Nr. 11. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Numiner mit illuftr. Sonntags-Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterretchUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 18. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ezialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Quikkung. In den Monaten November und Dezember v. 3. find theils bei dem Unterzeichneten, theils bei dem Genoffen Soenen Hamburg folgende Parteibeiträge eingegangen: a) in Monat November: Dienstag, den 14. Januar 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. binder, Grünstraße 5,-. Binnober 20,-. D. 23. 50,- Die Presse und der Kapitalismus. Midas, der Fabelkönig des Alterthums, hatte die EigenAm Golde hängt, nach Golde drängt ja alles." Und findet der Kapitalisms zu Hause nichts mehr, woraus er Gold machen kann, dann rennt er über das Meer nach Kalifornien, nach Australien, nach Afrika, überall hin und wühlt im Dreck nach dem Drecke". Pankower Geburtstagsfeier 1,50. Metallarbeiter- Landpartie nach Stolpe 1,-. Bierkonsumenten d. Kontobücherfabrik v. 3. 10,-. E. S. 2,-. Ueberschuß e. Kneiperei 18,11, 10,50. H. Breberedt schaft alles was er berührte, in Gold zu verwandeln. Die 10, Sechs rothe Buzzer 2,-. Rothe Maler, Landarbeit schlauen Griechen, welche das Wesen der Goldmacherei be Roblenz, Riga 10,-. A. S. 1. Kommis B. G. 2,50. 28. 5,-. Von 3 rothen Meistern der Damenmäntelbranche- griffen und ihren Gott der Kaufleute zugleich Gott der B. 5,-. Von 3 rothen Meistern der Damenmäntelbranche- Spizbuben sein ließen, versahen den Goldkönig mit Esels. Altona 1000,- M. Aprath 10,-. Achim, von den Innung 3,-. Rothe Korbmacherhochzeit 2,25. Nord" 25, Rothen 55,-. Auerbach i. V. 15,-. Berlin, Beiträge der Schief 3, Berlin, Beiträge der Schief 3,-. Neuer Anhänger 3,-. J. G., zur Auflösung 6,- ohren, um anzudeuten, daß zur Gold- und Geldmacherei Wahlkreise: 2. Kr. 400,-( darunter durch P. D. 3,-, Ueber- Vom Teufel-50. Meffinglinien- Abtheilung von Wöllmer 3,95. kein höheres, kein hervorragendes Genie gehöre. schuß v. Jakob" 8,40), 6. Kr.( Wedding) 1050,-( darunter Rund- R. Cl. Holzmustel 4,10. H. Krüger 2,-. Von mehreren Der moderne Kapitalismus hat mit dem König Midas gefang Stolpe 1,-). Berlin, div. Beitr.: P. S. 50,-, A. B. 50,- Schmierfinten" gesammelt auf der Hochzeit von S. 3,20. Ge- bie Eigenschaft gemein, alles was er berührt in Gold zu Dr. L. A. 20,-, Bierpros. d. rothen Schloffer v. Martinicenfelde 9,-burtstag Ritterstr. 20 2,85. Werkstatt W. 73 3,-. Verlobungs- verwandeln. Das einzige Interesse, das er an Menschen gefammelt von Bielbewußten Bülowstraße 4,-, gesammelt beim feier 1,15. Pianofabrit R. J. H. 5,-. Rothe Kindtaufe und Dingen nimmt, ist: Gold aus ihnen zu machen. Und Geburtstag i. d. Sandt. 1,-, Bürger Null 50,-, rothe Buch- Brandenburgstr. 1,50. Amer. Autt. b. Seidel, Gerichtsstr. 1,65. alles wird so lange der Zauber währt- unter seinen binder Grünftr. 5,-, sächsischer Genoffe in Moabit 40,- Freunde trotz alledem 10,-. Joh. Bab 2, Mäßigkeitstrinker Händen zu Gold. Alles ist Geschäft. Die Liebe, die Ehe, Burgsteinfurt, B. 13,20. Birkenwerder, rothe Geburtstags- Berlin W. 2, Liebesfr., amerit. Auft. bei der Weihnachts- Händen zu Gold. Alles ist Geschäft. Die Liebe, die Ehe, feier 2,50. Cottbus, S. 10,-. Döbeln 40,-( darunter mehrere befcheerung 10,40. Gine R. Mißvergnügter 3,-. Bochum, durch die Politit, Kunst, Wissenschaft alles Geschäft, alles nur Genoffen 10,-). Elsaß, Chemikus 5,-. Erlangen, bartlose R. den Vertrauensmann 50,-. Breslau, ein armer Teufel 5,- Mittel zum Gold machen. 2,30. Greiz, Genossen v. G. und Umgegend aus Freude Breslau 600,-. Blantenhain, mehrere Rothe 8,-. Bulach, über den 47. 100,-. Gräniß in Sachsen, Gräniz in Sachsen, rothe Kindvon Genoffen 6,50. Bergedorf, W. R. 30,-. Barmen taufe 1,15. Görlig, aus dem Wahlkreise 50,-. Goslar, 100,-. Bischofswerda, rothe Hochzeit 2,30. Cottbus, von den Tabafarbeitern 5,-. Hirschberg i. Schl. 11, S. 10,- Dresden, rothe Rindtaufe, Schüßenhaus 8, Hamburg, Neubau Veddelstr. Tunnelstr. 20,-. Hamburg, Eupen, v. einer fl. R. Schmierfinken" 8,-. Gutin, G. 3. 14,40. 2. Wahlkreis 1000,-. Hamburg, rothe Bude Hopfenmarkt 20,- Effen, rothe Hochzeit Nr. 275 4,15. Faltenberg( Oberschl.) 2,-. Halle a. S., rothe H. 5, Jastrow, Ueberschuß einer Volks- Freiburg i. B., Unser die Welt tros alledem 10,- FinsterDreck! Pfui das häßliche Wort. Nun, die Ihr die verfammlung 4,- Kalt 110,-( barunter v. Boller Genossinnen walde, D. 2, rothe Hochzeit 4,80. Falkenstein i. B. 5,35. Nafen rümpft, nur nicht so zimmperlich Ihr greift und Genoffen 10,-). Lüdenscheid, durch den Vertrauensmann Goldberg i. Schl., durch den Vertrauensmann W. H. 20,- insgesammt gierig nach dem Dreck", wo immer sich Ge 30, Landskrona( Schweden) v. Steinmeßen und Bildhauern Gera 100,--. Hannover 1000,-. Hamburg, von den legenheit bietet denn der Dreck, das ist blinkendes, 11,70. Mylau, gesammelt von mehreren jungen Leuten am Bigarren- Arbeitern der Tabatarbeiter Genossenschaft ber Tabatarbeiter Genossenschaft 50,- gleißendes Gold, und das gute deutsche Wort, das Ench bes 2. November 1,20. Nienburg a. W. 150,- Neuendorf bei No- Hamburg, Unbekannt 45,- Hamburg, Simon's Schub leidigt, ist ihm aufgeprägt worden von einem Mann, den wawes, P. H. 1,-. Neu Ruppin, rother Geburtstag 1,20. fabrit 10,- Hamburg, Lotterie zum Kleinen Waffer- unser eleganter Herr Kriegsminister mit dem deutsch- franOsnabrück 20,-. Ottensen durch H. 1000,-. Plauen i. B., Stamm- thurm 3,65. Hamburg- Barmbet, Weihnachten 1889 5,50. Ham- zöfifchen Namen, im Areopag des Voltes der Denter, einen tisch Deutscher Hof" 25,-. Pforzheim 10,- Rawitsch 20,- burg, ein oller ehrlicher Seemann 10.- Hamburg, 3. Wahl- Schmierfinken" genannt hat, den das deutsche Volt aber ( darunter amerikanische Aktion 6,10). Rothenthal, Genoffen zur freis 1000,-. Hamburg, Bigarrenfabr. Bize 46, Hamburg, noch ehren und lieben wird, wenn besagter Herr Kriegsminister Hamburg, Rirmeß 3,50. Rendsburg, rother Geburtstag bei Horn 3,30. Weihnachtsfreude 9,80. Hamburg, Maurer Bau Hoheluft Reiherstieg, Kneip- Ab. bei Horn 3,- Ronsdorf, durch den Ver- Chauffee 4,90. Königsberg,( R. M. 10,- Konradsthal i. Schl. 2,50. nebft Zubehör und Anhängsel längst vergessen sein trauensmann 40,-. Schtendig, v. Genoffen 50,-. Teltower Laufigt, durch H. D. 5,-. Limbach i. V. 3,-. Luxemburg, 2. 200. wird von einem gewissen Ferdinand Freiligrath. Kreis 100,-( darunter v. Steinberg 30,-). Unna, gef. v. Ge- München, Waldläufer 5,-. Mannheim, v. Genossen 50,-. Mustau, Und wir bitten auch uns das Wort zu gestatten und ihm nossen in Unna und Billmerich 30,-. Vohwinkel, rothe Kind- v. Genossen 15,-. Mylau, v. mehreren Genoffen 13,50( darunter das ungerechterweise entzogene Bürgerrecht wieder zu ge taufe 3,- Waldenburg i. Schl. 150,-. Wunsiedel, Ungenannt amerit. Aukt. 3,50). Neudamm 4.- Netschtau, frische, grüne währen, weil unsere Sprache kein anderes Wort hat, durch 3,-. Zwickau, Ueberschuß der Landtagswahl 100,-. Hauer 1,20. Nürhausen 30,-. Ottendorf- Okrilla, Köller a. D. das es vollständig ersetzt wird. b) Im Monat Dezember. 3,50. Offenburg i. B., durch den Vertrauensmann 10,-( dar. $ Altona, Brüderlichkeit 10,-- Aachen, durch den Vertrauensmann 100,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Kr. 800,-( darunter Uebersch. v." Jakob" 8,40, Gtl. Süd 10, Rottbus 2, Jule Ritterstr. 91, 15,-. Former 4,50, Bier prozente 41,-). 4. Kr. Trotz Köllerei und alledem 3013,65 ( bar.: ein Maibild 3,-, Kranzüberschuß v. Grauert, Stralau 10,65). 6. Kr. 1000,-( darunter: Moabit, trotz alledem 1. R. 10,- G. Kl. 6,10, Stromstr. 5 1,50, Wedding, Nettel beckplatz 2, gesammelt bei einer Hochzeit 8,10, Potpourri 477 6,70). Berlin, diverse Beiträge: Dr. 2. A. 20, S. 2. 50,-. Durch Braun 100,-. Broncewaarenfabrik Adalbertstraße 15,-. Buchbinderei von Bading 10,-. A. R. 20,-. Durch H. G., Gollnowstraße 18,85. Schneiderwerkstatt Glüders 10,05. Arbeiter von Schuster u. Bär 22,45. Rothe Buch29 29 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Sie sind uns willkommen." Wenn ich dabei auf einen herzlichen Gruß an Ihre Ronfine einen Gegengruß erhalten könnte, würde es mich doppelt freuen. Der schönen Vermittlerin und deren ebenso reizenden Tochter empfehle ich mich also, auf Wieders sehen!" Er nahm den Handschuhkasten und ging. Sein Zweck war erreicht, er hatte Gindruck hinterlassen, da die Damen ihn freundlich verabschiedeten. Clotilde sah in ihm einen Mann, der gern etwas Gutes thun will. Für Georgine fonnte nichts erfreulicher sein, als eine Neuigkeit, eine Gelegenheit, die sie zu Blanka führte mit Nachrichten von Bergkuhn. Dieser hatte eine neue, vielversprechende Bekanntschaft eingeleitet und dann vielleicht eine alte wiedererobert, darum nur war es ihm zu thun. Er hatte den edelmüthigen Wohlthäter gespielt, um sich dem jungen Mädchen interessant zu machen, um sich in sein Haus und Herz einzuschleichen. Zwischen Bergkuhn, dem Lieutenant Sheven und Mary Segler hatte ein Borkommniß stattgefunden, welches Bergkuhu jede Begegnung mit diesen beiden vermeiden hieß. " v. Metallarb. 7,52). Perleberg, am Weihnachtstisch gef. v. Frau das Heiligthum, um das die Besten und Edelsten der Nationen, Und Achtung vor dem Dreck! Denn aus ihm besteht P. 3,24. Bilghausen- Höhscheid, durch den Vertrauensmann 50,- Reichenbach i. V., alte Garde 50,-. Ronsdorf, durch R. 20,-. Spa 1,60. Solingen, durch W. Mo. 13,20. Steglig, Jn 30,- Schwebt a. D., von Genossen durch R. 50, Solingen, ruhig Blut 1, Saargemünd 1,30. Spandau, Hoch zeit Nr. 335 3,- Solingen, Schleiferei Lünenschloß 18,50. Solingen, durch R. W. v. d. alten Garde 12,50. Tiefenfurt 6,90. Treptow a. R. 2,50. Waldheim, gesammelt im Bergschlößchen 5,50. Weißenfels, durch K. 50,-. Zürich, von zwei studirenden Genossinnen 2,-. Hamburg- Eimsbüttel, 9. Januar 1896. Für den geschäftsführenden Ausschuß: A. Gerisch, Eichenstr. 4, I. die Ordnungsstüten all, in brüderlichem Verein mit den Hammerstein, den Arton, den Cornelius Herz anbetend herumwirbeln in wildem Rorybantentanz,- das Heiligthum, vor dem die goldene und filberne Internationale und sogar auch die schwarze trok frommen Augengeblinzels sich in den -Staub werfen, um ihre Huldigung darzubringen. tausendmal mehr Anbeter hat, als zu den Zeiten des Moses, - das ist der berückende Giftbaum, an welchem Bürger, Pfaffe und Junker in stürmischem Wetteifer herumschütteln. Der Dreck das ist das Goldene Kalb, das heute Bergkuhn fürchtete sich so sehr vor ihm, daß er noch reinen Herzens. Nun ich, von der Noth getrieben, glaubte, der Lieutenant könne ihm noch als abgeschiedener schuldig geworden bin, komme ich noch zu der zweifelhaften Geist erscheinen, die Pistole auf ibn richten und ihn nieder- Ehre, eurer Bekanntschaft theilhaftig zu werden. Ich habe schießen wie einen Hund. Ein tiefes Geheimniß schwebte jetzt einen Titel. Was fragt ihr nach dem Innern, wenn über jenem dereinstigen Vorkommniß; nur einer fannte es, nur das Aeußere, der Titel, dem Namen ein Anhängsel giebt, dies war Theodor Baron von Rürdorf, der in den Blättern was glänzt. Der König hat mit mir gesprochen, jetzt beeilt Fräulein Mary Segler aufgefordert hatte, sich zu melden ihr euch, ihm wohlgefällig zu werden, jeder sucht zur Empfangnahme eines für sie bestimmten Erbgutes. ihn an Freundlichkeit zu überbieten. Als Georgine sich anschickte, den Bazar zu verlassen, wurde sie noch von mehreren Damen mit verbindlichen Worten ausgezeichnet. Es wurde anerkannt, daß ihre und ihrer Tochter Anwesenheit dem Unternehmen eine große Summe und einen glänzenden Abschluß gebracht hatte. Die Reserve und Zurückhaltung, mit der man Georgine beim Eintritt begegnete, war verschwunden. Der Erfolg des naiven und unschuldigen Wesens Clotildens hatte auch Georgine wohlgelitten gemacht. Die Scheu und Befürchtung, als dufteten die beiden nach einer Atmosphäre, welche nach Raub und Mord roch, war gewichen. Die Damen des Vereins rechneten es sich vielmehr zum Verdienst an, daß ihre Klugheit ein so ausgezeichnetes Mittel zum Zweck ausfindig gemacht. Danach kamen die Auszeichnungen, welche der König Clotilden erzeigt, nicht dieser, sondern den Vereinsdamen Dann sagte sie laut zu Clotilde: Ranntest Du denn den Baron von Kürdorf, aus dessen Bouquet Du eine Rose nahmst und noch an der Brust trägst?" Ach ja, Mama, das ist ja der Herr, der mich aufgehoben, als ich auf dem Eise so arg hingefallen war." " Du sagtest aber doch, er habe nicht mit Dir ges sprochen." " Das hat er auch nicht, erft heute erfahre ich seinen Namen. Er hob mich auf und ich stützte mich dann an Gretchen Klemm, die mit mir gefahren, darauf brachte er mir meinen Muff und verschwand, ehe ich mich bei ihm bedanken konnte." " Das müssen wir nachzuholen suchen, denn ich sehe, Ihr habt Euch beide einander sehr gut gemerkt". " Ich habe ihn gleich wieder erkannt, und werde es ihm nicht vergessen." Der Wagen hielt, sie waren am Brambach'schen Haufe angekommen. Clotilde sprang aus dem Wagen in das Haus, Georgine folgte ihr, befahl aber dem Kutscher: Halten Sie, ich komme bald wieder, um weiter zu fahren." Er wollte von Blanka den Aufenthalt der Mary zu gute. Segler wissen, um sie nicht aufzusuchen, nein, um ihr aus- Man betrachtete deshalb die Einführung Georgine's weichen zu können. in die gute Gesellschaft" als„ von oben" genehmigt und gutgeheißen, beeilte sich darum, ebenfalls gnädig und wohlwollend zu sein. Georgine und Clotilde wurden beim Abschiednehmen Er hatte sich schmählich gegen dieses verlobte Paar mit Freundlichkeit und Elogen überschüttet. Der Wagen in einer Geldangelegenheit benommen, und wenn er es auch stand wieder bereit, die beiden Heldinnen des Tages aufauf den Rath seiner Schwiegermutter, der Gräfin Klary, zunehmen, diese stiegen ein, um nach Hause zu fahren. gethan, so fürchtete er sich doch, den beiden unter die Augen Georgine lächelte farkastisch. Sie blickte im Wagen zu treten. stumm, in Betrachtungen versunken, vor fich hin Jezt hieß es zwar, der Lieutenant und spätere Haupt- und sagte zu sich selbst: Dihr hochfahrenden, klugen mann sei gestorben, aber er war unter Umständen ins Damen! Als ich noch die einfache Bürgersfrau war, Namen unterzeichnet habe ich ja öfters in unserem KonAusland gegangen, welche vermuthen ließen, daß er für die da miedet ihr wich und wolltet mich nicht kennen, ihr turrenzblatte gefunden. Er schreibt also für das ButtelHeimath todt sein wollte, auch wenn er noch lebte. sahet mich höchstens über die Achseln an. Damals war ich meier'sche Blatt Feuilletonartikel. Sie fand ihren Mann schon vor Clotilde stehend, wie er sie im Schmucke der königlichen Schärpe bewunderte. In fliegender Eile erzählte Georgine mit großer Genug thuung die Erlebnisse im Bazar. Auch die Begegnung mit dem Baron von Rürdorf erwähnte sie, daß er ihr ein Bouquet verehrt und sich für Clotilden zu interesfiren schien. Baron von Rürdorf?" sagte Brambach, mit diesem Mibas hängt am Gold, rennt nach Gold, macht aus allem Gold. Wer kennt nicht die prächtige Stelle aus dem Rommunistischen Manifest"? " Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Thätigkeiten ihres Heiligen scheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poëten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt." Und namentlich auch den Zeitungsschreiber, der in dem Manifest nicht besonders aufgeführt wird, den wir aber jetzt besonders im Auge haben. Zu den ehrwürdigen Thätigkeiten" gehörte weiland in erster Linie die Thätigkeit der Presse. Die Presse war das Bollwerk der bürgerlichen Freiheit, das Fundament der bürgerlichen Gesellschaftsordnung und Moral, die sechste Großmacht, die höchste Macht in jedem einzelnen Staat, die Obermacht über alle Mächte. Mohlan, der Kapitalis mus hat diese Obermacht in seine bezahlte ohn arbeiterin verwandelt" und, wie das Kapitalistenfitte, gleichzeitig in seine Dirne. Gesellschaftsrettern, vor den Anarchisten der Panama- und Bei der am 9. Januar stattgehabten ReichstagsSüdbahn- Standale und der Cafimir Perier'schen Ausnahme- Ersatzwahl im Wahlkreise Diedenhofen Bolchen wurden gefeße zum Schuße der großen Diebe. nach amtlicher Feststellung 14 579 Stimmen abgegeben. Und mit dem Krach der Millionen Spizbuben tam der Gewählt wurde Gutsbesitzer Charton in Sierd( flerital) Rrach der Preffe. Ein Krach, wie ähnliches nicht das mit 10 972 Stimmen. Der Gegentandidat Gea gewesen. Eines schönen Morgens entdeckten die meisten schäftsreisender Schleicher in Mez( SozialLeiter der Pariser Zeitungen, daß sie bankrott waren. Wenn demokrat) erhielt 3500 Stimmen. wir sagen: die meisten, so ist das immer abgesehen von der sozialistischen und von zwei oder drei ausnahmsweise günstig gestellten bürgerlichen Blättern buchstäblich wahr. Hier haben unsere Genossen 2996 Stimmen gewonnen, während unsere Gegner 3979 Stimmen verloren hahen. Die Erfolge sind ebenso für unsere Partei glänzend wie beschämend für unsere Gegner. Mitte Juli und Ende Dezember vorigen Jahres veröffent Bei den Reichstagsnachwahlen in Elsaß- Lothringen lichte die Bossische Beitung" über die Pariser Presse zwei sind Wahlzettel, in denen der gedruckte Kandidaten Name Artikel, die, wie uns aus bester Quelle bestätigt wird, auf durchstrichen und ein anderer Kandidaten- Name geschrieben genauefter Sachkenntniß beruhen. Es wird darin nach: war, für ungiltig erklärt worden. Das ist wider gewiesen, daß die Pariser Presse, seitdem dem Schwindel das Gesez. Nach den wiederholten Entscheidungen der und der Erpressung das Handwerk gelegt ist und der Wahlprüfungs- Kommission und des Reichstags selbst sind Staatsanwalt den Spizbuben und ihren Helfershelfern solche Stimmzettel giltig. nachdrücklich zu Leibe geht, beinahe alle Pariser Blätter die ökonomische Basis verloren haben und in der Die füdafrikanische Angelegenheit hat durch die bei bisherigen Weise nicht weitererscheinen können. Es heißt da aller Vorsicht und Festigkeit durch entgegenkommende Politik In keinem Lande tritt das so klar, so plastisch, so in dem Artikel vom Juli: der Burenrepublik eine friedlichere Wendung genommen. klassisch hervor wie in Frankreich, dessen Volt vor allen" Die Pariser Tagespreffe erleidet in diesem Augenblick eine Jameson und seine Truppen werden durch Natal nach andern Völkern das Talent hat, die sozialen und schwere Krise. Gewisse Nebeneinnahmen, von denen England an Bord eines Flottentransportschiffes überführt politischen Entwickelungsphasen mit künstlerischer Bollendung manche Blätter hauptsächlich oder ausschließlich gelebt haben, werden. und Anschaulichkeit auf der Weltbühne darzustellen. Die verfiegen infolge der geräuschvollen Expreffungstlagen der letzten Gleichzeitig ist einer Meldung aus Rapstadt zufolge französische Presse ist bekanntlich ein Kind der großen zeigen eine Neigung, ganz zu verschwinden, Gründungen der an der Spize der in Johannesburg konzentrirten Monate, die Anzeigen, die hier niemals reichlich flossen, der Präsident der Transvaal- Union Charles Leonard, Revolution. Jünger als die englische Schwester hat sie im und Anleihen waren in der letzten Zeit gleichfalls felten, und so englischen Partei stand, gestern Abend im Seebade Sea Staatsleben eine ebenso wichtige Rolle gespielt. Und zwei waren die Zeitungen ungefähr ganz auf die Einnahmen aus den Boint bei Kapstadt verhaftet worden. Ebenso ist es den Menschenalter hindurch eine wie ruhmvolle! Beau- Abonnements und dem Einzelverkauf angewiesen. Diese Einmarchais den man schon zurechnen kann nahmen genügen aber ta um einem Biertel der hiesigen Mitgliedern des Reformkomitee's im Randdistrikt Solly, Camille Desmoulins, Marat, Paul Louis Tagesblätter zum Leben." Joel und Bettelheim ergangen. Alle die Genannten find Courrier, Armand Carrel, Godefroi Ca- Und in dem Artikel aus vorigem Dezember lesen wir: des Hochverraths gegen Transvaal beschuldigt. Ueber dies vaignac welche Reihe glänzender Geisteshelden, in deren Die Pariser Presse fährt fort, durch viele Heinere und selbe Angelegenheit liegt noch folgendes Telegramm vor: Pretoria, 12. Januar. Heute wurde die gerichtliche Händen die Feder zum Schwert wurde. Die Presse war größere Anzeichen die ängstliche Lage zu verrathen, in der es, die den Vorkampf führte gegen die verrottete Gottesgnadenie fich befindet. Seit es keine Finanzgeschäfte Ermächtigung zur Beschlagnahme des Eigenthums von 64 in die Monarchie der Restauration; die Presse war es, welche im größeren Stiles mehr giebt, hat sie auf teine Aufstandsbewegung im Rand verwickelten Personen verlangt. außerordentlichen Einnahmen zu rechnen. Der Goldminen- Die Zollbeamten öffneten heute einen großen eisernen Schrank, Juli 1830 den Handschuh aufnahm, den das absolute König- fchwindel schien wenigstens einigen Blättern neue Kriegsmittel welcher einem gewissen Farrar, einem der Aufwiegler vom Rand, thum ihr in den Breßordonnanzen hingeschleudert hatte, und zuzuführen. Allein der Zusammenbruch diefer Spekulation hat der gegenwärtig in Gefangenschaft ist, gehört. In demselben welche Frankreich von dem Schmutz des Bourbonenregiments auch diefe Quelle versiegen machen. Die ordentlichen fanden sich 100 Revolver und 7000 Patronen. befreite; die Presse war es, die das faule Bürgerfönigthum Einnahmen gehen beständig und erschreckend zurück." In Bloemfontein hielt der Volksraad des Dranjeunterhöhlte und die Februarrevolution vorbereitete. Der Korrespondent der Bossischen Beitung" bringt Freistaats eine besondere Sigung zur Berathung der Von nun an jedoch wendet sich das Blatt. In der eine Menge von Beispielen, welche das Elend der Pariser Transvaal- Krisis ab. Der stellvertretende Präsident Junischlacht schieden sich die Klassen; und auch nach ihrer Presse beleuchten. Die Prostituirte des Kapitals einft gab der Entrüstung über das Vorgehen Niederlage beherrschten die siegenden Geschlagenen" das die stolze Hüterin der Freiheit und Volksrechte hat, nachdem Dr. Jameson's Ausdruck, wie auch der Genugpolitische Schlachtfeld. Mit Ausnahme der wenigen Organe, fie die Orgien des Kapitalismus in Saus und Braus thuung über die Verurtheilung seiner Handlungsweise bie das Proletariat färglich erhalten konnte, fiel die Presse mitgemacht, teine Existenzmittel mehr, weil der von einem feitens des Staatssekretärs Chamberlain und in die Gewalt der nur noch auf Unterdrückung des Tugendrappel ergriffene Staat die Orgien des Kapitalismus Jameson's Niederlage; Niederlage; es sei zu hoffen, daß die Brolet ariats bedachten Bourgeoisie; aus dem Hammer, der eingedämmt hat und gegen die Preßprostitution streng ein Bermittlung des Gouverneurs der Kapkolonie, Stobinson, zu Retten zerbrach, wurde ein Hammer, der Ketten schmiedete. schreitet. Kein Dirnenfold und keine Trinkgelder einer friedlichen und billigen Lösung der Schwierigkeit Und je mehr die Bourgeoisie, in der tollen Jagd teine Presse. führen werde. nach Gold, ihre alten Jdeale verleugnete und unter die Erst herabgewürdigt und prostituirt, dann ruinirt Füße trat, desto tiefer sank die Presse. Sie wurde Geschäft das ist die Wirkung des Kapitalismus auf die Pariser in des Wortes nieberstem Sinn, und wenn sie ihre Macht Breffe einst die glänzendste, mannhaftefte und ritterlichste zeigte, geschah es nur, um ihren Kaufpreis zu erhöhen. Was der Welt. Tugend? Was Prinzip? Gold! Gold! Virtus post An seinen Werken sollt ihr ihn erkennen." nummos! Erft Gold, dann Religion, Ordnung und Sitte! Das ist der Kapitalismus. So erfüllt er seine KulturGold, Gold! mission: die ganze menschliche Gesellschaft in den PanamaUnter Napoleon dem Kleinen, unter der britten sumpf hineinzustürzen. Republik tanzte die Presse mit in dem wüsten Reigen Midas, der eselsohrige Fabelkönig des Alterthums, verum das goldene Kalb. Sie war zur feilen Halb- hungerte inmitten seines Goldes. Das war ein grausamer weltbdame herabgesunken, die blos noch den einen Tod, aber reinlich. Gedanken hat, den Millionen- Tagedieben und Millionen- Der moderne Midas stirbt keines so reinlichen Todes; Spißbuben des Rapitalismus, von denen sie unterhalten" er hat zu der Eigenschaft, alles was er berührt, in Gold wird, möglichst viel Geld abzunehmen nach Art der zu verwandeln, auch die andere Eigenschaft empfangen, was übrigen Halbweltbamen. Und nach Art der niedersten er in Gold verwandelte, zurückzuverwandeln in Dreck, aus Dirnen hilft die Presse mit bei dem Plünderungswert, dem es gemacht worden. lockt die Gimpel ins Garn, rupft fie, erkauft ihr Schweigen er erstickt im Dreck. furz vereinigt mit dem Geschäft der Prostitution das der Beutelschneiderei. In frischem Gedächtniß ist der große Panama- Raub, die unzähligen anderen ber große Südbahn- Raub Raube. Und wurde ein Raub verübt, bei dem die Dirne Er verhungert nicht im Gold; Politische Neberlicht. Berlin, 18. Januar. über Aus Johannesburg wird vom 12. Januar ges meldet: Präsident Krüger erließ einen Aufruf an die Bürger, fie möchten der Regierung helfen, die Südafrikanische Republik zu einem Lande zu machen, in welchem Mitglieder aller Nationalitäten brüders lich nebeneinander wohnen können. Des weiteren meldet das Reuter'sche Bureau" aus Johannesburg, die Verweigerung der Bäffe sei aufgehoben. Die Einberufung der Burghers höre auf, allein diejenigen, welche bereits unter den Waffen stehen, harrten in der Nähe von Johannesburg ihrer Befehle. Dr. Jameson und feine Offiziere hätten Pretoria noch nicht verlassen. Zum Transvaal= Lärm. Der Vorwärts" war das erste deutsche Blatt, das auf das Bedenkliche des vom deutschen Kaiser an den Präsidenten der Burenrepublik geschickten Telegramms hinwies. Wer mit eng lischen Verhältnissen und Stimmungen einigermaßen vertraut ist, mußte die Wirkung voraussehen. Die Faffung des Telegramms aus welcher ein indirekter An griff auf vermeintliche englische Rechte oder Ansprüche herauszulesen war, mußte den schlimmen Einbruck Der Reichstag fette heute die erste Berathung des noch vermehren, ben auch ein vorsichtiger gehaltenes nicht mithalf, so expreßte fie Gold mit dem Revolver in Margarinegefeges fort, das von rechts und links Sympathie- Telegramm hervorgebracht hätte. Die Engländer der Hand. gleich heftig bekämpft wird. Dem Fortschrittler Weiß ist tönnen sich nun einmal nicht vorstellen, daß eine inter So lange das Naubgeschäft blühte, blühte auch das es zu entgegenkommend und den Herren Agrariern, bem nationale Rundgebung eines Monarchen ein rein persönlicher Dirnengeschäft. Die Presse ging in Sammt und Seide, fie Antisemiten Hufert und dem Bauernbündler Plöß ist es Akt, eine bloße Privathandlung sein könne. hatte die Taschen voll Gold und tonnte schwelgen mit den nicht entgegenkommend genug. Diese Herren haben be- Dies wird von den Heißspornen, die das Vorgehen geschwollenen Rittern der hohen Finanz. Es regnete Gold tanntlich nie genug, und je mehr die Regierung ihnen bietet, des Raisers im ersten Moment überschwänglich bejubelten, für Reklamen und Annoncen. desto hungriger werden sie. Ergötzlich ist es, wenn jetzt auch eingesehen, denn von der geplanten Hurrah Da kam der Krach. Blase platte nach Blase. Eiter sie ihre Fürsorge für des armen Mannes Magen Interpellation im Reichstag ist es ganz still geworden. Angeschwür brach auf nach Eitergeschwür. Die Republik in öligen Worten betheuern. Nicht darum ift's gesichts der Schädigung, welche die deutschen Intereffen rutschte in den Moraft fie mußte sich retten vor den ihnen zu thun, ihre Butter thenrer zu verkaufen, burch Erweckung des englischen Chauvinismus erfahren, behüte!, sondern nur darum, daß das Volk sich den ließe sich auch tein patriotisches Brillantfeuerwert los. Ein Gedanke durchfuhr den Kopf Brambach's. Er trat bie Hütten der Armen gehen und sehen, was das Volk ißt, die Verpflichtung empfinden, in der Sache vorzugehen, um Magen nicht verderbe. Nun, die Herren sollten einmal in brennen. Dagegen wird man auf anderer Seite wohl and Fenster, während Georgine ihre Garderobe veränderte fie werden nicht viel finden, woran es sich den Magen fie werden nicht viel finden, woran es fich den Magen und Clotilde nach ihrem Zimmer hüpfte. Da böte fich vielleicht Gelegenheit, dachte Brambach nicht verdirbt. Recht ergöglich war auch die freundschaft. womöglich einer Wiederholung solcher Fatalitäten vorzubeugen. bei sich, dem Buttelmeier eine tüchtige Kraft zu entführen. liche Auseinandersetzung der Minister Bötticher und von Wenn ich diesen Baron als Redakteur engagire und Hammerstein mit den Agrariern. den Kopf meines Blattes seßen kann: redigirt an von Baron von Rürdorf- gewinne ich beim Abel und der Aristokratie und nehmte dem Konkurrenten den Hauptzugpunkt seines Blattes. Ich muß ohnedies mit dem alten Personale aufzuräumen suchen, das aus dem Fortgange und Aufschwunge des Geschäftes Verdacht schöpfen könnte. Aber der Wagen hält ja noch immer?" " Ja das jagte ich Dir noch nicht," entgegnete Georgine, ich will zu Blanka, um Da hast Du recht," fiel ihr Brambach in die Rede, Da hast Du recht," fiel ihr Brambach in die Rede, ich brauche Um ihr einige Neuigkeiten und Fragen von ihrem ehemaligen Liebhaber zu überbringen." Bon Bergkuhn?" " Ja, er will morgen bei uns vorsprechen um sich Antwort zu holen." Wenn man so heftige Worte hört, könnte man wirt ich glauben, die Herren seien böse aufeinander. Wer aber den Regen von Liebesgaben betrachtet, der auf die Herren Agrarier niederrieſelt, der weiß, daß das die beste Liebe ist, welche sich manchmal zanft. Nach einigen Bemerkungen des konservativen Rettich, der in Butter, Margarine- und Brotvertheuerung das Heil des Staats erblickt, wurde die Debatte geschlossen und das Gesetz vor eine Kommission verwiesen. Wenn nun deutsche Chauvinisten unschuldig fragen: Das Telegramm des Kaisers war ja ganz harmlos!, so sei nur auf den Reichsboten" vom Sonnabend hingewiesen, wo S. 8 des Hauptblattes, Spalte 2, 3. 14 von oben wörtlich zu lesen steht: Das Telegramm, durch welches England in den Bann der Völker gethan ward." Ist das nicht deutlich genug? Unsere Genossen Harm und Herbert namentlich Und der hier traß ausgedrückte Gedanke, daß England erfterer legten den eigentlichen Zweck des Gesetzes dar: Grundämmtlichen konservativen und nationalen" Beitungen Nahrungsmittel- Bertheuerung zum Vortheil der Grund- isolirt" werden muß, findet sich seit Monaten in befizer; und beide übten scharfe und treffende Kritik. Ge Deutschlands mehr oder weniger scharf ausgedrückt. Glaubt noffe Harm zog sich bei dieser Gelegenheit einen Ordnungs- man, daß in England deutsche Zeitungen nicht gelesen ruf zu, der jedoch, wie sich später herausstellte, irrthüm werden? Und wer fann unter solchen Umständen den Engländern, die schon zu den Zeiten der ersten„ Heiligen licherweise erfolgt ist. Allianz"" in den Bann der Völker gethan" werden sollten, forderung aufgefaßt haben und entsprechend beantworten? berargen, wenn sie das kaiserliche Telegramm als HerausNatürlich ist dieser Transvaal- Spettafel ein gefundenes Das etwas besser als vorige Woche besetzte Haus trat Freffen für die französischen Chauvinisten, deren Ziel Sichst Du, jetzt drängen sich die vornehmen Leute nur hierauf in die Berathung des Justizverfassungs es seit zwei Jahrzehnten ist, Deutschland mit seinem natür so in unser Haus. Diesen Bergfuhn zeigte ich freilich am gefeges ein. Die zwei Redner, die bis jetzt sprachen: lichen und unentbehrlichen Verbündeten im Falle eines liebsten die Thür." " Mir tommt er gelegen, weil ich dadurch einen Vor- Günther und Buchka waren im wesentlichen zustimmend, lichen und unentbehrlichen Verbündeten im Falle eines zu verfeinden. Unsere christlich- germanischen Englandwand mehr habe zu Blanta zu gehen und sie über den und, obgleich Juristen, auch ziemlich kurz, was bas beste an französisch russischen Koalitionsfrieges wahren Grund meines Kommens täuschen kann. Es be ihren Reden. Die Debatte wird morgen fortgesetzt. Von unserer freffer scheinen garnicht zu wissen, weffen Spiel sie spielen. schleicht mich eine plögliche Angst über den Verbleib des Aufgabe der Vernünftigen hüben und drüben aber ist, Seite find Stadthagen und Frohme zum Wort gemeldet. Packets." den Chauvinisten das Handwert zu legen und ernsthafte Die beiden Nachwahlen zum Reichstage. Nach Folgen zu verhüten. An die Möglichkeit eines Krieges nunmehriger Feststellung wurde im 14. Reichstags- Wahl- haben wir allerdings keinen Augenblick geglaubt; und was freise Met- Stadt und Land Pierson( Elsaß- heute auf grund einer Notiz eines englischen SensationsLothringer) mit 8680 Stimmen gewählt gegen Martin blattes von einem Beitritt Englands zu dem ( Sozialdemokrat), der 3762 Stimmen erhielt. französisch russischen Bund" gesagt wird, ist alberne Kannegießerei. Es war aber auch eine seltsame Jdee von Dir, dorthin zu tragen." Eine großartige Idee war es." es Wie leicht kann sie es finden und öffnen." " Noch leichter wäre es hier bei dieser peinlich genommenen Haussuchung gefunden worden. Der Fluch ruht num einmal auf dem unrechten Gute, daß man seiner nicht froh wird." ( Fortsetzung folgt.) Danach haben unsere Genossen 304 Stimmen gewonnen. Ein Erfolg, der um so mehr ins Gewicht fällt, als die Gegner 4622 Stimmen verloreu haben. Freilich es wird einige Zeit dauern, ehe in England die Gemüther sich beruhigt haben. Daß unsere Geneffen % " dort in das Jingoe- Geschrei nicht einstimmten, versteht sich| deutsche Rolonialfreund so weit von sich weg weifen, als ob Der Spott über den Gründungsschwindel, ben das Jahr 1871 von selbst; allein trotzdem schreibt die Justice" in ihrer sie nicht von einem Manne deutscher Abstammung, sondern von eingeleitet haben soll, steht den Gründern der sozialdemokratischen Letzten Nummer: irgend einem Dahometönig begangen worden wäre. Es ist wahr, Partei überaus gut zu Gesicht. Wo wäre wohl eine andere „ Es ist merkwürdig, daß in dem Lande gar keine feindliche daß die Dualla, aber auch von allen Ramerunftämmen bloß die Gründung zu finden, bei der gleich der sozialdemokratischen Stimmung gegen Frankreich und Amerita herrscht, ob Dualla der schändlichen Uebung huldigen, ihre zahlreich auf- lediglich die Aufsichtsräthe, Führer" genannt, sich den gleich die Presse beider Länder uns sehr heftig angreift. getauften Frauen zu Prostitutionszwecken leihweise zu vers Geschäftsgewinn zu sichern verstanden hätten, derweil die Deutschland und Rußland dagegen sind nicht miethen. Wird aber der blutdürftige Prügler und Gefangenen Genossenschaft mit Dividendenscheinen, einlösbar am Nimmer beliebt. Troß der Tory Reaktion ist der Engländer töbter bessernd einwirken? Ehe vor elf Jahren die letzten mehrs- Tage, abgespeist wird, der sich immer weiter in nebelim innersten Herzen demokratisch, er haßt Tyrannei und großen Einverleibungen er haßt Tyrannei und großen Einverleibungen in Weftafrika begannen, gebärdeten hafter Ferne verliert, je behaglicher die Führerschaft es sich eins Despotismus. Er liebt weder den Kaiser noch den Zaren, seine sich an den noch freien Küften die europäischen Kaufleute gerichtet hat?" Sympathien sind aber voll und ganz mit dem republikanischen in einem Umfange, der auch leicht zu 3äfarenwahnsinn Die Gründung" einer Partei mit den verwerflichen Frankreich und dem republikanischen Amerika." hätte führen tönnen, als feiner Beschränkung unter- fapitalistischen Gründungen über einen Ramm scheeren zu wollen, ftellte fleine Könige. Run darf nach altem Herkommen ber das bringen wirklich nur Leute fertig, denen der Dienst im werden. Man hat aber nie gehört, daß ein Raufmann troß alles as fagt übrigens die Magdeburger Zeitung" zu der Reich 3. meisten Negerstämme jeder auf der That ergriffene Dieb getödtet Solde des Kapitalismus die Augen völlig verblendet hat. Mergers und„ Tropentollers" von solcher Befugniß Gebrauch ge- gründung", die vielen ihrer Leute viel Geld eingebracht hat? macht hätte. Man legte Verbrecher in Eisen und wenn ein befonders grausamer Richter der Strafe auch noch einige Stunden Pfarrer Naumann veröffentlicht in der Silje" einen Auffas 3u welcher Partei gehören die Lehrer? Sonnenbrand hinzufügte, so erregte dies allgemeine Entrüftung. Aber Pestalozzi, in der er die Frage stellt, welcher Partei sich die als einmal ein jetzt unter die Spiritiften gegangener Lehrer anschließen sollen. Er empfiehlt ihnen seine eigene Partei Kaufmann einen Schwarzen halb todt geprügelt hatte, mit folgenden Worten: fonnte er fich ob des allgemeinen Unwillens nicht mehr im Lande halten, sondern mußte Westafrika verlaffen. Als während der Schlacht Tel- el- Kebir englische Nachzügler ber fämpfenden Truppentheile das Gepäck ihrer Offiziere geplündert und egyptische Verwundete getödtet hatten, erhob sich in Deutschland ein Schrei der Entrüstung in der selbstbewußten Annahme, daß ähnliches nie von Deutschen begangen werden önnte. Der Urquell solcher Greuel, wie der von Wehlan zu geftandenen, ist weder der Tropenkoller noch die Roheit Afritas, sondern die Erscheinung, daß bei manchen gottlob doch immerhin Unsere Chauvinisten, die einen Krieg zwischen Frankreich und England ebenso sehr wünschen, wie die französischen Chauvinisten einen Krieg zwischen Deutschland und England, mögen sich das merken. Und auch Diejenigen mögen es fich merken, bie bisher immer geleugnet haben, daß das Ausehen Deutschlands im Ausland durch seine innere Politik nicht beeinflußt werde. Der franzöfifche Ministerpräsident Bourgeois hat gestern- Sonntag- in Lyon auf einem im Saal der Börse veranstalteten Bankett eine längere Ansprache gehalten, über die„ Wolff's Telegraphen- Bureau" also be richtet: Nach einigen Bemerkungen über die Finanzvorlagen, ins: besondere über die Einkommensteuer, berührte der Minister die Frage der auswärtigen Politik und erklärte, die Republik habe nach außen hin eine Politit ver. jüngeren„ Chriftlich- Sozialen an! Hier ist eine Richtung, die wie geschaffen ist für Eure thätige Mithilfe. Zwar ist sie noch nicht zur Partei geworden, aber ihre Anhänger wachsen. Alles, was Arbeit heißt, tämpft gegen die Uebermacht von täglich arme fleine Kinder um Euch habt, benen man an den 3ins und Rente. Versteht Ihr dies nicht, Ihr, die Ihr Gesichtern den Zoll ansehen kann, ben ihre Bäter an den Mammon zahlen? Habt Ihr nicht auch manchmal das Gefühl, daß, wenn nicht ein starker Geist der sozialen Reform kommt, die heutigen Deutsche Lehrer, seht Euch einmal die Bestrebungen der macht muß gezwungen werden, den Weg sozialer Reform wieder einzuschlagen, der Deffentlichkeit muß sugerufen werden: Umkehr oder Verderben! Der deutsche Lehrer aber sollte bei diefer Zukunftsarbeit nicht fehlen; denn Lehrer sind Diener des fommenden Geschlechts." folgt, welche die Wechselfälle des inneren Parteilebens bie den Geist umnebelu und ihrer Charakterbildung nicht ent Rinder sich später einmal vor Haß, Hunger und Wahn gegen niemals ins Schwanken gebracht hätten. Sie habe es verstanden zu beweisen, daß ein großes demokratisches Gemein- sprechen, die in ihrem Innern schlummernde Bestie zum Durchfeitig zerreißen werden? Es muß geholfen werden, die Staatswesen, welches Herr seiner selbst set, in den auswärtigen Be- bruch gelangt. Mit der Dertlichkeit, gleichviel ob Norb oder ziehungen diefelbe Sicherheit in den leitenden Gesichtspunkten, Süd, haben aber derartige Roheiten wenig zu schaffen. dieselbe Beständigkeit in den Empfindungen und daffelbe Es wäre dringend zu wünschen, daß in der Be methodische Vorgehen in seinen Handlungen zeigen könne, wie rufungsinstanz Sachverständige wie der Schreiber obiger die festgegründetsten Monarchien. Die Summe dieser Beilen über Wehlan's Vorgehen zu Nathe gezogen würden, Politik der Republik bestehe in in dem Streben nach Er damit nicht nur vom formalistisch bureaukratischen Standbaltung des Friedens, in der Ausbildung des Gedankens punkte aus das Urtheil gefällt wird. der Gerechtigkeit und der unerschütterlichen Behauptung des werden kann. W Wenn sich die Lehrer den Sat Alles, was Arbeit heißt, tämpft gegen die Uebermacht von Zins und Rente", recht gründ lich überlegen, dann werden sie wohl zu der Ueberzeugung tommen, daß es nicht rathsam ist, daß sie sich von der Partei der Arbeit, der Sozialdemokratie, fernhalten und fich flott dessen abseits vom großen Kampfe, zu einer Gruppe paftörlich- fojialiştischer Eigenbrödler schlagen. Ueber den Stand der fächsischen Wahl. rechts Frage giebt folgende Drahtmeldung der in Dresden erscheinenden Deutschen Wacht" Aufklärung: sächlich die Einführung des preußischen Land Berlin, 10. Januar. Die sächsische Regierung scheint that ta g 3- Wahlrechts zu planen. Wie wir hören, hat der Ge Heimirath Merz aus dem sächsischen Ministerium des Innern fich an das hiesige Ministerium des Innern gewandt, um eine gutachtliche Aeußerung über die einzelnen Theile des preußischen Landtags- Wahlrechtes zu erhalten. Geheimrath Philippsborn ift mit der Abfaffung des Gutachtens betraut worden. Rechtes. Die Republik habe damit in fprechender Weise die Die Bedenken gegen unsere neneste Recht Wahrheit des alten berühmten Ausspruches dargethan: Frank- fprechung finden mehr und mehr auch in juristischen reich ist der Krieger des Rechts!" Der Ministerpräsident er- Kreisen Wiederhall. So lesen wir in der Deutschen innerte an die Worte, welche der Präsident der Republik am Juristen Zeitung" folgende vom Rechtsanwalt Staub Neujahrstage beim Empfange des diplomatischen Korps ge- herrührende Betrachtung: sprochen und in denen er betont habe, daß Frankreich sich dem Werke der Eintracht, der Freiheit und Aus der Rechtsprechung der letzten Zeit ist die immer und des Fort häufiger werdende Anwendung des dolus eventualis hervorzuschrittes unentwegt gewidmet habe. Dank der treuen Befolgung heben. Der Begriff ist zwar nicht neu, den Juristen ist er von dieser Grundsäte, fuhr Bourgeois fort, habe Frankreich der Universität her bekannt. Aber die Fälle seiner Auwendung unter den Mächten ersten Ranges die ihm gebührende Stellung haben einen Umfang erfahren, der früher unbekannt war. wiedergewinnen, seinen Intereffen und Rechten allgemeine Die Gefahr unrichtiger Anwendung ist doch wohl nicht ganz un Achtung sichern und der großen Nation, welche mit der Republik begründet, und es wird unser oberster Gerichtshof vorsichtig zu eine Allianz gebildet habe, unerschütterliche Bürgschaften der erwägen haben, ob man dem Rechtsbewußtsein des deutschen Sicherheit gewähren fönnen. Diefer ehrenhaften Haltung Wolfes wird zumuthen tönnen, eine juristische Konstruktion zu getreu, werde Frankreich auch ferner die friedliche Entatzeptiren, nach welcher jemand, der bestrebt war, seine Worte widelung seines Einflusses und seiner Attion anstreben, so zu wählen, daß eine Berfolgung wegen Majestätsbeleidigung Boltszeitung". Sei das Bolt auf der Hut und möge es ein Also doch das Dreiklassen- Wahlsystem, schreibt die Leipziger indem es den Frieden nicht nur für die Republik felbft ausgeschloffen erschien", der also den festen Borsa hatte, treten für sein höchstes Gut, das allgemeine Wahlrecht, ehe es zu aufrechterhalte, sondern auch- wie erst in der jüngsten eine majestätsbeleidigung nicht zu begehen, wegen spät ist! Zeit dazu beitrage, den Frieden im Interesse der Zivilisation vorsätzlicher Majestätsbeleidigung unter allen Mächten zu erhalten. Das republikanische Frankreich, bestraft Geheimrath Philippsborn war, wenn wir nicht sehr irren, Durch die Klarheit seiner leitenden Grundsätze vor Ueberstürzung auch bei der Abfaffung der famosen Umfturzvorlage in erfter im Innern und durch die Stärke seiner militärischen und diplo neuester Beit intereffante Neuigkeiten. So z. B. wenn nicht blos Auch sonst bietet die Auslegung der Gefeße in Sinie mit thätig.matischen Stellung vor Ueberraschung von außen geschüßt, könne ein Verein, sondern der Vorstand eines Vereins und jede aus mit Vertrauen in die Zukunft blicken und sich unbefangenen demselben gewählte Spezialkommission für auflösungsfähig er Geistes der inneren Reform seiner Inftitutionen widmen. flärt wird. Wenn wirklich der Vorstand eines Vereins wieder Dieser Auszug scheint fehr unvollständig zu sein. Er ein Verein ist( auch dann, wenn er aus einer Person besteht?), rechtfertigt wenigstens nicht die telegraphisch gemeldete„ Un- dann werden die Vorstände von Vereinen, welche fich mit öffentrube" der konservativen und gemäßigt republikanischen, und lichen Angelegenheiten beschäftigen, in Preußen als besondere den Beifall" der radikalen und sozialistischen Blätter. Vereine die ihnen durch§ 2 des preußischen Bereinsgesetzes aufWas über die auswärtige Bolitit gesagt ist, sind ja nur erlegten polizeilichen Verpflichtungen zu erfüllen haben. Es wird Gemeinpläge. Der Krieger des Rechts" hat Herrn B. der Verein Vorstand des Vereins deutscher Schuhmacher feine Mitgliederliste einzureichen und alle Veränderungen in Bourgeois felbft ficher ein innerliches Angurenlächeln ent- feinem Perfonalbestande binnen drei Tagen anzumelden haben. Ioct. Offenbar hat der Ministerpräsident über die Finanz- Welche Mehrarbeit dadurch den Polizeibehörden erwächst, ist Lage und das Steuerwefen, namentlich die Einkommens gar nicht auszudenken. fteuer, Ansichten ausgesprochen, welche die angedeutete Wirkung hervorgebracht haben. Die Bourgeois Hoffnung, uns gehen folgende Mittheilungen zu: Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. daß Herr Bourgeois sich nach rechts konzentriren werde, ist uns gehen folgende Mittheilungen zu: jedenfalls noch nicht in Erfüllung gegangen. = " " " auerft jene Beschuldigungen gegen mich brachte, diese nicht zurückmori Meyer, der Verleger der Bossischen Zeitung" habe -3u der Erklärung des Herrn Profeffors ihm schriftlich bezeugt, daß der Grund der Kündigung in einer Suwiderhandlung gegen eine dienstliche Anordnung des Berlegers bestand darin, daß Herr Prof. Dr. Meyer, der direkten Weisung, bestehe", bemerkt die Boffische Zeitung":" Diese Zuwiderhandlung die Unternehmungen einer bestimmten Bant unberücksichtigt zu laffen, nicht Folge geleistet hat.." Herr Professor Meyer schreibt seinerseits abermals ber " National- Zeitung". Gegen Ihre Bemerkung, daß der Berliner Aktionär", ber genommen habe, erwidere ich ergebenft, daß dies doch gefchehen ist. Das Blatt schrieb, daß es jene Aeußerung über Käuflichkeit im wörtlichen Sinne nicht aufrecht erhalten wolle. Das trifft den Kern der Sache und das Frankfurt a. M., 10. Januar. Vor der Straf genügt." fammer des Landgerichts stand heute der noch nicht Beitung". Dies genfigt?!" frägt darauf verwundert die National bestrafte Schlosser Emil Waldmann, 20 Jahre alt, unter der Anklage der Majestätsbeleidigung. der Börsenhalle hervorgegangenen Mann eine erstaunliche Wir finden allerdings, daß der Herr Professor für einen aus Er soll im letzten August, als ein Händler Genügsamteit bekundet. Die genügende" Erklärung des Aktionär mit Kaiserbildern in seiner Wohnung erschien, eine abfällige bescheinigt dem Herrn nämlich nur, daß sie ihn nicht für fäuflich Die Senatskommiffion für auswärtige Angelegenheiten Aeußerung über den Kaiser gethan haben. Von dieser hält im wörtlichen Sinne. In welchem Sinne hält sich entschied sich für strikte Betonung der Monroe- Doktrin Aeußerung erhielt die Staatsanwaltschaft durch ein ano- denn der Herr selbst für käuflich? feitens des Kongresses und ernannte eine Unterkommiffion, nymes Schreiben Kenntniß und leitete Untersuchung ein. Herr v. Stumm läßt durch die Boft" dementiren, um in diesem Sinne Beschluß zu fassen." Der Hauptbelastungszeuge war der Fabritarbeiter Günzel, daß er den St. Johann- Saarbrückener Generalanzeiger" an Man geht wohl nicht feht, wenn zu diesem entschiedenen der mit Waldmann zusammengewohnt, sich aber später gekauft habe. Beschluß die Uebergriffe englischer Freibeuter im Transvaal mit ihm entzweit hatte. Der Staatsanwalt schien diesen mitgewirkt haben, da der Venezuela- Streit einige Aehnlichkeit Beugen nicht genügend glaubwürdig zu halten, denn er behat mit dem Transvaal- Streit. Von der Monroe Doktrin wollen die Vereinigten Staaten nicht lassen, so friedlich auch in letzter Zeit die Berichte aus Amerita lauteten. Aus Washington wird vom 12. Januar telegraphirt: Wo ist Ungern- Sternberg, der falsche russische Baron und internationale Oberspigel? Wie uns von glaubwürdiger Geite mitgetheilt wird, treibt dieser Biedermann, der für die Polizei aller Länder eine( unsichtbar machende) Tarnkappe trägt, fich feit einiger Zeit in den Rheinlanden herum. Er scheint von irgend einer Seite Dynamitaufträge bekommen zu haben. Bielleicht fieht ihn einer unserer Genossen. Zu Fall Wehlan schreibt der Kölnischen Zeitung" ein mit den meisten Tropenländern gründlich vertrauter Reisender: - Ueber einen Vorfall in Marburg, den auch wir erwähnt haben, bringt der„ Reichsanzeiger" folgende Be antragte Freisprechung. Das Gericht jedoch nahm bie Nachricht gebracht, daß in Marburg zwei Betrunkene richtigung: Einige Beitungen haben in den letzten Tagen die Majeftätsbeleidigung als erwiesen an und verurtheilte einen Wachtposten beschimpft und, als sie festgenommen den Angeklagten zu drei Monaten Gefängniß. werden sollten, sich gewaltsam widersett hätten. Hierbei habe der eine Wiesbaden, 10. Januar. Die Straffammer ver- den Poften mit einem Stock bedroht, der andere ihn mit einem urtheilte heute den 62 Jahre alten Tünchergesellen Revolverschuß verwundet. Soweit sich diese Nachricht auf den Philipp Conradi von Oberhöchstedt wegen Mathätlichen Angriff gegen den Posten und auf seine Verwundung eftätsbeleidigung zu drei Monaten Gebezieht, ist sie frei erfunden. Richtig ist nur, daß zwei Be fängniß. trunkene einen Boften beschimpft und demnächst behufs Feststellung Schöffengericht zu Rottweil verurtheilte den Pfarrer ihrer Personen zur Wache gebracht wurden." - Gin menschenfreundlicher Pfarrer. Das uß von Böhringen, wie man dem. Abb." mittheilt, weil er in zwei Fällen Hunde auf Menschen gebett hatte, zu 30 M. Geldstrafe. Im Urtheil wurde die Eigenschaft des Luß als Geistlicher in straferhöhender Weise geltend gemacht. Der Mann wäre ja reif, Feldfaplan des Assessors Wehlan bei einem Feldzuge gegen Kamerun- Neger zu werden. Bor den Schranken der Straffammer stand heute der Frankenthal( bayer. Rheinpfalz), 10. Januar. Schauspieler Georg Ludwig Fassnacht, an Der allzu nachfichtige Richterspruch gegen den Affeffor getlagt wegen Majestätsbeleidigung. Er hatte Wehlan muß bei allen, die in Afrika gelebt und gewirkt haben, in einer Wirthschaft eine Aeußerung über Bismarck gethan an Entrüftung grenzendes Erstaunen hervorrufen. Nimmer darf und einen Zusatz gemacht, den ein anwesender Denunziant die Ansicht playgreifen, als ob Phantastereien von Er opentoller auf den Raiser bezog und zur Anzeige brachte. Das Geoder der angeblichen Nohheit Afritas einen gewichtigen Milde rungsgrund für Greuel, wie Wehlan fie selbst zugeftanden hat, richt sprach den Angeklagten frei. Deutsches Reich. Aber so etwas! Die Münch. N. Nachr." ließen sich aus Nürnberg telegraphiren: Männer verschiedenster Stände und Parteien mit Ausnahme der Sozialisten erlassen einen gemeinen Aufruf zur Feier des 18. Januar." Landesausschuß vor drei Jahren befchloffene Bertiefung der vier Hauptkanäle( Rhein- Marne, Rhein- Rhone, abgeben könnten. Wenn auch Klima, Fieber und die jede Ge- Beiß, 10. Januar. Der Arbeiter F. W. Walther duld erschöpfenden Verhandlungen mit liftigen Negerhäupts aus Beit wurde wegen Majestätsbeleidigung vom Landlingen gar manchen in Afrika weilenden Europäer nervös gericht Naumburg zu zwei Monaten Gefängniß machen mögen, so ist doch der sogenannte Tropentoller nichts und wegen Lärms zu 6 M. Strafe verurtheilt. weiter als eine in Europa entstandene Einbildung, die man mit Der Schneider Jakob Obler, der am 7. Januar einigem Rechte und unter gewiffen Einschränkungen auf jeden wegen Majestätsbeleidigung in Berlin vor Ge-- Ranäle in Elsaß- 2othringen. Die vom feine Soldaten mißhandelnden Unteroffizier übertragen tönnte. richt stand, ist nicht, wie wir irrthümlich mittheilten, zu Rex durch langjährigen persönlichen Verkehr to achat vier Monaten, sondern zu neun Monaten Gefängniß Raffen der Erde tennt, darf wohl die Behauptung wagen, daß im großen und ganzen, und Ausnahmen abgerechnet, der verurtheilt worden. afrikanische Neger weder roh noch grausam und in dieser Hinsicht mit dem amerikanischen Indianer reinen oder gemischten Blutes gar nicht zu vergleichen ist. Das VerDie Berliner Sozialdemokratie und der fahren der ehemaligen Könige von Dahomey, Sie ihre Striegsgefangenen abschlachten ließen, war selbst für Afrika eine 18. Januar. Unter dieser Spigmarke veröffentlichen einige von jedem Negermund mit Schauder erzählte Ausnahme. In Beitungen abenteuerliche Mittheilungen über schwarze Pläne West- und Ostafrika werden alle seit dem Aufhören der Sklaven- des Reiches. Wir können versichern, daß diese Nachrichten frei der Berliner Sozialdemokratie anläßlich der Feier der Gründung verschiffung von Eingeborenen oder Europäern begangenen Schandthaten in der Regel mit echt afrikanischer Uebertreibung erfunden sind und daß der 18. Januar für die Berliner Arbeiter erzählt. Aber troß diefer landesüblichen Uebertreibungen ent- ein Werteltag fein wird wie jeder andere. finnt man sich keines der Wehlan'schen Abschlachtung der-28elche unsäglichen Albernheiten bringen brei Bafoto Gefangenen an Verruchtheit gleichkommenden unsere Gegner zur Diskreditirung der Sozialdemokratie vor! Gegenstücks, Eine derartige That muß, mag auch das Da sagt die Magdeburger 3tg." und die Nordd. Allgem. 3tg." richterliche Urtheil darüber noch so milde lauten, jeder druckt es bewundernd nach: M Saar- und Kolmarer Kanal), sowie die damit zusammenhängende Bergrößerung der Schleusen ist jetzt beendigt und es soll nun vom 1. April ab mit der bis jetzt unbekannt gewesenen Erhebung von Ranalabgaben begonnen werden. Diese sind vorläufig auf ein fünftel Pfennig für das Tonnentilometer festgesetzt worden. Die Saarbrücker Handelskammer ist mit der Erhebung dieser Gebühr nicht einverstanden; sie erachtet die Gebühr für zu hoch. Desterreich Wien, 18. Januar. Wie die Blätter melden, überreichten Dr. Lueger und Genossen dem Verwaltungs- Gericht 3hofe eine Beschwerde über die Auflösung des Wiener Gemeinderaths. Prag, 12. Januar. Einem sehr bestimmt auftretenden Gerücht zufolge hat der Statthalter Graf Thun seine Entlassung eingereicht. Man erwartet ständlich die Entscheidung des Kaisers. Graf Thun, ein Ravalier und spezieller Vertrauter des Insurgenten feien schon über die äußere Grenze der Provinz| ereignißreiches Leben beschlossen. Der Berstorbene stand lange Raisers hat es verstanden, sich bei allen Parteien, Deutschen, Pinar del Rio zurückgedrängt und würden noch weiter energisch Jahre in der Parteibewegung. In Innsbruck in Tirol ist Czechen und Sozialdemokraten verhaßt zu machen. verfolgt. Ungarn. Budapest, 13. Januar. Wegen eines Grenzstreites fam es gestern in Gradiska zwischen Bauern und der Gendarmerie zu einem Zusammenstoß, wobei eine Person getödtet und mehrere Bauern verlegt wurden. Schweiz. Zürich, 12. Januar. Das Initiativ fomitee für die Verstaatlichung der Eisenbahnen hielt heute hier eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in welcher der Wort laut des Initiativbegehrens endgiltig festgestellt und ein Initiativ fomitee für die Sammlung der Unterschriften ernannt wurde. In den früher bereits veröffentlichten Wortlaut wurde eine Stelle aufgenommen, wonach die Verpflichtungen des Bundes betreffend die oft und westschweizerischen Alpenpäffe, sowie den Simplon und Splügen gewahrt werden. Frankreich. Die nächsten Tage werden zeigen, wie weit diesen Siegesdepeschen zu trauen ist. Afrika. = der Genosse Ignaz Sasta gestorben; er war einer der thätigsten Sozialdemokraten in den österreichischen Alpenländern; ursprünglich Textilarbeiter, später durch Maßregelung gezwungen, seinen Erwerb als Austräger einer Buchhandlung zu suchen, hat -Bom abessynischen Feldzuge. Der„ Tribuna" der Verstorbene, der ein trefflicher Redner und zäher Organisator werden von verschiedenen Seiten die schweren Verluste der war, in erster Reihe mit dazu beigetragen, das Proletariat Tirols Schoaner in den letzten Gefechten bestätigt, namentlich der zum Klassenbewußtsein zu erwecken. Truppen Ras Makonnens und des Negus Meuelit, welche sich Polizeiliches, Gerichtliches 2c. hauptsächlich an den Gefechten betheiligten. Die Kundschafter- In der Hans Blum'schen Bubenstück- An= berichten, daß im Lager des Feindes große Trauer und gelegenheit stand am Freitag, den 10. d. M., vor dem Wehtlagen herrschen über die erlittenen schweren Verluste, Schöffengericht in Plauen gegen die Mitglieder des Wahl23. fächsischen Reichstags- Wahlkreises während namentlich darüber, daß Ras Mangascha und Ras Atichin, fomitees des wie es heißt, fich unter den Gefallenen befinden. An der letzten Nachwahl abermals Verhandlung an, diese wurde aber dem nächtlichen Angriffe vom nächtlichen Angriffe vom 8. Januar waren zahl wiederum vertagt, da zur Sache gehörige Schriftstücke vom Aunts. reiche Truppen des Negus betheiligt, welcher zu deren gericht Berlin zurückbehalten worden sind. Herr Dr. Hans Blum Aneiferung sein Belt vorwärts tragen ließ; die Aufstellung des scheint an seinem Fiasko in Berlin noch nicht genug zu haben selben wurde jedoch durch das Feuer der italienischen Artillerie und will sich offenbar in Plauen eine neue Niederlage holen. verhindert. Um die Schoaner zum Angriffe zu reizen, wurde In zwei Berufungsfach en stand am Sonnabend das Gerücht verbreitet, daß in dem Fort Makalle enorme Schäße Genosse Ohl vor dem Landgericht in Stettin. Beide Male aufgespeichert seien. Wie gerüchtweise verlautet, wollte die handelte es sich um groben Unfug, begangen durch eine Ein- Der sozialistische Abgeordnete Alexander Königin Taitu für sich die Ehre in Anspruch nehmen, mit ihren ladung zum Abonnement des„ Volksboten" und durch den Leits Avez, der das Seinedepartement in der Nationalversammlung Soldaten zum Angriffe zu marschiren. Am 8. Januar blieb die artikel Ein National- Schlachtfest". In der ersten Sache, wo vertrat, ist im Alter von 38 Jahren an den Folgen einer Herz- Königin indessen außer Schußweite bei Schelifot. Ohl vom Schöffengericht freigesprochen war, hatte der Amitsfrankheit, an der er seit langer Zeit litt, gestorben. Avez war Aus Maffauah wird d. d. 12. Januar telegraphirt: anwalt Berufung eingelegt. Bei der heutigen Verhandlung einer der Streitbarsten der sozialistischen Partei. Schon früh Baratieri telegraphirt heute von Adigrat: Der Kommandant fonnte aber auch das Landgericht in der Abonnementseinladung seitig ging er aus seinem Geburtsorte St. Quentin nach Paris. von Makalle meldete auf brieflichem Wege vom Abend feinen groben Unfug finden und verwarf die Berufung. Wegen Nachdem er 10 Jahre lang im Comptoir d'Escompte als Beamter des 10. d. Miz., daß der Feind das Fort von allen des Sedanartikels hatte Genoffe Ohl, der zu 8 Tagen Haft verangestellt war und es dort bis zum Unterbureauchef gebracht Seiten umstellt und auf den Anhöhen Laufgräben angelegt urtheilt war, Berufung eingelegt. Der Gerichtshof schloß sich hatte, wendete er dem Beamtenthum den Rücken und wurde im habe, welche die Benutzung des Brunnens schwierig machten. jedoch den Ausführungen des Staatsanwalts, der in dem Artikel Jahre 1893 zum Deputirten gewählt. In der Kammer war Die Besatzung von Makalle sei daher genöthigt, von den in eine grobe Verlegung des patriotischen Gefühls der etwaigen Avez als großer Freund der Unterbrechungen bekannt und durch Reserve gehaltenen Wasservorräthen Gebrauch zu machen. Am nichtsozialdemokratischen Leser des Voltsboten" erblickte, an, fein gerades und offenes Wesen beliebt. Morgen des 10. habe der Feind seine Angriffe erneuert, sei aber verwarf Ohl's Berufung und beließ es bei den 8 Tagen, die nicht jedesmal zurückgewiesen worden. Auf italienischer Seite feien als eine zu hohe Strafe angesehen werden könnten. Baratieri fügt hinzu: Wenu Wegen angeblicher Beleidigung der Staatsfieben Askaris gefallen. auch das Verlassen des Forts für Askaris noch möglich anwaltschaft in Hamburg stand Genosse Vahle von der ist, so ist es fast unmöglich, unsere Sendboten dorthin gelangen Magdeburger Boltsstimme" am 11. b. M. vor Gericht. Trozzu lassen. Unser Vormarsch ist für den Augenblick, ohne die dem der Vertreter der Staatsanwaltschaft vier Monate weiteren Operationen zu gefährden, umnöglich. Die Haltung der Gefängniß beantragt hatte, sprach der Gerichtshof den AnBesatzung von Makalle ist bewunderungswürdig, die Ankunft der geklagten frei. Verstärkungsbataillone erfolgt regelmäßig." -Ueber das Befinden Leo Frankel's erhalten wir heute recht günstige Nachrichten. Die Operation des Hals. geschwürs ist vollständig gelungen und jede Gefahr von dieser Seite beseitigt. Dagegen ist die Lungenentzündung noch nicht ganz beseitigt. Die Tage sind zwar fieberfrei, in den Nächten hat der Kranke aber noch vom Fieber zu leiden. Unser Freund, der sich in Paris allgemeiner Sympathien erfreut, ist in bester Pflege. Möge feine Genesung, die von den Aerzten in sichere Aussicht gestellt wird, recht bald erfolgen! Zum Fall ebandy liegen folgende Depeschen vor: Polizeikommiffar Bernard hat gestern im Hause Lebandy's die Siegel abgenommen und mit Hilfe einiger Beamten die vor gefundenen Papiere eingehend geprüft. Die Direktoren des Temps" und des Journal" find gestern Abend vom Unter fichungsrichter vernommen worden. Max Lebandy war Rom manditär der Zeitungen Journal" und" Soir", deren Direktor Xan ist. Weil diese beiden Blätter über den Skandal Lebandy nichts veröffentlicht haben, nimmt man an, daß auch an sich in mißlicher Lage befinde. Der Journalist Georges La Bruyère wurde verhaftet. Er foll zu der bekannten Publizistin Sévérine in Beziehung geftanden und auf grund der von derselben gegen Lebaudy veröffentlichten Artikel Expreffungen verübt haben. Der Journalist Chiaroloso, welcher in die Lebaudy- Angelegenheit verwickelt erscheint, hat sich dem Gerichte gestellt. Gestern wurden in der Wohnung des verhafteten Journalisten La Bruyère und seiner Geliebten Séverine Haus fuchungen vorgenommen und zahlreiche Papiere beschlagnahmt. Dieselben sollen beweisen, daß La Bruyère von Lebaudy Geld 3 erpreffen versuchte. Er wird noch heute mit dem früher bereits verhafteten De Cesti konfrontirt werden. Einen Einblick in das Treiben eines offi giösen Nachrichtensch norrers gewährt eine Notiz, zu der sich der Pariser Figaro" genöthigt sieht, um den Verdacht abzuwehren, daß der Revolver- Journalist Jacques Saint Gère ein deutscher Spion" oder etwas ähn liches gewesen sei. Wenn Herr Saint Cère", schreibt bas Boulevard Blatt, verdächtig gewesen wäre, wie wäre es denn gekommen, daß kein Polizeipräfekt, tein Minister des Innern oder des Aeußern ihn falt stellen ließ oder wenigstens die Direktion des" Figaro" benachrichtigte? Ein Wint hätte genügt. Jedoch wurde Herr Saint Gère beständig am Quai d'Orfan empfangen, wo man ihm faft täglich Auskünfte über die auswärtige Politit gab. Seit acht Jahren empfingen ihn der Reihe nach die neuen Minister des Auswärtigen, Freycinet, Floureus, Goblet, Spuller, Ribot, Develle, Casimir Perier, Hanotaur und Berthelot sowie ihre Stabinetschefs und erst noch vor drei Tagen hatte er im Ministerium des Auswärtigen seine gewöhnliche Audienz." Italien. Rom, 12. Januar. Der„ Opinione" zufolge soll der heutige Ministerrath beschlossen haben, den Zusammentritt des Parlaments bis zum Februar hinauszu. schieben. Herr Crispi hat keine Sehnsucht nach einer parlamentarischen Kritit seiner unglückseligen Afrikapolitik. Nußland. - Ueber die Einführung beg Zabat monopols in Rußland meldet die„ Pol. Korr." aus Petersburg, daß das schon einmal ventilirte Projekt neuerdings in Anregung gebracht, und als eine neue ausgiebige Einnahms quelle für den Staatsschah in maßgebenden Kreisen befürwortet Türkei. verde. " Nach Mittheilungen römischer Blätter ist Adigrat bloß bis Ende dieses Monats verproviantirt. Unterm heutigen Tage 13. Januar wird aus Rom gemeldet, daß der Vormarsch aller Bataillone nach ihrem Konzentrationspunkt sich in vortrefflicher Weise vollzieht". Es fragt sich blos, ob die Bataillone" wahrscheinlich die Verstärkungen rechtzeitig eintreffen, um eine Katastrophe zu verhüten. Englische Kriegszüge am Njassa See. Das englische auswärtige Amt erhielt die nachfolgende Depesche aus Blantyre vom 6. Dezember: Die Operationen gegen die Araber am nördlichen Njaffa See begannen am 1. Dezember und wurden erfolgreich durchgeführt. Nach einem Kampfe von 2/2 Tagen wurde deren Anführer Mlozi gefangen genommen, abgeurtheilt und am 4. Dezember hingerichtet. Die Araber verloren innerhalb und in der Umgebung der Verschanzung Mlozi's 210 Mann. Auf britischer Seite wurde Lieutenant Smith schwer verwundet; 4 eingeborene Soldaten sind gefallen, 10 verwundet. 569 Sklaven wurden in Freiheit gesetzt und viele Gefangene gemacht. Parlamentarisches. Novelle zum Genossenschaftsgesetz. Die Kommission des Reichstags zur Vorberathung der Genossenschaftsvorlage nimmt ihre Arbeiten am Dienstag Bormittag auf. Partei- Machrichten. Der Kampf gegen die fächsische Reaktion. Eine Protestversammlung gegen die Vergewaltigung der sächsischen LandtagsWähler im Belvedere in 3 wida u nahm nach einem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag des Abg. Kaden die bekannte Stötterißer Resolution an; anwesend waren über 800 Personen. 〃 " = " E3 Auf zwei Monate ins Gefängniß begab sich am 7. Januar der verantwortliche Redakteur der Halbers städter Sonntags= Zeitung", Genosse Hurlemann. handelt sich um die Verbüßung einer Strafe, die über ihn verhängt wurde wegen einer Notiz, durch die sich ein Amtmann in Calbe beleidigt gefühlt hatte. Wir wollen hoffen, daß Hurle= mann troß seines Alters die Strafe glücklich übersteht. " Beschlagnahmt wurde die Nr. 8 des Hannoverschen Volkswillens" vom 10. d. M. wegen eines Artikels über Herrn . Egidy's nenes Evangelium". Der Artikel soll gegen§ 18 des Strafgesetzbuches verstoßen. Gewerkschaftliches. Schweizerische Eisenbahner- Bewegung. Am Donnerstag hatte in Bern der Chef des schweizerischen Eisenbahndepartements eine Besprechung mit den Vertretern der Direktionen der Hauptbahnen, die sich auf die Lohnverhältnisse der EisenbahnAngestellten bezog. Das Wolff'sche Bureau theilt über diese Berhandlung, sowie über die Besprechungen, die die Direktoren der Bahnen unter sich hatten, folgendes mit: Die Schweizer Zentral bahn erklärte, daß sie dem Begehren der Angestellten im vollen Umfange entsprechen könne, ebenso die Gotthardbahn mit einigen unerheblichen Vorbehalten. Die Schweizer Nordostbahn und die Vereinigten Schweizerbahnen erflärten, fie mitßten die Forderungen zurückweisen, weil diese nicht von der Gesammtheit des Personals, sondern nur von einigen ,, Agitatoren" ausgingen; das eidgenössische Departement foltte Saber zu gunsten der Bahnen interveniren. Die Nordostbahn hegt, wie es scheint, die Hoffnung, gewiffe Kategorien ihres Personals durch Sonderverhandlungen befriedigen und zum Rücktritt von der Bewegung bestimmen zu können. Die Juras Simplonbahn betonte ihre besonderen Beziehungen zur Eidgenossenschaft als ihrem größten Aktionär und sprach die Erwartung aus, daß der Bundesrath zu ihren gunsten einschreiten werde. Nachrichten über die Lage in Makalle herrscht hier eine große Besorgniß. Die Italia militare" schreibt:„ Wir müssen die Nachricht von einem Rückzuge unserer Truppen aus Matalle als eine Siegesbotschaft feiern. Wird aber ein Rückzug noch möglich fein? So viele Angriffe auch zurückgewiesen werden, I ange tann Matalle nicht mehr widerstehen." Rom, 13. Januar.( W. Z. B.) Wie die Agenzia Stefani" meldet, wurde ein neuer Angriff der Schoaner auf Makalle glänzend abgeschlagen. Die Schoaner erlitten große Verluste. Der Garnison von Matalle gelang es, die Quelle wiederzuUnter den nehmen und ihren Wasservorrath zu erneuern. Schoanern sind Krankheiten ausgebrochen. Venedig, 13. Januar.( B. H.) Laut einer Meldung der Gazetta Venezia" verhindert die öfterreichische Regierung die Abfahrt von Triest derjenigen Schiffe, welche für Schoa bestimmt sind und Ladungen österreichischer Waffen mit sich führen. Aus diesem Grunde werden die österreichischen Waffenfabriken künftig nach Abessynien teine Waffen mehr liefern. Wie eifrig die sächsischen Behörden bemüht find, die energische Agitation unserer Genoffen lahmzulegen, geht daraus bervor, daß gegen die Verbreiter des Fingblatts„ An das Bolt Depelthen und lehte Nachrichten. Sachsens" turzerhand mit Strafmandaten eingeschritten Köln a. Rh., 13. Januar.( Privat- Depesche des„ Vorwärts".) wird. In einem dieser Mandate, die übrigens einander so ähnlich sind, als ob sie nach der Schablone gearbeitet wären, Der Zentrums- Kandidat Trimborn fiegte bei der Reichstags- Ersatzheißt es: Laut anher gelangter Anzeige find Sie beschuldigt, wahl mit 11 388 Stimmen gegen Hofrichter( Soz.), der 6814 am Sonntag, den 29. Dezember 1895, während des Vormittags und gegen Leyendecker( ntl.), der 3486 Stimmen erhielt. Gottesdienstes Flugblätter mit der Ueberschrift An das Volk Straßburg i. Elf., 13. Januar.( Privatdepefche des„ Vors Sachfens", in welchem der Standpunkt der sozialdemokratischen Partei gegen die von den Ordnungsparteien beantragte wärts".) Bei der heutigen Bezirkstags- Wahl erhielt Böhle( Soz.) Abänderung des jetzt bestehenden Landtags- Wahlsystems 1570, Meh( Ordnungspartei) 1575, Schmuz( Dem.) 670 Stimmen. dargelegt wird und neben anderen Entstellungen der Wahrheit Eine Nachwahl ist erforderlich. in aufhebender Weise die unwahre Behauptung aufgestellt wird, die Ordnungsparteien scheuten bei ihrem Antrage selbst nicht vor Paris, 13. Januar.( B. H.) General Dodds wurde zum offenbarem Bruch der Landesverfassung zurück, im Qute...... Oberbefehlshaber der Truppen in Indochina ernannt. in verschiedenen Häusern eingelegt zu haben, ohne Rücksicht Rom, 13. Januar.( B. H.) Wegen des Ausbleibens zuverlässiger darauf, ob die Empfänger Angehörige der sozialdemokratischen Partei und ob ihnen an dem Empfange der Flugblätter etwas gelegen war oder nicht; hierdurch aber einen großen Theil der Bewohner von...... beunruhigt und belästigt, sowie den öffentlichen und häuslichen Frieden gestört, mithin groben Unfug verübt zu haben. Auf grund des§ 360 Biff. 11 des Strafgesetzbuches wird Konstantinopel, 11. Januar. Infolge außerordentlich gegen Sie hierdurch eine Geldstrafe von 50 M. und die Be rauhen Wetters und großer Schneeverwehungen mußten von zahlung der Portoverläge eventuell 10 Tage Gefängniß austürlischer Seite die Operationen bei Zeitun eingesprochen." Die Entscheidung der Gerichte ist angerufen. Aber mögen gestellt werden. Die Truppen wurden größtentheils nach Marasch zurückgezogen, was den Aufständischen die Ergänzung auch fie verurtheilen unerschütterlich werden darum doch des Proviantes ermöglichte. Auf türkischer Seite ist man unsere Genossen weiter arbeiten im Dienste des Voltes. geneigt, im Falle der Unterwerfung den Die Leitung der Orts- Krankenkasse in Löbau in Sachsen Aufständischen Amnestie au gewähren, jedoch ist in diesen Tagen in die Hände der Arbeiterschaft über die Auslieferung der Leiter des Aufgegangen. Die Uebernahme der Geschäfte durch den neuen Vorstandes verlangt. Die Aufständischen verlangen ftand ist bereits erfolgt. Die neue Beitung wird auch hier, genan gewisse Garantien für die Zukunft. wie anderwärts, wo Vertreter der Arbeiterschaft die KaffenKonstantinopel, 12. Januar. Aus amtlicher türkis gefchäfte führen, beweisen, daß sie dazu vollauf befähigt ist. fcher Quelle wird gemeldet: Nach den amtlichen Berichten Aus den Parteiorganisationen. Der Sozialdemokratische waren die in Beredjit vorgekommenen Raufereien zwischen Boltsverein in Elberfeld hatte im vorigen Jahre ein Armeniern und Mohamedanern von geringem schließlich 315,60 m. früheren Kassenbestands eine Einnahme London, 13. Januar.( W. T. B.) Die erste der bereits Umfange. Fünf Perfonen wurden getödtet und von 1501,95 M. Nach Abzug der Ausgaben blieben am Jahres gemeldeten Proklamationen der Transvaal- Regierung datirt von etwa fünfzig Personen verwundet. Den Lokal schluß 142,10 M. Rassenbestand. Für Wahl und sonstige Pretoria vom 9. Januar und gewährt allen, die ihre Waffen bis behörden gelang es bald, die Ruhe wieder herzustellen. Agitationszwecke sind 653,23 M., für Strafen und Bertheidigungs- zum nächsten Tage ausgeliefert haben, volle Amnestie, mit Aus Im ganzen Reiche, mit Ausnahme von Zeitun, gebühren 72 M. ausgegeben worden. Die Mitgliederzahl betrug nahme der Anführer, Rädelsführer und Anstifter, welche gesetzist die Ruhe ungestört. zu Anfang des vorigen Jahres 352, aufgenommen wurden 209, lich zur Verantwortung gezogen werden sollen. Die zweite Proklamation datirt vom 10. Januar. In der- Geldklemme und Handelsvertrags.Berausgeschieden sind 102 Mitglieder. Der Mitgliederstand betrug Die Bibliothek des Vereins wurde selben wendet sich Präsident Krüger direkt an die Einwohner handlungen der Regierung. Die Wiener Politische also am Jahresschluß 459. Bebel's Buch Die von Johannesburg. Sie beginnt mit dem Dante gegen Gott Correspondenz" bringt aus Konstantinopel die Meldung, daß die von 513 Personen in Anspruch genommen. Pforte zur Zeit mit der Ottomanbant über eine Anleihe von Frau" wurde 21 mal, das Kapital" von Mary 5 mal gelesen. für die Rettung aus der großen Gefahr, kündigt strenge Bes an und milde Berücksichtigung ungefähr 4 Millionen türkischen Pfund auf grund der Vergebung gewiffer Einkünfte verhandele. Mit der gegenwärtigen finanziellen bez tauſendjährigen Bestehens des ungarischen Staates nicht be- ber Bethörten und Die Sozialdemokratie Budapests wird sich an der Feier strafung der Uebertreter schließt mit folgendem Appell des des an die Gutgesinnten: Sothlage soll die Absicht der Pforte zusammenhängen, die unter- theiligen und dafür mit verdoppelter Kraft für eine besonders Präsidenten Krüger " Ich frage Euch allen brochenen andelsvertrags- Verhandlungen dem imposante Feier des 1. Mai eintreten. Ernstes, legt die Hand aufs Herz und beantwortet mir die Frage, kann und darf ich noch nach nächst wieder aufzunehmen, um durch einen neuen Zolltarif die 3olleinnahmen zu erhöhen. Todtenlifte der Partei. Ein alter treuer Parteigenoffe, dem was geschehen ist, solche Forderungen an die Volksversammder Privatmann Friedrich Becker ist zu Beginn dieses lung stellen? Ich weiß, tausende sind in Johannesburg und UmJahres im Alter von 69 Jahren in Quedlinburg gestorben. gebung, denen ich Vertrauen schenken darf. Einwohner von Martinez Campos meldet aus Havannah, daß der Er war Mitbegründer des sozialdemokratischen Boltsvereins Johannesburg, ermöglicht es nunmehr der Regierung, vor dem General Navarro y Arizon den Führer der Aufständischen Maceo sowie des Arbeiter- Bildungsvereims. In Eugau in Sachsen Boltsrathe zu erscheinen mit dem Spruch: Vergeben und Verauf seiner Flucht in Brigonna erreicht und geschlagen habe. Die hat der Parteiveteran Auguft Schreier ein langes und gessen!" wird Kuba. " London, 13. Januar.( W. Z. B.) Sir Claude Macdonald, bisher Reichskommissar des Niger Protektorats, wurde zum britischen Gesandten in Pefing ernannt. Verantwortlicher Redakteur: Anguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag ven Way Vading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 11. Dienstag, den 14. Januar 1896. 13. Jahrg. Aeichsksg. 14. Sitzung vom 13, Januar 1896. 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Bötticher, v. Hammer- stein. Ter preußische Minister vonderReckev onderHorst ist zum Mitglied«: deZ Bundesraths ernannt worden. Die erste Berathung deZ Gesetzentivurfes betreffend den Berkehr von Butter. Käse. Schmalz und deren Ersatzmitteln wird fortgesetzt. Abg. Weist(frs. Vp.) bedauert, daß die Motive nicht dar- gelegt haben, welche einzelnen Thatsachen dazu geführt haben, die Vorlage überhaupt zu mache». Das Interesse der 70 Mar- gariucfabriken steht hier nicht im Vordergrund, wohl aber das der viele» tansende Arbeiter. Beim Getreide handelte es sich um die Bekämpfung der ausländischen Konkurrenz durch die Zölle, hier aber handelt es sich um die Konkurrenz zweier in- läudischen Produkte. Die Margarine koukurrirt aber nicht eigent- lich mit der Butter.smrdern hauptsächlich mit dem amerikanischen echweineschmalz und wer das letzlere fiir gesuuoheitsschädlich hält, sollte für die Margarine eintreten. Bedenklich ist es. daß Herr Bachem jetzt, wo ein Bedürsniß nach neuen Steuern nicht vorhanden ist, solche anregt. Nicht die Butlersorle», welche mit der Margarine konkuriren, sind im Preise gefalle», sondern gerade die feinsten Bultersorte». Um dem Absatz der Margarine streng enlgegenzutreten, kommt mau zum Verbot der Zumischung von Milch, trotzdem dieser Zusatz»othwendig ist und sein Fehlen der Margarine einen schlechten Geschmack giebt. Man will eine strenge Kontrolle einführen; man will verbiete», daß Margarine mit Butter zusammen verkauft wird.(Zuruf des Abgeordneten v. Manteuffel: Sehr richtig!) Ich danke Herrn v. Manteuffel. Sein Zuruf beweist, daß es nicht darum zu thun ist, die legitime Konkurrenz ausrecht zu erhalten, sondern sie unter allen Um ständen zu unterdrücken. Die Margarinefabrikanten haben ihr Produkt nicht mit Bulter gemischt, sondern die Butterhändler sind es gewesen und trotzdem stellt man die Fabrikanten den Verbrecher» gleich. Für die zweckmäßige Untersuchung des gesammten Lebens mittelmarktes sollten zahl- reiche Untersnchungsämter eingerichtet werden, dadurch wird die Fälschung am leichtesten verhindert. Wir werden niemals einem Gesetze unsere Zu- st i n, in n n g geben, welches denVerkehr mit einem noth wendigen Ernährungsmittel be hindert. Preußischer Minister v. Hammerstei«: Es ist unrichtig. daß die Vorlage die legitime Konkurrenz der Magarine ver- Nichten soll. Soweit nicht sanitäre Bedenken vorliegen, soll die Margarine ihre Bedeutung als Volksernährungsmittel behalten. Es ist gesagt, daß die dänische Butter jetzt auf dem eng- kischen Markt die erste Stelle einnimmt. Dänemark, welches I8S9 ein mildes Gesetz gegen Margarine hatte, hat seitdem 2 Verschär- jungen eintreten lassen und der Erfolg davon; ist, daß Dänemark jetzt die erste Stelle einnimmt. Unsere Butter kommt nicht in der garantirten Reinheit nach England wie die dänische Butter und deshalb sind wir von Dänemark geschlagen. Wir müssen also dem Beispiel Dänemarks folgen und dafür sorgen, daß die deutsche Butter nicht mit Margarine vermischt wird und die höheren Preise der reinen Butter beansprucht. Das jetzt geltende Margarinegesetz hätte«ine größere Wirkung gehabt, wenn es mit Maßnahmen zusammen in kraft getreten wäre, welche eine strenge Kontrolle gestatten und unter dieser Voraussetzung wird auch die jetzige Vorlage wirksam sein. (Zustimmung rechts.) Alle Redner haben es betont, daß ihre Bestrebungen nur dahin gehen, daß die fraudulöse Konkurrenz der Margarine beseitigt wird, daß«ine reine Margarine als Volksnahrungsmittel erwünscht ist. Ich kann nicht anerkennen, daß der Preis für die gute Butter heute ein außerordentlich niedriger ist. Daß der Preis für schlechte Butter außerordentlich zurückgegangen ist. ist eine Thatsache, unter der namentlich die kleinen Landwirthe leiden. Der Landwirthschaftsrath hatte ähnlich wie Herr Bachem verlangt, daß die Gastwirthschaften die Verwendung von Margarine deklariren sollen. Man hat sich aber überzeugt, daß eine Kontrolle darüber nicht möglich ist und deshalb von einer solchen Maßregel Abstand genommen. Die Trennung des Verkaufs von Butter und Margarine ist vielleicht in großen Städten ausführbar, in kleineren Städten aber und auf dem Lande ist eine solche Trennung unmöglich. Das dänische Gesetz ordnet allerdings die Färbung der Margarine an. aber wir sind nicht der Meinung, daß diese Bestimmung günstig gewirkt hat. Wenn man die Färbung der Margarine vorschreiben oder verbieten will, dann muß man auch die Färbung der Butter verbieten. In den meisten genossenschaftlichen Molkereien wird die Butter mit einem unschädlichen Mittel gefärbt. Das vollständige Verbot der Zumischung von Milch zur Margarine würde nachtheilig sein für die Landwirthschaft, denn manche Molkereien haben einen großen Absatz von Milch an die Margarinefabriken. Ebenso würde die Besteuerung der Margarine nachtheilig sein für die inländischen Rohprodukte, die zur Margarinefabrikation gebraucht werden; aber für ein Verbot der Herstellung von Margarinekäse würde ich vom Standpunkt der land- wirthschaftlichen Verwaltung gern eintreten. Deutschland folgt mit diesem Gefetz nur dem Beispiel« anderer Staaten und hat auch den ernsten Willen, mit der strengsten Kontrolle vorzugehen. Ich glaube daher nicht, daß das vorgelegte Gesetz über die Grenzen des Möglichen hinausgegangen ist, und richte an die Herren die Bitte, im allgemeinen unv sanitären Interesse und i», Interesse der Landwirthschaft das Gesetz anzunehmen.(Zu- summung rechts.) Abg. Höffcl(Rp.) will der Margarinefabrikation nicht ent- gegcntrelen, soweit es sich um die Herstellung reiner und guter Waare handelt; es würden aber bei der Fabrikation sehr viel unterwerthige Stoffe gebraucht, ja man berichte sogar von der Verwendung gesundheitsschädlicher Rückstände der Schlächtereien. Abg. Harm(Soz.. wendet sich zumeist nach rechts hinüber und ist daher aus der Tribüne nur schwer verständlich): Die Vorlage verfolgt lediglich die Interessen der Agrarier, indem sie vorgiebt, daß das Volk davor geschützt werden müsse, das un- verdauliche Lebensmittel der Margarine zu verwenden. Das Margarinegesetz von 1887 genügt vollständig, um die Butterfälscher zu fassen. Die Agrarier erhofften aber von diesem Gesetz eine Erhöhung der Butlerpreise; diese Hoff- unng hat sich nicht erfüllt und darum soll dieses neue Gesetz gemacht werde». Mit der Revision über die Jnnehaltung dieses Gesetzes wird natürlich ivieder die Polizei betraut werden, es ist aber nicht angängig, daß man solche Llusgaben den Gendarmen überläßt. Die Produktion der Margarine hat allerdings bedeutend zugenommen, die Produktion der Butler aber ebenso viel. Unreinlichkeiten komme» auch bei der Butterproduktion genug vor. In den Mar- garinefabriken herrscht geradezu«ine peinliche Sauberkeit, und das liegt im eigenen Interesse der Fabrikanten, damit die Mar- garine appetitlich aussieht. Es wäre mir ja auch lieber, wenn die Margarine gar nicht existirte und jeder Arbeiter in der Lage wäre reine Butter zu verwenden, aber die materiellen Verhält- uisse'sind leider so, daß die Arbeiter gezwungen sind, die Margarine zu verwenden. Um so mehr muß ich mich wundern, daß es Herr Bachem war, welcher die Margarine vertheuern will; auch er jammert, daß die Laudarbeiter immer mehr in die Städte wandern und den städtischen Arbeitern Konkurrenz machen. Haben Sie denn ganz vergessen, woran das liegt, daß die Landwirthe selbst daran schuld sind? Vor wenigen Dezennien klapperte noch in ganz Teutschland in jeder Scheune der Dreschflegel den ganzen Winter hindurch, jetzt macht es die Maschine in wenigen Tagen. Wo sollen denn die überflüssig gewordenen Arbeiter hin, wenn nicht in die Städte? Man darf es den Arbeitern doch nicht vergelten, wenn sie nicht vorsichtig genug in der Wahl ihrer Eltern waren. Die Arbeiter in Krefeld werden es schon verstehen, wenn Herr Bachem ihnen die Margarine vertheuern will, und werden sich das für künftige Wahlen merken. Wenn die Gastwirlh- schaften erst die Verwendung der Margarine anzeigen müssen, wird Herr Bachem ja nicht gezwungen sein, in solchen Wirth- schaste» zu verkehren, er wird ihnen zwanzig Schritt weit aus dem Wege gehen können, wenn dir Margarine erst rolh oder gar schwarz gesärbt ist; aber die Arbeiter sind doch auf solche Wirth- schalten angewiesen. Mit einer Steuer auf Margarine wird Herr Bachem durchaus nicht eine Schmälerung des Verdienstes der Fabrikanten herbeiführe», solche Steuern äußern sich viel- mehr immer in der Preissteigerung des Produktes, und die armen Leute müssen dann die theurere Margarine kaufen. In de» Motiven heißt es, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß die Margarine eine gesundheitsschädliche Wirkung hat, wenn sie aus dem Feit kranker Thiere hergestellt wird. Wir wissen aber, daß in den Schlachthäusern kranke Thiere nicht zugelassen werden. Die Margarinefabrikanten haben auch ein Interesse daran, das Fett in möglichst frischem Zustand zu erhalten, weil es alsdann zur Margarine desto besser zu verwende» ist. So sehr ich auch sonst für eine strenge Kontrolle der Fabriken bin, so möchte ich doch nicht, daß sie jeder Zeit, selbst des Nachts inspizirt werden können. Die Vorlage schreibt vor. daß die Margarine nur in Umschlägen verkaust werden darf, welche die Aufschrist „Margarine" tragen. Warum will man den Arbeitern durch diese Bestimmung das Kaufen von Margarine denn verleiden? Ich weiß ans Erfahrung, daß die Käufer den Kaufmann häufig bitten, die Margarine doch in anderes Papier einzuwickeln, weil dieser oder jener nicht erfahren soll, daß es Margarine ist. Ich habe mich gefreut, daß die Regierung in den Motiven ausdrück- lich anerkennt, daß auf eine Färbung absolut nicht eingegangen werden könne, daß die Margarine dadurch den Konsnmenten verleidet werden könne und diese dann zu anderen, vielleicht zu schlechteren Surrogaten übergehen müßten. Es wird noch eine ganze Reihe anderer Surrogate verwendet, wie Schmalz. Pflaumenmus u. f. w. Diese sind seit der Produktion der Margarine entschieden zurückgegangen. Wenn Sie der Margarine immer mehr und mehr Hindernisse in den Weg legen, greifen Sie das Volk in seinen vitalsten Interessen, in seiner heute schon ohnehin traurigen Existenz an. Wir sind hier nicht in Berlin, um dem Volk durch Gesetze seine Existenz zu erschweren, sondern zu erleichtern und dazu reicht doch das bischen Sozialresorm allein nicht ans. Warum will man den Margarinekäse unterdrücken? Durch die Fabrikation desselben wird es der Landwirthschaft doch möglich, ihre Magermilch Keffer als bisher zu verwenden. Graf Caprivi sagte einmal, daß alle Gesetzentwürfe darauf geprüft werden würden, wie sie aus die Sozialdemokratie wirken. Haben Sie auch diese Vorlage in diesem Sinne geprüft? Das Volk wird schließlich sagen, wir sind doch nicht dazu da, um als Packesel für die Herren Agrarier zu dienen. Man hat auf Däne- mark exemplifizirt; dort ist aber eine Mischung bis zu S0 pCt. gestattet. In Ihrem eigenen Interesse wie in dem des Volkes möchte ich Sie ersuchen, von neuen Belastungen und Erschwerungen der Margarine abzusehen. Diese neuen Lasten werden nur eine Preiserhöhung nach sich ziehen. Daruni also keine neuen Lasten für das Volt!(Beifall bei den Sozialdemo- kraten.) Staatssekretär v. Bötticher: Der Vorredner ist so weit ge« gangen, uns davor zu warnen, em Gesetz zu mache», welches die Unzufriedenheit im Volke vermehre und das wir lediglich im Jnter- esse der agrarischen Begehrlichkeit machten. Wenn er der Meinung wäre, daß das Volk lediglich aus denjenigen Leuten bestehe, die zum Vortheil ihrer eigenen Tasche die Butter mit Margarine ver- mischen, um dafür einen höheren Preis zu erzielen, als der wahre Werth beträgt, dann könnte er recht haben. Der Zweck der Vorlage ist aber ausschließlich darauf gerichtet, die fraudulöse Konkurrenz fernzuhalten. Die Klagen über die fraudulöse Kon- kurrenz sind seit 1887 nicht verstummt. Der Bericht des Polizei- prästdinms von Berlin bestätigt dies. Wir erkennen an, daß die Margarine«in an sich nützliches und gesundes Volksnahrungs mittel ist. Wir wollen es keineswegs unterdrücken, sondern nur den Händler verhindern, unter der Firma Butter minderwerthige Produkte zu verkaufen. Wenn auch bisher ein Erkrankungsfall an Margarine nicht nachweisbar geworden ist, so ist doch nicht zu leugnen, daß die Verwendung schädlicher Stoffe zur Margarinesabrikation auch auf die menschliche Gesundheil nach theilig wirken kann. Hieraus sresultirt aber die Nothwendigkeit der Anzeigepflicht und der Einführulig schärferer Kontrollen in den Fabriken und im Handel. Das Gesetz ist weit davon ent- fernt, zur Vertheuerung deS Fabrikats als eines nützlichen Volks- Nahrungsmittels beitragen zu wollen und der Vorredner ist uns den Beweis schuldig geblieben, daß jede Verschärfung der Kontrolle zu einer Vertheuerung der Margarine führen muß. Wenn aber der Borredner gemeint hat, daß die'Konlrolle, die wir einführen wollen, in einer frivolen Weis« ausgestaltet sei,— ich mache darauf aufmerksam, daß mir das gerade kein parlamen- tarischer Ausdruck zu sein scheint einer Vorlage der verbündeten Regierungen gegenüber— so weise ich auch daS auf da»«rnfteste zurück. Ein« wirksam« Kontrolle kann nicht milder gestaltet werden, und sie muß in denjenigen TageS- und Nachtzeiten äeübl iverden, in denen der Geschäftsinhaber die verbotenen Mani- pulationen ungestört vornehmen kann. Wir hoffen mit dem Reichstage ein Gesetz zu vereinbaren, welches de», Volke nicht schadet und der Landwirthschaft dadurch nützt, daß es die Kon- kurren, minderwerthiger Produkte verhindert.(Zustimmung rechts.) Vizepräsident Schmidt: Der Herr Staatssekretär v. Bötticher hat einen Ausdruck des Abg. Harm bemängelt; der Ausdruck ist hier nicht gehört worden, er würde sonst von hier aus beanstandet worden sein. Im übrigen muß ich es dem Präsidium vorbehalten, allein zu erklären, ob ein Ausdruck zulässig ist oder nicht. Staatssekretär v. Bötticher: ES liegt mir durchaus fern. in die Befugniffe des Präsidenten einzugreifen, und ich glaube, meine ganze Vergangenheit spricht dafür, daß ich das niemals nnlernonimen habe; aber«inen Ausdruck, der hier gebraucht worden ist, ebenso zu qualifiziren, wie es hier im Reichstage üblich ist, dazu bin ich, glaube ich, berechtigt. Abg. v. Plötz(k.): Ohne die agrarische Agitation wäre ein solches Gesetz nicht vorgelegt worden; man hatte uns immer mit den kleinen Mitteln vertröstet und deshalb strebten wir ein solches Gesetz an. Die pommerschen Molkereien haben den Butterkrieg geführt, und haben die Funktionen ausgeübt, welche eigentlich der Polizei zufallen sollten. Dabei hat sich herausgestellt, daß in vielen Fällen SO— SL pEt. to Butterproben gefälscht waren. Die Händler waren so vorsichtig geworden, daß sie neuen Kunden nur gute Butter verkauften, weil sie in ihnen Polizeibeamte ver- mutheten; die alten Kunden wurden betrogen durch die Verab- folgung von Mischbutter. Ich kann nur bedauern, daß die Vor- lag« nicht schon in der vorigen Session gemacht worden ist. Wir erkennen es aber dankbar an, daß wir den Eulwurf jetzt bekommen haben: wir hoffen aber. daß der Entwurf durch Verbesserungen ausgestaltet wird. Vor allen Dingen gehörte in das Gesetz hinein, daß die gesund- heitsschädlichen Stoffe, namentlich das Stearin, in die Margarine nicht hineinkommen dürfen. Ferner muß das Färben der Mar- garine verboten werden; dem Herrn Minister bestreite ich, daß in den Molkereien das Färben noch stattfindet. Wenn's noch stattfindet, so wird man es gern preisgeben, wenn die Färbung der Margarine verboten würde. Wenn die polizeiliche Kontrolle wirklich streng durchgeführt würde, so könnten wir von der Verschärfung der Vorlage ab- sehen; aber die bisherige Praxis hat gezeigt, daß die Polizn die Kontrolle nicht ausüben wollte oder nicht durchfichren konnte. Unbedingt verlangt werden muß eine rothe Färbung der zum menschlichen Genuß nicht brauchbaren Margarine, ebenso wie das Viehsalz roth gefärbt wird. Der Entwurf des Bundes der Landwirthe wollte die Zumischung von Milch unter allen Um- ständen verbieten. Das ist eigentlich die Kernfrage und es ist sehr mißfällig im Lande aufgenommen worden, daß die wirthschastliche Ver- einigung des Reichstags diese Bestimmung nicht aufrecht erhalten hat. Die Fabrikation ist jetzt so vorgeschritten, daß nian die Margarine auch ohne Milch schmierbar machen kann. Was an Margarinefabriken dann an Milch nicht mehr verkauft wird, wird durch die Steigerung des Butterpreises ersetzt. Daß die Gastwirthschaften u. s. w. die Verwendung von Margarine deklariren sollen, ist nothwendig. Wenn die Margarine gut ist, warum sollen die Verbraucher das nicht bekannt geben? Den Verkehr mit reiner guter Margarine wollen wir nicht verhindern; es giebt aber sehr viel verfälschte schlechte Waare. Dieser Mischmasch kann keine Margarine sein, sonst könnte er nicht so billig verkauft werden. Die reine Margarine fürchten wir Agrarier nicht. Die Margarinesabrikanten fordern in ihren Eingaben jetzt schon Entschädigungen von mehreren Millionen im Fall der Annahme des Gesetzes. Diese Forderung zeigt, wie riesige Gewinne die Herren erzielen. Hier beim Margarineschwindel heißt es ebenfalls wie bei anderen Dingen: Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn Du greifst, so greife fest! Ich bitte die Vorlage an eine Kommission vo» 21 Mitgliedern zu verweisen Minister von Hammerstein: Ich muß mit voller Entschiedenheit die Behauptung zurück- weisen, daß die Vorlage nicht gemacht worden wäre, wenn nicht der Bund der Landwirthe agitirt hätte. Der deutsche Land- wirthschastsrath hatte schon vorher auf diesem Gebiete gearbeitet und dessen Arbeiten hat sich der Bund der Landwirthe angeeignet. Auf Anregung des Landwirthschaftsraths hat die Reichsregierung sich mit der Frage beschäftigt, ob es nothwendig und gerathen sei, die Gesetzgebung zu ändern und zu verschärfen. Die Reichsregierung hat sehr aufmerksam die Gesetzgebung der anderen Länder verfolgt und schon daraus Veranlassung ge- nomine», dieser Frage näher zu treten. Es ist eine gewisse Tendenz im Lande; man erweckt den Glauben, daß die Regierung helfen könne, aber nicht helfen wolle und daß erst ein Druck von einer agitatorischen Partei nothwendig sei. um die giegierung zum Vorgehen zu veranlassen. Da- gegen muß ich entschieden Protest einlegen. Vizepräsident Schmidt- Bingen: Ich habe das Steno- g r a m m der Rede des Abg. Harm vor nur; derselbe hat gesagt:„Warum wollen Sie in dieser frivolen Weise gerade dem Arbeiterstande diese Verletzung beibringen." Aus dein Zu- sammenhang war beim Zuhören nicht klar ersichtlich, ob dieser Satz sich auf die Regierungsvorlage bezieht. Aus dem Wortlaut scheint aber hervorzugehen, daß diese Abficht vorlag. Deshalb muß ich erklären, daß dieser Ausdruck unzulässig ist und die Ordnung des Hauses verletzt. Abg. Herbert(Soz.): Herr v. Bötticher glaubte meines Freundes Harm Warnung durch den Hinweis widerlegen zu können, daß es sich hier gar nicht um eine Vertheuerung der Margarine handle. Nach ihm erhob sich Herr v. Plötz, der Hauptführer der Agrarier, um der Regierung für die Vorlage zu danken. Wenn die Agrarier dankbar find, dann wird es den Andern unheimlich zu Mulhe, dann werden sicherlich aus der Haut des Volkes Riemen geschnitten. Es handelt sich hier nicht soivohl um eine Vertheuerung des Produktes als um eine Er« schwerung der Fabrikation. Es werden größere Räumlichkeiten erforderlich sein und die Mehrkosten der Fabrikation werden wie immer auf die Konsumenten abgewälzt werden. Die Mar- garinesteuer ist schon im vorigen Jahre indirekt eingeführt worden durch Erhöhung des Cottonöls von 1 M. auf 10 M. Nun will man gar noch eine Extrasteuer einführen. Es ist ein Jrrthum, daß die Margarine den Butterkonsum eingeschränkt habe. Wer heute Margarine, Speisefett und dergleichen genießt. wird noch lange keine Butter kaufen, wenn ihm der Ankauf der Margarine unmöglich gemacht wird. Die Arbeiter essen auch lieber Butter als Margarine, aber dazu reicht ihr Lohn nicht aus. Auch im Mittelstand« wird heute vielfach Margarine zur Zubereitung der Speisen verwendet. Der Preis der Butter ist beispielsweise in Stettin 1,20 M. bis 1,30 M., so war es schon vor IS bis 20 Jahren, warum also die Klagen der Agrarier? Die Agrarier werden durch diese Vor« läge, welche nur ein Kompliment nach der rechten Seite ist, nicht zufrieden gestellt werden. Die gestiegene Butterausfuhr Dänemarks beweist nichts. Wenn ein Land ans dem Weltmarkt mitkonkurriren will, so müssen die Preise denen anderer Länder angemessen sein. Deutschlands Butterpreise sind zu hoch, darum kann es nicht ans dem englischen Weltmarkt konkurriren. Wären die Preise bei uns wirklich zu niedrig, so kölinte man die Butter ja exportiren. Was soll hier fraudulöse Konkurrenz heißen. Die Margarinesabrikanten verfälschen keine Butter. Dagegen ist es prozessualisch nachgewiesen worden. daß selbst Rittergutsbesitzer Margarine ge- kauft und mit Butter vermischt haben. Diese Fälle können jetzt schon auf grund des Nahrungsmittel- Gesetzes gefaßt werden. Man will nur de» Herren von der Rechten eine kleine, freilich nutzlose Gefälligkeit erweisen. Am Ende wird man vielleicht das Gesetz noch verschärfen und eine Steuer in Gestalt einer Resolution beantragen. Die Bestimmung, daß Butter nur einen gewissen Prozentsatz an Wasser enthalten soll, wäre für mich anuehnibar, wenn die Feststellung des Prozentsatzes nicht in das diskretionäre Ermessen des Bundesraths gelegt werden sollte. Ich bin weder für Vollmachten an den «ndesrath, noch für solche an diePolizei. Die Polizei soll die Betriebsräume jederzeit kontrolliren dürfen. Wie das kommen kann, habe ich am eigenen Leibe erfahren. 1887 fand nachts 2 Uhr eine Haussuchung durch 6 Polizeibeanite. die von einer Ulmer Dogge begleitet waren, statt. Nun denken Sie Darauf wird um 5 Uhr die weitere Berathung bis Dienst a g 1 Uhr vertagt. Außerdem stehen einige RechnungsKommunales. einmal, die Polizei fann jemand nicht leiden, er stände in Arbeiten über die Strafprozeßordnung fo schnell fabzufchließen, dieser Silfe, die sich dann selbstverständlich auf den gesammten oppositionellem Verdacht, wie leicht kann sie jemand chikaniren. daß die Sache erledigt ist, wenn das Bürgerliche Gesetzbuch zur Unterhalt erstrecken und bis zur Erreichung des vorgesezten Zieles Schon die Furcht vor einer solchen Polizeimaßregel ist einem zweiten Berathung fommt. Ich bin erfreut über das Entgegen- dauern müßte, für würdig halten wird. Die städtische Waisenunheimlich, denn die Polizei weiß nie den richtigen Weg inne fommen, welches die Regierung in mehreren Punkten bewiesen verwaltung, deren Vorsitzender, Stadtrath de Neve, dem Komitee zuhalten. Jm vorigen Jahre sprach man von der Gesundheits- hat. Der Zustand, daß es für Verbrechen nur eine Instanz angehört, bringt ihre Waisen fast nur zu Handwerkern bezn. Warum das geschieht, wird in den schädlichkeit des Cottonöls, jest, nach dem Entwurf, ift die giebt, für den Zivilprozeß über die geringften Summen in den Gesindedienst. Margarine ein schätzenswerthes Nahrungsmittel. Wenn wir nur bagegen zwei Instanzen, will im Volt nicht einleuchten; neueren Verwaltungsberichten nicht gesagt. Früher hat die VerTeine anderen Schmerzen hätten, als die Furcht vor der Ge- deshalb find wir für die Berufung in Straffachen. waltung erklärt, die Kinder seien meist zu nichts anderem be sundheitsschädlichkeit des Kottonöls oder der Margarine! Herr Die Frage, ob drei oder fünf Richter ist nicht entscheidend, fähigt, und der Bericht pro 1885/86 bezeichnet die Stellung eines v. Plötz wünscht den Berkauf in getrennten Räumen; diese Maß- Hauptfache ist, daß ein zweites Verfahren stattfindet. Dienstmädchens geradezu als die normale" für ein Berliner regel würde den kleinen Kaufmannsstand und den Mittelstand Was die Entscheidung unschuldig Verurtheilter betrifft, so Waisenmädchen. Aber der Begriff" Befähigung" wird eben nur treffen, der den Konservativen für die Erschwerung des Verkaufs ift die Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft soweit gefaßt, als die bescheidenen Mittel, die Wohlthätigkeitsund der Bertheuerung der Margarine schwerlich dankbar fein an sich theoretisch ebenso berechtigt, wie die Entschädigung für fonds" es gestatten; denn gesetzlich ist die Gemeinde würde. Wie sollen selbst in Berlin, in den Kellern, für Margarine unschuldig erlittene Strafhaft. Aber es besteht dabei immer die ja nur zu der nothbürftigen Pflege und Ausbildung verund für Butter gesonderte Verkaufsräume eingerichtet werden? Schwierigkeit, daß man dann wieder zu zwei Arten des Urtheils pflichtet. Auch der Erziehungsbeirath" wird aus Mangel an Nur die Agrarier flagen, nicht das Publikum; nur weil die Herren fommen müßte, gur eigentlichen Freisprechung wegen Unschuld Mitteln die Grenze der Befähigung" so eng ziehen müssen, daß mit dem kleinen Kaufmannsstande, dem Mittelstande, den arbeitenden und zur absolutio ab instantia. Die Polizei muß bei schweren sich nach wie vor nur selten einer armen Waise der Weg zu Klaffen jede Fühlung verloren haben, sind solche Reben und Verbrechen die Möglichkeit haben, rasch zuzugreifen, und da fann einem höheren" Berufe öffnen wird. Er wird dann, dem Beis Gefeßentwürfe möglich. Als Voltsvertreter muß ich mich gegen einmal ein Frrthum unterlaufen. spiel der städtischen Waisenverwaltung folgend, mit gutem Gealle Chitanirungen von der Polizei erflären. Der Gefeßentwurf wissen erklären dürfen, daß alle seine Pfleglinge ihren Fähigkeiten Nur wird unter solchen wird die Konkurrenz nicht aufheben und verhindern, daß entsprechend" untergebracht werden. Butter mit Margarine verfälscht wird. Will man den Margarines fachen auf der Tagesordnung. Umständen aus der Milderung der Klaffengegensäße", die der fäse verbieten, dann können Sie auch das elektrische Licht verAufruf in Aussicht stellt in der Vorversammlung wurde sogar bieten, weil das Gas ausreicht und der Gasgesellschaft dadurch eine Ausgleichung und Versöhnung der Klassengegensäge ver Konkurrenz bereitet wird. Das geht nicht, wenn man nicht im sprochen vorläufig wohl noch nichts werden. Zeichen des Krebses regieren will; man mache lieber GesetzDie städtische Deputation für Kunstzwecke nahm in Städtisches Obdach. Jm Familien Dbbach waren entwürfe an gunsten der arbeitenden Bevölkerung; aber die Ar- ihrer gestrigen Sihung davon Kenntniß, daß der Magistrat den am 1. Dezember 1895 15 Familien( 42 Köpfe) und 46 Ginze! beiter sind nun cinmal die Stieftinder der Regierung, und darum Antrag der Deputation, für die nächstjährige Jubiläums- Kunst personen, am 1. Januar 1896 27 Familien( 79 Köpfe) und diese Vorlage! ausstellung städtische Ehrenpreise zu gewähren, abgelehnt hat. 54 Ginzelpersonen. Die Abtheilung für nächtlich Abg. Rettich( bt.): Wenn behauptet wird, daß die Marga Die Gruppe des Bildhauers Herter Fischer und Nire" soll für Obdachlose beherbergte im Dezember 32 785 Männer, rine ebenso verdaulich sei wie die Butter, so mag das in ein- 12 000 m. angekauft und am Eingang des Viktoriaparts auf 1269 Frauen, zusammen 34 054 Personen. Wegen zu häufigen zelnen Fällen zutreffen; aber die Pflanzenöle sind schwerer ver- gestellt werden. Der Deputation wurde eine neue Stigge Rommens wurden 500 Personen der Polizei überwiesen, rund daulich als Dleomargarine, und Stearin ist ganz unverdaulich. der vom Bildhauer Rotolety entworfenen Gruppe Ballspiel" 15 viel Tausend, alfo im Verhältniß weniger Wir wollen nur den Betrug vermeiden und das Volk beschüßen vorgeführt; die definitive Bestellung ist noch ausgesetzt worden, als in den Herbst- und Sommermonaten des Jahres 1895. vor einem unterwerthigen verfälschten Nahrungsmittel. da mit dem Künstler noch über einige Punkte Rücksprache ge- Das Bedürfniß, das Obbach öfter als fünfmal im Monat Minister v. Hammerstein weist eine vom Abg. Herbert genommen werden soll. Die für die Aufstellung von Masten für zu benutzen, ist natürlich mit dem Beginn des Winters machte Aeußerung mit Protest zurück. die elektrische Beleuchtung des Plates vor dem Brandenburger nicht geringer, sondern stärker geworden. Aber in diesem Winter Damit schließt die Debatte. Thor eingesetzte Subkommission hat die Ausschreibung einer follen die Auslieferungs Bestimmungen anscheinend wieder Persönlich bemerkt Ronkurrenz befchloffen, an welcher die Berliner Künstler betheiligt weniger streng angewendet werden. Wohl infolge dieser mildern Abg. Harm( Soz.), daß er den Bund der Landwirthe sein sollen. Die Deputation ist dem Beschluß ihrer Subkommission Praxis ist die Zahl der Besucher im Dezember gewaltig gegen als den spiritus rector für die ganze Borlage bezeichnet habe, beigetreten. Die Besprechung über die Ausschmückung des Lüßow- die Herbstmonate gestiegen. Es nächtigten im September 10 418, beshalb bezog sich der Ausdruck frivol" auf diesen und nicht auf plates sowie der Alsenbrücke wurde bis zur nächsten Sigung Oktober 15 562, November 21 163, Dezember 34 054. die verbündeten Regierungen. vertagt. Die zur Ausschmückung der Wiesenbrücke bestimmte Dezember ist auch der einzige Monat des Jahres 1895, in Die Vorlage wird einer Rommission von 21 Mitgliedern Figur, eine Wäscherin" darstellend, wurde anzukaufen beschlossen, welchem die Zahl der Besucher wieder größer war als in demüberwiesen. Es folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfs betreffend gegen die Platfrage noch offen gehalten. Das Projekt der selben Monat des Vorjahres.( 31 733 im Dezember 1894.) Ausschmückung des Andreasplages durch eine mit reichem Aenderung und Ergänzungen des Gerichts- Figurenschmuck ausgestattete steinerne Ruhebant, ist erfreulich verfassungs- Gesetzes und der Strafprozeß- fortgeschritten. Die Deputation nahm das vorgeführte Modell Ordnung. in Augenschein und beschloß die Ausführung der in Marmor Abg. Günther( natt.) spricht von der Tribüne, ist aber bei vorgesehenen Gruppen den Bildhauern Kowalowsky und Haberfeiner schwachen Stimme weder von der Journalistentribüne noch land zu übertragen. In zwei Gruppen sollen erholungsuchende im Hause verständlich; die weiteren Redner in der Debatte, die Eltern, ihre spielenden Kinder beaufsichtigend dargestellt werden, Abgg. Munckel, Schröder, Beckh, Stadthagen, Lenzmann 2c. begeben Die vorgeführten Modelle fanden den ungetheilten Beifall der fich in die Nähe des Stenographentisches, um seinen Ausführungen zu Deputation. Die beabsichtigte Anlage wird zweifellos ein hervorfolgen. Aus der Rede ist nur zu verstehen, daß er sich für eine Ausragender Schmuck der östlichen Stadttheile werden. behnung des Abschnittes über die Entschädigung der unschuldig Verurtheilten ausspricht; die Entschädigung soll auch für unfchuldig erlittene Untersuchungshaft gewährt werden. " 1 Türk verband Dor. Tokales. 11 von Dom M Der Die Arbeitsverhältnisse in den hiesigen Badeanstalten geben nach verschiedenen Seiten hin zu großen Bedenken Anlaß. Im Admiralsgartenbad z. B. dauert die Arbeitszeit von morgens 7 Uhr bis abends 9/2 Uhr, außerdem werden die Angestellten Sonntags von 7 Uhr bis 2 Uhr beschäftigt. Und das, ohne daß die Bademeister auch nur einen Pfennig Gehalt beziehen; ihr Einkommen besteht aus den Trinkgeldern, die ihnen die Gnade des Publikums bescheert. Diese Angestellten werden nicht allein in ihrem Beruf, sondern auch je nach Umständen mit allen mög lichen anderen Arbeiten, als Schneeschippen, Trottoirreinigen, Reffelbohren, Schladeschleppen u. f. w. beschäftigt; auch tommt ihnen selbst das Trinkgeld nicht in vollem Maße zu, sondern fie müffen davon noch( im Wannenbad erster Klasse z. B.) die Bades frau, welche ihnen die Direktion zuweist, bezahlen. Ferner gehen noch sehr nennenswerthe Strafgelder ab; fürs Buspättommen von 5 Minuten sind z. B. nicht weniger als 50 Pf. zu zahlen, welche angeblich in einen Unterstüßungsfonds fließen, über dessen Verwaltung den Angestellten leider nichts bekannt ist. Solche Ausbeutung macht es erklärlich, daß dem Publikum eine Art Trinkgelbertare von geradezu unerhörter Höhe aufgelegt ist; wird doch selbst von einem Rassentranten, dessen Bad von der Rasse, der er angehört, bezahlt wird, erwartet, daß er seine 25 Pf. Trinkgeld ablade. Diesen, im Vergleich zu den Gebräuchen, die in anderen wenigstens von den Krankenkassen- Mitgliedern und von der Bea hörde entgegengearbeitet werden. Bei dem niedrigen Kranken geld, das die Mehrzahl der Raffenmitglieder bezieht, fällt bas Bade- Trinkgeld ganz außerordentlich ins Gewicht; ein Druck von der Kaffenverwaltung würde manchen Nutzen bringen. Eine wesentliche Abhilfe wäre allerdings erst geschaffen, wenn die Berliner Kommunalverwaltung sich auf die Pflichten gegen die minderzahlungsfähige Bevölkerung besonnen und städtische Bades Anstalten in größerem Maßstabe gefchaffen hätte. Im Vergleich zu anderen Städten es sei z. B. Hamburg genanntstehen die zwei städtischen Bade Anstalten mit ihren unbequemen und beschämend ärmlichen Einrichtungen geradezu als ein Schandmal da. Die hygienische Wohlthat großer und selbstverständlich billiger öffentlicher Bäder scheint man in der Seichshauptstadt taum begreifen zu können. Staatssekretär Nieberding: Der Vorredner hat bedauert, daß die verbündeten Regierungen bei der Neufeststellung des Bei den Charlottenburger Gewerbegerichts Wahlen Entwurfs auf die Beschlüsse Ihrer vorjährigen Kommission teine fiegten in der Klasse der Arbeitnehmer die von den Gewerkgelehnt haben. Ich will nur an zwei schlagenden Beispielen geber die Kandidaten der bürgerlichen Parteien. Rücksicht genommen und die Forderungen dieser Kommission ab- schaften aufgestellten Kandidaten, und in der Klasse der Arbeit nachweisen, daß diese Ausführungen nicht zutreffen. In dem geber die Kandidaten der bürgerlichen Parteien. vorjährigen Entwurf war bezüglich der Verhaftung eines Ange- Die Pestalozzifeier des arbeitenden Wolfes ging am flagten vorgeschlagen, daß sie nur dann zulässig sein soll, wenn Sonnabend unter außergewöhnlich starker Betheiligung im die Besorgniß sich ergebe, daß der Angeschuldigte seine Freiheit Keller'schen Etablissement vor sich. Gin mehrere tausend Köpfe zur Begehung neuer strafbarer Handlungen mißbrauche. Diese umfassendes Auditorium nahm innigen Antheil an dem von Ihrer Kommission abgelehnte Bestimmung hat der jetzige Leben, Denken und Wirken des großen Pädagogen. Die Entwurf nicht wiedergebracht, ebenso wenig auch die weitere offizielle Feier leitete ein Konzert ein, ausgeführt Bestimmung des vorjährigen Entwurfs, daß dein Vorsitzenden Bivilberufsmusikern, welche Schöpfungen unserer größten Städten herrschen, geradezu skandalösen Zuständen sollte bes Schwurgerichts die Befugniß zustehen solle, nicht blos den Meister zu Gehör brachten. Die Auswahl des Gebotenen war Geschworenen, wie es jetzt Rechtens ist, eine Rechts- ohne Zweifel im Sinne Pestalozzi'schen Erziehungseifers erfolgt. belehrung zu ertheilen, sondern auch den fachlichen In- Julius Türk sprach den an Kopf und Herz der Versammelten halt der Verhandlung zu resumiren. Ihre Kommission gerichteten Prolog, den Hermann Walter gedichtet und die Polizeihatte ihre Beschlüffe gefaßt unter Vorbehalt einer zweiten genfur etwas gekürzt hatte. Andächtig wie diesem, lauschten Lesung, mit der Auscht, daß sich bis dahin die die Fefttheilnehmer auch dem Vortrage des Vorsitzenden, Stimmung noch ändere. Sie können billigerweise nicht verlangen, Schriftstellers Heinrich Schulz, der gleich dem Prologe vor allem daß die Regierung von ihren wohlerwogenen Vorschlägen des in Pestalozzi den Volkserzieher, aber auch ber, halb ablaffen sollte. Wenn die Kommission in 2. Lesung ihre den Bahnbrecher einer neuen Zeit feierte, wäre Beschlüffe gefaßt hätte und Sie im Plenum zu diesen Stellung er heut noch am Leben, sicherlich ebenfalls den Dar genommen hätten und wenn an diesen Beschlüssen bis zur dritten benden und Geknechteten sein Wollen und Schaffen widmen Befung nichts mehr zu ändern gewesen wäre, und es wäre dann würde. Lebhafter Beifall folgte beiden Vorträgen. Nachdem die bie Regierung mit ihren Vorschlägen wiedergekommen, dann Typographia" auch diesmal wieder ihr Können durch eine Anhätten Sie Grund für Ihren Vorwurf. Die Regierung kann zahl Gesänge bewiesen hatte, tamen lebende Wilder, die Züge ihre Stellung zu Ihren Beschlüssen erst dann nehmen, wenn sie aus dem Leben und Wirken des gefeierten Mannes veranschaus den Zusammenhang übersehen kann. Sie hat pflichtmäßig aus lichten, zur Aufführung. Die erläuternde Dichtung trug Bom Landgerichts- Direktor Brausewetter liegt wenig eigener Initiative nochmals geprüft, ob der vorjährige Entwurf Julius die Die Musit, welche einzelnen neues vor. Er ist auf sechs Monate beurlaubt worden, sodaß in derselben Gestalt wieder vorgelegt werden könne, und diese Bilder war und begleitete, eigens für diesen die Thätigkeit dieses Herrn zur Sommerszeit wieder beginnen Prüfung ist in einer durchaus selbständigen Weise vorge Zweck vom Kapellmeister Klatte tomponirt worden; bei fann, wenn die grundgütige Mutter Natur solches zuläßt. Was nommen worden. Wir haben nicht nur Rücksicht auf die hier ihrer Ausführung wirkte hervorragend der Konzertmeister Donderer vorab von dem Vorsitzenden der zweiten Straftammer berichtet Taut gewordenen Wünsche genommen, sondern haben auch noch mit, welcher sich freundlichst zur Verfügung gestellt hatte. wird, sieht allerdings nicht danach aus, als ob er sobald wieder weitere Borschläge selbständig gemacht. Wir werden unsererseits Die Firma Siemens u. Halske, welcher der Bau der Gelegenheit fände, in dem Zimme 49 im Jnteresse des Staates das möglichste thun, um die Vorlage zum Abschluß zu bringen. elektrischen Hochbahn übertragen ist, hat laut Bertrag das Recht, und im Namen der preußischen Gerechtigkeit die Sozialdemokratie Den Regierungsvertretern kann nicht der Vorwurf gemacht die Straßen und Pläge, welche beim Bau und Betriebe der Bahn und den„ Borwärts" zu beschimpfen. Ein Montagsblatt weiß werden, daß die Vorlage im vorigen Jahre nicht zum Abschluß in Frage kommen, unentgeltlich in Anspruch zu nehmen. Dieser sogar zu melden, daß die Krankheit des Landgerichts- Direktors gekommen ist; allerdings standen der Regierung einige Bedenken entgegen, ob fich eine Wiedereinbringung empfehlen würde. Bestimmung im Bauvertrage hat die bekannte Firma neuerdings von den Aerzten als Gehirner weichung erkannt worden sei. Boraussichtlich wird diese Session schwer belastet sein, und eine gar bemerkenswerthe Deutung gegeben: fie nimmt nämlich Dies furchtbare Leiden wuchert gewöhnlich schon jahrelang, bevor wenn schon in der vorigen Session die Vorlage nicht zu stande an, daß ihr auch Baupläge, welche im Besitze der Stadt- es in einer dem Laien erkennbaren Weise zum Ausbruch kommt. tam, mußte es erst recht zweifelhaft erscheinen, ob sie in diesem Bekanntlich ist die Errichtung einer Volts- Bade- Anstalt in der Sozialdemokratie ihre Rechnung mit Herrn Brausewetter als gegemeinde sind, zu den gedachten Zwecken überantwortet find. Stimmt die von der Welt" gebrachte Nachricht, so müßte die Jahre durchgebracht werden könnte. Allgemeiner Sympathie begegneten in der Borlage bie Be- beliebt es nun, die Hochbahn gerade über den Blah, der von der zutragen; man übt Mitleid mit ihm. Um so nothwendiger ers Dennewigstraße geplant worden. Der Firma Siemens u. Halste löscht betrachten. Einem so schwer Kranten hat man nichts nachftimmungen über die Einführung der Berufung gegen Stadt bereits mit schwerem Gelde zum Bau der Anstalt angekauft scheint es unter diesen Umständen allerdings, die verkündeten die Urtheile der Straftammern und über die Entschädigung unschuldig Verurtheilter. Doch ist, hinwegzuführen, und so die Errichtung des öffentlichen Ge- Gerichtsurtheile des Herrn Brausewetter zu faffiren. bäudes vor der Hand unmöglich zu machen. Das beste ist, daß Auf das Reklamewesen der bürgerlichen Presse wirft eine erschien es zweifelhaft, ob diese Sympathien ausreichen würden die Firma nach dem Buchstaben des Vertrages vollständig im Buschrift ein nettes Licht, die ein Herr Richard Roy in Duisburg für eine Verständigung über die Vorlage. Dieser Umstand war Rechte ist; allen Respekt vor den Herren, die eine solche Be- wohl aus irgend einem Bersehen an unsere Expedition gerichtet für die verbündeten Regierungen von um so größerer Bedeutung, als unter ihnen feineswegs völlige Ginigkeit darüber immung baben durchgehen lassen. Ist keine Revision des Ver- bat. Der Herr schreibt: Falls Sie geneigt find, das untenbestand, ob mit dieser Reform in der That der richtige trages möglich? Und wird man endlich auch in bürgerlichen stehende Inserat mit 50 pet. Rabatt aufzunehmen und die ebens bestand, ob mit dieser Reform in der That der richtige Kreisen einsehen, daß Aufsichtsräthe die ungeeignetsten Personen falls beifolgende Reklamenotia gratis zu veröffentlichen, so Weg betreten sei. In bezug auf die Entschädigung der un wollen Sie mit der Insertion sofort beginnen. Bedingung ist, fchuldig Verurtheilten waren die Regierungen übereinstimmend find, wenn es gilt, das öffentliche Intereffe zu vertreten? ber Ansicht, daß es sich hier weniger um eine materielle als um Vom freiwilligen Erziehungsbeirath für schul- daß Sie für den ausmachenden Betrag ein oder Kognat eine formale Rechtsänderung handelt. Es ist von der Justiz entlaffene Waisen". Der Aufruf, den wir ankündigten, ist von mir in Gegenrechnung nehmen." Es wäre interverwaltung nie versäumt, unschuldig Verurtheilten die gebührende jetzt erschienen. Er lädt alle Menschenfreunde ohne Unterschied essant, festzustellen, wie viele Blätter sich dem schamlosen AnEntschädigung zu theil werden zu laffen. Es handelt sich hier des Berufes, der Partei und des Glaubensbekenntnisses" ein, erbieten des famosen Herrn Rox gefügig gezeigt haben. nur darum, für den Gnadenanspruch einen Rechtsanspruch zu Mitbegründer des geplanten„ Erziehungsbeiraths" zu werden, Nachklänge vom Bierboykott. Eine recht unliebsame geben. Daraus, daß die Regierung sich entschloffen hat, die der die sittliche Hebung und wirthschaftliche Förderung" der Neujahrsüberraschung hat die hiesige Attienbrauerei FriedrichsBorlage wieder einzubringen, werden Sie ersehen, daß es ihr Waisen bezweckt. In welcher Richtung die sittliche Hebung fich höhe einer Reihe hiesiger Schantwirthe bereitet. Während des ernst mit der Vorlage ist. Wir werden uns Mühe geben, die bewegen foll, ist aus dem Aufruf noch nicht zu ersehen. Die großen Berliner Bierboykotts hatte die Brauerei großmüthig, Vorlage rasch zu verabschieden. wirthschaftliche Förderung soll in Rath bei der Berufswahl und um sich Kunden zu erhalten, einer Reihe arg in die Klemme ge Abg. v. Buchka( t.) spricht die Hoffnung aus, daß der Aufsicht während der Ausbildung bestehen. Der Aufruf weißt rathener Pazenhofer- Budifer" die Zahlung des entnommenen Reichstag diesmal schnellere Arbeit liefern werde als im vorigen darauf hin, daß für Waisenkinder selbst von vorzüglichen Fähig Bieres gestundet, bis die Zeiten wieder bessere sein würden. Die Jahre; an ihm liegt jetzt die Entscheidung. Herr Lenzmann feiten nur schwer Unterkommen in einem ihren Anlagen und erwarteten besseren Zeiten wollten aber nicht erscheinen und die hoffte in der vorigen Session, daß etwas zu ftande kommen Neigungen entsprechenden Berufe zu beschaffen ist, und daß sie Schantwirthe waren schiver im ftande zu bezahlen. Mittlerweile würde; aber gegen meinen Antrag wurde die Kommission aus in den für ihre Entwickelung hochbedeutsamen erfien Jahren des ist, wie wir letthin schon mittheilten, die Brauerei selber in 28 Mitgliedern zusammengesetzt und diese nahmen die Sache sehr Erwerbslebens oft eines liebevollen Berathers und thatkräftigen Schwulitäten gerathen und zwar wohl ebenfalls aus Anlaß des Biers gründlich und es wurde deshalb nichts fertig. Ich werde be- Helfers entbehren." In der zweiten Hälfte diefes Satzes ift die boyfotts. Die Dividende ist ziemlich schmal ausgefallen und die antragen, daß die Rommission nur aus 21 Mitgliedern besteht Art der Lehrlings. Ausbildung" von heute wenigftens angedeutet. Attionäre haben ein langes Gesicht gemacht. Nun ist von der und daß wir die Arbeiten der vorjährigen Kommiffion als erste Die Rücksicht auf die Innungen zwei Obermeister find mit Brauerei zum neuen Jahre an eine Reihe von Schantwirthen Lesung betrachten und sofort zur zweiten Lesung übergehen, zumal unterzeichnet- scheint eine weniger zarte Sprache nicht gestattet die Aufforderung ergangen, ihre Bierschulden zu decken. Hierzu fonst die Einbringung des Bürgerlichen Gefehbuches die Sache leicht er zu haben. Die Bemerkung über die befähigten Waisen erweckt sind aber keineswegs alle Bierschuldner in der Lage und so haben brüden kann. Ich bin der Meinung, daß dieses bürgerliche Gesetzbuch den Anschein, als ob solchen künftig der Weg auch zu ben fog. fich denn manche dazu verstehen müssen, um Streichung der Biermöglichst unverändert angenommen wird. Wenn auch von land höheren" Berufen geebnet werden soll. In der vom leitenden schulden zu bitten. Und in Rücksicht darauf, daß sie ihr während wirthschaftlicher Seite einige Oppofition gegen das Gefehbuch Komitee einberufenen Vorversammlung, über die wir berichtet des Bierkrieges die Treue bewahrt haben, wird die Aktienbrauerei gemacht wird, so find doch die maßgebenden tonservativen Kreise baben, wurde thatsächlich erklärt, daß man für solche Waisen das Friedrichshöhe vormals Payzenhofer wohl nicht umhin können, bamit einverstanden. Ich wünsche, daß es gelingen möge, die nöthige Geld beschaffen wolle. Fragt sich aber nur, wie viele man auf die Bezahlung des während des Boykotts den Gastwirthen " 1 1. Januar 1896 2417 Atters waren.— Innerhalb des Anträge auf Gewährung von 10S unerledigt aus dem Vor diesen 471 Invalidenrenten „gepumpten" BiereS großmüthig zu verzichten. Allzugroß wird ja die Rechnung für das während des Boykotts verzapfte Bier überdies nicht sein. Statistisches von der ZlltcrS- und Invalid itäts- Ver stcherung. Bei der Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Anstalt Berlin sind im Lause des Vierteljahres Oktober— Dezember 189ö 116 Anträge auf Gewährung von Altersrente eingegangen; aus der Zeit vor dem 1. Oktober 1395 lagen noch 32 Anträge vor hinsichtlich deren die Entscheidung noch ausstand. Von diesen 143 Anträgen sind bewilligt 93, abgelehnt 28, anderweit er ledigt 1 und unerledigt auf das folgende Vierteljahr über nommen 26. Bis zum 31. Dezember 1895 waren ins gesammt bewilligt an Altersrenten 3017. Von diesen find ausgeschieden durch Tod 551, aus andere« Gründen 49, zusanimen 600, sodaß am reuten> Empfänger vorhanden gleichen Vierteljahres sind 366 Invalidenrente eingegangen und Vierteljahr übernommen. Von Anträgen sind 229 bewilligt, 127 abgelehnt, 16 anderweit erledigt, 99 unerledigt auf das folgende Quartal übernommen worden An Invalidenrenten sind bis zum 3l. Dezember 1395 überhaupt 2493 bewilligt worden. Ausgeschieden sind inzwischen durch Tod 523, aus anderen Gründen 43, zusammen 576. Mithin war am 1. Januar 1896 ein Bestand von 1917 Invalidenrenten Empfängern aufzuweisen. Eine Aenderung des Stadtbahn- TarifeS ist vorläufig nicht zu erwarten. Wie die Eisenbahn-Direktion der Stadt- und Ringbahn dem Grundbesitzer- Verein„Gesundbrunnen" auf eine Eingabe mittheilte, kann eine Aenderung des gegenwärtigen Tarifs, 10 Pf. für fünf Stationen und 20 Pf. für die Gesamint strecke, aus technischen Gründen und nach genauen Erwägungen vorläufig nicht stattfinden. Dieser Bescheid dürfte auch für die Petition der Charlottenburger wegen des Tarife? für Station Savignyplatz maßgebend sein. Zwei EisenbahnzLge sind am Montag früh 5 Uhr 50 Min auf der Spreebrücke bei der Station Jungfernhaide zu s a m m e n g e st o ß e n. Beide waren Arbeiterzüge, der eine fuhr von Station Jungfernhaide nach Spandau, der zweite kam aus der entgegengesetzten Richtung. Der von Westen kommende Zug fuhr in den anderen hinein, weil der Maschinenführer D. das Signal nicht beachtet haben soll. Beide Maschinen wurden aus dem Geleise geworfen und erheblich beschädigt. GeffiWet ist bei dem Unfall glücklicherweise niemand, doch sind einige Passagiere verletzt worden' Einer Arbeiterin aus der Motard'schcn Stearinfabrik wurde ein Loch in die Stirn geschlagen, ebenso erhielt ein Arbeiter eine erhebliche Wunde an der Stirn Mehrere Personen sind leicht verletzt worden. Die Verwundeten saßen sämmtlich in dem von Spandau kommenden Zuge, dessen Maschinenführer den Zusammenstoß verschuldet haben soll, die Fahrgäste des anderen Zuges kamen alle mit dem bloßen Schrecken davon. Einige Wagen sind ebenfalls beschädigt. Die Spreebrücke, auf der sich der Unfall ereignete bat erheblich gelitten. Das Bahngeleise ist auseinander gerisien die Schienen sind zum theil stark verbogen. Die Aus räumnngsarbeiten waren um 10 Uhr vormittags so weit ge- diehen, daß ein Geleise wieder befahren werden konnte. Die eine der umgeworfenen Maschinen lag»m 2 Uhr nachmittags noch auf dem zweiten Geleise. An der Brücke wurde sofort mit den Ausbesserungsarbciten begonnen. Amtlich wird der Vorfall wie folgt dargestellt: Am Montaz früh 6 Uhr 50 Minuten ist der von Westend nach Rixdor über den Nordring verkehrende Arbeiterzug A 8 infolge Außerachtlassung des Haltesignals mit dem von dem Schlesifchen Bahnhof über den Nordring nach Spandau verkehrenden Arbeiterzug A 4 in der Kreuzung der Bahnbrücke Jungfernhaide zusammengestoßen. Der Zugsührer des Zuges A 4 und zwei Passagiere wurden unerheblich verletzt. Die Lokomotiven beider Züge und 6 Wagen entgleisten und wurden stark beschädigt. Die Strecke ist infolge der Entgleisung gesperrt, doch konnte der Be trieb auf dem nördlichen Geleise nach 4 Stunden wieder auf- genommen werden. Das südliche Geleise wird voraussichtlich heute Abend wieder fahrbar werden. Gegen die Errichtung neuer Bedürfnisanstalten macht sich, so ivird uns geschrieben, gegenwärtig sowohl in dem Vor- orte Rixdorf wie auch in Schöneberg fortgesetzter Widerspruch geltend. Sobald für irgend einen Platz eine derartige Anstalt nach dem Muster der Berliner Anstalten geplant wird, gehen Proteste von d-u Besitzern der benachbarten Häuser ein, welche eine BenadUhnligung ihres Besitzthums durch diese Anlage be- fürchten und deshalb deren Unterlassung verlangen. In Rixdorf wurde die behördliche Erlaubniß für die Errichtung einer gegen Entgeld zu benutzenden Anstalt davon abhängig gemacht, daß der Unteruehmer sich verpflichten mußte, besondere Räume in seiner Anstalt zur öffentlichen unentgeltlichen Benutzung bereit zu stellen und deren Instandhaltung unentgeltlich zu übernehmen. Die von dem betreffenden Unternehmer mit dieser Anstalt(auf dem Hermemnplatz) gemachten Ersahrungen waren derart, daß derselbe auf die Errichtung weiterer derartiger Anstalten ver- zichtet hat. Die Gemeindebehörden scheinen angesichts des Widerspruchs der interessirten Eigenthümer von der Errichtung öffentlicher Anstalten durch die Gemeinde absehen zu wollen. Es handelt sich bei diesen Hausbesitzer-Protesten augenscheinlich um eine Krähwinkelei, der nur Hausagrarier fähig sind. Eine Blutthat in Potsdam. Am Sonntag Nachmittag gelangte die Nachricht hierher, daß in Potsdam an dem Bildhauer Steiger eine Blutthat verübt worden sei. Steiger, der seit zwei Jahren in Potsdam verheirathet war, arbeitete in dem Geschäft von Fiebiger in der Allen Louisen- straße als Figurist und war seiner Tüchtigkeit wegen in dem Zeit hatte man seinem Talent Potsdamer Stadtschloß anver- Geschäft gern gesehen. In letzter die Renovirung der Bildwerke am traut. Man fand Steiger, nachdem er kurz vorher noch in einem Lokale in der �Louisen straße gesehen worden war, in der Nacht gegen 2 Uhr vor dem Hause Nr. 23 mit einem Stich in der Brust liegen; die Wunde war so furchtbar, daß binnen Kurzem der Tod eintrat. Ueber den Thäter und die Ursache des grauenhasten Verbrechens fehlt bis jetzt jede Nachricht. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Steiger, der seit Jahren«in treue? Mitglied des Zeutralvereins der Bildhauer Deutschlands war, stand bei seinen Berliner Kollegen im besten Ansehen. Blinder Fcuerlärm im Bclle-Nlliance-Thcater. DaS Belle-Alliance-Theater war am Sonntag Abend kurz vor Beginn der Vorstellung der Schauplatz einer kleinen Aufregung. Durch das Ausströmen von Dampf ans dem Dampfkessel im Maschinen- Hause versagte die elektrische Leitung und der Zuschauerraum lag plötzlich im Finster». Des Publikums bemächtigte sich eine große Unruhe, Rufe des Schreckens ertönten und alles erhob sich von den Plätzen und fchickte sich an, das Theater z« verlafle». Dem Zu- spruch Besonnener gelang es jedoch sehr bald, die Aufgeregten zu beruhigen und so vielleicht eine große Gefahr abzuwenden. Inzwischen war„Mittelfeuer" gemeldet worden und die Feuer- wehr mit 8 Dampfspritzen und 5 Zügen erschien. Glücklicher- weise konnte sie jedoch abrücken, ohne in Thätigkeit zu treten. Ein großer Theil des Publikums war durch das Vorkommniß so erregt worden, daß er das Theater noch vor Beginn der Vor- ftellung verließ. Von de« Uiiglücköbantcn in der Gewerbe-Zlnsstellnng. Die Kollegen des vor einigen Tagen verunglückten Gypsers Rudolf Auch zu Weißensee richten folgende Zuschrift an uns: Die Berichte, welche einige Zeitungen über den traurigen Vorfall brachten, sind falsch oder entstellt wiedergegeben. Weder Trunken» beit noch ein Raufhandel waren die Ursachen des Unglücks; die Schuld«st vielinehr der leichtfertigen Art zuzuschreiben, in der die Rüstungen aufgeführt sind. Aber auch die Hast, mit welcher die Arbeiter schaffen muffen, bildet einen Theil der Ursachen an diesem, wie an s» manchem anderen Bauunglück, das sich auf dem Ausstellungsterrain ereignet hat. Die Arbeiter sollten endlich zu der Einsicht kommen, daß es ihnen nur in kräftiger Organisation möglich ist, zu verhindern, daß der Kapitalismus mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit so leichtfertig wirth- schaftet, wie es bei den Bauten der Ausstellung vielfach ge fchehen.— Auch liegt im Krankenhause am Friedrichshain schwer verletzt darnieder. Bor Hunger war am Sonntag Abend 10 Uhr der 13jähngs Kellner Heinrich S u l z b a ch e r aus Steiermark auf dem Spiitelmarkt umgefallen. Die Polizei ließ den Armen, der völlig entkräftet war, in ein Krankenhans bringe«. Ein Prachtbau. Mit dem Schrecken kamen zahlreiche Fuß gänger davon, die gestern, Sonntag, vormittags um lO3/« Uhr, durch die Fricdrichsiraße am Zentralhotel vorbeigingen. Von einem Balkon des Hotels fiel plötzlich der untere Flächenputz in einer Ausdehnung von etwa einem Meter auf den Bürgersteig herab. Trotz des starken Verkehrs wurde niemand schwer ge troffen. Einem Schlächtergesellen streifte die Masse die linke Schulter, ohne ihn erheblich zu verletzen. Eine christliche Richtigstellung. Der evangelische Verein für kirchliche Zwecke, Oranienstraße 104, schreibt uns: Bei Ge. legenheit des am letzten Sonnabend Nachmittag in der Herberge zur Heimalh, Oranienstraße 105, stattgefundenen Streites zwischen zwei Besuchern, welche zur Hinausweisung einer Anzahl Leute führte, die keine Schlafmarke vorzeigen konnten, ist„weder die ganze Herberge geräumt noch geschloffen worden". Vielmehr sah sich die Herbergsverwaltung infolge des Auilaufs aus der Straße, der übrigens ganz harmlos war, nur genöthigt, für eine Stunde den Zugang zum Herbergslokal scharf kontrolliren zu lassen. Der Verkehr fand infolge dessen bald wieder in gewohnter Ordnung statt.— So bedeutend ist der Unterschied gegenüber der von uns am Sonntag gebrachten Meldung wahrlich nicht. > brennende satirische Komödie schreiben können; aber der Satiriker braucht verteufelt viel Ernst; und an Ernst und Bitterkeit fedli es Herrn Bisson und den anderen Witzköpfen; und so ging nur vom 2. Art ein Hauch von satirischer Komödie ans; im übrige» handelte es sich wiederum um die dreist vorgetragene, diesmal im ganzen langweilige Zote.— Herr Tewele gab den lebemännischen Direktor. Dieser Komiker ist für Berlin kein neuer Gast. Vor mehreren Jahren war er hier am Residenz- und später am Deutschen Theater beschäftigt. Er ist ein Schauspieler von flotten Manieren, starker Routine; an sprudelnder Komik ist ihm indeß Herr Alexander, sein Nachfolger im Residenz- Theater, i überlegen._________ Soziale Mebeefichk. Die Zahl der Arbeitslosen Basels ist durch de» plötzlich eingetretenen Frost rapid gestiegen. Nach den von den Behörden erhobenen Ermittelungen beträgt die Zahl derselben rund 2000, wovon das Baugewerbe das Hauptkontingent stellt. Wie im vorige» Jahre, so bat auch diesmal die Regierung die Arbeitslose» aufgefordert, sich im Falle der Bedürftigkeit im kantonalen Arbeitsnachweis- Bureau einschreiben z« lassen. Die Zahl der Arbeitslosen in B e r n wird auf 1000 angegeben, wovon aber nur 248 Anspruch auf Unterstützung aus der Arbeitslosen- Versicherungskass« haben, da die Arbeitslosen-Versicherung in Bern noch nicht obligatorisch eingeführt ist, wie in St. Gallen. In Basel liegt die Arbeitslosen- Versicherung noch in der Kom- misstonsberathung und wird im Lause der nächsten Tage zur Plenarberathung im Großen Rath vorgelegt werden. GeioerliMafllidzes. In einer großen Blutlache liegend wurde am Sonntag Abend um 8 Uhr der 42jährige Arbeiter Nikolaus Dworniezak, der in der Mulackftr. 33 bei Röper wohnt, auf dem Flur dieses Hauses aufgefunden. Ströme von Blut quollen ihm aus Nase und Mund hervor. Die Polizei des 15. Reviers ließ den Armen mit einem Krankenwagen in eine Anstalt bringen. Dort traf er bewußtlos ein. Als er später auf einen Augenblick zu sich kam, theilte er mit, daß ihm sein Schlafwirth die Verletzungen bei- gebracht habe. Genauer hat er jedoch bisher noch nicht ver- nommen werden können. Im Verfolgungswahn stürzte sich am Sonntag Morgen die 73 jährige Wittwe Dorothea Wiese aus dem Fenster ihrer in der Schulstr. 66 belegenen Wohnung. Die alte Frau war so- fort todt. Im Pferdebahnwagen ist am Sonntag Abend um 10 Uhr eine etwa 50 Jahre alte irnbekannte Frau gestorben. Die Frau fuhr im Wagen Nr. 835 auf der Strecke Kreuzberg- Gesundbrunnen und wollte an der Ramlerstraße aussteigen. Als der Wagen sich dieser Straße, näherte rührte sie sich nicht. Der Schaffner glaubte daher, daß sie schlafe und versuchte, sie durch Rütteln aufzuwecken. Bald sah er jedoch, daß er eine Leiche im Wagen harte. Man trug die Frau zunächst in den Flur deS Hauses Badstraße 17 und rief einen Arzt herbei. Nachdem dieser den Tod festgestellt hatte, benachrichtigte man die Polizei, die die Leiche abholen ließ. Ein Opfer der Rohheit. Der mehrfach bestrafte Maler- gehilf« H. hatte zusammen mit der unverehelichten Margarethe H.. welche er heirathen wollte, eine Wohnung ist der Rheins- bergerstraße gemiethet. In der Nacht vom 10. zum 11. d. M- vernahmen Mitbewohner des Hauses, daß er das Mädchen durch heftige Schläge mißhandelte. Die Gemißhandelte flüchtete in die Küche einer Flurnachbarin und stürzte sich aus dem im vierten Stockwerk belegenen Fenster auf den Hof hinab. Schwer verletzt wurde sie nach der Charitee gebracht, wo sie noch in derselben Nacht verstarb. H. ist verhaftet worden. Auf dem Dache de? Hauses Gollnowstraße 31 wurden am Sonntag Nachmittag drei Zuhälter verhaftet, nach denen die Polizei bei dem im Hmife wohnenden Manz'schen Ehepaar recherchirt hatte. Sie waren, während die Wohmingslhür gewaltsam geöffnet werden mußte, aus dem Fenster auf das Dach geflüchtet, wo sie von den Beamten festgenommen wurden. Mit ihnen wurden aus der Wohnung zwei Frauen verhaftet. Ihren Verletzungen ist die Arbeiterin Margarethe i�eidfl aus der Rheinsbergerstr. 22 erlegen, die sich am Sonn abend früh aus uuglückticher Liebe aus dem Fenster ihrer Woh nung auf die Straße hinabstürzte. Ein diebischer Rekrnt ist-beim 4. Garde-Regiment zu Fuß erwischt worden. Es ist der aus der Provinz Posen stammend« Grenadier Sdorra von der 5. Kompagnie. Vor sechs Wochen waren einem armen Kameraden dieser Kompagnie zwei Mark entwendet worden. Sdorra gerieth in Bordacht, leugnete jedoch hartnäckig. Als man aber bei ihm zwei Extra-Koppeln fand, die bei der 6. und der 8. Kompagnie abhanden gekommen waren, räumte er nicht nur diese Diebstähle, fondern auch den an den wei Mark ein. Der diebische Soldat wurde zu einer strengen Arreststrafe verurtheilt, in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt und der Arbetter-Abt Hortung zu Spandau überwiesen. Witterungsiiberficht vom IS. Januar 1886. Wetter-Prognose für Dienstag, 14. Januar 1896. Ein wenig kälteres, zeitweise ausklärendes, vorwiegend trübes Wetter mit Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Mnnft und Missenfchafk. NeneS Theater. Mit einem Gast ans Wien, Herrn Tewele, wurde am Sonnabend der neueste Pariser Schwank B i s s o n' s„Der Herr Direktor", im Neuen Theater zum ersten Male ausgeführt. Biffon versuchte eS diesmal, ein wenig tiefer zu greife»»md Cynismen ans dem geschlechtlichen Leben zugleich in satirischer Absicht zu verwenden. Der Herr Direktor ,st der� Chef einer bureaickrakischeu Verwaltung, in der viel geschwätzt und gestrebt, ober so gut wie nichts gearbeitet wird. Das Schmutzio-weibttche bringt die Nnterbeamten des Herrn Direktors in d« Höhe. Denn nur jene sind die Günstlinge des terrn Direktors, deren Frauen jung, hübsch und vor allen, dem irektor gegenüber zärtlich sind. Hier hätte Bisson eine Die Steinsetzer Berlins haben nun ihren Meistern sowie denen der Provinz Brandenburg den im„Vorwärts" schon des öfteren erwähnten Tarif zugesandt, worin eine be- stimmte Maxi mal- Arbeitslei st ung vorgesehen ist. In einem Zirkular wird den Meistern der Nutzen, de» dieser Tarif auch für sie selbst hat, erläutert und weiter mitgetheilt, daß nach der einstimmigen Annahme des Tarifs durch die am 24. No- veinber v. I. in Berlin abgehaltenen Konferenz von Vertretern der Steinsetzer und Berufsgenoffen der Provinz Brandenburg es beschlossene Sache sei, daß vom Frühjahr 1896 ab ein bestimmtes Maß an Arbeitsleistung nicht überschritten werden solle. Bei der Aufstellung des Tarifs ist die Gehilfenschaft be- kanntlich mit von dem Gesichtspunkt ausgegangen, daß durch die Festsetzung einer Maximal-Arbeitsleiswng der Arbeiter wieder in die Lage kommen werden, so sorgfältig zu arbeiten, als»öthig ist, um dem Straßenpflaster den guten Ruf, den es früher gehabt hat, wieder zu verschaffen und dadurch der Konkurrenz des Asphaltpflastcrs soweil Abbruch zu thun. als das heute noch möglich ist. Die Steinsetzmeisier werden nicht leugnen können, daß die Gehilfen bei der Begründung ihrer Forderung mindestens sehr sachlich verfahren, und so kam, man vielleicht hoffen, daß sie angesichts der Konkurrenz der Asphaltgesellschaften klug genug sein werden, sich mit de» Ge- Hilfe» friedlich zu einigen. In Stettin ist der Streik der Schlosser und Dreher in der Nähmaschinen-»i�> Fahrradfa brik von S t ö w e r beendet. Die Arbeiter haben, wie uns mitgetheilt wird, ihre Forderungen bewilligt bekomine». Durchschnittlich 12—13 Mark wöchentlich sollen nach einem Bericht des französischen Konsuls in Düsseldorf die Arbeiter der deutschen Hutiudustrie verdienen. Nur die Fayornieiire soöen bis 30 Mark Wochenverdienst haben. Das Fachblatt der organisirten deutschen Hutmacher, der„Correspoudeut", bemerkt dazu:„Der Man» hat leider nicht unrecht." Die Feiertagsarbeit in den Buchdruckeme» Münchens war, wie die„Münchcner Post" mittheilt, in letzter Zeit Be- rathungsgegenstand mehrerer Versammlmigen der Buchdrucker- gehilfe». Bis jetzt war es i» den Blichdruckereien Münchens Usus, an den sogenannten landesüblichen Feiertagen, den Marienfesttagen, Josephi, Peter und Paul u. f. w. 4 Stunden arbeiten zu lassen. Durch Ministerialerlaß vom 30. April 1395 wurden nun drei Festtage niehr aus der Reihe der landesüblichen herausgenommen und zu solchen erklärt, an welchen gar nicht gearbeitet werden dars. Das sind das Fest der heiligen 3 Könige, Christi und Mariä Himmelfahrt. Dadurch entgehen den Buchdruckereibesitzern 12 Stunden Arbeitszeit pro Jahr. Ein Theil dieser Herren und einige Geschäftsführer verlangen nun von den Gehilfen nicht nur das Eiubringen jenes Ausfalles, sondern proponiren statt bisher 4 nur 6 Stunden Arbeit an den noch verbleibenden landesüblichen Feiertagen und an drei solchen 10 Stunden. Ferner wollen sie die anderen Viertelsfeiertage als da find: Oktoberfestmontag, Fastnachts. dienstag und ffo weiter, beschuewen. Daß die Gehilsen, die prinzipiell auf dem Standpunkte der Arbeitszeit von 9 Stunden stehen, von diesem Ansinnen nicht erfreut wurden, ist selbst- verständlich. Schon in der ersten in dieser Angelegenheit stait- gehabten Versammlung wurde beschlossen, mit den Prinzipalen in keinerlei Verhandlungen einzutreten, und hervorgehoben, daß die Hetze gegen die katholischen Feiertage vorwiegend von protestantischen Buchdruckereibesitzern ausgehe und zum thefl von vom Norden herabgekommeuen Geschäftsführer» unterstützt werde. Der Druck und Verlag katholischer Schulbücher und die möglichste Zuschiebung staatlicher Arbeiten passe den Herren schon, aber die Feiertage könnten sie als„aufgeklärte" Protestanten nicht vertragen. Entscheidend in dieser Sache war die Versammlung der Gehilfen, die am 5. Januar abgehalten wurde und vo» zirka 800 Personen besucht war. Sie faßte eine Resolution, worin erklärt ist, daß die Ge- hilsen an den landesüblichen Feiertagen wie bisher vier Stunden arbeiten, aber die durch die Arbeiterschutz- Gesetzgebung ihnen verheißene Erleichterung nicht preisgeben würden. Es wurde noch für diese Angelegenheit eine Kommission gewählt und die Schaffung eines Widerstandsfonds beschlossen, dann ging man mit eine», unter stürmischer Begersterung ausgebrachten drei- fachen Hoch auf die vereinigten Buchdruckergehilfen Münchens auseinander. Ter Geiverkschaftsvereiu Münchens hat die von ihm errichtete Zentralherberge nach dem Gasthaus Reichs- Pfennig in der Linprunstr. 5 verlegt und ersucht alle Gewerk- schaften, die reisenden Arbeiter dorthin zu weisen und dadurch das Unternehmen zu unterstützen. I» Bern ist ein Fachverein der Tramway- Au- gestellten gegründet worden, dem von etwa 90 Mann schon 72 beigetreten sind. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund wird die Sache der mit den Brauereibesitzern im Kampfe liegenden Brauer- a ch v e r e> n s- U n i o n zu der seiuigen machen. Bei diesem ampfe handelt es sich bekanntlich darum, daß die Brauerei- besitzer für die ganze Schweiz eine einheitliche Arbeits- ordnung einführen möchten. die Arbeiter aber die ihnen günstigeren jetzigen kantonalen Arbeitsordnungen nicht auf- geben wollen. Infolge dieser Weigerung haben in den Kantonen Basel, Bern, St. Gallen und Zürich die Brauereibesitzer mit wenig Ausnahmen die Arbeitsverträge zum 1. April d. I. gekündigt, die sie mit den Brauer-Fachvereinen abgeschlossen hatten. Anderseits wollen die Brauereibesitzer von de» kanto- nalen Arbeitsverträgen absolut nichts mehr wissen. Der Brauerei. Ring hat sich verpflichtet, den Brauereien, die während des Kampfes botzkottirt werden sollten, 40 pCt. des Schadens zu ver- guten. An gütliche Beilegung des Kampfes ist kann, zu denken. Das leitende Komitee des Schweizerischen Gewerkschasts- bundes ist sich des Ernstes der Sache wohl bewußt, meint ab«?. wie es in einem Ausruf a» die schweizerischen Arbeiter sagt:„Die in den Das Reichsgericht verwarf am Montag die Revision des Kohlenhändlers Tromp gegen das Urtheil der Strafkammer zu Dortmund vom 23. Oktober 1895 wegen Vergehens gegen das Aktiengesetz. Braner Organisationen hätten ihre Existenzberechtigung verwirkt, etwa um im Schatten des fo herrlichen preußischen Vereinswenn sie mit Hilfe der schweizerischen Arbeiterschaft nicht einmal gesetzes heimliche strafbare Dinge zu begehen. Aber man im stande wären, bereits Errungenes festzuhalten. Aber nur macht's eben heutzutage niemals recht! In niemals recht! In der Verwohlüberlegtes, geschlossenes Vorgehen der Arbeiterschaft kann handlung vor dem hiesigen Schöffengericht am 11. d. M. sich der zum Ziele führen; deshalb hat das Bundeskomitee in seiner ftüßte Amttsanwalt darauf, daß Sigung vom 7. Januar beschlossen, es seien die Arbeiterunionen Beschlüssen zu den verschiedenen Reglements, so z. B. beim Basel, Bern, Biel, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich Streifreglement, nicht nur die Höhe der Unterstüßungen, sondern einzuladen, auf Sonntag, den 19. Januar 1896, Delegirte nach auch die Art und Weise festgelegt sei, wie der Zentralvorstand Eisenbahn Unglück. Aus Brünn wird berichtet: Am Der Zürich zu entsenden, wo alsdann gemeinsam über die zu unter- in bezug auf Streits einzuwirken habe, und das Statut nichts Sonntag Abend entgleiste bei Obricko ein Güterzug. nehmenden Schritte berathen werden soll." davon enthalte hier unterbrach der Vorfißende und wies Bremser wurde getödtet, das übrige Personal des Zuges schwer auf den§ 1 des Statuts hin, in welchem ja der verlegt. die Gerichts- Beitung. Der Vorsitzende des Zentralvereins der Bildhauer Deutschlands, Genosse Dupont, hatte gegen ein Strafmandat von 30 M., das vom hiesigen Polizeipräsidium erlassen war, richterliche Entscheidung beantragt. Dupont hatte sich geweigert, Beschlüsse des Zentralvorstandes" dem Polizei- Präsidium einzureichen. Daffelbe vertritt den Standpunkt, daß diese„ Beschlüsse" als Statutenänderungen zu betrachten seien, während dieselben in Wirklichkeit nur geschaffen wurden, um vor den behördlichen Ein griffen auf grund des Versicherungsgesehe und des§ 360 des Strafgesetzbuches geschüßt zu sein. Es heißt darum im Statut, daß der Vorstand Unterftübungen gewähren tann und den Mitgliedern ein flagbares Hecht auf die Unterstützungen nicht zufteht; alle Reglements dagegen, die sich mit der Höhe der Unterstützungen und der Art ihrer Auszahlung beschäftigen, wurden vom Statut getrennt und als Beschlüsse des Zentralvorstandes" den Mit gliedern bekannt gegeben. Also nur um sich vor einem Gesetz zu schüßen, welches schon einmal gegen die Gewerkschaften in Anwendung gebracht wurde, beschritt man diesen Weg und nicht Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 14. Januar. Opernhaus. Ivanhoe.; Schauspielhaus. Der Königslieutenant. Deutsches Theater. Romeo und Julia. Berliner Theater. Faust. Vermischtes. Zweck des Vereins, auf grund des§ 152 der Gewerbe- Ordnung Der Oekonom des Priesterseminars zu Genua ist gebeffere Arbeitsbedingungen zu erzielen, deutlich angegeben sei. flüchtet, nachdem er als Angebinde 300 000 Frks. Schulden hinterRechtsanwalt Freudenthal als Rechtsbeistand des Ange- lassen hatte. Aus Triest wird gemeldet. Neuerdings wüthet die Bora tlagten wies furz aber eindrucksvoll auf die wieder. Der Schiffsverkehr ist im holten Entscheidungen des Ober- Verwaltungs- wieder in überaus heftiger Weise. gerichts hin, welche dahin lauten, daß derartige ganzen Adriatischen Meere eingestellt. Es werden eine große Beschlüsse" niemals als Statutenänderungen zu betrachten feien, Anzahl von Schiffsunfällen gemeldet. fondern als reine Verwaltungsmaßregeln des Zentralvorstandes, die jederzeit von ihm abgeändert werden könnten, was beim Statut nicht der Fall sei; dieses beschließe nur eine General versammlung. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und sprach den Angeflagten frei, die Kosten wurden der Staatstaffe zur Last gelegt. Unzweifelhaft sei der Zentralverein der Bildhauer Deutschlands ein Verein, der auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken beabsichtige, auch tönne der Zentralvorstand genau so verpflichtet werden, wie jede Verwaltungsstelle Statut und alle Statutenänderungen ein zureichen, aber der Ansicht des Polizeipräsidiums, daß die vorliegenden Beschlüsse des Zentralvorstandes Statutenänderungen seien, könne nicht beigetreten werden. Demnach habe der Angeflagte nicht nöthig gehabt, die betreffenden Beschlüsse dem Polizeipräsidium einzureichen; er sei daher freizusprechen. Schiller- Theater. das ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Der Widerfpenftigen Zähmung. Mittwoch, abends 8 Uhr: Victoria. Onkel Bräfig. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Die pikanteste aller Soubretten Dora Parness. Signor Salerno Leshing- Theater. Komteffe Guckerl. d. beste Jongleur d. Gegenwart Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Borher: Jn doppelter Bekehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Geschlossen. Schiller Theater. Der Widerspenstigen Zähmung. Adolph Ernst- Thenter. Frau Lohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplatz- Theater. Die kleinen Lämmer. Vorher: Fortunio's Lied. National- Theater. Hachegeister, oder Dämon unserer Zeit. Zum Schluß: Bscheus, das Waldmädchen. Theater Unter den Linden. König Chilperich. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. American Theater. SpezialitätenVorstellung. 3pollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Banfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Große Doppel- Vorstellung zu einfachen Preisen: Rachegeister, Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Neu: Theatrum mundi! ( Mechanisches Welttheater.) Im Illusions- Saal: Sergeant Simms Allerseelen. mit seinen 12 Negerjungen. Ferner 40 Künstler I. Ranges Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Roloffaler Beifall! Prinzess Neu! Neu! WE Colibri. James Wunderausstellung Hirschfeld und Tochter. Paoly- Truppe( 5 Personen). 4 Geschwister Zora, 3 Gebrüder Hanlon. Die urkomische Stutzki. Die Kunstschüßen Valmor Morell Stuart. Sonntags 6 Uhr. Anfang Wochentags 7/2 Uhr. Entree 30 Pf. Reserv. Pl. 50 Pf. { Kaiser- Panorama ( Passage). Neu! Zum ersten Male! Die malerischen Alpen Oberitaliens. Paris. Eine Reise 20 Pf., Kinder 10 Pf., Abonn., 8 Reisen, nur 1 M. Welch' ein Erfolg! Stets das Gute bricht sich Bahn! Täglich ausverkauft ift Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Rolonnaden. Blanck's Stadt- Klatsch Die modernen Bänkelsänger Gebr. Nickel's Hammerstein's Leiden Schmidt Hawkins, Rudersport ober: Dämon unsrer Zeit. Walhalla- Theater Hals über Kopf!!! Original Drama in 3 Atten von Ludwig Wolff- Kaffel. Regie: Fritz Schäfer. Zum Schluß: 3fchens, das Waldmädchen. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Dienstag, 14. Janitar 1896: Zum 130. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julias Freund und Wilh. Mannstädt. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Zum 86. Male: Oranienstr. 52( dicht am Morikplay). Täglich: Eine Stunde im 20966 Zukunftsstaat. Anfang 8 Uhr. Sonntags 71/2 Uhr. Entree 30 Pf. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/48 ( City- Passage). Neu! Die Neu! Erholungsreise. Posse von Angely. Regie: Edwin Stempel. Victor und Magda. Plöh- Trio. Mi Raymond. Entree: Wochent. 10 Pf., Anf. 8 U. Sonntag 30 6 " " " R.Winkler. Die kleinen Lämmer. Passage- Panopticum. Vaudeville in 2 Akten von 2. Varney. Nach Urtheil der gesammten biesigen Presse die beste Novität dieser Saison. Vorher: Fortunios gied. Operette. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 23. Male: Frau Lohengrin. Schwant mit Gefang in 3 Aften von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Täglich um 412 und 7 Uhr: Affentheater und Circus. 30 Affen, 30 Hunde, 12 Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hasen Schlittschuhe, 15 Pf. an, Kottbusers 2125b ftraße 13. Der luftige Karnevals- Scherz. Böhmisches Brauhaus Landsberger Allee. Hente, sowie jeden Dienstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Platate). Nenes, famoses Programm! Morgen, Mittwoch: Moabiter Stadttheater. Am Freitag, 24. Januar, findet in den Gesammträumen ber Victoria- Brauerei ber dies jährige Stettiner Sänger- Ball statt. Karten à M. 1,50 find in der Musikalien Handlung von Steidl, Kommandantenstraße 1/2, zu haben. unserem Kollegen und Stammwirth Carl Schubert zum heutigen Wiegenfeste ein drei 4154b maliges Hoch! Die alten Stammgäfte. Briefkasten der Redaktion. Nr. 4a. Berlin bildet unter der Bezeichnung„ Stadtkreis Berlin" einen Verwaltungsbezirk für sich, hat jedoch mit der Provinz Brandenburg, zu der es früher gehörte, einige Bers waltungsbehörden, als höhere Instanzen gemeinsam, wie z. B. das Oberpräsidium, das Konsistorium, das Provinzkollegium und das Medizinalkollegium. Die Landrathsämter der Kreise Mederbarnim und Teltow haben hier ihren Sig. Ausführliches können Sie in jedem Ronversationsleriton nachschlagen. B. 100. Ja. A. M. 32. 1. Ja. 2. Ja, man hat aber die Beweislaft.- A. B., Usedomstraße. Der Betreffende ist nicht strafbar, falls er sich nur Meister, nicht Innungsmeister G.$. 54. genannt hat. 2. C., Aachen. Nein. Leider ist die Herrschaft nicht verantwortlich zu machen Hierdurch erfülle ich die traurige| Pflicht, meinen verehrten Freunden und Kunden anzuzeigen, daß mein langjähriger Reisender Oscar Franke 2178b am 12. d. M. sanft entschlafen ist. Er war mir ein treuer Mitarbeiter und werde ich ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am 15. d. M., nachm. 23/4 Uhr, vom Trauerhause nigsbergerstr. 17 aus statt. Wilhelm Pauli Groß- Destillation NO., Große Frankfurterstr. 91. Am 12. d. M. verstarb unser Kollege und Mitarbeiter, der Reisende Oscar Franke. Sein biederer, offener und ehrlicher Charakter, sowie sein bescheidenes Wesen erwarben ihm die Freundschaft aller seiner Kollegen und werden wir ihm stets ein ehrendes Andenken be wahren. 2179b Das Personal der Firma Wilhelm Pauli, Groß- Destillation, NO., Gr. Frankfurterstraße 91. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klavierarbeiter Max Strehlow verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachm. 31/2 Uhr, von der Halle des EmmausKirchhofes statt. 2176b Die Kollegen der Piano- Fabrik Hooff u. Co. 2175b Todes- Anzeige. Den Mitgliedern aller in der Hnt- und FilzwaarenIndustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen( Filiale Berlin) zur Nachricht, daß der Kollege Adolf Hoffmann gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 15. Januar, nachmittags 31/2 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes( Brit) ans statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 86/18 Nach kurzem Leiden verschied am 12. Januar mein lieber Mann, der Hutmacher Don Adolf Hoffmann. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 15. b. Wits., nachmittags 4 Uhr, der Leichenhalle des Emmaus 2167b Die tranernde Wittwe. Kranken- und Sterbe- Kasse der Berliner Hausdiener Eingeschr. Hilfskasse Nor 61. Das langjährige Mitglied unferer Raffe Kirchhofes bei Brit aus ftatt. Friedrich Hans verstarb am 12. Jamutar noch fchweren Leiden. Die Beerdigung findet mitt. woch, nachmittags 3 Uhr, von der Wohnung Chauffeeftr. 28a nach dem Gnaden- Kirchhof, Müllerstraße, statt. Der Vorstand. 21776 Allen Freunden, Berwandten und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Danksagung. 42798 Für die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung meiner Frau und für die reichen Kranzspenden meinen innigsten Dank. Auguft Wieners, Potsdamerstraße Nr. 85. Neuer Circus. Circus Busch Bahnhof Börse). Dienstag, 14. Januar, abends 71/2 Uhr: Gr. brillante Vorstellung Ernstine Bruckhoff geb. Frädrich am 11. d. Mts., abends 9/4 Uhr, von uns geschieden ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nach mittag um 2 Uhr vom Trauerhaufe Diedenhofenerstr. 4 aus statt. Für die so troftreichen und mir zum Sergen gehenden Worte des Herrn Waldeck Manaffe in deutscher und des Herrn Berfus in polnischer Sprache bei der Beerdigung meines innig ge liebten, unvergeßlichen Mannes, somie 3schens, das Waldmädchen. für die Kranzspenden der polnischen M Sozialdemokraten Berlins, des vierten Außerdem: Wahlkreises, des Holzarbeiter Vers Grande Batonde americaine mit bandes, der speziellen Freunde des Saltos und Doppelfaltos über 1 bis Dahingeschiedenen von der Firma 10 Pferde. Moderne Reiterspiele, ger. Janiszewski u. Quitt 2c. 2c. sage ich von 4 Damen. Ein Reiterinnen- Pot- hiermit meinen tiefgefühlteften Dank. Wittwe Hellwig. pourri, ausgef. von Sign. Natalie, 2166b Geschw. Powell und Senora Dolinda de la Plata. Texas George als Herings: n. Obftgeschäft, 15 Jahre Bravourreiter u. Pferdebändiger. beftehend, ift verkäuflich Dir. Busch m. s. bestdress. Freiheits pferden. Alligator, oftpr. Hengst, dress. und ger. v. Herrn Foottit- Burghardt. Senor Fessi m. s. großartig dressirt. fpan. Stier. The Relampagos, EliteAfrobaten. Auftr. d. beliebtesten Klowns. Mittwoch: scheus, das Wald. mädchen. W. Noack's Konzert- und Gesellschafts- Säle, Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: Großes Konzert Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Sonntag, Dienstag und Donnerstag nach der Vorstellung: Groker Ball. Empfehle meine hocheleganten Säle für Vereine, Privatfestlichkeiten zu den fulantesten Bedingungen. W. Noack. Dennewißfir. 24. Arbeitsmarkt. 1 Herrenweften Arbeiterin verl. Rastel, Strausbergerfir. 6a. 21796 Herrenkragen Zuschneider suchen Müller u. Sußmann, Grüner Weg 119. Klavierspieler verlangt Malinowski, Rottbuserdamm 40. 2168b 21706 Einige tücht. Perlmutter- Drechsler finden dauernde Beschäftigung bei Schulze u. Hölke, Schmölln S.-A., Perlmutterknopf- Fabrik. Bersilberer verlangt Admiralftr. 7.[* Tüchtige Versilberer auf Ranten verlangt Mustauerstr. 29. 2174b Regates Vorarbeiterinnen für die Arbeitsstube verlangt Kravattenfabrit Lehmann& Kronheim, Moltenmarkt 11. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 11. Bum Poffefat. Aber Dienstag, den 14. Jaunar 1896. 13. Jahrg. bekannt gemacht, auf anderen Aemtern wurde gesagt: nur alle die| Die Herren haben's eben nicht so nöthig, sich um ihre sozialen die über 10, 12, 8 oder 5 Jahre der Post dienen, haben Anspruch Pflichten zu bekümmern. auf Urlaub; auf diesem Amt bekommen nur etatsmäßig Angestellte, Städtische Arbeitsordnungen. Von den Arbeit Was es mit dem Wohlwollender Reichs Postverwaltung ihren auf jenem auch die älteren Posthilfsboten Urlaub. Hier nehmer Beisigern des Gewerbegerichts zu Frankfurt Unterbeamten gegenüber auf sich hat, das haben die letzteren gab es 7, dort 6, dort 5 Tage Urlaub! Auf allen den Aemtern a. Main war der Antrag gestellt, den Magistrat zu ersuchen, sür im vergangenen Jahre wieder einmal besonders deutlich zu aber, wo es Urlaub gab, mußten die Unterbeamten eben so lange alle städtischen Arbeiter Arbeitsordnungen zu ers spüren bekommen! mehr Dienſt thun, da doch der Dienst der auf Urlaub befindlichen lassen, den Arbeitern die gefeßlichen FeierNachdem mit vieler Mühe der Reichstag der Postverwaltung Kollegen mitgemacht werden mußte!- Gine solche Neuerung tage, welche auf einen Werttag fallen, au die Einführung des Dienstaltersstufen- Systems abgerungen, schien fann den Unterbeamten aber ebenso wenig nützen, wie das bezahlen und in Krankheitsfällen auch die es für den beschränkten Unterthanenverstand selbstverständlich, Altersstufen- System, wie es die Herren Bosträthe ausgeflügelt Differenz zwischen Lohn und Krankengeldtaß diese Neuerung nicht dazu eingeführt werden solle, haben! 11111 Ersparnisse machen und so den jähr- Aber noch eine andere schreiende ungerechtigkeit haben die bezug. Dieser Antrag fand auch bei den Arbeitgebern lich nach Millionen zählenden Ueberschuß der Reichspoft Rechenfünftler vom grünen Tisch der Bostverwaltung nach heißem die lebhafteste Interstüßung und wurde schließlich mit erheblicher Majorität angenommen. 1: 0ch zu vermehren! der Mensch denkt, und Bemühen für das Wohl" der Unterbeamten zu tage gefördert. tas Reichs Postamt lenkt und rechnet! Und so ist denn auch Nämlich, daß bei denjenigen Post- Hilfeboten, die vor Ableistung Bom Submissionswesen. Der Magistrat von Frankfurt glücklich dank der geheimräthlichen Rechenkunst für die Unter ihrer Militärdienstzeit sich schon im Schweiße ihres Angesichts a. M. hat das dortige Gewerbegericht aufgefordert, ein beamten der Post anstatt, wie der Reichstag offenbar wollte, einer für die Post und ihren- Ueberschuß gequält haben, diejenige Gutachten über das Submissionswesen abzugeben. Verbesserung, eine Verschlechterung, und zwar eine erhebliche, Postdienstzeit, die vor dem vollendeten 18. Lebensjahre zurückgelegt Das Gewerbegericht hat, um diesem Wunsche zu entsprechen, eine tabei herausgekommen! Bei der letzten Berathung des Poft worden ist, mit einem Male als garnicht vorhanden zu betrachten, Kommission von 6 Arbeitern und 6 Arbeitgebern gewählt, die etats sagte u. a. Herr v. Posadowsky- Wehner, daß es gelte, und wenn ihre Anstellung als Postschaffner oder Briefträger in Frage sich eingehend mit der Frage beschäftigen soll. durch diese Neuerung die Angehörigen der Reichspost denen der kann, einfach nicht anzurechnen ist! Man muß sich unwillkürlich ibrigen Behörden gleich zustellen! Die Bostunterbeamten fragen: was können denn jene Leute dafür, die zum theil schon mußten nun glauben, daß, nach dieser Rede zu schließen,( weil es der Behörde damals recht war) nach vollendetem sechs 112 eine Verbesserung ihrer petuniären Lage eintreten zehnten Lebensjahr zur Post gegangen sind nota bene, wenn könne! Denn, das ist doch nicht nur dem großen Publikum, sie von dem vorher untersuchenden Post- Bertrauensarzt für sondern vor allen den Bostunterbeamten selbst klar, daß sie von fräftig genug erachtet wurden. den Unterbeamten aller Behörden die am schlechtesten bezahlten find! Man vergleiche nur z. B. das Anfangsgehalt eines Berliner Schuhmanns mit dem eines Berliner Briefträgers oder " Sprich' Du an unseres Slephan's Ohr!" Soziale Mebersicht. sitzende Dr. Willmar Schwabe bei der Einweihung des neuen, Ueber die Leipziger Orte- Krankenkasse gab der VorGellertstr. 7/9 gelegenen Heims diefer Staffe einige interessante Früher bestanden in Seipzig 18 Berufs- und 1 Gemeinde- Krankenkasse; wegen der Taten, denen wir folgendes entnehmen. hohen Verwaltungskosten und wegen des schwerfälligen Ver durch aber nur unwesentliche Verbesserungen eintraten. Das waltungsapparats bildeten diese Kaffen 1885 einen Verband, woF Also warum sollen denn diese Leute so hart dafür büßen, daß es in späterer Zeit der Bofibehörde gefallen hat, nur noch Leute nach dem vollendeten achtzehnten Jahre zur Beschäftigung anzunehmen? Aber da c3 die und erreicht derselbe sein Höchstgehalt von 1500 Mart durch Bostweisen in ihrem unerforschlichen Rathschluß für gut befunden einzige Drts- Krankenkasse, die am 1. Januar 1887 in trast trat und fünf in je brei Jahren aufeinander folgenden Zulagen à 80 M. haben, barum warten die von dieser Bestimmung betroffenen eben um deren Organisation sich besonders die Herren Alb. Brockhaus also in sünfzehn Jahren. Das Gehalt eines Briefträgers da soviel länger auf ihre definitive Anstellung, als sie es sonst ge- zahl der Orts- Strankenkasse ist von 20 800 auf fast 100.000, die und Ehmig ein Verdienst erworben haben. Die Mitglieder gegen beträgt im Anfang 800 M. und da die Zulagen à 100 M. braucht hätten, unter Umständen zwei Jahre! auch nur alle drei Jahre eintreten, so erreicht er sein Höchstgehalt, das bei 17 400 Arbeitgebern beschäftigt waren, gestiegen, und die Da nun einerseits den Unterbeamten 1111= Kaffe ist jetzt die größte Deutschlands. Die Verwaltungskosten allerdings dem eines Schuhmanns gleich ist, erst in 18--21 Jahren. möglich ist, den Herrschenden im Reiche Stephan's ihre Klagen haben sich von 4,23 M. auf 1,75 m. pro Mitglied verringert. Hierbei ist nicht zu vergessen, daß es seit einiger Zeit, um und Wünsche direkt zum Gehör zu bringen und sie andererseits Die Zahl der Aerzte, die für die Kaffe thätig waren, hat sich Schuhmann zu werden genügt- Unteroffizier gewesen zu sein, dies auch nicht bis in ewige Zeiten zu gunsten des heiligen" Ueber- von 122 auf 209, darunter 71 Spezialisten, erhöht. Seit ihrem hohe Biel aber kann man in 3 oder auch 4 Jahren erreicht haben! schusses darben wollen, so wenden sie sich auf diesem nicht mehr Bestehen hat die Orts- Kranfenfasse 12 000 000 M. Unterstützung Ganz anders bei einem Post- Unterbeamten. Denn um letzteres ungewöhnlichen Wege an die nun einmal existirende Deffent: gezahlt, darunter baare Unterstützung 6 832 000 m., für ärztliche zu werden, muß man entweder den Zivilversorgungsscheinlichkeit und rufen dem dieser Tage zusammengetretenen Dieichstag Behandlung 2 630 000 M., für Arznei und Heilmittel 1 600 000 besitzen, also 12 Jahre beim Militär gewesen sein, fein, oder mindestens 8 Jahre Postdienst als Hilfebote geleistet baben, frei nach Ubland hiermit zu: Mart, an Verpflegungskosten in Krankenhäusern 946 000. wobei ja allerdings die Militärzeit( aber nicht mehr als 3 Jahr) An Mitgliederbeiträgen gingen ein 14 350 000 M., darunter angerechnet wird! 612 000. freiwillige und 13 738 000. versicherungspflichtige Also: um Schutzmann mit 1100 M. Beiträge. Anfangsgehalt in Berlin zu werden, genügt es dem Staate Von den Arbeitgebern wurden zu den Mitglieds 4 Jahr zu dienen; um aber Postschaffner mit 800 M. zu beiträgen 4 579 000 M. gezahlt. Das Vermögen der Kasse betrug werden, bedarf es 8-12 Jahr Dienstzeit! Freilich die Bürgerliche Sozialpolitik. Als eine wichtige Aufgabe der am 31. Dezember 1894: 1440 643. polizeiliche Staatsretterei" steht ja jetzt wieder hoch im Kurse, großstädtischen Verwaltungen wird von jedem Sozialpolitiker Als nächstes Ziel sei die Honorarverbesserung der Aerzte und so braucht man sich nicht zu wundern, wenn es besser bezahlt die Abhilfe des Wohnungselends der lohnarbeitenden Klasse ins Auge zu fassen. Für die von der Kasse ausgesteuerten Mitwird, sozialdemokratische Redakteure aus dem Bett zu holen, als angesehen. Das gedrängte Zusammenwohnen großer Massen glieder habe sich im vorigen Jahre ein Verein zur Fürsorge tranter dem Weltverkehr zu dienen! Wenn man sich an die Worte des Herrn bringt so viele Mißstände, namentlich i11 fittlicher Arbeiter gebildet, dem ein Kapital von 22 000 9. und cine v. Posadowsly hält, dann muß man fragen: Was haben denn die und gesundheitlicher Beziehung mit sich, daß einzelne jährlich verfügbare Summe von 5933 M. zu Gebote stehen. Herren Post- Geheimräthe eigentlich zusammengerechnet, wenn die bürgerliche Sozialpolitifer es als ihre besondere Lebensaufgabe um die Sicherung der Kaffe habe sich die Stadt insofern vers Gehaltsverhältnisse, wie sie auf grund der seit vorigem April betrachten, für die Beschaffung besserer Arbeiterwohnungen zu bient gemacht, als sie der Stasse bei ihrer Gründung 65 000 m. eingeführten Altersstufen herrschen, denen der übrigen Unter- wirfen. Diesem Streben danken mancherlei Pläne ihren Ursprung, schenkte, die Verpflegung der franken Mitglieder pro Tag auf beamten gleichstehen sollen? Die Herren vom grünen Tisch von dem abscheulichen Kottagesystem an, bei dem der Besitzer 1 m, später auf 1,50 M. festsetzte und für die Verwaltung. hätten sich doch alles Ropfzerbrechen und Rechnen sparen können. industrieller Werke Wohnungen für die von ihm beschäftigten der Altersversorgungs- und Invaliditätskaffe 20 000 m. ver Die Zahl der Beamten der Rasse beträgt zur Zeit Denn entweder man wollte die Lage der Post- Unterbeamten Arbeiter bauen läßt, welche dieselben dann in doppelte Abhängig- gütete. nicht verbessern und dann hätte man es bei den alten Verhält- feit von ihm bringen bis zur Ausführung städtischer Wobnungs- 161 Maun. nissen lassen sollen; oder man wollte auf den Wunsch des Reichs- bauten. Lösen tanu unsere Gesellschaft die Wohnungstages etwas für sie thun und dann hätte man sie doch den frage freilich nicht. Immerhin könnte manches geschehen, wenn gewiß nicht allzu glänzend bezahlten Polizeibeamten gleichstellen nicht der starke Widerstand der Hausagrarier zu überSoziale Rechtspflege. Sollen. Denn in legterem Falle hätten die Post- Unterbeamten winden wäre. Das Hausagrarierthum hat letthin seine AnGewerbegericht. Das Muster eines Arbeitsein erheblich besseres Anfangsgehalt, worauf es aus schauungen in unverhülltester Weise durch seine Vertreter in der vertrages beschäftigte dieser Tage die Kammer 8. Ter ehe. folgenden Gründen doch hauptsächlich ankommt! Dresdener Stadtverordneten- Bersammlung enthüllen lassen, wo Die Jahre der ersten Gehaltsstufen sind für die meisten diese gegen den Bau einer Vorotbahn stimmen mußten, malige Schraubendreher M. trat vor etwa drei Jahren in die Postschaffner zc. auch die ersten Jahre des Chelebens! Es wird weil sonst die Arbeiter aufs Land ziehen würden. Glas- und Spiegel Manufaktur von D. Stender u. Comp., nun jedem einleuchten, daß es besser ist, wenn man in Das heißt mit anderen Worten, daß die Arbeiter gerade gut Görlitzerstr. 52, ein und erlernte dort das einfache Glasschleifen den ersten Jahren der Ehe( von der bei einem Unterbeamten und genug sind, auf Kosten ihrer und ihrer Kinder Gesundheit in den und Poliren. Er verdiente schließlich 20 bis 24 M. wöchentlich. besonders bei Hilfsboten die Herren Postgewaltigen nicht elendesten großstädtischen Löchern zu hausen und zu vegetiren, Anfangs August des verflossenen Jahres wurde ihm der Antrag viel wissen wollen) nicht so dürftig dasteht wie jetzt, als blos um den Hauspaschas durch unverhältniß gemacht, das Facettenschleifen zu lernen und zugleich als Vorwenn man erst in denjenigen Jahren zu besseren mäßig hohe Miethen die Grundrente zu erarbeiter zu fungiren. Er ging darauf ein und erhielt nunmehr einen Wochenlohn von 24 M.; jedoch mußte er einen Vertrag unterschreiben, Gehaltsverhältnissen kommt, wenn die Kinder schon groß geworden böhen! Auch eine Sozialpolitik. in dem folgendes bestimmt war: Er verpflichte sich, eine Raution find! Beide, Postschaffner wie Schuhleute beziehen außer dem Ueber das Arbeiterelend in der Konfektionsbranche von 200 M. zu zahlen, und zwar in wöchentlichen Raten von Gehalt noch jährlich 240 Mark Wohnungsgeldzuschuß. Dieses wird uns geschrieben: Durch die allerorts eingeleitete, wirffame 3 M., welche vom Lohn abzuziehen seien. Er verpflichte sich hohe" Wohnungsgeld wird aber nur in Berliner Poſt- und Agitation unter den Konfektionsschneidern und Näherinnen ferner, nach seinem Austritt aus der Fabrik innerhalb der Bolizei- Aemtern gezahlt! Für außerhalb, also auch schon für werden frasse Fälle kapitalistischer Ausbeutung bekannt. In nächsten drei Jahre in feinem Konkurrenzgeschäft Deutsch= die Vororte, in denen die Wohnungen doch meistens ebenso einer start besuchten öffentlichen Versammlung der Konfektions- lands, Handlung oder Fabrit, als Gehilfe oder Volonteur theuer sind als in Berlin, gelten wesentlich niedrigere Säße! schneider und Schneiderinnen von Hamburg- Altong und Stellung 811 nehmen, und fich auch nicht in der Schon lange wurde nun darüber geklagt, daß es den Unter- Umgegend, wo verschiedene Redner über die gegenwärtig bezahlten Branche während dieser Frist selbständig 821 machen. beamten doch nicht möglich sei, für dics Geld eine, für Preise berichteten, wurde mitgetheilt, daß Hausarbeiter für Die Kaution bleibe nach Auflösung des Arbeitsverhält= eine Familie ausreichende Wohnung zu befommen, be= Jaquets 1,65 bis 2,80 0. bezahlt bekommen, wofür nisses drei Jahre lang stehen, derart, daß sie bei der sonders wenn der Unterbeamte im Zentrum der Stadt beschäftigt wird! Diesen Klagen wurde bisher stets ent- och elegante Façon und alles mögliche verlangt wird. Sparkasse niedergelegt und das Sparkassenbuch von der Firma Bei einer Firma haben die Arbeiterinnen mit einem während der Zeit aufbewahrt werde. Im Falle des Kontraktgegengehalten, erstens: daß die Servissäße nun doch einmal och en Verdienst von 1-3 M. zu Hause gehen müssen. In bruches seitens des Unterzeichneten gehe er der Kaution verlustig. bis April 1897 festgesetzt wären, da sie immer auf 10 Jahr und einem Falle behielt ein Mädchen nach Abzug der Beiträge zur M. wurde ferner im Vertrage verpflichtet, auf die anderen anlegt April 1887 festgestellt wären, und zweitens: daß ja von Alters, Invaliditäts- und Krankenversicherung nur 18 Pr., fage Arbeiter aufzupassen und jeden Versuch zur Aufwiegelung" derUnzulänglichkeit feine Rede sein tönne, da dieses Geld doch nur und schreibe achtzehn Pfennige übrig. Für eine Negligeejacte felben dem Chef isofort anzuzeigen. Die Kündigungsfrist wurde ein Zuschuß sein solle! Ja, wenn es aber nur ein Zuschuß mit Verschnürung erhalten die Mädchen 1 M., für Belerinen auf 14 Tage festgesetzt. Als es nun vor mehreren Wochen zur Auffein soll, dann muß es für die über den Unterbeamten mäntel aus Winterstoff 1,50 M., für solche aus Sommerstoff 1 M. lösung des Arbeitsverhältnisses fam, wurden M. nicht nur die 42 M. ftehenden Angehörigen einer Verwaltung auch nur ein solcher sein! bis 1,15 W. Die anwesenden Maßschneider waren über die in Kaution einbehalten, welche er bisher geleistet hatte, sondern auch noch Nun ist es aber notorisch, daß, während die Unterbeamten der Konfektionsbranche gezahlten Stücklöhne ganz erstaunt; so 10 M. Lohn, und zwar zum Erfaß eines von ihm angerichteten von ihrem ohnehin färglichen Gehalt noch etwas zu der niedrig hatten sie sich diese denn doch nicht vorgestellt. Materialschadens bezw. zur Ergänzung der Kaution. M. Klagte beim Wohnungsmiethe zunehmen müssen, z. B. bei Postassistenten Eine Versammlung in Weimar befchloß, mit aller Energie Gewerbegericht auf Herausgabe der ganzen Summe, worauf die 1: n Sekretären bei besseren Gehältern von dem Zuschuß“ für die Einführung von Betriebswerkstätten und für einen ge- beklagte Firma mit dem Antrage Widerklage erhob, ihr die meistens noch etwas übrig bleibt, da bei diesen Kategorien dieser regelten Lohntarif einzutreten. Die zahlreich erschienen en 52 Mart als Schadenersatz und deshalb zuzubilligen, weil Kläger Zuschuß" mehr beträgt, als von den Angehörigen der Scheidermeister, vor allem der Obermeister den Kontrakt gebrochen habe. Dieser hatte nämlich mittlerweile felben durchschnittlich für Wohnungsmiethe ausgegeben wird! Der dortigen Schneiderinnung, ertlärten, in einem anderen Geschäft als Glasschleifer Arbeit genommen, Denn fte bekommen einen jährlichen Wohnungsgeld= nach besten Kräften für diese wohlberechtigten wenn auch nur zum Schleifen glatter Flächen, also nicht von Zuschuß von 540 Mart und sie brauchen auch nicht, Forderungen wirken zu wollen. In derselben Ber- Facetten. Auf Befragen erklärte der Vertreter der Beklagten ausfelast wenn fie im Zentrum oder Westen der Stadt ſammlung tam ein Gutachten des Kreis physikus brücklich, daß dieselbe den Vertrag dahin verstanden wissen wolle, beschäftigt find, in solchen Gegenden zu wohnen, wo die Miethen Dr. Knopf in Weimar, Kaffenarztes der dortigen Schneider- daß M. innerhalb der drei Jahre überhaupt nicht bei theurer sind, da sie weniger und besseren Dienst haben als die fasse, zur Verlesung, das die Berechtigung der Forderung nach einem Konkurrenten arbeiten dürfe, ganz gleich, ob auf Facetten Unterbeamten und es ihnen auf die Länge des Weges zum Dienst Einführung von Betriebswerkstätten ins allerhellste Licht fett. oder glatte Arbeit. Das Gericht nahm auf grund der VerTotal nicht anzukommen braucht. Man fagt wohl also nicht Das Gutachten lautet: handlung an, daß der Kläger im Facettenschleifen bei Anrichtung zu viel, wenn man behauptet, daß der zweite Gegengrund gegen Auf Ihre Anfrage, betr. die Uebertragung bcs fraglichen Schadens noch sehr wenig Uebung besaß, und er die auf der Hand liegende Unzulänglichkeit des Servis nicht von Krankheiten durch Kleiber, möchte ich erkannte auf Herauszahlung des rückständigen Lohnes von 10 M., slichhaltig ist. daß solche viel häufiger geschieht, welchen die Beklagte gegen den Schaden aufrechnen wollte. Den VerEbenso, wie oben gefchildert mit der Gehaltsverbesserung a 13 gewöhnlich angenommen wird. Instrag erkannte es als rechtsgiltig an, war aber der Meinung, er sei daist es den Unterbeamten der Post mit dem Urlaub gegangen! besondere möchte ich nicht bezweifeln, daß eine hin auszulegen, daß dem Kläger nur das FacettenNachdem Jahr für Jahr geklagt worden war, daß trob Weiterverbreitung v011 ansteckenden Krantschleifen in feinem Konkurrenzbetriebe gestattet sei. Dem des vielen und anstrengenden Dienstes den Unterbeamten heiten, z. B. Diphtherie, Scharlach, Schwind gemäß wurde der Beklagten und Widerklägerin das Recht zunicht einmal ein paar Tage Urlaub im Jahr gewährt ucht, Maseru u. s. w. Ieicht aus den Stuben erkannt, das Sparkassenbuch über 42 M. drei Jahre lang, vom werden, wurde vergangenes Jahr in Berlin ein Versuch folcher Schneider, die zugleich als Arbeits-, Tage der Lösung des Arbeitsverhältnisses ab gerechnet, zu bes damit gemacht. Wer aber glaubt, daß nun ohne weiteres die wohn, Schlaf, Krankenzimmer und Koch halten und für den Fall definitiv mit Beschlag zu belegen, daß Unterbeamten ein paar Tage frei" bekommen hätten, der irrt raum dienen müssen, stattfindet." der Kläger in der fraglichen Zeit anderwärts die Facetten. gewaltig! Sozialer Pflichteifer. Der Vorsitzende des Frankfurter Dic Rammer weiter aus, dafür erst gerichtlich den Nachweis zn Allerdings, Urlaub sollten die Genannten ja haben, aber Der Vorsitzende des Frankfurter schleiferei ausübe. Die Beklagte hätte dann natürlich, so sprach erstens sollte es nichts kosten, d. h. es wurden feine stell- Gewerbegerichts war beauftragt, Mittel und Wege zu suchen, um Man sieht hieraus, daß es auch ohne die von vertretenden Kräfte nach den Bostämtern gegeben, und zweitens der Saumfeligkeit und Unpünktlichkeit der Bei den organisirten Wertmeistern bekämpften§§ 9 und 10 des vor= wurde die Ausführung dieses Versuchs dem„ Ermessen" der siger entgegentreten zu können. Er referirte hierüber und Wenn es" also von dem kam zu dem Resultat, daß das Gewerbegericht das Recht habe, bewerbes möglich ist, Beute auf Jahre in ihrem Fortkommen zu geschlagenen Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren WettPostamte Vorsteher überlassen! Belieben der Amtsvorsteher abhing, aus dem Urlaubs- gemäß§ 21 des Statuts Strafen bis zu 300 M. auch bei unEs wurde beschränken. gesuch zu machen, was sie für erfprießlich hielten, dann pünktlichem Kommen der Beisitzer zu verhängen. Der Arbeiter A., welcher bei der Gesellschaft Meteor" kann man sich doch denken, wie verschieden es in der Beziehung sodann die Präsenzliste verlesen und die unentschuldigt fehlenden bei den Vertiner Bostämtern zuging. Auf diesem Amt wurde Mitglieder in eine Strafe von je 1 M. genommen, es betraf in Arbeit stand, verlor eines Tages 43 M. Er einigte sich mit die diesvezügliche Verfügung der Oberpoftdirektion überhaupt nicht dies 13 Arbeitgeber und blos 2 Arbeitnehmer. dem Kaffixer, mit dem er zu thun hatte, zunächst 3 M. und " " " widern, 3 erbringen. ist. dann von jedem Wochenverdienst bis zur Tilgung der Schuld| Stellung derselben zu heben, sind die ersten gesetzgeberischen Be- 1Umgegend tagte am 9. Januar bei Buête, Grenadierfir. 33. je 5 M. abzuzahlen. Am nächsten Zahltage wurde A. jedoch stimmungen die§§ 9 und 10, die den Handelsangestellten aus Vor Eintritt in die Tagesordnung wünschte der Vorsitzende im entlassen und ihm sein Verdienst in Höhe von 28 M. einbehalten. der Scylla der vertragsrechtlichen Ausbeutung in die Charybdis Namen des Vorstandes allen Mitgliedern ein glückliches Neujahr 2. nahm jetzt das Gericht in Anspruch, indem er geltend machte, der kriminellen Bestrafung schicken. Bis zu einem Jahr Ge- und legte es jedem ans Herz, auf den Bauten mehr als bisher daß ihm der ganze Verdienst nicht hätte einbehalten werden dürfen fängniß lauten die Strasbestimmungen, ohne welche in Deutsch dafür zu agitiren, daß sich die Kollegen dem Verein anschließen, sondern höchstens die verabredete Rate von 5 M. Kläger ver- land ja überhaupt kein Gesetz gemacht werden kann. Diese damit, wenn derfelbe in diesem Jahre sein 13. Stiftungsfeft langte den Restbetrag herausgezahlt und erklärte im übrigen, Bestimmungen dürfen nicht Gesetz werden, denn sie bedeuten feiert, ihm wenigstens die Hälfte der Berliner Maurer angehört. daß er der eingegangenen Abzahlungspflicht genügen wolle. Der nichts anderes als ein Verbot der Nutzbarmachung erworbener Die Abrechnung ergab 309,18 Einnahme, 95,55 M. Ausgabe, Vertreter der Beklagten war dagegen der Meinung, daß dieser Kenntnisse. Was fann nicht alles unter den allgemeinen Begriff demnach einen baaren Bestand von 213,63 M. Die Richtigkeit sehr wohl das Recht zugestanden habe, die 28 M. bei der Ents des Geschäftsgeheimnisses subsumirt werden? An einzelnen der Abrechnung wurde von dem Revisor Westphal bestätigt. laffung als Schadenersatz zurück zu halten, und zwar auch dann, schlagenden Beispielen erhärtet der Redner unter mitunter Die Versammlung faßte alsdann folgenden Beschluß: Da der, Revisor wenn der Skassirer, was bestritten wird, die Befugniß gehabt geradezu to sendem Beifall, wohin die Auslegung dieses Begriffs Wilhelm Rater bis jetzt in feiner Versammlung, wo Abrechnung hätte, jene Vereinbarung betreffs einer ratenweisen Abzahlung in der Praxis führen würde, und resumirt dahin, daß die Be- erfolgte, es der Mühe werth hielt, zu erscheinen und Bericht zu ers einzugehen. Das Gericht, Kammer 8, schloß sich dem im wesent- fiimmung gänzlich unhaltbar fei und den Beweis liefere, daß in statten, inwieweit die Abrechnung von seiner Person für richtig lichen an und wies den Kläger ab. unferer Regierung sehr viel, vielleicht zu viel Geheim- befunden wurde, so wird ihm als Revisor das Vertrauen abräthe fizzen, denen die Kenntniß der Neichs Versicherungsamt. thatsächlichen gesprochen und an seiner Stelle ein anderes Mitglied gewählt." Gine prinzipiell Noch abgehe. schlimmer aber Man wählte dann zu Revisoren Frih Huppte und wichtige Entscheidung fällte das Rekursgericht in der Verhältnisse vollständig Fehse, zu Ausschußmitgliedern Albert bem neu Unfallsache des Müllers Riesler gegen die Müllerei Berufss sei in vorgelegten Entwurfe die unbegrenzte i Ibelm Dauer der Verpflichtung zur Wahrung der Geschäfts- Schlösser, Franz Ebert und Wilhelm Beiers. genossenschaft. Lettere hatte den Anspruch des R. auf Unfallgeheimnisse. rente abgelehnt, indem sie bestritt, die in Frage stehende Verlegung erklärung und Sanktionirung der schamlosen Konkurrenzlaufel angelegenheiten. Es wurde allgemein bedauert, daß, während Diese Bestimmung fomme einer Permanenzdorf. Zum Echluß erörterte die Versammlung Vereinsdesselben hänge mit dem Betriebe irgendwie zusammen. Riegler, gleich. Die Ronkurrenzlausel bei den Handelsangestellten ist tausende von Maureen ohne Arbeit herum laufen, auf ſehr der bei seinem Vater in Arbeit stand, hatte von diesem Baschamloseste, bes eines Tages beim Abendessen im gemeinschaftlichen Wohnzimmer das schamloseste, was an Ausbeutung jemals vorgekommen vielen Bauten 12 bis 13 Stunden lang gearbeitet wird; die be Vorwürfe hören müssen und war, als im daneben belegenen in meinem Besit, die ich dem Reichstage zur Kenntniß genommen zu sein und wollten wohl einen achtzehnstündigen Ich habe 75 folcher Verträge mit Konturrenallaufeln treffenden Arbeiter schienen für den Achtstundentag wenig eine Mühlbetriebe die Signalglocke ertönte, in seiner Erregung so un glücklich mit dem offenen Taschenmesser gegen die Thür bes Reichstage, daß die Berlefung derselben der befte Sporn für bringen werde. Ich habe das Butrauen auch bei diesem Arbeitstag erstreben, zum Segen des Kapitals. Wohnzimmers gerannt, daß er sich die Hand verlegte. Seine Die in der Möbelpolirerei beschäftigten Arbeiter be Absicht war dabei gewesen, die Thür zu öffnen, um nachzusehen, ihn sein werde, die Konkurrenzklausel zu verbieten und rechts riethen am Sonntag Vormittag bei Keller, Koppenstr. 29, darüber, was das Kontrollsignal der im Gang befindlichen Mühle an ungiltig zu erklären. Wird das Gesetz angenommen, dann würde ob im Frühjahr in eine Lohnbewegung eingetreten werden solle, zeige. Die beklagte Genossenschaft glaubte aus bestimmten Um- erst recht ein unlauterer Wettbewerb in Herstellung von Listen welche Forderungen dabei zu stellen wären und welche Stellung ständen entnehmen zu müssen, daß Riesler jr., in Wuth über die so- flausel zivilrechtlich wie kriminell für die Handelsangestellten vereinzunehmen hätten. Die erste Frage wurde vom Referenten eben gehörten Vorwürfe, das Messer instinktiv in die Thür stieß, als berblich wären; denn die Rechtsprechung des Reichsgerichts hielt die urth bejaht. Vor allen Dingen sei der Stampf gegen de die Klinke dem Drucke seiner anderen Hand nicht sofort nachgab. Konkurrenzklausel bei zeitlicher und räumlicher Begrenzung für rechts- Kleinmeister zu richten, die, obgleich sie seinerzeit Woche In dem heftigen Gebahren vermißte der Vorstand jegliches Be triebsinteresse, auch war er der Ueberzeugung, daß der Müller giltig. Singer verliest nun eine Reihe derartiger Verträge, welche um Woche ihr Scherflein für die streitenden Bergarbeiter beis nach dem Ertönen der Klingel ruhig noch ein Weilchen warten immer höhnischere Beifallssalven der Anwesenden hervorrufen. steuerten und damals mit den Arbeitern auch sonst Hand in Tonnte, bevor das Interesse für die Betriebseinrichtung sein Ein. Daß alle diese Dinge möglich wären, das sind die Folge unserer Hand gingen, heute die bei dem 1890 er Streit von greifen erforderte. Das Signal hätte nur angezeigt, daß sich das heutigen privatkapitalistischen Wirthschaftsweise. Redner fordert den Möbelpolirern errungenen geringen Vortheile wiet er Korn zur Hälfte gefackt habe. Der Kläger behauptete dagegen, falls der Erfolg ausbleibe und dann auf die Handelsangestellten niedrigsten Löhne und beuteten die Arbeiter am meisten aus. zu planvoller Agitation, zu dauernder Organisation auf, andern vollständig vernichtet hätten. Die Kleinmeister zahllen tie bei dem zur Zeit herrschenden Wetter hätte dem Leergang der eben das Wort Geltung habe, daß es so habe kommen müssen, A13 Zweck der Lohnbewegung im Frühjahr schlage er vor, den er, vor Wuth in die Thür gestochen zu haben. Nachdem der wenn man nur auf Gott vertraut und nicht fefte um sich Tarif von 1890 zur Durchführung zu bringen. Betreffs der Kläger beim Schiedsgericht in Berlin ein obfiegendes Urtheil haut. Der zweistündige Vortrag wurde jubelnd auf neunstündigen Arbeitszeit müsse man sich nach den Tischlern erzielt, hatte sich das Reichs- Versicherungsamt auf den Rekurs genommen. In der kurzen daran sich schließenden Diskussion richten. Forderten diese nur 812 Stunden, so würden dis der Beklagten mit der Angelegenheit zu befaffen; es ver- fordert zum Anschluß an die Freie Vereinigung und zur Unter- ochenlohn habe man 1890 29 M. gefordert, während er wurde nichts Wesentliches mehr vorgebracht. Kollege Maaß Möbelpolirer auch nicht mehr fordern können. Als Normal urtheilte gleichfalls die Berufsgenossenschaft. Es liege hier die Komplitation eines persönlichen und eines rein sachlicheney mann wendet sich noch einmal zu den einzelnen Be Lederhausen, warzovski und Kluge stimmten im wesentlichen stüßung der Presse in eindringlichen Worten auf. Moments vor, welch' letteres den Charakter eines Betriebs- immungen des Gesetzes zurück und spricht noch gegen die§§ 1 mit dem Referenten überein. Alle waren darüber einig, daß im interesses habe und das eine Betriebshandlung zeugte. und 4; doch war die Aufmerksamkeit für die Ausführungen Frühjahr in eine Lohnbewegung eingetreten werden müsse. r nicht mehr vorhanden. Die nachstehende Resolution wurde ein Feststellung der Bedingungen schlugen sie vor, eine Stommiffion stimmig angenommen und die Versammlung mit einem Hoch auf von 7 oder 8 Mitgliedern zu wählen, die je zur Hälfte aus die Sozialdemokratie geschlossen. Die Resolution hat folgenden Arbeitern der Rasten- und der sogenannten geschweiften Branche Bu einer imposanten Protestkundgebung gestaltete fich bestehen solle. Schran und Gröber dagegen meinten, es sei die öffentliche Versammlung der HandlungsDie am 10. Januar 1896 tagende öffentliche Versammlung jetzt endlich an der Zeit, mit der Affordarbeit vollständig zu gehilfen, die am Freitag Abend in Keller's Festfälen in der der Berliner Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen Berlins erklärt brechen; Gröber brachte hierzu folgenden Antrag ein: ihr Einverständniß mit dem Referenten Paul Singer und ersucht Roppenstraße abgehalten wurde. Die heute bei Keller versammelten Möbelpolirer beschließen, gefüllt; es mochten zwischen 2-3000 Personen anwesend sein. welche eine umfangreiche, mühselig Das Lokal war vollständig die gefeßgebenden Körperschaften, von Beschlüssen abzustehen, in diesem Frühjahr in eine Lohnbewegung einzutreten mit der um ihre Auch zahlreiche Damen waren zugegen. Auf der Tagesordnung kämpfende Erwerbsschicht der Bevölkerung in der freien licher Arbeitszeit. Sollten jedoch die Tischler nur 81/2 Stunden Exiftens Forderung: 27 M. Minimal- Wochenlohn bei 54 stündiger möchent stand: Fort mit dem Knebelgesetz für Handlungsgehilfen! Gemeint sind die§§ 9 und 10 in dem Gesezentwurfe Anwendung rechtlich erworbener Fachkenntnisse auf das Arbeitszeit fordern, so erheben die Möbelpolirer diese Forderung Die äußerste chifaniren. gegen den unlauteren Wettbewerb. Um 3/410 Uhr bestieg Versammlung in den fieht auch zu der ihrigen." der Referent §§ 9 und 10 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wett Reichstags Abgeordneter Paul Singer Obwohl mehrere Redner darauf aufmerksam machten, daß die Tribüne und ergriff das Wort zu seinem des öfteren von Handelsgewerbes im Interesse der Unternehmerschaft jegliches solch äußerst wichtigen Beschluß faffen dürfe, wurde der Antrag bewerbes nur die unverhüllte Abficht, der Lohnarbeiterschaft des die nur von 125 Kollegen besuchte Versammlung unmöglich einen lebhaftem Beifall unterbrochenen Vortrage, dem troß seines Fortkommen unmöglich zu machen, da diese Paragraphen die mit 64 gegen 45 Stimmen angenommen und dadurch die felbstverständlich unverhüllt sozialdemokratischen Charakters auch Anwendung der einfachsten Geschäfts- und Fachkenntnisse in Spaltung zwischen den Arbeitern der sogenannten geschweiften nicht von einer Seite Widerspruch entgegengesetzt wurde. Gegen einer neuen Stellung ausschließen. Der Gefeßentwurf ist daber und denen der Kastenbranche perfekt. Die ersteren erklärten, daß das vorliegende Gesetz, begann Singer, müßten die Rotten der Hand- ein Versuch, einen bisher unerhört gewesenen Ausnahmezustand gegen für sie unter den heutigen Verhältnissen die Affordarbeit noch lungsgehilfen mobil gemacht werden; die Nothwendigkeit der Mobil- die Angestellten des Handelsgewerbes gefeßlich zu sanktioniren; unentbehrlich sei und sie sich daher der Lohnbewegung nicht an machung erscheine um so zwingender, wenn man die Ursachen, die den die Versammelten protestiren energisch dagegen, daß der Entwurf schließen könnten. Die Wahl einer Kommission scheiterte, da Gefeßentwurf gegen den unlauteren Wettbewerb veranlaßt haben, sämmtliche Kandidaten ablehnten, weil teiner die Verantwortung näher kenne. Die offizielle Flagge, unter der der Entwurf segle, sum endgiltigen Beschluß erhoben wird." Versammlungen. W Wortlaut: trage als Motto: Hilfe dem Mittelstand, aber eine wirkliche Im Verein der Stuckateure mußte am G. Januar der für die Durchführung des strittigen Beschlusses übernehmen Hilfe für denselben gebe es auf dem Boden der kapitalisti- angekündigte Vortrag ausfallen, da der Referent nicht erschienen wollte. Schließlich wurde mit großer Wehrheit ein Wer schen Wirthschaft nicht. Wenn trotzdem die Regierung einen war. Man trat deshalb sofort in die Verhandlung über den tagungsantrag angenommen. solchen Entwurf dem Reichstag vorlege, so geschehe es nicht so- Punkt Gewerkschaftliches ein. Mehrere Redner kritisirten bie Eine zahlreich besuchte öffentliche Versammlung der wohl aus mangelnder Erkenntniß der ökonomischen Entwicklung, Saltung der bei der Ausstellung beschäftigten Kollegen; einheit al3 aus dem politischen Grunde, den Wünschen des licher Zusammenbalt fei nur bei den Schirmer'schen Kollegen zu Schmiede wurde am Sonntag Vormittag im Lokal AlexanderMittelstandes entgegenzukommen, der thatsächlich noch bemerken, von den Stuckateuren der übrigen Werkstätten hätten straße 27c abgehalten. Genoffe Jahn sprach unter reichem die einzige Bevölkerungsschichte sei, auf welche die Regierung nur wenige den festgesetzten Lohnfah erreicht. H. Grünen. Beifall über das Thema„ Unsere Aufgaben für die Organisation bauen fönnte. Besonders interessant waren die Ausberg theilte mit, daß er und Jul. Hennig bei der Firma in der Zukunft". In der Diskussion wurden über die schon vom führungen des Redners in diesem Zusammenhange über die Bieber die Arbeit wegen Lohnreduktion niedergelegt hätten, die Referenten als ungünstig geschilderten Verhältnisse der Innungs zwei Gegenpole Großunternehmerthum und Arbeiterklasse, in übrigen Kollegen aber für den gebotenen Preis rubig weiter berberge in der Mulachitraße weitere belastende Angaben gemacht welchen die Regierung allerdings aus fast gegensäglichen Gründen arbeiteten. Im weiteren wurde berichtet, daß die Stuckateure und man forderte hierbei die Gehilfen auf, den von der Organis feine Stüße finden könne. Der Titel des in Rede stehenden Ge- der Firma Abend in Lichterfelde auf den Neubauten bis abends fation der Schmiede geschaffenen Fremdenverkehr in der Schönleins setzes höre sich sehr gut an. Welcher anständige Mensch wolle 9 Uhr bei Lampenlicht arbeiteten. Der Maskenball der Straße 23, der mit Arbeitsnachweis verbunden ist, recht rege in nicht unlauteren Wettbewerb abschaffen? Aber man möge sich Stuckateure wird am 25. Januar in Bolz' Festfälen abgehalten. Anspruch zu nehmen. In der Pause, die danach eintrat, ließen nicht durch eine Phrase hinreißen lassen; es ist besser, nüchtern Die Mitglieder der Filiale Berlin II des Vereins fich 31 Kollegen in die Organisation aufnehmen. Es wurde dann in die Agitationsfommission an ftelle eines ausgeschiedenen Mitglieds die Ursachen der Verhältnisse zu prüfen, dann kommen wir zu deutscher Schuhmacher hörten am 6. Januar einen Vortrag Kollege Run ze gewählt. Im weiteren wurde mitgetheilt, daß der Ueberzeugung, daß dieses Gesetz das Elend im Mittelstand des Genossen Türk über das Buch der Freiheit". Die Ab- beim Ehmiedemeister Ropsch in der Adalbertstraße dem zweiten nicht beseitigen kann. Ich würde es als ein Verbrechen, als ein rechnung vom 4. Quartal ergab, daß die Zahl der Mitglieder Reitschmied und dem Stockgesellen nur 16 M. Lohn gezahlt Unrecht betrachten, in den allgemeinen Phrasenschwall mitein- auf 190 gestiegen ist. Zum ersten Vorsitzenden wurde üre zustimmen, als ob durch das Gesetz der unlautere Wettbewerb, burg mit 82 von 56, zum zweiten Vorsitzenden Schwoch mit würden; derselbe Meister stelle mit Vorliebe junge Leute von der doch nichts weiter als ein Spiegelbild der bürgerlichen 34 von 60, und zum dritten Vorsitzenden Weißenborn mit auswärts ein, die sich für Löhne wie 12 M. anbieten. Dieser Moral ist, verschwinden würde: wollt ihr wirklich ändern, wo 34 von 66 Stimmen gewählt; zu Revisoren Krätschmar und Fall stehe jedoch keineswegs vereinzelt da, wie die bereits einihr sonst nicht ändern könnt, dann hebt eure kapitalistische Wirth Rakow. gegangenen Fragebogen ausweisen würden. Von den am 6. Januar schaftsordnung auf. Aber das wird die herrschende Klasse ausgegebenen Fragebogen waren bis zum 12. d. M. 50 eingelaufen, deren Ausfüllung als zufriedenstellend bezeichnet wurde. Hierzu wurde vorgeschlagen, allen Werkstätten, die die Fragebogen bis jetzt nicht zurückgesandt haben, neue zuzusenden, mit der Maßgabe, sie bis zur nächsten Versammlung ausgefüllt abzuliefern. Zum Eine stark besuchte öffentliche Versammlung der Der Verein der Plätterinnen und verwandter Berufsnicht, weil fie sich damit selbst beseitigen müßte. genoffen nahm in seiner Versammlung am 7. Januar den Viertel Nichtsdestoweniger mag zugestanden werden, daß einzelne Aus- jahresbericht der Kassirerin entgegen, wonach sich ein Ueberschuß wüchse im Handel gefeßlich beschnitten werden können und den von 261,49 M. ergab. Die Unterstützungskaffe hatte einschließ Paragraphen, die das wirklich thun, wird auch seitens der lich des früheren Bestandes eine Einnahme von 97,35 M.; die Schlusse wurde die Agitationskommission beauftragt, eine Mahnung fozialdemokratischen Fraktion zugestimmt werden. Es ist daher Ausgabe betrug 8,50 M., der Ueberschuß fonach 88,85 M. Die an den Gesellenausschuß ergeben zu lassen, recht bald Bericht zu von unseren Gegnern verkehrt, uns vorzuwerfen, wir wollten Raffirerin wurde entlastet und dann die Neuwahl des Vorstandes erstatten. Der diesjährige Maskenball wird am 29. Februar bei erst alles von oben zu unterft tehren: nein, wir treiben nicht vollzogen; gewählt sind Herr Porth zum ersten Vorsitzenden, Joël in der Andreasstraße abgehalten. die Politik der Bosheit, wohl aber die der Klarheit. Frl. Nageler zur zweiten Vorsitzenden, Frau Schulz zur Die Annahme des vorliegenden Gesezes hängt von ganz anderen ersten und Frl. Wendt zur zweiten Kassirerin, Frl. Castner Bestimmungen ab. Wir als die Vertreter der wirthschaftlich zur ersten und Frl. Baschte zur zweiten Schriftführerin. Zum Former und aller in Metallgießereien beschäftigten Arbeiter Schwachen betrachten das Gefeh freilich mit ganz anderen Augen Schluß wurde u. a. über den Wiastenball verhandelt. verhandelte am 12. d. M. in Cohn's großem Festsaal über die als die bürgerlichen Parteien, und von diesem Standpunkte aus Frage: Wie stellen wir uns zu den angedrohten Abzügen erblicken wir in den§§ 9 und 10 des Entwurfes eine Reihe von Die Freie Vereinigung der Graveure, Biseleure 2c., berjenigen Unternehmer, welche ihren Formern bereits Mit Verschlechterungen für die wirthschaftlich Schwachen im Handel, bielt am 7. Januar eine start besuchte Generalversammlung ab. theilung hiervon gemacht haben?" Referent Körsten führte welche uns veranlaffen, den Entwurf als ein Knebelgefeß, als Nachdem der Vorsitzende von dem siegreichen Verlauf des Weiß- aus, daß die Meister wie üblich nach Weihnachten die Zeit für ein Ausnahmegesetz gegen die Handelsangestellten zu bezeichnen. gerberstreits, den die Freie Vereinigung der Graveure mit 15 M. gekommen erachten, Lohnreduktionen vorzunehmen; besonders be Die§§ 9 und 10 werden in uns unbeugfame Gegner finden, unterstüßte, Mittheilung gemacht hatte, gaben die Beamten ihre zwecken sie jetzt, das von den Formern im vorigen Herbst Errungene weil sie das Gesetz zu einem Truzgesetz gegen die wirthschaftlich Berichte und erhielten dafür Decharge. Aus den Berichten war wieder abzuziehen. Die Kommission ist aber der Meinung, daß keinerlei Inferioren machen; sie sind ein Schlag ins Gesicht der Handels- An- ersichtlich, daß der Verein im vergangenen Jabre 234 neue Mit- Grund zu Lohnabzügen vorliege, einmal, weil die Löhne der gestellten, der sich um so schamloser erweist, wenn man die wirthschaft- alieder aufnahm und Ende Dezember einen Mitgliederstand von Former keineswegs zu hoch seien und zweitens, weil die Meister fiche und rechtliche Stellung der Handelsangestellten sich zu vergegen- 354 hatte. Im Arbeitsnachweis wurden im vorigen Jahre 356 im Herbst ihren Kunden gegenüber einen Preisaufschlag haben wärtigen sucht. Redner geht darauf näher ein und kommt zu dem Gehilfen verlangt, gegen 267 im Vorjahre; gemeldet hatten eintreten laffen und auch jetzt durchaus nicht billiger liefern. Schlusse: Ich behaupte auf grund meiner Studien und meiner fich 300( gegen 252 im Jahre 1894), davon waren organisirt Gemeldet find bis jetzt 67 Meister, welche Rohnabzüge an Erfahrung, daß die Lage der Handelsangestellten genau daffelbe 68 Graveure und 35 Biseleure. Den Berwaltungsberichten folgten gekündigt haben. Die größten Meister stehen babei an der elende wirthschaftliche Bild darbiete wie die der Arbeiter, die Wahlen, die glatt von ftatten gingen. An Anträgen Spize, 3. B. Nürnberg. Nach einer Rücksprache mit der ja oft noch trüber, da die rechtliche Stellung jener viel wurden angenommen betreffs des Unterstügungsregle- Kommission hat derselbe indessen die Lohnabzüge schlimmer ist als die der Fabrikarbeiter. Zustimmender Beifall ments Antrag G. zu§ 1: Ebenso Unterstützung durchgängig zu machen versprochen, unter der Voraussetzung, aus dem Saale bestätigte die Richtigkeit der Ausführungen reifender Kollegen und solcher, die wegen Zugehörigkeit an einem daß die Kommission sich bemühe, einen einheitlichen Lohntarii für des Referenten. Der Referent geißelte dann, ohne verlegend Verein 2c. gemaßregelt wurden; bei den letzteren fällt auf vor alle Gießereien auszuarbeiten. Bei Thielicke hat die Einigkeit zu sein, den Standesdünfel der Handelsangestellten, den er aber berigen Beschluß der Versammlung die Karrenzzeit weg." 3 der Kollegen ebenfalls eine Lohnreduktion vereitelt. Das Bestreben, als begreiflich erklärte. Die unerbittliche ökonomische Ent:$ 8:" Außerdem gewährt die Kasse bei Arbeitslosigkeit von der Lohnabzüge zu machen, macht sich nach Angabe des Referenten wickelung, die das Proletariat im Handel immer mehr vermehrt, nächsten Woche sofortige Unterſtügung." 3u§ 10 des in allen Werkstätten bemerkbar und er empfahl, diesen Bewird den Standesdünkel und die politische Lauheit der An- Statuts:" Außerdem hat der Vorstand das Recht, bei firebungen ganz energisch entgegenzutreten. Die gegenwärtige gestellten im Handelsgewerbe sicher beseitigen. Heute bringt's ein Arbeitseinstellungen in anderen Gewerben Unterstützungen bis Konjunktur sei besser als in den Vorjahren und der Zusammenhalt Stommis uur noch zum selbständigen Geschäftsmann, wenn der zur Höhe von 25 M. zu gewähren." Weiter wurde an der Kollegen ein erfreulicher. Ueber 90 pct. feien organifict, es wäre Geldfact gleich daneben steht; andernfalls bleibt der genommen Antrag B. zu§ 7 Abs. 1 und 2 des Statuts: also nicht zu befürchten, daß sich die Former gegenseitig in den existenzunsichere Gehilfe fein Leben Tang. Angesichts Der Beitrag von 20 Pf. pro Woche fließt zur Hälfte der Unter- Rücken fallen. Die Gießerei- Arbeiter ständen, wie sie bewiesen der traurigen Lage der Handelsangestellten hätte man stügungstasse und zur Hälfte der Hauptkasse zu." haben, den Meistern und Fabrikanten übrigens nicht feindselig einen Gesetzentwurf zum Schuße derselben vor Ausbeutung Eine ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins und schroff gegenüber und würden diese auch jest wieder von erwarten sollen; statt nun zu versuchen, die wirthschaftliche zur Wahrung der Intereffen der Maurer Berlins und ihrem Borgehen bezüglich des einheitlichen Lohntarifs unter er " rück " M Eingelaufene Druckschriftent. Bon der Nenen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Die y' Berlag) ist soeben das 15. Heft des 14. Jahrganges erschienen Aus dem Inhalt heben wir hervor: Dimüz. Zu Pestalozzi's bundertfünfzigstem Geburtstage. Bon Heinrich Schulz." Berhältnisse" tm deutschen Handwerk. Von Dr. Mar Quarct in Frankfurt am Main. Aus den Ergebnissen der bayerischen AgrarEnquete. Von Adolf Müller und Dr. J. Schmidt. Literarische Rundschau. Notizen: Ueber den Zusammenhang zwischen Armuth und Sterb lichkeit. Zum Sinfen der Preise auf dem Weltmarkt. Die Entwicklung der russischen Textilindustrie. Bon M. Beer. Feuilleton: Die Armen in Hamburg während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Von Gustav Schönfeldt. II. Von der Gleichheit, Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stutts gart, J. H. W. Die B' Verlag) ist uns soeben die Nr. 1 des 6. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Scharf gemacht! An die Genoffinnen. Aus der Bewegung. In= dunrielle Frauenarbeit der Gewerbeaufsicht. I. Der Zentralausschuß für Das Satteffen. Von die Erwerbsthätigkeit der englischen Frauen. I. Kleine einer Aerztin. Feuilleton: Der Jäger. Bon Olive Schreiner. Nachrichten. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Beitungsliste für 1896: unter Nr. 2837) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 f. internationale Revue für Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie enthält u. a. folgende interessante Aufsäge: Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der mittelalterlichen Bunft von Florent Serrurier, Die Moral der Bourgeoisie, die Religion und die Familie von Charles Bonnier ,, Die hedonistische Auffassung der Nationalökonomie von Arturo' Labriola. int Verlage von Rosenbaum u. Sart die erste Nummer einer Monatsfchrift, welche von englischen, franzöfifchen und deutschen Schriftstellern Originalbeiträge bringt. Im ersten Heft find u. a. erschienen: The Origin of the war of 1870 von Charles Dilte, L'age de l'amour von Paul Bourget, Das Drakel von Ernst v. Wildenbruch, Die Gefchichte der Todesirafe im römischen Staat von Theodor Mommsen, Panta rei von Friedrich Spielbagen. allanrirte Volksausgaben von Meisterwerken aus den Biteraturschäßen " aller Nationen. Liefer. 105-114, Seft 30 Pf. Berlag der Literatur- Werte Minerva", Berlin W. pas junge Deutschland von G. Brandes. Leipzig, Berlag von. Thomas Morna Utopie. Serausgegeben von B. Mich eft und Th. Gunnar Heiberg, Las große Leos. Schauspiel in 6 Aften. Aus dem NorBarsdorf. Ziegler. Berlin, Weidmann'sche Buchhandlung. richten. Voraussetzung für das Vorgehen sei aber dauernder Differenz gleiche sich also aus. Sehr wichtig für die Glassolidarischer Zusammenhalt der Arbeiter. Ter Versammlung arbeiter sei der§ 9 des Gelegentwurfs, der den Arbeitern ver: legte der Referent die Frage vor, ob sie mit der Ausarbeitung biete, ihre während der Arbeit in einem Betriebe erworbenen eines einheitlichen Lohntarifs, der den Unternehmern in einigen Kenntnisse nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses anderweitig Monaten vorgelegt werden könne, einverstanden sei. Bis dahin hätten zu verwerthen. Die meisten Neuerungen und Verdie alten Löhne in kraft zu bleiben. Würden Abzüge gemacht, so wäre besserungen in der Glasindustrie, namentlich in dies der Kommission sofort zu melden, und der Kampf würde Beziehung auf das Formen, Färben und Schmelzen rühren von aufgenommen werden. In der Diskussion wurde bekannt ge- Arbeitern her und liegen zum großen Theil noch geben, daß die Innung keine Lohnabzüge wünsche heute in deren Händen. Es sei im höchsten Grade ungerecht, und den Formern nahelege, diejenigen Gieße- wenn der Arbeiter diese durch Fleiß und Tüchtigkeit erworbenen reien, deren Besizer Lohnabzüße planen, zu technischen Vortheile mit feiner Arbeitskraft zugleich dem sperren. Nur so sei es möglich, die Preise hoch- Fabrikanten verkaufen solle. Die Arbeiter müßten also dafür zuhalten. Die Kommission gab die Versicherung ab, eintreten, daß ihnen nicht verboten werde, ihre Kenntnisse unsie würde trotz aller Schwierigkeiten den ernsten Versuch beschränkt zu verwertben. Der Referent legte der Ver= machen, einen allgemein befriedigenden Lohntarif auszufammlung ben Entwurf einer Petition an den Reichsarbeiten und zu diesem Zwecke in enge Verbindung mit tag vor, worin unter ausführlicher Begründung und der Kollegenschaft durch die Werkstätten Vertrauensleute eingehender Darlegung der technischen der technischen Schwierigkeiten bei treten, welches Institut sich sehr gut entwickelt habe. Nach Herstellung von Glasflaschen mit genau bestimmtem RaumFertigstellung des Tarifs hätte die Kollegenschaft darüber zu be- gehalt die gefeßliche Einführung der Flaschenaichung als finden und würde dann mit den Unternehmern in Verhandlung nicht im Interesse der Glasarbeiter liegend bezeichnet und ferner Das neueste Heft der französischen Monatsschrift Le devenir social", getreten werden. Die Kommission tagt jeden Mittwoch bei gegen den§ 9 des Gefeßentwurfs Stellung genommen wird. Schwarzkopf und ist dort für jeden zugänglich. Folgende Die Versammlung erklärte sich mit der Petition einverstanden: Resolution gelangte zur Abstimmung: Die heute versammelten diefelbe foll behufs Sammlung von Unterschriften verbreitet Former und Hilfsarbeiter verpflichten sich Mann für Mann, werden. Es folgte nun eine rege Diskussion, in der den Aussich unter teinen Umständen Lohnabzüge geführungen des Referenten allseitig zugestimmt und unter ande Cosmopolis. Internationale Revue. Unter diesem Titel erscheint in Berlin fallen zu lassen und erklären sich mit dem Vorschlage der rem betont wurde, daß es der Organisation der Glasarbeiter Kommission, einen einheitlichen 2ohntarif auszuarbeiten, gegenwärtig noch nicht möglich sei, die Lohnarbeit einzuführen, einverstanden." Diese Resolution wurde einstimmig an die allein geeignet wäre, fie vor dem aus der zwangsweisen genommen. Im weiteren rügte Pätzold verschiedene taktische Flaschenaichung entstehenden Lohnausfall zu schützen. Bei der Fehler, welche gelegentlich in Werkstätten bei Differenzen mit iegt berrschenden Akkordarbeit, wo die für den Fabrikanten nicht dem Unternehmer gemacht worden sind, wobei er ermahnte, man brauchbare waare dem Arbeiter nicht angerechnet würde, sei der durch solle bei Ausbruch von Differenzen in erster Linie die Kommission die Petition vorgeschlagene Weg der einzig richtige. Ferner wurde in Kenntniß setzen, damit diese die Regelung der Sache über- lebhaft diskutirt über das Vorgehen der Stralauer Glashütte, nehme, da es sonst nicht immer möglich sei, Nachtheile für die die neuerdings, entgegen dem bisherigen Gebrauch, die Bezahlung Organisation abzuwenden. Ein derartiger Fall sei zu verzeichnen solcher Flaschen verweigert, die nicht durch Arbeitsfebler, fondern in der Werkstatt von Chrift und auch in der Werkstatt von wegen schlechten Glafes unbrauchbar erklärt werden, mit der Joseph, wo etliche Kernmacher die Arbeit niedergelegt haben. Begründung: die Arbeiter sollen, wenn das Glas schlecht ist, Diese hätten sich schließlich irrthümlicherweise an die Ge- den Hüttenmeister darauf aufmerksam machen, und nur, wenn wertschaftskommission gewandt. Die Betreffenden seien nicht dieser die Verarbeitung des Glafes verlangt, Bezahlung er organisirt. Auch in dieser Angelegenheit vermöge jetzt die balten. Ein solches Verlangen wurde für unbillig und die Organisation nichts mehr zu thun. Redner erklärte, daß die Arbeiter schädigend erklärt und beschlossen: die Glasarbeiter Die Untersuchungen über die Häufigkeit deutscher Organisation in Zukunft unorganisirten Kollegen nicht mehr zur möchten fordern, daß die Betriebsbeamten und nicht die Ar- Wörter, Silben und Lante sind nach einer Mittheilung des Seite stehen werde, um den Unorganisirten die Augen zu öffnen beiter für die Reschaffenheit des Materials verantwortlich zu Borsigenden des Arbeitsausschusses F. W. Kaeding jetzt so weit und ihnen ihre Pflichten der Allgemeinheit gegenüber zur Er- machen feien. Weiter wurde nach langer Debatte beschloffen, gediehen, daß die alphabetische Liste aller Wörter, sowie die fenntniß zu bringen. Die Veröffentlichung der Gewerkschafts- einem Kollegen, der von manchen für einen Simulanten gebalten Abtrennung der Vorfilben vom Stamm vollendet worden ist. Tommission im Vorwärts" betreffend den Fall Joseph miß- wurde, die Krantenunterstügung bis zur nächsten Bersammlung Unter den in der Zählung befindlichen 10 910 777 Wörtern, billigte Redner durchaus und stellte er Maßnahmen in weiter zu zahlen. gleich 20 Millionen Silben befinden sich nach den vorläufigen Aussicht, welche ein derartiges Eingreifen der Leitung der ,, Vorfilben" 2 106 658 Silben, Gewerkschaftskommission in interne Angelegenheiten organiNationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe( G. S. 71). Feststellungen im Abschnitt firter Gewerkschaften unmöglich machen sollen. Pätzold, Bureau: O., Holzmarfiitraße 67. Jeden Dienstag abends 8% Uhr im Botal nimmt man hierzu 10 910 777 Wörter mit je einer Stammfilbe von Stübler, Neute Grünftr. 38: Vorstandssigung. Stobsack und Schmidt verurtheilten übereinstimmend jedes Arbeiter- Sildungsfdinle. Dienstaa Abend von 7-8% Uhr: Reftüre,( obwohl dies nicht ganz zutrifft), so ergiebt sich die Summe von übereilte Handeln der einzelnen Kollegen und verlangten ent- 8%-10% Uhr: Nordschule, Mülleritraße 179a: Wolfsthümliche Medizin 6 982 565 als Gesammtsilbenzahl für die Endungen und Nebenschieden die Innehaltung des Instanzenweges, damit man fich( Gewerbefrankheiten, Wohnungshygiene). Güboftfchule, Waldemarstr. 14: filben. Die Vorfilben( trennbare und untrennbare) sind in 1021 Nationalökonomie( praktische). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue verschiedenen Formen einzeln und in Verbindung untereinander den Unternehmern gegenüber nichts vergebe. Zur Besprechung Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. mit einer Gesammthäufigkeit von 1788 198 tamen dann noch verschiedene Werkstattverhältnisse, wobei man Arbeiter Raucherbund Serline und Umgegend. Dienstag: Gut vorgefommen Das Verhältniß des Wortes zur gefinnte Freunde, Georgenfircbftr. 65 bei Spät. Analer: gleich 2 106 658 Silben. allgemein ein planmäßiges Vorgehen forderte. Besonders wurde auch lub 1, Stallfchreiberfir. 10 bei Verz. Mauchtlub Eldorado, Silbe beträgt nach Diese früheren Mittheilungen 1,83. auch darauf hingewiesen, daß der Kastengeist unter den Formeru Bahl ist endgiltig festgestellt worden auf 1 Wort geschwunden sei und daß sich nun auch die Hilfsarbeiter an die bei Lukas. Rauchklub Ambalema, Grünauerftr. 3 bei Solz. gleich 1,83805 Silben. Durch die Zerlegung der zusammengesetzten Zormer anzulehnen hätten. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfigender: Md. Neu Wörter in ihre einzelnen Stämme 2c. hat sich auch eine Ver mann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu richten an Friebr. Kortum, Monteuffelfir. 49, V. 2 2r. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: Schiebung in der Reihenfolge der häufigsten Wörter ergeben. Als Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steineiche häufigste Vorfilben sind ermittelt worden:„ ge" Senefelder, Rofentbalers bei" 224 976, Der" 193 081,„ er" 123 018, 3u" ( Böttcher), Neue Friedric ftr. 20 bei Keller. Gerechtigteit- Westen, Bülomftraße 59 bet 75 211, = 56 972, aus" 49 792, ein" 51 005, um" fraße 67 bei ernau. Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichstraße 58. hei Neumann. cho II, Linienfiraße 19 Schildhorn, fedom- ent"= 48 371,„ ab"= 43511,( deutsch)+997( fremd), Freiheit II, Adlershof, Wöllftein's Lustgarten. „ auf" Dann 38 671, über" 33 788 unter"= 22 373. fraße 33. Myrthenblätter, Prenzlauer Allee 6 bei Stein. Jhn'scher Humor, Blumenstraße 32 bet Reich. Männer- Gesangverein 2orbeertrana II fallen die Zahlen bedeutender. ( 79), Oranienstraße Nr. 190 bei Schane. Unverzagt II, Moabiter Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichir. 44, lubhaus, Beuffelstr. 9.b. Röllig.-Arbeiter- Gefangverein Arbeiter- Maibund, Nowames b. Pots: dam, mallftr. 55 bei Gärtner. Freies 2ied, Friedrichsberg, Friedrich- Karlstraße 11 Beinecke. Männerchor Nord Ost, Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwei Buchstaben oder eine Ball Gefangverein Rothe Ne Ife II, anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Landsberger Allee 152 bei Göbel. Ruppiner und Schönholzerstraßen= Gce. Arbeiter Gefangverein Borwärts III, Rathenow, Reftaurant Sur Erholung" bet Friesecke. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienao, Freitag und Sonnabend, abends von " Weißensee. Kürzlich sprach hier im Lokale des Herrn Dewein Genosse Liebknecht über: Dus Recht der Frau gleiches Recht für alle". Redner besprach in einstündigem Vortrag die soziale und politische Entrechtung der Frau, verglich die Gesetzgebung der verschiedenen Länder, wies nach, daß Deutschland in Beziehung auf die Anerkennung des Menschen rechts der Frau hinter allen anderen Kulturländern zurück sei. Er widerlegte alle ehrlichen und unehrlichen Gründe, die gegen die Gleichberechtigung der Frau geltend gemacht werden, zeigte, daß die Frau, der auch in den zivilisirtesten Ländern noch heute, gerade wie bei den barbarischsten Volksstämmen, der größere Theil der gesellschaftlich nothwendigen( worunter natürlich nicht bloß industrielle Arbeit zu verstehen) Arbeit auferlegt sei, ein fast noch unmittelbareres Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten hat, als der Mann, zerpflückte die alberne Anschauung, nach welcher die Frau Haus- und Küchensklavin sein soll, und befürwortete namentlich die Ausdehnung des all gemeinen Wahlrechts, dessen Allgemeinheit jezt eine Lüge sei, auf die Frauen, sowie die Gleichberechtigung der Frauen in der Schule und dem ganzen Erziehungswesen. Er legte dabei die intellet tuellen und moralischen Vortheile der gemeinsamen Erziehung von Knaben und Mädchen, Jünglingen und Jungfrauen dar, und schloß mit einem Appell an die Männer, für die Gleichberechtigung der Frauen thätig zu sein, und an die Frauen, selber nach Kräften für ihre Befreiung zu arbeiten. Denn selbst ist nicht blos der Mann, auch die Frau, und frei tann nicht werden, wer nicht selbst an seiner Befreiung arbeitet." Dem Vortrag, der von der zahlreichen Versammlung mit lebhaften Zeichen der Zustimmung aufgenommen ward, folgte eine warme Ermahnung der Frau Schädlich zu vermehrter Thätigkeit, worauf folgende Resolution einstimmig angenommen wurde: " 8% Uhr bei Steppin, Ostbahnhof 4, Rauchffub Grüne Giche, Brizers Rauchffub Deutsche Flagge, Wrangelfir. 32 ftraße 19 bet fügler. Werner. bet Alpen glode, Große Frankfurterstraße bei Gold. Mr. 33 Ginig bet Wiedemann. " wegischen überfest von Gustav Morgenstern. Leipzig, Emil Gräfe. Vermischkes. " Briefkasten der Redaktion. 1. Nein. 441 792, i entranz, Brenzlau, Stettinerftraße. Raffergarten". feit II, Weinstraße Nr. 11 bei Feind. Weddinger armonie 6-7 Uhr statt. Reinickendorferstr 2a bei Echulz. Vorwärts VIII, Marwig i. b. Mart, Strelig. Wenden Sie sich an den Verlag der Leipziger bei 8. Mölte. Wach' auf, Pankow, Wollantiir. 122 bet Klemens. Concordia, Simeonftr. 28 bet A. Flid.- Frete Gänger III, Seeger- Volkszeitung", in deren Buchdruckerei unseres Wissens die Beit mühle bet Eberswalde. Gefangverein Acacie( gemischter Chor), Naunyn- schrift der von Ihnen genannten Organisation hergestellt wird. ftraße 37 bei Jablonsti. Wilmersdorfer Liedertafel, Deutich Adresse: Leipzig, Mittelfir. 7. Wilmersdorf, Bad. Gesangverein Arion, Wittenberge, 2urmstraße 23, Wacht auf I, Wörther= und Mutestraßen= Eces M. B. 300. Wegen Alimente, die au Ehefrauen oder an Sentralballe. Harmonie III, Rirdorf, Bergstr. 142 bei Schimkäfe. Gangesluit, ebeliche Kinder zu zahlen sind, ist der Lohn pfändbar. P. R. Buibuferstr. 30 bei Heimann.- Alpenglüben, Manteuffelftr. 9 bei Nowact. 62. M. 1000. Ohne Einficht in einen Vertrag oder in ein Edelweiß I, Melchiorftr. 15 bei Stehmann.- Waldkapelle, Reichen= bergerstr. 16 bei Hoffmann.- Gefangv. Wyrthe, Alte Jatobfir. 68 bei Dieffens Statut mitzutheilen, welche Rechte und Pflichten aus dem Vers Krüger, bach. Gesangverein Kreuzberg, Schönleinfir. 6 bei kraag. Befanaverein trage und dem Kassenstatut folgen, vermag niemand. Der Enterbten, Swinemünderstr. 120, bet Otto Bachgänger. Gefang- Moabit. 2. Ja. G. 5. 35. Soweit ersichtlich, verein Deutsche Liebertafel, Blumenftr 88 Gesangverein Frobfinn I, Rummelsburg, Götheftraße, Gde Kantnraße kann der Miethsvertrag ohne Ihre Genehmigung nicht aufs bei Mertens. Arbeiter Gefangverein Olympia, balbertir. 8 bet geboben werden. Festzusetzen, wieviel Entschädigung Sie haben Gefangverein Abendroth, Deutsch Wilmersdorf, Ber- wollen, ist Ihre Sache. Cauermann. W. B. Bericht in nächster Nummer. linerstraße 40 Boltsgarten". Deutscher Männerfang, BelforterNeue Welt. Sie scheinen von einem der vielen Annoncen Handschuhmacher- Gefangv. Arion III, Brandenftraße 15 bei Schneider. burg a. G., Hauptstraße, Winter's Salon.-Männer- Gesangv. Adlershof in schwindler betrogen zu sein. Sie können Strafanzeige erstatten, Adlershof, Grünauer Chauffeestraße bei Schubert. Gefangverein Rütli auch Ihr Geld durch Zahlungsbefehl eventuell Klage einklagen. Friedenau, Sandjery- und Rönnebergerftraße- Ecke im Restaurant Weinert. Es ist aber nicht rathsam zu flagen, wenn eventuell wegen Ber Gesangverein Die Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen Gefango. Bolterfrübling, Schüßenftr. 33 bet Otto. Freiheit III in Weißenfee, Röntg- Chauffee 38 bet Pfeifenmüller. Freter mögenslosigkeit des Beklagten Geld für Kosten nachzuwerfen ist. bes Genossen Liebknecht vollkommen einverstanden und ver- Gängerchor Alt Glienice, Köpenickerfiraße bet kart Witte. Gefang= F. K. Hat der Wirth die Kündigung am 28. Dezember er pflichtet sich, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dabin verein te berball, Admiralfir. 21 bet Schnieber. Gefangverein Hand zu wirken, daß auch den Frauen das Wahlrecht neben in Hand I, Mariannenftr. 41 bei Stichter.- Gefangverein Georginia, Görligerstr. 52 bei Vogel. dem Bahlrecht, das sie jetzt schon befizen, zu theil werde. Die Versammelten verpflichten sich ferner, energisch dafür einzutreten, daß die sozialen Ungleichheiten beseitigt werden, damit ein wirklich freies Menschengeschlecht erstehen kann." Zum Schluß forderte die Vorsitzende Werner besonders die Frauen auf, für die Ideen der Sozialdemokratie zu kämpfen und den Männern zur Seite zu stehen. Die imposante Versammlung wurde mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Gelang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienfag. 1 balten, so war sie rechtzeitig. Theilen Sie ihm mit, daß Sie bei Ihrer Kündigung verbleiben und verlangen, daß deren Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Rechtsgiltigkeit anerkannt wird, widrigenfalls Sie klagen würden. alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an. nt 104. O. M. Sie tönnen unter Darlegung der Verhältnisse Dresdenerstr. 107/108. Dienstag. Mufitverein Hoffnung, Görligerfir 63 bei Entlassung Ihres Sohnes zu Ihrer Unterstützung beim RegimentsMeier. Mufitverein Münstermann, Hochstr. 32a bei Schmidt. Ber- fommandeur in Antrag bringen. Theatergesellschaft Liberté, Reichenbergerftr. 54 bet Schafter. F. F. 99. 1. Nein. 2. Ja. gnügungsverein Nordwacht, Berlebergerftr. 28 bei Hermerschmidt. 5. G. 70. 1. Nein. 2. und 3. Wir fönnen unmöglich üéer Verein für Theatergesellschaft 8ielbewußt, Frankfurterstr. 138 bei Gold. Theaterverein Angelegenheiten, die des breitesten von uns seinerzeit dargelegt ports thümliche Kunst, Blumenstr. 32 bei Reich. Freter Wille, Admiralftr. 18c, Märkischer Hof. Theaterverein find, in dem Briefkasten nochmals Nachricht geben, weil irgend untere Geiffer, Brunnenstr. 52 bet Raschke. Gefelliger Verein ein ehrverleumdender Bursche in Ihrem Bezirk mit Lügen hausiren unter uns, Beusselstr. 66 bei Fischer. Männer- Gefang geht. 4. Wer den Artikel geschrieben hat, ist sehr gleichgiltig, es tommt lediglich auf seinen Inhalt an. Nebenbei ist es ein Ur Eine fehr gut besuchte Glasarbeiter Versammlung, die verein sangestreue, abends von 8-10% Uhr bei Prog, Annenitr. 9. Gesang H. G. R. 36. Kinder sind unter allen Umständen am Sonntag in Stummelsburg tagte, beschäftigte sich mit dem Musikverein" risch auf", Reichenbergerfir. 24 bet Tauschte. verein Anatreon, abende von 9-11 Uhr im Zoutfenstädtischen Klubhaus, germane. Der Einwand, daß Gesezentwurf, betreffend den unlauteren Annenstraße 16 bei Bergner, früh. Ehrenberg.- Theaterverein Tata Toto, zur Unterstützung ihrer Eltern verpflichtet. Theaterverein ein Bruder wohlhabender sei, kann nicht der Mutter ent= Wettbewerb, soweit derselbe die Interessen der Glas- Sigung abends 9 Uhr, bet Schlesinger, N., Joftyftraße. Wohl aber hat eine Tochter oder arbeiter berührt. Nach den Ausführungen des Reichstags- reter wille, abends 8% Uhr im Märkischen Hof, Admiralfir. 18 c. Arbeiter- Bitherverein Ginigteit, bei Streit, Naunynftr. 86, Uebungsstunde. gegengesetzt werden. Abgeordneten Horn aus Löbtau ist nach diesem Gefeßentwurf Arbeiter Sitherklub Freiheitstlänge, abends von 8 bis 11 Uhr ein Sohn, falls sie ihrer Pflicht der Mutter gegen. Sithertlub Alpen über genügt haben, das Recht, antheiligen Ersatz ihrer der Bundesrath berechtigt, zu bestimmen, daß die Glas- bet W. Richter, Bülowftr. 65 an Dennewis- Plaz. Theater Auslagen von den übrigen Geschwistern zu verlangen. flaschen in den Fabriken auf ihren Raumgehalt geaicht gruß, abends 9 Uhr in den Oranienballen, Dranienftr. 51. Freundestreis perein Solmsftraße 1. um 9 Uhr bei Raporte, Julius. 1. Es ist rathsam, falls zwischen Klage- Einreichung würden. Gegen diese Bestimmung des Entwurfs hätten schon Gäste willfommen. Bergnügungsverein Gemüthlichkeit, Gigung Berliner Dilettantenbühne und Termin ein Theil der eingeklagten Summe gezahlt wird, die Glasfabrikanten beim Bundesrath petitionirt, weil es aus Krautsstraße 6 beim Gastwirth Böttcher. Rheingold II, abends 10 Uhr Ackerstraße 145 bet izel. Gefelliger durch einen mit der Klage zusammen oder wenigstens vor dem technischen Gründen fast unmöglich sei, Flaschen mit einem genau Berein Bruderschaft Berlin Nord- Weft, Perlebergerstraße 9, Tambourverein Termin dem Gegner zuzustellenden Schriftsatz den Klagebetrag zu Wenn dieser Entwurf Restaurant Dittmann, abends 9 Uhr, darauf Fidelitas. bezeichneten Raumgehalt herzustellen. Gesez würde, so führte der Referent weiter aus, würden die dir eiweg, gegründet 1890. Uebungsstunde bet 28. Raddaß, Elfafferstr. 11. ermäßigen. Unterläßt man es, so können Kosten erwachsen. Stattlub Schlechte karte", abends von bis 11 Uhr bet Bogel, 2. Termin wird nach Einreichung jedes, den formellen Erforder Fabrikanten zweifellos die ihnen dadurch erwachsenden Nachtheile Görligerstr. 52. auf die Arbeiter abwälzen. Da die Herstellung von GlasZurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von nissen einer Klage entsprechenden Schriftfazes anberaumt. Inhalt der Klage ist erst im Termin zu prüfen. 8. Handwerkerflaschen den Arbeitern nach dem Stück bezahlt wird, so 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Panfstraße 9-10.würden die Fabrikanten alle Flaschen, die nicht genau den Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter Turnerbundes. forderungen, die im Jahre 1894 entstanden sind, verjähren mit Jeden Dienstag und Freitag abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung Ablauf des 31. Dezember 1896, falls feine Unterbrechung der verlangten Raumgehalt haben, zum Ausschuß werfen und den Staligerstraße 55/ 56.4. Männerabtheilung Stephanstr. 3. Arbeitern nicht anrechnen. Wie schon in der Fabrikantenpetition abtheilung Aderstr. 67.- 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstr. 37. 3. Lehrlings- Verjährung durch Anerkenntniß, Zahlungsbefehl u. dergl. eintritt. abtheilung Boechstraße 27. Damenabtheilung Mariannenufer 1a. M. B. H. 1. Die Pfänder einlösen oder prolongiren, Ihre angeführt, sei aber die durchaus gleichmäßige Herstellung der verein Norden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Flaschen in Beziehung auf ihren Raumgehalt bei der jetzigen Zurnhalle, Prinzen- Allee 8. Berliner Athletenverein Felsenfest, Forderung einklagen und dann Zwangsvollstreckung in die Fabrikationsart nicht möglich. Ferner würden viele Flaschen ieben Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant Bum bicken Pfänder vornehmen lassen. Ohne weiteres Pfänder zu vers Rauchtlub Sorgenfrei, abends 9 Uhr faufen. dergl. find Sie nicht berechtigt. A. B. Nein. bei der Aichung zerbrechen, und auch diese würden den Albert", Rottbuserstr. 6. bei Bartel, Ballisadenstr. 22. M. Schw. 100. 1. und 2. Jn welchen Fällen allein die Arbeitern nicht bezahlt werden. Demnach würde also der abends 8 Uhr Wrangelfir. 32. Rauchtlub Nu higa, abends 8½ Uhr, Bergnügungsverein Im Brand, Rückerstattung von Klebemarken verlangt werden kann, haben Lohn der Glasarbeiter, der gegenwärtig schon sehr niedrig bei Behrend, Gräfestraße 5: Sigung. Neuer Berliner Rauchflub, wir wiederholt an dieser Stelle und im redaktionellen Theil sei, noch bedeutend vermindert werden, und es liege daher im bet Stavidi, Barnimstraße 22. Liegnißerftr. 30 bei Mafemann. Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, ( z. B. 3. Beil. vom 29. Septbr. 1895) ausführlich dargelegt. Forts Interesse der Arbeiter, daß die Aichung der Flaschen nicht ge- unterricht und Uebungsfiunde abends 8% Uhr bet wähltsch, Adalbertstr. 4.Rauchttub währende Wiederholungen sind unmöglich. Lesen Sie dort oder feylich eingeführt werde. Gegenüber dem großen Schaden, der Rauchflub Meffalina, bet Gorn, Frankfurter Allee 119.den Glasarbeitern durch Einführung der Aichung entstände, sei albesgrün, Sigung Mittwochs, abends 8 Uhr bei Tilgner, Forster im Arbeiterrecht" G. 201 nach oder besuchen Sie die Sprech straße 22.- Stauchtlub Portorico, abends or Manteuffelfir. 20 bei stunde. 3. Auf den Bescheinigungen steht der Vermerk, dieselben der Nutzen, den das Publikum von dieser Maßregel hätte, fehr Schröter. zweifelhaft, da gegenwärtig die eine Flasche zwar etwas etwas veniger, die andere aber dafür wieder mehr fasse, bie der Sollinhalt der Flasche befagt; als Zurn Nauchtlub Deutsche Flagge, Der sollen aufbewahrt werden, weil ohne die Bescheinigungen späterhin ber Beweis schwer zu führen ist, daß und in welcher Höhe ein Anspruch auf Rente besteht. U., Charlottenburg. Nein. Achtung! Genosinnen und Genossen! Achtung! Achtung! Dienstag, den 14. Januar, abends 8 Uhr: Gr. Volksversammlung im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel Achtung! Bahlstelle des Kranken Unterstützungsbundes der Schneider und des Deutschen Schneider und Schneiderinnen Verbandes jeden : Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Mittwoch Abend von 8-10 Uhr bei Mittwoch, den 15. Januar, abends 8½ hr. im Lokale des Herz F. Engel, Zimmerstr. 89. 21716 Henke, launynkraße 27: 4. Wahlkreis! Branchen- Versammlung der Güriler. über: Die Frau und der Staat. 2. Diskussion. Empfehle den werthen Vereinen meine Bei der Wichtigkeit des Thema's ist es Pflicht der Genossinnen zahlreich zu erscheinen. 1/14 Die Einberuferin: Frau Jung. Männer! Frauen! Volksversammlung am Mittwoch, den 15. Januar, abends 8 Uhr, Buchdruckerei zur Anfertigung aller Bruchsachen. A. Rüdiger, 41150* Skalitzerstrasse 105. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn ziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Lausißerplag 2, Elsasserstr. 12 Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Paul Bernstein über: Die gesundheitlichen Verhältnisse in den Gürtlereien. 2. Diskussion. 3. Aujnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht. Der Vorstand. Besondere Bekanntmachungen. 112/10 Für die im Norden und Westen wohnenden Mitglieder findet am Sonntag, den 26. Januar, und für die im Süden und Dit en wohnenden am Sonntag, den 2. Februar, vormittags 9 Uhr, je eine Sondervorstellung in der Urania" statt. Zur Darstellung gelangt:„ Vom Fels zum Meer." Billets à 50 Pf. sind bei den Kassirern und Vertrauensleuten sowie im Arbeitsnachweis, Annenstraße 39, zu haben. in Joël's Festfälen, Andreas- Straße 21. Möbel Kaufgelegenheit biermit zur Nachricht, daß sich von hente ab im gofale von A. Schulz, Güney, Tages Ordnung: 0 Religionsfreiheit und der Austritt aus der Kirche. Die Herren Griftlichen der Andreas- und Markus- Kirche sind brieflich eingeladen. Im Auftrage der Fünfer- Kommission: 2173b Adolph Hoffmann, Blumen- Straße Nr. 14. Verein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands.( Filiale Berlin,) Unseren in Köpenick und Umgegend wohnenden Mitgliedern diere Schönereine Zahlstelle woselbst entgegengenommen und Aufnahmen vollzogen werden, und ersuchen wir um fleißige Benuhung derselben. Pafendste Gelegenheit für Brantleute. In meinem größten Möbelspeicher, Mene König- Straße 59, I, sollen ca. 300 WohnungsEinrichtungen, verliehen gewesene und neue Um Irrthümer zu vermeiden, bringen wir unseren Mitgliedern zur Möbel, zu jedem annehmbaren Preise vertaust werden. Thetszahlung gestattet. Beamten ohne Kenntniß, daß bei der Umschreibung der vorjährigen Mitgliedstarten für dieses Anzahlung. Kleiderspind 12 Mr., Kommoden Jahr blaue Karten( feine Bücher) zur Ausgabe gelangen. 6 Mt., Küchenspind 12 Mt., Stühle 2 Mt. Neue Nußbaum- Kleiderspinden und Vertitews 30 Mr., Muschelspinden und Vertifors 35 Mt., Bettstellen mit Matragen 18 Mt., Sophas 18 Mt., SäulenKleiderspind 56 ME., Trumeaug m. Säul. 60 Mr., Zylinderbureaur, Herren- Schreibtische, DamenSchreibtische, Schreibfefretäre 30 Mt., PlüschDonnerstag, den 16. Jannar, abends 812 Uhr, im Lokale garnituren 60 Mt., Paneelfophas 75 mt., Steppdes Herrn Hoffmann, Alexanderstr. 270: General- Dersammlung. Tages Ordnung: 1. Sassenbericht. 2. Geschäftliches. 3. Die ArbeitsLosen- Unterstützung.( Resultat der Urabstimmung.) 4. Abrechnung und Neuwahl der Unterstützungs- Kommission. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 06/18 Die Verwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. 80/8 Zahlstelle Friedrichsberg- Rummelsburg. Cittwoch, den 15. Jannar, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Heineke, Friedrichsberg, Friedrich Karlstraße: Mitglieder- Versammlung. Unterstügungs- Verein aller in der Hut- und FilzwaarenIndustrie beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen ( Filiale Berlin). Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 14. Januar 1896, abends 8 Uhr, bei Bötzow, Prenzlauer Thor: Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Pörsch: Die Beseitigung des Privateigenthums. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen ist es, pollzählig zu erscheinen; die Bersammlung wird pünktlich um 8/2 Uhr eröffnet.-Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 86/9 Achtung, Steinarbeiter Berlins n. Umg.! Dienstag, den 14. Januar, abends 8 Uhr, in Cohn's Fest Sälen, Benth- Straße Nr. 21/22: Grosse öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: Stellungnahme zur Lohnreduzirung bis 30 pt. bei der Firma Niggel, Trebbiner- Straße. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird ein jeder Kollege 172/15 ersucht zu erscheinen. Der Vertrauensmann. J. Buchmann, Fidicinstr. 38. Luxuspapier- Branche. decken, Tischdecken, Gardinen, Fenster 5 Mr. Gekaufte Möbel fönnen 3 Monate tostenfrei Tagern u. werden durch eigneGespanne transport. 6 Ufund Albrecht's Bäckerei, Brot für 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8. 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Verschiedenes und zwar die echten Freund'schen und Vereinsangelegenheiten. 69/9 NB. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. J..: C. Behrend. Raufen Sie nur echte Brauntweine, alten Nordhäuser, Cognak, Rum, Arrak. 0. J. Engelke, Neue Jacobstr. 26. Achtung! Kleinverkauf von 10 Pf. ab. 42452* Thilophag Platten", braune Farbe. Zu baben in allen Apotheken u. Droguen, 12 Stück für 70 Pf. oder 2 Stück 15 Pf. nebst Gebrauchsanw. Engros- Lager 3.Lachmann, Berlin, Holzmarkift. 36, I. Brockhaus', Meyer's Lexikon, Brehm's Thierleben, Weltgeschichten, Bücher, ganze Bibliotheken Th. Boltz' Festsäle, S., Alte Jakob- Strasse 75. funft Schöneberg, Coburgstraße 5, 1 Treppe. 4274 Mühlenstr. Ur. S Amt I, 1082. Empfehle meine Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Versammlungen zu koulantesten Bedingungen. Paster's Festfäle Neue Königstr. 7. Mein Saal mit Nebenräumen noch einige Sonnabende zu vergeben.[ 42691" Betten, schöner Stand, fof.f. 22 M. zu vert. 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