Morgenausgabe Xr.iiT A 59 -46. Iahrgang Wöchentlich SSPf�«onaSich 8�0 Wt fen voraus zahlbar. Postbezug 4,82 M. einschließlich 60 Pfg�PLstzeitun s« und 72Pfg Posthestellgebührea-Äuskand»» abonvement S.— M. pro Monat. Der„DonvSrts' erscheint wochentSK. flch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im chandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Deilagen J8oU und Zeit" und„Kinderfreuno". Ferne? jj�W � Vevttnev Vottsblatt Sonntag W. März 1920 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. Di« eins paltige Nonpareillezek!« 80 Pfennig. ReName'eile ö— Reichv' mark.„Kleine Anzeiyen� das ettg«. druckte Wort 2h Pfennig(zuläifig zw et fettgedrucrre Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben ihlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt eile 60 Pfennig. Familienonzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annahm« im flauptgeschöst Linoen« straße 3, wochentögl. von&Va bi» 17 Uhr. Jentvalovsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Devlag: Berlin SW 68. Uindenstraße 3 Ftrniprelixr: Tön bot! sS2— 2S7 Telegromm-Sdr: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Dostilbeckkonto: Berstn 37 K3L— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Ingestellt« und Beamten Wallstr. KS Dt»konto-Gelelllchakr. Devositenkaste Lindenstr L Calles' Gegenoffensive. ltliimaium an die letzten �ebetten. Mexlro»CitN. 0. Mär». tEigenbericht.) Am Sonnabend hat Äriegsminifter Calles Person- lich das Feldkommando im Jrapuato Guanajuato- Staat übernommen. Hier stnd 6 Brigaden mit 22 Re- gimentera aller ZSaffengattungen konzentriert. Die Truppen sind bereits gegen die rebellischen Trappen des Generals Urbalejo in Marsch gesetzt worden. Von Monterey kommende regierungstreue Truppen des Generals Almazeh wurden in der Nähe von Torreon eingesetzt, wo sich der Rebellengeneral E s c o b a r mit seinem Anhang vorläufig noch verschanzt hält. Der Hauptsitz der Aufständischen im Sonorastaat N o g a l e s wird nach einer Ankündigung des llommandeurs von Niederkalifornien am Montag durch neun Bomben» flngzeuge angegriffen werden, wenn die aufständi- scheu Truppen sich bis dahin nicht ergeben haben sollten. Inzwischen hat man im Bundesstaat Mexiko mit der Organisation eines freiwilligen Bauern- k o r P s in Stärke von 3000 Mann begonnen, das das Bundesheer verstärken soll. pariser Vierwochenbilanz. Differenzen und Schwierigkeiten. , PariS. 9. Marz.(Eigenbericht.) A« End« ihrer vierten Arbeitswoche hat die Lach- berständigeukonferenz das Bedürfnis gefühlt, der grosien Oeffentlichkeit üb« den Stand der Arbeiten Rechen- fchaft abzulegen. Sie hat die Veröffentlichung eineS amtlichen TommnuiqnöS beschlosien. das vor' allem die Oogauisattoa«nd den Arbeitskreis der neuen Repara- tiouSbank darlegen soll. So sehr es zu begrüßen ist, daß die Sachverständigen dos Wort zn amtlichen Mitteilungen über ihre Arbeilen ergreifen, so scheint tp doch, als ab sie mit diesen Mitteilungen ihren eigenen Zweck verfolgen. Es mußt« schon auffallen, daß die Generaldebatte über die künftig« Reparationsbank. die auf so breiter Basis begonnen hatte, plötzlich abgebrochen worden war. Dazu kommt aber noch, daß in der Press« zahlreiche Bedenken gegen das Riesenbankprojek» geäußert werden und schließlich hat ein Teil der Sachverständigen selbst vor den eigenen Plänen A n g st bekoinmen. Die Veröfsent- lnhung dürfte also wohl in«rster Linie dazu dienen, die öffentliche Meinung in den interessierten Ländern zu kritischen Aeutze- rungen über das Vankprojekt herauszufordern. Im Prinzip begegnete der Gedanke der Schaffung einer Reparationsbank keinem Widerstand. Der Gedanke ist auch zu bestechend. Durch das Einschieben eines privaten Institutes zwischen Deutschland und seinen Reparationsgläubigern würde die Reparationsfrage ein für allemal entpolisieri werden. Außer. dem würden alle praktischen Zahlungsoperationcn durch eine Spezialbank viel reibungsloser und viel angenehmer für Gläubiger und Schuldner durchgeführt werden können. Der Hauptein- wand, der Immer wieder erhoben werden muß und der auch auf die Sachverständigen den meisten Eindruck zu machen scheint, ist der. daß die Reparationsbank zu mächtig und daher zu gefährlich werden müßt«. Erwägungen dieser Art scheinen gerode in der « n g l i s ch e n Delegation in starkem Maße vorzicherrschsn. Die englischen Delegierten befürchten, daß die Reparationsbank. die not- gedrungen unter dem vorherrschenden Einfluß des Weltgläubigers, der V e r« i>» i gt« n S ta a t e n, stehen müßt«, dte Bedeutung des Londoner Kopital Marktes zerstören und die Geltung der Bant von England vermindern könnte. Die französische Delegation greift dos Projekt von anderer Seite an. Da Frankreich an den Reparationen einen Anspruch auf; 52 Proz. besitzt, will es möglichst auch an der Reparationsbank den: gleichen Anteil haben. Dieser Anspruch werde darauf hinaus- laufen, die Reparationsbank, die doch gerade die EntpolitisicrunZ bringen soll, wieder unter den Einfluß der Politik zu stellen. OaS amtliche Kommunique betont, daß da? fett Mittwoch diskutierte Projekt einer internatio- nalen Reparationsbank vorläufig rein provisorischen Cha- rakter habe und seine«eitere Prüfung zu einer ganzen oder teil- weisen Wlchnung führen kann. Bei der Aufstellung des Entwurfes habe das Komit I» einer halbamtlichen Nachricht aus Tokio wird ge- meldet, daß die Bereinigten Staate» beabstchti» gen. eine Konferenz der interessierten Mächte vorznschlagen. die die Möglichkeit der Aufhebung der Exterritorialität in China prüfen soll. Ja» paa soll mit diesem Borschlag vollkommen eiuver» standen sei». China-Generäle gegen Demobilisierung. Trotz der feierlich«« Versprechungen, die von den chinesischen Generälen bei der Deniobilisierungskonferenz in Nanking abgegeben wurden, chre Truppen zur Hälfte zu verabschieden und sie m bürger- llche Vcruse überzuführen, denken die militärischen Macht- haber nicht daran, aus ihre Satrapen-Rollen zu verzichten. Sie sabotieren die Beschlüsse der Regierimg nach wie vor. Der Chef der militärischen Clique von Kwang-Su. die durch ihre rücksichtslose Bedrückung die Bauern und Arbeiter der von ihr beherrschten Provinzen in die Arme der Kommunisten zu treiben beginnt, hat trotz seiner Stellung als Generalstabschef der Nationalarmee in Nanking eine sensationelle Rede ge- halten, in der er erklärt«, daß er die Emtünst« der von chm ver- walteten Provinzen dazu verwenden müsse, fein« Armee weiter .zu eichalten, da sie ein Bollwerk gegen die kommunistische Gefahr bildet. Der christliche General F« n g, der in Nanking«inen glühenden Eifer für die Abrüstung bezeugt hat, tut in der Praxis das Gegenteil und beschäftigt sich nach der Rückkehr in sein« Pro- vii� Huan mit der Verstärkung der ihm unterstellten Truppen. Er begründet seine Haltung mit der Notwendigkeit, für einen Konflikt mit Japan gerüstet zu sein, der nach seiner Meinung nach dem Abbruch der ja pa nis ch- cht nesi s ch e n Verhandlungen droht. Keine Hinrichiungen mehr. Die bayerische Ziegieroag läßt Todesurteile nicht vollstrecken Das bayerisch« Staatsrnimstsrium hat in zw« Fällen von einer Bollstreckung der Todesstrafe abgesehen. Der Arbeiter Johann H» rü wich her Dienstknecht Iossf Strafs er, die beide zuvi 3SK' öeruÄeist'waretsi Wh"Hl'lebeüMnMchia' Zucht- hausstrafe begnadigt worden. Wir verzeichnen die Tatsache, daß nach dieser Entscheidung die Todesstrafe in Dastschland praktisch abgeschafft ist. Dersammluugsverboi in Holstein. Die Aolgeo der Schlacht voa Wöhrden. Der Oberpräsident für die Provinz Schleswig- Holstein hat außer de» öffentlichen Umzügen auch sämtlich« Versammlungen der Nationalsozialisten, der KPD. und des Landvolkbundes mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres verboten. Die Hitler-Partei hatte für die Zeit vom 10. bis 17. März eine Propagandawoche geplant, in deren Rahmen über 100 Versammlungen in der Provinz stattfinden sollten. Die gerichtliche Untersuchung. Hörde sHolskeln). 9. März. Obernaacsanwalt von Nordenjkioeld aus Flensburg und Staats- anwalt Kemper aus Altona weilten gestern hier zur Untersuchung der Vorfälle vom Donnerstag abend in Wöhrden. Auf chre Ver- anlassung sind die Kommunistenführer Heuck und K r a w- czak aus Wesselburen verhaftet und ins Heider Gerichts- gefängnis gebracht worden. Das Heider Gefängnis stand in der Nacht zum Sonnabend unter Schupabewachung. Die Leichen- öffnung der Opfer Streibel und Stürzebecher hat ergeben, daß der Tod in beiden Fällen durch furchtbare Stichverl«tzun» gen und durch Verblutung aus den Hauptschlagadern verursacht worden ist. Die Angabe, der Kommunist Stürzebecher sei durch eine abgeirrte Kugel getötet Warden, trifft demnach nicht zu. Llmorganisation des Wehrministeriums Sin Ehef des Ministeramts. Wie der„Demokratische Zeitungsdienst" erfährt, ist im Reichswehrministerium ein« Umorgarnsatio» vorgenommen, und zwar sind eine Reihe von Abteilungen, darunter die Wehrmachtsabteilung, die Rechtsabteilung, die Adjutantur, die Justitiare und die Abwehrabteilung zusamniengesaßt worden und unterstehen dem neugeschaffenen„C h e s des M i n i st e r a m t s". Dieses Amt ist dem Generalmajor Schleicher übertragen worden. Die Neuordnung soll u. a. auch den Zweck verfolgen, die Chefs der Heeres- und Marineleitung von den palitisch-parlamentarischeu Verhandlungen nach Möglichkeit zu befreien, damit sie sich den rein militärischen Aufgaben widmen können. Jloitiai vom Reichsrat angenommen. Gültig für drei Monate. Der Reuhsrat hielt am Sonnabend nachmittag«in« öffentliche Vollsitzung ab. auf deren Tagesordnung der Gesetzentwurf über vor- läufige Regelung des Reichshaushalts für das Rechnungsjahr 1929 stand- Namens der Ausschüsse berichtete M i n i st e r in ld i r e k t o r Dr. Brecht, der betome, daß der vorliegend« Nötetat ganz nach Maßgabe der früheren Notetals aufgestellt worden sei. Der Not- «tat soll für drei Monate gellen. Als Höchstgrenze der Aus- gaben sollen ein Viertel der für das Etatsjahr 1923 bewilligten Betröge gelle«, es darf aber nicht hinaus- gegangen werden über ein Viertel der Beträge, die im Etat für 1929 enthalten sind. Nur für einmalige Maßnahmen soll das aus» nahmsweise zulässig sein, wenn der Reichshaushaltsaus. schuß des Reichstags zustimmt. Der Reichsrat hat noch hinzugefügt, daß ünter Mrmrssetzmvz der.�Zui nw.-'vcng des Haushallsausschulies des Reichstags auch V-nräIe ausgegeben werden dürfen, die sich u» Rähchen der Zusätze des Reichsrais zu der Regierungsvorlage hallen. Das bedeutet eine Ermächtigung an die' Regierung, wamst nichts daran geändert wird, daß eine Meinungsverschiedenheit zwischen Regierung und Reichsrat besteht. Im übrigen sind noch B'estnn- mungen über Garantieermächtigung in den Rothaushalt ausg» nommen worden, wie sie in das Haushaltsgesetz hinein sollen. Di« Vollversammlung nahm den Notetat nach den Beschlüssen der Ausschüsse an. Vom Kriegsschauplatz der KPO. Die Opposition macht fich selbständig. Weimar, g. März.' Die Opposition innerhalb der Kommunistischen Partei und die oppositionell« Fraktion des Thüringer Landtages geben jetzt ein eigenes Landesorgan„Die Arbeiterpresse" in Wei. mar heraus. Di« Opposition stützt sich auf Ortsgruppen vornehmlich in den Städten Weimar, Greiz, Erfurt, Gotha, Jena. Arnstadt und in einer Anzahl von den Kommunisten beherrschten Landgemeinden. Auch die beiden kommunistischen Mitglied« r des Wei- marer Stadtrats sind von der Partei ausgeschlossen wotden und gehören jetzt der Opposition an. Aus der Ortsgruppe der KPD. in Jena sind neuerdings wieder sechs Mitglieder ausgeschlossen worden, darunter ein Stadtverordneter. Außerdem schweben noch zwanzig Aus» schlußverfahren. Die ausgeschlossenen oder noch auszu- schließenden Kömmumsteu gehören zur Richtung der„Versöhnler". Das gefährliche Kochbuch. Ein Gochaer Kommunist hat kürzlich ein Kochbuch heraus» gegeben. Cr hat sein Werk nicht der Vorzensur seiner Partei unter, woxfen. Ob dieses Verbrechens ist er in wsstem Bogen geflogen. Vielleicht bat er Rezept« über rechte Suppenabweichungen, ultra» linkes Gemüse und versöhnlerische Mehlspeise empfohlen? Aus dem Haushaltsausschuß. Sine berechtigte Mahnung des Dorflheaden. Der Haushaltsausschuß des Reichstags setzte die Beratung des Nachtragsetats fort. Er beriet am Sonnabend tu« Etats des Reichspostministerakms. des Reichsarbeitsministeriums und des Reichzfinanzmi niste rimns. Während der Beratung des Etats des Postministerium« bat der Vorsitzende Abg. Hermann(Soz). man möge die P e° amtenfragen nicht Veiter erörtern. Bon den 43 Sitzungen des.Hau-chabsousschusses seien 32 ausschließlich Beamten. fragen gewidmet gewesen, dazu noch die Verhandlungen de» Beamtenausschusses. Man könnte draußen im Volk« anchl der Meinung werden, daß der Reichshaushaltsausschuß noch ander« Fragen zu lösen habe als bloß- BeanUenf ragen. Gerüchte über die„Franksurler Zelkung". An der Nachricht eines Berliner Blattes, daß die„Frankfurter Zeitung' mit einem Berliner Zeitungskonzern in Verhandlungen stehe, die ganz oder teilweise«inen Besigwschsel bezwickcen, ist. wie�uns vvn der„Frankfurter Zeitung" miigetill wird, kein wahres Wort, Die „Frankfurter Zeitung" behäll nach wie vor ihr« traditionelle Selbst- ständigkeit.' gunf: schen Die Genfer Kompromisse. Nach der Ratstagung. Sowohl der deutsch-kanadische Vorstoß zu- sten der Minderheiten wie auch die Beschwerde des Deut- chen Bolksbundes für Ostoberschlesien in Sachen U l i tz haben im Völkerbund eine vorläufige Erledigung gefunden von der Art, wie sie nun einmal in Genf ühlich ist: nämlich durch ein Kompromiß. Kompromisse sind im Leben der Völker ebenso unvermeid- lich und sogar wünschenswert wie im Leben der einzelnen Menschen. Es gehört schon die ganze Unaufrichtigkeit und Böswilligkeit der Deutschnationalen dazu, um dem deutschen Volke einreden zu wollen, daß hundertprozentige Erfolge aus dem Gebiete der Außenpolitik möglich sind.(Ebenso wie in' Lohnkämpfen die Kommunisten jeden nicht hundertvro- zentigen Sieg als eine Niederlage hinstellen, der nur dem ..Verrat der Führer" zuzuschreiben sei.) Für objektive De- urteiler bleibt nur die Frage zu prüfen, ob das Kompromiß günstig oder faul ausgefallen ist und ob«in besseres Ergebnis Zu erzielen war. Fn den beiden vorliegenden Fällen kann man von günstigen Ergebnissen kaum reden. Aber die Frage, ob ein besseres Resultat möglich gewesen wäre, ist entschieden zu verneinen. Die Deutschnationalen, die über„deutsche Nieder- lagen" so unverblümt frohlocken, wissen das ganz genau. Man braucht dabei nicht einmal an ihre eigene, unübertreffbare außenpolitische Bescheidenheit zu erinnern, als s i e als stärkste Regierungspartei mit am Ruder waren. Es genügt hier der Hinweis, daß eine Regierung mit deutschnationalem Ein- schlag es gar nicht gewägt hätte, das Problem der Minderheiten vor dem Rat grundsätzlich aufzurollen. Ge- legenheiten waren hierzu während der fast eineinhalbjährigen Bürgerblockregierung mehr als einmal gegeben. Damals hat es Dr. Stresemann wohlweislich unterlassen, weil�r sich nicht dem bequemen Einwand aussetzen wollte:„Ein Deutschland. das sich von den Nachfolgern der Konservativen, von den ehemaligen Hakatisten mitregieren läßt, ist nicht befugt, sich als Anwalt nationaler Minderheiten aufzuspielen', um so weniger, als die Deutschnationalen gesinnungsmäßig genau dasselbe geblieben sind, was sie unter ihrem früheren Firmen- schild waren." Was den Fall U l i tz betrifft, so war die rechtliche Position des deutschen Vertreters unleugbar schwach. Wir setzen ohne weiteres voraus, daß Ulitz unschuldig ist und daß die Beschuldigung gegen ihn,«r hätte Ostoberschlesiern zur �Desertion verholfen, übles Soitzelwerk ist: wir nehmen ebenfalls als sicher an, daß die Auflösung des ostoberfchlesi- scheu Sejm nur ein Vprwand war. um Ulitz als den unbe- quemen Führer des Deutschen Volksbundes verhaften zu können. Aber bei dem alljjemein� geltenden doppelten Grundsatz derStaatssouveranität und der Unabhängigkeit der Gericht« war es für die Polen eis Leichtes, eine Intervention des Dölkerbundsrates abzu- wehren. Zalefkis Versprechen eines beschleunigten gerichtlichen Verfahrens war leider das Maximum, was nach Lage der Dmge in diesem Stadium überhaupt zu erzielen war. Wahrscheinlich hätten Graf Westarp oder Hugenberg am Rcüstisch nicht einmal da« erreicht. In der anderen, viel wichtigeren grundsätzlichen Frage �der T'e r b e s s e r u n g d e s llfrrnd erh e i t en�chirtz�» rft hie? am vorigen Sonntag von vornherein betont worden, daß man ein Problem gewiß.nicht mit einem Schlage" würde lösen können, das.noch Jahr», vielleicht Jahrzehnt« die Gemüter beschäftigen" wird. Di« Einsetzung eines Studienkomitees wurde hier als A n f a n g gefordert, und ein solches Komitee ist auch, obwohl in stark reduzierter und wenig befriedigender Form, gebildet worden. Ueber die Zu- sammensetzung dieses zunächst nur aus Adatci. Qui- nones de Leon und Chamberlain bestehendqn Gremiums ist hier inzwischev das nötige gesagt worden. Sogar als Anfang vermag uns dieses Kompromiß in keiner Weise zu befriedigen. Aber nur parteipolitische Verblendung oder, besser ge- sagt, Hugenhergsche Gehässigkeit kann den deutschen Außen- minister'für dieses sehr magere Ergebnis persönlich verant- morllich machen. Seine Rede war würdig und g, schickt, und si, wird zweifellos den Beifall aller nationalen Minderheiten gefunden haben. Das sst wichtiger als der Erfolg oder Mßerfolg dieses ersten Vorstoßes im Rat: und e« ist f ebenfalls unendlich wichtiger als die Kritik der deutschnationale» Presse. Vielleicht war der Hinweis auf den Richtewigkeitswert der Verträge und auf die im Laufe der Weltgeschichte wechselnden Rollen zwischen Herrschern und Beherrschten taklisch nicht geschickt. Denn es gibt Wahrheiten. die man besser in bestimmten Situationen und angesichts bestimmter Zwecke, die man verfolgt, lieber nicht ausspricht. um nicht der Gegenseite Gelegenheit oder Vorwand zu einer unvermeidlichen Abwehr zu bieten. Diese Wirkuna haben jene Stresemannschen Wendungen zweifellos bei Eham- b e r l o i n und B r i a n d erzeugt, und das Ergebnis war nicht günstig für dG zu erstrebende Ziel. Unsere Unzufrledenheit mit dem Verlauf und dem Ergeb- nis der Genfer Aktion beruht por allem auf der Erkenntnis, daß der G e i ft der Gegenseite unzweifelhaft reaktionär war: das Pochen auf die allen Argumente der Staatssouoe- ränttät. die Unterstellung, daß die nationalen Minderheiten von irredentistischen Agitatoren mißbraucht werden, und ahn- liche Wendungen, die man in den Reden dieser beiden Nobel- Preisträger findet, lasten erkennen, daß sie nur einen solchen Frieden propagieren und schützen wollen, der auf dem Buch- staben der Friedensverträge von ISIS bis 192Y beruht, daß sie aber ängstlich und widerwillig jeden Versuch beobachten, darüber hinaus den wahren Geist des Friedens vorwärts- zutreiben, wenn dadurch der B u ch st a b e der Verträge in Gefahr geraten könnte. Es mag fein, daß B r i a n d fortschrittlicher und idealer denkt, als er bandelt. Aber was nützen dem Frieden die vernünftigen Auslassungen, die der ftanzösifche Außen- minister, wahrscheinlich durchaus auftichtig. im engsten Kreise zu machen pflegt, wenn er nach außenhtn immer deutlicher als das erscheint, was er ist: als der Gefangene einer Bündnispolttik mll Polen und mit der Kleinen Entente. Briands Austreten in der Frage der nationalen Minderheiten ist den demokratischen Traditionen feines Landes nicht würdig, aber es ist die unvermeidliche Folg« eines außenpolitischen Systems, bei dem die deutsch-franzö- sische Verständigung nur tn zweiter Linie zählt, während die Verbundenheit mit einigen der reaktionärsten Staaten Europas an erster Stelle rangiert,_ Boß rüstet zum Krieg gegen Gowjetrußland. Döß kaust den Flugplatz Staaken. Eine Vorbereitung zum Krieg gegen Sowjetrußland!(Meldung der »Roteu Fahne".) Vöß kaust eine Schachtel Streichhölzer,- aha, er will Moskau iu Vraud stecken, wie es 1612 geschah! Böß gleitet aus! Letzt ist es heraus: Gr will über Rußland herfallen! Röß kaust eine„Rote Fahne". Letzt haben wir ihn! Gr will durch Verbreitung ihres LnhaltS Sowjet» rußland zu Tode blamiereu! Schluß in Genf. Saaranleihe vertagt./ Nächste Ratssitzung iu Madrid. S«a|. Kt- �Eig«nb«richt> , apanischen Bertret«:» über die Beschwerde de« deutschen Bolls- bunde» in Oberschlesien Übet die Verhaftung seine« Geschäftsführers Ulitz eniQeetngenaaamn. Ter Japaner sprach u. a. die Erwartung aus. daß die polnischen Justizbehörden da» Verfahren boschleu- nigt durchführen ward«». Dein fügte der polnische Außenminist» hinzu, daß die polnisch« Regierung für ein beschleunigte« und mog- kichst öffentliches Verfahren eintreten werde. Im übrigen v«r- trat die Mehrheit des Rates die Auffassung, daß der Dollsbund nicht da« Reckt had-!. in ein schwebendes Berfahren einzugreifen. E« folgte die(bereits in unserer Abendausgabe mitgeteilt«) Er. llärun� Stressmanns. Dl, anderen Beschwerden der deutschen Minderheit von Ober- schlesien wurden zumesst ohne Debatte erledigt. Soweit da» nicht geschah, erklärten sich die deutschen und die polnischen Vertreter mit einer Klärung der Differenzen unter dem Vorsitz de« japanssche« Ratsmitgsiedes A d at s ch i und unter Mitwirkung des PrSsifmnte» Ealonder einverstanden Tie Entscheidung über die Saar an leihe wurde endgültig vertagt. Stresemann stellte hierzu fest, daß Deutschland das Anleiheproblem genau prüfen müsse, da beabsichtigt sei, die Ärfechie in der Hauptsache erst nach ISSS, 000 noch der Räumung de« Saargebtet«, zurückzuzahlen. Die Anleihe soll in erster Linie zur Automatisierung des Telephone und zwar nach dem französischen System. Verwendung finden. Deutschland wäre dann bei der Rückgabe de« Saargebist» gezwungen, das ganz« Tslephonsyttem umzubauen. In vertraulicher Sitzung bsschloß der Rat, für da» verstorben« Schweizer Mitglied de» Finanzkomitee» eine» Polen zu er« nennen. Du nächste Ratssitzung sst auf Einladung de« spanischen Regierung im Juni zu Madrid. Iustizskandal um Beineri. Oer toadgerichtspräflbeat von Halberstadt berichtigt. E» geht uns folgende Berichtigung de» Ländgerichtspräsidenten von Halberstadt zu: Zu Ihrem Aufsatz:.Justizjkairdal um Beinert" in Rr. KS Ihres Blattes vom 22. Februar ISLS. ersuche ich auf. Grund de» § 1l des Pressegesetzes um folgende Berichtigung w der nächsten Rummer Ihre» Blattes: Es ist nicht richtig, daß der erkennende Richter bei der münd- lichen Begründung des Urteils gesagt hat: „Mit den„Lumpen" habe Dr. Beinert nur diejenigen Be- ' amten gemeint, die vor ungebildeten Menschen, die durch die Revolutton emporgetragen wurden, kotzbuckelten, um besser« Aemter und Posten zu ergattern. Diese Art von Beamten dürften von Beinert mtt Recht als„vsrsudet" bezeichnet werden. (Berjudet Im schlechten Sinne des Wortes bemerkte der Richter dazu.)... Die Form der Argumente im der Broschüre des Herrn Dr. Beinert fei aber keinesfalls pöbelhaft. Im GegenteU durch- aus gesellschaftsfähig." Richtig ist vielmehr, daß der erkennende Richter nur die Broschüre dos Aintsgerichtsrats im Ruhestand« Dr. Beinert dahin wiedergegeben hat, Beinert habe gesagt,«? sei ein» der trübsten Bilder aus der Nachkriegszeit, wie vielfach wissenschaftlich ge- bildete Beamte, Regierung»- und Oberregierungsräte..„ sich vor wissenschaftlich halb- und gesellschaftlich ungebildeten Leuten oer. beugen, nur weil sie von den Wogen der Staatsumwälzung in hohe Staatsämter emporgetragen feien, und daß der erkennend« Richter weiter gesagt hat. der Privatlläger(Amtsgerichtsrat im Richestande Dr. Beinert) habe in seiner Broschüre bezüglich der Richter nicht gepöbelt, vielmehr durchaus sachlich in der Form gesprochen. Die vorstehenden Sätze:„Diese Art von Beamten dürftenvon Beinert" usw. bis„bemerktedvrRichter dazu", sowie:.Im Gegenteil durchaus gesellschaftsfähig", hat der erkennend« Wchter überhaupt nicht gesagt. illeuerung in Voshlnglon. Präsident Hvoner hat den Vizepräsidenten Eurti» eingeladen, in Zukunft an allen Kahi- nettssitzungen teilzunehmen. Bisher hat der Vizepräsident. der den Vorsitz im Bundessenat führt» an den Kabinettssitzungen nicht teilgenommen. Englands Marinebudget. Kleine Streichungen, ober noch immer mehr Wehrovss- gaben als vor 1S14. London. 9. März.(Eägenb-ericht.) Der o rn. Freitag veröffentlichte Marine-Doranschlag für das am 1. April beginnend« Finanzjahr 1929�30 sieht ein« Gesamtausgabe von rund 1117 Millionen Mark für die britische Atotte vor. Di« Einsparung gegenüber dem laufenden Finanzjahr beträgt rund 19 Millionen Mark. Der Haupt- grund für diese Ersparnisse Legt in der Streichung von drei Kreuzern aus dem Schssfsbauprogramm 1927/26. Bon der Gefamtfumm« von 1117 Millionen fall«» rund 172 Millionen auf Raten für Neubauten. Im kommenden Finanzjahr wird trotz der Streichung von 3 Kreuzern u. a. mtt dem Bau folgender Einheiten begonnen: 3 Kreuzern, 8 Zer» störern und S Unterfeebooten. Mtt dem Marine-Dor- anfchlag sst nunmehr ein U eberblick über das GesamKwdget der britische,, Streitkräfte zu Wasser, Lust und La ick« möglich Ins- gesamt sollen im kommenden FinanWahr nicht weniger als 400 Millionen bei den Streitkräften gespart werden. Der„2>atly Herald" weist darauf hin, daß Großbritamne« trotz dieser Verminderung noch immer für seine Streittröste mehr ausgebe, als oor dem Kriege und vor allem mehr als von staatlicher Seit« für Erziehungszwecke. Wersversicherung. Unterstützung von Wttwen und Walsen, Gesundheitsfürsorge und Hausbau zusammen- genommen aufgewandt wird. Pech. Oder die Wahrheit aus Versehe»». Wir lesen im Leitartikel der»Äreuz-Zettung" vom 10. März den folgmd«» Satz: .Wir müssei: damit rechnen, daß es der Arbeit von Gen«» rationen bedürfen wird, um den Frevel der Monorchie und die Folgen der Novcmber-Revolution wieder g u t z u. mache n. Frevel der Monarchie— in der �reuz-Zeitung"? ?? 2 � Nicht Einsicht, nur au Druckfehler? aber sin aufrichtiger. ZU EXTRAPREISEN GARNITUREN HAIBSTORES GARNITUREN 929 InoeniEiirsdiDle Bad Sulza fnutr.) HSh.Techn. Lehranstalt, Maschieienb.Elektrotechn, Gas- u.Wassertechn k, Chemie, Flugwesen. Programm kos-en'. «■■■BBHBaBSBmnanaaaHnss teber Art liefert preiswer Psnl eollctz vorm. Roben Meret Martanncnxtraße J ® 1.60 an. AnL50M.Abzalil.nionati.20M. verkauft M. Heia, Bcrll» NO. 54, Bdlrowetraßc SS. bei Gerltch. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der EinSicherung meinet lieben Frau, ua erer guten Mutter Emilie Kroll sagen wir hiermit allen Verwandten. Zreunden unb Bekannten sowie der F T. Wilmersdorf und dem Redner unseren herzlichen Dank Zm Namen der Hinterbliebenen Bole*la« Kroll. 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Wenn Sie keine Enttäuschungen ereben wollen, var langen Sie ausdrücklich das«ebte Lebewohl In Hlecbdosen und weisen andere, angeblich.ebenso gute" Mittel rurück. *M17.«6. Mreeng*1. �OftDOrf� Sonntag lO. Mörz 1929 Ton früh V-7 Wir Da» ilngeboi an Arbeitskräften für den Haushalt ist knapp, fo knapp, wie feit Jahren nicht mehr. Diefer kata- ftraphale Mangel an Arbeitskräften muh Ursachen haben, die sestzuflellen wir uns angelegen fein ließen. Eine Mit- arbeiterin. die auf Stellensuche ging, schildert in folgendem ihre Erlebuifle. Als imitierte ,perle'. Eines Tages stand ich wleder vor der Tür des Arbeitsamtes. Ich hatte mich in ein« Stütze verwandelt— und Arbeitskräfte sind ja herzlich willkommen. Bevor ich vorläufig in dem Raum für Hausangestellte verschwand, dreht« ich mich noch einmal herum, den Waneraum der„Herrschaften"' mit einem kurzen Blick überfliegend. Und ich erschrak: ich hatte das Gefühl, als ob die Damen mich musterten, als ob sie ein« Maschine, ein Arbeitstier begutachteten. Als Stenotypistin hatte ich manchesmal mich um eine Stelle be- worden: niemals war ich mir dermaßen entpersönlicht vorgekommen, als hier vor den abtaxierenden Blicken der Hausfrauen. Kurz darauf saß ich in dem Raum, der den Hausangestellten vorbehalten ist. Wirklich saßen hier kaum die Hälfte soviel Hausangestellte, als ollein von den anwesenden Damen freie Stelle» angeboten wurden. Und bald genug wurde auch ich aufgerufen.„Eine Stütze mit Kochen../ In der Tür stehend, hör« ich von drüben einen mehr- stimmigen Disput.„Wie alt.... und was verlangt sie?" Und nach einigen Worten der vermittelnden Dame kommt auf das Stichwort „Wollen Sie dann einmal mit Fräulein sprechen" eine pelzbemantelte Sonic in der zweiten Jugend(jus mich zu. Wir setzen uns in das Berbandlungszimmer.„Nur, ein kleiner Haushalt: vier erwachsene Personen, meine"beiden Söhn« sind auch schon berufstätig,- fünf Atmmer, ich bin mit im Geschäft tätig. Bettwäsche geht außer dem Haus, alles andere müßten Sie waschen." Einige Fragen orientieren mich über die weiteren Bedingungen: Die Söhne frühstücken um dreiviertel acht, die Dame und ihr Gatte um zehn Uhr. Mittagbrot um drei, doch ißt der eine Sohn um fünf, der andere erst um halb acht, da sie zu getrennten Tischzeiten noch Haus' kommen. Die Garderobe der vier Personen soll in Ordnung gehalten werden. „Um neun Uhr trinken wir mir noch ein Töhchcn Tee zusammen. da haben S>« nur noch einig« Brötchen zurechtzumachen." Ich addiere mir in aller Eile zusammen, daß in dem„kleinen" Haushalt für mich schon eine Arbeitszeit von ungefähr vierzehn Stunden berauskommt! Dem glaube ich doch nicht gewachsen zu sein und yjtulke mitHacketz verzichte, obgleich mir die Dame ein Gehalt von fünfzig Mark und Tragung der Soziallosten anbietet. «.Arbeitsbereitschast." Darauf sitze ich wieder in dem Zimmer zwischen meinen„Kol- leginnen". Und nun höre ich überall dasselbe Lied: Die Arbeitszeit ist in den meisten Stellungen praktisch unbegrenzt, denn wenn auch erhebliche Teile davon gern mit dem schönen Namen„Arbeitsbereit- schoft" bezeichnet werden, so kommt doch alles auf eins heraus: jedenfalls Hot die Hausangestellte bedeutend weniger Zeit für sich zur Verfügung, wie fast jeder andere Beruf. Und wie bringt sie diese„Arbeitsbereitschast" hin? Die Berliner„Madchenzimmer" sind im allgemeinen so klein, daß außer Korb und Bett kaum noch ein Stuhl Platz hat, bleibt also nur noch ein Bretterstuhl in der Küche für die Hausangestellte, denn auch die„herrschasten", die über genügend zentralgeheizte Räume verfügen, erlauben der Haus- angestellten in den sellensten Fällen die Benutzung eines der frei- stehenden Zimmer während der„Arbeitsbereitschaft". Dazu kommt die weitestgehende Derständnislosigkeit für das persönliche Leben der Hausangestellten. Es soll hier nicht den sogenannten patriarchali- fchen Verhältnissen das Wort geredet werden— sie müssen bei den jetzigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu einer Kulisse werden, die oft nur verschärfte Ausbeutung deckt. Aber: bisher ist es nicht möglich gewesen, in Berlin wenigstens einen freien, völlig freien Sonntag im Monat für die Hausangestellte obligatorisch zu machen — und dies zu einer Zeit, in der man in allen anderen Berufen schon um das freie Wochenende kämpft!„Ich nehme bloß noch Tagesstellungen," verkündet eine große Blondine vom Fenster her. „Damit ist man doch wenigstens Sonntags und abends sein freier Herr." Die Stimmung hier drin ist gut, denn alle wissen, daß sie auf dem Arbeitsmarkt ein« gesuchte Ware sind, und alle hoffen bei so reicher Auswahl doch sicher auf ein« gute Stelle zu treffen. Ab und an flattert ein Lachen auf. am lautesten, wenn wieder mal ein« Kollegin von ergebnisloser Verhandlung aus dem Konferenz- räum zurückkommt und ihre Erfahrungen preisgibt. In manchen Mädeln, die nachher so verbindlich lächelnd vor den Damen stehen, brennt ein geradezu unheimlicher haß, geboren aus dem Bewußt- sein, daß kein« noch so getreue Pflichterfüllung ihrerseits die Klujt ausfüllen kann, die die Hausangestellte von der„Herrschast" trennt. 16 lange Stunden. Noch einig« Mal« werde ich zu Verhandlungen hereingerufen. Es ist immer dieselbe Geschichte. Die Stellen sind meist so, daß auch ein robuster Mensch mit der annoncierten Arbeit nicht fertig werden kann. Ein« Dame erklärt:„Pünktlich um sieben Uhr morgens muh der Kakao auf dem Tisch stehen— mein Mann hält sehr auf Pünktlichkeit, Wir haben eine Sechszimmerwohvung, ich helfe mit. Wenn ich aber mit meinem kranke» Sohn(schwachsinnig) zur Klinik' gehe, müssen Sie allein kochen. Gegessen rmrd um eins, um vier kommt mein Mann zum Kaffee. Abends um sieben' essen die beiden Kinder, mein Mann und ich essen etwas später. Die kleine Wäsche müßten Sie übernehmen. Um einhalb zehn können Sie meistens schlafen gehen." Also— nach meiner Berechnung müßte ich um sechs Uhr ungefähr aufstehen, um halb zehn Uhr darf ich schlafen gehen. Das sind über fünfzehn Stunden täglich, an denen ich zu arbeiten habe— denn daß diese tüchtige Dame den Tag ihrer Haus- angestellten auf die Minute eingeteilt hat, ist otm« weiteres klar. Dafür bietet sie fllnfundoierzig Mark! Und mit fast allen Stellen ist es ebenso. Es werden manchmal sogar recht gute Löhn« ge- boten, aber die Ausnutzung der Arbeitskraft, die schon die ange- kürchigte Tageseinteilung durchblicken läßt, ist meist ungeheuerlich. Di« Stellungen in den kleinen, guten haushalten sind fast ausgebt» abend» VsfO Uhr. starben. Man hat kein Geld mehr, um sich ein Mädchen zu hallen. Die MSdel glauben schon selbst nicht mehr daran, daß es möglich ist, so eine Dauerstellung mit drei Zimmern und ein bis zwei Kindern zu kriegen.„Ja, wird das denn auch für die Dauer sein?" fragte mich skeptisch ein nettes Mädel, als ich mit ihr an meinem ,. Madamtag" verhandelte und meinen Beruf als Schriftsteller angab.„Ich war schon mal bei einem Schriftsteller und hatte es sehr gut... da kannten sie mich nicht halten..." Die nichtberufs- tätige Frau mit einer Wohnung von nicht mehr als vier Zimmern arbeitet meist selbst, höchstens mit einer Hilfe für die grobe Arbeit. Den anderen Damen sieht man es schon an, daß ihre Michilfe meistens im„Organisieren" der Arbeit besteht. Als ich mich in so vorsichtigen Fragen nach den angewandten Reinigungsmethoden erkundige, muß ich feststellen, daß das Vorhandensein eines Staub- saugers fast die einzige Konzession an die Neuzeit ist. Fenster putzt man nach wie vor mit Wasser, höchstens wird Spiritus zum Nach- reiben konzediert. Fensterputzmittel, Schutzüberzug für blanke Me- talle, chemische Mittel zum Parkettreinigen scheinen wirklich nur bei den ohne haushilsen arbeitenden Hausfrauen in Gebrauch zu sein. Die Damen haben anscheinend Angst, den Mädeln könnte tagsüber ein« einzige freie Stunde bleiben, jedenfalls hat keine mir ein« Ruhe- pause von auch nur einer halben Stunde— und wär's nach der.' Abwaschen— zugesichert. » Und als ich endlich um sieben Uhr die Tür des Arbeitsnach- weises hinter mir schließe, da weiß ich genau, warum es mir so schwer ist, eine passend« Hausgehilfin zu finden. Der„Verband der Hausangestellten" tvird Noch viel Arbeit zu leisten haben, bis das alte Ideal des„Dienstboten" in deü Köpfen der Dani«n' endgültig totgeschlagen ist— und bis alle Hausangestellten wissen, daß man den Klassenkampf nicht mit üblen Nachreden aus„verflossene" Herr- schaft«n und schlechten Witzen auf die„Madams", sondern durch die einzige Waffe des arbeitenden Menschen, durch Organisation führen muß._ Sonsumgenossonschastlicher Frauenlehrgang. Der dritte Kursus abend des konsumgenossenschaftlichen Frauenlehrganqs findet am Montag, dem 1 i. M ä r z, in der Aula des Leibniz- Gymnasiums, Berlin SO., Mariannenplatz 27/SK, statt. Beginn der Veranstaitung%8 Uhr. Genossin Frieda Bauer spricht über: „Die Frau als Trägerin d«r Konsum genossen- f ch a f t s b e w« g u n g". Rege Beteiligung der am Aufbau der Berliner Derbrauchero'rganisation interessierten Frauen wird erwartet. Der Frauenausschuß der Konsuingenossenschost Berlin u. Umg. <41 Roinan einte Reoolution. Üoh GetUsrl J lcctma.Hn MosIm „Nein," gab Kiigelgcn ebenso hilflos zurück, unfähig, das eben Erlebte zu fassen, und durch hen Anblick der bekannten .häufer mit den Gedanken schon wieder beim eigentlichen Zweck dieser Fahrt,„ich bin nicht böse. Herr Calm." Auch der Gerber tauchte In die Wirklichkeit zurück, ebenso schnell, wie er sie vorhin vergoß. Als sie vor Kügelgens .Haufe hielten, jagte er herzlich:„Un Iesundheit wünsch ich for de Frau Zemahlin!" ..Danke schön," sagte Zügelgen ohne Ahnung� von Calms Gedankengang, sprang aus dem Wagen und klopfte wild ans Fenster. ,. Maleyen,' rief er,„den Schlüssel! Schnell den Schlüssel! Ich habe den goldenen Schlüssel vergessen! Karl soll gleich anspannen!!" Von drinnen ertönte ein weiblicher Schreckensschrei: „Der Schlüssel— der Kammerherrnschlüssel— o Gott—" Calm hatte die Szene mit offenem Munde angestarrt. Als Kügelgen daran dachte, ihm zu danken, war er schon weg- gefahren. Der Kammerherr schüttelte den Kopf, hatte er ge- träumt...? Oder hatte er wirklich beinahe eine Ohrfeige be- kommen...? Da blinkte in Malchens Hand der Schlüssel— er drückte ihn und sie stöhnend ans herz. Am andern Mittag um elf Uhr begann in Dessau die Gratulationscour. Der anhalt-bernburgisthe Gesandte Kam- merherr von Kügelgen erschien eine Minute vor elf. Etwas konsterniert. Aber mit dem Schlüssel. Ist. Gefährten im Abend. Der Minister Trosegt hatte den Professor Niemann aus hall« bis zu dem Reisewagen geleitet, der im Schloßhos stand, und in dem bereits alle ärztlichen Instrumente, die Niemann benötigt hatte, wieder verpackt waren. ,Mso Sie halten die Operation wirklich für geglückt?" fragte Trosegk. „Als ich Seine Durchlaucht eben verließ, war dero Be- finden ebenso zufriedenstellend, wie es bereits seit drei Tagen ist. Die Kopfschmerzen sind durch die Aufmeißelung der Stirn und durch die Beseitigung des Eiterherdes vollkommen verschwunden, die Temperatur ist fast normal, die Aeußerun- gen Seiner Durchlaucht sind nüchtern und klar. Meine An- Wesenheit ist also nicht mehr erforderlich: die abschließende Behandlung können Sie getrost Ihrem Hofarzt überlassen." Riemonn stieg ein.„Sollten irgendwelche Kompli- kationen eintreten, was aber, wie ich nochmals betonen möchte, nahezu ausgeschlossen ist, so lassen Sie mich bitte so- fort benachrichtigen." Der Wagen rollte durchs Schloßtor. Trosegk ging langsam die Treppe hinaus und lächelte zufrieden vor sich hin. Er freute sich aus den Brief, den er nachher an die Dessauer senden würde, die bei der ständigen Verschlechterung im Befinden Alexander Carls den fetten Braten schon sicher zu haben glaubten. Das Befinden Seiner Durchlaucht sei ausgezeichnet, würde er schreiben, und Seine Durchlaucht habe gottlob noch ein langes Leben zu erwarten. Trosegk konnte wirklich zufrieden mit sich sein. Er hatte diese Operation durchgesetzt, gegen den Willen Friederikes, gegen den Willen des Herzogs selbst— und auch nicht um des Herzogs willen. Das der seltene Fall eingetreten w?r, in dem seine eigenen. Interessen sich mit denen Alexander Carls deckten, stand auf einem anderen Blatt. Je länger die Re- gienmgszeit des Herzogs, desto länger seine Tage als Minister. Friederike freilich... Seine schmalen Lippen zerkniffen das Lächeln. Ihr zügel- loses, heißes Temperament hatte den lange ersehnten Staats- streich an die Stelle der Operation setzen wollen:„Wozu den Umweg?" Er würde jetzt zu ihr gehen, würde ihr klar machen, daß nun viel Zeit gewonnen war. Die politischen Verhältnisse, würde er ihr sagen, sind jetzt einem Gewaft- streich nicht günstig. Preußen und alle Nachbarstaaten wür- den sich hineinmischen; es war aussichtslos, gegen diese Mäch- tigeren zu handeln. Aber konnte man nicht nach genügender Bearbeitung der öffentlichen Meinung, die gewiß leicht fallen würde, eine Revolution der Stände, des Landes herbei- führen, die sich gegen das Aufgehen in Anhalt-Dessau ver- wahren, die sich für die weibliche Erbfolge aussprechen würde? Das Lächeln kam wieder. Er ging durch sein Amts- zimmer, seine Privaträume, die beide im Renaissanceflügel des Schlosses gelegen waren, den Renaissanceflügel verband mit dem Pallas, in welchem sich Friederikens Zimmer be- fanden, ein alter Schwibbogen, der allgemeiner Ansicht nach nicht mehr passierbar, in Wirklichkeit jedoch durch geheime Mauertüren von beiden Wohnungen aus zu erreichen war. Der Bogen war fensterlos, aber Trosegk tastete nicht, ent- zündete auch kein Licht. Er kannte den Weg.— Alexander Carl hatte, sobald der Professor gegangen war, von seinem Krankenbette aus gespannt auf jedes Ge- räusch gelauscht. So lange, bis er den Wagen aus dem Schloßtor hatte rollen hören. Nun schickte er den Diener unter einem Vorwand hinaus. Seine Augen blickten scharf und verschlagen. Er schlug mühsam die Decke zurück, stand auf, zum erstenmal seit der Operation. Es fiel ihm schwer, zu stehen: anfangs taumelte er. Aber er tastete sich an der Wand hin bis zum Schrank, der die ärztlichen Instrumente enthalten hatte, öffnete ihn, sah hinein, suchte, schien nicht zu finden. Seine die Schubladen durchstreifenden, zunächst krampfhaft ruhigen Hände begannen zu flattern. Er fuhr sich über den vernähten Riß in der Stirn, schüttelte fassungslos den Kopf, untersuchte andere Schubladen, legte schließlich vorsichtig den Zeigefinger iy die Ecken des Fensterbretts. Die Tür wurde geöffnet, der Herzog fuhr herum, der Kammerdiener hulsch stand wieder im Zimmer,„hccheit!" rief hulsch entsetzt und trat auf den Herzog zu. „hulsch," sagte Alexander Carl leise,„denken Sie, hulsch, ich finde ihn nicht!" „Wen. Hoheit?" fragte die Diener verständnislos. Der Herzog schien die Frage nicht gehört zu haben. „hulsch!" sagte er plötzlich laut, wie nach einer jähen Ent- deckung,„tun Sie mir die Liebe und fahren Sie dem Pro- fessor nach! Er soll ihn herausgeben! hulsch. hulsch, er war doch schlauer als ich. hulsch, er hat ihn gestohlen!" „Der Herr Professor Niemann— gestohlen?" „Nun, Sie wissen doch! Wer denn sonst! Er hat ihn mir doch herausgenommen, da oben.. Er tastete wieder über seine Stirn. hulsch hatte begriffen, wurde blaß.„Aber Hoheit!" be- schwor er den Kranken. „hulsch," zischte der Herzog mißtrauisch und ging aus den Diener zu.„hulsch, Sie haben ihn doch wohl nicht ge- stöhlen? hä?" hulsch trat ein paar Schritt« zurück. Er zitterte. ij (Fonsetzung folgt.) j Oer Kampf um den Oetphi-Palast. Schlachtengetümmel in der Kantstraße. In dem seit Herbst vorigen Jahre» stillgelegten Levgnügungs- «uMissement ,L« l p h i> P a I o st" in der Kant st raste ist u am Freitag nachmittag zu tragikomischen Szenen gekommen, als sich der Pächter der Unternehmens, Joses Schneid, mit einem im Wahrsten Sinne des Wortes„mit Schneid" durchgeführten Husare» streich wieder«n den Besist der Räumlichkeiten setzte. Die Stillegung des Delphi-Palastes erfolgt« bekanntlich Anfang Oktober o. I., als Schneid, wie erinnerlich, im Zusammenhang mit der Kriegsanleiheosfäre vorübergehend festgenommen worden war, und der Besitzer des Etablissements, Baumeister Sehring, habt« seitdem vergeblich versucht, das Pachtverhältnis mit Schneid auf gerichtlichem Wege zu lösen. Das von ihm beantragte Kon- kursverfahren wurde ebenfalls abgewiesen und zurzeit schwebt lediglich ein Räumungsprozeß, demgegenüber Schneid wiederum aus Grund seines neunjährigen Pachtvertrags eine erhebliche Schadenersatzforderung geltend macht. Alle Ver such« des Pächters, sich wieder in den Besitz des Delphi-Palastes zu setzen, scheiterten bisher an der Wachsamkeit Sehrings, der auch die Herausgabe der Schlüssel oerweigerte. Infolgedessen entwarf nun der vor sein« eigen« Tür« gesetzte Pächter einen r«gel- rechte» Feldzugsplon zur„Wiedereroberung Delphis". Er kündigt« für Freitag nachmittag seinen Besuch mit angeblich«» neuen Inter- esse Men für das Dergnügungsunternehme» an und erschien dann auch zuflmnnen mit seinen Rechtsbeiständen in dem Lokal, wo ihn der Vertreter Sehrings empfing. Man machte einen scheinbaren Besichtigungsrundgang. und plötzlich, eh« noch der völlig überraschte Beauftragte des Besitzers eingreisen konnte, hatte Schneid die Geschäftsschlüssen an sich genommen und erklärte, daß er nicht daran denke, den von ihm gepachteten Delphi-Palast wieder zu verlassen, da er aus Grund seines Vertrages den Betrieb alsbald wieber eröffnen wolle. In dem Foyer kam es nun zu stür- mischen Auftritten. Die Wächter Sehrings versuchten Schneid die Schlüssel wieder zu entreisten, kamen aber nicht zum Ziel und alarmierten in ihrer Rot dos Ueberfallkommando. Als man den eintreffenden Polizeibeamten die Situation erklärte. herrschte auch bei der Polizei zunächst allgemeine Rat- losig keit, was nun geschehen sollte und man zog die Polizei- nffiziere des zuständigen Reviers zu Rate. Nach Einsichtnahme in die Gefchäftsvertrög« entschied die Polizei, daß Schneid sich mit Fug und Recht als Pächter betrachten und in» folgedessen auch in seinen Räumen verbleiben könne, wormff die Hüter der öffentlichen Ordnung wieder abgezogen. Inzwischen hatte der Pächter seinerseits die Wach- und Schließ- gasellschajt alarmiert, die mehrere Beamte und Wachhunde zum Delphi-Palast entsandt« und nun an Stell« der unter Protest dos Feld räumenden Wannen Sehring» den wiedereroberten Palast besetzten. In später Nachtstund« wendet« sich das Schlachtenglück abermals. Da erschien nämlich plötzlich der Konkursverwalter, Handelsgerichtsrat Minde, und verlangte im Namen des Ge- fetzes Einlast und die Schlüssel, widrigenfalls er die„Mannen" Schneids oerhaften lassen wolle. Den Beamten der Wach- und Schliestgefells chaft bliob also nichts anderes übrig, als dem neuen Eroberer die Schlüssel auszuhändigen und abzuziehen. Mit dieser Eroberung de» Delphi-Palastes ist der Kampf aber noch keineswegs zu Ende, denn Schneid hat nunmehr sein« Rechtsanwälte beauftragt, gegen den Konkursverwalter«ine einstweilig« Verfügung auf Räumung zu erwirken.—----------- Was nun aus dieser reichlich verworrenen Angelegenheit werde» «b wer der Herr von Delphi sein wird, könnte höchstens das— »Orakel von Delphi" mit Sicherheit voraussogen. k Eine Markthallenwerbewoche. In einer Pressebesprachung äußerte sich m diesen Tagen der Syndikus M a e tz I n g der Arbeitsgemeinschaft Berliner Markt- hallenverein« über die Vorarbeiten zur Werbewoche der Ber- liner Markthallen st andinhaber. die vom 8. bis iX April stattfinden Mrtx Nach seinen Ausführungen ist dos Interesse, das von allen Standinhabern den Bestrebungen der Ar- beitsgemeinschaft entgegengebracht wird, sehr groß. In der Werbe- wache sollen weitest« Kreis« der Bevölkerung darauf hingewiesen «erden, daß man in den Mavkthallen billig und frisch kaufen kann und daß sich sogar die klein« Ausgabe des Fahrgeldes durch billi- o»r«n und frischeren Einkauf bezahlt macht in den Fällen, wo«in« Marktholle nicht in der nächsten Nähe zu finden ist. Es wird ein Werbebüchlein verteilt werden dessen Inhalt sehr reichhaltig sein wird. Die Bestellungen für dieses Werbebüchlein sind nach den Angaben de» Syndikus Maetzing außerordentlich zahlreich. Di« Standinhaber werden für eine gebührende Ausstattung ihrer Stände Sorg« tragen Fähnchen und Balloirs werden ausgegeben,«in M a r k t h a l l e n f i l m soll gezeigt werden, kurzum alles, was an Porbereitungen nötig ist, ward mit großem Eifer in Angriff ge- rammen. Meinungsverschiedenheiten, die im Augenblick noch mit den städtischen Behörden über die Werbewoche bestehen, werden, so betont« Herr Maetzing ausdrücklich, nach seinem Willen sicher auf gütlichem Wege beigelegt werden. Auch tAr hoffen. daß dies« Bemühungen von Erfolg kn�leitet sein weiden. Ein Mittionenbetrüger und andere. Oer Kreditschwindel des Russen Ltralfzew. vor einigen lagen wurde ans Veranlassung der Berliner Staalsanwaltschasl der Russe llralsze« wegen betrüge- rischer Einsponngeschäfle verhaftet. Zugleich ist gegen ihn ein ErmllNongsverfahren eingeleitet morden, da» sich aus seine Geschäfte mit der R a i s s e i s e o b a n k. einer landwlrlschofi- lichen Genossenschaflsbank. bezog. Dieser Russe, der turz nach der bolschewistischen Revolution nach Deutschland kam. hatte es verstanden, unter der Vorspiegelung, von der Sowjetregierung mitderErledigunggroßerAusträg« betraut zu sein, Millionen und aber Millionen Kredite von der Raiffeisenbank zo erhallen. Da die Raiffeisenbanl von diesen Riesensummen auch nicht einen Pfennig wiedersah, stand sie 192ö dichtoordemRuin. der nur durch dos Einspringen der Preusti- schen Zentralgenossenschostslass« verhindert wurde. Das slandolöse an dieser Angelegenheit ist, daß die Genossenschaftsbank diesem wirt- schastkichen Abenteurer Millionenkredite in einer Zeit zuschanzte, in der es den Bauern, den eigentlichen Trägern dieser Genossen- schastsbont, nicht möglich war, auch nur mittlere und kleine Kredite zu erhalten. E» ist kennzeichnend, dost dies« Mistwirtschost bei der Raiffeisenbank unter der Leitung des Geh. Iustizrats Dietrich, des bekannten deutschnationalen Abgeordneten aus Prenzlau,«meisten konnte. Anklage gegen ein Vermittlerkonsoriium. Gegen«in Konsortium von..Vermittlern", deren Namen schon in anderen großen Skandalaffären ausgetaucht sind, ist jetzt von der Staatsanwallschaft I in Berlin Anklage«hoben worden. Den Kauf- leuten Gerhard L ü t t g e, Leon R e i ch m a n n, Siegfried Rosen- thal und Waller In hoffen sowie dem früheren Rechtsarnvall und Notar Dr. Jungfer wird in einer ganzen Reche von Fällen Betrug bzw. Betrugsversuch, und zwar begangen an zahl- reichen darlehenssuchenden Grundeigentümern, zur Last gelegt. Lüllg«, Rosenthal und Reichmonv sind bereits wegen and«« Schwindeleien vorbestraft, und der Name de» letzteren spiell be- kanntlich auch in dem Waldenburger Pfandbrieffkandal ein« groß« Rolle. Die jetzt zur Aufrollung kommenden Betrügereien gehen bis auf d« Jahr 1928 zurück, und zwar ist d« Ausgangspunkt dieser neuen Affäre der an dem Besitzer d« Pension„W eißesSchloß" in Herlngsdors verübt« Betrug. Den Eigentümer dieses großen Besitzes, der das Grundstück verkoufen wollte, überredeten die Dernnttl». auf seinen Besitz eine K rundschuld eintragen zu lassen und sie chnen dann zu verkaufen. Don dem Gesamtwert von 200 000 M. sollten 10000 TO. sofort, der Rest in Raten gezahtt werden. Kaum aber hatten die Betrüger die Grundschuld in ihren Händen, als sie damit zu dem aus anderen Affären bekannten Der- mittler Ialowicz gingen und sie von ihm rat 48 000 M. beleihen ließen. 35 000 TO. steckten sie sich in die Tasche, 10000 M. und keinen Pfennig mehr«hiev der getäuscht« Besitz«, d« dann m eimr Zwangsversteigerung um sein Grundstück kam. Auf ähnlich« Weise hat dieses Konsortium, das sich ünm« gegenseitig in die Hände arbeitete, auch andere Darlehnsfuch« um ihr Grundeigentum gv- bracht. Der„Konzern* arbeitet« dabei mit einer ganzen Reihe von dunklen Firmcngründungen, so mlt der„Mementa'-Filmgesellschaft. der„Germania Immobilien A.-G." ulst» der„Berliner Effekten- und Handels-A.-G.". Waren für-150000 Mark erfchwludeü. In Essen an d« Ruhr hatte sich ein« sogenannte„Firma-' niedergelassen, die sich A G r i e s e b a ch. Textil. und Strumpf» waren, benannte. Sie arbeitete mit dem bekannten E i n s p o n n» t r i ch d. h. der Geschäftsinhab« bestellt« gute Freund«, die mit ihm unter ein« Decke steckten, diese gaben über seine Finanzkroft vor- züglich« Referenzen, es wurde geliefert, Wechsel und vordotiert« Sdhecks wurden in Zahlung gegeben. Als daim der Begleichungs- termin da war. fanden die Betrogenen die Firma nicht mehr vor, sondern lasen nur aus einem Zettel die Inschrift:„Wegen Eröffnung der Dortmund« Filiale heute geschlossen." Als man der Sache nachging, entdeckte mau in den Geschäftsräumen ulchls al» leere Kartons. Die gelieserlen waren, deren Wert aus mindestens 150 000 w. beziffert wird, waren zu Schleuderpreisen weggegeben worden. Der angebliche Griesebach und seine männlichen und weib- lichen Kumpane waren verschwunden. Die Spuren wiesen nach Berlin.— Der Inhaber der Schwindelfirma, Griesebach. wurde gestern in einer Weinstube in der Kleiststraße bei einem Schlemmermal festgenommen. Seine Mithelfer, ein Kauf» mann Wilhelm Stahmann und eine Frau Antonie Dahmes, alias Angst, werden gesucht. Nach Stahmann fahnden zahlreiche Polizeibchörden Deutschlands schon seit Jahren.— Bei den Nach- forschungen stießen die Beamten der Berliner Polizei noch aus«ine andere Firma gleichen Schlages. Ein Reisender Franz Müller hatte in d« Rllterstraße 96 ein Ladengeschäft für Elektro- und Wirt- schastsartikel aufgemocht. Für ihn hatte ausgerechnet Herr Griese- doch Referenzen gegeben Auch hier handell es sich nach Ansicht der Polizei um einen Einsponnschwindel, da keinerlei wesentliche P-sr-, mittel bei Müller festgestellt wurden Zwei Jahre Gefängnis für den Kinanzfchwiadler Noch dreitägig« Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin» Mitte wurde gestern Nachmittag dos Urteil in dem Prozeh gegen den Finaryschwindler M a x M ü l l e r gefällt. MM« wurde wegen fortgesetzten Betruges und Aonrurso«gehens zu zwei Iahren Gefängnis verurteilt. Bon einem Haftbefehl wurde abgesehen. da Fluchwerdacht nicht angenommen wurde. Wegen der Schwere der Tat lehnt« dos Gericht den Antrag des Angeklagten auf Be- «ährungsfrist ab. Wie berichtet, hatte MM«..Finanzgeschäfte" mit Zusicherung hoher Gewinnbeteiligung und Zinsen nach dem Must« von Bergmann und Max Klant« betrieben und 360 kleine Leute um ihr« Ersparnisse gebracht. Er spielte sich als Ratgeb« für Kapitalisten auf und hatte noch aus dem Go» fängnis Propagandaschristen für seine Finanzplön« verbrettet. Die schlimmen Folgeerscheinungen der Källerperiod«, oereiste und geplatzte Abflußleitungen, die sich in einer Unzahl von Wohnhäusern bemerkbar machten, zwangen in unzähligen Fällen die Bewohner, aller Hygiene und allem menschenwürdigen Dasein zum Trotz, die in den Höfen gelagerten Schneehaufen als Bedürfnisanstalt zu benutzen. An ein Abfahren dieser Schneomassen dachte natürlich kein Mensch, und jetzt, wo die Schneeschmelze eintritt, wissen sich all diese Menschen vor Morast und Gestank überhaupt keinen Rat mehr. Die Bewohner des Hauses Berlin E, Kaiser-Wilhelm- Straße 39, wissen davon ein trauriges Lied zu singen. Da be- wohnt zum Beispiel ein Kriegsbeschädigter, ein Mann, der wegen eines unheilbaren, schweren Nervenleidens(Verschüttung) ganz erwerbsunfähig ist, mit Frau und zwei kleinen Kindern von sieben Monaten und 2'A Jahren eine Hofwohnung. Seil vielen, vielen Wochen ist das Klosett unbenutzbar und die Dosserleitung versiegt. Die Frau ist nicht imstande, die allernotwendigste Kinderwäsche zu waschen, das kleine Kind kann nicht richtig gebadet werden, denn jeder Eimer Wasser muß vom Strastenbrunnen geHoll und drei Treppen hoch geschleppt werden: genau so muß natürlich der Abgang auf besagte Schneehaufen hinuntergeschafft werden. Das kleinste Kind erkrankte vor«imger Zeit infolge der mangelhasten Pflege und schlechten Luft so sehr, daß die Eltern das Schlimmste befürchten mußten. Dazu kommt auch noch die Kohlennot in diesen dichtbevöl- leiten Stadtgegenden: die Leute haben seit Wochen keinen Kohlen- varrat und müssen sich von einem Tag zum anderen die Kohlen ür den Küchenherd beim Kohlenhändler förmlich zusammenbetteln. Als würdige Nachbarschaft zu den Exkrementalgebirgen befinden sich im Hause mehrere Obst» und Gemüsekeller, aus denen der Ber- i wefungsgeruch des durch einen Wofferrahrbruch erfrorene N I Gemüses aussteigt. Auf Betreiben der Hausbewohn«, daß we- nigstens die Rohrleitung in Ordnung gebracht würde, wurde«klärt. dies könne noch Monate dauern, da es sich nicht bloß um ein vereistes Rohr, sondern um«ine durchweg schadhaste, ganz neu herzustellende Rohrleitung handle.— Was geschieht hier? Im sicheren Hafen. Die einsame Alte, Frau P., Wörth er Straße 15, Lb« deren trauriges Schicksal wir vor einigen Togen berichteten, ist nun endlich in Obhut und Pslege gekommen. Durch Vermittlung des Wohlfahrtsamts Prenzlauer Berg wurde sie in einem Alters- heim untergebracht. Die Wohnung, die sich in einem Zustand grenzenloser Verwahrlosung befindet, bleibt bi« zur Erledigung der nötigen Formalitäten, Bertaus der Einrichtung od« Ausfoigung an die Angehörigen usw., geschlossen und wird dann nach gründlichster Reinigung wieder Wohnzwecken übergeben. Erdsturzkatastrophe aus Lava. 12 Personen getötet. Telegraphische« Meldungen aus(Tasoerosau(Qjt- java) zufolge habe» starke WolkeubrLche in den Distrikte« Loembang, Tengger, Grati und K&on Tjaudi Erdstiirze und Ueberschwemuruugeu verursacht. 17 Personen wurden getötet, drei weitere Per- sonen werden vermißt. Zahlreiche Zuckerknltnreu und Reisfelder sind zerstört worden, viele Menschen konnten nur mit Mühe gerettet werden. ELKE 138 �sbastiafl-Str[ onderBismor��j Heimkehr von der Winierkur. waren mi«b« änZluAtt st-Bebel- jleim i» Gohrisch. Sechs Woche» tonnten sie sich fern von der Grrßstadt in der Sächsische» Schweiz erholen. Aus dem Bahnsteig wimmelt es von Buben und Mädel, die gar nicht wissen, wo an- fange» mit erzählen. «Und Sti sind wir auch gefahren. Fünfzehn Paar Bretter hat das Heim. Und gerodelt sind wird. Nein, trank war niemand. Ach, das Frieren war gar nicht so schlimm. Ich habe 9 Pfund 2M Gramm zugenommen," so erzählen sie den Erwachsenen. Ein ganz ungewöhnliches Bild zu dieser Jahreszeit. Di« Weinen sehen st» srisch und gut aus, daß man meinen tonnte, es seien Kinder aus der Proving, die in den Kälteferien«inen Ausflug nach Berlin unter- nahmen. Dem» man sich aber näher erkundigt, erfährt man. daß da» Mädchen schon 14 Jahr« alt ist, Ostern die Jugendweihe erhält und dann am Erwerbsleben teilnehmen muß. Lehrlingsstellen sind knapp. Die Wochen bei der Arbeite rwohlsahrt werden für lange Zeit die einzig« schöne Erinnerung bleiben. Und dort der paus- bäckig« Jung« weint bitter« Tränen. Er ist Waise, die Pflegeeltern sind krank, da muß er einstweilen ins Jugendheim, eine fremde Helferin holt ihn ab. Di« sorglosen Wochen im August- Äebel-Heun hatte» ihn ganz den Ernst des Daseins vergessen lasien. We gern würde die Arbeiterin oh lfohrt weiter helfen, aber noch kann sie nicht olles tu». Auf dem selben Gleis rollt ein V-Zug aus dem Süden ein. Unachtsam entsteigen ihm die Leute, die sonnmgebräunt von der Rioiera oder den Höhenkurorten der richtigen Schweiz kommen. Die Kinder beachten sie nicht, ihr Interesse konzentriert sich aus ihr zahlreiches Gepäck. Aber auch die Kinder sehen jene nicht, sie sind noch ganz erfüllt van ihrem Wintererlebms im Heim. Sie stehen da. und alle, die sich noch kein« Sorgen machen brauchen uich die, die das Leben härter anfäßt, haben nur ein« Bitte: nach einmal im Winter wiederkommen zu dürfen. Di« Helferinnen freuen sich über diesen Erfolg. So wenig Krank« hatten sie noch nie. Sje hatten sich ein wenig vor dem strengen Winter gefürchtet, wo das Schuhwerk so schwer trocknet. Nun waren sie erstaunt, wie gut sich alles entwickelt hatte. Wie gern würden sie das Versprechen aus «in Modersehen geben, aber die Kinder anderer Städte müssen jetzt in Gohrisch Erholung finden. r3ttimerfreu' wieder am Leben. Dos Polizeipräsidiumteiltmit:«Der Pokizeipräsident l>at in Versolg d4s Strafverfahrens aus Anlaß der Dorgönge am Schle. fischen Bahnhof die Verfügung vom 7. Januar 1929. durch die er den .Lotterie- und Dergnügungsvercin Norden" und den„Sport- und Geselligkeitsverein I m m e r t r« u" auf Grund des§ 2 des Reichs- Vereinsgesetzes aufgelöst hatte, zurückgenommen." Darf man fragen, weshalb dieses Verbot überhaupt erlassen wurde, dessen Undurchführbarkeit doch von vornherein feststand? Gelbstmord auf einem v-Bahuhof. Gestern nachmittog spielte sich auf dem I7.B«chnhof„Stettiner Bahnhof" ein aufregender Vorfall ab Ein junges Mädchen, das sich einige Zeit am Ende de» Bahnsteigs aufgeholten hatte, stürzte sich plötzlich mit einem Aufschrei vor den emfohreirden Zug. Die alarwieche Feuerwehr zog die Selbstmörderin unter dem Wagen hervor. Sie hatte schwere Verletzungen erlitten und starb bereits auf dem Weg« zur Umversitätsklinik'. Nach den pov- z-ilichen Acststcllnngeii handelt es sich um die Zlfährige- Modistin Etsriede Lucht aus der Steselerstr. 20. Der Vorfall Jjottt eine längere Verkehrsstörung zur Folge.— In ihrer Wohnung Mir- b a ch st r. 71 erhängte sich gestern nachmittog die SOjährig?' Frrftf Martha Brauip Muß es so fei«? In der illummer 98 des„Abend" gaben wir einer Zuschrift aus der» Kreise unserer Leser Raum, die sich mit den Volks- ckücheu Berlins beschäftigte. Nach einem Lob.aus das Essen in Neerkälln kritisierte der Artikelschreiber die Hera»- ziehung eines S ch u p o b c a m t e n in der Ausgabestell« Flughafen- straße. Do.pi wird uns von einem Kenner der Verhältnisse geschrieben: Richtig ist, daß in der letzten Zeit ein Polizei beomtcr anwesend ist. Alle Ermahnungen des leitenden Beamten waren erfolglos; im Gegenteil, man wollte il?m auf die„Bude" rücken, wenn er für Ordnung sorgte. Dann war es ost so, daß die Besucher gar nicht die Tische benutzen konnten, weil zweibeinige Ferkel Speisereste auf die Tischtücher geschüttet und dies« zusammengeballt aus den Bußboden getrampelt hatten. Kein vernünftiger Mensch wird solche Schweinereien beschönigen wollen, auch jener Artikelschreiber nicht, dem das sicher vorher nicht be- könnt gewesen ist. Warum geht es denn jetzt glatt? Ein einziger Polizeibeamter genügt. Rein, es muß nicht sein, daß die Polizei erst Ordnung schafft: aber es gibt heute leider noch recht viel« Menschen, denen niemand mit Vernunftgründen beikommen kann. Es darf auch weiter nicht vergessen werden, daß seit Wochen be- stimmt« Leute am Werke sind, um dem Neuköllner Magistrat Schwierigkeiten zu mochm. Gelingt das Manöver nicht im Arbeitsamt, oder im Rathaus, wird's wohl in der Volksküche gelingen. Durchaus zutrefsend ist die Kritik, die verlangt, daß Sonntags auch in anderen Stadtteilen die Volksküchen geöffnet werden. Gerade Sonntags steigt in Neukölln Die Schneeschmelze in Berlin. Wie und wann wird Berlin von Schnee frei? vor Berliner Presseverirelern sprachen Direktor Erb- manu über die Skraßenreinigang und Magistraks- oberbaural S ch n u h r über die Berliner S l a d t e n t- Wässerung. Direktor E r d m a n n wies auf di« ganz oußergewöhn- lichen Witterungsverhältnisse hin, die uns dieser Winter bescherte. Sehr schwierig wird die Sttaßenreinigung, ivenn auf einen Schneesall unmittelbar Tauwetter folgt. Das macht sehr oft all« Arbeit zunichte, und es dousrt stundenlang, bis ein großer Fahrdamm frei und sauber ist. Die Stadt Berlin ar- beitet ständig an der Vervollkommnung ihrer technischen Hilfsmittel für die Schneebeseitigung. Bei der Bestreuung glatter Straßen mit Sand werden vier verschieden« Systeme von Streumaschinen praktisch ausprobiert. Die Frage, ob die gegenwärtigen Schnee- Verhältnisse uns Ueberschwemwungen bringen werden, wurde verneint. Boraussetzung ist aber, daß die Schneeschmelze lang- sam vor sich geht. Daß die nötigen Arbeiten nach Möglichkeit be- schleunigt werden, ist selbstverständlich Versuche mit Schnee- schmelzmaschinen sind im Gang«. Die Gullys könnten die auftauenden Schneemassen wohl ausnehmen, wenn auch in einzelnen Fällen sich Vereisungen der Gullys gezeigt hoben. Daß die Schnee- Massen nicht abgefahren, sondern zu den bekannten Schneehausen ausgebaut werden, hat wirtschaftliche Gründe. Di« Stadt Berlin hat bisher für die Abfuhr von etwa einer Million Kubikmeter Schnee über 3 Millionen Mark ausgegeben. In dieser Summ« sind die Ausgaben für Bespannung und die Bezahlung der nötigen HUfskräfte enthalten. Heute liegen ober noch im Weich- bild von Groß-Bcrlin etwa 12 Millionen Kubik- meter Schnee, deren Abfuhr weit über 15 Millionen Mark kosten würde. Früher kostete die Abfuhr eines Kubik- Meters Schnee etwa 35 Pf., heute kostet sie etwa l Mark. Als bestes Mittel zur Schneobeseitigung gilt nicht die Anwendung von Elektrizität, sondern die Verwendung von heißem Wasser. Maoistrots� aberbaurat S ch n u h r könnt« mitteilen, daß unser« Aanalisatio» auch für die Schneefälle dieses Winters genügen wird. Wenn die jetzt noch vorhandenen Schncemassen langsam tauen, besteht für die Innen st adt Berlin keine Gefahr. Anders ist«s alxr draußen. Wir haben in der Umgebung von Berlin eine Reihe van kleinen und kleinsten Flüssen: Pank«, Wühle, Fredersdorf«« Fließ und andere, die unter Umständen bei rascher Schneeschmelze sich unangenehm bemerkbar machen können. Die Stadtentwässerungsverwaltung war bemüht, diese kleinen Flüsse eis- frei zu machen, was z. B. bei der Panks bis zum Bucher Park geschehen ist. Es wurde im Zusammenhang hiermit daran erinnert, daß die Stadt Berlin— seitdem wir ein Groß-Berlin haben— etwa 20 Millionen Mark für Regulierung kleiner Flüsse ausgegeben Hot.■'' Auf dem Lande nähert sich die Schneeschmelze ihrem Ende. Sie ist bis jetzt nar» mal verlaufen, zumal da, wo der Mensch es nicht oersäustt hat, den von den Dächern rinnenden oder van den Schneehaufen abschmelzenden Wassermassen den Weg zu weisen oder sie in Tonnen und Eimern auszirfangen. Di« Dächer sind langsam schneefrei ge- worden, was dcni Ausbleiben des Regens bei dem Schmelzprozeß zu verdanken ist. Wie es geworden wäre, wenn ein warmer Regen die Schnecmassen in schnelle Bewegung versetzt hätte, ist nicht aus» .zudenken. Der tief gefrorene Boden verhindert das Einsickern der Wasserinasse»; will man sie vom GeHöst haben, so muß man sie schon eimerweise aufs Land, in den Garten tragen. Aneinander gelegte Planken geben dann einen Fußweg für die nicht in„Pau-- tincn" steckenden Gehwerkzeuge, Zweifellos wird hei vielen yn-- günstig gelegenen Gehöften Hochwasser sich eingestellt haben— im solider gebauten Häusern nicht eintreten, Oder sagen wir vorsichtiger- weise noch nicht eintreten— denn erst nach dein Auftauen des j Bodens werden sich di« Wasserstände regulieren. die Abgabe von Portionen bis auf 100 Prozent. Abhilfe kann nur die Zentrale schaffen, die auch Sonntags einige Volks- küchen in Berlin offenhalten sollte. Die Kundgebung des Kamps ausschufjes gegen Zensur ftnäd am Montag, dem 11. März, 20 Uhr pünktlich, im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Str. 3, statt, Lezlrk»blldm>g»au»!ch»tz(Brotz-Setltn. Nächst« Theeteroorst-Ilunci am Lonntag, dem 24. März, nachmittag« S st, Uhr, im Staatlichen Schiller- Theater Cbarloltcnburg, Bismarck- Ecke Grolmaustratze,„OediPuS*. Nach Sophokles, Übersicht und bearbeitet von Hein, Lipmon. ln Szene gelebt von Leopold yehner. 1. Teil: OcdipuS der Herrscher. S. Teil: OedlpuZ aus Solanas. Preis der Karte teinschliehlich Garderabc und Programm) l.bOM, Karten in der Buchhandlung Barwirt«, Lindenlir. 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritt, rlir. 1; stlgarr-ngeschäft Horsch. Engelufer 24/25, in den BarwärtSspedUianen und im Bureau de« SüdungZauSschusseS, Lindenstr, 3. S- Has Ü, Zimmer 8. Stbllothek her Arbeiterbild migtssch ule. tlm Dienstag, de« 12. März, ist die Biblratbel erst um 6 Uhr abendS geöffnet. Henri Sarbosse.®tof Sarnlyi. stan Noll. Costa ssfaru und Prof. Salvemini sprechen am DienSiag, dem 12. Marz, abends 8 Uhr, im cbem öligen Herren bau». Leipziger Strafe 3. in tiner van der.Deutschen Liga iür Menschen- rechte" cinberuseneil Äuudgcbung über.Krieg und gaschiSmuS'. lieber da, aktuelle Thema„Zatcrnatioaale» Mvderheitearccht» spricht am 22. März, abend» 8 Uhr, im lleioen Saale der Teutlchen Gesellschglt, Schadowstr. 6/7. Dr. Carl Aearg vrun«. Der Vortrag wird von der.Internal um Zlen Vereinigung für vergleichende RechtSwissenschast und Volkswirtschaftslehre» veranstaltet. Gäste sind willkommen. vle Suosthalle TBilmendarf. Pariser Str. 45, am Ludivlgkirchplah, eröffnet om Sonntag, dem lv. März, vormittags ll Uhr, ihre dtcsjädrigc strühjahrSau-istellung,»«Hunden mit einer Sonderausstellung der WilmcrS- dorjer Porträtmalerin Ioh,». d, Schulenburg. VefiichSzcit werktäglich von 11—13 und 16—18 Uhr, Sonntags von 11—13 Uhr. Eintritt sreil «nie'Sänger Musikdirektor Blütt gen lostet bei den„Elite- Sängern» om Kollbuffer Tor das März- Programm ein. Gut zu- fammengestellt ist daS Potpourri van Bernhard Erat. ES wurde von den klemften Sängern der Welt gesungen. Alfan« B arnemann bat die Lacher auf seiner Sekte, Stimmungsvoll war tzanS Naumann. Als Gast trat Emil Stein crsalgreich aus. Max Naumann bringt eine nette Groteske. Ein» musikalische Szene von Cr vi zeigen HanS Ren ö und HanS Naumann m alter Frische, Schorsch R us elli bringt Parodien unter anderem auf den Schlager van den„vier Warten, die ich dir nur lagen möchte.» Tiefe fatirifche Umdichtung brachte bei den anwesenden Kommunisten nur ein sützsaureS Lächeln hervor, ober sie enlsessclte bei den Republikanern wahre Lacbstünne. Reizvoll war da» Schlutzbild. Gustav Rietz und Hans R cnö ernteten gleichfalls gratzen Bestall. Vortrage, Bereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schtvarz-Rol-Gold". G-sck>äftosi-lIk! Berlin S. lt. Eebastianstr. MS«, Hos 2 Te. Ardsiteririlstimgueluil«. Mittwoch, den 13. MSrz, 19V, Uhr, Lindenstraß« 3, 1 Hot II, Zimmer 11, 3. Vortrag im Kursus für Laienrichter, Schöffen, Geschworene und sonst an der Rechtspflege Interessierter. Rechtsanwalt Dr. Ludwig Matzuhm spiicht Ober das Strafgesetz— besanderer Teil. Sonntag, den 17. März, vormittags 10 Uhr, Rathaus, Eingang Königstraße, BOrgermeister Paul Hirsch spricht im Rahmen der kommunalpolitischen Vortragsreihe Ober Verfassung und Verwaltung unter besonderer Bcrück- tigung de:""~" sichtigung der Stadt Berlin. Zllimtaa, IL März,(baunatflanb-"20 Übt Schiedsrichter und SRo:■"> fchaftsfiilrrcr,, IkJjunqlftunde bei Beck. Üferftr. i. Neuoiime lduitgen filr den a» l. März iv Montag, 11. uttoz._____________.... p fdjofisfulrrcr., eißuna im©auburtau. Min«. Zun ervortrag— Tisoatag, 12. SS» r, AI Ilde. leipe-JU-i flittnenbra Uurfu» sind zu richten an Kameraden 9B. Jlcnftiom, ■»bf-" �„ a. Ilm« et». 88, Winters norwid teil«», 30 Uhr echemmtnem im Weßendad Limapark,— RNtwoch, 13. März. Mm«, Z. und 4,«anieradschaft.� 10 UZr »W>>WW>W>WWWWW�W>»W>�»NM Mi._ kMi tAotoi. Patncraden der rrnberm Lameradsibaft«».»eich« da»!''» i nehmen»ollen, mclbtn sich_umg».Iwnd peba Ngsnttab-tt Marten, fltunnr straße 18J, III. Sktßotitn. Wie fptachung der-' 1"" ir«. 30 Uh- wichtige Sittung wegen „,„ � � Zongbann-,-' ,r IZahrt des Trump», Fl-uaburaer alz. 3.— Zonabonnr-, ««. Dienstag, ,U. Mörz, A l/hr. im Saiiburea». Bawzag: Em-erksd'asten, Referent: Georg Ketlbrunn vom?dZI. Msttwoot. Tsugend und �—,—,-------------- 18. Mdrz, 30 Uhr, Reichsbanner und Jungbanner bei stamerad«atev. Paniow. Montag. II. Wiltz. Sämtliche öpitllcule, Zungiameraden und. Svori- "~ hall« esrunowitraße. Dienstag. 13««*».«wFapmhjn-, Ter 30 Uhr in der TurnhaN der s-meradschaft Hiid um 30.Uhr Beniner iritf Pw»»e'nrich.«irosi-t,-| Ssiedtid-shain. Sonntag, 17, Mörz.»Z,Z Uhr, in der Äjhaindra. Sovve.ni»,'.g, .Zeizr des lünslöbrigen Bestehen? de- Ortvsesn»» uitd zum thodenle» �-ve '' fSchnmg tlts fft'ftm:.Herzschlag der»eir/. jt*st"b« , SR. Ctlnttittsfgrten ju 50 Pf. sind bei Rom. Lö»«nbpN,Z en gstnkttoithren zu haben,'M.;. -ügrzgesallenen Scheidemann, ,W, d,.. Blume» sir� 01, und bei den R-ichabund indischer Arantsolbate», Ortsgruppe Berlin, Bezick Stadiw-r- Dienstag, 13, Mörz, 201', Uhr, im Reue» Schtinederzer Rathaito, Rudols-Wild.' Vloß, Portal I< Bortroaravend mit anschließendem gemtiriichen Beisammen. sein. Bortrag de,«Iledalteurs ck,.8, SldSel!.Reifeerlebnisi, eines Mtzckrit Journalisten".'- Bezirk Oft, Menstag, 13, Mörz. 30 Uhr, ckoncorhiasestsäi', Andreassir. 01, Bortragsodenh mit onschließtndem gemstilichen Beisammen. sein. Zsorirag Dr, Zosephiohn!„Illesiindheitsverhältnisie in Stadt und Land", Einhtlteverbaed de« Handel- und Kewrrhetreibenden u, f. Berufe, vrtt- gruppe Berlin. Diens-ag,>3, Mörz, Mitglitderversammlung im Ratskeller, Zimmer 11-12, 30 Uhr, Togesordnung: 1. Polololl der Veriantmlung vom U, tzedruar!<«>, 3. Reiergt des Seren RechtmirmaUo Dr, SSostr. Thema! .Die Reform des Ltuskuustsevesens Z. Prrbandsangelegenhelten, 4, Ler» schledenes. Bolksbuad Ratneschntz t. It. Sonntog, 10, Mörz, Äb 9,39 Uhr Stcttiner Bahnos über Betten nach Bötzow, Zvand-runa ditrch den Rramer, Mdrer: Prof, Dr. Eorhan,— Mittwoch. 30, Mörz. 30 Uhr, Znvalidenstr, 44. Mit- glitderveriammlung, Vortrag, Dr. Poionte:„Sinffthrung tu das Berstöndnis der geologischen»arte, o>, Sand de» in der Preußischenoärt».Buchdruderei und Verlagsonstatt Paul Singer u do.. Berlin SW 09 Lindcnstraße 3 Sicrzn 4 Beilagen und„UnterhaUnng und Bissen». lifvnw mgaMSjMüliß� fmälmt. 8 �ANZAUIUM6 MOliAIJfcATEH .pN1 BBUHNENSTßASSeiw.l! PRANKCURTEB ALLEE SSO KOTTBUSER DAMM 103 WILMCEtSOOBfCB STRASSE 1ES Oster-Ausstellungen'Altll Leipziger Str. Eiermarkt in Osterhausen Kfinigstr. Osterhas* auf Reisen Moritzptatz Hasenhochzeit Rosenthaler Str. HEs'chens Schule WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abi.) �. Könlgetr. � Roeerrth«l«r Str. �. Morltzpletr In dieser Woche: Großer Verkauf zu Extra-Preisen (Zsrclinen. Decken� MöbeKtvffe Teppiche u. Läufer Ein ausführliches Verzeichnis Hegt dieser Zeitung am Dienstag bei SämtUche Orient-*öeppiche � Anatol. Yastiks__________ 750..*a Sxtra-«> pro Jahr bis zum Höchstsatz von 80 Proz. des anfatzfähigon Einkommens. Tritt die D i e n st u n f ä h I g k eil infolge eines Betriebs- Unfalles vor Ablauf der zehnjährigen Wartezeit ein, so wird der Ruhelohn gleichfalls gezahlt, und zwar in Höh« von"/im des Diensteinkommens. Witwen erhalten das Ruhegeld des ver- storbenen Ehemannes außer für den Todesmonat noch für weitere drei Monate und dann 60 Proz. vom Ruhegeld de» Mannes. Halbwaisen bekommen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ein Viertel und Dollwaisen ein Drittel des Witwengeldes. Das Ruhe- geld wird gezahlt, wenn das Vtitglied der Kasie das 65. Lebensjahr erreicht hat oder ihm eine Unfall- oder Invalidenrente von OOtH Proz. zugesprochen worden ist. Alters-, Invaliden- oder andere Renten werden auf da- Ruhegeld nicht angerechnet. Wenn ein Mitglied der Kasse aus der Verkehrs-A.-G. aus» scheidet oder entlassen wird, werden ihm sein« Beiträg« mit 3� Proz. Zinsen zurückerstattet. Ein wesentlicher Fort- schritt gegenüber dem bisherigen Zustand ist u. a. der, daß allen den technischen Arbeitern der früheren Hoch- und Untergrund- bahn-Gesellschast, die einer Ruhelohnkasse nicht angehörten, die bis- herigen Dienstjahre bei der Gesellschaft voll angerechnet werden. Wie schon einleitend betont, sind bei der Errichtung dieser neuen Ruhelohnkass« noch nicht alle Forderungen des Personals berück- sichtigt worden. So forderten z. B. die Gewerkschaften, daß die Beiträge genau wie in den städtischen Betrieben voll von der Verkehrs-A.-G. entrichtet werden sollten. Aufgabe der Gewert- schaften und der im Verwaltungsausschuh der Kasse tätigen Be- triebsratsmitglieder wird es fein, durch unermüdliche Arbeit die Kasse weiter zugunsten des Personals auszugestalten. Gewerkschaften und Betriebsräte müssen hier Hand in Hand arbeiten, einander ergänzen und stützen. Laute wie Deter und Genossen, die geschworenen Feinde der Gewerkschaften, können mit ihrem„revolutionären" Geschrei den Dertehrsarbeitern nichts nützen. An die Spitze der Berliner Verkehrsarbeiter gehören Leute, die nicht gegen die Gewerkschasten sind, sondern gemein» s a m mit ihnen für die Interessen des Personals wirken. Die Ver- kehrsarbeiter haben es bei der Betricbsratswahl am 16. März in der Hand, zu entscheiden, ob sie erprobten Gewerkschaftern ihre Geschick« anvertrauen wollen. Wer für die Hebung der sozialen Lage aller Verkehrsarbeiter ist, gibt am 16. März der sreigewerk» schaftiichen Liste 1 seine Stimme. Hamburger Verkehrsarbeiter machen kurzen Prozeß Hamburg, 9. März.(Eigenbericht.) In einer stark besuchten Versammlung der Bunkerleute und in einer Versammlung der Lagerhausarbeiter wurden trotz kommunistischer Arsstrengungen mit überwiegender Mehrheit be- schlössen, sämtliche Positionen in den betressenden Gewerkschasten mit Kandidaten der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung zu besetzen. Bei der Neuwahl des Betriebsrates der Hoch- und Straßen- b a h n e r wurden ausschließlich Mitglieder der freien Gewerk- schaften gewählt.(Berliner, macht's nach!) Kommunistische Zwecklügen. Die �euna-Arbeüer für Gewertschastsdisziplin. beue ' ffra Die„Rote Fahne" krachte am Freitag ein« Resolution von Leuna-Metallavbeiterfunktionären, die sich am 5. März im Holleschen Gewerkschastshaus dagegen gewandt haben, daß die Kommunisten gezwungen werden sollen, gewerkschaftliche Disziplin LSW Ein Freudennif wird diese Mitteilung begrüben bei all' denen, die wissen, was es bedeutet, bei C�A zu kaufen. Weldi herrlicher Gedanke, zum neuen Kleid, zum schicken Mantel jetzt auch gleich den passenden Hut bei C£ A aussuchen zu können. Dafi Sie genau den Hut finden, der zu Ihrer Kleidung und zu Ihrer Persönlichkeit am besten pafit, dessen können Sie bei der imposanten Auswahl sicher sein. Und dafi Sie ihn auch so billig bekommen, wie Sie ihn gern haben möchten, davon werden Sie sich rasch überzeugen können. Denn natürlich wollen wir auch bei Damen-Hüten Ehre einlegen mit unserem Ruf: Oranienstr. 40 Am Oranlenplsts Chausseest.113 »«>» f lattinar B.hnhol Kfinigstr. 33 Am AM» AfeMfttftrpUU umi oii voa Ja fifc'cn. Diese VersamnÄung bestanÄ in der Hauptsache aus Metallarbeitern, die von.der früheren kommunistischen Ortsverwal- tung des Deutschen Metallorbeiterverbandes in Halle b e st e l l t worden sind. In diesem Zusominerchang interessiert, daß a m 6. März ein« Konferenz der f re ig c w e r t s ch a f tl i ch c n Funk- tionäre des Leun awerk es in Merseburg statfsand. di««in stimm ig folgende, gegen die Unorganisiertenpolitik der Kommunisten gerichtete Resolution annahm: „Die am 6. März in den„Drei Schwänen" versammelten, frei- gewerkschastlich organisierten Funktionäre des Leuuawerkes, Vcr- waltungsstelle Merseburg, erkenne» an, daß von den freigewertschaft- lichen Mitgliedern des Betriebsrates das nach Lage der Dinge Mögliche im Interesse der Belegschaft geleistet worden ist. Um auch im kommenden Jahre die Interessen der Leuna-Arbeiterschast in vnrklsamer Weise wahrnehmen zu können, ist erforderlich, daß schon bei der Aufstellung der Kandidatenliste größte Geschlossenheit der sreigewcrkfchoitlichen Linie erzielt wird und insbefoirdcre nur solche Kandidaten ausgestellt werden, die volle Gewähr für die Einhaltung aller in Frage kommen- den gewerkschaftlichen Verbands- und Kongreßbeschlüsse bieten. Die Bersammlung lehnt daher mit der größten Entschlossen- heit alle Bestrebungen ab. die dahin zielen, Unorganisierte zur Betriebs rat» wo hl als Kandidaten auszustellen." Schiedsspruch in der Zigarettenindustrie Tüe Verhandlungen über den Gehalts» und Manteltarif für die Angestellten der Berliner Zigarettenindustrie, die schon seit Monaten dauern, sind nunmehr zum Abschluß gebracht worden. Nachdem mit dem Arbeitgeberoerband der Berliner Zigaretten- Industrie eine Bcrständigung nicht erzielt werden konnte, wurde der S ch l i ch t u n g s a u s s ch u ß angerufen, der die Parteien zu Mitt- zooch geladen hatte. Der Schiedsspruch lehnt sich in seinem wesentlichen Inhalt dem am 28. Oktober 1927 erlassenen Schiedsspruch an, der seinerzeit von de» Angestellten angenommen, von den Unternehmern jedoch abgelehnt wurde. Die Gehaltssätze liegen um etwa 18 bis 13 Proz. höher als in dem damaligen Schiedsspruch. Er soll bis zum 31. Dezember 1829 gelten. Die Erkläningssrist der Parteien be- trägt eine Woche. lieber den M a n t e l t a r i sst r« i t entschied die Kommer nicht, da»ach der Auffasiiing des Schlichtungsausschuß- »orsttzende» die Difscrenzen nicht so groß sind und eine Einigung in freier Verhandlung erzielt werden könnte. Die Angestellten der Zigarettcninduftrie nahmen am Mittwoch nn„Palais des Zentrums" zu dem Schiedsspruch Stellung. Ge- nosse Lache vom ZdA. schilderte noch einmal eingehend die ge- strmte Tarisbcwegiing und teilte dann der Versammlung mit, daß die Tarifkommission und die Sektionsleitung die Annahm« des Schiedsspruches eiupsehlen, obwohl er den Forderungen der An- gestellten nur sehr wenig entgegenkomme. Entsprechend dieser Empfehlung gab die Versammlung dann auch dem Schiedsspruch ihre Z U st i m in u» g. Die Antwort der Unternehmer steht noch aus. Kein Boden für Spalter. Die Transportarbeiter gegen Moskau. lieber«ine recht erfolgreiche Tätigkeit der Sektionsleitung der im Lertehrsbund organisierten Transportarbeiter konnte Genosse Job n. b«r Jahresversammlung am Donnerstaa im Gewerkschaftshaus berichten. Für rund 13 888 Veschäftigl« in 813 Betrieben wurde durch insgesamt 47 Lohnbewegungen eine wöchentliche Lohn- «rhöhung von 43 147 M. erreicht, mithin pro Kops 3,36 Mark. In den größeren Branchen, wie im Speditionsgewerbe, Möbel- traasportgewerb« und in den Sägewerken konnten die Lohnverhand- dmgen nur durch Arbeitseinstellung erfolgreich abgeschlossen «erden. Außer diesen Lohnerhöhungen wurden für olle größeren Branchen wesentliche Berbesierungen der M a n t e l t a r i s b e st i m. m u n g e n durchgesetzt. In der Mitgliederbewegung ist es gleichfalls rüstig vorwärts gegangen. Gegenüber 18 871 Mitgliedern am Jahres- schluß 1927 musterte die Sektion II am 31. Dezember 1928 insgesamt 12 549 Mitglieder. In der Diskussion wurde die erfolgreich� Tätigkeit der Sektions- leitung allgemein anerkannt. Einige Zlnhänger der„Opposition" liefen gegen die Reverse Sturm, die die Organisation den Funktionären jetzt vorlegt und in denen verlangt wird, daß die Funktionäre sich zur Einhaltung der Statuten und Organisationsbeschlüsse verpflichten und nicht im Gegen- satz zu ihnen nach de» Weisungen auh«nstehcnder Körperschaften handeln. Die Kommunisten fanden jedoch bei den Versammelten keinen Anklang, die vielmehr ganz ossen zum Ausdruck brachten, daß sie es endlich satt haben, sich dauernd in ihrer Aufbauarbeit von den Parteischmieden der KPD. stören zu lasten. Das beste Spiegelbild der Versammlung war die Neuwahl der Sektionsleitung. Mit mehr als 688 Stimmen gegen ganze 12 Stimmen wurde die aus den Genossen Nellinger, John, Sydow, Berg und Block bestehende alte Sektionsleitung wiedergewählt. Darüber hinaus empfahl die Versammlung den Generalversammlungsdelegierten einstimmig, sür die Wiederwahl der„reformistischen" Ortsverwaltung in der nächsten Generalversammlung zu stimmen. Bei den Berliner Transport- orbeitern hat also die KPD. mit ihrer Spaltungsaktion kein Glück. Sprecher der Revolution. Die freie Gewerkfchaslssugend Berlin weiß packende Veran- staltungen zu gestalten. Man begreift, daß sie immer dichtgesüllte Säle hat. Bei" der Märzseier am Sonnabend verhieß das Pro gramm:„Die großen Sprecher der Revolution". Alfred B i i e r l e sprach Verteidigungsrede» von Robcspierre und so int- In st vor dem Tribunal. Während die Peden dieser französischen Revolutionäre vor allem interessant waren durch den rech arischen Schwung, packten die Reden von Bebel, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor allem durch ihren prophetischen und in vielen Einzelheiten noch immer aktuellen Inhalt. Am 11. November 1911 sprach August Bebel in der Marokko- debatlc des Reichstages. Hier prophezeite er die grausigen Folgen eines Weltkrieges, dem der Staatsumfiurz folgen müsse. Die Kon- servativen spotteten dieser Ankündigung von Eleich, Hungersnot, Arbeitslosigkeit als Folgen eines Krieges. Und doch, wie sehr haben sich Bebels Worte bewahrheitet! Wirkungsvoll waren die Reden der leidenschaftlich begcisterleu, mutigen Rosa Luxemburg. Alired Beierle las alle mit begeistertem und begeisterndem Schwung. Sehr schön musizierte ein Streichquartett von Schülern der Hochschule sür Musik und die Liedertafel Bcrlin-West in Abwechslung mir seinen Vorträgen.___ Die Gewerkschaft stärker als die KPO. Ehemniß, 9. März. Zu der Buchdruckersperre über den kommunistischen„Kampier" berichtet heute die„Volksslimme":„Die zentralen Verhandlungen in Berlin zwischen dem Hauptvarstand der Buchdrucker und der „Penoag"(Koinuiunistischer Verlag) ergaben die bedingungslos« Annohme der von den Buchdruckern aestellten Forderungen. Der „Kämpfer" stellt die wegen seiner Richtung(Brandler) gemäß- regelten Setzer sofort wieder ein. Die Arbeit.wird am Sonnabend mittag wieder suigenommen: die Sperre über das kommunistische Blatt ist ausgehoben."'*"'-- ±-«5 Berliner Gerverkschastsschulel" DieaNag, 12. März, IS Uhr, i» Saal 3 de» Sewerllchaft-hqui»«. Sögel» Ufa 24—23, der nächste orl>eit«r«chtliche I»sorii>ati»»»abe-d sür SS«tri«b,rätc, unter Leitung de» Senusse» Dr. Broecker, UN» Borstaud de» ADSB. Rege Ortrilignng»Sei frrlgrwrrllchastlich»rgnnifiert«» Ardetter. und Angestellten, O....----»»--"-"-ihn» ist lasten tn«.- Di«««rliner S«. B«!triel>«räte ist«rnriinicht. D>« Teil»» kustenlo».— Di« w«rlichast«sch»le veranstaltet weite«»b Ende Mär, ,wej»eue Einsühruuzg. f lieft für Wetriebnrät« nnd»war:.Die vbliegenheite» de« Betriebavertre» tnngen". stur»leite«! vtto Dach. Referent i« Zntrrnatianalen Arbetteawt. in»!»-»««tnz,«. Mär». 19 Uhr.-. Dahle»$g de» BetiuitBO, ___ unge», Seschästasührnna d» Detricderat». Sinsvruchnnersahre».«nt. lnssung»!»»».' stnrnleiter: Frig Zri-s*. Beginn: Dienntag, 2. April, t» Uhr. — Anmeldunae» ,u diese» Kurien sind möglichst»»gehend schristlich an da, Bureau der Berliuer«ewerkschastalchule. Sngeiuser 24—23. ,u richte-. Sir ISnueu auch periänlich i» de» Lehrbcratung?s»rechstunde» Mantag» und Fres. tag, aa» IS— IS Uhr, Ellgcluser 24-23. l. Zimmer«, norgenammr» werden. Deutscher Vertehrabund. Se»w» r. sMetnlltrnnnpartarbeiter.) bestimmt zu frfdjetm-n. Verbo ndsausweis und Parteibuch legrtuineren„ M Ohne biese Ausweife kein Zutritt. Die Linberufer. � AEG. Traneformatoreufabrit. Dienstag. 12. März, im Lolal von Sachs, Oberschönem-eide, Schillerpramenade% �raktionssi�un� oller; n LPD.-Genossen. Tas Erscheinen aller Partcioenossen ist Pflicht. icr Fra!tu>»svorstG»d. f-i Verband de? Gemeinde- und Staatsarbeiter, Bezirk Z Wedding. Diens- tcq. 12. März. 19 Ubr, findet in der Aula der Fortbildungsschule Grüntdaler Straße ß eine Werbckundgebung statt, in der u. a. der vor einiger Zeit erst fertiggestellte Film über die aeVcrkschaftlj6>e Bildungsardeit des Berbanoes gezeigt wird..Das Erscheinen' aller Mitglieder und deren Angehörigen ist C Tempelhof. ADGB.. Ortsausschuß Berlin. Dienstage 12 März, 18 Uhr, Versammlung der Betriebsratsmitgliedcr und ivunktwnäre der Freien Gewerkschaften des 13.- Verwaltungsbezirks im Lokal Pin g er. Temvelhof, Dorfstr 52. Vortrag über:„Arbeitsrechtliche Grundsätze in Deutsa». land und der Sowset-Union". Refernt: Genosse Oberregierungsrat Joachim, Perbandsbuch ist am Eingang vorzuzeigen. Der Arbertsausschutz. »Freie Gewerkstbasts-Fugenö Groß-Berlin beut«. Eonntgg. fclgende BeranstatÄngen: O stire!»: Um IL Uhr im Jugendheim Litauer Str. 18..Die Zeitung unter dem Strich". steuAle- toubesprechung väln Taaeszeitungen. Nord» nnd Nordwestrreis: Ilm 18 Uhr im Jugendheim des Metallarbeiteroeriondes, Linienstr. 83—88. Hase- mann lieft:..Abenteuer des brauen Soldaten Schweig!". Denlt an den Meide» schluh für die Osieriahrtrn: l. Durch das Ratunchuggediet de, Plageiean. Meldungen in den Gruppen Ren-Llchtenberg und Lichtenberg. Meldeichlilg: lä. März.- 2. Hormmnderunq. Meldung Gruppe Frantfurter Allee. Melde» lchluß' 10 Mar*.- 3. Sächsische Schweiz. Meldung Gruppe Landsaerger Platz. Meldelchlug: 10 März.— 1. Zhsiringen— Saalefahrt. Meldung Gruppe Baumschulenweg. Meldeschlug: 13. März.— 8. vor, Wanderung. Meldung In den Gruppen Neukölln und Hermannplatz. Meldeschlutz: 13. März.— 8.«reu, und ouer durch die Dubrow. Meldung Gruppe T-mpelhpf. Meld». lchlutz: 13 März.— 7. In den Spreewald. Meldung Gruppe Süden. Süd» wesien. Meldeschintz: 15. März.- 8. In die Sächsische Schweiz. Meldung de, Friedrich Soack. Berlin>5. 2. Siralaner Str. 3—8 ueid im Ortsbureau des Gifelrbahneroerbandes. Bethanienufrr 18. Meldeschlutz: 18. März.-»8. Huer durch den Harz. Meldung Gruppe Südosten. Meldeschlutz: 18. März.— Hl. Buppiner Schweiz. Meldung Gruppe Spandau. Meldeschlutz: 13. Mar,.— 11 Iler. und Nie-engebirge. Meldung Gruppe Weitzensee. Meldeschlun: 13. März— 12 Das Odcrbruch. Meldung Gruppe Rordring. Meldeschlutz: 18 März.— 13. Thüringer Wold. Meldung in den Gruppen Gesundbrunnen nnd Moabit. Meldeschlutz: 13. März.- 1«. Ruppiner Schweiz zur Mechlen. burgischen Seenpla:ie. Meldung Gruppe Zeppelinplatz. Meldeschlutz: 18. März. — 13. Mmingsahrt. Meldung Grnpne Wedding. Meldeschlutz: 13. März.— 1«. öarzwonderung. Meldung in der Ortsverwalrung des Bcrbandes der Buch. Kinder und PapieruerarbeUrr. Meldeschlutz: 28. März. @Iuaendanlppe des?entralverbande6 der Anaestellten Heute. Sonnlag, linden folgende Beanstaltungen statt: Ostbezirle: „Iack-London, Abend":>n Jugendheim der Schule Gotzlerstr. Kl. Beglim 18 Uhr.— Best bezirke: Lichtbiideruörtrag:„Eine Schwarzwoldwanderung", im Jugendheim Lehrler Sir. 18—18. Beginn 18 Uhr.— Renlöll» nnd Urban: Iugebdheim Böhmische Str. 1— t. Geselliger Abend. Beginn 18 Uhr.— Morgen, Montag, linden folgende Beranstaltunqen slatt: Tegel-Reinickendars: Jugend» heim Reiniltendorf-Ott, Lindauer Stratze lDaracke). Vortrag:„Für und wider die Tadesst-afe" tliefeeent: Wilhelm Lewinski.— Wedding: Jugendheim Tu» riner ESe Seeslrotze. Vortrag mit Lichtbildern:„Das rote Wien" und„Blifch und Blum". Referent: Georg Heilbrunn.- Reeden: Jugendheim KasianilN. aller 81. Vortrag:„Gesellschallsprobleme". Referentin! Martha Schultze. Frentzel— Lichtenberg: Jugendheim Guntersir. 44. Bortrag:.Ferdinai:d Freillgrath". Referent: Arthur Rachow.— Urban: Jugendheim Hobrecht» Elte Sanderttratze. Vortrag:„Neuköllner Gemütlichkeit". lZurvor erledigen wir einige wichtige Angelegenheiten.)— Tempelhof: Jugendheim Dermaniaftr. 4—8. Vortrog:„Gew-.chschast, Religion und Kirche". Referent: Otto Lamm.— «haelottenbnrg: Iugelldheim Rosinenstr. 4. Vortrag:„Der letzte Zar". Resc» rent: Dr. Map Schütte. �—-......, Mantet-Stoffc feinster Geschmndcsridtlang— nur bei Koch& Seeland Gertiaudtcas trafie 20-Z1. Mit größter Kraft haben wir auf die Eröffnung der Frühjahrs-Saison hingearbeitet. Wir stellten uns endgültig auf die mildere Jahreszeit und auf die veränderte neue Moderichtung um und bringen eine unerhörte Auswahl der schönsten und modernsten Frühjahrsschöpfungen in nur hervorragenden Qualitäten. Nebenstehend einige wenige der zahlreichen Trümpfe aus unseren Beständen, deren riesenhafte Dimensionen Sie sicher noch nirgends angetroffen haben.' Vu KÄIM, vllzitmwt motom EtoMsUeUer !b Mcblich�» nod doch«le- gaßten tOßiJfcaeo Formen -15.- Jede Konflrmandio erhllt beim Einkauf ein sdiOnes Cesdienk! Prakltsdic «lv tinUb«rtr<5inifhw Schot» fgen Regen und Sturm, in vor- tüslicber Quelitit, mit so knöpf> baren Tascbe.n, mit Gürtel, mit verstellbarem Aermel-Ver- fchluß, langer H Ockenf»! te, In alieo Gröbas vor- rütlg... Bermel-» er 29. »ö- «btR. muß«ehr diskret gemustert. Stoffen engllseh�Art.Tacke gtnr a.us elegant. Fntter.in. langem Revers, eingesetrt. Taschen mit Knopf garoie- rung. im Rücken eine lange, breite Faite, derr-n untere« Drittel ebenfalls d. aparte Knopfgarniprung aufweist; der modif-eh geschnittene Rock" ist mit tiefen seitlichen Falten ausgestattet. Da« bewundernswerte Kostüm kostet, in vielen Farben u. allen Weiten r 69.- Vornehmer TrenduCoai- Weilennanlel an« reinwoll. Allwetter- stoff, in hervorragend schöner AusfUbrung. mit «ehr elegantem, seidig Slanaepdem Futter mit eleinlage, schräg ein- fesrhnitienen Taschen. chulterpatten u. Aermel- riegel. Gürtel mit Lederschnalle, Ledcrknöpfen. 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Dieses anmutige Kleid ist in allen modernen Färben, aüch u» großen Weiten, vorrätig nnd kostet Den. auch in 45.» Bifle, beadilen Sic unser inscraf am Nillwodi, d. 13. flärz "•""SüSi�Ä-ssiißanz Aaderdewöhnlidies bieten I Ewsevdvngeu fvr diese RubrU sind Berlin SW bZ, LindeNjLraße 3, parieinachrichien für Groß-Bertin stet» an da» Dezirkesekretariat > Hos, 2 Treppen rechts, zu richten, Die Arbeilerlurner und-sportler Groh-Ver' lins und der Provinz Brandenburg, die im Arbeiler-Turn- und Kporkdund. 1. Kreis, organisiert find, veranfkallen heute eine Bühnenfchau moderner Gymnastik lm Blercedeepolaft, Neukölln. Hermannstrahe 2tS. Beginn ll llhr. Erössnung 10 llhr. Eintritt 75 psennig. Die Arbeiterturncc und-sportler stellen sich bei parleiseslen stets uneigennühig zur Bersügung und erwarten zohliieichc Beteiligung der Parteigenossinnen und.genossen. Angenehme Unterhaltung und eine Bühnenschau erstklassiger Vorführungen wird jeden Besucher erfreuen. * L Jtreis Dtrnj'auft Der«. Ttianctf toq, 14 aKSrz, 19' Udr. i» d-a Lasia». Festlöten. PappelaSee 15, fttctsotticcUtoet'urainlunq. Dortraa. Stataiea. deratnaa. Z. tirei, Friedrichshaia. Montag, 11. März, 19 Uhr, in Schmidt« SeseS- Ichastshan», Idruchtstr. ZG ttreissnaktionärsitznag. ioqcsortliiuna: 1. Ztrri». onzelegenheilcn. 2. Bortrag:„Busgabtn and Ziele der Bcrlehrs A.-E� Referent Stadtverordneter Trip Brolat. Z. Di-knislon. Funktionärtarte und Mitgliedabnch ist«itzubringtn. l. ttrei» Friedrick'shaln. Bilduiiasausschuh, Benchtiaung der Ausstellung des Bolksdildung-omtes Friedrichhaiu:„.kindliches schafien und Zruninverl", in der Schul» Pctersourgsr Str. 4. ani Donnerstag. 14. März, 19'� Ustr. Fllhrung und einieitende» Lefcrat durch d'c Geüossen Wudtke und Hocpner. Rege Beteiligung unbedingt notwendig. Die Bilduirgsodlcute der einzelnen Abteilungen werden gebeten, zu dieser Veranstaltung bc- sonders einzuladen 7. ttrei, eharlottcr.burg. Dienstag. 12. Mörz, 19' z Uhr. Fnnktio»Sr»rrla»m. Inno im Saal des Ratskcllcr«. Vortrog des Genosse r Ott» Meier, M. d. L. Fortseimnq du Aussprache in der legten Aremvcrlretervcrsawmluna über „Tie Preise�.— Der sitr den 24. Februar abgesagte Wilbelm-Busch-Abend mit Puggi Muck findet am Sonntag, 17 März, 1K Uhr, in der Schulaula Echarrenstr. 2ä statt. Die alten starten haben Estltiftkcit und sind bei den Mitgliedern des Z'ildungsausschusses und an der Abcndlassc zu haben sstr 25 Di. 9. trei» Wilmersdorf. Dienslag, 12. Marz, A Ubr. bei Schramm. Sohcn. zollerndamm 2, Sitzung des engeren strcisoorsiandcs. Deamtcnocrsomin. luaq am Montag, 11. März.>1) Uhr. im Ditloriaqarttn, Bilheimsaue 1M'1I5. Roter stastuosaol. tckingong znr Scgrlbah» 1 Tr. link».) Dortrag!»stom- mnnalpalitik,»ntcr bctaaderc« Berucküchtigung der Pcrloaal, und Basal- tzungsnerhältnissc de» Magistrats Berlin". Rescrcnt Stadtverordneter Hans Aoowod. ch Ii. Arg,« Schoncberg. Montag. 11. März, 20 Uhr. bei Will, Marlin-Luther. Hlraire 119, spricht im Rahmen der Kommunalen Vortragsreihe Dr. Käthe Frankenthal. Stadtr erordnete, ädert.Kommunale Äeiundheitepoliiik". 17. Kreis Lichtenberg. Montag, tl. März, 19 Uhr. in der Aula de« Mittel- schule, Marktstratzc, Krci-vcrtrclcrtag. Bericht und Neuwahl des Borstaude». Turlautrallc! 117. AbtcUuuq. � �„ IS. strei» Weihensee. Montag, 11. März. 20 Uhr, bei Gallack, Lehderstrastk, Funktionärsitzung.— Dienstag, 12. März, 20 Uhr, im Zimmer 21 des Rat- bauses, Frattionssitzung. Die Mitglieder der Schuldcpuration werden ganz besonders gebeten, zu erscheinen. 2«. Krei» Reinickendorf. Moniag. 11. März. 19 Uhr, im kleinen e-ltzungssaal de» Raihauses zu Wittenau Sitzung des erweiterten' streisvorstandes. Morgen, Montag. 11. März: 12. 13. 14. id. it. 18. 19. 2». II. 22. 23. 24. 27. 28. 31 Z». 19'� Uhr bei Därwalde, Lchlegclstr. 8, Funklionärsttzung. 19>s> Uhr bei Schmidl, ZSiclcsstr. 17, Funklionärsttzung. 19Vj Uhr bei Bessei, Bremer Str. 4». Funktionäesiguiig., 20 Ubr bci Lauritzcn. Butduiser Str. 11, Funkiionärsitzupg. 194o Uhr bei Melle. Swincmünder Sir. 102. Funklionärsttzung. 19>!, Uhr bei Karl Hin, ei, Uscdomstr. 22, Funklionärsttzung. 19'-. Uhr bei Sorgotz, Uicrstr.>2. Sunktionärsttzung. ltz'.s, Uhr hei Schrcpel, Gränthaler Str. 13, Funktionärsttznng. 2V Uhr bei Pose, stoloniestr. 1.7. Funklionärsttzung. 19' 3 Uhr in der»st-lle, Utrechter Sir. 21. Fnnktionärsttzung. l!>'o Ubr bci Senkel. Utrechter Str. 10, Funktionärntzung. 19's> Ubr bci Grunewald, Kameruner Sir. 19, Funktionärsitzung. 19'? Uhr bei stöhler. Schwei, crhäuschen, Ereifswalder Str. Ab, Funktionärsttzung. Abt. lg'h Uhr bei Reetz, Sanneburger Str. I. Funktionärsttzung. Abt 19'? Uhr pänkllich bei Rcchcnbcrg, Choriner Str. 49, Funlt'.onärsttzuag. Abtl 20.Ubr bci Soldschmidt, Stolptsche Str. Sil. Funktionärsitzung. Abt. 19% Uhr in der Juristischen Sprechsiunde. Lind-Msft. 3. Funttionat. M-ng-....._____'T'.:';:____ Abt. Abt. Abt. Abt. Abt. Ab». Abt. «it. Abt. Abt. Abt. Abt. Abt. 40. Abt. 20 Uhr bei Böttcher. Kagelberger Str. 9, FuiStsonZtsttzung. Wegen besonderer Tagesordnung haben sämtlich« Funktronäre der Abteilung hierzu zu erscheinen.. 4l. Abt. 20 llhr bei Lipfert, Mariendorser Str. 6, Funktionärsttzung mit der Abtcilungsleitung. 42. Abt. lg'? Uhr bei Wiersdörff, Urbanstr. 6,' Funktionärsttzung. 43. Abt. 19 tr Uhr bci Krepp, Planuser 75/76, Funklionärsttzung. 41. Abt IS'? Uhr bei Ewald, ökalitzer Str. 126, Funktionärsttzung. Die Be- zirtssährer laden zur Abteilungsversammlung ekn. 45. Abt. 20 Uhr bci Bertsch, Wiener Str. 39, Sitzung samtlicher Funktionäre. 47. Abt. 20 Uhr bei Bortz, Raunnnstr. 44,. Funktionärsttzung.' 48. Abt. 20 Ubr bei Keller, Fllrstcnstr. 1, Funktionärsttzung. 83. Abt. Tcmpclhos. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich an dem Elternabend der Kindersrruad« in der Aula. der. 1. Gemcindcschule. Man. teusseistraße. tztz. Abt. Mariendors. Igt!- Uhr bei Niendorf, Ehausseestr. 19, Funklionärsttzung. Neukölln 91. Abt. 19'. Uhr bei Läddecke, starlsgartcnftr. 12, Funklionärsttzung. — 94. Abt. 19'? Uhr bei Schröder, Steinmetzitr. 52. Funktionärsttzung.— ».">. Abt. 20 Uhr bei Klein, Prinz. Sandiern-Stratze 34. wichtige Funktio- närsitzung. Jeder Bezirk muh vertreten sein.— 98. Abt. 19>? Uhr bei Teich, Knesebecksir. 133, Funklionärsttzung. 141. Abt. Rosenthal und Nicberschönhausen-West. 1S>4 Ubr bei Frische. Krön- prinzenstratze. Ecke Riederitratzc, Sitzung sämtlicher Funktionäre. Dienstag, 12. Mörz: 8, Abt. 10 Uhr Funktionärversammlung bei Ritter. Sieinmetzstr. 38». 1». Abt 19 Uhr bci Borr, Kirchflr. 13, Fnuktionärsitzu»«.' Achtung! Mit- giiederversammluna ansnahmsweiie schon a« Dienstag im gleichen Lakai. 40. Abt. 20 Ubr bci ,-nng, Drcibundstr. 11, Mitgliederversammlung. Port rag! „Arbeitssosenverstcherüng»nd KrisensUrsarge". Referent Bernhard Krägcr. 54. Abt. Ebarlottcnburg.'Ä Uhr bei(Jasper, Gucrickestr 1, Funktionärsttzung. 85, Abt. Tcmpelhas. 2. und 5. Bezirk. 20 Uhr Zahlabend bei Pominercning, Berliner Sir. 100, am Hasen Tcmpelhos. Bortrag:„Die politischen Par. teien in der deutschen Republik. Referent: August Nicman.n. 92. Abt. Neukölln. Piinktlich 20 Uhr bei Wolfs, Kaiser-Friedrich-Stratzc 173, wichtige Funktionärsttzung. 136. Abt. Reinickendorf. Ost. 20 Uhr in der Lindauer Straße wichtig« Funktio. närsitzung� 137. Abt. Reinickendors-Beft. 20 Uhr im Lolkshaus, Schärnweberftr. 114, Funk. tionärsttzung. « 38. Abt. 159. Bezirk. Mittwoch, 13. März, 19'? llhr, Werbeabend im Lokal Hciarich, Graste Frankfurter Str. 31. Bartrag!„Sozial« Einrichtungen, ein Werk der SPD. im 5. Kreise". Referent: Stadtrat Günther. Säst« kennen cingesährt werden. 117. Abt. Lichtenberg. Sonntag, 17. März, 16 Uhr, in drn Räumen der Fluh- badcanstalt. Köpcnickcr E haust er, Märzseier. Gintritt 75 Pf.(Straften. bahnkiaic 13.) J rauenveranstaltullgen. 3. Abt. Di« Genossinnen werden dringend ersucht, sich zahlreich an der Sin. älchkrung der Genossin Büste zu beteiligen. Die EinSscherlino findet am Max Brie. 94. Abt. Neukölln. Mittwoch, 13. Mär,. Besichtigung der hauswirtschaftlich.'n Ausstellung.Leibaudi". Potsdamer Str. 123b. Eintritt frei. Treffpunkt 13", llhr Untergrundbabn Boddinsträst». 99. Abt. Britz. Aäilunq. Eenossinnc»! Unser Fvauenabend hat bereit» am 4 Mär, stattgefunden. 108. Abt. Köpenick. Freitag 15. März, im kleinen Saal de» Stadttheaterc Köpenick..Bibelstund«". Rcserent: Genosse Adolph Hosfmann. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlsahrt. 9. Keei« Wilmeredors. Konferenz aller Kelserinnen und Heller und sonst interelsterter Gcnostcn am Montag. 11. März, 30 llhr. bei Schramm, Sobenzollcrndamm 2. Vortrag:„Iugeiidfllrsorge". Referent: Stadtrat Karl Schneider. Arbeiisgemeinfchaft der Kinderfreunde. Srast.Beeltn. Freitag, 15. März, 20 Uhr, Borstandssttzuna. Kreis Tiergarten. Gruppe Angnst«edel. Znna- und Rotsalken am Die»»- tag, 12 Mörz, von 17'.?— ISM, Ubr Basteln im Heim Woldenser Straße. Käkcn am Mittwoch. 12. März. 17—19 Ubr. Selmabcnd im selben Seim.— Gruppe Tiergarten. Siid. Jeden Dienstag und Mittwoch von 17—19 Uhr Heimabend im Fnacndheim Billowstrastc. 4. Abteilung. Oeffentliche Versammlung om Mittwoch, dem 13. März. 1S>? Uhr, In der .A I h a m b ro". Wallhertheaterstraße IS.— Thema: Berliner Kommunalpolitik und die SPD. Referent Stadtrat Ernet R e u t e r. Ätet» Schöaeierg. Heute Treffpunkt 15 Ahr Aaiser.MlitI»t,Platz. Vir gehen zur Beranstaltung nach der Wilhelmsaue, Viktoriagarten. Zusammen. känfte im Jugendheim Hauptstraße: Rote Fallen: Dienstag, 12. März, Lieder. Donnerslag. 14. März, Basteln und Zeichnen.— Iungfalken: Dienstag, 12. März. Basteln, Kleben. Freitag, 15. März. Bunter Abend.— KUken: Dienstag, 12. März, Äeselllchasisspielc. Freitag, 15. März, Basteln.— Bor» anzeig«: Sonntag, 17. Marz, läust unser Zeltlagersilm 1928 im Titaniakino, Lauptstr 49. Beginn 12 Uhr. Einlaß 11', s Uhr. Eintritt: Kinder 25 Pf., Erwachsene 50 Pf. Karten bei Stempelpetcrson, Feurigstr. 66, Zigarrenhaus Iaeobs, Tempelhofer Str. 18. kreis Pankow. Gruppe Riederschönhausen Dienstag, 12.März. 20 Uhr. in der Aula der Gemeinschafrsschule Bismarckstraße. Elternabend:„Auf iroher Fahrt". Erwachsene 30 Pf., Kinder 10 Pf. Wir bitten um rege BeteiNguna. Krei» Steglitz. Dienstag. 13. März, 17—19 Uhr, Tressen tm Heim, Albrccht. straßc 47. Kreis Mitte. Heute. Sonntag. Treffpunkt 17 Uhr im Heim Zehbenicker Siraße(nicht Waisenstraße), zum Iugendabend.— Slontog: II. März, ällt dir Helsersttzung aus.— Wir beteiligen uns an dezn Filmodend des Arbeiter. sport-Kullurkartells Mitte in der Kulturabteilung des MctallarbciteroerbqnSes, Linienstraße. krei» Neukölln. Heniige kreisvcranstaltuNg: Schaltenspiele, ausgefäbrt von der Gruppe Boddin, Fugendbeim Bergstr. 29. von 16— 19 Ubr.— Margen, Montag, von 17-19 Uhr, Sitzung des Follcnrats im Fugendheim Bergstr. 29. Gruppe Wittenau. Dienstag. 12. März, im Jugendheim Roseneholer Straßc 15, Elternabend, um 20 llhr. Referat:„Die Aufgabcn der Kinder. srcundebewegung". Geburtstage. Jubiläen ufw. 24. Abt. llaferem lieben Geilosten Fritz Sttimpel. Rauqarder Str. 7, z« seinem heutige» 60. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsch«. 38. Abt. Unserem langjährigen Genofleu Hcrjnann Grawe rt, Wilhelm- Stolze. Str. 25, zu seinem hcutigca 70. Geburtstage' die herzlichsten Glück- wünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation� 136. Abt. Reinickerdors Ost. Am 7 März verstarb unser(tzenoste Leu:» Lewinsohn Ebrc seinem Andenken. Beerdigung heute Sonntag, 10. März, 11 llhr, von der allen Halle des Jüdischen Friedhofs in Weißensee. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verliu Einsendungen kür diese Rudrst nur an du» Fuaendsetretarsai. Berlin SW 69. Tmdeniiraßr 3 Boraazeigc! B.-B.. Sitzung qemeiasaw mit den W..B.. Leiter, Donnerstag. 14, b. M Mit Rstcksicht aus unseren in Wien stotisindendcn Interstationalen Fugend- io? empschlcn wir, die vom Bcirlsami Keeuzberg im Gesundheitshaus, Am Urban 10/11, durehgciährtc Ausstellung„Sien im Bild" z» besuchen Die Aus- stellung ist geöffnet bis 21. März an Wcrkiagen von 9 bis 31 Uhr, an Sonn» tagen von 10 bis 1t Uhr. Der Zutritt ist unentgeltlich? heute. Sonntag, 10. März: Kölln. Park: Heiin Landsberger Sir. 50, 17 Uhr: Gemütliches Beisammen. sein. Rosenthalcr Vorstadt: Heim Tieckstr. 18 iSehulel. 18 Ubr: Heimabend. Schönhauser Vorstadt: Heim Scktönfließer Sir. 7, ISVv Uhr: Heimabend. In, strumente und Turtischube mitbringen. Wanasee, Zehlendorf: Heim Zehlendocs, Bahnhosstr. 2, 18 Uhr: Heimabend. Britz: Heim Elmusseestr. 48. 18 Uhr: Uebe». Friedrichohagr»: Heim Friedrichstr. 87: Volkstanzabend. Weißensce: 9 Uhr Antonviatz.'Besuch des Märkischen Museums. Werbeoez!rk Wedding: Besuch der Ausstellung des Bezirksamtes Kreuzberg „Wien im Bild", Am Urban 10— II. Tresfp. g'h Uhr Bhs. Wedding. Werbebezirk Neukölln: Heim Komier S'roße, 9' Uhr: Ueüen„Web dem, der lügt!" Alle bisher beteiligten kenoisen müssen unbedingt erscheinen. 19 Uhr cbendvrt. Raum I und IT: Bunter Abend. Es niüffen alle Schach, und Brett» spiele mitgebrachl werden. Morgen. Montag, tl. März, 1S'<> Uhr: Der Sinqkreis übt pünktlich 1 9'u Uhr u» Heil» Lindenstr. 4. Arkenapiog: Beteiligung am Fiimabend des Sporikar/ells Mitte. 20 Uhr:m Kultvrkino des DMB.. Linienstr. lv!. 20 Pf. F-lkplatz i: Schule Sonnen- burger Str 20: Arbcttsgemrinschafi über„Psvchologie". Frankfurter Bterlrl: Heim Litauer Str. I8:.Unser Zugendtag'. Lai.twitz: Zietbenstr. 15: Koni. munistischcs Manifest". Schlnßobend. Reutölln III! Hein, Flughafenste. 68: Funk. tionärsttzung. Tempelhof-Mariendorf: Erschein, nollzöblig zum Elternabend der kinderfrennde in der Aula der Schule Manleusfeistraße, Ecke Dorfstraße, 19 Uhr. �'�Werbcbezirk Schöneberg: Turnhalle der Schule Mühlenstraße: Boltsianz. Werbebeziit Renlölln: Wichlige Sitzui'g des Werbeausschusfes Im Partei. sekretariat Reckarstr. 3. Alle Genossen müssen vertreten sein. Tombvurkorps Heim Lahnstratze. Türnabent-Lalle Lestingstraße... /.. tterrenSoduZtS ZRaven in Äiesen» sine neue Note! Die Formen sind breiter, die Stepperei interessanter und die Hauptsache— die Preise sind trotz erhöhter Qualität erstaunlich niedrig. Versana dürft* 2 nirali L.tstr, Berlin 50 IS, SchmidJUasse UtU. Da* grössts Scttiih-Spexlalhasu miiTirnniicMn t. Auf Wunsdi erleichterte Zahlungs- bedingangen (Monat»' raten) MehumA Leipziger S/r. 97 an der Chetlotiensirafie HansohetteoknOpte KÖTtiOS/rQße 30 Kkar, Gold MI« Perlmutter- . elalage.... Paar M. 15.— an der heuen Fnedridaitafie ln echt gllft#r u 1.30 Reizende Einsegnung»- Geschenke Juvelen, Uhren, Gold-u.Süberwaren in bekannter Frei»- Würdigkeit Damen-Armbanduhr in moderner Form. Ankerwerk, 16 Steina« likar. 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Emrai Söman i in ii um int um ii tun im iimii, Uya Mara Kein Herz Ist eine lazzbasd Batinenschau luiiiiiHiiuuiiiiiiiiiiiiiiai ioiii Lonlso Broo&j FriS Kortnor Die Bfidise der Pandsra miiiiiiuniuiiiiiHiiiuiiiuitii Carlo Aldlni «nÄben eurer 6. m. b. H. BUhnansehau Hi Ii Iii int utl Ii Ii im in m ii um Ind-zlen- beweis Seelen Im Slnrm BQImanschau CorioiiB Ertülüi 0)8 BOhnenaehau ................................ Ltllan Harvey Willy Prltsen Ibr dunkler Ponki AU OroIjShrlger durch Stiilu BOhnenschau ÜB( R ALL UfA ysIOtHIN.UlIiU ciW« raa,.» U., 3 U. oa. cdiic Pltrdi, Bär», L5«ei, Kanpfstieri. ' JtaLNickK" faSSSÄ INisFid. KIrOw halb« Preist l Sonntag,(i. 0.3- Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 63 mi Uhr Cavallerla rnsticana Bajazzi Sfaais-ßpsr Am Pl.d.Republ. A-V. 9 >»>- Uhr Die FleitaDt Sonntag, d.iu.3. Stbdl Oper BUmarckstr. Turnus IV 19Vs Uhr Oneoin Staad. Sdiaaspb. in Cadiin.iini,:lt A.-V.» 20 Uhr Karin. Ahdo Staat). Sehilier-Tbeater.Ciiarltt]. 20 Uhr Oedipus Reichshallcn-Theater Stedlner sanger Das neue HBn-PfograniBi I �Moderee Bühnm- Gröben." Broieske Hm») S. Oriiton. _vB Anfang 8 Uhr, Slg. Nachm. 3 Uhr(halbe Preise.) «e Di Ueübetf ei Ibd gen TBlephon: Centram 11283« Dönhoff- Brettl: PacilllBi-v&rlBiB x 10 liomniern. VoiKsDiliute finaler as851oa?!ät2 3 Uhr Das MSUI aas der Vorstadt 6 Uhr Kreuzaiinahme Ttiealer am SütiflbaasrCaram 3 Uhr Heiden R Uhr Die Krenkbelt der Jugend Tbaila-Tbeater 3 und 8 i-hr Oelrausch Staad. Sdiidei-Ib- 8 Uhr Oedipus Dentsdus Tbeater Norden 12 310 3 U, Ende geg. tO'h Tbsalram SdUlfbauerdamm. Norden 1141 u. 281. I'aglich 8'/, Uhi Krankheit der Jugend von Ferd. Bruckner Insz. Gust Härtung. Ellsabeib Lennanz, Tnorenburg, Kahnerl, Dämmest, Andersen, Rappard u. DuschSnsky, Kammerspiele Norden 12 310 8 Uhr, Ende lO'/sUhr Zum 52. Male „Soeben erschienen" Komödie von Edouard Bourdek t Regle; Forster Larinaga. Die Komödie Bismarck 2414/7310 SV« Uhr, Ende I0V« „Olympia" von Franz Molnar Regie; Forster Larinaga. rhalla-Tbeater Weiber von Windsor Ä�inÄr1., Oelrausch44 Theatsr in dar TSaiggratzsr StraSe Täglich 8V« Uhr Revolte im Srziehnnondacs Komödienhaus Täglich» Uhr Oie Drei-Groschen- Oner Theater am lollendorfplat: Täglich 8>'. Uhi Das seid auf der straDe Trianon-Th. Täglich 8V« Uhr Der Herzog und die Sünderin mit Erlla Ciassnsr und Marlin Kettner RundtunRhöre« Preise Planetarium am Zoo» 1 iri.no. JeukiimtiiDtr int, Noll. 1578 16V< Uhr Stamhlramal des Frühjahrs 18'/« Uhr Sternbilder und Wettbau 20-1 Uhr Wunder des südllchan Himmels Tägl. außer Montag» u Mittw. Erwachs I Mk„ Kinder 50 Pf. Mi tw.; Er-» achsene 50 Pf., Kinder 25 Pf Höfel EltC£lSBOB* Berlin EigenrümeriCurtElschner b9 M am Anhalter Bahnhof Größtes Hotel des Kontinents 600 Zimmer/800 Belten/ZimmerS.- an/SltzflSche f.ca.2000 Pers. Sehen5würdigkeit Berlinsim Zentrum d�tadf Kuss. Rom. 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Schaeffers Marqoita Sislen Frisco BgMty- Girls 1 1 Coiaeiiisiiboys lunammden: Pralesur Unit Steril |Sonntag Nachm. Ubr ongek. . Vorstellung 1 Ueiüi' Hnsiitallsdia Baabe SCAtA 8 Uhr 8 S. Barbarossa 9256 Ja«ma M>Hwl/Or.0«1ph Bonatsky Boriaotl■bBvlolla/Jaek Staat ard •ad die SkrigM AnrtkUeiiult Mi iiaatus iisiisiii Sonnabends n. Sonnleds le 2 TorsleUnnsen 3» und 8 Uhr— 3" zu ermäBigten Preisen das ganze Programm PIzAZa Iniericren hrlagt ERFOLG CÄSÖifl-THEATER•''« � Lothringer SiraBe 37. Nur noch bis 13. März KUomatariieDchen Am 14. MHrx 1929 zum 1 Male .Ein« ungallcäte Frau- Füruntere Leser üutschein für l— 4 Pers. Fauteuil nur 1.15 Sessel 1.55 M. fVinstige Preise- 0«rkett u. Ran" M" v. OSB-Fheater sr.fmkfiHirR.13? Zl/z Uhr OiesiebeaRaben SV« und 9 Uhr Dar Obersteiger R' ■ Renaissance- Theater Ksrdssbanjstr. 8. Tel.: Slsiitpl. 901 u. 2583 34 SV, Uhr. Zum SO. Male;»V« Uhr Dia WeiterfolgskomBdie ..Das große ABC* von Marcel Pagnol Reg: Gast. Hartang. In PrcmlereaDeslis. 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Mashai fllustration a leifmgr Artur Gutimonn Wodteniagsr 7, S1S Sonntag, S, 3, gis Vorverk, von 12-2 im Universum a. bei A Werihelm Nr. 147» 4«. Iahrgang ��6<99I��VÄ�6 Sonntag. 10. März 1929 Llngleiche Brüder/ Gleiche Kappen Die bolschewistisch-kapiialistische Verbrüderung.— Gowjeiöl- Trusts!. Wie ein« Bomb« platzte aar oxnigen Tagen bi« Nachricht in die Oelfentlichkeit. daß der britische Oelnwgnat Sir Henri D e t e r d i n g mit seinen Todfeinden, den Bolschewistcn, einen Oelsrieden abgeschlossen habe. Wenn es also eine Zeit- lang so schien, als ob Sorojctnißland mit seinen reichen Oelquellen aus dem Weltmarkt eine eigene sozialistische Oelpolitik treiben und das trustkapitalistische Oelmonopol von Standard Dil und Royal- Dutch-Shell-Gruppe durchbrechen wurde, so ist es damit jetzt end- gültig Essig. Arm in Arm mit dem �Hetzer zum impcria- listischen Kriege gegen Sowjetrubland'. Herrn Deter- ding, und dem milliardenschwere» Delkönig Rcxkeseller wird jetzt der Sowjetgenosse Sotolnikow vom russischen Deltrust die Well ausbeuten! Deterdings Gleichnis vom Ladenräuber. Bei der politischen und wirtschaftlichen gleich großen Bedeutung dieses �Friedensvertrages"' und bei der maßlosen Erbitterung, mit der sich die jetzigen Freunde in den letzten Jahren bekämpst hatten, ist ein kurzer Rückblick nicht ohne Interesic. Sir Henri Deterding, gebürtiger Holländer und naturalisierter Engländer, der seine Del- Politik im engsten Einvernehmen mit der britischen Ad- m i r a l i t ä t betreibt, galt seit Jahren als der unversöhnliche und mächtigste Feind Sowsetrußlands. Durch die Soziali- sierung der russischen Delselder hatten- die Shell-Gruppe und damit auch Herr Deterding ihre sämtlichen Anlogen im russischen Deldistrikt im Werte von etwa einer halben Milliarde Mark oerloren. und da Sowjetrußland nicht daran dachte, die ausländischen Kapi- talifien für die vorgenommen« Enteignung zu entschädigen, gab Herr Deterding vor drei Jahren die Parole von dem„gestohlenen Del(„stolen oil") aus. Mit der Miene des kaufmännischen Bieder- mannes bezeichnete er jeden Kauf russischen Dels. dessen Duellen sich die„bolschewistischen Banditen und Straßenräuber' mit Gewalt an- geeignet hätten, als unmoralisch. Im Frühjahr lS27, als die Shell- Gruppe von Sowjetrußland«in sehr günstiges Angebot auf russisches Benzin bekam, oerglich Herr Deterding dieses Lorgehen mit dem eines Einbrechers, der des Nachts einen Uhrenladen leer stiehlt und am anderen Tag dem Bestohlemn den Raub zu billigem Preise wieder anbietet. In diesem Fall war der amerikanische Standard Dil Trust weit geschästslüchtiger. Herr Deterding, der sich der kapitalistischen Solidarität seiner amerikanischen Kollegen sicher zu sein glaubte, mußte eines Tages zu seinem Schrecken sehen, daß die Standard Dil os New Port mit den Rusien einen umfangreichen und lang- sristigen Liefervertrag abgeschlosien hatte. Sein wütender Protest bei dem Hauptunternehmen Rockesellers, der Standard Dil of New Jersey, wurde von den Anierikanern etwas zynisch damit bean'wortet, daß die Tochtergesellschajt in New Port ihre eigene Handlungsfreiheit besitze. Gegen diesen Trick sonntx Herr Deterding mit moralischen Argumente», also nicht:, machen. Die Lolge des amerikanischen Lorgehens aber war ein"ofTTner If'önVpf zwischen dem amerikanischen und englischen Delkapital, der z>i heftigen Preisstürzen aus dem Weltmarkt, in Asien bis zu 50 Proz., führte und Herrn Deterding annähernd öl« Millionen Mark gekost«« hat. Es müssen also sehr reale Gründe gewesen sein, die Herrn Deterding zu dem Abkommen mit den Rusien gebracht haben. Ein Mann von seinem Einflüß,. der nachweislich der ärgste Hetzer zum Abbruch der englisch-russischen Beziehungen gewesen und der große Drahtzieher bei der rigorosen Ausräucherung der russischen Handelsvertretung in London durch Polizei war(Arco- Aifäre), ein Mamr, der sich auch heme noch nicht von dem Verdacht reinig«» konnte, von der Existenz der berüchtigten Tscherwonez- Fälscherzentrale gewußt zu haben, nimmt eine so folgen- schwere Frontschwenkung nicht ohne triftigen Grund vor. Den Ausschlag hat zweifellos das seit Jahren ununterbrochene A n- wachsen des russischen Delcxports gegeben, der sich aus den britischen Absatzmärkten immer slörender bemerkbor mochte. Die russische Delindustrie konnte in der Tai bemerkenswerte Erfolge verzeichnen. Während der Export 1S2Z/23 seinen T i e f- st a n d mit rund 310000 Tonnen erreicht haue, stieg er im Wirt- schaslsjahr 1925/26 bereits wieder auf 2.l Millionen Tonnen und übertraf mit rund 2,7 Millionen Tonne» im legten Betriebsjahr die Ausfuhr von 1913 um dos Dreifache. Da außerdem die Drosielung der Produktion in den verschie- denen Delzentren nicht den erwarteten Erfolg brachte, so nahm Herr Deterding den amerikanischen Vermittlungsvorschlag, mit den Rusien ein festes Lieferabkommen für den englischen Markt zu treffen, nur zu gern auf. Er vertauschte also das Schwert im Maule mit dem Reche nstift, vergoß olle Kollegs, die er in der Welt über kaufmännische Moral gelesen hatte und schloß mit den„Straßen- räubern urck» Banditen" einen Vertrag, der drei Jahre läust und die Lieferung von einer Million Tonnen Russenöl jährlich vorsieht. Da dies« Liefermengen mehr als ein Drittel der gesamten russischen Aussuhr im letzten Jahr darstellen, so ist dieser Vertrag für Sowjetrußlond zweifellos«in Criolg. Preiserhöhungen gemeinsam mit Herrn Deterding. Wenn die Rusien aber dieses Abkommen als einen lOOpro- zentig«n Sieg in die Welt hinaustrompeten, fo sollten sie damit vor- sichtig sein. Nach außen hin kann der Genosse Sokolnikow vom Naphthosyndikat zwar erklären, daß Sowjetrußland über d i« Entschädigung der sozialisierten ausländischen Delgruben nicht diskutieren und dies auch in Zukunft nicht mn werde, in dem Ver- trag aber steht, daß die Rusien ihr Del z u 5 P r o z. u n t e r dem Weltmarktpreis an die Engländer liefern werden, lind auf dies« 5 Proz. Rabatt weist Herr Deterding hin und sagt, daß hieraus der Entschädigungsfonds lür die gestohlenen Delselder gebildet werde. Herr Deterding und die Royal-Shell-Gruppe er- hallen also offiziell von den Rusien keine Entschädigung, w Wirt« lichkeit aber doch eine Entschädigung. Die rechte Hand des Sowjetgenosien Sokolnikow darf offiziell nur nicht wissen, was d i e linke inoffiziell tut. und die Moskauer Machthaber sind damit offenbar ganz einverstanden. Der Eintritt Sowjetrußlands in den Ring der kapitalistischen Delmächte hat aber für die Verbraucher bereits die üblichen Folgen von monopolistischen- Trustaktioncn gehabt. Die Engländer bekamen dies zu allererst zu spüren. So wurden die Preise für Benzin und Benzingemisch um etwa.16, Pj, je Gopone.(1 Gallone — 4� flitfx) und jwuSqllfrtöl um 12 Ps. ycraufgeseftt. Die Lon- doner Autobus' T8 eTc l l s ch a s t berechnet'ihre'wSchentlichen Mehrkoste» aus der Preiserhöhung auf ckwa 1OE0O0"M. und de- reitet die Deffentlichkeit auf eine baldige Tariferhöhung vor. Auch Deutschland als reines Konsumentenland wird bald merken, daß auf dem Weltölmarkt ein neuer Wind wehr, und daß es mit zu d«nen gehört, die die Rechnung für die Verbrüderung des Bolschewisnms mit dein Weltölkopitalismus bezahlen können. Daß Geld nicht stinkt, braucht für den Bolschewismus kein Vorwurf zu sein. Aber Bolschewisten-f-„Rate Fahne" sollten so ehrlich sein,«s auch zu sag«n! R. B. Hansabund„spart" 49V Millionen. Oavon 27� Millionen an Wöchnerinnen, Krisenfürsorge und Sozialversicherung. Der Honlabund hat sich seit Monaten zum Preis'echter des «njmols airigewörsen und sich für die Behauptung stark gemacht. daß jede Steuererhöhung vermieden werden könne und daß sogar noch Steiiererieichteruirgen für dl« Wirtschaft mög- sich seien. Jetzt hat er sein Wort wahr zu machen versucht und der Deiientlichkeu eine umfangreiche D e n k i chr i s« über die mög- lichen Evsparnisie im Reickshaushalt üd«rgeben. Er nennt dos Er- flebnis seiner Untersuchungen über Erwarten groß. Nach setner Meinung können 490 Millionen Mark von den vorgesehenen Aus- gäbe» im Rcichsbaushalt gestrichen werden, wozu evtl. noch weiter« 30 bis 100 Millionen Ersparnisse im Erat der Reichsschuld und der Kriegslasten treten könnten. Für 1929 scheinen ihm damit alle Steuererhöhungen vermeidbar. Steuersenkungen umfangreicher Art könnten möglich gemocht werden. Es ist in dar Tat kein Abschnitt und fein Kapitel des Retchs- Haushalts bei den vorgesehenen Eripornisien vom Hansabund aus- gelassen worden. Bon der Kürzung der persönlichen Ausgaben ist fast regelmäßig abgesehen. Einsparungen werden nur an de« säch- lichen Ausgaben versucht. Bei allen Mimsicrien. Im Haushall des Reichspräsidenten werden d Pro- zent von 106 000 Mark Sachau sgaben als einlparbar betrachtet. Der Haushall des Reichstags soll 10 Prozent von 2H9 M'l- llonen(Kürzung der?lbg«ordn«temreisahrten) opfern, der Neubau der Retchslagsverwallung soll mit 450 0(0 Mark gestrichen werden. Bei den Sachausgoben des Reichskarnzlers und der R e i ch? k a n z- lei fallen 23 Prozent weg. ierner wird die.Hälfte der Zahlungen für den Erweiterungsbau gestrichen. 6.3 Millionen oder 17 Pro- zent sollen im Haushall de- Auswärtigen Amtes bei den sächlichen Ausgaben. 4 Millionen oder 18 Prozent b« den allge- meinen Bewilligungen gestrichen werden. Das Reichsministerium des Innern soll auf 2.2 Millionen verzichten, worunter sich erhebliche Abstrich« für kulturpolitische Aufwendungen befinden; da- zu kommt ein Abstrich von 1 Million an den einmaligen Ausgaben. Das Ministerium der befetzlen Gebiete soll insgesamt 40 Prozent oder 4.2 Millionen sparen! Im Reichswirtschaitsministerium iqerden van den Sachausgaben 29 Prozent oder über l Million gestrichen. Haupt- fachlich beim Sratistilchen Reichsamt. Beim Varläungen Reichs- wir»' choitsrat sind es nur 126 000 Mark, aber 22 Prozent der Lach- ausgaben. Das Reichsjustizminstterinm fall»ast die gesamten Bauten mit rund 1 Äillion einstellen. Im Reichsverkchrs ministe- rium sollen 16h Millionen oder 14 Prozent gespart werden, wo-. bei in der.Hauptsache die Subventionen für das Flug- wefen gedrosfell werden sollen, außerdem fast all« neuen Bau- vorhaben. Bei dem fortdauernden Sachauiwond des Reichs- finoiizministeriums werden von 84 Millionen über 6 und bei den einmaligen Ausgaben, hauptsächlich lür Bauten, von den 16,8 Millionen 7,9 Millionen oder fast 50 Prozent für streichbar gehalten. Endlich soll bei den Steuer Überweisungen an die Länder für 1929 eine Kürzung von 83H5 Millionen Mark erfolgen. Bis hierher sind es aber nur wenig« Dutzend« Millionen, die der Hansabund sparen zu können glaubt. Wie nicht anders zu er- warten, will er dje Houptstreichungen im Haushalt de» RklchsarMts- mlmsteriumo vornehmen. Bemerkenswerterweife müssen hier aber erst Gesetze- geändert werden, um die Streidjungen möglich zu machen. So schlägt der Hansabund vor, daß§ 2056 der Rcichsoersichcrungs- ordmlnq geitrichen werden soll, wonach dos Reich verpflichtet ist, der Liankenversicheyrng die Hälne der de» Kassen auferlegten Leistungen für die F a m i l i e n w o ch c n h i l f e zu ersetzen. Hier sieht der Hansabund die Mögli6?keit. 3 2 Millionen Mark zu sparen. Dann soll aus dein Reiäzshaushalt die Summe von 163,9 Millionen Mark gestrichen werden, die das Reich der Invaliden- versi-berung;» bezahlen hat zur Befriedigung von Rentenansprüchen, deren Deckungskapital durch die Inflation weit» gehend vernichtet worden itt. Das Reich will bekanntlich leiner Verpflichtung nicht in bar, sondern durch Aushändigung' von Reichs- anieihsstückeN genügen, die das Reich aus der Anleihe von 1927 zurückgekauft hat. Der Hansabund isi der Aüskassüng, daß diele rund 164 Millionen einfach aus dem Haushalt gestrichen werden sollen, wobei er sich darüber keine Gedanken macht, wo das Reich seine flü'sigen Kasienmiuel ausfüllen soll, für die gerade dieser Posien augettblicklich die wichtigste Reserve darstellt. Ebeiiio großzügig ist der Hansabund bei der Streichung van 20 von insgesamt 40 Millionen gesetzlichen R e i ch s z u sch ü s se n zur Invalidenversicherung(Pauschalbeiträge). Einen weiteren Riesenposttn von SS Millionen Mark streicht der Hansa- Hund einfach den angeforderten 17S Millionen für Krifensürsvrge und der werte schaffenden Arbeitslosenfürsorge ab. Das geschieht trotz der furchtbaren Lag« de» Arbeilsmarkles mit der naiven Be- grünh»i»g, daß di« Einleitung einer umsasienden finanzpoliiischen Neuorientierung, d. h. eine in der Zukunft erhoffte steuerliche E»t- .lostung der Wirrschafl, eine entsprechende Erleichterung des Arbeits- Marktes von selbst bringen werde. Nicht weniger'als 271 Millionen Mark also sind es, die der hansabund dem haushall des Reichsarbeitsminlsteriums, d. h. gesetzlich festliegenden sozialpoliti- scheu Zwecken, abziehen will. Aber der Hansabund will großzügig sein. Um nicht einseitig zu erscheinen, streicht er auch am Haushalt des Re'chswehr- Ministeriums ad. Während er aber über eine viertel Milliarde bei den sozialpolitischen Fonds mit einem Strich beseitigt, findet er beim Reichswehrmimsterium einschließlich der Marine Ersparnis- moglicbkeiten von insgesamt nur 47 Millionen Mark. Da- von 26,7 Millionen bei den Sachausgaben des Heergsetats und 8.4 Millionen bei den'Sochaiisgaben des Marineetats, bei den ein- maligen Ausgaben für das Heer SB Millionen und der Marin« 6,5 Millionen. Heber die Vorschläge des Hansabundes wird später noch einiges zu lagen sein. Sozialpolitisch unmöglich, wirt- schaftlich in hohem Maße kurzsichtig ist der größte Teil seiner Ersparnisoorschläge, soweit- sie das Reichsarbeitsministe- rium betreffen. Die Drosielung von vorgesehenen Derwaltungs- bauten, die gewiß möglich sit, wird sich aber gerade gegen«ine stärkere Beschäftigung der Wirtschast und gegen ein« Entlastung des Arbeitsmarktes auswirken. Bei zahlreichem Streichungen wird einfach nur die Zukunft stärker belastet, das Ist wirkungslos„ge- spart". Die Vernachlässigung des Kasienbedarks des Rcicbes muh zu den schwersten Komplikationen führen: Streichungen um jeden Preis durchzuführen, bloß um feine Behauptungen als wahr erscheinen zu lassen, waren das Ziel des.Hansabuydes. FrMch, der Hansabund. hat- es leicht, denn er braucht weder die Sorgen der Regierung noch einer der regieren- den Parteien zu übernehmen, noch kommt er überhaupt in die Lag«, irgendwann, simnal hie Verantwortüng jür seine Vorschläge übernehmen zu müsien. �4 Million Berliner sucht Arbeit. Anfang März noch keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt. Bis zum 2. März hat sich nach dem Berief» des Landesarbeits- amts Brandenburg auf dem Arbeitsmarkt nichts Wesentliches ge- besiert. Die Belebung in der Metallindiistri« in der Provinz hat angehalten. Der Beschäftigungsgrad für die-Motorfahrzeugbranch« hat zugenommen; gieichsalls günstig entwickelt hat sich die land- wirtschostliä)« Maschinenindustrie, die infolge von Auslandsaufträgen größer« Anforderungen stellte. Unverändert blieb di« Loge im ganzen für Berlin. In der Berichtswnche fiel die Zahl der Arbeitsuchen- d e n um 496 auf 398 161, d. h. um 0,12 Proz., gegenüber einer Zunahme von 2203 gleich 0,56 Proz. in der Borwoche. Innerhalb des Landesarbeitsamtcs Brandenburg verteilen siä) die Arbeit- suchenden auf Berlin mit 245 624, aus die Provinz Brandenburg mit 137 292 und auf die Grenzmark Posen-Westprcußen mtt 15 245 Personen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der versickierungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung betrug 196324. in der Krisenunterstützung 19 739, in der Sonderfürsorge 98 698, zusammen 314 761 Personen. Bon den Haupnrnterstützungs-- emviängern in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf Berlin 128 216, auf di« Provinz Brandenburg 63 556, aus die Grenzmark Pasen-Westpreuhen 4552. Für die Krisenfürsorge betrugen die gleichen Zahlen für Berlin 16 743, Brandenburg 2887, Grenz- mark 109. In der Sonderunterstützung entfallen auf Berlin 29 992, aus Brandenburg 59 505, aus die Grenzmark 9209 Konzentrationen an der Ruhr. lieber den Ruhrbergbau ergießt sich eine neue Kon- zentrotionswelle. Bei den Regierungspräsidenten liegen eine ganze Anzahl, Stillegungs- bzw. Betriebs- abbruchanzeigen vor. Unter ihnen befindet sich auch ein Antrag des Adlerkonzerns, der einmal wähtend der Inflationszeit nach den höchsten Sternen griff und vor kurzem sang- und klanglos in den Besitz der Gelsenkirchener Bergtverks-Zl.-G. übergegangen ist. Der Adlerkonzcrn will seine letzte Grube, die Zeche Adler in Kupierdreh, stillegen, und zwar soll die Syndikats- quote zwischen der Gewerkschaft Heinrich, die im Ruhrtal sitzt, und der zur Gelsenkirckicner Bergw«rks-A.-G. gehörigen Zeche Monopol ausgeteilt werden. Di« Anlage selbst ist zum Abbruch bestimmt. Stillegen wollen auch der preußische Hiberntakonzern und ENVER beyorient� GUTSCHEINE liegen allen. Packungen bei! *9 ZIGARETTE die preußische Recklinghaus«««.-S. Bei Recklinghausen kommt die Zeche Zweckel bei Gladbeck und bei chibernta eine der ältesten Zechen tn Rhemland und Westfalen, Schlägel und Eist« V/VI. in Frage. Lei der Adler handelt es sich auch um ein ausgesprochen »es vuotengeschäft, denn die Gewerkschaft Heinrich, die dem Hanieltonzern nahesteht und sich aber auch aus ausländisches Kapital stützt, hat im Laufe der Jahre eine weit über ihre Beteiligungs- quot« gehend« Kapazität entwickelt. Sie braucht die Quote der Zech« Adler und wird sich diese Quote einige hübsche Mtl- lionen kosten lassen. Seltsam« Widersprüche. Auf der«inen Seit« klagt der rheinisch-westsälische Bergbau über mangelnd« Ren. tabilitat, auf der anderen Seite sind Mittel vorhanden, um kost- spielige Quotenkäufe durchzuführen. Ueber die Unterbringung der Belegschaft von SGvler heißt es. daß sie auf die benachbarten Zechen verteilt werden soll. Das dürften Beruhigungsformeln sein, die man immer vor den StA- legungsoerhandlungen publiziert. Nach der Stillegung sind die Kohlenbarone nicht an diese Versprechungen gebunden und können je nach Belieben entlasten._ Großhandelsindex im Februar gestiegen. Wir haben kürzlich darauf hingewiesen, daß die Kälte auch die Preisentwicklung in Unordnung gebracht habe. Jetzt zeigt sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Monat Februar gegenüber Januar eine Erhöhung des Index der Groß- Handelspreise von 188,g aus 139,3 Proz. Daß wesentlich die Kälte die Ursache dieser mit der Konjunktur nicht überein- stimmenden Entwicklung ist. zeigt die Tatsache, daß der Index für Rahstols« und Halbwaren um QA auf 133,6 und der für industriell« Fertigwaren um 06 auf 158,2 Proz. gesunken ist. während nur die Agrarstofse um 22 auf 133L und die Kolonialwaren um 1,3 auf 125,2 Proz. gestiegen sind. Auch der Großhandelsindex zum 9. März zeigt mit 140,1 gegen 139,6 in her Vorwoche noch eine leichte Stetgerung. Auch diese geht wesentlich auf Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Kolonial- waren zurück. Bei den Rohstoffen und Halbwaren sowie Fertig. waren tendierten weiter nach unten mit Ausnahme der Kupferpreise. Zeich«« guter Elseukonjuuktur. Obwohl unter der Februarkälte auch die Eisenhüttenarbeit gelitten hat. meldet die„Deutsche Berg- Werkszeitung" für den Hoesch- Konzern im Februar eine Ausnutzung der Derbandsbeteiligung von 94 Proz. «, SoAhm xSriuatWufc« In® unb tocterai. lurfe (Untet. D-battenschrist reitnng für die kaufmännisch« Praxis. Die ssrnfchaftlichcn Fächrr. Deutsch und gremdsbrachen «rstufsn), sowie SteungrapVie, Maschinsnschrridcn. Schönschrift, ._ und fmudsorachtich««t-nograndie. Besonder» Lehrchlnge für Damen und Herren mit höherer Schulbildung. Besondere Nachmittags, und Pbendlehrging« Kr Erwachsen« in allen einztlnen Lehrfächern beginnen am S. ilrril. Auskünfte über alle Lehrgänge werden federzsit in llnserem Bursau erteilt, auch werden Drucksachen kostenlos zugesandt. Drittel «in« schlecht oerschlafe», Nacht mihlaunig macht. 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Tischlergeselle Hubert Stiesfenhoscr, Schriftführer. SS.«, Britz« Straße 48. 4. Tischlergefell» Richard Ditting, stell. vertretender Schriftiührer, 18, Friedrichsderger Str. 28. 5. Tischlermeister Otto Sronau, Beisitzer. O. 112, Nieder darnimstr. 2. 6. Tischlermeister Sottlied Willi-, Bei. sitz-r. 0. 84, Eadwer Str. 20. ?. Tischlermeister Theodor Paeth, Bei. sitz-r, SS 88, Taborstr. 8. S. Tischleroeselle Heinrich Köster, Bei- fitz«, 638. 28, Millenwa'der Str. Ö. 9. Tischleroeselle August Doege, Bei. sitz-r, S. 84. Tilsiter Str. 85. ?!r~------ H_________„MM lenz, H sitzet, Neukölln, tzietenstr. 78. 12. Maschinen-rbeit-r Wilhelm Sptin. ger.«e°sitz-r. O. U2, Borbagener Straß« 87. Außerdem gebnn wir»och bekannt, baß die am» November ISW in b-r Ai.«s»vßsitznng besck-�osien« rev'dier'e Satzung am 28, Februar IMS vom Sberversiiberungsamt Berlin g-nehwigl worden Ist.__ Druckstitcke werdcn in ungefähr 1) Tagen im»osienlokal unentgeltlich zur Ausgab« gelangen. Der«orstand. 2. Otto Gronau. Borsitzender. Beleuchtungs Körper jEd&AH Bekanntmachung. Dt» Nstckstänb» an evangeNsch» irchensieu« für da» Jahr 1028 wer. fn vom 4 Stürz ab allgemein diu« Postnnchnahme eingezogen. Die Nach. nähme wird von der Posi innerhalb einer siebentägig»» Sinlösungsfrist zwei. mal zur Sabluog vorgelegt. Wird die g nicht eingelöst, so wird der Steuerbetvag nebst Einziehungskoftea durch da, Finanzamt»ingezogen. vi»?>»»», So,«»» Miaii zur Mete WSO, Aii»b»iher,tr.) vtfß Weil vir Sie wirMich gut u. billig bedienen! Dos bevelsen die Möglich In großer Anzohl eingehenden Anerkennungsschreibens So zufrieden schreiben Ii Janu*r fW. ... Treck*«n«r WlttBTWiJsetüffiJs»» unsi$er»p4i!l«rung(«* di von meinen Bekannten oft nach dem Schneider gefragt, und sie wollen es nicht glauben, daß es gar kein Maßanzug ist, so got sitzt der Anzug. Hochactauingsvo I Botho Urtoig. Berlin WS7, Qoebenttr I«. unsere Kundent ZT.. 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In der Mitte des Gartens stand eine windschiefe, klein« Hütte, und durch die Fugen und Ritzen des Schindeldaches flössen an den Abenden Rauchfahnen und zogen mit dem Wind über die Rachbargärteu in die Richtung der Temes Der Rauch rührte vom Feuer her, auf welchem sich Moschu, der alte wallachische Bauer, die Mamaliga kochte. Moschu war alt wie Methusalem, die Haut hing in roten Falten von seinem Halse wie bei einem Truthahn, sein Kopf ähnelte einem vertrockneten Bogel- köpfe. Nur seine Augen waren von großer Lebendigkeit und Frische. Ich sah an jenem Abend vor der Hütte und starrte in das Kuku- ruzseld, das im Abendwind raschelte. Moschu stand neben mir, hager wie ein Besenstiel, und beschattete seine Augen mit der Hand. Hinter den Apfelbäumen des Nachbargartens zog die Dämmerung herauf, und Moschu sah starr und gespannt geradeaus: „'s war ein Abend wie heute, Domnule. nur liegt die ganze Geschichte schon an die fünfzig Jahr« zurück," begann er. Ich wuhte. es kam jetzt eine seiner Geschichten. „In jenem Jahre trieb ich meine Schafe über die südlichen Hänge des Sarko, Domnule. Ho, es war eine schöne Zeit, ein« freie Ze�t Ein freies Leben. Den ganzen Sommer hindurch zogen wir— der Hund, die Herde und ich— über die Weideplätze gegen Osten. Immer gegen Osten. Und wenn es uns irgendwo gefiel, dort blieben wir. Ho, Domnule, da war niemand, der uns etwas zu befehlen hatte, beim Draku, niemand!" � Und wie um feine Worte zu bekräftigen, spuckte Moschu in weitem Bogen hinüber zum Gemüsebeet. Am Rande des Gemüse- beetes wuchsen einige Stämme roter Mohnblumen und immer, wenn Moschu hinüberspuckte, traf er kunstgerecht eine Mohnblüte. Dies wiederholte er oft, weil er die Zigarrenstummel meines Grohvoters in der Backe hatte. .-Ich mag diese Blumen nicht!" brummte er grimmig. „Es ist die Farbe, mußt du wissen"— er wurde immer hef« tiger—,„die rote Farbe. Aber davon will ich gerade erzählen... Meine Schafe waren die fettsten weit und breit, und ihr Fell war dicht und weich wie die Haare der Weiber. Das kam davon, dah ich immer mit der Herd« zog, ohne die Tiere zu dieser oder jener Weide zu zwingen. So war ich meist in grober Einsamkeit, aber ich fühlte mich wohl dabei. Obgleich, ich damals schon ansing, ein Mann zu werden, dachte ich doch nicht daran,«in Weib zu nehmen. Ader es kam anders. Eines Tages geschah das Unglück. Es war im Frühling, und wir zogen die duftenden Hänge des Sarko aufwärts. Dieser denkwürdige Tag begann mit allerlei schlechten Vorzeichen: schon am Morgen trat ich auf eine Kröt«, später fiel mir, während ich trank, meine Lammfellmütze in den Krasznabach und wurde fortgetrieben. Auch erinnere ich mich, daß rch in der Nacht von üblen Träumen geplagt wurde. Ich sah nämlich im Traume Josef Kandula, den Betjaren, der auf einer roten Stute dahergeritten kam. Die Stute hatte keinen Kopf, und Kandula baumelt« noch der Henkerstrick vom Nacken. All das versetzt« mich in eine nachdenkliche Stimmung, ich setzte mich auf meine Bunds und genehmigte einige Schluck Zutka. Aber das war falsch. Man soll nie am Morgen mit dem Trinken beginnen. Domnule! Drunten, aber in groher Fern«, sah ich das Dorf Kirf, wo«in paar Rauchsähnlein kerzengerade gegen den Himmel stiegen. Ich trat auf«inen Felsenvorsprung und starrte in das Tal hinunter. Als ich mich nach einer Weile umwandte, saß sie am Feuer mit untergeschlagenen Leinen, als wäre nichts besondere» dabei. Sie hatte mein« Straitza geöffnet und kaute bereits mit vollen Backen. Ich rief sie unwillig an. „Ilitza." rief ich. denn ich erkannte sie als die Tochter des Ziegel. brenne« in Kirf,„Ilitza. was sollen diese Scherze. Das ist mein Feuer und m» i n Schafkäset Pack dich, du Di«bin. fahr zum Draku!" „Moschu," rief sie,„Moschu, du lange Latte, du verdammter Geizhals, willst wohl mich armen Hungerleider verjagen, he? Schau her. wie mager ich bin vom vielen Fasten, schau her"— und sie hob die Röcke, bis man ihre blanken Knie sehen konnte, und lachte un» bändig dazu. Aber sie war gar nicht mager, die kleine Hex«, sondern eher biegfam wie«ine Weidengerte und von schönen Formen. Und ver. dämmt schlau obendrein. Ich hätte sie oerjagen sollen, aber ich tat es nicht. Ich glaub«, ich war betrunken. Man soll nie am Morgen mit dem Trinken beginnen. Später saßen wir beim Feuer beisammen und sie redete darauf los, und ich junger Tölpel fand Gefallen an ihren Reden und an der Art, wie sie den Kopf zurückwarf, dah die Haar« flatterten wie schwarze Bogelschwingen. Du weißt, wie die Sitte ist in den Bergen, Domnule Da wird nicht viel gerechtet und gebettelt. Sie blieb bei mir, und des Nachts schliefen wir unter der gleiche» Decke. Ich hatte nur dies« eine Decke. Da» ging so«in paar Wochen lang, und es währte nicht lange, da war Ich so recht vernarrt in das Frauenzimmer. Du weißt, wie wir über Zigeunerinnen denken. Pflück« sie und wirf sie weg. denn sie sind ein flatterhaftes Gesindel. Nun, all« Weiber stecken voll Rätsel, und ihre Herzen sind voll unausgesprochener Wünsche. Aber sie alle sind— verglichen mit einer Zigeunerin— so durchsichtig wie Glas. Do lebte ich mit ihr und sprach mit ihr und wollte sie er- gründen. Und jeder Tag macht« sie mir fremder und unergründlicher. Ich wußte viel von den Bräuchen der Zigeuner. Und deshalb nahm ich sie mir einmal in der Vollmondnacht vor. Ich weckte sie, well ich wußte, daß auch der verlogenste Zigeuner bei Dollmond die Wahrhett reden muh. „Liebst du mich?" fragte ich sie. Und ich schwör« dir. Domnule. daß aller Spott, mtt dem st« mich wochenlang gepeinigt hatte, aus ihren Augen entwichen war. als sie mich ansah. Mir wurde ganz schwindlig vor diesem sanften Blick ihrer Augen. Ich hielt sie im Arm. und wir standen mitten im Licht des Vollmondes.„Ja," sag« sie.„ich liebe dich, aber wenn Rothaar kommt, werde ich dich ver- lassen." Und sie erzählt««in« verworrene Geschichte von Rochaar. der ihr im Traume erschienen mar und für den sie als Gelieb« bestimmt fei. Ich war«inen Augenblick lang wie vor den Kopf geschlagen. Wer war Rothaar? Ein Wesen von Fleisch und Blut? Oder ein dunkler Teufelsspuk, wie chn nur so ein Zigeunerhirn ausbrüten kann? Auch du. Domnule. ich sehe e« dir an. bist begierig, etwas über Rothaar zu erfahren, und'ch. den ja die ganze Sache am meisten anging, war es in jener Bollmondnacht am Sarko mcht minder. Außerdem rvurde ich von einem ungewissen Gefühl der Eifersucht gepeinigt. Aber ich fragte nicht, denn ich war zu erschüttert, und irgendein unbekannte» Gefühl schnür« mir die Kehl« zu._______ Aber noch mächtiger peinigt« meine Seele Rothaar, dieses un- gewisse, schattenhafte Wesen, und immer wieder mußte ich an den Tagen, oxnn ich zu zweit oder einsam beim Feuer saß oder hinter der Herde hertrottet«, daran denken. Und in den Nächten träumt« ich von ihm, und es saß mir auf der Brust, ein Dämon, der immer neue und neue Gestast annahm, den ich nie greisen und ergründen tonn«, und nur eines war in seiner Vielgestaltigkeit stets gleich: Mein« Träum«»raren von brennend ro«r Farbe wie diese Blüten hier, Domnule. und ich weiß nicht, ob du mich verstehen kannst, aber auch die Gedanken, die sich mit ihm beschäftigten, waren rot. Er ergriff immer mehr und mehr Besitz von meinem Korper und meiner Seele. Er beherrscht« mein Leben. Denn ich liebte Il'tza sehr, und es wäre für uns beide eine schöne Zukunft daraus er- wachsen. Aber Rothaar stand zwischen uns. Mein Mund blieb ver- schlössen. Und so wurde es eine seltsam« Liebe, denn sie hat« z.ir Folge, daß wir uns immer mehr voneinander entfernten, stall uns näherzukommen. Und oft denke ich mir heute in den einsamen Nächten, wenn ich mich auf meinem Lager hin und her wälze und nicht schlafen kann, daß Rothar nie diese Macht über mein Leben bekommen hättr, wäre es nicht mein Wille gewesen. Dieser verfluchte Stolz war e.', nicht nach etwas zu fragen, das, wie ich meinte, die Liebe von selbst hätte offenbaren müssen. Wir entfernten uns immer mehr von- einander, und eines Tages war es wieder so, daß ich allein den Spuren meiner Herde folg«, denn Ilitza hatte mich verlassen. Ich habe dann noch viel mit den Mädchen zu tun gehabt, aber glaube mir, Domnule, dah sie die einzige war, um die es sich gelohnt hat«, zu leiden." Als Moschu an diese Stelle gelanpt war, spuck« er noch einmal kräftig aus und traf kunstgerecht eine Mohnblü«. „Und wer war dieses Rothaar?" fragte ich nach einer Pause „Ich weiß es nicht." sagte Moschu und ging in dre Hütte, um nach der Mamaliga zu seben. --- lieber dem Nachbargarten lag die Dämmerung, und der Wind Harste in den Apfelbäumen. Man sah ihr« Konturen nicht mehr, und nur weil sie rauschten, wußte ich. daß sie noch da waren. 3)ie WundemeÜ der 3£ormone Chemiker und Aerzte haben m den letzten Iahren mst besonderer Aufmerksamkeit die Hormone, die Ausscheidungen innerer Drüsen. studiert. Man war bemüht, dies« Sekret« rein darzustellen, sie von Ballaststoffen zu befreien, die Ausbeute bei der Gewinnung aus tierischen Drüsen zu erhöhen, ihre Wirksamkeit auch ohne den Tier- versuch ein für allemal zu erproben, und sie im Laboratorium billiger herzustellen. Das Adrenalin der Nebenniere wird längst künstlich hergestellt. Jetzt ist es gelungen, wie man in der„Medi- zinischen Wochenschrist" liest, auch das Hormon der Schilddrüse zu analysieren. Kendall in Rochester gewann aus 3000 Kilogramm Schilddrüse 33 Gramm kristallisiertes Tyroxin; Harrington extra- hiert« dann 100 Gramm des Präparats, aus d« mehrere Jahre Arbeit und 30000 Dollar Kosten aufgewendet worden waren. Ein Milligramm tostet im Handel 7 Dollar. Er klärte die Zusammen- setzung auf und fand, daß es ein vier Jodatom« enthallender, sehr kompliziert zusammengesetzter, mit dem Eiweißbaustein Tyrosin ver- roandter Körper mst einem Gehalt von 34 Prozent Jod ist, der alle physiologischen Wirkungen des natürlichen Hormons zeigt. Darger konnte die Ausbeute aus Drüsen auf das Dreißigfache steigern und den Körper auch künstlich im Laboratorium herstellen. Di« Drüsen enthalten von diesem Sekret im Winter viel weniger als im Früh- ling und im Sommer, was mit dem Bstaminmangel des Grün- futters zusammenhängt. Noch in einer Verdünnung von«ins zu Zehnmillionen bis eins zu Hundertmillionen war es wirksam und zeigte die typische Schilddrüsemvirkung der Entwicklungsbeschleuni- gung von Kaulquappen. Es gibt noch viele andere Medikament«, die in»nnzigstcn Mengen bestimmte Wirkungen hervorrufen. So tonn« ein bei Zimmertemperatur stillstehendes Warmbliiterherz durch Radium- emanation in einer Berdünnung von eins zu Zwanzigmilliarden belebt und durch Hypophysen-Extrakt von 1 zu 150 000 000 ein vorher durch Eiweiß sensibilisierter Meerschweinchenuterus kontrahiert werden. Ein Teianustoxin tonn« dos hundertsechzig- millionenfache Gewicht Mäuse töten, also 1 Milligramm etwa 10 000 Mäuse; auch Insulin und Bitamine sind in geringsten Mengen wirksam, Kupfer und Silber verleihen in Berührung mit großen Wassermassen hohe keimtötende Eigenschaften. Auch genügt zur Vermeidung des Kropfes ein Mehrverbrauch von nur 2? Willi- gramm Jodkali jährlich beim Menschen. Werden wir in Pyramiden wohnen? Zu keiner früheren Zeit war der Städtebau jemals so eng mst den Lebensinteresien der Gesamtbevölkerung verbunden wie heute. Gaben«inst die Aufgaben der Stadtver«idigung, künsllerische Gesichtspunkte und in gewissem Umfang« auch schon Verkehrs- Problem« den Städtebauern oergangener Iahrhunder« dt« Richtlinien für ihre Entwürfe, so haben heut« die Raumnot und die überraschende Entwicklung der Derkehrsmsttel den Städtebau in «in« Krisis hineingetrieben, die st, der Geschich« ohnegleichen da- steht. Nicht nur dar Laufachmann, sondern jeder Stadtbewohner spürt heut« taglich am eigenen Leib« die Notwendigkest der Lösung der©tädtebaukrifis. Es ist kein Zufall, daß in Parlamenten und Vewvaltungen heute immer wieder städtebauliche Fragen stn Border- gründe de» Interesses stehen, daß eine Hochflut von Projetten, von Pollzeimaßrogeln und Lauausstellungsn von der Dringlichkest der Problem« Zeugnis ablegt. Unser« Städte sind stn Prinzip, oft auch in Einzelhesten, heute noch noch den sozialen und technischen Voraussetzungen oergangener Epochen angelegt und können den grundsätzlich veränderten Forde- rungw gegenwärtiger Bevölterungsschichtung, Technik und Arbests- bedingungen nicht mehr gerecht werden. Wie leicht kann die Der- tehrsregestino zu stellenweiser Dertehrshemmung werden, kann die Meng« der Zeichen und Verordnungen die Fahrzeugführer unsicher machen! Ein Schnellvertehrsmittel w« das Auto mst achtzig und mehr Stundenkilometern möglicher Geschwindigkeit ist als Stadt- fahrzeug überhaupt«in Unding. Zustände wie in Amerika, wo man im Stadtinnern zu Fuß rascher vorankommt als mst dem Auto. beginnen sich auch bei uns bemerkbar zu machen. D" Insasse des Autos beansprucht durchschnittlich etwa f uns zehnmal soviel Raum als der Fahrgast eine« öffenstichen Verkehrsmittels, und selbst wenn der Autofahrer rasch fahren kann, behindert er als einzelner eine Dielhest von Fußgängern und oermehrt die Gefahr für die All- gemeinheit. Selbst dl« Anlage neuer Wohnviertel am Rande der Großstadt gerät mst den Forderungen der Gegenwart in Konflill: die wachsende Ausdehnung des Stadtgebietes verlängert dem arbeitenden Menschen den Weg van und zur Arbeitsstätte, raubt ihm einen Test der geringen Erholungszeit. Zwei ausländische Entwürfe, die von einem gänzlich neuen Grundsatz« aus die Krisis des Städtebaues zu lösen oersuchen, verdienten mich bei uns besondere Beachtung, zumal gerade In Deutschland in der nächsten Zeit in verschiedenen Großstädten für die künstig« Gestaltung wichtige Entscheidungen fallen werden. Unabhängig voneinander haben in Amerika Wiley Corbett. in Frankreich Henri Saupage einen neuen Stadttyp entwickelt, der mst einem Schlag« all« Schwierigkesten lösen will und gerade vom sozialistischen Standpunkte aus interessieren muß. Daß beide Architekten, der amerikanische wie der europäische, zur gleichen Idee gekommen sind, ist natürlich kein Zufall, kein mystisches„In- der-Lust-liegen", sondern die gleichen Boraussetzungen haben zur gleichen Lösung auf Grund«ingehender Erwägungen geführt. Corbett und Sauvag« lösen sich völlig von den bisherigen Gedankengängen und vereinigen ein ganzes Stadtvier«! in einem gewaltigen Pyromidenbau. Auf einem riesigen Sockel, der sechst schon die Höhe eines Hochhauses hat und in erster Linie Arbeitsräume birgt, ergebt sich«in« Stufenpyramide von fünfzehn Stockwerken. Jedes der Stockwerke»»eicht gegen da« daruitter- liegend« etwas zurück und ist ringsum von einer Galerie umgeben. Dies« oberen fünfzehn Stockwerke enthalten Wohnräume, d« schon durch die Pyramidengestall de» Baue«, dann aber auch durch die Lage an der Ost», West- und Südseite des Blocke» reichlich Sonne und Luft genießen. Im Inneren des künstlerischen Berge», da« «in Tageslicht erhallen kann, werden Theater. Kino», Restauration«. räume und andere geeignete Betrieb« untergebracht. Außerdem liegen hier natürlich die Verbindungsgäng«, Fahrstühle, Treppen und technische Anlagen. An der Nordseste lassen sich Bureaus. Atelier». Geschäftsräume, Lagerhallen und dergleichen unterbringen. Da» mächtig ausgedehnte flache Dach wird für Flugzeuglondeplätze oder auch für Dachgärten oder Sportanlagen benutzbar sein. Die Gefahre» unsere» heutigen Straßenverkehrs fall«» i» der Pyramidenstadt vollständig weg: es gibt nur Futzgängert Man hat die Wahl, entweder in frischer Lust aus den Galerie» entlang. die untereinander wieder durch Treppen verbunden sind, zur Arbestsstätte, zu einer anderen Wohnung oder sonst zu einer anderen Stelle des Pyramidenbaues zu gelangen, oder unabhängig von der Witterung durch die Gänge im Inneren zu gehen, wo man auch Fahrstühle, Rolltreppen und laufend«, mst Sitzbänken besetzte Bänder als Verkehrsmittel vorsehen wstch. Selbst im strengster Winter kann man ohne Hut und Mantel durch bm ganzen Pyramidenstadtteil, auch durch gedeckte Gänge in die anderen Rachtar- pyramstien laufen oder fahren. Ein« Großstadt wird aus mehreren Pyramiden bestehon. zu>isch«n denen sich breit« Grünstreifen anlegen lassen. Außerdem gestattet die neue Bauweise, die Grundfläche der ganzen Stadt auf einen Bruchteil de» heutigen Umfange« herabzusetzen. Unmittelbar vor den Pyramiden, an Stelle der jetzt um den Stadtkern weithin sich streckenden Vorstädte mst ihren rauchenden Schloten. überfüllten Wohnvierteln und benzinoerschwellen Straßen, wird die frei« Natur Wälder. Wiesen imd Felder breiten. Selbstverständlich kennt die Pyramidenstadt kern« qualmenden Kantine, Heizung und Kraft werden von zentraler Stelle geliefert, und da auch die Autos für den Stadtverkehr ausscheiden, wird die Luft der Zukunftsstadt ein« große Reinheit aufweisen. Gerode für gemeinwirtschaftliche Einrichtungen erscheint dos neu« Städtebausystem besonders geeignet. Ein Bei- spiel: gemeinsame Wäschereizentrale für dan ganzen Block. Auch die Heizung und Warmwasserversorgung würde für all« Wohnungen von einer Stelle aus geregelt. Alle Wohnungen würden die gleichen Vorteile gesunder Lage und modernen Komforts haben. Freilich wird die Entwicklung zur Pyramidenstadt erst nach und nach möglich fein. Aber möglich ist die Verwirklichung dieses neuen Gedankens im Städtebau. Wir haben heute schon Vor- stufen dazu. Weniger die Wolkenkratzer, die ja Geschäftshäuser sind und zwischen sich schluchtartige, verkehrsdurchtob« Straßen zwängen. Aber die riesigen O z e a n s ch i f f« stellen heute schon geschlossene Wohnstädte mit inneren Verbindungswegen. Außen- galerien und technischen wie hygienischen Einrichtungen dar. die als Vorstufe zur Pyramidenstadt gelten können. Das Beispiel des Schiffes beo»eist auch, daß für die im Inneren des Pyramiden- blockes liegenden Straßengänge nicht, wie bei erster Ueberlegung möglich erscheint, ein unangenehmer Gegenzug zu befürchten ist. Welleicht wird mancher Leser bei der Schilderung jener Zukunfts- stadt der Gedanke gekommen sein, daß in der Natur schon fest Jahrmtllionen solch« Siedlungen vorhanden sind. In der Tot zeigen die Bauten der Ameisen und Termiten, der sogenannten „sozialen Infekten", auffallend« Verwandtschaft mst dem neuen Städtebausystem von Corbett und Sauvage. Wird man überhaupt in solchem„Ameisenhaufen" wohne» wollen? Wird nicht der Wunsch»ach eigenein Häuschen allein schon den ganzen Plan zunichte machen? Es scheint im Gegenteil, daß die Pyramidenstadt auch die Sympathie der Einfamilienhauefreunde verdient. Durch die neue Bauweise würde Platz für Kleinhäuser reichlich geschaffen werden, deren Bau sich heute durch Raummangel in Stadtnahe verbietet. Man brauchte niemanden zu zwingen, im Stadtblock zu wohnen. Die Dor«lle der Bequemlichkeit, der Zeit- und Krastersparnis würden genügend Arbeitstätige zur Wahl des Wohnsitzes in der Pyramide veranlassen— in der es sich nicht unbehaglicher wohne» würde al» in modern ausgestatteter Behausung in einer am Berg- abHange sonnig gelegnen Stadt, wo ja die Häuser schließlich auch schräg übereinander stehen! Doch vor allem: für den Großteil der Bevölkerung Handell es sich nicht um d« Wahl: Einfamilenhaus oder Pyramidenstadt, sondern um die Frage: wie kommen wir aus dem Wohnungselend, aus der verpesteten Großstadtlifft, aus den Perkehrsnöten und Unfallgefahren zu menschenwürdigen, gesunden und sicheren Zuständen? Wenn«ine neu« Städtebauidee dazu eine wenn auch entfern« Aussicht bietet, hat sie unsere Auferksan»- kell verdient! W. Mejer. 3)ie WaUkäus Passion 9hre WiederenMeckung vor 100 Jahren(11. Ulärm) Die lOOjüfjrlge Wiederkehr des Tages, an dem Bachs Matthäus- Passion, das großartigste und berühmteste Werk des Meisters, zum erstenmal in einem Konzert aufgeführt und damit erst der mufit- liebenden Welt erschlossen wurde, wird von der Berliner Sing- akademie feierlich begangen. Wie war es möglich, daß dieses Wunder« werk erst 100 Jahre nach seiner Entstehung in feiner Bedeutung erkannt und bekannt wurde? Bereits 100 Jahre vor dieser be- rühmten„Entdeckung" der Passionsmussk, am IS. April 1729, war die Bachsche Passionsmusik nach dem Evangelium Maithäi am Kar- freitag während des Nachmittagsgottesvienstes in der Leipziger Thomaskirche zu Gehör gebracht worden, freilich in verkürzter Ge- stalt, mit recht kleinsz, Chören und ohne besondere Wirkung. Dann hat Bach das gewaltige Werk erweitert und umgearbeitet, und die eigenhändige Partitur, deren Original vom Verfall bedroht ist, die uns aber in einer wundervollen Faksimileausgabe durch den Insel- »erlag geschenkt worden ist, mag um 174% abgeschlossen worden sein. Dann schlies dieses höchste Werk protestantischer Kirchenkunst den Schlaf der Vergessenheit. Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts be- gann man, sich wieder an Bachs Größe zu erinnern, und einer der tatkräftigsten Förderer der neuen Boch-Verehrung war Zelter, der Direktor der Berliner Singakademie und Goethe-Freund. Zeller. der eine große Menge Bachscher Werke teils in der Originalhand- schrrft, teils in Abschriften besaß, hatte die Partitur der Matthäus- Passion einmal zufällig unter der Makulatur eines Käsehändlers gefunden und studiert. In den Freitagsmusiken, an denen er nur wenige besonders eifrige Mitglieder der Singakademie teilnehmen ließ, hatte er einige Teil« der Passion durchgenommen, aber zu einer öffentlichen Aufführung dieser„borstigen Stücke" konnte er sich nicht entschließen, da er die Wiedergabe für zu schwierig hielt. Wenn man jetzt wieder Zelter das liauptverdicnst an der endlichen Eroberung der' Mathhäus-Passion zuschreiben will, so stehen dem doch die aus- drücklichen Zeugnisse der beiden Männer entgegen, die den eigent- lichen Anstoß gaben: nämlich Felix Mendelssohns und Eduard Deorients. Felix Mendelssohn übte im Wirrter 1827 in seinem elter- tichen Hawse Stücke aus der Passion mit einem kleinen Chor ein und erweckte bei allen Mitwirkenden den tiefsten Eindruck, so daß schließlich in dem Sänger Eduard D« v r i e n t, dem die Christus- partie zugefallen war, der Entschluß reist«, alle Hindernisse für eine öffentliche Aufführung zu überwinden. Devrient hat in seinen Er- innerungen eine ergötzliche Schilderung davon gegeben, wie er und Mendelssohn von dem„wackern Brummbären" Zelter schließlich die Erlaubnis dazu erhielten. Zuerst donnerte er sie an:„Haben sich'? doch ganz andere Leute müssen oergehen lassen, dies« Arbeit zu unternehmen, und da kommen nun so ein paar Rotznasen daher, denen alles das Kinderspiel ist!" Schließlich ober gab er seinen Widerstand auf, den auch dl« anderen alten„Singa-kaüemiker" teilten und wirkte sogar bei den ersten Proben mit. wie Fanny Hensel, Felix' Schwester bezeugt. Mendelssohn und Devrient erhielten von der Vorsteherschaft der Singakademie die Erlaubnis, Saal und Chor für eine Aufführung der Passion zu wohltätigen Zwecken zu ver. wenden. Mit Feuereifer leitete nun Mendelssohn die Proben und wußte olle Teilnehmer mit seiner Lieb« zu Bach und seinem Ver- ständnis für diese Kunst zu durchdringen. Wie stark damals schon die Verehrung Bachs in weiteren Kreisen Wurzel geschlagen hatte, zeigt die Tatsach«, daß der Andrang zu dieser ersten Aufführung ein gewaltiger war, daß die etwa 900 verfügbaren Plätze sofort vergriffen waren und über 1000 Gesuche um Karten unberücksichtigt bleiben mußten. Die Uraufführung am II. März war ein durchschlagender Erfolg.„Der überfüllte Saal gab einen Anblick wie eine Kirche", berichtet Fanny Hensel.„Die tiefste Still«, die feierlichste Andacht herrscht« in der Versammlung. man hörte nur einzelne unwillkürliche Aeußerungen des tief er- regten Gefühls: was man so oft mit Unrecht von dieser Art Unter- nehmungen sagt, kann man hier mit wahrem Recht behaupten, daß ein besonderer Geist, ein allgemeines, höheres Interesse diese Auf- führung geleitet habe und daß ein jeder nach Kräften seine Schuldig- keit, manche aber mehr taten." Tie Aufiührung wurde zehn Tage unter Mendelssohns Leitung und dann noch einmal im April unter Zelters Direktion wiederholt. Die Matthäus-Passion war aber nun dem Konzertsaal erobert und«in bedeutsamer Markstein in der Ge- schichte des Fortlebens von Bachs Kunst gesetzt. � Stirbt der IV alf isch aus? Der Walfischsang wird in den Gewässern um den Südpolarkreis mit immer moderneren Methoden und immer größerem Kapital be- trieben, und so ist die Befürchtung entstanden, daß auch hier dieses wasserbewohnende Säugetier in seiner eigentlichen Heimat bald dem Untergang geweiht sein könnte. Einige Regierungen haben dagegen ein Vorgehen des Völkerbundes angeregt, und verschiedene Expedi- tionen haben versucht, die Lebensgewohnheiten der noch so wenig erforschten Waltiere näher kennen zu lernen und dadurch vielleicht Mittel und Wege zu ihrer Erhaltung zu finden. Es gibt 10 bis 11 verschiedene Arten von Walfischen, deren geographische Verteilung in den Gewässern der Erde noch unbekannt ist, über deren Ver- mehrung wir wenig wissen, die riesige Wanderungen zurücklegen und zweifellos so viel Intelligenz besitzen, um Gebiete zu verlassen, in denen sie verfolgt werden. Man möchte glauben, daß diese aus- gedehnte Tierfomilie, die die unendlichen Hilfsmittel der Meere für sich besitzt, dem Ansturm der Walfischindustrie gewachsen sein müßte, aber die Tatsachen, die kürzlich Sir Sidney Harmer in einer Sitzung der Londoner Linne-Gesellschaft mitteitte, beweisen dos Gegenteil. Der nordische Walfisch, der in der Bai von Biskaja schon seit dem 12. Jahrhunderl und ebenso in der Nachbarschaft von Neufund- land und Neuengland, bei Island und dem Norden von Norwegen seit wenigstens 700 Iahren gejagt wird, ist fo selten geworden, daß man den Fang längst ausgegeben hat. Man hielt sogar dies« Tiere für ausgestorben, aber nach etwa einem Jahrhundert, in dem sie vor Verfolgungen sicher waren, haben sie sich wieder oermehrt. Der prächtige Grönlandwalfisch, der größte aller Planktonfresser, der im 17., 18. und 19. Jahrhundert in verschiedenen Gebieten unnachsichtlich verfolgt worden ist, steht ebenfalls auf dem Aussterbeetat, und selbst das Aufgeben des Fanges hat hier keine Vermehrung der Tiere zur Folge gehabt. Auch der kleinere südliche Walfisch, der graue Walfisch des Stillen Ozeans, der Buckelwal, die einst im Ueberfluß die Meere bevölkerten, find heute fast völlig verschwunden. Der moderne Wal« , sischfang findet seine hauptsächlichste Beute in den Finnwalen, von l denen es vier wichtige Arten gibt. Diese Tiere sind wegen ihrer schnelleren und gefährlicheren Natur, wegen ihres geringeren Wertes und hauptsächlich wegen des Umstandes, daß die toten Körper auf den Grund sanken, lange vernachlässigt worden. Erst die Erfindung der Harpunenkanone von 186ä gestattete die Benutzung kleinerer Boote und die Verwendung schwerer Harpunen, durch die der Finno wal an einem Seil von dem Schiff an die Küste mitgeschleppt werden konnte. Seitdem liefert der Finnwal den weitaus größten Anteil beim Walfifchfang und ist auch schon in seiner Zahl sehr verringert. Wenn daher nicht Schritte zum Schutz des Walfifchs unternommen werden, dann dürfte der Walfifchfang im Siidpolargebiet bald dasselbe Schicksal haben wie in den anderen Walfischgebietcn. Züchtung neuer ßienenrassen Die Möglichkeit, neue verbesserte Rassen zu züchten, die bei unseren Haustieren längst besteht, scheint nun auch m bezug au? d'.e Züchtung neuer Bienenrassen in erreichbare Nähe zu rücken. Wenn die Bienenkönigin zu ihrem Hochzeiteflug aus dem Stock stiegt, folgen ihr gewöhnlich 400 bis 300, ja manchmal nahezu 1000 Drohnen. die indes nicht nur dem Stock der Königin entstanimen, sondern auch aus anderen Stöcken herangelockt werden. Der«Zlug der Königin dauert aber in der Regel so lange, daß die meisten Drohnen, noch ehe sie an die Königin herankommen können, vor Erschöpfung zu Loden sinken: durch die ausdauerndste der Drohnen wird dann die Be- fruchtung vollzogen. Von welchem Bienenstock die befruchtende Drohn« abstammt«, wußten bieher die Imker jedoch nicht mit Be- stimmtheit, da. wie gesagt, die die Königin umschwännenden Drohnen sich aus vcrlchiedenen Stöcken zusammenfänden, und man auch nicht beobachten konnte, ob die Befruchtung durch eine beionders gut entwickelte Drohne geschah. Nun hat der amerikanische Forscher Dr. Watson kürzlich den Versuch gemacht. Bienenköniginnen künsllich zu befruchten, um durch die Zluswahl kräftiger und schöner Drohnen die Nachzucht des Stockes zu verbessern. Diese künstlichen Befruch- tungen, bei denen mikroskopssch fein« Röhrchen aus dünnstem Glas verwendet werden, machen es dem Züchter nunmehr wirklich möglich, unter den vielen Drohnen im Bienenstock diejenigen Tiere, die er als Stammväter der künftigen Brüten bestimmt, sorgsam aus- zufuchen. Und auf diese Weise wird man denn auch in absehbarer Zell sicherlich neue und wertvollere Bienenrassen heranzüchten können. Neu« Aleischsorten. Di« Aussicht auf«ine Bereicherung der Fleischgerichte im täglichen Speisezettel winkt der Bevölkerung von Kanada. Bisher hat sich die Menschheit im wesentlichen mit Rind-, Hammel- und Schweinesleiich begnügen müssen Jetzt sollen der kanadischen Küche und vielleicht auch bald der Küche der West neu« Genüsse geboten werden, Renntierbraten, Käribu-Beefsteaks und die sättigen Lenden des Moschusochien. Die„wüsten Länder" von Rordkanada, die zwischen der Hudson-Bai im Osten und dem„Großen Bären" und„Großen Sklaven-See" im Westen liegen, bieten einzig-- artige Möglichkeiten der Tierzucht, die jetzt ausgenutzt werden sollen. Da gibt es Millionen von Tieren, die dem Menschen eine vortrekf« liche Spelle darbieten, Millionen von Tieren, die wertvolle Fell« besitzen, und riesige Herden, die sich ohne große Mühe der Wirtschaft dienstbar machen lassen. tfr. iil* 46. Zahrgong 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 10. März 1929 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag» 10. März: $.55: Stundenglockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche. 9: Morgenfeier. Vormitta�skonzert. l3.tS: Die moderne Schachpartie. 14.30: Für den Landwirt. 15.30: Märchen. 16:..Gedoldie wartet der Berliner.'* 1$.30: Unter- haltunsrsmnsik, 18: Das Problem des Einheitsstaates. 19.30: Aussrrabnns:en und Funde auf deutschem Boden. 20: AbendunterhaUnnsr. 21: Musik der Oegcnwart. 21.30: Der Journalist spricht... Danach fanzmusik. Mootsg, ll. Marz: 13.30: Die moderne CiveiBbchandlunc. 16: Technische Wocbcnplanderei. 16.30: Lieder- und Musikvorträge. Anschließend Teemusik. 17-30: Novellen von Vicki Baum. 18.10: Sprachliche Plaudereien. 18.30: Englisch für Anfänger. J.9: Deutschland und die Wclteisenvirlschaft 20: Ucbertragjng Staatsoper Datcf den Linden:..Mona Lisa", Oper von Max v. Schillings. Anschließend Tanzmusik. 0.30: Nachtmusik. Dienstag» 12. März: 12.30: Die Viertelstunde för den Landwirt 15.30: Rhetorik im tätlichen Leben. 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18�0: Ein Abend- besuch im Schloßmuseum. 19: Von der„Gesellschaft" zur Gemeinschaft 19.30: Die evangelische Botschaft in den Wandlungen der jüngsten Generation. 20; Abendonterhaltung. 21: Konzert. Mittwoch, 13. März: 15.30: Die Frau als Leserin. 16: Wie die Pflanzea Ii der BaaniÄhulc gezogen werden. 16.30: Jugendbühne. 17: Unterhaltung«» uslk. 18.10:„Die China-Ausstellung." 18.35: Die Wiedergeburt des deutschen Idealismus aus der Antike. 19: Kolonialwirtschaft und Kolonien. 19.30: Sozialpolitische Umschau. 20: Scndespiclc:„Ucbcr die Kraft" von Biörnson. Danach Tanzmusik. Doniscbtandscnder: 20: Balaiaika-Orchesterkonzcrt.. 20.30; Lieder. AnscWicßcid Klaviervor- trage. Anschließend Lieder. Donnerstag, 14. März: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Alf Strin�berft Spuren. 16: Humor und Humanität. 16.30: Konzert. 17.30: Max Hochdorf liest aus seinen Werken. 18.30: Chemie des täglichen Lebens. 19: Meister der kfassi- sehen Kunst 19.30: Der Beruf des Rechtsanwalts. 20: Soll der Staat Titel und Orden verleihen? 20.45: Konzert.(Zum 125. Geburtstage Johann Strauß'.) Danach Tanzmusik. Freitag. IS. März: )5.s»: Zum OeburtiUte Pml Herne. 14: Den Amlenken»Iii t. Behrines. 16-30: Teemusik. 18.10: Französischer Vortrag. 18-38: Deutsche Forschungsarbeit im Innern Afrikas. 19: Die Schönheit der Mark. 19.30: Wie macht man Museen lebendig? 20: Unterhaltungsmusik, 20.50: Sinfoniekonrert, Sorniabead. 16. März: 15.30; Zum 20. Todestage Adalbert Matkowskys. 16; Aufbau und Bedeutung des modernen Varietö« und Zirkus. 16.30: Paul Morgan erzählt Anekdoten. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Medizinisch-hygienische Plauderei. 19: Musik im Rundfunk. 19-30: Deutsches Land und deutsche Kultur. 20: AbendunterbaJ- fung. 21 s Unterhaltungsmusik. 21.30: Das unterirdische Berlin. Cknach Tanzmusik. Deutschlands« od er: 20: Die Stunde des Landes: Märsche. 21: Konzert. 21-»: Tfugo-Wolf- Ueder. Königs Wusterhausen. Sonntag, 10. März: Ab 8.SS: UebertfagiuiZ ans Berlin. 14: Messen nnd Mlrkte fm Wandel der Zeiten. Ab I4J0; Uebertratunc ats Berti«. 18j Das Problem des Cinheits- slaatf«..14: Das fabnUertade Israel.-Ab 25: Uebertraiung aas Berlin. Montag, II. März; 18.40; Ucber die neeeste Dichtuna. 14.80: Uebcrtraiunt aas Bertin. I7J0: Franr Lisrt. 18: Wie steigert man die Lelsiungslibigkeit seines Oeistes? •«tBlaaaniBt S.«äfft St Ur«>Uch�»dd»>qch« JUafta.Epffttk. Ohne««währ Stachdntck verbot»» 9Uf jede gejogm Uanmt päd poet gleich hohe Stsfarat «fafla, im* zwar Je««et cnf die Lote gleicher Xaaewer ia de» vetde» Ubtellnnge» l»»d ll 86. Stebunggtag».ÜWq 1929 0» der SonntttagazichuRa wurde»«etehmt Ott ISO SR. atiegt» t 4 19 8 n 10000 9». 337118 £ 3000» i«448 2 24862« 287323 904806 874868 !» 2000 m. 139062 180859 199518 338496____ 1000 1«. 2632 89388 73012 96094 113928 122669 44 Aftntan« ta• OOO 317. 2632 09386 73012»OOS» 113926 122001» 124816 126024 147498 188132 206981 216356 217981 232581 241703 267640 264608 280042 809738 330006 339201 339409. 114»ewt.«. m 800 IB. 6528 5910 17469 23618 26679 SS1 68 83748 B4328 60599 76594 78022 87838 103424 104534 109383 117917 129913 133714 149389 182453 168490 172997 179837 200612 217339220493 223305 230785 232917 248207 260434 252442 254499 208146 270483 ilü ML Imso? 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IX«.«,«0,0*0 030Q«0 OOOOO, O, OOSTt 047400 013076 213641 222188 2242.34 224258 232959 239874 243230 247490 251436 265156 265887 269359 273298 273343 273814 280796 28121 1 931265 281862 283325 283704 284470 285204 292879 293404 293700 294837 297680 293758 901230§01272:------------- 336796 341669 356369; 886420 394878 395794 294637 2 97680 298755 301230 301272 903438 31)6673 319417 330140 335796 341669 366969 361081 365285 368678 37388« 373910381073 886420 394875 395794 396905 399006 3» der Nachmittaa«iehuna wurden«ettime See 150 SR. gejogo ll SSSü a IoöOÄ 116653 208260 387819 3781 18 388607 348998 1000 tflt. 269 11871 236I3 43803«7383 94288 190393 188554 159090 164997 17S180 IS4373 I9344S 21X1119 234IS5 241357 269200 304145 350354 356671 374173 395452 395873 188» 300 TO. 4574 12262 21087 26469 29452 32379 36947 16545�24 41179 63202 86341 61494 62452 64822 71256 72317 792�5 83859 92979 95455 101782 109463 111365 116703 118180 1I4I02 124299 129775 130439 132615 139609 142008 146124 147186 InnfiAR ikOÄ-B 66260 168215 168287 170290 171314 172758181843 1ft?557 88871 189068 192209 193475 199088 209532 216399 220391 "1�172 242056 242088 244411 248981 255378 258576 261075 282202 5«W4?2 267348 276042 277523 233934 287159 317532 320369 325178 5«ai« 333T73 335418 340050 347722 349984 350994 352659 353353 Hlnas 363385 365716 367743 370700 372120 374286 377968 381224 387379 390680 390977 991619 Im©cwtnntabe verblieben: 2Sjfiwtei»n 500000. 2 Gew. zu 50000, 10 zu 10000, 18 zu 5050, 30 zu 3000, 78 zu 2000, 182 ztt 1000, «46 zu 500, 1180 zu 300 2Hatt 18.3fl: Epglisch för Anfänger. 18.55: Neue Frühtreibverfahren. 19.20: Werk- meistcrlchrgang für Facharbeitc. Ab 20: Ucbertragung aus Berlin. Dienstag, 12. März: 15.40: Ueber die neueste Dichtung. 16.30: Ucbcrtragung aus Leipzig. 17-10: Reisen nach Irland. IS: 100 Jahre Faust auf der Bühne. 18.30: Französisch för Anfänger. 18.55: Wanderungen am Obcrrhcin. Ab 20: Ucbcrtragang aus Berlin. 22.45: Bildiunkvcrsuchc. Mittwoch, 13. März: 16; Französisch(kiilturkundlich-literarische Stunde). 16.30: Ueber tragung aus Hamburg. 17-30: Die internationale und die deutsche Agrarkrise. 18: Dichtertsundc. 18.30: Französisch för Fortgeschrittene. 18.55: Werkmeister- lehrgang für Facharbeiter. 19.20: Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20: Deutschlandscnder: Konzert. Anschließend Ucbertragung aus Berlin. Donnerstag, 14. März: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Uebcrtrarung aus Berlm. 17.36; Justizirrtümer. 18: Vortrag. 18-10: Albert Einstein zum 50. Geburtstage. 18.55: Zwiegespräch zweier Landwirte. 19.20: Der reisende Kaufmann aJs Redner. 20: Soll der Staat Titel und Orden verleihen? Ab 20.15; Ucbertragung aus Berlia. Freifag, 15. März: 16: Aus den Erfahrungen einer Eheberatungsstclle. 16.30: Uebcrtragung aus Leipzig. 17.30: Dur Agrarkrise*nnd Agrarvcrschnldung in Deutschland. 18: Christentom und Kultur. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.65: Wcrkmcisterlchrgang für Facharbeiter. 19,20; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerztc. Ab 20: Ucbertragung ans Berlin. 22.45: Bildfunkversnchc. Sonnabend, 16. März: 16: Knrzschriftdiktate. 16.36: Uebtrtragunic aas Hambore. 17.30: Die dentsche Forschanrsstelle för Beamtenfraeen. 18: Berafskrankheiten der Berr- arbeitcr. 18.30: Spanisch für Anföncer. 18.55: CrsiehanK zum Staat in Amerika. I9J0: Neues vom Himmel und von der Erde. 20: Die Stunde des Landes. 21: Konzert. 21.30: Hugo-Wolf-Liedcr. Anschließend Ucbertragung aus Berlin. Als die nachmittäWche lltüerholtilrigsirmfik der Kapelle OHo K e r m b o ch den Lautsprecher zwang, das �sseidegrab" zu trompeten, begann dieses trotz der Berliner Fnnkstunde noch nicht völlig verkitschte Gerät zuerst fürchterlich.zu klagen und verschied dann mit einem letzten Ausschrei. Sehen wir uns also einmal an. welche Ueberrasdiungen die Funkstunde uns für die Abende der nächsten Woche zugedacht hat. Am Sonntagabend werden all«, die Berlongen nach geschmackvoller, leichter Unterhaltung haben, richtig daran tun, wenn sie in ein gutes Kino gehen.„M u s i k der Gegenwart* und die halbe Stunde des Journalisten werden sie zu sehr beschweren, die Stunde Studentenlieder van 8 bis 9 Uhr dürfte auch nicht nach jedermanns Geschmack sein. Die„M o n a- L i s a*- Ucbertragung am Montag bringt reich«. klingende Musik. Am Dienstag sollte aber daraus etwas Leichtes folgen. Die Abendunterhaltung verheißt das leider mcht. Mitt- wach bringt mit Bj ö rn s en s„Ueber die Kraft"' die dritte ernste Abcnddarstellung der Woche- Am Donnerstag feiert glück- licherweise der selig« Johann Strauß seinen 125. Geburtstag, und man ahnt schon jetzt, wie beglückt alle Lautsprecher aufklingen werden. Freitag abend weist wieder ein schweres Sinfoniekonzert auf: aber vielleicht kriegen wir diesmal ein nettes Wochenend«. Was uns die Funkstunde verflucht lange schuldig geblieben ist. _ T e s. Weiferberich! der öffeoMchen wefterbicuslslelle Berlin nah Amgegeud sNachbr. netb.). Teils wollig, teils heiter, am Tage mild bei ichwacher Lustbewegung.— Jflt Deolschlanb: Allgemein ziemlich beitereS Wetter bei Ichwechcn veränderlichen Winden. Im Nordosten auch am Tage Temperatur«« bei Null, im übrigen Reiche vieisach Nachtsrost, am Tage, besonders i« Westen, mild. ÜMes�lMM-VelliZüll DchWiMkiMmMer. Wer und Weriuueu! VI«»» Urs, de» 12.»Ur,. abend» t'/, Uh?. Im S»»»»eefcho1t»haa» (»roher Saol>.«Zngelafer 24 2» Brancheuversammlung Tage, orbnu» ft; 1. Bortrag; Bild» telegrophie und siernfebe» mit praNifchcn Ref.: Zng«' Ingenieur Wien ecke. 3. Branchenangetegen. Experimenten 1 Fragestellung. heften Witgltebeduch. mit eine» her obigen Berus« verfehen, legitimiert. Ct ist Pflicht sede» Kollegen, pünktlich j« erscheinet». »»Nwach. den 13. mäti,■< 6 Ahr, Im Cotal ooo 5 nzlrti: I« 4. Aligem. Ortskrankenkasse Bernn-metesensee. Detanntmachung. Di« in her BuÄ'chubNtzung am 5. Rat 1928 befchfossen« Wahlordnung ist«m Oberverstcherung«imt Berlin aenehmigt worden und tritt mit dem deftigen Tage in straft. Druckeiemplare brr Wahlordnung kSnnen in unserem SesMit�mmer in Em psang genommen werden. Berti». Wcizenfe«, den 9. RZrz 192? De« Vorstand: Brühmüller, Borsitzender. Schräge. Schriftführer. _ l_ »lalllchrrtbarstroste Lehrlingsversammlnng orfler Graveur- tu Ziseleurlehrllnge. Zage»orbnung 1. Bortrag; »Bürg erkunde und Eazlatpolittk". 2. Be- rus«uge legen betten und Berschtebene». Iugeabkollegen! In dieser Ber- lammlung darf kein Sollege fehlen Slaitiert in der Werkstatt und in der Schnle für einen guten Beilud und dringt alleIugenbk»!ieften.bieuniererOrganisalton «och nicht angehören, mit. Spielplan unlerer«oitnrodirU»»,. I» brr Woche vom II. dl» 17. Rör�: 1. stllsfen»erboten(Tuberkulosen- Film>. Z. Mittlerer FrZsfilm. 3. sumoresfr Zu be» Woche vom 18. dt« 24. ftSzi: Rorbpol(Boald »um I. Der Flug Amundfen). 2. tbarienirSsfifm. 3. Humoreok«. Z» der Woche vom 25. blo 28. Mir»: 1. Der Flug»um Nordpol(Äoald Amunbfen). Z. Eartensröofilm. 3. HumoreSie. Z» der Woche vom 2. bi» 7. April: 1. Othello, ber Mohr von Venedig. ,2. Technticher Film. 3. Humoreske. Anfragen meoen Ueberiaffung und Besuch ber Abteilung smb lelrphoniich oder ichrist. lich an die Kulturabtetlung(Bureau: Linienstraße Wötö, Zimmer 20) ,u richteu vi« 0rt»»«rn»a>lnaa. roh AorteBrnvIade» stoiorMktioboa»»».-____ Abvucbtiscb« 02.- SB.- WtlM Mirknk» SS- Ost. 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