BERLIN Freitag 1. März 1929 Der Abend Erfdelattistid enter*** test. Sugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis Beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW68, Lindenftr.3 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 102 B 51 46. Jahrgang. 6. Ruzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postfcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Das geheime Kriegsprotokoll. Einzelheiten aus dem Militärpakt Frankreich Belgien. Der Chefredafieur des Utrechtsch Dagblad" Dr. Ritter teilt mit, daß er vor der Veröffentlichung des belgisch- franzöfifchen Militärab tommens mit fünf in hohen amtlichen Stellungen tätigent Bersönlichkeiten über die Echtheit der ihm vorliegenden Dokumente gesprochen habe. Sie hätten sämtlich die Veröffentlichung angeraten. Das ihm vorliegende Dokument stellt das Prototoll einer zusammenfunft belgischer und französischer Militärs Dom 7. bis 12. September 1927 dar. Es fei auf amtlichem Papier geschrieben, mit den Namen der Teilnehmer unterzeichnet und mit dem Siegel des belgischen Kriegsministeriums versehen. Dr. Ritter erklärt, er hätte die Echtheit bezweifelt, wenn man ihm den angeblichen Originalvertrag vorgelegt hätte, non dem vielleicht mur zwei Exemplare vorhanden sind. Aber von dem Prototoll der Besprechungen habe jeder Teilnehmer ein Exem plar erhalten. Der Tert des belgisch- französischen Bertrages von 1920 ist in dem Protokoll enthalten. Im Anschluß an die einzelnen Artikel desi Bertrages finden sich die Ausführungen der franzöfifchen und belgischen Militärs. Zu Artikel 1 wird wieder Bezug genommen auf die britisch= belgische Konvention vom 7. Juli 1927, die es erlaubt, für Belgien immer nur mit der Möglichkeit von zwei Gegnern und für Frankreich immer nur mit der Möglichkeit von dreien zu rech nen. Wer auch immer der Gegner fei, gegen den das eine oder andere der beteiligten Länder zu fämpfen hat, immer mird ber Vertragskontrahent intervenieren. Zu Artikel 2: Oberst Miehen wirft die Frage eines holländisch belgischen Krieges auf, dem Deutschland fernstehen mürde, und fragt, ob auch für diesen Fall die Militärfonven tion zugunsten Belgiens in Kraft tritt. Der General Blavier antwortet, daß die Entscheidung in dieser Frage von zwei Faktoren abhänge: 1. der Haltung Deutschlands auf diplomatischem Gebiet und 2. dem Ursprung des Angriffs. Weiterhin wird dann zu Artikel 2 ausgeführt, daß ja immerhin aus dem Berhalten der holländischen Schelde- Polizei irgendein Angriffsgrund fonftruiert werden könne, daß man also letzten Endes immer von einer Aggression reden könne. Zu Artikel 3 ist vorhanden ein Exposé über das, was im BerTaufe der Konferenzen der General Erz. Galet ausgeführt hat. Darin werden die Konzentrationspunkte der belgischen Armee für den Aufmarsch aufgezählt. Zu Artikel 4 liegt ein Erposé vor, das der belgische General Galet auf Anfrage des französischen Generals Bineau im Verlauf der Konferenz gab. Danach wird die belgische Armee in dem Augenblick, wo die Heeresreform endgültig ausgeführt ist, folgende Kontingente um fassen: Zwölf Infanterie divisionen je zu drei Regimentern, je zu fünf Bataillonen, insgesamt also 180 Infanteriebataillone; vier Ravalleriedivifionen je zu drei Regimentern in fechs Gruppen, insgesamt 72 Kavalleriegruppen, die verstärkt werden durch zwölf Gruppen berittener Maschinengewehrabteilungen; 54 Artillerieregimenter je zu zwei Gruppen, insgesamt 108 Artilleriegruppen; vier Radfahrregimenter je zu zwei Bataillonen, acht Pionierregimenter, darunter eins mit Fahrrädern, zwölf Maschinengewehrbataillone je zu 12 Rompagnien, insgesamt also 144 Rompagnien, darunter acht Kompagnien auf Fahrrädern; dann fechs Luftschiffahrtsregimenter, jedes zu sechs Geschwadern; vier Tankwagenfompagnien und zwei Gruppen Heeresartillerie. Die Reform soll bis zum Jahre 1934 oder 1935 durchgeführt sein. Im Protokoll find zu Artikel 4 weiter genaue Angaben zu finden über den Anteil, der der Eisenbahn bei der Mobilifierung zufallen würde. Auf Anfrage des französischen Generals Bebenen wird von belgischer Seite mitgeteilt, daß Deutschland im Augenblick über 25 353 Lokomotiven, England über 23 395, Frankreich über 17 665, die Niederlande über 1348 und Belgien über 4645 Bokomotiven verfügten. Was aber Belgien betreffe, so gehörten diese Maschinen 56 verschiedenen Typen an; jedoch werde man in Kürze die Inpenzahl auf 38 reduzieren können. Es folgen dann ganz detaillierte Angaben über den Ausbau des belgischen Stredennehes sowohl nach der Ostgrenze wie nach der Nordgrenze. Der General Galet bemerkte dazu, daß sowohl vom technischen wie vom finanziellen Standpunkt aus Belgien mit besonderen Schwierigkeiten zu fämpfen hätte, um dieses eisenbahntechnische Programm in die Wirklichkeit umzuseßen. Schwierig oder nicht, antwortete General Debenen, die französisch- belgische militärische Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn man dieses Problem realifiert. Es ist eine dringende Notwendigkeit. Jede französische Kon( Fortfehung auf der 2. Seite.) Zu Eberts 1120 Gedächtnis Das Reichsbanner Schuvarz- RotGold reranstaltete am Donnerstag eine würdige Gedächtnisfeier für den ersten Präsidenten der deutschen Republik. Der sozialdemo kratische Abg. Robert Schmidt hielt die Gedenkrede. Gesandter Preger abberufen. Weil Held mit ihm unzufrieden ist. München, 1. Februar. Det rechtsstehenden Münchener Zeitung" wird über Berlin mit aller Bestimmtheit berichtet, daß ein fester Beschluß der bayerischen Regierung vorliege, den bayerischen Gesandten in Berlin, v. Preger, abzuberufen. nur über den Zeitpunkt der Abberujung sei, noch keine Beftimmung getroffen worden, um nicht den falschen Schluß zuzulassen, Herr von Preger sei wegen der befannien Borgänge der lebten Woche feines Postens enthoben und somit ein Opfer der Unffimmigtelfen zwischen München und Berlin geworden. In Wirklichkeit feien die Gründe grundsätzlicher Natur, und es lägen auch die Anfänge der Münchener Unzufriedenheit mit dem Wirken der bayerischen Gesandtschaft in Berlin viel weiter zurüd. Man habe schon lange in der bayerischen Regierung den Eindruck einer unzulänglichen Bertretung und Unterstützung der bayerischen Politif in Berlin, zumal feit dem Kampf Bayerns um feine staatliche Existenz und um sein staatswirtschaftliches Lebensrecht immer härtere Formen angenommen habe. Es wird bezweifelt, daß Herr von Preger die Bedeutung gerade dieser Verhandlungen innerlich so mitfühle, wie es zu wirkungsvoller Vertretung unbedingt notwendig sei. Da auch die bayerische Wirtschaft die Besonderheit ihrer Cage nicht energijch genug in Berlin vertreten sehe, würde es auch von dieser Seite gern gesehen werden, wenn eine Aenderung des bisherigen Zustandes einträte. Diese Abberufung tommt einigermaßen überraschend, um so mehr, als Herr v. Preger bisher jede reaktionäre Laune der Münchener Regierung amtlich vertreten hat. Man nimmt trotz allem an, daß seine Zustimmung zur Veröffentlichung des Held- Interviews ihn in Ungnade gestürzt hat. Da wirkt das Beispiel von 1908 nach, als wegen des bekannten Kaiser- Interviews auch ein Geheimrat aus dem Auswärtigen Amt in die Wüste geschickt wurde, Bülow und Wilhelm aber lächelnd und grollend auf ihren Pläzen blieben. Der Reichstag wird vertagt. Nächste Sitzung am 13. März. Der Weltestenrat des Reichstages beschloß heute, um dem Haushaltsausschuß Gelegenheit zur beschleunigten Beratung des Nachtragsetats zu geben, die nächste Woche völlig jigungsfrei zu lassen. Die nächste Sihung des Reichstags findet am 13. März statt. Auf die Tagesordnung fall die erste Lesung des Reichshaushalts 1929 gejetzt werden. Die Beschwerden der kommunistischen Abgeordneten Stoeder und Torgler gegen ihre Ausweisung aus der Reichsfagsfihung vom 28. Februar wurden als völlig unbegründet abgewiesen. Der Geheimpakt. ( Fortsetzung von der 1. Seite.) zentration in Belgien wird im Durchschnitt um 13 Stunden verzögert angesichts der vollkommen unzulänglichen Eisenbahnverhält nisse in der Provinz Luxemburg. In Artikel 5 werden Einzelheiten über fünftige Operationen gegen Deutschland bekanntgegeben. An einer Stelle heißt es: Die im Jahre 1922 angenommenen Richtlinien werden aufrechterhalten, was die Dperationen der französischen Truppen in Richtung von Cannstatt und Heidelberg andererseits betrifft. Dasselbe gilt für die festgelegten Stellungen der französischen Truppen in Belgien( erste Linte Spa- Bielsalm- Bastogne- Martelange). Dazu bestimmt die britte belgische Konvention vom 7. Juli 1927, daß der Plan einer französisch- belgischen Offensive in Richtung der Ruhr erneut studiert werden müsse. Bei Artikel 6 heißt es, daß der belgische Oberst Michem Klage führt, daß er vom zweiten französischen Bureau schlecht über militärische Dinge unterrichtet werde. Kommunisten unter sich. Kriegsberichte aus fommunistischer Quelle. i in Hamburg- St. Pauli von den Teddyleuten nicht mehr zu beruhi Seit der Wittdorf- Thälmann- Affäre ist die Straßenzelle 514 gen. Ganz wußte das Schlußwort nicht anders zu beginnen als mit der Wiederholung der Provokation, die er an diesem Abend schon vier bis fünfmal vom Stapel gelassen hatte, daß, wenn er an dem fraglichen Abend, an dem die Genossin M. referierte, zehn Minuten früher anwesend gewesen wäre( wahrscheinlich mit einem RFB.- Rollkommando), er alles zum Klumpen gehauen hätte und feiner lebend das Lotal verlassen hätte. Das wiederholte Geigen auf dem Geduldsfaden der Mitglieder brachte diesen Faden zum Reißen. Eine Genoffin sprang auf und spudte dem Provoláteur voll Empörung ins Gesicht. Im Nu entstand ein allgemeiner Tumult. Mit Stühlen wollten ihm die Zellenmitglieder zu Leibe gehen. Nur durch das Dazwischentreten derjenigen Genossen, die Ganz vorher auf die Schmutzigste Weise beschimpft hatte, tonnte er das Lotal mit hellen Knochen verlassen. II. Am Sonabend und Sonntag sprach Brandler in Hamburg Die zu Sonntag einberufene größere Bersammlung versuchte ein Rollfommando der Teddygarde zu sprengen. hausten wie die Bandalen. Sie drangen durch die Pfört nerwohnung in die Schulaula, in der die Versammlung tagte. 3uvor zerstörten sie in einem Klassenraum der ersten Etage Stühle und Tische, um sich damit auszurüsten. Stahlruten mit Schraubenmuttern und Bleirohre sowie Dolchmeffer wurden den Eindringlingen weggenommen, nachdem sie eine Anzahl unserer Genossen blutig geschlagen batten. Der Ueberfall wurde von den Bersammelten abgewiesen. Darauf forderten die ,, Helben" von der Polizei, die der Pförtner der Schule angerufen hatte, die Auflösung der Brandler- Bersamm. Kung. Die Organisatoren waren Johannes Walter, der sich bei der Polizei mit seinem Bürgerschaftsausweis legitimierte, und Don der Rhenht, die von der Polizei die Auflösung der Versamm. lung forderten. Als wir trop der Mahnung der Polizei weiter tagten, löfte die Polizei auftragsgemäß unsere Bersammlung auf. Aus ,, Gegen den Strom. Organ der KPD.( Oppofit.)" Herausgegeben von A. Thalheimer und Genossen. Großes Los in Berlin. Zwei Hauptgewinne der Klaffenlotterie nach Berlin gefallen. Die Berliner haben diesmal Glüd. In der fünften Klasse der Preußisch- Süddeutschen Klaffenlotterie find gestern und heute zwei Hauptgewinne gezogen worden, die zum größten Teil in Berlin bleiben. Heute vormittag 11 Uhr wurde der 300 000- mart- Gewinn auf die Nummer 138 122 gezogen. Die glücklichen Gewinner wohnen zum Teii in Berlin und in Landshut. In Berlin gewinnen vier Familien, die je ein Biertellos gespielt haben. Es scheint, als ob diesmal bas Glück wirklich zu jenen gewandert ist, die es gebrauchen können. Alle Losinhaber wohnen im Norden Berlins. Die zweite Abteilung ist in Viertellosen in Landshut gespielt worden. Jede Familie wird nach allen Abzügn 60 000 m. ausgezahlt erhalten. Der gestern gezogene Hauptgewinn von zweimal 500 000 m. auf die Nummer 147 519 ist sogar in beiden Abteilungen nach Berlin ge fallen. Die Gewinner der ersten Abteilung wohnen im Zentrum Berlins, in der Nähe des Alexanderplaßes, und haben in Viertellosen gespielt. Jeder wird also, wenn die Ziehungsgewinne Anfang März ausgezahlt werden, mit einem Banktonto von 100 000 Mart aufwarten können. Die Gewinner der zweiten Abteilung wohnen in der Nähe des Halleschen Tores; die Nummer wurde in acht Achteln gespielt. Acht Familien werden je 50 000 m. erhalten. Die Ziehung wird bis zum 14. März dauern. Die beiden Prämien von 500 000 m. harren noch der Gewinner, auch ein 300 000- Markund zmei 200 000- Mart- Gewinn warten noch. Tragödie eines Wiener Arztes. Prof. v. Pirquet mit seiner Frau vergiftet aufgefunden. Der berühmte Wiener Kinderarzt Prof. Dr. v. Pirquet, deffen Name in aller Welt bekannt ist, wurde heute nacht mit feiner Gattin vergiftet aufgefunden. Die Wiener Blätter melden, daß die Annahme, es handle sich nicht um einen Unfall, sondern um ein freiwilliges Scheiden aus dem Leben immer mehr an Wahrscheinlichkeit gewinne. Bie ein Blatt aus Bekanntenkreisen Birquets erfährt, hat er gestern nachmittag seinem ersten Assistenten und Freunde, dem Professor Robel, sein Testament ausgehändigt, wie er es ftets vor fängeren Reisen zu tun pflegte. Schon vor zwei Jahren soll Pirquet einen Selbstmordverfuch unternommen haben, der aber miß lungen war. Er sprang damals aus dem Fenster seiner Wohnung und brach sich beide Beine. Es hieß damals, daß er durch einen unglücklichen Zufall aus dem Fenster gestürzt sei. Im Schnee verhungert. Von der Mitwelt abgeschnitten.- 25 Menschen verhungert. Es Aus Agram wird telegraphiert: Am Donnerstag ge-| Kälte und heftige Stürme ein, die die Verkehrsabwicklung lang es, zu dem Dorfe 3avaje bei Karlstadt( Jugo auf den Zuführungslinien nach Desterreich start behinderten. slawien) vorzubringen, das infolge der riesigen Schneefälle seit einem Monat von der Außenwelt vollstän dig abgeschnitten war. Den Ankommenden bot sich ein schrecklicher Anblick. Die Dorfbewohner hatten sämt liche Lebensmittel aufgezehrt und lagen schwach und 25 Personen erschöpft in ihren Betten. waren bereits verhungert. Von Karlstadt ist sofort eine Expedition mit Lebensmitteln nach Zavaje aufgebrochen, um die Ueberlebenden zu retten. Durch das warme Wetter hat sich das Eis der Save mit rasender Schnelligkeit in Bewegung gesetzt. In der Nähe von Agram brach der Damm und die Wogen stürzten sich mit riesigen Eismassen auf ein Dorf, dessen Bewohner auf die Dächer flüchteten. Sie riefen berzweifelt um Hilfe, doch war es unmöglich, ihnen zu helfen. Am Freitag wird Militär den Versuch machen, zu den Unglücklichen vorzubringen. Prag, 1. März. Die letzten Schneefälle haben erneut eine Verschlechterung der Berkehrslage gefchaffen und zu Zugeinstellungen geführt. revier betrug die Wagengestellung gestern wiederum mur 60 Broz mehrere Züge find im Schnee steden geblieben. Im Briyer Kohlen In Nordost- Mähren und in Schlesien haben die Schneeverwehungen den Bahnverkehr faft unmöglich gemacht. Die Kohlengruben im Oftrauer Revier leiden gleichfalls empfindlich an Waggonmangel. In Nord- Mähren und der Walachei sind mehrere Gemeinden von jeder Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten. Wien, 1. März. Die Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen teilt mut: In der Nacht setzten in Polen und in der Tschechoslowakei große werden alle Anstrengungen gemacht, um die Schwierigkeiten zu beheben. Auf der Ost bahn von Wien nach Hegenshalen ist der gefamte Berkehr durch Schneeverwehungen start behindert. Gestern wurden 200 Mann des Bundesheeres ins Burgenland zur Hilfeleistung auf die Ostbahnstrecken entsandt. Auf der Westbahn, find durch Vereisungen der Gleisanlagen in den Bahnhöfen und durch starke Zunahme der Beschädigungen der Waggons erhebliche Schwierigkeiten in der Berkehrsabwidlung eingetreten. Einzelne Züge mit Ruhrtohle fönnen nur mit zeitweiligen Stodungen fortgebracht werden. Es wird doch wärmer! Heute mittag nur noch 4 Grad Kälte.. Jn Berlin wurden in der vergangenen Nacht als tiefffe Temperatur minus 8 Grad gemeffen. In den Außenbezirken war es wesentlich kälter, es wurden dort minus 19 Grad festgestellt. Diefer auffallende Temperaturunterschied ift, wie der Wetterdienst mitteilt, auf den starten Rebel, der nachts über Berlin lagerte, und die Ausstrahlung start beeinträchtigte, zurüd10 Grad gefunken. Der Luftdrudanstieg, der bereits gestern zuführen. Mittags zeigte das Thermometer 4 Grad Kälte an Fast im ganzen Reich sind die Temperaturen wieder unter minus herrschte, hat sich weiter fortgesetzt, jo daß sich über einen großen Teil Europas ein umfangreiches und kräftiges Hochdrudgebiet festgesetzt hat. In Berlin betrug der Luftdruck heute bereits 788 Millimeter, ein ziemlich selten zu verzeichnender Fall. Zunächst ist mit einer Aenderung der Wetterlage nicht zu rechnen. Tagsüber wird leichter Froft bei heiterem Himmel herrschen. nachts werden noch immer scharfe Temperaturrückgänge in Erscheinung treten. Das Verbrechen des Angrifffrieges Holländischer General gegen die geheimen Vorberatungen. Amfterdam, 1. März. Die holländischen Abendblätter bringen einen wichtigen Artikel des Generals Snijder über den belgisch- französischen Militärvertrag. Der General stellt das französisch russische Militär abkommen und das belgisch- französische Abkommen gegenüber und zeigt mit diesem Bergleich, daß die beiden Berträge viel Aehnlichkeit hätten. Während aber bei dem französisch- russischen Bertrag der Bündnisfall nur bei einem Angriff oder der Drohung eines Angriffes durch die Mobilisierung des politischen Gegners eintrat, verpflichteten sich Frankreich und Belgien zu gegenseitiger Unterstügung, sobald sich eines der Länder mit Deutschland oder einem von Deutschland unterstüßten Staat im Kriege befinde. Wie der Krieg zustande komme, bleibe gleichgültig. Der Angriffs aratter des Bertrages wirke überaus deutlich. Wie sehr man sich in Frankreich und Belgien auch bemühen möge, den Bertrag als harmlos und nur gegen einen Angriffstrieg Deutschlands gerichtet hinzustellen, der Tegt der Bertrages entspreche ganz dem, was man von ihm erwartet habe. Für Holland bilde das Abkommen, dessen Spitze gegen Deutschland gerichtet sei, feine dirette Gefahr. Solche Abkommen der Generalstäbe trieben die Staaten zu einer fünstlichen Erhöhung ihrer Rüstun gen. Sie machten in genauer Kenntnis der gegenseitigen Stärke und im Bewußtsein ihrer Macht die Staaten unnachgiebiger bei politischen Spannungen. Am ernstesten sei die Kaltblütigkeit, mit der man die unterstellte Kriegsgefahr als sicher annehme, die annische Leichtigkeit, mit der man zur Erreichung eines Kriegszieles über alle Hindernisse des internationalen Rechts, des politischen Vertrauens, der Menschlichkeit und Moral hinweggehe. Die Heiligkeit politischer Verträge, das Recht der kleinen Staaten, spielten für die franzöfifchen und belgischen Generalftäbe feine Rolle. Den Borwurf müsse man jedoch den Regierungen machen, die sich ihrer Generalftäbe als Werkzeuge bedienten und im weiteren Sinne den Bölkern. Die Hauptsache bleibe, ob die Abmachun gen der Generalstäbe von den Regierungen gutgeheißen und als gen der Generalstäbe von den Regierungen gutgeheißen und als bindend angesehen würden. Das sei anzunehmen, denn die Gene ralstäbe hätten sich sicherlich an Anweisungen ihrer Regierungen zu Die Blätter bringen in ausführlichen Artikeln die Lebensgeschichte des hervorragenden Kinderarztes. mit dem eine Leuchte der österreichischen Wissenschaft erloschen set. Es wird dabei nicht nur an feine unvergeßlichen wissenschaftlichen Leistungen erinnert, sondern auch an seine vorbildliche Tätigkeit auf dem Gebiete der Kinderheilkunde und sein wirken in der Not der Nachkriegszeit, wo er die Ernährungsfürsorge für die armen Kinder in Wien leitete. Ferner wird an fein Schaffen auf wiffen schaftlichem, ärztlichem und pädagogischem Gebiet erinnert, das in allen Kulturländern anerkannt wurde, besonders auch in Amerika. Der Name Pirquets wurde auch im Herbst vorigen Jahres genannt, als es sich um die Neuwahl des Bundespräsidenten handelte. Rußland macht den Delfrieden. Mostau, 1. März. = Sotoinitoff, der Borsitzende des Naphthasyndi fats, gab vor der Bresse eine Erklärung ab, in der es heißt: Die 2bmachung zwischen der Ruffian Dil Products und der Anglo: american Oil Company sichert dem Naphthasyndikat auf auf dem englischen Martt einen Jahresabsjag von etwa einer million Zonnen Raphthaprodukte. Die Abmachung wird zur 2nbahnung einer normalen Gefchäftslage auf dem englischen Markt in erheblichem Maße beitragen. Sie bedeutet faktisch, daß fämtliche von der Angloamerican Oil Company vertretenen englischen und amerikanischen Großfirmen, barunter auch die Gesellschaft Deterdings, in die Herstellung regulärer Handelsbeziehungen mit den Wirtschaftsorganen der Sowjetunion eingewilligt haben. Die Abmachung ist vom Gesichtspunfte der Wirtschaftsintereffen der Sowjetunion unzweifelhaft eine positive Tatsache und bedeutet, wenn auch nicht die volle Einstellung aftiver feindlicher halten gehabt.( General Snijders hatte bei der Niederschrift dieses Artikels den am Donnerstag erschienenen Originaltert des Abtommens mit der Unterschrift des belgischen Kriegsministers noch nicht gesehen.) An die englisch belgischen Abmachungen fann General Snijders nur schwer glauben. Es sei jedoch nicht ausgeschossen, meint er, daß mit einigen militärischen Vertretern Englands Besprechungen über eine mögliche Beteiligung stattgefunden hätten, die nach Belieben verleugnet werden fönnten. Aus den Plänen über den Ausbau der belgischen Eisenbahnen, vor allem an der holländischen Grenze, gehe die Absicht eines Dur ch= marsches durch Holland deutlich hervor. General Snijders fragt weiter, auf welchem Wege die britischen Truppen im Falle eines Aufmarsches nach der Ruhr einrüden würden, und erinnert an die belgischen Forderungen der freien Fahrt Don Kriegsschiffen durch die Schelde und eines Kriegshafens für Antwerpen. Wenn die Schriftstücke echt seien, so handele es sich um die Vorbereitung eines völkerrechtlichen und sittlichen Berbrechens. Die Dementis von Baris und Brüssel hätten an ihrem Biel vorbeigeschoffen, und die öffentlichen Zweifel nicht widerlegt. Warum, so fragt der General zum Schluß, fann der Vertrag, wenn er, wie Belgien und Frankreich behaupten, rein defensiv ist, heute nicht beim Völkerbund eingetragen werden? Belgien ist entrüstet. Brüffel, 1. März. Im Zusammenhang mit dem französisch- belgischen Militärabfommen veröffentlicht die ,, Agence Belge" eine halbamtliche Mitteilung, in der es u. a. heißt, daß die Entrüstung in politischen Kreisen Belgiens immer mehr zunehme und daß die internationale Meinung das Utrechtsch Dagblad" zwingen müsse, Beweise zu erbringen sowie das Fatfimile des Tertes mit Unterschriften und Siegeln zu veröffentlichen. Die holländische Regierung müsse endlich Stellung nehmen und bekennen, ob sie die Biderlegungen Belgiens, Frankreichs und Englands anzweifle und den beleidigen den Anklagen der holländischen Bresse freien Lauf laffe oder aber diese Manöver befämpfen wolle und die Untersuchung zur Aufdeckung der Fälscher unterſtüze. Die Verantwortlichkeit falle der holländi schen Regierung zu. Handlungen gegen die Sowjetunion feitens gewiffer Naphthaorganisationen, so doch jedenfalls den ernsthaftesten Umschwung in ihren Beziehungen zur Sowjetunion. Tumult im Arbeitsamt. Heute mittag tam es vor dem Arbeitsamt in der Bis. mardstraße in Charlottenburg wieder zu Erwerbslosendemonftrationen. Zahlreiche Personen drangen in die Amtsräume ein und versuchten, die Auszahlung höherer Beträge zu erzwingen. Das Ueberfallkommando mußte alarmiert werden, das die Demonstranten aus den Räumen entfernte. Etmas später formierten sich in der Bismardstraße und vor dem Rathaus Erwerbslose zu Demonstrationszügen, so daß die Polizei abermals eingreifen mußte. Sechs Personen wurden zwangsgestellt und der Abteilung IA im Polizeipräsidium zugeführt. Ein Dampfer fliegt in die Luft. Dynamitexplosion im folumbischen Hafen. Die All America Kabelgesellschaft erhielt die Nachricht, daß geffern in der Hafenstadt Buenaventura in Kolumbien die Dynamifladung eines Schiffes explodiert sei und großen Sachschaden angerichtet habe. Wie die All America Kabelgesellschaft weiter meldet, handelt es sich um den englischen Dampfer Tritonia. Er hatte eine Dynamit- und Gasolinladung. Die Mannfchaft hatte die Tritonia" vor der Explosion verlaffen, während der sapitän und zwei Offiziere auf dem Schiff geblieben waren und bei der Explosion ums Ceben gekommen find. Der Dampfer Tritonia" iff völlig zerstört. Ein benachbarter Leichter fing ebenfalls Feuer und verbrannte. Der sonstige Sachschaden im Hafen ist geringfügig. Kür wen die vi Konzertrundschau/ (5s will nicht weniger werden an Sonjertcn; aber was holtet, wenn man noch wenigen Wochen zurückblickt? Namen in unabseh- barer Reihe: ein paar überragende— oder, unglücklicherweise, ein paar Leistungen von auffallender Unzulänglichkeit. Erstaufführungen, Uraufführungen? Hochschulchor und Singakademie. Mit zwei neuen Werken führt der Hochschulchor sich ein, beinahe ein neuer Chor, wie sich zeigt. Siegfried Ochs, der kurz vor feinem Tod von der Leitung zurücktreten muftt«, hat es nun dach nicht mehr erlebt, diese radikale Prozedur der Veriüngung, der sein Lebenswerk, der einstige Philharmonische Chor, von ihm noch als Substanz in die Hochschule eingebrocht, jetzt unterzogen worden ist. Die mühevolle Arbeit der Liquidation und Reorgamsalion hat Bruno Kittel vollbracht, und er hat als erfahrenster Chorjührer die Einstudierung für dies erste Kon.zert geleitet, mit dem nun A. o. Z e m l i n s k y, hauptamtlich als Opernkopellmeifter tötig, sich in seinem neuen Wirkungskreis präsentiert. Bor allem aber, er prä- sentiert diesen neuen Chor, der in den schwierigen Ausgaben des Abends ausgezeichnet bestefst. Und zur Einführung solch ein Novi- tätenprogramm, das geradewegs in die Gegenwart der Musik vor- stötzt, das bedeutet ein Programm, das wir freudig begrüßen. Der Psalrnus Hungarikus von Zoltan K o d a l y, der die nationalistischen Schmerzen seines Landes wirkungssicher in die neutrale Ebene der jüdischen Historie projiziert— Kin oltungarijcher Text, freie Um- dichtung eines biblischen Psalms, liegt zugrunde— hätte es freilich nicht in wenigen Jahren zu breitem Erfolg gebracht, wäre er nicht mustkalisch aus vielfach gesicherter Grundlage ausgebaut, ein wenig an Honeggers„König David" anklingend. Urwüchsiger ober, tieferen Ursprungs ist die Festliche Messe, die Leon Ianaeeck im vor- letzten Lebensjahr, zweiundsiebzigjährig, vollendet hat. Roch in keiner Partitur war der geniehafte Altersstil des merkwürdigen Mannes so rücksichtslos ausgeprägt. Bäuerlich-eigenwillig, starrsinnig, hartknochig, dabei voll echter Naivität und elementarer Wild- heit, nichts von Weihrauch und Frömmelei, ein seltsames, kühnes Werk, mit spröder Technik ausgeführt. Zum Erfolg hilft neben dem Philharmonischen Orchester ein aus Kräften der Republikoper ge- bildetes Sollstenquartett: Kät« Heidersbach führt es mit leuchtendem Sopran, und ein paar schöne Tenortöne von Arthur C a o a r a ragen heraus. Neues auch bei der Singakademie in ihrem zweiten Monnementskonzert unter Georg Schumanns Leitung:„In jungen Tagen, ein Bolksoratcktium nach altdeutschen Liedern". Gerhard o. Ä e u ß l e r hat es in reinster Absicht und mit hohem Wollen geschaffen. Sein Ethos ist unbezweifelbar, sein Können beträchtlich. Das ist viel: nicht genug, um die Longeweile zu bannen, die sich im Lause des Abends mehr und mehr ausbreitet. Das ist kein Werk fürs Volk; ober eine Sache vielleicht für Oratorienoereine. Und für die Singakademiker eine Gelegenheit, Fühlung mit der Gegenwart zu suchen. Neue Orchesterwerke. Bei Furtwängler hören wir als Novität ein Konzert für Orgel und Kammerorchester von H i n de m i t h: die wievielte Erst- ausführung ist es, die wir in einem Jahr von diesem Komponisten elen Konzerte? Von Klaus pringsheim. erleben? Das Tempo, in dem er produziert, ist zu bewundern: denn, was er schreibt, ist ollemal sehr kunstvolle Arbeit, und es ist lebendige Musik, mühelos hervorgebracht. Gebrauchs- und Zweck- musik freilich zum Teil— weniger vielleicht zum Gebrauch des Publikums(dessen Beifall diesmal ein wenig zurückhallend klang) als sür den Gebrauch des Musikers, gewissermaßen zur Befriedigung eigener und fremder Musizierlust. Und Fritz H e i t m a n n, der den solistischen Orgelpart spielt, gibt darin Außerordentliches an Beherrschung seines Instruments, dos mit dem Bläserchor neuartige und seltene Klangoerbindungen eingeht. Allerlei Neues auch beim Symphonteorchester im B a ch f a a I. Walter H e r b e r l, auffallend begabter Dirigent, kommt aus Bern und bringt sechs kurze Orchesterstücke von Th. W i e s e n g r u nd> Adorno zur Uraufführung: sie sind, alle zusammen, so kurz, daß er sie, zur Vertiefung des Berständnisies, zweimal hintereinander spielen läßt. Mit einem Wort: Wiesengrund kommt von Schönberg. Aber K r e n e k, von dem Zella C u r j e l eine neue Konzertarie singt, kommt zu keinem eigenen Etil: dieser neue Bersuch, sich empfindungsvoll-notürlich zu geben, wirkt durch- aus peinlich, und ein„Fanal" genanntes Orchesterstück von Ernst Toch, dem bedeutenden Kenner, ein bißchen schon Routinier der Modernität, ist ohne Aufgebot von Innerlichkeit äußerlich wirksam.' Aber aller modernen Problematik unendlich fern ist Paul Büttner in seiner Zweiten Symphonie lül? in Dresden uraufgeführt. Man glaubt, Musik der Schumannzeit zu hören. Ein srisches, freundliches Werk, mit fröhlick) durchmusizierten Einfällen: Fritz Thiede, Musikdirektor in Weißensels, bringt es zu guter Wirkung. Opernsänger im Konzertsaal. Ist„Konzertsänger" ein Berus? Beinohe nur noch der Opern- sänger, der von der Bühne her sein Publikum und durch das Theater ein« gesicherte Existenz Hot, kann sich heute den Luxus gestatten, Konzerte zu geben. Carl Martin Oehman, der gefeierte Helden- tenor, will nicht nur Opernsänger auf dem Podium sein: in der Bewältigung eines stilvollen Liederprogramms ist er, nicht nur ge-. sanglich, als ernster, feiner Künstler ganz auf der Höhe seiner Auf- gäbe. Wilhelm Guttmann, als Konzertsänger ollgemein ge- schätzt, bevor er zur Oper überging, bestätigt seinen Ruf und seine Beliebtheit in einem Wolf- Brahms- Loewe- Abend. Aber Ist» Golland, mit einer großen, biegsamen, weichen Baritonstimme begabt, Sänger von Rang, fesselt in Arien und Liedern, vor allem russisch-heimallichen Ursprunges, durch die unerhörte Intensität des Erlebens und Gestaltens. Anne R o c e l l e, sert dem Sensationserfolg ihrer Turandot(gelegentlich der deutschen Uraufführung in Dresden) zu internationaler Berühmtheit emporgestiegen, besticht durch den Wohllaut ihres.wundervollen ausgeglichenen Soprans. Hedwig von Debicka, leider nicht mehr im Verband der Berliner Stoatsoper, der sie wenige Jahre angehört hat, erfreut nicht nur ihre Landsleute mit dem Vortrag polnisch-heimotlicher Lieder. Eine ungewöhnliche, überragende Erscheinung aber: die Hamburger Koloratursängerin Gertrud Ca lla m. die von Egon Pollok in einem Konzert mit Kommerorchester eingeführt wird: ein Stimm- und Gesangsphänomen, und, wie es scheint, ein seltenes Bühnen- talent. Oer phoebus-Skandal lebi wieder aus. Ne,ch«iwehrministerium und Bilanzschwindel. Die Skandalaffäre um die frühere Filmstlialc der Reichswehr. die Phoebus 21 kü« Gest, die in den letzten beiden Jahren die Oesfentlichkeit erregte, schläft nicht oin. Jetzt hat sich vor dem Arbeitsgericht Berlin ein Prozeß abgerollt, der nicht nur von neuem die gewissenlose Vergeudung öffentlicher Gelder, sondern darüber hinaus noch Bilanz fälschungen der ver- antwortlichen Stellen zutage förderte, mit denen sich hoffentlich in aller Kürze auch noch der Strofrichter befassen wird. Vor dem Gericht stand als Kläger der trühere Phoebus-Proku- rist M u r s ch, der im letzten Jahr von dem Liquidator der Phoebus A.-G. wegen Bilanzfälschung fristlos entlasten war. Marsch hatte in einer Monatsbilanz den tatsächlichen Ver- lu st des Unternehmens von vier Millionen Mark mit nur 20 000 Mark(!) ausgewiesen. Die Enthüllungen, die Herr Mursch vor Gericht über die Ge- schäftspolitik des Phoebus-Porstandes und der Vertreter des Reichs- wehrministeriums machte, stallte das Tollste dar. was in der ganzen Phoebus-Affäre bisher bekannt geworden ist. Herr Mursch gab zu. die Bilanz gefälscht zu haben, jedoch habe er dies mit Wissen und Willen der Direktion und im ausdrücklichen Auftrag des Reichswehrministeriums getan, das ein Interesse daran gehabt hätte, die Millionenverluste vor der Oesfentlichkeit zu verstecken. Die anwesenden Vertreter des Reichswehrministe- riums, Dr Eckardt. der juristische Berater des früheren Kapi- täns Lohmann und Referent im Reichsmarineamt. sowie der Ober- „Natürlich bin ich et gewesen." „Aha. also schreiben wir: ZörgiebelS Polizei verhastet einen gänzlich Llnschnivigen." inspcktor Schneider, mußten die 2lussagen des Klägers im wesentlichen bestätigen, und auch zugestehen, daß Mursch ihnen von der Fälschung der Bilanz Mitteilung gemacht hatte. Im weiteren Verlauf des Prozestes wurde bekannt, daß noch in der Zeit, als der Phoebus schon dicht vor dem Zusammenbruch stand, das Gehalt des Herrn Mursch bedeutend herausgesetzt und ihm außerdem von der Direktion ein Luxusauto im Werte von 20 000 M. getauft wurde, zu dem er noch monatliche Unterhaltungsspesen in Höhe von 1000 M. erhielt. Das Gericht entschied, daß die fristlose Entlassung unter diesen Verhält- nisscn zu Unrecht erfolgt sei und erkannte die Ansprüche aus eine Gesamtentschädigung von 52000 M. zu Recht an. Herrn Mursch sind also die Bilanzfälschungen sehr gut be- kommen.' So ungeheuerlich die Tatsachen, die dieser Prozeß enthüllte, auch sind, so stellen sie doch zweifellos nur einen kleinen Ausschnitt der Luder Wirtschaft dar, die Kapitän Lohmann mit öffentlichen Mitteln inszeniert hatte. Dieser Prozeß hat aber drastisch genug gezeigt, wie gewissenlos von der Phoebus-Direktion und verantwortlichen Beamten des Reichswehrministeriums, die Gelder der Steuerzahler verschleudert wurden— alles in allem hat das Reich mehr als 6 Millionen Mark bei der Phoebus-Affäre eingebüßt— und es scheint daher dringend ge- boten, endlich die Frage, wie es mit den Regreßansprüchen gegen die Schuldigen steht, zu klären. Vor fast einem Jahr— im März 1928— hat der Phoebus-Ausschuß des Reichstage dem Haushaltsausschuß vorgeschlagen, alle Möglichkeiten der Regreßansprüch« wahrzunehmen. Seitdem hat man aber hiervon nichts mehr gehört. Es ist daher höchste Zeit, haß d't Bergeuder öffentlicher Gelder endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Wandelhallenkrawall. London. 1. März.' Im Unterhaus versuchten 20 arbeitslose Waliser Bergleute. We zu Fuß nach London gekommen waren, eine Unterredung mit dem Premierminister Baldwin zu erlangen. Als dies verweigert wurde, begannen sie-in der Wandelhalle zu lärmen und die „Rote Fahne" zu singen. Die Ruhestörer wurden eittfernt, während sie ausriefen, die Arbeiterpartei und die Regierung sollten sich zum Teufel scheren. 2luch ein Tribünenbesucher, der die llnterhausvcr- Handlung zu stören suchte, wurde sofort aus dem Hause entfernt. 50 Millionen Wahlkosten. Der Senatsausschuß zur Feststellung der für die letzten Prä- stdentenwahlen ausgegebenen Summen teilt mit, daß sich die von der Bevölkerung und vom Staat aufgewendeten Gelder auf feiten per Republikaner auf S 000000 Dollar, auf feiten der Demo traten auf 7000 000 Dollar belaufen. In diesen Summen sind jedoch die Ausgaben der Distrikts-, Grasschofts- und städtischen Organisationen nicht enthalten. „Nachtwelt." llfa-palast am Zoo. „Die chinesische Tänzerin" wäre der bessere Titel. Nur sie— gespielt von Anna May Wang, der amerikanischen Chinesin— gibt dem Durchschnittssilm erhöhtes Interesse, erhebt sich über das Niveau des Dagewesenen. Trotzdem Arnold B e n n e tt das Manu- jkript verfaßt und E. A. D u p o n t die Regie geführt hat. ist die schleppend vorgetragene Liebesgeschichte, die nur zum Schluß Tempo bekommt, weder spannend noch fesselnd. Auch die Milieuzeichnung — das Nachtleben in Londons vornehmster Bergnügungsstätte wie auch in Whitechopel— bringt wenig Neues. Der Regisseur des „Varitös" verleugnet sich zwar nicht in gewissen Einzelheiten, aber erreicht nicht wieder die frühere Höhe. Die Liebesgeschichte zwischen dem Barietädirektor, zwei Tänzerinnen, einer englischen und chinesischen. die er als Küchenmädchen entdeckt und zu einer großen Nummer macht, bleibt ziemlich banal. Die Ermordung der Chinesin— von der Rivalin versucht, aber von ihrem chinesischen Freunde in Wirklichkeit vollbracht— bringt in ihrer Enthüllung vor Gericht zum Schluß eine kriminelle Sensation dazu. Anna May Wang ist der Gewinn des Films; ihr chinesischer Tanz in einem fabelhaften Kostüm, ihr ganzes Auftreten, ihr feines Mienen- und Händespiel entzücken immer auf» neue. Hier ist echter Filmstil von Dupont-mit Spürsinn erfaßt. Die europäisthen Dar stellet Jamesso» Thomas und Gilda Gray fallen naturgemäß neben diesem Neuen und Selisam-Fafzinierenden ab. r. Neue Entdeckungen Byrds..- Der Südpolarforfcher Byrd unternahm am 18. Februar von feiner Station ans, die an der Walsischbucht an der großen Eis- inauer liegt, abermals eine Entdeckungsfahrt, woran zwei Flugzeuge teilnahmen, und die südwärts über die vor kurzem entdeckten Ge- birg? Partien ging. Es wurden neue, bisher unbekannte Landmassen überflogen, in denen sich eine Gebirgskette mit 2500 bis 3000 Meter hohen Gipfeln hinzieht. Da das neuaufgesundene Land außerhalb des Bereichs der Gebiete liegt, auf die England Anspruch erhebt, will Byrd das neue Land für die Bereinigten Staaten in Besitz nehmen. Nach dem Namen feiner Frau soll das Land Marie-Byrd- Land heißen. In Verbindung mit den bisherigen Landentdeckungen hat Byrd somit innerhalb kurzer Frist bereits beträchtliche Gebiete des Südpolfestlandes erkundet, was di« Brauchbarkeit uiÄ» den großen Nutzen des Flugzeugs für geographische Forschungsreisen zeigt. Ein richtiges Bild von der Tragweste dieser Luftfahrten wird man allerdings erst erhalten, wenn es gelingt, Landungen vorzunehmen und eingehende Forschungen auszuführen. Zu einem Flug zum Südpol und nach anderen tief im Jimern gelegenen Gebieten dürfte es im gegenwärtigen antarktischen Sommer nicht mehr kommen, da dieser im März zu Ende ist. die llravfführuag von.tdiitoo» öder BnPw.«II Gaitlpiel der dcufpe junger Gäaulvieler. findet nickt Montag, nacht», sondern Dicnttag, den 5. März, aiend» 8.15 Uhr. im Theater«n Schtfibauerbam» statt. Za der vottsbühae wird ol« nächste Urauschhrung.Trojaner' von Clirl aorrinth in der Regte von gritz Holl oorberettet. ZOIZ Kinos in Deutschland. Im Jahre ISN ctiiiieifen in Tcutlchland 5013 Lichtspieltheater, die insgesamt über 1 874 M8 Sitzplätze versagten. Der Zuwachs beträgt gegenüber 1927 553 Theater mit 186 033 Sitzplätzen. „SOS. Schiff in Not." Eapitol „Rettet unsere Seelen," wenn irgendwo, dann ist dieser Ruf in Anbetracht der Filmmanuskripte angebracht. Carmine Gallone ist diesmal Drehbuchversasser und Regisseur zugleich. Er oergißr keinen Ladenhüter, der mal Erfolg hatte, und so bringt er es durch sein Manuskript fertig, daß er, obwohl er ein Künstler mit echter. 'großer Filmeignung ist, doch nur sür den regelrechten Kintopp arbeitet Eine Künstlerin, die ihrer Bühnenlaufbahn entsagt hat, reift mi: ihrem Mann, einem Kolonialoffizier, nach Afrika. Auf der lieber- reise flirtet er mit einer früheren Freundin, und als das Schiff untergeht und die junge Frau fälschlicherweise sür tot gehatten wird. bleibt sie absichtlich für die Welt tot und geht als die Tochter eines Clowns durchs Leben. Doch zum Schluß finden die Bermähtten sich, vielleicht fürs Leben, vielleicht auch bis zum nächsten Flirt. Na, uns soll es gleich sein. Der Regisseur Carmine Gallone hat ein reiches Arbeitsgebiet. Er versteht sich auf die Katastrophe wie beim Schiffsuntergang und auf die Massenszenen wie in den Wüstenbildern. Er sieht nicht nur tlar photographisch, er sieht auch malerisch. In den Wüstenbilder» hat er die unendliche Weite erfaßt. Nichts ist gedrängt, nichts mutet gestellt an. Die Masse teitt sich auf in soundsoviel Einzel- schicksale, bei ihm leben die Menschen in der Masse Doch aus den Schauspielern hott er nicht viel heraus. Genau so ergeht es den Phowgraphen, die alle starke Begabung verraten, bis sie an die Porträtaufnahmen kommen. Nun, es rächt sich auf die Dauer, wenn man nur schön aussehen will. Hier versagen die Photographen einfach, weil die Gesichter der Schauspieler kein Eigenleben der Person verraten. Darum kommt diesmal Liane Haid, die ja noch ni« eine große Schauspielerin war, überhaupt nicht zur Geltung. Auch ist Alfons F r y l a n d viel zu weich uird Ätna M a n e s fehlt ganz bestimmt der girrende Lockreiz der Verführerin. e.!>. \ Die große Leibl Ausstellung. Eine Ausstellung, die das Wert Wilhelm Leibls, des größten deutschen Malers des 19. Jahrhunderts. in einer bisher nie erreichten Bollständigkest vorführen soll, wird für den März oorberestet. Sie wird zunächst in Leibl's Vaterstadt Köln und Ansang April in Berlin gezeigt werden. Wie im„Cicerone" dazu mitgeteilt wird, haben fast alle großen deutschen Museen und Sammler ihre Beteiligung zugesagt. Ein Tempel zieht um. Der wundervolle Tempel der Isis auf der Insel P h i l a e im Nil, der seit der Vollendung des Äffuan- Danrmes im Jahre 1902 in den regelmäßigen Perioden der De Wässerung vom Wasser llberslutet wird, hat jetzt so schwere De- lchädigungen erlitten, daß die ägyptische Regierung sich ernsthaft inst dem Plan trägt, dieses architektonische Meisterwerk des 4. vorchristlichen Jahrhunderts durch Ueberführung nach einem anderen sicheren Ort zu retten. Der ganz« Tempel soll umziehen und Stück für Stück abtransportiert werden. Dieselbe Maßnahme beabsichna! man mit dem unter Kaiser Augustus errichteten Tempel«cm Dendur. Ott Baahautbohnc tritt mit einer malinee am 3. März N»/, llbr in der Vocttbilbne erstmals mit einem geichlvsiene» Programm vor die Oeffent- Ilchkeit. Die Borfütrungen«strecken sich anj Tanz, Pantomime und Sketch. Entsprechend den Tendenzen de« Bgudause«, der Schul« tilr Bau, Hand werk und Technit find die BübncnbnuSexperiment« vom Raum,»mi der Form, von der Faibe. von Materialien wie Holz, Metall, Gla« der bestimm!, Diese in ihrer Sechielbeziehunz zum Menschen sind Gegenstand und Idee der Borsährungen. Die neueste, Gesellschaft“. Gevering zur Behrfrage.- Wirtschaftsdemokratie.. Etatrecht des Reichstages.- Labours Wahlprogramm. In dem heute erschienenen März- Heft der Gesellschaft", des wissenschaftlichen Organs der deutschen Sozialdemokratie, erklärt Karl Severing zur Wehrfrage, daß sie sich letzten Endes um den Gegensatz zwischen ,, Anerkennung der Pflicht der Landesverteidigung und bedingungslosen Pazifismus" drehe. Er weist dabei auf Bebels Stellung im Jahre 1904 hin, mit der es in den schwierigen Gebieten des platten Landes gelungen sei, das Märchen von der Vaterlandslosigkeit der Sozialdemokratie zu widerlegen. Eine Gewißheit bestehe nicht, daß der deutsche Osten nicht wieder Aufmarsch und Einfallgebiet werden könne. Wer die Reichswehr bessern will, braucht Macht in der Regierung. P. H. Haupt( Genf) schreibt zum Abrüstungsproblem, daß die Hemmungen der vorbereitenden Abrüftungsfommission nicht technischer, sondern politischer Natur sind. Friz Naphtali zeigt, mit welchem Ernst die Unternehmer die Gewerkschaftsforderung der Wirtschaftsdemokratie bekämpfen. Der Begriff Sozialisierung" stellt die Veränderung der Eigentums. ordnung in den Bordergrund, der Begriff Wirtschaftsdemokratie bezeichnet die damit verbundene Wandlung der Art der Wirtschaftsführung. Gerhard Breitscheid stellt das Recht des Reichs: tages auf Etatflarheit gründlich und einleuchtend dar. Budgetfritische Einzelvergleiche mit der Borkriegszeit find faum möglich. Der Rechnungshof te dem Kontrolfreit des Reichstages vorgefallet. Die Sammelfonds im Etat 1929 erreichen die Höhe von über 300 Millionen, Haushaltnotgesetze sind besser als der Verzicht des Reichstages auf gründliche Etatkritit. Ein Viertel der gesamten Ausgaben find ,, übertragbar". Von einer betriebswirtschaftlichen Kritik des Etats find faum auch nur Ansätze gemacht. Lothar Radace= anu( Bukarest) ordnet den Machtaufstieg der rumänischen Bauernpartei in den geschichtlichen Verlauf ein. Der Kampf der Massen im Inlande und das ausländische Kapital haben die Liberalen" gestürzt; das Ausland sorgte für den friedlichen Verlauf der Umwälzung. Die beginnende Angleichung an den kapitalistischen Westen gibt die Grundlage für den Aufstieg einer besonderen Arbeiterbemegung. Egon Wertheimer berichtet über die Programmgeschichte der britischen Arbeiterpartei; zwei Jahrzehnte lang fonnte es teine grundsätzliche Zusammenfassung der Parteiziele geben. Die Bartei empfand den Staat nicht als feindliches Herrschaftsinstrument; sie murde als parlamentarische Institution geboren. Das erste Programm stammt vom Jahre 1918; es hat im sozialistischen Denken tiefere Spuren hinterlassen als irgendeine Publikation seit Henry George und William Morris. Sein Mangel an wissenschaftlicher Gefchloffenheit wurde der Analyse der historischen Situation zum Ber hängnis. Das Brogramm von Birmingham( 1928) schaltet theoretische Feststellungen aus und faßt die praktische Politik der Arbeiterpartei in Opposition und Regierung zusammen: fie spricht nicht als Vertreterin einer Klasse, sondern für diejenigen, die das Menschenlos der Arbeit zu tragen haben". Das Attionsprogramm" hn Bortleut wlebergegeben. arthrrell Dabour ete neutrate Partei. Mit Buchbesprechungen schließt das Heft; hier enthüllt Kehr die Oberflächlichkeit des Buches von Marcu ,, Das große Kommando Scharnhorsts". Eine republikanische Morgenfeier veranstaltet am Sonntag, dem 3. März, vormittags 11 Uhr, im Mercedes- Palast, Utrechter Str. 33, der Ortsverein Wedding des Reichsbanners Schwarz- Rpt- Gold aus Anlaß seines fünfjährigen Bestehens. Musikalische Vorträge, Filmund Sportvorführungen werden der Feier einen besonderen Rahmen geben. Der Internationale Sekretär des ADGB., Herr Joseph Furtwängler, und Reichstagsabgeordneter Herr Ernst Lem= mer halten die Festreden. Ueber die Behandlung des Krieges im Geschichtsunterricht spricht die Landtagsabgeordnete Frau Dr. Hildegard egscheider im Bund religiöser Sozialisten Deutschlands am Montag, 4. März, 19% Uhr, in der Aula des Leibniz- Gymnasiums, Mariannenplay 27. Der Eintritt ist frei. Wetter für Berlin: Zeitweise etwas neblig, sonst heiter bei wenig Für Deutschgeänderten Temperaturen, schwache Luftbewegung. land: Heiteres, stellenweise nebliges Better, bei unveränderten Temperaturen. Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und „ Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. " Der Kinderfreund liegen der heutigen Postauflage bei. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz. Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. mt. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SB 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Theater, Lichtfpiele ufw. Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Krenzahnahme Theater am Schiffbauerdamm 8. Uhr Die Drei- GroschenOper Thalla- Theater 8 Uhr Oelrausch Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Oedipus Staatsoper am Platz der Republik 71 Uhr Die Fledermaus Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Valetti, Lilgen, Ander, Gerron, Schaufuß, Kühl, Lvovski. Achtung, Achtung! Hier Arbeitsamt Berlin- Mitte. Im März geben wir durch Rundfunk an den Wochentagen Dienstag, Donnerstag u.Sonnabend um 18.30 Uhr für Arbeiter und Angestellte wichtige Mitteilungen über offene Arbeitsplätze, Lehrstellen, über Neuerungen in der Arbeitslosenversicherung und andere arbeitsDie Arbeiter und marktpolitische Angelegenheiten. Angestellten hören diese Mitteilungen regelmäßig ab. Die Komödie Berliner Theater Barnowsky- Buhnen Bismarck 2414/7516 Direkt.Heinz Herald Theater in der 8% Uhr 814 Uhr, Ende 10% Charlottenstraße 90 Königgrätzer Straße Zum 100. Male A. 7. Dönhoff 170 64 Täglich 8 Uhr „ Olympia von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. 81 Theater des Westens Der größte Erfolg Berline Deutsches Theater Friederike Norden 12310 $ U., Ende geg. 101 Die lustigen Weiber von Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Mufil von Lehar Erifa v. Thellmann Carl Ziegler ( Staatsop. Bien) Arnstedt, Limburg, Dora, Eysler, Kaffe ununterbr. Kammerspiele espermann, Reg, Norden 12 310 8 Uhr, Ende 10%/ Uhr Steinpl. 931 u. 7180 Soeben erschienen" Thalia- Theater Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster Larinaga. Freitag, den 1. 3. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 55 1912 Uhr Madame Butterfly Dresdener Str. 72-73 8 Uhr Oelrausch Freitag, den 1.3 Städt. Oper Bismarckstr. Turnus III 1912 Uhr Cosi fan tutte Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. R.-S. 53 19 Uhr Die am Gendarmenmarkt A.-V. 52 20 Uhr Fledermaus Karlu. Anna Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr Oedipus SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Heute Premiere der Welt- Attraktionen! Z.T. zum ersten Male in Deutschland bezw. zum ersten Male in Berlin! Sonnabends u. 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Täglich 84 Uhr Der Herzog und Valerie v. Martens die Sünderin Paul Otto in Trio" mit Erika Glässmer und Martin Kettner Lustsp. v. Leo Lenz. Planetarium am 200 Regie: Friedmann- Verläng. Joachimsthaler Straße Frederich. Lustspielhaus 81 Uhr Wiederauftreten Guido Tielscher Weekend im Paradies Noll, 1578 16% Uhr: Sternhimmel des Frühjahrs 18 Uhr Sternbilder und Weltbau 201 Uhr Wunder des südlichen Himmels Täglich außer Monags und Mittwochs Gr.Frankfarter St.132 Erwachsene 1 Mk., Kinder 50 Pf. Mittw.: Erwachsene ose- Theater 81 Uhr Der Obersteiger 50 Pf., Kinder 25 Pf. Komische Oper( 84) Die große Revue Paradies der süssen Frauen! 100 Mitwirkende. Renaissance- Theater Hardenbergstr. 6. Tel.: Steinpl. 901 o. 2583/84 8¼ Uhr 8% Uhr. Zum 71. Male: Die Welterfolgskomödie ,, Das große ABC" von Marcel Pagno! Reg: Gust. Hartang. la Premiérenbestzg. 8 Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr Lothrin er Straße 37. 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CIRCUSCH Heute Freitag: 8 U.: Galapremiere 12 neue Weltstadtattraktionen aa Manzano, m. span. Kampistieren, Ein Souper im Löwenkäfig. Urauf rarums: Ital. Nächte" führung: die farbenprächtige Tanzmanegeschau mit Georges Banvalet. Sonntag nachm. Kinder halbe Preise bei vo.lem Abendprogr. bar 56. 49.gute haltbare Stoffe 42.- 38.50 35.- 28.- 24.50 Herren- Hosen Herren- Streifen- Hosen bar 19.25 14.70 13.30 630 12.25 7.70 Herren- Windjacken 1750 nur solange 295 bar 28-24.50 21.- 980 17.50 14.Vorrat bar Herren- Gummi- Mäntel bar 24.50 21.- 17.50 980. 14.Beachten Sie bitte unser äußerst günstiges Zahlungssystem Zum Schulanfang Knaben- Anzüge, entzückende Neuheiten bar 21. 19.25 17.50 16.10. 15.40 14.70 13.30 1050 Neuköllner Bekleidungshaus G.m.b.H. nach amerikanischem System Neukölln, nur Berliner Str. 61 neben dem PLAZA Am Küstriner Plats Alex. 8067/68 Tägl.2 Vorstellungen 5 Uhr 50 Pf bis 1.- M. 815 1.-M., 2.-M. 93 Heute vollständig neues Programm! 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Geburtstag öes Freiheitskampfers Karl Schur; Mcichheö der N echte, in ollgemeiner Selbstregierung ver- lörpert, ist das große, noralisch« Element wahrer Denwkratic: sie ist das einzige zuverlässige Sicherheitsventil in der Maschinerie der modernen Gesellschaft. Tarl Schurz. In einem Gedenkbuch mit Abhandlungen sehr unterschiedlichen Wertes, dos zum hundertsten Geburtstag des großen Deutsch- Lmerikaners erschienen ist, hat ein Geheimer Regierungsrat und ordentlicher Professor der Berliner Universität den schnurrigen Mut, auszu- sprechen, das Leben von Earl Schurz habe „etwas Torsohaftes und U»ausgereistes-, weim man es mit dem Leben wessen?— ihr ratet es i nicht!— wenn inon es mit dem Leben Johannes Miguels vergleicht! War beider politischer Aus- gmigspunkt ungefähr der gleiche, die Revolution von 1548, so hat jener in der Tat nie den Exzellenztitel und das Adelsprädikat ein- geheimst, nie das Band des Schwären Adlers über die Weste gespannt, nie sich in der Gunst Wilhelms II. gesonnt — lnsofern war sein Doseinsgang wirklich„torsohaft und unaus- gereift". Dafür brauchte er auch Picht zu verbrennen, was er angebetet hatte, und konnte sich auf der Straße zeigen, ohne Furcht, daß sich hinter seinem Rücken Gezischel erhebe: Da geht der Renegat! Das politische Ideal, das den Jüngling hinriß, leitete den Mann und tröstete den Greis. Ihn trieb die Ueberzeugung, den anderen nur der Ehrgeiz; Carl Schurz war ein Kämpser, Johann Miguel nur«in Streber! Wenn in dem Signalement des polizeilichen Steckbriefs, der einzigen Ehrung, mit der dos amtliche Preußen einen seiner besten Söhne bedachte, verzeichnet stand: Stirne frei, so war diese freie Stirn, die ihn in jeder Lebenslage über das engstirnig« und engbrüstige Gekräuch der Spießbürger hoch hinaushob, eine Erbschaft seiner engeren chennat; denn an den Ufern des Rheins, lein dessen Stromgebiet�die Wiege auch eines che i n e, eines Marx, -"eines Engels, eines"Bebet stand, kam, in' Liblar, unweit von Köln, Carl Schurz am 2. März 18 2 9 zur Welt. Das Rhein- loird, das kulturell, sozial und politisch dem ponnnerschen Gutshof um rnrndestens ein Jahrhundert voraus war, dos dos preußische Regime als eine Fremdherrschaft haßte und in Erinnerungen an die Französische Revolution und die napoleonische Zeit schwelgte, pflanzte schon dem Gymnasiasten aufsässige Gedaitfen ein, und der Banner Student, der Gedichte und Dramen schrieb und sich für ein Geschichtskathcder vorbereitete, bedurfte kaum des Einflusses eines älteren Freundes, des Prafeffors Gottfried Kinkel, um in die vorderste Reihe der für Freiheit Erglühten zu springen, als der März 1848 die bis dahin verpönten Farben Schwarzrotgold tausendfältig hervorzaubert«. Friedrich Spielhagen, fast auf den Tag sein Alters- genösse und sein engerer Kommilitone in Bonn, hat in seinen Er- innerungen geschildert, wie sich S ch u r z in der politischen Bewegung des Revolutionsjahres..mntrieb mit der Leichtigkeit und Sicherheit des Sturmvogels auf den Wellen-; eine angeborene Rednergabe, Klarheit des Blicks, unerschütterliche Charakterstärke und Reinheit des Wollens und Strebens teilten dem neunzehnjährigen Studenten ganz von selbst eine Führcrrolle zu. Dabei war er etwas wie ein deutscher Jakobiner, trotz aller rheinischen Fröhlichkeit des Wesens von finsterer Entschlossenheit, wenn es galt; die Demokratie, die er wollte, war die ganze Demokratie, die mit Kronen, ' Thronen und Drohnen ewig unvereinbare; Republik hieß sein« Losung. Für dieses erhabene Ziel gedachte er nicht nur mit Worten zu fechten. Als sich im Frühjahr 1849 dos Gewölk der Gegen- revolution schwarz über Deutschland zusammerrtiallte, suchte er den Ereignissen im Rheinland eine revolutionäre Richtung zu geben, indem er zur Erstürmung des. Zeughauses in Siegburg aufrief und ansetzte; dann stand er in der badischci, Reichsversassungskampagne im Feuer med ward mit einem Teil der Revolutionsarme« in der Festung Rastatt cingeschtossen; nur eine abenteuerliche Flucht durch «inen Abzugskanal und über den Rhein ans«lsasfisch« Ufer rettete ihn vor dem preußischen Standrechtspcloton. Erst zwanzig Jahr« zähste er, und wenn er auch noch einmal heimlich nach Deutschlaich zurückkehrte, um seinen Freund und Lehrer Kinkel aus dem Spandaucr Zuchthaus zu befreien,«in waghalsiger Streich, der die ganze Reaktion mit den Zähnen knirschen, die ganze Demokratie hell aufjubeln ließ, so war seine Rolle im Vaterland doch ausgespielt. Den deutschen Schwärmer, der sich in dem„frivolen Strudel" rurn Paris unbehaglich fühlte, trieb es unwiderstehlich in die große Republik über dem großen Wasser, von der dumpfe Kunde wie Frciheitssirenensang schon in sein« Kiichheit gedrungen mar. Da das Weib, das fein Herz erwähll hotte,.zufällig auch mit äußeren Glück s- gütern gesegnet war, konnte er noch seiner Niederlassung in den Bereinigten Staaten Anno 1852, ohne Sorge um des Leben« Nah- rung und Notdurft, den Weg gehen, den er sich vorgezeichnet hotte. Er bildete sich zum Juristen aus, aber jeder Nerv drängt« ihn auch im neue» Wirkungskreis in die Politik. In ähnlicher Stimnmng war er in USZl. gelandet, wie sie Börne beseelte, als er nach Paris kam: mit dem Bedürfnis, die Schuhe auszuziehen, da er auf dem heiligen Boden der Freiheit stehe. Gerade well stün Amerita als die Verwirklichung des Ideals erschien, das er„aus den unglücklichen Kämpfen für freie Regierung aus seinem Heimotlande mit- gebracht hatte", wurde ihm die Union so schnell und so ganz zum zweiten Bäte rft and. Manches wirkte zwar, aus der Näh« betrachtet, mi»&er erbaulich Ol« aus der Ferne, aber Schurz haste keine Zeit und Möglichkeit, sich imr Kleinigkeiten pz kümmern, denn«r jand das Boll l«den> schaftlich erregt durch den Gegensatz zwischen Nord- und Südstaotcn, der 1861 zmn langwierigen uird erbitterten Bürgerkrieg führte. Die Bewegung gegen die Sklavcnbaronc des Südens hatte nicht überall un Norden einen reinen Atem; wirtschaftliche Jnteressenkonflikte, nicht nur der zwischen Schutzzoll und Freihandel, sprachen mit, aber Schurz, dem Politik stets Sache eines Prinzips und Anwendung eines Ethos war, sah nur eine große Mensch- heitssache im Spiel: den Kampf gegen die Sklaverei. Dieser Enkel und Enkelsenkel rheinischer Bauern war deutsch in jedem Bluts- tropfen, aber wie ihm die Demokratie der„altgermonischen Idee" der Freiheit entsprang, so lebte nichts von dem blöden Rassedünkel in ihm, mit dem unsere„völkischen- Knirps« ihren Minderwertig- keitskomplex zu betäuben suchen: er kannte keine lstiher und tiefer stehenden, sondern nur unterdrückende und unterdrückte Rassen, und sein Herz schlug unbeirrbar für die Unterdrückten, ob sie nun Neger oder Indianer hießen. Als dann die Waffen sprachen, tat er als Berater des Präsidenten Abraham Lincoln, als Gesandter der Staaten in Madrid und als Brigadegeneral an der Front alles, um den Feldzug wirklich zu einem Befreiungskrieg, einem Krieg für die Emanzipation der Sklaven zu machen; er erlebte die Genug- timng, daß die Deklaration des Staatsoberhauptes vom 22. Septem- der 1862 und der Ausgang des Konflikts seinen Wünschen entsprach Fortan genoß Schurz unter den deutsch wie den englisch sprechenden Amerikanern«in Ansehen wie kein zweiter Eingewan- Schurz im amerikanischen Senat derter. Bon 1869 bis 1875 faß er im Senat, von 1877 bis 1881 als Staatssekretär des Jn«ern im Kabinett, auf beiden Posten redlich bemüht, der Verzerrung des demokratischen Gedankens durch ine Raffgier der Beutepolititer und das Eindringen des Mainmvnismus ins öffentliche Leben»ach Kräften zu wehren. Einen Zug antiker Größe hott« es, wie er sich enttäuscht, dock) nicht verbittert, zurückzog, als der Staat seiner Dienste und Gaben eist- raten zu können glaubte. Erst zweiundfünfzigjährig, frisch, rüstig. mit dem Blick fürs Wesentliche ausgezeichnet wie nur je, ließ er es sich nicht nehmen, auch ohne ein Amt zu bekleiden, dem Wohl der Allgemeinheit publizistisch zu dienen, immer häufiger c i» Warner und Mahner, denn die Entwicklung lief anders, als er es für ersprießlich hielt. Mit jedem Jahr mehr offenbarte die Demokratie die faulen Flecke, die sie überall aufweist, wo sie zur politischen Ausdrucksform eines zügellosen Kapitalismus herabsinkt. Obwohl Schurz von Kindesbeinen an„ein Gefühl der Zusammen- geHörigkeit mit den Armen und Niedrigen' konnte, fand er den Weg zum Sozialismus nicht, weil es in den Bereinigten Staaten kaum den Ansatz zu einer modernen Arbeiterbewegung gab, ober so wenig er den Tanz der politischen Gewinnjäger ums goldene Kalb mitmachte, und so wenig er die Partei als Götzenbild anbetete, dein auch Ueberzeugungen zum Opfer zu bringen waren, so wenig verlor er den Glauben an die Demokratie. Ohne ihre Schattenseiten zu übersehen, war er davon durchdrungen,„daß für die Mißbräuche und Hebel, welche aus der Selbstregierung sich ent»> wickeln, diese Regierung dos Heilnuttel selbst erzeugt', und hiest es durchaus mit Thomas Ieffersons Ausspruch daß„er viel lieber den Unbequemlichkeit«» ausgesetzt sein möchte, die einer zu großen Freiheit entspringen, als denen, die ein« zu gering« Freiheit zur Folge hat". Was Schurz ln den letzten Jahrzehnten seines Lebens«n> bedenklichsten stimmt«, war die Entwicklung de» Amerikaners zum Dingo, des Unabhängigteitskämpfers zum eroberungswütigen Im» perialisten; da er erst am 14. Mai 1906 starb, erlebte«r noch die Orgien chauvinistischen Größenwahn» während des Krieges gegen Spanien, und mst nicht minderer Sorg« beobachtet« er, wie sich über Europa die Welttriegsgefahr zusammenzog. Gegner jeder Rüstimgspolitik zu Wasser und zu Lande, Freund jeder Art von internationaler BerstäNdigung verkündete er noch in einer feiner letzten Reden den Grundsatz, dessen Nichtachtung die Völker bald bitter büßen sollten: Meiner Meinung noch gibt es nichts Furchtbareres, nichts Schrecklicheres, nichts Verbrecherischeres als das toll- kühne Anstacheln einer Nation gegen die ander« mit den, Zweck, ihre Freundschaft und ihren friedlichen Berkels: zu zerstören. Es ist«ingemein«» Verbrechen, so gemein. daß, wenn sich irgend jemand dessen schuldig macht, er aus der sozialen Gemeinschaft der zivilisierten Menschheit ausgeschlossen werden müßte. tz Als der junge Carl€> ch u r z die Küsten Deutschlands am Hon« zont verschwinden sah. hofft« er. wie fast alle politischen Flüchtlinge, daß ihn bald«ine.siegreiche Volkserhebung zurückrufen werde. Statt dessen kam der zweite Sieg des Königtums und Junkertums im preußischen Verfossungskonflikt, statt der Revolution kamen dir Krieg« von 1864, 1866, 1870, statt der großdeutschcn Republik kcna das kleindeutsche Kaiserreich. Ueber den Ansatz zur wahren deutschen Einigung den das Jahr 1871 brachte, empfand Schurz fem« Freude, ober war das eine Erfüllung feines Ideals? Nein und nein und dreimal nein! Bei einem Besuch in Deutschland 1868 unterhielt er sich zwar angeregt und freundschaftlich mit Bismarck. aber er macht« auch nie später ein Hehl daraus, welche Gefühle tiefster Abneigung ihm die politische Philosophie und die politischen Methoden de?„eisernen Kanzlers' einflößten� und daß er dos, Bisinorckfche Reich nur hinnahm, weil es ihm weitere Entwild. lungen zu versprechen schien,„hie den Idealen von 1848 viel näher kommen werden, ol» die jetzigen politischen Institutionen es tun'. So ahnte er den November 1918 voraus. Denn Carl Schurz lebte als Republikaner, Carl Schurz' starb als Republikaner. Zu Ehren des großen Republikaners senken sich die Fahnen der deutschen Republik. Henn-nn Wendel {Kinkels �B Jlbenleuerlithe Jluchl aus dem Zuchthaus Karl Schurz erzählt in seinen Lebenserinne- r un gen ausführlich von der Besreistng seines Freundes Kinkel aus dem Spandauer Zuchthaus. Wochenlang vorher waren die Vorbereitungen getroffen worden. Vier Zuchthauswärter hatte man vergeblich zu bestechen versucht, in einem fünften fand man endlich den geeigneten Mann. Aber die Befreiung mißlang beim ersten Versuch. Erst in der zweiten Nacht glückte die Flucht: Um Mitternacht stand ich, ausgerüstet wie in der vorigen Nacht, wahlverborgen in der tiefen dunklen Türnische dem Zuchthaus gegenüber.... Mein Auge war fest auf dos Dach des Gefängnisses gerichtet, auf dem ich die Luken in der Dunkelheit kaum unterscheiden konnte. Die spärlichen Straßenlichter flimmerten matt. Plötzlich erschien oben ein heller Schein, der mich den Rahmen einer Dach- luke erkennen ließ. Der Schein bewegte sich dreimal aus und ab. Das war das gehoffte Signal Ich warf einen schnellen Blick auf die Straße rechts ,mb links. Nichts näherte sich. Rasch gab ich, mit Stahl und Stein sprühende Funken schlagend, meinerseits das vereinbarte Zeichen. Eine Sekunde später verschwand das Licht aus der Dachluke und dann gewahrte ich einen dunklen Körper, der sich langsam über die Mauerkonten henrnterbswegte. Mein Herz klapst« heftig und der Schweiß trat mir auf die Stirn. Da geschah, was ich befürchtet hatte, Dachfchiescr und Mauerziegel, von dem rutschenden Seile gelöst, regneten mst lautem Geklapper auf das Pflaster.... Nim hatte der dunkle Körper beinahe den Boden erreicht. Mit wenigen Schritten war ich zur Stell«. Jetzt faßte ich an. Es war mein Freund, und da stand er lebendig auf seinen Füßen.„Das ist eine kühne Tat,' war dos erste Wort, was er mir sagte. „Gott sei dank,' antwortete ich.„Nun schnell das Seil ab und dann fort!' Ich beiniihte mich umsonst, den Knoten des Seiles, das um feinen Leib gefchlunocn war, zu lösen. „Ich kann dir nicht Helsen,' flüsterte Kinkel.„Das Seil hat mir beide Hände furchtbar zerfchunden.' Jch zog weiu Jagdmesser und mit großer Anstrengung schnür ich das Seil durch. Das lange Eich« wurde, sobald es frei war. schleunigst nach oben gezogen. Wöhrend ich Kinkel meinen Mantel unrroarf und ihm die Gummilschuhe anzog, blickt« er besorgt um sich. Hensels Kalesche hatte sich umgedreht und kam langsam zurück. „Was ist das für ein Wagen,' fragte Kinkel.- „Unser Wagen.' Dunkle Gestalten zeigten sich an den Straßenecken und näherten sich uns. „Um Himmels willen, was für Leute sind das?' „Unsere Freunde.' In einiger Entfernung hörten wir Männerstimmen singe«; „Wir sitzen so fröhlich beisammen.' „Was ist denn das?' fragte Kinkel, während wir durch eine Seitengass« Krügers Hotel zueilten. „Deine Kerkermeister bei einer Bowle Punsch.' „Famos!' sagte Kinkel Bei Krüger traten wir durch eine Hintertür«in und befanden uns bald in dem Zimmer, in welchem Kinkel die für ihn bestimmten Kleider anlegen sollte. Es war ein schwarzer Tuchanzug, ein großer Bärenpelz und eine Kappe, wie sie von preußischen Forstbeamten getragen wird. Von einem nahen Zimmer her erschallen noch die Stimmen der Zechenden. Kröger, der einige Minuten zugesehen hatte, wir Kinkel die ZüchUingsunifarm gegen seine neue Kleidung austauschte, entfernte sich plötzlich mst einem ihm eigenen Lächeln. Bald trat er wieder ein, einige gefüllte Gläser tragend.„Herr Prefessor,' sagte er,.chaneben sind einige Ihrer Gefängnisbeamteu bei einer Bowle Punsch. Ich habe sie eben gefragt, ob sie nrir nicht ein Glas erlauben wollten fiir ein paar Berliner Freunde, die gerade angekommen wären. Sie hatten nichts dagegen. Nun, Herr Professor, trinken wir Ihr erstes Wohl aus der Bawle Ihrer Kerkermeister.' Es war uns schwer, nicht vor Vergnügen über den Humor der Situation laut aufzulachen. Kinkels Umkleidung war schnell vollendet und seine vom Seil zerrissenen, blutigen Hände mit Taschentüchern verbunden. Er dankte den aufopfernden Freunden mit wenigen Worten, die sie fchstichzen mochten. � Dann sprangen wir in Henfe's Wagen. Die Zuchthausbeamten Zehen und juhellcu noch immer bei ihrer BoipA, von UerSzuaä '"ten-Bal Copyright Safari- Verlag G.m.b.H., Berlin W35. Zeic/znurzges-t. von Adoff Lehnert VI. (13. Fortsetzung.) 21m siebenten Tage kam Malos Boot heim. Sie hatten weit fort einen Wal gefangen, viele Tagesreijen draußen, wo es keine Möglichkeit gab, ihn zu bugsieren, und hatten deshalb die Barten ausgeschnitten. Das Boot war ganz mit dem kostbaren Stoff gefüllt: ja, sie waren stets die beste Mannschaft, der alte.fyirpumer. Mala und der Rudersmann arbeiteten gut zusammen. Keiner kam an die Eiskante, um sie zu empfangen. Das war merkwürdig, denn jetzt reichte das Wasser schon ganz bis zu den Schiffen. Die Berge waren schneefrei, und die Vögel brüteten. Es war herrlich warm, und deshalb mußten immer einige Matrosen draußen sein. Wenn die Erwachsenen auch schliefen, so hätten doch einige Kinder zwischen den Zelten herumlausen, sie entdecken und anrufen müssen. Frauen, Kinder und Greise pflegten gleich angelaufen zu kommen, um ,zu sehen, wie tüchtig die Fänger gewesen waren.— Nicht ein Mensch, das wirkte ganz unheimlich. Bielleicht war der Tod hier gewesen? Sie begannen die Barten an Land zu werfen, und der charpunier ging nach dem Schisse, um Leute zu holen. Da kam ein Mann aus der Niederlassung angewankt. Es war der alte llmiliawk. Seit vielen Tagen war sein Kopf von Tabaks- rauch verhüllt, vor wenigen Tagen hatte er vor Lochen gebrüllt, als xr den Tanz und die Tollheit sah. Er ging zu Pen Booten, blieb aber, halb abgewandt, in einiger Entfernung stehen, ohne etwas zu sagen, und blickte auf das Meer hinaus. Da verstanden sie, daß die Botschajt, die er bringen.wollte, traurig war, und sie übereilten sich nicht, als sie ihm entgegengingen. * Die zwei Kapitäne standen zusammen bei einigen aus dem Eise aufgestapelten Kisten, als Mola kam. Was er wollte, wußte er selber nicht, nur fühlte er. daß etwas zwischen ihm und den Männern gesprochen werden mußte. Der eine hatte seine Frau mißbraucht, der andere sie getötet, und er selbst hatte die vielen Jahre mit ihr gelebt! Etwas mußte gesagt werden. Er hoffte, daß die Worte auf seiner Zunge geboren werden sollten, wenn er ihre Gesichter sah. Aber das geschah nicht, und er blieb stehen. Da trat der junge Kapitän zu ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter, und die Tränen liefen ihm über die Wangen. „Mala," sagte er,„du hast es gehört, ja, es ist furchtbar. Nie mehr werde ich eine Büchse anrühren, nie werde ich wieder froh werden" Mala fiel in Gedanken. Er verstand ein ganzes Teil von den Worten. Ein merkwürdiges Bersprechen für einen Mann, eine seit- same Buße für den, der alle Arten Waffen besitzt! Mala konnte nicht sprechen, denn er mußte immerfort die Tränen verschlucken. „Ich will dir viele Dinge geben," sagte der kleine Kapitän. „Ich auch." sagte der andere..Loa war gut und nähte viel für uns, und sie ist durch einen Unfall gestorben. Du sollst hierbleiben, und wir wollen dir alles schenken, was du willst." Mola sagte immer noch nichts: er dachte nur, wie seltsam es sei, daß sie ihm alles geben wollten, was er sich wünschte, und mußte immer noch an den Tränen schlucken. Dann wandte er ihnen den Rücken und ging heim, er hatte seine Knaben noch nicht gesehen. Die saßen wohl im Zelt und weinten über ihre Mutter. Ach, weshalb sind wir nicht fortgereist, nachdem wir gehandelt hatten? Warum blieb ich bei den weißen Männern? Man hat oft gehört, daß den Freuden, die mit den Schiffen kommen, der Tod folgt. Die Kinder und Orsokidok saßen im Zelt und aßen. Biel leckeres Essen hotetn sie bekommen: als aber der Hausherr eintrat, ließen sie die Lösel in der Schüssel stecken. Er setzte sich schweigend zu ihnen, und die Tränen kamen ihm, als er die mutterlosen Kinder sah. Erst jetzt merkte er. daß ihr Zeug schlecht genäht war, und er hatte ein« unklare Vorstellung, daß sie die Mutter des Hauses verloren hatten, ehe der Schuß siel. Aber sie hätte wiedergewonnen werden können. Jetzt war sie für immer verloren. Es war gut, daß hier keiner war, vor dem man sich schämen mußte. Die Tränen stiegen ihm in die Augen, und die Kinder und der halberwachsene Orsokidok weinten auch. Lange lagen sie weinend aus der Pritsche. Endlich wurde es still bei ihnen: die Müdigkeit überkam sie alle, sie schliefen ein. Sie erwachten durch Lärni und Rufe am Ebbstrand. Dort kam eine Schar weißer Männer, die zogen zwei große Schlitten mit vielen Kisten und vielem Holz, mit Büchsen und ungeheuren Kostbarkeiten beladen. Sie hatten schon vergessen, daß ein Unglück geschehen war, und fluchten und lachten lärmend. Der alte Bootsmann trat zu Mala■ „Hier sind Waren für dich, Dinge, die du haben sollst für deine Frau, die starb." Mala erschien es eine ganze Schiffsladung, die vor seiner Zelttür stand. Die Menschen liefen zusammen, hielten sich ober in ehr- erbietigem Abstand, und Mala ging still umher und betrachtete die Dinge, die alle sein waren, als Buße für Iva gegeben. Da waren Kisten mit Blechdosen voller Essen, da waren zwei Fässer mit Keks. Zeugrollen und Büchsen, all die Dinge, die die Menschen im Norden sich nur wünschen können. Es war fast, als betrübte ihn noch mehr, oll das hier zu sehen. War dieser Tod doch schlimmer als der seiner Mutter, schlimmer als der Verlust des Vaters! Er hatte alle Reichtümer der Well und war der Mächtigste im Stamm. Wenn die Schiffe fortfuhren, bekam er ein Boot und Walfängergerät, drei Walleinen sollte er haben. Es kamen allzu viele Gedanken auf einmal für dos Hirn eines Mannes: er mußte ein wenig ollein im Zelt sitzen. Arola und Joe wollten ihm gute Ratschläge erteilen, aber er kehrte ihnen den Rücken. „Man wünscht zu schweigen," sagte er still, und keiner wagte ihn zu stören. Bald darauf trat er wieder heraus und feine Knaben sowie Orsokidok mit ihm. Sie nahmen die Zeugrollen und nahmen vieles andere. Teekessel und Feuerhölzer. Ja, man konnte Wengen von diesem Haufen fortnehmen, und doch blieb noch ebenso viel übrig. Soviel sie tragen konnten, brachten sie dorthin, wo Iva beigesetzt war. Ein merkwürdiger Dölme» war es. den die weißen Männer errichtet hatten, ungeheuer groß, ein Steinhaufen, wie man ihn vielleicht in den Ländern zu machen pflegte, von denen man die Schiffe aussondte Sie gingen um das Grob herum und legten die Grobgeschente nieder, setzten sich dann still und sagten nichts, dachten an die Tote. Mala faß lange da, und endlich wurde er dadurch zum Bewußtsein erweckt, daß die Knaben zu spielen begannen. Ach, das war ja nicht so merkwürdig, sie waren ja.Kinder, und was kann man von ihnen erwarten? Spät am Abend wurde vo» den Schiffen geschickt, daß man mit Mala zu reden wünschte, er sollte früh am nächsten Morgen kommen. Die Booten sollten auf eine weite Fahrt, und der Kapitän wollte ihm vorschlagen, mitzufahren. Später sollten die Schiffe folgen. Den ganzen Sommer sollte er beim Fang helfen, und dann wollten sie ihn an einer Stelle an Land setzen, von wo er im Winter heim- kommen oder wo er ihre Ankunft im nächsten Jahr« erwarten konnte. e- Mala fühlte, daß es herrlich sein mußte, wieder in die Berge zu konnnen. Die Beine hatten das Gehen verlernt und die Last zerrte an Schultern und Stirn: bald aber ging es leichter. Mala trug großes Gepäck, die anderen weniger, jeder nach feinem Alter. Auch die Hunde waren mit dem beladen, was sie tragen konnten. Den Schlitten hatten sie zurückgelassen, der war im Sommer nicht zu gebrauchen. Noch hatte man keine Renntiere gesehen, bald aber war man bei den großen Seen, wo es stets welche gab, und wo hie Sammerzelle oft lange standen, weil man seinen Fang esien wollte. weil der Sommer herrlich war, und weil man hier fremde Menschen in Freude und Mitternachtssonne traf. Mala mar an dem Morgen gegangen, als er zu dem alten Kapitän hatte kommen sollen. Er hatte einen jmrgcn Mann mit einem Sack zu dem Kapüän geschickt, der scüie Frau erschosien und gesagt hatte, daß er nie wieder eine Büchse anrühren wollte. In dem Sack waren viele Fuchzselle, die er vorsichtig beim Handel zurückgehalten und seither nicht gebraucht hatte, well er auf dem Walfänger in Dienst stand.?lll sein Besitz war vor den Zellen stehen geblieben: was sollte er damit, em Mensch kann nicht mehr besitzen. als er und die Seinen auf den Rücken trogen können, lind jetzt waren die Seinen zusammengeschmolzen. Mala dachte an die Last. die Iva hätte trogen können, und an die Freude, die er bei der Erwartung des lange ersehnten Töchterchcns gejühll hatte. .Laßt uns ein wenig schneller gehen. Ich gerate so leicht ins Denke». Wir gehen landeinwärts, machen halt, wenn wir schläfrig sind, esien, wenn wir hungrig sind, und stehen auf, wenn wir aus geschlafen haben." Vorwärts ging es. durch große Mückenschwärme und übet unendliche Einöden. An einem Bach legte Mala sich nieder und trank. Ach, das frische, frohe Wasier, das nach Erde schmeckte: das spülte ollen Schiifsgeschmock aus seinem Körper und seiner Seele. Tag für Tag gingen sie weiter, bis die Knaben um Ruhe boten. Da schlugen sie ein Zell auf und sammellen Heidekraut zu einem Feuer. Die Flammen schlligen hoch: wenn Iva gelebt hälle. würde sie auch die Herrlichkeit gejühll haben, die das Lantk den Menschen geben konnte. Man erreichte den großen See und sah viele Remitiere: sie begannen schon fett zu werden. Die Kälber waren geboren, klein- leckere Kälber, deren Fleisch man aufsaugen konnte. Dies« süßen Tierchen mit den langen ungeschickten Beinen, die mit der Mutter nach Norden zogen und ängstlich waren, wenn sie über das Steinfeld sollten. Das schmerzte in den weichen Klauen, und die Mutter mußte sie vorwärtsschieben. Mala erklärte alles, was sie sahen, seinen Knaben, und als etwas Schnee kam. sagte er, daß die Natur weise sei, sie schüfe stets elwas källeren Schnee, wenn die Renntierkälber geworfen wären, damit es nicht zu viele Mücken gäbe, um die kleinen Tiere zu plagen. Das verstanden die Knaben. Ihr Vater kannte die Natur und hatte ihr viele Züge abgelauscht. Sie schössen täglich Renntiere. Die Hunde trugen Rcnnticr- keulcn an ihren Tragriemen. An jeder Seite hing eine, aber si- waren fett und drall und mochten nicht von den Lasten der anderen fresien. Langsam jolgten sie den Menschen, und oft erreichten sie das Lager erst lange, nach dem man gegessen hatte. Die Tragrienien wurden ihnen abgenommen, utzd sie lagen ganz still da und schliefen neben dem Fleisch. Sie hallen nur wenig Appetit, nährten sich meistens von Luft, Wärme und Wasier und wurden doch immer fetter. Eines Tages sah Mala ganz in der Nähe ein paar Wölfe. Auch die waren fett und schwerfällig: er haßte diese Tiere, die von Remitieren lebten, nahm die Büchse und feuerte auf sie. Der ein« Wolf sprang hoch, fiel nieder und war tot. Mola ließ ihn liegen, er konnte dos Fell nicht brauchen, denn er sollte ja nicht zu den Schissen und handeln. Es konnte viele, viele Jahre dauern, bis er wieder ein Schiff sah. Wenn er wieder Waren brauchte, wollte er seine Füchse hmschicken. Nur weiter ohne Ziel, ohne zu denken, mn seinen, Kummer zu entgehen. Wenn es regnete, krochen sie ün Zelt zusammen und legten sich nieder, schliefen und schliefen, und wenn die Sonne wieder schien, stand man auf und ging weiter. Dann war das Zell schwer zu tragen: aber man ging einfach ein wenig langsamer, weiter kam man dennoch(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Echo aus dem Himmelsraum? Gemeinsam mit Graf Area haben der norwegische Professor Karl Stör n, er und Manfred vonArdenne die Forschungen über die atmosphärische Luft und ihre Durchdringung und Messung mittels der Radiowellen aufgenommen. Graf Area erklärt, wenn die die Erde umgebende etwa lOV bis 200 Kilometer starke Luftschicht geeignet sei, die Sonnenwärme hindurchzulassen, es auch den Radiowellen ein leichtes fei, durch sie hindurchzudringen. Prof. Stürmer ließ von der steinen holländischen Aurzwellenstation Eindhoven Wellen in bestimmten Intervallen von einer zwanzigstel Sekunde senden. Störmer empfing diese Signal« in Norwegen und konstatierte dabei eine Reihe Echos zwischen 3 und 17 Sekunden nach den Signalen. Die Station Eindhoven stellte gleichfalls dies« Echos fest. Der Gelehrte rechnete aus, daß die Wellen ein« Entfernung von 3 Millionen Kilometer durchlaufen hätten, vom Augenblick an, wo sie ausgesandt wurden bis zu dem Moment, wo ihr Echo gehört wurde. Bedenkt man, daß der Mond 380 000 Kilometer und der nächste Planet 40 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sind, so wird diese Ausdehnungsfähigkeit der Kurzwellen außerordentlich überraschen. Prof. Störmer behauptet, daß das Echo von einem Punkt kommt, der 3 Millionen Kilometer entfernt!m Weltenraum - i i-JL A 1. Freitag, 1. März. B er I i n. 16.00 Dr. med. Mosbacher; Unfälle in der Scbulc.(Gin Zwiegespräch.) 16.30 Unterhaltangsomsilr. ausgeführt von Dr. Beccc's Terra-Slntonikera. 18.10 R. Herdraana Pender: Engllah and German Humoor. 18.35 Ober-Reg.-Rat Dr. Oscar Kausch: Synthetische Cdeisteine. 19.00 Dr. Siegfried Mauennann: Die Hauptströmungen im Staatsieben M'esl- curopas. 19.30 Hans-Brodow-Schule; Prot. Dr. W. Waetzoidt: Sind Museen uitgemäh? 20.00 Orehcsterkonzert. Dir.: Bruno Seidler-Wfnkler.(Berliner funkorchester.) 21.30 Aus dem Märchenbuch der U'ahrhelf, von fritz Maathner.(Gelesen von Karl Hageroann.) KSnlgs Wusterhausen. 16.00 Dir. Eisner: Sinn und Bedeutung der Berufsberatung anf dem Lande. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. ITJO Min.-Rat Frieliughaus; Eingemeindungen und Wirfschalt. 18-00 Prok Dr. Marcuse: Neues vom Bimmel und von der Erde. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Ing. Hans Bthr: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter; Werkzeuge. 19.20 Dr. med. Welnert; Der Praktikv bei plötzlichen Unfällen. 20.00 Von Leipzig: Festkonzert gum iüntlihrigen Bestehen der Mirag. 1. J. S. Bach: Onverture C-Dur für Orchester.— 2. Brehms: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77.—.3. Beethoven: 5. Sinfonie c-moll op. 67(Leipziger Sinfonie-Orchester und Rundfnnfc-Orchester, Dirigent: Alfred Szendrei). 22.15—23.15 Biidfunkrersnchc, liegt. Der Beweis soll bei neuen Versuchen folgendermaßen erbracht werden: man wird die Kurzwellen bei dem nächsten Experiment an verschiedenen Aufnahmcstellen des Erdteils registrieren lassen und zwar genau nach dem Zeitpunkt ihres Eintressens, ebenso das Echo. Wenn der Augenblick ihres Eintreffens auf allen Stationen der gleiche ist, so kann das Echo nur von außen aus dem Himmclsrauni, also von einem Himmelskörper zurückgeworfen worden sein. Keine gläsernen Milchflaschen mehr! Aus New Port wird berichtet, daß dort durch eine Berordnung sämtliche gläsernen Milchslaschen aus dem Verkehr gezogen und durch Flaschen aus Papier ersetzt worden sind. Man ist der An- ficht, daß die Glasflaschen teurer und hygienisch weniger einwand- frei sind als Papierfiaschen, die nach einmaligem Gebrauch fort- geworfen werden können. Wenn man weiß, mit welch unoppetit- lichen resp. giftigen Flüssigkeiten leere Flaschen im Haushalt oft gefüllt werden und wenn man serner bedenkt, wie leicht die Gesundheit der Milchoerbraucher durch ungenügende Sauberkeit beim Spülen der Flaschen beeinträchtigt werden kann, so erscheint die Maßnahm« der praktischen Amerikaner sehr vernünftig und nach- ahmenswert. Die Ueberfüllung der Hochschulen. Eine wie außerordentliche Zunahme die Zahl der Studierenden nach dem Kriege erfahren hat, zeigt eine Gegenüberstellung der Ziffern von 1913 und 1928. Im Sommersemester 1913 waren an den deutschen Universitäten 60 00Ü Studierende immatrikuliert, im Sommersemester 1928 83 300, darunter 12 000 weibliche, während es 1913 nur 3370 Studentinnen waren. Die Zahl der Studieren- den an den technischen Hochschulen hat sich im gleichen Zeitraum von 11 780 auf 20 000 erhöht. Die Gesamtzahl aller Studenten an den deutschen Hochschulen betrug im Sommer 1913 rund 78 000, im Sommer 1928 rund 112 000. Die Bienenzucht geht zurück. Während in den vorhergehenden zwei Jahren eine entschiedene Aufwärtsentwicklung in der preußischen Bienenzucht beobachtet werden komitc, hat das Jahr 1923 einen unerwarteten Rückschlag gebracht. Der Bestand an Bienenstöcken ging gegen das Vorjahr um etwa 40 000 Stück zurück und liegt nun um 400 000 Stück, da» sind über 30 Prvz., unter der Bestandszahl des Jahres 191�. Unglück im Stall. Ein Hofbesitzer eines kleinen mecklenburgischen Dorfes machte an das Finanzamt ein Gesuch um Steuernachlaß, in dem er unter anderem auch„Unglück im Stolle" angab. Das� Finanzamt schnkic dieses Steucrgefuch an den Schulzen des Wohnortes des Gesuch- stellers um Bestängung der Angaben. Von dort kam das Gesuch wieder zurück mit dem Bemerken, daß die Angabc„Unglück im Stalle" dahin zu verstehen sei, der Betreffende habe sich im Stalle mit seiner Magd«ingolassen, und mutze mm Sttimoös yhiyn,,« 4 ~ Sportund Spiel~ Werber für den ARBEITER FUSSBALL Vor kommenden Spielen. Der tommende Sonntag ist arm an Fußballspielen. Da in 14 Tagen die neue Serie beginnt, wäre es für die Vereine doch norteilhafter, noch einmal zu spielen. Lediglich der Bezirk Tem pelhof Mariendorf der Freien Turnerschaft Groß- Berlin hat fich entschloffen, ein Spiel auszutragen. Anlaß dazu gab die Sonntag SASI. ruft nach Nürnberg! Die Beranſtaltungen bilden einen guten Auftatt für Sozialismus, em Contog ſtattfindende Gründungsfeier, die im Reſtau 29. Die Sozialistische Arbeiter- Sportinternationale hat an ihre freundearbeit in Dresden stattfindende Gautreffen. bis 30. Juni aus Anlaß der Zwanzigjahrfeier sächsischer Natur: Landesverbände nachstehenden Aufruf erlassen: „ Der Deutsche Arbeiter- Turn- und Sporibund hat für den 18. bis 21. Juli 1929 fein 2. 2 rbeiter Turn- und Sportjeft ausgeschrieben und die Länder der Sozialistischen Arbeiter. Sportinfernationale hierzu eingeladen. Das Bureau der SAS3. hält es für äußerst wertvoll, wenn die einzelnen Cänder von dieser Einladung Gebrauch machen und dadurch das Nürnberger Feff auch zu einer eindrucksvollen infernationalen Kundgebung der proletarischen Massensportbewegung machen und erwartet, daß die einzelnen Candesleitungen für ihre affiven Mitglieder am Nürnberger Fest die Teilnahme organisieren. Den herrlichen Mantfestationen proletarischer Körperkultur von Leipzig, Frankfurt, Wien und Prag wird sich in imposanter Weise Nürnberg hinzugefellen und dadurch zu einem imposanten Auftakt für das 2. Olympia 1931 in Wien werden. * Bis zum 14. Februar wurden bei der Bundesfestleitung in Leipzig 60 700 Bormeldungen zur Teilnahme am 2. Bundesfeft in Nürnberg abgegeben. Diese Zahl hat sich bis zum 22. Februar erhöht airf 64 820. Zurzeit herrscht Arbeitslosigkeit und die Arbeiterfamilien leiden unter der Not des anhaltenden Winters. Wenn sich jetzt trotzdem schon an die 65 000 für Nürnberg verpflichteten, ist das ein sicheres Zeichen dafür, daß mit Eintritt der warmen Jahreszeit und der mit ihr verbundenen froheren Stimmung die Meldeziffer noch beträchtlich steigen wird. Verbilligt den Autobetrieb! Die Forderung: Beseitigung der Hubraumsteuer. Wir berichteten gestern über die Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer im Staate New Yort. Dazu schreibt uns ein Leser folgendes: Während man also in Amerika durch niedrige Autofteuer und Einführung einer Benzinverbrauchssteuer die Unterhaltungskosten eines Kraftfahrzeuges soweit wie möglich herabzufezen bemüht ist, und dadurch den weitesten Bevölkerungstreifen die Anschaffung eines eigenen Wagens ermöglicht hat, ist man bei uns anscheinend noch immer nicht dahinter gekommen, daß man durch die ungerechte Subraumsteuer, die teuere Garagenmiete und außerordentlich hohe Bersicherungsprämien die Haltung eines Kraftfahrzeuges zu einer Angelegenheit der reichen Leute macht. Auch die Bestrebungen, durch Schaffung eines Sondergefeßes, wonach jeder Automobil- und Motorradbefizer gezwungen werden soll, sich gegen Haftpflicht zu versichern, dürften in den beteiligten Streifen mit gemischten Gefühlen aufgenommen werden. Ist es schon ungerecht, Kraftfahrzeuge, die wenig benutzt werden, genau so hoch und schematisch nach dem Hubraum des Motors zu besteuern, wie diejenigen, die das ganze Jahr benutzt werden, so müßten auch die Versicherungsprämien auf Grund der von den Fahrzeugen geleisteten Energien berechnet werden. Ist der Gebrauch des Fahrzeuges gering, ist auch die Dauer der Betriebsgefahr und die Möglichkeit von Unfällen gering. Bei der jegt geübten Bolitik aber, dürfte der Kreis derjenigen Einkommensempfänger, die heute noch zur Anschaffung eines Kraft fahrzeuges in der Lage sind, bald erschöpft sein und der Sättigungspunkt des deutschen Automobilmarktes innerhalb der nächsten Jahre erreicht sein. Der Absatz würde sich nur noch auf den Ersatz der aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeuge beschränken. Gelingt es nicht, durch Senkung der Anschaffungs- und Unterhaltungsfost en den Kreis der Einkommensempfänger zu erweitern, so dürfte die deutsche Automobil und Motorradindustrie in den nächsten Jahren vor allerlei leberraschungen stehen. Die fortgesetzten Zusammenlegungen selbst der größten Werke ist das brite Zeichen dafür. Erste Probefahrt Segraves. Bald nach seiner Ankunft in Florida unternahm der englische Automobilrennfahrer Major Segrave mit seinem„ Goldenen Pfeil" die erste Probefahrt an dem meilenweit fast ebenen Strande von Dayton Beach. Der Versuch verlief zur vollsten Zufriedenheit, denn Segrave kam, ohne dem Motor das letzte abzufordern, auf eine Geschwindigkeit von 290 Stundenkilometer. Der Engländer mi fich nicht lange mit Probefahrten aufhalten, sondern schon in den allernächsten Tagen einen offiziellen Rekordversuch unternehmen, bei dem er eine mittlere Stundengeschwindigkeit von annähernd 400 Kilometer zu erreichen hofft. Polizeischwimmfest im Lunapark. Die Polizeigruppen Mitte, Weft und Nord veranstalten am Sonntag, 3. März, im Hallenbad Lunapart ein öffentliches Schwimmfest, zu dem die sportliebende Bevölkerung herzlichst einCoppen it. An den Konkurrenzen beteiligen sich Bolizeibeamte aller geladen Dienstgrade, also auch Offiziere. Ein Wasserballspiel West- Nord wird das Fest beschließen. Anfang 16 Uhr, Ende gegen 18 Uhr. Winterarbeit der Naturfreunde. Die in den letzten Tagen stattgefundenen Bezirkstreffen der Naturfreunde im Freistaat Sachsen führten weit über 1000 Winter sportler an den landschaftlich schönsten Gebirgsorten zusammen. Im West Erzgebirge trafen sich am Auersbergturm rund 300 Sportler, um auf einer Fuchsjagd und in drei großen Wanderder Propagandawirkung wegen die Pracht der gegruppen waltigen Wälder zu durchstreifen und am Naturfreundehaus„ Rote Grube" Wertungsfahrten und Stigymnastik fennenzulernen. Im Bogtland vereinigten sich etwa 100 Freunde an der Jugend herberge auf dem Aschberg zu einer Geländefahrt durch die ,, tlingen den" Täler und Höhen dieses noch sehr unbekannten Stiläufer. perobieses. Im Oft Erzgebirge fanden sich am Rehefelder Sagdhaus über 300 Arbeitsmenschen zusammen. Nach einem ein brudsvollen Propagandaaufmarsch an den Talhängen, wobei befonders die ftarte Beteiligung der Frauen auffiel, erklärten die Naturfreunde- Samariter die notwendigsten lebungen zum Bergen eines Berunglüdten, die Stilehrer zeigten die Fahrweise der foge nannten Arlbergschule. Die Laufiger hielten ihr Treffen an der Lausche und im Naturfreunde- Ferienheim Baltenberghaus" mit je 200 Beteiligten ab. Bei allen Treffen wurden die Teilnehmer auf die Kampiziele ber Arbeiterschaft und der Naturfreundebewegung hingewiesen und Menschenpflicht! tant Ma- Li", Mariendorf, Chauffeestraße 305, stattfindet. Zum Gegner wurde die Fußballabteilung von Butab, Bund der techrischen Angestellten und Beamten, gewonnen. Die ,, Techniter" wer den hier den Beweis erbringen, daß sie nicht nur mit Tusche und Pineal umzugehen verstehen, sondern auch Fußball spielen können. Das Spiel, das im Bolkspark Mariendorf stattfindet, beginnt um Arbeitersportler bekämpfen die Hochwassergefahr 15 hr. durcheilen die gesamte Presse. Allerorts, wo mit Hochwasser zu Alarmnachrichten über die drohende Hochwassergefahr rechnen ist, werden schnellstens Maßnahmen getroffen, zum Schutz für Leben, Hab und Gut. Erfreulicherweise ist festzustellen, daß sich die Rettungsmannschaften und die Wasserfahrer des ArbeiterTurn- und Sportbundes in den Dienst für die Augemeinheit stellen. So liegt die Ausführung des Hochwasserschutzdienstes in Köln und Köln- Mühlheim vertraglich festgelegt ganz in den Händen der dortigen Rettungsmannschaften des Arbeiter Wasser Rettungs- Dienste s. Die Mannschaften müssen in zwei Schichten von je 12stündiger Arbeitsdauer in Wind und Wetter abwechselnd ihr schweres Amt versehen. Außer der Rettung von Leben und der Bergung von Hab und Gut haben die Mannschaften des Kölner Hochwasserschutzdienstes auch den Sicherheits-, Verpflegungs- und Fährdienst innerhalb des Hochwassergebiets zu besorgen. Auch in Neuwied und in anderen Städten des Rheinlandes stehen die Arbeiter- Wassersportler in Alarmbereitschaft, um bei einbrechendem Hochwasser zur Stelle zu sein. Der legte Freie Wassersport", das Fachorgan der Wassersportler und Rettungsmannschaften im Arbeiter Turn- und Sportbund, bringt einen Aufruf an alle Arbeiter Wassersportvereine, den rheinischen Beispielen zu folgen, sich in den Dienst am Volksganzen zu stellen, und den Kampf gegen die Hochwassergefahren au organisieren und aufzunehmen. Einen ähnlichen Aufruf vermittelt der Freie Sport", Organ der Arbeitersportler in Hessen und Hessen- Nassau. Alle Arbeitersportler und organisierte Arbeiter werden ersucht, die Arbeit der Wassersportler weit gehend zu unterstützen, und wo angefordert, selbst tatPräftig mit einzugreifen. ÷ Der Arbeiter Samariterbund Aufruf: Treue zum Bund. Am Sonntag fanden im westdeutschen Kreisgebiet des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zwei Bezirkstage statt, die sich bei der Behandlung der gegenwärtigen Lage im Kreis Rheinland- Westfalen flar und entschieden gegen die Spaltungsbestre= bungen der KP D. aussprachen und dem Bunde unverbrüchliche Treue gelobten. Der Bezirkstag des Düsseldorf- Duisburger Bezirks nahm mit 37 gegen 10 Stimmen folgende Resolution an: Der Bezirtstag des 7. Bezirks stellt sich voll und ganz hinter den Bundesvorstand und Kreisrat. Er erwartet weiter zielflare Befolgung der Bundesbeschlüsse. Der Bezirkstag in Annen nahm mit 28 gegen 2 Stimmen eine Entschließung an, in der es heißt: Der Bezirkstag des 11. Bezirks stellt sich hinter die Bundesbeschlüsse und erwartet vom Kreisrat und Bundesvorstand, diese Beschlüsse auch im rheinischwestfälischen Kreis zur Durchführung zu bringen. Neue Bücher. Unfälle, Unfallstatistit, Gejegliche Vorbeugung, Braffische UnfallKraftfahrzeugunfälle und Kraftfahrzeugrecht. Psychologie der bekämpfung und Verkehrspolitit. Bon Rechtsanwalt Dr. K. Bolfmann. 228 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Preis 9 M. Verlag Richard Carl Schmidt u. Co., Berlin W. 62. Der Verfasser hat in diesem Buche die Kraftfahrzeugunfälle wissenschaftlich untersucht. Gerade das Unfallverhütungswesen für Straftfahrzeuge ist in Deutschland noch sehr im Rückstande( ungesicherte Bahnübergänge, unbeleuchtete Bahnschranken usw.). Ilm den Kraftfahrzeugunfällen mirksam zu begegnen, sind die Unfallursachen eingehend untersucht. Eine Systematik der Unfälle nach ihren Ursachen gibt weitgehende Aufschlüsse( Unfallursachen persönlicher und außerpersönlicher Art wie Naturereignisse, Brand, Materialerläßt folgenden schäden, Wegebeschaffenheit, falsches Verhalten anderer Wegebenuger). Ein Abschnitt Unfallstatistik wertet die Ergebnisse vorhandener Statistiken, aus. Die gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften sind einer eingehenden und flaren Kritik unterzogen. Durch Bergleiche mit den Vorschriften anderer Länder wird gezeigt, wo Anfagpunkte für mögliche Aenderungen und Verbesserungen liegen. Die Unfallbekämpfung muß in Deutschland systematisch durchgeführt werden. An zahlreichen Bildern werden am Schlusse des Buches praktische Ratschläge zur Unfallverhütung gegeben. Da das Buch von einem Juristen geschrieben ist, ist es wohl dazu geeignet, in den maßgebenden Verkehrsstellen und Behörd n als unentbehrP. F. Das jetzt in vielen Teilen Deutschlands eintretende Taumetter läßt mit großer Hochwassergefahr rechnen. Insbesondere bedroht sind die Bewohner der Täler in den Höhenzügen und an den großen Flüssen. Wir ersuchen deshalb unsere Holonnen, sofort Vorbereitungen zu treffen, so daß bei Verschärfung der Hochwassergefahr die erforderliche Hilfe geleistet werden kann. Zu den Vorbereitungen für den Hilfsdienst gehören je nach den örtlichen Verhältnissen folgende Arbeiten: Instandsegung und Ergänzung des vorhandenen Materials und der Hilfsgeräte. Ein liches Handbuch seinen Platz zu finden. richtung von Alarmstellen, die durch die Bevölkerung zu erreichen sind. Einrichtung eines Sicherheitsdienstes und Warnungsdienstes auch bei Nacht in den gefährdeten Gebieten. Berständigung der naheliegenden Kolonnen untereinander zur gegenseitigen Unterstügung. Wir ersuchen unsere Kolonnen, Bezirks- und Kreisleitungen, fofort die entsprechenden Borbereitungen zu treffen. Es ist besser, durch Einrichtung des Warnungsdienstes usw. Menschenleben vor Verlegungen zu schützen, als nachträglich die erste Hilfe zu leisten. Wo von den Behörden bereits ein War= nungsdienst eingerichtet ist, müssen sich unsere Kolonnen fofort zur Verfügung stellen. Ostpreußenflug. Die technische Leistungsprüfung. P Der erste Teil des vom Deutschen Luftfahrtverband unter Mitwirkung der Gruppe Dft veranstalteten Ostpreußenfluges 1928-29, die vor der Deutschen Bersuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin Adlershof abgehaltene„ Technische Leistungsprüfung" in Berlin. Adlershof abgehaltene Technische Leistungsprüfung" wurde bisher von zwei Bewerbern erfüllt. Der Direktor der Nordbayerischen Verkehrsfluggesellschaft, Theo Croneiß Fürth, auf einem Apparat der Bayerischen Flugzeugwerke, Type M, 23 c" ( 60 PS. Armstrong Siddeley Genet Motor) und der Jungflieger ( 60 PS. Armstrong Siddeley Genet Motor) und der Jungflieger Luffer- Stuttgart, Gewinner des vorjährigen franzöfifchen Kleinflugzeugwettbewerbs auf Klemm Flugzeug Type L 25 I"( 40 PS. Salmson- Motor) erfüllten die geforderten Mindestleistungen. H Beide Flieger sind sich in verschiedenen Bedingungen einander gleich, zum Beispiel in Zuladung( 200 Kilogramm) und Höhe( 4800 Meter) bei nahezu gleichem Brennstoffverbrauch. Das Klemm= Flugzeug zeichnet sich durch günstigere Landegeschwindigkeit, einen besseren Gleitwinkel und größeren Aktionsradius aus, der Apparat feit und geringes Rüftgewicht. Es bleibt zu hoffen, daß auch das der Bayerischen Flugzeugwerfe durch eine höhere Größtgeschwindigforgfältige und schnittige Baumuſter„ D 18" der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt, nachdem es unter dem Jung prüfung" vorgeschriebenen Normalanforderungen erbracht hat, ebenflieger Boigt den Nachweis der für die„ Technische Leistungsfalls am Stedenflug teilnehmen wird. Trotz guter Flugeigenschaften mußten infolge Nichterfüllung einer Mindestleißung einige Bewerber ausscheiden. Dabei ist jedoch hervorzuheben, daß es fich trotzdem um Neufchöpfungen beachtenswerter Gebrauchsflugzeuge handelt ( Raabe- Ragenstein, Kassel, Fokke- Wulff, Bremen). Zu dem am Sonntag, dem 3. März, vom Flugplatz Königsberg- Devau beginnenden Streckenflug werden nur noch Flugzeuge zugelassen, deren Muster die Technische Leistungsprüfung erfolgreich erledigten., Bei diefem in Winterkälte durchzuführenden Wettbewerb mit Vorgabe ist mit einer Beteiligung von vier bis fünf Maschinen zu rechnen, Maschinen, die zwar schon für 10 000 Mart zu haben sind, heutzutage aber fein Spielzeug mehr bedeuten, sondern durch ihre Quali tätsarbeit zur Erzielung der Wirtschaftlichkeit erheblich mit beitragen. Die durchschnittliche Länge der Tagesetappen beträgt rund 430 Stilometer, Ausgangs- und Zielpunkt ist jedesmal Rönigsberg. 3wangslandungen sind vorgesehen in Marienburg und Allenstein ( 1. Tag), Alleinstein und Danzig( 2. Tag), Tilsit, Insterburg und Elbing( 3. Tag). Bon ten insgesamt 100 000 mart an Breisen werden 25 000 mart als Stredengelder für den Stredenflug aus gesetzt. Diese Summe wird im Verhältnis der urkundlich zurüdgelegten Kilometer verteilt. Die Entschädigung, die auf ein Flugzeug entfällt, darf jedoch 2500 Mart, d. h. die entstandenen Rosten, nicht überschreiten. Es geht also hierbei nicht um einen finanziellen Vorteil. Was bietet der Arbeiter- Radfahrer- und Kraftfahrerbund„ Solidarität“? Lafür folgendes Beispiel: In Württemberg traten bie Ortsgruppen des Freiheitsbundes" in Münster und Oberrurbach zu , Solidarität" über. Aus einem Schreiben Münsters an die BundesArbeiter- Radfahrer- Bund ,, Solidarität" konnten wir unsere Mitgliederzahl verdoppeln. Die theoretischen Anleitungen der Gau- und Bundesleitung in Wort und Schrift haben Früchte getragen. Unser Sportbetrieb, der fast vollständig lahmgelegt war, wurde erweckt, so daß wir heute sechs Reigen- Mannschaften sowie zwei Sechser- Kinderreigen stellen können Also: Seit der Zugehörigkeit zum Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität" die Mitgliederzahl verdoppelt, den Sportbetrieb sehr stark gesteigert! Und dies im Zeitraum von dreiviertel Jahren! feitung entnehmen wir folgendes: Seit unserer Zugehörigkeit zum Serienringtämpfe bundestreuer Athleten. Sonntag, 3. März, findet in der Turnhalle Utrechter Str. 31-32, im Rahmen der Serienlämpfe des 4. Kreises im Arbeiter- Athleten- Bund der fällige Mannschaftskampf zwischen der 1. Mannschaft des Sport- Clubs ,, AitWedding 1883" und der 1. Mannschaft des Sport- Clubs„ Sagon" Brandenburg statt. Die jungen, fampffräftigen Brandenburger werden sich alle Mühe geben müssen, um gegen die fampjerprobte ,, Alt- Wedding"-Mannschaft zu bestehen. Beginn der Kämpfe 10 Uhr. Arbeiterschach. Sonntag, 3. März, 10 Uhr, findet in Potsdam, Boltshaus, ein Städtekampf Brandenburg Nowawes- Berlin", an 20 Brettern statt. Treffpunkt aller Schachspieler um 9,20 1hr am Bahnhof in Potsdam. Bolfstanzfreis Prenzlauer Berg. Sonntag, 3. März. 19 Uhr, veranstaltet der Volkstanzkreis Prenzlauer Berg für jeine Mitglieder im Altersheim Danziger Str. 62 einen Tanzabend. Gäste sind herzlich willkommen. Einen Filmabend veranstaltet das Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirt Mitte, am 11. März, 20 Uhr, in der Kulturabteilung des Metallarbeiterverbandes, Linienftr. 197. Beitrag 20 Pf. Brogramm: Einleitungsvortrag. Der Film:„ Ich fahre in die Welt". Der Bundesfilm: Leichtathletik". Eintrittskarten sind in der Geschäftsstelle Stefan Brumiriki, Kommandantenstr. 77, Wertur 7752, zu bestellen, da eine Abendkaffe nicht möglich ist. Realgymnafium, Lid, tenberg, Marttstraße, 19 1hr, Dr. Kallmann. Sportunfallverhütungsvorträge. Heute, Freitag, Turnhalle JahnSchwimmbad der Staatlichen Bildungsanstalt, Lichterfelde, Zehlen dorfer Str. 52, 19 Uhr, Dr. Fürstenheim. Aula der 2. und 3. Bollsschule Tempelhof, Friedrich Wilhelm- Str. 72-74, 20 Uhr, Dr. Blum. Turnverein Jahn, Neukölln, Weserstr. 11, 20 Uhr, Dr. Moses. Bundestreue Vereine teilen mit: 4. Bezirk, Nordgruppe( Stadtvereine). Die Lehrstunde am 3. März Eann Sartell für Arbeitersport und Körperpflege Webbing. Montag, 4. März, ridt stattfinden. Räheres durch Rundschreiben, Uhr, Kartelfigung in der Baradenfchule Geestraße, gegenüber der HennigsFIGB. Jugendausichuß: Die Jugendausschußigung fält infolge des Kreishorfer Straße. Bichtige Tagesordnung. Frauenausschuß: Der heute, 19% Uhr, ftattfindende Bor Jugendtages aus, frog: Rechte und Pflichten der Arbeitersportlerin", Referentin: Hilda Guder ( Bundesschule Leipzig), wird von allen Jungmädchen und Frauen besucht, Su findet. Der 3meitage Rurfus beginnt Gonnabend, 2. März, 17 Uhr, und ber reichhaltige und intereffante Lehrstoff genaue Einhaltung der Stunden tritt frei zu diefem Bortrag, der in der Schulaula Weinmeisterstraße flatt Sonntag, 3. März, 8 Uhr. Alle Rurksten müffen fich pünktlich einfinden, da FAGB.. Bezirk Stralan. Seute, 20 Uhr. Turnen in der Turnhalle Altforbert Rurfus goal. Turnhalle Neukölln, Leffingstraße. Etralqu. Alle Mitglicher milfsen erscheinen. Ausgabe der Mitgliedsbücher fomie des neuen Mitteilungsblattes. Solidarität", Ortsgruppe Berlin- Zichtenberg. Gonntag, 3. März, Schüler. und Jugendabteilung. Treffpunkt 9 Uhr Normaluhr auf dem Spittelmarkt. Führung durch Alt- Berlin; Mittwoch, 6. März, 20 Uhr, 1. und 2. Abteilung, Berfamatung bei Lohan, Lichtenberg, Jungstr. 29. Gäste willkommen. guns, bei Grahn, Bogbogener Str. 114. Die Bertreter der GA3., Gemert4. Kattsjugend, Sobenfreunde finb befonders eingeladen! In Moskau wird rationiert. Srbeiterfchaft gerringen, wenn fhe fih melt ben organi jeerten, eventuell noch mit Hilfe der Christen und Hirsche, gegen die freien Gewerkschaften verbinden. Es tam also die ,, neue" Barole:„ Gegen die freien Gee wertschaften!" Also wieder raus aus die Kartoffeln. Nun Brotfarten in rosa und hellblau. Unser täglich Brot gib uns heute. Der möchten die Losowskys diesmal die Gewerkschaften von innen gesunde und der knurrende Magen. Mostau, Ende Februar. Dieser endlose Winter beschert den Bürgern der Sowjethauptstadt, die sich im Laufe der Jahre an vieles gewöhnen mußten, immer neue und immer peinlichere Ueberraschungen. Als neueste Ueberraschung fehrt nun eine Institution wieder, die die unange nehmsten Erinnerungen an die Zeit der Leiden und Entbehrungen machruft. Am 15. März d. J. erhält jeder ,, werftätige" Einwohner Moskaus ein fleines Heftchen in die Hand gedrückt die Brotkarte. Bei Mitgliedern der Genossenschaftsverbände ist diese Brotkarte in zartem rosa, bei den anderen Werktätigen" in freundlichem hellblau gehalten. Jeden 15. wird diese Brottarte gegen eine neue eingetauscht. Verliert der Inhaber seine Brotkarte, so tann er erst in einem Monat eine neue beantragen und erhalten. Kommt die Brotfarte zum zweiten Male abhanden, " | Brot täglich ergeben einen monatlichen Brotfonfum von etwa 39 ruffische Pfund. Der normale Brotverbrauch eines Arbeiters stellt sich nämlich nach sowjetamtlichen Berechnungen auf etwa 53 Pfund im Monat. Eine Differenz von nahezu 15 Pfund Brot monatlich wiegt für den Moskauer Arbeiter viel schwerer, als mandhe politische Drangfal. Es ist auch zu bedenken, daß das heutige Mosfauer Brot feiner Qualität nach zumeist sehr schlecht ist. In Arbeiterversammlungen wird immer wieder über diesen Umstand lebhaft geflagt. Hinzu kommt noch, daß die übrigen Boltsnahrungs mittel, wie Rartoffeln, Gemüse und dergleichen, ebenfalls iegt vielfach von minderwertiger Qualität find wie eine Ironie wirkt die gleichzeitig mit der Einführung der Brotfarte angekündigte Festwoche des gefunden Magens", und außen bekämpfen. Die Kommunisten sollen zunächst noch in den freien Gewerkschaften bleiben; bei den Betriebsrätewahlen, bei Lohntämpfen aber mit den Unorganisierten die große Roalition bilden gegen die freien Gewerkschaften. Die haben sich das natürlich gefallen zu lassen. Sonft werden sie als Spalter" derangiert. Nun geht der Kampf los. Bei Aufstellung der Kandidaten zu den Betriebsrätemahlen versucht man im trüben zu fischen. Den Unorganisierten wird erzählt, daß sie, wie der Dauzenberg im Reichstag ausrief, zehn mal besser seien als die Organisierten. zehnmal Wenn die Unorganisierten nicht in diesen Siruptopf hineinfallen, ist ihnen wirklich nicht zu helfen. Freilich vor allem nicht der russischen Regierung, die die deutsche Arbeiterschaft wirklich zu niedrig einschäßt. Die große Koalition, das können wir der KPD. vorher sagen, wird eine große Pleite werden. so kann der unglückliche Berlierer erſt in einem Jahr den Segen die den Arbeiter der Sowjethauptstadt die Borzüge regele Gegen Sonderbelaffung der Reichsbahn der Brotkarte wieder genießen. Man sieht, daß die Brotrationierung auf sehr lange Sicht berechnet ist. Diese drafonischen Bestimmungen verfolgen den Zived, jeden Mißbrauch und vor allem jede Spekulation mit Brottarten zu ver hindern. In Leningrad, wo die Brottarte bereits vor einem Monat eingeführt worden ist, wurde bereits bei über 100 000 Personen mißbräuchliche Bemigung der Brotfarten festgestellt. Die nicht merttätige" Bevölkerung Mostaus erhält teine Brotfarten. Wenn der Einwohner der Sowjethauptstadt tein Arbeiter und fein staatlicher Angestellter ist, so muß er sein tägliches Brot nach wie vor im freien Handel kaufen, in dem ja ein starker Brotmangel herrscht. Diese Bürger zweiter Masse" werden überdies nur Brot zu erhöhten Preisen und dabei nur das an sich schon viel teuere Weißbrot faufen tönnen. Für viele bedeutet dies die Notwendigkeit, ihren Brotkonsum erheblich einzuschränken; viele werden auch auf den täglichen Brotgenuß verzichten müssen. Diese schärfste flaffentämpferische Einstellung auf einem Gebiet, wie dem des täg lichen Brotes, ist überaus bemerkenswert für die immer noch so stark radikalen Tendenzen der Sowjetpolitit. Interessant ist auch, daß der rationierte Brotvertauj 17 von besonderen Dreierausschüssen kontrolliert werden soll, die aus kommunistischen Arbeitern gebildet werden Aber auch die„ Auserwählten" werden sich, vorausgesetzt, daß die Rationierung ihren Zweck erfüllt, mit 520 Gramm Brot täglich begnügen müssen. Eine geringe Ration, wenn man den in Rußland seit jeher üblichen großen Brotverbrauch berücksichtigt. 520 Gramm Die große Illusion. Stalin hofft auf die Unorganisierten. Seit 10 Jahren bemüht sich die russische Regierung, die deutsche Arbeiterklasse zu spalten. Denn für die in Rußland herrschende Clique gilt es als ausgemacht, daß zur Sicherung der Boljchewijierung Rußlands die Bolsche wisierung Deutschlands achört. Da aber die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften den stärksten Damm bilden gegen die Bolschewisierung Deutschlands, scheut die russische Regierung feine Roften, um beide zu schwächen. Bei den Gewerkschaften versuchte man es zunächst durch die Politik der„, Eroberung". Da die KPD. jedoch bei den organi PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 4. März BTL Potsdamer Straße 38 Der Mann mit dem Laubfrosch Kriminalfilm in 8 Akten Ein Grabmal am Nordpol Der große Polarfilm 6 Akte Rheinstraße 14 Kais- Eiche) mäßigen Essens und schmackhafter zubereiteter Speisen aufklärend vor Augen führen soll. Die Festwoche des gesunden Magens wird bald vergessen werden, ihr werden aber voraussicht lich Wochen und Monate folgen, in denen der Magen des Arbeiters unzufrieden fnurren wird. Die Sowjetregierung und die Moskauer Stadtbehörden sind sich völlig im flaren darüber, welche deprimierende Wirkung der Einführung der Brotfarte auf die Bevölkerung haben muß. Im zwölften Jahr des Sowjetregimes ist man nunmehr wieder da angelangt, wo der mühselige Aufbau des zu jammengebrochenen Staatswesens begann. Sollte die Brotkarte, die am 15. März ihren Einzug hält, einen Kreislauf der wirtschaftlichen Entwicklung des Sowjetstaates symbolisieren? Das ist die sorgen volle Frage, die sich die Moskauer ftellen, ohne eine sehr zuversicht lich flingende Antwort darauf zu finden. Die Sowjetregierung und der Moskauer Stadtsowjet wollen die Zeit bis zum 15. März dazu benutzen, um eine großzügige Aufklärungskampagne unter der Bevölkerung und vor allem unter der Arbeiterschaft der Hauptstadt zu betreiben. Den Arbeitern und Angestellten soll von besonders geschulten Propagandisten der Zwed der Brotrationierung erklärt werden. Diese Aufklärungskampagne ist zweifellos von der Sowjetregierung als eine Beruhigungsaftion gedacht. Der schwere psychologische Drud aber, der auf dem Sowjetbürger lastet und in Erinnerung an die Zeiten des Kriegsfommunismus noch durch die Befürchtung weiterer Rationierungsmaßnahmen für andere Lebensmittel verschärft wird, dürfte sich nicht so leicht beheben lassen. fierten Arbeitern fein Glück hatte, fam 1923 die Parole: Raus aus die Kartoffeln!" Es wurde ein fommunistischer Gewerkschafts laden aufgezogen, der aber viel Geld toftete, Die Massen blieben aus. Wegen Aufgabe des Geschäfts wurde dann die neue Parole ausgegeben: Einheitsfront." Also wieder rin in die Kar toffeln. Aber auch mit der neuen Parole tam man nicht weiter. Da fam Herrn Losowsty, der im Auftrage der russischen Regierung die Rote Gewerkschaftsinternationale" verwaltet, eine geniale Idee, die er allerdings von den Gelben geflaut hat: Da die organisierten Arbeiter eigentlich eine Minderheit innerhalb der in Industrie, Landwirtschaft und Handel Beschäftigten sind, muß es den Kommunisten eine Kleinigkeit sein, die Mehrheit innerhalb der | Der Vorstand der Internationalen Transportarbeiter Föde ration hat beschlossen, in einem Schreiben an die Sachverständigen fonferenz in Paris als Vertreter von über 1 200 000 organisierten Eisenbahnern auf die gegenwärtige, einen Teil des Dames- Gute achtens bildende Regelung der Eisenbahnfragen in Deutschland aufmerksam zu machen. Der Vorstand dringt dar auf, daß die endgültige Reparationsregelung vor allem darauf Bedacht nimmt, daß nicht ein Teil des deutschen Volkes besonders belastet wird. Gleichzeitig wird die Sachverständigenkonferenz erfucht werden, eine internationale Abordnung des Vorstandes der ITF. zu empfangen, die die vorgebrachten Wünsche und Auffassungen noch näher begründen soll. Verhandlungen mit der Verkehrs- A.- G. Der Verkehrs-.- G. find jetzt von den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen die Forderungen auf Berbesserung des Manteltarifvertrages der Berkehrsarbeiter unterbreitet worden. Wie verlautet, sollen die Verhandlungen über den Neuabschluß des Manteltarifes voraussichtlich in der nächsten Woche beginnen. Es handelt sich dabei um den Urlaub, die Arbeitszeit und die Bezahlung der Wochenfeiertage. Die getränkten Verleumder. Im Fabritarbeiterverband wird gegen die Zerstörer der Organke sation durch gegriffen. Die beispiellose Berleumdungstampagne während der letzten Ortsverwaltungswahlen hat endlich das Faß zum Ueberlaufen gebracht. Man hat den Führern der„ Opposition" die Frage gestellt, ob sie die Verleumdungen in der Roten Fahne und in einem Flugblatt decken. Die Helden haben es abgelehnt, eine entsprechende Erklärung abzugeben. Darauf hat der Hauptvorstand entsprechend dem Antrag der Ortsverwaltung die Verleumder aus geschlossen. Darob nun großes Geschrei in der Roten Fahne". Man fami darüber hinweggehen. Wenn jedoch dort behauptet wird, daß im Borjahre über 3000 Mitglieder in Berlin davongelaufen feien, fa genügt es, festzustellen, daß der Wühlarbeit der KPD. zum. Troiz die Berliner Ortsverwaltung im Jahre 1928 um rund 600 Mitglieder zugenommen hat. KINO- TAFEL Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U. Die Siebzehnjährige m. G. Mosheim Die Wochenendbraut m. Elga Brink Steglitz Titania- Palast Urania- Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Weißensee Friedrichsfelde Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Sonnt 3, 5, 7, 9 Uhr Schloßpark Film- Bühne Kino Busch Das Kind des Anderen Der Präsident 3 Bühnenattraktionen Vorwärtsleser Vorzugspreise Neukölln Beginn: W. 6.30, 9, Stgs 4, 6.30, 9 Uhr Hermannplatz ( An der Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Primus- Palast Das große Geheimnis( Der Adjudant des Zaren) mit Iwan Mosfakin Das gute Belprogramm Odeon, Potsdamer Str.75 Liebfraumilch mit Henny Porten Das Kind des Anderen mit Anna Sten Turmstraße 12 Somnambul mit Günther Geffers, Fritz Kortner, Frits Kampers Die große Leidenschaft mit Lil Dagover Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die Hölle der Heimatlosen 8 spannende Akte Affentheater mit Syd Chaplin 7 lustige Akte Nordwesten. Welt- Kino Alt- Moabit 99 Zuchthaus( Nach Sibirien) Das Findelkind von Singapore Schöneberg Nachtwelt( Piccadilly) Auf der Bühne: Lilly und Emi Schwarz Lichterfelde- West Wochentags 6.30, 9 Uhr Stg. 5, 7, 9. 3 Uhr Jug.-V. Hi- Li Hindenburgdamm 58 a Somnambul( Die Hellseherin) Der Skandal in Baden- Baden mit Brigitte Helm Bühnenschau Nachtyorstellung: Freitag, Sonnabend, 11,15 Uhr: Der Fall der Sonja Pefrowa Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1-4 Waterloo Beginn 6 U. mit Otto Gebühr als Blücher Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5, 6.30 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Der Pechvogel mit Harold Lloyd Der Herr vom Finanzamt mit Heidemann Alhambra Beg. W. 6.30 u. 845 U. Filmeck Schöneberg, Hauptstr. 33 S. ab 3 Uhr Somnambul( Die Hellseherin) Auf der Bühne: Höllenmenschen Nachtvorstellung: Freitag, SonnSüdosten Ich kusse Thre Hand, Madame mit Harry Liedtke, Marl. Dietrich Auf der Bühne: Cenare das berühmteste Tango- Orchester der Welt Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Woch. 5,7 u. ca. 8.45, Stg.3,5,7 u. ca. 8.45 U. Der Mord am Karlsbad ( Das Geständnis der drei) Die vierte von rechts mit Ossi Oswalda Bühnenschau Südpalast Knesebeckstr. 113, Bhf. Hermannstraße Diebe( 10 000 Mark Belohnung) Hochzeitsreise mit Monty Banks Große Bühnenschau Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Tempelhof. Berliner Str. 97 Berliner Allee 205-210 Ich küsse Thre Hand, Madame mit H. Liedtke Liebfraumilch mit Henny Porten Varietéschau Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Der Faschingsprinz mit H. Liedtke Auf der Bühne: Launen der Liebe( Große Revue) Alt- Friedrichsfelde 3 Zuflucht PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 4. März Gesundbrunnen Beginn täglich Alhambra" 5,7,9 Uhr mit Henny Porten und C. d. Vogt Null Uhr( Sensationsfilm) Bühnenschau Niederschöneweide früher Elysium( Film- Palast Hasselwerderstraße 17 Befehl zur Ehe mit Dina Gralla Das Findelkind Bühne: Anna Müller- Linke Norden u. das neue gr. Tonfilmprogramm Skala- Lichtspiele Beginn der ersten Vorstellung Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Ich kfisse Ihre Hand, Madame Auf der Bühne: Im Fluge um die Welt( Revue) Concordia- Palast Andreasstraße 64 Zuchfhaus( Nach Sibirien) Die Tochter d. Scheichs mit Daniels Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele W. 6.30, ca. 8,45 U., S. 4.45, 6.45, ca. 8.45 U. Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Das Galeerenschiff mit John Barrymore Bühnenschau Mariendorf Ma- Li Mariendorfer Lichtspiele Wolga- Wolga Auf der Bühne: Schönhauser Allee 80 Ein Mädel mit Temperament mit Maria Pandler Der Skiteufel Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Das Galeerenschiff mit John Barrymore Beiprogramm Bühnenschau Fortuna- Lichtspiele Müllerstraße 12c 30 Badstraße 58 Wings!!! Der große Fliegerfilm mit Geräusch- und Klangeffekten Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Zachthaus( Nach Sibirien) Unter falschem Namen mit Monte Blue Bühnenschau Humboldt- Theater Badstraße 13 Ihr dunkler Punkt mit Lilian Harvey Don Juan vor 50 Jahren Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Die Büchse der Pandora Beiprogramm Große Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35-38 Lockendes Gift Der Reiter der Nacht Pankow Das führende Tageskino ab 10 Uhr Palast- Theater spielt nur Spitzenfilme der Welt- Breite Straße 21 a produktion Metro- Palast Chausseestraße 30 Die ungekrönte Königin m. Griffith Liebe im Schnee m. Marla Paudler Tonfilmeinlage Gastspiel der gr. Wolga- Truppe Noack's Lichtspiele ( russische Opernsänger) Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Liebfraumilch mit Henny Porten Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7u. ca. 8.45 U. Beginn W.: 3.30 Uhr S.: 3 Uhr Skalitzer Straße, am Görlitzer. Bahnhof Der Adjutant des Zaren mit Iwan Mosfukin Bühnenschau Chaussestraße 305 abend, 11,30 Uhr: Geheimnisse Luisen- Theater einer Seele Titania( Ufa Schoneberg) Hauptstraße 43 Die ungekrönte Königin ( Lady Hamilton) mit C. Griffith Beiprogramm Reichenberger Straße 34 Ich küsse Ihre Hand, Madame mit H. Liedtke Auf der Bühne: Ralph Erwin, der Komponist des Schlagers Manni Ziemer Vorträgskünstlerin Das welße Geheimnis ( Eisbrecher Krassin) Bühnenschau Nordosten Elysium" Prenzlauer Allee 58 Film und Die Büchse der Pandora Auf der Bühne: Wir machen's nochmal G. E. Schmidt- Revue Bühne Ein Grab am Nordpol Der Ring der Bajadere Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch.$, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Lemkes sel. Witwe Bühnenschau Brunnenstraße 16 Der Adjutant des Zaren mit Mosfukin Beg. 6.30, 9 Uhr Wings! Der erste große Fliegerfilm mit Geräusch- und Klangeffekten Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Der Adjudant des Zaren mit Mosjukin Beiprogramm Ausgewählte Bühnenschan Niederschönhausen Carneval des Lebens mtt Jacobini Film- Palast Gut geheizt! Pharus- Lichtspiele Müllerstraße 142 Zuchthaus( Nach Sibirien) Unter falschem Namen mit Monte Blue Blankenburger Straße 4 Ramona mit Dolores del Rio Emil und Schlemihl unter Menschenfressern Reinickendorf- Ost Rialto" Film u. Bühne Hauptstraße 51 und Lindauer Straße Bürgergarten- Lichtsp. Reinickendorfer Str. 14( am Wedding) Stürme mit Lilian Gish 1000 PS mit Richard Dix Bühnenschau Carmen mit Charlie Chaplin Der vierte Musketier mit Douglas Fairbanks Bühnenschan