Morgenausgabe Freitag T|I Ä Im Dorous aaijltar. Polldelug 4,32 HL WA BW D| IBM HH W> HB f/ �9 MW f�Z// rtnfdjl StflfDgelö. Sluslonbaabonn«*! VrWk HB B flSU HB B•) B W/ Mr.ljoll.g. N-np'.l.M-zill. mini L, M. pro Monat. BH�H f j iH bH �H|H HB HB HA» Hfl— HD Bfl l iaL, Od Pfennig. ReNome eile!>— Ncichs- » �-WH I flfli W JW DM BMI|Ml HhI Mj ED|H W JBBStsSmm/ morl.„Klein- Anzeig-!,- da« enge. WS H M W iMVi«M» iSfl JMV V»■ MvWMÄ/-rnckle Aon?ö Pfennig(zuiällig zwei vee.PonnSN,' erlcheim woqent!,. WH I»ZW Hfl �W/ MB I leiioedruckie Borte).>edes meliere Bort lich zmeimai. Sonnlog, und Monioa« W�B i DWR i'*7// ym*/ �MBH�> MßM i //.2 Pfennin, Steüengelutfje do, erlle einmal, die Pber.tauogaben für Berlin Hflc-< 1 3B�'/' S>/ WM 1 fflori 15 Pfennig, lebes weitere Wort und im Kandel mil dem Ittel.Der"/ ✓ HF* � SO Pfennig. Wone Uder 15 Buchftoden Dd-nd" JUuftriene Beilagen.Loti\..iyien für zwei Wone Ardeitsmarkt and Zeit' üNd.Aindertreünd'. Ferner � OW./f*»M•« Zeile«v Pfennig Familtenanzeigen für .Unterballung und Willen"..Frauen. �flQc-JMHHIH ÄiSn eA B yr9,.�6y äBAi fl JHfceJIoW Ldonnenien Zeile 40 Plennig. Anzeigen. flimme".Technl!".Blick in die Wt B?fl7Bl fl fl fl WMWV HM B3 Hfl H■■■■»nnadme im Kauplgefchäft Linden. Büchenvell" und.Jugend-Borwätt»" Vflfl V lirafle 5. mochenISgi. oqn S'/j bl» 13 Utu. Zenttalovsan der SozialdemoSraittwen Partei DeuikchtandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstroße 3 F-rnfprech-r Töndoff RS— 297 telegramm-Sdr. Sozialdemokrat Berlin Der Sozialdemokratische Pressedienst schreibt: Der Austritt des Zentrums aus der Reichs- regterung ist von der Oesfentlichkeit im allgemeinen sehr ruhig aufgenommen worden und das hat seinen Grund wohl in der An- nahine, dast die Oppositionsstellunq der Partei, die zehn Jahre hin- durch an allen Kabinetten beteiligt war, nicht von langer Dauer sein werde. Was soll nun weiter werden? Wir sagen ganz ofsen, dah der gegenwärtige Zustand auf die Dauer ichwer crtragbar ist. Wir werden, wenn kein« Verständigung erfolgt, schließlich vor die Notwendigkeit der Reichsiagsauslösung gestellt werden. Kann dieser Ausgang irgendjemanden wünschenswert er- scheinen, der den Parlamentarismus in Deutschland bejaht? Sollten nicht alle Teile auch jetzt noch bemüht sein, den Weg zu einer schnellen Einigung zu finden? Möglichkeiten sind doch sicherlich vorhanden. In der„Germania" ist davon die Rede, daß cherr Kaas stch bereit erklärt habe, die von der Deutschen Volkspartei gewünschte zahlenmäßige Vertretung von zwei Ministern in einem Kabinett der Großen Koalition in Preußen vom Reich aus zu erwirken. Das ist zweifellos übertrieben. So deutlich hat sich Herr Kaas nie ausgesprochen: und in dem Zen- trumsbeschluh vom Mittwoch hieß es ja auch nur, daß der Partei- vorsitzend« bereit sei. die preußische Zemrumssrattion zu bitten, der Volkspartei zwei Minister zuzugestehen. Aber in dem von demselben Blatte gegebenen Bericht über die Sitzung des Gc- fchäftssührenden Vorstandes der Zcntnimspartei wird doch mitgeteilt, daß die anwesenden Mitglieder der preußischen Landtagsfraktion sich bereit erklärt hätten, der volksparteilichcn Landtagsfraktion zwei Mi- nistersitze im preußischen Kabinett zuzugestehen, wenn Dr. Kaas sie als Vorsitzender der Partei daruni ersuche. Wir wollen nicht in eine Erörterung darüber eintreten, ob das olles bei den Mitlwoch-Besprechungen der Fraktionen mit dem Reichskanzler klar genug ausgesprochen worden ist. Aber hier scheint doch eine Basis zu sein, auf der neue Verhandlungen mit Aussicht auf Erfolg geführt werden können. Es ist nur etwas g.u t e r W i l l e und die Bereitwilligkeit zum Verzicht auf formalisti- sche Spitzsindigkeiten oonnöten. Dieser gute Wille sollte vorhanden sein in einem Augenblick, wo es nicht darauf ankommt, sich und die anderen an die Verdienst« zu erinnern, die man sich durch opferoolle Mitarbeit in allen Kabinetten in der Vergangenheit um die deutsche Republik erworben hat. sondern wo sehr viel auss Spiel gesetzt wird. Ausdehnung der Krifenfürsorge Sozialdemokratische Anträge im Ausschuß angenommen. Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten n a hm am Donnerstag bei vehandlung der Anträge zur Erwerbslosensürsorge den sozialdemokratlschen Antrag mit Mehrheit an. der die Ausdehnung der krisensürsorge auf alle Berufe und die all- gemeine Verlängerung der Bczugsdauer für die krisenunterslühung aus 52 Wochen fordert. Der dritte Teil des Antrags, betreffend den Wegfall jeder Beschränkung der Bezugsdauer für Unlerflühungs- empfäuger über 40 Zahre wurde zurückgezogen zugunsten einer Entschließung. die Annahme fand. Zu einem Antrag Moldenhauer(VVp.)- Schneide? (Dem.), der für die älteren Angestellten die Krisensürsorge allgemein mindestens bis zum 4. Mal lg2g ausdehnen will, wurde ein s o, I a l- demokratischer Zusahaotrag angenommen, der dieselbe Vergünstigung auch für die Arbeiter verlangt. Der so er- wetterte Antrag wurde dann gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationolen— mit Ausnahme der Angeslelllenvertreter— angenommen. Die Vier�änderfonserenz. Heute vormittag Eröffnung. Londou, 7. Februar.(Eigenbericht.) Die Sozialistische Vierländerkonserenz beginnt Freitag l0 Uhr vormittag, hier im hause des Transportarbeilerverbandes. das außer einer Reihe Gewerkschasten die ausgedehnten Arbeiter r e i s e.- o-ganisationen beherbergt. Die erste Sitzung wird vermutlich eine Rede Macdoaalds eröfsaen. der den Vorsitz führen dürste. Infolge der Grippe sind in den candesdelegationen Veränderungen eingetreten. Die endgültige Zusammensetzung der Delegationen zur Vierländerkouscren; ist: England: Sulanue Lawrence. Macdonald. Morresson. Suowden, Graham. Tom Shaw, Eramp, valcon; Frankreich: Bracke. Renaudel, Louguel. Aurlol, Grumbach: Belgien: Roosbroeck. de Brouckere. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. wenn man aus Rechthaberei oder aus Rücksicht auf die Parteipolitik oder auch aus besseren Gründen sich nicht entschließt, einem Zustand gefährlicher Unsicherheit ein schnelles Ende zu bereiten. Eine Erklärung der Deutschen Voikspartei. Die Deutsche Volkspartei verösfentlicht zur politischen Lage fol- gende Erklärung: „Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei nimmt mit Bedauern Kenntnis von dem Deschluß der Zentrumssraktion, ihren Minister aus der Reichsregierung zurückzuziehen. Sachliche Gründe für diese Entscheidung vermag sie nicht anzuerkennen, bojonders da die außenpolitische Lage und die F i n a n z n o t des Reiches mehr denn je eine tragfühige Mehrheit im Reichstag erfordert. Die Ablehnung der wohlbegründeten Forderung der Deutschen Volkspartei auf gleichzeitige und gleichmäßige Regelung der Zusainmcnsetzung der Regierungen in Preußen und im Reich durch das Zentrum berührt um so eigenartiger, als dieses Verlangen nicht nur von den übrigen beteiligten Parteien, sondern auch vom Zentrum selbst bereits vor Weihnachten und erneut in der gestrigen Besprechung der beteiligten Minister als berechtigt anerkannt ist. Die Fraktion begrüßt den Entschluß des Rcichskabinetts, in dieser verantwortungsvollen Stunde im Amt zu verbleiben. Sie hält sich nach Ausscheiden des Zentrums für doppelt verpflichtet, in der Reichspolitik dafür zu sorgen, daß bei dem notwendigen Aus- gleich die Interessen der nicht durch die Sozialdenwkratie vertretenen Volksteile gewahrt bleiben." Auch die Bayerische Volkspartei erklärt. Di« Reichstagskorrespondenz der Bayerischen Volkspartei schreibt u. a.: Der Beschluß der Bayerischen Volkspartei auf vor- läufige Belassung des Ministers in der Regierung beruht einmal auf der Tatsache, daß die Fraktion der Bayerischen Volkspartei, wie der Gang der Verhandlungen zeigt, an diesem Konflikt nicht be- teiligt war. serner aus der Tatsache, daß noch wie vor keine koali- tionsmäßigen Bindungen verlangt werden, und schließlich darauf, daß die bisherigen Grundlagen für die Arbeit der Regierung nicht geändert erscheinen. Koalitionsverhandlungen in Preußen. Der preußische Ministerpräsident Braun hat die preußischen Regierungsparteien, Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten, auf Freitag nachmittag, 3 Uhr, zur Besprechung der Koalitions- frage eingeladen. Auch an die Deutsche Volkspartei ist eine Ein- ladung zu dieser Sitzung des Interfraktionellen Ausschusses er- gangen. Die deutsche Delegation Ist unverändert, wie angekündigt, jedoch ist Dr. vreitscheid, der als Fraktionsvorsihender in Berlin geblieben ist, durch Stampfer erseht worden. Die vier Väier des Vertrages. Stresemann- Zaleski- Vriand— Kelloqg. Warschau, 7. Februar. Ja seiner heutigen Sitzung hat der Sejm nach einem Expose des Außenministers Zaleski einstimmig in zweiter und dritter Lesung den(tz-se":svorschlag Uber die Natifi» zicrung des Kellogg-Paktes angenommen. Außenminister Zaleski machte vor der Abstimmung in einer Rede daraus aufmerksam, daß der Grundgedanke zu dem Kellogg-Pakt von Polen ausgegangen sei. » Zaleski spielt mit seiner Bemerkung auf den Beschluß der Völkerbundsversammlung vom Jahre 1027 an, der auf polnische Initiative hin zustandekam und den Angrissskrieg verdammte. So gesellen sich zu Briand, den die Franzosen wegen seines Vorschlages an Amerika, und zu Kellogg, den die Amerikaner als Vater des Paktes bezeichnen, noch Zaleski hinzu. In einem so edlen Wettstreit braucht allerdings Deutschland nicht zurückzubleiben. Da der wesent- liche Inhalt des Kellogg-Paktes der Verzicht auf den Krieg ist, so geht er auf den Vertrag von Locarno und die deutsche Initiative vom Februar 1923 zurück... Aber wäre es nicht weitaus besser, wenn die Staatsmänner aus- hören würden, sich und die eigene Ration zu loben und statt dessen die Verdienste der anderen zu preisen! Selbstlob bringt noch immer in schlechten Geruch. Abreise der deutschen Sachverständigen« Die deutschen Sachverständige« zur Pariser Repara- tlonsbesprechung sind gestern abend von Berlin nach Pa> ris abgereist. Postich« ikkonto- Berlin 87 636— Bankkonto: Bank der lSrdetler.«ngesiellten und Beamten Wallsir. 66 DiSkonio-Gelellschati. Deposnentalle Lindenltt 3 Spanien unter Diktatur. Stagnation in Wirtschast und Politik. Seit dem September 1923 steht Spanien unter Diktatur. Die Aufstandsbewegungen, die von Zeit zu Zeit der cura- päischen Oesfentlichkeit davon Kunde geben, daß es unter der Oberfläche gärt, haben scheinbar meist nur militärischen Charakter und werden oft auf den Gegensatz zwischen den eigentlichen Spaniern und den Kataloniern zurückgeführt. Aber gerade dieser Gegensatz ist keineswegs nur ein natio- naler. Katalonien, an der Nordoststrecke des Landes südlich der Pyrenäen gelegen, ist das Industriezentrum, hier gibt es auch eine starke industrielle Bourgeoisie, deren Interessen denen des Adels und des Groß- grundbesitzes in vielen Dingen entgegenstehen, und ebenso ein nennenswertes I n d u st r i e p r o l e t a'r i a t. Noch schärfer als dieser Gegensatz jedoch ist die s o z i a l e Kluft zwischen den Großgrundbesitzern und der indu- striellen Bourgeoisie einerseits und der Masse der Bauern und Arbeiter andererseits. Die soziale Lage Spaniens ent- spricht durchaus dem Bild, das bereits die großen Städte dem nach Spanien kommenden Fremden bieten: luxuriöse Boulevards, zwecklose, mit Prunk überladene Hochhäuser mit glänzenden Fassaden, Palast neben Palast, und dicht daneben unansehnlich«, meist schmutzige Nebenstraßen. Wenn auch heute noch in Svanien die Produktiv- kräfte nur wenig entwickelt sind, wenn die land- wirtschaftliche wie die industrielle Produktion auch techni'ch meist stark zurückgeblieben ist, so deutet das auf eine Art Nationaleigenschaft der herrschenden spanischen Klasse hin. auf ihre Unfähigkeit, die zur Perfügung stehenden Kräfte und Schätze irgendwie nutzbringend zu verwerten. Man er- innere sich daran, daß Spanien vpr einigen Jahr- Hunderten Europas stärkster und reichster Staat war, der die Reichtümer des amerikanischen Kon- tinents geraubt hatte und jahrhundertelang den größten Teil Süd- und Mittelamerikas ausbeuten konnte. Der spanische Adel und ebenw der Klerus konnten dank dieser Basis einen glänzenden Luxus entfalten, aber die Masse der Bevölkerung blieb ebenso arm wie vordem. Auch während des Weltkrieges konnte sich Spanien als neutral gebliebenes Land von neuem bereichern, doch sind die sichtbaren wirt- schaftl'chen Ereignisse nur gering geblieben. Snanien ist mit Naturschätzen vieler Art gesegnet. Es verfügt über Eisen-, Kuvfer-, Blei-, Zink- und Zinnerze, über Phosphate, Schwefel, Stein- und Braunkohle, es hat große Wasserkräfte: aber bezeichnenderweise ist an der Ausbeute dieser Sck'ätze zu einem sehr erheblichen Teil ausländisches Ka- p i t a l(englisches, französisches und auch deutsches) beteiligt. An diesem Zustand hat auck ein Dekret des Dik- tators Primo de Rivera aus dem Jahre 1924 nichts ge- ändert, wonach alle Direktoren industrieller Gesellschaften Spanier sein müssen u�d ebenso 80 Proz. der Angestellten und 75 Proz. des Kapitals spanisch sein sollen. Die Diktatur ist bestrebt, die mangelnde Fähigkeit der herrschend-n Klasse durch Gewaltmaßnahmen verschiedener Art zu ersetzen, die Produktivkräfte auf Kosten der breiten Bevölkerung, unter Peibc- Haltung niedrigster Löbne, mit verstärktem Steuerdruck zu heben und auch die außennolitische Position Spaniens durch 'Verstärkung der imperialistischen Tendenzen wieder zu ver- größern. Was die landwirtschaftliche Produktion betrifft, so ist sie geqenwärtig wohl etwas höher als vor dem Kriege, ober sowohl technisch als auch, was damit zu- sammenhängt, den Produktionsergebn'ssen nach weit hinter anderen Ländern zurück. Im Iatzre 1927 betrug der durchschnittliche Ertrag von je einem Hektar bei Weizen und Roggen rund 9 Donvelüentner gegenüber 14 bis 19 Doppelzentnern in Deutschland. In' Spanien wird dieser Rückstand damit entschuldigt, daß der snanische Bod-n schl''cht''r sei als in den meisten euronäsichen Ländern: in Wirklichkeit wäre es aber sehr wohl möglich, durch bessere Bodenbewässernng. Verwendung von Kunstdünger, Benutzung moderner Maschinen usw. die Ernteerträge noch sehr erheblich zu steigern. Eine besonders schwache Entwicklung zeigt die spanische F e r t i g i n d ii st r i e, die nicht in der Lage ist. den Be- darf der 22 Millionen zählenden Bevölkerung an wichtigen Konsumgütern zu decken. Primo de Rivera hat, weniger aus wirtschaftlichen, als aus politischen Erwägungen, zu- gunsten der katalonischen Industrie verschiedene Schutzmaß- nahmen dürchgesührt. Subventionsgelder bewilligt, hohe� Zollbarrieren aufgerichtet, wodurch sich die Lage der industriellen Bourgeoisie zweifellos zunächst g e- bessert hat. Für die Reichstumsvermehrunq dieser Klasse zeugt eum Beiiniel die Tat'ache, daß sich allein>n der Zeit von 1920 bis 1927 die Zahl der Kraftfahrzeuge von 76 OOO auf 135 000 vermehrt hat. Demgegenüber ist die Vermehrung der industriellen Produktion, soweit sie überhaupt eingetreten Et. nur gering gewesen. Wie groß in Snanien die Arbeitslosigkeit ist, darüber' berichtet keine Statistik. Was die Hö h e der Löhne betrifft, so ist sie in Madrid und in einigen anderen Städten Es gibt keine Krise. Ruhige Auffassung der Lage nach dem Austritt dev Zentrums. für einzelne �ß&eUarfäfcgDriött vielleicht noch erträglich. In Madrid bekommt«in Eisenformec einen Stundenlohn von IFÜ Veseta, ein ungelernter Maschinenarbeiter v,88, ein Maschinensetzer 1,60, ein AtmMerer 1,63 Peseta.(Gegenwärtig ist ein Peseta etwa soviel wie 60 Pf.) Wesentlich geringer find die Löhn« in der Provinz, insbesondere In den Bergwerten. Im Steinkohlenbergbau säiwankt der Stunden» lohn für Untertagearbeiter zwischen 1.S7 und 0,70 Peseta. d. h. zwischen 1 M. und 45 Pf.: in den Eisen- und Plei» gruben liegt der Stundenlohn zwischen 1.03 und ü.öi) Peseta, d. h. zwischen 60 und 40 Pf. Andererseits sind in Spanien die Preise für alle Lebensmittel auch heut« noch fast doppelt so hoch w i s vor dem Kriege. Nach dem offiziellen spanischen?!ndex lagen in den ersten Mo- naten des Jahres 1026 die Lebenshaltungskosten um 76 bis 60 Proz. über denen des Lahres 1913. Der Cbef des Sta- tistischsn Amtes für die Entwicklung der Staatsarbeit. L. Ä. Bandellos, meinte vor einigen Monaten:„Spanien. das dasjenige Land Europas war, in dem zunächst die Preise am wenigsten stiegen, ist heute von den neutralen Ländern das teuerste." Preissenkungsaktloncn Prima de Rivsras sind bisher durchweg ergebnislos verlaufen. Praktisch hat die Diktatur sogar alles getan, um durch erhöhte Steuer» und Zollsätze dafür zu sorgen, daß die Belastung der Wirtschaft und der Bevölkerung!!- massen mit Staatsabgaben aller Art sich von Lahr zu Labr nsrgrößsrt. Auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, be- liefen sich die Steuer- und Zollsinnahmen Svaniens 1913/14 auf 54,6 Pesetas. 1924/25 auf 112,4 und 1928 auf 127,6 Pesetas. Den stärksten Anteil an dieser Steigerung zeigen die Zölle, die sich, pro Kopf der Bevölkerung gerechnet, von 9.9 Pesetas 1013/14 auf 25,7 Pesetas 1928 hoben. Der spanische Staatshausbalt verzeichnete 1014 eine Eesamiein nähme von 1,09 Milliarden, 1928 aber 2,72 Milliarden Pesetas. Vor allem infolge der geringen industriellen Entwich lung ist der Außenhandel Spaniens trotz der Mass nahmen der Regierung zur Erschwerung der Einfuhr und Forcierung der Ausfuhr st a r t p a s s i v geblieben: im Jahre 1927 war die Einfuyr Spaniens um fast 700 Millionen Be- setas größer als die Aussuhr. Der wichtigste Teil der Ein- fuhr entfällt auf industrielle Fertigwaren, während Roh- sioffe und Nahrungsmittel lObst, Gemüse, Wein) den wich- tlglten Teil der Ausfuhr bilden. Die anhaltend große Paisi- nität des Außenhandels ist Beranlassung. daß Primo de Ri- uera im Interesse der spanischen Lndustriellen«inen neuen Zolltarif mit abermals höheren Sätzen ausarbeiten läßt, der zu einer weiteren Steigerung der Lebenshaltungs- kosten führen muß. Das politische Leben in Spanien ist verhästnismäßig wenig entwickelt. Das Parteileben. a«lch das bürgerliche, spielt in Spanien nur«ine geringe Rolle, bei' den Arbeitern ist das Klassenbewußtsein in den Massen meist noch nicht erwacht, von den vier Millionen Arbeitern such»»roch nickt 600 000 gewerkschaftlich organisiert: auch heute noch wirkt insbesondere der Einfluß der K i r ck e lähinercd auf die Entfaltung volitischer Kräfte bei den Arbeiter»: und noch mehr bei den Bauern. Es ist das Land der absoluten Stagnation, dem die Diktatur Prinro de Riveras den politischen Stempel auf- drückt. poincaf�-Jrriümer. Die deutschen propagandaausgaben. DTP. verbsfentsicht folgend-. Ktividcnmg auf ein» durch das Attreau des französischen MinisterprSstdenten ottöffentlichts Er. läuteoma zur Rede Poincar4s�in der er dl» Propaganda� ausgaben im Reichshaushalt auf 94 Millionen Mark beziffert nah Dieser Betrag wird in der Erläuterung aus einzelnen Titeln des Voranschlages für den Rcichshaushalt 1927 zusammen- gerechnet. Hierzu ist zunächst zu bemerken, daß bei den von Hava? ange. führten einzelnen Positionen teilweise erheblich« Irrtümer unterlaufen sind. So sind z. P. 26 Millionen Mark für die Zahluirg von Zuschüssen an Kinos aufgoführt,«ins Aüqzaba. die im Reichs- Haushalt für 1927 überhaupt nicht vorhanden ist. Bai anderen Aus- gaben, wie z. B. dem Betrog für dos wirtschaftliche Nachrichten- wesen, sind die Zahlen unrichtig wiedergegeben. In Wirklichkeit sind im Etat für 1927 für die Beschaffung wirtschaftlichcr Nochrichten aus dem Auslande nicht 7 Millionen Mark, sondern nur 5(0990 M. eingesetzt und bewilligt worden. Das ivesentliche ist aber, daß die Ausstellung von Haoas ein? Reihe van Ausgaben anführt, die m i t P r o p a g a n d a über- baupt nichts zu tun haben. Go sind 8 Millionen Mark für die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschast aus. geführt,«ine Ausgabe, die lediglich der Beschaffung wiisenschafllichcr Werke, der Drucklegung von wissenschaftlichen Publikationen und ähnlichen Zwecken in Deutschland dient. Große Summen, wie die für dos Ruhrgebiet, die besetzten Gebiete und Ostpreußen, in Höhe von 37,5 Millionen Mark werden ausschließlich für w i r t- schaftlich notleidende Bcoölkarungstoile des eigenen Staatsgebiets verausgabt, so daß in keiner Weise ein- Verwendung im Ausland« in Betrncht kommt. Ebenso erstaunlich ist »�s. daß in der Aufstellung die Ausgaben für disTechnischeNot- Hilfe mit 2,5 Millionen Mark aufgeführt werden, die allein der inneren Vsnvaltung dienen. Wenn man alle diese Irrtümer berücksichtigt, ist ohne weiteres ersichtlich, wie wenig begründet die Angaben über die Höhe der deutschen Propogandaausgabe» sind. Ein« auch nur oberflächliche Prüfung des deutschen Etats zeigt, daß die wirklich für Propa- ganda im Ausland angesetzten Beträge nicht im entfern- t e st e n die von Herrn Poincore angegeben« Summe erreichen. Selbst wemi man den Begriff der Propaganida im Ausland sehr weit saßt, köimen dazu aus dem Etat von 1927 nur folgende Titel gerechnet werden: ein Betrag von 8 Million«» Mark für g e h e i m e Ausgaben linzwischen herabgesetzt auf 6 Millionen Mark», ein Betrag von 2,7 Millionen Mark fllrdieFörderungdesRach- richtenwcsens im Ausland« und endlich ein Betrag von 0 Mil- lionen Mark für kulturelle und humanitäre Zwecke im Auslo»»ds. von dem allein 4T Millionen Mark für die deutschen Schulen Im Auslande festgelegt sind. Bei allen anderen Titeln,. die das Gr- bist der Propaganda berühren, handelt es sich um Ausgaben, die ausschließlich für das Inland bestimmt sind. Oer Gotteslästerungsparagraph. Die Sozialdemokratie beantragt Streichung. Ausdehnung der llosalloersicherong aus weile« Berusskrank- Heiken, euch in Landnürsschaft und Seefahrt, bestimmt eine Per- ordnuita, der der"tzeichsrot zugestimmt hat: ebenso einer Perord- nun,?, die die Reoisionssumme im Zivilprozcß von 4990 aus 5000 Mark erhöht. kkrchenzwang für die südslawischen Beamten. Der Verkehrt- minister der Belgrader Diktatur vervflichtet alle Beamten, Sonn- tags und Feiertags die Kirch« zu besuchen. Der Strosgcsetzausschuß des Reichstags beschäftigte sich in der gestrigen Sitzung mit den Religionsdelitten. zu bcr.«i\ die Störung de» religiösen Friedens und der Tolcnruhe gehört. I 160 de» Slkafgesetzentwurs» bedroht mit Gefängnis biizu Zwei Jahren oder Geldstrafe de»i«nia»n, der öffentlich ct«»e im Reiche bestehende Rellgionegesellschaft, ihren Glauben, ihr« Einrichtungen oder ihre Gebräuche in einer Weise b c- schimpft, die geeignet ist, das Empfinden ihrer Angehörigen zu verletzen. Abgeordneter Dr. Marum begründete für die sozialdemokratifchr Fraktion einen Ankrag ans Streichung de»§>69. Zur Begründung dieses Antrages sühric tr äus, daß mit diesem Antrage in keiner Weise die Güter der Religion gewerttt werden solien. E» sei die Pflicht eine» jeden Mensche»», bei dcrKritit von Dingen, die anderen heilig seien. In der Form Maß zu hasten. Deshalb sei es aber noch nicht notwendig, dies« Toleranz durch diu Androhung von Strafen zu erzwingen. Nach sozialdemokratischer Auffassung sei die Religion Privatsache jedes einzelnen und sei die Trennung von Staat und Kirche not? wendig. Domgemäß dürsten die Rellgionsgosellschaston keine andere Stellung haben als die von privaten Per- einen und auch der staatliche Schutz bei den Religionsgesellschasten nicht weitergehen als bei diesen Aerein«»». E« gehe doch zu weit, schon bei Anwendung von Kraft- oder Schlmpsivorten Slrase vorzusehen. Auch die alten Propheten hätten sich des österen sehr scharf ausge- drückt. Diese wären nach der heutigen Rechtsprechung wegen Be- schimpfungcn vor Gericht gestellt worden. Bei einer Kritik kiner Religionsgemeinschaft in solcher Farm könne diese sich selbst zur Wehr setzen, ohne da» Strafgericht anzurusen. Liege aber nur eine ge- wohnliche Schimpferei vor. so sollten die Kirchen über solche Dinge mit souveräner Verachtung hinweggehen. Nach dem«niwurf sollten die Kirchen in höherem Maße grschUtzt werden als der Staat» das sei«ewis, nicht richtig. Die heutig» Rechtsprechung könne vielfach nicht aemlliat werden. So sei es sehr bedauerlich, daß man dem Maler Grvsz den Prozeß wegen Beschimpfung der Einrichtungen der Kirch« gemacht haba, weck er eine Zeichnung Jesu» am Kreuz mit der Gasmaske und Militär- stiefeln dargestellt Habs. Grasz habe sicherlich kein» rohe Beschimp- sung kirchlicher Einrichtungen gewollt, sondert» lediglich einen ami- milttaristischen Gedanken künstlerisch darstellen wollen. Selbst zum Schutze des Wunders von Konnersreuth seien Staatsailwäste sing!- schritten. Während des Krieges sei e» vorgekommen, daß ein Pfarrer Jesus mit Maschinengewehren in Verbindung gebracht habe» Da» sei gewiß ein religiöser Mann gewesen, der die Kirche nicht Hobe be- schimpsen wollen. Nach der heutigen Rechtsprechung hätte man auch gegen ihn vorgehen müssen. Der sozialdemokratische Antrag müsse angenommen werden, um nicht Kriüt an der Kirche und ihren Ein- richtnngen unmöglich zu machen. Do« mindest« sei. daß nur bei Be- ichimpsungen einer Religionsgemeinschaft in gemeiner Absicht eine Bestrafung in Frage kommen dürfe. In der vorgeschlagenen �arm sei g>69 für die Sozialdemokraten unannehmbar. Abg. Masloivstt(Komm.) trat ebenfall« für die Streichung ein. Abg. Ehlermann(Dem.) erklärte sich gegen die Streichung, weck dos religiöse Empfinden geschützt»crden Müsse. Eine Einschränkung der Prozesse sei aber notwendig. Ilede Einschränkung der freien Meinungsäußerung müsse verhindert werde«. Tie Freiheit künstlerischen und literarische« TchasseuS müsse gewahrt werden. So müsse die Strasbcstinnnung von einem Verlangen der betroffenen Religionsgemelnschoft abhängig gemacht werden. Abg. hanemann(DNatl.) hob hervor, daß beim Angriff eines Glaubensbekenntnisses Bestrafung möglich seln Müsse,»»enn die Absicht erkennbar sei, nicht zu kritisieren, soirdern auch herunter- z u r« i ß e n. Bedauerlich sei, daß z. V. der„Vorwärts� nach der Wahl Hugeirbergs in satirischer Form Hugenberg mit dem Erlöser verglichen habe. Eine Strasbestimmung gegen Beschimpfungen einer Religionsgemeinschaft sei notwendig. Vom bayerischen Tiielunsug. Oie bayerische Regierung berust sich auf Herrn Schiele. München, 7. Februar.(Eigenbericht.) Die Nfichrickt von der Klage«»Hebung der Reichsregirrung beim Staatsgerichtshaf ivegen der bayerischen Titelverlethi«»- g«n ist von der bayerischen Negierung mit wcftt gemischten Ge- ftlh�n, von weitesten Kreisen der Bevölkerung mit u n v e r- hohl«n«r Freud» ausgenommen vwrden. Di« Dersuch« b« Bürgerklockpvesle. de» Reichsinnenminister Gevering der Be- nöllerung van neuem als den schwarzen Mann für die bayerischen Nebinge zu biskroditimn, wird deshalb kaum derfangen. Di« Reglorung Held beeilt sich inzwischen, ihren Untertan«»» zu wnsstchern, daß sie ihr«.» Streich gegen die Retchsversassurig seinerzeit nicht ahn««».»« Ar» Rückendeckung unternvynnen häb->. Sie behauptet, haß ihr« TffÄ immer v« mit Beziehung auf«in Amt olHr einen Beruf oerliehen worden smb. Diese Auffasiui« sei der Reichsregisnma damals amtlich ffjr Kemrtnis gab rächt«Orden: Widerspruch Hab« sta keinen gefunden. Dabei nrnß man allerdings misten, daß diese Relchsregierung das erst» ReichrkadiNttt Rüther(102.5) gewesen ist» der«n VerfastungRointsterium den» go- schworen«n deutschnationalen Verfasiungsfesttd Schiele anvertraut war. E« ist also sehr bezreiflich, daß o? der bayerischen Regierung uiNer den heutigen Umständen mit der an sich nur negativen Rücken- deck, mg nicht gerade wohl zumute sst. Sie möchten Orden haben. Die.Deutsche Allgemeine Zeitung" ist sehr ärgerlich, daß S« v« r l n g gegen den v«rsassungsv>thrlgen bayerischen Titelunfug vorgeht. Warum 2 Weck si« darin einen Präzedenzfall für d«N Ordensunfug sieht. Si« schreibt: „Wem» man die Verleihungen Bayerns seit Jahren durch bloße Kenntnisnahme geduldet Hot. s» geschah dos tn der all- frlNgea Ernmrtung. daß auch im» Reich« rech« in der.Frage der Titel und Orden zivangsläusig Aende rangen erfahren müsse, die ben Bedürfnissen der Proris Rechnung zu trogen hätten. Die Bestimmungen de» Artikel» 199 der Reicheverfast ung sind bekaimt- lich zum Teil durch die Praxis Icmflsi in der Umbildung begrifftn." Nicht genug, daß Bayern Kominerzlenräte fabriziert— sie wollen auch noch Piepmätze für die Heldenbrust haben! Im übrigen scheint die„DZlZ." groß« Achtung vor der Der- fassung zu haben, die sie einfach„durch die Praxis umbilden läßt". Für diesmal geht es nur um Orden und Titel— ober können noch diesem Rezept nicht auch die Grundbestimmungen der Verfassung durch faschistische„Praxis" umgebildet werden? «- Der Huirdezüchterverein zu Dresden hat beschlossen, auf der Il»ternationalen Hundeausstellung, die Ende Februar in Dresden stattsiirdet, den prämiierten Hunden Orden zu verleihen. Curtius über die wirischafiltche Lage. Oer Z�eichswirtschastsmimster über die Aufgaben der Each- verständigenkonferenz. Auf einem Empfangsabemd des Verbandes der aus- wärtig« n Press« hielt Reichswirtschasteminister Dr. E u r t i U s ein Referat über die wirtschaillich« Situation in Deutschland. Er gedacht« der deutschen Dachverstäudigen, dt« zur Rsparation»koi»ser«nz naö, Paris retsei». Die Sachverständiaen feien nicht Parteivertreter, sie sei«» pielmehr völlig unabhärmig. Di« Reichsregierung könn« vor der Konferenz nicht nwtericll Stellung lähmen. Erst wenn dos Gut- achten der Sachoerständtgen vorlieg«» begirmc die Reparations- Politik. Die Nochprüfung der Frage, ab die deussch« Wirtschaft bei Be- ginn des fünften Leistuirasjahres wieder ihren Rormolftaich erreicht Hab«, fei sehr schwierig. Für viele Wirtschaftszweige sei leicht zu er gelegt»verde. Die Statistik lasse in Gestalt von Löbiren. Mieten. «teuer» usw. ein Vielfaches der als Kredit« in die deutsche Wirt- schzft hineingeiicssenen Summ« erkennen, ohne daß«in Schluß dar- aus gezogen werden dürfe, ob damit ein« Erhöhung des Volksver- «nogens hervorgerufen worden sei. Wer in die deulschen Provinzen und am das platte Lorch komme, dem spring« der Ahitaird von der Entwicklung weniger be- güirstlgier Zentren In Deutschland In di« Auge»». Rur im Vergleich neit der w'.rischosckichen Entwicklirirg dar anderen in Betrocht kommeirden Länder korm» man schließlich zu einer» drcmchbarcn Ur- teck über die Doge der deutschen Vmkswirrschast gelangen. Wer liegt in Nikolskoe begraben? Wo» republikanische Zinanzbeamte alle» wissen sollen. E« gibt immer»roch Finorrzänster, di« ihre Aufgab» in mttu archtstilcher Propaganda erblicken. Kürzlich trug km Haushalls- ausschuß des Reichstag» der Abgeordnet« Faltenberg�(Soz) einen besonders krassen Fall vor, Bei einem großen Qrichesflnanzanst wurd« be» der Prüfung für den gehobtnen mittlsren Dienst einem Prüfling die Frage vorgelegt; „Wer liegt tn Rtkölekoe bePra&en?* Der Prüfling könnt« nicht antworten, der«xaminierend« Beamte half durch dt« Frägö nach: .Laben Sie denn kürzlich nicht» in der Zeitung gelesen? Da ist doch jemand vor einiger Zeit auf der Rennbahn tödlich vor- UNglückt! Er meinte den Prinzen Stegisn, und von Preußen. Seit wann gehört die Genealogie der Hohenzollern tn die Prüfungsordnung"einer republttansschen Verwaltung? Wir nehmen an. daß Reichssinanzmlnister H i l f e r d i n g gegen den Exonünator da» Erforderlich« veranlassen wird. kennen, daß die Gefmchuisg sich nicht in den» erwarteten Tempo vollzogen Hab«. Das gelte tnsbesonder« von der beut- schen Landwirtschaft. Wemger sticht werde sich hstsc Nach- prüsuirg auf anderen Gebieten vollziehen. Eine aus bloß statistische Größen äcisgebaut« Erkenntvi, brivz« dc« Gftal'.r de» Etnseiliakelt mit sich. Man dürft nietnal» nur das vberslöchenbild der Wirtschaft sehen. Neben die zahlenmätzft« Erfassung imtsse d>« unmittelbar« Anschauung treten. Man dürfe betspielsiveis« bei der Betrachwng de, Bolkseintoinmens nicht der optischen Tckrschimg verfallen, di« durch das Eindringen ausländsschen Kredits in Deutschland nah«- Sozialisten und Elsaß. programmatischer Antra? tn der Cammer. Pari». 7. Februar.(Eigenbericht.) Jp der Tagesordnung der Sozialisten zur Elfaßdebätte wird da» Bedauern über dos Mißverhältm» zwischen Frankreich und d«m Elsaß ausgesprochen, das durch die outonomistisch« Propaganda, soivte durch den Feldzug gegen di« religwnslvs« Schul« hervor» gerusen sei. Es wird jedes Sondcrregime, in weicher Form immer, vermorsen, jedoch ein« Reform gefordert, di« für ganz Frankreich notmendig sei. Di« Tagesordnung schließt mit der Ausforderung an die Regierung, die Steuerfrag« zu prissc». sowie die ZweisprachizkeitdesElsaßzu respektieren. Ss ist die Auffassung der Sozialisten, daß di««ssäsiische Frag« vor allen Dingen auf die klerikale Propaganda zurückzuführen sei, ein« Auffassung, die heute wieder Leon Blum im„Populaire" in längeren Ausführungen begründet. Freilassung von March abgelehnt. Pari», 7. Februar. Die Kammer Hot nach Stellung der Dertrayens- frag« durch die Regierung mit 329 gegen 161 Stimmen(Sozia- listen, Kommunisten, Radikal« und republitonisch« Sozialisten) die Freilafsuug des zum Abgeordneten goivöhlten Kommunisten Marty abgelehnt! Sie setz»« daraus die elsässische Debatte fort. Kochrezept. Nimm Gelb von einem faulen Hühnerei, Verrühre es mit Ssni und Mostrichresten Und füge kleingehackten Knoblauch bei. Da» Ganz« füll' in einen außen festen Doch innerlich noch flüssigen Kuhfladen. Auch Hühnerdreck als Zusatz kann nichts schaden. Die Spesse wird in Patriotenschmalz Gedünstet und hübsch schivarzweißrot garniert Und schiiehlich kochend aus dem eignen Hals Der jubelnden Versammlung l)«iß serviert. Wer so die Republikbeschimpfung treibst Hot jede Aussiehst daß er straffrei bleibst Ioaatha«. Das Arbeitsschutzgesch im Reichstag. Reden Wiffells und Graßmanns.— Vorher Kommunifienkrawals. D«?«rssZSati! am Donnerstag«in Protokoll und mn«n Na>enw«chs«l zum d«utsq-sra zi.'M zweit«» Male aui, den Saal zu verlaisen.(Naua Schimpfereien d-ac Kommunisten, Gogenrijs« der Sozialdemokrat«»: Natürlich, wir rserd«» iMs van euch iortwächrend b«schimpsen lassen!» Präsident Löh«: Do d>« ausgesäüossenen Mitglieder den Saal nicht verlassen, v ni erh reche ich die Sitzung aui fünf Minuten. Ab. Kollwi.tz hat den Saol jdglo-kch verlassen, u�hrand H ö r n l« im Saal blieb. Präsident eöbe: Der Abgeordnet« �oTlilrljat sich durch dir� Weigerung, memer Anordnung Folg» zu k«>st«n. den Ausschluß aus«hl Sißongetaße zumWtzen.(Hämfe zieht gS. Abg. Torgler(kbmw)': Was zesch'eht mit den Immectr-u-iSch'Mpfern der SoziatbeMökrotie, di« hören Sie nicht, Hekr Präsident, da« sind Ihr« Freunde!) Ich ruie d«n Torgler zur Ordnung. tAng. Ja d o ich(Komm.) wird zur Ord nung gerufeir. erklärt die» für gleichgültig und erhält einen z w e i t a n Ordnungsruf.) Meine Damen und Herren! Dos ganze Haus ist Zeug« dessen, wafl sich oeltern und vorgestern während der Reden der Abo,. Br«n und Bnttscheid und des Ministers Wisiell zugetragen hat., Geschrei dar Kommunisten.) Ich erklär« ausdrücklich, daß ich bas weiter nicht mehr zulassen«erd».(Stürmssche, Bravo! d«r Mehrheit, Geschrei der.Kommunisten. Ich werde die Ordnung des Haus»«, den Alweordneten jeder Partei gegenüber aufrecht erhsiten. Aog. Skoccker(Komm.) verlangt das Wort zur Geschöjtsordnung. Präsident tobe: Ich erteile jetzt da» Wärt zur Geschäftsordnung nicht, über die Ordnungsmaßnahmen des Präsidenten gibt«« keine Debatte.(Stoecker: Ihr Parteisührcr DütmanN hat...) Sie wissen genau genug, wie Sie Peschwclden gegen die Handhabung de» Präjtdentenamtes anbringen können ich verweise wie auf diesen Weg, ans dem Sie zu Ihrem Rechj kommen. De? deutsch-litauischc Handelsvertrag wird schließlich an. genommen. Es folgt da» deutsch-rumänische Finanzabkommen. Abg. Frau Toni Sender(Soz.): Wir nehmen von dein Ber- tragsabschluß mit Genugtuung Kenntnis, da er die Wiederaufnahme und Verbesserung der Wirtschostsb-ziehungen zwischen den beiden Ländarn ermöglicht. Das liegt nicht Nur im Interesse der Unter- nehmer, sondern auch der Ardeiter.. Die Abgq. v. Lindeiner-IVtldau(Dnot.) und Dr. Mrkh(Z.) spreckep ihre Zustimmung zu dem Pertrag aus. Abg Ende(Komm.): Rumänien ist das Hauptarsenol in dem oeplanten Krieg der Westmächte gegen Sowjetrußland. Die deutsch« Anleihe an Rumänien ist eine Hilseleistung dazu. Ministerpräsident Mairiu ist der armselige Lakai des Reoentschoftsrates.(Präsident ltöbe:®> dürfen einen ousländischen Staatsmann nicht in diss»r Weise beleidigen.— Abg. Torgler(Komm.): Schließen Sie ihn doch aus!— Präsident tobe rust Torgler zur Ordnung und verweist ihn auf die Folgen weiterer Ordnungswidrigkeit.� Ich wiederhol«, da der Herr Präsident nicht verstehen zu wollen scheint... Präsident£öbe: Da Sie sich meinen vielen Mahnungen nicht süaen, befrag« ich das Haus und bitte diejenigen, di« den Redner weiter hören wollen, sich zu erheben.(Nur di« Kommunisten stehen aus. dem Redner ist das Wort entzogen.) Der deutsch-ruwänische Hand«lsv«rtrog wird nach weiteren kurzen Reden angenommen.___... Es folgt di« erste Beratung des Ardeilsschnhgesehe« m Verbindung mit den schon letzthin in Verhandlung gezogenen Interpellatio- uen und Anträgen über die Erwerbslosigkeit. Reichsarbeitsminister Wissel!: Die Verheißung eines einheitlichen Arbeitsrechts in der Ber- fassung ist noch nicht oerwirllicht. Eines der wichtigsten Teilgebiet« ist das Arbeitsschutzrecht, das dringend des Neu- und Umbaues be- darf. Jetzt herr'cht auf diesem Gebiet eine Buntscheckigkeit und Zersplitterung, gleichermaßen unyü>,st,g für Arbeit- nchmer und Arbeitgeber. Die Vorschriften sind enthalten in der Gewarb�ordnung, tn verschiedenen Bundesratsverordnuvsten, sowie in den verschiedenen Spezialgesetzen der Nachkriegszeit. Die Nolwendigkcii einer einheitlichen«odifizierung der verschiedenen Arbeilsschutzbeslimmungen wird verstärkt durch die Mitgliedschaft Deutschland» im Internativ- SrbeU-miü. Ae von ihm ausgehende» tntemationalen Der- einbarungen bleiben meist hinter den schon tn Deutschlöich bsiUlKM- den Vorschriften zurück. Die Sammlung dieser deutschen Vorschriften in einem Gesetz könnte die Wirkung haben, daß auch andere Länder in schnellerem Tempo dem deutschen Beispiel in der Sozial- politit folgen. Bei der Wiedereinbringung dieses schon von der vorigen Re< gicruno ausgearbeiteten Gesetzes war die äfsentlich« Diskussion zu berücksichtigen, die sich besonder» Mit der A r b e i t ea u f s t cht be- schäftigl Hot. Auch die Vorschlägt de? ADGB. lagen vor und waren zu beachten. Die verrcichlichung der Arbeitsaufsicht muß noch zurückgestellt werden. Ein« Reihe Verbesserungen hat der Eniwurs unier der neuen Regierung schon erfahren. Die vielen Ausnahmen sind bedauer- lich, waren ober unvenneidlich und werden ausgewogen durch den einheitlichen Grundchorakter des Gesetzes, ilebrigens ist die Zahl der Ausnahmen gegen früher im Wesen vermindert. Man wird Nicht bestreiten können, daß das Gesetz uns dem einheitlichen Arbeitsrecht näher bringt und dn«n wichtigen sozialen Fortschritt bedeutet. Er liegt vor allem in der Ausdehnung des ArbeiterjchutzeZ auf alle Be- triebe und auch aus die Angestellten. Der Maschinenschutz und der Schutz gegen Giftstoff« soll in Zukunft nicht erst bei der Verwendung, sondern schon vci der Her- stellung einsetzen. Häusliche Arbeit und solche bei anderen Unternehmern wird aus das Höchstmaß der Arbeitszeit angerechnet. Gegen jetzt 600 Uebsrstunden sollen künftig nur 300 im Jahr zulässig sein. Ununterbrochene Betriebe sollen zum Dreischichten- betrieb übergehen. Der Iugendschutz beginnt mit Iß statt 18 Iahreif, Kinderarbcst soll erst vom vollendeten 14. Lebensjahr erlaubt sein, auch der Frauenschutz»st verbesscrt, der Geltungsbereich der Sonntagsruhe wird erweitert, in die Höchstarbeitszeit die Sonntagsarbeit eingerechnet werden. Die Möglichkeit der Ein- führung des 6-Uhr-Ladcnschlusses ist vorgesehen. Auch ohne Verreichllchung tritt eine starke D e r e i n h e i t- l i ch ii N g der Organisation ein. LoNdarbeiteschutzämter für nicht zu kleine Bezirtc, nötigenfalls unter Zusammenziehung mehrerer Lander, müssen errichtet, dem Reichsarbritemimster die Regelung der Abgrenzung, Personalauobildung, Berichterstattung usw. zugewiss:» werden. Ein geordnetes Vefchmerderechl wird eingesührk. paritätisch« Kollegien werden zur Entscheidung eingesetzt bis hinaus im Arbeitsministerium.(Auf eine Frage des Abg. Sroßmann(Soz.) erwidert der Minister, daß Verreichlichungeplänc zurzeit nicht bestehen, was freilich die KPD.-Prels« nicht hindert, es zu behaupten. Dos Geietz wird noch Ergänzungen durch andere Gesetze er- sähreu, so über die Bergarbeiter und über Bstufsgeuossenschafteit und Unfallverhütung, auch durch Ratifizierung nerichiedcner intt?- nationaler Arbeitsabkommen, welches Gesetz bereit» in den nächsten Tagen vor dos Aabinett kommt. Möge aus den Berstungen ein Gesetz bernorgehen, da» zur Gesundung und Hebung der deutschen Arbeiterichaft und zur Verainheiklichung de« deutschen Urbeitorrechts «inen wichtigen und erfolgreichen Schritt darstellt.(Lebhafter Beisall.) Die Redezeit wird otif«ine Stund« festgesetzt. Abg. Dr. Moldenhauer c«.�Pfd.»cliver, Pfd. 1.95 Z-itronen Ouyend 50 Pf. , Pfund'•'*3 An'oUlnpn Jagdwurst,. piund 1.45 mi5itr..twiaji«sm.M8rnntnii'1,"�" 50, 70, Im Sdiinkenpolnlsdre 1.55 ßerl. Mettwurst pid. 1.20 Apfelsinen"U 65. YÖPf. Filetwurst Pfund 1.55 seewurst..piund 1.70 safeläpsel«-»in. 42, 48pi. U. � Q..«*7f\ Kis>c ca. 1 a. 1 tz bolsieiniachc, Ftunu DISrwurSi•.Plund l.iU 4SP!d. oruiio, von lO./Oan JKaucherzvaref* Bananen Fettbücklinge 23 u.öÜPt. Fieckheringe Pfd. 48pf. 3 Pfund 8jpt Sprotten. Pfund 35 pl Seelachs..stüd<,p«d. 48 pu Frische Ananas Kieler Bücklinge 40Pt Spic�uande2.75Buno34PL MessSna-Apfe slner OConserfef Ä 1 0.75 Spinal....... 48 Pi. Delikale�-Kohlrabi P'und I?'''' Karotten eeschnltlen �Opl's Dom 42 Pi. 70pi, n/6 J Jg. Brech- u. Schnitt- Hat. Tomatenmark W.rsmgkohl � 12Pt bohnen 60 sone u 78pt< u 22 � 38>, 95pi. 1.65 Rotkohl holt, Pfund 15pi. Haushall-Gemüse__ Pflaumen.... 63 p,. Zwiebeln.. Pfund 15pt nun machen Kr.scn //PL Kirsdien sauer, m.SL 1.05 Möhren gewaschen 15pl Leipzicer Aller.ei 90pl Mirabel.en... 1.05 Sellerie____ Piund 28 Pt Gemischt. Gemüse. Gemischte Früchte CnXhVln- ,e,n7� uosrrr� 1.35 OCaffaa Junge Erbsen...73pt. Frdhpprpn 1 �5--- junge Erbsen.... 1.25 OisardTnen'--«"«sfere. Brudispargei"e 35p.. 42p.. Konsum-Misch p.d.2.40 Ä'•«) SK3Ä> Bral-aBismard,-,,,.» Ä Slangenspargei hering, Rollmops oq Sonder Misch...� 00 ™"17. 3-20 He,ing ,n Qe.eaMa 8KÄ Konfitüre V, Eimer Residenz-Misch. 4.20 Vierfrudil 0.88 Pflaumen 0.98- Aprikosen 1.10 Spezial-Mischung Erdb. 1.30 Orange, Johannisb. 1.15 Kirsch 1.35 0.67 1.10 Apfelgclee Helvelia'*2® a-p.nnd-Eimer 2.95 Vaa OCcnfStSran v.P.d, Olympia-Kakao............. Pfund 1.00 Ceylon II...... 1.25 Olympia-Block-Schokolade....... piund 1.15 Indien........ 1.55 Vollmilch-Schokolade s Taiein a so Gramm. 85 pi. China....... 1.70 Krem-Schokolade Ap,el8,nw;%2XTiÄr*45p,. Cey.on....... 1.85 Tee-Keks. ptund 1.40 Sandgebäck pid. 95?.. Darjeeling..... 2.00 iKSaa is.&atfa Camembert 23pl'"">1 78pl Steppenkäse 75 pi. Emmenlhaler'*'e� 65 m. Limburger Aug., halbfett.. m 52?.. voiiicii.. p.d. 1.05 Holländer halbletl..... Pfd. 75PL vollletl..Pfd. 1.10 Edamer naibtett...... pw. 75 voiitett. Ptd. 1.10 Tilsiter Halbfett....... Pfd. 90 Pf. voiltefl I Pfd.». 1.35 Schweizer dän, drelvlcilellctl Pid. 90 PI. bdVp',uVnu von 1-35 Blodtkdsc, halb'elf, ohne Rinde Tilsiter Art Piund 88 pi. Sdiweizer Art Pfund 98 pl Margarine Pfd. 52, 58pl Tafelbutter pid.2.06 2.12 Kokosfett P(d.-Taici 62 pl DanischeBuiter ptd. 2.28 iKoloitinlianrar» Pflaum. Bosn.,Pio.46,32 l brudireis Pfund 19 Pu Pflaum. Kauf., Pid.84,42pL Italien. Reis Pmnd 24p.. Backobst ocr�mms, 40 pl �v[lreis. -0 Nakkarom 45,jrBrt38pt Birnen Kant, pw. 9o.68p- Eicr-Sdinilt-Nud.m.40pt Ringäpfel Kam, ms. 90 PL EierrFad.-Nud. ss, 42pi. Aprikosen Kalif., t.i8.95 pl Eiet'-Suppen-Einl. 58pl Hühner-Bouillon-Würfel'»sm» sosmc „o.ropu- 50 pl 95 pl 2.25 Suppenpulver nach böhmisch. Art: SAoten mit Kalb-.. Deiscn, UUhner, Leber, Rindfleisch. lPld.<=25 i eller I.9o Preise für', riasene ohne Glas Besonders preiswerter SCdwein u. Spirituosen Tarragona rot. kra tig................ 1.00 Malaga Golden teinsuo............ 1.40 Insel Samos u. Malaga Dunkel...... 1.60 Lagrimas Christi u. Moskalel........ 1.75 Deutscher Weinbrand- Versdinüt...... 2.60 Dlsch. Weinbrand u. Hdlb& Halb 3.30 Jamaika-Rum-Verschnili..Exlra"« voi.-s 4.00 Allasch, Cherry Brandy, Curacao orange 3.90 Domalne Sl. Coloma milder, span. Rofwelnl M 1927 Wöilsleiner sud. tisch- u. Bowimmosc J 0 10 1927 Iraisener Rolenfe.'s lieblicher Nahewein. 1.40 1920 Dürkheimer Schenkenböhl miw, lieblich 1.70 1926 Clüseralher Königsberg siatnigcr Mosel 1.80 Snezial-Cuv�p iHaus sike teincr Tatclseki., of, opeziai-v-uvee Fiasjiengarutig, m. Bleuer u. F as-he 4.UU 8 Sorten Wein u. Spirituosen vom Fa(t Kalbskamm u. Brust...-p.'und 0.72 Kalbsnierenbraten...... p;und 0.85 Kalbskeule ganz und geum..Pfund 0.95 Rinder kämm u. Brust---- Ptund 0.76 Gulasch pid. 0.85 Querrippe pid- 0.7S Schmorfleisch u. Roastbcat, m. Knoch. 1.00 Schmorfleisch ohne Knodian. Pfund 1.25 Liesen Pfund 0.75 Gehacktes»id. 0.75 Schweinebauch u.B0«, P.und Goldbars Obn« Kopl........ Piund Schellhsche............p.und Bratschollen....... p.und 0.24 AaCquappen............ p.und Kabeljaufilet........... p.und Zander(rlsdi eingefroren.....P.und Grüne Heringe 5 p.und 0.52 0.23 0.20 0.22 0.24 0.35 0.48 0.4 Z 0.50 0.S5 ßefiugel Um(tffSIJ Gänse gelroren....... P, und von 0,82 Pulen gefroren......... Pfund 0.95 Suppenhühner.... p.und von 1.05< Feite Enlen ge.roren.... p.und 1.20 Wolgahühner.....»»und von 1.15 Schneehühner.........»ikh 1.90 Wildenten st. 2.40 Fasanen s>. 2.95< Rehblätter........... p.und 1.35 Hasen gestreift u. ausgeworfen, Pfund 0.95 1 Eilige Bestelluii gen— mündliche, schriftliche and telefonische— werden durch die Lebensmittel' Bestell. annehme anige nommeo r.wünsch gemäß erledigt In unserer neuen großen mit den modernsten Errunccnschaften aufefcmachtcnLebcnsmiitellialle im 4. Stock nenecn- Abgrabe vorbehalter Prei/e nur Freitag MOtf Sonnabend Verkauf aowell Vorra Sdfwes Stets«. Pia. Pa. Sebwsinebaueh unae Bcuag« 1.08 P«. behwei-eschinken..... 1.18 Sefcwe�eschullerblatt.... 1.18 Pa. Rücken ett bretiertie 0.86 Kalbskamm oho. Benage 0.75 Kalbsbug und-Brust... 0.86 - albskeule b«ePfd scrw.ganzu. e> 0.88 Pid. Pa. Hammelvorderfleisch ptd». 1.06 an Pa.' chmorfletsch Keula».Koocba, 1.20 va. Roulaoe... 1.28 Pa Suppenf'eiseh pid.v. 0.65«, Pa. Schabefleisch 1.18 Schweinerippchen gepskeit... 1.08 Pa Hindertalg selbstauteelaiseneo 0.86 Pa. Schwemekcpl 0.58 KaDler Eisbein ohne Spitzbein, Pfund 1.04 piund 1.28 Liesen•• pwnd 0.72 Gefrierfleifw Pfd. � PM. Pa. Ssamorfleitch Keule, oime Ka 1.12 Pa. HammelrOcken..... 0.86 Pk Ro«ihre» mit Knochen.. 0.88 Pa. Fleck»........... 0.28 Pa Sappenfleisch von 0.70 en Rinderzungen rrl.ek... 0.85 Pa Hammelkeule... 1.06 Pa Kalbsieher»rtseb..... 1.60 Pfunu Tlänc�ertooren Ftfwmarinnven Rot- u. Leberwurst 0.70 Sülzwurst. 0.80 Landleberwurs' 0.95 Dampfwurst 0.98 Speckwurst 1.05 Jagdwurst. 1.15 Knoblauchwurst 1.20 F.eischwurst 1.30 Schinkenpolnisch.1.35 MeitW.(Braunscb«Ar 7»45 Hildesbeimer 1.45 Bierwursi 1.50 Baucrnleberwursl 1.60 Plune tt Leberwurst 1.60 Hots ein. Saiami- u Cervelatwurstl.80 Teewurst 1.80 Schinkenwurst 1.65 Pökelfleisch Kekuch>1.80 Cervelatw..Salami2.00 Speck Met 1.15 i, mager obneKtppenl 40 Schinkenecken 1.25 Sc-inkenspeck 1 75 Nußsc inken"hw«l'95 Schinken �kochi 2.20 Bücklinge, piund 0.28 Sprotten. v< ptund 0.1 5 Seelachs Räucheraale>'f 2.16 Molkereibutter 1.90 Tafel butler 2.06 Echt. Emmrnthaleil.80 Oän. Schweizet 0.98 Edamer 0.75 Blockkäse.TOe.Azt 0.88 Bayr. Schweizer 1.38 Allg Stangenkäse 0.48 Gsrn-rnhe, t sSÜS?.. 9 26 Briekäse 2 tcken 0.35 Romaiout„c«k 0.2S Margar.ne. 0.52 Kokosfett.-<• e 0.62 81a enschmalz 0.86 Amer.Rohscnmalz 0.74 Eier durchlenehtot Stck 0.1 3 Willi AuSertfemi Weiße Waren gedlegonor OualilSi In gewailigor Auswählt Extra billige Preise! Ar. 65• 46. Jahrgang 1. Beilage des VorwSris Freitag- S. Februar 4929 Lampel in Not. Erziehungsdebatte in der Stadtverordnetenversammlung. Vier Stunden wurde gestern in der Stadtverordneten- Versammlung üder die Frag« einer Reform der Für- sorgeerziehung geredet Ein Antrag der Kommunisten machte Reformoorschiäge und ein« Anfrage der Kommunisten wies hier auf die von Lampe! in seinem Buch„Jungen inNof veröffentlichten Anstaltsschildcrungen. Herr Lampel. dessen Buch den Kam- niunisten als Bsweismatcrial hatte dienen sollen, tam diesmal selber in Nor. Unsere Genossin Todenhagen entwarf von ihm und seinem wechseloollen Werdegang ein Bild, das vernichtend wirken inuhte. Ihm wird unter anderem nachgesagt, daß er in den ersten Iahren noch der Revolution eine eigenartige politische Angeber, und Enthüllertiitigteit betrieben habe. Wider Erwarten blieb der„Entrüstungssturm' au», den man zu Lampels Verteidigung aus den Reihen der Kommunisten erwartet l-atte. Sie scheinen schon gewußt zu haben, daß mit ihrem Freund Lampel nicht alles stimmte. Uebngens rückten auch zwei Rednerinnen der Kommunisten merklich von Lampel ad. Die Kommunistin Frau R 0 s e n t h a l nannte sein Buch ein journalistisches Mach- werk, mit dem Gev» oerdient werden sollte. Daß«s des Lampel- Buches nicht erst bedurfte, das Landesjugendamt zu Verbesserungen in der Fürsorgeerziehung auszurufen, stellte Stadträtin Genossin Wcyl fest. * In einer Anfrage nahmen bi« Kommunisten Bezug auf das Lampetfch« Buch »Zuagev tu Ttol", das die Erlebnisse von Fürsorgezöglingen behandelt, und stellten sest, daß darin„grauenhoste Auslände(n der städtischen Anstalt Struveshof' geschildert wurden, und fragten, ob dem Magistrat der Inhalt des Buches bekannt fei und was er zu tun gedenkt, um die genannten schweren Mißstände abzuändern. Verbunden mit der Anfrage ist die zweite Beratung eines kommunistischen Antrages. der Reformen in der Fürsorgeerziehung oerlangt und außerdem eine Vorlage betreffend der Beteiligung des Staates an den Kosten der Fürsorgeerziehung. Frau Iossmann- Gwinner be- gründet« die Anfrage. Sie konnte es nicht über sich gewinnen,«ine sachliche Begründung zu geben, spickte vielmehr ihre Rede mit den bei den Kommunisten bekannten und immer wiederkehrenden An- griffen gegen di« Sozialdemokraten, insbesondere unsere Genossin Stadträtin Weyl, die Dezernentin für die Iugendsürsorg«. Roch einstündiger Redezeit kam Genossin Stidträtin Wey! als Mo- gistratsvertreterin zum Wort: Es bedurfte nicht der Anregungen der Kommunisten und Lampel, Buch, um di« städtische Verwaltung oorwört» zu treiben. Die früheren, nicht gerade erbaulichen Zustände tu den Erziehung»- anstatt«» sind längst beseitigt, soweit e» sich um städtisch« Anstalten handelte: soweit es staatliche Anstalten waren, sind die Jugendlichen der Stadt Berlin längst zurückgezogen. Die von Lampel geschilderten Revolten sind in den- kirchlicher Verwaltung unterstehenden Erziehungsheime» vorgelommen. Das frühere System der Der-.. schickung gefährdeter Jugendlicher ist abgelöst durch die Methode, in. Fürsorgeerziehung nur jene Gefährdeten zu bringen, d> e s« d e r anderen Erziehung spotten. Leider sind viel« der Jugendlichen bereits sexuell belastet und von denjenigen, die nach einer Flucht wieder ergriffen werden, erweisen sich zwei Drittel ak» geschlechtskronk. Die Verantwortung für diese Jugend- lichen zu übernehmen fei sehr schwer. vi« Lampelschea Behauptungen seien sehr vorfichkig auszunehmen. die„dichterische Freiheit' geht sehr«ettl Zu bedauern ist nur. daß im Buch alle Namen der Beteiligten genannt wurden, was nicht gerad« fördertich für ihr ferneres Fortkommen sein dürste. Festgestellt ist. daß bei den Revolten der Einfluß Außen- stehender matzgebend war und daß vieles, im Lichte der Für- sorgeerziehung gesehen, anders aussieht. Zu bedauern ist. daß man Jugendliche, die im Ähralter stehen, solange sesthallen müsse, bis sie ausgelernt haben. Manche könnte» nach wenigen Monaten schon wieder entlassen werden. Es liegt nicht in der Absicht der städtischen Verwaltung, die Jungen als Lohndrücker in der Land- Virtschoft zu verwenden wie Frau Hofsmaim- Gwinner behauptet Hot. doch mußte festgestellt werden, daß die Jugendlichen durchaus arbeiten wollten. Genossin Weyl verwahrt« sich dagegen, daß die städtischen Er» ziehungsanstatten als Zuchthäuser und Folteranstatten bezeichnet wurden. Wenn man auch nicht die Hälfte von dem, wa» gegen die städtischen Anstalten vorgebracht wurde, ol» wahr gellen lassen darf, ist der Verwaltung jede ehrliche Bewegung von außen her angenehm. sBeifall.) Stadtverordneter Vrosesior Dr. hildebraudl(Dem.) bezeichnete das Lampelsche Buch als ein« Tendenzschrist, in der er sich als Feind jeglicher Fürsorgeerziehung, auch einer Erziehung im Sinn« kommunistischer Vorschläge, erwiesen habe. Weil Lampel kein Erzieher ist. hat er He Uebertreibnngen der Jungen nicht erkannt. Der Redner erklärt« schließtich, daß Lampel selbst betont habe, Struweshof sei eine sehr gut geleitete An- st alt. und er begreife nicht, woraus die Kommunisten«in« Heß« gegen dies« Anstalt herleiten könnten! Für die sozialdemokratische Fraktion begann tvenossia Todenhagen mit der Feststellung, daß die Kommunistin Hossmann- Gwinner von Lampet und dieser von den Kommunisten abgerückt sei. Lampel sagt,«r habe mit seinen Enthüllungen gar nicht Struweshof gemeint, aber die Kommunisten nehmen sie zum Anlaß einer An- frage. Was ist denn nun richtig? Mit Lampel haben sich schon viele Behörden und Personen beschäftigen müssen, und was da heraus- gekommen ist, war vernichtend für Lampel. Die Rednerin führt dann über LampelsLebenslaus nach der Revolution Einzelheiten an. denen folgendes.zu entnehmen ist: 1919 war er Kommandeur eines TJanzerauto» der Regierungstruppen, 1920 großer Revolutionär, im solgenden Jahre Redakteur an der „Thüringischen Landeszeitung', schließlich wütender Anlibolschewlst. Er trat bei der thüringischen Landespolizei ein, war strammer Repu- blikaner, Bekämpfer der Orgesch, Entdecker von vermeintlichen Wasfenlagern, die er in Massen fand! Schließlich wandelte sich Lampel in einen Spitzel für die Orgesch und in einen Kronzeugen rechtsradikaler Organisationen gegen die Republik. Er trat bei Reichsbehörden gegen das„rote Thüringen' auf, wußte von„Roten Armeen' z» berichten und erreichte totsächlich«in Eingreifen des Reiches in Thüringen. Er ist als reis für den j öl bezeichnet worden, und ein medizinisches Gutachten stellt Der- anlagungen nach 8 175 fest und spricht von hochgradiger geistiger Minderwertigkeit. Und das sind die Kronzeugen der Kam- mumsten! Der Buch- und Dramenschreiber Lampel ist in seinen Erzeugnisien am Problem der Fürsorgeerziehung uordeigegongen. und zwar deshalb, well er vom Sruehungswesep und seinen Problemen keine blasse Ahnung hat. Für uns ist für die zu be- treuenden Jugendlichen das Beste gerade gut genug. Genossin Todenhagen trat für einen Antrag der sozialdemv» krotischen Fraktion ein, der ein Programm sur ein« Reihe Maßnahmen zur Reform der Fürsorgeerziehung bringt. Bei Lampel ist das Jugendamt der Stadt Berlin hinein- gefallen, in Zukunst wird man sich die Leute, die die städtischen Anstalten besuchen wollen, sehr genau ansehen müsien Am Schluß ihrer Ausführungen würdigt« Genossin Todenhagen die schwere Arbeit der Erzieher, die durch solche Aktionen, wie sie di« Kommunisten unternehmen, schwer leiden. Die nächst« Rednerin, Frau Rosenthal von der kommunistischen Fraktion, polemisiert ausschließlich gegen di« Sozialdemokratie. Die Debatte wurde um 9 Uhr vertagt. Explosion bei Osram. Em gefährliches Wasserstofflager. Bei der Osramgesellschofl in der Ehren bergfkraße 9 er» eignete sich geslern nachmittag eine Explosion, durch die erheblicher Sachschaden angerichtet wurde. Arbeiter sind dabei wie durch ein Wunder nicht zu Schaden gekommen. Aus dem Lagerplatz der Firma Osram in der Ehrenbergstraße befindet sich u. a. ein großer Fachwerkschuppen, in dem standig etwa 120 bis 150 gefüllte Wasser st ofsslaschen lagen. In dem Vorraum des Schuppens waren gegen 15 Uhr Arbeiter mit dem Umfüllen der Flaschen, di« 40 Liter sasien, beschäftigt. Plötzlich erfolgte eine heftig« Detonation. Eine Wasserstoff- slasche war explodiert und eine meterlang« Stich- flamme schoß durch den Raum. Die Belegschaft erkonnte sofort die große Gefahr und verließ fluchtartig das brennende G«- bäud«. Es gelang allen, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Werkfeuerwehr trat sofort in Tätigkeit, konnte ober allein de« gefährlichen Brandes nicht Herr werden. Auf den Alarm „Besonderes' eilte die Feuerwehr unter Leitung de» Ober- brgnddirektors G e m p p mit mehreren Löschzügen an. W» die Wehren an der Brandstelle eintrafen, ertönten im Innern des brennenden Gebäudes 10 bis 12 heftige Explosionen. Durch den gewaltigen Luftdruck wurden eine Anzahl Fensterscheiben der Fabrikanlogen sowie der benachbarten Wohnhäuser in der Beymestraße zertrümmmert und die Bewohner in groß« Susregung versetzt. Zur Bekämpfung de» Brande» mußten sechs Schlauchleitungen großen Kalibers in Tätigkeit gesetzt werden. Ein angrenzen- de» Lagerhau», das eine Zeitlang stark gefährdet war und schon etwas in Mitleidenschaft gezogen war, tonnte gerettet werden. Unschuldslämmer in Moabii. Wie der Verteidiger die Immertrea-Leute sieht. Der.Lmmertteu'.Prvzeß konnte gestern noch nicht zu Ende geführt werden. Als erster Verteidiger der angeklagten„Jnrmertreu"- Leute erhielt Rechtsanwalt Dr. Alsberg das Wort. Der Staatsanwalt. führte er aus, habe für die Zimmerleute nur Eritschuldi- gungsgründe, an dem Verein„Immertreu' hat er dagegen kein gutes Haar gelassen. Wir müssen uns ober von der Idee ablösen, daß hier darüber zu entscheiden ist, ob die Mitglieder von„Immer- treu' ihr ganzes Leben lang belastet erscheinen, weil sie früher einmal nicht immer eine reine Weste gehabt haben. Es ist un- sinnig, anzunehmen.daß in dem Verein gewissermaßen Verbrechen ausgebrütet werden, und daß man«nischlossen ist, für eine einem Mitglied angetanen« Unbill geschlossen Rache'zu üben. Im Verein„Immertreu' herrscht eine kleinbürgerliche RomaMik vor. Bei ber Verlesung der V o r st r a f e n hat sich ergeben. daßsiezumTeilweitzurückliegen, und daß es sich zum Teil um Bagatellsachen handelt. E» ist unvevständ- lich, daß die Statsonwaltschast die Methode der Polizei, die an Stelle der Konfrontation mit dem Guckloch arbeitete, nicht zurück- gewiesen hat. Das Bild hat sich hier im Saale ganz anders gestaltet, als der StaatsanwaU es geschildert hat, Es kann keine Rede von einer Strafexpcdition'sein. Wenn Man die Ansicht gehabt hotte, Schulnies zu lierprügeln. dann hatte man nicht so töricht ge» handelt, wie das hier geschehen sein soll. Man hat gefragt, warum der Berein sich nicht an die Polizei gewendet hätte, um Schirime» zur Strafe zu bringen. Die Organisation der Zimmerleute hätte schon gesorgt, daß niemand den Rainen des Messerstechers erfahrt. und sie hätte ihn schleunigst aus Berlin weggeschickt. Der Verteidiger wandte sich dann gegen die Stvasantrage. Dem Haupt- angeklagten Leib sei überhaupt keine strosbare Handlung nach- gewiesen worden. Die Begründung de» Landfriedenbruchs habe sich der Staatsanwalt sehr leicht gemacht. Es seien keine Gewalttätig- ketten init vereinten Kräften verübt worden, sondern es hätten sich nur Schlägereien, wie sie in jener Gegend an der Tagesordnung seien, abgespielt. Die Angeklagten müßten daher freigesprochen Roiham einet Kevolulüw. Uom CeeltAtt HetcntAntt M-ostat Oehlte stand auf und säuberte sich umständlich. Das ist nun das Volk, dos man befreien soll! dachte er. tief in seinem Idealismus gekränkt. Auf den gleichen Hinterpfaden, die er vorhin dem Wachtmeister anempfohlen hatte, ging er langsam zur Stadt zurück. Vielleicht würde er am Schloßberg den Lohgerber Calm treffen, mit dem wollte er wegen der Illu» mination sprechen, um wenigstens diese Störung zu be- seitigen.— Abraham Calm war allerdings am Schloßberg gewesen. Er hatte seinem Groll gegen den Herzog nachgesonnen. Und der Stunde mit dem Dresdener Kapellmeister, die sein Denken wirr aufgeweckt hatte und ihn nicht mehr losließ seither. Zu seinen Füßen leuchtete die Stadt. Sein Haus leuchtete nicht mit... Bitter lächelnd sah er, daß auch alle Wohnungen der Juden illuminiert waren. Der Juden, die ihn seit jenem Vorkommnis auf der Straße, seit jenem Dekret Kerstens zu schneiden begannen. Abraham Calm vereinsamte... Liebespärchen girrten auf den dunklen Wegen. Einmal glaubte er das laute Lachen des jungen Dellendahl, die kichernde Antwort Sarahs zu erkennen. Er erhob sich nicht. Nur seine Stirn zuckte qualvoll. Bis der Wachtmeister Kühne mit der verhafteten Frau an ihm vorbeikam..Lehn Se doch een bißchen rascher!' fuhr Kühne sie gerade an. Die Frau versuchte mühsam den Gang ihres schweren, schwangeren Leibes zu beschleunigen. Ealm hatte gehört und gesehen— er stand plötzlich auf und ging vor den beiden her, sehr langsam, so daß auch sie den Schritt oerhalten mußten, und ohne ein Wort zu sagen. Der Wachtmeister duldete ihn anfangs. Dann wurde ihm das Schweigen unheimlich.„Iehn Se Jyrer Wejel" sagte er barsch. Calms Stirn arbeitete. Es war ihm ganz gleich, was diese Frau getan hatte. Es stand für ihn fest, daß ihr Unrecht geschah. So einer blassen, kraftlosen, hochschwangeren Frau. deren Brüste in der Dürre der Armut gewelkt waren, geschah Unrecht, und wenn sie noch so viel gestohlen hätte. Das Ge- recht! gkeitsgefühl seiner Rasse brannte in ihm auf. Der Wachtmeister blieb stehen und sah Calm mit blassem Gesicht drohend an.„Sie sollen Ihrer Weje sehn, sa'e ich Sie!' „Das hier sin oo meine Weese. Harr Wachtmeester.' Seine Hand deutete auf den Boden, ober er sprach nach vorn, wie in die Ferne hinein.„Ich tue derfor zahlen de Steiern. Aber nich, damit daß mer druff seht ins Iefängnis." Dunkel fügte er hinzu, der Satz rang sich schwer los aus seinem ein- samen Denken:„Wäje. wo ich for zahle, sehn in de Freiheit.' Er war ruhig weiter gegangen, mit ihm auch die stumme Frau-, der Wachtmeister mußte wohl oder übel nachlaufen. „Ietz wirds mich awwer zu bunt! Ich wär Sie verhaften!' Sein Gesicht war rot vor Wut.„Sie Saujude Siel' Er stieß Calm vor die Brust. Calm zitterte vor Angst, wie immer bei körperlichen Auseinandersetzungen. Aber heute mußte er sie überwinden, die Angst, das wußte er. Heute kam es drauf an. Sie hatten den Schloßberg fast erklommen. Die illumi- nierte Schloßstraße schimmerte schon hinter den Bäumen. Dort war das Gefängnis. Vom Wege zweigte eine breite, steile Schneise ab, glatt von feinem Sand. Abraham Calm warf sich plötzlich mit dem ganzen gespannten Körper schräg gegen die Brust des fetten Polizisten. Der verlor das Gleichgewicht und rollte die Schneise hinunter. Drunten, am User des Flusses, nahm sich ein Liebespärchen seiner an, dem er vor die Füße gerollt war. Calm führte die Frau schnell den Berg hinauf in die er» leuchtete Straße. Sie folgt ihm wortlos, mit der zermürbten Resigniertheit eines geprügelten Hundes. Vor dem Gefängnis standen Kniephacke und Luise: viele Bürger baten sich um die beiden gesammelt. Männer mit em- pörten Gesichtern, die das fklockernde Licht der Kerzen aus den Fenstern aufschimmern und wieder oersinken ließ im Un- heimlichen. Luise lief auf die Schwester zu.„Wo is'n Kihne?' „Mir missen machen schnell, daß'» mer wechkommn', sagte Calm. Jtihnen Hamme ich runnerjeschmissn an Schloß- parch. Awwer er wird jleich Widder hier sind.' Kniephacke drückte Calm fest die Hand.„Das kann anne beese Sache sor Sie warn. Harr Calm. Awwer'— er sah zu den anderen um—„wir stehn zu S«, wahr?' „Iehn mer doche', bat Luise. „Man immer ruhich! Mir sin oo noch da!" sagte Illmer breit. Er trat auf Calm zu und gab ihm ebenfalls die Hand. Einer nach dem andern von den Bürgern tat ihm nach. Der Lohgerber ließ es sich wortlos gefallen, rot von Scham und Glück. Vom Schloßberg her stampften Schritte, In etwas de- formierter Uniform japste Kühne heran. Aber noch ehe er etwas sagen konnte, packte ihn Illmer am Uniformtuch der Brust, hob ihn mit einer Hand, trug ihn auf die andere Seite der Straße und stellte ihn zärtlich aufs Pflaster..Lehn Se nach Hause, Kihne. Weichen Se man der Jewalt. Mehr könn'n Se nich tun. Oder...?' Kühne hatte sich schyn getrollt. Der Schmied kam zurück:„Was han mer nu von an Harzog, der an Parlament inberuft, un daderbei läßt« sowas passiernl' „Er weeß es doch niche!' entschuldigte Menge. „Er Hais awwer zu wissen! Dadrumme erleichten mtK* so!' Der Witzbold wies auf die Fenster. Man lachte. Calm und Kniephacke brachten die Frauen nach Waldau. Die beiden Männer sahen sonderbar aus, wie sie so nebenein- ander gingen. Der hagere, überlange, ungeschlachte Kniep- hacke, der kurze, krüpplige Calm— zwei Grotesken, und dennoch, oder eben deshalb, zwei ungleiche Geschwister. Kniephacke schüttete auf dem Heimweg Calm denn auch sein Herz aus. In dem langen Gesellen ging etwas Eni scheidendes vor.„Wissen Se. Harr Calm. ich mechte Sie um an Rat bittn.' Er steckte umständlich seine Pfeife an. „Wäjen die Kleene, wissn Se. die Luise. Ich kenn se aus'n Krombholz, Sie kenn'n sich so denken. Aber ich haww« se immer janz jerne jehatt, nich bloß— nich bloß so. Un Helte, wie'n se bei mich war— ich hawwe doch jewiß keene scheene» Meebel. Allens man eenfach un unmodern, von meine Elter» jeerbt. Un se hat Ihnen doch so druffjekuckt, mit so große. hungrige Oogen, so— so wie in eenen Palast, wissen S«?' Calm nickte stumm. „Un da harre se mich so leed jetan. Un denn zu denke», daß es sie oo ma so sehn soll wie ihre Schwester, bei die Zustände draußen.' Kniephacke sprach fast nur noch mit sich. sein Denken rang schwer.«De Illmern un de Mengen un de anncrn Weiber täten se so nich ankucken, weil se doch oo» das landfremde Volk kimmet. Un se wird je oo schon» manchen jekißt han ins Krumbholz— un mehr wie setißt— un das is ja nich leichte for miche.' Er schwieg eine Weile, sog hastig an der längst erloschenen Pfeife.„Awwer liewer Iott, se is äwen hiblch und daderbei arm, da is das nu fa. Wahr?' tFortfetzung folgt.; werden. Rechtsanwalt Dr. Frey bat darauf, die Fortsetzung der Verhandlungen aus Sonnabend zu vertagen, da die Vereidigung gegenüber der Annohme der Swatsonwal�schaft, daß es bei den An- geklagten um einen von.Lmmertreu" vorbereiteten fortgesetzten Lands risdensbruch handele, neu« Beweisanträge stellen müsse, die ihr erst jetzt zur Kenntnis gelangt seien.— Nachdem das Gericht auf Antrag der Verteidigung beschlossen hatte, die Angeklagten Steinke, Kaiser, Schulz und Pietrzak aus der Haft zu entlassen, während die Hastentlassungsanträge für die Angeklagten Leib und Las cchgelehnt worden waren, wurden die Berhandlungen auf Sannabend früh 9 Uhr oertagt. Einer nach dem andern strauchelte! Die Vermitreuungen bei der SchiffahrtgeseUfchast, Stern". Die jahrelangen Unterschlagungen bei der Dampf- s ch I s f a h r t»- G e s e l l s ch a f t»Stern", die durch die Potsdamer Kriminalpolizei im Huli vorigen Zahres aufgedeckt wurden, waren gestern Gegenstand einer Verhandlung vor dem Potsdamer Schöffengericht. Einer von den vielen, die seinerzeit zur Rechenschaft gezogen waren, und zwar der Polizeisekretär Rudolf Fr., muhte sich wegen fortgesetzter, gemeinschaftlicher Unterschlagung verantworten. J5 2In gestellte der»Et e rn"- G es e l l- f th o f t hatten Strafbefehle erhalten. Dem Angeklagten war gip solcher � von 300 M. zugestellt worden. Er forderte r i ch t e r- l i ch e E n t s ch e i d u» g. Ein Angestellter der»Stern�-Gesellschaft, em früherer Berliner Feuerwehrmann F., hat den Angeklagten aus der Polizei schwer belastet! er wollte damals von ihm sechs nicht entwertete Karten zum nochmaligen Beb- kauf erhalten haben. Der Erlös sollte für diverse Piere geteilt werben. In der gestrigen Verhandlung widerrief F. sein Geständ- nis, er will in momentaner Verwirrung statt der Chesrau des An- geklagten, diesen selber aus der Polizei angegeben haben, als den, der ihm die stchs Karten gegeben habe. Der. Angeklagte selbst be- und führt die damaligen belastenden Aussagen auf R a ch e a b s i ch t e n.zurück, da zwischen ihm und F. ein ge- Verhältnis bestand. Die als Zeugen geladenen Geschäfts- führer und Kontrolleure erklärten, daß sie seinerzeit durch den in- zwischen verstorbenen Schiffstapitän S. zu Unterschlagungen ver- anlaht worden seien. S. habe immer gesagt, bei der.Stern"- Gesellschaft ist noch ein Stück Geld zu verdienen. Die Kantrolle war mähig, und so sei einer nach dem ande- r e n g e st r a u ch e l t. Nach gründlicher Beweisausnahme wurde der Angeklagte auf Staatskosten freigesprochen. Der «taatsanwnlt hatte 300 M. Geldstrafe beantragt. Giraffällig infolge hoher Miete. Die Köpenicker Unterschlagungen. Der frühere Verwaltungsassistem Max i). aus Köpenick-Wenden- fchloh, über dessen Unterschlagungen beim Bezirksamt Köpenick im vergangenen Jahre von uns berichtet wurde, stand am Donnerstag vor dem Schöffengericht Köpenick unter Anklage. Die von Landgerichtsdirektor Sinaprus geleitete Verhandlung ge- stalk'ie sich sehr dramatisch. Der Angeklagte war bei der Kommune in Köpenick aus Lebenszeit angestellt: er hatte sich vom einfachen T.e xtilarbeiter zum Beamten emporgearbeitet und aus Gr und seiner s o st 30 D i � n stj a.h r e hatte er Pensions- betechtiaung, der er ichölge feilieh schweren Derfehlüngen verlustig flittit.■ Die dienstlichen Dvtiegeichesten des Angeklagten'bestanden" darin, Lohngelder für Arbeiter und Ange st eilte vom Bezirksamt Köpenick, Rathaus, zur Dienststelle in Friednchshagen zu bringe». Außerdem muhte H. auf Grund der Lohnlisten die Bffräge für Angestellten- und Invalidenversicherung errechnen. Diese Beträge ließ er sich von der Rathauskasse auszahlen, aber er hotte sich vo» den Postanftalten weniger Werttnarken, klebte auch weniger Marken und behielt das übrige Geld, insgesamt einige tausend Mark, süx sich. H.'s Verteidiger, Rechtsanwalt Bahn- Berlin, erklärte das ungetreue Handeln des Angeklagten mit einer n a ch g e w iesenen großen Notlag«. Auf Grirnb ärztlicher Atteste hatte H. beweisen können, daß seine Frau schwer- leidend war. Dies hatte den Angeklagten veranlaßt, eine gesundes idyllisch gelegenes Siedlungshaus" in Wendenschloh gegen Miete zu beziehen. Der Hauswirt steigerte den monatlichen Mietpreis in kurzer Zeit von 61 auf 176 M. Dies« hohe Miete vermocht« der Angeklagte von seinem Monatsgehalt, das 265 M. betrug, nicht bestreiten. Andererseits wollt« er seiner kranken Frau die gesunde Wohnung nicht nehmen und so griff er in die Kasse. Das Gericht ging über die Mindest st rase von drei Monaten Gefängnis deshalb hinaus, weil der Angeklagte nicht ein- mal in plötzlicher Verlegenheit, sondern fortgesetzt während fast eines halben Jahres Unterschlagungen begangen hatte. Das Urteil lautete auf fünf Monate Gefängnis, doch wurde dem Ange- klagten eine dreijährige Bewährungsfrist zugebilligt. Das ein« ist klar: der hohe, der oifenbar viel zu hohe Mietpreis hat einen ehrenhaften Beamten zu Fall gebracht. Gpies und feine Gpießer. An der Handelshochschule Berlin besteht ein nattono- liftischer Prioawerein»Allgemein« Studentenschaft". Dieser Name ist jedoch irreführend, da anerkannte Studentenschaften in Preußen nicht mehr vorhanden sind. Auch umsaßt die»Allgemeine Studentenschaft" mir rund 10 Proz. der Studierenden. Ein Ausspracheabend dieser Gruppe bewegte sich auf dem üb- lichen Niveau. So war ein Schreiben des Herrn Professors S p i e s- durch den schönen Schluß gekrönt:„Ich unterstütze Sie in Ihrem Kampfe gegen die K u l t u s-. B e ck e r e i!" Mit frenetischem Bei- fall wurde diese„Sprochschöpfung" begrüßt.— Wir erwarten vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Lolksbildung, daß es der- artige Aeußerungen mit Schärfe ahndet. Auch der weitere Verlauf des Abends bewies, daß es den völkischen Studenten mit ihrer „sachlichen Arbeil" nicht ernst ist, denn sonst wäre man den sozia- listischen Diskussionsrednern auf ihre Arguniertte nicht mit Worten wie„Jüdische Marxisten, Jndenknechte" entgegengetreten. Trotz sblcher albernen Beschimpfungen werden sich natürlich unsere Genossen, die sozialistischen Studenten, nicht abhalten lassen, auch an den Hochschulen mit ihrer ganzen Kraft für die Arbeiter- bewegung zu wirken, trotz Herrn Spies mitsamt seinen— Spießereien: Köpenicker Genossenschaftsbank. Die K ö p e n i ck e r Bank E. G. m. b. H.. eine genossenschaft- liche Bolksbank, hat sich in den letzten Jahren zu einem Unternehmen entwickelt, das die gesamten Ostgebiete von Groß-Berlin beherrscht. Sie ist jetzt an die Spitze der deutschen Genossenschaftsbanken gerückt und nimmt unter den deutschen Kreditgenossen sch asten den ersten Platz ein. Auf der Vertreterversammlung, die von dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Stadtrat B e t ck e, eröffnet wurde, nahm der leitende Direktor der Bank, Herr Gruner, zu der Entwicklung in den letzten Iahren eingehend Stellung. Aus seinen Ausführungen entnehmen wir, daß die Köpenicker Bant noch 1914 an 42. Stell«. 1925 bereits an zwölfter. 1927 an fünfter und jetzt Unsere Jüngsten. Generalversammlung der Berliner Kinderfreunde. Die Roten Falken sind keine unbekannten Gruppen inner- halb der sozialistijchen Organisation mehr. Zur Mai seier und beim Arbeiterkinderfest im Schillerpark(September 1928) zeigten diese Gruppen— unsere Jüngsten in ihren blauen Kitteln— ihre Geschlossenheit und Organisationseinheit. Am Mittwoch nun ließ die Helferschaft der Kinderfreunde Groß-Berlin ihre Jahresarbeit 1928 Revue passieren. Die Zahl der erfaßten Kinder hat wieder eine Zu- nähme erfahren 2704 Kinder sind gegenwärtig mit 2 45 Helfern in den Gruppen der 20 Berliner Kreise Mitglied. Sehr stark wurde derMangelangeeignetenRäumlichkeiten, in denen die Gruppen ihre Zusammenkünfte abhalten können, her- vorgehoben. Noch jetzt kommt es vor, daß Gruppen in u n h y g i e- Nischen Kellerräumen zusammenkommen müssen. Eis wurde gefordert, daß die Bezirksämter veranlaßt werden müssen, Schul- räume zur Verfügung zu stellen. Auch in den ftädl'Ichen Jugendheimen müssen unbedingt kostenlos Zimmer, soweit es noch nicht geschehen ist, zur Verfügung gestellt werden. Eine Organi- sation, die Kinder in ihren Gruppen als Mitglieder hat und von diesen keine Beitragsgelder erhebt, muß die Heimgebühren als eine sehr starke Belastung ihrer Kassen ipüren. Im Mittelpunkt der Arbeit des vergangenen Jahres stand das Zeltlager am Uedersee. Der Film dieses Lagers Ist fertiggestellt und wird demnächst in allen Stadtteilen Berlins zur Vorfüh- r u n g gelangen. An dem Lager beteiligten sich 440 Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren und 91 Helfer. Das Lager war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Bei den Kindern waren Ge w i ch t s z u> nahmen bis zwölf P f u nd zu verzeichnen. Unfälle waren nicht vorgekommen. Besonderer Wert wurde auf die Helfer- ausbildung gelegt. So konnten im Herbst mehrere Helfer- k u r s e eröffnet werden, die gegenwärtig noch laufen. Es sind Kurse, in denen Handfertigkeiten gelehrt werden und vor allem über vraktiiche»nd theoretische Fragen der Organisation oesprochen wird. Das Helferseminar unter Führung des Genossen L o e w e n- stein wurde weitergeführt. Die Arbeitsüberlastung der Helfer mußte betont werden und es muß erreicht werden, die Helfer der Kinder- freunde von den Funktionen in den anderen Zweiaen der Partei- organisationen zu befreien. Einstimmig wurde der Beschluß gefaßt, an erster Stelle unter den 1400 Kreditgenossenschaften des deutschen Genossenschastsoerbandes steht. Dementsprechend günstig entwickelt« sich der Umsatz, der 1914 66 Millionen betrug, in den ersten Jahren nach der Inflation aus 40 Millionen zurückging und sich so- dann Jahr für Jahr bis auf 357 Millionen im Jahre 1928 steigerte. Weitere Einzelheiten sind aus dem im Inseratenteil enthaltenen Geschäftsbericht zu entnehmen. Der Reingewinn des letzten Jahres in Höhe von 439 000 M. wurde mit 150 000 M. für die Hauptreserve, mit 70 000 M. für weitere Rückstellungen verwandt imd eine Dividende von 10 Proz. verteilt. Oer Zehmarnbelt verstopft. Folgen des neuen Kälteeinbruchs. Die neue Kältewelle, die auf Kaltluslmassea aus Roß- l a o d zurückzusyhxe« ist» hat sich iozwischen über g a n z Deutsch- l a nd ausaebehut. Durchsäivittlich maß man in Rorddeulschlaad Temperaturen von mrnusIlSills�mlrms�o Grad. 2n her Verliner Znnenstadt war die tiefste Temperatur mious IS Grad, in der näheren Umgebung sank sie bis ans minus 22 Grad. Nach Ansicht der UJetler- sachverständigen ist vorläufig mit einer Ulilderung des Wetters oder gar mit Tauwetter nicht zu rechnen. Während nach einer Mitteilung des deutschen Dampfers„T r e- mon" der östliche Teil der Ostsee ziemlich eisfrei bzw. nur stellen- weise mit einer dünnen Eisschicht bedeckt ist, haben sich die Eis- Verhältnisse im westlichen Teil außerordentlich verschlechtert. Infolge des lebhaften Ostwindes hat sich am Osteingang des Feh- marn-Beltes starkes Packeis gebildet, so daß der Best ohne Eis- brecherhilse überhaupt nicht mehr von Schissen passiert werden kann. Nach einer Meldung des zur Eisbrecherhilfe von der Reichsmarine in die Ostsee entsandten Linienschiffes„Schleswig- Holstein" liegen in dem Seegebiet östlich des Fehmarn-Beltes etwa 20 Dampfer deutscher und fremder Nationalität im Eise f e st. Inzwischen hat der Chef der Marineleitung dem Linienschiff „Elsaß" den Befehl erteilt, in See zu gehen, um die Eisexpedition der„Schleswig-Holstein" zu unterstützen. Im Fährverkehr Saß- nitz— Trelleborg treten immer größere Verspätungen ein. Explofion in einem chemischen Werk. Fünf Arbeiter getötet. Rom. 7. Februar. In Segni an der Eisenbahn st recke Rom— Neapel entstand in einem chemischen Werk« zur Herstellung von Sprengstoffen aus noch unbekannter Ursach« eine Explosion, bei der fünf Arbeiter getötet wurden. Ein Teil des Werkes stürzte ein und am Dahnhos sowie den benachbarten Häusern wurden dl« Fensterscheiben zertrümmert. Adams„König für«inen Tag" bearbeitet Bronsgeest als Sendeoper. Ein entzückendes Spieloperchen, das seit Jahren vom Repertoire der Berliner Opernbühne verschwunden ist und das der Rundfunk gewissermaßen wieder entdeckt. Trotzdem Adam nicht zu den größten der französischen Spieloper gehört und trotzdem alles hier unproblematisch imd beinahe kindlich einfach'ist, bleibt doch jede Stelle melodiös. Kein Snobismus kann das aus der Welt leugnen, und vielleicht erkannte man selbst bei diesen harmlosen Melodien, welche Paradiese man im Lause der Zeit verloren hat. Die Aufführung hält ssiites Niveau, nur die Sprechpartien geraten stellenweis« zu pathetssch. M ey r o w i tz dirigiert diese tänzerisch leichte und graziöse Musik mit wahrer Sp>elfteudigkeit und künst- lerischer Hingabe. Hervorragend ist Bertha Kiunna. Paul Feher und Gerhard P e ch n e r von der Städtischen Oper sind neue Leute vor dem Mikrophon. Bei beiden schönes Stimmaterial! Bor allem verfügt der Tenor Feher über eine mühelose, freie Höhe, allerdings sind Tonansätze und Technik noch stellenweise unsicher. Aber das sind korrigierbare Fehler. Jedenfalls ist Feher eine Hoffnung, und es ist dankenswert, daß ihn wenigstens der Rundfunk in einer größeren Rolle heraussetzt. Dr Erich Urban findet eine reizvoll«, amüsante Form für seine Einleitung. Es ist eine zwang ose Unter- Haltung, und man merkt nirgends den dozierenden Zeigesinger. Nachmittags liest Dr. B e tz aus modernen indischen Dichtungen. Sie führen in eine Gefühlswelt, die im Grunde dem Europäer fern liegt, da hier ganz andere gesellschaftliche Anschauungen als Bor- aussetzungen gelten. Aber auch der Europäer wird ergriffen von dem starken Empfinden, das mit einer außerordentlich überlegenen künstlerischen Gestaltung verbunden ist./ F. 6. daß alle Helfer f r e i g«« e r t s cha f tli ch«rsa»tsi«rk. sein müssen. Des weiteren wurde ein« Kommission mit der Beschaffung eines Kinderland«, nahe Berlin beauftragt, da das Kinderland Birtenwerder für die Orgamsatwn nicht zu hasten ist. Genosse A. P r i e tz e l und Genosse F. H a u ch wurden als Vor- sitzende der Berliner Bezirksgruppe der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde gewähil. Als Vorstandsmitglieder wurden die Ge- nosten Sabboth, Frieda Warmuth. Willi Heinrich, Erna Yl�eisen. Irma Fechenbach, Otto Metzner und Willi Schlawe gewählt. Dic� Generalversammlung zeigte, daß sich die chelier der S�eiycuiMic der Ausgaben, die ihnen gestellt sind, voll bewußt sind. Mit gleichem Mut gehen sie heran und bereiten ihre Sommerarbeit«Zeltlager) vor, aber gleichzeitig vertiefen sie auch ihre Arbeit Mit dem Ztele. In den roten Falkengruppen junge sozialistische Kampfer zu bilden. Altenehrung in Neukölln. Die 90. Abteilung hatte zu einer schlichten, aber stimmungs- vollen Ehrung ihrer Mitglieder, die 25 Jahre und mehr treu in der Partei gewirkt haben, aufgerufen. Der geraumige vaol ver- mochte nur schwer alle die zu fassen, hie gekommen waren, um an der Feier teilzunehmen. An der Ehrentafel nahmen 5 9 Iub tla re Platz. Die Fantasie aus der Oper„Rigoletto", gespiett von Mtt- gliedern der Staatlichen Hochschul« für Musik, leitete den Abend ein. Später brachten dann Sänger des„Freien Männerchors Berlm bekannte Kampslieder zu Gehör. Ein Prolog, gesprochen vom Ge- nassen Brumme, folgte. In seiner Festrede zeichnet« Genosse Lilke das kampfreiche Leben der Parteiveteranen, die oft genug die brutalen Machtmittel des 1918 zusammengebrochenen Obngketts- staates zu spüren bekamen.„Dank den Alten für die große Arbeit. die sie verrichteten im Interesse der auswärtsstrebenden Arbetter- bewegung", schloß Liike seine Rede. Den Dank für die erwiesene Ehrung sprach einer der Jubilar« aus, der auch gleich allen anderen gelobte, weiter wie bisher für die Sozialdemokratie zu streiten! Musikalische Darbietungen und rhchh- mische Tan,zvorsührungen der Freien Turnerschaft Groß-Berlin. Bezirk Neukölln, bildeten das weitere Programm. Großfeuer bei Opel. Alle Lagerhallen find niedergebrannt. Rüssel, Helm. 7. Februar. während der Mittagspause gerieteu aus dem Fabrikgebäude der Opelwerke neuerbaule Lagerhallen In Brand. Troß des sofortigen Eingreisen» der Wertseuerwehr griff da» Feuer durch starken herrschenden Sturm mit großer Schnelligkeit um sich, so daß im Der- lause von wenigen Minuten die gesamten Lagerhallen mit einer Front pon 150 bis 200 Meter in Hevea Flammen standen. Troß mehrfacher Benzinexplosionen gelang die Abriegelung der Rachbargebäude, doch sind die Lagerhallen selbst mitsamt den eingefahrenen wagen, elektrischen Zugmaschinen und sämilichen vor- raten restlos dem Feuer zum Opfer gesallea. Menschenleben sind nicht zu beklagen. — Segen die Feinde der AepuSlik. Di« große republikanische Kundgebung der Kameradschaft Westen I des Ortsvereins Tiergarten im Reichsbanne? Schwarz- Rot-Gold mit dem Thema „Fünf Jahre Reichsbanner— Für die Verfassung— Gegen die Feinde der Republik" findet heute abend 8 Uhr im ebemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße 3, statt. Es sprechen Genosse Fritz E b e r t. M. d. R.. für die Sozialdemokratische Partei. Ernst Lemmer. M. d. R.. für die DDP. und Rektor Kellermann für die Zentrums- partei. Die Berliner Parteigenossen mögen dies« Feier des fünfjährigen Be st ehensdesReichsbanner, zu«inen, Bekenntnis für die Republik benutzen und in Massen erscheinen! Ein- tritt 30 Ps., für Kameraden in Bannertleidung 20 Ps. Typographia. Achtung, Eängert Der Thor wirkt bei der am Sonnabend, dem 9. Februar, im Reichstag stattfindend«, Erinnerungsfeier mit. Die Sänger benutze» den Eingang V und ver- sammeln sich um IVt Uhr im Lorraum de» Pletwrsaale«. Arbeiterbildungsschule. Heut«, Freitag, Fortsetzung de» Kom- munalen Kursus in Köpenick, Bezirksverordnetensitzungssaal Rathaus Köpenick, Schloßstr. 4. Thema:„Gesetz Groß-Berltn." Re- ferent Bürgermeister Karl Leid. Hörer können sich noch melden. kein Absturz de» Freiballon».Manxiou". Wie der Deutsche Luftfahrtverband mitteilt, ist entgegen ander» lautenden Meldungen der dem Dresdener Luftfohrerverein gehörende Frei- ballon„Mauxion" nicht abgestürzt, sondern in der Provinz Schleswig normal gelandet. Bei der Landung erlitten zwei Insassen sehr leichte Hautabschürfungen. Der Ballon wurde geführt von Dr. Rotzoll von der Deutschen P?r- tehrsfliegerschule Staaken. Wetterbericht der SffentNchen wetterdlenstftrtle Verl!»«nd tt»g«gn>d «Nachdr. verb.>. Foitdesland de« trockenen und deiteren Wetter« mit strengem Frost, schwache Lustdewegung.— Für Ve«lschla»d: Im Ziordoäen liarie Bewölkung mit Atilderung de« Froste« und leichten Schneesällen. I« übrigen Reiche trockene« und oielsach heitere« Frostwetter. Nacht« meist strenger Fi oft Trinken Sie einen Monat lang Kaffee Hag. Versuchen Sie dann wieder gewöhnlichen Bohnenkaffee und beobachten Sie Ihr Befinden. Sie haben dann die Erklärung für die Beliebtheit des cof feinfreien Kaffee Hag. Aroma und Geschmack sind unübertroffen. Über 7000 deutsche Ärate haben allein im Jahre 1928 lobend über Hag geurteilt. Das große Paket kostet RM 1.00, das kleine 95 Pfg- Ibr Kaufmann führt ihn. Die Hetze der Hausbesitzer beginnt. Gegen Mieierschuh und Baugenoffenschasten. Di« Rechtsparteien beginnen jeden Wahlkampf mit einer Hetze gegen die Sozialdemokratie und die von ihr geschaffenen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Einrichtungen. Der Wahlsieg der Sozialdemokratie bei der letzten Reichstagswahl hat die Deutsch- nationalen und ihre Hintermänner veranlaßt, die nächste Wahl- lchlacht— die Stadtverordnetenwahl— rechtzeitig„vor- zubereiten'. Als erste sind die Berliner Hausbesitzer auf dem Plan erschienen und haben ein umfangreiches Rundschreiben an ihre Kollegen erlassen, in dem sie zum Beitritt in den Haus- und r i ch t u n g e n find so mangelhaft, daß die Oefsentlichkeit sich wiederholt mit diesen Mißständen beschäftigt hat. Die Versamm- lung hatte eine gemischte Deputation beaustragt, mit dem Stadt- kämmcrer über die unspaltbaren Zustände und ihre Abstellung zu verhandeln. Leider mußt« Bürgermeister Doslein mitteilen, daß die Verhandlungen zu keinem Erfolg geführt hoben. Für Instandsetzung der Schulen in den Innenbezirken sind über 2 Millionen im Etat eingesetzt. Der besonders schlecht gestellte Dezirk Tiergarten erhält davon nur 148 999 M. Di« Vcr- sammlung nahm die Vorlag« unter einmütigem Protest gegen die offensichtliche Benachteiligung des Bezirks Tiergarten zur Kenntnis und gab der Erwartung Ausdruck, daß die.Haushaltsberatuug noch eine Berücksichtigung unserer Forderungen ergibt.— Es folgte der Bericht des Haushallsausschusses. Der Stadtverordnete Klinkhardt von der Volkspartei hatte sich de» Scherz erlaubt zu beantragen, daß der vom Magistrat eingesetzte Posten von 5999 M. für Uinbenemmng von Slroßenschüdern für Wohlfahrt s- gihtnomUhcmseiumg Fahnenkilder der England« Serie Nr.76 liegen jetzt in den 10«Stück«Packungen Massary Privat ohne Mundstück/ dick/ rund 4 P£ Es folgen hieran anschließend die Fahnenbilder der Serien Nr. 77 imd 78 "Mtfe uetMwitbi tmnb. Er mar rpidjtt fwrrü&er ,» 6cfcf)t*n, daß bi«�ef V'Usn nicht üi>«rtrach>ar ist fcradtt� es fertig, ein« 1'/i itünöw« Seichälitsordiruirgsdebatte zu führen. SÄießüch ging die Bcrjamm» fung über leinen Zlirtrag zur Tagesordnung über. Di« Anlage der Keuflchnarionoten»etr&ffenb Einziehung von 0n)ei« tragen Wöhrens der D�njtstuiÄ�i? sollt« einen Locftotz gegen den Äsn. Stadtrat SchiM einieiten. An Stekke de» erkrankten Äenofien Schuld: mußie der deutjchnolionsie stadlr� Maguhn antworten, daß dos Skrirtsanu Zkaitslan�ungen gegen dos im Sriegsfärforgean« geübte feeriohron nicht erheben tonnt«. Auf ein« Besprechung der Antrag« wurde oerzicht«. Auf diese Blamage folgt« sogleich ein« rweite. näur'ich der'Antrag der deurschnationalen Fraktion, gegen den Gen. Stadtrat Berlzg« ein Dijziplinarosrfahren einzuleiten, da er angeblich de? EBD. Wahllisten ohne Bezahlung gegeben haben soll. Dies« Behauptung mar in dem Airtrag ausgestellt, eine V c- 9 r un du n g ihres Antrages konnten die Beutfch« u a t i o na I o n nicht geben. Als einziger Redner zu dieser Aktion» die dis Deulschnatiorraken � unvorsichtig« rwetse schon in der StadwerordnetenVersannnkutrg angekündigt hallen, nahm Genosse Saench das Wort. Er erklärte, daß wir von der Haltlosigkeit der Anwür-fe überzeugt sind, aber gerade darum in Ueberesnstinnnung mit dem Gen Bethge aus Reinlichkettsgründeir auch unsererseits die Snrl«'wng des D!fzipkinarvei'f«s,''ens münschen.?er Antrag reurde einst inuntg angenommen, Denifchnaiionals gegen Lugendfürsorge 5. Bezirk— Zriedrichshain. Die letzte Bezirksversammlung im 8. verwallungsbezirk hatte sich in erster Linie mit den Schulverhältnissen im 25«- zirk zu befassen. Genosse S ch l i e n z gab den Bericht des zur Untersuchung eingesetzten Sonderausschusses. In einer ausgedehn- r-M Debatte wurde von allen Fraktionsredner» die Notwendigkeit schneller Abstellung der unhaltbaren Verhältnisse anerkannt. Gc- nosse T h e e t setzte sich nach Sastlderung der elenden Berhältnisse für ein großzügiges Schulbauprogramm' auch für unseren Bezirk «in. Das Verhalten der Deutschnationaken in dieser Frage, die in ihrer Stellungnahme dauernd schoukellen, kennzeichnet sie als Kul- turfsmde. Einstimmig wurde der Beschluß des Sonderausschusses rurgenommen, der Beschleunigung der vorgesehenen llheubauten für die Sonderschulen, Um- und Erweiterungsbauten für 13 Schulen, Ersatzbauten für zwei Schulen, Elektrifizierung, Renovierung und Modernisierung der anderen Schulen in der Schaffung von Bade- eiirrichtungen, guter Abortonlagen im Hause. Schularztzimmern, Zimmern für die Schulspeisung, Kinderhortzimmern, Einrichtung besonderer Werkräume, ausreichende Zentralheizung und kleinere Aendemngen fordert, ferner wird bessere Durchfuhrung der Be- Heizung und Reinigung in den Schulräumen und Schaffung würdi- acr Wohnräume für Schulhausmeister und Schulheizer verlangt. In einer Reihe weiterer Anträge forderten unsere Genossen Ausbesserung der Börgersteige des Bezirks, Schaffung zweier weiterer Säuglingsfiirforge stellen. Errichtung weiterer Jugend horte, Ausstattung der Horts mit geeig- netcn Musikinstrumenten und Besetzung der Heimieiterstellen in den Jugendheimen mit besoldeten, in der Jugendpflege erfahrenen Kräften. Zu den letzten drei Anträgen betonte Genosie Theek vor allem die Pflicht der Stadt, für die Jugend durch Schaffung geeigneter Horte und durch die Betreuung der gefährdeten Jugend m Abendheimen zü sorgen. Von den veutschnationalen schickte man u. a. den bekannten Herrn B a r t« i» vor. um unter Derschleie- rungen und Anpöbelet en gegen unsere Genoffen die Kulturfeindlich. feit dieser Kreise zu verdecken. Roch längeren Auseinandersetzungen fanden die Anträge gegen die Stimmen der Deutsch- nationalen Annahm«.__ ifafitm um jeden preis! ?. Bezirk— Eharlottenburg. "iz ersten Bezirksverlammlungen im Jahre pflegen in Ehar» k o t: e n b u r g unter dem Druck der„proletarischen Masten zu stehen. Das geschieht so: Einige Erwerbslose bekommen einen Teller. warmer Hupp« und den Austrag, dann auf der Tribüne der Bezirksverfamwlung die nötige Entrüstung über die verräterische Polillt der SoziaDemokraten„spontan" auszudrücken. Und so ze- schah's auch dicswok. Die Erwerbslosen entdeckten auf Anregung der KPD. ihre Not, faßten einige Resolutionen, um die am nächsten Tage erstmalig tagende Bezirksversammlung damit zu überraschen. Auch das ge- ichieht mit feierlicher Regelmäßigkeit, natürlich ganz zufällig. Dfese Versammlung findet erst unmittelbar vor der Bezirksversammlung statt, es darf keine Zeit zur Prüfung der Resolutionen gelosten wer- den, man hofft, rechnet aus Ablehnung in der Versammlung, um dann sich desto lauter entrüsten zu können. Die KPD. berät immer ganz zufällig diese unorganisierten Leute, die zur Zeit, als sie Arbeit hallen, nie daran dachten, sich freigewerkschaftlich zu organisieren, um dann desto glaubwürdiger über die Untätigkeit der Gewerkschaften schimpten zu können. Und so tan: man mit einem Bukett Reso- wtionen. Die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion erklärten, so ginge die Sache nicht; gewiß wachse die Not der Erwerbslosen, aber mit solchen Resaluiiönchen sei nicht der Sache, sondern nur der AgllanoN gedient. Wir schlugen einen kurzen Appell an die Zentrale vor. mit ausreichenden Mitteln der Not zu steuern. Di« K o m m u- n i st e n sahen ihre Felle fortschwimmen, unterschrieben den Dringlichkeltsantrag der Sozialdemokraten und genossen dünn wenigstens die Freude, einige Tribüne nbesucher zu den erwarteten Zurufen aniinieren zu können.— Dann trieb die KPD.„proletarische Politik" bei der D o r st a n d s w a h l. indem sie immer eigene Leute präsentierte. Die Versammlung ignorierte dies kindliche Spiel und wählte den alten Vorstand wieder, aus Barm» Herzigkeit auch de» harmlosen kommunistischen Schrtstsührer-Stelloer- treter. Es kam zur sozialdemokratischen Anfrage über die Grippe- not im Bezirk. Genosse Dr. I a f f 6 begründete unsere Jnter» pellation, er warnte davor. Schulen zu belegen und die Schülerschaft in andere Schulen hineinzustopfen: er wies auf den peinlichen Mangel an Pflegepersonal schon in normalen Zeiten hin und bat dringend, hier Hilfskräfte einzustellen, um die überlasteten Schwestern ein wenig zu Unterstufen. Stadtmedizinalrat Dr. Oettin. ger antworte» ausfuhrlich, sachlich und befriedigend. 100 Betten halle Eharlottenburg mittelbor, 100 direkt zur Verfügung gestellt. Man hoffe, einigermaßen durchzukommen. Selbst die KPD. fand hier keinen Anlaß, einzugreisen, man Holle ja noch große Dinge vor. Zu- nächst eine Anfrage wegen eines Prügelfolls in der weit- l: ch e n S ch u l e. Der Lehrer müste sofort entlasten werden. Stadt- schul rat Otto gab den Kommunisten eine tüchtige Abfuhr, und vollends tobten fie. als ihnen Genosie Dr. K a w e r a u aus ihren eigenen Zwischenrufen nachwies, daß sie diesen Lehrer ja imr des- halb io wütend verfolgten, weil er früher ihr eigenes Parteimitglied gewesen sei! Im übrigen könne man nicht deutlich genug von jedem ll riigelpädogogen, ganz gleich au» welchem Lager, abrücken. Ader Rektor Schmucker hätte alles getan, was menschlich und sachlich ge- boten sei. Der betresferrde Lehrer hülle bereits seine Versetzung be- anfragt und� bewilligt bekommen. Schließlich mißglückte den KPD.-Helden auch ihre Spekulation auf die Unwissenheit der Erwerbslosen. Sie liefen hinter dem Antrag der Sozialdemokraten her. Genosie Gebert gab ihnen derb Bescheid, und mehrfach muß»» sie sich ihre unsoziale Gesinnung und Spiegelfechterei bescheinigen lasten; der sozialdemokratische Antrag wurde fast einstimmig angenommen. Die Aufgaben des Strafrichtcrs. Rechtsanwalt Dr. Alsberg wird am Dienstag, dem 19. Februar, abends 8 Uhr, in der Aula der Handelshochschule Berlin, Spandauer Str. 1, einen Vortrag lzasten über das Thema:„Die Aufgaben des Straflichters nach dem Entwurf zu eiuem neuen Strafgesetzbuch". } Von 13 Millionen WS?Ken nur 2 bewilligi. 10. Bezirk— Leh'.enSorf Die erste Sitzung der Bezirk soersammkung im neuen Jahr ! zeichnete sich durch reichlich eingegangene Anträge und Anfragen de- i-xchers aus. Nach der Wahl"des Borsitzenden Iuitizrat Me'dinger lDBP.) wurden auch die übrigen Mitglieder des Borstandes durch Zuruf wiedergewählt, ebenso die Kommissions- und Deputations- Mitglieder. Das Bezirksamt weist einzelne Lücken auf.— Der bereits»tader auf Urlaub befindliche Bezirksbürgermeifter Dr. Schumacher wurde von seinem Stellvertreter, dem in der Novencher-Bersammlung sa eigenartig eingeführten Stadtrai Beneke vtünten. Die Deutschnationalen bemühten sich, recht zahlreich« Anträge und noch mehr Anfragen an das Dezirksamt zu richten. Wie bescheiden ihre kommunalpolitifchen Forderungen sind, geht aus ihrem Wunsch hervor, die„Rathausuhr in Wannsee nachts zu be- leuchten". Unsympathisch erschien der Mehrheit der Verfamtnlung die umbenennung der Straßen. Das Hindenburg-Kranken- haus soll größeren Warteraum für die Besucher erhallen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die fanderbare Einsührung des Chef- arztes kritisch erwähnt. Auf Anfrage über die vom Magistrat ge- machten Abstriche des Haushaltsplanes 1929 teilt da» Bezirksamt mit, daß von den angeforderten 13 3SS 200 M. n u r 1 916 680 M. bewilligt feien. Ferner wind das Bezirks- amt ersucht, durch seine Aussichtsratsmitglieder in der Helm- stättensiedlung darauf hinzuwirken, daß eine weiter« Steigerung der Mieten unterbleibt und länger« Per- träge mst den Mietern abgeschlossen wenden. Bei dem Antrag Bildung einer Rathausdeputation bemerkt Genosse D r ä m« r t, daß der Bürgermeister Dr. Schumacher in seiner Arbeit für den Bau dos Rathauses den Erfolg lediglich der sozialdemokratischen Stadtoerordnetenfraktion verdank«: setzt oerfahre mau mit der sozialdemokratischen Fraktion nach dem Grundsatz:„Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan!� Man lxrb« nunmehr zum Bürgermeister nicht mehr das Vertrauen und verlaiHge die schleumae Bildung der De- putativ». Dem wurde mit 7 gegen 6 Dnot.-Stfmmen zugestimmt. Es besteht die Abllcht. für em Iuaendheim das Haus Potsdamer Straße 19 m Zehlendors einzurichten. Die hierzu erforderlichen Mittel fallen im Haushaltsplan 1930 angefordert werden. Fürsorge für Nerven- und Gemütskranke. Der kommunalen Gesundheitsfürsorge erwachsen ständig neue Aufgaben. Ein strittiges Kapitel war lang« Zeit die Bekämpfung der Nerven- und Gemütserkrankungen und der Geistes« brankheit. Mehr und mehr wurde in letzter Zeit mit der An- schaumig gebrochen, daß die Geisteskrankheit n u r auf Vererbung und Anlag« zurückzuführen fei. Die Unrast, besonders im Groß- stadttreiben und im industriellen Produktionsprozeß trögt starke Gefahren in sich, die gleichfalls die geistigen Erkrankungen außer- ordentlich fördern. Dazu sind enger« Beweggründe aus der f o- zialen Umwelt, Wohnungs- und Erwerbsnot. imklore politische und wirtschaftliche Verhältnisie u. dgl. als maßgeblich für Geistes- und Nervenerkrankungen erkannt worden An die Kam- m u n e n richtete man nunmehr insbesondere die Forderung, ihre gefundhellkiche Fürsorge auch auf diefes Gebiet zu erstrecken. In richtiger Erkenntnis der Lage in den proletarischen Vierteln, n denen sich Gefahren für Erkrankungen sehr schnell aufwn, hat dem als erstes in der Stadtgemdude Teriin das B e z i r k s- G e l u n d- fiejtsamt Friedrichshain bereits Ende vorigen Jahres eine Fürsorgestelle für Nerven- und Gemütskranke emgei ichtst. lSprechstunden: An der Schillingbrücks 2, M'ttwochs von 19 bis 21 Uhr.) Zum leitenden Arzt wurde Dr. Julius- burger gewonnen. Dieser Furjorgislcüe ist Sie A''aoue gesetzt, durch aufklarend« Vorträge die Bevölkerung in das Wesen d e r aelsti(jeu Erkrankungen und ihr« Behandlungsmöglich- kellen einzuführen Durch enge Fühlungnahme mit den Bezirks- Wohlfahrtsämtern, den Krankenkassen usw. wird die Möglichkeit s- öffnet, den Kranken selbst wie auch de'«» Familien weitgehende .Fürsorge zuzuwenden. Mit Rat und Tat wird lomll unter br- sonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisie ein Gebiet be- arbeitet, das wiederum für die Volksgesundung erschlossen werden kann, und zwar durchgreifender— weil die Familie» selbst mit betreut werden können—, als es unter den üblichen Verhältnissen möglich P.____ Vierhundert Neuaufnahmen! Die Delegierten der SPD. aus dem Kreise Wilmersdorf nahmen in einer Lersammlung am Mittwoch im Biktoriagarren den Bericht des Kreisoorstandes vom letzten Jahr entgegen. Genosse S t e i n h ö f e l tetlle mll, daß im letzten Jahr 10 0 N e n a-'• nahmen zu oerzeichnen waren. Kein Mitglied hat die Partei ver- lassen, in der Werbewoch« hat jeder seine Pflicht getan. Der Au: schuß für die Werbung unter den Beamten hat große Erfolge ver- buchen können, denn 1928 ist die Zahl der im Kreise organisierten Beamten auf 186 gestiegen. Auch die Arbeiterjugend und die Ar- bellerwohlfahrt haben oortressiich gearbeitet. Am 1. Mai wird ö.r Kreis Wilmersdorf sein neues Banner weihen. Geschäfts- und Kasi-n- bericht wurden ohne Diskussion genehmigt. Die Dorstandswahl ergab einstimmige Wiederwahl des Genossen Steinhösel zum ersten, des Genossen Hahn zum zweiten Dorsitzenden und der Gcnosicn Brendcr und Fischbach zu Schriftführern. Als Kassierer wurden die Genosieii Grunow und Pape und zu Beisitzern die Genossen Söling, Preist' und Timm gervähll. Dieser ist als Vertreter der Beamten m dc.i Vorstand delegiert. Nach der Wohl gab Genosse Woywod den Bericht über die Tätigkeit der Sozialdemokratie in der Stadtoerord- neten- und Bezirksversammlung. Sehr eingehend behandelle der Referent den Haushaltsetat der Stadt Berlin, der in den nächsten Wochen zu verabschieden ist. Ein Erfolg der Sozialdemo tratie ist«», daß trotz großer Belastung auch im neuen Etats- jähr keine Steuererhöhungen kommen. Auch die Wasser- und Eick- trizitätspreif« werden nicht erhöht. Unter freudiger Zustimmung der Versammlung berichtete der Referent, daß es endlich gelungen sei, die Zusicherung zu erhallen, daß in diesem Jahr die erste Rate tn Höhe von 850 000 M. für den Bau des Wilmersdorfer Kran- k e n h a u s e s in den Etat eingesetzt wird. Die Partei hat in der Wilmersdorser Bezirksverordnetenversammlung nicht so ersoizreia'» mitarbeiten können, wie im Stadiverordnetenparlament. Denn in Wilmersdorf ist der Einfluß der Partei noch zu schwach. Selbst für die Wohlsahrtskommisiionen werden unsere Parteigenossen nicht in dem Maße herangezogen wie wir das verlangen müssen drei zehn mal gewaschen... nnd doch wie neu! . Diese wertvolle Erfahrung machten die Hersteller der bekannten Travise- und Indra- Stoffe Sie schreiten wie folgt Um unseren Kunden ein gutes Waschmittel empfehlen zu können haben wir umfangreiche Versuche angestellt. Probestücke haben wir dreizehnmal mit Lux Seifenflocken gewaschen, ohne dass eine Veränderung in Aussehen und Festigkeit zu sehen war. Die zarten Lux Seifenflocken greifen da» Gewebe nicht an."' Machen Sie sich diesen Rat zunutze. Verwenden Sie Lux Scifenfiockcn, so erhalten Sie sich Ihre zarten Kleidungsstücke lange wie neu Die meisten Hausfrauen kaufen die vorteilhafte doppelgrosse Packung. LUX 5BFENFLDCKEN SUN LICHT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM ujw-* 7lr. 65* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag S. Februar 1929 Altes Preußen und neue Polizei. Historisches und Aktuelles im Landtag. Der Landtag setzte am Donnerstag die Debatte über den Etat des Ministeriums des Innern fort. Abg. HaaS-Köln(Soz.): Die beiden deutschnationalen Redner haben dem neuen Preußen das alle Preußen als Musterbeispiel entgegengestellt. Das hat mich vom Grasen Garnier nicht gewundert. Den» wenn er auch nach dem gräflichen Taschenbuch sein Geschlecht bis auf Ibölt zurückvsr- folgen kann, so doch nur in Frankreich, aus dem er stammt: auch das eingewanderte Junkertum hat das alte Preußen als seinen Staat angesehen.(Sehr gut! bei dm Soz.) Der zweite deurschnationale Redner Lindner bezeichnet sich im Handbuch als Vorsitzender eines Zlrbciterbundes, und da ist die Lobrede aus das alte Preiißcn schon wesentlich merkwürdiger Er hat sich über Festessen und Festtrinken ausgelassen. Die Frag«, wer am meisten trinkt, die alten oder die neuen Beamten, oder wer am ersten besoffen ist. Deutschnational« oder Kommunisten oder Sozial- demotraten ist wirklich kein Gegenstand der Parlameniserörterung. Um des lieben Friedens willen will ich der Rechten zugeben, daß sie Leute hat, die uns rein erziehungsgemäh im Trinken weit übertreffen.(Heilerkeit urd Sehr gut! bei den Soz.) Zur Charakterisierung des alten Preußens brauchte ich eigent- lich nur au das Dreiklassenwahlrecht zu erinnern. Vor dem Umsturz saßen hier 157 Landwirte und Großgrundbesitzer, IZk) Beamte und 2 Arbeiter. Die Arbeiterklasse war von der Gesetz- gebung ausgeschlossen, und wenn wir daran denken, was in den WahlrechtsdebaUen, in den Auselnondcrsetzungen über Koalitionsfreiheit und Freizügigkeit im alten Landtag gesagt wurde, dann sollte für einen Arbeilervertreter doch da kein Platz sein, wo man dieses alle Preußen noch l o b 1(Sehr gut! bei den Soz.) So hat 1905 Dr. von Burgsdorfs hier im Landtag erklärt, die Arbeitslosenversicherung sei geradezu unmoralisch wegen der angeborenen menschlichen Faulheit.(Hört, hört! Zuruf: Das war die angeborene Junkerfrechheit!) Freiherr von Zedlitz hat 1906 daraus hier festgestellt, daß im Kampf gegen die übertriebene Sozialpolitik Preuße» im Reich vorangehe. 1889 mußte der Rtinister von Boetticher von der Tribüne dieses Hauses feststellen, daß unzählige Landwirte sich weigerten, ihren Arbeitern am Sonn- tag etwa» zu essen zu geben, weil sie an diesem Tage nicht arbeiteten. (Hört, hörtl bei dm Soz.) Herr Lindner hat vorbeugend behauptet, die Deutschnationole Partei sei ein« junge Partei ohne Tra- d i t i o n.(Große Heiterkeit.) Aber die Herren Grasen von Garnier, von Gersdorss, von Kries, von Mirbach, von Plehwc, von Rohr, von Stünzncr, von Waldthausen und von Winters eldt haben eine Vergangenheil und können nicht verleugnen, was die Konservativen vor dem Krieg hier im Hause getan haben.(Lebhafte, Zustimmung links.) Die Deutschnationalen haben nach den Lei st'u n g e n der Republik gefragt. Wir leiden schwer unter den Folgen des Krieges. M«r immerhin, sehen Sie sich bitte Koalitionsrecht. Arbeitslosen» Versicherung, Betriebsräieordnung und Schlichtungsverfahren im alten Preußen und heute an! Wie wurden früher die armen Men- ichen erniedrigt, die sich die paar Pfennige Armenunter» stützung abholten? Ihr Wahlrecht verloren sie dabei noch oben- drein.(Sehr wahr!) Bei der Stellenbesetzung soll heut« angeblich das Parteibuch entscheiden. Aber von 414 Landräten In Preußen sind seht ganze 54 Sozialdemokralen. Die Arbeiter im Lande werfm mit Recht der Regierung vor. daß sie noch lang« nicht genug tut, um den früher entrechteten Arbeitern bei der Besetzung der politischen Stellen zu ihrem Recht zu ver- Helsen(Lebhast« Zustimmung bei den Soz.) Im alten Preußen konnte ein Sozialdemokrat nicht einmal Nachtwächter sein. 1907 ist hier im Hause noch festgestellt worden, daß organisierte Bau- arbeiter nicht einmal aushilfsweise in den beschäftigt wurden(Hört, hört! bei den Soz. arbeiter nicht einmal aushilfsweise in den a a t l i ch e n Forsten Den besten Auftakt zur Berwaltungsresorm hat die Auslösung der Gutsbezirke gebildet, die 30 Pro z. der Fläche Preußens einnahmen. Bon den neuen Kommunalgesetzen wünschen wir den Gemeinden vor allem die wirtschaftlich« Freiheit zu er- halten, die der Kern der Selbstverwaltung ist. Wir hoben den Vergleich zwischen dem alten und dem neuen Preußen gern zum Gegeiistanö der Auseinandersetzungen gemacht. Wer so gearbeitet hat, wie die Republikaner in der Rachrevolutions- zeit, d e m gehört die Zukunft, dem folgt das Volk!(Leb- haster Beifall bei den Soz.) Nach einer längeren Reihe Redner erschöpft sich die Debatte. Es folgt die allgemeine Aussprache über Polizeifragen. Abg Marckwald(Soz): Die Wut der Deutschnationalen im Hauptausichuß hat mir be- wiesen, daß mit der notwendigen Ausräumungsarbeit in der Polizei jetzt wenigstens ein Ansang gemacht ist.'(Sehr gut! bei den Soz.) i Ich darf auch mit Genugtming feststellen, daß in jedem Fall von Mißhandlung oder Beschimpfung von Polizeiwachtmeistern der Mi- nister rücksichtslos durchgegriffen hat.(Widerspruch bei den Komm.) Ich wäre der letzte Sozialdemokrat, der wegen der koalitionsmäßigen Bindungen die Regierung verteidigt, wo sie Fehler macht. Aber ich habe mich tatsächlich in jedem einzelnen Fall aus den Akten überzeugt, daß Vorwürfe in dieser Beziehung gegen den Minister völlig ungerechtfertigt sind.(Lebhafter Bestall •bei den Soz.l Ebenso habe ich festgestellt, daß der Berliner Polizei- kommandeur, der verdiente Oberst Hei mannsberg, nirgends die KlxÄitionssreiheit der Offiziere zugunsten des Schmder-Verbandes eingeschränkt hat: er verhandelt sachlich und höflich ebenso mit den Beamten- wie mit den Ossiziersverbänden. Die von den Deutsch- nationalen geforderte Ausnahmebehandlung des Rotfrontkämpser- bundes hat der deutschnarionale Minister von Keudell ja schon un- möglich gemacht, als er den Rotfrontkämpserbuwd zu seinem Triumph vor dem Staatsgcrichtshvf vcrholfen hat. Es ist aber der Stahlhelm genau so staalofeindlich wie Rolsronl, und ich halte es für eine wahnsinnige Zumutung an die Republik, die Wassen der Republik den Lenlen anzuvertrauen, die den Stahlhelmhoß gegen die Republik In ihrem herzen hegen. (Lebhafter Beifall links.) Wenn im alten Preußen Herrn Schräder sein Geselligkeitsverein der Polizeibeamten verboten wurde, trotzdem er die Sitzungen mit Ergebenheitskundgebungen für de» Kaiser begann. dann braucht die Republik nicht soweit zu gehen, daß sie ihren geschworenen Feinden die Wassen in die Hand legt, mit denen sie die Republik stürzen wollen. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn die Entrüstung der Deutschnationalen über den Innenminister bis zur nächsten Etatberawng sich noch sehr steigern würde. Die Wirtichaftssorgen der Polizeibeamten können ohne Geld nicht behoben werden Wenn die bürgerlichen Parteien sich gegen ernste B e s i tz st e u e r n sträuben, helfen sie den Polizeibeamten auch mit den schönsten Resolutionen nicht. Aber schon mit den vorhandenen Mitteln könnte man die krimlnalbeamien besser stellen und an den Pferde» für die Reiilurnierc sparen. Schließlich leiiet die'Polizeiobie'chmg ein Ministerialdirektor und kein Zirkusdirektor.(Große Heiterkeit.) Wir treiben kein« Hetze gegen die Polizeiosfiziere: wir haben unter ihnen sehr viele tzuti Aber' die Ueberprovuktion an Stabsoffiz« Ute Freunde. e r e n ist überflüssig: manches könnte auH an der Bewafsmmg gespart werden. z. B. an den unzweckmäßigen Hirsch fängern, und den Polizei- veamten anderweit zugute kommen. Man soll die Polizeibeamten auch nicht triezen, teuere Billetts zu Wohltätigkeitsveranstab tungen zu kaufen, die man den Kommandeuren u n e n t g e l t- l i ch zusendet. Die Schutzpolizeibeamten sind auch keine Tanz- Husaren. Was soll da ein Kommandobcsehl in Berlin von An- sang November, wonach der Vaterländische Frauenverein im Hotel Esplanade einen Wohltätigkeitsball veranstaltet und ,, junge, tanz- freudige Offiziere" zur Teilnahme der Gruppe zu melden sind?! (Große Heiterkeit.) Erfreulicherweise regt s i H in den Polizei- beamten der Widerstand gegen derartige Mißbräuche. Wir danken den Beamtcirgewerkschaften, daß sie die Veamten zum Selbstbewußt- sein. erziehen und sind überzeugt, daß die so erzogenen Beamten m i t den Arbeitern gegen den Kapitalismus kämpfen werden.(Lebhaster Beifall bei den Soz.) Weiterberatung Freitag 11 Uhr. Personalpolitik im AA. Die hochgeborenen Herren werden bevorzugt. In der Donnerstagsitzung des Ausschusses für den Reichshaus- halt wurde die Beratung des Personaletats des Aus- w ä r t i g e n Amtes für 1928 und 1929 begonnen. Dr. S t r e s c- mann hatte gebeten, sein Ausbleiben wegen sehr dringender Ge- schäste zu entschuldigen. Referenten für den Etat sind die Abgeord- neten' Dr. H o e tz s ch(Dnat.) und Genosse Dr. Breitscheid. Beide brachten in eingehenden Darlegungen eine Reihe von Einzel- jragen zur Sprache. Es wurde u. a. betont, daß das Netz des diplomatisch-konsularischen Dienstes reichlich groß sei. Wenn auch einzelne Stellen nicht ausreichend beschästigt seien, wären aus der anderen Seite eine Reihe unserer Auslaiidsoertretungen völlig über- lastet, und zwar gerade an den wichtigsten Knotenpunkten des Weil- Handels. Die Vertretungen würden gewissennaßen als Agenten der Wirischast betrachtet. Es sei zu überlegen, ob diese Beamten nicht wieder mehr aus ihr«igeMIiches Tätigkeitsgebiet zu beschränken seien. Mit großer Schärfe wandte sich Dr. Hoetzjch gegen den Sammeltitel von 21)4 Millitmeii Mark, aus dem di« 836 Stellen unserer Gesandtschaften, Vertretungen und Konsulate bezahlt würden. Nach seiner Meinung sei die Zeit gekommen, wieder auf die Ordnung von 1913 zurückzukehren. Er würde beantragen, bis das Auswärtig« Amt ein klares übersichtliches Bild wie 1913 über die Auslands- Vertretungen vorlegen könne, bei jedem einzelnen Posten die etatsrechtliche Prüfung vorzunehmen, um auf das Auswärtige Amt den entsprecheudeii Druck auszuüben. Die Genehmigung der Zahlungen durch den Reichssinonzminister genüg« ihm nicht: er oerlange die gleichberechtigte Mitwirkung des Aus- schusses für den Reichshaushalt. In der Besprechung brachte �er demokratische Abgeordnete Bernhard die An und Weise zur vprache, wie die Ersparnis von 600 00 0 Mark, die der Reichstag im vorigen Jahre beim Auslond-dienst beschlossen habe, durchgeführt worden sei. Man habe Kürzungen in er st er Linie bei den jüngeren Lc- gationsrätcn vorgenommen, und so ist es z. B. mitunter gekommen, daß zur gleichen Zeil, als der Legationssekretär sein ver- kürztes Gehalt ausgezahlt bekam, der Gesandte ein er» höhtes erhielt. Für die Arbeit der mittleren Auslandsbeamten scheine ihm im Auswärtigen Amt nicht das nötig« Verständnis zu herrschen. Anerkennung fände doch nur die Arbeit der hohen Beamten. Bei der Zulassung zum Auswärtigen Dienst müsse natürlich die Tii chtigkeit und Eignung die erste Rolle spielen, man müsse aber unter allen Umständen verlangen, daß jeder dieser Anwärter den heutigen Staat energisch und freudig bejahe. Es fei aber merkwürdig und nicht zu bestreiten, daß gewisse Kreise schneller und besser Beförderung erlangten, als Beamte, die etwa den Demokraten oder selbst der Bolkspartei zugehörten, die einen avancierten bei den Botschaften und Gesandtschaften, die übrigen würden dauernd in den Konsulaten herumgeschoben. Warum läßt man diehochgeborenenHerren nicht einmal ein paar Jahre im Konsulatsdienst wirtschafitiche Dinge lernen? Ein ihm genau be- tannter Weltreiscnder habe ihm neulich erzählt, daß im Deutschen Hause in Batavia über einer Ziimnertür di« Inschrift stehe: Nur sürKorpsstudenten. Ganz besonders müßte man sich einmal die Herren Honorarkonsuln ansehen, die zwar den Titel von der RepubNk nehnien' uiid damit gute'Geschäfte'mächten, aber gär nicht verhehlen, daß sie die deursche Republik verachten und bekämpfen. Abg. Dr. Schreiber(Ztr.) wies darauf hin, daß das Auswärtige Amt vor dem Kriege 19 Millionen gekostet habe, heute 67. Er be- mängelt die Ungleichheit der Kosten der einzelnen Auslandsstellen und die zum Teil außerordentlichen Erhöhungen. Die Aufsasiung des Abg. Bernhard bezüglich der Attaches teile er vollkommen. Di« Sprachanforderungen an dies« Veamten seien so große, daß'das Be- stehen der Prüfungen schließlich davon abhänge, ob der Betreffend« in der Kindheit eine französische oder englische Bonne gehabt Hab«. Er werde di« Durchprüfung der Auslandsorgamfation und der Aus- landsbezüge durch den Sparkommissar beantragen. Die Beratung soll morgen fortgesetzt werden. MSN ist nup so Sit. wie man aussieht, deshalb benutze man„ExtepänR". Qbt grauen Haaren die lugcnd- farbe weder. Färbt naen und nach. Vodständig unschädlith. Seit Vi lahren Wcltiuf. Von lausenden Aerzten, Piotessoren usw gehnucht und empfohlen. Preis M. 7,—. Für schwarze Haare„Extra stark M. 12-. Erhältich In Parfflmericn,• Friseurgeschäften, Drogcr en usw., wo nicht, zu haben Parfümerlefabrik„Exlepäng", Berlin SO. 90, Muskauer Straße 9. Vom 8.-18» 2, Bcsfcfatl>en Sie bitte untere Schaufenster Preiswerter Damen-Span gm- «hob, sehr solide ge- e 00 arbeitet...... � Farbige Spangenschuhe,' od r- braun oder mauve mit cOO Zierstepperei.. � Ecbi Boxkalf- Damen- Span- genstbob mit Lauf-»AOO absatz...... Herren-Halbtcbnlic,«00 Kindbox, gefällige Form � Herren- Halbsdmbc, s fSO Orlginal-Qoodyear-Welt■— Schabe and Sffeicl zur Einsegnung Kinderschuhe sehr preiswert — Brokaftdmhe In rendifedenen Mustern Lackhalbichuh für Herren, velS-.sedoppell Die guten QuaiitätsstrUmpfe Hallbarer banmwollener Strumpf...... 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Schon die Ereignisse im H«rbst vorigen Jahres, die willkürliche Aussperrung im München-Gladbacher Revier, die sofortige Solidarität»« «rklärung des Deutschen Textilinduftriellen-Verbandes und sein« Drohung, 2 Millionen Textilarbeiter auf das Pflaster zu werfen, liehen damals erkennen, daß das Textilkapital'viel wagen möchte. Wie der verband der Deutschen Textilindustriellen damals erklärte. handelte e» sich bei der Aussperrungsdrohung im Oktober um nichts anderes, als„den«wigen Lohnbewegungen endlich «in Ende" zu bereiten. Jetzt ober geht das Textilkapital noch «inen Schritt weiter. Es handelt sich für die Unternehmer nicht wehr darum, Lohnbewsgungen abzudrosseln, sondern sie stellen ihren Lelegschaflen ein Ullimalum. Lohnkürzungen hinzunehmen oder sich aussperren zu lasten. So sind in den, Bezirk Barmen und in dem Wuppertaler Revier den Belegschaften sämtliche Arbeitsverträge zum 18. und 10. Februar gekündigt und es ist ihnen zugemutet worden, neue Verträge mit 8>sprozentig«r Lohnsenkung abzuschließen. Dies würde bedeuten, daß ein Arbeiter künftig mit I0 M. in der Woche und eine Arbeiterin mit 21 M. Wochenlohn nach Haufe käme. Zu gleicher Zeit liaben die Niedcrlausitzer Tuchindustriellen etwa 20000 Arbeitern gekündigt, und da der Kampf der sächsisch- thüringischen W« b e r, von denen Qualitätsarbeiter mit dem Elends- lohn von 1 M. im Monat auskommen müssen, noch nicht beendet ist, so umfassen die Arbeitskämpse in der Textilindustrie rund 2(!Ö l a nz- symm« im vergangenen Jahre auch von 388 aus 461 Millionen gestiegen ist. so muß man dabei schon die Erhöhung des Kapftals uni Ü Millionen und die Erhöhung der Reserven um 19 Millionen, die zum Schluß vorigen Jahres vorgenommen wurde, im ganzen also 16 Millionen abziehen. Di« Verwendung der fremden Gelder der Bank scheint zum mindesten keine Ausdehnung des eigentlichen Großkundengeschäftes zu verraten. Die Wechsel- und Devisenbestände sind von 66 auf 64 Millionen zurückgegangen, die ausgeliehenen Börisi'gelder und Wertpapierdarlehen— sicher im Zusammenhang mit der schwachen Börse— von 43 auf 40 Millionen. Und wenn die Vor- fchüsse auf lagernde und schwimmend« Waren von 62 auf 95 Millionen gestiegen sind, so spricht das auch für eine mehr nach außen gerichtete Aktivität. Die auf laufendes Konto gewährten Kredite sind um 23 von 136 auf 159 Millionen gestiegen. Die Gewinnrechnung des vergangenen Jahres hat durch die Sondereinnahme aus amerikanischen Freigabegel- dern von rund 8 Millionen Mark diesmal einen besonderen Eha- rokter. Dies« 8 Millionen werden aber zusammen mft dem Dortraz aus 1927 von 1,97 Millionen in der runden Summe von 19 Millionen den Reserven zugeführt. Di« Z'NSgäw'NN« sstch au» dem jiw ganzen vergrößerten Geschäft und den erhöhten Zinssätzen von£83 auf 6,65 Millionen gestiegen, während die Provisionen— nichf zu- letzt durch die schlechte Börse— von 4/B auf 4,94 Millionen zurück- gegangen sind. vAus den Effekten und Anleihebegebungsgewinnen sind 1,39 Millionen Mark in die Bilanz eingesetzt. Noch Abzug der Verwallungskosten von 6.46 Millionen(Lorjahr 6,61 Millionen) und der von 1,80 auf 1,98 Millionen erhöhten Steuern bleibt ein durch die Reservenstorkung künstlich verringerter Reinge- Vinn von 2,95 Millionen, aus dem wie in den früheren Jahren wieder 1? Proz. Dividende verteitt werden. In den letzten Tagen wollen die Gerüchte nicht verstummen, nach denen die Berliner Handelsgesellschaft mit der Darmstädter und Nationalbank verschmolzen werden soll. Diese Geruchte sind begreis- sich, nachdem der unerwartete Zusammenschluß der Mitteldeutschen mit der Commerz, und Privatbank größere Bankzusammenschlusie wieder als möglich hat erscheinen lassen und nachdem man als sicher annebmen will, daß Carl Fürstenberg aus der aktiven Bankiertättg- keit zurücktreten will. Nun ist die Log« bei der Berliner Handels. gesellschajt gewiß mcht so wie seinerzeft bei der A. E. G. Felix Deutsch von der A. E> S. hotte den großen Clektrokonzern allzulange aus zwei Augen stehen lassen und bei seinem Tode war die Frag« der Nachfolge eine ziemlich schwierige Angelegenheit. Bei der Per- liner Handelsgesellschaft sind im Borstand Leute vorhanden, denen Fürstenberg die Leitung der Geschäft« ruhigen Gewisien» übertragen könnte. Aber wenn gerade die Darmstädter und National- bant mit ihrem sehr beweglichen und zweifellos erfolgreichen Jakob Golds chm i d t als Zusommenschlußpartner genannt wird, so wäre für die Danot und für Jakob Goldschmidt die Berliner Handelsgesellschaft sicher ein Bissen, der sehr viel Freude machen könnte. Es kommt hinzu, daß die Danat von Jakob Goldschmidt auch kapilalmShig ziemlich beherrscht wird und daß auch bei der Berliner Handelsgesellschaft die Herrschaft in ganz wenig Händen vereinigt»st. Aber man wird dem„Berliner Tageblatt"', da» immer gut« Beziehungen zur Berliner Handelsgesellschaft hott«, wohl Glauben schenken können, wenn es behauptet, daß an den Fufionsgerüchten w-nig Wahres fei. London verieueri den Kredit. Sine Wirkung auf Deutschland? Die Londoner Finanz- und Börsenwelt ist in großer Auf- regung. Die Lank von England hat plötzlich die Krodil« verteuert Usch den Diskontsatz, zu bem Banken und Wirtschaft von der englischen Zentralbank Geld borgen können, um«in p y l l e s Pro- zent von 4X auf bü erhöht In der Tot ist die Erhöhung um ein volles Prozent für ein in seinen wirtschaft.ichen Entschließungen so konservative» Land wie England und ein so vorsichtige» Zentral- institut wie die Bank von England ein« ungewöhnliche Sache. Für die Wirtschaft selbst ist die Verteuerung des Kredits natürlich sehr fühlibar. Wir brauchen ja nur daran zu denken, daß man in Deutschland schon von der Senkung des Reichebankdistpnts um«in halbes Prozent, wie st« im Januar erfolgte, ein« Belebung de» Wirffchcrftslehens erwartet. Di« Spekulanten der Börse und die Londoner Finanziers werben aber durch ein« solche einprozentig« Diskonterhöhung, die daM nicht einmal aus wirtschaftlichen Grün« den vorgenommen wirb, besonder? stark in ihren Plänen gestört. In der Tat hat die Verteuerung des Kredits in England keine eigentüchen kreditpolitischen, sondern Wöhrungsgrün d«. In New Uort war der Diskontsatz seit dem Monat Juli d. I. um«in halbes Prozent höher als in England, das seinen Diskont von 4li Prozent schon fett April 1927 unverändert gelassen hatte. Dieser höhere Diskont In New Dort hat viel englisches Geld nach Amerika geführt, im Zusammenhang damit die Rachirag« nach amerikanischen Dollars gesteigert und den Devisenkurs des Pfund Sterling ge- schwächt. Das führte dazu, daß England sehr viel Gold an» Aus- land abgab: in der letzten Woche allein wurden 66 Millionen Mark Gold verschifft, nachdem schon in den Monaten vorher, insbesondere die Deutsche Retchsbank sehr viel englisches Gold aufgenommen hatte. Di? Bank von England will nun ihren Goldbestand im Verhältnis zu den von ihr in Umlauf gefetzten Noten nicht mehr sinken lassen, denn der Bestand hat nach den letzten Gold- abslüssen den Betrag von 3 Milliarden Mark sast unterschritten, eine Summ«, die man aus traditionellen Gründen für die Sicherheit der Währung für unbedingt erforderlich hält. Aus diesem Grund« hat die Bank von Englaird den Diskontsatz erhöht, und zwar, um sofort einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, um ein volles Prozent. Die Folg« der Diskonterhöhung in London— damit rechnet die Bank von England— wird ein Rückstrom von Geldern nach London sein, die heute zum großen Teil in den Vereinigten Staaten arbeiten. Aber auch für Deutschland ist eine gewisse Rückwirkung in dem Sinne nicht ausgeschlossen, daß die geringe Zinsdifferenz zwischen Berlin und London— 611 gegen 5>, Prozent— kurzfristige englisch« Gelder aus Deutschland abziehen wird. Es ist aber nicht zu erwarten, daß daraus im deutschen Kreditwesen eine Unruhe enfftehm wird, weil einmal in Deutsch, land gegenwärtig sehr viel inländisches Geld arbeitslos ist und darüber hinaus die Reichsbank, die für ihre eigenen Mittel sehr wenig Geschäfte sindet, noch sehr viel Spielraum zur Kredit- gewährung Hot. Neues zur Neurieilung der Konjunkiur. Das Statistische Reichsamt hat den Großhandels- index für den Monat Januar veröffentlicht. Mit 138,9 gegen 139.9 im Dezember zeigt er einen Rückgang»m einen Punkt. Den höchsten Großhandelsindex des vorigen Jahres zeigte der Monat Juli mit 141,6 Proz. Gegenüber dem Juli 19 28 ist also im Januar ein Rückgang von 3 Punkten zu verzeichnen, was man kaum sehr viel nennen kann. Dabei ist am stärksten wieder der Index für die A g r a r st o f f« gesunken, gegenüber Dezember von 134.1 auf 131,7, nach 136,6 Proz. im Juli. Di« Rückgänge bei den industriellen Rohstoffen und Halhstoffen und bei den Fertig- waren, die für die Deurteillmg der Konjunktur entscheidend sind, sind gegenüber Dezember dagegen wieder minimal. Rohstoffe und Halb waren gingen von 134,1 auf 134 zurück gegen 135,1 tm Juli. Fertigwaren von 1593 aus 1583 gereuifeer 159,4 im Juli. Erneut kann man also au? der Bewegung de» Großhandelsindex der, industriellen Waren feststellen, daß von einer eigentlichen Preis- lenkung, die konjunkturell rnichiig wäre, noch kaum die Räde fem tonn. Das Institut für Koniunkturforschung bringt m seinem letzter» Wochenheft vom 6. Februar«iniga Merkmale, die nach unserem Dafürhatten ober auch weniger für«inen stärkeren Rückgang der Konjunktur sprechen a!f da» Institut annimmt. Wenn" di» volkswirtichastlich« vmsotztätigkeft im Monat Januar, wo sie saisonmäßig ohnehin immer sah? gering ist, vom Instittft als konjunkturell nach un+in beeinflußt gekennzeichnet wird, so ist dabei zu beachten, daß durch den in diesem Jahr» sehr viel früher liegenden Zeitpunkt der vollen Auswirkung aller Soisoninömente auch die Koufkrast der Masjen viel früh«? abgestoppt wurde. was sich sin Januar dann starker kühlbar machen, rnust als sonst. Die orbeitztägliche Wagengestellung der Reichsbahn, in der man d-i« Tvansportumsätz««imgermaßen messen kann,»st nach den Faststellungen de» Instituts im Januar gegenüber dem Januar vorigen Jahres um 6 Proz. zurückgeblieben. Aber auch hier halten wir zunächst noch Dorsichi für geboten, da die Transport« durch den Frost auf vielen Gebieten besonder» stark gedrosselt sind. Für den vom Institut festgestellten buchten Rückgang des Postscheck- und Geldverkehrs gilt dasselbe, denn auch der lAeldverkehr gebt unk saisvnmohig besonders stark verr'ngerten Umsätzen und verringerten Transporten nnttpendig zurück, wozu noch kommt, daß auch aus psychologischen Gründen, die mit den Reparationsverhandlungen z!lsamm«'rhang«n, die industriell« und kaufmännische Unternehmung�- lust kleiner geworden ist. Immerhin ist noch wenig Klarheit über die Konjunktur vor- Händen, und die Entwicklung der Dinge muß noch gründlich ver- folgt werden. Garotii bekommt einen neuen Herrn. vi« Weltschokoladenfirma Sarotti in Berlin wurde bisher in der Hauptsache von dem Dorstandsmitglied Kanold beherrscht, der ausreichend Sarotti-Aktien besaß, um die Beschlüsse der General- Versammlung nach seinem Willen zu lenken. Herr Kanold scheidet jetzt aus dem Vorstand der Sarolti-A.-S. aus, und seine Aktien sind von der bekannten Restle-Kindermehl-Gesellschaft erworben worden, wodurch die Herrschost über Sarotti zum größten Teil aus diese Gesellschaft übergeht. An di« Stelle von Herrn Äa- nold tritt Herr Riggenbach von der Deutschen A.-G. für N«stle-Er- Zeugnisse, und die Nestle-Gesellschaft wird auch entsprechend ihrem Kapitalbesitz in den Aufsichtsrot der Sarotti-A.-G. eintreten. Mehr»onkurft im Zanuar. Nach Mitteilungen d«s Statistischen Reichsamte, wurden im Januar 1929 durch den Reichsanzeiger 832 neu« Konlurse— ohne die wegen mangels an Mass« abge- lehnten Anträge und 259 eröffnete Bergleiche verfahren bekanntgegeben.«ein Dezember stellten sich di« entsprechenden Zahlen aus 624 bzw. 252. Dst Zahl der Konturs« ist also mcht unerheblich gestiegen. Bürste dein Haar oft und gröndlidi. Ihr Mädchen und Frauen denkt daran, daß Ihr das Haar jetzt fast so kurz trajft wie die Männer. 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Das erste Buch, das ihren Namen in aller Welt bekannt macht«, das als ein« geradezu aufrührerische Tot angesehen wurde, war der I8SS erschienene Roman„Aus guter Familie". Er l>ehandelte da, Himer glänzender Außenseite verborgene Elend des Schicksale- unendlich vieler leiblich und geistig darbender, innerlich still ver- blutender Töchter„aus guter Familie". Der seslenkundlich außer- ordentliche Ronian legte eine verborgene, aber schwärend« Wunde des deutschen Familien- und Gesellschastslebens bloß und reiht« die Dichterin unversehens und ungewollt, ja sehr wider ihren Willen, unter die Namen der Ftthrerinnen der deutschen Frauenbewegung«in. Ihr bedeutendstes Werk ist„Dos T r ä n e n h a u s", ein Buch, das in seiner rücksichtslosen Offenheit erschütterte. Nie ist der Ruf nach dem Recht der Mutterschaft so eindringlich in die Weite ge- klungen, nie Hot er zugleich die hohe Äunstiorm einer so wuchtigen balladenhasten ländlichen Elegie angenommen wie in diesem Buche. Nie auch ist tn das Helldunkel eines Tränenhauses, d. h. eines Hauses, in dem ledig« Mütter der unzart zudringlichen Schwaß- haftigkest und Unmenschlichkeit geldgieriger und schamloser Hebammen verfallen sind, mit so freimütiger Umimwundenheit hineingeleuchtet worden. Die Lektüre hat stellenweise Peinliches, weil man einerseits in so zarte, heikle und Innerliche Dinge eingeweiht, andererseits abgründigen Gemeiicheiten ausgesetzt wird, daß man dos Gefühl Hot. als nsisch« man sich unbesugt in geheimste Umstände. Und doch waltet silUichcr Ed-lstnn von ungewöhnlicher Verdienstllchkeit In dem Luche. Der leichten Berletzlichkeit zimperlicher Wohlerzogenheit zum Trotz xibt die Dichterin offenbarungseifrig Aufklärungen über Aufklärun- gen, enthüllt sie die Frauenseele in einem Zustande sonst verschwie- genstcr Heimlichkeit. Von Mutterangst und Mutterweh schreit es in diesem Buch«, doch weder klagend noch anklagend, sondern auf- rüttelnd, so Mann wie Weib, in loiiterer Seelenreinheit. In eineni wurtternbergischen Dörflein haust d>« Uffenbacherin mit einer Reihe von erzeben duldenden Mädchen, di« der schwerst«'« Stunde ihres verlassenen und geschändeten Doseins eMgegenhorrsn D!«.Heldin lernt dort erkennen, daß ,chas Wesen der Che im letzten Grund» inim«, die Herrschaft und Tqrannsi der Frau über den Mann bedeutet". Sie begmm mild« zu denken über den. der sie verließ. Und sie kommt zu der Einsicht, daß di« grausam« Natur da» Weibesschich sal durch keine Gesetze, keine Rechte abwenden laßt! daß alles natur. lich Werdend« still und langsam wachst— auch da» Recht dar Frau. Macht und Gewalt könnt« der Gedanke der Liebe gewinnen, wenn « d>« Frauen zusammenschlösse zu eins, Einheit, darin olle für ein- ifnb eins für olle stehen, in der Zeit, wo die Frau am schutzbedürftig« sten'st.— Nicht nur jede Frau, sondern di« gesamte sunge Manner- weit sollt«.in dieses ernste Buch um feine«, ethischen Inhaltes willen sich oersenke'n, Auch einig» ihrer. anhareu Roman«, so„rfrau Bürzeltn» Ä�hne", is«r schwere Irrungen der Esternstebe beleuchtet, und der .�mgsroman„Die Herrin" aus dem Jahre ISIS, in dem die Edc nur schlimm, Enttäuschungen bringt, der aber versöhnend ousklingt. sowie manch« ihrer kleineren Erzählungen, Novellen und Skizzen. von denen mehrere Bände vorliegen seiner auch bei Reclam). haben beträchtlich« Wert«, indem sie tief in? alltägliche Leben dringen. Di« melancholisch« Novelle„Treue" ist die Geschichte einer von ihrem Gatten verlassenen jungen Frau, die dem immer noch geliebten Manne den Wunsch nicht zu verweigern vermag, ihr Söhnchen mit in seine neue Ehe zu nehmen, so daß ihr das Einzigst« geraubt wird. Recht hübsch, aber auch recht boshaft trotz gefälliger, ungekünstelter und munter treuherziger Form ist das Histörchen(in der Novellen- sammlung„Frauenseelen") vom verschwiegenen„Opernglas", durch das drei Frauen nacheinander sehnsuchtsvoll nach dem Einen schauen, von dem sie nicht ahnen, daß er ihnen allen ganz das gleiche gilt— und ganz das gleiche schwur. Die Kindergeschichtc vom„Neuen Paletot" klingt aus mit der bezichungsreichen Weisheit, daß Mutterlieb« recht hat. wenn sie zuweilen einen törichten und unver- nünftigen Kinderwunsch erfüllt, von dem das Herz ahnt, daß er wohl dem Kinde, wenn auch noch so kurzes und bescheidenes, doch unver- geßlichss Glücksgefühl zu bescheren vermöchte. In den Schöpfungen Gabriele Reuters sind die Frauen ollemal die Klugen, die Weilen, di« weit Empfindungsstärkeren, die seelisch Verseinerten. Das ist gewiß nicht ganz gerecht. Das Leben ist ob- jektiver, verteilt Licht und Schatten gleichmäßiger unter die Ge- fchlechter. Gabriele Reuter stellt bewußt einseitig beharrlich die Frauenseele über die Seele des Mannes. Bei ihr sind die Männer mit wenigen Ausnahmen(wie dem hochsinnigen Menschhcitserneuerer Grasen Altenhagen in i s e l o t t von R e ck l i n g") herzlos, um treu, kalt vernünftig, ohne Zartsinn. Es unterliegt keinem Zweisel: so gut sie Frauenschicksale zu gestalten versteht, so wenig ist es ihr eigen, durch miterlebende Phantasie eine klar gegliederte, restlos nach- empfundene Mannesgestalt in lebensvoller Geiftigkeit zu charakteri- sieren. Aerehrenswert bleibt sie aber auch der Männerwelt als ernst», tapfere Vorkämpierin für die Verselbständigung des Weibes. Sie ist eine Dichterin, die des Lebens Licht und Finsternis mit gleicher Ge> fnhlskraft zu erfassen und darzustellen vermag. Wer einmal ihr persönlich begegnete, behält ein Bleibendes. Sie ist eine schöne Frau, eine hohe, schlanke, vornehme Erscheinung mit weichen, zarten, feinen Zügen, dunklen, mild und gütig und ver- stehend blickenden Augen, eine Frau von reichem Geiste. Ihr weißes Haar, das ihr wundervoll zu Gesicht steht, die Augen und die Mund- Partie erzählen von überreicher Duldung und Entsagung. Gabriele Reuter wurde zu Alexandrien in Aegypten geboren und bot dort ihre Kindheit verbracht. Wie sie in der Geschichte ihrer Jugend„Vom Kind« zum Menschen' berichtet, hat ihr« sie abgöttisch liebend« schwarz« Amme sie heiinlich entführt, ist aber nicht weit.mit ihr gekommen. Noch ap demselben Togo wurde das Kind den Eltern wieder zugestellt. Ihre Schuljahr« verbracht« Gabriele Acuter tn Dessau, der Heimat ihrer Mütter, geb. Behmer, und tn«ine? Mädchenerztehungsonstalt bei Wolsenbüttel, reist« in den großen Ferien aber stets zu ihren Ellern nach Aegypten. Nach dem Ted» ihres Dater,, des ersten preußischen Kaufmann-Konsuls und eines der ersten deutschen Kulturpiamere in Aegypten, der von der mecklen« burgisch-pvmmerschen Grenz» stammt», zog ihr« Fonnli« nach N«U- Haldensleben� dann nach W«Imar. Später lebt« st« mit ihr«r Mutter in München-Schwabing, und seit dreißig Jahren Hot sie ihren Wohn» sitz in Berlin. Mit siebzehn Iahren schrieb sie ihr« erst» Novell» und..,Ermn«, rung»blätt«r au» Aegypten", die in Magdeburgischen und Elberselder Zeitungen erschienen. Im schweren deutschen Jahre 10(9 schrieb Gabriel« Reuter die guten Worte:„Der deutsche Wiederaufbau muß vom inneren Geist de? deutschen Menschen aus beginnen, in Stille, Ernst und Würbe." Paul D i t t k o. BiaUe Winter in Aussieht Obwohl wir bisher weder von„sibirischer Kälte'' noch gor von «fateir ,M«kordwint»r" sprechen können, müssen wir doch zugeben, daß die Schärf« des Frostes, dem wir in den letzten Tagen und Wochen ausgesetzt waren, unseren in dieser Hinsicht bescheidenen mitteleuropäischen Ansprüchen vollkommen genügt. Denn«in« fahr. zehntelang« Periode vorwiegend milder und sehr milder Winter hat uns verwöhnt und namentlich bei der süngeren Generation di« Borstellung aufkommen loss«n. als ob die wirkliche, sehr strenge Winterkälte sozusagen«in« innerrusstjche Angelegenheit sei. die sür die Gebiete westlich der Weichsel kein« Roll« spiele. Dir sehen jetzt mit einiger Verwunderung, daß jene Bericht« von früheren strengen Wintern, in denen man vom zugefrorenen Bodensee oder gar von der zugejrorencn Ostsee liest, weder der Phantasie aller Chronisten entsprungen sind, noch vergangenen, als überwunden geltenden Zellen eines weit rauheren Klima» ange- hören. Denn wenn auch im Augenblick die Ostsee noch nicht zu- gefroren ist, so gehört dach nicht mehr allzuviel dazu, daß«» so weit kommt, obwohl von einem Rekordwinter in diesem Jahre ganz de- stimmt nicht gesprochen werden kann. Man kann diese Behauptung ausstellen, obwohl wir uns noch mitten im Winter befinden und nicht wissen können, was uns an Frost nach bevorsteht. Denn die wirklich sehr strengen Winter sehen noch ganz anders au»! s" be> ginnen schon sehr frühzeitig im Herbst, während der vergangene Herbst, namentlich der November, ungewöhnlich mild gewesen ist und auch noch der erste eigentlich« Widtermonat, der Dezember, kemesweg» besonders lall war. Seine mittler« Temperatur lag nirgendwo in Mitteleuropa um wesentlich mehr als 1 Grad unter dem normalen Monatsmlltel: meist betrug di« Abweichung davon nur Bruchteile eines Grades, und im deutschen Südwesten sowie im östlichen Ostpreußen hat« der Dezember sogar einen Wörmeüberschutz, tn der Psalz um 1 Grad. Auch die beobachteten niedrigsten Tcmpe- raturen lagen nirgendwo sür die Iahreszcll ungewöhnlich tief und hatten keineswegs die Ausmaße des Dezembers 1927 erreicht. Auch der Januar 1929. so streng er uns auch vorkam, hat sich nicht durch außergewöhnliche Kalle ausgezeichnet: tn dem eben erwähnten De- zember 19Z7 waren weit niedriger« Temperaturminima vorgekom- men. und sein« S'4 bis i Grad betragend« negative Abweichung von der normalen Iamiartemperatur rührt« lediglich daher, daß der Monat vom ersten bis zum letzten Tag Frostwetter auswies, da» nur zweimal für je«inen Tag ein« Unterbrechung durch Regen fand, wobei da» Thermometer aber auch nicht nennenswert den Gefrier- pnnkt überschrstt. Wenn trotzdem betsptelsweis« in Berlin feit dem Jahr« 1893 kein Januar mehr so kost gewesen ist. so zeigt dos nur di« außerordentlich lange Reih« vorwiegend milder Winter, die hinter uns liegt, ohne einen B«w«>» für«ine abnormale Strenge des ver» flosienen Monat» zu bilden. Erst der Februarbeginn hat uns in Mitteleuropa ungewöhnlich kalt« Tage gebrockt, deren Temperaturen zum Teil noch unter die fehr niedrigen Wert« vom Dezember 1927 heruntergegangen sind. Und wenn man auch selbst die in diesen Tagen erreichten Kältegrade von 25 bis 30, stellenweis« sogar bis 32 Grad unter Null noch nicht ol»„sibirische Temperaturen" an- sprechen kann— denn in Sibirien sinkt in jedem Winter das Queck- silber wochen. und monatelang auf 40 bis 55 Minus-Grad«—, so ergibt sich doch daraus wie aus der allgemeinen Entwicklung der Großwetterlage in der jüngsten Zeit«in klimatische, Bild, dos sich von dem oller Winter seit dem Jahr« 191(5/17 ausfällig unterscheidet. Deutet« ei doch daraus hin, daß die lange Reihe der milden Winter. die in dem abnorm milden Winter von 1924/25 ihre charakteristischste Ausprägung zeigte, abgeschlossen ist, und daß wir augenscheinlich am Deginn einer Reihe kalter Winter stehen, die ebenso wie die milden Winter die Neigung zeigen, gruppenweise auszutreten. Hellmann hat dies« charakteristische Crscheiiiung ebenso für Berlin wie Hann sür Wien aus Grund langjähriger Beobachtungsrelhcn nochgewiesen, und die daraus zu ziehenden Schlüsse gelten natürlich nicht nur für die beiden genannten Städte, sondern sowohl für das nördliche wie für da» südliche Mitteleuropa. So folgten von 1S07 bis 1816 neun käste Winter aufeinander, von 1798 bis 1805 deren sieben, von 1783—87 und von 1885—89 deren je vier. In sieben Fällen folgten sich je drei, ebenso siebenmal je zwei talle Winter. Bemerkenswert ist nun, daß auch schon der vorig« Winter einen recht tollen Monat— den Dezember s927— hatte: der beträchtlich« Wormeüberschuß der beiden Monate Januar und Februar 1928 hotte im Mittel das Temperaturmanko des ersten der drei Winter- monate allerdings wieder ausgeglichen Diesmal ist damit aber nicht zu rechnen, selbst wenn der Februar in seinem weiteren Verlauf seinen Charakter noch grundlegend ändern sollte, was nicht eben wahrscheinlich ist. Man weiß nun seit den schon vierzig Jahre zurückliegenden Untersuchui�gen Brückner, über di« Klimaschwankungen, für die er eine Periode von 35 Iahren«rmittelle, daß unser Klima sich innerhalb übersehbarer Zelträum« zwar gleichbleibt, daß aber perio- dische Borstoß« bestimmter Klimatypen vorkommen, die sich über längere. Jahrzehnt« umfasiend« Zeiträume erstrecken. Am auf. fäwgsten prägen sich darin die Gruppen von Iahren mit kokten urtd warmen Willlern aus. Nun zeigen sich ober innerhalb der 85jährigen Älimaschwm. klingen Unregelmäßigkeitsn, ungleiche Zwischenräume, die daraus hindeuten, daß diesen im Mittel ZZjähri» gen Klimaschwankungcn solche von längerer Dauer gewissermaßen „überlagert" sind. In der Tat haben auch andere Forscher wie Koppen und C a st o n solche längeren Perioden ermittelt, die teils 691?, teils 89 Jahre umsassen, Perioden die man bisher als s okulare Schwantungen bezeichnet hat. Dies« Perioden bilden ziemlich genau ein Vielfaches der IlV.jährrgen Saimenfleckenperiode, und Ell R o s e n b a u m- Wien hat durch einen genauen Vergleich der Sonnenfleckenperioden mit den einsprechenden Klimaperioden nicht nur deren Ueberlagerungen entwirrt, sondern auch nachge- wiesen, daß die Sonnensleckenmaxima von» besonderer Intensität fast stets mit einer Periode kalter und trockener Winter zusammen» sollen, wogegen Ficckcnmaxima von geringerer Intensität mit milden und feuchten Wintern eiirhergehcn. Rosenbaum zieht daraus den Schluß, daß dem gegenwärtigen intenstren Fleckenmaxrm.um eine Epoche folgt, in der das mitteleuropäische Klima kontinentalen Choratter, also warme Sommer und kalte Winter haben wird. Seine im letzten Heft der„Meteorologischen Zeitjchrisl" v«r- öfsentlichten theoretischen Untersuchungen finden durch dir oller- jüngst« klimatisch« Entwicklung jedenfalls ungemein raich ihre Bestätigung. Wir können natürlich nicht wissen, wie lange die Reihe der uns vermutlich bevorstehenden kalten Winter dauern wird: ebeirsoweiiiz läßt sich sagen, ob unter ihnen einer oder mehrere sehr strenge Winter— deren es im Jahrhundert durchichinttbch überhaupt nur siins bis secho gibt— lein werden. Möglicherweise wird die Reil)« auch einmal durch einen recht milden Winter unter- krochen werden. Aber die große Wahrscheinlichkell spricht jeden- fnllo dafür, daß die lang« Reihe meist milder und sehr milder Winter nunmehr abgeschlossen ist, und daß wir am Beginn einer Epoche stehen, in der die Winter vorwiegend kalt sein werden. Moritz L o e b. 'Heus vom Stichling lieber das Eheleben des Stichlings, dieses kleinsten unserer Süß- wasserfische, hat Dr. Wunder-Breelau interessante Beobachtungen gemacht, die unsere bisherigen Kenntnisse von der eigenartigen Fori- Pflanzung dieses kleinen wehrhaften Fisches wertvoll ergänzen. Be- kanntlich ist es das Stichlings m ä n n ch c n, das die bei den meisten onderen Tieren dem Weibchen obliegende Kindererziehung besorgt. Es baut aus Halmen, Wurzelsosern und dergleichen ein Nest, indem er diese Stoffe mit einem Soft, den seine Nieren absondern, verklebt. In das fertige Nest, dos er mit Sand bedeckt, führt er— und ist es nicht willig, so braucht er Gemal:— ein Weibchen,»ronchmal sogar mehrere, zur Eiablage und läßt seinen Laich auf die Eier fließen. Dann bleibt er nor dem Nest und fächelt den Eiern mit den Flossen frisches Wasser zu: gegen Störenfriede fremder oder eigener Art verteidigt er Pas Nest mit großem Mut. Auch nachdem die Brut ausgeschlüpft ist. behütet er sie nvch sorgfältig, sammelt su. wenn Ii« das Rest vorzeitig verlassen will, in seinem Maul lind spuckt sie in» Nest zurück. Dr. Wunder hat nun Aeohochtungen mit dem eizenartigeck Ergebnis angestellt, daß der. Erfolg des Stichlrngsmannchens von seiner., seelischen Disposition", wenn man so sagen darf, abhängig ist. Ein Männchen: da? in dem als Hochrertsstub« dienenden Aquarium heimisch und eingewöhnt ist, bleibt gegenüber einen; neu hinzukommenden, auch wenn es größer und stärker ist, stets Sieger Van zwei Männchen, von denen das eine ein Rest m!t Eiern, km andere ein noch nicht belegtes Nest besitzt, bleibt aber unter ols-m Umständen da? erste?« Sieger: das Gefühl, seine Kinder verteidizon zu müssen, verleibt ihm also befondoren Mut und Kraft. Zunächst erhält das Nest nur«inen Eingang: das Weibchen wird vor diei/n Eingang geführt und, wenn es nicht hinein will, mll Gewalt hineingestoßen oder, wenn es entfliehi'n will, verfolgt und ort getötet. Eine rntereisante Beobachtung, die ein Schlaglicht auf die Frage: Vernunft oder Instinkt wirft, ist die folgend«: setzt man ein laich reifes Pärchen in«in Aquarium ohne Nest zusammen, so versucht das Männchen, der Ehefrau ein Nest vorzutäuschen, indem es sie vor irgendeinen Algenhaufen führt und mit dem Kopf ein Loch hineinstößt: meistens lehnt das Weibchen diesen„Ersatz" aber an; anscheinend hat es also, obwohl«s selbst vom Nestbau nichts ver- steht, eine Darstellung davon, wie ein Nest beschaffen fem muß. Die vom Männchen befruchteten Eier verkleben sich zu einem Keinen Kuchen von zwei oder drei Schichten. Das Männchen fächelt nun dauernd frisches Wasser in das Nest und bohrt mit dem Fortschreiten der Eierentwicklung ein Loch noch dem anderen in das Nest, um dieses kurz vor dem Ausschlüpfen der Brut oben weit zu öffnen. Abgestorbene Eier werden von dem Bot« sorg- sättig entfernt. Gelegentlich kommt es vor, daß das Männchen mehrere Weibchen in das Nest führt, die Eier also verschieden alt sind. Bewundernswert ist es. wie das Männchen dan» den unter- sten Eierkuchen, also den ältesten und in der Entwicklung sortge- schrittensten, nach oben dreht und mit der Abtragung des Restes wartet, bis auch die jüngsten Eier weit genug entwickelt sind. In- teresiant ist auch folgender Versuch, den Dr. Wunder angestellt Hot: Er nahm den Vater von dem Neste fort und setzte ein anderes Männchen an fein« Stelle; dieses setzte sofort di« Arbeit des rich- tigen Daters fort, und zwar nahm es die Verrichtungen auf, die dem Entwicklungszustand der Brut entsprachen. Dr. Wunder setzt diese Beobachtungen und Versuche fort, die ein wertvolle» Material sür die alle Streitfrage: Instinkt oder Ver- nunft? geben und die beweisen, daß auch Tiere, die wir als niedrig- stehend anzusehen gewöhnt sind, Lebensäuherungen zeigen, die auf Ueberlegung schließen lassen könnten. Dr. S. Die Verkeilung der Goldproduktton nach dem Kriege. Das Lichterwort, daß„alles am Golde hängt und nach Golde drängt", gilt doch für die Staaten nur in bedingtem Maße. Das geht aus einem Ueberblick über die Verschiebungen des Goldbesitzes in den einzelnen Ländern hervor, den Dergrot»Meißner iu den Sitzungs- t» Srt»» r st* s* m ra-f.. � � � r � �;. m»*». Europa nach ihrem Lande lenkten, sahen sich von einer gefohrlicheii Goldinflation bedrängt. So haben sie denn etwa sell dem Jahre 1924 immer mehr Gold aus ihrer Wirtschaft herausgezogen ynd losten wieder große Mengen dieses goldenen Strome» noch Europa zurück- fließen. Unter den golderzeug sndeu Ländern steht gegenwärtig das britische Wellreich an erster Stelle. Während um die Jahrhundert- wende seine Produktion nur etwa über 25 Proz. der Gesamt- gewinnung betrug, macht sie jetzt gegen 70 Proz. aus. ClaltnbBnqta fBr bitte Hobtit finb Bf x IIb 8 0 68, Sfobtaftraftt 3. partemachnchien�M� für Groß-Verlin ftttb m bat 0f|ittt)tttcttnal i. tat. X Step, recht».|b richtaa. Bezirksvorstand. heule. Jrcilag, den S. Februar. 18 Uhr. Sihung de, erweilerken Vorstandes im Konserenzzimmer der„Vorwärls�-Redatlion. Linden- s> ratze Z. 4. Hof, 4 Tr. Mchiige Tagesordnung. »- s. Kreit Tiertartea. Gonnaicnft, 9, iskbruar, 20 Uhr, bei ftriiget, Putlitz- ftroüe 10.(situma der©efdiäftsleituna mit den 1. Abteilungsleitern oder deren CteNvertretrrn. und dem Areisobinann der VildunassusschUsle. 18.»reis Köpenick,«ildnngtauticknb. Leute, Freiloa,». ssebruar, 19 Uhr, im?oth«»s. Cchlogstr. 4. Kommunaler Kursus. 2. Abend. Das Gesetz Grog. Berlin. Leiter: Biirgermeisler Carl Leid. Beginn pttnitlich 19,00 Uhr. heule, Zreikag. S. Februar: B. Abt. Achtung, Dezirkstührerl Die Kassengeschiiste sind s»n lebt ab Bett dem Genossen Neuarbauer, Kniprodestr. 8, zu erledigen. 84. Abt. 19!) Uhr ssunttionärsstzung bei Liitschert, Rlldersdorfer Str. SZ. Jeder Bezirl mug vertreten sein. Z8. Abt. Bezirl 18'jE. Besitbtignna des Stadtbades S-bidiaabeSche. Ar- s-bliegend Wasierballspiel der skreien Sebwimmer Gr»i-Verlia. SeefsptmU l«!>t Ahe Tilsiter Strahe Ecke Kochhanastrahe. Morgen. Sonnabend. S. Februar: 23. Abt. 30 Uhr bei Kramer, Comeniussir. S, sZunktionZrühung. Karteikarten sind mitzubringen. Aebtnng! Eine halbe Stunde vorher ebendort Sitzung des Abteilungsoorstandes.. .31. Abt. SO Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 38, ssunktionärsitzung. 34. Abt. Ebarlotienburg. 20 Uhr bei Kasper, Guerickestr. 1, sZunktioniirsitzung. 83. Abt. Zempelhof. SO Uhr bei Pommerening, Berliner Str. 100, lZunttio- niiesitzung. »0. Abt. Neulelln. ISth Ahr bei Schab eilo, Welchfelstr. 8,«Zunktionärsitzung. III. Abt. Rahnevors.Wilhelwshagea. 20 Uhr bei Sturm, Bildelmshäge», Generalversammlung. 113. Abt. Sibmöckmitz. 20 Uhr im(Eaf« Landhau», Mitgliederversammlung. 11». Abt. Liebtenberg. 20 Uhr Sei Bartz, Möllendorsstrasie, ssunktioniirsitzung. 122. Abt. Biesdors. 20 Uhr bei Pvralh. Marzahner Str. ZI. Funktionärsitzunz. * 71. Abt. Sonntag, 10. ssebruar, 9 Uhr, wichtige sZnnkllonörsitzung bei Mittel» siadt, Ebelingstrasie Ecke Peletsburger Straße. Sewertschasts. und Partei- buch ist vorzulegen. * Mchwalde. Mittwoch, 13. ssebriiar, im Lokal Lindner, Bahnhofstraße, wichtige Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Aufgaben des Parteitage». Referent: Genosse Heydemann. Jungsozialisien. Gruppe Wedding-Sesundbrunnen. Heute, sZrciiag, S> Ahr, im Z-grndheim Lrthstr. 10, Bortrag:.Arbeitersport und Sozialismus�. Geburtslage. Jubiläen usw. »3. Abt. Renlöll». Unserem Genossen Tricdrilb Zäaicke, vlerslr. I, g» seinem 25jäbr>ge» Parteijubiläum die herzlichsteu Glückwuasche. s Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation 99. Abt. Reuiölla. Unserem stellvertretenden Abteilungsleiter Karl Ziimm- rich zum Tode seiner ssrau herzliche» Beileid. Trauerfeier Sannabend, 9. ssebuar. 1ZM, Uhr. im Krematorium Baumschulenweg. 1«. Abt. Banmschuleiiweg.»nfer Neler Genoff« und langjähriges Bor- ffandsmitglied Paul Strahl ist nach s-bwcrcm Leiden verstorben. Ehee seinem Andenken. Einäscherung am aoontag, 11. ffebtuat, 19� Uhr, im Krematorium Baumschulenweg Die Mitglieder trefsen stch um 19 Uhr«it Banner und Tambourkapelle vor dem Lokal Borgmann. ü Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold''. Ge'cklättsstelle! Beiliii s 14. Eebastlanst:. Z7/ZS. Hok 2 Tr. Ganvorstaad. Alle KameiaMchafl-kassierer haben sofort die Gin» laßkarten zum..Ball der Republikaner", am 2Z. Februar, in der Philbarmonie von ihren Örtsvereinskassterern abzuholen. Borverkaufspreis IM M.— Freitag, S. Febenar. Tieegartea. 20 Uhr große Kundgebung im Herrenhaus. Antreten aller Kameradschaften 19tö Uhr im Borhol. Fahnen» delegationen 1901 Uhr im Borhof. Rnderriege. Antreten 1904 Uhr im Herrenhaus zur Beteiligung an der Kundgebung. Eingang Leipziger Straße. Klub. anzug. Jeden Sonnabend Tl Uhr Kastenrudern in Moernees Blumengarten, Dberschöneweide, Ostendstraße. Reuauknahmen werden dort entgegengenommen. FriebexNha'a. Kameradschaft Memel. 1914 Uhr Kameradschaftsveelammlung bei Engel. Memeler Sie. 13. Fortsetzung des Vortrages des Stadtverordneten Zohn iider Kommunalpolitik. Köpenick. Von 19—21 Uhr Turnen in der Turn» Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin dlnfaiMingcn Mr diele Kudr» nur a bat 3o«tn»lelretaelat Serital GIB«.£tabenOroSe J Die Karte» der Veranstaltung.Sie gedenke» der Taten der Re»o(»ti»»' mllssen noch von folgenden Abteilungen abgerechnet werden: Baltenplatz, Ehaelottenburg, Gesundbrunnen II, Hohenschönhausen, Lichtenbeeg-West, Neukölln IV, TO, VIII, Elldwesten, Wedding R.-F. und Fehlendors. Bewegnag»ck>»r. Kommt morgen, Sonnabend, 18 Uhr, zur Probe sllr Mazde- bürg, in der Schule Danziger Str. 2Z, zusammen. heule, Freitag. 19� Uhr: Hansa: Heim Bochumer Str. 8b. Vortrag:..Rational oder international?" — Moabit l: Schule Waldenler Str. 20. Glaßbrennrr-Abend.— Moabit Nt Heim Lehrter Str. 18—19. Außerordentliche Mitgliedervetsammlung.— Arn», waldee Platz: Heim Rastenbutger Ecke Wehlauer Straße. Vortrag:„Arbeüer. tilgend und Wehrprodlein".— Fallplatz II: Schule Eonnenbutger Str. 20. Vortrag:„Unsere Stellung zum Wehrpeogramm".— Helwdoltzplatz! Heim Danziger Str. 02. Vortrag:„Die Parteien".— Sohenschöabanse»: He m Dingel- stödtee Straße. Vortrag:„Koalition und Wehrprogramm".— Nordost: Heim Danzige Sir. 62. Lieder des Klassenkampfes.— Weißensee: Heim Rarkstr. 30. Vortrag:„Aus unseren Betrieben".— Anbreaoplatz: Heim Vrommnstr. 1. Vor, trag:„Die deutsche Justiz".— Baltenplatz: Heim Tilsster Str. 4—3. Vortrag: „Fugend schütz und Iugendrechl".— Stralaner Viertel: Heim Goßlerstr. 01. Vor- trag:„Verkehrstechnik"— Eharlottrnbnrg: Heiin Rosinenste. 4. Vortrag: „August Bebel".— fflarierbaef: Alte Schule. Dorfstr. 7. Vortrag:„Die Toten der Revolution".— Britz II: Rathau», Chausseestr. 48. Vortrag:„Ernährung"� — Köpenick: Seim Grünauer Str. 3. Vortrag:„Die Bedeutung der Gesundheit für unseren Körper".— Zohannistbal: Rathaus. Vortrag:.Sexuelle Feag-n". — Treptow: Heim Elsenstr. Z. Vortrag:„10 Fahre Fanuarsturm".— Borflg. walbe: Schule Eoneadstraße(Knadeneiugang). Vortrag:„August Bebel".— Reivickenbors.Vst: Heim Lindauer Straße. lO-Minuten-Refeeate.— Kölaischer Varl: Treffpunkt zum Besuch des Lichtbildervortrages des Werbebezirks Mitte ISLO Uhr am Stravsberger Platz. Werbebeziel Nenkölln: Bilduuqeausschußfltzmig im Heim Kanner Straße. Alle Gruppen miissen vertreten sein. Werbebezirk Westen: Die Gruppe..Westend" tagt Im Heim Rosinrnstr. 4. Weebebezirl Peenzlaner Berg: Morgen, Sonnabend, erster Probeabrnd für Magdeburg, in der Schule Danz'ger Str. 23. Sämtliche Magdeburger Fugend- tagteilnehmer mllssen sich beteiligen. Halle der 1.«emeindeschule Amisstraß«. Lichtenberg. Kaweradfchakt Trav�last. 20 Uhr«amerabschaftsverlammlung bei Seipke, Scharnweder. Ecke Krou- prinzenstraße. Alle Kameraden haben bestimmt Z""scheinen. Ausgabe der neuen Mitgliedsbücher.— Sonntag. Ich Febrnae.«ia�rsportabteiw»,. Ski- Wanderung. Treffpunkt 10 Uhr Lehrter Fernlmhnhof, Vorhalle Fahrgeld 80 Pt. »chöneberg.Zriebnau. II— 12 Uhr Dominikus-Sportplatz Handballspiel. Schone. berg l gegen Köpeni'ck l.— Dienstag, 12. Febrnae. Wilmeredorf. Fn den Spichernsälen Gründungsfeier um 20 Uhr. Gintrittstarten zu Pf. der den Funktionären. Redner: Kamerad Reichstagsabgcordneter Künstler. «leinkuliberschiitzen-Vereiii„Republik" t. V«ankartrl Be'lin.V«nb«n. barg. Eebastianstr. 87-38.«.«. S. Kecnzberg. Snnntag.lOFebruarRHbis 1204 Uhr, Schießen auf den Schießständen in Friedrichs, elde. Tresk-wallee. Straß-Nbahn 70.— St. St. 3. Ebarlottenburg ichießt am 10 Februar 10 Uhr, in FiRlendori. Die Halle ist geheizt.-«. K. 2. RenUIn.Britz. Tonntal, 10 Februar, 9-11 Uhr. Schießen im-chützenhaus Neukölln. Sportplatz Friedrichsfelde. Sonntag, 10, Februar, laut Vereinbarung vchiege» von 9-12 Uhr. die Ortsvereine Prenzlauer Berg und Krenzberg, ab 12 Uhr bis Dunkelheit. die Oetsvereine Wedding und Reinickendors. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag. 11 Uhr, Pappesallee 13, Vortrag de» Herrn C. Witthauer:„Die Entstehung Gottes�. Harmonium:„Du bist wie ein« Blume" lEchumann). Gaste willkommen. Baad Berlin für«inheitskvrzschrift. Uebung in allen Geschwindigkeiten jeden Freitag. 20-22 Uhr. im Französisckien Eymnasium. Reichstagsuser 0. am ReichstogsgebSvde, und jeden Dienstag von 20-22 Uhr im Echulhanse lllrechter Str. 80-31. .Brunswick" bringt alle internationale» Tanzscklaqer. Wer iemals„Bruns- wIck".Plat:en gehört hat, wird wissen, daß„Brunsw ck" unbestreitbar die best-n ameeikanischen Tanzplatten dringt. Fhre absolut naturgetreue Tonwiedergabe und große Lautstärke sind so veedlllfsend. daß man oft unwillküellch eine w rk. liche Kapelle vor Augen sieht. Beim quicklebendigen Spiel der von.Brunswick verpflichteten Kapellen wird selbst der älteste Greis wieder jung. Wer Lebens. kreude, Frohsinn und Stimmung lieht. Wählt„Brunswick"-Platten. ist s» jung, wi« man aussieht!" Ein jugendliches Aussehen zu haben, ist heutzutage schwierigee denn je. Jugendlich« Erscheinung ist aber eine» der .Ran wichtigsten Etjotdernisse für den bitter schweren Kampf ums Dasein,..Sie sinb zu alt!" Dieses harte Bort trifft viele wie ein Donneeschlag und ver. nichtet manche Hosfnung. Es gibt ein Mittel, und zwar eines, das schon vielen Tausenden geholfen, Ihnen Iuaendlichkrit und Lebenssmide wiedergegeben hat. Es ist das weltberühmte„20 Fahre jünger" l patentamtlich geschützt), auch ge. nannt„E r I e p ä n g". von der Parsümeriesabrik Exlepäng. Berlin. Lesen Sie einige der vielen tausend Dankschreiben, die den geradezu wunderbaren Erfolg des„Exlepäng" beweisen. Verantwortlich stir Politik- Dr. Eurk Geyer: Wirtschaft:». Kllnqelh"ser! Sieiner: Feuilleton: Dr. Zvhn Tckikowski: Lokales Anzeigen Th. Sticke. lämtiich>n Berlin ! H.. Berlin Druck: Voewärts-Buckdruckerel und Berlaasonstalt Paul Slnoer« Eo Berlin SW 03. Liiib'"b''oSe tz Herzu 3 Beilage»,„Stabtbeilage"»nb„Unterhaltung nutz Wissen". lOerantwoenia: ntr woni» r.r. vni Devarkschaftsdewegung: Z. Steinet; Fl und Sonstigrs: Fr!» Karstabt: Anze Verlag: Vorwärts-Berlag GmbH.. Qrippe, Influenza ta. a. Grkälttingsßrankhelten haben sich Togal. llablelten hervorragend bewährt. Zm Knsangssladuim genommen, verschwinden die iirankheitser. scheinungen sofort.!t. not. vestätigung sind innerhglb b Monaten mehr al, 1 500 Gutachten allein au» tirzteßreisen tingegang., darunter o. namhaften Professoren u. aus ersten Kliniken u. Krankenanst. Überrasch.(Erfolge! Stögen Sie Ihren klrzt! 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Pfund 1 ,70 Knoblauchwurst Pid. 1,20 Salami........... Pfnnd 1,70 Jagdwurst....... Pfund 1,20 Teewurst......... Pfund 1,75 Fleisch wurst....Pfund 1,30 Schinkenspeck.. Pfnnd 1,75 Feiler Speck.,., pfnnd 1,25 Nussschinken.ptuad 1,95 ittonfevvett 1 1 üostf"fj Dose JungeErbsen ukr fein 1 ,50 Apfelmus.............. 70pf. Juncie Erbsen fein.... 1,25 Birnen hsibaFneht.... 1,10 Jg. Erbsen muteifein 78pf. Qemüseerbsen...... 50pf. Erbsen m.gesclinitLK»t. 78P1. ErOSen mitteUoinin.Kar.95pf. Spinat.................. 48pf. Gem. Gemüse... fein 1,50 Gem. Gemüse■itüMa 1,12 Leipziger Allerlei... 90pf. Berliner Allerlei..... 80pf. aus leinem Harke 91 1 B er Tm Pamramtni, In allen Erdbeeren........... 1,55 Süsskirsdien«oit stein 1 ,05 SüSSkirsdien ohne Stein 1,35 Mirabellen............ 1,05 Sfadielbeeren........ 95pf. Preisselbeeren...... 1,20 Reineclauden...... 1,25 Kollhrnlsd* Piirsiche................ 1,45 •Alilance-Strassa* Wilmersdorf er Str.» Brunnenstrasse* Kottbuscr Damm»Andreasttrasse S irisches Fleisch EaHnkami ohn« Beung«...,pfnnd 78pt Pa. Sdraeloeliaiidi»BneN«naae,?ld 1,12 Kali)»iiereDbrBteooiiB*Beua««,Ffd. i8pt Pa. StbweiiescUiikeB o.-Blalt Pfund 1,18 KälilShBDlBObts 9 Pfund schwer, ranr PiLKaSSlSF mild................. Pfnnd 1,25 kXhi»»..................... Plun<1 Pä-Böckenlell br.if.r»i,,.h.,ieh..,pfd. 96pt lltz sichstÄtzm«............... Pfund 68pf. Pa�ißjej 8tark<............... Pfund 78pf. PtSanklllkWlBHm m U» PiFehlrliniB.................. pfnnd 88?-. Pa.Scb!ncrileisc!i x*uii, okmk«� pid. 1,24 Pa.ROnlf!flßn................... P.nnd 1,36 Pa. Scba&ßfleisdi............... ptund 1,20 PaJaimnelferdBrOBlsdi...... p�d l, CG Pa.ROBSlbBBl thaiKnocheB...Pfund 1,48 PlRladBIZIUlCB mit Sohlnnd, Ptuad 94p{. Po.illoderlBli8r................ pi«nd1,30 PC.! al|| ausgelassen.......... Pfund 55pf. Gefvkevfleisch SönBorfieisdJohBtKBbch««, ptund S8p£. HamaBlTDrdBrflBiiä.pfnd tonSSpu» Golasäl elm« Knochen...... Pmnd 84pL filBdBfllBdlBO eHacKneelica, Pfnnd SOpi. Soppealleisä........... ,°n 68pt»a Eater........................... pmnd 26pt SdVßtBBkflplB mit Fottbacke. Pfnnd 58 Pf. Rucs. Gänse gefr., pid. v.mSZpcav] Hirschragont........ Pfuni40p(. Wolgahülm er...... piu-d 1 ,20 Hirschblätter ptund Tor85pf. an Masthühner......... rtundl ,45 i Hirschbraten ptund«onl ,45 an Hasen gestreift......................... Pfund von 95pf. an Jg. Schnillbohnen.,.. 60p-.. Ananas 8 Scheiben..... 1,05 Cemlsthtu Sanbe ssü™ ro geir.Morcbeln, Irischen geschn, Karotten U.Spargel,'1,0. M�MMPf. 2-Pfund-Eiiner e�kOSt�ÜSSCe t-Pfond-Blmer PfSsumen......... 98Ft.| Erdbeer............ 1,30 Aprikosen........ 1,10! Kirsch............... 1,33 Johanr.lsbeer... 1,13 i Hlmbeer........... 1,33 Vrangs............. 1.13 1 Annanas........... 1,43 AiMote onsererWeMteiW ■agartner, rerrügl. Frühalücluniiil ftft Kalaga, dunkel............ rVhtteaa Latour da Crtnet FL> r Llahlraumitch. liebl. Damanwuir I Preise ohne Masche tannsaeartner, nrrGgl. Frühalüclunin' Älter IF 1922er 1927er Ihblrautnllch, liabl. Dansewein 1926er Usniger Sthnsnlar io n. i5,oo 2 1925er Graves weisser «Oner Bordeauxwein 183 dQ byso 10 FL|# Zur ttvle: 1927er Oberhaerdter flalkammerer relntönig, auch kl Tischirbiii -f.dV 23 iod|abOO FL I PL a dC 25 P1 1,10 Bowlen-Frucbltehjunnola Carte bleiche (e'nacbL Steuer n. Flaeohe) 130 da«BSO 10 FL| dM Douro Portwein �l6r voUor rra!5ttückiT� 2'° 5 Liter 10 00 Roter 3ohannlsbeerveln voll und sttss ISO Zur Sra'.e aeU(Ur QlOliweinzvecks Riielnptaizer Welsswcln und Rotwein Tonflsllehe volle Unall tut dl 23 äPOO 1 Liter! B Liter O Deutsch."* Weinbrand bTis altabeelagerten fr&nr. Wcin| 1927er Lieserer Schlot, berg..... J 10 KL 21,00 Vtrkail t» weit Virrat» Obst n. Semfln lind»o» ifarsud uiguakKssta Mche und KSmbeewaveu 'K s be Ijau«. r. i. 5-»-.. m 20pt*Mith. Zander gefr.Pfd. 80pi. 'Dorsch.......... Pfund 12pf. Räucherheringe«8t.25pt 'Seelachs ö.k, l g., Pfd. 25pt No.w.Bücklinge Pfd. 25pt 'Rolbars......... Pfnnd 24pt"'(Uk",': Bücklinge Pfd. 30pt 'Kabeljaufilet. ptund 40pt Rauhe Flundern Pfd.58pL 'QrüneHeringeiPfd. 52pt Roibars......... Pfnnd 45pt 'Lebd. Karpfen Pfd. 1,1 5 a» Seelachs......... ptund 46pt *) Ntr U'fP Str., Wmadarpl.. FrankliirLlIln, tshbos.D jmm. Oallt-tinuc*- L WIUMrid. Sir. j�Sse und Fette Brleeckenvviifett, stock 1 5pl Bayr. Schweizerpfnnd 1.35 Camembert»ni., seh ch'.20pt BlockkäseiieMw�ndSSPL Romalour-o-s...Stack 25pt Blockkäse��Äl.20 ÄUg.Siangen zipj�fd 45pt Margarine«d. 52. 55, 62pl Briekäse mager.. Pfund 60pt. Rinderfelf i-Pfd.-Puket 52rt Spilzkäse mager, Kiste 65Pt Kokosjell 1-Pfd.-Paket 62PL EdamerKäse20»;Bm75pf. Bralenschmalz Pfad 78pt Holländer aor» Pfund 75pt Griebenschmalz Pfch 82Pt. Dän.Schweizerjo-vPH�OPf. Dän, Tafelbuller pfd.2.28 AlIg.Slangenvoin.pid.1,02 Molkereibutler ptund 1.94 Edamer JoUfeu!.p.und 1,08 Tafelbuller.„„.ptud 2,06 Kolonialwaren Weizengrless. ptnnd 22pt. Karo inen-Rels Pfiind42pt Qebr.Gersle","pilu,"'23pt Eierhörndien.,.ptunj 42pl Haferflocken... pinnd 23 pf. Eiermakkaroni piund 45pt. Viktoria-Erbsen Pfd. 23pi. Gwi.Backobjipid 40,48, 58pl Harlgriess....... piund 24pf. Kalif.P.laumenpfd. 32,40pt Linsen........... Pfund 30pk. Kalif. Birnen Pfd. 68, 95pf. Burma-Reis....Piund 24pf. Kalif. PfirsichcMdöS, 93pf. Moulman-Rels Pfund 28pl Kalif Aprikos-Pid�SM.,!, 15 Java-Reis....... Pfund 30pt Kalif. Ringäpfel ptund 9Cpi. mm Jlr. 65* 46. Iahrgaag 3. Beilage des Vorwärts Freitag.». Februar 1.929 Wie lebt der deutsche Arbeiter? Eine vergleichende Llutersuchung. Sn Part« trat«-« dt»«trtschafMchen Satho-rftändis»« aufammcn, »m die Entlchädigung»!umm« und di« Jahresraten festzusetzen, die Deutfchkand an seine ehemaligen Kriegsgegner zahlen fall. Dabei fall di» Leistungsfähigkeit de» deutschen Volke, berücksichtigt werden. Da die große Mehrheit de, deutschen Volke, sich au, Lohn- und Gehalis- cmpsängern zusainmenfetzt, deren Lebenshaltung nach dem Vertrag tum Derfaiile, nicht schlechter sein soll, als die der Ardeiter der anderen Länder, wird man bei der Untersuchung der Leistungsfähig. keit de, deutschen Volke, berücksichtigen, wl« weit die Lohn- und Gehalt»empsänger in Deutschland ihr« Lebenshaltung ver- bessert haben. Der Bericht der Tteichskreditgesellschost(veutschtand, Wirtschaft» liche Lage an der Jahreswende 1328/29), der den Sachverständigen als Material vorliegt, enthält darüber die Berechnungen de» Statistischen Reichsamt». Donach betrugen om I. Oktober 1928 die gewogenen Stundenlöhn« von!2 Arbeiterkategorien am 1. Ok. tober(lvlZ--- lOO) durchschnittlich 163,1, während der Reich«ndez der j Lebenshaltungskosten Ifß.l betrug. Der Bericht bemerkt dazu: ..Die Ziffern de» Lohnindex sind über die Ziffern de» Leben«. haltungsindex hinausgewachsen.... Der Reallohn der Vorkriegs« «:t würde nach diesen Zifsern im Herbst dieses Jahres um etwa 7 Proz. überschritten worden sein.' Trag der bedingt«» Formulierung Ist dies« Feststellung g«. dankenlo» und d b e r s l ä ch l i ch. Der Bericht läßt außer Ansatz, daß. wenn man den Reallohn der Vorkriegszeit ermitteln will, nicht die Stundenlöhne, sondern zunächst die wochenlöhne zugrunde gelegt werden müssen, abzüglich der gestiegenen Abgaben. E» muß weiter berücksichtigt werden, dab di»Arbeit»losigt«it im Verhältm» zur Vorkriegszeit gestiegen ist. Gewiß kommen die gestiegenen Abgaben für A r b e i t s l o s I g» kelt und Krankheit den Arbeitern zugute: doch beträgt die Unterstützung nur einen Teil des Lohnes, und ein Viertel dl» ein Drittel der Arbeitslosen erhält keine Unterstützung. Man muß also zunächst entsprechend der verkürzten Arbeitszeit ldi« keineswegs identisch ist mit einer verkürzten Arbeitsleistung) rund 15 Proz. in Abzug bringen. Will man weiter da,«ssektive Jahreseinkommen des deutschen Arbeiters berechnen, dann muß man weiter die größer« Arbeitslosigkeit und d« erhöhten Ab- gaben mit in Rechnung stellen. Wenn wir dies« Berichtigung vornehmen, so g»ben wir un» gar keiner Täuschung darüber hin. daß auch dies» Rechnung nicht stimmen kann wegen der gehäusten gehlerquellen, die sowohl in der aint» I'.chen Lohnstatistik als auch In der Indexziffer der Lebenshattungs- dosten enthalten sind. Ohne näher aus die rein theoretische Er« rechnung der Lebenshaltungskosten in Deutschlond einzugehen, weisen wir daraus hin. daß der Lebenshaltungsindex im Juli 192S in England gegenüber der Dortrtegszeit 16».. in Schweden 17?,. in Holland.. 176 betrug, während der amtlich« Index in. Deutschland nur aus 151 stand. Setzt man daneben zur Gegenprobe die Berechnungen de» .'.InJetnaliwMiM Ardeitsamt«» über die Reallöhne t» de« thaupkstädten de? West, und zwar aus der vasi, London--c 106. so»«trug er in Berlin 6S, In Stockholm 87. in Amsterdam 85. Dabei ist zu de- merken, daß de, Verhältnis zwischen Berlin und London sei« 1926 sich nur unwesentlich verändert hat und ln den letzten Monaten eine absinkend« Tendenz zeigt. Will man ober seststellen, ob der deutsche Arbeiter und An- gestellt» besser oder schlechter lebt als vor dem Kriege, dann müssen «ine Reihe Umstände berücksichtigt werden, die statistisch nicht erfaßt werden können, aber bei der Lebenshaltung ein« nicht unwesentliche Rolle spielen, vier Jahr« Krieg und süns Jahre Inflation haben im Haushalt der deutschen Arbeiterklasi» t I» s e L 0 ck» n gerissen, di« di» heute noch nicht ausgefüllt sind. Dieser Umstand wird sogar al» Be- wei« de» gesteigerten Dohlstande» angeführt weil Deutschlanb in den letzten Jahren Infolge de» dringenden Bedürfnisses der großen Mallen der Verbraucher noch Wäsche und Kleidern seinen verbrauch an Wolle und Baumwolle gesteigert hat. Wie e» nun gar mit den Möbeln und dem sonstigen Hausrat steht, wieviel länger»in sunge« Ehepaar braucht, um«inen Hausstond zu gründen, da» errechnet kein« Statistik. Und doch ist es wesentlich, will man sich«in« Vor. stelluny davon machen, ob die deutsch« Arbeiterklasse bester oder schleckter lebt als vor dem Kriege. Wir haben schon auf die häufigere und länger« Arbeitslosigkeit hingewiesen. 1997 b>» 1913 waren nach den Erhebungen der sreien Gewerkschasten Im Durchschnitt bei diesen Z,< Proz. der Mitglieder arbeitslos. Seit der Stabilisierung, von 1924 bi» 1928, betrug der Zahresdnrchfchnitt der Arbeitslose« in be» S«wertsch«fiea lW Proz. Run ist gewiß dabei zu berücksichtigen, daß die Erweiterung de. Er- hebungskreis,, Verschiebungen im günstigen wie im ungünstigen Sinn« zur Folge gehabt Hot. Ader selbst wenn man dies« Umstände berücksichtigt, so ist eine Verminderung der Beschäftigungsdouer und damit»Ine Verminderung de« Jahreseinkommens unbestreitbar. Daß im übrigen die amtliche Lohnftatistit, aus di» sich der Be- richt der Reichskreditgesellschaft stützt, mangelhaft ist. wird von niemandem destritten. Entsprechend einem Beschluß des Reichstages hat deshalb das Siatistische Reichsamt Erhebungen vorgenommen über di« tatsächlich verdienten Löhne. Leider liegen darüber erst die Verössenllichungen au» der H o l z I n d u st r 1 e und der T« x t> l- i n d u st r i« vor. di» wohl. iv«nn man einen Vergleich mit der Vor- kriegszeit ziehen will, so ziemlich die günstigsten Ergebniste liesern. und zwar«eil di« Löhne der Textilarbeiter vor dem Krieg» besonder» niedrig waren und da» Organisationsverhältnis der Holz NWwvzmwagzs ü �Hornhaut, Schwielen und Warren A. beseitigt schnell»Icher und unbluH« Verlangen Sie tn der nächsten Kuklrol-VerkaufssleUe ausdröcklids che neue fadung mit dem Geranllescheln. denn Sie erhaüen denn bei Nidiferfolg Dur Geld zurück! Ving Pechung Kuklrel«u 4tm Oerentte schein best«» 1 H«rk. Arbeiter ein besonder» günstige» ist. Zu diesen Erhebungen schreibt un» Genost« Schleicher vom Deutschen Holzarbeiierverdond u. „Im allgemeinen scheitern statistische vergleich« zwischen der Vorkriegszeit und jetzt an der Tatsache, daß die Efsektivverdienste der Vorkriegszeit nicht einwandfrei sestgeftelli werden können, und daß andererseits selbst bei Ausschaltung aller Fehlerquellen die Tatjach« der verminderten Arbeitsmöglichkeil stau strich nicht mit- verwertet werden kann... Aus unseren monatlichen Wirtlchafts- Ziffern ersehen Sie, daß der Reallohn, berechim über den Reichs- index für Lebenshaltungskosten. 116,3 Proz. des Fnedenslohne» betragt. Bringt man nun den Lohnmissall für die öftere und längere Arbeitslosigkeit, die erhöhten Steuern und sozialen Ab. gaben und die Fehlerquellen im Reichsindex in Ansatz, so kommt man zu dem Resultat, daß wir selbst bei unseren besten Berufs- gruppen im Tischlergewerbe den Zriedensrealloh»«och«lcht erreicht habe».' Jede Statistik enthält unvermeidNch Fehl-rquellen. Vi« de» Statistischen Reichsamt» sind besonders zahlreich und haben die Tendenz, die Löhne und die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter- klaste in rosigem Lichte erscheinen zu tasten. Gewiß ist«» den Gewerk. schoflen seit der Stabilisierung gelungen, die Löhne der Arbeiter und Angestellten ganzaußerordentllchzu erhöhen. So Ist Im Deutschen Holzarbeiterverband der Durchschnittslohn de» Fach- ardeiter» für da» Holzgewerb« von 51,3 Pf. im Januar 1924 auf 116,7 Pf. im November 1928 gestiegen. Aehnttch, wenn auch viel- leicht nicht ganz so günstig, sieht es in den anderen Derufsgruppen au». Ader diese außerordentlich« Steigerung seit der Inflation, während der die Löhne auf einen Bruchteil der Reallöhne der Vor- kriegszeit gesunken waren, hat leider noch immer nicht vermocht, da» Realeinkommen der deutschen Arbeiters chast hinauszuheben über das Realeinkommen der Vorkriegszeit. Dabei muß berücksichtigt werden, daß die Arbeitsleistung im Durchschnitt ganz erheblich g e- stiegen ist. Es wird noch gewaltige Anstrengungen der Gewerk- schaften kosten, um da» Realeinkommen der deutschen Arbeiterklaste ihrer Leistung entsprechend über das Realeinkommen der Vorkriegs- zeit hinauszuheben. I. S t e i n e r- I u l l i e n. Ein Vorschlag der TexiilindustrieNe«. Einsetzung eines Schiedsgerichts. Der«rbeikgeberverband der deutschen Textilindustrie hat den Vorstände« der drei Texiliardeiler-Gewertschasle»«I« Schreiben übrrmiltett. ln dem es heißt: «Von dem Gedanken ausgehend, daß die Erhaltung des deutsche« Mrtschoftssrieden» gleichermaßen im Interesse der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer liegt, und daß daher alle» versucht werden sollte. di« drohendeu neuen schweren Auseraaoderseßuugeu in der Textilindustrie. solange dazu noch dl« Möglichkeit besteht, aus sriedlichew Wege beizulegen, haben sich die den Arbeitgeberoerbaud der deutsche« Textilindustrle angeschlossenen verbände entschlossen, den Gewerk- schalten folgende» Angebot zur friedlichen VeUegrrng der zurzeit schwebenden Tarisslreitigkeilen zu unlerbcelten.' Der Vorschlag de» Arbeilgeberverbondes gehl aus die Einsetzung eine» zentralen Schiedsgericht» hiuaZs», dos aus drei aeulraleu Schiedsrichtern, gemeinsam von den Parteien bestimmt, zusammengesetzt sein soll, und zu dem beide Parteien je süas Vertreter als verhandlungstommissioa. mit de» nötigen Vollmachten versehen, entsenden. Das Schiedsgericht soll, soweit eine Einigung nicht zu erzielen ist, endgültig entscheide« und zwar für jeden Slreikbezirk besonders. Beide Porleim erkennen die Schiedssprüche von vornherein als für sie bindend an. Bis zum Zusammmtritt des Schiedsgerichts wird ein Burgsrieden dahingehend vereinbarst daß die bereits ausgebrocheum oder angekündigten Streiks und Aussperrungen umgehend rückgängig gemacht und die Arbeit zum ehesten» möglichen Zeltpunkt wieder a u s g e« o m- wen wird. Vi» zur Entscheidung de» Zcnlralschlehsgerichts gelten die bisherigen Iuris löhne. Der Arbeltgeberverband bittet um eine Antwort bis zum 11. Februar. Die Entscheidung soll für mehr al» 209 009 Textilarbeiter gefällt werden. Dem Arbeilgeberverband der deuljcheu Textilindustrie scheint nunmehr, etwas späst doch die Einsicht gekommen z« sein, daß da» System der hemmungslosen Aussperrungen nicht gerade der beste Weg ist. der zu» Wirlschaftssrieden führst Die Gewerkschaften werden zu dem Vorschlag gemeinsam Stellung nehmen. Tarisbewegung im Elekirogroßhandel. Ein nnklorer Schiedsspruch. Im Berliner elektrotechnischen Großhandel besteht schon seit Jahren für die Handelsarbeiter kein Tarif mehr, was nicht zuletzt aus dos früher sehr schlechte Organisationsperhättui» der Arbeiterschaft dieser Branche zurückzuführen ist. Der unermüdlichen Agltation der Funktionäre Ist e» aber allmählich gelungen, den größten Teil der Arbeiterschaft für die Organisation zu gewinnen, so daß der Derkehrsbund vor kurzem eine T a r i f b e w« g u.» g in dieser Branche einleiten konnte. VI» Verhandlungen über den Abschluß eines M a tr t e HO r i s« waren so weit gediehen, daß einem Abschluß keine großen Schwierig» kettm mehr im Wege standen. Heber die L ö h n e tonnte aber ein« Verständigung nicht erzielt werden, obwohl di« Organisattons« Vertreter sich bereit erklärten, für diesen blühenden JndustUüzweig vorerst dieselben Löhne zu vereinbaren, die zurzeit für de» Einzel« Handel gelten. Dom Schtichtrmgsausschuß wurde dann ein Spruch gefällt, der di« Arbeitsbedingungen genau so wie im Textitgroßhandel regell, mit Ausnahm« der Arbeitszeit, die den Bsstimmuugen de» wm Vervaltun Hielte Her He. Todesanzeigen 9tti«PHtfllie»»™ Mit Nachtichst Setz trnfn Kollkg«. der Schlosser Richard Marks gib 16 Swinbet Iw&eB Itztbtuat „Horben itt- Die Einalcherung findet heute. streU'i«. den 8, Ftdruar, IV I, Uhr, im Nremaiorium Bamnjchu.tnasig. KUfdoljftrajje,(tau, «m S. Februar Harb«sdet«agege. der«eeoleerdreher Richard Tabert „fc 8. April 1863, Die Smölcherung tobet«W OToBtafl, dem II Februar. 3» Uhr. ,ai Nreinaioilum Beumichutemveg. «■(iboljfttabe,(tatt «» 6. Februar starb ferner Unter Nallege, der«rdeirer Kar! Vick „b. 81. Odobar 1884. Die Einäscherung stirdet am Montag. bem II. Februar.!?-, Uhr. Im Nremalormm BUmeredors,«estllner ötrafit, stau. Ehre Ihre»«nkentest Rege Bereiitpuna erworiet Ct» Oeiooctioaltufl. ■ö%f«• v-t--«t' Am Aller vou vö Jahren-.erstarb oldoiich und unerwarr, r am 5. Februar. SZ Uhr. unier ireuwrgenber Valer, Schwieg er» und chrotzoaler. der Dreher Richard Nähert Die»»eipen Ichmerterstllli an Sbartette stteseer, aeb. Toberl Sertrrsd Tabert, als Tbchler Fritz Tabert, Sohn Di« Slnäicherun« stn Z,l am Wantag. bem l>. Februar Lv Uhr. Im Nrema- wrinm Saumlchulenweg, ttiolholz» stratze. statr. PEEK& CLOPPENBURG Spezlal-Haus für Kleidung besserer Art iScnto Ournaoultoirto�a Nachruf. Unseren lieben F-eunden unb Be- tannten zur Nachricht baß meine Hebe Frau, unier» pm« Muller. Schwieger- und Srohmutt« WilheimiRe Rieck geb. mrtMUsrn a« 3L Zenuar 1SÖ9 an Herzschlag verstorben Ist. Die Trauerleier hat am» Febrnar im Urem.i-ck neb» Zlinbern. Schwieperliihnen und Enkeln ltantnazeng. >r dt« onlen Pewen» herzlicher inahm« beim HeiNgang meiner Heden Frau Vu�«!li»ine lUppIer lag» ich h>«rm-t allen Berwandren. rrunden und Be.'annlen wwie dem Derwnal der Norwärlzdiuckerel und den Lauelgenoss.n meinen herzlichen Dank Fraaa Bippier. Berlin, den 7. Februar last» nasKtUotf, SdkmJom Zur Einsegnung Brustweite 52 cm 1214 Blauer kr&ftlger Cheviot..... H 5S,~ � 302 Reinwollener, bleuer Cheviot...... M. 45»- p 503 Reinwollener, bleuer| Cheviot...... M. 53.�« 304 Reinwollener, blauer kräftiger Cheviot. M 62.� 505 Marengo Cheviot M. 65.-% Reinwollener. sdiwarzcr Cheviot H 85.- Ardeitszeiwotgesetzes angepaßt»erben soll. Der TOcmWtertf soll vom 1. März 1929 bis zum 31. März 1930 gelten. Die Löhne werden nach dem Schiedsspruch mit Wirkung ab 2. Februar für Lagerarbeiter auf 42 M., für Packer auf 45 M. und ab 1. Oktober bis 31. März 1930 für beide Kategorien auf 43 M. bzw. 46 M. fest- gefetzt. Der Schiedsspruch weist infofern einen großen Mangel auf, als in vielen Betrieben bereits bedeutend höhere Löhne gezahlt werden, als sie der Schiedsspruch vorsieht, daß aber in dem Schieds- spruch nichts davon gesagt ist, daß bereits höhere Löhne bestehen bleiben müssen. Die Arbeiterschaft hat deshalb den Spruch nur unter der Ledinguiig angenommen, daß dadurch keine Lohnkürzun- aderjiidl man nur dem ZtaSwei, de« Deutschen Muslkerverbande«. Beelin Kom- m-nd-ntenslr SZ.St Dönhoff 3277-78 »eschiiftszett 9—5. Sonntag» 10—2 llhe Stuf Wunsch- Dertreterbcsuch gen eintreten, was noch ausdrücklich vereinbart werden müsse. Erklärung der Unternehmer steht noch aus. Die Die Westerwalder Steinindusirie ist von einem scharfen Lohnkampf bedroht. Die westdeutschen Basaltindustriellen haben den Tarif am I. Febrstar gekündigt und beschlossen, einem neuen Abkommen nur dann zuzustimmen, wenn die Arveiter keine Lohnerhöhungen beantragen. Da die Arbeiter aus ein solches Ansinnen unmöglich eingehen können, ist mit einern Lohnkampf zu rechnen. Betrosfen würden davon etwa IS 690 Arbeiter. Achtung, SPD..Bktricdsfunkti«nSre! D?m Botriebsfekretariat ffnd noch eine Anzahl Mcribilchldin für 1920 zugestellt roordon. Diese können sofort abgeholt werden. Betriebs- und Beamtenselretemat- Achtung, Bcrlchrs-A.-S.l Hochbahn, Straßenbahn, Aboag. Sonn» abend, 19 Uhr, in Bötcrs ffrstsalen, Weberstr. 17, Bcrsammlung aller SPD.-Ecnoffen der Berliner Bcrkehrsbetriebe. Wichtige Dagesordnung. Jeder muß erscheinen. Der Fraltlonsoorstand. »�reie GewerkfchafiS'Iugenö Grost-VerNn Seilte, ffreitog, 1»>4 Uhr, tagen die Truppen: ZeppetinplaS: Truppen» heim, Zugendheim des Bezirksamts Wedding, Turiner Ecke Seestraße. Vortrag:.Die Sntstehnng der Religion".— Charlottenburg: Truppen, heim, Zugendhcim Sprcestr. 30. Grotesken und Schnurren.«£rnst sorgt für Heiterkeit.)— Rordrlng: Teurptnhoiin.■ Jugendheim, Schule Donnenburger Str. 20..Rauschgift".— Hermaanplag: Truppenheim, Jugendheim SanderstrUa Ecke Hobrechtstroße.„Die Jugend in der heutigen Gesellschaft".— Achtung. Gruppenleiter! Heute Meldeschluß für die Osterfahrten. Die Äarten sitn die Zugendvorstellung der Boiksbühnc stnd in der Zugendzentrale abzuholen. §Iuaendqruppe des Zentralverbandes der Anaeflellten ' Heut«, ifreitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Pankow-Ritder- schsnhauseu: Zugendheim Görschstr. 1t lgroßes Limmer). Bunter Abend. — vberspre«: Jugendheim Laufener Str. 2. Ausspracheabend. Jugendmitglied und Zugendgruppe.— Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. 5, Zimmer 2. Liederabend.— Südwest: Zugendhcim Belle-Alliance-Str. 7—19. Vortrag: .Religion und Sozialismus". Rrferent: Lcpinski).— Rculölln und Ilrbau: Jugendheim Böhmische Str. 1— t. Berufskundlich« Arbeitsgcmsinschaft. Unerreicht inKhylhmuS/Tonf ü Ue und CK l ctng 5 chön H evt* fragen See nach diesen Warfen in unseren offiziellen Iferkaufsslellen Deutsche! öram mohh oh-Aktiehs/oesjeujuscha n CKUNSVflCü Eingetragene SchuUroark* rammophoK-SpezialhausgaBerlinlOfslg�u��� € Theater, Lichtspiele usw. Freitag, d. 8 2. Stiats-Oper x u-iiuen A.-V.:5 Wh Uhr Staat). SdiaaspL in ti t iisrinuaard A.-V. 34 20 Uhr Staois-opar Am PI itRepubl. R.-t 36 19� Uhr Ole fiAiMM Staat!. ScMIMeatep, Mb. 20 Uhr g Ein besserer Herr. Freitag, d. 8. 2. j Stadl Oper Bi»marcKstr. Turnus IV 19, Uhr will Tckglich SVi Ahr Oer sensationelle Stsolg!| Käthe Dorsch Musik vou Franz Lehar Kammers. Karl Iöken Eiaatsoper Berlin) Doroertallj ununterbrochen. I I Kaste de» ranzen Tag geöffnet> I Teleph. Lteinpiah»31 n. 7108! Ar old ocholt Hasenlieide 108/14 fir. BocKUerfesf 7 Kapellen s SO bayr. Madl. 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Orsierrelcher VolKsblUine flijate: amäülowplati 8 Uhr Das MM ans der Vorsladl Regie JGrgren Fehling Theater an SdiUniaoeniiuBm 8 Uhr Die Drei-Gresdie!!- Oper Thalia-Theater S Uhr Oelrausch 5taatl.5iiiiller-Tli. 8 Lhr Ein besserer Herr Stae tsoper an Platz der Repabllk 7'/i Jhi Die Fledermaus Die Komödie Bismarck 2414/7516 SVi Uhr, Ende 10 Vi Zum 75, Male „Olympia" v�on Franz Moinar Regie Forster Larinaga. Bernoei I ioaisr OirektHeinz Herald Cnarlot:enslr»8e«t A. 7. Dönhoff I7C Täglich 3 Uhr 8 Uht 3 X Kochzeit (Abie's Irish Rose) It. an aftilluaDeiuanm täglich 8 Uhr 3!e ßrel-Srosüien- Paulsen. Valatti, Ander, Gerron. SchaufuB, Kühl tvovski. Ooütsüies Iliealei Norden 12 31» S Uhr. Ende!»*• U. OieVerbredier Schauspiel von FerdinandBrucknet Regie: HeinzHilperl Jlamaerspieie Norden I2.il 8. Ende nach 10V» L. Komödie von Edouard Bourdek Regie Forster Larinaea. I heacei am Nollenoorfplat; Täglich« Uhr Heute zum SO. Male lettdien Geberi Singspiel von Walter Kollo mmmi SV, Uhr lb. in Wninlwaln! smön iL sdüdt 1 Sonntag 4 Vorstellunger 3 ühr o. VU Nr. Iii- mitfaTJ di« Yor- itilH.whilbw'w'sw fhalla-Theaier dresdener jtr. 72-3. 8 Uhr .vOelraasch'1 i.us»spielhau> Fried richstr.236 iergmann 2922/23 Täglich 8V4 Uhi SoidoThleisdier VeeKead im Paradies rnanon-Th. Täglich 8','r Uh' Das Haus der Laster (Yoshiwara) Lessing-Theater 8 Uhr Rente zum 50. Male Katharina Knie. R ose- Thea tei •vriiutanw SM 3« SVi Uhr Die fledErnaiis lentrs!- Theaier \ite Jikibsti. Ecks«raBiiDsir- Tätlich SV* Uhr Sonntäg auch 4 Uhr ich küsse ihre Hand, Madame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem gleichnam.Schlager Rundfunkhörer Halbe Preise Dttch. Künstlor-Th. S>l, Uhr Der Zinker v. Edgar Wallace ihctsdi Rita Mitttiias Preise 1—10 Mark 'laneianam am Zop Viäeti. iudlmlbtliT SM - Noll. 1378 16 Uhr 9er Sternhimmel ■m Winter 18 Uhr Mars und seine Rätsel 20 Uhr Wolken im Weltenrnnin DER MANN mit oen Manuikrlpll L. 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