Morgenausgabe Jlr.iZS A 63 46. Jahrgang WöchknÄch SS Ct, monatlich SM M. im voraus zahlbar. Postbszug 4,32 TL «wschlieblich 90 Pfg. Poftzriwng». und 12 Pkg Postdestellgedühr«». Auslands- obonnrmeni 6.— TL pro M-nol. Ttr..vorwärts"«rlchelnl wochsntäz- Lch zweimal. Sonntag» und Montags einmal, die Adendousaaben für Berlin und im Handel mit dem Titel .Der .Volk _____. Ferner .Unterhaltung und Wissen'..Frauen. stimme"..T-chfiil".Blick in bis Bücherwelt" und.Sugend-Borwärls" Abend". Illustrierte Beilagen und Zelt" und.kllndersreund" p- Berliner Sowsviatt Freiiag 15. März 1929 Groß-Serlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Sit 1 1 n 1 p a( 1 1 g c Nonparelll«eN» 80 Pfennig. Reklame ei!« 5.— Reichs« mark.„Kleine Anzeigen' das ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulassig zwei fettaedrurne Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben jählen für zwei Worte. Arbeitsmartt t AI annähme ltrabe 2. wochenlSgl. von s'>/i bis 1? Uhr, Jentvawvsan der«Sozialdemokratischen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW KL. Lindenstraße 2 F«rnsprcch«il Dpnliols 292—237 lelelnamm-Sdr.: Ellzialdemokral Brill» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Boktschrcktonto: Berit» 27520.— Bankkonto: Baak der Arbeiter, tlngeltellkt» und Beamte» Wollslr. S2. Dtikonto-lLelelllchast. Deposiientalle Ltndenftr. 2 Se ZroaKre für Rheinlandräumung. Bestrafung der Gpionageiniriganten gefordert. V r ll s s e l. 14. März.(Eigenbericht.) verlaus der Beratung des Budgets sür das Auswärtige Amt im Senat erklärte der Sozialist de Brouckere, nie habe eine belgische Regierung jene abscheuliche Politik versolgen wollen, die ihr von dem Fälscher unterschoben worden sei. Aber es müsse ausgeklärt werden, ob amtliche Stellen ohne Wissen der Regierung Rachbarländcr in eine polltische Falle locken wollten. Gewisse Bureaus hallen sich aus derlei Methoden eingelassen. Die Schuldigen mühten b e sl r a s l werden, damit Belgien vor den anderen Völkern mit reinem Gewissen dastehe. Zm weiteren verlaus seiner Rede äußerte sich de Brouckere zu. gunsten der belgisch-deutschen Annäherung. Gewiß habe Belgien ein Recht aus Reparationen. Aber, so fuhr der Red. ner fort, wir müssen uns bei unseren Forderungen maßvoll zeigen, wir müssen die Methoden der Gewalt ablehnen. denn sie sind unfruchtbar. Wir dürfen keine astronomischen Zahlen «infsteilen, denn sie bereiten uno nur Enttäuschungen. Mit den Gewallmet Hoden haben wir nichts erreicht. Die Rchelnlavdbesehung ist weder vom moralischen noch vom millläri- scheu Standpunkt zu verteidigen. Sie erzeugt nur Unwillen gegen uns bei einem großen Rachbarvolk. Se'bsl der belgische General Salle! hat die Besehung sür werllos erklärt, vle rlchltge Politik ist. sofort auf die Besehung zu verztchleu und s r l e d. llche Beziehungen zu Deutschland zu pslegen. Ramenllich ein kleines Land wie Belgien kann nur durch die FSrderung einer internationalen Friedenspolitik seine Sicherheil garantieren. De Brouckere» Rede wurde mit starkem Bei satt ausgenommen. Zm weiteren Verlaus der Sitzung äußerte Außenminister h? m a n s, er sei überzeugt, daß die belgischen Sachverständigen keine herabmioderung der bisherigen Einkünfte Belgiens aus den Reparationen annehmen würden. Fronqui, einer der beiden beigischen Sachverständigen, sei beauftragt, mit den deutschen Delegierten über die Einlösung der Papiermark zu verhandeln. Diese Prozedur sei mit dem Reichskanzler Müller ver- einbarl worden. Für die belgische Regierung werde keine R e. gelvng der Reparalionsfrage annehmbar sein, die nicht g l e l ch z e i l l g die Frage der ElnlSsungderPapsermurk regele. Zrank'Heine ein Lockspitzel gegen die Flamen? Brüssel. 14. März.(Eigenberichl.) Zn der sozialistischen Kammersraklion, die sich am Donnerstag mit der lllrechter Fälschungsossäre beschästtgte, herrschte die einstimmige Aussassung vor. daß Frank.heine in belgischen Spionagediensten gestanden und er nicht nur ol» Fälscher, sondern auch al» Lockspitzel auslrat. Ferner lst die Fraktion der Ansicht, daß der eigentliche Beweggrund der Fälschung und Verössenttlchung auf belgischem innenpolitischen Gebiet zu suche» ist. Sie hatte vermutlich de» Zweck, die slä mische volkspariel vor den Wahlen zu diskredilieren, und so den von der Katholischen Partei befürchieien starten Abfall flämischer nationalistischer Wähler zu verhüten. Oeutsch-Holländ sche Kohleninteressenten als Hintermänner? Amsterdam. 14. März.(Eigenbericht.) Das sozialistische ,�)et Volk� schreibt über die Hinter. männer der Utrechter Veröffentlichungen, daß eine Clique rings um Beuningen besteh«, den Monopolimpor- teur des Deutschen Kohlensyndikates und Meistinteressierten an der Verfrachtung deutscher Kohlen übex Rotterdam anstatt über Ant- werpen. E? S�e außerdem Fingerzeige für Verbindungen dieser Gruppe mit der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung", die wahrscheinlich Berührung zu einem deutschen flitti- belgischen Spionagezentrum in Mülheim a. Rh. habe. Diese Gruppe habe ferner enge Verbindungen zum„N i e u w e R o t t e r d a m s ch e C o u r a n t", der zu den Veröffentlichungen und in der Wasserstraßensroge eine scharfe antibelgische Haltung eingenommen habe. Außerdem beständen Beziehungen zwischen van Beuningen und dem holländischen Ministerium des Auswärtigen. Alle diese Zusammenhänge bedürften dringend der Aufklärung. Erster Erfolg poincarts. Zahlreiche Stimmenthaltungen bei der ersten Krastprobe. Pari», 14. März.(Eigenbericht.) Die Regierung ging aus dem erste» Zusammenstoß o,i« der Opposiiian am Donnerekag— es hondeli sich um die Feslsehuag des Datums für die Diskussion der kongregatlonsgesetze— mit einem überraschenden Erfolge hervor. Die Majoritäi, mit welcher die Sommer die sosorlige Diskussion beschloß, betrug nicht weniger als S 9 Stimmen(ZZZ gegen Z54). von der bürg«. lichen Linken enihicltea sich zahlreich« Abgeordnete der Stimme. Ministerpräsident P o i n c a r e begründete die Dringlichkeit der Kongregationsgesetz« damit, daß sofort etwas für die Mis- sinnen geschehen mülse, wenn nicht der französische Einfluß im Nahen und Fernen Osten und auch in Südamerika immer mehr zurückgehen solle. Die Annahm« der Vorlage, deren Beratung am Donnerstag nachmittag begann, kann nunmehr als gesichert gelten. Er wurde dabei von B r i a n d sekundiert. Trotzdem wickeln die Radikalsozialen ihr Obstruktionsprogramm ab. In ihrem Namen stellte im Laufe der Donnerstagsitzung der Abg. I a c q u i e r die Vorfrage. Er erklärte, eine Diskussion könne nur stattfinden. wenn nicht Einzelmaßnahmcn, sondern die Frage der Zulasiung der Kongregationen in ihrer Gesamtheit diskutiert werden. Sturm um das Massensterben im Rheinland. Parts, 14. März.(Eigenbericht.) Das Massensterben von Soldaten der Be- satzungstruppen wird noch ein größeres Nachspiel in der Kamnier haben, da sich die Interpellanten ebenso wenig wie die öffentliche Meinung mit den mageren Feststellungen der nach dem Rheinland ciitsandren Untersuchungskommissivn des Marschalls P e t a i n zusrieden geben wollen. Es ist danach anzunehmen, daß Kriegsminister Painleve orn Freitag den schärfsten Ansturm der Opposition auszuhallen haben wird, den er bisher erlebte. Dabei dürste es ihm wenig nützen, wenn sein« neue Hilfe, die sranzösische nationalistische Presie, ihm sekundiert und— in edler Entrüstung— erklärt, die Linke gedenke die toten Soldaten zu einem neuen politischen M a nö o e r zu benutzen. In Wahrheit zeigt die ganze Behandlung dieser Angelegenheit nur wieder, welche Roll« in Frankreich noch «i« vor diq militärischen Kommandostellen spielen, die über sed« Beschwerde der zivilen Gewallen in der Kammer von jeher zur Tagesordnung überzugehen pflegten. März in Madrid. Polizei beschießt demonstrierende Studenten. Paris, 14. März.(Eigenbericht.) In den Straften von Madrid ist es am Mittwoch, wie die Blätter von der spanischen Grenze berichte«, zu schweren Zusammen st öften zwischen der Polizei und demonstrierenden Studenten gekommen, in deren Verlauf 10 Manifestanten getötet wurde«». Außerdem wurde« zahlreiche Verhaftungen vorgerrommem Das Streikkomitee der Studenten hat i« Madrid ein Manifest verbreiten lassen, in dem es heiftt, daft die Diktatur sich nur durch Lugen und VerHeim- l i ch>» n g e n behaupten könne. Wenn die alte Gene- ration glaube, dieses Regime ertrage« zu könne»», so werde die Zugend beweisen, daft sie genügend Kraft und Mut befitze» einer Regierung von Schelmen die Stirn zu bieten. Tie Regierung droht mit energischen Gegenmaft- »ahmen, falls die Studcntenbewegung, die eine„reine Aufsässigkrit und einen Mangel au sozialer Disziplin" darstelle, nicht sofort aushöre. In Salamauca, Valladolid und Barer- l o n a ist es ebenfalls zu Unruhen gekommeiu Die Zu- sammenftöfte zwischen Polizei und Manifestante» in Barcelona solle» noch blutiger verlaufen sein als ia der Hauptstirdt. Die litauische Diktatur hat den Führer der Port«„Arbellsfvde- ration(christtich-demvtratisch) Dr. A m b r o s a i t i s wegen heftiger Angriffe auf einer Parteitagung gegen dl« Regierung verhaftet und für sechs Monate ins Konzentrationslager Varniai dringen lasten I Oer Ctat im Reichstag. Die Verantwortung der Voltspartei. Im. Reichstag hat gestern ein Cntscheidungs- kämpf begonnen, dessen Ausgang für die inneren Geschicke der Deutschen Republik von weittragender Bedeutung ist: der Kampf um die Gestaltung des Reichshausholtsgesetzes für 1929. Freilich war es gestern nur ein Vorspiel oder richtiger der Anfang eines Vorspiels. Von den Parteien, in deren Händen die Entscheidung liegt, kamen gestern nach dein Äeichsfinanzminister nur die� Sozialdemokraten uno das Zentrum zum Wort. Die anderen werden erst heute sprechen, und dann erst wird man einigermaßen sehen können, was für die- weiteren Beratungen im Haushaltsausschuß und im Plenum zu erwarten ist. Für die Rede des. Reichsfinanzmini st ers war taktische Elastizität das entscheidende Kennzeichen. Die Rc- gierung versteift sich nicht auf ihre Vorschläge, aber sie zeigt auch die Grenzen ihres Entgegenkommens auf. Sie liegen dort, wo die Gefahr entsteht, daß im Etat ein ungedecktes Defizit bliebe. Die Verantwortung für eine gewissenlose Finanzpolitik wird die Regierung nicht übernehmen— die überläßt sie den Parteien, die sie etwa zu tragen bereit wären. Es war für einen sozialdemokratischen Finanzminister sicherlich eine schwere Aufgabe, einen Etat zu begründen, der durch die Politik früherer Regierungen bedenklich vorbelastet und durch das Ansteigen der Reparationen zugleich mit einer ungeheuren Arbeitslosigkeit neubelastet ist. Hilferding hat das beste getan, was er in dieser Situation tun konnte. indem er die Dinge ganz rücksichtslos so schilderte, wie sie sind. Um so wirksamer wurde infolgedessen die Abwehr gegen die Deutschnationalen, die zu Zwecken ihrer Hetze eine verlogene. Schwarzmalerei treiben und die Gefahr einer neuen Inflation an die Wand malen.. Wie berechtigt und wie notwendig diese Abwehr, war, hat die spätere. Rede des deutschnationalen H�errn Oben- fahren klar gezeigt. Es ist wirklich der Gipfelpunkt einer sogenannt„nationalen" Politik, wenn man auf der einen Seite aus der Kassenlage des Reiches eine unmittelbar bevor- stehende Finanzkatastrophe prophezeit, auf der anderen Seite aber alle Deckungsvorschläge ablehnt und für die bewußte Schaffung eines Defizitetats Stimmung macht. Die Deutschnationalen haben sich wirklich allzu unbedenklich demaskiert. Die Finanztatastrophe, die sie prophezeien, ist zwar noch nicht da, aber sie kommt bestimmt, wenn man nach ihren Rezepten verfährt. Herrn Oberfohrens Finanzpolitik gipfelt in der Vertröstung auf die Stunde, in der die Deutschnationalen Deutschland von de» R e p a r a- t i o n s l a st e n befreien werden! Bis dahin aber mag alles vor die Hunde gehen! Eine Partei, die in einer Schicksalsstunde ihres Volkes nichts anderes zu tun weiß, als auf solche Weise blödeste Parteidemagogie zu treiben, zeigt damit nur, auf welche Stufe sie gesunken ist. Sie bestätigt durch ihr Verhalten, daß sie für irgendeine Art positiver Mitarbeit auf absehbare Zeit nicht mehr in Betracht kommt. Aber ihr ungewolltes Ver- dienst ist es. daß sie damit anderen Parteien, die in ihrer Nähe sitzen, ein Beispiel gibt, das eigentlich abschreckend wirken müßte. Es ist nun einmal so: wer nicht ernst und sachlich daran mitarbeiten will, einen Etat ohne Defizit zu- stände zu bringen, der treibt unbewußt dieselbe Kala- strophenpolitik, die die Deutschnationalen bewußt treiben. Es ist das Verdienst des sozialdemokratischen Redners Dr. Hertz, der gleich als erster nach dem Minister sprach. mit nachdrücklichstem Ernst auf diese Zusammenhänge hin- gewiesen zu haben. Hertz hat dem parteigenössischen Minister nicht nur glänzend sekundiert, er hat ihn auch in manchen wichtigen Fragen— wie z. B. in der Frage der Kapital- bildung— äußerst glücklich ergänzt. Seine Rede war ebenso vom Geist der Verantwortung getragen, wie die seines deutschnationalen Gegenspielers vom Ungeist nationaler Ver- antwortungs l o s i g k e i t. Auch Hertz hat in seiner Rede mit berechtigter Vorsicht Festlegungen im einzelnen vermieden. Aber auch er hat Grenzen aufgezeigt: Grenzen sür die Streichungsmöglich- leiten und Grenzen für die Steuerbelastung: sie liegen dort, wo ein Einbruch in das Gebiet der Sozialpolitik droht. Dar- aus ergibt sich, daß das Defizit im Reichshaushalt weder auf Kosten des Sozialetats beseitigt, noch durch eine Er- höhung der U m s a tz st e u e r gedeckt werden darf. Innerhalb dieser Grenzen ist die Sozialdemokratie zu einer Verständi- gung bereit. Es liegt in der Natur der Sache, daß das, was Hertz zu sagen hatte, zu einer Polemik gegen die Volks- fi a r t e i wurde. Die Välkspartei hat bisher behauptet, daß ie imstande sei. das Defizit durch Streichungen ohne neue Steuern zu befestigen. Wie das zu machen wäre, hat zwar nicht sie, sondern der Hansabund gesagt— aber daß diese Operation nicht zu vollziehen ist ohne lebensgefähr- liche Eingriffe in den Sozialetat, liegt auf der Hand. Mit einiger Spannung erwartet man die Rede, die heute Herr Dr. Crem« r halten wird. Was will die Z�olkspartei, was kann sie vernünftiger- weise wollen? Eine Deckung des Defizits auf Kosten des Sozialetats ist unmöglich, wenn das Zentrum das Wort hält, das gestern Dr. Brüning gegeben hat. Gilt es, dann ist das Zentrum für eine sozialreaktionäre Finanzpolitik nicht zu haben, und dann besteht geTjen alle Streichungsanträge, die in der Richtung dieser Politik gestellt werden, inr Reichs- tag«in« feste Abwehr Mehrheit. Um dieses Ver- fprechens willen sind wir gerne bereit, Herrn Dr. Brüning die tl«inen Bosheiten gegen die Sozialdemokratie zu ver- zeihen, mit denen er seine Rede ausschmücken zu müssen glaubte. Besteht im Reichstag gegen sozialreaktionäre Streichungs- absichten eine feste Abwehrmehrheit, dann hat es praktisch keinen Sinn, diese Absichten weiter zu verfolgen. Und dann steht die Volkspartei vor der Frage, ob sie lyrter diesen Um- ständen an der Gestaltung des Etats positiv mitwirken oder ob sie sich— mit dem Reichsauhenminister Stresemann und dem Reichswirtschaftsminister C u r t i u s— in die Regionen der Herren Oberfohren und der Deutschnationalen zurückziehen will. Auch in diesem Fall wäre die Möglichkeit einer positiven Lösung immer noch gegeben, das heißt also die Bildung einer Mehrheit ohne die Volt«- Partei. Ueber diese Möglichkeit mag man denken, wie man will, jedenfalls ist sie viel größer als die Mögljchkeit der Bildung einer Mehrheit ohne hie Sozialdemokratie. Man kann Herrn Dr. Brüning nicht unrecht geben, wenn er für das Zentrum es ablehnt, den Etat der Regierung im Kampf gegen eine Regierungspartei durchbringen zu helfen. Man kann nicht, wie die Bolkspartei es in diesem Augenblick tut. mit zwei Ministem in einer Regierung fijzen und zugleich eine Politik treiben, die darauf hinaus- läuft, der Regierung die Herstellung eines geordneten Haus- haltsplanes unmöglich zu machen. Die ganze Last der Ber- antwortuug für das Kommende»egt. wie die gestrige De- batte klar gezeigt hat, auf der V o l k s p a r t e». Schlechte Negie. Wer hat das Schreckgespenst der Inflation gemalt? R«jchzs!i,anzn,inister Hilferding hat gestern unter lautem B-ifolt die Versuche derer um Hugenberg gebrandinarkt. aus her vorübergehend ungünstigen Kasscnlag? des Reichs eine Jnflatlons- gefahr zu inachcn. Sofort wollen die Leute Hugenbergs es nicht gewesen sein. Der„y o k a l- A n z e i g e r" stellt sich entrüstet: „Diese Behauptung ist, init Respekt zu sagen, unsinnig. Unid wie soll man es nennen, dah Herr Histerhing unterstellt hat, es wäre bei dieser Kritik der Rechten an seiner F i na n z g eb a?u ng Angst vox elner neuen Inflation gemacht worden." Aber da lesen wi? nun gleichzeitig in der„Deutschen Zeitung", dem Organ, da» Herr Bong peoorzugt: „Droh dieser trostlosen Aussichten hielt Herr Hilserding es für angebracht, an Stelle Fntsprochendex Telbstlrittr gegenüber den ernsten Warnungen verantworlungsbewuhker Männer zu erklären, es gehöre schon ein besonderes Maß perantiportungs- loser Böswilligkeit oder völliger Unkenntnis der tatsächlichen öachlog« dazu, diese Gelegenheit zu benutzen, um das üochreck- b i l d der Inflation an die Wand zu malen.* Hier leugnet man also gar nicht, daß man es gewesen ist, man brüstet sich pielmehr noch mlt diesen„ernsten Warnungen ver- antwortungsbewußter Männerl" Steuereinnahmen desReiche6-l926/2Z' Eine Veröffentlichung des Statistifchen?teichsamts. Da? Reichsstatistisch« Amt veräsfentticht eine neue Erhebung über hi«» den.Fzamburger Nachrichten". Der deutschnational« Reichstagsabgeordnet« Trevtranu», dem man nachsagt, daß er bei Hugenberg in Ungnade gefallen sei, veröffentlicht dort Gedanken über„Staatssührung". in denen er einen deutschen Faschismus für unmöglich erklärt: „In Deutschland Ist kein Raum für einen Faschismus Der Deutichc ist durchaus abgeneigt, einem Führer u n- beschränkte Vollmacht zu geben. Er drangt zur Selb st- Verwaltung, will Ausfossunaen und Beschlüsse der Führer begründet sehen." Da» ist rund und nett eine Absage an olle diktatorischen Gelüst« des„Retters Hugenberg" wie an das militärisch« Führertdeal des Stahlhelm?. Das höchst» der konservativen Gcsühle von Trcviranus ist eine Eiste Kammer, in der namentlich die Vertreter geistigen Schassen? Sitz und Stimm« haben müßten. Wer will, kann in dieser Formulierung eine weitere Avsog» an Hugenberg, den yndu- st r j« l l« n erblicken. Alles In allem: ein« K.cg«r«i gegen Hugen« b«rg,«ins Vermiesung des Stahlhelmvolksbegehren»,«in Zeichen dafür, daß nicht einmal mehr In der deutschnationalen Vvkkzpartci die Diktatur Hugenberg» unbestritten ist. Vrmm-Veleldiguna. Di« Redakteure v. Med cm und Flem- mi na vom„Tag" find wegen Beleidigung de? MInift«rprSstdent«N Otto Brown z» 609 M. und 399 M. Geldstrafe verurteilt worden. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt worden. Trohki erläuiert sein Einreisegesuch. Er war 1926 in Berlin.— Gesundheitliche Gründe. Keine politische Betätigung. D>e Entscheidung über das Einrcisegesuch Trotzkis ist noch nicht gefallen. Trotzki läßt inzwischen Nekannt werden, daß er aus Gesundheitsgründen in Deutschland leben möchte. Er hat einem Korrespondenten der..Vossischen Zeitung", der ihn in Konstanlinopel aufsuchte, dargelegt, daß er schon im Jahre 19 2 6 in Berlin von drei Ber- liner Aerzten behandelt worden sei. Er sei zwar nicht tod- krank, aber doch sehr leidend. Besonders mache ihm ein alte» Darmleiden zu schaffen. Er möchte in Deutschland sich von den gleichen Aerzten wie im Jahre 1926 behandeln lassen. Trotzki erklärte gleichzeitig, daß er mit seinem Gesuch politische Garantien geboten Hobe: „Ich tonn mir nicht vorstellen, daß Deutschland wein Gesuch ablehnt. Ich habe bei Einreichung des Gesuches ausdrücklich versichert, daß ich nicht öffentlich hervortreien und in keiner Weise mich in die deutsche Politik mischen werde, sondern als Kranker ganz isoliert leben möchte. Ich möchte mich durch Berliner Lerzte be- handeln lassen und in einem Badeort, etwa Wil» düngen, wohnen, um meine literarischen Arbeiten zu pollenden." Es ist nicht ersichtlich, welche Gründe gegen die Bewilli- gung eines solchen Einreisegesuches sprechen könnten. Der Mann, der in der Macht nach Deutschland kommen durfte, wird als politischer Flüchtling erst recht nicht abgewiesen wer- den dürfen. Es wäre blamabel, wenn Rücksichten auf Emp- findlichkeiten der Sowjetregierung bei der Verzögerung der Entscheidung eine Rolle spielen sollten. Die Sowjetregierung, die ganz großzügig politisches Asylrecht gewährt, hat noch niemals derartige Rücksichten genommen, und im übrigen hängen die deutsch-russischen Beziehungen nicht davon ab, ob Trotzki sich in einem deutschen oder einem anderen Bodeort kuriert.__ Komnmm'steniheaier nach Schema f. Bevolutlonare Tribünenaktion auf Bestellung. Stuttgart. 14. März.(Tigeuberichi.) Der WiZrttewbergisch» Landtag behandelt« am Donnerstag«Ine tommvnt st Ische Anfrage über die vielfach mizulängbchen Berhällnisse auf den württembergisäzen Arbeüs- ömtcrn. Im Verlauf der Besprechung versuchten zwei junge Leute aus der Zudörertribün« ein« rat« Leinwand zu entfalten, deren Inschrift für die Erwerbslosen Brot und Arbeit und für di« Saisonarbeiter eine bessere Unterstützung fsrderi«. Als einer der van den.ftammnnisten beauftragten Jüngling« dann eine Ansprach« halten wollt«, wurde er von der Tribüne verwiesen. Li« Llskussion wurde mit der eiirstinmiigen Annahme eine« von der sozialdemokratischen Fraktion«ingebrachien An. trag«? abgeschlossen, In welcher die Regierung ersucht wird, bei der Reichsanstolt für Arbeitslosenversicherung und beim Landesarbeits« anst Küdwestbeutschland auf befriedigendere räumliche und ob- v»iivung»t«ch»iich« Berhältniss« in den württembergischen Arbeits- ömtern hinzu wirken. Das kommunistische Theater verpuffte völlig wirkungslos. pariei der Vorbestraften. Kein Mitglied mehr ohne Parteivorstrafe. Stutlgark, H. März.(Eigenbericht.) In der Kommunistischen Partei Württembergs hat die Moskau ergebene Bezirksleitung, um. wie sie bekannt gibt, mit den „Fraktionsmachern" Schluß.zu machen, wieder eine größere Zahl seither führender Mitglieder teilweise so- fort aus der Partei ausgeschlossen, teilweise zu- nächst mit anderen Strafmitteln bedacht, die aber wohl nur als Aorlöuser de» endgültigen Aueschlusses anzusehen sind. Wegen fortgesetzter Mißachiung der Disziplin. Nwußier schwerer Porteischodigung und syrtgesetzter FraIionsarbeit«er. den neun Mitglieder dann n gejagt, darunter die Stutt- garter Äeschöstksührcr des Metallorheiterverbandcs Krau», Dun gel und W e l l e r. Wegen der gleichen Delikte wird gegen 1 A w e i t e r e Mitglieder eine scharfe Rüge und d>« Aberkennung aller P a r t e i f u n t t I o n c n aus ein Jahr ausgesprochen. Fünfzehn andere Mitglieder kommen zunächst»och mit einer scharfen Rüg« davon. Unter ihnen befinden sich die Mitglieder der Bezirksleitung Ludwig Decker und Otto Weidenbach. Sie werden aus der Bezirksleitung ausgcfchwssen, Becker ist württembcrgischor Landtagsabgeordneter. lieber die Frage, ob er sein Mandat fort- führen darf, soll der Bezirksparteitag entscheiden. Schließlich wurde noch der Stuttgarter Gemeinderat Mößner ausgeschlossen, weil er der Aujforderung, sein Mandat niederzulegen, nicht entsprochen hat. Wenn es so weitergeht, wird in Württemberg der„D i k t a t o i" Schnei sehr bald allein aus weiter Flur stehen und die Kommu- nistische Partei repräsentieren. Zehn kommunistische Siadiverordneie legen ihre Mandate nieder. Duisburg. 14. März. In der Stadtoerordnetenslßung am Mittwoch legten Ist komm»- nistische Stadtverordnete ihre Mandate nieder. Eine Erklärung zu dieser Mondolsniederlegung wurde in öffentlicher Sitzung nicht ge- geben, es scheint jedoch, daß die kommunistischen Stadtverordneten dem Druck ihrereigenen Partei gewichen sind, da man ihnen zum Vorwurf machte, daß sie die Arbeiterinteressen nicht ener- gisch vertreten hätten. Biflige Schimpfworts. tump und Gchust« ein Monat Gefangniel. Der S«l>riflst«ller Ernst Friedrich hatte vor einem Jahr« ln einem unbekannten anarchistischen Blättchen den Lberpräsidcntc» Genossen Gustav N o» k« ol» Lumpen und Schuft bezeichnet. Gleichzeitig hatte er ihn unter die Stufe de» Raub- Mörder» Lorst Kiebach gestellt, dessen zynisches Derhalten vor Gericht Aufmerksanrkeit urad Entsetzen der Oefscntlichkeit erregt«. Genosse Nosk« stellte durch die Staatsanwaltschaft Strafantrag, die Berhondluitg hierüber fand gestern vor dem Erweiterten Schössen- gericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Span er staü. Der Verteidiger wollt« aus dem Schöffengericht ein Forum zur Erforschung der Geschichte der letzten fünfzehn Jahr« machen und stellte«inen töricht«« Antrag nach dem anderen. Das Gericht war Methode. Zaroslawöky:„Trohki behauptet, nur unter dem Zwange der Gewalt die türkische Grenze zu überschreiten. Gr beschimpft also Eowjetrußland!4' Die Korruption in Polen. Zmmer neue Affären. I Warschau, 14. März. Tic beide« radikalen Vaucrnsmrteien haben ir« Sejm beantragt, einen Bericht des Staatdrechnungshofs binnen fünf Tagen einzufordern über die Mißwirtschaft beim Neubau des Postministeriums. Dieser Pau wa« seinerzeit gegen den Widerspruch einzelner Minister dem zuständigen Llrbeitenminifterium entzogen und einer Baukommission des Postministeriums über- tragen worden. Z» Warschau wurde die Verwaltung der dortigen Slbteiluug des Verbandes ehemaliger Slufständischer aus Lberschlesi«« ausgelöst, der Varsttzende und mehrere Mitglieder verhaftet. Tie Unters chla. g u n g e« von gesammelten Vropagandagel» dem sollen beträchtlich sein. Auch der Senat gegen pilsudski. W a r s ch o u, 14. März. Bei der Abstimmung über das Budget Im Senat wurden all« vom Sejm gestrichenen Ekatsposten wledcrhergestelst. mit Ausnahme des Zwei-Millionen- Floly-visposilionsfonds des Kriegsministers pilsudki. Eine dreimalige Wiederholung der Abstim- mung brachte kein anderes Ergebnis. Die Vorlage gehl jetzt wieder an den Sejm zurück. Dabei werden jedoch nur die Etats berück- sichtigt, die der Senat abgeändert hat. Der Etat des Kriegs- Ministeriums, der von beiden Häusern gekürzt wurde, kann in der ursprünglichen Form nicht wieder hergestellt werden. Es wird gewiß noch schwere Auseinandersetzungen geben, wenn sich vilsudski die Kürzung seines Etats nicht gefallen lätzl. Wenn Offiziere streiten, kommt allerhand heraus. Im heeresausschnß des polnischen Landtags kam«» zestenl zwischen d«m Kauernabg. und General Rosa und dem r«gierungs.,soz!olist!schau" Abg. Major Burda Zv einem üd-raus heftigen Wortwechseln..General Rojo hatte seinerzeit dem Major Burda vorgeworjen, sich ISZZ während der Kämpf« um P r Z c m y s l unter einem Bett versteckt zu hoben- Buvdo versuchte, diesen Borwurf ZU entkräften und behauptete, daß General Rosa die Gewohnheit gehabt habe, die ihm unterstellten Soldaten zu ohr- feigen. Der Ausschußvorsitzende Abg. Major Kosezalkowski, rief die Streitenden zur Ordnung und legte ihnen als Abgeordnete und Offiziere nahe, in den Sitzungen nicht persönlichen Streit zu treiben. verständig genug, sich dem Antrag de» Staatsanwalts anzuschließen, der an Hand reichsgerichtlicher Entscheidungen nachwies, daß bei ja grobschlächtigen und unbeweisbaren Verunglimpfungen eine Be. weisausnahme nach der Htebeuden Judikatur nickt statt zu haben hätte. Der jugendlich« Rechtsanwalt setzte daraus die Miene«Ines gekränkte» Schulknaben auf und erklärte, nicht mehr da» Wort zu ergreifen. Dies war nicht unerfreulich. In seinem Plädoyer führte Stoalsonwoltschaftsrat Kirchner aus, daß so grobe Beleidigungen gegen einen Mann, der sich in schwerer Zeit um Volk und Vaterland große Verdienste erworben habe und noch heute dem Staat« In verantwortlicher Stellung diene, schwer geahndet werden müßten. Er beantragte gegen Friedrich vier Mmiote Gefängnis. Dos Gericht blieb bei seinem Urteil weit unter dem Antrag des Vertreter« der Anklogebehörde. Es erkannte auf einen Monat Gefängnis. � Lambach klagt gegen Hugenberg. Ein Nachspiel zum Fall Lambach. Wahreich her Blüte zeit des Falles Lambach hatte eine ober- schlesiische Zeitung, die inzwischen in den Besitz Hilgenbergs übergegangen ist, die persöniliche Ehrenhaftigkeit Lambachs bezweifelt. Lambach klagte. Wie der„Deutsche" mitteilt� ist die Zeitung zur Zahlung der Prozeßkosten verurteilt worden und muhte an erster Stelle eine Berichtigung bringen, in der es heißt: „Soweit der Artikel(Aufschluß und Ausschluß vom!). August 19Z8) geeignet ist, die Ehrenhaftigkeit des Herrn Lauchach in Zweifel zu ziehen, stehen wir nicht an. ihn m i t d e m A u s d r u ck des Bedauerns zurückzu nehme n." Herr Lambach hat also auf dem Klagewege eine Zeitung seines P o r t« I ch e f s gezwungen, ihre ehrenn'ihrigen Anwürfe gegen rhu zu wcherrusen. Auslandische Landarbeiter. Mehrzulassung von 40000 Landarbeitern. Der R« i ch» r a t besprach gestern die Zulassung ausländischer Landarbeiter. Am 20- Dezember hat der Minister für Landwirtschaft und Ernährung über die Aeschästlgung ausländischer Landarbeiter für da» Jahr 1020 eine Verordnung erlassen, wonach z u n ä ch st tzOl>(30 ausländische Arbeiter und dann vom IS. April ab weitere 40000 in der Landwirtschaft beschästlgt werden dürfen. Zlußerdem ist eine Reserve von 10000 auslän- dischen Arbeitern vorgesehen. Jetzt hat der Lan-dwirtschafts- minister den Reichsrat ersucht, einer Abänderung jener Verordnung dahin zuzustimmen, daß 40000 ausländische landwirt- schaftliche Arbeiter mehr bereits vom I. April d. I. ob beschäftigt werden dürfen. Wegen des anhaltenden Frostes werden sich nämlich die Frühjahrsarbeiten in der Landwirtschaft stark zu» satnmendrängen und der Bedarf an Arbeitern wird größer werden als sonst. Im Reichstag ist auch b»relts ein entsprechender Antrag eingebracht worden. Der zuständige Ausschuß des RCichsrats hat der Abänderung der Perordnung zugestimmt, und ebenso entschied eine Mehrheit der Vollversammlung, Baden enthielt sich der Ab- stimmung. Wer schändet Kriedhöse? Widerlegte Sokenkreuzlermärchen. Die zahllosen Schändungen jüdischer Friedhöfe—. man zählt bereits an siebzig— hoben in weitesten Kreisen Entrüstung her- vorgerufen, vbmoht»» sich hier zweisello» um die Folgecrscheinun- gen hakenkreuzlerijcher Verhetzung handelt, suchen nationalsozialistisch« Führer und Zeitschristeu das Märchen zu»crbreiten, daß b i c I» den selber durch bezahlte Eubiekt« diese Schändungen vor. nehmen ließen, um sie dann den armen unschuldigen National- sozialisten in die Schuh« zu schle>beu! Naturgemäß bleibt«lue große Zahl dieser Taten unaufgeklärt. da sie sich zur Nachtzeit an menschcnseereu Orten abspielen. Wo es aber bisher gelungen Ist, der Täter habhaft z» werden, haben sie sich regelmäßig a l» waschecht« Antisemiten ent» puppt. So auch jetzt im jüngsten Fall von Gladbeck. Dort haben die Täter vandalisch auf dem Friedhos gehaust und sogar Grabsteine umgeworfen, die durch eingelassene Eisenstäbc aus dem Fundament befestigt waren. Der Kriminalpolizei gelang es, die Täter zu ermitteln. Der Haupttäter M a r z i n a k ist eingeschriebenes Mitglied der notionalsozialistücheu Ortsgruppe und eifriger Besucher der Hakeukreuzleroersammlungen. Der zweite Täter Musebrlnk steht ans dem Ständpunkt der National- s o z> a l i st e u und ist ihrer Orgamsatlou nur deswegen noch nicht beigetreten, weil seine Eltern— M. ist minderjährig— es ihm verboten hatten. Das Bild ist hier im wesentlichen das gleiche wie bei der Friedhosschändung in Erfurt, wo die drei Täter Mitglieder des Wiking waren, wie In Collies, wo der Täter Mitglied des Stahlhelm,«ie in Geroldshofen, wo der Haupttäter Ratio- n a l s o z i a l i st und Bahnhossverkäuser völkischer Zeitungen war. — Die nationalsozialistischen Lügen über die von den Juden selbst angestifteten Friedhofsschändungen haben kurze Beine. Neuer Negierungssieg in Mexiko. 4000 mexikanische Aufständische in Gefangenschost geraten. New Aork, 14. März. Nach Meldungen aus Mexiko-Stodt haben dl» mexikanischen Reglerungstruppen bei der Einnahm« Saltlllos 4000 Wif- stöudlsch« gesungen genommen. wer Fez lrogk. wird verhastel! Eine Anzahl Türken sträubt sich noch immer gegen das seit vier Jahren durch Gesetz zur Pflicht gemachte Tragen des Hutes an Stelle des traditionellen türkischen Kopfbedeckung. Die Polizei hat am Mittwoch in Kon- stantlnopel etwa 40 Männer, d!« ostentativ gegeo das Gesetz verstießen, verhaftet und dem Gericht zugeführt. WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat Fleisch, Fische, uetlügcl, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Frisches Fleisch Sämereien h.Ä. Blumenzwiebeln Blumen- und Gemüsesämereien...... 3 Pakete 40pt 10 siud< 40 pt. Begonien eivt-cfi 10 SM» 90 Rt 10 sm» 45 pt. Begonien«ei... 10 sw» 1.25 10 sm» 75 pl Primeln bmhend....�op« 40pl. 10 SIU» 85?-. Azelien dmdend. f opf von 1,75 Montbretien Gladiolen II Anemonen. Gladiolen I. Schweinebauch u- Rod,en' m" 1.1 0 Schweinekamm u-°>»«. 1.15 Schweineschinken......»iund 1,20 Kalbskamm u. Brust.... Piund 0.65 Kalbsnlerenbralen..... ptund 0.75 Rinderkamm u. Brust.. Piund 0.80 Qulasch Pfd. 0.85 Querrippe Pfd. 0.78 Schmorfleisch"• Roai,b«1 m- Kn�i*� 1.00 Schmorfleisch ohne Knochen..Pfund 1,25 Liesen ptund c.80 Gehacktes pic. 0,78 Kavier, Speer u. Kamm p;und 1.25 Selbst ausgelassener 7al« p-f. 0.56 Frf&cne Kinderzungen p�nd i.uo Schweinekotelett---- Pfund i.zv Kalbsschnitzel...... Piund 9.00 frima Getrlerfieiscn Schmorfleisch mit Knochen.. Pfund 0.80 Hammelvorderlleisch.■ ptund 0.S2 Fische Kabelfau ohn« Kop'. � l>.22 Seelachs Ohne Kopf, ganze Fische. Pfd. 0.18 Schelltische Ohne Kopf...... Pfund 0.30 Filet von Kabeljau..... Pfund 0.32 Lebende Karp.en.... Pfund 1.25» Grüne Heringe........» Pfund 0.62 Geflügel Gänse gefroren....... Pfund von 0.95 an Grolle Tauben..... sfo» von 0,98 an Suppenhühner..... Pfund«.n 1.10«. Ruten gnfroreu....... Pfund von 1.15 an Enten aafroran........ Pfund von 1.15 an Woigahühner...... Ptund v» 1.20 an Masthühner ungarische, Pfund von 1.40 an Schneehühner...... stach von 1.90 an Obst u. Gemüse IIa!. Feigen. Pfund 25pi. Rote Rüben Pfund IOpi. Weißkohl hoii, Pfd. ISpi Wirsingkohl ho� 15pl Mandarinen Pfund 35pf. Amerikaner Pfund 38 pu Bananen.. piund 38 pt Apfelsinen otz. 50, 75, 1 m Apfelsinen Halbblut, Dtz, 50, 95, 1.20 Zitronen..Duzend 55 pt. I a Tafeläpfei__ Edelrot, Charap. He'. JiSt, tat �jWeaUdcfe<5 IE» neff., K.II.. Aep-el.Pld."wO Pf.u.SPId.brnllo| Q» 75 Mcssina-ApfeTsinen sus» Halbblut, Kiste 100 n. 150 Stade I W 75 Rotkohl holt. Pfund 18pu Möhren 35?,. Sellerie.. ptund 2Spi. Blumenkohl Kopt von 40 an Käse u. Fette Camemberi vom�,achleJ 25pl<-'°°- 85 pl Emmenlhaler ohne Qlnde......... Schachlei 92 PL Harzer............Kiafe ca. 5 Pfund netto 1.25 Limburger 48 Pf. 55pf.voiifeo..Pfd.93pL Steinbusdier halbfett...?>» 70pl voiitett..Pfd. 1.15 Edamer halbfett...... Pfd. 70 PL»ollfeff..Pfd. 1.15 Holländer halbfett..... Pfd. 75pl voiitett.. Pfd. 1.15 Tilsiler voiifeff................... f-kund 1.30 Schweizer dan, dreMertelfetl Pfd. 90 Pt. ba'piund"von 1 Blodütasc, halbfett, ohne Rinde Tilsiler Art Pfund 88 Pf. Sdiweizer Art Pfund 98 PL Spelsetalg i-P(d.-Pk. 50pi. Margarine Pfd. 52, 58 pi. Tafelbutter.. piund 2 m Dan. Butler Pfund 2�0 Räucherwaren Makrelen-Büddinge Schellfische. ptemd 54 pl Pfund 23 u. 28pt Dorschrogen Piund 55pl Kieler Bücklinge 45pl Seeaal ohne«aof.Pfd. 92PL Seelachs Lsta»..pfd. 50pl �falk�fpi» 2.45'iL 32p£. Konfitüren Teckuchen Pfd. 1.30 Tee-Schnitte ,nll5d,okÄ 1.50 Tee-Qebäck pimd 1.80 Olympia-Vollmllch-Sdiokolade �tä'aramm 75 pl Olympia-Kakao............ soo Gramm 1.00 Gold-Bonbon 0.75& 0.20 Bachartlhel Olympia-Mehl.... 5-pfund-Beuiei 1.10 1.18 1.25 Olympia-Mehl.... 2-pfund-Beutei 52pl 53?>. Rauhreif-Mehl.......... 5-Piund-Beniei 1.25 Auszug-Mehl..... Pfund 20 pl 22 pi. 24 pl 26 pl Kartoffelmehl Pfd. 23pf. Sultaninen 38. 52. 65 pl Maispuder Pfund 28 pl Mandeln so» 2.20 2.80 Mandeln biiier 2.40 2.90 Kokosnuß«"WÜ 58pt Vanillinzucker 20 PL Rosinen Pfund 54, 68 pl Korinthen Pid. 60, 75 pi. Zitronat. ptund 1.35 Mandelio. Ptuno 65 pl Backpulver s Beutel 30pl Gemüse- Erbsen 50pl Jg. Erbsen mitteile!» 78pt. junge Erbsen tetn 1.25 sehr fein 1.50 Gemisch!. Gemüse S3pl Delikale�-Qemüse. Konsum W Oä Pt. 1.12 Gemischt. Gemüse,„ sehr fein l-OO Jg. Erbsen"» � 1 Konserven.,>D„e '' 1,052 Bruchspargel stark 2.85 Stangenspargel. 3.00 Pflaumen mit stet» 70 pl Apfelmus-A' 3.70 75 pi. Ananas HawiMSciiiiibes 1.05 Mirabellen"jÖZpl 1.10 Saure Kirschen 1.20 Kalif. Aprikosen 1.45 O.sardinen,"„"JL 52 pl Brat- u. Bismarck- 1 Ltr.ii«>. hering, Rollmops on ''.Ol PL mit Karotten 46 PI. 78 PI. Karol en�n48pi. 80 PL Spinat(Ddiiuieii: 38 pl 60pi. Hering in Gelee Konfitüre'» Eimer Aprikosen 1.10 Orange, Johannisbeeren 1.15 Himbeeren, Kirschen 1.35 Wein Prelsa fOr'ii Flasche ohne das San Antonio lieblicher, apaninaier Botweln.... 1.00 1927 WöHsleiner sutn»er Tisch- und Bowlenwein 1.10 1927 Qrünstadter Roth slltNzer Pkaizwein 1927 Wellener Riesling guier Ttschmoaei 1922 ChAt. ReySSOn elegonter Bordeaux 1926 Niersteiner Berg kerniger Bhelnhesse 1926 srittenheimer Laurentiusberg�052� 1 927 Zeltinger Himmelreichbeaiech. Moseiaal 1926 Rüdeshetmer Berg duftig. Rheingaue rj ä 2 5 1926 Castillo Romero lein«»»,«LSaulemea khnL 1 60 Dtsch. Weinbr.** u. Halb& Halb«ausmarke 3.40 Vom Fak zu Extrapreisen, per Liter: Johannisbeerwein relniSalgc, extrafe.ne QuahiSt 0.83 Weitere 7 Sorten SQdwein u. Spirituosen. Wurstwaren Rot-u.Dampfwursi 1.05 LandleberwurslPfd. 1.20 Fielschwurst Piund 1.20 Mettwurst 45 Morladeila Pfund 1.45 Jagdwurst.. Pfund 1235 Fiielwursf...Pfund 1.55 Sdiinkenpolnlsche 1.60 Landmellwursl Pfd. 1.60 Zervelal u. Salami__ holsteinische, Ptund 1-/0 Leberwurst feine, Pfd. 1.80 Pökelfleisch«ekocht 1.80 Speck tett 1.30 1.50 Schinkenspeck Pid. 1L5 Nußschinken. ca. i Pid. schwer, Pfd. 4.11) Somiitr, EaienttaltrStr.. HmUdIUz: Knob!auchwurstpid.l.20 Bierwurst..ptund 1.75 Teewurst... Pfund 1.75 Kaffee frisch gebrannt, eigene Wöstcrel Konsum Misch. Pfd. 2.40 Haushall-Misch, 2.60 Sonder-Misch.„ 3.00 Olympla-Misch.« 3.40 Qlobus-Misch. M 3.80 Residenz-Misch. 4.20 Spezial-Mischung mit Wie 067«o»/. 1 10 Bohnenkaffee W,1,1U Tee etgeue Mischumgeu L« Pfd. Ceylon II...... 1.25 Indien........ 1.55 China........1.70 Ceylon....... 1.85 Darjeeling..... 2.00 ZAHLUNG! Der Fruhjahn verkauf| ist in vollem Qanqe! Alle, die unsere Neuheiten sehen.sind entzückt davon! Unsere Zcihlunqsbedin, sind spielend leicht! I IßiuPjtkmfePlim. Vwhe, V&s- f u.Bci0a/o{üm&i,Jf(Mm A fSufpJJtofk. WdifKR. MjkPjrim fertige Sdferi. SdmJwaren p. KAUF HAU im osten; Qr. Fran kfurterftr.lOI ECKE KßAUTSTß- AM SfRAUSSBEfiGEÖ-Pl- (m Süden; Kottbuserdamm 72 ECKE LENAUSTR. NÄHE HEßMANN- PL- ??r.il25.46.Iahrgavs �00 ��OrtDOrf� Kreiiag. 4S. März iS2S WohnmgSförsorge und Äeutschnalivnale. Ein ,/Lloulöwe" ihr Führer im Raihaus. U«b«r die W a h nun g s s ü o rge g« sellsch a ft herzu- ziehen, versuchte gestern in der Stodtverordnetenver- s a m m l u n g als Redner der Deutschnationalen der Architekt gebier. Für den geeignetsten Mann hierzu hielten sie ihn, der nicht nur als Stadtverordneter in der Wohnungsfürsorge- gesellschast mitwirken darf, sondern auch durch seine Berufs- und Erwcrbstötigkeit in engere Beziehung zu ihr kommen kann. Herr Fcdler geriet diesmal on den Unrechten und holte sich bei dem Stadtrat T z e m i n s k i. dein Dezernenten für Wohnungswesen und Wohnungsfürsorge, eine gründliche Absuhr. Auch dem kommunistischen Rodner L u s ch e r, der darauslos geschimpft hotte, gab Stadtrat Czcminski gehörig eins auf den Mund. Herr Luscher hielt es dann für geraten, sich aus der blamablen Nachbarschaft des Herrn Fedlcr zurückzuziehen. » Bei dringlichen Protsftanträgen der kommunistischen Fnoklürn gegen dos Verbot des Theaterstücks„Giftgas über Der- 1 i n" und gegen das Demonstrieren unter freiem Himmel erfolgte Einspruch. Eine längst schon nötige Abrechnung mit gewissen Bauinteressenten, die bestimmte Stadtverordnete als ihre Interesienvertreter im Rot- hause benutzen, hielt Stadtrot Genosse Ezerninski. der Dezernent des Hauptwohnungsomts. Anlah dazu bot die Kritik des deutsch- nationalen Stadtverordneten Architekten Ardler an den neuen R i ch i l i n i c n, noch denen die Wohnungsfürsorgege- s e l l i ch a f t bei Erledigung des Bauprogramms 1929 arbeiten soll. tSenossc Czeminski konnte die Verärgerung Fedlers aus die Abweisung eines wohnungsbauprojekts einer Gesellschast zurückführen, an der A edler selbst stark beteiligt ist.(Hört! hört! links.) Di« wohnungssürforgegefellichafl sei dach keine Versorgungsonstalt für Stadtverordnete und gegen ihre Tätigkeit könne man nicht mit �Witzen und Mätzchen ongehdi. lieber die„Mitwirkung" gewisser Stadtverordneter und ihrer Hintermänner an der Wohnungssürsorgcgesellschost liegen sehr viele Beschwerden vor, die gegen Leute, die glauben an den Quellen zu sitzen und dort ihre Geschäfte machen zu können, auf das heftigste protestieren. Wenn man sich über die hohen Berwaltungs- kosten der Wohnungsfürforgegefellschait aufgeregt Hot, so sei dem- gegenüber sestzustellen, dah die Gesellschaft nur etwa ein Drittel des ihr gesetzlich zustehenden Verwal- tungsprazentsatzes verbraucht Hot. Sie Hot feit 1924 Skv kNilllancn Hanszinssteuergelder ausgegeben, wovon ihr einhalb Prozent Vermoltungskosten zufranden, das sind also 2H Millionen. Verbraucht wurden ober totsächlich nur 999 999 M. In der- selben Zeit sind ober beispielsweise allein für Architekten- Honorare um das Vielsache höhere Beträge ausgegeben worden. (Hört! hört! links.) Bei den geringen Verwolwnqskosten sind aber ' noch sehr viele Ausstellungen,' Berichte, Enqueten, Auszüge aus dem Betrieb gemacht worden, wozu nicht zuletzt die Leute um Herrn Zedier die lveranlassung geben. Genosse Czeminski nahm für seine Verwaltung in Anspruch, datz sie sehr billig arbeitet und gab der Hnffmmg Aueldnick, datz die Annahme der Richtlinien der Woh- mingssürsorgcgescllschosl Gelegenheit gebe, ihre Ausgaben zu er- ledigen.(Lebhostcr Beifall bei den Soz.) Nach einigen anderen Rednern beanspruchte Stadtv� Aedler(Dnat.) für sich als Architekt das Recht, sich— auch als Stadtverorndeter— an den durch die Stadt vergebenen Arbeiten zu beteiligen. ?n der Erledigung einer großen Anzahl Vorlagen des Magistrats bewilligte die Versammlung 4 2 299 Mark für die Beschickung der u st c l l u n g„Gas und Wasser" in den Ausstellungshallen in Witzlehcn. Dem Ersuchen der Bcrsommdmq vom 22. Oktober 1928. den„König- Wilhelm-Turm" aus dem Karlsberg im Grunewald on der Havel umzubenennen, ist der Magistrat bei- geipeten. Er schlägt die Bezeichnung„Grunewald-Tnrm" vor und bat um die Genehmigung der Versammlung. Darüber gab's nun ein« kurze, ober inhallschwere Debatte, in der der Redner der Deutschnotionolen keine Ursache sah. den Namen zu ändern, während der Demokrat Düllo für die Bcseirigung des vorkrieglichen Nomens eintrat. Frau Hoffmaon-Gwinner(KPD.) beantragte die Bczcich- ming.Lorl-Liedkiiecht-Turm", Dr.«Lospari(D. Bp.) wollte es sich — scheinbar im Ernst— überlegen, ob sein« Freunde nicht dein kommunistischen Antrag zustimmen würden.— Der zweiten Be- ratung widersprach die Rechte des Hauses, sie findet später statt, man kann also überlegen!— Ohne Debatte an den Ansschuß ging die Borloge wegen des Baues neuer Untergrundbahnen.— Die über das Erplosionsbrandunqlück in der R a d i o f a b r i k Schön- l e i n st r a tz c fortgesetzte Debatte benutzte ein kammunistischcr Stadtverordneter zu heftigen Angriffen auf— die Sozialdemokraten. Was er an Antrögen zur Verhütung solcher Unglücksfälle vor- zubringen hotte, ivar auf der Tribüne nicht verständlich— so laut sprach der Mann. Schließlich wurden die im Auszug bereits mit- geteilten Ausschußbeschlüsie gutgeheißen. 1226-1929. Die Spitteltolonnaden waren einst Rrückenfthmvck. Die jetzt, wie mitgeteilt, nach dem soeben abgeschlossenen Der- trog de» Berliner Magistrats mit dem preußischen Staat der Spitz- hack« verfallenen sogenannten„Spittelkolonnaden" zwischen Diiii- Hoffplatz und Spittelmarkt in der Leipziger Straße gehörten ursprünglich zu einem Bauwerk, dos dem Verkehr diente. Als unter der Regierung Friedrichs II. die unmodern gewordenen Festungs- werke des Kurfürsten Friedrich Wilhelm beseitigt wurden, wurden neue Brücken über die Festungsgräben gebaut und alte erneuert, um dem wachsenden Verkehr Berlins Erleichterungen zn verschossen. Gleichzeitig sollte das Stadtbild verschönert wenden, und so wurden die Brücken mit monumentalen Slufbauten versehen. Zu diesen er- neuerten Brücken gehört« auch die S p i t t e l b r L ck e. die kurz hinter dem Spitalplotz(Spittelmarkt) den alten Fcstungsgraben über- querte. Diese Brücke wurde verbreitert und zu beiden Seiten im Jahre 1776 jene Brückenhollen errichtet, die wir heute Kolonnaden nennen. Die Entwürfe der halbkreisförmigen jonischen Säulengänge stammen von G o n t a r d, der auch die Türme auf dem Gendarmen- markt errichtete. Besonders bemerkenswert sind die Vasen auf der Attiko, die lebensvollen Kindergruppen über den Mittelbauten und die Aufsätze der quadratischen Eckpavillons. Als die Spittelbrückc mit der fortschreitenden Entwicklung Berlins zur Großstadt und Wellstodt und der Zuschüttung aller ehemaligen Festungsgräbcn in den achtziger Jahren abgerissen werden mußte, blieben die Kolon- nodcn bestehen und wurden mit Ladenausbauten versehen. Sirafanträge gegen Band und Genossen. In dem großen Banderolenfchwin>dclprozeß, der das Schöffen- gcricht Berlin- Mitte seit einigen Tagen beschäftigt, bean- tragt« am Donnerstag noch Schluß der Beweisaufnahme Staats- anwoltschaftsrat Dr. Iacoby II gegen Benno Band ein Jahr sechs Monate Gefängnis und 2999 Mk. Gelbstrof«, gegen Erich Küttner ein Jahr sechs Monate Gefängnis, gegen den'Arbeiter Wozniak, der den jalfchen Boien gespielt hatte, wegen Beihilfe drei Monate Gefängnis, gegen den Zigarettenfabri- kanten Findeis ein Jahr Gefängnis wegen.Hehlerei und gegen den Kaufmann Lothar Brieger sechs Monate Gefängnis. Den Mitan- geklagten Oberzollfekretär Eugen Obst beantragte der Staats- onwalt mangels ausreichenden' Beweises seiner Mitbetciligung an dem Banderolenbetrug freizusprechen. Bei den übrigen An- geklagten wurden Geldstrafen, teilweise auch Freisprechungen be- antragt. Das Urteil ist am Freitag nachmittag zu erwarten. RomMi einer Kevolulion. Von Gechdd Heccm&ttn FIosIav „Weeß ich doche!" sagte Frau Kniephacke eilfertig und hätte vor der Erbin des reichen Fabritbesitzers beinahe einen Knicks gemacht, was allerdings bestimmt zu ihrem Zu- fammcnbruch geführt hätte.„Wo war ich denn die Tochter von Harrn Dellendahl nich kenn'n!" Sie fuhr sich verlegen über den Baucht Gott sei Dank hatte sie das Schwarzseidene an. denn sie wollte gerade zum Trauergottesdienst für den Herzog in die Schloßkirche..„„, A o« „Kann ich Herrn Hofböttchermeister Kniephacke lprechen i fragte Gerda Dellendahl und zupfte, nun ihrerseits geziert, an ihrem ungebärdigen Schwarzhaar. „Kniephacke!" schrillte es aus dem gewaltigen Stück Fleisch statt jeder Antwort nach hinten,.„Kniephacke, komm ema vor!"— und das vornehm erzogene Kind blieb seinem Erstaunen über diese Anredcsorm zwischen Ehegatten über- lassen, bis die hagere Gestalt des Meisters auftauchte. „Die Äleene— das Frcilein Dellendohl will was von dich«!— Träten Se man näher, Freilein!" Und Gerda landete mit Kniephacke in der guten Stube auf den schwutzdeckenüberspannten Staatsmöbeln, während Frau Luise sich zur Kirche begab— ihr Mann hatte wieder mal nicht mttgewollt. „Na. womit kann ich dienen?' fragte der Meister. Sie sah eine Weile verlegen aus ihre Beine, hielt sich mit den Händen an der vorderen Sesselkante fest, hob dann die sehr klaren, blauen Augen und erklärte:„Ich wollte Ihnen man lagen. Herr Kniephacke— Ihr Sohn hat auf der Straße meinen Großvater beschimpft." Die Wirkung dieser Mitteilung auf den Vater schien der Kleinen merkwürdig intensiv. Kniephacke stand jäh auf, seine Zähne bissen aufeinander, seine Brauen sanken tief, seine breiten Fäuste ballten sich. So ging er zur Tür. riß sie aus und rief:.Karl!" Zum großen Schmerz seiner Frau nannte - er seinen Jungen nie Alexander. Das blasse, schmale Bürschchen mit der hohen Stirn er- schien, ebenfalls zum Kirchgang fertig, und starrte das Mäd- chen grußlos und nichts Gutes ahnend an. „Du hast Harrn Ealm ausgeschimpft?" fragte Kniephacke lauernd. „Die andern—" begann Alexander Carl verlegen. Aber der Vater schnitt ihm die Entschuldigung mit einer Hand- bewegung ab. Und dann geschah etwas Merkwürdiges, etwas für den gutmütigen, weichen Meister Unerhörtes. Er zog die Geldtasche, nahm eine Münze heraus und drückte sie Gerda in die Hand:„Tu mich ma an Iefallen, Kleene. Ieh ma niwwer zu'n Joofmann Roskoden und hole mich an Rohrstock. Ieh hinten rum. Roskoden wird schonn noch da sind." „Aber Herr Kniephacke— das— das wollt« ich doch nicht!" wandte Gerda peinlich berührt ein. „Du hasts mich nu jesat, also mußt de mich oo helfen!" sagte der lange Meister so bestimmt, daß jeder Widerstand zwecklos schien. „Ich muh in die Kirche!" suchte sich Alexander Carl, jeder Würde bar, zu retten. „Du jehst nich in de Kirche. Der liewe Iott will jar nischt von dich wissen!", behauptete Kniephacke, während Gerda oerschwand. Sie blieb ziemlich lange. Die ganze �eit über starrte der Meiste� seinen Sprößling wortlos und finster an. ohne auf eines seiner vielen gestammelten Argumente einzugehen— nur als Alexander, die Hände bereits schützend über die Er- ziehungsfläche gebreitet, beinahe heulend bat:„Aber doch nich, wenn die dabei is!"— kam es kurz und schlagend zurück:„Du hast oo nich jefrat, war dabei war, mie'n du Ealm ausjeschimpt hast." Gerda kam zurück. Alexander sah sie mit einem ent- täuschten und einem haßerfüllten Auge an— sie brachte wirk lich das Gewünschte, die dumme Gans, die alte Hexe, das ge- meine Frauenzimmer! Kniephacke ließ sich den Stock geben. Der Junge retirierte zur Tür. Die Hände rieben verzweifelt den Hosenboden. „So an Feigling!" höhnte der Vater,„un so was will zu Ostern ufss Lehrerseminar!" Und als dieser Appell an den Mut des Dulders nichts half:„Herkommen!" Alexander näherte sich, kreisend und tänzelnd wie ein« weiße Maus. „Bücken!" Es war zu ersehen, daß der klein« Kniephacke Verhör der Kinoräuber. Ein gut vorbereiteter Plan. Wie bereits in der Abendausgabe mitgeteilt, ist es schnell gc- lungen den Raubübersall auf dos Kino in der Kantstrahc aufzuNäre» und die Räuber zu verhaften. Im Laufe der weiteren Vernehmung am gestrigen Tage haben der ISjährige Kleist und der drei Jahre ältere B o g n e r zwar den Ilcberfall in der Kantstraße zugegeben, sie bestreiten jedoch, in der Kandclhardt-Garagc ausgetreten zu sein. Es hat sich herausgestellt, daß K l e i st bei dem Ucbersall die treibende Kraft war, während Bogncr nur den Mitläufer spielte. Kleist, der früher schon Einbrüche in Kinos verübt hat, wußte mit den Oertlichkeitcn der Lichtspielhäuser und den Gepslogeuheiten der Kassierer ziemlich Bescheid. Er hatte schon die Zlbstcht, die Kant-Lichtspicle heim- zusuchen, che er nach der'Anstalt S e e h o s gebracht wurde.'Als«r von dort entwich, war er entschlossen, scmen Plan auszuführen. Die Nacht der Flucht war aber so grimmig kalt, daß er mit e r- srorenen Füßen in Berlin ankam und längere Zeit gc- brauchte, um wieder auf den Damm zu kommen. Inzwischen weiht« er Bogner, seinen neuen.Freund, in den Plan«in. Bogner borgte. sich von einem Bekannten die Pistole und gab sie an Kleist weiter. Dieser wiederuni stattete den Bogncr mit einer Schreckschuß- p i st o l e aus. Die Rollen ivarcn vorher besprochen und verlcilt. Kleist wollt« das Geld fordern und Bogner sollte an der Tür stehen bleiben und imr, wie Kleist sagte,„lossunkcn, wenn es brcnzlich würde". In dieser Weise handelten sie dann auch, und ihre Angaben darüber werden von dem Geschäftsführer und den Angestellten bestätigt. Mit der Beute fuhren die beiden nach Westend hinaus, wa sie das gestohlene Auto an der Ecke der Gottsched- und Soorstraße stehen ließen. Das geraubte Geld brachten sie sofort in Begleitung von Mädchen in verschiedenen Lokalen durch. Hier waren sie durch ihre Zechereien, bei denen es sogar Sekt gab, bereits ausgcsollen, weil diese Ausgaben zu ihrem Aeußercn nicht recht stimmten. Das gestohlen« Auto, das zu dem llebersall benutzt wurde, ist unterdessen spurlos verschwunden. Wahrscheinlich ist es von Mitgliedern der Lictzenseekolonn« wieder gestohlen worden und wird weiter zu Schwarzfahrten benutzt. Wieder einmal der„Pfaffenspiegel". Gotteslästerungeiprozeß in Lichtenberg. Der Pfaffenspicgel, jenes Buch Otto von Corvins, hat mannigfache Schicksal« gehabt. Es ist vor dem Kriege wiederholt beschlaq- nahmt, dann aber wieder freigegeben worden. Durch ein Ilrlcil der S t r a f ba mm er des Landgerichts Berlin mußten jedoch im März 1927 verschieden« Sätze, die Anstoß erregt haben sollten, entfernt werden. Nach Streichung dieser Stellen konnte das Buch wieder erscheinen. Der Verlag Bartels in Wcißenfee ging nun daran, den„Pfafsenspiegel" erneut herauszugeben. Für die Neubearbeitung des Buches wurde ein— L an d g e-- r i ch t s r a t i. R. ausersesicn. der auch die beanstandeten Stellen wegließ. Nur die Urberschrist eines Kapitels ließ er stehen. Als der„Pfostenspiegel" fertig gedruckt den Weg in die Oestentlichkeit antrat, wurde er erneut b e s ch l a g n a h nl t. Nicht weniger als 2099 Exemplare wurden in dem Verlag in Weißenfee borge- iunden und abgeholt. Die Katholische Kirche fühlte sich durch die Kapitelüberschrift„Die heilige Trödelbude" beleidigt. Bekanntlich hat die Katholische Kirche Reliquien, deren Verehrung sie heischt, und das Kovitel, das sich mit solchen Geg«nstäi>dcn be- saßt, nennt dies«in«.cheilige Trödelbude"! Außerdem wurde gegen den Inhaber des Verlages und dessen beide Söhne ein Verfahren wegen Besch impsiing der Katholischen Kirche eingeleitet, mit dem sich das Erweiterte Schössen gcricht Lichtenberg zu beichäs- tigen hatte. Der Inhaber des Berlages Bartels ist wegen eines schweren Herzleidens verhandlungsunfähig, so daß mir die beiden Söhn« als Angeklagte erschienen.' Sie bestritten, sich strasbnr ge- macht zu haben. Das Gericht sprach sie auch frei, weil es die An- geklagten nicht als Drucker und Herausgeber des Werkes ansah: dafür komme lediglich der Inhaber des Verlages in Frage, der aber feine künftige pädagogische Begabung von seinem Alten ge- erbt hatte. Der Ton war einwandfrei energisch, und das Opfer bückte sich wirtlich. Das schmale Becken, das vom roten Kopf an Größe fast überboten wurde, bibberte. „Hände runner!" Hier wandte Gerda sich ab. Es ist traurig zu sagen: leider nicht aus Mitgefühl oder Mitscheu, sondern weil sie lachen mußte, als die mageren Arme her- untersanken und in den Schultern hingen wie zwei baumelnde Stricke. Aber die schmalen Knabenlippen waren fest ge- kniffen und entschlossen, es zu bleiben, was auch kommen würde: nur nicht heulen vor der da! „Herr Kniephacke," wollte Gerda noch einmal inter- venieren, halb stehend, halb prustend— zu spät. Ein Pfeifen, ein Sausen, ein zischender Schlag-- und das eine Ende des mit großer Kraftanstrengung geführten Stockes flog in hohem Bogen durch die Luft und schlug ans Perpendikel der Wanduhr, die entsetzt ihren Lauf einstellte. „So'n Mistt" lautete des Vaters erste Reaktion, während er wütend das in seiner Hand verbliebene eine Stockende be- trachtete.„Wie kann Roskoden bloß sowas verkoofen!" „Dabei hat er doppelt soviel getostet als woanders!" entrüstete sich Gerda. Sstexander sprach im geheimen ein Dankgebet an Herrn Roskoden. Kniephackes Zorn war indessen nach dieser einmaligen physischen Auswirkung oerraucht.„Dein Glück!" sagte er faustdrohend. Und dann schloß er seine Erziehergrbeit psycho- logisch ab.„Un jetzt bringste Freilein Dellendahl nach Hause. Un wenn de nich heeflich bist un se nich richtich hinbringst, denn sattste ma söhn! Denn hole ich an Stach von Meyern, da wern sc schonn besser sind!" „Auch das noch!" knirschte Alexander bei sich. Aber da mar nun nichts zu machen. Wenn sie jetzt nicht so anständig war und selbst verzichtete—— Fiel ihr aber gar nicht ein. Sie bedankte sich bei Knicp hack«, bedankte sich, das Luder! Und ehe man sichs versah, stand man mit ihr draußen auf der Straße. Hier hielt es der Vierzehnjährige trotz seiner kochenden Wut nun doch für geraten, die Sache, nach außen hin von der optimistischen Seite und auf die überlegen leichte Achsel zu nehmen.„Pech hat der Olle gehabt, daß der Stock so schlecht war!" „Es war ja auch der billigste!" jagte Gerda. „Ich denke, er war teuerer als woanders?" fragte Alexander mißtrauisch. � sFortsetzullg folgt.) vorläufig nicht �ur Verhandlung gezogen werden kann, da er fa oerhandlungsunfähig ist. Starker sichern konnte sich der Verlag doch wo>h< nicht als da- durch, daß er einen leibhaftigen Landgerichtsrat als Bearbeitet annahm. Und nun soll ihm auch das nichts niitzen? Kommender Mttionenprozeß in Halle. Bisher zwei Zimmer voll Akten. Holt« an der Saal« wird Noch in diesem Cammer der Schau- platz eines Riesenbetnigsprozcsses werden, der an Umfang. Zeit der Ermittlungen und Größe des bisher zufaimnengelragenen Beweis- Materials i» mancher Hinsicht mit dem Barinat-Prozeß oerglichen werde» tam Die Voruntersuchung gegen Schönseld und Genossen wegen der Miltionenbetriigereie» zum Schaden der Leuna- werke steht unmittelbar vor ihrem Abschluß, nachdem der Hallenser Untersuchungsrichier, Landgerichtsrat Ja c o b y, mehr als 1'/a Jahre zur Vorbereitung dieses Verfahrens tätig gewesen ist. Bis jetzt stillen die Akten, In deßen das Etmittlungsergebnis niedergelegt ist zwei Zimmer des Landgericht» Holle, lo>daß man schön hieraus Mit Sicherheit prophezeien kann, daß hie kommeiche Airklageschrist ein stattliches Buch darstellen wird. Wie erinnerlich, handelt es sich um die Schwindeleien, die von dem Malermeister Schönseld mjt Hili« von Angestellten der Leuna-Werke bei den regelmäßigen Bauaufträgen für das gewaltige Unternehnieit begangen worden sind und die Schönseld damals zu einem schwerreichen Monii gemacht haben. Grundstücke und ssabnten neben sonstigen Sachwerten stich aus seinem Besitz beschlag- nahmt worden, um nach Eichscheidung der schwebenden Straf- und givilprozesse z-iir Wiedergutmachuirg des Schodens mit herangezogen zu werden. Das Haiiptoerfahren dürste, falls nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten emftehen, im Lause des Sommers vor der Straf- kaminer des Landgerichts Halle durchgeführt werden, Ideale Großsiedlung vor Potsdam? Projekt von Professor Gropius. An der Stätte der Gorgen. Das Hauplversorgungsam« In der General- Pape- Slräße ist heule ein wlchltger Aattvr im Wirk- Ichaflsleben der ürlegsbefchadlglen. Witwen und Walsen. AN dicser Stelle hielt»vr kurzem Nor Berliner Pressevertretern Ministerialrat Dt. Hartrod» einen Vortrag über«vtr- sorgungswesen und versorgungsrecht". Nach einem Ueberbtick über die(IntstehUngSgeschichte des Reichs- dersorgungsgesetzes, das die Gtundlage für all« Arten Versotgungs- ansprüche bildet, führte er u. a. aus: Wesentlich ist, daß das Reichs- Versorgungsgesetz neben der G e l d l e i st u n g in Form einer Rente die Sachleistung der Heilbehandlung gebracht hat. Zum ersten- mal in der deutschen Gesetzgebung hat das ReichsvekslcheruNgsgesetz den Rechtsanspruch üus Heilbehandlung festgelegt, Als Reben- leistungen sind Krankengeld und Hausgeld jü erwähnen. Die Hinter- bliebenerwersorgung gliedert sich in' Witwen-, Waisen« und E l t e r n r e n t e. Beim Tage von Hinterbliebenen wird S t« t b e- g e l d gezahlt. IN der letzten Novelle zum Reichsverlorgungsgesetz sind auch besondere Crzisyungsbeihilfen fük Kriegswatfen geschaffen worden- Siatt einer Rente kann auch eine Kupitölabfiichung ge- geben werden. Das ReichsversorguNgsgesetz erkennt ferner einen Anspruch aus sozialer Fürsorge oN, und zwar sowohl fük Kriegs- beschädigte wie für Hinterbliebene. Die Gesamtzahl der versor« guNgsberechtigien Kriegsbeschädigten betrug im Hahrs 1928 291. Unier den versorguNgsberechtiglen HiMtrbfiebeneN waren 19S5 S7S MI Witwen, 797 531 WaisÜn und 261 229 Eltern. BeksorgUngs- berechtigte KäpitulaisieN gab es im gleichen Hahr S8 917. Die Zahlen für Beschädigte, Kapiiütanten UNV Eltern sind, verglichen Mit den gleichen Zahlen der Iahke 1924 und 1926, Noch Im Steigen begriffen, Eine Abnahme zeigt sich lediglich bei den W a I f- N. Eine fühl- bare finanzielle Erleichterung ist jedenfalls in absehbarer Zeit Nichl zu erwarten. Das BsrsorguNgsverfahreN' ist in durchgreifender Weise nett geregelt und vereinfachl«SrdeN- Der Schwerpunkt der Versorgung liegt bei den Ortsbehörden, bei den für die Beteiligten am leichtesten zu erreichenden Versorgungsämtern. ÄlS besondere Errungenschaft ist voft den VersorgüNgsberechtigteN die ElNAchtUNg der Dersorgungsgerichke mit dem Reichsversörgungsgericht als oberster Instanz empfunden worden, Die SächausgabeN irt Gestvlt voN Renten, Ruhegehältern, HiNterbliebeneNbezügen, Kosten des Heilversahrens belaufen sich allf i 433 284 000 M., der GesamlöerwaliUtigsällfwand olls 37 937 000 M. Uebek„Zuständigkeit und Gliederung des HaUptoersotgllngsomtS Berlin" sprach Direktor F r e y d t, Das Hauptversorgungsamt Berlin ist zuständig für die AersbrgUngsbercchtlgieN IN Berlin, der Provinz Brandenburg UNd den außereuropäischen Ländern. Die Zahl der zum Hauptversorgungsamt Berlin zuständigen Versorgungsberech- tigteN beträgt über 300 000, der Monatliche Geldbedarf 19 MUÜSNeN Mark. Rund 1300 Personen sind als Beamie. Aerzte. Arbeiter und Angestellte im Hauptversorgungsamt Berlin tätig, Die Zahl der im verslofsSNeN Jahr eingegangenen Anträge betrug 60 000, die der täglichen Eingänge 5500- Dann gab OderregiekUngs-Medizinalrat Professor Dr. D a n s a u e r eiNeN Ueberblick über den ärztlichen Dienst Und die versörgufigsärztlichen Einrichtungen Im Bereich des Hauptoersorgungsämts Berlin. Der ärztliche Dienst bei den Beft forgungsämtern ist in erster Linie gutachtlicher Natur. Unter dem ärztlichen Gutachterstab befindet sich seit kurzem auch«ine Aerztln. — An die Referate schloß sich»In Rundgang durch dos Kranken- Der Leiter des Bauhauses, Professor Gropius, hat mit Dipt.-Jng. Fischer bei dem Wettbewerb der Relchsforschungs- gesellschoft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen den ersten Preis für einen Entwurf erhalten, der jetzt durch eine neu zu bildende Gesellschaft-Grohstedtung E. V, Wirklichkeit werden soll. In einer Pressebesprechung haben die beiden Architekten ihre Pläne vorgelegt. In der Nähe Berlins, an der Potsdamer Bahnstrecke, soll eine Siedlung für 5400 Familien gebaut werden. Neuartig an diesem Bauvorhaben ist dek Versuch einer Berbilli- guNg der Mieten. Die Architekten haben die Wohnungsmieten nicht nach den Baukosten gestaffelt, sondern nach genau errechneten Einkommensverhätnissen. So ist für den kleinsten Wohnungstyp von zwei Zimmern eine Miete von 460 M. pro Jahr ein- gesetzt. Nach ihren Berechnungen kostet der Bau der Siedlung und die Einrichtung aller notwendigen Berkoufsläden und Betriebs- einrichtungen, wie Kraftwerk, Heizwerk und Warm- Wasserversorgung 44 Mill. M. Jährlich sind für Zinsenlast, Amortisation und Berwaltungsunkosten 4 480 000 M. auszubringen. Durch Mieten werden nur 1,7 Mtfl. M. eintommen, 2,7 Mill. M. sollen die Wirtschaftsbetriebe, Reingewinn des Heizwerts, des Kraft- werks, die Wäscherei, die Lebensmittel, und anderer Geschäfte auf- bringen. Die niedrigen Mieten sind nur möglich, wenn die Mieter bei den in der Siedlung eingerichteten wirtschaftlichen Unternehmungen ihren Bedarf an Lebensmitteln und sonstigen zum täglichen Bedarf gehörenden Gegenstände decken. Die Läden wtrden alles ent- halten, was die Mieter braucheil. Die Siedlung soll ferner Noch KiNS, Theater, GeseltschafisräuiN«, R e st a u k a- tionett» Kegelbahnen, ein großes Schwimmbad, Sport» und Turnhallen, bekommen und es sollen auch sonst alle Einrichtungen geschaisen werden, die die Bewohner der Siedlung von dem Verkehr mit der Großstadt unabhängig machen. Das Ganze soll eine Stadt von etwa 23000 Einwohnern werden, die in sich geschlossen ihr eigenes Dasein führen kann. Damit auch ein Anreiz besteht, in diesen Verkaufsbetrieben den Warenbedarf zu decken, erhält jeder Bewohner der Siedlung einen bestimmten Rabatt. Die Rabattmarken sind Innerhalb der Siedlung Geld, sie können bei Mietzahlungen oder anderen Einkäufen verwandt werden. Di« Architekten nehmen nun an, daß die Siedler 50 bis 75 Proz. ihres Einkommens in den Warenverlriebsstellen ausgeben. Nach genauen Statistiken wollen sie errechnet haben, daß mindestens ein Rein- gewinn von 2,7 Mill. M. zu erzielen wäre. Allein das Clekrizitäts« wert soll dadurch, daß die erzeugte Dampfmenge als Heizung für die Wohnungen verwandt wird, einen Ueberschuh von 1,4 Mill. M. bringen. Di« Siedlung wird besonders Klcinsiwohnungen von 2 bis 214 Zimmern höben. Die Küchen werden Heißwasier erhalten, ferner modernste elektrische Küchenherde. Gekocht, gebraten und gebacken wird mit billigem Strom, sieben Pfennige für die Kilowatt- stunde. Der Strom wird in einem eigenen Kraftwerk erzeugt. Jede Wohnung der Siedlung hat Fernsprechanschluß. Innerhalb der Großsiedlung kann jeder Bewohner kostenlos über die Zentrale der Siedlung sprechen. Die Siedlung soll mit deutschem und amerikanischem Kapital er- baut werden. Verhandlungen mit Banken sind schon eingeleitet. Man braucht nicht zu zweifeln, daß die Siedlung entstehen wird. Was aber von der in Aussicht gestellten weitgehenden Wohnungs- kultur in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann, wird die Zukunft lehren. Das Rabattmarken-Experiment erscheint ganz urtdistutabel. Warum keine Konsumgenossenschaft? Das Ganze ist beinahe zu schön, üm wahr zu werden. Sonntag, Seil 17. Märt,, vortnlltags 10 Uhr, Im Berliner RathaaS, Eingang KönigstraBe, erster Vortrag itn Rahmen der Kommu�alpolillachcn Vertragaralhc, Verfaaahni und Venra lang«htef besonderer Bei Ocksichfj-üng der Stadt Beilin. Burgermelster Paul H i r s c h, M. d. L., Dortmund. Mitgliedsbuch SPtJ. legitimiert H9 geld wird nicht erhoben. buchwger. In dem allein über 30 Millionen Kronkenpöpier« aufbc- wahrt werden, und die Untersuchungsstelle aN, bei dem man Ge- legenheit hatte, sich von den Aerzten über die Einrichtungen näher unterrichten zu lassen. Benzinexplosion im Kanalschachi. AltenNrche» Uhr. Ebendort, 13 Uhr. Saalöffnung 12% Uhr.— kaulsdors und Umgegend. 11 Uhr in der neuen Schule, Ulmenstrahe, Schulgemein- schaft Kaulsdorf-Süd. Sonntag, den 24. März: LMtenberg, Aula des Gymnasiums, An der Parkaue, 10 Uhr. Saalöffnung 0% Uhr. Edenldort, 13 Uhr. Saalöfsnung 12% Uhr.— Pankow, 11 Uhr, Tivoli-Lichtspiele, Berliner Str. 27. Saalöfsnung 10% Uhr.— Berlin, 9 Uhr, Großes Schauspielhaus, Karlfirah«. Saalöfsnung 8% Uhr. Ebendort 12 Udr. Saalöffnung 11% Uhr. irfreitag, den 29. März: Berlin, 11 Uhr, Großes Schaufpiel- Haus, Karstraße. Saalöffnnng 10% Uhr. Ostersonntag, den 31. März: Charlollenburg: 11 Uhr, Picea- dilly-Lichtspiele, Vismakckstr. 93, Saalöffnung 10% Uhr. Ausstellung der Arbeiterphotographen. Die Vereinigung der Arbeiterphotographen Deutschlands veranstaltet im Institut für Erziehung und Unterricht in der Potsdamer Straße eine A u s ft e l l u n g, die sich eines so guten Besuches erfreute, daß sie verlängert werden mußte. Mit der Blickfchärfe seines Objektivs lernt der Arbeiter die Krankheits- tchäden dieser Zeit sehen, feine tlmgebung, seine Arbeitsstätte empsin- den. Das spricht besonders aus"den künstlerisch vollendeten Aus- nahmen, die hier als best« Arbeiten der Ortsgruppen in großer Menge ausgehängt sind. Ueberall scheinen tüchtige Bildtechniker in der Vereinigung am Werke zu sejn, die die Mitglieder lehren, das Photographieren nicht als leere Spielerei zu betrachten. So sieht man vor allem gelungen« Ausnahmen von den Arbeitern aus der Straße, in Hüttenwerken, von Handwerkern, von Landleuten, von Frauen bei muhscUger Heimarbeit. Von sprechender Wahrheits- treue sind all« Bilder, die vom Wohnungselend erzählen. Hier wird oft aus der malerischen Wirkung alter Winkel die stärker« soziale hervorgetrieben. Auch an den Film wagen sich die Arbeileramateur« mit Glück heran. Ein Film, der die Granitverarbeitung in sächsischen Steinbrüchen darslellt, von der Leipziger Ortsgruppe aufgenommen, zeigte ein« Einnihlung in das Wesen dieser schweren Arbeit, die man oft bei JndustriesilMen vermißt, besonders wenn sie nur zu Reklamezwecken hergestellt würden. Die Bereinigung sozialdemokratischer Juristen hält ihre G e n es ra l v e r s a m m l u n g am Sonntag, dem 17, März, vormittags Ii Uhr, In Berlin im Muschelsaal des Rheingold, Potsdamer Straße 3. ab, Tagesortmung: 1. Rechtspolltische Lage im Reich. Referent Genosie Dr. Kurt Rösenfeld, M. b. R, 2. Geschäfts-, KoffeN- und Revisionsbericht. 3. Beschlußfassung über den Statuten- entwurf. 4. Wahlen, 5. Vorbereitung der Mnikonferenz in Magde- vurg. 6. Beteiligung an der JKB. in Breslau. 7, Berschiedenes. Aus Anlaß dieser Generalversammlung findet ferner ein Vor- tragsabend am Sonnabend, dem 16. März, abends IV* Uhr, Im Saal 3 des Landtagsgebäudes� Prinz-Albrecht-Straße, statt. Vortrag des Universitätsprofessors Dr, Hermann Heller über: Das End« des Rechtsstaats in der faschistischen Diktatur. Zu diesem Borträg sntb die parteigenössischen Juristen Und Ge- werkschäftsvertleter sowie die Damen der Mitglieder als Gäste willkommen. Eine Morgenfeier sür die Republikaner de« yslen» veranstaltet am Sonntag, dem 17. d. M., der Ortsverein Friedrichshain des Reichsbanners Schworz-Rot-Gold In der„Älhamdra", Koppen- straßs 29, anläßlich seines fünfjährigen Bestehens und weiterhin zum Gedenken an die Opfer des Jahres 1848. kam. Scheide- mann, MdR., hält die Festrede. Es wird der pazifistische Film „Htrzfehlag der Welt" vorgeführt. Di« Beranstalwng wird um- rahöit durch Darbietungen des Reichsbannerorchesters Friedrichshain. Anfang pünktlich ÜH Uhr. Da» neu« Heft der..Arbeilerwohlfahrk" bringt als Leitartikel von GenosieN Paul Gerlach ein« kritische Darstellung der neuen „Reichsrichtlitiien zur Förderung planmäßiger Gesuiidheltsfürsorge', ferner einen Aussatz der Genossin Schroeder llber„Ausbau der Invaliden- und An- oestelltenverslcherun g", der sich eng an die dem Reichs- tag kürzlich über reicht« Denkschrift anlehnt, Der Abschnitt„Landes- qeistze und-einrichtnngen" bringt b, a. einen Bericht Uber die„So- zialdemokratischen Anträge zur Fürsorgeerziehung in Preußen" vori Genossin W a ch e n h e i m. In der„Umschau" wird der Hart- mannsche Bericht über die Ergebnisse einer Umfrage in den Für- sorgeerziehungsanstatten in einem Artikel„Bon der Anziehungs- kraft der Füvsorgeerziehungsanstalten und anderen Dingen" kriti- siert. Ein Artikel der Genossin Todenhagen„Unbillige Härten gegen unehelich« Mütter und Kinder" und«in« kurze Tagebuch- schilderunq der„Jugend einer Prostituierten" folgen. Der Abschnitt„Aus der Arbeiterwohlfahrt" kündigt die Reichs- tagung des Hauptausschusses am 26. und 27. März in Frank- furt a. M. an. Are!« Sozialistische Hochschule. Am kommenden Sonnabend, dem t 6. März. 19'/, Uhr. ftntet im großen Saal des edemaligen Herren- Hauses, Leipziger Strafte 3. ein Vortrag vom iNenosscn P r o s e s s o r Leo Keste nbetg über das Tdema•„Das künstlerische Element im Sozialismus" stall. Kalten zum Preise von 50 Pi. find an folgenden Stellen zu bähen: Bureau des Bezilksbildnngsausschusses. LlNdi» str. 3, 2. Hos lnilt. S Jit.; Arbeiterjugend Groft-Beriin, Lindenstr. 3, 2. Hös links, 2 it.;«uchbandlung I. H. W. Dietz Nachf. Lindenstr. 2; Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallftr Sö; Deutscher Holz- arbeitcr-Verband, Am Köllnische» Park 2; Verband der graphischen Hiss- arbeitet, Ritieistraftc Ecke Luisenufer; Zigairengelchäst Horsch. Engcluser 24/25; AfA.-Ortstartell. Engeluscr 24/25. Gewerkschaftshaus; Verlag de««ildungs- Verbandes der deutichen Buchdrucker, Drcibundstr. 5; Zemralverband der Angestellten, Belle-Alllance-SIrafte 7; Verlagsgescllschast des ADGB., Abteilung Sortiment. Jnselstrafte 6; Berliner Voltschor, I. B. Hofmann, Kursürstenstt. 146J Hauptgeschäsisstelle der Volksbühne c. V., Linienstr. 227. parteinachrichien für Groß-Berlin Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB SS, Lindenstraße z, stet» an da» Britrk»s«kr«t»riat l. Hos, 2 Treppen recht», zu richten. Arel« Friedrichshai». Das Reichsbanner ssricdrichshain, veranstaltet am Connabent, 18. wmtrSrmen der Alten Taverne, Alt-Stralau Rot-Gold, Tamdourlorps tärz, 20 Uhr, in den Gc. 25—27, ew Strantfcst. 52. großen Saal der in der KreismU. Strand, oder Sommertleiduna erwünscht. Eintrittspreis 1 M. strei» fireuzberg. Sonntag, 17. Mär,. Frühlingssrst im g jtammersäle, Telto««« Str. t— 4. Geselliges Beisammenscli glieder mit Musilvreträgen und Tan,. Beginn 17 Uhr. eintritt 75 Pf. nrri,«cpenick. Die Funktion»!« werden gebeten, die Eintrittskarten für die Iugendweibc spätestens am Sonntag vormittag s Uhr an der Nasse abzurechnen, Nichtabgerechnete Karten gelten als verkauft. Morgen. Sonnabend. IS. März. !.«bt. Ebarlotienburg. 20 Uhr bei Bad«, Kaiserin-Augusta�UI«« 5L, Funk. tioilSrssnuno. . Abt. Kanl-bors. Kilo 125. Tresspnnkt I25a Abt. Kaulidorf. Versammlung. Max Heybemann. da»«ort". Hönower Str. 5. Mitglieder» Resereat Jungsozialisten. Achtung. Gruppenleiter! Die Flngblätter fln» b« stimmt a»«»»nabend nnchmiitag»der abend beim Psärtner, Lindenstr. 5,-bznhole«. G>» kleiner Teil liegt schon am Freitag abend bereit. Gruppe Süden! 20 Uhr Arbeitsgemeinschaft Dt. Doro Fabion:.Impetialis. mns". Osterfahrt noch dem Fläming. Auskunst gibt Margot Wolfs, S. 5g, Schiniestr. 12. Gruppe Wedbing. Gesundbrunnen! Kentr, Freiing. 1» Uhr, in der Rote» Schul». Goi-nbnrger Str. 2, Werbeveranstaltnng!.Zügen» in»i« Parteil" Referat Simon«oßenflei»!.Zugend und Politik."»äst«, Rnfikinfirnmeirtr und Fahntd mitbringen. Arbeitsgemeinschafk der kinderfreunde. ftmi» Renlölln, Gruppe Kermannplnß! Heute, 20 Uhr, Elternversammlung in der Schule, 1, Portrag:„Strafen wir unsere Kinder?" 2. zeltlager und Osterfahrt. Geburlsloge. Jubiläen usw./ ». Abt. Unserem lieben«enissen Wilhelm«nr«, Pmnzl-ner Allee 15», z» seinem 71, Ge»»rt»tag« die herzlichsten Glückwünsche. �«Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 5. Abt. Unser Genosse Richard Kohlmonn ist im 72. Lebensjahre verstorben. Ehtt feinem Andenken I Einäscherung am Montag, IS. März, 1» Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Genosse Kphlmann war seit 1»«« Mit. glied det Partei. 25. Adt. Di« PcerbigüNg unseter verstorbenen Genossin Toni Rachow Der Geburtstag vo» Istha tt n Strauß(P a t e r)� hatte am Abend die ganze Schar der Walzerkönig« heraufbeschworen! Lanner, Josef Strauß, Johann Strauß sBater und Sohn), Eduard Strauß beschwingten das Funlorchester und den Dirigentenstab von Bruno Seidler-Winkler, Ein Abend, wonnig, heiter und leicht, wie nur selten, viel zu selten ihn die Funkstunde beschert.—„Soll der Staat Titel und Ordeii verleihen? Diese Frage behan- delten In einem Zwiegespräch Prof. Dr. Hellpach und Prof. Dr. Bredt. Erfreulicherweise fanden sich beide Redner in der Auffassung, daß unser Staat keine dieser fragwürdigen Auszeichnungen verleihen [oll, die der primitivsten menschlichen Eitelkeit schmeicheln und die teberheblichkeit des Getdsacks oder des Beamtendünkels liebevoll pflegen. Wenn Dr. Bredt in eineln künftigen Jdeatstaat für wirk- liche kulturelle und wissenschaftliche Verdienste— nicht für die des Geldbeutels— Auszeichnungen forderte, so wird niemand etwas dagegen sagen können. Einen fruchtbaren Kunstvortrog— freilich nur für Berliner Hörer— hielt Dr. Max Osborn über„Dona- telto". Er weckte hoffentlich damit in zahlreichen Hörern die Lust, die Werke dieses Meisters im Museum zu bewundern. Einem recht schönen Konzert am Nachmittag ging ein Vortrag„Humor und Humanität" voran, in dem erfolgreich jeder Humor in einem Meer von pastoraler Salbung und Langweile ersäuft wurde. Te». findet am Sonnabend, 15. März, 15 Uhr, auf tem St..l5eorgen.Friedhof am Königstor statt. 55. Abt. Unser(Senoste S a m m l e r ist am». März an einem Herzschlag verstorben. Ehre seinem Andenkenl Di« Einäscherung hat bereit» statt- gefunden »7. Abt. ReukSLn. Am 2. März verstarb unser Genosse Bernhard ~" 1 Die Beerdigung hat bereits stottgefunden. E i t n e r. Ehre feinem Andenkenl Bruns, Tllrrkchmibt. rscheinrn Pflicht.— Sonnabend, 1». Mär». Friedrlch,ha>n, .. BUsching: 19% Uhr Versammlung bei Blawert, Wcberstr. Sin. Referat und Lichtbildervortrag Kam..Feug«. Treptow lLrlsverein): Geselliges Vorirage, Vereine und Versammlungen. llk? z» Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". MtKM G e s ch g I t s st- ll e- Berlin S. 14, Sebastianstr. 57/38, Hof 2 Tr Sauvorstand. Märsteier am Sonntag, 17. März, 10 Uhr, im Lehrer. »K» vereinshaus, Alcxanderplaft. Karten in beschränkter Anzahl nur bei den Ortsvercinsfiinktionären.— Freitag, 15. März. Köpenick! Ig— 21 Uhr Spart in der Turnhalle Amtsstraße. Lichtenberg, Kameradschaft Gustav Tempel: 20 Uhr Sißuiig bei Eichler, Wagner-, Ecke AftpodieNstraßc. Wichtige Tages- ordnung. Komcradschast Karlshorst: 20 Uhr Generalversammlung bei Rommel, Treskow-, Ecke Waldowollc«. Neuwahl der Leitung. Erscheinen Plicht. Harne- rodschaft Rummelsdnrg: 20 Uhr Bollversammlung bei Br straße 48. Erscheinen Pflicht. Kameradschaft Diisching: 19% U Referat und Lichtbildervortrag Kam. Feug«. Beisammensein ohne FaMilieiiongehorsge bei BorgMann, Baumschulenweg, um 20 Uhr. Ruderrieo«: 21 Uhr Kastcnrndern In Moerncrs Blumengarten, Ober. schöneweide. Ostendstraße.— Sonntag. 17. März. Wilmersdorf, Iungbanner: 11 Uhr Jugendsiftung de! Kraiß, Hb'steinische Straße. Rilberrieqe: 10 Uhr Bootshaus, Ueberholen der Boot». Mitte: Eintrittskarten zur Märzfeier sind bei den Kamerodfchaftsfllhretn zu haben. Prenzlauer Berg! Karlen zur März. frier sind von den Kameradfämsi-fllhrekn bei Kam. RoteMann. Zaülonskistr. 8, abzuholen. Frildrlch»ha!n:»% Uhr in der Alhambra, Kopp-nstr. 25, Feier des fünfjährigen Bestehens des vrtsrcreins und zum Gedenken der MSrzgcfallenci.. Borfllhrnng des Films..Herzschlag der Welt". Festrede Käniträd Scheid»- mann, M. d. R. Eintrittskarten z» 55 Pf. sind beim Kameraden Löwenbcrg. Binmenftr. 51, und bei Seil Funtt dnSren zu haben. Wedding! Karte» zur Märzfeier sind beim Kameraden Hillwann, Nazarcihkirchstr, 41, zu habe». Reichskartcll Republik. Sportplaß Fricdrichstclde-Lichtcnberg: Sonnabend, 15. März, ab 14 Uhr, Vorschießen fllr das Pressschießen. Ausstellen der Mann- schaftcn.— Sonntag, 17. März. Sportplaß Frlcdrich»scld-! Ab 9 Uhr allge- meines Vorschießen aller beteiligten Ort-vereine. Ab 14 Uhr Mannschoslo-. Einzel- und Prämicnschießen. Um piliiktiiches Erscheinen wird gebeten. Mitte: Alle Mitglieder beteiligen sich am Preissästeßcn in Friedrichsselde. Renkälln- Britz:»— II Uhr Schießen im Echlltzenhans Reüiölln. Köpenick lOrtsverclit): Abfahrt 12% Uhr vom Bhf. Köpenick zpm Preisschießen In Friedrichsselde. Typographisch«, Orchester. Direktion: Erich GUtzeit. Uebnngsabend jeden Freitag in Neukölln, Sermannstr. 199(Restaurant„stüm Sängerheim", Johann MWWMWMMW......""" Q*'JW--- �W>WWW>W>W»WW»»>W Berlin, e. B. Freitag-.... Rathaus Berlin, Saal 109(Eingang Illdenstraße). 20 Uhr, iuristischer Portrag. Lausch). Mitgliederausnahm« fllr großes Orchester sederzeik..... Re!ch»bnnd Deutsche, M!et«rvc-b«rd Berlin, e. P. Freitag e willkommen. 13, März, Im Herr Rechtsanwalt vr. für,«t rw.(ml. Wciskam spricht über das Thema„Das Recht auf Untermsete". Rektor-Roß-Stlftung, Etäbt. Schulmufeum IN der 809. Volksschule, Berlin N. 115, Dunckerstr, 54, am Sonntag, 17, März, von ItWZ% Uhr, in diesem Winter zum letzten Male geöffnet. Während des Sommerhalbsahres.geschlossen. m—----i-i--------(Ihr, Börtragsabend mit nicht Architekt Hilger über kommen, Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend (Nachdr. verb.). Wechleiud brivbiki, mit Neigung zu einzelnen Schnuenr, Temperaturen bei ziemlich frischen nordwestlichen Winden Im ganzen wenig verändert.— Jflr Deutschland: Im Westen vlrisach Mökgennebel bei wenig veränderten Temperaturen, im Osten veränderlich, strichweise Schauer; am Tage ziemlich mild. tOiffig," prafitistA** und AeQuem3' Kauft man** nach dem Ptußsysiem** KAUFHAUS") BERLIN C( ROSENTHALERSTR.58t> Versandkatalog für auswärtige Kunden bereitwilligst erklArunsen Z U I S) Ein Seehtt«) Anzahlung, fllr Kontoinhaber erst am 1. des folgenden Monats, Rest In 9 1) GroBelnkauf, Selbstlabrlka- tlon, keine Dtrektorengehilter und geringe Spesen gestatten niedrigste Preisttellung 2) Nur Waren von ausgesucht u. erprobt bester Haltbarkell In gangbarsten gefiltlgen Stan- oardmUstern werden verkaint 3) Ungeniertes Kaufen In sieben Etagen, Fahrstuhl, fachkundl- fes Personal, Abfertigung an ammelkasse 4) Jadar, ob Eeamlaroder nleht, kann sich sofort sin Konto ar- bffnan lassan Monatsraten 6) In reicher Auswahl lOr alle Ansprüche: Herren-, Damen-, Klnderbekleldg., Stoffe, Hüte, Schuhe, Wollwaren. 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Beutsdier IWlafÄ-VsM Verwaltungsstelle Berlin Sien Mitgliedern Sur Naih eicht, daß unser.«lollege, der Tchloffer IHsrtin Heuzterderg gcd. 7. Dezember 185t, um IL März 1929 gestorben ist. Die Beerdigung findet um Areitug, dem 15. März 1929, nuchm. SV« Uhr, von der Leichenhulle de« Kimmelfuhrt- Ziirchbofe« in Nordend un» stutt. Am II, d M. versturb unser Kollege, der Zuieger Hermann Veffner geb. 18, Februur 1870, u» Leberleiden. Die Beerdigung findet um Sonn- übend, dem 18, Mörz 1929. muchm Z Uhr, von der Leichenhulle de, Dhomusfriedhofe«, Neufülln, uus ftoti. Am 10. d 30, versturb unser Kollege, der Klempner Artur Schmidtke geb. 5. April 1392, un Ilnfull. Die Beerdigung findet um Tonn- übend, dem 18. März 1929, nuchm. Z Uhr. von der Leichenhulle de, Städtischen Kirchhofes. Reinickendorf, Humboldtstruße. uu» stutt. Am 10. d. M verstarb ferner unser Kollege, der Schlosser Bruno Heinrich geh 2a April 1900. Sie Stnäscherung findet um Montag, 1929, 19", Uhr. Im Berlin. Serichtstruße, Kremuiuriunt stutt. Ehre ihrem Anden ton! Rege Beteiligung wird erwuetet. Sie OrlsnsnooUttng. VolKsbttline Flieatir zullliivplzfi I Uhr Krenzalinaiiine Tbeaisr am SAUthananlaiini 8 Uhr Die Kranimeit der Jugend T&alia-Theatsr 8 Uhr Oelransch Staat). Sdiiller-Ili- 8 Uiir Kalkutta, 4. Mai StaaiuparaaiPlati dar Baponilk 8 Uhr DerfliOTdo w Theater am SdiilfbaaerdanuD Norden 1141 u. 281. Täglich 8V, Uhr Krankheit der lugend von Ferd. Bruckner Insz- Qust Härtung. Lennartz. Srltla Brod. Kuhnert, Dämmest, Andersen, Rappard u. Duschünsky. D-l. Norden 12310 8 U, Ende nach lOVa Weiher von Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Kammerspiele 0.1. Norden 12310 8V< U� Ende geg. 10 Die Ursache Schauspiel v Leonhard Frank Regie: Hans Deppe die Komödie J I Bismck.24l4/7S16 Th U-, Ende geg. 10 Zum t. Male Wann kommst ou wieder? Komödie von S, Maugham, Regie: Gustat Gründgens Bühnenbilder; Erich E. Ster n. Barnnvsky- Bohnen Thuter in dar KSalggrätzer S tri Dt Täglich K'/> Uhr ßevolte im Erziehangshaos Komödienhaus Täglich H Uhr die Drei-Grnsdien- "per Theater am iiollendorfplah Täglich BVt Uhi Das Geld auf der straae riialia-Theater Iresdener Str. 72-12 8 Uhr Oelransch* Gr. SdiaaiipieUiaiu 8| netropomieater Künstler lacbn Leltaaff t ERIK CHARELL J)ec£ie6e£usUqe Auqustm'iüitwe SCALA 8 I hr 5 5. Barbarossa 9356 Josma Sslim/Gr.Ralph Bsnatsky Bsrlnoffu.Eulalia/'Jsck Stanford und die übrigen Attraktionen I! iMiNtMNiiiiiiiiiiiiiiniittiimiMiiniiiiniiiittiiiifMmfwriii Sonnabends n. Sonnlads |e 2 Vorsiellnnden 3" und• Uhr— 3» zu ermäßigten Preisen das ganze Programm von Bernauer und Wellsch AUrea Eracn flafly Chrlsllans Ti'ade Llenk« Siegtr. Arno Panl Morjtrnn Paul Wester melor Gustav Matruer Ikarlanne Wkxheletern 'Paddelbans Breie Walter/ Bau Sommer laitamtoys Frltzi Massary Max Hansen Uschi Elleot W. Jankahm H. Jnnk ermann W. 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Tel. Up). 18017 TSgl'eh 8 Ubr, auch Sonntag nachm. 1 Uhr(annlBigta PrelM) IEI8Se"Sawgte die Landwirtschaft für ihr Vieh von den Händlern bzw. den Fleischern nur außerordentlich schlecht Preise erhalten. Sie logen in der Regel 16 M. unter der Markt- notiz. Ziefonders listen die Kleinbauern unter diesem Wucher. Um dem Uebel abzuhelfen, verhandelten die in Frage kommenden Land- wirte mit der Fleifcherinnung der nächsten größeren Industriestadt: sie wollten durch direkte Verkäufe an die lLerbrauchcr oder das verarbestende Gewerbe Preisverbesferungen erreichen. Die Innung wollte ober dos von ihr gebrauchte Vieh nichl direkt von der genofjenschaftlich organisierten Landwirtschast abnehmen und lehnte«in entsprechendes Angebot der Lanbwirtfchoft rund- weg ab. Darauf gingen die Landwirte zu den Konsumgenossen- s ch a f t c n. Dies« erklärten sich sofort bereit, wöcheistllch einige hundert Stück Grotzvieh abzunehmen� und zwar zu denselben Be° dingungen, die den Konsumgenosienschaften bisher von den Vieh- aufkäufern' geftell, wurden. Die Tier« werden nach dieser Regelung nach Schlachtgewicht und Qualität bezahlt. Di« zwischen Landwirten und Konsuingenosienschostcn ver- einbarte Organisation klappte von Anfang an, und die Landwirte unseres Kreises verkaufen jetzt ihr Vieh durch ein« Vieh- verwertungsgenosienschoft direkt an die Konsumgenosscnschasten. Der Zwischenhandel ist ausgeschaltet. Der Erfolg zeigte sich sofort. Früher lagen die Viehpreise in unserem Kreis weit umer der Berliner Notiz. Heute stel?en sie über Berliner Notiz. Ein« vorgenommene Umrechnung ergab, datz sich die Viehprerse durch bloße bessere Organisation um ptnen Betrog steigerten» der einer Zollerhöhung von mindestens 12 bis 26 M. pro Doppelzentner Lebcndvieh entspricht. Das ist mehr, als unsere gegenwärtigen Zölle betragen. Dabei sind die Fleischprcise für die Konsument en nicht erhöht worden. Man kann die landwirtschastlichen Erzeugerpreise steigern, ohne die Konsumentcnprcise zu erhöhe»: notwendig ist dann aber die Ansschalsting eines ungesunden Zwischenhandels. Daran wird man nicht vorbeikommen. � Aber das Borgehcn der Landwirtschaft Hot auch nach andere Folge» gehabt. Dafür nur«in Beispiel: In einer Dersainmlung von Landwinen wurde ei» Abrechnungsbuch der Biehverwertungs- aenossenschast verlesen und gezeigt. Als«in Landwirt, der bisher der Viehnertverlungsgenossrnschaft noch nicht angeschlossen war. die ge- zahlten Preise hörte, stellte er fest:..Nach diesen Rechnungen Hobe ich vorige Woche meine Schweine um 40 Nt. zu billig verkauft." Die Versammlung stimmte ihm bei. So geht dem Bauer ein Licht auf, welche unberechtigt hohen Profite der Handel aus si'iner Zlrbcit zielst.?luch die obenerwähnte Schlächterinimng hat sich noch dem Borgehen der Konsumgenossenschaft eines besseren besonnen: vor kurzem erklärte sie sich nämlich beveil, ihren Bichbedarf bei der Viehverwertiingsgenossenschaft zu decken." Soweit das uns zuoegangcnc Schreiben. Gewiß, es handelt sich nur um ein Beispiel, ober man kann daraus ersehen, daß eine Lerbesierung der landwirtschastlichen Erzeugerpreise ohne oer- braucherfcindliche Matznahmen, wie Zollerhöhuix, und Einfuhrdrosse- lung, möglich ist. Würde die ganze deutsche Landwirtschaft dem Beispiel folgen, so könnte sie dadurch wirtschaftlich mehr errei6?en als durch unsinnige und überspannte Zollforderungen. Diese wirken sich vielmehr als schwerste Berbroucherbelastung aus und verringern die Absatzmöglichkeit der Landwirtschast! Zusammenarbeit Preußen-Hamburg. Hafengemeinschost mit 70 Millionen Kapital. Der Ende vorigen Jahres zwischen. Prentzen und Hamburg geschlosiene Aufbaufriede für den Hamburger Hasen trägt die ersten positiven Früchte. Die„Homburgisch-Preutzische Hasengemein- jchasts G. m. b. H." wird durch«in der Hamburger Bürgerschaft vorliegendes Gefetz begründet. Das Kapital der Gefells ckpft wird 76 Millionen betrogen, wozu die Partner je die Hälfte beitragen. Preußen bringt als Gegenleistung für seinen.Kapitalanteil die zur Hasenge>ncinsc?iast gehörenden Gebiete und Anlagen ein. Hamburg zahlt ZU den cinoehrachten kleinen Gebietsteilen und Anlagen 30 Millionen Mark in bar hinzu. Ein»lerzehnköpsiger Lerwal- iungsrat. auf drei Jahre berufen, wird von Preußen und Hamburg j« zur Hälfte besetzt. Karstadt-Riese wächst weiter. 3ur Warenhausfusion Karstadt- Lindemann. Der größte deutsche Warenhauskonzern, die Karstadt- A.-G, die in den letzten Jahren eine sehr attive Machtpolitik getrieben hat, hat setzt auch den bekannten Berliner ZÜarenhaustonzern, die Lindemonn- A.-G., ausgesogen. Die Lindcmann-A.-K., die seit 1887 besteht und trotz ihrer Aktienform ein reines Familionunternehmen geblieben ist, tonnte sich in den letzten sieben Iahren gleichfalls stark ausdehnen und ihren Waren- und Kaufhäuserbestand von 8 aus 14 Niederlassungen er- höhen. Der Aufbau der Lindemann-Orizanisation patzt sich in der Verteilung der provinziellen?iiederlassungen der Karstadt-Organi- sation sehr gut an. so datz nur in zwei Fällen, in Spandau und in Frankfurt a. M., durch eine Ucberschneidung eine Zusammenlegung von Niederlassungen notwendig wird. Der Mochizilwachs, den Karstadt durch diese Verschmelzung er- hält, ist bodeutend. Karstadt selbst erzielte 1927 einschließlich seiner Einheitsprei-läden einen Gesamtumsatz von 366 Millionen, zu dem jetzt noch der Lindemo n n- II m sotz mit etwa 66 Millionen hinzutritt. Bemerkensmert ist der hohe Preis/»den Karstadt für die ttebernahme zahlt. Der Konzern gibt Lindemann 9,1 Millionen Aktien, die bei dem heutigen Börsenkurs einen tatsächlichen Wert non 26 Millionen verkörpern,'so daß Karstadt das übernommen« Lindemonn. Kapital von 6,8 Millionen mit rund 366 Proz. bewertet. Mit dieser Verschmelzung ist Karstadt der weitaus größte Warenhauskonzern in Deutschland geworden. Die Umsatz» Ziffern der letzten drei Jahre kennzeichnen die sprunghafte Entwick- lung dieses Unternehmens. Während noch 192,5 die Umsätze sich auf 165 Millionen beliefen und im folgenden Jahre auf 175 Mil- licmcn stiege», betrugen sie 1927 bereits infolge der damaligen Ausdehnungspolitik rund 366 Millionen. Für das Jahr 1928, dessen Abschluß noch aussteht, durfte der Gesamtumsatz Karstadt- Lindemonn die 466 Millionen-Grenze bei weitem übersteigen. Das Kopital von Karstadt, dos 1926 von 34 auf 51 Millionen, so- dann im vorigen Jahre auf 76 Millionen erhöht wurde, wird zur Durchjührung der Lindemann-Fusion erneut, und zwar auf 86 Mil- lionen, herausgesetzt. Konzentration des Tonfitm-Kapitals. Die Gründung eines deutscheu Tonfilmtrusts beschlossen. Dle Kopitolkonzentration in der jüngsten Industrie, der Ton» b i l d fil mi nd u st r i e. macht rasche Fortschritte. In Deutschland bestanden bisher in diesem neuen Industriezweig zwei grvtze In» tcrefsentengruppen. Unter der Führung des Siemen skon- zerns schlössen sich die AEG. und die gleichfalls kapitalftarke Schallplattengefellschoft Polyphon A.-G. in Leipzig in dey K l o n g s i l m G. m b. H. zusammen, die den Zlpparatebau fiZk die Tonsilmhcrstellung vereinigte, und auf der anderen Seit« stand das Deutsche Tonbildsyndikat(TobiH, das die wichtigsten Weltpatente erworben hat und erst vor einem halben Jahre mit 16 Millionen Mark Kapital gegründet wurde.-...� Wie jetzt bekannt wird, haben sich dieje beiden Gruppen zu ge- mcinschostlicher"Arbeit auf allen in Betracht ivminenden Gebieten zusammengeschlossen. Mit dieser Konzentration sind die wichtigsten Weltpatente und Ersahrungen aus dem Gebiete des Tonfilms sowie die Apparatefabrikation in einer Hand vereinigt. Bei der Stärke der hinter diesen beiden Gruppen stehenden Kapital, mächt« ist durch den Zusammenschluß das bisher stärkste Tonsilm- unternehmen der Welt entstanden. Trotz Kälte hohe Februarziffern für Roheisen. Der Monat Januar hatte mit einer Roheisenerzeugung von 1698 386 Tonnen eine überraschende Steigerung der Hochofen« Produktion in Deutschland gebrocht. Sic übertraf sogar die monat- lichen Durchschnittszifsern in der Hochkonjunktur von 1927 um rund 6386 Tonnen. So mutzte für den Februar mit einem größeren Produktions- aussall gerechnet werden, um so mehr, als die Frostschäden mit ihrer geringeren Erzoerjorgung sich erst im Februar in ihrer ganzen Schärfe auswirkten und die Januarerzsugung durch die Nooemberaussälle manchen noch künstlich hoch erschien. Diese Er- Wartung ist nicht e i n g e t r o s s e n. Noch den in der Zeitschrift „Stahl und Eisen" veröfsentlichten Ergebnissen belief sich die Roh- eisenerzeugung im Februar auf 981 695 Tonnen(28 Arbeitstag«), so datz die-o r b ei t s t ä g l i ch c Erzeugung mit 35 661 Tonnen nur 1 Proz. unter den I a n u a r z i s f e r n liegt und die arbeits- täglichen Produktionszifsern in den guten Monaten Januar bis Oktober 1928 noch immer um 132 Tonnen übertroffen werden. Auch für die Beurteilung der Konjirnktur sind diese erfreulichen Ziffern wichtig. Die.�oneniintmftrie erntet. Der große ostdeutsche Zemenb- konzcrn, die S ch l e s i s ch e P o r t l o nd-Zem e n ti n dn st ri e A.- G. in Oppeln, der sich im Laufe des letzten Jahres auch in Mittet- deutscyland festgesetzt hat, zahlt, wie im vergangenen Jahr, wieder 12 Proz. Dividende. Geschäftsbericht und Bilanz des Unter- nehmens liegen noch nicht vor, jedoch läßt sich aus der Herauf« setzung der Abschreibungen von 2,6 aus 3 Mill. bereits ersehen, datz die tatsächlichen Gewinne des Konzerns noch weit über denen des Vorjahres liegen.— Zugleich wird bekannt, daß die Norddeutsche P o rt l a nd- Zern e n t fa b r i k in Misburg ihre hohe Vorjahrsdioidende von 14 Proz. auch in diesem Jahr wieder ausschüttet. 6 Proz. Dividende bei der Ilakional Film A.-G. Wie in de» letzten beiden Jahren zahlt die National Film A.-G. auch für das Geschäftsjahr 1927/28 wieder 6 Proz. Dividende. Durch hohe Sonderabschreibungen— insgesamt mit 176 606 M. fast um das Fünffache erhöht— liegt der ausgewiesene Reingewinn mit rund 96 666 M. nur unwesentlich über dem des Vorjahres. Im abgelau- jenen Betriebsjahr hat die Gesellschaft mit dem amerikanischen Unternehmen Warner Brothers Picturcs einen Vertrag abgeschlossen, der den Ainerikanern entscheidenden Einilutz in der Produktion wie auch im Vertrieb- und Vcrleihgeschöft der Gesellschaft einräuntt, Starke» Vordringen der deutschen Einfuhr ins Saargebiet. Die deutsche Einfuhr nach dem Saargebiet ist nach der amtlichen beut- scheu Autzenhandelsstatisttik im Jahre 1928 gegenüber dem Vorjahr mengenmäßig um rund 16 Proz., wertmäßig um rund 4 5 Proz., gegenüber 1926 sogar um mehr als 166 Proz. gestiegen. Sie betrug im Jahre 1926 54,2 Millionen. 1927 80,8 Millionen»nd 1928 115,5 Millionen Mark. Die Entwicklung zeigt deutlich, datz der Soarmarkt entgegen den Behauptungen der sronzösischen Propaganda hinsichtlich des Warenbezuges immer mehr von Frankreich abrückt. Die Behörden-Betriebsräte. Neuwahlen vom-15. bis 19. März. Iu diesen Tagen werden die Neuwahlen sämtlicher Betriebs- Vertretungen bei den Reichs-, Staats» und Kommunal- b e h ö r d e n, also bei allen BeHorden, Verwaltungen und Betrieben usw. durchgeführt. Diese Wahlen, die je nach dem jn der«in- �clnen Verwaltung gegebenen Betriebsräteausbau nicht nur für die örtlichen Betriebsoertretungen, sondern gleichzeitig auch für die Bezirksbetriebsräte und chauptbetriebsräte bei den Ministerien vorgenommen werden, sind von ganz besonderer Bedeutung. Sämtliche Angestellten und Arbeiter dieser Betriebe müssen unbedingt zur Teilnahme an diesen wichtigen Wahlen aufgefordert und zu einer systematischen Agitation für die sreigewerk schaftlichen Vorschlagslisten angelzalten werden. Wir geben nachstehend die Nummern der freigewerkschaft- liehen Liften für die ch a u p t b e t r i« b s r ä t e der einzelnen Ver- waltungen sowie den Tag der Stimmabgabe(für die örtlichen, bezirklichen und zentralen Betriebsvertretungen gemeinsam) bekannt. Ln beachten ist unter allen Umständen, daß die freigewerkschaft- l i chen örtlichen und bezirklichen Vorschlagslisten e i n e andere Nummernbezeichnung tragen können bei den Wahloorständen festgestellt werden. Es haben erhalten die Vorschlagslisten für betriebsrat: Dies muß jeweils den Haupt- Stimmabgabe am IS. und 17. März 18.. 19.„ 13. März 16. und 17.„ 16.„ 17.. 18.„ 19.„ 18.„ 19.„ Reichswehr und Reichsmarine.-. Nr. Rsichsfinanzverwaltung..... Pr. Ministerium für Landwirtschaft. Domänen und Forsten.... Pr. Finanz- und Innenministerium Pr. Justizministerium...... Pr. Kuüusministerinm..... Pr. Ministerium f. Handel u.Gewerbe An der Wahl nehmen alle im Sinne der Bestimmungen des Betriebsrätegeseßes wahlberechtigten Angestellten und Ar- b e i t e r der Behörden teil. Nichtbeteiligung an den Wahlen macht die in den Behörden tätigen Arbeitnehmer vollkommen schutzlos. Wo keine Betriebsvertretungen bestehen, fehlt der gesetzliche Schutz in Entlassungsfallen, und die Anrufung der Arbeitsgerichte ist un- möglich. Eine Ueberwachung der Durchführung der Beftim- mungen der Tarifverträge und der sonstigen gesetzlichen Schutz- bestimmungen kann nur da erfolgen, wo Betriebsräte gewählt werden und diese Betriebsräte unter allen Umständen auch von den ihnen gesetzlich zustehenden Rechten im Interesse der Kollegeisschaft Gebrauch machen. Rur sreigewerkschastlich zusammengesehle Beiriebsvertrehmgen bieten eine Gewähr dafür, daß die Interessen der Kollegen nach- drücklich und erfolgreich vertreten werden. Namentlich die Bezirks- und Hauptbetriebsräte bei den Reichs- und Staatsbehörden werden in der neuen Amtsperiod« wieder ein erhebliches Maß von Arbeit im Interesse der beteiligte» Kollegen zu leisten haben. Reben der Durchführung tariflicher Ausgaben, der Mitwirkung bei der Einstellung und der richtigen Ein- aruppierung usw. werden wichtige Fragen, wie Alters- und Hinterbliebenenversorguna, die Uebernahme von Angestellten in das B ea m ten o« rh ä lt n l s, der Schutz älterer Angestell- ten, die weitere Sicherung der Existenz der Behördenangestellten, eine äußerst wichtige Rolle spielen. Wir erinnern an die viel erörterte Berwaltungsvereinsachung, Verwaltungsresorm, weitere Rationalisierung bzw. Auflösung von Dienststellen, Einführung von Bureauinaschinen, Abgabe mehrerer Arbeitsgebiete an das Reich, an die Fraq« der Unterbringung der Versorgungsanwärtcr und Äartegeldempsänger. In allen diesen Angelegen- heiten ist höchste Aktivität der Behördenangestellten not- wendig. Der Zentra lverband der Angestellten hat in allen Verwaltungen eigene Vorschlagslisten bzw. gemeinsame Lssten mit befreundeten Organisationen aufgestellt. All« Versuche, die Stimmen der Wähler für Sonderlisten kleinerer unbedeutender Verbände oder Interessengruppen einzufangen, sind auf das ent- schiedeisste abzulehnen. Nur die Vereinigung aller Vlählerstimmen auf die sreiqewerkschaflliche Liste verbürgt eine weitere gute und entschiedene Interessenvertretung. Der Zenlralverband der Angestellten, die führende Beruis- organisation aller Angestellten bei Reichs-, Staats- und Gemeinde- behörden, Verwaltungen und Betrieben, hat bei den Betriebsrätewahlen stets die überwiegende Mehrheit.aller Stimmen auf seinen Listen vereinigt. Auch die jetzigen Wahlen müssen zu einem vollen Erfolg der freigewerkschaftlichen Vor- s ch l a g s l i st e n führen. In allen Wahlan�elegenheiten, In allen Tarif- und Berufsfragen wende man sich an die Ortsgruppen oder direkt an die Gauleitung des Zentralverbandes der Ang« st eilten, Fachgruppe Behördenangestellte, Berlin SW 61, Belle-Alliance-Str. 7— 10.— Wichtiges Wohl Material steht zur Verfügung und kann von den Ortsgruppen des ZdA. abgeholt werden. Die Ltrwahlen der Holzarbeiter. Eine Abrechnung mit den Gewerkschafisfeinden. Am 12. März wählten die Berliner Holzarbeiter ihr« D e l e- gierten zur Generalversammlung. Diese Wahl«» voll- .zogen sich das erstemal nach dem seit dem 1. Januar geltenden Ortsstatut. Die Delegiert«» sind nicht wie früher nach Listen, sondern nach g«w«rtschaftlicher Fähigkeit aufgestellt und ge- wählt ward«». Die Kommunisten machten di« gräßt«» Anstrengungen, um das von dem Moskauer Lakaien Pieck aufgestellt« Ziel— die Generalversammlung mit 6 0 Proz. Kommunisten zu besetz«»(!)— zu erreichen. Di« schamlosesten Gemeinheiten und Verleumdungen, ja selbst Internas der Verwaltung über tattische Tarisoiigelegen- Helten, wurden zu Wahlzweckcn an die Oefsenilichkeit gebracht,»m das gesteckt« Ziel zu erreichen. Mit Abscheu wendete sich die Mehr- heit der Berbandsmitglieder von diesen Kapitalsagenten ab, die offenen Verrat an der Organisation üblen. Und diese Leute wagten noch, in der„Roten Fahne" vom 12. März von„reformistischen Spaltern" zu reden, weil sie schon damit rechneten, wegen ihres gewerkschaftsschädigendcn Treibens an die frische Lust gesetzt zu werden. Die Berliner Holzarbeiter ließen sich durch diese Machenschaften Vicht beeinflussen, weil sie wissen, was auf dem Spiele steht. Trotz wüster Agitation, die unter den 12300 Arbeitslosen betrieben wurde, hat es die„Partei der klassenbewußten Unorganisierten" nicht vermocht, ihre Niederlage bei den Holzarbeitern aufzuhalten. Bei den vorjährigen Delegiertenwahlon hatte di« Amsterdamer Richtung den Kommunisten gegenüber einen Lorsprung von 420 Stimmen. Bei der jetzigen Wahl ist dieser Vorsprung auf 1614 Stimmen gestiegen. Geradezu vernichtend ist die Niederlage der Stalinisten i>, der K l a v i e r b r a n ch e. Hier stehen 1100 Stimmen im Durchschnitt, die aus die Amsterdamer Kandidaten entfielen. 608 kommun istische Stimmen gegenüber. Das ist die richtige Antwort der Holzarbeiter auf die „neue" Taktik der Kommunisten in der Gewerkschafts- und Betriebs- rätefrage. Diese wohlverdient« Abrechnung ist ein Zeichen dafür, daß die Verbandsmitglieder di« kommunistischen HRachen- schaften während der vorjährigen Kämpfe nicht vergessen haben. Auch die wüsten Tumulsszcnen aus den früheren Generalvcrsamm- lungcn find nach in guter Erinnerung. Das Ergebnis der diesjährigen Wahlen schafft die Voraus- s e tz u n g, daß die Generalversammlung sich wieder den Aufgaben zuwenden kann, die im Interesse der Mitglieder und des Gesamt- Verbandes liegen. Die Arbeitsfähigkeit dieser Körperschast ist dadurch garantiert, daß etwa 260 Delegierte der Richtung Amsterdam rund 100 kommunistischen Delegierten gegenüberstehen. Auf diesem Weg der Gesundung werden die Berliner Holz- arbeitcr fortschreiten und alle Mißstände ausrotten, die der weiteren Entwicklung des Verbandes hinderlich stirb. -'/ Betriebsrätewahl in derVerkehrs-A.-G. Wer vernünftig wählt, wählt Lifte 1. Währeich die Angestellten der V«rk<«hrs.A.--G. nur ein« freigewerkschaftlichs Liste aufgestellt haben, ringen bei den Ar- beiternfünfRichtungenum den Wahlsieg. Den frelgewerk- schaftlichen Kandidaten steht d i«„G r o ß e K o a l tt i o n" der christ- lichen, golden und„roten" Betriebsratsanwärter gegenüber. Di« gewerkschostsfeindltch« Gesellschaft glaubt anscheinend, daß die neu« Berkehrs-A.-G. der geeignet« Tummelplatz sei, um den Richtung«- streit aller politischen Wirrtöpfe nunmehr hommungdlos austragen zu können. Wie immer, oerbergen auch diesmal di« Stalinisten Deter. Freyer. Kaiser und Genossen ihr wahres Gesicht. Sie haben ihre Liste nicht die Lifte der„roten" Betriebsräte, sondern ganz harmlos, Liste 4 genannt. Um die Wähl« zu ködern, »ber»U>, man nur arm Ra»u>e>«»«, |||||||T|B||f| rRlfln D«u»Ich-n MulUrnurdandra. Brrlln. ftam- llll illlr maW,n(tt 63/61 D-nh-il tv77-7S illlflllllllllillyv«'Maftexu s-s. sonwaa. 10-3 u». «uf Wunsch: Bertreirrbsluch. I>o t man außer den paar Postenjägern ganz unpolitisch« Leute als Kandidaten mit ausgestellt, die kaum ahnen dürften, wozu sie mißbraucht werden sollen und di« auch gar nicht das Zeug dazu haben, wirksam die Interessen der Verkehrsarbeiter zu vertreten. Di« bekannten„oppositionellen" Brandredher aus dem ll'-Bahn- betrieb waren zu feige, ihr« Haut zu Markte zu tragen, und bleiben lieber im Hintergrund. Der KPD. kommt es ober auch gar nicht darauf an, ob die„roten" Betriebsräte auch nur eine blasse Ahnung van den Aufgaben eines Betriebsrates haben. Sie sollen ja weiter nicht« als„Stützpunkte der Partei" in den Botrieben sein, die jeden Parteibefehl, auch den unsinnigsten, wider- spruchslos aussühren und anstatt mit den Gewertschasten Hand in Hand zu arbeiten, ihnen überall entgegenwirken. Gerade di« Berliner Berkehrsarbeiter hoben in den Jahren nach der Revolution oft genug erfahren müssen, daß die Zersplitterung in den eigenen Reihen der größte Hemmschuh jeden Forsschritts ist. Wenn trotzdem von Jahr zu Jahr die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei den Berliner Aerkehrsgesell- schaften besser wurden, so ist das lediglich ein Verdienst der freien Gewerkschaften und der freigewerkschafttichen Betriebsräte. Wäre es nach den Wünschen der KPD. und ihrer„Gewerkschafie- zentrake" gegangen, dann würde es in den Dertehrsgesellschaften genau so wüst aussehen wie in den Berliner Privatbetrieben, die einstmals kommunistische Hochburgen waren und jegl die S a m m e l- decken rechtsroditaker Elemente sind. Die sreigewerkschastlich«» Betriebsräte der Berliner Berkehrsunternshmen, die jetzt auch wieder aiss der frei- gewerkschaftlichen Liste für die neu« Dertehrv-A.-G. kandidieren, haben schon zu einer Zeit gegenüber ihren reaktionären Direktionen ihren Mann gestanden, als an Deter und Genossen noch nicht zu denken war. Sie haben erst mit Unterstützung chrer Gewerkschaften das Bett gemacht, in dem sich jetzt die kommunistischen Trabanten breit machen mächten. Die Berliner Berkehrsarbeiter müssen sich darüber klar sein, daß nur die Betriebsräte Gewicht und Einfluß haben, hinter denen eins stark« Gewerkschaft steht. Hinter der List« 4 steht nichts als der Wille der KPD., die Arbeiter zu spalten und zu schwächen. Hinter den Listen 2 und 3 stehen ohnmächtig« Splitter- orgamsationen, ohne Einfluß und Macht. Wer ernstlich will, daß die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Berkehrs-A.-G. vorbildlich werden, der gibt genau wie die Hamburger Hoch- und Straßen- bahner und fein« Bemfskolleyen im Reiche morgen bei der Betriebs- ratswahl sein« Stimme der Liste 1 der freien Gewerkschaften. Die Wachangestellien wachsam. geht ohne.OpposiNon". Am Dienstag fand im großen Saal der Sophiensöle di« Jahreegeneraloersammlung der in der Sektion Vll des Deutschen Vertehrsbundes organisierten Hau»- und Wo ch a n g« st e l l t« n statt, die von etwa 600 Mitgliedern besucht war. Sektionsleiter Ge- nasse L c u b e erftatteie den Tätigkeitsbericht des Jahres 1928. Insgesamt haben 3037 Veranstaltungen stattgefunden. An Neuaufnahmen und Uebertritten hatte die Sektion 2859 zu verzeichnen. Nach Abzug der durch Tod, Austritt und Beitrags- rückstand verloren gegangenen Mitglieder oerbleibt ein Mitglieder. Zuwachs voa 1292. Lohnbewegungen wurden acht geführt mit 37 462 Beteiligt«». Insgesamt wurde ein« Lohnerhöhung non 41 043,70 M. wöchentlich erzielt. Drei neu« Tarifverträge wurden abgeschlossen und fünf Verträge erneuert. Genosse Leube schildert««ingehend den Konslikt um den 10-Uhr» Haustürschluß. Eine außerordentliche Belastung erfuhr die Sektion durch di« Klagevertretungen. E« wurden nicht weniger als 938 Klagen mit 1906 Terminen geführt. Besonders erschwert wurde die Klagevertretung durch die Wahrnehmung der Termin« an den ver- schiedensten Gerichtsstellen. Die weitaus größte Zahl der Termine wurde vor dem Arbeitsgericht wahrgenommen. In der Diskusston glaubten drei Vertreter der KPD. berufen zu sein, ihr« üblichen Tiraben loszulassen, ohne dabei auf den Ge- schäftsbericht einzugehen. In einer Protestresolution sollte Sturm gelausen«erden gegen die Ueberweisung der Reinemachefrau« der Russischen Handelsvertretung zur Sektion VI. In seinem Schlußwort stellte Leube fest, daß sein Geschäfts-- bericht kritiklos entgegengenommen worden war. Soweit die Reinemachefrauen der Russischen Handelsvertretung in Frage kom- men, könne nicht zugelassen werden, daß die Kolleginnen in den verschiedensten Sektionen ihr Wahlrecht ausüben. Als Sektions- leiter wurde Genosse Leube einstimmig wiedergewählt. Auch die weiteren Posten der Sektionsleitung wurden ohne Gegenkandidaten von Genossen der A m st e r d a m e r Richtung besetzt. Rur bei der Wahl der R e v i s o r e n glaubten die Kommunisten einen besonderen Vorschlag unterbreiten zu müssen, der jedoch nur 13 Stimmen auf sich oereinigte. Trotz dieser hoff- nungslosen Minderheit führten die Kommunisten ihren Austrag aus. indem sie eine Resolution einbrachten, die sich aus das Demonstra- tionsverbot bezog. Die überwältigende Mehrheit der Versammlungsbcsucher lehnte jedoch diese Resolution'ab. Neuer Lohntarif im Buchdruckgewerbe. Die Lohntarifverhandlungen vom 11. bis 14. März führten zum Abschluß eines neuen Lohnabkommens für die Zeit vom 1. April 1929 bis zum 30. Juni 1930. Der bisherige tarifliche S p i tz e n l o h n von 56 Mark wird um 2,50 Mark wöchentlich erhöht. Die Löhne sind wie bisher in elf verschiedene Ortsklassen und vier Altersklassen gestaffelt. Das Kostgeld der Lehrlinge beträgt im ersten Lehrjahre 10 Proz., im zweiten 20 Proz., im dritten 30 Proz. und im vierten Lehrjahr 40 Proz. des Lohnes der über 24 Jahre alten Gehilfen._ Oer Achistundeniag wieder eingeführi! Auf der Marinewerft Wilhelmshaven und im Kieler A r s e n a l ist der A ch t stundcntag wieder eingeführt und a l s A u s- gleich für die herabgesetzte Arbeitszeit ein« Lohnerhöhung von drei bzw. vi� Pfennig pro Stunde festgesetzt worden. Damit ist ein jahrelang geräuschlos, aber zäh geführter Kampf der freien Gewerkschaiten erfolgreich abgeschlossen worden. Als 1921 nach dem allgemeinen Niedergang infolge der Inflation die Marineleitung„mit Rücksicht auf die wirsschastliche Notwendigkeit des Reiches" die Arbeitszeit von 48 auf 54 Stunden erhöhte, hatten die Gewerkschaften einen schweren Stand. Die Treue und Ausdauer der Ge- werkschaftsgenossen haben sich gelohnt. Die Löhne der Gemeindearbeiier. Entschließung des kommunalen Arbeitgeberverbandes. Vlagdeburg. 14. März. Die Arbeitstagung des Reichsarbeitgeberoerband-s deutscher Gemeinde- und Kommunaloerbände hat zu einer Entschließung geführt, in der es heißt: „Die Aussprache ergab Uebereinstimmung darüber, daß die der- zeitige, sich immer bedrohlicher gestaltende Gesamtwirtschastslag« und die noch nicht zu übersehende Auswirkung der dem Reichstage unter- breiteten Deckungsgesetze aus die Gemeindefinanzwirschast die Haltung der kommunalen Arbeitgeber gegenüber Anträgen auf Lohnerhöhung bestimmen müsien. Angesichts dieser Umstände und besonders auch der Entwicklung der Gemeindearbsiterlöhne gegen- über den Löhnen vergleichbarer Arbeitsgruppen m der Privotwirt- srhaft, bei der Reichsbahn und Reichspost sowie in den Reichs» und Staatsbetrieben kann ein sachlicher Anlaß für Lohn- erhöhungen nicht als gegeben erachtet werden." Im Anschluß daran stellte sich die Konferenz nach eingehender Erörterung des L o h n z u la g e w« s e n s auf den Standpunkt, daß die Lohnzulagen auf das im Rahmen der betrieblichen Erfordeniisfe notwendige Maß zu beschränken seien. Andererseits soll eine größere Disferenzierungder Arbeiter bezüglich der Lohngruppen-- einteilung angestrebt werden. Eine Aussprach« über den Abschluß von Angestellten-- Tarifverträgen, wie sie schon im mittoldeutschen Bezirk und in einigen anderen abgeschlossen sind, brachte Einmütigkeit darüber, daß der Abschluß solcher Tarifverträge zwecks Festigung des Berufs- k reifes der öffentlichen Arbeitgeber auch für die übrigen Bezirke Deusschlands dringend gewünscht werden müsse. Einigung mit dem Salamanderkonzern. Siutlgart, 14. März.(Eigenbericht.) Der Vsrgleichsvorschlag des Stuttgarter Schlichters zur Bei- lcgung der Aussperrung von 4500 Arbeitern und Arbeiterinnen in der Schuhfabrik des Salamanderkonzerns Siegle u. Co. in K o r n w e st h e i m ist am Donnerstag von den Beteiligten angenommen worden. Bei der Abstimmung haben 314 0 Ar- beitcr für die Annahme und 147 Arbeiter dagegen gestimmt. Die Firma hat dem Dorschlag ebenfalls zugestimmt. Die Arbeit wird am Montag wieder aufgenommen werden, so daß der ganze Betrieb bis zum Donnerstag nächster Woche wieder in vollem Gang sein dürft«. Die Leiche des Kollegen Robert Paege ist freigegeben. Morgen, Sonnabend. 7�» Uhr abends, erfolgt die Einäscherung im Krema- torium Kerichtstraße.(Näheres im Nachruf der Morgenausgabe des „Vorwärts" am Sonnabend.) Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. # Freie Gewerkschasts-Zugend Groß-Verlin Heut«, greitae, Uh«, tagen Sit Gruppen: Raidring: Srupptnhcim cannrndurg»! Sit. 20 iSchul-i. Mürzzedcnkrn.— Skdo-rstrn: zi�ruö. dtim Wasscrtarstr. 0.„Rcaalutianilre Dichtung bn iSlScr R«vol«tia»." — Hrrmannplatz: Grupp-nhrir» Zug-ndhcim Sandrrslr. lt. EU- Habrechlflra�r Vartrag:„Di« deulichc Revalutian aon 1848."— Sharlallrnburg: Zugend!>eim »prerstr. ZO. Literarischer Äbend: Berliner Humor und Loltewi».— Zeppelin. »lag- Sruppenheim Zugendheim Duriner. Ecke Seestrag«. Borirag:„Warum wandern wir?"— Zuaendturfu» Ostlrei,: Schule Scllarnweberstr. ifl. Td:ma: „Wirtschaftswerden— Wirtschastswesen."— Achtung! Heute Meldeschluß su: dir Ostarfahaten.— Baranzeig«! Wanderleiterkursus am Sonntag, 17. März, 10 Uflt, im Museum für Solisfund», Älnstcrftt. S8. Vortrag von Herrn Dr. Bramm:„ffalinachtamacckrn— Faswachtsbräuche." Anschließend Führung durch da» Museum. @Iuaendaruppe des'Zentralversiandes der AngeMlten Heut», Freitag, finden sdlarndc Veranstaltungen statt: Panlaw-Rieder. schanhanse«: Zugcndlieim-Korschftr. 14(große» Zimmer). Vortrag:„Zock London und llpton Sinclair." Referent Wslhelm Lcwins?!.— Lbciipr«: Zuaenddeim Loukener Str. 2. Vortrag(mit Lichtötld«r»):„laa Rote Wien." Referent Georg Heilhruun.— Südwest: Jugendheim Velle-Allianee.Str. 7—10. Vortrag:„Die Mitrzrepolution." Referent Arthur Rachow.— SeulöBn und Urban: Jugendheim Böhmisch« Str. 1—4. Bcrufaiundlich« Arbeit sgemeinschaft. «m» m alten Gallensteinen Gelbsucht, CalleablasenenbOndung, Leber» und Magenkrankheit. Stern Gnvel Tee(afttfrei) Aerstflch empfohlen, Za haben In dea Apothekea. Bevete» material ztätls. Fabrik Vc;etabIIscher Heilmittel, Bad Schandau /£]Si Freitag �5. Marz 1929 Unterhaltung unö ÄAssen Beilage des Vorwärts XnmlMrzer: dlUlkU' ��»5!.�'''»''''' Im voraus müssen Sie wissen� daß ich kein vollkommen ehr- licher Mensch bin und schon mehrere Sachen verbrochen habe, die nicht mit den ordnungserhaltenden Prinzipien des geruhsamen Bürgers kollidieren. Die Geschichte stellt mir auch«in recht mieses Zeugnis aus, aber trotzdem werde ich sie ihnen erzählen. In, Berliner Wrthehapel, in der Münzstraße, stieß mich, vor einem der vielen Kinos, ein zerlumpter Bursche an und raunte mir unauffällig ins Ohr:„Na, wie is denn, Brillantring koofen,— janz billich, komm, kick dir se an." Ich habe ein« krankhafte romantische Veranlagung, und meine sich langsam erregende Psyche wittert« ein Abenteuer. Ich folgte ihm in einen schwach erleuchteten Hausflur. Er muß mich sofort als einen„Ungefährlichen" erkannt haben.„Kick se dir an, alle durch de Bank achthundert Karat, echte Diamanten. Alle Ringe frisch jeklaut, reelle Ware. Eben man erst rausjekommen. Zwee Jahre Zuchthaus jehabt. Allet echte Steene, kannst dir druff valassen." Er holte ein Stück Glas aus der Tasche und ritzte eine tiefe Rille hinein. Dann zeigte er mir seinen Abschiedsstempel vom „Alex". „Ick würde se dir sa nich so billich lasten, Kolleje, aba ick muh mir wieda vadusstn und da brauch ick Zasta. Nimm man eenen, du wirst dir dein janzes Leben dran amesicrn. Jor fünf Emm hastn weg." Fünf Mark waren mein ganzer Reichtum, aber in mir regte sich plötzlich ein seltsam bekanntes, uraltes Gefühl, was wohl schon im Mittelalter die Menschen bewegt hat, mit mutigem Kaufmannegeist. auf gebrechlichen Fahrzeugen weite Meere zu überqueren. Dielleicht kann ich den Ring wieder wo anders sür doppelt so viel Geld„ver- kloppen". Ich bezahlte fünf Mark, und der Ring verschwand in meiner Manteltasche. Ich sah ihn mir nicht genauer an, den Brillantring. Devot grinsend verschwand der Lude.> Dann ging ich in das erste große Juweliergeschäft. Der Juwelier nahm den Ring aus meier zitternden Hand in Empfang. „Sie wollen also wissen, wieviel wert der Ring ist," fragte er mich,„es ist ein echter Brillantring, achthundert gestempelt." Mir blieb für ein« Sekunde das Herz stehen. Dann stutzte er mit einem mal, betrachtete den Ring durch eine Lupe und brach in ein Gelächter aus. „Das ist ja eine ganz plumpe Fälschung." sagt« er. immer noch lachend,„die Steine sind Simili und statt der.800" sind drei ,8". Zeichen in das Doublee gedrückt. Das Ding wird nicht mehr wie eine Mark fünfzig Pfennig kosten." Errötend steckte ich den kostbaren Gegenstand wieder in die Tasche und wandt« mich, eine Entschuldigung stammelnd, wieder zur Tür. Auf der Straße philosophierte ich: „Fünf Mark, gleich zweihundert Brötchen, gleich zehn Broten, gleich zwanzig Gedecken im Amalienstist, gleich fünf Theaterkarten, dritten Ring Stehplatz—. Ich habe die Reihe noch meterlang ver- längcrt. Dann habe ich mir fest vorgenommen, wieder ein ehrlicher Mensch zu werden. eise mnhm: ffiis ins dtiUe und vierte Qlied Grau und diesig liegt der Himmel über der Stadt. Schnee- flocke auf Schneeflocke tanzt hernieder, setzt sich den Leuten auf Hüte und Kleider und verwandelt graue Dächer und schmutzige Straßen in glitzernde, weiße Flächen. Auch auf dem großen Schul- Hof machen sie sich breit. Sie hüllen die alten Kastanienbäume in zarte, weiße Schleier und schwingen sich auf die breiten Fenstersims« der Klassenzimmer. Aus dem letzten Eckfenster tönen laute Jubel- ruf«:„E schneit! Es schneit!" Und Kinderhände greifen in die Luft, um eure Flocke zu erhaschen. Und dann beugt sich eine junge Lehrerin über die Brüstung. Sie hält ein kleines Mädchen auf dem Arm und läßt es hinausschauen.„Sieh nur, Lenchen, wie weiß alles geworden ist!" Di« Klein« strahlt und glänzt vor Entzücken. ober die Sprache will ihr nur schwer gehorchen.„Nee, ne«." mst sie,„da und da und da! Mitnehmen, mitnehmen!" Die Lehrerin läßt das Kind bereitwillig eine Hand voll Schnee fasten, sie greift selbst hinein und setzt der Kleinen einige Flocken aus das Naschen. Das Kind aber lacht und jubelt laut. Rechts und links recken sich blonde und dunkle Köpfchen in die Höhe, und strahlende Kinder- äugen begrüßen das große Wunder des Winters. Sie sind alle irgendwie benachteiligt, die kleinen Mädchen der Hilfsschule. Verkümmerte, schwächliche Kinder, rachitisch, verkrümmt, unterernährt. Kinder tuberkulöser oder geschlechtskranker Eltern, im Alkohol gezeugt, oft selbst von Bier und Schnaps genährt. Be- dauernswerte, daheim als unerwünschte Last empfundene Wesen. Die zarteste und schwächlichste von allen ist die Neine Lene, ein hübsches, feingliedriges Kind, das aber trotz seiner 11 Jahre wie ein« tijährige aussieht. Sie ist die Tochter eines Kohlenhändlers, der sich zurzeit in einer Trink«rheilstätte befindet. Der Großvater ist an Syphilis gestorben. Das Lernen macht dem Kinde unendliche Mühe. Die Tatsache, daß sie zwei Hände und zehn Finger und nicht um- gekehrt zehn Hände und zwei Finger besitzt, ist für Lene ein Problem gewesen, das sie monatelang beschäftigt«. Jetzt kann sie init großer Mühe einen kleinen Satz niederschreiben, wenn er sehr rinsach ist ünd nur kleine Buchstaben enthält. In der letzten Zeit ober hat sie kleine Fortschritte zu verzeichnen, denn die neue Lehre- rin, die seit Ostern die Klasse übernahm, hat das Kind ganz für sich gewonnen. Sie hängt lustige Bilder an die Wände, sie erzählt drollige Geschichten und erfindet scherzhafte Spiele, bei denen die kleine Lene aus dem Staunen und Lachen gar nicht herauskommt. Dos verschüchterte, vernachlässigte Kind lebt auf. Die gefürchtete Schule wird ihr zur Erholungs- und Feierstätte. Aber auch Fräu- lein Swendson, die neue Lehrerin, fühlt sich rasch mit ihren kleinen Pflegebefohlenen verwachsen. Immer mehr überwindet sie die Scheu vor Verhältnissen, denen sie anfangs vollkommen fremd gegenüberstand, immer sicherer plaudert sie mit den Müttern, die sie gelegentlich aufsuchen.— An einem freien Nachmittag führt Fräulein Swendson den Entschluß aus, ihre kleinen Schülerinnen aufzusuchen, um einen Einblick in die Umwelt der Kinder zu gewinnen. Ihr erster Besuch führt sie nach dem Norden der Stadt, in das alte Hafenviertel, wo die kleine Lene wohnt, lieber eine häß- liche, unsaubere Brück« führt der Weg. Dann wird die Gegend fast ländlich. Unmittelbar am Wasser stehen einige alte, kleine Fischerhäuser. Auf der Treppe des ersten Häuschens aber sitzt still ein kleines Mädchen. Als Fräulein Swendson plötzlich neben ihm steht, fährt es nervös zusammen. Dann ober fliegt«in Freu- denschein über das blasse Gesicht, stürmisch saßt es die Hand der Lehrerin und zieht sie in die Stube. Drinnen fitzt«in« schmale, kleine Frau an der Nähmaschine. Verlegen erhebt sie sich, um den unerwarteten Besuch zu begrüßen. Sie hat die gleichen sanften. dunklen Augen, den gleichen Ausdruck von Leid und Müdigkeit wie das Kind. Scheu uird gepreßt gibt sie Antwort. Aber sobald das Gespräch auf den Zustand der kleinen Lene kommt, die in- zonschen in die Küche gelaufen ist. preßt sie die Lippen zusammen und schweigt. „Ich bin immer eine gute Schülerin gewesen— auch meine Elfern waren fixe Leute... ich weiß nicht, woher sie das hat," murmelt sie endlich. Mein Mann, ja, er ist seit einer Woche wieder daheim und arbeitet. Wie das alles so weit kam mit ihm? Ach. er ist im Grund« kein schlechter Mensch. Er hat Kohlen ström- abwärts geführt, und auf den Schiffen trinken die Männer eben Branntwttn und—", sie bricht unvermittelt ab und lauscht.„So- eben läuten sie Feierobend im Hasen," sagt si« hastig,„er wird gleich hier sein. Sprechen Sie nichts darüber, sonst muh ich und das Kind es büßen." Draußen tönen schwere Schritte. Dann steht die breite Gc- stall des Äohlenfahrers in der Tür. Di« Lehrerin beeill sich, zu erklären, wer sie sei. Der Mann lächelt höhnisch und meint, sie wolle sich wohl bei ihm über das Kind beklagen. Fräulein Swend- son versichert in warmen Worten das Gegenteil, ober der Gesichts- ausdruck des Mannes verschärft sich noch. „Na, ich möchte sie nicht einen ganzen Morgen um mich haben," meint er.„Aber das ist Geschmocksache. Lernen wird sie wohl nie was Rechtes. Aber noch fünf, sechs Jahre— dann soll si« sehen, daß sie einen Mann kriegt. Wenn sie mal verheiratet ist. merkt man ihr die Dummheit nicht mehr an. In der Ehe sind die Weiber alle gleich." Als die junge Lehrerin auf die Straß« tritt, da steht die kleine Lene ganz nahe an der Uferböschung und schaut still und um beweglich in das dunkle Wasser. Fräultin Swendson zwingt sich zu einem heiteren Wort, obwolst ihr etwas plötzlich kalt ans Herz greift. Aber das Kind antwortet nicht. „Aber Lenchen," sagt sie endlich,„freust du dich denn gar nicht, daß ich euch nun alle kenne, dich und die Mutter Und den Baterl" „Bater," wiederholt das Kind und steht sie an. E« sieht Plötz- lich vollkommen oerändert aus. Das ist kein Ki ichergesicht mehr, das ist das Antlitz einer uralten Frau, der nichts verborgen blieb, die alle Zusammenhänge des Lebens kennt. Und plötzlich weint ty Jautlos. Unaufhaltsam fließen die Tränen, unstillbar. Vergeblich bemüht sich die Lehrerin, ein Wort aus dem Kind« herauszubringen. Langsam beruhigt es sich. Aber es bleibt still und in sich gekehrt. Und als Fräulein Swendson endlich mit schwerem Herzen den Heimweg antritt, da packt sie auf halbem Wege eine solche Un- ruhe, daß sie— sie kann es sich selbst nicht erklären, warum— umkehrt und das Kind, das noch immer an der gleichen Stelle am Wasser steht, nach Hause führt. Fast ein Jahrzehnt ist seitdem vergangen. Fräulein Swendson ist längst verheiratet und wohnt fast eine Tagereis« van der Stadt entfernt. Nun weilt sie zum ersten Male seit vielen Iahren in der alten Heimat. Vieles hat sich verändert, vieles ist nicht mehr wiederzuerkennen. Aber die alte Schule mit dem großen, van Ka- stanienbäumen beschatteten Hos steht noch aus wie einst. Gedanken- voll sieht die Heimgekehrte zu den hohen Fenstern empor. Die Zeit, in der sie hier unterrichtete, stehl plötzlich mit einer Lebendig- keit vor ihrer Seele, als sei nie etwas anderes gewesen. Sie sieht die kleinen an Leib und Seele verkrüppelten Mädchen, Kinder des Elends, wieder vor sich, und vorn, aus der ersten Bank, schauen sie ein paar sanfte dunkle Äinderaugen müde und traurig an. Die kleine Lene... Was mag aus ihr geworden fem? Si« hat nie wieder etwas von ihr gehört. Und plötzlich fühlt sich die Frau von einem Bongen und einer Angst ersaßt, die sie schon einmal, vor vielen Jahren, empfunden hat. Halb unbewußt schlägt sie den Weg zum Hafen ein, mit immer schnelleren Schritten und unruhig klopfendem Herzen. Die Fischerhäuschen stehen noch. Hier, hier war es. Sie zieht idie altmodische Klingel. Die ihr öffnende Frau starrt sie ver- wundert an, als sie hört, wen die Fremde besuchen will. Dann bcgimtt sie umständlich zu erzählen. Sie ist eine Verwandte und hat das Häuschen jetzt übernommen. Die Mutter ist schon seit fünf Iahren tot. „Der Mann— ja—* sie zögert.„Er muß noch«in paar Jahre absitzen." sagt sie halblaut. Ja, das ist ein Uglück. Er hat viel auf dem Gewissen. Die kleine Leu«? Na, die wäre jetzt schon längst verheiratet, wenn sie noch lebte." Sie weicht erschrocken einen Schritt zurück, denn die Fremde greift mit beiden Händen nach dem rostigen Türgriff, als wenn sie einen Halt suchte. „Hier drüben, am Hafen ist es passiert. Man hat si« und das Kleine erst eine Woche später stromabwärts gelandet. Ja, warum sie es getan hat, das weiß kein Mensch. Der Bursche wollt« sie heiraten, denn sie war doch immer ein niedliches Ding gewesen. Und ein paar Tage vor der Hochzeit springt sie mit dem Kind ine Wasser. Sie war ja wohl nie ganz richtig gewelen."— Hier drüben also. Don dieser Stelle Ixitte sie das kleine Mädchen einst nach Hause geführt. Was mochten diese Jahr« an Leid und Qual sür die Heranwachsende gebracht hoben? Si« war Mutter geworden, sie hatte Leben gebaren und e« wieder vernichtet. Warum? War ihr Kind vielleicht noch mehr benachteiligt als sie selbst? War vielleicht eine Stund« hellseherischer Kraft, bitterster Erkenntnis über sie hereingebrochen, wie damals, als sie trostlos und bitterlich an dieser Stells weinte? Niemand weiß es. Da» Wasser, das sich mit den grünen Welle» des mächttgen Stromes mischl, hat ihr dunkles Geheimnis auf immer bewahrt. Dumpf und eintönig schlägt der Strom an die Uferböschung und fließt dann unaufhaltsam weiter, groß und still und schweig- jam, bis die Unendlichkeit ihn aufnimmt. ui Immer neue Betätigungsgebiete erschließt sich die moderne Technik, immer neue Möglichkeilen entdeckt sie, und immer neue, großartigere Ziel« setzt sie sich. Eine Aufgab« der Zukunft wird es sein, die tatsächlich voriMiidenen technischen Machtmittel in wach- sendem Maß zum Wohl der Menschhen anzuwenden und aus- zubauen. Wenn man Wasserwerke von Kraftstufen mehrerer hundert Meter baut, warum sollte man diese Werte nicht auch zu solchen vieler Kilometer Breite vergrößern? Eine noch ungenützte Kraft- quelle von riesigen Energien stellt das Mittelmeer dar. Es war einmal vor ungesähr 30 000 Iahren trockenes Land, bevor sich die geschmolzenen Eismassen der letzten Eiszeit bei der Straß« von Gibraltar einen Weg bahnten imd— wie uns die Bibel von der Sinkflut erzählt— alles fruchtbare bewohnte Land überschwemmten. Hier war di« Wiege der bedeutendsten Kultur kreise: Di« ägyptisch«, mesopotamische, antike, arabische»nd schließlich abendländische Kultur gingen daraus hervor. Für eine technische Auswertung, die gleichsam den Natur- vorganz„umkehren" würde, ist von grundlegender Bedeutung. daß das Mittelländisch« Meer e,n Berdunstungsnreer ist, d. h. es würde sich senken, wenn nicht ein ständiger Zustrom vom Atlantischen Ozean und vom Schwarzen Meer, das ein Uebelflinungsmeer Ist. stattfände. So hat z. B. das fließende Wasser im 00 bis 70 Meter tiefen Bosporus eine Stundengeschwindigkeit von 3 bis 4 Kilometer. Wenn man also die Zujlüsse bei Gibraltar und Konstantinopel abdrosselt, so werden neue Gestade aus dem zurückweichenden Wasser aufwiichen, und dieser natürliche Vorgang kann trnrch die Bewässerung der unter dem Meeresspiegel liegenden Teile der Sahara noch erheblich beschleunigl werden. Die engste Stelle an der Straß« von Gibraltar ist nicht ganz 12 Kilometer, die am Bosporus nur 600 Meter breit. Die Wüstengcbicte Nordafrikas in ei» schiffbares Meer mit fruchtbaren Uferländer» mnzuwairdein, ist ja ein altes Projekt und würde im Zusammenhang irnt der Sentimg des Mittel- meeres von doppeltem Vorteil werden. Durch einen Kanal von de? Kleinen Syrte könnten die Wastermengen in die Salzseen Tunesiens geleitet und von da durch große Kesielpumpwerke, wie heute schon in Oberägypten, zur teilweisen Bewässerung der Sahara venvendet werden. Di« fruchtbarsten Kolonien könnten hier wie im Mittelmeer- boden entstehen und gleichsam mit dem Mutterland Europa zu- sammenwachsen. An den Hauptzustußstellen bei Gibraltar, in den Dardanellen, an der Nil- und Rhonemündung würden, so schreibt Hermann Soergel in der illustrierten Wiener Monatsschrist„Der neue Pfiug", neben den Schiffsschleusen ungeheure Elektrizilats- werke entstehen, die ganz Europa, Nordasrika und Lorderasien mit Kraft versargen. Die Eisenbahnen, die Fabriken, die Industrie usw.. würden einen Ersatz für die verschwindende schwarz« Kohle fiicheir. Der wichtigste Gewinn sür die Meuschhett bei Durchführung eines- solchen Riesenprojektes, das durchaus im Dereich der technischen Möglichkeiten liegt, wäre aber zweifellos eine zwangsläufige Win- schafisvcreinigung der heute sich bekriegenden Völker. IHaria mit dem Siupsnäschen '.HloMie.rmutetini für antireligiöse Propaganda In den Räumen des berühmten Donskoi-Klosters bei Moskau besteht seit einiger Zeit ein historisch-kunftwissenschasttiches Museum� das sich neuerdings ganz auf die antiklerikale Propaganda cinge- stellt hat. Di« Situation ist um jn pikanter, als sich in den Ge- bäuden des Klosters, dessen Kirch« die Grabstätte des jowjetseind-- lichen Patriarchen Tichon birgt, ein« Tichon-Gemeinde der Kirchen- gläubigen aufgetan und dort einen„Allrussischen Kirchenrat" be- gründet Hai, dessen umgehende Auslösung die Sowjetprefi« jetzt fordert. Die Schaustücke dieses antiklerikalen Museums sind mit uuge- heurem Rasfinement angeordnet. In der ehemaligen Kloster kauziei liegen die Grundbücher und Inventanirkunden dieses reichen Klosters aus, da» als Großgrundbesitzer ehemals 608? leibeigene Bauern, IZ054 Deßjatinen Ackerland(1 Deßjatine— 1,1 Hektar), 19 756 Deß- jatinen Wiesenland und 107,5 Deßjatinen Forst, gewaltige Fischereien dm Kama-Fiuß, Mühlenbetriebe, Häuser und ganze Dörfer besaß. Ein anderer Raum birgt Andenken an die Liebesabenteuer des Priestermönchs Ignatius mit den Nonnen des Nowo-Dekditschi- Klosters, an die Zechgelage des Hicrodiakonus Cyprian und sonstiger Klosterbrüder— und daneben de» Platz, wo die leibeigenen Kloster- bauern ausgepeitscht wurden, der Kerkerturm»nd die armselige Stilbeneinrichtung eines Klosterbauern. Im nächsten Raum ist eine Sammlung von holzgeschnitzten, buntbemalten Heiligenstatucn zu sehen: ein Ehristn», der wie ein wohlgenährter Magnat aussieht, ein« Muttergottes mit einem kecken Stupsnäschen und herausfordernd kokett blickenden Augen, ein« Magdalena mit mondän geschminkten Lippen,«in« stark dekolletierte Heiligt Barbara in reichem Brillantenschmuck ns«. Die Klosterkirche mit den Gräbern zahlreicher hochiituliertcr Herrschasten und des Patriarchen Tichon gehört ebenfalls zum Bereich der Museums-' fehenswürdigkeiten. Das Museum ist bisher von 15 000 Personen besucht worden» darunter Schüler, Werkstudenten, Rotarmisten und Älrbeitergruppen aus allen Teilen der Sowjetunion— von Leningrad und Moskau bis Eliarkow. Eriwon und dem sibirischen Werchne-IIdinst. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß— nach den Schilderungen des Mos- kauer Zentralorgans der Geonrkschaiten„Trud"— wütende Schlägereien zwischen ungläubigen und gläubigen Besuchern, besonder« o» den Sonntagen, zum ständigen Unterhaltungsprogramm dieses einzigartigen Museums gehären. Flavbert al» Spießer. Nichte war Flaubert so in der Seele verhaßt wie der„Spießer". In dem vor kurzem in Paris«rfchie- nenen Buch über Flaubert, das besten unveröffenilichte Briese an die Prinzessin Machilde Bonapart« enthält, schreibt dies«:„Dabei war er im großen und ganzen der Spießer in Person. Cr hatte keine politischen Uoberzeugungen, bald verlangte er olle möglichen Unterdrückungsmaßnahmen, bald wollt» er von keiner etwas misten." Ueber seine sonstigen Gewohnheiten heißt es in dein Buch: ,.Er arbeitete ohne Pause, rauchte unablässig, aß viel und setzte sich unmiltelbar nach dem Essen wieder an die Arbeit. 5)a»tx er etwas geschrieben, so las er es mit lauter Stimm« oder deklamierte es vielmehr. Gewöhnlich nahm er seine Halsbinde ab, um wie er jagte, bester brüllen zo können.". leipziger Strasse» Alexander platz» Frankfurter Allee» v eile Alllance Stra sse» Vllmerzdorf er Str.» vrunnenstrasze» kottduser vamm* Andreasstrasse Konfitüren Rumbomben.....................'(< Pfond 25p(. Gefüllte Honigkissen........... Ptmi 25Pt Gemischte Bonbons................ Pfand 50p(. Vollmilch« oder Vollmilch-Nuss«__ Schokolade.............. 3 i&iaia» 100g®5Pf. Fruchtcreme-Schokolade...... e Tafeln 9Sfc SandgebSck........................ Pfund 95pl Herrenkringel.......................?f-md 1,20 PrelM»fr Prallaf aad SoHtbend Mamill sfbM Beilage........Pfand 62pf. ll'alfcSiÄCken Oha* Bellag«........ Pfand 72pl Kalbskeulen ti<»?«.$«h«„ gm ed. ptim, m 82pf. KnKishßiM............................ 68 pf. Pa.Rlnderb.aima______________ Pfand 78pf. Ra. flnerripiifl...... �...�.......pfnnd 78pf. Pa. Feblrippe........-.......... Pfand 96pf. Po. Schnorileiscll Ken�«. Knochen. Pfd. 1,22 Pn. SehnbftQelsch................ Pfnnd 1,20 Pa. Hackepater g«vtnt.........ptond 1,20 Pa. Roastbeef ohne Knoche»,..... Pfand 1,46 Pa. Schvelnebandi oh«e Beilage. Pfand 1,10 Pa. Zcbmlaesalilakea ede5.sie«, Pfand 1,20 Pa. SMoekanun oder-Scholl. ,, ebne Beilage nnd ebne Schwarte, Pfand l.Zo Pa. Scbvelaehotelett.......... pmnd 1.28 Pa. Kassier miu.................. Pfand 1,22 Pa. Rflckeolett d ratf ertl g.nSebwarta, Pfd.?6pf. Pa. Lisbeln Ml Spllibeln gepskeit.ptd. 84pt. Pa. Talf aaegeUeaea.....—...... Pfand 86 Pf. niiiitiniiiiiiiiiinitiitnniiinmiiimniiiininunjui Pa, SdUBOrflelSdl«»nie. ohne Kn, Pfand 1,10 PS. Galasch ohne Sneehen...... Pfand 88pf. Pa, Suppe alleiscb........ Pfand von 68p,. en Pa. HaioWlkarderHelsch Pfand von 92?�-- Pa. SChVelnekOpIe tr.mJettbaeke.Pld. 58pf. Mengenabgrbe vorbehalten SM u. Gemüse Amerik. Aepfel Pfand 38pf. Cliamp.Reinellen pfd.48pf. Kalif. Ta|eläpfelpfnnd52p£. Bananen........ Pfand 40Pf. Apfelsinen....spfnnd72pt Blutapfelsinen s Pfand 95pt Kokosnüsse....stank 30pf. Erdnüsse........ Pfund 40pf. Malla-KartoffelnapidSOpf, W ir jlng- o. W«isskohl PH. 1 5?!. Rolkohl.......... Pfnnd 15pf. Möhren geweedMn, Pfd. 1 7pf. Rote Rüben....Pfnnd IOpi. Sellerieknollen r- pw. 32pf. Kohlrüben........ pfnnd 8pf. »«jVUd und gefroren...................Pfand von®5pf.»n PUteil gefroren.......................Pfand IjlOan Ühner gefroren......... Pfand 1»05 an Ungarische Masthühner..nand1|40 EntCn gefroren........................ Pfnnd 1»1 5»a Sistbe u.ZtSucheewaven NorwetJOtkliBOspfd 25fl MaisrfclbfiüiliitOeHam.,,. bürg., Kiste SPlcL Brutto /DP!, Daadaale........ cnndSSpf. S86lBCllS..,v,., Pfand 48pf. FleckberinOß..FfandSOpi. 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Conrad MOller Leipziv- SctaKeudttr Inlerieren brlnrt ERPOLO Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesalleu, und zwar i« tiner aus die 2o|c gleicher Nummer in den beiden Abteilungen l und II 30. Ziehungstag 14. Mär, 1929 Sn der heutigen Schluß-Ziehimg wurden Gewinne über 160 M. gezogen 2«doimi»«• 1000 IB. tmh Ha Sdhta fic&adn 90»|a 600000 OB. siele» aas Ott. 207785 2»tnnntw in 1 0000 W. 260728 4«ewiRU« au 3000 M. 71017 250245 10«dahin«|a 2000 W. 80481 129804 202318 2120M 325169 12«Main» ,» 1000 M. 71209 95879 123858 129641 146047 270653 46«clainn« 600 9». 20292 21928 24584 25187 81 381 54686 83689 100234 124122 129302 139810 158649 200985 207035 235079 236443 253856 282959 292634 333482 373307 389781 390621 118»«nlmit iu 300 M. 8397 41061 47217 52312 67863 65797 68840 76850 84398 88350 90221 100802 105885 116388 123507 124339 131365 132938 169088 171005 189673 203675 207152 212623 214335 218331 213594 224304 227122 231248 231450 234956 235348 251715 253070 265755 267646 280445 282155 291486 294548 300183 301588 302318 309702 324577 335687 347150 348344 352748 356842 357183 368762 362169 364822 368590 375984 392393 393936 In der heutigen Schlußziebung wurden die beiden Prämien von 5( OOGO M- der mit einem Gewinn von je 1000 M. gezogenen Los« Nr. 297785 zugeschlagen. Sie fielen in Ableilung f nach Berlin» ttt Abteilung 11 nach Berlin. Gesunden Schlaf kräFHae Nerven verschafft bei Unserer Hur 11/ Z St2687./Han achte auf den ff ex gesch. ftamen. Zu haben in Apotheken und Drogerlen. Wo nicht erhältlich, weisen wirVerkaufsstellen nach Otto Stumpf A.-O.. Chemnitz. gPKTl Atbeibe HM «sSSfe roh ozaatiBt. ■ Anrlehtekllcbea 14«.. 119� 1 RMonzikilcben Ii«6.» 94 iAbwazcbtiach« 4Z. 9«� |'WaiSe Schränk» 91� Jetzt»oek Schlafzimmer TO» 4B9r ha 195«� Berollna iKommanaantervsTr 57 Verkäufe Wcbsehlcrteppichr. ffithfcStttttpmd) 2X3 18�0 HHarf, ä?cbfcl)lcrteppirf) 2 X 8 39,— fflotf, ffictfchUcltppidi 214 X si'.H 34,— Mar! ffitbfehrzrtrEyid) 3X4 St.— Mark. IPabrif.Ttppich.Vcrkaiif Aberdach. Fried- nchstroBC 163. Eck« Behren sirasie. Ein. paiih Grog« Passage, Aufgang 33 I. NochHerb«, eiserne, öoa, Noble, jeher Art. SrSße. Siehlung. Haushalt. Restauratton 7 Gelegenheiten), billige Nadeeiitrichliing, Tcilzahlnng. Wa'.ic feffel, Ofentüren, Oefen aller Art. 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Die Deutsche Volkspartei hat nicht die Priorität sür den Gedanken der Sparsamkeit, aber sie hat die Priorität für die diktatorische Forin ihrer Forderungen. Sie sitzt in der Regierung und stellt trotzdein an die anderen Regierungsparteien Forderungen, ohne deren Erfüllimg sie ihre Mitwirkung zur Erledigung des Etats nicht in Aussicht stellen könne. Die Volkspartei verlangt Streichung von 460 Millionen, weigert sich ober, zu sogen, wo und w i.e gestrichen werden soll.(Widerspruch bei der Deutschen Volksp.) Ihr Parteiorgan, die„Nationalliberole Korrespondenz", sagt wörtlich. daß Sie aus Gründe» der Loyalität solche Vorschläge nicht machen, das fei die Aufgabe des Finanzministers und der Regierung. Wenn man wissen will, was Loyalität bei Ihnen ist� erkundigt man sich wahrscheinlich am besten bei Ihrem Führer Dr. S t r e s e m a n n. (Heiterkeit und Zustimmling links.) Und wenn man wissen will, was Zweckmäßigkeit ist, muß man wohl diejenigen volksparteilichen Führer fragen, die Steuererinäßigungen für die Besitzenden und sogar einen unabsetzbaren Fmanzdiktator aus vier Jahre verlangen. (Sehr gut! links.) Die Volksparlei sagt, daß in den letzten Jahren eine verantwortungslose Finanzpolitik getrieben worden sei. Seil 1923 war die Sozialdemokratie an der Reicksregierung nicht beteiligt. ununterbrochen aber die Deutsche Volksparlei. Sie ist deshalb für alles verantwortlich, was in dieser Zeit geschehen ist. Dr. Curtius iind Dr. Stresemann sind Ihre Vertrauensleute in der Regierung. In derselben Zett, in der Sie sich gegen neue Steuern erklären, waren Sie sehr gern bereit, Ausgaben zu bewilligen wenn sie Ihnen nahe stehenden Schichten zugute kamen. Gegen den lebhaften Widerspruch Unsere un übertreffliche Neueinführung ■! LOESE&&.WOLFF des Reichsfinalten, wenn man die deutsche Wirtschaft für fähig hält, so gewaltige Steuererhöhungen aufzubringen. Di« Detuschnationale Volkspartei wird berufen fein, eingesetzt zu werden, um einen wahre» Frieden im Sinne der Befreiung von diesen Lasten zu erlangen. (Beisoll rechts.) Abg. Dr. Brüning(Z.): Der Vorredner hat ein sehr schlechtes Gedächtnis für die Zeit, in der die Deutschnationalen sin der Regie« rung saßen Schon seit Iahren haben alle Parteien betont, daß das' Jahr 1929 der Kulminationspunkt der deutschen Finanznot zwangsläufig sein wird Zu Vorwürfen gegen den jetzigen und den letzten Finanzminister liegt deshalb kein Anlaß vor. Das Zentrum will neue Einnahmequellen nur dann bewilligen, wenn andere Mittel zur Deckung des Defizits nicht mehr zu finden sind. Der Wettbewerb um die Rekordstreicherei an den Ausgaben führt freilich nicht zum Ziel, auch nicht die Vorschläge des Hansabundes oder der in der DAZ. propagierte Vorschlag, die H a f e r r a t i o n e n der Reichswehr zu kürzen.(Heiterkeit!) Di« Lösung wäre leichter zu finden, wenn die Deutsche Voltspartei zugleich mit ihrer Ablehnung der Steuern positiv« Vorschläge gemacht hätte. Streichungen wird das Zentrum vorschlagen bei den unverhält- nismähig hohen Umzugskosten der Diplomaten, beim Wehretat, besonders bei den Neuanforderungen der Marine- leitung. Vor allem werden wir sehr kritisch die vielen Forderungen von Neubauten der Finanz- und anderer Verwaltungen prüfen. Durch die vielen Bauten des Reichs sind gelegentlich die Stoffe für den Wohnungsbau verteuert worden Mit den 249 Millionen, die das Reich den Ländern durch Uebernahme der Kosten für die Erwerbslosenversicherung überlieh, haben die Länder nicht die Real- steuern gesenkt, sondern Beamtengehälter erhöht Streichungen an notwendigen sozialen Ausgaben lehnen wir ab. Mr sind nicht dazu da. Agllalionsanlräge von Parteien, die noch in der Regierung sind, abzulehnen, um dadurch eine ver- nünftige Finanzpolitik zu ermöglichen. Die Etatsberatung Im Ausschuß kann erst beginnen, wenn eine Klärung zwischen den Regierungsparteien erreicht ist. Wir werden dem Reichskanzler nicht Sukkurs leisten, wenn der Karren erst völlig verfahren ist. Dieser Etat ist schon beim Beginn seiner Beratung die Schicksalsfrage für die jetzige Regierung. (Beifall im Zentrum.) Abg. Slrasser(Natsoz.): Den Reichshaushalt bestinmit die Pariser Tributtonferenz. Das jetzige System ist der gewissenlos« Zuhälter des internationalen jüdischen Wcltkapitals. Abg. v. Sybel(Chr.-Nat. Bauernpartei): Wir lehnen die Deckungsvorschläg« ab. Länder und Gemeinden müssen die Real- steuern senken. Di« heutige Sozialpolitik erzieht große Teile des Volkes zur Faulheit. Um 5X Uhr vertagt das Hau» die Weiterberatung auf heute, Freitag, 12 Uhr; außerdem Notetat. Ein Mißtrauensantrag gegen den Reichsinnenminister wird von den Nationalsozialisten und der Christlich- nationalen Bauernpartei eingebracht und mit der— Nichtverhinde- rung der Tötung Rechtsradikaler bei Zusammenstößen mit Kom- munisten„begründet'. Der Einspruch gegen die Ausmessung zweier kommunsstsscher Abgeordneten aus der vorletzten Sitzung wird abgelehnt. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliu atnftntimaai fflr dies« Ttadtff nnr«n tae znacndrefretaftot Petita Oft, CtaduiAialt 9 Sie»pril.Pr-seamm« milssen sofort«Inaerelcht werden! »beechnn»- der«eitrSae»s». heute zwischen 17 und IS Uhr. Nriedeich-Ebeet-Vesw-Mart«»»»d Volkodthiienlotae» sind noch von ver- schiedenrn Abteilungen abzurechnen. Bewegungochor morgen, Sonnabend, 1« Uhr, Uebungostunde: anschließend Probe stlr Magdeburg. Schulaula Danziger Str. 23. hevte. Freitag, 19« Ahr: Arkonaplah! Schul« TUsabethkirchftr. 19.„Deutsche Justiz."— Rosenthalee Vorstadt: Besuch der FTEB. in der Halle viartenslratze.— gentrn»! Heim Landsderger Str. so.„Wir und die Partei."— Hansa: Heim Bvchumer Straße 8b.„SAZ. und Reichsbanner."— Moabit 1: Schule Waidenserftr. 20. „Sitte, Scham, Körpergcftihl."— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—19.„gert. ßreiiigrath."— Arnswaldcr Platz: Heim Rastenburger, Eck« Wchlauer Straise. „Jugend und Strafgesetz."— Falkplatz II: Schul« Sannenburger Str. 20. „Jugend und Republik."— Helmholtzplatz: Heim Danziger Str. 82, Baracke 2. „Märr und Engels."— Hohenschönhausen: Heim Freienwalder Str. 8.„Der Parteitag."— Humanaplatz: Heim Schercnbergstr. 7.„Kämpft für Arbeits- schütz."- R-rd-st: Heim Danziger Eir. 52, Baracke 2.„1848."— Seitz-nsee: Heim Parkstr. 88.„Unsere Werbearbeit."— Wörther Platz: Schule Kastanien- aller 82.„Deutsch. Oesterreich."— Aadr-a-platz: Heim Brommystr. 1.„Entwick. lung des Kapitalismus", 2. Teil.— Stralauer«iertel: Heim Gotzlerstr. 81. „Wirtschaftsprogramme und Dawes-Abkommcn."— ckharlottenbnrg: Hc:m Rosinenstr. 4.„Der Parteitag."— Sharlottenburg.Süd: Heim Enbelstr. 2. „Ein Tag auf dem Iugenüger.cht", 2. Teil.— Lichterselde: Heim Lichterfelde-W., «idrechtsrr. 14a.„Revolution von 1848."— Mariendors: Alte Schule. Dor«. straße 7.„Heiterer Abend."— Britz I und II: Heim Ehaussecstr. 48. Uebuugs- abend.— Köpenick: Heim Grünauer Str. S.„Wilheim Busch" smit Licht- Widern).— B-umsckulenweg: Heim Ernststr. 18.„Die Jugend und das Gesetz." — Riederschöneweide: Schule Berliner Str. 31.„Rechtliche Lehrlingsfragen."— Ren-Lichtenberg: Heim Hauffstraße. lS-Minuten-Referate.—«tcht-nberg.R-rd: Heim»unterl'r. 44. Osterfahrtbeiprechung.— Borstgwalde: Schule Eonradstratz« (Eingang für' Knaben).„Bub und Madel."— Reimckendors.vst: Heim Lindaner Straße. Baracke 1.„Wie ein Strafgesangener der Anstalt Plötzensee einen Tag verbringt."._... Werbe bezlrt Renkölln: Bildungsiursu«„Grundlagen de« Politik". 4. Teil, Heim Kanuer Straße. * Serbebe, Irl Ritte: Achtung, morgen, Sonnabend,«orfitz-ndenk-nseren, im Heim Landsderger Str. 80 von 17—19 Uhrl snicht Montag). Werbebeziet Prenzlauer Berg: Morgen, Sonnabend, Borw->rts.Bestcht>gu::g. Die Gruppen Helmholtzplatz, Hohenschönhausen, Humannplatz und Nordost treffen sich 17 Uhr, 4. Hos des Vorwärts: die Gruppen Schönhauser Borstadt und Worther Platz 18 Uhr ebendort.., Werbe bezirl Westen: Morgen, Sonnabend, 19ZH Uhr, Hei« Rosinenstr. 4, W.-?.» Borstandssitzung mit dem Arbeitsausschuß. Abt. gehlerdoes: Morgen, Sonnabend, 20 Uhr:.Rärzstürvee", eine Feier zum Gedcnlen der MÄrzrevolution. Musik, Rezitationen, Sprechchor. Fcstsaal abzurechnen. Richtabgerechtnete Karren gelten als verkauft. Besserer Rundsunkempsang. 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In den Iahren 1910 bis 1925 hat sich bei einer BevSlkerungs- zunähme von rund 8 Proz. die Zahl der Haushaltungen um rund 20 Proz. oermehrt:— ein Vorgang, der seine Erklärung findet in der Verschiebung im Altersausbau der Bevölkerung. Ganz klar: In demselben Maße wie sich im Verlaufe von 15 Iahren der Anteil der jünger als löjähngen infolge des Geburtenrückganges vermin- derte, vermehrte sich der Anteil der löjährigen und älteren. D»- Zunahme der älteren hat natürlich auch eine entsprechend« Ver- mehrung der selbständigen Haushalte bei gleichzeitiger Verminde- rung der Kopfzahl je Haushalt zur Folg«. Man findet jetzt in den Haushalten eben weniger Kinder. Somit erlebt man auch bei gleich- bleibender oder langsam wachsender Bevölkerung eine Steigerung der Nachfrage nach Wohnungen. Eine Million UnlermielerfamMe«. Danach könnte man meinen, daß die Menschen jetzt weitschich- tlger lebten. Es würde auch zweifellos so sein, wenn nicht die mit eigener Wohnung nicht versorgten Familien als sogenannte Unter- mietersamilien hätten untergebracht werden müssen. Deren waren in Deutschland 1925 zur Zeit der Wohnungszählung 950 000 bis 1 Million. Annähernd die Hälfte dieser Familien besteht aus drei und mehr Köpfen. Sie sind die gequSltesten von allen unter der Wohnungsnot leidenden Familien. Sie leben räumlich außer- ordentlich bedrängt. Dabei sind sie in ihren Wohnungen nur geduldet, sie werden nur zwangsmäßig ertragen von den Erstmietern, d. h. von denen, die die Wohnung doch ausschließlich für chren eigenen Bedarf vom Hauswirt gemietet haben. Die Untermieterfamilie ist wohnungspolitisch das kürnmerlichste Gewächs. Nach den Ergebnissen der Reichswohnungszählung vom Juni 1925 lebten von je 100 Untermieterfamilien 28 in Klein-, 57 in Mittel- und 15 in Großwohnungen. Unter Kleinwohnungen verstehen wir Wohnungen von 1 bis 3 Räumen. Mithin: Mehr als der viert? . Teil der Million Untermietersamilien sind Familien aufgehalst, die für sich selbst nur 1 bis 3 Räume zur Verfügung hatten. In Groß- städten Hausen in jeder fünften, in Kleinstädten in jeder achten Woh- nung Untermieter. Man schätzt an zuständiger Stelle, daß allein für die ordentlich e Unterbringung der Unter- mietersamilien mindestens 500 000 bis 550 000 neue Wohnungen erforderlich wären. Ueberbelegle Wohnungen. Im ganzen Reichsgebiet sind schätzungsweise 750 000 stark über- belegte Wohnungen vorhanden, in denen ungefähr 5 Million?!' Menschen zusammengedrängt leben müssen. Am schlimmsten über- füllt sind die ländlichen Jndustriebezirte. Hier herrscht schreiendstes Wohnungselend in den Klein- und Kleinstwohnungen. Von den«Inröumigen Reuwohnungen sind 47,4 Proz., von den zweiräumigen 162 Proz. und von den dreirSumigen 6.7 Proz. überbelegt. Natürliche ryieise leiden am meisten die kinderreichen Familien: denn sie sind mest auch zugleich die ärmsten und schon darum aus die billigsten Wohnungen angewiesen, die zugleich die schlechtesten sind. In München leben beispielsweise mehr als ein Fünftel aller kinderreichen Familien in Kleinst- oder Klein- Wohnungen, die sich oft auch noch in abbruchsreisen Gebäuden in sa- nierungsbedürstigen Altstadtvierteln befinden— in Räumen, die nach den Bestimmungen der Bauordnung überhaupt nicht mehr als Wohnungen benutzt werden sollen. Sollen!— eine papierne Bestimmung: denn unter dem ungeheueren Druck des Wohnungs- mangels werden Keller- und Dachwohnungen, ja selbst ausrangierte Eisenbahnwagen nicht nur als sogenannte Behelfswohnungen ge- duldet, sondern sogar neu erstellt. Nicht weniger als 27 358 Ba- racken und Wohnlauben mit 49 489 bewohnten Wohnungen wurden bei der Wohnungszählung 1925 festgestellt. Wohnungsneubedarf. Man schätzt, daß allein für den Ersatz solcher abbruchsreisen Altwohnungen 300 000 Wohnungen A l t bedarf und 30 000 lährlicher Neubedarf erforderlich sind. Hierzu kommt der bereits auf mindestens 550 000 geschätzte Bedarf für die Unterbringung der gegenwärtig unter den allerschlimmsten Verhältnissen lebenden Untermieterfamilien. Es ist aber auch erforderlich, für einen bescheidenen Bestand an Leerwohnungen zu sorgen, um die Verteilung und den notwendigen Austausch von Wohnungen zu erleichtern. Schon ein Leerbestand von 1 Proz. würde jedoch die Errichtung von weiteren 150 000 Wohnungen erfordern. Der Zusatzbedarf, der durch den Reinzugang von Haushaltungen(Haushaltsgrllndungen abzüglich der Haushaltsauflösungen) entsteht, wird für die Zeit von 1927 bis 1930 aus 225 000, 1931 bis 1935 auf 250 000, 1936 bis 1940 auf 190 000 je Jahr beziffert. Den Bedarf für Jndustriesiedlungen schätzt man aus 160 000 und den für landwirtschaftliche Siedlungen auf 15 000 Wohnungen. Einfamilienhaus und Mlekkaferne. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß nach den Ergebnisien der Wohnungszählung von 1925«in Drittel oller Wohn- gebäude Einfamilienhäuser, ein Fünftel Zweifamilien- Häuser, ein weiteres reichliches Fünftel Gebäude mit drei und vier Wohnungen sind. In größeren Gemeinden überwiegt das größere Haus. Großhaus und Kleinwohnung treten am zahlreichsten im Osten des Reiches auf. Don den durch die Wohnungszählung von 1925 erfaßten 8,7 Millionen Wohnungen sind 48.8 Proz. Klein- wohnungen mit«in bis drej Rägmen, 43,6 Proz. Mittelwohnungen mit vier bis sechs Räumen und 7,6 Proz. große Wohnungen mit sieben und mehr Räumen. Wohnungselend überall. Berlin braucht in 103of|ren 500000 neue Wohnungen. Vor einer äußerst starken Mitgliederversammlung referierte am kürzlich im SchüHenhaus Reinickendorf Genosse Haß über das Thema..Wohnungsbausragen". Einleitend betonte er, daß diese Frage im nächsten Jahrzehnt für uns die größte politische Bedeutung hat: denn Krieg und In- slation haben es namentlich in Berlin so weit gebracht, daß heute noch zahllose Boden- und Kellerräume von Men- schen bewohnt werden müssen. Häuser mit 90 Wohnungen sind in Berlin keine Seltenheit. Ein ähnliches Elend herrscht heute nur noch in den Proletariergegcnden von London, Paris und Wien. Erst durch die durchgreifende Tätigkeit der österreichischen Sozialdemokratie ist es gelungen, den jammervollen Einzimmertyp zu beseitigen. Die ungeheure Zerstörung der Volkskraft kann man gleichstellen mit dem Ausspruch, daß auch„Menschen durch Wohnun- gen gemordet" werden. Als Beispiel dafür diene die Cholera des Jahres 1893 in Hamburg. Die letzte Wohnungszählung des Jahres 1927 ergab, daß im Gegensatz zu den Iahren 1910/1925 eine Zu- nähme der Bevölkerung um 8 Proz., der Haushaltungen dagegen um 22 Proz. eingetreten ist. In Berlin sind zurzeit 180 000 Wohnungsuchende vorhanden, davon 120 000 ohne jede Wohnung. Im Durchschnitt ist jede achte Familie wohnungslos, im Durchschnitt der Großstädte jede 17. und der Kleinstädte jede 38. Familie. Die Einwohnerzahl Berlins steigt jährlich um 100 000, was 32 000 Familien gleich kommt: hinzu kommen 4 0 000 Eheschließungen. Demnach dürfte Berlin in 40 bis 50 Iahren die Zahl von 9 000 000 erreicht haben Erwähnung oerdient noch, daß in drei Städten des Reiches keine Wohnungs- n o t herrscht, und zwar: Duisburg, Wilhelmshaven und Kiel. Bei den letztgenannten ist die wirtschaftliche Zerrüttung der Grund, da zum Beispiel von 44 000 Kieler Arbeitern 17 000 im übrigen Reiche ihren Unterhalt suchen. In der Zeit der bürgerlichen Ratljausmehrheit in Berlin wurde eine großzügige Wohnungspolitik nicht betrieben, trotzdem die Jahr« 1921 und 1922 bei Untersuchung der schulpflichtigen Kinder 50 Proz. Tuberkulöse bzw. tuberkulös Verdächtige ergaben. Es standen im Jahr« 1924 79 000 000 Mark Hauszinssteuer zur Verfügung, die nicht einmal von dieser Mehrheit verbaut wurden, B«l nervösen Störungen, EiregungstusfSnden, unruhigem Sddak, Sdüofloslgkeit hilft Ihnen Baldromenl Reichel, die natflrlidie NenrenmedUin. Fl. M. 1.50 u. 2.50, In Drogerien und Apotheken, sonst durch Otto Reichel, Berlin<■*. SO, Eisenhahnstrabe 4. während im Jahre 1928 24 000 Wohnungen aus öffentlichen Mittel» und noch dem Plan des Genossen Ezemmsti 2080 Wohnungen aus Haushaltmitteln zusätzlich gebaut wurden. Für das laufende Jahr sind 30000 bis 32000 Wohnungen geplant. Es müßten 10 Jahre lang 45 000 bis 50 000 Wohnungen gebaut werden: dazu mühte Berlin als Notstandsgebiet erklärt werden. Der Vermittlungsstelle für Auslandsanleihen muß klar gemacht werden, daß der Wohnungsbau eine produktive Ausgabe darstellt, keinen Ausdruck kommunaler Verschwendungssucht. Die Stadt braucht zum Ausgleich für 10 000 Wohnungen 180 000 000 Mark weiteren Zuschuß. Wir müssen allerdings auch aus Haus- Haltemitteln bauen. Trotzdem soll auch der Privatbau zugelassen werden. Es dürfen uns hierbei nicht nur moralische und ethisch« Momente leiten, sondern es müssen soziale Gedanken Platz greifen, um die jetzige Not zu mildern. 89,5 Proz. aller Eintragungen fordern klein« Wohnungen. Demnach nützen uns keine großen Prachtbauten, die niemals von der großen Masse der Bevölkerung bezahlt werden können. Zu äußerst günstigen Bedingungen wird demnach die M u st e r- siedlung an der Schillerpromenade von der städtischen Baugesellschast„Primus" in Angriff genommen. Die Kapital- beschaffung bereitet sür unsere Riesenstadt die größten Schwierig- leiten, wozu namentlich die bekannte Bochumer Rede des Reichsbank- Präsidenten Schacht gegen die öffentliche Wirtschaft beigetragen hat. Es betragen zum Beispiel die Hypothekenzinsen heute 8H+ 1 Proz. Amortisation gegen 4 Proz. vor dem Kriege. Die S o z i a l l a st« n der Stadt betragen heute 160000000 Mark pro Jahr, gegenüber einem Gesamtetat vor dem Kriege von 110 000 000 Mark. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in Berlin der Richtsatz der Wohl- fahrt 45 Mark im Monat, dagegen in Frankfurt a. M. 75 Mark beträgt. Hinzu kommt der Verlust der Besteuerung der toten Hand mit 14 000 000 Mark. Selbst die von den Kommunisten vorgeschla- gene Wohnungsluxussteuer würde nur 6 000 000 Mark pro Jahr einbringen, wovon nach den Angaben des Kämmerers mindestens 4 000 000 Mark für die Verwaltung notwendig wären. Eine Auf» Hebung der Zwangswirtschaft müßt« unbedingt eine Katastrophe nach sich ziehen. Es müssen erst genügend Woh. nungen vorhanden sein, da man heute auf Altwohnungen zirka zehn Jahre warten muß. Eine sozialdemokratische Mehrheit muß hier unbedingt Abhilfe schaffen. Um dieses Ziel wird der Wahlkampf im Herbst dieses Jahres geführt werden. In der sehr regen Diskussion wurde in erster Linie gefordert, daß Landtag sowohl wie Reichstag für die Berliner Inter- essen künftig entschiedener eintreten. Der Wohnungsbau ist eine Angelegenheit der öffentlichen Wirtschaft. Der lebhaft« Beifall, den der Referent erntete, zeigte, daß auch in diesem Bezirk die Bedeu- tung der künftigen Kommunalwahlen richtig erkannt wird. LteberaN Kommunistenkrach. 19. Bezirk— Pankow. Die letzte Sitzung der Dezirksverordneten nahm dadurch, daß die Kommunisten es auf eine planmäßige Störung abgesehen hatten. einen äußerst stürmischen Verlaus. Nachdem vom Bezirksamt die Beantwortung früher gestellter Anfragen erfolgt war und über den Bau der Berufsschule der Ausschußantrag, der die Bereitstellung der zum Bau benötigten Mittel für 1929 verlangt, einstimmig angenommen war, kam ein kommunistischer Antrag, der die U m b e n e n n u n g des Elisabeth- Christinen-Lyzeums in„Rosa-Luxemburg"- Lyzeum ver- langte, zur Behandlung. Dieser Antrag wurde von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt, die Ablehnung wurde von den Kommunisten, die ihren Antrag scheinbar selbst nicht ernst nahmen, ohne jeden Widerspruch ruhig hingenommen. Nunmehr wurde von bllrger- licher Seite beantragt, von 17 Anträgen derKommunisten 13 durch Uebergang zur Tagesordnung zu erledigen, diesem Antrage gab auch unsere Fraktion die Zustimmung, weil sämtliche Anträge bereits von der Stadtverordnetenversammlung beraten und verabschiedet waren. Das war das Signal für die Tribünenbesucher, den vereinbarten Tumult aufzuführen, der sich nur gegen unsere Vertreter richtete. Die KPD.-Bezirks- verordneten halfen tüchtig dabei. Der Vorsteher war nicht in der Lage, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, er mußte die Sitzung unterbrechen und die Zuhörer durch die Polizei entfernen lassen. Ein kommunistischer Antrag, die Polizei aus dem Hause zu entfernen, wurde abgelehnt, worauf die Kommunisten den Saal verließen, um — nach einigen Minuten einer nach dem anderen wieder zu er- scheinen und, als wenn gar nichts geschehen wäre, wieder an der Verhandlung teilzunehmen. Der ganze Verlauf der Versammlung hat wiederum gezeigt, daß es den Kommunisten nicht um sachliche Arbeit zu tun ist, sondern daß sie ihre Haupttäfigkeit in der Verleumdung der Sozial- demokratie erblicken._ Um den Sport! 20. Bezirk— Reinickendorf. Nach der Beantwortung der Anfrage wegen der Unterbrechung der Tuberkulosenfürsorge während des Umzuges der Swtion wurde die Angelegenheit zur eingehenden Prüfung der Gesundheitsdepu- tation der Bezirksverordnetenversammlnug überwiesen. Durch die Bautätigkeit in Reirrickendorf-Ost gehen für den Sport mehrere Spiel- selber verloren. Ein Antrag, der das Bezirksamt ersucht, für Ab- hilf« zu sorgen, wurde in einer Form, wie sie Genosse K n u th vor- schlug, einstimmig angenommen. In der Aussprache über einen Antrag der Kommunisten, der die Bildung eines Stadt- amtes für Leibesübungen im Bezirk verlangt, wandte sich Stadtverordneter Genosse S ch ä f e r gegen die RekordfWrei im Sport und wies auf den schon bestehenden Konipotenzslreit im Magistrat hin. Um solchen Streit nicht auch noch in den Bezirk zu tragen und um größer« Unkosten zu vermeiden, sei der Antrag ab- zulchnen, was dann auch gegen die Stimmen der Kommunisten er- folgte. Den Ankauf einiger Grundstücke in Waidmannslust empfahl Genosse Wollschläger, auch bei dem verhältnismäßig Hohen Preis, weil die Grundstücke zur Erweiterung der Schule unbedingt für die Erwerbslosen verlangt, wird sich m den von unserer Fraktion die Genossen Koch, Kreutlein. Meiser und Wilsdorf gewählt wurden. Neue Siedlerklagen. Der Verband der Siedlungsvereine und Genossenschaften ver- anstaltete kürzlich im Heiners dorfer Krug ein« von mehreren Hunderten von Siedlern besuchte Protestversammlung, die sich gegen die Absicht des Magistrats richtete,' ein jahrelang bestehendes Sied- lungsgelände als Industriegelände auszuwessen. Der Beschluß des Magistrats, der diese Absicht kund gibt, hat darum so große Erbitte- rung unter den Siedlern hervorgerufen, weil davon auch die seit zehn Jahren bestehende Siedlung Heinersdörf-Ost betrossen wird. Die Siedler haben bereits, um ihr Gelände baureif zu machen, einen Pflasterkassenvertrag abgeschlossen, cmj Grund dessen auch bereits 220 lausende Meter Straßen gepflastert worden sind. Mit aller Schärfe wandten sich die Referenten wie auch die Diskussionsredner gegen den Magistrat, der auf Grund des veralteten Fluchtliniengesetzes von 1875 und der unzulänglichen Baurichtlinien für Groß-Berlin von 1925„jede Siedlungstätigkeit untergrabe"! Es wurde einstimmig ein« aus sieben Personen bestehende Kam- Mission beauftragt, beim Magistrat vorstellig zu werden. Di« Siedler fordern Beseitigung des Beschlusses und weitestgehende Unterstützung ihrer Bestrebungen zur Errichtung gesunder Kleinwohnhäuser und erwarten von allen in Frage kommenden Behörden, daß sie sich nach- drücklichst dafür einsetzen. --Was ist Togal?- Togal-Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel bei KlMum», Gicht, Ischias, Gripp«, Nerven und KopN sehnten, Erkhltungskrankhelten I Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 500 Aerzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mt. 1.40. 0.c wiedergewählt. Zum ersten Vorsitzenden Genosse Thurm, zum zweiten Genosse Peters. Zu Schriftführern wurden die Genossen Ienfch und Iünemunn und zu Kassierern Laatzig und Lenzner ge- wählt. In die Pressetommission wurde Genosse Witzte delegiert. wird .Siedlerelend.'' grunzen in der Rubrik„Berlin als Weltstadt" nger Seit« geschrieben: i„Vorwärts" vom 14. März enthält unter obbger lleberschrift die Begründung des Selbstmordes eines Siedlers. Baupolizei und Bezirksamt Lichtenberg hätten aus Anlaß der gering- fllgigen Ueberbauung einer Wohnlaube dem Siedler unberechtigte und ungesetzliche Zahlungen und Bedingungen auserlegt, die ihn soweit zermürbt hätten, daß er aus Verzweiflung seinem Leben ein Ende gemacht hat. Wie das Bezirksamt Lichtenberg durch Nachfrage bei der Kriminalpolizei sesfftellen konnte, hat der penfionienc Stvaßenbahnschaffner F. in Mahlsdorf, um den es sich hier handelt, noch Aussoge seiner Ehefrau wegen schwerer langjähriger Straatfeli Selbstmord verübt F. hat S&A&m auf seinem Eckgrundstück nicht eine Wohnlaube, sondern ein.Klein- Haus gebaut und auch dafür die Genehmigimg nachgesucht Da die angrenzenden Straßen nicht anbaufähig stnd, wurde ihm die Ausnahme vom Bau oerbot bewilligt. Die Darstellung, daß es sich um eine Wohnlaube Handel«, trifft also nicht zu. Die zulässige Wohnlaubengröß« ist in der Wohnfläche um 30 Quadratmeter und in der Höhe um 75 Zentimeter überschritten, nicht um nur 5 Zenti- meter. Dem Siedler sind, unter Berücksichtigung seiner schwachen wirtschaftlichen Lag«, seinerzeit nur die geringsten Zahlungsverpslich- tungen auferlegt worden, die nach den gesetzlichen Bestimmungen in Frag« kommen. Es handelt sich dabei um die bekannten auf Grund des Fluchtliniengesetzes und des zugehörigen Ortsgesetzes der Stadt Berlln erlassenen Bedingungen, die jedem an unfertigen Straßen Bauenden auserlogt werden müssen. Oie Hausbesitzer bannen die»rote Gefahr". Wenn die Profitrate in Gefahr ist, dann können sogar die Berliner Hausbesitzer sich organisieren und im Straßenjargon kommunistischer Versammlungen Kundgebungen veranstalten. Der Sportpalast war aber doch zu groß, die Hausbesitzer konnten am Mittwoch mit ihrer«Riesen''-Kundgebung nicht einmal den ersten Rang füllen! Abgeordnete der Wirtschaftspartei und Ver- treter des ländlichen Grundbesitzes sprachen unter großem Stimmen- aufwand gegen die Gebäudeentschuldung-steuer, gegen die Deckung des Defizits im Haushalt gegen die Kürzung der Steuerüber- Weisungen an die Länder usw. Für alles— mich für die Gesetze, die von der Büvgcrblock-Regierung dem Reichstag vorgelebt wur- den—, war selbstverständlich die Sozialdemokratie verantwortlich. Mit Entsetzen stellten die Redner fest, daß leider das Gift des Sozialismus bis in die weiten Schichten des Bürgertums vorgedrungen ist. Nun muß endlich der Mittelstand olles gegen die rot« Gefahr mobil machenl Selbstverständlich waren, do Kommunalwahlen vor der Tür stehen, sämtliche bürgerlichen Parteien vertreten und brach- ien dem Hausbesitz ihre tiefe Sympathie zum Ausdruck. Die Sicherheit der Berliner Gasbehälter. Das Explosionsunglück in der Sellerstraße hat die Berliner De- vAkerung und insbesondere die Anwohner des Behältergrundstücks Sellerstraße und Müllerstraß« stark beunruhigt: deswegen ist es von Interesse zu hören, daß der Vorstand der Gaswerksgesellschaft im Interesse der Sicherheit der BevAkevung eine Reihe von Maß- nahmen getroffen hat, die, über die bestehenden und allgemein- üblichen Sicherheitsvorschristen hinausgehend, oll« Möglichkeiten der Kontrolle ausschöpfen. Die seit scher täglich stattfindenden R e• Visionen der Gasbehälter sind vervielfältigt worden, so daß auch plötzlich und unvorhergesehen auftretende Der- änderungen schleunigst bemerkt, untersucht und abgestellt werden können. Bei den umbauten Gasbchültern werden während der Kälteperiode die Zwischenräum« zwischen Gasbehälter und Um- Mauerung auf eine solch« Temperatur erwärmt, daß die Entlüftungs- einrichtungen. die sich im oberen Teil der Behälter— Gas steigt bekanntlich nach oben— befinden, fortgesetzt geöffnet bleiben können. so daß etwa entweichendes Gas ungehinderten Abzug hat Neben d-efen ständigen Maßnahmen lassen die Gaswerke«eitethin fdnMW Gasbehälter durch Fachleute einer besonders eingehenden Unteut suchung auf Dichtigkeit, Matevialeigenschast und Wnutzung« «rscheinungen in allen Teilen prüfen, um so etwa auftretende Mänget sofort beheben zu können. Diese Maßnahmen zusammen mit den« jcnigen, die schon bisher ständig durchgeführt wurden, lassen ev, warten, daß irgend welche Gefahren für die Amrohner von Gase behälterstationen nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen ei> scheinen._ Ehrung von Parteijubilaren. Die 17. Abteilung de, Kreises Wedding hatte Sonntass eineIubilorfeier, die von einem mohlgelungenen künstlerischen Teil umrahmt war. Galt es doch, die treuen Jubilar« zu ehren, die — vereinzelt sogar seit 1888— der Sozialdemokratie angehören und der Partei in allen Stürmen die Treue geholte» haben. Konzert« sänger Konrad K u s k a und der Chansonlänger Richard B e h s 4 sowie auch unsere gern gesehen« Arbeiterjugend sorgten sür den künstlerischen Teil."Dann hielt das Mitglied des Partcioorstandes, Stadtrat Genosse Otto Frank, eine mit starkem Beifall auf-- genommene Begrüßungsrede. Ausgehend von dem Gründungstaz der deutschen Sozialdemokratie, dem 23. Mai 1863, zeigte Genosse Frank die Phasen des Kampfes, die unsere Partei seft dieser Zeit durchgemacht Hot. Die Sozialdemokratie dankt den heutigen Iubilaren, unter denen sich ja noch Kämpfer aus der Zeit des Sozialistengesetzes befinden, iür ihre Treue und Mit- arbeit. Kein Puttkomer und kein Tessendorff konnte die deutsche Arbeiterbewegung vernichten: keine kommunistische— und keine nationalsozialistische Sektenbewegung wird die Republik oder die Weimarer Verfassung beseitigen. Wichtige stoalliche und komm»- nale Ausgaben harren noch der Lösung durch unsere Partei. Nehmen wir uns an der Vorarbeit der„Alten" ein leuchtendes Beispiel, damit das große Ziel, das so verheißungsvoll im November 1918 auf- leuchtete, auch wirklich erreicht wird. Mit Dankesworten auch an die vielen stillen Dulderinnen(unsere Frauen), ohne dcrey Heldentum Varteiarbeit nicht wirksam sein kann, schloß Genosse Frank seine Rede. Im Namen der Jubilar« dankte der Genosse Pattlach und versprach weitere Treue und der Jugend zur Nacheiserung. Der Vorstssende der Abteilung. Genosse Tschirsch witz, dankte ebenfalls für vorbildliche Parteiarbeit durch die Jubilar«. Mit einem Massengefang der durch unsere Arbeitersänger intonierten„Internationale" schloß der offizielle Teil, um der Jugend ihr Recht zu lassen. Deutsche vereiuigung für Slaokswissenschallllche Fortbildung Inj Nahmen des Frühjahr-LebrgangeS sprechen ReichSmüniier a. D. Dr. Derit« bürg über ,DaS RcvarationSproblem' am Freitag, dem 15. Mär,. Bros. Dr. Fleiner-Zürich über.UnitariSmuS und Föderalismus in auSländikchen Bundesstaaten" am Montag, dem 18. März, und Prälat Pros. Dr. KaaS- Trier über den.Kelloggpall" am Mittwoch, dem 20. März, und zwar ...... Dorolbecnstr. 6. Abendkasse. diesmal im Hörsaal IV de« UnwersilätSsondergcbäudeS, Dor Beginn 20»/, I'.hr. Gaftyörerlarten zum Preise von 2 25, an der Beeantwortlich kür Polltit: 5>e. ttnrt Geyer; Wirtschaft: tt. iUinqelbSser; Ee-Mrkschaftsbswcguna: 5.«tetuer; F-uill-t-n: Dr. J»h» echftowrli: Lokale« and Sonstiaes: Fr!»«arftidt: Zlnzeiyen! Dd. Gl»««! sSmlUch in Berlin. Berlag: Bornärts-Veriag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Lorozärtz-Duchdruckerr« und Berlaasansialt Daul Singer u cko.. Berlin SW 5S. Ltndcniltafe» 8» Kirrza 3 Beilage»,»llaterholtuag und Wilsen" nnb.Stadtbeiloge".: OFR TQA UP TEN 3 TQA SSE 8-9 AN ÜER PETR! KIRCHE