BERLIN Montag 18. Zebruar 1929 10 Pf. Nr.S2 B41 46. Jahrgang. ErscheisttSzlich außerSonntags. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, S.SOM. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr.s SfuUautyaße de* AozelgeupreiCDle einspaltige Vonpareillezeile 80 Pf.. Reklamezeil« 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: DorwättS-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr. 875Z6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Das mörderische Gas. Das Zerstörungswerk am Wedding. Die erste Rcparaifonswoitae Trolztti fransportimfäliig Berichte 2h Seite Die Gasexplosion, dle sich in der Nachk zum Sonnlag auf dem Wedding ereignete, stellt einen der seltsamsten Unglücksfälle dieser Art dar. Auch Aachleute können keine völlig zureichende Erklärung für die Ursache der Explosion abgeben. Auf freiem Gelände in der Seiler st rahe stehen zwei von einem Steinbau umgebene Gasometer mit einem Aassungsvermögen von je 30 000 Kubik- meter. Einer dieser gewalligen Gastanks, in dem sich 27 000 Szibik- uicler Gas befanden, explodierte und sprengte seine Umfassungsmauern. Die unmittelbaren Aolgen waren ver- beerend. Ein S t ei n h a g e l prasselte in einem Umfang von vielen hundert Metern aus die benachbarten Wohnhäuser der Seller-, Müller- und Acnustrahe nieder, hunderte von Scheiben gingen in Trümmer, und die Bewohner wurden durch die Explosion, die alle Häuser in ihren Grundsesten erbeben lieh, jäh aus dem Schlaf gerissen. In knapp zwei Minuten befand sich die ganze Gegend in Ausruhr, von allen Seiten rasselten Aeuerwehren heran. Der Explosionsherd war schon von weitem deutlich zu er- kennen. Au» dem Sockel des Gasometers, mehr war von dem 30 Meter hohen Bau nicht übrig geblieben, schlugen wie aus einem Kraler lange blaugelbe Alammengarben hervor. Befürchtungen wurden um den knapp 12 bis 15 Meter entfernt stehenden zweiten Gasometer gehegt. Zum Glück gelang es, durch starkes Wasser- geben ein Uebergreisen des Feuers rechtzeitig zu oerhüten. Erfreu- licherweise hat das Unglück keine Todesopfer gefordert. Da- gegen sind sechs Strahenpafsanten durch umherfliegende Mauerteile verletzt worden, zwei von ihnen mutzten ins Krankenhaus übergesührt werden. Der Herd der Explosion war in weitem Umkreise durch ein starke» Schutzpolizeiausgebot abgesperrt worden. Big in die Nachmittagsstunden de» Sonntags hinein war die Aeuer- wehr mit zahlreichen Zügen mit den Lösch- und Ausräumung»- arbeiten beschäftigt. Erst um 18 Uhr wurden die letzten Schlauch- leilungcn von den Hydranten gelöst. An der Explosionsstätte. Zu d«r Behälterstation der Städtischen Gaswerke gehären ins- gesamt vier große ummauerte Gasometer. Zwei davon stehen längs der Panke mit der Stratzeneinfohrt von der Chaussee- siraße. Schräg gegenüber, kaum zwei Minuten entfernt, st cht noch die verräucherte Warenhausruine des Kauf Hauses Tietz. Diese beiden Gasometer sind jedoch seit einiger Zeit außer Betrieb. Die beiden anderen Gasometer stehen aus freiem Gelände zwischen den parallel gehenden Straßenzügcn Seller- und Fennstratze. Die G a s t a n k s, die von den Städtischen Gaswerken in Tegel gespeist werden, enthalten durchschnittlich einen Vorrat von 20000 bis 30000 Kubikmetern. Das Gas wird von den Gasometern dem Leitungsnetz, also den Ver- brauchern, zugcsührt. Sonntags sind jeweils außer dem Platzwächter zwei Regulatoren anwesend, denen die Ueberwachung der Mechrnierie der Gasometer obliegt. Genau um 2.24 Uhr durchzitterte die Umgebung der Seller- strotz« ewe mächtige Detonation. Auf dem Gelände der Städtischen Gaswerk Sellerftrahe 7—11 schoß ein« Flammengarbe zum Himmel empor, für Sekunden war die ganze Gegend tag- hell erleuchtet. Die Erde erbebte, und ein Höllenlärm ging los. Zentnerschwere Mauerblöcke, Eisenträger und Holzbalken wurden hunderte von Bietern weit geschleudert. Die Sellerstratze war im Augenblick mit Schutt- und Trümmermassen buchstäblich übersät. Auf die Dächer der umliegenden Häuser prasselt««in mächtiger Steinhagel nieder: durch den Luftdruck wurden zahllos« Scheib«n zertrümmert. Auf Straßen und Höfen, überall zeigten sich di« Spur«n des Vernichtungswerkes. Das ganze Stadtviertel, über das sich lange die Ruhe der Stacht gebr«it«t hatte, wurde in Angst und Schrecken versetzt. Di« Bewohner eilten, zum Teil nur notdürftig bekleidet, aus die Straßen. Schon nach wenigen Minuten rückte von allen Seiten die Feuerwehr an. Den Feuerwehrautos war di« Zufahrt zur Sellerstraße zunächst versperrt, da große Mauerblöcke und Steinhaufen den Fahrdamm bedeckten. In groben Umrissen ließ sich aber schon von weitem erkennen, daß der ein« der Gaso- meter in die Luft geflogen war. Nur der etwa drei Meter hohe Sockel stand noch, aus ihm schlug ein Flammenmeer hervor. Trotz der großen Gefahr rückten di« Feuerwehrleute gegen den Explosions- Herd vor, es galt, in erster Linie den benachbarten Gaso- meter, an dem keine Fensterscheibe ganz geblieben war, gegen ein Ueberspringen der Flammen zu schützen. Dies« Maßnahme wurde auch ersolgreich durchgeführt, und nach halb- stündiger Löschtätigkeit bestand bereits keine unmittelbare Gefahr mehr. Auf einem Nachbargrund stück war eine Maschinen- werkstälte fast dem Erdboden gleichgemacht. Der Inhaber sowie dessen aus Frau und Tochter bestehende Familie, die in einem kleinen Gebäude neben der Werkstätte schliefen, wurde in den Betten von einern Steinhagel überschüttet: die durch den Lustdruck fort- geschleuderten Mouerblöcke hatten das leicht« Dach durchschlagen und den Ausweg durch die Tür versperrt. Den drei Menschen,!ffe wie durch ein Wunder unverletzt geblieben waren, blieb nur di« Flucht durch ein Fenster übrig, von wo sie das Nachbargrundstllck erreichen konnten. Ueberall harrschte Aufregung, und erst das Auftauchen der Feuerwehrleute schaffte nach und nach wieder einige Beruhigung. Sechs Passanten verletzt. Sechs Personen, die im Augenblick der Explosion die Seller- straß« passierten, waren durch fortgeschleudert« Steintrllmmer ver- letzt worden. Vier von ihnen konnten noch Anlegung von Not- oerbänden auf der nächsten Rettui»gsstelle in ihr« Wohnungen entlassen werden. Die beiden anderen Verletzten, ein 34jähriger Kaufmann Emil K a r o l aus der Scharnhorststraße und ein S2jähriger Theo Langer aus der Mllllerstraße, mußten ins Virchow- Krankenhaus gebracht werden. Fort mit den Menschenfallen! Die Reihe der Gasexplosionen aller Art in den Grohstädten hat in den letzten Wochen— wohl zum Teil auch unter dem Einsluß (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Alwin Eaenger gestorben. Aus München kommt überraschend die Trauerbotschaft, daß AlwinSaenger heute früh um 5 Uhr an den Folgen einer Operation gestorben ist. Mit ihm verliert die Partei eine hervorragende Kraft. Besonders hat sein Ableben auch die Reichstagsfraktion zu beklagen, der er als tief- schürfender Bearbeiter schwieriger juristischer Fragen mit Fleiß und Sachkenntnis zur Seite stand. In der Partei galt Alwin Saenger von jeher als Bayer. Bekannt sind seine engen Beziehungen zu Georg v. Voll- Jlltvin Saenger. mar, dem großen Führer der bayerischen Sozialdemokratie, der ihn zu seinem Testamentsvollstrecker ernannte. In dessen Haus in Soiensaß am Walchensee konnte er nun nach Tagen der Arbeit Ruhe und Erholung suchen. Dort arbeitete er auch an einer Biographie Vollmars, die ein wertvoller Beitrag zur Parteigeschichte zu werden versprach. Und doch stand seine Wiege im Norden Deutschlands, in dem holsteinisch?» Städtchen Eutin, in dem er ebenso wie Wilhelm D i t t- mann und Heinrich Hüttmann, der erst jüngst ver- storbene Reichstagsabgeordnete und Führer des Bauarbeiter- Verbandes, seine Jugendjahre verlebt hatte. Im Jahre 1881 als Sohn eines Apothekers geboren, studierte er in Kiel und München und war seit dem Jahre ISIll als Rechtsanwalt in der 5)auptstadt Bayerns ansässig. Von jung auf galt seine große Liebe der Partei: als ein glänzender Redner und aufrechter Mann erwarb er sich das Vertrauen der Münchener Arbeiterschaft in steigendem Maße. Seine Reden zur Fürstenabfindung im Reichstage gehören zu den besten inhaltlichen und rhetorischen Leistungen, die in diesem Hause gehört worden sind. Dem Freistaat Bayern diente er nach dem Umsturz im Jahre 1919 als Staatsrat und bis zum März 1920 als Staats- sekretär im bayerischen Unterrichtsministerium. Sein Mandat zur Nationalversammlung in Weimar legte er dem bayerifäzen Landtagsmandat zu Liebe nieder. Dieser Tätigkeit widmete er seine ganze Kraft, bis er im Jahre 1924 in den Reichstag gewählt wurde und sich hier rasch gleiche Beliebtheit und gleiches Ansehen wie in seinem früheren engeren Wirkungs- kreise Bayern erwarb. Auch als Gesellschafter, nach ernster Arbeit, eroberte er sich aller Sympathien. Wer ihn einmal witz- und geistes- sprühend im Kreise seiner Parteifreunde sah, dem wird es kaum faßbar erscheinen, daß der kaum Achtundvierzigjährige die hellen, strahlenden Augen nun für immer geschlossen haben soll. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern trauert die deutsche Sozialdemokratie um den Tod eines Mannes, der noch Großes zu geben imstande gewesen wäre. 0. W. * 2>cr Parteioorstand richtete an Frau Saenger, München, solgendes Telegramm: Au unserem gemeinsamen schweren Verlust sagt das herzlichste Beileid Der Parteioorstand. O. Wels. Die sozialdemokratische R e i ch s t a g s f r a t t i o n hat an die Witwe Alwin Saengers folgendes Beileidstelegramm gesandt: Tieferschüttert durch die Nachricht vom Tod« Ihres Gatten spricht Ihnen die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihr herzlichstes Beileid aus. Der Verlust Alwin Saengers bedeutet auch für uns einen schweren Schlag. Wir werden sein Archenken stets in Ehren halten. Im Auftrag: Breitscheid. * • München. 18. Februar.(Eigenbericht.) Alwin Saenger starb heute morgen an den Folgen einer Grippe. Die bösartige Krankheit befiel ihn vor etwa drei Wochen. fein Austand verschlimmerte sich rasch. Er mußte in ein« Klinik über- geführt werden, da sich eine Blasenentzündung eingestellt hatte. Am letzten Donnerstag wurde er einer Operation unterzogen. bei der zwischen Blase und Darm ein großer eitriger Herd festgestellt wurde, der zum Teil entfernt werden tonnte. Der operative Ein- griff, der 2% Stunden erforderte, konnte aber das Leben des Kranken nicht mehr retten. Die ollgemeine Schwäche nahm dauernd zu, so daß sein Zustand schon seit Sonnabend hoffnungslos schien. Das mörderische Gas. (Fortfetzung von der 1. Seit«.) der Kalle— einen solchen Umfang angenommen, daß die Baupolizei sich ernsthaft mit ihnen beschäftigen sollte. Es wäre vor allem zu überlegen, ob derart gefährliche Gasanlagen noch länger in der Nähe bewohnter Häuser geduldet werden können. Jedes Gasreservoir. jeder Gasometer, ja jede Gasleitung, birgt nach den letzten Er- fahrungen eine Fülle äußerster Gefahren für Leben und Gesundheit der Bewohner in sich. Energisch muß jetzt gefordert werden, das mörderische Gas mit allen seinen Schäden gänzlich aus jedem Wohnbereich zu entfernen, wenn es nicht gelingen sollte, Sicherungsmaßnahmen zu treffen, die jede, aber auch jede Gefahr für Personen ausschließt. * Im Lause des gestrigen Nachmittags erschien u. a. auch der Minister des Innern Grzesinski. um gemeinsam mit den Direktoren der Gasanstalt, Sachverständigen, darunter Professoren der Technischen Hochschule, Stadlbaurat Adler und Vertreter der Feuerwehr die Unglücksstelle eingehend zu besichtigen. Ober- kommissar Reimann und seine Beamten haben weiter verschiedene Zeugen aus der Nachbarschaft vernommen. Bemerkenswert sind Aussagen dahin, daß die Leute zunächst ein Sausen und Zischen vernahmen und daß dem erst eine Entzündung folgte. Hiernach wäre anzunehmen, daß durch die andauernde Kälte Span- nungen und Risse in den Versteifungen entstanden sind, aus denen Gas entwichen wäre. Aus dem Leuchtgas hätte sich dann Wasser- stoff abgesondert und mit dem Sauerstoff der Luft verbunden. Knallgas, das so entstand, kann sich dann entzündet haben. Das ist möglich, auch ohne große Temperaturschwankungen. Die Familie des Werkzeugfabrikanten Mager, dessen Wohnung zum größten Teil zerstört wurde, hat schon seit acht Tagen ein unterirdisches Klopfen mit Stößen wahrgenommen. Sie dachte dabei an geheimnisvolle Arbeit von Einbrechern, glaubt aber jetzt, die Erscheinung mit der Gasexplosion in Verbindung bringen zu müssen. Es ließ sich bisher nicht feststellen, woher dieses Klopfen kam und wo sein Ursprung lag. Die rätselhaften Ursachen. Am heutigen Montagvormittog fand an der Unfallstelle In der Sellerstraße«in Lokaltermin statt, an dem Vertreter der Gas- werke, der Polizei und der Feuerwehr teilnahmen. Man konnte jedoch über die Ursachen noch immer nichts Genaues feststellen, da nach Ansicht aller sachverständigen Kreise zuerst die Schutt- und Schlammassen beseitigt werden müssen, die jetzt noch auf dem Fundament lagern, aus der sogenannten Tasse, in der sich die telestopartig ineinandergeschobenen Teile des eisernen Behällers befinden. Diese Arbeit wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen, und erst dann wird man Untersuchungen vor- nehmen können, aus denen sich vielleicht nähere Anhaltspunkte für die vorläufig noch ganz rätselhafte Explosion gewinnen lasten. Di« Sachverständigen erklären heute übereinstimmend, daß der Dorfall, der in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag den Gasbehälter zerstört hat, weder in Europa noch in Amerika irgend- einen Vorläufer besitze. Alle Aussagen stimmen dahin überein, daß unmittelbar vor der Explosion«in starkes Sausen und Brausen vernehmbar gewesen sei. Hier ist man in fach- männischen Kreisen der Ansicht, daß dieses Geräusch durch das aus dem Gasometer frei ausströmende Gas hervorgerufen worden ist. An irgendeiner Stelle muß sich ein ziemlich erhebliches Loch gebildet haben, so daß die im Innern befindlichen Gasmengen unter starkem Druck gegen die umgebende Mauer strömten und dadurch das beobachtete Geräusch hervorriefen. Ungeklärt bleibt jedoch die Entzündung des Leuchtgases. Offenes Feuer oder Licht, brennende Gastompen und dergleichen sind in weitem Umkreis um die Gasometer nicht vorhanden. Seit Iahren schon hak man den früher in der Nähe des.Gasometers befindlichen Gasscheinwerfer der die Kantrolluhren beleuchtet, durch elektrische Lampen ersetzt, die noch dazu durch besondere Maßnahmen gegen Kurzschluß oder Funlei»- bildung gesichert waren, und deren Installation in kurzen Zivischen- räumen immer wieder geprüft wurde. Dem Tode entgangen. Eine Augenzeugill berichtet: Einige 20 Meter von dem Gasbehäl'er liegt unser Grundstück, auf dein mein Mann eine Werk- zeugfabrik für Tiefbau betreibt. Unsere Wohnung liegt in dem an- grenzenden, ebenerdigen Backsteinbau. Wir lagen im besten Schlum- mer, als eine ungeheure Detonatio» uns vgn den Betten gegen Amerikanischer Reparationsplan. Aber wieder nur Zwischenlösung. Paris. 18. Februar.(Eigenbericht.) Die französische Presse gibt am Sonntag der Erwar- tnng Ausdruck, baß die d c u t f ch e Delegation am Montag mit positiven Vorschlägen über die Endlösung der Re> Parationsfrage aufwarten werde. Diese Erwartung entspricht in keiner Weise den Ab- sichten der deutschen Sachverständigen. Sie vertreten nach wie vor die Auffassung, daß die Konferenz einberufen worden ist,„um gemeinschaftlich eine allen Teilen gerecht werdende Lösung zu suchen und nicht mit Forderungen und Gegenforderungen Kuhhandel zu treiben." Immerhin scheint es, als ob man in den anderen Delegationen darüber wesentlich anders denkt. Insbesondere bei den Amerikanern machen sich bereits gewisse Anzeichen der Ungeduld bemerkbar, und wir glauben zu wissen, daß die amerikanische Delegation. die mit einem, wenn auch noch nicht in allen Einzelheiten ausgearbeiteten, so doch in seinen Grundzügen fest- st eh enden Plan nach Europa gekommen ist, damit noch in dieser Woche herausrücken wird. Für die Kon- ferenz wird dies der kritische Augenblick sein, in dem sich entscheiden-muß, ob man zu einer Verständigung gelangen kann oder nicht. In Konferenzkreisen ist man in dieser Hinsicht nicht ganz ohne Pessimismus und die Auffassung ist heute keineswegs mehr vereinzelt, daß, man sich in Erwartung eines günstigeren Zeitpunktes einstweilen mit einer neuen Zwischenlösung wird begnügen müssen. Das Ergebnis der ersten Woche. Paris, 18. Februar. Ueber den gegenwärtigen Stand der Reparationsoerhandlungen ist von bestunterrichteter Seite folgendes zu erfahren: Von der deutschen Leistungs- oder Zahlungsfähigkeit ist im Laufe dieser galiz allgemein gehallenen Erörterungen direkt nicht ge- sprachen worden. Es leuchtet aber ein, daß diese Frage indirekt eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben muß, als es sich darum Handelle, die mit dem Dawes-Plan in den letzten vier Iahren gemachten Erfahrungen und die jetzige internationale Wirtschaftslage sich zu vergegenwärtigen. Die deutsche Delegation hat der in Deutsch- land geleisteten Arbeit des Generalagenten ihre höchste An- eriennung nicht oersagt. Sie hat die von Parker Gilbert veräsfent- lichten Ziffern niemals in Zweifel gezogen, sondern die Bedeutung des Gilbertschcn Tatsachenmaterials als Informationsquelle zur Er-, forschung der deutschen Wirtschaftslage voll gewürdigt. Die Be- Ziehungen zwischen den Mitgliedern der deutschen Delegation und Parker Gilbert sind daher nach wie vor ausgezeichnet. Das hindert auf der anderen Seite nicht, daß die Regierungen über die aus dem Tatsachenmaterial auf die deutsche Wirtschaftsloge zu ziehenden Folgeruilgeu auseinandergehen und daß vor allem die deutschen Experten in den Verhandlungen auf gewisse Punkte auf- merksam gemacht haben, die in den letzten Berichten des Repara- tionsagenten nicht behandelt worden sind, wie z. B. die T r a n s s e r- frage. Ganz allgemein kann gesagt werden, daß die Stimmung innerhalb des Sachverständigenausschustes in der abgelaufenen Woche durch keinerlei Gegenfählichkeiten geirübl worden ist, vielmehr ist die ganze Atmosphäre auf der Konserenz nach wie vor äußerst herzlich. Insbesondere sind all« Gelegen- hellen, bei denen die Beratung von finonziell-geschästlichen auf das politische Gebiet hätten verschoben werden können, von sämtlichen Beteiligten auf das sorgfälligste vermieden worden. Auch das Be- wußtsein, daß bei einem eventuellen Scheitern der VerHand- lungen olles beim alten bleiben würde, bis man mit dem Dawes-Plan weitere Erfahrungen gemacht hat. trägt natürlich dazu bei, die Atmosphäre auf einem durchaus ruhigen Niveau zu hallen. Einen angenehmen Eindruck mache es bei den Tellnehmern der Sach- verständigenkonferenz, daß entgegen den Ankündigungen französische? Blätter niemand mit großem statistischem Material oder Aktenstößen aufmarschiert, daß vielmehr die grundlegenden Fragen an Hand kurzer Notizen behandelt würden. Der französische Stand- punkt, daß Deutschland der Bittsteller aus der Konferenz sei, wird von den Experten nicht geteilt. Der Ausschuß ist im Kegenteil der Meinung, daß alle Regierungen, die die Einberufung der Kon- ferenz veranlaßt haben, das gleiche Interesse an einem Erfolg der Verhandlungen besitzen. Die erste Berhandlungswoche wurde gestern abgeschlossen in dem Gedanken, daß man am Montag versuchen wird, die Probleme etwas schärfer zu umreißen und zu konkretisieren. Man hofft, in verhältnismäßig kurzer Frsst wenigstens zu der Feststellung zu gelangen, ob eine gemeinsame Lösung oder ein gemeinsamer Vorschlag überhaupt denkbar ist, d. h. ZU der Entscheidung darüber, ob man unoerrichteter Dinge � auseinandergehen soll oder ob es Zweck hat. weiter zu tagen. Je länger die Konferenz dauert, um so wahrscheinlicher wird es, daß eine solche Lösung gesunden werden kann. Nach welcher Richtung diese Lösung gehen wird, darüber läßt sich zur Stunde selbstverständlich nicht das geringste sagen. Bei der deutschen Dele- gation besteht die Ueberzeugung, daß bindende Verpflichtungen für die künftigen Reparationszahlungen nur dann übernommen werden können, wenn die deutschen Wirtschoftsgrundlagen in Eigenpro- duktion und Export so gesichert werden, daß man zuver- lässig mit einem gewissen ökonomischen Gewinn rechnen kann, nus dem die Annuitäten bezahlt werden könnten. Es liegt nahe, daß die Entwicklung dieses Gedankens auf der Konferenz zu einer Krllik an der Z o l l p o l i t i k der verschiedenen Länder geführt hat, bei der sich die übrigen Verhandlungsteilnehmer verständlicherweise ziemlich zurückhaltend zeigten. Maskierte Räuber gehen um. Raubüberfall auf ein Garagenbureau in Charloiienburg. Ein Bandenraubüberfall. der an die unruhigen Zeilen 1S24/2S und an die Untaten der damals arbeilenden Görisch- Saude erinnert, wurde in der Nacht zu Sonnlag in Thor- lotlenburg verübt. Auf dem Grundstück Gutenbergstraße S/6, einer In- dustriegegend, dicht am Salzufer, besinden sich ausgedehnte Garagen und Reparaturwerkstätten der K a n d e l h a rd t- A.-G. Hier sind ungefähr 2S0 Droschtenautos untergebracht, die in verschiedenen Schichten Tag und Nacht aus- und einfahren. Wenn man den Hof betritt, so liegen zur linken Hand erst das größere Verwaltungs- gebäude und daran anschließend kleinere Bureaus, in denen auch nachts die Chauffeure mit den Angestellten abrechnen. In der Nacht zu Sonntag taten dort zwei Angestellte B e l l m a n n und Hüb- ner Dienst. Die Bureouräume sind nach dem Hof nicht besonders gesichert und untereinander durch Türen mit Schiebefenstern ver- bunden. Um 3.35 Uhr ging plötzlich in den Nebenräumen und auf dem Flur das Licht aus. Bellmann und Hübner glaubten an einen schlechten Scherz von Chauffeuren und traten hinaus. Im selben Augenblick wurde die Tür aufgerissen und drei schwarz maskierte Männer traten ihnen mit erhobenen Reool- v e r n entgegen. Beim Erlöschen des Lichts war nur eine Schreib- tischlampe brennen geblieben. Bellmann nahm einen Schreibtisch- stuhl und wollte damit auf die Räuber einschlagen. Auch Hübner sah sich nach einer geeigneten Waffe um. Sofort knallte ein Schuß, der die beiden Angestellten belehrte, daß die Räuber ihr« Pistolen nicht zum Scherz trugen. In ruhigem Tone forderten die Räuber die Angestellten auf. sich ganz still zu verhalten, die Hände hochzuheben und sich mit dem Gesicht an die Wand zu stellen. Wäh- rend die Eingeschüchterten der Aufforderung folgen mußten, schloß einer mll den auf dem Tisch liegenden Schlüsseln den Geldschrank auf und nahm eine darin stehende Kassette unter den Arm. Ein anderer durchwühlte inzwischen die Schubläden und nahm auch hieraus Geld an sich. Es sind ihnen ungefähr 1000 bis 2000 Mark in die Hände gefallen. Hieraus folgte der Befehl, sich noch 10 Minuten ganz ruhig zu verhallen und keine Berfolgung zu unternehmen. Als die Räuber sich anschickten, den Raum zu verlassen, kam gerade der Pförtner hinzu. Er wurde gepackt und in die Mitte des Zimmers gestoßen und ebenfalls gezwungen, sich mit dem Gesicht an die Wand zu stellen. Dann oerließen zunächst zwei der Räuber das Zimmer. Der dritte blieb noch zurück und hielt die Waffe auf die Angestellten gerichtet. Plötzlich war auch er lautlos verschwunden. Die Bureauangestellten stürzten ihnen nach auf den Hof. Gerade kam eine Droschke hereingefahren, in der die drei die Verfolgung aufnahmen. Obwohl sie die ganze Gegend am Salzuser und in der Englischen Straße absuchten, war von den Räubern keine Spur mehr zu finden. Als die sofort benachrichtigte Kriminalpolizei erschien, fand man im Zimmer die Kugel, die beweist, daß die Räuber über eine Mauserpistole Keliber 7.6Z verfügten. Fußspuren, die man auf dem Hofe im Schnee entdeckte, führen zu einem benachbarten Fabrik- grundstück, über einen zwei Meter hohen Zaun hinweg und noch dem Salzufer zu. Hier haben die Räuber ohne Zweifel einen bereitgestellten Wagen besttegen, der ihnen schnelle Flucht ermög- lichte. Ein Ehepaar, das in der Nachbarschaft wohnt und spät nach Hause kam, hat zwei verdächtige Leute gesehen, die aus einer Droschke ausstiegen und das Fabrikgrundstllck betraten. die Decke schleuderte. Durch die durch den Luftdruck geöffnete Tür sahen wir das Wohnzimmer, dessen große Fenster der Gas- anftalt gegenüberliegen, von blendender Helligkeit erfüllt. Gleich darauf erfolgte ein zweiter, furchtbarer Krach: das empor- geschleuderte Dach des Gasbehälters war auf den Unterbau zurück- gestürzt. Wir verloren vollends den Kopf und krochen in den Nacht- Hemden durch die rückwärts gelegenen Fenster in den Hof. Unserer Tochter Berta, die nebenan in einem Alkoven schlief, fiel gleich bei der ersten Explosion ein Teil der Decke auf das Bett. Das Mädchen trug einen Nervenschock davon. Feuerwehrleute leisteten uns erste Hilfe. Trotzdem können wir von Glück reden. Ein etwa 20 Meter langer, eiserner Träger durchschlug im Fallen die beiden Fenster des Wohnzimmers, das mit Steinen und Explosionsstaub übersät ist, ohne aber die Standuhr, die gleich neben dem Fenster steht, die Hängelampe oder unser Glasgeschirr am Büfett entzwei zu schlagen. Wäre der Träger nur 1 Meter länger gewesen, so hätte-er sicherlich unsere ganze Wohnung in Trümmer gelegt._ Die Kälie läßt nach. Zn größeren Teilen des Reiches Ist am Montag eine weitere Milderung des Frostes ieftzustellen. besonders in Nordwest., Mittel, und Südosideutschland. Recht kalt ist es noch in vayern. München halle am Montag früh 22 Grad Kalle, vom Rhein werden gleichfalls noch Temperaturen bis zu IL Grad uuler Null gemeldet. Die Schneefälle haben allgemein nachgelassen.' Zn Berlin zeigt das Thermometer am Montag vormittag 4 Grad unter Null. Da für die nächsten Tage Aufheiterung zu erwarten ist, dürsten die Temperaturen besonders in den Nachtstunden infolge stärkerer Ausstrahlung wieder etwas zurückgehen. Nach den An- gaben der Berliner Wellerdienststelle werden dle Tagerlemperaturen wenig verändert fein. Znfolge zeilwelfer Aufheilerung dürste schon die nächste Nacht etwas kälter werden. Erheblich« Niederschläge sind nicht zu erwarten. Das Verfahren gegen Krieders. Der Angeklagte nicht erschienen. Weimar. 18. Februar. Aar der Di e n stst r a s k a m me r in Weimar begann heute vormittag die Hauptverhandlung gegen den Obcrstams- anwalt Dr Frieders. Vor Eintritt in tue Verhandlung gab der Verteidiger Justizrat Dr. Loewensteln-Aerlin eine längere Er- tlärung ab. in der er da, Nichterscheinen des Ange- klagten begründet« und betonte, daß ein Urteil ohne Anhörung de» Angeklagten ein wertloses Stück Papier darstellen würde. Der Verteidiger stellte einen Aertagungsantrag und erklärte, daß er bei Ablehnung die Verteidigung niederlogep würde. Die Staatsanwaltschaft und auch der!�eamtenv«rtreter widersprachen der Vertagung. Um 1412 Uhr zog sich das Gericht zur Beratung des Antrages zurück. Mißstände be'm Arbeitsgericht. Zu einem der wichtigsten Teile der Justizverwaltung entwickelt stch allmählich das Arbeitsgericht. 70 000 bis 80 000 Klagen wurden im ersten Jahre des Bestehens allein in Berlin verhandelt. Wacht- meister und Richter, Dureaukräfte und sonstiges Personal muhten lasch herangezogen, Berhandlungszimmer und Bureauräumc in kurzer Zeit beschasst werden. Einen Teil stellte die Justizverwaltung selbst, einen Teil übernahm man vom Magistrat. So entstand in aller Eile eine Institution, an deren Existenz die gesamte Arbeit- nehmerschast das größte Interesse hat. Schon seit Bestehen des Arbeitsgerichts Berlin erwägt man seine ordnungsgemäße Unterbringung� Bis jetzt ist man noch nicht darüber hinausgekommen. Die Raumoerhältnisse auf dein Berliner Arbeitsgericht wachsen sich dabei nachgerad« zur Katastrophe aus. Das Publikum muß heute noch teilweise auf zugigen Korri- boren warten, bis es als Partei oder als Zeuge aufgerufen wird. Es gibt heute noch Berhandlungszimmer ohne anschließendes Be- ratungszimmer, so daß das Publikum, Zeugen, Parteien, Sachoer- ständige und Presse den Gerichtssaal verlassen müssen, wenn das Gericht beraten will. Die Zuhörerröume und Plätze sind viel zu klein. Trotz sehr schlechter Akustik gibt es keine besonderen Presse- plätze. Ein Pressezimmer existiert nicht, ebensowenig Kleiderablagen. Dadurch, daß das Gericht in drei verschiedenen Ge- b ä u d e n untergebracht ist, wird das an ssch schon arg überlastete Personal ganz übermäßig beansprucht. Selbst in eiligen Fällen— wenn z. B. der Schuldner vor dem Konkurs steht— ist es fast unmöglich, sofort einen Schildtitel zu bekommen, falls das erkennende Gericht in der Prinz-A!> echt-Straße untergebracht ist. Die zu- ständige Kanzlei für die A:.sertigung der Schuldtitel ist zum Teil in der Zimmerstraße, und ein lkjähriger Bote steht nur in den seltensten Fällen zur Verfügung-, an zwei Tagen, wenn der Bote zur Pflichtfortbildungsschule, ist der Pendelverkehr überhaupt lahm- gelegt. Durch den Mangel an Wachtmeistern, Kanzlei- und Austellungs- beamten kommt das Gericht tagtäglich den Rechtsuchenden gegenüber in Verlegenheit und es entsteht viel unnötige Verärgerung. Den Richtern stehen nicht einmal Ersatzräume zur Verfügung. Wenn ein Richter z. B. einen Prozeß außerhalb seiner Sitzungstage fördern will, so muß er sich ein Verhandlungszimmer leihen und so warten mitunter Richter und Parteien aus ein leerwerdendes Derhandlungs- Zimmer. Abgesehen von der Raumnot und den innerdienstlichen Mängeln bestehen auch noch andere Mängel in der Arbeitsgerichts- barkeit. Im Arbeitsgerichtsgesetz heißt es, daß der Kläger resp. der Obsiegende in der Zwangsvollstreckung keine Gebührenvor- f ch ü s s e zu leisten hat. Nichtjuristen folgern daraus, daß sie unent, Gchieber-Börfe. »Nu, wie i« heut Sie Tendenz?" „Kohle steigend- Thermometer fallend." zeitlich Gerichtsvollzieher beaustragen können. Das stimmt nicht. Der Gerichtsvollzieher ist berechtigt, Auslage«vor- schüfst vor Erledigung des Auftroges zu erheben. Es wird nuy vielfach geklagt, daß diese Auslagenvorschüsse in keinem rechten Ver- hältnis zu dem«inzutreibenden Objekt stehen. Und außerdem kennen Nichtjuristen die Verpflichtung zur Zahlung dieser Gebühren über- Haupt nicht und sträuben sich nun in der Regel, irgend etwas zu bezahlen. Ein B e r g l e i ch vor dem Arbeitsgericht ist t o st e n s r e i! Der Staat verzichtet also in diesem Falle aus mitunter recht erhebliche Gebühren. Sie betragen z. B. bei einem Objekt von 1000 Mark im Streitverfahren schon 30 Mark. Sind aber Zeugen geladen und ver- zichten diese aus eventuelle Gebühren, so verlangt der Staat auch im Bergleichsfalle, in dem er auf die gerichtlichen Gebühren verzichtet. die Ladungsgebühren sür den Zeugen. Sie betragen genau 0,46 M., nämlich 0,38 M. Zustellung und 0.08 M. Porto. Was kostet den Staat wohl die Slusstellung dieser Gebührenrechnung und wieviel Arbeit könnt« durch Uebernahme auch dieser gering- fügigen Unkosten gespart werden? Genau so unerheblich sind natürlich auch die 0,08 Mk. Gebühren, die das Gericht für die Zustellung des Vergleichs erhebt. Beim früheren Gewerbe, und Kaufmannsgericht war der Vergleich und ssine Zustellung völlig kostenfrei. Das Arbeitsgericht fällt aber unter das deutsch« Gerichtekostengesetz. Zum Schluß noch ein« Bitte an das Justizministerium. Von Allers her lautet das Rubrum der Akten: In der Sache der Marga- rete Schulze gegen den Gotllieb Müller, vertreten durch den fzans Krause. Könnte die Justiz nicht etwas höflicher werden. Im Ge- schäjtsleben pflegt man feit einigen Jahren die Titulatur: Herr, Frau und Fräulein anzuwenden! Neuwahl bei der Liga für Menfchcurechle. Am Sonntag fand in Leipzig di« Iahresmitgliederverfammlung der Liga für.Menfchen- rechte statt. DieNeuwahl des Vorstandes ergib folaendes Resultat: Dr. Oskar Cohn, Arthur Holitscher, Dr. Robert Kuczynski, Otto Lehmann-Rußbülid. Dr. Waller Lewinthal. Dr. E. I. Gumbel Dr. Siegfried Kawerau. Professor Anna Memsen, Dr. Kurt Tucholsti. Gros Emil Wedel. Di« ersten fünf Genannten gehören dem engeren Borstande an. wetlerberich, d« öfseallichen Vetterdienststelle Berlin und Um. gebung.(Nachdruck vcrb.) Zeitweise etwas aufheiternd, ohne er- i,«bliche Niederschläge, kältere Nacht, Tageeiempcratur wenig per. ändert.— Jur Deutschland. Teils heiter, teils wolkig, nirgends neimenswerte Niedevschläge, Temperaturen im ganzen wenig ver» ändert, Willy Baumeister und Edgmd MM. Ausstellung bei Klechtheim. Zwei Künstler von äußerster Perschiedenheit der Ziele und Mittel sind in der Galerie F l e ch t h e i m vereinigt. Aber sie vertragen sich ausgezeichnet. Der Grund dafür liegt wohl i» der Gemeinsamkeit einer ebenso vollkommenen Aufrichtigkeit ihrer Ziele wie einer diesen ebenso vollkommen entsprechenden Ehrlichkeit in den Mitteln. Das Können freilich versteht sich bei beiden von selbst. Willy Baumeisters Weg ging von der strengen Abstraktion dos „Mauerbildes" zu jigürlicher Darstellung, die allerdings immer noch genug des Abstrakten an sich hat: mustergültig sür die Einordnung von Körperbewegung(in Gestalt sportlicher Betätigung) in die absolute Form des Bildes, in feine polaren Spannungen und Gesetze der Konstruktion. Auch der naiv« Betrachter wird vor diesen sehr reinlichen und von allem Zufälligen menschlicher Erscheinung be- freiten Bewegungsformcln begreifen, daß diese Art von Darstellung höher steht als Abbilder der Wirklichkeit. Hier ist eine Gleichung gefunden zwischen höchster Sportleistung und dem konstruktiven Geist unserer Maschinen, unserer Autos und modernen Architektur. Die blitzend« Vollkommenheit, die uns an solchen Maschinen und Bauwerken entzückt, ist bei Baumeister in seine Bildform ein- gegangen. Präzision der menschlichen Bewegung zu geben in diesem Sinne, ist nur möglich bei einer weitergehenden Bereinfachung und Verallgemeinerung der Körperformen und größter Beschränkung alles sachlichen Beiwerks. Man spürt die nahe Verwandtschaft mit den klaren. Izellen und nüchternen Räumen unserer Architekten, und man mochte diesen Einsicht wünschen in die Möglichkeit, mit solchen Bildern, besser noch mit auf die Wände gemalten Fresken, einen vollkommenen Schmuck ihrer Räume zu gewinnen. Es ist die Malerei, die dem Verlangen unserer Zeit nach technischer Klarheit am stärksten entgegenkommt, un� darum wllnschle man sich nichts Erfreulicheres, als ihre Vertretung auch in unseren fortgeschrittenen Museen, vor ollem i» der Nationalgalerie. In eine Märchenwelt führt das Werk des flämischen Malers Edgard Tytgat: ganz weit fort von nwdernen Konstruktionen. Er ist schon 50 Jahre alt und bei uns zum ersten Male gezeigt. Aber dieser Brüsseler wird unsere Herzen im Sturm erobern. Eigentlich mühte man ein Dutzend Bilder von ihm mit ihren wunderbaren Titeln nennen und genau beschreiben, um eine klare Vorstellung von dem Sonderling zu geben. Es ist immer eine heimliche Liebe dabei und ebenso Süßigkeit und lyrisches Gefühl wie tiefe(Einsicht in die Grausamkeit des Lebens, und die über allem schwebende und alles verklärende Ironie des Wissenden. Ein Weiser, der sich das Empfinden eines Kindes bewahrt hat: ein Märchenträumer, dem nichts Menschliches freurd ist, und der das Banalste des heutigen Daseins mit einer unbeschreiblichen Süße van sinnlicher Hingebung und zartem Spott umkleidet. Eifersucht exotischer Despoten, die lhre Nebenbuhler verstümmeln lassen oder ober mitten im Weibermorden innehalten, gerührt von jungfräulicher Anmut: Liebhaber, die«in nacktes Mädchen im Kahn bei Mondschein entführen und die Gitarre klimpern: auf«ine unerhört kecke und ziervolle Weise betrogene Ehe- männer; schreckhaft liebliche Erscheinungen von Feen aus Wolken- sophas und chirurgische Tragödion, mitten in die zartesten Amouren grausam einschneidend— und alles in einem sanften Flötenton vor- getragen, der ebenso weit«ntsernt ist von brutaler Naturalistik wie von Sentimentalität. Denn das ist das Wunder bei diesem Flamen, daß seine Poesie ganz und gar bildhaft ist und reine Molerei, daß auch der strengste Formalist dies« Bilder untadelig finden muß und der naive Betrachter, der sich um die Form den Teufel schert, zur Anbetung hingerissen wird. Or. Daul F. Schmidt. Kleines Theater. „Trio." Don Leo Lenz. Ralph besitzt eine Fabrik, Rudolf außer der Fabrik noch zwei Rittergüter und die Tennismeisterschast sür Europa Darum entdeckt Rita, daß ihr die innere Musik in der Ehe mit Ralph mangelt. Sie wechselt zu Rudolf hinüber. Nachdem sie einig« Wochen Rudolfs Sekt genippt hat, entdeckt sie wiederum, daß ihre innere Musik verstummt. Ritas Unglück wäre unausdenkbar, wenn nich4 Ralph den glücklichen Gedanken hätte, einen Ehauffeurpelz an- zuziehen. Dieses nach dem Theaterzettel von Hermann Hoffmann bezogene Kleidungsstück bringt Ritas Erlösung. Denn unter dem warmen Futter schlägt Ralphs noch wärmeres Herz, das eben doch allein dem musikbedürstigen Herzen Ritas entspricht. Die zwei Herren des Lustspiels sind sehr nobel. Die junge Dame ist sehr schlank und verwöhnt. Das Milieu ist Grunewaldvilla ohne Hypothek und mit Ehrenstandpuntten, die durchaus des Mercedes- wagens und des Baronstitels von Rudolf würdig sind. Kurt Götz hätte sich dieses Lustspiel auch selber schreiben können. Es wäre dann allerdings etwas graziöser geworden. Denn Herr Lenz findet die Pointen nicht immer mühelos, und wo sein Originalwitz versagt, nimmt er bei allerem Geist eine Anleihe auf. Herr Götz und seine entzückend launenhafte Gattin, die als Bühnen- künstterin Vallerie von Martens heißt, verschaffen dem etwas blinden Brillanten der Komödie oft sprühenden Glanz. Auch Herr Paul Otto sorgt dafür, daß die Funken leuchtender fallen, als sie aus dem Kopf des Dichters blitzten. dl. kl. Das brennende Herz. Universum.— Mozansaal. Hans Müller, Verfasser der„Könige", der„Flamme" und anderer liebreizender Theaterstücke, schreibt eine Filmromanze„Das brennend« Herz", und beweist damst schlagend, daß er keine Ahnung vom Film hat und daß er imstande ist. den Sacharingeholt, die billige Sentimentalität, die schiefe Problemstellung seiner Bühnendramen noch im Filmmanuskript bei weitem zu übertreffen. Schon das Thema! Em junger Komponist und eine hossnungs- volle Sängerin, die zuerst in einem Tingeltangel auftritt, lieben stch und heiraten auch nach allerlei Schwierigkeiten. Ein Thema, so alt wie der Film! Noch bejahrter dos Milieu der Animiertobaretts und die Typen, die dort Herumwanken. Wie sich die beiden Liebenden zum ersten Male trefsen, ist wegen der Unwohrscheinlichkeit von er- schütternder Komik. Ueberhaupt in jeder Szene Häufung von Un- wahrscheinlichem. Alles geschieht zufällig, in der blödesten Art, ohne die Spur von logischer Berknüpiung. Außerdem ist ein Film- Manuskript keine Novelle, sondern muß optisch erlebt, mit den Augen erschaut werden. Hans Müller scheint aber keine Augen zu be- sitzen, alles, was er bietet, ist völlig unsilmisch. Das Filmmanuskript hat aber mit diesem Opus, versaßt von einem Mann, der so etwas wie einen Namen hat, seinen absoluten Nullpunkt erreicht. An diesem Kitsch scheitert auch der hochbegabte Regisseur Dr. Ludwig Berge r. Selbst seine JnteneurausnaHmen, seine Straßenbikder, malerisch empsungen, haben nicht den Reiz der Originalität, ste wirken wie aus zweiter Hand. Es bleibt seine Arbeit mit den Darstellern, und hier steht Bergor aus der alten Höhe seines Könnens. Erstaunlich, wie er die Schablone der E h r i st i a n s löst, wie natürlich diese Weltdame plötzlich ein junges Mädchen spielt, allerdings schon zu stark auf Unschuld stilisiert. Wie immer sind die Chargen bei B-rger ausgezeichnet, bis ins kleinste Detail ausgefeilt. An erster Stelle Frida Richard, die«ine SLuferin fast phantastische Züge gibt. F. L. „Ailantikfahrt des Meieor." Ein populärvissenfchafilicher A-lm. Die 2�jährigen Fahrten und Forschungen, die das deutsche Kanonenboot Meteor 1025 bis 1027 in der Atlantik unternahm, sind zum Gegenstand eines Kulturfilms gemocht worden. Gin einleiten- der Vortrag im Phoebuspalost legt« die Zwecks des Unter- nehmen- dar(systematisch die Bewegung der Wassermassen im At- lantischen Ozean, die Gestaltung des Meeresbodens, die Eigenschaf- ten des Mereswasser», sein Organismenleben sowie da« Luftmeer zu erforschen). Rühmend wurde de» Urhebers des ganzen Plane», de« Prof. Alfred Merz, gedacht, der schon auf der Ausfahrt seinen Tod fand. Der Film selbst kann natürlich nicht die ganzen wissen- schastlichen Fragen erörtern, die mit dem Thema zusammenhängen. Immerhin gibt er eine gute Anschauung davon, wie die Arbeiten vor sich gingen. Die Größe und die Schwierigleiten der Ausgabe werden klar; mußten dach der Ozean Kmol durchquert und über 0000 Messungen, zum Teil bei Berankerung mitten im Ozean, vor- genommen werden. Auch die Ergebnisse der Untersuchungen werden uns im Bilde vorgesührt: das Relief des Meeresgrundes zwischen Afrika und Südamerika wurde festgestellt und in Ueberhöhung ge- zeigt und anderes mehr. Reben den rein wissenschaftlichen Zielen sollte die Fahrt auch den deutschen Interessen dienen. In den vielen Häfen, die angelaufen wurden, suchte man Fühlung mit den dort ansässigen Deut- schon.(In Swakopmund sieht man aber nur schwarzweißrote Fahnen.) Der Film berichtet davon. Bor allem aber gibt es Bil- der von Land und Leuten und vermittelt fesselnde Einblicke in mancherlei Tierleben: Pinguine, Walfische, See-Elesanten und der majestätisch schwebende Albatros erfreuen uns. Die Pracht der Ieuerlandgletscher und der schwimmenden Eisberge gewährt starken ästhetischen Genuß.* r. Eine Zeitschrist zum Verständnis der Engländer. Zahlreiche Zusammenstöße, die sich während der letzten Jahre zwischen Einheimischen und englischen Mitgliedern der Kolonial- Verwaltung bzw. Fannern und HäniSleni auf den Südseeinseln, ins- besondere aus dem Bisnrorckorchipel ereigneten, haben einige modern erzogene Eingeborene veranlaßt, eine Zeitschrift herauszugeben, die das Denken und Handeln der Kolonialherren dem Verständnis der Eingeborene» zu erschließen sucht. Die Zeitschrist, die nach dem Geleitwort ihrer ersten Nummer aus diese Art die Eingeborenen sowohl-vor den üblen Folgen von Zusammenstößen als' auch vor jeglicher Uebervorteilung zu bewahren sucht, erscheint gleichzeitig in fünf verschiedenen Sprachen der Südsee. Sie behandelt mit größter Genauigkeit alle in Betracht kommenden Arten europäischer Ver- kehrsformen. Trotz ihrer ziemlich modernen Einstellung kann sie sich nicht versagen, genau die Zeremonien anzugeben, die jeder Ein- geborene zu Hause erledigen muß. um auch nur mit der geringst«» Aussicht auf Erfolg vor einem Gericht der Kolonialverwaltung auf- treten zu können. So wird insbesondere empfohlen, IVj Tage vor jedem gerichtlichen Termin zu fasten.« Eine Schule sür Schrlslsteller. Unter dem Namen„ABC" ist in Paris eine Lehranstalt ins Leben gerufen worden, die sich die Ausgabe stellt, allen, die den Schriflstellerbenif ergreifen wollen, eine umfassende Ausbildung zuteil worden zu lassen. Der Unterricht soll nach einer besonderen Methode erteilt werden, und sür die Ernsthaftigkeit des Unternehmens spricht die Tatsache, daß eine Anzahl der bekanntesten französischen Schriftsteller das Protektorat über die Schule übernommen haben. Plako und die Inzucht. Obgleich Plato sehr wohl den Begriss der Inzucht sowie die damals schon herrschende Furcht davor kannte. hat er in seinem Jdealstaat gleichwohl diese der„Fremdzucht" völlig gleichgestellt. Plato schreibt den Riäniiern vor, gemeinsam zu wohnen, zu essen, ohne Privateigentum und in Frouengomeinschasl zu leben. Da dann die Kinder ihre Väter nicht kennen, ergibt sich Inzucht, um so n'.chr als Plato ausdrücklich weiter sagt, daß fich alle Knaben und Mädchen eines Alters als Brüder»nd Schwestern zu betrachten haben, die von der Mannbarkeit ab sich gegenseitig als Gatten und Gattinnen wählen sollen. Was d» nicht willst, das man dir lu... Ein Mann aus einam Grenzort im Böhmerwold entdeckte im Walde in einem Fuchsbau ein von einem Jäger ausgestelltes Tellereisen. Um den Jäger einen Streich zu spielen, ließ die Witzbold„etwas" auf das Eisen fallen, was nicht näher beschrieben werden kann. Die Falle aber klappte zu und„verbiß" sich in einen gewissen Körperteil derart, daß cs dem Mann nicht mehr gelang, sich davon zu befreien. Es blieb ihm nichts übrig, als mit dem Anhängsel nach Hause zu„lustwandeln", wo man es ihm abnahm. Seitdem liegt der gute Mann im Kranken« haus— aber auf dem Bauch. )m zweite» vorlrag der Volksbühne, ihm Rabumi de« llhklu«„Die Oper unierer Zeit" der am tv., SV Ubr. im grohen Saale de« Zenlralinllitul« sür Erhebung mid Unterriibt Potsdamer TlraNe lSV Onftsinde!. wild Dr. Hans C u r j e I. Dramaturg der Oper am Platz der Republik, über Igor Strawinsly mit besonderer Berücksichtigung von Pelrulchka. der Ge- schichte vom Soldaten und Ocdipu« Rex spreche». Mit'v. Gulfa Hammer, Alfred Bartoliliu«, Dr. Joll, Bürger. Ver Kamps um deu Ton,. Rudols von Laban wird am tv. Februar SO Uhr, im Bachlaal. Söfcomsuaf-« 76, In(einem Vortrag„Der Kampf um den Tanz" einen ttebcrbtick über die aktuellen Probien«« der Tanzkunst grb v Tänzerssche Vorsübrungen de« Ehoreograpbifchcn JnslitutcZ Laban, ia.pü Lichtbild- und FUmvorsührungen werden den Vortrag praktisch criäut.-ui und ergänzen. lieber Ausgabe» der»»»st Im Zella»« d« TechaU- tpricht aus Sin- ladong do« verein» Betliner Künlfler tm Künftlerdau«, velleoueslr. 8. am 81.. 20 Ubr. Zletchttunkiwart Dr. R- d« I o b. Di- vutltellung.Stiiwt »nd Technit" bleibt am Vortragsabend»ur Besichtigung offen: der Einiri» zum Vortrag und zur Ausstellung ist s r c i. p.ärprrb'kdung. Am 80. hält im sBoitiagäsaal de« Sturm. (..niciitomm dO, Cito P o l e m n n n im Auitragc der Jutta Riain;- G- meinichast S. V. eine» vergleichenden Lichtbildcr-Vortrag über Tuuie,, Sport. Gymnastik und Tau». Ein Schloß der Geheimnisse. Phantasien um Aurolzmünster. In Oberösterreich liegt Schloß Aurolzmünster, der alte Herrensitz der Grasen Arco-Ballcy. Sie haben das Schloß- ver- tauft, und der neue Herr ist ein ehemaliger Tischlergeselle Karl S ch a p e l l e r, um den seltsame Geheimnisse wehen. Schapeller soll, wie Ludendorffs Busenfreund Tausend, Gold fabrizieren. Er soll Giftgas herstellen, er soll einen Schatz gefunden haben, er soll an Maschinen arbeiten, die Mineralien wie Wasser aus der Erde pumpen. Niemand weiß, woher der Schloßherr sein Geld hat. Er ist heute 51 Jahre alt, im Armenhaus ward er als uneheliches Kind geboren und wurde Tischlerlehrling. Schon da- mols grübelte er über die letzten Dinge. Er warf sich auf alle natur- wissenschaftlichen Bücher, er trug sich mit großen Ideen/ Als er dann kleiner Subalternbeamter bei der Post wurde, lernte er weiter und experimentierte. Dann kam plötzlich eine Wendung: Es� ist Tatsache, daß Schapeller dem Schloßherrn von Aurolzmünster eine Milliarde Kronen bar auf den Tisch gelegt und für den Wiederaufbau des zerfallenen Schlosses bisher 3 Milliarden ver- wendet hat. Seine Geldquelle ist das große Geheimnis. Er be- hauptet, es von Gönnern, die an ihn glauben, erhalten zu hoben. Es soll sich da hauptsächlich um Reichsdeutsche handeln. Der Name einer Berliner Fabrikanten wird besonders hervorgehoben. Tat- fache ist, daß auch Schapellers engste Mitarbeiter Reichsdeutsche sind. Wiederholt waren, so heißt es, deutsche Besucher bei dem neuen Schloßherrn. Zu den Besuchern zählt auch der bayerische Ministerpräsident, Herr H el d. Auf Schloß Aurolzmünster werden Laboratorien und Werkstätten eingerichtet. In diesen soll die Erfindung ausge- baut, in ihnen soll gelehrt und gelernt werden. Wie es um diese Erfindung tatsächlich beschaffen ist, weiß bisher kein Mensch. Man spricht phantastisch über eine„neue Lehre vom Weltenbau". Was diese Lehre verkündet, ist aber bis zur Stunde sehr schleierhaft. Schapeller hat einem Berichterstatter gegenüber die Bemerkung ge- macht, daß die Erde um das Schloß herum sehr radiumhaltig sei, und es wird allgemein gesagt, daß er große Anstrengungen mache, um die anliegenden Gründe zu kaufen. Biel Sonderbares erzählt man in Oberösterreich auf dem Lande von Schloß Aurolzmünster und seinem neuen Herrn. Freilich, die Erinnerung an die Geschichte des Herrn Tausend und der Umstand, daß auch diesmal wieder Fäden ausgerechnet nach Bayern hin- überspinnen, machen etwas nachdenklich. Lubendorff macht doch Gold! Aus sich selber. Mit der Goldmacherei auf alchimistischem Wege ist es nichts geworden. Aber der Tausendsassa Lndendorff hat eine besser« Methode gefunden, um zu dem köstlichen Stoff zu gelangen. Er Hab die Anziehungskraft seiner eigenen Person als Schauobjekt entdeckt und zieht mit sich selbst, sekundiert von seiner unzertrenn- lichen Mathilde, auf die Märkte. „In einem knappen halben Jahr haben uns nacheinander die beiden deutschen Männer besucht, die in schicksalsschwerer Zeit an der Spitze der deutschen Heere standen. Hindenburg kam im September, begeistert begrüßt von aber Tausenden und herzlich will- kommen geheißen, weil er für uns die Verkörperung der Treue und der Pflichterfüllung ist. Ludendorff kam im Februar, und jeder, der ihn sehen und hören wollte, mußte bis 3 Mark dafür bezahlen. In dieser Gegenüberstellung liegt zugleich die Wertung der beiden Männer." So liest man im„Neuen Görlitzer Anzeiger", einem gutbürger- lichen, der Voltspartei nahestehenden Blatte. Für 3 Mark durfte jedermann die große Kanone bestaunen und sich von ihr einen Vortrag über Juden, Jesuiten und Freimaurer, über die unsichtbaren Väter und die Weisen von Zion, über Iahvetage und geheimnis» voll« Quersummen halten lassen. Da�ie Vorträge Ludendorffs und seiner Mathilde noch nicht 5 Pf. wert sind, so entfällt der Voll- betrag des 3-Marr-Entrees ausschließlich aus das Schauobjekt Ludendorff. Für 3 M. Ludendorff— eigentlich ein bißchen teuer, wo es doch für einen Taler bereits ganz andere Genüsse gibt! Oer Schuß. Weshalb die Zungkommunistin Demskaja in den Tod ging. Als Est her Demskaja das Kinderheim verließ, war sie II Jahr alt. Trotz Hunger, zerrissener Matratzen, weiter kalter Räume mit zerschlagenen Fensterscheiben, die früh Haß und Ver- achtung i» ihr großzogen, besaß sie doch Lebensmut und Tatkraft. Sie trat ins Berufsleben«in und arbeitete mit 16 Jahren in einer Jrigendkolonie: ISjährig, im Jahre 1925, fand sie Anstellung in den, Volkskommissariat für Arbeit. Hier wurde sie zur Sekretärin der jungkommunistischen Zelle gewählt. Dies war gewissermaßen die vorläufige Krönung ihrer sechsjährigen aufopferungsvollen Tätig- keit innerhalb der kommunistischen Jugendorganisation. Nun zählte sie 23 Jahre. Sie ersuchte um Aufnahme in die Partei und wurde doch nicht Parteimitglied. Stellte sie den Sekretär G a p o n o w zur Rede, so meinte er:„Die Sache hat Zeit. Jch'stelle deine Aufnahme zur Abstimmung, wenn es mir gerade gefällt." Er dachte aber gar nicht daran, ihre Kandidatur zur Aufnahme vor- zuschlagen, und hatte seinen guten Grund dafür: denn Esther Dem- skaja besaß ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen. Sie hielt sich für zu gut, um nur Stimmvieh zu sein. Ihre Hand hob sich nicht nach Befehl des Vorsitzenden Genossen Gaponow: sie ließ sie nicht ruhen, wenn er es so wollte. Der Borsitzende schalt sie: „Du bist noch jung und unerfahren, stimme wie ich, erheb deine Hand, wenn ich sie erhebe." Sie aber lackst« ihn aus. Am 16. Dezember fiel der Schutz. In einem Abschieds- brief an ihre Freundin schrieb Esther Demskaja:„Liebe Natascha, ich habe so beschlossen: das ist das beste Ende. Es ist gut zu leben, wenn die Erde unter einem zittert: mir aber zittern meine Beine. Leb wohl. D." In der Parteizelle wurde aber auf Antrag des Vorsitzenden eine Resolution angenommen, daß die Demskaja kleinbürger- lichten Gewollten zust, Opfer gefallen sei. Natürlich jjabm alle Mtski-der der Zell« so gepdmnt, mit der vorsitzend« Gaponow es wünschte. Hätte die Tote mitstimmen können, sie hätte ihre Hand bestimmt Nicht erhoben.0 Mark kauft, in seinem Loden auslegt, 10lXK) Mark einnimmt, ist ihnen ein Betrüger. Warum ist er besser, als der Einbrecher, der den Schmuck aus dem Schaufenster holt? Das kann Franz nicht«infeh«». Der Angehörige der bürgerlichen Gesellschaft, der sich gegen die Gesetze eben dieser Gesellschaft vergeht, der ist ein Verbrecher, nicht aber Franz und fe-ne Berufskollegen, die ja außerhalb der Gesellschaft stehen, denen, wie er sagt, das Gefühl fehlt, daß sie etwas Schlechtes tun. Man klassifiziert dort die Menschen anders ein, als«s sonst üblich ist. Ein ganz gemeiner Verbrecher ist natürlich jeder„Ganove", der einen anderen„Ganoven" bestiehlt oder verrät. Menschen. di« Kinder oder Tiere quälen und mihl)ond«ln, das find Verbrecher und mit Entrüstung weist es Franz von sich, mit ihnen auf ein« Stufe gestellt zu werden. Noch mehr als für seine Berufskollegen setzt sich Franz für ihre Mädchen ein, die ihren Körper Tag für Tag verkaufen, um ihrem Geliebten Geld geben zu können. Da fragt ein Staatsanwalt in «iner Gerichtsverhandlung:„Wie kann«in« Dirn«, die sich jeden Tag für Geld gibt, von Liebe sprechen?" Das bringt Franz in Wut.„Die Liebe in der bürgerlichen Gesellschaft sei nur äußerlich, hier funktioniere immer— selbst noch bei der Scheidung— die Ge- setzesmoschine. Während bei uns, wenn uns eine betrügt— es kommt selten vor—«ins ins Genick und weg mit Schaden. Aber so«in Staatsanwalt, was weiß denn der? Doch nur, was in seinem Gesetz steht. Aber wie so«ine Dirne liebt, davon weiß er nichts. Darum will ich es sagen..." Dirnenliebe. Und Franz singt sein Hohes Lied auf di« aufopfernde Liebe dieser Lerachtetsten unter allen Frauen.„Di« Dirne habe nach bürgerlichen Begriffen aufgehört, Mensch zu fem. Glaubt man, daß sie damit auch aufgehört hat zu fühlen? O nein! Gerade jetzt kommt alles, was vielleicht geschlummert hat, durch. Wie«in Ertrinkender sich mit aller Kraft ans Leben klammert, so fühlt so eine jetzt«rst, daß sie untergeht— und wenn da einer kommt und ihr die Hand reicht und sagt:„Ich bin zwar selbst keiner von den besten, aber ich verachte dich nicht,"— na, da möchte ich mal sehen, ob da nicht alles Gefühl des Lebens und des Herzens dreifach, zehn- fach, hundertfach sich auf diesen«inen wendet. Und ob diese Liebe dann nicht natürlicher und daher tiefer ist, als jede andere? Aber noch eins kommt hinzu zu dem: jede Dirn« ekelt sich in ihrem Beruf und haßt die Männer, denen sie sich für Geld giht. Daher ist ihre Sehnsucht, einen zu haben, bei dem sie dies dauernd mit Füßen getretene höchste Gut, ihre Weiblichkeit, wieder aufrichten kann. Dieser Mann, dem sie sich schenkt, gibt ihr hundertmal mehr, als irgend ein Mann der bürgerlichen Gesellschaft jemals seiner Frau geben kann. Er ist es. b«i dem sie vergißt, daß sie aufgehört hat. Mensch zu sein wie andere Menschen, b«i dem sie sich auch wieder als Frau fühlt... Dah«r ist ihre Liebe so selbstlos und ihr höchstes Glück, sich für diesen Mann abzurackern von früh bl» spät. Wo die Liebe so groß ist. da ist auch die Eifersucht groß. Aber ein» muß ich sagen: Alle diese Mädchen haben den Ehrgeiz, soviel zn verdienen, daß ihr Freund nicht nötig hat. aus Einbruch zu gehen. Schon di« Angst, ihn für die Dauer der Strafe zu ver. lieren. veranlaßt sie. ihr« Freund« mit alle« Mitteln von allem fern- zuhalten, was mit»nast bedroht ist. Man kann daher sagen: Schlechte Dirnengeschäfte. erhöhte Einbrüche." Die Strafgesetz- und di« Strafoollzugsreform interessiert Franz brennend. Am liebsten möchte er bei den Beratungen dabei sein. Bor allem fordert er eine bessere Fürsorge für entlassene Straf- gefangene, damit sie sich wieder ins bürgerliche Leb«n einordnen können. Das Entscheidende ist ihm, daß man die Gefangenen nicht mit dem Zuchthausg«ruch am Leibe ins Freie schicken soll. I'clix Feclicnbach. Was sagt der Staatsanwalt? Staatsanwalt und Richter— mag der in jedem Beruf schwer ln Bewegung zu setzende Durchschnitt auch nur zögernd folgen— ringen heute um ein Verstehenkönnen des Verbrechens. Soviel Mängel auch heute noch zutage treten mögen, das Wort von«iner sozialen und humanen Strafrechtspflege ist keine Phrase mehr. Dr. jur. Hans Buerschaper, auf dessen Werk(Soziale Strasrechtspflege, Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1929) noch zurückzukommen sein wird, ist cin«r von denen, die sich um di« Einführung der modernen Psychologie in das Strasrecht bemühen. Sehr zu beachten— von einer kritischen Auseinandersetzung im einzelnen soll hier abgesehen werden— ist sein Versuch, durch einen Fragebogen an den Angeklagten heranzukommen. Er berichtet darüber: „Zunächst im Strafvollzug, dann im staatsonwaltschastlichen Verfahren habe ich seit Iahren eine psychologische Analyse in der Weise versucht, daß ich mir«inen Lebenslauf von dem in Haft befindlichen Täter schreiben ließ und diesen Lebenslauf«ingehend mit ihm be- sprach. Das erste Erfordernis ist, den Täter über den Zweck dieses .Lebenslaufs" aufzuklären. Deshalb stelle ich ihm vor Augen, daß er sich in Haft befindet und in ein Strafverfahren verwickelt sei. Möge er schuldig sein oder nicht, er befinde sich offenbar auf der schiefen Eb«ne(was übrigens noch keiner meiner Exploranden geleugnet hat) und deshalb wolle ich mit ihm zusammen an Hand seines bisherigen Lebens festzustellen versuchen, woran es liege, daß«r auf die schiefe Ebene gekommen sei. Mir persönlich sei es ja völlig gleichgültig, was aus ihm werde, denn ich habe ihn bisher nicht gekannt und w«rdc ihn voraussichtlich nicht wieder sehen, da ich hoffte, daß er keine straf. bare Handlung wieder begehen werde,'alxr ihm könne es nicht gleich- gültig sein, wie sein weiteres Leben verlause, ob er wieder Ins Ge- fängnis komme oder«in Leben führe, dos des Lebens wert sei. Des- halb wolle ich ihm die Fehler zeigen, die in seinem Charakter liegen. und ihm di« Wege zeigen, wie er diese Fehler ablegen könne. Ich wolle Ihm also die Wege zu einer Selbsterziehung weisen. Dann frage ich ihn, ob er bereit sei, mit meiner Hilfe sich über sich selbst klar zu werden. Wenn ich in dieser Weis« den Zweck meines Vorhabens er- läutert hatte, dann habe ich noch nie«in Nein gehört, im Gegenteil, selbst„schwere Jungen" ergriffen freudig die dargebotene Hand, von der si« Hilfe erhofften. Ich stelle ihnen dann die Zusendung eines Fragebogens in Aussicht und sage ihnen, sie sollten ihr Leben an Hand der ausgestellten Fragen sso ausführlich als nur irgend möglich schildern, und betonte an Hand dieser oder jener Frag«, daß es mir vor allem auf die Gründe ihres Handelns oder Urteilen» an komm«. Dieser Fragebogen hat folgenden Inhalt: Um die Straftat, die Ihnen zur Last gel«gt wird, besser, vor allem gerechter beurteilen zu können, bitte ich Sie, in den nächsten Tagen mir«Inen ausführlichen Lebenslauf niederzuschreiben und diesen um- gehend hierher zu senden. Es kommt nicht nur auf di« äußeren Lebensverhältnisse an, sondern bei allen Fragen wollen Sie vor allem den Hauptwert auf das Wie und Warum legen. Ich ersuch« Sie, insbesonder« in dlesem Lebenslauf anzugeben: l. Wann und wo sind Sie geboren und ylo sind Sie aufgewachsen? 2. Don wem sind Sie erzogen worden(Eltern oder nur ein Ellernteil oder Pfleg eslter» usw.)? 3. Welchen Berus hatten Ihre Erzieher? 4. Sind Sie nach Ihrer Ansicht streng oder mild erzogen war- den? Inwiefern sind Sie streng, inwiefern sind Sie gut erzogen worden? Führen Sie dafür Beispiele an. Ist Ihnen viel freier Will« gelassen worden? Waren Sie viel aus sich selbst angewiesen? Wie ist Ihr Verhältnis zum Vater, zur Mutter, zu den Geschwistern? 3. Welche Schulen haben Sie besucht? Aus welcher Klasse sind Sie entlassen worden? Worauf schieben Sie, daß Sie in der Schule nicht gut fortkamen?' Haben Sie die Schule manchmal geschwänzt und warum taten Sie da»? Was sagten Ihre Eltern dazu? Wie war Ihr Verhältnis zu den Schulkameraden? Waren Sie gefürchtet, wurden Sie gehänstlt? Hielten Sie sich mehr für sich? 6. Was haben Sie werden wollen? Aus welchen Gründen sind Sie das nicht geworden? 7. Warum haben Sie Ihren Beruf ergriffen bzw. warum haben Sie keinen Beruf«rgriffen? 8. Bei wem haben Sie seit Ihrer Entlassung aus der Schul« gearbeitet? Wie lange waren Sie in jeder einzelnen Stellung? Was gefiel Ihn«n darin nicht? Darum haben Sic jede einzelne Stellung aufgegeben? 9. Falls Sie einmal arbeitslos gewesen fein sollten, so geben Sie an. warum Si« arbeitslos wurden und wie es kam, daß Sie nicht gleich wieder Arbeit fanden. Wie haben Sie in der Zeit der Ar- beitslosigkeit sich durchgeschlagen? 10. Was machen Sie in Ihrer frefen Zeit, insbesondere abends nach der Arbeltszeit? Womit beschäftigen Sie sich Sonntags? II. Besuchen Si« gern und oft Theater, Variete, Operette, Kino, Bier- und Weinwirtschaften mit Damen- oder Herrenbedienung oder Cafes? Was für Theaterstücke oder Vorstellungen usw. besuchen Sie mit besonderem Interesse? Was zieht Sie in diese Stätten? 12. Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung? Treiben Sie Sport? Was für Bücher lesen Sie? 13. Haben Sie normalen Geschlechtsverkehr? Wann haben Sie zum ersten Mal« geschlechtlich verkehrt und wie oft tun Sie das ungefähr? Haben Sie bestimmte Mädchen oder immer ander«? K Welche schweren Krankheiten haben Sie durchgemacht? Habe»: Sie Unfälle«rlitten, evenwell welche und wann? 13. Welch« Gründe bestimmten Si«, die Straftat zu begehen? Hatten Sie vorher oder bei Begehung der Straftat i/gendwelche Gewissensbisse und welch«? Waren Sie in Rot? Wie sind Sie in dies« Not geraten? 1« Welches Einkommen hatten Si« im letzten halben Jahr« vor der Tat? 17. Sind Sie verlobt oder verheiratet? Im letzteren Fall« wollen Sie Ihr Familienleben schildern. Ich ersuch« Sie, Ihr« Angab«» so wahrheitsgetreu zu machen. als Ihnen dies irgend möglich ist. Ich behalte mir vor, Sie noch persönlich über Ihren Lebenslauf zu hören und werde Ihre An- gaben nachprüfen." Buersckiaper ist der Ansicht, daß ein Appell an die Wahrhaftigkeit selbst beim verstocktesten Verbrecher nicht umsonst ist, wenn d«r Be- jchuwigte fühlt, daß ihm warmes Mitgefühl entgegengebracht wird, Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. MßÄßffS BLgf�f Dh TtonhSLn. KMMö-M i/n,« clor- Hur/ron-J. von o�/&iofson-Sdu Zeic/zrzurzgtet'v i/on Ado ff Lehnert (3. Fortsetzung.) i'ic Fremden waren jetzt ganz nahe. Die Hunde wurden um ruhig, und Mala gab OrsokiW die Peitsche, damit er sie in Schach hielte. Er stand hinten und ließ die Schnur über ihre Köpfe zischen, daß sie die Schnauze zwischen die Borderiütze steckten und die Lust zum Fortlaufen verloren. Als sie sich beruhigt hatten, lief Orsokidok.zu den andern und setzte sich mit auf den Schlitten. Sic zogen die Kapuzen hoch, saften da und blickten gleichgültig über das Meer hinaus, wo nichts Beson- deres zu sehen war. Sie hatten keine Schlitten kommen sehen, und nichts auf der Welt interessierte sie. Die Fremden kamen angefahren und brauchten all ihre Peit- schcn, um ihre Hunde zu verhindern, auf die Malas loszugehen. Das berührte Mala und die Seinen nicht; sie saßen da und schauten über das Eis hinaus. Nur die Knaben konnten sich"nicht holten. Sie legten sich quer über den Schlitten und sahen die Fremden an, Iva aber packte sie mit einem raschen Griff am Arm und setzte sie auf. „Ihr sollt nicht nackische», ob jemand kommt. Ihr sollt nicht mit Fremden reden." Einer der Männer, den sie güt kannten, Papi hieß er, trat still zu ihnen, sagte nichts, setzt« sich nur neben sie auf den Schlitten. „Man trifft sich auf der Reise," sagte er endlich, und Mola antwortete:„So." „Kommt ihr von Norden?" fragte Papi. Das wußte er, denn er konnte es sehen. Niemand konnte etwas Anstößiges an der Frag« finden.' „Es ist nicht unmöglich, daß wir von Norden kommen," ant- wartete Mala.„Ja, wir kommen von Norden." Langes Schweigen, bis das ganze Gefolge Papis, Männer, Frauen und Kinder, den Schlitten Malus erreicht hatten. Sie gingen ehrerbietig um sein« Hunde herum, denn die konnten bissig fein. Papi erzählt« nun den andern, daß man hier Menschen träfe, die von Norden kämen. Eine Neuigkeit, die mit ungeteiltem Jnter- esse entgegengenommen wurde. Worauf man eine Weile schwieg. Da man nicht wußte, wer gestorben war, war es gefährlich, zu fragen, und man konnte nur von Dingen reden, die man sah. Bald darauf aber standen die Frauen ein wenig abseits, die Männer blieben zusammen sitzen, und die Kinder begannen zu.spielen. Pualu nahm einen losen Eisblock und stürzte ihn um, Inn seine Kräfte zu zeigen. Hierauf nahm er die Peitsche seines Vaters, um ein wenig damit zu schlagen, und bald spielten die Kinder zu- sammcn, als ob sie sich seit Jahren konnten. Unterdessen sprachen die Frauen über das, was sie interessierte, keine aber spielte die großen Neuigkeiten aus. Man besah dos Zeug, und jede bewunderte die Kleidung der andern. „Ich habe so schlechte Felle. Wir erlegten leine schönen Renn- tiere im Sommer, und als ich sie trocknen wollte, hatten wir schlechtes Wetter, nie bekomme ich schöne Kleider. Hätte ich nur daheim bleiben können und brauchte mein« Schande nicht so weit umherzuführen," sagte Iva still. Ada steckt« sich eine Pfeife an. Sie brauchte ziemlich lange dazu, sie aus dem feinen Silberpapier mit roten Luchstaben auszu- packen. Iva sah still zu, und ein lebhafter Dust zog ihr in die Nase, ein Dust, der an Ponds Inlct mit Schiffen und weißen Männern erinnert«, an den Herrn des Schiffes, der sie begehrte und ihre eine Stellung gab, daß alle andern zu ihr kamen und um ihre Fürsprach« baten, wenn sie Essen, Holz oder Pulver brauchten. „Willst du schmecken?" fragte Ada und reichte ihr die Pfeife. „Laß uns versuchen." Der Duft stieg ihr in die Nase und füllte ihr Mundhöhle und Schlund. Ja, es war der alte Geschmack. Die weihen Männer mit all ihren Waren und all dem Seltsamen, von dem man träumte, das man aber nicht sehen konnte. Die weißen Männer waren selbst feurig und stark, und deshalb war Kraft in den Dingen, die sie den Menschen brachten. Eine andere Frau, die von Ada ein wenig in den Schatten ge- stellt wurde, hieß Hanne. Sie war älter und magerer und hatte deshalb nicht die Gunst der Walfänger gewonnen, aber sie trug doch ein Band um den Hals, einen weißen Lederriemen mit schwarzem Rand, und als sie einmal, ein wenig absichtlich, ihren Pelz hochschob, sah man, daß sie Unterzeug wie die ißen Männer anhatte. Auch Hanne war imstande, die Zlufmerksamkeit der fremden Frau aus dem Norden zu erregen. Außerdem war ein junges Mädchen da, das Jnupaujat hieß. Sie hatte fast gar nichts. War Warfe. Was sollte sie mit Besitz? Sie kam vom Schiffe, wie sie dorthin gegangen war. Man muß einen Mann haben, um Kostbarkeiten halten zu können, und Inn- paujak sollte erst zu dem ihren reisen. Von Süden war sie ge- kommen, und aus dem Norden, wo ihr Mann Ujarak eine Frau brauchte, war nach ihr geschickt worden. Bei chrer Geburt hatten die Eltern dies« Heirat vereinbart, und jetzt mußt« sie gehorchen. Jnupaujat war jung und üppig, sie war als tüchtige Näherin be- kannt und versorgte Lampen wie ein« alte Frau. Die jungen Männer in der Niederlassung sahen sie mit Kummer ziehen. Di« letzte Zeit, seit sie ihr Geschlecht entdeckt hatte, war reich an Freuden und Erlebnissen, starken und heftigen, gewesen. Still wurde««ach ihrer Abreije. An mehreren Stellen halle sie sich aufgehalten. Zuletzt war sie bei den vier Inseln gewesen, wo die Schiffe lagen, und auch dort hatte sie sich nur kurze Zeit aufgehalten. Jnupaujat wechselt« oft. Unverheiratetes Weib.— Znerft hatte der Koch sie gesehen. Der mächtige Mann, der das Essen für sie alle zubereitete. Sowohl das Essen, das einem schmeckte, wie das, was nur die weißen Männer schätzten. Zu- weilen nahm er Mehl aus väcken, zuweilen hatte er große rote und blaue„Tassen", in die er ein Loch machte, um das Essen herauszustürzen, das dann im Topf gekocht wurde. Manchmal war es Fleisch, und manchmal waren es Pflanzen, aber fast immer etwas, das gut schmeckte. Ost nahm er jedoch aus großen Fässern Fleisch, das salziger als das Meer war, auf der Zunge brannte und ungenießbar war. Kaffee und Tee schöpft« er aus mächtigen Kruken, immer waren es unfaßbare Mengen, von denen er nahm. Es war nicht eine kleine Tüte mit Zucker, wie die Menschen sie bekamen, es war immer mehr, als ein Mann heben tonnt«, und wenn in einer Kiste nichts mehr war, schlug er ein Loch in«ine neu«, warf die Bretter einfach aufs Eis, und die Menschen' konnten sie auflesen. Der Koch»ahn, sich Inupaujaks an. Er wohnte in einem Haus für sich, neben der Stelle, wo er kochte, und Im, paujak ver- stand, daß er es war, der den weißen Männern ihr Esten gab, und daß er selbst alles eisen konnte, was ihm behagte. Bei ihm fand sie Geschmack an Zucker und Brot, und er gab ihr einen Löffel, mit dem sie eines Tages soviel Zucker aß, daß sie sich schließ- sich nichts mehr daraus n, achte und sich übergab. Als einer der Matrosen sie einmal packte und in das gemein- fair« Haus tragen wollte, kam der Koch angelaufen und sprach zornige Worte, und der Mann mußte sie wieder auf das Schiss setzen. Der Koch bat sie, mit ihm hineinzugehen. Jnupaujat hatte früher schon gesehen, wie Männer sich um Frauen schlugen, aber hier auf dem Schiffe gab es wohl nur Worte und weder Messer nach Harpunen. Der Koch war ungeheuer mächtig; ober es gab doch einen, der über dem Koch stand, einen Mann, der auch sein eigenes Haus hatte. Er kam einfach eines Tages, sprach ein« Anzahl lcmier Worte, nahm sie bei der Hand und führte sie in sein Haus. Das war tief unten im Schiffe, halte«in kleines Fenster, und hier sollte sie wohnen. Aber hier fühlte sie sich nicht wohl und weinte viel, Essen bekam sie, aber nicht im Ueberfwß, und sie mußte den ganzen Tag nähen. Wenn sie morgens aufwachte, jagte der Mann sie aus dem Bell und blieb selbst liegen. Wer weiße Männer sind mert würdig. Eines Tages zeigte es sich, daß auch dieser Manu sich einem andern beugen mußt«. Inn- paujak kam in mehrere Häujer, die mit einem großen Eingang an? Ende des Schiffes lagen. Man faß hier auf Bänken, und es gab einen Spiegel, nicht wie die kleinen runden, die man kannte, sondern so groß, daß man den ganzen Menschen darin sehen konnte. Der Mann hatte einen großen Topf, in den er warmes Wasser goß. Der war so groß, daß ein Mensch darin liegen konnte, und er ließ Inupaujak sich in das Wasser legen und sich den ganzen Körper mit Seife waschen. Er ließ sie den ganzen Tag ohne Zeug m seinem Hause herumgehen, und oft gab er ihr Wasser, das im Hasse brannte und sie andere Worte sagen ließ, als sie gedacht hatte. Wenn auch der Mann alt und wenn er auch nicht wie der Koch war, so verstand sie�doch, daß. wenn er sprach, alle andern gehorchen mußten, und Iimpoujok erhielt viele Geschenke, die sie in das Schncehaus zu ihrem Schwager trug, der alles nahm. Der Schwager war Taparte, Was Mann, und er behielt ihre Nadeln und Scheren, den Spiegel und die Hemden, viel Zucker und Kekse. Alles, was sie sah und worauf sie zeigte, erhielt sie vom Herrn des Schiffes. Er verlangte nur, daß sie nicht zu lange fort- blieb. Wenn sie.zum Koch ging oder zu der Rede der anderen lächelt«, wurde sein Gesicht zornig, er sagte laute Worte, und sie mußte mit ihm fortgehen. Eines Tages, als die weißen Männer in zwei Booten vom Schiffe fortgefahren waren, um Wale zu sangen, entschloß Taparte sich, noch Norden zu reisen, und Inupaujak sollte ihn begleiten. Es war eigentlich schade, das gute Schiff zu verlassen, ober sie war der vielen Männer und des guten Lebens müde, und sie zogen fort. Das war nur wenige Tage her, und sie hatte seither nichts Beson- deres erlebt. Die Frauen sprachen lange miteinander. Zuweilen trat«ine von ihnen an ihren Schlitten, und wenn sie wiederkam, zeigte sie wie zufällig die neuen Besitztümer, die dann von den anderen be- wundert wurden. Di« Männer hielten sich indessen abseits. Sie sahen abschätzend auf Hunde und Schlitten, wechselten aber nur wenige Worte; endlich beschlossen sie doch, Häuser zu bauen. Jeder Mann nahm sein Messer. Sie gingen ein wenig auseinander und prüften den Schnee, und nun wußten die Frauen, daß für mehrere Tage Lager oufgeschleflcn wurde, und daß es Zeit genug gab, von den Ereignissen des Win- ters zu erzälssen und zu hären. lFortietzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. uiiiiiiiiiiiuiimniiniiiiiiimimiuniiiuraiiiiiiununimiiiiniiiiuuiniiimiiiiiuiuuiumniniiuuiiiniiniiiiMiimniiiMiimiiiiiMniiiimiiinmmniiinimnininiaiiiiuiniiiiniiiiiiniinimiiB Wieviel Kälte kann der Europäer ertragen? Wenn der Europäer in die Eiswüsten der Polargebiete gelangt, sieht er sich Kältegraden gegenüber, die sein Leben bedrohen. Die Polarforscher haben daher zu allen Zeiten einen gefährlichen Kampf gegen das arktische Klima führen müssen, und in den Berichten be- gegnet uns immer wieder die Verwunderung über die Unempsind- lichkeit der Polaroolker gegen die Kälte. Diese„Leute von Eisen", wie sie Wrangel genannt hat, haben sich dem Klima ihrer Heimat angepaßt. Die Europäer aber, die aus minderen Breiton in das Polorgebict kamen, sind nicht selten Opfer der Kälte geworden. Schon die ersten Polarforscher, der Holländer B a r e n t s und seine Begleiter, die gegen Ende des lk. Jahrhunderts den arktischen Winter zu kosten bekamen, suchten sich vergeblich gegen den Eises- hauch zu schützen. Wie sie erzählten, komrten sie sich nur dadurch vor dem Erfrieren bewahren, daß sie„das Feuer durch big dicke Pelzkleidung bis auf die Haut durchbrennen ließen". Heißes Wasser, in das man Hemden zum Waschen gelegt hatte, fror mit diesen zu einer festen Masse zusammen, so daß man sie nicht mehr aufweichen konnte. Uebcr die Kalle in Grönland wird aus dem Jahre 1631 be- richtet, daß man, wenn man ins Freie trat, das Gefühl hatte, als wenn man mit Ruten gepeitscht würde. Dabei zersprangen Felsen und Steine mit lautem Krachen, und dos eisbedeckte Meer war in Rauchwolken gehüllt; trotz des Schutzes durch die wärmste Kleidung verursachte die Källe aus der Haut große Blasen. Verschiedene Polarforscher haben die Wirkung beschrieben, die solche Kälte in einem geheizten Zimmer ausübt. Sobald nämlich die kalte Luft Zutritt zu dem Raum erhält, bilden sich schwere Dampfwolken, die eine starke Eisdecke an den Wänden zurücklassen: Fleisch, Brot und andere Nahrungsmittel verwandein sich in feste Massen, an denen selbst Sägen und Beile zerbrechen. Bei der be- rühmten Ueberwinterung im Ban-Reußelaer-Hafen, die die Expc- dition Kanes in den Jahren 1833/53 durchniachte, waren an ver- schieden«» Tagen die Menschen in eine so dichte weiße Wolke ge- 3Ionta«. 18. februar. Berlin. 16.00 Ingenieur Joachim Boehmcr: Technische WochenplauilCrei. 16.30 Komponistlnnen-Stande. Anschließend; Tcemasik aus dem Hotel Bristol(Kapelle Ilja Uvschakoff). 17.30 Max Halbe, Die Traumgeslchte des Adam Thor."(Gelesen vom Autor.) 18.10 Sprachliche Plaudereien.(Deutscher Sprachverein.) 19.00 Felix Stiemer: Marx und Engels. 19.30 Prof. Dr. Flitner. Kiel: Die junge Generation im Volke, 20.00 Paul Zech. Aus eigenen Werken. 20.30 Internationaler Programmaustansch. Uebertragung von Warschau, l. Mosz- kowski; KJavierquartett d-mcll. op. 8(Oziminski, Dwarakowski, Wilko- mirski, Drzewiecki).— 2. Lieder von Noskowski, Niesriadoraskl, SzopsJtl, Szymanowski, Korvin Sryraanowska.— 3. Paderevskl: a) Sarabande: h) Legende: c) Rozycki: Polonaise; d) Srvmanovskl: Etüde b-moll: e) Zarembski: Impromptn caprice(Drzewiecki, Klavier).—< a) Rorvcki: Nocturne fis-moll; b) Szymmowski: Romanze: c) Zarryckl: Mazurka (Urminska Jaworks, Violine). Anschließend bis 0.30 Tanzmusik(Kapelle Gerhard Hoffmann). KSalgsvasterhtnsen. 16.00 Englisch(knUurknndUch-Iltararltche Stunde). 17.30 Dr. Hans Haiek: Vom Leben der Sprache. 18.00 Prof. Ludwig Mantler. Theophil Demetriescn: Hnmor int Lied. 18.30 Englisch für Anfänger. 18 35 Gek.-Rat Kaiser: Die Preisverhättnisse aur dem Vieh-, Fleisch- und Futtcrmittelinarkt und ihre praktischen Auswirkungen. 19.20 Stnd.-Rat Dr.-Ing. Wettstädt: Werknjeisteriehrgang für Facharbeiter: Dampfmaachinen und Brcnnkrartmaschineii. hüllt, daß mau sie nicht erkennen komlle. Es wird berichtet, daß man, wenn man die Mütze vom Kopf nahm, dieser„wie eine Schüssel mit kochenden Kartoffeln" dampste. Wollte man etwas int Freien schreiben, so konnte man dies nur über einer Spiritus- flamme tun. Die Wirkung einer Temperatur von öd Grad Fahrcnhell auf den Menschen hat Payer beschrieben: Der Puls schlägt langsamer, der Mensch wird gefühllos und steif, die Kräfte nehmen ab, die Augenlider sind so gefroren, daß man sie nicht bewegen kann, die Füße schmerzen; dabei tritt graßer Durst auf, der Bart ist zu einem Eiskiumpen verwandelt, es zeigen sich nervöse Schwäche, Schläfrig- kcit und bisweilen sogar Geistesgeftortheit. Die Künsche Nehrung als Naturschutzgebiet. Die K u r i f ch e Nehrung, die sich etwa Idd Kilometer lang als Landstrelfen zwischen der Ostsee und dem Frischen Haff hinzieht, steht, was llrwüchfigkeit der Landschaft betrifft, an erster Stelle unter den von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalspflege betreuten preußischen Naturschutzgebieten. Zwar übertrifft die Lüne- burgcr Heide die Nehrung an Flächeninhall, aber viel stärker sind die Eindrücke, die dieser von Mcnschenkultur fast unberührte Land- strich vermittelt. Hier finden sich die gewaliigstcn Wanderdünen der Erde," die„Sahara des Nordens", und hier lebt auch noch in vielen stattlichen Exemplaren in den'moorigen Niederungen der ur- zeitliche Elch. Fische als Heizmaterial. Fässer voll getrockneter, mit Paraffin gesättigter Fische wurden als Heizmaterial im Kessel des norwegischen Dampfers„Eina" ver- feuert, der dieser Tage mit viertägiger Verspätung aus Bergen in Aberdeen eintraf, nachdem er bei Island furchtbare Stürme zu überstehen hatte. Das Schiff hatte genügend Bunkerkohle für die ncuntägigc Reise an Bord. Diese Borräte waren aber infolge des schweren Seeganges, gegen den der Dampfer zu kämpfen hatte, schon während der ersten Hälfte der Fahrt arg zusammengeschmolzen. Gerade als die Situation am kritischsten war, gingen die Kohlen- Vorräte aus. Man behalf sich eine Zeillang damit, alle entbehr- lichen Holzgegenstände zu verfeuern; als aber auch diese Notvorräte erschöpft waren, sah man sich auf die Ladung von Fischkonserven angewiesen, die in die Feuerung geworfen wurden. Nachdem die Fische auf den Kesseln gedörrt waren, sättigte man sie mit Pa- rafsin, um sie für den Heijzweck verwendbar zu machen. Insgesamt wurden 95 Fässer verbraucht. Kosten des Niagarafalls. Der Bertreter der Bereinigten Staaten in Ottawa hat mit der kanadischen Regierung ein Abkommen getroffen, das beide Länder zu einer gemeinsamen Zahlung von 1 75d ddd Dollar zur Erhaltung der Naturschönheiten und des wirtschaftlichen Wertes des Niagara- falls verpflichtet. Luxus in Amerika. Die Attraktion der Juweliere in der Fiftd-Aoenue sind.zurzeit kleine mtt Edelsteinen besetzte golden« Zigarettenetuis im Durch- fchntttspreis von ldddd M. Ein Rew-Porker Strumpfgefchäst ver- kaust Seidenstrümpfe um den billigen Preis von 2l)dd M. pro Paar, es gibt aber auch solche, die Z20d M. kosten. Parfüms zu lddd M. das Flakon sind keine Seltenheit, und Abendschuhs, die 3ddd M. kosten, sieht man gleichfalls in den Schaukästen der Hauptstraße der StadL Karneval... Der dtesjährige Kölner Karneoalszug, der aus 28 Gruppe» und 22 Wagen bestand und an dem 23dd Menschen beteiligt waren, hat rund 300 lM M. Kosten verursacht. Für den gesamten Zug wurden etwa 600 Pferde benötigt. Die Finanzierung des Zuges geht zu etwa Sö Proz. zu Lasten der Karneoalsgcsellschasteii, für den Rest kommt ön städtischer Zuschuß io Frag«. ; 2. Skr,wmi.ail-«»l«.Pu»rt«f«br-n. j Brriungrn. Wertung I II M IV V Scsamlvunkte Zelt Skr'vvnick..1 3 3 3 3 IS 3 Min. 37 S. gowalle.. I 1 2 2 2 8 3„<2„ Rilbctobl.22111 7—- Internationaler Wasserball. Im Lunapark. Die Arbeitsgemeinschaft der Berliner Schwimmvereinc. SC. Poseidon, BSC. und Schwimm- und Sportklub Berlin, veran- stalteten an den beiden letzten Tagen im Wellenbad Lunapark außerordentlich gut besetzte internationale Schwimmwett- kämpfe, die an beiden Tagen von Wasserbollspielen zwischen den Städte- resp. Ländermonnschaften von England. Frank- reich und Deutschland beschlossen wurden. Die mit Wimpeln reich geschmückte Halle sah ein großes Publikum, dessen sportliche Begeisterung be! den Wasferballspielen den Höhepunkt erreichte. Der Sonnabend brachte das Treffen Deutschland- England im Wasserballfpiel. Die deutsche Olympiamannschaft konnte die sehr mäßigen Engländer nach emem glänzenden Spiel mit H:< Toren schkogen. In der ersten Halbzeit, in der noch dazu Deutschland Im tiefen Wasser spielte, sandle allein Bähre siins Tore ein, während Amann zw«! für Deutschland schoß. Mit 7: 0 ging e? in die Pause. Gleich nach Wiederanpsiff sandte England zum ersten Tor«in, dem aber alsbald der Ausgleich folgte. Die Engländer wurden zwar zusehends besser, doch konnten sie nicht verhindern, daß da» Gesamtresultat wie genannt ausfiel. Das letzte Tor für Deutsch- land war eine Meisterleistung Amanns, der rückwärts unhaltbar einschoh. Das Ländertresfen D e u t s chl a n d— Fr a n k r e i ch am Sonntag endete 8:1 für die Einheimischen. Wie am Vortage, so zeigte sich auch hier die deutsche Naticmalmonnschasi weit Überlegen, was ihr um so leichter siel, als die zwei besten Franzosen, Vandeplanck« und Padou, fehlten. Die deutsche Mannschaft wurde durch ihre Heberlepsicheit recht leichtfertig. Torwart Erich Rademacher ging zu weit vor und mußte das Spielfeld verlassen, so daß dadurch die Franzosen wenigstens zum Ehrentore kamen. Interessanter verlies das Städtespiel Berkin— London. In der ersten Spiel- Hälfte zeigte sich Berlin wiederum überlegen, so daß mit 4: 2 Toren die Seiten gewechselt wurden. In der zweiten Halbzeit hotten jedoch dt« Londoner glänzend aus, das Endergebnis war 8:8, Hnent- schieben. Da am Sonnabend die Städtemonnschaften Parts und Berlin ebenfalls Hnentfchieden gespielt hatten, ist heute(Montag) ein Entscheidungsspiel zwischen Paris und London not- wendig geworden. Interessante Schwnmnwettkämpfe umrahmten die Bfffsertwirjplftc Skispringen des Reichsbanners. Massenbeiuch an der Grunewaldsdianze. Der weiße Sport kann sich in diesem Jahre nach Herzenslust austoben. Wochenlang liegt die Schneedecke schon. Rodeln, Eisbahn und Skilauf locken jung und alt in die märkischen Gebirge. Mittel- punkt des Skisportes war am gestrigen Sonntag das erste Schau- springen der Wintersportobtcilung des Reichs- bonners im Grunewald. Aus Braunlagc kamen am Sonn- abend einige Reichsbonnerkomeroden nach Berlin. Sie wollten mit den Berlinern ihr Können im Skispringen messen. Schnell wurde innerhalb von 2< Stunden ein Sportfest angesetzt, daß noch Be- kanntgobe durch den„Vorwärts" 10000 bis 12000 Sportfreunde nach dem Grunewald lockte. Schon in den Mittagsstunden zogen die Zuschauer in dichten Rudeln zur Sprungschanze. Punkt 3 Hhr' treten die Sportler an. Wagner-Braunlagc springt 20 Meier. An der Schanze flattern die schwarzrotgoldenen Farben, eine Musik- kapelle intoniert den Reichsbannermarsch. Die Schanze wird zurecht- gestampft, die HUfsposten besetzten die Strecke und schon gibt der Leiter der Veranstaltung, Breslauer, das Signal für den ersten Springer. Eli Reichsbannerkameraden springen in der Konkurrenz. Walter Wagner, Braunloge, kann den ersten Platz im Springen behaupten. Mit 73)4 Punkten und dem längsten gestandenen Sprung von 20 Meter gewinnt er. Außer Konkurrenz springt er sogar 21 Meter und erreicht damit fast die beste Sprungleistung der Schanze, die 22 Meter beträgt. Der Berliner P o s p! e s ch i e l sprang 18)4 Meter und erhielt 63 Punkte. Besonderen Beifall fand ein 18-Meter-Sprung deselssährigenKarlHeinzWagner, Braunlage._ A. S. Winiersporttag in Frcicnwalde. Der dem Norddeutschen Skiverband angeschlossene Wintersport- verein in Bad Freienwalde hatte auch diesmal mit feinem Wintersportiag vollen Erfolg. Sehr gute Leistungen gab es im Springen, wobei der Berliner Seeland, allerdings außer Kon- kurrenz zweimal 2i Meter weü sprang. Der Langlauf führte nach Wahl über 13 oder 28 Kilometer. Die dreißig gestorteten Läufer verteilten sich aus diese beiden Strecken zu ungefähr gleichen Teilen. Den 28-Kilometer-Lanf gewann überlegen Trahne(Charlottenburg) vor Abel(Rauhreif), der den Sprunglauf gewann. Im Lauf über 13 Kilomeier erzielte Kaßler(Berliner Sportklub) die beste Zeit. Die Einzelergebnisse lauten- Langlauf über 28 Kilo- Meter, Klasse l: 1. Trahne(Chorlottenburg) 2:03:.20; 2. Abel (Rauhreif) 2:21:38. Klasse II: 1. Reitberg(Berliner Schlittschuhklub) 2:32:06. Altersklasse I: 1. Rossow(Berliner Sportklub) 2:37:43. Langlauf über 13 Kilometer, Klasse II: 1. Kaßler (Berliner Sportklub) 1:16:24: 2. Feldke(Berliner Sportklub) 1:19:08. Altersklasse I: 1. Dr. Brix(Berliner Sportklub) 1:41:34. Altersklasse II: 1.' Bartel(Eberswolde) 1:35:03. Altersklasse III: 1. Klette(Ebersroalde) 1:35:41. Sprunglauf: 1. Abel(Rauh- reif), Noie 18 77(17,19,5) Meier; 2. Seeland(Berliner Schneeschuh- tlub). Note 18 73(18,5,17) Meter; 3. Trakme(Charlottenburg), Note 17,40(15.5,16) Meter. Altersklasse I: 1. Leipold(Mittelmark). Note 18,32(17,3,18) Meter. D o m e n l a u f über 3 Kilometer, Klasse II; 1. D. Lehmann(Rauhreif) 32:37. Altersklasse: 1. C. Schmidt(Rauhreif) 36:10. Wintcrziclfahrt des DMV. 915 Kilometer durch Schnee und fcis. Trotz des für den Motorradsport nicht gerade günstigen Winter- wellers, brachte der Deutsche Motorradsahrervcrband feine Winter- zielfahrt nach Berlin zur Durchführung. Insgesamt waren 338 Meldungen abgegeben worden; bis zum Schluß der Zielkontrolle waren 268 Fahrer am Ziel eingekrofien, wo sich zahlreiche Schau- lustige eingefunden hotten. Eine besondere Leistung vollbrachte Alfred Johl er, der von Basel nach Berlin in ununterbrochener Fahrt mit seiner 1184 ccm Harley-Beiwogenmaschine 915,1 Kilometer zurücklegte und damit auch in seiner Klasse den Sieg errang. Zlbends wurde im Saalbau Friedrick>?hain nach einer Ansprache des Sportpräsidenten des DMV., Dr. Wetlftödt, die Preisverteilung vorgenommen. Resultate: S»!»»,!«,!»»» mite KM rem. 1. Hans Petsch(23fl r.~nt Zilnbapvl. Aach»», 868,7 Silomat«»;?. Tagobfrf HeiNtiz(198 ccm D.qW), B«rl»f>»ck(Lippe), 357,8 Silomaper.- S»l,»«ichi»«a»6« 3IM» com: 1. Alfred Fischer(SOO rem Ardie). Sresb n, 312,2 Äilomtler; 2. und 3. WilHelm Frehs»(500»e, u*te« 88» fem; 1. Sans Viider r.350 rem 913®.). Mich-nviti, 4903 Silomeier; 2. Paul Echnc-der(S50«nn IT3).). Osnabrück. 438,4 S-l»mei»r; 3. Vlchard greitaq(340 erm 391.1. Prenzlau. 71,9 Silopeeter._«eiwaae». m-scki-en Ii See ISO ccm; 1. Alfred kodier(11«4 f-m Harlen). Basel. 815.1 Silo. meter: 2. Ott« njämis(490 ffin FR.), Aachen-08,7 Silomeier; 3.!ZriS Gärt» n«?(1300 rem Sarlep), Breslau. 341 J Silometsr.—«luinoeetuop: 1 Mviorrad-Tlub Verlin. 90 yafirit, 3157.1 Gesamtkilomeier: 2. BSB.�lub Villfredt. 8 Fahrer. 2514,4 Sefamtiilouister: S. BMD.-Glud Berlin, 8 Fahrer, 443,1 Sesamtliloinrier.____ vülberg.Petri unterwegs. Nach Zweimvnatiaem AuienchaÜ in der Heimat hoben sich Franz Dülberg und Otto Petri in Ccherbvurg mit der„Leviachan" wieder nach Amerika eingeschisit. Die beiden Deutschen haben hier wahrend der kurzen Dauer ihres Aufenthalts lehr guten Eindruck ae-macht und besonders bei den Berliner„Sechs- tagen", ine sie überlegen gewannen, gezeigt, wie aus der anderen ocsTC Oes g?fi» lefUe oeschöflsstlhrendr Ausschußsitzung des NarlrUs de sedäflicite l!6) mit der Frage einer Wirtfamen Gestaltung der jUkunfligen Werde. p»ra»slallpngei,. i»z wurde beschlsssen, daß zur Einführung ein instruktiver Vortrag über die zukünftigen Aufgaben der Ardritersportbcweguug gehalten wird. 3u diesem Abend, der Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr, bei Vorgnuinn, lliefholz,. Ecke Baumschulenstraße(Baumschulenweg). stattfindet, ist Adi Vuck von der Zentraltommtsston für Arbeitersport und nörperflcge als Referent ge «onnen. Me Bereine sind verpflichtet, ihre sämtlichen organisatorischen und technischen Funkttonäre zu delegieren. Selbstverständlich sind auch alle intri essiertcn Genossen, die nicht Funktionäre sind, eingeladen. F»»ie Tnraerschaf« Groß-Berlia. Brzirt Edarlottendurg.?a die SchlOen vom 15. bis 24. Februar geschlossen sind, bleib«» auch die Turnhalle» flir unsere Abteilung am Montag, 18., und Freilag, 22. Februar, geschlossen. Frei« Falldaotsahver Berlin. Jade- und Turnadend« fallen i» Dieser Woche wegen HaUcnschließung aus. Bonnrrstag, 2t. Februar, Lichlbildervorttag. Soplsirnsälr, Sophienstr. 17—18. Freie SchWimmer Graß.Brriin, e. V. Berichligung Uber Termin im ..Schwimmer": wrupprnvrrsammlung Gruppe Oberspree Freitag, 1. März. Gruppe Ritte: Sonnabend. 28. Febniar.— Gruppe Rcntolln: Gruppenver- iammlung Februar fällt aus.- Gruppe Lichtenberg. Alteroriege: Dienstag. IN. Februar. 20 Uhr, Vortrag. GriippenpersamuUung Sonnabend, 29. Februar. 20 Uhr. Beide bei Wegrner, Frankfnrier Allee 2)0.— Gruppe Zriedrichshain: Gruppen Versammlung Mittwoch. 20. Februar, 20 Uhr, bei Lehnigk, Mühlen straße 5«.— Gruppe»itt«: Gruppenversamm'.ung Sonnabend. 23. Febrnai 20 Uhr, Vortrag bei Arndt, Echrdderstr. 2. Vorsiandsmilglicdrr 1 Stunde früher bei Falkenberg, Bernaller Str. 95. Frei« Schwimmer Eha,I»tt«i>b»rg»4, r. V. Die Schwimmhalle Nciimme CIroße bleibt diese Woche geschlossen. Unser Schwimmfest am Sonntag. 3. März, sindet wegen der Unmöglichkeit, die geplanten Vorführungen genügend einzuüben, nicht statt. An Stell« der Nachfeier findet ein grmüiliches Bei- sammrnsein statt, zu dem jeder herzlich cingelade» ist. Uebee Wiederbeginn der Uebuugsstunden die Press« beachten. Tvuristenvereill.Di« SUturfnuRfcc", Zentrale Wien. Oct,ftr»»pe Berlin: Mittwoch, 20. Februar, 19tä Uhr. rbeneralversammlung im Hockesä>en Kok, Rosenthaler Str. 40— 41, großer Saal, Kos links(nicht im Sophien-Lnzeuui. Wemmristerstr. 18—17). Einlaß nur mit gültiger Mitgliedskarte(Iohrrsmarte 1228).— Abk. Norden: Dienstag. 19. Februar. 20 Uhr. Sonnenburger Str. 20: »Gin« Aoierikafahri"(Lieiercnz).— Abt. Weddiug: Dienstag. 19. Febnun, 20 Uhr. Turiner. Ecke Seeftroße. Lichtbildervortrag:„Die Schweiz"(Maßpdul); desgleichen Zugendgrupve.— Abt. Treptow: Dienstag. 19. Februar. 20 Uhr. Glsenstr. 8; Gesangsabcnd.— Abt. Pankow: Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr, Giirschstr. 14:„Etwa» über den Reichrtag".— Abt. Prenzlauer Berg: Donner». tag. 21. Februar. 20 Uhr. Danziqer Str. 82. Altersheim, Baracke 11: Dichte? abend.— Abt. Gesnndbrn-uen: Der Gruppenabend fällt wegen Schließung der Schule au». Nächster Abend Dienstag, 28. Februar. Fugendgruvve: Drens tag, 1». Februar, SO Uhr, Ledigenheim Schönstedtstr. 1: Buntes allzubunte».- Abt. Tiergvrte», Donnerstag, 21. Februar, 20 Uhr. Lehrter Str. 18—19: Natur wissenschaftliche Plaudereien.— Abt. Lichtenbera: Donnerstag, 21. Februar. 20 Uhr. Geilet Str. 4: Bunter Abend.— Abt. Südwest: Donnerstag. 21. Fe druar. 20 Uhr. Porckstr. 11;..Unler« deutsche» Mittelgebirge".— Abt. Spandin: Doittiersla». 21. Februar, 2st Uhr. Lindenufcr 1: Heimabend.— Noturmissen- i-baftliche Abt.: Donnersrag. 2U Februar, 2» Uhr. Iohannisstr. 15. Lichtbilder vovtpag: JBta km■Main» mm Monrdianf".— Abt. Fr>edrich»hai»: Donner: SiMr. �irLgio, mch So�gklisN,!«'(Fiebigeri. .immiij1'"! JTUJJ'll.li �/JnT&yizng' und? Zur Hol der Erwerbslosen. D« ennerf>sCo[CT, di« feister schon K o h l« n k a r t«« von der Kommune erholten höben, wind Hoffnung gemacht, in Anbetracht der außergewöhirlichen Kälte dos doppelte Quantum für den Monat Februar zu erholten. Es ist wohl einmal not- wendig, darauf hinzuaveifen, daß nur die Erwerbslose» Kohlenkarten erhalten, deren ivöchentliche Unterstiißuiig die Gruppe 7 der Alu tArbeitslosemmterstützung) nicht überschreitet. Zrigegeben, daß diese Begrenzung bei einem Winter, wie wir ihn in den legten wahren hatten, in sozialer Hinsicht zu verantworten war. Ein so strenger, außergewöhnlicher Winter wie in diesem Jahre macht jedoch auch außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich und es wäre dringend notwendig, die Arbeitslosen, dt« einen höheren Unterstützungssatz erhaiten wie die Gruppe 7 mit der einfachen Zuweisung zu bedcivken. Des weitereu tommen die Erwerbslosere, deren wöchentliche Unter- stützuug ungefähr 30 M. beträgt und die einen Harrshalt vorstehen von drei bis vier Personen nicht i» d e n Genuß der H a u s- zins ste u e rb efr e iung. Die Beamten der Finanzämter sind mahl angewiesen, bei der Prüfung der Anträge nicht weitherzig zu verfahren-und müssen sehr viele AirtrSge ablehnen, sobald die zulässige Grenze, die denkbar tief festgesetzt ist, auch nur minimal überschritten wird. Die wenigsten Menschen werden velftehen, daß ein großer Teil von arbeitslosen Familienvätern ein Drittel ihrer doch immerhin � näßigen Unterstützung für Miete reservieren müssen. Da dies aber für sie unmöglich ist, werden di« Wohlfahrtsämter mit Nachprüfungsonträgen überhäuft. Zwischen Arbeitslosen und Hauswineri entstehen recht unliebsame und der Vottswirtschosi schädigende Differenzen. Hurioso der Steidisbalm. Merkwürdige Methoden zur„W �erbung von Kunden" hat doch die Eisenbahmzerwaltung. Seit einiger Zeit haben wir endlich die so beliebten SonntagsrüNfahrkarten. Im Umkreis von etwa 200 Kilometer von Berlin kann man von jeder größeren mrd kleineren Station aus Sonntagsrllckfahrkarteu nach Berlin erhalren, die im Preis um ein Drittel billiger sind als die normalen Fahrkarton. Ein« schöne Einrichtung! Avil Berlin aus �ibt es nun zwar mich Sonntagsrückfahrkarten, aber nur nach be- itrmmten Stationen. Aach dem Osten zum Beispiel kaun ich von Berlin ans nur bis Dahmsdorf-Müncheberg auf Sonntagsrückfahrkarte fahren. Das ist die äußerste Grenze. Umgekehrt dagegen, kann ich sogar Sonntagsrückfahrkarten von Küftrin, von Landsberg, ja sogar von Schwerin a. Warthe und Wierzebrnun nach Berlin erhalten. Genau so ist es natürlich i» den anderen Rich- jungen. Somitagsrückfahrkarten gibt es z. B. nur von Berlin bis Lübbenau. Umgekehrt dagegen kaun ich von Senftenberg und einer ganzen Anzahl anderer Stationen Sonntagsrückfahrkarten nach Berlin erhalten. Befürchtet die Reichsbahn etwa einen z u starken Verkehr nach auswärts? Denn bestimmt würde nronch Berliner öfters über Sonntag verreffcn, wenn er die Mög- lichtet der Sonntagsrückfahrkarten hätte. Was f o herum geht, muß doch eigentlich auch j o hemm gehen. Eine andere Kleinigkeit der Reichsdahn fällt dauernd im Ber- Huer Verkehr noch störend auf. Seit kurzem ist die Reichsbahn dazu übergegangen, Uebergangsfahrkarten von den städtischen Verkehrsmitteln zur Stadlbahn anzunehmen und auszugeben. Diese Umstelgefahrscheine gelten ober nur für Menschen. Die Reichs- bahn verlangt bei der Mitnahm« eines Hundes, daß für diesen aiif der Stadtbahnfohrt eine besondere Fahrtarte gelöst wird. Ein Um- steigefahrfchein von einem städtischen Verkehrsmittel zur Stadtbahn gilt für einen Hund nicht, auch wenn er für diesen gelöst ist. Natürlich gibt es auch auf der Stadtbahn einen Umsteigefahrschein zum städtiichen Verkehrsmittel für den Huud nicht. Warum kostet ein Hund also 3 Pf. mehr als ein Mensch? U. A. w. g. 30er Spiegel machVs. Spieglein an der Wand... Welche Frau möchte nicht jede gebotene Gelegenheit benutzen, um sich durch einen Blick in den Spiegel von dem tadellosen Sitz von Haar, Hut usw. zu überführen. Die Reichsbahn hat daher auch Vorsorge getroffen, daß in den Frauenabteilen der Bahnhofs-WC.(für 10 Pf. erreichbar) Spiegel hängen. Äuf der viekbenutzien Stätte des Potsdamer Barortbahn- Hofes fehlt in einem Raum ein solcher Spiegel, und es ist spaßhaft, zu beobachten, daß di« Wartefrau diesen Teil ihres Reiches nur bei sehr starkem Andrang zur Verfügung stellt. Als Frau Hot ste für die Spiegelgelüste ihrer Geschlechrsgenossen Verständnis. Und die Frauen haben für ihre 10 Pf. gleiches Recht zu beanspruchen— auch bei stärkstem Andränge. Wenn man die Slaalsbibliolhek benutel. Zwei Kaufleu t« A. und B. unterhalten sich über irgendeine Frage. Da sie sich nicht einigen können, meint A., daß es zweckmäßig wäre, auf die Bibliothek zu gehen, um in einem Spezialwerk nachzusehen. B. schlägt ein« Lache an und ruft:„Da geben«sie mir gleich Ihr« Sache verloren— ja, wenn es eine �raae der Kunst wäre, können Sie in der staatlichen Kunftbibliothek jederzeit Zutritt und Belehrung empfangen— ober in der Staatsbibliothek — da herrscht Sankt Bureaukratius in höchster Reinkultur. In die Bibliothek gehen... das ist nicht so einfach... man muß eine Halbjahrkarte für 2,30 M. nehmen, um Einlaß in das Lese- zinimer zu erhalten— und ein Buch sich geben zu lassen— da müssen Sie mindestens einen Tag vorher bestellen, auf einem ami- liehen Bestellzettel, auf dem Sie aus dem aufliegenden Katalog her- ans nicht nur den genauen Titel, semdern auch das Buchzeichen z. B. V. J. 875 aufschreiben müssen... Und dann erhalten Sie nach ein bis zwei Tagen auf Anfrage den Bescheid, daß dos Buch verliehen fei oder noch nicht ausgeliehen werden könne< nämlich, wenn es eine Neuheit ist, also ein Buch, für das der mit Geld nicht reich gesegnete Bürger besonderes Interesse hat).... Wenn Sie als Kaufmann die Zahlungen und die verschiedenen Gänge in Rechnung stellen, so werden Sie finden, daß Sie ebenso gut das Buch kaufen können.... Ausländer, denen die Prozeduren zugemutet werden, dürsten mtt Recht fragen, warum nicht ein« Tageskarte ausgefertigt und die Bestellung am gleichen Tag« ausgeführt werden könne. Sie kennen eben nicht die großartige Förderung des Bücherkausens durch die Bibliotheksverwölwug, die Bürger und Besucher der „Weltstadt' immer noch nach dem Schema des„geförderten Rück- fchrittes und des gehinderten Fortschrittes"(stehe die beiden Roste vor dem Schlosse) zu behandeln gewohnt ist." Qeduldprobe auf slaaltichen Xeihämlertu Mit der Steigerung der Arbeitslosigkeit pflegt auch der Andrang zu den Pfandleihen zuzunehmen. Ist doch dos Leihmnt die Bank des kleinen Mannes, bei der er seine letzte Zuflucht sucht, um sich gegen Verpfändung seiner Habseligkeiten «in paar Mark für die dringendsten Bedürfnisse des täglichen Lebens zu verschaffen. Nun ist die Zahl derer, die in den letzten Wochen ihre Beschäftigung verloren haben, recht groß, wie die hierüber geführten Statistiken zeigen. Es gibt in Groß-Berlin zwar eine ganze Reih« p r i v a t e r P f a n d l'e i h i n st i t u t e, in denen man entschieden schneller abgefertigt wird als in den beiden gleichen staatlichen Einrichtungen itj der Jäger- und Eksässer Straße. Aber nicht jeder wird sich entschließen, die dortigen, säst an Wucher grenzenden Gebühren zu zahlen. Der private Pfandleiher fordert zunächst seinen Leihzins sogleich aus zwei volle Monate im voraus. Aus diesem Gmnde und weil viele Leute glauben, daß ihre Wert- gegenstände in den beiden staatlichen Leihämtern sicherer verwahrt werden, bevorzugen sie die vom Staate eingerichteten Pfandleihen. Daß ober ihre Inanspruchnahme sich zu einer Geduldsprobe ohnegleichen gestaltet, zeigt ein Besuch bei den staatlichen Leihämtern in der Jäger- wie m der Elsäsfer Straße. In langer, endloser Reihe drängt sich das Publikum vor dem oft einzigen, geöffneten Schalter bis es nach stundenlangem Worten seinen Pfandgegenstand abgeschätzt erhält. Hierauf vergeht woitere Zeit, bis man fein Geld atisbezcchlt erhält. Es kommt daher v»r. daß alte, schwache und gebrechliche Personen, die das lange Stehen nicht vertragen können, hier schlapp machen oder mindestens, wenn sie sich hinsetzen, ihren Platz in der Reihe oerlieren. Wahrscheinlich wird, obwohl Bedarf vorhanden ist, ein« Vermehrung der bisher bestehenden staatlichen und städtischen Lcihämter nicht sogleich in die Wege geleilet werden. Doch muß gefordert werden, daß mon in den Stunden des Hauptandranges einige Reservesch alter össnet. Häuser aus Stahl. � lieber dieses Thema sprach im Sitzungssaal des Deutschen Stahlbau-Verbandes Dipl.-Ing. Orbanowski. In den ein- leitenden Worten betonte er die Notwendigkeit der Hebung unserer Produktion, stärkere Betriebsausnutzung, um die wirtschaftlichen und sozialen Lasten tragen zu können, vertrauliches Verhältnis zur Presto, wie es in Amerika üblich sei, wo der Vortragende zwölf Jahre bindurch seine Ersahrungen machen konnte, die er nun als Leiter der Beratungsstelle für Stahlverwendung für deutsche Verhältnisse nutz, bar machen will. In der Ausgabe der Produktionsvermeh- rung bestehe eine enge Zusammenarbeit der nationalen Verbände der Stahlindustrien aller europäischen Länder und Amerikas. Im Film wurden sodann an- schauliche Bilder aus der Stahlerzeugung und dem Stahlskelettbau gezeigt, der bereits bei mehreren Großbauten, hauptsächlich in Hamburg und Berlin Verwendung gefunden hat. Aus der Pressa in Köln war die erste Stnhlkirche Deutschlands, nach dem Entwurf von Prof. Bartning, zu sehen. Die halsbrecherischen Ar- bellen der amerikanischen Monteure aus dem Stahlgerüst der Neu- bauten gaben zu dem Einwand Anlaß, ob der deutsche Ar- b e i t e r. der au ausgiebige Schutzvorrichtungen gewöhnt ist, hier wird Schritt halten können und ob di« G e w e r k s ch a s t e», vor allem aber die Baupolizei nicht ein ernstes Hindernis bilden werden. Während in Amerika 20 Proz. aller ausgeführten Bauten ein Stahlskelett haben, das durch Entlüftungsanlagen frei von Rost und Kondenswasser gehalten, und durch Isolierungen schalldämpfend verkleidet wird, steht Deutschland mit 3 Proz. erst am Anfang. Die große Bauschnelligkeit(ein Drittel der üblichen Bauzeit) bringt den Neubau rasch unter Dach und gibt den Arbeitern aller Branchen Beschäftigungsmöglichkeit. Herr pillon, der Kilou. Wie er au« Fastnacht Aschermittwoch machte. 5« einem Pensionat in der Brückenalle«, in dem sich bisher zehn Gäste aufhielten, stieg vor einigen Tagen noch ein etwa 33 bis 40 Jahre alter Mann ab, der sich Johann P i l l o n nannte. Seine gewandten Umgongsfonnen machten ihn bald zum Mittelpunkt der Pensionsgemeinschaft. Am Montag kam er mit dem Vorschlag, für den Fastnachtsabend in einem Restaurant einen kleinen Saal zu mieten und dort für die Pensionäre einm Faschingsabend zu veranstalten. Alle stimmten freudig zu und jeder spendete nach Ver- mögen einen Beitrag, der zur Besch afsung von„II e b e r- ra schlinge n" verwendet werden sollte. Einstimmig wurde Herr Pillou als Maitre de plaisir gewählt. Alle Geladenen fanden sich «n.ch am Dienstagabend pünktlich in dem gemieteten Saale ein, doch warteten sie vergeblich auf ihre„Stimmungskanvn«" Pillon. Die Ueberraschung, die der Festteiter ihnen versprochen hotte, wartet« ihrer aber erst zu Hause. Nachdem alle Gäste das Haus verlassen hatten, war Herr Pillon mit einem Auto vorgesahren und hatte in den Zimmern der Pensionäre alles ge stöhlen was nicht niet- und nagelfest war, einige hundert Mark bares Geld, Damen- und Herrengarderobe, Wäsche, Schmuckstücke usw. Roch ehe es Mitternacht schlug, war bei den Euttäusehten die Aschermittwochs- stimmung schon reichlich vorhanden. Herr Pillon, der vielleicht auch gor nicht so heißt, ist mit seiner Beute spurlos verschwunden. Sieuerpoliiik und Reparationen In einer Kreismitgliederoersammlung des Be- zirks Wedding, die am Freitagabend im Patzenhofer in der Ehausieestraße, stattfand, referierte Reichstagsabgeordncter Genosse Kurt H e i n i g über aktuelle Finanz, und Steuersragen. Der Referent oetonte, daß angesichts der Pariser Verhandlungen das stärkste Interesse der Arbeiterschaft aus die Reparationsver- Handlungen gelenkt werden muß und daß auch die erregten Debatten über die W e h r f r a g e im jetzigen Augenblick vor den Finanz- und Steuersragen zurückstehen müssen. Genosse H e i n i g ent- wickelte in seinen weiteren Ausführungen dos Reparations- Problem, beginnend mit den 14 Punkten des amerikanischen Präsidenten Wilson bis zu den Sachverständigeiwerhandlungen in Paris. Die Pariser Verhandlungen und die Steuerpolitik sind die Hauptaufgaben der heutigen Regierung, und die Arbeiterschaft hat das stärkste Interesse daran, daß gerade dies« Fragen durch eine Regierung gelöst werden, in der die Sozialdemokratie führend mitarbeitet. Jetzt, wo es gilt, den Reichskarren aus dem Dreck zu ziehen, haben die bürgerlichen Parteien wieder einmal der Sozialdemokratie di« Führung der Reichsgeschäste überlosien. Wir wollen hoffen, daß aber diesmal die Partei, nachdem sie den Reichs- wagen wieder angekurbelt hat, nicht wieder aus der Regierung läuft. Eingehend erläutert« Genosse Heinig den für das Jähr ISA vorliegenden Haushaltsentwurf und insbesondere die Frage, wie weit Ersparnisse noch erzielt werden können. In der an das Referat anschließenden Diskussion wurden die vom Genosien Heinig behandelten Wirtschafts- und Sleuerfragen eingehend behandelt. Der Kreisoorsitzende konnte am Schluß der Versammlung zusammen- fasiend dem Referenten und den Diskussionsrednern für den lehr- reichen Abend danken. öS. Abteilung, Wilmersdorf. Di« irrtümlich für Dienstag, 19. Fe- bruar, bekanntgegebene Mitgliederversammlung bei Kulka, Lautn- burger Str. 20, findet bereits heute, Montag, 18. Februar, 20 Uhr, statt.— Vortrag: Aus der Praxis des Schlichtungs- wefens. Referent: Stadtrat Kunz«, virekioreu und Schauspieler. Vor einem Lohutampf der Aerkaer Vühaentvustler. Das Berliner Bühneuleben wird jetzt wiederum durch eine« Zwist erschüttert, der unter die beteiligten Parteien, die Direktoren und die Schauspieler, viel Bitterkeit und Kriegsbereitschaft bringt. Die Schauspieler behaupten, daß ihre wirtschaftliche Existenz durch. die Lohnpolitik der Direktoren schwer geschädigt wird, und die Direktoren wenden sich inst der Klage an die Oessent- lichkeit. daß sie mit Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Betriebe keine höheren Gagen bewilligen können. In der Erklärung der Direktoren heißt es. daß für die Beschwerden der Bühnenkünstler kein Grund besteh«. Man rechnet In de» Zeitungen sogar vor, daß die durchschnittliche Monattgage de? Schauspieler an 3000 Mark betrögt. Selbst Direktoren waren über diese Mitteilung ihres Fürsprechers mehr als verwundert. Es ist nicht zu leugnen, daß etwa 10 Prozent aller Berliner Schauspieler diesen Per- dienst erreicht. Dann folgt sofort der Absturz.(50 Prozent oller an Berliner Thealern tätigen fitäste erreichen nur die ZNindcstgoge, die in Berlin auf 230 Mark monallich sestgeseßl ist. Bedeutet diese Summe schon ein klägliches Minimnm im Vergleich zu dem, was die Lebenslage des Schauspielers erfordert, so muß die Situation noch trauriger erscheinen, wenn man die allgemeine, schon sprüch- wörtlich gewordene Arbeits Unsicherheit des Künstlers be- denkt. Selbst die bessergestellten Schauspieler beziehen jene Parade« gagen, die immer wieder genannt werden, ja nicht regelmäßig an den zwölf Zahltagen des Jahr«s. Einen Iah res vertrag oder auch nur den klassischen Sieben-Monats-Vertrag kennt man in Berlin nur an den Staatstheatern, der Volksbühne und der Städtischen Oper. An de» Bühnen der Reibaro empfangen verschwindend wenige Mitglieder solche garantierten Be- züge. Alle übrigen über 700 Bühnenkünstler oller Gattungen sind überhaupt nicht fest engagiert. Die Künstler müssen auf Gelegenheitsbeschäftigung warten, hier und da für«in Stück einspringen, und es hängt also ganz vom Zufallsglück ab, ob sie e i-n e n Monat Verdienst oder fünf oder sechs oder sieben auf das ganze Jahr strecken müssen. Das war in den letzten Jahren immer so, das sit beinahe von Tag zu Tag schlimmer geworden. Schon gilt es als ein'Normal- zustand, daß auch an künstlerisch hochstehenden Theatern die mittleren Gelegenheitskräste mit zehn und sieben Mark für den Abend abgefunden werden, und Letter von Bühnen außerhalb des eigentliche» Vergnügungszentrums suchten und fänden notleidende Soli st en» die sich mit einer Abendgage von 3 Mark begnügten. Die zuständigen Verwaltungsbehörden wurden häukiz mn Schutz gegen so unerbttlliche Direktoren angegangen. Die Be- Hörden versagten. Die Rot der Künstler wurde nicht nur durch die Direktoren, sondern auch durch den Formalismus der siaotlichcn Instanzen vergrößert. Diese Proletarier der Kunst sind aber noch Glückspilze im Per- gleich zu jenen 2000 Künstlern, die allein in Berlin engagemenlslos sind. Sie können weder in der Reichshaupiftadt noch im Reich unterkommen. Film. Kinorevuen und Restaurantsunterhallungen bieten ihnen manchmal einen Verdienst, der jedoch auch nur nach dem Grundsatz bemessen wird: War nichts hat, dem wird genommen. Das Elend ist um so größer, je nüchterner man es sich vorstellt. Jetzt will die Bühncng« nossenschaft mit den Direk- toren verhandeln, damit sie wenigstens für die beschäftigten SchanspielSr eine monatlich« Mindettgage von 350 M. l>ewill!gen. Roch dem im Thcaterlebcn üblichen Brauch wird das Megaphon auf beiden Sellen gewaltig benutzt. Noch che die Ver- Handlung beginnt, erklären die Direktoren kategorisch: Nein! Die Schauspieler bereiten eine P r o t e st v e r s a m m ln n g vor, zu der die notleidenden Künstler, aber auch alle Kunstfreunde Berlins«in- geladen sind. Wer mit den Theaterdingen, die sich nicht nur m fröhlichen Kunftbezirken, sondern in der muffigsten Atmosphäre des Wirtschaft- lichen begeben, einigermaßen Bescheid weiß, der wird den Ernst der Lage nicht unterschätzen. Trotzdem ist die optimistische Erwartung zulässig, daß die Direktoren ihr« Bilanzen, die oft schwer zu ent- ziffernde Geheimschriften sind, noch einmal aufblättern. Sie werden dann sicher moralische und materielle Posten entdecken, die für die Kreditseite der Bühnenkünstler gebucht werden können. Max Hoclickor!. Zniernationale der Hafenarbeiier. Tagung in Amsterdam. Am Sonntag und Montag hielt der Vorstand der Hafenarbeiter- sektion der Internationalen Tronsportarbeiteriöderation in Amstcr- dam eine Sitzung ab, auf der die Hafcnorbetterverbönd« Deutsch-- l a n d s, Englands, Hollands, Irlands, Belgiens, Schwedens, Nor-- wegcns und Finnlands vertreten waren. Di« Beratungen drehten sich hauptsächlich um die bevorstehende internationale Arbeitskonferenz und dem von dieser aufzustellenden Vertragsentwurf zugunsten des Schutzes der Hafenarbeiter gegen Unfall und Krankheit. Bezirksbildungsausschuß Groß-Berlin. Dormerslag, den 21. Fe» bruar, abends 8 Uhr, im Plenarsaal des Wirtschaftsrots, Bellevue- straße 15. Eisner-Gedentfeler. Kotten zum Preise von 20 Pf. sind bei den Funktionären und In unserem Bureau Linden» straße 3, 2. Hof, II, Zimmer 8, zu hoben.— Dt« nächste Vor» stellmig findet am Sonntag, dem 24. Februar, nachmittags pünktlich 3 Uhr 13, im Staatlichen Schillertheater Eharlottenburg, Bismarck- Eck« Grolmanftrahe, statt. Zur Aufführung kommt„Der Londoner verloren« Sohn", ein Schauspiel in 3 Akten(12 Bildern) von William Shakespeare. Karten z 1,50 M. sind in den Vorwäns- fpedttionen. im Zigarreng eschäst Horsch, Engeluser 24/23, im graphischen HUfsarbeiterverband, Ritterftraße 1, in der Buchhand- luna„Vorwärts". Lindenstraße 2, im ZdA., Belle-Alliance-Str. 7/10, bei den Funktionären der Kreis« und Ab keilungen und im Bureau des Bildungsausschusies, Lindenstraße 3, 2. Hof. II. Zimmer 8. zu haben. Weine Zähne" machen jede, Antlitz ansprechend und sSön. Oft schon durch einmalige, Putzen mü der herrlich ersrilchend schmeckenden<'liIo:o