Morgenausgabe Nr. 83 A 42 -46. Jahrgang Böchentlich 85 ẞf, monatlich 3.60. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 m. einschließlich 60 Bfg. Bostzeitungs- und 72 Bfg. Bostbestellgebühren. Auslands. abonnement 6,- M. pro Monat. * Der„ Borwärts" erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaber für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen ftimme"," Technit"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". Vorwärts Berliner Volksblatt Dienstag 19. Februar 1929 Groß Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf., Die einfpaftige Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen das ettge brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwei fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Bfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. 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Es handelt sich dabei Tonferenz sind am Montag die ersten Schwierig. weit weniger um die Fragen der äußeren Prozedur( Ein Feiten zutage getreten. Nach der erschöpften General fehung von Unterkommissionen, Reihenfolge der zu be debatte war Ende der vergangenen Woche beschlossen handlenden Probleme usw.) als darum, daß man nunworden, in der Montagssigung das eigentliche Re mehr versuchen will, die eine oder andere Delegation zu parations problem in Angriff zu nehmen. Ein bestimmen, aus der bisherigen Reserve herauszugehen konkretes Programm war dafür nicht festgelegt und durch Bekanntgabe ihres Standpunktes den weiteren worden. Immerhin scheint die von einem Teil der fran- Verhandlungen eine greifbare Grundlage zu zösischen Presse ausgesprochene Erwartung, daß die geben. Einstweilen aber scheint bei keiner der Deledeutschen Sachverständigen durch positive Vor- gationen besondere Geneigtheit zu bestehen, sich durch schläge eine Basis für die weitere Diskussion liefern Aufdeckung des weiteren Vorgehens in eine taktisch unwürden, auch von einem Teil der fremden Delegationen günstige Lage lenken zu lassen. geteilt worden zu sein. Diese Annahme fußte jedoch auf falschen Voraussetzungen. So entstand am Montag morgen in der Konferenz ein gewisses Vakuum, das schließlich damit ausgefüllt wurde, daß man einige der bereits in der Vorwoche behandelten Fragen nochmals bornahm. Die deutsche Delegation erhielt auf diese Weise Gelegenheit, ihre Ausführungen zum Thema der deut schen Zahlungsfähigkeit zu ergänzen. Es zeigte sich jedoch sehr bald, daß man auf diesem Wege nicht sehr viel weiter kommen würde, und, da keine der Delegationen von sich aus die Initiative ergreifen wollte, um der sich im Kreise drehenden Auseinander sehung eine andere Richtung und Gestalt zu geben, be schloß man, die Nachmittagssigung ausfallen zu lassen. Den einzelnen Delegationen sollte dadurch Ge legenheit gegeben werden, sich in inoffiziellen Besprechungen über das Arbeitsprogramm für die nächsten Situngen zu einigen. Insbesondere ist Dr. Schach f gebeten worden, sich darüber mit einem der alliierten Wie soll es weitergehen? Die Agentur Radio" berichtet über eine heute nachmittag statt gefundene Unterredung zwischen Reichsbankpräsident Dr. Schacht und dem englischen Delegierten Sir Josuah Stamp. Die Unterredung habe sich auf die von der Sachverständigenkonferenz ein zuschlagende Arbeitsmethode erstreckt. Die Hauptfrage, die die beiden Delegierten zu entscheiden hätten, sei folgende: Soll man an das grundlegende Problem, Zahl und Höhe der Annuitäten, in den Bollfizungen herantreten, oder soll man versuchen, in Unterausschüssen die auseinandergehenden oder entgegengesezten Meinun gen der verschiedenen Delegierten einander anzunähern? Die deutsche Delegation habe sich für die Einfegung von Unterausschüssen ausgesprochen, da sie den Wunsch hege, daß die deutsche Zahlungs und Handelsbilanz noch eingehender untersucht werde, bevor man dazu übergehe, Biffern für die Annuitäten zu diskutieren.. Dr. Schacht sei auf dieses Problem bereits in der heutigen Vormittagssigung zurückgekommen. Sorgentage in Deutschösterreich. Kohlennot und Heimwehrprovokation. Wien, 18. Februar.( Eigenbericht.) In der ersten Februarhälfte ist die Arbeitslosigteit in Wien weiter gestiegen. Wenn sich auch die Betriebseinstellungen infolge der Kältefatastrophe in der neuen Statiffit noch nicht auswirken, so ist der Stand doch fo angewachsen, daß am 15. Februar 90 757 Arbeitslose zu unterstützen waren; das sind 1490 mehr als vor einem Jahre. Außer den 90 000 unterstützten Arbeitslosen gibt es noch über 10 000 Arbeitslose, die zur Bermilflung vorgemerkt, aber nicht mehr unterft üht werden, so daß in Wien mehr als 100 000 Arbeitslose vorhanden sind. Die Zahl wäre noch viel höher ohne die großen Bau- und Gewerbeaufträge der Gemeinde Wien. Wie zur Zeit des großen Wirtschaftsgebiets Desterreich- Ungarn wird heute noch in den Nachfolgeftaaten mit Steintohle geheizt aber Deutschösterreich hat nur ein einziges, wenig hergebendes Revier, das von Trifail in der Steiermart. Der Wirtschaftsfrieg der ersten Nachkriegsjahre ist freilich vorbei, der die Kohlenzufuhr aus dem mährisch- schlesischen Revier zuerst sperrte, dann infolge der Geldentwertung drosselte, aber die Schneeverwehungen haben in der Tschechoslowakei wie in Deutschösterreich den Eisenbahnvertehr sehr start eingeschränkt und die Folge ist die schärfste Kohlennot in beiden Ländern, besonders in Wien. Die Leute stehen vor den Kohlengeschäften in der Kälte angestellt, um wenn sie Glück haben mit fünf Kilogramm Steintohle abzuziehen. Die Defen verbrennen die Kohlen auf dem Rost durch Luftzufuhr sehr rasch, es muß immerzu ,, nachgelegt werden, besonders in eisernen Defen, wie fie in den älteren Kleinwohnungen vielfach stehen. Da reichen fünf Kilogramm nicht lange... Dazu kommt der Mangel an elektrischem Strom; einmal als Folge des Kohlenmangels, der natürlich auch die Elektrizitätswerke betrifft, dann aber, weil die erhebliche Stromgewinnung aus den Wasserträften der Alpen diese Errungenschaft der stillgelegt ist, wenn die Wasserfäufe zu,, Rathausmarristen" frieren. Ist doch selbst der reißend strömende Inn bei Schwaz in Nordtirol vereist! Die Wiener Industrie ist zu starten Betriebsein schränkungen gezwungen, die gewaltige Arbeitslosigtett wird dadurch noch hinaufgetrieben. In all diefe Not, die in einem so traffen Gegenfaß zu den Faschingsvergnügungen steht, schlägt die Aktion der Regierung gegen die Arbeiterbewegung hinein. Erst jene Haus suchung im Parteihaus, weil der Arbeiterschützenverein innerhalb seiner Gewerbebefugnis auch Waffen für die Wiener Gemeindewache besorgt hat, und dann die Erlaubnis für die Heim 3 wehr zu dem höchst provozierenden Aufmarsch am Parteihaus und vorbei durch den Proletarierbezirk anderen Arbeiterzentralen Meidling. Nun hört man, daß unter den 4500 Wiener Heimwehrleuten alle Hakenkreuztrupps, darunter Oberland",„ Schill", Lützow"( wie vertraut flingen uns diese Namen!) sein werden; man erinnert sich, daß bereits eine ganze Anzahl Arbeiter in Wien und Umgebung von Hakenkreuzlern ermordet worden sind. Es sollen weiter 4500 Heimwehrleute aus der Steiermart am Morgen des 21. Februar in Wien eintreffen und mitmarschieren gewiß nach durchwachter und durchsoffener Nacht. Und es sollen die Oberfaschisten Steidle und Pfriemer in der Saalversammlung reden. Diese Haussuchung mit Wegtragung verborgener Baffen der Arbeiterschaft, von denen sie bisher nie Gebrauch gemacht hat, und diese Umzugserlaubnis für Heimwehrleute, die ständig mit ihren Waffen proßen und schwere Gewalttaten auf dem Kerbholz haben, find sehr bedentliche Symptome. Es ist durchaus verständlich, daß unsere Wiener Freunde durch den Schußbundständlich, daß unsere Wiener Freunde durch den Schußbundaufmarsch in die inneren Bezirke an diesem Sonntag deutlich erklären wollen: Weiter geht's nicht! A wie er Die Sozialdemokratie Deutschösterreichs hat vier mal die vollfommene brüstung der beiden feindlichen Lager vorgeschlagen. Hohn und Spott war die Antwort, selbst die des Bundestanzlers Prälat Dr. Seipel, der sich öffentlich zur Heimwehr fie auffaßt befannt hat. Gewiß wird man mit schwerer Sorge dem nächsten Wiener Sonntag entgegensehen- hoffentlich geht er ebenso unblutig aus wie jener gefürchtete 7. Ottober in Biener Neustadt. Deutsch österreich muß aber endlich aus dem Schwebezustand dauernder Bürgerkriegsgefahr heraus, und das fann nur durch volle Abrüstung geschehen! Schober sucht zu vermitteln. Wien, 18. Februar.( Eigenbericht.) Die drohende Gefahr schwerer Zusammenstöße am Sonntag hat die Polizeidirektion veranlaßt, sich zu bemühen, die Parteien von ihren Aufmarschplänen abzubringen, fie will am Mittwoch mit den Organisationen verhandeln. Der Schutzbund ist entschlossen, die öffentliche Ruhe und Ordnung aufrechterhalten zu helfen; er tehnt jedoch Berhandlungen mit der Heimwehr a b. Der Schutzbund hätte die seit langem angekündigte Heimwehr fundgebung ignoriert, wenn ihn nicht die offenbar mit diefer Kundgebung im Zusammenhang stehende Durchsuchung des Parteihauses veranlaßt haben würde. den Aufmarsch zu unternehmen. Dieser Aufmarsch ist als Protestfundgebung gegen die Heimwehr und gegen die Regierung gedacht. Man erwartet, daß an dem Aufmarsch 20 000 Schußbündler teilnehmen werden. ,, Pera, den 18. Februar. Mich auf Ihre Erinne rungsansprache am 6. Februar berufend, ersuche ich das hiesige deutsche Konsulat um betreffende Bewilligung. Leo Trotti." Reichstagspräsident Löbe hat diese Bitte befür wortend an das Reich stabinett weitergegeben. Am 6. Februar hielt Löbe im Reichstag eine Ansprache, in der er an die Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar am gleichen Tage vor zehn Jahren erinnerte. Die Kommunisten unterbrachen mit lärmenden Rufen. Löbe fuhr darauf nach dem stenographischen Protokoll folgendermaßen fort: Ich weiß ja, daß in diesem Hause Damen und Herren vorhanden find, die andere Gefühle haben als die Mehrheit dieses Reichstags. Ich kann in meiner furzen Ansprache in teine Polemik darüber eintreten, darf aber daran erinnern: Wenn der staatliche Bille der rechtsstehenden Gruppen zum Durchbruch gelangt wäre, dann war Ihnen( zu den Kommunisten) das An- die- Wand- Stellen in Aussicht gestellt worden.( Sehr gut!) Und wenn ihr staatlicher Wille fich durchgesetzt hätte, dann sollten die anderen an den Galgen gebracht werden. Wir haben Ihnen und den anderen erst die staatsbürger lichen Rechte gegeben.( Erneute lebhafte Zustimmung.) Bielleicht kommen wir sogar dazu, Herrn Trohki in Deutschland ein freiheitliches Asyl zu gewähren. Diese Bemerkung des Reichstagspräsidenten über den Fall Trogfi wurde im Hause, besonders von den sozialdemokratischen Abgeordneten, mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Bielleicht fommen wir sogar dazu." Soll der Fall eintreten, so müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden: Trozki muß um die Erlaubnis zur Einreise erfuchen, und die Reichsregierung muß fie erteilen. Die erste Boraussetzung ist erfüllt, wie steht es mit der zweiten? Gegen die Einlassung Trottis find Bedenken verschie denster Art geäußert worden. Wir halten sie allesamt für unbegründet und hoffen bestimmt, daß sie sich als überwindbar erweisen werden. Man sagt, Troytis Leben würde in Deutschland bedroht sein. Monarchistisch gesinnte Ruffen könnten an dem Revolutionär Rache nehmen, oder stalinistisch gesinnte Kommunisten könnten versuchen, den angeblichen ,, Konterrevolutionär“ unschädlich zu machen. Deutschland könne für Troßfis Leben keine Garantie übernehmen. Dazu ist zu sagen, daß Deutschland auch für das Leben feiner eigenen Staatsbürger feine Garantie übernehmen fann. Trogli wird in Deutschland nicht mehr und nicht weniger sicher sein als in irgendeinem anderen Lande der Welt mit einem geordneten Polizeimesen. Trotzki, einst neben Lenin Rußlands mächtigster Mann, ist heute von seinem eigenen sozialistischen Vaterland", das er als einer der ersten mitgeschaffen hat, verbannt, davongejagt, frank und heimatlos. So leicht wird sich feiner an ihm ver greifen. Aber Trogti tann, so sagt man weiter, in Deutschland eine unerwünschte politische Tätigkeit ent falten. Besonders ängstliche Gemüter befürchten, er, der erfahrene Organisator von Aufständen, fönnte nun auch in Aufstand entfesseln. Deutschland einen kommunistischen Diefe Befürchtung ist wohl die grundloseste von allen. Selbst verständlich würde Trogfi in Deutschland den deutschen Gefegen unterstehen wie jeder andere. Abgesehen davon gibt es in Deutschland feine lintsfommunistischen Massen, die bereit wären, einem Ruf zum Straßenkampf zu folgen. Trekki weiß auch genau, daß das Deutschland von 1929 etwas ganz anderes ist als das Rußland von 1917. Er wird sich Sollte sich die Deutsche Republik vor Trozti hüten... fürchten? Das wäre eine Schande! Am stärksten wirkt jedoch nicht dieses Argument, sondern ein anderes. Man besorgt von einer politischen Tätigkeit Troßtis in Deutschland eine Störung der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland. Trotti, fagt man, fönnte versuchen, von Deutschland aus gegen die Sowjetregierung Berschwörungen anzuzetteln und gegen fie einen Aufstand zu organisieren. Dann würden die deutschen Behörden genötigt sein, gegen ihn einzuschreiten, oder aber es würde zu einem Konflift mit Mostau kommen, den man aus Gründen der auswärtigen Politik vermeiden will. Dagegen ist zu sagen, daß in Deutschland Russen aller Art leben: Weißgardisten, Kadetten, Sozialrevolutionäre und Menschewiti als Flüchtlinge. Bolschewifi als legale Bertreter ihres Vaterlandes. Es ist nicht einzusehen, warum der Führer der linken, sich leninistisch" nennenden Bolschewifi nicht diese bunte politische Farbentarte um eine neue Farbe bereichern soll Die Tatsache, daß in Deutschland viele Tausende von Russen leben, die Gegner des in Rußland herrschenden Regimes sind, hat der deutsch russischen Freundschaft bisher keinen Eintrag getan. Deutsch fand und Rußland müssen, wenn sie zueinander gute SBfr ziehungen haben wollen, ihre politischen Besonderheiten gegenseitig respektieren. Schließlich beruhen dies« Be- ziehungen auf sehr realpolitischen Erwägungen, die durch CB«' fuhlsmomente nicht so leicht zu beeinflussen sind. Nicht nur wir brauchen Rußland, auch Rußland braucht uns. Es ist Fisher unser Stolz gewesen, daß in Deutschland jedermann seine politische Ueberzeugung frei oertreten kann. Rußland kann nicht verlangen, daß wir ihm zuliebe von unseren Grundsätzen abweichen, so wenig wir von ihm verlangen, daß es uns zuliebe von den seinen abweicht. In zahlreichen Fällen haben deutsche Kommunisten, die sich gegen die deutschen Gesetze vergangen hatten, in Ruß fand Zuflucht gesucht und gefunden. Keiner dieser Fälle hat auf die deutsche Außenpolitik gegenüber Rußland entschei- denden Einfluß gehabt. Trotzki kommt überdies gar nicht als Flüchtling, sondern als Ausgewiesener. Er sucht nicht in Deutschland Schutz vor einer ihm drohenden Strafe: die Strafe hat er bereits verbüßt durch die Ber- bannung und er verbüßt sie weiter durch die Landesver- Weisung. Schließlich müsien doch Menschen, die aus politi- fchen Gründen aus ihrem Vaterlands vertrieben werden, irgendwohin. Ihre Aufnahme als einen unfreundlichen Akt des Asylrecht gewährenden Staates zu betrachten, wäre widersinnig. Deutschland kann nach unserer Ueberzeugung Trotzki das Asylrecht nicht verweigern, es kann ihm auch nicht das Recht verweigern, sich auf deutschem Boden literarisch zu be- tätigen. Der Betätigung eines Ausländers sind ohnehin durch das bestehende Ausweisungsrecht— für dessen Anwendung, von äußersten Fällen abgesehen, wir keines- wegs eintreten wollen— Schranken gesetzt. Gegen einen Trotzki, der innerhalb der deutschen Grenzen oder über sie hinaus Aufstände anzetteln wollte, stehen der Deutschen Re- publik Machtmittel genug zur Verfügung. Trotzki kennt sie. Von den Bedenken gegen die Aufnahme Trotzkis ist keines stichhaltig. Um so mehr sind es die Bedenken gegen die Abweisung. Die Aufnahme Trotzkis wäre ein p o p u- lärer Akt, der die Achtung vor der Deutschen Republik im Inland und im Ausland steigern würde, die Abweisung wäre das Gegenteil davon. England,' Belgien, die Schweiz, zeitweilig auch Frankreich haben politischen Flüchtlingen weitgehendes Äsylrecht gewährt, und die Sympathien, die sie sich dadurch erwarben, waren für sie außenpolitischer Ge- winn. Die Abweisung Trotzkis würde dem Glauben an den demokratischen Geist in der Deutschen Republik einen emp- findlichen Stoß versetzen. Man soll nicht E m p f i n d u n- gen. die in den freiheillich gesinnten Kreisen des deutschen Volkes, vor allem in den Massen der Sozialdemokratischen Partei lebendig sind, gering achten. Wir erhoffen eine Eni- scheidung des Falles Trotzki nach dem klugen Rat Löbes. Gesetzlichkeit ohne Furcht, Aufrechterhaltung guter Beziehun- gen ohne Liebedienerei vor Rußland! » Don dem deutschen Konsulat in Pera war gestern abend «in« Bestätigung des von Trotzki eingereichten Einreise» gefuches noch nicht in Berlin«ingetroffen. Erst wenn eine derartige Bestätigung und der Wortlaut des Gesuches vor- liegt, wird sich die Reichsregierung mit chm befasfen.� Trotzkis Ausweisung offiziell bekannigegeben. Moskau. IS. Februar.(Telegraphenagentur der Sowjetunion. Die Press« veröffeirtkcht heut« folgende Erklärung: �Trotzki rst wegen autisowjetisttscher Tätigkeit auf Leschluß einer Sonderberatung bei der staatlichen politischen Denvaltung(Staats- polizei) aus der Eomsewnion ausgewiesen worden. Auf Wunsch Trotzkis ist seine Familie mit ihm abgereist.*' Zentrum und Volkspartei. Heute Führeraussprache. Der Neichsaußenmimster Dr. Stresemann legte in der oolt»parteilichen Fraktion de» Preußischen Landtags am Montag in ausführlichen Darlegungen sein« Auffassung über die gegenwärtige Lage dar. Am Dienstag wird der Reichsaußenminister mit dem Führer der Zentrumspartci, dem Präloten Dr. Koos, die innerpolitische Lage bespreche». Zentrumsreden. VaS Wort von der SrholnngSopposition. Am Sonntag haben zwei Ientrumsfichrer Sffentkich geredet. cherr Heß, der Führer der Preuhenfnattion, in Remagen, Herr M a r x in Hamburg. Herr Heß führte au», daß dos Zentrum heute innerlich saniert sei und die Krise mit kerngesundem Herzen überwunden habe. Er prägte in seiner Red« da» Wort von der �Erholungsopposrtion*'. Bon der Erholungsopposttion hat Herr Marx reichlichen Teb-rauch gemacht. Er hat«ine heftig« Agitationsred« gegen die Lozialdemokrati« gehalten, de? er demagogische Agitation und Go» wissenlostgkeit vorwarf. Zum Schluß erklärte er, daß man lang« aus Lorschläge de» Zentrum» zu einer Regierungsbildung warten könne. Herr Marx hat die �Erholungsopposttion*' benutzt, um seinem noch vom Sturz seiner Bürgerblockherrlichkeit her gepreßten Herzen Luft zu machen. Di« Tatsach«, daß heute Herr Kaas und Herr Stresemann zusammen reden werden, dementiert seine Schluß- Erklärung einigermaßen. Gtahlhelmsorge. Angst, verborgen hinter einer Protestkundgebung. Die Erklärung de» preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun im Hauptausschuß de» Landtags, daß die Staatsvegierung die Frage erörtere, ob eine aktive Beteiligung im Stahlhelm mit der Stellung eine» Beamten verträglich sei. hat«na Protest» entschliißung de» Stahlhelms hervorgerufen. Sie pocht auf die Der- saslung, der der Stahlhelm Haß und Kampf angesagt hat— aber sie werm erdet geflissentlich, da» Wort vom Haß gegen die Republik zu wiederholen. Sie fälscht die Haßbotschaft von Fürsten» wolde in«in« Ka m p' b ots cha ft um. Besser kann man nicht zeigen, daß man selbst die Unvereinbar- keit dieser Haßbotschast mit der Stellung eines Beamten empfindet. Di« Sorgen sind groß: denn so gerne die Herrschaften vom Stahlhelm aus die Republik jchwrpjen, so gern« nehmen p« ihr GeÄ. politisches Asylrecht. Veraiungen im Rechtsausschuß des Reichstags.— Die Kommunisten beantrage« eine Lex Trohki. Der Rechtsausschuß des Reichstags berät gegenwärtig den Entwurf eines„Deutschen Auslieferungsgesetzes". Im Mittelpunkt des Entwurfs steht der Abschnitt, der das politische Asylrecht regelt(Z 3). Er lautet: ,�Di< Auslieferung ist nicht zulässtg, wenn die Tat, welche die Auslieferung veranlassen soll, ein« politische ist oder mit einer poli- tischen Tat derart im Zusammenhang steht, daß sie diese vorbereiten, sichern, decken oder abwehren sollte. Politische Taten sind die strafbaren Angriffe, die sich unmittelbar gegen den Bestand oder die Sicherheit de» Staates, gegen das Ober- Haupt oder gegen ein Mitglied der Regierung des Staates als solches, gegen eine verfassungsmäßige Körperschaft, gegen die staatsbürger« lichen Recht« bei Wahlen oder Abstimmungen oder gegen die guten Beziehungen zum Ausland richten. Die Auslieferung ist zulässig, wenn die Tat unter Derück- sichtigung aller Umstände besonders verwerflich erscheint.*' Diese Bestimmung soll das vor einem Jahrhundert schwer erkämpfte, dann aber von allen Kulturstaaten anerkannte und hochgehaltene politische Asyl sichern. Die Reichsregierung hat noch in den letzten Jahren mehrfach erklärt, daß sie es als ihre Pflicht betrachte, das politische Asyl zu wahren. Der Entwurf soll den Gedanken des politischen Asyls in eine Zweifel möglichst ausschließende Rechtsform bringen. Dazu ist erforderlich, daß die einschlägige Gesetzesbestim- mung der Willkür der Richter, die nach dem Entwurf zur Entscheidung berufen sein sollen, keinen Raum läßt. Der dritte Absatz des Asylparagraphen öffnet willkürlicher Auslegung jedoch Tor und Tür. Er soll vor allem die Möglichkeit geben, politische Mörder auszuliefern, wenn, wie die Begründung sagt, die Tat so„verwerflich" ist, daß die Gewährung des Asyls„mit dem rechtlichen Empfinden unvereinbar" ist. Hier entsteht Unsicherheit. Die Ausdehnung auf politische Mörde wird nicht ohne weiteres ausgeschlossen, wohl aber entsteht eine Rechtsunsicherheit. Große Parteibewegungen pflegen die Grenzen der Länder zu überschreiten, eine der- artige auslegungsfähige Bestimmung gibt also der politischen Mentalität des Entscheidenden Spielraum. Das Problem des Asylrechts für politische Morde hat noch keine einheitliche Regelung erfahren. Das finnische Auslieferungsgesetz zum Beispiel schließt Mord und Mord- versuch aus der Reihe der asylwürdigen Derbrechen aus. «Als politisches Verbreck)«» sollen keinesfalls Mord oder Mordversuch, wenn sie nicht im offenen Kampfe begangen worden sind, angesehen werden." Der Absatz 3 im§ 3 des deutschen Entwurfs ist deshalb umstritten. Die sozialdemokratischen Vertreter im Rechtsausschuß haben, um die Willkür auszuschalten, die Streichung dieses Absatzes beantragt. Der Grundgedanke des polltischen Asyls ist es, gleiches Recht für alle positifchen Derbrechen zu ge- währen, gleichgültig, gegen welche Regierungsform sie sich richteten. Ein Asylrecht, das von diesem Grundsatz abgeht, verliert seinen Sinn, es würde lediglich das asylgebende Land zum Bundesgenossen einer Partei eines anderen Landes machen. Die kommunistischen Vertreter im Rechtsausschuß haben Anträge gestellt, die den Grundsatz des gleichen Rechts ablehnen. Sie beantragten: «Als politisch« Straftaten rvevden nicht angesehen und vom Asylschutz sind ausgenommen strafbare Handlungen, die 1. den Sturz der proletarischen Herrschaft in der Sow- jetunion: 2. die Errichtung der faschistischen Herr- s ch a f t in irgend einer Form: 3- die Errichtung der Man- a r ch i e zum Gegenstand haben, insbesondere der im Verfolg dieser Bestrebungen unternommene Mord oder Mordversuch" Diese Anträge würden die groteske Situation herbei» führen, daß ein in Deutschland asylsuchender Gegner des Sowjetsystems, der die Einführung der Demokratie in Ruß- land verlangt und von den Sowjets wegen Hochverrats ver- folgt wird, an Rußland ausgeliefert werden müßte, während ein Deutscher, der des bolschewistischen Hochverrats gegen die deutsche demokratische Republik schuldig ist, in Rußland Asyl finden würde! Dieser Antrag bezweckt nahezu«in L e x T r o tz k i. Würde Trotzki in Deutschland Asyl finden und von hieraus den Kampf gegen die Sowjetregierung in literarischer Form fortsetzen, so würde sein.«Hochverrat gegen die Sowjet- regierung" kein politisches, sondern«in gemeines Delikt sein, das die Sowjetregierung zur Forderung der Auslieferung berechtigte. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß ein weiterer Antrag der Kommunisten die Auslieferung für un- zulässig erklärt, wenn die Androhung für die begangene Straftat nach deutschem Gesetz drei Jahre Gefängnis nicht übersteigt. Die Strafandrohung für Hochverrat, Aufforde- rung zum Hochverrat und vorbereitender Hochverrat geht in Deutschland weit über dies Maß hinaus. Die kommunistischen Anträge sind ein Zeichen der Schwäche. Die Demokratie fürcsttet sich nicht vor Emiqran- ten, vor faschistischen, monarchistischen und bolschewistischen Hochverrätern, die im Exil leben. Es scheint aber, daß die Sowjetregierung sich vor Rechts- und Linkskommunisten im Exil fürchtet. Mit der Demokratie ist die Forderung der Rechtsgleichheit untrennbar verbunden. Der Ruf nach Diffe» renzierung des Rechts ist immer das Kennzeichen einer auf Unterdrückung beruhenden Herrschaft. Die bisherigen Beratungen des deutschen Entwurfs haben die lebendige Problematik des politischen Asylrechts gezeigt. Entscheidungen sind bisher nicht gefallen, der§ 3 des Entwurfs wird zunächst in einem Unterausschuß weiter- beraten. Verhaftung LUih rechtswidrig! Festfiettvag polnifch-oberfchlesifcher Sozialisten. Sallowitz. 18. Februar. Da» Organ der polnischen Sozialisten, die.Gazeta Robolnlcza" (Arbeiterzeitung), beschäftigt sich mit der Auslösung des schlesischen Sejms und kommt zu der Feststellung, daß im Augenblick der Der- Haftung von lllih der schlesische Sejm noch bestanden habe und eigentlich auch heule noch bestehe. Die AuslSsung sei auf Grund einer Verfügung des Staatspräsidenten erfolgt, die Rcchlsgültigkeit erhalte, sobald sie im»Monitor polskl" verössenlllcht sei. Visher sei aber eine derartige Versügung weder verSssentllchl worden, noch hätten die Abgeordnelen einen schristlichen oder sonsti- gen amtlichen Bescheid erhalten. Demnach sei die verhaslung un- rechtmäßig erfolgt. Das Blatt macht noch daraus aufmerksam. daß für die Freiheitsberaubung Gefängnisstrafe in Aussicht stehe und man gespannt sein dürfe, wie dieser Fall ausgelegt werden würde. Oer Bericht über die Kommunistengranate. Wie wir kürzlich feststellten, hatte die ofiziös« polnisch« Zeitung „Cpoka" über die Reichstagssitzung, in der der Kellogg.Pakt ange- nommen wurde, berichtet, daß der sozialdemokratische Abg. Breit- scheid eine Granate auf den Tisch de» Hause» niedergelegt und die Sowjetregierung angegriffen habe. Die in der„Epoka" als Quelle angegebene polnische Telegraphenagentur„ATE." schreibt uns, daß sie einen derartigen Bericht nicht verbreitet habe, sondern ihr korrekter Bericht in anderen von ihr bedienten polnischen Blättern �erschienen sei: sie schickt uns auch solche Ausschnitte. Unsere an den vhantosievollen Bericht geknüpften Bemerkungen entfallen somit, styvcit sie sich auf die ATE. beziehen. Oienfifirafversahren Frieders. Arievers beantragt feine Dienstentlassung. Weimar. 18. Februar. Bor der Dienststraftammer in Weimar begann heute vormittag die Haupwerhandlung gegen den Oberstaatsanwalt im Wartestand Dr. Frieder». Bor Eintritt m die Verhandlung gas, der Ver- teidtger Lustizrat Dr. Löwensiein-Berlin eine längere Erklärung ab,..in der er da» Nichterscheinen des Angeklagten begründete und betonte, daß ein Urteil ohne Anhörung de» Angeklagten ein wett- loses Stück Papier darstellen würde. Der Verteidiger stellte«inen Vertagungsantrag und erklärte, daß er bei Ablehnung die Verteidigung niederlegen würde. Di« Staatkanwaltschajt und auch der Beamtenvertreter widersprachen der Vertagung. AI» schlleßlich auch die Mitteilung der Verteidigung, daß sie bei Weiterverhandlung ihr Amt niederlegen müsse, fruchtlos blieb, erklärte Justizrat Löwenstein plötzlich zur Ueberraschung aller Prozeßbeteiligten, daß sein Mandcmt ihn für diesen Fall ermächtigt habe, seine soforllge vieustenllassung unter Verzicht aus alle Rechte aus dem Thüringer Staatsdienst zu beoutrageu. Or. Frieders aus dem Staatsdienst entlassen. welmar, 18. Februar.(WTB.) Das Entlassungsgesuch des Oberstaatsanwalts Dr. Frieders, das heut« abend eingereicht wurde, ist von der Staatsanwaltschaft genehmigt worden. Iustizrat Dr. Löwenstein brachte bei der Regierung die Hoffnung zum Ausdruck, daß die Regierung auf Grund des§ S7 des Beamtenbesoldungsgesetzez der Familie des 'Dr7 Frieders' im' tjalle ditr lSelitirfffgfeif' tif e Halste Ves'Rühe- gehalts zubilligen werde. Ueber die Frag« ist noch kein«Eni- scheidung getroffen._ Schimpffreiheit für Republikseiuöe. Wieder ein Beitrag zur politischen Justiz. Suhl, 18. Februar.(Eigenbericht.) Ein Urteil des Schöffengerichts Suhl reiht sich den vielen Unbegreiflichketten der deutschen politischen Rechtsprechung würdig an. Der Leipziger Student Werner S t u d en tt o w s k i hatte sich wegen Vergehen» gegen das Republik- schutzgesetz zu verantworten. Studentkowski hat in«wer natio- nalsozialiftischen Versammlung die anwesenden Polizeibearnlen als „Polizeispitzel" und alz„A ch tg r o s ch e n j u n g s" und di- deutsch« Republik als„3 u d« n r e p u b l i k", die einem Zuchthaus ähnele, beschimpft. Der Angeklagte fühlt« sich unter den Fittichen'der deutschen Justiz so geborgen, daß er behauptete, nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts sei der Ausdruck„Juden- republik" nicht strafbar. Während der Staatsanwalt auf einen Monat Gefängnis und 100 M. Geldstraf« plädierte, kam das Gericht zu einem'Frei- sprach, angeblich aus„Mangel an Beweisen."(I!) Deutschland und perflen. Frevndschasts« vud Wirtschostsvertrag. Teheran. 18. Februar. Der stelloerttetende persische Außenminister und der deutsche Gesanidte Graf von der Schylenburg haben für Persien und Deutschland einen Vertrag unterzeichnet, der enthüll:«in Freund- schaftsabkommen,«in Handels-, Zoll» und Schiffahrtsabkommen und ein Riederlassungsabkommen. Der Vertrag, der auf der Meistbe- günstigungsklaufel und der gegensettigen Gleichberechtigung basiert, ist für die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen. Der Freundschaftsvertrag bestimmt, daß alle Auslegungsfräg.-n dem vorgesehnen Schiedsgericht unterbreitet werden, wobei sich die Partelen oorbehallen, die Klauseln über das Schiedsgerichtsverfahren zehn Jahre nach der Ratifizierung auf« neu« zu prüfen. Das Handelsabkommen betont grundsätzlich den beiderseitigen Willen, nichts zu unternehmen, was den Darenaustausch und Transit- verkehr behindern könnte: es sieht die üblichen Einschränkungen, be- sonders hinsichtlich des Verkehrs mtt Kriegsmaterial vor. Die Schiffe beider Länder werden den internationalen Schiffahrtsregsln entsprechend behandelt werden. Nach der Zollunionsklausel werden die Meistbegünstigungsverpflichtungen für den Fall der Ein- gehung von Zollunionen durch eine der-beiden Parteien mcht angewendet. Da» Rieds-rlassungsabkvmmen bestimmt, daß die Gerichte beider Länder die Bürg» de« anderen Landes wie die eigenen Staatsangehörigen behandeln, doch bleiben die Personen- rechtlichen Bestimmungen der Heimatländer in Gellung und den Reichsdeutschen werden Rechtsgarantien gewährt, die die Perser noch nicht habe»._ Zum Tod Alwin Saenger» hat der Reichskanzler der Witwe Saengers sein Beileid ausgesprochen: Ileher d«u deutsch. sranzösischeu Greuzverkehr ist noch mehr- monatigen Verhandlungen Zwilchen der deutschen und französischen Regierung in Paris ein Abkommen pavagraphlert worden. Was Reichsbahnbeamten erlaubt ist. Der Beleidiger eines sozialdemokratischen Reichsminifters bleibt ein feiner Mann. Der Reichsbahninspettor Braun in Beiden( Bayern) hatte öffentlich geäußert, daß bie Republit ein Saustall" sei und daß der Reichsinnenminister Severing nur hertommen möge ,,, bann merbe ich ihm ein paar runterhauen". Im weiteren behauptete dieser republikanische Musterbeamte: In der Regierung fizen Lumpen." Wie wir feinerzeit mitgeteilt haben, murde der Beamte dafür gericht lich an Stelle einer verwirtten Gefängnisstrafe von einer Woche zu einer Geldstrafe von 70 Mt. und den Kosten des Verfahrens ver. urteilt. Wohl oder übel mußte sich nun auch die ReichsbahnGesellschaft mit dieser Blüte befaffen. Ihr Urteil ist in dem beifolgenden Bescheid zusammengefaßt. ,, Der Reichsbahninspektor Hans Braun der Berkehrsfontrolle II in Beiden wurde durch rechtskräftiges Urteil des Schöffengerichts beim Amtsgericht Weiden vom 29. Dezember 1928 wegen eines Bergehens gegen das Republifschußgesez an Stelle einer verwirften Gefängnisstrafe von 1 Woche zur Geld. strafe von 70 M. und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Im Anschluß an die gerichtliche Bestrafung wurde Braun wegen des in seiner Handlungsweise liegenden Dienstvergehens vom Vorstand der Berkehrskontrolle II in Weiden mit einer Geldftrafe von 20 m. belegt. Der Amtsvorstand erblickte in der ausgesprochenen Ordnungsstrafe eine dem Dienstvergehen ent fprechende Sühne, weil die Tat des Braun vom Strafrichter verhältnismäßig milde beurteilt wurde und auch, nach seiner per sönlichen Ueberzeugung als eine unüberlegte, unter dem Einfluß des Alkohols gemachte Aeußerung am Biertisch wie als absicht liche Herabwürdigung der republikanischen Staatsform und Be schimpfung eines Mitglieds der derzeitigen Reichsregierung an= zusehen sei, überdies nach seinen Wahrnehmungen das Ansehen des Braun bei seinen Berufs= genossen und in der Deffentlichkeit durch den Borfall feine Einbuße erlitten habe." Danach hat also Herr Braun weder bei seinen Berufskollegen noch in der Deffentlichkeit an Ansehen eingebüßt. Es fehlte nur noch, daß die Reichsbahn- Gesellschaft feststellt, daß sein Ansehen eigentlich gestiegen und er infolgedessen für eine Beförderung reif sei. Der Beleidiger eines sozialdemokratischen Reichsministers bleibt also in jedem Fall ein feiner Mann. Ein Zentner Glückwünsche. Trohdem Unruhe in Spanien. Neid der andern Fakultät. 門 Der Hofprediger: Die Papisten frohlocken. Sie haben den Batifan als Kirchenstaat zurückerhalten. Da bleibt uns deutschen Protestanten nur ein Aus. aus Doorn, wo unser oberster Bischof weilt, muß gleichfalls ein eigener Staaf werden." gleich: Königswahl in Afghanistan. Streitigkeiten um die Beute.- Gesandtschaften reisefertig. London, 18. Februar. Madrid, 18. Februar.( Eigenbericht.) Primo de Rivera sucht seine Popularität durch einige monftrofe 3iffern zu beweisen. Er teilt der Deffentlichkeit mit, daß er auf die Unterdrückung des letzten Butschversuches hin 11 000 1üdwunschtelegramme von Körperschaften und Bereinen, 4500 von Privatpersonen und 1000 aus dem Ausland, insgesamt 49 Rilogramm schwer, erhalten habe. Troß diefes Die von britischen Flugzeugen aus Afghanistan nach Indien zu. Bapierjegens muß der Diktator offiziell in einer Regierungsrüdgebrachten Bersonen erklären, daß im Augenblid noch keine Anerflärung zugeben, daß die Unruhe in der Bevölkerung zeichen für eine baldige Abbeförderung der europäischen Gesandt weiter andauert. schaften vorhanden seien. Doch sei bekannt, daß unter anderen die englische und franzöfifche Gesandtschaft für den Notfall alle Bor fehrungen für eine rasche Abreise getroffen hätten. Der Stab der deutschen Gesandtschaft sei auf drei Personen vermindert worden, während die Gesamtzahl der Deutschen in Kabul noch immer 40 betrage. Bulgarischer Wahlschwindel. Regierungsfieg durch Fälschung. Sofia, 18. Februar.( Eigenbericht) im Die Gemeindewahlen in 78 von 93 bulgarischen Städten per foren an politischer Bedeutung, da fie gerade in den größeren Städten, darunter Sofia, auf einen späteren Termin verschoben wurden. Nach dem offiziellen Wahlresultat hat die Regierungs. partei 70 314 und die Opposition 80 841 Stimmen erhalten. In den größeren Städten fiegte überall bie Opposition frog ihrer 3er riffenheit. In den fleineren Städten, pp der Wahlterror der Behörden größeres Ausmaß anmelymen fonnte, hat die Regierungs, partei ben traditionellen Erfolg" errungen. Das Innenministerium behauptet, daß feinerlei Beschwerden über Wahlterror eingelaufen feien. Die Oppositionsblätter bringen indessen zahlreiche Protest telegramme, bie erkennen lassen, daß es auch diesmal mieder Balkanwahlen gewesen sind. Der sozialistische Narod" bezeichnet das offizielle Gesamtergebnis als gefälscht und schreibt, daß ihm von allen Seiten abweichende Resultate gemeldet werden, die Regierungspartei habe nicht mehr als 32 Prozent der Stimmen zu buchen. Das der Bauernpartei nahestehende Bladne" meint, diese Wahlen hätten deutlich erwiesen, daß die geeinte Opposition die Regierung mit Leichtigkeit aus dem Sattel heben fönnte. Meinungsfreiheit in merito. Gicherung angeordnet. Megifo- Cify, 18. Februar.( Eigenbericht.) mit Stöden und Die bevorstehende Bräsidentschaftswahl wirft ihre Schatten voraus und schon zeigen sich Anzeichen, daß es nicht ohne heftige Susammenstöße zwischen den Anhängern der verschiedenen Kandidaten abgehen wird. So ist fürzlich ein feierlicher Straßenumzug von Anhängern des Kandidaten José Basconcelos, des früheren Erziehungsministers im Kabinett Obregon, in Guadalajara von politischen Gegnern angegriffen und Schußwaffen auseinander getrieben worden. Basconcelos fonnte mit Mühe und Rot feine Anhänger beruhigen, die sich schon bereit machten. der Gewalt gleiche Gewalt entgegenzusehen. Aus diesem Anlasse hat sich die Anti- Reeleccionisten- Bartei, beren Randibat Basconcelos ift. beschwerdeführend an Präsident Portes Gil gewandt, der sich nach 11ntersuchung der Zwischenfälle in scharffter Form gegen bie, von den Gegnern bes Randidaten beliebten Methoden ausgesprochen und im Namen der Regierung erflärt hat, daß alle macht mittel eingefest würden, um den Merikanern, gleichgültig welcher Richtung, bie freie Meinungsäußerung zu garantieren. Im gleichen Sinne find an fämtliche Staatsgouverneure und Militärkommandanten Anweisungen ergangen, für die Siger heit der Kandidaten Gorge zu tragen und Gegendemonstrationen zu gleicher Zeit nicht zuzulassen, ba sonst blutige Zusammenstöße nicht zu vermeiden seien. Gegen den Unfug der kleinen Beträge. Der Reichsfinansminifter hat bestimmt, daß die Reichsbehörden im Verkehr unter einander bapon abzusehen haben, einzelne Beträge von nicht mehr als zehn Reichsmart einzuziehen oder auszuzahlen. Mehrfach zu zahlende kleine Beträge find möglichst für einen längeren Zeitraum zufammenzufaffen und gemeinsam einzuziehen oder auszuzahlen. Ein füdilawisches Unterfeeboot, das in Nantes( Frankreich) nom Stapel gelaufen ist, wirb Der Rader" heißen. Stalien hot nach dem Beltfrieg faft die ganze österreichisch- ungarische Flotte erhalten, die dem Südflamenfstaat übergeben worden war. König Habibullah habe nach den Mittettuingen diefer Flücht linge die einzelnen Abfellungen der Regtering völlig umgestaltet und die alte Bearitenfchaft wieder in ihre Renner eingefegn Aus Neu- Delhi wird berichtet, daß Habibullah die Schin maris brieflich aufgefordert habe, nach Abschluß der Fastenzeit für die önigswahl Bertreter nach Kabul zu entfenden. Ueber die Berteilung der Beute nach dem Siege der Schinwaris bei Dichellalabad und Sagdalad über den nun flüchtigen Thronanwärter Ali Achmed Khan soll es zu Streitigteiten unter den Schinmaris gelommen fein, die mit der Abjegung der bisherigen Führer geendet haben sollen. Die notgelandeten englischen Flieger gerettet. Delhi, 18. Februar. Der Flieger Cha m p.mann, der am 29. Januar in Afghanistan notlanden mußte, wurde heute auf dem. Luftwege nach Beschawar zurüdgebracht, sein Gefährte Davies schon am 13. Während ihres KP.- Dänemarf. Richtungstämpfe in der Rußschale. Kopenhagen, 18. Februar. Aufenthalts in Afghanistan standen die Flieger unter dem Schutz Ali Achmed Dschahns, eines der afghanischen Thronanwärter. Habibullah für die Geistlichkeit. Beschawar, 18. Februar.( Reuter.) Nach hier eingetroffenen Berichten hat. Habibullah eine Proflamation erlaffen, die die staatlichen Leistungen an die religiösen Führer, die Anmanullah aufgehoben hatte, wieder einführt. Die Stämme, die den Thronprätendenten Ali Achmed Khan bis zu seiner Niederlage bei Jagbalat unterstüßten, haben jegt Habi. bullah ihre Unterwerfung angeboten. Habibullah versucht auch, die datertigung der Einwaris zu erlangen. In der öft lichen Broving in der Gegend nont Telefebab, wo die Behörden jeben Einfluß verloren haben, herrscht nargie Gesandter Feigl erfranft. Der deutsche Gesandte in Kabul Feigl ist ertrantt. Zu feiner Unterstügung ist der deutsche Konsul in Kaltutta, Baron von Plessen, nach Afghanistan abgereift. Fast alle Fremden abbefördert. Beschawar, 18. februar.( Reuter.) Gestern wurden vier Reichs beutsche, ein Franzose, fünf Italiener und sieben britische Inder aus Kabul abbefördert. Es find jezt nur noch wenige Personen übrig, die Gesuche um Abbeförderung eingereicht haben, und man hofft, daß sie in den nächsten Tagen in Indien sein werden. nur 47,8 Proz der Wahlberechtigten betragen hat. In den neugewählten Dorfiowjets zählt man 19,6 Proz. Frauen und 14 Broz fommunistische Parteimitglteber und Jungtommunisten. Bei der vorhergehenden Wahl betrug der Anteil der Frauen in den Sowjets 17,5 Broz. und der Anteil der Kommunisten 13,2 Proz aller Mitglieder erreicht. Dagegen sinkt dieser Anteil in den Dorf* sowjets auf den ganz geringfügigen Bestandteil von blog 14 Bro3. und beträgt demnach ungefähr ebensoviel wie m Jahre 1927. Das Strafgericht Mostaus über die Anhänger Trogtis wirft fich nun auch innerhalb der zahlenmäßig recht schwachen tommu Aus den Zahlenangaben ist ersichtlich, daß in der Ruff. S03. nistischen Partei Dänemarks aus. Eine Mitteilung hierüber. findet Föder. Räterepublik( Großrußland) der Anteil der Komsich in der legten Nummer des Parteiorgans der dänischen fommu- munisten in den städtischen Sowjets annähernd die Hälfte nistischen Partei„ Parteiarbeit". Daraus geht hervor, daß eine ant fehnliche Zahl dänischer Kommunisten mit einer ehemaligen Lehrerin an der Spige aus der Partei ausgefchloffen morden find. Die Lehrerin, die Trogli persönlich fennt, hat sich, als die Spaltung unter den Bolichemisten eintrat, auf die Seite Troptis geschlagen und bet nerfchiedenen Gelegenheiten, deffen Standpunkt vertreten. Nach Efftrabladet" bedeutet dieser Ausschluß einen. äußerst unongenehmen. Schlag für die fommunistische Partei Dänemarks, die mun noch bedeutungsloser sein dürfte als bisher. Ergebnisse der Sowjetwahlen. Bisher feine wesentlichen Veränderungen. Die Sowjetpreffe beginnt allmählich, die bisherigen Ergebnisse der Sowjetmahlen zu melden. Diese Wahlen werden sich noch einige Wochen lang hinziehen und wahrscheinlich wird man erst im März einen vollständigen lleberblid der Wahlresultate haben tönnen. Aber schon die bisherigen Meldungen ermangeln nicht eines gemiffen Interesses. So wird gemeldet, daß bis zum 7. Februar ( Trub" Nr. 32): Die Gesetzesmacher in Südflawien. Giebzehn Juriffen sollen alles machen. Belgrad, 18. Februar. Auf Grund des Gefeges über den Obersten Gefeßgeben. ben Rat hat Justizminister Serschtitsch heute 17 Mitglieder ernannt, die hauptsächlich unter den angesehenften Juristen und Hochschullehrern von Belgrad. Agram und Laibach ausgewählt sind. Den Borsiz im Obersten Gefeßgebenden Rat wird der frühere Präsident des Kaffationshofes Michel Jowanowitsch führen, das Amt des ständigen Sekretärs wurde dem ehemaligen Barlamentspräsidenten Rinko Peritsch übertragen. Den Hinterbliebenen der im Parlament ermordeten Kroaten haf bie Belgrader Regierung eine lebenslängliche Unterstützung von je 5000 Dinar( rund 350 ml.) monatlich bewilligt. in den Städten der Ruff. Soz. Föder. Räterepublit von 679 632 Wahlberechtigten zu den Wahlen der städtischen Sowjets 454 875, Die Internationale der Anwälte. In Anwesenheit von 47 Beralfo 66,9 Proz, erschienen waren, während im Jahre 1927 die Wahlbeteiligung nur 53,4 Broz. betragen hatte. In den neugewählten tretern aus zehn Ländern wurde in Brüssel die erste Tagung des Internationalen Verbandes der Rechtsanwälte, zu der Deutschland, Sowjets ber Stäbte zählt man 25,5 Proz. Frauen( 1927 171 roz) und 49,4 Broz. Kommunisten und Jungtommunisten England und Japan Beobachter entfandt haben, eröffnet. Der gegen 48,9 Proz. bel der vorhergehenden Wahl. In den Dörfernuftigminister hieß die Kongreßteilnehmer im Namen der belgischen der Ruff. Soz. Föder. Räterepublit find von 12,2 Millionen Wahl. Regierung willkommen. Die Bereinigung der Rechtsanwälte mache es fich zur Aufgabe, für die Ideen und die Arbeiten des Bölferberechtigten rund 7,2 millionen, also 59.1 Brog zu den Wahlen bundes, der großartigsten Rechtsschöpfung der lezten Jahre, eintatsächlich erschienen, wogegen die Wahlbeteiligung im Jahre 1927 zutreten. Reichs- Unfallverhütungswoche. Wie steht's im Eisenbahnbetrieb? zeit sind durch den Beschluß des Reichsrates, der Betriebe bis g fünf Arbeitnehmern vom Arbeitsschutz ausschließt, noch weiter Derschlechtert. Besonders rückschrittlich nehmen sich die im Gefeßentwurf enthaltenen Vorschriften über die Sonntagsruhe und den Ladenschluß aus. Die im Gefeßentwurf vorgeschlagene Organifation der Arbeitsaufsicht ist gänzlich unbefriedigend. Aus allen diesen Gründen bedeutet der Gesezentwurf in der Bei der am Sonntag beginnenden Woche, die der Aufklärung| Stellung zu nehmen, und von dieser eine Berfürzung der Arbeits- vorliegenden Fassung teinen jozialpolitischen Fortüber die Unfallgefahren und deren Verhütung in den Betrieben zeit für das unter die Dienstdauervorschriften fallende Personal verfchritt. Ein Fortschritt fann erst ereicht werden, wenn die Ardienen soll, kommt es nicht nur darauf an, die Arbeiter darauf langt, und zwar nach den Vorschlägen, die von den Organisationen beitnehmer, insbesondere die Angestellten, sich aufraffen zu einem und Personalvertretungen gemacht worden sind, sowie endlich die aufmerksam zu machen, was sie zu tun haben, um sich und andere energischen Kampf gegen die soziale Reaktion. Je mehr taufvor Unfällen zu schützen. Die Gewerkschaften, die durch den ADGB. Durchführung der von dem Untersuchungsausschuß vorgeschlagenen männische Angestellte sich dem Zentralverband der Angestellten anan der Veranstaltung der Unfallwoche mitbeteiligt sind, werden den Da zurzeit eine allzugroße Auslastung für das unter den Dienst- chließen, um so erfolgreicher wird der Kampf geführt werden Unternehmern, und den Behörden als Aufsichtsinstanzen, dauervorschriften stehende Berfonal besteht, macht die Generalvers erneut ihre Forderungen in Erinnerung bringen, deren Erfüllung fammlung darauf aufmerksam, daß dadurch die Betriebssicherheit nicht mehr gegeben ist. notwendig ist, um die Unfallgefahren wirksam zu bekämpfen. Die Unfallgefahren im Bergbau, in der chemischen Industrie, im Baugewerbe und den übrigen besonders gefährdeten Betrieben, zu denen in erster Linie auch der Eisenbahnbetrieb gehört, bilben je ein Kapitel für sich. Bernehmen wir, was die Eisenbahner dazu zu sagen haben. Richtlinien. Außerdem hofft die Bersammlung, daß die Berhandlungen weil der jetzige Zustand über ben Lohntarifvertrag infolge der Unüber den Manteltarif fofort zum Abschluß gebracht werden, weil der jenige Zustand über den Lohntarifvertrag infolge der Unflarheiten nicht mehr tragbar ist. Ferner werden die maßgebenden parlamentarischen Bertretungen ersucht, dafür einzutreten, daß für die Reichsbahn ebenfalls die BeDie Betriebsräte des Einheitsverbandes der Eisenstimmungen der Gewerbeordnung angewandt werden, soweit die bebahner Deutschlands in der Ortsgruppe Berlin nahmen fürzlich trieblichen Verhältnisse es zulassen." zu der Reichsunfallwoche innerhalb des Reichsbahnbetriebes Stellung. Ausgehend von den Anfängen praktischer Arbeiterschutzmaßnahmen, ging der Referent zu den Unfallgefahren und den Unfallverhütungen innerhalb der Reichsbahnbetriebe über. Die Beteiligung der SPD.- Holzarbeiter! 19 Uhr, im Berliner " Reichsbahn an der Ruwo" läßt nicht erkennen, daß in nächster Zeit die Unfallgefahren mit Gründlichkeit bekämpft werden follen. Mit bloßem Bildertapezieren und großer Propaganda ist es nicht getan. Wenn der ernstliche Wille vorhanden ist, die Unfallmög. fichkeiten auf das Minimalſte herabzusetzen, dann müssen vor allem Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen eine durchgreifende Umgestaltung erfahren. Dienstoorfhriften, und Dienstverrichtungen ftehen meist im ärgften Widerspruch; im Rangierbetrieb ist diefer Umstand besonders zu verzeichnen. Wenn nach den Rangiervorschriften gearbeitet würde, wären in fürzester Zeit die Bahnhöfe verstopft und der Betrieb lahmgelegt. Bedienstete, die nach diesen Borschriften ihren Dienst ver richten, werden als für den Rangierdienst untauglich erachtet und sind daher gezwungen, gegen die Vorschriften ihren Dienst zu verrichten. Daß dadurch Unfälle nicht befämpft werden, türffe für jeden klar sein. Morgen Mittwoch, Clubhaus, Ohm str. 2, Vollversammlung der SPD.- Holzarbeiter. Sehr wichtige Tagesordnung. Pünktliches Erscheinen aller Kollegen erforderlich. Partei- und Verbandsbuch sind Ausweis. Der Werbeansschuß der SPD.- Holzarbeiter. " Warum Leberarbeit im Bergbau? Arbeitslose Bergleute warten auf Arbeit. Dorfmund, 18. Februar. Das preußische Oberbergamt in Dortmund teilt mit: Begen etwaiger Ueberarbeit zur Sicherung der Kohlenversorgung mährend der lang andauernden ungewöhnlich strengen Frostzeit wurde am Montag, unter dem Borfiz des Oberbergamtdirektors Dr. Weise mit dem Zechenverband und den Bergarbeiterverbänden unter Beteiligung der Reichsbahndirektion Effen verhandelt. Hierbei wurde festgestellt, daß eine Gefährdung der Brennstoffversorgung im Induſtriebezirt felbft bis jetzt nicht eingetreten ist. Jedoch fönnen entfernter liegende Versorgungsgebiete möglicherin der Kohlenversorgung liegen jegt neben dem Ausfall des Ber: fandes auf dem Wasserwege und hier und da Betriebsstörungen auf den Zechen infolge des Frostes in dem start verlängerten Beladeund Entladeprozeß der Eienbahnwagen, wodurch der Wagenumlauf sehr verlängert wird. Aehnlich liegen die Dinge in anderen Dienstzweigen. In den Reichsbahnausbesserungswerfen sind zwar Sicherweise in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Hauptschwierigkeiten heitsbeamte ernannt worden zur Bekämpfung der Unjaligefahren; diese Beamten sollen den Betrieb überwachen und Vorfchläge zur Verhütung von Unfällen und Verbesserungen auf diesem Gebiet machen. Allein ihre Befugnisse sind ziemlich eng begrenzt. Wo wirklich der Vorsatz zur Berwirklichung einschneidender Maß nahmen vorhanden ist, scheitert derselbe meist an der Erklärung, daß für solche Zwede teine Mittel vorhanden seien. Die Personalvertretungen haben Vorschläge an diese Beamten einzureichen. In den Fällen, wo Schuhmaßnahmen getroffen wurden, find dieselben meist Folgen intensiven Drängens der Betriebsvertretungen oder solche vorangegangener Unfälle; der Spruch: Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, deckt man ihn zu, wird häufig dadurch treffend illustriert. " Besonders fäumig ist die Hauptverwaltung mit der Heraus. gabe der Unfallverhütungsvorschriften; an den= felben wird schon jahrelang in den Bureaus der Hauptverwalming herumgedottert, und wenn nicht der moralische Druck der Reichsunfallwoche gekommen wäre, wirben ble Atten noch mehr beritaubt Jein. Jegt hat die Reichsbahn- hauptver waltung die Erklärung ab gegeben, die Unfallverhütungsvorschriften, so weit fie fertig gestellt find, bis zur Rumo bekanntzugeben. Mit welcher Sorgfalt solche Fragen behandelt werden, ist daraus erkennbar, daß bei der Elektrifizierung der Berliner Stadtbahn bie Arbeiten lange Zeit in der Nähe von Startstromanlagen verrichtet wurden, ohne daß die betreffenden Bediensteten im Besitz von Berhaltungsmaßregeln waren. Es mußte erst zum Tod einiger Eisenbahner tommen, um die Herausgabe der Mert. blätter zu beschleunigen. Die Ueberlaffung des Personals durch Abbau und Dienffdauervorschriften erhöht die Unfallgejahr für Bedienstete und das reifende Publikum ganz enorm, wie die sehr häufigen Verkehrs- und Eisenbahnunfälle beweisen. Troh Bersprechungen der Reichsbahn- Hauptverwaltung, gerade auf diesem Gebiet das Möglichste zu tun und feine Kosten zu scheuen, spürt man bisher nicht viel davon. Die Regelung der Arbeitszeit im Sinne eines für die Arbeitnehmerschaft günstigen Arbeitsschußgefeßes ist mit Bedingung zur Verhütung solcher Borfommnisse. Das Verhalten der Reichsbahn- Hauptverwaltung bei der Berhandlung über die Dienftdauervorschriften läßt allerdings teine Neigung zu solchem Entgegenkommen erwarten. Immer wieder muß es das Bestreben der Organisation sein, auch das Gebiet der Reichsbahn unter die Gewerbe aufsicht zu stellen, wie es schon mit der Privatindustrie geschieht. Das Sträuben der Reichsbahnverwaltung dagegen ist fennzeichnend. mie es bei ihr mit dem ernstlichen Willen zur Unfallverhütung steht. Man will eben unter allen Umständen den staatlichen Einfluß auf biese Materie perhüten. Man glaubt, es genügt, wenn die Be. fchwerden aus den Reihen des Personals von der Reichsbahn Gesellschaft und ihren Organen selbst überprüft werden und eventuelle Abstellungen von ihr für gut befunden werden ein System, das verteufelte Aehnlichkeit damit hat, den Teufel beim Beelzebub zu verklagen. Folgen des Textilfonflikts. Der Betleidungsindustrie fehlen Stoffe. In der Breslauer Konfektion wurden bereits zahlreiche Kündi gungen ausgesprochen und weitere stehen in Aussicht, wenn die Zufuhr an Stoffen nicht alsbald wieder aufgenommen wird. Die Breslauer Konfektionsfirmen mehr als 90 mit 20 großen Betrieben haben schon jetzt empfindlichen Mangel an Stoffen, so daß Betriebseinschränkungen unausbleiblich waren und die Heimarbeiter nur wenig berücksichtigt werden konnten. Es handelt sich in Breslau um über 10000 Beschäftigte, Zuschneider, Zwischenmeister, Arbeiter und Arbeiterinnen, die durch die drohende Stillegung brotlos merden müßten. Die erschreckende Arbeitslosigkeit in Breslau würde dadurch noch verschlimmert werden. Bewegung im oberschlesischen Bergbau. Kündigung des Mehrarbeitszeitabfommens. Hindenburg, 18. Februar. Die Arbeitsgemeinschaft der oberschlesischen. Bergarbeiterverbände hat beschlossen, das für den oberschlesischen Bergbau gültige Mehr arbeitszeitabkommen zum 31. März zu fündigen. Das Abkommen feßt für die Arbeitszeit unter Tage eine vertragliche Mehrarbeit von einer halben Stunde fest und über Tage eine folche von 2½ Stunden. Durch die Kündigung entsteht ab 1. April ein vertragloser Zustand, in dem nur die tarifliche Bestimmung über die regelrechte Arbeits zeit von 7% Stunden Gültigkeit hat. Kündigung in der badischen Metallindustrie. Der Kreis in Süddeutschland schließt sich. Nachdem die Metallindustriellen Württembergs und der Rheinpfalz die Lohntarife gefündigt hatten inzwischen sind vier Schiedssprüche gefällt und von den Arbeitern abgelehnt worden, fündigten die Arbeitgeberver bände der Metallarbeiterschaft in Hessen- Nassau und jetzt auch in Baden. Angeblich war der Verband der Metallindustriellen Badens durch die weiter anhaltende Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhält Frankenthal und Freiburg, die am 31. März 1929 ablaufenden Lohntarife zu fündigen. Damit ist die badische Metallindustrie und ein bebeutender Teil der pfälzischen Metallindustrie in eine Lohnbewegung eingetreten, die etwa 30 000 Arbeiter umfaßt. Auf Mannheim- Ludwigshafen allein entfallen rund 20 000. Während die Unternehmer die Auffassung vertraten, daß zur Behebung weiterer Schwierigkeiten über und unter Tage Mehrarbeit geleistet werden müsse, widersprachen die Arbeiternisse gezwungen, für seine Bezirksgruppen Mannheim- Ludwigshafen, Dertreter einer solchen. Die Bertreter des Oberberg amtes erflärten dazu, daß sie unter den obwaltenden, ganz außergewöhnlichen Verhältnissen teine Einwände dagegen zu erheben hätten, daß zwecks besseren Einlaufes des Betriebes über Tage. insbesondere der Verladung, auf Grund der geseglichen Ausnahmen leber und Sonntagsarbeit für die Dauer der jeßigen außergewöhnlichen Verhältnisse zulässig ist. Dagegen tönne Mehrarbeit unter Tage nicht in Frage kommen. Notwendigenfalls müßten zur Verstärkung der Tagesbelegschaften auf die erwerbslojen Bergarbeiter des Bezirkes zurüd eiter des Bezirkes zurüd gegriffen werden. Es ist zwar nicht auffällig aber eben bezeichnend, daß die Unter nehmer auch diese Gelegenheit benüßen wollten, um ueberarbeit auch unter Tage zu fordern. Ob nur deshalb, um etwaigem Kohlenmangel vorzubeugen, das wird sich an der Zahl der arbeitslosen Bergarbeiter ermessen lassen, die nunmehr zur Behebung der eventuell zu erwartenden Kohlennot eingestellt werden. Gegen die Quertreiber. Effen, 18. Februar.( Eigenbericht.) M Eine von 200 Betriebsräten und Funktionären des Deutschen Metallarbeiterverbandes im rheinisch westfäli schen Industriegebiet besuchte Versammlung, die zu den bevorstehenden Betriebsrätewahlen Stellung nahm, erklärt in einer Entschließung, der zurückliegende Kampf in der Metallindustrie habe gezeigt, daß das gesteckte Ziel der Betriebs- und Produktionskontrolle mit aller Energie weiter verfolgt werden müsse. Das Gebot der Stunde erheische, daß alle verfügbaren Kräfte gesammelt werden. Mit Bedauern wird ferner festgestellt, daß gerade diese Zeit von der Kommunistischen Partei benugt wird, um die freigemertschaftlichen Betriebsräte und Funktionäre zu beschmugen und zu verleumden. ,, Die Konferenz weist die fommunistische Barole, gemein fame Listen mit unorganisierten und gegnerischen Organisationen aufzustellen, zurück und erwartet, daß die Arbeiterfchaft dieser Irreführung feine Folge leisten wird. Wer die Beschlüsse der Gewerkschaften mißachtet, stellt sich selbst außerhalb der Dr❘ganisation." " Handel und Industrie" im 3dA. Entschließung zum Arbeitsschutzgeseh. Am Sonntag, dem 17. Februar, veranstaltete der Gau Branden Zur Berwirklichung der Wünsche der Eisenbahner bedürfen die burg- Mecklenburg- Grenzmart des Zentralverbandes der Angestellten Organisationen der intensiven Mitarbeit der Bersonalver. eine gut besuchte Gaufachgruppenkonferenz für die Angestellten in fretungen; pieles ist durch sie erreicht worden, unermeßhandel und Industrie. Auf der Tagesordnung standen Befiches ist noch zu tun. Bei dieser schwierigen Arbeit ist den richte über die Tarifarbeit in der Handels- und Industriefachgruppen, Bersonalvertretungen die weitgehendste Unterstügung der Organi- die Werbearbeit und die Neuwahlen der Gaufachgruppenleitungen. fation gewiß. Besonders die Werbearbeit wurde nach einem instruktiven Referat des Gauleiters Gottfurcht, und ergänzenden Ausführungen von Rogon, Mitglied des Verbandsvorstandes, eingehend behandelt. Die in fameradschaftlicher Weise geführte Aussprache gibt zu den besten Hoffnungen Anlaß. Zu dem dem Reichstage vorliegen den Entwurf zu einem Arbeitsschußgefeß wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die Ausführungen des Referenten, die teilweise ergänzt wurden, fanden einmütige Zustimmung. Die Entschließung wendet sich gegen das vollkommen unge nügende Angebot der Hauptverwaltung bei den Berhandlungen mit den Organisationen und der Personalvertretung bezüglich der Dienst dauervorschriften. Ferner gegen das diktatorische Berhalten der Hauptverwaltung, indem sie ihr Angebot gegen den Willen der Organisationen auf den Dienststellen angeordnet hat. Die Beamten und Betriebsräte verlangen, daß der für die Betriebssicherheit eingefeßte parlamentarische Ausschuß ben Reichstag ersucht, zu dem Angebot der Hauptverwaltung ,, Die am 17. Februar in Berlin versammelten Bertreter der im Zentralverband der Angestellten organisierten Angestellten aus Handel und Industrie erbliden in dem dem Reichstage vorliegenden Entwurf zu einem Arbeitsschußgefeß teine Erfüllung des Artikels 157 der Weimarer Reichsverfassung. Die völlig unzulänglichen Bestimmungen über die Arbeits. Troß des Mangels an Aufträgen hat der Verband von der Forderung nach einem Abbau der Löhne Abstand genommen und die Bereitwilligkeit ausgesprochen, die zurzeit laufenden Lohntarife unverändert auf längere Frist watter gelten aufallen. selle auberen Worten: bie Unternehmer wollen fich gegen eine Lohnerhöhung auf längere Frist sichern, auch dann noch, wenn wieder große Aufträge vorliegen. Es liegt System in dem Spiel. Mit Der neue Schlichter für den Bezirk Heffen. Infolge der Bereinigung der Schlichterbezirke Hessen und HessenNassau zu einem Schlichterbezirk Hessen scheiden die bisherigen Schlichter Ende Februar aus. Zum Schlichter für den neuen Bezirk Hessen wurde mit Wirkung vom 1. März 1929 Regierungsrat Dr. Kollath bei der Regierung in Kassel bestellt. Da die Metallindustriellen in diesem Bezirk sämtliche Lohnund Akkordverträge für 50 000 Arbeiter zum 31. März gekündigt haben, wird der neue Schlichter bald Betätigung finden. Zusammenkunft der Mitglieder der Gesellenausschüsse und der Vertreter der Ortsverwaltungen und Jugendleiter heute, Diens tag, 19% Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, EngelReferent: ufer 24/25. Aufgaben und Wesen der Berufsschule. Gewerbeoberlehrer Genosse Reischief. Ortsausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Achtung, Werner, Marienfelbe! Heute, Dienstag, 16 Uhr, im Lokal von Wildgrube, Marienfelde, Rieper Blag, am Bahnhaf, Ber fammlung fämtlicher SPD.- Genossen des Wertes. Tas Erscheinen aller Genossen ist unbedingte Pflicht. Der Fraktionsvorstand. Allerlei. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Spandan: Gruppen heim, Städt. Jugendheim, Linbenufer 1. Vortrag: Der Aufbau der deutschen Gewettidaften". Treptow: Gruppenheim, Schule Wilden bruchstr. 53-54( Sortzimmer). Lichtbildervortrag:„ Die Entw dlung der Tech nir" Sumboldt: Gruppenheim, Jugendheim, Graun Ede Lorgingstraße. gichtbildervortrag:" Auf der Wolga von Twer bis Astradhan". Landsberger Blaz: Gruppenheim, Jugendheim, Dieftelmenerstr. 3. Karneval. Heute buntes Frankfurter Allee: Gruppenheim, Städt. Jugendheim, Litauer Straße 18. Folkstanzabend. Litenberg: Gruppenheim, Jugendheim, Doeftraße 22. Banerischer Abend. Ren- Litenberg: Jugendhe'm Gunterstr 43. Luftiger Dialektabend. Aus der Berliner Sumort ste. Busammenkunft der Mitglieder der Gesellenausschüffe, Bertreter der Ortsverwaltungen und Jugendleiter im Gaal I des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. Vortrag: Aufgaben und Wesen der Berufsschule". Referent: Gewerbeoberlehrer Reifchies. Butritt nur gegen Ausweis, Funktionärkarte und des Verbandsbuches. Jugendaruppe des Pentralverbandes der Ancefellten Heute, Dienstag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Brettspielabend( feder bringt ein Spiel mit) Uebungsabend des Eprech- und Bewegungschors 20 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Hallenschuhe sind mitzubringen. Berantwortlich für Politit Dr. Curt Genez: Birtfdaft: 6. Rlingelhäfer: Geverffchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales and Sonstiges: Aris Raritädt: Anzeigen. th. Glode. fämtlich in Beritn Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S. Berlin Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsonftalt Paul Singer u Co Perlin E 68 Lindenstraße 3 Sieran 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen. MAGGI Reischbrithe Pfg 49 MAGGIS Fleischbrühwürfel enthalten besten Fleischextrakt und feine Gemüseauszüge Nr. SZ» 46. Jahrgang Ownöfofl. 19. 5c6ruür 1929 Die Qasexplosion am Wedding, 3)ie'Ursache noch immer ungeklärl. Die Ruine des explodierten Oasbehälters. Die Unglücksstätte in der Eellerstrahe«oar gestern nach. mittag, genau wie am Sonntag, da» Ziel vieler Tausend« von Schaulustigen. Ein fast endloser Menschenzug defilierte an dem Ort der Zerstörung vorbei. Die Straße ist inzwischen in vollem Um- fange fürden Verkehr von der Polizei wieder freigegeben worden. Lediglich einige Schupobeamte sind noch vor dem Gaswerk ständig postiert und achten darauf, daß kein Unbefugter das Ge- bäude betritt. Die starke, etwa zwei Meter hohe Mauer, die früher jede Sicht auf das chintergelände nahm, ist gleichfalls auf eine Länge von etwa 80 Metern zertrümmert, nur einige Steinstümpfe stehen noch. Gestern mittag hat auch die Feuerwehr ihre Arbeiten an der Unfallstelle eingestellt. Rings um den Explofionsherd sieht e» noch immer recht wüst aus. Von dem stehengebliebenen Fundament des Gebäudes hängen lange Eiszapfen herunter, die sich bei den Lösch- arbeiten gebildet haben. Nur schwer kann man sich durch das Geröll und die Steintrümmer einen Weg bahnen. Dazwischen liegen z e r» rissene Eisenträger, die zum Teil durch den Lustdruck spiralförmig zerbogen sind.— Don der Staatsanwaltschaft sind die weiteren Aufräumungsarbeiten freigegeben worden, da fest. zustehen scheint, daß von keiner Seite ein Verschulden vorliegt, das zu der Explosion mit ihrer verheerenden Wirkung geführt hat. Wie weiter ermittelt wurde, ist der Gasbehälter selbst nicht explodiert. Vielmehr haben sich zwischen dem Gastank und der Ummauerung G a s e a n g e s a m m e l t, die sich aus noch un- geklärter Ursache entzündeten und das gan�e Gebäude aits- einanderrisfen. Genaues hat sich aber nicht feststellen lassen. Vielleicht gibt die Untersuchung im Verlauf« der Aufräumungs- arbeiten nähere Aufschlüsse über die tatsächliche Ursache. Daß bei- spielsweise in der Konstruktion des Gastanks«in Fehler vorgelegen habe, scheint so gut wie ausgeschlossen. Die Anlage wurde im Jahre 1884 errichtet und hat niemals Anlaß zu irgendwelchen Mängeln oder Beanstandungen gegeben. Die Möglichkeit ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, daß die eiserne Hülle durch den außer- gewöhnlich starken Frost in Mitleidenschaft gezogen und rissig ge- morden ist: hierauf wird bei der näheren Untersuchung besonderes Augenmerk gerichtet werden.— Die kleineren Schäden, die an den benachbarten Wohnhäusern an- gerichtet wurden, sind im Laufe des gestrigen Tages zum großen Teil, schon behoben worden. Oer Gasbehälter wird nicht wieder aufgebaut. Im Lauf« des gestrigen Montag» fanden bei den Städtischen Gas- werten mehrer« Besprechungen her- vorragender Sachverständiger mit den Ingenieuren der Werke über die wahrscheinlichen Gründe, die zu der Explosion des Hilfsgasometer» führ. ten, statt. Dabei wurde die Frag« er- örtert, ob man da» Bauwerk neu errichten soll« oder nicht. Angesicht» der ziemlich erheblichen Kosten, vor ollen Dingen aber auch aus dem Grunde, well man derartig« Anlagen noch Möglichkeit nicht mehr in stark bevölkerten Gegenden errichten will, kamen die Ingenieure zu der Ansicht, daß der Hilfsgasometer durch andere Maßnahmen ersetzt werden soll. Man will durch Ein- schaltung von Pumpen den Gasdruck verstärken, so daß für die Innenstadt keineswegs eine Verringerung der Gasbelieferung statt- finden wird. Der Schaden, der den Gaswerken durch die Exptoston am Sonntag erwachsen ist, wird aus etwa 200000 bis 2£»0000 Mark geschätzt. Hierzu kommen allerdings noch die Forde- rungen. die von den geschädigten Privatleuten gestellt werden. Die Gaswerke hoben sich deswegen bereits mit der Heuer- sozietät in Verbindung gesetzt, um zunächst für den Ersatz der defekt«» Fensterscheiben Sorge zu tragen. Ferner sind den Familien�di« bis zum gestrigen Montag in den kalten Räumen ohne Glasscheiben sitzen mußten, mehrereZentnerKohleundKoks, gewisser- maßen al» vorläufiger Auegleich, überwiesen worden. Da ferner mit der Gefahr zu rechnen ist, daß sich unter den Schuttmassen und in dem Wasserbehälter noch größere Gas- mengen befinden, ist von der Direktion angeordnet worden, daß die mit den Aufräumungsarbeiten betrauten Techniker mit größter Vorsicht vorgehen sollen. Die Anwendung von Sauerstoffschneide- brennern ist vorläufig gänzlich untersagt, um nachträglich« Er- plosionen zu verhindern. Aus diesem Grunde darf auch das in der „Tasse' eingefrorene Wasser nicht durch offene Feucranlagen, Koks- körbe usw. aufgetaut werden. Vielmehr soll die Eisdecke, die sich dort gebildet hat, lediglich durch Aufschüttung von Kalt und Salzen beseitigt werden. llnd die Entschädigunq? Bezüglich der Entschädigung fürchten die betroffenen Geschäfts- leute und Mieter, daß ihre Erledigung sehr lange auf sich warten lasfen wird. Schon jetzt erklären die Gaswerke, daß die B« r- l i n« r F e u e r s o z i e t ä t, die die Hastung für die Gaswerke übe/- nommen hat, erst die Gutachten der Sachverständigenkommission ab- warten will, ehe sie sich zu Entschädigungen entschließt. Nach den Erfahrungen des Hauseinsturzes in der Landsberger Allee können in diesem Falle wieder Jahre vergehen, ehe eine Entscheidung zugunsten oder zuungunsten der Geschädigten erfolgen wird. Die Z�undfunkhelden vor Gericht. Prozeß vor dem Amtsgericht Neukölln. Heute vormittag findet vor dem Amtsgericht Neukölln der Prozeß gegen die drei Kommunisten Scherlinsky, Peuke und Dr. Frank statt, die im Oktober den„Vorwärts'-Redatteur Wolfgang Schwarz in ein Auto gelockt und mit Revolvern bedroht hatten, damit an seiner Stelle der kommunistische Landtags- abgeordnete Schulz eine Rede für das Volksbegehren gegen den Panzerkreuzer halten konnte. Pouke und Scherlinsky befinden sich auf freiem Fuß, Dr. Frank ist, weil er Ausländer ist und in Berlin unter falschem Namen angemeldet war, ilt Hast gehalten. Die An- klage ist wegen Freiheitsberaubung und Z! ö t i g u n g durch Bedrohung prit Erschießen erhoben worden. Wohnzimmer der Familie Mager, dem Explosionsherd am nächsten gelegen. Oachstuhlbrand in Charloiienburg. Um ein Haar im Fahrstuhl erstickt. Durch Unvorsichtigkeit bei Austauarbeiten entstand gestern nachmittag in einem Bodenverschlag des Hauses Kastanienallee 2S in Eharlottenburg Feuer. Sofort vor- genommene Löschverfuche waren ohne Erfolg und als die arlamierte Feuerwchr mit drei Zügen eintraf, brinnte bereits der D a ch st u h l in einer Länge von 15 Metern lichterloh. Durch Kuyzschluß in der Hausleitung brach gestern abend in dem Keller einer Apotheke Unterden Linden 53 Feuer aus. � Gleichzeitig blieb der P e r f o n e n a u f z u g, in dem sich eine Frau und ein junger Mann befanden, zwischen dem 2. und 3. Stockwerk stecken. Di« R a u chgo s e drangen in den Fahrstuhlschacht und brachten die beiden Menschen in E r st i ck u n g s g e s a h r. Die Tür zum Schacht mußte eingeschlagen und der Fahrstuhl hochgewunden werden. Die beiden Personen waren durch die Einwirkung der Rauchgase schon stark benommen. Sic wurden mit Sauer- st o s f behandelt und konnten sich bald wieder erholen. 27] Rohuih einet Reoolulion. Von GetltAti Mccchulhh Mosl&t „Jawohl, Hoheit, nur deswegen," stotterte der Kammer- Herr. Er war fahl, seine Backen hingen zitternd— zum erstenmal hatte er des Herzogs Wahnidee ausgenützt, statt sie, wie immer bisher, vorsichtig zu bekämpfen. „Er hat ja recht," überprüfte der Herzog Kügelgens Gründe.„Er wird immer unruhig, der Käfer, in dem Lärm hier, und immer in der schlechten Stubenluft. Wenn ich einmal draußen bin, ist er immer ganz ruhig. Dann habe ich ihn eigentlich ganz gern. Das tnbbelt nur so ganz leise, wenn er die Gehirnwindungen entlangläuft. Das ist ganz angenehm." Er sah der Reihe nach die drei an, die schwiegen. „Dort in Quedlinburg sind Bäume und Wiesen mit anderen Käfern. Das ist natürlich besser für ihn. Da wird er vielleicht herausgehen und wegfliegen, meint Kügelgen." Er überlegte eine Weile.„Das heißt, wenn er überhaupt fliegen kann... Eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich das wünschen soll. Er macht mir ja Schmerzen, gewiß-- aber das ist nur wegen Euch, wegen der Wirrheit und Aufge- regtheit, die immer um Euch herum ist. Sonst habe ich mich schon an ihn gewöhnt. Ich habe richtig ein bißchen Angst vor der Zeit, wo er weg sein wird." Das wird doch Eurer Hoheit so viel Erleichterung bringen! warf Kügelgen ein. mit Tränen kämpfend. Alexander Carl beachtete den Einwand nicht. Er drehte die Augen nach oben, als könne er über die Brauen hinweg feine Stirn sehen.„Wenn ich so nach oben schaue, ganz nach oben, kann ich ihn manchmal sehen. Das heißt nur seinen Kopf. Er hat zwei ganz lange silberne Fühler. Seme Flügeldecken müssen golden sein, glaube jch. Es ist em hübsches Tierchen... Ja.— Was haben Sie da für ein Papier. Trosegk?" „Eine Vollmacht, Hoheit. Sie wäre noch zu unter- schreiben." „Schon wieder!" Er griff zur Stirn:„Sehn St«,«r beginnt schon wieder herumzurennen— da— sehen Sie? jetzt dort..." „Es handelt sich „Ich will gar nicht wissen, um was es sich handelt. Es ist bestimmt die«inzige? Ja? Geben Sie her!" Er unterschrieb, stand auf, lächelte:„Gleich wird er wieder ruhig. Manchmal sieht er hier zum Ohr hinaus, mit kugligen, bläulich schimmernden Käferaugen. Aber wenn ich dann rasch zufasse, sehen Sie, so!— dann ist er gleich wieder weg... Ich merke nur noch ein Kitzeln an den Fingerspitzen von seinen Fühlern. od«r zuwellen etwas Kühles, das ist sein Kopf, wissen Sie..." Kügelgen würgte es bitter in der Kehle:„Also kommen Sie, Hoheit, der Wagen wartet!" „Gleich, gleich, Kügelgen. Du kommst nach, Friederike? Gut. gut. Dann fahre ich nur mit Kügelgen? Sie sind hdch der einzige, der das versteht mit dem Käfer, lieber Kiqzel- gen. Die anderen stehen herum und schweigen, und wenn 'ch mich umdrehe, grinsen sie! Die Menschen sind dumm, Kügelgen. Viel dümmer, als sie immer glauben. Sie Habens zu sehr mit der Wirklichkeit, die Menschen." Er g-Nig zur Tür und sah Trosegk und Friederike, die nebeneivander standen, mit dem dunklen, tiefen Blick an. mit dem er sie oft betrachtete, wenn er sie zusammen sah. Etwas litt in diesem Blick, und etwas lächelte. Er trat noch einmal ins Zimmer zurück, vor Trosegk, der die Vollmacht sorgfältig in der Luft schwebend hielt, da- mit die Unterschrift nicht verwische.„Nicht wahr, Trosesk—. Sie werden den Leuten sagen, daß ich nur um ihrer selbst willen gegangen bin. und— und um seinetwillen?" Er zeigte wieder auf seine Stirn. „Gewiß, Hoheit, gewiß." „Und daß ich gleich wiederkomme? Sobald er heraus ist? Und Sie werden die Leute in Ruhe lassen?" „Selbstverständlich, Hoheit. Ich werde das möglichste tun. Es wird bestimmt nicht lange dauern." . Kügelgen biß der Ekel im Hals«: der Ekel vor Trosegk, vor Friederike, vor sich selbst. Er nahm des Herzogs Hand. „Kommen Sie, kommen Sie, Hoheit!" Alexander Carl winkte, wieder mit dem langen, dunklen Blick, wandte sich und ging. Trosegk und Friederike traten ans Fenster. Die Herzo- gin blickte auf den Hof, verfolgte mit rätselhaftem Lächeln das Heraustreten des Herzogs aus dem Tor, das Einsteigen in den leise schwankenden Wagen— Kügelgen vermochte nicht zu helfen, er sah aus wie ein Greis, sein Kinn zitterte. Trosegk sah nicht hinunter. Er blickte auf die Frau an seiner Seite. Erschreckt fühlte er, wie der Schauer seiner Sinnlichfeit ihm die Augen trübte. Seit jener Stunde am Bläs l�tte diese Frau ihn begehrt, Tag um Tag. Er hat:s stand gehalten,— auch damals, als sie ihn zum Minister gemacht hatte. Für ihn war Liebe noch enger mit Ehrgeiz gepaart als für sie. Aber heute war der Rausch des nahen .ErflUges prickelnd in ihm, trieb die monatelange Spannung der Nerven zur sinnlichen Lösung: der Leib wollte den Sicg des Verstandes feiern... . Der Wagen unten fuhr durch das Tor. „Er tut mir leid." sagte Friederike leer. Trosegk wollte mit gleichmütigem Achselzucken seine Er- regung niederzwingen. Gerade heute mußte er kühl, überlegt sein, gerade heute: In anderthalb Stunden stand er vor dem Landtag... Er wandte den Blick von ihr.„Es geschieht im Interesse des Landes." In ihrem vernachlässigten Leibe stieg wieder das Be- gehren heiß und rauschend auf.„Im Interesse des Landes, natürlich. Und—?" Sie sah ihn an, suchte seinen Blick. „In anderthalb Stunden," sagte er sachlich,„fällt die Entscheidung. Die Vollmacht, die er eben unterschrieben hat, gibt mir jedes Recht. Auch das, gemeinsam mit dem Landtag die Entscheidung über die Regierungsform zu treffen. „Komm," sagte sie leise, ihre Stimme vibrierte, sie zog ihn mit sich.„Man sieht uns hier vom Hofe aus." Sie traten ans Fenster im Erkerzimmer, das auf Fluh und Land blickt?. „Es kann also auch," fuhr er gezwungen ruhig fort,„die Entscheidung über eine etwaige Regentschaft getroffen wer- den: für die Zeit seiner Abwesenheit: das heißt für die Zeit seiner Krankheit: das heißt—" „Für immer," ergänzte sie. Ihre weiße Hand legte sich auf feine Schulter.„Der Ritter vom Pfuhl ist Kanzler." Draußen trieb die Saale noch Eis, die Erde trug Schnee, aber aus den Bäumen blickten mit feuchtglänzenden Augen die Knospen. Trosegk wehrte sich gegen ihre heiße Hand, die sein Blrst auffluten ließ in die Stirn: die mußte kühl bleiben— mußte... „In diesem Augenblick," sagte er hastig,„wird in der Stadt ausgestreut, daß der Herzog flieht und sich unter den militärischen Schutz Preußens begibt. Wenn in anderthalb Stunden der Landtag zusammentritt, wissen die Abgeord- neten, daß dem Minister von Trosegk die absolute Vollmacht für alle Regierungshandlungen übertragen ist." (Fortsetzung folgt.) Reichliche Kohlenvorräte in Berlin 2500 Waggons.- Schnellste Abfuhr ist notwendig. Kartoffel und Gemüseversorgung. MitEntgegen allen Erwartungen ist auf den Berliner Güterbahn-| in der Lage, die auf sie entfallende Menge biefer Notftandsattion hofen trotz der Borbereitungen der Reichsbahndirektion und des Ein-( 12 Broz, bes gesamten Bedarfs) voll in Breßfohlen an die Bestzer verständnisses des Polizeipräsidiums von der Möglichkeit, am Don Gutscheinen auszuhändigen. geftrigen Sonntag die Kohlenwaggons zu entladen und die Borräte abzutransportieren, nur in einem sehr geringen Umfange Gebrauch gemacht worden. Obwohl in Berlin fast alle Rohlenteller der Kleinhändler leer stehen, und die Konsumenten für Geld und gute Worte tein Heizmaterial bekommen tönnen, herrschte auf den Güterbahnhöfen zum größten Teil Sonntagsruhe, und nur wenige Kleinhändler waren auf den Bahnhöfen erschienen, um sich Kohlen zu holen. Der Großhandel hatte dagegen fast gar nichts für die Kohlenabfuhr vorgesorgt, so daß die Baggons nach wie vor unausgeladen auf den Bahnhöfen stehen. Die Reichsbahndirektion hatte auf allen Güterbahnhöfen durch Hülfs kräfte die Ladestraßen vom Schnee freimachen lassen und dafür gesorgt, daß dem Abtransport teine Schwierigkeiten entgegen ständen. Der Verband der Berliner Kohlengroßhändler erklärt als Grund für die auffällige Tatsache, daß die Sonntagsabfuhr ein Miß erfolg gewesen ist, daß er von der Reichsbahndirektion au spät, nämlich erst am Sonnabend nachmittag um 2 Uhr benachrichtigt worden ist, daß auf den Güterbahnhöfen Sonntagsarbeit geleistet werden kann. Da am Sonnabend sowieso in allen Betrieben früher Schluß gemacht wird, sei es nicht mehr möglich gewefen, alle Mit glieder in Kenntnis zu setzen, obwohl Mitteilungen, durch Rohrpost abgesandt worden sind. Bon zuständiger Stelle wird bestätigt, daß tatsächlich am Sonn bag nur etwa 25 bis 30. Wagen entladen worden find. Am Sonnabend feien 1620 Wagen mit Brennstoff auf den Ber. liner Bahnhöfen vorhanden gewesen, darunter 480 Wagen mit Briketts. Die Zahl der über die normale Zeit ftehenden Bagen betrage 650. Augenblicklich feien 2500 Wagen zur Abfuhr bereit. Die Zufuhr am Montag fei recht start gewesen und betrage 1000 Wagen gegenüber der bisherigen Zahl von 700. Es ist daher, wie die Reichsbahndirektion mitteilt, wichtig, daß die Empfänger die Entladung beschleunigen. Denn auch die Entladung von anderen Gütern läßt viel zu wünschen übrig, und so fammeln sich überall auf den Empfangsbahnhöfen erhebliche Refte unentladener Wagen an, die nicht in die Bersandgebiete zurüdRehren und dort durch ihr Ausbleiben leicht Störungen im Bersand perursachen tönnen. 60000 Zentner Dreßfohlen für Berlin. Die Berliner Brennstoffgefellihaft hat festgestellt, daß in Königswusterhausen eine Anzahl tähne einge froren liegen, die nach Hamburg bestimmt waren. Sie find ins gefamt mit 60,000 3entnern Prestohlen beladen. Die Brennstoffgesellschaft hat mit dem Ostelbischen Braunkohlensyndikat verhandelt und erreicht, daß diefe Rohlen für Berlin ver fügbar gemacht werden. Die Rähne müssen in Königswufter. Baufen entladen werden, und die Kohlen werden durch die Eisenbay bzw. durch Lafttraftwagenzüge nach Berlin geschafft werden. Die Rohlen sollen ausschließlich der Wohlfahrtsdeputation für die Durdy ihrung der fürzlich beschloffenen besonderen Notstandsaftion zur Verfügung gestellt werden. Die Brennstoffgesellschaft ist daher Den Tresoreinbrechern auf der Spur? Ein wichtiger Fund. Bei den fortgefehlen Ermittlungen zur Aufklärung des Banfeinbruches am Wittenbergplatz hat das Sonderdejernat für Geldschrankeinbrüche unter den vielen Berdächtigen nunmehr auch eine& plonne von Geldschranttnadern in den Kreis ihrer Untersuchung gezogen, gegen die eine Reihe von Berdachtsmomenten vorliegt, und zwar handelt es fich um die Gebrüder Mag, Erich und Franz Saß aus der Birtenstr. 57, junge Leute im Alter von 23 bis 26 Jahren. Mar Saß betreibt am Streuzberg feit Ende vorigen Jahres ein Bigarrengeschäft, während seine beiden Brüder schon seit ungefähr fünf Jahren ohne jeden reellen Erwerb sind. Die bei dieser Kolonne abgehaltenen Hausfuchungen haben ergeben, daß die ganze Familie in guten Berhältnissen lebt. Ohne sich seit Jahren jemals um Arbeit zu bemühen, verfügen Erich und Franz, die fast immer zusammen gefehen wurden, über reidliche Geldmittel, so daß fie fich Reifen nach Helgoland und Paris leisten tonnten. Sie maren auch im Befig eines Motorrades und machten außerdem ihren Eltern Zuwendungen, ohne daß eigentümlicherweise nach der Herkunft des Geldes gefragt wurde. Ihre Kleidung war gewählt elegant. Die drei machen bei den Verhören über den Ursprung des auffallendes Besizes die widersprechendsten Angaben. Die Durch juchung förderte wertvolle Gegenstände wie goldene Uhren, Schmudsachen usw. zutage, über deren Herkunft sie die unwahrschein lichften Befundungen machen. Ebenso fanden die Beamten dort Wertzeuge, an denen deutliche Spuren eines türzlichen Ge brauches vorhanden sind. Am bemerkenswertesten aber und für die kriminalpolizeilichen Ermittlungen am wichtigsten mar folgender Fund: Es ist ein Zettel, der von der Hand des Erich geschrieben ist. Nach dem Inhalt wird von dem Aufgeber ein Unterstellraum gesucht. Der Text lautet: Suche Unterstellraum für einen Hier 3 Aus dem Hotelfenster in die Tiefe. filer und Höhere Schüler Bis zum vollendeten 14. Bebensjahr zahlen wie bisher 15 Pfennig. Am kommenden Freitag findet vore aussichtlich ein Eisfest mit Feuermert und besonderen Kunsts laufperanstaltungen statt. An diesem Tage gelten die Sonntagspreise von 30 Pfennig für Schüler und Jugendliche. Drei bedenkliche Zugunfälle. Und ein schwerer Autobusunfall. Auf dem Hauptbahnhof in Magdeburg fuhr eine Lokomotive auf einen zur Abfahrt nach Debisfelde bereitstehenden Bersonenzug auf. Die legten Wagen des Personenzuges wurden dabei beschäbigt. Einige Personen erlitten leichte Ber legungen. Der Lokomotivführer will wegen des ausströmenden Dampfes den Schluß des Personenzuges nicht rechtzeitig erfanni haben. Auf dem Hauptbahnhof in Bielefeld fuhr Montag 10,15 Uhr eine Lokomotive, die abgestellt werden sollte, aus bisher noch ungeflärter Ursache auf einenhaltenden Personenzug von hinten Das Steigen des Thermometers hat schon, nach den mit auf Eine Anzahl Fensterscheiben ging in Trümmer und vier bis teilungen der Organisationen des Kartoffel- und Gemüse- und Obst- fünf Reisende des Zuges wurden leicht verlegt nach handels, dazu beigetragen, daß die knappheit dieser wichtigen richten, die von einem größeren Unfall und einer größeren Anzahl Cebensmittel infolge der vermehrten Zufuhren nach Berlin etwas Schwerverlegter sprechen, find unzutreffend Diefer legte Hinweis nachläßt. Während am 14. und 15. Februar nur insgesamt bezieht sich ofenbar auf eine Meldung der T. die von zehn und mehr Schmerverlegten spricht. Eine eisenbahn21 Waggons à 300 Zentner Kartoffeln auf den Berliner Güterbahnhöfen eintrafen, betrug die Anfuhr am Sonnabend amtliche Aufklärung scheint notwendig. Schon 40 Waggons. Wenn auch die bahnamtlichen Zahlen vom Sonntag und Montag noch nicht vollständig vorliegen, fo fann doch gesagt werden, daß sich mit dem Nachlaffen des Frofies die Anfuhr ganz erheblich gebeffert und nahezu verdoppelt hat. Dazu tommt, daß in den lehlen Tagen aus der näheren Umgegend Berlins erhebliche Mengen von Bartoffeln durch Caffuhrwerte und Automobile nach hier transportiert worden sind. Unter der Boraussehung, daß nicht doch noch wieder ein neuer Räffeeinbruch erfolgt, fann man annehmen, daß die größten Schwierigkeiten auf dem Gebiete der Kartoffelversorgung in den nächsten Tagen durch das Eintreffen weite rer Transporte behoben sein werde. Allerdings haben die Sendungen alle etwas unter dem Froft gelitten und ein großer Teil der Sartoffeln ist erfroren. Auch bei der Gemüseversorgung wird allem Unschein nach der fühlbar gewordene Mangel nachlaffen, und beim Anhalten der milderen Temperatur find wieder größere Zufuhren zu erwarten. Allein in der Zentralmarkthalle lagern über 13 000 3entner Rohl, die durch tägliche Neueingänge ergänzt werden. Hülsenfrüchte und Teigwaren find nach wie vor reichlich am Markte. Sie kommen durchaus als Erlag für Kartoffeln in Frage, da fie feinen Abfall haben, im Gegensatz zu den Kartoffeln, die bei dieser Witterung nafurgemäß großen Abfall aufweisen. Die Wetterlage in Europa. Im Nordosten und Südwesten Deutschlands ist es noch fehr talt geblieben. Rönigsberg und München hatten heute früh 18 Grad Rälte, Frankfurt a. M. 16 Grad, Karlsruhe 14 Grad Rälte; dort ist auch Aufheiterung eingetreten. Im übrigen Deutschland hat sich die niedrige Bewölfung gehalten, und die Temperaturen bewegen fich zwischen 6 und 9 Grab unter Null. Es ist nicht zu erwarten, daß in den nächsten Tagen wieder eine fo starte Kälteperiode, wie sie im Anfang Februar auftrat, kommen wird. Die Tagestemperaturen dürften sich im mittleren Norddeutschland zwischen 4 und 6 Grad unter Rull halten. Nennenswerte Schneefälle sind ebenfalls nicht mehr in Aussicht. Im Duisburger Hafen egen zurzeit rund 1300 Schiffe im Eife feft. Die Schiffe befigen insgesamt 1 mit. lion Tonnen Rauminhalt Der Rhein ist von Koblenz aufwärts bis auf wenige Stellen in seiner ganzen Länge zuge: froren. Hunderttaufende von Menschen strömen herbei, diefes leit 34 Jahren nicht mehr erlebte Schauspiel zu bestaunen. Der Schaden, den die Schiffahrt erleidet ist beträchtlich. Die fädtischen Eisbahnen des Bezirksamts Berlin- Kreuzberg auf dem Blag am Urban( Subeisbahn), fowie an der Kazbachstraße ( Kreuzberg- Gisbahn), find wieder eröffnet. Der Eintrittspreis ift mit Rüdsicht auf die Schulferien auch für ältere Schüler der Höheren Schulen, Berufsschulen usw., also für alle Jugendlichen bis zum voll. endeten 18. Lebensjahr, auf 20 Bfennig ermäßigt worden. Bolts Funkwinkel.Z " Nach längerem, fruchtlosem Experimentieren endlich wieder ein Gonntagabenbprogramm, bas für Tag und Stunde geeignet ist. Befannte Orchesterwerfe vereinigen fich mit feltener geeignet ist. Befannte Orchesterwerte pereinigen fich mit feltener gehörten Rompofitionen. Bruno Seidler- Winkler ist für diese Ber anstaltungen der geeignete Dirigent, der mit Ruhe und Sicherheit die Aufgabe erledigt. Als Solistin ist Irene de Noiret ver pflichtet. Ihr Repertoire feßt sich aus Boltsliedern, Arietten und Chansons verschiedener Länder zusammen, Chansons, die sie in der Originalsprache vorträgt. Das bedeutet noch feineswegs ein Ge dächtniswunder. Der Reiz liegt vielmehr in der fünstlerischen Befte die Atmosphäre, die um diese Liedchen mebt, glaubhaft wieder. Wandlungsfähigkeit der Sängerin, die sich bemüht, in Ausdrud und zugeben. Selbst im Rundfunt, wo der mimische Ausdrud fortfällt, ist die Wirkung taum abgeschwächt. Was Dr. Georg Zehden unter dem Titel Nehmt das Leben nicht zu ernst!" erzählt, müßten die meisten Menschen berücksichtigen, die sich nur zu gern in einem tragischen Merger gefallen. Daß solche Uebung, die vielleicht für die geistig Armen ein imponierendes Schauspiel bleibt, der Gesundheit unzuträglich ist, wird oft vergessen. Die Deutsche Welle" überträgt auf Berlin im Rahmen der Serie Gedanken zur Zeit zwei Borträge über die Beziehungen zwischen Löhnen, Breisen und Konjunktur! Dr. Lemmer spricht für die Unternehmer, macht also Propaganda für Lohnjentung oder wenigstens Stabilisierung des Lohnes auf der augenblicklichen Basis. Tarnow dagegen arbeitet mit schlagfräftigen Argumenten für die Erhöhung des Lohnes. Die Intereffen der meisten Hörer stehen auf Tarnows Geite, aber abgesehen davon, hat er auch in rein objektiver Befich in Anspruch nehmen, und schließlich gibt ihm auch die Wirtschaft Amerikas recht, die wohl taum als dilettantisch angesehen werden kann. In Raffel fuhr am Montagmorgen gegen 8,50 Uhr eine Rangiermaschine, die den Boftwagen vor den im Gleis 11 des Bahnsteiges 5 aufgestellten Bersonenzug segen wollte, infolge starten Rebels auf den Personenzug auf. Durch den Anprall entgleisten die Maschine und der Padwagen mit je einer Achse. Ein Reisender des Personenzuges sowie ein Postbeamter und ein Lotomotiobeamtet erlitten leichtere Berlegungen. Da die Auffahrsstrede des Personenzuges gefperrt war, mußten die Reifenden mit einem Erjazzuge von dem Nachbargleis mit etwa 40 Minuten Verspätung abbefördert werden. meldet wird, ein Bost auto, das die Bergleute der Wences ausgrube von Mölle bis Wünschelburg befördert, zwischen Baldiz und Scharfened einen 2,50 Meter tiefen Abhang hinabgestürzt. Zehn Bergleute wurden hierbei mehr oder weniger erheblich verlegt. Das Boftamt Neurode ließ die Verlegten durch einen bereitgestellten Kraftomnibus nach dem Neuroder Knappi hafts. lazarett bringen. Fünf von ihnen fonnten sofort entlassen werden, während die übrigen fünf im Lazarett verblieben. Am Sonntag früh ist, wie aus Neurode in Schlesien geGrippeepidemie in Düsseldorf. Arbeiterfamilien sind die Leidtragenden. Düsseldorf, 18. Februar.( Eigenbericht.) Ja Düffeldorf mußten zahlreiche Schulea wegen der herrschenden Grippe- Epidemie gefchloffen werden. Wie die sozialdemokratische Freie Breije" hierzu feststellt. handelt es sich ausnahmslos um Boltsschulen in Arbeiterbezitten. Die Eltern find teils durch Arbeitslosigkeit, teils infolge der letzten Aussperrungen in der Metallindustrie nicht in der Cage, ihre Wohnungen genügend zu heizen und die Kinder mit warmer Kleidung auszustatten. Feierstunde der Jugend. Gewertschaftsjugend, Sozialistische Arbeiters Die Art, wie in Tempelhof die drei Jugendgruppen, reie jugend und die Jugendgruppe im 3entralperband der Angestellten gemeinsam die Feierstunde der Jugend" peranstalteten, dürfte jebem anderen Bezirk als Vorbild dienen. Begeistert und ganz in dem werbenden Gedanken ihrer Beranstal tung aufgehend, gab ein jedes Jugendmitglied fein Bestes, so daß man fich gelungenen fünstlerischen Darbietungen gegenüber befand. Der leine Chor der SAJ. brachte Kampflieder zu Gehör, die mit den gut abgetönten Stimmen prachtvoll erflangen. Dann erfolgten Klaviervorträge und Rezitationen. In seiner Ansprache betonte Genosse Marquardt die Solidarität der Jugend mit der gesamten sozialistischen Arbeiterschaft, denn ausreichender Jugendschuß läßt sich nur mit Hilfe der Bewert schaften und Arbeiterschaft erfämpfen. Als neu und einzigartig fann man die Darbietungen des Bewegungschors, die von Martin Gleisner einstudiert waren, bezeichnen. Was sich hier im freigymnastischen Spiel der jungen muskulösen Körper zeigte, mar Bielweisend für die fünftige Entwicklung der förperlichen und feetischen Ertüchtigung der Arbeiterjugend. Dasselbe gilt auch den nachfolgenden Bilderszenen, in denen Sprechchor und Bewegungs chor das große rhythmische Gefüge des Arbeiterlebens in den Fabriten" darstellten. Szenen, die durch begleitende Lichtbilder und die anfeuernden Tegte unserer Arbeiterdichter tiefinnerlich belebt wurden. Arbeitsgemeinschaft fozialistischer Alkoholgegnet. Heute Dienstag, den 19. Februar, nachm. 4 Uhr, Hauptversammlung im Reichstagsgebäude, Saal 25, Portal 2. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendunaen für diese Rubrit nur an bas Jugendiefretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Wanberleiter- Konferenz: Mittwoch, 20. Februar, 19% Uhr, im Vortrags faal des Parteivorstandes, Lindenstr. 3, II. Sof, 2 Trp. links. Bortrag: Technik bes Wanderns". Den Toten ber Revolution: Von dieser Veranstaltung müssen nachstehende Abteilungen noch die Karten abrechnen: Charlottenburg, Hochenschönhausen, Weften I und Rehlendorf. Melbeliften für den Magdeburger Jugendtag: Gebt die Meldelisten bis sum 20, Februar ab! n Heute, Dienstag, 19. Februar, 19% Uhr: Röllnischer Part: Seim Landsberger Gtr 50. Vortrag:„ Erziehung zum Sozialismus?" Rosenthaler Vorstadt: Schule Elisabethkirchstr. 19. Vortrag: Der Tanz und seine Bedeutung". Westen II: Heim Bitlowstr. 88. Vortrag: Wie schuf der Mensch sich seinen Gott?" Brunnenplag: Schule Pant. Ede Wiesenstraße. Vortrag: Arbeiterführer". Gesundbrunnen I: Schule Gotenburger Str. 2. Vortrag: Das Wehrprogramm". Webbing R.- F.: Schule Lütticher Str. 4. Vortrag: SAJ. und Reichsbanner". Webbing- Norb: Heim Gee. Ede Turiner Straße. Lichtbilder:„ Das Tote Wien", Hohenschönhausen: Wörther Blag: Schulbarade Dingelstädter Straße. Seinz- Barthel- Abend". Der Gruppenabend fällt aus. Cüben und Südwesten: Heim Nordstr. 11. Vortrag: Eeguelle Fragen". Arnswalder Play: Heim Raftenburger Ede Schöneberg IV Behlauer Straße. Vortrag: Moderne Tomanliteratur". CharlottenburgR.- F.: Seim Hauptstr. 15. Bortrag: Berliner Sumor". Güb: Heim Enbelstr. 2. Vortrag: Die Generalversammlung". Westend: Seimabend im Heim Spliner str. 4. Steglig: Heim Albrechtstr. 47. Vortrag: Erlebnisse eines Arbeiterrates". Brig 1: Feim Chaufferstr. 48. Vortrag: " Epzialismus und Wohlfahrtspflege". Neukölln 1: beim Sanber, Ede Ho brechtstraße. Vortrag: Moderner Eosialismus". Neuton III: Heim Flug hafenfte, 68, Vortrag: Kapital ft fche Ausbeutung" Rentälln V: Heim Böhmische Str. 1-4. Tagespolitische Aussprache. Peufran VI: Der Bunte Ren Abend" findet im Seim Sanner Ctraße( nicht Bergberapiak) ftatt. 13a VIII: Der Seimabend Fnbet ftatt in der Schule Rütliftrage. Reper'd: Seim Grünauer Str. 5. Portrag: Unfere Fahrten". Bezmsborf: Sem Reiniderbo f- D Seim Lindauer Straße. Too ftraße. 10- Minuten- eferate. Borttag: Arbe' terbitung". Tegel: Heim Bahnhofstr. 15. 10- Minuten- Mefe tate.- Put bris: Schule Berliner Str. 19. Fortrag: Bub und Mäbel" Berbebes's Bitenberg( Welteren- Gruppe): Seim Souffftraße. Bortrag: „ Das Wehrproblem". bricht der Text ab. Erich hat zugegeben, den Zettel geschrieben zu haben, mill aber nur eine Anzeige dieses Inhaltes für einen Freund, den er nicht nennt, aufgegeben haben. Da alle seine bisherigen Anziehung recht, er tann die geschlossene, logische Beweisführung für gaben unzutreffend sind, so ist die Vermutung berechtigt, daß er auch in diesem Falle wieder die Ünwahrheit sagt. Für die Ermittlungen ber Kriminalpolizei ist es von größter Wichtigkeit, daß alle Personen Der Montag ist überfüllt mit fünstlerischen Darbietungen. Am fich melden( Kriminalfommissare 3apfe Quoß. Zimmer 89 des Nachmittag liest Mar Halbe den 2. Aft aus seinem unveröffent Polizeipräsidiums), die im Berlaufe der letzten Wochen wegen Verlichten Drama„ Die Traumgefichte des Adam Thor". Bereits der mietung von Unterstellräumen und ähnliches Berhandlungen geführt Name des Titelträgers flingt symbolisch, und in diesem Att tritt haben. Vielleicht haben sich die Bewerber als Kaufleute, Hand die Mischung von Naturalismus und forcierter Symboli? unter merter oder Angehörige der Filmbranche ausgegeben. Scheinwerferbeleuchtung. Unmöglich, aus dieser Probe ein Bild zu gewinnen, aber eins stört, nämlich die Sprache, die mit Traumvorgängen, mit Bisionen wenig zu tun hat. Dann lieft abends Baul 3ech ebenfalls aus eigenen Werfen. Es sind Gedichte von ftarter, bildhafter Eindrudstraft, mit fozialem Empfinden getränkt, bas besonders leberbia in dem Stapitel aus der Erzählung„ Das Bergwerk in die Erscheinung trift. Musikalisch bietet das Brp. gramm zuerft ein Konzert, betitelt Komponistinnenstunde" mit Liedern und Klavierstüden, die immerhin ein gutes fünftlerisches Niveau wahren, aber faum mehr. Der Warschauer Sender überträgt ein Soliftenprogramm, das diesmal fleine polnische Rom pofitionen bringt. Es ist ein Schmelgen in Melodie. nebändigt non einem ftarten Formwillen. Und die ausgezeichneten Solisten liefern den Beweis für die Leistungsfähigkeit Warschaus. Sehr gut die Webertragung. Außerdem beginnt ein neuer Vortrags. Krampfabergeschwüren, schwer heilenden Wunden, schmerzhaften Ent- nflus Jugend der Gegenwart". Einleitend charakterisiert Prof. zündungen ufm., unerträglichem Juden sollten Sie die milde, wohltuende Dr. Flitner aus Riel die augenblickliche Lage der Jugend, die trot Orlinda- Salbe anwenden. Dose Mt. 175 und 3-, in Drogerien und vieler Schwierigkeiten besser ist als bie der früheren Generation. 5000 Proben werden kostenlos abge teben. Apotheken erhältlich. sonst bei Otto Reichel, Berlin 13GD., Eisenbahnstr.4 Aus dem Fenster eines Hotels in der Göbenstraße ftürzte fich gestern abend um 20 Uhr die 16 jährige Edith B. aus her Gleditschstraße in Schöneberg vom 3. Stodmert auf den alphaltierten Hot hinab. Die jugendliche Selbstmörderin muthe mit lebensgefährlichen Berlegungen in bas Elisabeth Krantenhaus gebracht. Das Motiv zu der Berzweiflungstat ft noch unbefanni. Bei offenen Füßen Berbebesir! Söneberg: 18 Uhr, Sugenbheim Sauptfte. 15, Besprechung bes Merbeausfchuffes. 19% Uhr Werbebegirlsmitgeberverfammlung. Gruppen abenbe fallen aus. Gegen die Kälte schützt Gesicht und Hände am besten OLALIN" medikosmetischer Hautbalsam mit Doppel- Hormon F.S. | Schreiben Sie sofort an die„ OLALIN"-Gesellschaft, Berlin W8 OienSiag 49. Kebruar 4929 Unterhaltung unö issen Vellage des Vorwärts Schulst vor Frosts fäöfjrenb bisher der Kreis der Frofibeulenträger und peratur möglichst nicht reden und nur durch die Nase atmen. Denn hierbei wird die eingeatmete Lust erst angewärmt, bevor sie in die empfindlichen tieferen Luftwege gelangt: diese Vorwärmung iehlt ober, wenn die Lust durch den Mund«ingeatmet wird. Bei allen schwereren örtlichen Erfrierungen soll man sich davor hüten. die befallene Partie sofort der Wärme auszusetzen, da dann die Gefahr einer dauernden Schädigung besteht. Im Gegenteil— zu- nächst muß dos erforen« Mied mit Schnee oder mit möglichst kaltem Wasser abgerieben und frottiert werden, bis der Blutumlauf wie- der einzulegen beginnt. Dann erst darf dem erfrorenen Teil«H, mählich steigend Wärm« zugeführt werden Alle weiteren Maßnahmen— Tinkturen, Balsam«, Salben, Strahlen» und sonstige physikalisch« Behandlungsmethoden— gehören in das Aufgabengebiet des Arztes: höchstens kann man bis zum Eintreffen der ärztlichen Hilf«, nachdem das erfrorene Mied ausgetaut ist,«inen Vaselinen erband auslegen. Or. med. E. Mosbacher. Äie Zuckerfabrik der planste im JCaboralorium nachgeahml Ein Rätsel der Natur, dem man bisher nicht auf die Spur kommen tonnte, ist jetzt durch die moderne Wissenschast gelöst worden. Dem Professor Ba l y von der Universität Liverpool ist es ge- lungen, die Umwandlung der Kohlensäure der Lust in Zucker, die von der Pflanze hervorgebracht wird, im Laboratorium nach- zuahinen. Wie in der Frankfurter Wochenschrist„Die Umschau" be- richtet wirb, stellt« sich bei den Forschungen Billys heraus, daß bei der Einwirkung von Licht auf Kohlensäure die Beschaffenheit der Oberfläche ein« viel größer« Rolle spielt als die reduzierende Wirkung von Zusätzen. Zunächst wurde Zucker nur durch Ein- Wirkung von ultraviolettem Licht auf Kohlensäure erhalten, die durch«ine wässrige Ausschwemmung von reinem Aluminium- Hydroxyd strömt«. Sehr viel wichtiger aber war die Erkenntnis, daß man auch mit Licht aus dem sichtbaren Teil des Spektrums die Bildung von Kohlehydrate erzielen tonnte, wenn man Auf- schwcmmungen von farbigen Karbonaten benutzt«, wie z, L. von grünem Nickelkarbonat ober rosafarbigem Kobaltkarbonat Diese Karbonate müssen aber ganz rein, besonders frei von Alkali sein, weil sonst die Wirkung des Lichts auf die durchperiende Kohlen- säure vollständig ausbleiben kann. Auf diese Weise ist es im Laboratorium gelungen, Kohlehydrate direkt aus der Kohlensäur« zu erhalten, und zwar durch«in Der- fahren, das die Zuckererzeugung der lebenden Pflanze durchaus nachahmt. Es mußte«in« sehr groß« Energie zur Umwandlung der Kohlensäur« angewendet werden, dl« in zwei Teilen zugeführt wird, erstens durch die Oberfläch« und dann durch das Licht. Der auf diesem Wege erhaltene Zucker ist eine phtofynthetifch« Sirupmischung. die Trauben, oder Fruchtzucker ober auch beides enthält. Baly nimmt an. daß die Feststellung der Notwendigkeit von so außerordentlich hohen Energiestufen bei der Umwandlung der Kohlensäure m Zucker für die Biochemie von größter Wichtigkeit sein wird. Es ergibt sich daraus, daß die noch so wenig erforscht« Ehemie des Ledens überhaupt«ine Chemie der hohen Energie ist, während man sich bisher bei den Versuchen im Laboratorium Haupt- sächlich auf lsie Chemie von niederer Energie beschränkte. Dielleicht eröffnen uns dies« neuen Versuche noch viel tiefere Einblick- in die geheimnisvolle» Vorgänge des Lebens. Eine neu« Eoeresi-Expedi lion. Der Professor der Harvard» Universität. N. E. Odell. der Mitglied der letzten Expedition noch dem Everest von 1K4 war und al» letzter die beiden verunglückten Berg- steig«? Mallory und Iran« sah, hol erklärt, daß die Vorbereitungen für ein neues britisches Unternehmen zur Bezwingung des höchsten Berge» der West im Gang« sind. Die größte Schwierigkeit, die noch nn Weg« steht, ist die Weigerung des Dalal Lame von Tibet, sein« Erlaubnis zu dem Ausstieg zu geben: er fürchtet nämlich, dadurch den Zorn der Gottheit zu erregen, die auf dem Gipfel des Everest wohnt. Ihren Zorn wird in Tibet der Tod von Mallory und ?rvine zugeschrieben.„Wir hoffen aber, diese Schwierigkeit bald überwunden zu haben."«rllärte Pros. Odell. 3)uharry und der Abenteurer Nachdem Ludwig XV. im Mai 1774 an den Blattern gestorben war. zog sich die letzte und verschwenderischste seiner Mätressen. Madame Dubarry. aus ihr« Besitzung bei Louveciennes in der Nähe von Paris zurück.«Sie war es, die dem Monarchen die blutjunge Müllerstochter zugeführt hatte, von der sich die Kinde Maltern aus Ludwig übertrugen. Wie Nell Gwynn, das Orangenmädchen, die Geliebte des zweiten Karl von England, war auch die Dubarry dunkler Herkunft, der Liebe eines Mönchs zu einem Küchenmädchen entsprossen, aber die bezaubernde Gewalt ihrer«Schönheit hatte sie, zwar nicht dem Namen nach, wohl aber in voller Wirklichkeit, zur Beherrscherin Frankreichs erhoben. Den Glanz des Hofes über- strahlte jahrelang der Juwelenschmuck im Werte von Millionen, den sie zu den rauschenden Festlichkeiten anlegt«. Ihr Hund trug ein Diademhalsband,«in« einzigartige Kostbarkeit. Stoatsminifter waren ihre Lakaien, Kardinäle drängten sich um die Ehre, ihr die Pantoffeln holen zu dürfen, ihr schwarzer Bedienter Zamor konnte sich erlauben, in des Kanzlers Perücke Mackäfer zu verstecken, so paß der höchst« Staatsminister ein Gegenstand tosenden Gelächters wurde. Mit dem Tode des kindischen Grestes Ludwig, der Frankreich finanziell vollends ruiniert, politisch isoliert hatte, war auch die Herrschaft de» übertriebenen Auswand» zu End«. Aber noch innner blieb die Dubarry«ine grande darac, Besitzerin von Schlössern und wertvollen Liegenschaften. Genau wie Rell Gwynn war sie von der Natur verschwenderisch ausgestattet und nicht nur lieblich anzusehen, sondern auch liebenswürdig in Art und Umgang, so daß die Dorf- bewohner von Louveciennes, pi« wie die sämtlich« Bauernschaft Frankreichs allen GruNd zur Klag« hatten, sie mit jubelnden Zurufen und strahlenden Gesichtern grüßten, wenn sie in ihrer Karosse mit ihrem Hurst», den beiden weißen Assen und dem tintenschworzen Begleiter voriib erfuhr. Da kam die Revolution, und eine» Tages nistete sich-in Fremder in einigen Zimmern der Dorsschent« ein. Um diesen Menschen wehte so etwas wie«in Geheimnis. Tagsüber war er fetten zu sehen, des Nachts nur wäre fein« schaltenhaft« Gestast zu bemerken ge- wesen, wie«in Schemen Schloß und Partgarten der Dubarry um- schleichend. Der Mann sprach zwar die Landessprache mit der Geläufigkeit eine» Vollfranzosen, war aber trotzdem ein Ausländer, ein Engländer namens George Grieve,«in Abenteurer wie er im Buche steht. Nachdem er vor Jahren den Bater, einen ehrbaren Anwalt der Stadt Alnwick, verloren hatte, geriet er in Strest mit den Justizbeamten seiner Heimat wegen der väterlichen Hinterlassen. schaft, trommelte im Affekt— um sein Recht zu suchen, wie Michael Kohl Haas— eine Bande Desperado« zusammen und brannte das Zollhau» in Mnwick nieder. Er mußte ftiehen. Der Wind weht« ihn nach der Neuen Welt, u» er als Volksredner von Fässern herunter für Freiheit und Unabhängigkeit«intrat. Dann tauchte er in Frank- reich aus. Er war es müde geworden, auf Kosten seines Idealisinus zu darben, und oerfucht« nun sein Geschick aus gegenteilig« Weis«. Gr wurde Gentlemaneinbrecher. Konnte er sich zu seinein ersten Coup einen besser geeigneten Ort aussuchen als das Schloß der steinreichen Gräsin Dubarry? Ihr Haus glich der Wunderhöhl« des Aladin. Vom Keller bis zum Dachgeschoß war es inst märchenhaften Schätzen angefüllt. Georg« Grieve lieh zunächst seine Pläne sich ausreifen, dann paßt« er seine Gelegenhest ab. Die kam in einer Januarnocht des Jahres 1791, als die Gräfin zu Besuch bei ihrem Freund«, dem Grasen de Vrissac, in Paris weilte. Griev lockt« mit zwei Kam- plicen, einem weggelaufenen Schulmeister mit Ramen Rotondo und einem gewissen Bloche, seines Zeichens Berussspion, den Nachtwächter Batoü in die Dorffchünke, wo sie ihm echt verschivörerhast eine Droge in den vorgesetzten Wein träufelten, so daß er wie ein Klotz unter dem Wirtshaustisch liegen blieb. Dann erkletterten sie mittels einer Leiter den Balkon des Schlosse», brachen von dort in ein« der Schatzkammern ein, füllten die mitgebrachten Säcke mst Kostbarkeiten (zwei Millionen Franken sollen sie an Wert erbeutet habe«) und verschwanden im Nachtdunkel. Am nächsten Morgen bot das Hau« ein« Szene äußerster Ber- wirrung. Der Kammerdiener Morin sprengte mst der Hiobspost gen Poris, und am Nachmittag ratterte ein« mst vier Pferden be- spannte Kutsche in Louveciennes«in, mit der Gräm, ihrem Juwelier und dem bekannten Polizerpräsetten Monsieur Pile», dazu als Eskorte ein Trupp berittener Grenadiere. Allein, die Soldaten faßten kein« Räuber unb der Detektiv erkundet« keine Juwelen, die dem Juwelier zur Erkennung hätte« worgelegt werden könne». Eine Belohnung von 2000 Livres wurde ausgesetzt, doch meldete sich vorerst kein Berechtigter. Do kam ei» eigentümliches Serückft auf. Man munkelte sich allenthalben zu. daß die Gräfin Dubarry höchste selber den Einbruch inszeniert, die Einbrecher in ihren Sold genvm- men hätte, um ihre Schätze vor dem Augriss de« Staate» zu. sichern. Der Urheber dieser Ausstreuung war George Grieve, der ruhig weiter in der Dorfschenke wohnen blieb. Einen Monat später wurden die Juwelen in London entdeckt, als sie einem jüdischen Händler namens Simon angeboten wurden Durch die überaus wertvollen Stücke mißtrauisch gemacht, ver- ständigte Simon die Polizei, dl« die Unterhändler festnahm Der Raub selbst mar in einer Londoner Bant vorsorglich deponiert. Die Dubarry und ihr Juwelier bemühten sich nach London und identifizierten dort die Juwelen als das Eigentum der Gräfin. Do der Diebstahl jedoch auf fremdem Boden ausgeführt worden war. wei- gerten sich die Behörden des auch sonst nicht immer ganz normalen Georg III., etwas von dem Raub ihres landflüchtigen Landsmannes herauszugeben. Simvn bekam seil« Belohnung, aber die Edelsteine verblieben In der Hauptstadt seiner großbritannischen Majestät. Die Gräfin hatte ihre Kostbarkesten, der Genttemanejnbrecher Grieve sein Raubgut verloren. Da ersann der Abenteurer ein neue», nach grandioseres Pro- jekt. Er erschien vor dem Wohlfahrtsausschuß und verlangt«„im Nomen der össentlichen Moral", daß die Gräfin guillotiniert werde. Der Ausschuß kannte sein« Vergangenheit nicht, er gab ihm eine Handvoll Soldaten und eine unbeschränkte Vollmacht mit. Als er mit seinen Leuten vor dem Schloßpark von Louveciennes gesichtet wurde, floh die Gräfin schreckerfüllt durch die Anlagen und verbarg sich hinter einem Lorbeerbusch. Aber sie wurde bald«istdeckt. in eine Pos�haise geworfen und nach Pari» ins Gefängnis verbracht. Zum Tode verurteilt, starb sie keineswegs heldenhaft. Schreiend und um Gnade flehend wurde sie am 6. Dezember 1793 qufs Schafott gebracht und enthauptet. In einem Roman der alten Schule wäre Georg« Grieve der verdienten Strafe anheimgefallen Nicht so wollt« es die Wirklichkeit: der Wohlfahrtsausschuß ernannt« ihn zum Treuhänder des Schlosse« mit dem Auftrag, die ausgespeicherten Schätz« öffentlicher Versteigerung zuzuführen. Aber ein Berkauf fand niemals..statt. Mit.Hilfe de» Schwarzen' Zämor schmuggelt« Grieve oll« Kostbarkeiten aus dem Schlosse heraus und machte sie zu Geld. Nicht genug da mst c da er die Macht hatte, olle diejenigen, die ihm Hilf« und Auskunft ver weigerten, am Leben zu strafen, war er in der Lage, ein Blutbad unter den alten Dienern der Gräfin anzurichten, und das besorgte er iveidlich. An zwanzig Leute sollen seiner Wut zum Opfer gefallen sein Im Besitz seines schlechterworbenen Reichtum» starb George Grieve sechzehn Icchre später in Brüssel, sein dunlelhöutiger Kumpan Zamor war vorher elend in den Gossen von Paris umgekommen. Eine aus Kosten einer ganzen Nation reichgewoedene Frau, das Luxusweibchen eines Fürsten, endete erniedrigt auf dem Schafott, ein Abenteurer inmitten der ihr abgestohlenen Pracht in einem Prunk- gemach. Wahrlich: die Wirklichkeit hat«inen weiten Vorsprung vor dem Roman! Dr. K. W e h n e r. Uli. Soslschenko: Qel) UVlStH(j S I« lilfl Bis zum Dorf« Worky war es kaum mehr als drei Kilometer. Trotzdem wagte ich es nicht, den Weg zu Fuß zu machen: der Kot auf der Straße reicht« einem buchstäblich bi» an die Knie. Gleich neben dem Bahnhof stand beim Genossenschastshmis ein Bauernwagen. Ein älterer Bauer in einer Pelzmütze war gerade mit seinen Pferden beschäftigt. .Fährst du vielleicht nach Worky?" fragte ich Ihn. .Warum denn nicht," antwortet« er.«ober umsonst kann ich es nicht tun: einen Rubel wirst du schon zahlen müssen, lieber Freund, der Weg ist heute sehr schlecht." Ich setzte mich in den Wagen und lo» ging es. Der Weg war wirklich schauderhast. Er schien mit der genauen Berechnung angelegt zu fein, daß im Frühjahr alle» Flüssige, was es auf den umliegenden Feldern gab, unfehlbar auf ihm zusammen- lausen mußte. Die Räder unseres Wagens verschwanden fast in diesem unendlichen Kotmeer. .So einen Dreck habe ich noch nie gesehen!" rief ich au«. „Ja, Wasser Ist genug da," antwortet« der Bauer gleichmütig. Er saß aus dem Wagen ganz vorn, ließ seine Beine herunter- hängen und schnalzt« mit der Zunge. Da» tat er den ganzen Weg ununterbrochen: denn sobald er auch nur für einen Augenblick mst den» Schnalzen aussetzt«, blieb da» Pferd unverzüglich stehen und bewegt« bloß gutmütig seine Ohren Wir waren etwa hundert Schritt« von der Genossenschaft eist- ferist. als man p'ötzlich hinter uns ein verzwei festes Geschrei hörte. Ein« Frau mit einem großen, grauen Tuch aus dem Kopf watete in größter Eil« durch den Schlamm hinter uns her, mochte aufgeregt« Dewesungen mst den Armen und schimpft«, was Platz hatte: „Was glaubst du denn, du Schuft elender! Den hast du denn da mitgenommen, du Hund!? Warte nur!" Hier erhob st« ihre Stimm« zu einem regelrecht« Winseln:.Ich erwisch« dich noch. Gauner du!!" Mein Bauer lächelte in sein«, Bart:..Dl« oersteht sich auf« Schimpfen, was?" .Was hat die denn?" erkundigte ich mich. «Weiß der Teufel!" meinte der Bauer und schneuzte sich..Mir scheint, sie will auch in den Wagen, hat sicher keine Lust, zu Fuß zu gehen." �Aljo laß sie herein!" schlug ich vor.____ «Drei können nicht zugleich fahren bei dem Weg." erwiderte der Bauer,»das geht nicht." Die Frau hinter uns hob ihre Röcke und machte alle An- strengungen, uns einzuholen. Trotzdem kam sie nur langsam vor- wärts. «Hast vielleicht mit Ihr ausgemacht, daß du sie mitnimmst?" fragte ich. «Was soll ich do ausmachen," sagte der Lauer,»ist ja meine Frau, mit der werde ich doch nicht» ausmachen" «Was du nicht sagst! Deine grau?" Ich war ganz erstaunt. .Warum hast du sie denn in den Ort mitgenommen?" „Ist halt mitgekommen, st« hat nämlich Geburtstag heute, wkr sind halt einkaufen gefahren in den Konsumverein." Mir, dem Stadtmenschen, wurde es setzt riesig peinlich, im Wagen zu sitzen, um so mehr, als das Geburtstagskind hinter uns ihren Gemahl, mich und sogar meine Verwandten mit immer neuen Schimpfwörtern bedachte. Ich reichte dem Bauer den Rubel und sagte:«Laß die Frau einsteigen, ich gehe zu Fuß." Er griff nach dem Geld und ohne die Mütze abzunehmen, steckte er es irgendwo unter die Haar« hin. Dann begann er wieder mit der Zunge zu schnalzen und fuhr weiter. Ich ging tapfer nebenher und hielt mich am Wagen an, dann fragte ich:.Warum wartest du nicht auf sie?" Der Bauer seufzte:.Geht nicht! Der Weg ist zu schlecht. Aber der geschieht ja nichts, die verträgt schon was." Ich stieg wieder in den Wagen und fuhr bi» zum Dorfe. Ich war die ganze Zett redlich bemüht, mich weder um meinen Kutscher noch um sein Geburtstagskind zu kümmern. Auch der Lauer blieb stumm, und erst al» wir angekommen waren, sagt« er;.So«in Weg! Auch drei Rubel find nicht zuviel dafür." Während ich mit ihm. verrechnet« und mich nach dem Weg zum Gemeindehau« erkundigte, kam auch da« Geburtstagskind an, tri«- fend von Schweiß. Richtet» ihr« Röcke zurecht und ohne ihren Mann anzuschauen, fragt« sie:«Soll ich ausladen, was?" «Freilich ausladen!" antwortet« der Mann.«Sollen die Sachen vielleicht ewig da bleiben?!" Und die Frau machte sich an die Arbeit. __. lDrutlch ms«. ettfcheatoc.) Illustrationen zur Konjunktur. profeffor Hirsch über Arbeitslosigkeit und voravsfchauende Wirtschaftspolitik. Professor Dr. Julius Hirsch hat in einein Artikel de«„Berliner Tageblatt" einig« uns wesentlich erscheinend« Gesichtspunkt« zur Beurteilung der zurückliegeirden beiden Hochkonjunkturjahre, der jetzigen Arbeitslosigkeit und zu ihrer Bekämpfung gegeben. Die Jahre 1927 und 1928 seien solche der höchsten Hochkonjunktur ge- mefen, wahrscheinlich einer Hochkonjunktur, wie sie Deutschlands Wirtschaft überhaupt noch in keinem anderen Zeitpunkt gehabt habe. Der Aufschwung, der nach dem Tiefpunkt von 192S in der deutschen Wirtschaft einsetzte, sei ohne Beispiel. Bon Anfang 1927 bis November 1928 seien m die deutsche Pro» duktion zusätzlich etwa 2X Millionen Menschen gekommen, wenn nian die Schulentlassenen hinzurechnet. Bon den im Jahre 1927 gegenüber 1926 durchschnittlich mehr in Gewerbe, Handwerk und Industrie beschäftigten Personen seien an Produktionswerten 5 bis 5V4 Milliarden Mark mehr geschaffen worden, über den Nettoproduktionswert von 30 Milliarden de» Jahre» 1926 hinaus. Diese Zunahme sei ein Mehrfache, des Produktionszuwachse» von 3 bis 4 Proz., den man in den Bereinigten Staaten voraussetze. Da im Jahr« 1928 noch einmal«ine Steigerung eingetreten ist, hätte diese Bewegung nicht dauernd sein können. Im Vergleich zu den Konjunkturbewegungen der Dorkriegszeit, wo Hochkonjunkturen eine industrielle Reservearmee von 100 000, Tiefkonjunkturen eine solche von 500 000 übrig gelassen hätten, reich« nach den Erfahrungen der letzten Jahre selbst bei höchster Hoch- konjunktur die Aufnahmekraft unserer Wirtschaft heute zur Aufnahme von etwa einer halben Million Menschen nicht au», und jede Tief- konjunktur bringe im Winter die Zahl der Beschäftigungslosen aus 2� Millionen und sogar darüber. Nichtbeschästigung von einer Million Menschen bedeute ober eine Minderproduktion und einen Wertverlust von 3 Milliarden Mark möglicher Arbeit im Jahre. Sehr nachdrücklich fordert Professor Hirsch eine planmäßige Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, für deren dauernd hohes Niveau es keinen vernünftigen Grund gebe. Die augenblicklich« Arbeitsnot erfordere besondere Notmaß- nahmen: schleunigste Auftragserteilung des absehboren Material- und Leistungsbedarss der öffentlichen Körperschaften, besonders bei Eisenbahn, Post, Straßenbahn, Wasser- und Elektrowirtschaft, die alsbaldig- Ausarbeitung eines Wohnungsbauprogramms aus breiter Grundlage unter Einbeziehung größerer Anleihen, für deren Zinsen und Tilgung die Hauszinssteuereinkünste aus länger hinaus zugrunde gelegt werden sollten. Endlich wird die Durchführung aller solcher Arbeiten, die auf die Dauer notwendig und zweifellos pro- duktiv sind die weitgehend« Erleichterung der Anleihe- befchaffung für die öffentlichen Körperschaften gefordert, wobei die zentralen Stellen diesen geradezu helfen(also nicht hindern, wie heute) müßten.„Arbeitslosigkeit ist die schlimmst« Verschwendung I" Nicht nur die Krisenfürsorg« sei zu organisieren, sondern die Werteschafsung zur Steigerung der Kaufkraft, die nicht zum mindesten das deutsch« Unternehmertum nötig habe. Im Geschäftsbericht der Thüringischen Staatsbank. Der Geschäftsbericht der Thüringischen Staatsbank für 1928 macht einen interessanten versuch, für das thüringisch« Staatsgebiet die Entwicklung der Konjunktur in den beiden letzten Jahren darzustellen. Für 270 000 Arbeiter der Metall- und Maschinen-, Textil-, Holz-, Spielwaren-, Porzellan-, Papier-, Buchdruck-, Nahrungs- und Genußmittel-, Glas- und Bekleidung»- industrie stellt sie das Verhältnis der Beschäftigung, der aus- gezahlten Lohnsummen und den Fakturenwert der abgesetzten Erzeugnisse der betreffenden Industrien in Vergleich, gegen- über einem Index von 100 Prozent für Mitte 1926 bis Mitte 1927. Danach ergibt sich ein Höhepunkt der B« s ch ä f t i g u n g der«r- faßten Arbefter im Jahre 1928 mit 111,7 Proz. im Monat August, was gegenüber dem Höchstpunkt von September 1927 mit 113,6 Proz. nur eine Differenz von 1,9 Proz. bedeutet. Dementsprechend waren die ausgezahlten Lohnsummen ebenfalls im August 1928 mit 131 Proz. am höchsten, aber nur um 0.7 Proz. höher als im besten Monat 1927. An den ausgezahlten Lohnsummen gemessen, beträgt die Erhöhung der Einkommen 1928 also nur den Bruchteil eines Prozentes. Der höchst« Fakturen- wert lag 1928 mit 143.2 Proz. im September, im Jahre 1927 mit 148,4 Proz. ebenfalls im September. Bis September 1928 liegt also nur ein sehr geringfügiger Rückgang des Fakturenwertes gegenüber 1927 vor, ein Zeichen für die Stärke der Konjunktur. Im ganzen zeigt sich, daß in den besten Monaten der Beschäfti- gung und der Umsätze der Fakturenwert auf 143,2, die Lohnsumme auf 131,0, die Zahl der beschäftigten Arbeiter auf 111,7 Proz. gegenüber dem Durchschnitt von Mftt« 1926 bis Mitte 1927 gestiegen war. Die erzeugten werte sind also sehr viel schneller als die ge- zahlten Lohnsummen und die Zahl der Beschästiglea gestlegen. Dies« Beobachtungen sind außerordentlich interessant, wenn sich auch darüber nichts sagen läßt, wie groß ihre Brauchbarkeit im allge- meinen und für Deutschland im ganzen ist. Der Umsatz der Thüringischen Staatsbank ist 1928 auf 3,53 gegenüber 2,84 Milliarden im Vorjahr gestiegen. Aus dem Ueber- schuh von 636 000 Mark bei einem Grundkapital von IL Millionen werden 200 000 Mark an das Land Thüringen abgeführt. Die Kredite für die Siedlung. Im Hauptausschuß de« Preußischen Landtags führte Finanz- minister Höpker-Afchoff u. a. aus. daß das Siedlungswesen durch die Umwandlung der Zwischenkredit« in Dauer- kr«dite gefördert werde. Bisher seien für diese Zwecke jährNch 20 Millionen von Preußen und 50 Millionen vom Reich zur Ber- fügung gestellt worden. Die Landesrentenbank habe die Umwand- lung der Zwischenkredit« in endgültige Kredit« in Angriff genommen und gebe jetzt Rentenbriefe mit 8prozentjger Verzinsung heraus. Der Siedler zahle für din Kredit aber nur 3 Proz infolg« einer Verbilligung durch den Staat. Dies« Derbilligung müsse weiterhin gewährt werden. Sprengung eines Monopols? Oer Kampf um die Mhrenproduttiou. In der Röhrenproduktion ist ein heftiger naftlmaler und internationaler Kamps entbrannt. Es geht um den Ausbau bzw. die Er- Haltung der Kartelle. Während gegenwärtig das europäische Kartell durch den voraussichtlichen Zutritt der englifch-amerika- nischen Gruppe eine weitere Festigung erfahren soll, ist in Deutschland selbst ein Konflikt ausgebrochen, der durch die Firma Krupp verursacht wurde. Es geht also um die Erhaltung des Monopol« in Deutschland und um die Befestigung der monopoli st ischen Bestrebungen auf dem Welt- markt. Der Röhren verband unter der 5 ruhtet d« Stahlvereia». Der Rährenverbanb gehört w Deutschland zu den stärksten Fertigwarensyndtkaten. Er wurde im Jahre 1925 auf die Dauer von sieben Iahren errichtet. Zu ihm gehörten alle deutschen Röhren- erzeuger. Tonangebend sind der Stahlverein und Mannesmann. Die Quotenausteilung ist folgende! 7™. 7r»«. 50,9 Oberschlefllche Eisenhüften.. 3,2 Bereinigte Stahlwerke Mannesmann......... 17,0 Eschweiler Bergwerksverein Preß- und Walzwerk Reisholz 6,4 Kammerich-Werke Hahnsche Werke....... 6,1 Hallesche Röhrenwerte Mitteldeussche Stahlwerke. Neunkirchener Eisenwerke. Rheinmetall.......... 2,1 2,6 IL 0.7 5,5 Maschinen'abr.u.Eisengießerei 3,6 Saaler-Tenningen..... 0,4 100 Da der Stahlverein mit dem Preß» imd Walzwerk Reisholz und den Mitteldeutschen Stahlwerken in enger Interessengemeinschaft steht und bei Mannes mann mit rund 12 Proz. de» Aktienkapitals beteiligt ist, so kann man von der absoluten Beherrschung des Röhrenverbandes durch eine geschlossene Gruppe sprechen. Durch die straffe Kartellierung ist die Preisentwicklung für Röhrenerzeugnisse natürlich sehr günstig. Ueberdies scheint das Röhrenaefchäft eine Zukunft zu haben. Die Gasfernver- sorgung, die Lerflüsssgung der Kohle und die sonstigen Merkmale der technischen Entwicklung deuten daraus hin, daß auf Jahre hinaus mit einem zufriedenstellenden Absatz gerechnet werden kann. Deshalb sind in der Röhrenproduktion die Außenseiter schnell gewachsen. Der Röhrenverbond hatte Mühe, diese immer wieder auftauchenden Konkurrenzfirmen zu unterdrücken. Der Sampf gegen die Außenseiter. Das RSHrentartell hat in dieser Beziehung bereits einiges ge- leistet. Zwei Aufsichtsratsmitglieder des Stahlverein«, Werner C a r p und Fentener van Vissingen(«in Holländer), waren an der Gründung der Stahlwerk Niederrhein-A.-G. maßgebend beteiligt. Das Unternehmen sollt« nach einem neuen Patent arbeiten und eine Kapazität von 100 000 Tonnen haben. Di« beiden genannten Herren traten aus dem Aufstchtsrat des Stahloereins aus, well sich dies« Extratour mit ihrer früheren Stellung nicht vereinigen ließ. Nach langem Kampfe gelang es, die Mehrheit des Aktienkapitals des neugegründeten Unternehmens aufzukaufen. Der Röhrenverband als Käufer verhindert« natürlich den Bau eines neuen Röhrenwerkes. Di« beiden aus der Herde ausgebrochenen Schafe kehrten in den Aufsichtsrat des Röhrenvereins zurück. Die Eisenhandelsfirma Albert Ottenhetmer ging im Jahre 1927 dazu über, als Generalvertreter des englischen Röhrenwerkes Stewarts u. Llyda Röhrenprodukte dieser Firma auf dem deutschen Markt zu oertreiben. Ottenheimer und der Stahwerein waren Großaktionäre des Gußstahlwerks Willen. Es kam zu einem Prozeß, und schließlich einigte man sich dahin, daß Ottenheimer in die Liste der Werkshändler eingetragen wurde und sich verpflichtet», die Produkte der englischen Firma nur nach Derbandspreisen zu verkaufen. Die Eschweil-Ra tinger Metallwerk« nahmen eben- falls die Produktion von Röhren auf. Der Röhrenoerbanb über- nahm das Werk, legte die Röhrenfabrikotion still und verkaufte die noch brauchboren Maschinen an die Mitglieder des Verbandes. Die Benteler-Wert« in Bielefeld standen mit dem Röhren- verband im Syndikatsverhältnis für rvormgewalzt«, nicht hingegen für kaltgezogene Rohre. Dem Werk gelang es,«inen Reparations- auftrag durch Unterbietung des Syndikats zu erhalten. Es kam zu einem Prozeß, der vom Verband angestrengt wurde, und nachträglich zu einer Einigung. Ueber das Resultat ist nur soviel bekannt ge- worden, daß die Firma zu Berbandspreisen verkaufen will. Sehr schwer wurde es dem deutschen Röhrenverband dos holländische Stahlwerk De Maas in Maastricht zum Nachgeben zu bringen. Der deutsche Röhrenverband übernahm nach längeren Verhandlungen von dem 1 Million Gulden betragenden Aktienkapital 301 000 Gulden. Den alten Anteilinhabern wurde für 13 Jahre«ine sechsprozentige Divi- dende garantiert. Der Handelsbevollmächtigte des Stahl- Vereins in Holland war an dieser Aktion lebhaft beteiligt. Die Kosten dieser Transaktion sollen sich auf rund 800 000 Mark belauf»'' Die Firma Krupp al» Außenseiter. Wir sehen also, daß es Schwierigkeiten machte, die neuen Außen- fetter zu unterdrücken. Nun taucht eine neue Schwierigkeit auf, die beizudiegen, nicht so leicht sein dürfte. Die Firma Krupp in Essen will ein großes Röhrenwalzwerk bcyien, um ihr« neu errichteten Hochofenanlagen in Borbeck rationell auszunutzen. Bereits in der letzten Generalversammlung erklärte Herr Krupp von Bohlen- H a l b a ch, daß die Firma gezwungen sei, neue Produkte in das Fabrikationsprogramm aufzunehmen. Di« Firma Krupp ist verbittert, weil ihr groß« Halb- zeugbezieher verloren gegangen sind. Thyssen und der Phönix sowie auch die Mannesmann-Werke hatten von Krupp Halb- zeug in größeren Mengen bezogen. Durch den Anschluß der ersten* beiden Firmen an die Vereinigten Stahlwerk« ist der Halbzeligl«zug von Krupp in Fortfall gekommen. Mannesmann hat felbft ein großes Hochofenwert für das benötigte Roheisen und Halbzeug in Huckingen errichtet. Kein Wunder, daß Krupp bei der an sich günstigen Konturrenzloge nun zu einem Gegenjchlag aushott. Einen Gegner wie Krupp ohne weiteres aus der Kampfbahn zu verdrängen, dürfte n i ch t l e i ch t s« i n. Die leitenden Leute von Krupp werden sich ihr« Maßnahme genau überlegt haben und zum äußersten Widerstand entschlossen fein. Will der Röhrenverband mit Krupp zu einer Einigung kommen, dann ist entweder der Aufwand sehr großer Kosten notwendig, oder Krupp erhätt eine genügende Quote im Verband bzw. ein« Kompensation auf anderem Gebiete. Es ist kein Geheimnis, daß die Firma Krupp zu den k a r t e l l- müden Großindustriellen des Westens gehört. Die Gute-' hoffnungshütte und Krupp dürste in dieser Beziehung an einem Strange ziehen. Sie möchten am liebsten, gemäß den Ausführungen der.Liuhr- und Rhein-Wirtjchaftszeitung",„die Kartellkrücken abwerfen" und den Kampf selbständig ausnehmen. Man muß daher diesem ersten Kampf im Ring des Röhrenverbändes- mit Interesse entgegensehen. Auf die Dauer wird es unmöglich fein, das straffe Monopol in der Röhrenerzeugung aufrechtzuerhatten. Ja, es wäre ein Volkswirt- schaftlicher Segen, wenn die freie Zugluft der Konturrenz die hohen Röhrenpreije a b s i n k e n.lie ß e. P. N. llOJätM* Berliner Sparkasse. Jeder siebente Berliner ein Sparbuch. Die Sparkasse der Stadt Berlin hat im vergangenen Jahr, dem 110. ihres Bestehens,«ine stark« Aufwärts- «ntwicklung zu verzeichnen. Noch dem Geschäftsbericht sind die Spareinlagen insgesamt(einschl. der aufgewerteten Spareinlagen von 57,4 Millionen) um 111L auf 363,8 oder 57 Proz. gestiegen und die Spartonten um 201000 oder 47 Proz. auf 623 000. Wäh- rend 1926 nur auf jeden vierzehnten Einwohner Berlin» ein Spar- buch kam» traf Ende 1928 aus jeden siebenten Berliner ein Spar- buch. Das Hypothekengeschäst wurde ausgebaut. Außer den 1927 b«- willigten 23 Millionen Mark wurden 1928 wettere 21 Millionen der Privatwirtschaft als Hypotheken gewährt, und im Jahr« 1929 sollen weitere 30 Millionen unter Bürgschaft der Stadt Berlin als Ausatzhypotheken mtt 6,4 Proz. Zinsen und 98 Proz. Auszahlung zur Unterstützung der Berliner Maßnahmen zur Mietzins- senkung für Neubauten bereitgestellt werden. Bis Ende 1928 hat die Sparkasse der Stadt Berlin 1424 Hypotheken im Ge- samtbetrag von 97 Millionen Mark gewährt; im Jahre 1928 wurden 3133 Wohnungen durch Spartassenhypotheten finanziert. Die Zahl der Geschäftsstellen wuchs um 5 auf 70, die Zahl der Neben- stellen um 27 auf 287. Der Gesamtumsatz stieg von 3L auf 4L Milliarden, die BUanzsumm« erhöhte sich von 270 auf 372 Mtl. lionen. Auf den Kopf der Berliner Bevölkerung berech- net. ergab sich für End« 1928«in Durchschnittsguthaben von 71L7 Mark gegen 48,48 Mark«in Jahr vorher. Die Berwal- tungsausgaben sind von 3,12 aus 3L8 gestiegen, der Betriebsüber- schuh hat sich von 0L9 aus 1,73 Millionen erhöht. In der Berliner Stadtbank— Girozentral« der Stadt Berlin—, die dem Bank- und Hypothekengeschäft und den Berliner Kommunalfinonzen dient, wurden durch Zwischenkredit« 128 Bauvorhaben im Betrag von 27,6 Millionen Mark zur Er- richtung von 4737 Wohnungen und 80 Läden finanziert. Der Betriebsüberschuß ist von 1L9 auf 1L2 Millionen Mark ge- stiegen. private Warenhäuser it92S'. Um 12 Prozent gesteigerter Umsah. Die Gesamtumsätze der deutschen Warenhäuser im Jahre 1928 liegen 12 Proz. höher als während des Jahres 1927. Es muh dabei berücksichtigt werden, daß namenttich im zweiten Halbjahr 1927 die Umsätze außerordentlich gestiegen waren. Im Berichtsjahr war die Umfatzentwicklung umgekehrt: das erst« Halbjahr 1928 stellt den größeren Teil der Umsätze. Bemerkenswert ist die Entwicklung der Wareichousumsätz« im Jahre 1928 in den einzelnen Abteilungen. Die Steigerung des Umsatzes bei Nahrungs- und Genußmitteln ist mit 124L Proz. (1927= 100) die größte. E» folgen Schuhwaren mtt 119,7 Proz., sodann Hausrat und Möbel mit 112,1 Proz. Verhättnismähig gering sind die Umsatzsteigerungen in der Gruppe Textilien, die schon während des ganzen Jahres sehr unterschiedlich waren, an Herren- wäsche wurden 107,8 Proz., an Wollwaren, Strickwaren usw. 104,4 Proz., an Herrenkonfektion 103,4 Proz., an Damenkonfektion 106,3 Proz. abgesetzt. Die Pleite bei Mannes mann-Mulag. Die Motoren» und Lastwagen- L.-G. des Mannesmann-Konzerns in Aachen ge- hört zu denjenigen Unternehmungen, bei denen die vom Reich über- nommene Kredttgaranti« für das Reich zu schweren Ber- l u st e n geführt hat. In Jahr« 1926 war ein Verlust von lOL Millionen Mark zu oerzeichnen, woraus das Aktienkapital auf 3L Mil- lionen herabgesetzt wurde. Im Jahre 1927 ergab sich ein neuer Ber- lust von einer Biertelmillion, und jetzt wird für 1928 bekannt, daß wieder das gesamte Aktienkapital von 3L Millionen als verlöre» anzusehen ist. Zum 12. März ist eine Generaloersammlung«in- berufen, die über«in« neue Sanierung beschließen soll. Das Grund- kapital soll von 3L Millionen auf 50 000 M.. äso auf ein Sieb- zigstel zusammengelegt und bis auf 3 Millionen wieder erhöht werden. Zuckerzollvorlage in Schweden abgelehnt. Nach einer längere» Aussprache lehnten die beiden Kammern des Reichstags in der Nacht zum Sonntag aus prinzipiellen Gründen den Vor« schlag der Regierung auf erhöhten Zollschutz für die Zuckerinduftrie und die Zuckerrübenzüchter ab. yfaeteM*.&& Cfre/uuntäuruz mit' Homöopathie Ar. 8346. Jahrgang CT 2. Beilage des Vorwärts Kleinrentnerdebatte im Reichstag. Deutschnationales Doppelspiel entlarvt.. Der Reichstag ist am Montag nachmittag wieder zusammen getreten. Präsident Löbe spricht bei Eröffnung der Sigung folgen den Nachruf: 3. B. von ihrer eigenen Regierung eine Denkschrift zu ihrem eigenen Verlangen forderten, das nachher von ihren Parteiministern als unausführbar abgelehnt wurde.) Im Januar 1928 zerfielen im Sozialen Ausschuß bei der Beratung eines sozialdemokratischen Antrages die Deutschnationalen in drei Teile, von denen der eine mit " Ja", der andere mit" nein" stimmte und der dritte sich der Stimme enthielt( Heiterkeit). Ich stelle fest, daß wir Sozialdemokraten diese Frage nie zum Gegenstand parteipolitischer Agitation gemacht Dienstag 19. Februar 1929 Frauenveranstaltungen. 17. Areis Lichtenberg. Mittwoch, 20. februar, bei Albrecht, Boghagener Straße Ede Bahnhofstraße, Kreisfrauenabend. Vortrag des Genossen Otto Richter: Konkordat". 110. Abt. Grünan, Freitag, 22. Februar, 20 Uhr, bei Werner, Röpenider Straße 125, Vortrag des Genossen Kamm über„ Die Bedeutung der Ges noffenschaften im Klassenkampf der Arbeiterschaft". 114. Abt. Lichtenberg. Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr, bei Albrecht, Boghagener Straße Ede Bahnhofstraße, Kreisfrauenabend. Alle Genofsinnen beteiligen fich an dieser Beranstaltung. Vortrag des Genossen Otto Richter: Konkordat". 136. st. Reinidendorf- Oft. Donnerstag, 21. Februar, 19% Uhr, in der Barade, Frauenabend. Vortrag der Genoffin Dr. Hilde Wegscheider: Jugend Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 5. Areis Friedrichshain. Mittwoch, 20. Februar, 16 Uhr, Besichtigung des Friedrich- Wilhelm- Hospitals, Pallisadenstr. 37. Alle in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossen( innen) sind eingeladen. 30. Abt. Donnerstag, 21. Februar, 19 Uhr, Bersammlung der Helfer und Helferinnen der 30. Abteilung an bekannter Etelle. Tagesordnung: Neuwahl der Abteilungsleiter der Arbeiterwohlfahrt. in Not". Heute in früher Morgenstunde ist Abg. Alwin Saenger nach einer Operation ganz unerwartet und im träftigsten Mannesalter verstorben. Er ist 1924 in den Reichstag eingetreten und hat vorher sechs Jahre lang im Bayerischen Landtag eine rege Tätigkeit entfaltet. Bei uns hat er, seinem Lebensgang und seinem Beruf folgend, sich vor allem mit juristischen Fragen beschäftigt, und zu den eifrigsten Mitarbeitern im Rechtsausschuß und Strafrechts. ausschuß gehört. Aber auch, wenn er sich im großen politischen Rampf betätigte, hat er bei aller Schärfe niemals den Ton vor. nehmer Sachlichkeit verlassen und sich dadurch weit über seine Parteifreunde hinaus Achtung und Ansehen erworben. Sie haben sich zum Andenken des Verstorbenen von den Sizen erhoben, ich danke Ihnen. Bräsident Löbe: Der Abg. Stöder wollte eine Erklärung vor Eintritt in die Tagesordnung abgeben. Ich habe die Genehmigung dazu nicht erteilt( Lebhafte Zwischenrufe der Komm.), weil sich die Erklärung auf die Ausführung der Ordnungsmaßnahmen des Brä sidenten für die Tribünen des Reichstages erstreckt, die der Kriti? und Beschlußfassung des Hauses nicht unterstehen, außerdem Vor würfe enthält, die nicht erhoben werden tönnen. Die Störun gen auf der Tribüne während des Borsizes des Bizepräsi denten v. Kardorf in der legten Sigung sind nach einem vom Reichstag aus geführten Telephongespräch und ach tatsächlichen Beobachtungen im Einvernehmen und im 3usammenwirten mit der tommunistischen Frat. tion veranstaltet worden( Lebh. Hört! hört! bei der Mehrheit. Die Kommunisten rufen nach Beweisen.), zum Teil von denselben Leuten, die schon vor einigen Wochen von der Tribüne unsere Ber handlungen gestört haben. Ich habe mich also zu der Maßnahme entschließen müssen, der kommunistischen Fraktion die Tribünenkarten so lange zu entziehen, bis ich Sicherungen gegen die Wiederkehr folcher Vorfälle erhalte. Ich habe aber auch noch eine Reihe weiterer Maßnahmen zu diesem Zwed unternehmen müssen. Es folgt der mündliche Bericht des Sozialen Ausschuffes über die Anträge betreffend Kleinrentnerfürforge, erstattet durch die Abg. Lehmann( Dnat.). Der Ausschuß beantragt folgende Entschließung: Die Reichsregierung zu ersuchen, eine reichsgefeßliche Regelung zur Verbesserung der Kleinrentnerfürsorge hinsichtlich des Personenpreises, der Voraussetzungen und der Höhe der Leistun gen und der Mitwirkung der beteiligten Organisationen zu treffen. Ein Antrag der Volkspartei will die Reichsregierung ersuchen, den Rentnern unter Herausnahme aus der Fürsorge einen Rechts. Abg. v. Lindeiner- Wildau( Dnat.) erhebt gegen Regierung und Mehrheit den Vorwurf, die Angelegenheit nicht vorwärts gebracht 3u haben. enspruch auf eine bestimmte Rente zu sichern. Reichsarbeitsminister Wiffell: Der Entschließung des Ausschusses stimmt die Regierung zu; fie hat bereits in ihrer Regierungserklärung den Ausbau der Fürsorgeeinrichtungen und der Meinrentnerhilfe in Aussicht gestellt. Auch mir wollen die Kleinrentnerhilfe auf eine, von dem Ermessen der öffentlichen Fürsorge unabhängige gefeßliche Grundlage stellen. Die Reichsregierung ist einmütig darin, daß ein Versorgungsanipruch, der bloß aus Altbesig von Vermögen und Kapital hergeleitet ist, un sozial wäre. Das gilt besonders für das Verlangen, eines Borzugsrechtes, das erst mit einem Besitz von 10 000 m. beginnen foll. Zu einer allgemeinen Umwandlung der Fürsorgepflicht in einen Versorgungsanspruch reichen die Mittel des Reiches und die Steuerkraft des deutschen Boltes nicht aus. Die Ausschußmehrheit hat der Reichsregierung darin zugestimmt. Allerdings bedarf es noch der Ausfüllung mancher Cüden in den Vorschriften, um eine gerechte und möglichst gleichmäßige Hilfe zu sichern. Die Reichsregierung wird vom Standpunkt des Fürsorgerechts aus die Rechtsentwicklung vorwärts treiben, und das Fürsorgerecht durch gefeßliche Maßnahmen foial ausgestalten. Am 7. Februar d. 3. hat eine Besprechung des Reichsarbeitsministeriums mit den Vertretern der Länder, der Gemeinden und der Fürsorgeverbände einen aufichlußreichen und bedeutungsvollen Berlauf genommen. Die Bersammlung war sich darin einig, daß für ein ge= rechtes Ausmaß der Leistungen und für eine angemessene Reform der Gewährung ein Versorgungsanspruch nicht nötig ist, vielmehr das gegenwärtige Fürsorgerecht bei seiner weitmaschigen Fassung und bei Ergänzung durch ein Reichsgesetz ausreicht. Die besondere Be deutung dieser Versammlung liegt darin, daß sich auch die Länder, Gemeinden und Fürsorgeverbände auf den Boden der Ausschußentschließungen gestellt haben. Hoffentlich wird auch bei der Regelung der Einzelheiten eine Verständigung erzielt. Eine foziale gerechte Lösung, die nicht wesentlich auf den Kapitalbefig eingestellt ist, halten wir für möglich auf dem Wege der Ausschußentschließung.( Beifall b. b. Soz.) Abg. Effer( 3.): Die Kleinrentnernot sollte man nicht zur Barteifache machen, die Deutschnationalen tun es aber. Aehnlich auch die Deutsche Volkspartei und die Demokraten. Dem voltsparteilichen Antrag können wir nur zustimmen mit dem inzwischen eingegangenen fozialdemokratischen Zujahantrag, daß zur Dedung eine Sonderabgabe von den in der Inflation geretteten und neu gebildeten Vermögen erhoben wird. Die Deutschnationalen haben ihren Gefeßentwurf wieder eingebracht. Abg. Dr. Külz( Dem.): Die Erfassung der Inflationsgewinne ist doch jetzt nicht mehr möglich. Mit 10 000 M. war man noch lange fein Kapitalist, Kleinrentner mit weniger Kapital lagen schon auf der Fürsorge. Abg. Keil( Soz.): Reine Fraktion hat weniger Anlaß, bei dieser Frage mit Steinen zu werfen, als die Deutschnationalen, die im Glashause fizen. Wir haben diese Frage nie zur Parteifache gemacht. wir haben weder Wahlversprechungen gegeben, nach Agitationsanträge gestellt. Die Enteignungsgesetzgebung durch die Aufwertung von 1925 ist unter Die da= der Führung der Deutschnationalen beschlossen worden. maligen Regierungsparteien haben die moralische Verpflichtung, für die von ihnen entrechteten Opfer der Inflation zu forgen.( Wütende Gegenrufe rechts.) 1925 schwamm das Reich im Geld, man fonnte den Ruhrindustriellen 700 Millionen geben, die Kleinrentner aber ließ man leer ausgehen. Die Deutschnationalen dachten damals an alle möglichen Leute, denen fie Staatsgelder zuwenden wollten, nur nicht an die von ihnen selbst enteioneten Kleinrentner; sie haben die kleinrentneranträge und felbft ihren eigenen Entwurf unerlediat liegen laffen, um ihn dann durch eine Entschließung zu erledigen". ( Der Redner beweist diese Behauptung eingehend durch Schilderung der einzelnen Stadien des Berhaltens der Deutschnationalen, die haben. Unsere Wahlwerbeschriften vom Mai 1928 beweisen es. des Aufwertungsrechtes ohne Erschütterung der neugestaltenden Rechtsverhältnisse. Vorschläge dieser Art haben wir 1927 gemacht; sie sind aber von den Regierungsparteien abgelehnt worden. Um ben enteigneten Kleinrentnern zu helfen, ist allerdings die Zuftimmung derjenigen erforderlich, die sich immer als die Vertreter der Wirtschaft bezeichnen.( 3uruf rechts: Wir sind doch nicht die Mehr heit!) Der von den Deutschnationalen vorgeschlagenen Lösung steht vor allem entgegen, daß wir nicht mehr in der glücklichen Finanz lage von 1925, sondern im Notjahr 1929 sind. Was damals leicht möglich gewesen wäre, ist heute unmöglich. Außerdem enthält der deutschnationale Entwurf eine Fülle fozialer Ungerechtigteiten; Es gibt noch möglichteiten zur Verbesserung er denkt in seiner ursprünglichen Fassung z. B. nicht an die Leute, die ihre Grundstücke in der Hochflut der Inflation veräußert und den Erlös durch die Geldentwertung wieder verloren haben, ebenSomenig wollte er den sehr großen Teil der notleidenden Kleinrentner einbeziehen, die sich ihre Ersparnisse groschenweise abgespart haben, um sie für den Notstand oder als Zusageinfommen zu verringerter Arbeitsfähigkeit oder zu irgendeiner fleinen Rente zu befizen. Die Deutschnationalen fragen auch nicht nach dem Grun de des Berluftes, ob es die Inflation oder eigenes Verschulden, etwa Berschwendung usw. gewesen ist. Berücksichtigen wollen dagegen die Deutschnationalen alle, die 1917 schon 10 000 m. oder mehr besessen haben, obwohl sie vielleicht das Geld 1915/16 durch Kriegsschiebereien erworben haben. Wir stimmen dem Antrag des Ausschusses zu und lehnen den deutschnationalen Antrag schon deshalb ab, weil wir nach dem jahrelangen Verhalten dieser Partei an ihrer Aufrichtigkeit auf das stärkste zweifeln. Während die Deutsche Boltspartei am 14. Dezember D. J. eine Berfaffungsänderung beantragt hat, wonach der Reichstag die Ausgaben nicht ohne Zustimmung der Regierung und des Reichsrates erhöhen dürfte, will der volksparteiliche Antrag zu dieser Sache neue Ausgaben, ohne für die Dedung zu forgen. Da wir es für eine Pflicht der verantwortungsbewußten Bartelen halten, das zu tun, haben wir unseren Antrag gestellt. Wir erwarten die Jungfozialisten. Gruppe Lichtenberg. Heute, Dienstag, 20 Uhr, Gunterstr. 44, Vortrag: Wehrproblem". Referent: Sans Waldmann. Gruppe Tempelhof- Mariendorf. Seute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim, enzeum Tempelhof, Germaniafraße 4-6, Bortrag: Die Arbeiterbant". Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kursus Wedding- Pankow- Reinidendorf. Am Donnerstag, 21. Februar, findet ein Sprechchor- Rurfusabend im Ledigenheim Brunnenplag statt. Beginn 20 Uhr. Ale Helfer der benannten Kreise werden gebeten zu erscheinen. Beiter: Jul Diederich. Tiergarten. In diefer Woche fallen die Gruppenabende am Dienstag und Mittwoch wegen Schulschluß aus. Am Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr, findet bei Berger, Levegom. Ede Jagowstraße, e Elternversammlung statt. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 3. Abt. Unfer alter treuer Genoffe und früherer langjähriger Funktionär Ernst Mittag, Neue Roßstr. 3, ist am 15. Februar, im 64. Lebensjahre ver ftorben. Ehre Jeinem Andenken. Einäscherung am Mittwoch, 20. Februar, 17% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 55. Abt. Charlottenburg. Unser lieber Genosse Julius Friebel ist ant 15. februar verstorben. Ehre feinem Andenken. Cinäscherung am Mittwoch, 20. Februar, 18% Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße. 118. Abt. Lichtenberg. Unfer Genosse Karl Werner, Margaretenstr. 10, ist am 16. februar verstorben. Ehre seinem Andenken. Genosse Werner war über 36 Jahre Parteimitglied. Einäscherung am Donnerstag, 21. Februar, 15 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Vorträge, Vereine und Bersammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäftsstelle: Berlin 14. Sebastianftr 37/38. Sot 2 r. Dienstag, 19. Februar. Gauvorstand: Achtung, Sportturfus! Der heutige Uebungsabend in der Turnhalle Albrechtstraße fällt aus. Tiergarten, Ram. Westen II. Monatsversammlung bei Nidert, Steinmet Friedrichshain. Kameradschaft Büsching, 3. Bug. Sigung bei Bartusch, Frieden ftraße 36a. Raffierer abrechnen. Mitgliedsbücher mitbringen. Erscheinen Pflicht. ftraße 88. Neuwahl der Sugleitung. Beginn 19% Uhr. Donnerstag, 21. Fe bruar. Brenzlauer Berg. Rameradschaft Fobert Blum. Versammlung 20 Uhr bei Klug, Danziger Etr. 71; Wörther Plaz bei bei Treuer, Rastanienallee 23; Nordkap bei Cachetti, Schivelbeinerstr. 10. Freitag, 22. Februar. Prenzlauer Berg. Rameradschaft Paltan. 20 Uhr bei Bogel, Jablonstistraße. Bericht von der Generalversammlung. Königstor 20 Uhr bei Rößner, Immanuelkirchstraße. Bericht von der Generalversammlung. Tempelhof. Gründungstag des Reichs. banners bei Ma- Li, Mariendorf, 20 Uhr. Mitte. Der Kamerad Ernst Mittag ist perstorben. Einäscherung Mittwoch, 20. Februar, 17% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Die Kameraden der 3. Kameradschaft treffen sich 16% Uhr bei Edyilling, Rungestr. 30. Jungbanner: Mittwoch, 20. Februar, Turnen fällt aus. Bund entschiebener Schulreformer. Deffentliche Versammlung am Diens Barbaraftraße. Thema: Die Pevolution der Che". Redner: Margarete Kaifer, Dr. Heinrich Dehmel, Prof. Paul Destreich. Freie Aussprache. Kostenbeitrag erbeten. Bollswohl- Bunb Allgemeiner Bestattungs- und Verfiderurgsverein a. G. Berlin N, 65, Gerichtstr. 71, am Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr. Tagesordnung: Berlin. Außerordentliche Mitgliederversammlung im total Otto Bruseberg. Was geht im Pollswohl- Bund vor? Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Butritt nur gegen Mitgliedsausweis. Wahlbezirk I. Der Bezirksdelegierte Aeußerung der Deutschen Bolkspartei dazu.( Sehr gut! b. d. Soz.) tag, 19. februar, 19% Uhr, Pestalozzi- Fröbel- Saus, Karl- Schrader- Str. 7 for Herrn Dr. Külz halte ich entgegen, daß man diesen Antrag, den wir seit Jahren stets wiederholt haben, früher immer als noch nicht zeitgemäß erklärt hat jetzt soll es zu spät dafür sein!( Sehr gut! b. d. Soz.) Wir haben den Mittelmeg eingeschlagen, da die Wirtschaftslage teinen anderen gestattet; aber Sie haben durch Ihren Minister Hergt den schärfsten Wider. spruch dagegen erhoben. Erklären Sie, ob Sie heute bereit sind, mit uns den Weg der Möglichkeit zu gehen. Wir sind bereit und entschlossen, für die verarmten Opfer der Inflation einzutreten, wie wir jederzeit und immer für alle Ver. armten eingetreten find.( Lebh. Beifall b. d. Soz.) Abg. Frau Dr. Mah( D. Vp.): Ohne Rechtsanspruch, nur durch Fürsorge ist die Lösung unmöglich. Die Zahl der Rentner fällt von Jahr zu Jahr. Barten wir nicht, bis auch der letzte Rentner in Enttäuschung und Bitternis gestorben ist. Weiterberatung: Dienstag 3 Uhr. Parteinachrichten Stufenbungen für diese Rubrik flub Beslis 68 68, Sindeuftraße 8. Schluß: 6 Uhr. Richard Rubelmann. Steichsbund Deutscher Mieter und Bund Deutscher Mietervereine, Bezirk Dresden. Dienstag, 19. februar, 20 Uhr, Cafe Schöneberg, Hauptstr. 23-24, öffentliche Mieterversammlung. Referat bes Rechtsanwalts Dr. Hans Levi über„ Miete und Pacht". Mieterbund bes Berwaltungsbezirks Stegliz C. B. Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr, im großen Eaal der Loge", Stegliß, Albrechtstr. 112a, öffentliche Ber fammlung. Tagesordnung: 1. Die Entwertung des Grundbesizes in Deutschland und im Auslande. Referent: 2. Vorsitzender: C. Heinzerling. 2. AusSprache: Beantwortung von Anfragen durch den Syndikus, Rechtsanwalt und Notar Hans Levn. Der Schugverband der Schwerhörigen hält am 21. Februar, 20 Uhr, in Dresdener Garten, Tresdener Gtt. 45, feine Monatsverfamm'una ab, mit Bortrag von Herrn Schriftsteller Friedrich Pobert über„ Unsterblichkeit. Der elektrische Bielhörer wird aufgestellt. Jeder Schwerhörige erscheine. Longfellow English Debating Club. Mittwoch 20 Uhr Zahnärztehaus Guttmannfür Groß: Berlin saal), Bülowstr. 104. Mr. Löwenstein:„ Defense of Criminals. ftets an bas Beatrisjefretariat 2. Sot, 2 Trep. rechts, au richten 4. Areis Brenzlauer Berg. Mitgliederversammlung der Sozialistischen Arbeiterjugend am Mittwoch, 20. Februar, 19% Uhr, in der Schulaula, Thema: Prenzlauer Allee 226. Wehrprogramm und Arbeiterjugend Referent: Heinrich Ströbel, M. b. R. Teilnahme älterer Genoffinnen und Genoffen gestattet. Mitgliedsbuch legitimiert. 5. Kreis Friebrichshain. Freitag, 22. Februar, 20 Uhr, im Saal. bau Friedrichshain, Am Friebrishain 16-23, benb ber Ueber raschungen. Beitere Kunst und Bühnenschan. Anschließend Familien. Tanzkränzchen. Eintritt einschließlich Tanz unb Steuer 50 B1. ohne, Rachzahlung. Eröffnung 19 Uhr. Eintrittslartex finb bei ben Bezirks führern und Abteilungslaffterern zu entnehmen, ba bie Organisation an ben Einnahmen an ber Abenblaffe nicht beteiligt in. 7. Areis Charlottenburg. Donnerstag, 21. Februar, 19% Uhr, im 8immer 1 bes Rathauses, Gigung bes erweiterten Areisvorstandes. 9. Kreis Bilmersdorf. Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr, bei Schramm, Sohen. zollerndamm 2, Gigung des engeren Rreisvorstandes. Mittwoch, 20. Februar, 19 Uhr, Bezirksverordnetenversammlung im Stadthaus. Achtung! Heute Dienstag, 19. Februaz, fällt der Gymnaftifturfus wegen Nichtheizung der Schule aus. 13. Kreis Tempelhof. Eintrittskarten für die Rurt- Eisner- Gebentfeier am Donnerstag, 21. Februar, im Blenarfaal bes Reichswirtschaftsrates, Belle. Dueftr. 15, zum Preise von 20 f. find zu haben bei allen Mitgliedern des Bildungsausschusses fowie beim Genossen Otto Günther, Marienborf, Rud fürstenstr. 19. Beginn pünktlich 20 Uhr.. 14. Areis Neufälln. Sente Dienstag, 19. Februar, 19% Uhr, in ben Baffage. Feftfälen, Bergstr. 151, oberer Caal, Luftiger Abenb. Bartragenber: Buggi Mud. Karten find noch an ber Raffe au haben. 16. Kreis Röpenid. Die ausgefallene Beranstaltung ber Banberratten finbet nunmehr am Dienstag, 19. März, im Stadttheater, Friebrichstr. 6, statt. Die gelöften Rarten behalten ihre Gültigkeit. Bildungsausschuß. Sigung heute Dienstag, 19. Februar, 19 Uhr, im Lotal Eisner, RaiserWilhelm- Str. 3. Heute, Dienstag, 19. Februar: 48. Abt. Diejenigen Genoffen, welche noch eine Mandatskarten gar Rreis Delegiertenverfammlung am Mittwoch, 20. Februar, haben, erhalten die felben am Eaaleingang. 77. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Schmibt, Grunewaldstr. 16, Borstandsfitguns. Morgen, Mittwoch, 20. Februar: 17. Abt. 19% Uhr be: Dose, Nordhafen 6, außerordentliche Funktionärsisung. Wichtige Tagesordnung. 33. Abt. Die Bezirksführer rechnen bestimmt am Mittwoch bie Billetts zum 22. Februar, ebenfalls die Theaterkarten mit bem Raffieret, Genossen Ben, Goßlerstr. 1, ab. 35. Abt. 20 Uhr bei Otto, Rigaer Str. 85, Funktionärßigung. Die Bezirks. führer rechnen die Karten zum Seiteren Abend" ab. 49. Abt. Edwerhörige, 20 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 4, vorn 1 Trp., Mitgliederversammlung. Borttag: Unser Wehrproblem. Referent: Ernst Neumann. 57. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr im Lokal Goethe- Ed, Goethefte. 64, Funt. tionärsigung. 74. Abt. Pehlendorf. Die Genossen werden ersucht, die Arbeiterwohlfahrts. Bersammlung um 19% Uhr bei Schnorre, Behlendorf, Potsdamer Str. 3, zu besuchen. Vortrag: Die tommunalpolitischen Aufgaben der Arbeiter. wohlfahrt. Referentin: Stadtverordnete Minna Tobenhagen. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr im Gesellschaftszimmer des Pathauses Friedenau, Bortrag: Unfer Am Lauterplag, Mitgliederversammlung. programm". Referent: Rurt Seinig, M. d. 9. Wehr. 82. Abt. Steelik. 20 Uhr bei Schellhaase, Ahornstr. 15a, Mitgliederversamm Jung Vortrag: Die politische Lage in Breußen". Referent: Otto Meier; 128. und 130. Abt. Baalow. 20 Uhr bei Suth, Bollanfit, 31. Berftandsfisung Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Beitweise abnehmende Bewölfung, nachts etwas falter als bisher. Tagestemperaturen menig geändert, westliche Winde. Für Deutschland: Auch im nördlichen Deutschland zeitweise abnehmende Bewolfung, nachts in Mitteldeutschland wieder etwas lälter, sonst wenig geänderte Temperaturen. Mercedes- Benz in der Budapester Straße. In der Hauptverbindungsstraße vom Stadtinnern nach dem Westen in der Budapester Straße haben die großen Autofirmen ihre Verkaufshallen. Auch die Mercedes- Benz- Werke haben ihren dritten Ausstellungsraum dorthin verlegt. Der Laden der gestern eröffnet wurde ist nach den Entwürfen des be= fannten Architekten, Herrn von Beltheim, ausgestattet. Die Dede und die Wände des Ladens sind in mattem Elfenfeinstein ausgeführt und hellblau abgesetzt. Uniblaues Linoleum ist als Belag für den Fußboden gewählt und gibt dem Ganzen einen außerordentlich gut wirkenden Abschluß. Die Beleuchtung des Ladens erfolgt durch Lichtbänder, die um die Decke geführt sind. Altmodische und hindernde Beleuchtungskörper find vermieden. Der Laden hat zwei Fronten, eine nach der Budapester Straße und eine zum Zoologischen Garten. Große Schaufenster nach beiden Seiten machen den Raum als Aus. stellungshalle besonders geeignet. Mercedes- Benz zeigt nicht nur die bekannten großen, sondern auch kleine sehr hübsche und an sprechende Wagen. Moderne Dirigenten: Maret Weber. weiter Unter der großen Menge unserer heutigen Musik- und Tanz fapellen nimmt das Orchester Maret Webers unbedingt den ersten Rang ein und sein Führer darf sich rühmen, zu den beliebtesten Dirigenten Berlins zu zählen. Maret Weber besitzt den großen Borzug, über der modernen Musifrichtung das rein Musikalische, Medolit und Harmonie, nicht zu vergessen. So bietet seine Musit, Don ihm und seinen Getreuen virtuos serviert, für jeden Freude und Anregung. Der Künstler ist in Lemberg geboren, wo er auch seine ersten Musikstudien betrieb. Später ging er dann nach Wien, um schließlich in Berlin bei Profeffor Joachim seine musikalische Aus bildung zu beschließen. Wie jeder wirkliche Künstler sagt auch er, daß man natürlich niemals von einer vollständig ausgereiften Kunst [ prechen tann und daß man immer auch ohne Schule lernt, um Neues, Vervollkommnendes zu finden. Ganz früh begann Maret Weber für die Musikplattenindustrie tätig zu sein und mehr als 1000 Blatten hat er bereits bespielt. Seit Jahren ist er für die Electrolo" verpflichtet, die seine besten Plattenschöpfungen herausbrachte; so sind in der letzten Saison die beiden Schlager Ramona" und„ Ich füsse Ihre Hand Madame" in Zehntausenden von Exemplaren verkauft worden. Maret Weber gestaltet sein Konzertprogramm stets angenehm vielseitig, indem er klassische Musik, Tänze und Operettenschlager abwechselnd zu Worte kommen läßt. Es soll ja auch heute noch altmodische" Menschen geben, die für all das modische Trara teinerlei Sinn haben und die Musik von ,, gestern" bei weitem vorziehen. Zu ihnen gehört unter anderen, wie der Künstler erzählt, unser Reichsaußenminister, der sich oft und gerne von Maret Weber etwas vorspielen läßt. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 1.19.2. Dienstag d 19.2 Staats- Oper Jitter inden A.-V. 45 20 Uhr Fra Diavolo Städt. Oper Bismarcksti. Turnus II 19 Uhr Othello Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. R.-S. 44 19 Uhr Hoffmanns Erzählungen an Gindarmenmarkt A.-V. 43 20 Uhr Gr. SCHAUSPIELHAUS 8: 200 × Casanova Nur noch 9 Tage Allred Jerger u. d. Starbesetzung Regie: CHARELL METROPOLTHEATER 8: Karlu. Anna Lustige Staatl. Schiller- Theater, Charlth. 20 Uhr Gespenster SCALA SUhr B5 Barbarossa 9256 4 Bronetts Con Colleano und weitere Varieté Attraktionen. Morgen, 3% nachmittags Sondervorstellung für Jung und Alt zu besonders ermäßigten Preisen von 0.50 bis 3 M. das volle Abendprogramm. In der Pause Kaffee mit Kuchen für 50 Pt. PLAZA Am Küstriner Plats Alex. 8067/65 Tägl.2 Vorstellungen 5 Uhr 50 Pf bis 1.-M. 8151.-M., 2.-M. INTERNATIONALES VARIETE Karten 8 Tage im voraus 8 Uhr CASINO- THEATER U Neu! Lothringer Straße 37. Neu! Kilometerllebchen Daza ein erstklassiger bunter Teil Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstige Preise Parkett u. Ran 80 M. Berliner Uik- Trio Neukölln. Lahnstr. Witwe mit FRITZI MASSARY Max Hansen Walt Jankuhn. Uschi Ellebt, H. Junkermann, W. Schaefiers. Beauty Girls, Jackson- Boys Ausstattg.: Prof. Ernst Stern Regie: CHARELL Sonnt. nachm.3U. 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Februar 1929 In der Bormittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mt. gezogen 2 Getoinne an 75000 4 Gewinne ju 5000 10 Gewinne au 3000 9 12 Gewinne au 2000 . 283411 .223363 337409 143762 169188 263319 280125 268312 19969 28717 93073 314077 329368 376592 28 Gewinne an 1000. 1473 7793 24615 134599 180758 180851 186017 234875 275395 291657 356504 373761 384021 395264 94 Geminne au 500 g. 7287 19346 29914 31016 40868 42395 43412 48920 60334 67973 92146 93540 94656 100737 111270 153830 154624 158057 158168 160235 164073 175086 187807 193501 199486 213252 214882 218390 226849 234697 235546 241039 243209 249990 259565 270538 272647 276852 277970 279163 287123 314308 316268 316813 232591 373568 381199 228 Gewinne au 300. 6791 6871 10489 12491 21271 22790 23692 23889 23914 33320 33801 47668 53369 56122 67704 58059 58511 58848 64157 64176 65731 67293 67516 71593 73252 74581 75380 77437 80284 82435 88768 90322 82469 96964 100738 109329 104701 106526 107743 111407 135714 137814 141718 148474 150908 155062 155307 165153 167986 169733 175687 179078 180035 185785 187674 188613 196679 199031 200410 204937 207081 210000 211835 212850 213025 216644 236695 235977 238674 239553 241967 243717 245022 245326 253348 261792 264501 266543 272683 272741 273678 274325 274339 274436 275226 284899 287323 288716 290966 291708 293290 295412 295904 300330 303338 308575 310843 316218 320581 324531 826965 334950 335365 338822 343053 347525 358758 374707 376981 378933 385213 888296 392489 392559 Bn ber Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 R. gezogen 4 Gewinne zu 10000.6178 211518 8 Gewinne en 3000. 94917 315411 319981 388772 12 Gewinne a 2000 L 38960 117357 263956 301271 373654 384616 22 Gewinne ja 1000 m. 46147 74837 101573 160191 210531 256606 306406 321268 346811 389947 398281 58 Betoinne an 500 R. 7482 29350 37985 39143 63962 57754 61503 85139 100405 103450 113135 157410 170234 182335 193081 197428 197997 207643 257595 262799 279392 287788 295540 296472 300353 332672 362769 372478 390713 180 Gewinne zu 300. 10308 17469 18034 18279 24230 38573 40399 43622 47865 51233 51349 57503 62203 63532 64592 67423 75937 104773 105402 116580 120418 121798 122761 124318 139974 149964 151612 151904 153861 164039 157128 161378 162610 167747 169869 177255 177946 180755 181987 188269 190122 190844 192282 197881 188417 207216 207961 208239 225179 245702 248526 248651 248736 248939 255364 257392 258610 271723 272151 273270 280106 285066 286268 287596 289152 290939 292154 304216 309768 312328 319919 320083 325147 329321 334376 337713 340100 344729 344812 347850 353721 333899 358209 36* 408 383067 383414 383686 384780 387438 399095 Im Gewinnrade verblieben: 2 Brämien an 500000, 2 Bew. zu 500000, 2 zu 300000, 2 gu 200000, 2 zu 100000, 2 u 75000, 4 a 50000, 6 zu 25000, 64 zu 10000, 120 au 5000, 300 zu 3000, 552 su 2000, 1198 a 1000, 3198 au 500, 8432 au 300 Mart Norden 12310 8U, Ende geg. 101/2 Die lustigen Weiber von Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem gleichnam.Schlager Rundfunkhörer balbe Preise Dtsch. 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Einäfcherung: Donnerstag, 21, Februar, mittags 12 Uhr, i. Rremat. Gerichtstr Am 15. Februar entschlief plöglich im 67. Lebensjahre an Serzichlag mein lieber Großvater ber ehemaline Steinbruden and Arantentaffen angeftelte Julius Friebel Um ftille Teilnahme bittet t Namen der Hinterbliebenen Elsa Friebel. Die Trauerfeier findet am Mitt woch. bem 20. Februar, abends 6 Uhr, im Krematorium Wilmers borf, Berliner Straße, statt Einlaẞ 6 Uhr. Eẞt Fisch dann bleibt ihr Jiflank gesünd. Frifth RIENER Bethhaus Morigplah 88a. Berlauf ver Ravalier- Garderobe, teils auf Geide. Jadett, Fred. Smotinganzüge, Gabarbinemäntel, Bandhanzüge, für jede Figur paffenb Extra- Angebote für neue Gar Derobe. Belajaden 50,- Belamäntel 95,-, Sportpelae 85,-, Gehpeize 100.Reine Lombardwarel Möbel Möbelhaus Stein, Beinbergsweg 24. Besonders günftiges Angebot: Schla zimmer 475,--. 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Februar, 15 Uhr, im Krematorium Baumschulenmeg. Am Freitag, dem 15. februar, entfchlier nach langem, schwerem Beiden meine liebe Frou Wanda Fischer geb. Bock. Albert Fischer, Tischler Berlin W, Kleiststr. 37 Die Trauerfeier findet am Donners tag. 21 Februar, vormittags 10% Uhr. im Krematorium Gerichtstraße ftait Dantjagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherungsfeier meines lieben Mannes Emil Thiele age ich allen Berwandten unb Betannten. iomie bea Rollegen der Firma Helfann& Bintel, dem Verband der Zimmerer, dem Arbeiter. Radfahrerbund Solidarität( Drts gruppe Charlo tenburg), den Mietern des Hauses und dem Roner der Freibentet meinen innigsten Dant. 3m Namen der Hinterbliebenen Luise Thiele, geb. Thieme und Kinder. Charlottenburg, Ramminer Straße St. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Frau und guten Ruttchens. unferer lieben Tochter, Schwefter, Schwiegertodyter, Schwagerin und Tante Lina Schilke fagrn wir allen Freunden, Be annten und Kollegen unieren innigften Dant 3m Namen der Hinterbliebenen Karl Schilfe Bin Lichtenrade, Gieblung III, Nr. 8 fowie-dreherinnen. Babagebinje. metalle, Blatinabfülle, Sinu Quedfilber, SilberfchatelarSelbichmelzerei Chriftionat. Ripenider trake 39( Salteftelle Adalbertftrake) Rünzen, Briefmarken lauft Groß. mann, Johannisstraße& Unterricht der Metall- und Revolverdreher Technische Privatschule Dr. Berner. Regierungsbaumeister, Berlin, Neander traße S Maschinenbau, Elektrotechni. Tagesordnung: 1. Bortrag über Sochbau, Tiefbau, Steinmetzschule, Sei. Marg ober Batunin Referent: Rolieg sungstechnit. Sechniterfucfe, Meifter Sans Less. 2. Distuifion 3 Branchen- Lurie, Balierlucfe. angelegenheiten und Berichiebenes. 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