BERLIN Zreitag ».Zllärz 1929 10 Pf. Jtr. 114 B 57 46. Jahrgang. Erschtinttiglich außerEonntags. Kugleich Zlbendau-zabe dc«.Dorwirts". Bczvgsxrkij beid« Ausgaben SS Pf. xro Woche, 3M M.»ro Monat. Redaktion und Tivedition; Berlin SW«s,Lindtnstr. 3 fMyfu>tU46 AnjelsenpreiCDie einspaltize Nenrarelllezeile so Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr. Z7SS6. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bis 29? Krise der Sowjetdiktaiur. Gelbsizerfleischung der Diktatoren.- Bucharins Weinkrampf. Die Auseina«dersetzuuge» innerhalb der leitenden Körperschaften der russischen Kommunistischen Partei sind so weit fortgeschritten, daß man von beginne». dem Zerfall sprechen kann. Ueber die inneren Zustände in de» leitenden Körper- schafteu unterrichtet die folgende Zuschrift, die das Mit» teilungsblatt der russischen Sozialdemokraten aus Mos» kau erhalten hat: Die„Schlachtung" Bucharins durch Stalin erfolgte auf Grund der Aufzeichnungen Kamencws über eine Unterredung mit B u ch a r i n, der Kainenew für einen Block gegen Stalin ge- Winnen wollte. Die Bekanntgabe des Briefes in der Zentrolkonirollkommifsian führte zu einer gewaltigen Explosion. Bucharin, Re- Sacharin der van Slalln ahge»el9le Chefredakleur der„J'rairda" und TorsHaende der Romtntarn. dakteur der„Prawda" und Mitglied des Politbureaus, wurde in klagranti bei dem Versuch der Vorbereitung einer Parteireoolte und eines Staatsstreiches er. tappt. Di« Zentralkontrollkonimiffion lud Bucharin vor und ver- langte von ihm eine Rechtfertigung feiner Handlungsweise. Gegen die Beschuldigung, die Parteidisziplin aus das schwerste gebrochen zu haben, wußte Bucharin zum Schluß nicht mehr viel zu erwidern. Die Stimmung war in der Sitzung der Zentralkon- trollkommission so grauenhaft und deprimierend, daß Bucharins Nerven dem nicht standhielte« und er in eine» hysterischen Weinkrampf ausbrach. Daß der Zerfall der Partei bis zur äußersten Grenze fortgeschritten ist. wurde offenbar auch von der Mehr.zahl der Mitglieder der zentralen Zkontrollinftonz der Partei empfunden: ein Beschluß in Sachen Bucharin wurde von der Kontrollkommission nicht g e- faßt. Bucharin selbst' legte seine Acmter als Redakteur der „Prawda" und Mitglied des Präsidiums der Kommunistischen Internationale nieder.' Im Ausammenhang mit diesen Vorgängen herrscht in den kam- munistischcn Kreisen cm« sehr sorgenvolle Stimmung. Di« tm Kxeml und den Parteiheimen wohnenden Kommunisten kalten es nicht für ausgeschlossen, daß von einer der kämpfenden Gruppen der Versuch unternommen wird, die Anhänger der gegnerischen Richtung in einem nächtlichen Ueberfall zu verhafte». Die Gerüchte von einem bevorstehenden Staatsstreich be- hauptcn sich immer hartnäckiger. �Duisburg die Sladl mil dem gröfUen SBinnenliafen der Itell feiert heule ihr 800 iBhrige* äBetlehen. Drei Tote, sieben Verletzte. Folgen einer Schlägerei zwischen Kommunisten und Haken» kreuzlern. Heide(Holstein), 8. März. I» de« in Siiderdithmarsche« gelegene« Orte Wöhrden kam es gestern abend zu einem Zusammen- stoß zwischen 51 o m m u n i st e-n und Nationalsozia- l i st e u. Tie Kommunisten, die sich in großer Ueberzahl befanden, griffen die Nationalsozialisten an, und es ent- wickelte sich eine heftige Schlägerei, in deren Verlauf zwei Rational sozial! st en durch Stiche getötet wurden. Auch ei« Kommunist blieb tot auf dem Platze. Außerdem wurden sieben Verletzte� dar- unter ein Schwerverletzter, ins Heider Krankenhaus gebracht. Kalt Lllitz in Genf. Auf spätere Sitzung verschoben. Gens, 8. März. Der auf der Tagesordnung der heutigen Ratssitzung stehende Fall Ulitz mußte abgesetzt und aus eine der nächsten Sitzungen verschoben werden, da die Verhandlungen noch kein Ergebnis haben, die zwischen der deutschen und der polnischen Abordnung und dem Berichterstatter, Botschafter Adatschi— geführt werden. Der pol- nische Standpunkt geht im wesentlichen dahin, daß weder die pol- nische Regierung, noch der Völkerbund in das schwebende Gerichtsverfahren eingreifen könnten. Deutschland strebt da- gegen an, Garantien für eine objektive und gerechte Durchführung des Prozesses zu erhalten. Der Rat soll heute die übrigen Beschwerden des Deutschen Volksbundes verhandeln. Sensation im Kememordprozeß. General Weber gegen General von Hammerstein.— Wer war getäuscht? Sieklin, 8. März. Nach Abgabe d«s Gutachtens des militärischen Sachverständigen, General von Hammerstein, im Fcmetnordprozeh übergab Rcchtsan- walt Bloch- Berlin ein Schreiben, das ihm heute morgen von dem jetzigen General der Infanterie z. D. Weber, der 'im Jahre 1929 Generalmajor und Kommandeur des Wehr- krcistommandos II in Stettin war, übcrsandt worden ist und in dem der General». a. zum Ausdruck bringt, daß er mit Er- staunen die Stettiner Prozcßocrhandlungen verfolgt habe und in diesem Zusammenhang feststelle, daß er sich niemals im Ziveisel darüber gewesen sei, daß die Roßbacher eine ihm uuterstellte Truppe waren. Dieser Anschauung entsprechend habe er über diese Truppe ver- fügt. Er sei bereit, jederzeit hierüber auszusagen. Der Verteidiger stellte hierauf den Antrag, General Weber als- Zeugen darüber zu laden, daß die Roßbachcr eine dem Wehrkreis- kommando II unterstellte Truppe waren. General v. H o m m e r st e i n antwortete sehr laut und sichtlich erregt: Was General v. Weber in diesem Brief sagt, lviderspricht allen amtlichen Kenntnislcu des Reichswehrministeriums und der Heeresleitung. Es könnte ssin, daß der General di« Dinge ver- wechselt und sich seine Meinung aus die Zeit vor der Auflösung der Roßbacher in Güstrow bezieht. Ich weiß mcht, wie der etwa 79jährige alte Herr zu der hier mitgeteilten Auffassung kommt. vaz kisr xrlum einer Este Slandredil in Mexiko Berichte 2. Seite Wenn da», was er sagt, als richtig unkerstelll wird, dann erkläre ich hiermit, daß der damalige Kommandeur der 2. Division das Ministerium und die Heeresleitung Hinlergangen hat. Ich betone aber auch, daß ich dann alle Borwürfe gegen den Ober- leutnant Roßbach zurücknehme. Rechtsanwalt Bloch: Wer bleibt denn bei der Reichswehr eigentlich übrig als derjenige, der nicht getäuscht worden ist? General o. Hammer st ein: Bor allen Dingen der Reichs- wehr mini st er und-dcr Chcs der Heeresleitung, aber auch eine ganze Anzahl von anderen Reichswehrkoiminindeuren. Mir ist es unerklärlich, warum General v. Weber diese Aussage nicht schon vor einem Jahr dem Gericht oder besser noch dem Reichs- wehrminister gemacht hat. Frieden mit Ghandhi. Und Schonung den Auslandsstoffen. London, 8. März. In der gesetzgebenden Versammlung in Neu-Delhi sprach ein Re- gierungsverlreler über die Vorgänge bei der Verhaftung G h a n d i s in Kalkutta. Ghandi habe zugesagt, daß von einer weiteren Verbrennung ausländischer Kleider abgesehen werden solle, bis das mit seiner Verhaftung eingeleitete Gerichtsversahren entschieden sei. Die Regierung sei sich bewußt, welch großeErrcgungdie Verhaftung Ghandis hervorgerufen habe, aber sie hoffe, daß der Frieden des Landes hierdurch nicht beeinträchtigt werde. Die Regierung in Bombay beschloß, einen Ausschuß zur linier- suchung der Ausschreitungen einzusehen. Zwei führende Inder sind eingeladen worden, sich an der Untersuchung zu beteiligen. Gtandrecht in Mexiko. Oer ehemalige Gtadtkommandani erschossen. Mexiko, 8. März.(Renter.) General Jesus Lopez, der vormalige Befehls- Haber der Militärpokizei der Ttadt Mexiko, wurde heute früh im Hofe des Nationalpalastes als Aufständischer erschossen, weil er V er s u ch t hatte, die im Ztaate M i ch o a ch a n unter seinem Befehl stehenden Truppen zur Beteiligung an dem Aufstand zu veranlassen. Mexiko-Stadt, 8. März. Ta in I u a r e z, einer Stadt gegenüber El Paso, das schon zum USA.-Staat Texas gehört. Insurgenten Schießereien verübt hatten, ist der UnterstaatSsekretär im Kriegsministerium, General Namos, im Flugzeug in Juarez eingetroffen. Er verhängte daS Standrecht über die Stadt und ließ de« Bürgermeister, den Polizeichef und eine Anzahl Beamte, die mit den Aufständischen gemeinsame Sache gemacht hatteu, inS Gefängnis sehen; sie kommen vor ein Kriegsgericht. Etwa 40 Kilometer südlich von Juarez ist ein heftiges Gefecht. Wie verlautet, sind die Aufständischen im Begriff, sich über die Grenze zurückzuziehen. Die USA-Truppe» haben au dieser Stelle Geschütze und Panzerwagen aufgestellt. Tie mexikanische Regierung hat von den meisten landwirtschaftliche» Ver- bänden und Arbeitergcwerkschaften die Zusicherung«r- halten, daß sie die Re...ng unterstützen werden. Tie Botschaft in Washington gibt bekannt, daß bei den Kämpfe« um Veracruz General de la S e r r a sowie ein Rebellenführer getötet worden sind. Im Staat Sonora halten sie sich noch. New Dort. 8. März. Nach einer Mitteilung des Führers der Aufständischen.n Sonora, des Generals B o r q u e z, haben die Revolutionäre den Staat S i u a i d o südlich von Sonora au der Aüste des Stillen Ozeans in Besitz genommen Die katholischen Kirchen in Sonora zelebrierten heute zum ersten Male seit 1326 Hochämter. Trog vereinzelter Ersolge der Aufständischen herrsche in New Aork der Eindruck, daß die Regierung- st reitträfte allmählich die Oberhand gewinnen. Das Martyrium einer 6be. Linter der Anklage des Totschlags an der Schwägerin. Unter einem außergewöhnlich starten Andränge des Publikums, das schon am frühen Morgen die Eingangs- porlalc des Neuen kriminalgerichlsgetHudes in der Turm- siraße belagerte, und nach deren Oeffnung einen förmlichen Sturm aus die Plätze im Schwurgerichlssaal unternahm. begann heule früh vor dem Schwurgericht II. unter Vorsitz von Landgerichlsdirektor Schneider, der Totschlags- Prozeß gegen die Schlächtermeistersfrau Christine Heiduck. Wie erinnerlich, hotte Frau Heiduck am 26. August, an einem Sonntagnachmittag, die bei ihrem Manne zu Besuch weilende Schwägerin, die Schwester ihres Mannes, Frau Marta Birt- ner, mit einem Schlächterbeil getötet. Die Anklage lautete daher auf vorsätzlichen Totschlag. Die unbegreifliche Tat erscheint noch rätselhafter beim Anblick der Angeklagten, die kurz vor Beginn der Verhandlung aus dem Gefängnis auf die Anklage- dank geführt wurde. Christine, die im 38. Lebensjahre steht, ist eine still und bescheiden aussehende Frau mit ansprechenden Gesichts- zögen. Di« Verhandlung soll Ausschluß geben, wie diese stille Frau zu einer so furchtbaren Tat gekommen ist. Unter den Zeugen befindet sich der Ehemann der Angeklagten, der Schlächtermeister Max Heiduck. Schon die Tatsache, daß noch mehrere Ehefrauen und Schwägerinnen Heiducks auf der Zeugenbank sich befinden, läßt durchblicken, daß die Che der Angeklagten keine glückliche gewesen ist. und daß hierin die tiefere Ursache für die Tat zu suchen ist. Die jetzig« Frau Heiduck ist die viert« Frau ihres Mannes. Die erste und die dritte Ehe Heiducks waren geschieden und beide nur von kurzer Dauer gewesen. Die zweite Frau ist gestorben. Zunächst läßt der Vorsitzende die Angeklagte sehr ausführlich ihren Lebenslauf schildern. Si« ist in Hamborn in Westfalen geboren. Der Vater war Tischlermeister und später Schuldiener. Es waren neun Kinder im Haufe. Als der Vater starb, war die Angeklagte 13 Jahre alt. Nach der Konfirmation half sie der Mutter im Schuldienst und lernte nebenher die Schneiderei. Mit 23 Jahren ging si« von Hause weg �>nd war Hausmädchen in zahlreichen Hotels In den verschiedensten Orten Deutschlands und kam zum ersten Mals 1322 nach Berlin, ging aber wieder weg, um Stellungen in Gastwirtschaften, teil» am Büfett, teils im Haushalt anzunehmen. Im Sommer 1327 war sie wieder in Berlin und mietete bei einem Jugendfreunde, den sie wieder- getroffen hott«, ein leeres Zimmer, da sie die dem Freund« geliehs- nen 733 Mark nicht wiederbekommen konnte. Während sie dort wohnte, kaufte sie öfter In dem jetzigen Schlächterladen ihres Mannes in der B l ü ch c r st r. 6 7, der gegenüberlag, ein und kam dabei auch mit dem Ladeninhaber, ihrem fetzigen Manne, der ein kleines Tochterchen hatte, ins Gespräch. Er lud sie eines Sonntags ein, mit ihm auszugehen, und da erzählt« er ihr viel von seiner ver- storbenen Frau und seinem Kinde. Erst nachher hörte sie, daß er nach dem Tode dieser Frau wieder geheiratet hatte und nach kurzer Zeit geschieden worden war. Diese Ehe hatte überhaupt nur vom Oktober 1326 bis zum Sommer 1327 gedauert. Mit ihrem jetzigen Manne sei sie bald nach der Bekanntschast in intimer« Beziehungen getreten, im Dezember fand die Verlobung und Ostern 1328 die Heirat statt. Außer der zweifelhaften Forderung von 733 M. hatte die An- geklagt« noch 1430 M. aus der Sporkasse. Ihr Mann gestand ihr, daß das Goschäst schlecht geh« und daß er Schulden habe. Ein« Woche vor der Hochzeit hob die Angeklagte 733 M. ab und gab sie ihrem Mann. Im Hause war damals die unoerheiralete 63jShrige Schwester Ida ihres Mannes. Cr klagte aber, daß er sich mit ihr nicht gut stehe, denn st« habe auch die Zwistigkeiten in seiner letzten Ehe verurlacht. Die Angeklagt« will das Empsinden gehabt haben, daß dieser die Heirat zuwider war. Anfangs war die Ehe auch glücklich, bald aber habe si« gemerkt, daß ihr Mann noch mehr Schulden hatte und verärgert war. Er bc- handelt« sie sehr tyrannisch und wollte nicht dulden daß sie einmal ausgehe, um Besorgungen zu machen. Das Lehrmädchen Marta hatte großen Einfluß auf ihren Mann und war ihr gewissermaßen zur Aussicht gestellt. Ihr Mann nahm immer für das Mädchen Partei, trotzdem Hab« sie sich aber, da ihr Mann herzleidend war, immer wieder ausgesöhnt. Dos Geschäft ging aber innner schlechter, da ihr Mann in der Gegend sehr unbeliebt war. Oeshalb wurde er auch immer verärgerter und ließ es sie jühlen. Neue Ehe- streiligkeiten entstanden, als ihr Mann das 2>4jährigc Tächterchen zurückholt«. Sie sei zu dem Kinde sehr gut gewesen, oder es war verzogen und darüber entstanden die Streitigkeiten mit ihrem Manne. Der Mann sagte ihr eine» Abend, unter kräftigen Slssimpsworten, daß er sein« Schwester wieder kommen lasten wollt«, da sie scheinbar kein Herz für das Kind hätte. Nach einigen Tagen kam es aus demselben Grunde zu Handgreislichkeiten. Der Mann trat fie. schlug sie und stieß si« mit dem Kopf gegen die Wand, so daß si« furchtbor um Hilf« schrie. Als sie auf einmal gesprächsweise von Bekannten erfuhr, daß ihr Mann viel mehr Schulden hatte, als er ihr an- gegeben hatte, verabredete sie sich zu einer Aussprache mit der letzten geschiedenen Frau ihre» Mannes, Di« bestätigt« ihr, daß es ihr in der Ehe genau so ergangen wäre. Nach«inigen vertrag- lichen Tagen sprach der Mann jetzt schon von Scheidung- Kurz danach sagte«r wieder, daß er sein« Schwester Marta komme» lasten wollte, damit si« sich um das Kind kümmere. Es ging einige Zeit' alles gut, und es blieb auch so, als Marta Birkner am 5. August eintraf. Aber«ine» Tages erfuhr der Mann, daß sich seine Frau in der ganzen Nachbarschaft ausgesprochen hatte, so daß viel Klatsch über ihr schlechtes Verhältnis herumlief. Daraus drohte er ihr, daß er ihr die Zknochen im Leibe.zerbrechen würde, wenn sie noch einmal etwas sagen oder gar laut um Hilfe schreien würde. Kurz vor dem Tage der Tat fehlt« Geld im Haus, und die Ange- klagte ging zur Bank, holte die letzten 233 Mark und gab sie ihrem Manne zum Einkaufen. Di« letzten beiden Tage vor der Tat Verliesen friedlich. Ain Sonnabend abend sah die ganz« Familie plaudernd vor dem Geschäft, und auch der Sonntagmvrgen begann noch gut. potnearcks Prestige zerstört. Oer Kampf am die Missionare. Paris, 7. März.(Eigenbericht.) De Kammer hat am Donnerstagnachmittag mit der Dis- kufsiondesNachtragsetats begonnen. Das gesamte Budget der angeforderten Kredite, die in der Hauptsache sür H e e r u n d Marine sowie für die Erhöhung der Bcximtenpcnsionen bestimmt sind, beträgt rund 2 Milliarden Franken. Da gleichzeitig Ersparnisse in Höhe von 733 Millionen durchgeführt werden, sind nur noch 1,3 Milliarden neu« Mittel aufzubringen. Di« Diskussion, die noch anfänglicher Erwartung zu einer großenEntscheidungsschlacht zwischen der Regierung und den Linksparteien Anlaß geben sollte, verlief zunächst durchaus ruhig in rein sachlicher Weise. Die Regierung hat sich nämlich an- gcsichts ihrer inneren Schwäche genötigt gesehen, sämtliche Steine des Anstoßes sorgfältig aus dem Wege zu räumen. So sind vor allem die Bestimmungen über die Wiederzulassung der M i s s i o n s g e s e l l- s ch a f t e n, die schon einmal im Hauptbudget standen, nun auch aus dem Nachtragsbudget herausgenommen worden. Das Kabinett hat sich dazu bereit finden lassen. Mehr als ein halbes Jahr hat es gekostet und eine Unzahl parlamentarischer Zwischenfälle hat«» ge< geben, ehe sich Poincare endlich zu diesem einzig richtigen Beschluß, den die Linksparteien von Anfang an gefordert hoben, durchzuringen vermochte. Ueber diese unnützen Kämpfe hat er dazu noch seinen Kredit bis auf den letzten Heller abgenutzt. Wenn ihm nicht eine Niederlage gedroht hätte, hätte er es sicherlich noch nicht so weit gebracht. D?e neuen Gesetze über die Missionsgesellschaften sollen in der nächsten Woche zur Debatte kommen. Ob es der Regierung gelingt, bis dahin ihre politische und taktische Position so weit zu stärken, daß sie diese Prüfung übersteht, mag noch fraglich erscheinen. Lor allen Dingen aber ist es den Linksparteien durch ihre entschlossene Oppo- sition gelungen, diesen neuen Gesetzen olle Giftzähne auszu» brechen. Wenn schließlich im Interesse der Verbreitung der fran- zöfischen Sprache und Kuttur in den Kolonien die Missionsgesell- schasten in Frankreich wieder Fuß fassen dürften, so ist doch die Zahl und die Tätigkeit der wiederzugelassenen Missionare in den neuen Gesetzen ganz genau umschrieben: es ist damit verhindert, daß die. religiösen Orden je wieder Einfluß auf die Schule oder auf die Politik nehmen können. Aerziliche Rechenkunst. fünfmal mehr Karten ausgegeben als Plätze im Saale Wien. 8. März. In den Räumen der Gesellschaft der Aerzte haben sich am Tonnerstagabend Skandalszenen zugetragen, wie sie in diesem Hause noch nicht vorgekommen find. Ter de- kannte reichsdeutsche Professor Dr. Ernst Kretschmer aus Marburg sollte einen Vortrag halten. Den Be- mühungen des akademischen Vereins für medizinische Psychologie war es gelungen, Professor Kretschmer. der nicht gern vor die Qeffentlichkeit tritt, zu veranlasse«, nach Wien zu kommen. Für den Vortrag wurden über 2000 Einladungen versandt, trotzdem der Saal nur 400 Personen saßt. Eine Stunde vor Beginn des Vor- träges war der Saal schon überfüllt, die Treppen- aufgäuge dicht besetzt und hunderte Menschen standen aus der Straße und verlangten Einlaß. Der Borstand schien den Kopf verloren zu haben und der Ehrenvor- sitzende. Professor Wagner-Janregg. sah sich ge- nötigt, die Polizei zu Hilfe zu rufen. Professor Kretschmer. der nicht in den Saal gelangen konnte, begab sich ins Hotel zurück, wo ihm zu Ehren ein Festessen gegeben wurde. Die Cisbarnere auf der Ostsee. Ungewisse Lage im Fährverkehr. Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß dis dänische Fähre „D a n m a r k", die in erster Linie dem Personenverkehr aus der Strecke Gjedser— Warnemünde dient, bereits am Sonntag wieder in den Verkehr eingestellt wird, da die Ausbesserungsarbeiten auf der Werft rasch fortschreiten. Ganz schwankend sind die Der- Hältnisse im Augenblick im Oeresund Wahrend noch am Mitt« woch eine Fähre für die sonst 23 Minuten dauernde Uebersahrt von Helsinyborg nach Heising ör 17% Stunden brauchte, konnte die Uebersahrt am Donnerstag in etwa 33 Minuten durchgeführt werden. Gebessert haben sich die Derhältnisse im Größen Bell, m" in der Nacht zum Freitag zum erstenmal seit langer Zeit rric' eine Fähre verkehrte. Die Reichsbahndirettion Schwerin teilt mitt Die Lage Hochseefährschiffes Schwerin ist ini wesentlichen unverü». Für die Berproviantierung der Besatzung ist durch Flug- zeuge erfolgreich gesorgt. Die Reichsbahndirektion ist dauernd bemüht, dem Fährschiff durch Eisbrecher Hilfe zu bringen. An Bord befinden sich zwei mit Gütern beladen« Wagen und zwölf un» beladene Waggons. Das Gerücht, daß sich auch dänisches Vieh an Bord befinde, bestätigt sich nicht. Oer russische Eisbrecher Zermak. Der russische Eisbrecher„Jennat" ergänzte im Lauf« de- gestrigen Tages seine Kohlenvorräte und brach dann am Nach- inlltag das Eis im Kieler Hasen auf: vor allem machte er den Zugang zu den in der Wiker Bucht liegenden Linienschifsen „Schleswig-Holstein" und„Elsaß" frei. Um%L Uhr abends lief der Eisbrcchc� wieder aus Kiel aus, um dem � in der Mecklenburger Bucht treibenden havarierten deutschen Dampfer S a y in, bei dem sich der zweite russische Eisbrecher„Truvor" befindet, zu Hilfe zu kommen. Die„Truvor" wird dann von der„Iennak" Kohlen übernehmen und hierauf nach Kiel gehen, wo sie im N o r d- ostseekanal eingesetzt werden soll, während die stärkere „Jerinok" die noch in der Ostsee eingeschlossenen Dampfer befreien wird. Durch die Flugzeuge der Hollenauer Seeslugstation wurde» gestern wiedenim sieben Dampfer in der westlichen Ostsee in fünf Flügen mit insgesamt 1633 Kilogramm Lebensmitteln versorgt. Das Fährschiff„Preußen", das gestern abend von Saßnitz au»- gelaufen war. sowie die beiden schwedischen Fährschiffe, die früh »m 6 Uhr den Hasen verlassen haben, sind am Spätnachmittag, aber noch bei Tageslicht, glücklich in Trelleborg angekommen. Der deutsche Gesandte in Brüstet, Dr. Horstmann, ist nach Berlin zur Berichterstattung über die Beziehungen und die Tätigkeit Frank-Heines berusen worden und hier eingetroffen. Oer befristete Oiktator. primo de Rivera Witt noch zwei Jahre mitmachen. Paris. 7. März. General Primo de Rioera hat dem in Madrid weilenden Autzznpolitiker des„Matin" u. a. folgendes erklärt: Im März 1931 gebe ich, wenn ich noch am Leben bin. mein A m t a u f. Ich bin der Ansicht, daß zu diesem Zeitpunkt meine .Arbeit dem Lande erlauben wird, sich zu beruhigen, und den guten Bürgern die Oberhand über.die Politiker zu gewinnen. Die Dinge werden dann reif genug sein, damit das Land eine gerecht« Per- sassung in Kraft setzen kann. Die Diktatur ist etwas Vorüber- gehendes. Krankreichs Weltkriegsakten. Späte und unzureichende Veröffentlichung angekündigt. Pari», 8. März. Laut„Petit Parisien" kündigt der mit der Vorbereitung der französischen Aktenveröffentlichung beauftragte beim Außcnministe- rium eingesetzte Ausschuß das baldige Erscheinen der e r st c n d r« i Bände dieses 50 Bände umsossenden Werkes an. Die Aktenfamm- lung wird in drei Abschnitte eingeteilt: 1871 bis 1333(Sieg Bismarcks, Bildung des D r e i b u n d e s), 1331 bis 4.?tovember 1311(Bildung der Triple-Alliance, Agadir), 4. November 1311 bis 1314(italienlsch-türkischer Krieg, Balkan- konflikte, Attenlat von Scrajewo). Die zunächst erschewenden drei Bände sind die ersten Bände eines jeden dieser drei Abschnitte. Wilhelms Maulkorb. Kleine Geschichte aus Ooorn. Also— wie bekannt— die Holländer wollten Wilhelm einen Maulkorb umhängen, damit er ihr Land nicht ferner beunruhige und blamiere. Als die Deputation, mit dem peinlichen Gerät bewassnet, in Haus Doorn«intraf, schritt Wilhelm gerode im Garten aus und ab, wirbelt« seine Holzfälleraxt im Kreise und rief dazu mit gewaltiger Stimme: „WIR... WIR... WIR!" Do drückte ihm die Kommission den Maulkorb aus» Antlitz. Wilhelm gurgelt« etwas, fand aber bald einen Spall, durch den er sich noch vernehmbar machte: ,.I.R.... I.R.... I.R.I' I. R. ist bekanntlich die Abkürzung für„Imperator, Rex". klang also sür die Holländer nicht ipenlger peinlich als das groß- spurige WIR. So zogen si« die Riemen des Maulkorbs noch fester an. Aber alsbald hörten st« ein gewaltige? Schnorren: Rrrrr... Rrrrr.. Rrrrr." Was deutlich als ein dreisaches preußisches„Hurra" erkannt wurde. Da gaben es die Holländer auf. Jonathan. Dunkelstes Bayern. Es ist Sünde, Kinder vor Mißhandlungen zu schuhen. Münch««. 8. März.(Eigenbericht.) Die sozialdemokratisch« Abgeordnet« Amman machte vor Wochen im Finanzausschuß des Bayerischen Landtages aus« sehenerregende Mitteilungen über unglaubliche Mißhandlungen in der Kinderheim- und Heil- an st alt Mariaquell in Oberbayern. Die Anstaltsleitung hat inzwischen mit Unterstützung der bürgerlichen Presse versucht, die Darstellungen als übertrieben und als Verleumdungen entlassener Angestellter hinzustellen. Inzwischen hat Frau Amman zahl- reiche Briese ehemaliger Angestellter der Anstalt erhalten, die ihre ersten Angaben nicht nur bestätigen, sondern noch wesentlich erweitern. Die Briesschreiber erklären sich bereit, ihre Angaben eidlich zu erhärten. Aus einer Darstellung der Abgeordneten Amman in der Donnerstagsitzung des Landtages erfuhr man. daß die Anstaltsleiterin. eine Frau Dr. Knippen, durch Vermittlung des Druders des Münchener Kardinals Faulhaber von außerhalb Bayerns an die Anstalt berufen wurde. Der Iesuitenpater Blume ist. ihr als Hausgeistlicher beigegeben. Z« der Anstalt waren körperliche Züchtigungen an der Tagesordnung. Kinder von 3 biet 5 Jahren wurden mit Stögen geschlagen, daß Striemen und Schwielen zurückblieben. Kindern, die zur Erholung ausgenommen wurden, wurde bei den geringsügigsten Verfehlungen die Kost entzogen, einem vierjährigen Knirps einmal zwei Tage hintereinander, bis er völlig entkräftet war. Die Kinder mußten in dieser Anstalt ein wahres Martyrium durchmachen. Interessant ist ein Schreiben des Paters an eine entlassene A n g e st e l l t e, in der er die Angeberin der schlech- ten Zustände vermutete. Es heißt darin, daß die Verbreitung von Fehlern. auch wenn diese wahr find, sündhaft sei. Erwachse dadurch jemand oder einer Anstalt Schaden, so handele ed sich um eine schwere Sünde, von der der Priester in der Beicht« nur dann freisprechen könne, wenn die Ausführungen durch Widerruf wieder gut» gemacht würden. Aus verschiedenen Schreiben von Angestellten geht serner her- vor. daß die Anstalleleiterin ihre brutalen Mißhandlun- gen auch schon in anderen oberbayerischen Anstalten betrieb. Sie schlug beispielsweise rachitisch« Kinder im zartesten Alter, weil sie nicht sitzen konnten und hielt ihnen dabei den Mund zu um sie am Schreien zu hindern. Von einem Strafverfahren gegen die frommen Kindersrcunde hört man nichts.- Boeß auf dem Kriegspfad. Sensationelle Enthüllungen der„Boten Fahne". Jetzt ist es heraus! Die„R o t e F a h n e� enthüllt es unter der Ueberschrift„ftriegsrüstungen des Magistrats— Sozialdemokraten machen mit*: „Die Kriegkrüstungen des deutschen Imperialismus schreiten rüstig vorwärts. Der Berliner Magistrat, in besten Mitte Sozialdemokraten an prominenter Stelle sitzen, will hinter seiner Panzefkreuzer-Rcichsregierung nicht zurückstehen. Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, dos gesamte Ge- lände des Flugplatzes Staaken bei Spandau für die Stadt Berlin zu«rwerb«n. Hi«r soll ein zentraler Luftschisshafen errichtet werden... SU Millionen Mark gibt der Berliner Magistrat mit �ustim- mung der Sozialdemokraten aus« für die Kriegs- r ü st u n g e n des deutschen Imperialismus, die sich gegen die Sowjetunion richten. Die Pläne de» Magistrats gehen da- hin. auf dem ongekaustsn Belände den größten Luftschiffhafen Europas einzu richten. Verschleiert sollen die imperialistischen Hintergrund« der«ach« werden durch Hinweise auf die Notwendig- keüen der Hebung des Post-, Fracht- und Passagierverkehrs.* Die„Rote Fahne* ist schlecht unterrichtet! Wir wissen viel mehr! In den Berliner Binnenhäfen werden unter Aufsicht des Demokraten Dove und des Sozialdemokraten Mllhlmann-Ponkow Unter- seebot« imd Dreadnought» gegen Sowsetruhland gebaut. Der Sozialdemokrat Stadtrat Reuter rüstet die Autobusse hsimlich mit schweren Maschinengewehren und Minenwersern aus, um sie als Tanks im Kampf gegen Sowjetrußland zu verwenden. Der sozialdemokratische Stadtoerordnete K a w e r a u bildet zwölfjährige Schulknaben am Gewehr Modqsi öS aus— zum Kampf gegen Sowsetruhland. Der Sozialdemokrat Kraus« von der Tiefbaudeputation arbeitet seit Iahren an einem Tunnel Berlin- Moskau, um die Berliner Wehrmacht unter Führung sozial- demokratischer Stadträt« in Moskau einmarschieren zu lasten. Bor dem Kreml wird der Sozialdemokrat Flatau von der Empfangsdeputation die Siegesrede halten. Alles geschieht unter Billigung des Oberbürgermeisters B ö ß. Ja. das Tollste ist di«s: Bäh hat den Sozialdemokraten L o h m a n n beauftragt, einen geheimen Kriegspakt mit Potsdam, Kyrltz, Buxtehude, Teterow und Schild« abzuschließen— zum Kampf gegen Sowjetrußland! Höher geht'» nimmer! wichtige Aniwori an den Landbund. Regierung verhandelt nicht mit ihm. JlN Hauptausschuß des Landtages van Mecklenburg- Schwerin erklärt« der sozialdemokratisch« Finanzminisi-r am Donnerstag, das Verhalten des Landbundes gegenüber der Regierung fei derart, daß «r es ablehnen müffe, mit dieser Ongomsation in Zukunft noch zu verhandeln._. v Au» Genf verlautet, daß der vom Aölterbundsrot eingesetzte Drsieraueschuh zur Erörterung der Minderheitenfrage im April in London zusammentreten wird. Ehamberlain hat den beiden anderen Mitgliedern mitgeteilt, daß es für ihn kaum möglich sein werde, kurz vor der Unterhauswahl dos Land zu verlasten. Er Hot deshalb London als Tagungsort vorgeschlagen Jür dl« Atikkelmeerfahrt de»..Graf Zeppelin* baden Griechenland, Rumänien und die Türkei die liebes slicgung ihres Gebiets gestattet. Das Erbe W Wirkliche und Bei der Trouerseier im Kaiser-Iriedrich-Museum hat der Generaldirektor der preußischen Museen, Motz ol dt, eine schöne Rede gehalten und ein feierliches Gelöbnis abgelegt, daß„die Hüter und Wahrer der Museen den Geist Bodes im Kampf um neue Ziele wahren und hochhalten* würden. Solch« Gelöbnisse an einer Bahr« machen stets einen guten Eindruck. Uns anderen, die wir mehr im Sinne haben als«ine würdige Ehrung Bodes, genügen ein paar pathetisch« Sätze nicht. Wir wollen Talen sehen Wilhelm Bode ist ein Mann der Tat gewesen, ein Organisator großen Stils. Sein Work weiterzuführen, ist eine schwer« Aufgab«. Bode hat mit dem Kaiser-Friedrich- Museum einen ganz neuen Museumstyp geschassen,«in« Der- knüpfung von freien Künsten und Kunstgewerbe. Er hat serner das Deutsche Museum aus der Museumsinsel begründet, und sthließlich in Dahlem mit dem Ostastatischen Museum den Grund gelegt zu einer neuen Museumsstodt vor den Toren Berlins. Er hat, trotzdem er 83 Jahr« alt geworden ist, dies« gewaltigen Pläne nicht mehr durchführen können. Hoben seine Nachfolger da weitergebaut, wo er aufgehört hat? Keinesweg». Sein Werk liegt in Trümmern da. Bon dem, was Alfred Messel im Berein mit Bode aus der Mufeumstnsel machen wollt«, ist dank der Unfähigkeit des Stilmeiers Ludwig Hossmann kaum etwa» übrig geblieben. Bald 20 Jahre wird auf der Museumsinsel gebaut und noch ist kein End« abzusehen. Zwei Säle für mittelalterlich« Kunst, die der Münchener Architekt German Bestelmeyer eingebaut hatte, ließ der Bauleiter Will« wieder herausreißen. Es fehlt an einer einheit- lichen Bauleitung. Architekten und Museumsleute arbeiten, anstatt miteinander, wie ehedem Bode mit Messel, gegeneinander. Ein- geweihte wissen zu berichten, daß der Aeusoltor von Pergomon, dos wertvollst« Stück des neuen Museums, verstümmelt wird, well der Raum, der ihn aufnehmen soll, verpfuscht worden ist. Wundern kann man sich über nichts mehr nach dem Koftpröbchen, das uns dag Kultusministerium zusammen mit dem Finanzministerium als Umbau der Staatsoper vorgesetzt hat. Bode hat mit seinem Zorn über die Wirtschast aus der Museumsinsel nicht zurückgehalten. In Dahlem hat man den Museumsbau von Bruno Paul liegen lasten, nachdem der Rohbau vor dem Kriege eben noch fertig geworden war. Dos Ostastatische Museum ist eine Ruin«, noch che es fertig geworden ist. Ein« Polizeiwoche befindet sich im Erdgeschoß, weiter oben wohnen Beamte des Kultusministeriums— sehr behaglich, gesund und billig— im Keller stehen unzählig« Kisten und darin wohloerpockt Sommlungsgegenstände aus dem überfüllten Wer regiert im Vol?s«Kilmverband? Unser Berliner Einsender erwidert aus eine Entgegnung der Berliner Bezirksleitung des VFB. in der kommunistischen„Welt am Abend*, worin seine Beweisführung über Müngenbergs Herr- fchcft im VFB. abzuschwächen versucht wird: „Für di«„VorVärts"seser kann es gleichgültig sein, ob der Sekretär Erich Lang« oder Strecker heißt; Hauptsache ist und bleibt, daß Willi Münzenberg im Auftrage der KPD. dem Verbände di« finanziellen Mittel zur Verfügung stellt und daß durch die Fraktion der Partei der Kurs destimmt wird. In der letzten Sitzung der Helserschaft Groß-Berlin am Freitag, l. März, im „Rational Hof kam die Verstimmung gegen die Berliner Leitung so recht zum Ausdruck. Gegen Lange und seinen Stellvertreter und Freund, den rechtsoppositionellen Kommunisten W. Nettelbeck, wurde ein Mißtrauensvotum eingebracht. Man beklagt« sich allgemein über di« schlechte Organisation und den Mangel an genügenden und gut durchgeführten Borstellungen. Auch die falsche Termin- sestlegung für di« Ianuarveranstaltungen des AFB. wurde als Vorwurs vorgebracht. Am Gedenktag für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht waren vier Filmveranstaltungen angesetzt worden, von den«n zuletzt nur zwei mit großem Defizit durchgeführt werden tonnten. Das ist«in Mangel in der Organisation und läßt sich nicht durch Phrasen über ein allgemein übliches Manko bei kullu- retten Beranstaktungen verschleiern. Wir können heut« hinzusetzen, daß im VFB Herr Münzen- b e r g nicht nur finanziell regiert, sondern auch durch seine Ge- währsleut« und Parteifreund« die„janze Richtung* angibt. Leider passiert ihnen auch dort das Unglück, mit Rechtoppositionellen in einen Palastkrieg oerwickelt zu sein.* Im Hamb u r g ist das falsch« Spiel des VFL von vornherein durchschaut worden. Ein Kenner der dortigen Derhältniss« schreibt un«: „Schon vor einem halben Jahr hat unsere Homburger Organisation di« einseitig tommiinisttsche Tendenz und Wirkung des Lolksfilmverbandss«rtonnt. Und zwar trat diese kommunistisch» Einstellung des AFP. deutlich hervor, als die Kommunistische Partei die Volksabstimmung über den Pai�erkreuzerdau betrieb. In einem Schreiben des LFv. an feine Mitglieder, hieß«s wörtlich, .chaß man sich dem parteipolitisch neutralen Komitee zur Durch- sührung des Volksbegehren» anschließen und sich in die Listen ein- tragen sollte*. Aus einer Veranstaltung des PFV.. wobei die von romantisch-militoristischem Geist getragenen Revolutionsstück« „Panzertreuzer Potemtin* und„Das End« von St. Petersburg* aufgeführt wurden,—- sprach«in kommunistisches Parteimitglied, das behauptete, die SPD. verbreit« einen kriegshetzerischen mili- taristischen Geist, wie er in den reaktionärsten Hugenbergsilmen zu finden sei! Diese Stellungnahme des VFB. war der Anlaß für die sozial- demokratischen Mitglieder, dem VIP. den Rücken zu kehren, nach- dem auch in der Hamburger Parteipreste die ofienstchtlich« kam- munistisch« Einstellung d«s VFB. demaskiert war.* „Zräulein Else* Sin Bergner-Film im Eapiivl. Wer die Schnitzlersch« Novelle nicht kennt, die diesem Film zu- gründe liegt, erlebt ungefähr folgende»: Di« etwas verwöhnt«, vom Vater zärtlich behütete Tochter«Ines wohlhabenden Wiener Bürger- Hauses fährt mit Tonte und Vetter nach Sankt Moritz zum Winter- spart. Ziemlich umständlich»ich die Reise geschildert, die erst Infer- esse gewinnt, wenn wir in die Schneersgionen kommen. Nun passiert Sd Moritz mit seinen Schnee- und Sportwundern Revue. Die jung« Dame läßt uns qn ihren Eindrücken und Freuden teilnehmen. In- zwischen ist der Vater in Wien durch verfehlt« Spekulationen ruiniert worden: ihm droht Gefängnis. Die Mutter schreibt an die Töchter und bittet sie, bei einem reichen Bekannten der Familie, der auch in St. Moritz weilt, zu intervenieren. Fräulein Else Hot sich bislang In Instiktioer Scheu von diesem reichen Mann zurückgehalten, aber jetzt muß sie das Opfer bringen, mit ihm den Vorkehr auszunehmen. Er verspricht Hilfe, wenn sie sich ihm wie Monna Laitna zeigen wird. ilhelm Bodes. falsche pietäi. Völkerkundemuseum. in dem nach der Neuordnung vor zwei Jahren nur ein Sechstel der Bestände Platz gefunden hat. Heißt da»«den Geist Bodes im Kampf um neue Ziele Hochhollen"? Oder denkl man im Geiste Bodes zu handeln, wenn man dos wundervolle holz- getäfelte„Pineau- Kabinett* im alten Kunstgewerbemuseum in der Prinz-Albrecht-Straße, ein Glanzstück fvanzöstscher Rokoko- dckoration aus dem 18. Jahrhundert, das beinahe um«inen Spott- preis an einen Kunsthändler verschleudert worden wäre, absperrt und als Rumpelkammer benützt? Pietätvoll ist man nur da, wo es verfehlt ist. I m Kaiser-Fried rich-Mufeum bleibt alles beim alten. Sa schön manches von Bad« angeordnet war— ein Museum darf nicht wie eine Mumienkammer abgeschlosten werden. Bodes besondere Liebe hatte der italienischen Renaissance gehört. Di« italienische Abteilung ist deshalb am besten ausgestattet worden. Jedes Bild des lk>. Jahrhunderts hängt an einem Ehrenplatz. Wir denken über den Wert eines Rassocl oder Frv Bartolommeo anders als di« Ge- neration vor uns. Es berührt uns schmerzlich, wenn di« Meister 18. Jahrhundert« so ausfallend zurückgesetzt werden: in einem fast dunklen Durchgongsraum hat man Tiepol» und Francesa Guardi, di« späten Denezianer, aufgehängt, denen viel« von den Meistern des 16. Jahrhunderts nicht das Wasser reichen können. Vollends unmöglich ist der Raum für di« deutschen, französischen und englischen Meister des 18. Jahrhunderts. Hier stich über 60 Gemälde, darunter Prachtstücke von Watteau, Thardin, Gainsborough, zusammengepfercht. Hier hätte di« Dodesche Anordnung längst korrigiert werden müssen. Schließlich war Bode auch nur«in Mensch und«in Kind semer Zeit. Der große Irrtum seines Lebens war di« W a ch» b ü st e der Flora, die er als Leonardo gekauft hat um«inen enorm hohen Preis, und die sich dann hinterher als eine ganz geringe Arbeit des Engländers Lucas um 1840 herausgestellt hat. Das 16. Jahrhundert hat weder die Technik des Hohlgustes noch das Material, Walfischwachs, gekannt. Zum Ueberftuß war die Büste auch noch mit englischem Kattun und mit Londoner Zeitungen aus- gestopft. Bode hat, eigensinnig, wie alte Leute sind, an der Echt- heit der Büste festgehalten. Und man hat ihm den Gesollen getan, die Flora an einem würdigen Platz aufzustellen mit dem Vermerk: „Leonardo da Vinci oder seine Werkstatt, Mailand 1462 bis lölö." ' Wäre es nicht höchste Zeit und eine Tat wirklicher, nicht solscher Pietät, diesen Lucas schleunigst verschwinden zu lasten? In Dahlem im Keller ist sicher noch Platz. klermenn Hieber. Nach schweren Kämpfen erfüllt Else die Forderung, ober im gleichen Augenblick bricht sie sterbend zusammen. Sie Hot vorher Gift ge- nommen. Diesen Stoff Hot Czinner nicht zu beleben verstanden. Seine Regie ist monoton und phantasielos. Die.Herrlichkeit von St. Moritz haben wir in soundsovielcn Kulturfilmen bereits längst gesehen. Vor allem weiß er aber auch mit den Darstellern nicht allzuviel an- zufanqen. Elisabeth Bergner hat nur ein paar Momente, die ihrer würdig sind; im übrigen ist auch ihr Spie! matt und unergiebig. Sie wirkt wie ein müdes Vöglein im goldenen Käfig. Nur wenn sie den-reichen Mann sucht und ihm von Zimmer zu Zimmer folgt. immer um ihr Anliegen vorzubringen und immer wieder vor chrn ausweicht, ahnen wir, die psychischen Vorgänge, di« den Inhalt der Novell« ausmachen. Aber die Regie hätte ganz andere Wege ein- schlagen müssen, um das irgendwie auszudrücken, was den Stim- mungsgehalt Schnitzlers ausmacht. Bossermann ist der Dater, in seiner gewohnten Art unruhig. Das beste an Darstellern gibt der jüngst verstorbene Steinrück, der noch einmal feine ganze Wucht in seinem verzitterten Gesicht und der aufs tiefste Haltung zum Ausdruck bringt. Er hat wirtlich den Stil des Films erfaßt. 1). Zwei Schlager. Tauenhien-palast. Der Tauentzien-Polast bevorzugt in letzter Zeit das Zwei- Schlager-Programm,«in« Einrichtung, die bislang nur in kleinen Lichtspieltheatern Beifall fand. Sie verdrängt rrsreulichcrweis« den blöden amerikanischen Kurzfilm, erdrosselte aber zugleich den kurzen Kultursilm. Dorum war es sehr erfreulich, daß diesmal dem Kulturfilm solch großer Platz eingeräumt war und Dr. Edgar B e y s u ß über„Die Wunder des Films" berichten konnte. Ohn« irgendwelche Geschäftsgeheimnisse zu verraten, plau- dert« er in Wart und Bild sehr abwechslungsreich von den tausend Schwierigkeiten bei der Herstellung von Kuliursilnien. Durch das „Panoramadrehen", die Entfesselung der Filmkamera von ihrem Stativ, versteht man es jetzt, die vielfälligen Reize der Landschaft cinzufaygen. Vielseitig und oft gefahrvoll ist die Arbeit des Kanieramonnes. Wenn er z. B einen wagehalsigen Kletterer auf einer Turmspitze ausnimmt, muh er doch selbst in gleicher Hohe sein. Dabei oerlangt man von diesen Operateuren heut« unendlich« Geduld und morgen die denkbar größte Tollkühnheit. Si« müsten (namentlich bei der Arbeit für Wochenscliauen) sich im Augenblick umstellen und einstellen können und nie und nimmer dürfen sie die Nerven verlieren. Höchst interessant waren die Bilder, welche die Arbeitsweise der Lotte Reiniger übermittelten. Bei ihr ob- walten nicht nur ein« schier unglaublich« Geduld und«ine staunens- wert« Geschicklichkeit, die Künstterin übt auch die schärfst« Selbst- kritik, die man sich denken kann. Nur so ist es möglich, daß si« ihre nicht nur allerorts anerkannten, sondern auch angestaunten Filme schafft. Aeußerst lehrreich war ferner die Bekanntgabe der Verfahren der Forbenfilme, und zwar der bekanntesten Methoden, des Technikoloroerfahrens. sowie des Horst'schen Farbensilnte. Wahre Neuheiten haben wir wohl noch von dem absoluten Film zu est- warten, der bislang eigentlich nur für Retlamezwecke gebraucht wird. Der Spielsiiin„Ich Hab für Sie e in wenig Sym- pathie* zeigt, wie Laura La Plante durch schlagende ve- weise dem Stöger ihre» Liebsten zu durchschlagendem Erfolg« ver- hilft. Der Regisseur William A. Seiter war offenbar glücklich, die beiden Darsteller Laura La Plante und Glenn Trqon be- schästigen zu können. Er hott« alle möglichen Einfälle speziell für sie. Arthur Todd photographierte oft hinreißend und di« beiden jungen, frischen Menschenkinder spielten so natürlich und so reizend, daß man ihnen gern« zusah und di« Sympathien, hie man bislang schon für sie hatte, unbedingt noch zugenommen haben. «. d. Ver ve cia Serlieer fttaftltc eröffnet am 10., IZ Uljr. eine Au»flellunq .Porträts der Gegenwart�, die Gemälde der führenden Maler, von Lieher. mann bis zu den Vertreter» der jung« G«nciall«t, enthäv. Wieder der Veamienwirischastsverem! Kampf gegen den Konsum mit Lehrlingszüchterei. Der B ea int e n w i rt sch a fts v e r e i n, ein gelbes, gut deutjchnational geleitetes angebliches Arbeitnehmerunternehmen, nationalisiert" seinen Betrieb. Er wirft alle älteren Angestellten auf die Straße und stellt mm nicht etwa neue gelernte Kräfte ein, sondern ergänzt seine Angestelltenschaft durch eine Lc h r l i n g s- z ü ch t e r e i übelster Art. Ein A r b c i t s g e r i ch t s t e r in i» gab netten Aufschluß über das Gefchöstsgebaren des Beamtcnwirtschafts- Vereins und seinen Kampf gegen den Konsum. Es klagten gleich 12 Angestellte, Verkäufer und Verkäuferinn«». Zum gesetzlichen Kündigungstermin erhielten die Genannten folgen- des Kündigungsschreiben: »Durch die gesetzliche Revision ist uns aufgegeben worden, den Betrieb weiter zu rationalisieren und d«n Personalstand der wider Erwarten ausgebliebenen Umsatzsteigerung anzupassen. Wir müssen daher eine Einschränkung vornehmen und Ihnen aus diesem Grunde das Dienstverhältnis zum 31. Dezember 1328 kündigen." Der Vertreter der Kläger, ein gelber Gewerkschaftler, bewies, daß diese Behauptung nicht zutreffend war. Die„gesetzliche" Rem- sion war die Kontrolle vom Reichsverband der Konsuingenosicnschas- den. Wörtlich fuhr dann der Vertreter fort: „Es soll der Beklagten mcht verwehrt werden, den Betrieb zu nationalisieren. Eine solche Rationalisierung darf ober nicht durch Einstellung vyn Lehrlinge» erfolgen. Gerade der Beamten- wirtschastsoerein beschreitet mit diesen Maßnahmen den Weg der Lehrlingszüchterei, wobei es weniger darum zu tun ist, an d'r Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses teilzunehmen, als viel- viehr darum, um jeden Preis billige jugendliche Arbeitskräfte zu gewinnen." Die Beklagte gab nun selbst folgende Zahlen als Beleg für die Notwendigkeit der Rationalisierung bekannt: Bis 1. Oktober 1927 waren von S39 bis S40 Angestellten 110 Lehrlinge, bis 1. April 1928 waren von 370 Angestellten 110 Lehrlinge, bis 1. Oktober 1928 waren von SSO Angestellten 210 Lehrlinge, und jetzt beschäftigte die Beklagte über 300 Lehrlinge. Während der letzten Zeit hat die Be- klagte 23 neue Verkaufsstellen eröffnet und dazu 100 Plann Personal »nd 100 Lehrlinge nen eingestellt! Dann versuchte die Beklagte nachzuweisen, daß sich der Umsatz auf den Kopf des Personals verringert habe. In dieser Berech- »ung wird ohne joden Unterschied jeder Lehrling als halbe Kraft gezählt. So kommt die Firma auf eine Umsatzminderung von genau 100 M. Die Kläger dagegen bewiesen, daß der Monat November 1928 gegen den gleichen Monat des Vorjahres eine Gesamtumsatz- Pcigerung von zirka 150 000 M. erbrachte habe. Es ist natürlich ein grober Unfug, Lehrlinge als halbe Arbeits- kraft einzusetzen, denn in erster Linie soll der Lehrling etwas lernen. Erst in zweiter Linie darf der Lehrherr den Genuß einer gewissen Arbeitsleistung in Kalkulation stellen. Interessant war die Aeußerung der Beklagten, daß die Umstel- trug erfolgen müsse, um gegen den Konsum konkurrenz- fähig zu bleiben. Also auf Kosten der Arbeitnehmer und auf Kosten des Nachwuchses Konkurrenz gegen ein anderes Arbeiter- «nternehmen. Die Klage an sich wurde abgewiesen und geht nun in die Berufungsinstanz. Vielleicht küminert sich auch einmal die Gewerbeaufsicht darum, Das hier die Lehrlinge lernen. Lieble Erfahrungen in Rußland. Wie eine konzessionierte ftirroo Verträge hält, Wenn es an sich schon ein Risiko ist, zur Arbeit anstatt nls� Delegierter einer Renoimnicrkvmmission nach Rußland zu reisen, dann erst recht als Arbeiter der Firma Aktien-Gesellfchaft für Bauausführungen in Berlin, Bülowstraße 90. Die bis vor kurzem von dieser Firma mit ihren Arbeitern abge- schlossenen R u ß l a n d v c r t r ä g e nahmen sich zwar auf dem Papier verhältnismäßig gut aus, wurden aber von den Vertretern dieser Firma i n Rußland selbst wen ig respek- t i c r t. Diese Erfahrung nmcht« auch ein Polier Sch., der im Jahre 1927 mit einer Anzahl anderer Bauarbeiter, Werkmeister usw. von der Aktien-Gesellschaft für Bauausführungen nach Sowjetrußland geschickt tösbden war. Ne baiicritSei« Bert�assKrticho der Firma hatten zur Folge, daß Sch. wiederholt die russi» scheu Gericht« und gewerkschaftlichen Schlichtungskom- Missionen anrief, um sich und seinen Arbeitskollegen zum Rechte zu verhelfen. Die Firma war über das durchaus berechtigte Vorgehen ihres Poliers sehr ungehalten, weshalb sie schließlich kurzerhand dazu überging, den„Störenfried" zu ent- lassen, ohne die gesetzliche Kündigungsfrist einzuhalten und seine Lohnansprllche aus Sonntags- und Ueberarbcit usw. zu befriedigen. Nach Deutschland zurückgekehrt, wandte sich Sch. an d a s A r- bcitsgericht. Er verlangte seinen deutschen Tariflohn sür die Zeit bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist, sein A u s- lösungsgeld, für zwei Wochen Urlaubsgeld, das ihm schon ei«nml ausgezahlt und dann wieder abgezogen worden war, insgesamt eine Summe von 712,33 M. Die Firma verstand es, die Entscheidung des Arbeitsgericht-, vom August bis November 1928 hinzuziehen, konnte es aber doch nicht verhindern, daß sie zur Zahlung der 712,33 M.verur- teilt wurde. Doch so schnell zahlt die Aktien-Gesellschast sür Bauaussührungen nicht, denn es gibt ja noch eine Berusungsinstan,z Die Firma machte eine Gegenrechnung von 610 M. auf, weil ihr der Klager angeblich in Rußland für diesen Betrag Werkzeuge entwendet habe. Und womit begründete der Rechtsvertreter der Firma diese Unterstellung? Mit einem Verdacht, den man Un Rußland wegen eines tatsächlich vorgekommenen Diebstahls noch der Slbreis« des Klägers gegen diesen ausgesprochen hatte! Die russisch« Polizei hatte diesen Verdacht bestätigt, weil man Ihr nicht gesagt hott«, daß der Kläger infolge einer fristlosen Eni- lassung zur Abreise gezwungen war. Nachweisen konnte auch die russische Polizei«ine Täterschaft des Poliers nicht, zumal der Diebstahl an einem Ort verübt worden war, der etwa drei Tagereisen mit der Eisenbahn von der Ar- beitsstelle des Klägers entfernt lag. Der Kläger hatte aber auch Zeugen laden lassen, die, wären sie oer- nommen worden, die Haltlosigkeit der Verdächtigung der Firma einwandfrei nachweisen konnten. Das Landesarbeitsgericht verzichtete jedoch auf die Zeugenaussagen, weil«s den recht leichtfertig ausgesprochenen Der- dacht nicht anerkannte und die Auffassung vertrat, daß die Firma bei den mehrmals vertagte» Berhandlu.ngcn vor den: Arbeitsgericht den Beweis für den Verdacht hätte erbringen können, wenn sie dazu in der Lage war. Jedenfalls zeigte diese Verhandlung vor dem Landcsarbeiis- gericht, wie Firmen versuchen, durch alle möglichen juristifcheu Kniffe sich vor der Erfüllung der rechtlichen Ansprüche ihrer Arbeiter zu drücken und sie, wie in diesem Falle, fast«in Jahr lckng auf ihren Arbeitsverdienst«arten zu lassen, der ihnen vertraglich zu- steht. Ob der Kläger fein Geld jetzt bekommen wird, ohne gesetz- liche Zwangsmaßnahmen anzuwenden, ist nach dem bisherigen Ver- halten der Firma noch sehr fraglich. Fraglich ist aber auch, ob diese Firma in Berlin wenigstens je, n als wieder Ar- b e i t e r bekommt, die für sie in Rußland arbeiten wollen. Fort mii dem Zord-Beiriebsrast> stehen mit dein Borgang in Solingen so wenig in irgendein«» Zusammenhang, daß die Per- legenheit über diese Glanzleistung eines Imnmunistischen Unter- nehmens nur noch deutlicher hervortritt. Es bleibt schon dabei, was in dem Flugblatt gesagt ist: Theorie und Praxis in den Betrieben der. KPD. sind zweierlei! � �»»»»� Iliealec, Lichtspiele usw Ffcitag, a. 8. 3. Staats-Qper Unter d. Linden IZ Ülir: Sinfooie- Mittagskonzert 20 Uhr Uißf.-Xoniert Staats-Oper Arn PI d.Republ. R.-S. 57 20 Uhr f iri Ehe Freitag, d. 8. 3. Staat. Oper Bisrnarckstr. Turnus IV 20 Uhr Orpheusn. Eurydike Staat). Sdiansph. am D:njaim amjrkt A.-V. 58 20 Uhr Karl u. Anna Statill. Schiller-Theater, Charitb. 20 Uhr Oedipus CASiNO-TÜEATER Lotainn�cr StraUe 37. Nur noch bis 13. März KiiomBteriiePcnen Am 14. März 1929 zum 1. Male „Eine ungeliebte Frau" FürunsereUeserüutschein türl— 4 Pers. Fameuit nur 1.15 M., Sessel 1.65 M. Sonstice Preise- Parken u. Ranc 6.80 M. Wini-er Garren | S Uhr RAcd>cii erlaubt| internat. Variete. Sonnabend und Sonntag Je 2 Vorstellungen 3" und 8 Uhr. 3�° kleine Preise. SCAtA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Joema Salim/Gr.Ralph Banatzky Barinoff u.Bulalia/Jack Stanford and die übrigen Attrakttoneo!! iiiuitnmiiiiMiimuHniiiiiinniiintiiiminsminitsTmiiii Sonnabends n. Sonntags |e 2 Vorslellnngen S*5 und 8 Uhr— 3* zu ermäßigten Freisen das ganze Programm PtÄZA Theater a.KottbusserTor Kottbusset Str. 0. Tel. Mpl. 18077 TVglleh B Uhr,«uch Sonntag nachm. 3 Uhr(ermäBigie Prem«) Elite-sanaer u. a.„Die SchAnheitskönlgin" verbunden mit Modenschau. Allgem. Preisherabsetzung auf allen Piitzou Renaissance- Theater Hirdenbergstr. 6. Tel.: Steinpl. 901 u. 2583/84 SV« Uhr. Zum 76. Male: SV« Uhr Die WelterfolgskomSdie „Das große ABC" von Marcel Pagnul Pcc: Gnsi. Hartnno. laPrmtiRreRbMbg. TolKsbflhne lbtitcr im(öiowplit, 8 Uhr Ttraitr an smmaaocnlamra 8 Uhr Oer Held des Westerlandes Thalia-Theater 8 Uhr Oelraasch Staat). 1diiller-T!i. 8 Uhr Oedipus Staatsoper an Flau «er Rtgablik 8 Uhr Die heimlldie Ehe Theater am SdüDhaoerdamm. Norden 1141 tl. 281. 8 Uhr gtsihlgum Vontiliung der VulksbilhDB. 8'-. nwter des Wesms Li Oer größte Erfolg Berlins Friederike Musil von cehar Erika v. Thellmann Karl Ziegler lSlaalsop. Wien) Lrnkcdl, Jimbura, Sora, ObSlcr, Scw.rmana, Ser, «alle atttmlerbr. l6rtimrt.Mis.7l»« Deotidies Mr Norden 12310 8 U, Ende geg.>0,4 Weiber nn Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilper. Kammerspiele Norden 12 310 8 Uhr, Ende lOWJhr Zum 50. Male Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster Carinaga. Die Komödie Bismarck 2414/73)6 8'/. Uhr, Ende 10V< „Olympia" von Franz Molnar „ Re?ie;. Forster Lannaga. Btriioer Toeater OirekUHeinzHerald Ctaarlottenstraöc% A. 7. Dönhoff 170 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit (Abie's Irish Rose) Lessing-Theater ragüch si't uht Maria Oraka in „DaaVetldbca" Die MedaUleo einer alten Fraa Klein« Theater I äglich S'U Uhr Kurt Qoet», Valerie ▼. Marten» Paul Otto in „Trio" Lustsp. v.Ueo Lenz. Regie: Friedmana' Fredcridi, Reichshallen-Theater Sletttner sanier Das neue Han-Pronnimnii „Moderne BQhneii'Grögen." Groloki Meml n. Crtfton. 'Anfang 8 Uhr, Stg. Nachm. 3 Uhr 4h a 1 b e Preise.) 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Die Kopihörer drückten auf den Schädel, es mochte kratzen und guietschen. schön schien es doch, und eine Sensation war es dazu. Auf der letzten Funkausstellung dagegen, also vier Jahre später, standen die schönsten Empsangsgeräte unbeachtet in der Ecke, so- bald sich das Gerücht verbreitete: der Fernseher arbeitet! Rundfunkhören: das können wir schliehlich den ganzen Tag— aber Fernsehen? Zudem beeilt man sich besser: denn heute be- deutet«s schließlich noch eine unerhörte Neuheit, übers Jahr ist vielleicht schon auf jeden halbwegs brauchbaren Lautsprecher die geheimnisvolle Mattscheibe geschraubt, die jedesmal den Rundfunk- redner mit seinem verbindlichen Lächeln sehen läßt. Die verschiedenen Systeme. Ist es wirklich schon so weit? Doch noch nicht. Und wemr mann die abenteuerlichen Hoffnungen berücksichtigt, die unter den deutschen Rundfunkhören heut« vom Fernsehen umgehen, dann ist es fast an der Zeit, der Phantasie mit etwas mehr ruhiger Ueber- legung zu begegnen. Aber da höre ich schon die ungeduldigen Stimmen: was heute noch nicht ist, kann sehr gut schon morgen gelingen, und vor zwanzig Jahren hatte ja auch niemand einen Unterhaltungsrundfunk für möglich geholten, wie er uns jetzt eine Selbstverständlichkeit bedeutet! Das ist in gewisser Hinsicht richtig, wir müssen uns jedoch klar fem, was dieses„Fernsehen" eigentlich ist, bevor wir über seine Zukunft urteilen. Aus der letzten Funkausstellung wurden zwei verschiedene derartige Anlagen gezeigt, von denen das System Karolus(Telefunken) schon recht große Bilder, Köpfe ulm. in einem besonderen Zuschauerraum vorführte. Daneben er- schien das anders, nach Dr. von Mihaly, auf den ersten Blick primitiver, und wenn man hier unter einem schwarzen Tuch, wie rlwa bei einem photographischcn Apparat, auf die kleine Matt- scheide sah, waren nur einzelne bewegliche Gegenstände, eine Hand etwa oder eine Schere zu erkennen. Also ist dieses Gerät weniger� entwickelt? Nein. Es gibt heute schon«ine beträchtliche Slnzoyl� von Fernfehsystemen— in England kämpft vor allem die Tele- v i s i o n- Gesellschaft mit dem Erfinder B a ird an der Spitze um Anerkennung: in Amerika sind herartige Versuche sogar schon in das regelmäßige Programm aufgenommen— und alle diese Me- thoden arbeiten technisch grundsätzlich aus die gleiche Wehe.(Es hat also keiner von ihnen„das Fernsehen erfunden", wie sich das viele vorstellen.) Voraussehungen des Fernsehens. Beim Sender und Empfänger rotiert in genauer lieberem- stinnmutg je eine durchlöcherte Scheibe(„Nipkowsche Scheibe"), die den zu übertragenden Gegenstand in einzelne Lichtelemente(„Bild- punkte") zerlegt bzw. wieder zitfainmensetzt. Auf der Sender- feite werden nun diese Lichtströme durch eine oder mehrere Photozellcn in elektrische Stromstöße verwandelt— mehr oder minder stark, je noch ihrem Helligkeitsgrnd—, dann wie bei der akustischen Sendung verstärkt, um schließlich die Trägerwelle des Senders zu modulieren. Der Empfänger nimmt diese Zeichen in der gewohnten Weise auf und gibt dann durch die mit dem Sender gleichlauscnden Scheibe in rascher Aufeinanderfolge die einzelnen Bildpunkte wieder. Das Fernsehen wird also durch die llnvollkomznenheit unseres Auges ermöglicht, das rasch ouseinandersolgendes, sich ergänzendes „zusammenschaut" und als gleichzeitig empfindet. Man Hot deshalb den ganzen Vorgang recht anschaulich mit der Wiedergabe eines Gobelins verglichen, der zuerst in seine einzelnen Webfäden zerlegt (Sendung) und dann wieder zusammengefügt wird(Empfang). Die Frage ist nun. wieviel wir dabei dem Auge eben noch zu- muten dürfen, damit es die einzelnen Teile als einheitliches Gesamt- bild ausnimmt, und hier kommen wir zu den, eigentlichen aktuellen Problem aller heutigen Fernsehoersuch«: diese praktischen Ansorde- rungen so zu erfüllen, daß das Empfangsgerät für den Laien er- schwinglich und im Rahmen des heutigen Unterholtungsrundfunks brauchbar bleibt. Mihalyö Versuche. Da stelst nun der Fernseher des Dr. von Mihöly, das T e l e h o r", wie er es genannt hat, in vorderster Reihe. Denn dos oben erwähnte System von Prof. Karolus, das daneben aus der Funkausstellung zu sehe» war, kommt infolge seines ungeheuren Aufwandes an Mitteln für die Millionen Rundsunkhörer nicht in Betracht. Dr. von Mihaly, ein Ungar, gehört ,zu jenen Erfindern, die sich auf dos Mindestmaß öffentlicher Propogandy beschränken, soweit es für den Ersolg seiner Arbeit nur irgend angängig ist. Schon in der Inflationszeit, also noch vor Eimührimg des Rundfunkts in Deutschland, erschiene» von ihm zwei Bücher, streng« Fachwerke, über dos„Telehor". Dann hörte die Oeffent- lichkeit nichts von ihm, obwohl phantastische Gerüchte über omsri- konisch« Systeme umgingen, die andererseits von deutsch«» In- genieuren zugunsten eigener Systeme ausführlich kritisiert wurden bis auf der letzten Funkausstellimg sein Modell zum ersten Male an das Publikum kam. Auch dies Ist inzwischen bedeutend ver- bessert. Dr. von Mihäly denkt jetzt an die ersten praktischen versuche mit deutschen Rundsunksendern, und er kann bei dieser exklusiven Behorrlichkett von Glück sogen, daß ihm die äußere Situaton der. ort entgegenkommt. Was darf man erwarten? Wa» darf ober der Hörer erwarten? Bis jetzt sind zwei Empfänger konstruiert, ein kleiner mit der Bildgröße von li: 8 Zentimeter, was also ungefähr den Bildern einer kleinen! Amateurkamera entspricht, und ein größerer von W: 23 Zcnti- meter. Mit diesen Apparaten sind aus Rundsuntwellen vor allem! Filme übertragbar, die bei den jetzt vorgeführten Versuchen auch ohne weiteres erkennbar waren. Wenn die Qualität der Wieder- gäbe im einzelnen vorerst zu wünschen übrig läßt— Flimmern, dunkle Streifen, schlechte Tiefenwirtung— liegt dies teils an leicht zu beseitigenden Mängeln de» Loborowrimn Materials, dem noch d!« Präzision fabrikmäßiger Herstellung fehlt. Zum andere» Teil liegen die Mängel an der Lichtquelle im Empfänger, die ebenfalls in diesen Wochen verbessert werden soll. Schließlich wird aber die Wiedergabe auch durch die Zahl der aufejnandersolgenden Vilder empfindlich beeinträchtigt, und da- mit kommen wir an die Grenzen, die dem Fernsehen innerhalb des Rundfunks überhaupt gesetzt sind. In der Sekunde folgen hier nämlich zehn Bilder aufeinander, und das ist für unser Auge, wenn wir si« als fortlaufend« Bewegung empfinden sollen, äußerst wenig. Aber gerade hierin sind weitere Verbcsierungen unmöglich, da sonst die international vorgeschriebene Seiten- f r e q u e n z des Rundfunkwellenverbandes überschritten werden mühte, und das hätte wieder empfindliche Störungen der benach- borten Sender zur Folge. Wir müssen uns osso mit diesen zehn Bildern ein für allemal abfinden. Auch an die gleichzeitig« UebertraMMg von Theaterszenen alz Ergänzung zur Rundfunksendung ist vorerst nicht zu denken: von allen technischen Schwierigkeiten noch abgesehen, er- fordert das Fernsehen mindestens eine Welle für sich, jeder deutsch« Sender müßte also auf doppelten Wellen senden, und heut« sind wir schon froh, wenn die Einzelwelle im europäischen Verteilunys- plan wenigftens einigermaßen annehmbar untergebracht ist. Immer- hin könnte es fein, daß die Verwendung kurzer Wellen einmal die Situation in dieser Hinsicht verändert. Es bleibt also vorerst beim Empfang leidlich sichtbarer Film«, wenn wir natürlich auch nicht an eine Ausführung im einzelnen denken dürfen, wie wir sie von unseren Filmtheatern her gewohitt sind. Tatsächlich g«ht in Amerika die Initiative für den Aus- bau des Fernsehens vor allem von gewissen Filmprodiiktionsgefell- fchaften aus, und für 330 Mark ist dort heut« schon ein ent- sprechendes Empfangsgerät zu hoben. Dies will Mihäly mit feinem Telehor noch beträchtlich unterbieten, und es klingt im- türlich recht verführerisch, wenn er den geschilderten kleinen Apparat für den gleichen Preis auf den Mark bringen möchte, den schon ein qualifizierter Laust'precher gegenwärtig kostet(nach ganz ungefährer Rechnung etwa 10g Mark). Ob billig oder teuer, ein.: verfrühte Einführung des Fernsehens wäre unter allen Umständen zu vemrteilen. Wir sind jetzt glücklich so weit, daß der Rundsunkempfang auch bei verhältnismäßig ein- fachen Empfangsmitteln nicht mehr dos Gehör verdirbt, wqnn er richtig betrieben wird. Nun darf nicht das Fernsehen kommen und den Rundfunk von neuem zur technischen Spielerei degradieren, indem es dem Auge unzulängliches bietet. Der deutsch« Rundfunk vermag im Augenblick noch nicht ein- mal die technischen Neuerungen praktisch und organisatorisch zu ver» arbeiten, di« für ihn schon heute unmittelbar«inen gewaltigen Fort- schritt bedeuten: beispielsweise die Erschließung des Kurz- Wellenbereichs oder den Bildfunk, der augenblicklich im ewigen Provisorium unzulänglicher Versuchssendungen versandet und vo» seinen großen Möglichkeiten keinen Begriff gibt. Hier liegen die Ausgaben von heute uni> morgen, die viel dringender sind als das Fernsehen in seinem heutigen Entwicklungestadium. Wem« der Hörer mehr als bisher vom Rundfunk hoben will, mag er seinen Empfang verbessern, denn wir sind in der Qualität des Rundfunkempsangs noch weit hinter England zurück. Dos liegt vor allem an: Hörer selbst, der bei uns mit seinem Ge- rät nichts Rechtes anzusangen weiß. Der elektrodynamische Lautsprecher ist beispielsweise heute weit wichtiger für ihn als das Fernsehen. Wenn diese nächstliegenden Voraussetzungen bei der Masse erfüllt sind, dann, aber nur dann bedeutet die Ein- sührung des Fernsehens mehr als eine technische Spielerei. S t i. Revolution der Töne Aus der Werkstatt eines Sphären-Musikanten In Berlin l«bt ein Musikingenieur. Er heißt Jörg Mager und kommt aus einer Familie mit dreizehn Kindern. Seine Kinder- sehnsucht war, Musiker zu werden, aber er wurde Lehrer. Di« Liebe zur Musik mochte einen Organisten aus ihm. Aus dem Organisten wurde später der Erfinder. Aber es war ein langer Weg aus der kleinen bayerischen Stadt bis nach Berlin. Der Weg führte durch die Wälder der Not, er führte an den Abgründen der Politik vorbei und endete scheinbar vor den Felswänden großer Enttäuschungen, aber der Jörg Mager hotte einen horten Schädel, und nun sitzt er in Berlin in einer kleinen, häßlichen Fabrik, in «iner Werkstatt, die wohl die srmderbarstc Werkstatt in Deutschland ist. In seinem Laboratorium wird elektrische Musik gemacht. Auch das Radio klingt und schwingt auf elektrischen Wellen, aber der Organist aus Bayern will weiter als die Radiomusik, die im Grund« weiter nichts ist als die elektrische Fernleitung und Hörbor- machung alter Melodien, die abhängig sind von alten InstrumeMen. Jörg Mager will vorstoßen i» den Ozean neuer, bis heute unge- hörter und nur geahnter Töne, er zertrümmert mit feinem e�ek- trischen Instrument, dos er„S p h ä r o p h o n" nennt, die alte Lehre von der Harmonie. Cr will mitten in die Harmonie hinein. Aus den Tönen will er zu den Tongeschlechtern und ihrer unend- lichen, brausenden Verbindung miteinand«». In dein kloinen Loboratoriuni in Neukölln wird Revolution gemocht: die Revolution der Musik. Die großen Meister waren bis heute von den alten Instrumenten und ihren Tonfolgen abhängig. Beethoven llagte einmal:„Glaubt er, ich denk' an seine elende Geige, wenn der Geist. zu mir spricht?" Und nun kommt die Radioelcktrizität, die Technik und erschließt mit ihren Wellen Röhren, Batterien, Kabeln und Verstärkern„die Stimme des Geistes". Die kleine Radioröhre iin Laboratorium von Jörg Mager schlägt schon heute eine eis Meter hohe Orgelpscise an Klangsiill« und Lautstärke. Filruberi�t. Vor der sHiwmernden Leinwand sitzen siurnrn On verdunkelten �iaos die armen Leute. Was sie da sehen, ist meistens verlogen und dämm. Verlogen und dumm sind viele Dinge heute. V)as steht man? Das wimmernde Leid der Frau Den LRheio, den V5ein, das olle Desttstapper, Ein Cowdog zeigt seine verblüffendeu Trirks, Ein Lustspiel hebt seine armselige L�lapper! Lehn DÖIädeht� ein Nachbar sagt ehrsürqhtig:„Gert" � Beschließen das Bild und zeigen die Beine, Ein Tänzer tritt ans, ein herzioser.&erl, Ein Fräulein fingt später: Ä-ch, war ich die Deine' Und tief im Parkett, im Dunst und Gewühl, Da sitzt graues Volk und will sich erwärmen, Ist edel und darf im verruchten Gesühl Bis in den Salou im Vorderhaus schwärmen. Die Technik griust lauerud durch allen Verzicht. Es kreiselt der Abend im leereu Vergnügen, Der Schlaf kommt langsam, ein schweres Gewicht. Der Tag ist brutal und zerstört alle Lügen. IN a x B a r t h»l. Der Welterfcckg der Negermusik war nur möglich, weil mir übersättigt sind von den alten Melodien der Jahrhunderte, die Negermusik riß die Quellström« neuer Melodien aus dem Blute der Mensche». Aber was die Neger können, kann der Jörg Moger schon lange. Er ist ein Mensch, den man den Idealisten aus den ersten Blick hin ansieht. Großer, Massiger Schädel, hohe Stirn, edles Gesicht, das ist Jörg Mager, kein Anfänger und kein Phantast. Er hat einen Namen und internationale Beachtung. Junge Musiker gruppieren sich um seine Versuche, er wird vom Rund- f u n k und von der Notgemeinschoft deutscher Wissenschast unterstützt: das soll nur gesogt sein, um zu erklären, daß die beginnende Um- wälzung in der Musik durch den bayerischen Organisten auch offiziell anerkannt wird. Der Erfinder ist, trotzdem er sich der Technik bedient, ein großes Kind geblieben. Er sitzt an einem Tisch und erklärt seine Erfindung. Cr Zitiert den deutschen Dichter Novalis, der den Zusammen- hang zwischen Musik und Mathematik vorgcahitt hat, er erzählt von den alten Griechen, di« eine vierundzwanzigstusig« Tonleiter hatten und ist begeistert von den Musiken Arabiens und Asiens, den kommenden Sensationen für Europa. Dan» spricht er nichts mehr, dann bittet er die Gäste an sein elektrisches Instrument, das«in noch primitiver Kosten mit dreifach überein- ander gebauter Tastatur ist und durch viele Leitungen mit Radioröhren und verschiedenen Instrumenten verbunden ist. Ein kleiner Motor w»rd eingestellt, summelt und brummelt, dann setzt sich der Herr Musiker an dos Inftrimient und spielt. Er spielt und zeigt uns di« Geburt des Tones tief unten aus dem Geknarr dumpfen Geräusches, jenseits des tiefsten Basses, und treibt dann diesen Ton in die Höhe einqs klagenden Schreies. Und zwischen dem dunklen Ge knarr und dem klagende» Schrei quillt und schwillt die melodische Verbundenheit vieler Tongeschlcchter, einer Hydro gleich, der immer neue Kopse' anwachsen. Dann zeigt uns Mager den fließenden Uebergong von Tongcschiccht zu Tongeschlecht, ein gewaltiges Ineinanderfließen aller Töne erfüllt das Laboratorium. Das ist kein Sprung mehr von Ton zu Ton, das ist ein melodisches Fluten und Klingen. Oer Mann im Arbeitskittel mit der hohen Stirn spielt und spielt. Plötzlich höhnen Nasoltöne durch die Werkstatt und man denkt schon an die kommenden Spottarien und imisikolischen Pamphlete. Dann wird der Spott abgelöst durch dos weiche Singen eines Cellos. Hinter dem Cello quillt die sanfte Musik aus einer Fernklanginembrone, die heute noch aus zwei große» Rundblechen besteht, die aber morgen oder übermorgen schon ein wichtiges Instrument im Rundfunk, im Konzertsaal fein kann. Di« Apparat«, mit denen Mager arbeitet, sind sonderbor. Neben den Abfällen aus den: Reichstelegraphcnamt stehen die feinsten Instrumente, die von der Notgemeinschoft zur Verfügung gestellt wurden. Die Elektromusik singt und klingt in den Abfällen eines Ozeankobels, in den großen Rundblechen der Fernklangmembrane, in ein«? angeschlossenen Boßgeige. Aber dos Laboratorium ist keine Werkstatt der Stille. Es liegt ja in einer Fabrik, und aus der Fabrik krochen die Maschinen in alle Versuche und Experiment«. Einmal wird ober der Erfinder sein Laboratorium verlassen, um sich und sein Werk dem ganzen Volk« zur Verfügung zu stellen. Jörg Mager träunst davon, mst seiner Musik das Leben zu erleichtern und zu erheitern, er träumt davon, in den Parkanlagen Musiktürme zu errichten, die Sphärophon- türme, die von Musikingenieuren und Sphärophonmusikern be- dient werden, höh«, klingende Türme, di« alle Gefühle des Volkes und alle Schwingungen der Seele in die Welt hinaustönen: Lust und Leid, Lieb« und Freude, Triumph und Sieg. Die Technik zermalmt den Menschen? Nein, auch die Technik ist ein Instrument zur Erlösung. E» leb« die Technik! dl. L. M&KäSn-B* Zezt/znurzgce?� won Acloff lehnert Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. (19. Fortsetzung.) Hie aßen rohe? Fleisch und tranken Wasser dazu, und alle vußken, daß es war, weil man den Rauch nicht sehen sollte. Der konnte sie in der Ansiedlung verraten. Der Schnee, der zu fallen begann, weckte sie. Nein, wie es schneite! Dichter weißer Tavschnee fiel langsam und bedeckte alles. Sie waren schon ganz naß und errichteten schnell ihr Zelt: dort krochen Inupaujak und Orsokidok hinein. Mala aber blieb draußen. Er konnte fliehen und sich in Sicherheit bringen: wenn er aber sein« ein« Frau und sein.hob und Gut den Feinden überließ, war sein Ruf dahin. Sie waren drei gegen«inen, ober«r war wachsam, und jetzt kam ihm das Schneewetter zu Hilfe. Er fühlte gut. daß es sein Hilfsgeist„großer Nebel" war. der den Schnee über das Land legte. Er ging ein wenig abseits vom Zelt, und bald konnte er es nicht mehr sehen. Es war gut» daß sie sich dicht bei der Ansiedlung befanden, wo er jeden Stein kannte und dem Fluh folgen konnte. Cr gelangte ungesehen um die Zelt« herum. Aus Orfokidoks Er- zählung wußte er, wo die Fremden wohnen sollten. Schnell ging er mit schußbereiter Büchs« nach dem Zelt. „War ist dort, wer ist draußen?" erklang eine Stimme aus dem Zelt, aber er antwortete nicht. Da wuvd« der Zeltvprhand fartgeschoben, ein nackter Arm hielt ihn beiseite, und ein Kopf sah heraus. Im selben Augenblick krachte ein Schuh. Mala hatte einen Feind weniger. Ein Gebrüll im Zelt, ein langanhaltendes Heulen der Hunde. Man verstand wohl, was geschehen war, denn in den anderen Zelten sprang man auf: man hatte den Schuß gehört, wußte ober nicht, wer gefallen war. Wer hotte geschossen? Asaparna log tot da. und seine Frau war von Schrecken geschlagen. Ihre beiden Kinder waren stumm: sie waren klein, oerstanden nichts. „Schweig still," sagte Mala zu der Frau, und er sah gleich, daß Temik nicht da war. Auch Ujarak war nicht im Hause. Sie waren entweder auf der Jagd oder auch... er schob den Toten ein wenig beiseite und guckt« durch ein« Oesfnung hinaus. Ja. richtig: Semik kam aus Molos Zelt, von Malgs Frau. La, sie waren die Rächer. Mala fühlte, wie der Zorn in ihm losbrach. Tapartc hatte er getötet, das gab er zu. denn er mußte«ine Frau haben, um seine Kinder zu hüten und seine vielen Fell« zu bereiten: Taparte war aber auch aufreizend und unbeliebt gewesen. Daß er Inupaujak nahm, war nur die Leidenschaft eines Augenblicks, die er nie be- reute Dann kamen Semik und sein Bruder, die ihn erschießen wollten, und daß er zuerst schoß, konnte ja jeder perstehen. Nie- mand konnte ihm einen Vorwurf daraus machen: er hatte nichts gegen die Männer, tüchtige Fanggenossen, aber es galt sie aber ihn. So war nun einmal dos Leben. Jetzt hingegen war er verhöhnt worden. Semik kam von seiner Frau. Mala hatte Grund, zornig ZU sein. Semik näherte sich dem Zelte, ohne etwas Böses zu ahnen. Asarpanas Frau weint«: sie sah ihn nicht kommen. Er hatte den Schuh gehört, und waffenlos, wie er war, wollte er sich für alle Fälle seiner Büchse versichern. Plötzlich sprang er hoch und fiel rücklings nieder. Der Schuß hotte ihn gerade in die Stirn getroffen. Er starb im Knall. Zwei Männer mit zwei Schüssen. Jetzt war Mala ein großer Mörder. Er sprang vor das Zelt, schwang, erregt von der Spannung, die Büchse über dem Kops«. Er rief allen Leuten, die herausgekommen waren, zu, daß sofort erschossen würde, wer noch gegen ihn sei.„Ich weih, daß Ujarak hier ist. laßt ihn kommen, dann soll er Frieden haben. Wenn ihr ihn ober versteckt, wird er getötet. Ihr seht, ich bin ein Mörder. Sagt Ujarak, er soll sofort kommen." Ujarak lag zitternd aus einer Pritsche. Cr hatte Semik fallen sehen und ahnte, daß die Reihe nun bald an Um käme. „Ujarak," rief Jllubalik,„Ujarak, komm heraus, er gibt dir Frieden, wenn du kommst. Hörst du, Ujarak? Wir wollen nicht mehr tote Männer hier haben. Du kannst dem gewaltigen Mala nicht widerstehen. Komm heraus und sprich mit ihm."" Ujarak klapperten die Zähne, als er vor Mala stand; aber er hatte nichts zu fürchten. „Feiger Mann, der so gut läuft, der Hilf« holte, ich sollte dich töten. Was tue ich? Ich. töte dich nicht. Ich habe dein« Frau genommen, denn du bist furchtsam und verdienst kein« Frau. Was tue ich gleichwohl. Ich geb« dir Asarpanas Frau. Nimm die Frau des toten Mannes, nimm sein Zelt, nimm sein« ljunde und verlasse die Ansiedlung: denn du erinnerst mich an meinen Zorn. Wenn du zu anderen Menschen kommst, so sag« ihnen, daß, wer herkommt und Böses gegen mich im Schild« führt, erschossen wird wie diese beiden, Und ihr, Genossen, geht hin, legt die Toten in die Erde und denkt daran, kkrß niemand mich erreicht. Ich bin Mala." Er stellte die Büchse fort, um zu zeigen, daß er niemand sürch- tet«. und ging in sein Zelt. „Aha." rief er, als er sie nicht drinnen fand. Aba stand unter den Frauen, die sich als Zuschauer oersammelt hatten: aber sie kam gleich gelaufen: denn einen solchen Mann lieh man nicht warten. Sie war die Frau eines großen Mannes, und da.hieß es schnell gehorchen. Di« Knaben liefen auch zu ihrem Aater. Sie hatten gesehen, daß er getätet hatte, aber sie fühlten sich sicher vor ihm. Sein Zorn galt nicht Ihnen. Nie kannten sie ihren Aater zornig oder hart. Mola saß auf der Pritsche, sie stellten sich vor ihn. er streichelte ihnen die Köpfe und sprach sanft mit ihnen. Er lieh sich«in Stück Fleisch bringen, teilte es zwischen den Knaben und sagte scherzend, daß ,s der Keks eines weißen Mannes sei. „Ihr wißt wohl noch, wie der schmeckte, bald wollen wir wieder hin und davon essen." Plötzlich überkam ihn wieder dar Wahnsinn, er nahm dos Messer, sprang auf, begann seinen Mordgesang zu singen und stürzt« durch die Zelttür hinaus. Di« Männer hatten Eemiks Leiche in da? Zelt zu der Asarpanas geschafft. Die Frauen saßen weinend da und nähten sie in Renn- lierfelle. Sie schrien aus. als Mala mit seinem langen Speckmesser in der Hand und mit rollenden Augen neben ihnen stand. „Der entsetzlich« Mala!" riefen sie.„Seht sein« Augen und hört lein Lied!" „Ha— ja— ja— ja, ich tötet« meinen Feind. Ha— ja— ja ja,«in kleiner Zorn überkam mich, und mein geringer Gegner siel um. Ich bin nur ein schlechter Mann, und doch blieb ich om Leben. 5?a— ja— j,— ja." Mala war vom Morden berauscht, und die Leichen waren noch nicht eingenäht. Er fuhr auf die erste los und schnitt ihr die Ras« ob. Er fuhr auf die zweit« los und schlitzte ihr die Mundwinkel bis zu den Ohren auf. Dann wurde er ruhig, richtete sich auf. wischte dos Messer an den Kleidern eines der Getöteten ob und ging lang- fam zum Zelt hiimus. Ujarak stand furchtsam draußen. Er wagte weder zu fliehen noch aufzublicken: ober Mala war wieder still und milde, wie«r zu sein pflegte. ,F>ast du Hund« genug, sonst kannst du welch« von mir haben." sagte er.„Fehlt dir Fleisch für die Reise? Hör«, hast du Tabak?" Er zog zwei Stücke aus der Tasche und reichte sie seinem jungen Feind«. Erst am zweiten Tage ging Mola in da? Zelt zu seiner kleinen Gattin und seinem Pflegesohn, und die Wcchnplatzgenossen verstanden, daß Mala nicht nur stark, sondern auch ein Freund der Natur war, denn sobald die Feinde getötet waren, kam die Sonne wieder hervor, der Schnee taute schnell, dat Land lag weit mit Gras und runden Hügeln da, und die Sonne schien, und die Flüsse waren blau, und die Wasserfälle sprühten weih. Die Blumen leuchteten rot und gelb, und der Schneesperling sang. IX. Alle Bewohner der Ansiedlung fühlten sich unsicher. Selbst- verständlich sprach niemand von dem Geschehenen: man deutete nicht einmal an, daß Ujarak fortroisen wollte. Er reiste eben, und niemand begleitete ihn. Die Hunde wurde beladen, und man sah, daß er den Weg zog, den Asarpana gekommen war. Ujarak ließ eine Frau zurück, bekam aber statt ihrer eine ander«. Es gab Fleisch genug am Platze, und viele Renntiere waren in der Nähe: aber doch begannen einige sich nach Walrossen zu sehnen, und einige sprachen davon, daß man vielleicht noch das Schiff er- reichen könnte. Man wollte ein« lange Eisenstange zu einer Robben- Harpune und anderen guten Dingen haben, und bald zogen sie mit ihrer ganzen Familie davon. Zuletzt war nur nach Jllubalik mit seiner Familie da, alle anderen hotten di» Ansiedlung verlassen. Jllubaliks gute Laune mochte ihn Mala lieb. Seine Frau war freundlich, und seine beiden Söhne waren flinke, lebhafte Knaben. Sie wußten alle gut, daß. was die Wohnplotzgenossen forttrieb, die Lust war, der erste zu fein, der von den großen, hier geschehenen Dingen, der von Mala, dem Mörder, erzählte. Mala hatie seinen Entschluß geändert. Er wollte nicht wieder M I II I......... Ml., Konkurrenten der Eisenbahn.• Die Tatsache, baß Autobuslinien den Eisenbahnen immer stärker« Konkurrenz machen, hat den österreichischen Staat»er- anlaßt, die Autobuslinien nur dann zu konzessionieren, wenn ihr« Besörderungspreisc nicht niedriger sind als dj« der Eisenbahnen auf derselben Strecke. Als es sich kürzlich bei den Bundesbahnen um die Frage der Fortführung der Elektrifizierung handelte, konnten sich die Sachverständigen darüber nicht einig werden, denn eine Berechnung der Rentabilität über einen längeren Zeitraum als 39 Jahre, innerhalb deren die Anlage amortisiert wird, ist schwer möglich, da man nicht voraussehen kann, inwieweit dann Autobusse und Flugzeuge den Bahnen Konkurrenz machen werden, wie schon heute in England Schlafwagenautobuss« aus langen Strecken ver- kehren. Ein bedeutender Wettbewerb wird heut« den Bahnen durch die Flugzeuge gemacht. So haben die Flugzeuge der deutschen Lufthansa im Jahre 1928 48 231 Personen befördert, l 914 Tonnen Gepäck, Fracht. Post und Zeitungen mitgenommen und über 4,7 Millionen Kilometer bcslogen. In kleinem Maßstab machen die Seilschwebebahnen Konkurrenz, von denen in den letzten zwei Iahren in Oesterreich ollein zehn gebaut wurden. Ihr« Vorzüge sind di« Billigkeit der Anlagen und di« Unempfindlichkeit gegen Schneeoer- wehungen, dagegen haben sie mir eine geringe Leistungsfähigkeit. Elektrische Dampfer. Die Zeiten, in denen die Kohle in der Schiffahrt zur Dampf- «rzeugung und zum Antrieb nerwendct wurde, scheinen zu End« zu gehen. Auch be!»ns werden immer häusiger ölgeheizte und daher rauchlose Motorschiffe gebaut, während man in Amerika immer mehr dazu übergeht, die Schisfsschraulxn durch die elektrische Kraft treiben zu lassen. Einer der Schrittmacher in dieser Richtung ist«ine der bedeutendsten Reedereien in den Bereinigten Staaten, die International Mercantil« Marine Company, die im Begriff steht, sich eine ganz« Flotte elektrischer Passagierschiffe zu schaffen. Nachdem vor einigen Monaten das erst« und bisher größte dieser Schiffe in Dienst gestellt wurde, die„California", ist kürzlich Nm zweite dieser Gattung, die„Virginia", in Newport News vom Stapel gelaufen. Sie ist noch größer als das ältere Schwesterschiff, wird aber durch daä im Bau befindlich« dritte wieder ganz erheblich überflügelt werden. Die„Virginia" ist etwas über 299 Meter lang und hat eine Wasserverdrängung von 33 999 Tonnen. Diese drei elektrischen Schiffe werden die größten der amerikanischen Handels- marine sein. Jede der Doppelschravbei», mit denen die Fahrzeuge ausgerüstet sind, wird durch«inen 8399 FS. starken Motor getrieben. Zwei von der General Electric Company gebaute Turbinen sind mit zwei Wechlelstrvmgenerotoren mit einer Höchstleistung von 6699 Kilowatt direkt verbunden. Die gesamte Steuerung und Regu- licrung der Maschinen erfolgt von einer einzigen, äußerst Übersicht- lich angeordneten Schalttafel aus. Auch da» Steuerruder wird elektrisch gelenkt und kann bei einer Fahrtgeschwindigkeit o«, 18 Seemeilen m nur 30 Sekunden vom äußersten Backbord zum äußersten Steuerbord umgelegt werden. Was man in Kyritz feiert. Ln Kyritz, das vor einiger Zeit durch den Pro�ß gsgm steuerfeindliche Landbündler viel genannt wurde, wird noch heute alljährlich eine recht merkwürdig« Gedächtnisfeier peranstaltet. Am Montag nach dem Sonntag Invocavit feiert man«in„Dank- und L o b e f« st" mit Goltesdienst und Austeilung von Almosen zur Erinnerung an die Befreiung der Stadt vom Feinde. Die städtischen Beamten bekommen an diesem Tage ein Geschenk aus zu den Schiffen zurück, er dachte daran, daß Iva eine ganz aridere dort geworden war. Ivo, die er so heftig entbehrte, daß es war, als bekäme er einen dicken Knoten im Halse, wenn er an sie dachte. Was hatte er an ihrer Stelle bekommen? Die große Aba war tüchtig, mußte aber in Schach gehalten werden, sie nähte gut, aber ihre Worte waren hart, und sie sehnte sich immer noch nach ihrer kleinen Tochter, die sie zu einer Schwester in Pflege gegeben hatte. Sie wollte sie wiederhaben, und früh und spät bat si« Mala, nach dem Norden zu reisen und ihre Tochter zu holen. Aba war auch nicht gut aus den Beinen, sie konnte ihn nicht auf weiten Strecken begleiten, sie war zu schwer, saß besser daheim und nähte. Inupaujak war anders. Leicht wie ein Rcnnticrkalb. Wenn die Kinder spielten, sprang sie als die eifrigste unter ihnen, ein süßes Frauchen war sie, frisch und lebhast, und Mala nahm sie immer mit. wenn er selber weit sört ging. Sie wurde nie müde. Sie und Mala paßten zueinander; wenn er aber gerade om besten mit ihr sprach, begann sie zu lachen. Die Knaben waren ein wenig heimatlos. Zeug mußten sie hoben, und Zeug bekamen sie auch, aber e» war aus Befehl gemocht und saß nie, wie es sollte. Es paßte schon und war hübsch genäht, aber dennoch fand Mala, daß seine Knaben nicht gut genug gekleidet gingen, und sie hatten keine Freude daheim, keiner kümmerte sich so recht um sie. Mola nahm sich daher seiner Knaben mehr on, Tag für Tag ging er auf die Renntiersagd und nahm Puala mit. und Upik hals, Fleisch in die Depots zu legen. Aber noch einer Weil« verschwanden plötzlich oll« Renntiere, und keine frische Fährte, kein Tier war zu erblicken. Di« Ursach« war nicht schwer zu entdecken. Es waren die Wölfe, die in Rudeln angelaufen kamen Sie hatten das Lager und das Fleisch in den Depots gewittert und heulten von ollen Seiten. Die Knaben waren sehr böse aus die Wölfe, die ihnen die Renn- tierjagd oerdarben und ihre Depots überfielen, und Pualu schlug vor, sie zu schießen. „Das könnten wir schon tun." antwortete Mala.„Denn Wölfe haben nicht viel Verstand. Sie sind wohl tüchtige Renntierfänger: durch ihr Geheul erschrecken sie die Tiere, daß si« fliehen und sich auf bestimmten Wegen sammeln, wo die Wölfe sie überfallen. Sie jprlngen aus si« lo» und beißen sich on ihrem Mastdarm fest, und wenn das Rennlier sich umdreht, um sich zu verteidigen, fährt der Wolf ihm an die Kehle und hängt sich daran fest, bis das Renntier tot umsällt. Sonst aber verstehen sie nicht«. Sie fürchten das Ge weih des Renntieres und namentlich seine Klauen, die auch einen Wolf zu Tode treten können, und sie fürchten auch die Menschen. Aber wir wollen sie auf andere Weis« töten." Mala zeigte den Knaben, wie man Wölf« mit Walbarten töten konnte/ Er zerschnitt di« Barten mit seinem Messer in spannenlange Stücke, spitzte sie on den Enden zu und wickelt« sie zu einem ganz kleinen Bündel zusammen, das mit Sehnenfoden zusainmengebmrden wurde. Dann steckte er sie in klein« Fleischstücke, di« überall dort ausgelegt wurden, wo die Wölfe Renntierfleisch gestohlen hatten. Wenn die Wölse die Bündel fanden, verschlangen sie sie ganz. Im Magen wurde der Sehnendraht aufgelöst, die Walbartenstücke schnellten auseinander, und die Spitzen bohrten Löcher in di« Magen- wand, so daß der Wolf schnell vekendetc.(Fortsetzung folgt.» | der Stadtkasse, serner jedes Magistratsmitglied zum Frühstück sogenannte Rundstücke. Sogar in� der Kirche erhält jeder Besucher des Gottesdienstes«in Rundstück. Dorfschmied, Rebetlenfiihrer, Armeechef. Eine merkwürdige Laufbahn hat Generalmajor Sean Mc Keo wn hinter sich� der als Nachfolger des Generalleutnants Hogan zum Generalstabschef der Armee des irischen Freistaates ernannt worden ist. Er war in seiner Jugend Schmied im Dorf« Balltnalec in der Irischen Grafschaft Longford und trat on die Spitze der Truppen der irischen Republik, als sein Vaterland sich gegen Eng- land erhob. Di« britische Regierung hatte einen Preis auf seinen Kopf gesetzt, doch wußte sich der geächtet« Rebellenführer allen Nachstellungen zu entziehen, bis er im Januar 1921 seinen Ver- folgern in die Hände fiel. Er wurde vor ein Kriegsgericht gestelli und als Hochverräter zum Tod« verurteilt. Als er im Gefängnis saß. oersuchten ihn sein« Anhänger wiederholt zu befreien. Eines Tages fuhr ein halbes Dutzend irischer Patrioten als britische Soldaten verNeidet in einem gestohlenen britischen Panzerwagen vor das Gefängnis, in dem der Verurteilt« saß. Es gelang ihnen auch, in den Hof zu kommen und mit Mc. Keown in Verbindung zu treten. Als sie aber die Zelle des Gefangenen ouffchlosscn, wurde der Plan entdeckt und die Entführung vereitelt. Nach Unterzeichnung des Unabhängigkeitsvertrages. der Irland zum Freistaat erklärt«, wurde Mc. Keown im Juli 1921 aus dem Gefängnis entlassen. Aar zwei Jahren wurde er dann zum Generalquartier- m«ffter der Armee des Freistaates ernannt. Die erste Reise des Papstes. Nach einer französischen Pressemeldung beabsichtigt der Papst als Ziel seiner ersten für diesen Sommer vorgesehenen Reise den berühmten französischen Wallfahrtsort Lourdes zu wählen. Das Metermaß in Persien. Ende März wird in Persien für die Gewichte das metrische System eingeführt. Die dem Gramm entsprechende Einheit wird Drqm genannt. Das kleinste Reh. Das kleinst« Reh der W«li ist das chilenische P u d u, das nur eine Höh« von zirka 39 Zentimeter erreicht. Die Frühkartoffel. Wilhelm der Letzt« nahm einmal an einer Rekrutenvorinstruk- tion teil. Wie das so seine Art war, fragt«r die Rekruten allerlei: „Beruf?" „Klempner, Euer Majestät!" .-Hast Du schon einmal Meine Unterschrift gesehen?" .Lu Befehl, Majestät! Ja!" „Was steht da zu lesen?" t „Wilhelm. Euer Majestät!" „Nächste!— Was steht noch drunter?" „T. R., Euer Majestät!" ..Weißt Du. was das heißt?" --Zu Befehl, sei Imperator Rex. Euer Majestät!" „Nächste!— Was für Landsmann?" „Mecklenburger. Euer Majestät!" „Weißt Du. was Imperator ist?" „Imperator? Jo, bat is so«ine Oart Frühkartoffel, Euer Majestät!" WAS DER TAG BRINGT. niiinminmiiimmmiriirmiimwnttniifflmitnmrmtmnnmmtirimiiiimTimnmmiimmiiiBmmieimmiitBiHmniiiiniiiiiniininiiiniimniimniiimiimmiuimuumBumiiiiinmii cffr�eileT�SPOP't' Das Boxen der Amateure. Um die Brandenburgischen Mcisier. Den Abschluß der brandonburgischen Amoieurboxmeisterschasten bilden die om M ontoq, 1l. Mär�, N Uhr, im Sportpolast, Potsdamer Straße 71772, stattfindenden Titelkämpse, nw die sechzehn heften Berliner Amateure im Ring stehen.?lus 121 Bor- kömpsen, die manchesmal recht erbittert ausgetragen wurden, haben sich die Besten herausgeschält. Vertreter der Behörden uird Ber- bände sind geladen und die Kapelle der Berliner Schutzpolizei wird spielen. Um den Titel kämpfen im Fliegengemicht Noack(BEB. 13) gegen Stegemonn(Teutonia), im Bantamgewicht Ziglarski(Westen) gegen Riethdorf(BÖ7 Spartas, im Federgewicht Gehlhoar (Tenn.-Bor.) gegen Fuchs(JVC. Maccabil, im Leichtgewicht Bächlsr (BC. Heros) gegen Hünnkcns(BC. Westen), im Weltergewicht Volkmar(BC. Heros) gegen Langbecker(SB. Bewag), im Rittcl- gewicht Seelig(Tenn.-Bor.) gegen Stömer(BC. 5xros), im Halb- schwergewicht Gaikowski(PSA.) gegen Schwarz(WFC. 00) und im Schwergewicht Lungwitz(SV. Astoria) gegen Eggert(Sp. BC.). Die Meister dieser Klassen werden zur Deutschen Meisterschaft zu Ostern nach Dortmund entsandt. Stach den Kämpfen findet ein« Siegerehrung im Löwenbräu, Nollendorfplatz, statt. Engländer Im Sportpalast. Stach den Oesterreickiern und Ungarn werden sich die eng» tischen Eishockeyspieler am nächsten Sonnabend und Sonntag, 20 Uhr, den Berlinern im Sportpalast vorstellen. Die British Jce- Hockey Association hat eine sehr starke Auswahl- momifchast zusammengestellt, in der sich neben den besten Eng- ländern auch mehrere zurzeit in England weilende Kanadier de- finden. Die„Internationalen" des Berliner Schlittsch-uhklubs wer- den also diesmal einen überragenden Gegner vdkstnden, man wird einen großen Kampf zu sehen bekommen, wie man ihn noch aus den Vorjahren in bester Erinnerung hat.— Der Vorverkauf ist bereits eröffnet. Sportlerjugend! In die Partei! Der sporttreibende Arbeiter darf niemals vergessen, daß nicht durch den Sport allein, die sozialistische Gesellschaft wird, sondern er muß begreifen, daß der Kampf der Arbeiterklasse ein Kamps auf vielen Fronten ist und der getragen werden muß von den Gewerfschosten und der Partei. Gerade die Jugend des Arbeiter-Turn- und Sportbundes muß sich in die Partei einreihen und damit wahrmachen, wo» sie als Sportler stets sehr gut zu formulieren wissen: dem Proletariat an Körper und Geist gesunde Kämpfer zuzuführen. Die Slotwendigksit der politischen Organisation wird klar werden, wenn die Jugend der sozialistischen Sportvereine zu den im Monat März und auch noch April stattfindenden Werbeveronstaltungen der „I u n g s o z i a l i st e n", die unter der Devise„Jugend in die Partei!" steht, geht. Aus der Presse ist näheres zu ersehen. Om Bezirk Wedding-Gesundbrunnen findet Freitag, 13. März, eine solch« Veranstaltung statt, und wir laden die spart- treibend« Jugend zu diesem Abend ein. Rezitationen und Gesang werden zur Ausgestaltung dienen und Simon Katzenstein wird sprechen über„Jugend und Politik". Rieger— Ridili Sieger in Breslau. Das gestern zu Ende gegangene Sechstagerennen end«i« mit einem Siege der deutsch-schweizcrischen Mannschaft Riege?» Richli. Sie gewannen die läb-Stunden-Reise mit einer Rund» Borsprung und 502 Punkten vor Ehmar-Kroschel, 174 Punkten. denen mit zwei Runden Rückstand Knappe-Miethe. 240 Punkte, und Raynaud-Dajen, 140 Punkte, folgten. Alle übrigen Manpschasten lagen drei bis fünf Runden zurück. Insgesamt wurden 3600,060 Kilometer gefahren. Die Arbeitcr-Schachinternationale. Dieser Tage fand in Wien die Tagung der Arbeiter- Schachinternationase statt. Vortreten waren Deutsch- land. Oesterreich. Schweiz, Lettland, Ungarn und die Tschecho slowakei. Au» dem Bericht de» Vorsitzenden war zu entnehmen, daß all« Verbände gute Fortschritte zu verzeichnen hoben und daß mit vielen Ländern Verbindungen aufgenommen worden sind. Bc» schlössen wurde, das Internationale Arbeiter-Schach, turnier 1031 in Wien stattfinden zu lassen. Als Sitz der Internationale wurde wieder Deutschland bestimmt und zum Vor- sitzenden der Bundesvorsitzende des Deutschen Slrbciter-Schochbundes Sllfred Gläser(Cemnitz) gewählt. Alles lcommt nach Nürnberg I Zum 1. Bundesfest. Wie wir erfahren, beschäftigt sich die Leitung des sitt nischen Arbeitersportbunde?(1112) mit dem Plan, eine Abordnung von 50 Sportlern und Sportlerinnen nach Nürnberg zum 2. Bund«?- s e st des Arbeiter-Turn- und Spartbundes zu entsenden. Der Bundestag des lettischen Sport- und Schutzbund«? beschloh, noch Nürnberg Leichtathleten, Tennisspieler und Boxer zu delegieren. Die lettisch« Mannschaft wird die Reise nicht mit der Eisenbahn zurücklegen, sondern aus der 1500 Kilometer langen Strecke Riga— Königsberg— Leipzig— Nürnberg von Arbeitermotor» rodfahrern befördert werden. Die Fahrt soll ein Triumphzug inte?- nationaler Solidarität sein. Der Verbandstag des Schweizer Arbeiter-Turn- und Sport- Verbandes in Aorau befaßte sich u. a. auch mit dem 2. Bundesfest. Das Ergebnis ist, daß das Bundesfest durch eine Berbondsmann- fchoft besucht werden soll. Anläßlich der ersten iillernationolcn Watikämpse dänischer und deutscher Arbcitcr-Tenmsspieler in Kopenhagen gaben die Dänen das Versprechen ob, bestimmt an: 2. Bundessest in Nürnberg teilzunehmen. Sie bringen der gewaltigen Massensportoeranstaltung große- Interesse entgegen»nd wollen in Nürnberg ihr« Kräste Berliner Arbeiter- Fußballmeistersilialt Sonntag, 10. MSrz, 18,30 Uhr; Germania- Pankow I— Luckenwalde? Turnerschaft, 2. Abt. I im Stadion Lichtenberg, Herzbergsti-aße.— Vorher 14.15 Uhr: Jugend- Werbespiel Neukölln-Saxonia. mit den deutschen und internationalen Tcnnisgästen messen. Das gut« Können d«r dänischen Spieler läßt spannende Kämpfe erwarten. Wie groß das Interesse der österreichischen Arbeiter- sportler für das Bundesfest ist, bewies eine in Wien abgehaltene Uebungsstunde der Arbeiterturnwarte. Eine überaus große Zahl von Männer- und Frauenturnwarten aus Wien, Sliederöstedreich, Oderösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol war erschienen, um an den vom Bundesturnwart B ü h r c n- Deutschland geleiteten Vorführungen teilzunehmen. Bühren konnte mit großer Besriedi- gung seststellen, daß insbesondere für die Massenübungen wirklich Heroorragende Vorarbeit geleistet wurde. In überraschend kurzer Zeit gelang es auch der österreichischen technischen Leitung, die Sonderoorsührungen Oesterreichs einzuüben. Bei diesen Hebungen trat dos hohe Können der Bezirks- und Vereinstechniker besonders zutage. Stach einem Vortrag Bührens, der unter anderem mitt.'ilte, daß das bisherige Nennungsergebnis für das Fest alle Erwo-tun- gen bei weitem übertrifft, schloß der Vorsitzende des Technischen Kreieausschusies die gelungene Uebungsstunde mit dem Versprechen, daß die Kreisleitungen Oesterreichs ihre ganzen Kräfte für das Gelingen des großen Festes in Nürnberg einsetzen werden. Die Frühlinqssahrl de» Deutschen Auto-Clubs nach Paris und an die Rioiera Hot«in gutes Siennungeergebni? gezeitigt. Bis jetzt haben sich 20 Wagen gemeldet, eine erfreuliche, stattliche Zahl für eine derartig große zwanzigtägige Fahrt Di« Tour soll trotz de» verspätet einsetzenden wärmeren Wetters zu dem festgesetzten Termin am 21. März von Hannover aus beginnen. In Paris, wo die Teil- nehmer durch Mitglieder des Französiichen Touring-Clubs und der interparlamentarischen Uition in die Stadt qelotst werden, finden mehrere Empfänge statt. Die Teilnehmer erhalten an allen Etappen vorzüglich« Quartiere zu ermäßigten Preisen. Besonders zu i><- grüßen ist. daß über die Hälfte der teilnehmenden Wagen deutschen Ursprungs ist. Als Beweis für das Interesi«, das auch die Be- Hörden dieser Fahrt entgegenbringen, sei erwähnt, daß vom preußischen Innenministerium ein Poli.zeidienstivageu mit dem bekannte,, Automobiloerkehrsdezcrncnten, Oberregiernngs- rat Paetsch, am Steuer, an der Fahrt teilnimmt. Beiityrunigt« Anfragen werben durch die Reichsgaschäsisstelle de- DAC., Berlin W. 30, Neu« W>ntcrseld«stroße 20(Barbarossa 13 5 8937) erledigt. Letzter Nennungsschluß: 0. März. Do die Zahl der kilnehmenden Wagen aus taktischen und perkehrstechnischeu Gründen von vorn- herein beschränkt ist, können nur noch einige wenig« Slnmelimiigen berücksichtigt werden. Sportliches Allerlei. Was alles passiert! Wirrwarr in der DT.! Seit langem revolutioniert es in de- bürgerlichen Deutschen Turncrschajt. Ein Teil der Milgstedsehast wünscht enges Zusammenarbeiten mit der bürgerlichen Leichtathletikorgan isotion, stark« konservativ« Kreise sind unbedingte Gegner dieses Zusammenorbeitens. Das führt soweit, daß Mitglieder der DT. nicht gegen die anderen bürgerlichen Sportler starten dürfen! Jetzt ist es zur offenen Rebellion gegen die konservalioeu Kreise gekpinmen. Einige Gaue' der DT., wie Breslau, Königsberg und jetzt auch München, pflegen sportlichen Verkehr mit den Leichtathleten, andere, wie beispielsweise der Turnkreis Brandenburg, haben dieses Ansinnen rundweg abgelehnt.— Wirrwarr auf der ganzen Linie. ch Di« Kirch« für Rekord«! Wöhrend die katholisch« Kirche i» ihrer Gesamtheit sich dem Spart gegenüber sehr ablehnend verhalt, stehen eine Reihe katholischer Geistlij�r bejahend zum Sport. Ine Extrem sporllicher Begeisterung ist der Kölner Pater Dionysius verfallen, der in einer Festrede vor dem KRL. von einem Sportler verlangt, „daß er seine ganz« Persönlichkeit einsetzt, in energischem Wille» nicht nur ein Durchschnttt-sporller, sondern ein siegreicher Sports- mann zu werden."— Es wäre dem Sport sicherlich nützlicher, wenn Pater Dionysius sich weniger für den Rekordsport einsetzen würde, als vielmehr dafür, daß die katholische Kirche dem Sport, ins- besondere dem Arbeitersport, nicht immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirst. » Fußball und Ohrfeigen. Es scheint im bürgerlichen Sport allgemach gang und gäbe zu werden, daß zu„Freundschastsspielen" Schlägereien gehören. In Greisenhagen trugen zwei bürgerliche Fußbollmannschaften ein Gesellschaftsspiel aus, bei dem Ohrfeige» und Schläge mit Stöck.-n und Fäusten gewechselt wurden. Stach eristthastere Zwischenfälle passierten in Plauen bei der Austragung der Gonmeisterscheift. Der Schiedsrichter erklärte den Platz für mcht spielfähig, er wurde daraus verprügelt, und ein iiebersall- kommando mußte seinen Rückzug decken.— Bürgerlicher Sport! Seldt«. Sportler? Uns blüht für den August dieses Jahres eine besondere Freude. Die Mannen des Herrn Seldt« werden ein Stohlhelmsportfest in Berlin austragen. Einzel- und Mchrkämpie der„Iungsta, Kernsta und Ringsta"(so nennen sie sich) sind vorgesehen. Besondere Attraktionen sind: Keulenzielwersen aus dem Liegen und 100 Meter Hindernislauf mit Keulenzielwersen! Die Wettkampsbestimmungen besagen, daß nur schwarze Trainingsanzüge gestattet seien, daß das Sporthemd einen Tuchstalsihelm aufweisen müsse und die Mitgliedsbücher zu den Kämpfen mitzubringen seien. In Italien sind die Faschisten ehrlicher, da nenne» sie die„Keulen" Handgrnnaien. * Fußball.Fiaskoi Di« norddeutsche Fußballbewegung der Bür- gerlichen genoß bisher stets sehr guten Ruf in den interessierten Kreisen, Das scheint sich jetzt gewandelt zu habe». Die„Leip- ziger St. St." berichten über die Lage des Storddeutschen Fußball- Verbandes interessante Einzelheiten:„Der Verband befindet sich in «i�er-schlimmen Lage. Endlose Streitigkeiten über das Spielsysteiu, Fmonzangslegenheiten, starke Gefährdung der Slieisterschasten, mongelhost« Stützung durch die Bezirke, schwache Führung, Kom- promihpolitsk usw. haben unhaltbare Schädigungen auf die innere Struktur ausgeübt."— Es muß schlimm aussehen, wenn solche Notschreie publik werden. lh. Sezirksversommlung des 21. Bezirks„Solidarität". Die Hundes- treuen Ortsgruppe» des 21. Bezirks werden Sonntag, 10. März, 10 Uhr, im Lokal Sportklause, Wegen«?, Lichtenberg, Frankfurter Allee 236. Stellung nehmen zu den Vorgängen im Bezirk, die Sien- wa-hl der Bezirksleitung vollziehen und über den Wiederausbau de- Bezirks beraten. Der nächste Kampftag im Ständigen Boxring. Freilog, 15. März, findet im Spichernring die nächste Komps veranstollung statt. In de» Ring treten Wilhelm Ottens gegen Paul Vogel, Willi Bolz gegen Hans Stamms, Iufs Eicha gegen Willi Allmaroth. Helmut Hortkapp gegen Hans Bischofs und Gustov Eder gegen Leu Sanders(Holland).__ ArS»>>«».««»t,h»er.»»d»»»stfoSm-Biiitd»Solidarität", Ortcaraooc Ber lt», Geschäft«!»»»: Robert Rothbarth, Lchbnrbcrä">?>r. Ita. i. z»bt. tag, 10. März. Anfahr»». Start:«ulowstr. ab. 2. Abt. Eoiiniag. 10. Aärr. 1Z Uhr, Adlrrohof. Wollstri». Start: DIrffebbachstr.:>«, br: Zlohd». Z. Abt. Sonntag. 10. März. 9% imb 13 Uhr, Wittcna»«trbrrhardtl.«. Abt. tzreiiag, 3. März. 20 Uhr, zunttionärfitzung dci Golbschinidt. Sioipischc Str.:>>, Sonntag, 10. März, 15 Uhr, Tour. Zirl am Start Etolnischk Sir..Ul sam Arnimpiah). Ortsgruppe 9Uu(üIn. Eeschäftosttllc Narl«oftphal, Uahustr. 71. Sonntag. 17, März. 13 Uhr, Anfahrcn nach Wilhelmohagen, Start doh»» joNernvlait. Donneratag, 2>. Mär,. 20 Uhr. Bikrtelsohreooerfammuing bu Mtlllrr, aalser-iZrirhrich-Str. 171-172. vrtogruppe eharlottenburg. Goschitstc st»ll-: Fr»» Schuld». Vaiser-Frlobrich-Str. Ai. Sonntag, 10. März. II Uhr. Z»hl»ndorf. Start: flonal- Urft Wilmrrodorfer Eirag» »art-ll dir Arb»tt»»s»»rt»»»»ärpcrpslkge,■>,«rci« sTiergart»»). Nart.ll- lihnng Montag, 11. März, 20 Uhr, bc! Licbsch, WilHelinabavener Str. 3S. Buslunft in allen lsragr» erteilt E. Richter, NW. 21, Wiclefstr, 20. iiei� Trenchcoat, imprägn. echtfsrbiger Baumwoll-- Gabardine Größe 38------ Mark 24- Modem gemurterter Cheviot in Elegant karierter Woll-Cheviot, vielen Farbtönen, Gr. 38 5 q hclimodefarbig, Gr. 38 /• 5 ........... Js*" Mark---_.. ÖJ),— Mark Gabardine-rSchlfipfer, braun- Imprägnierte Cheviot», blaugrau Apart gemusterter Cheviot,»teil naeliartcr Baumwollstoff � a und braunmeliert, Gr. 38 r» grau und braun, Gr. 38 yr\ mit Uebcrkaro, Gr. 3 8 M. � V*"" Mark Mark___ �„„ DV."" �pinetppbpr > Das Haus das Jeden anzielih< BERLIN C KOLLNJSCHER FISCHMARKT Mark Cheviots, blaugrau Apart gemusterter Cheviot, stein- Hilflos verbrannt. 3n Wohnlaube und in verbarrikadierter Wohnung. heute früh ereignete« sich in Lichtenberg an der Landeberger Ehcrasiee und in der ZNanteussetftrahe im Südost e n Verlin» schwere Vrände, die; w e i Menschenleben forderten. In der Londsberger Schousfec in Lichtenberg fhinb eine größere Fochwerkwohnlaube sowie die angrenzenden Etat- I u n g e n in heilen Flamrnen. Die Feuerwehr, die mit fünf Zügen anrnekte. hatte bei der Löschattion mit grasten Schwierigkeiten zu kcimpsen, da die beiden michstgelegenen Hydranten völlig rxreist waren. Bo« den gesamten Gebäuden konnte nichts mehr gerettet werden. Einige Schafe uird viel Federvieh kam in den Flainmen erc-rid um. Beim Durchsuche» der Tnrmnier stießen die Feuerwehrbeamten aus die völlig verkohlte Leiche eine» jungen Mannes. Es war, wie sich später herausstellte, der ZSsährige Sohn des Schmiede» Franz Schmieding. Der Ungiurkliche lag mit dem Kops neben dem eingestürzte» Herd. Man ninmrt a», dast aus dem Herd glühende üohlenteilchen gefallen sind, die den Bodenbelag in Brand setzten. Durch die Rauchgase wurde der junge Schmieding, der in einem kleinen Wohnraum schlief, beiiniW. Durch Zuglust ist der glimmende Fußboden dann wahrjcheintich zu offener Flamme entfacht worden, und der junge Mensch verbrannte im Bett. Di« Leiche wurde be- schlagnohmt. Während die Wehren noch an der Brandstelle tätig waren, kam ein zweiter Alarm aus der Manleusselflraße 65. Im Kellergeschost des ersten Hofes hat der KOjährige Rentenempfänger Franz Augsburger eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung. Kurz vor kll Uhr sahen Hausbewohner, wie aus den Fenstern dichte Rauchschwaden hervorquollen. Als die Leute in die Wohnung eindringen wollten, um den alten Mann zu retten, sandcn sie die Tür von ioneu verbarrikadlerl vor. Die Feuerwehr schlug die Tür mit Aexten ein und drang in die Wohnung ein. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. In einer Ecke der Stube,»eben einem noch glimmende» Lumpenhause» fanden die Feuerwehrleute den greisen Wohnungsinhaber. Er hatte am ganzen Körper so schwere Vrandwvnden erlitten, daß er aus dem Wege ins Bethanien- krankenhaus starb. Augsburger hat die Tat in einem Ansall von geistiger Umnachtung ausgeführt. Er verschloß und verriegelte die Eingangstür und stellte noch Möbel dahinter. Dann häufte er in seiner Stube Lumpen und Kleider auseinander, goß Petroleum dar- über und zündete alles an. Ein welkeres schweres Brandunglück ereignete sich heute früh gegen ö Uhr in einer Garage in der A l e m a n n e n a l l e e in Charlottenburg. Der ZLsährige Chauffeur Wilhelm Mitlelstoedt war mit dem Usberprüfen des Motors beschäftigt. Plötzlich entstand ein Vergaserbrand: Mittelstaedt wurde von der hervorschießenden Stich- flamme erfaßt. Seine Kleider gerieten in Brand und bevor Hilfe zur Stelle war, hatte der Mann am ganzen Körper schwere Brand- Verletzungen erlitten. Die alamtiede Feuerwehr schaffte ihn in sehr bedenklichem Zustande ins St.-hildegard-Krankenhaus. Das Auto brannte nieder, doch konnte ein Weitergreifen des Feuers noch rechtzeitig verhindert werden. (Schwindel mit Preisausschreiben. Die Firmen handeln mit Adressen. Aeber schnnndelhasie Versandgeschäste gehen den Zeitungen und der Polizei tagtäglich wieder zahllose klagen zu. d Leute, die einzeln vorgehen oder auch Hand in Hand miteinander verösfentlichen unter den verschiedensten Firmenbezeichnungen Preis- ausschreiben oder Preisrätsel, die kinderlxicht zu lösen sind. Sie kommen aus diese Weise zu großen Mengen von Adressen. Bisweilen tauschen die Firmen die Adressen aus oder die eine kauft sie von der anderen, wie festgestellt wurde, für 6 bis 12 Mark jc tausend Stück. An alle dies« Adressen versenden dann die Unter- nehiner mechanisch oeroielsältigte Schreiben, in denen es heißt, der Adressat habe einen Preis gewonnen oder die Firma habe ihni einen Trostpreis zugedacht. Der Preis soll angeblich gegen Einsendung einer kleinen Summe, meist nur 1,30 Mark für Porto und Berpackung, zugestellt werden. Statt des erwarteten Preises erhält aber der Einsender de» Betrages cinzweitesSchreiben, in dem ihm auf das verlockendste Zubehörteile zu dem Preis angeboten werden. Di« Firma, heißt es dann weiter, werde sich erlauben, diese Zubehörteile nebst dem Preise per Nachnahme zu übersenden, wenn der Adressat nicht binnen acht Tagen ablehne. Diese Nachnahme ist nun aber sa verrechnet, daß mit ihr außer den Zube- Härteilen auch der angebliche Preis voll bezahlt sein würde. Dieses Berfahre» verstößt gegen das(gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes. Wer die Nachnahme zurückweist, der bekommt übciK liaupt nichts, die Firma behält einfock) die zunächst eingesandte Summ« von durchschnittlich 1,30 Mark zurück. Das ist ohne Zweifel Betrug. Gegen die Schwindelfirmen wird deshalb auch in allen Fällen wegen unlauteren Wettbewerbes bz«. Betruges vorgegangen. Wer«ine Zuschrift der geschilderten Art erhält, wird gebeten, sie sofort der nächsten Polizeistelle zu übergeben oder an die Dienststelle R. 8 der Berliner Kriminalpolizei in der Georgenkirch- straße 30a einzusenden. Schlägerei am Schlesifchen Bahnhof. Eine wüste Schlägerei gab es in der vergangenen Nacht wieder in der Gegend des S ch l e s i s ch e n Bahnhofs. In einer Schankwidschast In der Schlcsischen Straße zechten fünf Gäste, die dem Wirt unbekannt waren, wild darauf los. Schließlich w e i g« r- t e n sie sich, zu bezahlen. Als der Wirt sie zur Rede stellte, fielen sie über ihn her, schlugen Einrichtungsgegcnstände kurz und klein und zertrümmerten die Schaufensterscheibe mit Biergläsern. Erst alo der Wirt in seiner Bedrängnis«inen Schreckschuß abgab, suchten die Rowdys das Weite und entkamen. Mietswucher in der Schuposiedlung? Die Wohnungsfürsorge will eingreifen. Die durch ihren Konkurs bekannt gevkorden« Polizei- s i e d l u n g in Spandau ist bei der Versteigerung durch die Ge- meinnützig« Bau- und Siedlungsgenossenschaft„P a st h e i m st ä t t e. G. m. b. H. erworben worden. Diese Genossenschaft Hot sofort »ach Uebcrmchme die Mietpreise in der Siedlung gesteigert. Ein Bewohner, der Siedlung teilt uns dazu mit: Die Ge- nossenschast hat die Miete vom 2 8. Februar 1 9 29 zum 1. Mörz 1929 um durchschnittlich 8 0 bis 85 P r oz. g e steig e xt. Da die ehemalige Polizeisicdlung hauptsächlich von unteren Polizerbeamten bewohnt ist, müssen diese jetzt etwa die Hälfte ihres Gehalts für Miet,zcchlung verwenden. Dazu kommt»och die Tilgung der Haft- summe, die durch den Konkurs fällig geworden ist. Es ist der großen Mehtchest der Meter nicht mSgvch. die?«£t»Äen. hck ihnen dann nicht einmal das Rötigste zum Leben bleibt. Die Gründung der Siedlung erfolgte, um unteren, minderbemittelten Beamten Wohnungen zu verfchaffen. Durch die Mietsteigerung ist die Loge unhaltbar geworden, und es ist dringend erforderlich, daß die zuständigen Stellen(Oberpräsidium, Wohnungsfürsorge) sich � S. � f � � v>,• vv-> S;* ,-.•>» sra i r a v f T«Yd r ______ Zimmcrwohnung 110 M.,«ine 3 �--Zimmcrwohnung von 75 M. aus 135 M. und eine 4-Zi>mnerwohnung von 115 M. auf 209 M. Die Wohnungsfürsorgegesclischaft teilt uns auf Anfrage mit, daß sie mit der Postheimstättc über die Mietsätzc ver- handelt habe. Nachdem die Schuposiedlung in eine andere Hand übergegangen sei, gelten selbstverständlich die allen Mietverträge nicht'mehr. Die Postheimstätte� konnte die alte» Mietsätze nicht Halle». Aber in eine derartige Steigerung willigt die Wohnungs- fürsorgegesellschaft nicht ein. Die Postheimstätte � ist eine g e- in e i n n ü tz i g e Gesellschaft— sie würde bei diese» Miet- sätzen sofort die Anerkennung als gemeinnützige Gesellfchoit ver- l i e r e n. Hojsentlich gelingt es der Wohnungssürsorgegesellschast, recht bald erträgliche Mietpreise durchzusetzen. Die Todesfälle in der Trierer Besatzung seit Februar sind auf 41 gestiegen. Marschall Petain ist mit seinem Stab und medizi- nischen Sachverständigen in Trier eingetroffen. Nach einem Besuch im Hauptquartier besichtigte Petain die Kasernen und das Militär- lozarett. Freitag, 8. iMärz. B e r 1 i 8. 16.30 Di« Hrnwendiins zum. Mythos in der moderne« Dichiuat. VorträC und Leseproben: Dr. Eugen SchmahL Ansehl icBend: Otto Taubmann.(Zu seinem 70. OeburlsUg.) ,) Metter! b) Das Rante-isträochelein; c) Enge: d) Sterbe«.(Mariume Eournier, Sopra«. Am Elligel: Bertha Taubmann.) A«schlicBend: Hotel Bristol(Kapelle Uta Livschakolf). 18.35 Dietrich Maydorn: Deutsche Kreuzer im Ausland. 19.00 Hans-Bredou-Schule. Prot. Dr. A. Stavenhagen; Chemie de» täglieien Lebens. 19.30 Dr. DUnhardt: Grenz- und Auslandsfahrte« der BOndisehe« Jugend. 20.30 Aus der Singakademie: Sinfoniekonzert. Dirigent: Albert Coafe». 1. B. Purcell: Suite für' Streichorchester(bearb. v. A. Coates).— 2. A. Clk-ar; ttnigma. Variationen für Orchester, op. 36. 3. Y, Williams: Eine London- Sinfonie.(Berliner Eunkorehester.) Königswusterhausen. t6.00 Käthe Goebel: Das Berechtignagswesen. 16.30 Naehmittagskonzert von Leipzig. 17..» Dr. Fritz Tänzler: Deutschlands Qebortenaosfall und die Kerajiblldong der Facharbeiter. 18.00 Prof. Dr. Marens«: Neues vom Himmel und von der Erde. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Ing. H. Bornemann: WerloncIsterlehrgtBg ttr Facharbeiter." Elektrotechnik. 19.20 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20X0 Dr. med. Ncuda: AltersprozeB und VerlüngungsrnSgiielikeit.' 22.45— 23. 15 Bildfunkversuche._ Wetter für versin: Unbeständig mit einzelnen Schauern und lebhasten nordwestlichen Winden. Temperaturen wenig verändert.— Für Deutschland: Veränderliches Wetter mit Schauern, Tempera- turen etwas über Null. Nur im SiLnvesten heiter und am Tage Tauwetter. klrronttKrtfid) für die Redoktion: Wun««ISH». Verlin: Angeiaen: Tb.«locke. Berlin. Vrrfag: Vorwörj-. Berlo««. m. f>.£>., SVclin. Druck: Vorwort» Buch. drurfetei uub Verlagsanstalt Panl Singer 6c Co.. Berlin SV V8, Lindenstraße Z. Hierzu 1 Beilage. für die Zeit vom s. bis II. M&rz K lDOO Potsdamer Strafe 35 Der groBe FliegeefHm: WlB(s (Mit Gerinsch- und K1nn(eHekfefi) Beiprofromm Rhcinstraije 14 �'.eA-) Der Mann mit dem Laubfrosch mit Heinrich George Ein Grab am Nordpol(6 Akt<$ Odcon, Potsdamer Sir. 75 Ich küsse Ihre Hand« Madame mit Harrr Liedike Der Befehl zur Ehe mit Dina Gralla Turmstra$c 12 Liebe Im Schnee mit Maria Paadler Narl, der Elrfaiot KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zeil vom s. bis 11. März Alcxandersh*. 39-40 (Passage) Die SiebzehnfEhrigen mit Grete Mosheim Eine Nacht In London mit Lilkan Hairer B WorOwoftoit��fc Welt-Kino Alt-Moabit 99 Fat and Paiachoa ab Der Held von Arizona mit Fred Thomson Alhambra Schßneberg, Hauptstr. 33 Daa brennende Herz mit M. Christians vnnnabd. 11'« U. Nachtvorstellung: Falsche Scham (Geschlechtskrankheiten) m, Vortrag Böhl Titania(Uf. sÄberg) Hauptstraße 49 Rin-Tin-Tin und die Goldgräber Flacht Tor Blond mit G. Alexander