Morgenausgabe Rr. 109 A 55 46. Jahrgang Böchentlich 85 Pf., monatlich 8,60 im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32. einschließlich 60 fg. Bostzeitungs- und 72 Bfg Boftbeftellgebühren. Auslands abonnement 6,- M pro Monat * Der„ Bormärts erfcheint womentäg lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Ubend", Jiluffrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen". Frauen timme". Technit", Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts d Fold Vorwärts Berliner Bolksblatt Mittwoch 6. März 1929 Groß Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. " Die elaipattige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen das eitge brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig zmet fettgebruare Worte), jedes meitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erite Wort 15 Pfennig, jedes meitere Mort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden ftraße 3, wochentagl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Tonboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Knapp am Schafott vorbei. Unschuldig zum Tode verurteilt. Im Preußischen Landtag brachte gestern bei der Beratung des Juftizetuis Abg. Ruttner( S03.) den besonders trassen Fall e ines Justiz irrtums zur Sprache, der alljeitiges Aufsehen zu erregen geeignet ist Ruttner führte in der Besprechung des Problems der Todesstrafe aus: Die Erklärung des Justizministers, daß er gegen die Todes strafe sei, begrüßen wir auf das wärmste und hoffen, daß bald die Tat folgen wird. Da der Minister sich dem Botum des Professors Kahl gegen die Todesstrafe angeschlossen hat, sollte eigentlich ihre Tilgung unabweisbar sein Im Hauptausschuß hat bei der Besprechung des Brucknerschen Dramas„ Die Berbrecher der deutschnationale Redner gemeint, was dort auf der Bühne geschehe, das tomme in Wirklichkeit nicht vor. Ich werde zeigen, daß Brudner noch hinter der Wirklichkeit zurückbleibt. Die beiden Kölner Arbeiter Jöbtes und Hüppler, die vor zehn Jahren wegen Raubüberfalls auf einen Kaffenboten zu fünf und sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, haben die Strafe fast ganz verbüßen müssen. Jetzt hat man die wirklichen Täter auf ihr Geständnis hin verurteilt und der Staatsanwalt hat den unschuldig Verurteilten eine warme Ehrenerflärung gegeben.( Lebhaftes hört! hört!) Wäre bei dem Ueberfall der Saffenbote getötet worden, so wären Jöbfes und Hüppler damals zweifellos zum Tode verurteilt worden. Im Jahre 1919 wurde in Gelsenkirchen ein Raubmord an der Ehefrau des Bureaubeamten Röttgen verübt. Sechs Wochen danach wurde der Schmelzer Heinrich Malfus als des Mordes verdächtig festgenommen. Malfus mar neunmal wegen Diebstahls norbestraft und gab selber zu, sich um die kritische Zeit des Mordes it der Nähe der Mordstelle, erft bei einem Bekannten und dann mit Freunden an einer Seltermafferbude aufgehalten zu haben. Damit war Maltus schon halb überführt Als gar noch zwei Zeugen in ihm den Mann wiederzuertennen glaubten, den fe furz nach dem Mord mit einem grünen Segeltuchtoffer aus dem Hause haben schleichen sehen, zweifelte niemand mehr an der Schuld des Maltus, Das außerordentliche Kriegsgericht verurteilte Malfus zum Tode. Zwar ffanden den belastenden Indizien auch entlaffende gegenüber; aber hier nahm das Gericht furzerhand Irrtümer der Zeugen oder auch offenbare Unglaubwürdigkeit an. Das Urteil bedurfte der Bestätigung durch den obersten Gerichtsherrn. Dieser erteilte fie nach mehrmonatigem Zögern, froß des Abratens feines Gerichtsreferenten. Cofficher wäre Malfus hingerichtet worden, wenn nicht gerade um diese Zeit die außerordentlichen Kriegsgerichte aufgehoben worden wären, wodurch die Sache nunmehr an die Zivilbehörden fam. Während diese noch über die Frage der Begnadigung berieten, gelangte Malkus bei Unruhen anläßlich des Rapp Butsches auf freien Fuß. In denselben Tagen aber gelang es der Kriminal polizei, einen gewissen Grabowski zu verhaften, in dessen Befiz das gesamte Raubgut aus der Röttgenschen Wohnung gefunden wurde! Durch das Zeugnis feines eigenen Bruders, dem er den Raubmord eingestanden hatte, wurde Grabowski restlos überführt und zum Tode verurteilt, aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Das tollfte ist aber die Behandlung des gänzlich unfchuldigen Malfus. In der Urteilsbegründung wird dem Maltus besonders erschwerend sein unverfrorenes und taltblü tiges Beugnen" angerechnet. Der Untersuchungsrichter, Land richter Thebied, hat auf eine Beschwerde des Maltus in dienst licher Aeußerung zugegeben: Als Malkus, dem ich die Verdachtsmomente vorhielt, sehr heftig und ausfallend wurde, hielt ich es für angebracht, ihn energisch darauf hinzuweisen, daß ihm bei den vorliegenden Indizien sein Leugnen taum etwas nügen würde, und daß ich ihn für den Täter hielte. Ich hoffte, ihn dadurch zu einem Geständnis zu bemegen, in dem ich ihm meine Ueberzeugung von seiner Laterschaft vorhielt." Dieser Untersuchungsrichter Thedied hai als Beifiher und Berichterstatter an der Hauptverhandlung teilgenommen und sich dienstlich für nicht befangen erflärt! Als„ nicht Befangener" haf er dann das Todesurteil über den unschuldigen Malfus gefällt. Benn neulich im Rundfunk Geheimrat 3 a pf als Befürworter der Todesstrafe beruhigend erklärte, daß noch nie ein Todesurteil gegen einen Unschuldigen vollstreckt worden sei, so hoffe ich, burch diefe Darlegungen diese trügerische Ruhe zerstört und einen neuen Beitrag für die Beseitigung der Todesstrafe geliefert zu haben. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) alp ( Weiterer Landtagsbericht auf der 2. Seite.) GAY Bostichedkonto: Berlin 37 536- Banffonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallstr. 65 Distonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Lindenfte 8 Zehn Tage ,, Utrecht". Der deutschnationale Bumerang. Seit den Zeiten des Utrechter Friedens, also seit mehr als zwei Jahrhunderten, hat der Name des fleinen und stillen niederländischen Provinzstädtchens wohl niemals so fehr im Mittelpunkt des europäischen Interesses gestanden, wie in den letzten zehn Tagen. Indessen dürfte diesmal diese Berühmtheit von furzer Dauer gewesen sein. Die ,, Utrechter Dokumente" haben sich als gefälscht herausgestellt, und zwar in einer Weise, die feinen Zweifel mehr zuläßt: durch das umfassende, freiwillige Geständnis des Herstellers. Wäre es nach den Deutschnationalen gegangen, dann würde sich Deutschland bei dieser Gelegenheit schwer bloßgestellt haben; verlangte doch eine deutschnationale Interpellation im Reichstag die zum Glück einstweilen gar nicht beantwortet wurde nicht nur, daß die Reichsregierung. offizielle Protestschritte in Paris, Brüffel und London unternehme und sich nicht mit einer unsubstanziierten Ableugtagung demonstrativ fernbleibe, solange die Frage der Ge= nung begnüge", sondern auch, daß Stresemann der Ratsheimverträge nicht restlos geflärt sei. Die Antwort auf dieses mehr innerpolitische als außenpolitische Manöver des Grafen Westarp wird wenn überhaupt erst nach der Rückfehr Stresemanns aus Genf erfolgen... Im Gegensatz zu der Rechtspresse, die die Echtheit der Dokumente von der ersten Minute an für unzweifelhaft erflärte, und die jeden Deutschen, der sich steptischer verhielt, kurzerhand des Landesverrats" bezichtigte, haben die Blätter der Sozialdemokratie sich fast allein von dem künst lichen Entrüstungssturm freigehalten. dessen Arrangeure nicht weniger forderten als die gänzliche Abfehr von der Locarnopolitit. Auch die fommunistischen Blätter unter Führung der amtlichen Moskauer Organe Prawda" und Ihwestija" haben von der ersten Stunde an in das gleiche Horn geblasen wie die schwarzweißroten deutschen Blätter, weil ihnen die Verständigung Deutschlands mit den Westmächten nicht weniger verhaßt ist als den Mannen Hugenbergs. " Nun wirkt jezt der so frisch- fröhlich eingeleitete nationa liftische Feldzug bumerangartig auf seine Urheber zurüd. Der Dokumentenfabrikant Albert Frank- Heine ent hüllt seine eigenen Bziehungen zu deutschnationalen Kreisen, mobei ein sonderbares Gemisch von Pressepropaganda, Militärspionage. Hugenberqleuten, deutschen Offizieren und Diplomaten, flämischen Attiviiten, holländischen General Das Recht der Minderheiten. g richten dürfen. Ein weiterer Zufaß verlangt, daß im Falle ſtäblern, deutschen und holländischen Induſtriellen zutage tritt. Die polnischen Gozialisten verfechten es. Warschau, 4. März. einer Abweifung der Minderheitenbeschwerde das behandelnde Komitee zu entscheiden hat, ob und in welcher Form die Deffentlich feit von der Abweisung zu unterrichten sei. Ausführungen über das Minderheitsproblem, bie Chamber Der„ Robotnik“, das Hauptorgan der polnischen Sozialdemo- lain am Dienstag vor der englischen Bresse machte, zeigen aller frafie, erklärt in einem viel beachteten Artikel, daß schleu- dings, daß der englische Außenminister nicht die Absicht hat, sich nige Lösung des Minderheitenproblems für Polen ein Gebot der dem kanadischen Schritt voll anzuschließen. Chamberlain betonte Notwendigkeit sei. Jeder einfichtige Polififer müffe begreifen, daß auffällig start die feiner Meinung nach guten Seiten des bisherigen ein von mächtigen Nachbarstaaten umgebenes Land, das Minderheitenverfahrens, gab aber zu, daß die Diskussion zu Ber in feinem Innern mehr als 30 proz. Einwohner nicht- besserungen der Maschinerie des Rats führen könne. polnischer Nationalität zählt, die 3 usammenarbeit mit diesen Minderheiten irgendwie erreichen müsse. Die nicht. polen felen in mehreren Wojewodschaften die überwältigende Mehrheit. Die sozialdemokratische Partei hat einen Gesehentwurf über die Regelung der Minderheitschulfragen eingebracht; jede Minderheit habe das unabweisbare Recht auf eine Schule mit ihrer Unterrichtssprache Für dieses Recht werde die fozialdemokratische Partei Polens stets eintreten. Panne in Genf. Genf, 5. März.( Eigenbericht.) für Dienstag vorgesehene zweite öffentliche Sigung des Bölferbundsrats wurde mittags plöglich abge fagt. Eine Begründung für die unerwartete Bertagung wurde nicht gegeben. Es verlautet jedoch, daß zahlreiche Dele. ga'ionen vor Beginn der Debatte über das Minderheitenproblem thre vertrauliche Fühlungnahme mit den Bertretern Englands und Frankreichs abschließen wollen. Chamberlain wurde am Dienstag u. a. von dem Vertreter Ungarns, dem jugoslawischen Außenminister, den Bertretern Spaniens und Japans sowie von dem polnischen Außenminiffer besucht. Am späten Nachmittag unter biel en fich Stresemann und Briand längere Zeit über die schwebenden politischen Fragen. Inzwischen ist das Memorandum des Kanadiers Dan durand zur Minderheitenfrage gewissen Aenderungen unter zogen worden. In seinem veränderten Memorandum verlangt der Kanadier, daß Minderheitenbeschwerden auch von Minderheitsver tretungen außerhalb des Landes. dem die Minderheit zugeteilt worden ist, in Empfang genommen werden sollen Diefe außer ordentlich weitgehende Forderung fönnte in der Praxis bedeuten, daß eine Vertretung der Deutschen Südtirols, die infolge des Faschismus Italien verlaffen mußten, das Recht hat, sich im Namen Der Tiroler Deutschen zu beschweren. Dandurand fordert ferner. daß die Minderheiten in eiligen Fällen ihre Petition an den Bölkerbund gleichzeitig mit der ersten Beschwerde an ihre ReDie Putschabwehr in Mexiko. Noch fein Gefecht mit den Ausstandstruppen. Megito Cify, 5. März.( Eigenbericht.) Die Lage ist nach wie vor vor unflcher. Die Meldungen über die Ausbreitung des Aufstandes find fpärlich und falfa Borläufig hat es zwischen den Aufständischen und den gegen Bera Cruz marschierenden Bundestruppen 3usammenstöße noch nicht gegeben. Die Regierung hat angeordnet, daß der gesamte Besitz der den Aufstand unterstüßenden Generäle beschlagnahmt wird und dem Staat verfallen soll. Darstellung der Aufständischen. New- York, 5. März. " Es fällt uns natürlich nicht ein, die in französischen und belgischen Blättern mehr oder minder richtig wiedergegebenen Erzählungen des Frant- Heine für bare Münze zu halten. Wer so ungeniert und phantasiereich ganze Zeitungsseiten voll diplomatischen und militärischen Schriftstücken zurecht gemacht hat, ist auch bei seinen Geständnissen" nur mit äußerster Borsicht zu genießen. Sehr verdächtig ist besonders die Tatsache seiner freiwilligen Rückkehr von Amsterdam nach Brüssel, nach dem die belgische Presse ihn bereits als den Urheber der Fälschungen genannt hatte. Seine„ Berhaftung" am Bahnhof. wo ihn zugleich seine Frau, Kriminalbeamte und Journalisten erwarteten, ist offenbar ein a b= gefartetes Spiel. Es entsteht demnach die Frage, ob nicht besagter Frant- Heine, der auf Grund einer angeblichen Nachkommenschaft den Namen eines der größten deutschen Dichter schänden darf, eine ganz üble Doppelrolle von vornherein gespielt hat, und ob er nicht gleichzeitig ,, wie sp viele Spione und Agenten ähnlichen Schlages, an zwei Futtertrippen gleichzeitig fraß: an einer deutschen mehr oder minder privaten" Spionageorganisation und an belgischen Militärstellen. Fest steht jedenfalls, daß der Fälscher seine nieberländischen Abnehmer glänzend hineingelegt hat, wobei allerdings die Frage offen bleibt, ob ihm nicht die Kritiklosigkeit dieser hohen und höchften Herren das Spiel sehr erleichtert hat. Es besteht zumindest kein Zweifel daran, daß der holländische Generalstab von der Echtheit der Utrechter Dotumente felfenfest überzeugt war. Es scheint fogar, daß die Redaktion des Utrechter Tageblatts" die Schriftstücke von leitenden amtlichen Stellen im Haag erhalten hat, denn nur so sind die jeßigen Bersicherungen dieser schwer bedrängten Redaktion zu verstehen. daß sie feinen Pfennig dafür bezahlt habe, daß sie weder Frant- Heine, noch seinen Antwerpener Mittelsmann Hermanns fenne und daß fie erst auf Grund eines ermunternden Winkes von oben" losgefchlagen habe. " Auf eine an den Befehlshaber der Aufständischen in Bera Cruz, General Aguirre, gerichtete Bitte der New York Times", Namen von Führern der Revolutionsbewegung mitzuteilen, hat das Blatt ein Telegramm erhalten, in dem es heißt, die Revolution werde von den Truppen im Bezirk Bera Cruz, von den merikanischen Kriegsschiffen im Golf von Megito und von der Bevölkerung unterstügt. Berhaftungen seien nicht vorgenommen worden, und die Staats- wie die örtlichen Behörden feien auf ihren Bosten ge. blieben. Die Staaten Sonora, Sinalcoa, Chihuahua, Durango, Coa huila und ein startes Kontingent aus den Staaten Jalisco, Michoa can, Colima und Guanajuato hätten sich der Bewegung angefunden oder start übertrieben sein sollten, fo bleibt dennoch fchloffen. In der ganzen Republit hätten sich son ft unbe. deutendere Regierungen gebildet. Das Ziel fei der Sturz der Bundesregierung wegen ihrer Bemühung, dem Lande den unpopufären Kandidaten Drtiz Rubio für die Präsidentschaft als Nach folger Portes Gils aufzudrängen. Das Telegramm schließt: Wir wünschen ein wirksames Stimmrecht und eine volkstümliche, ehrliche Regierung, die alle Freiheiten des Boltes achtet. Auch wenn die sonstigen, allerdings zum Teil sehr präzisen Angaben Frant- Heines über seine deutschen Beziehun gen und über seine wiederholten Reifen nach Deutschland erdie für das Auswärtige Amt fehr peinliche Tatsache übrig, daß er jahrelang 2eftor für flämische Zeitungen an der deutschen Gesandtschaft in Brüffel war, also zumindest indirekt im diplomatischen Dienste des Reiches gestanden hat: für einen ehemaligen Deserteur der deutschen Marine und späteren belgischen Kriegsfoldaten allerhand! Wer weiß, was der Bursche noch auszuplaudern in der Lage dust sein wird oder schon jahrelang fortlaufend seinen anderen. belgischen Brotherren ausgeplaudert hatl Hier sind noch die unangenehmsten Ueberraschungen möglich, aber wir als So- zialdemokraten fürchten sie nicht: denn wenn dabei ein Sumpf aufgedeckt wird, der für reaktionäre Diplomaten, deutschnational« Zeitungskorrespondenten oder sogar Offt- ziere, sei es aktive, sei es auf„Privatdienstvertrag", kompro« mittierend ist, so können und müflen wir reinen Trsch fordern. Was mit mehr oder minder privaten, mehr oder minder geheimen Fonds hinter dem Rücken der verantwort- lichen Reichsregierung getrieben wird, ist«in Kapitel, dessen Klärung durchaus im deutschen Interesse liegt. Die Utrechter Blasen sind geplatzt und hinterlassen einen üblen Geruch. Doch ist damit über die Politik der Militärbündnisse, wie sie von Frankreich nicht nur mit Belgien, sondern mit der Hälfte Europas betrieben wird. noch lange nicht das freisprechende Urteil gefällt. Diese„rein defensiven" Bündnisse mögen während der ersten Nachkriegs- Psychose eine gewisse Begründung in den Kriegsleiden und in der maßlosen Angst vor Deutschland gehabt haben. Aber seit Locarno und seit Deutschlands Eintritt in den Völker- bund verstoßen solch« einseitigen Verträge gegen den Geist des Völkerbundstatutes. Sie geben nur den Generalstäblern den Vorwand zu„technischen" Besprechungen, von denen die verantwortlichen Regierungen nichts missen, manchmal auch absichtlich nichts wissen wollen. Die Entrüstung über die Fälscher der„Utrechter Geheimverträge" darf nicht die Tat- fache vergessen und beschönigen lassen, daß es Geheimverträge wirklich gibt, die für den europäischen Frieden eine nicht zu unterschätzende Gefahr bilden. HoNand bedauert... Eine Erklärung des holländischen Ministerpräsidenten. Amsierbmn. Z. Mörz.(Eigenbericht.) Ä» der Zweiten Kammer gab der holländische Minister Präsident de Geer am Dienstag zu den Utrechter Deräffent- lichungen«ine Erklärung folgenden Inhalts ab: „Am Freitag, dem 22. Februar, abends, hört« ich zum ersten mal von dem traurigen Zwischenfall, als der Ministerdes Auswärtigen mich besucht« und mir mitteilte, daß nach feinen Informationen am folgenden Abend, dem 25. Februar, ein aufsehenerregendes Dokument im „Utrechter Tageblatt" erscheinen würde. Da er am folgenden Morgen zum Besuch einer Allestellung nach London reisen wollte, legt» cc Wert darauf, mich auf die Derössentlichung vorzu» bereiten. Er teilt« mir u. a. mit, bah das im Besitze des„Utrechtcr Tageblattes" befindliche Dokument vor einigen Wochen durch einen Herrn van Deuningen aus Rotterdam im Original dem Generalsekretär seines Ministeriums gezeigt und gleichzeitig eine Abschrift zurückgelassen wurde. Dies« Abschrift Hobe ich gesehen. Sie wurde Sachverständigen zur Prüfung übermittelt, ohne daß der Sache jedoch vor der Derässentlichung weiter« Aufmerksamkeit geschenkt wovdm wäre. Später hat mich ein« Mitteilung des„Amsterdamer Handelsblattes" erreicht, dem die Dokumente zur Veröffentlichung angeboten worden waren. Dieses Blatt lehnte den Ankauf jeboch ab. Am gleichen Tag«, dem 22. Fe- bruar, habe ich dann vernommen, daß das Dokument am folgenden Abend im„Utrechter Tageblatt" erscheinen würde." 'g—„Von den Mitgliedern des Kabinetts und mir"— so schloß der Ministerpräsident— ., e.„wird die VeröffenMchung iu hohem Maß« bedauert. Ab« sowohl der Zlußemninisiar als auch ich waren überzeugt, daß ein Eingreisen der Regierung die Beröffentlichung nicht mehr verhindern konnte. Di« Regierung ist jedoch llberzeugt, daß den Niederlanden von keiner Nation irgendeine Gefahr droht und sie spricht den innigen Wunsch aus, daß die durch die Der- öffentlichung hervorgerufenen unglückseligen Tage bald vrr- gessen fein mögen." Iustizeiat im Landtag. Oer Minister gegen die Todesstrafe. In der am Dienstag im Preußischen Landtag fortgesetzten Aus- sprach« über den Iustizetat betont« Zustizminister Or. Schmidt: Meine Bemühungen gehen dahin, die Justiz den modernen Die Erbschaft der Verflossenen. Kritische Beleuchtung des Reichshaushalts im Reichsrat. er Der Richter hat sich frei zu hallen von polltifcher vor- eingcnommenhett und wirklich unabhängig und unparteiisch seinen Sprnch zu fällen. Nach dieser Richtung hin erhoff« ich unbedingt eine weiter« Besserung. Abg. H e i l m a n n hat nach meiner Stellung zur Todesstrafe gefragt. Ich habe In Magdeburg einer Doppelhinrichtung und in Berlin der Hinrichtung des Lustmörders Vättchsr beigewohnt. Der Todesstrafe stehe ich als Mensch fetzt ablehnend gegenüber. Diese Einstellung werde ich auch an maßgeblicher Stelle mcht ver« leugnen.(Lebhaftes Bravo! links.) Der Minister polemisiert noch gegen den Deutschnationalen Dr. Deerberg und stießt mit dem Wunsch, daß die Debatte dazu beitragen möge, die Aertrauenskrif« der Justiz zu beseiti- gen.(Lebhafter Beifall link» und in der Mitte.) Abg. Kuttner(Goz): Wir betrachten«, al» ein gute» Zeichen, daß die ganz» veffent« lichkeit, Presse, Kunst und Theater sich immer mehr für vi« Recht«- pfleg« intereffieren. Deswegen sollten auch die Juristen sich nicht gleich über fede Kritik aufregen, durch die sie sich getroffen fühlen. Da» Zeichnen im Gerichtsfaal muß allgemein erlaubt werden: wenn ein Borstz ender fein gezeichnete« Porträt für ein« Karikatur hält, dann möge er an das Plakat denken, da» in amerikanischen Dildwestlurr» über dem Platz de» Klaviersvielers hängt: Man bittet nicht auf den Künstler zu schließen, der Mann tut fein möglichste». (Heiterkeit.) Zohlrcich? Fälle von strafloser Republikbefchimpsung Hab» ich im 5)auptaukschuß angeführt, sie haben sich inzwischen noch. ver. mehrt. Ein« der gröbsten Beleidigungen ober cnchält ein Urteil, da» ergangen ist in Sachen de» famosen Amtsgerichtsrot» B« i n« r t: der hat nach feiner disziplinarischen Bestrafung in einer Schimpibrrschür« die Beamten, die stch auf den Boden der Republik gestellt haben, mit den Worten eine» Gedichts als .Lumpen" bezeichnet.(Zuruf rechte: Wollen Die beftrei- ten. daß es Lumpen sind?— Entrüstung- ruie links.) Es albt ja auch auf der Rechten Beamte, die trotz monarchischer G«. sinnung von der Republik Geld nehmen, die müssen fa wissen, aixf w e n des Wort von den Lumpen zutrifft? Als dos sozial- demokratische Blatt in Halberstadt die Aeußerung Beinert» anpran- gsrte, klagt« dieser wegen Beleidigung und der Redakteur Molken- buhr wurde verurteilt!(Hört! hört! link».) In der Begründung Der R« i ch» r a t beschäftigt« sich in seiner Vollsitzung am Dienstagabend mit dem Reichshausholt für 1929. Der preußisch« Ministerialdirektor Dr. Brecht erstattet« den Bericht der Ausschüsse. Er lobt« zahlreiche formelle Berbesserungin und fuhr dann fort: Die Reichsregierung hat fünf negakio« Erbschafken übernommen, bl« sich jetzt auswirken: 1. die ungesicherte Kaflenlage: 2. die ungedeckten Ausgaben des Außerordentlichen Haus- Halts: 2.«inen.Leertitel" für Arbeitslosenversicherung: 4. einen noch nicht etatisierten ZZ-Millionen-Posten für bereits bezahlte Besatzungskosten aus den Jahren 1925 bis 1927 und zu alledem 5. bis ungedeckten Mehrausgaben für Reparationen unter gleichzeitigem Fortfall einmaliger Einnahmen. Die K a f se n l a g e ist zurzeit die dringendste Sorg» Wir sind setzt tatsächlich so weit, daß über die zulässigen Betriebs- tredite hinaus die gesamten offenen Anleiheermächtigungen im Wege kurzfristigen Kredits ooll flüssig gemacht werden müssen. Di« Aus- schüsse haben eine etwa mögliche Mithilfe von Länderseite angeboten und empfohlen jede verschiebbare Ausgabe über den I. April verschieben. Die vorige Regierung ist bei Feststellung der lieber. schüsse für 1927 über das Ziel hinausgeschossen, da die Zahlung von 33 Millionen für Besatzungskosten aus 1925 bis 1927 besser von den Ueberfchüssen abgesetzt worden wäre, während sie j e tz t d e n H a u s- halt für 1929 belastet. Im vorige»! Jahre galt der außerordentliche Haushall als S ch m u ck st ü ck: die Ausgaben waren buchmäßiggesenkt und ohne Anleihen mit anderen Mllteln gedeckt. Auch von dieser Deckung ist der größte Betrag— Rückzahlung eines LO-Mil- lionen- Darlehens durch die Reichsbahn— bisher ausgeblieben und der Leertitel für Arbeitslofenversiche- rung mußte schon bis End« Februar mit 105 Millionen Reichsmart Darlehen ausgefüllt werden. Als Entlastung für 1929 ist eine innere Anleihe im Wert« von 164 Millionen bei den Trägern der Invalidenversicherung vor- gesehen, die ursprünglich im Rahmen der noch bestehenden Ermächti- gungen verrechnet werden sollte. Im Reichsrat hat sich hier jedoch eine entsprechende Aenderung ergeben. Die steigende Arbeitslosigkeit hak da» Reich genäligt. der Reichsansiall an» kassenmilkeln Darlehen von mehr al» hundert Millionen zu geben, obwohl die Anstalt mll einem beträchtlichen Stand in den Winter ging. Sie wird diese Darlehen Im Sommer nur teilweise zurückzahlen können, so daß sie — mangels Bestandes— im nächsten Winter auch bei normaler Arbeitslosigkeit mindesten« 150 Millionen vom Reiche entleihen muß. Bei den Kanalbauten haben die Ausschüsse 7,5 Millionen gestrichen. Umgekehrt haben dte Ausschüsse den Ansatz für lanv» w t r t s ch a s t I i ch e S i e d! u n g aus den für fünf Jahre zugesagten Betrag von 50 Millionen(statt 25 Millionen) heraufgesetzt. Gerade die jetzige Lage des Gütermorktes sichert den günstigen Ankauf und macht das Siedlungswerk doppelt nützlich. Hiernach hat der Außerordentliche Haushall im Reichsrat eine vollständige Umgestastung erfahren. Nachdem der Berichierstaller eine eingehende Darstellung der Einnahmen und Ausgaben des Etats gegeben, fuhr er fort: Daß die sozialen Ausgaben infolge der Arbeüslofen- fürforge wachsen würden, war vorauszusehen. Die w i r t s ch a s t- lichen Ausgaben sind von Jahr zu Jahr stark gesenkt Es werden noch 22,3 Millionen einmaliger Ausgaben für die Landwirt. schast voraeschen, darunter 18 Millionen für..landwirtschasssithe Be- tnebsumstellung und Absatzförderung" als erst« Rate für ein auf fünf Iah» und insgesamt hundert Milllonen berechnetes Reform- Programm. Di« weiter« Senkung der Ausgaben für Heer und Martne(brutto um 22.7 Millionen) zeigt den ernsten Willen. hier zu sparen Die Ansätze für Waffen. Munition vnd Heeres- aerät sind auf 73,9 Millionen herabgesetzt(gegen 19t>8 84.1. 1927 ohne Reste 90,9), diesigen für Schiffsneubauten einschließssch Armierung aus 47(gegen 1928 57,6 und 1927 ohne Reste 52,1), für das Panzer- schiff sind als zweit« Rat« 13.2 Millionen eingesetzt. Zum erstenmal seit dem Kriege sinkt der größte Posten de» Relch-haushakk». die Ausgabe für Kriegsverforgong um etwas (einige SO Millionen). Di» Hinteichliebenenverlorgung vermüldert sich zwar stärker: die Waisen, die bei Kriegsausbruch mehr als drei Jahr« all waren, scheiden setzt aus. es kommen in der Hauptsache noch die zwischen 1911 und 1919 geborenen in Betracht. JOjer die Zahl der neu anzuerkennenden oder sich verschlechternden Fälle der Kriegsbeschädigung steigt noch immer, so daß sich auch in den nächsten Iahren dieser Posten nur wenig senken wird. Die Ausschüsse haben im ordentlichen Haushall gestrichen: beim Auswärtigen Amt 2,7 Millionen, darunter bei den Auslands- zulagen mit Rücksicht auf die gegenwärtige Notlage ein« Million: bei Heer und Marine 5.3 Millionen; bei der Verwaltung der Binnenwasierstraßen 1,7 Millionen: bei der Reichsfinanzverwal- tung für den Bau reichseigener Deamtenwohnungen 2 Millionen: bei der Ctatisierung für Besatzungekosten aus 1925 bis 1927 rund 20 Millionen; bei anderen Stellen 1,6 Millionen: bei den Reise» kosten aller Reichsbehörden durch Abstrich von 10 Proz. 2,5 Millionen; bei den Personalkosten aller Reichsbehörden durch Pauschal- absatz 5 Millionen: zusammen rund 41 Millionen. 1929 wird mll Recht als N o t i a h r bezeichnet. Wäre es nur ein einzelnes Notjahr, so könnte man«u einmaliges Defizit in Aussicht nehmen. Aber heule haben wir noch keine Sicherheil, daß es nicht bei ähnsichen Notjahren bleibt. Im Jahre 1930 wird sich da« allgemeine Haushaltsbild außerhalb des Londoner Abkommens vor- aussichtlich nur wenig ändern. So gibt es im Bereich realer Möglichkeiten für bi« nächsten Jahre nur eine wirkliche Entlastung, das ist die Senkung der Repa- rationslast und die Räumung des besetzten G«° b i« t e s. Ich glaube, daß auch der Reichstag, trotz bester Streichungsoorsätze, zu denen wir ihm Glück wünschen, zu keinen» anderen Ergebnis kommen wird. Ob es möglich ist, die erforder- lichen Aendcrungen dieser beiden Posten bald zu erzielen, steht dahin. Wir hoffen es, wollen aber nicht gefährliche und unübersehbare neue Opfer dafür bringen. Das ist sicherlich die einhellige Ansicht des Reichsrats. Der Berichterstatter legt Entschließunaen der Ausschüsse vor. die mit möglichster Beschleunigung«in M i n I st« r p e n j I o n s- g e s e tz und die anteilweise Uebertragung des Reichswasserschutzes an die Länder verlangen... � Reichsfinanzmlnister Dr. Hilferding gab darauf im Ramen der Reichsregierung eine Erklärung ab des Inhalts, daß die Regie- rung stch mit dem Vorschlag der Reichsratsausschüsse In«inigen Punkten nicht einverstanden erkläre und hier Doppelvorlagen machen werde. Das beziehe sich aus einen Dortrag von 32s-2 Millio- nen. Vor ollem richte sich der Widerspruch der Regierung gegen die Auefüllung de» Leertitels über die Ost hilf« mll 25 Mil- lionen. Die Reichsregierung stehe mll der preußischen Staotsregie- rung In aussichtsreichen Verhandlungen über Maßnahmen, die den wirtschaftlichen Zusammenbruch vor allem landwirtschaftlicher Be- triebe In Ostpreußen verhindern sollen. Rur aus diesem Grunde wende sich die Regierung dagegen, daß jetzt schon ein bestimmter Betrag sür dieses Aufgabe etngrsetzt wird. Relchswehrminsster G r o e n e r bedauert die vorgeschlagenen Streichungen an den Reiseausgaben. Diese Ausgaben im Wehr- Ministerium sind von größerer Bedeutung als in anderen Ministerien, weil sie hier eng mit den militärischen Iledungen, der Ausbildung und Materialbeschaffung zusammenhingen. Ein Ankrag Bayerns, die Veckurm de» Defizits allein durch eine Erhöhung der llmsahsieuer aus 1 Proz. vorzunehmen, wird mit 48 ge-ien 20 Stimmen abgelehnt. Di« Au-schußvorlag« über die Aenderung des Li ersten er- gesetze» wird mit 41 gegen 27 Stimmen angenommen, die Au-schußvorloge zum Branntweinmonopol mll großer Mehrheit. Hierbei gibt aus Wunsch der Reoierung Baden« der Präsident der Reichsmonopolverwaltung die Zusage, daß den kleinen Brennerei«, Erleichterungen aewährt werden sollen. Angenommen wird auch der Entwurf de» Lu«sch"sses zur Aertberung der Erbschaftssteuer mit 58 gegen 50 Stimmen. Zum Regiemngsentwurf über bi« Senkung de» Ein- kämmen st euertsrit» bei den mittleren Einkommen haben die Reichsratsausschüsse die Senkung bei der gegenwärt'gen ungünstigen Finanzlage und bei der geringen Wirkung für den«in- zelnen Steuerzahler sür unzweckmäßig erklärt. Aus Antrag der Ausschüsse wird der Regierungsentwurf, abgesehen von einigen nebensächlichen Bestimmungen, abgelehnt. Dos Haushaltsgesetz wird schließlich nach den Vorschlägen der Ausschüsse angenommen, nachdem ein bave-ischer Antrag aus Streichung des vermögen eslenerzvschlags mit 45 gegen 28 Stlmmeu gbgelebnt worden ist. Die Vorlage über die Stützunasaköon für die Schichau» Werkt wird hierauf gegen die Stimme Bremens angenommen. Das Baukredttgesetz zur Förderung de» Kleinwohnung«- baues wird gleichfalls angenommen. war zugegeben, daß Leinert die Wendung von den Lumpen ge- braucht yat. Doch sagt da» Urteil:„Aber der Privatkläger(L«ine»t) hat mit diesem Zitat nur diejenigen Beamten treffen wollen, die sich heute vor ungebildeten Menschen, die sich tn hohen Staatsstellen befinden und Einfluß ausüben, verbeugen." Hier riecht es noch Bewersdorff und dem„S a t t l e r g« f e l l e n". Hier kommt der Atademlkerdünkel zum Durchbruch, der tn sedem Richt- studiertcn einen ungebildeten Knoten sieht.(Lebhaste Zustimmung links.) Wenn ich vor der Berhandlung des Falle» Oberleutnant Schulz im Rechtsausschusi ein Urteil abgebe, so würde das der Objektiollät widersprechen.(Zuruf rechts: Sie und Objektivität!) Andere Leute zweiseln nicht an meiner Objektivität. So ist M a s o r B u ch r u ck e r zweimal bei mir gewesen, um seine Argumente im Falle Schulz vorzutragen.(Lebhaftes Hört! hört!) Wenn Sie Unrecht an Un- chulbigen gutmachen wollen, dann tun Sie da» im Falle unseres ehemaligen Kollegen Hossmann(Guben). Hoffmann soll nach deutschnatlonaler Angeberei als Leiter der Krankenkasse Betrug, Untreu« usw. begangen haben. Es gereicht mir zur besonderen Genogtuuna. von dieser T-ckbüne da« rechtskräftige Urteil zu verlesen, da» Hofsmann bescheinigt, daß er nicht nur kein Unrecht begannen, sondern die Krankenkasse nnter Elnsebunq seiner ganzen Persönlichkeit gefördert hol. Der Zweck der Hetz« ist allerdings erreicht: Hoffmann hat Amt undMandat verloren, er ist jetzt mittel- undtixistenz. l o«.(Zuruf rechts: Er kann ja auf» Wohlfahrtsamt gehen! — Groß« Unruhe link«) Um diesen Erfolg beneidet Sie allerding» kein rechtlich Denkender. Entgegen den Beteuerungen der Nationalsozialisten stich dl« in letzter Zeit nerurteiit«, Synagogen- und Friedhof». chänder ol» elngeschrsehen« Mitglieder der„Ratio- nalsozialistischen Arbeiterpartei" festgestellt wordeyl Der Redner behandelt dann dos Problem der Todesstrafe und bringt dabei ein besonders krasses Fehlurteil zur Sprach«. Diesen Teil der Ausführungen geben wir an anderer Stell« des Blattes Nach der Red« Kuttners wird die Beratung abgebrochen und das deutschnationale Mlßlranensvokum gegen Zonenminisser Srzeün-ki weoen be« Pankower Vrimanermordes mit 211 gegen 140 Sllmmeu bei Enthaltung der Kommunisten, abgelehnt. Di« Abänderungsanträge zum Flagasngesetz werden in nanient- lichen Absttmmungen abgelehnt. Di« TMußabsUmmung über das Flaggengesetz ergibt, bei Stimmenthaltung der Lammunllten, die Annahme mit 208 Stimmen der Regierungsparteien.(Stür- Mischer Beifall hei der Mehrheit.) Angenommen werben u. a. sozialdemokratische Anträge: jedem Gewerbemedizinalarzt einen Assistenzarzt beizugeben, und kinderreichen Familien im Fall« de- Be- dürsiigkeit an Stelle von Porzellantassen einen höheren Geld» betrag zu schenken. Ebensalls angenommen wirb der Antrag des Houptausschusses, für 1930 im Etat verstärkt« Mittel zur B« k ä m p> sung des Alkoholmißbrauches einzusetzen. Abgelehnt wird der Antrag der Wirtschastspartei, dl« Außerkraftsetzung de» Mieterschutzgefetzes beim Reich zu erwirken. Ein Antrag, bei der Zuteilung von Hauszinssteuermltteln d I« Gemeinden zu bevorzugen, die infolge starker Entwicklung von Handel und Industrie stärkeren Zuwachs haben, wird angenommen, ebenso ein Antrag, der Erhaltung de» Altwohnraume» ge- bührend« Beachtung zu schenkeir. Heute, Mittwoch, 11 Uhr: Fortsetzung der Iustizdedatt«, kleinere Dorlagen._ Rüpzlszenen Überott. Kommvn.flischer Radau in Sannstadt. Dannstadk. 5. März.(Eigenbericht.) Im Hessischen Landtag beantragten die Kommunisten am Dienstag, chr« Anträge zur Regelung der Erwerbslosenfürsorge so- fort auf die Tagesordnung zu fegen. Als da» abgelehnt wurde, erhoben die auf den Tribünen anwesenden Erwerbslose»� ermuntert durch da» Toben der kommunistischen Abgeordneten. «in fürchterliche» Gebrüll. Schimpfwort« wie„Schieber". „Lumpen" usw. flogen m den Saal. Landtagsprästbent Delp (Soz.) sah sich schtteßlich gezwungen, die Sttzungzu schließen und die Tribünen paltzeilich zu räumen. Die Erwerb». losen sammelten sich daraufhin im Lichthos de« Landtages, wo der kommunsstssch« Abgeordnete Sumpf eine Ansprach« hielt. Der Lichthof mußt« schließlich ebenfalls geräumt werden. Der Urheber der Skandalszen«, der kommunistische Abg. S u m p s. wurde von der Dienstag- Sitzung ausgeschlossen. „Zudenrepubflk"— sechs Wochen Sefängnl». ver 20 Jahr« alte kaufmännische Angestellte Wilhelm Kaiser, Geschäftsführer der Kölner Hitlergarde, wurde wegen Vergehen» gegen da» Republikschutzgesetz ju sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Er hotte in zwei Versammlungen San der„Iudenrepublik" gesprochen und die Behauptung aufgestellt, ,ck»e deutsche Republik sei durch und durch verjuoet". Der Gerichtsvorsigende beton'« in der Begründung des Urteil», man dürfe einer unreifen Jugend «cht alle» verzeihen und zugutehatten,___ „Giftgas über Berlin." Die GoaServorstelwng im Theaier am Schiffbauerdamm. Mit grofjcn Lärm murb« um das neue Werk Martin Lampels gekämpft. Probevorstellungen für Behörden und Parla» Kientarier waren angefetzt und wieder abgefetzt worden. ?Illes erwartet« mst Spannung den Abend, an dem es iich ent- scheiden sollt«, ob Lampel die Staatsordnung umstürzen oder ein neues und gewaltiges Kunstwerk auf die Bühne bringen würde. Der Abend ging vorüber, und als der Vorhang über dem dritten Akte fiel, mußt« man sagen: Wozu dieser Spektakel um einen Dramatiker, der kaum die Kraft besaß, das Werk, das«r sich vorgenommen hatte, mit klarer Gesinnung zu füllen und zu packen. der Gestalt zu forme»? 5m ersten Akt wird die Giftgaskatostrophe vorbereitet. Der (öasfabrikant hat sich dem Kriegsministerium vertmngen. Von dem Profit feines Unternehmens konnte er sich ein« Villa bauen. Aber der militärische Brotherr ist launisch. Man will den Mann ab- halftern. Der Giftgassabrikant muß um feine Existenz kämpfen. Er ist ein niedriger Kerl, der mächtig vor dem Beauftragten des Kriegsministeriums zusammenknickt. Als er sich trotzdem ruiniert sieht, schnaubt er Rache. Er öffnet einen der Gifttanks. Zunächst wird er selbst gemordet. Ihm folgen die Arbeiter der Fabrik, lauter geschundene und hochmütig angeschnauzte Brotsucher. In den Tod. Alles, was eben noch schrie und sein Existenzrecht forderte, liegt entseelt auf dem Boden. Und das Giftgas wandert feinen Mörder- weg weiter, über das Zentrum Berlins, und besonders auch über das ganz« Regierungsoiertel und den Reichstagsbezirk, vergiftet. vergiftet die Minister und die Parlamentarier und dazu noch Tau- iend« unschuldiger Bürger, die mitten in ihrer Alltagsarbeit er- sticken müssen. Dieser Tod bringt Leben in die Bude der Militär». Schon stellt sich die Exzellenz von der Obersten Heeresleitung, eben frisch erholt und von der Sonne der Rioiera gebräunt, im Reichs- wehrministerium ein. Man redet von Diktatur, man ist einem Neinen Putsch nicht abgeneigt. Man kann sich dos Vergnügen leisten, da die Gasmasken der Reichswehr eben vorzüglich vervollkommnet wurden. Di« Exzellenz verschwindet aus dem Ministerium, um in der Zehlendorfer Villa das Signal zum Eingreifen abzupassen. In- zwischen frißt und frißt das Todesgas sich welter. Exzellenz soll kommen, die Stunde de? Diktatur hat geschlagen. Alles was Uni- form trägt, besonders alles, was auf der feldgrauen Hos« die rote Biese zeigen darf, sst beglückt. Exzellenz kann ruhig kommen, da ihm auch durch Extrastafett« die prima Gasmaske zugeschickt wird. Nun haucht der Tod auch ins Reichswehrminlfterlum. Der Oberst, des Komandierenden rechte Hand, schickt« sein« eigene Maske hinaus. Auch er würde bald fallen, wenn er.«icht»In Ersatzstück fände. Da tritt ihm der Feldwebel entgegen, die Maske vorm Gestäst. Der Oberst fordert:„Geben Sie mir Ihren Giftschutz, Feldwebel!" Ein tragischer Moment. Sterben oder gehorchen— der Feldwebel gehorcht. Dritter Akt: Das Gas frißt und frißt. 82 000 tot, sogt der Bericht l*t Reichswehr. Ein« Million vom Gift ermordet« schreit die entsetzt« Bevölkerung. Jetzt kann klar zum Putsch gemacht werden. Jetzt hat der Putsch moralisch« Berechtigung. Di« Exzellenz ist da. der Oberst ist da. die ganz« Reichswehr brilliert, alle Minister tot. der ganze Reichstag mörderisch vergast. Das Militär allein darf regieren. Es sst stolz darauf. Der oberste Ehef fühlt sich vor seinem ölten Kriegegott und nor dem deutschen Volk als Retter des Staates. Di« rote Horde, die rebelliert, die zum Generalstreik aufmarschiert, ist nur niederzuknallen. Da« Gesetz gebietet«», SaDatengesetz. Gistgasnotwendtgkelt. Gelbst der Bot- schaster selner«ngNscheu Majestät versichert dem Diktator, daß er des britische« Beileids und der britsschen Bundesbrüderschoft gewiß sein könne. Sollte es dem Sowjetnachbarn einfallen, da» von der Katastrophe heimgesucht« Deutschland zu überfallen, die britischen Flieger werden ausreichende Quantitäten von Giftgasbomben her- beitragen, damit Deutschland und die Welt erhalten bleiben für dl« gut« Ordnung, den legitimen Staatsgedonken. Sogar der letzte sozialistische Reichstogsabgeordnete, der nicht erstickte, weil er am Gistgastag gerade die Sitzung schwänzt«, erkennt rechtzeitig, wohin der gesunde Wind weht, der den Giftga-wind beseitigen wird. Und die Trompeten schmettern, und die Reichswehr marschiert, fester Schritt, fester Tritt, Stahlhelm. Stolz steht die Exzellenz, der DU. tator. auf der Bühne. Reichs wehrmusik, marsch, maisch, ein« Art Apotheose. Sphärenmusik zum Anbeginn der neuen Reaktion. Das alles soll Zukunftsmusik sein und erst spielen im Jahre 1S3S. Was so als spannende» Ereignis berichtet wird, sst aber ganz roh hingeschrieben. E» wird dick und kindisch auf. getragen. Alles ist auf die primitivst« Formel gebrocht. Es gib! nur Schufte oder Sowjetheilige. Wenn die Welt so primitiv gegliedert märe, dann ließ« sich leicht kämpfen. Durch«in paar ge- rissen« Köpfe wäre der ganz« Gistgasschwindel nicht nur für 1936. sondern bis in alle Etv'qteit beseitigt. Was nutzt all« herrliche Gesinnung, wenn der Mann, der st« uns eintrichtern will, ein Stümper und ein Stänker mit Witzen ist, über die nicht einmal der blödeste Radikalinski lacken kann? Auch der Versuch, die Ding« irgendwi« zu formen, mißlingt. Das ist keine Dramatik, die die Diskussion lohnt. Manchmal sagt man sich: Al» riesige Farce hätte da, ganz« Stück von dem Dra- matiker aufgezogen werden müssen. Loch Lampel sst ernst, todes- ernst, sein Pathos donnert, es sst nur Theaterdonner. Und dieser Theaterdonner verhallt eben schnell. Der Kunstzensor braucht sich nicht zu erregen, der politisch« Zensor braucht ebensowenig zu fürchten. Was nutzt alle» Kopfzerbrechen, alle Herzensglut und aller politischer Fanatismus Lampels. wenn er nicht imstande ist, die dürftige Szenenreportag« zu überwinden? Gespielt wurde übrigen» famos. Diese jungen Leute, die sich für ihren Lampel begeistern, si''d prächtige Schauspieler. Sie haben Schmiß, sie haben Takt, sie bringen Bewegung in Szenen, die ganz lahm sind.__ Max Hochdorf. Oer Eniwurf des Vergarbeiisgesetzes. Don der Reichsregierung genehmig«. Amtlich wird mttzetelkt: Der Entwurf eines Bergarbeit». g, setze», den das Reichskabtnett am«. März genehmigt«. wird noch im Laufe der Woche dem Borläufigen Reichswirsschofts- rat und dem Reichsrat zugehen. Der Entwurf bildet eine Er- günzung des Entwurfes eines Arbeitsschutzgesetze,, der bekanntlich bereits dem Reichetag vorliegt. Di« Entwürfe des Ar- beitsfchutzgesetzes und des Bergarbeitegesetzes sollen gleichzeitig Gesetzeskraft erlangen. Der Entwurf des Bergarboitsgefetzes gliedert sich in fünf Abschnitte: Allgemeine Dorschriften. Arbeits- Ordnung, Arbeitsvertrag, Arbeitsschutz und«ussührungs- und Ueberle-Uingsbestimmunzen. Das Kernstück de, Entwurfes ist der Abschnitt über den Arbeitsschutz, der die Dorschriften über Schutz gegen Betriebsgefahren. Arbeitszeit. Sonntagsruhe und Durchführung des Arbeitsschutzes«nchält. Voraussichtlich wird der Entwurf demnächst vom Reichswirtschaftsrat beraten werden. Moskauer Echlachtefesi. �Stalin will un» schlachten", Buchari« zu Kamen«»». V- Schlachtopfer Bucharm:„Ach war ich erst in Konstantinopel!" Sozialdemokratie und Konkordat. Stellungnahme der Berliner Funktionäre. In einer Versammlung der Funktionäre des Bezirksverbandes Berlin der Sozialdemokratsschen Part«, sprach am Dienstag abend Genosse Kurt Löwenstein, M. d. R., über die polilische Ledeulung de, Sonkordais. Genosse LSwensteln meint«, die Sozialdemokratie Hab« im Kampf gegen das Konkordat es nicht nötig, sich etwa ins Schlepptau des Liberaliemus nehmen zu lassen. Die Partei sst stark genug, «ine jelbftändtae Stellung einzunehmen. Hillstruppen erwachsen uns In den etwa 600000 Mligttedern der sreigeistlgen verbände. Das Zentrum ist in Deutschland nicht nur wegen setner elastischen Schlüsselstellung zwischen rechts und links eine bedeutende Partei, sondern wegen der ihm innewohnenden polttijchen und sozialen Kräfte, dt«, soweit sie un» Nossenoerwandt. durchaus zu beachten sind. Aber gerade darauf muß da» Zentrum Rücksicht nehmen und wir haben nicht nötig, es mit kulturpolttsschen Konzesstonen zu ködern. Die Frag«, ob Preußen als Cinzelstaat überhauvt«in Konkordat abschließen kann, ist eigentlich schon für uns entschieden. Im Reichs- tag hat seinerzeit Genosse Saenger im Namen der Reichstagssraktlon dem Bundesstaat Bayern dieses Recht bestritten. Die Reichstags- ftaktion kann nicht etwas für verfassungswidrig halten, was die Londtagsfraktion für Recht anerkennt. Wem, schon Staatsverträg« abae!ch.'ossen werden sollen, dam, nur durch da» Reich, womit aber nicht gesagt sein soll, daß nuwnehr das Reich zu einem Konkordat kqmmen möge. LLwenstein erörterte dann ausfuhrlich di« R e ch t s- Verhältnisse, die«in Konkordat schoftt. und kam zu dem Er« aebni«, daß sich aus solchem Vertragsabschluß Weiterungen ergeben können, di« nie obzuseben sind, well«in Konkordat immer unbe- frsstet und unkündbar ist und deshalb für die Ewigkeit Geltung hat. Gewöhnliche Swatsoerträge, die man schlimmstenfalls auch mit der Kirch« eingehen kann, können in Zeiten ungünstiger politischer Kon- stellationen durchaus einmal ungünstig ausfallen. Aber sie lassen sich gegebenenfalls ändern, nicht so ein Konkordat. Wenn wir in Preußen in Kirchen- und Schulfragen Konzessionen machen mußten, so doch immer in der Hossnung. das zu gegebener Zeit wieder ändern zu können. Das wird aber beim Abschluß eines Konkordates unmöglich Aber auch di« Form, wie bisher die Konkordatsverhandlungen geführt wurden, ist unerträglich Wir sind gegen Gehetmverhandlnvgen und Geheimdiplomalle. well wir unter solchen Umständen nie unsere außerparlameMarischen Hllfstruppen einsetzen können. Wie groß«in durch solche außer- parlamentarischen Mittel verstärkter Widerstand sein kann, haben wir bei den Verhandlungen über das Reichsschulgesetz und über das Gesetz gegen den Schund und Schmutz erlebt: der Reichsschulgesetz- entwurf ist nie Gesetz geworden! Geheimoerhandlüngen sind der Boden für eine Persönlichkeit, wie es der päpstliche Nuntius Poccelli ist. Der preußisch« Kultusminister Hot die Verhandlungen bis zu einem gewissen Abschluß gebracht, ein KabineUsausschu» wird sich in der nächsten Zell damit befassen. Das Gesährlichst« aber ist. daß der Landtag über die Einzelheiten des Konkordats gar nicht beschließen kann; ihm wird«in Ja oder ein Nein obgeiorden werden. Es sst durchaus zu befürchten, daß dies« letzte Abstimmung vielleicht tu eine sehr schwierig« politisch« Zeit hineinfällt, in der das Zentrum dann den gehörigen Druck an- wenden kann. Ueber den Inhalt des Konkordats zu sprechen ist bei der Gelieimhaltung der Verhandlungen fast unmöglich. Man wird nur vermuten können, wa» darin steht. E» ist zuzugeben, daß sich die katholische Kirch« keinen direkten Einfloß aus die Schulgesetzgebung uad die Schulverhältnlsse sichern wird. Man wird vielleicht sogar so well gehen, di» Be- stirnmunaen der Verfassung über die Schul« im Koickordat noch einmal festzulegen. Aber gerade darin liegt die Gefahr. Während wir nämlich danach streben, die auslegungsfähigen Verfassung». bestimmungeo in unserem Sinne auszunutzen und zu ändern, wird sich di» Äir&e auf di« unodänderlichen Bestimmungen des Kon- kordats berufen und wird ohne unseren Einfluß di« Schule in ihrem Gmne formen, vielleicht wird auch nicht» über den Religion»- Unterricht im Konkordat stehen. Das wird dt« Kirch« aber nicht hindern, gerade auf Grund der Ko �kordatsbeftimmunoen die Lehrer nur mit ihrer Zustimmung Religionsunterricht erteilen zu lassen. Die koch olischen Iebreralademien werden dann noch mehr als bisher dem Einfluß der Kirche ausgeliefert sein und eine einheitliche Lehr«rousb!ldung wird unmöglich gemocht. Warum fall die Kirch« schließlich aus dem Konkordat her nicht auch Ansprüche finanzieller Art an den Staat herleiten können? E» wäre durchaus denkbar, daß die Kirche Jahrhundert» alt« Forderungen geltend macht und daß dies« Forderungen abaelLst werden müssen. W>« hoch hie dabei zu zahlenden Summen werden können, kann niemand an- geben, da die Kirch« ja„Ansprüche auf ewig" hat. So können sich au» dem Konkordat Rechtsformulierungen und Rechtsverhältnisse ergeben, die nicht abzusehen sind. Wenn man das alles ober nicht will, wozu braucht dann das Zentrum ein Konkovdot? Di« Sozialdemokratie ist gegen seinen Abschluß. Wir sind auch nicht der Meinung, daß etwa die preußisch« Koalition dadurch gesahrdet werden könnt«: das Zentrum betrachtet lein« Mitglieds chaft in der Koalition al» ein« Machtposition im Staate, die«s nicht einem Kon- tvrdat zulieb« aufgeben wird. Gefährdet wird nur das Ansehen und die Macht der Sozialdemokratie, wenn man ein Konkordat abschließt, das ebenso gut auch durch einen gewöhnlichen Staatsvertrag ersetzt werden kann,(Lebhafter Beifall.) In der Dlskusflou bemängelte Genosse Fritz Schmidt die unklar« Stellungnahme der Partei und der Parteipresse einschließlich de«„Borwärt»" zu kulturpolitischen Fragen und zu der Gefahr des Konkordats. Genosse Adolph Hofs mann betont«, daß die Landtags- sraktion bisher Ja von dem Inhalt der Konkordatsverhandlungen selbst nichts wisse. Die Minister schwiegen. Er bezeichnet« es als eine SchaNde, daß die Zahl der weltlichen Schulen in Berlin noch so gering sei, und ist der Ansicht, daß ein Tausch- geschäft zwischen dem Zentrum, daz Schulgesetz und Konkordat wolle. mit der Volkspartei bevorstände, d-r eine ihr genehm« Steueraesetz- gebung bewilligt würde. In Weimar sei der Fehler gemach!, die Trennung zwischen Staat und Kirche zwar auszusprechen, ab«r die wirtschaftliche Auseinandersetzung den Ländern zu überlassen. D>« Masse ist es, die jetzt auf kulturellem Gebiete die Führer vorwärts drängen muß Genosse B u ß m o n n wies auf die Gefahren hin, die durch die religiöse Erziehung an höheren Schulen und Lehererseminaren einer freiheitlichen kulturellen Entwicklung droh« Genosse M« t s ch« k befÄchtet, daß nach der kathlllischen Kirche auch die evangelisch« Kirch« mit verstärkten.Ansprüchen hervortreten wird. Genosse Otto W- i«r betont«. Mimsterpräsidall Genosse Braun habe dem Nuntius Paecelli gegenüber betont, daß bei eiyem Konkordat di« Staatshoheit in Schulfragen unter keinen Um- ständen ausgegeben würde. Das Zentrum werde wohl nicht ge« willt sein, die Dinge aus die lange Bant schieben zu lassen. Die Weltgeltung des Papstes drück« heute schon schwer auch aus die inner« Politik Preußens. Wohl habe die preußische Koalitionspolitik Er- folge gehabt, aber die Zugeständnisse gegenüber dem Zentrum seien so groß, daß es schien«, als wäre dl« Revolution nur für dos Zentrum geschehen. Er lehnt es ab, weiter« Konzessionen zu machen und betont, daß er in der Fraktion jedes Konkordat o«r- wersen würde.-- In feinem Schlußwort erklärt« Genosse Löwen st«in, die Wendung des Genossen Hamburger im Landtag, man Verde„die Bestimmungen des Konkordats auf Ihren Inhalt prüfen", für««- fährlich, denn Staatsverträg« könnten nicht auf ihr« Paragraphen untersucht werden, sondern würden im ganzen angenommen oder verworfen. Einein preußischen Konkordat würde ein Konkordat auch'in Hessen. Baden und zum Schluß im Reich folgen. Die katholische Kirche würde ihr« Ansprüche immer mehr steigern. Man sei gegenüber dem Zentrum am Ende der möglichen Konzefstonen angelangt. In Preußen säßen in allen wichtigen Aemtern inner- halb der Ministerien Zentrumsleute. Eine erfolgreich« Soal'tions- politit sei nur möglich, wenn man die Gesamtinteressen der Arbeiier- klaffe in den Vordergrund stelle und aus sozialem Boden kämpfe. Zudem werde dos Zentrum seine Machtpositionen in Preußen nicht aufgeben und sich nicht in den Schmollwinkel zurückziehen. Nur wenn wir Stärke vermissen lassen, kommen Krisen. Treibeck wir stark« sozialistische Politik, dan werden wir un» durchsetzen. Folgende Resolution wurde sodarm gegen wenige Stim- wen angenommen:„Die Funktionärversammlung vom 5. Mörz 1929 unterstützt den Beschluß des Bezirksvorstandes, den Partei- vorstand zu ersuchen, einen preußischen Parteitag mst der Tagesordnung:„Das Konkordat" einzuberufen." Entlarvter Familienffreit. Die„einzige Arbeiterpartei" zwei Mann flork. Weimar. S. März.(Eigenbericht.) Der Führer der aus der KPD. Thüringen» ausgeschlosse- nenKommunisten, Abg. T« n n e r, erklärt« am Dienstag im Thüringischen Landtag, daß die Fraktion der Kommunisten in Zu- kunst den Zusatz.Opposition" tragen werde. Di« neu« Fraktion bleibe kownmntstjsch, stände aber in scharfer Opposition zu der derzeitigen Führung der Kommunistischen Partei. Der stottnistische Abgeordnete Zimmermann erwidert« auf die Erklärung Tenners— zugleich im Ramen sein«, einzigen Kollegen— zum Gaudium der bürgerlichen Parteien und unter dem Ickollenden Gelächter des ganzen Landtages, daß sich Tenner mit seiner Er- klärung auf den Boden des bürgerlichen Parlaments gestellt habe. Für die wirtlichen Konununisten, di« die einzig« Ar» becterpartei Deutschlands bildeten, sei da» Parlament nur der for- male Boden, auf dem sie die Bourgeoisie, di» Reformisten upd die Liquidatoren— entlarven würden. Sülz.Zlachahmullg, näm'ich ein Schmutz- und Schundaesetz nach deutschem Burgcrblockoorbild. verlangte im Innenministerium in London«ine Deputation des„Rates für Sfs«ntsiche Ordnung", einer Bereinigung sämtlicher Mucker und Unsittlichkeitsschnüffler. PREISWERTE ANGEBOTE für das Frühjahr! Damen- Hüte Damen- Hüte grosses Sortiment, zurzens, Formen, in vielen Farben, neue Geflechte Damen- Hüte aus Hanfstroh, mit modernen bunten Spritamustern Damen- Hüte echte Exoten, Vollboven. verschiedene Formen und moderne Farben....... Boven- Split- Capeline grosses Farbensortiment.. Damen- Kleidung refnwollene Qualität, mit neuem Plisseerock und Knoptgarnitur Jumperform, Rock mit eingelegten Falten, Bluse m.Stickerei 2250 2500 4.90 675 750 Jugendl. Kleid Backfischkleid Kleid... 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Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und war je einer auf bie Lole gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 22. Hiebungstag 5. ára 1929 In der Bormittagsziebung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 2 Bewinne a 25000. 50929 2 Gewinne u 10000 a 5586 4. Gewinne gu 5000 L 14819 291058 12 Seminne a 3000. 71781 176451 198998 238419 301802 379194 18 Gewinne an 2000. 53404 69203 102740 107796 262757 292548 297224 310220 315094 28 Gewinne su 1000. 46381 53059 82815 150368 153227 160988 172472 210506 210715 245324 304291 318841 337497 387336 88 Geminne au 500 m. 5900 13625 17526 25429 32221 44245 57071 80564 60970 61423 75936 76595 90361 90740 91732 94782 103409 144941 148620 171557 175033 182652 205274 217517 218370 230234 230522 234775 244076 251945 289779 302110 305661 307276 307345 313210 327631 331667.333616 339611 349414 382806 376647 393553 228 Gewinne u 300. 3254 3843 4102 4695 6869 13361 16960 18269 24145 30815 31655 33260 33591 40706 54201 56259 56312 57336 66048 68870 69378 71347 79026 80993 83602 86248 87190 87515 88077 91814 102476 104048 107768 109579 112753 115533 116496 120194 121511 122993 124746 129005 130700 133113 133443 137137 140456 143439 147793 148488 155288 162028 163607 165012 169622 171660 173052 177891 179472 182618 186577 191765 194905 201187 208625 209635 210826 212674 214092 216305 220271 221726 237287 245149 246360 252990 254074 255045 255841 261390 266096 269095 271828 273953 281074 282689 284426 284750 289535 294535 306112 309556 309933 315184 322966 327046 328394 333035 337560 339403 340616 341231 347972 351557 354537 355164 360144 360315 362689 362789 366544 370927 376889 386638 In der Nachmittagsgiebung wurden Gewinne über 150. gezogen 2 Gewinne 10000 m. 297211 2 Gewinne an 5000 L 158234 8 Gewinne u 3000 m. 64133 84177 192277 245036 16 Gewinne su 2000 84453 256102 274936 301612 355731 359069 383824 399318 42 Gewinne m 1000. 5097 25595 36576 67249.79212 89515 98492 118602 125802 151832 154105 156995 203800 204953 227839 289142 304977 307269 332976 345927 370924 58 Gewinne an 500 m. 21318 75265 76601 82909 85968 118400 134803 169982 179496 188025 194751 196734 212693 223126 226995 236554 245983 256062 261023 302894 305026 310165 324406 324644 329804 354120 363758 366073 383790 172 Gewinne AB 300. 16 2796 3212 23062 28139 40259 45865 51879 62699 52954 56832 58045 59896 75403 80366 81190 91523 102630 108681 119275 126160 127876 128912 130079 134526 142137 144879 148066 149150 149732 158230 159346 161104 164348 176337 179283 179771 181554 183532 184333 201232 206288 208084 216940 232517 234572 234980 237896 239635 243226 257958 259300 261536 261914 267989 284710 288497 297320 298617 298799 312032 313051 313188 320124 321125 325364 336038 339045 339266 339606 341169 344048 346039 351562 356923 359191 360982 366607 367214 367617 383018 885403 385680 391028 391823 397275 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu 500000, 2 Ger.zu 50000, 2 zu 25000, 16 zu 10000, 40 au 5000, 82 au 3000, 186 au 2000, 412 au 1000, 1112 gu 500, 2882 au 300 Mart Jeutscher Metallarbeiter- Verband verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Rollege, der Schmied Otto Schmidt am 4 März geftorben tit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 1. März, 16 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Bildau aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Achtung Achtung Gewerkschaftler und Genossen verkehren nur im Gewerkschaftshaus Großbeerenstr. 96 Hermann Dittrich KRONLEUCHTERFABRIK Prinzenstr. nur33 EGEL CO Mk 30 Merino mi| Schirm Grösstes Lager Berlins Teilzahlung Attentasche in der Elettrischen 2 liegengeblieben Bitte bringend um Rüdgabe, Landtag Krause- Pianos zur Miete LEINE ANZEIGEN Wäsche Zive AUCH BIS ZU 18 Bon Ravalieren wenig getragene Banbonions, Lange, Uhlig, weltbe. Sadettanzüge, Emofinganzige, Abend. rühmt. Fabritlager. Fabrikpreife Teil anzüge, Commerpaletots, farbig und zahlungen, tleine Anzahlung. Mufit. marengo, Bauchanzüge und Paletots, weigel. balbertstraße 91 für jebe Figur paffend, Belzwaten- Ge legenheitstäufe enorm billig. 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Der Schwerverlehle, der mehrere hiebe am Kops davongetragen hat. wurde bewuhlloe in das Krankenhaus Bethanien gebracht. Er wird mit dem Leben kaum' davonkommen. Der junge Täter floh zuerst, stellte fich dann ober der Polizei. Ver jugendliche Täter wurde von de» Beamten der Mordkommission an de« Tatort gebracht und schilderte hier den Hergang. Ueber den Vorgang berichtet ein« PoNzÄ-Korrelpandenz folgend« Einzelholten: In dem Betrieb werden drei Lehrlinge beschäftigt, deren ältester Brenner ist Der Fabrikant kümmerte sich stets um die Lungen und war darauf bedacht, daß sie etwas Richtiges lernten. Cr erreichte es denn auch daß nach zweijähriger Lehrzeit die Lungen tönn in ihrer Arbeit, der Anfertigung von l�lasbuchstoben. so gut wie ausgebildet waren. Dom dritten Lehrling, der dies be» kuno«t, war es�gauz mrverstondlich, woher Brenner den wütenden haß auf den Sohn des Fabrikbosißerz hotte. Seiner wurde vor.- gezogen, keiner zurückgesetzt. Brenner stammt au, einer Landwirtsfamilie bei Torgau und erhielt von seinen Eltern allmonatlich einen Zu- schuß, so daß er nicht zu hungern brauchte. Wie er selbst aussagt, ärgerte ihn am meisten, daß er als d«r älteste Lehrling immer noch mit dem h a n d w a g e.n die fertiggestellten Waren an die Kundschaft abfahren mußte Seiner Meinung nach wäre dos eine Arbeit für den jüngeren gewesen. Es kränkte feine Eitel- teit, daß er mit dem Gefährt durch die Straßen fahren mußte, und er überlegte sich natürlich nicht, daß der Itjährige Helmut, der im ersten Lehrjahre stand, dem Trubel des Verkehrs nicht so gewachsen sein konnte wie der ältere. Schon ieit geraumer Zeti trug sich Brenner mit dem Gedanken, dein Mttlehrling„cinsauszu- wischen*. Vor etwa dvet Wochen kaufte er auf einem Rummel i« der Prenzlauer Alle««inen Revolver für 5 351. und schaffte sich auch Patronen an. Vor 14 Tagen sahen nun die Gesellen des Betriebe« die Waffe in der.hosentafchc des Lehrlings. Sie nahmen sie ihm sofort weg, veral'solaten ihm ein paar Backpfeifen und übergaben den Revolver dem Fabrikanten, der ihn im Geldschrank sicher»er- wahrte. Dort wurde er auch gefunden. Am Dienstag früh stand der Entschluß Brenners fest. Als Helmut Simosiet an dem Kanonsnofen stand und mit dem Schürdaken darin rührte, um die Asche durch den Rost zu treiben, schlich sich Brenner «il de« Beil t« der Hand hialerrück» an ihn Hera« und traf den Lunge» gleich mit dem erste« hieb so schwer auf de» Hinterkopf, daß er zusammenbrach. Dann schlug der Wütende auf den am Boden Liegenden noch mehrmals«in, deckte ihn mit einer großen Arbeftsschürze zu, verließ den Raum, schloß die Tür ab und ging noch der. Fachschule in der Bremer Straß«. Er hatte geglaubt, daß Helmut tot sei. Der RiedcrgefMagenc muß dann wieder zu sich gekommen und bis zur Tür gekrochen sein, wie aus einer breften «lustpur deutlich zu sehen ist. A« der Tür brach der Lung« aber- mals zusammen Cr hätte den Raum ja auch nicht verlassen können. da Brenner abgeschlossen und den Schlüssel mitgenommen hatte. Ln der Schul«, wo Brenner den dritten Lehrling rraf, erzähli« er diesem in ollen Einzelheiten, was er begongen Haft«. Der Lehrling setzte sofort den Lebrer in Kenntnis, der ihn mit dem Totschläger nach der Revierwoche schickt«. Der sunge Snnossek Hot, wie im Krankenhaus festgestellt wurde, vier wuchtige hieb« erhallen, die den Schädel gespalten und an einigen Stellen das Gehirn sreigelegt haben. Er Hot die Operation überstanden, doch besteht noch große Lebensgefahr. Wllig «brachen ist der unglückliche Vater. Er konnte nur mit Mühe vo» oen Kriminalbeamten zurückgeholten werden, als er Brenner «genüberftond. In begreiflicher Erregung wollte er sich auf ihn stürzen. Lei dem Berhör hat der jugendliche Verbrecher noch keine Spur von R«ue gezeigt. Der lang'auf«schosfene Bursche mag sich wohl über die Schwer« seiner Tat allmählich klar geworden sein, doch ist ihm wenig anzumerken. Er wurde vor- läufig m den Gewahrsam des Polizeipräsidiums gebracht. Oer(Schiffszusammenstoß bei Sakrow. Drei Monate Gefängnis für veo Schiffsföhrer. Wie«in Lauffeuer hafte sich am Abend des st. September v. I. die Nachricht verbreitet, daß an der Pfoueninsel bei Sokrow zwei Dampfer zusammengestoßen wären. Der Spandau«? Vergnügungsdampfer Jia Paloma* war von dem Sterndampfer »Potsdam* an der Steuerbordseite angefahren worden Zahl« reiche Personen wurden verletzt. Eine ZZjahrig« Frau Wegner erlitt schwer« Risse am Unterleib, und auch die anderen verletzten Passagiere verblieben wochenlang im Krankenhaus Zehlendorf. Die Schuld an d«m Zusammenstoß soll den am 28. Juni 188S geborenen Schisssführer der.La Paloma" Karl Ziegler treffen, der wegen fahrläfsiger Körperverletzung aus ß 230, Absatz 2, vor dem P o t s d a m« r£ chö j se n g« r i ch l angeklagt war. Zu dem Prozeß erschien ein großes Zeugenaufgebot. An dem betreffenden Tage kam der Angeklagt« mit der ,La Paloma*, die Lampionbeleuchiung trug, mit etwa 70 Personen an Bord, von Paretz. Auf 500 Meter Entfernung erblickte Ziegler die grünen Lampen der„Potsdam*. Er gab zwei linkssahrende Signale. Ohne aber die Antwort der„Potsdam" kurz, kurz, abzuwarten, fuhr der Angeklagte drauflos. Im selben Akoment bohrte ssch auch schon der Vordersteven in die Steuerbordseite der ,.La Paloma*. Di« Zeugen bekunden, daß der Angeklagt« schon bei Werder auf der Kommandobrücke eingenickt war. In der Potsdamer Enge rammte er eine Zille, ei« Motor- b o o t und ander« Fahrzeuge beim Lusbugsieren. Einer der Passagier« rief:„Unser Kapitän hat ja anständig einen sitzen. Wenn wir bloß erst in Spandau wären.* Und der Schiffsjunge tu»„La Paloma* macht« dem Schiffssührer Vorwürfe, daß er ihm schon wieder sein Vi«? ausgetrunken hätte. Nach dem Zujammensivh, bei dem eine furchtbore Panik entstand und Hundert« va» Fahr- gasten um.Wie schrien, soft sich Zisgler nach Aussagen der Zeugen um nichts gekümmert haben Mit der Zigarve hn Mund fei er hin- und hergegangen, während sich die Mannschaften der Sterugeiellschaft um die Gäste der ,La Paloma* bemühte», da diesiy glaubten, daß das Schiff sinken würde. Die meisten Verletzt», trugen Rippenquetschungen, Blutergüsse und anderes meJ>r davon. Der Sachverständige häft«in Verschulden des Angeklagten für erwiesen. Die Schiffsführer haben rechts auszuweichen. Sie können nach links ausweichen, aber dann müssen sie auf ihr Signal die Arn- wort erwarten. Das hat der Angeklagte nicht getan. Auch hott« die„La. Paloma* elektrisch« Lompionbeleuchtung auf Deck, welche unvorschriflsmäßlg angebracht war und zwar derart.'daß sie die Signal- und Pomionslichter zu verdecken vermochten. Das Schöffen- aericht, unter Vorsitz von Landgerichtsrat Härtung, eukonnt« auf dre, Monat« Gefängnis. Sewührungssn�t wurde abgelehnt. Hosfentlich hat Herr Ziegler seine Roll« als Schlffsführer ausoelpielt. Auf Fahrzeuge aller Art gehören nur unbedssiflt nüchterne Leute. Dem Publikum muß i« dieser Hinsicht die denkbar größte Sicherheit gsgebe» werden._ Sprechchor für proletarisch« Fei erstunden. Uebungsshmde am Donnerstag, dem 7. März, 20 Uhr, trn Gefongssaol der Sophien- schule, Weimneisterstr. 16/17. Kinder kommen um 19 Uhr. Giftgas im Brunnenschacht. Wozu gibt es gewerbepolizeiliche Bestimmungen? Ein tragischer Unglücksfall fand vor dem Erwelterke« Schöffengericht Reukölln fein Rachspiel. Er ist geradezu typisch dafür, wie unerhört leichtfertig mit dem Lebe» und der Gesundheit arbeitender Menschen umgegangen wird: Gewerbepolizeiliche Vorfchrifien werden unbeachtet gelassen. Erfolg: Ein Toter. Lm August 1928 ließ dl« Kindl- Brauerei einen Wasser- Brunnen bauen. Mit der Ausführung war eine Berliner Firma beauftragt Als verantwortlicher Bohrführer fungierte der SSjährlge Wilhelm Drefohl. Am 30. August war man bereits bis zu einer Tiefe von 17 Metern vorgedrungen, ohne daß das Grundwasser erreicht war. Mit Hilfe verschiedener technischer Verfahren sollte etwa 30 Meter tief gebohrt werden. Da sich in derartigen Tiefen nicht unbedeutende Erdgase befinden, ver- langt die Vorschrift, daß vor dem Einsteigen der Schacht ab- geleuchtet und außerdem dem Arbeiter, der hinuntergelassen wird, eine S i g n a l l ei n e mitgegeben werde, die mechanssch ei« Glocken signäl auslöst, wenn der Arbeiter umfällt. Beide Mahnahmen Haft« der verantwortlich« Bohrsührer unter- lassen. Dielmehr sollte der 2liährige Arbeiter Dietz durch dauernde Kwpflignale an der asphältierten B«tonröhre bekunden,- daß auf dem Schachtgrunde„alles in Ordnung* fei. Zwei Minuten lang wartete man vergeblich auf die Signale. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert. Inzwischen stieg ein Zweiter, mit Gasmaske versehen, hinab. Er wurde betäubt herausgezogen. Als die Feuer- wehr eintras, war auch Dietz schon als Leiche geborgen. Gegen den Bohrführer wurde nun das Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. In der Verhandlung wur- den nur ein medizinischer und ein technischer Sachverständiger ver- nommen. Nach dem medizinischen Gutachten ist die Todesursache nicht mit voller Bestimmtheit festzustellen. Wahrscheinlich habe sich Kohlensäuregas auf dem Grunde des Schachtes gebildet, das sofort tödlich wirkt. Der technische Sachverständige rügt« die Handlungsweise des Angeklagten, weil er die vorgeschriebene« Maßnahmen zum Schutze der Arbeiter unberück- stchtiflt gelassen habe. Der Staatsanwalt beantragte gegen Dre- fahl 4 Monate Gerängnis. Das Gericht erkannt« auf 6 Monate Gefängnis. Ueber«ine Bewährungsfrist wurde vorläufig noch kein Beschluß gefaßt., Brandunglück in Berlin O. Zwei Personen durch Bauchgase getötet. In der Kleinen Markusstr. 7, im Osten Berlins,«mche gestern ein schweres Vrandunglück entdeckt. Dort fand ma» den 71jährigen Schuhmacher Franz Demanowski und den gleichaltrigen Schneid» Wladislaus Lemke in ihren Letten tot auf. Noch dem Befund fit der Tod durch Ersticken eingetreten. Die beiden alten Männer bewohnten im Seitenflügel des Hauses gemeinsam eine aus Swbe und Küche bestehende Keller- wohnung. In den letzten Tagen war es Hausbewohnern auf- gefallen, daß sich von den allen Leuten niemand sehen ließ. Als auch gestern der Verwalter keinen Einlaß erhielt, wurde die Polizei und Feuerwehr alanrnert. Die Beamten ver- fchassten sich gewaltsam Einlaß und fanden die beiden Männer tot ausi Nach der ärztlichen Untersuchung muh der Tod be- reits vor etwa 14 Tagen eingetreten sein. Zweifellos sind die Greise das Opfer eines Unglücks- f a l l e s geworden. Der Fußboden in der Küche war über mehrere Quadratmeter angekohlt. Es wird angenommen, daß aus dem Herd glimmende.Kohleteilchen herausgefallen sind, die de« Bodenbelag in Brand setzten: die sich hierbei entwickelnd«, Rauch- gase führten dann den Tod der beiden Alten herbei. Ein weitere? schweres Brand Unglück ereignete sich in der Z e h d e n i ck e r©fr. 4. Beim Feueranmochen kam die .31jährige Frau Margarete Zappe den Flammen zu nah«. Die Kleider der Frau fingen Feuer und lichterloh brennend lief der kranke, st lle Herzog lachte, lochte laut, von ganzem Herzen— so freute vr sich! Einige Bürger weinten, so rührend war es, daß er lachte. Lange durfte er das aber nicht, gleich mußte er wieder ernst werden, den» die Reden begannen Der Bürgermeister Leinweber, dem der fchüttelreimende Bollsmund nicht mit Unrecht eine Weinleber zuschrieb, versuchte es zuerst: was er sagte, war zwar hinten nicht zu verstehen, das war jedoch gleichgültig, Leinweber selbst verstand es auch nicht. Jeden- falls kredenzte er nach einigem Brmnmeln dem Herzog einen Ehrentrunk. Durchlaucht nippten daran und gaben ihn dann dem Spender zum Weitertrinken zurück, und bei diesem Teil der Festordnung konnten die Bernburger nun wieder stolz sein auf ihren Bürgermeister. Dann aber kam der zweite Redner, der Redner eigentlich: der Advokat Vehlke als Der- treter der Bürgerschaft. Donner und Hagel, sprach der schwungvoll! Genau so schwungvoll, wie er vor zwei Jahren für das einige Deutsch- land, vor einem Jahre für die Souoerränität Anhalt-Bern- burgs gesprochen hatte. Er ging aus von jener meisterhaften Strophe der Nationalhymne:„Mag ringsum Treu und Glaube wanken, siegt überall der Trug der Franken*... Ach, wie in ganz Deutschland, so habe auch in Bernburg für eine kurze Zeitspanne Treu und Glauben an das angestammte Herrscherhaus gewankt, so habe auch hier der Trug der Franken leider, leider gesiegt— denn was sei die Phrase vom einigen Deutschland anderes als ein Trug der Franken. vom Erbfeind als Raulchmittel erfunden, um Anhalt-Bern- bürg, dessen siegreiche Söhne anno 1815 Seite an Seite mit den Preußen den Korsen geschlagen hätten, rachedurstig ein- zuschläfern. Aber lange habe der Rausch hier in Bernburz nicht gedauert, die Vernburger seien gottlob gefeit gege« Rauschtränke(hier konnte sich mancher im Hinblick auf den Zustand des Bürgermeisters Leinweber eines Grinfens nicht enthalten), der erkrankte Körper sei dank des Eingreifens eines guten Arztes bald wieder genesen. Und wer sei dieser gute Arzt, dem eine eben so gut« Aerztin als Gemahlin zur Seite stehe? Oehlke machte hier eine Kunstpause und sprach dann das erlölende Wort: Seine Durchlaucht Alexander Earl, Herzog von Anhalt-Bcrnburg und seine Gemahlin, Ihre Durchlaucht, die Herzogin Friederike königlich« Hoheit--— und sie leben hoch, hoch, hoch!— Brausender Beifall, und der Geldvcrleiher Salomon nahm sich fest vor. bei seinem nächsten Prozeß doch lieber diesen tüchtigen Advokaten zu nehmen, als den immer besoffenen Rechtsanwalt Groß. (Fortsetzung folgt.) ___ FtoutMM einer ReveluUou. Dou Gerlteei fieenMuu Meslat Der Chordlrektor Jllmer bestieg sein Podium. Er stand aerade vor der Tür, an der damals dos Hirn seine? Bruders drei Wochen lang geklebt hatte. Aber der Ehordirektor wollte nichts von seinem Bruder wissen, er hotte alle Beziehungen zu dem Toten abgebrochen gewissermaßen, er war nie zu dem namenlosen Grab in der Selbstmörder- und Land- streicherecke des Friedhofs gegangen, nein, er wußte, was feine Pflicht und seine Ehre als treuer Untertan erheischte. Er harte für den heutigen Tag einen Maflenchor zusammen- gebracht,«inen Massenmännerchor von dreihundert Stim- men, was in einem Ländchen wie Anhalt-Bernburg gewiß nicht leicht war: freilich hatte er auch Männergesangvereine aus Eöthen und Dessau zu Hilfe nehmen müssen— aber das tat ja nichts, wenn die Eöchener und Dessauer die Anhalt- Dernburgischo Nationalhymne mitsangen, dann war das ja ihre Sache, und es war auch sehr nett von ihnen. Denn die Nationalhymne sollte natürlich zuerst gesungen werden, di« Hymne mit der schönen, so leicht faßlichen Melodie und dem noch schöneren Text. Jetzt— zetzt hob Jllmer den silbernen Taktstock, die Sänger schlugen die Notenblätter raschelnd auf _ wozu eigentlich? sie mußtens doch längst auswendig kön- nen? aber freilich, es sah bedeutend feierlicher aus— die Kapelle gab den Ton an— es konnte kein Blatt zur Erde außer einigen Notenblättern, die aus den vor Aufregung zitternden Händen glitten,— aber das macht« nichts, setzt gings los: Du scheenes Land, das mich jebohore», Vir Hab ufr Treie zujeschwohoren. Mit Stolz mach ich es laut bekannt: Anhalt-Bärnborch ist mein Vaterland'. Wir machen stolz es laut bekannt: Anhalt-Bärnborch unser Daterland!* Donnerwetter, wie laut das klang! Es war anzunehmen. daß das gesamte Vaterland wü allen denjenigen, di« aus den Dörfern nicht hatten in die Stadt kommen können, das Lied hörte! Zwar: hochdeutsch hatte der fleißige Jllmer doch nicht in die Sänger Hineinkriegen können, trotz unsäglicher Mühen, ober die Dessauer und Cöthener sprachen ja Gott sei dank denselben Dialekt,«s klang sehr schön einheitlich-- Achtung. der schöne zweite Ders: „Wie oft schonn!s dein Ruhm erlluhungen. Die Welten hat er längst durchdruhungen, Drum heiß for dich tn Lieb entbrannt Js, war dick nennt sem Vaterland! Wir sin for dich in Lieb entbrannt, Denn du bist unser Vaterland!* Eine stolze Strovhe war dock das! Man wußte zwar nicht, wann Anhalt-Bernburgs Ruhm die Welten durch- drungen hatte, die Welten würden es ja wohl wissen, aber man war ja schließlich kein Geschichtsprofessor, jedenfalls war ma» doch von Lieb entbrannt, man begann die Wieder- holung der Schlußstrophe schüchtern mitzusingen, aber Jllmer blickte bös«, und man hörte wieder auf, auch kam der letzt« S«rs: „Mag Trete rings un Jlaube wahanken, Siegt überall der Trug der Frahanken, Wir halten fest der Liebe Band, Denn du bist unser Baterland!* Auch was Anhalt-Bernburg mit dem Trug der Franken zu tun hatte— aber Achtung, jetzt kam noch ein auerletzter Vers, der war extta hinzugedichtet worden. Durchlaucht zu Ehre«— Fters Herrscherhaus, siers anjestahammi«, Ich jederzeit in Glut«ntflahammte, Askanien blieht, wir hatten stand: Anhatt-Värnborch. unser Vaterland!* Run ließ sich, nach einem bewundernden„LH!*, di« Volksseele nicht länger zäbmen. nun stimmte alles in di« Wiederholung«in— mit Freude sah man. daß viele dar- unter waren, die damals, auf diesem selben Platz, auch in das„Dreiunddreißig Jahre* eingestimmt hatten, jetzt sangen sie begeistert mit: Askanien blieht, wir hallen stand, vnhatt'DSrnborch, unser Vaterland? Und Jllmer durfte das Mitsingen nicht mehr übelnehmen. denn siehe, oben auf der Tribüne, wo Askanien bisher recht blaß geblüht hatte, lachte jetzt der Herzog— bie Bebauernswerte auf den Hof hinaus. Auf die gellerben ilte rufe eilten Hausbewohner hinzu Durch leberwerfen von Meidungsstücken gelang es, die Flammen zu erstiden. Frau 3. murde mit furchtbaren Brandmunden am ganzen Körper ins Rrantenhaus am Friedrichshain gebracht, wo sie an den Folgen der schmeren Berlegungen gestorben ist. Gastragödie eines Arbeitslosen. Die ewige Sorge um das tägliche Brot. Längere Arbeitslosigkeit hat gestern den 29jährigen Urbelter Boul Förster zu einer Berzweiflungstat getrieben, der er felber erlag, mährend sein fünfjähriges Kind, das er mit in den Tod nehmen wollte, gerettet wurde. Förster, dessen Frau vor einiger Zeit gestorben ist, bewohnte im ersten Stockwerk des Seitenflügels, Sophie- Charlotte- Str. 101 in Charlottenburg, mit seinem fünfjährigen Kinde Chars Iotte eine fleinere Wohnung. Früher war F. bei der Bahn als Arbeiter beschäftigt, wurde jedoch vor einigen Monaten entlassen. Bergeblich bemühte sich der Mann, um neue Beschäftigung zu bekommen. In den letzten Wochen ging es Förster befonders schlecht. Oft fehlte es am notwendigften. Die ewige Sorge um das tägliche Brot ließen schließlich in dem Mann den Entschluß reifen, freiwillig aus dem Leben zu scheiden und das Kind mit in den Tod zu nehmen. Gestern nachmittag schritt Förster zur Ausführung der Tat. Er legte das Kind ins Bett und öffnete jämtliche Gashähne. Durch Röcheln, das aus der Försterschen Wohnung drang, wurden Hausbewohner aufmerksam, die die Tür gewaltsam öffneten. Den Eintretenden schlug starter Gasgeruch entgegen und im Schlafzimmer fanden sie Bater und Rinb leblos auf. Die inzwischen alarmierte Feuerwehr nahm Miederbelebungsversuche vor, die aber mur bei dem Kind von Er folg waren. Es wurde in bedentlichem Zustand ins Westend Krankenhaus gebracht. Die Leiche des Mannes wurde beschlagnahmt. 3m Kampf gegen die Freimaurer. Ein Schildknappe Ludendorffs vor Gericht. Begen öffentlicher Beleidigung war der verantwortlich zeich nende Schriftleiter der Deutschen Wochenschau Major a. D. v. Weberstebt gestern vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte on getlagt. Die Deutsche Wochenschau" ist das Organ des Deuts schen Tannenbergbundes, dessen Schirmherr General v. Rubendorff ist. Rommuniftenfrach im Provinzialfandtag. Kommunist Wöit wird ausgeschlossen. ausziehen unb bezog ein Café an ber Gebächtniskirche als Hamp quartier. Das alte Cd. aber vegetierte nur noch. Auch das ging jahrelang. Nun aber ist es in neuem, und mie man fagen muß, Jehr folidem Glanz erstanden. Zwei erprobte Berliner Cafébaus fachleute, Heinrich Braun und Ansbach nahmen die Sache in die Hand und mas fie schufen, ist sehr erfreulich. 3mei große Räume, im Erdgeschoß und in der ersten Etage, die sich durch Nischen und Eden zur Behaglichkeit und Gemütlichkeit gliedern. Die Wände rat vertleidet, die Stühle blau gepolstert, das gibt einen guten lang. Und es wird nicht nur auf Konditorei und Café Bert gelegt, fondern auch auf gutes bürgerliches Restaurant mit dem ant Rurfürstendamm anertennensperten Berfuch ziviler Breise. In der gestrigen 7. Bollfigung des 59. Brandenburgi schen Provinziallandtages in Berlin fam es gleich zu Beginn der Tagung zu großen, durch die Kommunisten herDorgerufenen Lärmizenen Der Borfizende, Oberbürger meister Rauscher Patsbam, hatte mitgeteilt, daß der Weltesten nat einen fommunistischen Antrag, weil er nicht rechtzeitig eingereicht morben war, zurückgewiesen und ferner beantragt habe, über perschiebene andere tommunistische Anträge nicht zu verhandeln, peif der Brovinziallandtag für sie nicht zuständig sei. In der sich daran anknüpfenden Geschäftsordnungsdebatte wurde der kommunistische Abg. Willi Bölt zweimal vom Borfizenden ermahnt, bei der Klage gegen Frau v. Harbou abgewiesen. Sache zu bleiben. Als die ihm zustehende Redezeit abgelaufen war, meigerte fich Wölt, die Rebnertribüne zu verlassen. Mit Lärm und Arbeiterbildungsschule Heute, Mittwoch, den 6. März, abends 74 Uhr. Lindenstraße 3, 2. Hof. II. Trp. links, Zimmer 11. Zweiter Vortrag im Kursus für Leienrichter und Helfer in der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Dr. Ludwig Marum spricht über Das Strafrecht allgemeiner Teil". In der Pripatttage Doebbede gegen Frau Thea von Harbou als Verfasserin des Manuskripts pon Metropolis" ift burch Beschluß des Amtsgerichts Berlin- Mitte bie Brinattlage als unzuläffig tostenpflichtig abgewissen worden. In der Begründung wird ausgeführt, daß die lage gegen bic 11 fa fchon aus dem Grunde unzufäffig fei, meil eine juristische Person als folche im ordentlichen Strafperfahren nicht verfolgt werden fönne. Die Brinattlage gegen beide Beschuldigte fei auch deshalb unzulässig, weil die Antragsfrift gemäß§ 61 des Strafgesegbuches versäumt sei. Es stehe fest, daß die Privatklägerin bereits erheblich früher als brei Monate vorher pon Eat und Täter ausreichend Kenntnis gehabt habe. 99 Tumult mußte die Sigung auf fünf Minuten unterbrochen werden. Nach der Wiedereröffnung verlas der Borsigende den Abfaz 4 des § 17 der Geschäftsordnung des Propinziallandtags, nach dem„ Previngiallandtags- Abgeordnete bei grober Ungebühr oder wiederholten Berstößen gegen die Ordnung durch Beschluß des Bro- Vorträge, Vereine und Versammlungen. vinziallandtags mit Ausschluß aus der Bersammlung für einzelne oder mehrere Sigungen oder für die Dauer der jeweiligen Tagung bestraft werden können". Nach einer abermaligen furzen Unterbrechung der Sigung teilte der Borfizende mit, daß der Weltesten rat befchloffen habe, dem Landtage zu empfehlen, den Abg. ölt wegen grober Ungebühr auf zwei Lage unter Entziehung der Aufwandsentschädigung auszuschließen. Bei der Abstimmung murde der Antrag mit affen gegen die Stim men der Kommunisten angenommen. Der fommunistische Abg. Wölf Derließ schließlich nach wiederholter Aufforderung den Saal. Die Bersammlung beschloß sodann auf Antrag des Aeltestenrats ebenfalls mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten eine Anzahl tommu nistischer Anträge nicht zur Berhandlung zuzulaffen, da der Pro pinziallandtag für sie nicht zuständig sei. Jofty verschwindet. Kaffeehäuser waren einmal, trobem sie privaten Unier. nehmern gehörten, eine Angelegenheit der Deffentlich teit. Denn Literaten, Senfiler, Bolitifer und Wiffenfchaftler be vorzugten und bevorzugen noch heute das Kaffeehaus mit seinen Im September v. 3. mar unter der Ueberschrift„ Der Branger herkömmlichen großen Borräten an Zeitungen und Zeitschriften. mit der Veröffentlichung von Namen von Persönlichkeiten, bie Mit Bon diesen längst ein- und in die Kulturgeschichte übergegangenen glied von Freimaurerlogen find, begonnen worden. Fünf Herren, Kaffeehäusern hat sich in Berlin als einziges das Café Josty beren Namen auf der Liste standen, fühlten sich durch das Wort am Potsdamer Play erhalten. Nun hört man, daß auch seine Branger" beleidigt und halten gemeinsam Bripattlage erhoben. Stunde geschlagen hat. Die Jofty Ede folf völlig erneuert wih um. Der Angeklagte bestritt die Absicht der Beleidigung, da er die Leute, gebaut werden. Den Inhabern des Cafés, einem Schweizer Konzern, beren Namen veröffentlicht worden waren, persönlich nicht kenne. ist von dem Eigentümer des Grundstüds Bellevuestraße 21/22, Len Das Wort Branger" habe heute nicht mehr die mittelalterliche Borinsti, zum März 1980 gekündigt worden, so daß das feit dem Bebeutung. Sein Blatt sei quf den Kampf gegen die rei Sabre 1880 bort anfäffige, jest älteste Berliner Kaffee. maurerei eingestellt und er habe in Wahrnehmung berechtigter aus endgültig feine farten an der historischen Ede Untereifen gehandelt, denn es jei erwiesen, daß die Logen bestrebt wird schließen müffen. Der Grund dafür, baß bar eigentümer jeien, hen Mitgliedern des Tannenberghundes wirtschaftliche, gejell hen Bertrag nicht erneuert hat, ift barin zu juchen, daß die Jafty: chaftliche und politische Schädigungen zuzufügen. Er habe übrigens de fich nicht der meltstädtischen Entwidlung Berlins angepakt hat bei der späteren Veröffentlichungen die Ueberschrift" Der Branger und daß man bas überaus wertvolle Grundflüd für ble fchon lange eriegt durch die Borte Die Kinder der Bitme Raphtali projektierte großzügige Umgestaltung des Botsdamer Blazes ver Das Amtsgericht verurteilte Major a. D. p. Weberstedt wegen menden will. Für die Verwandung der Softy- Ede find pon den Dffentlicher Beleidigung zu 1000 m. Geldstrafe, im Nichtbei- Berliner Architekten bereits eine große Anzahl Brojette im Zu treibungsfalle zu 5 Tagen Haft. Den Beleidigten wurde die Befanumenhang mit der Umgeftattung bes Botsdamer Platzes aufgeftelt juguig zur Beröffentlichung des Urteils in der Deutschen Wochen worden. Eines diefer Projekte chlägt unter Mitverwendung des Schau" zugesprochen. In dem Ausdruck der Branger" hat das Gefeßigen Grundstäds der Galeries Lafayette fogar eine Leber richt etwas zweifellos Beramtlige erblidt. Es ist jedoch brudung der Betlenueftraße vor. Möglicherweile wird teine üble Nachrede, sondern nur einfache Beleidigung angenommen bie Softy- Ede ein modernes Hochhaus erhalten. Auch im Zusammen worden, da über die Kläger feine Tatsachen behauptet worden find. Die Beleidigung hat das Gericht nicht allzu schwer aufgefaßt, hang mit den Schnellbahnplänen dürfte dem Umbau der Softy- Ecke ba ber Ungeflagte glaubhaft behauptet hat, daß er die Brinattläger erhebliches städtebauliches Intereffe entgegengebrady werden. micht persönlich tannte und daß ihm eine Herablegung ihrer Persön lichteit ferngelegen habe. Außerdem wurde auch strafmildernd die im heutigen politischen Stampfe herrichenbescharfe Sprache berudfichtigt. Nicht der kommunistische Abgeordnete Golfe. " Die im Abend" Nr. 104 vom 2. März veröffentlichte Mitteilung Bieber ein Kommunistenüberfall nannte erstmalig als einen der Beteiligten den tommunistischen Landtagsabgeordneten Artur Golte. Wir haben diefen Irrtum bereits in der Vorwärts"-Morgenausgabe Nr. 107 poun 5. März berichtigt, nachdem der Wirt des Lotals uns darauf aufmerfiam gemacht hatte, daß es sich um einen anderen Mann Des gleichen Namens handelte. Jetzt schiet uns noch der Abgeordnete Golfe selber die folgende Berichtigung: " CDB. heißt Café des Westens, liegt am Kurfürstendamm an ber de Joachimsthaler Straße und war einft Herberge aller Berliner Bohemiens und jener, die sich dafür hielten, auch unter dem Namen Café Größenwahn überall befanns. Das ging jahrelang gang gut, bis eines Tages der Wirt sich modernisieren wollte. De mußte bie Berliner Bohème, pder mas fidh bafür ausgah, Funkwinkel. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianfte. 37/38, Sof 2 St. Mittwoch, 6. März. Kreuzberg. Rug 8. 20 Uhr Bersammlung bei Siebentapi, Musiquer Str. 85. Bartrag des Kam. Abter, Neukölln Bris. Kameradschaft Ortsgruppe Rudom. Uhr Sameradfchaftsverfaun lung bei Krüger, Rubom, Benderstr. 71. Lichtenberg. 20 Uhr Bersammlung der Jungmannschaft bei Berner, Wilhelmstr. 8. Lichtbilderportrag. Erfcheinen Pflicht. Donnerstag. 7. März, Kreuzberg. Rug 6. 20 Uhr Bersammlung bei Mendler, Dieffenbachstr. 54. Neuwahl des Bugleiters. Reutölln- Brig. Sung banner. 20-22 Uhr Schuziportabend in der Walter Rathenay- Schule Babbing 2. Konzert find bei deu Ramerabighaftsfraße. Musikkorps, Karten zum faffierern abzuholen. Uebungsftunde jeden Donnerstag 20 Uhr bei Ruhalf. Tafelbit Reuaufnahmen neuer Mitglieder, Bassersportabteilung. Sug caci, Freiteg 20 Uhr Monatspersammlung im" Allen Rrug" Tegel, Sauptftrage. 8. März Prenzlauer Berg. Badeabend 20 Uhr Oderberger Straße, Kreuzberg. Sug 1. 20 Uhr Bersammlung bei Seehat, Willibald- Alegis- Straße 5. Bostrag des Kameraden. n. Dergen. Borfigwalde. 20 Uhr Berjammung im Lotal. Boit Schach, Conftite. 1. Vortrag des Kameraden Dr. Rörting: Fationalisierung und Sozialpolitit". Marincabteilung. Uebungsstunde bit Red, Tegel, Ufer. Straße 1. Longfellow- English Debating- Club. Mittwoch, 20 Uhr, Zahnärztehaus, Guttmannsaal, Bülowstr. 104. Mrs. Alice Behrend: More about English Painters. Reichsbund für Kriegsbeschäbigte, Kriegsteilnehmer und Ariegerhinter Bebene, Bezirk Often. Monatsverfammlung findet am 6. März, 20 Uhr, ini Bereinsfotal, Schmidts Gesellschaftshaus" Fruchtfit. 36a, ftatt. Referent: Semerad Mende: Aus der Praxis des Spruchnerfahrens im Berforgungs mesen". Wetterbericht der öffentlichen Welferdienfiffelle Berlin and Umgegend ( Nachbr. perb.). Meift molliges Better mit fortgelegter Neigung zu Niederschlagen. Zemberaturen am Lage über Null. Für Deutschland: Im Norden start meltig mit Nieder schlagen, im Süden teilweise heiter und troden, Mirgends wefentlige Temperaturveränderung. Gardinen und Betten bei Grünfeld. Bart, suffig, in bunt- febendigen Farbtönen grüßen die neuen inregungen, die hier die Hausirau für einen gefchmodnellen und Seniferbetsrationen bei Grünfeld, Leipziger Strase. Die bahet finanziell erreichbaren Benfterschmud arbat, finb nielfad) und abwechslungsreich. Die Garbinen find aus bübid genufterten, indanthren gefärbten Stoffen in Boile, Kunſtleide, Noppenrips ufps.. glatt oder nur dazu eingefärben Beanienteilen verarbeitet; qu albugrbänge it bitet. Stopf, obce Floreniner Lüll. Sehr hübiṁ. wirken die Raffgarbinen, eine Jeniterdekoration ohne Garden stange mit fchrag gespannter Stoffdrapierung. Eine Neuheit den Tüll. Durchzugsarbeiten sind bunt gemusterte Bedaillons und andere Motive, Ungemein farbenfreudig find die Deffins; geftreift, geblümt, in sich gemustert, alles in hellen, zarten Farben. Die Bettenausstellung zeigt hiibiche Garnituren in Vigur, dann sieht man fehr piel Spigen und Stidereiperarbeitung Bunte Bäige stoffe aus Seide und Leinenbatist, die bei der Berarbeitung von Bettgarnituren zur Berwendung Leibwäsche fiegreich das se behaupten, gelangen jest auch für Frühjahrsmoden bei Jonaß. a in Im Lehrerpereinshaus, Alexanderplat, zeigte eine Luftige Modenrepure in zehn Bildern im überfüllten Saal bie neuesten Schöpfungen des Hauses Jonas u. Co., Belle AllianceStraße. Die launige Anlagerin Resi Langer stellte dem Bublifum mit allerlei uifigen Rantbemertungen Die. zahlreichen Modeträger und Trägerinnen vom Spiel und Schulfind bis zur Ous gemadyfenen Modedente vor. Die Frühjahrsmode bevorzugt wieder für das Straßentleid aus feichten Strie und Bollstoffen die Jumperform, dazu trägt man einen flotten, einen Hut aus Filz aber Strohgeflecht. Nachmittags- und Abendkleider aus Belou TITTE Am Dienstag feht sich die Berliner Funkstunde hauptsächlich mit fulturellen Broblemen auseinander. Dr. Kurt Zaret Zu dem Artikel Wieder ein Kommunistenüberfall ein behandelt das Thema Philosophen der Techni!". Bereits var netler Landtagsabgeordneter in Nr. 104 des Abend vom 2. März einiger Zeit hielt Baret ein paar Buffen über kulturelle und philotine, Crepe de Chine, Crepe Georgette find reicher verarbeitet, die 1929 stelle ich jest: Es ist unwahr, baß ich am 1. März 1929, fophische Fragen, und schon damals fiel eins auf: Baret entwickelt abends, in dem Lotal Wilsnader Straße 34 einen lleberfall auf den Gedanken, aber ihm fehlt die Fähigkeit, das Stoffgebiet übersichtlich Taille ift in ihre natürliche Höhe nach oben gerüdt, die Räde werden glodenartig. rüdwärts etwas länger getragen. Straßenbundestreuen Fußballverein Moabit ausgeführt aber daran teil zu gliedern und das Hauptsächliche herauszuarbeiten. So verlieri genommen habe. Es ist unwahr, daß ich mich dabei besonders herer fich auch hier ins lebegrenzte trok geiftvoller Einzelheiten. Wie mäntel aus bräunlichen, herrenartig gemusterten Stoffen, Mäntel borgetan habe. Es ist unwahr, daß ich mit Füßen auf einen am ein folches Thema aufzubauen ift, zeigt Bittor Engelhard, im für den Nachmittag und Abend aus dunkleren Geweben in Seide, Boden Liegenden herumgetreten habe. Es ist unwahr, daß ich mich Rahmen der Bücherstunde. Engelhard analysiert philofopbliche Boll- Georgette und jo man tann aus Belz. Die Nach bem herbeigerufenen Ueberfalltommando gegenüber tapfer auf Bücher unter dem Titel„ Berte zur Weltertenntnis.mittagsmäntel sind der Kleiderform angepaßt, ebenfalls alodig gemeine Immunität berief" und unbegreiflicherweise von den BeEr nimmt jedes Mert in feiner Eigenart, aber darüber hinaus juchi Ichnitten und rüdwäris länger. In Hüten, die in der fommenden amten, die fid) forrett verhielten, laufen gelaffen wurde Wahr er nach einem Generalnenner. Diefen findet er in dem Bestreben zeigen, dominiert bie rote farbe, die zu den hellen, zarten Stoffen Saifon etwas größer getragen werben und vielfachy Schutenform bit vielmehr, daß ich am 1. März 1929, an dem sich das Border Bhilosophen, das moderne Weltbild zu erfaffen, wenn auch von tommnis zugetragen haben soll, bereits mit dem Zuge 19.04 Uhr verfchiebenen Standpunften aus. Jedenfalls ift die Büchertritit der recht lebendig wirkt. vom Anhalter Bahnhof nach Dresden abgefahren bin. Funfftunde in letter Zeit bedeutend besser geworden. Bruno Artur Golfe, M. d. 2." Schönlant endet seinen 3ntlus Die Arbeit in der Dich tung" mit einer Uebersicht über die Arbeiterdichtung im Krieg und in der Gegenwart. Keine Porträts einzelner Dichter, vielmehr das Bestreben, Entwicklungslinien aufzudecken und in die Zukunft zu weisen. Am interessantesten Schönfants Untersuchung über die Arbeiterdichtung im Strieg. Es bleibt ein Berbienft, daß hier eininal por größtem Bublifum auf die Bedeutung diefes Themes nach drücklich hingewiefen wurde. Abends wird der Liebe Auguftin aus dem Großen Schauspielhaus übertragen. Da bei diefer Neuinszenierung der Hauptafzent auf der Ausgestaltung der Szene liegt, fo bleibt es bedauerlich, daß der Rundfunfhörer diese neue Borm F.S. nicht miterleben fann, Ladendorff wiedergewählt. In der Generalversammlung des Bundes der Berliner Haus- und Grundbesiger e. B. wurde der Reichsbantrat und wirtschaftsparteiliche Abgeordnete Labendorff als Bundesporfizender wiedergewählt. 3hr Huften quält Sie fo. Bei stechendem Huften, Heiferteit, Schleim perhärtung oder starten Auswurf, rauhem und fchmerzenbem hals helfen Ihnen Reichels Huftentropfen, bie alterprobte Hustengranei. Bu haben in Apotheken u. Drogerien, aber echt nur mit der Marke Medico". S Gefillter Biffensburft. Was it praktif?", fragte her Eleine Gerbarb! Eich hez! Ich pill es dir zeigen." Seine Mutter legte einen Maggileif brühwürfel in eine Talle, gah heißes Baljer darüber und ließ ihn dann die fo in Sandumdrehen zubereitete Fleischbrühe teinten. Sie schmedie poraüglich. Anzug- Stoffe englicher Fabrikato van Weltraf - nur bel Koch& Seeland Gertraudienstraße 20-21. MAGGI Würze hilft in der Küche sparen. Schon wenige Tropfen geben schwachen Suppen, Soßen, Gemüsen und Salaten kräftigen Wohlgeschmack Vorteilhaftester Bezug in großer Originalflasche zu R.M. 6.50. Verlangen Sie ausdrücklich MAGGIS Würze Mittwoch 6. März 1929 Unterhaltung und Wissen Wiſſen Elsa Maria Bud: Der Hund Feng ( Schluß.) Es wird immer nur ausnahmsweise gefingen, daß der Mann in der Ehe seine ursprüngliche Ueberlegenheit behält. Die Frau, die irdisch flügere, fäßt ihm mohl gern das Aeußere feiner Bürde, die Thron Infignien, doch die Regierung führt sie. Grmorben wird dieser Abbausch der Rollen mit Heinen Rachgiebigkeiten, die den Mann ficher machen; erhalten wird die Situation durch das Prinzip, sich der Herrschergemalt nie zu rühmen. Der armselige Hund stand währenddes hinter seiner Herrin, die ihn, nun in Schluchzen ausbrechenb, nicht bemerkte. Er hatte irgendwie gewittert, daß die Herrin ihn brauchen förme; fein Schweif fegte die Planten, seine Augen blidten fchief und tüdisch auf Beter. Es muß traurig um dein Gemüt bestellt sein, men du folch unfinniges Opfer von mir fordern fannst, stieß Lifa in zornigem Beinen bernor und rib fich los. Sie lief zur Kabinentreppe hin, Feng folgte ihr. Und da jah ihn auch Peter, und rief ihn barsch Frau Lisa übersah num die Bedingung der Meinen Nachgiebig: 314 fich feit; fie war eben noch sehr jung Wie mm das Beitere geschah, darüber fonnte niemand heFeng hatte sich bei seinen nächtlichen Gefängen erfältet; errichten. Der Ehemann fel wie ein Eiger auf und abgelaufen, inaner auf turzem ledchen auf und oh, fagte einer der Mitreifenden. Doch fog matt und ehunluftig umher. Lisa bereitete für Seng ein Bab, fest stand allein die Tatsache, daß Feng plöglich in der See schwamun midelte ihn in Deden und blieb bei ihm, um die Kur nicht wirtungs- und fich fläglich abmühte, dem Schiff 34 folgen. Die Damen fchrien: las zu machen Beter hatte es shroff abgelehnt, au affiftieren; er " Das jüße Tier", und D Gatt, o Gatt" und Man muß ihn retten" Hef lieber nom Bug zum Hed, von Badbord zu Steuerbord und arbeitete an einer scharfgefalzenen Rede, die er dem unvernünftigen und es entstand eine, von den meisten Herrschaften monnig emp. Rind balten mollte. Eine jener älteren, mohibeleihten Damen, die fundene Aufregung an Ded. hage geute gern mit einer Sintflut ihrer Meinungen zu traftieren vilegen, hielt ihn an der Reeling feft und fragte fo ahmungslos, taubenhaft mic nur möglich: Sp allein? Die fleine, füße Frou nicht wohl?" " Der Hund nur der Hund, sagte Beter teinesapegs im gleichen Flötenton. Oh, ph. Das ist eine Befäftigung. Ich meine, überhaupt auf folcher Schiffsreiſe Tiere dürfen uns nicht soweit beschäftigen, daß es fäftig wird. Ich würde ihnen ja raten, laffen Sie den Hund, wenn wir anlegen, in Benfion. Bei der Rückfahrt nehmen Sie ihn dann wieder auf. Dan bat ja mun die Hundesteuer auch aber es ist ein entzückendes Bleh, Ihr abermals erhöht Feng. Mur biefe Saft, biefe Bast Beter entfief der Sortießung, gerade als die Dame mit einem da ist zum Beispiel einmal in die Fülle ihrer Erfahrungen cintauchen wollte. Dann tam Lifa, legte zärtlich ein Hand on feine Schulter und er fah geradeaus. mortele auf ein gutes Wort. Seine Wangennusten arbeiteten; Was ist dir?" magie fie fchließlich, nicht im Zweifel über die Antiport. Und er brach in heftigleit los. hätte ich nur nie eingewilligt! Es geht nicht mehr, ich haft's nicht länger aus. Er der ich=* 717 Und nun bittierte er, gerade als habe jene Dome einflüsternd hinter ihm gestanden, die Benfion im nächsten Hafen, pon po man ihn pentuell später, auf der Rückfahrt es müffe ihm has Biest nam Halfe! Die teine Frau mahte unfagbar spöttische Augen, meigerte fich natürlich, auf den Barschlag einzugehen, da es gang tar fei, haß er feineswegs die gleiche Strede zurüdzureifen gedente. Da brach er auf: But zerstörte seine Haltung. Sie fah es mit Furcht. Sch Narr habe meine ganze Seele an dich gehängt, was hast du dafür gegeben, mas? Nicht das eine Opfer nicht dimmal auf den Sumb haft bu perzichten wollen, nicht auf einen jo armseligen Hund, ber mir das Leben vergiftet, der mich por den Leuten lächerlich magt!" adaisica ab, " Life fühlte sich aus der Kabine gezogen, und als fie den Lich ling be unten fah, schmer um fein Leben ringen, de stieß fie gorn glühend heraus: Der hat es getan!" Und zeigte auf ihren Mann Beter rührte fich nicht; abgewandt, die Augen pen dem traurigen Schauspiel fort zur dunstigen Ferne der englischen Rüfte gerichtet, ftand er an der Reeling. Erst als ein Dffizier herantrat und fich liebenswürdig erbat, schnell ein Boot zur Rettung bes Tieres abaulaffen, erst da tam Bewegung in ihn, und er ging auf die Gruppe zu und sagte beherrscht: wünsche es jogar nicht „ Ich bitte Sie fehr, nichts dergleichen zu unternehmen. Ich wünsche es jogar nicht un gut, dann gut," gab der Offizier, woht verftehend, zurüd. Doch jetzt begann das eigentliche Drama. Lisa stürzte auf ihren Mann zu und fah ihn mit entsetzlichem Haß an: -Bist du ein Mensch, bist du überhaupt ein Mensch?" die Damen nicht ohne bathlaut geäußerte Entrüftung. Sifa aber Die Gäste fuchten fich schleunigit von der Szene zurüdzuziehen; fant in die Knie, redte bie Sände durchs Geländer nach dem meit hinten schwimmenden weißen fleckchen und schluchate; Deng, mein fiober, fieber Feng!" Bis das erschöpite Tier untergejunten war. Beter mar indes ihr getreten, hatte die Hände auf ihre Arme gelegt und fie in unverhohlener Herzensangit emperguziehen perfucht Sie fühlte ihn nicht, borte feine flehentliche Bitte night, ihm zu folgen, nicht eber, bis olles vorüber war. Dann tounelte sie hag, und Haß und Etel franden ihr beutlich im Geficht er mußte plafieu non ihr. ablaffen Sie ging in die Kabine, fchloß ob, trug ibre Sabe zufammen und ließ fich einen befcheibenen Raum für die Fahrt bis zum nächsten Blag anweifen. Die weiblichen Mitreifenden luchten mohl zwischen den Getrennsen zu ermitteln, boch fie erreichten nichts bei der ganz in Haß verfteinten jungen Frau. Damit ist eigentlich alles erzählt. Ehescheidungen sind nirgend eine turzweilige und liebliche Sache, und als fie fid) dabei wieder sich faben, hatte jeder pon ihnen die Ueberzeugung, nie mehr den Weg zur Seele des anderen finden zu fönnen, Stans Friedrich: Erfrieren der Pflanzen Das Pflanzenleben liegt unter der meißen, minterlichen Dede| tief begraben. Bäume und Sträucher scheinen zu schlafen. Aber diefer Schein trugt. Es ist irrig, an einen polltommenen Stillstand Der Kräfte zu glauben. Pur hie Mirtung dieser Kräfte ift für das Huge zurüfgetreten. Der rouhen Jahreszeit entsprechend, find sie nun ganz im Aunern der Pflanzen tätig. Wie beständig die Ent. midtung weiterschreitet, tönnen wir beobachten, wenn mir Snofpen eines und desselben Zweiges im Laufe der Monate Movember bis Februar aufschneiden. Sa starr jie auch auf den ersten Blid erfcheinen, find fie hoch erfüllt pon geheimnisvollem inneren Leben. biswellen aber leiber auch in weiten Bezirken. Beilage des Borwärts Pflanzen herbeiführen, die nach ihrer Widerstandsfähigteit schon Temperaturen wenig über dem Nullpunkt nicht gemachsen sind. Die Wurzel perliert in diesen Fällen die Fähigkeit, Waffer aufzunehmen. Infalgedessen werden die Blätter nicht mehr mit der nätigen Flüffigfeit perfargt. Sie hängen schlaff und fledig herab. Die Pflanze perdurftet. Diese Beobachtungen führen ganz von selbst zu dem Schluß, daß mafferarme Bilanzen oder Bilanzenteile dem Erfrieren beffer widerstehen als frautige. Man hat Braben mit Samen gemacht. Trodene tonnten bis zu 80 Grad Kälte vertragen, gequallene wurden schon pon nief niedrigeren Temperaturen getötet. Die Fähigkeit in Ruhe befindlicher Holzarten, große Rälte zu überstehen, hemeist ehenfalls, daß der Kältetod feine Folge der niederen Lemperatur, fpndern erst des dadurch hervorgerufenen Waffermangels ist. Aber selbst das gefährliche schnelle Huftquen wird uan manchen Bilanzen fiegreich überwunden. Die Gewächse der gemäßigten Bonen kommen weniger häufig in die Notwendigkeit, darum haben fie fich gegen fo plägliche Fälle mie die Frühlingsfräfte bis jetzt erſt perhältnismäßig geringe Schutzmaßregeln erworben. Dagegen balten piele Alpenpflanzen ein wiederholtes Gefrieren und fahnedes Auftauen ohne Beeinträchtigung aus Sie tönnien anders ja auch nicht bestehen. So verbringen zum Beispiel der Eis- Hahnenfuß und der Schnee- Enzian selbst während der Blütezeit die Nächte im hartgefrorenen Zustande. Das läßt uns einen tiefen Blid in das Leben un Bunderfräftig trogt es allen Unbilden der Witterung und erabert in allmählichen lebergängen und Anpaffungsweifen an peränderte Umstände weite Gebiete, die ohne Pflanzenleben schauvizs Einöben wären. Wie lang ist der menschliche Darm? Nach den Angaben der anatomischen Lehrbücher scheint es hisher, als ob die Länge des menschlichen Darms ziemlich genau bekannt fei: fie wird auf 6 his 7 meter, ja mit Einichluß der Speiseröhre, jo des Magens des Did und Majidarms jogar auf 8 pis 9 Meter Länge angegeben. Alle diefe Feststellungen waren aber an Leichen gemacht worden, und es mar bisher nicht geglückt, dan Darm des Wochenschrift Die Umschau" mitteilt, haben jetzt zwei Belehrte, nan lebenden Menschen zu meffen. Bie Dr. Kuhn in der Frankfurter der Reis und Schembra, cine Methode ausgearbeitet, die mit Hilfe zustellen gestattet. Dabei fam man zu einem überraschenden Ergebnis: der Rönigenstrahlen die Darmlänge eines lebenden Menschen festDer Gejamidarm nam Mund bis zum After ist während des Lebens nur 2.20 bis 2,90 meter langt auf den Dünndarm und Diddarm tommen dabei 1.60 bis 1,80 meter. Zur Meffung des. Darms muß die Verfuchsperion einen 35 millimeter diden Gummischlauch perfchlucken, der zur Beschwerung mit einer Darmpatrane uerfehen ist und daffen Ende aus dem Bunde hängt. Der Gummiihlauch ist mit Thoriumaryb imprägniert und wirft daher bei der Durchleuchtung des Körpers mit Röntgenstrahlen einen träftigen Schaften. Der Schlauch tannte beschwerdefrei mehrere Machen in Darm bleiben, wobei die Nahrungsaufnahme ungehindert war und teine Berdauungsstörungen auftraten. Ga dauerte zmei Tage lis eine Madhe, einmal fogor 14 Tage, his her Gummischlauch am Hiteraustrat. Beim Ende des Berjuches wird das befestigte Ptundenbe des Schlauches gelöst und verflucht, morauf der Schlauch schnell Durch den After abgeht. Die Röntgenaufnahmen zeigten, daß der Schlauch überall im Darm gleichmäßig did ist, alio nirgends im Darm gedehnt wird. Die erstaunliche Kürze des Darms beim lebenden Menschen ist auf den natürlichen Spannungszustand der mustulöfen Darmwand zurückzuführen, der nach dem Ende nachläßt und dadurch eine BerLängerung herbeiführt. Bei einem Hund wurde die Länge des Dünbarms in der Narfofe mit 1½ Wheter feftgestellt. 10 Minuten nach dem Ende des Zieres mar ber Dünndarm ichou 185 meter lang. nach 20 Minuten 2,92, nach vier Stunden 3,52 und nach 15 Sunhen 3.82 meter, Eicherlich nerhält sich der Darm des Menschen nach hem so ade ebenfa, und ja erklärt sich die bisherige Annahme einer piel Bu großen Länge des Darmes. Die Darmlänge mechielte übrigens bei derselben Berjuchsperfon an perfchiedenen Lagen; fo betrug fie & B. vom Mund bis After gemeffen einmal 2,44, nier Tage später 2,32, drei Tage später 2,27 Meter. Aber diele Längenunterschiede find geringfügig. Durch diese Feststellung find nerfchiedene Falgerungen, die man an die Länge des menschlichen Darms geknüpft hat, hinfällig genmorden, z. B. die Behauptung, der Mensch sei megen feines langen Darmes zur negetarischen Lebensweise beftimmt aber der Darm der niet Fleisch effenden Engländer jei etwas fürzer als B. der der reine Pflanzentost zu sich nehmenden Japaner, Die neuesten Wunder der Wissenschaft Bei einem Festbantett, das das Amerikanische Institut in Nem wuss. Sie erträgt, allerdings nur vorübergehend, bis zu 24 Grab Celsius Säfte, ebenfalls ohne Schneeschup. tommt ihr aber biefer zugute, wesentlich mehr, Auch verschiedene Alpenpflanzen find non unglaublicher 3ähigteit: fie fönnen fich mehrere Jahre im gefrorenen Zustande befinden, ahne dadurch ihre weitere Wachstumsfähigkeit einzubüßen. Der Schweizer Naturforscher Charpentier fand, baß Alpentlee, Bergneltenmurz und breitblättriges Horntraut, die pon 1817 bis 1822 ununterbrochen mit Eis bedeckt waren, im Jahre 1823 beim Zurüdireten des Gletschers non Laur mieder austrieben, Wenn mir den eigentlichen Krieg der Bilanze mit dem Winter Die Pflanze behauptet fich gegen die Unbilden des Winters. Sie lennen lernen mollen, müffen mir fie aber in der äbesten Gegend hat sich ihm angepaßt, ohne unter gewöhnlichen Umständen ihm zu unferer Erbe, in der Bolarzone, auffuchen. Dann wird sich unterliegen. Denn wir hören felten einmal, abgesehen von Schnee uns ein ftilles, aber bewundernswertes Heldentum offenbaren. Einen und Windbrüchen, daß im Winter in der freien Natur großer Schaden ber berühmtesten Siege der Bilanze über bie Macht des Fraftes engerichtet wird. Gefahren bringt der Kampf erst, wenn die Ent- finden wir in dem Wert Aus dem Leben der Bolarpflanzen des midlung wieder nach außen drängt, im Frühjahr. Obstzüchter und Lapplandforschers. R. Kjellman geschildert( in Adolf Erif Blumenfreunde haben ba jeben April und Mai dieselbe Sorge. Freiherr von Nordenskiöld, Studien und Forschungen, ver Und viel wird vom Froft vernichtet, oft nur auf kleinen Räumen, anlaßt durch meine Reifen im hohen Norden). Es ist da von einem Vort veranstaltete, wurden den Teilnehmern die neuesten Bunder Löffelfraut( Cochlearia fenestrata) die Rede. Kjellman erBir tönnen leicht feftftellen, baß bie Pflanzen im Winter gezählt: Es gibt wenige Stellen auf der Erde, die ein so strenges der Wiffenfchaft vorgeführt. Darunter befanden sich sichtbare Löne, frieren. Wenn mir an einem falten Tage eine Staude unter dem Klima befizen wie die Stelle, an der die Bega- Expedition überhörbares Licht, ein fünfficher Blik, eine Legierung von Tungstein, Schnee unvorsichtig herausmühlen, so bricht fie wie Glas. Und doch winterte. Die Kälte war sehr anhaltend und ging auf mehr als Rohle und Kobalt, die an Härte nur von den Diamanten übertroffen bemerten wir auch, daß die Taubneffet oder das Maßliebden, minus 45 Grad Celsius herab, Die fragliche Bilanze muchs auf dem wird, und die genoue Wärme, die das Erröten eines Revuegirls die jezt einen so totenhaften Eindrud machen, nach wenigen Tagen Gipfel eines ziemlich hohen Sandhügels bei Bitletai, dem beständigen befigt. Die lettere, gemiß nicht uninteressante Feststellung wurde marmen Betters schon wieder grün sind und sich meich und faftig scharfen Nord- und Norboftmind ausgefeßt. Es hatte feine Blüte mit Hilfe eines überous feinen Meßapparates gemacht, der die anfühlen. Wie hat ihnen das Gefrieren nicht gefchabet. im Sommer begonnen, fie aber, als der Winter tam und seiner fleinsten Grade der Bärmeftrahlung aufzeichnet. Außer diesen Rehmen wir aber eine folche bart gewordene Bilanze ins Entwidlung ein Ende bereitete, noch feineswegs abgefchloffen Der Bundern, die im legten Jahr non ben Mitarbeitern des Instituts Bimmer mit, quá menn es nur fhmad geheizt ift, fo geht fie unfeht. Blütenstand enthielt haber Snofpen in perschiebener Entmidlung. Beschaffen worden sind, murden auch nach andere wiffenfchaftliche bar zugrunde. Selbst die Bärme unferer Hand genügt, um fie zu neuerdings geöffnete Blüten, perblühte Blüten und mehr pder me. leberraschungen anrgeführt. Sn 3. B. Suder, der aus Grönug ichalen und aus dem Kleiegehalt der Hülsen pon Baumwolligmen nernichten. Die wenigsten einheimischen wilden niger reife Früchte, Bon den Rosettenblättern fanden sich nur un Pflanzen erfrieren nämlich; die meisten sterben bedeutende, zusammengeschrumpfte Reste, aber die oberen Stengel hergestellt ist, dann Papier, aus Getreidehalmen verfertigt, eßbarer em Aufiquen Erfolgt es nicht ganz allmählich, führt es den blätter maren frisch und lebensfräftig. In diesem Zustande murbe Sonnenschein, und als besondere Weertmürdigkeit ein einziger Ind herbei. Eben borum ist die Gefahr der Frühlingsfröfte fe groß. Die Pflanze nom Binter betroffen und feiner ganzen Strenge aus Tropfen des pha Harmans". Dieser Tropfen stellte alles bar, Die Sonne hat im April und Mai fchon zuviel Strait. Sie erft fchafft gefeßt. Man möchte nun moht glauben, bas e pernichtet werden mas pon dem Hirnanhang non teierb indem übriggeblieben par, mußte, und daß befanders die serien, in der Entmidlung begriffenen die au diefer Fabrikation perpendet wurden. Für die Darstellung bas Unheil. Blütenteile vom Grofte zerftärt murden. Dies mar aher nicht ber biefes Sermons erhielt ein Chemiter bas Inftituts. Dr. Diper Fall. Als der neue Somuner begann, fegte pie Bilanze ihre Wus omm, ben Breis nou 1000 Datar, bar Die mnerifonische Gesell bildung non be an fort, mo fie 34 Anfang bes Binters unterbrochen ihaft für bie Gostichritte ber Miffenfchaft ausgelegt hatte. Dr. Sayum morben mar. Die Blütentnofpen fchlugen aus, und aus ben Blatt evtlärte quf bam Banlett, bas bie Sexftellung eines Bfunds plaies adfen ber aberen frischen Stengelblätter fchaffen mun frilde Bitten. Sommons bie Summe non brei Millionen Dollar perfchlingen mürbe. ftande herner, Während also für unfere Bilanzen Gefrieren noch nicht Gefrieren bedeutet, trit hies allerhings bei mur atfiimatisierten Gemächsen miderer 3onen immer ein. Sie find bem barten Winter richt angepakt. Es gibt unter ihnen Bilanzen, die fagar bereits nor bem Gefrieren erfrieren, nämlich bei smel, manche auch Ihon bei fünf Grab Celfus Bärme Biele unferer uppflanzen fönnen mahl etmas mehr, aber nicht Der Bargens des Gefrierens if Mar. Die mitre. niel pertragen. Sie verraten dadurch noch deutlich ihre frembe Serppische Untersuchung banan betroffener Bflangenteile zeigt, daß funft. So eririeren Bohnen, Gurten und Kürbisie en het minus ble fanft luftführenden Zelfzwifchenräume mit Eistriftallen angefüllt 1,5, Mais und Sirje bei minus 2 bis minus 3 Grad Celsius. Cbenip find. Diefe Striftalle entstehen auf Stoften des Saftes benachbarter empfindlich find Tomaten. Dagegen überdauert die Zaubneffet felbft Bellen. Die Belge bapan ist ein bedeutender Bafferperfuft. Er ist ohne Schneeschutz 10 Grad, der Sohl jogar bis zu 20 Grad Celsius oft die Eodesurfache Außerdem wirft jebach die Stälte auch auf das Säfte, eine Eigenfchaft, bie ihn gleich non pornherein als inter Blasma felbft fchäblich ein. gemije norausheftimmt hat Stad anpaffungsfähiger ift die nies Mangel an Baffer tam jedes mid hes bfterben fetcher C Das einfte Luftichiff. De hie Ameritgner immer einen Ratarb aufftellen muiffen, jo hat jegt eine Gefellichaft in ben Bereinigten Staaten bas tieinste Luftschiff her Baiz arbout. Es ift nur 22 Meter Gas beträgt mur 7000 Subifmeter. Mit einem Motor non 22 PS. tanu es eine Schnelligkeit von 30 Kilometer in her Stunde erreichen. Das Luftschiff fall für Retlemezmede, fize Bbotagraphic aus der Buft und für Transporte bourgi merhe Großbank Nummer 3 und 4. Dresdner und Oisconto.— Vei neuen gwßen Gewinnen gleiche Dividende. Die Reichskrsdij A.-G.>md die Verliner Handels-Geselllchast ihre Abschlüsse sür 1928 s6>on vcrösfeiMcht. Sic sind Banken ohne jedes Filialsysteni mit speziellen Ausgaben oder einem de- stinrmten, weniger der Zahl als der Kapitolkroft nach bedeutenden, aber relativ engen Kundenkreis. Vier Wochen später salzen jetzt die fogenairnten v-Dankcn mit ihren Abschlüssen, zunächst die Dresdner Bank und die Disconto-Gesellschaft, bei denen infolge ihres riesigen Filialnctzcs im ganzen Reiche und ihren großen Ve- teiligungcn an anderen Banken die Bilunzarbeiten naturgemäß viel länger dauern. Erfreulich aber im ganzen ist die Tatsache, daß durch die zunehmende Publizität im deutschen Bank- und Kredit- wesen, besonders infolge der jetzt monatlich veröffentlichten Zwischen- bilanzen, die Grvßbankobschlltsse heute früher als ehedem bekannt werden und auch für die Beurteilung der Wirtschaftslage bester ausgenutzt iverden können. Ueberraschend starke Ausdehnung der Geschäfte. Man war in UnteriKchmerkreisei, bemüht— med auch die Bank- organisationon haben ihr redlich Teil' dazu beigetragen—, teilweise aus politischen Gründen das vergangene Wirtschaftsjahr nach Strich und Faden schlecht zu machen. Seitdem im gesamtwirtfchafllichen Interesse, um die aus Johne hinaus noch notwendige Stärkung der inneren Äaufkratt Deutschlands zu fördern, der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit sich verschärfen n rußte, ist die bedauerliche und schlechte Hebung der Schwarzmalerei besonders beliebt. Di« Eni- Wicklung des letztjährigen Bankgeschäftes beweist, daß zu dieser Schwarzmalerei im ganzen sür das Jahr 1928 nicht der geringste Anlaß vorlag. Daß mit der Dresdner Dank die Geldoenoaltung der mittel- ständlerischen Schultze-Deligschen Genostenschosten verbunden ist. macht die Krcditmtwicklung der Dresdner Bank für di« Beurteilung der wirtschaftlichen Ding« nicht weniger wertvoll. Bei der Dresdner Bank sind die fremden Gelder gegenüber Ende 1927 von 1644 auf 2112 oder um fast 26 P r oz. gestiegen. Dabei haben stch die eigentlichen Depositen von 1386 auf 1666 Millionen Mark erhöht. Wettaus der größte Teil dieser Zunahme der fremden Gelder wurde in neu gewährten Krediten der Wirtschaft wieder zugeführt. Zwar wurden zum Jahresschluß di« flüssigen Mittel, auch im Zusammen- hang mit der gegen Jahresende rückgängigen Konjunktur, nicht un- erheblich verstärkt. Aber zu demselben Jahresschluß erscheinen die Wechselb«stände— die neuen Reichsschatzwechsel waren noch nicht ausgegeben— mit 667 Millionen gegen das Vorjahr um fast 2 5 Proz. erhöht. Die Vorjchüste auf lagernde und schwimmeiche Waren, besonders für Exportkredite, stich um nicht weniger als etwa 86 Proz. auf 379 Millionen Mark gestiegen. urtD die Schuldner in laufender Rechnung, das heißt das lauseiche Kreditgeschäft. sind von 864 aus 869 Millionen Mark gestiegen: das ist trotz der in den letzten Monaten absinkenden Konjunktur gegen das glänzend« Dorjahr immer noch ein Mehr von über 7 Proz. Dieser starken Vermehrung der Wirtschaststredit« gegenüber bedeutet es nicht viel, wenn dem an sich nicht günstigen Börsengeschäst neu« 28 Mllionen gegen das Borjahr zuslosten, so daß die Börsen- und Lombardkredite von 86 auf 114 Millionen erhöht wurden. Am auffallendsten bei dieser starken Ausweitung der Geschäfte ist die Bermehrung der Vorschüsse auf lagernd« und schwimmende Wären mm nicht weniger als 86 Proz.. eine Erschei- nung, die bei allen Großbanken wiederkehren dürfte. Diese Er- scheinung ist cho r a k t e r i st i sch für das ganz« Wirtschaft»- fahr 19 28, das ohne Senkung der innerdeutschen Umsätze eine Milliarde mehr Exporte gebracht und damit den Banken nicht nur größere, sondern auch gewinnreiche Geschäftsmöglichkeiten geboten hat. Es ist dankenswert, daß die Dresdner Bant diese ver- mehrten Warentredite aufgliedert: auf Lebensmittel und Kolonialwaren entfielen 36 Proz., auf Textilien 38 Proz., auf Rauchwaren 12 Proz. und auf sonstig« Waren rund 14 Proz. In dem Konzern der Disconlo-Gesellschasi— vollbeherrscht stick» der A. Schoasshausensche Bankverein in Köln und die Norddeutsche Bant in Hamburg, fast vollbeherrscht die Süddeutsche Disconto- Gesellschaft in Mannheim— zeigt sich ein« ganz ähnlich« Entwick- wicklung. DiesremdenGelder stick»(immer bei Disconto Berlin ollein) von 1139 auf 1437 MüUonen gestiegen oder um rund 3 6 P r oz. Der größte Teil der neuen fremden Mittel kam auch hier neuen Wirtschaftstrediien zugute. Die Wechfelbeständ«(einschließ. lich 36 Millionen Schatzanweisungen) erhöhten sich von 322 aus 437 Millionen oder um fast 66 Proz., die D o r s ch ü s s e aus lagernde und schwimmende Waren stiegen von 132 auf 228 Millionen oder um mehr als 76 Proz., und selbst trotz der rückgängigen Konjunktur zum Jahresschluß erscheinen am Jahresende die Schuldner in laufender Rechnung bei der Disconto-Gesellfchaft noch von 52« auf 664 Millionen erhöht. Auf der anderen Seite hat di« schlechte Börse es nicht verhindert, daß aus Bärsenkredfte und , Lombarddarlehen mit rund'163 Millionen rund 33 Millionen Mark mehr entfallen als im Borjohr. Auch hier ist di« kräftigst« Kreditausdehnung für die Finon- zierung des Exportgeschäftes erfolgt. Die Disconto-Gefell- schast Hot ober, von jeher etwas konservativer als die anderen Groß- lianken, den Schritt zu größerer Publizität mit der Bekanntgab« der Kredite im einzelnen nicht getan. Sorgfältig versteckte Mehrgewinne. Es gibt natürlich verschiede«« Gründe, weshalb im ganzen genommen die Gewinne bel den Großbanken im Jahr« 1928 weniger stark gestiegen sind als di« Ausdehirung der Geschäste. Einmal ist das Börsengeschäst, insbesondere auch der Berkaus von Wert- papieren, während der Konjunktur naturgemäß, noch ihrem Ab- flauen überraschenderweise, schlecht gewesen. Dann ist darauf hin- gewiesen worden, daß sich die Gewinnmöglichkeiten, besoirde.rs im zivciten Halbjahr, dadurch etwas verringert haben, daß sehr viel« Gelder auf länger« Fristen, das heißt selbstredend mit höheren Zinsen, festgelegt wurden, als die Konjunktur zurückging und die Börse zugleich nicht bester wurde. Nichtsdestoweniger hat es der ganzen Kunst der Bankleiter bedurft, möglichst unaus- sollig neu« große Gewinn« zu verstecken, um die erheblich ver- mehrten Gewinne nicht allzu deutlich in Erscheinung treten zu lasten. Das war um so schwieriger, als es aus teilweis« nicht unpolitischen Änlspringen a» Hände und des Seslchis, schmerzhaftes Brennen, sowie Nöte und Juckreiz der Haut werden beruhigt und au-geheilt durch die wundervoll iLhIende, retzmiidt.-nd« < reine I-eodo-, Gleichzeilia herrlich duslend« kosmetische lüUerlag« iur iiutsx. Tube 00 Pl- und 1 Mb Erhälilich in alle» ühlorodonl- Lcrkauss- stellen. Prodetub,«ati» bei IKstrtinW dies» Jnsuates durch Leo- Warle Ld u. Drt,de».*« Gr. 143 Gründen sicher war. daß die Banken ihr« Dividenden sür das vergangene Jahr nicht erhöhen wollen. Man muß also die Gewinnziffern, die in den Gewinnrechnungen erscheinen, von vorn- herein als bewußt auf die Dividende zugeschnitten betrachten Di« Dresdner Bank zeigt mit 78 3 gegen 76,6 Millionen immerhin etwas erhöhte Noheinnahmen. Sie tut das wahrscheinlich, weil die Handlungsunkosten um rund 1,4 auf 58 Millionen und die ausgewiesenen Steuern um 6,64 ans 7,53 Millionen gestiegen sind. Sie tut das, damit sie mit 13,64 Millionen gegenüber 13,1 Millionen bei der nicht zu verändernden Dividende van 16 Proz. auf das Kapital von 166 Millionen Mark nach Möglichkeit ziemlich genau den gleichen Reingewinn ausweisen kann. Die Reserven werden um 2 auf 34 Millionen Mark bei der Dresdner Bank eihöht. Bemerkenswert ist, daß das um 166 Beamte aui 8376 Personen verringerte Personal«inen von 185 auf 226,5 Milliarden gestiegenen Umsatz bewältigt hatte. Di« Disconto-Gesellfchaft weift einen nur von 114 aus 121 Milliarden erhöhten Umsatz aus. Ihre Gesamteinnahmen sind um 1,2 mit 71,25 Millionen etwas höher ausgewiesen und nach Abzug der um«ine Kleinigkeit aus 47,83 Millionen gestiegenen Ber- wattungskosten und der um 6,8 aus 8 Millionen erhöhten Steuern errechnet die Disconto-Gesellfchaft ebenfalls mit einer Differenz von 2666 M. und in einem Betrage von 1638 Millionen genau denselben Reingewinn wie im Dorjahr. Aus diesem Reingewinn führt sie den oftenen Reserven 1 Million zu, so daß dies« insgesamt jetzt 52 Millionen Mark bei einem Kapital von 133 Millionen betragen. Bei beiden Banken sind aber außerordentlich starke stille Reserven gebildet worden. Die Banken sind heute der Meinung, daß Selbstfinanzierung durch Kurzhaltung der Aktionär« und die möglichst starke Bildung von stillen Reserven die richtige Politik seien. Mögen sie: bloß wird man sie zur rechten Zeit daran erinnern müssen,— das gilt iowohl für den Staat bei Steuer- Protesten als auch für dos Personal bei notwendigen Gehalts- oerbesierungen— daß die ausgewiesenen Gewinn« eben mit den tatsächlich erzielten Gewinnen nur sehr wenig zu tun haben. Politik ia den Dantberichlen. Natürlich verzichtet weder die Dresdner noch di« Disconto daraus, nach schlechter deutscher Unternehmersitt« möglichst gründlich zu klagen und auch möglichst gründlich zu schimpfen, wo auch für andere Taschen etwas abgeführt werden soll. Dem Zuge der Zeil entsprechend, deshalb nicht weniger falsch, spricht die Dresdner Bank von einem System des sogenannten Wohlfahrts- st a a t e s in Deutschland, um sowohl der Sozialpolitik als auch der Steuerpolitik«ins auszuwischen. Selbstverständlich geht es auch gegen die„steuerliche Bevorzugung"' der öffentlichen Betriebe mit dem Ziel, sich unter Berufung auf die deutsch« Finanznot auf Kosten der öffentlichen Betriet»« auszudehnen.(Mit der neue« Konkurrenz gegen die Sparkassen scheint üdrigens recht wenig aufgesteckt zu werden.) Die Disconto-Gesellschoft stellt sch. daß di« Wirtschaft in verstärktem Maße durch die politische Beeinflussung der Arbeits- bedingungen und durch die Konkurrenz der öffentlichen Hand geschädigt worden sei. Wir sind der Meinung, daß eine solche Sprache kaum ehrlich ist, wenn man, wie die Großbanken, so gut verdient. Große Hypoihekeubankgewinne. preußische Sn,iral-Rodenlredit-«.�S. 10 statt 9 proz. Oivideade. Die Preußische Eentral-Bodenkredtt-Attiengesellschast ist eine der wichtigsten und ättesten deutschen Hypothekenbanken, besonders für di« Landwirtschaft. Sie hat Im 58. Jahr ihres Bestehens, im fünften Jahr des Wiederaufbaues noch der Inflation, einen großen Schritt vorwärts gemacht. Ihre Hypothekendarlehen wurden gegen 192? von 213 auf 364 Millionen, ihre Kommunaldarlehen von 83,13 auf 161,83 Millionen vermehrt. Entsprechend sind der Pfandbriesumlouf von 265„94 auf 361,19 Millionen und der Umlauf von Kommunal- obligationen von 86,41 auf 160,61 Millionen gestiegen. Allerdings sind dabei di« neu ausgegebenen Liquidotionsgoldpfandbriefe im Be- trage von rund 65 Millionen zu berücksichtigen, die einen Anhaltspunkt dafür geben, daß die neue Hypothekengewährung doch etwas vorsichtiger gehandhabt worden ist als früher. Der Geschäftsbericht läßt auch erkennen, daß die rückgängigen landwirtschaftlichen Güterpreis« zu einer gewissen Zurückhaltung bei der Gewährung landwirtschaftlicher Hypotheken geführt habe«. Die Preußisch« Eentralboden ist mit Recht bemüht, die ästen Roggen. Hypotheken nach Möglichkeit zu liquidieren. Ihr Lestand ist im letzten Jahr um US 666 auf 177 666 Zentner zurückgegangen, gegen- über einem ehemaligen Höchstbestand von 1,17 Millionen Zentner Roggen. Im städtischen Hypothekengeschöft scheint die Preußische Eentralboden stärker tätig geworden zu sein. In 396 Klein-, Mittel- und Großstädten wurde auch der Neuwohnungsbau im Jahr« 1928 mit einem Betrog« von 41,74 Millionen gefördert. Die Liqvi- dation der Papiermorkpfandbriefe hat zu einer Ausschüttung von 18 Proz. des Goldwertes der Pfandbriefe an die betreffenden Pfand- briet gläubiger bereits geführt. Die Preußisch« Eentralboden hat viel verdient, wie es überhaupt das Hypothekenbantgeschäst zu kennzeichnen scheint, daß die Gewinne außerordentlich schnell wachsen. Das erklärt sich gewiß zum Teil aus dem vorläufig sich noch unnatürlich schnell ausbauenden Neuhypotheken- und Psandbriesgeschäst: aber es wäre an der Zeit, daß sich hier auch die Staatskommissare darum küin- m e r n. ob der Realkredii nicht dadurch etwas gefördert werden könnt«, daß die Hypothekenbanken bei ihren Gewinnen etwas kürzer gehatten werden. Billiger« Realkredite sind wichtiger als eine Kopitalbildung durch groß« Gewinne, weil an der rechten Stelle die Kosten gesenkt und Umweg« mtt un- nötigen neuen Kosten erspart werden. Die Preußische Eentralboden zeigt von 23,78 auf 32,56 Millionen gestiegene Bruttoeinnahmen und einen von 2.l7 auf 2,42 Millionen erhöhten Reingewinn. aus dem auf dos 18,2-Millioncn-Kapitol ein« von 9 auf 10 Proz. gesteigerte Dividende verteilt wird. «ehr groß sind die offenen und die stillen Reserven. Mtt den neu zugefübrten Beträgen und dem Pensionsfonds betragen die offenen Reserven heute 52,21 Proz. des Aktienkapitals, und wenn man näher zusieht, dürften unter dem Posten Kreditoren mindestens 16 bis 12 Millionen stille und versteckte Gewinne liegen. Da» sind weitere 66 bis 76 Prozent des Aktienkapttols. dt« in den letzten Jahren zusätzlich verdient worden sind. Wenn man das berücksichtigt, sollte es sich die Preußische Eentralboden oersagen, über die von 6,88 auf 1,64 Millionen erhöhten Steuern zu klagen, um so mehr, als sie selbst seststellcn muß. daß nicht neue Steuern, saidern die ttapttalverdoppelung, die Reservencrhohung und die Eewulnstcige- ruvg die Urjach«» der vergrößerte» Steuerlast Pud. Die Preußische Zeittralboden könnte aber auch noch einen an, deren Schönheitsfehler berücksichtigen. Die Preußische Eentralboden ist nicht nur ein wichtiges, sondern ein feudales In- ftitut. Die größten Bankmognoten sind in ihrem Auisichtsrat, da- neben eine Anzahl gräflicher und sreihcrrlicher Rittergutsbesitzer sowie Majoratsherren, Herr Luther, der ehemalige Reichskanzler, der Ruhrkönig Thyssen, und nicht zuletzt„Fürst Otto von Bismarck. Durchlaucht. Friedrichsruh'. Wir wagen nicht zu beurteilen, ob so große Kanonen, die sicher sehr wenig Zeit haben, als Auisichlsrat gerade das Beste sind, was man finden kann. Aber oielleicht konnte die Preußische Eentralboden den beiden republikanischen Sraots- kommistaren Preußens eine Freude machen, wenn sie wenigstens statt des Bildes des verflossenen KaisersWllhelmIl. das Bild des republikanischen Reichspräsidenten Hindenburg(vielleicht in Zivil?) den Sitzungen des Aussichtsrates beiwohnen lasten würde. Eine bescheidene Anregung! � Hüttenwerk Riederschöneweide. Weitere Owideridenerhöhong von 5 auf 10 Prozent. Das Hüttenwerk Riederschöneweide.«in altes Berliner Meiallwalzwerk. hat nach der Stabilisierung zwei schlecht« Jahre gehabt. Aber seit der Sanierung im Jahre 1925 ging es mit dem Unternehmen wieder schnell bergauf. Schon 1926 setzte es mit der Dividendenzahlung in Höhe von 6 Pro.,, wieder ein, e r h ö h t e im folgenden Jahr die Aktionärsgewinne auf 8 Proz und nach dem gestrigen Aufsichtsratsbeschluß wird die Dividend« für das sehr gute Metolljahr 1928 weiterhin auf 16 Proz. hin» ausgeschra»:bt. Der Geschäftsbericht liegt noch nicht vor, doch dürften die Um- sätze, die von 1924 bis 1927 schon um das Vierfache ge- st I« g e n waren, sich im letzten Jahre beträchtlich erhöht hoben. Durch den Rationalisierungs Zusammenschluß mit den Oranienburger Hüttenwerken Wilhelm Kayser, die dem Me- tallkonzern Hirsch-Kupfer nah« stehen, hoben sich die Gewinnaus- sichten t>es Unternehmens noch verbessert. Wiederausbau in Oberschlefien. Verdoppelter Zieingewinn deck ostdeutschen StahltrufiS. Die Vereinigte Oberschlesische Hüttenwerke A..G. in Gleiwift, der Stahltrust Deutschoberschlesiens, hat seinen Wiederaufbau, der 1926 mit Hilfe preußischer Millionensubventionen eingeleitet wurde, im letzten Jahr« kräftig fortgesetzt. Bei einer Umsatz st«igerung von 97,7 aus mehr als 164 Millionen e r- höhten sich di« Rohgewinn« um mehr als 26 Proz. auf 7,2 Millionen Mark. Trotz mehr als verdreifachter Zinsleistungen und um 33 Proz. herausgesetzter Abschreibungen in Höhe von 43 Mil- lionen oerbleibt noch ein Reingewinn von 0,56 Millionen Mark. Eine Dividende wird auch hier sür dieses Letriebsjohr nicht gezahlt, da dos Unternehmen für die ersten fünf Jahre seines Wiederaufbaus, also bis 1936. die Zinsen für die Kredit« der Preußischen Staats- dank gestundet erhiell und ein« Dividendenzahlung erst nach Aufnahme der Zinszahlung beginnen darf. Trotz der gestiegenen Produktionsleistungen in den Zechen, Kokereien und den Walzwerken, die im Durchschnitt fast 7 Proz. betragen, ist die Gesamtbelegschaft um 4 Proz. aus 16 672 Mann zurückgegangen, ein Zeichen, daß auch die ober- schlesischen Kumpels und Hüttenorbeiter ihre Arbeitslei st un- genbe deutend gesteigert hoben. In weiterer Durchführung de» Rationalisierungsprogramms wurden 93 Millionen neu in die Anlagen gesteckt, davon'ollein fast 7 MiMonen in dir Hüttenwerk«. Ein Teil dieser Kosten wurde allrrdiNgS mit Lankkrediten bezahlt, di« von 3,9 auf 83 Millionen zunahmen. Großfusion in der Papierindustrie. Zw« führende deutsche Zellstoff- und Papierkonzerne, di« Feldmühle A.-G. in Stettin und di« R ei s h o l zg r u p p« in Düsseldorf haben di« völlige Berschmelzung ihrer beiden Unternehmungen» beschlosten. Di« übernehmend« Gesellschaft ist Feldmühle, die zu diesem Zweck ihr Aktientvpttal von 163 auf 26 Millionen heraufgesetzt. Vrtketiverieuerung bestritten. Eine Nachricht aus Halle, die wir wiedergaben, sprach von einer Verteuerung der Briketts um 2 bis 3 Mark di« Tonn«. Wie der Tel«graph«n-Union vom Mitteld«utfchen Braunkohlenfyndikot auf Anfrage mttgeteitt wird, ist die Meldung unzutreffend Es wind lediglich von einzelnen Werken im allernächsten Landobfotz dort, wo di« Kohlen direkt von der Grube abgefahren werden, der üblich« geringfügig« Schneezuschlag«Hoben. Hoffentlich stimmt'sl „Hapag"aufträge für Wersten. Di« Hamburg-Amerita-Linie hat jetzt zu?«ntogiM- gen Durckstichrung ihres Neubau Programms a ch t Dampfer den deutsche« Werften in Bau gegeben. Die Deutsch« Werft und Blcchm U. Boß in.Hamburg haben je zwei Dampfer in Austrag erhalten, während der Bremer Vulkan, di« Gennoniawerst und Howaldt- Werk« in Kiel sowie die Flensburg er Schiffbau A-G je«inen Dampfer zum Lau erhielten. DieSostenfürdas gesamte Neu- und Umbauprogramm bei der Hopag dürften etwa 56 bis 66 Ml- lionen bettagen. Jrostetaflüfle im Soliversand. Nach einer Syndikcttsme&ung betrugen die Abladungen der zum Deutschen Soltsyndikat gehörenden Werte im Februar 1.44 Doppelzentner Reinkali gegen 2 Mill. Doppelzentner im Februar 1928. Da di« Frostpertod« im Saute des Februar ihren Höhepunki erreichte, sind für den scharfen Rückgang des Kaliabsatzes im Berichtsmonat d i« Kalte- Wirkungen und nicht konjunkturelle Einflüsse maßgebend ge- wesen. Die Abladungen in den ersten zehn Monaten des lautenden Düngejahres(Mai bis Mai) betragen 16.01 gegen 10,60 Millionen Doppelzeniner im Lorjahr. In den beiden ersten Mono- ten 1929 ging der Katiabsatz gegenüber dem Januar und Februar 1928 von 4,1 auf 3 Mill. Doppelzentner zurück. Die Einfuhr amerikanischer ffletfl«. Der Reichsernährungs- ntiitister har die Geltungsdauer des Eintuhrverbvtt» für amerikrmsche Gerste bis zum 31. Mai 1929 verlängert. Das Gesundheits* wasser I FuhlDjtr lersindstellt. Berlin SV II ScUmfewr Ser.lta. Tel. utirn' UM« r. 109 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Für die Arbeitslosen. Erhöhte Ausgaben des Reichs. Die Finanzlage der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung war durch die Riesenarbeitslosigkeit des Binters schwierig gemorden. Eine Entlastung der Reichsanstalt roar dringend notwendig. Diese Entlastung macht sich, wie erfreu ficherweise festgestellt werden fann, dant der Schaffung der Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit und der Reform der Rrifenunterstüßung bereits jetzt bemertbar. Zurzeit gibt es, genau betrachtet, vier verschiedene Einrichtungen für Arbeitslosenunterstügung: die Arbeitslosenversicherung, die Sonderfürsorge für berufsübliche Arbeitslosigkeit, die Krisenunterstügung und die Wohlfahrtsunterstüßung. In der Arbeitstosenversicherung werden gegenwärtig 1% Millionen Menschen unterstüßt, die hauptsächlich als tonjunkturelle Arbeitslose anzusprechen find. In der Sonderfürsorge werden% 4 Millionen Menschen unterstützt, und zwar überwiegend Bauarbeiter und Landarbeiter fowie ungelernte Arbeiter, also winterlich berufsübliche Arbeitslose. In der Krisenunterstüßung werden zurzeit rund 155 000 Bersonen versorgt. Es handelt sich hier überwiegend um Arbeit nehmer, die aus tonjunkturellen oder strukturellen Gründen arbeitslos geworden sind. Die Wohlfahrtsarbeitslosen sind Arbeitslose, die nach Aussteuerung aus einer der vorgenannten Unterstügungseinrichtungen von den Städten in die öffentliche Wohlfahrtspflege übernommen werden. Es sind in der Hauptsache Personen, die aus strukturellen Gründen bereits jehr lange arbeitslos find, sowie Bersonen, die nur beschränkt arbeitsfähig sind und deren Hinterbringungsmöglichkeit dadurch sehr erschwert ist. Innerhalb dieser Unterstützungseinrichtungen und ihrer ziffernmäßigen Beanspruchung hat sich run in den letzten Wochen eine nicht unerhebliche Veränderung vollzogen, die fich auch in den nächsten Wochen noch fortjeßen wird. Die Sonderfürsorge wirb feit Ende Januar immer stärfer in Anspruch genommen. Da die Kosten der Sorderfürsorge zu vier Fünfteln vom Reich und mir zu einem Fünftel von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung getragen werden, so be heutet die stärkere Inanspruchnahme der Sonberfürsorge für die Reichsanstalt eine finanzielle Entlastung, die nicht zu unterschätzen ist. Zwischen der Krifenunterstüßung und der Wohl fahrtspflege wird sich in den nächsten Wochen eine ähnliche Berschiebung der Last vollziehen. Infolge des Erlaffes des Reichs auf der anderen Seite Aussteuerungen aus der Krisenunterstützung zunächst bis Mai nicht mehr vorgenommen werden dürfen. Dadurch wird wohlfahrtspflege entlastet. Ein großer Teil der Wohlfahrtsarbeitslosen tommt wieder in die Krisenunter ftügung. Das bedeutet eine recht fühlbare Erleichterung für die Gemeinden, die unter der Arbeitslosigkeit besonders zu leiden haben. Kommunistische Reden. Sowjetrussische Zaten. Die Berliner Kommunisten wollen am Mittwoch einen großen Arbeitslosenrummel veranstalten. Das Recht auf die Arbeitslosenrummel veranstalten. Das Recht auf die Straße" foll wieder erobert werden. Nach dem Irrfinn der Einheitsfront mit den Unorganisierten eine neue Barole, um die Bantel. mütigen bei der Stange zu halten. Mittwoch. 6. März 1929 schiedsspruch neugeschaffenen Dienstalterszulagen in den Gruppen 2, 3 und 4 neue Gehaltsfäße einzusehen, sondern daß der Kampf vor allem eine allgemeine Erhöhung des Gehaltsniveaus zum Ziele haben müsse. Die Gehaltssäge der faufmännischen und technischen Angestellten in der Berliner Metallindustrie feien nachweisbar in ihrer Entwicklung weit hinter anderen Gruppen zurüdgeblieben und ständen in keinem Verhältnis zu den totfächlichen Lebenshaltungskosten. Günther wendete sich gegen die neuerdings mieder von den Unternehmern aufgestellte Behauptung, daß die Konjunkturverschlechterung auf die sogenannte politijdje Lohnentwicklung zurückzuführen sei. Er untersuchte kritisch die Breisentwicklung für eine Reihe von Produkten der Berliner Metallindustrie und fam zu dem Schluß, daß, wenn wirklich eine Abfaftodung für das Jahr 1929 zu erwarten sei, dies in erster Linie auf die verfehlte Preispolitik der Unter nehmer und die dadurch hervorgerufene Berminderung der Kauftraft der breiten Masse zurückzuführen sei. Das AfA- Metallfartell wird in den nächsten Tagen zusammenBerliner Metallindustrieller zu unterbreiten find, Beschluß zu treten, um über die Höhe der Forderungen, die dem Verband faffen. Versicherungsangestellte. Die Reichstariffommission des 3entralverbandes ber Angestellten hat auf Vorschlag der örtlichen Fachgruppen be schlossen, den mit dem Arbeitgeberverband deutscher Versicherungsunternehmungen am 29. Februar 1928 abgeschlossenen Gehaltstarif zum 31. März 1929 zu tündigen. Die Kündigung ist verbände auf Angestelltenseite. haben den Gehaltstarifvertrag geDom 3DA. ausgesprochen worden. Auch die anderen Tarifvertragsfündigt. Erst vor kurzem hat sich der Reichstag mit den sozialdemokratischen Anträgen auf Verbesserung des Arbeitsofenschutzes beschäftigt. Dank der Initiative der Sozialdemokratie ist es gelungen, wenigstens zunächst bis zum Mai den langfristig Arbeitslosen die Krisenunterstügung zu sichern. Bas die Arbeitslosen zurzeit an Unterstügung und Schuß haben, verbanken sie lediglich den freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie, nicht aber den kommunistischen Großmäulern. Wenn die Kommunisten in der Arbeitslosenfrage etwas Besseres leiften fönnten- nun in most au hätten sie längst Ge- Lohnvereinbarung bei den Reichselektrowerken legenheit dazu gehabt. Wie es dort in der Arbeitslosenfrage in Wirklichkeit aussieht, das geht überaus anschaulich aus einem Flugblatt der Troglisten hervor, das im Dezember bei der Rampagne zu den Tarifverträgen in den Betrieben verbreitet und dieser Tage vom„ Boltsmillen", dem Reichsorgan des Lenin- Bundes, im Wortlaut wiedergegeben worden ist. In diesem Flugblatt heißt es unter anderem: Die geringfügige Hilfe, die das staatliche Budget den Arbeitslojen erweist, wird immer mehr beschnitten: im Jahre 1926/27 murden zu diesem Zwed 8 Millionen Rubel verbraucht, im Jahre 1928 bis 1929 wurden dafür 7,20 Millionen Rubel angewiesen, d. h. bei einem bedeutenden Steigen der Zahl der Arbeitslosen ist die bewilligte Summe im Berhältnis fogar zu 1926/27 tieiner ge worden. Legten Endes muß den Unterhalt für den erwerbslosen In dem Lohnkonflikt des Zentralperbandes der Maschiniſten und Heizer und des Deutschen Metallarbeiterverbandes mit den Reichs- Elettromerten über die Löhne der Arbeiter in den Großfraftmerfen Golpa- 3schornewig, Trattendorf und Lauta tam unter Vermittlung des vom Reichsarbeits minister eingesetzten Schlichters Bauer eine neue Lohnber einbarung zustande. Der Lohn beträgt nunmehr ausschließ lich der sozialen Zulagen und des Kohlendeputats für die gelernten Arbeiter und Maschinisten und Heizer 99 Pfennige, für die angelernten Arbeiter 90 Pfennige und für die ungelernten Arbeiter 84 Pfennige je Stunde. Die Belegschaften der drei Großfraftwerke nahmen in einer Urabstimmung die Vereinbarung mit absoluter Mehrheit an. arbeitsministerium zur Krisenfürsorge er läßt leider noch viel zu Arbeiter der arbeitende Teil der Familie tragen, und das Budget Die Reorganisierung des englischen Bergbaus. www münschen übrig vollzieht sich in diesen Tagen ein starter Zugang zur Krisemunterstützung, da die Berufsgruppen, die zur Krisenfür forge zugelassen sind, erhebliche Aussteuerungen erfahren haben und I des Arbeiters, das auch ohnedies sehr in Anspruch genommen wird, wird immer schmäler." An ihren Früchten sollt ihr fie erfermen! London, 5. März.( Eigenbericht.) Der Vorstand des britischen Bergarbeiterverbandes gab dem englischen Ministerpräsidenten am Dienstag eine ausführliche Darstellung der Lage im Bergbau. Er forderte eine 3fammenlegung der Bergbaubetriebe, die Wiedereinführung des Siebenstundentages und eine Pensionierung der ungeheure Arbeitslosigfeit im Bergbau hingewiesen und verlangt, daß der Staat die Gewinnung der Beiprodukte in die Hand nimmt. Der englische Arbeitsminister in Genf.| von den sozialpolitischen Einrichtungen und Maßnahmen der Sowjet- Bergarbeiter vom 60. Lebensjahre an. Außerdem wurde auf die Die Durchführung des Abkommens von Washington. 0 Der Berwaltungsrat des Internationa Ten Arbeitsamts tritt, nachdem der Direktor Albert Thomas von seiner Ostasienreise zurückgekehrt ist, am am 11. März in Genf zusammen. Der Direktor wird der Tagung einen Bericht über seine Ostasienreise vorlegen. Schon jetzt tann gesagt werden, daß Thomas' Reise in weitem Maße dazu beigetragen hat, den Weltcharakter der Inter nationalen Arbeitsorganisation hervorzuheben. Auf der Berwaltungsratstagung wird auch das Washingtoner Abfommen über den Acht. stundentag mieder eine Rolle spielen. Der englische Ar heitsminister Steel Maitland tommt selbst nach Genf. Auf Drängen der Labour- Party wird der Minister seine Forderungen zum Washingtoner Abkommen genau präzifieren. Die Haltung der englischen Regierung ist jetzt permutlich unter dem Drud des Wahlkampfes- gegenüber dem Washingtoner Abfommen wieder etwas entgegen tommende r. England will, wie verlautet, einer Berbefferung des Abkommens durchaus teine Schwierigkeiten bereiten, sondern nur in der Frage der Durchführung und Auslegung restlose Klarheit haben. Es mill vor allem Siche rungen für eine einheitliche Durchführung in allen in Betracht tommenden Ländern. Klempner gegen Blechschmiede der KPD. Stellungnahme zu den Betriebsrätewahlen. Einen bösen Reinfall erlebte die sogenannte„ ,, Oppofition" in der legten Branchenversammlung der organisierten Berliner Kempner im Rosenthaler Hof. Schon der einleitende Bortrag des Genoffen Bach über Internationale Sozialpolitit. wobei der Referent Sowjetrußland gerabe nicht als das Musterland Hinstellte, rief den kommunistischen Fraktionsredner auf den Plan, der natürlich seinen Arbeitgeber über den grünen Mee lobte. Der Referent brauchte nicht viel Mühe aufwenden, um in seinem Schlußwort nachzuweisen, wie wenig felbft Tomsti, der die Dinge zweifellos etwas besser beurfeilen fann als ein deutscher Kommunist, KRZ regierung häft. Nachdem sich der Stalinist diese noch verhältnismäßig gelinde Abfuhr geholt hatte, blamierte er sich gleich darauf etwas gründe licher. Er verteidigte zunächst die demokratischen Grundsäge der Organisation im Interesse seiner auf die Diftatur eingeschmorenen Anhänger, um schließlich eine Resolution zur Annahme zu empfehlen, in der gegen die Abwehrmaßnahmen der Verbandsinstanzen gegen über den Gewerkschaftsschädlingen protestiert und die Zurücknahme der Maßnahmen gegen die harmlose" Oppofition gefordert wurde. Die Versammlung lehnte jedoch mit großer Mehrheit die Resolution aus der Kleinen Alexanderstraße ab und nahm dafür folgende Entschließung an: Die KPD. hat in ihren Parteiarbeiter Konferenzen im Januar und Februar d. J. Beschlüsse gefaßt, monach tommunistische Gemertschaftsmitglieder nicht die Sagungen und Beschlüsse der Gewerkschaften, sondern die der APD. durchzuführen haben. Gleichzeitig follen bei den Betriebsrätemahlen nicht bie Bemertschaftsfongreßbeschliffe maßgebend sein, sondern die Befchliffe der KPD. erfüllt werden. Die Bersammlung der Klempner des Deutschen Metallarbeiterverbandes sieht in dieser Anmaßung der KPD. einen Eingriff in die Statuten und Rechte des Berbandes und der Gemerfschaften. Sie fpricht aus, daß für sie nur die Gemertschaftsbeschlüsse maßgebend find und daß fie jede gewertschaftsfeindliche Handlung aufs schärffte bekämpft." Die Versammlung beschäftigte sich dann noch eingehend mit den von Jahr zu Jahr schlechter werdenden Beschäftigungsmöglichkeiten im Klempnerberuf und geißelte ganz besonders scharf die unerhörte und verantwortungslose Lehrlingszüchterei in diefem Gewerbe. Zu dieser wichtigen Frage murde ebenfalls eine Entschließung angenommen, in der die traurige Lage im Klempnergewerbe aufgezeigt wird und vor dem Zuzug ausmärtiger Mempner nach Berlin und dem Erlernen des Klempnerhandwerks gewarnt wird. Gehaltsbewegung in der Berliner Metallindustrie. Eine überfüllte Mitgliederversammlung des Bundes der tech nichen Angestellten und Beamben, Fachgruppe Metall. industrie, beschäftigte sich am 1. März im Großen Saal des Nordischen Hofs" mit den bevorstehenden Gehaltsverhandlungen in der Berliner Metallindustrie. Kollege Günther führte aus, daß es sich nicht darum handele, für die durch den September Die Erklärungen des Ministerpräsidenten waren völlig unbea friebigend und nichtssagend. Die Bergarbeiter stellten am Schlußz der faft dreistündigen Unterredung ihre Enttäuschung fest. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Seite, Mittwoch, 19% Uhr, bagen die Gruppen: Baumschuleang: Gruppenheim, Jugendheim Baumschulenmeg, Ernfiftr. 16, Sein befprechung. Kontrolle ber Berhandsbücher und Seimausweise. Sen trum: Gruppenheim, Jugendheim, Zehdenider Str. 24-25, Heimbesprechung. Berbandsbuchkontrolle. Weißenfec: Gruppenheim Weißensee, Bartstr. 35, Süber, Seimbesprechung. Seimausweis und Berbandsbücher mitbringen. Südwesten: Gruppenheim, Städt. Jugendheim, Bordite. 11( abritgebäude), Heimbefprechung. Lichthilberportrag: Der Spreewald im Lichtbild". Ohne Seimausweis und Berbandsbuch fein Butritt. Neukölln: Gruppenheim. Sugendheim, Bergstr. 29( Sof). Felir fechenbach liest aus:„ Erlebnisse eines politischen Gefangenen". Jugendfurfus Norbkreis: Jugendheim, Schule Sonnenburger Str. 20. Thema: Wirtschaftswerden Wirtschaftswesen". Tin Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angeffellten Seute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen statt: Gesund. brunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Bebigenheim). Bortrag: Bernom Riek zur Weltstadt". Referent: Georg Heilbrunn, Diken: Jugendheim, Schule Litauer Str. 18. Fortfegung der Vortragsreihe: Digter aller Länder. Bernard Sham". Referent: Wilhelm Lewinfti. Stralan: Jugendheim der Schule Goßlerftr. 61, Gruppenbesprechung. Neukölln: Jugende heim Böhmische Str. 1-4. Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks in den Bürgerfälen Bergstr. 147. Cübost: Sugendheim Wrangelftr. 128, Gruppenbesprechung. Spanbau: Jugendheim Lindenufer 1, Heimabend. Botsbam: Gruppenabend fällt aus. SBD.- Musikinstrumentenarbeiter aller Betriebe. Wichtige Bersamm Img am Donnerstag, 7. März, 17 Uhr, im Reichenberger Hof, Reichen. berger Str. 147. Seber Betrieb muß mindestens eine Bertretung in diese Versammlung entfenden. Rabelwert Oberfpree. Freitag, 8. März, 16 Uhr, Fraktionsfizung aller Genoffen vom Rabelwerk Oberspree und Oberschöneweide im Lo Lal Sachs, Schillerpromenade 2 in Oberschönemeide. SPD. Fratiion ber Spinnstoff- Fabrit Behlenbort. Donnerstag, 7. März, nach Arbeitsschluß beim Genossen Meurer, Lotal Waldfchlößchen", Ceehof, Fraktionssigung. Wichtige Tagesordnung. Er fcheinen aller Genoffen bringend erforderlich. Der Fraktionsvorstand. FFFFFELL FEEEFFET LESHILLITTE UDGB. Unterausschuß Köpenid, 16. Bezirk. Donnerstag, 7. März. 20 Uhr, allgemeine Funktionärversammlung bei Schulz, Bahnhofstr. 34. Bortväg:„ Wirt[ djaftsdemokratie". Referent: Genoffe Reißner, M. d. R. Alle Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte haben zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. er Obmann. Wer mit verwöhntem Gaumen probt Und immer nur das Beste lobt & r bleibt nur einer Marke hold: DER KENNER SCHWORT AUF Preußengold! 53 Edel- Cigarette Phanomen Parteinachrichten für Groß- Berlin Berlin CB 68, 2tabenstraße 3, ftets 2.Sof, 2 Treppen rechts, au richten. 1. Rreis mitte. Donnerstag, 7. März, 19% hr, im Sadefchen Sof, Rosen thaler Str. 40-41( Rabe Sedefdez Martí), Beamterversammlung bes Streifes unb her parteigenöffichen Beamten for Bezirksamt Mitte. Bortrag: Parteipolitiides System und Beamtenpolitit. Referent: Ibert Hallens Berg, 2. b. t. Snmpethifierenbe Gäste tänuen eingeführt werden. 4. Streis Brenzlauer Berg. Freitag, 8. März, 18 Uhr, Areisvertreterversamm fung in bea Casino- geftielen, Bappelallee 15. Tagesabnungs Jahresbericht, Rermahleu, Statuten beratung. Angefichts der wichtigen Sagesordnung bitten miz um pintliches Erscheinen. Freie Seulgemeinbe. Sommers fag, 7. März, 19% Uhr, in der Schule Danziger Str. 28, Mitgliederver famattung. Bortrag: Die feguelle Erziehung vom Stanbpunti bes Arztes". Referent: Stabtatzt Dr. Georg 23menstein. Intereffierte Richtmitglieder haben Zutritt. 7. Streis Charlottenburg. Freitag, 8. März, 19½ 1hr, in ber Schulaula Befalossiste. 40, Difalicberverfammlung ber Freien Schulgemeinde. Bortrag mit anfchtleßender Aussprache des Genossen Bintoanalytikers Dr. Giegfried Bernfelb über: Die Erziehung der Jugend tu Schule und Elternhaus". Erziehungsintereffenten als Gäste find wiltammeu. 1. Kreis Bilmetsbotf. Seute Mittwoch, 6. März, 20 Uhr, bei Shlenfelb, Uhlandstr. 74, Sigung bes erweiterten Rreisvorstandes. 14. Areis Neutöln, Sonnerstag, 7. März, 19% Uhr, Gizung bes ermeiferica Rreisvorstandes an bekannter Stelle. Achtung! Der engere Streisvor flanb inifft sich bereits um 18 Uhr im Barteibureau, Redarftr. 3. Heute, Mittwoch, 6. März: 84. Abt. Zenfwig. 20 Uhr bei Sehmann, Raifer- Wilhelm- Str. 20-31. Funk tionärsigung. Morgen, Donnerstag, 7. März: 1. 9. 19% Uhr bei Spiegel, Aderfit. 1, wichtige Funktionärsihung. 6. Abt. 19% Uhr bei Dobroblaw, Swinemlinber Etc. 11, Funktionärigung. 26. Abt, 20 Uhr bei Resche, Meger Straße, Funktionärsigung mit fämtlichen Areisvertretern. 30. bt. 20 Uhr bei Bohft, 2ndhener Ste. 108, Funktionärftigung. 33. bt. 20 Uhr bei 2ojad, Beymeftr. 8, Funktionärßigung. Achtung! Bot. her um 19 Uhr Vorstandsfißung ebenbort. Charlottenburg. 53. bt. 20 Uhr bei Eut, Buttenfte. 26, Sigung fänttllder Funktionäre. 56. bt. 20 Uhr bei Liersch, Rantstr. 62, midhtige Funk. tionärigung. 86. Abt. Marienborf. 20 Uhr bei Steuborf, Chauffeeftr. 19, Gigung des engeren Abteilungsvorstandes. | 114. b. Pidhtenberg, 19% rei Somaszer, Gabriel- Diet- Str. 17, ftands und Funktionärsigung. 139. Abt. Tegel, Gdjulzer horf, Reu- Seiligenfee, Ciehlung am Bahnhof Seiligen fee. 20 Uhr im total Hühnert, am Bahnhof Schulzendorf, Mitgliebez versammlung. Bortrag des Genoffen Gruft Neumann. Thema wirk in bez Donnerstag- Morgenausgabe belanntgegeben. Einführung uener Mitglicher. 1401. Abt. Bittenan. Die Funtionärßigung findet erft Donnerstag, 7. März, 20 Uhr, im Lolal Schuls statt. ## 123, bis 130. Abd. Bautow. Sonnabenb, 9. März, Wintervergnügen in ben gesamten Räumen bes Lotals Bürgerpart. Genossen, wie erwarten ench vallzählig! Die Funktionäre werben gebeten, bie Sorten zum Binterser gnügen möglichst bis zum Freitag,& Mära, beim Genoffen Steller ab. zurechnen. Mitlan beberg. Sonnabend, 20 Uhr, bei Bidjaget, Monatsverfammlung. Frauenveranstaltungen. 6. Streis Kreuzberg. Donnerstag, 7. März, 19% Uhr, bel Reiger, Grimm Straße 1, Funkt onärinnenfibung. Jede Abteilung muß vertreten fein. 74. Abt. Zehlendorf. Morgen Donnerstag, 7. März, 19% Uhr, bei Schnorte, Botsdamer Str. 3, Borttag:„ Das Recht des unehelichen Rindes". Refer tent: Dr. Alfred Gurau. 105. bt. blershof. Heute Mittwoch, 6. März, 19% Uhr, bei Schmidtbauer, Bismardite. 74, Bortrag: Die Frau in det Rommunalpolitik". Stefe contin: Marie Runezt,. b. R. " Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 17. Areis Lichtenberg. Schulungsturfus am Freitag, 8. März, pünktlich 19% Uhr, im Gigungsfacl bes Rathauses, Möllendorfstraße. Aussprache über bie behandelten Themen. Jungjozialisten. Rentälln. Seute, Mittwoch, 20 Uhr, in bez Barade Ganghoferstraße, Ber Baume trag: Entwidlung bes Rapitalismus". Seferentin: Dora Fabian. schulenweg. Seute, Mitimod, pünktlich 19% Uhr, im Seim. Ernstste. 16, Bot. trag: Kommunalpolitik". Referent: Stadtverordneter Sermann Lempett Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Kreuzberg, Gruppe Südwest. Heute, Mittwoch, Gruppenhelfertigung im Jugendheim Yordstr. 11. Geburtstage, Jubiläen usw. 6. Thi. Unferen lieben Genoffen Frans Meyer, Fehrbelliner Str. 33, und Guftan Damme, Gewebter Str. 35, zu ihrem 25jährigen Barteijubiläum die herzlidften Slüduünjce. Unserer lieben Genoffin Mathilde Reumann, Kremmener Str. 13, an ihrem 65. Geburtstage noch nachträglich die herzlichsten Glüdwünsche bez Abteilung. 29 Sömergenhart. Inferem ellen, Bewährten Genoffes ab 2. Raffierer Rifat Bagolb, Frichtichshaller Str. 24, su feinem 60. Geburis tage bie herzlichen Glüdwünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 2. Rzeis Wilmersdorf. Unfer langjähriger Schriftführet, Genosse Bili Brenblet, ift verstorben. Chre seinem Andenken. Der Tag der Einäfcherung toich noch bekanntgegeben. 87. bt. Unfer langjähriger Genoffe Sermann Thomas, Kochhannstr. 24. ift verstorben. Ebre feinem Anbenken Beerdigung am Donnerstag, 7. März. 16 Uht, auf dem Friedhof der Gegensgemeinde in Weißenfee, Gustav- AdolfStraße SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für biefe Rubrif nur an bes Jugenbfefretariet Ferfin S2B 68, Lindenftrafie s Abrechnung ber Beiträge, Ausgabe des Jugend Baron und bed Arbeiter. Jugend" heute Mitimod. Heufe, 19% Uhr, Abteilungsmitgliederversammlungen: Gesundbrunnen: Schule Chriftianiaftr.$ 8. Webbing: Heim Gee. Ede Suriner Straße. Betersburger Biertel: Heim Silfiter Str. 4. Barschaner Biertel R...: Beim Litauer Str. 18. Reichenberger Biertel: Heim Brizer Straße 28-30. Charlottenburg- Rorb: Heim Olbersstraße. Tempelhof: Enzeum Germaniaftr. 4-6. Wannsee: Schule Charlottenstraße, falien berg: Gemeindehaus, Gutshof. Fricbrichshagen: Seim Friedrichstr. 87. Friebrichsfelbe: Seim Alt- Friebrichsfelde Ede Goloßitraße. * Kelonaplaz: Sdule Elifabethfiechstr. 10 Habreasplay: Heim Brommyftr. 1. Vortrag: Werbebezirk Schöneberg: Bildungslurjus: Schule am Bartburgplat Bortrag: Friedrich Ebert. Seguelle Fragen". III. Teti. Das kommunistijoje Manifeft". 6. 6. 6. Webbing: Scule Gotenburger Str. 2. 17% Uhr Bertrag:„ Etraf rechtsreform". Berantwortliche Bolitik: Dr. Curt Genez: Biztfchaft: 6. Klingelhöter; Gewerlichaftsbewegung: Wriebr. Calota: Feuilleton: Dr. John Schilowski: gofales aub Sonstiges: Fri Ratstadt: Anzeigen: tb Glode. Jämtlich in Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S. Bezlin und Berlaasenftalt Baul Singer Co Berlin S 68 Lindenstraße 3 Siezan 2 Beilagen uns Unterhaltung und Biffen. Theater, Lichtfpiele ufw. Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Kreuzabnahme Theater am saimbouerdamm Keine Vorstellung! Thalla- Theater 8 Uhr Oelrausch Staatl. Schiller- Th. Unr Cedipus Theater am Smithanardamm Tapuci 8 Uhr Giftgas über Berlin Von Peter Martin Lampel. Gastspiel der Gruppe unger Smauspieler. Norden 1141.261. Deutsches Theater Norden 12 310 U. Ende geg. 10% Die lustigen Weiber von Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Hammerspiele Norden 1231 SUhr. Ende 101 Uhr Soeben erschienen Komödie von Edouard Bourdek Regie Forster Larinaga. Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Uhr, Ende 10%) „ Olympia" von Franz Molnar Regie: Forster Larinaga. Lessing- Theater 814 Uhr Katharina Knie Mor en 7 Uhr Premiero Maria Orska in Das Vellchen" Die Medaillea einer alten Frau 8th Theater 6es Westens Der größte Erfolg Berlins friederike Muft von Cehar| Crifa v. Thelimann Eduard £ chtenstein, Arnstedt, Limburg, Dora, Caster, Besperman, Rez, Saffe ununterbr. Steinpl, 931 n. 7180 Thalia- Theater Dresdener str. 72. Uh 66 ..Oelrausch" GR. SCHAUSPIELHAUS& METROPOLTHEATER 8 Künstlerische Leitung: ERIK CHARELL Dec liebe Augustin Alfred Braun Mady Christians Trude Lieske Siegfr. Arno Paul Morgan Paul Westermeler Marianne Winkelstere Iwan Orlik Buddelbams Grete Walter/ Hans Sommer Sunshinegirls Jacksonboys Ausstattungen: Professor Sonntag Ernst Stern Nachm. Mittwoch, 1.6 3 Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 60 19 Chr Mittwoch. d. 6. 3. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 19 Uhr Lustige Witwe Fritzi Massary 3 Othello e Eutfahrung aus dem Serail Staats- Oper Staafl. Schausph. Am Pl.a.Republ. R.-S. 55 19% Uhr am Gensdarmarkt A.-V. 56 20 Uhr Don Giovanni Karla. Anna Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20 Uhr Oedipus SCALA S Uar B5 Barbarossa 9256) Josma Selim/ Gr.Ralph Benatzky Berinoffu.Eulalia/ Jack Stanford und die übrigen Attraktionen!! PLAZA Am Kustriner Plats Alex, 8067/68 Tägl. 2 Vorstellungen 5 Uhr 50 Pf bis 1.-M. 8151.-M. 2.- M 99 INTERNATIONALES VARIETE Karten 8 Tage im voraus Max Hansen Uschi Elleot W. Jankuhn H. Junkermann W. Schaeffers Marquita Sisters Frisco Beauty- Girls Comedianboys Uhr ungek. 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