Morgenausgabe Ufr.lOS_, A53 46. Jahrgang SA4«US4 88 W. aaMO« U89. fnmoraB» jadlh«, itltt. einschließlich«0 Psz. Post,»»»»»».«8 7?VIg Pnftdeftells-dützreiu Ii»»lond»- Abonnement 8.— VL pro Monat. Str.Borote»* erschein» Wochen«»» >ich IBMiaal, 6muUaga»ni> Monte»» einmal, die«denoannonbenM«eeiw »IIb im chanbei mt> dem litei.Der Abend', giwsirien, Beilaoe» ,Lolk und Zelt'»nt.JbnAcrfrttmE*. Ferner .Unterhalt» no und Wissen'..Franea. stimm»'..T«hnU'..«lich i, die Dücherwelt' und.Iugend-Bormirtn' Berliner Voltsblatt Sonntag 5. März 1929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Slf eint palt! g« IRonpareiH�eU* 80 Pfennig. ReName eile 5— Reichsmark.„Kleine Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulassig zwei. fettaedruare Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile KO Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden- straße 3. wochentägl. von 8'/, bis 17 Uhr» Jevtralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrotze 8 F«rnlprechrr: T'öndott SS— 291 teleirmmn-Sdr.: Sozialdemokrat Seilt« Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Doltlldeckkomo: verltn S1 bSS— BanNrmto: Bank der Srdener. Angeftellie» und Beamten Tallltt. 66 Dttkoniv-Gelellschafl. Tepofitenlalle ümbenftt 8 Werdender Kapitalismus. Die neueste» Wirtschastslehren des Bolschewismus. In der Aonferenz der Moskauer Parteiorganisation über die Wirtschastopolittk der Cowjetregierung erregte die Rede des Chefredotteur» der wirtschaftsamtlichen„Elonomitscheskajo Shisn". Kramin, erhebliches Aufsehen. Krumin er- örterte die wirtschoslspolitischen Forderungen der Rechtsopposition. Aus seiner Rede ging hervor, daß dieRechtsopposttion bereits Im Herbst l928 den Wirtschastsplan der Towjetregterung für 1928/29 für unannehmbar erklärt und eme Beschneidung der Ausgaben für grundlegende Instandsetzungsarbeiten und Neubauten in der Sowjet- Industrie oerlangl hatte. Im Zusammenhang mit den neuen Wirt- schastsschwierigkeiten nehme die Kritik der Rechtsopposition an der Wirtschaftspolitik der Sowjetregierung immer breitere Formen an. Die Rechtsopposttion behauptet, doh die Produktionspläne unweigerlich gekürzt werden mühten. Dabei erklärte sie, daß die Parteileitung die Arbeiterklasic über die Wirtschaftsschwicrig- leiten im unklaren lasie. Als besonders symptomatisch hob Kruwin hervor, doh es s ch o n soweitgekommen sei, daß«in jüngerer sowjetrussischer Bolls- Wirtschaftler Eichenwald w einem Lehrbuch der Wirtschaftspolitik schreib«, dos Streben des bäuerlichen Eigentümers noch Gewinn sei d,e wichtigst« Triebkraft des sozialistischen Aufbaues. Die Lltrechter Veröffentlichung. Kategorische Erklärungen Belgiens. Amtlich wird milgeleill: Der belgische Gesaudte in Berlin hol im Auslrag seiner Regierung im Auswärtigen Ami die Echtheit der vom.Utrecht«! lagedlatk" verSfteniUchten Dokumente vorbehaltlos»ad tntegorisch in Abrede gestellt v.ad dabei erktärt. daß die angebliche Konferea, zwischen dem betaischen vnd französlscheu Generalstab vom t: bis 12. September 1927 niemals stattgefuudeu hat. Der Gesandte hat bei dies« Gelegenheit die ErtlSruagev noch einmal ausdrütklich bestätigt. die der belgische Außenminister in der Abgeordnetenkammer am 26. Februar d. Z. in der Angelegenheit abgegeben hat. Der belgisch« Geaeralstabschef. General Galet. sagt in ein« Erklärung n. a� daß die Utrechter Veröffentlichung von der ersten bis zur letzten Zelle eine Fälschung bildet. .Ich bin in dem Dokument als Mann hingestellt, der im Dunkeln Pläne schmiedet, die dazu angetan sind, mein Land in wirkliche Abenteuer hineinzuziehen, ein benachbartes und befreundetes Land verräterisch anzugreifen und einen Frieden zu stören den olle Dölter wünschen. Diese Art. mich zu charakterisieren. Ipird durch all» meine Handlungen während des Kriege» und nach dem Kriege widerlegt, so oft es möglich war. habe ich für den Friede» gearbeitet: Was Holland detrlfst, so suchte ich mit den niederländischen Militärbehörden Vertrauens. volle und herzlich« Beziehung zu unterhalten, wie es sich zwischen Vertretern zweier kleinen Länder, die nichts von- einander zu fürchten hoben, geziemt. Ich habe nie- m a l s«ine Vereinbarung verfaßt oder unterzeichnet, die für mein Land internationale Derpslichtungen mit sich bringt. Zch habe alemal» andere mtMSrische Maßnahmen in» Auge gefaßt als solche, die relu defensiv« Natur i» bezog auf Deutschland waren, sie spielten sich ausschließlich auf unserem Gebiet ab und hatten den alleinigen Zweck, den Angriff zurückzuweisen, den die S r e I g n i s s e von 1914. deren Opfer mein Land war. mich ms Auge zu fasien verpflichteten. Ich protestiere gegen die Beschuldigungen des „lltretbter Tageblattes' und behalte mir vor, von denjenigen, die jür diele oerleumdenlchen Veröffentlichungen verantwortlich sind, Genugtuung zu fordern.' Französische Erklärung. Poris. 2. März. Das Lriegsmim'sterimn verösfentlicht«in« Erklärung, in der es heißt: Der von der holländischen Zeitung wiedergegeben« Text ist ein« p.umpe Fälschung, zusammengesetzt aus ebenso g e- hässigen wie lächerlichen Unwahrheiten, die das Kriegs. Ministerium in allen seinen Teilen kategorisch dementiert. General Debeney ist in seinem Leben nur einmal in Belgien ge- wesen und zwar kurz« Zeit nach dem Kriege, als«l noch nicht Ehef des Generalstabs war. also vor Januar 1925. Die Reise wurde »nternommen. um einen Vortrag zu hallen. Oer Fälscher als»Enkel Heinrich Heines�. Di« Brüsseler Staatsanwaltschaft hat eine Unter- suchung üb« den Ursprung d« falschen Utrechter Dokument« ein. S«leitet. D« Fälscher soll, wie behauptet wird, ein gewisser llber« Frank Heine sein. Dieser Heine, der sich für«inen Enkel des vichters Heinrich Heine ausgibt, ist ein Belgier holländifch.deutscher Herkunst. Er gilt schon seit langem als Revoloerjournalist und soll eine Anzahl übler Affären sowie verschieden« strafrechtliche Berurteilungen aus dem Kerbholz haben. �set Volk' fSoz.) schreibt: Es habe Grund zu der Annahme, daß dt« vom.Utrechter Tageblatt' veröfsemlichten Dokumente in dem Nachlaß eines verstorbenen bei glichen Gene ra ls aufgefunden und von seiner Familie einem belgischen gourna- listen zur Verfügung gestellt worden seken. Dies« sei damit nach Holland gekommen, um die Dokumeme hier oeröffentlichen zu lassen, wobei es nicht unmöglich sei. daß er aus der Äerösfentlichung finanzielle Borteile habe erlangen wollen. Sudetendeutscher Trauertag. ISIS- 4. März- ISM. Als das Habsburgerreich zerfiel, bildeten all« deutschen Mit. glleder der Volksvertretung die vorläufige Nationalversammlung der Republik Deutschösterreich. Mit den Alpenländern traten die judeten- deutschen Gebiete zusammen und fühlten sich als Staatsgemeinfchoft. nicht nur die Franken des Egerlandes. die Baiuwaren des Böhmer. waldes und Südmährens, sondern auch die den Sachsen nahe» stehenden Bewohner Nordwestböhmens und die Schlesier der oft- böhmisch-nordmährisch-westschlesischen Randgebilge Dieser Staat war sreilich durch den breiten Gürtel des tschechi- schon Siedlungsgebiet» in mehme Teile zerrissen und es wurde dem tjchechischen Staat, der in den Verband der Siegermächt« auf« genommen wurde, nicht schwer, sich die deutschen Randländer einzu- gliedern, zumal dem tschechischen Militär Widerstand nicht geleistet wurde. Als aber am 4. März 1919 die zewählle Nationaloersamm- lung in Wien zusammentrat, demonstrierten überall tm neuen Tschechenstaat die deutschen Städtebürger ohne llnterschiedder Partei für das ihnen oerweigert« Recht der nationalen Selbst- bestimmung. Im Uebermut des„Sieges' und in der A n g st um diese wirt- schastlich unentbehrlichen Randgebiete sah die tschechische Regierung die friedliche Demonstration als Aufstand an und überall ließ sie die wafseniose Menge beschießen. Das größliche Ergebnis dieser Verblendung einer Regierung, dl« selbst der demokratischen Selbstbestimmung ihre Macht oerdankte, waren 51 Todesopfer, davon 25 in Kooden an der Eger. 15 in Sternberg. Nordmähren. 6 In Karlsbad, se 2 in Arnau. Eger und Mies. I in Aussig. 112 Schwer- verwundet«, von denen noch eine Anzahl starben und viele Leichtverwundete.... DiePragerRegierung.Inder deutsch«»ükger mit ihren tschechischen Klaflengenosscn zusammensttzen. würde der Versöhnung der beiden Völker einen Dienst leisten, wenn sie— nach zehn Jahren— öfsentlich die Opser der Verblendung von damals be» klagte und zur Einigung an ihren Gräbern aufforderte. Arbeiierschühenverband Wien. Vom Magistrat genehmigt. Die Wien« Arbeller-Jagd- und Schützenvereine haben nach d« Auflösung eine» dieser Vereine durch die Regierung zur Vertretung ihrer Interessen einen Landesverband der Wiener Arbeiter- Jagd- und Schützenvereine gegründet. Di« Statuten dieses Landesverbandes wurden vom Wiener Magistrat als Landesregierung genehmigt. Der Verband wird seine Tätig- kell in den nächsten Tagen beginnen. Damll sst der Streich der Regierung Seipel gegen die Arbellerschützenoerein« pariert. Nationale Minderheiten. Was ist zu fordern vnd was kann jetzt erreicht werden? - Es ist immer vom Uebel, wenn ein Staatsmann außen« politische Verhandlungen führen muh, dessen Autorität durch innerpolitische Ereignisse soeben eine Verringerung erfahren hat. Und es ist doppelt bedauerlich, daß im vorliegenden. Falle Dr. Strefemann, der wieder einmal in Genf im Namen des Deutschen Reiches sprechen wird, in den Augen der Welt als der Mann mit dem frisch ramponierten Prestige erscheinen wird, der, von der eigenen Partei im Stich ge« lassen, ebenso als Parteiführer wie als Minister gewisser- maßen in der Luft hängt. Denn die bevorstehende Genfer Woche wird im Gegensatz zu früheren Ratstagungen, die sich mehr oder minder mit laufenden Verwaltungsangelegen- hellen oder mit tagespolitischen Ereignissen von vorüber» gehender Wichtigkeit zu befassen hatten, eine grundsätz- l i ch e internationale Bedeutung haben. Sie wird fast aus« schließlich dem Problem der nationalen Minder« Helten gewidmet sein, einer Frage, die zu den wichtigsten der internationalen Politik gehört, und von der vieles für das gute Einvernehmen zwischen den Völkern, wenn nicht gar für den Frieden der Welt abhängt. Eine Frage, die gewiß nicht in den kommenden Tagen mit einem Schlage gelöst werden kann, die vielmehr wahrscheinlich noch Jahre und sogar Jahrzehnte die Gemüter beschäftigen wird. Aber von dieser ersten großen Auseinandersetzung unter Tellnahme Deutschlands im Schöße des Völkerbundes hängt viel für die künstige Behandlung und Entwicklung dieses Problems ab. » Zumindest seit den großen Völkerwanderungen des späten Altertums hat es immer nationale Minderhellen ge- gebt», aber erst mit dem Anbruch des imperialistischen Zell« alters, mll der Vertiefung des nationalen und kulturellen Bewußtseins der Völker ist das Bestehen dieser Minderheiten zu einer Frage geworden, die für den V ö l k e r f r i e d e n mindestens die gleiche Bedeutung besitzt, wie einst die dynafti« schen Rivalitäten und neuerdings die kapllalisttsche Mrt- ichaftskonkurrenz. Die Friedensverträge von 1919 und 1920 haben manchen Minderheiten die B e f r e i u ng von der Fremd- Herrschast gebracht und auch die Unterlegenen müssen objek« tioerweise zugeben, daß darin ein Sieg des Fortschritts und wurde zur beherrschten Minderhell von heute. In v seien Fällen— man denke z. B. an Rordböhmen, an die Provinz Posen oder an Siebenbürgen— war eine solche Rollen- vertauschung unvermeidliches Schicksal. In anderen Fällen ist ebenso offenkundiges wie o e r m e i d b a r e s Unrecht geschaffen worden, man denke nur an Südtirol. das ausschließlich auf Grund strategischer Erwägungen von Belgien als eine Art Kriegsentschädigung beanspruchte, oder an das M e in e l l a n d, das man vom Reiche trennte, ohne sogar zunächst zu wissen, wem man es eigentlich zuschanzen würde. « Mll der Schaffung des Völkerbundes wurde gs- rade jene Instllution gegründet, die. neben anderen wichtigen Aufgaben, berufen fem sollte, über jene Gleichberechtigung der Minderhellen zu wachen, die man nach dem vielgepriese- nen„Sieg des Rechts" für eine Selbstverständlichkeit halten müßte. Ansätze zu einem solchen Mlnderheitenschutz sind in den Friedensverträgen sowie in Sonderabkommen der Nachkriegszell zweifellos vorhanden. Leide haben die Sieger damals ihre Gerechtigkeitsgaben sehr ungleichmäßig und so- ar ganz willkürlich oerteilt. Besiegte Staaten, wie esterreich und Ungarn, neuentstandene Staaten wie Polen und die Tjchechoslowakei, sowie später bei ihrem Völkerbundseintritt die Baltischen Länder, st a r k v e r- rößerte Staaten wie Rumänien, Serbien und Griechen- and mußten bestimmte, vertraglich festgelegte, der Völker- bundskontrolle unterstellte Verpflichtungen zum Schutze ihrer Minderheiten eingehen. AndereStaaten wiederum nicht. Das waren insbesondere die sogenannten Hauptfach- lichen alliierten Länder. Diese waren„zu fein", um sich selbst die gleichen Verpflichtungen aufzuerlegen, die sie für � ihre Bundesgenossen zweiten Ranges als unerläßlich empfanden. In ihrem Hochmut stellten sie die Fiktion, auf, daß sie für die Gegenwart und für alle Zukunft über jeden Verdacht der Ungerechtigkeit und des undemokratischen Verhaltens erhaben seien. Aber es vergingen keine drei Jahre, da war in Italien die Demokratie über den Haufen gerannt und mußte der faschistischen Diktatur Platz machen, die nun- mehr mit allen„Grundsätzen der Freiheit und der Gerechtig- keit" Schindluder trieb. So erlebte die Welt das wider- sinnige Schauspiel, daß der entfesselte itasienische Nationalis- mus, durch keinerlei internationale Bindung gehemmt, Deutsche und Slovenen als natio-ale und kulturelle Minderheiten mit Stumpf und Stiel auszurotten ver- sucht, während andere, dem Völkerbund verantwortliche Län- der. wie z. B. Lettland, zugunsten chrer nationalen Minderheilen weit mehr tun, als wozu sie sich vertraglich oer- pflichtet haben. Auch das demokratrsch regierte Preußen machit neuerdings aus ganz freien Stücken ein« Schulpolitik zugunsten der polnischen und dänifchen Minderheiten, die ihm zur Ehre gereicht. Sie wird auch den Deutschen jenseits der Reichsgrenze schließlich von Nutzen sein, denn auch gute Bei- spiele müssen auf die Dauer ansteckend wirken. * Die soeben dargeiegt« Tatfache, daß es zweierlei Minderheitenrecht gibt, ist letzten Endes der Grund allen Uebels, ist das stärkste Hindernis, da» sich einem bessere» Schutz der Minderheiten durch den Bölkerbund entgegenstellt. Denn sobald in Genf fortschrittliche Regierungen einen Vorschlag zugunsten der Minderheiten einbringen, der nicht hundertprozentig in der Völkerbundssatzung rechtlich de- gründet ist, dann erklären die mirtderheitenfeindlichea Staaten mit scheinheiligem Eifer:„Aber bitte schön, alles, was ihr wollt— nur müssen eure Vorschläge auf alle Völker- bundsstaaten Anwendung finden, denn die Gleichberech- t i g u n a der Mitgliedsstaaten ist ja der oberste Grundsatz des Völkerbundes." Dieses Spiel erlebte man erst auf der Vollversammlung vom September 1928, als der Holländer van Blokland und der Schweizer Motta, vom Genossen si«r- mann Müller und von Dr. Seipel unterstützt, die Schaffung einer ständigen Minderheitenkommission beim Dölkerbundssekretariat, ähnlich wie sie schon für die Kolonial- Mandate besteht, anregten. Die Herren Vertreter Polens. Rumäniens und der Tschechoslowakei gaben dem Sinn« nach die obige Antwort— und damit war einstweilen der Vor« schlag begraben, denn man wußte nur zu gut, daß sich das faschistische Italien niemals dazu hergeben würde, die Lücke von 1919 freiwillig zu schließen. » Es bleibt abzuwarten, ob sich dieses Spiel in den nächsten Tagen wiederholen wird. Es ist damit jedenfalls schon aufgezeigt. welche ungeheuren scheinbar rechtlichen, in Wirklich» keit politischen Hindernisse einem wesentlichen Fortschritt im Minderheitenproblem entgegenstehen. Gerade beim Völkerbund vollziehen sich die Fortschritte in allen großen Fragen— man denke nur an die Abrüstung— mit einer Behutsamkeit, einer Langsamkeit und zwischendurch auch mit einer Neigung zu Rückschlägen, die entmutigend wirken können. So darf man auch von dieser ersten grundsätzlichen Aufrollung der Minder- heitenfrage im Völkerbund unter Teilnahme Deutschland» nicht allzu viel erwarten. Die T a t s a ch« der Auf- rollung ist bereits von Bedeutung. Der Entwurf des Kana- diers Dandurand enthält bei aller Bescheidenheit und Vorsicht immerhin beachtenswerte Vorschläge für eine Ver- besserung des Petitions- und Deschwerdeverfahrens im Völkerbund. Wichtig an diesen Vorschlägen ist auch, daß sie in ihrer Begründung einen heftigen Stoß dem über- spannten Begriff der„Souveränität" des«in- gelnen Staates oersetzen. Denn gerade dieser Begriff wird von den reaktionären Staaten absichtlich überspitzt und als D o r w a n d mißbraucht, um den internationalen Schutz der Minderheiten als unerträgliche Einmischung in innere Staatsangelegenheiten zu diskreditieren und zu erschweren. Mgn darf gespannt sezn, inwieweit Polen von diesem Argu- ment Gebrauch machen wid), wenn der Fall Ulttz zur Behandlung kommt. Die von Dandurand vorgeschlagen« Ersetzung des bis- berigen Dreierkomitee» im Völkerbundrat zur Prüfung der Minderheitenbeschwerden durch einen Ausschuß, in dem sämtliche Völkerbundstaaten vertrete» sind, wäre schon «in beachtlicher Schritt vorwärts. Darüber hinaus sollte man schon jetzt zu erreichen versuchen, daß die Anregung des Well- Verbandes der Völkerbundsligen auf Einsetzung eines S tu» dienkpmitees zur Prüfung de» Minderheitenproblems akzeptiert wird- • Aber das wäre natürlich nur ein Anfang. Die Tntwick« lung muß weiter gehen. Erst kürzlich hat auf ihrer Lon- doner Tagung die Exekutive der Sozialistischen Ar- beiterinternationale in einer Resolution gefordert. daß„der völkerrechtlich? Schutz de? nationalen Minderheiten auf alle nationalen Minderheiten ausgedehnt"... und«in dem Sinne erweitert werde, daß den in geschlossenen Gebieten fiedelnden nationalen Minderheiten demokratische Selbstverwaltung in ihren Gebieten, den Z e r s p l i t t e r- t e n Gleichberechtigung und Freiheit de» Gebrauchs ihrer Sprache sowie der Entwicklung ihrer Schule und Kultur ver- bürgt wird". Endlich fordert die Resolution dt« Schaffung der hier bereits erwähnten ständigen Mtnderheitentom- Mission beim Völkerbund. Das ist die Minderheitenpolitit, zu der wir uns bekennen und füp die wir die Regierung der Deutschen Republik auf- fordern, sich in Genf einzusetzen. Das ist die Aufgabe. in der das besiegte. Deutschland moralische Erobe- rungen unerhörter Art machen kann, wenn es die Führung übernimmt. Nicht nur die 36 bis SS Millionen Menschen, die einer nationalen Minderheit angehören. sondern darüber hinaus die Hunderte von Millionen, die auf sine bessere Menschheit hoffen, werden auf Deutschland mit Vertrauen und Dankbarkeit blicken, wenn es in dieser ge- schichtlichen Frage den Weg nach vorwärts weist! Safientlossungsantrag für Llitz abgelehnt. Sallowltz. Z März. Der für den verhafteten Geschäftsführer de« Deutschen Volks- bundes, U l> tz, eingereichte Haftentlassungsantrag gegen Stellung einer Sicherheitsleistung tst vom Gericht erster Instanz obge- lehnt worden. Der Antrag ist daraufhin entsprechend seinem Wortlaut als Beschwerde an die Beschlußkammer beim Bezirks» gericht weitergeleitet worden.» »» Stresemann und die deutsch« Delegation sind gestern abend in Genf eingetroffen. Sächsische Vahlonfcchlung. Am 21. März wird sich der Staats- Gerichtshof des deutschen Reiches mit der Wahlanfechtungs- läge der sächsischen Sozialdemokratie gegen die sächsische Regierung beschäftigen. Am gleichen Tage wird auch die Wahlanfechtungsklage der Wirtschaftsparte! in Waldeck gegen die Waldccker Regierung verhandelt. Die erste Rale für das Ehorzowwerk. Die Warschauer Regierung hgt aus Grund der Entscheidung des Haager Schiedsgerichts die erste Entschädigungsrate für das Chorzowwerk an die Daverischen Stick- ftoftwerke in Höhe von zwei Millionen Goldmark überwiesen. Die gesamte Entschädigung soll in IS Iahren ratenweise gezahlt werden. Die nächste Rat« wird«n gleicher Höh« im Jahr« 1930 fällig. Severins zum Wehrproblem. Antwort an deutschnationale Gtahlhelmfreunde. Im Haushaktsausschuß des Reichstag» erwidert« der Reichs- minister des Innern Seoering am Sonnabend auf deutsch- national« Angriff« gegen die Haltung der Soztaldemo- kraten zur Wehrfrog«: Lch glaubte eigentkich der Beantwortung der Frage über- , hoben zu jein. wie ich, wie die Sozialdemokratie zum Wehr- t Problem steh«. Um einer Legendenbildung, daß der Minister ausge- wichen sei. vorzubeugen, weise ich aus das hin, was ich in dieser Frage geschrieben, gesagt Hab«. Man sollte sich endlich daran gewöhnen, einen Mann nicht nach einer Rede oder einem Aufsatz, sondern nach seinem gesamten Wirken zu be> urteilen. Das sollte auch für die Parteien gelten. Herr Seydewitz ist nicht die Sozialdemokratisch« Partei: was er schreibt, ist nicht da», wo» die Partei zu vertreten hat. Ich habe hie Pflicht der Landesverteidigung ausdrücklich bejaht. Ich folge dabei den Anschauungen des Fraktionsführers Bebel, der am 7. März 1904 u. a. erklärt hat:»Wir leben und kämpfen aus diesem Boden um dieses unser Daterland, unser Heimatland, da» vielleicht in noch größerem Umfange wie Ihr(zu den Parteien) Vaterland Ist!" Da» ist die Stellung der Sozialdemo- kratischen Part«. Es ist ein Unterschied, ob ein einzelner Herr in einer Broschüre eigen« Gedanken äußert od» ob Herr Mo r o s o wi tz in Magdeburg unier dem Beifall Tausender Stahl- helmoeNreter erklärt:.Unser innenpolitisches Bcstreben geht nicht aus ein Aufbügeln der Versasiung, sondern wir wollen dem Parlamentarismus da» Genick um, drehen!" und wenn das osjiziell» Organ des Stahlhelms in Nummer 4 den Eid der Beamten so interpretiert, al» ob er den alten Soldateneid zum früheren Monarchen höher stelle Die Sozialdemokratie Hot keinen Anlaß, mit besonderen Erklärungen von der Seydewitzschen Broschüre abzurücken, ihr« Tätigkeit zieht diesen Strich so scharf, daß Worte darüber nicht nötig sind." Der deutschnationale Abgeordnete Dryonder bemerkt» dar- aus, daß die große Mehrheil der Sozialdemokratie anders stehe als die Seydewitz-Broschüre. werde mrgertbs bestritten, er wünsche aber nochmals ein« Antwort auf die Frage, wie der Minister sich zu Beamtin stelle, die sich die Aufsasiung der Seydewitzschen Broschüre zu eigen machten. Reichsinnenminister Severins erwidert« darauf: Ich Hab« meinen Aeußerungen über das Verhältnis der Beamten zur Ver« fasiung nichts hinzuzufügen. Es kommt nicht auf die parteipolitische Zugehörigkeil des Beamten, sondern aus sein Verhalten an. Eine politische Kälscherwerkstait. Großbetrieb russischer Emigranten ausgehoben. Auf Grund einer Anzeige eines in Berlin lebenden omerika- nischen Journalisten ist— wie die B.-S.-Korrejpondenz mitteilt— der Abteilung IA de» Berliner Polizeipräsidium» die Aushebung «iner antijowjetistlschen Fälscherzentral« gelungen, in der ge- fälschte Dokumente hergestellt wurden, die von Berlin aus über Paris ihren Weg nach den Dereinigten Staaten nahmen, um dort zu de- stimmten politischen Zwecken oerwandt zu werden. Es wurden verhastet ein Russe namens Michael Sumaro- kow, ein ehemaliger Angestellter der bevollmächtigten Vertretung der Ukrainischen Soziatistischen Räterepublik in Berlin und em«he- maliger Unterftichiingsrichter der zaristischen Ochrana namens Wladimir Orloff. Von Orlofs. einem ehemaligen kaiserlichen Staatsrat, der auch eine Zeit lang Chcfunter- suchungsrichter unter dem russischen Generalgouverneur für Polen war. wußte man In Berlin, daß er nach der russischen Revolution zunächst einen Posten In der Tscheta bekleidete, dann aber bei erster Gelegenheft au» Rußland ftoh. Festgenommen wurde ferner ein Helfershelfer Orloffs, der in Berlin lebende Baron Sergei Küster, der Sohn eines«he- maligen russischen Senators. Die Durchsuchung der Berliner Wohnung-Orloffs brachte über- raschende Einblicke in die überaus umfangreiche und gut ausgestattete politische Fälscherwerkstatt. Insgesamt drei groß« Kisten voller russischer Dokumente wurden beschlagnahmt. ferner ganze Garnituren von Gummi- und Metallstempeln von Sowsetbehörden, ein vollständiges chemische» Laboratorium, in dem wahrscheinlich Schrift- und Druckzeichen auf chemischem Wege aus Dokumenten entfernt wurden, serner Druckbogen von Sowsetbehörden und der Kommunistischen Internationale, sowie einige Revolver. Unter anderem fand man eine aus mehr als 500 Karten bestehende Kartothek mit den Lichtbildern und genauen Bio- g r a p h i« o aller bekannten Sowjetpolittier bzw. der ihnen besonder, nahestehenden Sommumstenführer dex verschiedenen Land». GiandeshetrewTUuien. Sie sollen eloe Svprozeattge Aufwertung erfahren. Hamm, tz.März.(Eigenbericht.) In dem Streit, de» der Fürst Salm- Salm, der Herzog von Ar»» b» rg und der Fürst Salm. Hör st mar gegen de» preußischen Staat vor den Gericht«» führ«», hat jetzt das Ober- landesgericht Hamm entschied«», daß«lne«Oprozeutig« Auf. Wertung d«r Staatsrenten für die hohen Herrschaften zu erfolgen hat. Die Dorinstonz. da» Landgericht Münster, hatte ein« 4vproz«ntig« Aufwertung festgelegt. « Der Reichsrat wird sich voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche mit dem Gesetz über di« Abfindung der Standesherreu beschäftigen, da» vom Reich«- justizminister Koch-Wes« nach Verhandlungen mit der preu- ßischen Regierung vorgelegt worden ist. Dieser Gesetzent- wurs steht selbstverständlich eine weit geringere Auf- Wertung vor als die. die in diesem Gerichtsurteil be- schloffen wurde._ Megerfchule KPO. Qmdtagsabgeordaete, Stadtverordnete, Sekretäre— alles fliegt. Die Abgeordneten de» thüringischen Landtages A l b i n Ten n er. Frau Dr. Winkelmann, Paul Fischer-Greiz und Hermann Schulze- Gera sind auf Beschluß der kommu- nistdschen Bezirksleitung au» der A o mm u u Ist i s che n Partei ausgeschlossen worden. Damit ist die ursprünglich acht Mann stark« thüringische Landtagsfraktion aus zwei Abgeordnet« zusammengeschmolzen. Ei« fristen setzt als„Wilde" ihr Dasein. « Di« Richtung»kämps« innerhalb der KPD. haben in Zwickau zur vollständigen Erledigung der kommunistischen Organisation geführt. Der Unterbezirkssekretär Bauer und der Unterbezirkskassterer E i s« n r e i ch wurden abgesetzt. Bon den Führern der Partei und den acht Zwickauer KPD.-Stadwer- ordneten wurde verlangt, daß sie durch Unterzeichnung einer Ei- Nörung zugunsten der offiziellen Stalinpolitik zu Kre'iz« kriechen sollten. Sechs von den acht Stadtverordneten lehnten das Ultimatum ab. worauf sie aus der Partei ausgeschlossen wurden. Die aus dem Brandler-Flügel stehend« Ortsgruppe der KPD. hat sich mit den Ausgeschlossenen solidarisiert. Reichsfinanzen im Zanuar. Voravszahloagen erhöhen die Einnahmen. Die Einnahmen des Reichs im Monat Januar 1929 betragen bei den Besitz, und Derkehrssteuern 794,9 Millionen Mark, bei den Zöllen und Verbrauchsabgaben Sll.S Millionen Mark, zu- sammen 1106. 8 Millionen Mark. Bei der veranlagten Einkommensteuer, der Äörperschaftsteuer und der Umsatzsteuer waren im Januar Bierteljahrs voraus- Zahlungen fällig und bei den Zöllen sind im Januar erhebliche Deträge aus den endgültigen Zollagerabrechnungen für 1928 eingegangen. Das Aufkommen aus der veranlagten Einkommensteuer. der Körperschaststeuer und der Umsatzsteuer im Januar laßt sich daher nur mit dem Aufkommen au» diesen Steuern in dem entsprechenden Monat de» Borvierteljahrs, dem Oktober 1928, in dem auch Boraus- Zahlungen sSlsig waren, da» Ianuar-Aufkommen an Zöllen nur mit dem Aufkommen im-. Juli 1928-vergleichen, in dem gleichfalls Zah- lung«, aui tne Zollageradrechnung«, zu teisteji waren. Im Januar 192S sind an veranlagter Einkommensteuer 234,1. cm Körperschaststeuer IIS. 1, an Umsatzsteuer 203.1 und an Zöllen 1SS.8 Millionen Mark ausgekommen. Im Oktober 192» betrugen die entsprechenden Zahle» bei den drei erstgenannten Steuern 2644* 1234 und 1924 Millionen Mark. Di« Zölle hatten im Juli 1928 154,2 Millionen Mark, also fast genau ebenso viel wl« im Januar 1929 eingebracht. Da» Ianuar-Aufkommen der übrigen Steuern weist gegenüber dem Dezember-Aufkominen kein« nennenswerten Abweichungen auf, ausgenommen bei dem Steuerabzug vom Kapitalerträge, der wegen des Ainstermins am 1. Januar 84 Millionen Mark mehr. und bei der Vermögenssteuer, die im Januar 9.1 Millionen Mark weniger als im Dezember, in dem noch größer« Beträge aus dem Borau szahlungsterinw tai November und an Abschlußzahlungen eingingen, ergeben hat. Da» Oohustcueraufkommeu im Zonuar mit 1234 Mlllonen Mark Ist trotz der cohrsi�uererslaktungen tu höhe voa 7 MiMouev Mark noch uw S Millionen Mark höher al» lm Dezember: dies ist darauf zurüchzllfuhren. daß«in wesentlicher Teil der Steuer für die aus Anlaß des Weihnachtsgeschäfts eingestellten Hilfskräfte und für die Weihnachtsgratifikationen erst im Januar abgeführt worden ist. Die Derbrauchssteuern insgesamt haben infolge saison- mähiger Schwankungen km Januar 4,4 Millionen Mark weniger al» ftn Dezember«ngebracht, darunter die Tabaksteuer 04, di« Zucker- steuer 3,2, die Biersteuer 14 Millionen Mark weniger, die Einnahme au» dem Spiritusmonopol 0,7 Mllionen Mark mehr. Lohnsteuererstaiwng. AnirSge müssen bis zvm 31 März eingereicht werde«. Di« vor einigen Tagen verSffentlicht« Uebersicht über dt« Reichseinnahme» im Monat Januar enthält auch Angaben über die bisher von den Finanzämtern vorgenommenen Lohn- st« uerer stattungen für 1928. Danach wurden im Januar von der im Jahre 1928 zu viel gezahlten Lohnsteuer rund 64 Mit- Konen Mark erstattet. Im gleichen Monate des Vorjahres belief sich der Erstattungsantrag auf rund 11,7 Millionen Mark, zwischen beiden Ergebnisien besteht also eine Differenzvon4,8Million«n Mark. Dieser Unterschied erklärt sich aus dem in diesem Jahre sehr späten Beginn der Bearbeitung der Erstattung santröze durch di« Finanzämter, die erst, um«In« Geschästsstockung bei den Finanz- ämtern zu vernkeiden, am 21. Januar begonnen hat. Die in der Mcmatsübersicht nachgewiesenen Erstattungen von fast 7 Millionen Mark gelten also nur für di« letzten zehn Ianuartag«. Dieses Ergebnis zeigt«inen ziemlich starken Anfang der Lohn» steuererstattungen für 1928. die in den nächsten Monaten fortgesetzt werden. Wegen des im Jahre 1928 auf Grund großer Arbeitskämpf« und rückläufiger Konjunktur sehr bedeutenden Verdien st aus« falls dürsten die Erstattungen in den nächsten Woehen Verhältnis. müßig hohe Beträge erreichen. Damit erfährt die Lohnsteuerbetastung im Jahre 1928 ein« nachträglich« Korrektur und Milderung. Don dieser Möglichkeit müssen all« Pflichtigen Gebrauch machen, bei denen die Voraussetzungen für Erstattung zu viel gezahlter Lohnsteuer gegeben sind. Wer im Jahre 1928 wegen Arbeitslosigkeit. Krankheit. Streit o. a. einen Ver- dienstausfall gehabt hat, muß leinen Rechtsanspruch auf Er- stattung wahrnehmen. Gelegenheit dazu besteht aber nur noch ganz kurze Zeit, da die Frist zur Einreichung der Erstattungsanttäge am 31. März 1929 abläuft. Eine Berüeksichttgung später einlaufender Anträge findet nicht statt. Gleichberechtigung? Limmer noch wirifchastliche Zurücksetzung der Frau. VoQ Olars Loluv-Soduod. Ein krasses Beispiel dafür, wie es mit der Wirtschaft- lfchen Gleichberechtigung der Frau bestellt ist. haben wir in den wcchenlangen Beratungen des Retchshaushaltsaus- schussss über die Personaletats erlebt. Die Mehrforderungen für den Nachtragsetat 192S müssen beschafft und bewilligt werden, weil diese Erhöhungen die Konsequenz des im Herbst 1927 verabschiedeten Besoldungsgesetzes sind. Nur in bezug auf die bei den Behörden beschäftigten Frauen gilt diese Selbstverständlichkeit weder in den Ministerien noch anlchei- nend bei den bürgerlichen Parteien des Reickstags. Nach Entschließungen des Reichstags vom Herbst 1927 und Früh- jähr 1928 sollten langjährige weibliche Angestellte auf dauernd erforderlichen Dienstposten in das Beamten- Verhältnis übergeführt werden: die Stellen sollten im Etat für 1928 bereit gestellt werden. Da der ordentliche Etat für 1928 die Veränderungen durch die neue Besoldungsord- nung n'cht mehr berücksichtigen konnte, wurden auch die weib- licken Angestellten auf den Nachtragspersonaletat vertröstet. Und nun stellt« sich bei Vorlage dieses Nachtragsetats her- aus, daß die wenigen weiblichen Angestellten, die überhaupt planmäßige Beamtinnen werden sollten, summarisch in die Gehaltsgruppe 8-, eingesetzt waren. Dies ist die Eingangsgruppe für Ministenalbeamte. Ganz unbekümmert um die Besckäftigungsdauer-- manche Damen sind lö bis 29 Jahr« im Dienst—, um Ausbildung, Fähigkeiten und Leistungen wurde diese Ein- stufung vorgenommen. Das praktische Ergebnis war, daß Gehaltsunterschiede von 50 bis 199 Mark monatlich zu un- gnnsten der weiblichen Angestellten dabei herauskamen. Bei solchen Untersci/eden kann man kaum noch annehmen, daß diese summarische Einstufung ohne �fweck gewissermaßen gedankenlos, vorgenommen worden ist. Der Schein ist dafür. daß Versonalreferenten und Etatoufsteller— vielleicht un- bewußt— darauf hinw'rken wollten, daß die weiblichen An- gestellten unter solchen Gehaltsverlusten die Ueberfübrung in das Beamtenverhältms ablebnen würden. Das taten sie nicht, aber sie unterbreiteten Mitgliedern sämtlicher Fraktio- nen im. Haushaltsausschuß unter Darlegung des Tatbestandes ihre absolut berechtigten Wünsche. Wir hatten natürlich angenommen, daß sie in die Be- amtenklasse eingereiht werden sollten, die ihrer bisherigen Tätigkeit— die sie ja doch weiter ausüben— am nächsten liegt. Daß ein bestimmter augenblicklicher Gehaltsverlust mit der Gewährung der Existenzsicherheit und der Astersversor- ssjung des Beamten verbunden sein würde, wußten wir und wußten die weiblichen Angestellten, aber niemand konnte an- nehmen, daß derselbe über eine Höchstgrenze von 59 M im Monat hinausgehen würde. Neben der materiellen ist aber auch eins bestimmte moralische Schädigung damit verbunden, wenn jemand bei gleicher Tätigkeit um 199 M. monatlich in seinen Bezügen gekürzt wird. ksm Einvernehmen mit meinen Frakfionsgenvssen erhob ich Einspruch gegen dieses Vorgehen der Ministerien. Ein zur Nachprüfung Angesetzter Unterausschuß hat eine Richtig- stellung abgelehnt.'.«!; m fi» Die Ausnahmebestimmung des Artikel» 14 der Personal- abbzuv?rordnung hat folgenden Wortlaut? Verhef ratete weibliche Beamte können unbeschadet der sonstigen Vorschrift»» über die Entlassung von Beamten, auch bei lebenslänglicher Anstellung zum Schlüsse eines Monats unter Ein- Haltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten entlassen werden, wenn nach dem Ermessen der zustandigen Behörde 1. die wirtschaftlich« Versorgung de« weiblichen Beamten nach der Höh« des Einkommen» der Ehegatten gesichert erscheint und 2. das Ausscheiden aus dienstlichen Gründen erforderlich ist. Verheiratete weiMlch« Beamte sind auf chren Wunsch zu«nt- lassen, fasern ihr Ausscheiden nach dem. Ermessen der zuständigen Behörden den dienstlichen Zwecken nicht zuwiderläuft. Damst soll am 81. März d. Is.— ihrem natürlichen Ablaufstaq— Schluß gemacht werden. Auch die verheiratete Beamtin soll wieder ihr nach den Artikeln 128 und 129 der Verfassung gewährleistetes Recht erhalten. Der harte Per- fonalabbau war in der Konsequenz der Reparationsregelung im Dawes-Abkommen ein« Notwendigkeit. Daß unter diesen Personalabbau auch die weibliche Beamtin fallen mußt«. war selbstverständlich. Die Ausnahmebestimmung des Ar- tikels 14 gegen die verheiratet« Beamtin aber war eine Un- aerechftgkeit und ein Verstoß gegen die Verfassung. Sie war ein Erfolg des rücksichtslosesten männlichen Konkurrenzkamvfes gegen die Frau. Erfteu- lich war es. wie einmütig sich alle Gruvven weibsicher Be- amten dagegen zur Wehr setzten, ms Zölibat oder in eine freie Geschlechtsgemeinschaft gezwungen zu werden. Als einer der Gründe für den Artikel 14 der PAB. wurde immer w'eder ins Feld geführt, daß der Gesundheitszustand d-r verheirateten Frau starken Schwankungen ausgesetzt sei. wodurch bäufig Fehltag« bedingt würden. Das heißt mit anderen Worten: wenn die verheiratete Beamtin Mutter wird, entstehen naturgemäß längere Arbeitsunterbrechungen, und das ist den Aemtern unangenehm. Das ist natürlich«me ganz unmögliche Stellungnahme, denn sie zwingt die ver- beiratete Beamtin zur Kinderlosigkeit, und da die Schwanger- fchaft nickt unter allen Umständen mit Sicherheit zu ver- me'ben ist. zur Beseitigung derselben. Auch hier waren in der Widerlegung die in Frage kommenden Beamtinnen- organisationen einig. Um so bedauerlicher ist es. wenn ein Teil derselben Ber- bände die den Kampf für die Recht« der verheirateten Be- amtm. der ehelichen Mutter so tapfer führen, die Front wechseln, sobald es sich um d a s R ech t d e r unehel ichen Deamtinmutter handelt. Es ist geradezu beschämend, wie der Verband der weib- lkch°n Rost- und Telegraphenbeamtinnen sich immer wieder zum Moralisten gegen diele Kolleginnen macht. Begreifen denn diese Frauen— die ich in ihrer sonstigen Arbeit g-w.ß schätzt_ niemals, wie sehr sie gerade durch dies« Haltung den verheirateten Beamtinnen das Leben erschweren? Ent- weder ist es möglich, seine Berufstätigkeit vollkommen aus- zu üben und Mutter zu sein oder es ist nicht möglich. Ehelich- teit oder Unehetickkeit hat damst gar nichts zu tun. Die Praxis hat sogar Beispiele dafür, daß gerade die unehesichen Mütter die tüchtigsten und pflichstreue/ten Beamtinnen sind, weil sie allein für sich und ihr Kind zu sorgen haben. Aus Gründen der Moral aber die uneheliche Mutter zu ächten— wie es leider geschieht—. ihr ihren Brotplatz streitig zu machen, sie und das Kind der schwersten wirtschaftlichen Sorge Oer Frühling vor der Türe steht: Ob endlich mal der Winter geht? Verzögerungen. Oer Frieden harret seiner Zeit,— Einstweilen macht Herr Mars sich breit! -fr Und auch im Reichstag, wie ihr seht, Kommt gar nichts weiter, alles steht, Weil drin, die Klinke in der Faust, Selbstherrlich der FratttonSgeist haust! Mussolinis Ziiefenwahlschwindel. Ein gigantischer Humbug. Zu ZlaNeu ist die tiste der 400 vdersaschtstea veröffeni- licht. die allein gewahtt merdea darf. Me— lese man hier."--f; Da» Ergebnis der..Wahl" am 24. März weih man voraus und ferner, daß dt« Opposition, die etwa trotz de» Terror» sich äußern sollte, zahlenmaßrg niemal« bekannt gegeben wird. Was aus den Urnen herauskommt, hat keinerlei notwendigen Zusammenhang mit dem. was man hineingesteckt hat. Interessant ist dagegen die Technik der Wahlhandlung. In Kulturländern wird diese durch da« Parlament bestimmt, im Wahlgesetz oder in Ausführung»� beftimmungen. In Italien dagegen werden die Anweisungen«in- fach in einem Rundschreiben des Innenministers an die Behörden gegeben. Die Wahlhandlung beginnt um 7 llhr morgens und ist um Mitternacht beendet. Die Polizeigewalt im Wohllokal steht allein dem Präsidenten zu, der auch allein bei Fragen entscheidet. Jeder erhält zwei Wahlzettel, die— auf Staatskosten hergestellt— da» Likwrenbündel tragen und die Frage: „Sllmmeu Sie sür die Liste der Abgeordneten, die der Hohe Rai de» Aaschlsmus bezeichnet hat?" Auf dem einen steht die Antwort �so" und dieser ist, angeblich um den Analphabeten die Loch» zu erleichtern, aus der Innenseite weißrotgrün gestreist: aus dem anderen steht„Norn" und er ist weiß. Der Wähler bekommt nun. nachdem er identistziert wurde, dl« beiden Zettel, die oon außen gleich sein sollen. Der Vorsitzende setzt nun sein« Unterschrift und den Stempel auf beide Zettel und der Wähler geht in die Wahlkabln«, wo er mit sich und seinem Gott ab- macht, welchen Zettel er in die Urne stecken will. Der Zettel kann zugeklebt werden. Den verworfenen Zettel wirft er in ein« in der Wahlkabine bereitstehende Urne und geht mit dem anderen wir wollen ihm wünschen, daß er der weißrotgrün gestreifte ist»»- zum Lorsitzenden, der feststellt, ob der Zettel seine Unterschrift trägt. Darauf vermerkt er im Namensregister der Wähler, daß der betreff sende gmvähll hat. indem er neben den Namen seinen eigene» setzt, Jedes Kind steht sofort, wo hier die Kontrolle einsetzen wild. ver Vorsitzende braucht nur beim Unterschreiben d« beiden Wahlzettel einen Unterschied zwischen de« saschlstl- scheu und dem anderen Zettel Zu machen. Er macht etwa hinter seinen Namen auf dem dreifarbigen Zettel einen Punkt, den er auf dem anderen wegläßt. Beim Zurück» erhalten des Zettels sieht er nach, ob er den mit Punkt oder den ohne zurückbekommt und vermerkt das Ergebnis durch ein beliebiges Zeichen im Namensverzeichnis. Die Sache sst so klotzig einfach, daß jeder Wähler, er mag ein noch so qualifizierter Analphabet sein. sie sofort versteht. Es ist, wie wenn über jedem Wahllotale mit Riesenlettern stünde: die Abstimmung ist nicht geheim. Man kann todsicher sein, daß die Namen aller, die den Zettel mit„nein" abgeben, dem lokalen Fascio am Tag danach vorliegen werden. So sind die Wahlen als eine Riesen» Mausefalle gedacht, um all« nicht schwarzbehemdeten Mäuse abzufangen. Aber so plump durfte der Mechanismus nicht konstruiert sein. Der fängt nur Mäuse, die eben sterben wollen. Bei den Mitteln, über die das Innenministermm oerfligt, konnte man die Wahlkontrolle weniger schamlos machen.— Nett sst au», daß die zu Wählenden den Wählern gleich als Deputierte vor, gestallt werden. anheimzugeben, mutet geradezu mittelalterlich an und heißt doch nur, der wideren Moral Tür und Tor öffnen nach der Parole:„Tu es. aber laß dich nicht erwischen." Di« Leistung soll entscheidend sein für die Dehaup- tung de» Arbeitsplatzes. Auch bei der Frau. Und für ge- leistete Arbeit soll dieselbe materiell« Bewertung gelten wie beim Mann. Ist das einmal erreicht, dann folgt die morali- fch« und gesellschaftliche Gleichberechtigung von selbst. Aber die Beamtinnen sollen sich hüten, falsche Moralhürden auf- zurichten, die all« erwerbstätigen Frauen in chrem Bor- wärtsdringen zu einer wirklichen GleichHerechtigung hemmen würden.' Bolleri nach Ariieus. Oer Personenwechsel im preußischen Laudwirischasts- Ministerium. Das vau uns gemeldet« Ausscheiden de» Leiters der Si«dlungs> abteilung im Preußischen Landwirsschastsministerium, des Mini- sterialdirektors Articus, bedeutet für das Landwirt- schaftsministerwm den Verlust eines Fanatikers des Siedlungsge- danken». Dieser Fanatismus hat aber, sicher von Herrn Articus un- gewollt, der preußischen Siedlung einen zentralsstlschen und bureau- kratischen Aug gegeben. In dein bekannten Siedlungskompetenz- streit Reich— Preußen 1926/27 war Articus gerade deswegen die am heftigsten umstritten« Persönlichkeit. Sein Nachfolger, der bisherige Landeskultur- d i? e k t ö r Bollert übernimmt keine leicht« Erbschaft.' Es heißt für ihn, das preußisch« Siedlungswesen mit neuen Ideen zu durch- dringen, ihm stärker« Bewegiichkeit und damit größere Leistungs- fähigkeit zu geben. Bollert hat die Siedlungsfragen und bi« Agrar. fragen überhaupt von der allgemeinen VenuaUung, von der Selbst. Verwaltung, vom gemeinnützigen Siedlungsunternehme» und»on der Landeskulturverwaltung aus studieren können. Er ist vor und nach dem Kriege zu landwirtschaftlichen Studien durch die meiste» Länder Mittel- und Nordeuropas gereist. Seine Veröffentlichungen zeigen obenfo wie Bollerts bisherige praktisch« Arbeit als Letter eines Siedlungsunternehmens, als Kulturamtsvorsteher und als Landes- kullurdirektor seinen Sinn für die wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben moderner Agrar- und SiSdlungspoltttt. Zu den Pariser Beratungen sollen nichtdeutsch« Sachverständig« die ersten Zahlen in die Debatte geworfen haben: einer habe 48, ein anderer 72 Milliarden als Kapilalbetrag der deutschen Ge» jamtoerpflichtungen gefordert. Deutschland kann on einer derartigen Revision, die zu einer Erhöhung der gegenwärtigen Zahlungs» Verpflichtungen führen müßt«, kein Interesse haben. Abgesägt haben die Kommunisten der Tschechoslowakei den sehr anpassungsfähigen Dr. S ch m e r a l als chren Vertreter im„Ekki". Schmeral ist der Schwiegersohn Stalins, den man meint, wenn man Schmeral haut.— Das Prager Abgeordnetenhaus hat dem deutschen Kommunisten Karl Kreibich für sechs Monate die Diätenentzogen, weil er schon ein Jahr unentschuldigt fehlt. Gescheiterker Spallungsversuch. Die Lodz er Organisation der von der Sozialdemokratischen Partei Polens abgesplitterten Moro» czewski-Gruppe hat beschlossen, sich auszulösen und sich wiederum der PPS. anzuschließen, weil die Sezession mit dem T o z l a l i s- in u s und der Demokratie gebrochen Hab« und«in Werk- zeug der Regierung zur Zerschlagung der Einheitsfront der Arbeiter- Nasse sei. Lustizetat im Landtag. Oer Zustizminister über die Republikaniflerung der Justiz. In der Sonnabendsitzung de» Landtag» wurde dt« zweite Lesung de» Wohlfohrtsetats beim Kapitel Wohnungswesen fort- gesetzt. Abg. Haese-Wiesbaden(Soz.): Die Angriffe des Abg. Howe gegen die Bauhüttenbewegung waren völlig unberechtigt. Der deutschnationale Herr hat, gestützt auf eine Zeitungsnotiz, behauptet daß die Bauhütte Magd«» bürg van ihren Arbeitern eine Bescheinigung über den Kirchenaus- tritt und den Besuch weit icher Schulen durch die Kinder fordert. Tatsächlich nimmt di« Bauhütte Magdeburg ihre Arbeitskräfte vom Arbeitsnachweis.(Hört! hört! bei den Soz.) Tatfäch- üch ist sie niemals mit ihren Arbeitern in irgendwelche Berhand- lunaen über die Zugehörigkest zur Kirche getreten.(Erneutes Hört! bört!) Von der Bauhütte Frankfurt a. M. hat Abg. Howe be- häuptet, ste habe die sozialen Beiträge nicht bezahlt. In der Tat hat die Bauhütte Frankfurt a. M. un Jahre 1927 mit ihren Glau- bigern einen Vergleich geschlossen; aber die sozialen Beitröge sind bis auf den letzten Pfennig bezahlt worden. Also auch an dieser Behauptung de» deutschuatlonalea Abg. Howe ist kein wort wahr. (Zuruf bei den Soz.: Die alte Schwindeltaktikl) Di« groß« Arbeits- losigteit unter den Bauarbeitern ist nach den Behauptungen der Redner der Rechtsparteien durch die Wohnungszwangswirtschaft mit oerschuldet. Talsächlich hat die Wohnungszwangswirtschaft zum Bau von 186000 Wohnungen im Jahre 1928 geführt und dadurch den Bauarbeitern zahlreiche Arbeitsgelegenheit geschaffen. Je mehr wir d«n öffentlichen Wohnungsbau fördern. desto besser wird für die Bauarbeiter die Lag« werden. Nach längeren Auseinandersetzungen, hauptsächlich zwischen W i rt s ch a s t s pa rtei l e rn und Zentrumsleuten über die Ausrechterhaltung der Wohnungszwangswirtschost schlletzt die Generaldebatte zum Etat der Volkswohlfahrt. In der E i n zel b e ro tu n g erklärt Abg. Dr. Chase»(Soz.) die Behauptung des Ministeria'.rats Lenz, dafj die Serum preise im Jahre 1926 herabgesetzt worden seien, für vollkommen falsch. Erst als die sächsischen Serumwerke Konkurrenzpreise eingeführt h> seien die anderen Fabriken gefolgt. Unerhört sei die Auffassung i de. worden s«. M'nisterialrat Lenz habe die Stirn gehabt zu behaup Geheimrats Lenz, daß durch dieses Vorgehen der sächsischen Sei werke die Arbeit des preußischen Wohlfahrtsministeriums gestört Lenz hi aa da» Ausland schon längst geliefert werde.(Sehr gtO bei den Sozialdemokraten.) rats Wirtschaft der Gemeinden gegen die Angriff« der Wirtschaft». parte«. Mit zahlreichen Bemerkungen namentlich der Kommuni st en und der Deutschnationolen zu den einzelnen Tsteln wird der Wohlfahrtsetat in zweiter Lesung erledigt. Es folgt di« zweite Beratung des Iustizetats. Abg. Dr. Grzimek(Dem.) berichtet über die Ausschußoerhand- lungen. Justizminlster Dr. Schmidts Der Haushalt der Justizverwaltung ist nach dem Erfordernis strengster Sparsamkeit aufgestellt. Dadurch werden an das gesamte Iustizpers ten, die Sozialdemokratie nähme in dieser Frage die Interessen einer Fabrik wahr. Tatsächlich fordert die Sozialdemokratie lediglich die herabsehung der überhöhlen Serumpreise auf den Stand, zu dem Iustizpersonal sehr hohe Anforderungen gestellt. Für lange Zeit kann ich aber auf die Vermehrung der Planstellen nicht mehr verzichten. — Ich habe e» stets als besondere Aufgabe der Justizverwaltung anerkannt, die Rechtspflege mit dem Bolksempfinden in Eink ang zu bringen und möglichst volkstümlich zu gestalten. Vor zwei Iahren hat der unselige Begrisf der Vertrauenskrise im Mittelpunkt der Iuftlzdeballe gestanden. Seitdem befinden wir uns auf dem Wege der Befierung. Di« Angriffe gegen die Justiz sind an Zahl und Schärfe zurückgegangen. Insbesondere im Parlament hat ein« ruhige und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller beteilig- ten Faktoren Platz gegriffen. Natürlich glbk e» ln politische« Prozefieu noch immer einige kraste Fälle, tu denen da» Zustizministerium die Urteile au» poll- tischen, aber noch mehr aus rein rechtlichen Gründen nicht decken kann. So ist ja auch der Preußische Richterverein bzw. seine zuständige Kommisston von dem Prenzlauer Urteil in Sachen Düsterberg abgerückt. Ich begrüße diese öfsent- liche Erklärung, weil dadurch der Preußische Richteroerein dem Richterstand in seiner Gesamtheit dient und zur Hebung seines An- sehens beiträgt. Die unerschütterliche Unabhängigkeil der Richter wird davon m keiner Weise berührt. Ze unabhängiger der Richter ist. desto mehr muß er sich seiner Psllchlen gegen Staat und Volk bewußt sein. Deshalb kann eine freimütige Aussprache über Fehler der Rechts- pslege dem Richterftond nur nützen. Auch die öffentliche Derhand- lung gegen unfähige oder unwürdige Richter hat sich durchaus be- währt«ad da« Wfßfrnwn gegen di» Justiz eenuindert. Der Bew dundenheil zwischen Justiz und Volt dien« auch mein« Personal- Ktttk. Dm vorge-egt« Konfesstonsstatistik beweist, daß der Grund- der Parität streng durchgeführt wird. Für die leitenden Stellen sucht die preußische Ivstl, Verwaltung gemäß dem Beschluß de» eandtoa» vom Zohr« 1922 zuverlässige Vertreter der republikaaijcheu versafiunq. ohne darüber hinau» nach der parteipolitischen Einstellung zu for- schen. Bei den Umerhaltszuschüssen der Referendar« ist jetzt der Gesichtspunkt der Bedürftigkeit in den Bordergrund gerückt war- den. Wir hoffen dadurch manchem Arbeiterkind den Zugang zur Richterlaufbahn zu eröffnen. 3m taienrichtertum Ist die BeletNgono der Arbeikerfchost auf 25 Jtny, im Oberlandesger ichlsbezirk Hamm auf rund 4S Broz. gestiegen. Bei der Qualifikation der Richter soll die Gesamtpersönlichkest am stärksten gewertet werden. Der Nachwuchs an Richtern ist zahlen- mäßig stark, aber qualitativ nicht überragend: bei der Staatsanwalt- schost genügt der Nochwuchs auch zahlenmäßig nicht. Die Zahl der Beförderungsanwärter ist groß. Wir haben im.Goldenen Buch" 135 zu Senotspräsidenten qualifizierte Richter, aber jedes Jahr wird ungefähr eine Stelle frei. Für die Strofrechtspflege suchen wir Richter mit gesteigerten Fäh iL keilen heraus. Wir losten die Strafrichter durch Kurse bei den Polizeiverwaltungen ausbilden und geben jetzt auch den Laienrichtern eine Einführung in ihre Tätigkeit an die Hand. Ein Unglück für die Justiz wäre die Aufhebung der Altersgrenze der Richter.(Sehr wahr! links.) Die Vernichtung aller Beförderungsaussichten für mindestens drei Jahre würde olle jüngeren tüchtigen Richter aus der Justiz vertrziben. Die Iustizverwaltungsreform hoben wir in engster Füh- lung mit den Vertretern der Wirtschaft weitergetrieben. Zum 1. April werden in der ganzen Justizverwaltung die Betriebsräte der Arbeiter und Angestellten durchgeführt. Die Zusammenlegung der drei Berliner Landgerichte ist ein ebenso unabweisbares Bedürs- nis wie die würdige Unterbringung des Arbeitsge- r i ch t s, dem ich meine besondere Sorgfalt zugewandt Hobe. An der Neugestaltung von Strasrecht und Strafprozeß nimmt die preußische Justizverwaltung reoen An- teil. Dringlich ist besonders die Einschränkung der Eides- Pflicht, denn die Zahl der Verurteilungen wegen Verletzung der Eidcspf'icht ist vom Vorkriegsstand von 2000 im Jahr auf jetzt 3000 Fälle im Jahre gestiegen.(Lebhafter Beifall.) Die weitere Beratung des Iustizetats wird auf Monmg.nittag 12 Uhr oertagt. tGewerkschaftlicheS stehe 3. Beilage.) Verantwortlich Mr Politik! Dr. tuti che»er: Sirtichait:®. iNniaeihSIe»» Eewertschaitsbeweauna: ffricbr. SKfatn; ffcuiDeion: Dr. Zohn Schilowoki: Loiales and Soniiioesi Fei»»arKödt; Anseiaen td ei*«t.(fimtlidi in Berlin Verlag: Vorwärts Veriag GmbH Berlin Druck: Vorwärts-Bumdruckerei und Vcrlaasaxstalt Paul Sinaer a?» Berlin TW S» Lindenftrak«». Ster,» 4 Beilagen und„Unterdaltnng und Wille»'. K. GROSSER FRUHJAHRS-VERKAUF WOLLSTOFFE Original«ngii*eh Homespun_ fürWärr»!». Kostüm«, ca. 140/ 80 Crdpe fleur flia&aKdai gawab«, ca. 100cm 985 Crdpe de Chine Bemberg,«mforbig Wr#%-_ Wisch« u. Kleid«», ca. 100 a45 Wollgeorgette R i v I• r a. aar#10901««»—— Wall,'»««, ca. ISOcm/yO Wollmusselin rt* Mu»t*r 175 a pa Veloutlno, Wall* mi«—- ca. 100 cm»59 SEIDENSTOFFE Crdpe de Chine ba�hna Kleidorwaro,»chwarx, weift Jt und neue Forben, co-lOOcm£+40 ••druck« Voll« aa* Sa»»arg-g—— K.es'.ald«. ea.>00 em£*90 880 Marocain reine Seide, in schwon e. med. Taflesfarben, ce. 100 an Satin PrlncMsa Haina apart« MusMr,*'*» O or> p«ini«id. Quolitit, ea. 100 c« VSO Bast rama salcka, buntfarb.| bedruckt ca.fiO an i W Fa�onne KunsUeida mit Baumw f. Jack.- u. Manialfutrar 195 DAMENKLEIDUNG Kleid reinwoll. Crfipe Cofd m.« bestickter Crdpe d e -C-b* n-e-• G-o-r nfto r äitFOw »ehr gut. WoMgeorgoite, flotte Form,eleg.Krogen. u. Monschetten-Garnifur 39oo Jumperbluse »•druckt«! kvn*t- MW—— s» Ick« n« r Trikot IIOO Mantel •nglisOi mell«n«r Z«C«>.«D«M—— goni au« F«lt« r OVUO Damenhut glänzendes Geflecht, mit rwelforbigem Band garnier» w V W Damenhut zweifarbig es Geflecht. ■ Itftondschleif .700 KINDERKLEIDUNG DAMENWÄSCHE STR ö M P F E Schulicleid r«mw. Popolm« rc> eck. lack«, fS—_ (Saig I.OOl Läng«<0 cm 7/5 blau, r«inwoll«n«r Eips. m. w«iC«Ri WollbcHtl.Krcg.•<■__ (S'aig 1.00) long« 40 cm|| 25 Jungmfidchenkleid remwafi. Popeline, ble�od lade, Glockenform, mod. Garnierung, Lg.ÄS, 90, 95 cm Taghemd 0 mit Mothr u. S!' 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Die Torfahrt der Zilleburg wird durch ein schwarzes, schmiede- eisernes Tor in durchbrochener Arbeit oerschlosien. und auf diesem Tor ist m Goldbuchstaben zu lesen:„M e y e r s h o f",— wie Inschriften auf Friedhöfen, halb erloschen. Vor der Einfahrt bleibt man stehen, denn man blickt durch eine ganz« Reih« oon Toren, die hintswnander liegen wie bei einer altmodischen Festung jede Einfahrt von Prellsteinen flankiert. Etwas militärisch sieht das au», als müßte man hier im nächsten Augenblick Pferdegetrappel hören, ein ftommando im Morgengrauen, ein Hornsignal. Es liegen sechs Höf« hintereinander. In dem Torwog noch der Straße sind 32 Firmenschilder, schwarz auf weiß getüncht. Man liest verwundert, daß in diesem hause ein halbe» Schock Fabriken und gewerbliche Betriebe sind: Bürstenhalzsabrit,. Metalldreherei, Schraubensobrik, Röder sab rik, Gewinde s räsers ab r it. Westfälische Pumpcrnickelfabrik „Waftsalia",„Besä", Glühlampen, medizinische Lampen. Röntgen- röhr«, Herren- und Burschentonfektion, Rind- und Schweine- schlächterei usw. Im ersten Hof ist ein echtes Zilleschild, das alles krönt, was man lieht:„Bad Meporshof", mit besonderer Badezeit für „Herren" und für„Damen" allhier. Im zweiten Hof ist eine Kirche, das.Llpostelamt Johannis", Pred'gtsaal einer Sekte, wie die Kinder altklug sagen, in dem jeden Sonntag„ge- jungen" wird. Die Höf« hoben siebzehn Fenster in jeder Front. Meyershof beherbergt außer den 32 Fabriken(mit Kontoren. Lagerräumen, Stapeln. Wagenparken. Pferdeställen, Düngergruben. Schutthaufen, Latrinen, verfallenen Brunnen) 230 Familien. Es umfaßt eigentlich fünf Stockwerke, das fünfte ist unter der Erde. Das sind die Katatomben von Meyershos. Man steigt in ein« stockfinstere Galerie hinunter, die zu einer Tür führt, an der sich, wie in den oberen Stockwerken, ein Haufen Namensschilder befindet, sogar von Messing, die man nur entdeckt, wenn man Licht anzündet. Nur die Briefkästen fehlen in den Katakomben. Die Postgrcnzc scheim nicht unter die Eide hinobzureichen. Ein« ge- sprachig« Frau, die bessere Tage gesehen hat, lädt zur Besichtigung ihrer unterirdischen„Einzimmerwohnung" ein. Ihr Stübchcn ist sauber, mit Herd, Bett, Tisch und einem Mahagoni- schrank. Während sie erzählt, macht sie sich am Herd« zu schassen. Dann geht sie an die Tür und ruft, als ick da draußen in der Finsternis ein Kinderspielplatz wäre, mit einer süßen Stimm«, die man ihr gar nicht zugetraut hotte, Gänschen!" Ein großer stämmiger Bursche kommt herein, gefetzt und freundlich. Er hat keine Arbeit, aber Hunger. Der Junge klagt, daß die vom Land« zu- gezogenen Arbeiter den eingesessenen Berlinern die Arbeit weg- nehmen, weil sie den Lahn drücken. Es ist gor nicht billig, in Meyershos zu wohnen DI« Miele, die diese Annen für zwei elende Löcher aufbringen müssen, entspricht einer erden klichcu Bürger- Einer der inneren Slöfe. Rohulh eintt Recolufion. Von(je.tlia.ti HetrmaMH Moslat „Nun. vollziehen Sic den Vefehll" sagte Trosegk und wandte sich, um an den Tisch zu treten. Erstaunt blieb er stehen: Der lange, hagere Mensch da ließ sich auf die Knie nieder. langsam, ungeschickt, so daß er zuletzt fiel und die Knie hart auf den Boden schlugen, er hatte den Kopf gehoben, aber er hielt die Augen geschlossen, die Hände umkrampften den Hut. seine Lippe stammelten: „Harr Minister, kucken Se, se lät zu Hauie un wimmert un stehnt. Bor Angest, Harr Minister, daßn ich ins Je- fängnis komme, un daßn se nischt nlch zu essen hat for das K'.nd. Es is doch an Siemnmonatskind, Harr Baron, un man kleen un kränklich. Un dar Arzt hat mich jesat. daßn das Kind n'ch jedeihn kann, wenn das mit die Mutter nich annerfch werden tut" Er hiell Innc, Trosegk sah ihn kalt an, aber er hatte dem Gendarmen abgewinkt, der den Böttcher fesseln wollte. Schluckend nahm der Kniende einen neuen An- lauf.„Ich will je oo zusäwcn. Harr Minister, ich hawwe so allens'mitje, nacht, ich bin nich bloß so mitjeloofen, ich war janz richt'ch dabei, ich hawwe Ihnen vorhin belogen. Es is je oo wahrhaftig n'ch sor wiche, nee, wirklich nick, daßn ich Calm un die Annern das antue. Harr Mnister. Awwer ich hawwe se doch man aus de Zuckerfabrik jeholt. so arm isse se jewä'n die janzen Jahre durch, un nu hat s« das so wohl jetan daßn se's nu bei mich an bißchen besser hatte. Un nu soll se das allens wieder verliern. un das kann sc niche. Wenn wer das noch nie nich jehatt hat, is-das äwen mehr for eenen. Nu hat se jewent und jesat. daß es doch an Unrecht von sc jewän is. daß'n se nich zufrieden war mit das. wie se's nu hatte, un daßn le mick das nu hat mitmachen lassen, un dar Harzo würde doch woll an Insähn han. wenn ich en täte um Entfibuldiiung bitten, daß'n sc das Kind jroßziehn teaatc Un damit,' daß der Harzog aa sieht, daß'n Mersch ehrlich meenen, soll der Kleene so Heeßen wie dar Harzog. Se hat sich nu ma drin verrannt. Harr Baron, se ls doch man an unsebildter Mensch un hat jetzt immer Fieber— un das Kind hält das nich aus--- es is so schwer for miche— ach, liewer Harr Minister—" „Stehen S>e auf," sagte Trosegk ruhig. Kniephacke erhob sich mühsam. „Sie oersprechen, hinfort Ihre Pflichten als treuer Unter- tan Seiner Durchlaucht einwandfrei zu erfüllen?" „Ach, ich will ja allens tun!" „Sie versprechen also von ihren Freunden, von Calm und so weiter, in aller Oeffentlichkeit abzurücken, keinen Ver- kehr mit ihnen zu pflegen, sie in keiner Weise zu unterstützen, was auch mit ihnen geschieht?— Na?" Kniephacke schwankte ein paarmal vor und zurück.„3o," sagte er dann dumpf. „Es ist gut. Ob Ihnen Ihre Strafe erlassen werden kann, weiß ich noch nicht. Aber ich werde Ihr Gesuch bei Seiner Durchlaucht befürworten." „Harr Minister— es kann um Stunden sehn, hat der Doktor jesat—" «Ihr Gesuch dürfte genehmigt werden." Trosegk wehrte den Dank ab.„Sie werden die Bestätigung und das übliche kleine Geschenk von Ballenstedt aus erhalten. Grüßen Sie den kleinen Alexander Carl Kniephacke!" Er konnte den ironischen Unterton seiner Worte nicht verbergen.„Führen Sie Herrn Knievhacke hinaus, Gendarm, und holen Sie mir den Schreiber. Der Haftbefehl ist aufgehoben. Als Kniephacke sich im Grün des Schloßberges wieder- fand, begann er zu lachen. Er lachte immer lauter. Immer heiserer.„Alexander Carl Kniephacke!" schrie er. Das Lachen klang mehr wie das Bellen eines getretenen, gefangenen, gedemütigten Tieres: Tränen liefen über seine hageren, schlitternden Backen; er fiel auf eine Bank und heulte laut. Im„Regierungs- und Intelligenzblatt für das Herzog- thum Anhalt-Bernburg" aber fand sich drei Tage später eine schwungvoll gehaltene Notiz. Seine Durchlaucht der Herzog habe wieder einen eklatanten Beweis seiner Milde gegeben. welche durch die bedauerlichen Borgänge des 19. März so furchtbor enttäuscht worden sei. Einer der Mitläufer jenes Tages, der Böttchermeister Knievhacke, habe an seine Durch- laucht das Ersuchen gerichtet, als Zeichen seiner Reue über seine Abirrung und seiner innersten Ergebenheit an Seme Durchlaucht seinem erstgeborenen Sohn den Namen Hemer wohnuag In einer Provlnzstadl. Mancher ehemalige Kriegsfreiwillige, der bei Bapaume oder an der Somme ein Bein oder einen Arm ver- loren hat. würde sie vielleicht nicht aufbringen können. Ein kleiner Bimps läuft durch die Höf« mit einer Klingel, als Ausscheller, und ruft aus Leibeskräften:„Scheine mann! Scheinemann!" Man erfährt, daß dieser Ruf den Mann an- kündigt, der die städtischen Brotscheine ausgibt. Hier und da spielt ein Haufen Kinder in einer Ecke, andere lungern umher, ein Hund, der nicht bellt, eine Katze sind da. Größere Buben stecken die Köpfe zusammen und wollen Karten spielen. Alle sind zivilisiert, gefällig, zu jeder Auskunft bereit, die Kleinsten unermüdlich interessiert, die Größeren gleichgültig. Berlin ist Berlin, auch hier. Keines der Kinder bettelt. Ich blicke an den Häusern hinauf, die die Farbe von Muscheln haben. In den Fenster.höhlen wohnt das Grauen, in die meisten schaut der Himmel nicht hinein. Indem Ich mich wende, tippt ein kleines Mädelchen mir mit einem Besenstiel an den Hut. Die Hautsanbe der Bewohner von Meyershos ist erdfarbig. So sahen die Soldaten in den Schützengräben aus. Sie sind still und scheu. Der Hunger blickt ihnen aus Augen und die Selbst- ironle. Sie sind dem Elend überlegen bis zur Höflichkeit. Das Leben ist hier dem Tode benachbarker als anderswo. Man möchte glauben, daß die Toten oon den Friedhöfen zusammengekommen wären, um noch einmal in diesem Däimner hin und her zu huschen. Daß irgendein Zauberer sie bei diesem traurigen Vergnügen ertappt hätte und sie in eigens für sie geschaffenen Fabriken für sich arbeiten ließ«. So still ist es hier. Selbst das Surren der Maschinen und Räder aus dem sechsten und siebenten Gebäude hat etwas Ge- spentffches. Es scheinen gar kein« richtigen Menschen zu sein, nur Schatten des Elends noch. Wissend. Den Gräbern enffticgen, un- geduldig, wieder hineinzukriechen. So hausen hier mehrere Hundert Deutsche. Kein Urwald ist zu roden, kein Sumpfland urbar zu machen. Zur Einkassierung der Mieten ist ein Hausverwalter bestellt, ein kleiner Beamter im Ruhe- stand, ein Gros, ein Schloßhauptmann. Er hat sich eine Villa in Oranienburg gebaut, wie sie sagen, und kommt vorgefahren in sein Bureau, wenn die Miete fällig ist oder wenn er Lust hat. Di« Zilleburg fft eine Goldgrube, von oben gesehen. Was würde sie kosten? Sie gehört einem einzigen Mann. Es gibt drei Torhüter in Meyershos. Das elektrische Licht brennt in den Häfen die ganze Nacht. Es herrscht Ordnung. Um 10 Uhr wird das schmiedeeiserne Tor nach der Straße, das Burgtor geschlossen, und es ist immer sin Wächter da. Das Inner« der Häuser fft wie das Inner« eines Termttenhügels. Treppen, Treppen, aus Holz mit Metallkanten, Fußboden aus Ziegeln, ver- schmutzt« Fenster, Papierschnitzel, fade Gerüche, Gestalten, die irgend- etwas«»holen oder irgendetwas forttragen, eine Röhr« auf der Schulter, ein Stück Hotz, winden sich aneinander vorbei, ohne Gruß. Hier in den Höfen gibt es keinen Wind, keinen Obstbaum keinen Strauch, kein« Blume. Eine Hausnummer im Norden Berlins fft dies: Ackerftraße 132, der siebenfach geteilte Palast der Armut, das Schloß des Elends, der Volkszwinger, die Zilleburg. Gin Mensch verkommt... Berlin, Wörther st raße 15. Im Hinterhaus hat die 77jährige Witwe P. eine Parterrewohnung oon Zimmer und Küche. Aber wie lebt sie? Wie«in Tier? Nein, viel, viel schlimmerl Denn das Tier hat«in Reinlichkeitsbedürfnis, sorgt sich um sein Futter und um ein behagliches Ruheplätzcheu. Und die Alte: In einem Augiasstall, der Fußboden dick vertrustet von Dreck, die paar halb- zerfallenen Möbelstücke kunterbunt verstreut, in einem Bctl, ange- süllt mit Lumpen, verschmutztem Bettzeug ohne Ueberzug, Speise- restan und anderen Abfällen liegt ein armseliges Lumpen- bündelchen, ein Mensch Eisgraues, verwildertes Haar, ver- fallei« Züge mit Augen, die eigentlich nur mehr aus dem Gehäuse bestehen. Da ist kein menschlicher Blick mehr drinnen. Mit Schuhen und angelleidet liegt die Alt« in ihrem„molligen Pfühl". Wie lange schon? Wochen, Monate, Jahre? Keiner weiß es. Früher sah man sie noch öfter einholen gehen, jetzt bleibt st« ganz drinnen. Dos Zimmer hundekalt es war den ganzen Winter über Durchlaucht geben zu dürfen. Der Landesoatcr habe trotz des schweren Kummers, den ihm auch der Böttcher Kniep- hacke bereitet habe, der Bitte entsprochen und die Taufpaten- schaft huldvollst übernommen. Die Freude der glücklichen Eltern sei grenzenlos, und dies sei wieder ein Beweis, daß Seine Durchlaucht— und so weiter und so weiter. Die Leserschaft des Regierungs- und Intelligenzblattes fand die Notiz beim Kaffeetisch, wiegte die Köpfe und lächelte beglückt. 14. Grübe r ohne Namen. Die gemütlich von Vernburg nach Güsten schlendernde Straße hatte als rechter, an Blüten und Eis, an Frühe und Dämmerung, an Sonne und Blitz hingegebener Landstreicher. allerlei erlebt: Sonntage von stullenbelasteter Bürger- familien, die ins zwei Kilometer entfernte„Parforcehaus" zu Kaffee und Kuchen wallfahrteten, Abende, deren Girren halb von den Libellen über der Saale, halb vom Flüstern der Liebespärchen aus dem zu beiden Seiten sich auftuenden Krumbholz herrührte, schwatzhafte, trompetende Postkutschen und schweigsam duselnde Hofdroschken— und manchmal auch schwerfällige, schwarz drapierte Wagen, deren Last doch leicht und ein Nichts geworden war: oben auf dem Berge zog die Straße in demütigem Bogen am Friedrichtstor vorüber. Lärm und Stille, Lachen und Weinen, Liebe und Tod hatte sie erlebt, aber dies eine noch nicht, was für sie, wiederum als für einen rechten Landstreicher, den einzigen Sinn jenes sonnigen Herbsttages anno 185» ausmachte: den Pomp, die organisierte Begeisterung. Sie mußte ordentlich ihr muskulöses Erdfleisch spannen, um diese Last von Menschen, dies Krabbeln von Schritten, dies Schneiden von Rädern auszuhalten— zum ersten Male in ihrem alten Sein sehnte sie sich nach Pflasterung. Bis zum Parforcehaus hin standen die Bernburger Spalier, Männer, Frauen, Schulkinder, sie standen seit dem frühen Morgen. der Dust der Bäume kroch vor dem Stullengeruch in den Schatten zurück, die Bögel schimpften verwundert über das sinnlose, dumpfe, nur manchmal vom Ordnungsruf eines Gendarmen unterbrochene Brummeln da unten, und Nohen plötzlich mit erschreckt zitterndem Flügelschlag in den Wald: unter denen, die noch hinter dem Parforcehaus standen, war ein Rufen. Schreien. Brüllen aufgewacht.„Vioatl" und „Hoch!" und„Hurra!", und man hörte die Herzen derer, die noch nichts sahen, vernehmlich an Borhemden und Blusenlätze hämmem: Durchlaucht kam zurück!(Fortsetzung folgt.) uoch«icht geheizt. Nebe» dem Bett steht«i» Topf»rit taltem Wasser! Dann quält sie durch die Tür, daß sie Hunger hat, und mitleidige Nachbarn bringen ihr Essen. Auf dem Tisch steht unberührt ein Teller mit Fleisch und Gemüse, sie hat es schon mieber vergessen, daß sie Hunger hat. Und im Ofenrohr liegt«in knuspriges großes Weizenbrot. Wie sie so daliegt, ein Bild der alkrletzten Armut. Dabei soll sie eine monatliche Penston beziehen Wenn man sie fragt, dann besitzt sie keinen Dreier. In ihrem alten Kopf geht wohl schon alles drüber und drunter. So fällt sie den Hausbewohnern zur Last, da sie scheinbar keinerlei Angehörige bc« sitzt. Wie eine Sehenswürdigkeit zeigt man den Etendswlnkel dem Besucher, und jeder, der gerade zufällig vorbeikommt, wirft schnell einen neugierigen Blick mit hinein. Anträge beim Wohlfahrtsamt waren erfolglos. So ein ganz hilfloser Mensch gehört aber UN- bedingt in ein Heim, wo er betreut wird med seine letzten Jahre ruhig zu Ende leben kann. Rund um Caligula. Der Schwindel mit dem Hengst der Ziennbehördc. vor einigen Zahron erregte namentlich in den streifen, die am Rennsport interessiert sind, die Affäre des Zucht. Hengste»„Ealigllla" größtes Aufsehen. Sie ist seht nach über vierjährigen Ermittlungen so weit gediehen, daß gegen die Beteiligten Anklage wegen Betrüge» in Tat- einheit mit UrkundeafSlschnng erhoben und dos houptverfahren eröffnet ist. Der Kaufmann Wolter Sulzberger hatte 1924 von der Auchtkommission der Deutschen Obersten Rennbehörde den Auftrag erhasten, in England den Hengst„Caligula" bestmöglich zu kaufen, jedoch bei dein Kauf den Preis von 25 000 Pfund nicht zu über- schreiten. Ausdrücklich wurde strengste Diskretion ver- abredet, um jede Preistreiberei zu vermeiden. Entgegen dieser Dermchorung soll Sulzberger mit seinem Mitbeschuldigten, dem Pferdehändler Otto Markus, an den Trainer Krawford herangetreten sciir, um mit ihm über den Erwerb des Hengstes „Ealigula" zu urtferhanMii, für den 15 000 Pfund von ihnen geboten wurden. Kurz darauf legt« Sulzberger dem damals gleich- falls in England weilenden Mitglied« der'Auchttommiffion. Guts- besitzer Friedheim,«in angebliches Telegramm des Trainers Krawford vor, da» lautete:.Kaufpreis auf Offert« nicht unter 22 000 bis morgen früh.'" Gutsbesitzer Friedheim nahm die Offert« zu 22 000 an, bestätigt« in einen, Telegramm an die von Sulzberger angegeben« Adresse des Trainers den Kaufabschluß zu diesem Preis und richtete auch noch«in Bestätigungsschk«ib«n dorchin. Beides hat aber der Trainer nie empfang«», da einmal di« Adresse falsch nwr und zweitens beide Nachricht«» von Sulz- berger zugegebenermaßen gar nicht abgeschickt worden waren. Diese Sache soll nun nack, der Anklage ein Schwindelmanöver gewesen sein, um durch ein falsches Telegramm Friedheim über den wahren Kaufpreis zu töuscheiu Wi« Krawford eidlich bekundet hat. ist ein derartiges Telegramm von ihm nie abgeschickt worden. Nach der Anklage zeigt auch das Berhast«, der Beschuldigten hm dem Kauf ihr« betrügerische Absicht. Als ihr Bemühen. von dem Beauftragten des Besitzers eine unrichtige Quittung über «inen höheren Kaufpreis zu erhallen, fehlgejcksiagen wäre, hätten sie mit Hilfe des Barons v. Brützfchler, gegen den deshalb auch'ein inzwischen wieder eingestelltes Pckfahreu eingeleitet worden Schein kauf«n Szene gesetzt. � Ein•Engländer hätte- den K«Wjt„Caiigula� für den geforderten Preis von 15 750 Pfund gekauft, ihn dann ani gleichen Tage an Sulzberger für 22 000 Pfund «eiteroerlauft und den Abschluß des Kaufes dann an Baron von Oppenheim gemeldet, der um sofortige Uebersendung eines Schecks in genannter Höhe ersucht wurde. Der überschießende Bettag ist auch tatsächlich zwischen den Beteiligten verteilt worden. Etwa- 30 000 M. soll jeder dabei verdient haben. Beide Angeklagten bestreiten eine betrügerische Absicht und besonders eine Beteiligung an der Abjendung des ominöse» Tele- gramms. Der Prozeß wird aber wieder cimnal interessant« Schlaglichter werfen aus die ungesunden Zustande in weit«» Kreisen des mt«r- nationalen Rennsport»: Schieber, die vor kriminellen Handlungen nicht zurückschrecken, können sich breitmachen, und bei dem Fall des Hengstes„Caligula" muß man unwillkürlich an dos alt« Wort denken, daß der Pferdehandel noch,.. hinter dem Pferde- stehlen kommr. Fabrikbrand in Charlottenburg. Di« Feuerwehr wurde am Sonnabend uachmiitog noch der Kepler st roß« 1/10 in Eharlsttenburg alarmiert, wo in den Kabel- und Gummiwerken der Dr. E a f f i r e r u. Co. A.-G. kurz nach Arbeitsschluß Feuer ausgebrochen war. Der Brandherd lag im zweiten Stockwerk und die Flammen fanden an Iuteodr- röten reiche Nahrung.. Als die Läfchzüge an der Brandstelle ein- trafen, waren'mehrere Stockwerke bereits völlig verqualmt und der Umfang des Feuers war zunächst nicht zu erkennen. Nach mehrstündiger Töligteit gelang es, dos Feuer, das große Ausdehnung gewonnen hatte, zu löschen. Die Eni- st ehungsur fache konnte noch nicht ermittelt werden. Eine starke Brandwache blieb als Sicherheitsposten zurück. Gestern vormittag war in demselben Betrieb schon einmal in der Bultanisiererei Feuer ausgebrochen, das die zu Hilfe gerufene Wehr ober bald in der Gewalt halte. Kampf gegen die Tauwettergefahr. Maßnahmen des Magistrais. Wenn Berlin auch nicht in dem Maße Hochwasser oder Ueber- fchwemmungen zu befürchten hat wie viele andere Städte in Deutschland, die an den Ufern geföhrlicher Flüsse liegen, so werben ttotzden, Unannehmlichkeiten nicht zu vermeiden sein. Der Berliner, außerordentlich verwöhnt, schimpft schon, wenn er in den Rinnstein ttitt und sich dabei die Schuhe naß macht. Im Steglitzer Bezirks- Parlament entspann sich ein« heftige Debatte, die bald zur Kün- digung der engen Freundschaft zwischen den Rechtsparteien und de,» Bezirlsamt führte, weil letzteres die Schneen, ajsen aus den Straßen auf einen eingezäunten oertieften Platz hatte fahren lassen, der Eigentum des Magistrats ist. Man fürchtete die hier im Sommer entstehende Mückengefahr" und übersah die Ueberschwenimungs- gefahr, die eintreten könnte, wenn der Schnee auf den Straßen liegen bleibt.--- so weit geht die EmpfiiMichleit. Wi« hier schon mehrfach zum Ausdruck gekommen ist, wirb man dem Magistrat Berlin zugestehen müssen, daß er das möglichste getan hat, un, den Schnee aus dem Innern der Stadt zu befestigen, damit bei plötzlichem Wettersturz„eben der Wassergefahr keine Berkehrssttickung eintritt. Taufende von Arbeitslosen waren mit dieser Forträumung der Schneemassen beschäftigt. Die Spree hat die Schneenmssen zum Glück bereits fortgeführt. Neuer. ding» hat die Straßenreinigung die Schneearbeiten nur auf da» zu erwartende Tauwetter abgestellt. Die Sttahenkreuzungen sind überall bis z» den Einlaufen frei- gemacht, so daß das Tauwetter abfließen kann. Auch di« Rinn- steine sind freigelegt worben. Di« Straßeneinläufc(Gullys) sind aufgetaut worden und werden ständig eisfrei gehalten. Die Befürchtungen, daß die auf den Bürgersteigei, ausgesetzten Schneehaufen bei Tauwetter eine Ueberschwemmung der Bürgersteig« ver- vrsackien würden, sind nicht berechtigt, da das Tauwosser nach den Rinnsteinen zu obsließt. Notwendig wäre es indessen, daß die Grundstückbesitzer die Schnee- und Elsreste. die sich von den letzten Schneefällen her und durch Abttopfen von den Dächern auf den Lürgersieigen gebildet haben, rechtzeitig aufhauen und abräumen lassen. In einigen Straßen haben sich die Haus- warte darauf beschränkt, in der Mitte des Bllrgersteiges eine Geh- bahn freizumachen, zu beiden Seiten aber den Schnee liegen zu lassen. Un, den, Tauwasscr ungehinderten Abfluß zu geben, ist ein Zlbräumen dieser Schncerefte unbedingt erforderlich. Ac Gaswerke haben besondere Maßnehmen in diesen, Sinne nicht getroffen. Di« Kolonnen, die auf Hilferuf« der Ein- wohner di« eingefrorenen Gasmesser auftauen, sind verstärkt worden: sie werden noch weiter verstärkt werden müssen für den Fall, daß sich bei eintretendem Tauioettsr Rohrdefette ergeben. Auf den Sttaßen prüfen die„Riecherkolonnen" die Lcstungeu noch. Alles Personal, das irgendwie freigemacht werden konntt, wurde für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. B« langsamein Uebergang zum Tauwetter bestechen keine allzu großen Gefahren: diese erhöhen sich jedoch, wenn ein plötzlicher liebergang eintreten sollte. Di« Stadtentwässerung hat im Einvernehmen mst den Bezirksämter» einen Hochwasserschutz gebildet(die hierfür entstehenden Kosten werden vom Magistrat später bewilligt werden). In den Pumpstationen arbeiten all« Pumpen mit Hochdruck, um die aus den Kanälen heranflutenden Schmutz- und Tauwosserfluten auf di« Rieselfelder zu drücken. Groß« Wosserwossen nehmen auch unsere Vorfluter auf, die selbsttätig in Funktion tteten, wem, ein be- stinnnter Wasserstand in den Kanälen überschritten wird. Do die Spree zur Hovel immerhin einiges Gefälle hat, glaubt man, daß di« Gefahr nicht eintritt, daß die Flußläufe höher unsteigen als zu den Lorfluterablässen Auf den Rieselfeldern sind überall an den Rieselfeldoorfwteri, B r ü ck e n w a ch e n eingerichtet, die Tag und Rächt den Eisgong beobachten und dafür sorgen, daß Stauungen hier nickst eintreten. Die Gullys werden losgeeist, die Auslässe und Gräben von de» Eisschollen freigemacht Im großen und ganzen werden wir bei diesen Maßnahmen den kommenden Tage» beruhigt entgegensehe» können. K. Aiigem. Funkuoirär-Uersammlung In drv rre-fcMteo am K5x chr-ni run nrca. Am Frleerl-lehal* f9-3t Taeesordirnng. »Die poliftsdic BedeaiDflg des KonKordals" Referent: Dr. Kurt lAwensteta, M. 4. It. Funktioniraueweis für II» und Mitglledsbueh sind an der KontrsNe voriuzcigen. Oer C e r i r k s vo r 8 1 an d Alles um Trohki. Tamultszenen in de? Redaktion des„Rnf. Ein in seinen Beweggründen noch nugeklärler Vorfall. 5er sich gestern in den Redakllonsräumen der russischen Emi- gronkenzeilung„Rul".!5riedrichstrahe 16, abspielte, bcschöflZgl die Polilischo Ablevung des Polizeipräsidium». In der Redgktst», des„Rul" erschienen gxg*«>.......... 17.o0 tustig ■Strj grurot Inlett wtt grauen keckem Oberbett..... 7.35 Unterbett..... 6,15 Kissen...... 2.65 jfÄofetl! t3o OröBte Auswahl in felnfarbisen Inletten, lliatgold. fraise, blau, grün. OsmaMM jei£gMmMonQpoldaunenm%m- , f Wcxjett gtt*. gesch.> Erst im Gebrauch erweist sich die Fälikrafi und Haltbarkeit von Bettfedern. Audi die bUUgsten von mit angebotenen Fesfern sind saefigomäß tseoröel/e/, dL h. bestens gereinigt und sortiert Ungereinigte Federn, die zu niedrigeren Preisen verkauft werden können, verwende ich nicht, denn sie haben keine Hohbar/ieit Nur die gute QualitGt hat. die Firma Gustav Lustig zum grüßten Hett- fetZern- und BettwarGn-Spezialfiaus TicuiacQlaads gemacht, Eine abgebissene Nase. Eifersuchtstat eines getauschten Liebhabers. In einer außerordentlich«� Sitzung des Erweiterten Schöffe»- gerichts Neukölln fond ein einzig dastehender Fall von Körpcrvcr- letzung fein Nochspiel. Angeklagt war der Njahrige Vertreter Otto K., dem die Anklage zur Last legte, an, 17. Oktober v. I. setner Braut, der ge- schiedenen Frau Sch. aus Neukölln dt e Nase in der Absicht abgebissen zu haben, die Geliebte dauernd zu cnt- st e l l c n. Seit längerer Zeit stand der Angeklagte in Beziehungen zu der Frau. Sommer 0. I. glaubte er, Grund zur Eifersucht zu hoben. Aus Briefen, die ihm in di« Hände fielen, ging un- zweideutig die Bestätigung seiner Vermutung hervor. Die Geliebte schwor ihm immer aufs neue die Treue, an die der gutmütige Mensch, wie Medizinolrot Dr. Hommerich schilderte, auch glaubt«. Als St. seine Braut wieder auf Abwegen wußte, wartete er eines Nachts bis 12 Uhr vor ihrer Haustür, um ihr erneut heftige Vorwürfe zu machen. Er droht« ihr an diesem Abend mit einer dauern- den Entstellung und sogar mit Erschießen, wenn sie weiterhin zu anderen Männern holten wollte, und tatsächlich versnchte der An- geklagte schon an diesem Abend der Zeugin die Nase abzubeißen. Er scheiterte aber an der heftigen Gegenwehr der Zeugin. Das Ver- hättnis zwischen beiden wurde immer gespannter. Dennoch gab Frau Sch. am 17. Oktober dem Eifersüchtigen«in R«ndezvous. Um 8 Uhr trafen sie stch In einem Lokal, in dem sie sich bis 11 Uhr aufhielten. Der sonst sehr enthaltsame Freund trank an diesem Abend etwas mehr, als er«igentlich vertragen konnte. K. be- gleitete die Freundin nach Hanse. An der Haustür zog er sie plötzlich in den Flur, verhindcrtc sie durch Würgen am Schreien biß ihr glattweg die Nase ab. Während der Angeklagte zu der Schwester der Verletzten eilte und ihr mitteilte„Ich habe Else fertiggemacht", bemühten sich Hausbewohner um die im Haus- siur liegende schreiende Frau. Sie wurde ins Krankenhaus einge- liefert, und mehrere Operationen sind bisher ausgeführt worden, um ein« Nasenplastik aus dem Fleisch ihres Oberarmes ouszu- fertigen. Noch heute Ist die Nase in dicken Verbänden und weitere Operationen stehen bevor. In einem Brief, den der Angeklagte an die Verletzte im Krankenlzause schrieb, beteuerte er aufs neue seine große Liebe zu ihr und seine Reue. Dem Gericht erklärte Frau Sch., daß der Fall K. Mr sie erledigt sei. Der Angeklagte erinnerte sich an alle Einzelheiten des fraglichen Abends, nur wußte er nichts davon, daß er seiner Braut die Nase abgebissen habe. Dr. Hommerich hielt den Angeklagten, der in einem fast hörigen Verhältnis zur Geliebten stand, für voll veraut- wortlich. Er bezweifelte airdererseits, ob die Absicht der dauernden Entstellung in dem Augenblick der Tat bestand. Diesem Zweifel schlössen stch auch der Staatsanwalt und das Gericht an. So wurde K. vor der auf mindestens zwei Jahre Zuchthaus lauten- den Strafe bewahrt. Das Urteil lautete auf ein Jahr eine Woche Gefängnis. Der Haftbefehl wurde oufrechtcrhalteiT. Hinein in die Verwaltung! Auf eine Einladimg der U2. Abteilung, Neukölln, sprach in diesen Tagen der preußische Iinienminister Genosse Grzesinski in den überfüllten Pasiagesestsölen zu Neukölln über:..Unsere?l u s- gaben sn Preußen". Der Minister ging aus von den An- zprüchen der Deutschen DoUsparte! und beionte dann, baß die Sozial- demokratie stch in dem Maße an der Regierung boteiligen müsse, die ihr« Größe entspricht. Das wichtigste Ministerium ist in Preußen das Innenministerium, denn dies Ministerium er- uiägllcht es, die Verwaltung zu bebcrvschen. Die Vormachtstellung her alten Konservativen beruhte daraus, daß sie die Verwaltung de» Staates, vor allen Dingen die P o l i z e i, fest in Händen harten. Diesen Zustand dürfen»;r nicht wieder aufkommen lassen. Für uns erwächst die Aufgabe, vTwaltur.gstechnisch gut ausgebildeten N o ch- wuchs aus unfern Reihen heronzuzieben. Deshalb ist es nötig, daß di« Arbeiterschaft für ihr« Kinder all», gegebenen Bildungs- Möglichkeiten ausnutzt. Wird dies gefchnfst, dann heißt es: Hin- «in in die Verwaltung und hinaus mit den alten, gegen Versassung und Republik eingestelllen Beamten! Das Zp Tteuerungen im Noimkundemuseum. p 0 1 v g i s ch e M u se uvt(im Museum für Naturkunde, biotogstchen Gruppen, die unsere beustche» Tiere, in.der natürliche, u Umgebung zeigen, haben bereits Welrriis erlaftgt. GtgeLwärtig wirb ein Saal eingerichtet, der vergleichend die Lebensweise her Tiere che-� handeln soll, ein„biologische«aal". Die erste Haltte dieses Saales ist soweit scrtipgestcllt, daß sie von Sonntag, 3. März an. dem Publilum zugänglich gemocht werden kann.— Es ist dem Publikum sehr iven g bekannt geworden, daß um Mittwoch und Donnerstag di« Besuchsstunden aus den Abend verlegt worden sind. Das Museum für Naturkunde ist also gsökfnet: Mon- tags und Sonnabends von 10—11 Uhr. Mittwochs und Donnerstags von 17—10 Uhr. Sonntags non 12— 18 Uhr.(Montags und Donners- tags Eintritt 50 Pf., Scküler in Begleitung eines Lehrers 10 Pf., die übrigen Tage sr«i.> Demnääist soll damit begonnen werden, an den Mittwochabenden nmüiigeltliche Führungen durch das Museum abzuhalten._ Oer Dichter und die Gerechtigkeit. Ueber dieses Thema sprach Julius B a b in der vrlegruppe Berlin der Imernativnalen Frauenliga sstr Frieden und Freiheit. Bab zeigte, wie gerade in der letzten Zeit namhafte Autoren die Krise der Rechtside« gestalte, haben. Dem Wort« eines ailzugeist- reichen Franzosen über die Astlchassung der Todesstras«:„Mögen die Herren Mörder doch ansangen" stellt der Dichter di« Forderung en gegen: Wir müssen anfangen, vor dem Morder. Der Dichter fühlt die tragisch« Schuld, in die der Mensch hineingerät, die ganze Umwelt ist schuldig, die soziale Struktur bedingt die Tat, und er ruft w,e Franz Werse! aus:„Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig." Aber nicht erst di« soziale Struktur der Gegenwart ruft den Protest der Dichter hervor. Bereits bei Shakespeare ist der Gedanke mißbrauchten Rechts in jsdem Stück lebendig. Der Dichter spürt immer ein tiescs Mißverhältnis heraus zwischen dem Recht, das in der bestehenden Gesellschaft ausgeübt wird, und der G c- r c ch t i g k c i t. Das Ideat der Gerechtigkeit ist eine Lcbensnot- wcndigkeit für den Menschen, ein Ideal freilich, das die Recht- sprechung niemals erreichen kann. Denn das Recht ist ans alle Fälle erwas Unvollkommenes. Wer diese Tatsache ist keine Entschuldigung für träge Seelen, die sich nun davon entbunden glaube», gerecht zu handeln.?karum führen die Dichter nun diesen Kampf gegen da? geltende Recht, für ein neues Recht, das die Gerechtigkeit besser ausdrücken soll? Der Dichter ist den Morschen näher verbunden, er ist ein Anwalt des Lebendigen.„Gerechtigkeit und Lieb« waren uranfänglich Schwestern, heute sind sie wir nvch weitschichtiq« Der- ivandtc" sogt Wassermann im Fall Maurizius. Aber im Dichter sind Gerechtigkeit und Liebe vereint, und das läßt chn zum Kämpfer für die Gerechtigkeit werden. Der Dichter wird zwar immer fühlen, daß der Staat gar nicht in der Lage ist, di« Idee der Gerechtigkeit durch- zusetzen, oder wenn e.r merkt, daß es dem Staate dicht Emst ist mit dem Bestreben, gerecht zu sein, dann empört er sich und wird zum Revolutionär gegen den bestehenden Staat. Dem Redner dankte reicher Beifall für sein interessantes Referat. Das Geigenbauerdorf. Meter Neuschnee in eincr Nacht. Hinter dem unendlichen Depirbel schmetterlingsgxoßer Flocken stelz« nichts als fahle Däm- »rerung des grauen Tages. Es schüttet noch den ganzen Tag hindurch, lastet über der- dunklen Winternacht, bis. der frühe Morgen dert Umschwung bringt. Ein eisiger Ostwind fegte dazwischen und schab alles weg, was mauerdick zwischen Himmel und Mittenwald hängt. Droben im Blau steht eine ganz unwahrscheinliche Funkcl- sanne. glüht, umglüht ein« Welt voll phantastischer Pracht. Der mächtige K a r w e n d e l st o ck riesenhaft über dem flachen Tal- grund. In farblos« Kare stürzen Silbe rströme. Eiskronen auf Felsenstirnen. Wälder in bizarrer Fonnatipn. Um Mittenwold stehe» die Schneemauern wie für Ewigkeiten. Di« Skigelunde am Hoben Kranzberg sind in Sportlerkreisen berühmt, Tauren ins Wettersteüi- und Karweichelgebiet locken erfahrene Läufer. In der Nähe gibt es Uebungshänge, Sprungschanze am Lauterfee, wo sich das sportliche Treiben konzentriert, die große Rodelbahn beginnt, Wer nicht die winterliche Schönheit allein ist es, die Wittenwald auszeichnet. Mittenwald ist auch das Dorf des Klanges, Heimat des deutschen Geigenbaues, den«in Mittelwalder Bauernsohn, Matthias Klotz, bei italienischen Meistern und dem berühmten Tiroler Geigenbauer Stainer ausgebildet, im Jahre 1681 ins heiniat- liehe Dorf verpflanzt hat. In der vor siebzig Jahren in Mittenwald gegründeten staatlichen Geigenbauschule, übrigens der einzigen praktischen Fachschule der Welt, dauert die Ausbildung bis zur Gesellenprüfung vier. Jahre— aber zehn, zwanzig Jahre könne» vergehen, bis der Bau einer Meistergeige gelingt, wie sie der Familientradition entspricht. Da sitzen sie in ihren engen, niederen Stuben, die Nachkommen Jahrhunderte alter Künstlergeschlechter— denn jeder Geigenbauer muß ouchzugleichseine Instrumente spielen können, nicht nur Geige, auch Cello, Mondolinc, Zither, Sita»», Viola. Nebenan im Hausgang. Vöde«. Speicher trocknet das wertvolle Hol� Ahorn und Fichte, jahrzehntelang, oft ein Menschenaller, ehe es völlig trocken und brauchbar ist. Drinnen dustet«s nach Lock, Firnis, Horpe». Es wird gebastelt, geschnitzt. gehobelt, geleimt, gezeichnet nach alten berühmten Modellen: Amati, Siradivarii!?, Stainer, Klotz. Junge und alte Köpfe beugen sich über die subtile Arbeit der bedächtigen Hände: �Hunderte von Geigenbauern hat Mitlenwatd. Aber das edle Handwerk droht zu sterben. Erwürgt von der Maschine. Weltkrieg, Inflation, Massen- produktian, die besonders den amerikanischen Markt mit billigster Fabrikware überschwemmt, haben die künstlerische Handarbeit verdrängt. Die Mittenwalder Geigenbauern darben. Sie warten, sie hoffen. Kann ihre Jahrhunderte alte Kunst zugrunde gehen? Bon den ersten Erzeugnissen seines Talentes, die der Geigenbauer in Holzkroxe selbst über die Berge zinn Berkauf trug, bis zum glänzenden Exporthandel mit A m e r i k a, A s i e p und allen europäischen Ländern— bis In die jüngste Zeit ist es immer auf- wärts gegangen: Hundsritausend Mittenwalder Geigen schwirren in aller Welt und verkünden den Ruhm der deutschen Kunstfertig- keit. Die Mittenwalder wollen keine Maschine, die diesen Ruhm schmälern müßte— nicht eine einzige. Wärmeftube in der Breite Straße. Der Berliner Hausfrauen- verein hat in der Breite Straße 8 eine Wärmeftube eröffnet. Die Reichsbank lzat den Raum.zur Bersiigiing gestellt. Die Brauerei Engelhardt half durch Lieserunq van Tischen und Stühlen das gute Werk sördern. Für 5 Pf. erhalten die Besucher der Stube eine Tasse Kassee mit Milch und Zucker sowie 2 Brotchen. Die Wärme- stube ist von 10 Uhr morgens bis 7 Uhr abends geöffnet. Das gemeionühige Versicherungsunler nehmen der Arbeitecschast — gegründet von den Gewerkschaften und Genossenschaften— die „B o l k s s ü r s o r g e", beginnt in Berbindung mit erprobten und geschulten Gewerkschaftlern ein« großzügige Werbung unter der Porteigenvssenschast. Die Agitatoren geben in ehrlicher Weise Auf- klärung über„Zweck und Nutzen" einer Zugehörigkeit zur..Volks- sürsorge".— Tretet restlos ein, damit Bersicherungszeitschristen und privatkapitalistische Versicherungen aus den Wohnungen der Ar- bsiterschaft verschwinden. Siu Fnihlingeflft ntranf'olkt der Jrnitirtcntifrrin„Tie älaturfteuiiic'. iffat Prenzlauer Krrz. beute luutmiittog 4 Mir in ien Eafina-ZrltgUr», Pappel. oSet 15. ftetoltn n-ertien tn bunler ssolge MufNoarfütru Ilgen, Rezitotlnnen. Lieder zur Laute und Snippr ngefang. Der Ciirtrittupwis dejräat 75 Pi. (Säfte sind hrrzllch willkuimnen. Gewinaauszog 5. Klasse 32. Preußlsch-Süddeiillch« Klassen-Lotlerl«. Oda« Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezexene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gefall», und zwar je einer aus die Lose gleicher Rummer i» dsu beiden Abteilungen l und II 20. Zkehungstag 2. Mär» 1020 O» der Dormiltagszledung wurden Gewinne über ISO M. gezogen 4 Stttriinu n 5000( 1 73759 S79S61 l! Sffl smw 148676 272140 30«e»i»n« ,n 1000«. 35378 53325 71 162 80260 125049 144240 190235 208645 221610 273117 313159 337184 345615 348080 376501 86©«mm.. ,a 600 511. 23943 32556 57166 611 13 69687 78882 82660 83321 84442 92874 98344 98971 103045 1 13316 124973 128297 127754 137667 142826 144933 146263 160700 162529 1 0581 3 168422 169307 170480 170806 171924 173288 190493 212931 212974 287003267373 "273413 292025 301301 305576 359310 962319 330444 39S449 276©eoinne|U 300«l... 1701 ,3088.6396.8665 111460 10961 11664 12916 20789 22600 26087 28076 29841 33644:84709 S822S 42877 43562 46912-48023,49095 49241 51I9I 54377 57931 60179 61077 61414 6464p 66590 69308' 69983 71058 73022 7?237 79649 �46 72 __________________ 83-71058 73022 79237___________ 85504 90 1 40 93834 97750 1 02967 1 03087 1 08075 1 1 0068 1 11 268 f 11 269 111722 116535 116834 117042 117759 117761 119365 120035 120225 123123 128468 433458 133535 1?' 14642 IS._________________ I_________ I... 229258 232790 248477 251508 252465 253040 254212 255398259985 261013 263876 266185 266194 275330 279354 279448 286160 287742 292796 293732 301642 305580 305302 307268 310904 311254 312036 317756 319477 322640 322939 3266 85 330716 333227 335409 340870 342877 348169 348202 351341 358182 358187 363097 370551 371023 176043 382019 383878 392061 393027 304023 396847 396912 390263 Sn der Nachmlllagsziehung wurde» Gewinne über ISO M. gezogen 2 SnHaiu I» 6000 M. 66786 6»«buii» zu 3000 W. 42816 147596 221914 294427 10•»»Inn« jn 2000 921. 15114 177643 189086 221121 230931 36 Bnpinr« rn 1000 9n. 1972 23686 30654 60723 63914 116104 118000 128070 147910 155967 173965 190863 208933 219172 223813 279139 293239 351733 SO•«örtpiw»» 500 M. 20317 22531 25059 S7S37 4245« 46768 50662 »8705 61011 72152 79087 85479 91038 92100 04708 109543 113100 123596 131156 143432 160520 172286 178098 184314 188154 201692 208457 220766 235661 267544 269686 283054 285341 318936 348345 355091 367379 373068 377630 399359 192•etrtnn« id 300 M. 8685 9402 12762 15317 21386 24367 29437 796 SO 190 32019 44093 48182 48361 58186 60731 61824 66852 014 71695 75207 80262 90085 92828 100635 100957 101073 115228 116837 120026 128847 133055 135739 142736 118342 147901 150327 151833 156469 158127 I020J1 193336 I 69041 171972 179577 189490 2021_____________ 1975 200179 202733 203964 207933 209881 214917 218910226721 228161 237655 258722 260046 202719 264175 207285 267300 272106 275756 280601 281672 232433 291447 293891 297154 2S7583 298962 300373 305350 306247 31 1760 31 1894 315468 323987 324106 325551 325954 342119 344540 347343 347720 360546 359336 361533 380699 386217 386659 387729 389924 394292 399078 JmGewiunriid» verbliebeni ZPrümienzii Z»u 50000, 4 zu 25000, 24 zu 10000, 46 JmGewiimrad» verbliebeni 2 Prämien z>i 500000. 2(Lew. zu 200000, 2 zu 50000, 4«u 25000. 24 zu lOOOO, 46 zu 5000, 118 zu 3000, 252 zu 2000, 548 zu 1000, 1420 zu 500, 3756 zu 300 Mark. Morgen beginnt die Ausstellung: rs Die schöne Gardine- Das schöne Bett" im Haus« leipziger Straße. Besichtigung(auch ohne Kaufveranlassung) erbeten Fenster-Garnitur O b• r I a k e Buntfarbig Sletittoff Etamini, craia*- r jnd�, aarachlet'- . arbenstallu 1 t�ü'flarÄfh« 60>7jöOem ut edena lungen. a SOraSOO Fenalar 13- Halbvorhang Feiner TOM, aCru.-—-— mit Kunaleeldenatlcltarel, Tj CäQ Groß« 1 50x250 Cm.. J» I»F FtlnfMlg dicMar WJiachestctI mit Sglaann handgaarbfltatan Si nmobeen 12 1250 „Tlr-i s75 Waschstoffe jetzt auch im 1 Hause Kurfür5tendanim227 KlueBberu�, dazu Gr 66» 82>82 Cm.... 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Wir können nur dann von den Produkten unserer Arbeit auskömmlich leben, wenn wir in wachsen- dem Austausch anderen Nationen möglich viel verkaufen Di« überragende Entwicklung der amerironischen Wirtschast und die ?ick>ustrialisten>ng früherer überseeischer Absatzgebiet« haben unsere Absatzmöglichkeiten in der ganzen Welt außerordentlich«Ingeengt. Unsere Märkte sind zusammengeschrumpst, aber auch unsere Wettbewerdsmöglichkeit ist kleiner geworden, weil das Entwicklungstempo der anderen, vor allem ihre Kopitalkrast, Deutsch- land, das an den Kriegslasten schwer zu trogen hat. zu stark vor- belastet. Verbundenheit mit chinesischen Interessen. Dabei bracht« der Zug der Entwicklung geradederdeut- schen Wirtschaft im Fernen Osten neue Adsatzräume. Einen Raum, zu dem wir sowohl geographischwieauchpolttisch einen besseren Standort Hoden, als unser« Konturrenten in der westlichen Welt. Da« ist insbesondere China mit seinen ungeheurenFlächen und seinen riesigen Mei�chenmasten,«in Staat»- kaloß. der an der Schwelle der Modernisierung seiner politischen und wirtschaftlichen Wlrtschoftsformen steht. Zu diesem neuen, republikanischen. demotrarischen, gegen den Imperialismus aufbegehrenden China kann gerade das neu« Deutschland, das nicht imperialistisch sein kann,«in niel aus richtigeres, nicht zu mißdeutendes Ler- baltnis haben, als Länder, deren kapitalmüßige und militärische Macht Mißtrauen erwecken kann. Zur wirtschastspolitischen Aus- nutzung dieser Position hat Deutschland unter den heutigen Ber- hältnisten nicht nur da» Recht, sondern auch die Pflicht. Die deutsch« Mrtschaftspolitit hat bisher in allen fernöstlichen Wirtschastssragen sich ängstlich zurückgehalten, wo eine politische Initiative ersorderlich war. Da« bringt uns in Gefahr, immer mehr in«ine wenig glänzend« Isolierung hereinzukommen. Wir sprachen nur zu gern, wenn Entscheidungen an uns herantraten, wie z. D. die Anerkennung der neuen chinesischen Regierung, unser« Wirtschaft- tiche Entfaltung in Indien ob« unsere Wirtschastspolitik gegenüber Rußland, von dem ökonomischen Risiko, da» wir im Hin» blick aus da« Reagieren englisch er Banken oder amerikanischer und sranzüstjcher Industriekapitän« eingehen. Ab« man überlegt sich dabei kaum, daß man hen Fortsall dieses Risikos in der A e g e n- w o r t mit einem viel größeren Risiko in der Zukunft ertauft. D«m weder der Osten, besten wirtschaftliche Erschließung auch modernes Tempo annehmen wird, noch die Konkurrenten im Westen warten auf uns Dirtschafisprogramm der ZtaNoualregierung. Ued« da» Wtttschaftsprograwm der chinesischen Regierung macht« vor kurzem der chinesisch« Gelaicht«. T s i o n g- T s o- P i a. einig« Angaben: Es fei dl« Absicht der nationalen R«- gierung, zunächst ein Programm des wirtschasllichen Wiederaufbaues durchzuführen. China mit seinein gemäßigten Klima, seinem frucht- baren Boden und seinen reichen Quellen sei lange Zeit hindurch in der Log« gewesen, auf sich selbst gestellt zu bestehen. Es sei aber sicher, daß die große Zunahme der Bevölkerungszahl es auf die Dauer unmöglich werden lost«, ein« Bevölkerung von über«V Millionen durch seine eigen« Landwirtschaft und durch seine eigenen Rohstoffe zu erholten. Die Lösung müsse in der Indu» striolisierung gesucht werden. Die chinesische Rattonalregie- rung hob« dieses in ihrem Wirffchaflsprogramm ins Aug« gefaßt. Fabriken für die Berarbeitung von Rohstoffen. Laboratorien und Forschungsinstitut« seien im Entstehen, um ein« Grundlage für die chinesische Industrie zu schaffen. Deutschland gehör« zu der Zahl der am meisten industriell entwickelten Länder und sei führend in Wistenschast und Technik. Es sei die vorherrschende Ansicht in China, daß in diesem Augenblick, in dem es seinen Wiederaufbau in Angriff nehm«. China sehr viel von den Erfahrungen deut- scher Dissenschastler, Techniker und Industriel- ler profitieren könne. E» sei serner nur natürlich, daß Deutschland und China zusammenarbeiten müßten, da ihr« wirffchast- lichen Bedürsnlste sich gegenseitig unterstützten mch ergänzten. Diesen chinesischen Erwartungen könnte die Tendenz der deutschen Wirtschaftspolitik mehr entsprechen, als es heute der Fall ist. Deutschland will und muß mehr verkaufen. Man müßte sich darüber klar sein, daß auch dem deutschen Warenexport dt« Wege geebnet werben, wenn man den Chinesen in der Handhabung der Industrialisierung zur Seite steht. Eine Fabrik, die mit deutschen Maschinen Ungerichtet fft, wird immer deutsch« Maschinen nachbestellen. Anlagen, die von deutschen Sachverstän- digen geschaffen werden, werden auch au» Deutschland bezogen sein. Es ist ja nicht richtig, daß Deutschland durch Hilfeletswng bei der Industrialisierung Chinas eine neue Konkurrenz hochzieht. Der Export nach sich industrialisierenden Ländern hört ja nicht auf, er wandelt nur das Material: Statt fertigen Waren liesern wir Produktionsmittel, die diese Waren herstellen. Mindestens aber in den ersten Entwicklungsabschnitten solcher Länder bedeuten Produk- ttonsmittelexporte zusätzlichen Export und damit zusätzliche Arbeit auch für Taus endo von deutschen Arbeitern. Deutschlands Sapitalarmut(da Hindernis. E» bleibt der Einwand, wie sollen wir exportieren, wemr unr das Kapital zur Industrialisierung Chinas nicht haben? Unsere Konkurrenz, die Amerikaner daffvielsweii«. haben«s im lieber» flu ß. Sie können nicht nur ihr« Waren aus längeren Kredit oerkaufen, sie können auch die Schassung van Industrien linaiizt««! und ebenso wie Deutschland mir wirtschaftlicher Organisation und Erfahrung China dienen. Dieser Einwand wiegt gewiß nicht leicht. Aber es fft sine alte Erfahrung, daß Geschiffte in fernen Ländern nicht zu stabilt» sieren sind, wenn man die Mentalität des Volkes nicht erfaßt. Das gilt vollends bei einem revolutionären Volk wie dem chinesischen. In dieser Beziehung haben wir aber auch vor den Amerikaucn, manch« Dorteile, die ausgenützt werden können. Der politische Kontakt kann für Deutschland in China ein wirksanieres Handwerkszeug sein als die nackten Offerten des kapitalstarken Westens. Dazu kommt, daß amerikanisches Kapital es unter Umständen gerne sieht. wenn ihm von dem großen Risiko jeder Industrialisierung neuer Länder durch das Dazwischentret-n deutscher Wirtschaftskräfte und Organisatoren etwas abgenommen wird. Zu dieser Arbeit und solchen Zielen gehört aber mehr als die einfache Feststellung der gegenseitigen Sympathie. Deutschland Hai als einer der ersten Staaten der Welt auf alle sein« früheren Bor- rechte in China verzichtet. Aber es müßte niehr geschehen, auch soweit China heute nach lim die volle Wiederhefftellung seiner Gleichberechtigung zu kämpfen hat. Es liegt im eigenen Interesse Deutichland», daß wir das neue China kennen, seinen Geist rriaffen und sein inneres Vertrauen erwerben lernen, um als Freund«ich der Berater zu werden. Darm kann die Situation eintreten, daß die tapitalstarken Lander des Westens zur Investition ihrer Kapitalien sich auch Deuffchlands bedienen mästen. Das Deutschland«de* Kapitalbedarfs und der Reparationslasten braucht sich von den kapitalstärkeren Ländern in der Welt nicht ausschalten zu lasten: dann muß es aber an neue Wege der Arbeitsteilung in der Well denken, die diese Slusschattung rmmöglich machen. Ein heißumkämpster Handelsverirag. Südafrika unterzeichnet den Vertrag mit Deutschland. Selten ist wohl«in Handelsverirag nach seinen, Abschluß durch die Regierung so heiß umkämpft worden, wie der am 1. Septencher vorigen Jahres abgeschlossene Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Südafrlkanischen Union. E« fft daher sehr erfreulich, daß ungeachtet aller Widerstände In Süd- afrika selbst und aller Quertreibereien englischer Wirt» schaftskreise im Mutterland das Parlament jetzt den Vertrag mit einer allerdings nur geringen Mehrheit ratifiziert hat. Dieser erste Handelsvertrag Deutschlands mit einem britischen Dominium, in dem Deuffchland die Meistbegünstigung für sich durchsetzen konnte, stellt neben dem gleichfalls unter schwierig« BerhäUnisten zustand« gekommenen deuffch-französischen Handel»- abkommen einen der wenigen tatsächlichen Aktivposten der deutschen Handelspolitik nach dem Kriege dar. Die Auofolle britischer Wirtschasiskreffe und britischer Handelskammern bei der Kritik des deuksch-siidasrikanffchen Abkommens waren um so be- bäuerlicher, al, sie wieder die Kurzstchtigkeit nationaler Intärsstent«» ||jS§gS!|S zum Zlusdrwt brachten, die«nem freiheitlichen Ausba» des Welthandels immer noch im Wege stehen. Dabei muH betont werden,� daß das sogenannte britisch« P refe re nce- System, also die Festsetzung bestimmter Vorzugs- zölle für britische Waren, für die wichtigsten Ausfuhr- artikel des englischen Mutterlandes unangetastet geblieben ist. Tatsache ist nur, daß in diesem Vertrag Deutschland das Zugestand- nis gemacht wurde, daß die bisherigen Vorzugszölle für britisch« Erzeugnisse künftig nicht zum Nachteil des deutschen Imports auf andere Warengrnppcn ausgedehnt werden dürfen. Wenn daher noch vor wenigen Wochen die britifchen Handelskammern an die südafrikanische Regierung die Bitte richteten, den Vertrag nicht zu ratifizieren, da der ei»glische Handelskammer- verband ihn als einen direkten Angriff auf den britisch- südafrikanischen Handel ansehe, so fehlt in dem tatsächlichen Inhalt des- Abkommens für dies« starke Behauptung jeder Anhaltspunkt. Die Konjunktur Ende Kebruar. Räch der Auffassung des Instituts für Konjunkturforschung. Seiner Ueberstcht über die Wirtschaftslage im 4. Vierteljahr 1928(Heft 4, 1929) stellt das Institut für Konjunkturforschung folgende Diagnose sür Ende Februar voran: „Die Produktion hat ihren Abstieg fortgesetzt. Die Arbeitslosigkeit hat— auch konjunkturell— zugenommen. Dem Rückgang der rcaglblen Rohstoff preise im Jahre 1928 haben sich in den letzten Monaten auch die Großhandelspreise für Fertig- waren angeschlosseit. Die Einzelhandelspreise sind nahezu unverändert geblieben. Die gesamten volkswirtschaftlichen Umsätze dürften ton» junkturell nur wenig zurückgegangen sein. Die Pro- duzcntenumsätze haben sich weiter gesenkt; die Konsumenten- 'Umsätze hielten sich etwa auf ihrer bisherigen Höhe. Die tonjunkturelle Erleichterung des Geldmarkts seit Herbst d. I. hat neuerdings— wesentlich infolge der angespannten Lage auf wichtigen ausländischen Geldmärkten— nur geringe Fortschritte gemacht. Zu einer Belebung des Effektenmarktes reichte sie nicht aus. Auf dem Kapitalmarkt hat sich die Verminderung der wirtschaftlichen Tätigkeit kaum ausgewirkt. Im ganzen bietet die Wirtschostsbewegung das Bild eines fort- schreitenden konjunklurabschwungs. Teilweise sind neuerdings leicht krisenhafte Erscheinungen zu beobachten;«ine allgemeine Krifis, wie sie sich namentlich im Zwang zur beschleunigten LIguidation der Iiiarenvorräte äußert, liegt jedoch nicht vor.* Arbeiismarkt keine Besserung. Roch leichte Zunahme der Arbeitsuchenden in Brandenburg. Die Arbeitsmarktlage im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg hat in der Woche zum 23. Februar 1929 taum ein anderes Bild erfahren. Die Betriebs st ilte in den 31ußen- berufen hat der Witteningsiage gemäß angehalten. Die Landwirt- schaft, die im Vorjahre bereits in der Frühjahrsbestellung stand, muh weiter in Untätigkeit verharren. Dasselbe betrifft die Industrie der Steine und Erden, deren Arbeitsmöglichkeiten sich von Woche zu Woche verschlechtern. Die Ziegeleien, die sonst einen gewiffen Stamm über den Winter beschäftigten, liegen mit wenigen Aus- nahmen still. Auch-die keramische Industrie mußt««eitere Ein- schränkungen wegen Rohstoismangels vornehmen. Für die Säge- werke sehst jede Veschäftiguieg, da die Holzzusuhr unterbunden ist. "In der Provinz setzte eine leichte Belebung in der Metallindustrie ein, die sich vornehmlich auf die Motorfahrzeug-, Kinderwagen- und Fahrradindustrie auswirkte. D i e Ein» fchränkung durch Kohlenmangel find behoben. Für die Berliner Betriebe ist eine bemerkenswert« Veränderung nur durch die Stillegung des Stahl- und Walzwerkes Hennfgsdors eingetreten. In der Bertchtswoche stieg die Zahl der Arbeitsuchenden um 2203 auf 398 657. d. h. 0,5« Prag., gegenüber einer Zunahme von 4636 gleich 1,18 Proz. in der Vorwoche. Innerhalb des Landes- arheitsamtes Brandenburg verteilen stch die Arbeitsuchenden auf Berlin mit 246 544, aus die Provinz Brandenburg mit 137 229 und auf die Grenzmark Posen-Westpreußen mit 14884 Personen. Die Zahl der Hauptunter st ützungsempfänger in der vcrsicherungsmößigen Arbeitslosenunterstützung betrug 199 476, in der Krisemmterstützung 19 349, in der Sonderfürsorge 90 775, zusammen 309600 Personen. Von den Hauptunter- flützungsempänfgern in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf Berlin 130546, auf die Provinz Brandenburg 64 225. aus die Grenzmark Pofen-Westpreußen 4705. Für die Krisenfürsorge be- tytgen die gleichen Zahlen für Berlin 16511, Brandenburg 2732, Grenzmark 106. In der Sonderunterstützung entfallen auf Berlin 26 5 6 2, auf Brandenburg 55 833, auf die Grenzmark 8380._ Das Weliröhrenkariell kommt. � Der RSHrenverband teilt mit: Zwischen dem Kontinentalen Röhren? ictell und dem britischen, sowie den nordom«ritanischen und kanadischen Röhren werken ist in dreitägigen Verhandlungen in Lüsseldarf am 27. und 28. Februar und 1. März eine lieberem» stimmung in den grundsätzlichen Fragen eine» internatio- naken Abkommen» für den Absatz von Röhren aus Schmiede- eisen und Stahl auf dem Weltmarkt erzielt worden. Infolgedessen murds der Beschkuß gefaßt, das Prooisorium, welches zunächst bis 28. Februar.1929 gebildet war, fortzusetzen, und zwar bereits unter Anwendung de? fundamentalen Grundsätze des neam Urfternn» kommen». Das Abkommen kann erstmalig zum 31. März 1930 ge- kündigt werden. Die nächste Zusammenkunft findet im Monat April statt. Die Zusammenkunft im April dient der Unterzeichnung des Vertrags. Damit wäre das weltumspannende Röhrenkartell Tat- such«._ Hapag senkt die Oividende. Herr Eono demonstriert. Wir haben bereits kurz mitgeteilt, daß die Hamburg- A m e r i t a- L i n i e, das groß« deutsche Reederciunternehmen, sein« Dividende für 1928 von 8 auf 7 Proz. herabsetzt. Der jetzt veröffentlicht« Geschäftsbericht und die Abschlußzifsern beweisen, daß diese Herabsetzung nicht etwa wegen eines verschlechterten Schifsahrts- geschäftes erfolgte, sondern nur als ein rein demonstrativer Akt der Verwaltung anzusehen ist. Der Gesamtertrag ist gegenüber dem sehr guten Schifsahrts- jähr 1927 sogar noch um 20 Proz. von 49.4 auf 59,6 Mill. Mark gestiegen. Auch der Betriebsgewinn liegt mit 34,6 Mill. Mark nach Abzug sämtlicher Unkosten, Steuern, Abgaben und Zinsen noch um zwei Millionen über dem Ergebnis von 1927. Die Ab- schreibungen auf die Flotte und den Grundbesitz sind mit 22,1 Mill. Mark um rund 11 Proz. heraufgesetzt worden. Bei derartigen Gewinnen lag also für die Hapag-Verwaltung durchaus kein Zwang vor. die Dividende zu kürzen. Doch mögen sich darüber Aktionär« und Verwaltung unterhallen. Die Oefsentlichkett und besonders die mehr als 16000 Mann starte Belegschaft der Hapag aber dürfte die U r so ch e dieses demon- strativen Aktes interessieren. Der Geschäftsbericht enchält die Ant- wort. Fast die Hälfte des Jahresberichts enthält Angriffe, gegen die Steuern. Ausfälle gegen dos Schlichtungswesen, mit denen sich scharfe Angriffe gegen die Sozialpolitik überhaupt verbinden. Wie schon eine andere Reederei steht auch bei der Gesellschaft des Herrn Cuno iß« neu eingerichtete Seekrankenkosse im Mittel« punkt der sozialpolitischen Hetze- Auch die Hapag-Derwallung hat die Stirn, die zunehmenden Krankheitsziffern chrer Bordbelegschaften auf diese Krankenversicherung zurückzuführen und damit rund heraus ihre Belegschaften größtemeils als Simulanten hinzustellen. Die Direktoren machen sich allerdings in ihrem warmen Arbeitszimmer keine Vorstellung von dem Dienst ihrer Belegschaften und werden auch kaum Lust verspüren, es einmal praktisch zu er- proben. Wir sind überzeugt, den Herren verginge in solchem Fall die Lust an der Kritik._ Der Großhandelsindex. Di« ans den Stichtag des 27. Februar berechnete Großhandelsrichtzahl des Statistischen Reichsamts ist mit 139,6 gegenüber der Vorwoche(140) leicht zurückgegangen. Am stärksten ist diesmal der Inder der Agoarfloste(von 138,7«ff 134,1) gesunken. Kolonialwaren stiegen von 125.6 aus 125V. Rohstoff« und Halbwaren von 133,7 aus 133,9, während industrielle Fertigwaren von 158,2 aus 158,1 ganz leicht sanken. Gute Entwicklung staatlicher Braunkohlen gruben. Ein gute» Betriebsjahr hat auch die von der Preußischen Elektrizitäts-A.-G. und den Reichselektrowerken gemeinsam beherrscht« Braun» schwetgischc Kohlenbergwerke A.-G. in Helmstädt hinter sich. Die Rohkohlenzörderung stieg von 3,5 Millionen auf 4 Millionen Tonnen und die Brikettfabrikation von OP Million«« auf 1 Million Tonnen. Nach Vornahme hoher Abschreibungen wird «in Reingewinn von rund 1,6 Millionen Mark ausgewiesen. von dem wieder eine Dividende von lO Proz. ousgezahll wird. Da die im letzten Jahr beträchtlich vergrößerte Förderung und Brikellfabrikation von der gleichen Belegschaft ausgeführt wurde, stick» auch bei dieser Grube die Leistungen je Man» und Schicht infolge der Rationalisierung bedeutend gestiegen Um so merkwürdiger muh es daher di« Oefsentlichkett berühret� daß der Vorstand eines staatlichen Unternehmens zur Sozial» Politik Worte findet, die sich in nichts von den Auslasiunge« privater Unternehmer unterscheiden. Bei oller Rücksicht aus die ES- jordernisie der Wirtschaftlichkeit sollten öffentliche Betrieb« sozial, polllisch objektiver sein, als man es von Privatkapitolisten erwarte» kann. Reue Arbeil für die werfte». Die Germania-Werft i» Kiel, die zum Krupp-Kcinzern gehört, hat jetzt oon der Hamburg- Amerika-Linie den Bau eines 11 OOO-Tonnen-Dampsers In Auftrag erhalten.— Zu gleicher Zell erhielt die Schiffswerft H. Stülck« Sohn in Hamburg, einen Reparationsauftrag so« der jugoslawischen Regierung auf vier Dampftender von je 18 Meter Länge. Die Bauzell wird auf sechs bis acht Monate geschätzt. Die Gewinne der sächsischen INaschlnenluduslrie. Die Chemnitz«? Werkzeugmaschinensabrit Union A.-G. tonn bei erhöhten Reingewinnen und gleichfalls heraufgesetzten Abschreibung«» wie im letzten Jahre wieder die hohe Dividend« von 8 Pro� auszahlen. Bei Beginn des neuen Geschäftsjahres lag«in Auftrag»- bestand sür drei Monate vor. Auch in den letzten Wochen stich neüe große Bestellungen eingelaufen, so daß dos Wert mit voller Belegschaft arbeftet. Auch Scheidemandel zahlt wieder Dividende. Die AG. für chemische Produkte vorm. H. Scheidemandel hat nach zweimaliger Sanierung und Kapitalzusammenlegung von ms» gesamt 30 auf 10 Millionen jetzt ihre winichaftliche Basis wiede» gewonnen. Die Gesellschaft weist einschließlich des Gewrnnvortrag» von 1927 für das letzte Betriebsjahr einen Reingewinn vo» -----------------«Ad" IL Millionen Mark aus. von dem sell 3 Jahren erstmalig wieder eine Dividende oon 5 Proz. ausgeschüttet wird. Die Beleg. schaft beläuft stch zurzell auf etwa 2590 Arbeller und Angestellt«. Vel Vrown-Voveri wieder 9 Prozent Dividende. Der schweize» rische Brown-Boveri-Äonzern wird für seine Mannheimer Aktiengesellschaft nach der Erhöhung des Reingewinns vo» 1,47 auf 1L6 Millionen eine Dividend« von 9 Proz. vorschlage». Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntas. Z. März: S.S5: Stundenslocimspi«! der potsduncr Garnisonkirche. 9: Mersenfeier. II: Ueberlraenng Reichstag: Karl-Scharz-Gedenkfeler. 13.IS: Die moderne Schachpartie. 14..*): für den Landwirt 15.30; Märchen. 10: Die erste winterliche üchersebreitang der gesamten Alpenkelte. 16.30: Unterhaltungs- mnslk. 18:, Soll der Staat Titel und Ordee verleihen? 19.30: Siamesischer Tnteakuit. 20: AbendoaterhaUaiig,«1.30 T W\e"wir echaflea nnd worn wir sctiaBen. Danach'farirainsik.•!•..% iJ&L'i"i-. Montag, 4. März:- 13.30: Der Sternenhimmel im Monat Min. Ii: Geist tmd Technik Im Birreaabetrleh. 16.30: Paganlnl(Konzert). ABsejilietend: Zor Unterhaltung. 17.30; Novelle von Horvath. 18.10: Sprachliche Plaudereien. 18-30; Englisch für Anfänger. 19: Die attrossische Malerei d> Ihrer Dedentang für nnsere Gegenwart. 19.30: Masdr Im Theater. 20: Der polnische Abenteurer. 20.30: Uobertragang Prix: Konzert. AnscbtieSend Tanzmnslk. Dienstag, 8. März: 12J0; Die Viertelst«de für den Landwirt. 18.30: Philosophen der Technik. 16: Stund« mit Bäche rn. 16-30: Konzert. Anschließend Unterhaltungsmusik, 18-30: Die Arbeit in der Dichtung seit 100 Jahren, 19: Dv Zusammenschlug zum Weltfernsprechnetz. 19-30; Deutschlands wcltwtrtsehalülche Stellung und die Kolonialfrage. 20: Uebertragnog Großes Schauspielhaus;„Der liebe Augustin", Operette von fall. Mittwoch. 6. März: 15-30:„Erreichtes nnd Vergessenes". 16: VoHrShUngswandernngen. 16-30: Jagendbühna. 18.10: Architekt und Bauherr. 18-10: Wer darf Ansprach«af Begnadigung erheben? 19: Die Rationalisierung des Wirtschaftslebens. 19.30; Der Berel des Richters. 20: Abendiuiterhaltang. 21: Literatur der Gegenwart. 21.30: Der Journalist spricht... Anschließend Tanzmusik. Dcntscftlaadtender: 20: Das fest der Handwerker. Anschließend Unterhaltungsmusik. Donnerstag, 7. März: 12-*: Die Viertelstunde tflr den Landwirt. 15-30: Des Kopl des Menschen In Sage und Sprichwort. 16: Die Weltanschanung großer Dichter. 16 3D: Lieder. Anschließend Violinvorträge. 17.30; Mit neuen Federn. 18-30: Der Qatsbeamte als Fakter In landwirtschaftlichen Produktionsprozeß. 19: Ge. netischaftsfragen der Gegenwart. 20; Sendespiele:„Das Kmmieiakleid", Legende von WoU.FemrL Danach Tanzmusik. Deutsch Ii ndsend er: 20: Bratschen-Stunde. 21: KJauieruerträge. 21-*: Lieder. Freitag, 8. März: 18-*: Uebertrigant Gesundheitshaos Berlin Eröffnungsfeier der Ausstellung„Wien tan Bild". 1630:„Wurzel und Wesen." Anschließend ötto Taubmann za seinem 70. Geburtstag. Danach Unterhaltungsmusik. 1838: Zur „Rflekkehr des Kreuzer« Berlin". 19: Chemie' des täglichen Lebens. 1930: Jagend der Gegenwart. 2030: Uebertragung Singakademie: Sinfoniekenzert Sonnabend, 9. März: 1830: Anf deutschen Kaffee- tmd Zuckerptantagen Zentral- Amerikas. 16: Wie entateht, wohin gehl anaer Geld? 1630: Utlterhaitnngsmasik. 1830: Moderne Betriebsformen des Einzelhandels. 19: Englische nnd amerikanisehd Musik. 1930: Oestliches Grenzland. 20: Bunter Abend. Danach Tanzmusik, Dcatschiandsender: 20: Die Stunde des Landes. Könlgswusterbausesu Sonntag, Z. März:>' Ab 8.85: Uebertragung aus Berlin. 16: Messen und Märkte im Wunddl der Zelten. 1630: Uebertragung aus Berlin. 18: Der alte Menzel. 1838: Karl Schurz zum 100. Geburtstag. 19: Goethes Glaube an die UnsterblieUsdC Ah 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, 4. März: 16: Englisch(kuiturkundllch-iiternrisehe Stande). 1630: Uebertragung tag Berlin. 1730: Werke von Liszt. 1830: Englisch ihr An länger. 1838: Wirti schaftliche Ausbildung unserer Landfrauen nnd-tScbtef. 1930: WerkmelsferJ I ehrgang für Facharbeiter. 20: Polarland. Polarmen scheu und PoIsehmaChfc Ab 2030: Uebertragung ans Berlin. Dienstag. 5. März: 16: Die Irrfahrten des Odysseus. 1630: Uebertragung ans Leipzig- T73H Schailnacbahmung und Funk. 18: Franz Llspt. 1830: FranzSsisch für Anlänger, 19: Die neuzeitliche Entwicklung des Sehuellcachrichtenverkehrs. 19128: was muß die Arbcltertran vom Familienrecht wissen? Ab 20: Uebertragung SOG Kfiln. 22.45 Bildfunkversuche. Mittwoch, 6. März: 16; Praktisches Rechnen. 1630: Uebertragung aas Hamborg. 1731: Was wird ans unseren Steuern? 18: Agnes Miegel zum. SO.' Geburtstag., 1830: Französisch für Fortgeschrittene. 1835t Werkmelste'rlehrgatig für Facharbeiter, 1930: Einftthmng In das Verstehen von Musik. 20: Deutschlands endezt Das Fest der Handwerker. Anschließend Uebertragung aus Berlin.' Donnerstag, 7. März: 16: Der Vater als Erzieher. 1630: Uebertragung aus Berlin. 1730: Detrtsdk als Internationale Verkehrssprache. 18: Bernhard Keli ermann zum.80. Geburtstag. 1830; Spanisch fOr Fortgeschrittene. 1888; Welche Mitfei soll mau zur Beizung und Schädlingsbekämpfung anwenden? 1930;. Der reisende Vaot- mann. 20: Deutschlandsender: Braiscbenstunde. AnsehlieBend Finnische V0!k»» weisen. 21: Klaviervorträge. 2130t Lieder, Anschließend Uebertragung ans Berlin. Freitag, 8. März: 16: Berufsberatung. 1630: Uebertragung aas Leipzig. 1730:, Deutschlands Oebuctenausfail und die Heranbildung der Facharbeiter, 18: Neuss vom Himmel und von der Erde. 1830: Engliseh für Fortgeschrittene. 1835: Werk- meisterlehr gang iür Facharbeiter- 1930: Wissensthafiilcber Vortrag für Zahn- ärzte. 20: Altersprozeß und VerifingangsmögllchVeit. Ab 2038: Uebertfagnnc aus Berlin. 22.48: Büdfonkversuche, Sonnabend, 9. März: 18.40: Praaeastunds. 1630, Uebertragung aas Hamburg. 1730: Der Beamte und das Parlament. 18; Arbeiter und Muttersprache. 1830t Spanisch fßr Anlänger. 1835: Erziehung zum Staat In Amerika. 19.20: Die musikall sehen Grundlagen Im Lehen unserer Zeit. 20: Stunde des Landes; Der deutsche Rhein. Anschließend Uebertragung aus Berlin. litt oenm mdie ßmndece Güte und%eimnüxlighelt d�Soenlcke-dEigacmi * SO'lofge flbsal}' Steig des j. O SM A|�»f. P*\o*AS-SORT,M£Nr/* ~ 23 flfflioncii Stäck faöresalisalz 1938 k diesea Zigvreai Abbüdtmg; Hausmarke, Corona* mlifeL Viel nadigeehml— doch nie erreicht. 18 Pf ":. vVv•v-n » 12, f3, 15, 18, 20 Pf, UnübertrerffBchej mSSde QaattUt VhU oacteyea/mif— dodi nh metdd, Jl'asttierte PrefHsta AajgÄza/fe// Haus am Zoo, Budapester Str. 9a K6rügstr.49— Bayertscher Platz 9 JSodsstr. 59— Sdüqßstr.96, Sieglitz GMcf&cenickei CArffimABatcbicta TOn dan 5 Sorten de» Heu.marke-Coronaa-Sortlinenle O »OnimeniSKISie zusemmee SO Stock enthell end. Freie der Kleie ö." S% Rabatt be! Barbatag von Orifftnalkitten. von SOO Ztparren an 0% Poriofreia Zusendung innerhalb ßautsMands von H. 3elhS»iern wird jetzt während de».Billige n-MSbel. Tagen" wirklich Hervorragendes geboten. Allen Freunden eines schönen, in Hag, *'"''''' doch jedermann möglich ist, von ...... i« fflvV ____._______ I__, WWW»__________._____,-________ Str. 97. nahe Oranienburger Tor, und Brnnnenstr. 33, nah« Invaliden stvatze. 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Das begeistert nicht nur die seitherigen Platten-Freunde, das wirbt Freundsdiafi für i�rvi �uch in solchen Kreisen, denen insher '- Gutes zu teuer. Minderwertiges aber nicht gut � �> genug wart � � Kaufen Sic„Orchesfrola für 2«25 RM.*, spielen Sie die Platten zur Unterhaltung und zum Tanz: Sie werden entzückt sein— und Ihre Gaste auch) OcAeahcßaKcaßcnt so 3� Im Rahmen der bflfanga»IBodi«(XUtDO) findet im parlettela«! AM varbandohans«». Ct»Ua|hL . 93 S9: ' H»t, Heule. Sonntag, den i. SUn, IS ei» Vortrag statt über:.Erste Hilfe bei Un'äll»»." Referent Dr Schulze Unsere Mitglied««erbe» um regen Besuch gebeten_ Spielplan •■km»■«■taemtwoe. CkeheAPurfO' l$t crhSLttüch in den. besseren MusiK�cschÄften DaS Ableben mein»- ttebrn. Z«m, qnstrer teuren Mutt« kmilie vroli geb. pleUenbrwS zeigen trauernb an ltockerlav llroll »ackoU Kroll □te Kroll lD:Imetsbotf. Hildegarbsir. 19 Die Einäscherung findet Dienstag. den 5. März,>6-/, Uhr..tm Lrrma. torium Wilmersdorf statt. Am 27 Februar vernars nach urzem, schwerem Leiben meme lüde Frau, unsere gut« Mmler, Frau Llsa Weidekok. Um stille» Delleid bittet ftust»?* eidebal nebet Kindern. Birr»EherIotteuburg. Ghariotlenburger Ufer 2. Einäscherung t Montag, der. 4 März. abend« 7 Udr.»remoior. Wilmersdort. OvntlEvgUNg. Sag« hterdurch ollen. Intbelondere der 90. Adeilnna der SPD., iowir der Genossin Bohrmann tür die rrosirrichen Worte aniäßllch der Ein.- äscheruag meine» lieben Mannes Eduard Breitkopf meinen herzlichsten Dank Vit»» Bert» Brelilcopt. Am 28. Februar verstarb plötzlich nach kurzem Krankenlager unser lang, jährig« Angestellter, Herr Otto Thielemann Seine Gewissenhaftigkeit und sein unermüdlicher Pstuhtei er sichern ihm em dauerndes Andenken. Oer vorstand der Ortskran kenkosse der Buchhwd«. Die Einäscherung findet am Mitt- wach, dem S März. tS Uhr. rm Kre- matarium Gertchtstraße statt. Aigch iurzem Krankenlager wurde un« am 28. Februar unser lieber Kollege Otto Thielemann durch den Tob entrissen. Wir verlieren:» ihm einen aus- rech en, braven Freund, mit dem wir lange Jahre m bester Kamerablchajt zusammen gearbeitet Hoden. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. Die KoQedea der OrUkrankcn- kane der Bnchbineicr za BerU». B MO(Z» X Kinderbetten, Poistce. SdiUtrOnm«, Qiake, m ongue» an Private. Raienzahlfl. Satlt» 2A7»H »ElsenmObeifabrlk Sabl(TUOrj Ohne Inianinng T»Är Steppreckan o 18 Mo n«te- nrteiü Stein*« Tenptdi- Versand Berlin C2 Bnrü- » tröste 30 fnuimasuoa«!*. ! zür Miete W50,AnsbacI:erstr.l Am t.«tiu verschied plötzlich durch Herzschlag«pein lieber Mann. unier Sohn. SchwlegersOhu, Bruder. Schwager und Reffe Erich Bielefeld im All« von 28 Zahlen. Die« zeigen m lies« Wwe. Luete Bielefeld, Max vieleseld und Die Beerdigung finde: am Mllt- wcch. 9 März. 4 Uhr nachm. aus dem Friedhof Neukölln. Rudower Str., statt. Letten Zu der >. Der 3a tat«•«( bm» 4. Mo IL 1 Die Ziunaiernrets, tat>ap Area»» &»roß« FrästUm 9 Humoreoktz Zu bat Woche»M 11. Mo n. Mqt L Küsse» verdate»(Xobcctaascn» FHatv 1 Mittlem FräsfUm 3. Humoreote. vo»«. bw M. Mn: lug»um Rordval kRoald >____ sei) 2. chartentrisstlm. S. Humoreste. Zn ta- Woche oo« 2». mm.«tat u Der Flu, zum Rmdgol(Roali AmundseN). > chailenlrSostl«. 9. Humoreote. Anfrogen wegen Uebeilafinng und Besuch Ott Abteilung sind telepdontsch od« schritt- ich an die«»Iturabiett»»« svureou Ltutenstraße 89/85. Zlvnner 20) zu richten DellMdkiknen smilM Wvsllie! vlanntaM. dan 9. IM»,»achneittag, S>/,vt,r. I« Zimm«! 2» da» vaatanst» Hansa», euetaafteast« MtE» V Portal, l Tr. �Versammlnng-M» aller Metallarbeiter der chemischen Zndnskrie. Taaeoorbnung.> Stellungnahme zur»stadlgang 2. Vertchiebeueo. de» Lvhuadtvmmen« Der Wicht igiell weg«, ersuche»»tr alle Metallardeller w der chemischen Zndustri» au dies« Versammlung teilzunehmen. via Octsaacatanaag. Das Badezimmer ytwuMpptftt SONPBhlNSgöOt Roddoktä. mm BtHnLeipiipantr. Ui-Ulmm hfefjoncwwchrifl: EDUARD PALM ficflin S.W. 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Zt. 12. 1928..._ 119 400 000,— Darüber bioans bat die Baak weitere Beträge lo einer Geoarnthöhe too Raidzsmark 40 000 000.— reditsTerbindlidi ragesagt. Die Somme der reo Anlaog de» Jabre* berans- gelegieo Kredite— umkassevd Kontokorrent-. Diskont- nnd Prolongationskredite — bat sich nuf rd. SM. 223 000 000.— erhöht. Mit Hilfe der»oo der Bank heraus- gelegten Zwisdienkredite konnten annibemd 40 000 Vobnongen'gefördert werden. Za Beginn den Jahres nahm die Baak eine Aaelaodsaoleiba Im Betrage»ort 414 Uillioeeo Dollar aof. deren Gegonwort durch die Deutsche WohasUltae-Hypothe- keabook A.-C. und die freuflisthe Laades- pfandhriefanstalt i» Fora»oe Hypothekendarlehen dem deutsche» Vebuuugs» ban angeführt wurde. Ander de» i» Dresden. Karlsruhe aud Stnttgarl bestehende» Zweige tedorlassuugeo wurde« weitere Filiale» i» Frankfurt a-M.« Köln. Speyer»ad Weimar errichtet. Nach Vornahme ansreitheader Abschreibungen nnd Radtstelluagea ergibt sich ein Reiagewian»on RH. 2 814 989.98. dessen Verioilnng wie folgt rorg eschlagen und genehmigt ist: 1. Ceselslidter Reserrefonds RM. i 800 088.— 2. Erhöhung der Radtsteünag für schwebende Geschäfte. RM. 120 000,— 9. Erhöhung des Pensionsreserre- ............ RM. 90 000,— 4. Ausschüttung tob 9% anteiliger Dividende.... RH. 893 014,91 5. Rest als Vortrag in neuer Rochuuug...... RM.. II 570,6? Der reine Umsatj auf einer Seite des Hauptbuches ohne Vorträge betrug üb Berichtsjahre rd. RM. 2 790 060 000- gegee- Qber rd. RM. 800 000 000.— im Jabre 1927. Die BiUnaaahl bat sich auf rd. Roichsmark 162 000 000.— gegen RM. 51 000 000,— im Jahre 1927 erhöbt Deutsche Bau- und BodenhanK Aktiensesettsdhsft GENOSSENSCHAFT BERLIN U.UMGEGEND E. G.M.B.H. v�vsReinlgungs�t vom 4. bis 9. Man 1929 % N Das groBe Reinemachen Kann heginneni Alle Wasch». Re�tiigutifl«« u. PutzmHfgl erhalfen Sla Iw bitter Qualität In Miliaren AbgabesteMen � Sellen m GEG-Salmiak-Terpentin-Seifa 0.50 GEG Elainseife 0.42 GEG-Oel- oder Schmierseife... m 0.30 GEG-Serfe„Spezial marke".«n 0.34 GEG-Spezialkernseife Mp35ar�»ek 0.25 GEG-Oranien burger Kernseife 0.25 GEG-Haushalt-Kemseife»».nwi-» 0.20 GEG-Prima-Fettseife..... 0.30 GEG-Paimöl-OberschaJseife la"tSäi* 0.20 GEG-Pressantseife�BMiaMi«).»Moetack 0.45 GEG-Elfenbeinseife•*■«*.. 0.13 GEG-Psine-Kernseife..... 0.25 GEG'Aromatische- Kernseife 4 0.65 GEG-Seifenflocken...... 0.36 GEG-Bleichsoda........«»»�»«0.14 GEG'ScHeuerpulver.............. 0.13 Feinsoda.............«rvor��k« 0. 1 5 G EG-Seifen pulver rta&hiu»�ar�pa«t 0.25 GEGr Waschextrakt is�reaedM» 0. 16 GEG-Salmiak-T erpentin-Seifenpulver A«. 16% Fettgehalt........... gflft-Qr�Paket U.44 GEG-„Famos" 0.40 G EG-Blumenseife.......... s«wt 0.13 GEG-Familienseife.......... 0.14 GEG-Germanenseife........ 0.32 GEG-Badeseife............ sack 0.40 GEG-Spanischer-Rieder...... sack 0.60 GEG-Nelkenseife........... s«-» 0 32 GEG-ülienmiichseife........ stock 0.30 GEG-Konkurrenzseife....... stock 0.28 GEG-Palmitinseife.......... sack 0.26 GEG-Lanoiinseife.............. 0.24 GEG-Buttermiichseife....... stock 0.28 Das Werkzeug der modernen F ufibodenpflege Preis einschliefilidi Stiel Mk. 3.— I Stüde Mk- 1-75 Ersatz fransen zum Mopwischer Mk. 1.— Wisch- und Poliertücher Fensterleder Scheuertücher �Horsten � GEG-Hand waschbarste**<*...»** 0.10 GEG-HandwaschbOrste*****. 0.13 GEG-WaschbÖrste„Union44. 0.18 GEG- Waschbarste„Wurzel"*15.»» 0.24 GEG-6cheuerb0r&te„Union" ww sack 0.32 GEG-SoheuerbOrste �nion"-�N-k 0.32 GEG-Scheuer bürste„Wurzel"�-«» 0.75 GEG-Fenster börste„Rbre"... 0.30 GEG-Fensierbörste„Union"...*** 0.30 GEG-LeistenbÖrste........... 0.20 GEG-Leistenbürste.....»»» 0.35 GEG-KlosettbOrste„Union44... 0.55 GEG-AuflragsbQrsto........ m«* 0.12 GEG-Auftragsbürste v....... sock 0.15 GEG-Schmutzbürste........ sock 0.50 GEG-BlankbOrste.........sock 0.6 5 GEG-Kleiderbörste....... staekt�« ILO GEG-Teppichbürste„Wurzel44. sa-k 100 GEG-Möbel bürste„Kokos"... sock 0.60 GEG-Handfeger„Kokos"..... sack 0.35 G EG-Besen„Kokos"....... sock 100 GEG-Handfeger„Roßhaar4.... sack 180 GEG-Beaen„Roßhaar".. sack»j# 2.75 GEG-Handfeger forsten 4... sack 125 GEG-Besen„Borsten"....... sack 2.00 GEG-Piassavabesen u-w...... sack 100 GEG-Piassavabesen........ sack 2.10 GEG-Schrubber„Union"..... sack 0.55 GEG-Schrubber„Wurzel".... sack 0.75 QEG-Haarbürste........... sack 170 GEG-HaarbQrste........... sack 180 GEG-Möbelpinsef.»»,»,«. sack 0.80 S!Zmm2SliSl!!SmS£mtL�£!!Ill tMtsr m-amrbm. �■rra �byrntoalellrtlM|wk>iwdi» walrim tnmMmt Hrttrm fta ITkrtm Jliciahf irr SltHxrum()* norwmcfcfcH&rrUn u. Ilm urgfnd eoHgogw ??f. 105» 46. Jahrgang 3» �66 Sonniag 3. Mä«-»<«>2» Rückblick auf die„Ruwo" Worte und Taten Die Rjrfchs-Unfalloerhiitungswoche(Ruwo) ist nunmehr vor- über. Eine Woche lang ist man dem Unfallteufel durch Vorträge, Filme, Flugschristen und dergl. zu Leibe gerückt. Wird dieser acht- tägigen Ausklärungskampagne ein Erfolg beschieden sein? � Gewih werden Geld und Mühe nicht nutzlos vertan sein, soweit es sich um die Belehrung der Schulkinder und die Ausklärung des ollgemeinen Publikums handelt, zumal hier die Ruwo nur die Einleitung einer ständigen und systematischen Unfallbekämpsung sein sollte. Ob aber durch diese Veranstaltung eine Verminderung der Uns alle in den gewerblichen und landwirtschaftlichen Berrieben erreicht werden wird, bleibt dahingestellt. Denn in diesen Betrieben ist ein großer Teil der Unfälle auf andere Ursachen zurückzuführen als auf die Unkenntnis der Unfallgesahren. Hier muß endlich der Arbesterschast die Möglichkeit gegeben werden, an der Bekämpsyng der Unfallgesahren selbst bestimmend mitzuwirken. Es genügt nicht, daß bei einer Kontrolle des Be- triebes der Aufsichtsbeamte mit dem Unternehmer oder Betriebs- leiter einen Rundgang durch den Betrieb macht, der oftmals noch während der Zeit, wo sich der Beamte im Bureau anmeldet und den Betrieb betritt, durch einen telephonischen Anruf aus dem Kontor oder durch einen Abgesandten besichtigungsreif gemacht wird. Der Aussichtsbeamte muß bei der Kontrolle auch den B e- t r i e b s r o t hinzuziehen und nicht nur„anhören', wenn er ihn nicht ganz übergeht. Ein schwerer Mißstand aus dem Gebiete der Unfallbekämpfung ist, daß die Berufsgenossenschaste» viel zu wenig technische Aufsichtsbeamten haben. In den 66 gewerblichen Berufs- genosienschaften, die 1927 insgesamt 917 821 Betriebe mit durch- schnittlich 11 141 837 Arbeitern und Arbeiterinnen umfassen, find insgesamt 419 technische Aufsichtsbeamte vorhanden, von denen noch dazu 264 gleichzeitig als Rechnungsbeamte tätig sind. Wie soll da eine wirksame Kontrolle geübt werden, wenn manche Betrieb« nur alle zwei oder drei Jahre einmal kontrolliert werden! Hier gilt es. den Hebel anzusetzen. Die Zahl der technischen Aufsichts- beamt.cn muß uybedingt vermehrt werden und zwar muh dabei auch auf die Arbeiterschaft zurückgegrissen werden. Die Arbeiterschaft selbst hat schon lange erkannt, daß die gesetz- liche Bekämpsung der Unfallgesahren noch sehr im argen liegt und deshalb zu? Selbsthilfe gegriffen. Neben den betrieblichen Unfallschutzkommissionen, die sich die Belegschaften einiger Groß- betriebe aus ihren Reihen gewählt haben, haben auch einzelne Gewerkschaften besondere Unfall- und Gesundheitsschutzkonnnissionen gebildet, die durch Verhandlungen mit den Unternehmern oder nötigenfalls durch Beschwerden bei den Aufsichtsorganen auf die Abstellung der Mängel im Betriebe drängen. Diese Kommissionen haben sich durchweg sehr gut bewährt. Alle diese Einrichtungen sind aber nur Palliativmütel und zeigen nur. wie notwendig es ist, durch schärfere gesetzliche Bestimmungen die Unfallgesahren wirk- samer zu bekämpsen als bisher. Ueber die Unzulänglichkeir der heutigen Unfallbekämpsung täuschen auch nicht die Zahlen, die von den Berufsgenossenschaften veröffentlicht werden, über die Höhe der von ihnen gezahlten Unfall renken. Es imponiert dem Uneingeweihten gewiß sehr, wenn er erfährt, daß z. B. im Jahre 1927 von den gewerblichen Berufs genosienschaften an Renten und Krankengeld m e h r a l s 1 1 3 M i l lionen Mark verausgabt wurden. Ein« einfache Berechnung ergibt aber, daß das pro Kopf der Entschädigten im Jahre 316,80 M., bei den landwirtschaftlichen Bcrufsgenossenschasten sogar nur 119,18 M. ausmacht. Man sieht also, daß nicht die Unsallvergütung, sondern die Unfallverhütung das Entscheidende und für den Arbeiter wichtigere ist. Notwendig ist auch, daß von der Gesetz- gebung die Forderungen der Arbeiter berücksichtigt werden, die aus eine gleichberechtigte Mitarbeit in den Organen der Unfallversicherung, ein« Vermehrung der Aufsichtsbcamten durch Hinzuziehung von ersahrenen Arbeitern, eine gründliche und öftere Kontrolle der Betriebe und ein« schärfere Bestrafung der Unter- nehmer bei Verstößen gegen di« gesetzlichen Uniallverhütungsvor- schriften hinzielen. Und schließlich muß sich die Unfallverhütung an di« Unter- n e h m e r wenden. Solange dos Antreibersystem, ver- Kunden mit niedri gen Löhnen, herrscht, werden die schönsten Plakate nur geringe Wirkung haben. Man gebe dem Arbeiter die Zeit, d. h. die Löhne, um alle Unfallvorschristen zu beobachten und man wird damit mindestens ebensoviel erreichen wie mit der großzügigsten Propaganda� Llnternehmer-Alarm! Aus Essen bringt die TU. aus dem Unternehmerlager die folgende Meldung: „Am 31. März lausen nicht weniger als 2 7 2 T a r i f v e r- träge für insgesamt 2,53 Millionen Arbeit- n e h m e r ab. Während sich die Tarisabläuse des Januar in der Hauptsache aus gewisse Reichsbetriebe sowie auf einige Bezirke der süddeutschen Metallindustrie erstreckten, bezogen sich die im Februar abgelaufenen Berträge vornehmlich auf die Holzindustrie, Sägewerke, Textilindustrie usw. Zahlenmäßig am umfangreichsten sind di« im Monat März ablausenden Tarife. Sie beziehen sich auf 132 Tarifverträge mit insgesamt 2,162 Millionen Arbeitnehmer, d. h. über ein Drittel der taris statistisch erfaßten Arbeit- nehmer. In der Hauptsache werden von diesen Tarifen erfaßt: Der R u h r b e r g b a u, das B a u g e w e r o c, die Metall- i n d u st r i e, die chemische Industrie, kommunale Be- triebe, Verkehrsgewerbe usw. Eine große Anzahl der abgelause- nen und noch vor dem Ablaus stehenden Tarife ist bereits gekündigt worden. Das gilt zumeist für die chemische In- dustrie, wo die Tarife in den Bezirken Industriegebiet. Berlin, Köln, Frankfurt' o. M., usw. gekündigt worden sind. Im ge- samten Baugewerbe lausen die Tarife Ende März auloma- tisch ab, so daß eine besondere Kündigung nicht zu erfolgen braucht. Die Forderungen sind teilweise recht hoch, teilweise sind noch keine Forderungen im einzelnen erhoben worden.' Was soll dies besagen? Tarifverträge sind befristet und wenn die Zeit der Vertragsdauer beendet ist, laufen sie ob..Hätten bis Unternehmer es völlig in der Hand, die Gelmngsfristen festzulegen. dann würden weit mehr Tarifverträge gleichzeitig an einem Tage ablaufen. Ein großer Teil der Kündigungen ist von den Unter- N e h m e r n ausgegangen. Solang« die deutsche Arbeitnehmerschast noch nicht einmal das Realloh neinkommen der Vorkriegszeit erreicht hat, muß sie natürlich bei Tarifablauf entsprechende Forderungen stellen. Dabei ist keineswegs neu. daß die Forderungen der Arbeiter den Unternehmern hoch, vielmehr zu hoch erscheinen. Für die G ew e r k s ch a f t e n wird die Alarmmeldung des Unternehmertums ein Ansporn fein zur Bereitschaft, für die immer noch Unorganisierten aber muß es eine Mahnung zum Anschluß an ihren Verband sein. Konimunistische.Aampsleitungen' sind verhandlungs- und kampsunsähiz und bringen Organisierten und Unorganisier'en auch nicht einen Pfennig Lohnerhöhungen. Lohnerhöhungen sind überdies„rejormistisch'. Wer sie dennoch erstrebt, stehe fest zu seiner Gewerkschaft' Ein Gechzigiähriger. Der zweite Kassierer der Berliner Ortsgruppe des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter Genosie M y x Kästner, wurde am 3. März 1869 in Berlin geboren, ist also heute 60 Jahre alt geworden. Ende 1906 wurde er von seiner Ge- werkschoft. dem damaligen Brauerei- und Mühlenarbeiterverbond, angestellt, und war bis zur Verschmelzung am 1. April 1928 als erster Kassierer des Ortsvereins Berlin im Verbände der Lebensmittel« und Getränkearbeiler tätig. Der Partei gehört Max Kastner seit Mute 1900 an. Den Wünschen seiner Kollegen, daß es dem Sechzigjährigen vergönnt sei, noch manches Jahr in seinem alten Wirkungskreis sich gesund und munter zu betätigen, schließen wir uns an. _-T_ Arbeitslose und Kohlennot. Llnd der deutsche Braunkohlenindusirieverein. Den Herren gefiel es nicht, daß ihr Material gegen die Arbeits- losenoerficherung und zur Hebung der..Arbeitsmoral', mit dem sie ihre Schuld an dem Brikettmangel aus die Arbeitslosen zu schieben suchten, durch die Erklärungen aus dem Reichs- orbeitsministerium so stark entwertet wurde, daß sich politische Geschäfte damit nicht machen lassen. Run behauptet dieser Jndustrieverein, das ReichsarbestsMini- fterium sei an dem Kernpunkt der ganzen Frag« voll-- k o mm e n vorbeigegangen. Prüfen u. vergleichen Sie die Schönheit, Güte u. die Preise unsrer neuen Frühjahrsmodelle! Dann verstehen Sie, warum ySusv das führende Sdiuhhaus Berlinsist, warum unserellmsätze so hoch und infolge dieser unsere Preise so niedrig sein können! »• 5 ♦v*'* apv"\r'•■*"■"-''"- St..*-.-.-c» Si'o 1*1* ich ter unserer neuen, Frühjahrs-Aiodelle Bat grästte Schuh- Spexialhaas________ t »Der springende Punkt der ganzen SrSrterungen fei darin zu sehen, daß ein großer Teil der überwiesenen Erwerbslosen sich überhaupt nicht gestellt Hab«, ein Teil der Erwerbslosen, der sich zur Arbeit stellte, Hab« diese unter nichtigen Vorwänden nicht aufgenommen oder nach kurzer Ausnahme wieder aufgegeben, wobei zumeist unerfüllbare Forderungen gestellt wurden und die Leistungen oollkommen unzureichend gewesen seien."' Der„Vorwärts", auch der„Deutsche" sind besonders auf diesen..springenden Punkt" eingegangen, der in erster Linie auf die ungewöhnlich starke Frost Periode zurückzuführen ist. weiter aber auf die an sich recht ungastlichen und bei der Ar» beiterschaft nicht in besonderem Ansehen stehen» den Arbeits statten der Braunkohlenherren im Industrieverband. Die Herrschaften haben alle Ursache, sich mit ihrer mißglückten VerdSchtigungskampagne gegen die Arbeitslosen endlich zu bescheiden. Die„Opposition" kaltgestellt. Don den Lasttrastwagenfühittn Am Montag hielten die im Verkehrsbund organisierten Geschäfts- und Lastkrastwagensührer ihre Iahresbranchenocrsammlung im Ge- r-—"srr.strboüS ab. Wie Genosse B u ch e r t m seinem Geschästs- vcr.aji nnUeilte, kann die Branche für das' Vorjahr ganz ansehn- ltche Werbeerfolge aufweisen. Von 103Z neuausgenommenen Mugliodern hielten 73S der Organisation die Treue, so daß von den rund 8000 im Verkehrsbund orgi.nqkiten.».ftsahrcrn am Jahres- schluh 2890 der Branche angehörten. Dieser agitatorische Erfolg ist um so erfreulicher, als die Beschäftigungslage im Vorjahre nicht sehr günstig war. Im Anschluß an den Jahresbericht nahm dl« Versammlung die Neuwahl der Branchenleituna vor. Der bisherige B ra n ch e n b e r a te r Genosse Buchert wurde einstimmig wie- ergewählt. also mit den Stim- men der sogenannten„Opposition". Die Wahl der übrigen Branchenleidungsmitglieder sowie der Delegierten zur örtlichen Generaloersammlung, die nicht erst, wie der Berichterstatter der„Roten Fahne" faselt, kommen soll, sondern in der gleichen Versammlung erfolgte, endete mit einer lata- ftrophalen Niederlage der Kommunisten. Nachdem die Kommunisten bei der Äbstiirnming über eine von ihnen ein- gebrachte Protestresolution gegen den Ausschluß Deters und Genossen gesehen hatten, in welch hoffnungsloser Minderheit sie sich befanden, zogen sie ihre Kandidaten für die Branchenleitung zurück, so daß sich die neue Branchenleitung nur noch aus„Re f o r m i st e n" zusammensetzt. Durch diesen Schachzug ersparte sich die „Opposition" eine Blamage. Da sich jetzt kein Kommunist mehr in der Branchenleitung seiner Partelaufträa« entledigen kann, ist der Branc' oemal sogenannte„Opposition" für Branchenleitung ferngehalten wird. Die tarisfelndliche Schokoladenindusirie. Wie wir vom Zentraloerband der Angestellten erfahren, sind «ms Antrag seiner Mitglieder in der Groß-Berliner Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie und den oerwandten Betrieben schon vor einem Vierteljahr Anträge an den Arbeitgeberverband zwecks Ab- fchluß eines Tarisoertrages gerichtet worden. Darauf wurde er- widert, daß die Mitgliederversammlung des Arbeitgeberoerbandes am 6. Dezember zu dem Antrage Stellung nehmen würde. Dezeich- nenderweise ging dann kurz vor dem Weihnachtsfest, am 18. Dezember, die Mitteilung ein, daß die Mitgliedssirmen oen Abschluß eines Tarifpertrage� ablehnen, Mchdem alle Versuche, zu Verhandlungen mit dem Arbeit- geberverband zu gelangen, gescheitert waren, hat der Zentral- verband der Angestellten den S ch l ich t u n g»a u s sch u ß Groß- Berlin angerufen. In den Derhandwngen am 18. Februar haben die Vertreter des Arbeitgeberoerbandes den Abschluß«ine» Tarifvertrages wiederum abgelehnt. Sie behaupie- ten, der Arbeitgeberverband Hab« bereits dafür gesorgt, daß den Angestellten in der Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie wirklich annehmbare Gehälter gezahlt werden, Gehälter, die einem Vergleich mit anderen Branchen durchaus standhielten. Die Gshaltsregelung erfolge aus der Basis der pom Arbeitgebcrverband herausgegebenen Nich limen. In zahlreichen Fällen würden Gehälter gezahlt, die zum Teil noch erheblich darüber hinausgehen. Einer„schematischen" tariflichen Bindung könnt» die Industrie nicht z u st i m m e n, sie müsse sich vorbehalten, die Angestellten nach der Tüchtigkeit zu entlohnen. Die Industrie befinde sich in eineroesonderen Notlage und sei gezwungen gewesen, ihre Betriebe umzustellen und schärf- stens zu rationalisieren. Ueber das Ergebnis der westeren Bechandkungen vor dem Schlichwngsausschuß Groß-Berlin am S. März wird am gleichen Tage abends 20 Uhr in einer besonderen Versammlung der Ange st eilten der Schokoladen- und Zuckerwaren- industrie im Palais des Zentrums. Rosenthaler Str. ZS. Nähe Hackescher Markt, berich et werden. Die Kollegen werden gebeten, diese Versammlung durch Umlauf im Betrieb« bekannt, zugeben. Aus THälmanns Hochburg. Hamburg, 2. März.(Eigenbericht.) Die Volschewisten haben in Hamburg wiederum eine schwere Niederlage erlitten. Bei der Neuwahl der Dertreterversamm- lung' des Deutschen Mctallarbeiterverbandes. für die wochenlang mit stärksten Mitteln in der kommunistischen Presse und durch Flugblätter agitiert wurde, blieben die KPD.-Leute in einer hoffnungslosen Minderheit. Bon S30 Vertretersitzen konnten sie nur 16 für sich erringen. Iniernationafe Vergarbeiterforöerungen. Gens, 2. März.(Eigenbericht.) Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Bergarbeiter und den' Kohlenausschuß des Völkerbundes wurden om Sonnabend abgeschlossen. Es war das erstemal, daß sich der Völkerbund für die Lösung einer internationalen, wirtschaitlichen Frag« Auskunft bei einer internationalen Berussorganisation der Arbeiter holte. Hauvtwortfübrer der Arbeiter waren der Volkswirt der eng- lischen Bergarbeiterbewcaung, Professor T a w n e q, und der Volkswirt des deutschen Bergärbeiterverbande» Dr. Berger. Sie wiesen übereinstimmend darauf hin, daß eine inlernalionale Be- arlung der Sohlenprodvktion und der Sohlenoerlelluug notwendig sei, die sich aus einer Fortsefeulig der Kohlenenquete des Völker- bundes durch ein besonderes Organ, in welchem Arbeitnehmer. Ar- beitgeber, Regierungen und Konsumenten oertreten sein müßten, ergeben könne. Der Völkerbund habe andererseits die Aufgab«, Weg- weiser und Vermittler bei vertraglichen Abmachungen der Hauvt- tohlenländer über ein« Verteilung des Kohlenmarktes zu sein. Ei« solche internationale Ordnung sei aber nur bei einer iniei nationalen iren, wobei vor in den tnzelnen vandern bis zu 1»«stunden vencyieoen ul. beseitigt werden müsse', Die Kölner MetaNherren wollen stavlliflereu. Köln. 2. Würz.(Eigenbericht.) Der Metallindustriellenverband von Köln u*b Umgegend, der berei!» vor einiger Zeit das Lohnabkommen kündigte, hat nunmehr auch das Arbeitszeitobkommen zum 31. März gekün» digt. Er wünscht ebenso wie beim Lohnabkoinmen die Per- längerung auf die Dauer von zwei Iahren ohne jede Abänderung der gegenwärtig geltenden Bestimmungen. Die Unternehmer wollen also weder in der Lohn- noch in der Arbeits- zsitsrage den Arbeitern für di» nächsten zwei Jahre irgend welche Verbcsserungen zugestehen. Das wäre für sie sehr bequem und profitlich! Auch der Arbeitgeberverband für die D l e ch i n d u st r i e (Emaillierwerte usw.) hat das Lohnabkommen zum 31. März gekündigt. SPD.. Feuerwehr! Am Montaz, t., und Dienstag. S. März, . 19 Uhr, im Sestaurant A. ttlcment, Lophienstr. 6, Sitfle Hackcschen M Ö Marti, gegenüber Bertheim, zwei MitgUcdcrvcrlammlungcn. 1. Äom, Munal- und Tarteiralit.k ircamienbcso.dung). Reserent Ttadtver- ordneter Wonwod, Mitglied de, Beamtenausschusse». Aussprache. 2. Deschast». und Salsenbericht.». Neuwahl de» Werdeausschulse». All« Einoffen werden um Erscheinen gebeten önmpathilierende mit- bringen! De» Berbeausschnh. gentrolrerbard der Angestelte». Heut«, Sonntag, vlotersetgitiig«» der Werbebezirte Lüden-Südw-sten und T-mpelhos.Matiendors im großen Saal de» ..Alerandrhier*. Derltn S.»2, Alerandrinenstr. 37». Beginn 18 Uhr. E.» atz 17 Uhr. Eintrittspreis IM.— Bunte» Abend de» Werdebezirk, WImc-ed«rf In der Viktoriagarten-Diel«, Wilhelmsaue 114. Beginn 18 Uhr. Eintritt 1 M. ?usamm«nl»»st der sreiqewertschaltllche»«chulteirite Montag, 1S!4 Ubr, im Eaal 4 des Eewertschastehausi». Engelufer 24—28. Tagesordnung: Bor- trag: ,Ti« Aufgaben der Schulbciräte." Veserent Maglstratsschulrat"a'nzer. Angesicht, der wicktfgen Tagesordnung erwarten wir dos destimmte Erscheinen der in Frag« tommenden Kollegen. Berbandsbuch und Einladunzsichie den legib'm'eren. Allgemeinee Teutsifer Seweets�astsdund, Ortaou-schutz Berlin. Tentsider Besleidnngsordelterserband. itilisle Berliu, Sedastianstr. 37—88. Dienstag. ISU. Ubr. Mitql'cderoeriamrnlung sür die in der Herren.. Knaben. und Burschenlonfelt'on BeschLstigt-n, sowie Zuschneider und Zuschneiderinnea in den Neschen,.Festsiilen, Landsderaer&>t. 81. Togesardnung: 1..Die Organisation der Sonfettioniie» Im Nahmen Oer Arbeitgeberuerbäntx.' Beferent Kollege A. Weiter 2. Wahl der De'egiert?» zur Seneralversammlung. 3. Ber. sSredene,. Nur Mitglieder obiger Branche haben Zutritt. Mitgliedsbuch le�i- t'miert. ohne dieses oder mit mehr als vier rcstierenden WochendeitrSgcn lein Zutritts__ Sie Brauch eulswmllfis». »Kreie Gewerkfckails-�uaend cöroft'Derlln Wir besichtigen heute 1014 Uhr da, Li ntca r-Fahrradwerk. Unter. nehmen der Sewerlschaften. Berlin-Lichtenrade, BerlSngerte B'ttcra. strah«. ssahroerbindung: Eisenbahn ab Potsdamer Bahnhos. Zugodsadrt »48 Uhr: Etrefenbahn mit Linie 99. Teilnehmerkarten stich in den Jugend- gruppen rrhiiltlich. Dt« Kersveronstoltungen fallen heut« abend aus.— Heute, Eon»tag. 3. Mtir,. um ISfc Uhr, Bolkssiederadend:.Da» finnisch« Bo'tslied" foorgetragen vom finnischen Bolkssänqer Olli Svolahtii. im Sitzung»- loal de» Bezirlsamts Kreuzderg, Porckstr. U. Unkostenbeitrag U> Ps. Einlatz um 19 Uhr._ 0 5su<>endanwv< lfea?epfrait>erfn» Zeit." Neserent Dr. Mar Echiitte.— TempeNt,?! Jugendheim Germoniast». 4—«. Erupoenbesprechung: anschließend Brettsv Dostnenst». 4. Heimabend. Ir— ckharlsttenhnrg: Jugendheim BNVER beyobientj GUTSCHEINE liegen allen, Packungen bei: � ZIGARETTE BETTFEDIRN BERLIN N 54 RosenthaisrstraCe 9 8 5d Kottbuaar Osrnin 68/89 j Portuitti M. aü*— aufw PnlsL Nr 42 B. Musloi greU» Geschüssena 0 90, Gerupft« 0 80. 0*50 WetB, gerupft od. geschllstan 2 80. i.*iHI Daunen........ 5*NO steppdecKe, einibg. ?«b|- PLU Kusan, ecfullt. Untaroett, gelullt Qberoatt, gefüllt oauneniiecKe,?£' schneeweißen Ginsedeunen 4 10. 3 70. 8*45 980. 870. 8*55 ,11-40. 9-35, 6*95 36 so BettfcdernreiiUgiuig rnU Oarnpi nnckHolstlun. 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Tlgliefe 5U, 7-A gu lURftolEHOWM KurfftrttooduninTb BUtnorck 617» «actoRtago 7". 5» Sonntag 5-A7». 5» niiimiHiMiiiiuiiiaiuniiiiui' DFA-PAIILIQS uo Noflondorlpl. 4 igtm 5453 ML 8375 Neckontaga 7».•» sonnaoon« und Sonntag 5». 7-.»» ■ MimnrnMMiuiiitmmmMHiii KimnerllahtsplBlB » Poudonxr Pinta Nolludorf 3005-96 H.ohootaga 7,» oanibtod und eonatag S. 7,» TUBNSTBASSE Eck. StrooiitroBe Uanao 4853 woeaontago 7, 5 Sonata] 5, l. 5" Illliwilliew»!»"1»1"""'---" OIANDESPL. Alextnderstr 46-48 Kupfertfraben 4936 Wochentags 7, 8 Sonntag 5, I.® KfiNIGSTADT ScKOnb All«. 10-11 Nardoo 8007 «ooaoinazo 7, 5 aonntaz 5 7, 1 WFJN8ERGSWE5 Wciobergsw 16-18 Nordet* 1865 wochentags 7, 9 Sonntag 9, 7, 9 II„,0»III, III«»'»""""«'""" FRIEDRICBSEAIA Eck« ßSUowstr. KöniÄstadt 5564 Wcchentags 7, 9 Sonntag 5, 7, 9 ...tiittiMi«tiMiHHimm»»ti"i WE1SSENSEB Km Aatoopfnta «mfienM. 319 wocnootasa>. 5 Sonntag o, 7,» Myron nan Paar, II J. w. Jnekioa- Vlrla coTaa veid Der pfann tcr lackt Conrad Va dt kOJto 7 und S'1 pera nl, anwesend B».vllziaa.'» NaMell Ptccadllli mHinniiiiiun Buii'anainds Flvaa Vidor/ Inii Sho DerPfilrioi £ej:8: Bnst Labliub Ctara Dow Oas gewisse BiWüS Latztar Tag Pat nnd Patriion als Be'eküje lina k»d 0 Inmn III III,,, IIIIN III II»'»III, ,11, ,1,1 Zweite Wccba PaionflPa'tctiaü ais PWlll Auf der dÄüaB: HoSonHal.lJt-fcnrl. Inlmdl. Tiden Itrlr n iniiiiiiiiiiiiiiininiimiMiiiini Lllhn Hämo* Willy Frltacb Our dai Kier Punhi BUmiPireilitJleiD,; JW Hti mlrf iitiiiUiiiiiiiMiin.iiiiiiiniiiiii Pol« Kogrt Di« Uehsdidira «In» ScbaospiilerlB 'dolphe Mea'ou Wie Madama befehlen i MNI II IIIIIIIII II ItHIISI II Ultimi Oer Nana utl dem laaDfrutdi (In rltaethahor KiiwlBiltall Dar(rot! lanittafl Die Bficbae der Pesdoro fluCQ Frank Qledaklnü BOhnanschau IIIIIIIMMIUlltllNIIIIIItlilHIIU Winfis Oer«rste fl'ni mü Eeriuscb ond KknBetlekies Dolnrea dcl Rio Dil rete TeniPrti ton Hctku Tom Mix Oao Sebeimnlo dos Vulkans ßOhnenschau W] Renaissance- Theater Hatdsilliergatr 5 Id. Stolnpi. 301 u. 2533,84 «7/» Uhr. Zum 75. Male: SV« Uhi Die WelterfelgskomSdla „Das gro&e ABC" von Moroni Po»ni>> Reg. Bau. Hnrtnng. Ii PrnitertnliMin. >tg. i>ch-n.4Uhr: Krankheit a. Jagend a Uns o S üarbarossö 935t I iosma S«3Sm/Gr.Ralph Bwnatxky I Berinofi u.Eulalla/Jack Stanford| und die übrigen Attraktionen 1 1 uiiiiiiiiuiHiiiiiiinitiiuMiiiiiimiiiuiiiiiiiiiMuiiinkpiiiii I Sonnaberids v. Sonntags te 2 VcnieKunsen und 3 Uhr— S»1 zu ermäSlgten I Preisen das game Programm £ustUfe lüitwe rouisbttluie hutsi inBlllowiiit? 3 Uhr QieDeroDalin « Uhr gfep-ahnaliniE nrester am 'tfimnanrrlanm > Uhr Helden 3 Uhr Tie Orei-Gresdwo- ftw Thalia-Theater 3 und« hr Oelransch ttaatl.Söiiller-Ih. »■ Uhr Oedtpu« Tbanltr an SttUttaainlaBiH Faßlich Uhr Ab f. Mir* Im Komödicnhaui Jii ürei-örojtfisii- Vnletti, Ungen, Ander, Gerron, SchluluB, Kühl. Lvovski. Dienstag 8V« Uhr Oiflgas Uber Berlin lieotsdies Theaiet Norden 12310 8 U, Ende geg. lOVa DAHME Bis Sonnabend: extra blliloa Vargaisoiipreise ßlien• ble sparen snorm. mit Fribi Massary Max Hansen 1 Waller lasKQlin.lIsdiil |EUßot,H.lQDl{ern!anDl w. smaelfers | deauty Vinn. 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Parteigenossen, zeigt deshalb durch euren Besuch, daß die Siimpolhic der Arbriterschaft bei den bunbestrruc» Arbeüersportlern Ist! • 1. ktrei« Milte. Tcs startcll fllr Arbeitersport und Sörperpslegc, Bezirk Mitte, veronslaltct om ll. März, 211 Uhr, in der stullurvbteilung des Mctallarhciteroerdandes. Linienstr, 197, einen WerbefUmabend. Äultur. bei trag Pf Programm wie folgt; 1. Ei nleitungsvoriraq, 2. Der Film .Ich fahre in die Welt". Z, Der Bundessilm, lleichtathletik", Eintrit!». karten sind in der Kelchaftsstelle wtrian Brumirsii, stomurandantenstr, 77, Merkur 77l>2,>u bestellen, da eine Abendkasse nicht möglich ist,— Stßnug de« crweitrrtca itreisoorstonde» om Montag, 4, März, l9>� Uhr, bei Tobrohlam, Swinemünder Str. 11— Doa»er»tag, 7. März, Uli Uhr, im Kackelche» Hos, Rosenthaler Str. W— 41, nahe Lacke scher Markt, Be. amten-ersamwlrng de, greife, und der varteigenolfifchea Beamte» im Jeztrkeamt Mitte. Portrag:.Parteipolitisch»» Softem und Beamten. Politik." Zielcrert Albert Zolienberg, R. d. R. Sympathifiereude Safte tonnen eingeführt werden. .1. Kreis Wedding. Tie erweiterte greisvorstandsslhung findet»icht am Dienetag,-i, März, sortdern erst am Freitag, z. März, l!> Uhr, bei Wende, Kalvniestr. 147, statt. S. greis Friedrichshoin. Montag, 4. Mörz, 1#% Uhr. in den Comenlu». Laien, Memeler Str. 61, Krcisvorstandsstßung mit sämtlichen Abteilung«. leitcr» und Abteilunyekgssserern.— Mittwoch, g. März, 19 Uhr. im Bat. baus, Stadtverordnetensißungslaal, Bezirksversammlung. Einlaßkarten l8Ä Uhr beim Genossen Fischer. Eingang Spandauer Straße. 6. stre!» strenzberg. Die Eintritskartcn zu dem am Sonnrag, 17. März, ln den gommcrsZIen stattfindenden Frudlingsiest sind bei allen Funtlionüren zu haben,— Mittwoch, G. März, Ustu Uhr, im Bezirksamt Porckstr, 1k, Sihung drr Ardettsgemcinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Genosse Jung spricht über das Honsordat, 7. st reis Sharlottenburg. Seut«, Sonntag, 3. März, 18 Uhr, hält Prof. Dr. Liepinaun einen Portrag Uber„Das Werden des Menschen" mit Film im Bortragzfaal des strankenkossenhaul»«, Berliner Str. 1Z7. Unkosten» beitrog 2l> Pf.— Be,irt»vcrord»ctensraktion mit sämtlichen Bllrgerdeputler. ten Montag, 4, März, 19'., Uhr pünktlich, Rathaus Eharlotteirburq, Sigungszstnmer 1.— Erweiterte Lorstaudssissuug Montag, 20 Uhr, Rat. Haus,?imm«r 1, greis Wilmersdorf, Mittwoch, 8, März,?>1 Ilhr, bei Ihlcufeld, UHIand. straße 74, Sißung des erweiterten Areis'orstande», Sret» Schäueberg.Frlebeua». Montag, 4, März, Zfl Ilhr, spricht im Rohmen der kommunalen Bortragsrelhe bei Will, Mari in-Luther. Str. 82, Stadtnerordnete Minna Todenliagen über: Allgemeine und Iugendwohl. fahr!— Dienstag, 5. März. AI Uhr, Sißung der geltungskommtssion in de- Spedition Delziger Str, 27, Zirel» Stcgliß-LauIwih'LIchterfclbe. Montag. 4. März. 1914 Uhr. Treis. noestanbssihung an bekannter Stelle. 8, ll- 12. 18. 17. 19. 20. »reis Treptow. Montag. 4. März. Ill'h Uhr. in Riederschöneweid«, Lokal Tbiele, Berliner Str. 38, Zlrelsvorstaudssißung mit sämtlichen Abtellungs» icilern,__.._.._ äici» Lichtruberg. Mittwoch, 6. März. 1914 Ulir, her Alb recht. Box. Hagener Str.«2,»reisvorstandssißung. �_____„... »reis Pankow. Miutog. 4. März. 19-4 Uhr. bei Meper. �kürkilchc» gelt". »Donlow, Breit« Straße, Sreisdelegiertenoersaunnlun». $ reu Reiuiarnbori. Ter kommunale Kursus beginnt nunmehr bemannt Dienstag, 12, März. Stadtorzt Dr. Sprach spricht über �kommunal« Gel undheitspflegc". Heute. Souutag. Z. März. Ii WM. Achtung. SfczirfsfUhml.Unser Weg" kann sofort«om S-nosse« Wenzel ebgehokt merden.____.,. 13. Abt..klnscr Weg" kann»em Senossen Srrfssn. Putlißstr, 15«. ab»«>oli werden. Morgen. Montag. 4. Mär� 1914 Uhr bei Brandis, SIralaucr»it. lv, ffunktioni vrandis, SIralaucr»tr. ist, stuiilr-on-rirgung. � e,"tstnr-Uhr-ItisomnKKhwft- sanglicher Ounkllonorr, bei Winkler, Dilhelminenhossiraßc. . Dienstag.!», Mörz. 80.-36». Schö-eberg. 30 Uhr bei Gütlich, Begasstr. I, Funktionärsißmi». » 24 Abt. Zi»r«» zeige.«o»»t,g. 1». März, Wience R««k»nball i» Gariralool de. S-albo» Friedrich.haio,«loiritt ioil. Ste»», l MI. Alle Genossi»»?, und Genossen sowie Freuade»ob-Gäauer sind herzlichst»ivgelode», Ei». triitskarte» bri de» BezirkosShrrr», Sassirrer Erker»»d Vorwort». ipeditio» Tölz, Imwanuelkirchftr. 20. Do, Festkowitrr. lO». Abt Friedrichshagen. Boroozeige. Sonnabend. 9. März. 2« Uhr, iw»«. srlllchaitsh-u», Friedrichstr.>37, Frühlingsteier,»erbunbr» mit«i»«r Ehrung der Porteifubilore, Programm: Konzert,»«iangodarbieiungr» be, Edcrt.Manz.Vuartett». Ansprache, To»,oorsühru»«en»e« Bolkot«»,. krrise» Neukölln, Turnerische Vorführungen der Freie, Znrnerfchast. Ei». teittskortr» einschließlich Steuer und To», 73 Pi. 5 rauenveranstaltun gen. 4. Krei, Brenzlaner Bern. Mittwoch. 0 März, Besichtigung des Schloß. museums. Treffpunkt Kl Uhr Schloßfreiheit 1- Eintrittsgeld 60 Pf. 3 Krel» Frledrlchohai». Montag, 4, März, in de» Eomeniussälen, Memeler Strosie 67. Funktionärinnenkonscrenz. 13 Krei» Trmpelüoi Äariendors.Marlenfclde, Lichtenrade. Montag,. 4. März. 19 Uhr, bei Niendorf, Mariendorf, Ehausseestr. 19, wichtige Funktio. -0 Krei»"Reinickendorf. Mittwoch, 6. März. 20 Uhr. In Reinickendorf-Ost, "' Loauvtstr. 46, Berwaltungsgebäud«. stimmer 60..Agitation und Arbeiter. wohsfährt." Jede Abteilung muß vertreten fein, Zrauenveranstaltungen heute. Sonntag. Z. März. 23 Ab«. Wir treffen uns heute Sonntag, pünktlich 814 Uhr, am Arn», ' walder Platz. Um 17 Uhr Treffpunkt bei Büttner, Echwedter Str. 23, Arauenveranslaltungen morgen. Montag. 4. März. 80 Abt Steglitz. 20 Uhr im Stcglitzer Vereinshaus, Mittelste, 2, Vortrag: „Dos Recht des unehelichen Kindes." Referentin Anna Geyer. Per. 03. AM, Neukölln. 11 Uhr Treffen oller Funktionsrinnen im Konsum. !>0 Abt"�ritz'Buckow. Der Frauenabend findet»icht am 4,, sondern erst am 11. Marz statt. Jrauenveranstaltungen Dienstag, 5. März. 33 Abt. Ist 14 Uhr in der Schul«, Hohenlohe str. 10. am Rudolfplatz. Bortrag: Wandlungen der Wirtschaft und ihre Auswirkung aus die Stellung der Frau." Referentin»Lih« Kern.___, 128. bi» 130 Abt Pankow. Alle Genossinnen beteiligen sich an der Dampfer- fahrt des 19.' Kreises um 1Z14 Uhr. Treffen um 13 Uhr an der Anlege. stelle Iannowitzd rücke. Karten am Dampfer. Erwachsene 1 Ml., Kinder 138. Abt?' Heew»d»rl. Achtung, Genossinnen! Wir treffen UN« 9 Uhr am Bahnhof, Nordtunnel. zum Besuch des Museums für Leibesübungen. Angehörige sind eingesäten. Von den quälenden Erkältungsschmerzen wie Gliederreißen, IsdiiM. Hexenschuß, Qbernaupi Schmerlen rheumatischer oder gichtiger Natur befreien Sie sich schnell, wenn Sie die leidenden Stellen mit Reichels Elcctrlcum einreiben. Flasche Mk. 1.25. 2,— und 3.50. In Apotheken und Drogerien erhiltlidi, sonst diirth Otto Reichel, Berlin 43, SO, Eisenbahn-Straße 4. Bezirksanssdraft fär ArbeUerwoiiffaliri Film- und Vortntgsabend am Dienstag, dem 5. März, 19'4 Uhr..Das Los der Strafgefangenen. Vortrag von Regierunesrat Krebs, Direktor des Er- ziehnncshelmes Uindenhof. ,ssUe AusgestoBenen"(Marlin Berger-Film). Un- kosienbeitrag 40 Pf. Film- and Vortragiobrnd am Freitag, dem 8. März, 20 Uhr, im Lokal „Zum Einsiedler". Jobannisthal, Am Stemdamm.„Das Los der STaigcfangcnen", Vortrag von Rcglerunesrat Krebs, Direktor des Erziehungsheimes Lindtnhot ,Uie Ausgestoßenen"(Martm Berger-Film). Eintrit: 40 Pf. Eintrittskarten sind bei allen Abteilungsleiterinnen zu haben. ArbcUerMidnnässdiiile Mittwoch, den 6. März, abends 7>4 Uhr, Lindenstraße 3 2 Hof. N, Trp. links, Zimmer II. 2. Vortragsabend Im Kursus für Laienrlditer, Schliffen, Ge- sdhworate und sonst an der Rechtspflege iiferessierte Genossen und Genossinnen Dr. Ludwig Marum spricht über„Das Strafrecht— allgemeiner Teil", Frauenveranstaltungen Mittwoch. 6. März. 21. Abi. 1914 Uhr bei Kroll, Utrcchier Sir, 21, Bortrag:„Das Recht de« u». ehelichen Kindes." Referentin Hertha Gotthelf, l0S. Abt. Adlerehoi. 1g!4 Uhr bri Schmidthauer, Bismarckstr, 74, Portrag: „Tie Frau in der Kommunalpolitik." Referent wird in der Dienstag. Morgenausgabe bekanntgeqeben. k2I. Abt. Karlshorst, 1914 Uhr im Lokal„Deutsches Haus", Stolzeufelsftraße, Portrag: �Eheresorni— Kameradschaftsehe." Referentin Genossin Dr. Grünfeld. 134, AbL Buch. 20 Uhr bei Göpfert, Am Bahnhof Portrag mit musikalischen Erläuterungen:„Dos deutsche Volkslied"/ seine Geschichte und seine kultu. rellc Bedeutung." Vortragender Dr. Max Brie. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Achtung! Fllrlorger, Firsorgerinnen! Die für den 4. Mär, geplante Ver- sammlnng lAusbau der Sozialpolitik, Lnife Schräder) findet nicht am 4. März, sondern om 19. März statt. Lokal wir» noch bekanntgegeben, kk. Krei» Schänederg. Tcrsammlung der Arbciterwohlsahrt, Dienstag, 5. Marz, 20 Uhr, Rathaus, Rudolf-Wilde-PIatz, Sitzunqszimmer 146, Vortrag über die Durchführung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in Berlin. Referent Dr. Korach. Iungsozialisten. Gruppe Eharlottenburg. Heute Sonntag. 3, März, 18 Uhr, Beteiligung an der Führung durch die Gynäkologische AbUiIung im Deutschen Kranke». kassenhaus. Berliner Str. 137. Treffpunkt dortselbst.— Montag, 4, März, 20 Uhr, im Zugendhelm Rosinrnstr. 4, Vortrag:„Kvalitionspolilik". Arbeitsgemeinschaft der Kivderfreunde. Achtung! Mittwod), 6, März, 20 Uhr. im Zimmer>09 des Berliner Rot, M—' Feff,~ w»—"------- MM' ,.., t. Montag. 4. März, 20 Uhr, im Heim Zchdenicker Str. 24®, Hauses, Eingang Iüdcnstraße, Helferversauunlung, Thema:„Soziales Wandern," Referent Gen ml e Schniidtbauer, «reis Mist Helscrversaucmluna. Referent Otto Metzner. Kre!» Eharloticoburg. Montag, 4, März, 20 Heim Rosine ustr, t Zhcina:.Unsere Ferienfe Eltern müssen erscheinen, Uhr, Elternversammlung im Ferienfahrten." Jahresbericht, Alle Krei» schäneberg. Helfersitzunx Montag. 4, März, 20 Uhr, bei Jakobs. Funafalken om 6. März Eingcabend, am!). Mörz Fecchnen. Kreio Prenzlauerberg, Gruppe Freiheit regelmäßige Fusommenkünfte im Monat März: ledcn Montag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr und jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr Im Heim Sonnenburger Str. 20. Gruppen. obende. Jeden Mittwoch von 17—19 Uhr Turnen in her Turnhalle Danzigee Straße 28, Jede» Sonnabend von 17 bis 17 Uhr im Heim Danziger Str. 62 Bolkstänze und Kinderchor. kre!» Steglitz. Dienstag, 6. März, von 17 bis 19 Uhr, Treffen im Heim, Mbrechtsrr, 4c. Tieegarten. Fung- und Rote Falken. Dienswg, ss, Mürz. von IT'-.- bis 19H Uhr Mitgliederversammlung im Heim Waldenserstvaße.— Küken: Witt- mach, 6, März, Heimabend von 17 bis 19 Uhr im Heim Waldenserstraße, Krei» Kremcherg.»reishclfersitzung. Montag, 4. Mär», 20 Uhr. Fugend. mannstr, 61/68). Wir bitten die Genossen der 41, und 42, Abteilung, ibre Kinder vom 4 März an dorthin zu schicken.— 1. Gruppe Südoft.?n der Schule Görlitzer Straße. Montoo 17—19 Uhr. Mittwoch 17—19 Uhr. Im Jugendheim Reichenderger Str. 60, Eonnabend 17—19 Uhr.— 2. Gruppe Halleiche» Tor,: Znqcudheim Wajterlarstz. it. Wontog 1!— 19 Uhr, Mittwoch ?7— 19 Uhr.'" TOunefoTna'tS AT Ühr,— g. Gruppe Südwest, Jugendheim Borckstr, IL M-Ntog 17—1» Uhr, Miliwoch 17—19 Uhr, Donnerstag 1814 dt, 20'4 Ubr.— 4. Gruppe Siiben, Schule Dicfleubachstr. 60. Dienstag 17—19 Ilhr. Mittwoch 17- ld Uhr.-Freitag 17-79 Uhr.— Gruppe Bergmanustsatz«. Montag 18— 19 L Uf)t, Mittwoch 16- L9,4 Uhr. kre!« Neukölln. Heutige Kreisnrcanstaltung: BHVch der Trepwwer kr fern, warte zum Film„Der heilige Berg". Treffpunkt 1414 Uhr Hertzbergpla» lln. kosten 20 PI. Geburtstage. Jubiläen usw. 103. Abt. vberschöneweibe. llnlcrem alten treueu Mitarbeiter Karl Atohue die herzlichsten«lllckwllulche zum 70. Geburtstage. Wir Holle», bot) erb noch recht long« bei guter Gesundheit NU» alo Funktionär echollrn bleiben chäge. um in unserem Sinn« zn wirken. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation 89. Abt. Reukölln. Unser Genosse Alexander Schulz ist im 66. Lebensjahre verftorbeu. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Montag, 4. März. 1214 Uhr, im Krcmawrium Baumschulcnweg. Oberstudiendirektor Albert Rohrberg spricht in Dinlogfonn mit einer Frau über das Thema„Wird mein Sohn zu Osiern ver- setzt?" Es ist ein Vortrag, der schlaglichtartig die ganze Situation des Vcrsctzungsclends beleuchtet. Sehr verständig löst Rohrbach Probleme, über die sich vielc,,Eltern selten klar werden. Vor allem betont er, daß es nie gut ist, wenn Eltern ihre. Kinder mit Drahun- gen vor dem Sitzenbleiben überhäufen. Viele Schülertragodien sind daraus schon entstanden. Auch im Zyklus„Mensch und Berus" geschieht diesmal Erfreuliches. Rabbiner Dr. Wiener referiert über den Beruf des jüdischen Geistlichen. Er gibt eine kulturpjychologische Skizze, ordnet diesen Beruf in das bürgerliche Leben ein und geht überhaupt weniger auf das religiöse als auf das gesellschaftliche und soziale Moment ein. Sehr hübsch ist die kleine Novelle Auern- heiiners„Der junge Don Juan", die mit liebenswürdiger Ironie die Ansänge des großen Liebeshclden schildert. Fflcbericke Lehner- Brcssert liest sie aber zu, betont witzig-paintiert. Di« Abenduntcr- Haltung bringt Kompositionen des S0jährig-u Gu Udert. Ganz bekannte Schlager, die vor Jahren auf allen Straßen gesungen wur- den, tauchen wieder aus der Versenkung auf, und diese alten Sachen sind bedeutend schlagkräftiger und musikalischer als das, was sich heute als Schlager austut. Guilbert stand als geistreicher und un- gezwungener Plauderer vor dem Mikrophons er verfügte über so viel Selbstironie, sich sogar über eigene Sachen lustig zu machen. F. S. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliu Einsendungen für diese ZtadrU nur an das Zuqendsetretartat. ?erfln<53B 68. Ondenftraße 3 Die Arbeitsgemeinschaft Abraham tagt morgen, Montag, wieder in iicc Schule Alte Iakobstraße, nicht»n der Lindenstraße. heute, Sonntag: Tewpelhos.Mariendorf: 19 Uhr Heimabend in Mariendorf, Dorfsiraße. Instrumente mitbringen.— Wanusee: Schule Eharloticnstraßc, Heimabend,- Zehlenbors: Heim Bohnhosstr. 8, Heimabend, 19 Uhr,— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5, Heilhabend.— Roiuickeudors.Oft: Heim Lindauer Str. I!. I, Heimabend. Werbebezirk Osteu: Abendveranstaltung im Heim Goßlersir. 61. Beginn 19 Uhr, 21 Uhr W..B-Borstandosstzung«bcndort. Werbebezirk Reulölln: Heim Steinmctzstroße, Schubert. Abend, Werbebezirk Lichtenberg: Heim Guuterstr. 44, Heilerer Abend, 1914 Uhr. Morgen. ZNontag. ISV» Uhr: Der Singlrri» Übt pünktlich 1964 Uhr im Heim Lindenstr. 4. Falkplatz I: Schule Sonnenburger Str. 20: I0.Min,.Referal?,— Fallplatz ll: Schute Sonnenburger Str. 20:„Unser Arbeilsverhältnss",— Schönhauser Bor» stadt: Schule Sonnenburger Str. 20: Mitgliederversammlung.— Frankfurter Biertel: Helm Litauer Sir. 18, Mitgliederversammlung.— Siralancr Dicrtcl: Heim Goßlerstr. 61, Mitgliederversammlung,— Eharlottenburg-Nord: Heim Olberstraße, Ostersahrtbesprcchung,— Raumlchulenweg: Seim Ernststr, 16. „Die Jugend und das Gesetz",— Johannisthal: Rathaus. Vorarheilcn für die Werbearbeit.— Treptow: Sdnile Wildenbruchstr. 53,.Ardeil erdichtung".— Borsigwalde.' Schul« Eonradstcaße,„Zweck und Ziele der EAI,"— Pankow R,.F,: Heim Görfchstr. 14, MitgliederverCammlung.— Re!n!ck.'ndsrf-Ost: Hcmt Lindauer Straße, Funkt ionärsstzung, 20 U.>r. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Bildungsaueschußsstzung, 1914 Uhr, bei Nathan Klein, Weißensre, Wörthstr, 2. Alle Gruppen müssen vertreten sein. Werbebezirk Schöneberg: Bolkstanzkursus, Schule Mültlc» straße, Werbebezirk Neukölln: Turnadend in der Halle, Lesssngstraße. Tambour» korps im Heim Lahnstr.!4. Werbebezirk Lichtenberg: Heim Gunterstr. 44, Kursus für Kassierer und Interessierte.___ Voriräge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastianstr, 57 88, Hos 2 Tr. Ganvorstand. Dienstag. 5, März, 20 Uhr, Beginn des Zungdanner» Schulungskursn», Kam. F?chn«r, M. d. L., spricht über„Die pol!» tischen Parteien in Kommune und Reich und ihre Arbeit für die Zugend."— Montag. 4. März. Mitte: Heimabend Zieckstr. 18. Portrog des Kam. Kol,. Neukölln.Britz, 8. Kameradschaft: 20 Uhr im Kgrlsgarten, Heiner Saal. Familie noorrrag:.2 Jahre Lelbsterlebirisse in Rußland." Referent Eugen Haale.— Dienatag, 5. März. Schäneberg. Friedenau, Kameradschaft Friedenacu 20 Uhr im Bevccnrloiol Born., Ecke Referent Kam, BuchhalZ. Achtung, 5 Wtlmeradvrf: 30 Uhr Botstandssitzung Britz. Iunqban Bort, stunde. WWW ginnenden neuen Kursus sind zu richten an Kam Banfelow, Berltn.Tegel, Berltner Sir, 88, Wilmersdorf, Rachrichtrnzug: 20 Uhr Berfammluiig bei Krviß, Holstetntsch« Straße,— Neukällu-Brttz: Karten zum 2. Konzert den Musikkorps sind bei den Kameradschastskalsterern abzuholen. Uebungsstunde, jeden Donnerstag, 20 Uhr, bei Rudolph, Hcrmannstr. 156. Daselbst Aufnahme. neuer Mitglieder.— Kreuzbern: Montag, 1. April. Zugend U, Versammlung inn 20 Uhr bei Krepp. Planufer 75. Bericht von der Generalversammlung. Jugend III: 30 Uhr im Jugendheim zgrangelsir. 128. Dienstag, 5. März. Zug IV bei Gründler. Zimmerstr. 30. Äortrag des Kam. P. Neumann.— Mrit«: Mens» . wlyoaeoerg-srceoeaau, z-ameraolcyalt gr leornciu: lorn., Ecke Büsingstraße. Mitgliederversammlung. Achwng. Zungbannerl 20 Illhr Heimabend.- rndssitzung de! Hamann, Uhlandstvaß«. Neukölln- ände." Die Zoter-ssen Vertretung Selbsthilfe der geschäd'gten Auslands., Kolantal. und Greüzlandc, deutschen, e. B., Berlin, hält am Soirntag. 8. März, l? Uhr, im Bürgersaal des Rathauses, Königstvaße, ihre Generalversammlung ab. Gäste herzlich wiMammcn, »erei« Seldtthilsebnnd der körperbehinderten, e. B., Bezirksgruppe Fried- richsltziln. 4. März, 20 Uhr. Berelnsßaus Tilsitrr Etr. 6t, Mrtgliederve» sammlung.■ Bdotogemetufchnst hn Touristrune rein.Die Raturireunde". Nontög. 4. Mörz. 20 Uhr, im Jugendheim Tilsiterstr, 4. Vortrag mit Lichtbilderu: „Malerei. Photographie. Film," Referent Prof. Mohsly-Ziagy. Eintritt frei. Gäste willkomuie». Gemischter Ehor„Polyhymnta" Tegel. MiigL d. DASB, Uebungsstunde jeden Dienstag von 20—22 Uhr in der Aula Trestowstraße. Im Interesse der Ardetterfäcigeckewegung bitten wir alle Parteigenossen um Unterstützung. indem sie dem Ehar beitreten»der ihre Frauen. Töchter und Söhne sich ihor zur Berfügung stellen. Die Aula ist gut geheizt! Gäste herzlich wllllonunen. Freier BoNschor Tegel. Sangesfreudigr Genossen sowie Zugrndliche! Heist mit am Ausbau eines großen Männcrchores! Werbet Mitglied im Freien Polkschor Tegel. Mitgl. d, DASB. Uebungssdmden jeden Freitag von 20 bin 22 Uhr, Schulaula Treskowstraße._ m p rn d en Herren-*�® � �75 echt RM. O gapp»>s.'°'" a«r nltur U N t e r.""„eQual»»' 678 Untat-' ""Farven m.Ssid.n JVU £HBkt.n 0 4|tur SSZZ'i-i .1 /. -Ir'tä* �Oernfmenshoffe fwtxg \A5»I� indanfhren gefärbt, kopicrf, ae» 1 v*-' itrein u mi»ffl.a3lTS �-----—----------- i2ä-"145?i53°®94 bZN�MZ � �wi'upfTCPB�' Ä-|3l5r s- 42Qr .Mä�äSS Edelerrtegnls' AllerDesFe deutsche GuiOlitöt.DeKannteste und BfiieBresK Marke nutkiei nenScnonneilirflilem..ZSASH co350 /ytf) WAOO /;H>T e. 525 4-1 Zr-2o4/a Marke.£»fro* WollplüschTeppiche Marke Kassau. remeWoiie mir Handrronsfc gerreue Kopien von fterserteppichen Wm SD- ©; .......,. UjßarmO:. � 'Div/andecken n- M?°�bN SÄÄT-f 29.50 ä°ä-.-sÄ 37.50 .36.- ,fS«-S l«SSSMASt-- A- Vsl'l'vorlegsi' >NolNeclM!lola5cn nas FhSyucido�rf�. / Haoroarn, moanme/i »u. 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Die Lehrerin in der Schule hotte sie die ganze Stunde über mit Verachtung gestraft, nxil sie alle» jalsch gerechnet hatte. Das Mittagessen hotte gar nicht geschmeckt und ihr« Puppe Helga sah alt und mitgenominen aus, und dann wollt« der Otto nom Portier gor nicht mehr mit ihr spielen, was hatte der bloß? Ein bißchen gewöhnlich war er ja nmnchmol! oder er war doch«in schöner Qunge, und so stark. Warum wollt« er nicht mehr mit ihr spielen? Es war überhaupt sehr fein, unglücklich zu sein. In den vornan, den st« neulich gelesen hatte, waren all« edlen und wirklich bedeuteirden Menschen unglücklich. Hi« sollte ja eigentlich noch keine Ztomane lese»! ober sie tot es doch, nun gerade. Wenn, man unglücklich war, dann ging einen die ganze Welt überhaupt nicht» mehr an. Dann war einem alle» ganz gleich- gültig. Man lächelt« nur müde und blickte in die Ferne. Zllle liehen einen zufrieden, weil man eben unglücklich war. Ja, Erika war sehr unglücklich. Der Regen hott« aufgehört. Sie ging In den Hof hinunter, mit ganz kleinen müden Schritten. Otto stand am Müllkasten und präpariert« eine Konlervcndüchs« für irgend«inen geheimnisvollen Zweck. Erika schwebte an ihm vorüber, ganz dicht, ohne ihn anzu- sehen. Otto rief ihr noch: ,/)e, Sie da. hast« schon Mittag sejesten?" Erika schwebt« wortlo» weiter. Otto lies ihr nach:„Wat hoste denn?" fragte er.„Hafte Irippe?"„Ich bin so unglücklich," sagte Erika mit leiser Stimme. „Dir haben s« woll d«t Iehirn geklaut? Bei det scheene Wetter willst« Theater machen? Mit mir? Mensch! Det lonnste zu Hause— oder wenn d« nach Schule sehst." Erika überlief es kalt, Sie könnte kein Wort hervorbringen. Mü leicht gesenktem Äops schritt st« an ihm norüber und verschwand in der Dvrchgongstür, die nach der Straß« führt«.- „Brich dir man keen« Aerzierung ob," rief Otto ihr nach. Sie stand aus her Straße. Daß Menschen sich so mißverstehen konnten. Hotte Quo denn gor lein Gefühl? srtein, sie mOrd« ihn wohl dach nicht heiraten. Da» war nichts für sie. Sie konnte wirtlich noch ganz andere hoben. Sie ging einmal um das Haufe r- viereck, um Otto zu beweisen, daß sie nicht seinetwegen herunter- gekommen war, sondern eine Besorgung zu machen hatte. Als sie wieder den Hof betrat, fand sie Otto van drei anderen Jungen umringt, die seine Konservenbüchse begutachteten. Otto lachte.„Kiel! mal. die verrückt« Ziej«. Da kommt se wiede/ ange- stiebelt. Weeste, wat die i»? Unglücklich i» se." Die Hungen starrten sie an und lachten. Langsam schrill Erika an ihnen vorüber. Aus der Trepp« ober kamen dll Tränen. La« war wirklich furchtbar, da« war entsetzlich. LI« sie sich ausgeweint hatte, betrat sie die Wohnung. Jetzt war alle? aus. Nie mehr konnte sie sich unter Menschen sehen lassen. Aber das war ja nicht das schlimmste. Was kümmert« sie die Bcr- ochtiwg. der- Menschen.... Die.-tonnte man ertragen, wenn man ftoh Mr. Aber daß Otto ihr so weh tun konnte, daß er si« vor seinen Freunden verhöhnte, darüber würde si« niemals hinwegkommen. Was sollte sie nur tun? Er würde sicher überhaupt nicht mehr mit ihr oerkehren wollen. Er verachictc sie ja aus tiefster Seele. Was sollte sie nur tun, um ihm begreiflich zu machen. Aus dem Spiegel starrt« ihr ein verheultes(Besicht entgegen. Auf der Erde lag ihre Pupp« Helga, sie sah auch ganz verweint au», gerade al» empfände sie ihren Schmerz und hätte Mitleid mit Ihr. Si« hob ihre Alein« ans und drückte sie ans Herz. Sic wiegte sie in den Armen und küßte sie. Wenn sie doch nur einen Grund wüßt«, wenn sie Otto begreiflich machen könnte, worum si« unglücklich war. Dann würde er sie nicht mehr oerachten. Er würde st« verstehen und alles wäre gut. Plötzlich durchfuhr sie ein Bedank«. Ha, so ging es. Es mußte. eben sein. Sic packte Helga bei den Beinen und schleuderte den Kopf gegen die Tischkante, daß cr in Stücke zersprang. Sic halte Packpapier, sammelte die Scherben aus und tat den kopflosen Leichnam dazu. Dann ging si« aus den Hos hlnunier. Otto bemerkte sie nicht. Er mußt« den drei Jungen seine neue Erfindung erklären. Erika stellte sich mit ihrem Paket neben ibn. Bei einer heftigen Beweghng stieß er sie mft dein Ellenbogen. Er sah nach ihr hin.„Da histe ja wieder, d» dowe Nuß. Wat hoste denn»u schon wieder?", „Ich wollt« dir nur sogen..." Sie drängt« die Tränen zurück.„Ich wollt« dir nur sagen, weshalb ich unglücklich hin. . Meine Puppe Ist nämlich gestarben." „.Ho, Mensch, bet is ja Iroßartig. Da können w'r det Luder jieich begraben. Ick bin der Paster. ick holte die Leichenrede." Erika lächelte unter Tränen. Glücklich war sie, so glücklich. Unbeschreiblich glücklich.__ 3liiitd, Xeierharten und ftichier flne.flnrktloir. Ein Warschauer Leiermann mar über«inen Hund erbost, der ihn dauernd verjnlgte und, sobald«r zu spielen begann, sich neben seine Drehorael stelst« und laut losheulte. In seiner Wut wart der Mann schließlich ei»«» Stein nach dem Hund«, aber so un° glücklich, daß drr Stein die große Hchqusenstericheib« eines Go- fchäste» zertrümmert«. Dieser Borsotz veranlaßt« den Laden- inhaber, den Leiermann festzuhalten. E» wurde ein Protokoll auf- genommen. Bald darauf.gelangt« die A"g«I,genhcit vor dem Richter. Der Lfierirtüint verlor den Prozeß, obzwar er geltend macht«. daß der Leierkasten nicht idm gehör«, sondern geborgt sei, asto der kigenilich« Besitzer d«b Leierkasten» den Schaden hane tragen müssen- Der Berurteilte rief die höher« Instanz an und bracht« den Sesifc« des Leiarkoften, zur Verhandlung mit.«inen Juden au» der Warschauer vörstadt Prags. In der Berufungsinstanz konnte dos Richterkollegium durchaus keinen Zusammenhang zwischen der zertrümmerten Fensterscheibe und dem Besitzer des Leierkastens irititellen- trotzdem nerirat der Vorsitzend« de» tBerchr»,«in«ingeileischter Antisemit,«inen anderen Standpunkt. Sa wurde also d« Jude zur Bizahlung des Schaden» verurteilt. Roch ewiger Zeit trifft«wer der Richter deu Lorfitz»«den auf der Straße und warnt ihn, da der verurteilt« Jude gedroht habe. 9ch begegne; Ich hatte schon lange geschlafen, es war ganz dunkel in meiner kleinen Kommer, als man mich plötzlich weckt«: jemand schlug an die Tür, die Tür össtiete sich, und herein trat wsin Freund, ein alter Herr. Er ist Generaldirektor einiger großer Fabriken, und in diesen Tagen war ihm seine Frau gestorben, eine alte, müde Frau. Der Generaldirektor setzte sich an mein Bett und erzählte mir folgende»: „Ich gehe an diesem Vormittag—«« ist kalt und faucht— durch «ine belebte Straße: es ist ganz eigenarttg für mich zu gehen, denn ich habe das ja eigentlich gor nicht nötig, weil ich Generaldirektor bin. Aber ich komme vom Friedhof und denk« so an irgend etwa». Da sehe ich an der Ecke einer schmalen Seitengasse einen jungen Mann stehen, dessen Zlusjehcn meine abgestumpften Augen zu näherer Betrachtung zwingt. Es ist«in kleiner junger Mann, mit einem grünen Cape, und er trägt einen gewöhnlichen, etwa» verschmutzten braunen Hut. Er hat sich, als ob er schüchtern sei, einige Schritte ocm der Straß» in diese Seitengasie zurückgezogen und tnppell mit klein«, Schritten auf diosem Abstand von der Hauptstraß« und zurück. Er laust ganz schnell, denn es ist, wie gesagt, ein kalte» und feuchte» Wetter. Die rechte Hand hält er— sie sieht dünn und zitternd au» wia eiy ängstlicher Vogel— aus dem Cape und hält in ihr einige Elles«!- bänder. Im Takt seine» eiligen Schritte» murmelt er, ohne die Augen zu erheben: „StiefÄbönderl Stiefelbönder!" Ich höre ihm ein paar Minuten zu und dafür, daß ich stehen bleib«, weiß ich eigentlich gor keinen Grund, höchsten»: dieser klein», junge Mensch trägt einen Zwicker. Man überleg« sich: wozu trägt ein solcher Mann«inen Zwicker? Nun will ich sagen, daß ich mir die» andauernd überleg«, ober plötzlich merk» ich. daß diese» gar nicht der Hauptgrund ist, weswegen ich stehengeblieben bin— obgleich so schlechte» Weller ist— und mir andauernd den jungen Mann betrachte. Ich weiß den Grund nicht, und doch wird mir auf einmal dos Herz so furchtbar schwer, ich schlaue den Kragen meines Pelzes hoch, nicht nur,«eil mich friert. Meine Frau Ist gestorben, mir fällt auf einmal sehr viel ein, und immer sehe ich von jungen Mann dabei an. der hin und her läuft, und kein Mensch tauft ihm etwa» ab: sein« Lippen werben dünn und hart, und sein« Nein« gitternd« Hand wirb rot und starr, er läuft hin und her und murmelt:„Sllefelbänder! Etiefelbünb«!' Es ist unheimlich: da geht dieser Mensch und trippell wie ein Tier im Käfig. Wenn er Vernunft hat und normal ist und etwas verkaufen will, läuft er nicht mit zu Boden geschlagenen Augen wie ein gefangene» Tier herum, solchem belSstigt gehörig hie Passanten. Jeder braucht doch StiefelbLicher. E» ist doch wahr? Ich bin ein bejahrter Mann. Ich bin Generaldirektor, ich weiß das. Und nun sieigen mir— ich fühle es— die Haare zu Berge und der Schweiß bricht mir aus allen Poren: jetzt plötz'ich hebt der junge Mensch die Augen: kleine, braune, doch ganz helle, furchtbar bekannte Augen, mein Herz wird so schwer, wie e, noch nie in meinem Leben gewesen Ist-—— und da stürz« ich davon, � und ich lause und ich lause und ich laufe. Endlich bleibe ich stehen. Ich bin am User de» Flusse«. Sein« Wellen glitzern vorbei, sie schäumen und si« fließen und stießen da- hin. Ich drohe mich um— mein Herz erstarrt vor Schrecken, da kommt er. der blast«, kleine Mensch, und er blickt mich noch immer an und wie seltsam: er kommt mir bekaimt vor. wie ein Bruder, der so lange in der Fremde weilte, daß man ihn ganz vergeisen hat. Ich stehe setzt an der gewölbten Holzbrücke, weit vor der Stadt. Unter mir fließt es, die Wellen, rauscht es. Er steht hinter mir, er werde bei der ersten Gelegenheit den Vorsitzenden mit einem mächtigen Stock verprügeln. „Er wird bestraft, wenn er sich untersteht, gegen mich den Stock zu erheben!" erklärte mit großer Wichtigkeit und tollen Blutes der Bedrohte. „Dem Juden wird nichts passieren." erwiderte sein Kollege. „WIeio?" „Der Eofus liegt sehr einfach- Der Jude hat die Absicht, sich einen Stock von einem Stockfabrikanten zu leihen. Nach der von Ihnen geübten Jurisdiktion, lieber Kollege, kommt der Fabrikbesitzer in» Loch und nicht der Jude, der sich den Stock leiht!" („Rzcczpospolita", Warschau.) Sprachhumor um Vier und Vlensch (Si gab einmal«ine Zeit, in der Mensch und Tier noch inmitten dir Natur als Freunde lebten, bis da» unerbittliche Fortschreiten der Zivilisollon ihr Aerl,und«ns«in immer mehr löste. Wofür eine Rolle spielt« noch vor Jahrzehnten z. B. da» Pferd! Eisen- bahn. Kraftvaagen, Motorpftvg ersetzen heute mehr und mehr seinen Dienst. So weit aber dies, Entfremdung zwischen Tier und Mensch vorgeschritten ist— die Erinnerung an jene, Zusammenleben ho! sich doch erhalten: unser« Sprache hat sie treu bewahrt. Und gerade in den Beziehungen von Tier und Mensch spiegelt si« einen Wesen»- zug de» Deutschen, den Humor, mit dem er an ollem IN der Welt In seiner Weise Anteil nimmt, in einer Menge von Bildern und Wendungen wider. Beginnen vpr gleich m>t dem Pjerd«! Auch heute, im Zettatter d»s Auto», sind uns„hochtrabende" Ausdrücke oder eine»Pfetde- kur" ganz geläufig: geht es uns zu wohl, dam»„sticht un» der Hafer", und müssen wir einmal lausen, stall fahren zu können, so .reiten wir auf Schusters Rappen". Scheuen wir vor«n«r unep- wai-tete» Hchwientzkev zurück, so.stehen wir wi, die Ochsen am Berge"(da sie Pen Wogen nicht hinausziehen lönnc») oder.wie dl« Kuh vor dem neu«» Tor", und machen wir ein« Sache verkehrt,- so haben»ür„die Kuh am Schwanz« angefaßt". Aar allem lebt im Bestand unserer Schimpfwörter lo manch« Beziehung zur Tierwelt fort, Da der Volksglaube dem Raben allerlei Böse» nochsagte, entstand der„Rabenvater', von d«n mit Pech oder Leim bestrichenen Ruten der Bogelionger kam der..Pech vogel", der sich eben„leimen" läßt, van den mir einer gelben Haut umsäumten Schnäbeln junger Vögel der.Gelbschnabel": der Schmutzige ist«in„Ferkel" oder.Dreckfink", her Schweigsam« ein „Stocksisch", da» stucke Mädchen eine.Drohne", da« elnfalllge eine „dumme Gans". Schlauheit wird dagegen vom Volke besonders hochgeschätzt und der junge Mensch mit dem Zwicker, ich fühle es, ohne ihn zu sehen. Ich bin plötzlich so müde. Ich bin ein alter Mann. Da tippt cr mich auf die Schulter und sagi:„O, du bist verheiratet. ich sehe cs an deinem Ehering— wie glücklich wirst du sein! Sicher hast du die tieine schwarze Irma mit den kühlen Händen ge- heiratet— Ihr beide schwärmtet doch so---" „Nein," söge ich,„die habe ich schon lange verlassen, ich habe Katharina genommen und die ist jetzt gestorben. Sie hintte zwqr ein wenig, aber sie war reich, mußt du wiisen, und ihr Vater—" „So?!" erwidert er.„Dann hast d» es ja sicherlich zu einem großen Dichter gebracht. Erinnerst du dich noch, wie du qus den Straßen liefft und Stiefelbönder verkoustcst? Aber du hast irie- mals etwas verkauft, weil du immer dabei Verse sprachst. Erinnerst du dich nach? Und die stillen Nächte in den Parks, in den einsamen. schottenspielenden, erinnerst du dich noch der süßen und träumenden Märchen?" Der Fluß rauscht und die weihen Kronen zittern im Wiegen vorbei. „Nein," sage ich,„ich habe das nicht ausgehaltsn. Ich trat in das.Geschäft meines Schwiegervaters ein.' Er«mannte mich zstm Prokuristen. Nun bin ich der Inhaber. Es ist eine große Fabrik!" „Wie ist das eigenartig!" entgegnet er mir hinter meinem Rücken..Eigentlich hätte ich dos gar nicht vermutet. Wenn ich nur an diese vielen schwärmerischen Nächte denke--- nein, nein! Sicherlich bist du im Herzen so geblieben wie du damals warst? Du liebst das Leben und treibst dich in Häfen und Schenken und Wäldern herum: da» Leben, dos wilde, wunderschöne--- „Do muß ich sagen, daß mir der Arzt die törperlichon Anstr»» gungen verboien hat. Ich gehe nur noch selten zu Fuß. Meistens bisse ich mich in meinem eleganten Auto fahren." O, wie fließen die Wellen trübe und zornig. Der hinter mein«» Rücken Ist eine ganze Wette still. Dann höre ich ihn wieder:„Du. nun sage mir einmal, wie ist das in dir? Sicherlich glaubst du noch an alle» Gut« und Schön« und du weinst noch immer, das weiß ich ganz bestimmt, über das viele Unrecht und die vielen Lügen!" Da will ich etwas sagen, aber es fällt mir nichts, aber auch gor nicht» ein, und ich drehe mich um, zu dem 5ileinen, und wie ich mich umdrehe und ihn so ansehe, derbci- zulvcken. Aus ähnliche sabiiläse Vorstellungen, und zwar auf das Kräutci'bnch Adam Lonircrs OääO) geht unsere„Zeitungsente" zu- rück. Cr berichtet, daß in Schottland am Meere Bäume wüchsen, aus deren Früchten, sobald diese ins Wasser fielen, Enten aus- schlüpften. Angst und Feigheit verachtete der Dcutsche von jeher. Der „Hasenfuß", per„?liigsthase", der das„Hasenpanier crzreift", sich ins Bockshorn tagen läßt"(er läßt sich so klein kriegen, daß cr sich in ein Bockshorn bis nach dem spitzen Ende zu oerkriecht) und schließlich„da» Fell über die Ohren ziehen läßt"— aste diele Wendungen sind uns heute noch ganz geläufig. So hat Gewohnhett, Eigenschaft, Körperform der verichicdenste» Tiere Anlaß zu mehr oder minder humoristischen Ausdrücken gegeden:«ine bestiinnste Art von Sage nennen wir„Fuchsschwanz", vor Schaltern oder Ga- schöftcn stehen wir oft„Schlange", der Betrunkene„Hot einen Affen", der Mürrisch« ist„bärbeißig", der Zornige„krebsrot", air unabänderlichen Dingen„beißt keine Maus einen Faden ab" und ol» unmtgsame Gegenden bezeichnen wir solche,„wo sich die Füchse Gittenacht sagen". Den vielseitigsten Ausdruck aber findet die gemütvolle Art des Deutschen in den zahlreichen humoristisch«» Bergsti hswenduUgen. Wo» er hier dem Tiere abgesehen oder adgclouicht hat, gehört teil weise schon feit ältesten Zeiten zum olltäglichen Sprachgut: wir schimpfen noch heute„wie ein Rohrspatz" und freuen UN»„wie ein Schneekönig"(d h. Zaunkönig, der auch de! strenger Külte nicht nach dem Süden wandert), wir sind„munter wie ein Moikätzchen" rcher„wi« ein Fisch im Wasser",„liegen da wie«>» geprellter Frosch",„stehen da wie«in begossener Pudel"»nd„sind füll wie eitr Obrwürmchen", wir„gehen drum herum' wie die Kotze um den heißen Brei", wir„frieren wie ein junger Hund",„haben Augen ®U na Luchs", find„arm wi»«ine Kirchenmaus",„geputzt wie ejn Psingstachf«' um„stapfen umher wie her Storch im Salat"! Dr. St. Weitzel. max ssarihet: ffiruchsiück«US einem ffioman Die weißen Leuchtraketen segelten durch die Nacht. Sie zeigten für einige Lichtsekunden das Schlachtfeld: die Kraterlandschaft eines erstarrten �und gestorbenen Mondes. In den steilen Gräben, die nach der zertrichterten Höhe führten, standen die Posten, junge Koldaten aus dem Elsaß und aus Posen, verwegene Teufel und Draufgänger. Hinter den Linien lagen die vielen Waldlager, und aus so einem Waldlager waren einige Soldaten zum Arbeitsdienst nach vorn ab- kommandiert worden. Das Lager bedeutete Ruhe, aber die Ruhe war ewige Arbeit und schlimmer als die Front. Munck, Oechle, Halsband und Gärtner bauten vorn im Niemans- land neue Drahtgitter und stellten spanische Reiter auf. Kettenschmidt und Eberle schleppten Eisenbahnschwellen. Kein Wort wurde ge- sprachen. Wenn die Raketen unter den weißen, seidenen Fall- schirmen segelten, lagen die vier Leute vorn im Granatentrichter, sie erhoben sich erst wieder, wenn das grelle Licht erlosch, wenn die Nacht dunkel hereinstürzte. Manchmal warf ein Posten eine Hand- granate. Das hitzige Feuer spritzt«, das Echo rollte vielfach durch di« Schluchten. Tak-tak, tak... klapperten die Maschinengewehre. Die Front erwacht«. Von ganz hinter aus den noch unversehrten Wäldern kamen schwere Granaten an und knallten aus die nackten Felsen. Dann kam wieder die große Stille, zwischen dem Leb«n und dem Tod, dann krochen sie leise zurück. Der Regen setzte ein, der versluchle Regen, der schon zwei Wochen fiel und siel. Die Argonnen ersoffen im Schlamm. Im fahlen Licht des dämmernden Morgens— aus den Unterständen stieg der dünne Rauch— marschierten die Soldaten in den Nordgrund. Sie waren hundemüde und verdreckt, sie zitterten vor Kälte, und Im Nordgrund mußten sie noch zwei Stunden an dem neuen Stollen bauen. Der neue Stollen fraß sich durch den Riegel eines schmalen Hügels. Auf dem Hügel lagen alte, sranzöstsche Gräben. Wenn der Nebel wabbcrte, kroch ob und zu ein' Lanzer auf die verdorrte Kuppe. In den verwahrlosten Unterständen fand man ab und zu noch einen Toten. Tornister lagen oerstreut herum, Schnürschuhe, Wickelgamaschen und Riemen. Und wenn der Nebel versackte, kam der Lanzer von den toten Franzosen und den Schnür- schuhen zurück und prahlte mit seiner Beute. Halsband fluchte leise. „So eine Sauerei. Da gehört hingeschlagen. Mit Eisenbahn» schienen! Bei dem Fraß soll der Mensch noch arbeiten können. Und dabei sagen die Brüder noch, wir lägen in Ruhe. Eine feine Ruhe ist das, Kettenschmidt! Meine Fresse, mit mir kennen bte's ja machen. Ich habe bloß einen Bater. Wenn man doch endlich seinen Heimatschuß verpaßte. Und Urlaub gibts auch nicht." „In drei Wochen ist Weihnachten," antwortete Kettenschmidt und hieb seine Spitzlzacke in die Stein«,„du redest gut für dein Alter, Halsband. Urlaub gibt es erst im Frühjahr." „Wie lange soll denn noch der Krieg dauern?" wollte Oechsl« wissen. „Das kann ich dir auch nicht sogen, ober ich habe gestern bei den Clsässern im Graben eine Inschrift gelesen:„Mensch, wo willst du die Ewigkeit zubringen? fragte ein Mann, der keine andere Sorgen hatte.„Und einer schrieb darunter:„Im Schützengraben, du Kasfer."„Urlaub, Urlaub, du willst Urlaub, Halsband?" höhnte 'Kettenschmidt." Wir sind ja erst acht Monate im Feld. In der Schule haben wir gelernt, daß es einmal«inen dreißigjährigen Krieg gegeben hat. Meine Herren, da rückt« ein grüner Rekrut aus, war bartlos und hatte nach dreißig Iahren einen Vollbart wie ein Fuß- sack. War Dater und Großvater, wenn er's erlebte... Schreibt dir dein Fräulein imer noch aus München?" „Natürlich. Und sie will ein Bild von mir haben. Therese heißt sie und wohnt in Schwabing. Wenn ich Urlaub habe, fahre ich nach München." Immer noch goß der Regen, aber die Ablösung kam und die Kolonne rückte in das Waldlager ab. Das Loger�ag am Hang eines verschosienen Hügels, in dem sich die Unterstände eingebaut hallen. Im Tale führte ein Knüppeldamm nach vorn und jenseits des Dammes trauerten die Friedhöfe. Eines Tages hatte der Franz- inann doch den Bogen heraus und funkte mit kleinen Feldgeschützen nach den Unterständen. Da war es mit der Ruhe vorbei. Der Haupt- mann von der zwölften Kompagnie hatte sich einen Unterstand bauen lasten, der mit Eisenbahnschienen gedeckt war, aber als die ersten Brocken ins Lager hagelten, drückt« sich Kirschl« und meldete sich krank. Das machte unter den Soldaten böses Blut, um das böse Blut zu beruhigen, wurden sie in den Arbeitsdienst geschickt. Di« Tage gingen langsam und schwer ihren Trott. Die neunte Kompagnie schleppte Minen nach der vordersten Linie. Sie Uesen, di« schweren Geschosse auf den Schultern, vom Munitionslager das verschlammte Tal nach vorn. Sie liefen auf dem Knüppeldamm und waren noch sicher, aber je weiter sie sich dem Nordgrund näherten, umso mehr drohten die blitzschnellen Feuerüberfälle. Kurz vor den Minenwerfern schoß ihnen ein französisches Geschütz gerade ins Gesicht. Das Geschütz wurde„Lulu" genannt, weil die Musik der heranwummernden Granaten aus zwei sich senkenden und wieder erhebenden UUs bestand. Lulu war unberechenbar. Drei Tage konnte das Aas schweigen, dann schoß und heuttc es nur in der Morgenstunde, dann paukte es alle fünf Minuten und an einem anderen Tag ohne Pause hysterisch in wütenden Schlägen. Wenn die Soldaten aus der geschützten Schlucht auf die Strecke kamen, die von Lulu beherrscht wurde, rasten sie mit den zentnerschweren Minen aus dem Buckel ihren Weg, und wenn Lulu musizierte, war der Weg ein Marterweg. Schon viele Soldaten waren auf dieser Strecke gefallen. Lulu blieb auch für die deutschen Langrohrgeschütze unauffindbar. Es gab wohl einen Umweg, aber der führte durch die vordere Linie, der Minen- transport war Akkordarbeit, der Umweg über die Berge hätte die Soldaten vier Stunden länger an die Arbeit gefesselt. Und so liefen sie den kurzen und gefährlichen Weg. Lulu fürchtend, Lulu verachtend, einmal mußten sie doch sterben. So oder so: vielleicht war Lulu gnädig und verpaßte einen Heimatschuß. Lulu war gnädig: der Unteroffizier Grahl bekam seinen Heimat- schuß. Lulu war nicht gnädig: sie verpaßte dem Gcsretten Hartwig einen- Schuß, der für die große Reise ins Nichts reichte. An dem Tag, als Grahl seinen Heimatschuß bekam, schleppten die jungen Soldaten ihre Zentnerminen. Die blutige Strecke, die Lulu beherrschte, wurde herzklopfend durchlaufen. Dann kam der Nordgrund. Der Nordgrund wap ein Mordgrund geworden. Der Franzmann hatte den Werferstand zusommengcpaukt. Siebenund- achtzig Minen waren dabei in die Luft geflogen und hatten drei Minenwerfersoldaten zerstückelt. Die Front an der„Toten Tochter" schob sich wie ein Keil vor und konnte von drei Sellen beschossen werden. An diesem Tag war der Franzose ganz verrückt. Der in die Lust gesprengte Minen- werferunterstond hatte ihm Mut gemocht. Zuerst feuert« er schwere Brocken in den Soldatenfriedhof, der sich hinter den Werfern am verdorrten Hang aufbaute. Es war ein aller Franzosenfriedhof, in dem sich ein Artilleriebeobachter festgesetzt hatte. Eine halbe Stund« lag aus dem Hang das Trommelfeuer. Und als diese Geschichte vorbei war, kamen die Minen angeschaukelt. Die Soldaten mit den Geschossen hatten sich in die sicheren Stollen geflüchtet und verfluchten jetzt nicht mehr die Nachtarbeit. Sie warleten das Ende des Feuers ab, das mit seinem Donner wie Weltuntergang dröhnte. Der Qualm der Beschießung wölkte in dunklen Schwaden durch das Tal. Munck und Occhsle beobachteten vom Stolleneingang das Feuer. Diesem Eingang gegenüber lag ein Sanitätsunterstand, der mit einigen Sanitätern und einem jungen Feldarzt besetzt war. Der Doktor saß in der vordersten Linie bei den Ossizieren. Mincnfeucr ist schrecklicher als Granatfeuer. Den Minen ist der Soldat vollkommen ausgeliefert. Er hört ihren Abschuß, das trockne Husten hinter den Bergen, er sieht auch die Flugbahn der Minen, das ruckweise Steigen, das aus der Flughöhe umkippende Geschoß und den steilen Fall. Er sieht also den Tod hcranstcigcn und herabstürzen und kann nicht fliehen, wenn Mine neben Mine her- überschaukelt. Er kann nichts tun als sich in den Schmutz und Schlamm verbeißen, er kann nur mitten im Feuer, Luftdruck und Eisensplittersall auf der Erde liegen und warten, warten, warten, bis das Unheil endet. „Meine Fresse!" brüllte Halsband durch das dumpfe Tosen. „Hat der General da drüben Geburtstag, daß er wie verrückt schießen läßt? Mensch, Mensch, da kommt ein Jäger!" Ja, ein junger Jäger raste durch den Minenschlog den Nord- grund entlang, er warf sich nieder, sprang wieder auf, lief und lief. lag an der Erde, raffte sich noch einmal auf und hatte den rettende» Stollen beinahe erreicht, als eine Mine sich ganz dicht hinter die fliehenden Füße setzte, den Mann durch die Luft schleuderte und vor den Stollen warf. Da lag er wie ein schwerer Sack und schrie und schrie. Die Franzmänner konnten zufrieden sein: ihre letzte Mine— sie schössen über hundert Stück— holte sich einen deutschen Soldaten. Munck und Occhsle stürzten aus dem Stollen auf den Verwun- beten zu, Halsbond raste zum Sanitätsunterstond hinüber und suchte den Doktor. Aber der junge Doktor mußte erst geholt werden. Die Sanlläter kamen, schleppten die Tragbahre, der Verwundete schrie immer wilder. Dann verstummte er plötzlich. Er war bei voller Besinnung. Ein Splitter hatte ihm in Kniehöhe dos linke Bein furchtbar verstümmelt. Er mußte sofort operiert werden. Endlich kam der Doktor. Der Jäger bekam eine einschläfernde Spritz«, dann wurden ihm die Fleischfetzcn gerichtet, und als sich der junge Arzt von der Bahre ethob, sah er wie ein Metzger aus. Das Feuer hatte aufgehört. Durch das nun friedliche Tal, auch Lulu heulte nichr. schleppten die Sanitäter den Schwerverwundeten nach hinten. Der junge Doktor wurde schon nach vier Tagen abgelöst und bekam das Eiserne Kreuz. Der Krieg ging weiter. Der Regen regnete jeden Tag. Lulu heulte und schrie. Gasleitung Lemberg— Warschau. Bon Lemberg wird eine 450 Kilometer lang« Leitung für Naturgas nach Warschau gebaut. Es ist dies die erste Ferngaslcllung in Polen Man will dos Gas in Warschau sehr billig abgeben. Die Kohlenindustrie ist gegen den Plan gewesen, der aber schließlich die Billigung der Regierung erhielt. Nur in Onginalnackiins— niemals lese Hersteller aucli von Persll-«lern Waschmittel für lede Wäiche ctrr j um Muhen zu bringen! Nutzen Sie