BERLIN Mittwoch 13. Marz 1929 10 Pf. Nr. 422 B61 46. Jahrgang. ErscheinttSglich außerSonntagL Zugleich Abendausgabc des.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60«fö. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW6S,!indenstr.3 tMrtiüuffa Anzeisenprels: Die einspaltige Vonpareillezeile 80 Pf., Reklamczeile SM. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärls-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr. Z7SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Wahlsieg in Dänemark. Gozialdemokraiische Mehrheiten in fast allen dänischen Städten. Kopenhagen, 13. März. Die Gemeindcwahlen in Kopenhagen am DienStag brachten der«ozialdemokratic einen großen Erfolg. ES gelang den Gozialdemokraten, nicht nur ihren Besitzstand an Mandaten zu erhalten, sondern weitere vier zu erober», so daß sie nunmehr in der Stadtverordneten- Versammlung über 33 von 33 Sitzen verfügen. Tie bürgerlichen Parteien haben Mandate an dir Sozialdemokraten abgeben müssen. Uebel erging es der Bauernpartei(Venstrej, die über 30 Pro;, an Stimmen und ihren einzige» Sitz verlor. Tie Ziadikalen hatten eine Stimmeneinbuße von rund Ä0 Proz. und eine» Ver» lust von zwei Mandaten zu verzeichnen. Die K o» s e r» v a t i v e n konnten zwar ihre Ttimmenzahl um 3 Proz. erhöhen, verloren aber von ihren 17 bisherigen Man- baten eins. Interessant ist, daß die Kpmmunifte» nur IIIS Stimmen gegenüber 1370 bei den vorige« Wahlen erhielten. Die Stimmen- und Mandatsvertel- lung für die wichtigsten Parteien ist folgende: Partei Stimmen bisher ZNandate bisher Sozialdemokraten.. l>S4l? 87 236 35 31 konservative..»» 51 066 49 475 16 17 Radikale(Dem.).. 13 823 17 079 4 6 venstre(Bauernpartei) 2 028 4 306—• 1 Zur Bekanntgabe der Ergebnisse versammelte sich am späten Abend in den Straßen der inneren Stadt und auf dem Rathausplatz eine riesige Menschenmenge. Sehr stark war auch der Andrang vor dem Gebäude des sozia- listischen Legans, wo von den Abgeordneten Stauning und Borgbjerg Reden gehalten wurden und die rote Fahne unter großem Zubel der Menge gehißt wurde. Die Wahl in der Provinz. Die Wahlen in der Provinz haben der Sozialdemokratie überall einen außerordentlich starken Zuwachs an Stimmen und Mandaten gebracht. Sie wird in einer Reihe von größeren Provinz-- städtcn die Mehrheit erlangen. In Hadersleben erhielten die Deutschen 1149 Stimmen (1089), die dänische Einheitsliste 2869(2564) Stimmen und die Sozialdemokraten 1837(1723), Die Mandatsver- teilung ist bisher unverändert geblieben mit vier Deutschen, neun Kandidaten der dänischen Einheitsliste und sechs Sozialdemo- kroten. In Tondern stieg die Stimmenzohl der Deutschen von 905 aus 1092 und die Deutschen haben nunmehr mit acht Mandaten gegen sieben dänische wieder die Mehrheit. Lloyddampfer„Gießen" gestrandet. Ali der chinesischen Küste/ Besahung und Passagiere gereitet Ter nach Schanghai, Hankau, Tienlsin und japanischen Häfen bestimmte 7000-Tonnen-F'rachtdamPfer des Nord- deutschen Lloyd„Gieße n" ist 23 Seemeilen südlich des Fairway-Leuchtschifses vor der Jangtsemündung in der Nähe der Saddle-Jnseln bei dem Fclseneiland Button Rock gestrandet. Ter britische Dampfer „Khyber" hat den größten Teil der Besatzung uyd die drei an Bord befindlichen Passagiere geborgen und wird mit ihnen voraussichtlich heute abeud in Schang- Hai eintreffe«. Der Rest der Besatzung hat sich auf Button Rock geflüchtet. Das Tchiff ist auseinander- gebrochen und dürfte vollständig verloren sein. « Der Dampfer„Goetaels", der seit langer Zeit im Eis der Ostsee festlag und von dem russischen Eisbrecher„Jermak" befreit wurde, ist heule nacht um 3 Uhr 20 in eine schwere Eispressung ge» raten, die ihn zusammendrückte und zum Sinken brachte. Die Be- saßung rnirde vom„Jermak" an Bord genommen Llußcrordentlich dichter Rebel hat die beiden russischen Eisbrecher. die, wie bekannt, auf der Fahrt nach Kiel sind, gezwungen, die ganze Nach! über stillzuliegen. Immertreu— wieder neu! Oos Verbot von Immer treu wurde ausgehoben. «Selbstmurmelnd— die Polizei hat doch einsehen müssen,«daß unsere Keilereien, gegen die von Kitler und Istotfront gehalten, geradezu harmlos sind!- Politische Korruption in Polen. 4500 Dollars für eine Abgeordnetenstimme. Warschau, 13. März.(Eigenbericht.) In der gestrigen Sitzung der H a u s h a l t s k o m in i s s i o n, die sich mit der Frag« des Ankauss von polnische» Grubenaktien durch die Regierung befaßte, deckte der Abge- ordnete Langer einen großen Skandal auf. Er te lte mit, daß der Senator Miklaczewsti, der als Rechtsbeistand der holländischen Gruppe, von der die Regierung die Aktien übernehmen soll, fingiert, ihn gebeten habe, in einer dringenden politischen An- gelegenheit nach seiner Wohnung zu kommen. Dort wurde er in einem Nebenzimmer untergebracht, um ein Gespräch zwischen Miklaezewski und dem Abgeordneten Towariczki mitanzuhören. Towariczki erklärte sich i» diesem Gesprach bereit, im' Sejm keinerlei Schwierigkeiten zu machen und für dc« Ankauf der Aktien z« stimmen. Dafür bean- spruchte er aber 0000 Dollar Schweigegeld. Nach langem Feilschen habe man sich auf 4300 Dollar geeinigt. Diese Worte Langer? riefen einen ungeheuren Eni- rüstungs stürm in der Kommission hervor, so daß die Sitzung geschlosien werden mußte. Towariczki verteidigte sich geg'n den Vorwurf, einen Erpressungsvcrsuch begangen zu haben, indem er erklärte, er habe lediglich für einen belgischen Freund eine Eni- Ranbflberlal' aal ein Kino Calles erdrelii die Oliensive Berichte 2, und 3. Seite schadigung verlangt, der ein größeres Paket der betreffende» Aktien besitze und durch llebernahme der restlichen Aktien durch die Regierung einen erheblichen Schaden erleide. Mit diesem Panamaskandol wird sich das Marschallgericht noch zu befassen haben. Inzwischen ist in der gestrigen Sitzung die Re- giening beauftragt worden, die Aktien oon der holländischen Bank- gruppe zu übernehmen. Der Regierungspresse ist dieser Skandal ein willkommenes Fressen, das Parlament anzugreifen, und sie legt die Affäre insbesondere den Linksparteien zur Last, obwohl Towariczki keiner der Linksparteien angehört. Auf diese Weise sucht die Re- gierung einen anderen Skandal zu vertuschen, der in der gestrigen Sitzung des chaushaltsausschusses zur Sprache gekommen ist. Es ergab sich nämlich, daß die Regierung in den drei TNonaten, die den letzten polnischen Wahlen vorausgegangen sind, eigenmächtig den Betrag von 8 Millionen Zloly für Wahlzwecke verwendet hat. Aufdeckung der Pilsudsti-Wahlkorrupkion. Warschau. 13. März. Die Untersuchung gegen den früheren Finanzmini st er Czechowicz wegen der Budgetüberschreitung im Jahre 1927/28 um etwa 562 Millionen nimmt ihren Fortgang. hierbei stellte sich heraus, daß der ehemalige Finanzminister schon seit langem im Gegensatz zum Mirnsterpräsidenten Barkel und der Mehrheit des Kabinetts in dem Sejm einen Gesetzentwurf betreffs Bewilligung von Ausatzkoediten einbringen wollte. Sensationell war die Aeußerung des Präsidenten der Obersten Kontrollkammer, daß die Ueberschreitungen ungesetzlich wären. Großen Eindruck machte auch die Feststellung de» Referenten Dr. Liebermann, daß in den Monaten Dezember l927 und Zanuar und Februar 1928 die Ausgaben. aus dem Dispojiiiousjonds des I Die Retter der Nobile-Gruppen. Gamoilowitsch und Tschuchnowfty sprechen in Berlin. Das ewige Schweigen des Polareises wird lebendig. ZNalmgren. Roald Amundsen und die Männer der Alessaadri-Gruppe, alle die Opfer des Zlobile-Mohn- sinns. stehen wieder auf: Zwei sehr schlichle, sehr sympathische Menschen, Professor Samollowilsch, der Leiter der ,.krassin"'ExpediNon. und der Flugzeugführer T s ch u ch- nowsky, sprechen. Es geht ganz wissenschaftlich, ganz historisch, ganz unpolitisch zu auf dem Vortragsabend, den der Aeroklub von Deutschland, die Internationale Studiengesellschast zur Erforschung der Arktis mit Luftfahrzeugen und die Gesellschaft für Luftsahrt gestern im Flug- verbandshaus veranstalteten. Dennoch hört sich aus den Worten, liest sich aus den Lichtbildern so manches heraus... Den Höhe- punkt des Abends bildet eine kurze Einzelheit aus dem Bericht des Professors. Tschuchnowsky hat seinen hkstorischen Flug angetreten, er hat die Malmgren-Gruppc entdeckt. Dann muh er noilanden. s Mit den, Mutterschiff stellt er Funkoerbindung her, sein erster Spruch an den.Lrassin"' lautet:„ijalte für notwendig, Malmgren? Gruppe vor uns zu retten." Hier tlaift der Unterschied zwischen dem Menschen Tschuchnowsky und dem Menschen Nobile, der, nachdem er Fahne und Krsuz abgeworfen und immer den Helden posiert hatte, als erster die schiffbrüchigen Kameraden verließ. Das ist menschlicher Defekt, hat nichts mit Unterschieden in den Nationolcharakteren, noch weniger mit Unter- schieden in Staatsfonnen zu tun. Waren nicht der italienische j Funker B i a g i, der tschechisch« Gelehrte B«houn«k, funkend, jagend, aufmunternd, die Säulen des Roten Ieltes auf dem Eise, opferte nicht Frankreich den tapferen Guilbaud, den Führer von Amundsens Unglücksfahrzeug„L a t h a m"? Man sieht die zerbröckelnde Eisscholle, auf der Zapp! und Marians entdeckt wurden, mit Schaudern. Mit noch größerem Schaudern sieht man Zappi, in doppelte, dreifache Mäntel und Stiefel gehüllt, und nach ihm Mariano, halb nackt und mit bloßen Füßen. Und vor einem ersteht als großes Fragezeichen der Name Malmgren. Bewundernd sieht man den Flieger Babufchkin, der acht Tage vermißt war, auf dem Eis« unter dem Jubel der „Krassin"-Leuie landen. Es ist schwer, zu schwer, die Bilder der ungeheuren Eiswüste in Worte zu fassen. Diese Blöcke, die auf dem einen Bild riesengroß sind, auf dem anderen in Wasser zerfallen, sind entsetzliche Feint». Beim roten Zelt der„Italia" liegen die Ueberreste der Luftschiffgondcl, ein kümnrerlich-erbärmliches Häuflein, daneben erscheint Lundborgs, des tapferen Schweden, schwer- beschädigtes Flugzeug, der zerschmetterte Ceccioni wird mit Mühe zum„Krossin" herübergebracht, der Funker Biagi schleppt sein Arbeitsgerät eigenhändig zum rettenden Eisbrecher. In der Kingsbay. wo Nobile seine leichten Wunden auf der„Citta di Milano" ausheilt, empfängt den.Lrassin" mit seinen Menschen mit dicken Pelzen, zerschlissenen Röcken und verwitterten abgearbei- teten Gesichtern, die Vertretung der italienischen Marine, Offiziere und Mannschaften, sauber rasiert und in korrekter Paradeuniform. Noch eins: Norwegische Schiffe, norwegische HafenMtze funken, rufen, bitten: Sucht unseren Amundsen! Umsonst! Der große Mann der Arktis hatte sich für den General der„Italia" geopfert. Der russische Gelehrte schließt:„Wir durften eine Arbeit der Menschlichkeit verrichten..." Alinislerpröfldimns um das vierzigfache, von 200000 Zloty auf acht Millionen Zloty, gestiegen feien. Der sozialistische„Robotnik" weist heute darauf hin, daß dieses eigentümliche Anschwellen des Dispositionsfonds gerade in d i« Borbereitungszeit für die vorjährigen Wahlen zu Sejm und Senat fällt. Es sei offenbar, daß diese ungeheuren Summen als Wahlgelder für den P ilsudf li. B lo ck oerwendet worden feien. So sehe also die moralische Sanie- rung aus, in deren Namen im Mai 1926 Blut in den Straßen Warschaus vergossen worden fei! „Ich haW einen Kameraden.. Die Orgelfuge des Verteidigers. In großer Aufmachung berichtet die„Deutsche Tageszeitung" über«ine schwebende Gerichtsverhandlung.„Ich hatt' einen Ka- rneraden...", die Anfangszeile des wehmutsvollen llhiandschen Liedes, das in ganz Deutschkind zur Erinnerung an gefallen« Kameraden gesungen wird, prangt als zweispaltiger lieber- schriftsbalken, jedermann in die Augen springend, an der Spitze des Ganzen. Dos Kameradfchaftsmotio kehrt im Text wieder, als die Rede de» Verteidigers mit den bewegten Sätzen gefchil- dert wird: Diese Rede des Grafen von der Goltz wurde dicht vor der Schwelle der Urteilsoerkündigung noch einmal das große Ereignis dieses historische» Gerichtsdramas, und es wäre zu wünschen, daß das ganz« deutsche Volk sie hören möchte, daß jeder aufmerke, in dem ein Tropfen alten Soldotenblutes lebt und der den Krieg mitgemacht hat. Denn hier, das war das Er- greifende und Erhebende, sprach der ehemalige Kriegsleutnant für den alten Kriegsfeldwebel. Hier trat der O f s i z r'e r für seinen Soldaten ein, hier war jedes Wort echt und traf ins Herz. Es war mehr als ein Verteidigungsplädoyer, es war eine lebende O r g e l f u g e auf das Thema des alten Liedes der Soldaten- treue: „3ch hakt' einen Kameraden.. Und mm wollen wir unseren Lesern verraten, um welchen Prozeß es sich handelt: das Plädoyer des Grafen von der Goltz wurde gehalten als Verteidigung— für die Stettiner Feme- mörder. Fememordverteidigung unter dem Motto„Ich hatt' einen Kameraden", das ist allerdings der Gipfelpunkt des Geschmacks. Man wird das Uhlandfche Lied künstig in neuer Fassung zu singen haben: Eine Kugel kam geslogen im dunkeln Waldrevier. Ich habe ihn gemeuchelt und Tränen dann geheuchelt, als wär'» ein Stück von mir! Wegen Tauwetters abgesagt« Oer Aufmarsch kann nicht stattfinden. Im kommunistischen„Klassenkampf" für Halle-Merseburg vom 9. März wird von der KPD., dem RFV. und allen sonstigen kom- mumstischen Ueberorganisationen mitgeteilt, daß der für den 17. März vorgesehene„Bitterfelder Aufmarsch" aus- fällt. In der Begründung heißt es: „Ferner hat das stark einsetzende Tauwetter alle Wege für längere Zeit unpassierbar gemocht... Hinzu kommt die Hochwassergefahr, zu deren Bekämpfung der RFB. in Alarmbereitschaft liegt." Ist es nicht anerkennenswert, daß die Kommunisten drei Wochen nach den Sozialdemokraten einsehen, daß die Zeit des Tauwetters »nd des Hochwassers nicht sehr geeignet zu Demonstrationen im Freien ist?_ Kommunisten uniereinander. Polizeisozialist Brandler. Die„Rote Fahne" berichtet unter der Ueberschrist„Polizei- s o z i a l i st B r a n d l e r" über Versammlungen der rechten Opposition: „In Chemnitz und Hartau sprach Brandler. Als feine Anhänger sahen, daß sie in beiden Bersammtungen in hoff- nungsloser Minderheft waren, alarmiert«in siediePolizei. Gestützt auf Polizisten und Krmünalbeamte ließen sie die Versamm- lungen„säubern". Jeder Arbeiter, der gegen Brandler, der im Auto vorfuhr, auftrat, wurde durch Polizisten unter Gewalt. anwendung aus den Versammlungslokalen herausgeschafft. In An- Wesenheit der Polizisten hieft dann Brandler seine Referate. Ein Arbeiter zahlte ihm als Quftwng für seine Gemeinheiten in Hartau ein paar schallende Ohrfeigen." Das kommunistische Organ freut sich über jede Prügelei. Politik mit Ohrfeigen ist echt kommunistisch« Methode. Sie prügeln einander in öffentlicher Sitzung. Halle. 13. März. I» der Dienstagsitzung der Stadtverordnetenversammlung kam es zu einem großen Tumult. Zwischen einem Kommunisten und einem Linkskommunisten kam es zu einem heftigen Wortgefecht, das zu einer wüsten Schlägerei ausartete. Durch das Dazwischen- treten weiterer Stadtverordneter wurde dem Kampf ein Ende gemacht. Bei der Weiterberatung des Haushalts lärmten dann die Tribünenbesucher. Die Tribüne mußte schließlich poli- zeilich geräumt werden._ Störung einer Totenfeier für Sunjatsen Provokateur Heinz Reumann betätigt sich. Die deutsche Sektion der Kuomintang veranstaltete gestern eine Gedächtnisseier zu Ehren des Todestages S u n j a t s e n s. Der Kommunist Heinz Neumann, der junge Mann Stalürs in der Zentral« der KPD., störte die F««r mit widerwärtigen Zwischen- rufen und Provokationen. Er wurde schließlich abgeführt. Dieser Jüngling wird von der kommunistischen Opposition nie anfcers als„der Bursche Hsinz Neumann" genannt und als Pro- votateurvon Kanton bezoichnet, dem die intellektuelle Schuld für das Kantoner Blutbad zukommt. Die provokatorische Störung einer Totenfeier für Sunjatsen kennzeichnet ihn. Die„Rote Fahne" veröffeytlicht über den Zwischenfall einen Bericht, in dem besonders Genosse Furtwängler vom ADGB.. der auf ineser Feier gesprochen hat, bespuckt wird. Der Bericht ist ebenfalls Rsumannscher Prägung: jeder Satz eine Lüge. Wetter für Berlin: Größtenteils bewölkt, morgens etwas neblig, Temperaturen über Null.— Für Deutschland: Ziemlich trübe und vielfach neblig, Tagestemperatnren über Null, nur in: Nordosten etwas ömenhliing Aegypten gegen England. Wer darf über den �Zeppelinflug entscheiden? London, 13. März.(Eigenbericht.) Der ägyptische Außenminister hat der Presse am Dienstag auf Grund der gegen die Regierung in der Oeffentlichkeit wegen der umstrittenen ZeppelinsahrtnachAegypten gerichteten An- griffe eine Erklärung übermittelt, in der es heißt, daß dos Recht zur Erteilung der Einreiseerlaubnis für zivile Flugzeuge und damit auch Zeppelinfahrten ausschließlich der ägyptischen Re- gierung zustehe. Es fei der ägyptischen Regierung nicht be- kannt, daß Verabredungen oder Verordnungen irgendwelcher Art vorlägen, die der englsschen Regierung das Recht der Mitbestimmung in dieser Frage gäben. Di« Dinge lägen völkerrechtlich so, daß aus- schließlich Aegypten die Einreise zu bewilligen habe und sie nach technischer Prüfung des Falles auch geben würde. Aegyp- ten würden sich freuen, den Zeppelin über seinem Hoheitsgebiet begrüßen zu können. Oer Separatist unter Meineidsanklage. Beginn des Meineidsprozesses Limbourg. Köln, 13. März. Bor dem hiesigen Schwurgericht begann heut« der M e i n e i d s- prozeß gegen den Gutsbesitzer Peter Li mbourg. Die Anklage geht aus den wiederholt erwähnten Prozeß Dr. Joseph Limbourg gegen den Schriftleiter Dr. Rodens vom hiesigen„Stadt- anzeiger" zurück. Dr. Rodens hatte in seinem Blatt die Brüder Limbourg separat! st ischer Umtriebe verdächtigt. Dr. Limbourg hatte darauf im Oktober 1927 wegen Beleidigung ge- klagt. Der Beklagte aber trat den Wahrheitsbeweis an und wurde freigesprochen. Gegen dieses freisprechende Urteil legte Dr. Lim- bourg Berufung ein, die im Januar 1928 damit endete, daß der Kläger nach aussehenerregenden Enthüllungen des Beklagten seine Berufung zurückzog. In der Berusungsverhandlung hatte der Verteidiger des Beklagten dem Bruder des Klägers. Peter Limbourg. die Frage vor- gelegt, ob er jemals an den bekannten Separatistenführer Dr. D orten einen Brief geschrieben und ob er im Jahre 1923 ihn besucht und veranlaßt habe, verschiedene Bftburger Bürger aus- zuweisen. Beide Fragen wurden von dem Zeugen unter Eck» entschieden verneint. Der Verteidiger legt« daraus zwei Briese vor, aus denen das Gegenteil hervorging. Peter Lim- bourg hatte damals diese Briese für echt erklären müssen, hatte sich aber durchaus nicht erinnern wollen, sie jemals geschrieben zn haben. Er wurde daraufhin unter dem Verdacht des Meineides in Haft ge- nommen. Die Boruntersuchung hat sich über ein Jahr hingezogen. Peter Limbourg ist inzwischen gegen Bürgschaftsleistung auf freien Fuß gesetzt worden. Für die Verhandlung sind vorläufig drei Tage angesetzt._ Verhaftungen in Wöhrden. Als Folge der Tumulte. kiel. 13. März.(Eigenbericht.) Am Dienstag sind unter dem Verdacht der Beteiligung an den Tumulten in Wöhrden zwei kommunistische Arbeiter fest- genommen worden. Sie wurden mit dem bereits am Sonntag ver- hasteten Kommunistenführer Heuck nach Altona gebracht. Raubüberfall im Kino. Mit Pistolen und Auto.- Oie Täter entkommen. Ein verwegener Raubübersall wurde in der vergangenen Ztachl aus ein Kino in der Sanlstraße verübt. Auf dem Grundstück Nr. öl, ganz in der Nähe der Wiliners- dorfer Straße, werden die„Äa n t- L i cht s p i c le" betrieben, die sich durch drei Stockwerke erstrecken. Außerdem befindet sich dort noch ein Hotel und eine Möbelindustriegesellschast. Der Kassenraum der Lichtspiele liegt eine halbe Treppe tief im Souterrain in der Nähe eines Personaletnganges, der ober bei starkem Andrang öfter auch vom Publikum mftbenutzt wird. In der vergangenen Nacht gegen im Uhr befanden sich unten in den Räumen noch der ge- schäftsführende Direktor Westphal, der Kapellmeister Daus, die Vor- führer Schweng und Banmann und der Kontrolleur Scholz. Plötz- lich trat ein Mann in den Raum, zog eine Mauserpistole, Kaliber 7,SZ und schlug mit dem Ruf„Hönde hoch! Geld her!" auf Westphal an. Dt« anderen Anwesenden kannten nicht einschreiten, weil sie von einem anderen an der Tür stehenden Räuber mit der Psstolo in Schach gehalten wurden. Der Räuber nahm IIS Mark Privat geld aus der Briestasche des Direktors und fand schließlich auch das Kassengeld, im ganzen 410 Mark. Nachdem er sich überzeugt hatt«, daß nichts mehr zu holen war, entfernte sich der Räuber rückwärts langsam nach der Tür zu und trat hinaus, während der zweite mit gezogener Pistole noch einen Augenblick stehen blieb, um den Rückzug zu decken. Dann verschwand auch er. Der Direktor rief jetzt das Ucberfollkommando, während die Angestellten den Räubern nachliefen. Diese hatten augenscheinlich wieder den Personaleingang benutzt, waren über den Hof gegangen und auf der Straß« nicht mehr zu sehen. Nach Bekundung von Passanten sollen sie mit einem grünlich lackierten Auto davongefahren sein. Ob man es mit derselben Bande zu tun hat, die in der Nacht zum 18. Februar d. I. den Ueberfoll auf die Kandelhardt-Garaoe verübte, steht noch nicht fest._ Selbstmord eines Supen'ntendenien. Auf dem Bahnhof erschossen. Oer bOjührig« Superintendent Dr. Buchholz aus Treuenbrietzen hat sich gestern abenb in den Abortanloqcn des Deffauer Bahnhofes erschossen. Er Hot Briefe an seine An- gehörigen hinterlassen, di« von der Staatsamoaltichaft ihrer Bc- ftimmung zugeleitet werden. Zugführer erschossen. Im Rachtschnellzug Poris-Ranrh. Eine geheimnisvoll« Bluttat ist am Dienstag auf dem Nacht- schnellzug Paris— Nancy verübt worden. Bei der An- kunst auf der ersten Station hinter Paris, Epernoy, wurde der Zugführer des Schnellzuges vermißt. Mau fand ihn nach kurzem Suchen im Packwagen tot auf. Die nähere Untersuchung ergab, daß er durch vier Revolverschüsse getötet worden war. Im Packwagen fand man außerdem fünf leere Patronenhülsen. Die näheren Umstände der Tot sind vorläufig noch vollkommen rätselhaft, zumal aus dem Packwagen kein Gegenstand fehlt. Knedensschluß Bucharin— Stalin? Buchann in de« Moskauer Sowjet gewählt. Moskau, 13. März.(Ost-Expreß.) In den politsschen Kreisen hat die Wahl Bucharins fn dem Moskauer Sowjet großes Aufsehen erregt. Buchorin, dessen ganze Stellung wegen seiner rechtsoppositionellen Neigungen als erschüttert gilt und der auch bei der großen Jubiläumssitzung der Komintern an: 4. März nicht anwesend war, was damals viel be- merkt wurde, ist von der Arbeiterschaft der elektro- technischen Werkstätten gewählt worden, die seinen Namen trogen. Die„Prawda" weist besonders darauf hin, daß ihm nach seiner Erwählung Ovationen bereitet wurden. Bucharin hielt dann eine R e de, die indessen nicht ans das oppositioirelle Programm eingestellt war. Er übernahm vielmehr die von der Parteimehrheit vertretene Formel in der Frage der Industrialisierung und erklärte, die innere Entwicklung mache in der Landwirtschaft die Durchführung der Kollektivwirtschaften notwendig. bei gleichzeitiger Unterstützung der armen und mfttleren bäuerlichen Individualwirtschasten, mit Fortsetzung des Kampfes gegen die Kulaken. In den politischen Kreisen Hot diese Rede großes Aufselzen er- regt und wird viel besprochen. Man will darin Anzeichen einer zeitweilige>l Verständigung zwischen der Rechts- oppositon und der Mehrheit sehen. Nach den Ergebnissen der Moskauer und Leningrader Parteikonferenz, die sich ganz in der Richtung Stalins entschieden haben, wäre die vorsichtig« Hallung der Rechtsoppositton begreiflich, da sie ihre Stunde noch nicht als gekommen ansieht. Methylalkoholprozeß in Baden. Oer Täter zu 5 Iahren Zuchthaus verurteilt. Emmendingen(Baden), 13. März. Im Methylalkoholprozeß Bruchsaler wurde nach sechstägiger Verhandlung das Urteil gesprochen. Bruchsaler war an- geklagt, in großen Mengen Methylalkohol als Hochpro- zentigen Sprit vertaust zu haben. An dem Genuß dieses „Bronmwcins" sind in Kehl zwei Personen gestorben und in Marl(Westfalen) eine Person auf dem rechten Auge völlig erblindet. Der Staatsanwalt beantragte die Höchst- strafe von 10 Iahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Gericht verurteilte Bruchsaler zu 5 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Zeitdauer, serner wurde ihm die Führung eines Geschäfts zur Herstellung oder zur Verteilung von Lebensmittel« verböte«, Calles fchreitei zur Offensive. Avndestruppen im Lücken der Gebellen. Mexiko-City. 13. März.< Eigenbericht.) Tas Ende der Militärrevolte steht durch die fort- schreitende Demoralisierung und Auflösung der rebellierenden Truppen nahe bevor. An- zwischen hat die Regierung mit 1000 Mann auch die im Zonorastaat gelegene Grenzstation Naco beseht und damit einen strategischen Punkt von überragender Bedeutung wiedergewonnen. Tie Regicrungstruppcn befinden sich mit der Inbesitznahme dieser Stadt jetzt auch im Rücken der Rebellen, deren gegenseitiger Ver- kehr durch den neuen Erfolg der regierungstreuen Soldaten gleichzeitig unterbunden ist. Tie Bewegung der rebellierenden Truppen bei Torreon ist ebenfalls stark behindert. Hier wird Calles am Mittwoch zur Offensive schreiten. Tie von der Regierung verfügte Beschlagnahme des im Besitz der Rebellcufuhrer befindlichen Privateigcn- tums hat bisher eine Summe von mehreren hundert- tausend Dollar ergeben. Der Erlös wird zur Deckung eineS Teiles der Koste» diene«, die durch die Unter- drückung des Slnfstandes entstanden sind. Oie Gebellen stellen sich bei Torreon. Mexiko, 13. März. Präsident Sil läßt eine Erklärung veröffentlichen, wenn es heißt, schon jetzt sei es klar, daß der Ausstand gegen die Re- gierung gescheitert sei, er habe deshalb angeordnet, daß die westere Rekrutierung für die Armee eingestellt werde. Der Rebellen führer General Simon Aguirre ist. wie offiziell mitgeteilt wird, in Santa Lucrecia von Regierungs- Der Raufbold. lruppen standrechtlich erschossen worden. Die Ausständl- ichen haben Saltillo, die.s)auptstadt von Coabuilo, geräumt, dabei scheint es infolge des Nachlassens der Disziplin zu P l ü n d e- r u n g e n von Bonken und Geschäften gekommen zu sein. Nach sslugzeugmeldungen tonzentrieren die Aufftändischen ihre tsauplmacht unter General Escobar bei Torreon, wo sie anscheinend der Regierungsarmee, die unter Calles heranrückt, eine Schlacht zu liefern gedenken-_ Blutige Zusammenstöße in Madrid. primo läßt schießen. Madrid, 13. März. In einer amtlichen Mitteilung heißt a: Die ösfentüche Gewalt sah sich heute trotz ihres gute» Willens, äußerste Zurückhaltung walten zu lassen, angesichts der Angrisse von Studenten gezwungen, mit Waffengewalt vorzugehen, da die Studenten- unruhen sich von den Unterrichtsanstalten aus auf die Straße ausdehnten und die Fonn von politischen Kundgebungen und Auf. ruhraltionen annahmen, die von solchen Elementen ausgingen, die in der großen Masse der Studenten ein geeignetes Werkzeug für jode Art von Ausschreitungen fanden. Bei den Zusammenstößen wurde em Wjähriger Mann— ob es sich um einen Studenten handelt, ist noch nicht festgestellt— durch einen Zalsschuß ichwer verwundet, und mehrere Personen erlstten leichtere Verletzungen. Es.wurden 26 Verhaftungen vorgenommen. Beiiriit Amerikas zum Weligerichtshos. Richt vor September. Washington. 13. März. Senator Borah erklärte, er glaube nicht, daß der Senat schon in der außerordentlichen Seiswn zur Frage des Beitritts der Ver- einigten Staaten zum Wellgerichtshof Stellung nehmen werde, er sei oickmehr der Ansicht, daß der Senat die formelle Annahme der nsuen Formel durch den Völkerbunds rat abwarten werde, was kaum vor September erfolge« dürste. Belgien raiijizierl Kesiogg-Vakt. Der belgijch« Senat hat Diens- tag nachmittag einstimmig den Kellogg-Pakt ratifiziert. „Melodie der Welt." Oer erste deutsche Tonfilm im Mozart-Gaal. Die Hombizrg-Amcrika-Linie hat gemeinsam mit dem Tonbild- syndikat einen Tonfilm, den ersten abendfüllenden großen deutschen Tonfilm herstellen lassen, der das Resultat einer"Weltreise ihres Dampfers„Resolute" darstellt. Walter R u t t m a n n, der den ersten bedeutenden Versuch des deutschen Tonfilms mit„Berlin", Sinfonie einer Sroßstadt, gemacht hat, ist der geistige Schöpfer und Regisseur dieses Films. Ihm schwebte vor, die Melodien der ganzen Welt. der Welt von heute, in großen geordneten Folgen gleichzeitig in Bild und Ton aufzufangen und so eine Art neues Gesomtkuustwerk zu ichafsen. Dieses linternehmen scheint uns gescheitert, wie alle Gesamt-, kunstwerke bisher gescheitert lind. Das Bild ist durchaus ton- angebend. Die es begleitenden Geräusche und die diese weiter- führende Musik von Zellcr ist im ganzen nur Begleiterscheinung. Der Film ist keine bloße Reportage über Sitten und Gebräuche, Landschaften und Mensche» der verschiedensten Länder, sondern«ine große Filmkomposition,'die einen Querschnitt durch die gesamte Menschheit von heute geben will. Er will das ganze Leben von der Wiege bis zum Grabe und durch olle Erscheinungsformen der Religion, des Krieges, der Liebe, des Sportes und der Arbeit um- spannen. Di- Einrahmung, die«inen Matrosen und seine junge Frau als Empfänger dieser Eindrücke einsetzt, ist nur ein Vorwand, womit gegen dos sehr natürliche und frische Spiel K o w a l S a m- borskis und Renöe Stobrawos nichts gejagt sein soll. Aber diese Völkergedonken in Bildern, wie man in Anlehnung an den großen Völkerforschcr Adolf Bastian die Bilderfolge nennen möchte, sind einfach nicht die Erlebnisse des Matrosen. Nach den Gesetzen der Achnlichkeit und zuweilen auch des Kontrapunktes sind diese rasch vorüberrauschcnden Bildersuitcn(man kommt immer wieder aus Vergleiche aus dem Bereich der Musik zurück) geordnet und komponiert. Aber dos Auge empfindet anders als dos Ohr. Es vermag nicht, eine solche Masse von Eindrücken, die aufeinander folgen, zusannnenzufassen, besonders nicht, wenn der verbindende Faden einer konkreten liandlung fehlt. Ein ungeheures Materiol ist oft in ganz kurzen Andeutungen verarbeitet, eine Fülle von Herr- liehen Ausnahmen wirklich aus der ganzen Welt wird vor unseren Augen ausgebreitet.' Nur zu oft möchte man zu dem Augenblick sagen:„Verweile doch, du bist zu schön." Aber schon drängt sich ein neuer Eindruck vor und verdrängt den früheren. Die Philosophie dieser großen Schau scheint uns einprägen zu wollen das alte indische Wort: tat twam asi(das bist du). Der Mensch ist überall der gleiche, wie seine Hautfarbe, wie seine Religion und sein Milieu auch sein mag. Alle erleben im Grunde das gleiche. So ist wirklich ein völkerumspannender Gedanke unaufdringlich in diesen die ganze Mannigfaltigkeit des Meiffchcngeschlechts darstellenden Bildern als Leitziel ausgeprägt. Im ganzen bedeutet dieser Filin, sür den die Hapag große Mittcl nicht unisonst aufgebracht hat, ein großartiges Experiment, das freilich cuch die Grenzen des Bildersilms aufzeigt. Für den Tonfilm bc meist er zunächst noch nicht allzu viel: denn so gut auch die Gr täusche, Klänge und Stimmen herauskommen, und so vortrefflich die rerbindende Musik von Zeller sein mag, gewisse Schwächen der Ton- »viedergabe sind doch noch nicht restlos überwunden. Vor allem ober liegt hier keineswegs ein Tonsilm in dem Swne vor, daß Wort und Bild mit gleicher Intensität zusammenwirken, etwa in dem Sinn, daß e>n Drama oder eine Oper als Tonfilm reproduziert wäre. Davon sind wir offenbar noch entjernt genug. Und das Errcichcit dieses Zieles könnte auch das Ende des wahrhaft künstlerischen Filmes bedeuten, der durchaus ein Eigenes zu geben Hot und sowohl des Wortes wie der Zwischentitel entbehren kann, und für den die Musik immer nur Untermolung bedeuten darf. K. H. Doscher. ■c Die„Melodie der Welt"— Wolsgong Zeller Hot sie als pro- duktiv cinsühlsomcr Musiker klingend gemacht. Was wir hören, sind nicht Melodien oller Welt und aller Völker, in bunter Folg« einander ablösend und ineinander verschlungen, wie die Bilder auf der Leinwand: der Komponist fühlt die innere Verbundenheit der kleinsten Filmtcilc, wie sie vom Autor geincint ist, ihr« Gebundenheit zu einem Ganzen und erfüllt sie durch eine einheitlich und in großer Linie konzipierte Musik, in der er als feiner Lyriker durchaus Eigenes gibt. Aber wie er, ohne je die Linie zu unterbreche», den eigenen To» oder sozusagen nur den Tonfall variiert und der wechselnden Landschaft, dem wechselnden Volkscharakter anpaßt, wird in der Tot zwischen dem optischen und dem akustischen Erlebnis ein seltener Grad von Uebereinstimmung erzielt. Die Arbeit kam-. pliziertc sich sür den Musiker angesichts der Eigenart des TonsilniZ als einer in der Tat noch kaum erprobten, unabsehbare Möglich- leiten verheißende Gattung. Es galt erstens, zwischen den aus- genommenen Geräuschen und der hinzugetanen Musik eine Art stilistischer Bindung herzustellen. Und es galt zweitens, auf die be- sonderen Ausnahmebedingungen, denen diese Musik, eben durch das Tonsilmverfahren, zu unterwerfen war, Rücksicht zu nehmen; Instrumentator und Dirigent waren vor ebenso neu« wie schwierige Aufgaben gestellt. Der Musiker Zeller, silmbegabter und erfahrener Könner, hat sie mit überraschendem Gelingen gelöst; der Tonfilm ist durch ihn einen Schritt vorwärts gekommen. K. F. Afrika-Ulm„pori". llfo-pavillou. VonDungcrn gehört mit zu den Pionieren des Kulturfilms. Ohne daß ihm auch nur die geringste Hoffnung auf Erfolg gemacht wurde, schuf er seine ersten kleinen Tierfilme. Doch dos Publikum entschied sich sür die Tierulme und namentlich in den sogenannten Arbeilergegenden wurde dieses Beiprogramm zum Hauptprogramm erhoben. Noch solchen Publikumserfolgen bekam dann v. Dungern die Mittel, um an seine allgemein bekannt gewordenen Expeditions- filme zu gehen. Diesmal begegnen wir ihm als dem Regisseur der Gontard- Herbert- Kluge-Expeditton, die in das Innere Afrikas, ins Pari führt, einen Besitz, um den die Negerstämme einst kämpften. Der Film ist im Stile von Ehang angelegt, nur daß diesmal die Familie eines weißen Ansiedlers den Kampf mit der' Wildnis ausnimmt. Das alles ist sehr interessant geschildert, doch wird leider — wenn es auch zur Flcischversorgung ist— dem Menschen als Jäger bctonterweis« der Ehrenplatz eingeräumt. Damit»och fiicht genug, endet der FUm in wüsten Kriegsszenen, denn zwei Neger- stämme gehen aufeinander los. Das bringt den Film um sein« Ein- heil und eine schlackensreie gute Wirkung. Sind doch gerade die friedlichen Beobachtungen, die Tier« an der Tränke, die Giroffenmütter mit ihren Kleinen, die wie stell auf- gerichtete Holzpferdchen in der Landschaft stehen, und die grasenden Herden von erhabener, unvergeßlicher Schönheit. Natur in ihrer Reinheit läßt uns den grämlichen Alltag oergessen, und die er- lauschten Betrachtungen aus dem Tierleben werden für uns lebendige Wirtlichkeit mit ihren, Tempo, ihrer Spannung und ihrer Dramatik. Den Photographen muß man von Herzen dankbar sein. Di« Neger und die weißen Kinder wirken, weil sie so primitiv sind, ausgezeichnet im Film. Die weißen Schauspieler aber sind in ihrem Benehmen derart stümperhaft, daß sie durch ihr„Spiel" von der Handlung und, was noch schlimmer fft, von der belebten Natur ablenken. e. b. „Oer König der Verbrecher." Bavaria-Lichtspiele. Einbrecher und Hochstapler aus Pafslon, vollendeter Gentleman von edlem und sentimentalem Charakter, also sast ein Arsen« Lugin ist dieser König der Verbrecher, der nur einen Fehler hat, man sieht zu wenig von seinen Taten. Was er betreibt, haben schon kleinere Kollegen.oft inszeniert. Es geht nicht an, daß der Zuschauer nur die Resultate serviert erhält und nicht erfährt, wie dieser kluge Mann dazu gekonnnen ist. Das bedeutet einen schweren, dramaturgischen Fehler. Andere kommen hinzu. Bei einer KriminalhaMung muß im Film wie Im Roman der Akzent aus einer streng logischen Per« knüpfung der Ereigmsse liegen. Hier klaffen jedoch bedenkliche Lücken wie übrigens in den meisten Filmen dieser Art. Mit ein paar Sensationen ist ein Film noch nicht gemachr. Dazu dick aufgetrogene Sentimentalität. Edmund Hellberger. Regisseur und Verfasser, stellt bei herzigen Anläsien Gruppen, die aus Postkarten mit der Unterschrift „Familienglück" bekannt sind, baut Kaschemmen aus, wie sie nur im Film vorkommen, ist aber recht geschickt bei Verfolgungen und über- Haupt bei Bewegungsvorgängen. Karl Auen gibt den großen Verbrecher mit schönem Ernst und sehr würdiger Haltung, um die sich auch der Kvmmisior Hugo Werner-Kahl«» bemüht. F. 5. i\n«euer Bruckner. Herdwand Bruckner hat«in neu«» Stücks»Die Kreatur", eine Komödie in drei Alien, vollendet, die zu Beginn der nächste» Spielzeit au einer Reinhardt-Bübn«, wahrscheinlich im Deutschen Theater, uraufgesührt wird. Sin Raphael für 2400000 Mark Raphaels berühmtes Gemälde von Gwlian» de Nedlei ioll von Joseph Duveen für Rechnung de« Sie« Yorker Bankiers Bache!ür■ItOOOOf» Mari angekauii worden lein Das Gemälde iit das einzige Männcrp orträt Raphaels. d-S sich in Prioathändeu bejürdel. Diwe:» batle daS Geurälde von dem verstorbenen deutschen Jankier OSkar Huldschinski int Jahre 19iö augekaust. Bilder in der Deutschen Kunsigemeinschast. Die Deutsch« Kunstgemeinschost vereinigt eine recht interessante Gesellschaft in ihren Räumen. Die größten Gegensätze umspannen wohl die Bilder von Neuhaus und des Ehepaares Scheper; stärkste Gegenständlichkeit und Entmaterialisierung durch Phantasie. Drei Säle gehören den Wüstcnschilderungen von F. B. N c u- h au s. Eine imposante Leistung, jahrelang sich in das Hinterland von Tripolis und Tunis zu vergraben und die absolute Einöd« zu malen; man rospcktierk die moralische Kraft, die dazu gehört, und die technische Höhe in diesen Bildern. Was in ihnen wirkt, ist der un- leugbar große Gegenstand und die Genauigkeit der Wiedergabc. Das furchtbar Verlassen«, die tödliche Unfruchtbarkeit, das Sinnlose eines bloß existierenden Erdraumcs ist dargestellt. Der Meirsch fehlt. Der Maler hat in dieser vom Teufel geschaffenen Wüste, scheint es, selber all« Beziehung zum Menschen vergessen; seine Kunst ist ein« starre, unpersönliche Wiedergabc des leeren Raumes geworden. Dos genau« Widerspiel davon: die feinen Aquarelle von H i n n c r t Scheper aus dem Dessauer Bauhaus; Entzückungen vor der Menschensiedlung alter Städtchen und Kulturlandschaften, bei denen man nicht noch der Geologie fragt, sondern nach der Empfindung des Künstlers und seinen Ausdrucksmitteln. Gerade die Kleinheit der Bildchen macht sie liebenswert, ihre Zärtlichkeit stammt aus dem liebenden Herzen des Betrachters, ohne Sentimen- talität und ohne Altertumsliebhaberei. Geistreicher noch und persönlicher die Geschöpfe von Lou Scheper- Berkentamp, die ganz aus der Phantasie geboren sind; nicht reine Aquarelle, sondern noch der Art von Schwiiters„Morzmolerei" mit Materialwirkungen ausgeklebter, bedruckter, optisch wirksamer Papiere durchsetzt. Gegen- ständlich und in der Handschrift klingen sie oft von fern an Paul Klee und Ringelnatz an. Aber ihre geheimnisvoll« Raumwirkung, die Pitanterie ihrer Farbigkeit entstammt einer besonderen Empsin- dung, die in der Mischung primitiver Zeichnung und ganz raffinierter Koloriftik das Spezifische weiblicher Gaben verrät. Dazu kommen noch zwei Sondcrkollektionen, die vermittelnd wirken: von AlexanderGerbig, dessen hellfarbiger Realismus sich auf das bäuerliche Leben eines thüringischen Dorfe», auf Land- arbeit und Viehdarstellung konzentriert und von dem begabteren Frankfurter Ferdinand Lammeyer, der die Natur der Hhön auf interessante und besonders auch farbig reizvolle Art mterpretiert, Aus der Sammelousstellung bewährter Berliner Maler möchte ich die neuesten Bilder von Frau Charlotte Berend-Corinth und Kohlhoff um ihrer vortrefflichen malerischen Qualitäten willen hervorheben und ein Bildnis des ersten Reichspräsidenten Ebert von B a l u f ch e k. dessen repräsentottoe Eigenschaften es wohl für einen Platz an hervorragender Stelle in einem Relchsbureau bestimmen könnten. F. F. Scli. Ein moderner Ali-Baba. Ein moderner Namensvetter des berühmten Räubers Ati-Baba aus„Taufend und einer Nacht", der kürzlich vor einem Gericht in Saloniki erschien, macht seinem Nomen alle Ehre. Er hat es nämlich fertiggebracht, vor den Augen des hohen Gerichtshofs«inen Diebstahl auszuführen. Baba war wegen 87 Diebstählen und Betrügereien angeklagt, die er an einer der Grenzstationen des Balkan, in Georgheli, ausgeführt hotte. Unter dem Vorgeben, den Reifenden bei ihren Paß- und Zollschwierlgkciten zu helfen, plünderte er ihre Taschen, stahl ihnen Kasser und Säcke und erleichterte die großen Koffer. Während eine Zeugin, eins von Babas Opfern, vernommen wurde und vor dem Tisch des Richters stand, fühlte sich der Ange-' klagte plötzlich schwach und bat, von einem Wächter aus den Flur hinausgeführt zu werden. Dort bot er gerade dem Mann ein« b«- trächtlich« Summe als„Backschffch", wenn er ihn laufen losten würde, als ein lauter Schrei aus dem Gerichtssaal drang. Die Zeugin ver mißte ihr« Geldtasche; sie fand sich in Ali-Babas Taschen. 88 Diebstähle, darunter einer vor den Augen des Richters, ist gewiß ein Rekord. Ali-Babas würdig. ZNussalini» Zensur„Sai. Grabmal des uuoclaunte» Saldaien", Paul Raynals tiescrschüUcinüe ttriegZtrogödie. ist von Mussolini in Italien verboten worden. Llnternehmerbund schreibt uns... Er wünscht die Veröffentlichung seiner Rundschreiben. Die Bereinigung Deutscher Ariieitgeberverbänd« übermittelt uns «in Exemplar ihres neuesten Rundschreibens vom 12. März an die ihr unmitteibar und mittelbar angeschlossenen Berbände. Im Be- gleitschreiben an unsere Redaktion heißt es: „Damit Sie der Tkotwendigkeik enthoben werden, sich auch dieses Rundschreiben aus irgendeinem indirekten Wege zu beschossen, erlauben wir uns, Ihnen in der Anlage dieses Rundschrelben, für das wir ebensails Interesse bei Ihnen voraussehen, unmittelbar zu übersenden.- Die Gänsefüßchen, mit d«nen das„indirekte" verziert war, wurden ausradiert. In dem Rundschreiben selbst findet sich folgender Satz: „Der„Vorwärts" hat sich mit dem diesbezüglichen Rund- schreiben der Vereinigung der Deutschen Zlrbeitgeberverbände von, 18. Februar 1929, das ihm auf dem Wege uns längst bekannter Indiskretionen zugegangen ist, bereits wieder- holt beschäftigt(so z. B.„Vorwärts" Nr� 117 vom 10. März 1929) und hieran alle möglichen Angriff« gegen die Arbeitgebcrschaft und speziell die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände geknüpft, eine Tatsache, aus der wir höchstens den Schluß ziehen können, daß dem„Vorwärts" und den hinter ihm stehenden Stellen die von uns nunmehr energisch unter unseren Mitgliederverjiändcn ausgegriffene Untersuchung und öffentliche Feststellung der praktischen Durch- führung der gegenwärtigen Sozialversichcrungsgesetzgebuinz sehr unerwünscht ist." Dann heißt es weiter: „Damit der„Vorwärts" der Notwendigkeit enthoben wird, sich durch dieses Rundschreiben auf dem bisher von ihm beschritten«» „indirekten"(Mit Gänsebcinen! D. Red.) Wege zu beschasscn, hoben wir dieses Rundschreiben dem„vorwärts" unmittelbar über- sandt, was wir hiermit gleichfalls zur Kenntnis aller Leser dieses Rundschreibens bringen." „'Auch die Zeitschrift des chauptocrbnndes kasscn„Deutsche Krankenkasse" bcschiWgt sich mit dem Deutscher Kranken- auch ihr bekanntgewordenen Rundschreiben der Vereinigung und weist die angeschlossenen Ortskrankenkasscn an, alle Notizen über die Sozial- Versicherung, die in der örtlichen Presse auftauchen,„sofort ous den Tatsachcnwert zu untersuchen und sie mit einem kurzen Bericht über das Ergebnis den Kassenorganifationc» zuzuleiter», damit jede»n- richtig« Meldung sofort festgestellt wird".(Siehe„Deutsche Kranken- kaise" Nr. 10, Seite 239.) Da wir mit dem Hauptoerband Deutscher Krankenkassen in der Betonung der Notwendigkeit einer tatbcstonds- mäßig völlig z w e i f e l s f r e i c-n Ermittlung der in Frage kommenden Fälle durchaus einig gehen, kann auch van uns die Aufforderung des Houptoerbandcs Deutscher Krankenkassen an die Mitgliedskassen nur begrüßt werden." » Wir begrüßen den Ausweg, den die Bereinigung aus ihrer Verlegenheit fand, die darin besteht, daß sie nie sicher ist, ob nicht das eine oder andere ihrer mehr oder minder„vertraulichen" Rund- schreiben dem„Borwärts" zur Kenntnis kommt. Aus dieser Der- legcnheit könnten wir ihr beim besten Willen nicht Helsen; denn der Vorwurf, als ob der„Vorwärts" irgend etwas unternehme, um sich aus irgendeinem indirekten Wege in den Besitz der Rundschreiben der Vereinigung zu sehen, trifft daneben. Der„günstige Wind" weht uns solche Schreiben aus den Tisch, ohne daß wir irgend etwas dabei zu tun hätten. Ohne Zeit- aufwand, ohne«inen Pfennig Unkosten spielt sich das ab. Der oder die Einsender setzen natürlich voraus, daß der „Borwärts" an der Bekanntgabe der Absichten und Pläne der Bereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, die sich gegen die deutsche Arbeitnehmerschajt richten, ein erchebliches Interesse hat. Es ist selbstverständlich, daß der„Vorwärts" dieses Vertrauen, das zugleich das Vertrauen seiner Leser ist, mcht enttäuschen kann. In der Sache selbst handelt es sich in dem neuen Rundschreiben lediglich um eine erneute Mahnung an die der Ver- einigung angeschlossenen Jlrbeitgeberverbände, der Zentrale in der Burggrafenstraße Material zu liefer»„über die Durchführung der Sozialversicherung und der Arbeitsloienoerstcheruijg". Dos neue Rundschreiben betont, daß es sich um eine zweckmäßige Reform der Soziolversicherungsgesetze, nicht aber um einen unsozialen A b- bau von Versicherungseinrichtungcn bei der Aktion der Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände handle. Tatsache ist, daß die Bereinigung Material sannnelt nicht für, sondern gegen die Bersichcrungseinrichtungen. Ueberdies hat der„Vorwärts" nicht erst am 10. März von den „bereits ausgearbeiteten Rcsormvorschläge n", zu deren Begründung Material gesucht wird, Notiz genomnen, sondern bereits in seiner Nr. 9-Z vom 26. Februar. Gpargelernte in Heringsdorf. Kein Abenteuer, doch ein. Erlebnis. Ein Berliner Unternehmer, der im Ostsscbad Herings- darf eine Spargelplantage besitzt, suchte in der verflossenen Saison A r b e i t e r i n n c n z u n, S p a r g e l st c ch e n. Zwei junge Berlinerinnen glaubten hier eine Gelegenheit gesunden zu haben, um nach des Tages Last und Mühen im Spargelfeld etwas von den Annehmlichkeiten des Badelcbens wenigstens als Zuschauerinnen kennenzulernen. Sie meldeten sich und wurden durch Arbeitsvertrag bis zum Schluß der Spargelernte verpflichtet. Sie mußten täglich, auch Sonntags, 10 Stunden arbeiten und wurden mit 2 3 Pf. für die Stunde entlohnt. Wohnung erhielten sie nebst anderen Arbeiterinnen im Hause des Unter- nchmcrs.— Aber es kommt manchmal anders als man denkt. Schon noch wenigen Tagen nahm der Slufenthalt im Badeort ein jähes Ende. Es war Sonntag. Nack» Schluß der Arbeitszeit besuchten die beiden Mädchen ein Tanzlokal, kamen etwas spät nach Hause, verschliefen am Montag. wo sie früh um 6 Uhr hätten an der Arbeit sein sollen, die Zeit und wurden auch nicht geweckt. Als sie erwachten, staird die Sonne schon ziemlich hoch. Schnell fuhren die Mädchen in die Kleider und iUittvoeti, IZ. März. Berlin. 16.00 Gartenban-Inspcktor Tetzner: Wie die Pflanzen in der Baumschule je- zogen werden. 16.30 Jugeodbühne. 17.00 Unterhaltungsmusik von Ali Pach mit seinem Orchester. 18.10 Prof. Dr. Otto Kümmel:..Die China-Ausstellung". 18.35 Dr. J. C. Poritzky: Die Wiedergebart des deutschen Idealismas aus der Antike. 19.00 Ober-Rcglerungsrat Dr. Albert Mahl: Kolonialuir tschaft and Kolonien. 19.30 Df. Wolfgang Pohl: Sozialpolitische Umschau. 20.00 Sendcspjcl:..Ueber die Kraft" von Björnstjerne Bjprnson. Regie: Alfred Braun. AnschlieBcnd bis 0.30: Tanzmnsfk(Kapelle Da] os B6!a). Königs wüster hausen. 16.00 Französisch(kulturkundlich-literarische Stunde). 16.30 Nachniiuagskorzert von Hamburg. 17.30 Prof. Max Sering: Die internationale und die deutsche Agrarkrise. 18.00 Dr. Karl Würzburger: Paula Ludwig. 18.30 Französisch für Fortgeschrittene. 18.55 Ing. H. Bornemann: Wcrkmeistcrlchrgang für Facharbeifer; EloktrotccHnik. ?0.00 Balalaika-Örchcsterkonzert.(Balalaika-Orchcstcr-Vereinigung 19?!.(Dirigent W. Hoppe.) 20.30 Knabenchor des Staats- und Domchors, Leitung; Prof. Hugo Rudel.— Klaviervorträge u. a. I. Drei Choral- Vorspiele(bearbeitet von S. Fein- berg).— 2. Bach: Toccata D-Dnr.— 3. Schumann; a) Verrufene Stelle; b) Vogel als Prophet.— 4. Prokoficff; Danz«, Gavotte op. 32. nxßittr nach bem GpargeffeÄ gefeit Uber da« ganz« chav«»a? leer, die Haustür verschlossen, sie konnten nicht hinaus. Erst am Nachmittag kam der Unternehmer. Er schimpfte auf die faulen B e r l i ii e r i n ii e n, die keine Lust zur Arbeit hätten, erklärte sie als entlassen und wies sie aus dem Hause. Nun standen die beiden Mädchen auf der Straße und hatten nicht einmal Geld zur Heimreise. In ihrer Ratlosigkeit gingen sie zur Polizei. Die konnte ihnen dem Unternehmer gegen- Über auch nicht helfen, aber die Beamten hatten ein Einsehen. Sie borgten den Mädchen das zum Uebcrnachten in einem Hotel und zur Rückreise nötige Geld und behielten als Pfand eine Gitarre, die eines der Mädckicn mitgebracht hatte, in der Absicht, an schönen Sommerabenden an. Ostseestrande stimmungsvolle Lieder zu singen. Der schöne Traum von angenehmen Abenden nach heißen Arbeitstagen war zu Ende. Die unerfahrenen Mädchen kamen erst kürzlich darauf, daß sie von dem Unternehmer Schadenersatz wegen fristloser Entlassung verlangen können. Sie klagten beim Arbeitsgericht Berlin und hier wurde dem Unternehmer klargemacht, daß er gar keinen Grund zur fri st losen Entlassung hätte, denn wenn junge Mädchen nach einem Sonntagsvergnügen die Zeit ver- schlafen und nach dem Erwachen die Arbeitsstelle nicht erreichen können, weil sie eingeschlossen sind, könne von einer b e- harrlichen Arbeitsverweigerung keine Rede sein. Es war schwer, dem Manne begreiflich zu machen, daß er nach Lage der Sache verurteilt werden müsse. Nur mit vieler Mühe ließ er sich schließlich zu einem Vergleich bewegen, wodurch er den Klägerinnen, die je 26 M. gefordert hatten, je 2 3 M. bezahlt. Die Klägerinnen waren erfreut, daß sie nun ihre Gitarre, die sich noch bei der Polizei in Heringsdorf befindet, einlösen können. Der Unternehmer aber gab aus dem Korridor in kräftigen Worten seinem Uninut darüber Ausdruck, daß ihm das Gericht seine Verurteilung in Aussicht gestellt hatte. Kommunisten hehen gegen Buchdrucker. V-rleumdungen gegen den Verbandsvorstand. Unter der Balkenüberschrijt:„Duchdruckeroorstand fordert nur 6,39 M. Zulage" berichtet die„Rote Fahne" über die Lohn- Verhandlungen ini Buchdruckgcwerbe, die am 11. März begonnen haben. Es war zu erwarten, daß die Kommunisten diese Forderung als viel zu niedrig erklären. Für jemanden, der wie die Koni- munisteii nichts durchsetzen braucht und nichts zu verantworten hat, ist eine solche Stellungnahme natürlich immer sehr leicht. Die Buch- drucker wissen glücklicherweise nur zu gut, daß diese kommunistischen Maulhelden zwar alles herunterreißen, jedoch nichts besser machen können. Wie bisher bei allen Lohnbewegungen, suchen die Kommunisten auch im Buchdruckg« werbe den Arbeitern in den Rücken zu fallen. In dem Bericht der„Roten Fahne" wird wider besseres Wissen behauptet, der Berbandsoorstand vertrete bei den Lohnvcrhandlungen nicht die Interessen der Mitglieder. Demgegen» über muß ausdrücklich festgestellt werden, daß die reale Lohn, forderung mit Zustimmung oller Berbandsinstanzeii und im Ein- vernehmen mit der überwältigenden Mehrheit der Mitglieder aus» gestellt worden ist. Schließlich wird in dem Bericht noch gejagt, daß den Buch» druckern nichts anderes übrig-bleibe, als so zu handeln wie im vorigen Jahre die Buchdrucker in Dresden und Königsberg. Gerade in diesen Orten hoben sich die Buchdrucker durch ihr Sondervorgehen selb st geschädigt. Darum werden es die Buchdrucker im ganzen Reiche diesmal ablehnen, nach den kommunistischen Rezepten zu handeln. 2llleit kommunistischen Zersplitterungsbestrebiingen zum' Trotz, wahren die Buchdrucker die Einheit ihres Verbandes. Und erst recht bei der jetzigen Lohnbewegung, die nur durch Geschlossenheit z>« Ende geführt werden kann. Pcrantwortlich für die Rrdattion: Fr«»,«lüh», Brrlin: An,«igen: Th.«l-Sc. Berlin. Berlaei: Borwiirls Brrlog G. in. b.£>., Brrli«. Druck: Borwärts Buch- druckerei und Pcrlagranflalt Paul Eiliger 6e En.. Berti» SB«8, Linilenflroße i!. Hierzu I Beilage. .Wittwocii,d.l3 3. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 66 20 Uhr Die fünf Wönsche Mittwoch, d.l 33. Stadt. Oper Bisrnarckstr. Turnus I 19 Uhr Staais-Oper Arn PI.d.Republ. R.-S.61 19'/, Uhr Staat). Schiller-1 Staatl. Sthauspti. an Ihütoiiiuuikt A.-V. 62 20 Uhr Ein hesserer Herr heater.Charltb. 20 Uhr O e d 1 p ii s av.uhr CASfNO-THEATER» Lothringer Stratte 37, Nur noch bis 13. März Hilometeriiebchen „Eine ungeliebte Frau» FürunsereLeser Ciutscbein für 1— t Pers. Fauteuil nur 1.15 OL. Sessel IBS M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang(LSO M. RelchshalleifTheater Sletltner Sänger Das neue Marz-Prooraram! „Moderne BOhnen-üröfien." Groieske Merze) e. emion. Anfang 8 Uhr, Stg. Nachm. 3 Uhr(halbe Preise.) 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Male; Uhr Die WelterfolgskomBdfe „Das grolle ABC* von Marcel Pagnol Reg: gBsf.HBnaim. H Premltremmtu. VolKsbUIute Tliiitsr gmBilevpialt 6 Uhr Krenzabnatiine TKtattr am smimnaonfamm 8 Uhr Dte Krankhen der Jugend Thalia- Theater 8 Uhr Oelrausch Staat!. Sdiilier-Di. 8 Uhr Oedipus siaatsoper im Plitz dir HiBBlIlk . Vit Uhr Carmen i»»»»»»»»»» Kitaaflerisehe Leltuns> ERIK CHARELL Set£ieie Auqusiui H tod Btrnamr und Wbtlwh Allred Braun flady Christians Trabte Lle.ke Stemfr. Arno Paal Moraraa Panl Weiter mcler Gnutev Matanrr £ustiqe lüilwe Mnriaane Wlnkelstern Iwucrflb| iaMtimas Brem»alfer/ Rui Smaar SaistlaalliTi| UdmaXiT iKtattuttr I,... Proiessor Fritzi Massary Max Bukes Ckchl Blleot W. Jonkahn H. Jnnkermana W. Sehaeffers BZ.rqaJta Sfilcr» FrUoo »MbtT Slrti iCamrtHalWTi Uftnf Verst."«'«1} Kleine Prelte] llloff Penk iduUJUtstul»| Die Komödie Bismarck 2414/7316 8'« Uhr, Ende lOU „Olympia" Spiel in 3 Akten. von Franz Molnar Regia Forster Carrinaca. Freitag, d. 15. März Vit Uhr Zum 1. Maie wann kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Kamnerspiele D.I. Norden I2 3I( S Uhr, Ende lO'.iUhr Zum letzten Male „Soeben entbieou" Komödie von Edouard Bourdek Regie: Forster Larrinasa. Mittwoch.d. 13.März Vit Uhr; Zum I. Male Die Ursache Schauspiel v Leonhard Frank Theater am SdUtlhaoerdamm. Norden 1141 u. 281. Täglich K'l, Uhi Krankheit der Jugend von Ferd. Bruckner Insz. Gust Härtung. Elisabeth Lcnnartx, Tborenburg. Kahnert, Dämmest, Andersen. Rappard u. DnscbQnsky. D. t. Norden 1231( 8 U. Ende geg. 10'/« Oie lästigen Veibsr von Wiodsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert R ose-Thsater jr.FrntfirterH.in 8". Uhr Der Obersteiger Earnowsky-Slhnen Thester in dtr Xöniggrltier StraS« Täglich 8t/4 Uhr Bevolte im Erzlehnngshous Komödienhaus Täglich 8 Uhr Die Drei-Grosdie!!- Cner Theater am Mollflndorfplab Täglich 8'« Uhi Das Bald auf der Straße Kleines Theater Täglich 8V« Uhr: Kurt Görtz, Valerie ▼. Martern Paul Otto in „Trio" Lustsp. t. Leo Lenz. Regie: Frfedmann- Fredcrldi. Lastspielbaas vV« Uhr witdecautlretaB GaidoTielseher Weekend Im Paradies 8<< Theater des Westens oenntoit ondi','<4 Ühr Oer größte Erfolg Berlin« Lrieöerike Musit von cehar Erika v. Thellmann Eduard Licktenstein Zlrnftedl, Limburg, Sora, Uhr Wunder dM tödlichen Himmel« Tag) außer Montags u. Mittu. Erwachs. I Mk.. Kinder SO Pf. Mi tw.: Er« achsenc 50 Pf. Kinder 25 Pf. znr Miete W50, Anshachersfr.l Elekl risdic Anlagen„ÜÄ.1,;,, I Zimmer 53.-, 2 Zimmer 65.-. 3 Zimmct 63.-. 4 Zimmir 100- M. einschl. Küche, Korr., Bad od Toilett. sow.Zählertafel u. Zähleranlage. Für Stelgeleitangen billigste Berechnung;. Kostenanschläge und Vertrete rbesuch unverbindlich. «.loh. Rcindke 4(0. e,.,ä Ter Udingndäft; Itnkilln Baren ond Werkstatt: SehSneberg Neukölln 4093 Nogafslr 39 Stephen 8270 Maxsiraße 6 Qas-, Wasser-, sanitäre Anlasen.— Klempnerei. 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Aber auch die Bewältigung dieser Strecke(Konstanti- nopel— Angoro— Kaisarie) ist eine sehr beachtliche Leistung, um sa beachtlicher, als die wochenlange Wanderung stets umer der glühenden Sonne 5kleinasiens und unter großen Entbehrungen ersolgte. Da der Autor Geldmittel nicht zur Verfügung hott«, lebt« er als Gast der türkischen Bevölkerung. In Kaisarie suchte er Arbeit, um sich Geld für die Bahnfahrt nach Bagdad zu sparen. Seine Er- sahrungen bei der Arbeitsuchende sind so interessant, daß wir sie der Oesfenttichteit unterbreiten. * Ilm 8 Uhr abends erreichte ich Kaisari«. Ich kehrte in ein billiges chotel ein und schlief schlecht i am anderen Tage hatte ich Fieber, das sich ober bald legte. Viel brauchte ich nun nicht überlegen, was ich tun würde. Man sagte mir, daß die Strecke nach Adona und weiter noch Kellen und Aleppo sehr schlecht sei, daß die Dörfer sehr weit voneinander«nt- fernt lägen, und es mir sicher noch übler gehen würde, als auf der Tour Angara— Kaisari«. An de» Körper höhere Anforderungen zu stellen, als Kraft und Fähigkeiten es gestatten, erschien mir widersinnig. Einige Zeit schlecht essen oder hungern, ist bedeutungslos, solange die Kraft bleibt, in der heißen Sonne strenge Tagesmärsche zu machen, aber loszumarschieren in dem Bewußtsein, diese Kraft zu verausgaben, ohne sie ersetzen zu können, wäre Wahnsinn gewesen. Ich beschloß, mir Arbeit zu suchen, um das Fohrgeld nach. Bagdad auf- zubringen. Die Möglichkeit dazu schien günstig, denn ich hörte schon am Abend meiner Ankunft, daß hier eine deutsche Gesell- s ch a f t eine große Flugzeugfabrik bau«. Ich ging hin und fragte um Arbeit als Tischler oder Zimmermann. Di« Auskunft war sehr schlecht:„150 deutsche Handwerker sind hier bis vor zwei Monaten beschäftigt gewesen, sitzen jetzt sämtlich in der Stadt und machen Schulden.' „Wie kommt das?' fragte ich. „Der größte Teil unserer Handwerker sind mit Kontrakt für zwei Jahre von Deutschland gekommen," erzählte der Ingenieur,„vor einem Jahr begann die Arbeit. Wir sind nur die Bauausführer, laut Vertrag hat die türkische Regierung monatlich das zur Deckung der Moterialkosten und Löhn« er- forderliche Geld zu zahlen. Vor fünf Monaten blieb das Geld . a u s. Wir arbeiteten und warteten auf das Geld drei Monate. Dann stellten unsere Handwerker die Arbeit ein. Bis heute ist noch lein Geld von Angoro gekommen." Ich lasse mich anwerben. Jetzt war noch eine Arbeitsmöglichkeit: der B a h n b a u Kai- fori«— S i vä s. Ich hörte, daß dort eine türkische Gesell- schalt mit drei europäischen Ingenieuren arbeitet:«in Belgier, ein Schweizer und ein Franzose. Vier Tag« ivartet« ich, bis einer der Herren in die Stadt kam, der Belgier. Er war sofort bereit, mir zu helfen: „Unsere Gesellschaft wird Sie einstellen mit Tageslohn von 3 Pfd. Kommen Sie morgen früh um b Uhr zu mir. da fährt ein Gespann hinaus auf Kilometer ch5. Werkzeuge haben wir." Ich wartete bis mittags 2 Uhr. dann fuhren wir hinaus. Mein Geld hatte ich inzwischen bis auf 25 Piaster ausgegeben. Ein Okka (1,282 Kilogramm) Kirschen und ein Stück Brot nahm ich als Pro- viant mit auf den Weg. Bis zur Dunkelheit kamen wir bis Kilo- meter 35, schliefen die Nacht auf den Steinen und kamen anderen Tags um 514 Uhr früh in Sultan-Han an. Die Arbeitsstelle war 214 Kilometer davon entfernt. Ich ging in den.Hau und trank ein Glas Tee. Als ich heraustrat, kamen mir zwei Männer ent- gegen: „Di; bist Deutscher?! Servus, Landsmann!" „Servus, Kollegen, was macht ihr hier?" '.Wir arbeiten auf Kilometer 42— 48 als Aufseher.' Um 6 Uhr beginnt unsere Arbeit." „Was verdient Ihr, Wie siehts hier überhaupt aus?" ."Zwei Pfund täglich. Die Ardeit begann vor 114 Monaten. Wir arbeiten aber erst seit zwei Wochen hier und wissen deshalb noch nicht so recht, wie es aussieht. Im Vorjahr mar es jedenfalls selir übel. Da hatte«ine belgische Gesellschaft die 192 Kilometer bis Eioas übernommen, machte aber noch Fertigstellung der 42 Kilo- meter bis Fussissan mit 36 000 Pfund Schulden bankrott. Uns be- zahlte man 114 Monat« Löhnung— 300 Pfd.— nicht aus. Auch die 600 Arbeiter wurden ungelöhnt aufs Pflnfler geworfen" „Na, und ihr?" „Wir ließen uns wachenlang hinhalten, saßen in Kaisarie ohne Arbeit und lebten von der Gutmütigkeit der Kreditgeber, Hoteliers und Gastwirte. Nach fünf Monaten wurden wir von unseren Glau- bigern wegen Nichtzahlung von 350 Pfd. Schulden verklagt und 35 Tage ins Gefängnis gesperrt. Dann holte uns- der belgische Ingenieur, ein Beteiligter an der verkrachten Gesellschaft, und ga- ro.ntierte für unsere Schulden, da er Angst vor der Gerichtsverhand- � lung hatte. Jetzt arbeiten wir hier, um Reisegeld zu sparen." „Nette Geschichte! lind wie stehts mit der Arbeitszeit?" [fi_ ß uht, mit 2 Stunden Mittag? pause für unsereins: die Ham'ale(Kuti) arbeiten, solange es hell ist, so um 13 Stunden für 60 Piaster bis 1 Pfd. den Tag." Lohntag, aber lein Lohn. Am I«. Juni fing ich an zu arbeften. Abends gingen wir drei nach Sultan-Han. kochten uns Reis oder Tee, qualmten ein paar Zigaretten und legten uns auf unsere Decken, die, wie fast in allen Dörfern, von Flöhen wimmelten. Man macht in den Ländern des Islams im allgemeinen am Freitag Ruhetag. Hier aber auf dem Bahnbau hatte die Woche sieben Arbeitstage. Es war schwer, in der Hitze intensiv zu arbeiten. Oesters mußte«in Arbeiter, vom Fieber niedergeworfen, abtransportiert werden. Die Bahn durchschnitt ein hügeliges Felsgelönde. Im Westen TfKjic in 40 Kilometer Entfernung ein Gebirgszug empor, von dem tm'miim fefeefe oam*"*9 wnieti�wtrtt konnte. Da vor lag ein Salzsee, dessen weiße Oberfläche in der Sonne glitzerte wie Eis. Am 1. Juli war Lohntag. Ich bekam eine Bescheinigung, daß ich 13 Tage gearbeitet hatte und 39 Pfund zu beanspruchen habe. In 12 Tagen wird das Geld gezahlt, sagte mir der Unternehmer. Anderen Tages mußte ich nach S a r i o l- H a n, zum Sta- tionsbau. Am 17 Juli fuhr ich nach Sultan-Han und forderte Zah- lung des Lohnes. Ende des Monats hieß es. Meine beiden Kollegen waren vor drei Tagen nach K a r a- Ii s s ü n als Aktordanten gegangen. An diesem Tage schrieb mir der Ober- ingenieur von Kilometer 65— 87; „Kommen Sie bitte sofort nach Kara-Ussün, es gibt hier Arbeit im Tunnel-, Stations- und Brückenbau. Zahle Ihnen unter Garantie alle 15 Tage Lohn. Täglich 3 Pfd." Ich forderte sofort von dem Akkordanten in Sariol-Han eine Bescheinigung über 17 Tage Arbeit— 51 Pfd. Er beschwor mich bei Allah und der Ehrbarkeit seiner Vergangenheit, daß der Lohn am 1. A u g u st gezahlt werde, Schreiben von Bescheini- gungen aber.ging« ihn nichts an. So ging ich ohne einen Piaster nach Kara-Ussün, baute eine Wohnbaracke in 12stündiger Arbeitszeit und bekam dafür am 1. August 2 Pfd. pro Tag ausbezahlt. Ich gebe die Arbeit auf... Meinen Kollegen gings noch schlechter. Die Gesellschaft lieferte keine Gleise und Wagonettes. Ein 90 Meter langes Ramble(Auf- wurf) aus Staubsand mußte mit Schubkarren aufgeworfen werden, was die Gesellschaft zu Beanstandungen veranlahte. Da wir erkannten, daß wir betrogen wurden, stellten wir die Arbeit ein und lagerten am 5kißel-Jrmak, einem Flüszchen bei Kara- Ussün, um ein paar Tage zu ruhen und zu bade». Leider entstand schon am zweiten Tage«in Streit unter meinen Kollegen, und am anderen Morgen war der eine spurlos verschwunden. So zerbrach eine Arbeitsgemeinschaft, die 114 Jahre gedauert hatte. Am 7. August gingen wir nach Sultan-Han. Hier sagte man mir, daß mir mein Lohn in Kaisarie ausgezahlt werde.?lm 10. August kamen wir dort an. Mein Kollege hatte keinen Piaster mehr: ich hatte noch 12 Pfd. Beim Unternehmer forderte ich meine 70 Pfd., der Unternehmer erklärte, er habe von der Regierung noch kein Geld bekommen: ich solle am 1. September wiederkommen und stehe wieder ohne einen Pfennig auf der Landstraße. Mir blieb nichts übrig, als mich an die Polizei zu wenden. Die verwies mich an den Bürgermeister und der ans Gericht. Darüber rnren wieder 5 Tage verstrichen. Auf dem Gericht hieß es: „Reichen Sie die Zlnklageschrift in türkischer Sprache ein, zahlen Sie 214 Pfund Schreibgebühren, warten Sie alsdann 15 Tag« und wenn der Herr feine Schulden dann nicht bezahlt, wird er 91 Tage ins Gefängnis gesteckt." In meiner Not ging ich zum deutschen Konsulat: Ein Achselzucken.„Das ist eine Privatsache, mein Herr, die das Konsulat nichts angeht!" Noch einmal schaute ich nur die alte Römerstadt mit den großen Festungsmauern an, die Straßen, durch die täglich Kamel, karawanen ziehen, den Bazar, wo handgewebte Tcppiche feilgeboten werden und tausend anderes. In der Ferne leuchtete die schnee- bedeckte Spitze des Erdschijas, an dessen Fuß die 1092 Meter hoch gelegene Stadt sich breitet. Vorüber. Mit meinem letzten Geld« bezahlte ich das Hotel und stand wieder als Wanderer aus der staubigen Landstraße. Ein Werkstudent beim Tunnelbau Die Mittel zum Studium reichten nicht mehr aus. Irgend etwas mußte geschehen, oder meine Zukunftspläne scheiterten. Zu- nächst versuchte ich es mit Schriftstellern. Aber die Einnahmen waren zu spärlich. Hier konnte nur planmäßige Werkarbeit Helsen. So ließ ich mich nach Semesterschluß als Tunnelarbeiter anstellen. In der Nähe meiner Unioersiiätsstadt wurde für eine neue Bahnlinie ein großer Tunnel gebaut. Der Oberhauer, an den ich mich wandte, war anfangs gar nicht gewillt, mich einzustellen. Ich war bloß und körperlich nicht sehr kräftig und heshalb anscheinend der anstrengenden Ilntertngarbeit nicht gewachsen. Erst nach langem Bitten war der Oberhauer zu bewegen, einen Versuch mit mir zu machen, lim acht Uhr abends konnte ich zur Nachtschicht antreten. (Zrste Einfahrt. Hätte ich gewußt, welch harte Wochen mir bevorstanden, so wäre ich am Abend wohl kaum in froher Stimmung, vielleicht auch überhaupt nicht zur Arbeit erschienen. Aber jetzt war keine Zeit mehr zu langem Ueberlegen; ich wurde mit Pickel, Schaufel und einer Grubenlampe ausgerüstet und betrot mit etwa 40 anderen Arbeitern den Förderstollen, der damals 200 Meter weit horizontal in schnurgerader Richtung in den Berg hineinführte. Der Stollen bot nur eben Raum für die Geleise der Förderbahn und einen schmalen, seitlichen Laufgang. Decke und Wände waren mit starkem Grubenholz gegen den Gebirgsdruck abgestützt: zwischendurch trat dos Gestein hervor, Sondsteine aller Schattierungen, von einzelnen Tonbändern durchsetzt. Immer weiter tasteten wir uns beim Schein der Grubenlampen nach vorne. In gewissen Abständen zeigten sich in der Decke große Löcher, aus denen von unsichtbaren Händen Gesteinsmaterial in die darunterftehenden Förderwagen geschaufelt wurde. Hier hieß es aufpassen, dcch man beim Vorbeigehen nicht von herabstürzenden Brocken getrosten wurde. Je näher wir dem Ende des Stollens kamen, desto stärker wurde ein eigentümliches Brausen. Es war das Geräusch der Preß- luftbohrer, die ganz hinten im Stollen von einigen. Arbeitern bedient wurden, um die Bohrlöcher für die nächsten Sprengungen her- zustellen: wir waren hier am innersten Punkt des Tunnels an- gelangt, wo die Auszimmerung nach fehlte und Sand und kleine Steine hcrabricselten. Eine Verständigung war bei dem Höllenlärm der Prehlustbohrer ganz unmöglich. Wir kehrten um und begaben uns ins erste Drittel des Stollens zurück, wo eine schmale Leiter in die zweite Etage, den Firststollen hinaufführte. Ein mächtiges Gewölbe tot sich auf, allent- halben gestützt von riesigen, übermannsstarken Baumstämmen. Mineure waren an der'Arbeit und paßten Riisthölzer ein, wo die letzte Sprengung neuen Raum geschaffen hatte. Wir standen un- mittelbar unter der Decke des späteren Tunnels: allmählich sollte die Sohle des Firststollens tiefergelegt werden, bis sie schließlich mit der des genau darunter verlaufenden Förderstollens zusammensiel und der Tunnel seine endgültigen Ausmaße erreicht hatte. Wohl ein Dutzend Arbeiter waren an den Bohrern tätig, andere standen an den Löchern und schütteten Berge von Schutt in die Förder- wogen, die wir unten passiert hatten. Die Lust war erstickend heiß und roch nach dem Azetylen der Grubenlampen und dem noch nicht völlig abgezogenen Pulverdampf der letzten Sprengungen. Werde ich durchhalten? Das mar also die Welt, in der ich nun auf lange Wochen hinaus Tag für Tag acht Stunden tötig fein sollte. Würde ich mich in sie einleben, würde ich den mir ganz ungewohnten Strapazen gewachsen sein? Eine neue Welt hatte sich mir aufgetan, so- ganz verschieden von ollem, was mir von meiner induftrie- und bergbauqrmcn Heimat vertraut war. Jetzt galt es, sich in den neuen Rhythmus einzufügen und Hand anzulegen an das Werk, das im Entstehen war. Da ich über teinerlei handwerkliche Fertigkeiten verfügte, konnte ich nur als ungelernter'Arbeiter Verwendung finden. So bestand meine Tä.ig- keit im Beladen der Förderwoge», indem ich einfach den tauj) cm» fec Soges m SöC Wag« jpaaidjgachM. im war eine einförmige und besonders im Ansang ermüdende Arbeit, die ich viele Wochen lang mit noch einem Arbeitskameraden aus- führte. Der mochte einst auch bessere Tage gesehen haben, denn ihn strengte die Arbeit eigentlich noch mehr an als mich, obwohl er schon länger hier unten tätig war. Wie wir der Oberhauer später erklärte, war es ein Ingenieur." Irgendeine unglückselige Tat hotte ihn aus feiner Bahn geworfen»nd nach langer Arbeitslosigkeit hätre er schließlich die Stellung als Erdarbeiter gefunden. Eine Unterhaltung mit ihm zu führen, war nicht möglich, so- lange die Bohrer arbeiteten. Ueberhaupt diese Preßluftbohrer! Sie haben mir die Arbeit im Stollen anfangs sauer gemacht. Nach der ersten Schicht glaubte ich verrückt zu werden. Ich war todmüde, aber an Schlaf war nicht zu denken. Unablässig, arbeiteten die Bohrer in meinem Gehirn, kreischten und heulten, als' wollten sie mir den Schädel zermalmen. Erst allmählich gewöhnte ich mich an die ständigen Erschütterungen des Trommelfells und achtete schließlich kaum inichr darauf. Interessant und willkommen waren immer die S p r e n g u n» gen, die für uns gleichbedeutend mit Schichtschluß waren. Wenn die Bohrlöcher die erforderliche Tiefe von etwa 1,5 Meter erreicht hatten, erschien der Schießmeister mit den Patronen, von denen jeweils 4 bis 5 in ein Loch eingebracht wurden: dann wurden die Zündschnüre angebromü und wir verließen rasch den Tunnel. Gewöhnlich ging schon nach vier Minuten das erste dumpfe Erzittern durch den Berg, dann folgten sich die Detonationen Schlag auf Schlag, von uns sorgfältig gezählt, um etwaige„Blindgänger" festzustellen. Braune Rauchschwaden strömten bald aus der Tunnel- öffnung hervor, die bis zum Antreten der nächsten Schicht von der Tag und Nacht arbeitenden Ventilation abgcfogcn wurden. Bei den Mineuren. Die Sprengungen lieferten das Material, das jeweils von der folgenden Schicht aufzuarbeiten war. Gegenseitig suchten wir uns in der Förderleistung zu überbieten und eine möglichst große Zahl vollbelodener Förderwage» zu erreichen. Später war ich allerdings an diesem Wettbewerb nicht mehr beteiligt: ich wurde den Mineuren als Helfer bei der Auszimmerung zugeteilt und hatte nun eine wesentlich vielseitigere Arbeit zu verrichten. Diese Mineure waren eigenartige Gestalten. Niemals hätte ich erwartet, so interessante Menschen unter Tag zu finden. Dank ihrer hervorragenden Fachkenntnisse hatten sie bei berühmten Tunnel- bauten des Kontinents mitgewirkt und waren so durch ganz Europa gekommen. Die meisten beherrschten mehrere Sprachen und ver- fügten in anderen wenigstens über ein paar Flüche. Das unstete Wanderleben ist diesen Menschen Schicksal: sie haben keine Heimat. Längstens einige- Jahre finden sie bei großen Tunnelbauten Be- schäftigung, dann heißt es weiterziehen, wo sich gerade Arbeit bietet. Das große Gefahrenmoment— Einstürze, Fehltritte im Firststollen, umkippende Förderwagen usw.—, mit dem alle berufsmäßigen Tunnelarbeitcr Zeit ihres Lebens zu rechnen haben, hat bei vielen eine gewisse Resignation auskommen lassen: sie leben für die Gegen- wart, ohne viel Sorgen um die Zukunft. Manch einer verspiel!«.�- am Sonntag seinen ganzen Wochenoerdienst beim Siebzehn-und-vier. Aber trotz mancherlei Schwächen habe ich diese Menschen lieb- � gewonnen und noch anfänglicher Zurückhaltung hoben mir auch olle t in hohem Maße ihr Vertrauen geschenkt. Längst Hobe ich Pickel und Schaufel wieder mit der Feder ver- tauscht und meine Studicnarbeiten fortgesetzt. Drei Monat« hatte ich unter Tage gearbeftet, meine Hände waren breit und schwielig geworden und meine Muskeln haben sich gestrafft. Und ich bin stolz auf meine Arbeit in diesem Berg. Sic hat mir Ein- drücke vermittelt, dir mir die Universität nie hätte bieten können und mich in einen Kreis von Menschen geführt/ dem das Leben in ganz besonderem Maße ein ununterbrochener, harter Kamps ist. Nie werde ich den Augenblick vergessen, wo sie nach einem letzten Händedruck schicksalgebnnden, Irrlichtern gleich mit ihren Gruben- lämpchen in dem finsteren Loch in der Bergwand verschwanden, während ich mich der Welt zuwandte, die ihnen mir eine Hoff« JMMfcg Wert», Ä SßHW i/tv? c/px- MnrJmri A Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. von cterrtüjoffon-ßcu Zeic/ununge/'Z- won, Acloff Lehnert (23. Fortsetzung.) Sic mutzten werten, tagein togous hielt dos Eis die schisse fest, und die Walsängerboote brachten zwei neue Wale ein. Wieder gab es Abspecken und Fangsest. Es war ein interessanter Anblick sur die Kanadier. Es waren junge Wissenschaftler und einzelne Touristen mit an Bord. Das Leben unter den Eskimos, die Vögel und die Natur, das olles war so herrlich, daß die Fremden meinten. hier im Norden das Paradies gefunden zu hoben. Aber olles kamr sich ändern, südliche Winde kamen und das Eistrciben begann. In einer Nacht sammelte sich so viel an, datz vom Schisfsmast aus kein offenes Wasser zu sichten war. Der Wind war nicht stark, er zerschlug nicht das feste Eis, aber er wehte weiter aus Süden, und das Eis trieb immer mehr herein. Die drei Schisse sahen keine Möglichkeit, es zu forcieren: sie bleiben einen Monat, ja säst zwei liegen, ohne datz eine Veränderung zu sehen war. Bald kannten die Fremden die Umgebung. Der Chef gab den Walfängern recht, datz Tajarnok sich nicht für eine Station eignete. Täglich späht« er noch Nordwind aus, der den Weg nach Süden öffnen sollte. Sie jagten Renntiere an Land und schössen überoll. An der Küste besuchten sie die Zelte der Eskimos, und die beiden, die englisch sprachen, hatten große Zeiten. Joe hatte direkt Dienit auf dem neuen Schiffe genommen, Arola hielt zu den Walsängern: beide hatten genug zu tun und bildeten sich nicht wenig auf die Rolle ein, die sie spielten, fühlten sich hoch über die anderen Eskimos erhoben. Datz es ihre Landsleute waren, hatten sie ganz vergessen. Eines Tages kam Joe mit einer mächtigen Mütze an Land. Der Schirm umgab den Kopf nach allen Seiten, und dazu hatte er Zeug wie dos der tveitzen Männer mit blanken Knöpsen und engen Hosen. Er mutzte seine neue feine Kleidung zeigen und kam auch, um seine Familie, das Zelt, seine Hunde. und sein ganzes Eigentum an Bord zu holen. Er hatte nämlich dem Chef eingeredet, daß es am besten sei, wenn sie gleich an Bord kämen, da das Eis jederzeit ohne Ankündigung aufbrechen konnte. Jetzt hatten die Menschen viel zu reden. Es war klar, datz Joe ein sehr großer Mann war. Sie wurden nicht müde das zu er- örtern, bis noch wichtiger« Dinge geschahen. Eine Familie kam zum Wohnplatz gewandert. Weit, weit aus dem Norden kam sie, schmutzig und zerfetzt, mit Lasten beladen, in merkwürdigen Sommertrachten, ausrangierten Kleidern oon anderen. Es war wirtlich nichts, das man zeigen konnte, wenn man an neue Plätze kam. Es mutzten schon gewichtige Gründe sein, die sie her- führten, aber keiner sagte etwas. Man mutzt« die Neugier richtig auskosten. „Kommt ihr?" wurde gefraas.„Wo kommt ihr her? Wollt ihr euch hier niederlassen?" „Wir machten nur einen kleinen Weg," antwortete der Mann. „Ich bin ein so schlechter Mann, wenn es gilt, meine Familie zu versorgen. Ich folgte den Rcnntieren. und als wir herkamen und sahen, datz Schiffe da waren, wollten wir sie sehen, damit die Kinder ein wenig Vergnügen hätten." „Alle wußten, datz das Lüge war. Alle merlten, datz diese �Menschen kamen, um wichtig« Neuigkeiten zu melden. Wer wanderte sonst zu dieser Jahreszeit durch das Land? Die Felle waren jetzt gut, und man konnte sich im Land« viele gute Handelsfelle und viel Fleisch für den Winter verschaffen. Aber die Leute fragten nicht, sie blieben sitzen und sprachen oon allem Möglichen, und die Fremden wurden gut bewirtet. Alle baten sie in ihre Zelte, um ihnen etwas Gutes vorzusetzen. Datz sie mit Neuigkeiten geladen waren, hatte man oerstanden, und es mutzte herrlich sein, der zu sein, in dessen Zelt die Neugier befriedigt wurde. Sie platzten schon beinahe alle. Der neue Mann war sicher, daß alle darauf warteten, neues oon ihm zu hören. Er begann, sich vorsichtig vorzufühlen, ob man es für möglich hielte, datz er eine Büchse auf den Schiffen bekäme, denn im Norden fehlte es an Büchsen. „Ja. man kann Büchsen hier bekommen," laurete die Antwort, und alle lachten.„Ihr mit euren Bogen und Pfeilen entbehrt sie wohl täglich? Ach. ich sehne mich darnach, wieder einmal«inen Bogenstrang zu strafsen. es ist lange her, daß ich dos getan habe. Aber hast du Mola nicht gesehen? Er zog mit zwei Büchsen nordwärts." „Möglichenueise ist der Fall eingetroffen, datz ich Mala er- blickte," antwortet« der Mann.„Als ich aber seinen Wohnplatz ver- ließ, war seine«ine Büchse eistzwei." Ach, jetzt kam es. Alle spitzten die Ohren. Eine Büchse, die er eben erst erworben hatte? Sie war vielleicht gespannt, als man mit ihr schoß, ohne zu wissen, wie Schutzwaffen zu behandeln sind? Oder war sie auf ander« Weise zu Schaden gekommen? Hier kam etwas wie ein« Sensation. Vielleicht war der Mann gekommen, um das mitzuteilen? Vielleicht war er nur ausgesandt, um ein anderes Gewehr zu beschaffen. Aber der Mann sah still und ruhig tut, sprall) ganz leise, er hatte noch mehr zu erzählen. „Ach nein, Taparte bekam Zorn in seinen Leib und zerschlug die Büchse, die Orsokldok benutzt«. Es war wenige Tage, ehe er getötet wurde." „Was, Taparte getötet?" Er hatte Verwandte unter den Anwesenden. Die fuhren aus und griffen sich, als Zeichen starler Erregung, an die Nase. „Taparte getötet, Hat Mala ihn getötet, oder wer erschlug ihn? Erzähle, ach, laß doch hören." Alle Neugier war erwacht. Warum verheimlichen, datz man vor Sehnsucht nach Neuigleiten brannte? Aber der Mann hott« noch eine ganze Ladung von Heber- raschungen. ,La, Taparte wurde getötet. Er wurde eigentlich mehr ver- stünimelt als die andern, die starben, die sahen nicht so unheimlich aus wie Taparte." „Die andern?" rief man.„Erzähle! Mehrere? Erzähle, wie ist es geschehen?" „Ja, es sind mehrere: die großen Menschen im Norden sind gewaltsam- und oft fürchterlich. Ein Mann wünscht eine Frau, und andere verteidigen die ihre. Wir waren im Sommer im Norden, ober wir begaben uns auf eine klein« Reise und kamen bierher." Welch ein Glück der Manu mit seinen Neuigkeiten hatte. Noch nie hatte er soviel Aufmerksamkeit um sich gesammeil,. Er berichtete olles, mos geschehen war. Nichts wurde oergesien. Eine ganze Nacht verging mit Fragen und Zlntworten. Joe war an Land gewesen und hotte alles gehört. Am nächsten Morgen eilte er zu den Schiffen und erzählte dem Chef, was im Norden geschehen war. Der Polizeiinspcktor wuchs. Hier gab es etwas für ihn zu berichten. Ja, hier brauchte man wirklich eine Polizeistation. Ord- nung mutzte sein, und diese Eskimos sollten sich das Töten abge- wöhnen. Mit einer solchen Sache heimzukommen, war schon an sich ein Glück Er wurde eine wichtig« Persönlichkeit in den Reihen der Polizei. Das Avancement war ihm sicher: zuerst aber hieß es alles aufklären, und ein Konstabler wurde zu den beiden Wol» fängerkapitanen geschickt mit dem offiziellen Ersuchen, sich um elf Uhr vormittags auf dem Polizeischiff einzufinden, um Erklärungen abzugeben. Die beiden Schiffer kamen. Der Polizeiinspektor saß am Ende des Tisches. Der Kapitän des Jnspektionsschiffes und der Sergeant saßen als Zeugen daneben, und die drei Konstabler standen stramm hinter ihren Stühlen. Der Inspektor liebte es, einen Apparat in Bewegung zu setzen und sich als Staatsbeamter zu zeigen. „Herr Kapitän," begann er,„es ist mir mitgeteilk worden, daß im Frühling hier eine Frau namens Iva getötet wurde. Es ist sehr unrecht, daß sie das nicht freiwillig berichtet haben. Ich verlange eine Erklärung bezüglich des Falles und mache Sie darauf auf» merkfam, datz Sic bereit sein müssen, Ihre Aussage zu beeiden." Die beiden Kapitäne stutzten. War es soweit gekommen, datz man über, jeden Eskimo Bericht erstatten mußte? Ihnen wurde nicht einmal Platz geboten. Der alt« Schiffer wagte kaum, einen Fluch über die Lippen zu bringen. Er war von dem Augenblick überwältigt, teils aus Wut, weil er diesem Hampelmann gehorchen mußte, teils auch aus Aerger, auf der Polizei zu fein, die er über olles auf Erden haßte. Es geschah fast alljährlich, wenn sie vom Walfang heimkamen, daß ein Matrose, den er ein wenig zu hart geschlagen hatte, zur Polizei ging und klagte. Dann inuhte er immer fünfzehn bis zwanzig Dollar Strafe bezahlen. Es war nicht eigentlich das Geld, das bezahlte ja die Reederei, aber cs ärgerte ihn stets, den Matrosen mit einem Rechtsanwalt das große Wort reden zu hören, ohne ihm die Faust in die Visage pflanzen zu dürfen. Der alte Walsänger war ein braver Mann, gutmütig oon Natur, aber ein Seemann alten Schlages, der am liebsten alles sofort und ohne Dermittller ordnete. Nun war aliso die Polizei auch hierhergekommen. Nun ja. Man mußte sich auch darein finden, und nun wurde der ganze Unglücksfall mit Iva erklärt. Vorgelesen und genehmigt. Das Protokoll wurde aufgenommen, und es endete damit, datz beide vereidigt wurden. Der Inspektor hielt eine Mahn- red«. Es war aufgedeckt worden, daß der alte Kapitän ein Ver- hällnis mit Iva gehabt hatte, und er konnte nicht einmal auf den Tisch schlagen und„halt's Maul, kümmern Sie sich um Ihr« eigenen Sachen!" rufen, oder was sonst ein alter Kapitän zu setzen pflegt, wenn er viele Jahre long Alleinherrscher auf seinem Schiff ge- wesen ist. Der Inspektor genoß dt« Situation.„Eine PafrmiiHc soll Jm Winter den Mörder Mala holen, damit er verurteilt und zum abschreckenden Beispiel für seine Landsleut« bestrast wird." Der Sergeant, John Make, sollte im Lande bleiben und Mala sangen. Die Tage oergingen mit langen Instruktionen und Plänen von Schlittcnexpedttionen für den Winter. Joe wurde zur Beratung hinzugezogen und fühlle seine Bedeutung wachsen Mala sollte geholt werden. Joe verstand, datz er wie ein Hund gebunden iverden sollte, und wenn die Herren der weißen Männer vo» seinen Mordtaten gehört hatten, würde der große weiße Herr befehlen, daß Mala gehängt werden sollte wie ein Hund. Ach. vieles würde geschehen, nachdem die weißen Männer ins Land gekommen waren und sich hier niederlassen wollten. Es war gut für Joe, datz er Gemeinschaft mit ihnen gemacht hatte. Die Menschen waren immer noch in ihren Zelten auf dem Strande. Sie hörten alles, was bei den Schissen geschah. Viele der Männer befanden sich auf Walfang. Sie konnten nickst fort ziehen, solange die Schiffe dalagen, und einige von ihnen hatten erfahren, datz der Kapitän sie mitnehmen wollte, wenn sie in See stachen, um einig« Monate, bis sie volle Ladung hatten, ihre Ar- beitskraft zu gebrauchen. Dann sollten sie mit Geschenken und Be- .Zahlung für ihre Hilfe an Land gesetzt werden. Hier hatten sie es herrlich und litten keine Not. Leider dachton sie nicht daran, datz auf den Sommer ein Winter folgt, und datz ihre Kleider durch die Arbeit in Booten und Schiffen sich mehr abnutzten, als wenn sie täglich auf Fang gegangen wären. Jagd verbrauchte die Hosen nicht so sehr, jetzt aber hotten sie fast keinen Sitzboden mehr, weil sie immer daraus saßen. Ueber Leben und Festen hier vergaßen sie alles, versäumten, während noch Sommer war, ins Land zu ziehen und sich neu« Äkeiderfelle zu verschaffen. Sie saßen nur mit ihrem Keks und ihrem Tee, mit Zucker und Tabak da, was ihnen alles eine Notwendigkeit geworden war. Nur Joe war eine feste An- stellimg bei der Polizei versprochen worden, aber das war auch eine strahlende Zukunft: man sah ihn stets in der abgelegten Uniform. Putertolik nannte man diese merkwürdigen Leute, weil sie Streifen an den Hosen trugen. Sie hatten erklärt, daß sie nie aus Fang gingen und nur herausgekommen waren, um die Menschen zu bewachen. Wie merkwürdig konnten weiße Männer dach sein! Die Walfänger, die verstand man, die brachten viel Speck und Barten und Fleisch ins Land, wovon man soviel abschneiden mochte, wie man wollte. Aber diese hier, die nicht sangen wollten, waren rätselhaft. Die große Mystik machte sie anziehend. Man hatte schon längst erfahren, datz sie ein großes 5)aus im Süden baue» wollten, und die meisten beschlossen, dort hinzuziehen. In der Nähe der weißen Männer war es immer gut. Der Inspektor schrieb lange Berichte. Die Menschen, die Zeugen der Morde gewesen waren, wurden an Bord geholt und crmahnt, die Wahrheit zu sprechen, was sie völlig verwirrte, da sie unter solchen Derhällnissen kein« Lügen zu sprechen wußten. Aber der Inspektor hatte schon viele, viele Seiten geschrieben, und er war recht zufrieden. Endlich gab es wieder Nordwind, und man erblickte offenes Master am Horizont. Es kam mit jedem Tage näher, und eines Nachts erwachte der Inspektor durch das Tuten der Dompspfeife. Ein paar junge Wissenschaftler sollten schnell an Bord kommen, denn binnen kurzem ging es fort. Alle kamen an Deck, um zu sehen: aber es war eigentlich nicht viel zu sehen. Das Eis hatte angefangen hinauszujchwimmen, und die Walsängerschiffe, auf denen fett langein alles klar gewesen war, lichteten die Anker. Im Laufe weniger Stunden lösten stch die Eismasten, und die Fahrt konnte beginnen. Zuerst ging cs ein wenig mühsam, der Spalt war schmal: ollmählich aber, als man weiter hinaus kam, zerstreute sich das Eis immer mehr und bald war man auf offenem Meer mit leichter Nordbrise. Ein Segel nach dem anderen wurde gesetzt, die Schiffe tanzten förmlich die Straße hinab und liehen die Berge hinter sich, die man den ganzen Winter vor Augen gehabt hatte. (Fortsetzung folgt.) Rät seh Ecke des„Abend". Spiralenkreuzworträtsel. Geographisches Rätsel. ______ u > I I . j.—>.. W a g e r echt: 1. Italien. Fluh: 3. Erdformation; 4. Blume; 6. norddeutsche Stadt: 7. Tischgerät: 9. Figur aus 1001 Nacht; 10. Stadt in Thüringen: 12. männl. Vorname: 13. Kampfflieger.— Senkrecht: 2. abgekürzter Mädchenname: 3. Narr: 3. moralicher Begrisn 6. Naturerscheinung: 8. Asiate: 9. musiktechn. Ausdruck; 11. moderner Wiener Professor: 12. italienische Landschaft.' Silbenrätsel. Aus den Silben a ba be bee dein der drei del fr et erd go Haupt hir ho im ka k« knöpf let lien lip lüb na nou ne o po post raub re rei ri ro ro so san se se sel sen sen sen ten to vo weiß*ett sind 16 Worte zu bilden, deren letzte und erste Buchstaben von oben nach unten gelesen ein jüdisches Sprichwort ergeben. Die Worte bedeuten: 1. Geometrische Figur, 2. Zweig der La nS Wirtschaft, 3. Gesichtsknochen, jt. Gebrauches egenstond des Herrn, 5. Kurort in der Schwei.!, 6. Stadt in der Mark, 7. Stakst tn der Schweiz» 8. Gartenfrucht, 9. Oper von Richard Strauß, 10. Verbrecher, 11. Oper von Verdi, 12. führende Persönlichkeit, 13 Blasinstrument, 14. einfaches Gericht, 15. Alpenblume, 16. Gesangsstück. Versrätsel. Wa» ist'»? Nennst zweimal du den gleichen Laut, Hast du ein sellsam Wort gebaut; Hast du ein traurig Haus genannt, Von dem die Freud« stets verdannt. Wer dorten wohnt, der tut's gezwungen, Dort wird kein mstig Lied gesungen, Soll's einmal einen Glücklichen fassen. Ist er bereit, es zu verlassen. ep. Mitte wagerecht und senkrecht gleichlautend: der Name einer deutschen Stadt. Wagerecht: 1. �russische Stadt; 2. italienische«stadt; 3. griechische Stadl; 4. sächsische otadt; 5. deutsche Stadt: 6. württem- l'ergische Stadt: 7. russisch-polnischc Stadt: 8. schweizerischer Kanta»; 9. t-tadl aus Java.* (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus vorigir Nummer. Kreuzworträtsel. Wagerecht: 1. Arg; 4. Herodot: 5. IIa: 7 Hades: 8. Le«! tT le: 12. Ära: 14. Volk: 16. Aster: 19. dos: 20. Base: 21. Hemer; Ä. el: 23. Abtei: 24. Flur: 25. Rum: 27. Wikke. 30. Null: 31. See: 33. Tal: 34. fatal: 37. Senegal: 38. Fez: 39. Euch.— Senkrecht: 1. ah: 2. Reh: 3. Gral; 5. Idee: 6. Los: 9. Oder; 10. Lava: 11. Eros: 13. Altertum; 15. Keller; 17. Nase: 18. Jser; 19. Damaskus: 20, Berlin: 26. Blut; 28. Klee: 29. Elen: 32. Rate; 33 Tanz: 34. Fee; 35. Lage; 36. lau. Geographisches Rätsel: Damaskus, Albanien. Sachsen, Rhone, Elba, Zrkutsk, Ehimborazu, Detroit, Elbe, Rangun, Mani- hikt, Innsbruck, Tripolis. Tiber, Eriese«.—„Das Reich der Mitte". U m st« l l r ö t I e l: Zuno, Ulster, Note, Gera, Grab, Eber, Wanze, Oper. Himmel. Nobel. Tugend, Abel, Lotte, Teckel. Glocke, Else, Tonne, Angel. Nadel.—„Jung gewohnt, alt getan!" Silbenrätsel: l. Wvede: 2. Erhöhung: 3. Religio«: 4. Saturn: 5. Zmbws; 6. Ehalcha; 7. Niederlande: 8. Ztlnerariutn; 9. Ehabostt; 10. Tetanie; 11. Seine; 12. Emmaus; 13. Lama: 14. Biene; 15. Sergeant; 16. Tokio: 17. Banane; 18. Eleonore; 19. Fachingen i 20. Intendant.— Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht. Doppelsiknig: Lappen, UflJOr/ünolc//Wsl Das Polizei-Hallensporifest. Ein großer Erfolg----- Ucbcriüllte Tribünen. Der Berliner Polizeisportoerein, der für das gestrige 4 Hallcnsportfcst im Berliner Sportpalost als Veranstalter zeichnete, kann mit seinem Crjolg zufrieden sein. Der Sportpalast war bis aus den letzten Platz gefüllt, die Gäste hatten nichts zu bereuen. Bei dem vielleicht etwas allzu reichen Programm mußte jeder auf feine Kosten kommen. Die verschiedenen Vorführungen hinterließen aus- nahmslos einen guten Eindruck, man erkannte so recht, wie vielseitig die Ausbildung unserer Polizei ist. Unter den ersten Darbietungen mochten die Vorführungen von 40 Hunden der„Abteilung für Polizei- und Schutzhunde" besonders viel Freude. Aus den leichiathletijchen Ergebnissen ist zuerst das Hürde nlausen zu erwähnen, das Troßbach leicht gegen Köster und Werkmeister gewann. Im Sprinterdrei- kämpf siegte Lämmer?» der in Becker(Stendal) und Kurz nicht viel zu schlagen hatte. Das Il> 00- Meter-Laufen sicherte sich Dr. Peltzcr in 2:34 gegen den Zehlendorfer Müller und den Hamburger Boltze überlegen. Schoemann hatte hier anfangs ge- führt, gab aber, als er von Peltzer von der Spitze verdrängt war, noch vor der Hälfte des Rennens auf. Einen der Höhepunkte des Abends bildete der Start von Hirschfeld im Kugelstoßen. Der Ostpreuße siegte überlegen, er brachte die Leistung von 14,82 Meter -u sammen. Zweiter wurde der Fürther Uebler. Die Große Staffel über Jlmal 2 Runden siel an den SE. Eharlottenburg vor dem Polizeisportoerein. Sehr interessant verlief dos Handball- t u r n i e r. Siemens siegte im Endkamps gegen den Spandauer Polizeihandballklub mit 8: 3 Toren. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man u. a. den Landtags- Präsidenten Bartels, Poizeipräsidenten Z ö r g i e b e l, Polizei- Vizepräsident Dr. Weiß, den Potsdamer Polizeipräsidenten von Z i tz e w i tz, Staatssekretär A b c g g und den Berliner Obcrbrand- dircktor G e m p p. Ctqtlmiffc t mal 2 SunJwnfioiftI für J.(Stupve Bklt J:38,3: 2. Krupp« Witte. Za»»i«he»: Gruppe Stidost schlcot Gruppe Ä«st in mki von!>r?i Gängen. M Weier Hürden: I. Traßdoch(ÄSC.) 8,5; 2. ttästrr iSc9. Lichterseide) 8,7. Tprintrrdrcitnmps. 1. Lauf, W Meter: 1. Lämmer» (CfdEnlniM) 7 Sei.; 2. Becker t Stendal t, eineinhalb Bieter zurück.— 1. Sauf, fi j Meter: 1. Lammers 7 Sei.; 2. Sur., 1 Meter ,urück.— 3. Lauf, 60 Meter: 1. Lämmer, 7 Sc?.; 2. Sur,. Gelamt, 1. Sampiers 15 Punkte; 2. Sur, II Punkte. Ainderaieftaffel für P>>li,c>aruppen, S mal 1 Runde: 1. Gruppe tZar» 1:46,9; 2. Gruppe Südost. Hinderaislant für P-li�ibeamle. 2 Runde»; I Bunge(SchiBfrin) 1:134; 2. Görlich(Leipzig). Zußball-rftaffel. 11 mal eine Runde: l. Polizeifportperrin Berlin 3:40; 2. Spandauer Sportperein .1:43,8. Idttfl Meter: I. Dr. Pel�er(Stettin) 2:34: Z.(Z. Müller(Zehlcndort) Ii Meier zurück. Sugelft-tzea: l. Hirfchfetd I Lllenftcin) 14.82 Meter; 2. Uebler iZürth) 13.58 Meter. Graß« Stall«! über 20 mal zmei Runden: 1. Sportklub ckharlottenburg: 2. Polizeifportverein. Kaaddall: Siemen» schlägt Deutscher Sondbalöllud 2:1: Spondaucr Polizkihandballllub schlägt Polizeisportoerein 21. ckndspiel: Siemen» schlägt Landauer PolizeiherndbolMub 8:5. Dreier-Rad- balllpiel: Germania Eharlottenburg— Soneordia M t.2. 103 Meter in der Sekunde. Phaniastiscfaer Automobilrekord Scgraves. Gleich auf Anhieb ist dem bekannten englischen Automobilrenn- fahr« Major Segrave der große Wurf gelungen, einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord aufzustellen, obwohl diesmal die Bedingungen lange nicht so günstig waren als vor zwei Jahren. Mit seinem„Goldenen Pfeil", wie er den in England ganz im ge- Heimen gebauten, mit Fluggeugmotoren ausgerüsteten, überdimen- sionierten Rennwagen getauft hat, erreichte Segrave am Strande von Dayton Beach in Florida über die englische Meile die phan- tastische Geschwindigkeit von37(IStundenkilometer. Nach fiiegeichem Swrt fuhr er gegen den Wind und durch- rast« die englische Meile in IS»/.« Sekunden, während«r für die Rückfahrt mit dem Wind merkwürdigerweise zwei Hundertstel Se- tunden mehr benötigte. Die aus beiden Fahrten errechnet« Durch- ichnittsgefchwnÄiigkeit betrug rund 371,750 Stundenkilometer, d. h. der Wagen legt« in der Sekunde 103 Meter zurück. Major Segrave ist nunmehr zweifacher Weltrekordinhaber, denn bereits am 20. lMrz 1327 erreichte er in Dayton Beach über einen Kilometer ein« Geschwindigkeit von 320,678 Stundenkilometer, während er j-yt den von dem Amerikaner Ray Kcach am 22. April 1328 niit 334,022 Stundenkilometer aufgestellten Weltrekord über die englisch« Meile aus 371,750 Stundenkilometer oerbessert hat. Bis auf einen kleinen Defekt an der Kühlwasserleitung befand sich der„Goldene Pfeil" nach der Rekordfahrt in durchaus gebrauchsfähigem Zustande. Die Versuche des amerikanischen Rennfahrers Lee B i b l e. die vorgestern von dem Major Segrave aufgestellte Geschwindigteits- Welthöchstleistung für Kraftwagen von 231 Meilen zu brechen, sind fehlgeschlagen. Me aus Dayton Beach berichtet wird, konnte Bible nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 180 Stundenmeilen erreichen. Die Wetterverhältnisse waren allerdings sehr ungünstig. Die Sicht war schlecht und der Wind sehr stark. Die Versuche werden am heutigen Mittwoch wiederholt. Nahirfrcundcjugcnd diskutiert! Ein Jugendtreffen der Berliner Naturfreundejugend, das inst einer Führeraussprache in der Jugendherberge Uetz darf bei Bernau verbunden war, bewies kürzlich, wie auch in den Reihen des Touristenvereins„Die Naturfreunde" sich in letzter Zeit die proletarische Jugend mehr und mehr zu sinnvollem Wandern zusammenfindet. Die Zusamenkunst zeugte von gutem Gemeiirschastsgeist und starkem Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Fragen der„Werbearbeit" und der„Ausbau und Ausbau der NaturfreundejugeNdgruppen" standen zur Debatte. Die Natur- freundejugenb bewies dabei, daß man in solchem Kreise auch ohne großzügige Refrate zu Ergebnissen kommen kann. Im ersten Teil der Aussprach« wurde besonders der Grundsatz betont, daß es nicht etwa gelle, Konkurenzgruppen zu schon bestehenden Arbeiterjugend- organisationen auszuziehen. Die Werbung soll sich vor allem aus die der Arbeiterjugendbewegung noch Fernstehenden erstrecken. Mit den anderen Iugendgruppen ist dabei Hand in Hand zu arbeiten. Man war sich auch bewußt, daß nur dort gute Arbest geleistet werden tonn, wo tatkräftige Führer zur Leitung der Iugendgruppen vorhanden sind. Auf Führer- schulung in weitestem Sinne soll deshalb besonderer Wert gelegt werden. Recht ausgiebig wurde in der Debatte auch die Frage des inneren 81.,«�,�» der Iugendgruppen behandelt. Nach der stärkeren Fesselung des Jugendlichen an die Arbeit wird dabei die geistige Arbeit und die Förderung des Erlebnisses im Bordergrund stehen. bamit eine Grundlage für die Charakterbildung geschaffen werden kann. Da sind auch diu galanten Tvessen und die Ausgestaltung der Feierstunden und Feste von besonderer Bedeutung. Eine Eni- fchließung forderte stärkere Unterstützung von den Erwachsenen- gruppen und dem Gau. Auf dem geschlossenen Heimmarsch durch den noch winterlichen, aber schon„feuchten" Wald, fand nochmals sprudelnde Jugendlust ihren Ausdruck. Die Arbeit der Schachspieler. Zweck und Ziel der Wcrbeveranstolhingen. Wenn die Arbeiterjchachspicl« jetzt mehr als früher an die Oeffentlichkeit treten und zu Wcrbcvcronstaltungen aufrufen, die den Zweck haben, das Schachspiel einem größeren Kreis der organisierten Arbeiterschaft näherzubringe», so hat das seine guten Gründe. Der wichtigste ist wohl der, daß durch die im vorigen Jahr notwendig gewordene Trennung von dem kommunistisch geleiteten Berliner Arbciterschachklub die bundestreucn Schachspieler, die sich in der„Freien A r b e i t e r s cha ch v e r e i n i g u n g Groß- Berlin" zusammensandcn, mehr als vorher die Möglichkeit haben, sich der ausbauenden Organisationsarbeit zu widmen. Nicht mehr durch politische Diskussionen von ihren Zielen abgelenkt, können sie ihre ganze Kraft dazu verwenden, ihrem Leitsatz„Schach ins Volt" gerecht zu werden. Diesem Streben kommt die Menge der noch Abseitsstehendcn insofern entgegen, als in immer stärkcrem Maß« Anmeldungen in den einzelnen Abteilungen erfolgen. Eigentlich ist Spiel nicht der richtige Ausdruck für das Schach. Dazu ist es zu ernst. Eher paßt wohl die Bezeichnung Debatte. Denn eine solche ist es. Der eine der beiden Gegner regt das Thema an. der andere greift es auf und macht seine Gcgengründe geltend. Das Resultat der Partie bringt dann klar zum Ausdruck, wer den Gedanken richtig aufgefaßt und ausgearbeitet hat. So tonn der Arbeiter bei dem Kampf auf den 64 Feldern sich üben, die Gedanken, die ihm kommen, gut zu ordnen, zu sichten und abzuwägen, was wohl die richtig« Entgegnung sei. Diese Erziehung zur Ruhe und zum verstandesmäßigen, kaltblütigen Handeln wird ihm dann im Betrieb und bei der Debatte in der Versammlung von Nutzen sein. Abgesehen davon, daß das Schach ein gutes, in eine unter- haltende Form gekleidetes Mittel gegen die nervenzerrüttenden und kostspieligen Würfel- und Kartenspiele ist. Mit der steigenden Mitglioderzahl steigt aber auch die Berpslich- tung der Funktionäre, den Neugewonnenen reiche Abwechslung im Spielbctrieb zu bieten. Aus diesen Gedanken heraus veranstalten die einzelnen Abteilungen der„Freien Arbeiterschachvereinigung Groß-Bcttin" von Zeit zu Zeit Werbeabend« in größerem Stil. Im Zusammenhang hiermit sei darauf hingewiesen, daß die A b t e i» l u n g„We st e n d" zu einem Werbeabcnd am Donnerstag, 14. März, 20 Uhr, im Spiellokal Eharlottenburg. Sophie-Ehar- lotte-Straße 88(Ecke Potsdamer Straße) einladet. In dem reich- haltigen Programm sind außer einem schachtechnischen Vortrag ein Simullanspiel, Gäste- und Blitzturnier vorgesehen. Partei- genossen, Reichsbannerkameraden, unterstützt die Aufbauarbeit durch reg« Teilnahme. Di« anderen noch in Eharlottenburg bestehenden Schachabteilungen sind nicht bundestreu und gehören dem aufgelösten Kartell an. -» wettkämpfe am Sonntag. 17. Mörz, vormittags 10 Ahr. l>- G r u p p e: Prenzlauer Berg gegen Friedrichshain II im Lokal Kluge, Danzig« Straße 71. Siemensstadt gegen Kreuzberg II im Lokal Hesse, Siemensstadt, Siemensstraße 34. Westend gegen Lichtenberg im Lokal Ianns, Eharlottenburg, Sophie-Charlotte-Straße 88. Wedding II gegen Mitte II im Lokal Herms, Mittelstraße 26.— Stand am 13. März: Westend 23/4, Friedrichshain II 23, Mitte II 24, Kreuzberg II 19, Lichtenberg 17]4, Prenzlauer Berg 16, Siemensstadt IVA, Wedding II 7J4 Punkte. Drangsalierter Wassersport. Ans den Arbeitsgemeinschaften. Die„Arbeitsgemeinschaft der Wasferfport- verbände Deutschlands" trat in ihrer letzten Sitzung dee von der Regierung durchgeführten Einheitsbe wertung von Grund- stücken entgegen, die keinen Unterschied macht zwischen privatem Besitz und den Wassersport-Grundstücken, die sogar u.m 5 Prozent höher als die gewöhnlichen Lillengrundstücke, nämlich mit 80 Pro- zent des berichtigten Wehrbeitroges, eingesetzt worden sind. Die „Arbeitsgemeinschaft" will daher mit dem Reichssinanzminist« wegen.Herabsetzung der Einheitsbcwertung für Klubgrundstücke mit Rücksicht auf deren gemeinnützige Verwendung m Beratungen ein-. treten. Betreffs der Fischerei-Entschädigungen wurde bt- kamttyegeben, daß die Verhandlungen mit den Vertretern der Fifcherinimmgen abgebrochen sind. Es wird von der„Arbeits- gemeinschaft" zur Klärung dies« wichtigen Frag« eine Entscheidung des Reichsgerichts herbeigeführt werden.(Die endgültige Klärung dieser Frage wird unserem Wissen nach die Entscheidung in einem Prozeß bringen, der gegenwärtig von der Fischerinnung Köpenick gegen die Berliner Rudergesellschast von 1884 vor dem Landgericht II läuft. Red. d.„Abend".) Einspruch soll ferner gegen die beobsich- tigte Ausdehnung der bereits auf dem Rhein geltenden- Strom- schiffahrts-Polizeiverordnung, die die Sportschifs- fahrt stark zugunsten der Berussfchifsahrt einschränkt, auf die übri- gen deutschen Ström« erhoben werden. Der„W asfersportbeirot bei der Derwaltung der inärti- schen Wasserstraßen" befaßte sich mit der Frage, inwieweit die Tettower Kanal A.-G. dazu berechtigt sei, van den Sportsahrzeugen, die die Seenkette Stölpchensee, Griebnitzsee vom Kleinen Wannsee nach der Glienicker Brücke durchqueren, ein« Benutzungsobgabe(die sich für in einmaliges Passieren auf eine Mark beläuft) zu erheben. Ferner beschäftigte sich der Wasseiiportbeirat mit der Erhebung von Kosten, die die Wasserbauäntter bei wassersportlichen Deranstaltungen für die Bereilstellung von Aussichtsbeamten bish« berechneten. Dem Tätigkeitsbericht der„Wasserwacht" wurde entnommen, daß diese nach einer Verständigung mit der Regiening demnächst Merk- blätter für den Wasser st rahcnverkchr herausgeben will. Viel kritisiert wurde der von der Regierung geplant« neue Schleusentarif, der praktisch eine wettere finanziell« Be- lastung für einzelne Wassersportorten darstellt. Es wurde weiter darauf hingewiesen, daß die Verufsschifsahrt aus den märkischen Wasserstraßen bemüht ist, auf eine gegen den Wassersportverkehr gerichtete verschärfend« Aenderung der augenblicklichen Wasserpolizei- (igen Lerordmsvgea Zuarbeiten. Warum Schwimmsport? War sltzon in der Borkriegszeit durch die kapitalistische Wirt schaftsweise mit ihren mit der Gesundheit.Raubbon treibenden Methoden die Volksgesundheit stark gefährdet, so ist heute der Gesund- heitszustand des Volkes noch weit schlechter. Dazu kommen noch die durch die Kriegsfolgen bedingten Krankheitserscheinungsn. So haben wir ein überaus trauriges Bild von dem Jammer unserer Zeit. Der geradezu katastrophal« Niedergang der Volksgesundheit muß allen denen zu denken geben, denen das Wohl der arbeitenden Bevölkerung am Herzen liegt. Als gesund« Gegenwirkung auf die abstumpfenden und gesundheitsschädigenden Auswirkungen der modernen Erwcrbsarl>eit ist die Pflege von Teibesübungcn zu einer Massenerscheinung geworden. Das aber ist im Interesse der Volksgesundheit nur zu begrüßen. Das Gebiet der Leibes- Übungen ist ziemlich' groß. Es gibt viele äußerst schätzenswerte Vetätigungsartcn, z. B. das Turnen, die Leichtathletik, das Rad- fahren, den Ring- und Krastlport, das Wandern, Rudern sowie die verschiedenen Arten der Rascnspiele(Fußball, Handball, Tennis usw.). Bon allen diesen Sportarten aber steht das S ch w i m m e n an erster Stelle. Keine der anderen Sportdisziplinen ist für die gleichmäßige und zweckdienliche Durchbildung der inneren und äußeren Organe so geeignet, wie es gerade das Schwimmen ist. Die bedeutsamen Vorteile liegen in seiner unzertrennlichen Vcr- einigung von Körperübung mit Körperpflege, also in einer um- fassenden Muskel- und Atemgymnastik, veremt mit der erfrischenden Badewirkung. Die vcrschiedenktt Schwimmbewegungen nehmen die möchtigsten Muskelmasscn so gut wie die kleinsten Hilfsmuskeln, darunter euch sonst meist untätig bleibende Muskeln, in Anspruch. Als besonderer Vorzug kommt hinzu die anderweitig unerreichte tiefgehende herz- und Lungengymnastik. Durch den Kältereiz des Wassers wird nämlich zunächst eine Zu- sammenziehung der Hauptblultgefäße mit nachsolqender Wieder- cmqdehnung bewirkt. Diese starke Umwälzung der in der Haut oav- handenen Blutmenge, die um so stärker wirkt, je kälter das Waffer ist, wird unter Entlastung der Innenorgane den Blutdruck erhöhen imd dadurch das Herz zur gesteigerten Tätigkeit zwingen. Damu wird der oermehrte Wut- und Gaswechselbedarf der Muskeln ge- hörig gedeckt und frischer Lebenssaft bis in die feinsten Aederchen grpreht. Auch für die Hautpflege ist das Schwimmen unentbehrliche Das Schwimmen härtet die Haut ab und macht sie Widerstands» fähig gegen Einflüsse des Temperottirwechsels. Durch die mit de» Schwimmen verbundene Reinigung des Körpers- werden Haui- krankheitrn vermieden. Und wer jugendfrisch und blühend aus- sehen will, soll Schwimmsport treiben. Auch hohen praktischen Wert birgt das Schwimmen in sich. Wenn man bedenkt, daß in Deutschland nur 3 Proz. aller Einwohner des Schwimmens kundig sind, so erklärt sich daraus auch die Tatsache, daß noch immer blühende Menschenleben dem nassen Tod zum Opfer fallen. Dem Schwimmer wird es ein leichtes sein, im Fall« der Gefahr sich selbst und auch seine Mitmenschen vor dem Tode des Ertrinken» z» retten. Darum schon müßte jeder Mensch ein Schwimmer sein und jeder Schwimmer auch ein Retter. Diese Forderung vertreten die dem Arbeiter-Turn- und Sportbund angejchlossene» Arbeitcrschwimmvereine schon seit Jahrzehnten. Sie haben es sich zur Ausgabe gemacht, allen sich meldenden Volksgenossen kostenlos da» Schwimmen zu lernen. darüber hinaus aber auch die weiter« Ausbildung bis zur höchste»! Vollendung zu fördern. Die Pflege des sportlichen Wettkampfes sowie Monnschafts- und Mafsenübungen bringen reiche Abwechslung in dos Leben und Treiben der Arbeiterschwimmcr.— Darum auch der Ruf:„Lernt schwimmen,, kommt zu uns!" Einen kleinen Ausschnitt aus der Vielseitigkeit des Schwimm- sportes werden die Arbeiterschwimmer Berlins und der Provinz Brandenburg zu ihrem kreisjchwimmsest am Sonntag, dem 17. März. in der Städtischen Badeanstalt zu Spandau, Rodeland- straße, der arbeitenden Bevölkerung vor Augen führen. Der niedrige Emtrittspveis von 50 Pf. ermöglicht weiten Kreisen der Arbeiterschaft die Teilnahme an dieser Veranstaltung. Boxen in den Spidicrnsälcn. Der„Ständige Boxring" bietet am Freitag, 15. März, in süns Kämpfen«in Programm von großer Güte. Vier nationale Tressen und eine Begegnung internationalen Charakters stehen zur Ent- fcheidung. Der unbestrittene große Erfolg, den der klein« Holländer Len Sanders in seinem Duell mit Kracht hatte, war die Ursache seines sofortigen Wiederenstagements für den Spichernring. Diesmal wurde der Dortmunder Gustav Eder als Gegner verpflichtet. Zwei Sieuli, ige, Wilhelm Ottens und Paul Vogel— beide fanden in ihren Qualifika- tionskämpfen den stürmischen Beifall der Zuschauer—«rüssnen de» Abend, der in der zweiten Nummer die Paarung Willi Bolz gegen Hans Stamms bringt. Westdeutschland ist im dritten Tressen durch Juff Cicho-Hamm u,ik> Willi Allmeroth-Kassel vertreten, während der vierte Kampf von den Schwergewichten Helmut Hartkopp und Hans Bischofs bestritten wird. Touristenvereia„Die Raiursreunde", Abteilung VeutäUn, Flug- hasenstr. 68. Die Abteilung veranstaltet Freitag, 15. März, 20 Uhr, eine Feierstunde, die dem Andenken der im Jahr« 1848 gefallemn Freiheitskämpfer gewidmet ist. Gäste herzlich willkommen! Gründung eines buadeslreuen Fußballvereiiis im Bezirk Wedding. Für Donnerstag, 14. März, 20 Uhr, im Restaurant von P. Kroll, Iltlechter Ecke Hcnnigsdorscr Straße werden snmtlicho Arbeitersußboller und Sportler zur Aussprache über die Gründung eines Arbeiterfußballoereins eingeladen. Parteigenossen, SAI. und Reichsbonnerkameraden sind herzlichst eingeladen. Ii «aiiellhejirf«il»er»b»«s, Schoo>««»s»rs,«Nlnrwald. DxniMCstna. 14. M-irz. 201,4 llljr, hei Stotfj, Holsteinisch« Cde»offein«« Straß«, gart«!> »ersammluna. Zeei«»nfieefohm»Sp«»iS. Stmnabrni, 6. April. 20 Uhr. bei H««n«, Köpenick, aettenftt. 28». Mitgl>«t»er»erfcunmliulg. Mtgliebcr roerb«» noch an: ««nolnmen.(Säfte herzlich roiafonunen. Ziden Sonntag 8 Uhr Arbeitsiricnft. Anschrift: Rubolt Krüge«, ftäpentck, Bahnhosstr. 18. Freier»ötpftfiahjrttn» Sirrnzbetg. Donnerstag. 14. März, int Iugeno. (»im Wosserwrstr.». Vortrag von Friedrich ffieigelt;.Eltern und Afnärr. im olltn und neuen Seist". Rontog, SO1, 4—23 Uhr jetzt wieder vefcecbcni im oiohtbob Srenzderg. JfliSV., SportnSteilnng Rordring. Rochheoi nun die Turnhalle zur Benutzung wieder hergestellt ist, finden dl» Smnneistik-Hallenohende regelumtzig Frenag» von 20-22 Uhr fmü. Do» Woldlau, training(Dir»»lag. 20 Uhr, Pankow, Schulzestr. 37) mutz von allen Mitgliedern besucht werden, da eisrigjt zum Walblnm unb zum Stratzenlaus Eicheoalbe-Schenkendors grübt werden mutz. Die Ostersahrt geht nach Meiklenburg— Düsiersörde. Alle» Nähere auf her Lalle. Interessenten und«äste flheral gern gesehen. Freie geaan-Unien.Sretz. Berlin-. Sitzung her. SeschasisfilHrenden Aue» schul»«» Donnerstag. 14. März, 20 Uhr, bei Sachse. Linhawer Str. 28. Freie SchMOUr«■»tz-vaba«.«. Hmwtgusschotzdtzmtg Dmmerch»? ll. Müti,» Adr. i« eiwedtorftitee, aMaumlmwer. �(Sefchäffc'JtnSßiger (föczirfc füden-lVeften. NooK's Bienenhonig das beste Uorbeugeminel gegen Krankhelten, insbesondere Erkältungen. Qoldcne llledaille 1925 und 1928 Ueberall erhältlich. 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