Morgenausgabe Nr. 1�9 A 60 -46, Jahrgang Wöchentlich 8SPf� monatlich ZFO M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pfg.Poftzeitungs» und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands- obonnement 6.— M. pro Monat. Der„Vorwärts� erscheint wochentSg. lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.De? Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und„K'nderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"..Technik"...Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Borwarts* p. f Berliner VowSblait Dienstag 12. Marz 1929 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 p{. Die einspaltige NonfläreiltchzeNe 80 Pfennig. Reklame'eiie h>.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen' dos ettge» druckte Wort 25 Pfennig Zulässig zwei fettaedruare Worte), jede� weitere Wort 12 Pfennig. Stellenges»che das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worten Arbeitsmarkt Zeile 00 Pfennig. Fc�milienanzeigen für Abonnenten Zeile 4�Pfennig. Anzeigen» annähme im Hauptgeschäft Linden» inaße 3, wochent?gl. von S'/z bis 17 Uhr. Jentvalorgan der GozialdemokvattfOen Vavtei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 kcrnirrecher: Tönbosi 292— SS? lilegramm-Adr.: Eozialdemokra» verlw Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin Z7KZK— BankkoMo: Bank der Arbeiter, 21ngeslellt«n vnd Beamte» WaUstr. Sb, Dttkonio-Gesellschafi, Depositenkasle Lindenftr S Zubenstaat und Zudenkanzler. Zur Genesis eines„völkischen" Schlagworts. Von Hornmim WendeL Glatzen leuchten, Brillen blitzen, Vollbarte wackeln, und jedesmal, wenn vom Rednerpult das Stichwort„die Juden" fällt, erbebt sich heiseres Geschrei. Der kleine Fanatiker dort oben, auch mit Glatze, Brille. Vollbart, weiß, was bei seiner Hörerschaft«inschlägt. Er fuchtelt mit den Armen und schreit: Ich wiederhole, die Juden, nur die Juden sind schuld! (Bravo!) Der Jude arbeitet nicht selber, sondern er läßt andere für sich arbeiten!(Schieber! Lumpen!) Er kennt nur den Schacher und Wucher!(Juden'raus!) Dabei wird bei uns eine Politik von Juden für Juden getrieben! (Schande!) Die Presse ist verjudet, die Parteien sind ver- judet, der Staat ist verjudet(Nieder die Iudenbande!), ja, die Regierung, der Kanzler s e l b st ist von den Juden ab- hängig!... Hier erhebt sich die Versammlung spontan und stimmt an: Wir brauchen keine Iudenrepublik! Aber halt! Nicht doch! Von Judenrepublik ist keine Rede! Es handelt sich nicht um einen Ausschnitt aus dem öffentlichen Heben der Gegenwart, sondern so tobte vor einem halben Jahrhundert im Kaiserreich der Hohenzollern die christlich- arisch-germanilche Entrüstung, und der Reichskanzler, der als Judenknecht„gebrandmarkt" wurde, hieß weder Scheide- mann noch Hermann Müller, sondern Bismarck und war der gleiche Bismarck, den heute„Völkische" und ihresgleichen als Nationalheiligen anbeten und nach dem sie ihre Jugendbünde nennen. In den demagogischen Stumpf- sinn jener Zeit hineinzuleuchten, ist das Berdienst einer kleinen geschichtlichen Studie von Dr. Kurt Wawrzinek „Die Entstehung der deutschen Antisemitenparteien(1873 bis 1890)"(Verlag Emil Ebering. Berlin). In dem jungen beut- schen Reich hatte der befruchtende Tau ber fünf Goldmilliarden französischer Kriegsentschädigung das Gründertum üppig ins Kraut sebießen lassen. Zählte Preußen 1867 erst 225 Aktien- gesellschasten, so entstanden 1871 259 und 1872 504 neue, viele davon als rein« Schwindelunkernehmungen, die lediglich den Leuten das Eelä aus der.Tasche zogen. Die Lockvögel dieser wahrhaft ohne produktive Arbeit vor sich gehenden Aus- beutung stellte derchristlicheAdelteutscherRation und die altpreußischeBeamtenschaft.die nach den „völkischen" Tiraden im Vergleich zu der Beamtenschaft der Republik Selbstlosigkeit, Rechtlichkeit und Unantastbarkeit durch alle Poren schwitzte. In seiner berühmten Enthüllung?- rede vom 7. Februar 1873 benannte der Reichstagsabgeord- riete Lasker als sehr bedenkliche Erzgründer drei Säulen der Konservativen Partei, den Geheimrat Wagner, der einst die„Kreuzzeitung" aus der Taufe gehoben hatte, den Fürsten P u t b u s und den Prinzen P i r o n von Kurland. Unter den faulsten Gründungsprospekten standen die feudal- Üen Namen von Herrenbaus- und Landtagsmitgliedern, von Regierungspräsidenten, Regierungsräten und Landräten, von Ministerialräten. Legationsräten und Oberbürgermeistern, von Gerichtspräsidenten. Kammergerichtsräten und Ober- staatsanwälten— die Zahl dieser Beamten war Legion: allein drei Polizeipräsidenten, v. W u r m b in Berlin, v. Brandt in Hannover und v. Gerhardt in Magdeburg saßen im Aufsichsrat von Gründergesellschaften! Als durch den großen Krach von 1873 viele kleine Leute über Nacht all ihr Erspartes verloren, schuf ihr Heulen und Zähneklappern die günstige Stimmung für die erste an- ti semitische Hetze in Deutschland. Die Schriften der Otto G l a g a u, Wilhelm M a r r und Rudolf Meyer strotzten von all den lieblichen Schlagworten, mit denen die Hitler, Ludendorff und R e v e n t l o w geistig wehr- losen Kleinbürgern den Schädel vollstopften. Daß einzig die Juden den Vorteil vom Krieg eingeheimst hätten, daß Deutsch- land immer mehr der Iudenherrschaft verfalle, daß die„rote Internationale" nur die Geschäfte der..goldenen Internatio- nale" besorge— all das konnten einfältige Gemüter schon damals als Heilswahrheit nach Hause tragen, und auch die Behauptung, daß die künstlich erzeugte Pogromstimmung der „Ausbruch des germanischen Volksgefühls gegen ein fremdes Element" sei, war bereits in den siebziger Jahren gang und gäbe. Aber es fehlte— 1879!— auch nicht die Bezichtigung, mit der 1029 aus„völkischem" Mund die Republik herab- gesetzt werden soll, daß die Juden„die besten und wahrsten Reichsfreunde in Deutschland" seien, „denn dieses Reich"— das bismärckische. nicht die Republik!— "ist ganz dazu angetan, sie zu den höchsten und allerhöchsten Würden rm Staate zu bringen"(Marr). Nicht minder hieß es— von dem Hohenzollern-Deutschland des Jahres 1877, nicht von der Republik!—. daß feine Regierung„der Börse unbedingt ergeben" sei(Meyer) und vort da bis zu dem Vorwurf, daß der Mann an der Spitze, der Gründer des Reichs, der„eisern e Kanzler' ein Handlanger der Iudenherrschaft sei. war nur mehr ein kleiner Schritt. Durch die Gesetzgebung, die Deutschland wenigstens auf wirtschaftlichem Felde zu einem modernen Staat machen wollte, halle er sich das Mißfallen aller hinterpommerjchen Achtstundentagdebatte in Genf. Wiffells Antwort an England. Genf. 11. März.(Eigenbericht.) Di« am Montag begonnen« Verwoltungsratstagung des Arbeits- amtes stellt im Zeichen des Achtstundentages und des kam- wenden englischen Wahikampses. Die den zuständigen Stellen zugeleiteten Bemerkungen des englischen konservativen Ka- binetts zum Washingtoner Abkommen sind gröhrenkeils so harmloser Natur, daß eine gut arbeitende Kommission in einigen Stunden die gewünschten neueren Begrisfsbestimmui�en unterbreiten könnte, wenn sie nicht überhaupt gefordert worden sind, um dem englischen Arbeiter im Wahlkampf zu zeigen, daß die englische Regierung kein« Beseitigung des Washingtoner Abkommen- erstrebt. Don einiger Bodcuwng ist die Forderung zu Artikel t des Ab- kommen?, die Grenzen zwischen Gewerbe, Handel und Landwirt- schast genauer zu ziehen. Wichtig für die Betriebswirtschaft ist' auch die weitere Anregung, eine Verteilung der 4Kstündigen Wochen- o r b e i t s z« i t auf vier oder fünf Tage zuzulassen. Dagegen kann die Forderung gefährlich werden, bei S a i s o nb e t r i e b c n in der Saison ein« Ueherschreitung der 48?Stund«nwoche zuzulasien. Weiter verlangt England eine detaillierte Auszählung der nicht zu unterbrechenden Arbeiten, bei denen«ine Ueberschreitung des Acht- swndentages erlaubt ist(Artikel 4 und 7). Die Ueber stunden- frage wünscht die englisch« Regierung gleichialls näher geregelt. Sie klagt zum Schluß, daß der Artikel 14, der die Aufhebung des Achtstundentages im Kriegssalle zuläßt, zu unbestimmt gc- halten sei. Im Verlauf der Montogsitzung legte Reichsarbeitsminister Wissell den Standpunkt der deutschen Regierung zur Frage de» Achtstundentage» wie folgt dar:„Wenn ich die Dar- legungen des englischen Arbeitsnnnisters richtig erfaßt habe, so will England an den Grundgedanken des Washingtoner Abkommens nicht' rühren, besonders den Kern, den. Achtstundentag, nicht antasten. England, wünscht ein« Klarlegung der Zweifel. Ich muß zugeben, daß an einer solchen Klorlegung ein Interesse besteht. Auch Deutsch- land ist daran interessiert, daß das Abkommen in allen ratifizieren- den' Ländern gleichartig ausgelegt und gleich streng durch- geführt wird. Aber es ist doch schon eine weitgehende Ueberein- stimmung in den Auslegungen erzielt. Fast alle Fragen, die die englisch« Regierung aufgeworsen hat. sind bereits Gegenstand der Besprechungen in London im Jahre 1926 zwischen den Arbeits- ministern von England, Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland unter Mitwirkung des Direktors des internationalen Arbeitsamtes Thomas gewesen. In fast ollen Punkten gelangte man zu einer überein st im Menden Auslegung. Deutschland ist der Mciming, daß dadurch eine ausreichende Grundlage für die Ratifikation besteht. Deutschland hat seit der Londoner Konserenz die Ratisikation mit Nachdruck betrieben. Wir haben unsere Gesetzgebung den An- forderngen des Washingtoner Abkommens mehr und mehr angepaßt und in der Zwischenzeit dem Reichstag den Gesetzentwurf des Arbcitsschutzgesetzes vorgelegt, der die letzten Hindernisse der Ratifikation beseitige» soll, und wir haben das Ratikikationsgesetz, das dem Reichsrat vorliegt, nur deshalb dem Parlament noch nicht unterbreitet, um nicht den Genfer Verhandlungen vorzugreifen. Wenn das Revisionsverfahren«ingeleitet wird, so würden der deutschen Gesetzgebung daraus große Schwierigkeiten er- wachsen. Die feste Grundlage, aus der sie beruht, würde ins Schwan- ken geraten. Der Wunsch würde erstehen, das Ergebnis einer Revision abzuwarten, die Roiwendigkeit, sich dem geänderten Ab- kommen anzupassen, und in ähnlicher Lage sind wohl alle Länder, die die Ratifikation vorbereitet oder schon vollzogen haben. Di« Frage ist: wind durch die Revision die allgemeine Ratisikation des Abkommens gefördert oder erschwert. verzögert wird sie dadurch bestimmt und zudem wissen wir ja auch noch gar nicht, was die Revision bringen wird. Die englische Regierung hat gesagt, was ihr unklar ist. Sie hat uns aber noch nicht gesagt, welche Fassung des Ab- kommens sie selbst erstrebt. Fast alle wichtigen Bestimmungen sind von neuem zur Verhandlung gestellt. Wer kann aber übersehe», welche weiteren Fragen van anderer Seite noch etwa aufgrworsen werden, und wer kann das Ergebnis einer eventuellen Revision vorausberechnen. Sollte die Revision etwa zu einer Ver ringe- r u n g des. gegenwärtigen sozialen Schutzes führen, so würde die deiitsche Regierung einen solchen Rückschritt ansrichtig bedauern. Sollte aber eine schärfere Fassung des Abkommens das Ergebnis der Revision fein, so erscheint«ine derartige Verbesserung durch- aus noch nicht unter allen Umständen als zweckmäßig. Es genügt nicht, ein jeden Zweifel ausschließendes Abkommen zu haben, es kommt, meine ich, in erster Linie darauf an, d a ß das A b k o m- men überall gilt. Wäre es nicht zweckmäßig, das Abkommen Bärenhäuter ebenso zugezogen wie durch den vertrauten Verkehr mit seinem Leibbankier, Gerson Bleichröder. dessen Adelung er sogar bei Wilhelm l. durchgesetzt hatte. Im Sommer 1875 schoß denn die„Kreuzzeitung" mit einer Artikelreihe„Die Aera Bleichröder- Delbrück- Camphausen" los, die den Kanzler als intimen Iudenfreund verdächtigte Tückisch wurde angedeutet, daß Bismarck schon in die Abhängigkeit von jüdischen Geldleuten geraten sei, als er„mit spärlichem preußischen Gesandtengehalt und ohne erhebliches Einkommen in Peters- bürg, Paris und Frankfurt guten Rat in finanziellen Dingen haben mußte". Als Folgeerscheinung sei heute Bleich- r ö d e r in finanziell- nationolötonomischer Hinsicbt der sph'ituK farailiaris(Hausgeist) des neudeutschen Reichs" Rur dieses Piffs bedurfte es. um die ganze antisemitische Meute auf die Fährte B i s m a r ck s zu setzen. Immer wieder reibt sich der unbefangene Leser die Augen, um sich zu verge- wissern, daß er in Rudolf Meyers„Politische Gründer und die Korruption in Deutschland" nicht eine„völkische" Sudelei gegen die schwarzrotgoldene Revublik vor sich hat, sondern daß das bismärckische Reich bezeichnet wird als„ein System der Aussaugung und Ausraubung des Volkes durch Blutsauger, welche sich der Gunst der obersten Regierung?- behörden, des Fürsten Bismarck und einiger seiner Mi- nister in hohem Grade erfreuen". Das glorreiche deutsche Kaiserreich und nichts anderes ist gemeint, wenn es in der gleichen Schrift heißt: Solange der Fürst Bismarck dos allein mächtige Idol bleibt, wird die deutsche Ration dem Reich, das Reich dem Kanzler geopfert werden, und der Kanzler gehört den Juden und Gründern. Daher gibt es für unsere PoNtik nur eine gebundene Marschroute: Beseitigung des jetzigen Systems und seines Trägers! Ja. nieder mit der Juden«— pardon. mit der Juden- Monarchie! Auch von katholischer Seite wurde in den ,�H i st o r i s ch- Politischen Blättern" von 1875 dem Reick W i l- h e l m s 1. und B i s m a r ck s der jüdische Ursprung bestätigt: „Alles� was bei uns Gesetze gibt, was in den Finanzen, in der Wisseyschgft. der Kunst, der Presse das Wort führt, hat in seinen Adern semitisches Blut rollen". Noch strammer ging eine Schmähschrift ins Zeug, die der„Reichsglöckner" Joachim G e h l s e n unter dem Titel„Das kleine Buch vom großen Bismarck" 1877 in Bern erscheinen ließ. Hier wurde dem Nationalheros unserer Republikhasser keiner, aber auch kein« der Anwürfe erspart, die sie tagtäglich gegen die neue demokratisch« Staatsform schleudern: Dem Fürsten Bismarck gebührt das Verdienst, d i e Juden und ihre Genossen zur herrschenden Clique»n Deutschland erhoben zu haben... Die Protektion der Juden im Deutschen Reiche ist eines der schwärzesten Merk- male des gloriosen Reiches Bismarcks und seine Folge die Verarmung des arbeitenden Volks, die Demoralisierung aller Kreise der Gesellschaft... Der Fürst Bismarck ist dem Ein- fluß des Judentums unterlegen. Juden und Iudengenosien bilden seine Gesellschaft, sie sind sein täglicher Umgang und seine politischen Berater. Und da damals schon der Antisemitismus ein Wahnsinn war, aber Methode hatte, warf sehr bald ein Vorläufer unse- rer Judenriecher Karl Paasch, in seiner Broschüre die Frage auf: Sollt« es möglich sein, daß Bismarck ein geheimer Jude ist, daß der in ihm wuchernde Keim des Talinud die kernige deutsche Natur überwuchert hat? Er erhielt zu einer Zeit, da die preußische Junkcrpartei von den Antisemiten als die„Kohnservativen" verhöhnt wurde, die Antwort, in einer Schrift B a l d e r s„Die Wahr- heit über Bismarck", die als erwiesen annahm, daß„Bis- marck ein Abkömmling von Juden und Krämern" sei!!! Was also Iudenrepublik? Das Hohenzollernreich war ein Judenstaat, die kaiserliche Regierung eine Judenregierun� Bismarck selbst ein Judenknecht, ja, ein Iudenstämmlin� — die politischen Vorfahren unserer„Völkischen" haben es Hunderte von Malen in die Welt trompetet. Solche historische Erinnerung scheint sehr geeignet, auch den politisch Leichtgläubigen nachdenklich zu stimmen. Denn nur eins von zwei Dingen ist möglich. Entweder trifft zu. was die„Völkischen" der siebziger Jahre über die Verjudun� Bismarcks und seines Systems verkündeten— dann ist das Geschimpfe ihrer Rachtrotter auf die„Iuden«publil" gegenstandslos. Oder die gegen Bismarck geschleudert-m antisemitischen Schmähungen waren eitel Schwindel— dann wird es sich, da Schwindler Schwindler bleiben, wohl nicht ynders mit den Schmähungen der„Iudenrepublik" verhalten. > in seiner bisherigen Fassung, vielleicht mit einer Modifikation zu ratifizieren und die sicher erstrebenswerte weitere Verbesserung anheimzustellen? Dazu ist Deutsch» land bereit und ich bitte die anderen Regierungen in dieser bedeittsa.'ven Stunde, nochmals eingehend prüfen zu wollen, ob sie uns nicht auf diesem Weg« folgen können. Ich glaube, man soll das Erreichbare wählen. Schaffen wir du�ch'�ie Ralifizierung eine zuverlässige Grundlage und arbeite� wir dann an einer Verbesserung des Erreichten. Die Auslegutlgsschwierjgkeiten dürfen uns nicht schrecken. Auch gegen die deutschen Slvslegungen des Washingtoner Abkommens kann man das ein« oder ander« einwenden. Deutschland ist bqreit, derartige Zweifel zu beseitigen. Deutsch- land würde sich» dein Verfahren unterwerfen, wenn seine Aus- legungen von d«&' maßgebenden Instanzen beanstandet werden sollte«, und auch tK? Folgerungen daraus ziehen. Andere Regie- nmgen haben sich be�its auf diesen Standpunkt gestellt. Ich frage mich, ob das nicht ak.le Regieningen können. Wenn das nicht möglich ist, dann muß Deutschland zu dem englischen Standpunkt Stellung nehmen, und dies� Entscheidung ist schwierig und verant- martungsvoll. Denn so wii�'tig au� der«inen Seite die gradlinige Fortsetzung der deutschen und mtemationalcn Arbeitszeitpolitik ist, so schwierig wäre es, wenn Euglanid etwa erklärt«, das jetzige Ab- kommen nicht ratifizieren zu können, den englischen Antrag ab- zulehnen und damit den Weg zur allgemeinen Ratifikation zu oer- sperren. Ich suche nach einem Weg� dem englischen Wunsche ent- aegenzukommcn, ohne das>Panze in Frage zu stellen. Eine Menge der Anstände betref'lxn nicht den großen Grundgedanken des Washingtoner Abkommens u�id gerade deshalb möchte ich, daß England auch ratifiziert und dam& den anderen Ländern, die daraus matten, ermöglicht, ebenfalls zu notifizieren. Nun frage ich mich, ob es nicht möglich wäre, in einer noch zu prüfenden Weiss die sechs Londoner Punkte in ein Zusahabkommen. oder in dos Washingtoner Abkommen selbst aufzunehmen, und damit sowohl die gewünschten juristischen Begriffsbestimmungen zu er- zielen, wie das Londoner Abkommen mit dem Washingtoner Ab- kommen zu vereinigen ist. Dasselbe hat ja auch I 0 u h a u x vor- geschlagen. Bei einem solchen Versahren wüßten wir wenigstens, was wir von einer Revision zu erwarten haben und liefen nicht Gefahr, das einmal Erreichte wieder.zerstören zu müsien. Ich bitte mich nicht mißzuverstehen. Deutschland kann sich mit dem Washingtoner Abkommen in seiner heuti- gen Fassung begnügen. Wir würden es an sich auch nicht gern scheu, wenn die Ratifikation wieder hinausgeschoben würde. Aber wenn dies der einzige Weg ist, um ein« Ratifikation durch England zu erreichen und wertn die bestimmte A u s f i ch t be- steht, daß dieser Weg auch wirklich zur Ratifizierung durch England führt, so würde Demischkand diesem Verfahren zu- stimmen können. Damit ist ja nicht czusgeschlessen, daß außer der Ausnahme der sechs Londoner Punkte noch später die übrigen Zweit«! aufgehellt werden. Ich bitte die englische Regierung, diese Möglichkeiten zu prüfen und zu sagen, ob ihre Ratifikation dann auch sicher erfolgen wird/' - Außer den schon gemeldeten Punkten vchdient die englische Am trage, ob nicht eine Ausnahme für d�e Kleinbetriebe van unter S Arbeitern gemacht werden lönjne. Ermähnung. Der englische Arbettsminister sagte aber b«k fast.keinem Punkte, welche u?k>«le«>>ing� En glaub wünsche. Di« Londoner Konserenz vom Jahr« lttZß' hatte'gewiß einig« Auslegungen zum Wafhingioner Äbkom- wen gagHben, aber'!>.■. 11 die englischen ftronjunstcn ließen dies« Auslegungen nicht zu. Deswegen sei das Londoner Alckomrnen für England nicht ge- nügend. Wenn ober eine Revision zu einem befriedigenden Er» gebnis führe, dann würde er am nächsten Tage der englischen Regie- rung die Ratifizierung empfehlen und ditse würde zweifellos ihre Zustimmung dazu geben. - Die Debatte ergab, daß nur die Unternehmer- gruppc durch eine Erklärung ihres derzeitigen Vorsitzenden, des deutschen Kmnmerzienrats Vogel, und durch«in« länger« Rede des« n g l i f ch e n llnternohmervertreters sich hinter den englischen Revisionswunsch stellt«. Die'Arbeiter lehnten durch den Mund des englischen Gewerkschaftlers Poulton, durch Iouhaux und den Belgier Mertens das englische Verlangen nach Revision a b. Poulton wieß darauf hin, daß die Anwendung der Washingtoner Konvention in keinem der Punkt«, die die englische Regie- rung nachgeprüft wünsche, Schwierigkeiten für Großbritannien bieten würde. Iouhaux und Mertens erklärten, daß die Arbeiter trog verschiedener Einwände, die sie gegen die Auslegung der Londoner Slrbeitsministerkonferenz gehabt hätten, diese Auslegungen an- nehmen könnten, wenn dadurch sin Rcoistonsverfahven»er- hindert würde. Mit diesen Erklärungen der Arbeitergruppe stimmt die An- regung des Arbeitsministers Wissel! überein. Wissell brachte damit den positiven B 0 r s ch l a g des Tages. Aber Wissell, wie nach ihm der Regierungsvertreter Frankreichs L 0 u ch e u r und der Regiernngsvsrtreter Belgiens, erinnerten ausdrücklich, daß eine Ergänzung des Washingtoner Abkommens durch die Londoner Auslegungen nur dann Zweck hätte, wenn England sich vor- her verpflichte, das Washingtoner Abkommen zu r a t i f i- zieren. Loucheur, der wie der Belgier die Anregung Wissells begrüßte und unterstützte, erklärte es für nicht genügend, daß England die Ratifikation als zweiten Schritt nach einer Befriedigung seiner Wünsche in Aussicht gestellt habe. D i e Ratifizierung müsse der erste Schritt sein, die Auslegungen über cvcn- tuclle Unklarheiten tonnten dann immer noch erfolgen. Scharfe Kritik der Arbeiterpartei. London, 11, März. sEigenbericht.) Die Rede des britischen Arbeitsminister« Steele- Maitland in Gens hat In der britischen Arbeiterbewegung starke Er- regung oucgclöst. Der„Daily herald" betont, daß sich Großbritannien vor 10 Jahren feierlich verpflichtet habe. die Washingtoner Konvention zu ratifizieren. E« fei deshalb ein erniedrigende» Schauspiel, wenn der britische Arbeits- minister, der behaupte, im Namen Großbritanniens zu sprechen. .die wiedecausrollung der ganzen Frage fordere. Großbritannien verlange nunmehr eine neue Konvention, die die in Washington festgelegten Grundsähe einschließen solle. Dies stelle größte Heuchelei dar. Die britische Forderung berufe sich dabei auf eine Klausel in der Washingtoner Konvention. Großbritannien habe jedoch weder ein moralische» noch ein formelles Recht, sich aus einen Paragraphen in einem Abkommen zu berufen, daß e» nicht durchzuführen gedenke. Der..Daily herald" wendel sich hieraus gegen die Dehauplung, daß die Konvention mehrfache Deutungen ermögliche und erinnert daran, daß der Ministerpräsident im Februar 1326 die Ratislkation angekündigt habe. wenn die Arbeitsministerkonserenz in London zu einer Einigung kommen würde. Die Ralisikation sei jedoch nicht vollzogen worden. Gegen Eine Kundgebung unter den Die 13 kulturellen Verbünde, die im Kampfausschuß gegen die Zensur oereinigt sind, veranstalteten gestern im überfüllten Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses unter dem Präsidium des Reichsministers des Innern Genossen Severins eine wirkungsvolle Kundgebung. In feinen einleitenden Worten führte Severing aus, daß der Staat verkümmern müsse, wenn die Kunst verkümmere. Die Entschließungen des Preußischen Landtags deuteten auf die Ein- führung einer Vorzensur hin. Solange er Reichsminister des Innern fei. werde er kulkur- und kunstfeindlichen Bestrebungen»lchl stattgeben. Nach Verlesung eines Schreibens von Gerhart Hauptmann nahm Fritz von Unruh das Wort: Wir wollen nicht Gsdankenwillkür, wir wollen Gedankenfreiheit. Das Geschlecht, das in den Gräben gelegen hat. das sich mordete mit Handgranaten und Flammenwerfern, das die Freudenhäuser der Etappen sah, ohne daß damals die Herren Zensoren eingriffen, hat ein Anrecht auf diese Freiheit. Zensur ist nie objektiv, sondern wird immer aus Interesse gehandhabt. Di« Jugend wird durch» kommen und Gift ablehnen, wie das Fohlen auf der Weide, das niemals, aus dem Instinkt der Selbsterhaltung heraus, ein giftiges Kraut anrührt. Genosse Dr. Wolf gang Heine weiß dem Landtag Dank für seine Entschließung, weil durch sie die Künstler a u f g e rü t t e l t seien gegen die Räuberbande der Zensoren. Schon heute hämpst auf Grund des lächerlichen Schmutz- und Schund- gesetzes«ine tendenziös zusammengesetzte Behörde in feiger Philister- Mentalität gegen die Kunst. Vorzensur und Nachzensur unterstehen subalternen Geistern. Zensur unterdrückt immer den starken, freien, neuen Geist. Heine bedauert die Anwendung der Bestimmungen des preußischen Landrechts gegen Lampels Stück„Giftgas über Berlin". Er würde es nicht einmal für so schlimm ansehen, wenn einige Rechts- und Lintsradikalinskis sich blutige Köpfe schlagen. Das Gute, nicht das Schleckst« fetzt sich durch. Bei einem Gesetz auf der Grundlage der Entschließung des Preußischen Landtags würde «ine kleinbürgerliche Bureaukratie in ungeistiger Ahnungslosigkeit den Geist unterdrücken. Reichskunstwart Dr. Edwin Redslob bezeichnete den Kampf gegen jede Zensur als einen Dienst an der Reichsverfassung. Der geistig« Mensch, nickst der Normal- mensch, der Kretin, hat der Nation die Wege zu weisen... Kunst muß frei sein, Zensur macht sie vogelfrei. Mittelmäßigkeit, flache Durchschnittlichkcit geben der Jensur ihren kunstfeindlichen Charak- ter. Die Mißgeburt der Zensur verdirbt den wahren Kampf gegen Schinutz und Schund. Heinrich Mann bedauert, daß nicht schon beim Kampf mn das Schmutz- und Schundgesetz die geistigen Perbände sich zu- sammenschlossen. Es ist leichter, Zensur zu verlangen, als gegen obwohl diese Einigung zwischen den fünf Arbeilsmiiüfiern fest- gestellt worden sei. was die pojikiven Vorschläge de» britischen Arbeitsministers anlange, jo fordere die britische Regierung einer- seil» eine festere Bindung hinsichkllch der 4S.Sluuden.Wochc und andererseits«ine größere Elastizität in der Frag« der lleberzeil. Daraus gehe' hervor, daß die Regierung lediglich nach einer Ausrede such«: um ihren Mangel an anständigem Benehmen i« dieser Frage zu verdecken. Gtrafanträge im Fememord-Prozeß. Todesstrafe gegen Heines. Skellio. IL März. Im heiues-prozeß stellte Oberstaatsanwalt Sah am Schluß der mehrstündlgeu Anklagerede folgende SlrafaulrSge: Gegen Heines wegen Mordes die Todesstrafe, gegen Oltaw wegen Beihilfe zum Mord 4 Jahre Zuchthaus. gegen FrSbel. Bär. Vogt und Krüger ebenfalls wegen LeihUfe zum Mord je Z Jahre Zuchthaus. Für Baude«er beaulragte er Freisprechung, von einer Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bat der Anklagevertreter bei allen Angeklagten, bei denen Verurteilung beantragt ist. Abstand zu nehmen, dagegen ersuchte er das Schwurgericht, von sich aus zur Frage eiuer Begnadi- guag Stellung zu uehmeu. Weiler beantragte er Ausrechterhaltuug de» Haftbefehls gegen Heines, dagegen Aufhebung des Haftbefehls gegen FrSbel. Scholz in Mainz. Mir Große Koalition- aber gegen die Steuervorlagen der Regierung und für Schwarzweißrot. ijerr Scholz, der Fraktionsvorsitzende, hat am Sonn- tag in Mainz auf dem hessischen Parteitag der Lolkspartei geredet. Er hat erklärt, sts komme alles darauf an, die Sozialdemokratie als die stärkste Partei zur Mitarbeit heran- zuziehest— nur müsse sie auf ihre„parteidemagogi- s ch e n Ideen" verzichten. Offenbar um zu zeigen, was unter„parteidemagogischen Ideen" zu verstehen ist, bekannte sich cherr Scholz zu der berühmten„Idee" der Lolkspartei. die Steuern nicht nur nicht zu erhöhen, sondern noch zu senken— dies in demselben Augenblick, in dem der Reichs- finanzmimster mit Zustimmung seiner volksparteilichen Kollegen dem Reichstag seine neuen Steuervorlagen über- reicht hat. In diesem Augenblick spricht Herr Scholz von der „Parteidemagogie"— anderer! Nach Herrn Scholz hat sich im Reich„eine völlig un- verantwortliche Finanzwirtschaft" eingeschlichen. Da der erste Etat, der wieder unter sozialdemokratischer Mitwirkung zustandegekommen ist, sparsamer aufgestellt ist als seine Vorgänger, kann sich der Vorwurf der„unverantwortlichen Finanzwirtschaft" nur auf die vorangegangenen Jahre 1923— 1928 beziehen, in denen die Sozialdemokratie nicht, die Volkspartei aber ständig in der Reichsregierung vertreten war. Außerdem hat sich die Sozialdemokratie bereit erklärt, die finanzpolitischen Sünden der anderen Parteien einschließ- lich der Lolkspartei wieder gutmachen zu helfen. Aber das wird ihr sehr erschwert durch die Volkspartei, die immerzu schreit, am Etat müsse soviel gestrichen werden, daß er auch ohne neue Steuern balanciert, die aber nicht sagen will, wie das gemacht werden kann. Schließlich hat sich Herr Scholz zu den Farben Schwarz- weißrot bekannt. Sie paffen zu ihm. Hätte er seine Rede Zensur. l Vorsitz von Earl Severing. das entsittlichende Elend, die Wohnungs* and Arbeitslosigkeit, zu kämpfen. Es ist angenehmer, weil der andere Kamps die eigenen materiellen Interessen berühren könnte. Das deutsche Volk braucht keinen Zensor. Kamen nicht die Revuen deshalb aus der Mode, weil Sittenverderbnis auf die Dauer keinen Spaß macht, wenn sie zu dumm vorgetragen wird? Wir müssen angreifen, die Reaktion muß herausgeben, was sie schon errafft hat. Unser Kampf ist nicht von vorübergehender Aktualität, er ist«pig. denn Geistesfreiheit tut uns not wie das tägliche Brot! Der Vertreter der Bildenden Künste betonte, daß eine Zensur sich immer gegen wirkliche Künstler am schärfsten richtet und belegte dies mit Maßregelungen Kalckreuths, Corinchs, Lieber- manns und anderer aus der Vergangenheit. Der Künstler ist kein Normalmensch, er kann nur in völliger Freiheit gedeihen. Generalintendant Genosse Leopold I e h n e r sprach oon dem „Liebüngskind der Zensur", dem Theater. Ein gesunder Körper ist nicht zu infizieren. Zensur will die„gute alle Zeit" wieder. Wir aber wollen das Neu«. Wir kämpfen gegen jede Zensur, nicht aus Angstmeierei, nicht aus Kurfürstendammerei, sondern im Dienst der deutschen Kunst. Professor B i e sprach für den Verband Deut- scher Musikkritiker und wies darauf hin, daß auch hier der Zensor seinen Finger hebe. Sri doch in der Musik zu Schnitzlers.Reigen" Slnstoß und Aergernis genommen auf Grund der unmöglichen Fiktton, daß einige Takte den Rhythmus des menschlichen Beischlafs wiedergäben. Heute hat sich die Musik zur Zell gewendet, und die Geschichte der Musik beweise, daß noch kein schlechtes Werk sich auf die Dauer gehalten habe. Sei es nicht ein schönes Zeichen, daß heute die Liebe zu Bach größer sei denn je? Lupu Pick von der Dachorgani satton filmschaffender Künstler nannte den Film das Stiefkind der Gesetzgebung. Aus Angst vor der Zensur, hat aber noch niemand einen guten Film gemacht. Emil Lind von der Genossenschast Deutscher Bühnenangehöriger nannte die Zensur einen Einbruch von Spießern in Kulturen, die ihnen fremd sind. Fritz K 0 r t n e r vom Staatstheater las mit größter Wirkung Kampsverse Heines und Wedekinds gegen die Zensur. Eine Resolution, die fast einstimmig angenommen wurde, wendet sich gegen jedes auch verschleierte Zensursystem, weil es kulwrwidrig ist und verspricht, aus ideellen Motiven die ständige Wachsamkeit der vereinigten Verbände. In seinem Schlußwort führte Reichsmimster Severing aus, daß nicht nur Parlamentarier und Behördenoertreter schuld seien am Wiederaufleben der Zensur, sondern auch die Rückständig- keit weiter Bolkskrcise. Ein Volk— und nicht zum wenigsten sind es die Jungen im Bolle,— das Arbeitslosigkeit und wirtschasr- liche Nöte in bewunderungswerter Selbstdisziplin ertragen hat. braucht keinen Zensor. Der Kampf gegen die Zensur muß täglich geführt werden, so wie es einer unserer Größten sagte: Nur de? verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß! mit der Flagge Schwarzrvtgold zu decken versucht, so hätte man dagegen protestieren müssen. Im übrigen kommt es jetzt nicht mehr auf Worte, sondern auf Taten qn. Die Volkspartei ist heute eine Opvosittons- partei mit zwei Ministern in der Regierung. Dieses Spiel kann sie' nicht fortsetzen. Beim Etat und den Deckungsfragen fällt die Entscheidung. Die Oeckungsvorlagen im Reichstag. Der Reichsrat hat zugestimmt. Der Rrichsfinanzmimst«? hat dem Reichstag die drei Deckungs- vorlagen zum Haushall für 1SZ9 zugehen lassen. Sie bestehen aus einer Aenderung des Biersteuergesetzes, einer AenAerung des Branntweinmonopolgesetz«» und riner Aenderung des Erbschafts st euergefeges. Die writeren Deckungsvorschläge der Regierung betreffen de» einmaligen Zuschlag zur Vermögenssteuer im B> trage oon 104 Millionen und die Kürzung der lleber- wei sun g« n an Einkommen-, Kvrperschafts- und Umsatzsteuer an Länder und Gemeinden im Betrage von 120 Millionen. Dies« beiden Deckungsvorschläge sind im Haushallsgesetz selbst enthalten, das dem Reichstag zusammen nut dem Haushallsplan in den nächsten Tagen nachger eicht werden soll. Außer den drei genannten Gesetzentwürfen sind dem Reichstag noch drei weitere Steueränderungen vorgelegt worden, und zwar eine Novelle zur Einkommensteuer, eine zur Der- mögenssteuer und eine zur Wechselsteuer. Der Reichsrat hat den sechs Dorlagen zugestimmt. Nur bei der Aende» rung des Einkommensteuergesetzes hat er die vorgeschlagen« Senkung des Tarifs für die mittleren Einkommen und die Abrundung ab- gelehnt. Die Reichsregierung häll auch in diesen Punkten an ihrer ursprünglichen Borlage fest. Diese sämtlichen Steuergesetze stehen gemeinsam mit dem Reichs» Haushaltsplan und dem Haushaltsgesetz berells zur ersten Lesung auf der Tagesordnung der nächsten Rrichstagssitzung, die am Donnerstag stattfindet. Oie deulfchnationale Opposition. In den Mitteilungen der Deutschnationalen Vollspartei schreibt der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Oberfohren: „Allgemeinpolitisch sind die beabsichtigten Steuererhöhungen anzu- sehen als der Ausfluß marxistischer Denkweise, als ein Vorstoß gegen die privattapitalistische Gesellschaftsordnung. Offenbar wird� versucht, in einem grundsätzlich privatwirffchaftlich verbliebenen Staat sozialistische Methoden zur Durchführung zu bringen." Regierungserfolg in Mexiko. Rückzug der Rebellen. New Park. 11. Marz. Au» Mexiko wird amtlich gcmeldel. daß die Rebellen T 0 r r e 0« geräumt hätten und auf Ehihuahua zurückgingen. Die Regie- rungstruppeu dürsten Torreoo bereit» beseht haben. ; Di« Flugzeugwerkstätten von Long Island arbeiten Tag und Nacht an der Herstellung der von der mexikanischen Regierung bestellten Flugzeuge. Die erste Gruppe der Maschinen wird End« dieser Woche, die zweit« Gruppe in der nächsten Woche von Mitchell- field abstiegen. Die Flugzeuge werden mit M 0 s ch i n« n g e w c b- r e n und Bomben ausgerüstet. Die mexikanischen Flieger, die sie führen sollen, machen auf dem Marineflugplatz der Vereinigten Staaten in Hampton. Road eine scharfe Ausbildungszeit durch. f Luthers Ruh. Luther:»Auf diese Hypothekenbank will ich mich setzen, Sie scheint mir sehr zum Ruhesitz geeignet. Denn ich Hab' keine Heimat. Kanzleramt, Reichsbahn und Luther-Dund war bald vorüber...' Ein Vorschlag zur Zieichsreform. Die Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und. Preußen. Gnde Mai Ltnterhauswahl. Die Parteien darüber ewig. London. 11. März. lEigenbericht.) kann als sicher gelten, das, das Parlament zu Pfingsten aufgelöst werde» und die Neuwahl zun» Unterhaus am 28. oder ÄO. Mai vorgenommen wird. Sämtliche Parteien wünschen dieses Datum, um zu vermeide», daß der Wahltag in die Hausitferienzeit fällt. Das neue Parlament wird voraussichtlich in der zweiten Jauuarhälfte zusammentrete». Furcht vor der Reparationsbank. Besorgnis um die Selbständigkeit der Staaten. Pari», ll. MSrz.((EigenbetichL) Die Sachverständigenkonferenz sehte die Beratung de» Entwurf» einer Clearing. Bank zur Regelung der Reparationen fort. An der Diskussion beteiligten sich mit längeren Referaten Dr. Schacht fDeutfchland). Morean(Frankreich), Francqui(Belgien) und Slamp (England). 3m verlauf der Diskussion ergab sich, dah gegen da» Projekt an sich grnndsähliche Bedenken nicht bestcheu. jedoch gehen die Ansichten über die Machtbefugnisse der neuen Bank stark an»eiaander. Einige Redner Soßerlen die Befürchtung, daß durch die Errichtung einer solch über- mächtigen Bankzeulrale die Selbständigkeil nicht nur der Notenbanken, sondern auch der Staaten selbst aufgehoben werden könnte. Es wnrde weiter dle Frage der rein baukmähigea. In der Hauptsache ans dem Gebiet de» Kreditwesen» liegenden Ausgaben de» Institut» sowie die Organisation seiner Zusammenarbeit mit den Notenbanken der einzelnen Länder erörtert. Die Kommerzialisierungskommisflo» erhielt die Aufgabe, dle Frage der Kapitalbeschaffung für da» neue Institut sowie ihre Verteilung aus die einzelnen Länder zu prüfen. Sie ist dazu erweitert worden und hielt am Montag nachmittag ihre erste Sihung ob. Die Traasferkommission wird über die Funktionen und Kompe- lenzen der neuen Bank Beschtuh fassen. Die einzelnen Kommissionen sollen in Zukunft in engere Fühlung miteinander treten. Mit der Vereinheitlichung Ihrer Arbeiten ist der englische Delegierte Stamp beauftragt worden. Alle von den einzelnen Kommissionen vorge. brachten Vorschläge sollen in den Gesamtplan eingefügt werden. Mit Rücksicht aus Dr. Schacht, der nach Berlin fährt, ist die nächste Vollfihnng am Mittwoch nachmittag. ZerfaN der KPC. LoÄSstmg der Gewerkschaft, Konstituierung der Opposition. Prag, 11. März.(Eigenbericht.) Die Zersetzung innerhalb der tschechischen kommunistischen Partei hat am Sonntag zu außerordenMchen(Ereignissen geführt. Zn einer Reichskouferenz aller Sektionen des„Internationalen all. gewerkschaftlichen Verbandes" in Prag wurde dle bisherige, unter >Zem Diktat des polllbureaus stehende F ü h r u n g abgesetzt und »«ine neue Führung eingesetzt, an deren Spitze ein früher vom pollt- bureau abgesetzter Sekretär steht. Zn Prag tagte zu gleicher Zeil auch die erste Landeskonferenz der kommunistischen Opposition in Böhmen, an der SZ Delegierte ans 29 Orten teilnahmen. Sie beschloß, den Kampf gegen da» politburean and die jetzige Führung mit aller Schärfe aufzunehmen. E» wnrde ein rwölfgliedriges Landes exekukivkomitee gewähl« und ein eigenes Sekretariat in Prag errichtet. Mit der Eroberung des Vorstandes des kommunistischen Gewerk. schaslsverbande» haben die Gegner de» polikbureaus die größte kommunistische Organisation, die weit mehr Mitglieder zählt als dle politische Partei, in die Hände bekommen. E» Handell sich hier um einen für die Kommunistische Partei katastrophalen Vorgang, um eine tiefgehende Spaltung, die allem An. schein nach durch nichts mehr aufgehalten werden kann. Märzfeier in Wien. Kranzniederlegung am Ehrevgrab. Wen. 11. März.(Eigenbericht.) Am Sonntag hat die Wiener Arbeiterschaft den Gedenktag der Märzreoolution von 1345 begangen. Wie alljährlich, haben starke Abordnungen auf dem Aentralfriedhos am städtischen Ehrengrab« der Märzgefallenen Kränze niedergelegt. In der Gedenkrede bewies Dr- Julius Deutsch, daß 1818 das Bürgertum sich nach der Revolution den Generälen in die Arme warf und daß es sich jetzt wieder dem Heimwehrfaschismus ergebe, um die Arbeiter nieder- zuwersen. Die K o m m u n i ft e n hatten für Sonntag vormittag einen Aufmarsch im Bezirk M e i d l i n g. wo am 24. Februar die heimwehren herumgezogen waren, geplant. Diesen Ausmarsch hatte die Polizei verboten. Den sozialdemokratisch« Bürgermeister von Wien als Landeshauptmann hat das Verbot jsdoch aufgehoben und de» Aufmarsch gestattet, well alle Staatsbürger gleiches Recht haben«nützten. Obgleich das Polizeiverbot eine gewaltige Reklame war. folgten die Arbeitermassen der Aufforderung der Sozialdemokratischen Partei und ließen die kommunistische Ver- anstaltung unbeachtet; sie verlief bei geringer Beteiligung ohne Zwischenfall._ Heinrich Hopf gestorben. Schwerer Verlust für die Frankfurter Arbeiterbewegung- Frankfurt a. M„ 11. März.(Eigenbericht.) Kurz vor seinem 60. Geburtstag ist der sozialdemokratische Vor- sitzende des Kommunal- und Propinziallandtages, der in Bayreuth geborene Heinrich Hopf, an den Folgen einer Darmoperation gestorben. Der Verstorbene war Tapezierer von Berus und seit 1912 Vorstandsmitglied des Frankfurter Konsumoereins. Als einer der ersten sozialdemokratischen Stadtverordneten aufs Rathaus geschickt. hat Hopf hier eine kommunalpolitische Tätigkeit entfaltet, die seinen Namen in der Arbeiterbewegung weit über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannt und beliebt mochte. Von 1918 bis 1924 war Hopf Vorsitzender der Franksurtsr Stadtverordnetenversammlung. Die Frankfurter Arbeiterbewegung verliert in ihm einen der Tüch- ttgste» und Beste». Der Verfassungsausschuß der Länderkonferenz, der vom 22. bjs 24. Oktober 1928 in Berlin getagt hat, hat drei Unterausschüsse ein- gesetzt. Der erste behandelt das Problem der Zuständigkeiten, der zweite den Finanzausgleich, der dritte die Organisation der Lander und den Einsluß der Länder auf das Reich. Der dritte Unterausschuß unterbreitet der Oesfentlichkeit das Ergebnis seiner Arbeiten. Es handelt sich um ein gemeinsames Referat der Herren Ministerialdirektor Dr. Brecht(Preußen), Ministerialdirektor Dr. Poetzsch-Hefflcr(Sachjen), Staats- Präsident Dr. B o l z(Württemberg), Oberbürgermeister Dr. Peter- s e n(Hamburg). In der Vorbemerkung des Referats heißt es:- „Die nachstehenden Vorschläge gehen rechtlich von dem Forlsall einer besonderen preußischen Ientralregiernng neben der Zeutralregieruug des Reiche» aus. In der tatsächlichen Auswirkung bedeutet dies kein Wegfall des zentralen preußischen Regierungsapparates, sondern eine Ver- schmelzung der bestehenden preußischen Mini- sterien mit den Reichsministerien oder ihre Umwand- lung in besondere Reichsministerien. Bei dar geschichtlichen Bedeutung des praußischen Staat«, für das ganze Reich und bei dem Werte seiner— im großen gesehen— hervorragenden Verwaltung ist jedoch die Zustimmung zu einer so entscheidenden Aenderung für jeden Deutschen, besonders für die verantwortlichen Stellen Preußens, nur möglich, wenn das Gesamtbild der Reform einen offenbaren Fortschritt für das ganze Reich ohne erhebliche Gefahren bedeutet. Diese Voraussetzung gilt auch für solch« Lander, die ihrerseits aus einem Ausgehen der preitßiichen Zeiftralregierung in der Rsichsregienmg Befürchtungen ableiten. Schon aus diesen Erwägungen ergibt sich die Notwendig- keit, weitgehend an den vorhandenen Zustand und an bekannte Verhältnisse anzuknüpfen-, damit das Gesamtbild für olle verantwortlichen Stellen in den Folgsrun- gen übersehbar ist. Experiment« und Komplikationen durch hau- jung mit anderen Problemen müssen vermieden werden. Dieser Gedanke könnte es nahelegen, die preußischen Provinzen trotz des Fortfalls einer besonderen. Zentralregiermtg weiter als Lichtenberger Mord aufgeklärt. Oer Bruder des Laubenbesiherö als Täter. Schnelle Aufklärung hat der Mord an der Kolonisten. fron Sophie Krüger in Lichtenberg gesunden. Als Täter wurde der am 3. September 1905 zu Althorst geborene Paul Krüger, der Bruder de» Lauben. best Hers, sestgeslellt. Die Kriminalbeamten ermittelten ihn am Rachmittag und brachten ihn aus das Polizeipräsi- dium. Man sagte Ihm zunächst aber nichts über die Veranlassung. Aus freien Stücken«zähste Krüg«, daß er morgens um 8 Uhr weggegangen sei, um sich nach Arbeit umzutun. Auf dem Wege noch der Kronprinzenstraße sei er auf dem glatten Asphalt ausgerutscht und mit der Hand in Glasscherben geraten. Bei der Mitteilung, daß man seine Schwägerin ermordet aufgefunden habe, spieste er geschickt den völlig Ueber- raschten. Blutflecke an seinen Kleidern und die Schnittverletzungen an der Hand«regten jedoch starken Verdacht. So war durch Zeugenaussagen erwiesen, daß er das Haus nicht schon um 8 Uhr, sondern erst um 9 Uhr verlassen hatte. Weiter waren am Tatort zerbrochene Bierflaschen gesunden worden, die wohl a l s Waffe hatten dienen können. Als zum Schluß auch an seiner Unterwäsche Blutfleck« entdeckt wurden, sah« sich so in die Enge getrieben, daß er ein Geständnis ablegte� Er be- streitet jedoch einen Mord und will in der Notwehr gehandell haben. Aus einer seiner Meinung nach geringfügigen Veranlassung habe die Schwägerin, nachdem ihr Mann schock fort war, einen h y st e- rischcn Anfall erlitten und sei mit einem großen Brotmesser auf ihn— Paul Krüger— eingedrungen. In der Abwehr habe er nach emer Bierflasche gegriffen, sie damit nied«geschlagen und sie auch gewürgt, bis sie tot in der Ecke lag. Di« Tatortsbesichti- gung ergibt aber ein anderes Bild. Entweder hat Frau Krüger ihn dabei überrascht, daß er die Brieftasche ihres Mannes be- rauben wollte, den» diese lag blutbefleckt auf der' Erde, oder Paul Krüger hat der Frau, was auch möglich ist, Gewalt antun wollen. Bis zu diesem Punkt ist die Vernehmung bisher gediehen. Krüger wiick» bei einem Lokaltermin seipe Angaben wiederholen Müssen. � „Provinzen" eines staatsrechtlich einheitlichen„Reichs-, ! a n d e s".zu behandeln. Das würde ober, wie die öffentliche(kr- ■ örterung ergeben hat, dreifache Nachteile haben. Der erste Nachteil ist, daß sich dieses norddeutsche Land als Ganzes in einem st o a t s- rechtlichen Gegensatz zu den übrigen Ländern be- fände. Diese scharf gezogene Linie würde sich schwer überbrücken lassen. Schwerer wiegt es, daß dadurch zugleich ein Gegensatz zwischen den norddeutschen Teilgebieten— als Pro. viiizen.— und den anderen Ländern— als Staaten— aufgestellt würde,. der zu einer übertreibenden Betonung der linier- schiede und zu Streitigkeiten anreizen würde.- Drittens würde diese Behandlung Preußens und seiner Provinzen die Behandlung der im Gemenge mit Preußen liegenden Länder wesentlich erschweren. Dies alles läßt es zweckmäßig ericheinen, dos norddeutsche Gebiet in der staatsrechüichen Form und m den Bezeichnungen nicht so verschieden von den anderen Ländern zu behandeln. Es empfiehlt sich vielmehr, die heutigen Provinzen, vorbehalstich veränderter territorialer Gliederung, ebenso wie die süddeutschen Länder— wenn auch zum Teil iy anderen Verwaltung». formen— als.Länder" zu behandeln und zu bezeichnen. Der historisch und verwaltungsmäßig angere Zusammenhang dies« Länder muß und kann durch besondere Formen ihrer Verwaltung und Gesetzgebung aui recht erhallen' werden." Die praktischen Vorschläge besagen im wesentlichen folgende?: Die preußischen Provinzen werden Länder. Die Länderverfassung der ehemaligen preußischen Provinzen wird den bestehenden preußischen Provinzialverfassungen nachgebildet.(Landeshauptmann, Landtag, Landesausschuß.) Der Landeshauptmann wird auf bestimmt« längere Zeit vom Landtag gewählt, von der Reichsregierung bestätigt und dem Dienststrafver- fahren unterworfen. In diesen neuen Ländern geht die bisherige preußische Ber, woltung in eine allgemeine Reichsverwaltung über. Soweit in den Ländern eine unmittelbare Reichsverwaltung ausgeübt wird, sollen die zivilen Reichsbehörden in den Ländern in der Spitze zu- sammengefaßt werden. Das Reich kann die Verwaltung von Angelegenheiten in denen den Ländern die selbständige Verwaltung mit zusteht, den Lä nderbehörden übertragen- In Auftrogsango- legenheften kann die Reichsregierung den Länderregisrungen An- Weisungen geben aus dem Gesichtspunkte der Gesetzmäßigkest und d« Zweckmäßigkeit geben. Eine gesonderte preußische Zenkralregierung fällt fort, die preußischen Ministerien werden mit den Reichsministerien v«» einigt, soweit erforderlich, wird die Zahl der Reichsminist« erhöht. Ueber den Weg d e r z e n t r a l e n Gesetzgebung sür die neugeschaffenen Länder werden zwei mögliche Wege zur Entschei- dung gestellt. Ein Vorschlag Poetzsch-Hesster, Bolz, Petersen, der .die gemeinschoilliche Gesetzgebung sür diese Länder dem Reichs» tag überträgt, und ein Vorschlag Brecht, der die Gesetzgebung einem von den neuen Ländern gewählten gemeinschaftlichen Landtag überträgt. Der Reichsrat soll beibehalten werden, eine Vermehrung der Abgeordnetenzahl des Reichstags soll mit Rück- ficht aus die ihm neu zufallenden Ausgaben erwogen werden. Die Verfasser lassen die Frage offen, ob für die Länder alter Art eine Organisationsform zwischen den neu zu schaffenden preu- ßischen Ländern und der den alten Ländern gelassenen Organi- sationsform herausgebildet werden kann. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags wird sich voraus. sichtlich bereits Ends dieser Woche mit dem Ergebnis der Tagung des Völkerbundsrats, dem Verbot des Gas- krieges und anderen wichtigen Fragen besassern— Die deutsche Delegat ion trifft am Dienstag mittag von Gen, kommend in Berlin ein. D« rumänische krlegsminifler dementiert das Bestehen eines angeblichen geheimen polnisch-rumänischen Militär- vertrage, der sich gegen Litauen und Sowjetrußland richten soll. Der in Kowno veröffentlichte Text wird als plumpe M y st i s i« k a t i o n betrachtet. politischer Mord in Japan. Der Arbeiter abg. I a m o n o t o ist durch einen politischen Gegn« ermordet worden. Der Täter hat sich der Polizei gestellt. Falsche Sparmaßnahmen. Oer Haushalt des Landesarbeitsamis Brandenburg. ik'rgegemvärtujt man sich die Finanzlage der Reichsanstalt, bann ist es durchaus verständlich, daß der Vorstand erhebliche Ab- striche gegenüber den Beschlüssen der Verwaltungsausschüsse bei der Etatausstellung gemacht hat. Das trifft besonders bei der Fest- stellung des Personalbestandes zu. Die Kopfzahl des Dauerpersonals für das Landesarbeitsamt Branden- bürg setzte dessen Verwaltungsausschuß aus 86 lest. Für die 33 Arbeitsäinter des Bezirks ans 2050. Vor der Festlegung der not- wendigen Kopfzahl durch die Verwaltungsausschüsse wurde an Ort und Stelle eine eingehende Nachprüfung durch das Landesarbeitsamt vorgenommen. Die Entscheidung der Verwaltungsausschüsse und die objektive Nachprüfung durch geschult« Verwaltungsfachmänner hielt allerdings beim Vorstand der Reichsanstalt nicht stand. Dieser setzte die Kopf- zahl fitr das Landesarbeitsaint auf 85, die für die Arbeitsäinter gar auf 1862 fest. Wo bleibt nun hier die Selb st Verwaltung der mittleren und unteren Organe? Bemerkt sei, daß von den 1862 Köpfen allein 1379 auf die 9 Berliner Arbeits- ämter entfallen, von den 188 gestrichenen Stellen 172 ebenfalls auf Berlin Dabei soll der Personalbestand nach den Richtzahlen des Borstandes noch um 12 weitere Köpfe überschritten sein, mithin rund 200 zuviel betragen. Zur Ueberprüfung des von den Landesarbsitsämtern festge- stellten Personalbestandes oersuchte der Vorstand der Reichsanstalt zunächst einmal den Geschäft sumfang der einzelnen Arbeits- ämter zu ermitteln. Als Merkmale dienten Bevölkerungszahl, Flächeninhalt, Arbeitsgefuche, offene Stellen. Vermittlungen, Haupt- Unterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung, Tief- und Höchststand, Notstandsarbeiter in der Arbeitslosenversicherung und Krisenunterstützung, Krankenkassenmitglisderzahl. Weiter wurden noch die rationellen Arbeitsmethoden unter Berücksichtigung der Größe des Arbeitsamts zugrunde gelegt. Wie soll nun nach diesen Berechnungen, wonach der Personal- bestand nach der Zahl der Veqnitttimgen und Erledigungen von Unterstützungsanträgen festgefetzt wird, die Arbeit geleistet werden? In Berlin bestohen 24 gut funtionierend« Fachabteilungen, die dem Arbeitsamt Mitte angegliedert sind. Die Fach- Vermittlung muß eine durchaus individuelle fein. Bei fast allen Fachabteilungen ist der Personalbestand schon jetzt ein viel zu geringer. Auch die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsämter für den Personenkreis, der nicht durch die Fachabteilungen erfaßt wird (Landarbeiter, Hausangestellte usw.) steigt immer mehr. Bei der Abfertigung in der Arbeitslosenversicherung kommt es vielfach vor, daß die Arbeitslosen wieder nach Hause gehen müssen, weil sie nicht mehr abgefertigt werden können. Teil- weise wird der Arbeitsanfall auch durch Ueberstunden ausge- glichen, ja sogar Arbeit mit nach Hause genommen! Das sind unhaltbare Verhältnisse. Usberstunden werden sich zwar nicht immer vermeiden lassen. Gewiß kann dos Dauerperfonäl nicht so stark besetzt sein, daß es auch in Zeiten großer Arbeitslosigkeit ausreicht. In diesem Fall« müssen Zeichilfen eingestellt werden. Das sind aber meist ungeschulle Kräfte, die nur mit Unterstützung der ein- gearbeiteten chrc Arbeit oerrichten können. Eine weitere wichtig« Frag« ist die räumliche Unterbringung des Landesarbcitsamts und der Arbeitsämter. Sämt- liche hierfür zurzeit benötigten Räume sind gemietet. Es muß Grundsatz der Reichsanstolt sein, möglichst viele Aemter in eigenen Gebäuden unterzubringen. Es muß darauf Bedacht genommen werden, angenehme und zweckentsprechende Räume zu schaffen Hier muß vieles anders werden. Dann aber kann gerade hier an Verwaltungskosten gespart werden. Beträgt doch z. B. die Miete für die neun Berliner Arbeitsämter jährlich über 1 Million Mark. Dabei müssen zurzeit noch Räume benutzt werden, die wegen ihrer Unzulänglichkeit längst hätten aufgegeben werden müssen. Di« Ueberteuerung durch Mieten ist ganz enorm. Es bleibt noch ein« Frage zu erörtern, bei deren näherer Nach- Prüfung sich sofort zeigt, w o Ersparnisse gemacht werden können. Die Krankenkassenzersplitterung ist im Bezirk des Landesarbeitsamts Brandenburg, besonders in der Stadt Berlin, rrngeheuer groß. Da nach dem Gesetz jeder Arbeitslose, der unter- stützungsberechtigt ist, auch weiter krankenoersichert bleibt, auf An- trag in seiner bisherigen Kasse versichert bleiben kann, hat das Landesarbeitsamt und die zu seinem Bezirk gehörenden 33 Arbeits- ämter den geschäftlichen verkehr mit 1122 Krankenkassen zu pflegen. In Berlin allein mit über 200. Dem Vorstand und Verwaltungs- rat der Reichsanftalt erwächst hier die dankbare Ausgabe, feinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß für den Bezirk eines Arbeits- amts grundsätzlich nur eine Krankenkasse in Frage kommt. An der Arbeiterschaft liegt es, diesen Gedanken nach Kräften zu unterstützen. Karl Siegle. Zum Problem der Krauenarbeit. Ausnahmerecht gegen weibliche Beamte? Gegen die weiblichen Beamten wendet sich ein Zentrumsantrag im Haushaltsausschuß des Reichstags, der die Fortdauer des Artikels 14 der Personalabbauverordnung(PAV.) über den 31. März. d. I. hinaus fordert. Der Artikel enthält eine Ausnahmeoorschrift gegen die weiblichen Beamten, denen nach Artikel 109 und 128 der Reichsversassung volle Gleichberech- tigung mit den männlichen Beamten zugebilligt worden ist. Nach Artikel 14 der PAL. kann verheirateten Beamtinnen von der Der- waltungsbehörde mit dreimonatiger Frist gekündigt werden, wenn ihre wirtschaftliche Versorgung nach der Höhe des Familieneinkommens gesichert erscheint. Sie können eine Abfindungssumme fordern oder im Falle späterer Bedürftigkeit eine Abfindungsrente erhalten. Mit derselben Begründung kann man auch die Kündigung der oerheirateten Arbeiterinnen und weiblichen Angestellten fordern. Das Problem der Arbeit der verheirateten Frau ist noch nicht gelöst: es wird auch in Gewerkschaftskreisen zurzeit eifrig diskutiert. Jedenfalls geht es nicht an, eine bestmcmte Gruppe verheirateter Frauen unter Ausnahmevorschriften zu stellen. Merkwürdig be- rührt es, daß ausgerechnet das Zentrum eine solche Ausnahme- Vorschrift gegen den weiblichen Beamten fordert, denn daß sie die Familicngründung und Ehefreudigkeit nicht fördert, liegt auf der Hand. Der Antrag wird kaum die infolge seines Verfassung s- ändernden Charakters erforderliche Zweidrittelmehrheit finden. Di« SPD. wird ihn ablehnen. Eisenbahner und Reparationen. Das Schreiben der ITF an die Sachverständigen. Keine deutsche Arbeiterschicht wartet mit solcher Spannung auf das Ergebnis der Pariser Reparotionsoerhandlungen wie die Eisenbahner: denn die Reichsbahn war bisher bei der Aufbringung der Reparationslasten das H a u p t l a st t i c r. Die Reichsbahngesell- schaft wurde dadurch zu einem lohn- und sozialpolitischen Zwinguri. Die Internationale Tronsportarbeiterföderation ist deshalb in einem Schreiben an die Pariser Sachverständigenkonferenz als Anwalt der deutschen Eisenbahner aufgetreten. Das Kernstück dieses Schreibens hat foloende» Wortlaut: „Die Einstellung eines Unternehmens auf reines Gewinn- st r e b e n und die gleichzeitige Uebertragung staatsbehörd- li ch e r Befugnisse an die Leitung eines solchen Unternehmens bildet ein ungewöhnliches Hindernis, das Los der beteiligten Arbeit- nehmer zu verbessern. Es widerspricht dem Gefühl sozialer Ge- richtigkeit. wenn durch internationale Rechtsakte z. B. die Regelung der Arbeitszeit in das freie Ermessen der Verwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft gestellt wird und damit für das Be- triebspersonal der Gesellschaft jede Einwirkung zur Berbesserung— sei es durch nationale oder internationale Gesetzgebung(Washingtoner Abkommen), sei es durch Akte gewerkschaftlicher Arbeit/ behindert ist. Das Ergebnis dieser aus internationaler Basis gesetzlich fundierten Autonomie der Deutschen Reichsbahngesellschaft sind Arbeitszeitbedingungen sür das Betriebspersonal, die nicht nur den Bestrebungen der internationalen Arbeiterorganisation und der am Washingtoner Abkommen beteiligten Länder wider- sprechen, sondern auch nach der Auffasiung einer von der deutschen Reichsregierung eingesetzten Sachverständigenkommission zur Untersuchung der Betriebssicherheit der Reichseisenbahnen als starke Faktoren der Betriebsunsicherheit zu werten sind. Auch die wichtige Durchführung von Maßnahmen zur U n f a l l v e r- h ü t u n g und zum Schutz« der Arbeitskraft ist bei der Deutschen Reichsbahngesellschast der in Deutschland üblichen staatlichen Ueber- wachung entzogen. Die Zahl der Erkrankungen und Unsälle beim Personal der Deutschen Reichsbahngesellschast hat trotz aller tech- Nischen Sicherheitsvorrichtungen und sonstigen Maßnahmen einen für deutsche Verhältnisse unverhältnismäßig hohen Stand erreicht— eine Tatfache, die den Schluß zuläßt, daß das Fehlen staatlicher Ueber- wachung der Fahrlässigkeit im Gesundheitspflege- und Unfallver- hüwngswesen Vorschub leistet. Die großen und beachtlichen Auswirkungen, die von der Deutschen Reichsbahngesellschast als der größten Eisenbahngesellschaft der Welt ausgehen, werden zu einem Hindernis für den sozialen Fortschritt in anderen Ländern." Di« ITF. fordert von den Sachverständigen bei der endgültigen Regelung des Zahlungsmechanismu», darauf zu achten, daß die Ext- stenz und die Arbeitsbedingungen des deutschen Eisenbahnperionols nicht besonders belastet werden. Oer Muflker in den Badeorten. Abbruch der Tarifvertragsverhandlungen. In der am 25. Februar zwischen dem Allgemeinen Deutschen Bäder-Derband und dem Reichsarbeitgebervervand deutscher Ge- meinden- und Kommunalverbänden einerseits und dem Deutschen Musiker-Verband andererseits geführten Verhandlungen über den Abschluß eines Re i ch s b ä d e r t a r i f o e r t r a g e s für die Mitglieder der Kurkapellen hat sich gezeigt, daß die Unternehmer zwar eine längere Arbeitszeit oerlangen, aber keine Lohnerhöhung bewilligen wollen. Dabei können die Kurverwaltungen von der ihnen zustehenden 35 stündigen Arbeitszeit pro Woche nicht einmal Gebrauch machen, sondern im Durchschnitt nur 31 bls32 Stunden in Anspruch nehmen. In der letzten Verhandlung wollte man sich mit 4 0 bis 42 Stunden je Woche begnügen. Bei der Berechnung der Arbeits- zeit der Musiker in den Kurkapellcn muß in Betracht gezogen werden, daß die Musiker von 7 bis 23 Uhr zur Verfügung stehen müssen, denn die Kurkapelle muß täglich mindestens dreimal, oft auch viermal konzertieren, und zwar ein Frühkonzert von 1 bis 114 Stunden und nachmittags und abends mindestens je zwei Slnnden. Dazu kommen Proben und Theateroufsührungen. Die Musiker müssen täglich drei- bis viermal zur Arbeitsstelle hin und von dieser wieder zur Wohnung zurück. Dabei können die Musiker infolge der hohen Zimmermieten in den Bädern gar nicht im Kurort selbst wohnen, sondern müssen ihr Domizil oftmals im nächsten Dorf ausschlagen. Der zweite schwerwiegende Punkt war die L o h n f r a g e Schon im Jahr« 19 25 war im Reichsbädertarifvertrag vereinbart worden:„Wenn die derzeitigen Lohnsätze der Reichsbeamtenbesol- dungsordnung eine Erhöhung erfahren, so sollen die in diesem Toris- vertrage vereinbarten Lohnsätze im gleichen Verhältnis prozentual erhöht werden. Maßgebend für die prozentuale Erhöhung ist die Gruppe VlII der Beamtenbesoldung." Auf diese Besoldungserhöhung haben nicht nur die Beamten bis zum 1. Oktober 1927. sondern die Musiker sogar bis zum Sommer 1928 warten müssen. Die Lohnsähe der Musiker sind während der Jahre 1925 bis 1927 die gleichen geblieben. Während nun die Beamten der Besoldungsgruppe VlII eine Gehalrscrhöhung bis zu 20 Pro.z. erhielten, mußten sich die Musiker in den Kurkapellen in der Bäder saison 1928 mit einer Lohnerhöhung von 10 Proz. abfinden. Es ist ganz selbstverständlich, daß die B e r t r e t e r d c s De u t- schen Musiker- Verbandes das Angebot der Kuroerwal- tungen ablehnen nmßtcn, zumal die Zahl der Kurgäste in den letzten Jahren st ä n d i g, in der Saison 1 928 um 10 bis 2 0 Proz. zugenommen hat. Die Kurverwaltungen stecken wohl die erhöhten Kurtaxen«in, wollen ihren Angestellten aber keine Lohnaufbesserungen zukommen lassen, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß 70 Proz. aller Mitglieder der Kurkapellen verheiratet sind, folglich doppelten Haushalt führen müssen. Weiter ist zu berücksichiigen, daß die Spielzeit der Kur k�o pellen nur zwei bis höchstens fünf Monate beträgt Run wird es einen Kampf der Musiker in den Bädern geben um die vom Deutschen Musiker-Verband verlangten Lohn-� und Ar- beitsbedingungen. Die Verantwortung tragen die Kur- Verwaltungen._ Kommunistische Aufblähung. Ist es auch schon rein technisch unmöglich, auf all die alliäg- lichen Prahlereien der„Roten Fahne" aus den Betrieben cinzu- gehen, wonach die Arbeiterschaft dieser oder jener Firma die im Karl-Liebknecht-Haus fabrizierten Resolutionen„einstimmig" oder „gegen eine Stimme" angcnonmien habe, so ist es doch nicht ganz überflüssig, gelegentlich ein««Stichprobe ans die Prahlereien zu machen. Am 6. März brachte das Blatt u. a. ein« Notiz, wonach eine Belegschaftsversammlung der Firma A u. M. Weidner, Gubener Strohe 47, gegen«ine Stimme ein« Protestresolutton„gegen die Streichung der vorgeschlagenen oppositionellen Kollegen" als Gens- ralversammlungsdelegierte durch die Berliner Ortsverwalwng des H ol,za rbe i I« rve rba nde s angenommen habe. Bon etwa 60 Arbeitern waren in dieser Versammlung 15 Mann. Nachdem die Betriebsräte den Iahresberichl gegeben hatten und im Anschluß daran ihr« Tättgkeit als allgemein zufriedenstellend bezeichnet wurde, wurde unter Verbandsangelegenhciten auch be- sagt« Resolution diskutiert. Nach längerer Debatte, in der der Opposition ihr schändliches Treiben innerhalb des Holzarbeiker- Verbandes vor Augen geführt und die neuesten Nicht- linien für die Betriebsrätewahlen beleuchtet wurden, verließen von den Anwesenden noch vier oder fünf Kollegen die Versammlung, so daß bei der Abstimmung noch zehn oder zwölf Personen anwesend waren. Dann wurde die„Protestresolution" allerdings gegen eine Stimme angenommen._ Heimgeleuchtet. Di« Belegschaft der Wittenauer Heilstätten nahm nach einer Aussprache in einer Versammlung am Mittwoch folgende Eni- schsießung gegen drei Stimmen an: „Die am 6. März 1929 tagende Betriebsversammlung nimmt mit Entnistung Kenntnis von der Art und Weise, wie in einem Artikel der„Roten Fahne" mit dem Thema:„Betriebsräte, wie sie nicht sein sollen" von einem sogenannten Angestellten der Wiltenauer Heilstätten in verleumderischer Absicht die Ansicht erweckt wird, als ob die Kollegen V o l l n b« r g und P e a r c e Wohnungs- ichieber feien. Die Verfammtung spricht den Kollegen Vollnberg und Pearce das Vertrauen der Belegschaft der Wtttcnauer Hell- stätten aus, das die beiden Kollegen sich in jahrelanger uneigen- nütziger Arbeit für die Belegschaft erworben haben, und" kennzeichnet den Artikel als ein von politischer Rache diktierten schlechten Auftakt zur Betriebsrätewohl."_ Zur Neuregelung des Rohmentarifs der Arbeiter der Reichs- wafserstraßenoerwaltung(und der Wasserbauarbeiter der preußischen Verwaltung) finden am 14. März Schlichtungsverhand- l u n g e n statt. Die Parteiverhandlungen zur Neuregelung des Rahmentariss haben sich bereits ein ganzes Jahr hingezogen. Das Reichsverkehrsministerium suchte vor allem in der Arbeits- z« i t s r o g e und in der Regelung der Ueberarbeit eine Vcr- schlechterung im Tarif herbeizuführen, wogegen sich der Deutsche Verkehrsbund mit aller Entschiedenheit zur Wehr setzte. SntZdwr SangttMd.taab, Fächern»»« bct Itafttt. Donnerstag, IT Uhr. in Sen ZI«flI>rn».zestsalen. Landsberger Str. ZI, Mitgliederversammlung. Taa-S, ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neurvahl der Fachgrupvenleitung. Mitqliedsbuch legitimiert._ Di« Fachgrngpenleituag. »Krele Gewerkfchafis»Iugend Groß-Be» lin fi Heut«, Dienstag, 19M: Uhr. tagen die ErUppen: Franlsnrtcr Allee: Eruppenheim Städt. Zuoendheim Litauer Str. IS, Zimmer 2. bor. trag:»Die Nameradschaftsehc."— Rcu-LIchtenberg: Jugendheim Eunterstr. tZ. Bortraa:„Ein Adend im Sefängnis."— Lichtenberg: Jugend- beim Dogestr. 22. LlchtbilbervortraH:„2S Jahr« Zeppelin.— Landsberger Plast: Eruppenheim Jugendheim Diestelmeperftr. S. Hosemann bringt uns heute„Sächsisch« Schnurren".— Treptsw: Eruppenheim Jugendheim Schule Wildenbruchftr. 53—54. Vortrag:„Kapitalismus und Imperialismus."— Spandau: Eruppenheim Jugendheim Lindinufer 1. Vortrag:„Das S6>lich- tungswesen und die Eerocrkschaftcn."— Humboldt: Eruppenheim Iugendheun Eraun-, Ecke Lorstingstraste. Vortrag:„Wie dereite ich mich zu mehrtägigen Wanderungen vor?"— Zugendluriu« Siidlrel«: Jugendheim Wassertorstr. g. Thema:„Jugendpsychologie".— Beachtet dea Meldeschluh sSr die vstersahrtcn! @)uoendanlppe deS Zentralverbandes ver Anaesieliten Heute, Dienstag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Zlorduicst: Jugendheim Lehrter Str. 18— IS. Verufskundlich« Arbeitsgcmeinscha-t: „Was weißt du vom Wechsel?" Seiter Willi Stodcrmann.— Uebungsadend dea Sprech, und Bewegunoschors 20 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruther Straß« 20. Hallenfchuhe mitbringen! Verantwortlich sttr Volitil- Dr. Sur« Eeqer: Wirtschaft: S. Klinqrlhele»! Seoarkschattsbewegung: Z. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales and Sonstiaes: Frist Karstadt: AnMtoen: td El»«» lämllich in Berlin Verlag: Vorwärts-Vrrlag S m d H.. Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckcrel und LerloasanNalt Vau! Singer o Eo Berlin SD 68 Lindcnstrasi« S. Hierzu 1 Beilage UN».Uvteehaltnug und Wilsen". Bei offenen Küsten Krampfadergeschwüren, schwer heilenden Wunden, schmerzhaften Eni- Zündungen usw»unerträglichem Jucken sollten Sie die milde, wohlluende Orlinda-Salbe anwenden. Dose I.7.> und 3,— M.. in Drog und Apoth. erhältlich, sonst bei Otto Reichel, Berlin 43, SO. Eisenbahnstr. 4. Sie sollten doch Mit wertvollen Gutscheinen Iii? rauchen, sie sind besser! Mohtar, 5 Pf, Mokri Superb, 6 Pf, Altslese"Edel Türken, 5 Pf. Ar. 1�9-» 46. Jahrgang �66 Dienstag. 42. März �929 Zwei Parteigenossen ermordet. Die Bluitai im Aorden. Zu der Bluttat in der G r a u n st r a ß c, über die wir im„Abend" berichteten, gehen uns noch folgende Mitteilungen zu: Genosse Robert Paege, der 38 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Ncincn Kindern ist, hatte an, Freitag abend in der Zahlstelle, die sich im Restaurant von Sch in der Graunstroße be- findet, als Angestellter des Baugewerksbundcs und Bezirksobmann des Baugewerksbundes Norden II dienstlich zu tun. Plötzlich erschien seine Frau, in deren Begleitung sich auch die Frau des getöteten Parteigenossen Heinrich befand, ganz aufgeregt und erzählte, daß sie soeben in gemeiner Weise von einem fremde« Manne belästigt worden sei. Knapp drei Minuten später erschien der Fremde, der wohl kaum angcnonnncn hatte, daß sich auch die beiden Männer dort befinden würden, im Lokal. Er wurde aufgefordert, sich zu ent- schuldigen und als er das frech ablehnte, hinausgeworfen. Der Vorsall schien damit erledigt zu sein, als plötzlich noch etwa Lfl Minuten die Tür des Lokals aufgeriflen wurde und der Rowdy abermals auftauchte. In der rechten Hand hielt er fetzt einen Gummiknüppel und rief„Raus!" Als Paege und Heinrich daraus dos Lokal verließen, wurden sie hinterrücks von mehreren Angreisern niedergestochen. Der Vorfall spielt« sich so schnell ab, daß der Wirt des Lokals und mehrere andere anwesenden Gäste, die hinausliefen, keine Hilfe mehr Banderolenbetrug beim Hauptzollamt. 12 Personen unter Anklage. vor einer Souderableilung de» Schöffengerichts verlin-Mitte unier Vorsitz von Amtsgerichterat Marg- gras begann der Prozeß gegen den Kaufmann V e n n o Band und Genossen. Es handelt sich um den großen vetrilg, der bei dem Hauptzollamt Horden verübt > norden Ist und durch den mit einem gefälschten vestellbuch und gefälschten veslellzetteln aus den Ilamen der Berliner Zigarettenfabrik„Problem" Zigarettenbanderolev im werte von 40 000 M. erschwindelt morden sind. Nach der Anklage ist der Schwindel von Benno Band und dem.Kaufmann Erich Küttner ausgegangen, die gemeinsom mit dem Arbeiter Vollentin Wroznia k und dem Chauffeur K n a k die Tat ausgeführt haben. Der Oberzollsekretär Eugen Obst wird beschuldigt, mit Band und Küttner unter einer Decke gesteckt.zu haben, und er wird durch die von den Mitbeschuldigtcn in der Poruntersuchimg abgelegten Geständnisse schwer belastet. Die Ausgabe der Banderolen unterlog einem anderen Zollbeamten, der von Band, bevor das falsche Bestellbuch durch den bcauf- tragten Wroznia k vorgelegt wurde, durch einen fingierten Anruf vom Amt weggelockt und zum Landcsfinanzomt bestellt wurde. Seine Vertretung hatte Obst.- Das offene Fenster in dein Dienst- z immer von Obst soll das Signal gewesen sein, oaß die Luft rein sei. Band hatte nach seiner Festnahme den weggelockten Zollbeamten und einen zweiten Beamten, der unter Obst arbeitete, ver- döchtigt, daß sie den Betrug verübt hätten. Es ist daher gegen Band ein e zweite Anklage wegen wissentlich falscher An- schuldigung von Beanuen erhoben worden, die in diesem Strafverfahren mit zur Aburteilung gelangt. Die erschwindelten Wertzeichen machten dann eine Wanderung durch viel« Hände hindurch. Einer der Hauptabnehmer soll der Kaufmann F i n d c! s e n ge- ,r,sen sein, der Band ursprünglich als den geistigen Urheber des ganzen Schwindels bezeichnet hatte. Im ganzen sind 12 Per- joncn in diesem Strafversohrcn unter Anklage gestellt. bringen konnten. Sie sahen gerade noch, wie mehrere Männer flüchteten und fanden Paege und Heinrich in ihrem Blute auf dem Bürgersteig. Beide waren furchtbar zugerichtet und hatten zahllose Stiche in Kopf, Brust und Unter- leib davongetragen. Trotz oller Bemühungen der Aerzte konnten die Schwerverletzten nicht mehr gerettet werden. Nach Zeugenaussagen soll der Haupttäter, dem Paege und Heinrich als Gewerkschafter bekannt waren, in ein b e n a ch- b a rt e s Verkehrslokal der Roisronlkämpfer geeilt sein, wo ihm bereitwillig st Unter st ützung zuteil wurde und ihn, wahrscheinlich auch die Waffen, Seitengewehr. Gummiknüppel sowie Stahlrutc übergeben wurden. Bei dem Ueber- fall wurden auch mehrere Personen beobachtet, die sich in nächster Nähe des Tatortes aufhielten und kommunistische Abzeichen trugen. Es ist an der Zeit, daß die Polizei gegen dieses politische Rowdy- tum mit oller Schärfe vorgeht. Hoffentlich bringt die weitere Untersuchung völlige Klarheit und auch darüber, w!« weit die organisierten Raufbolde der Rotfrontkämpser hier ihre Hand im Spiel haben. Wieder sind zwei treue und sähige Vorkämpfer der Arl�iterbewegung die Opfer einer scheußlichen Bluttat. Jeder mensch- lich Empfindende muß begreifen, daßessonichtweitergeht! Benno Bond ist weiterhin noch in die große Banderolen- iälschungsafsäre als einer der Hauptbeteiligten verwickelt, die vor zwei Iahren großes Aufsehen erregte. In dieses Strofver- fahren sind zahlreiche Inhaber Berliner Zigaretten- f a b r i k c n. meist A u s l ä nd e r, verwickelt. Zunächst kam es zu einem kleinen Zwischenfall. Der Schwester des Angeklagten Küttner, d!e behauptet hatte, wichtige Briefe von Bind an ihren Bruder in Händen zu hoben, wurden diese Brief« abgenommen, die sich aber als— Kassiber enipuppten, die Band an Küttner geschrieben hatte. Dann trat man in die Verhandlung ein. Trotz der Geständnisse der anderen Angeklagten leugnete Benno Band jede Beteiligung an dem Coup beim Zollamt Norden. Küttner dagegen gestand seine Teilnahme zu, bestritt jedoch, ein« Urkunden- fälschung begangen zu hoben. Das gefälschte Bestellbuch und die gefälschten Zettel, auch den Namen der Zigarettenfabrik„Phä- nomen", stammten von einen, Griechen, der sie nicht verwendet und ihm bei seiner Wreise aus Deutschland überlassen habe. Er habe sich dies« falschen Papiere für die Zeit der Not aufbewahrt gehabt. Die Vernehmung der Angeklagten wird am Mittwoch früh fort- gesetzt werden. Ausweisung Orloffs beschlossen. Auf den Antrag des Reckstsanwalts Dr. Wolter Jossif hat die Abteilung lA des Polizeipräsidiums nochmals die Angelegen- heit der Dokumcnlcniälscher von, politischen Standpunkt aus geprüft und durch den Ehes des Frcmdenamts Rcgierungsrat Gehrke dahin entschieden, daß Orloss bis zum Abschluß der etwa noch eine Woche in Anspruch nehmenden Ermittlung in Aus- weisungshaft bleiben muß. Seine Ausweisung ist einstweilen jedoch beschlossen. Orloss soll sich beinühen. sich ein Visum für einen anderen Staat zu beschaffen. Im anderen Falle werde man ihn noch Abschluß der Ermittlungen an die Grenze Preußens bringen. In der gleichen Zeit soll geprüft werden, ob der Verdacht einer strafbaren.Handlung begründet erscheint. In diesem Falle müßte dann die Ueberweisung an die Staotsonwaltschait«riolgen. und dann habe der Sttairichter über das weitere Schicksal Orloffs zu entscheiden. Der Verteidiger Orloffs will nunmehr nach neuen Verhandlungen mit sämtlichen zuständigen Stellen und einer eingehenden Besprechung mit seinem Klienten die Zeit der Ausweisungs- Haft benutzen, um im Beschwerdewege beim Oberpräsidenten oder beim Minister des Innern gegen die seines Erachtens ungerecht- fertigte Ausweisung Stellung zu nehmen. Gelbstanzeige aus Neue. Falsch geschworen. Von Gewissensbissen gequält erstattete die Hausangestellte K. gegen sich Anzeige, daß sie in einem Ehescheidungsprozcß, den der Eisenbohnbetriebsassistent H. gegen seine Frau angestrengt halte, falsch geschworen habe. H. wollt« aus dem Scheidungs- prozeß unschuldig hervorgehen, um der Unterhaltspflicht für seine Frau nicht genügen zu müssen. Er bestimmte daher seine Freundin K., ihre Beziehungen zu ihm vor Gericht abzustreiten. Sie sträubte sich lange dagegen, sagte aber dann doch in zwei Terminen nach seinem Wunsche aus. Vor dem Kammergericht widerrief sie ihre Aussoge und bezichtigte s i ch des Meineides. Wegen dieser Straftat wurde sie vom Schwurgericht III unter Zubilligung einer dreijährigen Bewährungsfrist zu sechs Monaten Gefängnis oerurteilt. Der Zeuge H., gegen den ein Versahren wegen An- stiftung zum Meineid schwebt, behauptete in der Berhandlung, daß die Angeklagte nur aus Rache gehandelt hat, um ihn bezichtigen und einer Zuchthausstrafe aussetzen zu können. Frau K. bestritt seine Darstellung und erklärte, von dem Augenblick des Meineides an keine ruhige Minute mehr gehobt zu haben, so daß sie sich selbst dem Gericht stellen mußte. Das Gericht glaubte ihren AusfWhrun- gen und verurteilte sie in zwei Fällen zu der M, n d e st st r a f e. weil sie zweifellos unter dem Einfluß ihres Freundes gehandelt hatte. Lmmer noch Kohlenmangel. Auch das Tauwetter erschwert die Produktion. Trotz der etwas wärmeren Temperatur verstummen in verlin nicht die klagen über die ungenügende Versorgung der Kleinhändler mit vrikells. Zahllosen Verbrauchern ist es in der vergangenen Woche ebenso wie in der stärksten Frostperiode nicht möglich gewesen, Kohlen zu bekommen, da die Vorräte bei den Kleinhändlern restlos ausverkauft und neue Zufuhren nicht in genügendem Maße erfolgt waren. Der Berliner Kohlenhandel hatte sich bei der Reichsbahn dafür eingesetzt, daß am gestrigen Sonntag auf den Ladestraßen nicht abgerollt wurde, und die Organisation der Berliner Kohlenhändler versucht dieses recht eigenartige Verhalten mit der Be- gründung zu rechtfertigen, daß die Sonntogsarbeit doch nicht die Situatton wesentlich geändert und die Kosten dafür in keinem Ver- hältniis zu dem Nutzen gestanden hätten. Im übrigen wird die Schuld für den noch immer fühlbaren Kohlenmangcl von einer Stelle immer wieder auf die andere geschoben. Während die Berliner Kohlenhändler und der Kohlengroßhandel erklären, daß Berlin einen täglichen Bedarf von 1000 bis 1200 Wagen hat, glaubt das Braunkohlensyndikat, daß 800— 900 Wagen Briketts genügten, die Berliner Kohlenversorgvng sicherzustellen. Als Erklärung für den immer noch bestehenden Kohlenmangel, de» alle Stellen nicht wegleugnen können, wird vom Kohlensyndika, angegeben, daß auch durch das Tauwetter gewisse P r o d u k. tionsschwierigkeiten bedingt seien. Die Briketts müßte» infolge der Nässe viel länger dem Trockenprozeß unterzogen wer- den als dies sonst erforderlich sei. Die nach Berlin kommenden Kohlentransporte würden deshalb so schnell aufgebraucht, weil die Kohlenhändler selbst keine Reserven mehr hätten und auch von den Verbrauchern aus Angst vor einer neuen Kältewelle größere Quanten als sonst angefordert würden.�-Das Braunkohlensyndikat sei nicht in der Log«, eine Produktionserweiterung vorzunehmen mit Rücksicht darauf, daß etwa in 30 Jahren oder zu einen, andecn nicht vorauszusehenden Zeitpunkt wieder einmal eine derart anor- male Kältewelle auftreten werde. Man sei im Rahmen des jetzigen Roui-an einet KevoludoH. Von Gevhavi Heerwaiin Mosfat Als ihn der Kranke zurückweichen sah, setzte er ihm Plötz- lich mit einem Sprung nach, packte ihn am Hals.„Sie haben ihn natürlich nicht, wie? Kennen ihn gar nicht, wie? Nie gesehen, was? Wer hat ihn denn dann, hä? Der Professor? Trofegk? Meine Frau? Ha?" „Ich— weiß es nicht—" stammelte Hulsch. „So. du weißt es nicht! Also meine Frau, nicht wahr?" Der Herzog ließ den Kammerdiener los. stand mit hängenden Armen, sagte leise wiederholend:„Also meine Frau." Er ging schwankend an dem fassungslosen Hulsch vorbei, über Stufen und Korridore bis zu Friedcrikcns Zimmern, riß die Tür auf, schritt stumm und schnell an der lcichen- blassen Kammerfrau vorüber ins zweite, ins dritte. Die Tür zum letzten war eingeklinkt. Er stieß sie mit dem Fuß auf. Drinnen, sichtlich eben jäh voneinander gelöst, standen Friederike und Trofegk, starrten ihn versteinert an. „Ah, da ist ja auch gleich Herr von Trofegk," sagte Alexander Carl ruhig, liebenswürdig, ohne Verwundern. „Da kann ich Sie ja auch gleich fragen." Er trat zu Trofegk und beschrieb seine Frage mit unterstützenden Gesten:„Sagen Sie haben Sie nicht einen Käfer gesehen? Einen schmalen, goldenen Käfer mit langen Fühlern, so lang etwa?" Was für einen Käfer?" stammelte Trofegk erschreckt. "Nun, meinen Käfer, den mir der Professor weg- genommen hat. Er kann doch nicht fort sein, er kann doch nicht fliegen, er kann doch bloß kriechen." Er wandte sich zu Friederike:„Oder du? Hast du ihn gesehen?" Die Herzogin vermochte nur stumm, mühsam, kaum sichtbar, den Kopf zu schütteln. Alexander Carl sank auf einen Stuhl, starrte in eme Ecke.„Also er ist fort. Fort." Er dachte lange nach.„Also inuß ich sterben." .choheit „Also muß ich sterben." Friederike trat auf ihn zu.„Willst du dich nicht wieder hinlegen...?" Der Herzog hob den Kopf und sah sie unter niederen Brauen dunkel an.„Du?" sagte er langgezogen, fragend. Und dann, jäh aufschnellend vom Stuhl:„Du hast ihn mir gestohlen! Du— mit dem da zusammen!" Er wies mit dem Zeigefinger auf Trofegk. Seine Worte überstürzten sich. „Glaubt Ihr. ich hob's nicht schon lange gemerkt, was Ihr vorhattet? Zuerst habt Ihr ihn gereizt, habt mir keine Ruhe gelassen, damit er mir Schmerzen machte— er wäre ganz ruhig gewesen, ohne euch! .„Hoheit," sagte Trofegk. der sich gefunden hatte, scharf, „bedenken Sie, was sollen die Leute, das Land—" „Das Land, die Leute, mich, ja. alle habt ihr schikaniert, gequält, Ihr beiden! Me wolltet Ihr tot haben, allein wolltet Ihr sein mit der Macht— Ihr. Ihr! Was haben sie euch getan, das Land, die Leute, ich? Ruhe wollten wir haben. Frieden, dos war doch alles... Mich habt Ihr nun so weit. Ich muß sterben." Er fiel wieder auf den Stuhl und sah an seinem krankschmalen Leib herunter, weinend: „Was habt Ihr aus�mir gemacht!" Trosegk gab der blaß in der Tür zitternden Kammer- frau einen Wink, Leute zu holen. Aber der Herzog hatte es bemerkt. „Wollen Sie mich verhaften lassen, Trofegk? Mich auch?" Er stand longsam auf.„Es genügt doch! Ihr habt ihn doch, da habt Ihr ihn mir doch herausgenommen— da!" schrie er jäh. riß mit den Nägeln beider Hände an der Stirn, sie begann zu bluten.„Alles um euret willen, um eurer Gemeinheiten, um euren Ehrgeiz, um eure Hurerei!" Schaum trat ihm vor den Mund.„Ihr Quälgeister, Ihr Teufel, Ihr Schweine.. Friederike wollte an ihm vorbei aus dem Zimmer. Er schlug sie mit dem Handrücken mitten ins Gesicht, daß sie auswimmerte. Trosegk, der sich auf ihn stürzte, schleuderte er mit der Kraft eines Tobsüchtigen durch die Tür ins andere Zimmer. Die Herzogin, die ihm nach wollte, packte er an der Hand und ging mit ihr im Raum umher.. „So, jetzt wirst du mir sagen, wo er ist. Wo ist er, he?" Er preßte ihre Finger, daß sie schrie. Plötzlich blieb er stehen und lauschte zum Fenster hin. Draußen, im Sonnenschein, surrte«ine Biene oder«ine Hummel. Sein Gesicht wurde kindlich hell. Er sah Hulsch und die anderen Diener nicht, die' sich, von Trosegk getrieben, ihm jetzt scheu näherten.„Da ist er, da ist er!" Er zog sie zum Fenster. Sie riß an seiner Hand, er ließ sie ohne Widerstreben los, bat nur:„Hilf mir doch!" Fröhlich lachend sprang er auf die niedere Fensterbank, haschte mit den Armen in der Luft-- Die Diener jagten hinzu. Er war zu spät. Sein Fuß glitt ab, mit einem leisen Schrei stürzte er hinunter.— Mait fand ihn auf dem Grasboden des Altans. Aeußere Verletzungen waren nicht wahrzunehmen. Er war bei Be- wußtsein, aber er schwieg. Man trug ihn in sein Bett zurück. Der Hofarzt kam. Ein Reiter jagte dem Professor aus Halle nach. Eine halbe Stunde später erschien der Hofarzt in Tro- segks Zimmer und erstattete ihm Bericht. Trosegk hatte die Diener ausdrücklich zum strengsten Schweigen verpflichtet, dann auf seinen Schreibtisch gestarrt und seinen zerstörten Plänen nachgesonnen. Jetzt blickte er auf, bis zur Qual ge- spannt. „Seine Durchlaucht sind außergewöhnlich glücklich ge- fallen. Das üppige Gras scheint ebenfalls das seine getan zu haben. Wie durch ein Wunder hat er weder äußere noch innere Verletzungen erlitten. Seine Durchlaucht befinden sich wohl." Eine Zentnerlast fiel von Trosegk.„Gatt sei Dank!— Erstatten Sie gleich Ihrer Durchlaucht Bericht!" „Seine Durchlaucht sind bei vollem Bewußtsein und ohne jede Wahnvorstellung. Es wäre sogar möglich, daß der Sturz in diqjer Beziehung heilsam gewirkt hat," fügte der Arzt hinzu. „Ausgezeichnet!" sagte Trosegk gleichgültig. Wie der Herzog lebte, interessierte ihn nicht. Wenn er nur lebte! „Seine Durchlaucht wünschen den Kammerhern von Kü- gelgen zu sprechen. Es wäre gut, Seiner Durchlaucht jeden Wunsch nach Möglichkeit zu«rfüllen." „Veranlassen Sie bitte, daß ijcrr von Kügelgen geholt wird," verabschiedete Trosegk den Arzt und machte sich an die Abfertigung des Schreibens an die Dessauer. Friederike nickte dem Arzt nur einen stummen, unechten Dank mit schmalgekniffenen, in den Mundwinkeln zitternden Lippen. Sie blieb in ihren Zimmern.— Als nach einer halben Stunde Kügelgen kam, stand des Herzogs Bett vor dem Fenster. Alexander Carl hatte es sich dahin stellen lassen, um ins Saaletal blicken zu können. (Fortsetzung folgt.) Produttionsprognnnms mit allen Kräften bemüht, de» Anforde- >-ungen zu genügen mit» Berlin würde besonder» bei der Beliefe- rung mit Briketts bevorzugt. Wie stark der Brikettmangel sich bemerkbar macht, geht auch aus der Tatsache hervor, daß in vielen Häufern die Mieter die Oefcn umbauen ließen, um auch Steinkohle und Anthrazit verheizen zu können. Auf Lastautos nach Oesterreich. Der Orksocrein„Tiergarten" des Reichsbanner» Echwarz-Rot-Gold wird vom 18. Mai bis 2. Juni ein« Fahrt mit Schnell-Lastautos nach Oesterreich und Süd- deutschland veranstalten. Die Reise geht über Prag nach Wien, wo eine große Anfchlußkundgebung geplant ist. Von dort fahren die Reichsbannerkameraden über Linz— Salzburg zum Süddeutschen Reichsbannertag nach München. Rückfahrt über Rothenburg o. T.— Nürnberg— Bayreuth. Der Preis der Fahrt wird einschließlich Verpflegung für zwei Wochen zirka 100 Mark betragen. Kameraden, die die Fahrt initrnochen wollen, werden gebeten, sich umgehend schriftlich bei Kamerad Oskar Popper, Berlin NW., Essener Str. 18, zu melden. Sirchenoustritk. Ilm ollen Personen, die infolge ihres Berufes Mcht Zeit haben, am Tage auf das Aintsgericht zu gehen, Gelegenheit zu geben, ihren Kirchenaustritt zu vollziehen, veranstaltet die Frei- religiös« Gemeinde Berlin, Pappelalle« IS, am Mittwoch, dem 13. Mörz, abends von 6 bis 714 Uhr,«inen Kirchenaus- t r i 1 1 s a b c n d. Die Gebühr für den Austritt beträgt 2 M. Per- fönen, die jetzt austreten, haben nur noch ein Vierteljahr Kirchen- fUuer zu zahlen. Wer später austritt, muß noch ein weiteres Jahr für die Kirchensteuer aufkommen. Fälschlich lokgefagk. Der.Abend" brachte gestern die Mit- teimnx, daß da» Großfeuer im Sägewerk der Firma Gebrüder Ogwis, Alt-Stralau, worüber seinerzsit ausführlich berichtet wurde, noch«m zweites Todesopfer gefordert habe. Hierbei ist l>>e Redaktion leider das Opfer einer Falschmeldung geworden. Wie uns die Kollegen des verunglückten Feuerwehrbsamten Kruse von der Zugwache 3Z mitteilen, mußte Kruse im Hubertuskrankcn- wünschen dem tapferen Beamten, der bei dem Rettungswerk selbst körperlich so schwer zu Schaden gekommen ist, baldige G e- tt e s u n g. ....-�DWilbig» Niechensteuer» werben nach einer Bckaiuttmachuna im An. »urVernnnbeeung der Arbeit der Mnon�mter unb zur Aeiterspae. nis Mr die C ieuerpfii chhqen von Anfonj? Miirz ab allyemein dvech P-stvach. »ah««-inoe�>s-n. Postnochnabmen miissen ank Verlenqe» vor der Einlösung zier Einsichtnahme aueoehiindigt werden." parteinachn'chien�� fürGroß-Aerlin stet» an da» Bettrkesekrrtartot t Hos, 2 Treppe» rechts, ,» richten. "?"»•, Dorneretog, 14. JRSn, U% Hbe, In den S-ii.-- Aestsalen, Poppelale« U!, ltrelsnerirrierneriammtv»«. Vortrag:.veriebr«. b°»»°n.e«ri-ttut Stadtrat-ruft«enter. Statn�nberatnn� „, �.8rei««einickeudorf. Der Sommunalpolitisch« fturfns in der t,,'" Mttenan. Rofenchal« Straße, wirb heute fortgekeßt. St■■ «rst Dr. ttorach spricht über.Da- konwrunaie Gesuntcheitswesen." Mitgliederversaintvlung im Lokal Borr,«rchstr. l». vor. swgle Jugend und ihre- Erziehung zur Demeinschaft." Heule. Dienskag, 12. März. «St.» Uhr troa:.Psnchoi «onvent Hein "DSÄWMLMd Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen. Milkwoch. 13. März. M. Mj IHr im Hacheschen Sok�Rosenchaler Str. 4<�«. vortrag�.D!, Sch Steinbach'. ....:, j:u j* u uru 1 c L er. Zusgaben»er s-zialiktisch-n Wirtschastspvlit».� Dr. Dewlck». 2.«St. S» Uhr bei Ohngpmach. gommandantenstr. »krisor ». Bortrag:.Deutsch. .. und grankreuh, ein politischer Ausflug". Referent Adolf«btrr. .■>. Abt. W/j Uhr im Saal I des chewerkfchastshauses, Enaelufer A— 25, Zor. , SS?'- uArbeiierlchast und Polizei." Referent Ernst Hüdebrnicht. f. Abt. Di- Mit�lied-ruersommlung fällt aus. Dafllr Beteiligung an der äffcntflchcn Berjammlung in der„Alhombra", Wallnertheaterstr. 15, um ö. Abt. lilf; Uhr im Rof-nihal-r Haf. Rofenthaler Str. 11— IS, Bertrag: �Die Bedeutung de, Ronkordats." Z>«««nt Dr. Siegkried Ramerau. s. Abt. 19': Uhr bei Biitrner, Schwcüter Etr. JS, Bortrag:„Die allge. mein« politische Lage." Referent Polizeioberst a. D. Dr. Hermann TchUßing-r.' ". ASt. 19'/» Uhr Zahlade nde bei DSll, Bsrgstr. 71: Bitrmalb«, Schlegel- stt-ße»; Rübe, Str-litzer Str. 55: Rauser, Boqenstr. l»: B-irau, Pflug- straße I. ». Abt. 2V Uhr gahlabende. Lokal Llltzowquelle. Lützowstr. 3l, Vortrag:»Die politisch- Lage." Referent Hermann Wäger. Meyer, Llltzowstr. 7, Bortrag: -Das Konrordot." Referent«benosfe Straimann. Seiler, Steinmetzstr. 29, Vortrag:„Berliner Zlommunalpolitik." Referent Stadtrerordneter Dr. Erich Witte. Rickert, Steinmetzftr. Mo. Vortrog:»Da« Konkordat." Referent Dr. Bergmann. Leuschner, Elsholzstr. 5, Bortrog:„Di- politische Lage." Referent Michael Hirichb-rg... 9*!*'i Uhr im Artushof. Perleberger Str. 29, Dortrag:„Kommunal. wlitik. Referent Stadtrat Julius Bethg«. 71. Abt. 19>i Uhr bei Berger, Levetzowstr. 21 Ecke Iagowstraße, Vortrag: Arzneiniittclwuchcr und Proletariat." Refmn« Apotheker Alfred H erlitt. 12. Abt. 19% Uhr bei Nachtigall. Veußelstr. 22, Bortrag:„Krisis der Flir. for-e-rziebung." Referent Stadtrat«alter ifriedländer. 12. Abi. 19% Uhr im blauen Saal des Patzenhofcr, Zurmstr. ZS, Bortrag: wir wollen." Referent Richard Meier. 14. Abt. 19% Uhr gahlabende bei Stark, Pntbusser Str. 14.«ottfchalk. Put. busser Str. 24. Schul,, Graunstr. 41. S. Abt. 19% Uhr gahlabende bei Dohm, Mnetaplatz 7. Kurkowfki, sseldftr. Z. 1». Abt. Ist'o Uhr gahlabende bei Dötzling, Brunnenstr. 79. Leuschner, Acker- ftraße U0. 17. Abt. 19% Uhr gahlabende bei Loeffzt, Tegeler Str. 50. Reuenkirch. Trift» straße�49. Schreiber. Triftftr. 92. 12. Abt. 19% Uhr gahlabende bei Sachse. Lindower Str. 2«. Schade,«Lsliner Straße 9. irchniidt, Kolberger Str. 24. Kreplin, Böttgerstraße Eck« Pank» i�aßc.� � Sorgatz,� Uferstr. 12. 19% Uhr gahlabende. Bezirk 805, 806: Drunert, Pankstr. 59. Bezirke a»». 810: EchreUel, Erllnthaler Etr. 12. Bezirk 811: Brodzinski, Grün. thaler Etr. 6. B«,irk 812: Schulz, Stettiner Str. 52. Bezirke 812 und 819: Gottfchalk, Sriinthaler Etr. 14. Bezirk» 814/818: Schilchardt, Chriftlania. ftraße 118. Bezirk 820: Grünberg, Prinzenallee 57. St. Abt. 10% Uhr gahlabende bei Brossus, Reinickendorfer Straße Eck« Oud«. narder Siraße. Referent Paul Kuhle. Böhm, Marftr. 18. Referent Bern. Harb Klein. Hilinann, Razarethkirchstr. 41. Referent Dr. Grunewald. Damme, Schulftr. 24. Referent Willi Andermann. Kroll. Uttechter Str. 2t Referent Dr. Lewin. Meier. Prinz-Eugeu-Str. 7. Referent Seich Kempin. Schrep-l, Antonftr. 8. Scholz, Adolfstr. 12. Refeient Genosse Trinkaus. Wehfeld, Schulftr. 114. Referent Richard Labner. Ai. Abt. 20 Uhr gahlabende bei Bartsch, ssehmarnftr. 1. Referent Wilhelm Rieck. Löschte, Antwerpen-r Str. 9. Borkowfli. Brüsseler Str. 4Z. Refe. rnnt Richard Wadzlowczik. Senkel. Utrechter Str. 1». Referent Karl Henfchel. Heims, Miillerstr. 26a. Referent Paul Stube. pi. Abt. 19% Uhr gahlabende. Gruppe 1: Lewandowfki. Seeftr. 104. Gruppe 2: Grunewald, Kameruner Str. 19. Gruppe 2: Suifchow. Transvaalstr. 20. Gruppe 4: Tietz», Barfußftr. 9. Gruppe Z: Mellnau, MUlerftr. 02». Gruppe 6: König. Dtaviftr. 87 S*. Abt. 19% Uhr. Gruppe nzahlobende l, Gruppe: Rößn-r. Immauuelkirch. straß». 29. Vortrag:„Kann der Unternebmer die sozialen Lasten tragen?" Raferent Genosse Wremer. In. Gruppe: AbttchlAg-r. Winsstroße Eck» Ehrist. burae» Straße. Portraa:„Verstcherungswefeir." Referent Paul gpfatb. Zablonfkistr. 9. Bortrog:„Die ffrou>» Sit tz. Gruppe: Bogel. ssrtfchaft». a,«��19% Ufcui'-slhiluß* Nienburg«- Str. X, Bortrag:„Wirtschaff«. bemokroti« und Sozialismus" Referent Kurt Heinig, M. d. Zt. 27. Abt. 19% Uhr Zah labend- bei geua«, Milostr. 1. Mehlberg. Saudrstr. 5. Zßeetz. Sonnenhueger Str. 1. Doohemann, Efeimstr. 10. Glanz, Kepen. heöiener Str. 87. 20. Abt. 19% Uhr gahlabende. bei Maoß, Prenzlauer Ach-e 282. Bartelt. Worther Str. l». Bartrag:.fugend und Partei." Referent Willi Mirbori. Janetfe. Hagenauer. Str. J. Ztechenbera. Ehorin« Str. t*. guntel. Kaftanienalle« 29/30. Meyer, Dderbergee Str. 29. 29. Abt. 19% Uhr im Altersheim, Danziger Str. 82. Bortrag:„Die. Beben- rung de, Konkordate" Referent Rektor Richard Sehritc r. 4.sdi.oevenmaieversammlMS4.lu,l. «l» tMtvord» IZ. März, 191/. Uhr, in der„Alhambra", Wallner-Theaicr-Slraße 15. Tliema: Berliner KonunnnalpolUltt nnd die SPD. Referent: Stadtrat Erntt Ren t er. Freie Sozialistische Hochschule Sonnabend, den 16. Mllrz, 1SV, Uhr, im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3 Vortrag des Gerossen Prof Leo Kestenberg „Das künstlerisdie Element Im Sozialismus'' Karten mm Preise von 50 Pfennig sind an folgenden Steilen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr Z. Z Hof links. 2 Treppen; Arbeiterjugend Oroß-Berlin, Lindenstr. 3, I. Hof links, 2 Treppen; Buch- Iiandlung J. H. W. Dietz Nach f., Lindenstr. 2: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wallstr. 65; Deutscher Holzarbeiter-Verband. Am Köllnischen Park 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße Ecke Luisenufer; Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; AfA-Ortskarteil. Engelufer 24/25, riewerkschaftshaus: Ver'ag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr.5; Zentralvcrband der Angestellten, Belle-Allianee-Sfr.7. Verlagsgeselischafr des A.D.G.B., Abt Sortiment, Inselstr. 6a; Berliner Volkschor, J. Hofmann, Kurfllrstenstr. 146; Hauptgeschäftsstelle der Volksbühne c. V„ Linienstr. 227.. 80. Abt. 19% Uhr gahlabende. Bezirke 80, 91: Pohst. Lochen« Str. 106. Bezirk 92—94: Schröter, Pappelalle« 84. Bezirk 97; Schmidt, Pappelalle« 80. Bezirke 98. 9«: Hoffmann, Lochen« Str. 8. Bezirk, 114—130: Mahnkopf, Tarmen-Sploa-Str 123, Vortrag:„Das Recht des unehelichen Rmbes." Bezirke 121—123: Seitler, Kanzowstr. 10. Bezirke 124, 124e; Riebergall, Earmen-Sylva-Str. 22. 31. Abt. 20 Uhr gahlabende bei Goldschmidt, Stolpische Str. Z8z Schwär», Bornholmer Str. 7: Meißner, Schiuelbein« Straße. 32. Abt. 20 Uhr gahlabende in folgenden Lokalen: Gruppe Barimann: bei Horstmann, Am Ostbahnhof 18 Gruppe Tröder: Kleinitz, Breslau« Str. 2ki. Gruppe Buchmann: Drescher, Strafauer Platz 5. Gruppe Meister: Krämer. Markusstr. 18. Gruppe Fiedtkau:«romphardt. Paul-Singer-Str. 4». Gruppe«luge: Donnerstag, 14. Mär», bei Ballentin, Krautstr. 38. Die Bezirksführer werden gebeten, das erste Quartal restlos zil kafneren und beim Abteilungskaffierer abzurechnen. 33. Abt. 19% Uhr Sri, Upen Versammlungen bei Abraham. Vortrag:»Die politisd»» Situation" Reierent Genosse.Drnnsel. Lokal Wertalla. Bvrtroa: �>er Ausbau ber Bolksfchule." Referent Genosse Köster. Lokal Hvffmann. Referent und Thema werden im gahlabend bekanntgegeben. 34. Abt. 19% Uhr gahlabende. Lokal Cadiner Str. 10. Referent Oberlehrer Artur Radiow. Giefe, Memel« Str. 63. Lokal Rvmitltener Etr 7. Comeniusföte, Memeler Str. 87. 35. Abt. 19% Uhr gahlabende. Lokal Bombe, Boigistr. 25, Vortrag:„Die golgen des Ruhrkampfes." Referent Seorg Stieglitz. Lokal Otto. Riaaer Straße 85, Dortrag des Genossen Bruno Theek. Gutzkow fki. Echreinerstr. 38. Schule. Samariterftr. 20. 38. Abt. 19>z Uhr gahlabende. 1. Gruppe: Busch. Tllfitcr Str. 27. 2. Gruppe: sslranke, gorndorfer Straße Ecke Löwesttaße. 8. und 4. Gruppe: Wittschuß, Petersburger Str. 5. 37. Abt. 19% Uhr gahlabende. 1. Bezirk: gepke, Ebertystr. 7. 2., 8. Bezirk: Ierafch, Ebertustr 10. 4., 5., 8. Bezirk: Rafchie, Matternftr. 14. Gäste können eingeführt werden. Abt. 19% Uhr Bezirk 159 Berbeabenb bei Heinrich, Groß« Zkrankfnri« können'«ingeführt werden. Abt. 1»%---- ä. Rreise." Referent«tadtret Mllq'Sünth«. Säfte können'eingeführt Straß« 31, Vortrag:„Soziale Einrichtungen, ein Werk d« SPD. im 38. Abt. ssn allen Bezirken gahlabend« um 19% Uhr an bekannter Steve. Reue MitgNeder! Merkzettel im Parteibuch brachten. Bezirk 188 und 195: 19% Uhr bei Späth, Georp-nfirckstr. 85. Bortiaa:....Wohnungsbau und Siedlunaswefen." Referent Architekt Otto Most. Bezirl 18«: 19% Uhr bei Jäkel, Höchste Str. 14, Bortrog:„Der Sozialismus in der Ideenwelt de» Altertum»." Referent Georg Roible. 89. Abt 19% Uhr Im Baugewertshaue, Großbeerrnstr. 23, Rebeneinaang, Vortrag:„Die Frau in Politik und Mrtfchaft. Referentin Käthe Kern. 39a. Abt. gahlmoeaen 5 llbe i» Lokel„gnm Mahre»'. Jerusalem« Str. 9. Bartrag!„Koalitioasumbilduag im Reich und in Preußea." Referent Otto »ei«, M. d. st. 41. Abt. 19% Uhr gahlabend«. r. Gruppe: Lokal SSbel, Tempelhof« Ufer 8. Bortrag:„Wohnungs. und.Siedlungswesen der Stadt Berlin." Refereut Stadtverordneter Reinhold Eichberg. 2. Gruppe: Beinhoff, Belle-Allranre- Straße 74s, Vortrag:„Der Kampf NM die Macht." Referent Stadtrat Erich Steuer. Z. Gruppe: flechner, flidicinstr. 4, Bortrag:„Unsere Stellung im Freistaat Dan»ig." Referent Emil Rlenz. 4. Gruppe: Lokal Schuster. Shamissoplatz 4, Vortrag:„Rrankenoersscherung der Arbeiter und Ange. stellten�" Referent- Bezirksoerordnet«'SisberL- 8. Guppe: Lutze. Berg. - mannftr�-93. Bortrag:,„Beruf», und Hachschulmefen." B«f««nt Stadtrat " Willk Märäke. 7., 6. Tbruppet Bortttigt �Wohnungsfragen." Referent Bezirksverordneter Sänger. 42. Abt. 19% Uhr gahlabende bei Vogler, Mittenwald« Str. 18. Buht, Blücherstr. 87. Soehlk«, Bergmannstr. 88. Wierodorff. Urbanstr. 8. Braun. Barwaldftr. l, Vortrag des Genossen Dr. Glück. Der gahlabend bei Seehaak, —------------ M"* M— � statt. Bortrag:„Das .> Wß_____________________ Urbanstr. 29. Bezirk 125: Ehristen, Fichteftr. 24. Bezirke 128, 127: Brüh». Gräfestr. 41. Be. zirk 128 123: flrankenhaufer, Jahaftr. 15. Bezirk 180: Reim, Utbanstr. 29. Bezirk 181: Wolter, Böckhstr. 49. Bezirk 132: Krepp, Planufer T3'78. De, zirk 138: Mendler. Dieffenbachftr. 54. Bezirk 134: Wölfl. Grä feste. 28. Bezirk 135/138: Bogt, Boppstr. 8. Bezirk 137138; Klose. Böckhstr. 84. Referent Stadtverordneter Keaatz. 44. AbL 19% Uhr in der Schule, Marianneniir. 47, Bortrag mit Lichtbildern: ..Kommunale Pläne im Bezirk Kreuzlkcrg." Referent Bürgermeister Dr. Hertz. 43. AbL 19% Uhr Gruppenversammlungen. in den bekannten Lokalen. Material, und Karteneuigabe zur Bannermelhe. 48. AbL 19% llhr bei Burohardt. Görlitzer Str. 52. Vortrag:„Die wirt. fchaftliche Bebeutuna Berlins." Referent Stadtverordnet« Paul Robinson. 47. Abt. 19% llhr gahlabende. Bezirke 82. 83: Timpe. Naunnnstr. 80. Bezirk 97: Lier. Naunnnstr. 9, Bezirke 08100: Siedentovi. Muskauer Str. 35, Bortrag:„Das Bauwesen." Referent Alfred Sickeitt. Bezirk« 101/106; Lehmann, Muskauer Str. 1, Bortrag:„Politik und Wirtschaft." Referent Stadtrat Emil Dittmer. 48. Abt. 20 Uhr bei Gliestng. Wassertorstr. 88, Bortrag:„Das Preußen. konkordat." Referentin Stadtverordnet« Lisbeth Sübner-Rirdger. Eharlettenbnrg. 51. Abt. 19% Uhr gablabend«. 1., 2. Gruppe: Schellbach. Königin-Luife-Str. 18. Referent Rudolf Abraham. Dörre. Da»ck-lm-nn. ftraße 18. Referent Simon Katzenftein. flortletzung des Bortrages:„Die EtsUW/-?" mm Man fürchtete die Lonsseweile des Sonntagabend— aber vor dem, was geboten wurde, verblaßte jede Phantasie. Wenn es gegolten hätte, ein« Spitzenleistung im Ununter- haltenden aufzustellen: der Berliner Sender hätte den Prei» davongetragen. In geschwollenem Pathos redete Herr Joseph Buchhorn über da» deutsche Studentenlied, wobei er glaubte, die fehlende Substanz seines Vortrages durch schmalzige Salbung ersetzen zu müssen. In den Zwijchenpaufen knvdelt« Franz Baumann: Musit der Gegenwart. Journalistische Betrachtungen über die Leipziger Messe sind keine würdige Abenddarbietung am Sonntag. Um 19.30 Uhr konnte man sich über„Ausgrabungen und Funde auf deutschem Boden" belehren lassen. Vorher genoß man in uferloser Breite die Werbenachrichten der Funkstunde. Es ist empörend, daß auf die werktätigen 5)örer, die am Sonntag Erholung, Freuds und Entspannung beim Rundfunk suchen, trotz dauernd wiederholter Bitten und Borstellungen so gar keine Rücksicht genommen wird. Es wird nötig werden, daß die A r b e i t e r f u n k v e r e i n e mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln danach streben, ihren Wünschen Aet- lung zu oerschasseiL Am Montagnachmittag las 21 ick i Baum Novellen. Etwas so Feines, Zartes hat man fetten in der Noosllanstund« gehört, wie diese beiden kleinen Schilderungen ,J)er Herr im anderen Auto" und„Die Waschfrau". Nicki Baum ist leider durck ihre rasch g«-- schriebe nen Roman« bekannter als durch solche stillen, dichterisch empfundenen Gach«n. Aber erst in diesen zeigt Pickt Baum ihr wahres Gesicht. Sie fühlt sich in da» Loben sines tleinen Aisahngen Mädol» ein oder in da» einer Waschfrau, die an einen Trunkenbold oerhoiratet ist. Was sie erzählt, ist ohne aufdringlich« Pointe, ja. ohn« welentlicheu Inhalt. Wer es iß ein Stuck Menschenleben von einem lelsen, warmen Lächeln verklärt. Vicki Baum las diss« kleinen Novellen mit zärtlicher Liebe.— Zlm Zlbend wurde Max n. Schll- lings„M ona Lisa" aus der Staatsoper Unter den Linden übertragen. Wir wissen bereit?, daß diese? Werk durch die Gewalt seiner Musik auch bei der Uebartragung einen starken Eindruck hinter- läßt. Max Marschall gab eine ouiichluhraicho Einleitung, die aus die wesentlichen musikalischen Momente des Werkes hinmtMw Te< vssssenkchaftSHen«emit lagen des SoziaKsna*.*~ 92. CH. 90 aßt MI K raffet, Kaifeein.Augustn.Allee 81 Ecke Sönnnettngstr-. Bortvng:„Das Neparntionsproblctn." Referent Otto Bach.— 53. Abt. stab labend« Mitt. woch. 13. März, 20 Uhr: 1., 2. Bezirk bei Schweikeri. Erasmusstr. 2. Theipa:„Der Entwurf eines Statut» de» B�z..Bcrb. Berlin ber«PD." 3., 4. Bezirk bei Lux, Sultenftt. 28. Ttzewa:„Bericht vow Bezirkspavteitaz.� Referent Genosse W. Schmidt. 5.. 8. Bezirl bei Steininger, Kiittenftr. 34. Thema:„Bericht vom Bezirksvarteitag." Referent Genosse Amboff. 54. Abt. 20 Uhr Zahlabende bei Möller, flrankfinstr.. 19, und im Jugend» Iieini, Rostnenstr. 4.— 55. Abt. 19% Uhr bei Reimer. Wilmersdorfes Straße 31, Bortrag:„Der Reichshaushalt." Referent Dr. Kurt Löwenftein. A. b. R. Partetangrlegenheiten.- 58. Atzt. 20 Uhr.stablabende. 1. und 3. Gruppe: Lieefch. Kantstr. 82. 2. Gruppe: Zuskowiack. Holtzcndorffftr. 20. Diskussion über das Konkordat.- 57. Abt. 20 llhr Zahlabende. 1. Gruppe: Arndt. Kantftr. 51. Bortrag:„Heine und der Sozialismus." Referent Heinz Rartel. 2. Kruppe: Thunack, Wielandftr. 4, Portrag:„Wirtschaftsdemokratie." Referent Bern Man«.— 58. Abt. 19% Uhr im Ranfehau». Rankestr. 4, vorn IV Tr., Vortrag:„Bolkswirtfchaftlitde Probleme." Referent Ovo stiska. 82. Abt. Siemenestadt-Hafelherst. 30 Uhr bei Marfandt, Nonnendamm.Allee« Abteilungsoersammlung. 87. Grunewald. 20 Uhr im Lokal Wurzboch«. Bahnhofsrestaunant. Vortrag: „SPD. und die B-hrfrage." Referent Ernst Neumann. 88. Abt. Halenfee. 20 Uhr bei Sandmann. Westfälische Str. 42, Bortrag: .Streifzüge durch dir Innen- und Außenpolitik." Referent Dr. Norbert Marz;. 79. Abt. 20 Uhr bei Kroibs, Holsteinische Str. SO, Vortrag: Kommunalpolitik." Referent Stadtrat Siegfried Hermes. vilwerabaes. 71. Abt. 20 Uhr bei Sau, Hildegard str. II, Vortrag:„Der Straf- gefetzentwnrf." Referent Dr. Gnst Katz.— 73. Abt. 20 Uhr Zahlabend stet Rosenau(früher Sengebiischt. Barziner Ecke Laubacher Str., Bortrag:„Das Konkordat." Referent Stadtverordneter und Lehrer Hans Wonwad. 78. Abt. Schmargendorf. 20 Uhr im Deutschen Haus. Breite Str., Vortrag: „Sozialdemokratische oder kommunistisch« Taktik?" Referent Stadtrat Garl Mermuth. 74. AbL gehlenbarf. 30 Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Sjfmrider, Potsdamer Straße 25. «»ineberg. 77. AbL 19% Uhr K-hlabendL 1. Bezirk: Milde, Rollendorfftr. 18. 2. Bezirk: Jürgens. Barbarossastr. 5a. Bortrag;„KommunolpolitiL" R-ft- rent Oskar Hauff«. 3. Bezirk: Seugner, Grunewald fir. 36, Bortrag:„Gegen- n>attsfragen der Wietfchafts- nnd flinanzpoliftL" Referent Dr. Alfred Braunthal. 4. Bezirk: Will, Martin-Luther-Str. 89, Vortrag:„Kommunalpolitik." Referent Wilhelm flritfche.— 78. Abt.'30 Uht.ZaHlassende. 1. Bezirk: Wandtke, BaHnftr. 25, Bortrag: �Die Bedienung unserer Kachel» öfen." Referent Genosse Schmidt. 2. Bezirl: Ktillmer. Hauvtstr. 8, Vortrag; „Ein Tag im Krnninalgericht." Referent Dr. Krauß. 3. Bezirk: König. fleurtg. Ecke Prinz-Georg-Str. 4. Bezirk: Rosenthal,«bersstr. 88. Vortrag: „Pazifismus oder Brhrhaftigkeit des Proletariats." Referent Kurt Kingel» mann.— 79. Abt. Unsere Zahiobende finden wie folgt statt: 1. Bezirk bei Arndt, Bantzener Str. 10, Vortrag:„Der deutsche Strafvollzug." Referent Wilhelm Lewinski. 2. Bezirk bei Grunow. Gest! erste. 13. Vortrag:„Arbeitersport und Sozialdemokratie." Reterent Adolf Burk..3. Bezirk bei Ritsch. Siegfriebftr. 9. Vortrag über.Berfossungswefen". Referent Genosse Bednarek.— 4. bis 8. Bezirk bei Groß, Sedansir. 17, Vortrag:„Dia politische Lage." Referent fleedinond Bauhoff. 7. Bezirk hei Podszus, Sachsendamm 40, Bortrag;„Streiftichter aus dem Rechtsleben." Referent Dr. Ernst Leffmann. 8. Bezirk: Siedlung Lindcnbof, Ledigenheim, Vortrag: „Wirifdiasi apolitische Tagestragen." Reterent Kreisleiter Willn Schireidir. — 80. Abt, 90 Uhr im Helmboltz-Gymnassum, Rube»sstr„ Vortrag:„Das Konkordat," Referent Georg Müller. 82. Abt. Steglitz. 20 Uhr Sah lade»de. 1. bis 4. Bezirk: Schellhase, Ahorn- ftraße In». Vorttag:„Sozialistische Kulturpolittk."— 5., 8. Bezirk: Selil. Bismarckstr, 85. 7. Bezirk Südende: Lokal. Lichterfeldee Str. L 8, Bezirk: „flum flgubeeftanz", Brrg- Ecke Lauenburgee Str. 9. Dezirk: Aernickc, Berlinicke- Eck« Rllgestr. 98. Abt. Lichtertelde. 20 Uhr bei Schmidt, Hindensturgdamm Ecke Roonstr� Vortrag:„Reuzeitlich« Äand- und Gelellschaftstheorten." Referent Dr. Walter Krotoschin«. Ost. 20 Ubr im Lokal Krull. Lankwitz« Ecke Lnifenstr� Vortrag:„Alters- und Invalidenoerstcherung." Referent Karl Tinz. 94. AtzL Lankwitz. 20 Ubr bei Lehmann. Kaifer-Wikbelm-Str. WÄl. Vortrag: „Wo bleiben die Berliner St-uergrofchen?" Referent Stadtverordnete- Siegfried Weinberg..„ 9». Abt. TempelhoL Ä Uhr stahlabende. 1. Bezirk: Lokal stiegn«. Borussia- straße 70. Vortrag:„Die Elektrizitatverforaung von Groß-Berlin." Referent Stadtrat Rudolf Schllchting, 8., 4. Bezirk; total Löggow, Kaifer-Wilhelm- ' Straße 21, Vortrag des Genossen Kurt Schindler. 6. Bezirk: Sd>Sfcr, Ringbohnstr, 12, Vortvag:.Strafvollzug. in Preußen" Referent Otto StrobeL 7. Bezirl: Happelt, Gottlieb. Dunkel- Eck« Germaniastr, Bort»»: „Die Todesstrafe." Referent Dr. Mar Schütte. 88. Atz« berger Versilberung." L TeiL �sefetent Genosse Schmidl-beichn«. 8. Sie 10. Bezirk; Schräder, flriedenstr. 8, Bortrag:„Viaderu« JugeledfSeforge." Referent (Stabtamtmann iffifcftptval. 88. Abt. Lichtenzode. 19% Uhr In der Schule Rdsnstroße Boetvag:„Di« oll. gemeine politische Loge." Referent Eduard Fächert. M. d. L. Achtung! Um 19 Uht Suiammcufainft de- Voestontze, ebentnrL Renköllo. 89. AbL 19% Uhr Zahlabende. 1. bis 4. Bezirk:_ ftratzz 10. Bortrag de» Genossen Kurt Kietzmairn. S., 7„ 9. Reuttztstr. 43. Vortrag:„Ko-rmunale Ankgaden" Reterent Stobtrat Wiltt, Kllhne. 8.,- II., 12. Bezirk; PflUgew-Ccke Ranlenstraße. Lokal Brandt. Vorttag:„Der kdmmestde entzlifch« Wahttantpf. Referent Max Pott- litzer. 9„ 10.. 18„ 19. B«»tk: fllfcher. Hobrechtstr. 84. Bontiog:.Straf» rechtsveform." Referent Rechtsanwalt Dr. Siegmund Kallmann. 91. Abt. 19% llhr im Lokal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr, 8—11, Vortrag:„Rußlanderlebnisse". Referent Eugen Haas«.— 92. AbL flahtebende halten ad pünktlich 20 llhr die Bezirke 14, 29, 30 bei So Itter, Harzer Str. 88, Vor» trag des Genossen Rhode:„Kcmmunalpolittk". Bezirke 27, 23 bei Schikorra, Schandauer Str. 1, Ecke Elbestraße. Vortrag der Gen. H. Schlimme: .Jtapital und Arbeit im neuen Staat," Beeirm 32, 33 bei König, Silben. bruch». Ecke Weserstraße. Vortrag:„Am Anfang war dos Wort. Genosse Mifchkr. Bezirke 81, 44, 44, 56 bei Wolfs, Kaifer-fleiedrichStr. 17».«ve. trag de, Genossen Grog er:„Die politische Situation." Bezirk« 48. 47, 83 bei Simon. BeMhelsdorf« Str. 9. Vortrag des Genossen fl, flechenbach: „Krise Im Parlamentarismus?" Bezirke 72, 7» bei Schneider, Rofenstr. 7. Vortrag des Genossen W. L-usen:„Ärile de, Parlamentär bunus?"~ 93. Abt. 19% Uhr flahlabende. 56.. 56.. 8L Bezirk! Lokal Bernhard Damm, Hertzdergftr, 22. Berichte ufw. 57. Vez;rk: Schauer, Treptower Straße. Berichte usw. 82.. 97. Bezirk: Amelungfen. Schwarza.. Eck« Saalestraßc. Vortrag:.Kunst. Sozialismus und ArSciterschaft." Referent Robert»reuer.«8.. 85. Bezirk; Lokal Könia. Böhmtich« Str. 4S-44. Vortrag:„Betriebsräte und Wirtschaftsdemokratie. Referent Max Schwabe. Das neue BezirksstatuL 95. und 100. Bezirk: Pritzkow, Schöneweider. Ecke Richardftraße, Vortrag:„Steuerfragen". Referent Stadtrat Hermann Rechtke. 96., 99. Bezirk; Konig, Ranner. Ecke Elsterstraße. Berichte usw. 98. Dezirk, Dezirl Siedlung im Bärwinkel: Vortrag de» Genossen Vogel, M d R.— 94. Abt. 19% Uhr.Zahlabende. 51. Bezirk: Lokal Münker. Schill erpromenode 39. Referent Genosse Hesse. Ick. Bezirk: Schröder, Selchower ra:„Kommunalpolitik der Reichshauptstadt in» foziali» " Referent Stadtrat Eugen Rofonann.— 84...85., 88., 67.. 77., 78. Bezirk: Zell. Schillerpromenad« 11, Vorttag:„Berlin ei» Hofen. Straß« 8, Bortvog stifchcn Sinne." R, ftadt." Referent ffriedrich Schlegel.«8.. 78. Bezirk; Schröder, Stein» metzst?..52. Referent Stadtrat Karl SchneldeL— 95. Abt. Pünktlich 19% Uhr Zahlabende. 53., 54. und 80. Bezirk; fteu'ch, Iägerftr. 10. Refe. -----■ A._____ ,"»»!(»« Ä/ckvb AO AiT eeeeS TA A I o!«,-Td*»»»v v_ Ac» tv X? am* Sttaße M. Referent Genosse Reinhardt. 81., 71. und 75. Bezirk: Grieqer, Lefstngftt. 9. Referent Genosse SchrNer. 89. und 74. Bezirk: Gustmann. Steinmetzftt. 78. Vortrag:„Das neue Stadtbauvrogramm." Re'rr.-nt Dr Alfred flreund.— 96. Abt. 19% Uhr Zahlabende. Bezirke 80. 87, 88: Lilbben, Thomasftt. 5. Vortrag:„Die Krise der Innen, und Außenpolitik." Referent Viktor Krüg«. Bezirke 80 und 101: Brandt, Thüringer, Ecke Wipp« Straße. Vorttag:„Warum neue Steuern?" Referent ffelir isligg. Bezirk, 102, 103. 184: AillM-r. Nogatstr. 58. Vortrag:„Die SPD. inr Spiegel der Verleumdungen ihrer Gegner." Referent Alfted fllatau. Vc- zirke 93, 94: flränkel, Schierke-, Ecke Bodestraße.— 97. Abt. 20 Uhr bei 2iudolph. Hermann-, Ecke Knesebcckstraßc. Vortrag:„Die politische Lage/ Refetentin Dr. Dora flabian.— 98. Abt. 19% Uhr.vahsgbende. Be- zirk« 108, 109. 110: Teich, Knefcbeckstt. 135, III,, U2., 113. Bezirk: Beck«, Delbrildstr. 55. Porttag:„Gefängniswescn." 114., 115. Bezirk: Borowiack. Rlariendorfer Weg 7. 99. Abt. Britz-Bucko». 19% Uht� flohlabenbe. 3.. 8., tz, Bezirk: Lokal End schftua. Rudower Str. 48. Vortrag;„Die Sozialdemo- kratie in der Kommune. Referent Willi Wolfs. 1. Bezirk; Lokal Thomas, Ehansseeftt. 10. 2. Bezirk: Reis, Hannemauustr. 34. Vortrag;„Polizei» fattren." 1. Bezirk: Becker, Ehausseeltt. 87. Vortrog:„Arbeitsldfenoer- siö>erung." Bezirk Buckow: Discher. Cbausseefir. 12. 190. AbL Rudow. 20 Uhr Aohlabend im Lokal Palm, Röpenicker Sft. 81. 191. AbL Treptow. 19% Uhr Zahladende. 1. Bezirk: Stcplmn.«rgeßstr. 1. Reftrent flritz Reu mann. 2. Bezirk; Lokal Brrchem. KrVllsstr. 1. Vortrag: Worum weltliche Schule?" Referent Hans Kunftmann. 3. Bezirk: Lokal ..Elseneck". Kiefholz». Ecke Elfenstraß?. Vortrag;„Partei nnd Wohnung-. frgge." Referent W. HartZleben. 4. Bezirk: Lobal Beennannstt. 10. Bor- trag:„Das Recht d-o unphefichen Kindes." Referent Dr. Martin Selia- mann.». Bezirk: Lokal flalftuljagkn. Rene Kruqaile». Vsrikeg:„Kom, munalnolittk." Referent Siadwerordnetei; Wilhelm Strieder. 192. AtzL Baumfchulenweg. 19% Uhr bei Boro Mann. BauMIcht>liN<. Ecke Kiefholzfttatze, Vorttag:„Der Haushalt des Deuttcken Reiches." Referent Genosse Keil, Stuttgart. M. d. R. Gäste willlornlneu. 1«. AbL vberickönoweid«. 18*4. llh. stahlabend«. 1-, 2. Bezirk: Lokal Knappe. Westenbstr. 17. Referent Map Gillmeister. 4. Bezirk: Lokal Winkler. Wilhelminenhotstr. SW. Referent Dov'd Stettee. 5., 8. B-z:«: Lokal Emmerich, Wilhelminenhofste. 84. Reterent Genast« Doirdeb. 194. AbL Sltfbntchinmwihe. 20 Aar im fokal..Brücken llarss«", Bruck-ostr. L>, Vorttaa;„Partei und Parfamentor-smos." Reterent Har» Bauer. 186. AbL Adlershot. 20 Uhr im Lokal Schmrdtdauer, Bismarckstr. U. Vortragt Rußland". Referent Dr. flritz Lchlptz. 108. Atzt. SaHantristHaL 19% Uhr bei«otha. Stub-mrauchstrnß-. Vortrag, „Drsißenpolitil". Referent LanMag-prastdent flri«deich Barteln. 106. Abt. Köpenick. 19% Uhr?otratir/' Neferrut Willv Älilffnrr. 2. Sruppr: Lohoav. Juno, ffirt« Obrrilrafir 3. Gtnnrr: iPoMTr. S�ornlPftwT., ilffr Mtgg. l. ftrafte. 4.®riipiv:«cirlc. Sronprin�iijtr. 47. KS. Abi.>9% Uhr brt Albrecht. Vtithnirnrr Sir. 62. i relrag:„Vpf. preukisibe ftonfotivii." Referent Lehrer iterrmann. K7. Ab». 19>i Uhr in der Schule Lii» straße 69„Hurneristischer Abenb".'Vortrag:..Verline, Humor im filaffen lamps." Referent Ho, INS H. Ztamm. tt8. Ad». IS1-; Uhr bei Tempel. Pöabninrir. 7. Bortrag:„ftpmmuniftitchc.�erftörungsarbeit in ben chemert. 'chatten." Referent«Srnoff« Ortmonn. Ii». Ab«. 1»% Uhr im LhiieuM. Gesangsfaal. Rötha usstroße, Vortrag:„Sozialdemotrotir unb Vontordat." Rtferent Lehrer Walter Kirren». 126. Akt. Zsriebrichsselde. 29 Uhr in Wiehe» GosrIIschaftshau». Wifhelmstr. 38, Vortrag:„Volt und Polizei." Referent Polizeipräsident Zörgiebel. 121. Abt. tlarlshorst. 29 Uhe im Ve,etschen Hau». Stolzenfelostrohe, Bortrag: ..Staat und Volt." Referent Genosse Scheffel. M. i. R. BB. Abt. Äaulebotf. 20 Uhr Lotol SälUtzenllause. Hönower Str. h, Borirag: „Die weltliche Schule." Referent Genoff« Lippe. 123. Abt. Weißeulee. 29 Uhr in den bekannten Lokalen Zahlaoende. 127. Abt. Kohenfchijnhaufen. 19ih Uhr im Berliner Hos, Berliner Str. 93. Bortrog:..Sozialdemotrotir und Aonkordai." Refrrrnt Paul Bernffein. 123. J>i« 130. Abt. Pankow. 19Vi Uhr Zahlabende. 1., 2»., 3. Gruppe im Lokal Mitller«Brauerei Willner), Berliner Str. Lt. Lichtlkildervortrag:„Das neu« Wohnen." Referent Wilhelm Schliebenow. 4. Gruppe: Lokal Klemm. Berliner Srke Hadlichffr.. Vortrag:„Auffenpolitilchc Streifzllge." Referent Dr. Mifchler. 6. Gruppe: Neumann, Mcndelftr. 17, Vortrag:„Sozial. demokratic und Konkordat." Referent Dr. Gunther Joachim. 7.. 8., 9. Be. zik: Lokal Eängerheim, ssssoraftr. 93, Bortrog:„Demokratifterung hcr Wirt- fehaft." Referent Willn Rogge. Ämetsborf. Der Zahlabcnd fällt am 13. März aus. 131. Abt. Riederfchonhaufen. 19% Uhr im Lokal Wilhelmshof. Kaifer-Wilhelm- Straffe 64. Vortrag:„Die politische Lage der Gegenwart." Rcscrentin Marie Kunert, M. d R. 132. Abt. Blankenburg. 29 Ilhr bei King. Dorfstr. 2. Borkrag:.Kommunal. Politik in Wien." Refeveni Rektor Ziechert. 133. Abt. Bnchholz. 2» Uhr bei Rossack. Hauptffr. 7k. Vortrag: Kommunal. Politik."_ 134. Abt. 8*4. 20 Uhr im Lokal Gövfert, Am Bahnhof, Bvrtrag:„Dfe pollt». fch-n Parteien in der deutschen Republik." Referent Auguff Riemann. Achtung! Um 19 Uhr ebendort Borswndsffffung mit den ffunfrionnr«i. 135. Karow. 29 Uhr im Loial Zuln Pankgrafrn, Pankgrafeniir. 3, Vortrag: „Die volitischc Lage." Referent isriff Peine. M. d. R. 131. Abt. Riederfchönhanse«. Abteilung Blankenfelde. 20 Uhr im Lokal Müller, Schildower Str. 3. Mitgliederversammlung. 137. Abt. Reinickendorf. West. 20 Uhr gemeinsamer Zahlabend für alle Bezirke im Bolkshau». Scharnwcbcrftr. 114. Bortrag:„Sowict-Ruffland." Referent Schlcfter. 133. Abt. Kermsdorf. Pünktlich 20 Uhr im Lolal Okrent. Berliner Ecke Bahn. boffiraffe. Bortrag:„Kommunalarbeit im 20. Bezirk." Referent Bezirks. verordneter Albert Knulh. �.... 13». Abt. Tegel. 20 Uhr im„Alten Krug". Hauptffr. M. Bortrag:„Wohlfahrts. vflege." Referent Siadtrot Hecht. Berichte. Verschiedenes. 140. Abt. Borsigwalde. 19% Uhr im Lolal Woitscklach. Eenststr. 1. Vortrag:„Die Schwierigkeiten der Regierungsbildung." Referent Theodor Koffur. Partei» anqelegenheiten. � «41. Abt. Rokenthal und Ate berlchvvhaulen. West. 20 Uhr gemeinsamer Zahl- abend im Lokal Sosfnionn. Edrlmeiff Gcke»ronprinzenstroffe. Vortrag: „Arbeiterichast«>nd sexuelle Zragc." Referent Stabtarzt Dr. Alfred Korach. 143. Abt. Waidmanoslust. 20 Uhr im Lokal Schmifchkc, Waidmonnstr. 4. Bibel- stunde. Referent Adolph Hoffmann, M. d. L. Gnhwald«. Linder. Bahnhofstr. Z2. Referat des Genosten Rtiffner über„Wirt- schaftsbemokratie". 5 rauenveranstalkungen. n»rrk, Sba>l»tt«»bnrg. Heute Dienstag. 12. Mär». 1» Uhr, pünktlich Nor der AnnktivnSruersanmtlung, Sitzung der AdtkilungsIcilerinneU im Saal JJg. Aitt.»knicken d ars-O�i. Donnerstag, 14. Mitp».« Übung In der Baracke. Die Helferinnen |Ub 1— U treffe» sich dort mn 19% Ilhr. ZungsoziaNstev. 9rmt rempelhof-M-riendorf. Heute Dienstag amniaftr. 4—3, Dlskufstonsobend:„Wirtflhaftso »bort vefprechuug der Frühiahr-w-rdunl».— 4 «errnan: edenbort Dienstag, 20 Uhr. toi. CieigvBttffer:»Behren der 20 Ilhr, im Jugendheim. -mokrati«." UM 19% Uhr ___ Gruppe Lichtenberg. Heute Gunterstr. 44, Vortrag des Genossen Hans Arbeitegemeiaschafi der Liaderfreuade. >. Heut« Dienstag. 23 Ilhr. Helf-rdefprechirng in der Baracke. Tagesordnung: 1. Helferfest. 2. Zeltlager. »anghaferstvaß«. Tagesordnung: t. Helferfcst. 2. Zeltlager. Geburtslage. ZubilSea usw. 2.«lt. Unserem Nebe» Genosten K Psrteifnbilänm die herzlichsten SlüikwllnsS ——-häneSeta. Unserem lieben, all Mal eine z» 4«. sei»«« 25f-ihrigen Genossen und langjährigen Fnnktio. z» seine««0. Geburtstage die herzlichsten 73.«dt. SchSnrbarg. Unferem> Mär�FRtz�nrisch. Be1,,zer«de. S«, s Sterbetafel der Groß«berliner Partei- Organisation\ 37. Abt.««8.„. «e Beerdigung findet Mrttwoch, den 13. Friedhof in Reinickendorf statt. Um rege verstarb nnser Genost« Franz Grldat. Daudnstr. 21 .... � lSr. . auf dem Stilbtlfchen ng wird gebeten. N Sozialistische Arbeiterjugend Groß« Verls« Museadnoae» sie biese Bnbrk» mir«, da« ZogendstkkMwtat lServ»«D«. Hndenktrag«, Heute. Dienstag. 19'� Uhr. Park: Heim Landsberger Str. SO.— Rssenthxler Vorstadt: "tr. 19.„Fortpflanzung des Menschen."—«ruun-npl-tz: ___ Siesenitraste. fugend und Konkordat."— Schillcrpart: schul«'SchSningstraffe.„Die Macht der Kirche."—«edbing R. F.- Schule Aitticher Str. 4.„Praktische Gruppenarbeit."— Nordost: Heim Donziger Straffe 52. B. 3.„Aus den Kindheitstagen des Sozialismus."— Wörther Plu». schul« Kastanienalle» SZ. Heimabend.— K-ienheid«: Heim Wastertor- fttoffe».Religion, Sozialdemokratie und Kirch«."— West««»: Heim Rosinen. ' äff« 4..AebeiterfKhrer."—«»—"»•-»»->-<» Schule Gli. Heün Pank-, Sdt Schi stia' Steglitz: Heim Albrechtstr. 47». „Reiht« und „Demokratie „Kirche und Sozialismus.'— R-ulölln Hl: Heim Flughafenstr. 5». Mitgliederversainniluim mit anschlieffender Aussprach«:„Das Wchrproblem."— RenköltA V: Heim Böhmische Str. 1-s. Z. 2.„Kartelle und Truste."— ReukSlln 7l: Schule Herffdeeaplatz.„Wirräxlftsbemokratie."— Neukölln 7N: Schul« Kaiser-Fried. rich-Str 208.„Geschichte der Arbeiterjugend."— Neukölln VIII: Schul« Rütli- straff«. Heimabend.— Bnchholz: Schul« Berliner Str. 19.„Bub und Mädel", 2 Teil.— Pankow I: Heim Kisstngenstr. 48.„Von Revolution zu Revolution" 11780_ 1848— 1918).— Pankow U: Heim Görschstr. 14.„Magdeburger lZugenbtag."— Südwest: Wir treffen un« 29 Uhr im Heim Linbenstraff« zur FiniivorfUhrung„Leuchte Asten," im Bezirksamt. 25 Pf. 4- Renköll»: Hei« Bergstr. 23. Morgen.Tagespolitnch« Fragen." Vorträge,Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rat-Gold". Gefchöftsstell»: Dsrlin 6. 14, Sebastiansir. 37/88, Hof 2 Tr. Gauvorst-nb Iungbanner-Schuliingskursus Dienstag, 12. März, 20 Uhr. im Ganbureau. Vortrag: Jungend und Gewerklchafick, Kam. Heilbrun u vom ÄdA. Mittuwch. 13. Mär,. 30 Uhr,„Reichsbanner und inner",«»m. Küicr.— Mittwoch. 13. Mär,. Tierg»rt-n. Wienkaheer: 30 Lhr wichtig« Sitzung wegen Besprechung der Fahrt bei Trüutper. Flen-> � �•ManAakSvk O!•+<*««, T«v e"iVH T I fi»" int �IftWWnflltT G Geo Iun �.'gen»eiprea-ung der.fayn oe: s.niniprr, nirn... butgit Str. S Treptow, Ortsorrein: Iungbanner 20 Uhr im Jugenheim Nico« es chönew aide, schule. Handballer alle zur Stelle.— Donuerolog. l4. Mörz. Peenzlauee Berg: Versammlungen um 20 Uhr. Kam. Bastan bei Vogel, Zo- dlonfk.str. 9: Kam. Königstor bei Rösncr. Zmmaniielkirchstr. 2S: Kam. Falke bei Zeuge, Milastr. 5. Wilmersdorf: so Uhr Kameradschaftsabend im Viktoria- garten, Wilhelmsaue. Vortrag de,«am. Soltau.— Friebrichshain: Sonn- tag. 17. März, 9% Ilhr, in der Alhombra. Koppenstr. 29. Feier des fünf- jährigen Bestehens de« Ortrvereins und zinn Gedenken der Märzgefallenen. Vorführung de» Films„Herzschlag der Welt". Festrede Kamerad Scheide- mann. M. d. R Sinlrittskarten zu 50 Pf. sind bei Kai». Löinenbero, Blumen. straffe 31 und bei d Fuiiltionären zu hoben.— Winteriooetabteilung: Vier- kiiaiae Dst"ikifahrt ins Riesengobirge. Gesamtkosten 45 M. Anmeldung mit 5 ZK Anzahlung«n Kam. Zorn», Breslauer, Markgvofenstr.'22. Anmolde- fchluff IS. Marz «eichabnnh der KriegsbeschädigteA.»rregskerlvehwre und Hinte rblielleoen, '' vorsatnmlung am 12. Mörz um 2» Uhr im Lokal ff 380*41 straffe 233- wenaöekid« | Uhr. Äug«1 dbe I... IWW 22 Uhr, Zugendhei« Am Osidohnhok Ist 8«irl Wedding- Mi M-.tgliedervorsoormlung "erstr. 84. avto-Duad. 19.30 Uhr, tu der SGule Givsstrtffe öd t Dienslaa. de» 13 Mär,. P«rAl»4o Väo Mar«vk!n.„pfi diktbrid wtillMB Monolsoeriammlung: _________ ffc 2?a. PiPWtcko: h-...------ W>»W Unsere Gruppenaomds ffnden regelmäßig stall Gruppe Neiden: ;Ae»"MiSmoch. S �22 Ufir, Zuzw dbciw. Lrrtzwg. Eck« Graunffr Gruppe tssten: »nerstag. 90—72 neraiao, 20—22 f,?, ZuSk'.« ..-..' �Ostdahnhpl 17. Grupv W lottendurger GS« Ree!» Uhn' Echstle Glpestraffe 23«. 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Her««,» Krüger, Richard Freund, Dorfftzender. Schriftführer. Verkäufe Webfehler- Teppiche. Kleine Webfehler 2�3 19,- Kleine Webfehler Klein« Webfehler Kleine Webfehler lo. Öualilät ... Mark. 2X3 24,- Mark. 2�X8% 38.— Mark. 9x4 59,— Mari. 2o 3 38,— Mark. 2%X3% 55.- Mark. uucmai 3 X4 85,— Mark. Körner, Berlin. Potsdamerstraße 26b. Hausnummer beachten. Ii. Dualität i. Qualität Webfehlertcppich«. Wr-bfehlerteppich 2 X 3 l8„50 Mark, Webfehlrrteppich 2 X 3 39.— Mark, Wrbiehlertrppich 2% X 3% 34,— Mark, Webfehlrrteppich 3 X 4 55�- Mark. Fabrik. Teppich-Verkauf Aberbach, Fried- tichstraffe 163, Scke Behrenstraffe, Sin. gang Große Paffag«. Aufgong 33 st" Kcff>o>ij>inst55iüciie. tzillzriie u;W Wenig getragene Kaoaliergarderob« von Millionären. Aerzten, Anwälten. Fabelhakt dillige Preise. Empkehl« Taillenmäntcl. Paletots. Fracks, Smo» iing».»hehrockanzüg«, Hofen. Sport.. Gehpelze. Geiegenheitskällfe in neuer Garderobe. Welieffer Weg whnend. Lothringerstraffe 56. 1 Treppe. 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Vonnerninn. Den 14.»dtj. noch- mltlogn 8 Ahr im stotal von Ürnfser. Ulichorltirchfirohr 29 NM- Versammlung-o aller cehrlinge, jugendl. Arbeiter und Arbeiterinne« aus den Betrieben des 8. Bezirks des Deutschen Aletallarbeiterverbandes. .Tagesordnung! 1. Vortrag!.Das Berussausbildungsgeseh''. 2. Aussprache i'ber Vetricbsfragen. Iugrndtollegen! Zn dieser»er sammlung darf lein Kollege fehlen .."Agitiert rn der Werkstatt und in der schule sfir einen guten Besuch und bringt alle Iugendtollegen mit, dieunserer Organ,» sanan noch nicht angehören. Vir Orlsocrmallnno. »'�CASINO-THEATER s,*Uh' Lottinnger StralSe 37. Nur noch bis 13. März Hilometeriieöchen Am 14, März 1929 zum 1. Male -Eine ungeliebte FrauM Fürunsere Leser üutschein für l— 4 Fers. Fauteuil nur 1.15 M.. Sessel 1AS M. �onstide Preise Parkeft u. Ran" o.ftn v Bank der Arbetter, Angestellten und Beamten Bilanz per 31. Dezember 1918. Aktiva Ä.-G. Passiva Kasse, Sorten und Zinsscheine.....:....... Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken...... Wechsel, Schecks und unverzinsliche Schatzanweisungen. Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen....... Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere. Eigene Wertpapiere a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Länder... 2 387 385,91 b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbanken bcleihbare Wertpapiere 3 252 884,35 c) sonstige börsengängige Wertpapiere... 3830547, t>S d) sonstige Wertpapiere........ 215 248,95 Konsortialbeteiligungen................ Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Schuldner in laufender Rechnung........... davon gedeckt............. 61 819282�9 Einrichtung..................... Aval- und Bürgschaftsschuldner....... 4 094 264,81 RM 383362 1 283557 1 532 874 49 936 083 368 867 9586036 2 301 337 4102 446 61 918 8)4 1 131 5.. 82| 54 Aktienkapital.................... (davon RM 8 000 00a— dividendenberechtigt ab 1. 1. 1929) Reserven...................... Speziaireserven................... Gläubiger a) innerhalb 7 Tagen fällig....... b) darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig c) nach mehr als 3 Monaten fällig... Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen.., Gewinn..............» RM 1 4 12000 000— 700 000 1— ««000— 117352874 4 094 �64,81 07 1 060508| 47 Soll Gewinn« und Verlusiredmung per 31. Dezember 1918. 131513 382 1 54 Haben II andl ungsu nkosten Steuern..... Reingewinn.... Berlin, den 28. Februar 1929. Gewinn-Vortrag... Zinsen-Devisen-Sorten Provisionen..... Sonstige Erträgnisse. RM .53 875 17113.9 731 211 324 759 2 821 156 81 Der Vorstand. Dr H. Bachem. Dr. F. Davidson. Vorstehende Bilanz per 31. Dezember 1928 nebst Gewinn- und Verlustrechnung der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.-Q., Berlin S. 14, haben wir nachgeprüft und in L'ebereinstimmung mit den ordnungsgemäß geführten Büchern und Unterlagen der Gesellschaft befunden. Berlin, den 28. Februar 1929. Gesellschaft für Vermögens wahrung und-Verwaltung(Treuhand und Revision) m. b H. H e i d I b e r g. p pa R a 1 k e. Dienstag, a. 12 3. Staats-Oper Unier d. Linden A-V. 65 :ö Uhr Madame Butterfly Staats-Oper Am Pl.d.Pepubl. P.-S. 60 199, Uhr EnltilDDgeD Uienstag.d 12.3. Stadl Oper Bismarckstt. Turnus I 19>/, Uhr Fidel StaatL Sdiausph. ,i» Ceo4]ra:sauU A.-V. 61 20 Uhr Rarlfl.Aiiiia Staat!. Seblller-Tlieater, Charit!]. 20 Uhr Kalkutta, 4. Mai Renaissance- Theater HarilenöergNr IL Tel.: Steinpl. 901 o. 2503/04 S'jiUhr. Zum 81. Male:»V.Uhr Ol« WelterfelgskemBdl« „Das große ABC" von Marcel Pagnol Reg: Eosl. Hmiomi. la Pmnlorcobsslxo. Arbeitsmarkt Stellenangebote Lehrlinge gesucht. Iffland. Draht maren und Siehe, Schönhauser Allee ai. Erstklassige Langhobler sowie Lehrlinge tür den Werk*CTgm««hli»en- bao, ferner Lehrlinge für die Hobelet(3 jähr. Lehrzeit), letztere im Alter von 17 Jahren, solort gesucht. Schatte 9k Deichen Berlin- Bsamubalenwcg Köpenicker uandstr. 161 8V< Theater des Westeos Theaters. KottbusserTor Kodbusser Str. 8 TeV Wpl 16077 TBglieh 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr(ermäßigte Preise) lEllte-sawger u. a. pOie Schönheilskönigin- verbunden mit ModanechaHo Allgem. Preisherabsetzung auf allen Plätzen VolKsbimne toeater amBUovplitz 8 Uhr Kreuzabnalinie Tteaier am SdUtfitmienlomni 8 Uhr Die Krankheit tier Jugend Thalia-Tbeatar 8 Uhr Oelraosch StaatL Sdiiller-Tb» 8 Uhr Kalkutta, 4. Mai Stoatsoper am Plan der BoodOlik 7V-3 Jftr HoffinanDS Theat«r am Sdüffbauerdaaun. Norden 1141 u 281. Täglich SV. Uhr Krankheit der Jugend von Ferd. Bruckner insr. GusL Härtung. Elisabeth(ennartz, Thorenburg, Kahnert. stammest, Andersen. Rappard u. stuschUnsky. Oeotsdies Mm Norden 12310 8 U, Ende geg. IOVs Die homödie Bismarck 2414/7516 8V« Uhr, Ende JOV» „Olympia" Spiel in 3 Akten. von Franz Molnar Regie; Forster Larlnaga. Freitag, d. 15 März 7i/j Uhr Zum 1. Male Wann kommst ou wieder? Komödie von S. Maugham. Barnovsky Thaattr In dar König, ratzer»trade Täglich SV« Uhr Revolie im Erziebungsbaus Komödienhaus Täglich A Uhr Die Orei-Cnisdieo- Ttaater am lollendorfplab Täglich 8". Uhi Das Bald auf dar straBe Sonniag auch ,;<4 Übe ©er größte Erfolg Berlins Friederike Mustl von Sefjat (Srifa v. Thellnuum Ldnard Lichtenstem Arvftedl. Himburg, Sora, M. gezogen Berlin: Norddeutscher Ulo)'d, �eentur Verllv G. m. b. H.. Unter den Linden I(Hotel Adlon). Fcrnspr. A4 Zentrum 12 2S0 u. 12Z51. Filiale Kurfürsiendamm 17. Fcrnspr. Tl Bismarck 2284. n F. Montanus. Generalvertretung des Xorddeutschen Lloyd, Invalidenstr. 03(zwischen Lehrter und Stettiner Bahnhof), Fcrnspr. Dl Norden 12 241 u. 7916. Potsdam: E. Rössler, Brandenburger Str. 32. Männer! W ff Man kennt beut« nur noch Okasa" (nach Gebcimrat D r. in ed. Lab usen). Das einzig dastebendehochwertlceSexual-Kräftigangsmittel(sexuelle Neurasthenie). Notariell hcglaabigte Anerkennungen von zahlreichen Aerzten und tAa.'6372 121628 125065 126057 128316 128990 129703 131027 '3 272 42781 144605 146440 149018 163268 164292 167779169950 '?'70S>69064>92254 195670 198202 204859 209560 210851 211733 2>'884 215 02 220522 227254 227755 228694 230932 231007 238117 Z386S6 238124 242140 244559 246790 256296 258142 264326 268512 Z7!737 271731 278573 279000 281326 287308 294986 295085 306437 löatfvl lüt?? IH9ZI 3'3S29 320573 321053 323235 324107 327302 IIIIS1 3�2692 344845 347618 358083 360455 §83020 390663 392399§96604 272602 373383 378397 382561 3n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 1öl> M. gezogen 4 vewtone«u 3000 M. 63500 164782 8 Gewinne in 2000 W. 1 1 1876 120845 333633 330333 �?n?>a"«!,?99-?!-»,.2'026 43994 46341 46306 66270 81458 815276 333263' 94532 230591 246313 247078 247434 231443 , nJ&vTm*-. J?".200 A- 812 46624 56455 74654 91 195 1 1 1835 1 13903 '?029S'34807> 59760 179438 185295 183130 191276 192416 199430 2 43S6 2 3277 220908 221720 240653 251714 260601 290443 308467 382922 389993 392453§96947 343388 353480 357762 300783 381089 orlSi'SSSüJ'ÄJSP®- 3916 20335 23010 23683 25064 27009 29542 30049 3A348 39893 45555 47826 51073 63805 59059 71638 76875 ?'008 9265? 86082 96023 97804 100854 101223 102384 ,07634 Z'8399'23181 134967 137129 142690 157225 169893 169917170070 '20072> 81392 188750 190906 193447 195948 201225 209623 210864 223264 225371 226875 227380 232868 234175 257472 264863 266478 222288 274992 283744 288320 292785 294357 302117 307850 313930 215SS? iSS673 329222 330719 338006 347468 353739 354725 360964 Isma4§9743o 371373 374253 374693 375709 382587 389395 392373 Im Eewinrirade verblieben: 2?rfimi«täu5CC000, 2 Gew. zu 50000, 8 zu 10000, 14 zu 5000, 16 zu 3000, 43 zu 2000, 118 zu 1C00, 264 zu 500, 770 zu 300 Mark. Der beutigen Stadtanslage lieg treffend Exlra-FreUe bSr Teppid unter« Lcfer besonder, htnwelsen. 1 ein Prospekt der Fa. A. Werlbelm bei, de» le, BettTprlejer, Gar 6 Inen etr« worauf wir / Dienstag �2. März 1929 -�Unterhaltung unö ÄVissen Beilage des Vorwärts Wilhelm JCichlenberg: S>mSBMl6 uff \S(� war gezwungen, mich noch eine Nacht in dem kleinen Q&tchen aufzuhalten. Am Abend faß ich in dem kleinen Cafe, He bald alle Zeitungen gelesen und blätterte nun in, Telephon- � Als ich beim Buchstaben angelangt war, stieß ich auf einen irfw!�' �Kiitner. Karl Mittner____ Mittner....? Wo hatte �°knn nur.....? Aber natürlich! Der Mittner Karl!! Zweite — äußerster Platz links— wußte immer soviel in Latein »& Mathematik. Das war er! Wahrhaftig, das war er! Der >ttner Karl. Und„Städtischer Oberkommissar" stand hinter l'äem Namen zu lesen. Na, eigentlich war er schon in der Schuie etwas wie ein„Städtischer Oberkommissar" gewesen____ i. Ans Telephon. Eine verdrossene Stimme meldete sich:„Städti- ™er Oberkommissar Mittner." �,"Erüß dich, Mittneri Ich bin's, der Lichtenberg Wilhelm. e>nnerst du dich noch...?" Eine kleine Weile blieb es still. Dann rief er— und seine '■Hirne hatte plötzlich Klang und Farbe bekommen—:„Du? Ja, ■e kommst denn du hierher?" »Eine kleine Erledigung. Morgen geht's schon wieder weiter. Hin ich dich sehen, sprechen, mein lieber Mittner Karl?" Cr Herlegte ein wenig. Dann sagte er:„Ja, du kannst schon, wenn hh willst. Aber mache dir nur keine übertriebenen Hoffnungen. ".kommst zu einem Unglücklichen, Einsamen. Aber wenn du 'Ust----? Ich erwarte dich." Ich wollte, und machte mich gleich auf den Weg. Weit draußen wohnte er, der gute Mittner Karl. Und sein Wuschen sah mit den verschlossenen Fensterläden eher wie ein ver- """ifchencs Schloß aus. Ich drückte aus die Klingel. Zuerst öffnete sich ein kleines oenstcr im ersten Stock und ein Kopf wurde sichtbar. Das also nr mein alter Schulkollege Mittner____ Sehr verändert! Sehr ■■rändert. Er öffnet« selbst. Streckte mir etwas zaghast die ljand "rgcticn und betrachtete mich lange:„Siehst gut aus! Sehr gut. schau mich an! Man könnte mich für deinen Vater halten." , Ich zwang mich zu einem Lachen. Aber der liebe Mittner Karl ■Hh wirklich um vieles älter ans als er war. Dazu diese Haltung "Ib �dieser unsichere Blick____ Beinahe glaubte ich nun, daß er Mi Telephon nicht Übertrietxn hatte. Er schien wirklich ein Un- glücklicher zu sein. „Na, komm nur!" führte er mich die Treppe hinauf. Ich trat ein düsteres, verwahrlostes, ungelüftetes, kaltes Zimmer. Be- 'chfen blieb ich stehen. Mittner nickte beküinmert:„Iaja! Nicht !% einladend, wie? Aber siehst du, so haust ein Junggeselle. Das ■i' Unser Schicksal. Da hast du'- natürlich besser getroffen. Du "■2 verheiratet?" »Ja.... Ich bin.... Allerdings.... Du bist also unver- beiratet geblieben, mein lieber Mittner?" „Ja." Er blickte lange vor sich hin und sagte kein Wort. Dann '■b er sich aus seinen Gedanken los, erhob sich, und sagte:„Na, Partei Eine Tasse Tee will ich dir ja doch vorsetzen. Ich koche Ihn selbst, weißt du." Er machte sich an der Teemaschine zu schassen. Dabei jammerte er in kläglichem Ton:„Siehst du! Das muß man alles selbst fachen. Du natürlich sagst einfach: Liebe Frau, mach' mir einen Tee— und schon steht er da. Iaja, das ist nun mein Schicksal." „Das hättest du ja alles auch haben können. Du hättest nur beiroten müssen____" Er schüttelte heftig den Kopf:„Was? Heiraten? Ich? Danke. Es würde mich verrückt machen, eine Frau hier an der Teemaschine hantieren zu sehen. Verrückt, sage ich dir. Wozu denn auch? �■eh nur her! Ich treffe es doch ebensogut wie eine Frau. Und ■ch brauche dann nicht danke zu sagen, und keine Komplimente zu Nochen, und Hände zu küssen, und zärtlich zu sein, weil es ihr ge- jjillckt ist,«in bißchen Wasser heiß zu kriegen. Heiraten? Nein, danke schön! Kein Bedarf vorhanden." Der Tee war fertig, er füllte die Tassen voll und trug sie an bas kleine Tischchen:„Decken kann ich dir nicht. Aber d» ent- Ichuldigst wohl? Wenn man zu solcher Einsamkeit verurteilt ist, Nacht einem nichts Freud«. Man lebt nicht besser als ein Tier. Du natürlich, du— hast eine Frau um dich und Kinder.... Ja, Kinder----" Cr seufzte tief und wiederholte nochmals:'„Kinder... Was weißt d«nn du, mein alter Freund, wie einsam man sein kann, wenn man keine----" „Na, nimm dir irgendein Kind ins Haus, Mittner. Das ist doch____" Er stellte die Tasse weg und blickte mich entsetzt an:„Was? Ein Kind ins____? Du bist wohl---- Das Geschrei, das Geplärr, das Gegreine anhören? Bei Tag und Nacht? Wenn ich müde aus dem Amt komme, soll ich mir auch noch____ Nein, danke, danke! Das fehlte mir gerade noch! Wo idf ohnehin ein so unglücklicher Mensch bin____" Er schwieg und verfiel wieder in sein Brüten. Jetzt sah ich auch, daß er bereits anfing grau zu werden. Lange vor der Zeit. Plötzlich hob er den Kopf, holte einmal tief Atem und fragt«: „Na, und du? Dir geht's gut, was? Haft Freunde, Bekannte? Gesellschaft....?" Freilich. Das muß man doch haben, um leben zu können." „Ja! Das m ü ß t e man haben---- Ich habe keinen Menschen. Keinen Menschen— Ein elendes, ein jammervolles Dasein, sage ich dir! Nicht wert, gelebt zu werden. Immer so allein. Hier— in diesen vier Wänden." „Gehst du niemals aus?" „Niemals." „In ein Gasthaus? In ein Kafseehaus?" „Was fällt dir ein? Soll ich mir die stumpfsinnigen Gesichter ansehen? Da bleibe ich lieber allein. Das ist nichts für mich." „Laß dich doch in Familien einladen. Du bist doch ein Mann von gesellschaftlicher Position. Und hier in diesem kleinen Städtchen____" Er starrte mich entgeistert an:„Ich soll... mich... in Familien einladen lassen? Ich soll... zusehen, wie die Menschen glücklich sind, und nett zueinander, und sich jeden Wunch von den Augen ablesen? Soll ich mir mein Unglück, meine Einsamkeit, noch deut- licher vor Augen führe»? Nein, lieber Freund! Das kannst du nicht von mir oerlangen. Ich will kein« Kontraste sehen. Und deshalb bleibe ich lieber einsam und allein in meinem Hause." „Und warum ladest du niemand zu dir? Ein paar Bekannte, Kollegen____ Sie würden doch all« kommen, wenn du sie nur rufen wolltest!" Jetzt wurde«r ungemütlich und donnerte mich böse an:„Was? 5)ier zu inir...?! Daß sie mir die Teppiche eintreten, meine Fauteuils durchsitzen? Daß sie mir die Stube mit ihren Zigarren verpesten? Du lieber Himmell Alles, nur das nicht! Das nicht! In mein Haus kommt niemand. Niemand. Ich weiß, was ich tue!" Ich erhob mich:„Ja, dann ist dir leider nicht zu helfen." Mittner war sitzengeblieben und starrte vor sich hin. Seine Stimm« klang setzt wieder tonlos und müde:„Ach, das ist es ja gar nicht. Du verstehst das nicht. Mir fehlen nicht Frau und Kinder, nicht Freunde und Bekannte. Weißt du, was auf mst lastet?".' � „Was lostet auf dir?" „Dieses Nest lostet auf mir. Da» ist es. Diese engen Ver- hältnisse machen mich krank. Daß sich.die Leute gegenseitig ins Fenster sehen, und alles voneinander wissen.... Diese Kleinstadt ist nicht zu ertragen!" „Dann laß dich doch in die Hauptstadt versetzen. Das kann doch gar nicht so schwer sein." „Nein, schwer ist es nicht. Aber____" „Aber....?" „Ich vertrag« die Großstadt nicht. Diesen Lärm! Dieses Getue! Man vertiert sich in der großen Stadt, man gilt nichts.... Nein, nein— nur nicht in die Großstadt!" Ich sah, daß diesem Mittner Karl wirklich nicht zu Helsen sei. Schade. In Latein und Mathematik war er immer so gut gewesen. Dann empfahl ich mich:„Leb' wohl. Und wenn ich wieder einmal in das Städtchen komme, suche ich dich auf. Um deine Ein- samkeit ein wenig zu mildern." Er geleitete mich zur Tür und sagte, indem«r aufschloß:„Sehr liebenswürdig von dir. Aber du mußt dich nicht bemühen. Ich bin sehr gern allein." Was der ZBompieur er&äMi In ftUcjc»scheint im Paul-Aretz-Berlag, Dreede», ein Buch:„Artisten" von Frei» A. Colman und Walter Trier. Wir li:ii In der Lag«, schon jetzt«inen Artikel au» diesem Werk als Borabdruck zu bringen. In der Rue Blomet ist«in Negerlokal. Es scheint der Trumpf der Pariser Sensationsjagden zu sein, aber dennoch weite, gähnende Leere.„Am Donnerstag und Sonnabend ist Tanz," erläutert uns der Garzau,„dann müssen Sie früh kommen, da ist kein Sitz mehr ju breit, kein Stuhl mehr zu schmal, um je zwei Perjone» zu sassen." Am Donnerstag und Sonnabend: Rausch, Gedränge, Polizisten, die Champs Elysees, der Boulevard Montparnass«, der Sebastopol. olle haben sie ihre Vertreter entsandt, um dein Schauspiel, dem großen, ungeheuren zu lauschen, um zu gössen, zu sehen, wenn Üteger aller Rassen, aller Nationen, aller Stände, aller Berufe, die jchönen, die häßlichen, jungen Mädchen im Tanze drehen, im Tanze, der jenen Rest des inneren, bacchantischen Rausches entscsselt, jenen 5iest, um das bißchen Handg«ld des Tagewerks ins Nichts zerfließen öu lassen. Sie tanzen, wild, ungelenk, eine Negerkapelle spielt nicht einen Charleston, nicht einen Jimmy, nicht einen Black-BottoM, aber einen Negertanz, einen einzigen, der das Blut in den Adern erstarren läßt, der den Rausch des Vergessens entsacht, einen einzigen Negertanz, der Stunden um Stunden währt, den die schwarzen Studenten, die jungen Referendare, die Schisstrimmer, die Groß- köpfeten, die Coloureds mit einer fanatischen Besessenheit tanzen, hingegeben an die Mädchen, die farbig, die schwarz, die aus Indien. aus Afrika, aus Marseille, aus New Porl. Negermusit, Negertanz, nächtlicher Spuk, Sensation! Wer tut Nicht mit, hallo und Teufel? Sitzt da einer stumm, mit glasigem Blick, schaut in die Weite, die Ferne, abwesend,,. Ist das nicht...? Die Frage erstirbt auf den Lippen, schon eilen Schritte zu ihm, spricht ein Mund, wirbt ein Händedruck, wird ein Bekannt- sein erneuert. Marcello ist mit seinen Löwen hier, in einer Wanderschau, weit vor den Toren tritr er aus. Wer wird ihn kennen? Nicht viele, nicht die, die im Parketlsejsel der Großoarietes sitzen. Aber wir, ja wir trafen uns einst aus einer Landstraße im steinigen Gebirgs- dorf. Ein« Zeltvorstellung, eine Wanderarena. Viel« Nummern, unbekannte Nummern, aber gute, korrekte, solche, die mit Aufmachung „great succes" haben würden. Weit unten in Italien war es und heute hier in Paris, iin Negerlokal, beim fröhl'ichen Tanze, sitzt einer traurig, mutlos, einer, der über Bestien, über Löwen, über Tiger herrscht? Er schaut uns a». so schwer, so erregt, so störrisch, daß wir ihn aus Traum und Flucht erweckt. Er steht auf, will gehen, fragt, ob wir mitkommen. Er schwankt bedächtig, entschuldigt sich, daß ein Artist einmal unsolide, daß er trinkt, aber er muß, Muß die Kehle, den Schlund mit Naß füllen, mit Branntwein, mit Champagner, denn... Er bricht ab, Tränen glänzen aus seineu Augen, aus den Augen, die furchtlos in das Antlitz des Todes hineinstiereii. Wir sitzen im Coupole, am Montparnasse. im Freien, wo kühler Abendwind die Stirnen umweht, wo steife Hemdbrüste, wo Smokings und zerlöcherte Jacken im trauten Freundschaftsbedürfnis sich grüßen, wo Lackschuhe noch im Schlagertakt gleich zerlöcherten Sohlen über den Asphalt, das Pariser Pflaster gleiten. Marcello erzählt. Er hatte seine eigene Gruppe, Zuchtlöwen, Löwen, die nicht in der Wildnis, die im Käfig geboren. Einst war«r Tierpfleger gewesen— der Weg aller Dompteure, aller Dresseure— hatte seine Hände in das Fleisch, das Futter oerkrallt, damit die Bestien an seinen Geruch, an den jedem Menschen eigenen Odem gewöhnt werden, er hatte sie gepflegt, sie gestreichelt, er trat von vorne auf sie zu, sah in ihre Augen, fuhr durch ihre Mähnen. „Das A und O der Domptierkunst, nicht den Rücken den Schütz- lingen zeigen, nie zurückweichen, nur aus sie zugehen, aus sie zu- eilen, immer mutig, immer furchtlos, sie packen an Mähnen, sie zerren, sie rütteln, mit Worte», mit Gesten. Sie sind Katzen, sie spielen, sie sind gut." Wie oft nahte da einer mit seiner Pranke, wie oft wollte das Tier ihn wieder liebkosen, wie oft mit den Tatzen streicheln. Ein unbedachter Augenblick und sie säße im Fleische, sie wirke ver- giftend, durch die Krallen, hinter denen Verwesung herrscht von Futterresten, von giftigem Fleische, von Knochen. Er zog durch die Welt, sein Herr starb, hinterließ ihm die Gruppe. Er trat im engen Käsig auf, halbnackt, hetzte die Bestien durcheinander, ohne Knüppel, ohne Eisenstock. Eine gute Dressur im engen Käsig, wo keine Weiten, keine Möglichkeiten, anders als durch die eine schmale Gittertür zu entweichen. Er heiratete eine zarte, dunkeläugige An- dalusierin. Schulreiterin mit eigenem Hengst. Glückhaftes Wandern, glückhafter Zufall, ein Haus können sie erwerben am Logo di Como, ein Heitn, in dem sie ihre Tage beschließen, ihre Ferien verbringen wollen. Sie spielt mit den Tieren, sie wirst ihnen das Futter zu, sie geht, jeder weiblichen Zeigst bar, in den Käsig hinein. Die Nummer wird umgearbeitet, ein besserer Trick, eine bessere Wirkung. Sie, die Frau im Löwenkäsig, sie arbeitet, während der Mann funkelnden Blickes von außen die Tiere im Schach hält, sie dirigiert, jederzeit zuspringen, helfen kann, falls... Aber daran denkt der gut« Artist nicht, der Tod steht jede Stunde über ihm. Nur nicht daran denken, ihn bezwingen. Ein Zusall war es, ein lichter Tag, als Madame Marcello den Tieren das Futter brachte und eines sich regte, eines der gelb- zotteligen Ungeheuer, gerade da sich auf sie stürzte, wie sie ein Junges des letzten Wurfes streichelte. Vielleicht wollte der Löwe mit ihr spielen, sie wandte ihm den Rücken zu, vielleicht wollte sie mit dem Löwenbaby den Käfig verlassen, kurzum... „Es gellte«in Schrei an meine Ohren, ich hatte in der Nähe zu tun, mein Gehitse und ich stürzten zum Käsig und sahen, sahen, wie zwei der Bestien mein Weib zerfleischten, wie sie nicht von ihr ließen, wir hinein, keinen Stock, keine Pistole, kein Wasser, um die Katzen zu verscheuchen. Alle Vorsichtsmaßregeln waren außer acht gelassen. Wir hinein, packten die auf uns stürmenden Tiere an ihren Mähnen, warfen sie zurück, nur die beiden, die am Fleisch, an den Füßen nagten, zogen, sogen, die muhten wir erschießen. Der Körper, der zarte, weihe meiner Frau, er wurde ins Spital gebracht, sie starb, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben. Ich habe die Löwen verkaust, habe mein Haus verkauft, jetzt ziehe ich ruhelos wieder auf Landstraßen mit fremden Tieren einher, richte sie ab, bringe ihnen Bewegungen, Gesten bei, lege meinen Kopf zwischen aufgesperrte Rachen, nur.. Cr schweigt. Der Lärm der Straße gellt an unsere Ohren, die Nacht von Poris ist entfacht, und hier sitzt einer, einer, der mutig, einer der stark, einer der Tiere der Wüste bezwingt... Er sitzt--- und weint. Srvan MeilbiU: tMätlde JlöllCIl PZSKASN Meiner Bekonnten Hände kenne ich nicht. schlechter als ihre Ge- sichter. Träfe ich ihrer einen nach vielen Jahren wieder und zweifelte und traute mich nicht, ihn anzusprechen, so suchte ich sein« Hände mit den Rlicken zu erhaschen. An ihnen wollt' ich bestimmt ent- scheiden:-Er ist's— er ist's nicht."— Der Gefühlsausdruck des Mensch-P erstreckt sich nicht nur auf Augen, Stirn und Mund— mir fir.a die Hände immer als das besondere Gesicht seines Wesens erschienen, wie denn jede äußere körperliche Bildung von der inneren erzählt. Aber ich verwahre mich gegen die Behauptung, daß ich nun jedem neuen Bekannten aus seine Finger zu blicken trachte... Es- ist vielmehr so, daß nach einiger Zeit, ich weiß selber nicht wie, die Hand sich unvergeßlich in mein Gedächtnis eingeprägt hat. Als Kind hatte ich für jeden meiner Finger eine eigene Be- Zeichnung. Der Daumen erschien mir lvie mein Vater(etwas unter« setzt), der Zeigefinger glich dem schneidigen Teeverkäuser, der Mittel- singer-- wahrhaftig, ich habe es vergessen— aber der Ringfinger war der Schreiblehrer und der kleine Finger eine chinesische Prinzessin, deren Bild ich in einer illustrierten Zeitschrist gesehen hatte. So stand es an der linken 5)«nd. Die rechte unterschied sich jedoch in dieser Beziehung sehr von ihrer Partnerin, Alle sünse der rechten waren für mich mir charakterlose Burschen, dumme Teufel, die ich höchstens mit Schornsteinfegern zu vergleichen wußte./ Drei Arten von Händen unterscheide ich in diesem Bezug:! Schöne Hände, zweckmäßige Hände, häßliche Hönde. Die zweck- mäßigen Hand? sind jene, welche zu der Vorstellung verleiten: Nur die Häute darüber gespannt— und der Entenschwimmfuß liegt da. j Die unregelmäßigen, durchaus häßlichen Hände sind angenehmer zu betrachten als jene glatten, wohlkonstruiertcn Glieder, die, wenn man sie in ihrer Nacktheit sieht, d�i Mechanismus sachlich enthüllen. Der Körper— und insbesoAere die Hand— ist ein Rätsel: wer es löst, hat die innewohnende Seele erschlossen. List und Hinler- list sinde» irgendwo im Aeußcren ihren Ausdruck, und dos Wort, � daß Schönheit und Tücke nicht selten in einem Hause wohnen, wurde von einein zweifelhaften Preisrichter der Schönheit geprägt, denn Tücke färbt changierend auf Schönheit ab. Es wird dem Menschen ein Schwereres sein, das Gesicht seiner Hand zu verstellen als das andere Gesicht, auf dessen Ausdruck er peinlich achtet. E» ist aber nicht unmöglich, daß mancher, der die' Augen verstellt, gleichzeitig(bewußt oder unbewußt) den Ausdruck der Hände verzieht, indem er ihnen die möglichst würdige Form zu verleihen sucht. Ein häßlicher Daumen kann einen Verliebten ernüchtern. Im Ansang will er sich's nicht eingestehen, longsam, langsam(nämlich mit fortschreitender Kenntnis dar Innerlichkeit seiner Angebeteten) gibt er es dann zu.„Sie hat mir von Anfang an nicht gefallen." Mit einem sauren Lächeln steht er am Anatomietisch der Liebe, um seine Anscfamulig zu korrigieren. .--- Ersorschung der Milchstraße. Die amerikanisch« Harvard-Sternwarte hat unter Leitung des bekannten Astronomen Shaplcy ein eigenes Laboratorium eingerichtet, das ausschließlich der Devb- achtung und weiteren Ersorschung der Milchstraße dienen soll. Nach dem jetzt veröffentlichten ersten Forschungsbericht sind in der Milch- straße 1360 neue Sternblider photographisch ausgenommen worden, von denen etwa zwei Drittel schwächer als 14. Größe sind. Vernünftige Agrarpolitik oder Zollunfug? Teuerung für Leberwurst, Speck, Fleisch, Zucker, Brot.— Sie rächt fich am Bauern? Dasselbe gilt für die Erhöhung der Rindvieh- Schweinezölle. und Die letzten Wochen haben eine Reihe von neuen Zollplänen ziuage gefördert, mit denen der Agrarkrise begegnet werden joll. Der Sozialdemokratie braucht heute niemand» mehr Verständnis für die Landwirtschaft zu lehren, auch soweit zollpolitische Mittel wirklich etwas nützen können. Die jetzt erhobenen Zollsorderungcn stellen ober«inen solchen Rückfall in die alte schematische Zollpolitik des Bürgerblocks dar, daß ftc aufs schärfste bekämpft werden ni ü s s e n. Die Verteuerung der eingeführten Lebern nützt den Lauern nichts. La ist die geforderte Amhebung der Einführerleichterungen für Innereien. 80 Proz. der houptsädjlich aus Dänemark eingeführten Innereien bestehen aus Lebern, die zur ch« r st e l l u n g billiger Leberwurst für den Masjenhoushalt verwendet inerden. Die geforderten Einfuhrerschwerungen,«oentucll unter dem Vorwand„notwendiger"»-.terinärpolizeilicher Mahnohmen, würden die Einfuhr von billigen Lebern absolut oerhindern und ein billiges � Maisennahrunzsmittel verknappen ii|b verteuern. Dabei ist von. einer Konkurrenz dieser eingeführten gegenüber den aus deutschen! Schlachtungen anfallenden Innereien keine Rede: denn die deutsche Landwirtschaft kann die Nochfrage noch billiger Leberwurst keine-. falls befriedigen. Da die Massen billige Leberwurst nicht durch teurere Wurst oder Meifch ersetzen können, wäre der Erfolg lediglich eine schlechtere Lebenshaltung dec INasseoverbraucher. nicht aber eine bessere Rentabilität in der Landwirtschast. Dazu kommt: Zur Herstellung von einem Pfund Leberwurst sind ungefähr 50 bis 60 Proz. Schweinefett notwendig, dessen Absatz— nicht weniger als 360 000 Zentner Fett— durch die Verhinderung der Lebereinfuhr weitgehend wegfällt. Der Kampf gegen die Inngreien-Einfichr richtet sich also letzten Endes gegen die Landwirtschaft selb st. höhere Speckzölke bringen Einnahmen für den Staat— nicht für die Lauern. Ebenso unsinnig, für die Landwirtschaft nutzlos und die städtische Bevölkerung belastend, ist die verschiedentlich geforderte Zollcrhöhung für Schweinespeck und S ch w e i n e f ch in g l z. Di« zu bc- kämpiends Speckeiirfuhr beträgt ohnehin nur 3C00 Tonnen, d. h. nur noch ein Drittel der im Jahre lll26 eingeführten Speckmeng«. Von einer Bedrohung der deutschen Schweinehaltung durch diese minimale Speckeinstchr kann n-cht die Rede sein. Auch die Einfuhr von Schmalz geht durch dos Bordringen der Butter bei der bester- gestellten Bevölkerung zurück. Für die Masten ist aber dos amerika- nifche ischmal,; bei der Preisdifferenz von 33 Pfennig pro Pfund(Kleinhandel) noch immer ein unentbehrliches Lebens- mittel. Ein Irrtum, anzunehmen, daß der geforderte Mehrzoll von 4 M. j« Doppelzentner das ausländische Schmalz verdrängen würde. Das Pfund Auslandsfchmalz würde um 3 bis 3 Pf. verteuert werden. Di« Preisdifferenz zwischen deutschem und amerika» nischem Schmalz bliebe immer pro Pfund noch 30 Pf. Kein Verbraucher, der sich bisher nur amerikanisches Schmalz leisten konnte, würde um schöner Agrarieraugen willen das um 30 Pf. teurere Inlondsschmalz kaufen. Inländisches Schmalz würde aber durch diese Zollerhöhung nicht teurer. Der Schmalzzoll ist eben bei den gegenwärtigen Verhältnissen kein Schutzzoll für die Landwirtschaft. sondern ein reiner Finanzzoll für den Staat: seine Er- höhung ivcire daher für die Landwirtschaft einfach nutzlos. Ausländisches billiges Schmalz spielt in der Feltversorgung, au». ländische billige Leberwurst in der Durstversorgung der minder- demlltellen Bevölkerung dieselbe Rolle wie das Gesrlcrsleisch in der Fleischversorgung. Ausgerechnet gegen diese sür die Ernährung der ärmsten Bevölkerung unentbehrlichen Lebensmittel richten sich die neuen Zollsorderungen, obwohl die Ruhlosigkeit dieser Btatznahme sür die Landwirlschast absolut klar zutage liegt. Gerade im londwirtschasilichen Intereste sollte zurzeit jeder Versuch, die Schweinepreise künstlich zu übersteigern, unterlassen' werden. Der Krebsschaden der bäuerlichen Schweine-! Produktion liegt in den ungeheuren drei- bis vierjährigen! Preisschwankungen durch die Massenaufzucht bei hohen Schweinepreisen und den Preissturz nach etwa iVj Jahren, wenn. olles verkaufen will. Gerode dos Jahr 1920 ist nun wieder ein! Jahr hoher Schweinepreise. 1930 dagegen ist ein Absinten der Preise zu erwarten. Jeder weitere Versuch, die Schweinepreise gegenwärtig noch zu erhöhen, würde die Landwirtschaft zu über- mäßiger Ausdehnung der Schweinemast veranlastcn und dadurch zur Verstärkung der im Jahre 1930 ohnedies zu befürchtenden Preissenkung beitragen. Eine schlechte Heuernte im letzten Jahre, die gegenüber der Vortriegszeil verschlechterte Schlachtviehgualität, machen die heutigen i Rindviehpreise ungünstig. Diese ungünstige Preislage durch Zoll-! erhöhung für Lebendvieh zu verbessern, ist aber aussichtslos, da! die Zollerhöhung keinesfalls eine Verringerung der dänischen Einfuhr von Schlachtvieh und vor allem von Schlachtkühcn nach Deutschland zur Folge hätte. Für die intensive dänische Milch- Wirtschaft ist die Schlachtkuh ebenso wie sür den sortschrittlichen Teil der deutschen Landwirlschast ein Absallprodukt der Milchvieh- Haltung. Dieses Abfallprodukt wird zu jedem Preise, evtl. auch. mit Verlust, abgestoßen. Da Deutschland das einzige Einfuhrland für dänisches Rindvieh ist, würde sich das Angebot dänischen Rind- viehs für Deutschland nicht verringern, folglich auch der Preis nicht heben. Zollmahnahmen würden der deutschen Rindviehwitt- schaft keinen Nutzen bringen: sie würden die Einfuhr dänischen Lebendoiehs wegen des dann günstigeren Fleifchzollos in eine Flcischeinfuhr verwandeln und dadurch die in den letzten Jahren mit großen Mitteln erbauten Seegrenzschlachthäuser still- legen. Die Forderung höherer ZuckerzöKe ist eine Provokation. Aus dem Agitationsbedürfnis des in seiner Macht erschüttern Landbundes wären die bisher behandelten Zollptäne trotz ihrer Unvernunft noch zu verstehen. Die agrarische Forderung nach eine: abermaligen Zuckerzollcrhöhung jedoch kann nur als bodenlose Unverschämtheit bezeichnet werden. Im Dezember des letzten Jahres wurde der Zuckerzoll von 15 auf 25 M. unter Zustimmung der Sozialdemokratie er- höht, weil zum erstenmal in der Geschichte der deutschen Zollpolitik in dem neuen Zuckerzollgesetz ein wirksamer Schutz der Verbraucher- schast gegen übermäßig« Preissteigerungen garantiert wurde. Der 1 Zuckerzoll sollte automatisch aus 10 M. ermäßigt werden, wenn der| monatliche Durchschnittspreis 21 M. übersteigt. Obwohl dieser Preis bereits an der Obergrenze des für die Verbraucherschait Tragbaren liegt und nach Ansicht zahlreicher Sachverständiger eine durchaus befriedigende Rentabilität des Rüdenbaus garantiert, verlangen die Deutschnationalcn eine Erhöhung des.Höchst- Preises für Zucker auf 25 M. und eine Erhöhung des strasscn Zollsatzes von 10 M. auf 15 M. Nun hat das Zentrum— unmittelbar nachdem es seinen Minister aus der Regierung zurückgezogen hatte— einen ganz ähnlichen Antrag gestellt und eine sehr ernste Situation gescholsen. lim deutschnationale Agitativnsanträgc braucht man sich praktisch nicht zu sorgen. Was dos Zentrum hier ober beginnt, könnt« die Möglichkeit zu einer weiteren vettrauensvollen Zi'lammenarbell zwischen Eozialdemokrotie und bürgerlichen Parteien in den Fragen der Lebcnsmittclpreiie hofsnnngslos verschütten. Die von den Denlschnationalen gesordcrte Aendernng bedeutet nämlich nicht« anderes als eine Streichung de» Verbraucherschuhes au» dem Zuckerzollgcfeh vom Dezember 1PS! hier wird mit dem Feuer gespielt! Es wäre sehr bedauerlich, wenn die Sozialdemokratie aus den neuen Zucker.zollsordernngen den Schluß ziehen müßt«, dost die Zeit für eine wirksame Zuiammcnorbeit von Erzeugern und Aerbrouchern bei der Regelung und Stabilisierung der Lebensmittelpreise, die nötig ist, noch nicht reis i st. Die Weizen preise müßten stabilisiert werden. Di« bisher Oie G!anzentwick!ung bei Kali. 1925 nm II Prozent bessere Ausnutzung der Betriebe. Dom Jahresbericht der Kaliprüfungs stelle für 1928 entnehmen wir. daß fiä) der I o h r e s a b i a tz im verflvst«nen Jahr, oerglichen mit dem Jahre 1927, um rund 14,70 Proz. steigerte. Es wird darauf hingewiesen, daß dos Ergebnis durch Porratslieserungen on die neuen Mischdüngersabriken günstig beeilt- flußt wurde. Diese Lieserungen dürften jedoch erst in diesem Früh- jähr an die Landwirtschast gelangen. Der Auslandsabsatz, aus den der dcutsch-sranzösisch« Handelsvertrag und der Ausbau der Auslandsverkaufsorgonifationen wohltätig rückwirkten, steigerte sich gegenüber 1927 um rund 2 0 P r o z. Die vclriebc konnten gegenüber dem Vorjahr nm 16.70 proz. bester ausgenutzt werden und gegenüber dem Zahre 1922 sogar um 54,60 Proz. Dabei ging die Zahl der Arbeiter in der Zeil von 1922 bis. 1927 um rund 49 000 aus etwa 21 270 zurück und die Zahl der Angestelllen von 4665 aus 2330. Dos Ausmaß in der Steigerung der Leistung pro Kops wird klarer, wenn man die Zahlen von 1922 gleich 100 setzt Dann ergibt sich folgendes: 1922 4927/28 Aiisnutziing der Bctricbe... 100 155 Zahl der Arbeiter..... 100 43 Zahl der Angestellten.... 100 40 Dafür zahlt die Kaliindustrie heute auch Rckorddividen- den, die zwischen 5 und 15 Proz. liegen. Beim Löhnezahlcn ist man weniger freigebig. lieber die Beteiligung am Absatz— der gesamte Absatz wird in der Syndikatsrcgclung in Tausendstel ausgeteilt— wird bemerkt, daß die größte Kaligruppe, der Wintershallkonzrrn, über nind 384,85 Tausendstel verfügt. Die zweitgrößte Gruppe, S a l z d e t- furth, vereinigt 210,70 Tausendstel auf sich. Burbach weist 164,17 Tausendstel aus. Ihm folgen im weiten Abstand der preußische Staat(Prcußag) mit 59,69, die Kali-Chemie mit 42,30,' Anhalt(An- haltische Salzwerkc) mit 31,31, die Einigungsgruppe mit 28,72, die Mansfeider Kalimerte mit 22,62, die Saucrgruppe mit 25,64, die Solvay-Wcrk« mit 22,28, die Röchling-Gruppe mst 6,82 und die Sondersabriken(Staßfurt, Harburg usw.) mit 1,24 Tausendstel. -140 Prozent Dividende! Aus dem indischen TextilarbeUere'.end herausgeschunden Das Elend des indischen Toxtilproletariats ist grenzenlos. Streiks werden in vielen Industriezentren nicht wegen einer Verbesserung der Lebenshaltung über dos Existenzminimum hinaus, sondern nur zur Milderung des Hungers be! 14stiinAtzj'' r h e i n durch das deutsche Röhrensmrdikat folgt jetzt die Aufsstugu� eines holländischen Außenseiters durch das E u r o p ä: I R ö h r e n s y n d i k a t. So hat dieses Kartell, wie wir boren, � Aktienmehrheit des holländischen Stahlwerkes de Maas ef' worden und die Folge dieser Aktion Miro sein, daß d"r gepst11� Ausbau eines Rö'"'enwerkes bei dem holländischen lln enif'»"1' unterbleibt. Man steht, daß die deutschen, wie auch die intest' nationalen Kartelle sich ihre Monopolstellung ctw-'.ss kosten lassen, da die hochgeschraubten Syndikatsp"eise sie>»' diese Sonderunkosten reichlich«ntschädiaen. Dies ist bei ch''! europäischen Röhrenkartell um so mehr der Fall, da die«ndeüsi!� Bildung eines W e l t r ö h r e» k a r: c l! s mit den Engländer" und Amerikanern nach den bereit j abgeschlossenen ÄeryanblunZ� nur noch oinc Frage vcn Tagen ist. Schuhfabrik HespErsurl erhöht Dividende von 6 auf 8 Pros- Daß trotz des verschlechterten Geschäftsganges in der Schul industr� einige Werke im letzten Jahre noch gut verdient haben, zeigt der Abschluß der' M. L. Heß, Schuhfabrik in Erfurt. Diell Gesellschaft konnte bei erhöhten Umsätzen aus einem Reingewinn von 555000 M. ihre Dividende von 6 auf 8 Proz. hcraüjsetzllN-