Morgenausgabe Nr. 77 A 39 46. Jahrgang Bächentlich 85 Bf., monatlich 3,60 2. im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 R. einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Bfg Boftbestellgebühren. Auslands abonnement 6, M. pro Monat. * Der„ Borwärts" erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Bissen",„ Frauenftimme", Tecnif", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 15. Februar 1929 Groß Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einfpaftige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reflame eile 5- Reichs mart. Sleine Anzeigen das ettge brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwei fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jebes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmarkt zählen für zwei Borte. Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden ftraße 3, wochentägl, von 81%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Berlag G. m. b. H. Appell an die Solidarität. Internationale Hilfe den politisch Berfolgten! Der vom Erefutivkomitee der sozialistischen Arbeiter. Internationale an die ihm angeschlossenen Parteien gerichtete Appell an die Solidarität hat folgenden Wortlaut: Der Vormarsch des sozialistischen Proletariats vollzieht sich nicht in einer geraden Linie. In England ist es bis zur Schmelle der Machtergreifung vorgestoßen, in anderen Ländern wie in Belgien, Dänemart, Deutschland, Deutsch- Desterreich, Finnland, Frankreich, Norwegen, Schweden hat es starten Ein fluß auf Staat und Gesellschaft. In wieder anderen Ländern, wie Polen, Litauen, Jugoslawien, Spanien, hemmen diktatorische Kräfte die sozialistische Bewegung. Endlich haben wir Länder, wo die Arbeiter entrechtet sind. In Italien vernichtet blinde But der Reaktion und des Kapitals sozialistische Menschen geistig und törperlich. Leider werden auch in Sowjetrußland Proletarier terrorifiert in dem trügerischen Glauben, daß durch Entrechtung und gewaltsame Bevormundung breiter Maffen, die sozialistischen Ideen verwirklicht werden könnten! Die Proletarier in den demokratischen Ländern, in denen die Arbeiter politische Bewegungsfreiheit befizen, haben in erhöhtem Maße doppelte Pflichten. Vor allem Erhaltung und Ausbau der Demokratien als fefte Bollwerke gegen die Reaktion! Die Bernichtung von Demofratien und die Ausschaltung Jeder öffentlichen Kontrolle in den diktatorisch regierten Ländern bedeutet auch eine ungeheure Gefahr für den Weltfrieden. Bichtiger denn je ist aber auch die Bekundung der internationalen Solidarität, um die Sozialisten in den Ländern ohne Demokratie widerstandsfähig zu erhalten. Unsere Genoffen in den Ländern ohne Demokratie geben aller Welt ein Beispiel von Ueberzeugungstreue. Berfolgt und gehegt, eingefertert und verbannt, frierend und hungernd, halten sie an ihrer sozialistischen Gesinnung feft, obgleich die Verleugnung ihrer Gesinnung genügen würde, sie von allem Terror zu befreien. Wir wissen, daß Diktatur und Systeme von Terror nur Episoden in der Geschichte des Kampfes zwischen Arbeit und Kapital sind, daß der Sozialismus auch über diese Gewalten hinweg zum Sieg schreiten wird. Wir helfen den Sieg beschleunigen, wenn wir unseren verfolgten Genoffen helfen. Labour fiegt! Der vierte Wahlerfolg in 2 Wochen. London, 14. Februar.( Eigenbericht.) Die Arbeiterpartei hat im Wahlkreis Wansbeck den vierten Nachwahlsieg innerhalb zwei Wochen errungen; ihr Kandidat Shield erhielt 20 398, der konservative Bend 9612 und der liberale Briggs 5183 Stimmen. Die Arbeiterpartei hat bei den jüngsten vier Nachwahlen 54 901 Stimmen, die Konservativen 31 147 und die Liberalen 18 896 erhalten. Ramsay Macdonald betont, daß das Ergebnis von Wansbeck die optimistischsten Voraussagungen in den Schatten stelle. Seipel fördert die Heimwehr. | Wir zählen die verfolgten Genossen mit Stolz zu uns. Ihr Opfer mut, ihr heldenhaftes Ausharren, dürfen nicht vergeblich sein. In vielen Fällen müssen die Genossen zuerst genügend Brot und Kleider haben, um sich vor dem Hungertod und vor dem Erfrieren zu retten, bevor sie politisch kämpfen können. Die Lage der Deportierten und von den Ausnahmegerichten Verurteilten auf den liparischen Inseln Italiens und in den Gefängnissen Litauens erfordert die Bekundung unserer Solidarität. In Polen befinden sich Tausende von Männern und darität. In Polen befinden sich Tausende von Männern und Frauen wegen politischer Bergehen im Gefängnis, darunter viele. weil sie kulturelle Freiheiten für ihre Nation gefordert haben. In Ungarn und den Balkanländern werden zahlreiche Personen in die Gefängnisse geworfen, weil sie Aufaffungen vertreten, die im Gegensatz zu denen ihrer Regierungen stehen. In den tolonialen Gebieten, die teine Selbstregierung befizen, wird die Agitation für nationale Freiheit oft mit Kerker bestraft. Aber auch in der Sowjetunion werden Sozialisten und, wie es die Ereignisse um Irohti von neuem der ganzen Welt vor Augen führen, selbst kommunisten, die nicht völlig regierungstreu find, ohne jegliche Untersuchung und ohne rechtliche Garantien als Konterrevolutionäre erflärt, zu Hunderten und Taufenden gefangen gefeht und nach Sibirien oder Zentralafien verbannt. Diese Opfer des Terrors müssen von einer Unterstügung von 13 Mart monatlich vegetieren. Dazu werden sie aus den Gewerkschaften und aus den Genossenschaften ausgeschlossen. so daß ihnen jede Erwerbsmöglichkeit genommen wird und daß sie in der Versorgung mit Lebensmitteln außer halb der Geseze stehen. Bir können und wollen nicht dulden, daß unsere Genossen in den Ländern ohne Demokratie ihrem Schicksal überlassen bleiben. Wer sonst sollte sich zu den terrorisierten Genossen bekennen, wer ihnen Beistand leisten, wenn nicht wir? Zur Unterstügung der Genossen in den Ländern ohne Demofratie hat die Sozialistische Arbeiterinternationale den MatteottiFonds gegründet. Er wird aus freiwilligen Beiträgen erhalten. Laßt uns den Matteotti- Fonds durch jene umfaffende Sammlungsaffion stärken! Bostichedlonto: Berlin 37 536 Banktonto: Banf der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65 Diskonto- Gesellschaft. Depofitentafle Lindenstr. 3 Die Blutlachen von Bombay. Der Unterdrückungsfrieg gegen 3ndien. Von Franz Josef Furtwängler. Reine Tragödie der Menchheitsgeschichte ist so entseglich. daß sie nicht neben Grauen und Elend auch ihr Gutes im Gefolge hätte. Die eurpäische Selbstzerfleischung, die wir in meist unbewußter- Ueberheblichkeit ,, Weltkrieg" zu nennen pflegen, trieb die unterdrückten Völker Asiens empor und vorwärts in todmutigen Freiheitskampf. Das jüngste Ge mezzel in der indischen Millionenstadt zerriß jäh und gründlich die seit Kindheitstagen gläubig hingenommene Bropagandafabel von den Kämpfen der indischen Religionsbekenntnisse untereinander, die ihre Menschenopfer heischen. Auch der Harmloseste fragt, wieso gerade jezt, nach eben bewiesener Einmütigkeit im Ringen gegen die Fremdherrschaft, der Zufammenprall eifersüchtiger Glaubensgemeinden sich von der Kirmes- Schlägerei zur offenen Schlacht auswachſen konnte. Lord Winterton, der, als„ Staatssekretär für großen Tributkolonie kontrolliert, hat uns die Antwort vorIndien" in London sigend, die Kabelnachrichten aus der weggenommen, als er gestern im Unterhaus gestand, daß, es sich hier um die letzten Konsequenzen eines sozialen Kampfes handle. Der Mordkampf ist tatsächlich nur im Zusammenhang mit den industriellen Kämpfen der letzten zehn Monate zu verstehen. Und wiederum fönnen diese sozialen Kämpfe nicht gewürdigt werden, ohne einen Seitenblick auf den neu entbrannten politischen Freiheitskampf. Im legten November endigte der acht monatige Streit der Baumwoll pinnereien, der in seinem Berlaufe die sämtlichen hundertfünfzigtausend Spinner, Weber und sonstigen Tertilarbeiter der Stadt Bombay erfaßte. Die eng lische Regierung, voll Willfährigkeit gegen die Unternehmer, versorgte diese mit Streifbrechern aus dem Stamme der Pathans", von denen jezt in den Berichten über die angeblichen Religionstämpfe so häufig die Rede ist.„ Pathans" eigentlich Selbstbezeichnung der Afghanen heißen in Indien die Bewohner der nordwestlichen Grenzstriche. Ohne Eigenkultur, dem Islam afghanischer Färbung innerlich so fremd wie der Gedankenwelt Indiens. leben fie in Unwissenheit ein rohes Dasein, in dem fein Glaube und fein höher gerichtetes Wollen die niedersten Gewinntriebe hemmt. Solche Existenzen sind gegen Lohn und Sold für jeden Dienst zu dingen, und diese Tugenden"( wie der Lord Winterton im Unterhaus solche Eigenschaften nannte) murden denn auch feineswegs erit anläßlich des Streits in Bombay entdeckt. Wer in Bombay, Madras, Ahmedabad, Caunpur, Kalkutta, die Tertilfabriken besucht, erblickt dort den Marktbuden ähnliche Holz- und Wellblechhütten, in denen rauchende, meist hochgewachsene braune Gefellen in bunter, nicht indischer Tracht, die Ellenbogen auf ein dickes Buch gestüht, Jeder kann helfen, auch durch den bescheidensten Beitrag! einen Warenstapel bewachen Mit Wuchergewinnen be Magistrat als Gewerbebehörde die Befugnis erteilt worden, Scheibenschießmaterial in den Handel zu bringen. Das Parteihaus am Wienfluß beherbergt die Parteidruderei Borwärts", die Redaktion der Arbeiter- Zeitung und des„ Kleinen Blattes", den Parteivorstand, die Zentralen für Arbeiterbildung und Arbeiterreisen sowie des Republikanischen Schutzbundes u. a m. Der Streich der Regierung ist ein neues Stüd ihres Kampfes gegen die Abwehr der fashistischen Heimwehren durch die bedrohte Arbeiterschaft. Am heutigen Freitag dürfte im Parlament darüber geredet werden. Für den Sonntag planen die Heimwehrler etwas in Wien! Indien hilft Amanullah. Der Rationaltongreß warnt England vor Einmischung. Peshawar, 14. Februar.( Eigenbericht.) Auflösung des Arbeiterschützenvereins- Hausfuchung im allahs drückt sich in verschiedenen Aktionen aus, an denen MohamParte haus. Die wachsende Sympathie Indiens für die Sache manmedaner wie Hindus tätigen Anteil nehmen. Neben der& alifatLiga, die Versammlungen und Biltgottesdienste für den Sieg Wien, 14. Februar.( Eigenbericht.) Amanullahs veranstaltet, hat der Ausschuß des indischen NationalDie Regierung hat den Arbeiter- Jagd- und SchüßenDie Regierung hat den Arbeiter- Jagd- und Schühen- fongreffes eine Warnung an die anglo- indifche Regie. verein wegen angeblicher Ueberschreitung feiner Statuten auf- ung gerichtet, sich jeder Einmischung in die afghanischen Angeverein wegen angeblicher Ueberschreitung seiner Statuten auflegenheiten zu enthalten. Der indische Rote Halbmond geloft und zugleich eine Haussuchung in feinen Räumen im rüstet eine aus Aerzten und Krankenpflegern bestehende Hilfs. Parteihaus mit der Begründung vornehmen lassen, daß es sich um expedition aus, zu deren koffen auch die nichtmohammedanischen eine 3nventuraufnahme zur Feststellung des Vermögens Inder freiwillig beitragen. handele. Bor allem wurden die Räume der Waffenabgabeftelle durchsucht, aber nur erlaubte Jagdwaffen und Ausrüftungsgegenstände gefunden. Schließlich wurden auch die Kellerräume des Hauses einer Kontrolle unterzogen. Man fand hier eine Anzahl Gewehre, die zum Schuße des Hauses bestimmt waren. Der Verein hat gegen die Auflösung, die ganz ungefeßlich ist, Beschwerde erhoben. Dem Arbeiterschützenverein war vor einiger Zeit vom Die im afghanisch- indischen Grenzgebiet lebenden unabhängigen und friegerischen Stämme der Afridi, Mohmahd und Orat. fai haben beschloffen, fidh attiv an der Niederwe fung der afghanischen Rebellen zu befei'igen. Sie sind im Begriff, unter Berzicht auf ihre inneren Streitigkeiten aus den besten Männern ihrer Stämme ein Hilfstorps zusammenzustellen, das sich unter den Befehl Amanullahs stellen soll. treiben sie das doppelte Geschäft des Warenverkaufens und des Geldverleihens. Als einzige nicht Entwaffnete im peinlichst entwaffneten Indien treiben sie unter den wohlwollenden Blicken von Unternehmern und Regierungsbeamten gewaltsam Zins und Leihkapital von ihren Opfern ein und genießen zum Ueberfluß die Hilfe der Polizeitruppen, sobald die Waffenlosen sich gegen die ärgsten Bedrückungen der Nußnießer ihrer erwerbstätigen Bettelarmut aufbäumen. Die Pathans verdienen den Schutz der Regierung, denn sie befriedigen als Geldverleiher ein soziales B- dürfnis" sagt der Regierungsbeamte seiner britischen Majestät den aufbegehrenden indischen Arbeiterdelegationen. Wir brauchen die Kerle, sie wissen die Vorteile zu schäßen, die wir ihnen bieten und sind immer noch die beste Sicherung gegen den revolutionären eingeborenen Fabrikmob" flüstert er über die Schulter zu dem Befucher aus Europa( dem er ohne weiteres genügend Imperialistensolidarität zutraut, um feinen unliebfamen Gebrauch von dem verratenen Geheimnis zu befürchten). Der Riesenstreit von Bombaŋ brachte für die Pathans eine neue Gelegenheit, sich ihren Gönnern nüßlich zu er weifen. In Massen wurden sie aus dem Norden des Landes, wo sie am zahlreichsten wohnen, unter militärischem Schutze als Arbeitsmillige an die Streifstelle transportiert, waren aber selbstverständlich nicht in der Lage, den gigantifchen Textilbetrieb von Bombay in Gang zu setzen. Erst die darauffolgende Arbeitseinstellung bei dem weniger mächtigen Unternehmen der englischen Bombay Dil Company", die im vergangenen Dezember begann. ließ sie wirksamer in Tätigkeit treten und gab damit den Anstoß zu den Mezzeleien, die zurzeit noch im vollen Gange sind. Die Wilden aus dem Niemandsland der indischen Nordwestgrenze und die Söldner des englischen Militärs stechen und schießen vereint gegen die um ihre Lebensbedingungen ringenden Industriearbeiter der indischen Tertilmetropole: das ist der flare Tatbestand, an dem fein Geschwäß von religiösen Gegenfäßen etwas ändert, auch nicht die Tatsache, daß die Pathans der äußeren Zeremonie nach Mohammedaner find. Die Weber der Textilbetriebe sind überwieg nd echte, geistige und gläubige Be tenner der Mohammedreligion und fämpfen in Eintracht Die Schwierigkeiten Deutschlands. Defizit der Zahlungsbilanz seit dem Kriege. Paris, I-t. F«bruar.(Eigenbericht.) Die Reparatianssachverständigen haben am Donnerstag nach- mittag nicht beraten. Das amtliche Kommunique sagt darüber, daß man den einMnen Delegierten die Möglichkeit zu internen Bsratun- gen geben wollte und die Aussprache über die Weltwirtschaft- liche Situation am Freitag vormittag weitersühren will. In Wirklichkeit hat sich die Diskussion ziemlich ausschließlich um die wirtschastliche und finanzielle Lage Deutschland gedreht. Die Referate Dr. Schachts und Ä a st l s über die Schwierigkeiten, mit denen in Deutschland Handel und Industrie zu kämpfen haben, sind am Dmmerstag vormiitag von Dr. Melchior durch«ingehend« Darstellung der deutschen Zahlungsbilanz ergänzt worden. Er führte aus, daß gleich der deutschen Handelsbilanz aullz die deutsche Zahlung». bilanz seit dem Kriege unverändert ein Defizit aufweise. Während Deutschland früher seine passive Handelsbilanz durch die Einkünfte aus seinen ausländischen Guthaben und Kapital- anlagen ausgleichen könnt«, sei es heute schwer verschuldet. Zu den 2,5 Milliarden Reparationszahlungen habe Deutschland etwa 1,5 Milliarden für seinen Einsuhrüberschuh und für die Verzinsung der Amerikaanleihen aufzubringen. Das ist bisher ausschließlich auf dein Kreditwege geschehen. Da aber Deutschland sich unmöglich in diesem Tempo weiter verschulden kann, wird es schon sehr bald mit ern st haften Schwierigkeiten für seine Auslandszohlungen rechnen müssen. Die Konferenz, die gleich om ersten Tage die so umstrittene Frage der deutschen Leistungssähigkeit vorgenommen hat, ist auch vor dem nicht minder heiklen Problem der Transferschwierigkeiten nicht zurückgeschreckt. Daß die Thesen der Deutschen nicht unwidersprochen geblieben sind, versteht sich. Di« Auseinandersetzungen hallen sich jedoch, wie alle mit Genugtuung feststellen, in den Formen ruhiger Sachlichkeit und haben bis- her in keiner Weis« die günstige Atmosphäre vertrauensvoller Zusammenarbeit zu beeinträchtigen vermocht. Diese erfreuliche Tat- sache steht in starkem Gegensatz zu der Haltung eines großen Teils der Pariser Blätter, die in außerordentlich scharfer Weise gegen die deutschen Delegierten und gegen die deutsche Presse polemisieren. Obwohl allein die deutsche Delegation als einzige sich bisher streng an die verelnbarle Geheimhaltung der Verhandlungen gehalten hat und all« Indiskretionen bisher in der französischen und eng- lischen Presse erschienen sind, bringt es der„T e m p s* fertig, die Deutschen zu beschuldigen, durch unangebrachte Mitteilungen die Atmosphäre der Konserenz zu vergiften I- Zuckerwucher beantragt. Ein deutschnationaler Anschlag aus die Verbraucher. Der Reichstag hat im Dezember 1828 den Zucker zoll von 10 M. auf 25 M. erhöht. Der größere Schutz des Zuckermarkts war notwendig: auch die Sozialdemokratie hat dafür gestimmt. Um eine Uebervorteilung und Bewucherung der Konsumenten zu vermeiden, setzte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion die Bestimmung durch, daß der Zoll von 25 M. nur dann gelten soll, wenn der Zuckerpreis pro 50 Kilogramm an der Magdeburger Börse unter 21 M. liegt. Wird der Preis von 21 M. im Monatsdurch- schnitt überschritten, so muß nach dem Gesetz der alte Zoll von 10 M. in Kraft treten. Diese Bestimmung kam der Zuckerindu- st r i e bzw. Landwirtschaft entgegen und wahrte zugleich die B e r b/r o u 6) e r i n t e r e s s e n. Man hatte damit gewissermaßen einem ganz neuen Weg eingeschlagen und suchte in friedlicher Ber- ständigung die Interessen der Produzenten und der Lerbrauchcr zu wahren. Nun haben die D e u t s ch n a t i o n a l e n im Reichstag einen Antrag eingebracht, der sozusagen alles, was man aus dem Gebiete der Zuckerproduktion geschaffen hat, über den Haufen werfen will. Der deutschnationale Antrag verlangt einmal, daß die P r e i«- grenze von 21 aus 23 M. h« ra u fg es e tzt wird. Wenn der Zuckerpreiz an der Magdeburger Börse den Preis von 23 M. pro 50 Kilogramm übeisteigt, jedoch nicht mehr als 25 M. beträgt, dann soll erst der Zoll gesenkt werden, aber nicht, wie im Gesetz vom 14. Dezember 1828 vorgesehen ist, von 25 auf 10 M., sondern nur auf 20 M. Erst wenn der Preis von 25 M. an der Magdeburger Börse überschritten wird, soll der Zoll von 10 M. in Kraft treten. Dieser Antrag ist ein Skandal und eine Unverschämt» h e i t. Wir sagen das, weil die Interessenten bei den Derhandlun- gen über den Zuckerzoll Im herbst 1828 selbst zugegeben haben, daß der im Gesetz vom 14. Dezember 1828 festgesetzte Zuckerpreis von 21 M. einen Rübenpreis ermöglicht, der 50 Proz. über Friedenspreis liegt. Die Preise sollen eben weiter ge- steigert werden zu Lasten der Konsumenten. Die Deutschnationolcn erhoffen einen Erfolg für ihren Antrag von der Uneinigkeit der Regierungsparteien. Die Sozialdemokratie wird diesen Antrag selbstverständlich glatt ablehnen. Und sie wird auch darüber hinaus ihr» Kons«- quenzen für die bevorstehenden Aufgaben auf dem Gebiet« der Preisregelung für Agrakartikel ziehen müssen. Die Landwirtschaft bzw. Zuckert ndustri« hat mit ihrem neuen Zucker- ontrog die Linie der Verständigung verlassen. Wenn sie die Re- � gieruugsparteien. breitschläg!, so müssen dies«.damit rechnen, daß die Sozialdemokratie- für weitere Experimente nach der Richtung [, einer Agrarpreisregelung usw. n ich t mehr zu h a b an sein wird. neben dem streikenden Hinduproletariat aus den Spinnerei- abteilungen der gleichen Betriebe. Und wie in Bombay, so verhall es sich in anderen Städten: Der soziale Kampf des Industrieproletariats hat in der Unterschichtung des Volkes ehenso zur religiösen Toleranz geführt, wie der politische Kampf die Intellektuellen und die Vertreter anderer Volts- klaffen zum gemeinsamen handeln zusammenführte. Auch das Gerede von den kommunistischen Bestrebungen der Arbeitex von Bombay ist unwahr, wenngleich der Lon- doner Tributlord im Unterhaus das Gegenteil behauptet und die Berliner„Rote Fahne" die Kämpfenden als ihre Ge- nassen für sich in Anspruch nimmt. Die Radikalisierung der indischen Gewerkschaften unter dem Erlebnis des impsrialifti- fchen Schlachtfestes führt auf ganz andere Pfade als die des Dogmenkommunismus deutscher Prägung— wahrscheinlich zum Lorteil des indischen Freiheitskampfes, von dem die gegenwärtige Bombayschlächterei nur ein Stück, wenngleich einstweilen das blutigste ist. Der Anspruch des Kommunisten- blattes auf die kämpfenden Inder als seinesgleichen kann nur verderblich wirken. Mit der gleichen Unterstellung recht- fertigt die britische Herrschaft die schon vorgenommenen und noch beabsichtigten Truppenverstärkungen in Indien-vor der Mitwelt. In Wirklichkeit denkt man keineswegs an den Kampf gegen den„Bolschewismus" in dem am wenigsten bolschewistischen Lande der Welt, sondern an eine rechtzeitige und gründliche Vorbereitung für den Unterdrückungskrieg, der am Neujahrstage 1930 beginnen wird, wenn das Ulti- matum Ghandis abläuft, der bis zu diesem Zeitpunkt, in Uebereinstimmung mit dem ganzen polllischen Indien, die Selbstverwaltung für seine Heimat forderte. Daß das Anti-Kommunistengefetz, das die Fremdregierung jetzt über Indien verhängen will, gegen die Unabhängig- keitsbewegung gebraucht werden soll, zeigt schon der Vor- iäufer des geplanten Gesetzes, die bengalische Zuchthaus- Verordnung vom Sommer 1924, die bis zum heutigen Tage mehr bürgerliche und reformistische Freiheitskämpfer für un- bestimmte und willkürliche Zeit in die Kerkernacht stürzte, als es in Indien wahrscheinlich„Kommunisten" gibt. Um dies aber im gelobten Humanitätsjahrhundert unkritisiert leisten zu können, begrüßen die um ihre verfallende Herrschast bangenden Unterdrücker Indiens, wie sie zuweilen selbst ge- stehen, den„sloxan", da» Schlagwort von der bolschewisti- scheu Gefahr, das auch den europäifchvn Kontinent geneigt mache, vor ihren Maßnahmen beide Augen in Wohlwollen zuzudrücken. Was die verblastende Legende von der Selbst- zerfleischung Indiens durch religiösen Fanatismus bisher kr- füllte, das soll nun— trotz der chinesischen Erfahrung— die Vogelscheuche des Bolschewismus bewirken: den Schein einer Rechtfertigung für die Unterdrückung und blutsaugende Tributwirtschaft, unter der Indien mehr als ein Jahrhundert lang dahinsiechte. Der Machtkampf des kommenden Jahres soll außerdem über die Ruinen der jungen indischen Arbeiter- bewegung führen. Was die grauenhaften Qualen des acht- monatigen Textilftreiks nicht vermochten, das soll der mit List entfacht« Straßenkrieg der Weißen und Wilden gegen die kultivierte Arbeiterschaft Bombays schaffen. Wahrhastig eine leicht zu beantwortende Frage, auf welcher Seite hier der Gesinnungsbolschewismus schauderhaftester Art wütet! Adenauer kniei vor Mussolini. Serviled Kuidigungeitelegramm des Präsidenten des Staatsrats. Herr Adenauer, Oberbürgermeister der Stadt Köln und Präsident de» preußischen Staatrats, hat noch der Unterzeichnung de» Bertrages zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan ein Huldigungstelegramm an Muffo- l i n i gerichtet. In dem er dem Diktator versichert, daß der Name Mussolini mit goldenen Buchstaben in die Ge- schichte der Kirche eingetragen sei. Od Herr Adenauer daran gedacht hat, daß Mussolini in seiner Jugend ein grimmiger Feind der Kirch« war, der an einem Komplott zur Zerstörung einer Kirche beteiligt war, ob ihm die Ermordung katholischer Priester durch Faschisten vorgeschwebt hat? Herr Adenaver ist in der Kölner Stadtverord- uetensitzung wegen dieses Telegramms zur Red« gestellt worden. Herr Zldcnauer erklärte, durch die P r« s s a seien angenehme Be- Ziehungen zu Italien geknüpft wanden, dos verpflichte zum Austausch von Höflichkeiten. Im übrigen Hab« er nicht als Vertreter der Stadt Köln, sondern als Katholik telegraphiert. Di« Ausred« lahmt. Sie erledigt die Angelegenheit nicht. Es bleibt die üderaus peinliche Tatsach«, daß der preußisch« Staatsrat«inen Präsidenten besitzt, der ein serviles hukbigungs- telegramm an Mussolini geschickt hat. Mir ham eh genug Schwarze! Di« Münchener Polizei schützt Bayern vor Losesine Bater. München, 14. Februar.(Eigenbericht.) Vom 18. Februar ab hatte die Münchener Barietck- und Reouc- bühn«„Deutsches Theater" die bekannte Negertänzerin und Sängerin Ipfcsinc Baker zu einem kurzen Gastspiel verpflichtet. Dieses Engagement hat die Polizeidirektion jetzt unterbunden mit der K«. grundung, daß durch das Auftreten her Iosesin« Baker«ine Ber- ketzungdesöffentlichenAnstandes und damit der vffent- lichen Ordnung zu«rwqrten gewesen wäre. ES ist nicht dos erstemal, daß die Münchener Polizeidirektion in solchen Dingen sich zum Büffel der Kulturreaktion und der nationalen Finsterlinge hergibt. In Dutzenden von Fällen ist sie besonders gern por den Drohungen der.hakenkreuzler zurück- gewich-m. Das hitler-Organ begrüßt dieses Vorgehen der Polizei- direkston u. a. mit folgenden Worten:„Es wäre auch zu peinlich jür die Polizei gewesen, dieses überall ousgepsisfene alte Negermädchcn gegen die empörten Theaterbesucher in Schutz nehmen zu müssen." Daraus ist ohne weiteres zu ersehen, daß die Hitler- Leute einen Theaterskandal vorbereitet hatten. Nach dem Programm sollt« Iosestn« Paker in München nicht als Tänzerin, sondern al? Liedersängerin auftreten. Bayerischer Titelexport. D«« bayerische Ragierunq Hab sich nicht nur daraus baichräntt. den Tckeiunstig in Bayern ouszirbreiten, si« hat vielmehr mit ihren gegen dl« Reichsverfassung verstoßenden Titslverieihungen Bar- itöße in» ouherbayerisch» Deutschland unternommen. Au» Zeitungsmeldungen erfahrt man, daß sie erst in diesen Tagen dem in Mannheim wohnenden Großhändler Ernst Boden- h« i m« r den Titel eines bayerischen Kommerzienrate» verliehen z hat. Oeutschnationale Ehrabschneider. Verleumdungen gegen einen sozialdemokratischen Landrat. Die„Deutsche Zeitung" verbreitet folgende Notiz: „An den Genossen Landrat Kähne, Kreis Ueckermünde-Pom- mern, sollten verschiedene wichtige Anfragen gerichtet werden. Dies« Fragen waren dem Genossen anscheinend nicht sehr genehm. Deshalb zog«r es vor, plötzlich spurlos zu verschwinden. Den Äreiskraftwagen nahm«r mit, so daß seinem Betäti- gungsdrange vorläufig keine Grenzen gezogen sind. Durch sein Ber- schwinden bleiben verschiedene wichtige Fragen unbeantwortet, an deren Klärung dem Steuerzahler des Kreises sehr ge- legen ist." Der nicht unterrichtete Leser muß annehmen: Der Land- rat ist unter Mitnahme des Kraftwagens geflohen, well er Aufdeckung von Unstimmigkeiten in der Kastenführung fürchtete.* Die Wahrheit ist, daß die Deutschnationalen im Kreise Ueckermünve alle Mittel der Hetze und des Boykotts gegen Landrat Kähne angewandt haben, um ihn zu verdrängen. Grund: Köhne ist Sozialdemokrat und vor allem: er ist nicht Akademiker, sondern aus der mittleren Beamten- l a u f b ah n hervorgegangen. Deswegen hat man dem Land- rat eine Wohnung und die Kreiszuschüsie verweigert und hat ihn systematisch gehetzt. Der Minister des Innern hat den Landrat, einen be- währten und ausgezeichneten Perwaltungsbeamten, b e u r- l a u b t, um ihn von den deutschnationalen Hetzern nicht seelisch und körperlich zugrunde richten zu lassen. Landrat Köhne wird nach dem Urlaub anderweitig verwendet werden, an seine Stelle wird ein Landrat treten, der Jurist, aber auch Sozialdemokrot ist. Diese Tatsachen hat der Minister des Innern am 5. Februar im Plenum des Landtags vorge- tragein Die„Deutsche Zeitung" hat diese Stelle dar lllode des Ministers ihren Lesern nicht mitgeteilt. Sie serviert ihnen dafür wider besseres Misten eine nach den Methoden des Revolverjournalismus stilisierte Notiz, die aus der Be- nrlaubuna ein„spurloses Verschwinden" n, acht und ehren- rührige Verfehlungen des Landrats insinuiert De? deutsch- nationale Haß verfolgt den Landrat über seinen bisherigen Wirkungskreis hinaus, er schreckt vor einem verlogenen Äer- such der Ehrabschnelderei nicht zurück. Di« Infaml« der Me- thode der„Deutschen Zeitung" ist nicht zu übertreffen. lleberatt Vadautakiik. Lärm statt Hilfe für Erwerbslose. halle. 14. Februar.(Eigenbericht.) Im sächsischen Propinziqllqndtog ist die ganz« kommunistische Fraktion durch emstimmigen Beschluß qch zwei Sitzungstage ausgeschlossen worden. Sie Kommunist«» Yotten om Mittwoch tumultyarische Szenen entfesselt, weil der Vromnziallandtag die sofortig« Beratung ihrer agitato- tischen Erwerbslosenanträgc ablehnte. Kälte und Kohlenversorgung. Erklärung im preußischen Hauptausschuß. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtag« beriet gestern den Etat der Bergverwaltung. Dabei sprach Handelsminister Schrei» ber über. die Kohlenversorgung. Er erklärte zur Versorgung Berlins, daß kein An- laß zu einer Panikstimmung gegeben fei. Zur Behebung der Koksknappheit würden verstärkte Zufuhren eingelegt, io daß keine ern st lichen Schwierigkeiten entständen. Die Industrie sei reichlich versorgt, der Hausbrandbedarf noch für zwei Wochen gedeckt. Wenn auch der Frost teilweise den Bergbau beeinträchtigt und Transportschwierigkeiten hervorgerufen habe, so würde es wohl vorkommen, daß der einzelne Kohlenhändler seine Kunden hier und da nicht pünktlich bÄlesern könnte, doch sei die Versorgung dar Bevölkerung Im ganzen gesichert, soweil auf Grund genauer Er- kundigungen sestgestellt werden konnte, die er sofort habe anstellen lasten. In der allgemeinen Aussprache wandte sich Abg. Franz(Soz.) gegen die von Klöckner angestellten Berechnungen, wonach sich die Lage der Bergarbeiter verbessert habe. Di« Gesamtlohn- höhe sei durch den Abbau der Borgarbeiterschost nicht höher ge, worden. Die Beratung wird om Freitag fortgesetzt. Oer neue Veichsgerichtsprasideni. Oer Beichsrat stimmt zu. Der Reichsrat hielt am Donnerstag«in« öffentlich« Vollsttzunq ad. Der Präsident de» Reichsgericht», Dr. Simons, bat zum 1. April 1828 sein« Versetzung in den Ruhestand erbeten. Als Nachfolger beantragt die Reichsregierung den Ministerialdirektor im Reichs- justizministerium Dr. Erwin B u m k e dem Reichspräsidenten in Vorschlag zu bringen. Der Recht sausjchuß des Reichsrats hat, w'a der Berichterstatter, Bayerischer Staatsrat Dr. n. Nüßlein, hervorhob, «instimmlg diesem Vorschlag zu z«stimmt. Di« Vollver- sammlung schloß sich dem an. Dr. Bumke ist am 7. Juli 1874 in Stolp geboren und aus dem preußischen Iustizdienst hervorgegangen. Seit dem 1. Januar 1020 ist ex Mintsterialdirertor im Reichsjustiz- Ministerium. Der Zteichsrat genehmigt« ferner den Geietzentwurs über ern Zusatzabkommen zu dem deutsch-schwedischen Handel»- und Schiffahrtsoertrqg vom 14. Mai 1828. Außerdem wird da» Schlußprotokoll zu dem bestehenden Ler- trag nach in«inigen Punkten ergänzt. Deutsches Handwerkrinstitut. D«? preußische Staoisminllterium bot beschlossen, in Berlin ein Deutsches Handwerks- i n st i t u t ernchtey zu losten. Mit dem Bau der Schule, für den die Stadt Berlin«in größere» Gelände zur Bersügvng gestellt hat. soll bald begonnen werden. Da? Institut ist vor allem al» Hock- schule für die Meister und Handwerkslehrer mis dem ganzen Reiche gedocht. Abgeblihie„Vepuiierie" Ose freundlichen A, sucherinnen. Genossin Iuchoc� schreibt un?: In der letzten Zeit versuchen die Komrministen wieder einen ihrer ölten Tricks, die sozialdemokrotischen Abgeordneten im ltzeichs- tag durch„Erwcrbslosendeputntionen" über irgendeinen Antrag der KPD. stellen zu lassen. Loht man sich mit solcher„Deputation" in ein Besprach über den Inchalt und Zweck des zum Vorwand ge- nommenen Antrags ein, dann kommt es bald zu Auseinandersetzungen nicht sehr angenehmer Art, über die dann die kommunistische Presse ihre Leser in echt kommunistischer Art unterrichtet. Szenen und Berichterstattung dieser Art sind eben der Zweck solcher Besuch«, nicht etwa der Wunsch, sich in einer ruhigen Aussprach« sachlich zu verständigen. Erwerbslose werden vorgeschoben und aufgestachelt, um das Agitationsbedürfnis der KPD. zu be- friedigen. » Ersahrungen dieser und ähnlicher Art haben mich bald gelehrt, d-i« Wortführer der Deputationen nach ihre Parte�zugehörig- k e i t zu fragen. Wenn sie sich als„Parteilose" und„Erwerbslose" bezeichnen und ich aus ihrem ganzen Auftreten schließen kann, daß es sich um eins der beliebten k o m m u n i st i s ch e n„Manöver" bandelt, lehn« ich eine Unterredung ad. Die Wandelhalle und andere Nebenräume des Reichstags sollen u. a. ruhigen Gesprächen dienen. Daß diese Räum« nicht zu unqualiiizierten 'Auseinandersetzungen benützt werden können, müßte im Bestreben jedes Volksvertreters liegen. Außerdem: die KPD. braucht den sozialdemokratischen Frauen nicht erst die Notwendigkeit des Ausbaus des Mutter- und Kinder- schutzes beweisen wollen. Die parlamentarische Arbeit der Sozial- demokratic, einschließlich ihrer Frauen hat längst gezeigt, daß sie die arbeitenden Frauen und ihre Not kennt, daß sie ein Ziel und eine Richtung hat und das Zweckmäßige tut, um den Schutz für Mutter und Kind organisch aufzubauen. Kommunistische' Agita- >-onspolitik tut dazu nichts, und deshalb ist das Gerede der kommu- nistischen Presse über die sozialdemokratischen Abgeordneten über- flüssig.___ Vor der Eiaisberaiung. Städtetag gegen Oeckungsvsrlage. Der Vorstand des Deutschen Slädtetagcs hat in seiner letzten Sitzung in der Frage der Deckung des Defizits im Reichshaus- haltsplan für 1929 eine Entschließung angenommen, in der es heißt:„ „Der Vorstand des Deutschen Städtetagee hat mit ä u ß e r st e r Beunruhigung von den Absichten der Reichsregierung Kennt- Iiis genommen, die zur Deckung des Fehlbetrages im Reichshaushalt des Rechnungsjahres 1929 die 11« b e r w e i s u n g e n an die Länder und Gemeinden aus dem Aufkommen der Reichssteucr um 129 Millionen Mark kürzen will." Die Reichsregierung hat an die einzelnen Ressorts Anweisungen erlassen, zur Vorbereitung der chaushaltsberatung dem Reichstag Tätigkeitsberichte für das Jahr 1928 vorzulegen. Oer Katt Zakubowski. OaS Gutachten Vünqers. Das Gutachten über dan Fall Jatubowfki. das"der früher« iächstsche Iustizminister und jetzige Volksbildungsminister B ü n g e r erstattet hat, ist in seinen wesentlichen Teilen durch Angaben des Richters in dem kürzlich verhandelten Beleidigungsprozeß gegen die beiden Reick>sgericht»räte Reichert und B« w e r bekannt ge- worden. Bünger kommt zu der Annahme, daß Iakubowsti nicht selbst der Ausführende des Mordes gewesen ist, sondern als „A u s p a s s e r" geHolsen hat. August Rogens soll die Tat unmittelbar ausgeführt hoben. Don I a k u b o w- s k i wird gesagt, daß er sich durch Wachestehen od«r»Aehnllches beteiligt Hobe, ferner durch Anstiftung des August Rogens zur Be- teiligung an der Tot. Kreutzseld soll Iakubowski bei der An- stiftung des August Rogens unterstützt haben. Doch erklärt Bünger „eine weitere Entwicklung des Tatbestandes nicht für ausgeschlossen". Liechtenstein. GotteSgnadenium im kleineren Maßstab. Fast neunzigjährig ist der„regierende" Fürst Johann von Liechtenstein in Wien gestorben, wo er. seit Jahrzehnten ans Zimmer, ja. an den Rollstuhl gefesselt, gelebt hat. Sein großes Palais mit der berülpnte» Bildergalerie ist jedem Wiener bskMit und noch mehr der schöne alte Park dabei im 9. Bezirk, auf dein Alsergnmd. wo im Sommer alt und sung schottige Kühle gemcht. Wo aber regiert denn dos sürstlicf>e Haus Liechtenstein? Seine Ahnen gehörten zu jenen kaiferlicheu Generälen des Dreißigjährigen Krieges, die mit dem gewaltigen Besitz des ketzerisch-aufständischen I ähmischen Adels belohnt wurden. Das Fürstentum ober liegt zwischen Borarlberg-Tirol und der Schweiz, besteht au» dem Städt- chen Vaduz mit einigen Dörfern, stellte bis zum Weltkrieg eine Kompagnie zur k. u. k. Armee, löst« sich nach dem Zusammenbruch verständlicherweise von der werllosen Kronenwährurig los und wurde voriges Jahr von einer schweren ileberschwemmung heimgesucht, bei der österreichische und schweizerische Wehrmänner Hilfe leisteten. Ein 78jähriger Thronfolger Prinz Franz Liechtenstein wird nun die „Herrschaft" antreten. Populär war jedoch nur ein Scitensprötzling des Hause»— Prinz Aloi? Liechtenstein. D«r mar Politiker, natürlich Hoch- lonlervotioer und 1883 stellte er im Abgeordnetenhaus einen Schill- ontrag, der das üborkonsesftonelle Reichsvolksschulgefetz von 1869 rückwärts revidieren und die konfessionelle Schule wieder einführen wollte. Dagegen erhob sich ein solcher Sturm der Liberalen und Antiklerikalen oller Rationen, daß aus d«m Antrag nichts wurde. Als aber Feudolodel und Bischöfe zur Vernichtung des Liberalismus die beainnende kleinbürgerl'ch-pwletarische Bewegung ins klerikal« Fahrwasser zu ziehen suchten, ging Alois Liechtenstein zu den Ehristi'ck-.Soziolen, der«igenllicken klerikalen Massenpartei über. Der ebe molige feudale Reiteroffizier, hoch U»d schmal, mit unüber- trefflich«? Weipentaill«, die durch Gehrockkorsett noch betont wurde. erschien in den Wiener Gasthäusern al? Glanzstück für die rabiaten Kleinbürger. War Dr. Lueger„der schön« Karl", war Liechtenstein ..unsa Fürschi". In«inen bereits schabig«,, P«lz gehülst, den Zylinder auf dem Kops, da» Stückchen in her Hand, so sah man ihn, zu kurz babos«. ins Parlament stelzen, wo«r ober mit seiner piepsigen Stiimne, und da«i doch nicht so ordinär werden konnte wie die Schneider, Gregorig usw, kernt onster« Rolle spiest« al» die eine» Schaustückes für die Goleriedesuchsr in den monotonen Odstruktions- sitzungen der späteren Reunziaerjahre. Er muß aber lang« tot sein, verklungen ist lein Name. Oer Papst lebt herrlich in der Welt— Er kriegt von Mussolini Geld.... Oer Rechtsbruch von Kattowih. Protestdepesche an den Völkerbund. Salkowih. 14. Februar. Der Deulsche Volksbund hat unter Berufung auf Artikel 147 der Genfer äonoenlian wegen der verhaflung seine» Geschäst». führers st l i h an den Völkerbund ein Telegramm folgenden Inhalt, gesandt: Diese Verhaftung entbehrt jeder sachlichen Grundlage und ermangelt jeder strasprozessualen Voraussetzung, da weder Ver- dunkelungsgesahr noch Fluchtverdacht besteht: sie ist nur dadurch zu erklären, daß Ulih der deutschen Minderheit angehört und die Minderheit in ihrer kulturellen Orga- nisotiou getroffen worden soll, wie sich schon au» den Rotsverhandlungen im Dezember 197S ergebe. Der Völker- bund wird gebeten, Maßnahmen zu tresfen, damit lllih aus der Haft entlassen wird. Auf jeden Fall soll auch nach der Hasteallassung ein völkerbundskommlssar mit der Ucberwachung de» weiteren Versahren» beaustragt werden. Schließlich soll der Völkerbund Ulih gegen die völlig unbegründete Strafverfolgung schützen. Dringliche Nehanblung. Genf, 14. Februar. Die Volksbuudbeschwerd« wurde aus dem Wege de» dring- lichen Minder heileuversahrens soeben aus die T a g e s- ordnuag der Märzlagung de» Völkerbundrales gesetzt. Gleich- zeitig ist der Text an die Mitglieder de, Rate» abgegangen. Damit ist die Besprechung diese» Falle» auf der kommenden Tagung de» Völkerbundrates gesichert, der allerdlng» erst am 4. März, also drei Machen nach der Verhaftung Ulih' zusammentreten wird. Haussuchung bei Wh. ___ Saktowitz, 14. Februar. Die Verhaftung des Abg Ulitz in den Geschäftsräumen des Deut- fchen Volksbundes erfolgte durch einen Polizeioberkommiffar in Zivil in Begleitung eines Oberkommissars in Uniform. Die Polizeibeamten bestiegen mit dem Derhafteten ein Auto und führten ihn m seine Tschechisches Vegierungsprogramm. Oft gehörte Worte. Drag. 14. Februar. Im Abgeordnetenhaus, das heute nach fast zweimonatiger Pause wieder zusammengetreten ist, stellte sich Ministerpräsident Udrzal vor. In seiner Erklärung heißt es u. a.: Die Regierung wird es als ihre erste Pflicht ansehen, dem Wohl aller Staatsbürger ohne jeden Unterschied nationaler, religiöser oder politischer Art zu dienen. Die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind stabilisiert und entwickeln sich günstig. Die Regierung wird, wie alle norcngsgangenen. um die Festigung des allgemeinen Friedens und der Zusammenarbeit mit allen Freunden und allen Nachbarn bemüht sein. Eine durchdachte Unterstützung des Exports, die Gewinnung ausländischer Absatzmärkte ist für unser« Wirtschaft eine Lebensbedingung. Das große Werk der Bodenreform muß im Interesse einer rationellen Wirt- schast auf dem beschlagnahmten Boden— besondere der Waldwirtschast— mit möglichster Beschleunigung zu End« geführt werden. Die Entwicklung der Armee ist dem finanziellen Aufwand ent- sprechend. Zur Verkürzung der Präsenzdienstzeit auf 14 Mo- nate und zu den hieraus resultierenden Ersparungen kann in abseh- barer, Zeit nur die Verbesserung der Existenzocrhältnisse für die Länger dienenden beitragen. Englands Lrak-Mandai.' Anwachsest per Opposition. Bagdad. 14- Februar.(Eigenbericht.) Der neue Obertommissar des Irak, Sir Gilbert Elantan, der nach neun Tagen Stilliegend in den,«ingeschneiten Simplor». Expreß zu Schiss in Konstantinopel eingetroffen ist, wird bei Aiüriit seines Postens vor schwierigen Ausgaben stehen. Er hat die Bc- ziehungenEnglandszuIbn Saud zu regeln und wird einen Ausnvg finden müssen, um die Differenzen zwischen Großbritannien und seinem mesopotamischen Schützling zu beseitigen. Die öffentliche Meinung Mesopotamiens drängt auf Erweiterung der Selbständigkeit und fordert Erfüllung der Verträge mit England. Die stärkst« Meinungsverschiedenheit besteht über tzie Einfi.hru»rg der allgemeinen Wehrpflicht, Jvxrch die de? Irak seine Verteidigung selbst in die Hand nehmen und die eng- lisch« Verteidigung ü b s r s l ü s s i g wachen will. Vertragsmäßig ist dv mesopotamifche Regierung dazu berechtigt: England aber will die Frage dadurch erledigen, daß britisch« Truppen gegen Der» gütun�ckier Unterhaltungskosten weiter im Land« stationiert bleiben. Di« Stellung König F a> s a l S ist durch diese Konflikte sehr schwierig geworden. Er"muh d'« guten Beziehungon zu England aufrechterhallen, aber auch sein« Stellung bei seinen„Untertanen" festigen. Die Rationalisten, die stark an Anhang gewonnen haben, und die ein selbständiges Jrakreich mit engem Anschluß Wohnung, die einer Durchsuchung unterzogen wurde Den,.Antrag des Verteidigers Dr. Bej, der Durchsuchung beiwohnen zu dürfe»., gab der Untersuchungsrichter statt. Einig« Aktenstücke, darunter das- jenig«, das sich Ulitz zu seiner Verteidigung angelegt hätte, wurden versiegelt und mitgenommen. Die Durchsuchung dauerte bis in den Nachmittag, worauf der Abgeordnete in das Untersuchungsgefängnis übergeführt wurde. Fürsprecher Kanada. Lemberg. 14. Februar.. Die ukrainische Press« Polens führt die Tatsache, daß im Völker- bund gerade Kanada für die Rechte der nationalen Minderheiten eintritt, auf den Einfluß der sehr großen ukrainischen Kolonie in Kanada zurück. Zaleskis Verständigungsworte. Warschau, 14. Febniar. In der Sejmausschußdebatte über die Darlegungen des Außen- Ministers Zalefki hob der Sozialdemokral Czapinsti den Erfolg; der polnischen Außenpolitik hervor, den sie durch die gemeinsame, Unterzeichnung des O st- K e l l o g g- P a k t s durch Polen, Ru-: mänien, Estland und Lettland erziell habe. Der deutsche Abg. Will erkannte den v e rst ä n �sti s vollen Ton Zaleskis an, stellt« jedoch fest, daß Zoleski m, recht hall«, wenn er von der Notwendigkeit Deutschen HässeSi gegen Polen gesprochen habe. Die Deutschen in Polen wollten: gut'ä Staatsbürger sein, doch«ckrdew-ifit sich gutwilligst njcht entnatlan.al�sieren lassen. Der Rodner sprach; dann noch für die Ratwendigkest de» Abschliisse» tönes deillschstMuR sch«n Handelsvertrages. Der letzt« Nejmer, der«ozialL demokrak Pragier, beschäftigte sich mit der'kommenden B". friodung des deutsch- französischen Verhältnisses, worauf di« öffent- liche Meinung in Polen noch nicht genügend vorbereitet sei. an die indischen Mohammedaner wünschen, werfen ihm vor, daß er als l o n d s r e m d« r Fürst nur persönliche Politik. mache und die nationalen Wünsche des Landes erst m zweiter Linie berücksichtige. Die Versuche des Königs,«in zwischen beiden Tendenzen lavierendes Kabinett unter der.Präsidentschaft.I a f s a r Paschas zu bilden, find gescheitert, da Joffar Posckia nicht das Ver-: trauen der Opposition genießt, die in ihm«inen Agenten E n.g e: lands sieht. Von Neuwahlen fürchtet die Regierung mit R�cht einen großen Erfolg der Opposition. Die diplomatisch« Kunst Sir Gilbert Claytons und die Maßnahmen Englands zur Beseitigung der sehr ungünstigen wirfichostlichen Lage des Landes sollen die Situation für England bessern. Oer gotigesandie Mussolini. So nennt ihn der Papst. Rom. 14..Februar.! Der Papst sagte beim Empfang von Professoren und Studenten der katholischen Universität Mailand: Der Vertrag zwischen dem Päpstlichen Stuhl und Italien bedarf nicht allzuvieier äußerer oder innerer Rechtsertiguiigen: dem, seine Hauptbedeutüiig beruht auf dem Konkordat, das den Vertrag nichHiur erklärlich macht und rechtfertigt,. synderl, auch empfiehlt. Der Papst schildert« dann ausführlich die Tragwelle des.Konkordates, das hie Stellung der Kirch« in Italien nach so vielen Kousliktsjohren regele, und fügte hinzu:. Der Päpstlich« Stüh! fand hinstchtlich seiner Wünsche in der Konkordatsfrage ein e d I a» Entgegenkomme ir auf der anderen Seite. Vielleicht war auch ein Mann dazu nötig wie derjenige, den uns die Vorsehung sandte. V'N Mann, der nicht die Vorurteile dar liberalen Schirl« hatte. Durch die Gnade Dotte» und durch viel Arbeit ist es gelungen. ein Konkordat abzuschließen, das zweifellos zu de», besten gehört. Mit fieser Freude hoben wir wieder Gatt Italien und Italien Götz gegeben. Die britische Fliegerhilse in Asghanlstan. Don britischen Fluq- zeugen in Indien sind weitere SL Personen, darunter S8 Frauen und Kinder, fünf Deutsche, ein Perser und zwei Afghanen, von Kabul nach Peschawar zurückgebracht worden. Di« Lag« n, Kai,. dohor wie in Kabul ist gegenwärtig ruhig Die Anhänger de» vlamensührers Dr. Farm» neranstallxten einoBölkssammlung. um den, aus dem Gefängnis befreiten Nlamenführer eine Lebensrente zu sichern. Bisher fmd bereits 270 000 F r o n k e n gesammelt worden. teilende türkische Beamte müssen ihre Aemter verlosten, wenn sie eiste ausländische Frau heiraten. Diejenigen, die bereit» eine Aus'anderin geheiratet haben, werden aus dem Ministerium fstr nationale Verteidigung und Marin« aus andere Posten versetzt werden. Der englische heerevetal wird.Daill, Talegrapb" zufolge eme Verminderung um.RtOOäO Pfund Sterling gegenüber dem Vorjahr aufweisen. 1 f Borstoß der Holzindustriellen. Lohnabtommen für 115000 Dolzarbeiter gefündigt. Das Lohnabkommen für das deutsche Holzgewerbe vom 25. Februar 1928 ist von den Unternehmern am 14. Februar gefündigt worden. Das Lohnabkommen ist feinerzeit auf Grund des Schiedsfpruches eines Unparteiischen zwischen den Zentralvorständen der beiderseitigen Organisationen vereinbart worden. Es enthält die Edlöhne für 18 Bezirke. Auf Grund von Schlüsseln, die teils zentral, teils bezirklich vereinbart sind, werden von diesen Ecklöhnen die Vertragslöhne für die verschiedenen Arbeiterkategorien in den einzelnen Orten abgeleitet. Das Lohnabkommen war bis zum 15. Februar 1929 befristet. Es sollte jeweils weitere sechs Wochen Gültigkeit behalten, wenn es nicht erstmalig am 3. Jamiar 1929 gefündigt wurde. Lohn hat, so ist die Folge, baß die jungen Beute off monate lang ohne Arbeit, ohne Bohn, aber auch ohne jegliche Erwerbs lofenunterstügung sind. Um in der ganzen Fülle des Fragenkompleges, der damit zu fammenhängt, larbeit zu bekommen, ift der Deutsche Baugemertsbund, Großbeerenstraße 96, bereit, allen interessierten Eltern und Erziehern to stenlos Rat und Auskunft zu erteilen. Die Berufswahl. In menigen Monaten tritt wiederum eine große Anzahl von jungen Menschen in das Berufsleben ein. Nicht wenige wählen die taufmännische Lehre, um in den verschiedensten Zweigen des Kaufmannsberufes Forttommen und Lebensunterhalt zu finden. in diesem Beruf sehr zu wünschen übrig läßt sowohl in bezug auf Es ist eine bedauerliche Tatsache, daß oftmals das Lehrverhältnis die Ausbildung als auch die rechtlichen Bestimmungen des Lehrverhältnisses Diese Mängel erklären sich aus den verschieden artigsten Borgängen innerhalb der Wirtschaft. Notwendig ist vor allen Dingen, daß durch einen einwandfreien Lehrver trag die Pflichten und Rechte des Lehrlings festgehalten werden. Tochter in die laufmännische Lehre eintreten, sich vorher mit Das bedeutet für die Eltern, die den Wunsch haben, daß Sohn oder Den Stellen in Verbindung segen, die über be. rufliche Berhältnisse gut unterrichtet sind. Diesen ersten Kündigungstermin ließen beide Parteien ungenügt verstreichen. Inzwischen waren die Berhandlungen über die Er neuerung des gekündigten Mantelvertrages für das deutsche Holzgewerbe aufgenommen worden. Zurzeit sind die Parteivertreter zu diesem Zwecke wieder in Berlin versammelt. Irgendwelche Ergebnisse haben diese Berhandlungen übrigens noch nicht gezeitigt. Während dieser Verhandlungen überreichte der BerIn allen Fragen die sich aus dem Lehrverhältnis für den treter des Arbeitgeberverbandes den Gewerkschaftsvertretern das Behrling ergeben, ist der 3entralverband der Ange. Kündigungsschreiben. Das geltende Lohnabkommen läuft somit Das geltende Lohnabkommen läuft somit stellten zuständig. Er erteilt auch den Eltern vor Abschluß des am 29. März 1929 ab. Der Arbeitgeberverband behielt sich vor, Lehrvertrages Auskunft und Rat. Es darf daher nicht versäumt demnächst Vorschläge für ein neues Lohnabkommen zu übermitteln. werden, rechtzeitig vor Abschluß des letzten Schuljahres die Be. Es handelt sich um ein Tarifwert, an dem etwa 150000spruch zu nehmen Sie wird fostenlos erteilt von der Ortsgeschäfts. rufsberatung des Zentralverbandes der Angestellten in AnHolzarbeiter beteiligt sind. Die Berliner Holz ftelle, Berlin SW. 68, Belle- Alliance- Str. 7/8. industrie tommt bei diesen Verhandlungen nicht in Betracht. Der Lehrling im Baugewerbe. Vorsicht beim Abschluß von Lehrverträgen. Die Berufswahl und die Beschaffung einer Lehrstelle stellt Eltern und Erzieher vor schwere Aufgaben. Sehr oft betrachtet man das Problem für gelöst, wenn irgendeine Lehrstelle gefunden ist, um nachher zu erkennen, daß man einen nie mieder gutzumachenden Fehler begangen hat. Der 3ustrom zum Baugewerbe war in den lezten Jahren sehr erheblich, die Ausbildung das gegen bei einer ganzen Anzahl von Firmen mehr als mangel haft Gerade dieser Winter lehrt uns wieder, daß die hohen Löhne" im Baugewerbe ihre Schattenseiten haben. Langes, sehr langes Aussehen durch Witterungseinflüsse im Winter und schlechtere Behandlung in der Erwerbslosenfürsorge sind zwei der markantesten Merkmale auf diesem Wege, denen noch eine ganze Anzahl anderer hinzugefügt werden können. Zwar haben die baugewerblichen Arbeitnehmerverbände verhältnismäßig günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Lehr finge erftritten, die in einem allgemeinverbindlich erklärten Tarif vertrag festgelegt sind, doch werden dieselben oftmals dadurch illu forisch, daß Eltern und Erzieher einen Lehrvertrag abschließen, der eine ganze Fülle von Vorteilen des Tarifvertrages wieder beseitigt. So ist z. B. der Arbeitgeber verpflichtet, auch wenn er nur wenige Gesellen beschäftigt, die Lehrlinge während der schlechten Bauperiode des Winters zu behalten und weiter zu be fchäftigen. Nur dann, wenn der Betrieb restlos ruht, fann auch der Lehrling feinen Lohnanspruch stellen. Wenn aber Eltern und Erzieher, wie es fehr oft vorkommt, im Lehrvertrag die Klausel anerkennen, daß bei Frost perioden und Arbeitsmangel der Lehrling feinen Anspruch auf Einigung mit den sächsischen Gemeinden. Dresden, 14. Februar. Der Borstand des Arbeitgeberverbandes sächsischer Gemeinden hat in einer Sigung am 13. Februar 1929 einstimmig dem mit den Gemertschaften abgeschlossenen Lohnabtommen zugestimmt, das vom 1. Februar 1929 ab eine Erhöhung der Tariflöhne um fechs Pfennige und vom 1. Oftober 1929 ab eine weitere Erhöhung um einen Pfennig porfieht. Der Deutsche Verkehrsbund hat erklärt, daß auch er, soweit das Fahrpersonal der gemeindlichen Straßenbahnen in Frage fommt, diese Lohnerhöhung annimmt. Die Erklärungsfrist des Berbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter läuft erst heute, Freitag ab. Technische Laboratoriumsangestellte. In den Laboratorien der industriellen Großbetriebe in der chemischen Industrie, im Bergbau, in der Schwerindustrie, in Berfuchsanstalten usw. sind neben akademisch gebildeten Chemikern hilfsträfte tätig, die oft sehr schwierige und umfassende Labo ratoriumsarbeiten, Analysen usw. auszuführen haben. Diese als Chemotechnifer, Analytifer, Laboranten oder ähn lich bezeichneten Angestellten sind zum großen Teil im Bund der technischen Angestellten und Beamten( Butab)" organisiert. Diese Berufsvereinigung veranstaltete deshalb in ihrem Gewerkschaftshaus, dem Siz ihrer Hauptverwaltung in Berlin, vor furzem eine Konferenz von Bertretern der Laboratoriumsangestellten, die aus allen Teilen des Reiches und von Vertretern der verschiedensten Betriebsgattungen beschickt war. Die Konferenz befaßte sich mit Fragen der Berufsbezeichnung, der Angestelltenversicherungspflicht der Laboratoriumsangestellten und mit Ausbildungs- und Tariffragen Der Butab hat schon in WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische. Geflügel. Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Konserren Haushalt- Gemüse Dose aus frischen Erbsen 80Pf. Leipziger Allerlei 90Pt. Delikateß- Gemüse Konsum, Dose 67 PL. 1.15 Junge Erbsen mit reschnittenen 47pl. 78 PL Karotten, 1½ Dose Junge Erbsen.. 73PI Junae Erbsen tein 1.25 Teltower Rübchen funge, Dose 55 PL. 95 Pf. Rosenkohl 1.15 Delikateß- Spinat 60Pt. Bruchspargel extra 3.00 stark 1 Dose sehr 3.10 Stangensparg. stark Sellerie.... 1.05 Pflaumen. 68 Pt. Mirabellen Saure Kirschen Ananas Dose Obst u. Gemüse Kranzleigen Pfund 28 pr. Mandarinen Pfund 38pf. Amerikaner Pfund 38 pt Tafeläpfel kalif. 42, 48 pr. Zitronen Dubend 50 PL 1.05 Apfelsinen Birnen Williams Christ 1.45 Kali'orn. Pfirsiche 1.45 Kalit. Aprikosen 1.50 Aprikosen- Pulp 5.00 Olsardinen Klubdos. 1/4 nor uniesische 35 Pt. 42PL Crab meat d. Hummer ähnlich 2.15 4.25 Konfitüre, Eimer 5 kg- ose Dos Pflaumen 0.98 Aprikosen 1.10 Erdbeeren 1.30 Johannisb. 1.15 Kirsch, Himb. 1.35 Ananas 1.45 Frisches Fleisch Rinderkamm u. Brus.... Piund 0.76 Gulasch Pid. 0.85 Querrippe Pid. 0.76 Schmorfleisch u. Roastbeet, m. Knoch. 1.00 Schmortleisch ohne Knochen.. Pjund 1.25 Kalbskamm u. Brust Pjund 0.78 Kalbsnierenbraten..... Piund 0.85 Kalbskeule ganz und gefell!.. Piund 0.95 Liesen P, und 0.75 Gehacktes P.d. 0.75 Schweinebauch u. Rücken, mli Beilage 1.08 Schweinekamm u. Blari, mit Blg., Pa. 1.12 Schweineschinken...... P.und 1.18 Hammelvordertleisch... Pfund 1.08 Kasier, Speer u. Kamm Plund 1.25 Puno 1.15 P.und 2.1. Kinucizun en Kalbsschnitzel irisdie und Kun- user Pd. U.20 nerzen Prima erie.ie.sc. oane nocien rund 59 7133 6.60 Selbst ausgelassener Taig Pid. 6.60 Dutzend 50, 75, 1M Apfelsinen Halbblut, Dr. 60, 80, 1.20 Bananen 3 Pfand 85 Pt. Messina- Apfelsinen Halbblot, Kiste 100 u. 150 Stück 10.75 Rote Rüben Ptund 10pf. Weißkohl aan., Pfd. 12 PL Wirsingkohl holl 12 PL Rotkohl holl, Pfund 15PL Zwiebeln. Pfund 15PL Möhren gewaschen 35 Pf. Dauer- Maronen 35Pt. lund 2 Pfund Wurstwaren Pluna Rotwurst Piund 1.00 Damp, wurst Plund 1.00 Hann.Sülzwurst aid. 1.10 Leberwurst Hausmacher 1.20 Fleischwurst Ptund 1.20 Mellwurst raunschw. Art, Ptuna 1.45 Jagdwurst.. Ptuna 1.45 Schunkenpolnische 1.55 Filetwurst... Plund 1.55 Zervelat u. Salami ho.s.einische, Plunu 1.70 Leberwurst teine, Ptd. 1.80 Pökelfleisch gekocht 1.80 Speck ten 1.25 Pid. 1.45 Sdunkenspeck Pia. 1.75 Nuẞschinken mager ca. Plu. schwer, Ptd. 1.95 Köni sir, Rosenthaler Str., Meritxplats: Berl. Mettwurst pta. 1.20 leewurst .. Pluna 1.70 Bierwurst Plund 1.70 | mehreren Orten mit Erfolg bie Einrichtung von Behran ft alten zur Ausbildung von technischen Laboratoriumsangestellten betrieben und ist weiterhin bemüht, die Gründung von entsprechen den Fachschulen und zur Weiterbildung der schon im Berufe stehenden Laboranten von Abendschulen zu fördern. Die Kon ferenz befaßte sich mit der Ausgestaltung der Lehrpläne für derartige Lehranstalten und der Aufstellung einer Brüfungsordnung, ertlärte sich mit den Vorschlägen des Butab einverstanden und sprach thm für seine gesamte Arbeit im Interesse der Laboratoriumstechniter ihre Anerkennung aus. Kohlenbeihilfe für abgebaute Banfangestellte. Der Allgemeine Berband der Deutschen Bantangestellten hat Ausmaße von 15 M. für Ledige und 30 M. für Berheiratete gur an seine noch in Unterstügung stehenden sowie an die bereits ausgesteuerten ftellungslosen Mitglieder eine Rohlenbeihilfe im Auszahlung gebracht. Diese Tatsache in Berbindung mit der Weihnachtsbeihilfe, aus der an Erwerbslose befanntlich Beträge bis zu beweist dies doch, daß innerhalb des Verbandes treueste Solidarität 150 M. zur Auszahlung gelangt sind, verdient alle Anerkennung; gepflegt wird. 8immerer! Eonntag, 17. Februar, 10 Uhr, im Gewertschaftshaus, Saal III, Bersammlung fämtlicher auf dem Boden der Amsterdamer Internationale stehenden Zimmerer Berlins und Umgegend. Neuwahlen für den Vorstand der Zahlstelle. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die SPD- Fraktion ber Zimmerez Berlins. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Beppelinplag: Gruppen heim Jugend des Bezirksamts Wedding, Turiner, Ede Geeftraße. Froh finn und Heiterfeit das quietschvergnügte Berlin. Charlottenburg: Gruppenheim Jugendheim Spreeftr. 30. Bortrag:„ Geruelle Fragen." Nordring: Gruppenheim Jugendheim Connenburger Str. 20. Seiterkeit und Rurz meil. Sermannplag: Gruppenheim Jugendheim Ganderftr. 11, Ede sobrechtftraße. Vortrag: Die Französische Revolution." Norb- und Nordwestkreis: Wir gehen zur Filmveranstaltung des Volksbildungsamtes Bedding. Film: Natur und Liebe." Achtung! Besucht die Jugendausstellung des Bezirksamis Tempelhof im Realgymnasium, Tempelhof, Raijerin- Augusta- Str. 19-20. Die Ausstellung ift vom 10. bis 17, Februar täglich von 17-21 Uhr geöffnet, audy Sonntags. Eintritt frei. Boranzeige! Connabend, 16. Februar, 19 Uhr, Luise- Henriette- Echule, Tempelhof, Germaniaftr. 4-6, Beranstaltung der Freien Gewerkschaftsjugend, Cozialistischen Arbeiterjugend, Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten: Gesang, Muft, Ansprache, Nezltationen, Sprech und Bewegungschöre, Aufführung des Eprechchorwertes Fabrit n". Mitw'rf" be: Sprech- und Bewegungschor der Freien Gewerkschaftsjugend, Gingetre's der Gozialistischen Arbeiterjugend, Berliner Bewegungschor. Leitung: Martin Gleisner. Eintritt 30 Bf. Rarten bei den Funktionären. Juaendaruvve des Zentralverbandes der Anaeftellten Seute, Freitag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Pantow- Niederschönhausen: Jugendheim Görschftr. 14( großes Zimmer). Vortrag: ,, Wandern und Schauen." Referent Werner Deder. Oberspree: Jugendhe m Laufener Str. 2. Vortrag: Swede und Ziele des 3d." Referent Heinz Mann. Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Str. 7-10. Vortrag: Das Geelenleben des Jugendlichen und seine Erziehung." Referent Arthur Padow. Neukölln unb Urban: Jugendheim Böhmische Str. 1-4. Berufskundliche Arbeitsgemeinschaft. Berantwortlich für Politik Dr. Curt Gener; Birtfchaft: G. Rlingelhöfer; Gevertschaftsbewegung. 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilomsti; Cotales and Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen. Th Glode. jämtlich in Berlin Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S. Berlin Drud: Borwärts- Budbruderet und Verlaasonftalt Vaul Singer и бо Berlin SW 68 Lindenftrake B. Sierzu 2 Beilagen, Unterhaltung und Wissen" und Stadtbeilage". Mufifaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutschen Mufiterverbandes, Berlin, Rommandantenstr 63.64 Dönhoff 3277 78 Befchäftszeit 9-5 Gonntags 10-2 Uhr. Auf Bunich Bertreterbefuc Beigwaren Hartweizen- Makkaroni Hensel's Drei Glocken Backartikel Olympia- Mehl..... 5- plund- Beute! 1.10.1.18 1.25 Olympia- Mehl.... 2- Pfund- Beutel Rauhreif- Mehl.... 52PL 55Pf. 5- Plund- Beutel 1.25 Auszug- Mehl..... Pfund 20 pt. 22pt 24pt 26 PL Kartoffelmehl Pid. 23 Pt. Maispuder Plund 28° r. Mandeln sup 2.30 2.80 Mandeln bitter 2.50 2.90 Kokosnuß gesp It Plund 60PL 5 Vanillinzucker 20P. Best. Olympia- Kakao Sullaninen 38, 52, 65 PL. Rosinen Pfund 54, 68 Pf. Korinthen Ptd. 65,-75 PL Zitronat . Plund 1.35 Mandelio Pfund 68 PL Backpulver 5 Beutel 30PL Konfitüren zno A 1 Plund- Paket 0.75%, Ptd.- Paket 0.38 Hartweizen- Spaghetti 1 Pfund- Paket 0.80%, Pfd.- Paket 0.40 Eier- Röhrchen 1 Pfd.- Paket 0.90% Ptd.- Paket 0.45 Eier- Schnitt- u. Faden- Nudeln 1 Pfund- Paket 0.90%, Pfd.- Paket 0.45 Eier- Spätzle,-Reis,-Schleifchen u. Muscheln 1 Pfund- Paket 0.90%, Pfd- Paket 0.45 Käse u. Fette Briekäse vollfett. Portionssttick 15PL Pfd. 75 Pf. vollfeft.. Pfd. 1.10 Limburger Allg., halbfeft.. Pfd. 52 Pt. vollfett..Ptd. 1.05 Holländer halbteft..... Edamer alhfett Ptd. 75 Pt. vollfett.. Ptd. 1.10 Steinbuscher halbfeft.... Pt. 90 Pt. volltett.. Pid. 1.15 Tilsiter halbtett Pfd. 90 Pt. vollfett.. Pt. 1.35 Plund von Blockkäse, halb'ett, ohne Rinde Schweizer Art Pfund 98PL Schweizer dan., dreiviertelfett Ptd. 90 Pt, bayr vollfett 1.38 Tilsiter Art Pfund 88 P. Speiselalg 1- Pid.- Pk. 50 PL. Kokosfett Pid.- Talel 62PL Tafelbutter Pt.2.10 2.16 Pta Dänische Butter ria 2.30 Räucherwaren ... 500 Gramm 1.00 Margarine Pid. 52, 58Pt. Olympia- Block- Schokolade... 500 Gramm 1.15 Vollmilch- Schokolade 5 Tateln à 50 Gramm Krem- Schokolade Aple.sinen- u. Himbeer- Geschmack Tafeln à 100 Gramm 45 Pt. Tee- Keks... Ptund 1.40 Sandgebäck Pid. 95 Pt. frisch gebrannt, Kaffee elgene Rösterei Konsum- Misch.Ptd. 2.40 Haushalt- Misch., 2.60 Sonder- Misch. 3.00 Olympia- Misch. ,, 3.40 88 85 Pt. 3.80 13 Globus- Misch. Residenz- Misch... 4.20 Spezial- Mischung mit 2016 Bohnenkaffee 0.67% 1.10 Tee- Misch. Darfeeling Ceylon China Indien Ceylon II 14 Plund 2 M 1.85 1.70 1.55 1.25 Wein Preise für Flasche ohne Glas Domaine St. Coloma milder, spanischer Rotwein 1.10 1926 San Justo kräiger Rotwein, burgunderännlich 1.35 1921 Médoc geha tvoller Bord aux 1.80 1920 Beaujolais Superieur molliger Burgunder 2.00 1926 Niersteiner suiff: er Tischwein 1.50 1926 Randersackerer Berg Frankenwein, im Boxbeutel 1.80 1926 Rüdesheimer flotter Rhein auer 2.00 1926 P.esporter Goldtröpfchen sehr würzig 2.40 1924 Chat. Clarke d. 1.kater, weißer Bordeaux 1.80 1924 Graves sub, plxant. 2.20 1923 Saut rnes Wachstum Despujo's) ede'süß 2.60 Deutscher Weinbrand- Verschnitt Extra" 3.00 Wein u. Spirituosen vom Faß zu Extra- Preisen · . • Makrelen- Bücklinge P und 23, 30pt Kieler Bücklinge 38t Fleckheringe Pta. 451. Seelachs. Stück, Ptd. 52Pt. Goldbarse Pfund 52Pt. Flundern Plund 52 Pf. Dorschrogen Plund 52PL. Spickaale. Plund Fische . 2.65 Bund 34 Pt. Grüne Heringe 5 P.und 0.52 0.58 Kabeljau ohne Kopi, ganze Fische, P, und 0.22 Goldbars ohne Kopi. Bratschollen. Schelhische ... Piund 0.22 .Plund 0.22 ... P, und 0.35 Zander( risch eingefroren, Piund 0.63 C.LO Geflügel u. Wild Gänse ge, roren. Puten geiroren .P, und von U.82 an .. Plund 0.8 Suppenhühner.... Piund von 1..8 an Wo.gahuhner.... P, una von 1.1. an Fene Enien geiroren..P, uno von 1.2 an Schneehühner. Stuck 1.99 Wilden en st. 2.40 Fasanen St. 2.95 Rehblätter. .P, und 1.35 Xr. 77* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag. 4 S.Februar 4 S2S Morgeerziehmg- Solksschulausbau. Schluß mit Lampe! im Stadtparlameut. Die Erörterung des Fürsorgeerziehung, wesen« und des Falles Lampel wurde in der Stadtverordneten» Versammlung gestern sortgesetzt und zu Ende gebrocht. Ueder Lampel steht das Urteil fest, und auch die Kammuntsten dürften begriffen haben, daß st« mit ihm hineingefallen find. Dos Ergebnis der langen Auseinandersetzungen war die Annahme des von den Sozialdemokraten eingebrachten Antrages zur Reform der Fürsorgeerziehung, für den mit den Sozialdemokraten die Kommunisten stimmten. Er fordert, daß die heutige Fürsorgeerziehung, die in ihrer Sonderstellung nicht ver» einbar mit den Grundsätzen der modernen Sozialpädagogik ist, in Gesetzgebung und Praxis abgebaut und durch Erziehungsmaß» nahmen im Rahmen der allgemeinen öffentlichen Ciugendhils« ersetzt wird. Der Magistrat soll in diesem Sinne aus Staatsregierung und Reichsregierung einwirken. Auch der Ausbau de« Crziehungsheimwesens der Stadt wird dem Magistrat zur Pflicht gemocht.— Di« wichtige Magistrats« vorläge über den Ausbau der Poltsschul» durch Anfügung einer obersten Stuse von zwei Schuljahren wurde. aus dem Ausschutz zurückkommend, noch einmal eingehend erörtert. Sie ist. wie Stadtschulrat Genosse Rydahl erklärt«, noch keine große Reform, sondern nur eine Rotmatznahme, die eine weiter» gebende Ausbildung gewährt. Als einen oerheitzungs» vollen Ansang begrüßte Genosse W o y w o d diesen Plan. Di« Abstimmung wurde auf die nächste Sitzung vertagt. • Bevorzugt behandelt wurde ein Antrag auf Erhöhung der Kohlenratlon für Erwerdslos« und Unterstützungsempfänger. Der vorderatend« Ausschutz hatte auf Antrag der Sozialdemokraten beschlossen, den Empfangsberechtigten ein« nochmalige Lieferung der Februarration zuzuzeslchen. Von den Vertretern des Magistrots war betont worden, daß es zweifeihost sei. ob die von den Kommu» nisten gefordert« Sohlenmeng« in ihrem ganzen Umsanae von der in Frage kommenden Berliner Brennstoffgesellschaft geliefert werden könne. Di« Stadverordnetenoersommlung schloß sich nach kurzer Aussprache dem Ausschuhbeschluh an. B« dieser Gelegenheit nahm Stadtbaurat Adler da» Wort, um für den Magistrat«ine Er» klärung zu dem von vielen Zeitungen gemeldeten Kohlenmangel in Äerlin abzugeben. SteMbaurvt Adler erklärt«, daß von e inem Sohlen» mangel nicht gesprochen weiden tönn«. B« Briketts und bei Sok« bestehen in der Hauptsach« Schwievigtetten bei der Ber» ladung,«eil es fast umnoaUch ist, die Derlodearbeiter in der herrschenden Kälte zu beschäftigen, wie es der oermehrte Derbrouch angezeigt erscheinen läßt. Immerhin seien die städtischen Anstalten, ganz besonder» die KrankerchSuser. auf zehn ln« vierzehn Taa« in i-lgenen Lägern mit Brennmaterialien aller Art versorgt: bei den Schick«, sei da« für acht Tage der Fall. Trotzdem habe man als noichellgend« Maßnahm« die Schlietzung der Schulen an. geordnet, um so die Kohlenvorräte zu strecken. Anschließend daran iKchm Bürgermeister Schal» das Wort um zu erklären, daß für die Besucher des städtischen Obdach« alle« erdenklich« getan sei. um st« nicht der Kälte unnötig preiszugeben. Die Asylisten brauchen morgen» nicht sofort in die Dinterkalte hinaus, der Schluß des Obdachs ist auf etwa zehn Uhr vormittag« verlegt. Entgegen .rnderslautendm Rachrichie« stellte der Bürgermeister fest, daß die Oesfnung des Obdach« bereit» wieder mittag» um 1 Uhr«rsolg«. lo daß also die Asylisten Seleaenhett hätten, schon von dieser Zeit an sich in geheizten Räumen aufzuhalten. Für Schonungsbedürftige seien zwei Säle den ganzen Tag über offen gehalten worden: boch hätte der Desuch nicht an die Erwartungen herangereicht. Ein« Rundfahrt durch die städtischen Wävmehollen hätte ihm, dem Bürger- meister. die Gewißheit gegeben, daß die meisten Wörmchallen vor- züglich bttrieden find. Allerdings müsse auch sestaestellt werden. daß einige Hallen durchaus nicht den an sie geforderten Anforde- rungcn genügen, so daß sofort an die zuständigen Bezirksdürger- meister Anweisungen auf Abänderungen ergangen seien. In der über die„campeT-Angelegeuheil fortgefetzte Debatte sprachen zunächst die Stadtverordnete Frau Dr. Meier(D. Bolksp.) und Stadtoerordneter Selhgeber(F.). Letzterer mißbilligte die Methode, im Komps gegen Lampel in seiner Bergangenheii nach- zusorschen. Lampel se&st sei weder ein Krttiker noch«in Pädagoge oder Erzieher.— Ein Antrag auf Schluß der Aussprach« wurde an» genommen, verbunden mit der Anfrage wegen der Lompel-Sache tft ein Alttrag der Kommunisten, der Maßnahmen zur Reform der Fürsorgeerziehung fordert. In der Abstimmung wurden all« kommunistifchen Anträge abgelehnt: angenommen wurden dafür zwei Anträa« der sozialdemokratischen Fraktion. Darin wird der Magistrat«ifucht, bei der Regierung dahin zu wirken, daß die freiwillig« behördliche Ersaizerziebung rechiiich ermöglicht wird. Zu den Kosten soll Preußen in dem bei Erziehungsanstalten der Erweiterungsbau der Reichsbahn. Der modern« Erweiterungsbau, der an der Rücksront der alten Reichsbahndirektton aufgeführt wurde, stößt an die hier vorüber» führend« Hochbahnlinie Gleisdreie ck— P a t» d a m e r Platz: dos stattliche fünsstückige Gebäude hat als Fundament eine riesige Betonplatt«, die sich wegen de« schlechten Laugrunde» als notwendig erwies. Auf dieser Betonplatte erhebt stch der Eisen- skelettbau, besten einzelne Gefache ausgemauert und außen mit Klinkern verdlendct sind. Der fertiggestellt« Lau stellt den ersten Bauabschnitt ausgedehnter Erweiterungsanlagen dar, der an der SchönebergerStraße aufgeführt und die die jetzt dort stehen« den häßlichen Baracken zum Verschwinden bringen weoden. Durch dies« Neubauten wird die Zentralisierung de« Nachrichtenwesens er- möglicht durch Zusammenlegung der Telegraphen- und Telephonzen- tralen der Hauptverwaltungen in der Poststraße, am Schleichen Bahnhof wie des Zentralamts am Halleschen Ujer und der Bezirks- zentralen, dt« sich in der Direktton befinden. Gleichzeitig werden hier die Fernverbindungen münden, die nach den anderen virek- tionen(Magdeburg. Köln. München) hinausgehen. freien Wohlfahrtspflege üblichen Umfang herangezogen werden. Eine planmäßige Ausgestaltung der Erziehungsheime nach den verschiedenen Erziehungemethoden sei anzustreben. Bei der Reichs- regierung fall der Mogistrat dahin wirken, daß neben der Schaffung einer genügenden Anzahl Heime dafür gesorgt wird, daß private Heim« durch die Stadt übernommen werden. Di« geineinsame Erziehung der Geschlechter sei anzustreben, für die erforderliche Anzahl von geschulten Pflegern und Erziehern sei zu sorgen. Ueber die Borberowng einer Vorlage des Magistrats betreffend den Ausbau der Berliner Volksschulen im Ausschuß berichtete Genost« Hätücke. In der Vorlage wird gejagl, daß Dolksfchülern, die ein gcwistes Maß praktischer Intel- llgenz, technisch-künstlerische Fähigkeit en und einen ausgeprägten Bildungswillen haben. Gelegenheit ge- geben werden soll, in zwei weiteren Schulsahren ein« Bildung zu erlangen, die ste geeignet macht, im werktätigen Leben schwierigere Stellungen eln.zunehmen. Homburg. Bremen, Leipzig. Breslau, Dresden haben schon derartige Einrichtungen seit Jahren. Der Ausschuß hatte sich mit der Borlage einverstanden erklärt. In der ausgiebigen Debatte lehnte die deutschnvttonale Stadtverordnete Frau Wetzet die Vorlage ab: der Kommunist Menz bezeichnete den Ausbau der Bolksschulen als einen sozialdemokratische« Wahlschwindel. der von seiner Partei zerstört werden wird. Er legte ein« Anzahl Adänderungsanträg« vor. Stadtschulrat Genost« Rydahl bezeichnete gegenüber dahingehenden Behauptungen einiger Vorredner die Borlag« als ein« Notlösung, die keinen Anspruch aus die Be Zeichnung»große Reform" stellen wolle. Es sei ein alter Gedanke, durch den Ausbau der Volksschule den Dolksschülern den Ausstieg in bester« Stellungen zu ermöglichen. Man denke nicht dar- an, neue.Berechtigungen" zu schaffen, vielmehr be- klage er. Redner, die übertriebenen Anforderungen von Industrie und Wirtschaft an die jungen Mitarbeiter. Ein« vertiefte Ausbildung der Volksschüler sei aber nötig. Den Kommunisten überließ es der Stodischulrat. mit dieser Sache Wahlersolg« zu erzielen, sie würden nicht viel erreichen. Als Redner der sozialdemokratischen Fraktion lehnte Genoste woywod die Verlängerung der Schulzeit(im Sinn« der Borloge) um nur ein Jahr ab, weil damtt nicht« erreicht werde. In der Vorlage sah der Redner einen verheißungsvollen An- fang. Wenn Lehrer, Schule, Lehrherren, Eltern und Oessentlichkett zusammenwirken, dürfe«n Fortschritt zu erwarten sein. Genoste Woywod stimmt« der Vorlage zu. Die Abstimmung wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Großfeuer in Wilmersdorf. vi« Feuerwehr wurde gestern abend gegen%il Uhr nach der wllhelmsaue 2 8 in Wilmersdorf alarmiert, wo aus noch u«. bekannter Ursache im V a ch st n h l de» vorder Hause» Feuer ent- standen war. Beim Eintreffen der wehre», die mit drei Löschzüge« anrückte, stand der vachstuhl ln seiner ganzen Ausdehnung in helle» Flammen, ver Feuerschein erleuchtete die ganze Umgebung tag- hell. Ueber da» Treppenhaus und einer mechanischen Leiter drangen die Feuerwehrleute, die unter dem Frost und starker R a uchent- «ickluug zu leiden hatten,«ach oben vor. Die Flammen wütete« an einigen Stellen mit solcher Gewalt, daß die Decke« der t«. vierten Stockwerk gelegene« Wohnungen durch- brannten. Die Bewohner hatten stch noch rechtzeitig ln Sicher- hei» dringen können, sadah niemand z» Schaden gekomme« ist. Roch zweistündiger Tättgketl war da» Feuer lotaliflert. Bei Uedakllan»- schloß find die wehren noch an der Brandstelle tätig. * Lei einem W o h lt L t i g k ei t» f e st, das gestern abend im Saal des Gemeindehauses in der Mittel st rohe 33 in Steglitz stattfand, ereignet« fich ein schwerer Unglücksfall. Eine Stock- laterne ging plötzlich in Flammen auf und setzte die Perück« eine« Kinde», da» sich an einer Vorführung beteiligt hatte, i« Brand. Es entstand unter den Anwesenden große Aufregung und die alarmierte Feuerwehr leistete dem Wnde, dos erheblich« Brand« wunden erlitten hotte, die erste Hilfe. Rom am einer KoooluUom. Vom CtrltArl HeermtMM NotUr „Jo. jo,' brummt« Meng«,„mit Oehlten hast« uns scheen rinaelächt, Illmer!" „Ihr habt» jo alle gewollt!" verteidigt« sich der Schmied. ..Awwer laßt manne! Mir han jo den charrn von Gloß!" „Das is oo an Junker!" „Awwer an Menjchl" „Kriechen tut e awwer oo vorn Harzog! Neilich, nn en se was ohne dän Harzog han machen wolln, hat« janz entsetzt jerufen:„Das wäre jo republikanisch!" Der Schloßgärtner Ziegler schüttelte seinen Wasserkopf mit den kckaflen Lugen.„Nu ja! Revolutzjon muß jo sin. das sa'ch oo, awwer unsen Herzog müssen mer beHalen!" Illmer tat einen tiefen Zug...Worum Venne?" fragte er. Seine Augen glänzten in beginnender Trunkenheit. Die anderen schwiegen. Eine lange vermiedene Frag« war gefallen. „Er is doch so'« juter Mensch!" sagte endlich Menge flüsternd. „So?" fuhr Illmer auf.,„Nu ja. Kann so find. Dumme Menschen sin immer jut." Calw hatte hastig getrunken. Er tat es selten, konnte es nie vertragen. Aber heute wurde ihm nicht übel. Die Gedanken in seinem Kopf verloren ihre Dumpfheit, wurden heiß und klar. Jäh fanden sie einen Sinn seiner letzten Er- lebnisse: Wagner— die schwangere Frau— sein Kind, das einen Christen liebte— der einsame Iom-kippur. Der Sinn hieß Tat. „Es jiwwet äwen bloß eens." sagt« er hell in das Schweigen hinein,„wodurch mir dafor sorsen tönn'n, daß keene dummen Menschen da om'ne ruff komm'n und keene schlechten. Daß keener sich inbilden tut, mehr zu sind als wie der andre. Daß oo in de Seelen Revolutzjon rinkommt." De? Schmied, dar schon wieder«in volle, Glas getrunken hatte, hob da» neue, hielt es empor, legte stch zu Talm hin- über und fragte:„Un da, is?" Talm atmete tief:„De Republik." Da stieß Illmer wortlos mit ihm an, aber er sah Talm fest in die Augen. Die anderen taten wie er. Talm schwin- delte es. Alle schwiegen minutenlang dem Dort« nach. „In Baden is eener," erzählte dann Illmer und dampfte feine Stimme, so gut es gehen wollte,.cher heeßt Hecker. Der fiehrt de Badener Bauern ane. Denen jehts jenau so schlecht wie de Lnhaltschen. Wenn die losmarschieren. singen se«en Lied, da heeßts jleich in'n erschien Berich: „Wir leben, wir sterben Für die deutsche Republik!" Er begann mit dem Dierglas den Takt zu schlage»,„ttn denn«: „Wir brauchen keene Fürsten. Himmelkruzifix. Wir brauchen kernen Herjorl, Ueberhaupt jar nix!" „Pscht!" machte Ziegler. ..Ach was Pscht! I» mich doch egal!— So heeßts m das Hecker-Lied. Iawoll.— Mir kennten oo an Hecker brauchen, mir in Bernburg." Er sah wieder Talm an. Der bemerkte es nicht. Er hatte bei den Worten vom Herrgott, von allen unbeachtet, unwillkürlich abwehrend die Hände erhoben. Der strenge Jude Talm konnte mit seinem Gott kämpfen, gegen ihn kämpfen, konnte ihn hassen. Leug- nen konnte er ihn nicht. Jetzt lehnte Illmer sich weit im Stuhl zurück, sah au» engen Augenlidern auf Calm. „Dar Hecker kennte jo oo an Calm sind." Alle sahen den Lohgerber an und nickten. Den preßte die Last ihres Vertrauens fast unter den Tisch. Da kam aus dem Honoratiorenzimmer der Abgeordnete Oehlke mit seinen dienstfertigen Berkäuferschritten, Hände- reibend, süßlich lächelnd. Er trat heran.„Nun. die Herren sind beim Duskutieren?" Der Schmied drehte sich breit zu ihm herum.„Iawoll. Das heeßt. bei de Awendsprache. Mir verstehn keen Aokaten- deitsch, wissen Se? Mir sin eenfache Leute. Na— prost. Harr Avkate!" Oehlke rieb seine Hände noch etwas schneller.„Ist für den Landtag ganz gut. das Advokotendeutschl" JRu söhn Sei" Illmer schlug dem kleinen Oehlke, ruhig sitzenbleibend, auf die Schultern, daß der fast zusammen- knickte. ,I)a is doch wenigstens was Iutes in'n Landtag!" Die anderen lachten dröhnend. Der Schmied trank. Ganz hinten in seinen lustigen Augen glänzte e» bösartig.„Nischr für unjut, Herr Oehlke. Mir versteh'» das nich so. was die Harren» do om'ne machen, wissen Se? Mir sin eenfache Leute." Dem Advokaten wurde es unbehaglich. Er suchte einen Rückzug.„Das wäre aber nicht gut. wenn Sie das nicht »erstünden. Es geschieht ja für Sie, meine Herren." „Eooo?" machte Illmer erstaunt,„ijach so. das t, allen» for unst Sähn Se. so dumm sin mer nu. daß'n mer das noch jarnich jemerkt han." Er schnaufte.„Das is. weil mer Ihnen jewählt ham. wa? Ja. mir sind nun äwen so unjebildet. Wenn mir san„Oehlke", denn meenen wer nich „Trosegk". Und wenn mer san.Lump", denn meenen«er. oo an Lumpen, wissn Se?" „Ich verstehe nicht," stammelte Oehlke blaß. „So. das verstehn Se nicht? Ja. was de eenfachen Lette wolln, das oersteht mer nich so als Avkate, was? Mir soll» woll in Honorare reden, was?" „Herr Illmer— ich muß doch sehr bitten—" Der Schmied stand langsam auf.„Bitten missn Se? Iawoll, das tun Se man oo. Das han Se nämlich oo neetich. Sonst haue ich Se nämlich mit das Bierglas hier den Schädel in!" sagte er lauernd, ganz ruhig.„Ich wills bloß äwen ma ersch austrinken." Kniephacke packte Illmer am Arm:„Ruhe, Illmer!" Aber der Beschwichtigungsversuch machte den Schmied erst recht wild. „Kucken Se mich nich so dämlich ane. Sie Avkate, Sie. Sie Halsabschneider. Sie Bolksoerräter, Sie! Sie sin mich jo een saubres Birschchen! Was macht'» där Harr Berchrat Zincken, hä? Wie oille harre Sie denn bezahlt for iedr Liese, HS?" Er hob das Glas über seinen Kopf.„Was siehn Se denn noch hier rum. hä, wolln Se mit die Präse- dentenglocke leiten, hä? Ich wär Sie annersch leiten, wissn Se? Wir sin eenfache Leite, wissn Se? Wie wolln nis<Ä nich zu tun han mit die Gebildten, wissn Se?" „Herr Illmer— ich nehme an—" Oehlke war schon an der Tür. „Rrraus!" brüllte der Schmied und schwang fein Glos. ohne es zu werfen. Die Tür schloß sich eilig. Illmer setzt« sich.„So. Noch an Bier. Kellner!" ___ tFortjetzung folgt) Die Schließung der Nerliner Schule«. Das provinzialschulkolleg'.um gegen Magistrot. wir teil««, gestern morgen de« Beschluß de» Berliner ZNagistrak» mit. die städtischen Schulen wegen der Kohlen- knappheil für acht Tage zu schlichen. Dem ist gestern da» Broniuzialschultollegiom al» ilussichlsbehörde de, Schulwesen, entgegeagetreten. dag nur die Schule« geschlossen werden dürscn, die nicht mehr über genügend« Kohlenvorräte versügten. Diese Kompetenzreiterei des Prooinzmlschulkollegium» ~ denn um etwas anderes dreht es sich nicht— hat natürlich ein Durcheinander zur Folge gehabt. In einem Teil der städtischen Schulen wurde» die Kinder gestern nach dem Beschluß des Mogi- ftrats für acht Tage nach Hause geschickt. Bei anderen Lehranstalten haben sich die Direktoren nicht a» die Verfügung der Stadt gehal« ten, sondern sich an das Provinzialschulkollegium gewandt Mit dem Ansuchen, den Unterricht auirechterhalten zu dürfen, weil die Schulen noch über ausreichende Kohlen verfügten. Diesen Schulleitern wurde darau'hin vom Provinzialschulkollegium die Erlaubnis crtellt, den Unterricht weiter durchzuführen. So kann im Augenblick von einer allgemeinen Schulschließung in Berlin nicht die Red« senu Bei dein Vorgehen des Prooinzialschulkollegiums handelt es sich »m«ine Maßnahm«, die von wenig Verantwortungs» bewuhtsein Zeugnis ablegt. Der Magistrat weist mit Recht dar- auf hin. daß die Ausfassung des Provinzialschulkollegiums, es komme nur eine Schließung der Schulen in Frag«, die nicht im Besitz ge- nügender Kohlenvorräte sind, abwegig ist. Der Magistrat ist nicht in der Lage, nach den Wünschen des Provinzialschulkollegiums zu verfahren, weil damit gerechnet werden muß, daß beim Aus- bleiben zureichender Kohtenzusuhr bei längerem Anhalten der Kälte auf die hier und da noch vorhandenen Borräte ein- zelnsr Schulen zurückgegriffen werdeii muß. Dies« Erwä- gung hätte auch das Provinzialschulkollegium anstellen können, zum mindesten hätte es sich mit dem Magistrat, der als kommunale Jen- tralbehörd« für die gesamt« Berliner Bevölkerung verantwortlich ist, ins Einvernehmen setzen und so strittige Punkte aufklären können. Das Schauspiel eines kleinlichen Behördenkrieges ist in hohem Maße unerfreulich und unersprießlich— nicht nur für dos abseitsstehende Publikum, sondern auch für Schulleiter, Lehrkräfte und Schüler. Da» hätte sich gerade ein Provinzialschillkolleginm sagen müssen. Familienstreit im Hause v. Kähne. Prozeß zwischen Vater und Sohn um das Majorat. In den Prozessen gegen Karl v. Kähne jun. war es bereits auf- gefallen, daß zwischen Bat er und Sohn scharfe Gegensätze bestehen. Wie sich nunmehr ergeben hat, schwebt zwischen den beiden ein erbitterter Kamps wegen der Nachfolge des Sohnes in dem Fideikomnnß Petzow. Der alte Herr o Kähne ist gegenwärtig der Inhaber des Ritter- gutes Petzow, das ein G-iamtareal von 7t>tAl Morgen umfaßt, und dessen lOOO Morgen Wassergrimdstück« orn Schwielowse« allein«inen Wert von mindestens 25 Millionen Mark repräsentieren. Im Jahre lSSl wurde zwischen Later und Sohn ein Bertrag abgeschlossen, nach welchem o. Kähne stzn. für sich und sein« Nachkommen auf die Rechte aus dem Fideilommiß verzichtete. Wie es heißt, war der Anlaß zu dem dem Sohn« nahegelegten Verzicht dessen dem Bater nicht genehm« Heirat mit einer Bürgerlichen. Inder Folgezeit wurde der junge v. Kähne von seinem Vater knapp ge- halten. Er wurde von ihm auf dem Gut als Forstaufseher de- ichäftigt und erhielt einen Wochenlohn von 11,30 Mark und die Natura? Verpflegung für sein« oiertöpsig«.Familie. Der junge v. Kähne hat den Verzichtsverirag unter dem Einwand de, Wuchers mit Erfolg rechtskräfrig angefochten. Nun hatte er aber seinerzeit noch eine besonder« DerzichtserklSrung bei der Fideikommißbehördc am Kammergericht abgegeben. Dieser formelle Verzicht mußte entspreche nd dem Fideikormnißrecht noch besonder» beseingt, werden. Infolgedesicn hatte v. Kähne jun. beim Kammer- gsricht einen Feststellungsantrag auf Nichtigkeit des Anwärterver- zichtes gestellt. Das Aushebungsamt für Güter beim Kammergericht ,iat auf Gnmd der Verordnung über die Zwangsauflöiung der Familiengüter die Parteien auf den Rechtsweg verwiesen. Das Amtsgericht Potsdam hat jetzt dem Kläger v. Kähne jun. das beanspruchte Armen recht bewilligt, so daß der Prozeß über das etwa 40 Millionen betragende Objekt seinen Fortgang nimmt. Die Zivilkammer des Landgerichts in Potsdam wird demnächst die Entscheidung über die Zukunft des Fideikommiß. gutes Petzow zu sollen haben. Armenrecht für den Sohn, während der Dater sein 40"kolb«. M 1,—. Wo in vro- gerien nicht erhältlich, hei Otto Reichel, Berlin 50, Eisenbahnstr. 4. Achtet auf die Kohlenpreise! Duldet keine Preistreiberei. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, daß verschiedene Händler im Kleinverkaus erhöhte Preise für Kohlen gefordert hätten. Di« vom Reichskommissar genehmigten Kohlenpreise betragen pro Zentner: hausbrandbrikells.. 1.70 IN. ab Lage? 1.65 IN. frei Keller Steinkohle Ruß II. 2,26... 2,41... Um jeden Versuch einer Preistreiberei zu unterbinden, raten wir jedem Kohlenkäuser, dem höher« Preise abgefordert werden, Anzeige zu erstatten. » Das Ostelbisch« Braunkohlensyndikat sagt zu der Frage der Kohlenversorgung Berlin« folgendes: Um den Kohlenbedarf Berlins In diesem Winter auch für longanhaltend« Frostperioden sicherzustellen, hat da» Syndikat Groß-Berlin bis End« Januar mit rund 350 000 Tonnen= 7 000 000 Zentner allein für Hausbrandzwecke mehr beliefert als im Vorjahr. Die Auswirkung dieser Mehrbelieserung zeigte sich trotz des von Anfang an strengen Winters noch bei einer überschläglichen Prüfung der beim Kohlenhandel Berlin vorhandenen Lagerbestände, die da« Syndikat vor 14 Tagen vornehmen ließ. Der in der letzten Woche eingetretene ganz ungewöhnlich hohe Frost hat selbstverständlich einen Rückgang in der Tagesproduktion der Brikettwerk« der Niederlausitz zur Folge gehabt. Trotzdem gelang es den Werten durch besondere Anstrengungen der Werksleitung und Belegschaft, zwei Drittel der normalen Produktion in den letzten schlimmsten Tagen aufrechtzu- erhalten. Die fortgesetzten Bemühungen der Werke lassen«in« weitere Steigerung der Produktion erwarten. Das Syndikat seiner- seit» hat für die Befriedigung des Hausbrandes sofort Sorge ge- tragen und ist bestrebt, insbesondere den Dersand nach Beilin in angemessener Höhe zu halten. Wenn jedoch«ine Brikettnot in Berlin bei Anhalten des starken Frostes oermieden werden soll, so kann dos Syndikat das nur erreichen, wenn«s vom Handel und der Der- braucherschoft unterstützt wird. Jeder Verbraucher darf im Interesi« der Allgemeinheit nursooielBrikettmengenvom Händ- ler fordern, um für die nach st en Tag« versorgt zu sein, und jeder Händler darf jedem Kunden nur»ine solche Menge verkaufen. Mit Hilfe der heute noch in Berlin vorhandenen Vorräte und der vom Syndikat bis an die Grenze des Menschenmöglichen aufrechterhaltenen Zufuhren nach Berlin wird dann durch ein solche« Hand-in-Hand-Arbetten bis zum Verbraucher herab der Eintritt einer wirklichen Kohlennot oerhindert werden. Auch bei der Industrie? Infolge Kohlenmangels ist die zum Iunkerskonzern gehörende Firma Junkers ui Co., Fabrik fürWarmwasseranlagen, stillgelegt worden. Die übrigen Desiauer Industriewerke sind nur noch für 24 Stunden mit Kohle versorgt, so daß auch bei ihnen die Stillegung droht, wenn nicht sofort eine Besierung der Kohlen- lieferung eintritt. Keine Gemüsenot. Di« Direktton derstädtischenMartthallenteiltmit: In der Bevölkerung Berlins ist die Befürchtung aufgetreten, daß die Gemüsevorräte infolge des Frostes sehr knapp geworden sind. Diese Annahm« trifft nicht zu,«m Gegenteil sirzd noch ganz erhebliche Vorräte vorhanden. In der Hauptsache ist Berlin jetzt auf holländische Ware angewiesen, well man im Inland« an die Kohlmieten nicht heran kann. Holland hatte die Der- sendung in den letzten Tagen einstellen müssen, nahm dieselbe aber heute wieder auf. Es liegt also kein Grund zu Beunruhigungen vor. Dies wird auch dadurch bewiesen, daß die Nachfrage in den letzten Tagen recht gering gewesen ist und erst heute an Umfang zugc- nommen hat. Auch die Nachrichten von einer ungeheuren Teuerung treffen für den Großhandel nicht zu. die Großhandelspreise sind nur in ziemlich geringem Umfange gestiegen, und zwar bei den Kohlarten und Mohrrüben um ein bis drei Pfeimige pro Pfund. Kohlrüben haben sich In den letzten vier Togen unverändert gehalten. Wir be- merken hierzu, daß bei Kohl infolge der hestige» Kälte mit erheblichen Abgängen gerechnet werden kann. Auf dem Kartofselmarkt hat sich die Lage allerdings sehr verschlechtert. Die Berliner Vorrät« sind fast aufgebraucht und auf weitere Zufuhren kann nicht gerechnet werden, solang« der starte Frost weiter anhält, weil man die Mieten nicht öffnen kann. Diese Erscheinungen wiederholen sich in allen Jahren während der Källeperioden. an, der die proletarischen Interessen der Rundfunkhörer vertreten sollte. Was erzählte oder dieser Referent über den Ost-Sender, durch den die Bevölkerung des Ostens endlich die Möglichkett hat, mit dem einfachsten Gerät da? Berliner Rundfunkprogromm zu hören. Noch seiner Meinung stört der Sender einig« Bastler im Fernempfang, und darum muß er weg, und zwar möglichst aus Berlin heraus. Die einfachen Arbeiter, die sich mit Mühe und Not einen einiachen Detektorapparat kauien können, für die sprach Herr Mendels cchn nicht. Unter Gelächter der Ven'annnlung erzählt« er, daß ja jeder heule einen 3— 4-Röhrenapparat hätte und damit den Mtzledener Sender gut hören könne. Daß auch ein« Radiosirmo, der es gestattet war, recht aufsälttg In der Versammlung für sich Propaganda zu machen, gegen den Ost-Sender reden ließ, war verständlich: jetzt brauchen sich die Hörer im Osten nicht mehr so teuere Apparate kaufen. Bon einem Diskussionsredner mußt« man sich belehren lassen, daß man auch an die Hörer mit den«in- kochen Apparaten denken solle. Es wurde verlangt, und das scheint berechtigt, daß der Ost-Sender eine andere Wellenlänge erhält.____ Bald Chef, bald Angesiellier. Wie sie die Kranteakassen brandschatzten. Der kaufmännische Angestellt« Hans Sauerman» und der Bureauvorsteher Alois Schelow haben es verstanden, sich jähre- lang auf Kosten von Krankenkasien ein müheloses und angenehmes Leben zu verschaffen. Sie lobten davon, daß sie sich in Privat- krankenkassen versicherten, nach kurzer Zett krank wurden und sich dann den Höchstsatz des Krankengelde» von täglich 5 Mark zahlen ließen. Gleichzeitig waren sie in mehreren Kassen oersichert und Sauermonn hat in einem Monat von sechs Krankenkassen zu gleicher Zett dos Kranken- geld bezogen. Um diesen Schwindel erfolgreich durchführen zu können, hatten sie verschiedene Firmen gegründet, in denen ab- wechselnd der eine der Chef, der ander« der Angestellt« war. Der Inhaber der„Finna" bescheinigte stet», daß sein Angestellter das für die Versicherungspflicht geltend« Höchst geholt beziehe. Bei dem Massenbetrieb tonnten sie aber die einzelnen Fälle nicht ausemanderhatten, und so kam es, daß bei einer Kasse an dem gleichen Tage der Angestellte Sauennonn und der Angestellte Schelow als krank gemeldet wurden, und daß zugleich Bescheinigun- gen der Chefs Sauermonn und Schelow eingingen. Gestern hatte da» Schöffengericht Berlin-Mitt« zunächst drei Detrugsfälle gegen Sauennann und einen gegen Schelow abzuurteilen. Es ichweben aber gegen beide Angeklagte noch Dutzend« von Belrugsantlagen gleicher Art. Das Schöffengericht lehnt« es ob. für alle Einzelfalle ein« fort- gesetzt« Handlung anzunehmen und verurteilte den bereits vor- bestraften Sauermann als den Hauptschuldigen zu einem Jahr Gefängnis, während Schelow mit einem Monat Ge- sSngni» davonkam. Oer �Lokal-Anzeiger� weiß es? In der Morgenausgabe vom Dienstag beschäftigt sich der»Ler» llner Lokal-Anzeiger" mit dem staatlichen Leihamt. Er stellt fest, daß die Zahl der Verpfändungen stark gestiegen ist und beinahe alle Dolkstreise gezwungen sind, die Hilfe de» staat- lichen Leihamts in Anspruch zu nehmen. Bemerkenswert an dem Artikel ist nur der Schlußsatz, der im schönsten„Lokal-Anzeiger"- Stil folgendermaßen lautet: Interessant ist, daß die Arbeiterschaft da» Leihamt nur in ganz unbedeutendem Ausmaß in Anspruch zu nehmen braucht-." Die Tatsach«, 1>ab dl« Arbeiter eben nicht» besitzen. was zu beleihen wert wäre, erwähnt da» Hugenberg-Blatt wohlweislich nicht. Blödes Geschwätz dieser Art wird von der satt- sam bekannten Leserschaft de» Blatte» auch so hingenommen, wie es gemeint ist: der Arbeiter schwimmt im Fett und die anderen müssen ihre Brillanten oersetzen. Tragödie auf einer Cisschotte. Orei Knaben auf dem Vodensee erfroren aufgefunden. Acht Einwohner aus Hardt am Bodensee, drei Männer und fünf Jungen von 8— 12 Jahren, die sich am Mitt- woch nachmittag auf dos Eis des Bodensees begeben hatten, gerieten auf eine treibende Scholle, dt« der hestige Wind immer weiter in den See hinoustrieb. Sie wurden zwar vom Lindauer Seehase» bemerkt, doch meinte man, daß es sich um Schlittschuhläufer Handel«. Unglücklicherweise wurden auch die Hilsenif« nicht vernommen. Die Unglücklichen mußten die ganz« Nacht aus dem See oerbringen. Erst noch langen Bemühungen tonnten am Donnerstag morgen fünf der Unglücklichen an Land gebracht werde,!. Diel der jungen Burschen wurden infolge«ine» Bruch» der Scholl« noch vor dem Herannahen der Hilfe w e t t e r abgetrieben. Im Laufe de» Nachmittags bemühten sich der Schraubendampfer„Oester- reich" und die Wasserpolizei Lindaus, zu den drei Knaben zu ge- langen, die auf der zweiten Eisscholle abgetrieben waren. Der Lin- dauer Wasserpolizei gelang es. bis zu den Knaben vorzudringen. Sie fand zwei erfroren ans der Eisscholle ans. während der dritte nicht anfzusinden war vad vermutlich ertrunken ist. Don den am Vormittag geretteten fünf Personen mußten drei mtt schweren Er- srierungen in» Spital nach Hoyren gebracht werden, während die übrigen beiden mit leichteren Erfrierungen davonkamen. Verbrecherkampf in Chikago. Acht Männer erschossen. Ein offener Straßenkamps, wie er tn der Geschichte des Chikagoer Verbrechertums noch nicht dagewesen ist, spielt« sich gestern in den Straßen der Stadt ad. Zwei Automobile mit Verbrechern, die bis an die Zähne bewaffnet waren, durch. rasten dl« Stadt und machten vor einem Lagerhaus hall, in dem ein feindlicher Verbrecherverein ein« Geheimbren- nerei unterhielt. Von den Lutomobllen au» wurde ein wohn- sinniges Maschinengewehrfeuer auf da» Lagerhaus eröffnet und. die Brenner« dann im Sturm genommen. Ein unerhört wilder und blutiger Kampf spielt« sich sodann im Innern des Hauses ab. Den Angreisern gelang es, acht Leute an» der Brennerei zn holen und sie l« ihren Automobilen zu eulsühren. Noch ehe die Polizei zur Stelle war. wurden sie an die Bäum« gestellt und kaltblütig er- schassen. Der ganzen Stadt bemächtigte sich eine Panik Polizei zu Pferd« und zu Fuß, sowie in Panzerautomobilen durchzieht die Straßen. In den Perbrechergegenden herrscht riesige Aufregung. Man befürchtet weiter« blutige Kämpfe zwischen den beiden feind- lich gesinnten Berbrechervereinen. Der Kampfplatz um die Geheim» brennerei ist völlig zerschossen. 2. Siosonlekoazert im Bezirk Prenzlauer Berg. Das Bezirk». aint Prenzlauer Berg lVolksbildungsamt) oeronstallet am 19. Februar im Saakbou Friedrichshoin, nach feinem großen Erfolge im O�ober 1928, nunmehr sein 2. Slnfoniekonzert wieder unter Leitung von Hermann S ch e r ch e n und Mitwirkung de» Berliner Sinfonieorchesters, de» Jungen Chore» und Gerda Müller, die seit ihrem Ausscheiden au, den Staatstheatern zum ersten Maie m Berlin vor die vefsentlichtrit tritt. Afudvw far «ollen Ihre Nerven beschaffen «ein. Sie brauchen gesunde Nerven. um allen Anforderungen standhalten zu können. Kaffee Hag wird Ihnen dabei helfen. Er ist nicht nur coffeinfrel, also völlig unsohfid* lieb und schont Ihre Nerven, sondern bietet auch den gleichen de- null, wie anderer Bohnenkaffee feinster Qualität. Viel© Ärzte sagen: Kaffee Hag ist ein Segen für die MenBOhheit. Das groüe Paket kostet RN 1.00, das kleine 06 Pfg. Ihr Ksufosoo ffthrt ihn. Selbstschutz vor Verkehrsgefahren. Am Schaufenster eines Papiergeschäfts in der Konstanzer Straße ist folgendes zu lesen: ,, Nichtkunden können Marken nicht erhalten! Ausnahme find die Schwachen und die Alten! Sie brauchen nicht zur fernen Post zu laufen, Auch wenn sie sonst nichts bei mir faufen! Gefahren drohen an Ecken und auf Dämmen! Das Auto mill die Schnellfahrt selten hemmen. Hilflos sieht man die alten Leutchen stehen, Bo selbst die Jugend muß sehr ängstlich gehen. Jezt mird's gewagi. Doch da o Brauen! - halt! halt! Die Augen werden die Ihren nicht mehr schauen." Es folgen dann drei Zeitungsausschnitte, die Mitteilungen von Berkehrsunglüden mit tödlichem Ausgang enthalten. Zum Schluß folgendes: Drei von meinen Kunden sind in den letzten Jahren totgefahren morden, darunter ein greifes Ehepaar. Und so ist dieser Martenverkauf an Alte und Schwache gewissermaßen als eine Art Selbstschutz gedacht." Selbstschuhmaßnahmen, wie z. B. in diesem Falle, find unbedingt zu begrüßen, sie zeigen, daß im Getriebe der Großstadt sich roch immer Menschen finden, die, losgelöst von Egoismus und Materialismus, gut und mitfühlend denten und handeln. Vielleicht weist uns die oben zitierte Methode einen befferen Weg, den Alten und Schwachen zu helfen und sie vor den Gefahren der Straße zu fhüßen als die Verkehrsampeln, nur genügt die Hilfsbereitschaft tiefes einzelnen nicht. Man sollte zur Nachahmung anregen! Elusstellung im Ingenieurhaus. Eine interessante Schau von Bildern und Graphiten nach tech nischen Motiven, die Berliner Künstler wie Baluschet, Sandrod Dzubas, Graf, Turner, Sella Haffe und Krommer vereinigt, wurde diefer Tage in der Bücherstube des Ingenieurbauses gezeigt. In einem einleitenden Bortrag gab der Graphifer Krammer einen jeffelnden Ueberblid über die mannigfaltigen Wechselbeziehungen z vischen der zeitgenöffischen Kunst und dem Reiche der Techmit. Der ungeheure Aufschwung der Technit im 19. Jahrhundert hat allmählich auch den Künstler in seinen Bann gezogen. Der Formenreichtum der Maschinen, die grandiose Wucht moderner Industrieanlagen, das Labyrinth der Baugruben, das Tempo des Großstadtverkehrs, die Endlosigkeit weiter Arbeitsfäle, in denen Hunderte von Arbeitern fomplizierte Kleinarbeit verrichten, merden von zeitgenössischen Malern und Graphifern immer häufiger im Bild gestaltet. Der Subismus hat der Technit in formaler Beziehung wesentliche Anregungen zu verdanken. Zum Schluß fennzeichnete Krommer in anregender Weise die ausstellenden Künstlerpersönlichkeiten und ihr Verhältnis zur Maschine und zum Arbeiter. Die Ausstellung in der Bücherftube des Ingenieurhauses ift bis zum 16. Februar( einschl.) bei freiem Eintritt geöffnet. 10 Jahre Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. bei seiner bisherigen Darstellung, daß er von seinem Bruber gereizt und angegriffen worden sei, und daß er nicht die vorgefaßte Absicht gehabt habe, von seinem geladenen Revolver Gebrauch zu machen. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Arthur Brandt wird Manasse Friedländer von mehreren Gerichtsärzten, deren Auswahl sich der Untersuchungsrichter noch vorbehalten hat, auf feinen Geisteszustand untersucht werden. Die Jugendtragödie in der Passauer Straße wird voraussichtlich erst im Mai vor dem Schwur. gericht des Landgerichts zur Aburteilung gelangen. Der Große Ausschuß des Deutschen Ausstellungs- und Meffeamtes ist in diesen Tagen in Berlin zusammengetreten. Das Mitglied der deutschen Delegation bei der internationalen Diplomatischen Konferenz zur Regelung des Ausstellungswesens, Dr. Hanns het. man, berichtete eingehend über die Ergebnisse der Verhandlungen und den Inhalt des in Paris abgeschlossenen internationalen Abtommens. Der Große Ausschuß befürwortete in einer Entschließung die Ratifizierung diefes Abkommens und beschloß ferner, die Ar. beiten zu seiner Durchführung und Ausgestaltung nachdrücklichst zu fördern. Die Versammlung nahm weiter Berichte von Hofrat Holft und Direktor Straßhausen über die für das Jahr 1930 in 3u fammenhang mit der Eröffnung des Deutschen Hygiene- Museums geplante Internationale Hygiene Ausstellung entgegen. Profeffor Dr Jäch berichtete über die Borarbeiten für die Internationale Werkbund- Ausstellung„ Die neue Zeit" in Köln 1932. Ferner nahm die Versammlung einen Bericht des Deutschen General. fommissars für die Internationale Ausstellung Barcelona 1929 Dr. von Schnitzler über die Gestaltung der deutschen Abteilung auf dieser Ausstellung entgegen. Kommunistendemonftration auf Koffen der Erwerbslosen. Bor dem Neuköllner Rathaus tam es geftern abend wieder zu einen 3usammenstoß zwischen Erwerbslosen und Schußpolizeibeamten. In Kliems Festfälen in der Hafen heide hatte unter tommunistischer Beitung eine Erwerbs. lofenfundgebung stattgefunden, nach beren Schluß sich mehrere hundert Bersammlungsteilnehmer tros des polizeilichen Verbots zu einem Demonstrationszug formierten und nach dem Neufölner Rathaus marschierten. Durch ein Schupoaufgebot wurde der 3ug hier aufgelöst, dabei mußten mehrere Personen wegen Wider. ftandes zwangsgestellt werden. Jugendweihe Neutölln. Der Berbereitungsunterricht für bie ng end weihe fällt während der Kälteserien aus. Verkäufe Bierteilige Friseureinrichtung zwei Berlaufsschränke, verkauft Seller, Chartottenburg, Berlinerstraße 90. Webfehlerteppiche. Webfehlerteppich 2 × 8 Webfehlerteppich 2 X 8 19 <-69 Mart, Mart, Webfehlerteppich 2 X 3% 34, Mart, Webfehlerteppid 3 × 4 55, Mart. Fabrit Teppich- Verlauf Aberbach, Friedrichstraße 163, Ede Behrenstraße, Cingang Große Ballage, Aufgang 83 L Bekleidungsstücke, Wasche usw Leibhaus Morigplag 58a. 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Der Gründer und Borsigende des Bundes, Dr. Löwenstein, gedachte zunächst der im Weltfrieg Gefallenen aller Ronfeffionen und gab befannt, daß auf allen Solanage, Emotinganzüge, Gabradanzilge. datenfriedhöfen Berlins Kränze niedergelegt würden. Dr. Lomen flein schilderte dann die Entwidlung des Bundes der heute 800 Dris gruppen und 16 Bandesverbände umfaßt. Die Methoden bes Reichsbundes zur Entkräftung der Legende von der jüdischen Drüde bergerei im Kriege, müssen als gut anerkannt werden. In dem ersten Jahrzehnt hat der Bund eine statistisch einwandfreie Su fammenstellung und Veröffentlichung der 12 000 im Striege gefallenen deutschen Jugend durchgeführt. Diese Zusammenstellung ist nicht mur eine Ehrung für die Toten sondern auch der Beweis für die Pflicht erfüllung der jüdischen Staatsbürger während des Krieges. Dadurch mird die Forderung nach Gleichberechtigung im Staat nur noch bekräftigt. Dr. Landenberger. Nürnberg beschäftigte sich mit den anderen Interessengebieten des Bundes: Sport zur törperlichen Ertüchtigung und Siedlung zur Berufsumschichtung. Rammergerichtsrat Wolff würdigte die Leistungen des Reichsbundes im ersten Sahrzehnt und sprach die besten Wünsche für die Zukunft aus. Die Rundgebung, die öfters als notwendig als überparteiiich hingestellt worden war, fand ihren Abschluß mit einem vom Borsigenden aus, gebrachten Hoch auf das deutsche Vaterland". War es ihm wirklich unbekannt. daß diefes Baterland eine Republif ist, oder glaubte er mit dem Unterdrüden dieser Tatsache( bei dem Hoch sowohl mie: bei den Reden) hen zahlreich erfchienenen Reichswehr und Marine rfizieren einen Gefallen zu tun!? Erst im Mai Mordprozek Friedländer. Gegen den jugendlichen Manaffe Friedländer, der in der elterlichen Wohnung in der Baffauer Straße seinen jüngeren Bruder Waldemar und beffen gleichaltrigen Freund Tibor Földes erfchoffen hat, ist nunmehr beim Landgericht III Borunter fuchung wegen Morbes in zwei Fällen eröffnet worden. Mit der Führung der Boruntersuchung ist Landgerichtsrat Reh. bronn beauftragt worden, der sich den jugendlichen Bruder und Doppelmorder auch bereits mehrfach hat vorführen lassen und ihn einem eingehenden Berhör unterzogen hat. Der Angeschuldigte blieb Funkwinkel.z as Die Uebertragung von Hoffmanns Erzählungen" aus der Oper am Plaz der Republik zählt zu den gelungenen Opern übertragungen. Es ist leicht verständliche Mufit, daß sich der Hörer unterhält, auch wenn er nicht ganz dem Ablauf der Handlung folgen fan. An solchen Abenden beweisen sich deutlich die Grenzen, die lebertragungen geftedt find. Man begreift, weshalb Wagner- Opern, menn sie nicht von der Sendebühne verbreitet werden, die große Masse des Rundfunkpublikums enttäuschen müffen und weshalb Mozart eigentlich immer ein Treffer fein muß: jene Mufit ist dunkel, problematisch diefe dagegen hat in ihrer reinen Helligkeit jedem, der überhaupt ein Ohr für Löne hat, etwas zu sagen. Ein gutes Rammertonzert am Nachmittag brachte die stimmbegabte Altiffin Hilde Ellgers und den temperamentvollen Pianisten Iwan Engel an tas Mitrophon.- Albert Hirtes Rezitationen aus eigenen Werfen zeigten einen Schriftsteller, der im Detail murzelt, aus ihm die Handlung wie ein farbenreiches Mofait ent midelt und aufbaut. Bom Mittwoch muß noch ber Bortrag von Magistratsrat Dr. Krotoschiner nachgetragen werden. Er ging in seinen Aus. führungen über Neuzeitliche Staats- und Gesellschaftstheorien, die leiber auf eine recht ungünstige Nachmittagsftunde gelegt waren, von Machiavelli aus und behandelte deffen Stellung zur Monarchie und Republik, wobei er die von dem Italiener zuerst entwidelte Machttheorie erläuterte. Während der Italiener ein geschworener Individualist ist, war der englische Kanzler Moore der erste Sosiclift der neuen Zeit, was an feiner Schrift Utopia" gezeigt wurde. Deutschland hat seine erste fozialistische Utopie erft im Jahre 1800 Tes in Bidates Beidiollenem Hanbelsitaat berporgebracht. Berleih hocheleganter GefellfchaftsLeibhaus Lowidi. Bringen. naige ftrake 105 Getragene Sererngarderobe. Spesialt tät Bauchfiguren, fpottbillig. Rak. Gor mannitrake 25/26. frilber Duladftrake Benig getragene Radeitenauge, tells auf Geibe, 18,-. Smolinganaülge. Baud anstige, Taillenmäntel Baletots. 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Februar, 19, Uhr, im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Str. 3, ftatt. Die Genofsin Bally Sepler spricht über das Thema: es weiter zum Sozia lismus." Karten zum Preise von 50 Bf. find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Boi, 2 Treppen, bei der Arbeiterjugend Groß- Berlin, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, in der Buchhandlung 3. H. B. Dies Rachi., Lindenstr. 2, und bei den anderen befannten Stellen. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginfendungen für biefe Rubrit nur an bas Jugendfefretariat Berlin GB 68, Lindenfraße 3 Magdeburgfahrer: Morgen, Sonnabend, müffen sich alle Teilnehmer an der Uebung des Bewegungschors beteiligen! Beginn 18 Uhr in der Schule Dansiger Str. 23. Abrechnung der Beiträge usw. heute zwischen 17 und 19 Uhr. Heute, Freitag, 19% Uhr. Arlonaples: Schule Elisabethkirchstr. 19.„ Die Entwicklung des Menschen." Zentrum: Deim Landsberger Str. 50. Was muß jebes Mitglteb von unserem Organisationsapparat wissen?" Sanja und Moabit II: Heim Bochumer Aruswalder Play: Seim Naftenburger, Ede Straße 8b. Buchbesprechung." Wehlauer Straße. Die Frau im heutigen Staat." Faltplag II: Schule Sonnenburger Str. 20. Lichtbildervortrag: Das Kote Bien." Selmholzplag: Heim Danziger Str. 62, Barade 2. Wie ich zur GA3. tam." Hohenschön hansen: Seim Freienwalder Str. 5-6. Lichtbilbervortrag: Das Rote Bien." Nordost: Seim Danziger Str. 62, Barade 3. 2ihtbildervortrag: Auf nach Magdeburg!" Wirtschaftsdemokratie." Weißensee: Heim Partstr. 36. Börther Blag: Schule Raftantenallee 82. Die Bedeutung der Volkshochschule sing. Anbreasplag: Seim Brommyftr. 1. Unser Wandern." Balten vlag: Seim Tilfiter Str. 4-5. Tagespolitische fragen." Stralauez Biertel: Seim Goßler Str. 61. Das Rote Bien." Barsdauer Viertel: Seim Litauer Straße 18. Uebungsabend. Charlottenburg: Seim Rosinenftr. 4. Jugend und Konkordat." Westend: Seim Rosinenste. 4. Marienborf: Alte Schule, Dorfftr. 7. Alkohol und Nikotin.". Brig II: Heim Chauffecftr. 48. Rörper. tultur." Röpenid: Seim Grünauer Str. 5. Die Welt der Arbeiterjugend." Baumid nlenweg: Heim Ernststr. 16. Seguelle Fragen", 2. Teil. 3ohannisthal: Fatsteller. Politische Tagesfragen." Rieberschönemeide: Schule Berliner Str. 31. Andere Jugendorganisationen", Teil. Treptow: Beim Elfenftr. 8. Arbeiterdichter." Ren- Lichtenberg: Seim Hauffftraße. Glaßbrenner- Abend." Lichtenberg- Rorb: Heim Gunterstr. 44. Was die Beitungen fchreiben. Berbebezirk Reufälla: Beginn des Bildungsturfus Grundsäge in ber Boliti?" Seim Ranner Straße. Berbebezizl Tiergarten: Seim 2ehrter Str. 18-19. B.- B.- Delegierten verfammlung. 6 334 Berbebezirk Prenzlauer Berg: Alle Magdeburgfahrer treffen fich morgen, Sonnabend, 18 Uhr, in der Zurnhalle Danziger Str. 23, mit Turnschuhen und Turnanzug. Der Bewegungschor tommt bort fchon um 18 Uhr zusammen. Sonntag, 15% Uhr, gelangt in der Aula bes Beairtsamts, Danziger Str. 64, ein Großfilm„ Goldrausch zur Aufführung. Eintritt 30 Pf. 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Anfang 16 Uhe. Gintritt, 1. Tombola. Webbing: 9% the Sigung der Bisd unb Straßenleiter fople aller Bungbannezkamerabes in bez 2öpenbrauerei, Sochfts. 2. 2ichtenberg: Die ge fantte Jungmannfchaft trifft fich pünktlich 8 Uhr Bahnhof Johannisthal Rieberfchöneweibe, fernbabnitzig, in Bundesleibung. Kusmael Rönigsmufterheufen offen, matm anziehen, Broolant mitnehmen.- Steglig, Ortsverein: Starten zum Gaufeft ant 23. februar bei ben Rameraden Aenfen, Birkbusch ftraße 91; Stenel, Arnbtftc. 12 III una in 2ichterfelbe beim Rameraben Jere mias, forgingstr. 10. Friedrichshain, Ramerabfchaft Andreas: Unfer Ileber Alein Kaliber- Sagenverein Republil, Gan Berlin- Bronbenburg. Spek plas Friebrichsfelbs: Sonntag, 17. februar, schießen laut Bereinbarung von 9-12 Uhr bie Ortsvereine Friedrichshain und Mitte und von 12-17 Uhr bie Ortsvereine Lichtenberg unb Treptow, Neutälla: Sonntag non 9-11 Schießen Im Schilgenhaus Reuteun. Typographisches Orchester. Dirigent: Rapelimeifter Erich Gutzelt. Uchungs ſtunde feben Freitag ab 20 Uhr in Neufin, Sermannftr. 198, in Seſtaurant Sängerheim Gäste willkommen. Nächste Mitwirtung: Sunthaue, Raiferdamm, im Speisesaat( Unterhaltungamus ab 2 Uhr bis 5 Uhr früh) beim Milggel. ftrandfest der Buchdrucker. Schlefifcher gemischter Chez, Charlottenburg. Infers Uebungsabende finben nicht mehr jeden Montag, sondern feben Dienstag, 20 Uhr, Tegeler Beg bei Bena, ftatt. Eangesfreudige Damen und Serzen als Mitgeber und Gäfts willkommen. Der Esperanto- Berbenb Berlin und die dem Verband angegliederte Esperanto- Schule Berlin" eröffnen 28. Februar einen Esperanto- Breis- Lehr gang, an dem jebermann auch ohne fremdsprachliche Borkenntniffe tell eine Doppelstunde erftreden wird, endet mit einer Abschlußprüfung. Se nad bez Seilnehmerzahl merben mehrere erfte und zweite Breife perteilt werden, bie bie freie Teilnahme an dem Anfang August 1929 in Budapest stattfindenden XXI. Efperanio- Beittongres fomie an dem Bortongres in Bien ermöglichen follen. Bedingungen sind durch die Geschäftsstelle des Esperanto- Berbandes Berlin, Berlin- Steglig. Johanna- Stegen- Str. 18( Dauge), au erfahren. Arbeiter Abftinenten banb, Begirlsgruppe Diten. Freitag, 15. Februar, 19 Uhr, im Andreas- Realgymnasium, Koppenstz. 76, erste Mitgliederversammlung. Alle Genossen werben gebeten, piinftlich zu erscheinen, Band entschiedener Schulvefnumer. Deffentliche Berlammlung am Dienstag. 19. Februar, 19% Uhr, in der Aula des Werner- Siemens Realgymnasiums, Sohenstaufenstr. 47-48( nahe Untergrundbahnhof Bittoria- Luife- Blah). Thema: Die Revolution ben Che. Pebner: Margarete Raifer, Dr. med. Seinrich Dehmel, Brofeffor Dr. Boul Deftreich. Sebermann willkommen. Unkostenbeitrag erbeter. Wetterbericht ber öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Ungegend ( Rachbr. berb.). Teils beiter, teils wollig und falt, öftliche Winde, berein Aelte neefätte.. Für Deutschland: Bollig, besonders im Besten und Rorboften Schnee. Benig geänderte Zemperaturen. 4 große Tanzschlager auf Grammophon and Brunswick Flieger lied( Wings) Foxtrot Verblühte Rosel Roses of Yesterday) Dream House( Haus der Träume) Darling( Liebling) Foxtrot Ben Berlin- Orchester( H.Bick) Bestell- Nr. 21982 Plattenpreis RM. 3,50 DIE STIMME SEINES HERRN und das reichhaltige neue Grammophon- Platten- Repertoire für Februar Singer Schutz marken Abe Lymans California- Orchester Bestell- Nr. A 7810 Plattenpreis RM.3,75 Fragen Sie nach diesen Platten in allen offiziellen Verkaufsstellen der DEUTSCHEN GRAMMOPHON- AKTIENGESELLSCHAFT Friedrichstr. 189 GRAMMOPHON- SPEZIALHAUS& M BERLIN W fauentienstr. 14 BRUNSWICK Amerikanische walio Theater, Lichtspiele usw. rreltag, a. 15 2. Freitag, d. 13 2 Staats- Oper Städt. Oper Jiller Linden A- V. 41 191 Uhr Bismarcksti. Turnus f 19 Uhr Die Macht des Manon Schicksals Staats- Opcr Am Pf.d.Republ. R.-S. 42 19% Uhr Staatl. Schausph. an Gildarmenmarkt A- V. 40 19 Uhz Zum 1. Male Carmen Karl Anna Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr Hinterhauslegende. NEUE WELT Arnold Scholz Hasenheide 108/14 Gr. Bockbierfest 7 Kapellen So beyr. Madl. Einlaß 6 Uhr. www Sonnabends und Sonntags: Grosser Alpenball SCALA 8 Uhr b 5 Barbarossa 9256 4 Bronetts Con Colleano und weitere Varieté Attraktiones, Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen 30 und& Uhr 30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm PLAZA Varietén. Köstrines Plats Alex 8087/ 6** Täglich 2 Vorstellungen 8 Uhr 80 P. bis 1.-M. 2. M. 49 Heute letzter Tag des großes Eröffnungs- Programms! Morgen neues Programm! Karten& Tage im voraus. Thalia Theater Dresdener str. 72-1 8 Uhr ..Oelransch Grinnansing R 8. Roffe 32. Brenklich- abbeutiche Klaffen- Lotterie. Obne Gewdbr ose- Theater ir.Frankfurter St.132 8 Uhr Die Fledermaus Redbrud serboten Auf jebe gezogene Rummer find awei gleich hobe Gewinne gefallen, unb aar je einer auf bie Cole gleicher Kummer in ben belben Abteilungen I and II 6. Siebungstag 14. 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Vrkant Neukölln 4829ngruberstr. 20 WDC Hermannstr. 10 Pornsar F2 Nuk. 1759 Nr. 77 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sozialismus in Rußland? Ein klassisches Werk über die sowjetrussische Wirtschaft. Die russische Volkswirtschaft ist im Laufe weniger Nachkriegsahre einer derart radikalen Umstellung unterzogen und so häufigen tiefgehenden Erschütterungen ausgesetzt worden, wie sie die Wirt schaftsgeschichte der Menschheit noch nie in ähnlichem Umfange und folchem Tempo zu verzeichnen hatte. Sieht man von der Ent eignung der Gutsbefizer zugunsten der Bauern ab, die eine natürliche Konsequenz der Revolution war, so wurden die wirtschaftlichen Erschütterungen nicht durch elementare Ereignisse, sondern durch eine willkürliche und gewaltätige Wirtschaftspolitik verursacht, die im Gegensatz zu der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes stand. Als Tropfi 1926 auf dem Kongreß der Komintern darauf verwies, daß die Wirtschaftspolitik der Sowjetregierung doch ein wenig der Wirtschaftsgeschichte Rußlands Rechnung tragen sollte, verhöhnte ihn Bucharin wie folgt Wie kann ein Revolutionär so sprechen? Haben wir doch im Oktober 1917 unsere Wirtschaftsgeschichte recht kräftig mit den Füßen getreten!" Diese gewollte Loslösung von dem Entwidlungsstand der Wirtschaft und Kultur des Landes, der kühne Glaube, daß man die Geschichte mit Gemalt überlisten und Entwicklungsphasen nach Belieben überfpringen fann, bildet das wesentliche Merkmal der Wirtschaftsexperimente des Bolschewismus. Als wirklichkeitsfremde Schöpfungen sind die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Sowjetregierung in stetem, vielfach gegensäglichem Wandel begriffen. Schon dieser häufige Wechsel der Wirtschaftspolitik würde genügen, um selbst eine prosperierende Volkswirtschaft durch die stete Unsicherheit ernst zu gefährden. Der russischen Volkswirtschaft aber, die seit Jahren in ein grandioses Bersuchsfeld verwandelt wurde, läßt das laufende Band diktatorischer Wirtschaftspolitik buchstäblich feine Atempause zur lebendigen Entfaltung und organischem Wachstum. Wer sich über die heutige Wirtschaftslage Rußlands in all ihren dramatischen Berwicklungen der drückenden Lebensmittel- und Warennot, dem tatastrophal hohen Preisniveau der Industriewaren, dem Ausbleiben der Getreideausfuhr, der bedrohlichen agrarischen lebervölkerung, der starten Arbeitslosigkeit und dem fintenden Reallohn usw. fachlich orientieren will, der muß den Werdegang der Sowjetwirtschaft, die wirtschaftliche Bielgestaltigkeit der legten zehn Jahre flar übersehen. In der deutschen Literatur fehlte es bisher an einer instematischen Untersuchung der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung Rußlands nach der Revolution. Um so begrüßenswerter ist es, daß A. Jugow, ein gründlicher Renner der Sowjetwirtschaft, ein sehr beachtens wertes Wert„ Die Bolts wirtschaft der Sowjetunion und ihre Probleme"( Berlag Kaden u. Co., Dresden 1929) erscheinen ließ. Die ganze Tätigkeit der Sowjetregierung auf allen Wirtschaftsgebieten in all ihrer bunten Fülle und ihrem ununterbrochenem Wechsel zieht an uns vorbei. Ein dramatischer 3wiekampf zwischen. den weitausholenden Dekreten und der rückständigen Wirklichkeit, zwischen dem ausgeflügelten Plan und dem eingezmängiem Leben! Ein Kampf, der zeitweilig blutige Formen angenommen hatte, wie in den Bauernunruhen und dem Matrosenaufstand in Kronstadt vor der Einführung der„ Nep", oder der in stummer passiver Resistenz des Bauerntums sich abspielt, wie gegenwärtig, wo die städtische Bevölkerung und die Arbeiterschaft infolgebeffen unter der schweren Lebensmittelnot zu leiden haben. Frage nach dem pofitiven Wert der bolichemistischen Planwirtschaft Die gewinnt daher eine zentrale Bedeutung. Nichts fönnte allen Sozialisten der Welt lieber fein, als pofitive Wirtschaftserfolge in Rußland, die ja im Namen des Sozialismus unternommen wurden. Deswegen ist aber gerade der ehrliche Sozialiſt verpflichtet, auf Grund der Er fahrungen der boljchemistischen Wirtschaftspolitit sich über deren. Grundfehler derselben kritisch Rechenschaft abzugeben. Das Lehrgeld, das die russischen Volksmassen seit Jahren in Not und Leid bezahlen, soll den Arbeitermassen in Westeuropa bei der Vermirklichung des Sozialismus erspart bleiben. Die Untersuchung Jugoms über die Ziele, die Methoden und die Erfolge der Planwirtschaft und der Verstaatlichung in Sowjetrußland bietet in diesem Sinne wertvolles Material. Die russische Volkswirtschaft, wo über 80 Proz. der Bevölkerung in einer primitiven und rückständigen Landwirtschaft tätig sind, war am allerwenigften für eine sozialistische Planwirtschaft reif: es fehlten die objettiven Boraussetzungen einer planwirtschaftlichen Regu lierung der Wirtschaft. Der plarfozialistische Radikalismus im Sowjetstaat auf der Spize getrieben, hätte selbst viel fortgeschrittenere Volkswirtschaften aufs schwerste lähmen müssen Ginsegnungs- Anzüge Anzüge rethig 29.blau Cheviot... M. Anzüge 12reihig blaue kräftige Ware Anzüge M. 34.blau Kammgarn...... M. 48.m Anzüge blau, Cheviot oder Kammgarn M. 62. Man hat eine allumfassende Verstaatlichung der Industrie bis auf die Zwergbetriebe vorgenommen, ohne sich über das Organisationsproblem nur im geringsten klar zu sein. Nachdem man die mechanische Berirustung der verschiedensten Betriebe auf Befehl durchseßte, wechselte man im Laufe eines Jahrzehntes dreimal von Grund auf das Berwaltungssystem der staatlichen Industrie mit dem Erfolg, daß die Initiative der Betriebe unter dem ftarren Zentralismus erstickte: Alle Betriebe unterstehen bei uns einer Leibeigenvormundschaft", wie das nicht einmal in der vorrevolutionären Fabrik der Fall war, bei uns wissen die Betriebe nicht, worüber sie zu verfügen haben," so kennzeichnete den brückenden Zentralismus der Vertreter des Volkskommissariats für Arbeiter- und Bauernkontrolle Golzmann auf der Konferenz über die Reorganisierung der Industrieverwaltung im Januar 1927. Und er stellte die Organifation der ausländischen Trusts, namentlich der deutschen AEG., als nachahmenswertes Muster hin. industrie vermehrte nur das Chaos und die Dinge sind so weit ge Die permamente Reorganisierung der Staatsdiehen, daß die Truftleiter, wie der Volkskommissar Ordjonitidse auf dem fürzlich abgehaltenen Gewerkschaftstongreß in Moskau feststellte, die Defrete der Sowjetregierung über die Reorganisation der Industrie gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen, geschweige denn zur Ausführung bringen. Und nun lese man bei Jugow nach, wie es in der staatlichen Industrie in der Tat zugeht: ,, Bureaukratismus, Mangel an Berant mortungsgefühl, Produktionsprogramme, die von oben herab bittiert werden und in feiner Beise der Maschinerie und der technischen Leistungsfähigkeit der Betriebe Rechnung tragen. Die produktionspolitischen, technischen und finanziellen Boranschläge und Pläne passieren Dugende von Aemtern und werden erst am Ende des jeweiligen Geschäftsabschnittes bestätigt. Revisionen jagen einander, und eine jede dauert drei bis fünf Monate. In der Praxis aber völliges Fehlen jeder Kontrolle, unerhörte Unterschlagungen, mißbräuche. Defraudationen. Ein riesiges Personal an Bureauangestellten, Buchhaltern und Statistikern, Zehntausende Kilogramm Berichts- und RundschreibenmatuIatur und in der Trustverwaltung fehlen die elementarsten Angaben über die Arbeit des Einzelbetriebes, der Oberste Volkswirtschaftsrat weiß nichts von der Arbeit des Trusts. Kommisfionen und Sigungen, Millionen von Ein- und Ausgängen. Untosten und Berwaltungsspesen, die ihrem Umfange nach das vor dem Kriege Uebliche um ein Bielfaches übertreffen. Am trasfesten find alle negativen Momente der heutigen Methoden der Industrieverwaltung in der Art und Weise zutage getreten, wie in den legten Jahren der Industrieneubau betätigt wurde Für diesen 3wed wurden auf Kosten anderer Bedürfnisse des Landes viele Milliarden bewilligt. Troß des Borhandenseins zahlreicher Organe, die die Arbeit zu leiten und planmäßig zu organisieren hatten, wurde sehr häufig ohne Entwürfe, ohne Voranschläge, ohne Konstruktionspläne, ohne die Berücksichtigung der neueren technischen Errungenschaften, ohne die Klärung der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit gebaut. Gebaut wurde nicht das, was man brauchte, nicht dort, wo es nötig war, und nicht so, wie es sein sollte. Der Bau der Fabrikgebäude dauerte je drei bis vier Jahre, die Kosten stellten sich auf das Zwei bis Dreifache der Boranschläge..3( Seite 70 ff. des Werkes.) Der Leser des Jugowschen Wertes findet dabei eine Masse tonfreter Tatsachen, die diese Ausführungen bekräftigen. Infolge der Mißwirtschaft hat Rußland den höchsten Teuerungsinder für Industrie waren der ganzen Welt: dieser beträgt durchschnittlich das Zweieinhalbfache der Vorfriegs- und das Dreifache der Weltmarktpreise. Die allgemeine Teuerung wächst seit Juli 1928 und der Reallohn fintt, wie auf dem Moskauer Gewerkschaftstongreß festgestellt wurde. Bon den 2 bis 2,5 millionen Erwerbslofen haben 1927/28 nur 550 000 bis 600 000 Unterstützungen von den Versicherungsanstalten erhalten. 1928 betrug die Erwerbslosenunterstützung im Durchschnitt der ganzen Union 14,3 Rubel im Monat, während das durchschnittliche monatliche Arbeitseinfommen fich auf 60 Rubel belief. Und die rund 3 Millionen Arbeiter, die eine Beschäftigung haben, befinden fich täglich auf der Jagd nach Brot, nach Cebens mitteln, nach Schuhen und Kleidung. Was fie erftehen, ist wenig, schlecht und teuer. Man lese im Mostauer Gewerkschaftsblatt„ Trub" vom 26. Januar 1929 über die miserable Bersorgung der ArbeiterEin Tag von besonderer Bedeutung für Ihren Johnein Tag ungetrübter Freude für Lie, wenn fie den Festanzug billig, aber doch solid und gut bei uns kaufen! Esders& Dyckhoff Kommen Sie zu uns! Freitag 15. Februar 1929 bevölkerung mit untauglichen Lebensmitteln nach. Der Oberste Boltswirtschaftsrat organisiert jetzt gerade eine Ausstellung mit der vielsagenden Bezeichnung: ,, Ausstellung der Schundwaren."( Siehe Komsomoljtajo Prawda" vom 27. Januar 1929.) Das Blatt bringt auch zahlreiche Abbildungen dieser Schundwaren, die der Arbeiterbevölkerung geboten werden. Es ist eine Ausstellung des wirtschaftlichen Jammers. Der Volkskommissar Ordjonitidse hat fürzlich auf dem Moskauer Gewerkschaftstongreß nach stundenlanger Schilderung der bolfchemistischen Mißwirtschaft ausgerufen:„ Es ist ein purer Bahnsinn!" Jedem deutschen Arbeiter, der fich über die Ur. sachen diefes ,, Wahnsinns", der zum Unheil der ruffischen Arbeiter schaft ausschlägt, fachlich orientieren will, ist die flare, systematische Schrift Jugoms zu empfehlen. Hier lernt man praktisch, wie der Sozialismus nicht gemacht werden darf. Judith Grünfeld. Die Rätsel der Konjunktur. Leberraschend große Eisenerzeugung im Januar. Bei der katastrophenartigen Wirkung des Frostes auf das gesamte Wirtschaftsleben hat die Frage, ob wir uns in Deutschland in einer Wirtschaftstrife befinden oder nicht, ent fcheidende Bedeutung. Bon um so größerer Tragweite für die Beurteilung sind daher die jetzt veröffentlichten, mit 1,10 mill. Tonnen ganz unerwartet hohen Ziffern der Roh. eisenproduttion im Januar, da die jeweiligen Leistungen der deutschen Hochöfen einer der wichtigsten Gradmesser für die Beschäftigung der Schlüsselindustrien sind. Sie betrugen im Monatsdurchschnitt 1926 PF . " Januar 1929 1927 1928( Jan.- Oft) 804 000 Tonnen 1 092 000 1 065 000 1.097 980 . Alle früheren Monatsdurchschnitte find im Januar übertroffen, der Oktober 1928, der letzte Normalmonat um 8 Proz. Mit einer arbeitstäglichen Leistung von 35 419 Tonnen übertrifft der Januar 1929 den Durchschnitt von Januar bis Oktober 1928 noch um rund 490 Tonnen und liegt nur etwa 4 Proz. unter den durchschnittlichen arbeitstäglichen Leistungen in der Hochkonjunktur von 1927. Das sind Ziffern, die beachtet werden wollen. Der Güterverfehr der Reichsbahn noch relativ hoch. Für die Beurteilung der tatsächlichen Konjunkturlage find auch die Wagengestellungsziffern der Reichsbahn wichtig, und diese Ziffern waren Anfang dieses Monats trotz der großen Kältewirtungen in der Wirtschaft noch keineswegs so ungünstig, wie man er marten sollte. In der Woche zum 2. Februar wurden arbeitstäglich 130 400 Wagen gestellt, gegenüber 141 700 zur gleichen Zeit des Vorjahres. In den letzten beiden Monaten Dezember und Januar war die niedrigste 3iffer 125 100. Es liegt also eine Steigerung um 5300 Wagen vor. Die entsprechende niedrigste Ziffer im Vorjahr mar 128 600, fo daß damals bis zum 2. Februar 1928 eine Steigerung von 13 000 Wagen erzielt war. Es ist also im Jahre 1929 trog der enormen Kältewirtungen doch eine beachtliche Zunahme vorhanden, und auch das Niveau selbst, das gewiß um 11 000 Wagen pro Tag niedriger ist als im Vorjahr, braucht noch keineswegs zu beunruhigen. Die enorme Kälte der allerlegten Tage wird allerdings die Güterversendung wohl noch weiter einschränken. Merkwürdige Elektropolitit. RWE. gegen Reich, Preußen und Bayern? Aus dem westlichen Deutschland kommt eine überraschende Mela dung. Danach wurde unter der Führung des Rheinisch- West< fälischen Elettrizitätswerts von diesem, den Mainkraftmerken, der Braunfohlenindustrie A.-G., den Bereinigten Elektrizi tätswerken Westfalen, dem kommunalen Elektrizitätswerk Mark und dem Baden- Werk die Westdeutsche Elettrizitätswirt schafts- A.-G." mit dem Sig in Frankfurt gegründet. Die neugegründete Gesellschaft hat vorläufig ein Kapital von einer Million Mart, in das sich ebenso ist es im Aufsichtsrat die sechs Gründerwerke zu je einem Sechstel teilen. Als Zweck der Gesellschaft wird die Lösung gemeinsamer Aufgaben durch gemeinsames Vorgehen in den von den Gesellschaften beherrschten Elektromirtfchaftsgebieten genannt. Die neugegründete Gesellschaft nimmt in einem Kommuniqué für sich in Anspruch, damit die westdeutsche Elektrizitätswirtschaft unter einheitliche Planung und Leilung zu nehmen( übrigens eine starke Uebertreibung, da die Saar und die Pfalzwerke fehlen). Diese Gründung ist in hohem Maße, merkwürdig. Bor nicht langer Zeit haben Preußen, das Reich und Bayern für Gertraudten strasse 8-9 An der Petrikirche thre Elettrizitätsinteressen und mit der Absicht, für das ganze Deutsche Reich allmählich die Vorausschungen einer einheit. lichen Elettromirtschaft zu schaffen, die A.-B. für Deutsche Elektrizitätswirtschaft gegründet, und die ganze deutsche Deffentlichfeit hat diese Gründung sehr lebhaft begrüßt. Noch vor wenigen Tagen hat Generaldirektor enzmann von den Reichselektro. perten darauf hingewiesen, daß der Anschluß des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerts an die große A.-G. für Deutsche Elet. trizitätspirtschaft wohl bald zu erwarten sei. Demgegenüber berührt die Meldung über die Gründung einer Westdeutschen Elektrizitätswirt schafts- 2... unter der Führung des RBE. im allerhöchsten Maße peinlich. Bir müssen Herrn Generaldirektor Lenzmann schon fragen, mas er sich bei seiner fürzlichen Mitteilung über den wahrschein lichen Anschluß des RWE. gedacht hat. Der Sinn der neuen mestdeutschen Gründung ist feineswegs schwer zu erraten. Es mag sein, daß die neue westdeutsche Gesell. schaft einmal die Absicht hat, auch mit der A.-G. für Deutsche Elet trizitätswirtschaft in Verbindung zu treten. Daß aber vorher das RE. eine. starfe Machtbildung vornimmt, läßt es zweifellos er scheinen, daß das RWE. im Verhältnis zu der vom Reich, von Breußen und von Bayern geführten Gesellschaft von seiner Macht mit besonderen Absichten Gebrauch machen will, die mohl den In tereffen des RWE. dienlich sein mögen, unter Umständen aber dem gesamtdeutschen elektrowirtschaftlichem Interesse in höchstem Maße abträglich sein können. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt das Zusammengehen rein oder weit überwiegend öffentlicher Unterneh mungen, wie der Bereinigten Elektrizitätswerte Westfalen, des pmmunalen Elektrizitätswerts Mart und des Baden- Werts eine befondere Bedeutung. Diese Werte schließen sich mit dem RWE., das unbestritten unter ausgesprochener privatwirtschaftlicher Führung steht, gegen die vornehmsten Träger öffentlicher Elettrizitätsinteressen in Deutschland zusammen. Unb nicht nur das. Indem sie mit dem RWE. zusammengehen, laffen ste sich zugunsten des RWE. ihren Einfluß in der deutschen Elektrizitätswirtschaft noch schmälern. Da nämlich das RWE. zusammen mit der Braunkohlenindustrie A.-G. Zukunft und dem Mainfraftwert 50 Broz. der Stimmen beherrscht, werden die übrigen öffentlichen Unternehmungen in der neuen Gesellschaft, mit großer Leichtigkeit majorisiert. wichtige, im Gange befindliche elettrowirtschaftliche Maß nahmen werden durch die Neugründung möglicherweise empfindlich gestört. So waren Rupplungen von Leitungen zwischen Bayern und dem Badenwert bereits vorgesehen, die jetzt in Frage gestellt find. Die Verständigung zwischen Bayern und dem RWE., die eine Notwendigkeit war, wird offenbar vom RWE. Hintertrieben. Im Juge der Machtpolitit des RME. ist diese Grünbung begreiflich. Sie ist es aber absolut nicht, wenn man eine gedeihliche Entwid ung der deutschen Gesamtelettrowirtschaft ins Auge faßt. So scheint der deutsche Elettrofrieben, wie ihn das RME. auffaßt, nach dem alten machtpolitischen Gesichtspuntt betrachtet zu werden, daß, wer den Frieben wolle, ben Krieg bereiten müsse. Das find Dinge, die die deutsche Deffentlichkeit und die Regierungen in hohem Maße interessieren müssen. FEBRUAR FREITAG 1929 SONNABEND SAMSTAG 18 MONTAG Wiener Auszug Mehl Die polnische Kohle. Eine Eingabe des Bergarbeiterverbandes. Bon gemertschaftlicher Seite wird uns geschrieben: Nach Pressemeldungen hat der Leiter der deutschen Delegation Dr. Hermes während der letzten deutsch- polnischen Handelsvertragsverhandlungen Polen angeboten, 300000 bis 350000 Tonnen Roble nach Deutschland einzuführen. Deshalb hat der Berband der Bergbau- 3ndustrie Arbeiter es für seine Pflicht gehalten, an die Reichsregierung und an die preußische Staatsregierung eine Eingabe zu richten, in der auf die großen Gefahren des Vorschlages von Hermes hingewiesen wird. Es heißt in der Eingabe u. a.: ,, Ein Kohlenfontingent von diesem Ausmaße würde nicht nur im deutschoberschlesischen Bergbau zu gewaltigen Förderein. fchräntungen führen, deren Folgen der Bergmann in Form von Arbeitslosigkeit und Feierschichten zu tragen hätte, sondern den Not stand des niederschlesischen Bergreviers ins Unwesentliche steigern... Wir find uns der Tatsache bewußt, daß ein im Interesse der deutschen Gesamtwirtschaft abzuschließender Handelsvertrag mit Polen von einzelnen Wirtschaftsgruppen Opfer erfordert. Bieberholt haben wir als Berbandstörperschaft auch durch Beschlüsse und Publikationen erklärt, daß wir diese Opfer zu bringen gewillt sind. Nun fordern wir, daß die Belastung gleichmäßig verteilt und die heute schon an einem schweren Los tragende Bergarbeiterschaft nicht jener Teil des Boltes sein soll, dem die größten Opfer zugemutet werden. Deshalb richten wir an die Regierungsstellen und Bersonen, die an der Neuordnung der deutsch- polnischen Wirtschaftsbeziehungen mitwirken, die dringende Bitte, dieses Unrecht aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen zu verhindern." 7 Broz. Dividende bei der Hapag. Der Aufsichtsrat der Hapag, der Hamburg Amerita Linie, hat in seiner gestrigen Sigung beschloffen, für 1928 eine Dividende von 7 gegen 8 Broz. im Vorjahr auszuzahlen. Die Senfung der Dividende erfolgte jedoch nicht wegen verringerter Geminne, fondern es handelt sich bei der Berwaltung nur um die Frage, a uf fondern es handelt sich bei der Verwaltung nur um die Frage, a uf welche Weise die Gewinne untergebracht werden, bei den Aktionären oder in den Reserven. Troß der enormen Freigabegelder, die noch im Laufe dieses Jahres aus Amerita dem Unternehmen zufließen werden und 100 millionen bei weitem übersteigen, hat die Verwaltung es vorgezogen, eine ausgesprochene Referpepolitit zu treiben. Daß die Aktionäre darüber sehr erbost find, wird auf den Aufsichtsrat wenig Eindrud machen. Im übrigen fließen als Dividendensumme diesmal mit 11,2 Millionen Dlart nur 400 000 m. weniger an die Aktionäre, da 1928 erstmalig das gesamte Kapital von 160 Millionen Mark voll zu verzinsen ist. nach Eingang des Geschäftsberichts tommen wir auf den Abschluß noch zurüd. Die englische Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsminister gibt be. fannt daß sich die Zahl der in Großbritannien eingetragenen Ur. beitslosen am 4. d. M. auf 1 369 500 belief, das find 24 578 weniger als in der Woche zuvor, je bodh 207 347 mehr als in der entsprechenden Woche des Jahres 1928. billige 5 Extra 19 DIENSTAG Verkauf nur soweit Dorrat! Mengenabgabe vorbehalten! Wurstwaren Dampfwurst..... 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B., Bezirk Friedrichshain, veranstaltet am Sonntag, 17. februar, im Germania- Lichtspielpelast, Frankfurter Alice 313-314, eine Werbeshan Brogramm: Surnen, Gymnastil, Schwerathletit, Somotrainerrennen und Borführung bes neuen Bundesfilms: Die Beichtathletik". Anfang vormittags 10 Uhr. Eintritt im Vorverlauf 50 Pf., an der Raffe 75 f.. Rinber 10 f. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Butritt! Borverlaufsfarten find in ber Geschäftsstelle der Freien Turners& aft, Sichtenberger Ctr. 3, und in allen mit Berbeplataten belegten Geschäften zu haben. Die Parteimitglieder werden gebeten, big Werbeschau recht zahlreich zu besuchen. 6. Arels Kreuzberg. Seute, Freitag, 15. Februar, 19% Uhr, im Sigungsinal bes Bezirksamtes, Nordstr. 11, Situng bes erweiterten Kreisvorstandes, ber Bezirksverotbnetenfrattion sowie bez ehrenamtlich tätigen Genoffinzen und Genossen. Bortrag des Genossen Bürgermeister Herz. Heute, Freitag, 15. Februar. 33. Abt. Bereinigung für Soul- und Erziehungsfragen: Sigung um 20 Uhr im Zeichen faal ber Schule Ehrenbergstr. 24. Bortrag bes Psychopädagogen Justus Bopp über Brattische Binle zum befferen seelischen Verstehen unferer Kinder." Eintritt frei. 139a Abt. Freie Cholle. 20 Uhr im Schollentrug" Abteilungsversan.. lung. Bortrag ber Genoffin Margarete Hartig über Dichtungen unserer Zeit." Barteiangelegenheiten. Berschiedenes. Morgen, Sonnabend, 16. Februar. 123 Abt. Raulsborf. 20 Uhr im gotal Jägerheim" Mitgliederversammlung. Vortrag: Preußen und die Kontorbat." Referent Hans Bauer, Jungjozialisten. Gruppe Webbing- Gesundbrunnen: Heute fällt der Gruppenabenb aus. Wie beteiligen uns gefchloffen an der Kreismitgliederversammlung der Partei im Bazenhofer, Chauffeeftr. 64. Wichtiger Dinge wegen macht sich eine Zusammens funft vor der Versammlung notwendig. 8u biefem 3wed treffen wir uns bereits um 18% Uhr im Pazenhofer, Bersammlungsfaal. Gruppe Söneberg: Seute, Freitag, 19% Uhr, im Jugendheim Sauptstr. 13, Schwabenlandaimmer, Fortfegung der Arbeitsgemeinschaft:„ Entwicklung der marristischen Gedankenwelt." Leiter Heinrich Jakubowicz. Eonntag, 17. Februar, 19% Uhr, nehmen wir an bem Jad- London- Abend der Gruppe Charlottenburg im Jugendheim Rosinenstr. 4 teil. Bier große Tanzschlager auf Grammophon" unb„ Brunswid". Grammo phon" und Brunswid" Blatten find von jeher getreue Spiegelbilber der allerneuesten internationalen Sanzschlager. Diefe Tatsache im Berein mit einer bisher unerreichten, verblüffend naturgetreuen Klangwiedergabe haben„ Cram. mophon" und" Brunswid" eine Popularität in ben weitesten Kreisen verschafft. Hier awet gute Tips für die entzückendsten Neuaufnahmen der diesjährigen Saifon: Grammophon" Nr. 21 982 Sofes of Yesterday" und" Fliegerlicb". Ben Berlin und fein Orchester spielt fte mit hervorragendem Echmiß und vollendeter Natürlichteit! Brunswid A 7810 Dream House" und" Darling". Von Abe Lymans California Orchester zum Leben erwedt, ganz ausgezeichnet! Wer biese beiden Blatten befigt, hat zweifellos amei bet wertvoüften Tanzplatten. des Winters in Sicherheit" gebracht. Bet Gicht- Rheumatismus Herzerkrankungen, Arterienverkalkung, Nervenlolden Stern- Engel- Zee( giftfrei) Aerztlich empfohlen. Zu haben in den Apotheken. Bewelsmaterial gratis. Fabrik Vegetablischer Heilmittel, Bau Schandau/ Elbe. Lebensmittel Frisches Fleisch Schweineschulterblatt Pa. Rückeniett bratfertig Konserven Karotten, geschnitten/ Bose 0.38 Wirsingkoh!. Blumenkohl Suppenerbsen. . Konsum- Gemüse/ Dose Pid. Pa. Schweinebauch ohne Bellage 1.08 Pa. Schweineschinken 1.18 1.18 0.96 0.75 Berliner Allerlei 0.86 Leipziger Allerle! Spinat 9 Kolonia'waren 0.50 1.20 Backobst, gemischt.. Pid. 0.45 Pilaumen, entsteinte Aprikosen, kalif. getr.. 0.48 0.95 " Dose Pflaumen 0.58 Sultaninen kalit. naturell Ptd. 0.30 getr. Edamer 20% Holländer 20% Pid. 0.75 0.75 1.05 Kalbskamm ohne Beilage. Kalbsbug und-Brust Romatour 20% Stck. 0,24 1.49 1.50 Camembert, vollfett, Schachtel 1.30 Margarine, lose und 0.28 Pid. 0.52 B Kokosfett. Polnische 1.25 Tafel 0.62 Kalbskeule bis 9 Pid schw., ganz u. get. 0.94 Pa. Hammelvorderfleisch Pid. v. 1.06 an Pa. Schmorfleisch Keule o. Knochen 1.25 Pa. Roulade 1.34 • Pa. Suppenfleisch . Pid. v. 0.65 ST. Speck tetter O ... Pfund 1.15 Molkereibutter Plund 1.95 Pa. Schabefleisch 1.18 Pflaumen mit Stein, Ananas in eloenen Saft, Dose 0.65 D.- 1.05 Kohlrabi Tomatenmark Ital. 1/10 0.25 Eiermakkaroni Bruchmakkaron! 1/1 Dose.82 0.88 0.48 0.62 O Apfelringe, Burma- Reis Pid. 0.80 0.24 Elerschnittnudeln. 0.40 0.43 0.38 Speck mager, o. Rippen 1.38 Cervelat und Salami Pfd 1.70 Teewurst Sülze. Schinkenecken Schinken, gekocht Schinkenspeck 1.70 Tafelbutter Bratenschmalz. 0.55 Amer, Rohschmalz. 1.25 Eler, durchleuchtet 2,06 Schwe nekamm gepökelt. 1.28 Birnen kali. getr. • Pfund 0.80 Ausl. Tafelbutter 2.20 Pa Rindertalg selbstausgelassen 0.56 Birnen. 1/1 Bose 1.05 Pfirsiche walif. getr 0.68 " Apfelmus Ptd. 0,78 . 0.74 Stck. 0.14 2,00 Briekäse 2 Ecken 0.35 . 1.75 Spitzkäse, mager. Kiste 0.63 Pa. Schweinekopf m. Fettbacke 0.58 Kabler Pfund 1.28 Eisbein mit Spitzbein. Phund..1.04 Liesen Pfund 0.72 dänisch, Heidelbeeren Kürbis 0.6% 1.30 0.75 Aprikosen, hlb Frucht Pfirsiche, ganze Haferflocken... Pid. 0.23 Gebr. Gerste 0.23 1.60 S Weizenmehl, lose 0.17 1.45 Wiener Auszugmehl 0.20 Wild und Geflügel Wolgahühner.. Pfd. v. 1.15 an Aprikosen Suppenhühner Pflaumen Eimer 0.90 Pa. Flecke trisch Konfitüre 2- Pid Rinderzungen frisch Pa. Kalbsleber frisch 0.34 0.95 1.70 Bücklinge. Sprotten Seelachs. 0.60 1.10 0.98 an Johannisbeeren Gefr. Gänse Pfund von 0.82 an Gefr. Puten Pfund von 0.95 an 4- Fruchtmarmelade0.88 Pflaumenmus 2- Pfd.- Bimer 0.92 Enten Wildragout Hasen, gestreift u. • Pfd. v. 1.05 an 0.30 Erdbeeren • 1.15 Gefrier- Fleisch Pid. Pa. Sohmorfleisch Keule, a. Knochen 1.12 Pa. Roastbeef mit Knochen. ausgenommen Kaninchen, desgl. Kirschen. Preißelbeeren 0.95 an Blenenhonig 1.20 an Jam. Hum V. rscan. 38% Ltr 3.20 Weinbrand Spezial... Ltr. 3.60 1.30 0.92 1.35 Pa. Suppenfleisch 1.15 Pa. Hammelkeule 1/ 4- kg- l. 0.50 V/ a- kg- l 0.95 Pa. Hammelrücken von 0.70 1.06 0.98 an Seeaal Spickaale Wermuth- nen Fl. 1.15 Edenkobener Kiefernb rg 1 fl. 0.95 Bratheringe Lit. Hering i. Gelee Bismarckheringe Dos. Rol mops Portug. Oelsardinen 0.83 Pta. 0.80 0.75 Weißkohi Rotkohl Wirsingkoh Russ, Tafeläpter 4- Portions- Dosen 0.95 Kranzfeigen. Fischwaren Kaiser- Auszugmehl. 1/ Pid. 0.28 Obe und Gemüse Apresed. Dt. 0.50-0.80 Krimweintrauben Tafeläpfel.. " 0.25 . Pid. 0.35 0.25 Piund 0.15 • Pid 0.38 0.28 99 Dürkheimer Rotwein 4 1/1 F. 0.95 Im Lichthof: GROSSER EXTRA- VERKAUF Emaille Aluminium Co Jofeph& C Neukölln Berliner Str.51-55 Aus den Bezirken. Ueberholte Anträge der KPD. 11. Bezirk Schöneberg. Mit der Borsteherwahl und der Festlegung des dritten Mittwody in Donat als Sigungstag begann die erste Bezirksverordnetenpersammlung im neuen Jahr. Eine längere Debatte entspann sich bei der Vorlage des Bezirksamts wegen der Straßenumbenennung. Die Deutsch nationalen schlugen vor, eine Straße nach dem furze Zeit im Bezirksamt tätigen, inzwischen verstorbenen, herzlich unbekannten Stadtrat Lornien zu benennen. Die sozialdemokratische Fraktion beantragte, alte Straßen nach den Genoffen Wolkenbuhr und Rojer now zu benennen. Eine Borlage betreffend Neufestlegung der Fluchtlinien in der Tempelhofer Straße gab dem deutschnationalen Hausbefizer Müller- Gepfert Beranlassung, um die Profite der Hausbesizer sich Sorgen zu machen. Eine weitere Borlage verlangte die Bereitstellung von 11 000 m. aus Borbehaltsmitteln für besondere Unterhaltungskosten und 9150 m. für die Schaffung einer neuen Sterilisationsanlage im Auguste- Bittoria- Krankenhause. Genoffe Lazer wies mit Recht daraufhin, daß für solche Zwecke, die jede Berwaltung lange voraus fennt, die Borbehaltsmittel nicht da sind. Dem Ankauf der Grundstücke Akazienstraße 2 und Tempel hofer Straße 13 ftimmte die Versammlung zu. Es folgte dann die Beratung der Anfragen und Anträge der Kommunisten. Sie ver langten die Beleuchtung der Rodelbahn in den Abendstunden. Bu ihrem Leidwesen teilte der Bezirksamtsvertreter mit, daß die Be leuchtung bereits vorgesehen sei. Bei der Schaffung der Rodelbahn im Südgelände, um die fich unsere Genossen sehr stark bemüht hatten, fonnte man von einer Unterstützung der Kommunisten nichts merten. Eine sehr lange Debatte entspann sich um einen weiteren Antrag, der Maßnahmen für die sogenannten Wohlfahrtserwerbs: lofen fordert. Der Stadtverordnete Roth weiß zwar, daß das eine Angelegenheit der Stadtverordnetenversammlung ft, er mußte aber pflichtgemäß mit der Not der Wohlfahrtserwerbslosen politische Geschäfte machen. Den Standpuntt unserer Fraktion brachte Genojie afper zum Ausdruck. Nach längerer Debatte wurde der Antrag einem Ausschuß überwiesen. Weiter verlangte die KRD. die Beschaffung von Unterhaltungslettüre für die Wärmehalle. Be noffe Peterson perlangte die Auslegung von Zeitungen aller Richtungen aus dem Bestande der Bücherei; so wurde denn auch befchloffen Ferner verlangte die RBD. achttägige Boltsoor= stellungen in der Städtischen Oper. Es war dem Genossen. Flotau leicht, darauf hinzuweisen, daß im Berliner Etat für 1929 bereits 400 000 Mart für Bolfsvorstellungen eingefekt find, ferner feien bereits 50 Borstellungen für Minderbemittelte pro Jahr vorgesehen, so daß die tatsächlichen Verhältnisse bereits über den Antrag der APD. hinausgehen. Ein Abände rungsantrag unferer Fraftion, beim Magistrat um Vermehrung der Boltsvorstellungen vorftellig zu werden, fand Annahme. Eine An frage der KBD. bezog fich auf die mishandlung eines Boltsichülers Durch den Lehrer D. Der Bezirksamtsvertreter Hamann ftellte feft, Daß Strafantrag gegen den Beschuldigten geftellt und er in ein Schwebandes Berfahren nicht eingreifen tönne In einer meiteren Anfrage verlangten die KPD.- Leute Aufklärung über die Be schaffung von neuen Räumen für die Bolksküche, da das alte Ge bände in den Befik des Karftabt Konzerns übergegangen fei. Die RBD. hätte fich aus dem Kaufvertrag, dem fie felbft zugestimmt hat, leicht informieren tönnen, daß bort eine Summe für Befchaffung neuer Räume vorgesehen sei. Aehnlich ging es ihr mil ihrer Anfrage über die Aufstellung von Epidemiebaroden im Krankenhaus, auch hier hatte sie der Borlage des Bezirksamts 311geftimmt und mußte fich sagen lassen, daß bei dem anhaltenden Frostmetter leiber die Arbeiten nicht meitergeführt werden können. snill Eine neue Schule. 16. Bezirk Köpenid. lshabe 2 In einer von den Elternbeiräten und sonstigen Schulinteressenten der Ortschaften Rahnsdorf Wilhelmshagen heffenmintel einberufenen öffentlichen Bersammlung sprach am 19. b. m. im Restaurant Bärenhöhle", am Bahnhof Rahnsdorf Stadt. schulrat Genoffe Rydahl über Schulbau in der Stadtgemeinde Berlin und Neubau der Sentral fchule für Rahnsdorf- Wilhelmshagen- Heffenwintel. An Hand von Lichtbildern und Plänen sowie Gegenüberstellung alter und neuer Berliner Schulbauten brachte er in feffelnden, mehr als einstündigen Ausführungen den Gegensatz zwischen alten und neuen Schulprinzipien zur Darstellung. Lebhafter Beifall dankte bem Redner für seine fachkundigen Ausführungen, an die sich eine aus. gedehnte Debatte anschloß. mab Rotleidendes Markthallengewerbe. Die Arbeitsgemeinschaft Berliner Martthaifenvereine, die befanntlich in der Zeit vom 11. bis 16. März d. 3. eine Martthallen- Werbewoche veranstaltet, erstattete in einer Bersammlung im Martihallen- Restaurant Lüde, Alexanderplatz, den Delegierten der einzelnen Marttverbände Bericht über Zwed und Ziele der kommenden Beranstaltung. Nach der Begrüßungsrede des Borsigenden Barts ergriff Syndikus Meging das Wort und sprach von der ernährungspolitischen Bedeutung des Martthallengewerbes, das heute, nach baid 50jährigem Be= stehen, einen schweren, fast trisenhaften Eristenztampf führt. Die tommende Werbewoche, der eine groß angelegte Propaganda in Form aufklärender Rundfunkvorträge, Berteilung von Werbematerial und Aufführung eines Werbefilms zugrunde liegt, soll nun dazu dienen, der Deffentlichkeit die Existenzberechtigung diefes Gewerbes zu beweisen, einmal durch weitgehende Retlame, dann aber vor allem durch Lieferung von Qualitätsmare. Es sprachen noch Bertreter verschiedener Verbände und alle find fich darin einig: Es muß alles haran gelegt werden, durch zeitgemäße Geschäftstaftit Dienst am Kunden nennen wir es heute das Kaufintereffe des Publikums zu erhöhen. Es mag heute für diese Gewerbetreibenden fein Leichtes sein, sich im Konkurrenztampf behaupten; einmal ist die Bage mancher Marithallen rett ungünstig und dann ist das Auslegen der Ware nicht so vorteilhaft zu gestalten wie in Ladengeschäften. Man sollte sich aber auch in diesen Kreisen endlich darüber flar werden, daß man weder der Wirtschaft noch fich selber dient, wenn man sich im Sinn einer überlebten Handesanschauung nur bemüht, den Geldstrom der Käu fer aus den Kaffen der Konkurrenz in die eigenen zu leiten und man foll sich doch der Erkenntnis nicht verschließen, daß die ungeheure Arbeitstofigteit und die gefundene kauffraft der großen Maffen tatastrophal fich auch auf den freien Handel auswirken muß und auswirkt. Denn in Anwendung cines alten Bortes fönnte man sagen: Hätte der Arbeiter Geld, häit's die ganze Welt. STADTA BEILAGE RK VORWARTS Das Arbeitsamt Ost. Nach der Umorganisation. dem er sich von seinem Arbeitsnachweis eine Stempelfarte besorgt hat. Sein Antrag wird zunächst genau aufgenommen. Außerdem hat er eine Arbeitsbescheinigung vorzulegen. Erst wenn er 26 Wochen im Jahr gearbeitet hat, tann er Unterstüßung verlangen. Ferner muß er eine Bescheinigung über die Höhe feines Lohnes in den letzten 13 Wochen und daß er versicherungspflichtiges Mitglied bei einer Krantentasse war, beibringen. Der Antrag wird, wenn diefe Bapiere geprüft sind, in der Hauptverwaltung noch einmal fon trolliert und unterstützungsreif gemacht. Die Erledigung der Anträge wird in der Regel so beschleunigt, daß der Erwerbslose nach der acht tägigen Wartezeit am Ende der zweiten Woche feiner Arbeitslosigkeit, wie es das Gefeß bestimmt, zum ersten Male feine Unterſtügung erhält. Nur in wenigen Fällen, die fomplizierter gelagert sind, und wo unter Umständen der Spruchausschuß angerufen werden muß, perzögert sich die Erledigung der Anträge. Gegen eine eventuelle Ablehnung seines Antrages hat der Erwerbslose zunächst ein Einspruchsrecht. Wird sein Einspruch vom Leiter des Arbeitsamtes abgelehnt, fo tann er den Spruchausschuß, der aus dem Leiter des Arbeitsamtes und je einem Bertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammengesetzt ist, anrufen. Gegen die Entscheidung des Spruchausschusses fann beim Landesarbeitsamt die Spruchfammer und dann noch den Spruchsenat beim Reichsversicherungsamt um Entscheidung ersuchen. Gegen einen einstimmigen Beschluß der ersten Instanz bei Krisenunterstügung gibt es feinen Einspruc Am 1. Oftober 1928 ift das Gefeß über Arbeitsvermittlung| hagen und Grünau errichtet. Dort meldet sich der Arbeitslose, nach und Arbeitslosenversicherung, für das die Sozialdemokratie feit Jahren gefämpft hat, in Kraft getreten. Eine Forderung, für die die Partei ihre besten Kräfte in Barlament und Regierung ein gelegt hat, war damit erfüllt! Durch das Gefeh wurde die Unter. tuzung zu einem Rechtsanspruch. Aehnlich, wie bei der Kranten wenn er versichert ist Rechts tasse, hat heute der Arbeiter anspruch auf Hilfe während der Arbeitslosigkeit. Das Gesez machte den Neuaufbau einer Bermal tung notwendig, um die vielen Aufgaben, die den ausführenden Organen, den Arbeitsämtern, zugewiesen werden, zu er füllen. Aus den Dienststellen der Bezirksämter wurden felbftän bige Berwaltungen. Der ganze Behördenapparat der Arbeitslojen betreuung und unterſtügung wurde aus den Bezirksämtern heraus gelöst und neu organisiert. Diese Arbeit war insofern erschwert, als in der Zeit des Neuaufbaues der Berwaltung teine Stodung in der Bezahlung der Unterstügung, noch in der Bermittlung von Arbeitskräften eintreten durfte. Außerdem sollte diese Berwaltung möglichst wirtschaftlich arbeiten, der Dienstbereich größer fein, als bisher. Unter Leitung des Stadtrats Genossen Brühl wurde für Berlin und die nähere Umgebung ein Landarbeitsamt und neum Arbeitsämter in den verschiedensten Stadtbezirten aufgebaut, Raummangel hemmte den Berwaltungsaufbau besonders start. Geeignete Räume waren in den schon überaus start belegten städtischen Ge bäuden fast garnicht zu finden. Auch heute noch sind die Bureaus einiger Arbeitsämter nur provisorisch untergebracht. Sehr häufig find sie für die Arbeitslosen schlecht zu erreichen oder in ihrem Aus maß so beschränkt, daß nur winzige Barteräume für die Arbeitslosen geschaffen werden konnten. Noch versuchen die Arbeitsämter ohne Reubauten auszukommen. Auf die Dauer wird der heutige Zustand unhaltbar bleiben. Ein schnell arbeitender Behördenbetrieb darf nicht in weit getrennt liegenden Räumen untergebracht sein. Die räumliche Trennung bebingt nicht nur eine unnüße Bermehrung des Berjonals, also Belastung, sondern, und das ist gerade bei der Arbeitslojenbetreuung sehr erschwerend, eine Verschleppung in der Bearbeitung der Anträge. Die Anträge müssen von einer Stelle zur anderen expediert werden, was einmal Zeit foftet, und die Erledigung auch dadurch verlangsamt, weil Rückfragen erschwert sind. Wie sehr die Verwaltung schon angewachsen ist, zeigt die Tätigkeit der Nebenstelle Lichtenberg. Dort wird täglich mit Ausnahme des Sonnabend an fünf Kaffen gezahlt. In den Monaten Oftober und November hat diese Nebenstelle allein 3 Millionen Martausgezahlt. Besonders erschwert ist die Arbeit der Arbeitsämter mit den Krankenkaffen. Jeder Arbeitslose bleibt in während seiner Arbeitslosigkeit zahlt das Arbeitsamt für ihn die der Kasse, in der er bisher Mitglied war, weiter versicherungspflichtig.. Beiträge. Durch die noch allzu starte Zersplitterung im Krankenfaffenwesen ist z. B. das Arbeitsamt Oft gezwungen, mit 94 Krankenfaffen alle Boche die Beiträge zu verrechnen. Das belastet die Ver= maltung naturgemäß ungeheuer. Die Verwaltung der Arbeitsämter ist in einem Bierteljahr aufgebaut und sicher noch nicht völlig eingespielt. Mängel merden sich hier und dort noch zeigen. Das es nicht immer am mangelnden Willen der Beamten liegt, sofort Uebelstände zu beseitigen, follen die Schilderung der Tätigkeit des Arbeitsamtes Dft zeigen. Das Arbeitsamt Oft ist mit einer Hauptverwaltung in dem neu errichteten städtischen Gebäude am Stralauer Blag in Räumen untergebracht. bie recht freundlich hergerichtet sind. Die Barteräume find leicht erreichbar und liegen in unmittelbarer Nähe der Abfertigungsstellen. Leider mußten auch bort zuviel Berwaltungsstellen untergebracht werben, so daß ber Blag fhon heute unzureichend ift. Außer dem Arbeitsamt Oft find noch Berufsberatung, ber Arbeitsnachweis für Arbeitsamt Oft find noch Berufsberatung, der Arbeitsnachweis für Landwirtschaft, und der für Hauspersonal bes Arbeitsamtes Mitte einquartiert. Das Arbeitsamt Dft hat ein Gebiet von 265 Quadrat filometer zu betreuen. Der Arbeitsbereich erstreckt sich von ber Warschauer Straße bis nach Mahlsdorf Hoppegarten- Marzahn und füblich bis nach Grünau und Eichwalde- Schmödwig. 16 000 Arbeits lofe merben von dieser. Verwaltung erfaßt. Außer den öftlichen Stadtbezirken Berlins gehören noch Teile von Niederbarnim und Teltow zum Arbeitskreis des Amtes. Außer der Hauptverwaltung find noch fünf Nebenstellen errichtet, in denen die Anträge aufge nommen merden und auch die Auszahlung der Unterstügung erfolgt. Nebenstellen sind in Lichtenberg, Raulsdorf, Köpenid, Friedrichs. I aussichtlich eine Einheit mit dem Krantenhause bilben. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz. Bekanntmachung. Die in der außerordentlichen Ausschuß figung ant 16 Auguft 1928 befchloffene neue Raffeniagung ist vom Oberverficherungs amt Berlin am 22. Januar 1929 genehmigt worden und tritt baber mit diesem Tage in raft mit dem gleichen Tage verliert bie bisherige Sagung ihre Gültigkeit. Berlin- Stegltz, ben 13 Februar 1920 Der Vorstand. Finger Borfigender. Roglin Schrififührer Gesunden Schlaf kräftige Nerven verschafft bei längerer Kur Baldravin WZ342687. Man achte auf den ges.gesch Namen, Zu haben in Apotheken und Drogerien. Wo nicht erhältlich, weisen wirVerkaufsstellen nach Otto Stumpf A- G. Chemnitz. Am Lager über 150 Standuhren Goldene Herren- Uhren Uhren aller Art Gold- und Silberwaren Silber- and Alpakabestecke Trauringe Karl Wutke Uhrmachermeister Invalidenstraße 16 ( Stettiner Bahnhof) v.85 M. an Gegründet 1900 Bettfedern Adolf Pohl Dresdener Straße 15 Fabrikgebäude Entbindungsanstalt in Lichtenberg. Seit Jahren schon hatte fich im Bezirt Lichtenberg wie überhaupt im Osten und Nordosten Berlins immer fühlbarer das Fehlen einer zeitgemäßen Entbin dungsanstalt bemertbar gemacht. Die fozialen und hygieni Ichen Notstände des östlichen Berlins madyten schließlich den städtischen Körperschaften die Errichtung einer aus. reichenden Entbindungsanstalt inmitten des Wohngebietes der arbeitenben Benöfferung zur unbedingten Bflicht. Die in Bichtenberg in Verbindung mit dem städtischen Krantenhause schon be stehende Entbindungsanstalt ist in ihrer ganzen Art nur als Bro: pisorium zu betrachten. Ein Ausbau dieser Anstalt war aus räum lichen Gründen nicht möglich. So fand dann schließlich der Plant Berwirklichung, gegenüber dem Strantenhause und dem städtischen Bolfsbabe an der Hubertusstraße einen Neubau zu errichten. Der Bau ist jetzt bereits unter Dach. Mit seiner endgültiger Fertigstellung und mit der Inbetriebnahme der Anstalt ist voraussichtlich Anfang 1930 zu rechnen. Zusammen verfügt die Anftalt über 138 Betten für Erwachsene und 82 Betten für Säuglinge. In wirtschaftlicher, verwaltungs- und betriebstechnischer Be ziehung wird die Entbindungsanstalt nach ihrer Fertigstellung vor Warum denn frieren?! Wollwesten, Windjacken, warm gefüttert A- uto- und Chauffeurpelze, Autodecken Reisedecken, Reformunterwäsche M- otorradkleidung, warm gefüttert E- delpelze für Damen und Herren K- nabenwintermäntel und-Joppen L- ederjacken, Lederwesten, Ledermäntel E- islauf-, Rodel-, Skibekleidung I- oppen, Jünglingsbekleidung D- amenwintermäntel und Sportbekleidung U- Ister, Paletots, Unterziehjacken N- ormalunterwäsche für Damen und Herren -amaschen für Herren, Damen und Kinder Jetzt besonders billig! Kommen Sie zu uns! BAER SOHN= Berlin N4, nur Chausseestr. 29-30 Untergrundbahn: Stettiner Bahahof( Nord- Ausgang) Zusammenfassung des Krankenkassenwesens Zu dem Gedanken einer Zllsammeufasiung der kranken- frisseti, für den eine von na» am 1. Zanuar verössenlUchte Znschrifi aus den Kreisen der Saffenmilglioder sich einsehle, uuftcrl sich einer, der die Sache von der anderen Seite befrachtet. Jener Vorschlag hat, führt er aus, für die Versicherten neben einigen kleinen Vorteilen viel« Nachteil«. Der Genosse Zippel und die Berliner Gewerkschaftstommission haben nicht mit Unrecht sich gegen diesen Gedanken der Errichtung einer Groh- Berliner Ätammutkrankcnkasse gewendet und Hoden sechs groß« leistungsfähige K r a n k e n k a s s e n vmgeschtagen. Auch bei der Arbeitslosenversicherung hat man Groh-Berlin in sechs Bezirke eingeteilt. Man hat sich gehütet, nur« i n Arbeilsamt für die Riesenstadt zu schaffen, wodurch die Verbindung.zwischen Versich«- rnngsträger und Versicherten wahrscheinlich völlig verloren gegongen wäre. Haben die Krankenkassen nicht mindestens ebenso nötig, Ihr« Telhstverwaltungskörper so zu gestalten, dost sie in der o/rbeiten-den Bevölkerung ihren Stützpunkt finden?' Soll die Selbstverwaltung der Krankenkassen, die bisher- vom Standpunkt der Versicherten in den letzten 2l) Jahren mit. grötzter Energie verteidigt wurde, plötzlich nichts mehr wert fein? s Kann.von einer Selbstverwaltung und von einer ständigen Verbindung zwischen Arbeiterschaft und Krankenkasienorganen noch die Rede. sein, wenn in Grost-Berlin nur wenige Menschen in die Organe dieser Mammutkrankenkasi« gewählt werden? Diese müßten im Wirtschastsleben so gestellt sein, daß sie ihre ehrenamtliche Tätig- lest bei erheblichem Aeitoufwond ausüben können, was einem im Betriebe stehenden Arbeiter nicht möglich ist. Di« in Grost-Berlin noch vorhandenen Krankenkassen führen, soweit sie weniger als 100 000 Mitglieder hoben, in ihrem Vorstand und Ausschuß die Betriebzratsobleut« der mittleren und Großbetriebe als Berstchertsnvertreter. Die Wünsche und Ansichten der Arbeiter- schzft in den Betrieben über den Ausbau der zuständigen Kranken» lasse spiegctn sich hierdurch in den Organen der Krankenkasse natur- gttreu wider. Dieser an sich erfreulichst« Zustand in dem Bild« der Selbstverwaltung der Krankenkassen würde dann verschwinden. Ebenso- wie haut« bei solchen Krankenkassen, die mehrere hundert- tatisend Mitglieder zu verzeichnen haben, nur noch Personen im Vorstande'siftem die nicht den Kreisen der Pflichtmstglieder ange- hören, sondern ihre Mitgliedschaft aus früheven Zeiten kreiwillig aufrechterhalten haben, würde bei der zu errichtenden Mammut- krankenkasse über Groß-Bsriin der gleiche Zustand in verstärktem Maße eintreten; nur Festbesoldete könnten ein solches Dorstandsamt noch ausüben. Eine völlige Bureoukratisierung der Krankenver- sicherung und eine damit«inhergehend« Entfremdung gegenüber der werktätigen Bevölkerung wäre die natürliche Folge dieser Neuerung. Einheitlichkeit der Beiträge und Leistungen würde durch die Zusammenfassung der Ortskrankenkassen allein nicht erreicht. Neben ihnen gibt es ja noch l!8 Betriebskronkentassen, 53 Innungs- kronkenkassen und 18 Ersatzkassen. Bei der heutigen Zusammen- setzung des Reichstages ist an eine Beseitigung dieser Krankenkassen nicht zu denken. Die Vereinheitlichung von Beiträgen und Leistungen kann nur durch den vom Hauptverband beut- scher Krank-ntassen eingereichten Dorschlag betr. die Gründung von bezirklichen Zwongsverbänden mit einheitlichen Satzunqsbestimmungen über Beiträge und Leistungen erreicht wer- den. Nach dem Vorschlag jener Zuschrift würden wir die Verbin- dung der Berliner Krankenkassenverwaltungen mit den industriellen Betrieben zerschlagen, die Arbeiterschaft würde aus den Vorständen und Ausschüssen herausgedrängt, um einem kleinen Kreis« Fest- besoldeter Platz zu machen, und das, was der Verfasser wünscht, würden wir nicht eintauschen. Zu dem Zeitverlust bei Abhebung des Krankengeldes sz. B Wohnung in Baumschnlenweg, Krankenkasse in Spandaus ist zu de- merken, daß die Kronkenkassen dauernd werben für da» System der Einsendung der Krankenscheine und der Uebcriendung de» Krankengeldes durch die Post. In den Kreiskrankenkassen der Pro. vinz ist dos wegen der weiten Entfernungen schon längst eingeführt. Die Errichtung einer Mammutkrankenkasse würde ähnliche Er- s ch w e r n i s s« schassen. Die in den einzelnen Bezirken errichteten ZahlsteNen haben eben nur die Möglichkeit, aus Anweisung der Zentrale zu zahlen. Alles übrige, z. B Ausstellung eines Medizin scheines für freiwillige Mitglieder, Erledigung eines Antrages auf Hellstättenbehandlung, Zahnersatz oder andere größere Heilmittel, kann nur von der Zentrale au» geschehen, weil nur dies« die Unter- logen für die Nachprüfung des Anspruchs in der Mitgliedertariei hat Da die Zentralstell« naturgemäß von den Wohnungen der Mitglieder auch manchmal sehr weil obliege« wird, sind ähnlich« Schwierigkeiten nicht zu vermeiden. Schließlich muß auch den Versicherten daran siegen, eine ge- wisse Vergleichsmöglichkeit unter den einzelnen Kranken. lassen aufrechtzuerchokten. Riesig« Monopolverwaltungen haben nicht immer das Bestreben gezeigt, sich schnell neuen Situationen anzupassen. Die in diesen Riesenverwaltungen arbeitende Verwal- tungsmaschine vermag den bureaukratischen Amtsschimmel am wenigsten zu entbehren. Unhaltbare Zustände! Vit Schulverhaltn sse im Bezirk Jriedrichsham. Der Initiative unserer Genossen in der Bezirkskörperschaft sst es zu danken, daß endlich eine grundlegende Ueberprüfung der Zustände in den Schulen de» Bezirks sfrisdrichshain durch einen Sonderausschuß vorgenommen wurde. Dabei hat sich ergeben, daß hitr ojirklich noch vie'es erneu« rungzbedürftig ist. Das kommt vor allem auf das Schuldkonto des alten Regimes, denn in vielen Fällen sind zwanzig und mehr Jahre verflossen, seit eine Renovierung vorgenommen ist. Die Kriegszeit und die folgenden Jnflätidnsjahr« ließen dann für diesen Zweck keine Mittel frei. So konnten unter dem Drängen der Linken erst in den letzten Iahren hier und dort Neuerungen eingeleitet werden. Düß lM aber mit besonderer Energie--- besonders in den Innenbezlrken— ans Werk gegclttgsn werden muß, das beweist auch der Bericht des Sonder- ausschussos. Von den fast 70 Schulen de» Bezirks Frisdrichzhain sind es nur etwa vier Schulen, die allen Ansprüchen genügen. In den beiden Schulen Krautstr. 4Z und Große Frankfurter Str. 23 sind die Verhältnisse derart unhaltbar, daß eine Weiterführung des Schulbetriebes geradezu unverantwortlich erscheint. Er- satz bauten sind dringend erforderlich. Um- und Erweiterungsbauten machen sich in den Schulen Diestelmeyersträße, Höchste Straße, Strausberger Straße, Friedenstr. lk, Georgenkirchstroße, Andreas- straße und Memeler Straße notwendig. Die ollgemeine Raumnot im Bezirk zwingt aber, bei Neubauten in entlegene Viertel— z. L. nach Stralau— zu gehen. Da zu wenig Schulroum vor- banden ist, werden in den nächsten Iahren die Klassen überfüllt sein. �Ür wichtige hygienisch« Zwecke— Baderäume, Schularzt» zunmer. Wascheinrichtungen, moderne Trinkanlagen und Aborte sind gleichfalls keine Räume vorhanden. Die Abortanlagen sind bei der jetzt herrschenden Külte meist eingefroren. Für die Kinder besteht dauernd Krankheitsgefahr. Die Korridore sind ungeheizt und so dunkel, daß in vielen Fällen Licht auch bei Tage gebrannt werden muß. Die alte unpraktische Bauweise in den 30, 40. ja 80 Jahre' stehenden Bauten engt und bedrängt. Darunter leidet natürlich die Durchführung moderner pädagogischer Grundsätze im Sch"kbetrieb. Unhaltbar ist es weiter, daß die Hilfsschulen in Klassen anderer Schulen mit untergebracht sind. Sonderbauten für die Hilfsschulen sind unbedingt erforderlich. Auch das Schulpersonal— Lehrerschaft, Schulhausmeister und Schutheizer— hat unter diesen Zuständen zu leiden. Zum Teil wohnen Schu'hausmeister und Heizer noch in Kellerräumen, zum Teil sogar west entfernt in anderen Bezirken. Ein Ortskarkell Berlin der Arbeiksgemeinschosk sozialistischer Alkoholgegner. Acht Oraainsationen, darunter die Arbeitern) ohlfahri, der Bezirksbildungsauszchuß, Arbeiterjugend, Kinderfreunde, Jung- soziasisten, Arbeiter-Äbstinenten-Bund, hatten dieser Tage Vertreter entsandt, � um«in Ortskartell, wie es berestg in einer Reche anderer Städte besteht oder in der Entstehung ist, ins Leben zu rufen. An eine kurze Darlegung der wichtigen Aufgaben, die angesichts der wachsenden Alkoholnot den sozialpoliti- schen und Kulturarganisationen der Arbeiterschaft gestellt sind, durch Genassen Katzenstein, schloß sich eine Aussprach«, die voll« Heber- einstchnnung ergab und. einig« nächstliegend« Arbeitsgebiete schärfer herousarbeitere. Man war sich einig, daß es zunächst gilt, die noch iernstehenden Verbände, wie Gewerkschaften und ein« Reihe anderer, deren Zentralen bereits der Reichs-Arbeitsgemeinschaft(Vorsitzender Genosse S e v e r> n g> angeschlossen sind, zur Mitarbeit heranzu- Ziehen und d'e Aufklärung über die Alkoholsrage, namentlich durch die Arbeitrpresse und die Blldungsanstalten der Bewegung zu be- treiben, um dadurch den Grund kür planmäßige praktische Arbeit: Schaffung alkoholfreier Arbeiterheim« nach Wiener Muster. Trinker- iürsorge und dergl. zu legen. Besonder« Aufmerksamkeit soll dem Schutz der Jugend vor Alkohoizwang und-Verführung und der Der- drängung des Altoholgemisses bei der Arbeit und sonst durch wert- volle Getränke gewidmet werden. Di« Gründung de» Orts» kartell» wurde einstimmig beschlossen, als Geschäfts- sichrer Genosse Simon Katzenstein in Charlottenbupg. Rxbuhrstr. S1 (Femruf Bismarck 2587), bestellt. Die Partei im 20. Kreis. Kürzlich hielt der K r e i s R e I n i ck« n d o r f seinen diessährigen Dertretertag im Schügenhaus in Reinickendorf-Ost ab. Der Vorsitzende des Kreises, Genosse Lorenzen, erstattet« den Jahresbericht. Danach bat der Kreis in seinem Mitgliederbestand«inen erfreu- lichen Aufschwung- genommen. Di« Mitgliederzahl betrug am Ansang des Jahre» 1009 und am Ende d. I. 2 1 4 8. mithin eine Z u» nahm« von 33 P r oz. Auch brachte der W. Mai 1928 ein« Erhöhung der für die Partei abgegebenen Stimmen ooy.lSSl3 vom 4. Mai 1924 auf 24 722. Für die Frauen gab den Bericht die Genossin Anno Kiesel. Aach hier macht sich elttt Zunahme um nahezu 33� P r o z. bemerkbar. Sie wies auf weiteren Ausbau der Frauenabende hin. da unser Ziel nur durch intensivst« Mitarbeit der Frauen erreicht werden kann. Genosse W o l l- s chlä a e r gab den Bericht der Bezirksverordnetenfraktion. Infolge der gestiegenen Einwohnerzahl de« Bezirks von 92 000 mif 130000 haben sich zahlreich« Erweiterungen der vorhandenen stödt'schen Ein» rlchtunoen al» notwendig erwiesen. Auch in unserem Bezirk wird entgegen dem Borschlao der Kommunisten die Deseßuna der Aemter noch der Stärke der. Varteien vorgenommen. Zum K r« i s v o r- fitzenden wurde Genosse Lorenzen«instimmig wieder- gewählt, 2. Vorsitzender ist Genosse T i r p i tz. -Was ist Togal?� Togal- Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel bei Rheurtta, ölehl, Ischias, Grippe, Nerv an und Kopf schmars, IrkSItungskrankhaüan I _ thädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 500 Aerzte. darunter viele bedeutend, Professoren, die gute Wirkung de» Togal. Frag«« Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mk. 1.40. Kreis Pankow marschiert! Die Delegierten de» 19. Kreises traten am Montag im„Türki- fchen Zelt" zur Entgegennahme des Jahresberichte« zusammen. Genosse M ü h l m a n n konnte mstteilen. daß sich die Organisation des Kreises im letzten Jahr sehr gut entwichest Hot. Ein Zuwachs von über 400 Mitgliedern ist zu verzeichnen Unter Berücksichtigung der Struktur des Kreises ist das«m glänzende» Resultat Genosse A m b« r g glaubte, seinen Bericht über die Tätigkeit der Stobt- verordnetenfraktion kurz fassen zu können, da ja der„Vorwärts" laufend berichtet. Er hob besonders hervor, daß es der Fraktion im Berichtsjahr gelungen ist. das Wohnungsbauprablem stark zu fördern. Genosse K l ü h s- Pankow kritisiert« die Kürze des Ambergschen Berichts, da wir allen Anlaß haben die gute und west vorausschauend« Arbeit der sozialdemokratischen Stadtverord- neten der breitesten Oeffentlichkest mitzuteilen Der Bericht der Bezirksverordnetenfraktion, der Pressekommission, der Frauen und der Jugend mußte aus Krankheits. und sonstigen Behinderung»- gründen auf die nächste Sitzung vertagt werden. Nachdem dem Kassierer einstimmig Entlastung erteilt war, gab Genosse Krüger einen kurzen Rückblick aus die Tätigkeit der„Arbeiterwohlsahrt" und auf die Mieterbewegung. Bei den folgenden Wahlen wurde Genosse Mühl mann zum ersten und Genosse Hoeoen zum zweiten Borsitzenden einstimmig wiederoewählt. Zu Schristsührern wurden die Genossen L o e s n« r und M e f« k. zu Kassierern die Genollen W. Hengst und Bartels gewählt. Beisitzer sind die Genossen Wischka, Scheibe. Petters, Laganz und Hübner. Blankenburg und Karow werden ihren Beisitzer noch benennen Di« Frauenleiterin Genossin Kubig und Genosse Hieg« als Pressekommissionemit- glied wurden wiedergewählt. Al» Revisoren fungieren die Genossen Nonnenmacher, Lehmann und Pinner. Eingangs der Versammlung konnte Genosse Mühlmann mitteilen, daß der erweiterte Bezirks- vorstand den ursprünglich Pankower Antrag aus bezirkswesse An- stellung von Parteisekretären jetzt ausgenommen hat und die Frage vor den Bezirkstag a.n 28. April bringen wird. Die Delegierten sprachen sich zustimmend aus._ Eine Neunzigjährige. Mstw« Anna Dilge. geboren am 15. Februar 1839 zu Niederhein. Kreis Bromberg, jetzt in Neu- kölln. Pflügerstraße bei Haber, wohnhaft, feiertheuteihren 90. Geburtstag. Da» Schwimmbad in der Schule. Dos Bezirksamt Neukölln plant noch Entwürfen von Taut einen modernen Schulbou im Flach- bausystem. Di« neue Schule wird neben anderen Neueinrichtungen auch ein Schulschwimmbad erhasten. volkschor. Wegen des Schulschlusses muß die heutige Prob« des Berliner Volkschors ausfallen. Das Stiftungssest unter Mitwirkung mehrerer Künstler, u.' a. Sven Scholanders, sindet am Sonnabend, dem 16. Februar. 20 Uhr, im Spreegarten statt! Mitglieder, Ange- hörig« und Freund« des Thors können die Lorten erst an der Abendkasse erhalten. ..Der Hund im Großstadtverkehr". Zu diesem Thema spricht am 20. Februar, abends 8,15 Uhr. Polizeioberleutnant Wynecken im großen Saal de» Landesaussiellungspork», Alt-Moabit 4—10. Eis» tritt ist frei. Benxit�eilTe reinigt empfindliche Wäsche in kaltem Wasser Darum wasdien Sie Seide, Kunstseide, Wolle und farbechte bunte Sachen— alle diese zarten Gewebe, die nicht gekocht werden dürfen, mit Bcnzit- Ueberseife(Seifen fäden)! In ihr wirkt das Wasch vermögen vorzüglicher, schäumender Seifertflocken vereint mit der unwiderstehlichen Lösungskraft des Lösungsmittels Benzit Das Benzit löst mit vorsichtiger Energie den Schmutz aus den Gewebeporen— die milde Seifenlauge spült die gelockerten Schmutzteilchen dann leicht heraus. Dabei arbeitet das Benzit ohne Jede Gewalt, ohne Schärfe! Ihre seidenen Wäschestücke erhalten neuen Glanz und Griff, Ihre Woll- und Danellsachen werden weich und locker, die Farben Ihrer bunten feinen Wäsche werden frisch und leuchten wie neu. In allen führenden einschlägigen Geschäften finden Waschvorführungen statt, in denen Sie sich selbst von den Vorzügen der Benzit- Produkte überzeugen können. Benzft-Sesfe dir Die Lösungsmittelse BENZ IT-AKTIEN GESELLSCHAFT. BERLIN NW 7, TELEPHON: ZENTRUM 6188 Alljährlich lieft man, so oft der Winter einmal einen Anlauf zu i?rövelec Strenge nimmt, von berüchtigten Mntern in früherer vkit. Manches, was da an bemerkenswerten Erscheinungen zu- sammengetragen ist. klingt unseren kritischeren Ohren etwas phan- tastisch! anderes wieder ist nicht ungewöhnlicher, als es auch Borgänge aus unseren Tagen sind; vor ollem aber fehlt allen derartigen alten Auszeichnungen aus einer Zeit, in der nur einige wenig« Menschen lesen und schreiben konnten, das dokumentarische Gewicht. Denn wir wissen ja nicht, inwieweit jene mittelalterlichen Chronisten und Stadtschreiber nüchterne Naturbeobochter oder aber leichtgläubige Phantasten waren, die sich angesichts der damals so gut wie völlig fehlenden Vertehrsverbindungen von Reisenden, die allerhand seit- fame Mären zu berichten wußten, Bären ausbinden liehen. Des» halb haben nur diejenigen allen Berichte Wert, deren Ursprung genau festgestellt und deren mehr oder weniger begrenzte Zuver- läsiigkeit so weit, wie ee heute überhaupt noch möglich ist, nachge- prüft worden ist. Das gilt vor allem auch für Wetteraufzeichnun- gen aus weit zurückliegenden Zeiten: vereinzelte Berichte, die nicht anderweitig bestätigt sind, haben nur wenig Beweiskraft, und nur aus übereinstimmenden, verschiedenartigen Quellen, die einander bestätigen, lassen sich wirklich zuverlässige Schlüsse auf besondere, ungewöhnliche Naturvorgänge ziehen. Eine derartige Sammlung, Lergleichung und Nachprüfung von Wetterberichten aus den Zeiten. in denen es eine Meteorologie überhaupt noch nicht gab, hat in e ner höchst sorgfältigen Untersuchung über„Die Winter im westlichen Europa" Dr. E. E a st o n. Mitglied des Nieder- kindischen Meteorologischen Instituts und Präsident der Meteorolo- gischen und Astronomischen Gesellschaft der Niederlande, unternom- men und im Verlag von E. I. Brill-Leyden veröffentlicht. Das wertvolle Buch enthält neben einer genauen Charakterisierung der neuzeitlichen Winter bis 191K auf Grund exakter Temperaturberech- nungen von 12 wichtigen meteorologischen Stationen de» westlichen Europa«Ine sehr groß« Zusammenstellung alter Aufzeichnungen über den Winter Im Originaltext verschiedener Sprachen, und es er- geben sich daraus unzweideutig die hervorstechenden Eigenschaften der einzelnen Winter, wodurch es möglich ist, sie je nach ihrem Ler- lauf genau zu beurteilen, ohne auf Grund von Zufälligkeiten zu Fehlschlüssen zu gelangen. Obwohl sich Easton bei seinen Untersuchungen auf Westeuropa beschränkt hat und die Linie Bremen— Straßburg etwa die Ost- grenze de» von ihm untersuchten Klimagebietes darstellt lim Süden und Westen ist es durch die Pyrenäen und die französische Küste begrenzt), so haben die Ergebnisse doch auch für ganz Mitteleuropa Gültigkeit, weil man weiß und auch jetzt'wieder fiehr. daß gerade die allerstrenasten Winter stets zugleich Mittel- und Westeuropa heimsuchen. Es ergibt sich daraus weiter, daß die allerft'-engsten Winter, auch„Große" Winter genannt, Naturereignisse von säkularer Seltenheit sind, und daß es im letzten Jahrtausend deren nicht mehr al« höchstens zehn gegeben hat. Begreiflicherweise nimmt die Zuverlälsigteit der Aufzeichnungen ab. je weiter sie Ins früh« Mittekalter zurücklühren: ober vom Beginn des!Z. Jahrhundert» an darf man sich nach Eastons Meinung auf die allen Quellen einioermaßen verlassen. Wenn man trotzdem den Berichten über zwei ausnehmend strenge Winter, die das IS. Jahrhundert gebracht hat, noch nicht allzu großes Gewicht beilegen will<«» handelt sich um die Winter von 1496 und 1432), so bleiben als die allergrimmig- Alex.v.Saciier lUanoch:&-Q£Q, trsählung aus den Slarpalhen (Schluß.) Traian verstummte, denn als wir um die nächste Biegung kamen, lag da» Dorf vor uns. In allen Hütten brannte Licht, und dunkle' Gestallen standen in Gruppen uncher. Wir ritten die Dorf- straß« entlang, schweigend, und unsere Fackeln warfen aus die Mauern der Hüllen phantastisch« Schatten. I« näher wir(Sofias .Hau, kamen, um so dichter standen die Dörfler. Sie wichen jedoch ehrerbietig vor unseren Uniformen zurück, denn diese Grenzer sind alle geboren» Soldaten. Sostas Haus stand etwas abseits vom Dorf platz. Wir hielten vor dem Tor inmitten einer schreienden gesrituliorenden Menge aber bei unserem Erscheinen verstimmten all«. Ich gewahrt« vornehmlich Weiber, und ihre haßperzerrten Gesichten, vom Schein« der Fackeln beleuchtet, hotten wenig Menschliches an sich, Costa, ein junger stämmiger Bauer erwartete u»» vor dem Tore. Ich kann dir den Eindruck nicht schildern, den sein Gesicht auf mich machte. E? war das Gesicht eines Manne«, der soeben mit dem leibhastigen Saian gerungen hatte, ohne zu unterliegen. Ich winkt, stumm, daß wir eintreten wollten. Wein Unteroffizier sprang au» dein Sattal und näherte sich dem Tor. Er näherte sich dem Tor. oder im gleichen Augenblick fuhr er erschrocken zurück. In der dunklen Toröflnung stand ein Hund. Ein riesiger Pergwols, wie ihn die Hitten in jenen Gegenden züchten. Sein eisgraue» Fell leuchtet« im Finster«. Er stand da mit rückwärts gestemmten Läusen, zum Sprunge goduckt. lautlos. Ich sage dir, mein Junge, es lies mir lall über den Rücken, als ich die Bestie gewahrte. Ich zog meinen Revolver. Aber ich kam nicht zum Schuß. Denn Costa stieß im gleichen Moment einen wütenden Schrei aus»griff»iv« schwere Latte und schlenderte sie aus das Tier. Wir börte» ein leises Wimmern, und es flüchtet« über de» hinteren T-ll de» Hofes. In der niederen Stube brannte ein Toglicht. Do« Weib lag mit weitoffenen Augen da. ihr bleiche» Gesicht war von einer Flut blausibwarzer Haar«. umrahmt. Aber obgleich sie die Augen offen dielt schien sie nicht bei klarem Bewußtsein zu fem. Sie mußt« noch sehr'jung lein und war von wunderbarer Schönhell. Costa, der bis fetz, kein Wort gesprochen hatte, fragte mll eintöniger ttefer Stimm« zum Doktpr: „Bist du der Arzt, Herr?" Wir" ständen' uweTdem' votspring«nden Dach de» Houses. als der Doktor nach«in«r W«il« zu uns kam. Gr war bleich, und sein« Sttrwne hatte«inen ungewohnt«« Klang: „Dieses Weib hat heute nacht gebor«n," sagte er,„ich oersteh« nur nicht," und er wandte sich an Eosta,.wo habt ihr..." „Folge mir, Dornnu Doktor, und auch du, Herr," sagt« Costas eintönige Stimm«. Wir folgten ihm in den dunklen Garten. Der Sturm hatt« nachgelösten, und im tanzenden Licht der Fackeln schien all«», was nun geschah, unwirklich zu sein wie ein häßlicher Traum. Costa hatte einen Spaten ergriffen und begann in einer Ecke der Gartenmauer zu groben. Aber taum glitt sein Spaten knirschend in da« lockere Erdreich ein. da geschah etwas, das nicht geeignet war. unsere durch diese Nacht bereits überreizten Nerven zu beruhigen. Ein grauer Schatten taucht« In unserem Rücken aus. und wir sahen, daß der große Wolsehund uns mit gesträubtem Fell umkreiste. Ich schwöre dir, mein Jung«, daß sein« grünen Lichter nach Mord dürsteten. Er beschrieb immer schnellere Kreis« um un» und heull« und wimmerte dabei in Tönen, daß un« das Blut in den Adern er- starrte. Und wir waren keine Feiglinge. Wir vom Grenzregiment. Eosta hob den Kops und hiell mit dem Graben inn«. Er zog einen allen Trommelreoolver au» der Tasche. Er legte aus di« Bestie an, zielte sorgsätrig und drückte ab. Der Hund tat einen Lustsprung und fiel wi« ein«Sock zu Boden, ohne einen Laut von sich zu geben. Aber vom.Hause her erscholl- im gleichen Augenblick ein markerschütternder, furchtbarer'Schrei. Er kam au» dem Zimmer, in welchem bi« junge Zig/unerin lag. Dann war Schweigen. S» schien mir, als fei Costas eifern«» Gesicht grau geworden wie Asche. Dann hieb«r den Spaten ein und grub weller. Roch einer Weile kam eine kleine Pappschachtel zum Lorschein. Er reicht« sie dem Arzt. Der hob den Deckel ab. In der Schachtel lag das Embryo eines Hunde». Nur war der Körper völlig unbehaart. Spitze Wolfsohren, Schnauze, Gebiß. „War es tot?" fragt« der Arzt. „Es war tot." jagt« Costa mll farbloser Stimme. Und setzt bohrten sich sein« Blick« mll saugender Gewall in di« Augen de» Doktor». Nun. er war ja ein junge« Kerl che«, dieser Doktor und «in großer Menschenfreund dazu. Und er sigte nur so viel: „C» ist unmöglich. Costa. Cs ist unmöglich." Aber seine Stimem zittert« dabei. Und ich glaub« noch heut«, daß dieses Zittern feiner jungen Stimm« da» Todesurteil dieser Frau war. Denn, als wir nach einem, schweigsamen Ritt im neuerwachten Morgen di« Hälfte des Heimweges zurückgelegt hatten, berührte Traian, der un» da» Geleit« gab, meine Schulter. Und er fuhr sich mit feiner großen Hand über bi« Augen, als verfcheuchte er ein« Fliege.■,? „Sich dich um. Domnule." Ein schmales Flammenbündel stieg aus jener Gegend hoch, und well der Wind immer stärker weht«, schwankt« es wie ein« rote Fahne hin m�> her. Ein« Stunde später meidet« mir einer der Beilage des Vorwärts SSSSBSSSSBBBBSSS Leute, di« ich zur Bewachung zurückgelassen hatte, dos Geschehene. Costa hatte dl« Hütt« angezündet und war entkommen. E» ist zuviel Stroh und trockenes Holz in diesen Hütten, Herr Oberleutnaill, da war nicht« zu machen. Freitag 6. Februar �929 Unterhaltung unö ÄVissen 3)ie fünf strengsten Winter berüchtigte Vorgänger dieses Winters im leisten Jahrtausend sten fünf Winter übrig, die in die Zeit zwischen 156S und 1830 fallen.- Gleich der erste, eben der von 1564/65, wird als hart in ganz Europa, besonders aber im Westen geschildert Er dauerte in Paris nach einem Bericht Aragos vom 20. Dezember 1564 bis zum 24. März 1565 und war ungeheuer schneereich. Die Scheid« und alle anderen Flüste waren zugefroren, und in Antwerpen feierte man aus dem Eise des Stromes Fest«. Noch schlimmer war der Winter von 1608, der nach allen Quellen wohl der fürchterlichste des ganzen Jahrtausends gewesen sein muß. Der Frost dauerte überall von Mitte Dezember bis Mitte März und erstreckte sich über all« Länder von Skandinavien bis nach Frankreich und Italien. All« großen Flüsse waren wie„versteinert": auf dem Eis der Themse konnte man Feuer anzünden: Znyder-See und Oere-Sund könnt« man gefahrlos überkreuzen: in Nord-Holland platzten in der Kälte tne Bäume, und in den bis zum Grund gefrorenen Flüsten gingen alle Fische zugrunde. Auch aus Berlin, Esten und anderen deutschen Städten gibt e» Bericht« über die jurchibar« Kälte dieses Winters, der erst nach hundert Jahren, 1709,«inen ähnlich schlimmen Nachfolger fand. Wieder waren alle Flüste und Seen gefroren, selbst der Ebro in Spanien. In Holland froren die Arme des Rhein» noch im März zum zweitenmal zu, auch in England fror es drei Monate lang, und die strenge Kalt« beherrschte ganz Europa von Riga und Stockholm bis nach Neapel und Cadix. In Preußen, Holland und England lag tiefer Schnee: die Erde gefror über drei Ellen tief: Wild, Vögel und Menscken erfroren in Mengen. Allein im Pariser Bistum kamen an die 2000 Menfchen ums Leben. Auch der Winter von 1740 war furchtbar: er dauerte in Frankreich vom Oktober 1739 bis in den März, in Deutschland sogar bis in den April, der in Berlin nicht wärmer war al» ein milder Januar- monat. In den preußischen Staaten wurden durch den entsetzlichen Frost die Saaten, die Obstbäum« und di« Weinberg« zerstört: Bäum« und Sträucher grünten erst im Juni: es herrschte in ganz Preußen Hungersnot, und die Armen litten unter den durch den harten Winter begünstigten epidemischen Krankheiten entsetzlich. Der letzte unter diesen schrecklichen Wintern war der von 1830, der auch schon domole al» einer der strengsten In der Geschichte galt. Der Frost breitete sich von Deutschland aus Westeuropa bt» nach Spanien und Portugal au», wo er unerhört streng war, und er glich dem gegenwärtigen Winter darin, daß e» gleichzeitig im hohen Norden mild war. Auch die erreichten niedrigsten Temperaturen— vor hundert Jahren gab es ja schon exakte, meteorologische Auszeich- nungen-j.' hatten ung«fähr..da« gleicht Ausmaß wie di« jetzt wieder vorgekommenen /Kältegrade:, sie stimmen zum Tell ganz auffällig mit unseren gegenwärtigen Februartemperaturen überein. In Berlin, wo außerordentlich viel Schnee lag, wurden Ende Dezember all« Wagen in Schlitten verwandelt/ in Spanien hatte jeder Verkehr aus- gehört, und im«armen Andalusien gingen nicht weniger als 14000 Stück Di«h vor Kälte ein. Ebenso wie setzt brachen ganze Wolfsrudel bis in di« bewohnten Dörfer ein, und zahlreiche Personen wurden von den vor Hunger wütenden Bestien zerrissen. Hinter diesen katastrophalen Wintern wird der von 1929, das kann man schon heut« sagen, nicht zurückstehen, und wir wollen nur hassen, daß die heute lebend« Generation nicht noch einen zweiten Winter von dieser Strenge zu erdulden hat. ArnoldKöllner. Als der alte General an dies« Stelle gelangt war. sah ich. daß sein Schnurrbart traurig niederbaumelte. Dann hob er den Kops und sah Mich stechend an: „Nun, mein Jung«, wie hat es dir gefallen?" „Hm," sagte ich.„es ist wirklich ein« packend« Geschichte" „Du glaubst doch an ihre Wahrheit, wie?" „Seldstverständlich," beeilte- ich Mich zu sogen. Da lächelte er so freundlich, wie oben nur mein alter General lächeln kann.___ Wenn Wlaterie verdampft... Der englische Forscher Eddingion, gleich ausgezeichnet al» Far- scher wie al» phantosievoller populärer Darsteller, meint darüber folgendes: als höchst« Temperatur, die in unserer Welt möglich ist, kommen etwa 40 Millionen Grad in Frage. Bei dieser Temperatur beginnt die Materie sich in Strahlung vollständig auszulösen,, ge- wissermaßen zu verdampfen. Die Materie verschwindet also, an ihrer Stell« tritt eine entsprechende Menge Lichtenergi« aus. Dieses Licht zerstreut sich im Weltenraum nach ollen Seiten hin und wird sozusagen von der Unendlichkeit verschluckt. Nimmt man aber das Universum als endlich nü, so wird sich dies« Strahlung nach den Gesetzen des Zufalls irgendwo im Kosmos treffen und durch Verdichtung wieder Stoss bilden,„Energiepakte", wie die modern« Physik sagt. Diese Vorstellung von der verdampfen- den Materie und der sich wieder neu ausbauenden bildet die Grund- läge für moderne Weltschöpstingslehreii. lötibei wird nicht mehr wie zur Zeit Kante das Planetensystem in» Aug« gefaßt, sondern gleich das ganze Universum. 3)as tragischste Mapilel der Polar geschichte Als da» tragischste Kapitel der Polargeschichte bezeichnete der Teilnehmer an der unglücklichen Nobile-Expedition Franz Behounek in seinem soeben bei S. 21. Brvckhous erscheinende» Wert„Sieben Wochen auf der Eisscholle" den Marsch de« Schweden Malmgren uiw der beiden Italiener Marians und Zappi, den dies« zur Rettung der verunglückten Nobile-Expedition antraten. Dies« Episode der ganzen Polartragödi«, bei der Malm- gren den Tod fand, ist am meisten besprochen worden, und die Dar- stellung Behounek«, die auf intimster Kenntnis beruht, verdient daher besondere Beachtung. Nobile hatt« eingewilligt, daß dt» drei Männer von der Eisscholl«, auf der die Geretteten dahintrieben, an Land gingen, um Hilfe zu holen. Malmgren, der über«Ine größere Erfahrung im Polargebiet verfügte, war an der Hand verwundet und herzkrank, chofst« aber, dte Anstrengungen zu überwinden.. V llebtirdie Dorpäiigeaus diesem.rocesmaxsch" schreibt Beyaua-r: „Nach vierzehn Tagen' kann Malmgren iricht weiter. Sinti.im Schnee zusammen und fordert sein« Kameraden auf, ihn zu verlassen und sich selbst zu retten. Glaubte er. daß sie un« retten könnten. glaubten die beiden Offiziere noch alten Erfahrungen, daß sie noch zum Ziel gelangen könnten? Das sind Fragen, auf die ich nicht antworten kann und auf die auch si« die Antwort schuldig bleiben. Waren dies« Menschen in dem Augenblick noch normal, als zwei den dritten lebend verließen, indem sie im Schnee ein Grab für fhn ausgruben und einen Teil seiner warmen Kleidung und den Rest seiner Borrät« mitnahmen? Noch nie ist in der Geschichte der Polar- tragödien jemand unter Umständen wie Malmgren von seinen Kameraden verlassen worden. Der Norfall ist so schrecklich und so erschütternd, daß- er dafür zeugt, daß di« beiden Italiener in dem Augenblick den Verstand verloren hatten." Malmgrens Heldennalur log es gewiß nah«, den anderen das Opfer seines Leben« zu bringen, aber es ist unverständlich, wie die beiden Italiener dos Opfer annehmen konnten und dies läßt sich nur aus einer„Polar- p l y ch v s e" erklären, der sie verfallen waren. Durch da« Zurück- lassen Malmgrens wurde sa ihre Lope nicht wesentlich gobeiiert. Der schneeblinde Marians mußte von Zappi geführt werden. Fünf Tage, nachdem sie den Gefährten im Schneegrab zurückoelosien haben, steht Zavpi die ersten Flugzeuae über sich, aber die mächtipen Metollvögel fliegen fünfmal über ihre» Häuptern hinweg, ohne sie zu bemerken. Die Kanal« ringe um die beiden werden größer: di««igen« Eisscholle, aus der si« sich befinden, wird an der Ober- fläche von der Sonn« und von unten her vom warmen Walser beiwat: die Lebensmittel gehen zur Neige, Zapp, hol schon«knige Tage. Mariano noch viel länger nickt» geoesfen. Sie hatten bereits je de Hoffnung aufgeaaben, als Tsckuchnowski sie auf seinem Junkers- slugzeug entdeckte. Der russische Flieger, gibt die Nackricht an den Eisbrecher„Krassin" weiter, und obwohl er unterdessen selbst hat notlanden müssen, bittet er telegraphisch, zuerst die Schisfbrüchigen zu retten, und wartet selbst geduldig eine volle Woche auf eirwr Eisscholle. Nach mehr als 24stündlgem Kampf findet der„Krassin" die beiden Schisfbrüchigen aus einer kleinen Eisscholle:„Mariono. ganz entkräfiet, kann nur den Kopf heben. Zappi steht und winkt»er. zweifelt mit beiden Händen, aus Furcht, daß dar„Krassin" ihre» kleinen Sisblock überrennt. Der Eisbrecher halt neben dem Eisblpck. und ein» Lausbrücke wird herabgelassen—«in Stahlkoloß neben einer kleinen Eisscholle, auf der«in Menschenleben schon beinal,« auszulöichen droht. Während eine Tragbahr« für Mariano geholt wirb, desien einzige L»beneäußerung ein oelegentliche« Heden des Kopfe, mit dem iverklärt. kindlichen Läckeln eines tadgeweihten Menschen ist, findet Zappi im Fieber der Erregung genügend Kraft. die Brücke zum„Kralstn" allein hinaufzuNettern. Und irgendwo nah« im Meer, vielleicht nur einige Kilometer entfernt, treibt eine klein« Eisscholl« mit dem armseligen, gemarterten Körper Malmgren»..."____ Der vakterlen Svrlngbrunnen. Die eigentümlich« Erscheinung. die man mit dem Namen„Batterien-Springbrunnen" bezeichne«. kann man an Schweselbakterien beobachten, die man in einem Tropfen schwefelwasserstofshalttgen Wasser« unter dem Mikroskop beobachtet. Da diese Bakterien zu ihrem Leben sowohl Schwefel- Wasserstoff, als aucy Sauerstoff brauchen, so bewegen sie sich un- ablässig von der schweselwasserstoskhattigen Mitte de» Wasserttapsens geaen den sauerstoffhaltigen Rand zu und umgekehrt wieder nach der Mitte, und zwar, wie der Forscher Pia beobachtet hat. in so reget- mäßiger Bahn, daß die hin- und rückwandernden Bakterien an den Anblick eiiie» sich aleichmäßig bewegenden Springbrunnens«rinnern Den Weg vom Grund bis zur Spitz» de». Brunnen, legen die Bakterien im Lblattf von je fünf Minuten zurück. Wohnung und Bekleidung. Berteuerung auf Kosten der Ernährung. Der Kampf am das tägliche Brot gestaltet sich insbesondere für die werftätige Bevölkerung Deutschlands immer schwieriger. Die Inappe, vielfach unzureichende Entlohnung genügt bei weitem nicht zur Befriedigung der bringendsten Bedürfnisse. Daher der Mangel in der einen oder der anderen Richtung. Was die Ernährung betrifft, fo unterliegen die Ausgaben für dieselbe, gemessen an dem jeweiligen Lebenshaltungsindeg, in den letzten drei Jahren feinen allzu großen Schwankungen und bleiben in sehr bescheidenen Grenzen. Nur im Oftober und November 1928 maren die Ausgaben für die Ernährung Ausgaben für Ernährung und Wohnung in Deutschland Ernährung Wohnung 102.5 104.2. 104.s 100. 100.1 99. Jeweiliger Lebenshaltungsindex= 100 | geringer als der Lebenshaltungsinder, die Ernährung der breiten Maffen Deutschlands war also unzureichend. Beeinflußt wird diese Unzulänglichkeit u. a. durch gesteigerte Ausgaben für Wohnung, die Unzulänglichkeit u. a. durch gesteigerte Ausgaben für Wohnung, die insbesondere im Jahre 1927 große Erhöhung erreicht haben. Noch schwieriger laften auf der deutschen Bevölkerung die Ausgaben für die Bekleidung, die weit über dem Lebenshaltungsinder stehen, was zur weiteren Verminderung der Ausgaben für Ernährung zur Folge hat. 3. Ausgaben für Wohnung und Bekleidung in Deutschland, Wohnung Bekleidung 122.4 108.4 110, 111.1 104.s 112.7 Jeweiliger Lebenshaltungsindex= 100 83.5 1 83.s 78.6 83.8 82.2 78.6 83.2 82.2 Z Z ૩,૭ ૧૧.૩ 73.9 72,5 65.% JMMJ S NJ MMJ SNJ MMJ S NJ FAJA ODFAJA ODFA JAOD 1 9 2 6 19 2 7 AO 1928 1929 Die Stadt Berlin vor dem Arbeitsgericht. Im vierten Angestelltentarifvertrag der Stadt Berlin lautet der 8 30 wie folgt: Für Angestellte, die infolge Invafidität oder Unfall in ihrer Arbeitsfähigkeit beschränkt sind, werden die Dienstbezüge im Einzelfalle von dem Magistrat im Benehmen mit der zuständigen Angestelltenvertretung besonders festgelegt. Diese Angestellten dürfen an Bezügen zufammen nur foviel erhalten wie die Angestellten der Bergütungsgruppe, der fie jeweils angehören. Diese Bestimmung ist hart, wird jedoch von fast sämtlichen Bezirtsämtern und dem zentralen Magistrat nur dann an gemandt, men der Betreffende wirklich in seiner ihm zugeteilten Arbeit erwerbsbeschränkt ist. Ein Bezirksamt aber fud te allen Unfall- und Invalidenrentnern das Gehalt zu fürzen. Die Folge war eine Klage vor dem Arbeitsgericht. 14 65.2 80000 JMMJ SNJ MMJ S NJ MMJ S NJ FAJA OD FAJAO DFAJA OD 1926 1 9 2 7 1928 1929 timmung dazu verweigert, daß dem Kläger der Tariflohn um die Summe der Unfallrente gefürzt wurde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, daß der fragliche§ 30 in dem maßgeblichen Absaze fagt, daß Unfall oder Invalidenrente nur dann abgezogen werden darf, wenn die in Frage kommenden Angestellten in ihrer Arbeits. fähigkeit beschränkt sind. Das bedeute, daß diese Beschränkung der Arbeitsfähigkeit an dem von dem Angestellten betreuten Arbeitsplay unbedingt in ihrer Dienstleistung zur Wahrnehmung fommen muß. Leistet jedoch, wie in diesem Falle, der Angestellte das volle Arbeitspenfum auf feinem Arbeitsplage, so würde ein Abzug zu Unrecht erfolgen. Das Arbeitsgericht gab der Berwaltung recht. Das Gericht ging in der Urteilsbegründung nicht darauf ein, daß die Angestelltenvertretung die Zustimmung zur Gehaltstürzung verweigert hatte. Dabei sieht der Tarifvertrag ausdrücklich vor, daß die Kürzung mur im Benehmen mit der Angestelltenvertretung erfolgen fann. Das Gericht betonte aber ausdrücklich, daß der Magistrat nur formaljuristisch im Recht sei, die moralische Seite 3m vorliegenden Falle mar der Kläger infolge eines Ober. schenfelbruchs unfallverlegt und bezog feit mehreren Jahren Under Streitfrage unterläge nicht der Judikatur des Gerichts. fall rente. Die Angestellter Gegen des Urteil ist deshalb Berufung eingelegt worden. retung hatte ihre Bu 57000 Maler und Lackierer organisiert. ,, Der Maler", das Organ des Verbandes der Maler, Ladierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder, fann berichten, daß der Bera band im verflossenen Jahre über 8000 neue Mitglieder gewonnen hat. Und das trotz der ungünstigen Konjunktur, trog der tommunisti schen Heze gegen die Gewerkschaften. Ende 1927 zählte der Verband 48 747 Mitglieder, Ende 1928 aber 56 898 Mitglieder, also 8151 Mitglieder mehr oder 16,5 Broz Von den Verbandsmitgliedern sind 8809 in der Industrie beschäftigt Weibliche Mitglieder, die in den vom Ver band erfaßten Berufen ziemlich selten sind, zählt der Verband 254. Der Schlüssel zu dem Wachstum des Berbandes ist wohl mit darin zu finden, daß er sich auch der Lehrlinge annimmt, die in Zahl von rund 8000 zu seinen Mitgliedern zählen. Bei den Berliner Friseurgehilfen. " Nach dem Jahresbericht, den Liere, der Sefretär des Berliner 3weigvereins des Arbeitnehmerberbandes für das Friseur und Haargewerbe in der letzten Generalversammlung im Alexandriner" gab, hat die große Masse der Berliner Friseurgehilfen und gehilfinnen immer noch nicht bes griffen, daß auch sie gewerkschaft ich organisiert sein muß. Der Tariflohn bleibt zwar noch hinter den Löhnen der ungelernten Arbeiter zurück und wird vielfach nicht einmal gezahlt, allein, man bekommt nach wie vor Trinkgeld, auch Prozente vom Verkauf, zum Teil auch von der Bedienung, und hat die Aussicht am Ende auch einmal elbständig zu werden. Arbeitslos waren tund 2500 Gehilfen und 168 Gehilfinnen. Der Verband hat bisher auch die unorganisierten Arbeitslosen kontrolliert, fann es aber weiterhin nicht mehr, so daß die feit 10 Jahren schwebende Frage der Schaffung eines einheit lichen Arbeitsnachweises wieder in Fluß gelommen ist. Der Tarifmindestlohn wurde 1928 zweimat erhöht, zuletzt auf 38,50 M. Die neunstündige Arbeitszeit wird von den Geh Ijen nicht einmal eingehalten. In einem Warenhaus forderten die an geftellten Friseurgehilfen von der Geschäftsleitung eine Verlänge rung der Arbeitszeit, die nur noch möglich ist durch Kürzung der Mittagspause, um mehr zu verdienen, d. h. um mehr Trinkgelder und Prozente zu machen. Die Haarformer- Innung, die über die zunehmende Konkurrenz und eine dementsprechende Preisdrückerei auf der einen, einer Verteuerung der Ladenmieten auf der anderen Seite flagt, glaubt einen Ausweg in der Lohndrückerei gefunden zu haben. Mit einem Schlage wurden 150 Gehilfen entlassen und dafür billigere" eins gestellt. Arbeitsgerichtsflagen auf Bezahlung von lleberstunden müssen abgewiesen werden, da es nach dem Tarif keine Ueberstunden gibt. Die Eltern der Lehrlinge unterlassen es oft, beim Lehrvertrag die Kostgeldentschädigung auszubedingen; nach Jahr und Tag tommt es dann zu Differenzen, wobei das Versäumte schwer wieder nachgeholt werden kann. Den Kaffenbericht gab Rogge, der eine gewisse Zunahme der Mitgliederzahl und eine Besserung der Kassenlage feststellte. Die Opposition" fuchte die Leitung der Organisation für die Gleichgültigkeit der Unorganisierten verantwortlich zu machen. Den Rapedisten wurde jedoch von allen übrigen Rednern bedeutet, daß fie durch ihre Paro'enreiterei das Versammlungsleben in einer Weise stören, die auf die Dauer unerträglich ist. Liere gewählt und Rogge als Kassierer neu bestätigt. Als 1. Borfißender wurde Schüße, als 2. Borfizender Die Cohnverhandlungen im oberschlesischen Bergbau sind auf ernen toten Punkt angelangt. Die Verhandlungen am Mittwoch sind ergebnislos verlaufen und neue Verhandlungen zum 19. Februar anberaumt. TIETZ Billige ebensmittel Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Beile- Alliance- Strasses Wilmersdorfer Str. Brunnenstrasse* Kottbuser Damm* Andreasstrasse Frisches Fleisch Pa. Rinderkamm Pa. Fehlrippe ... Pfund 76Pr ..... Pfund 88Pt. Pa. Schmorilelsch Keale, o. Knochen, Ptd. 1,24 Pa. Rouladen..... Pa. Schabelleisch.. .Pland 1,36 Pfand 1.24 Pa. Roastbeel ohne Knochen.... Pfund 1,44 Pa. Kalbsschnitzel...... Ptand 2,10 Pa. Rinderleber Pfand 1,30 Kalbskamm shne Beilage........ Pfund 78Pt. Kalbsrücken ohne Beilage........ Ptand 88Pr. Kalbskenlen bis Pid. schw., ganz ad. gatekt, Prd 95Pt. Kalbshaxen... .... Ptand 68Pt. Pa. Schweinebauch ohne Beilage, Pfund 1,12 Pa. Schweineschinken eder- Blatt, Pfand 1.18 Pa. Kassler mitd....... .Pland 1,25 Pa. Schweinekamm 8. Kotelett..Pfand 1,36 Pa. Rückenfett bratfertig, o.Schwarte, Pfd. 98Pt. Pa. Famme vorderfleisch..Ptand von 1,08 an Pa. Talg ausgelassen........... Pfund 58Pt. Gefrierfleisch Pa. Schmorfleisch Keale ohne Ka., Pfand 1.12 Pa. Gulasch ohne Knochen. Pfand 88Pt. Pa. Suppenfleisch Ptand von 68Pt.an Pa. Hammeivorderdleisch Prund von 88PL. an Pa. Enter frisch.............. Pfund 26PL. Pa. Schweineköpfe fr., m.Fettbaeke, Ptd. 58Pr. Konfitüre PlandEimer 2 PfundEimer Pflaumen.98Pf. Erdbeer....... 1,30 Aprikosen... 1,10 Kirsch......... 1,35 Johannis: eer 1,15 Himbeer...... 1,35 Orange....... 1,15 Ananas ....... 1,45 Vierfruchtmarmelade 2- Pfund- Eimer 88Pt. Pflaumenmus........ 2- Pfund- Eimer 92-1. Preise nur Freitag und Sonnabend Sifche * Kabeljau o., Lganz., Pld. 22Pf. Schellfisch...... Pfand 36Pt. * Seeladhs o.K., 1. g., Pid. 23Pt. * Rolbars......... Pfund 25Pt. * Kabeljaufilet. Pfund 40PL Englische Mengenabgabe vorbehalten Verkauf soweit Vorrat- Obst und Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen Wild und Russ. Gänsen 82 Pfd. von Wolgahahner 1,15 Hirschbraten... Geflügel Räucherwaren beste deutsche Radium Gummiwärmflaschen 250 290 320 3.50 Wirtschaftshandschuhe Qualität, Stück ans feinem Paragummi, in allen Grössen Marke Minerva Marke Heliodor Paar Paar 75PL 95PL. Masthühner Pund 1,45 Räucherheringe 28.25Pt Spirituofen- Deffertweine Hirschblätter von 852 an 1,45 an Pfund von Obst und Gemüse GrüneHeringes Pid. 68PL.. Zander gefroren, Pfund 65Pt. Wirsing- o.WeisskohlPtd. 12et. Tafeläpfel....... Pfund 42Pt. Nur Lo'pr. Str. Alexanderpl., Frankfurt, Allee, Rolkont....... Pfand 15Pt. Kalif. Apfel.... Pfand 45Pt. Kattbus. Damm, Belle- Alliance- u.Wilmered. Str. Dauerzwiebeln Pland 15Pt. Apfelsinen.... 3 Pfund 78Pt. Kranzleigen.... Pfund 26PL. Blutapfelsinen 3 Ptd. 95 Pt. Portugiesische Oelsardinen 4 Portions- Dosen Pf. Norw.Bücklinge Ptd. 25Pt. Hamburger MakrelBücklinge...... Pfund 30Pf. Flundern rauhe.. Pfund 50Pt. Sprollen Kiste 1 Pfd.brat. 42pt. Fleckheringe... Pland 45P. Seeaal Plund 75Pt. Bratheringe, Hering in Gelee Smyrnaleigen Pfand 28Pt. Manchen Pland 85et. Bismarckheringe 83 Pt. Erdnüsse....... Pfund 40Pt. Bananen..... 3 Rollmopse Dose.. Blutapfelsinen in Kisten von 64 bis 180 Stück Inhalt, Kiste 975 Käse und Sette Wurfwaren " volifett vol f. Pd. Rolwurst....... Pfund 70Pt Schinkenpolnische P. 1,30 Allg.Romalour20% Pt.24p. Edam.Holländer P. 1,10 Zwiebelleberwurst Piand 65Pt. 1. Leberwurst..Pfund 1,60 Allg. Stangen 20% Pid. 48Pt. Alig Limburger Pld 1,10 Speckwurst... Pfand 1,00 Schinkenwurs!.. Pland 1,65 Steppenkäse 20°., Ptd. 75Pt. Berliner Mellwurst Prd. 1,05 Zervelat......... Pfund 1,70 Edamer Käse 20% Ptd. 75Pt. Margarine Pld. 52, 55, 62Pt. von 1,35an Holländer 20% Pfund 75Pt. Bayr. Schweizer Hausm.- Leberw. 4. 1,05 Salami.......... Pfand 1,70 Blockkäse Tile Art, 20% Pld.88Pt. Rohschmalz.... Pfund 78Pt. Jagdwurst....... Pfand 1,20 Teewurst......... Pfund 1,75 Knoblauchwurst Ptd. 1,20 Schinkenspeck..Ptund 1,75 Emmen thaler Art.... Pfund 1,20 Griebenschmalz Ptd. 82Pt. Bralenschmalz Pfund 78Pt. Blockkäse Fleischwurst.... Pfund 1,30 Nussschinken. Pfand 1,95 Dän. Schweiz. 30% P.d. 90Pt. Molkereibuller Pfund 1,98 Mettwurst Brasnachw. Act.Pd. 1,40 Brieecken vollfett, Stück 15pf. Tafelbutler...... Pfund 2,08 Camembert voll, Schacht, 25Pt. Dän. Tafelbuller Ptd. 2,30 Kolonialwaren Westfälische Hildesheimer.. Ptand 1,45 Felldarmwurst Pfand 2,25 Dampiwurstera 98Pt. Corned beef P 1 00 Fetter Spec Pra.1,25 Konserven Dora Gemischtes Eler Pfund 26PL Dose Backobst Pra. 40, 48, 58Pt. Suppeneinlagen Prd. 48Pt. Kaisererbsen Scheiben, ........ 1,65 Kohlrabi Sheber: 60Pt. Kalif. Birnen Ptd. 68, 95Pt. Tafelreis Kalif.Plaumen P. 32,40P.. Bruchreis........ Pfund 19PL Junge Erbsen fein.... 1,25 mit Gris... Jg. Erbsen mittelfeta 78PL. Role Beele............ 55Pt. Kali. Pfirsich.68, 90Pt. Palnareis....... Pfund 28Pt. Gemüseerbsen...... 50Pt. Pilaumen mit Stein.... 68Pt. Kalij Aprikos.Pd.95P. 1,20 Weizengriess. Plund 22Pt. Jg. kleine Karollen 80P. Pflaumen ohne Stein... 90P. Kalif. Ringäpfel Plund 95P. Haferflocken... Pfund 24Pt. Junge Karotlen...... 60P. Mirabelen........... 1,00 Eierschniinude'n Pra, 40P. Linsen........... Pfund 32Pt. Gem. Gemüse fein... 1,45 Preisselbeeren 1,25 Eierfadennudein Pra. 42Pt. Gesch. Erbsen. Pfund 32Pt. Berliner Allerlei..... 80P. Reineclauden Gem. Gemüse ellei 1,12 Erdbeeren........... 1,45 Kakaopulver garantiert rein. stark 65PL. 10- Pund. 595 Sellerie in Sebefben 96Pt. Kalit.Pfirsiche ....... 1,45 Bensdorp- Kakao Tee 32038080 Ceylon- Tee 520 590 680 600 Frisch gebrannter Kaffee 1,75 Pfund von 240 lose, Pfd. 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