BERLIN Montag 11. Mörz 1929 10 Pf. 7lr. il8 B 59 46. Jahrgang. Erschtisttöglich aoßer Sonstag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts. Bezvgixrei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, 3,60®. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW 68, Anden ftr. 3 Sfialaatyaße dei n}JoYu>tid6 S»ttlK«aprek«:D»e einspaltige Nonparrilleieile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poftscheckkovt»: VorwSttS-Verlag G. m.b.H., Berlin Nr. S7öZ6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Stahlhelmüberfall auf Arbeiter Verbrecherisches Vorgehen der Geldte-Messerhelden Ltnglückstage der Eisenbahn. leipziger Meffezug und Berliner v-Zug verunglückt. Nürnberg, 11. Alärz.(Eigenbericht.) In der Nach« zum Sonntag kam es ln Leinburg, einem kleinen Ort i« der Nähe Nürnbergs, zu schweren Unsschreltnngen des Stahlhelms. In dem Orte fand eine Merbeveronstaltung des Stahlhelm, statt, zu der au, Nürnberg ungefähr 70 Angehörige dieser Organisation mit Lastauto» befördert waren. Die versamm- tnug verlies ohne jede Störung, weil die Arbeiterschaft der Parole der Sozialdemokratie Jolge geleistet hatte, der Veranstaltung fernzubleiben. Doh alles ruhig und friedlich verlief, schien den Stahl- helmern aber nicht zu passen. Nach Schluß der Versammlung suchten sie die anderen Lokale auf. In der Gastwirtschaft„Zum Ochsen" waren die Arbeiter. s ö n g e r versammelt, hier fanden fich 1Z Stahlhelmer eiu, die Händel suchten und aus einen Kommaodopsiss mit Stahlruten und viergläfern über die Gäste herfielen. Auch der deutschnationale Wirt des Lokal» erhielt«inen Hieb auf den Kopf, als er den Führer der vande bat. Ruhe zu stislen. Es gelang dann, die rausenden nationalen Horden aus dem Lokal zu enlfernen. Nicht lange danach kehrten aber die Stahl- hclmer mit Verstärkung zurück. Mit dem Befehl:„Durch die Fenster?" wurde die Sastwirtschast gestürmt, die Fensler mit Mauer- steinen eingeworfen und die Tür aufgesprengt. Die Arbeilersänger halten fich bis auf zwei Mann durch die Hintertür in Sicherheit ge- bracht. Diese zwei Mann, der posthelfer des Ortes und der Diri- gent des Gesangvereins, wurden mitBierflaschenbeworfen und mit Knüppeln geschlagen, bis es auch ihnen gelang. durch das Fenster die Straße zu gewinnen. Der Mirt m u ß t e m i l seinem kranken Sohn in den Keller flüchten, wäh- rcnd die Wirtin mit ihrer Tochter aus dem Boden Zuflucht nahm. Inzwischen hallen die Stahlhelmer einen k r i e g s. beschädigten Fleischermeister eingeholt, der wegen seines Aeinleidens nicht schnell genug flüchten konnte. Der Mann wurde in eine Seilengasse gedrängt und dort verprügelt und mit dem Messer bearbeitet. Er erhielt einen Stich in die linke Bauchseite und mußte noch in der Nacht in das Bezirkskrankenhaus gebracht werden. Da der Darm durchschnitten war, mußte er sofort operiert werden. Znsgesamt worden bis jetzt 12 Einwohner von Leinburg festgestellt, die zum Teil sehr erhebliche Hiebwunden davon- getragen haben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Angriss aus die Lein- bvrger Arbeiterschaft vorbereitet war. vierzehn Tage vorher war von dem Leinburger F o r st w a r t Klein, der als Ein- berufer der Versammlung zeichnete, in dem Nachbarort Brunn i n einer Slahlhelmversammlung darauf hingewiesen worden, daß Leinburg zu zwei Drittel rot ist. Schon in dieser Versammlung haben die Stahlhelmer erklärt, daß es kracht, wenn sie einmal nach Leinburg kämen? Trotzdem die Gendarmerie fich noch in der Nacht mit den Ermittlungen befaßte, konnten die Stahlhelmer ungehindert nach Nürnberg fahren. Es wurde nur der Name des Führers sestgestellt, der Köster heißen soll. Einem Mann wurde ein Gummiknüpel abgenommen. Nicht nur unter den Arbeitern, sondern auch unter den Geschäfts- tcuten und Vanern de» Ortes herrscht eine nngehenre Erregung über den organisierten Ueberfall de» Nürnberger Stahlhelms. Ausschreiiungen in„Q'ndenhos". Keine„Z�evolte"- nur Aufhetzung! Zm Berliner Erziehungsheim„L Indenhos" zu Lichtenberg ist es am Sonntag in später Abendstunde zu An»- schreitungen einiger Zöglinge gekommen. Eine Korrespondenz und ein Millagsblalt sprechen von„R e v o l i e". aber nach Lage der Sache kann davon keineRede sein. Amtlich wird hierzu aus dem Rathaus gemeldet: „Am Sonntag noch dem Schlafengehen hat«ine Gruppe van sechzehn Jungen unter Führung von zwei bis drei stark psychopathisch veranlagten Jugendlichen in zwei Schlafsälcn Fenster, Türen und das Mobiliar zerstört. Es mußte Polizei herbeigerufen werden, nach deren Erscheinen ohne Gewaltmaßnahmen völlig« Ruh« eintrat. Fünf Rädelsführer mußten in Schutzhast genommen werden. Die von (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Hofclbrand in Honöhonö Nassenlod bei der Besatzung Berichte 2. und 3. Seite Am Sonnabend um 19.05 Uhr entgleiste der eingelegte Messe- z u g O 1 Z 1 � aus der Strecke Leipzig— Dresden in Dahlen. Die Lokomotive fuhr in das Stellwerk 2 hinein. Außer der Lokomotive entgleisten det Packwagen und ein wetterer Magen. Vier Personen, darunter zwei Beamte des Stellwerks, wurden verletzt. Die beiden verletzten Reisenden sind ins Riesaer Krankenhaus gebracht worden. Di« beiden Beamten wurden in ihre Wohnungen geschafft. Der eine Beamte, der am Kopse verletzt wurde, hat schwere Verwundungen davongetragen. Die Strecke mnhte infolge eines vorher eingetretenen Dammrutsches an der Stelle eingleisig geführt werden. Beide Strecken waren um 22.30 Uhr wieder frei. Die Reisenden des verunglückten Zuge» wurden mit einem anderen Zuge weiterbefördert. Die Reichsbahndirektion Dresden gibt dazu folg«»- den cnntlichen Bericht- Der Vorzug von Schnellzug 131 von Leipzig »ach Dresde» ist auf Bahnhof Dahlen(Sachsen) bei der Ausfahrt nach Oschatz ln ein Stunipfgleis gefahren und hat die dahinterstehend« Stelierei zerstört. Es entgleiste die Lokomotive, der Packmeisterwagen und der erste Personenwagen. Verletzt wurden zwei Reisende und zwei Eisenbahnbedienstete. Die Nomen der oer- letzten Reisenden sind Kaufmann Franz H a e r t e l aus Brüx und Arno Hugo Gebhardt aus Riesa, beide leichte Gehirn- «rschütterung. Die beiden Reisenden sind im Krankenhaus Riesa untergebracht. Der Verkehr war etwa 1% Stunden unterbrochen. Die Weiterbeförderung der nicht verletzten Reisenden erfolgte mit dem nachfolgenden Hanptzuge und mit Autobussen. Das Ergebnis der Untersuchung muß noch abgewartet werden. Der v-Zug Berlin-Köln stieß am Sonntagabend in Heessen vor der Einfahrt in den Vorbahnhof Hamm infolge dichten Nebels aus einen V i e h Z u g auf. Die letzten wogen des Viehzuges wurden völlig zertrümmert, wobei 60 Tiere umkamen. Von den Reisenden des O-Zuges wurden vier verletzt. Der hilsvzug von Hamm war nach 20 winulen zur Stelle, kurz darauf stellten sich Feuerwehr und Sanitätskolonnen ein. Die Unglücksstelle bildet einen großen Trümmerhaufen. Die Schienen sind verbogen. Die Sirecke ist vorläufig gesperrt. Die Reichsbahndirektian Essen teilt dazu mit: Am 10. März 21.37 Uhr fuhr in Vorbahnhof Hamm der D-Zug 40 von Berlin nach Essen-Hauptbahnhof in dichtem Nebel aus den Schluß des Viehzuges 6404 auf. Von dem D-Zug entgleiste die Lokomotive, der Packwagen und ein Wagen d r i t t e r K l a f s e. Es meldeten sich zehn Personen mit leichteren Verletzungen, die sämtlich dann die Fahrt nach Hamm fortsetzen konnten. Mehrere lWagen des Viehzuges wurden zertrümmert und das darin befindliche Vieh zum großen Teil getötet. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Am Tode vorbei. In groß« Gefahr geriet am Sonntag abend der von Diesdorf (Altmark) kamniende Personenzug auf der Strecke Salzwedel— Diesdorf. Zwischen den Stationen Ellenberg und Wallstawe hatte das Hochwasser der Dumnie den Bahndamm unterspült, so daß die Schienen sich bereits auf der einen Seite des Dammes von den Schwellen gelöst hatten. Als der Zug in der Dunkelheit den Bahndamm passierte, wurden die Reisenden durch- einander geworfen und zum Teil verletzt. Vom Zugsiihrer wurde sofort die Notbremse gezogen, der Zug hatte aber die unterspülte Stelle bereits pafiiert und konnte seine Fahrt ohne weiteren Schaden nach Salzwedel sortschen. Der Bahndamm wurde sofort gesperrt. Brandunglück in Weißensee. Ein Kind durch Rauchgase vergiftet. Ein schweres Brandunglück, bei dem ein Kind ge-tölel ivnrde und Zwei Personen gefährliche Verletzungen er- litten, ereignete sich Sonntag nacht im Hause Berliner Allee 13, unmittelbar am Antonplah in Weißensee. Im Hauser Berliner Allee 113 zu Weihensee befindet sich im Erdgeschoß das Putzgeschäft von Käthe Immer, im ersten Stock darüber wohnt die Geschäftsinhaberin zusammen mit ihrem Bruder, dem 27 Jahre alten Gustav Immer und ihren Eltern. A», Sonnabend kam Gustav Immer gegen 1 2 Vi Uhr nach Hause und legte sich mit einer brennenden Zigarette im Munde zu Bett. Ein- halbe Stunde später sah ein juirger Mann aus dem Haufe Flammenschein m der Wohnung und alarmierte die Feuer- wehr. Gustav Immer war inzwischen nmnter geworden und rettete, sich durch einen Sprung aus dem Fenster des niedrigen, ziemlich alten Häuschen. Er hat aber erhebliche Brandwunden an den Annen und auf Brust und Rücken davongetragen, lieber der Jnmierschen Wvhmmg befindet sich eine 3)ie ffirandstäUe 'Unser Stild steigt die aus gebrannte Wohnküche des Jntmer, die durch Xeiehtsinn in(Brand ge xclsil»rar. 3>er Strand hatte katastrophale loh gen für die über dem brennenden Staum wohnende lamilie. Dachkammer, die ein Ehepaar Seppekt mit seinen detde» Kindern, der 4 Jahr« alten Edith und der 1% Jahre alten Agnes innehat. Die Eltern waren am Sonnabend ausgegangen, die Kinder schliefen schon. Durch den Rauch, der durch die Dielenritzen und Türfugen nach oben drang, wurden beide Kinder schwer betäubt. Die Feurwehr kam ihnen zu Hilfe und es gelang, die ältere Edith in» Leben zurückzurufen, die kleine Agnes war der Einwirkung de« Rauches bereit» erlegen und nicht mehr zu retten. Edith, die noch dem Krankenhause gebracht wurde, liegt schwer danieder. Auch Gustav Innner inußte nach dem Krankenhause übergeführt werden. Er konnte dort noch nicht vernommen werden. Folgenschwerer Wohnhausbrand in Lobau. Am Sonntag gegen 2 Uhr morgens brach in Löbau(Sachsen) ein gefährlicher Brand in einem alten vierstöckigen Hause aus. Durch Rauch und Flammen wurde sechs Familien der Weg in» Frei« abgeschnitten. Obwohl die Feuerwehr sofort mit Steigleitern anrückte und sämtlichen eingeschlossenen Personen zu Hilf« kam. ließ sich«ine 38 Jahre alte Frau Lieb scher auf Zurufe von Straßenpassanten au» dem dritten Stockwerk in die Tief« fallen. Dabei stürzte sie einem Feuerwehrmann auf den Rücken und schlug dann aus das Master auf. Sie erlitt schwere Verletzungen, denen sie kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus erlag. Auch der Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Es gelong, den Brand zu löschen, ehe die Flammen auch da» stark be- drohte Nebengebäude erreichten, in dem sich eine Drogerie mit einem großen Lager von feuergefährlichen Stoffen befand. Noch ein Arandopfer. Bei dem großen Brand« des D am pf s äg« w e r k« s der Gebr. Ogwis in Alt-Stralau stürzte bekanntlich während der Löscharbeiten«ine Mauer ein und begrub acht Personen, darunter drei Feuerwehrleute/ unter sich. Ein Feuerwehrmann starb schon bei der Ueberführung nach dem Krankenhaus«. Jetzt ist auch«in zweiter schwer verletzter Feuerwehrmann, dem im Krankenhause sofort«in Bein amputiert werden mußte, g« st o r b cn. Der dritte verunglückte Feuerwehrmann, ein Brandmeister, hat ein steifes Bein zurückbehalten. Zwei erheblich verletzte Zivilpersonen sind noch immer in ärztlicher Behandlung, aber außer Gefahr. Oer Krawall in Lindenhof. (Fortsetzung von der l. Seite.) Obcrinagistratsrat Knaut persönlich geführte Untersuchung ergab, daß die Jungen nicht die geringste Klagen über Behandlung. Essen und Arbeit vorbringen tonnten, sondern daß es sich vielmehr um eine von außen hineingetragene Unruhe handelt, die von einigen krankhaften Jungen aufgenommen wurde und auf die anderen übergriff. Die zweihundert Jungen der anderen Familien verhielten sich durchaus ruhig und verurteilten das sinn- lose Verhalten der einen Gruppe." r Wie wir erfahren, ist der Leiter des Erziehungsheims„Linden- Hof", Direktor Krebs, zurzeit beurlaubt und o e r r e i st. Daß die Ursache von außen hineingetragen worden ist, erscheint sehr glaubhaft. Außerhalb des Erziehungsheim«.Lindenhof" dürste es Leute geben, denen daran liegt, auch einmal hier«ine kleine „Revolte im Erziehungshems" zustande zu bringen. Max meldet sich. «kr läht sich verhasten, photographieren und deklamiert. Di« Thälmänner brauchen nach außen Ablenkung von ihrem häuslichen Durcheinander. Ihr Geschäftemacher Münzen» b e r g, dem der Eulenspiegcl-Ball nicht genügt, veranstaltet deshalb einen Kongreß, der diesmal nicht Kongreß der Werktätigen, sondern ausnahmsweise Antifoschistenkongreß genannt wird. Sie lassen dabei einige ausländische Intellektuelle austreten, z. B. den Dichter Bar- busse, im übrigen aber reden nur waschechte Thälmänner gegen die — Sozialdemokratie. Damit die Kommunisten nicht ganz unter sich bleiben, darf auch ein Angestellter des Hauses Ullstein ein paar Worte sagen, damit die Bourgeoisie doch auch vertreten ist. Am Sonntag machten die Kommunisten eine Vorstellung im Zirkus Busch. Selbstverständlich oersuchten sie das polizeiliche Demonstrationsverbot zu umgehen und in größeren Zügen zu dem Lokal und von ihm in die Bezirke zu gelangen. Um die so dringend gewünschte Aufmerksamkeit auf die krachende Partei zu lenken, mußte sogar Max Hölz wieder in Erscheinung treten, dem die stille Ruhe im Schwarzwaid augenscheinlich noch nicht das seelische Gleichgewicht wiedergebracht hat. Hölz versuchte am Kupfergraben die polizeiliche Absperrung zu durchbrechen, fing mit den Beamten einen lauten Krach an und wurde deshalb abgeführt. Prompt trat dabei der Photograph in TätiAeit, den wahrscheinlich mir der Münzenbergsche„Zufall" in die Näh« des randalierenden Hölz ge- bracht hatte. Hölz und der Photograph wurden vorläufig fest- genommen. Hölz erzählt seinen Gläubigen, daß er den Polizei- beamten am Alexanderplatz etwa eine Stunde lang reoo- lutionäre Verse deklamiert habe! Em Zeichen mehr dafür, daß die Kommunisten sich nur noch auf hohle Deklamation verstehen und ihr Paradepferd Max ihnen auch darin noch etwas vormachen kann. Am Nachmittag sind die ivegen Widerstandes vorläufig Sistierten, auch Hölz, wieder freigelassen worden. Sie können ihre Deklamationen jetzt wieder in voller Freiheit vom Stapel lassen. Oer Tod im Kemeprozeß. Ott Wehrkreiskommandevr als Zeuge. Sketliu. ll. März. Der hemes-JJrozeß begann heute im Zeichen eines Zwischensalle». Einer der Angeklagte«, der«jährige Administrator Bergfeld ans Gut Rosenfelde hat am hentigen Montag früh, als er ausstehen wollte, um sich zur Verhandlung nach Sl-ttin zu begeben, einen Schlag. onfall erlitten, der säst unmittelbar seinen Tod herbei. führte.. Der Vorsitzende. Landgerichlsdirektor Hoffmann. «achte den Prozeßbetelliglen, die sich von ihren Sitzen er- hoben, von diesem plötzlichen Ableben Vergfelds Mitteilung. Dann begann unter allgemeiner Spannung die Vernehmung des für heute geladenen ehemaligen Wehrkreiskom- mandeurs in Stettin, General z. D. Weber, der sich durch einen Brief der Verteidigung als Zeuge angeboten hatte. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob ihm noch die einzelnen Bor- gange nach der Auflösung der Roßbach«? In Güstnow bekannt seien, äußerte sich General Weber zunächst über die Lag« nach dem Kapp-Putsch, als er von dem Putsch-General ». Lettow-Bvrbeck das Kommando über die in Meckleu- Alarm in Paris. Oeuischland sott schuld sein, wenn die Konferenz fcheiieri. Paris, lt. März.(Eigenbericht.) Gegen den Plan einer inlernakionalen Reparationsbank macht l.c sozialistische Parteiführer Leon Blum im„Popnlaire" energisch Front: Die Sozialistische internationale habe zwar schon lSZl ans ihrem Amsterdamer Kongreß die Gründung einer der- artigen Zentralbank gefordert, aber diese Pank sollte von den inter- essierten Regierungen gegründet und der Kontrolle des Völkerbund es unterstellt werden. Das Projekt der Sach. verständigen dagegen, das nun nach acht Zahren endlich auf die Vor- schlage der Sozialisten zurückgreife, verschlechtere deren Zdee In entscheidender Form. Es bedeute nicht» anderes als den Versuch. der internationalen Finanzoligarchte ihr« Herrschaft über die Regierungen auszurichten. Die Sachverständigenkonferenz tritt heule vormittag zusammen, um darüber Beschluß zu fassen, ob das Pankprojekl weller verfolgt oder vorläufig aufgegeben werden soll. Sanerwein behauptet im „Malin", daß die Konferenz keinen oder nur einen halben Erfolg erzielen werde, im besten Falle werde sie einen Plan vorlegen, der die praktische Durchführung des Reparalionsverkehrs regele, die Hauptfrage aber ungelöst lasse, nämlich die Festlegung der deutschen Sesamtschuld sowie die der Zahl und der höhe der iahresralen: man könne daher vor- aussehen, daß eine neue Reparalionskonserenz. von den Regierungen direkt einberufen, spätesten»(?) im April zusammentreten müsse. Sanerwein stützt seine Behauptung darauf, daß sich die Sachverstäudigeu bisher über die Grundlage zur Diskussion der Schuldsumme nicht hallen einigen können. Reichsbankpräsident Dr. Schacht habe sich zwar bereiifinden müssen, seine ersten Angebole um eine halbe Milliarde z» erhöhen, aber auch damit habe er höchstens die Hälfte der alliierten Mindestsordernngen erreicht. Sanerwein behauptet. Schacht zöge vor, die pariser Konserenz ausfliegen zu lassen oder sein Amt an einen Sollegen abzugeben, al» weiter nachzugeben. Schacht wolle sich voranssichllich ans den D a w e s- p l a n zurückziehen, um zu be- weisen, daß der Transfer unmöglich sei. Diese Darstellung Sanerwein» scheint ein französisches Manöver zu sein, die Veranlworkung für einen Mißerfolg der Sachverständigen' arbeilen Deutschland zuzuschieben. Dieser Eindruck wird besonders deutlich, wenn man Sanerwein er- klären hört, die Politik von Locarno habe in Deutschland sehr wesentlich an Boden verloren, und selbst Slrefemann sei bis zum äußersten entmutigt, in seiner eigenen Partei finde er keine llnlerstühnng mehr. Da» Zentrum kokettiere mit der idee, die Sachverständigenkonferenz abzubrechen. Dl« Sozial- demakratie sei enttäuscht, und die Reaktion rüste zum Staatsstreich. Dazu komme noch, daß die Regierung Müller viel zu schwach sei. um die inttiallv« zu einem heilsame» Umschwung ergreifen zu können. bürg stehenden Truppen, darunter auch über das Reichs- wehrsägerbataillons 37 Roßbachs übernahm.„Heber die Art der Auflösung in Güstrow kann ich kein« Auskunft geben. Es war uns aber im Wehrkreiskommando bekannt, daß das Bataillon Roßbach in kleineren und größeren Trupps auf dem Lande unter- gebracht wurde. Mit meinem Wissen und meiner Billigung hat sich damals das Wehrkreiskommando' eingehend mit den verteilten Solbsffchutzformationen oder Arbeitskommandos befaßt, denn unter den damaligen Verhältnissen hielten wir das für unsere Pflicht. Ich glaube auch, daß die einzelnen Forma- tionen, auch die Roßbacher. den Eindruck gehabt haben, man beschäftige sich noch mit ihnen und werde sie wieder brauchen. Besondere Einzelheiten kann ich hierzu nicht angeben. Ich kann nur wiederholen: Mir hoben uns im Wehrkreiskommando dauernd über diese Zustände ans dem laufenden gehalten. Ich weiß nicht, wie weit ich hier öffentlich über die Bewaff» nnng-angelegenheit sprechen kann, lieber die Art, wie Roßbach nach seiner Auflösung in Pommern bewaffnet wurde und wie die Roßbacher nach ihrer Auslösung bewassnet gewesen sind, weiß ich nicht». Ich glaiche, wenn man das untersuche» wollte, müßten Persönlichkeiten vernommen werden, die sich mit diesen Einzelheiten befaßt haben. Ich als Wehrtreisbefehlshaber war darüber nicht orientiert. Es besteht aber kein Zweifel daran, daß, wenn die Roßbacher damals bewaffnet waren, dies nicht mit meiner Zustimmung und meinem Missen geschehen ist." Krauenmord in Lichtenberg. Die Berliner Mordkommission wurde heute mittag nach der Bornih strafte in Lichtenderg alarmiert. Tort war in ihrer Wohnlaube in der Kolonie „Heinrichs Ruh" die 27jährige Frau Sophie Krüger in einer groften Blutlache tot aufgefunden worden. Alle Behältnisse waren erbrochen und durchwühlt, so daft ein Verbrechen aufter Frage steht. Bei Schluft des BlatteS ist die Mordkommission mit ttriminalrat Gennat und dem.Kommissar Träger am Tatort mit weiteren milien der Soldaten, die in Ausübung ihres Dienstes Bolschewifiisch-kapitalifiische Verbrüderung. Alles in Oel! gestorben sind. Der Press« gegenüber gab Kriegs- minister Pai nlev« zu. daß„Irrtümer, Nach- lässigkeiten und selbst Fehler begnügen wurden": er hat. dem„Petit Fournal" zufolge, bereits Strafen verhängt. Austerdem forderte er Marschall Pttain auf, die Einsendung seines Berichtes zu beschleunigen. Tie Interpellationen dürften am Mittwoch die Kammer be> schäftigen. General Zurlinden gestorben Paris. 11. März. Gestern starb im Alter von 92 Jahren General Zurlinden. Er roor 1837 in Kalmar geboren. Im Kriege 1870/71 wurde er mit der Besatzung von Metz gesangen genommen und in der Festung Glogau interniert. Es gelang ihm zu entkommen und sich am Loire-Fcldzug hervorragend zu beteiligen. 1892 wurde er Kriegsmlnister. muhte ober demissionieren, nachdem die erste Ex- pedition nach Madagaskar infolge von Epidemien klägliä) gescheitert war. 1897 wurde er wieder Kricgsminister, muhte aber wieder demissionieren, weil er sich für die Revision des Dreisuh-Prozesses einsetzte. Nachher war er Militär- gouverneur von Paris und bis 1902 Mitglied des Obersten Kriegs- rates. Er hat auch eine Geschichte des Krieges 1870/71 geschrieben. Studentenstreik und Weltausstellung. Spanische Beschuldigung. Madrid. 11. März. Die Tumulte an der Unioersitäk hoben die Behörden veranlahk, zum Schuhe der arbeilsivilligen Studenten für Montag besondere Mahnahmen in Aussicht zu stellen. Die vrofessore« sind zur kalkrästigen Unterstützung bei der Herstellung normaler Zustände aufgefordert worden. In der halbamtlichen Miüeilung kündigt die Begierung Enthüllungen über die Ausdeckung einer ausländischen Org anisalion an, deren Ziel e» sei, die Vorbereitungen sux die Ausstellungen in Sevilla und Barcelona zu stören. Die Geheimorganisolion stehe keiliveise unter sreimauerischem Einsluh, zum Teil aber versolgken ihre Mit- glieder rein materielle Absichten. Die Regierung hege die Hoffnung, dah das vaterländisch« Empfinden der Sludcnkcn mi« dazu beitragen wird, die baldige Herstellung von Ruhe und Ordnung an der Hochschule zu ermöglichen.__ Vetter für Berlin und Umgegend: Größtenteils bewölkt mit leichten nordwcsllichcn Winden: Temperatur über Null.— Für Deutschland: Im Südwesten ziemlich Heller und vielfach Nacht- fräst. Im übrigen Deutschland meist stärker bewölkt, auch im Nordosten Milderung. Stresemaon iu Urlaub. Der Urlaub, den Reichsmimster Dr. Stresemann im Anschluß an die Genfer Verhandlungen anzu- treten gedenkt, ist auf ctiva drei Wochen berechnet, so daß Dr. Stresemann noch den Osterfeiertogcn wieder in Berlin fem wirb. Theater u Sonderkonzert des Arbeitersängerbundes. Bach-Saal. Aus Anlaß der Gaugeneroloerfammlung fand am Sonnabend im Boch-Saol dos I. Sonderkonzert statt. Neuzeitlich« Ehorgefänge bildeten das Programm, und zwar von Scherchen, Knöchel, Lendva, und Eisler. Das Gesamtresultat«vor weniger Erfüllung als Verheißung. Manche machen es sich zu leicht, manch« zu schwer. Einen einheitlichen Stil gibt es noch nicht. S ch e r ch e n. der Meister- bcarbeitsr und ausgezeichnete Musiker, liefert in„Das ist das Haus am schwarzen Moor" eine gar zu simple, nicht einmal durchlompo- nierte Ballade im gebräuchlichen Moll, im„Alten Wirt von Lonca- shirc" eine rhythmisch sehr bewegte und prickelnde Grotesk«, in „herüber zog ein« schwarze Nacht" eine schrill sich aufbäumende, weit über dos einfache Ziel hinausschießende Romanze, in„Die hundert Männer von haswell" einen echten Tendenzchor voll Kraft und wilder Drohungen, aber ohne die richtige musikalische Füllung. Anders bei K n ö ch e l s Liedern. Sein„Auftakt" fährt auf alten, wohligen Gleisen, tlingt famos, ist aber kaum modern, sein dick- blütig-philosophisches„Wenn der Mensch" aus der„Lebensmest'e" und dos weit wirkungsvollere„hol aus" aus dem Melodram„Eiserne Welt" kranken ani Mangel einer festen, auswärts strebenden Linie, bleiben im Stofflichen, in der textlichen Unterlage zu sehr stecken. Man hört auch zu oft den Donner Tors, spürt zu selten das hinreißende Licht Baldurs. Ein ganz Gefesteter, unentwegt aus innerer Kraft sich Reckender bleibt immer Erwin L« n d v a i, der nur in der „Toten Stadt" keinen richtigen Höhepunkt findet, was zum Teil am Stoffe liegt. Aber die„Kumpanei" ist eine klassische Arbeit, und „Ahoi" mit seinen tontrapunktischen Künsten ist voll Mark und vulkanischem Jnnenkamps, das Muster eines echten Tendenzchors. h. C i s l e r steckt noch sehr im„Sturm und Drjjng". Ein gut Stück besser als der Dichter ist der Musiker. Aber In seinem„Borspruch" mit Chorreferat kommt der Humor sehr schlecht zu seinem Recht. Die Ausführung gab bei den hervorragenden Chören, die man ausgewählt hatte, wenig Anlaß zu Tadel. Generell überwog nur fast überall die Neigung, das Tendenziöse, Aufpeitschende, harte zuungunsten des schönen Klanges und des harmonischen Flusses zu übertreiben. So hatte der ausgezeichnete G. O. Schumann mit seinem„Gemischten Chor Groh-Berlin" alles Textlich« brillant herausgearbeitet, aber in den beiden letzten Scherchen-Chören war manche Unreinheit und Schärfe, namentlich im Sopran, zu spüre». Knöchel, der Meister des gesättigten Chortlangs, unterstrich den kompositorischen Fehler des Mosaikartigen und der vielen Gedanken- striche allzu sehr. Ungefähr dasselbe wie für Schumann gilt auch für den erstaunlich schnell emporstrebenden C. Ran kl mit seinem „Schubert-Chor"(Gemischter und Mönnerchor). Ohne Fehl und Tadel waren die Lerrdvai-Chöre unter S ch u in a n n(Berliner Lendvai-Chor), nur„Brügge" war selbst für eine„Tote Stadt" zu lendenlahm. Das dichtgedrängt« Publikum«vor seiner Begeiste- rung nach offenbar ganz modern eingestellt. Also„ahoi, ahoi", ihr Zutunftstomponisten.'�r" Gastspiel des Ostdeutschen Landestheaters. Stnndbergs.Astern". Vor Jahren Repertoirestuck im Theater in der Königgrätzer Straße und in den Kaimnerspielen, wird nun Strindbergs „0 st« r n" In den Spielplan des Ost deutschen Landes- theaters ausgenommen, das damit die näher« und«veitere Um- gebung Berlins bereist. Am Sonnabend fand in später Nachtstunde die Generalprobe im Theater am Schissbauerdamn, statt. Für die Regie zeichnet Fritz Richard Werkhöuser vom Neuen Schauspiel- Haus in Königsberg verantwortlich. „Ostern" ist dos Drama der Angst. Alle Menschen fürchten sich und das Symbol sü? die Angst ist Lindtvist, der Gläubiger der Familie. Aber dieser gefürchtete Mann verkündet am Schluß lieb- liche Ostcrbotschoft, ordnet die klein« Welt und ist«ine Seele von Mensch, die Angst ist wieder einmal gegenstandslos gewesen. Der Recfisscnr könnte nun das Drama seiner Wirklichkeitsinihe entkleiden, es auf eine düster instrumentierte Sinfonie der Angst stilistcren, einer wahnsinnigen Angst vor dem Unbekannten, der Lebensangst, wie der Romonschrisistcller Walther harich diesen seelischen Vorgong nennt. Di« einzelnen Menschen sind nur vcr- schieden« Stimmen, die dos Grundthema vsriieren. Werthäufer bleibt bei der reolistischn« Fassade des Stückes. Er stellt es von vornherein auf«inen gedämpften Ton, aus ein« ibsensch anmutende, ohnungsschwere Atmosphäre, betont das Bürgerlich« in diesen Menschen, will herausarbeiten, daß die Angst«inen wirk- lichcn, wirtschaftlichen Hintergrund hat. Aber er sieht trotzdem die großen Umrisse, gestaltet die Menschen von innen Heraug und vermeidet ein Mosaik aus Einzelbeobochtungen. Er läßt die Schau- spicler gastrafft sprechen und hat nicht die Neigung für gedehnte Pausen, über die sonst realistische Regisseure verfügen. Der zweite Gast ist Fränz« Rvlosf als Frau Heyft. Si« geht schon ins grotesk Phantastische. Sie wirkt wie die ewig plappernd« Mumie aus der„Gefpenstersonate", wie der personifiziert« Alpdruck, der auf der Famil« lostet, wie«in« längst Verstorbene. Gut und gediegen ist das Ensemble. Uebrigens müßt« die Kleidung einheit- licher sein. b'. S. Das moderne Bühnenbild. Im Hörsaal des Kunstgewerbemuseums sprach Edward S u h r, der bühnenbildnerische Leiter der Volksbühne am Bülowplatz, über „Wesen, Werden und Wirken des Bühnenbildes". Er gech keine historische Uebersicht, sondern«in« Analyse des modernen Bühnenbildes an Hand von Lichtbildern, die hauptsächlich Inszenierungen der Vottsbühn« reproduzierten. Der Bühnenbildner muß von der Idee der Buhn« ausgehen und nicht von der des Bildes. Dos Materiol der Bühne ist durchaus oerschieden von der malerischen ader architektonischen Skizze. Das Bühnenbild darf nie Selbstzweck werden, es bildet nur den Rahmen für di« Bewcgungsvorgänge auf dem Theater. Allein das Bühnenbild ist gut, das den Sinn einer Szene klar zmn Ausdruck bringt. Ein wesentliches Moment bildet die lriehte Transportmöglichkeit, die den Umbau beschleunigt, und dieser Gesichtspuntl ist ebenso wichtig wie die künstlerische Durchdringung des Stoffes. An Skizzen aus dem „Peer Gynt" und dem„Traumspiel" zeigte Suhr. wie man mit wenig Mitteln starke, künstlerische Wirkungen und gleichzeitig schnellen Ablauf der Verwandlungen erzielt. Am Sonnabend dieser Woche beschließt Suhr seinen Dortrag mit Ausführungen über die zukünftige, bildnerisch« Ausgestaltung der Bühne. t. vi« tiflanHtfahrl de» Alefecr" wird im Institut für Ztlc-retkund« Dienstag und Freitag. abend4 8 Ubr wiederdolt. Zm c«M»>mvs«,M smdet Dienstag 8 Uhr em Agnes Miegel- Abend statt. nd Musik. „Der Wildschütz." Städtische Oper. Gut« alte Zeit der Gutsbezirke: genügsame Dorfgemütlichkeit, Allmacht des Landadels. Ein bißchen denrütig bewundernd blickt der bescheidene Kleinbürger Lortzing zu ihm auf: nicht ohne Seitenblick freilich aus Beoumarchois-Mozorts Almooiva, von dem sein Operngraf, nichtstuerischer Edelmann und obligater Schürzenjäger, die handgreiflichsten Züge abbekommen hat. Milieu und Handlung— diese mit gesundem Witz erfunden und mit urtümlichen Theotertalent in jenes komponiert— werden von der unverwüstlichen Lebendigkeit der zentralen Figur gespeist, des verhinderten Wilddiebs Dorfschul- meister, wie er im Volksbuch steht: rund und strotzend, ein ur- lebendiger Mensch, obgleich er, nur eben auf den Namen Bacillus hört. So bescheiden war dieser Lortzing. Aber � vor allem auch seine Musik lebt— sie lebt sozusagen davon, daß si« nicht umzu- bringen ist. dank ihrer seltenen Verbindung von Echtheit und Zweck- Mäßigkeit, und die berühmte Billardszene besteht als kunstloses, doch instintthost-tunstoolles Schul- und Musterbeispiel der musttolrschc» Gattung Spieloper. Ein freunbliches, in einigen Partien verstaubtes Stück— es ließ sich keine große Theatersach« daraus machen. Dem Dirigenten Fritz S t i e d r y, der zum erstenmal in voller künstlerischer Verantwortlichkeit am Pult der Städtischen Oper wirkt, war kein« be- deutende Aufgab« gestellt. Aber der bedeutende Meister weiß etwas daraus zu machen, in souveräner Freiheit entbindet er all« Werte der Partitur, auch die verborgeneren der instrumentolen Charakteristik. Die Ensembles haben Frische und difserenzierten Klang, die ganze Aufführung hat Stil und Laune, mehr Laune als Schmiß: das Werk behält sein vormärzlich behagliches Tempo. Und die bedeutendste Nummer— di« große Arie, die den zweiten Akt krönt—, di« bedsutendste Rolle findet In Eduard Kon dl einen Gestalter beinah« von dem Genieformat, das hier andeuiungs- und ausnahmsweise von Lortzing erreicht werd. k. p. patlenberg im„Großen ABC" �enaissance-Theoter. P a g n o l s„Großes.ALC" ist die letzte Phase in der dramatischen Bel)andtung des Geldtampiexes. Die Linie der französischen Gesellschaftskritik sührt von Balzacs„Mercadet" über Mirbeaus„Geschäft ist Geschäft" zu dieser ousge- sprochenen Komödie. Bei dem viel stärkeren, saftigeren Mirbeau ging die Satire tiefer, schaute der Ernst des Lebens bedrohend herein. Pagnols ausgebeuteter Schulmeister wird durch Zufall Strohmann einer Schwindelsirma. Man will sein« Bravheit und Biederkeit ausnutzen, aber schließlich kommt er dahinter und dreht nun den Spi«ß um und übertrumpft die Gauner. Das olles ist auf Lustigkeit an- gelegt und setzt eine Atmosphäre voraus, in der Betrug und Schwindel als selbstverständliches Geschäftsprinzip gilt und moralische Kritik als lächerlich empfunden wird. Sind wir in dieser letzten Phase eines in schamloser Fäulnis versintcnden Systems? Klöpfer. der di« Rolle bei uns geschaffen hat, heionte dos Menschliche darin, suchte Uebergänge, stellte Kontinuität des Chöi . rokiers her. Pallenberg, der jetzt als Gast an sein« Stelle tritt, springt unvermittelt vom braven Blödsinn, den er mit seinen bewährten Mitteln bemitleidenswert zeichnet, zum gerissensten Ge- schostemacher über. Man glaubt ihm sein« theoretisch fundierte Ueberlegonheit. Er war nie dumm, sondern nur falsch orientiert. Die Ergötzlichkciten, die er noch beiden Seiten eickwickeln kann, be- sonders die Dialektik des Neubokehrten, ent, zücken di« Zuschauer. Oscar S i m a und Anni W c w e s und die übrigen Darsteller runde» die Borstellung vollendet ab. r>. „Abschiedswalzer." Ein Ehopin-Film. Eine Pariser„Gesellschaft für historische Filme" hat Chopins Leben verfilmt und uns in einer Mot!n«e des„Capitols" damit be- kanntmachen lassen. Das Schaffen eines Komponisten bietet wenig Stoff für einen Film, und so hat man sich an dem Liebesleben Chopins schadlos geholten. Mehr oder weniger historisch getreu— es kommt im Film noch viel weniger darauf an als im Drama etwa— wird uns der junge Chopin gezeigt, der ernst und in Vor- ohnung seiner Bedeutung repräsentiert, dann seine Jugendliebe zu seiner Kindheitsgespielin Maria Wodzinfko. Der polnische Aufstand, das Pariser Erlebnis mit George Sand, der Abschied von der ersten Geliebten und der Tod des Künstlers bilden den weiteren Inhalt. Aste rührenden und sentimentalen Seiten werden angeschlagen(ohne sonderliche filmisch« Qualitäten), man glaubt sich in die Zeit der Empfindsamkeit zurückversetzt, auf die die Anhänger der Stahlbäder heute Mit Spott zurückblicken. Aber bei oller schuldigen Rücksicht auf die Gefühlskulwr vergangener Epochen muß man doch sagen: hier ist ein U«berschwong,«in« süßlich« Tränenseligkeit und Salon- sadh«it. Der Tod Chopins ist zu einer großen Zeremonie aus- gebaut. Dabei ist der Ehopin-Dorsteller Blanchar durchaus würdig und zurücklzaltend. Sehr draufgängerisch spiest Germaine L a u g i e r, di« George Sand, die als eine Art Bamp den armen Chopin verftlaot. Ckopinsche Musik, von Marie P a n t h e s- Paris feinsinnig eingekochten und vorgetragen, hob den Film in höhere Sphären. r. ZNilliovenverdienste englischer Dichter. lieber di« Einnahmen berühmter englischer Schriftsteller aus ihren Werken find kürzlich einige Zahlen bekannt geworden, die in der„Literarischen Welt" mitgeteilt werden. Donach steht der greise Hall C a i n e, dessen Romane bei uns so gut wie unbekannt sind, mit einem Jahres- einkomm en von 2 Millionen Mark an der Spitze. Der ebenfalls in Deutschland kaum gelesen« Jon,«« Barr!« folgt mit ungefähr einer Million jährlicher Einkünfte. Von Shaw wird gesagt, daß er 000 000 Mark im Jahr verdiene. Sein Vermögen, das liaupisächlich in Grundbesitz angelegt ist, wird aus 11 Millionen Mark geschätzt. Di« Einkünstc von H. G. Wells sollen sich aus 800 000 Mark im Jahre belaufen. vle Zrflhi«hr»«ti»n»ll>mg der Drevhischea Akademi« wird Ssttt« Mal eröffnet werde» Da» Programm lann Berlin W 8. Pariser Plasj 4, be» jegen werde». Die SeMo» iiir Llchttanfi an der Preußischen?lkade«i« der Künste be- ginnt am t. Mai die Herausgabe van Jahrbüchern. vi« ckrifi,»er Op«r«lle. Da« soeben erschienene gedruarhesl ber .Seen«", PlonaiSblalter für Aiimicnluvst,(Oislerdeld& Ca., Berlin W. Ii) beschästig! sich ausschließlich mst d-m Prabl-rn der OPereU«. Loerilbawen wird beute von einer ftrist» der Operette gesprochen. Dies« ktrrfi» begann mit den sich allgemein verbreitenden Sensationen der Revue. Ran»ersucht« eine Lösung, indem man sowobl den klassischen Seil and ber Odmcke. t.Wikado"—.Luftige St(tve-) wie auch die neuer« Produktion ,u A» ftattungslücken nach de« Muster der.Schau' umwandest«. Der Zustand Charlie ChapUu hat sich gebessert. Eine Frau als Faschistenoberst. Wiihrenb die Produktionsleiter und Regisseure der Film- nchustrie nach neuen Stossen seufzen, die Dramatiker ihr« neuen Fabeln aus die alten Leisten schlagen und den Romanschriftstellern nichts einzufallen scheint, was nicht schon ungezählten ihrer Vor- gänger eingefallen wäre, spielt das Leben selbst zuweilen einen Streich, der olle Phantasie beschämt. Die Geschichte der Mrs. Valerie Smith, die sechs Jahre long das Leben eines Mannes geführt, mit Männern geflucht, gezotet und Sport getrieben hat, hinter Hunden Parforc« geritten ist und Tausende von Menschen über ihr wahres Geschlecht getäuscht hat, übertrumpft an Wahr- scheintlichkeit jeden Schwank, an ungewollter Ironie jede Erfindung Hollywoods. Heute noch würde Mrs. Smith im Regents Polac« Hotel in London als Portier die Gäste empfangen, von ihren Freunden als Hauptmann, Major oder Oberst angeredet werden und ein be- liebter Zlnekdotenerzähler in Herrenkreisen sein, wenn— ja, wenn man sie nicht vor einigen Tagen ins Männergefängnis nach B r i x t o n übergeführt und sich dabei die Irreführung herausgestellt hätte. Heute spricht die ganze angelsächsische Welt vom abentcucr» lichen Leben dieser zweifachen Mutter, dieser ehemaligen Arme«- krankenschwester, dieser Tochter des verstorbenen Herrn Thomas Barker von Jersey, eines reichen, in weiten Kreisen bekannten Sportsmonnes. Schon wuchert die Legende, und obwohl die Eni- hüllung erst wenige Tage alt ist, hat sich ein wahrer Kranz von Anekdoten um das Haupt des Mrs. Smith alias Hauptmann Barker alias Oberst Sir Victor Barker geschlungen. Soviel scheint jedoch reine Warheit zu sein: Mrs Smith hatte als Hauptmann Barker ein« kostspielige Wohnung genrietet. Mit dem„Hauptmann" lebten «ine Dame und sein Kind„aus erster Ehe". Die Dome wurde Freunden als Gattin des Hauptmanns vorgestellt. Das Kind nannte seine eigene Mutter„cladcli"(Loter). Alle Zeugen betonen, dah die Barkersche Ehe als überaus glürklich galt.„Keine Ehescheidung in meinem Hause", pflegte der Hauptmann scherzweise zu sagen. Wahr ist ferner, daß Mrs. Smith ein Restaurant erwarb und pleite ging. Niemand, so berichten frühere Angestellte, habe den Besitzer für eine Frau gelfolten. Wahr ist auch, daß Hauptmann, Major, Oberst Bark«? schließlich einen gutbezahlten Posten in einem der größten Londoner Hotes als Mann bekleidete, ohne den ge- ringsten Verdacht zu erregen. Erst die Einzelheiten versehen freilich die Geschichte mit jener Ironie, die ihr den eigentümlich reizvollen Duft verleiht. Dieser Hauptmann Barker, anscheinend ein frischer, blauäugiger Junge von jener Sorte Engländer, die nie erwachsen werden, wurde «in Führer der britischen Faschisten. Ein Londoner Blatt zeigt ihn im Bilde im Kreise der britischen Faschistenhäupt- linge am Gcfallenendenkiital Großbritanniens, die vollbesetzte Ordensspange quer über die— wie wir heute wissen— zarten weiblichen Brüste gespannt. Des Ewig-Männliche scheint ihn überhaupt weit über die Natwcndigkeit seiner rmiiantrschen Maskerade hinaus angezogen zu haben. Dieser Hauptmann oder Oberst Barker bewrgie sich vorwiegend im Kreise ehemaliger Offiziere. Hier schien er auf- zublühen. Er liebte, wenn man denen glauben darf, die heut« den Zeitungen vom Erdenwallen des Hauptmanns Barter berichten— kräftiges Fluchen, derbe Witze unter Männern, Alkohol, Tabak. Eines Tages trommelte er in London die Teilnehmer an den Kämpfen von Möns zusammen—„die alten Jungen müssen zu- sammcnstehen wie damals", sagte er. Beim Bankett saß Oberst Barker an der Spitze der Tafel und erzählte in einer Tischrede Anekdoten von Möns.„Da war niemand, der ihn nicht für einen alten Kämpfer von Möns gehalten' hätte," tönt heute der verwirrte Ehorus der Getäuschten. Auch sonst wurde das männliche Ritual von Barker aufs ge- naueste eingehalten. Ein früherer Diener Borkers. der trotz einer zwölfmonatigen Anstellung keinerlei Verdacht geschöpft hotte, be- richtet, daß der Rasierpinsel morgens stets voll Seife gewesen sei, und daß die Klinge» des Rasierapparates unordentlich herumlagen, als ob sie ständig benlltzt würden. Die Garderobe Barkcrs ent- hielt zahlreiche Uniformen, sämtlich mit vier britischen Kriegsous- Zeichnungen, dem französischen Kricgskrcuz und einer belgischen Eine neue Riesenschlange. Im Berliner Aquarium ist eine gegen 6 Meter lange und«n Umfang 70 Zentimeter messende Anakonda eingetroffen, die von Professor B ö k e r aus Freiburg selbst in Brasilien gefangen und mitgebracht wurde. Diese im wesentlichen graue, mit großen, schwarzen, runden Flecken gezierte Riesenschlangenart lebt nament- lich im und mn Wasicr, sie gelangt nicht allzu oft nach Europa und gehört zu den in der Gefarrgcnschast nicht sehr haltbaren Acren. Der Fang geschah in denkbar einfachster Weise dadurch, daß man die Schlange an einem Strick, den man ihr um den Hals gelegt hatte, herauszog und in eine Kiste steckte. Das Tier sträubte sich zwar nach Kräften, setzt« sich aber nicht eigentlich zur Wehr, Es ist mit einer fast ebenso großen und einer kleineren Anakonda, sowie mit zwei riesigen, 7 Meter langen malaiischen Teppich- oder Netzschlangen in dem großen Rieseirschlangeiibehälter Nr. 22 im zweiten Stockwert untergebracht. Zufälligerweise traf mit demselben Dampfer eine zweite große Anakonda für einen Berkiner Tierhändler ein, die daneben zur Pflege eiitgestellt ist. Medecklle geschmückt. Alles I» Viesen» Mllmtackcken ia ÄW. Ämvh war aufs genaueste ausgetüftelt. Sicherlich würde Mrs. Smith noch heute als Mann unter uns wandeln, wenn nicht ältere Schulden, ein viele Jahre zurückliegen-- der Bankrott, zu ihar Verhaftung und gefängnisärztlichen Unter- suchung geführt hätten und dadurch dem schönen Traum ein jähes Ende bereitet worden wäre. Heute sitzt Barker als Mrs. Smith, anstatt im Männergefängnis von Brixton, im Frouengesängnis H o l l o w a y in Unterfnchungshost. Die Komödie ist zu Ende und eine menschliche Tragödie zeigt ihre bösen Zähne.... Es bleibt der Phantasie des einzelnen überlassen, in diese Ge- schichte einer Verkleidung Erklärungen hineinzulescn,«inen psycho- palhischen Grenzsall, em hinreißendes Abenteurertum, die Geschichte einer Verzweiflung zu*totistmieren. Aber das Schöne daran ist doch wohl, daß dieser ganze Fall keine Moral hat— er steht jenseits von Gut und Böse, wie jede gelungen« Hochstop«- lei großen Stils, jede Täuschung der Welt, bei der niemand an Leib und Seele Schoden gelitten hat. Doch gemach— eine Gruppe von Menschen hat sich mit un- sterblicher Lächerlichkeit bedeckt: die britischen Faschisten, deren rechtsradikale Splittergruppe diesen„Oberst Barker" zu ihrem Häuptling gewählt hatte. Für die Milchgesichter der„National Fascifti" scheint diese Frau den Inbegriff der Männlich- keit repräsentiert zu haben. Freilich haben diese„National Faseisti" den Spott nicht mehr abgewartet— sie sind schon vorher an ihrer eigenen Lächerlichkeit zugnmdegegangen! Zum Maisch auf London unter Führung von Mrs. Smith ist es leckrer nicht mehr gekommen. Im übrigen kann das britische Reich ruhig schlaf sn— kein Verdacht der Unmoral, so versichert treuherzig die englische Presse, umgibt das Dasein des gefallenen Oberst Sir Victor Barker.„Wie immer das endgültige Urteil ausfallen mag." so schreibt ein« englische Tageszeitung,„es muß ausdrücklich festgestellt werden, daß sich niemals auch nur der Hauch eines Skandals an den Namen knüpfte, den Mrs. Smith zeitweise trug." Die Hunderistundenarbeiiswoche. Verurteilung der Schlafwagengesellfchast. Die Jniernational« Schlaswagengesellschaft, die ihren Sitz in Berlin, Unter den Linden Z7/S8 Hot, Höst sich offenbor an die in Deutschland gellenden Arbeiterschutzbestimmungen nicht gebunden. Di« Gerichte müssen erst in Bewegung gesetzt werden, um der Leitung dieses internationalen Betriebes beizubringen, daß sie ihre Arbeitnehmer nach dem geltenden Recht zu behandeln Hot. Bor einigen Togen erst hatte sich das Arbeitsgericht mit der Klage des am 1l. Dezember 1S28 fristlos«ntlailenen Vorsitzenden des Betriebsrates zu befassen. Di« Gesellschaft wurde verurteilt, den Betriebsratsvorsitzenden weiter zu beschäftigen bzw. zu bc- zahlen. Am 8. März 1929 entschied die klein« Strafkammer des Land- gerichts I in Moabit gegen die Direktion. Der Oberinspektor Bei er wurde zu 699 Mark Gelbst ras« verurteilt, weil er den Angestellten eine Arbeitszeit von 199 bis 119 Stunden pro Woche auferlegte. Die erste Instanz ha!t« den Herrn Oberinspektor freigesprochen, trotzdem der Staats- anwalt eine Geldstrafe von 299 M. g«gen ihn beantragt hatte. Di« Angestellten halten auch die 999 M. Strafe für die zahllosen unbezahlten Ueberstunden für viel zu gering. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Gesellschaft sich nunmehr entschließt� fortab die gesetzlichen Bestimmungen Zu beachten, ihre gesetzwidrige Behandlung der Angestellten auszugeben. AcrantwarUich für die Rrdattio»: Zra»» Ztlüh«, Berlin: Anzeig.'»: Th. Slocke. Berlin. Brrlog: Borwürls Verlag 05. m. b. S., Berlin. Druck: Porwärts Bück- drnckrrci und Vcrlagsanstalt Paul Singer& Ca, Berlin SW S8, Lind-nstraß- I!. Hierzu l Beilage. SCAtA H L'hr B 5. Barbarossa 9256 iosma S*llra/Gr. Ralph Banatxhy Barinoff u. Eulalias Jack Stanford und äm übrigen Attraktionen:! plAza Kflatriaei. Alex. 5006/68 fdgl.2 Vorsteiloogen 5 UlirSOPf bisl.-M. 8». l.-M. •M. INTERNATIONALES VARIETE Renaissance- Theater Hardeobergstr. S. Tel.: Steinf 1. 901 u. 2583 84 6 Vi Uhr. Zum 81. Male: 81/« Uhr Die Welterfolgskomödie „Das große ABC" von Marcel Pagnol Rcj: Sisi. Rannni. I« Prtnicrnttsui. Theaters. KottbusserTor Knttbosaer Str.(. Tel. Mpl. 1 S077 TB glich« Uhr. auch Sonntag nachm. 3 Uhr(ermSBigta Preise) Elite- sanger ». a.„Die Schönheilskönigin" verbunden mit Modenscheu. AOgem. Preisherabsetzung auf allen PUtzen Will fieaiei DircktUcinzHerald CtaarlottenstraBe 90 A. 7. Dönhoff 170 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit (Abie'slrish Rose) OUcli. XOnetler-Di. SU Uhr Der Zinker v.Edgar Wallaw taitsdi Rita Matthias Preise!— 10 Mark SCHAOSHELHADS%| METROPOLTHEATER 8 KOnstlerische Leitung i IK CHARE T)etUe&e Augustin Alfred Braun flady Christians Trude Lleske Siegfr. Arno Paul Morgan Paul Westermeier MarlMBB glHfceWeni| Itm Orltt) IlSrntnffatter/Hai» Sommer| [ j Smsbiiejifii 1 1 Jadlsonlwys| inutattunjen: Professor ! Enst Sten! £usüge lOUwe Fritzi Massary Max Hansen Uschi Elieot W. Dankuhn H. Dunkermann W. Schaeffers Nsrqmta Sislers Frisco ggaaty-lirli 1 1 Comtdiaiihiiys i, �, a Huikallsd» nachm. cv neine Preise E Ernst Hsoke voiKsDiinne Ibsstnr jm äälowijlalr ■ Uhr Ireozaiinalime TMater an SdNlttantniaaia 8 Uhr Die Krankheit der Jugend Thalia-Tkeater 8 Uhr Oelransch Staat). Miller-Th- 8 Uhr Oedipua Staaisopcr in Pills Ucr Rtnunk 8 Uhr Rolläoiier Winker Garren 8 Uhr Readhen crleahi Internat. Varleta. 1 CASINO-THEATER Lothringer Straße 37. Nur noch bis 13. März Kilometeplietichen Am 14. Marz 1929 zum 1. Male „Eine ungeliebte Frau1* Fürunsere Leser Gutschein für I—« Fers. Fauteuil nur I.1S M.. Sessel I.6S M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang ft.80 M. Oeotsdi« Ibeater Norden 12310 8 U., Ende geg. IöV» Die lustigen Weiber von Windsor von Shakespeare Regie; Heinz Hilper. Theater am SfflifiüaoerdaniiD Norden 1141 u. 281. Täglich 8V4 Uhr Krankheit der Jugend von Ferd. Bruckner Insz. Gust. Härtung. Elisabeth Lennam, Thorenhurg, Kahnert, Darrmest, Andersen. Rappard u. Du.chünsky. Kamraerspieie Norden 12 310 8 Uhr, Ende 10' sUhr Zum SS. Male Komödie von Edouard Bourdek Regie. Forster Lartnaga. Karlen B Tage Im vor. es{ Jie homodie iismarck 241 4/751(> fflk Uhr, Ende 10 Vi „Olympia" j on Franz Molnar Forster tarinaga. Reichshallen-Theaier Slcttincr Sänger Das neue MRrx-Prsiramii) „Moderne Böhaen-GrSken." r Sroliske Mtnil I Brtnoa. TW Anfang 8 Uhr, Stg. Nachm. \&U J �-- ' OK n Hof t. Brettl: Finliln-Tinitt ✓ in Ninneni. Blllrtibestellongea ■pkao; cninim niss. Kleines Tbeater Täglich 8'/» Uhr: Kart Goeiz, Valerie r. Martens Paol Otto in „Trio" Lustsp. v. Leo Lenz. Regie; Fricdmano- Frederich. Berliner||lH-¥rlCI NBukölln. W Lahm Ir. 71 71 L Lesslng- Theater Täglich S' i Uhr Maria Orska in „Das Veildteo" Die Medaillen einer alten Frai SarBOwsky-üte Thuter in der Kleiggritzer Straße Täglich SV« Uhr Revolte im Eriiehonoshaus Komödienhaus Tffgllch H Uhr Oia Cm-Gnsdisn- Cpar riwatar am lollandorfptaU Täglich 8''* uh Das Geld am der strafia R Trianon-Th. i äolich S'li Jh Dar Herzog und die SQndenn mit Ertti Gilssnir und Mirlll Kenner Rundfunkhörer Halbs Preis« ose-Thaater 8r.friiMnlr]t.l]? 8';. Uhr Oer Obersteiger malia-Theater rssdener atr. 72 8 Uhr „Oelransch" 81. Thäiter dis Westens h INS| Oer größte J Erfolg Verlms Friederike Muhl von Oehar Erika o. Thellmann Eduard Lichrenftein smiiedi, ttmdvrs, Kora. aosler. Bridrrmann. Ber. Sofie ammfrrdr. Stem»I.Ml 1.71,« Lustspielhans l1« Uhr wUMrmnrwm Ccido Tieischer Weekend im Paradies L.JUERGENS ALEXANDER PLATZ ßvVcfatnHg. NEUE KÖNIGSTRASSE 43 Verkäufe Planelarfam ' am Zoo■■■ Verläa?. oadjiastlit'erSfraB. 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Bon den Furien des Elends gepeitscht, stürzte das Mädchen von Tisch zu Tisch, und stehe: die chartgesottenen griffen in ihre Taschen, und der Teller des Mädchens füllte sich Roch einmal kam die Bettlerlu ins Risto- rante, zur Zeit der Fremdensoison, als dort Kur- gaste speisten, ehrbare Bürger, die Wert darauf legen, es nicht nur zu sihcinen. Auch s i e war ehrbar geworden, hausierte mit Handarbeiten— ohne Kind. Niemand gab.—„Wo ist das Kind?' fragte ich sie und dachte: vielleicht längst unter der Erde.—„Bei seiner Mutter," erwiderte die Vierzehnjährige.»Gibt es trilht nrehr her, seit es auf ist.' Zwei Wochen später wurde sie als Leiche an die Amte geschwemmt. Angebettelte Bettler. Wir marschierte»,«n langer Zug von vertriebenen Südsee- deutsche«, durch Wesel. Zerlumpt, zerbrochen, verarmt. Beinahe an den Bettelstab gebrach. Ein Schwärm von Kindern stürzte sich auf diesen Bettlerzüg: „Gabt Brot! Gebt Brot!'. Wir gaben. Wir gaben von dem gesparten Schisfsproviant, den wir unseren hungernden Familien mitbringen wollten. Angst um die Wunden Ich ging mit einem deutschen Arzt die Zitadelle von Kairo hinauf. Im Nu waren wir von einem Trupp von Bettlern umringt, die ihre Gebrechen zeigten. Wir gaben. Der Arzt hatte Mitleid mit einem jungen Burschn, dessen linker Fuß einer einzigen eiternden Wunde glich. Er bestellte ihn zu sich und versprach, ihn zu heilen. „Nein," jammerte der,„um Gottes willen, laß meine Wunden bluten. Wenn heil, bekomme ich keinen Backfchifch mehr." Die zuckende Masse Mensch. In Puri war's, an der Sora- inandelküste zwischen Madras und Kalkutta. Hier sah ich die zuckende Masse Mensch. In dem berühm- tcn indisch« Wallfahrtsort, dem Tempel des lotosäugigen Dsch- gonnah, eine halbe Stunde vom Meer entfernt, soh ich sie.— Das größte Pantheon der Welt, Inbegriff aller Gnodensthätze, Inbegriff aller himmlischen Verheißungen und— Jnbegrifi alles irdisch« Elends ist Puri. chier wohnt nicht jenes ander« Elend, dos Mitleid wachruft, hier herrscht das Elend des Grauens, ein Massenelend, vor dem man jchudernd zurückprallt. Ein unreinlicher, übelriechnder, cholcraoerpesicter Ort von sechseinhalbtauseiÄ» fensterlosen chäusern, Pilger Herbergen und fchußlichen Spelunken, in denen jahraus, jahrein und jeden Tag Tauiende von Pilgern, Bettelpilgern, zusammengepfercht wohnen, ist Puri. Beim Wagenfest aber, wenn der Götze Dschagannah von der delirierenden Menge unter Geschrei und Gesang auf mächtigen, Wagen in seine Sommerwohnung gezogen wird— Fanatiker werfen sich unter die Räder und lasten sich zermalmen: zu dieser heißesten Zeit, in der man kaum atmen kann, trifft man in dem Seuchnnest nicht weniger als 300 000 Pilger. Bettelnd und darbend die meisten. Unsäglich Leiden erduldend— die chäljte von ihnen ist schon auf de», cherwe-g gestorben—, sind sie über Land gezogen, um ihr Letztes zu opfern, um wciterzubettel», sich wieder heimzubetteln.. wenn sie das chim noch erreichen. Aus allen Teilen Indiens stich sie gekommen, die Bettlerbllßer, bei, Weg mit ihrem Leib ausmessend, die chände hochhaltend, ein Gitter um den chals, sind zusammengeströmt in dem Glauben, daß derjenige, der in Puri geopfert, gebetet und von dem Reisbrei des Tempels gegesten hat, wenn er stirbt, von allen Sünden gereinigt in den siebenten Himmel einzieht.(Doch verratet nichts von den Greueln, die ihr hier seht, weim ihr der Gnade«ich verlustig gehen wollt!, lehrt der Brahmone.) Frauen sind es zum größten Tell, Witwen, die in Indien ein freudeloses, fastenreichs Leben führen. und mögen sie unmündige Kinder sein, die verstorbenen Kindern angetraut waren. Ich war auf einem kleine» Dampfer gekommen, der Madras mit Kalkutta verbindet und auf der Rcede von Puri für einige Stunden vor Anker log. In einem Ochfenkarrcn fuhr ich den Kuppeln. Zinnen und Pyramiden entgegen, die von den hundert Pagoden herüberwinkten. Das Land ist öd«, ohne Vegetation. Ein Trupp brauner, fast nackter Menschen rückt gegen mich an. Bald bin ich yon einer Mauer schmutziger, schweißtriefender Leiber umringt: der Karren kommt kaum vorwärts. Schreien, Heulen und Jammern. Hände strecken. Hälfe recken sich entgegen. Es stöhnt, ächzt, iviimnert und winselt aus Hunderten vo» Kehlen. Das Lied der Bettler und Büßer. Wie«in Schwärm vo» Azcnijjcn jind ßc uiu uüfh herum» jeigeg. mix ihre Atartermaie (iß es. und Wunde», die Krätzen und Scheußlichkeiten ihres ausgemergelten Leibes. Was ich nur in den Taschen habe an Backschich werfe ich hin. um loszukommen von dem entsetzlichen Anblick. Das Fern- glas entfällt mir. Die Bettler stürzen sich darauf. Ein zottiger Mann mit blutendem Arm hebt es auf, ein anderer mit halbweg- gefressenem Gesicht entreißt es ihm. Ein dritter schnappt es mit den zwei übriggebliebenen Fingern seiner verfaulten 5)al,d. Ihm gehört es. und ich lasse es ihm gerne, wenn er nur damit abzieht. Aber dos tut er nicht. „Backfchisch!" und er springt auf meinen Karren. Ich fahre entsetzt in die Höhe: ein Aussätziger. Di« Peitsche hoch— mein Gott, was soll ich tun?— und ich haue wie ein Wahnsinniger aus die Ochsen los. Nur fort, nur fort! Die Bettlerbrück« in Peking. Ueber den Fluß Hutfchenho, der den großen Platz im Eiaheimstchc»viertel von Peking durch- schneidet, führt eine breite schön« Steinbrück« mit Geländern ans gemeißeltem Marnwr: das ist die Betllerbrücke. An dieser Brücke ver- sammeln sich Menschen, die jeder irdischen oder hinnnlischen Hoffnung bar sind, die keine Be- rührung mehr haben mit der menschlichen Genreinschaft: Auswurf. Abschaum, Ungeziefer. Wer hier vorübergeht, wendet ungerührt den Blick ob und halt die Nase zu. Niemand gibt«in Almosen: er würde die fürchterlichen Heerscharen nie wieder los. Oer Bettlerkönig. Aber dies« Heerschaoren sind eine Macht. die respektiert sein will. Eine organisierte Macht unter einem Führer, einem Fürsten: das ist der B e t t l e r k o n i g. Der ist ein Machthaber, der in Luxus lebt, Häuser und Grundstücke kauft und an seine Kinder ver- erbt. Und er verschafft den Hungernden, zu hu». derten Verhungernden ihr verbrieftes Recht. Den Tribut, den der chinesische Bettler von den Reichen seines Landes verlangen darf. Wenn ein Besitzender dem Bettlerkönig de» rechtmäßigen Tribut verweigert, so erzwingt er ihn ans eine sehr einfach« Weise. Ich wollte eines Tages in Tientsien einen kleinen Seidenladen oerlasien. Der Besitzer geleitete mich, höflich seine eigene Hand schüttelnd und den Atem wonnig durch die Nase«inziehend, zur Tür. Da verfinsterte sich der Horizont wie durch eine Gewitter- wölke. Ein abscheulicher Geruch erfüllte die Luft. Ein Zetergeschrei ertönte. Wir blickten hinaus. Die Straße war blockiert, der Laden umstellt von inenschlichen Scheusalen, die Handel und Wandel zum Stillstand brachten und vorwurfsvoll ihre Monftruositätcn vorwiesen: Der Geschäfts- inhaber hatte dem Bettlerkönig die Abgaben nicht bezahlt: jetzt wurde er sozusagen von den Bettlern gepfändet. Er mußte bezahlen und er bezahlte. Jetzt dankten dies« Bettler aller Bettler in vollendeter Weise und sangen(o China!) das Hohelied des Seidenhändlers: er habe sie sicherlich nur aus Liebe und zarter Fürsorge hierher kommen lassen, um ihnen ein Geschenk zu machen.(Das sie übrigens bis aus die letzt« Münze ihrem König zur Verteilung einhändigen mußten.) Alsdann verschwand die Wolke wieder, und der Horizont lichtete sich.. Die Hochzeit des Geizigen. In Hangtschmi er- lebte ich mein merk- würdigstes Bettlsraben- teuer.— Mein Zimmer ging auf einen Hof, der einem reichen, aber geizigen Chinesen ge- hörte. Eines Tages wurde mit großem Pvmp und Geleit eine rot« Sänfte durch den Hof getragen. Mein Nachbar führte«ine Braut in sein Haus. Als es zum Nochmittag ging, widerhallte die Luft von fröhlichem Ge- lächter.— Acts einmal trat«in Bettelweit» in den Hof, anzusehen wie die Pest und das Laster, und bettelte laut und vernehmlich. A er gerlich« Stimmen riefen ihr zu, sich zu packen. Sie ließ sich nicht stören. Innner«indringlicher wurde ihr« Melodie,«in paar Schritte. und sie oerschwand im Haus. Doch der Hof blieb nicht leer. Eine Gestalt mit schaurig leeren Augenhöhlen, geführt von schlotternden, geisterhast fahlen Opiumrauchern in stinkenden Fetzen trat ein. das Lied des Elends aus den Lippen, und nahm den Weg zum Hochzeitssaal. Zwei Aus- sätzige mit entstellten Gesichtern und verfaulten Gliedern folgten Arm in Arm. Alle kamen sie, dos ganz« Bettteroolk vor der Stadt, und der Gesang des Elends schwoll brausend aus ihrem Munde. Ein Bote läuft über den Hof. Eine leere Sänfte wird hastig zum Haus hinausgetragen. Ich werde vom Fenster weggerufen. Als ich wieder hinaussah, kam die Sänfte zurück. Ein vor- nchmer Mann entstieg ihr, in feinste Seid« gekleidet. Er tänzelie mit pfiffigen Augen und legeren Manieren dem Houeeingang zu. Da kam schon der reiche Mann selbst heraus und zahlte. Zahlte dem Bettlerkönig den noch ausstehenden oder verweigerten Bettler- tribut für die Hochzeit und beschwor den Machthaber, dem Treibe» seiner Getreuen Einhalt zu gebieten. Der Bettlerkönig macht« ein« Handbewegung wie ein mittel- altcrlicher Fürst zu seinen Vasallen. Und das Heer des Schreckens verzog sich, wie durch«iiie Zauberformel gebannt. Als ich ocn Abend auf die Straße ging, sah ich das Wappen des Vettlerköuigs am Haus« des reichen Mannes. Ein Kürbis zeigte an, daß der Tribut für die Unglücklichen entrichtet worden war, und schützte die Glücklichen. Lleinrich hlemmer. Wlxiterfahrt nach Rügen Satzuitz, den 10. März 1929. „Brr," wird der Leser sagen und ein Kälteschauer wird ihm den Rücken hinunterlaufen, wenn er die Ueberschrift liest. Aber Rüge» ist auch im Winter weder Sibirien noch Land ani Nordpol. Wenn nicht gerode ein steifer Ost- odct Zlordost weht, ist's dort sogar im Winter nieist um einige Grade wärmer als in Berlin, eine Folge des insularen Klimas, dos die Temperatur mildert. Immerhin waren es doch die anorinalen Eisverhältnisse rund um Deutschlands schönster Insel, die mich diesmal zu ihr hinauslocktcn. Wenn man täglich in den Zeitungen liest, daß der Strelajund, die Meerenge zwischen Stralsund und Rügen, zugefroren ist. so daß man sogar mit Autobussen hinüberfährt und daß die„Schweden- fähren" von Saßnitz nach Trelleborg oft ini Packeis stecken bleiben, so daß die Ucberjahrt, die sonst vier Stunden dauert, des öfteren 21 oder gar 43 Stunden währt, so reizt es einen„Rllgenschivärmer", wie ich es bin, mit eigenen Augen zu sehen, wie dort die Natur dem Menschen ihre Stärke zeigt. Deshalb Sonnabend�abcnd 8.2S Uhr ab Stettiner Bahnhos mit dem„Schweden.-, ug" nach Norden! Schon aus der Fahrt durch die schneebedeckten Felder der norddeutschen Tiefebene incrkt man, daß etwas anders ist als sonst. Streckenweise stoßen und schlenkern die Wagen, daß man meint, es sei eine Feder gebrochen. Aber der Schassncr belehrt einen, dies„angenehme" Schaukeln rühre von den „Frostbeulen" der Bahnstrecke her, die dadurch entständen, daß der Frost den Lehmboden unter den Geleisen stellenweise hochtreibe. Von Stralsund geht's in der Mitternachtsstund« mit den kleinen Fährschiffen in der schmalen Fahrrinne, die der Eisbrecher freihält, hinüber nach Altefähr auf Rügen. Der Bug des Fährschiffes stößt die treibenden Eisschollen auseinander gegen dos feste Eis rechts und links der Fahrrinne, dos wie ein« Küste quer über den Strelasund steht. Auf Rügen selbst hinter Bergen bei der Landenge van Lietzow. wo man sonst rechts und links der Bahn die großen Wasserflächen der beiden Iosmunder Bodden gewahrt, dehnen sich jetzt endlose schneebedeckte Eisfläche n. Kurz vor 2 Uhr nachts kommt der Zug in Saßnitz, der Endstotion aus deutschem Boden, an. Im Hotel wird erzahlt, daß an den Föhrschissen nach Schweden an manchem der letzten Tage ein„Betrieb' geherrscht habe wie an den Psingsttagen. Nicht nur von Rostock— Warnemünde, sondern auch von Lübeck. Kiel und Hamburg her seien dänische und schwedisch« Reisende, die von dort nicht weiter fahren konnten, nach Saßnitz gekommen, uin mit den„Schwedenfähren' in die Heimat zurück- zukehren. Heute. Sonntag morgen ihn 6 Uhr, fahren denn auch zwei der Fähren, die deutsche„Preußen" und die schwedische„Droining Victoria", von Saßnitz Hasen aus nach Trelleborg. Von Sqßnitz bis kurz vor Ktudbentcnmu« ig die Bahn jetzt ziemlich«isjrei, von dort und besonders von Arkona an aber staut sich das Packeis oft haushoch. Um Mittag wird in Soßnitz gemeldet, daß die „Preußen" glücklich über die Mitte der Ostsee gekommen sei, aber wieder hätte umkehren müssen, um der„Drotniug Victoria" zu helfen, die im Eise festsaß. Von Trelleborg her wird schon um 8 Uhr früh das schwedische Schwesterschisf„König Gustav" erwartet, aber am Nachmittag ist es noch nicht in Saßnitz: es sitzt bei Kollicker Ort, in der Nähe von Stubl»«nkmnmer, fest. Wer eine dieser„Schwedenfähren" benutzen will oder muß, dem ist also zu raten, sich mit Geduld zu wappnen. Das Schwesterschisf der „Preußen", die„Deutschland", liegt bereits seit einigen Wochen aus der Deutschen Werst in Kiel, um von den schweren Schäden repa- riert zu werden, die es sich im Packeis geholt hat. Wenn man von Saßnitz aus über die Binzer Bucht und auf's Meer schaut, so sieht man fast nur«in« endlose schneebedeckte Eisfläche. Erst von der Höhe des Steilufers gewahrt man, daß «in dunkler Streifen, den man vorher auf dem Eise bemerkt hat, die ossene Fahrrinne der Schwedensähren ist. Im Saßnitzer Hafen sitzt vor dem Bahnhos der schwedische Dampfer„Soenske" aus Göteborg schon sechs Wochen fest und es kann noch Wochen dauern, bis er wieder ausfahren kann. Am Saßnitzer Strand liegt eine mehrer« Meter hohe Eisbarriere, gebildet von einholb Meter karken Eisschollen. Der Eisgang hat die Dampferanlcgebrücke für die. Bäderdampfer einfach fortrasiert. Die mannsstarkeii Pfähle und Bfllken sind wie Streichhölzer geknickt und stecken in wirrem Durcheinander in den Eismassen. Auch ein Teil der B a d e a n st a l t s b a u t e n am Strand« ist von den Eismassen niedergerissen. Wer im Sommer die schön« Strandpromenade in Richtung Stubbenkammer bewundert, weih meistens nicht, daß st« fast oll- jährlich in den Winterstürmen arg beschädigt wird, so daß sie immer neu hergerichtet werden muß. An vielen Stellen haben jetzt die Eisschollen, die bis an das Steilufer geschoben sind, den D r o m e- nodenweg fast gänzlich fortgerissen. Auch die kilometerlangen Rohre der Saßnitzer Kanalisation sind dem Anprall der Eisnioisen zum Opfer gefallen und liegen verstreut zwischen den Eisschollen. Mit dem einsetzenden Tauwetter beginnen auch bereits die Ab stürz« von dem schönen Kreidehochufer. Solange der Frost die Kreide, den Lehm und den Sand bindet, ist keine Gefahr. Sobald aber der Boden taut, sprengt chn das Schmelzwasser und in gewaltigen Massen stürzt das Hochuser ein, alte herrlich« Buchen, die 60 bis 100 Meter hoch auf der Kreide thronten, mit ins Meer hinabstürzend. Man sieht von unten aus Dutzend« solcher Bäume, die absturzreii sind. Gelbe Lehmwolken »nd weiße Krcidcwolkcn, die ooin Hochuser herabrieseln und -bröckeln, sind die Vorboten kommender großer Abstürze. Stellen- ipeije sind M bexcsts zrc�x ßritgujjfiA LbZiMF.«-4 Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W3ä. �W» i/o/? oter- Hndron-J. von cCerHüdfon-'Bai Zeit/znungcen. fon. Ado/f Lehnert (21. Fortsetzung.) „Ihr Z«ug wirb naß," sagte sie zu der älteren Mitfrau. Ada trat an die Aeltöffnung. Der Regen würbe jetzt stärker, er lropste durch rierschiebene Oesfnungen ins Zelt. Ada dachte an bie Männer, die naß heimkommen würben. Ihr Zeug wußte sogleich getrocknet werben, unb bann war kein Platz für bas der Kinder. Besser, sie blieben nicht im Regen unb das Zeug konnte getrocknet werben, ehe die Männer heimkamen.» „Pualu und lipif, es regnet, merkt ihr es nicht. Es regnet. Euer Zeug verdirbt, kommt herein!" Die Knaben gingen ärgerlich hinein. In dem anderen Zelt saß Sivaganguak. Der Regen trommelte auch auf ihre Zeltfelle, so daß sie nur undeutlich hören konnte, was draußen geschah. Aber sie bemerkte doch, daß jemand hineingehen sollte, und kurz daraus kamen ihre Knaben triefend naß zu ihr. „Kommt ihr herein?" fragt« sie. .La, wir kommen herein. Aba rief, das Zeug würde naß. wir sollten hineingehen." „Ihr solltet hineingehen?" sagte Sioaganguak.„Hat sie euch befohlen hineinzugehen? Niemand hat Jllubaliks Kindern etwas zu befehlen.". „Ja." sagten die Kinder,„das sagte sie, und es ist dumm, daß es regnet, denn wir möchten gern noch etwas spielen." Der Regen wurde stärker, es war scheußlich draußen, und Mala freute sich daher, als er ein Renntier erlegte. Er und Orsokidok luden es sich auf den Nacken und kehrten dami heim. Sie kamen mit Fletsch, das über der Lampe gekocht wurde, und ihr Zeug wurde zum Trocknen im Zelt aufgehängt. Bald darauf legten sie sich zur Ruhe für die Nacht. Sie zogen sich die Felle über die Ohren, und kurz darauf schnarchten sie um die Wette. Jllubalik kam viel später heim. Er hatte nichts erlegt, und sein« Frau wurde immer zorniger. Sie war den ganzen Tag allein ge- wesen, die beiden anderen Frauen hatten so viel in ihrem Zelt zu reden gehabt, und Aba hatte geglaubt, den Frauen und Kindern am Orte befehlen zu können. „Malas Frauen sind so eingebildet," sagte sie zu Jllubalik.„Und du. wer bist du? Ich glaubte, Jllubalik sei ein Großfänger und eine starke Hand. Aber du bist ja nur Malas Gehilfe. Schickte er dich nicht heut« durch das kleine Tal, während er selbst das große nahm? Er kam mit Tieren hcint, aber du hast nichts erlegt. Ach, ja, einen tüchtigen Mann habe ich bekommen, einen großen Mann, der auf dem Wohnplatz gebietet. Deine Kinder müssen sich nur freuen, wenn sie von der Frau eines fremden Mannes hineingejagt werden, weil es regnet." Jllubalik schwieg; aber die Frau fuhr fori: „Es ist wohl auch gut, daß Malas Frau dafür sorgt, daß das Zeug der Kinder nicht verdorben wird, da wir kein« Felle verschaffen können. Wir müssen dieses Jahr wohl unsere Kleiderfelle von Mola bekommen." Jetzt hatte sie den wunden Punkt getroffen, und sie fuhr fort: „Aber es ist auch am besten so. Denn du fürchtest den schreck- licheit Mann. Es ist schon am besten, daß wir immer fragen, ob wir ausgehen dürfen oder nicht. Ach, meine armen Kinder, die bedauere ich, die müssen sich von Frauen in einem anderen Zelt befehlen lassen." Der Mann ist noch nicht geschaffen, der sich Weibcrhohn gefallen läßt, ohne zornig zu werden. Jllubalik sprang auf, ergriff eine Axt und lief hinaus. In Malas Zelt herrschte Ruhe.' Dort zankte sich niemand, keine Frau sprach, wenn Zeit zum Schlafen war. Alle schliefen ruhig, plötzlich aber wurden sie durch einen furcht- baren Lärm hinter dem Zeit geweckt. Es wurde an den Zeltfellen gczcrrt und auf die Zeltstongen losgehämmeri, so daß sie jeden Äugenblick brechen konnten.� Mola sprang auf, überrascht und be- stürzt über den mystischen Spektakel. „Wer ist dort? Was ist geschehen?" rief er hinaus. Er ergriff seine Büchs«. Waren es Feind«, die gekommen waren, die von ihm begangenen Morde zu rächen? Er setzt« sich mit schußbereiter Büchse auf die Pritsche. Es wäre unvernünftig gewesen, hinauszugehen, die Feinde konnten ihn töten, wenn er aus dem Zelt kroch. „Wer da? Was ist geschehen?" rief er.„Hört ihr, ich rede." „Ich bin es," rief Jllubalik.„Es ist Jllubalik, komme heraus, ich will mit dir reden. Ich will einen Streit entscheiden. Ich bin gefährlich, ich habe eine Axt in der Hand. Komme heraus, ich will mit dir reden." Mola war erstaunt. „Jllubalik, bist du toll geworden? Klopf nicht an meine Zelt- stange, hör gleich auf damit. Was ist geschehen, daß du uns auf diese Weise weckst?" „Was geschehen ist?" rief Jllubalik, der sich selbst in die höchste Wut hineingebracht hatte.„Du hast Feindseligkeiten von mir zu er- warten. Ich habe eine Axt in der Hand. Komm heraus und verteidige dich." Mala lachte zuerst. Der hciteer, gutmütig« Jllubalik, mit dem er in keiner Weise sehr gerechnet hatte, sucht« der jetzt Streit mit Mala, dem Mann, den alle fürchteten?' Das war zum Lachen. „Komm herein," rief er hinaus.„Komm herein mit deinem Unsinn. Hörst du, ich sage, ich komme nicht hinaus, aber du sollst hereinkommen." Er war«in Mann, gewohnt zu gebieten, und Jllubalik war ein Mann, gewohnt zu gehorchen. Unwillkürlich stieg er vom Zelt hin- unter, aus das er halb herausgekrochen war. Er ging zum Eingang, aber er war rasend. Einer von Malas Hunden, der dort log, erhielt einen Schlag mit der Axt über den Rücken, daß er aufsprang, nieder- stürzte und seinen Schmerz in die Nacht hinausheulte. Und Malas Trockengestell für die Felle stand Jllubalik im Wege. Ein Schlag inst der Axt zersplitterte eine Stange, und alles fiel um. Endlich riß er den Zeltvorhang beiseite und kam herein. Ein Feind, der sich selbst entsetzlich vorkam, über den andere aber nur lachten. „Was ist denn mit dir?" fragt« Mala.„Worum wütest du und störst du unseren Schlaf?" „Du willst immer der erste am Platze sein," sagt« Jllubalik wütend.„Du kommandierst, und auch meinen armen Kindern willst du befehlen, ober denen sage ich selbst, was sie zu tun hoben, und ich will nicht, daß sie unter deiner Herrschsucht leiden sollen." Das war nach Malas Ansicht Wahnsinn, und er fragte: „Wann habe ich deinen Kindern etwas befohlen? Was Aehau sie mich an? Du mußt ja toll sein. Was ist das für ein Unsinn?" „Du und deine Frau Aba. Immer habt ihr es auf meine armen Kinder abgesehen. Aba, die, eh« sie dein« Frau wurde, nie unverschämt gewesen ist, hat mein«n Kindern verboten, ihres Zeuges wegen im Regenwetter zu spielen. Als ob wir nicht Felle genug für Kletdcr hätten." Ueber diese Worte wurde Mala zornig. Streit zu suchen wegen solchen Unsimts war Tollheit. Er hotte nie mit den Kindern des anderen herumkommandiert, wußte nicht, was die Frauen gesagt hatten, und wollte sich nicht soweit entwürdigen einen Angriff des- wegen zu erwidern. Er schwieg. Jllubalik verlor allmählich seine Ucberlcgenheit, und jetzt mischte Aba, dos Weib, sich in den Streck der Männer. „Welch ein Unsinn, waruni redest du so? Es waren unser« eigenen Knaben. Es waren Malas Söhne, die ich hereinrief, weil ihre Kleider naß wurden und nicht Platz genug hier drinnen gewesen wäre, wenn Mala und Orsokidok heimgekommen und ihre Kleider zum Trocknen aufgehängt hätten. An die Pelz« deiner Kinder Hab« ich überhaupt nicht gedacht." Da stand Jllubalik, allen zum Gelächter geworden. Er wüßt«: Lügen kannten dies« Menschen nicht. Sein« Frau mußte sich verhört haben. Die Niederlage war nicht wieder gutzumachen. Di« Axt ent- glitt seiner Hand und fiel zu Boden. Seine Miene veränderte sich, und er sagte ganz still: „Also ich habe mit geirrt, wie gewöhnlich." In stummer Berachtung legte Mola sich nieder. Nicht einmal Aba würdigt« ihn einer Antwort, aber Orsokidok, der auf der Seiten- pritsche schlief, nahm das Wort und vermehrte noch seine Scham. „Was kommst du alter Mann hierher tmd beginnst Streit mit meinen Pflegeeltern? Geh doch zu deiner Frau und gewöhne ihr ab, Wohnplatzgenosscn zu verklatschen. Man glaubte, man hätte sich schlafen gelegt. Was hatte man davon? Den Unsinn eines Narren. Du hast dich lächerlich gemocht." Was konnle«r Orsokidok antworten? Nichts. Ach, die Worte eines halberwachsenen Bengels brannten ihm auf dem Rücken. Er wandte sich still um und ging. Ein anderer Mann verließ dos Zelt als der kampflustige Held, der hereingestürmt war. Es war ein klag- licher Rückzug. Aber in seinem eigenen Zelt war er glücklicherweise der Herr. Da saß das dumme Weib, das alles mißverstanden und entstellt hatte. Seine Demütigung und Wut lieh er in einer furchtbaren Tracht Prügel an Sioaganguak aus. Er packte sie am Haar, zerrte sie von der Pritsche, nahm einen Stock und schlug darauf los. Ihr Geheul schrillte durch die Nacht, und in Malas Zelt amüsierten sich alle. Sioaganguak bekam ihren Lohn für den Klatsch. Alle waren wach. Die Kinder schwatzten mit, und die Erwachsenen lachten; lange belustigten sie sich über den Vorfall. Spät schliefen sie wieder ein. Jllubalik fühlte, daß die Schande nicht mit einigen Ohrfeigen, die er der Frau gab, abgewaschen oder wcggeprügelt werden konnte. Wie oft würde er im Lause des Winters noch daran erinnert werden! Nein, sie konnten nicht länger mit Mala zusammen wohnen! Sie beluden die Hunde und brachen das Zelt ab, das Jllubalik auf den Rücken nahm. All sein Fleisch in der Fletschgrub« ließ er liegen. Die Felle, die er getrocknet hatte, ließ er im Stich. Nur dos Notwendigste auf dem Rücken, zogen sie fort. Als Molo am Morgen aufstand, war sein Zelt das einzige am Platz«. Die Wohnplatzgenossen waren außer Sicht, fortgereist von der Schande, die der Klatsch der Frau über sie gebracht hatte. Mala dacht« daran, ihn einzuholen und zur Umkehr zu zwingen. Aber wenn er es auch konnte, so hatte doch niemand Freude daran. Ein gezwungener Wohnplatzgenosse schenkt einem Mann nie Freundcsglück. Mala gab es daher auf und sah über die Berge hinaus, die Zeugen der Ereignisse des Sommers gewesen waren. Das Geschehene hotte Mala zwar zu einem gesürchteten Mann« gemacht, ober er fühlte, daß er gleichzeitig ein anderer ge- worden war. Der Schrecken war es, der die anderen fortgetrieben hatte. Di« wußten olle, daß es dort, wo er war, stets Fleisch gab, daß der Hunger nicht zu ihrem Wohnplotz kam. Dennoch waren sie fort, hatten andere Stötten aufgesucht, und Mola fühlte eine seit» same Leere. Der Mensch liebt Gejellschast. X. Früh am Tage,«achbem Mala die Schiff« und die weißen Männer verlassen hatte, lief Arola zu dem alten Kapitän und er- zählte ihm, daß Mola fortgezogen war. Der Kapitän wurde zornig.„Fortgereist, sagst du. Wo kann er Hinreisen? Wer ist Mola, daß er zu gehen wagt? Wir brauchen ihn. Kann nicht ein« ander« Frau die ersetzen, die starb? Sie war ein hübsches Mädchen, aber wir sind hier, um Wol« zu fangen. Mola Hot sich oerpflichtet, für uns.zu fangen, er ist der tüchtigst« von den Eskimos. Wo ist er hingezogen? Hat er ein Boot gestohlen?" „Er hat kein Boot gestohlen," antwortete Arola.„All sein Gut liegt vor dem Zelt. Er hat nur ein kleines Reisezeit und seine Hunde mitgenommen und ist fortgegangen." „Gegangen," sagte der Schiffer.„In die wohnsinnige Land- schaft, wo man nicht einen Stein vom anderen unterscheiden kann. Weißt du, welchen Weg er eingeschlagen hat?" „Nein," antwortete Arola.„Er ging nach Norden, sicher„och dem großen See; aber seinen Weg kenne ich nicht. Er ging heute nacht." �.Sag vielen Männern, daß sie schleunigst ausbrechen, Mala zu suchen und ihm zu sagen, daß ich mit ihm zu reden wünsche. Bring ihn dazu, daß er umkehrt, dann werde ich schon alles für ihn ordnen. Ich werde ihm ein« neu« Frau verschaffen. Seht nur, daß ihr ihn. saßt. Er ist ein zu guter Mann, um ihn laufen zu lassen." (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Der gekurbelte Bankscheck. Immer neue Wege werden eingeschlagen, um das Scheck- zahlungssystem mit noch größerer Sicherheit zu umgeben. Neuer- dings haben die Amerikaner einen Apparat erfunden, mit dessen Hilf« zu jeder Zeit eine Kontrolle aller Schecks, die jemals dos betreffende Bankhaus passiert haben, ermöglicht wird. Es ist sozusagen ein S ch e ck- K i n o, in dem die in Rede stehenden Wert- papicre gekurbelt werden. Der„Recordak", wie die neue Maschine von den Herstellern genannt wird, ist ausschließlich sur den Gebrauch in Banken bestimmt und liefert«ine photographtsche, untrügliche Beschreibung oller Schecks, die in der Bank eingelöst oder deponiert werden. Der Apparat tst so eingerichtet, daß er in outomottschcr Zusammenarbeit mit einer Buchungsmaschine verwendet werdcn kann. Nicht weniger als IlillOO Schecks fötmcit auf einer einzigen Filmrolle von 16 Millimeter Breite und 70 Meter Länge untergebracht werden. Da die Blocknummern und Kennbuchstaben am Kops der Scheckformulore mitphotogrophiert werden, ist es später ein Leichtes,«inen gesuchten Scheck herauszufinden, das Bild auf einem kleinen Lichtschirm erscheinen zu lassen oder auch nötigenfalls eine vergrößerte Abbildung herzustellen. Tausende solcher Scheck- bilder lassen sich in einem Raum aufbewahren, der sonst von weniflen Originalschecks ausgefüllt wäre. Die Kosten stellen sich auf nur 1 Cent für 30 Scheckausnahme». Der Apparat sekbst ist denkbar einfach konstruiert. Der Buchhaltungsbeamte, der links den Recordak und rechts die Additionsmoschine vor sich hat, braucht die Schecks .nur in einen Schlitz zu stecken, auf einen Knopf zu drücken, und alles übrige besorgt das Scheck-Kino von selbst. Wasserspeicher bei Tieren. In den Steppengebieten einiger Teile Südamerikas, wo oft lange Zeit hindurch kein Regen fällt, leiden viele Tiere sehr stark unter Wassermangel. Bei solchen Tieren scheint sich nun, wie die jüngsten Untersuchungen Pros. Kriegs ergaben, der Körper dem Waffcrmangel insofern angepaßt zu haben, als xr in gewissen Teilen Montag, II. März. B c r I i c. Ih.fO Injcniecr 1. ßoebmer: Technische Wochenplsuderei. 16.30 Jostos Hermtnn Wetsel: Lieder(anläßlich seines!0. Qcbaflstaies). Anschließend: Teemoslk Hote! Bristol(Kapelle Uta Livschako.fl). 17.30 Novellen von Vlckl Baum. 18.10 Deutscher Sprachverein: Schlilersprache. 13.00 Dr. J. W. Reichert, M. d. R.; Deotschland und die WefteiSeavrtrUehaft. 20.00 Staatsoper Unter den Linden:„Mona List" von Max von Schillings. Diri*ent: frlth Kleiber. Anschließend Tacrjroslk(Kapelle Leuinnek). 0.30 Nachtmusik.(Dr. Becce's Terra-Sisloniker.) KöBijswusterhausen. 17.30 Walther Hosrard: Trani Llszt. IS.ro Dr. Arnold Hahn: Wie sleijert man die Leistunisfahiekelt seines Geistes? 18.30 Er.jliidi T.ir Aniineer. 18.33 Prof. 0. Oaßner: Neue frühtreibveriahren. 19.30 Mln.-Rat Prof. Woldt: Werkmefsferlehrtant fßr Facfrarbeiler: Technische BetTfebskunde, Flüssigkeit aufspeichert, die der Körper in wasserloscr Zeit all- mählich auszehren kann. Zu diesen Tieren gehört in erster Linie die im tropsschen Südamerika einheimische Echie Teju oder Jguona, «in Tier, das mitunter ein« Länge von fast 1 Vi Meter erreicht. An älteren Exemplaren solcher Ignonos kann man ntnt unterhalb d«s Unterkiefers einen ziemlich ansehnlichen Kehlwulst beobachten, der aus einem locker gefügten, stark wasserhaltigen und ost gleichzeitig auch sehr fettreichen Bindegewebe besteht. Di« in diesem Kehlwulsl enthaltene Flüssigkeit dient dem Zweck, den Körper in den Zeiten der größten Trockenheit mit Feuchtigkeit zu versorgen. Aehnlichc Erscheinungen hat man an den Beutelratten dieser Gegend festgestellt. Der wertvollste Vogel der Welt. Der wertvollst« Vogel der Welt dürft« wohl der Komoran von Peru sein, der an der südamerikanischen Küste das wirtschaftlich für diese Länder so wichtige Guano liefert. Die Produttion der Vögel wird für Peru allein auf MODO Tonnen Guano jährliä) geschätzt. Selbstverständlich sind die Staaten daraus bedacht, die Tiere nach Möglichkeit zu schützen, und so ist das Betreten der Insel, auf der di« Komorone Hausen, verboten. Wissenschaftliche Beamte untersuchen dauernd die Lebensbedingungen der Vögel und wachen über ihren Gesundheitszustand, da die Tiere des öfteren von Parastten heimgesucht werdcn. Ein nickst ungefährlicher Feind der Komorane ist eine Gcierart, die die großen Eier mit Vorliebe fressen. Ulifruchtbarmachung geistig Minderwertiger� Die National Citizens Union in London fordert in einer an das Gesundheiisminssterium gerichteten Eingabe„drastische Maßnahmen" zur Verhinderung der Eheschließung geistig Minderwertiger. Als hauptsächliches Mittel wird d!« Unfruchtbarmachung vorgeschlagen. Eine Regierung senqneie soll die Anwendungsmög- lichkeilen derartiger Maßnahmen erforschen. Die Eingab«, in der auf die Erfahrungen mit der Unfruchtbarmachung in den fkandi- navifchen Staaten, in der Schwel; und in Kanada hingewiesen wird, Ist unterzeichnet von fünfzig führenden Persönlichkeiten der Kirche. des Rcchtslebens, der Medizin und phltantropjfcher Berbäikdc. Auch das British Boatch of Control, dem die Ueberwachung der Irren- pfleg« obliegt, hat entscheidende gesetzgeberische Schritte zur Per- Hinderung der Eheschließung geistiger Minderwertiger gefordert. Chinesischer Humor. Pen Fu hat be! Sen Fang vorgesprochen, um mit diesem über einen Wetnkauf zu verhandeln. Nachdem die beiden sich 26 Minuten über alles Mögliche unterhalten haben, kommt Ben Fu endlich auf den eigentlichen Zweck feines Besuches zu sprechen. Er beginnt das Gespräch mit der Frage:„Ja, wie steht es eigentlich mit der Weinangelegenheit?"—„Ja, wie steht es damit?" fragt Sen Fang zurück. ,Lch denk« an einen leichten Weißwein für ein« Dame."— „Eine europäische Dome?" wagt Sen Fang zu fragen.—„Ja. Eine Lady," und um ja kein Mißverständnis auskommen zu lassen, fügt Neu Fu hinzu,„für di« ich di« ollerhöchste Achtung h«gc".— „50, so," murmelte Sen Fang und streichest bedächtig seinen wei'ßen Bart,„dann möchte ich mit schuldiger Ehrerbietung meine unmaßgebliche Meinung dahin ausdrücken, daß es kein Champagner sein darf".—„Kein Champagner?" fragt Yen Fu ernst.—„Ohne dir keine Meinung aufdrängen zu wollen: Champagner wird bei Festlichkeiten serviert, bei denen die Damen kaum Anspruch auf Achtung machen können." U�2j5fiur�Q//ZLel Gymnastik auf der Bühne! Arbeilersporller im Mercedes-Palast. Der Mercedes palast in der s)ermannstraße war am gestrigen Sonntag das Ziel Tausender nicht nur aus Berlin, sondern auch aus allen Teilon der Provinz Brandenburg. Der riesige Zuschauer- räum war bis aus den letzten Platz gefüllt, Unzählige mutzten mit Stellplätzen vorliebnehmen, und die Polizei schloß dann wegen Uebersüllung. Die im 1. Kreise des Arbeiter-Turn- und Sport- bund« s organisierten Turner und Sportler zeigten Ausschnitt« aus ihrem Uebungsbetrieb, In reichem Maße waren die Meldungen cingelausen, so daß die technische Leiwng bei der Auswahl der einzelnen Vorführungen einen schweren Stand hatte. Aian kann sagen, daß die Leitung mit Umsicht und Geschick die Zusammen- stellung vorgenommen hatte. In IS verschiedenen Programm- nummern zog kaleidoskopartig das große Gebiet der modernen Gymnastik vorüber. Die Bundesmitglieder der Provinz und Groß- Berlins hatten sich in großer Zahl uneigennützig in den Dienst der Sache gestellt. Ein interessiertes Publikum, das mit seinein Bei- sall nicht kargte, belohnte die hingebungsvolle Arbeit aller Mit- wirkenden. Die Kampfrichter hatten einen schweren Stand, denn sast ohne Ausnahme waren die AussllHnmgen als mustergültig zu bezeichnen. Es ist nicht angängig,«ine Vorführung der anderen vorzuziehen, olle erfreuten durch geschickten Ausbau und technisch gute Wiedergabe. Erwähnung oerdient jedoch, daß sich die Pro- vinzvcreinc mit ganz besonderem Eiser der Sache angenonuncn hatten und in dieser Beziehung den Berlinern als nachahmens- wertes Beispiel hingestellt werden können. Leider mußte der Orgelvortrag des Organisten Kollipk« erst »ach der ersten Vorsührung zu Gehör gebracht werden. Er hatte Motiv« aus der Marseillaise in Verbindung gesetzt mit dem Sturm- lieh der freien Turner. Die Ansprache des Vorsitzenden der Turnersparte, L e v i e n. betonte Sinn und Zweck der Veran- staltung mit geschickten Worten. Und wenn die anwesenden Vcr- treter der Parlainente und Behörden, der Parte! und Gewcrk- schasten erkannt haben, daß die Arbeitersportier sehr wohl im- stände sind, Kulturarbeit zu leisten, dann werden sie sich der Not- wendigkeit nicht verschließen können, den Turnern und Sportlern die Betätigungsmöglichkeit dazu geben zu müssen. Es kann mit Necht gesagt werden: Ein überfiilltes Haus, ein ausgezeichnetes Programm! Die Aufführungen wurden von mehreren Kampfrichtern ge- wertet nach folgender Formel: 1. körperdildender Wert bis 20 Punkt«: 2. Schwierigkeit und Ausführung bis 20 Punkte, so daß im Höchst- falle 40 Punkte zu erreichen waren. Die Resultate ergeben folgende Punktzahlen zum interessanten Vergleich: Gymnastische Freiübg. FTGB-.Karlshorst... 2 Tänze, FTGB.-Südost und Osten, Mädchen. Frauen- Kreisgymnastik, Fr. Sportvereinigung Schöneberg-Friedenau.-....... Gleichgewichts- u. Hondstand-Uebungen, Turner- schaft Brandenburg, 2. Männerabtlg.... Rhythmische Gymnastik, Turn- und Sportverein Eintracht-Mahl-dorf.......... Bewegung und Leben, FTGV.-Iugend.... Athletik-Sportclub trainiert für Nürnberg.. Frohe Mädels, FTGB.......... Nürnberger Festfreiübg für Frauen, Schöneberg- Friedenau............. Hallenbetrieb i. Winter, Turnerschafi Luckenwalde Körperschulung, FTGB-Pankow..... Grundgymn-Troiningsauszug, FTGB-Ostring. Spielen, isoringen, Spreizen, FTGB-Neukölln Gymnastisches Allerlei, Turnerschoft Brandenburg,> Männerabtlg......... Gememschastsgymnastik, Fr. Turn- und Sport- Vereinigung 94, Nowawes....... «piel im Dreieck, Bewegungschor FTGB... Die«Alten" im Wasser. Ein Abendschwimmfest. Die Urbeiterschwimmer haben am Sonnabend«in vicht alltägliches Schwimmfest veranstaltet: Sie machten.Berkehrte Welt". Die Jugend, die sonst tätig sein muß, um für den Berein Siegespalmen zu erobern, saß diesmal auf der Kampfrichterbank, und die Alten, die ja sonst alles besser verstehen, muhten einmal versuchen, wie sie über dic Schwimmbahn kommen. Das erste Alters-Schouschwimmen war ein recht kluger Einsall. Die Alten wollten einmal zeigen, daß sie noch nicht.verwelkt" sind. Außerdem sollte mit dieser Veranstaltung gezeigt werden, daß man bei der Ausübung des Schwimmsportes keine Altersgrenzen kennt. Galerie und Tribünen der Städtischen Badeanstalt an der Schillingsbrücke waren außerordentlich gut de- fetzt, als der Vorsitzende Völker seine Sportgenossen und Gäste begrüßte. Er wies auf den Zweck der Veranstaltung hin und gab dann Frau Falkenberg das Wort, die einen witzigen Prolog sehr wirkungsvoll vortrug. Dann schickte der Starter die ersten Schwimmer ins Wasser. In schneller Folge, bei mustergültiger Disziplin, wurden die Wettkämpfe, die ausgezeichnete Leistungen der Altersriegen brachten, ausgetragen. Mit einer Freistilstaffel begannen die Kämpf«. Es folgte ein Frauen-Brustschwimmen, ein Schwimmen für Turner und Brustschwimmen für Männer über <0 Jahre. In allen Wettkämpfen wurde erbittert gekämpft. Im Schauspringcn zeigten die Alten, daß sie ihren Körper elastisch und gelenkig erholten haben. Unter großem Beisoll wurden dic schwierigsten Sprünge gezeigt. Kosper-Lichtenberg und Schlott- mann-Kreuzberg belegten den ersten Platz bei gleichen Leistungen, dann kam Deckert-Spandau 28 und Schön-Welle-Strausberg. Er- bittert wurde im Kopfweitsprung aus dem Stand um den ersten Platz gekämpft. Drei Platzonwärter mußten nach der Konkurrenz noch in einem Entscheidungsfprung zeigen, wer der beste ist. Schmidt-Neukölln konnte mit einem ausgezeichneten 18-Meter- Spruno den ersten, Müller mit 1?�! den zweiten und Abendroi mit 17V», aber ckner schlechteren Zeit, den dritten Platz bsiegen. Im Frauen-Pushball siegte Frieünchshain gegen Neukölln mit 4:0, und im Wasserballspiel tonnte die Mannschaft der Freien Schwimmer Groß-Berlinz gegen BS.-Union mit 3: 1 gewinnen. Starken Beifall fanden auch die Fraucnreigen. iä" s» MW■"v(MWY WO Hellas f.<7: Z. Marauardt-Hellas 1,48. lieber 40 Jahre: Siniiecker-ttreui- berq 1,04. Schwienxe» fir Turner. 40 Meter: Stanislaus lfsTGB.i 0.40: s. ülike 0,48:02. MätUter-Brustschiui«»«». Uber 40 Jahre, 80 Meter: 1. Aölling. iBeuIiilln 1.29:03; 2. Kilhn.Lichlcnberq 1,32:03; 3. Balter.fsrirdrichshain 1,37. 20 Meter köpf-, 20 Meter fußwärts: l. Stickel-Reukölln 104; 2. Bakai» reultberq 1,06; 3.<5olm 1,65. Mäuner.Aürkenschwimmen 30—40 X, 80 Meter: I. Per-Lichtenberq 1.10: 2. Stier 1,11:08: 3. Tl.P»«i»: 1. Alpspiße(tzöi'.ß fr.), 2. Slifoftal, 3, tzierix Toto: 18:10. Uiak; 13. 45, 33:10. ssernet liefet:: Kellelrist, Nippsache, Heini Fickso, Rushoga Tot), Madonna, Nedeltappe, Hallij). s»eii».»«»»en: 1. Anita Wortchi) I®.«aupoee), 2. Sie Coid, 3. Ida Palos. Toto: 16:10, Plaß: 13, 33, 19:10. fserner liefen: Isegrim»!, Ingrid Holle, Lebemann,(£eifa. Dompsaff I, Michael. Deeijälieige».gni>>j<>Hr«.Peeit>: 1. Boneo Dusfi)(Jaust it.), 2. Moeone, 8. N lasse. lote: 18:10. Plast: 11, 11:10. Ferner tiefen: Opernsänger. Terraria Rennen: 1. Retome(Bes.). 2. Otto vadis. 3. Sortenipieler. Tolo: 47:10. Plast: 14, 12, 15:10. Ferner liefen; Leuchte(X. dioqual., 8C Proz. itirUtf), Anker 1, Sabona, Cape! I. Znternatinnnler Mäez.PeeU: 1. Euba(I. Mills), 2. Franlet,-8. Floeian Tolo: 39:10. Plast: 20. 34, 18:10. Ferner liefen: TeitlneUttze, Peiee Hoeoestee, Etirenberg, Willt) A. Lötaee. Rennen: 1. Aldifa(Änöpnabel jt.), 2. itakadu I, 3. Nonne. Toto: 298:10. Plast: 40. 21, 20:10. Ferner liefen: Agitator, Linns. Alpenfeuer, Meiftermirf. Peter Hall. Hoqa Burtvn, Nellt) Arnold, Diana Mogowau, Hellina.Preis: 1. Baroineier(Tb. Nestki), 2. Longemann, 3. Importeur. Tote; 28:10. Plast: 14, 17, 18:10. Ferner liefen: Dichtung, Good Po», Fried. rich Ner, Hauptmann, Dele Marion, Intereffent, Traffns. Abfchiebarrnnen: j. Ludzina(Ionst ir,), 2. Plattet. 8, Niederländer, Toto: 28:10. Plast: 13, 13. 21:10, Ferner liefen: Harfenmädchen, Mari) Gut,, Malteser, Flaagenliet». Armenier, Sinostern, Pengntrnrga.Prri»: 1.+ Ming(Tiirfchtiege», 1, r Abdnllab Siloer (Schröder). 3. ttrbpriitj je, Toto: 37:10(Mim), 35:10(Abd, Silner). Platt: 17. 17, 14:10. Ferner liefen: Henni) Sord, Prinz Adbell, ebampion Gord, Frankenftein, Fels,_ Das Polizei-Sporffcsf. Dos 4. P o l i z e i- H a l l e n s p o r t f e st, morg«», Dienstag, im Sportpalast, verspricht wieder eine Fülle erstkloisiger Dai- bietungen. Das an Wetikäinpfen so reichhaltige Programm gibt der Beranstaltung ein« ganz besondere Rote. Die leichtathletischen Kon- turren, zen haben derart starke Besetzungen, daß jeder Kampf ein besondere- Ereignis zu werden verspricht. Lammers, Körnig, Jonat, Malitz und andere Kurzstreckler mit bestem Ruf werden im Sprinter- dreikampf ihre Kräfte messen. Emil Hirschfeld, der erst vor wenigen Tagen den Hallenweltrekord im Kugelstoßen verbesserte, erscheint erstmalig in einer Berliner Halle und wird in dem recht starken Fürther Uebler und den Berlinern Weiß und Haas« vorbereitete Gegner finden. Der Kv-Meter-Hürde»laus wird mit Troßbach, Werk- meister, Schultz«, Kurallus usw. von den besten Berliner Hürdleru bestritten, während das Zusammentreffen von Peltzcr, Boitze, Schömann, Müller, Fredi-Zehlendorf, Schmidt in dem IlXXi-Meter- Lauf spannende Kämpfe erwarten läßt. Slasseln der Berliner.�-Bereine und der Berliner Polizei, sowie der Alarm-Hindernislaus der Polizei Wien, Danzig. Sachsen, Hessen, Schwerin und Berlin vervollständigen das sportlich aus einer hol)«» Stuse stehende lcichtathletisch« Programm. Auch das Handballturnier und die sonstigen Darbietungen dürften das größte Interesse auslösen. Beginn des Festes 2l) Uhr. Arbeiter- wasserbaUspiel im Lunapark. Im sälligeii Serienspiei trat kürzlich im Lunapark,„Hellas" gegen„Weißensee" an. Dic „Hellos"manisschost hat sich in den letzten Wochen sehr gut ent- wickelt, so daß von Beginn au das Spiel ziemlich lebhoste Form annahm. Die erst« Spielhälfte sah Weißensee im Borteil, während in der zweiten„Hellas" in den Vordergrund trat, teilweise sogar etwas mehr vom Spiel hatte. Mit 5; 4 Toren für„Weißensee" endete das Spiel. Durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters wäre ein unentschiedenes Resultat das gerechtere Urleil gewesen. Bei den gestrigen Schivimmwetlkämpsen in Görlitz siegten die Freien Schwimmer Groß-Verlins im vereinsdreitamps mit 109 Dunklen vor Leipzig und Görlitz mit 81 bzw. 79 Punkten. FTGB. Einem scheußlichen Berbrechen ist unser Genosse Bruno Heinrich Bezirk Nochen I, zum Opfer gefallen. Am letzten Freitag wurde er nach dem Turnen bei einer Messerstecherei, in die er ohne seine Schuld geraten war, so schwer verletzt, daß er an den Folgen am Sonntag morgen verstarb.— Die Zeit der Bestattnng wird von der Vereinsleitung noch bekanntgegeben. Stärkste Beteiligung ist Pflicht oller Mitglieder. Der Borsmnb. Bezirk»karteil SehSoebepst.Feieb«»«». Deleaierienverfaminluitg SieMlej. 12. Mär», b« Älobe. Friedenau, Hantbjernktr. 60—61. Beginn 20 Ustr. Kartell ffa Arbeit erlport nah Stirpe rpilepe. Bezirk Renlill». Heule, M»t>. tag, 20 llbr. SartellfiHung bei Frank,«emafteferftr. 1. «ahethehrk hn Freie» Inrnerfcheft ftrofc.Beiii». Torateriiaff, 14. Mit«. 20 Ufte, Berkaannlung bei Schmidt, Nirderschäitemeide, Berliner Str. S7-98 Baotiistände noch frei. Uebungaftunden Mantaas van 19—21 Uhr. Ruber. anlace, Bootshaus„Boreoärt». Anschrift: D. Noack. Neukölln, Nagaislr.(->. Freie Sana-Uaiaa kbrost-Berlin,»hteilllnq yNterhaoel. Sitzung Dien»!»:!. 12. Marz, APH Uhr, bei Reimer, igamtztbetftT. Ätfc Sanalftrahe. Säfte will kommen. Mralleoer»erbrn«chfaemmwien. Ansivnft«-teilt ZSihard Beel *■ 30, SSaHr, 19. Der Buchstabe tötet... Reichsarbeitsgericht gegen Maifeier. Zn semkr letzten Sitzung beschäftigte sich das Reichsarbeits- gc i lcht unter Lorsitz von Rcichsgenchtsrat Staffel mit der arbeitsrechtlichen Bedeutung des 1. Mai und fällte eine Entscheidung, die für die deutschen Staaten, in denen der L'Mai kein g e s e lj- licher Feiertag ist, von größter praktischer Bedeutung, für das gesamte deutsche Arbeitsrecht aber auch von höchster grundsätzlicher Wichtigkeit ist. Der Sachverhalt ist folgender: Auf dem Rittergut G r e ß k e w i tz in Pommern teilten am 30. April 1328 die Bs- tricbsratsmitgiiedcr dem Rittergutsbesitzer mit, daß sie aui Grund eines Beschlusses des Deutschen Landarbeiteroer- b a n d e s am 1. M a i nachmittags nicht zur Arbeit erscheinen würden. Der Unternehmer teilte ihnen darauf mit, daß er damit nicht einverstanden sei. Trotzdem folgten die freigewerkschaftlichen Betriebsratsmitglieder der Parole ihrer Gewerkschaft. Die Folge war f r i st l o s e Entlassung. Die drei Betriebsratsmitglieder erhoben darauf Klage auf Weiterzahlung von Gehalt und Deputat- lohn bis zum Ablauf der Kündigungsfrist. Das Arbeitsgericht und das Landesarbeilsgerichi gaben der klage stall. Das Landesarbeitsgericht in Stettin führte in der Urteils- begründnng aus, daß zu prüfen sei, ob das Verhalten der Kläger nach � 16 der vorläufigen Landarbeitsordnung ein Grund zur fristlosen Entlassung bildet, ob insbesondere eine b e- harrliche Verweigerung der Dienstleistungen vorliege. Das mußte verneint werden. Die Maifeier findet in einer Jahreszeit statt, in der nur wenig landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet werden. Auch hatten die Kläger Vorsorge getroffen, daß auch in ihrer Abwesenheit die Dienstleistung regelrecht vor sich ginge. Die Beteiligung der Kläger an der Maifeier hatte also keinerlei wirtschaftliche Schädigung des Gutsbesitzers zur Folge. Unter dieser Voraussetzung ist aber dem Beklagten, auch wenn er ein politischer Gegner der Kläger ist, in einem demokratischen Staatswesen, wie es das Deutsche Reich ist, zuzu- muten, daß er den politischen Ansichten seiner Arbeiter duldsam gegenübersteht. Insbesondere war von ihm zu bodeirksii, daß große Ttile der Arbeiterschaft der Maifeier mit leiden- schaftlicher Hingebung anhängen, darauf mar von ihm gebührend Rücksicht zu nehmen. Aus diesen Erwägungen ergebe sich, daß ein allgemeiner Grund zur fristlosen Entlassung nicht vorgelegen habe und auch keine beharrliche Arbeitsverweigerung. Das Rcichsarbeitsgcricht hat es nicht für notwendig gehalten, sich diesen sozialen Erwägungen der beiden Vorinstanzen anzuschließen, sondern hat die fristlose Entlassung der Be- triebsraismitglieder für berechtigt erklärt. Begründung: Der 1. Mai ist in Preußen kein gesetzlicher Feiertag. Im übrigen lieg« beharrliche Arbeitsverweigerung vor. Die Tatsache, daß das Reichsarbeitsgericht aus einem ein- maligen Fehlen eine„beharrliche Arbeitsverweigerung" konstruiert hat, beweist, wie wenig es im vorliegenden Falle gewillt war, die berechtigten Interessen der Arbeiterschaft zu berücksichtigen. Es ist das eine Entscheidung, die ähnlich der kürzlich getroffenen über die Anerkennung der gelben Verbände mit dem Geist des sozialen Arbeitsrechts durchaus unverträglich ist! Die Schulferien im Lahre 1929. Bisher feststehende Termine. Wie von der staatlichen Aoskonftsslelle für Schulwesen mit- geteilt wird, stehen die Ferientermine Preußens und der meisten anderen lländcr bereits fest. Nachstehend geben wir die bisher bekannten Ferienordnungen für das Schuljahr 1329/33 wieder: Ostcrn I Pfingsten' Eommer Herbst Seihnochien IT. 3.— 10.1.117.5.— 98.5. 28.6.— 1.8. 25. 8— 9.10. 21,12.— 7.1. 27.3— 8.1>6.5.— 29.5. 2.7.— 1.8. 1.10—17. 10. 20.12.— 7.1. 27.3.— 9.4/17.5.— 28.5. 23.6.— 6.8. 27. 9.— 11.10/20.12.— 3.1. I I I 27,3.— 9.4/17.5.— 29.5/28.6.— 1.8. 26. 9—11.10.23.12.-8.1. .3.— 11.4. 17.5.-28.5. 23.6.— 30.7. ,27. 9— 11.10.. 20.12.— 7.1. 2.3.3.— 5.4. 17.5.— 28.5-1 5.7.— 9.8.. 3.10—17.10 21.12.— 7.1. 23.3.— 9 4. 17.5.—'23.5 28 6.-80.7/ 2.10— 15.10>21.12.— 7.1. 27.3.-16 4.117.5.— 28.5. 30.7.— 6.9/— 19.12.— 8.1. 27!.— 10.4. 17.5— 28.5 5.7.— 8.3. 3.10.— 16.10.'21.12.— 8.1. 19.12.— 8.1. 21.12—8.1. 21.12— 9.1. 21.12.-9.1. 23.12—6.1. 23.12.— 7.1. 27.3.— 16.4. 17.5.— 28.5. ,'30.7.— 6.9/ 17.3.— 10.4.117.5.— 28.5. 5.7.— 8.8. 4.7.— 7.8. 2� .10—16.10. . 9— 9.10. . 9_ 8.10. . 9— 5.10.' 29. 9— 14.10. 33.12.— 6.1. 27, 9— 11.10. 20.12.— 7.1. 21. 9— 7.10. 22.12.— 6.1. Preußen: Oslpreuhcii.. Brandenburg. Pommern... flkcnjmiu't Poicn-Westpr. _ Sachje».... ' SchlcSw.-HoIst. .Hannover.'.. Vcilialen... Hesfen-Raisau. lilhtinpioviiiz. KrriZ Weilar. Riederl chlrliai. Lbcrichtcncn.. Sachsen: Württemberg: Baden: Höhere Schulen Sraunschiveig: Anhalt: ZNecklbg.-Strel: »iStädt.Schul. bjLändl.., In Bayern ist folgende für dauernd gültige Rege- kung getrosfen: Gesanitferiendauer 85 Tage, davon 16 Tage Weih- nachts-, 20 Tage Öfter-, 47 Tags Soinmerferien: hinzu tritt der Psingstsanistag und der Psingstdienstag. Die Wcihnachtsferien be- ginnen am 28. Dezember morgens und endigen am 7. Januar abends: die Soinmerferien beginnen am 16. Juli morgens und endigen am 31. August abends. Ist der erste Feiertag ein Sonn- tag, so beginnen die Ferien am vorausgehenden Samstag morgens, ist der letzte«Tag ein Sonntag, so schließen die Ferien am folgenden Montag abends. Bei verschiedenen Slädien treten jedoch einige Aendemngen ein: Ostpreußen: Für Königsberg: Sommerferien vom 29. Juni bis 1. August, Herbstferien vom 25. Sepieniber bis 10. Oktober. Brandenburg: Für Groß-Berlin sowie Bernau, Erkner, Glienicke, hennigsdors, hermannswecder. Zkeuenhagen-hoppegarlen, Zlomaives, Potsdam. Strausberg. Vellen und woltersdors: Sommer- seriell vom 2. Juli bis 8. August, Hcrbstserien vom 1. Oktober bis 10. Oktober. Pommern: Für Greisswald: Sommerserien vom 12. Juli bis 20. August, Für die Staatliche Bildungsanstalt in Köslin fallen die Psmgstferien aus. Dafür Herbstferien vom 27. September bis 15. Ottober, Weihimchtsferien vom 20. Dezember bis 7. Januar. Grenzmark: Für Fraustadt: Sommerferien vom 4. Juli bis 7. August. S ch le s m i g- H o l st e i n: Für Plön keine Pfingstferien. Sommerferien vom 25. Juni bis 9. August. Für Wyk a. Föhr: Pfingstferien vom 18. Mai bis 23. Mai, Sommerjerien vom 29. Juni bis 9. August. H a n n o v r: Für Celle, Clausthal-Zellerfeld und Göttingen: Sommcrferien vom 13. Jutt bis 14. Wigust. Für 5)asclünnc fallen die Psingstferien und Herbstferien aus. Dafür dauern die Sommer- ferien vom 13. Juli bis 27. August und die Weihnachtsferien vom 20. Dezember bis 15. Iamiar. W e st f al e n: In den Orten des Minden-Rovensberger Landes «Bielefeld, Bünde, Gütersloh, Herford, Lübbecke, Minden, Oeyn- hausen, Petershagen sowie Berleburg und Laasphe) gilt folgend« Ferieiwrdnung: Ostern vom 23. März bis 4. April, Pfingsten vom 17. Mai bis 28. Mai, Sommer vom 28. Juni bis 30. Juli, Herbst vom 2. Oktober bis 15. Ottober, Weihnachten vom 21. Dezember bis 7. Januar. H e s s e n- R a s s a u: Für die Städte Camberg, Diez, Bad Ems, Frankfurt a. M., Geisenheim, St. Goarshausen, Hadamar, Limburg a. d. L., Marburg, Montabaur, Oberlahnstein, Weilburg und Wiesbaden: Soinmerferien vom 13. Juli bis 16. August. Riesengewinne und Hungerlöhne. Oer Lohnkonflikt in Mansfeld. Die Nachrichten, die bisher über den Geschäftsbericht der Mansfeid A.-G. in die Presse gelangten, bestätigen, daß der Mans- selber Kupscrbevgbau im vergangenen Jahre sehr gut abgeschnitten hat. Die Gesellschaft hat einen erhöhten Reingewinn er- zielt, ihre Unkasten trotz der Rationalisierungsumstellung um 100 000 M. herabsetzen können und ihre Abschreibungen gegen dos Porjahr um dreiviertel Millionen Mark erhöht. Als Dividende werden wiederum 7 Proz. vorgeschlagen. Zlußer einer Steigerung der'Kupferproduktion sowie der Reben- Produkte ist man im letzten Jahre dazu übergegangen, zwei ganz neue, bisher in Mansfeid nicht erzeugte Produkte herzustellen. Aus diesen neuen Produkten(Zinkoxyd und Z i n k v i t r i o l) dürfte der Gesellschail eine nicht»nbeirächtliche Mehreinnahme zu- sließen. Hinzu kommen die enormen Preis st eigerungen der letzten Monate. Während 1927 der Kupferpreis pro 100 Kilo- gramni noch zwischen 130 M. bis 134 M., 1928 140 M. bis 148 M. schwankte, stand er Anfang März 1929 a u f 183,25 M. Das be- deutet M i l l i o ii e ii g e w i n n e für die Maiisfeld A.-G. Bei dieser Sachlage ist es selbstverständlich, wenn jetzt die Ar- beiter durch ihre Organisationen oersuchen, sich auskömmlichere Löhne zu erkämpien. Das Argument der wirtschaftlichen Notlage schallet bei der Mansfeid A.-G. vollkommen aus. Wenn jemand über Not klagen kann, dann sind es die Mansfelder Arbeiter. Der Mansfelder Arbeiter muß heute noch mit einem Lohn o o n 5 M. bis 6 M. nach neunstündiger Arbeit in der Bleihütte nach Hause gehen und soll eine Familie von sechs, manchmal noch mehr Köpfen davon ernähren. Ein Teil der Arbeiter hat jetzt noch einen Tariflohn von 4,70 M., während Förderleute im Aller von 23 bis 27 Jahren im Prämiengedinge 5,40 M. pro Schicht vcr- dienen. Es gibt wohl Arbeiter, die durch ungeheure Wühlerei mehr oerdienea, allgemein aber zahlt die Mansfeid A.-G. die niedrigsten Beroarbeiterlöhne in Milkeldeutschland. Die Not und das Elend, die infolgedessen unter den Arbeitern im Mansfelder Lande herrschen, kommen am besten in den Vor- vfsenilichungen der Gesundheitsbchörden zum Ausdruck. Die Tuberkulose unier den Kindern der Mansfelder Bergorbeiter ist ungeheuer stark verbreitet und größtenteils aus die schlechten W o h n v e r- h ä l t n i s s e der Arbeiter zurückzuführen. In den letzten Jahren ist es des öfteren vorgekommen, daß Familien, deren Ernährer bei der Mansfeid A.-G. beschäftigt find, d i e Armenfürsorge in Anspruch nehmen muhten, um sich über Wasser zu hallen. Es ist deshalb kein Wunder, daß der Lohn, den die Arbeiter oerdienen, kaum ausreicht, um die Familien satt zu machen, während an Kleidung, Ersatz der Wäsche tmd ordentliche Wvhuunge» feerHaupÜi nicht zu detcken ist. Don dem sozialen Verständnis, dos dt« Mansfelder Herren immer so gern nach außen kehren und in der Oejfentlichkeit zum Ausdruck bringen,' haben die Arbeiter Mansfellis in den letzten vier Iahren verdammt wenig gemerkt. Die Folgen dieser verkehrten Sozialpolitik, wie sie von der Mansfeld A.-G. getrieben wurde, sind deshalb auch nicht ausgeblieben. Ein großer Teil der besten 2lr- beiter hat der Mansfeld A.-G. den Rücken gekehrt und sich anderswo lohnendere Beschäftigung gesucht. Di« aufblühende Industrie Mitteldeutschlands hat nicht zum geringsten Teil dazu beigetragen, daß auch den fiNansfelder Arbeiter andere Arbeits- Möglichkeit geboten wurde, als nur bei der Mansfeld A.-G. izrühcr war die Mansfeld A.-G. Herrscher in ihrem Reich: die ansässigen Arbeiter waren vollständig von ihr abhängig. Das ist heute durch die modernen Beiörderungsmöglichkeiten schon wesentlich anders ge- worden. Hunderte früher bei der Mansfeld A.-G. beschäftigte Ar- beiter arbeiten jetzt auf dem Leuimwerk. Jugendliche Arbeiter denken gar nicht daran, noch bei der Mansfeld A.-G. unter den schlechten Lohn- und Arbeitsbedingungen Arbeit aufzunehmen. Die Bekoimtniachungeii,„jugendliche Arbeiter werden ein- g e 1 1 e l l t", verschwinden überhaupt nicht mehr von dem schwarzen Brett auf den Schächten. Im Frühjahr, wenn die Arbeitsmöglich. kell in den anderen Berufen wieder größer wird, wird das große Laufen bei der Mansield A.-G. einsetzen. Die einzige Sicherheil für die Mansfeld A.-G., sich ihr« Arbeiter zu erhalten, liegt darin, daß sie mit ihrer bisherigen Lohnpolitik gründlich bricht. Es ist setzt an der Zeit, das V e r f p r e ch e n, das die Mansfeld A.-G. den Ar- heitern in den letzten Jahren gegeben hat, bei höheren Kupferpreiscn auch den Arbeitern höhere Löhne zu zahlen, jetzt endlich einlöst. Die Einsicht reist. Kommunistische Hochburg gestörmi. Hanau a. Al., 11. Mär;.(Eigenbericht.) Bei der Wahl der Octsverwallung des Deutschen Atetall- arbeite rverbande» im vorigen Jahre holte die KPD.-Lifie 456 Klimmen erhallen, während die KPO.-Liste mit 133 in der Blinder- heil blieb. Am gestrigen Sonnlag haben die Hanauer Blelallarbeiier wiederum gewählt. Es wurden 1817 Stimmen abgegeben und davon 1007 Stimmen für die Liste Sewerkfchafls- e i n h e i l. So hat sich binnen Jahresfrist das Blatt gewendet! Zurückweisung einer Verleumdung. Die Belegschaft der Wittenauer Heilstätten beschäi- tigte sich in einer Betriebsversammlung mit einem Artikel der „Roten Fahne" vom 27.' Februar:„Betriebsräte, wie sie nicht sein sollen." Als Egebnis der Aussprache wurde folgende Eni- f ch l i e ß u ii g gegen drei Stimmen angenommen: Die Betriebsversammlung am 6. März nimmt mit Entrüstung Kentnis von der An und Weise, wie in einem ANikel der„Roten Fahne" mit dem Thema:„Betriebsräte, wie sie nicht fein sollen" von einem sogenannten Angestellten der Wittenaucr Heilstätten:il verleumderischer Absicht die Ansicht erweckt wird, als ob die Kalle- gen Bollnbsrg und Peyrce Wohnungsschieber feien. Die Versammlung spricht den Kollegen Dollnberg und Pearce das Vertrauen der Belegschaft der Mit!«- nauer Heilstätten aus, dos die beiden Kollegen sich in fahre- langer, uneigennütziger?lrbeit für die Belegschaft er- worden haben, und kennzeichnet den Artikel als ein von politischer Rache diktierten, schlechten Auftakt zur Betriebsrätewahl." Die Aussperrung bei Salamander. Slultgark. IL März.(Eigenbericht.) Bei den Verhandlungen zur Beilegung der Aussperrung von 4 3 00 Arbeitern und Arbeiterinnen der Schuhfabrik des Solamanderkonzeriis Siegle u. Co. in Korn- W e st h e i m, die in den letzten Tagen stattfanden, hatte die Firma vor der Zlrbeitcrorgonifation die Vorlegung eines Vermittlungs- Vorschlages verlangt. Dieser Dorschlag wurde der Firma unter- breitet. Er enthält lediglich die Rückgängigmachung der von der Firma vorgenommenen Verschlechterung in der Berechnung der Lahnsätze, in der Bergütung für dos Warten auf Arbeit und in der Sicherung des Lohnes der älteren Arbeiter. Die Firma hat, obwohl sie selbst erklärt hotte, daß sie für eine Bei- legung des Konflikts sei, jetzt sedes Verhandeln über den Der- mittlungsvorfchlag der Arbeiter abgelehnt. Die Aussperrung bleibt also bestehen. Gowjetbolschast Kabul ausgeräumi. Oer Emir auf Zeit läßt haussuchen. Der Führer der aijchanischen Rebellen und gegenwärtige Macht» Haber Bachai i Sokao hat nach Meldungen aus Kabul ein« Haus- f ii ch u n g in der russischen Gesandtschaft vornehmen lassen. Es heißt, wie immer bei solchen Aktionen, daß hierbei eine Menge wichtiger Papiere und Dokumente beschlagnahmt worden seien. Ihre Veröffentlichung soll in Kürze erfolgen, da sie aussehen- erregende Angaben über den ilmsang und die Wege der b o l s ch e- w i st i s ch e ii Propaganda in Briiifch-Jndien enthalten, für die Afghanistan als Zentrum gedient Hobe. Finger". Auf Wunden, Kwiet'schMPfla8t8r legt, jedoch achte dabei irn herauf den Patenischuti„Sch I immer Seit 80 Jahren käuflich in Apothe cn ä 48 Fl. Q lachten 0 r FnnCfenhiSlf an Brandwunden gratis durch Hans Kwlci't Pflester- D U« 10 W II Q 11 D il( Fabrik, Berlin SW ö-, AlexandrinensiraQe Ida. Dw -SÄN-S? besondere Spezialiläi unserer S)ampSwäscJierci Herren-Stärkewäsche Tischwäsche Roll- Presswäsche Obei�all Riliaslert Posfversand Berlin SO 16, Rungeslr.2r1 Fernspr. F 7]iannowrlz 6436