B 43 46. Jahrgang BERLIN Mittwoch. 20. Februar 1929 Erscheiut tSglich avßerSvnntazs. Zugltlch Abendaukaabe des.Dorwärt«'. Bezugspreis beide Ausgabm SsPf. pro Woche, J,SOM. pro Monat. Aedaktion und Expedition; Berlin SWOS.Lindenstr. 3 9t u Anzeigenpreis: Die einspaltige?coupareilleje>le SO Pf., vleklamezeile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. " Postscheckkonto: DorwärtS-Verlag G. m.b.H., Berlin Nr. S7öZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis LS? U-Bdhu-Vnmd in Aew yorL Linter dem Hudson-Kluß- Hunderte Verletzte. Auf bar Untargrundbahnstrccke nach Hobokcn geriet gestern zurzeit des großen Abendverkehrs ein 'bollbeietzter Untergrundbahnzvg unter dem Hudson'Aluß in Brand. Die vlötzlich aufschlagenden Alammen und der schnell zunehmende dichte Rauch und ZTualat verursachten eine außerordentliche Panik unter den Fahrgäste«, bei der mehrcrelcbcnsgefährlich und über S0 leichter verletzt wurden. Außerdem erkrankten über IVO Personen an Rauch» Vergiftung. Tie Tarstellungen der Passagiere über die Ursache dcö Brandet» weichen voneinander ab. Di« einen wolle« ihn auf Kurzschluß zurückführen, die anderen behaupte«. ZeitungS» und ander« Papierabfälle, die neben de« Gleisen lagen, hatte« sich entzündet. Als die Flamme« an de« Wagen des betroffenen Zuges emporschössen und Rauch in die Abteile drang, sind die Fahrgaste in wilder Flucht, einander drängend und stoßend, in die Hinte» re« Wagen gestürzt, wo sie von den ahnungslose« Insasse« zunächst heftig abgewehrt wurden. Ech kam zu Kämpfen, bei denen nicht nur Kleider zerrissen, sonder« auch Persouen verletzt wurden. Viele wurden ohnmächtig. Rur mit großer Mühe gelang eä. die Passagiere, die viel» fach durch die Panik völlig verwirrt waren, zu Fuß durch den Tunnel nach New Port zurückzuführen, was fast zwei Stunden beanspruchte. Viele brachen zusammen, al» sie die frische Luft erreichten. Ilew 20. Februar. Nach den neuesten Milleilungen sind im gaazen zehn Personen schwer vcrlehl worden. Die Panik unter den etwa 1000 Passagier«: des brennenden Zuges hat, wie den Augenzeugenberichien zu ent» ,i«bm«n ist, geradezu phantastische Formen angenommen. Diel«, die aus eigen« Faust zu flüchten versuchten, liefen noch der falschen Richtung und irrtet: denn in dem Tunnel umher, bis es der Pvlszei gelang, sämtliche Versprengte zu sammeln Dann stellten sich dem Abtransport große Lchwierigteiten entgeg-'n. Da hinter dem in Brand geratenen Zug sich eine ganze Reihe von New Port kommender weiterer Züge angesammelt hotte und wegen der Enge des Tunnels die Zurückbegleiteten ihren Weg durch die Mittelgänge der holteirden Züge nehmen mufflet:. Noch unaufgeklärt ist, durch was der Zug in Brand geraten ist Die Polizei ist geneigt, einen Kurzschluß als Ursache onzuschen, während die Pasiagiere behaupten, daß der Zug In eine große brennend« Oetlach« hineingesahrea sei. Roch einer anderen Meldung sind von den läO Fahrgästen 50 schwerverletzt worden. Sechs verwundete liegen Im Sterben. Augenzeugen berichten in: Gegensatz zu der amtlichen Meldung, daß aus der Strecke Holz in Brand geraten sei Der Führer des Unglückszuges habe jedoch nicht angehalten, sondern versucht, den Zug durch das Feuer hindurch zu» bringen. Dabei sei der erste Wagen in Brand geraten. Nicht weniger als 1500 Fahrgäste waren l'.i Stunden lang in dem ver» qualmten Zug eingeschlossen. Mittags 9�/2 Grad. 3n der vergangenen Nacht sind die Tcmperalurra wieder erheblich zurückgegangen. Nachts wurden ln der Unneustadt minus ld Grad und in de» Außenbezirken minus Ist Grad ge. messen. Morgens 8 Uhr herrschten noch immer minus 15 Grad. Unter der Einwirkung der Sanne, die. wie das Amtliche Wetterbureau mitteilt, schon ziemlich erheblich IN. stieg die Quecksilbersäule am Vormittag uad zeigte um 12 Uhr mittogsmlnosg�Gradaa. 5n den letzten 24 Stunden ist der Luftdruck über Mitteleuropa weiter gestiegen. Das nordöstlich« Hochdruckgebiet ist in weiterer An» Näherung begriffen. Die damit zusammenhängende Aufheiterung hat zu einer neuen Lerschärtung des Frostwetters fast im ganzen Reich geführt. Die niedrigsten Temperaturen wurden am Mittwoch früh aus der Gegend von St e t t i n mit 25 Grad und aus der Gegend von Hannover mit 22 Grad Kälte gemeldet. Lediglich an der ostp re uhi s chen Ä ust e herrscht mi ld« r es W e t t e r. da der Seewind zur Bildung einer Wolkendecke geführt hat. Die Früh» temperaturen logen dort im Durchschnitt aus 11 Grad unter Null. Auch im übrigen Europa hat sich die Wetterlage nur wenig oerändert. pn Frankreich und England herrscht weiter Frost. Dom Nordkap werden 2 Grad Kalle gemeldet. Die Berliner Wetterdienststelle sogt poraus, daß es sehr kalt und heiter bleiben wird., Denkt an die Hochwassergefahr! Ein Mahnruf des sozialdemokratischen Parteivorstandes. Der Parteivorstand hol an die sozialdemokratischen Fraktionen In Land, provlnz, sireis, Stadt und Gemeinde folgende» Schreiben gerichtet: „voa allen Seite« lause« Meldungen ein. die sich als Vorboten der drohende« Hochwassergefahr bezeichnen lassen, die mit der beginnenden Schneeschmelze zu erwarten ist. Ist dl« Hochwassergefahr auch die Begleiterscheinung jeden Frühjahr», so wird niemand die Augen vor der Tatsache verschlteßen, daß der ungemein strenge und anhallende Winter mit seinen schweren Schneesälleu und lies gefrorenem Vodeu in diesem Zahre besondere Gefahren mit sich brwgt. denen rcchtzeifig cntgcgengeor bellet werden muß. um de« Schaden so gering als möglich zu halten. Wir ersuchen deshalb die sozialdemokratischen Fraktionen allüberall.' ta ihrem Wirkungskreise je nach Maßgabe der Verhällnisie dafür Sorge zu tragen, daß geeignete Vorkehrungen getrosten werden, um den Verlust an Menschenleben und Vieh, an fester und beweglicher hob« so gering wie möglich zu gestalten. Ob dazu die Bestimmung hochgelegener Stellen als Sammelpunkt für Vieh, die Aufspeicherung von Futtermitteln, ob ein zuverlässig sunkkionier ender Alarm- und Nachrichtendienst über die wosser- bewegunge« dazu gehör«, muß an den betreffenden Stellen selbst geprüft werden, ebenso wie die Frage des rechtzeitigen Abtrans- porte» der beweglichen Hab« aus den geföhrdeke« Gebieten. Auch dann, wenn alle Vorkehrungen getrosten sind, wird dos Hochwasser in diesem Jahr Schaden genug mit sich bringen. Unser« in össenl- llchen Körperschaften arbeitenden Genossen haben deshalb die Auf- stsriMum eines Vlerfahrlgcn. Groftleucr in der dlsandersfrahe. Berichte 2 Seite. gäbe, rechtzeitig mit Vorschlägen zur Verminderung der zu erwartenden Notstände hervorzutreten. Deshatb ungesäumt aus Werk! Beratet unter euch and mit den in Frage kommenden Stelleu da», was innerhalb eure, wir- kungskreises und im Zusammenwirken mit anderen zu geschehen hat." Gefahr für das M einlas. Köln, 20. Februar.(Eigenbericht.) Die„Rheinische Zeitung" bringt heute einen alarmieren» de« Aufsatz über die großen Gefahre«, für da» Rhein- tol. wem: die über mehrere hundert Kilometer sich ausdehnend« Eisdecke in Bewegung gerät. Der Aufsatz schließt:„Ob die Besatzung sich wegen der drohenden Eistatastrophe schon Gedanken gemocht Hot, wissen wir nicht. Ein Reckst, französische und englische Pioniere anzufordern, haben die deutschen Behörden selbstverständlich nicht. Auch darf man bezweifeln, ab gerode technische Truppen genügend am Rhein stehen. Es wäre tief ZU bodckuern, wenn die Bevölkerung dafür büßen müßte, daß nicht rechtzeitig Pioniere eintreffen und die Hilfe gegen das Eis vorbereiten. Roch dem Friedensvertrag dürfen sich deutsche Truppen nicht im neutralen Rheingebiet auf- halten. Wir sind immer für die ehrliche Erfüllung dieser Bertrags- bestimmung eingetreten, werfen ober angesichts der furchtbaren Ge- fahr an: Rhein die Frage auf, ob nicht französische und deutsch« Pioniere gemeinsam gegen Hochwasser med Eis- gang operieren könnten. Frankreichs Sicherheit dürfte nicht bedroht sein, wenn in den Togen der Gefahr einige Bataillone deutscher Pioniere, mit den notwendigen Werkzeugen und Matcriolizn au?» gerüstet, in'dos Mittelrheingebiet einrücken. Es wäre ein großes und schönes Schauspiel für ganz Europa, wenn französisch. deutsche Truppen gemeinsam zum Schutze der bedrohten rheinischen De- oölkervng arbeiteten." 9dyU im S600. Am Swergflvßpferd mH seinem SSeby, ein Süds des Zoologisdien gartet». Nächtliches Großfeuer. Vierstöckiges Fabrikgebäude abgebrannt.- Heldentaten der Jeuerwehr. 3n der vergangenen Nacht wurde in der Utcgaabcr. st r a tz e 26 ein vierstöckiges Fabrikgebäude durch ein Groß. seuer völlig zerstört. Die Feuerwehr war mit etwa Z0 Fahrzeugen zur Stelle und hatte infolge der strengen Kälte mit grohen Schwierigkeiten bei den Löschorbeiten zu kämpfen. Das von dem Feuer betroffene Fabrilquergebäude ist ein etwa 30 Meter breiter und ebenso tiefer Vau, in dem Tischlereien, Möbclwerkstätten und Etikcttenfobriken ihre Räume hoben. An dos Quergebäudc grenzen zu beiden Seiten Wohnhäuser. Gegen 712 Uhr nachts wurden Hausbewohner des rechten Seitenflügels durch einen Feuerschein aus den. Schlaf geschreckt. Aus den Fenstern der im dritten Stockwerk gelegenen Tischlerei von K. schlugen Stichslammen heraus, ein großer Teil des Hofes war bereits so stark verqualmt, daß jede Sicht unmöglich war. Auf den Alarm rückte die Feuerwehr zu- nächst mit drei Läschzügcn an. Inzwischen hatte der Brand eine so große Ausdehnung gewonnen, daß der obere Teil des Fabrikgebäudes ganz in Flammen gehüllt war. Der Brandlcitcnde gab sofort an die Hauptfeuerwache in der Lindenstroße Grohseüeralorm weiter, woraus drei weitere Aüge anrückten. Aber auch dieses Auf- gebot erwies sich dem wütenden Element gegenüber nock» als zu schwach und abermals mußten fünf Züge zur Hilfeleistung herbei- gerufen werden. Das Feuer, dos lange Zeit geschwelt haben muß, hatte trojz starken Wassergebens in der Zwischenzeit einen ungeahnten Umfang angenommen. Die Flamnicn waren auf die darunter liegenden Betriebe übergesprungen, und die Vorräte an Hölzern, Papier, Regalen usw. brannten wie Zunder. Um �5 Uhr bildete das ganze Haus eine einzige F e u e r f ä u l e, die den Himmel in weitem Umkreise blutigrot färbte. Der heftig« Wind verursachte ein gefähr- liches F l u g f e u e r, so daß die angrenzenden Seitenflügel bedroht erschienen. Um Menschenleben nicht aufs Spiel zu setzen, gab Ober- branddirektor Gempp die Anweisung, die Wohnungen zu räumen. Wohl oder übel mußten dalzer viele Bewohner trotz der Kälte ihre Behausungen verlassen. Zln ein Betreten des Brandherdes war überhaupt nicht zu denken, alle Löscharbeiten spielten sich von den Höfen und den Rachdardächern ous ab. Um. 6 Uhr früh war das Feuer eingekreist und jede woiteje Gefahr für die Wohnhäuser behoben. Die Ablöschungs- i>nd Ausrdümungsarbeiten dauern zur Stunde noch an. Der Schaden ist sehr hoch, zum größten Teil jedoch durch Bersicheritng gedeckt. Die Cntstehungsursache kannte noch nicht ermittelt werden. Wie uns der Oberbranddircktor mitteilt, sind selten bei einem Brande so riesenhafte Wassermcngen wie in der vergangenen Nacht verwendet worden. Besonderes Lob verdienen die Aeuerwehrmannschasten. die holberflarrt, über und über mit Eiszapfen bedeckt, stundenlang den Kampf gegen dos entfesselte Element führten. Glück- licherwcise ist trotz des Umfanges und der Gesährlichkeit des Brandes niemand zu Schaden gekommen. Nie tägliche Gaskatastrophe. Eine ganze Familie durch Gasrohrbrvch getötet. Infolge Grasrohrleitungsbruchs drang in ein Haus in der Rikolausstraßc zu Trier Gas ein. Als sich Arbeiter der Gaswerke. die von Nachbarn auf den starken Gasgeruch im fraglichen Haus aufmerksam gemacht worden waren. Eintritt in die Wohnung ver- schafften, fand man ein Ehepaar mit schwerer Gasver- gistung bewußtlos vor. Beide wurden noch dem Krankenhaus gebracht, wo sie bald das Bewußtsein wiedererlangten, llnbegreis- licherweisc war es jedoch unterlassen worden, in einer zweiten gleichfalls zu ebener Erde gelegenen Wohnung in dem Hause nachzuforschen, ob die Bewohner nicht auch hier vom Gas übcrrgscht worden waren. Als sich auch am Dienstag noch niemand von dieser Familie gezeigt hatte, benachrichtigte man die Polizei, die, als sie in die Wohnung eindrang. dieganzeFamilie.Mann. Frau und Kind, tot im Schlafzimmer vorfand. Dos Haus wurde von der Polizei nach der Entdeckung der Katastrophe geräumt. Oer„revolutionäre" Anwalt. Kleiner Nachtrag zum INundfuntprozeß. llloch dem Prozeßbericht der„Roten Fahne" hat der Verteidiger Dr. Fritz Löwenthal in seinem Plädoyer nach iinigen ein- sättigen Ausfällen gegen den„Vorwärts"redatteur Schwarz aus- geführt: „Wir stellen nicht den Antrag, das Verfahren einzustellen. Die Angeklagten stehen fest zu ihrer Tat. Der Tag wird kommen, an dem die Arbeiterschaft in ganz anderer Weise mit der herrschen- den Klasse abrechnen wird. Die Herren vom„Vorwärts" und gewisse andere Herren würdendann ihrem Herrgott danken, wenn esfürsiemiteinertleinenFreihe, ts- be raub u ng adgetan wäre." Herr Fritz Löwenthal wird sich vermutlich aus Angst vor un- uermuteten Ohrfeigen an solcher„kleinen Freiheitsberaubung" gegen ,j3ie Herren vom Vorwärts" persönlich nicht beteiligen, sondern sich «lf Leibkosaken i la Scherllnski verlassen. Er mimt den blutigen Terroristen, um sich für olle vorkommen- den Fälle sciiw Zehnzimnierwohnung am Lützowplatz zu sichern. * Von der Verteidigung der im Rundsunk-Entführuirgsprozeß ver- urteilten drei Kommunisten ist gegen das Urteil des Schöffengerichts Berim-Neutölln Berufung eingelegt worden. Oer Held des Tages. Ein Momentbild vom INunbfunkprozeß. Da faß er mal wieder auf der Anklagebank. Das war ihm nichts RcucS. Wie oft in den letzten zehn Iahren hatte er dieses Bänklein doch gedrückt. Was hatte er nicht alles auf diesem Bänklcin verantworten müssen: kleine Diebstähle, große Diebstähle, Einbruch- diebstähl«. Betrug, Hehlerei, Rückfalldiebstahl, kurz und gut, es reichte. um Ehrenmitglied von Jmmertreu und Felsenfest zu werden. Führer im Roten Frontkämpferbund war er sowieso schon. Dabei waren so sachte die Strafen heraufgegangen, erst waren es Wochen. dann Monate, und schließlich 2X ausgewachsene Jahre Zuchthaus. .ttoch das hatte man überstanden, und das bißchen Ehrverlust, das da.och hinten dran hing— wem tat dos schon weh?! Er mußte an seine früheren Verhandlungen zurückdenken. Welcher Ausstieg seit diesen Zeiten. Wenn früher ,n diesen Räumen der Arnlsdiener gerufen hatte:„Sache gegen Scherlinsky, Angeklagter und Zeugeq äattaa�" dann hatte ßch im Aufehrnr- OasMartyriumeinesMerjahrigen Oie Mutter zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Man steht sprachlos vor soviel sinnloser Grausamkeit— doppell grausam, weil das Opfer ein kleines hilflose» Kind Ist und der Peiniger die eigene Muller. Unkultur, Unverstand. Dummheit und Krankheit tun sich zusammen und schassen ein Martyrum, dessen Spuren im Gemüksleben des Kindes selbst niemal» auszulöschen sind. Eine grausame Mutter solcher Art stand heute morgen vor dem Schöffengericht als Berusungsinstanz. Das Amts- gericht hatte sie wegen grausamer MißhanWuivj ihres vierjährigen Jungen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil war sowohl von der Mutter als auch von dem Staats- ainvalt Berufung eingelegt worden. Diesem war die Strafe zu niedrig. Wie schrecklich die Mißhandlung gewesen sein nwß. empfand man oin stärksten aus der Aussage einer Zeugin. Sie konnte vor Ausregung kaum sprechen und crzähtt« unter Schluchzen, daß das Körpcrchen des Kindes von oben bis unten mit blutunterlaufenen Striemen bedeckt war. Zu ihrer Nachbarin sagte sie: ich halte es langer nickst aus, ich geh« aus dem .Hause. Und doch konnte die Mutter wochenlang ihr Kind miß- handeln, ohne daß jemand dagegen eingeschritten wäre. Frau L. war früher Hausangestellte, ihr Freund Rangierer. Aus dem Verhältnis entsproß ein Knäblein. Die Hausangestellt« konnte das Kind nicht bei sich behalten und gab es zu fremden Leuten in Pflege; dann kam es zu den Schwiegereltern. Als es hier schlecht gepflegt wurde und abmagerte, brachte die Mutter den Kleinen in die frühere Pflege zurück. Am 31. Dezember 1927 heiratete sie ihren Freund, den Rangierer. Elf Tag« später nahm sie den bereits Vier- jährige» zu sich. Sie pflegte ihn und hatte ihn gern, wie eine Mutter ihr Kind pflegen und gern haben nnih.' Erst langsam gewöhnte sich der Knabe an seine Mutter. Bei den fremden Leuten hat man es verwahrlosen lasten, der Kleine war schmutzig, log aus Angst, ge- schlagen zu werden und zeigte auch sonst verschiedene Ungezogen- Helten, wie es eben Kinder in diesem Alter eigen ist. Als olles nicht half, begann die Mutter den Harry zu prügeln. Bald war jeder Anlaß gut genug dazu. Sic prügelte ihn mit dem Riemen, mit der Jaust, mit dem AnsNopfer. Die Nachbarin stellte die Mutter zur Rede. Diele meinte abcr, das Kind verdiene die Dresche; die Nachbarin beschwerte sich beim Vater des Kindes. Auch dieser meinte, er könne nicht beurteilen, ob dos Kind nicht die Drosche verdient habe. Besonders schlimm wurde es, nachdem die Mutter etwa, drei Wochen an einem Unter- leibsleiden schwer krank danieder gelegen hat. Eines Tages rief die Vermieterin— das Ehepaar L. lebte als Untermieter— den Nochbar heran und zeigte ihm das am Gesicht und im Rücken blutig geschlagene Kind.„Mutti hat mich mit dein Riemen geschlagen," sagte Harry,„mid ich habe gebrochen." Der'Nochbor meldete von dem, was er gesehen hatte, dem Wachtmeister, und dieser erstattete Anzeige. Jetzt befindet sich dos Kind wieder in Pflege. Der Arzt stellte bei ihm die Striemen und Schorfe auf Gesäß, Rücken und Gesicht fest. Das Urteil der ersten Instanz besagte: Die Behandlung des Kindes war geeignet, bei dessen zarter Kon- stttution sei» Leben zu gefährden. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Verteidiger bot uni eine Geldstrafe. Das Gericht verurteilte die Mutter zu sechs Monaten Gefängnis und lehnt eine Bemährungssrist ob. Iii der U r t e i l s b e g r Ü n d» n g führte der Vorsitzende u. a. aus; Die Kindesmißhandlungen gehören zu den bedeuflichsten und traurigsten Erscheinungen, mit denen das Gericht sich zu beschäftigen hat. In diesem Falle sei die Mißhand- lunq besonders grausam gewesen. Die Strafe müsse schwer ausfallen, damit die Mutter endlich begreift, in welch hohem Maße sie an ihrem Kinde genind-igt Hobe. räum kein Hals gereckt, kein Opcrglas wurde erhoben, kein Photo- groph hatte seine Kamera schußsertig gemacht. Irgendein paar gleichgültige Ganoven hatten sich im Zuschauerraum geräkelt, höchstens an den interessantesten Stellen waren sie mit blasiertem Sachoer- ständnis der Verhandlung gefolgt und hatten ihre Gwsien gemocht, daß der Scherlinsky nur ein kleiner Ganove sei mit mittelmäßigen Tricks, von dem ein Einbrecher von Format auch gar nichts Ge- scheites lernen könnte. Der Staatsanwalt hatte es ganz kurz ge- macht, der Verteidiger, wenn einer da war,— denn was interessierten sich die Löwenthal und Apfel damals für ihn?!— noch kürzer als der Staatsanwalt, die Beratung hatte fünf Minuten gedauert, und in der Zeitung meldeten nicht einmal zwei Zeilen von dem, was sich hier abspielte. Wie ganz anders heute! Uebersüllter Zuschauerraum, Gedränge um den Pressetisch, Photographen vor und im Gebäude, ein liebens- würdiger Gerichtsvorsitzeirder, die Apfel und Löwenstein ganz Schmalz und Honig, wortschwitzend und phrasendrehend bemüht, sich des Honorars der Roten Hilfe würdig zu erweisen. Mit triefendem Derteidigerschmalz versichern sie immer wieder, daß Herr Scher- linsky ein Held ist, und alle glauben es, all« sehen es. Seit kommunistische Literaturjünglinge entdeckten, daß sich die Körper- kräfte eines gut trainierten Einbrechers als wertvolle Rückendeckung bei Entführungen verwenden lasten, ist seine ganze Tätigkeit ins Ideale gerückt: seine Ganooenlaufbahn ist gleichsam nur die Bor- bereitung, die körperliche Ertüchtigung zu den hohen und höchsten Zielen der kommunistischen Abenteurerpolitik. So hat er seinen großen Tag. Den großen Tag, von dem jeder Einbrecher in der Oede langer Zuchchausjahre träumt. Den Tag, wo er als der berühmte, als der große Verbrecher spaltenlang die Zeitungen beschäftigt, wo sein Bild die illustrierten Zeitungen schmückt. Das letzte Wort ist geredet. Zeichner, Photographen. Bericht- erstattcr verlassen mit gefüllten Blocks und Plattenkästen den Gerichtssaal. Das Gericht berät. Und kommt zurück: Drei Monate Gefängnis. Ein verächtliches Lächeln huscht über seine Züge.— Drei Monat, damit wollen sie dein großen Mann imponieren, dessen Rekord aus 25< Jahre Zuchthaus steht?? Lächerlich?.lonatban. Trohkis Einreisegesuch eingetroffen. Das deutsche Generalkonsulat in Sonstautinopel hak nunmehr amtlich mitgeteilt, daß Leo Trohti für sich und seine Familie um die Einreisegenehmigung nach Deutschland nachgesucht hat. Schiedsspruch für die Landwirischast. Vor ven Toren Verlins!. Der seit Wochen dauernde Lohnstrsii in der brande nbur- zischen Landwirtschaft hat am 13. Februar den Schlich- ttingsausschuß in Potsdam beschästigt. Der Schlichtungsausschuß füllte� einen Spruch, der für 23 Kreise gilt und folgende Lohnerhöhungen pro Stunde bringt: Für Deputanten und Deputantcnfrauen 2 Ps., für männliche Freiarbeiter 3 Pf., für jugendliche Arbeiter bis zum vollendeten 18. Jahre 2 Pf., für jugendliche Arbeiter über 18 Jahre 2,3 Pf., für jugendliche Arbellerinnen bis zum vollendeten 18. Jahre Pf., für jugendliche Arbeiterinnen über 18 Jahre 2 Pf. Die in Monats- betrögen festgesetzten Löhne erhöhen sich um 5 Proz. Das Pferde- pflegegeld wird, wo es bisher auf weniger als 1 M. festgesetzt war. um 10 Ps. bis zu 1 M. erhöht. Di« Erklärungsfrist über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches läuft am 22. Fe- bruar ab. Für die Schnitter war zwischen dem Arbeitgeberverband und dem Deutschen Landarbeiteroerband der normative Teil eines Tarifvertrages in freier Vereinbarung zustande gekommen. Der Teil lohnt sich stark an die Richtlinien an, welch« die deutiche Arbesicr« zentrale für die iLeschästigung von Wanderarbeitern herausz-bt. Strittig war noch die ivarlohnsrogc. Zwischen den Parteien t ar vereinbart worden, daß diese durch den SchlichtungsauKschuß ent- schieden werden soll. Gemäß dieser Vereinbarung fällte der Schlich- tungsausschuß folgenden Spruch: Der Bar stunden lohn beträgt für männliche Arbeiter und stärkere Burschen 23 Pf.(bisher 20 Pf.), für Frauen und Mädchen und schwäch«):« Burschen 19 Ps. (bisher 17 P.). Der Schiedsspruch und die vereinbarten normativen Be- slimmungen sind von den Parteien als frei« L e r e r n b a r u n- gen angenommen worden. Nach den Angaben des Arbeitgeber- Verbandes hob« bisher 15 Kreis« der Provmg ihre Zujttmwuvg dazu gegeben. Die Zustimmung der anderen Kreise soll ln Kürze zu erwarten sein. Die„Deutsche Tageszeitung" macht bereits gegen den Spruch für die Landarbeiter mobil. Die Lohnerhöhungen bedeuten sin Re braisdenburg-ifche Landwirtschaft eine Mehrbelastung von 17 M i l- lionen Mark. Der Erfolg derartiger wirtschaitttch unerträglicher Schiedssprüche müsse eine weitere Vernichtung land- wirtschaftlicher Betriebe und Entlassung von Arbeitern sein. Es handelt sich hier um die üblichen Redensarten. Ein Arund, sie ernst zu nehmen, liegt um so weinger vor, als die angebliche Mehrbelastung auch nicht im geringsten bewiesen wird. Die„Mehrbelastung" zeigt doch nur, um welche Lohissummen die Landarbeuer bisher geprellt worden sind. Bei den Rechnungsluaststücken der Arbeilgeberpresse ist überdies zu beachten, daß die Landarbeit auch in der Provinz Brandenburg mehr und mebr den Charakter der Saisonarbeit annimmt. Es gibt nur noch sehr wenige Land- wirte, die die Arbeiter auch den Winter über voll beschäiuzen. Die meisten lassen bereits bei Eintritt des Winters durchblicken, daß die Arbeiter auf Winterbefchäfttgung nicht rechnen können Angst vor der eigenen Courage. Aus dem laudwirtschafilichen Ausschuß. Der Ausschuß zur Durchführung des landwirtschaftlichen Rot- programmes hatte heute nur eine sehr kurze Sitzung. Die Rechls- Parteien und auch die Demokraten, die ungezählte Antröge auf Be- willigung von Millionen und Millionen gestellt haben zur Hebung der Not der Landwirtschaft, wollen seit Wochen durchaus nicht in die materielle Beratung ihrer Anträge eintreten, weil sie sich deren Undurchführbarkeit größtenteils bewußt sind. Auch heute begann das Spiel damit, daß der Demokrat Hansen die Regierung aufforderte, bevor der Ausschuß in ein« Erörterung der Anträge eintrete, ihr Programm vorzulegen, ein Vorschlag, der von den Rechtsparteien mit Freuden begrüßt wurde. Die Sozial- demokrati« ober, ohne dem Antrag Hansen zu widersprechen, nagelte fest, wie die Am rag stell er von Sitzung zu Sitzung sich von der Darlegung über die Möglichkell der Durchführung ihrer Anträge drücken, wie sie statt dessen die Regierung zu einem„Programm" drängen wollen, um dann von treuem dagegen Sturm zu lausen. Dieses Vorhaben wurde ihnen diesmal vereitelt Als die Aulrag- fteller sich weiter ausschwiegen, was sie denn eigentlich wollen, ver- tagte der Dorsitzende, Genosse Georg Schmidt, die Sietzuirg und benc- für den nächsten Tag den Unterausschuß ein, damit der erst einmal die nötige Vorarbeit leiste. Die?lntragsteller aller Schattierungen haben eine wohlverdiente Niederlage erlitten. Oer Tob im Massagefalon. Frau aus unbekannten Gründen plötzlich verstorben. Der ungeklärt« Tod einer noch unbekannten Frau bc- fchäfttgt die Kriminalpolizei. In der vergangenen Nacht gegen 3 Uhr erschien ans dem Polizeipräsidium bei dem Kommisiar vom Dienst der 31 Jahre alte Masseur Albert N a r e w s k y aus der Zimmer- straße 03 und teilte mit, daß in seine» Räumen«ine Frau plötzlich verstorben sei. Sic sei gegen 5 Uhr nachmittags gekommen, um sich massieren zu lassen. Unt 8 Uhr abends habe er benterlt, daß sie tot sei. Die Leiche der Unbekannten wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt, Narewsky festgenommen, da der Verdacht besteht, daß die Frau an den Folgen eines unerlaubte!! Cingnffs zugrunde gegongen ist. Di« Tote ist etwa 30 bis 35 Jahr« alt und 1,30 Meter groß, hat schmales blasses Gesicht, blonden Bubikopf, graue Augen, kleine Rase und kleinen Mund mit vollständigen Zähnen und trug grünbraun tariertes Kleid, weinrote Strickjacke mit grüner Borte und Perlmutterknöpien, weißes Hemd und weißen Unterrock, gezeichnet 15. O., graue Strümpfe und hohe schwarze Schnürstiefel. Bei der Verstorbenen fand man eine Brill» für Weitsichtige und eine Johrkanc der Untergrundbahn, die am Oranienburger Tor gelocht ist. Mitteilungen zur Feststellung der Person und zur weiteren Aufklärung erbittet Kn- minaltommissor Johanne- Müller im Polizeipräsidium. Dr. Sonneuscheio gestorben. Der bekqnme katbolijche Sozial- Politiker Dr. Karl Sonnenschein ist heute vannittag im 31. Lebens- jähre im Sr.-Hedwigs-Kronkenhaus gestorben. Sonnenschein hat in Berlin sich besonders der notleidenden Akademiker angenommen. Weller für Berlin und Umgegend. Heller und sehr kalt. Oesttiche Wind«. Für veukschland. Fortdauer des beständigen Wetters, über- all sehr kalt. BerlinerSomor/Allsstellung bei WerOeim Gimmel— Zitte— Trier. In den hübschen und günstig gelegenen AusstellungKräumen von Wcrthetm am Leipziger Platz gibt es wieder einmal eine reichhaltige Gelegenheit zu Erbauung und Gelächter. Timmel. Zille und Trier als Vertreter des Berliner chumors haben 6 Kabinett« mit spaßigen Dingen gefüllt. Heinrich Zille ist unter ihnen der stärkste Zeichner, und sein Humor hat die Bitterkeit der sozialen Erkenntnis in sich. Im ganzen ist seine Zeichnung das treueste Spiegelbild des unverfälschten Volkstums aus Berlin N., und mit ihrem durchaus variablen Stile der Schworzwrißkunst diesem Milieu und seiner kcssen Wurschtigkeit ganz wunderbar angepaßt. Paul Simmel baut weiter, mildert Härte und führt in die Quartiere des kleinen, aber selbstbewußten Bürgertums zwischen Nungsernl>cid« und Moritzplotz. Der Witz trifft harmlosere Typen und leitet mit seiner Vorliebe für Kinder und Situationskomik zu Trier über. Bei Walter Trier herrscht die größte Mairnigsaltigkcit, weil ihm Phantasie und Technik in unbeschrankten Variationen zur Verfügung stehen. Deir größten Eindruck werden immer die aus- geführten Aguarelle mit dem geschmackvollen Reichtum ihrer Farben hervorrufen� es kommt hinzu, daß sie oft gerade auch die cnt- zückendsten Ideen am ausführlichsten weiterspinnen, so z. B. „Steinachs Kinderspielplatz", der durch den Kontrast des Alters mit der kindlichen Beschäftigung der Herrschaften erschüttert, oder die Idee„Schasst Grünflächen für Berlin", wobei der Leipziger Platz in ein obcrbaymschcs Heuidyll verwandelt wird; die prachtvolle Perversion der„Susanna", die zwei alte Männer in paradiesischer Bade- Unschuld belauscht, oder die Äarnickel-Herrlichkeit, wo um die Familiemnuttcr im geblümten Bett unzählige Junghasen wimmeln und dem heimkehrenden Vater vor dem über Nacht erblühten Fa- milienglück die Knie zusammeitlnickc»: über dem Bett steht 31t lesen: „Sich regen bringt Segen." Gerade bei Trier gibt es so viel ungetrübte Heiterkeit und liebreiche Bosheit des Lebens ohne Hint�i gedanken, daß man ihn zu den Optimisten der zweischneidigen Zunft rechnen kann: Laubfrösche, die sich am Badehaus als Guckloch-Lüp linge offenbaren, Serien urkomischer Tiere und einen Zoo mit kin geheuer veränderten Proportionen, Hundedramoleits und immer wieder das liebliche Minder von Kindern und von Gelehrten, die vor ihren llrwaldviechcrn oder Bakterien(huh, was für vcrworsene Bakterien) wie die Kinder erscheinen. Aber es bleibt doch daneben das unmerklich vergiftet« Epitzchen eines ondcrweltigcn Ernstes, wenn Gerlzart Hauptmann auf einem Schaukelpscrdchen angeritten kommt, oder eine„Billige Blinddarin-Wochc" mit richtigen Dampfmaschinen für dos chirurgische Tranchieren der vor den Toren an- stehenden Patienten in unliebsam amerikanisierte Zukunft weist,„die rote Ampel" eine gigantische Verkehrsstockung mit militärisch aus- gerichteter Präzision der angestauten Massen besorgt, oder der Fo miliengeschmock van Dunnemals in einer kostbar imitierten Fa milien-Plüsch-Phowgraphien-Sammlung uns aufsteigt. Den Geist dieser ebenso amüsanten wie verdienstlichen Au. stellung und des Trierschen Humors im speziellen hat schon die Ein ladungskarte getroffen, die nach einem unserer besten(und darum unbekanntesten) Schlager die Großmama darstellt, die im Faulen!l sitzt und die Posaune bläst. Der behende, die Situatwn und Geistig- keil der Gegenwart blitzartig erhellende Witz von echt Berliner Fär- bung hat in dieser alten Dame ein vorzügliches Syinbol gefunden. Was sich hierzulande neben dem Schlagenden und wirklich nicht Oberflächlichen des Humors von selbst versteht, ist die künstlerische Qualität der Zeichnungen und, man kann sagen: Bilder... Ohne die Qualität, die sich bei Trier, Simmel und Zille in verschiedener Tönung, aber gleich stark findet, wäre eine solche Ausstellung nickst möglich, und ihre ernsthafte Würdigung nicht erlaubt. Daß sie es ist, und daß man dort eine Stunde ungetrübtester und recht geistiger Heiterkeit verbringen kann, werden hoffentlich viele Tausende von Besuchern bei Werthcim oerspüren. Dr. Paul F. Schmidt. poincar6 bleibt an der Macht. Siegesst, mmung auf der Linken. Paris. 20. Februar. tEigenbericht.j Der Ausgang der gestrigen Kammerdebatte über die Justizverwaltungsreform, in der die Regierung eine Majorität von im ganzen 0 Stimmen<201 gegen 285) erhielt, hat in der gesamten Linkspresse Siege sst im- m u n g hervorgerufen. Man betont allgemein, daß die Tage der Regierung nunmehr gezählt seien und ihre Eixistenz lediglich von einem Zufall abhänge. Tie Rechtspresse will im Gegenteil in dem Umstand einen Grfolg der Regierung sehen, daß die Opposition selbst bei der(Entscheidung über eine Frage nicht durch- dringen könnte, bei der viele Abgeordnete allein aus Rücksicht auf die materiellen Interessen ihrer Wähler mit ihr gestimmt hätten. Fustizminiftcr P a r t h 0 u erklärte gestern abend noch. die Regierung messe der Abstimmung keine große Bedeutung bei, da chr Ergebnis nur auf wahltaktischc Gründe zurückzuführen sei und Tardicn erklärte kurz und bündig: Das Kabinett bleibt an der Macht. Die Segner poincareS. Paris, 20. Februar. Die Minderheit, die gestern bei der Abstimmung über den radikalen Gegenantrag in der Frage der Iustizreform gegen die Regierung gestimmt hat, setzt sich wie folgt zusammen: 99 Sozialisten, lM Radikale, 20 Sozialrepublikancr, 15 radikale Linke, 1 Mitglied der sazialradikalen Fraktion, 7 unabhängige Linke, 4 Links- republitaner, 3 Mitglieder der demokratisch-republikamschen Union iGruppe Marin), 10 Unabhängige. Der Stimme enthalten haben sich 12 Abgeordnete, darunter drei Radikale, zu denen Herriot und Quemlle gehören. 10 Abgeordnete waren beurlaubt. Trohkis Bedeckung. „Wir begleiten dich insAvsland/Towaritsch Trotzt,, damit kein Schaden geschieht." „Damit mir kein Schaden geschieht?" „Damit kein Schaden geschieht!" Scheußlichkeit der Todesstrafe. veinliche Szenen bei der Hinrichtung einer Mordbande. A g r a m. 20. Februar.(EP.) Bei der heute vormittag erfolgten Hinrichtung der vier Mitglieder der Prpic-Bande, die eine Reihe von Raubüberfällea und Morde« verübt haben, kam es zu schwerenSkaudalszenen. Trotz der heftigen kalte hatte sich schon in den frühen Morgenstunden eine große Menschenmenge vor dem Gerichtshof versammelt, die versuchte, mit Gewalt in den Hof einzudringen, und nur einem starken Polizeiaufgebot mit aufgepflanzten Seitengewehren gelang es. die Menge zurückzudrängen. Das ganz« Gebäude wurde von einem starken Gendarmen» und Polizeikommando umzingelt. Bei der Hinrichtung» die sich um eine Stunde ver- zögerte, ereigneten sich s c h r p e i u l i ch e D z e n e«. AlS letzter wurde der Anführer der Bande hingerichtet, er zitterte am ganzen Leib und konnte kein Wort sprechen. während sich seine drei Komplizen ziemlich gefaßt und sogar Zynisch zeigten. v«rfahren zeigt in Berlin eine Vielseitigkeit, die den„Gruß. Berliner* merkwürdig a mimtet: jeder Venwaltinigs- bezirk erläßt seine Bekanntmachungen, setzt seine Termine sest, so daß es schwer ist, die Berliner Eltern darüber zu unterrichten. P« läge im Interesse der Berliner Eltern wie der Schuloerwoltung, die Einschulungstcnninc für Berlin einheitlich festzulegen. Zurzeit schult Alt-Berlin(Bezirk 1 bis fi) ein. Bis zum 21. Februar soll hier die Einschulung beendet sein. Schul- p f l i ch ti g werden olle Kinder, die in der Zeit nom 1. Juli 1922 bis 3». Zum 1923 geboren wurden, also bis zum 39. Juni 1929 dos 6. Lebensjahr volleirdet haben. Mit Genehmigung des Schularztes können auch Kinder eingeschult werden, die bis zum 39. September 1929 das 6. Lebensjahr nollenden. Die Estern haben stch mit den Kindern unter Borlegung des Impfscheines beim Schulleiter der Bc. z�rksschule einzufinden. Alle Arbeiterettern sollten gleichzeitig die von Vater und Mutter unterschriebene Erklärung(«insachcr Zettel gc- nügt!) abgeben, daß dos Kind nicht am Religionsunterricht teilnehmen soll. In Bezirken, in denen„weltliche Schule n*, amtlich Sammclschulen" genannt, besteben, schulen alle klassenbewußten, fort- schrittlichen Eltern ihre Kinder s e l b st v e r st ö n d l i ch i n die weltliche Schule ein. Das muß sofort geschehen und nicht erst— wenn man in christlichen Schulen trübe Erfahrungen gemacht lxit. Di« weltliche Schule erfaßt Kinder aller Religionsbekenntnisse und Weltanschauungen. KUchenauslritt(wie vielfach irrtümlich verbreitet wird) ist nicht erforderlich. Lediglich die Abmeldung vom Religionsunterricht ist zu geben mit Unterschrift des Datcrs und der Mutter. Wo schon Einschulungen in christlichen Schulen erfolgt sind, können jederzeit Anträge auf Umschulung in die Sammelschule zu Ostern gostclst werden. Wir b Bogen nachstehend ein Berzeichnis sämtlicher Söhnten Berlins: Verwaltungsbezirk Tiergarten: 219. Schule und 254. Schule, . Waiden ser Straß« N/21: Weddingt 11. Schul«!. Schönmgstraßc 17. 298. Schule, Gotenburgcr Straße 2, 223. Schule, Putbusser Straße 3, 244. Schule und 245. Schule, Pankstroße 29—22, 252.«schule, Lüttichcr Stüaße 4, 283. Schule, Gotenburger Straße 2, 308. Schule, Am Leopoldplatz: Prenzlauer Berg: 162. Schule und 197. Schule, Danziger Straße 23, 269. Schule und 274. Schule, Sonneirburger Straße 20: Friedrichshain: 18. Schule, Koppenstroße 54. 59. Schule, Diestelmeyerftraße 5/6, 125. Schule, Andreasstraße 16a, 181. Schule, Dicstettnepersträßc 5/6: Krcuzbcrg: 29. Schule,, Waldcmorstraße 77, 21. Schule, Görlitzer Straße 51, 83. Schule und 93. Schule, Diessen- bochstroße 60: Eharlottenburg: 34. Schule. Pestalozzistreß« 40; Spandau: 20. Schule, Mittclstroße 20, 2L Schule, Konkordiastr. 24; Schöueberg: 11. Schule, Feurigstraße 57; Neukölstr: 5. Schule und 6. Schule. Wariendorfer Weg 69, 15. Schule und 16. Schule, Lessingstraße 38�39, 31. Schule, 32. Schule und 41. Schule, Rütli- straße 41/42, 45. Schule, Äoiser-Friedrich-Straße 4, 53 Schule, cherzbergplatz; Treptow: 8. Schule. Wastjtraße 69/70(Oberfchone- weide), 10. Scbule. Luisenstroße 33 sOberfchönewetde), 15. Schule, Radickepraße l0(Adlershof): Köpemck: 7. Schule. Alter Markt 2: Lichtenberg: 34. Schule. Scharaweberftraße 19. 35. Schule. Pfarrstraße 8, 36. Schule, Fricdrichstroße 71. FiL 36. Schule, Leopoldstraße 14—16. 37. Schule, Markstraße 12, 38. Schule, Holleistr. 7/9; Weißen see: 8. Schule. Wörthstraße 23; Pankow: 11. Schule, Bismarckstraße ü(Niederschönhausen): Reinickendorf: 8. Schule, chausotterplntz 4, 9. Schule,?luguste-Viktorin-Allee 37, 19. Schule, Holländer Straße 25. � Frost spaltet Väume. Ein Leser schreibt uns: Die Chaussee, die von Waidmannslust nach der Siedlung Lübars führt, ist zu beiden Seiten van Platanen bestanden. Diese Bäume, mit etwa 25 bis 35 Zentimeter Stannnesdurchmesfer. sind infolg« der enormen Kälte der setzten Woche in ihrer ganzen Läng« geplatzt. Bei einzelnen Bäumen beträgt die Breite der Spalts in Höh« der Schneedecke etwa 4 bis 5 Zentimeter, so daß man bis ins Mark der Bäume sehen kann. Kaum cm Baum ist von diesem Ausplatzen verschont geblieben. Eure Ausnahme machen nur die Bäume, die an den Gärten in Waidmamrslust geschützt stehen. Interessant ist, daß stets die Südseite, diä von der warmen Mittagssonne beschienene Seite, gerissen ist, ein Beweis, daß nicht, ollein der Frost daran schuld ist, sondern der plötzlich- Temperaturunterschied, der infolge der prallen Mittagssonne entsteht. Leider wird wohl den Siedlerik noch manche Ueberraschnng zuteil werden, wenn ste im Frühjahr einen Teil der so sorgsam heran- gezogenen Obstuäumen vom Frost geplatz finden. Auch im Humboldthain sind etwa 39 bis 40 Baumstänniie ousgeplotzt(geborsten). Di« Bäume stnd 50 bis 70 Jahre alt und haben einen Umfang von 1,20 bis 1,40 Meter. primo laßt verhasten. Madrid, 20. Februar.(Eigenbericht.) Der General der Madrider Artillerie, Haro. wurde eni Dienstag verhaftet. Außer ihm wurden zahlreiche andere Osfiziers und mehrere Journalisten festgenommen. Die Derhaftung «rfolgte im Zusammen bang mit den letzten Umsturzversuchen eines Teiles der spanischen Artillerie. Paris. 20. Februar. Noch einer von den Blättern wiedergegebenen Nachricht aus Madrid, haben gestern zwei Polizeiinspektoren In der Wohnung des ehemaligen Präsidenten der spanischen Kammer. Miguel Billonuevo, eine Haussuchung obgehcitten und Billanueva einen Hastbefehl.zugestellt. Es wurden eine An- zahl Dokumente beschlagnahmt. Billonuevo, der im 78. Lebensjahr steht, wurde vorläufig unter Bewachung in seiner Wohnung gelassen. Berantwortl.«2r die Redaktion: S-lta-ag ScSwar,, D-tüli; Antigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vonvärt, Verlag®. m. b. H.. Berlin. Bruck: Vorwärts Buch- dreckern und Berlagsanltalt Paul Singer& Co.. Berlin£3B 68, Cinbcnilrafte Z. S'ccan I Beilage. C ( c Thieatei', Lichtspiele usw. SCAJA 8 Ulir• B 5 Bsirbar o««a 9250 4 Bronetts Con Colleano � aai welteif VdiieU- Attraktionen. H e ui e y 3* m/ichmWaga Sondervorstellung für Jung und AK m besonders ermäßigten Preisen von OSO bis 3 M. das volle Abendprogramm. In der Pause> Kaffee mit Kochen fät SO Pf. mmm » J nr- er KUstMncppi�- Altx. 8007 Oi |Tägl.2 Vorstellungen j Is ünrSOPf bisl.-M.| la«„ 1.-M... 2.-M, INTERNATIONALE!» I �Ä�oiin Korten S T«tt* voroiu] Winker Qarren Is Uhr» Kaaehen erlaubt 8 In Berlin noch nicht geeeiflte uarteta> Neuhelten und dm Welt-Sensation 3 Codonas j Komische»per(r,.)| DI« Rcmc Paradies der sUssen Frauen! 100 Mitwirkende. Reichshallen-Theater \bends l S I Sonata? naebm. I a I Sfettiner Sünder Das Instlgn febrnar- Pmararam! Nachm. halbe Preise. BlUettbutelianPen Teiciibon: cemnim 11263. Dönhoff- Qrottl: Caraml ProBrainni/ Tani Renaissance- Theater Hardenbergst. R. Tel.: itelnpl. 901 u. 2583/84 Ä'/iUhr. Zum 62. Male: 4ViUhr Di« Welterfoigskomödie „Das große ABC" von Marcer PagnoP Peil: ensi. Goiioog. la Premicrenhiisug. Theater a. Kottbusscr ror Kottbusser Sfr. 6 Tel. Mpl. 16077 TBglicli 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr(ermaß. Preise) Elite-Sänger ZUe VitrergleldiUclien. Aiietm- Preisberabsemun anl allen Piatisn mSSmS�Sr�iTriSTiSmmmmimmm\> i■ i— Arnold Scholz Hssenheido 108/14 Xelstlcs fjaxfxpM Johann Strang aus Itien u. Qrotites 3Sockbierfp.sL fhümil 0 Wir, 50 bayr. Vtadl. Berliner lllk-TTlO tdaukölln. eO Lfilinstr.74/7Sl ioiKsbUlinc lneiter am SalowsUti 8 Uhr DasMftU ans der Vorstadt Regie. Jürgen Fehling Theater am SOIItbaDenlamni » Uhr Sie Drei• Grosdien- Tballa-Tbeater 8 Uhr Oelraoscli CÄSINO-THEATER (.oinnn�cr Stratte 37« Nou! Neu! KHometepneDcften Daza ein erstklassiger bunter Teil. Fürunsere Leser ümschein tflri— fPers. Fauteuü nur 1.15 dL, Sessel 1�5 M. tonsuge Preise: Parkett u. Rang 030 At. itaatLSdiiiler-Ib. 8 Uhr Gespenster die homödie Sismarck 3414/7516 8>b Uhr, Ende 10 Vi „Olympia" »0N Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. ld. sn Sdiifftanerdiniit! Tiglich ft Uhi Jie ürel-Grosäen- Paulsen, Valettt, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl. Lvovskl. Kamraerspiele Norden I2SIU 8 Uhr, Ende lOVsUhr Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster- Larinaga. flesWesim l1 Norden I7ölu 8U, Ende geg. 10 Vi Dia lostigei Weiber van Wisdssr von Shakespeare Regie; Heim Hilpen ISägUSViUht Der größte Erfolg Berlin« MederLe Mulit von AronzLehn« Sr.ka v. Theilmaon Rounneriänger Citri ZSkc'n (Stggtsop Berlin) Smiledt, llmbueg, Doea. SvfUt, SnfMwnnon i, Ser, Schönemann Zonnf. uaunterhr «aisodcngam.Ias «wffntL U16tetn»L931tt. 7105 Theatsr am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr leilchen Gebert Singspiel von Walter Kollo /lanetanDRi ai ioo 'nliiq. Jciduiutlulr StnF Noll. 1578 16 Uhr 9er Sternhimmel im Winter 18 Uhr Mars und saine Raisei 20 Uhr worden u. vor genen fl. Sterne EarnovakHDbDen Theater In der KSniggrätzar Straße 8', Uhr. Bevolle im Erzlehungshaus Schauspiel von P. M. Lampe). Komödienhaus SV« Uhr Das Geld auf der straBa teroteinrv. Bernauer u. Oesferreicher Benin» Tneaier DirektHeinz Herald Charlotteostraße 90 A. 7. Dönhoff 170 Täglich 8 Uhr- 8 Uhr 3 X Hochzeit fAbie's Irish Rose) R z ose-Thea toi infrantfanir 51.13) 8V't Uhr Die FledermaDS entrai* Theater Alls Jatebstr. Ei« ürMiunli. Täglich SV« Uhr Sonntag auch 4 Uht ich Küsse Ihre Hand. Madame Ein Spiel von Liebe und Lenz mit dem glcichnam-Schlagcr Rundfunkhörer halbe Preise Trianon-Th. Täglich SV« Uhr Das Haus der Laster (Yoshiwara) Otach. KUnatlsr-Th. 8V« Uhr Der Zlnker v.Edgar Wallace isotsti tili Hihhln Preise 1—1 0 Mark METROPOl- THEATER e ü. Lustige Witwe mit FRITZI MASSARV Max Hansen, EHeot, JanVuhn, .lunkormann, Sohaoffers. Sonntag nehm. 3 Uhr wngttkQrst« Vorstellung m kleinen Prelson. ZWEI CHARELLINSZENIERUNGEN GR. SCHAUSPIELMAUS SU. Mur noch 8 Tag«! CASANOVA Kammersinger Alfred Jerger und die groSe Starbesetzung. ifleioes Theaier Täglich SV« Uhr: Kort CjorJz, Weierle v. Marten« Paol Otto in „Trio" Lustsp v. LcoLenr. Regie: FriedmAius- Fredciidi. l«e85iiig-I!ieälLi' Heute 7V«. Uhr Premiere Bourgeois Bourgeois rhalla-Theater 'resdener»tr. 72-7. 8 Uhr „Oelraosch" Lostspielbaos Friedrichstr,2.36 Bergmann 2922/23 Täglich«>.« Uhi Weekend im Paradies Stempel- FruHecht Inh,: Alfrad Schneller Berlin S42, RrtterstraÖe tJS Fernsprecher' ____JiV1oritzplat7 7254 iefert Stempel jeder Art Hdmsle Belcibnng teuer Wcrtiadte sowie Garderohe im Leihhau« Hermann JoAl Markgrafenstraläe 22, Ii itbniSMa-... �-ÖaiLmßästfter cIBjCS&i- cS'.G 16 Filialen• 0. 34, Warschauer Str. 31 an der Revaler Str./ SO. 16, Köpenickei Straße Nr. 75./ S. 59. 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Eine ausfuhr> lichc, etwa?>4l) Seiten umfassende und durch m Vre«che Photographien ergänzte Schilderung dieses Teils der Forschungsreise ist soeben im Perlag von F- A. Brockhaus erschienen. Sven chedin zeigt sich auch hier als der ganze Mensch, der er immer war. Wir lassen als Lese- probe— etwas verkürzt— ein Kapitel folgen. « Als Larson am 11. September um leb Uhr abmarschierte, wollte er Obogon mitnehmen. Man suchte und rief nach ihm, aber er tvoc nicht zu finden. Na ja, er ist wohl wie gewöhnlich draußen im (Sven Hedln, Aut groBer Fahrt, Verlag F. A. Brockhaus.) .Hu} der Suche. Gelände und sammelt Brcnnstoif für den Küchenherd, dachte man. Die große Karawane konnte sich durch einen Mann nicht aufhalten lassen, sondern zog ob. Eine'Weile später merkte Wento, daß mein neues Reitkomel fehlte. Ha stund zählte sogleich die Kamel« und stellte fest, daß außer- dem das beste Tier, das wir besaßen, verschwunden war. Jetzt be- nann man Unrat zu wittern und alarmierte dos Lager. Keiner hatte Obogon gesehen oder tonnte Auskunft über chn geben. Nur Wang, der Diener der chinesischen Herren, erzählte, er sei gegen 2 Uhr in der Nacht davon ausgemacht, daß jemand sich an den Proviantkisten, die stets ihren Platz neben der Küche haben, zu schassen macht«. Er hatte von seinem AeU aus„Wer da?" gerufen, und Obogon hatte gaontwortet, er sel'äs, er wolle Feuer im Küchenherd anmachen. Da dies nichts Ungewöhnliches war, war Wang, nichts Böses ahnend wieder eingeschlafen. Nun wurden die Proviantkisten unterfncht, und der Koch Wn konnte sogleich sagen, daß ein Sack Reis, ein Sack Mehl und sound- soviel Tee und Zucker seit gesterii abend obhandei, gekommen waren. Ihm selbst waren 5 Dollar verschwunden. Außerdem fehlj« noch ein Reitsottel. Das gestohlene Gut hatte der Dieb offenbar in der Nacht zwischn 2 und 3 Uhr den beiden besten Kamelen unserer Karawane aufgeladen und war davongcritten. Nun nahm HaSlund, da ich noch schlief, die Persolgung in die Hand. Mit den Mongolen Brno, Mento, Berat und Motte mochte er sich aus fünf Nestkomelen auf deil Weg, um die Spur des Flucht- lings zu suchen. Aber auch alle anderen Mongolen ritten mit. Sie rasten wie wütende Jagdhunde, die man auf Hochwild ansetzt. Sie hatten ja ihren Lohn dafür erhallen, daß sie auf die Kamele aufpaßten, und trugen die Berantwortung für sie. Wenn Kamele gestohlen wurden, war es ihre Schande. Die Mongolen lieben das Kamel, und Gott Gnade dem, dem ihm etwas zu Leide tut. In der Mongolei gellen Kameldiebe als die größten Schurken, die man sich mir denken kann. Ein Kamcldieb, der«rgrissen wird, wird ohne Gnade totgeschlagen oder erschossen. Als ich nun beim Heraustreten aus meinem Zelt erfuhr, daß unsere vier besten und ritterlichsten Mongolen sich unter dem Befehl von Ha-lund, der selbst wie ein rasender-Tiger war. aus die Suche gemacht hatten, war mir fast bange bei dem Gedanken, daß sie den Lump finden und nieder- knallen würden. Ich wollte um keinen Preis, daß Menjchenbluk die Expedition beflecken sollte. Doch war ich wütend über dos Lübckn- stück und fand, daß der Sünder eine gehörige Strafe verdiente. � Hasiund war indessen mit seinem Trupp unterwegs- Es ist nicht leicht, auf einem Platz, wo über zweihundert Kamele ein paar Tage lang-umhergestapft sind, die Spur von zwei Kamelen zu finden. Nach vielem Suchen hallen sie sie jedoch entdeckt: sie führte noch Süden in den hohen unfruchtbaren Sand hinauf. Es war windig, und die Sp»r wurde undeutlich. Serot und Malle setzten die Berfolgung in der Richtung noch Süden fort, aber Haslund und die anderen, die den Verdacht hatten, daß der Spitzbube sich zu unserem früheren Lager, Otakhoj, begeben Halle, um von dort weller nach Osten zu flüchten, bsschlosien, dorthin.zu reiten. Ihr Weg führte daher über unser jetziges Loger, und ich hörte um S Uhr, wie sie wieder aus Erkundung auszogen. Spät an, Nächmillog kehrten sie unverrichtetersache zurück. Sie waren an unserem vorigen Lager gewesen, hallen jedoch keine Spuren von dem Spitzbuben und den Kame'en gefunden..... Am nächsten Vormittag hallen wir bereits«inen besonderen Trupp ausgerüstet, der den Dieb— oder Handelle es sich gar um eine ganze Räuberbande?— verfolgen sollte, als plötzlich Mento atemlos herbeistürzk« nnd rief: „Sie kommen!" „Wer?" fragte lch. „Serat und Malle." „Allein?" „Rein, sie hoben den Dieb und dl« gestohlenen Kamel« bei sich." Wir eilten hinaus. Alle, die im Lager waren, wollten den Triumphzilg der Mongolen sehen. Ich stand in einsamer Masestat am Eingange meines Zeltes- Zwischen den Dünen im Süden kamen drei Mamr und vier Kamele gezogen. Serat und Malle führten- jeder zwei Kamele, und zwischen ihnen ging der Verbrecher mit einem Strick um den Hals, dessen Enden die beiden Mongolen hielten. Die Hände waren ihm auf den Rücken gebunden, er ging gebeugt und mit schleppenden Schrillen. Es sah aus, als seien sie auf dem Wege, zum Richtplotz oder mindestens zum Gericht. Sie steuerten gerodeswegs auf mein Zelt zu.' Hier warf sich Obogon mir zu Füßen in den Sand. „Du bist ein saincr. Bursche", sagte ich. Er schüttelt« mir den Kops und sah recht elend aus. „Führt ihn zur Küchenabteilung und bewacht ihn streng." Er wurde an«ine schwere Kiste angebunden. Da die Mongolen den Verdacht hatten, daß er bei der ersten passenden Gelegenheit durchbrennen würde, wurden ihm zwei eiserne Fußsesieln, die nur mit einem Schlüssel zu öffnen waren, umgelegt. Nun rvar er in gutem Gewahrsam. Als wir zum Mittagesien ins Küchenncnier gingen, machte ich dem armen entgleisten Mitglied unserer Karawane, das in seinem neuen Pelz zusammengekauert dasaß, einen Besuch und gab den Befehl, ihm am Tage Stricke und Fcsieln abzunehmen und ihm Wasser und Essen zu geben. Auf seine Bitte wurden ihm auch ein paar Zigaretten bewilligt. Und alz ihm einer der Mongolen einige Schläge über den Rücken gab, verbot ich mir jede Art Mißhandlung. Darauf halle ich mit Proseslor Siu«ine Unterredung und über- ließ ihm die ganze Angelegenheit. Ich versicherte ihm, nachdem ich die beiden Kamele wiederbekommen hätte, interessiere mich der Mann nicht im geringsten und, was mich angehe, forderte ich nicht, daß er bestraft werde. Ick) wollte nur nicht, daß er auf dem Wege. den wir gekommen waren, freigelassen würde, denn dann konnte er Norin oder Puan Kamele stehlen. Siu war der Ansicht, dos Recht und die Gerechtigkeit, sollten ihren Gang haben, uird.es war« nicht richtig, ihn eüisach laufen zu lasieu. Dos könnte von.ungünstigem Einfluß auf die anderen fein. Er müsse den Gerichtsbehörden in Mamu am Edstn-gol überantwortet werden, wo man ihn sicher zu Gefängnis verurteilen werde. Wir faßten also.zunächst den Beschluß, den unglücklichen Obogon zum Edstn-gol mitzunehmen. Nachdem Serat und Malle, die über dreißig Stunden hinter- einander aus den Beinen gewesen waren, sich ordentlich ausgeschlafen hallen, wurden sie in mein Zelt gerufen, um Bericht zu erstatten. Es war wirklich spannend, ihnen zuzuhören. Der Dieb halle mehrer« Barteile mif seiner Seite: vier Stunden Borsprung und die zwei besten Kamele der ganzen Karawane, dazu- kannte er sich seit langem in der Gegend aus. Schließlich half ihm der frische Wind, die Spuren zu verwischen. Es war daher schwierig und kostet« viel Zeit, sie aufzufinden. Auf ihren ziemlich ermüdeten Reitkamele» hallen die beiden Mongolen keine allzu große Aussicht, den Flücht. ling einzubolen und den Abstand zwischen ihm. und sich zu vor- ringern. Man konnte als sellsitverständlich annehmen, daß er so lange und so schnell reiten würde, wie es die Kraft der Kamele zuließ. und daß er, nachdem olle.Spuren verweht wären, in einer schwer zugänglichen Bergschiucht ausruhen würde. Er nntßte ja damit rechnen, daß sein Streich bald entdeckt würde, und die Mov- golen kannte er gut genug, um zu wissen, daß sein Leben nicht allzuviel wert war, wenn sie ihn einholten. Die Spur verschwand hinter drei hohen Dänen im Sande, und die Späher schwärmte', noch verschiedenen Richtungen aus, um sie z» suchen. Serat entdeckte sie nach einer Weile in einer Senke und rief Mall« herbei, woraus sie ihr volle 40 Li nach Osten folgten. Run bog die Spur noch Süden ab und dann nach Osten und lies gerade aus eine Felskupp« zu, die aus dem Sand emporragte und höher als die Dünen war. Hier verschwanden wieder alle Ein- drücke im Sand. Motte suchte in westlicher Richtung, Serat forschte ringsumher und fand bald heraus, daß der Dieb«ine Schleife ge- macht hatte, um seine Verfolger irrezuführen.. An zwei Stellen war er abgestiegen und' zu Fuß gegongen, um die Kamelspur mit den Händen zü verwischen! Nach eifrigen Suchen In die Kreuz und die Quere fanden sie, daß der Flüchtling aus ein Feld niedriger Dünen zugesteuert war, wo sein Weg dann 13 Li well deutlich zu sehen war. Plötzlich hielten beide ihre Kamele an!. In einer Senke zwischen zwei Dünen gewahrten sie den Dieb: er saß aus dem Boden und ruhte sich ans, sprach dem gestohlenen Provianllteutek zu und wickelte seine F»ß- binden neu. Die beiden gestohlenen Kamele weideten in unmittelbarer Nähe. Die Entfernung betrug kaum 1 Kilometer, Iis Li. Serot ritt drauflos und trieb fein Kamel zur größten Schnelligkeit an. Unterwegs mutzte er die Niederung durchqueren, die von einer hohen Düne begrenzt wurde, so daß er den Dieb und seine Kamele eine Zeitlang nicht sehen konnte, und als er die Geländeschwelle erreichte und freie Aussicht hatte, hatte der Flüchtling bereits leinen Rastplatz verlassen und seine Flucht fortgesetzt. Die Mongolen waren jedoch überzeugt, daß«r sie noch nicht erblickt hatte. Bald lanchti! er auch wieder vor ihnen aus, wie er in allen möglichen wunder- lichcn Winkclzügcn ritt. Sie versuchten ihre Reittiere in eine schnellere Gangart zu bringen, doch dies« fanden keinen Gefallen daran, in dein Sande, der unter ihren Tritten nachgab, schnell zu laufen, und brüllten unwillig— wie c» der Kamele?lrt ist. Dadurch wurde der Dieb gewarnt, er witterte Unrat und beschleunigte seine Geschwindigkeit. Da ein« hohe Düne ihn eine Zelllang verdeckte, folgten die Mongolen treulich der Spur und wagten keine Richtwege einzuschlagen. Nicht einmal von dem Dünenkamm konnten sie ihn sehen. Daß sie ihm nahe waren, war unoerkennbar: aber das Gelände ist durchschnitten, sowohl von Dünen als auch von Fels- kuppen und Hügeln. Sie gingen nun auf.zwei verschiedenen Linien vor in der Hoffnung, ihn von zwei Seiten fassen zu können. In der Niederung, tn der die Quelle Orta-buluk,„Die lange Quelle", liegt, erblickte ihn Serat. Er war in das hohe Schilf hineingekrochen, um sich zu verstecken. Serats Kamel war leider müde geworden und legte sich gerade in dem kritischen Augenblick nieder. Als der Reiter es wieder wif die Beine bringen wollte, brüllte es auf, und der Spitzbube wurde zum zweitenmal gewarnt. Er saß sogleich auf und rill weller. Serat schickte ihm ein« Büchsenkugel hinterdrein, doch absichtlich zu hoch, weil er fürchtete, sonst dos Kamel zu verwuudsn. Der Dieb kümmerte sich nicht darum, sondern rill draussos, und «erat ließ fein müdes Reittier liegen und versuchte ihn laufend einzuholen. Van einem Felshügel sandte er dem Fliehenden noch drei Kugel»»ach. Motte mx gleichfalls abgestiegen, ober als er Serats Kamel erreichte, bestieg er dieses und bekam es auch wkrkltch in die Höh« und in Trab. Er gewann Gelände, und der Dieb hielt es für das klügste, dos zweite Kamel, da? er am Schleppseil hinter sich herzog— es war das, dos Larson als Rcitrier für mich ausersehen hotte—, loszulassen. Damit beweglicher geworden, tonnte er schneller reiten, so daß die Mongolen schon fürchteten, er würde ihnen entkommen. Serat zielte daher nach seinem Kops. Die Kugel muß ihm dicht am Ohr vorbeigepsissen sein. Sic waren jetzt von dem Flüchtling wenig mehr als 10V Meter entfernt, und Matte schrie ihm aus vollem Halse zu:„Wenn du nicht augenblicklich stehenbleibst, wirst du erschossen!" Da gab der Gauner das Spiel verloren, stieg ab und erwartet« seine Verfolger. Als diese Ihn erreicht hatten, gab er Serat den Nasenstrick des gestohlenen Kamels und sagte verdrossen:„Jetzt habt ihr die beiden Kamele wieder, jetzt könnt ihr mich noch Hanse geheiz lassen." Statt dessen bekam er die Komelpcitsche zu tosten, worauf er in die Knie sie! und um Gnade bot. Serat wollt« ihn erschießen. aber Malle, der Lama ist, hielt seinen Kameraden zurück. Er meinte, der Verbrecher solle mir vorgeführt werden und von mir sein Urteil erhalten: waren es dock) meine Kamele, die er gestohlen hatte. Uebpigens bekonnte Malle, sie seien beide w!« blutdürstige Tiger gewesen: ganz atemlos und müde, hätte er gänzlich vergessen, daß er Lama sei, und ebenfalls Lust verspürt, den Gefangenen zu töten. Doch dann hatte er oorgeschlngem„Wir müssen erst etwas ausruhen und verschnaufen." Schließlich kamen sie überein, den Kerl leben zu lassen. Wären die Kamele ihr Eigentum gewesen, sie hätten ihn wie einen Hund niedergeschossen. - Inzwischen war es glücklich 4 Uhr nachmittags geworden, und der Ort, wo sie sick) befanden, lag gegen 30 Kilometer südöstlich unseres Lagers. Nachdem sie den Missetäter gebunden hotten., nahmen sie das Diebesgut aus feiner Salleltosche und ließen sich nieder, um zu esien und Wasser zu trinken. Der Gefangene, der recht stramm gefesselt war, bat und bettelte um Wasser, ober erhielt keinen Trapsen. Um lAZ Uhr treten sie den Rückweg an, alle zu Fuß. Der Dieb halle Stricke um den Hals und die Hände. Er warf sich immer wieder zu Boden und sagte, er sei am Ende, er wolle sterben. Aber dos sei nur Verstellung gewesen, verst6)erten die Mongolen. Er sei ein durchtriebener Gauner und habe gar nicht daran gedacht, zu sterben: er wollte nur am Leben bleiben und anständigen Leutzm die Kamel« stehlen. Als Larson davon hörte, meint« er, die Mongolen hätten den Spitzbuben im Sande liegen lassen sollen— er sei ja selbst aus eigenein sreien Willen dortbin gegangen. Ich war sedoch{roh. daß sie ihn mll sich genommen hallen: denn sonst hätte er denselben Schwindet mit Nonns und Puans Kolonne versucht. Als es dunkel wurde, marschierten st« uoch ein gutes Stück weiter, damit niemand sehen könnte, wo sie lagerten— wenn sie es wirklich mit einer ganze» Bande zu tun hätten. Noch Waise? gruben sie vergebens, und ihr eigener Vorrat-war zu Ende, Die Weidc gogegen mar gut, und die Kamele durften in der Näh« frei grasen. Der Gefangene lag straff gebunden aus der Erde. E? erklärte, die Stricke schnitten ihm die Handgelenke ein, und bat, seine Fesseln etwas ,zu lockern. Da auch Malle Fürsprache für ihn ein- legte, ließ Serot sich erweichen und band die Stricke etwas lockerer. Allmählich machte sich nun die Müdigkeit geltend, und die Mongolen schlummerten einer nach dem anderen ein. -Wer ober nicht schlief, da» war der Dieb! Er bemitzte die Gelegenheit, seine Handfesseln mit den Zähnen zu zernagen und schlich sich, wahrend seine Wächter schlicsen, davon, leise wie eme Katze in der dunklen Nacht. Zufälligerweise erwachte Serat und sah, daß. der Platz des Gefangenen leer war. Er schlug Länn und (Sven Medin, Auf groBer Fahrt, Verlag F. A. Drockliaus) kder ä)ieb wird eingebrechl. eilte sogleich der Spur nach. Matte war so klug, gerodeswegs nach der Senke zu lausen, und richtig, dort stieß er auf den Flüchtling Da diel er sich nun zum zweitenmal ertappt sah und wohl glaubte. jetzt würde er bestimmt erschossen, entschloß er sich, den Komps auf Leben und Tod zu wogen, warf schnell seinen Pelz ob und ging aus seinen Gegner los. Motte gestand später ein, daß er sich in diesem Augenblick vor dem wilden Blick de? zu allem entschlossenen Mannes gefürchtet hätte. Er konnte gerade noch nach Serat rufen, als ihm der Wte schon auf den Leib rückte. Auch Matt« war sich klar, daß es ums Leben ging. Cr nahm all« Muskelkraft und Gewandtheit zusammen und versetzte dem Kerl mll der rechten Faust einen Schlag mitten ins Gesicht- noch eh« der zum Schlagen gekommen war. Betäubt fiel der Dieb hintenüber, nun war es leicht, ihn zu über» wälligen. Es war mittlerweile 144 Uhr morgens geworden. Di« Mongole» fessellen den Allen jetzt so stramm, daß seine Hände bläu onschwolfcu, Bei Tagesgrauen machten sie sich wieder auf den Weg. Als Serat und Matt« ihren Bericht erstattet hatten, dankt« ich ihnen für ihr« Leistung und schrickt« jedem 30 Dollar. Lato und Menta, die sich auch abgemüht hatten, des Diebes hasthaft zu werden, echielte».jeder 23 Dollar � I Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. l-SöU Zeitfazungen- wn Acloff LeAnsrt (5. gonsetzung.) Mala hieb Reiuttiierflerjch in«tinle unb tat es in ben Topf, und wahrend er die Hunde futtert«, wurde es zu ge- kachtem Fleisch und herrlicher Suppe. Alle aßen mit Wohlbehagen, aber Iva rührte das Essen nicht an. Nachher stand sie aus, zog sich die Stiefel an und ging hinaus, um den kleinen Topf zu holen, den Mala gebrauchte, wenn er seine Schlittenkufen schmiert«. Da hinein tat sie Schnee, schmolz Wasser und kochte Fleisch Di« andern sahen zu, als wäre es etwas Alltägliches, aber Mala merkte, wie das Herz ihm schwoll. ,Lßt du hinterher?" fragte er, machte sich ober nichts aus der Antwort. „Vielleicht, das weiß ich nicht. Ich koche nur ein bißchen Fleisch." Mehr wurde mcht davon gesprochen, aber von diesem Tage an gizg Iva, die neues Leben in ihrem Innern gespürt hatte und ihre Leibesfrucht vor allen Gefahren schüßcn wollte, bei den Mahlzeiten stets mit dem kleinen Topf in der Hand fort, holte Schnee für sich und genoß nichts von dem Essen der andern. Mala bog in den großen Fjord Malugsitak ein, der dicht am Ziele war. Auf der ganzen Reis« war er voller Weisheit gewesen, hatte den Knaben von den Stellen erzählt, wo sich gut jagen ließ, und hatte ihnen Gegenden gezeigt, wo der Schnee immer unweg- sam nxir. Die Knaben lernten viele Weisheiten von ihrem Vater. Nvch zwei Nächte, und sie sollten bei den Schiffen sein. Der Vater kannte das Land und sagte es ihnen ruhig. Keiner durfte glauben, daß er selbst nicht gleichgültig war. Keiner sollte wissen, daß es für ihn spannender als alles andere war. War er doch gewohnt, an seinem Wohnplaß.zu herrschen und für alle zu denken. Er grübelte so stark, daß er nachts nicht schlafen konnte bei dem Gedanken an das schiff mit den weißen Männern, den Büchsen unh all den andern Kost- barkeiten. III. Da lagen die Schiffe. Zwei mächtige Fahrzeuge. Es waren ganze Felsen, die man sah, und am meisten imponierten die acwal- tigen Holzstöcke, die in die Luft ragten. Sie waren höher als die Inseln, an denen die Schisse lagen, und keiner konnte an den Reich- tümern der weißen Männer zweifeln, die Holz tn einer Länge und dicke besaßen, wie Menschen es nie geahnt hotten. Keiner sag�e etwas. Aber hatte Iva heute nicht die neuen Sackstiefel, hatten die Kinder nicht die feinen Hosen angezogen, und erkannte man nicht aus dem gedampften Ton, in dem olle sprachen, welche Spannung über ihnen lag? Es y>ar gut, daß Mala die ganze Familie beün Schlitten zu» sammen hatte, als sie über dem Hügelkamm austauchten. Es na? so schwer, den steilen Hang hinaufzukommen, obwohl die Schlitten- spur zeigte, daß Menschen hier gefahren waren! aber das Gefühl, daß Leute in der Nähe waren, hatte sie enger aneinaitder geknüpft. Es wäre schlecht gewesen, wenn die Kinder vorausgelaufen wären. Jetzt war er der erste, der die Schiffe weit draußen im Fjord sah, und so konnte et seine Ilcberlegenheit zeigen, indem er ganz still sagte, daß sie dort lagen, und hierauf� den zerrissenen Strang des großen Hundes in Ordnung brachte. Sollte der Groß- sanger und Hausherr an seine Zugtiere nicht mehr als an ein paar elende Schisse denken? Aufregung, wie Kinder und Frau sie zeigten, lag ihm fern. Keiner konnte ihm etwas anderes ansehen, als daß er täglich Schiffe l sah und so oft Handel trieb, daß er kein besonderes Interesse mehr für ihn hatte. Die Knaben wurden eifrig und fragten. Ob es viele weihe Männer wären, ob die großen, oufrechtstehenden Bäume umgelegt � wenden könnten, und ob die Schisse aus Holz gebaut wären, oder ob das, worauf ntan ging, Stein war� Alles törichte Fragen, pie Mala leicht beantworten konnte, und dazu schüttelte er den Kopf und lächelte nachsichtig. Es war ihm auch nicht unlieb, die Ungeduld der andern zu sehen, so daß er die Schnelligkeit tur erhöhte, um! sich ihnen zu fügen. Es gab keinen Grund, voranzugehen und den Hunden den Weg zu zeigen. Alle setzten sich auf den Schlitten, und fort ging es. Bald gelangte man auf das Eis. Hier kamen Men- scheu angefahren, ein Mann mit seiner Familie— Menschen, die vielleicht daran denken mochten, mit den weißen Leuten zu handeln, wenn diese geben wollten, was man verlangte. Auf einer Landspitze hatten sich viele Menschen niedergelassen, es wimmelte von Schneehäusern, als Males Schlitten sich näherte. Hier war Leben. Die Hunde heulten, und Kinder liefen herum und spielten. Als Mala am Eise halt machte, sich letzt« und die Nieder- lassuny mit den vielen Menschen anlächelte, kamen sie alle herbei- gestürzt. Es waren Menschen, die die Ankömmlinge mit ihrer Eleganz und Lebensart überwältigten. Ein paar trugen Hüte, zwei von den Männern gingen mit Hemden aus dünnem hellen Stoff. Alle hatten Pfeifen im Munde und rauchten. Und rings umher lag Holz, so daß man sah, daß viele Menschen in Verbindung mit den weißen Leuten standen. Es blieb Mala nichts übrig, als seine Würde in Schweigen zu verkapseln, während er sein Gespann mit Hilfe der Männer des Platzes durch das Schraubeis zur Niederlassung steuert«. Da waren Arola und seine Frau, Minit, da waren Kritlok und Akrat, alles Menschen, denen Mala überlegen war. und die sich oft über seinen Fang und das, was für sie abfiel, gefreut hotten: ober dennoch fühlt« er sich unsicher. Was kann ein Mann wn. der zu Menschen kommt, die Hemden, Hüte und Hosen aus dem Land der weißen Männer tragen und dazu einen Rauch um sich machen, daß er ihre Gesichter fast versteckt? Iva war schon zu einem Schwätzchen in ein Haus gegangen. und die Kinder gingen mit ihr, stumm vor Verwimderuug über olles, was sie sahen. Siill begann Mala sein Haus neben den andern zu bauen. Hin und wieder chslf ihm einer, und Akrat kam mit'einem Messer. stellte sich in den Hausring und mauerte out ihm. Ein großes, ein herrliches, ein festliches Haus, aus großen, mächtigen Blocken. All« Neugier wurde bezwungen von der Mühe,«in feines Haus zu bauen, und'Akrat. der vor Neuigkeiten beinahe platzte, kam nicht zum Erzählen. Mala verstand es, interesselos zu tun. Es sollte ein .Haus gebaut werden, keiner wußte, ob er morgen nicht weiter zog. Als das Haus fertig war, zogen sie mit der ganzen Schlitten- ladung eilt. Nur das Fleisch wurde auf ein Gerüst vor da» chem» gelegt. Wenn die Männer des Schiffes hier vorbeikamen, konnte es nichts schaden, wenn sie sahen, daß hier ein Mann wohnt«, der mit einer schweren Ladung von im Sommer gefangenem Fleisch von weither gekommen war und doch noch etwas übrig hatte. Plötzlich kamen die Knaben gelaufen und blieben vor dem Vater stehen, während er«inen kleinen Vorbau an das größer« Haus mauerte. Drei weiße Männer kamen über das Eis zu den Schnee- Häusern gegangen. Mala warf ihnen einen flüchtigen Blick zu. schnitt einen Block los und setzte ihn an Ort und Stelle, denn es inter- slsiert« ihn nicht, daß die weißen Männer geradewegs zu feiner Wohnung kamen. „Hollo," sagte einer von ihnen.'„ein neuer Eskimo. Welche Menge Fleisch und Säcke der Mann hat!" Er trat näher und befühlte die Säcke, öffnete einen van ihnen und sah, daß es Fuchsfelle ivorcn. Mala baute weiter, nur die Knaben betrachteten die merk- würdigen Männer. Di« waren so hoch und schlank und hatten rötliche Gesichter. Zwei von ihnen hatten große Vörie, und ihre Rede klang, wie wenn der Fuchs im Frühling in den Bergen ruft. Wenn sie lachten, klang ihr Lochen wie Weiberlustigkeit. Dies waren wohl Männer, vor denen man sich eigentlich fürchten mußte. Ihr« Gesichter waren unverständlich. Ihr Gang war merkwürdig. Die Knaben hatten viel von den Kravdluitaken gehört, und hier sahen sie sie nun leibhaftig. Es war am besten, zur Mutter hinein- zulaufen, damit sie den Männern nicht durch ihr Benehmen miß- fielen. Mala baute dos Haus fertig. Er war ein Fänger, der sich nicht von diesen weißen Mannern beeinslussen ließ. Hierauf trat er zu seinem Schlitten, nahm einige Harpunenleinen, band sie zusammen und warf sie in seinen Vorbau. Er nahm den Vorspannriemen vom Schlitten, ja, er war ein Mann, der seine Arbeit kannte. Einige weiße Männer, die dabeistanden, ginge» ihn nichts an. Latz sie nur dastehen mit ihrem merkwürdigen Lochen, laß sie nur die Fuchspelze sehen, die bekommen sie nicht ohne hohe Bezahlung. Mala fühlte sein Herz klopfen. Wann sollte der Handel be- ginnen? Hier ging es wohl nicht so leicht wie das vorige Mal, als Iva die Frau des großen Mannes gewesen war. Während er an ZUsselsprung. — ek— Mittwoch. 20. Februar. Berlin. 16.uj Dr. Aloit Dcmpi, Bonn: Cpockeu der moderotn Suauentviddung. 16.30„Der Traum, ein Leben." Dramatische« Märchen Tön Frapf örillparjer. 18.10 Dr. Kart Thoraalla; Zur»Roichr-UniallverhUruneswocbe vom?< Fehroar bis 3. Märr. 18 Ji Dr. Sltciried Mauermann: Vorläufer des Westcnropäismus. 19.00 Kunstfreunde und Kunstbesita.(Am Mikrophon: Walter Bondy und Helmut Jaro Jaretzki.) 19.30 Hans-Bredow Schnle. Werner Sombart: Die Rationalisierung des Wirt- sebaftsiebens. 20.00 Abendunterhaltung. Mitwirkende: Johanna Ewald, Max QUIstnrtf. FriU Kampets. 21.00 Konae. t fö- Violine mit Orchester, op. 35. von P. Tschafkowsky.(Sapa- nowäki. Violine. Berliner f unkorebester.) 21.30 Heina TleBco; KlarvierstOClje. op. 37(Uraniführung);(.Franz Oaborn. Klavier.)— Lieder.(Robert Korst, Bariton; am Flllgei: Franz Osborc) AnaehüeEend: Presse-l'i.isehan AnsehüeBerd bis 0.30 Tanzmusik(Karüle Otto Kermhach). Roajgtwuslerhanspa 16.0P Oefc, Rat Dr bchmidt: Die taue Reireprtifuagaordnuat 16.30 NaChmlttagskonzert von Hamburg. 17.30 Peter Oraßruanu, M. d. R.: Arbeiter inter essen und Reparationalaaten 18-00 Hans TeBmer: Karl Schbnherr. 1840 Frangejiseb für Fortgatchritteae. 18 JS Dipi.-Ing. F. Outke: Werkmelsterlehrgang für Facharbeiter; Betriebsver- hältnlsse und Antriebsmittel bei Werkzeugmaschinen. 19 Jü Prof- Dr. Hans Mersmann: Einführung In das Verstehen von Musik- 20.00 SonderveraastaltEng für den Deutstblandsender, Ost- und WestpreaSen- Abend. fljOO UeMihatieegaeitik tss dea BoM Caplwado(Xapeat QecoZ. afl da» daihte. hrriften die««iße» SMimer sich tn», fachte"«dj» mala und gingen tu Arolas Haus. Arola hatte hier wohl die Uebsrmacht, er konnte dt« merk- würdige Sprache, war mehrer« Jahre lang weit unten ftn Süden gewesen, mit einigen Männern, die nach ihrer eigenen Heimat zogen, wo Menschen auf großen Strömen das Land befahren, und wo die weißen Männer stets mit Büchsen bereit sind, zu kämpfen und Feined in großer Zahl zu töten. Dort halle Arola drei Jahre lang gelebt. Minik war mitgewesen und in all der Zeit in so hohem Maße einzige Frau unter vielen Männern gewesen, daß sie seither kein Kind mehr gebären konnte. Mala halle zwar gehört, daß die Herren der weißen SDlönner zornig auf Arola wegen seines verwerflichen Benehmens waren, und viele sagten von Ihm auch, daß er unzuverlässig sei. Er war ein weitgereister Mann, der die Wahr- heit zu reden vergessen hatte, aber hier Halle ihn seine Fähigkeit, die Sprache der Fremden zu sprechen, zu einem großen Wann gemacht, denn die weißen Männer waren in sein Haus gegangen. Mala hört« merkwürdige Reden drinnen, durch die Wand tönte ein merkwürdiges Singen. Wala fühll« ein« unendliche Traurigkeit und ging zu Iva hinein. Da saßen Orsokidok und die Kinder und sollten gleich essen. Sehr hungrig waren sie nicht, ein seltsames Ge- fühl kam in ihnen auf, denn wo waren der Tee. die Kekse und die andern merkwürdigen Gerichte, die zu den Schiffen gehörten? Iva hotte prächtiges, frisches Renntierfleisch gekocht und nähin ein paar Moschusochsenhörner zur Suppe. Alles war. wie es zu fein pflegte, und das verstimmte Mala. Plötzlich aber fuhr der Geist des Willens in ihn. er richtet« sich auf, trat vor fein Haus und rief über den Bauplatz. „Ojill! Ojill!" Hierauf befahl er den Knaben, die Nochbant zu rufen, da es gekochtes Fleisch zu essen gäbe. Ein Mann mit Lebensart und Fleischnorrüteu war nach der Ansiedlung gekommen. Die Knaben liefen hinaus, bei jedem Haus meldeten sset „Es gibt gekochtes Fleisch bei Mala." Die Nachbarn kamen gleich herbei, jeder mit einem Messer, das er in der Hand hielt. Arola kam, Akrat kam und Kritlak kam und mancher andere, und Mala sah auf der Pritsche, die schön mit feinen, herrlichen, weichen und wohlgegerbten Fellen belegt war, und Fleisch log in Mengen zum Auftauen aus der Seitenpritsch«. Wasser stand in einem mächtigen Behäller aus Walroßhaut. Es war ein neues Haus bei neu Angekommenen, und deshalb gab es einen Schmaus. Plötzlich verdunkelte sich der Eingang, und ein sonderbares Gefühl überkam den Wirt des Hauses. Einmal und noch einmal und zum drittenmal tauchte ein Mann in dem Eingang auf. Es waren die drei weißen Männer, die auch durch die Rufe herbeigelockt waren. Arola halle ihnen erzähll, daß es einen Schmaus und gekochtes Fleisch gäbe. Das hatte Mala gar nicht berechnet, und ein Gefühl von Unsicherheit überkam ihn. Wie mußten solche Leute behandelt werden? Iva wies auf die Pritsche und hieß sie nieder- sitzen, sie setzten sich und sprachen miteinander, lächelten Mala aber nur an, und die Knaben, die sich die Stiefel ausgezogen hatten, saßen schüchtern hinter der Mutter. sFonietzung folgU Kreuzworträtsel. 'Ba gerecht: 1. Südseespeis«: 7. afrikanischer Staat: 14- Fenstervorhong! 16. Sportausstellung: 17. alter Mann: 18. mäiml. Vorname: 19. Filmdiva: 20. wintert. Tummelplatz: 21. Pferd: 22. Brettspiel.— Senkrecht: L Speise: 2. Zähl: 3. Getränk: 4. landwirtschastl. Gerät: 5. Dramenfigur; 6. abgekurzier Mädchenname: 7. Zeiteinteilung: 8. tleinasiat'scher Berg: 9. Bündnis; 10. Gaststätte: 11. Wild; 12. Kleiderdesett; 13. Mädchenname: 14. nicht hungrig: 15. abgekürzter Mädchenname.• Küllrätsel. Die Buchstaben � EfcELLlöVSEIIHllllcOIa LLLNNNNNNOÖPBBBE RRSSSSSSTTWZZ sind an Stelle der Punkte so einzuordnen, daß sich Wörter folgender Bedeullmg ergeben: I. Wohlschmeckende, gute Tropfen, 2 Folge von Mißernten, 3. Landbesitzeintellung, 4. Turn- gerät, 5 Schilsdickichte in den Tropen. 6. Altdeutsche Sage, 7. Inneres Organ vom jungen Rind, 8 Schaden- bringender gewaltsamer Vorgang.— sd. (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Wogerecht: 2. Lea: 3. Oliva; 9. Lost: 10. Tell: 11 Libanon; 12. Irak: 13. Nabe: 14. Ritze: 15. Weh.— Senkrecht: 1. Weihnachten: 3. Optiker: 4. Antonie: 5. Almin; 6. Islam: 7. öeiwu; 8 Aller. Rösselsprung: Ohr und Auge sind die Fenster lind der Mund- die Tür ins Haus. Sind sie all« wohl verwahret, Geht nichts Bös«? ein und aus. Silbenrätsel: 1. Dordonellei», 2. Zllpenrvsc, 2 Sechsundsechzig. 4. Fcrg«, 5. Rienzi. 6- Elias, 7. Zmprimatur. 8. Eiion- gießerei, 9. Ulmronzoit». t6. Aconftum. 11. Helene, 12. Capp.'ond, 1? Rckfiimotion, 14 Eutevei, 15 Eholenllropiev, 16. Tapisserie, 1?. llptysch, 18. Sinai. 19. Tagore, Zl). Draz. 21. Jlöndos.— Das frei« Wahlrecht ist das Zeichen, in dem wir siegen. Einsetzrätsel: Ruß— eand—Mcmn, San— Obst— Baum, Raub— Tier—Arzt. Brust— Tee— Sieb. Kumt Eis— Behn. Drei— Rad— Fahrt, Fuchs— Jagd— Hunb, Treu— Eid— Schwur(Lotterie). Die sehlende Mittelsilbe: Silbe di.— Indigo. Radio, Edison,.Ferdinand, Prsdizer. Budiker. Kardinal, Medium, Konditor, Uäot. Gaudium. Medina, Podium. Lydia. N«rw«»dlu«g: ylfad«. Lied««. Rätsel-Ecke des„Abend". UNO....... . ÜNG-..... •»••• ••• U N G•.••. •••• G• ♦• •••••UNG*« ...... IT N G. ....... ÜNO 1. -#{« SUriuifuurV. Abt. Prenzlau«« 9ag. 9et chei»- abeni am-EonnerstM, 2L ffttnm, finirt nicht statt. Wir beteiNgen uns on bnn S?»ctraa5ab«nb res Iu-i-rdamtes Prenzlauer Berg im?ltzimssiaoI fo«» Siger<5tr. 61. Beginn 20 Uhr. gt®S.. rNidrsten�reptor,. Sonnabend, 28. iZebriKrt. 20 Übt, tm Jugend- beim R-Ichenberger Str. 66. Vortrag:„Wir und bft freien Gewerkfchaston'. Referent Genosse Eugen Ernst Bringt die BunbesbNcher miti fettitS für Arbeiterspo-t und flBtvnsflM«, 18. Bezirl. Sitzung Mittwoch, 20.(febrixar. 20 Übt, bei MLller. Sinbenallee 4. Teuni».Z!l>t Such. Berlin f-bocken). Sitzung aller Svieler und Spieler! NN?» um 20 Uhr im alten Patzenboter, Landsberger Allee 166. Rnder. und«annuerein itii. Bootshaus: Rahnsdorf. Sitzung Donner- tag, 21. Februar, 20 Uhr, im Restaurant ,Lur Sonnenuhr". Am Sberbaum o 32m Mitsrieder»erden anfgenoemnen. � iMtiSpfger (Bezirk$üden~Weflen. Warum kaufen A die meisten Leser ihre NÖb©I beim Tischlermeister Julius Kiwi/ Berlin N C h a u ss««st r« Se so Weil ich Ihnen Vorteile biete in Mustern, Qualitäten, Preisen und Zahlungsbedingungen. Darum besichtigen _ Sie beim Einkauf ohne Kaufzwang meine Ausstellung von W»aaaW>>WWWWWW>W 200 Musterz-Immem. 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