Nr. 14. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs Preisliste für 1896 unter Mr. 7277. V Vorwärts 13. Jahrg. Jnsertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächte Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ostaldemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Diel Lärm um nichts. Viel Lärm war es, und ganz ist der Lärm auch noch nicht vorbei, aber es ist nur noch der Nachdonner des abziehenden Gewitters. Freitag, den 17. Januar 1896. Jauf das Transvaal direkt nichts zu thun, und sobald er an die Deffentlichkeit trat, schüttelte sie ihn auch durchaus korrekt von den Rockschößen; allein daß sie, wäre er zur vollendeten Thatsache geworden, sich seiner gefreut und die Frucht ein geheimst hätte, unterliegt keinem Zweifel. Und in anderen Und der fürchterliche Lärm um ein paar Worte, in Staaten wäre es unter ähnlichen Umständen ebenso gemesen. denen, als sie gesprochen wurden, kein Mensch in Deutsch- Politik und Moral sind zwei Dinge, die heutzutage nichts land, das ja vom Volke der Denker bewohnt wird, etwas miteinander gemein haben, und von denen das eine dem böses witterte. Wir meinen das Begrüßungstelegramm, anderen im Weg ist, ja es geradezu ausschließt. welches der deutsche Kaiser ohne Gegenzeichnung eines ver- Das Ministerium Salisbury war in einer sehr schwie antwortlichen Rathgebers, folglich als einfache Privat- rigen Lage. In der Türkei und Kleinasien hatten die Türken person an den Präsidenten der beiläufig nichts weniger freffer Gladstone und Rosebery sich von den Russen die als demokratischen Südafrikanischen Bauernrepublik armenische Frage einrühren lassen, welche die englische Diplo schickte, um ihm zur erfolgreichen Abwehr des von den matie in Ronstantinopel lahm legte. Dazu kam am Schluß englisch afrikanischen Kolonialferen in Szene gesetzten Frei- des Jahres der geräuschvolle Streit mit Amerika, den der beuterzugs Glück zu wünschen. Chauvinismus des Präsidenten Cleveland den Engländern auf den Hals gebracht. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. zu Beginn seiner Regierung entschieden beliebt in England, ist jetzt kaum populärer als der Zar. Was wir am Mittwoch aus der sozialdemokratischen, Justice" wiedergaben, ist wahr: das englische Volk ist im Herzen durch und durch demokratisch. bei der Unsere deutschen Chauvinisten behaupten, die Unpopularität Deutschlands in England sei auf englischen Neid und die deutsche Konkurrenz zurückzuführen; und unsere Kolonialfere bilden sich ein, die deutsche Kolonialpolitik habe die englische Eifersucht erweckt. Das sind Kindereien. Es fällt uns nicht ein, der englischen Kolonialpolitik ein Loblied fingen zu wollen Gründung von Kolonien spielen überall und immer die niedrigsten Leidenschaften und die zweifelhaftesten Volkselemente eine hervorragende Rolle aber eine Kolonialpolitik, die Indien erobert, den Unterbau der Vereinigten Staaten von Amerika gelegt, den Bau Vereinigter Staaten von Australien und Afrika vorbereitet hat, kann doch unmöglich mit Eifersucht und Neid gegen eine Kolonialpolitit erfüllt sein, die der Welt- und Kulturgeschichte fast nur bloß durch die Prozesse Leist und Wehlan an gehört. Den 2. Januar war das entscheidende Treffen bei Krügersdorf, in welchem die von einem schottischen Aben- Lord Salisbury mußte nach irgend einem Anlaß oder teurer namens Jameson geführten, von dem" Napoleon Vorwand ausschauen, an den sich eine große Haupt- und Afrika's", dem Kolonial- Großspekulanten Rhodes aus- Staatsaktion", eine erlösende, befreiende That angerüsteten Flibustier aufs Haupt geschlagen wurden. Das knüpfen ließ. Telegramm des deutschen Kaisers, das unmittelbar nac) Da kam das kaiserliche Telegramm. Gefunden! dem Eintreffen der Siegesnachricht abgesandt ward, lautete: Für Salisbury war das Telegramm des deutschen Freilich, eins muß noch betont werden: nicht blos " Ich spreche Ihnen nieinen aufrichtigen Glückwunsch Kaisers, ein wahrer Godsend cin Geschenk des Himmels. die innere, auch die auswärtige Politik Deutschlands aus, daß es Ihnen, ohne an die Hilfe fremder Mächte zu Freilich, um das zu begreifen, müssen wir erst Einiges hat in England einen sehr üblen Eindruck gemacht. Der appelliren, mit Ihrem Volke gelungen ist, in eigener That- vorausschicken. Die im frischen Luftzug eines freien Staats- unbegreifliche asiatische Dreibund mit Rußland und kraft gegenüber den bewaffneten Echaaren, welche als lebens abgehärteten Engländer haben auf die deutschen Frankreich richtete feine Spize nicht blos gegen Japan, Friedensstörer in Ihr Land eingebrochen sind, den Vettern ob deren leider so so lange uud so oft sondern vornehmlich gegen England. Das leugnen, Frieden wieder herzustellen und die Unabhängigkeit bewiesene Unterthanen Demuth immer mit einiger heißt die sonnenklarsten Thatsachen leugnen. Und in Kondes Landes gegen Angriffe von außen zu wahren." Minderachtung herabgesehen das ist nicht zu stantinopel löfte sich Ende November vorigen Jahres DeutschDies das Telegramm, das, soweit es Freude über leugnen allein im allgemeinen waren sie den Deutschen land plößlich von dem europäischen Konzert" los, und verhalf den Sieg der Buren ausdrückt, von jedem, der Freiheit doch ftets sehr sympathisch gefinnt, und die durch seine Zickzack Schwenkung der russischen Diplomatie und Mannhaftigkeit liebt, gebilligt wurde und gebilligt Bismarck'schen Revolutionen von Oben find, troß zu einem Sieg über die englische. Das erzeugte natürlich werden muß. des Abscheus, den die despotische Blut- und Eisen- in London keine Gefühle der Freundschaft. Aber so bedenklich auch der Satz si duo faciunt idem politit Bismarck's der Masse der Engländer einflößte, doch Und in diese verzwickte, verwickelte Lage, diese mit non est idem für die Justiz ist, die ohne Ansehen in England freundlicher aufgenommen worden, als in irgend Elektrizität geschwängerte Atmosphäre fiel das kaiserliche der Person" urtheilen muß, so richtig ist er für das einem anderen Land. Noch besser gestalteten sich die Be- Telegramm. Es wirkte wunderbar; und am meisten war Handeln des öffentlichen wie privaten Lebens: ziehungen beider Länder nach Bismarck's Sturz. Die friedliche wohl der Absender selbst verwundert. si duo faciunt idem, non est idem- wenn Zwei dasselbe Politik Caprivi's fand in der gesammten englischen Presse thun, ist es nicht dasselbe. Zustimmung und Beifall. Wenn ein simpler Müller, Schulze oder Meyer vom fortschrittlichen Klub Waldeck das Telegramm geschickt hätte, so würde außer den Lesern der Freisinnigen Zeitung" niemand davon erfahren haben, und diese wären sehr erbaut gewesen. Aber es war der Fürst eines großen Reichs, der das Telegramm fchickte, und der Zeitpunkt war außerordentlich verwickelt und kritisch. Man spricht von„ kritischen Momenten", wo große Aktionen sich vorbereiten, wo das Spiel der Kräfte sich zu einer Entscheidung zuspizt, wo die Fäden sich zusammenschürzen zum Abschluß einer Tragödie oder zum Knalleffekt einer Komödie. 32 Und das war ein solch kritischer Moment. Die englische Regierung hatte zwar mit dem Handstreich Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Roman aus der Gegenwart von H. W. M. von Walthausen. Wer hat nicht schon in heißem Sommer an einem schwülen Tage beobachtet, wie am heiteren Himmel plötzNach dem überraschend plötzlichen Ende des zweiten lich ein kleines, kaum sichtbares Wölfchen auftaucht, das deutschen Reichskanzlers und unter dem Fürsten Hohenlohe rasch wächst, bis der ganze Horizont schwarz umzogen ist wendete sich jedoch das Blättchen. und mit Sturm, Donner und Blitz ein heftiges Gewitter Das persönliche Regiment, den Engländern seit herniederrasselt? Beginn ihrer Geschichte verhaßt und schon vor So war es hier. dritthalb Jahrhunderten von ihnen zu Boden ge- Im Nu hatte sich der politische Himmel umzogen. schmettert das Ueberhandnehmen der Polizeiwirthschaft, Und ein verheerendes Gewitter schien losbrechen zu wollen. die systematische Verfolgung politischer Gegner, die Maß- und alles um das kaiserliche Telegramm. regeln zur Unterdrückung der Sozialdemokratie, die Knebe- Wie ist das zu erklären? Das Telegramm war doch lung der Presse, der Wolkenbruch von Majestätsbeleidigungs- so harmlos? Prozessen das alles wirkte zusammen, um in England Nun ganz so harmlos ist der Wortlaut nicht. Man einen gründlichen Umschwung der öffentlichen Meinung zu muß nur genau lesen. Es findet sich in dem Telebewirken. Die deutsche Reichsregierung wurde mit der gramm die Wendung: ohne an die Hilfe Mächte russischen Regierung auf eine Stufe gestellt, und der Kaiser, befreundeter " zu appelliren" Brambach rückte an seiner goldenen Brille, dann bes seine Kleidung etwas phantastisch zusammengewürfelt. Er hatte erst studiren sollen, dies aber aufgegeben, weil er gann er wieder: den Beruf zur Poeterei in sich fühlte. Dadurch war Meine Zeitung hat nun seinen vorwiegend politischen er mit seinen Verwandten in Konflikt gerathen und Charakter, es muß aber besonders den Frauen jetzt viel Mit der Versicherung fernerer treuer Freundschaft erhielt sich jetzt selbständig durch schriftstellerische mehr fesselnder Lesestoff geboten werden, als sonst. Ich schieden die beiden, im grunde herzlich ungern mit einander Arbeiten. Nichts konnte ihm gelegener kommen, als das An- denke daher diesen Theil zu erweitern. Da indeß die Her verkehrenden Verwandten. erbieten Brambach's. Seit jener Begegnung auf dem Eise, stellung des Blattes enorme Kosten verursacht und die Zeit Wie viele erschütternde Schreckniffe es auch Georginen wo er die schlanke Gestalt Clotilden's umfaßt und dann schlecht ist, so würde die Stelle erst dann eine recht eins gefoſtet, sie hatte doch ihren Raub nun wieder und kam mit seinen Armen aufgerichtet, hatte er die liebliche Er- trägliche werden, wenn sich auch der Abonnentenkreis ernicht mit leeren Händen zurück. Ihr Mann schien wie von scheinung nicht aus den Augen verloren, ohne ihr auf weitert hat. Arbeiten Sie sich auch für den politischen einem Alpdruck erlöst zu sein, als er sich wieder im Besitze dringlich zu werden. Er verehrte sie wie ein Ideal noch Theil ein, so stelle ich Ihnen den Posten des Chefredakteurs des Raubes sah. Er arbeitete fast die ganze Nacht, um ihn immer. Ihr Name war bei der Bazaranzeige genannt in nahe Aussicht." zu ordnen und Pläne zu entwerfen, ihn in Sicherheit zu worden, und hatte auch ihn hingezogen. Die Der Baron hatte als gebildeter Mann Brambach ausbringen. Erst heute hatte er aus schlauer Berechnung zarte poetische Art und Weise mit der Rose, reden lassen, ohne ihn zu unterbrechen. Jetzt begann er wieder eine Anleihe bei seinem Bauquier aufgenommen, das wodurch Clotilde ihr Intereffe und ihr Danfmit höflichem, aber etwas selbstbewußtem Wesen folgende, Geld sich ins Komtoir bringen lassen und dabei die Be- gefühl für ihn an den Tag gelegt, erfüllte mit spizer, hellklingender Tenorstimine vorgetragene Ermeifung hingeworfen: er habe zwar in der badischen Lotterie ihn mit solchem stummen Entzücken, daß er jetzt für sein widerung: einen ansehnlichen Gewinn gemacht und müsse dabei doch Ideal in heißer Liebe entbrannte. noch Geld borgen. Was konnte ihm erHerr Kommerzienrath! Ihr Anerbieten, sowie Ihre wünschter sein, als eine Einladung in ihr Vaterhaus, wo Bedingungen nehme ich um so lieber an, als mir dadurch Anderen Tages wurde das Brambach'sche Haus der er vielleicht auch seine Stillverehrte sehen und sprechen Gelegenheit gegeben wird, meine Stimme als Kritiker in Anziehungspunkt für mehrere adelige Personen. Sie tamen fonnte? Ihrem Blatte abgeben zu können. Außerdem habe ich eine 31var nicht per Wagen, sondern zu Fuß, das war aber um Brambach trat ein und begrüßte den jungen Mann Anzahl von Aufsäßen über interessante Tages- und Lebensso schmeichelhafter für die Brambach'sche Familie, denn äußerst herzlich. Als er ihn genöthigt, Platz zu nehmen, fragen vollendet, welche ich zur Kenntniß des Publikums bringen Dabei überreichte er Brambach ein Manuskript. jedes wurde von persönlichem Interesse hierher getrieben. fette er sich, um als egoistischer Geschäftsmann eine Vor will." Brambach hatte den neuen Hausdiener Jean Barbo lesung zu halten. „ Sie sehen daher, ich komme, ausgerüstet mit fertigem im Hansflur postirt, damit er die Ankömmlinge anmelde neuen Stoff, und es soll mir angenehm sein, wenn und bediene, auch die blonde Christel war auf die Ankunft ich Ihnen auch für den politischen Theil etwas Arbeit ab. vornehmer Damen vorbereitet worden. nehmen kann." " Das ist mir lieb, und ich betrachte hiermit unser Uebereinkommen bis auf die schriftlichen Formalitäten als abgeschlossen," sagte Brambach, indem er sich erhob und dem Baron die Hand reichte. Er ließ dieselbe nicht sogleich los, sondern fügte erst noch seinen Worten die Bemerkung hinzu: " Da Sie nun gewissermaßen zu unserem Hause gehören, so verweilen Sie noch, daß ich Ihnen auch noch meine Familie vorstelle." ( Fortsetzung folgt) 24. Der Baron von Rürdorf erschien zuerst und gab seine Rarte ab. Jean hatte die Weisung, ihn in das Empfangszimmer zu führen und seine Anwesenheit zu melden. Daß der Baron sofort seinem Rufe Folge geleistet hatte, kam einer Annahme der Stelle gleich. Diese müßte als wichtig, wenn auch vorläufig als unbedeutend dotirt geschildert werden, damit sie gut ausgefüllt würde und wenig toftete. " Ihre Aufsäße", begann Brambach, die ich gelesen, haben mir sehr gefallen. Gefälliger, fließender Stil, neuer unterhaltender Stoff, findet immer eifrige Leser. Sind die Der Baron war ein vierundzwanzigjähriger schlanker Situationen originell, packend, die Personen sympathisch Mann mit blaffem Gesicht, langem Haar und einem kleinen geschildert, so steigert sich das Interesse und erstreckt sich Bartanfluge auf der Oberlippe. Er war überaus höflich, auch auf den Autor." und ferner das Wort Unabhängigkeit des Verein zu Brüffel 1849 eine Rede gehalten, in der er behauptet habe, bleibt Graf Kanitz die Antwort schuldig. Landes". An diese Wendung und an dieses Wort die erbärmliche Heuchelei des gegen die Korngefehe philan- Mit den anderen Thatsachen, die er vorbringt, verhält es wurde angesetzt und aus ihnen herausgelesen, daß be- tropisch deklamirenden englischen Fabrikantenthums geißelt. fich genau ebenso nach Feststellung derselben befragt, freundete Mächte" da waren, bereit, der Burenrepublik zur Die Antikornliga in England trieb eine freihändlerische Dema: absoluten Unabhängigkeit" von England zu verhelfen, an gogie, die in der Wahl der Mittel nicht wählerischer war als würde er die Antwort auch schuldig bleiben. heutzutage die schußzöünerische Demagogie des Bundes der LandAls Graf Kanit unter dem wiehernden Jubel der bas fie bis jetzt noch durch allerdings lose und dünne wirthe. Wie heute die deutschen Herren Großgrundbesiger dem Seinen endete, erhob sich Herr v. Marschall zur Erwiderung. Vertragsfäden gebunden ist. Die Verschwörung gegen einen Bauer, dessen Scholle kaum ein Ueberschußprodukt für den Und zugleich mit ihm stand der Ackerbauminister v. HammerEngland war fertig. Und die deutsche Chauvinistenpresse, Bertanf liefert, goldene Berge von einer Verschärfung der Korn- ftein auf, nicht um zu reden, sondern zu hören. Da hatten die seit Jahren von der Isolirung Englands faselt, zölle und einer damit verbundenen Getreide- Preissteigerung ver- wir den Zickzacfurs leibhaftig vor uns nicht in eine m die internationale Acht gegen England fordert und das sprechen, so versprachen damals die englischen Herren Fabri- Leib, sondern in zwei Leibern. Hammerstein Zick, taiserliche Telegramm als einen England hingeworfenen tanten dem Bruder Arbeiter goldene Berge von der Aufhebung Marschall- Back. Wann wird Zich oben sein und Back Fehdehandschuh bezeichnete, lieferte den Kitt zu dieser der Kornzölle und einer dadurch bewirkten Getreidepreis- unten? Wer weiß? Zick zack- Back zick- Zickzack. Monsterverschwörung. Alles klappte, der Heilige Jingo Erniedrigung. Großgrundbesizer und Fabrikant wußten in beiden Wie jene an hohen, Marschall sprach von seinem Standpunkte sehr gut arbeitete so tapfer, wie vorigen September in Deutschland Fällen ganz gut, was sie thaten. fo sind diese an niedrigen Getreidepreisen interessirt, er spielte förmlich mit seinem gräflichen Vorredner, der der Heilige Sedan; und Lord Salisbury gelang es, binnen fofern man mit den Nationalökonomen und Ricardo annimmt, daß freilich in der Logik nicht stärker ist als in der Nationalwenigen Tagen einen patriotischen Sturm in ganz England eine Senkung der Getreidepreise eine Senkung der Arbeitslöhne ökonomie. Erbarmungslos zerpflückt er das Spinnengewebe und den englischen Kolonien zu entfesseln, die armenische nach sich zieht. Eine Folge, deren Eintreten in Wirklichkeit der Kaniz'schen Argumentation und zeigt zu gleicher Beit Frage sich vom Hals zu schaffen, freie Hand zu bekommen übrigens durch mannigfache gegenwirkende Tendenzen natürlich die Unverträglichkeit des Antrags mit den bestehenden Berund auf Kosten Deutschlands so viel politisches Kapital zu verhindert werden kann und außerordentlich oft thatsächlich verträgen. Die Junker unterbrechen wiederholt den ver schlagen, daß er für ein paar Jahre genug hat. hindert wird. Jedenfalls glaubten die englischen Fabri haßten Minister, der ihnen noch niemals so scharf entgegenMöge aus dieser Episode von den Völkern die Lehre geschöpft werden, daß sie sich selbst den maßgebenden Einfluß über ihr Schicksal sichern müssen. fanten, daß mit dem 11 Neueffe Entdeckungen des Herrn Dr. Ruhland. Die gestrige Abendnummer der Deutschen Tageszeitung" bringt von Herrn Dr. Ruhland, der wissenschaftlichen Leuchte des Bundes der Landwirthe, einen Artikel, der charakteristisch genug ist, um eine weitere Verbreitung zu verdienen. Herr Ruhland, der seine agrarischen Wünsche erst neuerdings als„ Sozialpolitik des Vaterunser" schön broschürt herausgegeben hat, ver- evolutionär und stände steht sich auf das sensationelle Fach und die verblüffensten Ueberschriften troß Herrn Maximilian Harden von der Zutunft". Der Aufsatz in der Deutschen Tageszeitung" führt den effektvollen Titel: " ,, David Ricardo und Karl Marg- zwei Agrarier". Das Agrarierthum dieser beiden Klassiker der National ökonomie verspricht der muthige Verfasser seinem geduldigen Publikum aus den Quellen, durch Zusammenstellung der be treffenden Zitate als wahr zu erweisen". Spräche nicht das Datum dagegen, man würde an einen hübsch gelungenen Aprilscherz glauben. " der Arbeitsder er auf dem Boden hören. " " Und nun, man hat in Berlin befriedigende ErKornzoll Elärungen abgegeben", wie das englische Regierungsblatt aber in der populären Agitation stellte man die Sache so Blaz sein?" Und während er sich seßt, richtet der Agrarier lohn fallen und der Gewinn entsprechend steigen werde, getreten ist, wie heute. Aber wie lang wird er noch am herablassend verkündet, von dem kaiserlichen Telegramm bar, als sei der ganze Feldzug nur dem Bruder Arbeiter zu liebe Hammerstein sich hoch auf. wird in vierzehn Tagen kein Mensch mehr sprechen. unternommen, dem aller Vortheil aus dem billigen Brotpreis zu= Backzick Zickzack. Der englische Chauvinismus hat einen Triumph ge- fallen müsse. Die lächerlichen Widersprüche dieser Freihandels- Nach Marschall Graf Galen, der im Namen des Zentrums feiert, der deutsche eine Lektion empfangen, und den propaganda deckt Mary auf. Freihandel, ruft er, bedeutet Freiheit den Antrag für nicht annehmbar erflärt. Dann Graf Völkern ist wieder einmal klar geworden, wie heut- bes Rapitals, und wird in diesem Sinne von dem Fabrikantenthum Schwerin(-Löwig), ein eifriger Agrarier vor dem Herrn, zutage Kriege gemacht werden können. verlangt. Freiheit des Kapitals bedeutet aber freie Entfesselung dessen Name auf der 100 Unterschriften enthaltenden Liste all der Tendenzen, die in dem Wesen der kapitalistischen Gesell Denn, hätte die englische Regierung den Krieg geschaft liegen. Mit der beschleunigten Entwickelung des Kapita- der Antragsteller als zweiter, gleich neben Kanit prangt. wollt, wie 1870 Bismard ihn wollte, so würde sie lismus entwickelt sich aber in beschleunigtem Maß der Wider- Graf Schwerin ist nur seinen agrarischen Nachbarn verdas kaiserliche Telegramm ebenso gut dazu benutzt haben, streit all der Kräfte, die das Gefüge dieser gesellschaftlichen ständlich, die einen Kreis corona, zu deutsch Krone, wird wie Bismarck damals die angebliche Beleidigung des Organisation sprengen und die Bahn für den Sozialismus frei es von eleganten Parlaments- Berichterstattern genannt Königs Wilhelm durch Benedetti. Zum Glück wollte sie machen werden. Die Entwickelung ist zugleich revolutionäre um ihn bilden und jedes seiner Worte auffangen, so daß sie feinen Krieg, blos einen großen Spettatel. Entwickelung, und nur in diesem Sinne, erklärt Mary, stimme ich einen Sanitätskordon zum Schutz der übrigen Mitglieder für den Freihandel. Der Arbeiter wird sehen, daß das frei des Reichstags bilden. gem ordene Rapital ihn nicht minder zum Sklaven macht, als das Herr Rickert, der hinter Schwerin auf der Rednerliste durch Zollschranken belästigte. Glauben Sie aber nicht. meine Herren", fügt er hinzu, daß wenn wir die Handelsfreiheit stand, durchbrach mit anerkennenswerther Rourage die Sicherfritifiren, wir die Absicht haben, das Schuzzollsystem beitstette, um einige der agrarischen Redeperlen aufzufangen, zu vertheidigen. Man taun den Ronftitutionalismus die er dann auch in einer ziemlich lebendigen Rede dem Hause zum bekämpfen, ohne barum ein Freund des Absolutismus zu sein." besten gab. Namentlich die Schlußphrase, daß der Antrag Kaniz Uebrigens ist das Schutzzollsystem nur ein Mittel, um die Groß den sozialen Frieden bedeute, gab Herrn Rickert Stoff zu industrie und damit den Kapitalismus mit allen den ihm recht wirksamen Angriffen auf die jünkerlichen Demagogen, innewohnenden Tendenzen heranzuziehen. Der Freihandel ist die das Wohl des Bruder Bauer" auf den Lippen und die dem erwachsenen- unter der Hülle der Schußzölle er das gleißende Wuchergold der Volksaushungerung im wachsenen Kapitalismus entsprechende Konstitution. Wäre aber Karl Mary, so dozirt Herr Ruhland, kein Herzen haben. Um 6 Uhr wurde die Debatte auf morgen vertagt, heutigen Rechts- und Wirthschaftsordnung, mit der Absicht, nachdem Herbert Bismarck und Graf Bernstorff das Haus fie zu erhalten und und zu bessern, statt sie zu zerstören, in einen Zustand geistiger Lähmung versetzt und unfähig er wäre als zweiter Disraeli Führer der Agrarier. Und gemacht hatten, für heute noch weitere Reden anzuin diesem Sinne schließe ich mit der Behauptung: die beiden weitaus bedeutendsten Nationalökonomen, welche die Erde je ge tragen hat, David Ricardo und Mary, waren Agrarier. Wäre" und" war", wirklich mit bewunderungswürdiger Kraft zunächst die Wahl des Präsidiums vor. Das preußische Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstag Der bisherige fett Herrn Ruhland's Logik über die breitesten Wassergräben Präsident, v. Köller( konf.) und der erste Vizepräsident, Frhr. hinweg. v. Heereman( 3.) wurden durch Zuruf wiedergewählt. Die Selbstverständlich liegen die Dinge heute in der ganzen Welt Stelle des zweiten Bizepräsidenten, die in der vorigen Session anders als in dem England der vierziger Jahre. Der Kapita- der inzwischen verstorbene Abg. Dr. Graf innegehabt hatte, lismus, dessen Entfesselung durch den Freihandel Marx im wurde durch den von der nationalliberalen Partei präsentirten Und wie sezt Dr. Ruhland diesen ernsthaft gemeinten im Jahre 1849 begrüßte, hat heute seinen Siegeszug über alle Länder Abgeordneten Dr. Krause besetzt. Sodann brachte der FinanzJanuar- Aprilscherz, der für seine eigene Kampfmethode so der zivilisirten Welt ausgedehnt. Der etablirte und gefestigte minister Dr. Miquel den Etat ein. Das im Hause ver grausam charakteristisch ist, in Szene? Er druckt einige Aussprüche Kapitalismus der modernen Welt paßt sich mit gleicher Ge- breitete Gerücht, Dr. Miquel würde in diesem Jahre nicht selbst Ricardo's über die Preisbildung des Getreides ab, die mit irgend schmeidigkeit dem Schutzzoll wie dem Freihandel an. Oder die üblichen Erläuterungen zum Etat geben, da er durch Krankwelcher agrarischen Gesinnung ganz und gar nichts zu thun find etwa die schutzölnerischen Vereinigten Staaten und das heit am Erscheinen verhindert sei, war insofern übertrieben, als haben, und formulirt die allgemeine Ansicht von Ricardo dann schutzöllnerische Deutschland den destruktiven Tendenzen man dem Minister höchstens eine tazenjämmerliche Stimmung dahin, daß eine Steigerung in der Lebenshaltung der breiten fapitalistischer Entwickelung weniger unterthan, als das frei anmerkte. Und wie sollte es auch anders sein? War ihm doch Boltsschicht wünschenswerth erscheine, ein Steigen des Arbeits- händlerische England? Das Schicksal geht seinen Gang, und die schwierige Aufgabe zugefallen, die Preßstimmen verschiedener lohnes aber una bänderlich mit dem Steigen des Preises Mary wäre der Erste, heutzutage die Utopisten zu verlachen, ihm nahestehender Zeitungen zu dementiren und gegenüber der der Rohprodukte und namentlich mit dem Steigen der Preise welche die Rechts- und Wirthschaftsordnung dadurch erhalten zu von dieser Seite beliebten Schwarzmalerei flipp und klar für Brotgetreide verknüpft sei. Höhere Geldlöhne der Arbeiter können meinen, daß sie sich in schutzöllnerischen Preistreibereien einzahlenmäßig nachzuweisen, daß die Finanzlage des Landes äußerst und höhere natürliche Getreidepreise bedingen einander." laffen. Herr Ruhland stellt sich aber, als würde Mary eine günstig sei; daß sicher kein Defizit, vielleicht sogar ein kleiner Freilich habe Ricardo sich trotzdem nicht für eine Politit folche Politik noch heutzutage als eine fonfervative Macht an- Ueberschuß erwartet werden könne. Wie nicht anders zu erder Getreidepreissteigerung, wie sie von den Agrariern heute erkennen, als würde er, wenn er aus seiner revolutionären Ver- warten, war die Stimmung im Hause lustlos"; nur selten verlangt wird, ausgesprochen. Aber dieser menschlich verzeihliche blendung nur heraustönnte, in einer solchen Politik das Kon- wurde die zweistündige Rede des Ministers durch eine Beifalls. Frrthum sei in der mammonistischen Beschränktheit des damaligen fervirungs- und Besserungsmittel der heutigen Gesellschaft äußerung der Rechten unterbrochen. Als aber Herr Miquel be Zeitalters, das in der Vermehrung des Reichthums und der erblicken. tonte, daß die Ausführung der Rückzahlung der GrundsteuerProduktion das Endziel einer richtigen Volkswirthschafts- Herr Ruhland versteht die Kunst des Lesens. Wir hoffen Entschädigung in loyalfter Weise gehandhabt sei und nur einen politik erblickte, begründet gewesen. Sieht man von den auch noch mit der Zeit Fortschritte darin zu machen geringen Ueberschuß erbracht habe, da wachten selbst die Agrarier falschen Konsequenzen ab, zu denen diese mammonistische und vielleicht zum ersten April aus den Quellen durch Zu- aus ihrem Schlummer auf, um dieses Bekenntniß mit einem Ueberzeugung Ricardo drängt, und hält man sich an die richtige sammenstellung der betreffenden Zitate" an der Hand von freudigen Lachen zu begrüßen. Andererseits erregte es die Grundansicht des großen Denters, wonach der Fortschritt der Ruhland's eigenen Schriften den Beweis zu liefern", daß er Seiterkeit der Linken, als Miquel erklärte, die preußische Reallgemein menschlichen Gesittung eine Zunahme der Bedürfnisse ein verkappter Sozialdemokrat, womöglich gar ein großer öfono- gierung sei in der Besetzung der Richterstellen niemals farg geder Masse und also eine Steigerung des Arbeitslohnes zur mischer Denter ist. Den Lesern der Deutschen Tageszeitung" wefen. Im übrigen bot die lange Rede wenig Neues. Hervors Boraussetzung hat, dann führen die sämmtlichen Ricardo gratuliren wir schon heute. vorzuheben wäre höchstens, daß für den Umbau der Charitee schen Schriften mit eherner Ronsequenz zu dem eine Anleihe von 15 Millionen aufgenommen wird, die ersetzt Resultat: Der Fortschritt der Nation liegt in werden soll aus der Veräußerung des Botanischen Gartens. Die der Richtung einer langsam ftetigen Steige. Regierung hat nämlich, wie Dr. Miquel erklärte, teine Vers rung der Getreidepreise! Also ist David anlassung, der Stadt Berlin, ie schon den Thiergarten Ricardo ein Agrarier." Mit anderen Worten: Ricardo hielt eine Steigerung der hauptstadt so Der Reichstag hat heute seinen ersten" großen Tag" befize, noch diesen Park zu schenken; wenn der Reichs viel daran liege, so möge fte den Getreidepreise im Interesse der Arbeiter für wünschenswerth, in dieser Session. Ein großer Tag" ist eine Sigung, in Botanischen Garten taufen. Daß sich durch die Rede des weil durch eine solche Preiserhöhung auch die Löhne und mithin die Lebenshaltung der Masse sich heben würde. Nur weil er für der eine Frage behandelt wird, die einen großen Theil des Finanzministers wie ein rother Faden die Reichs- Finanzreform Reichstages start interessirt. Und zwar persönlich zog, ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, daß Dr. Miquel den Profit der Industriellen eintrat, vermochte er die weiteren start intereffit. Das allgemein menschliche Intereffe genügt von der Durchführung dieses seines Lieblingswunsches alles Heil Herr Ruhland versteht es seine Nationalötonomie" auf nicht. Wenn einem System der Prozeß gemacht wird, wie es in erwartet. Am Dienstag wird das Haus mit der ersten Berathung das Niveau der berüchtigten Tivoliverfammlung herunterzubringen. der Budgetdebatte durch den sozialdemokratischenRedner meister des Etats beginnen. Folgerungen aus dieser richtigen Grundansicht nicht zu ziehen. " " Politische Uebersicht. Berlin, 16. Januar. " Recker ist im Namen der Wissenschaft wohl felten ge- haft geschah, so ist das kein großer Tag", denn die Majorität Zum Septemberkurs. Heute Nachmittag erschienen frebst worden. Wenn Ricardo davon spricht, daß bei einer des Reichstags ist bei der Sache nicht persönlich interessirt; in der Buchhandlung von Hans Baate, City Paffage, Steigerung der Getreidepreise die Löhne gleichfalls steigen müssen, niemand hat dabei wenigstens in absehbarer Zeit einen Beamte der politischen Polizei, die auf telegraphische Anfo meint er, wie er immer wieder von neuem erklärt, damit die Groschen zu gewinnen oder zu verlieren. Und das ist das ent- weisung der Staatsanwaltschaft in Breslau nach dem Geldlöhne. Der Preis der Waare Arbeit richtet sich, das ist Ricardo's allgemeiner Sat, ebenso wie der Preis aller übrigen scheidende. Heut aber handelt es sich um hunderte von Millionen bekannten Märchenbuch für die Kinder des Baare nach den Produktionskosten. Die Produktionskosten der jährlich, die einigen Tausenden gegeben, und den Millionen Broletariat 3" haussuchten. Gefunden und beschlagWaare Arbeit lösen sich in die Auslagen des Arbeiters für die des arbeitenden Volkes aus der Tasche genommen werden nahmt wurden 643 Exemplare. Das Buch ist seit drei nothwendigen Lebensmittel auf. Mit dem Preise dieser Lebens- sollen. Der Antrag Kanit steht auf der Tagesordnung: Jahren ungestört in mehreren tausend Exemplaren verbreitet mittel, also auch des Getreides, steigen die Produktionskosten der der Anfang zur Verwirklichung des junkerlichen Zukunfts- worden. Arbeit und damit ihr Preis. Der Arbeiter muß, um sich am staats, in welchem die Edelsten der Nation auf Staats- und Leben zu erhalten, eine größere Geldsumme in Lohnform be Regiments- Untoften in Saus und Braus der Kulturaufgabe zutheilen, daß der Kaiser sich Herrn v. Lucanus gegen Wir waren vor mehr als Jahresfrist in der Lage, mitziehen, aber mit dieser größeren Geldsumme kann er eben obliegen, das Deutsche Reich zu regieren mit Sporen am Fuß über sehr unwillig über die sozialdemokratische Jugendder Bertheuerung der Lebensmittel sich keine reichlicheren Unterhalt verschaffen als früher. Seine Lebens- und der Beitsche in der Hand. Große Geldsummen find literatur äußerte. Herr Diet, der in Prozessen gegen haltung ist also durch eine Lohnsteigerung, die als Folge einer im Spiel groß mit oder ohne Doppelwährung groß Sozialdemokraten so erprobte Staatsanwalt des BerPreiserhöhung des Getreides auftritt, um nichts gebeffert. Ja ist die Spannung, das Haus ist zum ersten Male voll liner Landgerichts 1 unterzog sich gleich darauf mit 0 mit ber größtem Eifer der genauen Lektüre sozialdemokratischer Jugendschriften und überfah hierbei auch nicht das heute beschlagnahmte Märchenbuch. Sein Eifer war aber nicht von Erfolg begleitet, selbst ihm schien ein Einschreiten gegen diese harmlosen Schriften unmöglich. Beredsamkeit Wenn wir auch die Verdienste, die sich gerade die Breslauer Richter in letzter Zeit erwarben, sicherlich nicht zu gering anschlagen, so halten wir es doch für unmöglich, daß sie der Beschlagnahme des Baake'schen Märchenbuches bestätigen könnten. noch mehr, Ricardo hebt ausdrücklich( z. B. auf S. 82 feines es ist ein großer Tag". von Baumstart übersetzten Hauptwertes) hervor, daß bei Getreide- Graf Kanig, der seinen Antrag höchstselber begründet, preis- Erhöhungen die Gelblöhne voraussichtlich sich gar nicht hat ein aufmerksames Publikum. Die Junker hängen ihm einmal fo weit heben werden, um dem Arbeiter ebenso viel am Mund,( wie Dido weiland dem Aeneas, und während Genußmittel als vorher zu verschaffen. Der Arbeiter wird dann also, sagt er wörtlich, der Sache nach er den Kopf wie von Gedanken schwer belastet zur Seite neigt, er predigt chlechter gezahlt." Steigerungen des Getreide spreises wirten folglich nach Ricardo dem eines Wunderdoktors und der Glaubensinbrunst eines wünschenswerthen 3iele einer Hebung der Religions Entdeckers das welterlösende Evangelium der materiellen Lebenslage der arbeitenden Be Brotvertheuerung. Seine Stimme zittert und Thränen völkerung dirett entgegen, befördern jeden steigen ihm ins Auge, wenn er von dem Nothstand der falls dieses Ziel in teiner Weise. armen Bauern" spricht, denen niemand bisher helfen Der wirkliche Ricardo behauptet also das ftritte Gegentheil wollte, die aber durch seinen Antrag im Nu reich und von dem, was Ruhland unverständlicher als die eherne Konfequens aller Ricardo'schen Schriften" erklärt. Und Ricardo glücklich gemacht würden. Mit unnachahmlichem Schein behauptet nicht nur, er beweist seine These. ernst vertheidigt er sich gegen den Vorwurf, daß sein Im Bewußtsein dieser gelungenen Musterleistung macht sich Antrag sozialistisch" sei und ist verwundert, daß dies sogar Ruhland dann an Rarl narr, bei welchem die„ Beweis von sozialistischer Seite behauptet werde. Auf die zu führung weit leichter ist". Marg hat nämlich im demokratischen gerufene Frage, welcher Sozialdemokrat einen solchen Unsinn Ans Sachfen. Die Bewegung gegen das Attentat auf das Landtags- Wahlrecht schreitet mit wachsender Stärke fort. Dutzende von Vers sammlungen, alle massenhaft besucht, fanden in den legten Tagen statt, und Dutzende von Versammlungen sind augekündigt. an Die Unterzeichneten erblicken in der beabsichtigten Umänderung des Wahlrechts ein unerhörtes Attentat auf das höchste Volts: recht und protestiren gegen jede Verschlechterung des LandtagsWahlrechts. Im Interesse des Volkes halten sie dagegen die Er weiterung des gegenwärtig bestehenden Zensus Wahlrechts zum allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht für unbedingt nothwendig. B " Durch ganz Sachsen zirkulirt von heute ab folgende 13 abre immerfort Gefälligkeiten und Dienste zählen, eben so viele bienfitaugliche junge Männer, um die vierten Petition: erwiesen, ohne auch nur den geringsten Dank davon zu Bataillone damit zu ergänzen, so hat sie die Präsenzstärke von Die in Aussicht genommene Veränderung des Wahlrechts haben. Nun, so bin ich ihr auch keinen Dank schuldig." 1893 nicht überschritten, aber doch die Zahl der friegstüchtigen zum sächsischen Landtage, welche auf die Umwandelung des Herr Gehlsen fügt diesem Bekenntniß einer schönen Mannschaften erhöht. Die Ersehung der Militär- Handwerker gegenwärtig bestehenden direkten Wahlrechts für die II. Rammer Seele noch die Nachschrift hinzu: durch Zivilarbeiter würde etwa 8 Millionen jährlich fosten; dazu in ein indirektes Klassen- Wahlsystem hinzielt, veranlaßt ergebenst Wie mir Herr Dr. Kayßler weiter mitgetheilt hat, um tamen noch die einmaligen und dauernden Ausgaben für AusUnterzeichneten und Genossen, sich mit dieser Petition an den das Stückchen Mensch in ihm selbst zu retten" bat rüstung, Unterbringung 2c. der ausgewachsenen neuen Bataillone. Landtag zu wenden. er sich besonders dagegen aufgelehnt, daß Herr von Tiede. Ob dieser Plan schon endgiltig feststeht, läßt das genannte Blatt man n allzu oft im Auftrage des Reich 3- selbst dahingestellt. tanzlers mit einem utas erschienen, der- Gine feltene Mahnung zur Unparteilich ihm als bestimmt für die jeweilige Saltung teit. Beim Beginn der Schwurgerichtsperiode am Landgericht der Post" vorgelesen wurde. Herr von Tiedemann in alle a. G. hat legten Montag der Vorsitzende des Schwur hat diese klassischen Schriftstücke nach Verlesung stets wieder mit gerichte, Landgerichtsrath Lebenheim, eine Ansprache sich genommen, sodaß dieselben leider der Geschichte entzogen an die Geschworenen gehalten: Die Geschworenen bleiben." wurden darauf hingewiesen, daß sie bei Ausübung ihres Amtes Und der Gehlsen und der Kayßler, das sind die Art ganz wie der Berufsrichter mit voller Unparteilichkeit ihrer Pflicht Leute, die in der" Post" den" Kampf für Ordnung, Sitte der Rechtsprechung zu walten und sich nicht etwa vou und Religion" gegen die Sozialdemokratie führen, natürlich einer Boreingenommenheit vielleicht aus poli. aus tiesinnerster Ueberzeugung, und die dann ihren Groll tischen Rücksichten leiten zu laffen hätten, daß z. B., wenn über ihr Reptiliendasein Luft machen, um das Stückchen der Angeklagte der sozialdemokratischen Partei Mensch in ihnen selbst zu retten". angehöre, dies bei Beurtheilung seiner That durchaus außer betracht zu bleiben habe und nicht etwa aus jenem Der Soldatenerzeß zu München. Das königliche Umstande ein Motiv hergeleitet werden dürfe, des Angeklagten parteien gewünschten und von der Regierung im Landtage Militärgericht zu München verurtheilte den Lieutenant Sandlungsweise aus anderen als den geltenden rechtlichen Gein der Sigung vom 10. Dezember 1895 angefündigten Schoeffer in München, der in der Sylvesternacht dem fichtspunkten zu beurtheilen oder ihn von vornherein als der reaktionären Wahlgesetvorlage die Einführung des allge. Sergeanten Zech die von legterem geforderte Patrouille fraglichen That verdächtig anzusehen. Es würde unrichtig sein, wenn man den Standpunkt einnehmen wolle, gegen Anhänger meinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für alle mit scharfen Patronen ins Pschorrbräu mitgab, wegen der sozialdemokratischen Partei in gewissen Fällen ein Vorurtheil Staatsangehörigen vom 20. Lebensjahre ab ohne Unter- Dienstpflichtverletzung als Wachhabender zu 30 Tagen zu fassen lediglich aus dem Grunde dieser ihrer politischen schied des Geschlechts für die II. Kammer des Landtags Stubenarrest. zu beschließen.Die politische Reife des Sachsenvoltes, sowie feine hochentwickelte wirthschaftliche Thätigkeit erfordert deffen eingehendste Antheilnahme an den gesetzgeberischen Arbeiten des Staates. Jede Beschränkung dieser Antheilnahme schädigt aufs schwerste die politischen, sozialen und wirthschaftlichen Interessen des Ergebenst Unterzeichnete ersuchen darum den Landtag: unter Ablehnung der von den Sprechern der KartellVolkes. Streng aber gerecht! Richtung, wie es auch ebenso unrichtig sei, sittlich bescholtenen Personen als Angeklagten ohne weiteres schon wegen des Umstandes der sittlichen Bescholtenheit eine besondere Qualifitation zu einer strafbaren Handlung zuzutrauen. Nach neueren Erfahrungen habe es sich gezeigt, daß es nothwendig erscheine, auf jenen Punkt hinzuweisen. Wegen seiner typischen Bedeutung für den Ueber- Grenzregulirung in Hinterindien. Zwischen Eng muth des koalirten Unternehmerthums im" Jubeljahre" der land und Frankreich ist endgiltig ein Abkommen getroffen, Errichtung des Deutschen Reiches geben wir an dieser nach welchem England einwilligt, daß der Metong Stelle einen Versammlungsbericht wieder, der uns aus fluß die Grenze zwischen den britischen und französischen Schade, daß diese beherzigenswerthen Worte nicht in allen Berlin zuging. Er lautet: Besizungen von Nord- Siam bis zu den Grenzen des Gerichtshöfen des Deutschen Reiches gehört und beachtet werden In der öffentlichen Versammlung aller in der Firmenschilder- chinesischen Reiches bilden, und Siam der einzige Puffer- tönnen! Branche beschäftigten Arbeiter, die am Sonntag Alte Jakob- staat zwischen dem britischen und dem französischen Gebiete- König Stumm's Unkenntniß. Bei den Vers ſtraße 83 tagte, unterzog man die bei der Firma Poetsch sein soll. Dieses Abkommen gilt sowohl in London wie handlungen im Reichstage am 15. d. M. über die Auss bestehenden Verhältnisse einer lebhaften Kritit. Dort fei Paris als Beweis für die gegenwärtigen ausgezeichneten de hnung der Arbeiterschuß Gefeßgebung fagte in leter Zeit, froß der faſt muſtergiltigen Bünktlichkeit der Ar- Beziehungen zwischen den Regierungen Frankreichs und der Abgeordnete v. Stumm:„ Die Berufsgenossenschaften haben beiter, ein Kontrollmarken- System eingeführt worden, welches zur Folge gehabt hätte, daß einem Maler, der die Annahme Englands. der Marke verweigerte, sofort die Entlassung zu theil ge= Vers M ihre Schuldigkeit gethan, aber ihr Einfluß ist heute sehr gering, denn ihre Entscheidungen werden zunächst von den SchiedsDas Rechts Verhältniß des Transvaal zu gerichten kontrollirt und kommen dann an das Reichs- Verworden sei. Weiter wurde mitgetheilt, daß Herr Poetsch England auf grund des Vertrages von 1884 wird durch sicherungsamt. Die Folge davon ist, daß das Feld der Selbstan alle dem Verbande der Schilderfabrikanten angehörigen Mit eine Reminiscenz beleuchtet, die das Londoner Blatt„ Globe" thätigkeit ein sehr geringes ist. Die Unfallverhütungen sind das glieder ein Birkular folgenden Inhalts erlaffen habe:„ Der Maler Filz ist bei mir heute wegen Verweige veröffentlicht: einzige Gebiet, auf welchem die Berufsgenossenschaften un Daß die vielgerühmte bes rung der Kontrollmarte entlassen worden. Ein Mitglied des letzten liberalen Rabinets, Staatssekretär abhängig vorgehen können." 2aut gestrigem Beschluß bitte ich, ich, den Bugton, erklärte am 7. Februar 1895, als im Parlament die rufsgenossenschaftliche Selbstverwaltung in der Praxis ober faul ist, wissen wissen schließlich auch schon solche Leute, felben nicht zu beschäftigen, und falls Stellung der Engländer im Transvaal zur Sprache gebracht Gie teine eigenen Maler befchäftigen, wurde, die Regierung sei nicht in der Lage, auf diese Frage ein die mit unserer Unfallversicherungs- Gesetzgebung persönlich nichts bei Ihrem betreffenden Meister dahin zu zugehen. Sie halte aufrecht, was am 25. Februar 1890, also zu thun haben. Wenn Herr v. Stumm aber weiter sagt, daß die wirken, daß auch dieser den Obgenannten nicht zur Zeit des früheren Rabinets Salisbury Staatssekretär Berufsgenossenschaften ihre Schuldigkeit gethan haben, also auf beschäftige. Sollte derselbe dem Gebiete der Unfallverhütung, so müssen andere Vertreter der bereits in- Smith gleichen Anfragen gegenüber im Barlamente ausgesprochen Berufsgenossenschaften über solchen Muth höchst erstaunt sein. awischen eingestellt fein, so bitte ich im babe, indem er darauf hingewiesen habe, daß die zwischen G3 ist noch ungeheuer viel zu thun. Wird doch seit Jahren Interesse unserer Sache um sofortige Ent- Transvaal und England am 27. August 1884 in London ablaffung des Arbeiters." Auch bei der Firma Kaufmann geschlossene Konvention einen ausdrücklichen Bor mit allen Kräften dahin gewirkt, daß die landwirthschaftlichen soll einem Maler bei seiner Entlassung gedroht worden sein, bebalt bezüglich der Suzeränität England 3 Berufsgenossenschaften ihr Augenmerk mehr auf die Unfallohne daß diese Bestrebungen bis jetzt man werde dafür sorgen, daß er nirgends mehr beschäftigt im Transvaal nicht enthalte. Allerdings fei verhütung richten, würde. Danach zu schließen schreibt der Verfasser des die Zustimmung der Königin zu Verträgen Transvaals nennenswerthen Erfolg gehabt hätten. Die gewerblichen BerufsBerichtsscheinen auch in unserer Branche bereits die mit ausländischen Regierungen vorbehalten. Und dann fuhr genossenschaften haben mit wenigen Ausnahmen Unfallverhütungsschwarzen Listen zu zirkuliren. Es ist demnach unsere Mr. Smith fort: it is a cardinal principle of that settle- Borschriften erlassen, aber wo sie bestehen, sind sie theilweise doppelte Pflicht, uns fest zu organisiren und alle noch fern- ment( and this is the point), that the internal government recht sehr der Verbesserung bedürftig. Könnten die Berufsstehenden Kollegen für den Fachverein der Firmenschilder- Branche and legislature of Transvaal shall not be interfered with." genossenschaften auf dem Gebiete der Unfallverhütung vollzu gewinnen. Bu deutsch: es ist ein Hauptgrundfah dieser Vereinbarung( und tommen unabhängig vorgehen, so wäre ihnen das gewiß nicht In frischem Gedächtniß sind noch die Verurtheilungen, das ist der Punkt, auf den es ankommt), daß eine Gin unangenehm, andererseits aber anf das schärfste zu bekämpfen. die innere mischung( Englands) in welche Arbeiter über sich ergehen lassen mußten, weil fie im waltung und Gesetzgebung nicht stattfinden obendrein sind nach§ 90 a. a. D. die Unfallverhütungs- VorGlücklicherweise haben nach§ 79 des Unfallversicherungs- Gesetzes die Arbeitervertreter auch ein gewichtiges Wort mitzureden und Rampf um beffere Arbeitsbedingungen den betreffenden soll." Unternehmern den Zuzug von Arbeitskräften abzuschneiden schriften an die Genehmigung des Reichs- Versicherungsamts gesuchten. Noch nirgend aber hat man erlebt, daß ein Unter- Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. Aus bunden. Also, Herr v. Stumm: Kopfrechnen gut, nehmer wegen der Verwendung von schwarzen Listen be- Hamburg meldet uns ein Privat- Telegramm vom soziale Geseztenntniß schwach! straft worden wäre. So ist es denn natürlich, daß das 16. Januar, daß der Barbier Martens von der München, 16. Januar. Das Abgeordnetenhaus Unternehmerthum immer fecker auftritt. Das Zirkular Straffammer des Landgerichts Altona wegen Majestäts, nahm bei der Berathung der Konversionsanträge den modi des Fabrikanten Poetsch zeigt, mit welch' grenzen beleidigung zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt fisirten Antrag Daller, die Regierung möge die Ron= lofer Frivolität dabei verfahren wird. Jedwede Rück- wurde, weil er beim Besuch des Kaisers in Altona version der vierprozentigen Staatsschuld in ficht auf den Nächsten wird Dabei über Bord Hoch die Anarchie!" gerufen hatte. eine dreieinhalbprozentige thunlich st bald in geworfen. Nicht genug, daß der Arbeiter wegen einer be Der Journalist, der auf der Tribüne des Ab- Angriff nehmen, soweit rechtliche Bedenken nicht bestehen, liebigen Lappalie dem Elend der Arbeitslosigkeit über geordnetenhauses bei der Arbeit fitzen geblieben war, als nachdem dieser Antrag die Billigung des Finanzantwortet wird, man sucht ihm auch die Möglichkeit zu das Hoch auf den König von Preußen ausgebracht wurde, ministers Riedel erhalten hatte, mit 121 gegen 12 Stimmen rauben, wieder in seinem bisherigen Berufszweige Arbeit und der deshalb von einem konservativen Abgeordneten an. Gin Antrag der Sozialdemokraten auf eine breiprozentige Ronversion war abgelehnt zu bekommen, ja, man wagt das ungeheuerliche, ihn wegen denunzirt wurde und nunmehr einer Untersuchung worden. derselben Lappalie aus der Arbeit hinwegzudenunziren, die wegen Majestätsbeleidigung entgegensteht, soll Von der Straftammer in Ulm wurde die BeFronie des Schicksals! ein Redakteur der er etwa doch gefunden hatte, und man beruft sich dabei auf einen Beschluß, dem also ein Komplott vorangegangen National Beitung" gewesen sein. Es ist auch für rufung des Rechtsanwalts Pfizer gegen ein schöffengerichtliches Urtheil verworfen und Pfizer in die Kosten beider Insein muß. Wie lange noch wird man in den Regierungs- die harmlosesten Leute gefährlich, unter Palmen zu wandeln, stanzen verurtheilt. Bekanntlich wurde Pfizer wegen unberechtreisen dieser Schreckensherrschaft des Unternehmerthums wenn dort Fußangeln liegen. tigter Titelführung zu 5 M. Geldstrafe verurtheilt. thatenlos zuschen? Wegen Beleidigung des deutschen Kais fers erhielt von der Strafkammer in Stuttgart der Desterreich. Einen Einblick in das Treiben eines Reptilien 32 Jahre alte Bäcker und Müllergehilfe Ropp Mährisch- Oftrau, 15. Januar.( N. Fr. Pr.) Der gestern, blattes gewährt eine Flugschrift, die der bekannte frühere vier Monate Gefängniß. Derselbe wurde in einem mittags durch einen elektrischen Kurzschluß ausgebrochene Brand Herausgeber der Reichsglocke", Joachim Gehlsen Drte bei Stuttgart von einem Gendarmen beim Bettelu be- auf dem der Nordbahn gehörigen Hermenegild"- Schachte gegen die Zeitung" Post" veröffentlicht hat. Es geht troffen und auf das dortige Rathhaus transportirt, wo- wurde um 1/211 Uhr nachts nach Einpumpung von ungeheuren daraus hervor, daß Gehlsen zehn Jahre lang unter dem selbst er sein Betteln für kein Verbrechen hielt und einen Von den sechzehn betäubten Arbeitern, die man nebst den fünfMengen von Wasser und Dampf vollständig gelöscht. Namen J. B. Keller von London aus forrespondirt hat. sehr drastischen Vergleich zwischen seinem Betteln und zehn Todten im neunten Horizont gefunden hatte und welche Herr Gehlsen, der kurz nach Erlaß des Sozialisten der Kaiser Wilhelm- Stiftung, sowie der zunächst in das Nothspital auf dem Schachte untergebracht und gesetzes in der Schweiz tüchtig draufloswühlte", Bismardipende 30g, welche beide letzteren ja auch heute in das Polnisch- Ostrauer Krankenhaus überführt wurden, indem er die deutschen Arbeiter in der" Tagwacht" offen erlaubt gewesen seien. Ein Wort gab das andere und ist einer während der Nacht gestorben, so daß sich die Zahl zum gewaltsamen Widerstande gegen die deutsche Regierung schließlich wurde der„ Bettler" wegen Majestätsbeleidigung der Opfer auf fechzehn erhöht. aufforderte, hat also mit Wissen der Redaktion für das be- denunzirt und wie oben vermerkt verurtheilt. rüchtigte Organ des Herrn von Stumm Artikel geschrieben. Die" Post" und Herr Gehlsen waren einander werth. Und Herr Gehlsen könnte noch heute bei der" Post"„ im warmen Nest sigen", wenn nicht infolge einer CONVON " " # * -* Deutsches Reich. = Von den sechzehn Todten waren neun ver heirathet und Familienväter; sieben waren ledig. Geradezu musterhaft war die Haltung der Arbeiterschaft während der Katastrophe. Die Mannschaft betheiligte sich in aufopfernder, selbstloser Weise an dem Rettungswerte. Ungarn. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung Polemik, in die er mit der Kölnischen Volkszeitung" den Ausschußantrag zu dem Entwurf eines bürgerlichen Gesetzgerieth, weil er sich der als Schlittenfahrer befannten buches angenommen; ebenso den Ausschußbericht über den Ent- Budapest, 15. Januar. Abgeordnetenhaus. Der Londoner Schwindlerbande angenommen hatte, sein wahrer wurf eines Gesetzes wegen Feststellung des Landeshaushalts- Führer der Nationalpartei Graf Apponyi ent wickelte fein Programm. Er erklärte unter anderem, er Name in die Deffentlichkeit gedrungen wäre. Da hielt die Etats von Elsaß- Lothringen für 1896/97. gegenwärtige Redaktion der Post" es für gerathen, das Statistit über die Lohn und Arbeitswünsche keine Aenderung des Systems, auch Berhältniß zu kündigen. tobt Herr Gehlsen verhältnisse teine enderung des Wahlgefeges, er wünsche Nun ber Bureau Angestellten. Der blos Verschärfung im Disziplinarvorgehen " Post" los. Aus einem gegen die von Gehlsen Agitationskommission der Bureau- Angestellten Deutschlands ist von veröffentlichten Briefe geht hervor, daß nicht nur dem Vorsitzenden der Reichskommission für Arbeiter gegen die Beamten, welche die Wählerlisten zuder frühere Redakteur der" Post", Herr Kayßler, statistit ein Schreiben zugegangen des Inhalts, daß der von der fammenstellen und das Verbot der Theil. sondern auch der gegenwärtige, Herr Groddet, über die ersteren Kommission gestellte Antrag auf Aufnahme einer nahme der Beamten an Wahlattionen. Der er denke nicht daran, seine Persönlichkeit ihres Korrespondenten genau unterrichtet war. niffe der bei Rechtsanwälten, Notaren und oppofitionelle Politit aufzugeben. Minister. Statistit über die Lohn- und Arbeitsverhält. Redner schloß, Herr Groddek schreibt nämlich: Gerichtsvollziehern beschäftigten Personen, Präsident Banffy erklärte darauf, er erkenne die " Daß mir Feindseligkeit gegen Sie fern liegt, brauche ich wohl resp. auf Beschlußfassung darüber, den Reichskanzler zu erfuchen, Berechtigung der Vorwürfe bezüglich der Wahlen nicht zu betonen. Ich würde auch, wenn Sie die Kampagne den§ 1 der Geschäftsordnung der Kommission für Arbeits- nicht an; die neue Volkspartei habe die Erregung hervor gegen Renschel unter dem Namen Reller hätten führen statistik dahin abzuändern, daß die Kompetenz dieser Kommission gerufen, da ihre Bestrebungen auf die Umwälzung der bestehenwollen, das als Ihr Privatgeschäft betrachtet und mich nicht auch auf den Beruf der Bureau- Angestellten ausgedehnt werde, den gesellschaftlichen Ordnung gerichtet seien. Auch er wünsche, eingemischt haben; mit einer Kampagne Gehlsen contra in der demnächst stattfindenden Sigung der Reichskommission daß eine die Sicherung der Wahlreinheit bezweckende Renfchel liegt die Sache leider anders." Vorlage über die Gerichtsbarkeit des Obersten Gerichtshofes in zur Berathung gelangen wird. Wahlsachen durchgeführt werde. An eine eingehende Die Kündigung der langjährigen Verbindung Gehlsen's mit der„ Post" wäre das einzige, was die Deffentlichkeit soll auf indirektem Wege erreicht werden, wenn die„ Kölnische werden. - Die Umgestaltung der vierten Bataillone Revision des Wahlgefeges tönne nicht gedacht an diesem Zwist interessirt, wenn nicht Herr Gehlsen noch Boltszeitung" recht hat. Das rheinische Blatt erfährt nämlich, einen Brief des Herrn Kayßler, des früheren Chefredakteurs, die Militärverwaltung beabsichtige zunächst die nöthigen Mannveröffentlicht hätte, der sich über seine Hinausdrängelung schaften ohne Erhöhung der Präsenz stärke sich das Die Weltausstellung von 1900. Der Ministeraus der Redaktion der Post" beschwert. Er schreibt nämlich durch zu verschaffen, daß sie die Militär- handwerter rath beschloß, den Plan der Ausstellung für 1900 in feinem Wenn ich mich über etwas recht beklagen tann, so ist es durch Zivilarbeiter ersetzt. Nimmt sie statt der etwa ganzen Inhalte aufrecht zu erhalten trotz des gestrigen Beschlusses höchstens die Regierung, der ich einst awanzig 8000 Militär- Handwerker, die jest in der Präfensstärke mit der Rommission der Deputirtenkammer. " Frankreich. - Türkenausweisung aus Paris. Der Ronstans Gleichzeitig meldet eine Depesche aus Schwerin i. M. vom| spricht die Versammlung über die von der sächsischen Rammer majorität geplante Beschneidung des Landtags Wahlrechts finopeler Korrespondent der Daily News" will aus autoritativer 16. Januar: Quelle" erfahren haben, daß die französische Regierung „ Anläßlich des 25. Gedenktages der Neubegründung des ihre Entrüstung aus und versichert die sächsischen Parteigenossen in dem Kampfe mit den Reaktionären ihrer Sympathie. Zum auf Verlangen der Pforte zugesagt habe, eine be= heute ein großherzoglicher Schluß der Resolution heißt es: Im Hinblick auf die enorme deutende Anzahl Türken, die sich, ohne gerade Deutschen Reiches ist Revolutionäre zu sein, vor der Tyrannei des Gnadenerlaß ergangen für Uebertretungen, welche Schuldenlaft der Stadt Schkeudig und im weiteren Hinblick Yildiz Palastes geflüchtet haben und in Paris mit Freiheits- oder Geldftafen von nicht über darauf, daß das neuerstandene Deutsche Reich in feiner Weise repatriiren", das heißt doch ชิน" leben, = Parlamentarisches. wohl auszuweisen. Diese außerordentliche. Maßregel sechs Wochen bezw. 150 Mart belegt waren. der republikanischen Regierung hänge mit den mysteriösen Verhandlungen zwischen dem Zaren und dem Sultan zusammen. Nirgends zeige fich diese Intimität so auffällig als in Erzerum, wo der Oberkommissar Echatir Pascha und der russische Generalfonful troß des entsetzlichen Glends der aus: geplünderten Christen" Bankette und andere Festlichkeiten veranstalten. Der besondere Liebling dieser russisch- türkischen Gesellschaft sei aber niemand anders als der Oberst Ismail Bey, der Held der Greuelthaten von Sassun". Türkei. Das Petroleummonopol soll nun ein neues Mittel sein, dem leeren türkischen Staatsschabe einiges Geld zuzuführen. Die Einführung des Monopols steht feft, es soll aber nicht vom Staate betrieben werden, sondern so wie der Betrieb des türkischen Tabakmonopols an eine private Gesellschaft verpachtet werden, welche als Entgelt der Regierung ein Anlehen von ca. 80 Millionen Mark zu 4 pet. vermitteln soll. Amerika. Novelle zur Gewerbe- Ordnung. Dem Reichstage ist der Entwurf eines Gesezes betreffend die Abänderung der GewerbeOrdnung zugegangen. decken ist. den Wünschen und Hoffnungen der breiten Masse des deutschen Volkes Rechnung getragen hat, protestirt die heutige Versamm lung ganz entschieden gegen die Bewilligung von Geldern aus demi Stadtfäckel zur Verherrlichung des 18. Januar." Polizeiliches, Gerichtliches 2c. -Wegen Beleidigung der Stolberger Polizei wurde der Herausgeber und Redakteur des„ Aachener Volksblatts", Genosse Krewinkel, zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Das Vergehen ist in der Kritik gefunden worden, die an die Mittheilung geknüpft war, daß die Stolberger Polizei drei Arbeiter als angebliche Mörder des Direktors des Eisenwerts in Duttlingen in Luxemburg verhaftet hatte, während der Direktor gar nicht ermordet worden war. Wegen des Weihnachtsartikels hat der " In der Wahlprüfungs: Kommission des Reichstages wurden heute die Wahlen der Abgeordneten Dr. Boeckel Wir glauben nicht, daß das Kabinet Bourgeois den türkischen( 5. Kassel) mit 7 gegen 4, und Golbus( 12. Elsaß- Lothringen) Wünschen sich willfährig zeigen wird, nicht etwa, weil wir das mit 7 gegen 5 Stimmen für giltig erklärt. radikale Kabinet einer solchen Schandthat für durchaus unfähig Juftizuovelle. Die Reichstagskommission zur Berathung halten, sondern weil das Kabinet damit die Sympathien der der Justiznovelle ist gestern nach Schluß der Plenarsizung ge Staatsanwalt Anklage gegen den verantwortlichen Redakteur Sozialisten, ohne die es nicht existiren kann, verlieren würde. wählt worden und hat sich konstituirt. Vorsigender ist Abg. der Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- 3tg." in Dortmund Dr. Rintelen, Stellvertreter Dr. v. Buchka, Schriftführer sind die erhoben, weil Aufreizung der Bevölkerungsklassen gegen einander Ein Verhör Abgg. Schmidt- Warburg, Stadthagen, Himburg, Beckh.(§ 130 des Str.-G.-B.) darin enthalten sein soll. Außerdem gehören der Kommission an die Herren Dr. Stephan, des Angeklagten hat bereits stattgefunden. Au Zwickau berichtet die„ Sächsische Arbeiter- 3tg.": Roeren, Brockmann, Lerno( 3.); Schall( t.); v. Gültlingen, Graf Günther, Dr. Piefchel( ntl.); Troß des entschiedenen Protestes, den der Reichstag gegen die Bernstorff- Lauenburg( Rp.); Munckel, Lenzmann( dfr. Vp.); Schröder( freif. Vereinigung); in Sachsen beliebte Auslegung des groben Unfug Werner( Antis.); von Wolszlegier- Gilzenburg( Pole); Frohme Paragraphen" gegen die Verbreiter sozials Sozialdemokrat). demokratischer Flugblätter erhob, haben abermals Genossen von der hiesigen Amtshauptmannschaft Strafmandate Der Haushaltsetat Preußens für 1896/97 veranschlagt erhalten, wegen Verbreitung des letzten Protest- Flugblattes gegen Einwanderungs- Bureaus in den Verdie ordentlichen Einnahmen auf 1924 118 169, die ordentlichen den Wahlrechtsumsturz. Wir sind überzeugt, daß diese StrafSollten fich wirklich in einigten Staaten. Der Bundes Einwanderungs- Kommissar Ausgaben auf 1859 561 591 M; die außerordentlichen Ausgaben mandate zu unrecht erlassen wurden. Stump in Washington hat seinen Jahresbericht ver- auf 79 696 578; es ergiebt sich demnach ein Fehl Sachsen Gerichte finden, welche die Auffassung der Amtshauptöffentlicht; er empfiehlt darin, daß der Kongreß streng die un- betrag von 15 140 000 M., welcher durch eine Anleihe zu mannschaft abermals theilen, so wird eben der Reichstag energifch beschränkt freie Gründung von GeschäftsvermittelungGegenüber den Veranschlagungen des laufenden Etatsjahres dafür sorgen müssen, daß die Reichsgesetze nach seinem Willen ausgelegt werden. Bureaus verbiete, in denen den neu Eingewanderten Stellen " Profit Neujahr." Das Jahr 1896 hat für das versprochen werden. Zur Errichtung solcher Bureaus müsse die ergeben für das Etatsjahr 1896/97 die ordentlichen Einnahmen Genehmigung des Einwanderungs- Kommissars gegeben werden, mehr 57 664 350 M., die ordentlichen Ausgaben mehr 21 067 166 Norddeutsche Volksblatt" in Bant gut angefangen. Gleich in der auch das Recht haben müsse, die Höhe der Gebühr für die Mark, die außerordentlichen Ausgaben mehr 17 437 184 M. den ersten Tagen trat Genosse Schicht, weiland Redakteur des Stellennachweise festzusetzen. Um den während der letzten Jahre Der Fehlbetrag von 1896/97 iſt um 19 160 000 M. geringer als Blattes, eine 14tägige Haftstrafe an, die er aus dem vorigen Jahre mit herübergenommen. In der vorigen Woche wurde vorgekommenen Prellereien vorzubeugen, soll der Einwanderungs- derjenige des laufenden Etats mit 34 300 000 m. Nach dem festgestellten Reichshaushalts- Etat 1895/96 er= Genosse Hug, der derzeitige Verantwortliche, vom Landgericht zu Kommissar die Befugniß haben, zu jeder Zeit die laufende Ab. rechnung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu prüfen. Die mäßigt sich gegenüber dem Gtatsentwurf der Oldenburg zu 500 Mark Geldstrafe verurtheilt und gestern wurde Testimmung des jetzt bestehenden Ginwanderungsgesetzes, wonach matrikularbeitrag Preußens um 10 893 852 M., wieder Genosse Schicht wegen einer Preßsünde vom SchöffenVerwandte unter sich beliebige Lohn- und Arbeitsverträge schließen während die Ueberweisungen des Reiches können, soll durch das zu erlassende neue Gesetz nicht abgeschafft Preußen sich um 2780 620 m. erhöhten, sodaß der gericht zu Jever zu 100 Mark verurtheilt. Fehlbetrag des laufenden preußischen Etats thatsächlich nur werden, sondern zu recht bestehen bleiben. 20 625 528 M. betrug, mithin der Etat für 1896/97 nur eine Grenzstreitigteiten zwischen Argentinien Ermäßigung des Fehlbetrages um 5 485 528 M. und Chile. Eine Depesche aus Lima meldet, daß nach aufweist. dorthin aus Santiago gelangten Nachrichten Grenzstreitigkeiten zwischen Argentinien und Chile dazu geführt haben, daß eine Abtheilung der chilenischen Armee den Befehl erhielt, die Pässe in den Kordilleren zu besetzen. Hinzugefügt wird, daß Chile zu einem Einvernehmen mit Brasilien gekommen sei. Aus Washington wird hierzu gemeldet, daß dort weder die argentinische noch die chilenische Gesandtschaft an das Gerücht eines feindlichen Altes von seiten Chiles glaubt. Der brasilianische Gesandte erklärte, er habe keine Nachrichten erhalten, jedenfalls glaube er an die Richtigkeit der Meldung über ein Einvernehmen zwischen Brasilien und Chile. Buenos- Ayres, 16. Januar. Die Deputirtenkammer nahm eine Gesetzesvorlage betreffend die Gewähr ng einer 3uck er ausfuhr Prämie an. Der Senat wird diese Vorlage wahrscheinlich nicht mehr in der gegenwärtigen Session be rathen. Afrika. a n Gewerkschaftliches. Achtung, Metallarbeiter! Die Kollegen aller Werkstätten werden aufgefordert, dem Unterzeichneten sofort Mittheilung Der Gesetzentwurf über das Auerbenrecht bei Renten zugehen zu lassen, wenn die Fabrikanten am Sonnund Ansiedelungsgütern, eine der Vorlagen für den Landtag, abend, den 18. Januar feiern lassen, ohne das bildet eine Ergänzung der preußischen Rentenguts- und An- für Lohn zu zahlen. Der Vertrauensmann der Berliner siedelungs- Gesetzgebung. Der Entwurf beschränkt sich im wesent- Metallarbeiter. Otto Mäther, N., Anflamerstr. 44. lichen auf den Erlaß von Erbtheilungsvorschriften, welche den Achtung, Klempner! Dienstag, den 21. Januar, abends Uebergang des Gutes auf einen Erben zu sichern und die Er- 8 Uhr wird Beuthstr. 20 eine öffentliche Versammlung haltung der Befihung in wirthschaftlicher Selbständigkeit über abgehalten. Angesichts der günstigen Geschäftslage soll die Ver den Tod des Eigenthümers hinaus zu bewirken bestimmt sind. Zu Anerbengütern werden, nach dem Entwurf, durch Ein- sammlung darüber berathen, ob eine Lohnbewegung in diesem Jahre durchführbar und aussichtsvoll tragung der Anerbeuguts- Eigenschaft im Grundbuche: 1. alle Rentengüter, welche nach dem Gesetz, betreffend die ist. Desgleichen hat die Versammlung die Neuwahl eines Beförderung der Errichtung von Rentengütern vom 7. Juli 1891, Bertrauensmann es vorzunehmen, da der Kollege Illing durch Vermittelung der Generalkommission fein Amt niedergelegt hat. Die Kollegen werden daher ersucht, begründet sind oder fünftig begründet werden, oder der recht zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann der Berliner enten bant rentenpflichtig geworden sind oder Metallarbeiter. Otto Mäther, N., Anklamerstr. 44. Ein allgemeiner Droschkenkutscherstreik ist in Straßfünftg werden; " 2. alle Rentengüter, welche vom Staate in Gemäßheit des burg i. E. ausgebrochen. Die Ursache ist eine Verordnung des Maffanah, 15. Januar. Ein Kundschafter, welcher das Gesetzes über Rentengüter vom 27. Juni 1890 begründet sind Polizeipräsidiums; namentlich wird deren§ 5 angefochten, welcher lautet: Die Benußung haltender Droschten hat der Lager der Abessynier am Montag Nachmittag verlassen hat, oder fünftig begründet werden; 3. alle Ansiedelerstellen, welche nach dem Gesetze, betreffend Reihenfolge nach zu geschehen, so daß die in erster Stelle meldete, daß am Sonntag fein Kampf stattfand, daß der Feind aber am Montag das Fort Makalle angriff und mit die Beförderung deutscher Ausiedelungen in den Provinzen Westhaltende Droschte zu benutzen ist. Es ist daber unstatthaft, daß noch größeren Verlusten als am Sonnabend zurückgeschlagen preußen und Posen vom 26. April 1886 zu Eigenthum ans- ein Droichkenkutscher, der nicht als erster hält, vom Halteplay aus Fahrten ausführt, so lange der vor ihm haltende Droschken wurde. Derselbe Kundschafter sah, daß Askaris auf der gegeben sind oder fünftig ausgegeben werden. Verfolgung des Feindes das Fort verließen, und andere Die Eintragung im Grundbuche erfolgt zu 1: auf Ersuchen futscher nicht in Anspruch genommen ist, und ferner unstatthaft, sich der Quelle näherten und den Wasservorrath ergänzten. der Generalkommission, zu 2: der Behörde, welche den Staat daß ein Fahrgast sich aus der Droschtenreihe nach Wahl eine Am Montag soll entgegen den Befehlen Menelik's ein neuer bei Errichtung des Rentengutes vertreten hat, zu 3: der An- Droschke herausholt." Angriff stattgefunden haben. Nach einer Mittheilung Galliano's fiedelungsfommission. vom Sonntag Abend sind die Verluste des Feindes am Sonn abend bedeutend gewesen und es hat am Sonntag fein Angriff stattgefunden. Das Reuter'sche Bureau" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß das Gerücht von der Abtretung Zeilah's an Italien der Begründung entbehrt. Die Bertheilung des Anerbengutes fowie die Abveräußerung von Theilen desselben kann rechtswirksam nur mit Genehmigung der Generalfommiffion erfolgen. Das gleiche gilt für die Ver äußerung im ganzen. Der Eigenthümer hat das Recht, über das Anerbengut unter Lebenden und von Todeswegen zu verjügen, von obiger Ausnahme abgesehen. Da diefe Bestimmung dem Publikum das Recht nimmt, fich die Droschten auszuwählen, mit denen es fahren will, so wird der Streik der Kutscher auch von der Bevölkerung unterstützt. Die Huf- und Wagenschmiede Wiens stehen in einem heftigen Kampfe um Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Ein Theil der Meister hat bewilligt. Mehr als 100 Gehilsen sind im Streit. Die Fachkollegen, besonders die Fabrik. schmiede werden um Unterstützung ersucht. Die Wiener Huf Das Auerbenrecht des Entwurfs stellt sich als persönlicher und Wagenschmiede haben in allen Lohnkämpfen ihre Pflicht geAnspruch des Anerben dar, Inhalts dessen dieser bei der Erb- than, sie hoffen daher nicht umsonst an alle organisirte Arbeiter theilung von den Miterben die Ueberlassung des Gutes nach zu appelliren. Geldsendungen sind an die Redaktion des Desterveröffentlicht das am 18. Januar erscheinende Armee Maßgabe der Bestimmungen des Entwurfs verlangen kann. Von reichisches Metallarbeiters", Wien IV. Heumühlgasse Nr. 12, zu Verordnungs Blatt". Der Erlaß lautet: Einen Gnadenerla an Militärpersonen Ich will, um den Tag, an dem vor fünfundzwanzig Jahren die Neubegründung des Deutschen Reichs erfolgt ist, auch hinsichtlich der Armee durch einen Akt der Gnade zu bezeichnen, denjenigen Militärpersonen, gegen welche bis zum heutigen Tage im Bereiche der preußischen Militärverwaltung Wichtigkeit ist, daß, wenn die in Ansatz zu bringenden Erbschaftsschulden durch das außer dem Anerbengute vorhandene Vermögen gedeckt werden, der Anerbe ein Drittheil des Werthes des Auerbengutes als voraus erhält. Kommen dabei den Miterben Grbantheile zu, die den Betrag von 30 M. im einzelnen übersteigen, so tönnen sie diese nur in fester, ihrerseits unfündbarer Gelbrente- die Erbabfindungsrente beanspruchen. Diese entspricht dem 25fachen Theile des den Erbantheil aus1. Strafen im Disziplinarwege verhängt find machenden Kapitals. oder 2. durch ein Militärgericht auf Freiheitsstrafen von nicht mehr als sechs Wochen oder Geld. strafen von nicht mehr als Einhundert fünfzig Mart oder beide Strafen vereinigt rechtsfräftig erkannt worden ist, diese Strafen, soweit sie noch nicht vollstreckt sind und die noch rückständigen Kosten in Gnaden erlassen. Partei- Nachrichten. richten. Der Bund der Verglente von Großbritannien eröffnete am 13. ds. Wits. seine Jahres Konferenz in Birs mingham. Depeschen und lehte Nachrichten. Zaberu i. Elsak, 16. Januar.( Privat- Telegramm.) In der Verhandlung gegen den„ Zaberner Anzeiger" wurde die Unterdrückung des Blattes aufgehoben. Die 320 M. Strafe blieben. An die Frauen und Mädchen Paukowe! Geit der Blankenburg i. Harz, 16. Januar.( W. Z. B.) Jm OberSchließung des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins ist in harz ist großer Schneefall mit Schneetreiben eingetreten. StellenBantom nichts geschehen, um die Aufklärungsarbeit unter dem weise liegt der Schnee meterhoch. Der Verkehr ist vielfach geweiblichen Proletariat zu fördern. Dieser schäoliche Zustand des stört. Der Eisenbahnverkehr Güntersberge- Haffelfelde ist einAbwartens muß wieder eifriger zielflarer Agitationethätigkeit gestellt. weichen. Zu diesem Zwecke wird Sonntag, den 19. d. M., Trelleborg, 16. Januar.( W. T. B.) Die bereits gemeldete nachmittags 3 Uhr, in Pankow, Wollantstr. 113( Nordstern), Verbindung zwischen Trelleborg und Saßnis wird wahrscheinAusgeschlossen von dieser Gnadenerweisung bleiben: eine Boltsversammlung für Männer und Frauen ab- lich am 1. Mai 1897 ins Leben treten; bis dahin sollen die 1. die wegen Beleidigung, vorschriftswidriger gehalten werden, mit einem Vortrage über:" Da3 Hecht der nöthigen Hafenarbeiten in Trelleborg und Saßnit fertig sein. Paris, 16. Januar.( W. T. B.) Der Senat wählte Loubet Behandlung oder Mißhandlung Unter- Frau im heutigen Rlassenstaat." Genoffen Pankows, gebener(§§ 121, 122 des Militär- Strafgesetzbuchs) ver- forgt dafür, daß Eure erwachsenen weiblichen Angehörigen mit 186 Stimmen zum Präsidenten. sämmtlich diese Versammlung besuchen. Bordeaug, 16. Januar.( W. T. B.) Ein unbekannter, dem hängten Strafen; Anschein nach etwa 40 Jahre alter Mann drang auf der Börse Der 2. Freiheitsstrafen, neben denen zugleich au Sachsen werden eifrig Unterschristen zu der Petition an den in die Abtheilung der Börsenmakler ein und schlug dort mit eine militärische Ehren strafe erkannt ist; 3. die gegen Fahnenflüchtige im Ungehorsamsverfahren verhängten Geldstrafen. Landtag gegen die Wahlrechtsreform" gesammelt; daneben wird ohne Unterlaß das Volk auch zu scharfem Protest gegen die Verkümmerung seines wichtigsten Rechtes aufgerufen; außer der gewaltigen, bereits gemeldeten Demonstration in Dresden, wo Bebel, Liebknecht und Goldstein sprachen, haben in Reichenbach, Ober: Ist in einer Entscheidung die Verurtheilung wegen mehrerer strafbaren Handlungen ausgesprochen, so greift diese Gnaden- Wiltau, Crimmitschau, erweisung nur Play, sofern die Strafe ins gesammt das oben bezeichnete Maß nicht über steigt. Soweit in einem der oben bezeichneten Fälle vertragsgemäß einem der hohen Kontingents herren das Begnadigungsrecht zu steht, bleibt dasselbe durch diesen Erlaß unberührt. Ich beauftrage Sie, für die schleunige Bekanntmachung und Ausführung dieses Erlasses Sorge zu tragen. Berlin den 18. Januar 1896. An den Kriegsminister. Wilhelm. Bronsart v. Schellendorff. reichenbach und Wurzen große Volksversammlungen stattgehabt, die alle mit einer einstimmigen Verurtheilung des reaktionären Attentats endeten. schwer verlegt; ein anderer Makler warf sich auf den Mann, welcher gefesselt und der Polizei übergeben wurde. Bei ihm wurden Rom, 16. Januar.( B. H.) Gegen das verfassungswidrige anarchistische Schriften gefunden. Vorgehen des Kabinets will die äußerste Linke in einer großen Versammlung, die am 22. d. M. im Saale der Kammer stattfinden soll, Protest einlegen. Nom, 16. Januar.( B. S.) Der Abg. Imbriani brachte in der Kammer eine Interpellation ein, worin die Regierung aufgefordert wird, sich wegen der verbrecherischen Vorgänge in Afrika zu rechtfertigen. London, 15. Januar.( W. T. B) Nach einer bei Lloyds eingegangenen Depesche aus Galais ist auch die übrige Besazung des spanischen Dampfers Gisgar", dessen Untergang heute gemeldet wurde, gerettet worden. " Ju Schkendit im Wahlkreis Merseburg wurde am 12. Januar eine sehr besuchte Versammlung abgehalten, wo Reichstags- Abgeordneter Bu eb aus Mülhausen i. E. unter Beifall über die wirthschaftliche und politische Lage sprach. Nach dem Vortrage wurde einstimmig eine Resolution angenommen, worin die Versammlung sich mit den Ausführungen Bueb's vollständig einverstanden erklärte, weiter der Ueberzeugung Ausdruck London, 16. Januar.( W. T. B.) Nach einer Konferenz in gab, daß das Wachsthum unserer Partei durch die neuesten Carlisle zwischen Vertretern der Arbeitgeber und Arbeiter betr. scharfen und auch durch künftige noch schärfere Maßnahmen der den Schiffsbauer Ausstand wurde bekannt gegeben, daß ein Behörden nicht aufgehalten, sondern befördert werden wird. Dann baldiger Ausgleich fast als sicher gilt. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Way Bading in Berlin. Sierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 14. Reichstag. 17. Sigung vom 16. Januar, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Boetticher, v. Marschall, v. Hammerstein. Auf der Tagesordnung steht die Berathung der von den Abg. Graf v. Kanig und Genoffen eingebrachten Resolution wegen Erzielung einer Befestigung der Getreide preise auf mittlerer Höhe für die Dauer der bestehenden Handelsverträge. Freitag, den 17. Januar 1896. 13. Jahrg. so würden wir auch keinen höheren Getreidepreis haben. um so sicherer werden wir das Ziel erreichen: das Wohl der Hätten wir aber die Handelsverträge nicht, so wäre unsere Aus- heutigen Gesellschaftsordnung und aller Erwerbszweige unter dem fuhr zurückgegangen und damit die Kauftraft weiter Kreise ge- fräftigen Schutz des Staates und der Gesetze.( Lebhafter Beifall schädigt.( Lebhafter Widerspruch rechts, Zustimmung links.) links. Anhaltendes, starkes Zischen rechts.) = der Antrag in einer der von 1891 mit den betheiligten Falle dieselbe Antwort geben würden. Der Antrag steht mit stellt werden, so sagen wir auch nein.( Beifall im Zentrum.) Der er Es Man hat uns damit gedroht, daß, wenn der Antrag Kanit nicht Abg. Graf v. Galen( 3): Ich habe die Stellung meiner angenommen würde, man die Aufhebung aller übrigen Zölle Freunde gegen den Antrag darzulegen. beantragen würde. Ich bin für einen ausgiebigen Antrag liegt zum dritten Mal vor und ist bereits einSchutzoll für die Landwirthschaft.( Buruf und gehend auf seinen Kern und Inhalt geprüft worden, Unruhe rechts.) ist auch im Staatsrath ausführlich behandelt worden. Das wirthschaftliche und Zollprogramm des Antragstellers hat sich ergeben, daß er nicht ausführbar und mit den Handelsbesteht in folgendem: Autonomie unserer wirthschaftlichen Gesetz- verträgen nicht vereinbar ist. Daß die Landwirthschaft sehr darAbg. Graf v. Kanity: Die Hoffnung, daß die Getreide- gebung, Ausnutzung derselben zum Schutz des inneren Marktes, niederliegt, wissen wir( Sehr richtig! rechts); es kommt nur preise sich wieder heben wurden, hat sich nicht erfüllt. Wir haben Kündigung der Meistbegünstigungs- Verträge und Schaffung nor darauf an, wie zu helfen ist. Im vorigen Jahre habe ich bereits mit einem un absehbaren Tiefstand des Getreide- maler Getreidepreise.( Heiterfeit links!) Der Antragsteller hat unsern Standpunkt dahin präzisirt, daß der Antrag nach preises zu rechnen. Der Import ausländischen seinen Antrag sachlich begründet. Draußen im Lande bedient unserer Ansicht nicht auf christlich sozialem Getreides nahm immer größere Dimensionen man sich weniger urbaner Formen. Wer heute nicht für den Boden gewachsen ist und daß aus innerer Konsequenz an; er ist von 1893 auf 1894 von 26 auf 43 Millionen Doppel- Antrag Kanitz stimmt, gilt als Manchestermann und man wirft aus diesem Antrag das Monopol hervorgehen muß. Dieser zentuer gewachsen. Für 1895 liegt zwar noch feine Statistit vor, uns vor, daß wir uns der internationalen Macht der Börse unser Standpunkt hat sich seitdem sehr geklärt. Die Herren Antrag aber auch hier ist eine Zunahme höchst wahrscheinlich. Wie die unterworfen haben. Wir haben nicht nur die Landwirthschaft zu steller können nach den Ausführungen des Staatssekretärs platterdings Dinge jetzt liegen, arbeitet der Landmann mit schützen, sondern auch die anderen Erwerbsstände und nicht verantworten, daß der Antrag, wie er jetzt vorliegt, möglich Verlust und wir stehen Dor der Alternative, ob wir schützen mit der Ausfuhr auch die nationale Arbeit. sei. Mit innerer Nothwendigkeit muß die die Landwirthschaft, die die Grundlage unserer Wehrkraft, Die deutsche Schifffahrt bekundet im Auslande, was deutscher Monopolisirung des ausländischen Getreides erhalten werden oder zu grunde gehen soll. Die über Fleiß und deutsche Kauftraft vermag, und damit wächst unser die Monopolisirung des inländischen Ge wiegende Mehrheit des deutschen Volkes will dem Vater Ansehen im Auslande.( Beifall links.) Wir können diese Er- treides nach sich ziehen.( Sehr richtig! im Zentrum.) land die Landwirthschaft erhalten( Lebhafte Zustimmung rechts) werbsstände nicht gleichgiltig behandeln, leiden sie Noth, so hat Muß der Staat auch das inländische Getreide ankaufen, so muß und auch eine Reihe von Handelskammern, namentlich die Ham- ein anderer Erwerbsstand davon jedenfalls keinen Nugen. Ueber er auch dafür sorgen, daß der Landmann sein Getreide lagerfähig burger, geben zu, daß nur von der Hebung der gesunkenen die Meistbegünstigung kann man verschiedener Ansicht sein. baut, dann muß er jedem Landmann einen Polizisten Stauftraft der Landwirthschaft eine ebung des Jedenfalls giebt es zur Zeit kein anderes Mittel, um einen fried- ins Haus geben, der jedem Bauer vorschreibt, wie er seine Aussaat gewerblichen Lebens zu erwarten sei. lichen Ausgleich mit fremden Nationen zu finden, und es ist machen soll. Somit zerstört der Antrag bis in die tiefste Wurzel Mein Antrag hat gegen den vorjährigen einige Aenderungen Thatsache, daß Deutschland unter der Leitung seines großen den letzten Theil von christlich- sozialer Reform. Die westfälischen erfahren auf Veranlassung der wirthschaftlichen Vereinigung, mit Staatsmannes jetzt vor 25 Jahren einen unfündbaren Meist- Landwirthe haben sich gegen den Antrag erklärt. Wir haben im denen ich mich schließlich einverstanden erklärt habe. Dahin ge- begünstigungsvertrag mit Frankreich geschlossen hat. Der Au- vorigen Jahre die Kommissionsberathung beantragt, um zu zeigen, hört der Zusatz des Grafen Schwerin, wonach für die Dauer der trag Kanis ist handelspolitisch unmöglich, praktisch daß wir troß unseres prinzipiellen Standpunktes gegen den Antrag bestehenden Handelsverträge zum Zweck einer Befestigung der nicht durchführbar und hat schwere sozialpolitische Be- bereit sind, auf das eingehendste zu prüfen, ob sich nicht doch ein Getreidepreise auf mittlerer Höhe der Ein- und Verkauf denken. Es liegt mir fern, den Antragsteller irgend eine andere Kern herausschälen läßt, welcher der Landwirthschaft helfen kann. des zum Verbrauch im Zollgebiet bestimmten ausländischen Ge- Gesinnung oder Absicht unterzustellen, als nach besten Kräften Die Kommissionsberathung hat auch nicht ergeben daß der treides ausschließlich für Rechnung des Reiches erfolgt. Es fragt für die Landwirthschaft einzutreten. Graf Kanit hat zu uns Antrag ausführbar und mit den Handelsverträgen vereinbar ist. fich, ob es möglich ist, den Getreidepreis zu finden und fest- das Vertrauen, daß wir mit unseren Handelsvertrags Staaten Die Berhältnisse im Westen und Osten sind so zusetzen, der dem Landwirth eine Existenz ermöglicht. Kann man uns über die Sache sehr leicht einigen können. Ich glaube, diese verschieden, daß eine Verständigung zwischen das nicht, so möge man den Geireidebau einstellen. Diese Frage Aufgabe ist nicht lösbar, der Vorredner wünscht nichts anderes, beiden überhaupt nicht möglich ist. Die Nothlage ist von der größten sozialpolitischen Bedeutung. Auch von süd- als daß wir den Vertragsstaaten empfehlen, diese Verträge dahin der Landwirthschaft liegt viel weiter zurück, als die Ursachen deutscher Seite wird zugegeben, daß die Brotpreise nicht in abzuändern, daß ihr importirtes Getreide nicht mit 3,50 M., des Antrages Kanig, sie beruht auf der Befolgung des dem Maße gefallen sind, wie die Getreidepreise. Das sondern mit ungefähr dem dreifachen belastet wird. Grundsatzes des laisser fair, laisser aller feit Anfang des Gespenst der Brotvertheuerung brauchen Sie Ferner soll das ausländische Getreide nicht in freie Konkurrenz Jahrhunderts. Es muß eine Dezentralisation stattfinden, gegenüber folchem Antrage nicht befürchten. Die treten mit tem im Inlande erzeugten Getreide, es soll unserem die Verhältnisse müssen innerhalb einer jeden Provinz praktische Durchführbarkeit unseres Antrages ist schon im Monopol unterliegen, indem es nur nach Bedarf in Deutschland geregelt werden. Die fleinen Mittel würden der Landvorigen Jahre in der Kommission nachgewiesen. Zweifel zugelassen wird. Was würden Sie dazu sagen, wenn umgekehrt wirthschaft nüßlich sein. Besonders müssen zu gunsten des haft war man nur, ob der Antrag mit den die anderen Vertragsstaaten einen analogen Antrag an uns Westens die Staffeltarife für Vieh fallen.( Bustimmung im Handelsverträgen sich vereinbaren lasse. Diesem stellen würden. Ich würde um einen Ausdruck verlegen sein, Zentrum.) Es ist fein Zweifel über die Stellung des Zentrums Bedenken haben wir durch den Zusatz Rechnung getragen, daß um einen solchen Vorschlag zu kennzeichnen, und ich habe nicht zu dieser Frage. Es ist fein Kommissionsantrag gestellt worden, abgeschlossenen Handels- den geringsten Zweifel, daß uns die anderen Staaten in ihrem ich erwarte auch nicht, daß er gestellt wird; sollte er doch ge verträgen nicht widersprechenden Staaten näher zu vereinbarenden Weise durchgeführt werden solle. dem Begriff eines Handelsvertrages im Widerspruch, denn er Abg. Graf v. Schwerin- Löwitz( f.): Aus der Kommissions Der Import österreichischen Getreides ist seit den letzten entzieht der fremden Waare den freien Verkehr in Deutschland. berathung ist der heutige Antrag hervorgegangen. Es fragt sich Jahren ganz erheblich zurückgegangen( Zustimmung rechts), Man hat vorgeschlagen, wir möchten die Meistbegünstigungs- ießt nur: billigt man den Zweck des Antrages oder nicht, und während aus den Meistbegünstigungs- Ländern eine ganz enorme Verträge fündigen und die beiden Vertragsstaaten zu ausschließ wenn man ihn billigt, ist der Antrag durchführbar oder stehen Getreide- Einfuhr nach Deutschland zu verzeichnen ist. Sollte es lichen Lieferanten machen. Sollte es lichen Lieferanten machen. Wie sollen wir feststellen, welche erhebliche Bedenken entgegen? Ich vermeide alle Wiederholung nicht möglich sein, mit den Vertragsstaaten zu einem Ausgleich Quoten Rußland oder Desterreich liefern foll? Wie ist früherer Ausführungen, habe aber auf den Tisch des Hauses zu kommen? Auch Rußland wird mit sich reden lassen. Der da eine Kontrolle möglich. Die fremden Staaten werden eine auf grund amtlichen Materials der bayerischen rheinische Bauernbund hat auf seiner legten Generalversammlung faum das Vertrauen haben, daß wir nicht doch heimlich argen- Regierung angefertigte Aufstellung über die Weizendie Einführung des Getreide monopols vor tinischen Weizen einführen. Außerdem gilt im interpreise auf dem Münchener Lokalmarkt niedergelegt. geschlagen, welches mit den Verträgen auf feinen nationalen Verkehr das grausame Gefeß: Wie Aus diesen Tabellen sehen Sie die sehr unruhigen Schwankungen Fall im Widerspruch steht. Die Regierung hat die Du mir so ich Dir. Der Antrag muthet uns der Getreidepreise; jeder starten Bewegung nach oben folgt eine Wahl zwischen diesem Vorschlag und dem unferigen. eine Aufgabe zu, die wir schon aus politischen ebenso starke nach unten. Die extremen Schwankungen fallen Ich hoffe, sie wird sich für den unserigen entscheiden. Eine Gründen nicht übernehmen können. Wie soll die zusammen mit den politisch- unruhigen Zeiten und mit wirthschaftsozialistische Tendenz hat unser Antrag nicht. Der Regierung festsetzen, welchen Bedarf das Inland nöthig hat und lichen Krisen. Bei regulären Zeiten hatten die Getreidepreise felbe Einwand ließe sich auch gegen den Eisenzoll erheben, wie kann sie dem deutschen Bauern einen normalen Preis garan- eine Tendenz des langsamen Steigens, wie sich das ja immer welcher den Preis des Eisens auf einer gewissen Höhe erhalten tiren! Muß er nicht erbittert werden, wenn er statt des normalen, bei allen Kulturvölkern zeigt. Die Linie, welche die Brotpreise will. Ob mein Antrag sich dem sozialdemokratischen Pro- einen niedrigeren Preis erhält? Schließlich bleibt nichts anderes bezeichnet, folgt der der Getreidepreise, aber nach unten niemals gramm nähert oder nicht, ist in dieser Frage gleichgiltig. übrig als das Monopol auch für das inländische Getreide. vollständig, so daß ein erheblicher Unterschied blieb. In Stutt Warum haben die Sozialdemokraten gegen Dann muß man aber auch dem deutschen Bauern klar gart waren die Brotpreise den Getreidepreisen gefolgt bis unseren Antrag gestimmt, wenn er ein sozialisti- machen, was ihm bevorsteht: Kontingentirung zu dem Moment, wo die Brottaren aufgehoben wurden; scher ist? Nein, die Herren wissen ganz gut, des Getreidebaues und die ihnen so verhaßte da erfolgte eine rapide Steigerung. Nach Urtheil aller daß der Antrag ein antifozialistischer ist, und kontrolle seitens der Beamten.( Bustimmung links.) Sachverständigen fäût bei jeder Zonne Getreide, ehe auf ihren letzten Parteitagen haben sie es offen ausgesprochen: Würde aber die Getreideproduktion und die Preisbildung des es an den Konsumenten kommt, ein Betrag von zirka Zuerst muß der Bauer ruinirt werden.( Lebhafte Zustimmung Getreides eine Gesammtlast des Staates, so würde man auch ein 50 M. als Gewinn ab. Die Schwankungen der Getreiderechts.) Ein wirksameres Mittel als unseren Antrag tenne ich Gesammtrecht verlangen, und das wäre nur Wasser auf preise vergrößern den Gewinn der Zwischengewerbe, deren nicht; tennen Sie ein besseres, so schlagen Sie es vor. Ich hoffe, die Mühle derjenigen, welche für die Verstaat. Unternehmer sich daher sehr schnell vermehren. Die Beseitigung daß auch das Zentrum nach der sachverständigen Rede lichung des Grund und Bodens eintreten. Von der Schwankungen würde nur das Gewerbe der Getreidedes Herrn Bachem zum Margarinegefeß sich auf unsere Seite der Preisbildung wird doch nicht allein die Lebenshaltung der spekulanten schädigen.( Sehr richtig! rechts.) Deshalb fträubt stellen wird.( Heiterkeit.) Der Bauer weiß am besten, was Landwirthe beeinflußt. Große Gruppen des Volkes sich die Börse gegen den Antrag Stanih, weil ihr derselbe die den Kernpunkt seiner Existenz bildet; er hat seine Stimme besigen nichts als ihrer Hände Kraft, und ihre Gewinne entziehen würde, die mehr als 100 Millionen warnend erhoben; lassen wir sie nicht unbeachtet! und ihrer Familien Existenz hängt ab von der ausmachen. Das übrige deutsche Volt hat von dem Ich bitte diejenigen, welche die Macht haben, dringend, sich im Verkäuflichkeit ihrer Arbeit, das beißt von der Antrage einen wirthschaftlichen Schaden nicht. Beim Ges Lande umzusehen, welche Verheerungen eingetreten sind. Nicht Höhe ihrer Löhne.( Sehr richtig! links.) Was würden Sie treide würde ein Ausgleich der Preise eintreten, beim Brote Worte brauchen wir, sondern Thaten.( Beifall rechts.) Der dazu sagen, wenn die Arbeiter ,, normale" Löhne verlangten? daneben auch eine effettive Berbilligung.( Bustimmung rechts.) Bauernstand fällt, wenn nicht der Staat seine besten Bürger Der Antrag Kanit schließt eine Reihe sehr potenter Existenzen Man hat gesagt, die Bauern würden sich von uns abwenden, schützt. Eine Regierung, die das nicht thut, nimmt eine Ver- in seine Fürsorge ein. Wie wird das bei der Empfindlich- wenn sie den wahren Inhalt des Antrages Raniz erkennen antwortung auf sich, die sie nicht tragen fann.( Lebhafter feit des deutschen Rechtsgefühls wirken? Graf Kanig würden. Die Bauern haben nur ein Interesse an stabilen Preisen, Beifall rechts.) meint, man könne einem Produzenten nicht zu ebenso wie die Konsumenten.( Bustimmung rechts.) Ich will Staatssekretär v. Marschall: Ich nehme schon jetzt als muthen, unterhalb seiner Produktionskosten nicht den Schein erivecken, als wenn das Interesse der KonVertreter des Auswärtigen Amtes das Wort, weil zu arbeiten. Dieser Satz in feiner Allgemein- sumenten mir vorzugsweise am Herzen liege; die Intereffen der dieser Antrag nicht nur das Inland betrifft, sondern geeignet beit ist falsch oder man muß ihn nicht nur Produzenten sind noch viel schwerer ins Gewicht fallend( Sehr ist, auch unsere internationale wirthschaftliche auf die Landwirhschaft, sondern auf die ge- richtig! rechts), denn es handelt sich um die Existenz der LandEntwickelung auf das tiefste zu erschüttern. sammte Produktion anwenden, und da sind wirthschaft. Das Mißverhältniß zwischen Getreidepreisen und Die bloße Existenz dieses Antrages erweckt Hoffnungen und Grin erster Reihe noch andere Kreise bedürftiger den Produktionskosten wird allseitig anerkannt. Einige Pro wartungen, und giebt Anlaß zur Unruhe und selbst zum Miß- als die Landwirthschaft. Man sagt: wenn der Bauer duktionskosten sind ja gesunken, nur die Löhne noch nicht. trauen des Auslandes.( Widerspruch rechts.) Daß die Lage der Geld hat, hat es die ganze Welt. Das ist gewiß richtig, aber Die Landwirthe haben zum Theil mit Verlust gearbeitet, aber Landwirthschaft eine ungünstige ist und daß von einer Nothlage falsch ist es, wenn man sagt: gebt nur der Land- die Löhne aufrechterhalten, damit die Arbeiter nicht zur Sozial gesprochen werden kann( Lebhafter Widerspruch rechts) ist wirthschaft was sie will, dann kommt ein demokratie übergeben. Aber niedrige Getreidepreise und hohe nicht zu leugnen von einer Nothlage fann man nicht überall Strom von Glück in alle Kreise.( Sehr richtig! Löhne vertragen sich auf die Dauer nicht mit einander.( Sehr sprechen.( Zustimmung links.) Andererseits hat ins. recbts.) Wenn nun dieser Wechsel auf die Landwirthschaft nicht richtig! rechts.) Da begreifen Sie wohl, weshalb die Sozialbesondere die preußische Regierung Schritte eingelöst wird, wenn dieser Strom ausbleibt, was dann? demokraten gegen den Antrag stimmen, obgleich sie andere Bargethan, um diese Nothlage zu beseitigen und der Dann würde der Antrag Kanit unter allgemeiner Erbitterung teien damit schrecken möchten, daß sie den Antrag als sozialistisch Borredner kann uns nicht vorwerfen, daß wir nur mit Worten und beseitigt werden; aber unter den Folgen würden wir nachhaltig bezeichnen. Warum wollen Sie denn die wahren Gründe nicht nicht auch mit Thaten ihr zu Hilfe gekommen feien. leiden. Man nennt den Antrag ein großes Mittel. Sind denn offen aussprechen, ebenso offen wie Karl Mary fich für den Freihandel Die Nothlage der Landwirthschaft ist in erster Reihe auf die unsere wirthschaftlichen Zustände so zerbröckelt, daß nur noch erklärte, weil durch denselben die soziale Revolution beschleunigt Verschuldung des Grundbesizes zurückzuführen.( Buftimmung große Mittel helfen können?( Sehr wahr! rechts.) Damit würden werde? Sie wollen feine gesunde Reform, die der gegenwärtigen links; Widerspruch rechts.) Ich erkenne aber an, daß die gegen wir nur den Gegnern unserer Staats- und Ge Gesellschaft zu gute kommt.( Bustimmung rechts.) Die Bezugnahme wärtige Nothlage der Landwirthschaft ein Uebel ist und auch die sellschaftsordnung die Wege ebnen.( Sehr richtig! auf die Handelsvertrags- Staaten ist dahin ausgelegt worden, Kauftraft der übrigen Erwerbstreise schädigt. Bestreiten lints.) Darum stelle ich diesem großen Mittel das Programm daß wir den Widerspruch des Antrages mit den Handelsvertrags muß ich aber, daß die Handelsverträge die übele Lage der der kleinen Mittel entgegen.( Lachen rechts.) Staaten anerkennen; das ist nicht der Fall. Wir wollten nue Landwirthschaft verstärkt haben. Die Einfuhr aus= Dieses Programm kann die Landwirthschaft beruhigen und entsprechend den Erklärungen der Regierung über diese Frage ländischen Getreides ist nicht so sehr ge überall nach allen Richtungen helfen und nüßen. Wenn die eine Anregung geben, in welcher Weise die Vereinbarung mit stiegen, wie der Antragsteller glaubt; selbst im Landwirthschaft fortfährt, dem unerreichbaren Biel des Antrags den Vertragsstaaten über die Ausführung eines solchen Monopol Jahre 1894 war die Einfuhr ausländischen Roggens nicht höher nachzustreben, wird sie sich immer mehr in Gegensatz zu angebahnt werden kann.( Zustimmung rechts.) Denn dia als 1889. Außerdem fragt es sich doch, ob die Landwirth. allen anderen Kreisen bringen; das Programm der Einführung eines solchen Monopols steht dem aber die Handels- tleinen Mittel darf auf schaft in einer besseren Lage wäre, wenn die Unterstüßung Reich unzweifelhaft zu.( 3uftimmung.) Dabei produktiven Männer rechnen und wird Früher glaubten aller die uns tönnten verträge nicht abgeschlossen wären. europäischen Staaten, welche die Herren auf der rechten Seite, daß das einen kaufträftigen, seßhaften Bauernstand erhalten. Auch Getreide einführen, bevorzugt werden; nug Staat wenn der davon andere Erwerbstände leiden Noth. Der G den Getreidezoll Ausland trage, Getreide Vorrath europäische seine Gesetzgebung vermag nicht alles, was er nicht ausreichen sollte, sollte man aud scheinen sie jest abgekommen zu sein. Ich finde, und Daß der Getreidezoll bei dem Getreidepreise dort am wenigsten vermag, fann er unter vertrauensvoller und thätiger Mitarbeit außer europäisches Getreide heranziehen. Der zum Vorschein kommt, wo man ihn braucht. Frankreich hat seinen derer thun, welche zu helfen gewillt sind. Je mehr die Land- inländische Getreidehandel würde dabei vollständig frei bleiben. Weizenzoll auf 7 Franks erhöht, und trotzdem zeigt die gestrige wirthschaft bei ihren Wünschen die ganze Sachlage ins Auge Welchen vernünftigen Grund sollten die Vertragsstaaten haben, Notirung, daß an der Berliner Börse der französische Weizen faßt und gleichzeitig den Blick auf das Ganze richtet, je eher die auch eine Beschränkung des inländischen Handels zu fordern. Die 148, = an der Kölner Börse 150 und an der Pariser Börse besigenden Klassen mit gutem Beispiel vorangehen in Selbst- Durchsetzung einer solchen Vereinbarung erfordert nur einen festen 147,20 Mart steht. Hätten wir einen fünffachen Zoll, beherrschung und Genügsamkeit( Beifall links, Unruhe rechts), Willen.( Bustimmung.) Die Ueberzeugung von der Durchführbarkeit unserer Borschläge wird kommen, je schwieriger die Zeiten werden. Jöffnet werben, bann sind alle Ausgaben der Landwirthe zur Der Widerstand der preußischen und der verbündeten Regierungen Hebung der Biehzucht weggeworfen. Ohne Debatte tritt die Versammlung dem AusschußAntrage bei. Die Wahlen der Stadtvv. Bergemann, 2iebenom Perls, Eisolt und Gehride II, welche fämmtlich erst in richtet sich gegen etwas ganz anderes als den vorliegenden An- Die 3udersteuer Vorlage ist ebenfalls sehr dankens- engerer Wahl gewählt worden sind, hat der Wahlprüfungstrag; die Regierungen werden sich der Pflicht nicht entziehen werth, aber die Vorlage ist ganz anders im Osten wie im Westen Ausschuß für giltig erachtet. Bei Gelegenheit dieser Wahltönnen, den Antrag wiederholt neu zu prüfen. Die Beschränkung aufgenommen worden, und mein eigener Wahlkreis hat ein- prüfungen ist im Ausschuß auch der Antrag gestellt worden, den der Dauer des Einfuhrmonopols auf acht Jahre wird viele Ge- ftimmig beschlossen, mich zu ersuchen, gegen die Kontingentirung Magistrat um die Vorlegung eines Entwurfs eines Wahl. müther beruhigen. Wenn die Dauer nicht beschränkt wäre, dann zu stimmen, ohne welche die Vorlage für die verbündeten Regies reglements für die Wahlen zur Stadtverordneten- Versammlung würde man sich doch nicht scheuen, das Monopol schon früher rungen unannehmbar ist. Zu einer Verbilligung der zu ersuchen. Der Ausschuß hat die Maßregel für undurchführbar abzuschaffen, wenn es sich nicht bewährt. Im sozialen und Eisenbahntarise würde sich der preußische Finanzminister gehalten, da sie nur die Zahl der Proteste zu vermehren und das wirthschaftlichen Intereffe bitte ich den Antrag an- schwer entschließen. Auch die Kreditfrage ist eine sehr schwierige. Wahlgeschäft zu erschweren geeignet erscheine, auch die Städtezunehmen derselbe will nicht Unfrieden stiften, sondern Die Grundschuld in Preußen beträgt nach den letzten ordnung hinlänglich genaue Borschriften über das ganze Wahlden Frieden, und die verbündeten Regierungen Veröffentlichungen des preußischen Finanzministeriums vierzehn verfahren enthalte. Im Ausschuß ist darauf der Antrag mit haben am allerwenigsten Anlaß, die Tendenz Milliarden. Nehmen wir an, daß das Kapitalvermögen 50 Milliarden allen gegen die Stimme des Antragstellers Stadtv. Singer abunseres Antrages zu verdächtigen.( Bustimmung.) und der Werth von Grund und Boden 30 Milliarden beträgt, so gelehnt worden. Letzterer hatte somit vergeblich auf die NothAbg. Nickert( frf. Vg.): Ein schöner wirthschaftlicher Frieden fommen wir zu dem Resultat, daß fleine Mittel wenig helfen. wendigkeit und Zweckmäßigkeit einer solchen Ausführungswürde das werden.( Lachen rechts.) So sehr ich dem Herrn Die Beleihungsgrenze ist zu hoch. Man sagt mit recht, daß der anweisung der grundlegenden Bestimmungen der Städteordnung von Marschall dankbar bin für die Bekämpfung des ungeheuer Werth der Güter heruntergegangen ist. Da ist es gefährlich, den hingewiesen. lichen Antrages, so sehr muß ich es bedauern, daß die Volks- Kredit zu erhöhen. Ich würde es für heilsamer halten, bei den vertretung der ersten Kulturnation sich drei Jahre mit diesem jetzigen prefären Zuständen den Kredit herabzusehen, sonst ist Der wegen Abbruch der Baulichkeiten Königstr. 1-6 Antrag beschäftigen muß.( Lachen rechts.) Freilich wäre das man schließlich nur noch Verwalter der Kapitalisten und hat nicht möglich gewesen, wenn man den Antragstellern nicht Ron nicht mehr die Befißfreudigkeit, die einen an die Scholle feffelt.( früher alte po ft) eingesetzte Ausschuß hat beschlossen, der zeffionen gemacht hätte. Einen Antrag, den Herr von Bennigsen Die Landwirthschaft würde beffer fahren, wenn es schwieriger wäre, Bersammlung zu empfehlen, den Magistratsantrag abzulehnen als gemeingefährlich bezeichnete, den Graf Galen als rein sozia- Geld aufzunehmen. Die Landwirthe nehmen 31/ 2-4 prozentige und dagegen den Magistrat zu ersuchen, ein Provisorium listisch charakterisirte, hat man an eine Kommission verwiesen. Pfandbriefe auf, soviel fie tönnen, und sehen sie in 6 prozentige auf die Dauer eines Jahres in der Weise zu schaffen, daß die Und welchen Dant hat Herr v. Bennigsen von dem Führer des Papiere um. Daraus entsteht schließlich die Verschuldung. in dem Grundstück befindlichen Läden zu einem Durchgang Der Bauplan soll der Versammlung wollen viele Besizer nichts wissen, umgewandelt werden. Bundes der Landwirthe geerntet? Den großen Grundbesitz läßt Von Meliorationen man ganz bei Seite; man spricht dann immer nur von dem weil sie sagen, sie verzinsen sich doch nicht, besonders da die schleunigst vorgelegt werden. Da von den Magistratsvertretern Bruder Bauer. Aber die Bauern wollen von den Dingen nichts Grenze des Fallens der Getreidepreise gar nicht abzusehen ist. im Ausschuß erklärt worden ist, daß nach Zustimmung der Verwiffen. Redner beruft sich auf die Auslassung eines Bauern, Wenn die Getreidepreise so weiter finten, geht schließlich das sammlung zu diesem Beschlusse der Magistrat mit der Regulirung der sich nicht auf Kosten der anderen Stände bereichern will. Nationalvermögen verloren. Der Bruchtheil der landwirthschaft der Königstraße in ihrem Theile zwischen Schloßplay und Poststraße ungefäumt vorgehen und die erforderlichen Schritte wegen Wer sind denn die Mitglieder des Bundes der Landwirthe, naments lichen Bevölkerung ist sehr bedeutend. lich in den kleinen Städten, wo man versucht hat, die Geschäfts- Nach der Berufszählung von 1882 beträgt die Zahl der fofortiger Anlegung der Pferdebahn durch die Königstraße thun leute zum Eintritt in den Bund zu zwingen? Wie wärenjenigen landwirthschaftlichen Eristenzen, die bis 100 Settar werde, so hat der Ausschuß die Anlegung eines vorläufigen Wenn Sie das mit 5 Durchganges für die zweckmäßigste Lösung der Frage gehalten. anders die Niederlagen in Colberg- Cöslin und Herford haben, also Bauern, 2119 000. Halle zu erklären, so Gegen den sofortigen Abbruch der Gebäude spricht wenn nicht der Antrag multipliziren, was für die Landwirthe wenig ist, so Gegen den sofortigen Abbruch Sie 11 Millionen, bie darauf angewiesen nach Ansicht der Ausschußmehrheit vor allem, daß der Kanig daran schuld hätte, wie der Reichsbote" selbst bekommen Glauben gegenwärtige Moment fein günstiger für den Verkauf sei, die zugiebt. Wenn die Regierung nicht geduldet hätte, daß mit der sind, von ihrem Lande ihr Leben zu fristen. mit Preise würden dadurch gedrückt. Erhalte man das Gebäude noch Staatsautorität für den Bund gearbeitet würde( Widerspruch Sie doch nicht solchen Phantasien, daß Bauern rechts), daß die Amtsvorsteher Versammlungen veranstalteten, 10 Morgen noch Getreide autoufen.( Sehr richtig!) Wer das einige Zeit und schaffe einen provisorischen Fußgängerdurchgang die nicht einmal angemeldet waren.( Buruf: Erst müssen Sie Leben auf dem Lande kennt, weiß es besser. Der kleine Besitzer, durch die im Grundstück befindlichen Läden, dann werde man bei Minister werden!) Das überlasse ich Ihnen, Herr v. Plötz! auch der von 20 Morgen, hat keinen Vortheil von billigen dem Verkauf leichter und bessere Preise erzielen, als dies jetzt Herr Rudolf Meyer hat enthüllt, daß der Antrag Raniß die Getreidepreisen, der Bauer ist doch nicht nebenbei Kapitalist, der Fall sein werde, wo man annehme, daß der Magistrat si Erfindung eines österreichischen Runstmüllers sei. Herr v. Plöß sondern zieht seinen Unterhalt aus seinem Getreide; die anderen in einer Zwangslage befinde und naturgemäß mit dem Angebote foll aber 1894 im Januar die Idee abgelehnt haben, weil sie landwirthschaftlichen Produkte kommen daneben nicht in betracht; zurückhielte. Auch der Werth der Sandsteinfassade, der auf 30 bis au sozialistisch sei, und im April tam der Antrag an den das Margarinegeset tann wohl Genossen 40 000 M. engesprochen werden könne, würde bei Annahme des Reichstag.( Buruf des Abg. v. Plötz: Der Mann wollte ein schaften und Moltereien nügen, aber nicht dem Magistratsantrages verloren gehen. Außerdem komme aber hier. bei hauptsächlich in betracht, daß man im Jahre der volles Monopol.) Sie nur ein halbes? Ihr Monopol ist aber tleinen Bauer. viel schlimmer. Der Bund der Landwirthe kann durch seine Nicht angebracht ist es, den Antrag mit Entrüstung zurück- Gewerbe- Ausstellung, wo voraussichtlich hunderttausende Wir von Fremden Berlin besuchen werden, unmöglich an dieser Agitation nur Verbitterung erregen und den Landwirthen ihre zuweisen und ihn als eine Schande zu bezeichnen. fein, Antragstellern dankbar Berufsfreudigkeit rauben. Die günstige Wirkung der Handels- müssen den daß sie sich hervorragenden Stelle der Stadt ein neues Ruinenfeld verträge fann niemand mehr leugnen. Aber freilich, die Herren monatelang hingesetzt und gerarbeit haben, um nach einem schaffen und ein arges Verkehrshinderniß herstellen leben ja von der Bekämpfung der Handelsverträge und der Gold Mittel zu suchen.( Beifall rechts.) Man taun sagen, es taugt dürfe. währung. Die Ausführungen des Herrn v. Marschall haben nichts, es paßt nicht, wir wollen zur Tagesordnung übergehen, mich vollständig überzeugt. Was soll durch ein Monopol auf aber ich finde es unberechtigt, daß man Schlagworte dagegen Debatten In allen acht Jahre erreicht werden? ist gebraucht. Ein weiser Staatsmann muß auf die Erhaltung des die eine Frage nicht erörtert worden, welcher Theil Körnerbaus bedacht sein. In Englanb wären die Getreidezölle der Landwirthe an hohen Getreidepreisen Vortheile hat, niemals aufgehoben worden, wenn dort der Grundbesitz so gewie viele Landwirthe Nachtheile haben. Nach der vom theilt wäre wie bei uns. Als Englands Landwirthschaft anfing, Reichskanzler gegebenen Statistit verkaufen 76 pCt. der ruinirt zu werden, gab es dort nur 20-30 000 Grundbefizer, 2andwirthe fein Getreide( Widerspruch rechts), davon wir haben 9 Millionen. Warum hat man in Frankreich die Gemuß ein großer Theil Getreide zu kaufen. Der Bund der Land- treidezölle nicht heruntergefeßt, sondern sogar noch erhöht? wirthe hat eine große Enquete veranstaltet; 1300 Antworten Weil dort der Grundbesitz noch vielmehr getheilt ist als bei uns. follen eingegangen sein, aber es ist nichts darüber veröffentlicht. Bei weiterer Demokratifirung würden wir noch zu dem französischen ( Zuruf des Abg. v. Plög: Längst veröffentlicht! Lesen Sie nur Erbrecht kommen. vernünftige Blätter! Heiterfeit.) Einzelheiten sind veröffentlicht, aber auch schon längst als unzutreffend widerlegt worden. Mir hat ein Bauer erklärt, daß die Landwirthe bei Sparsamkeit und Züchtigkeit durchkommen fönnen.( Buruf: Verkauft der Mann Getreide?) Nein, er verkauft Butter, Eier und treibt Viehzucht.( Lachen rechts.) tempi Auf die Handelsverträge will ich nicht eingehen passati! Was hat es für einen Zwed, über verschüttete Milch immer von neuem zu klagen. Man hat gesagt, die Einfuhr des Getreides sei nicht wesentlich gestiegen. Das ist aber nicht richtig. Die Roggeneinfuhr ist ganz erheblich gestiegen und beim Weizen liegt die Sache ganz ähnlich. . Die Der zu schaffende Durchgang durch die Läden sei ein guter Nothbehelf; er foste wenig, sei schnell herzustellen, und es empfehle sich daher, auf dieses Projekt einzugehen. Von den Stadtv. Sa ch 3 II und Genossen wird zusätzlich beantragt, daß das Provisorium am 1. April 1897 dergestalt enden soll, daß, wenn bis dahin der Verkauf mit der Verpflichtung des Käufers zur Freilegung der Straße nicht erfolgt, das Gebäude öffentlich meistbietend auf Abbruch verkauft wird. Stadtv. Sa ch 3 II ist gegen den Ausschußantrag. Mau dürfe die Sache nicht auf die lange Bant schieben, das könnte zu unliebſamen Mißdeutungen führen. Es sei doch sonderbar, daß das ästhetische Gewissen sich gegenüber der jetzigen Marstallsfaffade auf dem Schloßplaße nicht rege, dagegen um so starter bezüglich der Königstraße. Hier solle auch der jetzt bescheiden Fußgängerweg genannte Arfadenweg wieder aufleben. Das Provisorium werde keinen Käufer bestimmen, annehmbarere Gebote zu machen; es tönnte verlängert werden, es fönnten auch andere Beschlüsse zu stande kommen, und plöglich hätte man die Alte Pon" mit dem Arkadengang als Definitivum. Das wenigstens solle sein Antrag verhüten." Hütet Euch vor dem Interim, er hat den Teufel hinter ihm!"( Heiterkeit.) Stadtv. Jacobi: Für 15 000 m. tann man feine Arkaden anlegen, die Besorgniß vor diesem Plan fann Herr Sachs getroft fallen lassen. Befuniär und auch vom ethischen Standpuntie bat der Ausschuß unzweifelhaft das richtige getroffen. Für das Zentrum und für den Osten der Stadt würde der Abriß in die Beit der Gewerbe Ausstellung hineinfallen und für diese Stadttheile einen schwer zu vermeidenden Schlag bedeuten. 1 Stadtv. Talte: An eine Verschleppung der Sache denkt niemand. Ich habe bis zum letzten Augenblick für die Magistratsvorlage gesprochen, laffe mich aber belehren, daß der jezige Beitpunkt für den Abriß ungeeignet ist. Zur Beruhigung des Der Ausschußantrag gelangt mit dem Amendement Sachs II Bom Stadtv. Stadthagen wird mit Unterstützung der sozialdemokratischen Mitglieder folgender Antrag gestellt: Den Magiftrat zu ersuchen, der Bersammlung darüber Mittheilung zu machen: 1. in wie weit für die Fälle von Krankheiten oder Unfällen von Arbeiter Fürsorge getroffen ist, die für die verschiedenen Verwaltungszweige der Gemeinde Berlin beschäftigt sind; 2. Einrichtungen zu treffen, durch welche für alle Arbeiter, welche für die Gemeinde Berlin direkt oder indirekt Arbeiten auszuführen haben, für die Fälle von Erkrankung oder Verunglückung mindefiens dasselbe Maß von Fürsorge gewährleistet wird, welches für die dem Reichs- Krankenund Unfall Versicherungsgeseh unterstehenden Arbeiter zu erfüllen ist. Die bayerische Enquete foll den Antrag Ranih begründen! Cecil Rhodes hat den Plan gehabt, das ganze SüdDiese Untersuchung ist unparteiisch geführt und verdient alle Afrika unter seine Macht zu bringen und dann feste und alle Staaten einzuführen. Die Anerkennung. Aber die Nothwendigkeit des Antrages Kanis hohe Schußzölle gegen lann man daraus nicht folgern; denn es wird keineswegs eine Armuth greift immer weiter um sich. Wo sind die Großtaufleute, schwere Nothlage der bayerischen Landwirthschaft festgestellt. Die wo sind die großen Vermögen geblieben? Namentlich am Rhein Verschuldungsverhältnisse sollen, wie aus der Untersuchung sich scheidet der Großkaufmann allmälig einen Prozentsatz von seinem ergiebt, nicht besonders schlecht sein, aber es fehlt an der Technik; Vermögen aus, um ihn in Grund und Boden anzulegen. Der es ist teine Drainage vorhanden, es fehlt an der Verwendung Nothstand ist einmal da, und wir können nichts machen, so lange guten Düngers u. f. w. Hinderlich sei auch der große Pefsi wir durch die Handelsverträge gebunden sind. Der ganze Zweck mismus; man stelle allen Rathschlägen entgegen, daß dem Feld- der Diskussion ist, die Leute, die kulturfähig gehalten werden bau bei den schlechten Preisen doch keine Zukunft bevorstehe. sollen, vor dem Untergang zu bewahren. Die Klausel über die Das sind die Früchte Ihrer Agitation, Herr von Plög.( Buruf ewige Meistbegünstigung ist in dem französischen Friedensvertrage des Abg. v. Plög: Laffen Sie mich nun endlich zufrieden! Heiterkeit.) nur aufgenommen, weil die Franzosen, wenn es nach ihnen Ihre Preffe beschäftigt sich so viel mit mir, daß ich mich auch ginge, feine Unge nach Frankreich hineinlassen würden. Publikums sollte aber ber Zufazantrag Sachs II angenommen einmal dankbar erweisen muß!( Buruf des Abg. v. Plötz: Aber Wenn man von anderen Zöllen spricht, da habe ich noch nicht werden. nicht in diesem Hause!) Hat die Landwirthschaft denn nicht gehört, daß man sich gleich in den Mantel der Entrüstung hüllt, schon schlimmere Strifen durchgemacht, am Anfang des Jahr- daß man von Erpressungen, Liebesgaben nnd Almosen spricht. zur Annahme. hunderts, wo die Hälfte der Landwirthe ruinirt war? Heute 271/2 Millionen Seelen sind nach der Berufsstatistik an landfind die Preise der Güter nicht so gefallen, wie damals. Wenn wirthschaftlichen Gebieten intereffirt. Wenn die armen Leute einzelne Landwirthe schlecht stehen, so wollen wir ihnen ein von Haus und Hof gejagt werden, dann werden sie noch schlimmer Gefchent machen; aber wir wollen nicht die reichen Majorats- als die Fabritarbeiter; sie fallen der revolutionären Partei in befizer unterstüßen. Aber das wollen Sie nicht. Die Sozialisten die Arme; fie verlieren unzweifelhaft ihre monarchische Die festesten Burzeln monarchischen Ge stimmen gegen den Antrag, weil sie einen anderen Sozialismus Gesinnung. der feßhaften Bevölkerung. wollen als den der Junker. Ich hoffe, daß morgen der Antrag fühls liegen doch in Ranik mit 200 gegen 100 Stimmen abgelehnt wird.( 3u Leute, die wir vertreten, sind dieselben Bauern, welche nach ftimmung.) dem dreißigjährigen Kriege auf ihre Fahne geschrieben hatten: Abg. Graf v. Bismarck( wild): Der Antrag Ranih ist wir sind Bauern von geringem Gut und dienen unserem Fürsten nur ein Noth behelf, das erkennen auch die meisten Unter- mit unserem Blut. Auf diese Leute wird nicht zu rechnen sein, zeichner des Antrages. an. Aber die Landwirthschaft befindet wenn wir ihnen nicht beistehen.( Bustimmung rechts.) Vielleicht sich nun einmal in einer auch von allerhöchster Stelle in der schaffen günstige Konstellationen von selbst einmal höhere Thronrede anerkannten Nothlage und Nothlagen rechtfertigen Getreidepreise, aber wenn es nicht geschieht, so hoffe ich Nothbehelfe. Auch die Schußzölle sind ja nichts anderes, und auf eine größere Buftimmung für andere Pläne, die durch Vom Stadtv. Goldschmidt und noch von einer anderen Seite Der Antrag Kanit ist auf demselben Boden gewachsen wie die greifend dazu helfen, daß unser tüchtiger, seßhafter Bauern Schutzölle. Es wäre ein idealer Zustand, wenn überhaupt fein stand, der Stolz Deutschlands uns erhalten werde.( Lebhafter wird beantragt, über den Antrag 2 die Berathung zu vertagen, bis die Auskunft des Magistrats über den Antrag 1 erfolgt ist. einziges Gewerbe Schutzölle brauchte; die Voraussetzung dazu Beifall.) Abg. Graf Bernstoff( Welfe): Die Modifikationen des An- Antragsteller Stadtv. Stadthagen: Obwohl ich schließwäre aber, daß in sämmtlichen Staaten und Kolonien unter denfelben Bedingungen produzirt würde( Bustimmung rechts), daß trages Kanig tönnen unsere ablehnende Stellung nicht erschüttern. lich, wenn der Magistrat zu der verlangten Auskunft bereit fie dieselben Bedürfnisse und dieselbe Währung hätten( 3u- Im Gegentheil, wir halten es für sehr bedenklich, eine solche wäre, nichts gegen die Absetzung des Antrags 2 bis dahin, wo nur auf so turze Zeit einzuführen, wie sie erfolgt, einzuwenden haben würde, halte ich doch für nöthig, stimmung rechts), sei es Gold, Silber oder Doppelwährung. Maßregel Er ift praktisch nicht aus die Dringlichkeit beider Anträge in Kürze darzulegen. Die Daß der Antrag wirklich eine Werbetraft hat, geht daraus hervor, der Antrag will. daß die Zahl der Unterzeichner seit dem vorigen Jahre von und durchführbar, widerspricht dem Grund- Reichsgesetzgebung hat die Versicherung der Arbeiter in gewerb 40 auf 100 gestiegen ist. Manche haben sich erst nach schweren sab: gleiches Recht für Alle und kann der Land- lichen Betrieben für den Krankheits- und Verunglückungsfall gewiffem Sinne obligatorisch gemacht, Bedenken entschlossen, ihn zu unterschreiben, und zwar sind es wirthschaft vielleicht momentan aber nicht auf die Dauer in ja auch Versicherungsgesetze wirken auf feineswegs blos Großgrundbesizer. Glauben Sie, daß die Mit- nüßen, während er uns dem sozialen Staat und beiden glieder der Reformpartei Großgrundbesitzer als Wähler haben? der Berstaatlichung des Grund und Bodens Stadt hinsichtlich aller Betriebe zurück, die sie gewerblich betreibt. Und auch die Herren aus dem Westen, aus Bayern haben ihre näherbringen würde. Die jetzige Nothlage ist eine Folge Sehr strittig aber ist die Frage, welcher Betrieb ein gewerblicher schweren Bedenken überwunden, weil sie fein besseres Mittel für der schrankenlosen Freiheit auf allen Gebieten, welche die oder ein öffentlich rechtlicher ist; der Streit hat sich bei fast allen ben fleinen Landmann wissen. Die Nothlage der Landwirthschaft Liberalen durchgeführt haben. Solchen schnellen Umwälzungen städtischen Betrieben mit Ausnahme der eigentlichen Bauthätig. Der Magistrat trifft deshalb wird eigentlich von feiner Partei bestritten und der Staat hat gegenüber giebt es teine großen Mittel, die schnell helfen, aber feit der Stadt wiederholt. Vorwurf, wenn erit er hin und wieder. Die Pflicht, für die benachtheiligten Erwerbstreise zu sorgen; ich hoffe, daß die Elemente, von denen der Graf Bismarck am auch eine Reichs Versicherungsamt Entscheidung herbei Glied selbst am Ende seiner Rede sprach, uns auch über diese Krisis hinweg voni ein nur untergeordnetes zufühlen versucht hat. Was aber tann der Arbeiter, Gesammtorganismus wäre, so ist anzuerkennen, daß auch helfen werden. ber erfrankt oder verunglückt, dafür, daß er aufällig in einem die Regierungen bemüht sind, der Landwirthschaft zu helfen. öffentlich rechtlichen Betriebe beschäftigt ist und nun gar keiner Die Herren lints thun so, als wollten sich die Landwirthe auf 1 Uhr vertagt. Fürsorge theilhaftig werden soll? Gern erkenne ich an, daß Rosten der Gesammtheit bereichern. Nun giebt es aber nach der der Magiftrat in solchen Fällen durch Geschenke, Almofen u. f. w. letzten Berufszählung an landwirthschaftlichen Betrieben allein im allgemeinen wenigstens das gewährt hat, was der Arbeiter 5,6 Millionen mit ungefähr 26,2 Millionen Seelen, während die tönnen, hätte verlangen wenn er versichert gewefen Gesammtheit der Bevölkerung des Reiches circa 51 Millionen wäre. Wir halten ja felbst die Frage für nicht beträgt. Die Hälfte aller Haushaltungen entfällt auf die Landum Aus wirthschaft. Dem gegenüber werden Sie doch nicht bestreiten, daß funft. Aber auf einige besondere Fälle, zumal aus der wir die Berechtigung baben, nach Mitteln der Abhilfe zu suchen; unb Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 16. Jan., ganz flar und bitten daher im Antrag 1 Praris des Reichs- Versicherungsamts muß hingewiesen werden. wenn uns von den verbündeten Regierungen oder aus dem Haufe ein sympathischeres Mittel vorgeschlagen würde, so würden wir An ftelle des zum Stadtrath gewählten Stadtv. Wagner Die Arbeiter auf dem städtischen Vermessungsbureau gehören zu mit Freuden dafür eintreten. Es find uns aber feine besseren wird in den Ausschuß für die Vorlage wegen Berlegung der der Kategorie, deren Versicherungspflicht nicht festsieht. Mittel vorgeschlagen. Dazu gehören auch die sogenannten fleinen fog. Kirchhofstraße in der Hafenhaibe Stadtv. Sütt, in die dieser Arbeiter ist 1893 beim Transport von VermessungsMittel nicht. Die Viehzucht wird von der Landwirthschaft mit gemischte Deputation zur Berathung über die zur Zeit innerhalb geräthen verunglückt; seine vermeintlichen Ansprüche, die er Eifer betrieben, wenn aber beispielsweise im nächsten Jahre die der städtischen Verwaltung schwebenden Fragen des Werkehrs- geltend machte, weist der Magistrat ab. geld wurde dem Manne so dem Manne so viel gewährt, wie ihm umgrenzenden Staaten feuchenfrei und die Grenzen wieder ge- wesens Stabtv. Schwalbe gewählt. wenn er Um 6 Uhr wird die weitere Berathung auf Freitag Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. nachmittags 5 Uhr. M und die die An Kranken Die Krankenkaffe hätte zahlen Fönnen; den " und J an Innung stehende Unfall gaben, die anderen Raffen der Innung zur Laft fielen, unrecht, den an Starrtrampf geftorbenen Rindern waren 679 Promille. aber bat der Magistrat nicht entschädigt, sondern bisher dem mäßig aus der Privilegienkaffe bestritten, um so die außer Brustmilchfinder. Die Sterbefälle an Starrkrampf fallen aber Manne blos Versprechungen auf Anstellung gemacht. Das halb der Innung stehenden Meister in unzulässiger Weise noch fast sämmtlich in den 1. Lebensmonat( 8. B. 1893 im 1. LebensSchiedsgericht hat den Betreffenden ebenfalls abgewiesen, und höher zu befteuern. Die Schneiderinnung aber hat fich jahre 74, davon im 1. Lebensmonat 70), wo die Brustmilchfinder das Reichs- Versicherungsamt hat sich leider über diese für uns bei der Handhabung des Privilegs die größten Versehen nach dem Ergebniß der Volkszählung von 1890 739 Promille der interessanteste Frage nicht deutlich genug ausgesprochen, sondern zu schulden kommen lassen. Trotzdem der Bezirk der Innung lebenden Säuglinge ausmachen. Wird dieser Umstand berückdie erste Entscheidung bestätigt, weil es sich um Feldmesser handle nur den der Stadt Berlin umfaßt, hat sie doch von den 71/2 Kilo fichtigt, so stellt sich auch beim Starrkrampf das Sterblichkeitsund das Amt diese stets als nichtversicherungspflichtig angesehen meter im Umkreise von Berlin wohnenden Gewerbetreibenden verhältniß der mit der Brust genährten Kinder noch günstiger habe. Jedenfalls hat der Mann ein Almosen erhalten müssen, Beiträge erhoben, indem sie gleichzeitig in den Zahlungs- heraus, als das der übrigen Kinder. da er ja nicht arbeitsfähig ist, aber er hat eben feinen Rechts- aufforderungen eine angebliche Verfügung des Herrn PolizeiUeber die Verbreitung aufteckender Krankheiten durch anspruch, und es wäre nicht unbillig, wenn auch Berlin wie präsidenten mit abdruckte, in der die Ausdehnung des die Schule sprach am 13. D. M. in der Gesellschaft für öffentandere Gemeinden hier die Versicherungspflicht statuirte. Ferner Innungsbezirks ausgesprochen wird. Auf die die liche Gesundheitspflege Dr. Za det. Er wies an der Hand der gehören hierher gewiffe zwischen den Beamten und den Nicht- Innung gerichtete Aufforderung zur sofortigen Vernichtung in den letzten Jahren veröffentlichten Arbeiten nach, daß die beamten stehende, in den Kranken- und Irrenhäusern und in den der fraglichen Formulare und auf die ihr gemachten ernnlichen Schule, insbesondere die Volksschule seit Durchführung des allWohlthätigkeitsanstalten der Stadt verwendete Personen. Zwei Borhaltungen wegen des Mißbrauchs des Namens des Fälle derart sind mir in ganz furzer Zeit mitgetheilt worden. Herrn Polizeipräsidenten entschuldigte sie sich damit, daß sie gemeinen Schulzwanges, eine immer steigende Bedeutung für die Einer im Frrenhause beschäftigten Dame wurde von einer Frren für ihre Bahlungs- Aufforderungen ein bei der Schuhmacher- Berbreitung der Kinderkrankheiten erlange. Insbesondere für eine schwere Berlegung beibebracht, welche sie völlig erwerbs. Junung( deren Bezirk sich thatsächlich 71/2 Kilometer im Umkreis Masern, Scharlach und Diphtherie wäre im Ausland- wo wir unfähig machte. Der Magistrat hat versucht, sie zu unterstüßen über Berlin hinaus erstreckt) gebräuchliches Formular als durch Schulärzte resp. städtische Gesundheitsbeamte über die durch Anstellung in leichterer Beschäftigung; es ging nicht. Daß die Vorlage benutzt und wörtlich abgedruckt habe. Dieser Ent- Berhältnisse ungleich besser unterrichtet wären als bei uns Frau keinen Rechtsanspruch auf Unterfügung hat, ist im höchsten schuldigungsgrund bedarf wohl faum einer weiteren auch statistisch dieser Zusammenhang zwischen Schulbesuch und epidemischer Ausbreitung von Krankheiten erbracht worden. Durch Grade unbillig. Alle diese Unglücklichen find doch schließlich auf die Beleuchtung. Der Innungsvorstand hatte sich ferner in den Schulstaub würden Augenfrankheiten massenhaft verbreitet, Armenpflege angewiefen, und ob Armenpflege oder Rechts- wesentlichen Punkten über die eingehende für die Handhabung infolge mangelnder Schulaufsicht selbst die Uebertragung von in aufpruch, das berührt nicht den Stadtsäckel, aber die Auftands des Privilegs von dem Herrn Polizeipräsidenten erlassene Bor: die Schule eingeschlepptem Ungeziefer, ganz gewöhnlich beobachtet. pflicht der Städte. Ferner kommen hier die 300 Treiber auf schrift hinweg gesezt. Die Innung erhob an Beiträgen Beinahe jeder Berliner Gemeindeschüler mache 1-2 Mal während rem Viehhose in betracht, die weder gegen Krankhett, noch gegen von den gewerbesteuerpflichtigen Gewerbetreibenden 8 pt. der des Schulbesuches letztere Krankheit durch und es werden in zahlUnfall versichert sind, obwohl sie dieselben und vielmehr noch Gewerbesteuer und von den übrigen 50 Pf. Es war dabei gäng losen Fällen skrophulöse Hautausschläge, Erkrankungen der Augengrößere Gefahren laufen als die Arbeiter anderer Betriebe. lich außer Acht gelassen worden zu prüfen, ob die zur Beitrags- liber, Dhren und Drüsen durch diese Parasiten hervorgerufen. Das Krankengeld wird für sie wohl mit Recht nicht bezahlt, weil leistung Herangezogenen regelmäßig Gefellen be= Unter stetem Hinweis auf unsere Schuleinrichtungen wurde es vielleicht von den Kommissionshandlungen zu zahlen wäre. fchäftigen, also überhaupt beitragspflichtig Deshalb haben wir auch die indirekt beschäftigten Arbeiter aus waren. Erwägt man, daß unser Bollstreckungsamt in diesem Be der Nachweis geführt, daß die bestehenden Einrichtungen und der Verdrücklich in den Antrag aufgenommen. Ich erwähne ferner die triebsjahre nur für die Schneiderinnung( 1500 Innungs- breitung ansteckender Krankheiten durch die Schule wirkfan Straßenreiniger, die wenigftens, sofern sie weniger als eine Woche mitglieder der 6500 außerhalb entgegen zu treten. Ein Theil dieser Maßnahmen sei für beschäftigt sind, nicht versichert werden. Das trifft gerade Gewerbetreibende, wie weiter oben erwähnt, 3624 Zwangs die Verhältnisse unserer Gemeindeschulen in dicht bevölkerten jene Aermften, welche im Winter aushilfsweise angenommen vollstreckungen vornehmen mußte und noch dazu meistens werden, und besonders hart bezüglich der Unfälle. Zweien diefer wegen 50 Pfennige, so kann man sich schon hieraus über die Großstädten nicht mehr zeitgemäß und die zeitgemäßen, von dem heutigen Standpunkt der Wissenschaft diktirten kämen nicht zur Schneeschipper, beides Handwerker, sind im vorigen Winter bei finanziellen Erfolge des Privilegs ein sicheres Urtheil bilden. Durchführung, aber auch diejenigen, welche an sich zweckmäßig der Beschäftigung die Hände erfroren. Das Reichs- Versicherungs. Wir haben einmal auf Abstellung der bei den beiden Innungen wären, wären unwirksam, weil es an der beständigen sachamt bejaht die Frage, ob dies ein Betriebsunfall ift; thatsächlich vorgefundenen Versehen gedrungen und haben ferner die Auf verständigen Kontrolle, an der schulärztlichen Ueberwachung noch find die beiden ohne Unterstützung geblieben. Ganz Unrecht hat der bebung der Privilegien beantragt, weil die immer bei uns fehle. Schulreinigung und Desinfektion wären Magistrat mit seiner Rechtsanficht nicht, denn die Straßen- felben dem öffentlichen Wohle widerstreiten. mangelhaft, die Frequenz in den unteren Klassen viel zu groß, reinigung ist kein Gewerbebetrieb, sondern eine öffentlich recht auch über diese Anträge hat der Herr Polizeipräsident ebenfalls die mangelnde Ernährung vieler Kinder, die schlechten häuslichen liche Funktion, die zu übernehmen eigentlich die Grund- und noch nicht entschieden. Hauseigenthümer verpflichtet wären. Endlich kommen noch So der amtliche Bericht, der so vernichtend ist, daß selbst Verhältnisse begünstigen die Einschleppung fontagiöser Erfrankungen und und lähmen die Widerstandsfähigkeit gegen die noch nicht definitiv angestellten Beamten in Frage. ein sozialdemokratisches Blatt ihn untommentirt bringen fann. Infektionen. Die ganze Angelegenheit fann ohne jede politische Gespannt darf man auf die Entscheidung des Polizei- PräfiDer Vortragende faßt seine Ausführungen in folgende Thesen Boreingenommenheit erörtert werden, sie ist gleichzeitig von denten sein. zusammen: außerordentlicher sozialpolitischer Tragweite. Ich bitte um AnDie Prostitution reicht zwar weit hinaus über den Kreis 1. Die Schule, insbesondere die Boltsschule trägt zur Aus nahme beider Anträge und beantrage ausdrücklich Ausschuß der unter Kontrolle stehenden Prostituirten in Berlin schäßt breitung anstecender Krankheiten in hervorragendem Maße bei. berathung beider wegen der event. finanziellen Wirkung des An- man die Zahl aller Prostituirten auf das mindestens Behnfache 2. Die bestehenden Schuleinrichtungen und geseglichen Betrags 2. Dort im Ausschuß kann auch der Magistrat genauere der kontrollirten es dürfte aber trotzdem bis zu einem ge- ftimmungen genügen nicht, um dieser Ausbreitung wirksam zu beAuskunft geben, als es im Plenum anginge. Die anderweit gewissen Grade richtig sein, aus den Schwankungen der Bahl der gegnen. 3. Die rechtzeitige Ermittelung, folirung und Wiederstellten Anträge fönnen vielleicht zurückgezogen werden. Kontrolldirnen auf einen Wechsel des Umfanges der Pro- zulassung erkrankter Schulkinder, die weiteren prophylaktischen Stadtv. Goldschmidt: Wir( die neue Fraktion der stitution überhaupt zu schließen. Unter Kontrolle standen in Maßnahmen und deren Kontrolle erfordern die ständige MitLinken) werden für beide Anträge stimmen. Wir wünschen nicht, Berlin am 1. Januar 1894: 4794 Proftituirte, in den arbeit beamteter Aerzte( Schulärzte). 4. Ist ein Fall von schwerer daß auf den Gebieten, die die Anträge im Auge haben, Tadel Vorjahren( zurück bis 1875): 4668, ( zurück bis 1875): 4663, 4364, 4068, 3713, ansteckender Erkrankung bei einem Schüler ärztlich fonstatirt, so gegen die Stadtgemeinde ausgesprochen werden fönnen. Den 3392, 3063, 3006, 3598, 3724, 3769, 3900, 3465, 3186, hat noch am selben Tage die Desinfektion der infizirten Klasse Antrag 2 können wir aber nicht annehmen, ohne die Tragweite der B033, 2767, 2547, 2386, 2241, 1956. Die Zunahme von 1875 bis zu erfolgen. 5. Die Fernhaltung der gesunden Geschwister erNr. 1 zu kennen. Die über die indirekt beschäftigten Arbeiter vom 1894 beträgt 145 pCt., viel mehr als die Zunahme der Be- frankter Kinder vom Schulbesuch ist von zweifelhaftem Werth Antragsteller gegebene Auskunft genügt mir nicht; a priori ist völkerung Berlins in derselben Zeit, auch mehr als die der und durch sorgfältige Beobachtung dieser Kinder in der Schale doch anzunehmen, daß diese alle versichert sind. weiblichen Bevölkerung des entsprechenden Alters. Nach den zu ersetzen. 6. Der Schulschluß bei gehäuften Erkrankungen ist Stadtv. Talte steht dem Antrage auch sympathisch gegen Gründerjahren" hatte die gewerbsmäßige Prostitution rasch eine möglichst vermeiden, zu insbesondere bei Volksschulen über. Indessen täusche sich der Antragsteller über den Umfang große Ausdehnung erreicht. Die Polizei schritt zwar mit un- in dichtbevölkerten Städten. 7. Die Schulräume find der von seinem Antrage betroffenen Arbeiterkategorien. Die erbittlicher Strenge dagegen ein, aber der sittenpolizeiliche täglich naß zu reinigen, Wände, Fenster, Thüren Treiber auf dem Biehhofe z. B. feien alle selbständige Feldzug hatte nur den zweifelhaften Erfolg, daß die mindestens allmonatlich zu feifen. 8. Anderweite Reformen in Leute, mit denen die Viehkommissionäre nichts weiter zu thun Bahl der Kontrolldirnen erheblich vermehrt wurde, Schuleinrichtungen und Unterricht, insbesondere die Herabsehung haben. Redner befürwortet den Antrag Goldschmidt. ohne daß die Prostitution abnahm. Ein Rückgang der Frequenz in den unteren Klassen auf 30-40 Kinder, find der Zahl der Kontrolldirnen trat gegen die Mitte der 80er Jahre geeignet, die Gefahr der Uebertragung ansteckender Krankheiten ein, jedoch schwerlich infolge größerer Sittlichkeit" der Berliner durch die Schule wesentlich zu verringern. 9. Die häuslichen Bevölkerung, sondern wohl infolge einer gewissen Befferung der Verhältnisse der Schüler sind für die Einschleppung übertragErwerbsverhältnisse in Verbindung mit dem Rückgang der Preise barer Krankheiten in die Schule von grundlegender Bedeutung der wichtigsten Lebensmittel. Auch die Minderung der polizei- und daher ohne die Hebung der arbeitenden Klassen alle schullichen Strenge mag mitgewirkt haben. Der tiefste Stand, hygienischen Maßnahmen von nur beschränkter Wirksamkeit. 3006 Kontrollirte, wurde 1887 erreicht, um welche Zeit Montag den 20. Januar findet die Diskussion über den übrigens auch die Preise für Brot, Kartoffeln und Fleisch Vortrag statt. am tiefsten standen. Nach 1887 trat, gleichzeitig mit erneutem Steigen der Lebensmittelpreise und neuer Ver Die Erkrankung des Herrn Branfewetter ist dem schlechterung der Erwerbsverhältniffe, wieder eine Zunahme.-." zufolge die sogenannte progressive Paralyfe, eine der ein. Sie betrug vom 1. Januar 1887-91 bereits 85 pct., von häufigsten Geisteskrankheiten, die gerade Männer im besten 1887-94 60 pCt. Bom 1. Januar 1887-91 nahm dagegen Lebensalter und geistig fehr regfame Menschen Berlins ledige weibliche Bevölkerung im Alter von 15-40 Jahren befällt. Sie fordert ihre meisten Opfer in den Kreisen der nur um 20 pet., von 15-30 Jahren um 19% pCt., von 20 bis Kaufleute, Gelehrten und Offiziere. Nach mehrmonatigen, mehr 30 Jahren um 15 pet. zu.( Weiter ist die Fortschreibung der oder minder start ausgeprägten Borboten steigert sich die KrankBevölkerung nach Alter und Zivilstand noch nicht ausgeführt.) beit meist ziemlich schnell zu solcher Höhe, daß die Kranken Obwohl sich auch unter den Wittwen und Geschiedenen und in geiftig nicht mehr zurechnungsfähig, sind und zu ihrer eigenen den Altersklassen über 40 Jahre noch Kontrollirte finden, wird wie ihrer Angehörigen Sicherheit in einer Anstalt untergebracht man doch ein in der Hauptsache richtiges Bild gewinnen, wenn werden müssen. Besserungen kommen nicht vor. Von großer man nur die Ledigen von 15-40, besonders die von 20-30 geistiger Regsamkeit fonnte unferes Erachtens bei Herrn BrauseJahren zur Vergleichung heranzieht. Erfreulich ist das Bild wetter nun eigentlich keine Rede sein. nicht. Von 1887-91 hat die Zahl der Kontrollirten, also ver muthlich auch die der Prostituirten überhaupt, viel mehr zu Gegen den ablehnenden Bescheid des Gemeindevorstandes genommen, als nach dem Bevölkerungsstand erwartet werden von Deutsch- Wilmersdorf betreffs Errichtung eines Gewerbe- durfte, und für 1891-94 liegen die Dinge wahrscheinlich ähnlich. gerichts am Orte haben die dortigen Parteigenossen eine öffent. Die Zunahme ist zu groß, als daß fie nur aus einer Steigerung liche Protestversammlung zum Sonntag, den 19. b. M., ein- des sittenpolizeilichen Eifers zu erklären wäre. Man wird viel wie so manche frühere Feste ähnlicher Art dem großen Publikum Das dynastisch- militärische Fest des 18. Januar wird, berufen( siehe auch Inferat im heutigen Vorwärts"). Die Ge- mehr nicht fehlgehen, wenn man auch einen Zusammenhang wie fo manche frühere Feste ähnlicher Art dem großen Publikum noffen werden ersucht, sich recht zahlreich einzufinden. durch eine große Vertebrs absperrung fühlbar werden. Zur Beleuchtung Der Polizeipräsident erläßt anläßlich der am 18. d. M. Ein vernichtendes Urtheil wird von der Berliner dieses Punktes tönnen vielleicht noch die Zahlen der Gewerbedeputation über die Thätigkeit der privilegirten wegen Eintritt in Dienst oder Arbeit aus der Kontrolle vormittags zur 25 jährigen Jubelfeier der Wiedererrichtung des Gewerbebeputation über die Thätigkeit der privilegirten Ausgeschiedenen dienen. Im Vergleich zu den am Jahres- Deutschen Reiches Unter den Linden östlich der CharlottenInnungen gefällt. In Nr. 31 des vom Magistrat heraus- anfang vorhandenen Kontrollbirnen schieden aus dem genannten Straße und auf den Plägen am Opern und am Zeughaufe, gegebenen Verwaltungsberichts schreibt die Gewerbedeputation Grunde aus, im Jahre 1898: 81/2 pt.( 896 Personen), in den fowie im Luftgarten stattfindenden Parade der hiesigen u. a.: Wir sind im Berichtsjahre in eine nähere Prüfung ein- Borjahren( zurück bis 1875): 93/4, 91/4, 103/4, 10, 111/8, 12/4, Garnison auf Anfuchen des töniglichen General, getreten, einmal der Art und Weise, wie die Privilegien von 22, 153/4, 16, 141/3, 16, 16, 211/2, 19, 172/3, 122/3, 14, 18½s pet. Kommandos des Gardekorps die folgende Bekannte ben damit ausgestatteten Innungen gehandhabt wurden, ferner aber die Wirkungen, welche die Privilegien für die betreffenden Wenn diese Zahlen auch nicht ausschließlich von der größeren machung über Beschränkungen des Verkehrs: oder geringeren Schwierigkeit, Arbeit zu finden, abhängen, fo 1. Es werden gesperrt: Junungen sowie für die übrigen Betheiligten gehabt haben. werden sie doch ohne Zweifel mit dadurch beeinflußt. Wenn das a) spätestens von 10 Uhr vormittags ab für den gesammten Einen erheblichen Vortheil aus dem Privileg hat nur die aber der Fall ist, dann muß gerade in den letzten Jahren die Fahrverkehr einschließlich der Omnibuse und Pferde- Eisenbahnen Gastwirths Innung gehabt, da sie neben durch- Möglichkeit, Arbeit zu finden und dadurch von der Kontrolle sowie für Fußgänger und Reiter bis nach beendeter Parade die schnittlich 310 Innungs Mitgliedern 700 Straße Unter den Linden östlich der Friedrichstraße ausschließlich, Innung stehende Gewerbetreibende zu verhältnißmäßig hohen loszukommen, recht gering gewesen sein. die Plätze am Opern und am Zeughause, die Schloßbrücke, der Beiträgen( 5-5,50 M. im Durchschnitt) heranzuziehen in der Brustmilchkinder haben ein bedeutend günstigeres Sterb. Luftgarten, die Schloßfreiheit und die Kaiser Wilhelmbrücke, somie Lage war. Wegen dieser Belastung ist von Nichtinnungsmits lichteits Verhältniß als Kinder, die mit Thiermilch, nach Bedarf die Charlottenstraße zwischen der Behren- und gliedern, besonders von den freien Vereinigungen, häufig Be- Surrogaten 2c. ernährt werden. In Berlin waren bei der Bolts Dorotheenstraße, die Behrenstraße östlich der Friedrichstraße, die schwerde geführt worden, worin die Aufhebung des Privilegs zählung vom Jahre 1890 unter je 1000 lebenden bis 1 Jahr Universitätsstraße südlich der Dorotheenstraße, die Straße hinter oder wenigstens die Einschränkung der etwas to ftspieligen alten Kindern 529 mit Bruſtmilch ernährte. Dagegen waren dem Gießhause, die Straße am Zeughause, die Niederlag- und Geschäftsführung der Innung beantragt wurde. Bei( nach Angabe des letzten Statistischen Jahrbuches der Stadt die Oberwallstraße nördlich der Werderschenstraße und der gutachtlicher Aeußerung über diese Anträge haben wir den Berlin") im Durchschnitt der zehn Jahre 1884-93 unter je 1000 Schinkelplatz. Standpunkt eingenommen, daß die Innung nur einen fleinen im ersten Lebensjahre gestorbenen Kindern, bei denen die Er b. von 11% Uhr vormittags ab bis nach beendetem Durch Theil des Gastwirthsgewerbes repräsentirt, da die von der nährungsweise auf den Todtenscheinen angegeben war, nur 157 marsch der Truppen für den gesammten Fahrverkehr einschließlich freien Bereinigung unterhaltenen Arbeitsnachweise ebenso zweck- Brustmilchkinder. Auf 157 Promille also stellt sich der An- der Omnibuse und Pferde- Eisenbahnen und für Reiter die Kaiser mäßig arbeiten, wie die der Innung, da schließlich der Arbeits- theil der Brustmilchkinder, wenn alle Todesursachen zusammen- Wilhelmstraße von der Kaiser Wilhelmbrücke bis zum Neuen Markt nachweis der Junung troß der großen Begünstigung und geworfen werden. Betrachtet man jede Todesursache für sich, so einschließlich, die von der Kaiser Wilhelmstraße bezw. vom Neuen der aufgewendeten erheblichen Koften einen entscheidenden kommt für manche Ursachen ein noch viel günstigeres, für andere Markt auslaufenden Querstraßen bis zur König- und Neuen Einfluß auf die Lage des Arbeitsmartts im Gastwirthsgewerbe dagegen ein weniger günstiges Verhältniß heraus. Unter je Friedrichstraße, sowie nach Bedarf die Friedrichsbrücke und die und Beseitigung der oft beklagten Mißstände des Kommissionär 1000 im ersten Lebensjahre gestorbenen Kindern waren mit Brust Neue Friedrichstraße zwischen der Spree und der Spandauerbrücke wesens nicht habe gewinnen tönnen, der Unentgeltlichkeit des milch ernährte z. B. bei Diphtherie 347, Kroup 294, Reuch ausschließlich. Der Fußgängerverkehr auf den unter b) bezeich= Arbeitsnachweises der Innung nicht ein so entscheidendes Ge- busten 197, Lungenentzündung 174, Lungenschwindsucht 127, neten Straßen 2c., mit Ausnahme der Burgstraße, deren gänzliche wicht beigelegt werden könne, um das Preivileg zu rechtfertigen. bei Lebensschwäche 224, Erschöpfung 93, Abzehrung 76, Sperrung zwischen König- und Neue Friedrichstraße vorbehalten Die Entziehung des Privilegs ist daher beim Polizei- bei englischer Krankheit 95, bei Ruhr 253, Magen- bleiben muß, soll nach Möglichkeit aufrecht erhalten werden. präsidenten beantragt, Entscheidung aber noch nicht eingetroffen. tatarrh 99, Durchfall 85, Magen- und Darmtatarrh 70, Demgemäß wird der von Norden kommende Fahrverkehr Die beiden anderen Innungen, nämlich die der Schneider Brechdurchfall 56. günstigsten ist das Sterblichkeits- von 11/2 Uhr vormittag ab seitens der Aufsichtsorgane an der und Schuhmacher, haben dagegen aus dem ihnen zustehenden verhältniß der Brustmilchkinder begreiflicherweise bei den Ver- Klosterstraße nach dem Hacke'schen Markte bezw. nach der KönigPrivileg aus§ 100f feinen erheblichen Vortheil, da der bauungskrankheiten. Aber auch wo es weniger günstig ist, ist ber straße und dem Moltenmarkte abgelenkt werden und liegt es im größte Theil der Beiträge in Verwaltungstosten Antheil der Brustmilch- Kinder an der Säuglingssterblichkeit doch Intereffe der beschleunigten Aufhebung der erforderlichen Vers aufgeht und nur ein ganz geringer Betrag für immer noch viel geringer als ihr, wie oben bemerkt, 529 Promille tehrseinschränkungen, wenn die betheiligten Kreise von Hause bre eigentlichen Zwecke Verwendung findet. Die Schuh betragender Antheil unter den lebenden Säuglingen. Eine Aus- aus durch die entsprechende Wahl der zu befahrenden Straßen macher Jnnung hat dabei bedauerlicherweise verschiedene Ausnahme scheint nur eine einzige Tobesursache zu machen. Bonzüge aur Entlastung derjenigen Straßentrengungen beitrogen, wo Stadto. Stadthagen weist dem Vorrebner nach, daß er sich wegen der Treiber in startem Irrthum befindet. Hier könne Herr Goldschmidt sehen, daß es Arbeiterfategorien giebt, die nicht versichert sind, während er das Gegentheil glaubt. Gehe es nicht anders als auf dem Wege des Antrags Goldschmidt, so habe er schließlich nichts dagegen. Stadtv. alte bleibt dabei, daß die Treiber selbständig find; er babe teinen Einfluß auf fie, er tönne sie nicht entlassen, er fönne sie nicht einmal aus seinem Stall weisen. Stadtv. Esmann: Ueber die Klassifikation der Treiber werde hier nicht ohne weiteres entschieden werden können. Thatsächlich seien die allermeisten im städtischen Dienst be schäftigten Arbeiter versichert; die Schneeschipper allerdings nicht. Der Magistrat würde gut thun, die gewünschten Er mittelungen zu veranlassen. Auch Stadtv. Sachs II. äußert sich fympathisch für den Antrag Stadthagen, empfiehlt aber bezüglich der geschäftlichen Behandlung den Antrag Goldschmidt. Diesem entsprechend wird, nach Ablehnung des Antrages auf Ausschußberathung, beschlossen. Schluß 7 Uhr. A Tokales. V außerhalb der mit der Wirthschaftslage annimmt. Am Ausweisung. Angeblich wegen politischer Umtriebe ist der Bureaugehilfe J. Ehrenstein, der aus Ungarn gebürtig ist, vom Polizeipräsidium ausgewiesen worden. Die Maßnahme soll auf die Denunziation eines Antisemiten zurückzuführen sein. Es ist anzuerkennen, daß der Polizeipräsident, zu dessen Obliegenheiten es gehört, für Offenhaltung des Verkehrs zu forgen, diesmal dem Publikum wenigstens Fingerzeige giebt, um Über die empfindlichen Folgen des Festes mit möglichst geringer Schädigung hinwegzukommen. Recht bemerkenswerth ist auch, daß der Polizeipräsident ausdrücklich betont, das General kommando des Gardekorps habe ihn ersucht, die bekanntgegebenen Sperrungen vorzunehmen. Ob den lieben Berlinern noch öfter das Vergnügen einer militärischen Parade inmitten des Weltstadtgetriebes bescheert wird? worden. spätestens die seitliche Ablenkung des Fahrverkehrs wird statt- 1Jnhalt der Frau. über den Leib. Das heiße Wasser verbrannte geurtheilte Untersuchungs- Gefangene nach Plößensee überführt. finden müssen. Die Unglückliche am Geficht und am ganzen rechten Arm so schwer, Darunter befand sich der frühere Gefangenen- Aufseher Mehl. daß sie sofort ein Krankenhaus aufsuchen mußte. has aus Charlottenburg, welcher früher an der Wassersucht gelitten und im Dienst von einem Gefangenen einen schweren Das alte Drama. Im Hause Wilsnackerstr. 34 hat sich Stoß vor den Unterleib erhalten hat, was zu seiner Pensionirung am Dienstag ein Dienstmädchen durch Gift zu tödten versucht. Gin Liebesverhältniß, das die Arme mit einem Militär unterführte. Außerdem litt der Mann am grauen Staar und ist halten hatte, war nicht ohne Folgen geblieben, und da keine Aus- später, der Operation wegen, aus dem Gefängnisse beurlaubt sicht auf Heirath war, so griff sie zum letzten Verzweiflungsschuldig gemacht und war dafür mit einem Jahre Gefängniß bemittel. Das bedauernswerthe Mädchen wurde noch lebend nach straft worden. Bei der Einlieferung in Plößensee mußten die einem Krankenhause geschafft. Gefangenen wie üblich Sträflingsfleider anlegen und ihre Schwer verunglückt ist am Mittwoch Abend das 26jährige eigenen Sachen nach der Kammer" auf dem Boden bringen. Als Dienstmädchen Alwine Rabat aus der Gleditschstr. 24. Das die Kolonne unter Begleitung des Hausvaters die Treppen wieder Mädchen fiel gegen 10 Uhr die Treppe hinunter und mußte wegen herunterstieg, konnte der gebrechliche und schwachsichtige Mehlhas einer erheblichen Verlegung des Rückgrates mit einem Kranken- nicht so schnell mit wie die anderen, weshalb ihm der Hausvater einen Stoß ins Genic gegeben haben soll, so daß der wagen in eine Anstalt gebracht werden. Durch Oeffnen der Adern hat in der Nacht vom Dienstag Geschlagene zu Boden stürzte. Derselbe Vorgang soll sich noch zum Mittwoch die 60jährige Wittwe Petsch aus der Rigaerstraße einmal wiederholt haben. Der Angeklagte bestritt dies und sich selbst getödtet. Die alte Frau hatte seit Jahren große Be- gab vor, den Mehlhas nur am Arm gefaßt zu haben, um ihm schwerden durch Unterleibsträmpfe, von denen sie nicht mehr frei Hilfe zu leisten, dieser habe sich aber selbst hingeworfen. tommen konnte. Darauf ist angenscheinlich ihr Selbstmord zurück Die Zeugen dagegen unterstützten den Mehlhas in seinen Befundungen. Staatsanwalt Schäffer meinte, daß die Ges zuführen. In der Schule ist am Dienstag der 16jährige Oberprimaner fangenenauffeher mit den Sträflingen streng verfahren müssen, doch dürften sie sich nicht zu Ausschreitungen hinreißen Johannes R., der Sohn eines hiesigen Gemeinde- Schulrektors, lassen. Die Aufrechterhaltung der staatlichen Autorität verlange, irrsinnig geworden. Der junge Mann, der das Leibniz- daß Handlungen, welche diese Autorität in Mißkredit bringen Gymnasium besuchte, war schon längere Zeit tiefsinnig. Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht zahlt, ist ein Bluthund, fagt Jesus Sirach in der Bibel. Die bürgerliche Presse hebt rühmend hervor, daß der Magistrat den städtischen Angestellten und Arbeitern, soweit es ohne Schädigung des Dienites möglich ist", den nächsten Sonnabend unter Belassung ihrer Be züge freigeben wird. Zur Auszahlung des Tagelohnes ist der Magistrat einfach nach dem Buchstaben des Gesetzes verpflichtet. Wenn eine große Anzahl Berliner Unternehmer ihren Arbeitern aus Patriofismus den Sedantag freigegeben" und die Ausgebeuteten in gleicher patriotischer Aufwallung dann ungestraft um den gesetzlich schuldigen Lohn betrogen haben, so folgt daraus noch nicht, daß der Magistrat eine Gnade übt, wenn er seinen gesetzlichen Pflichten nachkommt. Prinz Friedrich Leopold soll mit seiner Gattin Kamerun und die anderen deutschen Kolonien besuchen. Also berichtet die " Vossische Zeitung". Der taubstumme Schuhmacher Golz, der am Mittwoch Nachmittag einen großen Arbeitstisch durch die Frankfurter Allee trug, wurde von einem aus Lichtenberg kommenden Schlächter fuhrivert so unglücklich überfahren, daß er schwer rerlegt ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußte. Den Leiter des Fuhrwerks soll teine Schuld treffen. B fönnen, streng bestraft werden und wenn er dem Angeklagten auch vieles zu gute rechne und der Fall nicht gerade schwer liege, so müsse er doch einen Monat Gefängniß in Antrag bringen. Rechtsanwalt Dr. Schwindt als Vertheidiger plaidirte für Freisprechung, weil den Belastungszeugen fein Glauben beizumessen sei. Der Gerichtshof gelangte jedoch zu der Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten, erkannte aber nur auf 50 Mart Geldstrafe. = Mit der Reinlichkeit soll der 18. Januar auf gespanntem Fuße stehen. Also hat es der Magistrat der Reichshauptstadt beschlossen. Es werden nämlich an diesem Tage die beiden Iufall oder Selbstmord? Am 11, d. M. wurde auf dem städtischen Bade Anstalten an der Schillingsbrücke und in Bahnhof Halensee der 52 jährige Rentner Julius Rapp von Moabit aus Anlaß des Nationalfestes" bereits um 1Uhr einem Gisenbahnzuge überfahren und so schwer verletzt, daß er fünf Miethern seines Hauses Rochitr. 17 wurde durch polizeiDienstboten Käfige. Dem Hauseigenthümer Lenz und mittags geschlossen werden. Wenn man erwägt, daß am bald darauf im städtischen Krankenhause zu Charlottenburg liche Verfügung vom 14. November 1894 untersagt, die HängeSonnabend Abend die öffentlichen Bade- Anstalten weitaus am ftarb. Nach einer Darstellung hat sich app felbft vor die Ma- böden in den Wohnungen der betreffenden Miether ferner als stärksten in der ganzen Woche benutzt werden, dann wird man schine geworfen, um sich überfahren zu lassen, nach einer andern begreifen, daß die arbeitende Bevölkerung nunmehr noch inniger ist er auf dem glatten Bahnsteige ausgerutscht und durch Zufall Schlafräume für Dienstboten zu verwenden. Gegen die erfolglofe Beschwerde beim Oberpräsidenten von Berlin er's als bisher der Behörde zugethan ist, die sie selbst der Gelegen auf das Geleise gerathen, als gerade ein Zug einfuhr. hoben die heit beraubt, den Schweiß und Schmutz der Woche vom Körper betheiligten Miether und Herr Lenz beim Von Einbrechern heimgesucht wurde in der Nacht vom Ober- Verwaltungsgericht die Klage auf Aufhebung zu spülen- alles eines Festes wegen, an dem das Proletariat Mittwoch zum Donnerstag die bekannte Verlags Buch der Verfügung des Polizeipräsidenten. Nach dem auf Beschluß eifig falten Herzens vorübergeht! handlung von Stilte in der Dorotheenstraße 31. Den deffelben geschaffenen Situationsplan befinden sich die„ SchlafDieben sind nur zirka 80 Mart Geld in die Hände gefallen, da sie zimmer" der Dienstmädchen in den gedachten Wohnungen am den Geldschrank nicht zu öffnen vermochten. Weiter stahlen sie Ende des Korridors und sind, wie die unter ihnen liegenden für 5-6 M. Postwerthzeichen und einen geladenen sechsläufigen Baderäume, vom Tageslicht vollständig abgeschlossen. Zu ihrer Nevolver. Lichtlosigkeit kommt dann, daß sie Luftzufuhr nur durch die Thür vom Korridor aus, und wenn die Thür geschlossen ist, was ja meist und hauptsächlich nachts der Fall sein dürfte, durch die Fugen der Thür erhalten. Die lichte Höhe der zwei im ersten Stock belegenen Hängeböden beträgt 1,73 Meter, der awei Des zweiten Stoces 1,47 und 1,49 Meter, während die der letzten im dritten Stockwerk gar nur 1,28 Meter ist. Der 4. Senat des Ober- Verwaltungsgerichts wies die Klagen ab und erklärte das Verbot Da Käfige, wie die gedes Polizeipräsidenten für begründet. fchilderten, in Berlin noch in Masse den Dienstmädchen zum Schlafgemach angewiesen werden, wäre es eine dankbare Aufgabe für die Polizei, hier recht gründlich einzugreifen. Fünfzehn Damen, die am Montag bei Frau Lina Morgen. stern zum Kaffee waren, haben mit der Gastgeberin den Beschluß gefaßt, für das Zustandekommen eines internationalen Frauen fongresses einzutreten, der im September stattfinden soll. Vorher soll Frau Lina Morgenstern sich jedoch bei dem Polizeipräsidenten vergewissern, ob dem Kongreß der bürgerlichen Damen auch keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Frau Lina Morgenstern wird sich, was die polizeiliche Ein mischung betrifft, wohl beruhigen fönnen. Proletarierinnen, die mit tlassenbewußten Männern darüber berathen wollen, wie sie sich vor dem Verhungern und der Prostitution zu schüßen haben, werden an dem Kongreß doch wohl nicht theilnehmen. Gegen den Rechtsanwalt Dr. Friz Friedmann hat die Staatsanwaltschaft gestern, am 16. Januar, den erwarteten Steckbrief erlassen. Friedmann wird der Unterschlagung bezichtigt. Im Grunewald hat sich der 32 jährige Tischler Marten aus der Ackerstr. 72 erhängt, der am Sonntag mit Bekannten eine Partie nach Spandau machte und auf dem Rückwege im betrunkenen Zustande allein zurückgelassen wurde. Witterungsübersicht vom 16. Jannar 1896. Stationen. Das Wild leidet gegenwärtig große Noth, da im Freien Swinemünde alles mit einer Eisschicht überzogen ist, welche es den Thieren Hamburg unmöglich macht, sich bis zu den Saaten durchzuscharren. Berlin = München Wien. Omnibusfe mit Akkumulatorenbetrieb ist das neueste Wiesbaden der vielen Projekte, die jetzt auf eine gründliche Verbesserung der großstädtischen Verkehrsmittel abzielen. Im Anschluß an die Versuche, Pferdebahnwagen mit elektrischem Akkumulatorenbetrieb Haparanda. einzuführen, hat jegt nämlich die Omnibus- Kompagnie Berlin Petersburg ( welche Kompagnie sagt der Berichterstatter nicht) in Westfalen Verfuche gemacht, welche dahin zielen, einen nicht auf Schienen laufenden, sondern sich auf dem freien Straßenpflaster fort: bewegenden Omnibus mit Attumulatorenbetrieb herzustellen. Es wäre sonderbar, wenn hier der elektrische Betrieb eher bei Omnibussen als bei den Pferdebahnen eingeführt würde. " Eine Art Despotenwahnfinn muß sich eines Hauswirthes bemächtigt haben, über den uns folgende Meldung zugeht: Auf strenge Bucht und Sitte" hält ein Hauswirth in der Frant furter Allee, gegen welchen seine Miether eine Klage beim hiesigen Amtsgericht angestrengt haben. Der betreffende Herr hat die Angewohnheit, sein Haus selbst und zwar bereits um 8 Uhr abends zu schließen; natürlich hatte jeder Miether einen Hausschlüssel, doch duldete der Hauswirth nicht, daß die Mieths partner, die fast alle an Chambregarnisten und Schlafburschen abvermiethet hatten, sich zweite Hausschlüssel anfertigen ließen Eine zeitlang tobte der Kampf um die Sperre; sobald der Haus wirth die Hausthür geschlossen, schlichen die Miether herbei, welche das Thor wieder öffneten, worauf der Hauspafcha, oit bis 12 Uhr nachts, in fortwährendem Zuschließen der Thüre blieb. Jetzt aber hatte der Hauswirth einen Portier engagirt, der streng darauf hält, daß die Hausthür um 8 Uhr gesperrt wird, und infolge dessen haben die Miether sich zusammengethan, um durch Klage beim königlichen Amtsgericht I eine andere Hausordnung zu erzwingen. = Durch den Eisenbahn Zusammenstoß am Montag war der Lokomotivführer Jansen vom Spandauer Eisenbahn Train feiner Sprache beraubt worden. Erst nach vielen Stunden gelang es der ärztlichen Kunst, J., der wohl vor Schreck stumm geworden, die Sprache wiederzugeben. Jetzt befindet sich der Maschinenführer verhältnißmäßig wohl; er wurde gestern bezüglich des Unfalles behördlich vernommen. Cort Aberdeen. Paris.. · Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung 744 747 W 748 758 759 755 747 752 766 Q 752 · 765 NW WSW Windstärke 523358ANGAG( Stala 1-12) Wetter woltig bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt wolkenlos Temperatur nach Celsius Hot Dog 212BLI≈ 3 -20 bedeckt -11 halb bedeckt wolkig wolkenlos 0 4 Wetter Prognose für Freitag, 17. Januar 1896. Ein wenig wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit geringen Niederschlägen und frischen westlichen Berliner Wetterbureau. Winden. Kunst und Wissenschaft. Eingelaufene Druckschriften. Von der Nenen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Dieg' Berlag) tft foeben bas 16. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die Gründung des Deutschen Reichs. Die Kämpfe ums Burenland. Gerhart Stepniat. Bon Bera Saffulitsch. Bon Ed. Bernstein. Von F. Mehring. Hauptmann's Florian Geyer. Die Schwefelsäureund Soda- Arbeiter. Von Heinrich Vogel.( Schluß.) Literarische Rundschau. Notizen: Bur Entwicklung der Geldwirthschaft und der GroßFeuilleton: Die Armen in Hamburg industrie in Britisch- Indien. Breslau. A -während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Bon Gustav Schönfeldt. ( Schluß des zweiten Theils.) Soziale Praxis, Zentralblatt für Sozialpolitik, enthält in ihrer neuesten Nr. 16 folgenden leitenden Auffaz: Konkurrenz- lausel und unTauterer Wettbewerb. Von Dr. jur. M. Quard. Aus dem Notizenthetl heben wir u. a. hervor: Die Unterstügung der Arbeitslosen im Winter 1893-94 in Massachusetts. Von Prof. H. Herkner. Sozialpolitisches in ben Anträgen der Reichstags- Parteten. Die belgischen Gemeindewahlen. Bakteriologische Kommunalanstalt in Danzig. Von Prof. E. Bandekvelde. Städtisches Voltsbureau in Hamm. Bauarbeiter- Schuß der Stadt Städtische Bauarbeiter Schußverordnung in Leipzig. Marimal- Arbeitstag und Minimal- Arbeitslohn für städtische Arbeiter in Winterthur Forderungen der städtischen Arbeiter in Bern. FrauenVer= Frauen Stimmrecht für England. ftudium in Defterreich. Rech mittelungs- Thätigkeit der Gewerbe- Inspektoren in Desterreich. nungsergebnisse der deutschen Unfallversicherung 1894. Eintreibung ber Bersicherungsbeiträge bei Konkursen in Braunschweig. Staatsmittel für Fach- und Fortbildungsschulen in Preußen. Landwirthschaftliche WinterGesundheitszustände schulen in der Rheinprovinz und in Ostpreußen. der Volksschullehrer in Leipzig. Internationale Ausstellung für törperliche Erziehung, Gesundheitspflege und Sport in Innsbruck. Das Naturgefeh. Bon A. Hohns. Leipzig, M. Spohr. Genie und Arbeit. Dramatisches Gedicht von M. Höflein. Leipzig, gaute und leise gieder. Bon Th. Beffing. Leipzig, W. Friedrich. Verminderung der Arbeitslosigkeit bei den Steinsehern und eW. Friedrich. rufsgenossen. Von A. Knoll. Berlin, Selbstverlag, Waldenserstr. 18. 24 Seiten, 10 Pf. Anerbenricht für Rentengüter. Bon J. 8uns. Frankfurt a. M., H. Bechhold. Gebtete. 1. Gemeindea Soziale Streitfragen auf fommunalem Finanzwefen von A. Damaschte. Berlin, W. Möller. Das neue Buckergesek. Von 2. v. G. Inowrastaw, Dziennit Kujawstt. der hefffche Landbote von G. Büchner, sowie des Verfassers Leben ac. Weltordnung. Bon D. Bütow. 2. Band. Braunschweig, Verlag von Vermächtniß. Roman von E. Boltsmann. Leipzig, Berlag von Bon Dr E. David. München, Berlag von M. Grnft, Senefelderstr. 4. A. Limbach. 6. Güttich. Vermischtes. Das Schillertheater befaßt sich gegenwärtig mit dem schon oft unternommenen Versuch, Friz Reuter's prächtiges Lebensbild" Ut mine Stromtid" dem Theaterpublikum zu veranschaulichen. Ein Bremer Künstler, Adolf Steinicke, der jetzt unter der Direktion Löwenfeld spielt, hat in einer neuen Bearbeitung, die nach altem Muster Onkel Bräfig" genannt ist, eine Reihe der bekanntesten Bilder aus des Dichters Werk in dramatischer Form auseinandergereiht. Ob diese Bearbeitung die früheren Versuche anderer untergeordneter Autoren übertrifft, läßt sich schwer sagen; auf keinen Fall ist es perrn Steineck gelungen, ein Bühnenwerk zu schaffen, das sich mit dem Werke Reuter's selber messen könnte. In der Erzählung lauter Menschen von Fleisch und Blut in so lebendiger Gestaltung, daß der Leser wie bei den Werken weniger anderer Dichter weint und lacht mit dem Lebensschicksal der Handelnden, und auf der Bühne Figuren, die bestenfalls an Auerbach'sche Vorbilder erinnern. Anstatt des von innen kommenden Humors einige Schnurren und Kalauer, wenn's hoch kommt, und an stelle des packenden Lebens hohle Theaterſentimentalität. Bei allen Versuchen, die„ Stromtid" auf der Bühne vorzuführen, lag die Schuld am Mißglücken allerdings sowohl bei den Autoren, wie bei den Darstellern. Wie ist auch von jedem Künstler zu verlangen, daß er in die Eigenthümlich feiten des Dialekts und in die Besonderheiten des Volksstammes Die Verdachtsgründe gegen die muthmaßlichen Mörder eindringe, die doch dem ganzen Bilde erst die Farbe geben. Bei des Bildhauers Bruno Steiger in Potsdam, den Töpfermeister der gestrigen Aufführung kommen noch einige recht unglück Hoffmann und Bauunternehmer Grabkowsky, haben sich inzwischen liche Lizenzen des Bearbeiters hinzu, von denen nur die fo vermehrt, daß ihre Thäterschaft, trozdem sie dieselbe leugnen, eine hervorgehoben sei, baß er den alten Havermann sowohl in noch kaum bezweifelt wird. Es hat sich nämlich freiwillig ein der Unterhaltung mit Bräfig, wie auch mit seiner Tochter hochGärtner gemeldet, welcher bekundete, daß kurz vor der Zeit, in deutsch reden ließ und ihm nur im Affekt, als er der Gräfin welcher die Blutthat verübt wurde, in der Alten Louisenstraße Rambow seine Lebensgeschichte erzählte, den Gebrauch des Plattzwei Männer aus dem Dunkel an ihn herantraten. Einer von deutschen erlaubte. Lawise, diefTochter Havermann's, erschien in ihnen zündete ein Streichholz an und leuchtete dem Gärtner ins der Gestalt, die Fräulein Jlling ihr gab, ganz als eine höhere Das ist er nicht!" Der Gärtner hat Tochter, die sich schämte, auch nur aus Plattdeutsche erinnert zu Gesicht, worauf er fagte: nun bestimmt Hoffmann und Grabkowsky als diese beiden werden. Aber auch die Hauptperson, der Jnspektor Bräfig, den Männer rekognoszirt. Das gleiche geschah durch 3 Zeugen, Herr Steinecke selber gab, trat wenig mecklenburgisch zum Vorwelche die muthmaßlichen Mörder nach der That haben davon schein. Er war überall der tölpelhafte Spaßmacher, aber nicht Uulauterer Wettbewerb. Wir haben Ihre Brieffarte den Taufen sehen. Von einer Entlassung Grabkowsky's aus dem Geber gravitätisch- kernfeste Mann, der er doch bei Reuter auch in fängniß ist daher keine Rede. Bis jetzt ist das dolchartige den luftigsten Augenblicken bleibt. Meistens pendelte der Kommissionsmitgliedern zugestellt. A. B. 84. Besten Dank! Vor Benutzung sollen noch Meffer, mit dem Hoffmann anscheinend die That vollführt, tros Inspektor gestern merkwürdigerweise gleich einem Angetrunkenen weitere Erkundigungen eingezogen werden. einer erneuten Haussuchung nicht gefunden worden. Es soll des auf der Bühne. Brav war in jeder Beziehung Frau Wilfe als M. E. Wie eine Legitimation zu erwirken ift, finden Sie halb der Schafgraben und die Umgebung des Thatorts nach dem Mutter Nüßlern, auch Fräulein Agnes Werner gab die Mamfell ausführlich unter M. R. im Briefkasten vom 4. d. M. Wenden felben abgesucht werden. Müller niedlich, wenn sie auch ostpreußischen Dialekt sprach. Sie sich an den Justizminister. G. 100. Soweit ersichtlich, Inszenirt waren die Bilder, wie fast immer im Schillertheater, haben Sie sich nicht strafbar gemacht. Sprechen Sie gelegentlich mit hübscher Sorgfalt. " Die Glätte des Bürgersteiges hat am Donnerstag Morgen wieder ein Opfer gefordert. Gegen 8 Uhr ging der Schneider Johann Grottjohann aus der Greifswalderstraße Nr. 3 durch die Seydelstraße. Vor dem Hause Nr. 31a tam der 60jährige Mann infolge der Glätte zu Falle und verlegte sich am Oberschenkel so schwer, daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Unfreiwillige Reklame. In Klagenfurt ist die Aufführung von Max Halbe's" Jugend" von der Landesregierung Kärntens verboten worden. Gerichts- Beitung. Ein roher Patron ist der Kellner Schicklinski, der mit seiner Frau in der Linienstr. 27 wohnt. Schicklinski war zur Aushilfe im Café Gärtner am Bahnhof Bellevue beschäftigt und Wegen Mißhandlung eines Gefangenen hatte sich heute tam abends stets zu verschiedenen Zeiten nach Hause. Als er der zipeite Hausvater des Gefängnisses am Plößensee, gestern, Mittwoch, gegen 10 Uhr heimkehrte, fing er, wie es schon Aufseher Karl Stabenow, vor der ersten Straftammer am öfter geschehen war, mit seiner Frau Streit an. Von Worten Landgericht II. zu verantworten. Angeklagter ist seit 23 Jahren ging er bald zu Thaten über. Er schlug die 42 Jahre alte Frau in Plögensee und hat sich während dieser Zeit nur eine kleine nicht nur blutig, sondern ergriff auch einen Topf mit heißem Disziplinarstrafe zugezogen, indeffen wird er von den Gefangenen Wasser, in dem seine Frau hatte kochen wollen, und goß den als sehr grob gefürchtet. Am 10. Mai v. J. wurden 12 ab= Germanische Jugend. In Bamberg wurden kürzlich zehn Gymnasiasten entlassen, weil sie an Kneipereien mit Damen" theilgenommen hatten. Jetzt meldet man aus Bamberg, daß vorläufig auch vier Schülerinnen der höheren Töchterschule, deren Theilnahme an den Kneipereien der Schülerverbindung erwiesen ift, ebenfalls aus der Schule entlassen worden sind. Briefkasten der Redaktion. A. 1. Zu Geschäftsvermittelungen können wir uns nicht hergeben. nicht überweisen zu können. T., Basel. Wir bedauern sehr, Ihnen ein Frei- Exemplar Zwei Wettende. Es brennt bei Ihnen. Kopenhagen.& S. ist dort. mit den Papieren in der Sprechstunde vor. K. M. 20. Di es lediglich eine Beweisurkunde ist, etwa 2 M. F. D. 100. Nach§ 104 des preußischen Gerichtstoften- Geseges vom 25. Juni 1895 wird in dem Verfahren betreffend den Austritt aus der Kirche oder einer Synagogengemeinde seit dem 1. Oktober 1895 eine Gebühr von 3 M. erhoben. Außerdem werden in jedem Falle nach§ 108 desselben Gesetzes Schreibgebühren, Porto und dergleichen baare Auslagen in Ansatz gebracht. Neben der Schreibgebühr werden ferner 50 Pi. Stempelgebühren erhoben, falls man sich eine Bescheinigung über den Austritt geben läßt. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Briefkasten der Expedition. A. K. Sch. Das Jnserat fostet 5,20, Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 14. = Weise. rode Knorr. vereidigt. Herrenhaus. Freitag, den 17. Januar 1896. Ende Sie der Re= 13. Jahrg. Unzuträglichkeiten die Verquidung der Reich 3- befolgte wichtige Entscheidung getroffen. Hat nämlich die finanzen mit den Finanzen der Einzelstaaten Krankenhaus Behandlung keinen Erfolg, so ist die J 2. Sigung vom 16. Januar 1896, 1/2 Uhr. führt.( Sehr richtig! rechts.) Die Verhandlungen über den validenrente nicht vom Tage der Entlassung aus dem Erster Vizepräsident v. Manteuffel theilt ein Telegramm find also auf einer ganz falschen Grundlage geführt worden. jenigen Tage ab, an welchem der Antragsteller thatsächlich Etat zwischen den Kommissarien der verschiedenen Ministerien Krankenhause ab gerechnet zu zahlen, sondern von dem des Präsidenten Fürsten zu Stolberg mit, in welchem dieser erklärt, seine Wahl zum Präsidenten mit Dank anzunehmen und zu welchen Verwirrungen das führen muß, bebarf feiner Aus- ein Jahr lang ununterbrochen erwerbsunfähig gewesen ist. Es hofft, daß sein Gesundheitszustand ihm bald die Theilnahme an führung. Die Einzelstaaten find gar nicht in der Lage, die hat also die Zahlung der Invalidenrente neben der den Geschäften des Hauses ermöglichen werde. Finanzen zu übersehen, während sie über den Etat berathen. von der Versicherungsanstalt übernommenen Au stelle des Herrn v. Neumann, der das Amt als Wir können den preußischen Gtat nicht einmal hinterher Krankenhauspflege zu erfolgen. Von Wichtigkeit ist Schriftführer wegen Kränklichkeit forrigiren, weil der preußische Etat früher abgeschlossen war, eine weitere Entscheidung, die ausspricht, daß eine einmal be Kränklichkeit nicht annehmen kann, wie der Reichsetat. Selbst wenn das der Fall gewesen wäre, willigte Rente nach eingetretener Rechtskraft des Bescheides auch wird Herr Oberbürgermeister Gieses Altona gewählt. zu Quästoren ernennt Vizepräsident v. Manteuffel so würde immer noch ein Uebelstand vorliegen, namentlich da dann nicht ohne weiteres entzogen werden kann, wenn sich nach den Senator Eggeling und Oberbürgermeister Bote der Reichsetat sich durch Nachtragsetats verschlechterte. Wenn träglich auf grund neuer Thatsachen ergiebt, daß die Rente zu Potsdam. Es soll damit die Bedeutung der wir auf den laufenden Etat kommen, bitte ich zu beachten, daß unrecht bewilligt worden ist. Das Andenken der seit der letzten Session verstorbenen Mit- wir ein Defizit nur auf dem Papier veranschlagt haben. Wir Rechtskraft des Feststellungsbescheides unter allen Umständen ge glieder Friedrich Wilhelm Prinz zu Hohenlohe- Ingel fönnen augenblicklich wohl kaum die Hoffnung hegen, nährt werden. fingen, Graf Pfeil- Burghauß und Oberlandeskultur- daß diefem unhaltbaren Zustand gegenwärtig ein gerichts Präsident Glazel ehrt das Haus in der üblichen form plan, welchen die deutschen Regierungen Arbeitskraft bilden die Verhältnisse, unter denen Frauen in den gemacht wird. Erst wenn Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft. Einen neuen Vers zum alten Lied von der schamlosen Ausbeutung weiblicher Ausgefchieden aus dem Hause ist Freiherr v. Winkinge- und die Mehrheiten der Landesvertretungen Biegeleien des Kreises Bauch- Belzig beschäftigt werden. für nothwendig halten, durch das Schwer Frauen werden mit dem Fortschaffen der gebrannten Steine bes Zum Mitglied der Matritelfommission wird gewicht der Thatsachen schließlich durchdringt, schäftigt; für den Transport von 1000 derselben erhalten sie Fürst Haßfeldt durch Zuruf gewählt. kann die Sicherheit der Finanzverwaltung in Preußen und in 18 Pf. bis höchstens 25 Pf. Die Steine müssen dafür dreimal Das neu eingetretene Mitglied Graf von Frankenberg den Einzelstaaten gewonnen werden.( Bustimmung rechts.) und Proschliß wird in der üblichen Form auf die Verfassung preußischen Finanzen. Dieser Etat zeigt eine Besserung der Lage der durch die Hände der Arbeiterinnen gehen, gefippt, aufgeladen und abgeladen werden. Beim Auf- und Abladen helfen auch Er zeigt eine Mehrausgabe von wohl Kinder. Die Schubkarren, die zum Transport der Ziegel Ein Schreiben des Auswärtigen Amt3, worin die Er- 9 Millionen Mark. Aber vor allem ist das Extra- Ordinarium dienen, find oft zum Brechen voll geladen, und doch kann man um 17 Millionen gewachsen, auf 792/3 Millionen; es beträgt jeßt 4,1 pG1. der gesammten Staatsausgaben, ein Ergebniß, Lippe'schen Voltszeitung" wegen Beleidigung des Herrenhauses welches wir in langen Jahren nicht mehr gehabt haben. In den vor sich herschieben. Man fann fich denken, wie außerordentlich nachgesucht nachgesucht wird, wird der Geschäftsordnungs- Kommission über Vorjahren betrug das Extra- Ordinarium 2,5, 2,6, 2,9, 3,2 wickelung eines guten Familienlebens sind, das zu erhalten sich förderlich derartige Arbeits- und Lohnverhältnisse für die Ents Die Vorlage betreffend die Errichtung einer General- und jetzt 4,1 pGt. Das Extra Ordinarium war bisher viel zu die herrschenden Klassen im Gegensatz zu der umstürzlerischen tommission für Ostpreußen wird der Agrar= niedrig. Wir waren aber dazu gezwungen durch die gesammte Sozialdemokratie- so eifrig bemühen. kommission überwiesen. schwierige Finanzlage. Eine Reihe von nothwendigen AusZur Vorberathung der Vorlage betreffend das Anerben eine Verstärkung vornehmen können. Wenn Sie die Vorschläge gänzungsschule besuchen, d. h. über 12 Jahre alt sind und Unter. gaben müsse zurückgestellt werden. Es ist glücklich, daß wir jetzt leber die Beschäftigung der Schulkinder, die die Er recht bei Renten und Ansiedelungsgütern, schlägt Vizepräsident v. Manteuffel die Einsetzung einer be- näher ansehen, werden Sie nicht finden, daß wir zu viel gethan richt an zwei halben Tagen per Woche genießen, wurden in der sonderen Kommission vor. haben; wir werden später fortfahren müssen, das Extra- Ordinarinm Stadt Zürich Erhebungen angestellt. Von den 1325 Befragten Oberbürgermeister Struckmann- Hildesheim schlägt vor, eine noch mehr zu dotiren und wir werden dadurch viele berechtigte waren nur 39 ohne Beschäftigung. 17 Knaben aber Kommission von 15 Mitgliedern zu wählen, aber vorher Klagen verstummen machen. Das Haus war bezüglich unserer müssen in ihrem zarten Alter über 14 Stunden täglich arbeiten, noch eine Generaldiskussion über diese wichtige Vorlage statt-& inanzen mit mir darin einverstanden, daß wir auf grund 118 12-14 Stunden, 176 11-12 und 412 10-11 Stunden. finden zu lassen, damit die Kommission die Meinung des Hauses schwankender Betriebseinnahmen dauernde Ausgaben begründet Diese Angaben bekunden eine geradezu gräßliche Kinderausbeutung darüber kennen lerne. Das Herrenhaus habe sich immer beklagt, haben. Wir müssen uns hüten, in diesen Fehler wieder zu ver- und das in einem Staate, der an der Spitze der sozialpolitischen Was die Art der daß sein Ansehen dadurch heruntergedrückt werde, daß fallen. Die dauernden Bedürfnisse dürfen nicht erhöht werden, Gesetzgebung und Einrichtungen steht. es nicht sofort Berathungsmaterial erhalte und sondern nur das Ertra Ordinarium, welches wir in schlechten Beschäftigung betrifft, so waren 108 Knaben in der Stellung als gewerbliche Lehrlinge, 39 Musträger, 47 Packer; 44 Mädchen wenn die Vorlagen erst aus dem anderen Hause kämen, Beiten wieder einschränken können. Der Minister giebt sodann die ziffernmäßigen Ergebnisse zwischen 13 und 16 Jahren besorgen in fremden Familien die nicht mehr die Zeit zur gründlichen Berathung habe. Hier der einzelnen Betriebsanlagen und Verwaltungs- Refforts. Das Hausgeschäfte. Ein Knabe, der Kegel aufsetzt, antwortete auf die fei einmal Gelegenheit zu einer gründlichen Berathung einer sehr Gesammtergebniß ist, daß wir gegenüber einem veranschlagten Frage nach seinem Lohn:" Zwee Franke und z' fufe gnueg" und wichtigen Materie. Defizit von 56 Millionen nur Graf v. Schlieben schlägt dagegen vor, heute die Kom Millionen haben, also eine faktische Besserung gegenüber dem gern weg, sobald er anderswo ebensoviel verdient. ein fattisches von acht der Vater entgegnete auf ihm gemachte Vorhalte: Ich nehme ihn mission zu wählen und erst später, wenn deren Arbeiten vorliegen, Boranschlag von 46 Millionen. Das laufende Etatsjahr( 1896/97) 1325 befuchen die Ergänzungsschule regelmäßig, und 3/4 derselben eine Generaldiskussion stattfinden zu lassen. Nach weiterer Geschäftsordnungs- Debatte, an welcher sich leberschuß bringen, wenn keine besonders ungünstigen Verhältnisse befte Abhilfe wäre die achtjährige Schulpflicht, doch ist sie bisher wird uns vermuthlich kein Defizit, sondern sogar einen kleinen haben im Betragen, 400 in den Leistungen die beste Note. Die bie Herren v. Wedel- Piesdorff und Graf Klinckowström be: theiligen, beschließt das Haus, die Generaldiskussion vor der stets von den Bauern und den Reaktionären abgelehnt worden. Kommissionswahl vorzunehmen. wiesen. später, Schluß 22 Uhr. Nächste Sigung Montag 11 Uhr. ( Erste Lesung des Gesezentwurfes betr. das Anerbenrecht bei Renten und Ansiedelungsgütern.) Abgeordnetenhaus. 2. Sigung vom 16. Januar 1896. Am Regierungstisch: Miquel, Thielen, v. d. Rece. Seit der legten Seffion find die Abgg. Quaffowsti, Greiß, Thanisch, Ahlisch und Graf Elberfeld verstorben. Das Haus ehrt das Andenken derselben in der üblichen Weise. Das Haus beschließt, auch in dieser Session den Mittwoch jeder Woche als Schwerinstag festzusetzen und alsbald die üblichen Fachkommissionen zu bilden. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl der Präsidenten und der Schriftführer. Abg. Stengel schlägt zur Erleichterung des Wahlgeschäftes vor, den bisherigen Präsidenten Abg. von Köller und den Vizepräsidenten Abg. v. Heereman durch Zuruf wieder zuwählen. Gegen diesen Vorschlag wird kein Widerspruch erhoben und zunächst der Abg. v. Köller zum Präsidenten durch Zuruf unter lebhaftem Beifall wiedergewählt. 0 eintreten. Gerichts- Beitung. 1050 der Den Theater Agenten liegt in Der Minister erörtert die Mindereinnahme aus einzelnen Herren, das hört! Hört!" tann hier nichts nüßen; das sind die Einnahmequellen der Steuerreform.( Hört! Hört!) Ja, meine Folgen der Beschlüsse, welche bei der Steuerreform in diesem Hause gefaßt find. Die Ueberschüsse aus der Die ungalante Polizei. Domänen verwaltung sind zurück gegangen durch polizeiliche Verfügung die Verpflichtung ob, das und werden voraussichtlich noch weiter zurückgehen.( Sehr Nationale der Künstler, welche ihre Vermittelung zur Ers richtig! rechts.) Eine Mehrausgabe ift nöthig geworden für die langung eines Engagements in Anspruch nehmen, Meldebuch Aufbesserung der Forstgehilfen, die dringend das einzutragen. Besonders die Künstle nöthig war und auch vom Hause anerkannt worden rinnen machen häufig aus begreiflichen Gründen Schwierigs ift.( Sehr richtig!) Die Dienstaltersklassen der Sub- feiten, wenn fte ihr Alter angeben sollen. Ste altern- und Unterbeamten sollen so gestaltet bringen dadurch die Theateragenten in eine schiefe werden, daß diese Beamten nach 21 Dienstage, denn wenn bei einer Revision in dem Melderegister jahren bas Höchstgehalt erreichen. Eine Gehalts- Mängel festgestellt werden, so verfallen die Agenten in eine erhöhung der Sekretäre und Assistenten, die Polizeiftrafe. Die Inhaber der Firma Ritter und Lewinski, früher bereits für die Juftiz angeregt wurde, würde welche ebenfalls zu den Gemaßregelten gehörten, beantragten eine Mehrausgabe von 1/2 Million erfordern. richterliche Entscheidung und machten gestern durch ihren Vertheidiger, Die Schuldentilgung hat erfreuliche Fortschritte geRechtsanwalt Pinner Einwand, daß macht und in diesem Jahre um 1,6 Millionen zugenommen. Ueber fie die betreffenden Personen es handelte fich und drei Chorsängerinnen einen die von dem Hause beschlossene Entschädigung für die um Schauspieler Grundsteuer soll eine Denkschrift vorgelegt und in der aufgefordert hätten, ihr Alter anzugeben; es wäre ihnen aber selben dargelegt werden, daß die Regierung in der wohl- rundweg abgeschlagen worden. Einen Zwang könnten sie doch wollendsten Weise und mit möglichster Rücksicht auf die Wünsche nicht ausüben. des Hauses vorzugehen beabsichtigt. Die leberweisungen fundete, daß eine der Künstlerinnen auf die Aufforderung hin, Ein als Zeuge vernommener Angestellter der Firma be vom Reich bleiben acht Millionen hinter den 3ahlungen zurück, die Zahlungen zurück, die wir dem Reiche zu ihr Alter anzugeben, dies mit den Worten abgelehnt habe, das leisten haben. Für die Justiz müsse allerdings sei„ Quatsch". den Präsident v. Köller: M. H. Wenn Sie es fo haben etwas geschehen, um bessere Dienstgebäude zu Der Gerichtshof vertrat die Ansicht, daß die Theateragenten wollen, so bin ich bereit, mich auch in dieser Session in den erlangen. Die Nothwendigkeit einer Personal- unter allen Umständen die polizeilichen Vorschriften zu erfüllen Dienst des Hauses zu stellen.( Beifall.) Ich sehe dabei voraus, vermehrung fann ich nicht anerkennen, wohl aber hätten; wollten die Stellesuchenden ihr Nationale nicht angeben, daß Sie die wohlwollende Unterstüßung, deren ich mich nun ist die Einführung der Dienstaltersklassen für so könnten die Agenten ja einfach ihre Vermittelung ablehnen. 16 Seffionen hintereinander erfreut habe, mir auch in dieser die Justizbeamten eine Nothwendigkeit. Ersparnisse in Das Urtheil lautete für jeden Fall auf eine Mart, insgesammt Session nicht vorenthalten werden. In dieser Hoffnung nehme diesem Ressort find von einer gründlichen Reform des also auf vier Mark Geldstrafe. ich mit beftem Dank für das mir geschenkte Vertrauen die Wahl Gerichtsvollzieher Wesens zu erwarten, zu der sich an.( Lebhafter Beifall.) der Justizminister bereit erklärt hat.( Bravo!) Zum ersten Vizepräsidenten wird ebenfalls durch Zuruf der Abg. v. Heeremann wiedergewählt, welcher die Wahl mit freundlichem Dant annimmt. des Hauses wahren werde. Der frühere Polizeilieutenant von Haacke legte gestern vor Gericht merkwürdige Begriffe von Schicklichkeit an den Tag. Für den Charitee Umbau finden Sie keine Position Der Polizeilieutenant war von seiner Behörde aus dem Dienst im Etat, es soll Ihnen ein besonderes Gesez in dieser entlassen und dann bei der Verlagshandlung Paul Kittel als Angelegenheit vorgelegt werden; wir beabsichtigen die Kosten Abonnentensammler angestellt worden, wo er jedoch auch Bei der Wahl zum zweiten Vicepräsidenten, welche Stellung der Verlegung nach Dahlem durch den Verkauf des entlassen wurde. Später erbat eine andere Firma bei bisher der verstorbene Abg. Graf Elberfeld bekleidete, werden botanischen Gartenterrains zu decken. Ein Be- der vorerwähnten Verlagshandlung eine Auskunft über 291 Stimmzettel abgegeben, von denen 273 den Namen des dürfniß, den Part der Stadt Berlin zu über- von Haacke und nun soll der Buchhalter eine ungünstige Abg. Krause tragen; 16 find unbeschrieben, 1 Bettel lautet laffen, tann ich bei dem Vorhandensein des Auskunft über ihn gegeben haben, von welcher v. H. Kenntniß auf den Abg. Hate. Abg. Krause ist somit gewählt, hiergartens nicht anerkennen. Daß einige Berliner erhielt, der sich dadurch beleidigt fühlte und Privattlage an nimmt die Wahl mit Dank und erklärt, daß er immer die Ehre anders in diesem Punkte denken, ändert an der Sache nichts. strengte. Als nun der Vertheidiger des beklagten Buchhalters, ( Heiterkeit und Sehr richtig!) Rechtsanwalt Dr. M. Flatow vor der Schöffenabtheilung im Der Minister bespricht dann die Vervollkommnung Zimmer 24 den Beweis der Wahrheit anbot, gerieth der Kläger des Sekundärbahn- und Tertiärbahn- Nezes, in furchtbare Wuth, er schrie den Vertheidiger an: wobei namentlich für Ostpreußen und Hannover größere Bauten Schurte, Schuft, ich schlage Dich nieder!" Mit in Aussicht genommen sind. Gegenüber den schwankenden Er- Rücksicht auf die Erregung des Klägers wurde gebnissen der Eisenbahnen ist eine größere Reservebildung und andere Sache vorgenommen und die Verhandlung für einige eine energische Schuldentilgung dringend nöthig.( Sehr richtig!) Beit ausgesetzt. Als um 1/22 Uhr die Verhandlung fortgesett Sier müssen gleichmäßige Durchschnittsverhältnisse geschaffen werden sollte, stürmte v. H. mit geballten Fäusten auf werden, denn sonst gerathen alle Ressorts in Verwirrung. den Vertheidiger zu, weshalb der Richter ihn nicht zu Haftstrafe fondern milde zu 30 M. Geldstrafe verurtheilte. Bei der Vers kündung dieses Urtheils verfiel der Kläger in Wuthträmpfe. er stürzte zu Boden und erfüllte mit seinem Geheul das ganze wird ein Strafverfahren gegen den früheren Polizeilieutenant v. Haacke eingeleitet werden. Zu Schriftführern werden auf Antrag des Abg. Stengel die früheren Schriftführer Worzewski, Imwalle, Jerusalem, Weyerbusch, Olzem, Irmer und Bode wieder, der Abg. Meist er neugewählt. und Bunzen. er eine Zu Quäftoren beruft der Präsident die Abgg. Sattler Damit ist das Haus konstituirt. Darauf erhält das Wort der Finanzminister Miquel: Auf grund der Ermächtigung vom In dem Vertrauen, daß Sie nach diesen Grundsäßen ver6. Januar d. J. lege ich dem Hause vor: Die allgemeine fahren werden, übergebe ich Ihnen den Etat. Sie werden sich Rechnung für 1892-93, die Uebersicht der Einnahmen und Aus- um König und Vaterland wohl verdient machen, wenn Sie die gaben für 1894-95, ferner den Etat für 1896/97 und das Gesez bisherige Finanzpolitik beibehalten, denn heute mehr als je be- Haus. Die sämmtlichen Vorgänge wurden protokollirt und nun wegen Ergänzung der Einnahmen desselben. Während der ruht die Kraft des Staates nicht zuletzt auf guten Finanzen. laufende Etat große Umänderungen enthielt, weil die( Lebhafter Beifall.) Konsequenzen zog aus der Umänderung des Steuerwesens und Nächste Sigung Dienstag, 21. Januar, 11 Uhr. Erste Etatsder Umgestaltung der Organisation des Eisenbahnwesens, schließt berathung. Reichs- Versicherungsamt. Die Reinigungsarbeiten sich der vorliegende dem vorjährigen vollständig an. Derselbe auf Neubauten gehören nach einer am 7. Januar vom 2. Senat gefällten wichtigen Entscheidung zu den Thätigkeiten, schließt mit einem Defizit von 15 Millionen Mark, also 19 Millionen weniger als im laufenden Etat. Hierbei ist aber welche bei den Baugewerks- Berufsgenossenschaften versiche zu bemerken, daß der verzeichnete Fehlbetrag von 34 Millionen rungspflichtig sind. Giner Schauerfrau, welche bei der in Akkord übernommenen Säuberung der Fenster eines in Wahrheit auch damals nur 201/2 Millionen betrug. Wir konnten natürlich im vorigen Jahre wie in allen Jahren unseren Vom Reichs Versicherungsamt. Invalidenrente Neubaues von der Leiter stürzte und sich schwer verletzte Etat nur aufstellen auf der Grundlage des Reichsetats. beantragende Personen können in die Lage kommen, daß die wurde die Unfallrente bewilligt, nachdem der Einspruch der die Matrikularumlagen zu hoch bemessen, Versicherungsanstalt sie einem Krankenhause zur Behandlung Magdeburgischen Baugewerks- Berufsgenossenschaft zurückgewiesen Indessen waren während die Ueberweisungen, welche schließlich Preußen zufallen überweist, um möglichst wieder einen Zustand der ErwerbsDas Rekurs gericht vertrat die Meinung, daß es sich follten, zu niedrig waren. Ich erwähne das ausdrücklich, damit fähigkeit zu erzielen und dadurch ihrer Fürsorge enthoben zu hierbei nicht um cin Echeuern und Reinigen im gewöhnlichen nicht Verwechselungen entstehen in der materiellen Beurtheilung werden. Für solche Fälle hat das Reichs- Versicherungsamt eine Sinne handele, sondern vielmehr um den Abschluß von Vaus der Lage und weil dieser Fall so recht klar zeigt, zu welchen wenig bekannte und von den Versicherungsanstalten nicht immer arbeiten. Schluß 3½ Uhr. Soziale Mebericht. = war. Gewerkschaftliches. Mon= Der Kassirer -1 571,60. an die Hauptkasse eingesandt wurden; fonach blieb[ In einer Branchenversammlung der Gürffer hielt am am Jahresschluß ein Rassenbestand von 335,17 M. übrig. Die Mittwoch Dr. Paul Bernstein einen beifällig aufgenommenen im Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über Mitgliederzahl ist von 423 männlichen und 22 weiblichen Mit- lehrreichen Vortrag über Berufs. Riantbeiten Als solche führte der Referent in erster Ausstände oder Aussperrungen, müffen stets den Stempel ber betreffenden gliedern am 1. Oftober auf 436 männliche und 30 weibliche ge- Gürtlergewerbe. Organisation tragen. stiegen.( Die Steigerung ist so gering, weil gerade viele fäumige Linie die Lungenschwindsucht an, bie in Berlin 17-20 pCt. aller An alle Schneider und Näherinnen der Konfektions- Bahler gestrichen wurden. Unterstützung wurde gezahlt an die Todesfälle verursachte und die zwar die Angehörigen aller Stände Die Herberge wurde im und Altersstufen befalle, besonders aber die Arbeitertreise Juduftrie Berlins( Mänteinäherinnen, Bügler, Zuschneider, Arbeiterinnen von Welles 865 M. Stepper, Stepperinnen, Kinderkonfektions- Näherinnen, Herren Jahre 1895 von 2742 Rollegen in Anspruch genommmen heimsuche; von den Arbeitern seien wieder diejenigen der ( 1894: 3185). An Reiseunterstüßung sind 861,45 M. ausgezahlt Erkrankungsgefahr am meisten ausgesetzt, die Stein, Holz, fonfektions- Schneider und Näherinnen u. s. w.). Der von Herrn Dr. Bernstein ge- oder was bei den Gürtlern zutreffe Metallftaub worden( 1894: ca. 1500 M.) tag, den 20. Januar, werden sechs öffentliche haltene Vortrag über die Berufskrankheiten fand allgemeinen einzuathmen genöthigt find. Ferner käme in diesem Beruf der Bronchialkatarrh, und bei denen, die Blei verarbeiten, die Versammlungen abgehalten und zwar: in Reller's Beifall. Bleikrankheit vor. Zur Verhütung der letzteren empfahl der Festsälen( großer Saal), Koppenstr. 29, im Sanssouci, Der Verein für die Arbeiter der Schäftebranche hielt Referent eine sorgfältige Reinigung der Hände vor jedem Essen, Rottbuserstr. 4a, im Berliner Prater, Rastanien- Allee 7, am 11. Januar feine Generalversammlung ab. in Gründel's Festfälen, Brunnenstr. 188, in Raabe's Sulle gab die Abrechnung vom letzten Quartal. Danach be- wozu leider in den Fabriken nicht immer die nöthige Gelegenheit vorhanden sei. Heinrich erwähnte unter anderm, daß die Schmiedle's lief fich die Einnahme auf 67,18 M., bie Ausgabe betrug 23,90, Kollegen in der Fabrik von Abler u. Bersuch besonders Sallon, Kolbergerstraße 23, und in worunter 10 M. Unterſtüßung für die streikenden Bildhauer. Der unter dem gesundheitsschädlichen Tauchverfahren, einer Methode 2otal, Stromstraße 28. Die Tagesordnung lautet: Kassirer erhielt Decharge. lautet: Saffirer erhielt Decharge. Aus der Neuwahl des Vorstandes 1. Gedenken wir Forderungen zn an stellen gingen hervor: Rehrer als Vorsigender, Ludwig als zum Bronziren von Metallgegenständen, zu leiden hätten. und welche? 2. Diskussion und Beschlußfaffung darüber. Rassirer, Spange als Schriftführer, Krolewsti und äther meinte, die Fabrit von Hirschhorn u. Ko. laffe in gesundheitlicher Beziehung manches zu wünschen übrig, Behnke als Revisoren. trotzdem ein früherer Arzt Mitinhaber dieser Firma sei. In Kollegen, Kolleginnen! Erscheint zahlreich und bekundet, ob Ihr Die organisirten Bildhauer Berlins hatten in ihrer Ver- den meisten Fabriken feble es an genügender Ventilation und gewillt seid, Forderungen zu stellen und zu erkämpfen. Arbeiter, fammlung am Dienstag Gelegenheit, sich durch einen sehr inter- sonstigen Einrichtungen zum Schuße der Gesundheit der Arbeiter. Parteigenossen! Eure Frauen und Töchter sind gezwungen, effanten Vortrag des Privatdozenten Dr. Leo Arons über das Redner forderte die Kollegen auf, von derartigen Mängeln die unter erbärmlichen Verhältnissen in der Konfektion an schaffen. Entstehen und die Entwicklung der englischen Gemert- Organisation zu unterrichten, damit diese geeignete Schritte da Wir fordern Euch auf, mit ihnen in den Versammlungen zu fchaften zu unterrichten. Dr. Arons, dessen Ausführungen gegen thun könne. Ferner wurden die Kollegen ersucht, die erscheinen. Es iſt Pflicht aller Betheiligten, barüber zu organisation noch einen zweiten Vortrag über dieses Thema halten, auf grund des gewonnenen Materials beurtheilen könne, ob es Es ist Pflicht aller Betheiligten, barüber zu mit großem Beifall aufgenommen wurden, wird in der Bildhauer- statistischen Fragebogen recht sorgfältig auszufüllen, damit man entscheiden, was geschehen soll. Die Agitation 3 Romba fich der umfangreiche Stoff nicht wohl an einem einzigen Abend angebracht set, in diesem Jahre etwas zur Besserung der Lage mission der Schneider und Schneiderinnen bewältigen läßt. Die Diskussion wurde deshalb bis zur Be- der Gürtler zu unternehmen. Berlins. Im Auftrage: J. Timm, Vertrauensmann. totolls betraut worden. Versammlungen. endigung dieses zweiten Vortrages vertagt; Dr. Arons gedenkt ordentlich gut besuchte Versammlung das Gedächtniß des verihn in etwa vier Wochen zu halten. Zum Schluß ehrte die außer ftorbenen Kollegen Steiger in der üblichen Weise. Der Sozialdemokratische Volksverein für Brik und am 6. Januar vom Vorsitzenden mitgetheilt wurde, im letzten Umgegend hat, wie in der ordentlichen Generalversammlung Vierteljahre 5 Versammlungen veranstaltet; die Mitgliederzahl des Vereins beträgt jest 61. Die Kasse hatte eine Einnahme Sigung Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ab. Neumann, Basewalferstraße 3. Alle Aenderungen im Bereins talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Freitag. uebungsfiunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Coffegia, Abalbertfir. 21 bet Roll. allee 28, bet kelle. Mit dem preußischen Versammlungsrecht geht es fort gesetzt bergab. In Lehnin, einem Flecken im brandenburgischen Kreise Bauch- Belzig, wurde am Sonntag eine öffent Ii che Versammlung abgehalten. Als der Referent einige Anträge Die Steinarbeiter beriethen, wie schon furz erwähnt verlas, die von der Freien Vereinigung der Schiffer demnächst worden ist, am Dienstag in einer öffentlichen Versamm von 62 M. zu verzeichnen; die Ausgabe betrug 51 M., es blieb der Regierung vorgelegt werden sollen, wurde die Versammlung über die Lohn herabfegung bei der Firma also ein Ueberschuß von 11 M. Der Kassirer Kursch erhielt Tung aufgelöst, weil eine Frau anwesend war. Niggel, Trebbinerstraße. Nach den in der Versammlung ge- Decharge. Der Vorstand batte in seiner letzten Sigung be Diese Frau war als Berichterstatterin des Fachorgans machten Angaben hat die Firma den Steinmegen erheblich schloffen, die Vereinsbibliothek an Herrn Hutter in Briz für der Schiffer anwesend und mit der Führung des Pro- niebrigere Attorblöhne zahlen wollen, als diese nach dem 60 M. zu verkaufen; die Generalversammlung faßte nun den geltenden und von der Firma sogar ausdrücklich anerkannten Tarif Beschluß, dem Vorstand die Erledigung dieser Sache zu überzu fordern berechtigt waren. Die den Steinmetzen für einzelne laffen. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie ging die gut Stücke gebotenen Preise sollen um ein Drittel, ja in manchen Fällen besuchte Versammlung auseinander. fast um die Hälfte niedriger gewesen sein, als die betreffenden Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Berlins und Tariffäße. Ahlicke schilderte den Gang der bereits seit Frei- mgegend. Heute, Freitag, abends 8 1hr, bet Lorenz, Stoppenstraße 47, Die lehthin gewählte Fünfer- Kommiffion, die für den Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Freitag. Suboft Schule, Nord Schule, Müllerstr. 179 á: GeMassenaustritt aus der Kirche agitiren sollte, fette tag währenden Unterhandlungen der Arbeiter mit dem Polier und dem Geschäftsführer, die aber trotz mehrfacher Be- Baldemarstr. 14: Mede- lebung. am 15. d. mit einer Volksversammlung in Joel's Salon ein, bie die Sache zum gütlichen Aus- schichte. Beginn 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume sind zur Bevon etwa tausend Personen, darunter von sehr vielen Frauen mühungen der Arbeiter, 8 Uhr an geöffnet. und Mädchen besucht war. Man hatte zu dieser Versammlung trag zu bringen, an der Weigerung des Geschäftsführers und zung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials schon von die Geistlichen der Andreas- und Markuskirche brieflich ein- um theil auch durch die Schuld des Poliers gescheitert wären. geladen und zwei derselben wohnten auch der Versammlung bei, Bon der Firma seien den Arbeitern zwar geringe Zulagen zu ohne indeffen das Wort zu nehmen. Referent des Abends den gebotenen Preisen bewilligt, die volle tarifmäßige Bezahlung war Rohrlad, der die Forderung des Austritte aus dagegen wäre verweigert worden. Die Steinmeßen, 12 an der jeder Konfessionsgemeinschaft unter lebhaftem Beifall der Ver- Bahl, hätten infolgedessen nur die angefangenen Stücke och bis auf einen, der sich fammlung begründete. Die Diskussion, die mitunter eine leicht fertig gemacht und dann am Montag Sie beabpolitische Färbung annahm, bewegte sich im Sinne des Referats. ibnen nicht anschloß die Arbeit niedergelegt. Von den Gegnern äußerte sich nur Herr Weigel, der seinen fichtigten, die Differenz zwischen den gezahlten und den tarifGlauben an den Heiland bekannte und von einem Austritt aus mäßigen Löhnen beim Gewerbegericht einzuflagen. Im Laufe der Kirche nichts wissen wollte. In theilweisen Widerspruch der Debatte wurde bemerkt, daß die Firma Niggel die mit der Mehrheit der Versammlung setzte sich Regge dadurch, Arbeiten zu ungewöhnlich niedrigen Preisen übernehme; fo foll daß er der Bethätigung der Parteigenoffen auf wirthschaftlichem sie beispielsweise die Steinmetzarbeiten an einem Bau in Trebbin und politischem Gebiet eine größere Bedeutung beimaß als einer für 18 000 M. übernommen haben, während eine andere Firma folchen auf religiösem Gebiete, und dieser Frage lediglich eine für dieselben Arbeiten 36 000 M. gefordert hätte. Hieraus erkläre sich hinreichend die bei Niggel übliche Lohnbrückerei. nebensächliche Bedeutung zuerkannte. Mit dem angeregten Massenaustritt aus der Kirche war aber auch dieser Redner ein-& unte hielt es nicht für richtig, daß sich eine öffentliche VerDrante, Weißensee, Langhansstr. 137 bet verstanden, weil durch den Austritt ein deutlicher Protest gegen sammlung mit dieser Angelegenheit befaffe, dagegen wurde jedoch Gefangverein Vereinte Sangesbrüber Moabit, die Maßnahmen der Regierung in der Angelegenheit der frei von Thomas und anderen Rednern das Verhalten der ww. Busch. bet Hermerschmidt. Gangerverein Sorgens Gangesfreund, Märkischer Hof. religiösen und freidenferischen Bewegung erhoben werden soll. Niggel'schen Arbeiter für durchaus forrekt erklärt und einstimmig Berlebergerstraße 28 eine Resolution angenommen, worin die Versammlung das Vor: frei, Admiralstraße 18 c, Beantragt Der Redner verpflichtete sich selber zum Austritt. Gesangverein Wacht auf I, Wörther Dragonerstr. 32 Ramlowsty. Gefangverein Treu und Einigkeit, war eine Resolution, wodurch die Versammlung ihr Begehen der Firma Niggel verwarf sich mit den ausständigen fraße 1 bet edib. 58 bet Reben. Gefangverein dauern darüber ausdrücken sollte, daß ein großer Theil der Kollegen solidarisch erklärte und sie in jeder Weise thatkräftig Rirdorf, Prinz Handjerystraße Nr. fozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten und Stadtver zu unterstützen versprach. Ferner wurde beschlossen, den Streifen- Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ede Kantfiraße, bet Mertens. Gesangverein der Metallarbeiter( Oft), Blumenftr. 46. ben, ohne Unterschied Ledig Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74 bet Krause. ordneten es noch nicht für nöthig gefunden hat, aus der Kirche sind, eine wöchentliche Unterstützung von 15 Mark zu zahlen. Rosenthaler Borstadt, Bernauerfir. 47. Froh Hoffnung Brüderschaft, Alte auszuscheiden. Dieſe Reſolution wurde indeffen mit großer Mehrheit Thomas ersuchte die Kollegen, nunmehr nach Kräften zum( Berlin W., Ballasfiraße Mr. 16 bei Faller Rosalta, Blumenstraße 46 bei abgelehnt und dann gegen eine Stimme folgende angenommen: Fin. Zomatscheck. Syrene, Rosenthalerstr. 57 bet Julius Wernau. Die Versammlung hält es für Pflicht eines jeden denkenden Streiffonds beizutragen und bemerkte ferner, daß Niggel viele Jakobfiraße Nr. 87-88 bet Lamprecht. Fortschritt, Menschen, welcher mit der Kirche gebrochen hat, auch offen und Arbeiter in auswärtigen Steinbrüchen beschäftige und jetzt, wie tract III, Eberswalde, Fretenwalderstraße bet weber. Stedes Echo, Reichenberg erftr. 118 bet bereits angedeutet worden wäre, die Steinmeharbeiten Melchiorftr. 15 bei Stehmann. stöppen. ehrlich, um nicht als Heuchler zu gelten, einen Namen abzu- von diesen werde ausführen lassen. Vermuthlich Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. legen, der ihm nicht gebührt." Im Laufe der Versammlung wird das aber an der Solidarität der auswärtigen Steinarbeiter wurden 96 Austrittserklärungen angemeldet. Die Kommission scheitern. Die Versammlung beschloß noch, an die wegen des besorgt auf ihre Kosten alle Meldungen an das Amtsgericht. Bildhauer Streits Gemaßregelten Unterstüßung nicht mehr zu Awöchentlich soll eine Bersammlung abgehalten werden. Die zahlen. nächste ist zum Dienstag Abend anberaumt und wird im Eng ob sie verheirathet oder Raiser'scher Männerchor, Schönhauser Arbeiter Gesangverein Norb, Beteranenstr. 18 bei Schulz.- Buchbinder Männerchor, Holzmarttstr. 3 bei Deter. Gesangver. Maiglödchen I,& indowerstr. 26 b. Eachs.- Gemüthlichkeit, Neue Friedrichstraße 44, bet Möllig. Typographia, Gefangverein Beuthstr. 20. Gesangverein Rheingold, Weinstr. 11 bei Feind. Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Cohn's Restaurant( großer Saal). Gefangverein Melobia, Rirborf, Bergfir. 162 bet Thomas. gris, Brandenburger Männers Mengerts Boltsgarten, Naunynftraße 86 bet Friß zubeil. Freie Siebertafet, Große Frankfurterftraße 74 Gefa ngverein in Brandenburg a.. bet Meißner. Nordwacht, Chauffeeftr. 72 beer. Frete Sänger, Schmargendorf, Warnemünderstraße bet M. Schulze. Gängertreis( Weißenfee), sepanstraßen- Gde bei Brennert. thalerftraße bet Hämmerling. Lustige Sänger, Potsdam, Bran benburger Kommunikation 18 bet Glaser. Geselligtett, Hennigsdorf, or, Acerfitraße 123 bet Marten. Bergfiraße. Arbeiter Böhmert's Gasthaus. 1 Weißenburgers Boreley, GrünBieber'scher Männer1 de Buschriften find zu senden an B. Gent, Dresdenerstr. 107-108, 1. Ct. IV. Freitag: Musikverein offnung, Große Frankfurterſtr. 133 bet Gold. Lotterteklub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Freitag: Apfel. blüthe, Hochstädterstr. 30 bei Graminsky. Rauchtlub Südost, Wiener ftraße 63, bet Felste. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Wedding, Abends 8% Uhr, bet Schäfer, Neue Hochstraße 49. Gesangs verein taria, abends 8% Uhr, Sigung Blumenftr. 46 bet Tomafched. Karthaus'scher Gesangverein. nebungsstunde: abends 9 Uhr Bitherflub Alpengruß"( Direktion bet Wiebemann, Blumenftr. 38. Privat . Woltewig), bet C. Gomoll, Waldemarstr. 38, abends 9 Uhr. Ber 2heate berein Crescendo, 9 Uhr, bet Schulz, Purbuserstr. 35. gnügungsverein Thus netba, abends 8 1hr, bet Bubett, Sindenftr. 106. -Musttverein Hoffnung( Oft), abends von 9-11 Uhr. Uebungsstunde Tambourverein Fret weg, 8itherflub Waldrose, Große Frankfurterfiraße 183 bei Gold. Uebungsstunde bet Oberschmidt, Weinbergsweg 11.Verein Grüne abends 9 Uhr, Manteuffelftr. 86, Barierre- Reſtaurant. Vergnügungsverein anne, abends 9 Uhr, bet Kaifer, Marfusstraße 8.Gefange 3m Brand, Sigung abends 9 Uhr bet Feind, Weinftr. 11. Rosenthalerstr. 57. verein der Bauanfaläger Berlins, abends& Uhr bet J. Wernau, Blumenstr. 32. Bitherklub Frohsinn, abends 8% Uhr bet Reich, Befe und Diskutirklub Aufklärung, abends Uhr bei Ferger, Sebastianftr. 72. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. Jeden Dienstag und Freitag, abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung taligerstraße 65-56. 4. Männerabtheilung Stephanstraße 8.- 5. Männerlischen Garten( Alexanderstr. 27c) stattfinden. Zu allen Ber In einer Versammlung der in der Qurns- und fammlungen werden die Geistlichen der benachbarten Kirchen ein- Spitzen- Papier- Branche beschäftigten Arbeiter und Argeladen werden. An dem Plakat, worin zu der hier geschilderten beiterinnen, die am 14. Januar bei Boltz in der Alten JakobBersammlung eingeladen war, haben die Herren Nauck und straße tagte, berichtete der Vertrauensmann Bergmann über Hartmann wiederum Zenfur geübt, indem sie den Vermerk seine Thätigkeit im letzten Jahre. Danach find 5 öffentliche strichen, daß die Geistlichen der Andreas- und Markuskirche Versammlungen abgehalten worden, gegen 8 im Jahre 1894. brieflich eingeladen seien. Die Hauptagitation Tag im letzten Jahre mehr in den zahlreichen Der Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins hielt am Wertstuben- Versammlungen. Dem Besuch derfelben wurde zwar 5. Januar feine ordentliche Generalversammlung ab. Der frühere von den Fabrikanten viel Schwierigkeiten bereitet, so z. B. durch Kassirer Martin berichtete, daß im 4. Quartal die Ausgabe Denunziation bei der Polizei wegen Abhaltens angeblich unanges 398 M., die Einnahme 503,57 M., der Bestand also 105,57 m. meldeter Versammlungen( die Anmeldung war stets erfolgt), durch betrug; dazu das sichergestellte Geld von 226 M. gerechnet, er- direkte Verbote, die Werkstuben- Versammlungen zu besuchen, durch Ueberstundenarbeit am Tage der Versammlungen und theilweise giebt sich ein Vereinsvermögen von 331,57 M. Der Kassirer erauch durch Maßregelung derjenigen Kollegen und Kolleginnen, hielt Decharge. Der Obmann Rohmann von der Arbeits die die Handzettel zu solchen Versammlungen in der Fabrit ausvermittelungs Kommission theilte mit, daß im 4. Quartal 85 Kollegen außer Stellung waren, 73 Arbeit erhielten, also theilten. Trotz aller dieser Schwierigkeiten sind aber wesentliche immerhin noch 12 Kollegen außer Stellung blieben! Aus der Erfolge erreicht worden. Verschiedene Mißstände sind jetzt beseitigt, abtheilung Ackerstr. 67. 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstr. 37. Damenabtheilung Mariannen= Neuwahl der Arbeitsvermittelungs- Rommission gingen die". a. wurde die Bezahlung des Sedantages, wo er durch a. Cehrlingsabtheilung Boechstraße br Turnverein Gesundbrunnen. Die erste Männerber Don 8%-10% Uhr in Turn Kollegen Nölte, Pfarr, Buzte, Raclin, Karshi Arbeitseinstellung gefeiert werden mußte, durchgefeßt. Die Dr- lifer la ganisation ist durch Anknüpfung weiterer Berbindungen mit Abtheilung turnt heute Abend halle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10.- raft- und Artisten= mersty, W. Rasch nnd Franzte als gewählt hervor. Wertstuben gefördert worden. Anfang vorigen Jahres flub Berolina. Jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bet Grüßner, von benen Waldemarstr. 42. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Jm Bezirk Moabit bestand solcher Verkehr mit 11 Wertstuben, -Kraft- Turnverein Hoffnung, abends von 9-11 Uhr Jugend- Athletenklub verloren gingen, jetzt wird mit 18 Werk- bet Nowat, Manteuffelstraße 9. erklärte sich am 7. Januar eine gut besuchte Versammlung für einige wieder Junge Kraft" Die gemaßregelten Kollegen fchreiberstr. 19. Gäste wiltommen. übt jeden Montag und Freitag, abends von 8%-10 Uhr, bet Fickert, Stall die Forderungen: neunstündige Arbeitszeit und 21 M. Minimal- ftätten Berbindung unterhalten. unter Sonstigen Verein der Tansmeister tagt jeben Freitag Abend Annenstr. 16. Abschlagszahlung pro Woche. Die Mittel zur Durchführung der und Kolleginnen( natürlich wurden fie in Aussicht stehenden Lohnbewegung sollen durch Listensamm- nichtigen Vorwänden entlassen) erhielten Unterstüßung bis zum Iungen aufgebracht werden. In der Versammlung waren die Wiedereintritt in eine Arbeitsstätte; viele davon sind treue AnWerkstellen von Herrgesell und Gaul, sowie einige fleinere nicht hänger der guten Sache geblieben. Der Redner besprach sodann vertreten, was bebauert wurde; die arbeitenden Rollegen hätten die einzelnen Wertstubenfißungen, deren Abhaltung, beiläufig beDaß übermäßige Beschäftigung mit dem edlen Schaches boch gewiß auch nöthig, sich mit der vorliegenden Frage zu merkt, aus praktischen Gründen auf die Sonnabende verlegt spiel für die Gesundheit nachtheilig ist, dürfte wohl allen Schachworden ist, und richtete zum Schlusse einen warmen Appell an spielern bekannt sein. Besonders leidet das Nervensystem dar beschäftigen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin Die Kollegenfchaft, auch fünftig recht eifrig für guten Besuch der unter, und mehrere hervorragende Schachspieler sind bekanntlich Werkstuben- Versammlungen Sorge zu tragen. Die hierauf zuletzt geistestrant geworden. Ein neuer Fall dieser Art hat sich, Zentrum. In der am 8. Januar zu Ende geführten Generalversammlung dieser Zahlstelle berichtete der Bevollmächtigte über folgende Neuwahl der Vertrauensperson fiel wieder auf den Kol- wie wir den Münchener Neuesten Nachrichten" entnehmen, in legen Bergmann; die Kollegin Fräulein Rittner wurde ihm Kiew ereignet. Dort hat sich der Buchhalter Rultschiztij, die Thätigkeit der Berwaltung im verfloffenen Jahre unter be beigeordnet und dem Kollegen Krant übertrug man wiederum ein Desterreicher, aufgehängt. Nachträglich hat sich herausfonderer Berücksichtigung der Borkommnisse im letzten Quartal, die Stellvertretung. gestellt, daß Kultschistij einige Jahre vor seinem Tode von wo der Streit bei Welles und daraus der Zwist mit den Berliner Vertrauensleuten entstand. Die Mitglieder erklärten In der Freien Vereinigung der Kaufleute sprach am einer solchen Leidenschaft für das Schachspiel erfaßt wurde, daß sich nochmals mit dem Vorgehen einzelner Mitglieder" einver- Mittwoch Abend der Nervenarzt Dr. Moll über das Seelen- er den Dienst aufgab und sich seitdem nur noch mit Schach Des Redners Leitmotiv war: die spielen befaßte. Er spielte tagelang, und wenn er feinen Partner standen und bewiesen dies bei der nun folgenden Wahl der leben des Weibes. Ortsverwaltung, wo der erste Bevollmächtigte Karl Berger Emanzipation der Frauen, die sich entsprechend ihren Anlagen finden fonnte, so spielte er mit sich selbst. Infolge dieser Lebensund der erste Raffirer Fr. Baur einstimmig, die Stell- entwickelt, wird gute Früchte bringen. Der Redner entwickelte weife ftellten sich bei ihm mit der Zeit Nervenzerrüttung. vertreter Th. Benning und Rich. Hirsch, sowie die Abweichungen des Seelenlebens der Frauen von der des melancholische Gemüthsstimmung und zuletzt Spuren von GeistesWollens und störung ein. Mit Selbstmordgedanken hatte sich Kultfchistij offendie Revisoren M. Hirsch und Osc. Heidenreich Mannes auf dem Gebiete des Erkennens, neu Fühlens. Der Vortrag, der mit einigem Beifall auf bar schon lange getragen; denn er hatte den Strick, an welchem mit bedeutender Majorität wiedergewählt wurden; wurde Jos. Sebemeier. Aus binzugewählt dem genommen wurde, fand theilweise lebhafte Kritik, da der er sich aufhing, schon einen Monat vor seinem Tode gekauft und Bericht des Bibliothekars ging hervor, daß die Bibliothek Redner den proletarischen Staubpunkt gar nicht zum Ausdrucke ihn beständig bei sich getragen. jetzt start benutzt wird nnd daher Neuanschaffungen nöthig brachte, sondern bei seinen Erörterungen immer nur auf die In Dedenburg im städtischen Armenhaus starb Paul Deur find. Zum Bibliothekar wurde J. Asch gewählt. Der Kaffen- Damen der Besserſituirten exemplifizirte. Ganz abgesehen aber de la Roserry, angeblich föniglicher Bring und Kronprätendent bericht verzeichnete für das IV. Quartal 1895 einschließlich von der Tendenz, waren die rein fachlichen Ausführungen und von Frankreich, Bruder des Grafen Chambord, im 80. Lebensdes alten Kassenbestandes von 289,07 M. eine Gesammteinnahme die daraus abgeleiteten Folgerungen vor dem Forum der Wissen- jahre. Der Berblichene diente lange Jahre in der österreichischen von 1138,57., die Ausgaben betrugen 803,40 M., wovon schaft nach Ansicht unsers Berichterstatters feineswegs stichhaltig. Armee. Vermischtes. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 17. Januar. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Phantasien im Bremer Rathsteller. Schauspielhaus. Die Quizows. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Fedora. Leffing- Theater. Romtesse Guckerl. Heues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: Jn doppelter Bekehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Geschlossen. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Neu: Theatrum mundi! ( Mechanisches Welttheater.) Im Illusions- Saal: Allerseelen. Schiller- Theater. Der Widerspenstigen Passage- Panopticum. Zähmung. Adolph Ernst- Theater. Frau Lohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Mevanderplay- Theater. Die fleinen Lämmer. Vorher: Fortunio's Lieb. National- Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Theater Unter den finden. König Chilperich. Belle- Alliance- Theater. Böse Buben. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Täglich um 5% und 8 Uhr: Affentheater und Circus. 30 Affen, 30 Hunde, 12 Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hasen Kaiser- Panorama ( Passage). Neu! Bum ersten Male! Die malerischen Alpen Oberitaliens. Paris. Abonn., 8 Reisen, nur 1 M. Schiller- Theater. Gine Reife 20 f., Kinder 10 Pf., ( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Der WiderSpenstigen Bähmung. Sonnabend, abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. 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Januar, abends 8 1hr, in Keller's Festfälen, Koppenstr. 29. Tagesordnung in allen drei Versammlungen: 1. Wie stellen sich die Holzarbeiter Berlins zu einer Lohnbewegung? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referenten: Millarg, Glocke und Wiedemann. 80/11 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, Der Vertrauensmann. In diesen Versammlungen zu erscheinen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Friedrichsberg- Rummelsburg. Sonntag, den 19. Januar, vormittags 11% Uhr, im Lokale des Herrn Mertens, Kant- und Goethestraßen- Ecke: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Unsere Lohnbewegung. 2. Wahl von Werkstattkontrolleuren. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Möbelpolirer!= Sonnabend, den 18. Januar, abends 8 Uhr, bei Keller, Roppen- Straße Nr. 29: Oeffentliche Versammlung. B Tages Ordnung: 146/16 2. Wie stellen sich die Polirer zum internationalen Kongreß der Holzarbeiter? Erscheinen ist Pflicht jedes Kollegen. der Zentral- Kranken- u. Sterbe- Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. kasse der Dachdecker Deutschlands ,, Einigkeit", Filiale Berlin, am Sonntag, den 19. Januar 1896, vormittags 10 Uhr, imm Lokale des Herrn Wilke, Andreas- 2. straße 26. Tagesordnung: 1. Raffenabrechnung vom 4. Quartal 1895. 2. Wahl der Delegirten zur Generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimirt. 54/3 Der Bevollmächtigte. Sonntag, den 19. Januar, vorm. 102 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Hirte, Elifabethkirchstr. 14. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Ad. Hoffmann über: Glaube und Vernunft. Diskussion. 3. Jahresbericht des Vorstandes 4. Vereinsangelegenheiten. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Versammlung pünktlich eröffnet wird. In Anbetracht des wichtigen Vortrages werden die Kollegen des Südens und Südostens gebeten, in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Zu der Volksvorstellung am 26. Januar, nachm. 3 Uhr, im Belle- AllianceTheater find Billets à 60 Pf. bei A. Drabnit, Solmsstr. 85, 4 Tr. links, und 143/9 im Vereinslokal, Naunynstr. 78, zu haben. Allgem. Kranken- n. Sterbekasse Fr. Bereinigung aller in der chirurg. Branche beſchäft. Berufsg. der Metallarbeiter ( Filiale Berlin 3). Mitglieder Versammlung Sonnabend, den 18. Januar, abends 81/2 Uhr, Manteuffelstraße Nr. 46. Tagesordnung: Sonntag, den 19. Jannar, vormittags 10 Uhr, in Gründel's Salon, Brunnen- Straße Nr. 188: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Beschlußfassung über Erhöhung der Beiträge. 3 Vorstandswahl. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 48/19 Zentral- Verband deutscher Maurer. 1. Kassenbericht. 2. Statuten- Be22196 3. Verschiedenes. rathung. Da in diesem Jahre eine Generalversammlung stattfindet, ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Kranken- UnterstügungsZahlstelle Berlin II. Sonntag, den 19. Jannar, vormittags 10% gr, im Lokale des Herrn Cohn, Beuthstraße 22: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Vortrag des Genossen Paul Jahn über:„ Der Werth der Verkürzung der Arbeitszeit." 3. Bericht und Neuwahl des Vorstandes. Um pünktliches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Die örtliche Verwaltung. und Begräbnißverein der Bauund gewerblichen Hilfsarbeiter Generalversammlung Achtung! Berlins. Sonntag, den 19. Januar, vormittags 11 Uhr, im Lokale Owzarek, Lange straße 65. Tagesordnung: 30/3 1. Abrechnung vom 4 Quartal. 2. Vorstandswahl. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Jedes Mitglied ist verpflichtet, zu erscheinen. Der Vorstand. Die 1. Fortsetzung der Debatte vom 12. Januar: Unſere Forderungen Mitgliederversammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Schöneberg Achtung! Der Vertrauensmann. Achtung! Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Januar 1896, vormittags 1012 1hr, bei Herrn Ewald, Schönleinstr. 6: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl des zweiten Vorsitzenden. 2. Abrechnung vom vierten Quartal 1895. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. W. Kuhn. 84/8 und Umgegend 136/9 Dt.- Wilmersdorf. Achtung! Sonntag, den 19. Januar, nachmittags 1 Uhr, im Lokale des Restaurateurs H. Klingenberg, Berlinerstr. 40: Große öffentl. Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Antwort des Gemeindevorstandes auf unsere Petition behufs Errichtung eines Gewerbegerichts am hiesigen Orte und das Bedürfniß nach einem solchen. Referent: Herr Gewerbegerichtsbeisiger R. Millarg- Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 204/4 Die Herren Interessenten, welche die Petitionslisten unterzeichnet haben, J. A.: 0. Nerre. sind zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Achtung, Metallarbeiter Schönebergs! Sonnabend, den 18. Januar, abends 71/2 Uhr, Grunewaldstraße 110: Große öffentliche Versammlung findet am Sonntag, den 19. Januar, nachmittags 1/2 Uhr, in Obft's aller Salon, Grunewaldstr. 110, statt. Der Vorstand. 99/6 Der Verein „ Bruderbund“ arrangirt am Sonnabend, den 18. d. M., Müllerstr. 178 einen Fachverein der Stellmacher Maskenball. Berlins und Umgegend. 22156 Freunde und Gönner, welche geneigt sind, dem Fest mit beizuwohnen, können Empfang nehmen. Sonntag, den 19. Januar, vormittags 10 Uhr, Rosenthalerstr. 57: noch Billets im Lokal Usedomfir. 22 in General- Dersammlung. gesucht Tagesordnung: Abrechnung vom lehten Duartat. Bereinsangelegenheiten. Vertreter ge in obigem Lokale statt. finden jeden Sonntag 159.'9 Der Vorstand. Achtung, Zimmerer! Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Januar 1896, vormittags 10 Uhr, in Cohu's Festsälen, Beuthstraße 21/22: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1895. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Was bedeutet für uns der nächste Gewerkschaftstongreß? Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches und zahlreiches ErDer Vorstand. J. A.: Obst.[ 257/12 scheinen nothwendig. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. No. 2, Sitz Hamburg.) Ortsverwaltung Berlin. Dienstag, den 21. Januar, abends 8/2 Uhr, bei Cohn, Beuthstraße 22: in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Schönebergs und Umgegend. Zages. Ordnung: 1. Der Druck der besitzenden Klassen auf die Arbeiter. Referent: 120/8 Rollege H. Rohrladt. 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Entree 10 Pf. Der Einberufer. Achtung, Coepenick! Sozialdemokratischer Arbeiter- Verein. Dienstag, den 21. Januar, abends punkt 8 Uhr, im Vereinslokal A. Schulz, Schönerlinderstraße: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 7/12 1. Vortrag: Pestalozzi und seine Bedeutung für die moderne Arbeiter für einen ganz nenen patentirten bewegung. Referent: Schriftsteller Heinrich Schulz- Berlin. 2. Diskussion. 3. Vierteljahresabrechnung. 4. Vereinsangelegenheiten. NB. Die Mitglieder werden ersucht, sämmtlich zu erscheinen und Gäste Der Vorstand. zahlreich einzuführen. Bureau- Artikel, welcher überall den größten Anklang findet und spielend leicht zu verkaufen ist. Offerten sub T. 100 an Haasenstein u. Vogler A.-G., Frankfurt a. M. Nur ernstliche Reflektanten finden Berücksichtigung. Die weltbekannte s Bettfedern- Fabrik Gustav Luftig. Berlin S., Prinzenstr. 46, verfenbet gegen Nachnahme( nicht unter 10 M.) garant. neue vorzügl. füllenbe Bettfebern, b. Pfb. 55 Bf. Halbbaunenb. Bfb. M. 1,25. h. weiße Halbdaunen, b. Pfb. m. 1,75, borzügliche Daunen, b. Tfb. M. 2,85. Bon diefen Daunen genügen 3 Pfund zum größten Oberbett. Bervadung wird nicht berednet. Mitglieder- Versammlung. Arbeitsmarkt. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1895. 2. Wahl der Revisoren. 3. AnGeübte Arbeiter an der Schrauben. träge zur General Versammlung. 4. Wahl der Delegirten. 5. Antrag Leonhardt: Gründung einer Filiale für den Stadttheil Wedding- Gesundbrunnen. Der Vorstand. 259/ 7* Orts- Krankenkaffe für das Gewerbe der Tischler und Pianoforte- Arbeiter. Am Sonntag, den 26. Januar 1896, vormittags 10 Uhr, finden die Wahlen der Vertreter der Arbeitnehmer zu den General- Versammlungen statt. Im Bezirk des Saffirers P. Scholz in Zubeil's Bokal, Lindenstr. 106, sind 37 Delegirte zu wählen. Jm Bezirk des Kassirers P. Kröhn im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23, find 37 Delegirte zu wählen. Im Bezirk des Kassirers C. Post im Lofale ,, Südost", Waldemarstr. 75, find 46 Delegirte zu wählen. Jm Bezirk des Saffirers A. Schulze in Nieft's Salon, Weberstr. 17, sind 41 Delegirte zu wählen. Brennerfabrit Röpnickerstr. 154a. Züchtige Hammertopfmacher werden verl. W. Bellin, Urbanftr. 87. 22176 Metalldreher auf chirurgische Spritzen verlangt M. Bräse, Potsdam, Heinrichstr. 3. Mehrere tüchtige Metalldreher a.Sprigen gesucht, ebenso mehrere Dreher auf Hartgummi- Sprigen nach auswärts. Dauernde Arbeit unter günstigen Bedingungen. Offerten unter R. 1900 an die Exp. d. Bl. 22226* Sozialdemokratischer Wahlverein für Teltow Beeskow- Charlottenburg. Sonntag, den 19. Januar, im Lotale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße 39: Ensemble- Gastspiel des National- Theaters. Heimath. Schauspiel in 4 Atten von Sudermann. Regie: J. Türt. Rasseneröffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Billet 50 Pf. Nach der Vorstellung: Gemüthliches Beisammensein. Dienstag, den 21. Januar 1896, abends 8 Uhr ,,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße 39: Versammlung. 250/5 Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Förster. Disfussion. Abrechnung vom vierten Quartal. Der Vorstand. Tempelhof. Gäste willkommen. Mariendorf. Sonntag, 19. Januar, nachm. 31/2 Uhr, bei Teutschbein- Marienfelde: General- Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Fragetasten. Mit dieser Versammlung beginnt ein Cyklus von drei Vorträgen über: Die mohamedanisch- arabische Kulturperiode. Referent: Genosse Stadv Bruns; worauf wir die Parteigenossen besonders aufmerksam machen. 12/2 Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler Berlin D.( Moabit). Sonnabend, den 18. Januar 1896, Marienfelde. etc. Vergolder, Versilberer und Ver- in den gesammten Räumen der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49: Grosser Wiener Maskenball filberinnen auf Leisten verl. Glischke, Neu- Weißensee, Charlottenburgerst. 108. Arbeiter( Ausschneider 2c.) auf Perlmutter firden dauernde Beschäftigung 2200b zu gunsten des Invalidenfonds. Anfang 8 Uhr abends. Entree 50 Pf. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 2. Februar, vormittags Die Ortsverwaltung. 182/5 Die freiwilligen Mitglieder wählen in den betreffenden bei Crosinsky& Eisenack, Röpnicer- 10 Uhr, im Moabiter Klubhaus, Beusselstraße 9a, statt. straße 154. Bezirken, in denen sie wohnen. Der Vorstand. Weiblich, Friedrichstr. 244 3 Tx.[ 22066 Künstl. Zähne schmerzlos eingesetzt, feſtſißend. Reparaturen sofort. Weniger Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 2220b Klavierstimmer Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 18 Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.