BERLIN Zreitag 15. März 1929 10 Pf. Nr. 126 B63 46. Jahrgang. erscheint täglich aukerSvnntas«. Zuglrich Abrndaurgabe dr«„Vorwästt". Bejugspreij bride Autgabra SäPf. pro Woche. 3,60 SR. pro Monat. Sledaktioo und Erredition-, BcrllnSW68,tindenAr.3 AnttigenpreiCDie einspaltige Nonpareillejeile «o Pf., RcNamezeile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärtt-Verlag G. m.b.H., Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Märzaufstand in Spanien. Alle Madrider Studenten relegiert!- Drohendes Standrecht. Paris, 13. März. lEigeubericht.) Die Pariser Presse weitz trotz der strenge« spanische» Zensur Einzelheiten über die Ttudentcnunmhcn zu berichten: Nicht nur in Madrid, sonder» auch in sämtliche» größer«» Städten ist es zu schweren Zusammenstöße» ge- kommen. In Santiago wurde der Arbeits» minister, der bei einer offizielle« Feier eine Rede halte» wollte, niedergeschrien. Er mußte sich durch die Flucht retten. Wie„Leubre" berichtet, soll es in Madrid zu neuen schweren Zusammenstöße» gekommen sei«, bei den:» mehrere Studenten schwer verletzt wurden. Gleichzeitig deröffeutlicht das„Deuvre" de» Text einer königliche» Berordnung vom 12. März, worin sozufag«« sSrnf liche Studenten der Universität von Madrid mit Aus» Weisung aus der Hochschule bestraft werden. Äerschärfie Oitiatur. M a d r id. 13. März. Halbamtlich wird bekanntgegeben: Da in der ver» gangene« Nacht die Ausschreitunge« in de» Straße« des Zentrums von Madrid sich wiederholt haben, und da die Agitatoren bei ihrer vaterlaudsfeind» lichen Haltung beharren und jede Rücksicht auf das nationale Interesse vergessen, wird die Regierung, ob- wohl sie die Lage nicht als ernst, sondern nur als l L st i g und unerträglich ansieht, im Laufe eines heute abzu- haltende« Kabinettsrats neue Maßnahmen ver- füge», wie sie von ihr zur Aufrechterhaltung der£rd- »ung in ganz Spanien für notwendig erachtet werden. Konstikiverschärfung in polen. Finanzminister Ezchowicz vor dem Staatsgerichtshof.- Negierung verweigert Artenvorlegung. Warschau, 15. März. sEigenbericht.) Der Rücktritt des Finanzministers Czechowicz hat gewissermaßen zur Auflösung des Kabinetts geführt. Am Donnerstag hat den ganzen Tag über das Kabinett _ ohne den erkrankte« Pilsudski— sich nicht nur mit der Ersetzung des zurückgetretenen Finanzministers, sondern auch mit der Ersetzung des Ministerpräsidenten Bartel befaßt. Die als außerordentlicher Untersuchungsausschuß zusammen- getretene Budgettommission des Sejm hat mit 18 Stimmen der Opposition gegen 9 Stimmen des Regierungsblocks beschlossen, im Sejm zu beantragen, den srühercn Finanzminister Czechowicz wegen Ueperschreitung des Budgets um 562 Millionen vor den Staatsgerichtshof zu stellen. Der Sejm wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Die Regierung Hot heute an den Budgetausschuh ein Schreiben gerichtet, in dem sie' sich w e i g e r h die von der Kommission ge- sorderten Beschlüsse des Ministerrats, worin den Budgetüberschrsi- jungen zugestimmt wurde, vorzulegen. Die Kommission hat beschlossen, dieses Schreiben nichtzurKcnntniszu nehmen. Zur Eiaisberalung 'oder: Die Deutsche VoltSpartei seht sich ein geschichtliches Denkmal Schrei nach der Bürgerfront. Lieber Bankrott als Sozialdemokraten in der Negierung. Der Reichstag setzt heute die erste Lesung des Etats fort. In der heutigen Sitzung wird der Redner der Nolkspartei Ge- legenheit haben, das Sparprogramm seiner Fraktion darzulegen und den Schleier des Geheimnisses zu läsen, das bisher darüber gelegen hat. Di« Haltung der Boktspartei hat in deutschngtionalen Kreisen wieder Hoffnungen auf eine bürgerliche Einheitsfront erweckt. Wir lesen in der„Deutschen Tageszeitung": „Es sind diese aus marxistischen Norstellungen geborenen Tendenzen der Steuergesetzgebung, die erkannt und mit allen» Rachdruck bekämpft werden müssen und die nur zur u n- bedingten Ablehnung neuer Steuerbelastung führen können. Und dies« grundsätzliche Erkenntnis ist wich- tiger fast als der Kampf um Einzelheiten der Steuerpläne und ihre Ausisirkung. Hier handelt es sich um Dinge, in denen von Bernunft und. von Rechts wegen eine breite bürgerliche, a n t i in ä r x,l st i s ch e F r o n.t. sich herausbilden sollte. Denn es hat, nimmt man alles in allem, kaum jeniäls im nachrevolutio- nären Deutschland eine Situation gegeben, in der die Möglichkeit, die Sozialdemokratie auflaufen zu lassen, so groß war wie jetzt." Hier enthüllt die deutschnationale Opposition ihr wahres Gesicht. Die Finonznot Deutschlands soll ausgenutzt werden, um die Sozial- demokrati« von der Regierung zu verdrängen. Kainpf der Sozial- d-mokratie— undwenn das Reich darüber pleite geht. Der Reichstag setzte heut« 12.15 Uhr die Elotsberatung fort. Der Kommunist Heckert hielt vor leeren Bänken eine Rede mit geschwollenen Phrasen gegen die Sozialdemokratie. Ganze Stadt unter Hochwasser. 350 Kinder in der Schule vom Wasser eingeschlossen. Die am Ufer des Alusfes Pea im südliche« Alabama sUSA.) gelegeve. 4000 Einwohner zählende Stadt Elba ist durch plötzlich auftretendes Hochwasser i« solche Gefahr geraten, daß der Gouverneur von Alabama durch Rundfunk einen dringenden Hilferuf an alle hat ergehen lasten, fich an Rettungsmaßnahme» zu beteiligen. Sonst dürfte in etwa sechs bis acht Stunden keiner der Einwohner mehr am Leben sein. Das Master soll in Elba stellenweise bereits 3 Meter hoch stehen. Im zweiten Stock de» Schulhauses sind 330 Kindxr Die Schlacht von Torreon. Armee Calles im Vormarsch. Mexiko-Cith, 13. März. lEigenbericht.j Am Donnerstag kam es zu einem schweren Gefecht zwischen den Regierungstruppen und den Anhängern des Rebellengenerals im Staate Torreon. Tie Rebellen- truppen hatten 30 Tote und 80 Gefangene zu beklagen; die Verluste der Regierungstruppen sind unbekannt. Ealles setzt seinen Vormarsch gegen Torreon fort. TNexiko, 15. März.(Associated Preß.) Die drei Marschkolonnen der Bnndesarmee bewegen sich von dem östlichen Teil des Staates Coahuila in der Richtung auf Torreon. Calles Hot sein Hauptquartier nach Frio im Staate Tacatccas verlegt. Frio liegt in der Nähe der Grenze des Staates Durango und etwa 230 Kilometer von Torreon cntsernt. Falls die Aufständischen beabsichtigen sollten, Torreon nicht ohne Kamps preis- zugeben, so dürste sich die Einnahme der Stadt schwieriger er- weisen, als die Regierung abzunehmen scheint. Torreon liegt inmitten eines hügeligen Geländes, das sich in hervorragender Weise zur Verteidigung eignet. Die Grenzbesetzung der USA. Weshinglon, 15. März. �Eine weiter« Abteilung Truppen ist zur Verstärkung der Grenz- wache nach Roco im Staate Arizona entsandt worden. Kriegs- sekretär G o o d erklärte. Berichte über ernstliche Zwischenfälle seien nicht«ingelausen! indessen habe man weiter« Vorsichtsmaßnahmen für angebracht gehalten, um die Bewohner von Naco und Umgebung zu beruhigen. BMaUiniMenerAe beKran Feuer bei Bolle Berichte Z* Seite Oas Standrecht. Mexiko Eily. 15. März.(Eigenbericht.) Auf Urteil des Kriegsgerichts wurde der frühere Prä.- sident Piuterrez am Donnerstagabend standrechtlich erschossen. Giuterrez gehörte zu den Rebellen. Er war am Mittwochabend gefangen worden. Neuer Grenzkonflikt in Südamerika. Zwischen Brasilien und Paraguay Nach brasilianischen Zeitungsmeldnngqn haben am 10. März paraguaysche Truppen Isla Margerita gegenüber von P o r t o M a r t i» h o besetzt und eine brasilianische Abordnung, die gegen die Besetzung Einspruch erhob, bedroht. Am nächsten Tage wurde die Insel zurückgenommen, und die paraguaysche» Truppe» zogen sich zurück. Am 12. März wnrde der brasilianischen Regierung eine sormole Entschuldigung übermittelt. Ein Bericht der „La Prensa"(Buenos Aires) aus Afuncion hält an der Darstellung fest, daß die. Brasilia n er die Angreifer waren und die paraguaysche Regierung die Zurückziehung der Truppen aus ihrem Gebiet oerlangte._ Förderkorbabsturz bei Aachen. 66 Bergleute durch die Fangvorrichtung gerrettet. Auf der Zeche„Carolus Magnus" stürzte beim Einfahren ein mit 68 Bergleuten besetzter. Förderkorb ab. Da die Fangvorrichtungen funktionierten, kam der Korb glücklicherweise auf einer tieferen Sohle zum S t i l l st a n d. Immer- hin wurden durch die Wucht des Gegenstoßes beim Anhalten des Korbes süns Bergleute schwer und ein« ganze Reihe leicht verletzt. Die Bergungsarbeiten dauerlen bis heute morgen 4 Uhr an. Die M fiafis&AEb(, » Nur noch elektrische Stadtbahn. Dampflokomotive verschwindet.— Ltm V< verkürzte Fahrzeit. Aufräumungsarbeit. Oer Gesetzentwurf über die DRenten der Standesherren. Dom Reichstag ist nunmehr der„Entwurf eines Ge- festes zur Regelung älterer staatlicher Renten" zugegangen. Dieses Gesest soll eine Menge von staatlichem Wust beiseite räumen, der aus der staatlichen Zersplitterung Deutschlands in der Vergangenheit überkommen ist. Verschiedene deutsche Länder sind immer noch mit Rentenverpflichtungen belastet, die ihren Ursprung in zum Teitz jahrhundertelang zurückliegenden öffentlich-rechtlichen Verhältnissen haben. Das Mittelalter ragt immer noch in die Gegenwart hinein. Es sind dies die Renten der sogenannten Standesherren, eine Reihe ehemalz landesherrlicher und rc ichsständischer Familien sowie Famillen des früheren Reichsadels und des ihm gleichgeftell- ten landsässischen Adels. Dazu kommen Entschädigungs- renten, die durch den Reichs deputationshaupt- schluß von 1803 begründet sind sowie zahlreich« andere Renten, die ursprünglich als Lehen zugesichert waren oder ganz oder teilweise als Entschädigung für die Aufgabe oder den Verlust von choheitsrechten, Stande-vorrechten, lehnherrlichen und ähnlichen Rechten, von Berechtigungen zur Erhebung von Steuern und Abgaben, wie Zölle, Pflaster-, Wege-, Brücken- und Torgelder, von gewerblichen Zwangs- und Bannrechten oder ähnlichen Rechten gewährt worden sind. Die unverschämten Forderungen der sogenannten Standes- Herren, die auf diese Rentenrechte pochen, haben eine reich zgesest- liche Regelung notwendig gemacht. In verschiedenen Fällen sind zugunsten der Standesherren Gerichtsurteile ergangen, die von der öffentlichen Meinung allgemein als ungerecht, ja, im tief- sten Grunde unsittlich empfunden werden. Die Angelegenheit soll nun endgültig aus dem Gesestgebungswcge geregelt werden. Der Gesetzentwurf geht davon aus, daß der Fortbestand von Renten, soweit sie als Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust landesherrlicher oder stondesherrlicher Rechte, sonstiger choheitsrechte oder Standesvor- rechte begründet sind, nicht mehr gerechtfertigt ist. Ebenso sollen Renten wegfallen, soweit sie als Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust von Leibeigenschaftsrechten oder ähnlichen Rechton begründet sind, deren Inholt nach den An- schauungen der heutigen Zeit als unsittlich angesehen werden muh. Diese Renten und Rechte werden also entschädigungslos enteignet. Die übriggebliebenen Rentenansprüche werden grundsätzlich auf 8 Proz. ihres Gold markbetrages festgesetzt, nur soweit es sich um Renten als Ausgleich für die Aufgabe oder den Vertust von Grundbesitz handelt, der vordem krast privatrechtlichen Titels erworben worden ist, soll die Rente künftig 2 5 Proz. ihres Goldmarkbetrages betragen. Dem Gesest soll leider keine rückwirkende Kraft ge- geben werden. Soweit die Rentenansprüche nach der Revolution durch Vergleich, Schiedsspruch oder rechtskräftige gerichtliche Ent- scheitwng bereits geregelt worden sind, soll es bei dieser Regelung bewenden. Die Aufsehen erregenden rechtskräftigen Gerichtsurteile zugunsten von Standesherren werde» also durch dieses Gesest nicht korrigiert werden. Hakenkreuzhehe. Lleberfal! auf eine Versammlung in Hamburg. Hamburg. IS. März. Etwa 30 Nationalsozialisten verschafften sich gestern abend Zutritt zu einem Versammlungslokal in der Großen Allee, in dem Dr. Ludwig Herpel von der Deutschen Werkgemein- schast einen Vortrag hielt. Sie begnügten sich zunächst mit Lärmen und Drohen. Schließlich griffen sie den Vortragenden an und miß- handelten ihn. Zlls Polizeibeamte herbeieilten, ergriffen die Ruhestörer die Flucht, es gelang aber, zwei, von chnen festzunehmen. Beide gehören der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an. Anlaß zu dem Ileberfall soll ein von dem Vor« tragenden herrührender Artikel über Hitler gewesen sein. Der Oberpräsident der Provinz Schleswig- h o l st e i n hat auf Grund der§§ 8 Abs. 1. und 21 des Reichs- gesctzes zum Schutze der Republik das Erscheinen der in Itzehoe erscheinende»„Schleswig-holsteinischen Tages z ei» tung" für den Umfang der Provinz Schleswig-Holstein auf die Dauer von vier Wochen, vom 13. März bis 11. April einschließlich, wegen des in Nummer S3 gebrachten Artikels„Die weißen Juden" verboten. Lteberall bestellter Lärm. Geschrei derKHO. statt praktischer Arbeit. Hamm, 15. März.(Eigenbericht.) Im westfälischen Provinziallandtag in Münster leisteten sich die Koimnunisten am Donnerstag wiederum unerhörte Lärm- stjenen. Beraten wurden ein Antrag auf Ausbau der hohen- syburg. Der sozialdemokratische Redner hatte kaum do-iWort ge- nommen, als zahlreiche Arbeitslose und Anhänger der Kommunisten Lärmszenen veranstalteten. Dem Vorsit�nden des Landtages blieb schließlich nichts anderes übrig, als die Räumung der gesamten Tribüne zu veranlassen. Neichsiags-Osterfen'en. Der Aeltestenausschuß des Reichstages verhandelte heute über die Geschäftslage des Reichstags. In der nächsten Woche sollen noch erledigt werden der Nachtragsetat 1928, der Not etat für 1929 und die Borlagen über die Kreditgewährung an die Firma S ch i ch a u, die W o h n u n g s k r e d i t e und das Reichsmilchgesetz. Am Freitag, dem 22., soll der Reichstag dann vertagt werden. Der Wiederbeginn nach Ostern wurde auf den 16. April festgesetzt. Aber schon am 9. April soll der haushaltsausschuh mit der Beratung des neuen Etats beginnen. Ein Sozialdemokrat im Reichsfiödtebund. Für den plostliä, verstorbenen stellvertretenden Bundespräsidenten des Reichsstädte- bundes wurde in einer Sitzung des Gesamtvorstandes in Leipzig der Sozialdemokrat Karl Stall einstimmig als Nachfolger gewählt. Genosse Stall ist der l. Bürgermeister in Fürstenwalde(Spree) und zählt zu den bekanntesten sozialdemokratischen Kommunalpolitikern. Südslawischer parlamenlsersatz. Der durch königliche Verord» nung eingesetzte Oberste Gesetzgebende Rat hat unter dem Vorsitz des früheren Kasfationshof-Präsidenten Michel Iowano- witsch sein« Arbeit begonnen. Detter für Berlin: Meist neblig und tnibc, nur vorübergehend rtrror Aufheiterung, Tagestcmpcraluren etwas über Null.— Für Dci lfchland: Im Nordosten wolkig bis heiter, sonst vorwiegend ueblig-trübes Wetter, vielsach schwache Nachtfröste, nirgends Nieder- Ichläge von Bedeutung. Am 20. März wird auf der Stadtbahn und den anschließenden vorortstrecken nach Potsdam, Spandau, Kaulsdorf, Erkner und Grünau der Fahrplan für den vollenelettrlschcn Be« krieb eingesührl. Damit verschwinden die Dampflokomotiven von den Stadtgleisen der Stadlbahn. Zn den Z u g l ä n s e n ist der Fahr- plan im großen und ganzen dem gegenwärtigen angepaßt. Ab- meichungen bestehen nur insofern, als die G r ü n a n e r Stadl- züge nach Spandan geführt werden: ihren bisherigen Lauf über Westend und den Rordring an den Werktagen übernimmt eine neue Friedrichshagener Zugableilnng. Außerdem entsallen S o n n t a g s zur besseren vedieaung de» Ausslngsverkehrs nach der Potsdamer und Spandauer Strecke die direkten Stadt-Riag- züge nach Halensee und Westend, Reisende von der Stadlbahn nach der Ringbahn und umgekehrt müssen somit Sonntags in„Aus- stellung" umsteigen. Auf der Stadtbahn wird die Zugfolge von 2 H Minuten auf 2 Minuten verdichtet. Im Berufsverkehr fahren st ü n d l i ch 28 Züge gegen jetzt 24, außerhalb des Berufsverkehrs 24 gegen jetzt 18. Nach Erkner, Grünau und Spandau besteht tagsüber Zehnminutenvcrkehr, nach Potsdam und. Kaulsdorf fahren st ü n d l i ch 4 Züge in abwechselnd Zehn- und Zwanzig- minutenabständen. In den späteren Abendstunden wird der Zug- verkehr nach Erkner, Grünau und Kaulsdorf stündlich um zwei Züge eingeschränkt. Mit Friedrichshagen besteht bis 20 Uhr Fllnsminuntcn-, von da ab Zehnminutenoerkehr. Ebenfalls besteht Zehn- minizjlenverkehr, und zwar von Betriebsbeginn bis Betriebs- schluß mit Lichtenberg-Friedrichsselde, Niederschöne weide-Iohannis- thal, Spandau und Grunewald. Zwischen Grünau und dem Süd- ring ist ferner bis 20 Uhr eine halbstündliche Verbindung über Köll- Nische Heide eingerichtet worden. Hierbei soll kurz auf mehrfache Anregungen eingegangen werden, in denen vorgeschlagen wurde, die Zugfolge auf den Borortstrecken durch kurze Pendelzüge im Anschluß an Stadtbahnzüge zu Paris, 15. März. tEigenbericht.) Der Skandal des Massensterbens in der Nheinarmee wird nicht ohne Folgen bleiben. Noch bevor die berech- tigte(Entrüstung der Lefs-ntlichkeit in der heutigen NachmittagSsitznng der Kammer ihren Ausdruck finden kann, wird die Regierung Bestrafungen verfüge«. Wie die offiziöse Presse ankündigt, solle« davon aus Vor- schlag des Marschalls Petain ein Korpsgeneral, ein DivisionSgeneral und mehrere Obersten betroffen werden. Oer Bericht des Ministers. Paris. 13. März. Vor dem Heeresausschuß der Kammer gab Kriegsminister P a i n l c o ä zu, daß am 10. Februar die Lage tragisch geworden sei und die Erkrankungen epidemischen Charakter angenommen haben. Während im Oktober neun, im November acht, im De- zember 18 und im Januar 40 Todesfälle zu verzeichnen waren, seien sie im Februar auf 176 gestiegen. Im März habe man bisher 58 Todesfälle sestgestellt. Die französische und die deutsche Zivilbevölkerung sei ebenso plötzlich und grausam heim- gesucht worden. Das Knegsministenctm und sämtliche verantwortlichen Behörden der Rheinarmee hätten rechtzeitig alle not- Feuer bei Bolle. Brennender Autobus in der Kaiserallee. Ein gefährliches Feuer entstand heute vormittag im Betriebe der Boll« A.-G., Alt-Moabit 100. Kurz nach 9 Uhr schlugen aus den Transportkanälen, in denen durch ein Förderband die Kohlen den Feuerstellen im Maschinenhaus zugefiihrt werden, hohe Fläm- m e n heraus. In wenigen Minuten war das Masch! ncnhaus stark verqualmt. Es bereitete der Feuerwehr große Schwierig- testen, an die Brandherde, die in den schmalen Kanalgängen logen. herangukoinmeN. Mehrere Schlauchleitungen mußten in Tätigkeit genommen und die Kanäle unter Wasser gesetzt werden. Erst nach zweistündiger Tätigkeit war die Hauptgefahr beseitigt. Die Aus- räumungsarbesten dauerten mehrere Stunden. Der Brand ist oer- mutlich durch Selbstentzündung von Kohlenstaub entstanden. » Vor dem Hause Kaiser-Allee 104 geriet heut« früh um %7 Uhr ein vollbesetzter. Autobus der Linie 20 in Brand. Die Gefahr wurde vom Schaffner rechtzeitig bemerkt, so daß die F a h r g ä st e den Wagen in Ruhe verlassen tonnten. Als die alarmierte Feuerwehr eintraf, brannte das Innere des Autobus lichterloh. Mit Schaumlöschern und einer Schlauch- l«itung wurde das Feuer gelöscht. Der Wagen ist völlig aus- gebrannt. Oer Mörder des Zugführers. Französischer Gewerbeschüler hat Die Tat gestanden. Der Mörder des Zugführers des Schnsllzuges Paris— Rone y, der in Epernay oerhaftete Gewerbeschüler Steffens, hat bei seiner Vernehmung u. o. ausgesagt, er Hobe sich aller Existenzmittel entblößt mit einem Freund von Paris nach Ber- soilles in der Absicht begeben, dort irgendjemand zu ermorden, um sich Gest» zu verschaffen. Unverrichteter Dinge wieder nach Paris zurückgekehrt, habe er in einer Zeitung die Beschreibung eines U-berfalles auf einen Ersenbahnpostwagen in Amerika ge- lesen. Daraufhin habe er sich zum Ostbahnhos begeben, um die Abfertigung der Postwagen zu oerfolgen und eventuell einen solchen Raub auszuführen. Vorher habe er sich einen Revolver'gekauft. Als er sah, wie Kisten, die Geld zu enthalten schienen, in den Zug »ach Nancy eingeladen wurden, Hab« er sich für diesen Zug ei« verbessern oder zu diesem Zweck längere, kursmäßig zusammengesetzte Stadtbahnzüge in Eharlottenbutg und auf dem Schlesischcn Bahnhof zu unterteilen und sse strahlenförmig wester zu fahren. Beide Vor- schlüge sind— nach Mitteilung der Reichsbahndivektian Berlin— schon allein deshalb nicht gangbar, well im ersteren Falle die Masse der Reisenden auf das namentlich im Berufsverkehr sehr lästig empfundene und die Reisezeit verlängernde Umsteigen verwiescn werden würde und im letzteren Falle die Zusammensetzung der strahlensännig von den Vorortstrecken kommenden Züge wegen der Zusammenstoßgesahr(Einfahrt auf besetzte Gleis«) betrieblich nicht lösbar ist. Usberdies wünde bei dem Auseinandernehmen der Kurse auch eine unliebsam« Verlängerung der Reisezeiten eintreten. Die aus dem gegenwärtigen Fahrplan beibehaltenen Zugläufe in Verbindung mit der vorgesehenen Zugfolge vermeiden beides. Die Verkürzung der Reisezeite« beträgt rund 25 Proz., teilweise sogar noch mehr. Während die Dampfzüge zum Beispiel für eine Fahrt von Charlottenburg bis zum Schlesischen Bahnhof 31, von Potsdam nach Friedrichstroße 57, von Erkner noch Alexanderplatz 56, von Grünau nach Börse 42, von Kaulsdorf nach Jannowitzbrücke 30, von Spandau-West nach Zoologischer Garten 28 Minuten brauchten, legen die elektrischen Züge diese Fahrten in 22, 43, 41, 30, 21, 22 Minuten zurück. Weitere Einzelheiten sind aus einer von der Reichsbahndirektion Berlin herausgegebenen Ueber- ficht der elektrischen„Schnelloerkehrrersezetten" zu ersehen, die aus den Stationen der Stadtbahn und den anschließenden Dorortstrecken nach Potsdam-Stahnsdorf Rb., Spandau, Kaulsdorf. Erkner, Grünau- Spindlersfeld, sowie aus den Bahnhöfen Halensee, Witzleben und Westend am 20. d. M. an die Käufer von Einzelsahrtarten, am 25. d. M. an die Käufer von Wochenkarten und am Monatsend« an die Käufer von Monatstarten kostenlos abgegeben wird. Im Anschluß an die Elektrifizierung der Stadlbahn folgt nach und nach die Umstellung auch der Ringbahn. wendigen Maßnahmen getroffen. Soweit Derfehlungen einzelner Personen vorliegen, behält sich der Kriegsminister entsprechende Maßnahmen vor. „Journal" glaubt zu wissen, Kriegsminister Painieve Hobe vor dem Heeresausschuß der Kammer zugegeben, daß die Tatsache ihn peinlich berührt hob«, daß an demselben Abend, an dem einige Soldaten gestorben waren, im 0sfizIer,kasiao getanzt wurde: dos sei zum mindesten ein Mangel an Takt gewesen. Er habe auch die Ansicht vertreten, daß gewisse Märsche und Uebungcn bei 25 Grad unter Null hätten eingestellt oder abgekürzt wer- den müssen und daß es unbillig gewesen sei, bei solcher Kälte einen Soldaten zwei Tage lang im Gefängnis zu lassen. „Populairc" veröffentlicht eine Stattstik der Todesfälle in den einzelnen Garnisonen des Rheinlandes bis zum 5. März und ge- langt zu einer Gesamtsumme von Z4S. Es bleibt bestehen, daß erst die Erregung der Angc- hörigen verstorbener und der überlebenden Soldaten, die die Presse mobil machten, die Heeresleitung zum Reden gebracht hat. Bon sich aus dem Volke Rechenschaft zu geben über das Los seiner Söhne, die dem Heer anvertraut werden müssen — das wäre doch„unmilitärisch" und kommt für die Tressen- träger einfach gar nicht in Frage! Billett bis Epernay gekauft. Während der Fahrt sei er in den Gepäckwagen eingedrungen und habe den Zug- führer niedergestreckt. Er habe seine Brieftasche durch- sucht, aber nichts gefunden und sie darum weggeworfen.— Der Mörder Perrins hat tatsächlich keinen Franken erbeutet. „Alles Rotlauf." In A u s s i g ist man aus der Post mehr auf die Einhaltung der unmöglichen Sprachbestimmungen als auf die sichere Abwicklung der Postangenda bedacht. Ein Telegramm, das nach G a y a in Mähren aufgegeben wurde, ging, da im Ortsverzeichnis der neuen Ausgabe der Name nur als Kyjov vorkommt, nach Britisch-Indicn. Eine Familiendrahtung aus Aussig lautete kürzlich„A l l l e s wohl» auf!" Was aber kam zum Entsetzen der Angehörigen an? Auf dem Telegramm stand„Alles Rotlauf!" Das klingt zwar recht lustig, ist aber für den Betroffenen gar nicht so lächerlich und zeigt nur, daß di« Post in der Tschechoslowakei alles andere als ein kommerzielles Unternehmen ist.... Abtreibung bleibt strafbar. Der Schweizerische Nationalrat hat unter Ablehnung aller Abänderungsanträge die Strafrechtsparagraphen angenommen, di« Abtreibung mit Zuchthaus oder Gefängnis ahnde». Slusaenommen ist der Fall der Abtreibuiig durch einen Arzt nach schriftlicher Zustimmung der Schwangeren unter Kontrolle eines zweiten Arztes oder zur Abwendung von Lebens- oder schwerer Gesundheitsgcfahr für die Mutter. Der sozialdemokratische Antrag aus Straflosigkeit, wenn eine Abtreibung in Fällen sozialer Not oder nach Vergewaltigung ausgeführt wird, wurde mit 113 gegen 49 Stimmen abgelehnt. Der katholisch-konfervative Antrag, der jegliche Ausnahmebestim- mungen gestrichen sehen wollte, verfiel der Ablehmmg mit 112 gegen 41 Stimmen. Papstgesaadler bei Ischiangkaischek. In N a n k i n g ist als Ver- ireter des Papstes Monfignor« Eonstantini eingetroffen. Er hatte eine längere Unterredung mit Tschiangkaischek über die Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Nankingvegierung und Battkan. Ein Kongreß der katholischen Kirche in Chma beginnt am 15. März in Schanghai. Die griechische Zellung.Ehromka" in Konstaniinopel ist vor einigen Tagen von türkischen Student«: heimgesucht worden, die dort übel hausten. Jetzt sind der.Herausgeber und die beiden Rc- datteure der Zeitung ver ha st et worden: sie sollen dos Türkentum beleidigt haben, dos Blatt wurde verboten. Auch gegey dos griechische Witzblatt„Koponos" schwebt ein Pr.sseprozeß. i / Besatzungsgenerale werden bestrast Wegen des Massensterbens. Bildnis des RFD. llnfer Beitrag zur Protest Versammlung. Wie wir aus FtugblÄtern und Anzeigen eiitnohnu:n, veran- staltet der RFB. Protestoevsanrmlungen gegen die„Verleumdungen" des„Vorwärts". Wir haben erst gestern ein Zeugnis dafür bei- gebrocht, daß den RFB. für die Bluttat in der Puttbuser Straße volle Verantwortung trifft. Wir können diesen Bericht noch dahin ergänzen, daß der Töter D ü w e l. dessen Zugehörigkeit zum RFB. selbst von kommunistischer Seite nicht abgestritten werden kann, nach einer uns gewordenen Mitteilung vielfach vorbestraft ist und wiederholt längere Gefängnisstrafen in Tegel abgesessen hat. Es ist aber kein vereingelter Fall, daß pathologische und krimi- nelle Elemente vom RFB. auf die ruhige Arbeiterschaft losgelassen werden. Wir erinnern nur an folgende Vorkommmssc aus letzter Zeit: In Glauchau wurde der sozialdemokratische Stadtverordnete Paris von dem SSjährigen Rotfrontkämpfer G re tz sch erstochen, Zum Arbeilermord in der Cjrauusfrafie Der Mantel des ermordeten Genossen Paeg« läßt erkennen, daß die Rotsrontmörder ihre Opfer von hinten feige niedergestochen hoben. als er einem Dsmorrstrcrtionszug voranschritt.(Stetzsch kommt aus einer Korrettion sonst alt und ist trotz seines jugendlichen Alters mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft. Wegen der Ermordung des Genossen Paris erhielt er drei Jahre Zuchthaus. Der RFB- kann diesen Messerhelden ufst so weniger von sich ab- schütteln, als er nach der Mordtat zu Ehren des Mörders an der Movdftelle einen Vorbeimarsch mit klingendem Spiel veranstaltete! Der Rundfunk entsührer S ch e r l i n s k i, Kamerodschoftsführer im RFB. und als solcher von der„Roten Fahne" im vollen Ornat abgebildet, ist, wie wir beretts mitteilten, wegen Diebstahls, Rück- falldiebstahls, Betruges, Hehlerei usw. insgesamt siebenmal vorbestraft, darunter mit langjährigem Zuchthaus und E h rv« rlust. Der Anführer der Rotfrontkämpfergruppe, die am 6. Oktober o. I. in der Weberstraße drei Reichsbannerleute überfiel, Michael Konieczny, entpuppte sich vor Gericht als ein vielfach vorbe- straftes Individuum. In seinem Vorstrafenregister besanden sich ollein neun Strafen wegen Roheitsdelikten. Der RFB. kann diese Elemente nicht verleugnen, die bei ihm eine so aktive Rolle spielen. Daß sie es können und dürfen, ist alles andere als Zufall. Das Zfcchi der Bauarbeiter. Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts. Die Bauarbeiter Sch. und Genossen in Berlin führen schon seit einem Jahre Klage gegen die Bausirma Held u. Franke in Berlin. Von ollen Instanzen wurden sie mit ihrer berechtigten Klage abgewiesen. Nunmehr beschritten sie den Revisionsweg, um in dieser Frage eine endgültige Eist- scheidung herbeizuführen. Die Kläger waren bei der beklagten Firma Held u. Franke als Bauarbeiter beschäftigt und als solche Baudelcgierte auf einem Neubau. Am 13. März ISN wurden sie mit den anderen Arbeitern unter AushäMgung der Entlossungspapiere wegen Frostes entlassen. Am 29."März 1928 wurde die Arbeit wieder aufgenommen, die Kläger wurden ober e r st einige Tage später auf der Baustelle wieder eingestellt. Die Kläger beanspruchen Lohn für die Tage, wo sie nicht ar- betten konnten und zwar si�r zehn Tage. Die Entlassung stelle ein Aussetzen dar. Sie hätten ohne Zustimmung der Betriebs» Vertretung nicht entlassen werden dürfen. Dos Arbeits- und auch dos Landcsarbeitsgericht wies die Kläger mit ihrer Klage ab. Die gegen dieses Urteil eingelegte Re- oifion hatte Erfolg. Das Reichsarbettsgericht fällte folgende Entscheidung: Das Urteil der Vorinstanz wird aufgehoben und die Sache zur wetteren Prüfung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Nach Lage der Sache haben die Kläger Ansp.ruch auf Wieder- einstellung oder Zahlung des Lohnes. Die Ansprüche der Kläger seien von beiden Instanzen zu wenig gewürdigt worden und unterlägen deshalb einer weiteren Nachprüfung. Gin Lumpenstreich! Betrogene Arbeitslose. Eine ausgesuchte Lumperei wurde gestern an den Bewohnern des Iohanneshauses, eines Heimes sür Obdachlose in der Kraut st raße, verübt: Nachmittags rief ein angeblicher In- genieur Brunner an und oerlangte für Massenaufnahmen im Staakener Filmatelier die Stellung von 65 Mann gegen einen Stundenlohn von 1,75 Mark. Man kann sich vor- stellen, welche Freude die Nachricht im Iohanneshaus hervorrief und mit welchem Eifer sich die mittel- und arbeitslosen Heimbewohner zu diesem willkommenen Verdienst drängten. Als sie aber in Staaken ankamen, wurde ihnen mitgeteilt, daß ein Ingenieur Brunner voll- kommen unbekannt sei und niemand von den geplanten Massenaufnahmen etwas wüßte. Etwa sechs Stunden lang warteten die Geneppten. Viele, die ihre legten paar Pfennige für das Fohrgeld nach Staaken ausgegeben hatten, mußten zu Fuß nach Berlin zurückwandern, wo sie erst nach Mitternacht, ohne Geld und ohne einen Bissen genossen zu haben, im Stift wieder eintrafen. Kein Wort über den Lumpen, der diesen gemeinen Streich an den Aermsten unter den Armen verübte, ist scharf genug. „Volt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und gXtec Kindersreund" liegen der heutigen Postauflage bei, Nationale und internationale Musik Konzertnin�fchau/ Bon Klans pringsheim. Romantischer Rationalismus. Romantik und Nationalismus wohnten dicht beieinander im 19. Jahrhundert: nicht nur in der Musik; nicht nur in Deutschland. Volkstum als Wurzel und Kraftquelle des Romantischen. Romantik als Ausdruck des Nationalen— die Sehnsucht danach log im Zug -der europäischen Geistesgeschichtc: es war eine Strömung des Jahr- Hunderts, von der am tiefsten die germanischen und slawischen Völker erfaßt worden sind. Aehnlich erleben wir es heute, ver- spätet, in der jüdischen Musik— oder richtiger, in dem Bemühen zunächst, ihr Wachstum zu betreiben. Professor Adolf W e i h- mann hat auf solche Zusammenhänge in einem gedankenreichen, fesselnden Vortrog hingewiesen. In dos Thema seiner Ausführungen „M oderne jüdische Musik" führten die künstlerischen Dar- bietungen des Songers Ifo Golland, des Pianisten Szreter, des Geigers Rostal ein: doch die aufgeführten Werke schienen im voraus zu bestätigen, was dann der Redner mit historisch kritischen Argu- meisten überzeugend belegte: daß ureigentlich jüdische Musik einst- weilen Zukunftsmusik des neuen jüdischen Staates und der darin geeinten Volksgemeinschaft wird bleiben müssen. Charakteristisches Beispiel bewußt nationaler Romantik: des Tschechen Smetana sinfonischer Zyklus„Mein Vaterland". Dos bekannteste Stück daraus, die„M o l d a u", bringt an der Spitze des Neuen Tonkünstlerorchefters der junge G. O. Schumann, geborener und schon erfahrener Orchesterführer, zu sehr erfreulicher Wirkung(im Soalbou Friedrichshain, in einem Konzert des Lendwai-Chors, der bald der erste unter unseren Arbeiter- Männerchören sein wird). Bei den Deutschen, deren Musikkultur älter und allgemein gültiger ist. tritt schon früher die nationale Tendenz zurück, auch bei Komponisten von typisch„romantischer" Haltung. Allerdings, solch ein R e g e r- B r a h m s- A b c n d. wie ihn Franz v. Hoeßlin, Musiker und Dirigent von hohem Rang, neulich mit den Philharmonikern gab, besteht nur als eine deutsche Begebenheit— dies immerhin im Sinn einer Begrenzung—; und da ist es freilich ein Glück, daß Brahms nach immer nicht von den Dcutfchnationalcn entdeckt ist. In den nordischen Landern, als deren musikalischer Repräsentant noch um die Jahrhundertwende ein bißchen summarisch Edoard Grieg mit seinen Salonnationolismen galt, wird, wie es scheint, die Periode der kleinen Heimotkunst allmählich überwunden. Ein dänischer Abend, von der Internationalen Gesellschaft sür neue Musik unter dem Protektorat des dänischen Gesandten veran- stallet, brachte von Riisager, Höffding, Bcntzon begabte, gekonnte Kammermusik, und es war, noch ein wenig gemäßigt, moderne Musik, wie sie im heutigen Europa gemacht wird. Wie sie etwa in Berlin von Max B u t t i n g geschrieben wird, dem klugen, ernsten, begeisterten Dogmatiker dey Neuen Musik, dessen Dritte Sinfonie freilich, von Kleiber als Erstaufführung geboten, nicht allen Hörern ungemischte Freude bereitet hat. Moderne Musik— in ihr scheinen in der Tot, und je stärker die gemeinsamen Merk- male bestimmend hervortreten, alle Unterschiede des Dolkstums auf- gehoben. Aber da ist ja Hans P s i ß n c r, der unentwegt rückwärts gewandte, dessen reaktionärer Kunstnationalismus uns nun schon ein wenig„romantisch" anmutet; doch oller Widerspruch, den er weckt, verstummt vor der tief und edel empfundenen Musik der drei Palestrina-Vorspiele, in die F u r t w ä n g l e r oll seine Inbrunst legt. Gedenktag der europäischen Musik. In ihren größten Vertretern wächst die deutsche Musik in europäische Bedeutung. Johann Sebastian B a ch—. es kann nichts Deutscheres geben als Werk und Wirken dieses Meisters. Doch ein Werk wie die Matthäus-Passion, hat kein Volk der Erde— er hat es für alle hervorgebracht. � Daraus dürfen wir, wenn wir wollen. stolz sein. Und auch daraus also, daß es genau hundert Jahre her ist, daß die Matthäus-Passion, genau hundert Jahre noch ihrer Entstehung, durch Felix Mendelssohn und die Berliner Sing- okodemie zu neuem Leben erweckt worden ist. Auf die— strichlose— Iubiläumsaufführung stolz zu fein, hatten wir weniger Grund. Die Solisten zum Teil unzulänglich, und das Orchester klang streckenweise bedenklich unprobiert; es war nicht durchaus festlich. Der internationale Modeton. Die Gipfel der Kunst erheben sich in übernationale Höhen; in der welleir Ebene modischer Unterhaltungsmusik läßt sich's leicht international sein. Noch immer heißt„Jazz" die Parole, die— nicht eben die Völker der Erde, doch überoll die Tanzlustigen, Amüsierbedürfligen eint. Den internationalen Tonzrhytbrnus und Amüsierklong des Tages oersucht Wilhelm Groß n „Sinfonischer Tanz" benannten Ktovierkonze' r selbst das Soloinstrument mit Virtuosität betreut, fünft; höhen, ohne doch die Linie des Unterhaltsamen zu ver» Jv macht es mit Witz. Talent, Temperament und handwerklicher lieber- lcgenheit, aber er stößt sich an der Grenze, über die hinaus noch keinem der Versuch zu solcher Sublimierung gelungen ist. Eine Matinee des Dajos-B'elo-Orche stets zeigt Jazz, wie er heute in Berlin gemacht wird. Künstler aus alkÄ- Weit. Instrmnentalisten ans allen Ländern, Woche für Woche. Un- absehbar die Reihe der Pianisten. Ossip Gabrilowitsch, Russe, der deutschen Musik tief verbunden, in Amerika zu Weltberühmt- heit ausgestiegen, halt die Spitze—, als Solist in Brahms U-Dur- Konzert, das er mit Furtwängler und den Philharmonikern in seltener Vollendung gibt. Sein junger Landsmann, Joses Z. Schwarz, vor kurzem noch Schüler in Leningrad, ist noch nicht so weit, stellt sich aber als bedeutender Könner äußerst vor- teilhost vor. Vladimir H o r o w i tz hat in Berlin— mit Recht— sein großes Publikum und weiß es als glänzendster Vertreter großen Virtuosentums von neuem zu blenden und hinzureißen. Und endlich der Deutsche Wilhelm K e m p f f, in jungen Jahren ein gereister Meister, wahrhaft aus der Höhe seines anfpruchs- vollen Bach-Beethoven-Brohms-Progr/imms. Doch ein Ereignis über allen wieder dos Konzert des spanischen Wundercellisten Pablo C a s a l s. Eine Enttäuschung aber: der bedeutende Konzertsänger Louis Graveure als Faust in Gounods Oper. Früher Bari- ton, seit einem Jahr Tenor: nur Konzertsänger auch hier, also wohl doch nicht an seinem Platz. Die Aufführung der Städtischen Oper, mit H o f in o n n s grob-komödiantischem Mephisto, gibt ge- sangliche Höhepunkte in der Margarete Beate M a l k i n s und dem Valentin Herbert. I a n s s e n s, dessen persönlicher Erfolg dem be- rühmten Gast gefährlich wird. Für Alle! So hat Heinrich Zille ein Bändchen betitelt, das Otto Nagel herausgegeben und eingeleitet und der Neue Deutsche Verlag in Berlin verlegt hat. Außer vielen Zeichnungen mit Text hat Zill« auch einig« Erinnerungen aus feinem Leben, insbesondere aus seiner Soldatenzeit, beigesteuert. Das Büchlein ist in aggres- sivem Sinne pazifistisch, antimilitaristisch und antimonarchistisch und wendet sich mehr als die bisherigen Publikationen ans Volk, an das Publikum, dos Zille selber das liebste ist, zu dem sich zu rechnen der tapfere soziale Kämpfer nie ausgehört hat. Es ist«ine wirk- liehe Auswahl nach seinem Herzen; Otto Nagel meint, die einzige, die seinen Wünschen wirklich entspricht. Es fehlt nicht an derben und derbsten Verhöhnungen der herrschenden Klasse und krassesten Schilderungen des Kriegselendes. Das Anstehen am Koliienwagen ist sogar ganz unerwartet aktuell geworden, und man sieht Szenen aus allerhöchsten Häusern ebenso wie aus Kaschemmen, die an Deut- lichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Bieleicht ist dies« Drastik in ihrer Einseitigkeit gut und mußte notwendig einmal als Komplex gezeigt werden; sie wird ihre Wirkung nicht verfehlen, allerdings nicht in den Bourgeoiskreisen, denen„Meister Zille mit seinen Nutten und armen Leuten immer so viel Freude jemacht hat". Der stille Betrachter wird indessen vermerken müssen, daß perfekte Tendenz die künstlerischen Wert« nicht zu heben vermag und daß bei oller Anerkennung der an- ständigen sozialen Gesinnung Zille hier nicht in dem Grade über- zeugt, wie in seinen weniger absichtsvollen Zeichnungen aus dem Berliner Leben. Das darf man mit Respekt vor diesem außer- ordentlichen Künstler sagen, weil es kein Geheimnis ist, daß auch die Besten der Gilde kein objektives Verhältnis zu ihren eigenen Sachen haben und nicht immer wissen, wo ihre wahren Werte stecken.?. l7.5?ck. •- Tonfilmtaumel in Hollywood. Auch das ist natürlich sentimental bis zum Wahnsinnigwerden. Aber es wirkt. Al Ioljon, Amerikas bester Darietesänger, wurde von Warner Brs für den Tonfilm gewonnen, und er schuf gleich «inen riesigen Erfolg„Der singende Narr"(Clown). Der sterbende Knabe verlangt noch einmal vom Dater Clown dos süße Lied. HnJ> Al Jolson singt es, dos Lied vom„Sonny Boy" und rührt damit, daß er. wirtlich im Film singt, unfehlbar alle Hörer bis zu Tränen. Eine solche unerwartete und riesige Sensation hat nicht einmal Amerika erlebt, berichtet Conrad Beidt in der„Lichtbildbühne". Man muß es ihm glauben. Tag für Tag singt AI Jolson von 11 bis 25 Uhr— d. h. bis 1 Uhr morgens vor ausverkauftem Haus sein rührendes Lied. Woche für Woche, Monat für Monat.... Wieder feiert die Sentimentalität Triumphe, und der Mensch weiß, wie gut er ist, da er wegen eines sterbenden Kindes und eines singenden Clowns weint. tmil Befmlc-Sßftaag. Bei der Hochschule für Musik ist eine Emil Bohuke- Stistung errichtet worden, die für bezabte Studierend« der Bratschenklaffe der Hochschule bestimmt ist. Die Verteuung der Stistung, 2000 RM., erfolgt alljährlich am lt. Oktober. ver INännerchor Kichte-Georgin'a veranstastet am Montag, dem 18. März, 8 Uhr. im Saalbau FrüdiichZhain eine M ä r z s e i e r unler Mitwirkung von Albert Florath. Karten zu 80 Ps. einschließlich Liedertexte auch an der Abendkasse. Oer Mm als Lehrer und Forscher. Der Bund Deutscher Lehr- und Kulturfilm- h e r st e l l c r veranstaltet in regelmäßigen Abständen Vorführungen neuer Lehr- und Kulturfilme, die man nachher leider kaum je wieder in den öffentlichen Filmtheatern zu Gesicht bekommt. Die Kultur- filme kommen immer neben den Unterhaltungssilmen zu kurz; erst eine kräftigere Organisation der Filmbesucher dürste hier Wandel schassen können. Die Ausklärung und Belehrung durch den Film ist eine Ausgabe der Volksbildung für Schüler und Erwachsene, die in viel stärkerem Maße, als es heute geschieht, in Angriff genommen werden müßte. Man sah diesmal ein paar medizinische Filme, die im Grunde sensationeller sind als viele unserer Kriminalsilme. Kann es etwas Spannenderes und Wertvolleres geben als den Anblick einer Blinddarmoperation?' Jedem von uns kann sie drohen, und da ist es beruhigend, zu sehen, wie exakt und(scheinbar) ein- fach sie verläuft. Der Einschnitt ist nur einen Zentimeter breit und verschwindet später fast ganz. Das Wesen der vielberusenen allergischen Krankheiten(Heuschnupfen und Asthma usw.), die hauptsächlich ist Leiden(Holland) erforscht werden, wird einem im Film durch dos Experiment wunderbar verständlich. Außer- ordentlich anschaulich wird auch die Entstehung und Behandlung der Gallensteine durch einen Tricksilm. Der Film, der die Vor- gänge einer Geburt an einem Schase zeigt, dient bereits dazu, auf ängstliche Schwangere belehrend und beruhigend zu wirken. Daß der Film auch direkt als Forschungsinstrument dienen kann, bewies eine im Film festgehaltene Operation des kubanischen Pro- fessors Hcrnandez. Der Kops eines Hundes wird vom übrigen Körper so gut wie völlig isoliert(vor allem wird das Rückenmark durchschnitten; trotzdem geht das Leben im Koaps wie im übrigen Körper weiter(bis zu drei Tagen). r. Ein Märxyrer des Vegetarismus. William Childs, der Be- gründet der weltbekannten New- Porter Restaurants, ist von der Generalversammlung der Restaurationsbctriebsgesellschaft seines Postens als Direktor der Gesellschaft enthoben worden, gleichzeitig sind seine in der Gesellschaft beschäftigten Familienmitglieder ent- lassen worden. Vergebens bat der alte Herr, ihn nicht von seinem „Kinde" zu trennen, dos er vierzig Jahre lang betreut hatte, die Mehrheit der Gesellschaft zeigte sich unerbittlich und sprach seine Entlassung aus. Der Direktor stürzte über die Frage:„Fleisch oder nicht Fleisch". Als überzeugungstreuer Anhänger der vegetarische» Lebensweise hatte er es nicht unterlassen können, sein« Gäste zu dieser Ueberzeugung zu bekehren und infolgedessen mehr und mehr die Fleischkost aus den Menüs der Restaurants ausgeschaltet. Die Aufstellung dieser vegetarischen Speisekarten hatte aber ein fort- gesetztes Sinken der Einnahmen zur Folg«, so daß die Aktionäre immer dringender auf die Entfernung des Direktors hinarbeiteten. Das Anwachsen der amerikanischen Luchgemeinschasten. Nach Berichten der amerikanischen Berlagsgesellschasten ist ein starkes Anwachsen der Buchgemeinschasten zu verzeichnen. Im letzten Jahr wurden nicht weniger als neun verschiedene Buchklubs neu gegründet, von denen einige bereits 50 000 und mehr Bezieher aufweisen können. An der Spitze steht der Detektiv-Buckcklub, der ausschließlich Kriminalromans verlegt. Er hat mit seinen lokalen Unterorgonisotlonen in einem Jahr mehr als 100 000 Mitglieder geworben. Besondere literarische Buchklubs haben es dagegen kaum auf 10000 Mitglieder geboacht, Künstliche Aufregung. Die KPD. täuscht Märtyrer vor. Seit Wochen schon wirÄ in der„Roten Föhne" ein Schmutzkübel nach dem anderen über die Angestellten des Fabrikarbeiterverbandcs entleert, weil sie energisch gegen die Mitglieder mW) Funktionäre Front Tnachc», die die gewerks chastsseindlichen Beschlüsse und Richtlinien der KPD. über die Satzungen und Beschlüsse der Verbands- körperschasten stellen. Besonders in ihr Herz geschlossen hat jedoch die Berliner„Prawda" die Angestellten der Berliner Ortsverwal- tung, da hier einigen der kommunistischen Mineurcn durch ihren Ausschluß aus der Organisation endlich das Handwerk gelegt worden ist. Es sind dies Mitglieder der Berliner Zahlstelle gewesen, die während der Wahlbewegung im Januar die Ortsverwaltung in Flug- blättern und Artikeln in der„Roten Fahne" derartig herunterrissen. daß ihr Ausschluß ohne ein« besonderes Verfahren gerechtfertigt ge- wesen wäre. OtAstwmMiWuim»er efiar Immer noch uachfÜHBg an6 mv langte von den sieben JSicvotutionören" die Abgabe einer schrift- lichen Erklärung, worin sie von dem verleumderisihen Inhalt der Flugblätter und Zeitungsartikel abrücken sollten. Erst noch- dem sie die U»rterschrift unter diese Erklärung verweigert hatten und somit die Sudeleien deckten, erfolgte endlich vom Hauptoorstand der Ausschluß aus dein Berbai»d. Es wird also niemand bestreiten können, daß die Berliner Ortsverwaltung des Fabrikarbeiter- Verbandes den Difziplinbrechern gegenüber eine Langmut be- wiesen hat, die die KPD.-Jirstanze» ihren Parteimitgliedern gegenüber nicht kennt. Wie die kommunistischen Gelverkschaftssunktionär« von ihrer Partei gezwungen wenden, Maßnahmen der Berbondsinstanzen gegen sie herauszufordern, zeigte am besten die letzte Sitzung der er- «eiterten Ortsverwaltung des Fabrikarbeiteroerbandes, in der die Bestätigung der Ortsverwaltirngsmitglieder vorzunehmen war. Bon den sieben.oppositionellen" Mitgliedern der Verwaltung lehnten s ü n f die Unterschrist unter den Revers ab, der die Funktionäre ver- ftftßjbrt, dße VesHLlsse her Bsöendskage nrtb Getrerakoerfavtmlmigen ZU respektieren und jede Unterstützung der kommunistischen Gewerk- schostszentrale abzulehnen. Bezeichnend dabei ist, daß von den süns Funktionären, die die Unterschrift verweigerten, vier schon seit Jahren der erweiterten Ortsvcrwaltung angehören und bisher in jadem Jahr ohne Widerspruch dengleichenReoersunter- schrieben hatten. Das braucht aber der„Roten Fahne" nicht bekannt zu sein, denn es müssen jetzt„Märtyrer" geschaffen werden. Jedenfalls zeigen all« diese kommunistischen Mätzchen, daß es niit der Empörung der„Massen" nicht weit her ist, sondern daß sie nur künstlich auf Flaschen gezogen wird. Die Gewerkschaften werden sich durch das Geschrei der kommunistischen Drahtpuppen nicht beirren lassen, sondern die wirtschaftlichen Stützpunkte der vorwärtsstreben- den Arbeiterschaft mit allen statutarischen Mitteln verteidige,». BeranNoortNch fllr die Redaktion: Fran, Nlüd», Berlin,- Antigen: Th. SUxte, Berlin. Berlag: DorwSrio Berlag II ra>« naatra. »''vdr CASINO-THEATEB Lothringer StraBe 37. Neu! Neul „Eine unflelieftte Frau" und ein erstklassiger bunter Teil. FQrunsereLeserGutschein förl-— 4 Fers Fauteuil nur 1.15 M«, Sessel 1.65 M. ?onstice Preise- Parkett it. Ran� Q.SQ M Theater a. KottbusserTor KotUMitaaf Str. t. Tai Mpl. 16077 Tüglleh■ Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr(armlBigte Pratsa) -Elite* SSInger u. a..Die Schönheitskönigin" verbunden mit Modgnschgu. Allgem. 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Arno Paul Morgran Paul Westermeler Gustav Matsaer Maris i WlnkeUtern Ivao örilk Bniieibuu 6rete f alter/ Hais Sommer SnnshlnBölrls> iacksonboys Fritzi Massary Max Banaen Dacht Elleot W. JanknbB B. JankcraauB W. Seh.effern Marqntta Clatera Fitaea Utslattutn; Proleswr I SoM,ae Emt Stern| Nachm._ UKB-saLSlMtula Nulk.Ultut: Ernst Haike«. lliMf Fink Uhr ungtk. Voritallung Kleine Pralu Die Komödie Jl Bismck. 2414/7516 Vh U„ Ende geg. 10 Zum 1. Male Wann kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Regie: Gustaf CrQndgens Bühnenbilder: Erich E. Stern. Bsnuivsky-BahDei Theater la dar Kteiggrltzor Straß« Täglich 8'/i Uhr DeTOlle Im Erzlehanoshaiis Komödienhaus Täglich 8 Uhr Di« Orei-GnsdieB- Oper Theater am Mollendorfplatz Täglich S'.'i Uhi oas Said aul der strade 8V« THeaiar «es Westens I Sonntog auch''i4 Uhr Der größte Erfolg Berlins Friederike Musik von Cehar Erika v. Thellmann Karl Ziegler, Etaatooper Wien »rnstedl. lim barg, Boro, Svfler, Zespennann, Str, Raffe ununterbr. »lein»I.Mln.7i80 Kleines Theatei Täglich SV« Uhr: Kart Goeiz, Valerie v. Msrtcna Paul Otto in „Trio" Lustsp. v.Leo Lenz. Regie: Frledmann- Frederldi. Lustspielhaas 8'� Uhr Guido Tielselter Weekend im Paradies DUch. KQnttler-Th. 81/« Uhr Der Zinker *. Edgar Wallae* ckewt Uta litlbia Preise 1—10 Mark Trianon-Th. Täglich S'h Uhi Oer Herzog und die Sünderin mit Erike ElBssnei und Marlig Renner Kundtunkhörei VOlde Preise Sonnt�. nchm.4Uhi ju klcinaa Preisen. r Äf Weil vir Sie virklich gut u, billig bedienen! Das Beve'sen�ciiclöglicF ii\ großer Anzahl eingehenden Anerkennungsschreiben.] So zufrieden schreiben 22. Januar 192«. ... Trofi aller WitferungseinflOsse und Straparierung ist der Mantel nicht nur im Sitz noch sehr gut sondern auch dem Stoffe sieht man nichts an. Ich kann nur allen Herren empfehlen, sich bei Ihnen zu kleiden, es gibt nichts Besseres und Bil igeres.„ Haben Sie vielen Dank. Mit Hochachtang Alfred Bahr, Berlin, Kirchbachsfr. S 20. Februar 1929. ,.. Wenn ich mit diesem Anzug angezogen bin, werde ich von meinen Bekannten oft nach dem Schneider gefragt, und sie wollen es nicht glauben, daß es gar kein Maßanzug ist, so gut sitzt der Anzug. Hochachtangsvoll Botho Ludwig, Berlin W57, Goebcnstr 19. 27. Februar 1929. . Ich möchte Ihnen heute mitteilen, daß ich mit allen bei Ihnen gekauften Bekleidungsstücken recht zufrieden bin. Alles was man von einer guten Bekleidung verlangen kann, guten Stoff, schönen Sitz und modernen Schnitt habe ich bei Ihnen gefunden. Hochachtungsvoll Georg Ralheoaa, Berlin-Buchholz, Hauptshv 66. unsere Ktmdem Berlin, 2. März 1929. ...Trotzdem fch sonst nur Maßanzüge trage, hält der bei Ihnen»von der Stange' gekaufte Anzug In bezug auf Sitz und gute Tragfähigkeit jeden Vergleich aus. Auch die hei Ihnen gekaufte Hose sieht noch wie neu aus trotzdem ich sie fast täglich bei Wind und Wetter trage. Hochachtungsvoll Walter Klatf, Berlin N 4, Kessel str. 6. Berlin, 19. März 1929. ... Mein bei Ihnen gekaufter Anzug hat mich in jeder Beziehung so zufriedengestellt, daß ich mich gezwungen fühle, Ihnen meine vollste Anerkennung auszusprechen. Ich freue mich, ein in jeder Beziehung reelles Geschäft gefunden zu haben, und werde ich meinen laufenden Bedarf von jetz: an nur bei Ihnen decken. Hochachtungsvoll L. Gnraxs«, Berlin, Fruehtstr. 37. Berlin, II. März 1929. ... Ich bin mit dem von Ihnen gekauften Anzug außerordentlich zufrieden, trotzdem ich ihn alle Tage nage, sieht er noch wie neu aus, jeder claubt daß es ein Maßanzug ist, trotzdem er nur M. 50.— gekostet hat Ich werde mir demnächst einen Mantel bei Ihnen holen. Freundlichen Gruß! Leo Wohlgenmlb, Berlin, Melchiorstr. 20. garantiert haltbar und gut verarbeitet es.-, 58.-, SS.., Frühialirsinanti!! fescher, sehr vornehm. 79.., 49.-, aus echt englisch. Twill in modernster Musterung, vorzügl. Sitz, beste Paß-| form 98, 89, 72, 59, TJhd&ihmtA gCUTb (Heliage Frcüag, 15. Marz 1929 SprAbrnö SfwJfiuign&i dtA t£ita>a/A Nächtliche Versuche Ein Reporter hört die Melodie der Welt Abenteurer Wandlungen von Byron bis Ludendorff Vürgerlichkeit ist hott« für die meisten Menschen die charakte- ristische LsbenshalwnZ. Ihr Denken wird durch das Bestreben charak- terisiert, den Zufall aus dem Leben auszuschalten. Voraussicht, Regel und Berechnung sind die Merkmale. Von dieser Basis aus erscheint vieles als abenteuerlich, was früher anders beurteilt wurde. Parzioal wäre heute ein Abenteurer, im Mittelalter war er es nicht, im Gegenteil, er galt als vorbildlicher Held, denn die hösisch-seudale Kultur des Mittelalters hielt ein« abenteuerliche Lebensform für ih» Ideal. Abenteuer bedeutet ein Erlebnis, das aus den Rahmen des Gewohnten und Alltäglichen herausfällt, ein Erlebnis, f>os nicht in Rechnung gestellt, über dessen Charakter man sich gor nicht im klaren ist. Wenn man aber bei einer Fahrt nach Amerika mit Piraten- übcrföll«n rechnete, so bildeten diese keine Abenteuer mehr, sie ge- hörten zur Zeit der Flibustier und des Kaperrechtes zum eisermm Repertoire jeder längeren Teereise. Erst heute, in einer rückschauen- den Betrachtung, wandeln sich diese Ereigmsse zu Abenteuern. Ent- scheidend dafür bleiben die herrsche!»!)« Gesellschaftsform, die äugen- blicklichen Moralansichten und die gesamte Zivilisation einer Zeit. Wenn ein Mensch Europa verläßt, gezwungen durch politische, religiöse oder wirtschaftliche Gründe, ist er darum ein Abenteurer? Bauern, die in der Heimat ollein die Bestellung des Bodens kanitten, mußten plötzlich mit Indianern oder Buschnegern kämpfen und sahen ihre Existenz dem Zufall preisgegeben. Tie wurden zu Abenteurern gegen ihren Willen, bis sie sich wieder im gesicherten Leben ver- ankern konnten. Abenteurertum bedeutete bei ihnen nur ein Durch- gangsstodium. Der Abenteurer stellt seine Existenz aus den Zufall. Wenn also ein Sven Hedin eine Tibetexpedition unternimmt, die ja niemals vorher in den Erlebnissen, in den Gesahren berechnet werden kann, wenn dieser Mann auf längere Zeit dos gesichert« Europa verläßt, seine geordnete Stellung aufgibt, ist er darum ein Abenteurer? Sicherlich stecken in den großen Forschern und Entdeckern wie Hedin, Nansen, Amundsen oder F i l ch n« r viele oben- teucrliche Eigenschaften, diese Männ«r verfügen über dieselbe blühende Phantasie, über dieselbe romantische Sehnsucht, aber sie sind dabei doch soziale Menschen, lind dies entscheidet, denn der Abenteurer ist immer asozial eingestellt,«r ist ein Relrll gegen die Gesellschaft. Cortez, Pizarro oder Lord Clive wie überhaupt die meisten Eonquistadoren verließen Europa, weil ihnen die Heimat zu eng wurde, weil dies« ihnen kein« Entfaltungsmöglichkeiten bot und weil sie hofften, in anderen Erdteilen Wunder und Gold zu finden, ober sie waren immer Kommissare ihrer Regierung oder stellten, wenn sie Expeditionen auf eigene Faust unternahmen, die Eroberungen in den Dienst ihres Landes und rangierten sich damit der Gesellschaft wieder ein. Sie waren vielleicht Outsider, jedoch mw für eine kurze Frist. Kein Typ kommt in der Wirklichkeit in Reinkultur vor, den» er ist eine gedankliche Konstruktion, ein Idealsall. Aber zwei Männer näWrn sich ihm derart, daß sie schon als Typ des Abenteurers gelten können. Es sind dies der englische Dichter Lord Byron aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts und der englische Oberst Lawrence, der di« Araber während des Weltkrieges militärisch organisierte. Lord Byron, berühmter Dichter und Pair der englischen Krone, betrieb vor seinem Eintritt in das Oberhaus Opposition um der Opposition willen, unt«rstfitzte später in Italien die nationale Freiheitsbewegung gegen Oesterreich und nahm aktiv teil an dem Freiheitskrieg der Griechen. Er starb am Fieber, el)e er König von Griechenland wurde. War es nur Freiheitsdrang bei Byron oder fprecken noch andere Momente mit? Warum kämpft« Byron gegen die Gsiellicba't? Von Ansang au fühlte sich Byron als Outsider wegen seines Klnmpsußes, es entwickelten sich also bei ihm Minderwertigkcits- gefühle, die auch sein Dichterruhm nicht aus der Welt schassen konnte, denn kgin Rlihm war ihm groß genug. Lawrence war ein kleiner Oiiizier, ziemlich unbeachtet, ehe er zu den Arabern ging und sich einen berühmten Namen machte. Und von hieraus führt der Weg zum Abenteurer. Die Gegenwart Hot sich vedändert. Kriege und Eroberungen sind Stoatsmonopol geworden, und in einer Zeit, da sich olles Leben in das Schema des Staates einrangiert, hat auch der Schauplatz der abenteuerlichen Tätigkeit sein Gesicht geändert. Politik und Wirt- sckost sind ein Dorodo für den Abenteurer geworden. Di« In- slation in den zentraleuropäischen Ländern hatte nicht nur ein« Hausse des Dollars, sondern auch des Abenteurertums zu ver- zeichnen. Man denke etwa an jene kleinen wirtschaftlichen Eintagsfliegen, die in Berlin, Wien, Warschau oder der Hochburg der Inflation und Spekulation, Danzig, cchne Kapital und Kredit einfach aus die - Hausse des Dollars hin Banken und Kommanditgesellschaften grün- beten. Man denke auch an jene Scharen von Pseudopoiitikern, die zur selben Zeit, gleichgültig ob extrem links oder rechts eingestellt, die Politik zum Tummelplatz ihres Abenteurertums machten. Aber auch Menschen, deren Name in der Wirtschaft Klang hat, Menschen, die für kurze Zeit Europa Gesetz« diktierten, wie ei» Stinnes oder der Wiener Bankier Castiglione, sind im Grunde abenteuerliche Naturen, reüssierte Wirtschaftsabenteuccr. Der Erfolg gab ihnen r«cht. Daß dieser nicht von Dauer, daß er also unsicher fundiert war, zeigt der Verfall des Hauses Stinnes. Es wird oft bei genialen Menschen die Beobachtung gemacht, daß die Söhne ins Pathologische abbiegen, d. h. daß sie nur die rronkhaften Züge des Genies ererben. Hugo Stinnes hatte durchaus olle�Chorgktereigenschosten des großen Wirtschoftsksnquista- dors. Sein Sohn dagegen war schon reiner Abenteurer. Er sah wohl die Maschen des Gesetzes, durch die er sich hindurch winden konnte, aber ihm fehlte d«r genial« scharf« Blick seines Daters. der die großen Zusammenhäng« übersah. Der Abenteurer ist«in soziales Problem. Er fühlt sich außerhalb der Gesellschaft, da diese sein übergroßes Streben nach Macht und Einfluß nicht anerkennt od«r doch nicht in dem Maße, wie er es wünscht. Es ist beispielsweise für einen phantosiereichen und mutigen Menschen keine beglückende Aussicht,«in« Stellung einzunehmen, di« dem Wert, den er sich selbst gibt, in keiner Weise entspricht. Ob dieser eingebildete Wert von irgend einer Bcdeuwng ist, bl«ibt ein« Frage, die tcr Erfolg beantwortet. Castiglione stieg aus sozial »ieigelegencu Schichten hervor und auch Stinnes gehörte vor dem Kriege nicht zu den Großen von Rang. Gelegenheit macht nicht „Der einsame Wanderer hatte den kahlen Bergesgipfel erreicht und starrte in dos Schweigen der Sterne." Diesen Satz las der Reporter Karl Hammer in einem Roman und ließ das Buch sinken. Die elektrische Lampe brannte hell und warf gleißendes Licht auf eine Kohlezeichnung der Käthe Kollwitz. Das Bild begann zu leben und zu rebellieren, wie fast alle Bilder dieser großen Künstlerin. Der Roman, den der Reporter las, wor nicht viel wert. Er entfernte sich, wie sein Held, von der festen Erde und schwännt« nach den einsamen Sternen, als ob. da oben Erfüllung und Frieden sein könnten. Hammer ließ dos Buch liege», es war in der zwölften Stunde. Er stellte seinen Radioapparat«in, und nun war das Wunder des singenden Raums da, das Wunder des tönenden Aethers. Durch das kleine Kristall stiegen aus dem stummen Nichts groß« Gefühle und Musiken, die Schattenbilder serner Schicksale geisterten vor- über, durch den Stcrbegesang der alten Welt klangen schon die Hymnen der neuen Erde, chaotisch noch, aber doch schon verständig. Das Abendprogramm war zu Ende. Der übliche Humbug war gefilmt worden, der seicht« Auskläricht und geschwätzig« Geiser, die fatale Sendung mittelmäßiger Musik mit den harten Trommelschlägen patriotischer Verklärung: dos alles war nun vorbei, nichts blieb im Herzen als das trunkene Staunen über das Wunder der Technik. Aber dos größere Wunder kam noch: der Aether wurde nach sreinden Wellen abgesucht. Nach dem Ozean der Töne, die so schnell und fein schwingen, daß sie mit unseren Ohren„icht zu hören sind, wurden die Empfänger eingestellt. Die erst« Station meldete sich: England. Vor England aber hörte man dos schnelle Herzklopfen vieler Stationen, die ihre Signal« über die Meere und Länder funken. Durch die Morsezeichen, durch das unpathetische Kurz-Lang-Kurz schwemmte dann ein« schwärmerische Welle schöner Musik. Diese Musik schwennnt« aus England herüber, ein« singende Woge, die als weißen Schamn das süße Alt einer Frauenstimme trug. Die singende Welle füllte das ganze Zimmer aus. Die Welt war da. Und als die singende Woge in sich zerfiel, stürzte der dunkle Baß des Ansagers durch den tönenden Sturz und meldete:„I.aäies and Gentlemen, Mister Harrington speak ol.. Und der Mister Harrington aus Daventry, England, beginnt zu reden, und ganz leise hörte der Reporter durch diese Rede di« Funk- signole der Schisse, die de» Kanal kreuzten, Passagierichiffe, Fracht- dampfer, Schlepper, Fährboote, und dann kam das haftig« Ticken einer unbekannten Station. Dann ist Berlin da, aber nur zwei Minuten, bald strahlen die Lichter von Paris. Paris! Durch den schimmernden Sopran einer Sängerin hört« Hannner den Herzschlag dieser Stadt, ihren ver- zückten Puls und den ekstatischen Tumult der Straßen. Er hörte nur Diebe, sondern auch Abenteurer, Gelegenheit und eine Um- schichtung der Gesellschaft oder auch eine Umgruppierung der Ver- hältmsse. Hierfür ein Beispiel. Man kann in der Geschichte innner wieder beobachten, daß Persönlichkeiten, deren Name Klang und Wert hatte, in dem Augen- blick ins Abenteuerliche oder auch ins Verbrecherische gleiten, in denen«in wirtschaftlicher oder politischer Umschwung ihre Moral- begriff« einer schweren Belastungsprobe unterwirft. Militärische Kritiker behaupten, daß Ludendorff schon im Kriege ein Hajar- deur war. Damals erschien er der Oossenrlichkeit als der große geniale Mann, weil der Nimbus, den ihm seine Stellung verlieh, blendete. Die Nachkriegszeit änderte die Situation und Ludendorft verjiel der Roll« des politischen Abenteurers, der, da er den alten Glanz militä- rischen Gepränges schwindelt sieht, sich mit dem Scheinglonz pseudo- militärischen Firlefmyes umgibt. Und hier osfenbart sich die Tragik des Abenteurers, der Macht und Geltung braucht, der U e b c r- wertigkeitsgcfühle kultiviert, die eigentlich mir die Flucht vor den Minderwertig keitskomplexen verbergen. Diese Mindertvcrtigkeitskomplexe treten bei den anderen, die aus der Tiefe der Gesellschaft oirftteigen, klarer hervor. Der Fall Ludendorsf zeigt noch eins: nämlich, daß das Abenteurertum eines Menschen durchaus labil ist, daß die Verhältnisse darüber entscheiden, wohin die Entwicklung führt, und ob aus einem Mitglied der Gesellschaft ein asozialer Mensch wird. Der Abenteurer ist ein asozialer Mensch. Aber er ist, obgleich er sein Sonderleben entgegengesetzt den Ansichten der Gesellschaft führt, doch nicht der Mann der Maske. Er spielt keine Rolle, von der er nicht innerlich überzeugt ist, nur die übersteigerte Vorstellung von seinem eigenen Wert von der Größe seiner Persönlichkeit will er den Mitmenschen suggerieren. Der Abenteurer ist kein bewußter Betrüger, sondern ein betrogener Betrüger. Er bleibt unfruchtbar, sofern es ihm nicht doch noch gelingt, sich in Reih und Glied ein- zurongieren. k'elix Lederet. $ing~Sing Bin Zeitdokument gegen die Todesstrafe Im Jahre 1920 trat Lewis E. Lowes den Posten als Di- rektor(Warden) des New Dorker Gefängnisses Sing-Sing an. Er wor damals ein überzeugter Anhänger der Todesstrafe. Heute läßt er ein Buch(Oike and death in Sing-Sing. New Port, Dobleday) erscheinen, das über fein Glaubensbekenntnis als entschiedener Gegner der Todesstrafe Zeugnis ablegt. Ueberall, wo um die Todesstras« gekämpft wird, wird man aufhorchen müssen. Denn hier spricht ein Mann zur Welt, nicht zu seinem Land«, der der wellliche Beichtvater von 266 zum elektrislhcn Stuhl Verurteilten war! Sein Haupteinwand gegen die Todesstrafe: sie verroht die Menschen. Je mehr hingerichtet wird, um so höher steigt die Ziffer der Tötungsdelikte(im Lande der htintansten" Todesstrafe). Lebenslängliche Einschließung wirkt weit abschreckender als der.elek- irische Stuhl. Andere Gründe: die Todesstrafe richtet sich fast aus- schließlich gegen die unteren Klassen, die sich nicht an sähigc das heitere Zwitschern einer Frauenstimme, den fanatischen Beifall aus der Großen Oper, und dann kam neue Musik. Durch sie klirrie das leise Klingen von Silber und Kristall, lind dann hörte er auch die nicht in den Weltraum gefunkte Musik: er hörte den harten Schlaghanimcrtakt einer Arbeiterversammlung, der Reporter hörte im Lautsprecher seiner Phantasie die menschliche Stimme in tausend Tönungen und Formulierungen, das unterdrückte Weinen, den. Schrei des Aufstands und das herzübervolle Gelächter. Paris stürzte zusammen. Das süße Schluchzen der fernen Sängerin zersplittert« wie Glas. Nun funkte Charkow sein« Telcgraimn«, und dos hämmernde Kurz-Lang-Kurz war wie dos heftige Schlagen eines ruhelosen Herzens. Viele, viele Wellen kreuzten dann den Aether und er- loschen in einer neuen singenden Woge, die dos kleine Zimmer brau-' send erfüllte. Milano war da, und man hörte den großen Alarm donnernden Beifalls. Noch einmal kam dann England, das heitere England, das fröhliche England mit Jazzband und Saxophonen und den burlesken Späßen eines Komikers. Aber, wie bei Paris, konnte der Reporter mit den feinen Ohren auch noch andere Tönungen hören, er hört« die Minenschüsse in den Bergwerken, dos harte Klappern der Textil- sabriken, den brutalen Lärm eines Walzwerkes... Nein, jetzt war dos einsame Zimmer schon lange nicht mehr einsam. Neu« Stationen funkten neue Signole, man hörte die Funksprüche der Telegraphenämter, der schwimmenden Schiffe, da- zwischen heulten die Schreie mißhandelter Wellen. Und Hammer sühtte und hört««inen Lobgesang vom Auf- schwung des Menschen, der die Arbeit des Tages abgestreift hat. Mut flammt empor, schneller schlagen die Herzen, jetzt ist die froh- liche und ernste Sammlung zum zweiten Dasein da. Das zweite Dasein: über den großen, grauen Städten und arbeitsamen Ländern wölbt sich ein« Wog« von Musik, di« kein anderes Vaterland hat als das menschliche Herz. Das Blut beginnt zu musizieren, in Berlin, in Charkow, in Paris, in London. Uöberall ist dieselbe Freude, überall ist derselbe Schmerz. Der Reporter erlebte in jener Stunde die Verzauberung in diu Zukunft hinein, wo der schöne Lärm der vielen Länder durch«tu Kristall empfangen und geordnet weitergegeben wird, in alle Herzen einbricht unö seine Gestalt und Wirklichkeit findet im geeinten, harmonischen Europa, im Europa der dunklen Fuge, in der brausenden Sinfonie der ganzen Welt. Die letzten Morsezeichen takten durch den Raum. Hammer nahm noch«inmcll sein Buch vor und lächelte, als er den Satz von dem einsamen Wanderer las, der in das Schweigen der Stern« starrt«. Er schrieb schnell und gelenkig die neue Fassung an den weihen Rand: „Ein fröhlicher Wanderer lauschte in die Musik der Sterne hinein." Max LartKel. Verteidiger wenden können. Der Wohlhabende hat ganz andere Möglichkeiten, sich zu verteidigen und eine geistig« Erkrankung nach- zuweisen. Durch ein« Fülle von Beispielen werden diese Behaupllm- gen bewiesen. Von Justizmorden wird berichtet, die Sinnlosiz- keit einer Strafe nachgewiesen, deren Ziel nicht die Besserung des Töters ist, und sihließlich: die Angehörigen der Ver- urteilten werden durch die Hinrichtung schwerer getroffen als der Mord er selb st. Daneben finden sich Betrachtungen über Strafe und Verbrecher überhaupt. Einmal spricht ein zu zwanzig Jahren Sing-Sing ver- urteilter Italiener:„Im Krieg mußte ich einmal einen Deutschen töten, der mir irichts getan hatte. Dafür bekam ich eine Aus- Zeichnung. Dann kam ich nach Hause und tötete diesen Kerl, der meine Schwester ins Unglück gestürzt hat. Diesmal sagt der Richter, ich muß zwanzig Jahre sitzen. Im Krieg habe ich vielleicht gemordet, aber sicher nicht, als ich diese Schlange umbrachte." Wie steht es um den„geborenen" Verbrecher?„Man zeige mir einen Amerikaner," schreibt Lowes,„der genau aussieht wie Uncle Sam, oder einen Engländer, der John Bull ist. Dann will ich gern zugeben, daß man eines Tages den typischen„geborenen" Vcrbrcd)er finden wird." Lowes wendet sich auch gegen die kriminalistischen Vorurteile gegenüber gewissen Rassen. Wenn in Sing-Sing die Angehörigen bestimmter Nationalitäten besonders stark vertreten sind, so liegt dies an der Auswanderungsbewegung. So überwog im Gefängnis anfangs das irische Element, als die Iren die stärkste Ein- ivandentngsquote aufwiesen, später waren die Deutschen in der Mehrzahl, die dann von den Italienern abgelöst wurden, denen jetzt die Neger folgen. Wer sich für die Geschichte des Gefängniswesens interessiert, wird bei Lowes eine kurze Chronik dieses in der Welt am meisten genannten Gefängnisses finden: von den Anfängen, als die Prügel- strafe und die Ausbeutung der Gefangenen zugunsten einer beson- deren Unternehmerschicht noch an der Tagesordnung waren, bis zur modernen Entwicklung. Auch die Mißstände, die Uebergriffe und Durchstechereien der Beamten werden erörtert. Parallelen zur Tageschronik drängen sich auf. Dazwischen finden sich Schilderungen vom Sterben der Zwcihunderiscchsundzwanzig, di« Warden Lowes auf den elektrischen Stuhl schicken mußt«. Es bleibt zu wünschen, daß die Aufzeichnungen des Direktorz von Sing-Sing bald auch der deutschen Oesfenllichkeit und vor allem denen, die für di« Reform unseres Straftechts und Strafvollzugs in Frage kommen, zugänglich gemacht werden könnten. stl. Bayerische Staatsbibliothek in Schwierigkeiten Die Staatsbibliothek in München sieht sich veranlaßt, den Bezug der Zeitschriften sowie sämllicher Neuerscheinungen bis 1. April ein- zustellen: auch nach diesem Termin wird sie Neuerwerbungen nur in bedeutend verringertem Maße vornehmen /önnen. Die Schwierig- keiten, die in solchem Umfange zum ersten Male seit der Inflation bei einer der großen deutschen Bibliotheken auftreten, sind aus Kürzungen zurückzuführen, die an den betreffenden Positionen des Etats des bayerischen Kultusministeriums vorgenommen wurden. » Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. SM? nn/? r/udrr>n~). von o&Jtfuc/son-Sai Zeic/vnurzgzesi. t/ort Acloff /.ehnert (25. Fortsetzung.) Ecbbert hieß der Konstoblcr. der das Kommando und die Schlüssel über die Vorratskammer hatte. Die hatte er recht ein- seitig benutzt. Meistens, um sich den Alkohol anzusehen, und von dem gab es viel. Die ersten drei Tage hatten die drei Männer nur oersucht, sich den Durst zu vertreiben, den Make um sich verbreitet hatte. Als aber der Wein einging, ging der Verstand aus. Noch ein« Flasche, noch eine kam. Auch die Eskimos bekamen zu trinken, die Männer zuerst, dann die Frauen, und alles endete in einem wirren Durcheinander. An dem Tage, als Make heimkam, war der Kipselpunkt er- reicht, und er hatte einen Anblick, der ihn entsetzte. Waren das die Männer, aus die er sich verlassen hatte und mit denen er mindestens ein Jahr zusammenleben sollte? In seinem eigenen Bett log einer der Konstabler mit einer halbgeleertcn Flasche im Arm. Er schlics wie ein Bcwutztloscr, hatte ein rotes, aufgedunsenes Gesicht, und als er ihn weckte, be- fand er sich in einem wilden Rausch. In den anderen Stuben lagen die Eskimos und die zwei Konstabler durcheinander. Einige schliefen, andere waren nicht imstande, ausrecht zu stehen. Das Haus sah aus, als sei seit Makes Abreise nicht ausgeräumt worden. Aus- wurf und Schmutz, umgeworfene Stühle, zerrissene Bilder lagen überall herum. Es sah hoffnungslos aus, aber Make mochte sich sofort an die Arbeit. Er fing damit an, daß er sie, einen nach dem anderen, zum Haus hinaustrug.- Und obwohl sie protestierten und Widerstand leisteten, kamen sie alle hinaus; sie waren schwach wie Trunkene oder schliefen direkt, müde von den Ausschweifungen eines ganzen Monats. Bald war das Haus geräumt. Aber welches Haus! Welche Menschen! Jetzt erst oerstand Make ganz, daß auch das Leben hier Arbeit bedeutete, wenn er auch drei Mann zu Hilfe hatte, nament- lief), wenn sie wie seine Kameraden geartet waren. Nach drei Tagen war jedoch alles wieder in Ordnung. Eine donnernde Rede war gehalten, Befehle waren erteilt, und jetzt herrschte wieder Ruhe. Die Boote kamen, mit Walroßslcisch beladen, heim, und mehr war in den Depots auf den Inseln niedergelegt. Der Frost war stärker geworden, bald hielt der Winter seinen Einzug, der Winter, den sie vor Augen hatten mit seinen Wundern von Schlitten- fahrten, mit all dem, was der Neuling vom arktischen Leben er- wartet, und dann konnte man auch Mala jagen. Sobald das Eis tragen konnte, kamen Arola und die anderen von der Insel, wo die Walfänger sie verlassen hatten. Sie zeigten ilyre Kleidung und klagten. Es sei Ausgabe der Polizei, ihnen zu Helsen, meinte Make. Schlitten wurden deshalb an Land geschickt, urg Felle und Nähfadcn zu holen. Joe widersetzte sich, warum sollte man den dummen Eskimos helfen. Aber Make half ihnen, soviel er konnte. Er war der Vater einer mächtigen Familie ge- morden. Make dachte beständig an Mala, obwohl lange nicht von ihm die Rede gewesen war; er hatte vielleicht viel Unheil angerichtet, seit die letzten Eskimos fortgereist waren, gut, daß er bald um schädlich gemacht wurde! Da kamen, wenige Tage, nachdem Schlittenfahrt wieder mög- lich geworden, zwei Schlitten aus dem blorden. Der eine geHärte Illubalik, der nach seinem mißglückten Streit mit dem gesürchteten Mala nordwärts geflohen war. Er war nicht Malas Feind, aber er war doch von ihm vertrieben, und als er nach ilM ausgefragt wurde, merkte er. daß Mala bei dem vornehmen Mann schlecht au- geschrieben war. Worum, verstand er nicht, denn es war doch kein Verwandter des weißen Mannes, der getötet worden war. Aber das ging Illubalik nichts an. Es schien, als hätte der Sergeant Lust, Böses über den großen Mörder zu hören, und so erzählte er. daß Mala fürchterlich sei, und daß man nicht mit ihm zusammen- wohnen könne. Menschen seien gefährdet, wo er lebte. Illubalik erfuhr hierauf, daß Mala mit Schlitten hergeschafft. Gefangener der weißen Männer sein sollte und nicht gehen durfte, wohin er wollte. Aber Illubalik selbst bekam Tabak und viel Essen, und ihm wurde befohlen, zu bleiben. Er wußte, wo Mala im Winter wohnen wollte, und er sollte den Wg zeigen und Jeuge sein, wenn Mala kam. Dafür sollte er auf Kosten der Polizei ernährt werden. Es war immerhin etwas, im Triumph wiederzukommen und den Mann zu holen, der über alle gebieten zu können meinte. Illubalik war froh, daß er Mala und den Norden verlassen hotte, wem dies ober nicht gefiel, war Joe. Er fürchtet«, verdrängt zu werden. Er selbst aß mit am Tische der Polizei. Wenn die weißen Männer aufgestanden waren, kam er an die Reihe. Dann setzte er sich und säuberte den Tisch von allein, was übrig geblieben war. Sein Appetit entsprach der hohen Stellung, die er einnahm. Zuweilen wurden andere Eskimos eingeladen, mitzuessen. Das liebte Joe nicht, es ging auf feine Kosten, aber er war zu klug, sich etwas merken zu lassen. Er trat stets als Wirt auf:„Seid so gut und eßt hiervon. Das ist etwas, das du nicht kennst. Ach ja, hier haben wir vielerlei Speise; wenn wir müde sind, das eine zu essen, beginnen win mit dem anderen. Ach ja, in diesem Hause kocht man merkwürdige Gerichte." Jetzt aber kam Illubalik und sollte mit seiner Familie unter- gebracht worden. Joe sah zu seinem Schrecken, daß Illubaliks Frau und zwei Kinder mit am selben Tische sitzen sollten, und er emp- fand dos fast als eine Beleidigung. Er war gewohnt, in einsamer Majestät zu schmausen, und namentlich sreute er sich, wenn Eskimos ins Haus kamen, sich an der Tür niedersetzten und mit Ehrerbietung ihren vornehmen Landsmann sein Essen oerzehren sahen. Zuweilen konnte ihm einsallen, einem der Besucher etwas Gutes zu reichen, nicht zu oft und nie mehr als einmal. So blieb es etwas Be- sondercs, wenn Eskimos die Ehre genossen, etwas von seinem Essen zu erhalten. Was von seinem eigenen Mund übrig blieb, trug er in einem Eimer heim zu Frau und Kindern. Das wurde jetzt weniger, wenn Illubalik auch mitcisen sollte, aber Joe wußte schon noch zu seinem Recht zu kommen. Am ersten Tage, als Sivaganguak am Tisch« saß, fürchtete sie sich etwas vor dem fremden Essen, das sie noch nie geschmeckt hott«. Aber es schmeckt« gut, und Joe, der oben am Tische saß, ärgerte sich über ihren Appetit. Da nahm er den Senftopf und reichte ihn ihr.„Schütte davon auf deinen Teller und iß."— Sivaganguak tat es. Der Senf brannte aus der Zunge, und sie fuhr hoch:„O, das ist heiß, dos brennt mir im Munde." „Blas nur darauf, dann kühlt es ob," sagte Joe. Und sie blies und nahm wieder einen Löffel voll. Dos Gerücht von dem Vorfall lief weit umher und wurde zu einer Sage. Bis zu den fernsten Wohnplätzen hörte man von Sivaganguak s Mißgeschick. Menschen, die nie von Senf gehört hotten und nie die Möglichkeit hotten, ihn je zu schmecken, lachten unsäglich und fanden, daß sie lächerlich war. Und Joe hatte seine Stellung wieder eimnal behauptet. Make grübelte über den Mord und Molo. Er hatte den aus- sührtichen Rapport des Inspektors gelesen, und ihm dämmerte eine Ahnung, daß der Buchstabe des Gesetzes wohl jür die weißen Männer galt, aber keine Rücksicht auf einen Eskimo nahm, der unter anderen Voraussetzungen einen Mord begangen hatte. Und Mala war verloren. Cr sollte in Gegenwart vieler Eskimos gehenkt werden. Make stützte den Kopf in die.Hand, sah vor sich hin und dachte, wie es wohl wäre, ein Mörder zu sein. Waren es stets die Schlimmsten, die dieses furchtbare Verbrechen verübten. Er dachte an einen kleinen Hof in Südengland, vor dem hohe Bäume im Winde rauschten, und er sah vor sich ein junges Mädchen, noch dem er sich oft umgeschaut, mit dem er getanzt, das er immer von Festen heimbegleitet, und dem er doch nie gesagt hatte, was gesogt werdcn sollte. Die zwei waren vom Schicksal für einander bestimmt,. sie gehörten zusammen bis der fremde Mann kam, der reich war und in schönen Kleidern ging, und der sie, die bisher treulich auf ihn gewartet hatte, völlig verwirrte. Jetzt sah sie ihn nicht mehr an, sondern hatte andere Interessen. Er hatte gelitten und hotte gewütet, und als er sie endlich eines Tages traf, hotte er gefreit, aber mit solchen Worten, daß sie die Ver» zwcislung des zornigen Mannes spürte, die aus ihm sprach. Sie wurde ängsllich und antwortete gar nicht. Sie sah still zu ihni auf und schüsteste den Kopf, plötzlich aber merkte sie, daß die Tränen losbrechen wollten, sie warnte sich ab und lief schnell fort. Da Leute hinzukamen, folgte er ihr nicht, sondern blieb stehen. Er dachte daran, wie es ihn Abend für Abend gepeinigt hatte, wenn er seine Liebste mit dem Fremden gehen sah. In den Wald gingen die beiden, zum Tanze gingen sie, immer waren sie zusammen, und er lauerte hinter einem Baum und litt, er wurde kranken Sinnes. Eures Tages überwältigte ihn die Wildheit, er nahm einen Knüppel und ging damit am Abend zu den großen Bäumen am Flusse, wo der Weg vorbeiführte. Er wollte mit ihnen reden, sein Recht fordern und mit dem Knüppel in der Hand dem fremden Manne den Weg zeigen. Make erinnerte sich, wie er Stunde auf Stunde gewortet hatte. Sie kamen nicht. Statt aber abzukühlen, stieg seine Wut nur. Er wollte nicht mehr mit ihnen reden, sondern, sobald sie auftauchten, vorspringen und seinem Gagner den Kopf mit einem Schlage zerschmettern. Sein Beschluß stand fest. Aber sie kamen nicht. Sie gingen an dem Abend nicht aus. Später erfuhr er, daß der Fremde abgereist und der ganze Zauber behoben sei. Aber da schämte er sich, ihm wurde klar, daß er mir durch einen Zufall nicht zum Mörder geworden war. Da reiste er fort. Im Abenteuer wollte er sein Gemüt kühlem Und jetzt war er hier, ein Polizist im höchsten Norden, ein Mann, der einen Mörder, einen armen Eskimo suchen gmd dem Henker übergeben sollte, ohne daß der Mamr selbst wußte, warum, ohne daß er das Unglück verstand, das er über sich gebracht hatte. Sergeant Make fand, daß etwas Schmutziges an seinem Beruf war. Das war so ganz anders, als er es sich gedacht hatte. Er wollte Geld verdienen und in sein Dorf zurückkehren, aber er hotte geglaubt, prit reinen Händen wiederzukommen, und das hier war ihm widerwärtig. Aber er wies den Gedanken van sich. Es war seine Pflicht, seinem Dorgesetzten zu gehorchen. Er wollte zeigen, dos er aus- führen tonnte, was ihm befohlen war.(Forts, folgt.) WAS DER TAG BRINGT. ifiiiifminMiinnnnmmimimftnnmmiiiMüimiTmimiTnimiiHmmttrrHniiinHiiKnnirtmniDnmnrfHninnnmimimimiiiiiiiiiiiniitiiimmiMiiKntiniiinimiimHtiiiiiiiiiiiiiinnimnni Durchgehende Wildschonzeit für 1929? Der Allgemeine Deutsche Iagdschutzvcrein hat eine Eingabe an die Reichsregierung gerichtet, worin er eine durchgehende Wildschütz- zeit für Rai- und Rehwild, Hühner sowie Enten für das Jahr IkiZg fordert. Das Gesuch weist aus die schweren Verheerungen hin, die dieser Winter in ganz Deutschland unter dem Wildbestond airge- richtet hat. Hunde auf der Jagd. In den Waldgebieten Oesterreichs ist die Beobachtung gemacht worden, daß sich die Dorfhunde während des langen Winters zu regelrechten Wilddieben ausgebildet haben, die auch vor dem Hoch- wild nicht halt machen. Eine Skipatrouille des Bundesheeres, die sich auf Uebungsfahrt befand, hat in dieser Hinsicht ein interessantes Abenteuer erlebt. Die Soldaten kamen überraschend in ein« Senke und da standen vier Rehe, die sich an gestreutem Futter gütlich taten. Plötzlich sahen die Männer zwei Schäferhunde aus dem be- nachbarten Dorf, die sich lautlos an die Gruppe anschlichen, auf sie lassprangen und eine Rehgeiß niederrissen. Sie bissen das Tier rasch tot und begannen es zu zerfleischen. Die Soldaten ver- jagten sie. Diese jagenden Hunde sind daran schuld, daß in dieser Gegend von jagenden Wölfen berichtet wurde. Elektrische Milchentkeimung. In der..Biologischen Heilkunst" berichtet Dr. Viktor Fischer, daß es dem Wiener Professor Karl Seidel gelungen sei, fließende Milch durch kurze elektrische Wellen so zu behandeln, daß sie sich bei gc- eigneter Aufbewahrung mehrere Wochen keimfrei hält, ohne an Geschmack zu verlieren. Di« Wellen töten die empfindlichen Mikro- arganismen, ohne den Vitaminen und den Geschmackstoffen zu schaden. Dossena stellt aus. Grillenwettbewerb. Was uns etwa der Gesang eines Kanarienvogels ist, das ist den Chinesen das Zirpen der Grille. Kürzlich wurde in Peking ein Wettbewerb unter den„Heimchen" veranstaltet, an dem ungefähr WO Tierchen teilnahmen. Der Sieger erhielt den stolzen Namen „Die goldene Glocke". In Neapel ist dieser Tag« eine Kunstausstellung eröffnet war- den. die einzig und ollein den Werken des durch seine Fälschungen antiker Statuen bekannt gewordenen italienisschcit Bildhauers Dossena gewidmet ist. Unter den ausgestellten Standbildern be- finden sich auch eine ganze Reihe von Statuen, die noch Bekannt- werden der Fälschungen aus Amerika nach Italien zurückgekommen find. Eine Reihe bekannter italienischer Kunstkenner waren bei der Eröffnung der Ausstellung anwesend. Sie vermochten selbst jetzt noch nicht die Unterschiede zwischen Dosjenas Kopien und den echten Verroccios und Donatellas festzustellen. Die Ausstellung hat für Dossena schon jetzt große Einnahmen gebrach.. Er ist kaum in der Lage, den vielen Bestellungen von Kopien antiker Meister nachzu- kommen, trotzdem er seine Honorare von Tag zu Tag erhöht hat. Di« ausgestellten Werke sind fast sämtlich zu märchenhaften Preisen verkauft worden. freitaie. 15. Märe. Berlin. 16.00 Pr. Cu«Ili»riit, Marburc: Dem Andenken Cmil von Bebrinss. 16.30 Teemusik Hotel Adlon(Kapelle Daios Bdla). 18.10 O. Colson;..D'une langue a l'aulre". 18.35 Hauptmann Hans Rohde; Deutsche rorschunjsarbeit im Innern Afrikas. AnschlieBend: Das Wochenende. Wocbencnd-Spazierstnge,-Ausflüce und -Fahrt en. 19.00 Chelrcdakleu» Karl Vetter; Die Schönheit der Mark. 19.30 Hans-Bredow-Schule. Prof. Dt. W. Waelroidt: Wie macht man Museen lebendis? 30.00 Untchaitunesrausik Hotel Kaiserbof(Kapelle Odra Kontor). 30.50 Sinfonickonrert. Dirigent: Bruno Seldler-Winklcr. Königs vustcrbauscii. 16.00 Dr. Isa Koch: Aus. den Crfahrnngen einer EheberatUHgssielie. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. F Baader Di« Agrarkrise und Agrarverschnldnng in DMtschlaed. 18.00 Dr. Theodor Haecker: Christentum und Kultur. 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. 18.55- Ing. H. Bornemann: Werkraeisterlehrgang für Facharbeiter: Elektrotechnik. 19.20 Wissenschanlicher Vortrag für Aetzte. 33.<5— 23.13 Bildnmiversachc. Hoovers Vorfahren Deutsche. Die amerikanische Heraldische Gesellschaft hat durch genealogische Forschungen festgestellt, daß der amerikanische Präsident H o o v e r in direkter Linie von einem Andreas Hnber stammt, der in Baden-Baden geboren war und etwa um 1740 nach Amerika auswanderte, wo er sich in Maryland niederließ. Täglich 3000 Völkerbundartikel! Das Sekretariat des Völkerbundes hat ausgerechnet, daß wäh- rend des Jahres 19W in der gesamten Weltpresse täglich durchschnitt- lich 3000 Artikel, Nachrichten, Notizen erschienen sind. An einem Tag wurde sogar der Rekord von 53000 Prcssezstaten aufgestellt. Der Papst bestellt ein Flugzeug. Der Papst hat bei einer englischen Flug.�ugsabrik ein Flugzeug in Austrag gegeben. Die Maschine wird aus den Tragslächen das Wappen des Vatikans tragen. Das Flugzeug wird schon in den nächsten Tagen von London nach Rom übergeführt werden. Jerome macht einen Witz. Der englische Dichter Jerome K. Jerome wurde einmal van einem Agenten besucht, der ihm«in Lotterielos verkaufen wollte. .Was kann man auf dieses Los gewannen?" fragte Jerome. ,T)H," versichert« der Vertreter,„50 000 Pfund Sterling können Sie darauf gewinnen!" „lind wann kann man das gewinnen? fragte Jerome weiter. „In zehn Wochen ist die Ziehung," erwiderte der Verkäufer. „Bedaure." sagt« Jerome plötzlich naiv,„ich kann dos Los nicht kaufen, denn ich brauche das Geld spätestens bis Ende des Monats." zJflortxjrLdoJflLel Kampf gegen den Bund. Kommunistische Eingeständnisse. Die zum Bundestag des Arbeiter-Turn- und Sporlbundes in Leipzig herausgegebene Broschüre..Der Kampf um den Bund" ist in der kommunistischen Presse seinerzeit stark besprochen worden. Unter anderem lasen wir darüber folgende Beurteilung: „Neuerdings leistet ssch der Bundesnorsitzende einen neuen Streich, der wirklich wert ist der breiten Oessentlichkeit präsentiert zu werden. Gellerts Sumpfbroschüre„Der Kamps um den Bund" ist der Gipfel der Niedertracht, den sich ein Mensch zu leisten ver- nwg. angeblich gesammeltes Material aus dem Bundesgebiet, das die Kommunisten als Störenfriede der Bewegung hinstellen soll." Die unter der Leitung der KPD. stehenden Ausgeschlossenen aus demATSB., die die Richtigkeit des Inhaltes der Broschüre bestritten haben, auch daß sie nach den Parolen der Partei stets gehandelt haben, sind jetzt anderer Meinung, als in der oorstehenden Notiz zum Ausdruck gebracht worden ist. Die Zeitung„Spiel und Sport" von, 29. Januar, Organ der Ausgeschlossenen, schreibt folgendes: „An und für sich ist dos Material in der Broschüre:„Der Kampf um den Bund" bedeutungslos. Damit sollen ja nur die politischen Kinder im Arbeiter-Turn- und Sportbund erschreckt werden. Daß die KPD. ihre politischen Ziele u. a. auch m i t Hilfe von Fraktionen zu erreichen sucht, steht in ihrem Statut, und man kann es ja tagtäglich in der KPD.-Presse lesen. Bon dieser Fraktionsorbeit bleibt auch der Zlrbeiter spart nicht verschont. Natürlich kommen da- bei. auch Fehler vor, denn Bolschewist zu sein ist etwas schwieriger als Sozialdemokrat. Vielleicht wird es auch bald nötiger, die Fraktionsarbeit mehr in die bürgerlichen Vereine zu legen." Man gibt also zu, daß die Fraktionsarbeit pslichtgemäß von der KPD. bestellt und geleistet wort»n ist. Man gibt auch zu, Fehler gemacht zu haben. Solche Eingeständnisse sind außerordentlich interessant. Sie bewegen sich in gleicher Linie wie die Enthüllungen des Kommunisten Golm, Osfenbach, der staut„Gewcrkschasts- Zeitung" vom 23. Februar 1929) bestätigt hat, daß Losowski in der Dezembersitzung der Prosintern gesagt hat: „Jawohl, unser« Anweisung bedeutet Spal- t u n g. W i r befinden uns in einer Sackgasse, aus der wir nur durch die Spaltung der re- jormistischen Verbände herauskommen." Wir brauchen uns nicht zu wundern, daß der Kampf der Kommunisten im ADSB. augenblicklich so verzweifelt ist. Wer sich in einer Sackgasse befindet, haut blindwütend um sich, ohne sich bewußt zu sein, ob er damit sich und der eigenen Bewegung schadet. Pflicht ist es, solche blind tobenden Wüteriche zu erkennen und sie frühzeitig an die frische Lust zu setzen. Wie die Kommunisten systematisch den Arbeitersport unter- wühlen, zeigt folgendes Schreiben: KPD. Bezirksleitung Schlesien. Org. Abtlg. Sport. Breslau, den 16. 1. 1929. An die Ortsgruppe......... Wert« Genossen! Am Sanntog, dem 29. Januar, vormittags 9 Uhr. findet im Breslauer Gewerkschojtshaus, Margarctenftr. 17, der Provinzial- kartelltag für Sport und Körperpflege statt. Stellt bitte sofort fest, ob in eurem Ort ein Parteigenosse als Delegierter gewählt worden ist. Sollte dies der Fall sein, so be- nachrichtigt ihn, daß Sonntag vormittag Punkt 8 Uhr. im Partei- sekretariat, Feldstr. 50. eine Besprechung vorher stattfindet, zu der alle kommunistischen De�xgicrten unbedingt erscheinen müssen. Dieser Brief und dos Porteimitgliedsbuch sind als Ausweis mitzubringen. Mit komm. Gruß! Bezirksleitung Schlesien der KPD., Org. Abtlg. Solche Schreiben find auch vor dem Bundestag des Arbeiter- Turn- und Sportbundes verschickt worden. Trotzdem lamentierte die kommunistische Delegiertengesellschast, als man sie auf dem Bundes- tag an den Ohren nahm und stellte sich als die verfolgte Unschuld hin. Feige stritten diese„Klassenkämpfer" alles ab, sie brachten nicht den Mut für ihre Taten auf. Das wurde ihnen als Volsche- roisten allerdings durch die moskowitische Absolution sehr erleichert, indem von den Parteipäpsten Lüge. Verleumdung und Verdrehung der Wahrheit als Kampfmittel gegen„Klassengenossen" erlaubt wurden.— ÄZiderliches Gesindel! Solidarität mftl Um auch d«ri Teil der Mitglieder der ehemaligen 7., 8. und 9. Abteilung der Ortsgruppe Berlin des Arbeiter-Rad- und Kraft- fahrerÄundes„Solidarität", die sich mit den Spaltern im Ar- beitersport nicht einverstanden fühlen und die Richtlinien der Zen- tralkommifsion sowie des Bundes anerkennen, Gelegenheit zu geben, sich wieder zu Abteilungen ziisamunenzuschließen, fordern wir aus, sich an Gustav Schwarz, Berlin N. 63. O u d e n a r d e r S t r. 1 2, schriftlich oder mündlich zu wenden. Die sich Meldenden erhalten dann Bescheid, wann und wo die Sitzung stattfindet. Auch die radfahrenden Partei- und Gcwerkschastsqenossinnen und -genossen sowie auch Jugendliche Berlins fordern wir auf. unserem Bunde beizutreten. Abteilungen befinden sich in allen Stadtteilen. Dl« Ortsgruppe pflegt sämtliche Radsportarten, wie Touren- und Wanderfahrten, Saalsport, Radballspiele, Rennen usw. Bei dieser Gelegenheit fei aus die Vorteile, die der Bund seinen Mitgliedern bei geringen Vierteljahr sbeiträgcn bietet, hingewiesen, so z. L. bei Raddiebstahl Aushändigung eines neuen Rades, Unfall und Haft- p'licht, Rechtsschutz, kostenlose Grenzüberschreitung usw. Für Motorradfahrer bietet der Bund Vorteil«, wie sie keine andere Vereinigung bietet. So die Haftpflichtversicherung in eigener Regie mit einem Iahressatz von 24 Mark und mit Bei- wagen S0 Mark. Interessenten wird bereitwilligst Auskunft erteilt durch Ernst Lemke. Berlin O. 17. Loskerstr. 12. In Rad- fahrerang-legenheiten richte man seine Anfragen an Robert Roch- barch, Schöneberger Str. 17a. Die Rennfahrer der Ortsgruppe C h a rl o t t e n b u r g halten heute Freitag im Lokal Reimer. Wilmersdorfer Straße 21, eä» Rennfahrevfitzung ab. Jeder, der sich für den Radrvmtsport m- fcrchtr.A, H herMhtz emgetad«. Die der Ortsgruppe Charlottenburg finden jeden Mittwoch nach dem 1. und IS. jeden Monats im gleichen Lokal statt. Auskunft erteilt in allen Angelegenheiten Fritz Schulze, Chorlottenburg, Kaiser-Friedrich- Straße 26. Grth. I. Zum Kreisschwimmfe&t. Am Sonntag 17. Marz im Spandauer Hallenbad, Kreisschwimmieste der Arbeiterfchwimmer sind schon immer ein Prüfstein für die Leistungen gewesen und so kann auch dieses Fest als ein solcher betrachtet werde». 24 Vereine und Abteilungen des Kreises haben Meldungen abgegeben. Sie garantieren in allen Wettkämpsen die allerbeste Besetzung. Auch die volkstümlichen Vor- jllhrungen werden Ueberrafchungen bieten. Die Frauen der Lehr- klosse der Arbeiter-Turn- und Sportschule Berlin wenden einen Kunstreigen in vollendeter'Ausführung zeige», 24 Frauen werden dabei mitwirken. Das G r u p p e»f p r i ng c n, ausge- führt van allen Springern des l. Kreises, wird feine Wirkung nicht verfehlen. Di« Freien Schwi miner Groß-Bcrlin werden Rettungs- Vorführungen in mustergültiger Weife zeigen und damit beweisen, daß gerade diesem Gebiet die größte Beachtung geschenkt wird. Die Wettkämpfe wenden durch eine IvXSO-Meter-Be.zirksstasette eröffnet. Es wird einen harten Kampf geben. Die Kräfte sind fast. gleichwertig. In der Männerbrusfftafette über 4X56 Meter für Prooinzvereine werde» sich sechs Vereine den Sieg streitig machen. Rathenow ist hier Favorit. In der Iugendlagenstasette sind zehn Berliner und sechs Provinzverein« gemeldet. Einen schönen Kampf wird das 2lX>-M«tcr-Brusffchmiminen der Männer-.�-Klasse ergeben; 13 Schwimmer werden sich dem Starter stellen. Wenn nicht allas trügt, wird hier eine neue Bundeshöchstleistung geschaffen werden. Auch die Altersklasse hat zu ihrer Konkurrenz 13 Schwimmer an den Start geschickt. Das 10v-Metcr-Freistilschwimmen der �.-Klasse wird harten Komps ergeben. Denn bei dir Kräfteverteilung inner- halb Groß-Berlins hat sich ein gutes Feld ergeben. In der L-Klasse werden die Leistungen der 21 Teilnehmer nicht viel nachstehen. Die bisher gezeigten Leistungen im Kunfffpringen lassen auch hier das Springen zu einem Hochgenuß werden. Die Lagenftafctte für die Männer-.�-Klasse hat nur vier teilnehmende Vereine ge- funden, die sich aber einen Kamps liefern werden, bei dem voraus- sichtlich die Höchstleistungen unterboten werden. Neukölln, Marien- dors und zwei Hcllas-Maunschaften werden sich um dm Sieg streiten. Als einzigstes Wasserbollspiel treten die Männermann- schaffen von Spandau und Eharlottenburg sich gegenüber. Beide Mannfchaiten haben in letzter Zeit erheblich an Spietstärke gc- mannen, so daß auch dieses Spiel noch vollkommen offen ist.- Die Schwimmhalle des Spandauer Hallenbades in der R a d e l a n d st r a ß e gibt Gewähr für ein« gute Abwicklung oller Wettkämpfe. Es ist geradezu dafiir geschaffen. Für die Freunde und Anhänger wird dieses Fest zu einem großen sportlichen Er- e ig ins werden. Bei dem niedrigen Eintrittspreis von SO Pfennigen ist die Möglichkeit gegeben, daß jeder die Veranstaltung besuchen kann. ver ADGB. für Mürnbcrö. Der A l l g e m eine Deutsche Gewcrkschaftsbund unterstützt das Bundes fest des Arbeiter-Turn- md Sporlbun- des durch folgenden Ausruf, der in der Gcmerkschostspresse Ver- öffentllchung" findet: „Die Teilnahme der bis in die hunderttausende gehenden Ar- beitersporller an dem 2. Arbeiter-Turn- und Sportfest vom 18. bis 2t. Zuli 1929 zu Nürnberg seht voraus, daß die gesamte Arbeiter- schaff Deutschlands es für ihre Pflicht hält, den Arbeilerfportlern die Teilnahme an dem Fest zu ermöglichen. Das geschieht am besten Zum ätädterm�IcampL stellen sieh vor: . die 1. Breslauer Ringermannschaft- Die Mannschaft von Alf-Wedding 1883, die heute, Freitag, 29 Uhr(Einlaß eine Stunde früher), in einem Städte ringkampf Bresla u— B e rl in in den P h a r u s- fälen, Müllerstratze(Untergrundbahn Seestraßc), kämpfen werden. Der Abend ist eine Berairfwltung der bimdestreuen Arbeiter- a thlaf«», Sic rechne» auf starkm Besuch tetch die ArbeiterjchcH, durch Rücksichtnahme bei der Festlegung der Ferien, bei der die verbandsleitungcn, Betriebsräte usw. sich gewiß gern dafür einsehen werden, daß bei der Verteilung der Ferien in den Betrieben dm Anträgen der Arbeitersportler in erster Linie entsprochen und die Festlegung der Ferien in der Zeil des Festes ermöglicht wird. Das Arbeiter-Turn- und Sportfest ist eine Angelegen- heil der ganzen Arbeilerschafl, dos Gelingen dieol der gesamten Arbeiterbewegung. Im Einverständnis, mit dem Bundes- vorstand des Allgemeinen Deutschen Gcwerkschaslsbundcs bitten wir darum die gesamte Arbeiterschasl, Verständnis zu haben für dos Fest und möglichst allm Antragstellern die Teilnahme am Fest durch die Gewährung der Ferien zu ermöglichm." vie Eishodcey- Wettkämpf c. Davoser Hockey-Club und„Slavia" Prag. Obwohl die allwöchentlichen internationalen Eishockey- Wettkämpfe im Sportpalast noch bis Mitte April fortgesetzt werden, haben sich jedoch so viele auswärtige Mannschaften an- gesagt, daß an diesem Wochenende gleich zwei internationale Teams nach Berlin in dm Sportpalast komnim. Es sind dies der Schweizer Meister Davoser Hockey-Clnb und die„Sla- o i a"- P r o g. Der Davoser Hockcy-Club war in den letzten Jahren ständiger Saisongast, wir überhaupt zwischen dem Berliner Schlittschuh-Club und den Davosern seit langmi ein reger Spielaustausch besteht. Die Begegnungen tier beiden ungefähr gleich starken Mannschaften verliefen innner besonders spannend und brachten hervorragenden Sport. Auch diesmal hat der Davoser Hockey-Club eine ansge- zeichnete Mannschaft zusammmgestellt. Sie besteht ans: Kuenzler (Tor), sowie Geromini. Dr. Ruedi. Morosani, Meng, Rudolph, Spengler und Mai, also die ziemlich gleiche Aufstellung, mit der Davos die Schweiz bei den dicsjährigm Europa meisterschaffen vertrat. Am Sonnabend werden die Davoser gegen die„Inter- nationalen" des Berliner Schlitffchuh-Clubs und am Sonntag gegm die Auswahlmannschaft des Brandenburgischen Eissport- Verbandes antretm. Diese besteht aus: im Tor Schmidt(SEE.), Verteidiger Lehniger(SEE.), Heinrich(Brandenburg), Stürmer Krüger(BSE.), Herker(Brandenburg), Kuklinski(Brandenburg), sowie Kühn(Brandenburg) und Kummetz(Brandenburg). Eine ebenfalls sehr starke Mannschaft erwartet der Berliner Schlittschuh-Club am Sänntag in„SIav!a"-Prag. Die„Slavia"- Prag zählte Jahre hindurch als beste Tschechcn-Mannschast und hat auch in dieser Saison wieder sehr beachtmswerte Erfolge errungen. Ramm wie: Sroubeck, Jirkowski, Steigmhöfer und Pospisil sind seit langmi„eiserner Bestand" des tschechischen internationalen Teams, die auch diesmal wieder sich dm Europameistertitel holte. Da die Tschechen gerade am Schluß der Saison erfahrungsgemäß ganz besonders stark sind, so wird es auch hier zu einem durchaus offenen, hochwertigen und stets spannendm Kampf kommen. Am Sonnabend ist noch dem internationalen Spiel Bavos— Berlin ebenfalls noch ein weiterer Kampf angesetzt. Hier soll einmal der Nachwuchs zu Worte kommen. Die tüchtigen Juniorm-Mann- schasten„Brandenburg" und des Berliner Eislaus-Clubs, die beide in dieser Saison schon manche Seniorm-Mannfchaft geschlagen habm, werden sich zeigen. r- Ein holländisches Arbeitcrsport-Bundestcsf. Der niederländische Arbeitersportbund bereitet für Pfingsten 1929 in Haag ein Bundes fest vor. Die Wetttämpf« sind inter- national ausgeschrieben, sie umfassen: Leichtathletik, Fußball, Hand- ball und Korbball. Für die ausläMschen Gäste ist kostenlose Unterkunft bei den Arbeitersportlern, Gewerkschaftlern und Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei in Haag vorgesehen. Ein groß- artiger Ausmarsch der Festteilnehmer und der mit den Arbeiter- sportlern sympathisierenden Arbeitern ereinigunpcn sott zu einem Höhepunkt der Veranstaltung werden.» Gegen den Rekordwahn. Der amerikanische Antomobstverband hat nach dem tödlichen Unfall des amerikanischen Rennfahrers Lee B i b l«, der auf feiner zweiten Fahrt bei einer Geschwindigkeit von mehr als 329 Kilometer mit feinem Rissenwagen ins Schlendern kons und dabei die Herr- schaff über das Fahrzeug verlor, weitere Rekordfahrien am Strande von Dayton Beach auf Florida vorläufig verboten. Major' Segrav? hatte zwar die Absicht, einen neuen Versuch zu wagen, doch hat er diesen Plan sofort aipgegeben, als er von dem Schicksal feines Koukurrciiteii erfuhr. Der Automobitvenband deckt den Brunnen zu, nachdem das Kind hineingefallen ist. VOerfBUrirt«bk i Am Sonntag, 17. Mary, fährt die Abteilung Mitte des Tau- ristenvereins„Die Naturfreunde" ab 7.97 und 9.07 Uhr vom Schie- süchen Bahnhof noch Strausberg. Treffpunkt am Bahnhof. Nach- zügler, die 9.97 Uhr fahren, benutzen ab Strausberg-Borftadt die Straßenbahn ur»d fahren bis Strausberg(Fähre). Dorffelbst Treffpunkt. Die Wanderimg führt durch das Annatal, am Herren- fee und Strausfee vorbei nach Stransberg. Berührt wird mich der 'Lötz- und Fänger-See.— Gäste herzlich willkommen Schwimmer»r»s Berlin« V. Iugendausschnjisikuna Sonnabend, 18. Marz, 20 Uhr, Kewertschaftrhaus,»oufcronzziaunrr. Arveiter-Radkahrcr iinb Krastsahrerbnn»„Solidantab', OrtoariiPpe Ber. Ii«, Pkfchäftäflclic Rodert Rotbarth, Schonederger Str. 17». Si»ii!lhcruno b.s Bttndcsqeiiiijsen Otto tzischer Eonnabend, 16. Marz, j:i Uhr, im SUmaiocium Kcrichtsloa»«.— 1. Abt. Freitag, 15. Mörz, bei Rtickert. Slcinmehstr;uw, Sihung, Zourrndrlanntgabe daselbst.— 2, Bbt. Eomitog, 17. Mar�,» Uhr, Ansohrrn.»iwiei-xinisterhoustn. Ertner. Hirschgarten. 13 Uhr: L»irschgarten. Wilhelmshof. Mittwoch, so. März, 20 Uhr, Eihung bei MWer, Schänlei». ftrofte 6.-5.»bt. Sonntag. 17. März.!>% und 13 Uhr: Adlershof, Wijfl stein. Mittwoch, 20. März, 20 Uhr, Sifeung, Strausberger Str. 3.—*. Abt. Zre:- !ag, 15. März, 20 Uhr, Sitzung bei Büttner, Schwedt«! Str 23. Eonntgg, 17. März, 12 Uhr, Anfahrttour nach Birienwerder, Waldschlötzchen, Briescallee. Start: Stolsüschc Str. Arnimplotz.— 10. Abt. Donnerstag, 31, Mär,. 30 Uhr, Sitzung bei Wittschutz. Petersburger Str. 5.— 12. Abt. f Motor fahrer). Sitzungslokal Ninbl-OueNc, Reichenberger Str. 01.—»««»fahrer- Abteilnng. 17. Mörz. 13 Uhr, Birkeiiwcrber, Äalbschrstzcheit, an der Bonn. Start: Bor dem Stettiner Borortbahnhof. Donnerstag. 21. März, 20 Uhr, Sitzung, StoUfchmiderstr. 20.— vrtsgr. Shartottrnbnrg. Mittwoch. 20. März, 20 Uhr, Mitgliederversarmnlung hei Reimer, Wilrnersdorfer Str. 21,— Ort,. grnppe Renlolln, KeschäsissteRc Karl Westphal. Lahnslr. 71. Sonntag, 17. März. 13 Uhr, Anfahrt nach Rudow, Linbenpark. Start: Hohenzollernplotz. Donnerz. tag, 21. März. 20 Uhr. Bierieliahre-.Versammlung hei Müller, goiser.zriedrlä.. Strotze 171—172.— Motorsahrer-AdteUnng. Anschrift: Habel, E. 50, Notl, busser Damm«8.». III. Sonntag. 17. März, 12 Uhr. Hohenzollernplotz.— Ortsgruppe Obers chäsemrid«. Anschrift: B. Lachmunb, Mathilbenstr. 3. Sonnrag, 17. März. 13 Uhr, Frahftngsan fahren. Start zur Ruirdsahri: Sporttlause, � Begrrksnachrichte« nnissen unbedingt bis spätestens Ig. Mär» heim Schriftleiter mntreften. In der Turnratsfitzüng am 20. März werden Bezirksnachrichten nicht mehr angenommen. Die Echriftleitnng. ZTchB.. Südosten. Trepto«. Sonnabend, 18. März. 20 Uhr, im Jugend heim Reichenberger Str. 88, Borbesprechung der Osterfohrt. Anmeldungen dort. Siebcmbgnl. ja©*,«ntwottwaaM»*. S-m-ohcnd.„Un.MäA Uftb Bta. in der «»WB d««bcksAmvoartr. SBaWa« Zageax&mta Milttge Gardinen! 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Evelvri Holt, Walter Rilla Turmstratje 12 Der Mann, der lacht mit Conrad Veldt Alexanderstr. 39-40 (Pastage) Das alte Gcsele mit Henny Porten, Emst Deutsch Jugendliche haben Zutritt Welt-Kino Alt-Moabit 90 Nachfwelf mit A. May Wong Eva Im Paradies Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 33 Kosaken mit John Gilbert (nach Tolstoi) Beiprogramm- DOhnenscfaan Sonnabend 11»fe Uhr Nachtvorstellg.: Der Stcinach-Film mit Vortrag Titania(u,. s�S�berg) Hauptstraße 49 Die Siebzehnjährigen mit G. Mosheim Die Komödiantin mit Nornm SbcAmr > ChRrlottefiDurg Schlüter-Thcatcr Schlüierstr. 17 W. 7. 9,15, 5t6. ab 4 Uhr Werktags bis 7 Uhr von 60 Pfennig an Ich kfissc Ihre Hand, Madam Ihr dankler Punkt mit Lillan Harvey ■ Sfgllt«■ Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Beginn; W. 6.30, 9. Stgs. 4, 6.30, 9 Uhr Die Zirkasprinsessin Auf der Bühne: Die vier Knetbs Ab Montag UrauHShrung: Moderae MQtter mit Irene Rieb > UchfrfldR'Wt J Wochentags 630, 9 Uhr Stg.5,7,9. 3 Uhr Jug.-V. Hindenburgdamm 58a LlebfraumildL mit Hennv Porten Die Orchideentänzerin Dflhncnschan Hi-Li Südwesten Film-Palast Kammcrsäle Teltower 5tr. 1-4 Beginn 6 U. Die Büchse der Pnndora(Lulu) mit Lotse Brooks, Fritz Kortner Süden Tb. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5. 6J0 Uhr, Stg. ab 4 Ubr Die grofte Leidenschaft mit Dago Ter D. Vielgeliebte trad die letzte Jongfran Südosten Filmeck Be8innW-Js5fÄ Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Das brennende Herz mit M. Christians Zum erstenmal: TonfUsne Btthnensdiao Luisen-Theater Keichenberger Straße 34 Wochentags ab 6 Uhr. Sonntags ab 4 Uhr Die lustigen Vagabunden Revue: Im Flugs»M die VcM< Urania-Theater Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6.45, 8.45 Uhr. Stg. 2.45, 5, 7, 9 Uhr Lemke««ei. Witwe mit L. Arna Hin-Tin-Tin anter Verbrechern Varietcschaa Vorwärtslcser Voningsp reise M Heukölln j Primus-Palast Hermannplatz Der Mann mit dem Laubfrosch mit Helnrids George Aul der Bühne: Ohelo-Trio Herbert nnd Schüller, lustige Wandermusikanten i W •iDensu« Passagc-Liditspielc Neukölln, Bergstraße 151—152 Woch. 5, 7u. ca. 8.45, Stg. 3,5, 7u. ca. 8.45 U. Der Posfraob tn d. Tenfelssdslodit Glück bei Frauen, reizend. Lustspiel Bfihnenscbaa Südpalast Knesebecksir. 113, BhL Hermannstraße Das golflosc Mädchen Die Insel der Gestrandefcn GroHe Bfihnensdiaa/ M Tempalhof k Tivoli-Lichlspicle Tempelhol. Berliner Str. 97 W. ec30, ca. 8,45 u, S. 4.45, 6.45. ca. 8.45 U. Zirknsleben mit Ken Meynard Bühne; Hurra, wir lachen J �endliche haben Zutritt Vfa f» Mariendorfer lia-tal Lichtspiele Chausseestraße 305. Stg. Jugd.-Vors*. Das brennende Herz mit M, Christians Der Turfkönig Bühnen sdiau Nord«st«n .Elysium" Prenzlauer Allee 58—- Film und Bühne Der Mann, der lacht mit Conrad Vcidt Bühne; Jansen-Jacobs-Dalleä vom SkaU-Tbcatcc, Kopenbagcn Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 205—210 Das brennende Herz mit M. Christian« Buhne: Revue: Rechts and links der Spree fitthnciudiaa > OEf»i m Germania-Palast Frankfurter Alice 314 Vings I Der große Fliegerlilm mit Geräusch- und Klangeffekten Das gute Beiprogramm und die große Varietes diso Beginn der ersten Vorstellung Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Friodrlchsfeld« Beginn täglich 5,7, 9 Uhr Luna-Filmpalast Or. Frankfurter Str. 121 5. O. 5- Schiff In Not Bühne: Schmidt-Revue: Wir macfaen's nochmal Concordia-Palast Andreasstraße 64 Wlngs! Der eroßc Flicgerfilm mit Geräusch- und Klangeffekten DAhaenscfaaa Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lfickstraße 70—73 Zaditbaos Da* weiße Geheimnis(Nobile- g Rettung), uastspiel Willy Kosen Bflbnensdsan Viktoria Lichtbild Tb. Frankfurter Allee 48 Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca..45 U. Waterloo mit Otto Gebühr Bübnentcfaao Jugendliche haben Zutritt Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3. 5. 7 u ca. 8.45 U. Hinter Haremsmauern Bühne; Gastspiel! Theater der fröhlichen Menschen Rem in 10 Bilder« j Kino Busch Alt Friedrichsfelde 3 Die große Abenteurerin mit L. Damita Der geheimnisvolle Ozeanflug (Blue) BQhncnschau W NlecfrsehöfiRWidR� Elysium(nim0r�t) Hassclwcrderstraße 17 Zadtthaus(Nach Sibirien) Rache für Eddy mit Eddy Polo Bühne: Zelenka und Leatner Abenteuer eines Dienstmädchens BQhncnschau ■ M<>rd,n• Skala-Liditspiclc Schönhauser Allee 80 Spelunke mit P. Samson-Körner Das Erwachen des Weibe« mit Grete Mosheim BQhnenschaa » GesuiKfbrmtnRW W „Alhambra" Bad Straße 58 Rausch(nach Strindberg) Beiprogramm Ausgezeichnete Böhnenschau Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Kinder der Strafe(Zille) Große Revue: Oben nnd Unten Fortuna-Lichtspiele Müllerstraße 12c Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spitzenfilme der Welt- Produktion Metro-Palast Chausseestraße 30 Der lebende Leichnam(Pudowkin) Küsse, die man nie vergibt Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16� Der Mann, der lacht mit Conrad Veldt Gefangene des Meeres Pharus-Lichtspiclc Müderstraße 142 Der Adjutant des Zaren mit Mosjukin Ein Grab am Nordpol Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Wing», mit Oeräuschcffekten Beiprogramm% Bühnensdian i Ballschmiedcr- Licfatsp. Badstraße 16 Der Mann mit dem Laubfrosch Ein Grab am Nordpol BGhncnscfaaa Humboldt-Theater Badstraße 19 Der Herr vom Finanzamt Außerdem: Das grohe Schlager-Beiprogramm Ausgewählte BOhncuschau Kristall-Palast PriAzenallce 1—6 Der Mann, der lacht m. Conrad Veldt u. Mary Phllbin Grobes Beiprogramm Groye Bühnenschau Maricnbad-Palast Badstraße 35—36 2 große Schlager: NadhigntaUen(Gassenmädel) Freibeuter der Prärie ■»»»"»«ow■ Palast-Theater Breite Straße 21 a Beg. 6J0, 9 Uhr Die ungekrönte Königin mit Cor. Grlffüh Beiprogramm— Bühnenschau Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Die Büchse der Fandora(Lulu) E. Petermann, berühmt. Humori» M Nieder:chÖnBauten W Filfn-Palast Blankenburget�rraße 4 Liebfraumllch mii Das Schicksal derer von ny Porten Habiburg U Cclnlekenclorf-Ost M Bürgcrgarten-Lichtsp. lauptstraße 51 und Lindauer Straße Mein Herz ist eine Jazzband mit Lyn Mara Großes Beiprogramm BübncRKfatti )