aber was zuviel ist, ist zuviel! Bor uns liegt eine Zusammenstellung der im Kleintaliber sport üblichen und gebräuchlichen Abzeichen und Ehrenzeichen, die den Bestand eines fleinen Klempnerladens fein tönnten und die den Sportbetrieb der Kleinkaliberschüßen mehr als ein Bettrennen nach Ehrennadeln und Verdienstkreuzen erscheinen lassen denn als ernste Arbeit. Da gibt es eine Ehrennadel für Einzelleistungen, ein ovaler durchbrochener Eichenkranz, Größe 24 Millimeter, mit Das kommt nicht oft vor.... daß die Berliner Kinder wochenlang Winterfreuden genießen können. RKS.( foll Kleinkalibersport heißen) und langer Nadel. Sie wird verliehen in Bronze, Silber und Gold. Dann kommt die Große Meisterschaftsnadel für Einzelleistungen, ähnliche Aus führung wie die Ehrennadel, aber 47 Millimeter Durchmesser, vergoldet, an der linten Brustseite zu tragen! Mannschaftsnadel, Größe 20 Millimeter, in Emaille mit weißem Grund, in Bronze, Silber und vergoldet, wird an die Sieger in den Mannschaftswett fämpfen verliehen. Das Verdienst freuz besteht aus einem pierstrahligen meißen Emaillekranz mit weiß- grün emailliertem Aufjazz und einem vergoldeten KKS.„ Die Verleihung erfolgt nur an solche Sportkameraden, die längere Zeit sich in besonders hervorragender Weise um die Entwicklung des Sports berdient gemacht haben, nach besonders festgelegten Statuten." Das Deutsche Meisterschaftsabzeichen erhält der Meister von Deutschland". Nach der Beschreibung muß es ein Meisterstück deutscher Ritschfabrikation sein: Größe 40 Millimeter, in Emaille, Kranz grün, Kartusche golden, Jahreszahl schwarze Emaille, Schriftrand weiß, Adler schwarz, Grund goldmattiert. Schließlich wird noch eine Fördererna del für die Förderung des Kleinkalibersports verliehen. Kann man es den biederen Kleinkaliberschügen übelnehmen, daß sie sich auf diese Art die Brust mit Blech beschlagen lassen? Arbeiter- Eisfest in Berlin. Am Sonntag, 24. Februar. Die Wintersportabteilung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin veranstaltet Sonntag, 24. Februar, ein Eissport fest auf dem Sportplay im Friedrichshain. Beginn 14 Uhr. Ausschreibung: 1. 500 Meter für Männer, Frauen und Jugend; 2. 1500 Meter für Männer; 3. 3 × 1 Runde für Männer, Frauen und Jugend; 4. Eishockeywettspiele; 5. Kunstlaufen bestehend aus Pflichtlaufen, Einzel- und Baarfürlaufen. Spalten, spalten! Jetzt ist die Tschechei dran. Mit ihren verbrecherischen Spaltungsmethoden im Arbeitersport haben die Kommunisten fleine Erfolge, solange sich die angegriffenen Organisationen tolerant zeigen. Diese Toleranz ist den kommunistischen Spaltern gegenüber der größte Fehler. Die deutsche Arbeiter sportbewegung erkannte das und warf die Hezzapostel hinaus. In anderen Ländern ist man noch nicht so weit. Das beweisen u. a. Vorgänge, die sich dieser Tage in der tschechoslowakischen Arbeitersportbewegung abgespielt haben. Der dortige Arbeiter- Turn- und Sportbund war den bolichemistischen Heilkünstlern schon längst ein Dorn im Auge, die Bewegung machte ihnen zu große Fortschritte. Sie begannen deshalb Sportler und Turner wollten aber nicht mitmachen; sie wollten an nach bewährtem Rezept Minen zu legen. Die kommunistischen der Einheit des Bundes festhalten. Das ging den Machern im Politbureau gegen den Strich. Man inszenierte in der kommunistischen Presse eine Heze gegen den reformistischen" Bundesvorstand und brachte es fertig, in einem Bezirk mit den Stimmen von neun gegen acht Vereine einen Beschluß des Bundesvorstandes umzustoßen, wonach zwei Bezirke einem anderen Kreise angegliedert werden sollten. Die rebellierenden Vereine beschlossen ferner, falls sich der Bundesvorstand gegen sie wenden würde, ihren Kreis als tommunistischen Turnerbund bestehen zu lassen. Die bundestreuen Bereine konstituierten sich daraufhin sofort zu einem neuen Kreise. Dieses tschechoslowakische Beispiel beweist, daß Toleranz gegenüber den kommunistischen Arbeiterverrätern völlig unangebracht ist. Man singt in Bautzen! Wie wir am 22. Januar berichteten, hatte der Standortälteste Baugen, im Gegensatz zu seiner Erlaubnis im vorhergehenden Jahr, diesmal dem Bauzener Arbeiterfängerbund nicht gestattet, sein Bezirkssängerfest in der Ererzierhalle in Bautzen abzuhalten. Wie wir einem Schreiben des Reichswehrministers entnehmen, hat er in zwischen die Benutzung der Ererzierhalle zu diesem Zwecke genehmigt, um die positive Einstellung der Arbeiterschaft zur Reichs wehr nach Möglichkeit zu fördern". Kanufahrer der Unterhavel! Den vielen Anfragen und Wünschen der auf dem Boden der sozialistischen Sportinternationale stehenden Kamufahrer gerecht werdend, veranstaltet die Freie KanuUnion Groß- Berlin" Montag, 11. Februar, 20 Uhr, im Restaurant Reimer, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 21, Nähe Wilhelmplak, eine Zusammenkunft der Kanufahrer der Unterhavel, die noch keinem Verein angehören zweds Zusammenschluß. Alle Kanufahrer find freundlichst eingeladen. Fußballspieler, besonders aus dem nördlichen" Lichtenberg und dem Often des 5. Berwaltungsbezirks, die auf dem Boden der Bundestagsbeschlüsse stehen und gewillt sind, ihren Sport in einem bundestreuen Berein auszuüben, Fietet sich hierzu Gelegenheit in der FTGB., 2. Fußballbezirt Lichtenberg. Besonders erwünscht sind noch einige Jugendspieler. Sigung jeden Freitag, 20 Uhr, im Vereinshaus Osten", Lichtenberg, Normannen- Ecke Ruschestraße. Arbeiter- Schwimmverein„ Hellas"-Berlin. Durch die Erweiterung unseres llebungsbetriebes ist es uns möglich, mehr wie bisher uns der Ausbildung der Mitglieder und Nichtschwimmer zu widmen. Langjährige Funktionäre und staatlich geprüfte Schwimmmeister geben Gewähr für eine gute Ausbildung. Neuaufnahmen werden auf den Uebungsabenden und auf der Monatsversammlung vollzogen. Die nächste Monatsversammlung findet am Montag, dem 25. Februar, 19.30 Uhr, im Weddinger Vereinshaus, Gerichtstraße, Ede Kunfelstraße statt. Auskünfte erteilt Mar Warnstedt, Berlin- Reinickendorf, Provinzstraße 92. 15. Bezirkskartell Treptow. Geschäftsstelle Herbert Dewald, GO. 36, Kiefholzstraße 46. Die letzte Geschäftsausschußsizung des tragsabend mit einem Referat Bucks von der Zentralkommission Bezirksfartells hat beschlossen, Mittwoch, 20, Februar, einen Borfür Arbeitersport und Körperpflege über„ Die Aufgaben der Arbeitersportbewegung" zu veranstalten. Dieser Abend ist als Funktionärveranstaltung für alle dem Kartell angeschlossenen Organi fationen gedacht. Wir bitten schon jetzt die Funktionäre aller Kreise, auf die Beranstaltung aufmertjam zu machen. Einladungen an die Organisationsvorstände erfolgen noch. J. A.: Dewald. Eisfahrt des Deutschen Auto- Club. Der DAC. veranstaltet Freitag, 15. Februar, 14 Uhr, eine Eisfahrt nach dem Müggelsee in geschlossenem und geheiztem Salondampfer der Wintermärchenklaffe Anmeldung an die Reichsgeschäftsstelle des DAC., Berlin W 30, der Reederei Nobiling mit gemeinsamem Effen an Bord und Tanz. Neue Winterfeldtstraße 20( Barbarossa 8937). nische Wassersportverband E. V. veranstaltet Mittwoch, 13. Februar, Werbeabend des Deutschen Waffersportverbandes! Der republika20 Uhr, im Bürgerfaal des Rathauses einen Werbeabend. Redakteur Bloemendaal wird einen furzen Vortrag über Wassersport als Boltssport" halten. Der Borsigende des Verbandes wird über das Thema Was will der Deutsche Wassersportverband!" sprechen. Alle Freunde des Sportes und des Waffersportes im besonderen sind zu diefer Kundgebung herzlich eingeladen. Arbeiterradf.- Berein Groß- Berlin. Sonntag, 10. Februar, 13 Uhr, Wendenschloß: Start Waldemarstraße, Ede Mariannenstraße. Gäfte willkommen. Bundesreue Vereine teilen mit: Freie Ruderer- Bereinigung 1913, e. B. Nächste Sigung Freitag, 8. Februar, 20 Uhr, im Falkensteiner" Badeabend jeden Dienstag Schillingbrüde. Baffinrudern jeden Sonnabend von 17-20 Uhr Bootshaus ,, Borwärts". Mit slieder werden aufgenommen. sammlung in der Brüdentlauſe, Niederschöneweide, Britcenstr. 15. Bortrag. FEGB., Bezirk Oberspree. Gonnabend, 9. Februar, 20 Uhr, Mitgliedervermit Lichtbildern: Berlin im Zeichen des Humors." Figuren zum Pflichtlaufen: 1. Bogenachter: Rechts- vorwärtsFiguren zum Pflichtlaufen: 1. Bogenachter: Rechts- vormärtsauswärts, Links- vorwärts- auswärts, Rechts- vorwärts- einmärts, Links- vorwärts- einwärts. 2. Dreier: Rechts- vorwärts- auswärts, Dreier- rüdwärts- einwärts, Lints- vorwärts- auswärts, Dreier- rechts- heim Reichenberger Git. 66, Zuſammenkunft der männlichen und weiblichen einwärts, Rechts- vorwärts- auswärts, Dreier- rückwärts- einwärts, Links- rückwärts- einmärts, Dreier- vorwärts- auswärts. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Arbeiter- Turn- und Sportbundes( 1. Kreis), des Arbeitersporttartells Groß- Berlin, des Brovingiallandfartells Brandenburg und der Sozialistischen Arbeiter jugend Berlin- Brandenburg. Startgeld für jede Meldung und für jeden Teilnehmer 50 Pf., der beim Antreten zurückgezahlt wird. Teilnehmer müssen Eintrittsfarten zum Preise von 20 Bf. vorher bestellen. An der Kaffe werden nur Starten zu höheren Preisen verfauft. Meldungen bis 17. Februar an Sturt Stolp, Berlin NO 55, Marienburger Straße 16, v. 2 Treppen, bei Pawelg. Einträglicher Sport! Der Tennissport in Amerita ist ein Beruf, der seinen Mann nährt. Der fürzlich aus den Bereinigten Staaten zurüdgetehrte Berufstennisspieler Kozeluh hat erklärt, daß man als tüchtiger amerikanischer Tennisspieler feine 400 000 Mart im Jahr verdienen tönne, Arbeiter Rad- und Kraftfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Oberschöne weide. Unser Berkehrslotal ist jest wieder bei Robert Emmerich, Wilhelminenhofftr. 64. Freitag, 8. Februar, 20 Uhr, wichtige Sigung. Radfahrer und Kraftfahrer als Gäste willkommen. FIGB., Abt. Südosten- Treptow. Sonnabend, 9. Februar, 20 Uhr, JugendJugend. Bortvag: Warum find wir Arbeitersportler?" Referent Genosse Dewald. Unbedingt qut kaulen Sie in der Möbel- Tischlerei Willy Maass. Brunnenstraße 35. Kein Laden! Verkauf nur im Fabrikgebände Bettfedern doppelt gereinigt graue 60 Pf., 90 Pl., Rupf 1.50, weiß 3.50, 4-, Halbdau nen, 2.75, weiß, volldaunig, 5.-, Daunen 4.-, 7-, weiß 9.- bis 10- Oberbetten, 1%-schläfrig, von 12-, Kissen von 3.50 aufwärts. Muster gratis Böhm. Bettfederaspezialhaus Sachsel& Stadler, Berlin C 25 Landsberger Str. 43-47, Nähe Alexanderpl. Filiale: O 34, Kochhannstr. 24, a Viehhor Fahreeld wird vergütet VOLKS Geschäfts- Anzeigero A FEUERBESTATTUNGS- VEREIN V.VaG vo Valles- Feuerbestattungs- Verein Groß- Barlin 1913 UNTER REICHSAUFSICHT Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich [ G. F. 54 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt- Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Norden 38 85-88, 50 44 Bezirk Norden- Often. MALERHUTTE BERLING hal BH VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 1912 NO18, LANDSBERGER ALLEE 38-39 FERNSPR. ALEXANDER 5628-29 ALLE MALERARBEITEN[ 40 MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Butter- Havran Hoffmann Robert Filialen in allen Stadtteilen[ B 69 Große Umwälzung Bettfedernreinigung! Wilhelm Vanselow der Beffenhaus Julius Hennig! Musikinstrumente, Spielwaren, Kinderwagen, BIB. N. Weißenburger Str. 75. Fernsp. Mumboldt 5121 Charlottenburg, Kaiserin- Augusta Allee 75.[ B 62 Lassen Sie sich nicht durch billige und kostenfreie Reinigungsangebote täuschen, diese sind oft zu teuer, weil Sie das Reinigen bei anderen Wareneinkäufen mitbezahlen müssen! Bauhütte Berlin S.m. b. H. Gesellschaft für Bauausführungen aller Art Berlin SW 48, Wilhelmstr. 106 Fernsprecher: Zentrum 3205-3207, 3284[ 23 Dachdeckerei Scholten& Co.[ G. F. 109 Schöneberg Potsdam Tel. Stephan 8634 Tel. Potsdam 1741-42 Vauha- Senf G. F.61] Saueril( ges. gesch.) Speise- und Einmache- Essig Fahrräder, Nähmaschinen, Sprechmaschinen, Möbel, Gr. Lager elektrischer Artikel aller Art R. 18] Teilzahlung: Kleine Anzahlung, bequeme Raten Reparatur- Werkstätte Tankstelle Berlin Tegel, Berliner Straße 88 = Tel. Amt Tegel 188 habe Stolze- Schrey Die beste Kurzschrift. Auskunft über Ausbildungsmöglichkeiten. Uebungsstätten, Vereine, Bücher, Zeitschriften uim. durch Stenographenverband Stolze Schrey, Berlin 6.2, Breite Straße 21. Fernfprecher: E. 1. Berolina 0750. Unsere Buchhandlung ist. geöffnet von 8.30 bis 19 Uhr. Sonnabends von 8.30 bis 15 Uhr. Karl Wende Bauschlosserei- Kunstschmiede Bin- Friedrichsfelde, Berliner Straße 122 G.F.391. Küchen zu Fabrikpreisen von 59.- Mark an Spottbillige Naturküchen Zahlungserleichterung! Küchen- Mescha Schwedenstr. 1 Bandagen- Müller Prinzenstraße 43, am Moritzplatz Bruchbänder- Leibbinden Künstliche Glieder, Gummistrümpfe, Plattfuẞeinlagen Eigene Werkstatt Lieferant für sämtliche Krankenkassen Sparsame Hausfrauen emaillierte kaufen nur Treppengeländer Kochgeschirre RECO Emil Waltenberg Neukölln, Richardstraße 18 Tel.: F 2 Neukölln 92: 7[ G.F.108 Kauft in den Markthallen! Tapeten [ 53 TR. 9 Linoleum Große Auswahl- Wohlfeile Preise Hermann Hussack Man vergleiche die Angebote an den Anschlagsäulen NO, Wörther Str. 30 Inh. W. Hussack Billig und trotzdem vorzüglich! Zu haben in allen einschlägigen Geschäften Zahn- Praxis Br. Lehmann, Berlin N 20 Schwedenstraße 18 c, an der Badstraße Schonendste Behandlung Teilzahlung Behandlung von Kassenmitgliedern Sprechst. 9-1, 3-8, Mittw. 3-8 Wittling& Güldner Dachdeckungs- Geschäft Kaufhaus Adolf Hirsch BAUAUSFÜHRUNGEN HOCHBAU TIEFBAU Bln.- Wilmersdorf HELMSTEDTER STR. 3 TEL. AMT UHLAND 962/63 Franz Lange [ G. F. 134 Fabrik für Eisenkonstruktionen, Kunstund Gesenkschmiede Bau- Beschlag Berlin- Wilmersdorf, Cicerostraße 20. Fernsprech- Anschluß: Uhland Nr. 6589 und 6390 GROSSDESTILLATION GEBR. BRAUER [ 79 Rosenthaler Str. 32 und Blumenstr. 101 HEINRICH SCHMITZ Restaurant zum Dortmunder Schmitz Industrie- Kasino B.15] 99 Kommandantenstraße 72 Kronenstraße 12 Berolina" W. Braunsdorf Konzert- Restaurant Täglich großer Mittagstisch Huttenstraße 2-3 Rind- a. Scrweineschlächterei Huttenstraße 2-3[ R. 16 Gotzkowskystraße 23 Der Norden kauft nur Kohler- Brote Das große Landbrot Das gute M.- K.- Vitaminbrot [ B. 24 vom Berliner Bioch. Verein/ Tel.: Weißensee 100 Hochschulbrauerei Moab. 8156 Amrumer Str. 11 Saal frei für 1000 Personen am Sonntag, dem 3. März Jeden Sonnabend und Sonntag Bockbieriest Eintritt frei! Jeden Mittwoch und Donnerstag Künstler- Freikonzert Küchen- Meyer Berlin N., Lindower Str.nur18/ 19 ( am Bahnhof Wedd ng) Bar und Kredit! Swinemünder Gesellschaftshaus Neuer Inhaber, neu renoviert Säle frei! Die Schallplatten des Arbeitersängerbundes nur auf Gomocord- Electro Uberall erhältlich! HOMOCORD ELECTRO Bezugsquellen weist nach: elektrisch aufgenommen. fiomophon Company G. M. B. Berlin SW68 Alexandrinenstr. 108. IG. F. 117 Hermann Obst Dachdeckermeister Gegr. 1901 Weißensee, Berliner Allee 36 Tel.: 243 Manufaktur-, Woll-, Weiß- und Kurzwaren Herrenartikel, Arbeitergarderobe( R.19 Alt- Glienicke Seifen- Haus Heinrich Hamel Tel. Adlershof 171, Optiker Ziem Schönhauser Tor 1-2 R.1 Berlin O. 17, Koppenstr. 71 Parfümerien/ Geschenkartikel Billige Preise! Beste Qualitäten! R. Bauke, Bandagist Berlin C 2, Siralaner Str. 56 zwischen Kloster- und Neue Friedrichstraße Bruchbänder Plattfußeinlagen Gummistrümpfe Leibbinden [ B. 35 Eigene Werkstatt. Lieferant sämtl. Krankenkassen J. L. Lindenberg& Co. G. m. b. H. NO 18, Große Frankfurter Straße 60-61 Glas- Porzellan- Steingut Großhandlung Lieferant nur an Wiederverkäufer! Trikotagen- Weißwäsche Gute Qualitäten.- Solide Preise Ernst Pompert, Berlin N, Kopenhagener Straße 3 August Wollschläger& Co. G. m. Tempelhof, Ordensmeisterstraße 82:: Feraraf: Södring 1958, 1858, 1957 Großhandlung in Eisenwaren, Werkzeugen, Röhren, Flanschen, Kanalisationsartikeln und Armaturen. G. u. F. Schüler, Restaurant vorm. Alb, Bietz Heiligegeiststr.52, Breitestr.27, Neue Promenade 4 Warschauer Straße 55( Edie Revaler Straße) Gut gepflegte Biere. Erstkl. Weißbier Warum kaufen Chauss [ B. 26 Bettfedern- Krause [ B.22 Gustav Krause Serlin- Reinickendorf- Ost Justusstr.32, verlängerte Soldiner Str. Fernruf: Reinickendorf 281 Elektr. Be tiedern- Be nigung 1ägl Freie Abholung und Zusendung. Casino- Festsäle Pappelallee 15 Säle bis 500 Personer Vereinszimmer[ G.F.194 Gate Kuche, Hausschlächterei. Billige Preise Holz- und Kohlenhandlung Wilhelm Schneider Friedrichshagen Wilhelmstraße 39.[ R.27 Lieferant sämtlicher Brenmaterialien. HECH R.NECHT BERLIN StempelFabrik Robert Hecht Inh, Alfred Schneller Berlin S42, Ritterstraße 118 Femsprecher: Moritzplatz 7254 liefert Stempel jeder Art die meisten Leser ihre Möbel beim Tischlermeister Julius Kiwi/ Berlin N traße 60 Weil ich Ihnen Vorteile biete in Mustern, Qualitäten, Preisen und Zahlungsbedingungen. Darum besichtigen Sie beim Einkauf ohne Kaufzwang meine Ausstellung von 200 Musterzimmern. Leser erhalten bei Kasse 5% Rabatt.