Morgenausgabe Nr. 107 A 54 -46. Iahrgang DSchentNch SSPf� monatlich 5�0 M. im voraus zahlbor. Postbezug 4�32 M. etrr'chließlich vi)Pfg.Poftzeitun'S. und 72 Pfg Postbestellgebührtn. Sl»island»» abonnemem 6.— M. pro Monat. litt„Vorwärts" erscheint wochentSg» lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Derlm und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen".„Frauen- stimme".„Technik".„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Borwarts" Berliner Voltsblatt Oiensiag 5. Marz 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die einspaltige Nonpareillezelle 80 Pfennig. Reklame eile 6.— Reich». mark.-•— druckte! fettgedruaie ll 12 Pfennio. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeiaen- annähme im Hauptgeschäft Linden- straß« 3. wochentägl. von S'/z bis 17 Uhr. Jentralorsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin TW 68. Lindenstratze 3 fternlprecher: Döndof» 292— telegramm-Sdr � ßojialbfmofrat verlt» Dorwärts-Derlag G.m.b.H. BoMldeckklmlo: Verl» S7 SSV»» VasNimio: Bant d«i Urhrttn. Angeftell»«, nni veaone» CoOfn. 66 Diitomo�Ielllchaf». Devvsiienialle Lmdenltt L Amtsantritt Herbert Hoovers. Mitarbeit an internationaler Zriedeussicherung— Kernbleibe« vom Völkerbund. Washington. 4. März.(Eigenbericht) Am Montag erfolgte die Amtseinsetzung des neuen Präsidenten der Bereinigten Staaten, Herbert C. H o o v« r. Di« Anteilnahme der Bevölkerung an diesem feierlichen Akt war gewaltig. Hoooer und seine Frau fuhren am Geißen Haus vor. wo sie non Präsident C o o l i d g e und Frau empfangen wurden. Coolidge und Hoover fuhren dann gemeinsam noch dem Kapital, wo die Der- eidigung vollzogen wurde. Der Weg war von großen Menschen- Massen umsäumt. Beiden Präsidenten wurden große Ovationen zuteil. Auf den Stufen des Kapitals legt« Hoooer den Eid ab. Er hielt dann eine'Programmrede, in der er betonte, Fortschritt. Wohlfahrt und Friede der Dereinigten Staaten seien aufs engste verbunden mit Fortschritt, Wohlfahrt und Frieden der ganzen Menschheit. Die vereinigten Staaten wallten weder Ausdehnung ihre» Gebiete», noch Vorherrschaft über andere Völker. Die gesamte Bevölkerung habe Anspruch auf dieselben wirtschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten und dieselben Bildungs« Möglichkeiten. Die amerikanische Jugend erstrebe eine wirkliche Gemeinschaft der Menschen. „Dieser neu« amerikanische Realismus/ sagt« Hoover wörtlich. „wird seinen Ausdruck darin finden, praktisch mitzu- arbeiten an ollen nützlichen internationalen Unternehmungen. Wir rviMschcn ben Frieden in der Well verbreitert zu sehen und wir wünschen, die Herrschast der Gerechtig- kell und des Verstandes zu stabilisieren, sowie die Gewalt aus- z u r o t t e n. Di« Annahme des Kellogg-Paktes sollte zu einer weiteten Abrüstung führen. Wir bieten der Welt ein ehrliches Angebot, abzurüsten. Dies« Abrüstung bedingt aber auch die Bervoll- kommnung aller Organe, die geeignet sind, die friedliche Regelung von Konflikten zwischen den lstationen zu erleichtern. Wir werden jede vernünftige Methode der Vermittlung, Schlichtung, Schiedsgerichtsbarkeit und ähnlicher Organisationen uMerstützen. Amerika ist unter den bekannten Vorbehalten bereit. dem haoger weltschiedsgericht-hos beizutreten. Das amerikanische Volk ist der- Ausfassung, daß es seine Friedensnrissson am besten erfüllen kann, ohne Mitglied de» Völkerbundes zu sein und ohne dadurch die Verpflichtung aus sich zu nehmen, sich unter Umständen an der Regelung von Konflikten zwischen Drillen beteiligen zu müssen." Staatssekretär Kellogg, an dessen Stelle in Hoovers Kabinett S t i m s o n treten wird, führt wahrscheinlich bis zum l. April die Geschäfte noch weller. Die Einschränkung der Einwanderung.. New Vork. 4. März. Nach«instündiger Sitzung ist der Senat in die Ferien gegongen, so daß Hoooer am l. April die Verordnung erlassen muh, durch die dag neue Quotengesetz in Kraft gesetzt wird, wonach eine Senkung der deutschen Einwanderungsquote von 51 227 auf 24908 erfolgt. Don innen gesehen. Die Reichswehr and das sozialdemokratische Wehrprogramm Ein Reichswehrangehöriger schreibt uns: Die lebendigen Debatten in der Sozialdemokratie die Wehrfrage sind auch an dem fortgeschrittenen Teü Reichswehr nicht unbemerkt vorübergegangen. Obwohl Reichswehranaehörigen keine Möglichkeit haben, sich ftac bürgerlich und parteipolitisch zu betätiaen. kann es ibi die ...., staats- bürgerlich und parteipolitisch zu betätigen, kann es ihnen nicht gleichgültig sein, wie die größte politische Partei Deutsch- lands, die gegenwärtig Regierungspartei ist und später ein- mal die Mehrheit in den Parlamenten erlangen will, sich „zur Wehrfrage und zum gegenwärtigen Heer einstellt. Vor allem sei bemerkt, daß es eine irrige Auffassung ist, die in größeren Kreisen d�r Partei immer wieder an- zutreffen ist, daß die gesamte Reichswehr in der Wurzel verdorben sei und daß man dieser Reichswehr kein Ver- trauen entgegenbringen könne. Ganz abgesehen davon, daß es mangelndes Vertrauen in die Sieghaftigkeit der Idee des Sozialismus darstellt, wenn man annimmt, daß die jetzige „reaktionäre" Reichswehr nie und nimmer zu einer Schutz- truppe der demokr«kkischen und republikanischen Staatsform herangebildet werden kann, muß gesagt werden, daß unter dem Mannschaftsstand bis in die Kreise der Unteroffiziere durchaus zuverlässige Elemente vorhanden sind, die schon durch ihre Geburt und ihre Abstammung aber auch durch Erkenntnis, die sie in der Dienstzeit sammelten, die Gewähr dafür bieten, daß ihnen ihr Eid heilige Sache ist und mit ganzem Herzen zur republikanischen Staatsform stehen. Freilich ist es gerade diesen Kreisen von der arbeitenden Bevölkerung und auch der Sozialdemokratischen Partei, be- �anders aber den Linksradikalen schwer gemacht worden, zu ibrer Ueberzeugung zu stehen. Als der Sozialdemokrat Noske noch Reichswehrminister war. mußten sich diese Kreise Calles Kriegsminister. Oer Aufstand in Mexiko. Mexiko, 4. März. Präsident Portes GIl hat den früheren Präsidenten Calles zum Sriegsminister ernannt. Dieser hat sofort den Oberbefehl über die Armee übernommen Der Gouverneur von ftueva Leon. Aaron Saenz. hat eine CrNäruag veröffentlicht, in der er sagt, er würde seine Kandidatur für die Präsidentschaft vorerst zurückziehen. sich der Regierung zur Verfügung stellen unh ihr seine Unlxr- stühuog gewähren.■; «kW mit Militär besetzter(Eisenbahnzug ist von Mexiko nach der von den Aufständischen besetzten Stadl Rogole» unterwegs. Cr wird von einem Flugzeuggeschwader begleite«. Man will die Aufständischen au» Rogale» vertreiben.- Erklärung des Präsidenten Gil. Mexiko, 4. März. Die Zeitungen veröffentlichen eine Erklärung de» Präsidenten Portes S i l, in der es heißt, ein großer Teil des Bundesheeres halle nach wie vor fest zur Regierung, und da die Regierung die Gefühle de» Volte saus ihrer Seite wisse, glaube sie eine rasche Beendigung der Revolle in Veracruz und Sonora in Aussicht stellen zu können. Die Erklärung erhebt gegen die Generale Jesus A g u i r r e in Verocruz urtd Francesco M a nz o in Sonora. die sich der Revolte angeschlossen haben, die Anschuldigung, daß sie sich noch einer besonderen Illoyalität schuldig gemacht hätten, da sie vorher der Regierung telegraphijch mitgetellt hallen, einig« ihrer llntergebenen entwickelten eine Verdacht einflößende Tätig- keit. Der Zweck dieses Telegramms fei gewesen, ihre wahr» Hat- tung zu verschleiern und die Unklarheit zu benutzen, um das Gelingen der Revolte zu erleichtern. Ungünstige USA'Meldungen. Rem Port. 4. März. Wie von der amerikanischen Grenze gemeldet wird, hat sich Cananea Im Staate Sonora. ein« der größten Bergwerksnieder- lassungen in Mexiko, mit einer einige hundert Mann starten Gar- nison Bundeotruppen den Ausständischen angeschlossen. Die Parteigänger Valenzuelos haben Agua Prieta im Staate Sonora eingenommen. Der Führer der Ausständischen, Josä Aguirre. war«in enger Freund Obregons, leistet« mit diesem zusammen 1923 bei der Unterdrückung des Ausstandes de la Huertas HUfe und war auch bei der Unterdrückung des Ausstandes der Baqui-Indianer tätig. Auf einen Schelmen anderthalbe! Severins an das republikanische Dolk. Düsseldors. 4. März.(Eigenbericht.) Anläßlich einer von der Ortsgruppe Essen des R e i ch» b a n- n e r e veranjtalleten Bundesgrün dungsseier sprach Mi- nister Seoering zu einer mehrtauseudköpsigen Menge. Severins begann mit einer kurzen Darlegung seiner Tätig- teitals Schlichter im Ruhrgebiet. Mit dieser seiner Tätigkeit seien viele Leute unzufrieden gewesen. Unzusriedene Leute aber müsse jeder in Rechnung nehmen, der in einer gehobenen Posötion steh«. Wer als Minister glaube. Lorbeer«, zu ernten, falle sich begraben lassen. Ein Führer müsse auch den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen, wenn keine andere Furt durch den Strom führt. Als damals gewisse Zeitungen schrieben, er werde nun keine Courage mehr ausbringen, ins Ruhrgebiet zu kommen, da habe er gesagt. jetzt komme er gerade. Das habe ihn auch bewogen, trotz vieler drängender po'-itischer Geschäfte nach Essen zu kommen. „Ich beklage", so fuhr Sevenng wörtlich fort,.alle die politischen Vorgänge der letzten Wochen und Monate Zu«wer Nervosität. wie sie sich in den letzten Tagen bemerkbar macht, liegtabergar kein Anlaß vor. Man hat von der Möglichkeit einer Diktatur gesprochen, wir haben aber keinen Diktator. Wenn man Mussolini als Beispiel für Deutschland anführt, so ist da» irrwegig, denn Musso- lini könnte in Deutschland mit den festgefügten gewerkschaftlichen Organisationen und dem starken Reichsbanner kemen Erfolg er- zielen. Ich stehe aber aus dem Standpunkt, daß es keinen Zweck mehr hat. daß Reichskanzler Müller weiter mit den Parteien verhandelt. Es kommt auch nicht auf die Zahl der Kabinettsmitglieder an. Wenn das Parlament eben die nötigen Steuern nicht bewilligen will, so muß an dos Dolk appelliert werden uiS ein neuer Reichstag gewählt werden." In bezug auf die Reichstagsverhandlungen der letzten Wochen sagte Severing:.Ich bin der sriidlichste Mensch, den man sich denken kann. Wenn aber der Reichsminister des Innern nicht immer fried- lich gesinnt ist, so nur deshalb nicht, weil ich meine Pflichten höher stelle als meine Persönlichkell. Ich bin gewohnt, wenn ,einand o u f die Republik einen Schelmen setzt, onterthalbe darauf zu setzen. Daran werden weder die Koinimmlsten noch die Rechtsparteien etwas ändern können. Wenn der Stahlhelm der Republik da» Genick brechen will und den Eid, der dem Kasser geleistet ist. höher setzt als den der Republik geleisteten, dann darf er sich nicht wundern, wenn er von dem zuständigen Minister etwas hart angefaßt wirb/ Di« Ausführungen des Ministers fanden stürmische Zustimmung. die allerschwersten und demütigendsten Beschimpfungen ge fallen lassen.„Roske-Hunde" und„Bluthunde", das waren ja damals die geläufigsten Ausdrücke, mit denen die An- gehörigen der Reichswehr wahllos bedacht wurden. Be- drohung mit Gewalttätigkeiten wqr nicht selten. Wüßte die Arbeiterschaft, welcher Schaden gerade durch diese Ver- unalimpfungen angerichtet worden ist. und wie die Offiziere diese Tatsache benutzten um gegen die Arbeiterbewegung scharf zu machen, so würden sie viel mehr an die Reichswehr- leute denken, denen unter der Uniform das Herz für die Arbeiter schlägt. Und diese Zahl ist nicht klein. Die Republikaner in der Reichswehr haben sich durch diese üblen Dinge nicht von ihrer Ueberzeugung abbringen lassen. Sie wissen zu gut, daß die Feindschaft gegen den Militarismus in jeder Form zu eingefleischt ist, als daß diese Gegnerschaft in einer Generation beseitigt werden konnte. Die Arbeiterschaft hat ein gutes Gedächtnis. Sie hat es noch stark in der Erinnerung, daß die„Soldaten" von ehe- mals ihre Feinde sein mußten, weil die Tendenz des Milita- rismus das verlangte und das Heer ausgesprochenermaßen dazu vorhanden war, Streikbrecherdienste zu leisten. Die denkenden Reichswehranoehörigen wissen das. Und sie legen deshalb Wert darauf, festzustellen, daß das heutige Heer denn doch etwas anderes darstellt, als jenes, das unter absolutistischem Kommando völlig willenlos gemacht wurde. Weil die fortgeschrittenen Elemente der heutigen Reichs- wehr nicht daran uninteressiert sein dürfen, wie die Lage der Reichswehr sich gestaltet, wie ihre Leitung ist, wie die Aufstiegsmöglichkeiten beschaffen sind, und ob sie früher oder später einmal die staatsbürgerlichen Rechte ausüben dürfen, kann es ihnen auch nicht gleichgültig sein, welche Auffassung die Sozialdemokratie über die Wehrfraae überhaupt hat und sie haben mit großer Freude begrüßt, daß die Programmkommission nicht einfach glatt sagte, die Reichs- wehr müsse überhaupt abgeschafft werden. In einem Teil der Parteipresse allerdings ist man radikaler aufgetreten, da verlangt man die Beseitigung der Reichswehr, ohne zu sagen, wie man das machen will und spricht auch wiederum davon, daß die Reichswehr abgeschafft werden soll, bis das Endziel erreicht ist. Wieder andere Genossen wollen sich mit einein Grenzschutz begnügen. Als ob Grenzschutz nicht dasselbe wäre wie Reichswehr! Es ist also in der Partei der Streit noch nicht entschieden, ob der Kamps um oder gegen die Reichswehr gehen soll. Ich persönlich und::n großer Teil meiner Kameraden mit denen ich mich einer Auffassung weiß, vertreten die Auffassung, daß es einen schweren Fehler bedeuten würde, wenn etwa auf dem Parteitag der Sozialdemokratie der Kampf gegen die Reichswehr proklamiert werden sollte. Der dritte Absatz im Abschnitt III der Richtlinien sagt > sehr richtig: Di« Wehrmacht kann ihre Aufgab« nur erfüllen, wenn sie in i ihrem Denken und Fühlen mitdem Dolte verbunden ist und sich— im Gegensatz zu allen militaristischen Tendenzen, die auf die Beherrschung des Staates durch das Militär hinauslaufen — als dienendes Glied in die demokratische Republik einordnet. Es muß eine der wesentlichsten Aufgaben der Sozial- demokratie in der Zukunft sein, das Denken und Fühlen der Neichswehrangehorigen so zu gestalten, daß sie sich mit dem Volk eins fühlen können. Dazu gehört aber, daß der jetzige staatsbürgerliche Unterricht/ der in den Kasernen besonders an die Unteroffiziere erteilt wird, umgestellt wird. Nicht nur Inhaltlich. Nicht nur, daß gewisie Lehrbücher verschwinden. Auch Lehrer werden das Feld räumen müssen, Lehrer, deren Gedankenwelt noch in der Kaiserzeit verankert ist und die auch heute noch an die Rückkehr des Kaisertums und der Monarchie glauben, obwohl sie das cheer der Republik unter- richten dürfen. Glaubt man in den Kreisen der Gegner der Reichswehr, daß diese Notwendigkeit sich selbst auslösen wird? Oder hat man kein Zutrauen zur eigenen Ideologie? Eine Partei, die mit ihren Ideen die ganze Welt erobern will, sollte nicht so kleinmütig sein, anzunehmen, daß chre Lehre an dem harten Sinn oder dem bösen Willen einer Bevölkerungsschicht scheitert, die sich verpflichtet hat. den Schutz für die in einer politischen Umwälzung errungenen Freiheiten zu übernehmen. Freilich wird es nicht leicht sein, das Denken und Fühlen eines Teiles der Reichswehrangehörigen zu beeinflussen. Man hat ja den Reaktionären so unendlich viel Zeit gelassen, Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die Gedankenwelt der Brüder im Waffenrock nach einer bestimmten Richtung zu dirigieren, eben in den staatsbürgerlichen Vorträgen. Und will die Sozialdemokratie noch länger zusehen, daß die Rekrutierungsbestimmungen zugunsten der Feinde der Republik, der Angehörigen der vaterländischen Verbände, angewendet werden? Sollte es nicht möglich sein, an Stelle der Vorschriften, nach denen die Verwandtschaft des Einzustellenden bis zum»Urgroßvater und bis in die letzten Seitenlinien analysiert wird, um festzustellen, ob nicht doch irgendwo ein roter Bazillus vorhanden gewesen sein könnte, andere zu schaffen? Unserer Aufassung noch bilden da die Richtlinien der Kommission ein wertvolles Hilfsmittel. Ja, aber— so wird man sagen: Selbst wenn die Mannschaften und das Unteroffizierkorps in Ihrer Gedanken- weit sich zur Republik einstellen, dann haben wir immer noch die reaktionären Offiziere, die, zum Teil aus der alten kaiserlichen Armee entnommen, mit der republikanischen Staaatsform sich nicht befreunden können. Es soll nicht ab geleugnet werden, daß noch«in großer Teil Offiziere Mon archisten sind, es sind aber auch Freunde der Republik vor» handen. Aber warum geht man nicht dazu über, das Offizierkorps zu verjüngen? Die heutige Ausbildung des Unteroffizierkorps ist so, daß wesentliche Teile der Unter- offizierkorps in die Offizierslaufbahn übergehen könnten. ohne daß die Reichswehr irgendwelchen Schaden erleiden würde. Man mache die Bahn frei! Jetzt versucht man der Verdrossenheit dadurch zu begegnen, daß der Reichswehr- joldat nach zwei Jahren Oberschütze und nach einem weiteren Zeitraum Obergesreiter werden muß. Dann aber stoppt es. Dann kommen die Prüfungen und Beförderungen. Und tausende tüchtiger Unteroffiziere warten heute darauf, daß sie weiter vorwärts kommen. Endlich komme man dazu, den Anashörigen der Reichswehr die Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte zu gestatten und ihnen das Dereinigungsrecht und den Schutz ihrer Rechte durch ein« von ihnen gewählte Personalvertretung zu sichern. Wenn die Richtlinien zur Dehrfrage in dieser Form angenommen werden, bedeutet da» unserer Meinung nach für die Republikanisisueung der Reichswehr viel mehr als all die Forderungen, deren Erfüllung heute noch in weiter Ferne liegt. Gegenwartsarbeit zu tremen, erscheint uns. die wir die Dinae m der Reichswehr kennen. viel vorteilhafter, als den Blick in eine Zukunft richten, die noch im grauen Rebel liegt— womit wir nicht sagen wollen. daß die weitergehenden Forderungen d«r Sozialdemokra» tischen Partei nicht auch ihrer Erfüllung entgegenreifen. Die Parole„Nicht gegen, sondern um dl« Reichswehr. hinein In die Reichswehr!, wird sicher dazu beitragen, die realen Machwerhältnisse der Republik zu sichern und die Machtposition der stärksten Stütze der Republik, der Sozial- demokratie, wesentlich zu erwestern. Die Zeitungen der Brandleristen haben mitgeteilt, daß Stalin unter den Sowjetfuntnonären ein« Unterredung zwischen B u ch a r i n und K a m e n e w zirtu- lieren läßt, um Bucharin endgültig zu erledigen. Das Organ dar kommunistischen Linksopposition in Berlin veröffsntllcht die Auszeichnungen Kamenews über dieses Gespräch. Diese Aufzeichnungen sind ein Stimmungszeichen für die innere Lage in der Sowjetrußland beherrschenden Partei. Am 11. Juli 1928 besuchte das Mitglied des Politbureaus und der Lester der Komintern. Bucharin. sehr aufgeregt Kamenew konspirativ. Cr beklagte sich darüber, daß die Agenten der GPU. ihm auf den Fersen folgten. Er erklärte Kamenew. daß er gekommen sei, um ihn üb«? die Situation zu informieren, damit er wisse, worum der Kampf gehe. Kamenew schildert nun: Frag« Komenew:.Lst denn der Kampf so«rnst? B u cha r i n:„Darüber will.ich gerade sprechen. Wir sind der Meinung, daß die Linie Stalin« vernichtend für die ganze Revolution ist. Mn dieser Linie geraten wir in den Abgrund. Die Disserenzen zwischen uns und Stalin sind viet, viel ernster als alle Differenzen, die zwischen un» und ihnen bestanden haben..... Mit Stalin spreche ich schon einig« Wochen nicht mehr. Er ist ein prinzipienloser Intrigant, der alles der Aufrechterhallung seiner Macht unterordnet. In der Siebenersitzung gerieten wir aneinander. Wort« fielen, wie„Du lügst» usw. Er hat jetzt einen Rückzug angetreten, um un« zu schlachten.» Komenew:„Wie stark sind eure Kräfte?» Bucharin:„Ich. Tomsti. Bykow, llglanosf. die Fünfer sind überhaupt mit uns. Aber sie erschraken, al» die Rede aus die mögliche Absetzung Stall»» kam.» In der Ergänzung hierzu— so schildert Kamenew weiter— folgte ein Haufen von Entlarvungen. Der Ton ist der des ab- .saluten Hasses gegen Stalin, des absoluten Zer» �w ü r f n l s s e». Und zugleich«In Hin. und Herschwanken, soll man offen austreten oder nicht. Tritt man auf, so wird man laut des Spallungsartikels in Grund und Boden vernichtet. Tritt man nicht auf. wird man durch ein Neines Schachspiel vernichtet und zudem bekommt man noch die Berantwortüng aufgehalst, wenn e» im Oktober kein Getreide mehr gibt. Schrei nach der Oikiaiur. Hilfe, der Reichstag soll entscheiden! Nach bem Scheiten, der Verhandlungen um die Große Koalition nehmen die Dinge ihren normalen, Verfassung?- mäßigen Verlauf. Der Reichskanzler wird mit Etat und Deckungsvorlage vor den Reichstag treten, und der Reichs- tag wird nach öffentlicher Verhandlung eine Mehrheitsentscheidung zu treffen haben. Der Gedanke, daß nach den Widerwärtigkeiten der Der- Handlungen hinter den Kulissen endlich der Normalfall des ?artamentarischen System» eintritt, erschreckt die Gegner de» Parlamentarismus so sehr, daß sie laut nach der Diktatur rufen. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „Man könnt« sich denken, daß der Reichspräsident noch dem 13. März ein Kabinett der Persönlichkeiten unter einem bewährte» und starken Führer beruft, der allerdings keinesfalls den extremen Parteien rechts oder»links angehören darf. Es wäre von durchschlagender Bedeutung daß Persönlichkeiten in da» Kabinett einträten, die durch ihre bisherigen Leistungen di« Gewähr für energische, sachliche Arbeit bieten, die weiterhta infolge ihrer Position im öffentlichenLeben Bürgschaft gegen aussichtslose, gewaltsame Experimente sind. Diesem Kabinett wären wenig«, fest umrissen« programmatische Aufgaben zu stellen, wie st« au» der wirtschaftlichen und politischen Rot de» Bolle» ohne weiteres erwachsen. E» müßt« für den Reichstag über die Auflösungsorder verfügen, und man kann sicher sein, daß es die Parteien zunächst nicht zwingen würden, davon Gebrauch zu machen. Mit einem Er m acht i- gungsgesetz, da« dem Reichstag unter diesen Umständen bevor» zugt zu präsentieren wäre, hätte dieses Ministerium der Erneuerung die Möglichkeit, die vordringlichsten Aufgaben zu meistern.» Die„DAZ.» unterschreibt ihren Schrei nach dem starken Mann: Die Stunde des Reichspräsidenten. Sie hat den starken Mann auf Vorrat und bezeichnet ihn ziemlich deutlich. Er hält sich selber für den„bewährten und starken Führer", liebt kräftige Reklame für sich und wartet schon lang« auf„seine Stunde". Di« Rückkehr zum Normalfall de» parlamentarischen Systems stört seine Hoff- nungsn, also muß die ihm nahestehenoe Press« laut nach ihm rufen Warum aber das Gerede von der„Stunde de» Reichs- Präsidenten"? Warum nicht gleich offen und deutlich: die Stund« de« Herrn Luthers Llnerbitilicher Kampf. Oer Haß der Sowjetsührer untereinander. Kamen«»:„Aber worauf hoffen Sie, um Getreide zä erhalten?" Bucharin:„Da» ist ja di« Sache, daß fi« aus die Erschaffung von außerordentlichen Maßnahme» bei der Entstehung von Schwierigkeiten hoffen. Das ist Kriegskommunismus u n d T o d.... Es ist nicht nötig, daß jemand von unserer Be- rvegung erfährt. Telephoniere nicht mit mir, mau hört ZU. Die GPU. verfolgt mich und sie fleht auch bei dir. Ich will, daß du Informationen erhältst, aber nicht durch Sekretär« und Dermittler. Don dem Inhalt unseres Gespräche« wissen nur Rykow und Tomsti. Zum Schluß schreibt Kamenew über Bucharin:„Außerdem eine Menge Kleinigkeiten. Er ist sehr erschüttert. Manchmal zitterten ihm di« Lippen vor Ausregung. Er hatte manchesmal da» Aussehen eines Menschen, der da weiß, daß er verurteilt ist." Der haßerfüllte Kampf innerhalb der kommunistischen Führerschaft in Rußland kann nicht drastischer gesHildert werden. Bucharin ist inzwischen„geschlachtet. Es scheint jedoch, daß nach diesem offenen Signal die Rechts- Opposition um so lebendiger wird Einer der führenden Parteileute, Fr um k in. ist zur Rechtsopposition überge- treten. Er geHörle zu den engsten Mitarbeitern Lenins. Im Institut der roten Profesioren, das bestimmt ist. eine Gruppe von Hochschullehrern auszubilden, die den Anforderungen des Sowjetsystems entsprechen sollen, hat sich heftige Oppo- sition gegen die Politik des Zentralkomitees erhoben, die mit der Politik der Tatarenkhane verglichen wurde. Die innere Zerfleischung ist in vollem Gange. Ltm Trotzki. Rückfragen der Reichsregierung in Konftantinopel. Im Zusammenhang mit dem Einreisegesuch Trotzkls noch Deutschland hat die Reichsregierung in Kanftaminopel ver- schieden« Rückfragen gehalten. Sie beziehen sich u. a. insbesondere auf die künftigen Absichten T r o tz k i s, d. h. ob er dauernd in Deutschland zu verbleiben gedenkt oder nur Aufenthalt zu einer Kur zu nehmen beabsichtigt. Die Lltrechter Fälschungen. HoNäudisch-belgische Sozialisteukundgebung. Amsterdam, L März. 2» einer von der Sozialdemokratischen Partei veranstalteten Massenkundgebung sagt« der Paneioorsitzend« Qu de g«est u.a.. wären die Dokumente«cht. so ffet der Friede Europds in mn so größerer Gefahr, wenn die Minister Frankreichs und Belgiens daran beteiligt seien. Aber die Sozialisten hätten kein Vertrau«, zu der Quell«. aus der der Bericht kam, und ebensowenig in die amtlichen �Dementis. Rur di« Versicherung ein« belgischen Parteiführer», daß Dinge, wie man sie vor dem Krieg« erlebt Hab«, nicht wiederholt werden könnten, und daß geheim« Abmachungen der Generalstäb« nicht ohne Wissen der Regierungen möglich seien, könnt« beruhigen. Abg. Eamille Huysmans- Antwerpen, Minister im Kabinett Dandervelde, erinnerte an seinen Kampf gegen den belgischen Annexion!«nu« während de» Kriege». Der Annexionisnm» sei tot. dagegen droh« die Gefahr der großniederländischen Be- stredungen, die Flandern Holland einverleiben wolle. Der Mikttärvertrag au» dem Jahr« 1920 sei au« der Furcht Belgien» vor einer Wiederholung der Ereignisse de« Krieges verständlich. Er enthalt« niititärisch« Maßnahmen für di« Verteidigung gegen einen unprovozierten Angriff Deutschlands. Jedes Land behalt« die freie Entscheidung darüber, ob ein derartiger Angriff vorliege. Der Wort- laut sei in der Presse veröffentlicht, vom Parlament einstimmig angenommen und beim Döllerbund eingetragen worden.r deutlich ab. Der Preußische Richterverein steht durcha»» aus dem Boden der Nersckfimg:« will und muß unter seinen Mitgliedern Selbstzucht üben. Dienstag,!) Uhr. Weiterberatung: daraus dritte Lesung des preußiscben Flaggengesetzes, namentlich« Abstimmung Über das Mißtrauensvotum gegen den Innenminister. Zetkungssturm in Slambul. Die Redaktion der griechischen Zeitung„Chronica" wurde von 200 türkischen Studenten übersollen, die Druckerei zertrümmert. Di«„Chronica" hatte mehrere Artikel veröffentlicht, in denen die Vertreibung der Griechen aus Anatolien sowie die Wiederinbesitznahme von Smyrna durch die Türken als Rückfall in die Barbarei bezeichnet wurde. Auf den Pfaden der„Aufklärung". Oie Bergisch-Märkischen Arbeitgeberverbände an der Spihe. Nachdem die Arbeitgeberverbänd« bereits aus die ihnen„drohen- den(Befahren* neuer Lohnforderungen aus Anlaß der mit dem Ende dieses Monats ablaufenden 272 Tarifverträge für insgesamt 2,53 Millionen Arbeitnehmer hingewiesen haben, gehen sie jetzt daran, die öffentliche Meinung für sich günstig zu stimmen. Es tommt geradezu einer Flucht in die Oefsentlichkeit vor den„unabweisbaren Folgen einer hemmungslosen Lohnpolitik* gleich, was die Vereinigung der Bergisch-Märkischen Arbeitgeberverbände in der hinreichend bekannten„Deut- schen B ergwerk s-Zeiwng* über ihre jüngste Ausschuhsitzung berichtet. Da wird zunächst beklagt, daß die Oefsentlichkeit bei weitem nicht von der Wichtigkeit der Kleineisenindustrie, der rechtsrheinischen Textilindustrie usw.. mit etwa einer Viertelmillion gewerb icher Ar- beiter und Angestellter unierrichtet sei. Im Zusammenhang mit dieser angeblich erkannten Wichtigkeit auch der Vereinigung der Bergisch-Märkischen Arbeitgeberverbände werde die Bedeutung der gewerkschaftlichen Lohnpolltik Nor, die auch im Frühjahr wieder m Erscheinung treten kann. Die Oefsentlichkeit müsse sich für dies« Dinge interessieren und mehr als bisher wirtschaftlich und nicht parteipolitisch die Lohnforderungen der Gewertschaf, ten kritisieren und ihre Folgen beobachten. „Wir haben all« für das Gemeinwohl zu arbeiten. Deshalb loerden die Arbeitgeber mehr als bisher die Oefsentlichkeit über die Lohnpolitik der beteiligten Kreise unterrichten....* Die Aufklärungskampagne wird dann eröffnet durch ein« tabellarische Uebersicht über die Steigerung der Löhne in der Metallindustrie im Bezirk der Bergisch-Märkischen im Jahre 1928. Die aufgeführten Steigerungen der Stundenlöhne bewegen sich zwischen S.32 Proz. und 6,66 Proz. für Facharbeiter über 24 Jahre und in einem Falle, in Solingen, sogar zwischen 16,12 bis 17,54 Prozent für Angelernte und Hilfsarbeiter über 24 und Arbeiterinnen über 26 Jahre. Nach diesen so hochprozentigen Steigerungen in Solingen beträgt der S p i tz e n l o h n für Angelernte über 24 Jahre 72 Pf., für Hllfsarbeiter 67 Pf. und für Arbeiterinnen 50 Pf.: vor- dem 62, 57 und 43 Pf. Der höchste Spitzenlohn der Facharbeiter über 24 Jahre ist in Solingen 84 Pf., in Cronenberg beträgt er 82 Ps., sonst durchweg 89 Pfennig, in Velbert— wo überhaupt keine Lohnsteigerung eintrat— 79 Pf. Die Löhn« der A n g e- lernten über 24 Jahre bewegen sich— nach der letzten Steige- rung— zwischen 71 und 73 Pf. Die H i l f s a r b e i t e r l ö h n e betragen in der Spitze für über 2chährige Arbeiter 66 Pf., in je einem Falle 64 und 67 Ps. Di« Spitzenlöhn« der Arbeiterinnen über 23 Jahre 48 Pf., über 22 Jahre 49 Ps., über 21 Jahre 46 und 50 Pf. und im Wuppertal für die über 20 Jahre alten Arbeite- rinnen 49 Pf. Die Herren der Bergisch-Märkischen können mit diesen gestei- gerten Spitzenlöhnen wirklich nicht prahlen! Vielleicht ergänzen sie ihre Tabelle demnächst durch Angabe der Löhne, die sie den jugend- lichen Facharbeitern bis zu 24 Jahren, den Angelernten. Hilfs- arbeitern und den Arbeiterinnen bis zu 29, 21, 22 und 23 Jahren zahlen. Das Geheimnis der Lohnpolitik der Gewertschaf- ten können wir übrigens der Vereinigung Bergifch-Märkischer Arbeitgeberverbände verraten— falls es ihnen immer noch nicht bekannt sein sollte. Zunächst dreht es sich darum, die Reallöhne vomJahre1913 wieder zu erringen, dann aber, darüber hinaus, die Löhne derart zu erhöhen und die Arbeitszeit auf 48 Stunden zu verkürzen, damit für Bildung?- und Kulturzweckc einig« Groschen und Stunden mehr verfügbar sind als heute. Aus dem Vortrage, den Dr. Osthold aus Düsseldorf den Aus- schußmitgliedern über„die gewerkschaftliche Bildungs- und Kulturpolitik* hielt, haben diese sicher die Ueberzeugung gewonnen, daß das, was auf diesem Gebiete geschieht, recht not- wendig und nützlich ist, und seine Ergänzung in der Lebenshaltung der Arbeiterschaft finden muß, wozu es auck weiterhin der Lohn- erhöhungen bedarf. „Das gesunde Urteil der Allgemeinheit* ist in dieser Beziehung ganz auf der Seite der Arbellnehmerschaft, die za außerdem auch als Derbraucher zu werten ist. Kommunisten sprengen Versammlung. Am Sonntag vormittag hat die KPD. den Berliner Ma- s ch i n e n-, Motoren- und Autoreparaturschlossern gezeigt, wie sie sich die„praktische* und revolutionäre Gewerkschaftsarbeit ihrer Parteimitglieder in den Gewerk- lchaften denkt. In der Versammlung dieser Branche sollte zu der jstündigung des Lohn- und Manteltarifs für die Ber- liner Metallindustrie Stellung genommen werden. Was kümmert aber die kommunistischen Gewerkschaftsstrategen die Lohnbewe- gung von rund 200 999 Berliner Metallarbeitern? Für sie komint es jetzt darauf an, jede praktische Arbeit der„resormisti. schen Gewerkschastsbureaukraten* zu verhindern und die Ge- werkschaftsmitglieder gegen sie in Front zu bringen, was man fo „Opposition nennt. Also brauchten die Maschinenschlosser auch nicht zu erfahren, was die Ortsverwaltung über die Durchführung der Lohnbewegung in den BVMJ.-Betrieben denkt. Der Abgesandte der KPD.-Gewerkschaftszentrale Berlin- den der ........ sowohl als seinen Anhängern der Beschluß der Generalversammlung vom Vorjahre bekannt, wonach die Neuwahlen der Branche �itung erst nach der Reorganisation der Branchen vorgenommen wer- den sollen. Es ist ihm weiter bekannt, daß der Bevollmächtigte Genosse U r i ch kürzlich in der Verwaltungssitzung erklärt hat, die Vorarbeiten für die Reorganisation ständen vor ihrem Abschluß. Und schließlich ist Peschke schon lange genug Mitglied der Organi- sation, um zu wissen, daß ein Generaloersammlungsbeschluh für alle Verbandsmitglieder bindend ist. Alle diese Selbstverständlich- keilen hinderten den organisierten Schreichor der Oppo- sition jedoch nicht, rhythmisch brüllend die Abstimmung über diesen Antrag zu verlangen und damit den Genossen U r i ch am Sprechen zu hindern. Es blieb dem Versammlungsleiter nichts anderes übrig, als die Persammlung zu schließen. Die Organisation wird sich in Zukunft gegen eine derartige systematische Sprengung ihrer Versammlungen zu schützen wissen und unnachsichtig gegen die Mitglieder vorgehen, die glauben, die BeschMsse der Gewerkschaftsinstanzen mit Füßen treten zu können. Solche Szenen, wie sie sich in den Jahren 1923/24 in Gewerkschafts- Versammlungen abgespielt haben, dürfen sich jetzt nicht wiederholen. Die Meiallarbeiier rechnen ab. Niederlage der Gewerkschasteifeinde. In den letzten Tagen sanden in Berlin die Wahlkörper» Versammlungen des Metallarbefterverbandes statt, in denen die Vertreter der Mitglieder zur Generalversammlung gewählt werden. Di« Kommunisten hatten besondere Anstrengungen gemacht im Hinblick aus die bevorstehenden Betriebsrätewahlen. wo die Unorganisierten den verfahrenen Karren der KPD. aus dem Sumpf ziehen sollen. Die Wahlen sollten den Unorganisierten und sonstigen„Sympathisierenden* die große Mach! der KPD. vor Augen führen. Es kam aber a n d e r s. Die Mitglieder hatten das Kesseltreiben der Moskowiter gründlich satt bekommen. Besonders die älteren Mitglieder, die seit langem schon, angcekelt von dem Treiben der Kommunisten, den Besuch der Wahlkörperversammtungen mieden. waren auf dem Damm, um den Feinden der sreicn Gewerkschaften einen Denkzettel zu geben. Das Ergebnis der Wahlen ist für die Kommunisten ein glatter Verlust von vierzehn Wahlkörpern.(Je 399 Mitglieder bilden«inen Wahlkörper.) Unter den Wahlkörpern. die den Kommunisten ab- genommen wurden, befinden sich besonders solch«, die bisher zu den Hochburgen der KPD. gezählt wurden und denen führende Mitglieder der sogenannten./Opposition* vorstanden, darunter ein Wahlkörper bei O r e n st e i n u. K o p p e l, der Wahlkörper des kommunistischen Betriebsratsoorsitzenden bei Werner-Marienfelde, der Eisengießerei derDeutschen Werke usw. Das Ergebnis der Wahlen bedeutet für die Richtung Amsterdam eine sichere Dreiviertelmehrheit in der Generalversammlung. Ein guter Austakt zu den Betriebsrätewahle»! Nun gilt es, bei den Betriebsrätewahlen die Niederlage der Gewerkschaftsseinde zu vollenden._ Lehrlinge in den AnwaltsSureaus. In«inigen Wochen treten Tausend« von jungen Menschen in dos Erwerbsleben ein Manche von ihnen werden auch beabsichiigen, ihren Lebensunterhalt in den Bureaus der Rechtsanwälte und Notare zu suchen Die Arbeits- und Gehaltsbedingungen in diesem Berus lassen in vioier Hinsicht zu wünschen ühriq.' Die Ausbildung ist in der Regel mangelhast. Die gesetzlich«» Arbeits zeitbestinnnungen werden gerade von den Anwälten häufig über- schritten Die Leistung täglicher Ueberstunden in den Anwaltsbureaus ist an der Tagesordnung. Ueberstundenoergütung wird den Anwalts angestellten mxist oersagt. Kaum eine andere Arbeitgedergruppe setzt dem berechtigten Verlangen auf Abschluß von Tarifverträgen so große Widerstände entgegen wie die Anwälte und Notar«. Diese Umstände machen es notwendig, daß die Eltern mit doppelter Borsicht prüfen, ob sie ihren Sohn oder ihre Tochter dem Bureau eines Anwalts anvertrauen sollen. Wo es dennoch geschieht, sollte auf Vereinbarung eines schriftlichen Lehrvertrages besonderes Gewicht gelegt werden. In allen Fragen, die sich aus dem Arbeitsverhällnis des Lehrlings ergeben, erteilt die zuständige Gewerkschaft, der Zentraloerband der Angestellten, Sitz Berlin SO 36, Oranienstr. 49/41, gern Rat und Hils«. (Gewerkschaftliches stehe auch 2. Beilage.) BcrenNoortlich'iir Politik: Dr. Cnri Orqtt: Dirtichakl: ft. tUioqrlhöler! Sewlrllitiaftsbuveaunq: Ätict*. Sdkotn; ItcniDclon: Dr. Zoh» Schitorooki: Lokales and Loniliae». grift«arftödt. 3n*(iarn Id ffilotft. litmilich in Kerlin Srtlaa: Porwart» Pcrlag(S nt b 6 Berlin Druck: Borioärts.Vua-druckkr«i und LcrloasonNall Paul Sinarr u So Pcrlin SV W SinbcnfltoSr 3 Sierzn 2 Beila«en nnb.Uiterhaltunn und iSillen". niere {gdidepobe Nr. 407» 4S. Jahrgang �66 �SOftöOrf 0 Dienstag. S. Mörz �929 Die„Krisis" der höheren Schule. Behörden werden aufmerksam! Die.?ehlschlSge der Erziehungskunfi«m tat höheren Schulen saugen— nachdem sie die Oesscntlichkelt oft genug in Erregung geseht haben— an. auch die beruseueu Zu- stanzen zu beschäsiigen. Zn einer Rnudversügung de» Vroninzialschnltalleginm» vom 13. Zannar 1S2S wird die Stellungnahme der Lehrerschaft der höheren Schule zu den mitgeteilten Leltsähen de» Vberstudieu- d I r e k t o r s Schlemmer angeregt. Ein Ties erat darüber soll dann aus einer gemeinsamen Direktorenkonscrenz sTNai 1923) auesührlich diskutiert werden. Das Thema ist so gefaßt: ,�Di« Krisis der höheren Schule und die K r i s i s de r I u g« n dbe w e gu ng.- Dos klingt fast sa. als ob die Krisis der höheren Schule, die als solche »atsächiich besteht,«ine Folge der.Krisis" In der Ingertddewegung sei. Wenn die Faffung des Themas so gemeint ist, so wäre das «ine ganz falsch« Beurteilung der Sache. Die Krisis der höheren Schul« ist geworden aus der erstarrten Systematik d«» Unterrichts und seiner Handhabung. Sie ist die notwendige Folge des falschen Bildungsangrists. Sie wäre aber auch vor« Händen ohne eine Krisis in der Jugendbewegung. Ja, man könnt« sogar sagen: Die im Kern durchcms gesund« Jugendbewegung in ihrer Abkehr vom„T a lm i w i ss e n" und �Schein können" hat die Krisis der höheren Schul« verschärft, beschleunigt, aber nicht erzeugt. Von einer Krise hier in Parallele zur Krise dort zu reden, erscheint abwegig. Do» sieht fast so aus, als ob einer„z e r> fohrenen, k n oche n e r w e i cht e n" Jugend(so lauten die Klagen ncunmalNuger Greise) die Schuld an der Krise im „höheren" B i l d un g s i n st i t ut zugeschoben werden soll! Wenn jetzt in den Kollegien und im Mai aus der unsehlbaren Direktorenkonferenz auf solcher Grundlage die Debatte über dies« brennende Zeitfolge geführt werden sollte, so kann man schon heute sagen, daß das Ganze zwar eine schöne Geste, dazu ober«in totes Rennen ergeben wird. In den Leitsätzen ist ganz richtig gesagt, daß die Stellung der höheren Schul« zur Jugendbewegung geschwankt hat zwischen Ablehnung, kühler Reserve und Be- herrsch ungsanspruch. Alle drei Wege haben sich nach An- ficht von Schlemmer als ungangbar erwiesen. Richtig! Im weiteren wird aber behauptet, daß sich der Versuch einer„höheren Schul« aus dem„Geiste" der Jugendbewegung heraus als undurchführbar erwiesen hätte. Das ist eine sehr kühn« Behauptung! Man würde das«knem Mann« wie Sickstemmer gern glauben, wem, uns ein wirklich ernster Versuch nach dieser Richtung hin als gescheitert bekannt wäre. Da das nicht der Fall ist, wird man schau eher annehmen, daß es bisher noch an dem Mut zu einem solchen Versuch gefehlt hat, und zwar deshalb, weil man den wahren Geist der Jugendbewegung zu schlecht kennt, um ihn ' in die zweckentsprechende Form gießen zu können. Man darf ruhig der Meinung sein, biß diese bankbore Aufgabe n u r d i« Jugend selbst im Verein tvitthren ebenso emps'inbe nbe n ' iÄ'it h r« r n" einigermaßen lösen wird. Die Erziehungskrisi» der höheren Schule besteht nach den Leitsätzen:-)„in dem Schwinden«nes„allseits an« erkamrten" Billmngsideals, b) in der Einschränkung der Erziehung?. Möglichkeiten der Schule durch dos Vordringen des Elternrechtes, c) in der wachsenden Erkenntnis der Erziehungsgrenzen überhaupt." Dazu sei bemerkt: Zu a: Daß die Jugend das„allseits anerkannte Bildung»' ideal" angesichts der dafür in Anwendung gebrachten verkehrten Mittel für uuwahr und deshalb für unzeitgemäß hält, darf niemanden wundern, der noch ein Fünkchen Sinn für dos Wahre und Echte in sich hat. Sie befindet sich da durchaus in guter Gesellschaft zahlreicher Erwachsener und— dos sei auch einmal deutlich gesagt— im Einklang mit einem nicht unerheblichen Teil neuzeitlicher Pädagogen Daß die Jugend ferner diesen qualvollen Roman einet Reoolulioti. Von Geeltaei Hettmattn Mosfat O. der Jubel war berechtigt! Anderthalb Jahre hindurch hatte Durchlaucht seiner guten Stadt Vernburg gezürnt,«inen Sommer und einen langen Winter und wieder«inen Winter hatte er mit seinem gesamten Hofstaat in Dallenstedt ver» bracht, und die beiden Sommer waren ohne Jagden und Illuminationen gewesen, und der Winter ohne Bälle, und vor allen Dingen Winter und Sommer ohne Geschäft! Kein« Fleisch-, Brot- und Weinlieferungen für den Hof. keine Wä'che- und Samt- uich Seideverkaufe an die Kavalier« und ihre Damen, keine Zimmervermietungen an die Fremden, nicht einmal an die unsicheren Kantonisten von Komödianten — hatte nicht der Herzog sich in Dallenstedt«in neues Theater bauen lasten, das die guten Bernburger durch erhöht« Steuern seufzend, aber in«ntfpreckend wachsender Einsicht ihrer Berworfenheit, hatten bezahlen müsten? Und dieses Theaterbaus wegen hatte man gefürchtet, daß Durchlaucht nie. niemals zurückkehren würde nach Bernburg, besten Tage als Residenz sowieso gezählt waren, da der Herzog keine di- retten Nachkommen hatte und das Herzogtum Anhalt-Bern- bürg nach seinem Tode vertragsgemäß an Anhalt-Deflau fiel... Rein, man hatte schon Grund gehabt zum Klagen, Deputation auf Deputation war noch Dallenstedt geschickt worden, um die offenen, harrenden Arme der treuen Stadt B'rnburg zu symbolisieren. Deputation aus Deputation hatte gefleht und gejammert, und anderthalb Jahre lang immer umsonst— darum aber hatte man heute auch Grund zum Jubel. Durchlaucht kehrte zurück, er hatte alles vergeben! Nicht, daß man seine bürgerlichen Pflichten vernachlässigt hätte, man hatte noch bis spät in die Nacht di« Preise der Geschäfte auf neu kalkuliert, sie hoffähig gemacht gewisser. Weg zur„BiLmng" unter Einbuße starker Persönlichkeitsweri« zähneknirschend geht, ist aus das Konto der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und ihrer geradezu lächerlich gewordenen Ab- stempelungsmechode zu fetzen. Zu b: Daß dem„Vorbringen des Elternrecht«»" von mancher Seite immer noch Tränen nachgeweint werden, ist begreif» lich, da sich dieses Instrument nicht immer zur Zufriedenheit spielen läßt. Daß aber gerade daraus«in«„Verminderung der Erziehungs- Möglichkeiten" der Schule sich ergeben hat, stimmt nur dort, wo man von dem Geiste neuzeitlicher Arbeitsweise entweder nichts gehört hak oder doch nicht fähig ist, sich darauf einzustellen. Bei allen anderen Schulen dürste gerade durch die Mitarbeit der Elternbeiräte«in« Erweiterung der Er- ziehungsmöglichkeiten eingetreten sein. An diesem Segen der neuen Einrichtung des Elternrecht«? werden erst dann alle höheren Schulen Anteil haben können, wenn die Kollegien als Gesamtheit vom alten Autoritätspult hernieder- st eigen in die Gemeinschastssront von Eltern, Lehrern und Schülern. Die höhere Schul« als Institution hat das Vertrauen der Jugend restlos verloren. Das hat man 28 Opfer einer Metenexplosion. Ovplizität der Ereignisse.- In Bulgarien und in England. Sofia, 4. März.(Eigenbericht.) In den Munitionswrrk statten der Armee erfolgte Montag mittag eine katastrophal« Explo» sion. die 2 8 Todesopfer und eine Anzahl Verwundete forderte. Um 11,50 Uhr brach in einer Abteilung, wo Ra» feien gefüllt werden, angeblich infolge Unvorsichtigkeit eines Arbeiters, der dem brennenden Ofen mit einer Pulderkiftezn nahe gekomemn war, Feuer aus. Eine Stichflamme durchfuhr beide Arbeitsräume des einstöckigen HanseS, in dem große Pulbermengen und fertige Raketen lagerten. Das Dach der Fabrik flog in die Luft. Den in der Fabrik arbeitenden Personen, in der Mehrzahl Fronen, war die Flocht ins Freie abgeschnitten, da sich das Fener am Eingang an» stärksten entfaltete, sämtliche Fenster fedoch vergittert waren. Das Fener konnte durch Soldaten und die Feuerwehr jedoch bald gelöscht werden. Die 2 8 Opfer der Katastrophe» die bald«ach dem Unglück ge» borgen werde« konnten, sind in ihrer Mehrzahl Arbeiterfrauen. Ihre Leichen find gräßlich verstümmelt.. Unverletzt blieben 12 Arbeiter des 30 Personen beschäftigenden, Vetriebes. Zur gleichen Zelt im Arsenal von Woolwich. London, 4. März. In dem königlichen Arsenal in Woolwich ereigneten sich kurz nacheinander mehrere Explo» s i o n e«, die einen Brand zur Folge hatten. Durch die Explosionen, die ihren Ursprung anscheinend in den Raketenwerkstätten hatten, wurden 15 Personen zum Teil schwer verletzt. Tie Feuerwehr versuchte mit 40 Leitungen des Brandes Herr zu wer- den. während alle verfügbaren Polizisten in Eile zur Hilfeleistung nach Woolwich entsandt wurden. maßen— heute aber war Feiertag, heute war man hinaus- gefahren und bildete Spal'er. und die Sonne lachte dazu oder darüber, wie man nun wollte— der Stadtpoet hatte in seinem Festcarmen jedenfalls„darüber" geschrieben, vermutlich des Reimes wegen �.. Und nun klomm der Jubel die Menschenmauern entlang. im schwarzgelben Fahnenflitterkleide, mit zum Beaeisterungs- geschrei aufgerissenem Maul, immer neben den herzoglichen Wagen her, die longsam fuhren, so wundervoll langsam, daß man alles genauestens sehen konnte. Zuerst kam freilich die Stadttapelle. jeder der Musiker hotte ein anders gefärbtes heraldisches Kostüm an, was wahrscheinlich versinnbildlichen sollte, daß jed�r was anderes spielte, sowohl was das In- ftrument als auch was die Melodie anbetraf. Man hörte sie aber gar nicht, denn gleich hinterher kam eine Kutsche mit Hofleuten, denen man vorsichtshalber, aus Schreifrcude und aus Prinzip auch gleich zujubelte, und dann— dann kam das bohe Paar! Zunächst gabs freilich den Kammerherrn von Kügelgen zu sehen, der neben dem Kutscher auf dem Bock saß und das Abzeichen seiner Kammerhermwürde, den großen, goldenen Schlüssel, um den Hals trug— die Damen waren gerührt: so lana« hatte man den nicht gesehen! Gleich danach aber ging die Rührung fast zu Tränen über: o. wie blaß, wie leidend, wie teilnahmslos sah Seine Durchlaucht aus, Herrgott, wie hatte man ihn zugerichtet durch die grimmige Enttäuschung des 19. Mörz, wie hatte er sich's zu Herzen genommen, sogar zu Koos, er sollte ja in letzter Zeit immer Kopfschmerzen haben, hieß es— na. der Jubel seiner treuen Bernburger würde ihm die schon vertreiben, man brüllte um so lauter, und wenn sich auch eine lindernde Wirkung auf Seine Durchlaucht nicht sogleich feststellen ließ, so dankte Ihre Durchlaucht doch um so erstellter und sah um so besser aus. Sogar an der Friedhofsmauer schwieg diesmal der Jubel nicht— gewiß, auch die vierzehn Opfer des 19. März lagen dahinter, in Gräbern ohne Schmuck und ohne Stein und ohne Namen— aber du lieber Himmel, jeder muß mal sterben, warum mußten sich die Leute auch mit solchen Sachen einlassen und immer vorneweg sein, und hatte sich Durch'- laucht nicht unglaubhaft huldvoll erwiesen und heute, i gelegentlich seines Wiedereinzuges, Calm und die übrigen mit 1 mittlerwelle auch schon bemerkt und man glaubt, diese Tatsache durch Debatten aus falscher Grundlag« beseitigen zu können. Die Beratungen der Lehrerschaft sowie di« Direttorenversannn- lung werden nur dann etwas Ersprießliches hervorbringen können. wenn sie mit einem völligen Abbau selbstherrlicher Lehrerautorität und Schulleitung beginnen. Georg Arndt, Neukölln. Noch immer keine Kohlen. Mangelhafte Belieferung der Kleinhändler Noch immer gehen uns Klagen zu Wer di« mangelhaste Be- lieferung Lerlins mit Kohlen. Hauptsächlich macht sich dieser Hebel- stand gerode bei den Kleinhändlern fühlbar, und st» ist es. wie immer, die ärmere Bevölkerung, di« Arbeiter, und An- gestelltenschaft, die unter dem langen Anhalten des Winter- wetters besonders zu leiden hat. Diese Kreise aber sind es auch, die von den übrigen Folgen der Witterung am schwersten betroffen roerden. Mit Recht fragt da zum Beispiel ein Leser, wanim auf dem Görlitzer Bahnhof die beiden Haupttohlenstränge 14 und 17 leer sind. Täglich müssen, nach seiner Schilderung, drei bis vier Trecker mit drei Anhängern, die jeder rund 2000 Zentner Briketts abfahren können, unverrichteter Dinge wieder nach Haust fahren. Es wäre Zeit, daß hier endlich einmal organisatorisch durch- gegriffen wird, um den unhaltbaren Zuständen ein Ende zu mache«. Di« städtischen Behörden müssen dafür sorgen, daß vor allen Dingen die Kleinhändler ausreichend beliefert werden. Teilgeständnis des russischen Fälschers. Die amerikanischen Fälschungen sollen nach Berlin. In der Dokumentensälschungsafsäre des russischen Staatsrats a. D. Wladimir O r l o f f und des früheren Geheimagenten und Gesandtjchastsangestellten Michael Sumarokow alias Pawlo- n o wf k i ist die Untersuchung am gestrigen Tage einen westnttichen Schritt vorwärtsgekommen. Obwohl Pawlonowski die Fälschungen eingestanden hotte, leugnete Orloff bisher entschieden, mit den FA- schungen etwas zu tun gehabt zu hoben. Jetzt ist es gelungen, von ihm wenigstens ein Tei lg« stä ndni s zu erlangen, und er hat unter dem Druck des gegen ihn vargebrachten Materials zugeben müssen, daß er ebenfalls an der Fälschung der Dokumente beteiligt ist. In den Verhören hat Orloff, wenn auch immer mit Ein- schränkungen und Ausslüchten, ausgesagt, daß er an der Fälschung einer der drei Schriststücke, die dem amerikanischen Journalisten zum Kauf angeboten worden sind, mitgewirkt hat. Er gibt zu, daß daß chiffrierte Dokument, aus dem die Bestechung des amerikanische» Senators Borah hervorging, von ihm gefälscht worden sei. Allerdings behauptet er, daß es sich um«in echtes Dokument ge handelt hat. das ihm zur Unterlag« seiner Fälschung gedient hat. Interessant ist. daß man di« in Amerika ausgetauchten photographischen Wiedergaben der Borah belastenden Dokumente— das Original ist nie zum Vorschein gekommen—, die dem Senat i» Washington und dem eingesetzten Untersuchungsausschuß vorgelegen haben, nach Berlin kommen lassen will. Die hier zum Kauf an- gebotenen Dokumente sind zwar, wie bereits feststeht, nicht mit den lif Amerika vorliegeirden identisch, die Berliner Polizei hofft ober durch Vergleiche feststellen zu können, ob sie nicht etwa aus derselben Fässcherwertstatt, nämsich der Orlossschen, stammen. O r( o s j hat übrigens ein recht abenteuerliches Leben nach dem Zusammenbruch des russischen Reiches hüiter sich. Wie bereits gemeldet, war er«ine Zeitlang bei der russischen Tscheka, der politischen Geheimpolizei des Sowjetregimes, tätig, die in ihren Methoden denen der Ochrana ziemlich ähnlich roar. Unter den» Namen Orlinsti hatte Orloff es noch der Revolution»»erstanden, Untersuchungsrichter eines Voltstribunals der Sowjets zu werden. Er amtierte dort auch germime Zeit, bis es gelang festzustellen, daß Orlinski mit dem Untersuchungsrichter Orloff der Ochrana ideirtisch sei. Orloff mußt« dann, um der Erschießung durch die Bolschewisten zu entgehen, die Flucht ergreifen und ließ sich schließlich in Berlin nieder, wo er in den Kreisen der russischen Emigranten eine große Rolle spielte. Gefängnis bestraften Krakeler amnestiert nach anderthalb Jahren schon, und dem reuigen Sünder Kniephacke sogar den T'tel„Hofböttchermeister" verliehen? Da, in der Tür der Wohnung, stand ja auch die Frau Hofböttchermeister— Gott nee, was die dick wurde!— und hielt den brüllenden kleinen Alexander Carl Kniephacke hoch in die Luft— es war man ein zartes, schwächliches Kind, ein Siebenmonatskind eben, aber Durchlaucht war das ja schließlich auch gewesen, es paßte sehr schön so. und überdies war Durchlaucht doch ein guter und kluger Herr geworden. Der Herr Hofböttchermeister hin- gegen war nicht zu sehen, er sollte gerade heute morgen krank geworden sein, hieß es, und in der Hinterstubc im Bett liegen — wie mochte der arme Kerl sich ärgern, daß er das nicht sah! Da lenkte auch schon ein neuer Eindruck die Aufmerksam keit ab: hotte doch den Barbier Fricko das Beispiel jenes be- rühmten Berliner Schneiders nicht schlafen lassen, der bei der Illumination für Friedrich Wilhelm IV. einen leuchtenden Adler an seinem Hause angebracht hatte mit dem Spruch: ..Unter deinen Flügeln kann ich ruhig bügeln", und hatte der Tausendsassa Fricke mcht einen schön gemalten Bernburgischen Bären über der Tür, und stand nicht darunter� in großen Buchstaben: Unter deinen Tatzen Kann ich ruhig kratzen"...?? Schön, sinnig, rührend geradezu— aber da begaim schon der Markt. Der Markt! Ja, der sah freisich ganz anders aus als damals, als der Jude, der schiefe Ealm, auf den Schultern zusammengelaufenen Volkes stand und etwas von..Nicht schießen" faselte, als man die Republik ausrufen wollte— brrr, die Republik, schütteln muhte man sich bei dem Wort, na, ausgelacht hatten ja auch damals die Soldaten den Juden, einfach ausgelacht!—, als Blut und Hirn von Auf- rührern spritzte, als das Unheil begann, das heute endete. Heute—: ja heute war eine Tribüne gebaut vor dem Regierungsgebäude mit einer tevnichbelegten Trepve, die das Herzogspaar und Trosegk und Kügelgen und alle Herrschaften vom Hof nun hinaufstieqen, unter ohrenbetäubendem Jubel. Dann kam ein langer Trompetenstoß— �andächtige Stille setzt« ein: die Feier begann.(Fortsetzung folgt.) Sieben suchien den Tod. Eine schreckliche Tagesliste. Allffalleul» hoch ist wieder die Zahl der Leben»« müdea. Der PoNzeiberich» verzeichnet gestern nachmittag auher zahlreichen Selb st Mordversuchen allein sieben Zälle, in denen Hilfe zu spät kmn. Zn der Wohnung ihrer ikltcrn iin Hause Rügen er Straße 12 wurde die Ihjährigc Arbeiterin Hertha Müller von heimkehreilden Angehörigen durch Gas vergiftet tot auf- gefunden. Noch dem Befund liegt zweifellos Selbstmord vor. Auf dieselbe Weise ging gestern nachnmiag die 2Sjahrige Verkäuferin Hildegard W o l l e r in ihrer Wohnung Ringbahn st raßc 6 zu Tsmpelhof m den Tod. Die Feuerwehr war längere Zeit mit Wlederbclebungsverfuchen beschäftigt, die aber ohne Erfolg btioben. Ein Nervenzusainmenbruch war die Ursache des Gastodes eines �Zjährigen Malers Erich Mewes. Durmstraße 49. Ais die Tat entdeckt wurde, war der Tod bereits eingetreten. Gleichfalls durch Einatmen von Leuchtgas schied gestern nachmittag der Ahährige Ar- beiter Heinz Müller in der Wohnung seincr Eltern Pappel- a l l e e 47 aus dem Leben. Im Städtischen Forst in der Nähe von Buch machten gestern nachmittag Winterspartler eine grausig« Entdeckung. An einem Baum sahen sie die Leiche eines älteren Mannes hängen. Die Polizei, die benachrichtigt worden war. stellte in dem Toten «inen 58jährigen Schleifer Karl Selbmann aus der Carmen- Silva Straße 126 fest. Die Leiche wies am linken Unterarm eine. schwere Schnittwunde auf, die zuerst den Verdacht eines gewaltsamenTodes aufkommen ließ. Inzwischen hat sich aber ergeben, daß Selbmann aus unbekannter Ursache freiwillig in den Tod gegangen ist. Ein aufregender Borfall spielt« sich gesterv kur? nach 18 Uhr an der M ü h le nd a m m sch l e u se ob. Dort beobachteten Passanten, wie«in jüngerer Mensch im Alter von 20 bis 25 Iahren plötzlich das Brückengeländer erklomm und sich, ehe ihn noch jemand daran hindern konnte, mit einem Aufschrei in die Spree stürzte. Die Feuerwehr der benachbarten Zugwache„Fischerbrücke" war sogleich zur Stelle, doch verlies das Absuchen des Wassers ergebnislos. In einer Schonung bei L e h n i tz in der Nähe von O r a n i« n- bürg fanden gestern nachmittag zwei Radler die Leiche einer Frau. Di« Tot«, die gut gekleidet war, wies kein« äußeren Der- letzungen auf. Die benachrichtigte Polizei stieß beim Absuchen des Fundortes auf ein Fläfchchen, das wohrfcheinlich Gift enthalten hat. Neben der Toten lag«in« Handtasche, in der sich sin kleiner Geld- betrag und Papiere befanden, die auf den Nomen der Währigen Hausangestellten Klara Sternberg aus Schmachtenhagen lauteten. Die Berliner Mordkommission war gleichfalls von dem Dorfall v«r> ständigt worden, da Spuren im Schnee auf«in Verbrechen schließen ließen und so die Annahm« Nahrung fand, daß der Freitod nur vorgetäuscht fei. Die polizeilichen Ermittlungen haben jedoch ein- wanidfrei ergeben, daß das Mädchen Selbstmord verübt hat. Hilfe der Stadt für Hungernde Kinder. Die von der Stadt Berlin geschaffenen Einrichtungen zur Sp e i- fung bedürftiger Schulkinder mußten im Jahre 1328 stark in Anspruch genommen werden. Täglich 6l> 574 Kinder erhielten Schulfrühstück, täglich 8760 Kindern wurde Schulmittagessen gereicht. Außerdem nahmen 5628 Kleinkinder und Mütter und 272 tuber- tu lös« Kinder an der Speisung teil. In 1328 standen für die Kinder- speisung 1256 666 Mark zur Beifügung. Aber infolg« der all- gemeinen Notlage und der Lebensmittelteuerung reichten diese Mittel bei weitem nicht aus. Im Februar 1323 wurden noch 822 666 Mark nachbewilligt, so daß im ganzen über 2 Mil- Ii o n« n M a r k für die Kindersptisung verwendet wurden. Aus Staatsmitteln wurden der Stadt nur 35 666 Mark für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Geplant ist«ine Reuregelung der Kinderspeisung. Mit den Vorarbeiten ist ein Ausschuß betraut worden, dem Vertreter der Bezirke und des Hauptgesiindheitsamtes angehören. Republikanische Morgenfeier. Mit ein«? stimmungsvollen und Kainpffroheu Morgenfeier be- $inß der Ortsoerein Wedding des Reichsbanners Schworz-Rot-Gold feinen fünften Geburtstag. Dos riesige Rund des Mercedes- Palastes in der liirechter Straße konnte nur knapp die taufende Mitkämpfer, die dem Ruf« des Reichsbanners gefolat waren, fassen. Mit dem Bundeslied„Die Fahnen entrollt". das das Tambourkorps des Ortsvereins meisterhaft zum Vortrag brachte, begann die Morgenfeier. Unter den Klängen des Fanfaren- morsches wurden die Fahnen in den öaal geführt. Dann begrüßt« der Vorsitzende G u r s k y die Festgäste und gab nach weiteren Musikvorträgen den beiden Referenten das Wort. Der Sekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundcg Joseph Furt- wängler betonte, daß die Gewerkschaften dem Reichsbanner immer dankbar dafür fein werden, daß es dieser Äampftruppe ge- lungen sei. die Straßen vom politischen Mob zu säubern und den Weg zu einer politischen Aufbauarbeit im Dienst der Republik und der Arbeiterschaft freizumachen. Di« Klassen- organrfationen der Arbeiterschaft sehen in dem Reichsbanner«inen starken«-chutz. Reichstagsabgeordneter Ernst Lemmer be° dauerte, daß der fünfte Gebiirtstag kein reiner Freudentag sei. Das Reichsbanner und mit ihm alle aufrichtigen Freunde der Republik sehen voll Sorge die Diskreditierung des Parlamentaris- nms durch Politiker, die nichts vom Parlamentarismus verstehen. Das Reichsbanner ist eine Kampftruppe, die heute genau so wichtio ist wie vor fünf Iahren. Wir stehen auch heutenochbereit. teden Angriff auf die Republik niederzuschlagen. Toftnö« Beifall zeigte den Referenten, daß sie den Taufenden Reichsbannerkameradcn aus dein Herzen gesprochen hatten' Rose-Theater:„Der Odersteiger". Karl Zeller's halboergessene und auch schon ein wenig reichlich angestaubte Operette„Der Ober- steiger", die,oor mehreren Jahren im Großen Schauspielhaus Auf- erstehung feierte, hat nun im Rose-Theater ihren Eiiung aehallen. Der Vorwurf des Antiquierten gilt hier dem Buch beileibe nicht der Musik. Die ist von einer prächtigen, unerhörten Vitalität und ist, wie bei all den klassischen Operelten, der Lebensatem. Aber wo bleibt die singende Männlichkeit? Bei einer modernen Operette mag's ja angehen, daß man sich geschickt mit ein paar schwachen Tönchcn durch die Geschichte hindurchnlogctt, aber bei den allen Operetten, da heißt es dem, doch Farbe bekennen: oder man läßt es eben lieber sein. Des Obersteigers, des Tttelhelde» Brovourlied„Sei nicht böft. es kann ja nicht sein" war ein Sprechgesang, der über die erb«» Parkettreihen nicht inehr zu vernehmen war. Prächtig im gesang. lichen Teil, wie immer in der Overette die Gaule des Hauses Traute Rose als Comtess« Fichtenau. Neben ihr Erna K erstens als Spitzenklöpplerin Nelly. Auch die übrigen Dar- st-ller. besonders die komische Alle, Hilde Hafer, boten gute Leistungen. Es wurde viel und herzlich gelacht. Vermißt wird seit Sonnabend früh der Metallschleiser Karl Selbmann, Berlin N. 113, Carmen-Sylva-Str. 126. 58 Jahre alt, 1.65 groß, barllos, bekleidet graue Joppe, graugestreift« Hose, schwarze Schnallenstisfel und rehbraunen weichen Hut. Zuletzt ist der Vermißte auf dem Gemeindefriedhqf, Friedrichsfelde-Ost. am Grab« seiner Mutter gesehen worden. Zweckdienliche Angaben er- bitten die Verwandten an das Polizeirevier 65, Rodenbergstr. 3. Oer Autosiurz in die Spree. Angeklagte Chauffeure freigesprochen. Der tragische Tod der Frau Emma Tivius und ihre» achhährigea Sohoes. des Schüler» Gerhard, fand vor dem Große» Schöffengericht Verlia-Mikte ein gerichtliche-. Rachsplel. Der außergewöhnliche Fall halte seinerzeit großes Aufsehen erregt, weil das Unglück durch de« Absturz einer Autodroschke in dl« Spree verursacht worden war. Der Fabrikant Timus wollt« am Sonntag, dem 12. Februar vorigen Jahres, zur Feier seines 46. Geburtstage» zu einer Nach- mtttagsvorftellung mit Frau und Kind nach dem Westen fahren und hatte die an der Kirche in Pankow haltende Zlutodroschke des Kraftwagenführers Hans Odebrccht bestiegen. Di« Fahrt soll von Ansang an in außerordentlichem schnellen Tempo vonstalten gegangen sein, so daß Frau Tinius unterwegs ihre Besorgnis aussprach und meint«:„Wenn ich nur erst aus dem Wagen heraus wäre" Kaum hatte sie das ausgesprochen, als der Wogen am Reichstagsufer hinten ins Schleudern geriet, über die Bordschwelle fuhr, das Eisengitter durchbrach und in die Spree abstürzte. Der Ehemann Tinius ners uchte, die Settentür zu öffnen, wurde aber durch den Wasscrondrang daran gehindert. Er durchstieß mit de n Füßen das Fenster, gelangt« so au» dem Wogen, wurde auch sofort in die Höh« getrieben und konnte gerettet werden. Di« beiden anderen unglücklichen Insassen des Wagens vermochte man erst nach 36 Mi- nuten mit H'llsc der Feuerwehr freizubekommen. Alle Wieder- belizbungsversuche an Frau und Kind waren vergeblich Odebrccht selber war bei dem Absturz mit seinem Wagen rechtzeitig ins Wasser gesprungen unld hatte sich durch Schwimmen ans Land gerettet. Wegen dieses tragischen Ausganges der Geburtstagsfeier hatte sich der Krastwagenführer Odebrecht wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Nach dem Ergebnis der Ermitllungen hatte er un- mittelbar vor der Unfallstelle«in« vor ihm fahrend« andere Auto- droschke überHoll und wollte im Bogen wieder die rechte Straßen- feste erlangen. Bei dem schnellen Tempo, das Odebrecht ununterbrochen innehielt, gerieten die Hinterräder ins Schleudern, und so geschah das Unglück. Der Krostwagens'chrer Odebrecht wurde schließlich nach sechsstündiger Beweisaufnahme vom Schöffengericht Mitte mangels ausreichenden Beweise» aus Kosten der Staatskasse frei-- gesprochen. Das Gericht konnte aus den Zeugenaussagen keil, klares Bild gewinnen, aus welchen Ursachen der schreckliche Unglücks- fall, bei dem zwei Menschen ertrunken sind, entstanden ist. Es lieft sich auch nickst nachweisen, daß der Angeklagte in zu schnellem Tempo gefahren war... j Alkohol und Ltufallzlffern. Im Rahmen der Unfallverhütungswoche sprach Frau G e r k e n- Leitgebel im Deutschen Arbeitsschutzmuseum über den Volks- Le i nd Alkohol. Wenn auch viele dieser mit Statistiken, Film irbietunqen und ergreifenden Beispielen begründeten Aussührunger ergreifenden Beispielen bcar der Alkoholgegnerin durchaus zu unterschreibcu sind, ganz, besonders auch vom Standpunkt des Arbeiters, so ließ der Vortrag leider den Hinweis vermissen, batz der Arbeiter durch Partei- und Gewerk- schoftssrziei>ung zu einer höheren Würde seiner Persönlichkeit nick» zur Ablehnung des Alkohols lammen kann. Es sind nur Halb- heiten. wenn man in solchem Vortrag vergißt, darauf hinzuweisen, daß der steigende Alkoholkonsum in den letzten Iahren mtt arif die unzillänglichen Wohn- und Arbeitsverhällnisse und auf das'Sorgen- dasein des Arbeiters zurückzutühren ist. Für da? Unternehmertum ist der Alkohol«in williger Bundesgenosse zur Niedevdrückuna der Arbeiter. Aus dem Vortrag selbst springen die Zahlen ins Auge. die beweisen wollen, daß der Wohol Ursache der vielen Berus»- und Verkehrsunfälle ist. Leider besaß die Vottragend« �diese 3��" Fahrzeuge. Im Jahr« 1328 bolies sich die Zahl bereits auf 27 601 Verkehrsunfälle, davon 11755 durch Fahrzeuge.. Berlin zählte allein im letzten Jahr 218 Todesfälle im Straßen- verkehr. Die Rednevin wollte beweisen, daß es nickst die Maschinen sind, die die Gefahr brii�ien, sondern daß d e r M e n s ch die Gefahrenquelle in sich trögt,«ein« durch den Alkohol herabgeminderte Aufmerksam kell schafft die vielen Unglücksfälle. In �Weißenberg ist ein Erpresser." Geheimnisvoller Selbstmord in Berlin W. Sonalag nachmittag verübte Frau AI t a Rcbucr. die(Sattln des Schriftstellers und Komponisten Arthur R e b u e r, in ihrer Wohnung Aassaulschc Straße 43 Selbstmord. Frau Rebner schickte am Sonntag nachmittag chre Kinder mtt dem Mädchen in ein Kino. Als die Angehörigen gegen 18 Uhr heim kehrten, fanden sie Frau R. in dem völlig mit Gas angefüllten Schlaf- zimmer leblos auf. Die hinzugerufene Feuerwehr konnte keine Hilfe mehr bringen. Auf einem Tisch wurde ein Zettel vorgefunden, auf dem nur die Worte geschrieben standen:„W«ißenberg ist ein Erpresser und mein Mörder." Nach den bisherigen Ermittelungen hat Frau Rebner wahr- scheinlich aus Verzweisbtng über den völligen wirtschaftlichen Ruin ihre» Manne» den Schritt aetam. Zitebncr. hat vor einiger Zeit einen Prozeß v« r l o r«H?, wissen Weißenbcrg gegen ihn aiigestrengs worden war. Woißenberg ließ daraufhin im Verlag und in der Wohnung Pfän- düngen vornehmen, die bei Frau Rebner zu einem jeeLschen Zu- sammenbruch führten. Rebner selbst ist so verstört, daß«r keine bestimmten Angaben darüber machen konnte. Seltsamerweise ist ihm nicht einmal der Wohnort seines Prozeßgegners bekannt. Hoffentlich gelingt es der Polizei, recht bald Klarheit'über die Persönlichkeit dieses Herrn Weißenberg zu schaffen. Dar Programm des S o n n t a g s zeigt die Unfähigkeit der Ber- liner Funkstunde, aufbauend« Arbeit zu leisten und die Wünsche der Hörerschaft zu verstehen. Uebettrögt man mittags au» dem Reichs- tag die Karl-Schurz-Gedenkfeier, dann müßte wenigstens am Abend ein musikalischer Ausgleich stattfinden. Aber die Abendunter- Haltung bildet keinen Ersatz. An sich ist die Idee einer Reise durch das industrielle Deutschland, verknüpft mit Betrachtungen all- gemeiner Art und mit Rezitationen von Gedichten eines«tadler oder einer Lasker-Schüler, durchaus glücklich. Leider ist Lore Braun keine gute Sprecherin, und Erwin Kaiser scheint sich erst im letzten Augenblick mit den vorzutragenden Dingen beschäftigt zu haben. Doch abgesehn davon, ist diese Unterhaltung für den Sonntag zu schwer, und die.„L a y e r i s ch e» K l ä n g e", die daraus folgen, sind wiederum zu belanglos. Um aber da, Unglück voll zu machen, schließt das Programm mit einem Dialog zwischen Alfred Kerr und Lotte Schöne über„Das Schaffen des Opernsängers",«in interessantes Thema, das, gut formuliert, trotzdem zb sehr ins Neben- sächliche abbiegt und so behandelt wird, al» ob sich beide Unter- hallende nur recht wichtig machen möchten. Gerade«in derartiges Thema muß,- um tatsächlich einen Zweck zu haben, grundlegend abgewandelt und nicht nur geistreich umschmust werden. Was be- deutet schon ein Alfred Kerr für die meisten Hörer. Das Nachmittags- konzert Schachmeisters, das aus dem Excelsior übertragen wird. bringt neben einer Bohemefantasie und einem synkopierten Walzer- pntpourri nur Iazzdinge, die auf die Länge der Zeit unerträglich wirken, besonders, da die Tanzmusik am Abend ebenfalls auf Jazz eingestellt ist. Also in jeder Beziehung ein unbefriedigendes Programm. Warum aber am Sonntagabend keine populären Orchester- konzerte? Warum immer wieder Crperimente, die zu keinem Re- sultat führen? Gegenüber der Leere des Sonntags bietet das Montags- Programm beinahe zuviel. Vor hundert Iahren spielte Paga- nini zum erstenmal in Berlin. Aus diesem Grund« tragt W a u r i tz vau den Berg Paganmie Violinkonzert in V.Dur vor. Der Interpret ist ein sicherer Techniker,«in innerlicher Musiker, ober kein bezaubernder Virtuose. Dann zwei literarische Veranstallunpen. Viktor Schwannecke liest mtt versiebendem Humor ein Ka- pitel aus Oedön von Horw.ltbs Roman„Alltag", das hier lesse iro- nssch, aber dabei doch mit starker, menschlicher Anteilnahme den Beginn einer Liebesaffäre zweier vom Glück Dernacklölligter schildert Unter dem Titel.Der volnisch« Abenteurer" spricht Dr. Erich Frenzen über den Di-bter Josef Conrad. Leider geht Franzen überhaupt nicht auf den Begriff Abenteurer ein. trotzdem gerade hierüber die Meinungen sehr geteilt sind. Das Brogramm ichließt mit der Uebertraqung eines Solistenkonzertes aus Prag. Es sind kleinere und größere, sehr melodiöse Komposittonen, die das Ondricek-Quartett mit schwelgerischem Wobllaut spielt. Der Ballist Z i t e t von der Städtischen Oper in Berlin singt vier biblische Lieder von Dooräk gleich gut in Ausdruck, Technik und Schönheit der Stimme. F. S. «.Oie politische Bedeutung des Konkordats.� Heut«, 13 Uhr, allgemeine Funktionärversamm-. l u n g in den Prachtsälen am Märchenbrunnen. Am Friedrich:- Hain 29 bis 32. Auf der Tagesordnung steht:.Di« politische Bedeutung des Konkordats". Referent Dr. Kurt Löwen- stein, M. d. R.'_ MUitärkovzrrt im ZirkuS Busch. Die heiseren Stimmen der Billetthändler flüstern vor dem Ein gong:„Alles ausverkauft!" Und tatsächlich ist der ganze Zirkus an diesem Sonntag vonntttaa übersüllt. Iii der Arena stehen zwei- hundert Milttärmusiker, die vereinigten Mttttär-Musikkorxs des drttten Wehrkreises, die der Heeresmusikinspizient Professor Oskar Hackend erger zu einer musikalischen Einhett zusommsnschweißt Nun muß jeder di« Exaktheit dieses großen Tankörpers bewundern, den Rhythmus, das Tempo aber gibt di« Begeisterung, über die ein Blech, Kleiber oder Klemperer sehr verwundert wären, nur der musikalischen Aueisühnina?,.t KaimU Achn lam.i nach dem Pro- gocuizm<üne Skala der.Bcoeisterunq feststellen. Bestimmt wird der „Schwedische Reitennarsch genau so vorzüglich geWasen, wie der Hohcnfrisdberger, und außerdem ist jener Marsch der sinnländischen Reiterei im Dreißigjährigen Kriege monumentaler in Ausbau und Ausdruck. Aber dos tut nichts. i>«r Hohenfnedderger ertckbt eben die Hausse. Denn man feiert hier, d. h. dos Publibum, fo etwas wie einen Gedenktag an längst vergangene Zetten und erhebt sich also auch pflichtschuldig aber höchst überslüisigerweise bei dem schonen Lied.„Ich bete an die Macht der Liebe" im Großen Zapfenstreich. Und dieses in ein Konzert hineingetragene nationalistisch« Momeni stört docy die Freude an«iner hochwerttgen musikakischen Wiedergabe. Der wirk des Parteilokals wisnackar Straße 34 bittet uns. zu dem Bericht„Wieder«in kommunistischer Hebers all" mitzuteilen, daß es sich um keinen vorbereiteten lommunistischen U«bertall. sondern um«inen Streit angetrunkener Gäste gehandelt hat. Es handele sich auch nicht um den konuministischen Abgeordneten Artur Golk«, son- der» um«inen anderen Mann des gleichen Namens. Die Berliner Feuerwehr wurde im Laufe des Februar 2 76 6 mal alarmiert. Sie liatle u. a. bei 66 Grohfeuern, 166 Gasvergiftungen, 1663 Wasserrohrbrüchen und eli Verkehrshinder- nissen einzugreifen. In 166 Fällen wurde blinder Alarm geschlagen, in 26 Fällen böswilliger Alarm. AlSrchenvorslcllmi» In Wilmersdorf. Ta« VollSbUdungZamt AilmerS- den oeranstaliet am TienSiag, dem 5. März GA), 18 Uhr<4 Uhr noch- mittag») In der Aula de» Freiheir-vom-Stein-llyzeum», Berlin-WilmerSdortz Welmartlche Strah« 2t. eine Märchensoriielluna cPuppenibeatcr). Zur Aus- sübrung gelangen.Numvelstilzchen" und»Kalperle in Afrika'. Eintritts. tarten 50 Psg. für Erwachsene, 22 Pfg. für Kinder. lUthknrin» l« Jugendheim in Weihenfee. Slm Montag, lt. Mär», 18 Uhr, beginnt im Fiigcndhclm in Wechenfee, Parkstr. 36, ein N ä h k u r su» l ü r Mädchen di» zu 21 Jahren. Der Kursus wird sich auf lechs aufeinander folgende Montagabende erürecken. Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben Alle» Nähere wird am ersten KurfuSabetid im Jugendheim mitgeteilt. Anmeldungen im Sureav des Jugendamt» oder im Jugendheim, Parkstr. 36. N Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin awseedonqen fit fttft« stutril ner m Mi JaeenMeinteeM Nertln«W M. rwdenlirai» 9 Sie«»«»bühne-IarU» uon der NorsUllung oni 21. Februar müssen noch von einigen AdteUnngen umgehend abgrrechnet werden. heute, 19J> Uhr. llbleilungsmitgliederversaminlungeu: Kesten D: Keim Sülvwftt. 88.— Sesnndbrnnazo I: ödnjle Ea.'endurgrr ötruft« 3.— Schillerpart! Schule SchiiningsNaßc.— Nrdd'.ng.Nord! Keim See- Eck- Turiner Straß«. � Wcddinq M.-S.: Schul« Süttich« Str. i.— K-I-n. Heide! Keim Wallerwrstr.» �•• NMM' üden: Keim'Jorckslc. It.— Steglitz! Heim. UD,LVIi-J 4 o-c Hrrtzdergpla». Reuläll- Vlfc Schule Natser.zriedrich.Str. 2li>. — SrnlöBn ZTO: Schiit« Sültiitrafic— Kermadorfi Krim ffnf nCrah«.— Neiplckeahort vst! Keim ßmtxuitr Straß«.—«vchhol»: Schul« ifriin«« Sie, u>. — Niedrrichöaliaufc»! Schul« Blankenburgcr Str. Sg— 70.— Paulo« Ii Heiin stiefwgenstr. 18.- Pavko» H: Keim fflSrichltti XI. * «oleat Haler Vorstadt! Scmomsouwr•ajjenD mit der ,ZTSK." Schule Sartenstraß».■—«vramall» e Platz: Keim«RaftcnSutgei ffcke W-Hlaure Slratze. xo-Wi llitt« N-R' ferale.-- KohenlchSahauf«»: ochuldarack» Nngatltedter Slratz». Vortrag!.Ser>i«lle ssragen".—«örther Platz! Schul««astamenallfe 82. vc». trag:.Jugendfürsorge".— Zentrum! Keim Landoberg" Str. Vi. Poruag ---1.— Qtjiimui. IUI i;irc VStf. JU.«.'»r ürag l .Unser Wandern.— tzludreaoplatz: K-im Vromninstr. l. Vortrag:.S«ru«llr Zragen" III.— Südwest: Heim Lindrnftr..7, lZuiiltlonärsttzung. SchZa«. hrrg Mr Keim Kauptstr. IS. Kerlcht non drr(Kencralaersamnilunq.— Schöacbrrz li' N..U.! Krim Kauptstr. 12. Portrag:.Ti«.....-.. lag«".— Sharlotteniura. Krim reonnrnstr. l. Vortrag: «est-od: Noruag:..«rdeilerftthrer".— RrutSIIn M: s M— ng. M Pedeutung der Partei- .Unstre Zahrlrn".— .....—------- �----— Keim Ittughaienstr. 88. Vortrag:.Wehrprogranim".—«irdrrfchäaemath«! Schul« Berliner Str öl. vor. trag:.nnder« Jugendorganisationen. "*"*$0Urt!tT' « Angern. FunRnonar-gersammlimg heale, DIenjiag. den*. M*rr, 1» Uhr fe des Pradsii�lcn am M�Lrcbaabnnmen, Am FrledridisbaiQ 19* 3 2- Jagesordnong. JDlc poilllsdie Bedentnnp des KonKordals" Referent i Dr. Knrl L'Snr nrfein. M. d. R. Fniktionäranswels für un<3.Mitgliedsbuch sind an der Kontrolle vorzureigen. Oer Bezirksvorstand « lattnb tmge« für Mete Rubrik sind « e 1 1 1 n«ffl 88, Lindeastr-H« 3, parteinachn'chien für Groß-Verlin stet» an da» 9e}iil»ftfretactat !. Hos, 2 treppen recht», jo richten. S.*tei» Xiergarte«. Mittwach, 8. März. IZ'-i Ukir, Sitzung her Abteilung«. Ännfmnnetfteter. 20 Uhr Sitzung der Abteilung uMieiervsrtretrr. a)\'. Uhr Hihung der Abtei lung»?e tr i r dsoer I rouensle Ute, Lakai Krüger, Vutiitzstr. l>1, »nnaer»tag< Z. März, ttzsg Uhr, Sitzuiui der Acilunaskouimission tu der Bartnürtsspcdiünn, WUh-Imohcvener Ett. 18. Achtung. Bilduagc- loarmlssiaaeal Donnerstag, 7. März, 20 Ahr, bei Aerger. Lenetzowstr 21, (?rfe.tugcnnftrafte, Sihung. Freitag, 8. März. Sitzung des erweiterten greis. nnrsiandes. Lokal wind noch nekannrgegechen Frere»chnlgemeinde. Mittwoch, 8. Marz, l»', Uhr, chlteravnlammlung in»er welttichea Schale,«a idealer Sttahe 20—21. Rartrag!.Iugenbwahlsabrf. Rrferratin! Stabtaerordaete Miaita tsdendage». SämtUchr chenolsinnra an» cheaaflea, welche aas»er erste.«chalaatbaar qewähtt sin», sowie iämtliche Elternbeiräte, sind dazu eiaaetahen. S. Kreta Frlrbrichahaia, Mittwoch. 8. März, 10 Ubr, Rezirfzversamtnluna im Rathaus. Ltadtnrrordne'ensihungssaal. Einlatzkarten ob 188«. Uhr beim Genossen Fischer, Gingung Spandauer Sitatze. Heute. Dienstag. 5. März: i. Abt. Unter Weg iL sofort nom Genossen Wilhelm Larven. Wttamcker firtntze 63. abzuholen. Mittwach,«. Mätz. 20 Uhr. Funftioaärsitzung txi Hizbner, SStlsnaacr Str. 34. lt. Abt Unser Weg Ist solort«an Zierger, Levttznwstt. A Scke Fagowstratze, abzuholen. 1?. Abi. Sämtliche Funftinnäre beteiligen sich heute an»er ailge meinen ilunlt'onärtnnfcren» In den Prachtsälen am Rärchenbrnnueei und melden Nch dort beim Abteilungsleiter zweck» wichtiger Mitteilungen. Mittwach. 8» März, tstp Uhr, für den 4.» S. NN» 8. Rezirl Funktwnätsitzuiig. Alle Iii »er Wohliahrtspflrgc tatigen ibenasiinnen an» iVtioiTen dieser Bezirke tteJimon daran teil. Lokal Raschke. Matte et, sU. 14 Morgen, Mittwoch, 6. März: 33. Abt. 50 Uhr Ser-foinmlung aller in der Wohiiahrt» und Iugeirdpslegr tätigen Parte'Mitgkieder bei Wertalla, Habenlohestt. 3. Thema!„Aus der Rraris tu Wohlsahrts. UN» Zuaendpflege. Reierenitn: Senofsin?1eiud. Wahlen. 38. Abt, 20 Uhr bei Bar wich. Fcichenftr. 88. FunItianärsiNung. Alle Partei. angelegenheiten wieder durch den 1. Adtetiunasleiler. Thailottenbiira. bA Abt. 20 Uhr bei Lehmann. Känigsmeg 8. Fnnktlonärsltzuiig —«. Abk. 20 Uhr.tutammeiitiinft der langen Parteigenossen im Jugend Heia» Rdllvenstr. 4. Bartrag de» Gencfsen Simon Oatzenstein.- 58. Abt. 50 Uhr Rorsian»»- und Fl'nktionörlltzung im Rankeha»«. Rankesir. t, v. IV 81. Abt. Friebenäa. 20 Uhr rahlab ende bei Klabe. Landjernilr. 80. Ziorirag: .»Da» Repnral'nnsproblem'l Referent! Ernst Reumaiur. Baginski. Stube», rauchst roste Ecke irounussiraste. Vortrag!„Lroblemr der Sazialnerstcherung'. Resewntt Ruit»'etzmann. 8Z. Abt. Steglitz. Pünktlich 20 Uhr im Lokal Eelix. Ziismazckstr. 88, Funktionär. fltrnng.' JOB. Abt. BshamaUthot. 20 Uhr de: Gebin. Roonsir. 2, Sistuag famllicher Annvionäre. IW. Abt.»Bptaick. 19'. Ahr bei Stirpes»hl. Schän-rlinster Str. 8. Sltzuna fänttlichar Fanttionär« und»reioverlr eter. Stellungnahme zu»m»reis. porstanbeavohlen. .>.•* 17. Abt. Rat Znbilarfeiee mit onschliestcnber Feier am Saaalaa, tfl. Mär»,«■ »et fio*fchin>taneiei, sin» stinirittaUrlea bei»ea Seziekesüherea an» im Label»ase. Nordhasea 8. za hoben. Dezirksausschnb für Arbeite evohlfahrl. i. Streif Tiergarten. Film, und Lorttaqaabcnd am Dienetag. 8. März, Tbl» Uhr..®a» La» dir Straiaeianaenea." Bartra» van Reqieranarat»rr»,. Direktor»e, Srziebnagsbeim, Liotrahas..Die Anegesiostraea."(Martin. Beiger, FUm> Unkastieabeitrag 40 Bs. re-lunZslaitm« zu rrscheinen. Zungsozialisten. Sruppc Rriaickro darf.'Wir beteiligen uns geschlossen heute an dem»am. nnmaUursu» der Partei in Witienau. Annreldunaen»uf Oltersabrt eben dort.— Stappa Sichten berg. Heute. Dienstag. 20 Uhr. im Jugendheim Gunterstr. 44, »ichtiga Sruppenbesprechting. �£•.■ Arbeitsgettteiuschaft der Sioderfreuode. »sei« Schtnebaeg. Rate Zfaliea: Heute Dienstag. 3. März, iäi Zugendheim Haupt sir. 15(Sudeten ioiiij immer). Ausspracheabend Dannaeretag: Bortrag: ..Borränrpfer der Sozioldemakratte". zreitog, Rnlkstan, in»er Turnhalle aui lsempelhafer Beg� van Ist—?0 Uhr Sonntag: Wir beteiligen uns an»er Per. anstalkung»et Wilnierotarser»inderfreunde. Tresspunkt mird noch bekannt» gegeben.... Geburtslage. Zubiiäen usw. 0. Abt. llaserem lieben Beziekeführer, dem chenosse» Storappa, Wilsnackrr Sttmste 41, und leiaer Ehefrau, die herzlichsten Glückwünsche zur SilberHachzeit. 10. Abt. Unserem lieben Genassen»atl Pieck, GrfinlHolct Straste. ,a I einem JSjähtigea Partoijnbiläum die herzlichsten Glückwünsche. Wir hasse», ihn nach «cht lange in unserer Ritte zu siaben. W �Sterbetafel der Groß> Berliner Partei> Organisation� 34. Abt. Unsere(benosfin. Fnou Cecilie»örner, Torellftr. 5, ist verstorben. Di« Ginäschenrng findet am Donnerstag um II'-, Uhr im Krematorium Baum- schulrnmeg statt. Wir bitten um zahlreiche Be teiligung. 4t. Abt. Unler Genosse Karl Bader rst plötzlich verstorben. Sbre seinem Andenken. Beerdigung heute Dienotag, 5. Marz. 10 Uhr, auf dem Friedhof in 3)iaiten»pci, Lisenacher Straste. IIS. Abt. Lichtenberg. Am 28. Februar orrstarb unsrr langjährige' Genosse Otto Thielemann. Ehre seinem Andenke». Einäscherung Mittwoch, 0. März, 1» Uhr, Im Rreniatonum Gerichtstraste. Vorirage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner �Schwarz-Rot-Gold". Geschäfts st eile: Berlin S. 14, Sehastiänstr. 87/38, Hot 8 Tr. Gauaorstaud. Dienstag. Z. März. Gau turnen in der Aldrechtsttaste. — Dirnotag. 5. März. Mitte. Versammlungen um 20 Uhr: 1. Rame. radschast NN kackeschen Hof. Rosen thaler Str. st). Bor trag des Rom. Rechts. anmalt Oborntcker. 3.»ameradschast bei Schilling, Ztungestraste. 5.»amerad, schast Rosen thaler Hos. Bortrag de»»am. Schneider:.Wehroerbände".»«Biberg. Kug 4. 20 Uhr Versammlung bei Gtilnilet, Jiuunerstv. 30. Borttag des Kam. P. Reumgn».— Mittwoch, 4. März. Sanitäter. IS'.i Uhr im Gernne- brttshau»»reuzbcrg, At» Urban 10—11, Vortrag de» Herrn Stadtoberschularzt Dr. S Franzmeyer:„Sparttinfälle". Gäste willkommen. Für Sanitäter Pflicht. Mitte. 20 Uhr, 4. Kemcradschaft bei Brandis. Stralauer Str. 10. Vortrag de» Kam. Richter:„Aufbau der Reich«, und Staalsdehord-n".»eeuzberg. Jug 3. Versammlung um 20 Ulr bei Krepp, Planufer 75. Bericht pon der General- Versammlung. Jug Z. 20 Uhr bei Vraunsdors, Erostbeerenstr. 23. Ina?. lO'h Uhr Bersammluna im R-ichenberger Hos, Reichenberger Str. 147. Portrag des Kant. Siadolle. Mitte. 20 Uhr Turnen Gartennraste.— Donnerstag, 7. März. Reakölln. Britz. Inngbanner. 20—22 Uhr Schunspari-Abend in der Watter-Rathenau-Schule, Boddinstraste.«ittranu. Kameradschaft. 20 Uhr auster. ordentliche Mitgliederversammlung, erscheinen Pflicht.— Rreuzberg. Der Kamera» Karl Bader, 1. Fug. ist nerstnt&en. Tie Beisetzung findet Dienstag, 5. März, 18 Uhr. Heilig.Kreiiz.Friedhaf in Mariendorf, Gisenacher Straste, statt. Rege Beteiligung erbeten. Jus 3, 30 Ubr Versammlung im Lotal„Alte Ecke", Alatzandrinensir. 32. Bericht von der Generalnersarnmiung. Mittwoch, 8. Marz. Fug 8, 50 Uhr, bei Siedenwps. Muskaurr Str. 35. Vortrag: Kamerad Abtei. — P«nzlauer Berg. Die Turnhalle i» der Greifenhaaener Straste ist wieder geöffnet, erscheinen aller Spartier unbedingt erwünscht. Znteeitatiaaale Gesrllschast für empirisch« Philasaphir, Ortsgruppe Berlin. ? Medizinische Klinik,, Schumannstr. 21, Hörsaal. Freitag, 8. März. 20 Uhr, spricht Prof. Theodor Ziehen sHalle), über:„Rekgionsphilosophische Probleme vom Standpunkt der empirischen Phllosophic". Verhandlungsleiter: Prost �r' Verband Eh««cht»arsatm. Sitz Berlin. Geschäftsstelle' Köuigswufterhausdn, Schütte-Lanz-Str. 2. Fernsprecher 243. Oeifen.rüche SttrsamnUung Donnerstag, V Mär, Xi Uhr. ttn Restaurant„Zum alten Aokanler", Berlin SW. U, An- »«Ilftt 11(Groster Saal. 1 Steppe). Vor-rag de? Herne Rechtsanwalt» un» Ratars Dr ffpnrob Mendel lohn:„Reichstagsdelratte über dir lammende Ehr. scheidungmesnrm". Räch Mitteilungen unsere». Berbandssnnditn, wird d-r für die oor-a» Sitzung pargesehrne Vortrag in obiger Sitzung nachgrhntt. äü diesem Kweck ist der trnoste Saale refetmert. Gäste dürfen ringe sühet werden. llkeiwsbnnd de»'KriÄl-beichädigtea, sttte»atetlaehmer an»«riegerhiater, bliebenea, Ortsgruppe Nordost 4. Mttgttederversammlung Diene. lag, 5. März, 20 Uhr. in den Unionsestsälen, G»!sswalder Stt SA. wie Freie Arbeite r.Esperanto.vere>nignng Berlin lobet hierdurch olle Mtl. gtttbtt. und Sprachgenossen zu der heute. Dienstag. 20 Uhr. stattfindende» Äonatsv�rfamiufuna wn. Ret»»aerdand D-utlider Kriegsbeschädigter und»rteaerhiateriNebeaer e.«. Berlia. Bezirk Mitte. Mitgliederversammlung am Freitag, 8. Marz, 20 Ugr, Brunnenstr. 140, eine Treppe._____ Uicllmbftichl der ässentlichen Wetter dienslsltUe Lerli» und Umgegend sRachdr. vetb.s. NachtS heiter und ieichtlr Frost, am Tass« zunehmende Bewölkung mit Temvcraturbn nnbe bei Aull, später Neigung zu Schnee» Fällen.— Für Ventschland: Meist statt bewölkt bei mcmg- peränderten r««peratllren, vielfach leichte Echueesälle. LU7MMWI Sebsehle.r.-Zeptzlchi'. «leine Webfehler£8 3 1-,— Mark. Kfeiirr Websrbler Kleine Webfehler Kleine Webfehler Ii. Qualität U. Oualität la. 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Um Wilhelm von Bode trauert mit allen Freunden und Förderern alter Kunet in der ganzen Welt der Kaiser- Friedrioh- Itfuseums- Verein, den er ins Leben gerufen und dreißig Jahre lang geleitet hat. Seinem genialen Wirken unsere Kräfte dienstbar machen zu dürfen, war uns Freude und Stolz. Bodes Werk ist unvergänglich. Berlin, den 1. März J929. Der Vorstand des Kaiscr-Friedrich-Muscums- Vereins D. Dr. Friedrich Schmitt-Ott Franz von Monde In ohn Dr. Paul von Schwab ach Dr. Bruno Güierbock Dr. Jamea Simon Frb Richard von Kfihtmann Hans von Räumer �»!•«• ItPdftI Kaa kennt kante aar noch •9 O kasa(nach Mwiaumt Dz. Bad. Lahnaani. Du«In de daatehend« hcchwarür» Saxaal-ErUticnsgamitt«!(«esseUe K«m«thenie). 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TlSehMKaas- a Stespdodw in 19 M o w«t»* Stein* BetaBotbeitet her tfiegfcra W»WMllssne;�>W . Dien» tag. öro 8.»drz. nachmittag. e>/t Adr. in Siasaiac 28 hn Onftaadsstaasca. Ciabaflc� 88/8» L Psrtoi, i Tr. aw* Versammlung*wn aller Metallarbeiter der chemische» Industrie. Tagesordnung. 1 Slellungnadmo «ur SSndignng des Lobnabimnmeas. 2. VerichitbentK. Der Wichtigkeit wegen«rtuchoa wir olle Mriallorbeiter in der chemischen Zndastrtd on dieser Dersommlung teilzunehmen. Coaaeealag, den 7. 7 Ahe.>M Sstznng.sanl 8.» Haas», riaieostr. 8» 88 Branchenversammlung der Eleklromonlenre und Helfer. Tage.ordnung 1. Etellungnahmo mm Adlaui des Lohniarifo 2 Branche» angeiegeuheiien und Verschiedene». zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Frotlng. den 8. März, nnchneitt.UA i Uhr. la«raald. Herein.))«.., yew'tster Mcab* 12» Arbeltslosen-Bersammluvg der Alelallschleifer u. Galvaniseure. Tagesordnung; l. Klellunanahm zu unserer Arbeitsnachweisverrwbauta» 2 Diskuiswn. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller ist Pstlchi. _ Pia OvtaaawaUaau. tFURNICULUS� Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank Bilanz per 31. Dezemlier 1938. Gewinnanszug 5, Rloffe 31 Preubisch-Siiddelllsche Rlafftn-Lottett«. bbne Gewähr Rachdrud verboten Aus sede gezogene Rummer sind b zwar je tiner aus in den beiden Abteilungen l und zwei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je einer aus dl»'Lose-leicher Rummer ..-----." ii LI. Ziehungstag d. März 1923 In der Vvrmittagszlehung wurden Gewinn« Wer ISO M. gezogen S»«Winne zn 200000 M.»9272 »»ewinn, ,N 9000 M. 99921 390301 IS»ewinne>° 2000 TS. 74655 89494 1 00936 225441 235476 308887 351365 374554 364887 34»nnimt au 1000 TBL 6546 14195 30360 37099 151273 152366 161 544 179286 204629 237738 276787 282638 299728 362001 376183 386683 396981 84»«««nn,» 800 at 1214 4214 4944 21049 22268 39297 46290 48184 62989 67781 76514 84050 84263 06782 109553 123388 127638 134623 140350 159719 180805 182886 186918 203390 213109 233305 233087 245299 253650 264773 258908 277130 291166 292341 296843 308572 309688 314818 327715 365464 365613 378683 262«ewinne iu 300®. 20209 22529 26314 26657 34266 35627 44089 44240 47214 48751 64498 57471 62235 64166 66755 689.39 60929 75201 83810 85167 87290 88719 89417 91406 91507 91958 92338 100331 102051 104998 106470 107691 109718 113986 121 199 121659 125481 128346 131642 133768 136103 136513 139196 140049 144526 152695 163691 165901 162558 163385 164263 170779 174099 175714 170823 177850 173174 181311 185139 186954 190093 191086 199498 202323 205698 210260 214180 216859 223449 227076 228364 231651 232293 234333 237264 243625 245414 255357 260536 262614 265268 268718 269788 276291 279564 281551 282706 285346 286933 288616 288617 290790 291949 293854 294219 299685 299692 301050 301979 303411 306392 306583 308160 311166 316711 317996 318622 319117 319860 326863 326980 329394 329639 331866 337857 338074 343147 344791 348499 364210 369160 372229 3 75702 379441 380327 381683 383638 394168 395265 396533 399080 3n der Nachinittagsziehnng wurden Gewinne Lber ISO M. gezogen 4 Gewirr«» m 10000 TS. 188138 314673 13«ewimr, M 3000 M. 31578 67062 191025 192982 239665 242611 14»tatane|>2000 9S. 1SS0S 102676 117123 1 40958 309739 31 991 8 398285 32«.Vinn, NT 1000 W. 10161 63872 94309 128832 144875 185386 174136 203705 217603 249129 251094 267550 306498 307919 226251 370275 78 Sewinne m 600 M. 7418 14072 26263 30431 41914 47806 64884 67077 68135 97254 102835 125211 136681 150609 165283 180214 165353 189084 195277 196225 209943 211871 214366 221042 223911 229986 236406 239281 249168 267519 282238 298447 310310 322025 331350 348327 367166 369216 366587 � 212«-Winne«u 300<31. 6067 10953 14081 24301 39349 46977 62355 88434 68632 61181 65816 74380 76004 76038 80543 95336 93433 101561 101672 107188 116253 117402 122968 123030 128786129364 138069 141420 142037 149104 150429 154344 164558 168230173270 173973 174679 175059 183600 189613 190470 194352 200550 200950 204046 204798 210691 216783 221667 223682 224176 224364 225772 226547 231473 238999 239117 239605 239694 248827 249776 250341 266767 258442 260082 265825 274357 287382 292846 298288 ______ 309479 311419 312716 317200 319804 321317 325927 328287 330823 332185 332615 333684 334065 336529 338955 339899 341688 342723 345877 350782 353557 353763 354093 356461 356703 367679 370922 372061 374000 383327 391637 381702 393538 398879 Di« in der heutigen VormittagSziehung gezogenen beiden Haupt' gewinne von je 200000 M. fielen auf Nr. 49272 in Abteilung I nach Sommerfeld(Bez. Frankfurt/Oder>, in Abteilung II nach LandShur(Bayern). Im Gewinnrade verblieben: 2PrämienzuZ00000, 2 Gew. zu 50000. 4 zu 25000, 30 ,n 10000. 46»n 5000, 102,----" 433 til 1000, 104 t» 500, 3383* 300 VoiKs banne Tlieiftr Miniavsliti «Uhr RreDiabnahme Theettr an sawheuraiuBin Keine Vorstellung I Thalia-IHealer 8 Uhr Qeirausch StaatLSdiiller-Tb. 8 Uhr Oedipus Stutsoonr»» Reiz der EtTmUk 8 Uhr MM Ttzeator an UBtRSsutnUiurD Ab morgen SVe Uhr O.flgas über Berllii von Peter Marlin l ampef. Satttfltl«tr Bnpp« tngor saeuDlgir. Norden II«! u.281. Tsgl. 8 Uhr 12 mw 12 Wsthladtittralrt. und ..nai. nachte" WMWU Norden 1231 P 8U. Ende geg. lOVt Vtiber hii WiDdsflr von Shakespeare Regie: Meinznilpen Aktiv#.. I. Nicht eingezahltes BetriebskapiUl.. 2. Kasse, fremde Geldsorten und fällige und Dividendenstlieine: a) Bar......... 184 7XL£S b) Bestand an Zinsscheinen n. fremden Oeidsorten..■■ 177311,06 Kanmerspiele Norden 1231» 8 Uhr, Ende lO'/jUhr Komödie von Edouard Bourdek Re?ie:. Forster Lannaga. Die Komödie Bismarck 2«l«/75Ui 8'/i Uhr, Ende 10'/. „Olympia" »on 8 ranz Molnar Regie; Forster Larinaga. Lessiag-Tiieater SV. Uhr Katharina Knie Donnerstag, d 7. 7'.'>U.,ium 1 Male MarU Orska In _D*j VcUchrii" DI« Medaillen einer alten Pran rrlanon-Th. Täglich 8'/. Uhr Der Herzog und die Sünderin mit Erika SlIussT und Manlfl Kottoer Rundtun khörci nalbe Preise 220 zu 3000, ReichshallBn'TliealBr SfcUincr sanier Das neue Hän-ProarBauaf „Moderne BUtnen-Uröhen." Groteske Uns«) u. tntüm. Apfang 8 Uhr. Stg. Nacam. i Uhr Unverzinsliche Schatzan- weisungen und Schatz- Wechsel des Reiches und der Länder..... 99 826,«'' i Nostrogu haben bei Banken und Bank- firmen mit Fälliskeit b;» tu 3 Monaten davon innerhalb 7 Tagen fällig RM 298 7 731.31 6. Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere........ davon entfallen auf Reports allein RM IS288M«.- 7. Vorschüsse auf verlrachlete oder etagelagerte Waren.......... 8. Eigene Wertpapiere: a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungcn des Reiches und der Länder«11883257 b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentral- . notenbanken beleihbare Wertpapiere...... Uä«7 427Jk) c) sonstige börsengängige Wertpapiere...... 38862908g» d) sonstige Wertpapiere.■ 2 679 323,— bei anderen AuSenstände in laufender Rechnung davon entfallen auf Kredite an Banken u. Bankfirmen, Sparkassen und sonstige Kreditinstitute..... 82 058 786.11 Avale und BOr gsebafteo: RM*«253129,21 12 Langfristige Ausleihungen gegen hypothekarische Sicherung oder gegen Kommunaldeckung: a) langfristige feste Darlehen(auf tin und mehrere lahre)......- 58 73300#.- b) langfristige Tilgungsdarlehen und Anleihen.«79 7«2 791,57 c) Aufwertungsforderungen ohne Auslosungsrechte. 1 662*0 12 Am 31- Dezember 1928 anteilig fällige Darlehnszinsen und Verwaltungskostenbeiträge.............. 12 Bankgebäude.......->--- I«. Sonstige Gebäude und Grundstücke.. 12 Inventar.............. RM 362 043 857 889 1210(482 100 264 939 16702*77 91 03 S9 07 45 59 200491 TM 986 412962 148447 874 538 477 454 6 882 255 4 353 636 43683» 1 889.305 625152 — P-vo. 1. Betriebskapital; - a) Beteiligung der Mitglieds-. Verbände...... 28 7*880,- Beteiligungen des PreuSischen Staates.._1##06_fl0ö� b) 2 Rücklagen 2 G äubiger: a) seitens der Kundschsft bei Dritten benutzte Kredite.. b) deutsche Banken, Bank- firmen, Sparkassen und sonstige deutsche Kre- ditlns itute...... 293594/8217 c) sonstige Gläubiger.. 32421 73238 Von der Gesamtsumme der Gläubiger(mit AusschiuB von a, sind: I. innerhalb 7 Tagen fällig...... 123385 857.80 2 darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig 148 5*7 448.29 X nach mehr als 3 Monaten fällig.. 54 043 128,46 Avale und Bürg- schalten: 34 255 12921 4. Akzepte....... 5. Langfristige Anleihen bzw. Darlehen; langfristige Tilgungsfest Dar- 25219 288,48 5000000,— dar eben b) langfristige leben....... c) im Umlauf befindliche Obliga Ionen.... 475 488 164.70 davon RM. Sl 90} 475,98 mit fünffachem Auslosungsrecht und RM. 6 233 625,— ohne Auslosungsrechte Noch nicht eingeiöste Z nsscheine und ausgeloste Obliga Ionen Aw 3i. Dezember 1928 Zinsen und Provisionen. BetriebsüberschoB... anteiligfälllge RM 99798000 3769 049 326016434 306 707 433 4 18 5 190 920 6 652 822 2218945 889.05625 52 Cvewinik' und Verlnst-Kechnnng: per Sl. Desember 1928 Theator a. KottbussarTor Kstttussai Sh. 8. Td.Hpl. 1U77 Taglich• Uhr,«uth Sonntag naenm. 2 Uhr(erntäSigts Prelach Cllte"Saaa«r u. a. JJia SchOnhaitskflnfoin verbunden mit Medeitsehau. ä8gew. Preislmmdnetzang tri aWnn HWrefi , Geschäfts- und schlieBlich der Verbandes... Steuern.... Instandsetzung und I alten Bankgebäudes C sowie Abschreibungen Inventar.... Betrieb süberschoB Bon. Verwaltu r gskosten Geschäftsunkosten ein- des Instandhaltung des Gertraudtenstr. 15/19 auf Gebäude and Haben. Gewinne: an Zinsen.......... an Provisionen. Gewinnvortrag ans 1927 RM j" 8 97 • 951 378K 2 I78 609|Q2 SB 373 99 71-3361 Berlin, Im Februar 1929. Deutsche Girozentrale- Deutsche Kommunalbank Oeffentliche Bankanstalt Das Direktorium De. Kltlssr Jsrsca Gehrka Müll«, Schneider ScboaU S«st> Waitaicn. Ztr. i07* 46. Jahrgang 2. Beisage des Vorwärts Dienstag, 6. März 1929 Ikichsiarif der Dachdecker. Di« Dackdecker können in diesem Jahre auf eine mmnterbrochen« zehnjährige Tarifvertragsperiode ziiri'ickblicken. nachdem« ihnen ge- tnngen Ist, den Reichstarif mit einigen wejentlichen VerHesierunge» 1920 wieder unter Dach und aiach zu bringen. In diesem Jahre war es wiederum möglich, den A ch t ft u n d e n t a g zu erhalten, darüber hinaus wurde jogar«in« Verständigung dahingehend erzielt, daß keinerlei Veränderungen an dem heutigen Ausland vorgenommen werden dürfen, auch nicht im Simie des Arbeitszeitgeletzes, wegen deffen Bestimnmngen innner ein gewisser Streit bestand. Ferner ist erreicht worden, doh Hilfsarbeiter, die Dach- deckerarbsiten oerrichten, Gesellcnlöhne zu erhalten haben, sin für das Dachdelkergewerbe sehr wichtiger Beschluß. Die Löhne bleiben auch in diesem Jahre mit dem Bangewerb« insofern verbunden, daß der Lohn dort als Grundlohn gilt, zu dem die im Gewerbe festgesetzten Zuschläge kommen, die zwischen sieben Die der und fünfzehn Prozent schwanken. Di« Festsetzung Ueberlanozulagcn und die damit zusammenhängenden Grenz. Bestimmungen bleiben den Bezirken vorbehalten, die verpflichtet find. bis zum 31. Mai jedes Jahres die ergänzenden Bestimmungen zu treffen, widrigenfalls der Ort von sich aus dies« Ergänzungsbestim- mungen treffen kann.% Die Löhne für Junggesellen, ältere und tnoalide Kol- legen dürfen nicht mehr einseitig vom Unternehmer festgesetzt werden. sondern nur vom Tarisüberwachungsausschuß. Ueber stunden- arbeit wird mit 25 Proz. Zuschlag vergütet. Ueberftunben dürfen jedoch nur unter aanz bestimmten Umständen geleistet werden, insbesondere wenn Menschenleben in Gefahr sind. Bei der Urlaub oorduung wurde ergänzend hinzugefügt. daß Aussetzen wegen Kälte und Mangel an Austrägen nicht als Unterbrechung des Anspruchs gilt, fondern dies« lag« zählen zur Urlaubserwerbung mil. Ein« gemeinsame Feststellung aller im Reichsvertragsgebiet ge- zahlten Löhn« soll erfolgen: sie hat als ein Bestandteil des Ver- trage» zu gelte«. Ferner wurden Bestimmungen über die Betriebs« rätewahl neu formuliert sowie straffere Satzunge» für die eigenen Schiedsstellen, die die Tarifparteien sich gegeben haben. Es ist ge- lungen, den Tarif ganz wesentlich zu verbessern. Keine Hemmnisse beim Stellenwechsel. Entscheiduug de< Reichsarbeitsgerichts. Seit Monaten klagt« der Angestellte E. in Berlin gegen die Spi«lwar«nfabr'k Sala in Berlin auf Nachzahlung von Lohn. Die Beklag:« fabriziert Spiele und gehört einer Bereinigung von Unternehmern der gleichen Branche an. In der Hauptversarwn- lung der letzteren wurde beschlossen, daß eine Mitoliedsfirma, die den bisherigen Angestellten einer anderen Mugliedssirma einstellen will, bei dieser erst anfragen soll, ob sie damit einverstanden sei. Es wurd« erwartet, daß die von der befragten Firma gegen die Ein- st«llung«rhobenen Bedenken von der anfragenden Finna„im Geiste kollegialer Loyalität' gewürdigt werden würden. Als der Wäger E. bei der Firma Sala ausschied und sich bei der Mitaliedssirma H. um eine Stelle bewarb,«rhobdieFirma Sala dagegen Widerspruch mit dem Erfolg, daß die Firma i). den Kläger nicht einstellt«. Der Abgewiesene fordert von der Beklagten Ersatz des ilpn durch die Versagimg der Stell« entstandenen Schodens. Das Arbeits- und auch das Landes- arbeitsgencht hlü nach Klageantrag entschieden und die Firma verurteilt, für den Schaden ihres Angestellten zu hasten. Gegen dieses Urteil richtete sich die Revision der Beklagten. Sie beantragte«ine grundsätzliche Entscheidung in dieser �zrage. Das Reichsarbeitsgerichr verwarf die Revi« sion als völlig unbegründet und legte der Beklagten die nicht un- erheblichen Kosten des Rechtsstreits auf. Di« ArbeU»lasigkei< tu Oesterreich hat in den letzten Monaten chren Höchststand mit über 300 000 erreicht. Lohnbewegung der Hafenarbeiter. In Ausfühning des Beschlusses einer in Bremen stattgefunden«» Hafenarbekterkoi�erei� ist, wie uns aus Hamburg gemeldet wird, das Lohnabkommen der Hafenarbeiter zum 1. April g«- kündigt worden. Di« Hafenarbeiter fordern eine Erhöhung der Löhn« um 8 Prozent. TPZ>..B«trUb»f«tt>»» de» Bezirk,« ixt, ftrcnsVizt Arn dsnnrr«- !ag, 1. März, Uhr, Prisammlun« aller SPD.-G«nossen i�räeinr, Ailscstcllx>!Nd Braune) bei Twald. Slolifler Str. 136. 1. Die Parteien im Deutschen tHeichstao. Referenjin: Mail>ilt-c Wurm, M. d. R. Z. Äus-- sprach«. S. Verschiedenes. Milgltrdsbuch legitimiert. SSstc kiinnen durch Mitglieder eingeführt werden. Der Frattio-sn-rst«,,». «nprr.Bremse! Am Donnerstag. 7. März, IS Uhr, sZroktionsoer. sammiung aller SPD.-Scnossen im Lokal �fur Tonne", Hirschderger Sirahc l. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. Der Zratti»n»»orfta»d. Kt�reie Gewerkschasts«Lugend Groß-Berltn �«utc, Dienstag. UZh Uhr. iaqeu die Gruppen: Spaada»,»«pppn. >eim. Etädt. Anqendheim. Lindenuser l. Heiuihesprechung. Bring! deimausweis« und Berbondsbiicher mit.— Trepto«: Sruvpenheim, Wilde nbruchstr. S3~54 l Hortzimmer). Interessanter Abend,— Eruppenheim. Zugeiedheim, Graun- Ecke Loriniigstraße. Seimbesprechuny. ton- trolle der Verband sdiicher und Heimousweise.— Le»bslxi«rr Pia»: Gruppe"' beim Diestelmenerstr. S. Lichtbildervortrag:„Die Sächsisch« Schweiz.— g«o»t surtcr Alle«: Gruppenheim, Stadt. Iuoenicheim, Lidauer Str. u>. H«np besvrechung. Verbandsbuchkontroll«.— Lichtenderg: Eruppenheim, Jugendheim, Dossestr. iL, Heimbesprechung, gontrolls der Verbondsbiicher und Heimaudoxise, ~ lgendheim Giinterslr. 48, Heimbespreckmag. Ohne Der bairdsbuch und Heimausweis kein Zutritt.— Siidkrri»! Iugendtursu« i» Jugendheim Wasserwrstr.». Zuoendaruppe Oes?entralverbandeS der Angestellt«? Dienstag, finden kolgende Veranstaltungen siatt:»»edneid ugendheim Lehrter Str. Id— l». Hrinrdesprechung. Anschliebrnd halte» und Bowegung» «.» Hallensch, u» uns«« Döbel«»rz-Reserate,— Utbungiaden» de» Gl chors um 20 Uhr in der Turnhalle der Schul« Baruthrr lind mitzubrnigen, MODERN SEIN cMein Schneider war ein Menschenkenner Wenn er mir däsMoss zu einem neuen Rocke nahm, dann pflegte er zu sagen-„Ich weiss schon, was EueRs> Hochwohlgeboren wünschen.Sie wollen nach neuester Mode gekleidet sein, aber nicht wie ein Stutzer. Es würde einem ehrbaren Kaufmann schlecht anstehemalle Auswüchse der Mode mitzumachen* Qdrin hatte der Meister vollkommen rechUdenn ein Kaufmann soll zwar fortschrittlich gesinnt sein, aber nicht deshalb das Neue suchen, weil es neu ist. Das gute Alte erhalten und das gute Neue hinzufügen, das ist wahrer Fortschritt. 'TVas der ehrbare Kaufmann OVERSTOLZ hier sagt, ist gewiss nichts Neues, aber für unser Fach hat es doch seine besondere Bedeutung. Ein Fabrikant, der immer wieder seine alten Zigaretten-Marken durch neue ersetzt, spekuliert auf die Neuerungssucht unverständiger Raucher. Er würde das Geld, welches� solche Neueinführungen verschlingen, nützlicher auf die Verbesserung seiner alten Marken ve* Altbewährte Marken erhalten, sie in Qualität undlechnikimmer weiter vervollkomm- mn,das ist wahrer Fortschritt in unserm Fach. c/n diesem Sinne ist die overstolz zwar eine der ältesten, gleichzeitig aber eine der modernsten Zigaretten- Sorten am deutschen Markt, � �cUts �iWlnw • O»H» G» 3 UNSER PRODUKTIONS PROGRAMM 1929-30 ist aus den Bedürfnissen des deutschen Markfes geboren.- Der überragende Anteil der Opel-Wagen an den offiziellen Zulassungen der letzten Monate hat die Zweckmäßigkeit unseres Programms aufs neue zahlenmäßig belegt.- Gibt es unbegründete Verkaufserfolge? Nein! In ihnen spiegelt sich stets die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und die Zufriedenheit seiner Kunden. Opel-Preise und Opel-Qualität sprechen für sich selbst! RECHTZEITIGE LIEFERUNG hat rechtzeitige Bestellung zur Voraus- setzung.-Die Nachfrage nach Opelwagen nimmt ständig zu. Dementsprechend haben wir durch weit ausschauende Verträge bis in das Jahr 1930 hinein unsere Dispositionen getroffen und die Produktion unserer bewährten Modelle auf erweiterter Basis sichergestellt.- Wollen nicht auch Sie ihre Wünsche einer der 1000 OPEL-VERKAUFSSTELLEN unverbindlich bekanntgeben? Es wird uns ein Vergnügen sein, Ihnen auf längeren Probefahrten die einzelnen Modelle vorzuführen, damit Sie aus dem reichhaltigen Produktionsprogramm der bedeutendsten Automobilfabrik Europas den Wagentyp wählen können, der Ihren Wünschen am besten entspricht! PREISE: 1,1 Ltr.(4/20 PS) km Zweisitzer......... 2306 Viersitzer.......... 2800 Limousine...••••••. 3200 Cabriolet.......... 2SLO Luxus» Cabriolet... 2 Ltr.{8/40 PS)«M Sportwagen, Viersitzer 39»Ö Limousine, zweitürig 4300 Tourenwogen....... 4890 Limousine, viertürig.• 480O Sport-Zweisitzer..«.. 4750 mit Notsitzen Zwei sitzer. Limousine. 90ÖO mit Notsitzen' Zweisitzer. Cabriolet.. 3400? mit. Notsitzen Luxus- Limousine.... 94 00 2,6 Ltr.(10/40 PS) km Limousine, viertürig.. 5406 fünffach. BalfonbereH. Puliman, sechs-slebans. 400CP sechsfach. Ballonbereif., 3,7 Ltr.(14/50 PS) im Limousine, viertürig 6806 f ü n f f a< he B oflenbe rei& mit Koffer Puliman-Limousine.. 7806 4,2 Ltr.(16/60 PS) km Sport. Zweisitzer..... 8306 mit 3 Notsitzen, sechs«« fache Ballenbereifung Cabriolet, zweisitzig.. 9000 mit 7 Notsitzen, sechsfache Batlonbereifvno ialon-Puiiman....10900 23/120 PS Regent km » Zylinder, Choni».. 14004 n-Schnetlgang-6.tv.. 1SOOO LIEFERWAGEN ut 1,1 ltr. Lieferwagen.. 2800 Nutzlast 300 kg Johressteuer RM 144 3,6 Ltr. Kastenwogon 4780 Nut liest 600 kg, xfrke 1,70 m lang, 1,30 ß» breit, 1,25 m hoch Johressteuer RM 288 17, t SCHNELL- LASTWAGEN m Chassis normal..... 3800 führerhaus allein.... 40O Pritschen wo gen.... 435S Pritschenwogen.«.•• 4500 mit Plane Chassis lang....... 4006 1 Vi Tonnen Chassis... 4600 fang, hinten Nalballlpe fik-längsfedern In Oummiiagerung 2 t SCHNELL- LASTWAGEN 04 30.11.Zylindw U» Chassis............ 8606 Pritschenwagen..... 6300 Pritschenwegen.,».. 6456 mit Plane f ührerhous allein 45# A.G. RUSSELSHEIM AM MAIN I I Vieustag S März 192S Unterhaltung unö Aljissen Settage des Vorwärts 81m Waria 3iud: iöd* SiUMld �Clig tyetet faß 6« feiner Braut imb hatte mit ihr dl« letzten Ein- .�lheiter. zur Hochzeit besprochen. lieber den Tisch hin hatten ihre HSnde sich gesunden und tarnen nicht mehr los voneinanher. Auch ihre Gespräch«, die brcD und immer miefcerhtrfertb nun um unwichtige Einzelheiten gingen, trugen jenen geheimen Sinn, sich nicht freizutassen. Feng, der mtitze Spitz, Lisas Hund, saß abseits auf einer bunten Decke und hielt seine klugen Augen untx'rrbor auf de? Herrin. Äislleicht hielt er sich oerpftichtet, hier scharf zu beobachten, obgleich es ihn langweilte, und seine scharsgezähnt« Schnauze häusig gähnend klaffte. Endlich rang sich Peter aus dem süßen, betäubenden Jnoin, anderstarrsn los und sprang aus. Sie küßten sich rasch und heiß. Da war auch Fang hoch, begann ei» wüste« Gekläff, hieb mit der Rute den Teppich und benahm sich überhaupt wie ei» schwer gereizter Nebenbuhler. .Biest.' knurrt« der Bräutigam..Fällt mir übrigens erst jetzt ein. Lifo, wo läßt du den SU-ü während unserer Hochzeitsreise?' .Losten—? 8a-*■ Peter—- im wirst mich doch nicht von Feng trennen? Ich Hab das Tier sieben Jahr«, das ist doch schon fast ein Lebenskamerair' »Setzt hast du mich zum Kameradenk' »Ja. Peterl Und es wird sich nach sieben Iahren erwiese» haben, ob du so treu, aufmerksam und gewissenhast bist wie Feng. Geh her, Feng, gib dem Herrn die Pfote— schau dir einmal dies« Augen an. Schatz— na, weißt du, mit Tritten wirst du dir nicht gerade sein« Zuneigung erwerben,--' Pei«r hatte einen leicht«» Stoß mit der Stieselspitz« nach Feng ausgeführt: seine Stirn rötet« sich. Lisa sah ihn mit großen Augen an, während sie des Tieres Kopf streichelt«. »Karmst du den» Hund« nicht leiden?' fragt« sie vorwurfsvoll. .Dummheiten! versteh mich doch-- was soll ein Dritter in unserer jungen Ch«? So ein Vieh macht Kosten. Unbequem- lichkeiten, ist zu nicht» nütz«. Wie soll sich der Köter auf der langen Seeiahrt beschäftigen? Weiden wir nicht bester« Ding« zu tun ihröen. als ihn zu unterhalten?' .Der Hund fordert gar nichts— gar nichts.' Lisa wurde leiden- schastlich..er fühlt, wenn man ihn nicht sehen mag, er liegt dann weit weg in einem Winkel und nur seit« Augen betteln rührend. Er ist zartfühlender als ein Mensch sein kann, er errät ssd« Seelen- regung.' .Du erregst dich ja, Lisa? Das ist nicht nötig. So soll er meinethalben mit, der Wundevhund.' .Ach lern« ch» nur kennen. Peter, du wirst ihm gut fein,' rief das Mädchen erfreut. Sie gingen auseinander und wußte» beide in Unruh«, daß eist Fehler begangen worden war. Man hatte ein« Lösung von sich fortgeschobe», die Knsts würde drängender wiederkommen. Feng benahm sich tadellos; schmeichelte mit weißem Seihen- seil um dt» Röcke seiner Herrin, solange sie allein war, und schlug einen Bogen, den Kops mißtrauisch geduckt, wen« Peter dazutrat. Weiß man ober, was in solchem Hundeherzen vorgeht? Tierlied. Haber behaupten, es sei im Wesentlichen ganz die gleich« Sache, wie bei hc»ms sapiens. Schmerz, Sehnsucht, Ahnung herrschten ebenso, vielleicht intensiver darin. Was Feng anbelangt, so saß er, al» man ihn zum ersten Mal« aus der Kajüte komplimentiert«, auf Deck des Dampfers und heult« ganz hell und leise. Der St«. ward, dem er übergeben war, hatte ihn angekoppelt- Die Nacht war wolkig still; der schwersüß« Geruch der Heumahd strich von der Küft« heran. Lisa lag in der Vergessenheit großen Glück», al» ein ferne» Winseln da» Ohr traf. Es tat ihr weh: sie erhob sich focht und tappt« nach einem Uebergewand. Ihr Gatt« härte sie dennoch und zog sie in seine Arme zurück. .Willst du etwas. Lieb? Hast du Durst, soll ich dir«was Halen?' Und Lisa sagt« und es kam ihr schwer von den Lippen: .Feng jammert irgendwo. Ich kann's nicht mehr hören. Laß ihn herein.' .Nein, nein, da« keinesfalls,' wie« Peter sie ab, und sein» Stimme klang Verdrossenheit bei,.ich werde ihn unter Dach spe» dieren gehen.' Da« tot er auch, nur wenig sänftlich Der Störer de? Hoch. zeitsnacht flog in eine luftlos« Besenkammer. Und wenn sein« Klage nun auch den feinsten Ohren nicht mehr hörbar war, und da» Rauschen der arbeitenden Dampferschraube in Schlummer sang, Lisa horte ihn mit dem Herzen, die garq«, ganze Nacht Und lief früh sogleich, ihn auszusuchen und fand da» Loch, darin er trüb- selig steckte, wirklich ganz ungeeignet für weiß«, feinschnäuzig« Rasse. Hund«, und si« sagt« das auch ihrem-- Feng. In nächster Nacht wurde der Hund mit Koseworten oov seiner Herrin selbst gebettet, bevor sie ihr« Kajüte auffucht«. Nur fand der Hund wenig Ge- schmack an der ganzen Neuordnung; er spazierte an Deck und b«, gann wiederum jenen Klagegesang. Der junge Ehemann hatte herzlich wenig Interesse daran; seinetwegen hätten auch alle de- rufen«, Sänger de» Erdrunds da oben konzertieren können, ohne ihn herauszulocken, aber Lifa empfand Peinliche». Do sich jedoch nichts dm ließ, so sucht« sie wenigstens bei Tag« aC die rührende Lieb« Feng» mer Urmensch im£ichl neuer&unde Soeben erst hat«teder dt« Nachricht von einem Urmenschen- fund in Südafrika, der als der wichtigst« bisher im schwarzen Erd- teil gemachte hingestellt wird, das Aufsehen gelehrter Kresse erregt, und solche Nachrichten sind in den letzte» Ähren de» öfteren ge- kommen, ohne daß man sich Über ihr« Bedeutung für die Urgeschichte de» Menschen klar wurde. Der Erlanger Prähiswriksr Dr. Andreas Pratje nimmt nun in einem Aufsatz der.Deutschen Medizünschen Wochenschrift' zu diesen neuen Funde» Stellung. Afrika hat in letzter Zeit mehrere hervorrage«« Beiträge zur Urgeschichte ge. liefert. Viel besprochen wurde der 1924 von Prof. Dart im Betschuanalande gefunden« sogenannt« Taungs-Schädel. der ein« Reih« menschlicher Merkmal«, so die starke Ausbildung des Gchirnfchädels. das fast vollständige Fehl«» der Ueberaugenwülstc und tü« Profillinie der Stirn, daneben aber auch Merkmale der heutigen Menschenaffen, wie die Form der Nase, die vorspringende Schnauze und die kleine Lücke neben dem Eckzahn, zeigte. Da es sich bei diesem Fund« um ein jugendliches Wesen im Atter von etwa sechs Iahren handett, so muß man zum Vergleich den Schädel eines gleichaltrigen Affen heranziehen, mit dem er auffallende Ueberein- stimmung auswies. Da der Affenschädel in der Jugend ein« viel größere Menschenähnlichteit als im Alter besitzt, so ist denn auch der Entdecker Dart zu dem Ergebnis gekommen, daß es sich hier um keinen Menschen, sondern um einen neuen Menschen- äffen handett, den ersten, der aus der T-rtiarzeit in Afrika ge- sundcn worden ist und den Namen.Austrslopitbecu» airicanus erhallen hat. Ein afrikanischer Urmensch trat aber dann tn dem Fund« von Broten-Hill zutage, der in Nordrhodesien im Ouellgebiet des Sambesi gemacht wurde. Außer einem Schädel wurden noch ein vderfchentelknochen. Teile vom Schienbein, ein Teil de» Beckens und des Kreuzbein« und ein Stück des Schullerblalls geborgen. Der Schädel überrascht durch sein« ungeheure Mächtigkeit; er hat verschiedene primi ive Merkmale, so da» flache und niedrige Schädel- dach, die stark fliehende Stirn, die gewaltig entwickelten Ueberaugen- iDÜlstc, die großen, fast viereckigen, dabei schräg gestellten und well voneinander entfernten Augenhöhle», die breite Nase und den vorspringenden Oberkiefer. Während er in diesen Eigenschaften noch den Neandertal-Menfchen an Alter übertrifft, weist er andere Züge aul. die aus«ine» jüngeren Typus als den des Neandertalers hinweisen. Da, Hinterhauptloch ist nach vorn gelegen und läßt auf ausrechten Gang schließen, der Gaumen groß und hochgewölbt. die Zahnreih« hufeisenförmig. Di« großen Zähne haben menschlich« Form und sind von Fäulnis angegriffen, was bei keinem Neander» talfchädel nachgewiesen ist. E» ist also«ine eigentümsiche Mischung von primttwen und fortgeschrittenen Merkmalen, wie fi« bisher noch hei keinem Schädelfund« zu bemerken waren. Der Träg« des «ch-ik-l. hat daher den Namen..Homo rtodesiensis' erhalten. Die zeitliche Einordnung de» Rhvdefiermenschen ist sehr schwlerm Pra j« glaubt, daß« sich um«irtta Seitenzweig der Menschheit handelt, der stch unter den besonderen Bedingungen w Afrika ab- meichend von den Menschen in Europa entwickelt hat. In Asien. ha, man ja vielfach für die Urheimat de, Menschen HSV, wo aber bisher noch keine ganz primitive« Menschenfund« gemacht worden waren, hat man jetzt den ersten Fund eine» Neandertaler» gewacht. Es ist dies das Schädelfragme ot von Galiläa, das m einer größeren Höhl« im Tal von Adi-el-Amud nördlich non?!berias am See Genezareth gefunden wurde. E» ist«in Stirnbein mit Resten der Nasenbeine, Resten de« rechten Iochbogens mit Teilen de» Oberkiefers und des linken Keilbein», du nach de» mit ihnen zusammen gefundenen Steinwerkzeugen etwa der Moustörienkuttur angebören müsien. Der englisch« Anatom keith vertritt die Auf- fassung, daß der Galiläa-Mensch in die direkte Entwicklungsreihe des europäischen Menschen gehöre, während der Neandertaler, mtt dem der Galilaa-Schädel sehr viel Gemeinsame« hat, eine Reben- linie darstelle. Ein wichtiger Fund eines stark fossilen, kindlichen Schädel» ist 1926 bei Gibraltar gemacht worden. Auch in Deutschland ist uns aus den Steinbrüchen von T a u b a ch- Ehringsdorf bei Weimar in den letzten Jahren ein neuer Fund des Neandertalers beschert worden, ein« leider vollkommen zertrümmerte Schädelkalotte. die eine Uebergangsform zwischen dem Neandertaler und dem spä'paläoliihischen Schädeln von Brünn, Ero-Magnon usw. darzustellen scheint und dem Schädel von Laltläa ähnlich ist..D>« letzten Jahr«', sagt der Dersasser, abschlk-ßend, „haben un» eine ganze Reihe wertvoller Funde gebracht, aber iwch immer ist die Zahl der Funde des Menschen aus der Altsteinzeit er- schreckend gering, viel zu gering, um näher« Schlüsse über Rasten. Rastenmischung und die Entstehung der Menschheit überhaupt daraus ziehen zu können. Und wenn uns auch jeder der neuen Fund« wen- volle Erweiterungen unserer Kenntnisse gebracht hat, so müssen wir doch noch viel mehr von der Zukunft erwarten, namentlich von Funden in außereuropäischen Ländern. ßefähtchle Dokumente soim galilei&rozefl? Schon vor längerer Zell tauchten in wistenschasllichen Kreisen Vermutungen auf, daß in den Prozeßakten, die von der römischen Inquisition in dem Versahren gegen Galllei angelegt wurden. nachträglich Radierungen und Korrekturen vorgenommen sein sollten. Galilei hat während des Prozestes seine Lehr« widerrufen: es ist aber ungewiß, ob die» au» eigenem Willen geschah oder unter dem Zwang« der Foller. Bei den Untersuchungen der Prozeßakten handett et sich nun darum. Anhalte punkte für die ein« oder andere Hypothese zu finden. Die Notgemeinschaft der deutschen Wistenschast hat ta Jahre 1926 ein Reiicftipenbium an Herrn Dr. Lämmel. Dornburg a» der Saab., gegeben, um ihm ein« genaue Untersuchung und Einsicht- nahm« i» die in Rom befindlichen Prozeßakten zu ermöglichen. Die Untersuchung der Dokumente erfolgte mit Hilf« von Quarzlampen. und dabei wurde festgestellt, daß in den Akten tatsächlich Radierstellen mtt darübersiegenden Korrekturen vorhanden sind-* eine Tatsache. die zw Annahme der Hypothese beitragt, daß der Widerruf Galileis umer der Foller erfolgt ist. In kurzer Zeit wird Dr. Lämmel die Ergebniste seiner in Rom vorgenommenen Untersuchungen w einem Buche der OefsenLichkett imterbreiten._' Selbstmord und Jllkohol Tot Zusammenhänge zwischen Alloholismu» und der Zahl der Selbstmorde sind von jeher Gegenstand wistenschastlicher Erörterung gewesen. Man hat die Ergebnist« dieser Forschungen für und gegen den Alloholismu» ausgebeutet und die Diskussion ist auch jetzt noch nicht zum Stillstand gekommen. Dr. Rudolf Bändel berichtete vor einiger Zell in dar.Münch«- ner Medizinischen Wochenschrift' über die Beobachtungen, die auf diesem Gebiete tn den letzten Iahren in Bayern gemacht wuttieiu In den Iahren vor dam Kriege war die Zahl der Selbstmord« auch in Bayern allmählich häufiger geworden. Sie betrug im Durch- schnitt der Jahre 1967 bt» 1913 in Bayern für da» Aller von 29 bi« 79 Iahren ,1,88 pro Zehntausend bei den Männern und 1,15 bei den Frauen. Eine ausfallende und plötzliche Veränderung der bis dahin stell. gen Auswärtsbewegung der Seldstmoidziffern brachte die Vor- und Nachkriegszeit. Man hat die Selbstmordziffer der Männer im Alter von 29 bis 59 Jahren für die Zeit non 1915 bis 1918 als für die Kriegsperiode bis 2,17 pro Zehntausend für die Männer und von D9S für die Frauen geschah. Die Selbstmorde nahmen während de» Krieges bei den Männern erheblich ab. und zwar bei den sünge» ren in einem ganz ungewöhnliche, u bei den älleren in ziemlich er» heblichem Maße. Während gleichzeitig beim weiblichen Geschlecht die Selbstmordzissern in allen Altersstusen zugenommen haben. Auch nach dem Kriege zeigte sich noch dieselbe Erscheinung. Bändel ist der Ansicht, daß der Krieg auf die Männer in der Weise einwirkte,„daß sie sich dem Gefühle de» Lebensüberdruste» weniger Hingaben al« in ruhigen Zellen, während die Frauen durch die Zerstörung bräut, lichen od«? ehelichen Glücks der Verzweiflung am Leben häufiger anheimfielen. Schließlich brachte es der Krieg ja mit sich, haß die Lebensmüden der Sorg« enthoben wurden, selbst Hand anzulegen. Der Staat führte an den Fronten den schweren Entschluß der Selbst- mörder aus, kein Wunder, wenn die Statistik da unvollkommen ist. Bändel erkennt aber selber, daß mtt dem psychologischen Einfluß des Krieges die seltsame Erscheinung der Nachkriegszeit, die durch ein« Verringerung der Selbstmorde unter den Männern und eine ständige Steigerung bei den Selbstmoodziffern der Frauen gekenn» zeichnet ist, nicht genügend erklärt wird. Er sucht einen anderen Grund für da» Absinken der männlichen Selbstmordziffer vom 30. Lebensjahre auswärts und stößt hier auf die Frage des Alkohol«. Er nimmt an. daß der Fortfall des Alkohols oder zumindest de» Zllkoholübermaßes mtt eine der Ursachen für die Verringerung der männlichen Selbstmordziffer ist. Da in den Iahren 1921— 1925 nach Beendigung der Inflation dt« männlichen Selbstmordziffern wieder erheblich steigen, so will er darin eine wettere Bestätigung seiner Ansicht sehen, indem er darauf hinweist, daß dies« neu« Steigerung der Selbstnwrdzifter mit einer Erhöhung des Alkoholverbrauch« im Zusammenhange steht. In ausführlichen Berechnungen kommt Bändel dann zu dem Ergebnis, daß die AlkoholselbstmorivSterde- ziffer, die man früher im allgemeinen mit 25 Proz. annahm, beut« erheblich höher eingeschätzt werden muß. nämlich mtt 19 Proz. Bändel schließt seine Betrachtungen mtt den Worten:„Daß der Alkohol so häufig den Selbstmord mitverschuldet, ist nicht zu vor» wundern. Einmal zerstört er das wirtschaftlich« Gedeihen und damit den Lebensunterhalt und die Lebenslust, sodann aber erzeugt «r mit und ohne wirtschaftlichen Zusammenbruch da« Gefühl der Untüchtigkett und Minderwerllgkett und damtt einen Ekel am Leben. Dazu kommt aber zu allem noch die erregend« Wirkung des Alkohols, sei es. daß der Alkoholist in plötzlicher Aufwallung von Reu«, Aerger und Witt hemmungslos nach dem vielleicht schon länger in der Tasche herumgettagenen Revolver greift oder daß er zu dem fett geraumer Zell schon gehegten Plan sich«rst den Mut antrinken muß. Fehlt aber der Alkohol, so unterbleibt in solch,» Fällen die Ausführitng de» Selbstmordes. ä)ie ideale Steismng Sich die nötig« Wärme zu verschaffen, ist ein Gebot, das in diesem Winter dringender an uns herantritt als je zuvor. Aber nicht nur die nötige, sondern auch die gesündeste Wärme sollen wir in unsere Zimmer zu bringen suchen. Der englische Hygieniker Dr. Saleeby hält die heute so wett verbreitete Zentralheizung dafür nicht geeignet. Si« bringt eine trocken«, leblos« Lust, die von der natürlichen, durch die Sonne gespendeten Wannt sehr abweicht. Auch das Kohlenfeuer ist unter diesem Gesichtspunkt nicht zu emp» iohlen. Es verursacht sehr viel Rauch, der die Lust verdirbt und den Lungen schädlich ist. Für die ideal« Heizung hält der Gelehrt« die Gasfeuerung, die allerdings früher den Fehler hall«, uns aus der einen Seit« zu braten, während die dem Feuer vlbgewandte Seite fror. Die neuesten Verdesserungen der Gasheizung, die besonder» von dem Finsenschen Institut in Kopenhagen ausgearbeitet worden sind, haben jedoch jetzt eine Art künstlicher Erwärmung gebracht, die der Wärmestrahlung der Sonne nahe kommt, indem sie uns die ultraroten Strahlen der Sonn« vermittelt. Diese Strahlen liege» im Spektrum hinter den roten Strahlen, die die letzten sind, die wir mit unseren Augen wahrnehmen können. Wenn wir aber auch die ultraroten Strahlen ebenso wenig wie die ultravioletten sehen können, so vermögen wir doch, die Ainvesenheit dieser Strahlen wahrzunehmen, weil sie es sind, die auf unserer Haut die Wärme- empfindung hervorrufen. Würde die Sonne nicht diese wärmenden uttraroten Strahlen aussenden, dann würden wir all« längst den Kältetod gestorben sein Sie sind zum Leben nicht weniger not» wendig als die uttraviolettelr Strahlen. Die Aufgabe bestand nun darin, ultrarote Strahlen gleich denen des Sonnenlichtes hervorzubringen, die uns nicht verbrennen. Dazu ist das Gas imstande, wie die Elektrizität allein dazu verhilft, die ultravioletten Strahlen zu gewinnen. In dem dänischen Finsen- Institut hat Prof. Sonne nach langwierigen Untersuchungen nach» gewiesen, wie die ultraroten Strahlen des Sonnenlichts vom Blut aufgenommen werden und es erwärmen, nachdem sie durch die Haut ohne jode Schädigung hindurchgedrungen sind- Die für da» ultra» violette Licht bestimmte Metalle, so z B Tung stein, benutzt werden, um genau die Strahlen zu gewinnen, die wir brauche», so hat man zur Erzeugung der ultraroten Strahlen in der für un» notwendigen Welse mehrere Verbindungen von Element«« erprobt. Bei der Verwendung dieser Stoffe innerhalb der modernen Gasheizung werden uns die richtigen ultraroten Strahlen zugeführt, die uns die ideale Form der Erwärmung vermitteln. Nach der Angabe von Dr. Saleeby kann diese Verbesserung an jedem Gasofen ohne de» sondere Koste» angebracht werden._ Besteuerung öffentlicher Betriebe? Mit T'eidgefühlen der Privatwirtschaft allein ifi vernünftige Steuerpolitik nicht zv machen. Bc-i her ftnanzpolitischen Insfuffion der letzten Wochen hat in der durgerlidjen Presse die Forderung noch Beseitigung des söge- nannten Steuerprioilegs der öfseutlichen Hand eine groß« Rolle ge- spielt Dabei handelt es sich vor ollem um die Befreiung der Der- sorgungsbetriebe der ösientlichen Hand oon den direkten Reichs- steuern. Für die Aufhebung dieser Steuerbefreiung wurde vor ollem der angeblich hohe finanzielle Ertrag dieser Maßnahme angeführt, mit deren Hilfe sich ein Betrag von 20 0 M i l- (tonen für die Deikung des Defizits des Reichs ergeben solle Diese Rechnung i st falsch. Tatsächlich kann man den Er- trag der Aufhebung des Steuerprivilegs wohl höchstens auf nind ~ib Millionen Mark schätzen, von denen knapp zwei Drittel dem Reich, das andere Drittel Ländern und Gemeinden zugute kommen würden. vom Standpunkt des Zinanzausgleichs würde diese Maßnahme einfach eine neue Velastung der Großstädte bedeuten. Soweit Statistiken über die Verteilung des Gesamtertrags der Heberschüsse der öffentlichen Versorgungsbetriebe vorliegen, zeigen ste übereinstimmend, daß große Gewinne aus dem Betrieb der- artiger Unternehmungen fast nur in den Großstädten entstehen, deren Zuschußbedarf vielfach mit 20 Proz. aus solchen Ueberschüssen gedeckt wird. Schon heute tragen die Großstädte die.Hauptlast des Finanzausgleichs, und nicht zuletzt die Lohnsteuerzahlungen der großstädtischen Arbeiter- s ch a s t sinonzieren den rasch wachsenden Finouzbedarf der öond- kreise und Landgemeinden. Das R e i ch s f i na nz mi n i st« r iu m hat die Beseitigung des Stcuerprivilegs mit den folgenden Sätzen abgelehnt: „Eine eigentlich selbstverftandliche Tatsache, die aber umner wiodcr zu leicht vergessen wird, sei an dieser Stelle ausdrücklich wiederholt. Es ist ein« Wirtschaft, Wirtschaft im weitesten Sinne des Wortes genommen, die olle Steuern auszubringen hat. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, ist es gleichgültig, ob die Be- laftiing in Form von Reichs-, Landes- oder Gemeindesteuern er- folgt. Der Druck bleibt der gleiche, wenn sine Steuererleichterung bei einer öffentlichen Körperschaft durch eine Steuererhöhung bei einer anderen ausgeglichen wird." Fn der Tat würden die dem Reich aus der. Beseitigung des Steuerprivilegs zufließenden, den Gemeinden entzogenen Deträge vpn diesen auf andere Weise hereingeholt werden,?« es durch Steuererhöhungen, fei es durch Erhöhung der Werk- k a r i f e. also der Gas-, Wasser-, Elektrizitäts- sowie der Fahrpreis« auf den öffentlichen Derkehrsnnternehmungen. Das Ergebnis der Beseitigung des Steuerprivilegs wären also zunächst erbitterte Kämpfe innerhalb jeder einzelnen Gemeinde um die Ausfall- deckung. Außerdem aber würde die Diskussion über die Umgestal- tung des Finanzausgleichs, die man im Reich mit Recht erst nach der endgültigen Regelung der Reparationsfrage vornehmen will, in den Landtagen der einzelnen Länder mit dem Ziel neuer provisorischer Aenderungen des. Finanzausgleichs schon früher beginnen müsign. Reichs- und. Landesfinoizzpolitik könnten also nicht i« Einklang miteinander gebracht werden._ Diese grundsätzlichen finanzpolitischen Bedenken sollten allein hinreichen, bis zur Regelung des Finanzausgleichs an dem bisherige» Zustand unter keinen Umständen etwas zu ändern. Aber der Deutschen V o l k s�p a r t e i. die bisher allein den Kamps gegen das sogenannte Stenerprioileg der öffentlichen Be- triebe in ihr Finanzprogramm ausgenommen hat, kommt es weniger auf finanzpolitische, als auf wirtfchaflspolilifch« Ziele an. Die Argumente gegen das Stcuerprivileg widersprechen sich aber. Da wird behauptet, durch das Steuerprivileg»lachten die öffentlichen Betriebe den gemischtwirtschaftlichen und privaten eine unfaire Konkurrenz. Zlndererseits aber seien die Preise, die die össentlichcn Betriebe für ihre Leistungen sordxrtcn. höher als die der privaten Umcrnehmungen. Unfaire Konkurrenz könnte nur hi einer Preisunterbietung bestehen. Da aber die Preise der össent- lichen Unternehmungen unverhältnismäßig hoch sein sollen, kann oon unfairer Konkurrenz nicht gut die Rede sein. Dennoch wollen wir die Behauptungen prüfen. Zu den Preisen darf wohl gesagt werden, daß insolg« der mangelhaften Publizität gerade der Privatbetriebe, dann aber auch wegen der völligen Verschiedenheit der Versorgüngsgebietc es unmöglich ist, zuverlässige Preisvergleiche an- zustellen. Die bisherige Dskufsion hat beispielsweils« für die Preis« für elektrischen Strom nur gezeigt, daß sie überall zu hoch sind, daß aber nirgends ein klarer Beweis gegen die öffentlichen Betriebe beizubringen war. Wenn insbesondere in manchen Großstädten schein- bar unangemessen hohe Preise für elektrischen Strom gefordert werden, so deshalb, weil von den Elektrizitätswerken unbillig« Leistungen verlangt werden. In manchen Fällen erscheint über die Hälfte der Gesamtcimtahme aus der Stromliefcrung als Rein- egwinn kommunaler Werkel Es ist in hohem Maß bedauerlich, spricht aber ebenso gegen das System der finanziellen Drosselung der Gemeinden wie gegen die Gemeinden selbst, daß in manchen Städten die Werke in erster Linie als Steuerinftnimente angesehen werden. Aber Industrie- und Handelskammern bringen es in beut- schen Großstädten immer wieder fertig, im Kampf gegen notwendig« Erhöhungen der Reatsteuern an Stelle der Sleuererhöhung die Er- höhung der Werkstorife zu verlangen. Di« zweifellos bei öffent- lichen Werten an sich vorhanden« Tendenz zur ständigen Soften- senkung kommt deshalb zwangsläufig nicht in Preissenkungen, sondern in Erhöhungen der dem Stadtkämmerer zufließenden Uckier- schüffe zum Ausdruck. � Zur 3 rage der unfairen fionfurreaz müßt« erst einmal gesagt weichen, inwiefern zwischen Dersorgungs- betrieben überhaupt ein Sonkurrenzoerhällni» bestehen kann. Im Kufenden Geschäft«st das in der Regel unmöglich. Im all- gemeinen hat jedes BerforgungsuMernehmen einen bestimmten Be- zirt. der genau umgrenzt ist, ig dem.Gas, Wasser oder elektrischer Strom verkauft werden. Preisunterbietungen innerhalb dieses Bezirks kommen praktisch nicht in Frage. Wohl aber besteht ein« Konkurrenz zwischen privaten und öffent- Fchen Unternehmungen in dem Augenblick wo die Frag« geprüft wird, ob ein Bersorgungsunternehmen von einem privaten Unternehmen mit zu erteilender Kon Zession oder von einem kommunalen Betrieb unter der Kontrolle der Selbstoer- waftungsorgane geführt werden soll. Da das privat« Unternehmen kn seinen Kalkulationen, die es feinem Angebot zugrunde legt, die von ihm zu tragende Steuerlast mit veranschlagen muh. während das öffentlich« Unternehmen nicht mit entsprechenden Stellerleistungen zu rechnen braucht, besteht hier ein Konkurrenzverhältnis, in dem der kommunale Betrieb in der Regel dem privaten überlegen ist. Diese Uebcrlegenheit ist zu begrüßen. Denn«s liegt in der Natur des Konzessionsbetriebes, daß seine Lebensdauer beschränkt ist, und es ist eine bekonnl« Erscheinung, daß die letzten Jahre der Konzcisionsdauer jeweils dadurch gekennzeichnet sind, daß für die Unterhaltung der Werksanlagen nur noch das Notwendigste geleistet wird. Ein typischer Fall dieser Art wurde neulich bekannt. Der Siemens-Konzern besitzt die Konzession zur Elektrizi- tatsverlorgunq der kleinen bayerischen Stadt Günzburg. Während fast überall die kommunalen Werke ihre Netze längst aus Doehstrom umgestellt haben, hat Siemens in Günzburg den Betrieb mit Gleich ström weiter geführt- Das Werk ist also auf erniun Stande stehen geblieben, der neuzeitlichen Erfordernissen nicht mehr entspricht. Diese Mängel des Konzessionsbetriebeö sollten Ber- onlastung sein, daß diese Form des Derforgungsbetriebes möglichst bald verschwindet. Wenn das Steuerprivilcg der Dersorgungs- betriebe der öffentlichen Hand in diesem Sinne wirksam ist, kann das nur begrüßt werden. Eine solche„unfaire Konkurrenz" sollle von einer vernünftigen Wirtschaftspoliiit erstrebt und nicht erichwert werden. Aulomatische Steuer- und Preiserhöhungen als Folge. Sowohl der enge Zusammenhang des Steuerprimlegs mit dem Finanzausgleich wie seine Bedeutung für den Abbau der Konzessions-- Wirtschaft müssen dagegen sprechen, daß man es beseitigt. Erhallen die Großstädte keilte Entlastung durch die Länder an Stelle der ver- lorenen Erträge ihrer Werke, so werden sie zu Erhöhungen der Werkspreise oder ihrer eigenen Steuern genötigt sein. Außer- dem würde die Beseitigung des Steuer„pnvil«gs" vieliach a u t o- m a t-i s ch zu Preiserhöhungen führen. Wo auf Grund von Einzelverträgen Gas, Wasser. Strom geliefert wird, ist fast durchweg das Recht der Preiscrböhung für den Fall der Einführung einer neuen Stcucrbelaftung der Unternehmungen vertraglich vorbehalten. Betroffen werden hier die sogenannten Groß- obnehmer der Industri« und der Landwirtschaft, auch groß« Hotels, Warenhäuser ustn. Die Ahnungslostgkeit selbst der Be. troffenen über diese Zusammenhänge ist überraschend.- Für die Landinirtschast wäre ein« solche Strompreiserhöhung besonders schwer zu tragen. Sie müßte sich aber dafür bei der Deutschen Bolkspartei ebenso bedanken wie die betroffen« Industrie. Sparmittiarden und Wohlstand. Zum Abschluß der Deutschen Girozentrale. Die Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank ist zu- gleich Spitzenorganlsatton und Zentralbank der deuilchen Sparkassen sowie des kommunalen Kreditwesens. Ihr Geschäftsbericht und Jahresabschluß gibt daher nicht nur einen Gesamtüberblick über die Tätigkeit der öfsentlildcn Sparkassen, sondern zeigt zugleich die Eni- wicklung des gesamten kommunalen Kreditwesens in Deutschland. Auch im letzten Jahr hat sich die Tätigkeit dieser Organisation bedeutend ausgedehnt. Die Bilanzsumme stieg um 38 Proz. auf Test 890 Millionen und der Gesamtumsatz um 29,8 Proz aus 29,2 Milliarden. Di« verhältnismäßig gering« Erhöhung des Betriebsüberschusses von 2ß auf 2,2 Millionen, der damit immer noch unter dem Ergebnis von 1926 liegt, ist, wie im letzte» Jahr, auf das ungünstige Anleihegsschäst und die Kosten der not- wendigen Aursstützungen für Anleihen zurückzuführen. Der Geschästsbrrickt betont, daß die Sporlopitalbildung im letzten Jahre bei den öffentlichen Sparkasien wesentliche Fortschritte gemacht hat Die Zunahme der Spareinlagen betrug 1928 rund 2,3 Milliarden, womit sich die gesamten Spareinlagen auf rund 7 Milliarden erhöhten. Der Bericht sogt aber auch sehr richtig, daß das Anwachse» der Spareinlagen noch kein Anzeichen wiederkehrenden Wohlstandes der Masten fei, sondern lediglich ein« Auswirkung des krmnpshafien Bemühens der Sc- völkernng, so schnell wie möglich eine erste Rücklage für besondere Bedarfssülle anzusammeln. Die Leistungen der Sparkasien als Kreditgeber waren im letzten Jahr wieder sehr beachtlich Für den Kleinwohnungs- bau wurden allein 1928 insgesamt im Reich rund 750 Millionen ausgebracht, während über 3,2 Milliarden als Realkredit« oergeben wurden. Für das Kreditgeschäft der Girozentralen war, wie in den letzten Jahren schon, der starke Kreditbedarf der Kam- munaloerbänd« kennzeichnend. Am 30. November waren an kommunalen Sommelanleihen rund 848 Millionen in Umlauf, also rund«in Drittel der überhaupt durch Auslegung von Anleihen geschafften langfristigen Kommunaltredite. Darüber hinaus waren den Kommunalverbänden am 30. November noch langfristige Schuldscheinkredite in Höhe von etwa 400 Millionen gewährt worden, die überwiegend aus langfristig angelegten Spar- kasfcngeldern stammten. Di« kurzfristigen Kommuncilkredit- der Girozentralen betrugen nm 30. September 1928 zusammen 650 Millionen, also 56,9 Proz. des Gesamtbetrage» ihrer kurzfristige» Anlagen. Einschließlich der rund 350 Millionen kurzfristigen Somnuinalkredite der Sparkassen haben die Kam- munaloerbänd« also rund 1 Milliarde kurz- fristige Kredite bei den Anstalten der kommunalen Giro- orgomsation in Anspruch genommen. Di« im Anzoigenteil ob- gedruckte Bilanz gibt noch näher« Einzelheiten. Zur FragederBauspartassen führte Präsident Kleiner ans. daß die Deiitsch« Sparkasten- und Giro-Organisation zur Ueber- zeugung gekommen sei. daß das kollektiv geordnet« Sparen für Eigenheime unleugbare Dorteile gegenüber dem individuellen Sparen besitze. Di« Organ ffation habe sich daher ent- schlosten, fü r da s kollektive Bausparen einzutreten. Der Lorteil dieser Sparmethode liege darin, daß mit Hilf« dieses „freiwilligen Sparzwanges" erheblich höheres Eigenkapital als beim Individuolfparen angesammelt werden könne, wodurch nach Stellung der ersten Hypothek sowie der Hauszinssteuerhypothet die Finan- zierung des restlichen Kopitalbetrages bedeutend erleichtert fei. Der Deutsche Sparkasten- und Giroverbond ist nach eingehender Prüfung dieser Fragen zu dem Ergebnis gelangt, die Errichtung zentraler Bausparkassen für einzelne oder mehrere Der- bandsbezirke zusammen zu empfehlen. Zu der von den Privatbanken immer wieder geforderten gleichen Besonders schwierig liegt die Frage bei der Wassern«?-» sv r g u n g. Hier sind die Städte durch Reichsgefetz ver» pflichtet. Wasserwerke zu betreiben. Die llcberschüsse der Wasserwerke sind In der Regel gering. Sollen auch sie Vermöge»� und Umsatzsteuer zahlen, die sie iu mindestens 90 Proz. oller Fälle auf die Abnehmer abwälzen müssen, wollen sie nicht ihre Wirtschaft- liche Grundlage verlieren und reine Zuschußbetriebe werden? In diesem Fall wird deutlich, wie unsinnig und gedankenlos die Gegner des Steuer» .Privilegs" argumentieren. Der Wafferverbrauch ist im stärksten Anstieg b» griffen, und die großen Anlogen, die zu seiner immer schwieriger werdenden Befriedigung errichtet werden müssen, erfordern Jahr für Jahr größere Summen. Sollen dies« gemeinnützigen A'üagen. die mit Zuschüsten der Länder, Gemeindeverbäiche und Gemeinden errichtet uird eine Rentabilität voraussichtlich erreichen werden, mit einer Vermögens st euer belostet werden, die dach chrem Sinne nach nur den Zweck haben soll,«rtrogssähiges Derwögen zu erfasten? Ganz Aehiiliches gilt oon öffentlichen Dcrkehrsunte» n« h m u ng e n. Die großen neuen Berliner Schnellbahnlimen sollen aus ocrkehrspolitijchen Gründen gebaut werden Ihre Rentabilität ist naturgemäß umstritten. Die investierten Kapitalien sind außer- ordentlich hoch. Die Beseitigung des Steuerprivilegs würde vor- aussicktzlich ihren Bau in Frage stellen. Will und kann dafür irgend jemand die Berantworiung l tagen? Die Beseitigung des Steuerprimlegs bedeutet eine grundsätzliche Aenderung des Finanzausgleichs, sie hemmt den Fortschritt zu einer stetig sich entwickelnden Dersorgungs Wirtschaft und bedeutet eine Verteuerung von Kraft Wärme und Wasser. Man braucht noch nicht einmal«in Sozialdemokrat zu sein, um dieser unsinnigen Matz- nähme zu widersprechen. Di« demokratische Fraktion des Preußischen Landtags hat z. B. bereits eingesehen, daß dies ein« falsche Finanzpolitik wäre. Wir glauben, auch die Reichstagssraktionen der bürgerlichen Parteien täten gut, sich die Frage noch einmal gründlich zu überlegen. Die„Frankfurter Zeitung" hat einmal geschrieben, die Propaganda gegen das Steuerprwiteg entspringe den„Neid- gefühlen" der privaten Dersorgungsunternehmungei» Das ist sicher richtig. Stich aber solch« Gefühle«in« ausreichende Grund- lag« für wichtig« steuerpolftifchr Maßnahmen? Besteuerung der öffentlichen Spartassen erklärte Dr. Kleiner, daß die Sparkasten auch ihrerseits nur Steuer- gerechtigkeft verlangen. Steuergerechtigkeit hätte aber im .Falle' der Sparkasien zur Folge, daß auch die Gleichberechtigung I in den Gcfchäftsmöglich leiten geschaffen werden müßte, die heute gesetzlich versagt ist. Oie l�eichsbank Ende Februar. Keine sehr starte Beanspruchung. Der Wochenausweis der Reichsbank zum 28. Februar oerlangt deshalb größeres Interesse, weil in den beiden ersten Monaten dieses Jahres auf dem Geld- und Kapitolmarkl einige wichtige Ereignisse zu verzeichnen waren, die die Inanspruchnahme der Rcichsbank zum Februarcndc besonders hätten steigern können. Im Zusammenhang mit der Diskontsenkung aus 6� Proz. hätte die Vorbereitung der Frühjahrsorbeiten die Anspräche an die Rcichsbank oerstärken können. Di« Verteuerung des Geldes tn London mtt der Gefahr der Abziehung von Auslandsgeldern und die reichliche Be- gebung von Reichsschatzwechseln für den Kasienbedars des Reiches hätten in der gleichen Richtung wirken müsten. Die beiden letztcren Momente hoben wahrscheinlich auch die Nachfrage nach Reichsbank- gelbem zum Februareitde erhöht Die Kälte, der tiefgefroren« Boden und die Schneemasten dürften aber die Nachfrage nach Wirffchajts- kreditcn noch nicht gefördert haben. So sind die W c ch sc lb e st ä n d c mit 415,2 aus 1876,4 Millionen angesichts des hohen vorjährigen Bestandes von 2336,2 Millionen nur mäßig erhöht. Die Lombarddarlehen sind mit einer Der- Mehrung um 258,8 auf 297,2 Millionen zivar sehr beträchtlich ge- stiegen, aber da der an Zinstagen kürzere Monat Februar Zins- vorteile gewährt, ffi diese besondere Steigerung begreislich Di« fremden Gelder auf Girokonto haben um 47,1— nicht beträchtlich— auf 52-5,6 Millionen abgenommen. Mit einer Vermehrung der umlaufenden Banknoten um 630,9 auf 4553.0 Millionen sieht d«r Notenumlauf angesichts des geringen Wechselportssemlles sehr groß aus, besonders nachdem vor einem Jahr nur 4268 Millionen im Umlauf waren. Aber da die umlaufenden Rent«nbankschein« seit einem Jahr um 122 Millionen abgenommen haben, die Goldbestand« um 840 Millionen vermebrt wurden, die Deckungsdeoisen nur um 190 Millionen abnehmen, fft die Noten- und KreditbUonz der Reichsbant heute trotz des größeren Notenumlaufs und trotz der geringeren Kreditgewährung günstiger als vor einem Jahr. Die Goldbestände waren Ende Februar mft 2728,9 Millionen gegenüber der Lorwoche unverändert, die Bestände an deckungssähigen Devisen mit 90,4 Millionen wieder um 8.7 Mll- lionen verringert Durch Gold allein war aber der hohe Noten- umlouf noch mit 59,9 Proz. gedeckt, mit Gold und deckungsfähigen Devisen noch mft 61 L Proz., das ist eine um 11.1 Prozent besser« Rot«ndeckung als vor einem Jahre. 16 Proz. Dividende für Tertil Maschine». Der Aufsichtsrat der Chemnitzer Textilmasch inensabrlk Schubert und ©alz er A.-G. Hot beschlossen, für das Betriebsjahr 1928 wieder «In» Dividend« von 16 Proz. avszuzahlen. Allein der aus» gewiesene Reingewinn des Unternehmens in Höh« von 4,4 Millionen betragt aber 23 Proz. des Kapitals, so daß einschließ. lich der hohen Reserven, die von der Gesellschaft sährllch vom Gewinn zurückgestellt werden, auch die Hobe Dividende von 16 Proz. nur einen Bruchteil der tatsächlichen Iahreegewlnne darstellt Hämorrhoiden «m««»«>« I»»«»»», O•* c k w H e•, OrOa.n.rkraiiliung,»"»■'»«»alplgaag Ekern Gnsel Tee(sw««) Aftfstlicfc euipfohl««. Za habe« in den Apotheke«. Beveismaderia! srttJ«. Fabrik Vege ublUcier HcHnitttaJ, Ba4 Scb»a4a«/£tb«>