Nr. 15. Biertel: Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Numpier mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs Preisliste い für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts S 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sounund Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, v. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Wieder ein Jubiläumt. Seit länger als sechs Monaten jeden Tag ein Jubiläum. Das ist etwas viel. Und wer kennt nicht das Göthe'sche Wort: Es ist nichts so schwer zu tragen, Als eine Reihe von guten Tagen. Und Schlacht- Erinnerungstage- Jubiläen des männer mordenden Ares", wie Homer schon vor mehr als dreitausend Jahren den Kriegsgott genannt hat. Sonnabend, den 18. Januar 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3: und rühmen: wir haben von oben das Werk vollbracht, das weiland von unten mißlungen die deutsche Einheit ist nicht des Volfes, sie ist der Fürsten Werk." Tas was man so nennt, allerdings. Aber ist es das, was das deutsche Volk gewollt, wofür es gekämpft hat? Wir vom Volk, die 1848 und 1849 für die deutsche Freiheit und Einheit unsere Haut zu Markte trugen, hätten die Männer der„ Einheit" die heute vor 25 Jahren gegründet ward, uns 1849 in die Gewalt bekommen unsere Knochen moderten hente neben denen der Dortu Trüßschler und Genossen, die in den Laufgräben von Rastadt und auf dem Kirchhof zur Wiehre bei Freiburg unter fürstlichen Kugeln geendet. " Wie immer dem sei, gut oder schlecht, über sechs Monate lang jeden Tag Jubiläumsfest das ist zu viel; und wir sind bereit in Sack und Asche Buße zu thun oder Und wer war es, der 1819 mit Hohn und Ekel die eine Prämie zu zahlen, wenn uns, authentisch beglaubigt, deutsche Kaiserkrone zurückwies diesen Reif von ein Musterpatriot natürlich lebend auf den Dreck und Letten", der, weil die Erwählten des Redaktionstisch niedergelegt wird, der die täglichen Bolt es ihn anboten, den Luder geruch der Revo Volkes Ludergeruch Jubiläumsberichte und Jubiläumshymuen der letzten lution" hatte? 180 bis 190 Tage gelesen hat. " Es war ein deutscher Fürst, ein Hohenzoller, der Großonkel des jeßigen Kaisers. ' Die größte Partei des deutschen Volkes geächtet! Tausende von Jahren Gefängniß verhängt über die Verfechter der Boltsrechte. des Die Steuern verdoppelt und verdreifacht. Das stehende Heer verdoppelt. Die Polizeimacht verdreifacht. Das Brot des armen Mannes vertheuert zum Nutzen reichen Junkers. Zwölftausend Millionen ausgegeben für Kasernen, Flinten, Kanonen und Säbel. Achttausend Millionen in Schutzöllen und Liebesgaben aus den Taschen des arbeitenden Bolkes hinübergezaubert in die der herrschenden Minderheit, Die Presse geknebelt. Das Vertrauen des Volkes in die Justiz erschüttert nach dem eigenen Zugeständniß des Justizministers. Das allgemeine Wahlrecht, das einzige werthvolle Gut, das wir dem Reiche verdanken, in Ge fahr unterwühlt, bedroht, von denen, die Hauptstützen des Reiches sind. Ein wirklicher embarras de richesse diese 180 bis 190 Jubiläen. Wo bleibt da der Jubel beim Jubiläum? Und da wagt man uns vorzulügen, das Bolt sei uu Und eigentlich gehört doch der deutsche Jubel zum fähig gewesen, den nationalen Gedanken zu verwirklichen Und in diesem Augenblick, während die Reichsherren lateinischen Jubiläum, weil er eins und dasselbe ist in die berufenen Träger und Vollstrecker des deutschen heute die Reichsherrlichkeit feiern, alle Gefängnisse Deutschverschiedener Sprachkleidung. Einheitsgedankens seien die deutschen Fürsten gewesen lands gefüllt mit politischen Verbrecheru". Aber heute ist eins der zwei großen Jubiläen; was beiläufig in allen Schulen gelehrt wird. Und wer noch nicht genug hat, wer noch weitere Bes giebt's doch auch für die Jubiläen bei uns keine demo- Wie war's in Wahrheit vor 25 Jahren? Waren denn weise verlangt, wohlan, der betrachte sich die Reich 3fratische Gleichheit. Vor fünfthalb Monaten war das die Fürsten so eifrig, ihre Eifersüchteleien zu opfern, das lande das schöne Elsaß- Lothringen, in dem einst die erste der großen Jubiläen: der Tag des Heiligen Deutsche Reich zu gründen? Wir haben ja einen deutschen Patrioten, als Vaterlands- und Freiheitsliebe noch Sedan. Heute ist der Tag der Gründung des klassischen Zeugen- einen deutschen Fürsten untrennbar galten, den" Bindestrich" zwischen Deutschland Reiches. einen Hohenzoller, einen König und einen und Frankreich erkannten den beiden Ländern, deren Feind. Raiser wir haben das Tagebuch Kaiser schaft die Barbarei und Kriegsgefahr, deren Bund der Friedrichs des Dritten!" Da steht es zu lesen, wie Friede und die Freiheit ist. der Ludergeruch" noch damals in den fürstlichen Nasen ftat, wie der König von Preußen zauderte, wie Bismarck zauderte, ein Bild kleinlichster Misère. " " Und wissen wir etwa nicht, wie es gemacht wurde, da mit der„ Ludergeruch" verschwand und die Kaiserkrone nicht den Makel plebejischer Volkshände trug und nur den Duft gottbegnadeter Fürstenhände? Am Sedanstag sagten wir: ein Fest des Schlachtengoltes, eine Feier des Tages, an dem das Blut zehn tausender von Menschen geflossen, und der nicht den Frieden gebracht, sondern nur neue Wegeleien, fann fein Volksfest sein, und eine Partei kann es nicht mitfeiern, welche, gewappnet mit der Wissenschaft unseres Jahr hunderts", die Errungenschaften der menschlichen Kultur zu vertheidigen hat gegen die barbarischen Unterwühlungsversuche und Umsturzbestrebungen der vereinigten Parteien des Kapitalismus. Und wir meinten, wenn das Reich ein Ist es vergessen, wie König Ludwig von Bayer Fest feiern wolle, dann solle es doch das Fest seiner land, der 18 Jahre später im Fresinn durch Selbstmord Gründung feiern, das habe einen Sinn für das Reich. endete, und der 1870 schon den Keim der Geisteskrankheit in Nun, heute wird das Fest der Reichsgründung gefeiert seinem Hirn trug,- ist es vergessen, wie der unglückliche König von dem Reich. Nicht vom Volt. Nicht einmal von der zum Angebot der Kaiserkrone an das Haus Hohenzollern Volksvertretung. Damit kein Mißklang ertöne, ist teine bestimmt ward? Reichstags- Sigung. Und auch das unterscheidet Vorgestern stellte ein Abgeordneter im Reichstage fest, das heutige Fest von dem Fest des Heiligen Sedan. Es daß das Jubiläum des Deutschen Reiches durch eine ist nicht nur kein Fest des Kriegs, es maßt sich Tebatte über den Antrag Kanig eingeleitet wurde. auch nicht an, ein Volksfest zu sein. Es wird bei Allerdings eine drastische Illustration des stereotypen Hofe gefeiert; es wird in den Kasernen gefeiert; es Wortes: wird von allen Beamten gefeiert, die in Reichs- und Wie haben wir es doch so herrlich weit gebracht! Staatsdienst stehen und darum amtlich verpflichtet Ja, bis zum Junker und Polizei- Sozialismus, der find, alle Reichs- und Staatsfeste mitzumachen; zwar gestern abgewiesen ward, aber zurückkehren wird. wird gefeiert von allen, benen das Reich Und gestern überreichte der neueste deutsche ReichsBortheile gebracht hat, oder die Vortheile von ihm erhoffen, fanzler dem Präsidenten des Reichstages als Deukmal oder, falls sie nicht mitfeiern, Nachtheile befürchten. deutschen Reichsgeistes zur Feier des 25. Jahrestages der Reichsgründung das- bürgerliche Gesetzbuch! Ein Berg Matulatur. Würdiges Denkmal. Was hat das Voit mit der Gründung des Deutschen Reiches zu thun gehabt? Die Gründung ist nicht einmal in Deutschland erfolgt sie erfolgte in Versailles, im Vor 25 Jahren gab es trotz der schlimmen Wiege französischen Königsschloß, wo einst das wahnsinnige Wort und troß der bedenklichen Geburts- Konstellation doch so gar ertönte: Der Staat bin ich!-ich der Alleinherrscher, manchen im Volk, der da glaubte, das nationale Jdeal sei im Königsschloß, aus dem wie aus einer riefigen wirklich erfüllt, das geeinte Deutschland werde frei werden Pandora- Büchse von Marmor jene unfagbaren Frevel und eine Stätte friedlicher Kulturarbeit. und Verbrechen des persönlichen Regiments hervorgingen, Nur eine Partei stand abseiten. Sie las die Zukunft welche das furchtbare Volksgericht der französischen Revo in der Vergangenheit und Gegenwart. Sie sagte voraus: lution nach sich zogen. In diesem Königsschloß wurde was das Echwert geschaffen, das könne nimmer ein Hort das Deutsche Reich aus der Taufe gehoben, zwischen glitzern des Friedens, der Freiheit und Humanität werden das den Uniformen und inmitten des Brodems und des Pulver- Reich werde ein Reich werden der Fürsten, des Adels, dampfs, der von den Schlachtfeldern ringsumher aufstieg. der Schlotbarone, ein Soldatenreich; Das Volk war nirgends. Nur Fürsten, Generale, Soldaten und Höflinge. Aber war denn das Reich nicht die Erfüllung des Ideals, für das die edelsten Geister der Nation seit Menschenaltern geschwärmt, gestritten, gekämpft? die Armee Die Reichslande sind wieder deutsch. Deutsch, weil das deutsche Schwert, die deutsche Polizei und die deutschen Gerichte sie zwingen. Nirgends Liebe zum wiedergewonnenen Vaterland" überall Groll und verhaltener Ingrimm. Eine wuchtigere Auflage gegen das Deutsche Reich ist nicht zu denken, als die Zustände in Elsaß- Lothringen, als die tiefe Abneigung, mit der das Volt, nach 25jähriger Zwangsvereinigung mit dem Deutschen Reich, heute noch für dieses empfindet. Die jüngsten Wahlen in Mez und Diedenhofen zeigen, daß die Bevölkerung heute sich noch ebenso ablehnend verhält, wie I am Tage der Annexion oder Rückeroberung". Um die Bedeutung dieser Thatsache voll zu würdigen, muß man sich vergegenwärtigen, daß, einige Theile von Lothringen ausgenommen, die Be völkerung dieser sogenannten Reichelande kerndentsch ist, weit deutscher als das ostelbische Deutschland, wo das deutsche Blut mit einer größeren Hälfte slavischen Blutes gemischt ist. Also nationale Antipathie kann hier nicht vorliegen. Warum hängen die deutschen Elsässer noch heute am fremdländischen Frankreich?" Weil die französische Revolution fie zu freien Menschen gemacht hat"- so antwortete einst Louis Blanc. Was hat das Deutsche Reich den Elsaß- Lothringern gebracht? Steuerdruck, Polizeidruck und dafür alles gute, was das französische Gesetz ihnen bot, genommen, blos das schlechte gelaffen den Dittaturparagraph. Das Deutsche Reich feiert heute seinen 25. Geburtstag, Wir gönnen ihm die Lobes- Dithyramben und den Weihrauch derer, denen es gutes gethan hat. Von den anderen darf es keine Huldigungen, keine Festfrende erwarten. Und diese anderen sind, das deutsche Volt. Politische Ueberlicht. nur einer von ihnen zum Wort- Herr Kardorff, und Herr Kardorff ift bekanntlich blos denen gefährlich, für die er spricht. Und Herr Liebermann aus Sonnenberg als Schlußredner für den Antrag bedeutete ein halb Dugend Redner gegen den Antrag. Berlin, 17. Januar. werde größer werden und größer, die Steuerlast schwerer In der heutigen Reichstagssitzung wurde dem und schwerer, weder nach innen Friede noch nach außen, Antrag Kanitz und den Kanißern ein weniger angenehmes der Staat ein Gefängniß für alle und die wachsende Un Begräbniß zu theil, als die Herren Junker sich hatten zufriedenheit immer härteren Druck, immer rücksichtslosere träumen lassen. Die ganze Debatte nahm einen recht Unterdrückung erzeugend. schlechten Verlauf für sie. Gestern hatten sie fast aus So sagt man uns, und nie ist eine dickere Lüge gesagt Als unsere Genossen es im Reichstage voraussagten schließlich das Wort gehabt, heut tam in der Debatte worden. Zwei Mal vorher hatte das deutsche Volk einen beim Nahen des neuen Reichs", da wurden sie verlacht. Aulauf gemacht, die nationale Einheit herzustellen. Das Wer lacht heute noch? erste Mal vor 370 Jahren im Bauerntrieg, wo die Die 25 Jahre, die hinter uns liegen, reden eine so Bauern aber die echten, nicht die Raniz'schen-beredte Sprache und so laut, daß kein Treitschke, kein den Gedanken der nationalen Einheit vertraten. Da Poschinger sie überschreien kann. mals wurde die Revolution verrathen von den Rittern, Lassen wir die tragikomische Kaiserdeputation des den Urgroßvätern der heutigen Junker, und von den 17. Dezember 1870, der das Verhängniß den Fluch der Fürsten. Lächerlichkeit aufprägte. Das zweite Mal im tollen Jahr" 1848, als die Lassen wir das Schaugepränge des 18. Januar 1871, Volksmassen in Deutschland sich erhoben. Auch damals waren und betrachten wir im Flug aus der Vogelperspektive das es die Junker und die Fürsten, welche das Werk ver- neue Kaiserreich an der Arbeit. hinderten, das Parlament der Nation auseinander jagten, Zwanzig Jahre Kulturkampf Ausnahmegeseke gegen die Kämpfer für Deutschlands Freiheit und Einheit stand- ein Drittel des deutschen Volfes. rechtlich niederschossen. Dieselben wenn nicht in Person, Fünfundzwanzig Jahre der Verfolgung! Zwölf Jahre doch in Art, die 1848 und 1849 für die deutsche Einheit der Ausnahmegeseze gegen eine Partei, die ein Viertel der nur Pulver und Blei hatten, stellen sich jetzt auf den Markt deutschen Nation umfaßt. Den Reigen eröffnete Prinz Radziwill, der als frommer Katholik den Antrag bekämpfte. Es folgte Herr v. Bennigsen, der den staatsmännischen Bratenrock angezogen hatte und mit der staatsmännischen Nase zwar nicht Morgenluft witterte, aber Kartell luft. Er hielt natürlich eine staatsmännische Rede verurtheilte staatsmännisch den Antrag, der nicht staatserhaltend sei, und forderte, in staatsmännischer Rütlischwur- Stimmung, das Zusammen gehen der staatserhaltenden Parteien. Diese legten vier Wörter in ein verständliches Wort zufammengedrängt heißt: Karte II. Und Kartellluft weht und eine große. in verschiedenen Ecken des Hauses- das hätten die Herren schall auftrat, die Mehrheit der Regierung und die Spitze der seine Frau nach Dresden zu Paul Lindau, um dort gewisse Ranizer wohl gemerkt, wenn sie feinere Nasen hätten. Regierung eine Verantwortung übernehmen möchte. Es ist Verhandlungen zu besorgen, welche zwischen den beiden Nach Bennigsen's Rede gab's eine kleine Ueberraschung wohl noch niemals ein Gedanke, der so mächtige Bedeutung ge- Ehrenmännern damals schwebten. Dank Rosenthal's und wonnen hat, wie der Antrag Kanig, mit so unsäglich geringer seiner Frau Bemühungen war Paul Lindau auch mit Sachlichkeit bekämpft worden, wie durch Herrn von Marschall. Die kleine: der Herr Reichskanzler erhob sich plötzlich Daß er nicht einmal einen fleinen Bersuch machte, ein anderes der Berliner Berichterstattung des Herald betraut wor um zu Ehren des morgigen Tags mit möglichster Grandezza wirksames Mittel an die Stelle des zurückgewiesenen zu sehen, den, für den Rosenthal bekanntlich auch wirkte. Man sieht dem Präsidenten des Reichstags das große Denkmal reichs wird ihm weniger verdacht werden können, da bekanntlich über aus diesen Einzelheiten, daß ihre Intimität durch die Aufdeutscher gesetzschöpferischer Kraft darzubieten: das das Können hinaus niemand verpflichtet wird. Die Ermahnung sehen erregende Flucht Anna Lindau's keineswegs bes Bürgerliche Gesetzbuch, welches von dem Präft zur Selbstbeherrschung und und Genügsamkeit hätte er fich einträchtigt worden war. Da nun bekannt ist, daß deuten auch mit tadellos feierlicher Miene und unerschütter- füglich ersparen tönnen. Solche Mahnungen haben nur dann Paul Lindau in seinem Korrespondenzen immer als lichem Ernst entgegengenommen und begrüßt ward. Gewicht, wenn sie von einer entsprechenden Persönlichkeit Sozialistentödter auftrat, und auftrat, und daß er damals verDann die große Ueberrraschung. Herr v. Hammerstein, getragen werden. Selbstbeherrschung haben die Landwirthe zur schiedentlich als Söldling des Auswärtigen Amts beGenüge gezeigt, und wir hoffen, daß sie sich auch ferner dadurch der Landwirthschaftsminister, erhob sich. Gewaltige Spannung befunden werden, daß fie troß des Auftretens des zichtigt ward, ohne daß er etwas erwiderte, so begreift man auf den Gesichtern der kanizenden Junker. Das war Herrn von jetzt die Verbiffenheit, mit der die Franzosen jekt Rosenthal, Marschall daz Vertrauen die lehte Hoffnung. Wird Minister Hammerstein den Minister Regierung nicht verlieren. Man kann ja über seinen Intimus und Kompagnon, zu einem deutschen Reptil Marschall verleugnen, ihm entgegentreten? Bad kontra die Gründe des Auftretens manche Vermuthungen begen. stempeln wollen. Durch den Umstand, daß die PreßBack Bid Bid tontra Zack? An Hammerstein hatten sich so Es ist oft angedeutet worden, daß heftige Angriffe gegen einen abtheilung des Auswärtigen Amts früher durch Herrn schöne Erwartungen geknüpft. Minister geeignet feien, feine wan tende Position zu Rudolf Lindau geleitet wurde, und durch die BeUnd schon der Name Hammerstein wedt süße stützen. Wir verzichten darauf, die aus dieser Vermuthung sich ziehungen, welche Frau Rosenthal- Lindau früher hier in Erinnerungen aber ach! auch bittere. Und Hammerstein's ergebenden Folgerungen auf den vorliegenden Fall anzuwenden, Berlin nachweislich zu einigen„ Granden" dieser Behörde wie wir denn überhaupt die letzten Konsequenzen aus der Geist setzte sich auf die Bänke der Konservativen der in Fleisch und Blut anwesende Hammerstein schaute eftrigen und heutigen Verhandlung erst zu ziehen gedenken, wenn gehabt hat, wurde diese Unterstellung noch wahrscheinlicher die Tage des Festes vorüber sind." gemacht. Frau Lindau- Rosenthal war es bekanntlich ge auf Hammerstein's Geist und beschwor ihn so mächtig Die in dem vorstehenden Grollausbruch enthaltene wesen, die 1889 in Paris Enthüllungen über die sch muzige herauf, daß Banquo auch den Herren Konservativen bald Andeutung ist verständlich genug. Die um Kanitz und Plötz Wäsche der Herren Herbert und Bill Bismarc sichtbar wurde. Hammerstein verhängnißvoller Name hoffen darauf, daß bei einer neuen plöglichen Wendung des veröffentlichte, worauf ein deutsches Blatt sarkastisch erwidert für die Herren Junker! Hammerstein der Minister, Bidzackturses Herr v. Marschall über Bord fliegen und hatte, daß diese Dame dieselbe freilich besser wie unterstützt durch Hammerstein's Geist, der den Junkern eine bewährte Kraft vom Köllerschlage seinen Platz ein- irgend eine andere" tennnen müsse. In Friedrichsdas Blut gerinnen machte wie weiland der Anblick nehmen wird. Graf Herbert Bismarck als„ äußerer Köller" ruhe war man darum auf sie und ihren Gemahl immer des Medusenhaupts, begann einen schonungslosen An- das wäre so ganz der Fall. Da haben sie sich sehr giftig zu sprechen. Selbstverständlich soll mit unseren griff auf die Agrarier- er war schärfer noch als nun allerdings über die gegenwärtige Situation Ausführungen feineswegs gesagt sein, daß wir die Annahme, er drückte den Kanizern den Kanizern das arg getäuscht. Die heutige Reichstagsdebatte hat Rosenthal habe in Spionage gemacht", für irgend wie zu Brandmal der Gemeinschädlichkeit" auf die Stirn, ergeben, daß Herr v. Marschall feineswegs allein steht mit treffend halten. Das Gewäsch, mit dem Pierre Lano" und schalt sie sogenannte Konservative", deren seinen anti- agrarischen Ansichten im Ministerium. Fast noch im heute eingegangenen Gaulois" diese Denunziation der Staat, wolle er nicht zu Grund gehen, um jeden Preis schärfer als er hat Herr v. Hammerstein- Lorten, der Land zu begründen sucht besonders aber sein fader Hinweis fich erwehren muß. Das war mehr als eine Absage wirthschaftsminister, gegen die agrarische Begehrlichkeit Front auf den ,, ami Berlinois", der die betreffenden Briefe das war eine Kriegserklärung. Das war der gemacht. Freilich, was noch werden wird, morgen, übermorgen, babe photographiren laffen am meisten aber der Unsinn, Anfang einer entschiedenen Frontstellung gegen die in einem Monat, einem Jahre-- wer kann das bei diesen den er über Lindau's und Rosenthal's jetzige Beziehungen Agrarier. Kein Zweifel, in der Regierung hat man Beitläufen wissen? So leicht werden die hungrigen Plötze vorbringt, lassen mit Sicherheit vermuthen, daß es sich die Unmöglichkeit einer Fortdauer der bisherigen den Muth nicht verlieren. nur um chauvinistische( bonapartistische) Fluntereien Schaukelpolitik den Junkern gegenüber begriffen man handelt. Pierre Lano ist bekanntlich ein bonapartistischer Bielschreiber, der auf diesem Wege vielleicht die AufmerkMarschall gestern " " und " " " " will sich die Kanige und Hammersteine von den Rockschößen Reichsfürsorglichkeit. Damit den Reichstags- Abschütteln. Und daß ein Hammerstein dazu berufen ist, den geordneten, die an dem offiziellen Reichsgründungs- Schmaus famkeit auf seine Produkte lenken möchte. Hammersteinen die Leichenrede zu halten, das ist ein ähn- sich betheiligen, bei der Heimkehr im Fall nebligen Wetters Als Kuriosum füge ich noch hinzu, daß die ehrsame licher Wiz der Zeitgeschichte, wie daß der Mann, welcher oder sonstiger Fährlichkeiten kein Schade geschehe, hat man Stadt Karlsbad Herrn Rosenthal( Jaques Saintjetzt in Frankreich den Schmutz der Bourgeoisie ausfegen den Herren Reichsboten nachstehenden guten Rath ertheilt: muß, Bourgeois heißt. Freilich der politische Tod ist Tod auf Widerruf; die faulsten Leichen stehen oft wieder auf. Und wir sind nach wie vor im Zickzackkurs. Für den Augenblick aber ist jedenfalls das Gefechtsbild verändert die Regierung will mit den Junkern bis auf weiteres nichts zu thun haben. Und sie muß sich nach neuen Stüßen umsehen. Bureau Notiz. Die Herren Mitglieder des Reichstages werden gehorsamst gebeten, ihre Reichstags- Legitimationsfarte resp. die Eisenbahns Fahrkarte zu den Festlichkeiten am 18. d. Mts. sowie zur Erleichterung des Straßenverkehrs an diesem Tage geneigteft bei sich zu führen. Angeklagte: " Rnad. Cere), für seine vielseitigen Verdienste um ihre Hebung" das Ehrenbürgerrecht verliehen hat. Das wird uns wenigstens von so glaubwürdiger Seite ver sichert, daß wir keinen Zweifel baran- hegen können; überhaupt hatte es Rosenthal verstanden, sich verschiedene Drdensbändchen für sein Knopfloch zu verschaffen. Jusofern Berlin, den 17. Januar 1896. bleibt er ein interessanter Typus der heutigen kapitalistischen Wenn nun ein Abgeordneter verunglückt, so wird man Depravation. in seiner Tasche wenigstens den Namen und die Adresse In Karlsbad suchte Rosenthal sich mit allen Mitteln Kartell! Herr v. Bennigsen fühlt sich wieder. Nun, finden ähnlich wie bei den Soldaten im Felde und an den damals dort auch weilenden Caprivi herans er hat hundertmal sich getäuscht, und noch niemals richtig die Todten und Verwundeten können an den richtigen Ort zudrängen. Allein der General roch den faulen Braten, gerechnet. Doch lassen wir das. Wie immer das Kalei- geschafft werden. der sich hinter dem" Figaro"-Reporter versteckte und lehnte dostop herumgeschüttelt wird, das Wesen der Dinge und Heugabel Revolution oder nicht? Unser österreichischer entschieden jede Annäherung ab. Trotzdem veröffentlichte der Gang der ökonomischen und politischen Entwicklung Genosse Dr. Ellenbogen, dem die deutsche Polizei be- Rosenthal verschiedene angebliche Unterredungen, die er mit wird davon nicht berührt. Die Debatte hatte mit der Rede des Landwirthschafts- sorglich versagte, stand dieser Tage vor dem Wiener Landkanntlich die Theilnahme am Breslauer Parteitage für ihm gehabt haben wollte. Schließlich sei noch bemerkt, daß Herr Rosenthal beim ministers ihr Intereſſe erschöpft, fein Redner fand mehr gericht unter der Anklage, durch eine„ revolutionäre" Rede" Figaro" gewissermaßen der Nachfolger Paul Lin. Aufmerksamkeit. Und das ist sehr zu bedauern, da unser zu ungefeßlichen Handlungen aufgereizt zu haben. Die Verau's war, welcher ebenfalls für dies Blatt Jahre lang Genosse Herbert, der den Standpunkt unserer Partei zum handlung war außerordentlich interessant, weil sie mehrfach geschrieben hatte. So kam es auch, daß der RedaktionsAusdruck zu bringen hatte, in sehr ausführlicher und fach- Anlaß zu Auseinandersetzungen über den Begriff„ revolutionär" sekretär Perivier ihm damals Rosenthal, der über die gemäßer Weise sprach und Wesen und Ziel des Antrages bot. Auf eine Frage des Gerichtspräsidenten erklärte der Kaiserbestattung referiren sollte, als Gast hier empfahl. Ranig vortrefflich beleuchtete. Wenig später aber war dieser mit Anna Lindau ver Nach ihm kam Kardorff, der nur sich selbst wiederholte und sehr kleinlaut war; letter Redner war Richter, der und der belehrenden Vorträge, die sie hören, über diesen „ Es herrscht bei den Arbeitern infolge ihrer Lektüre schwunden. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. sich kurz hielt und stellenweise auch noch wirkungsvoll war. Punkt jedenfalls größere Klarheit als bei der In Braunschweig wurde gestern vor der ersten Straf Die Schlußrede für den Antrag hielt Liebermann aus antiage behörbe. Als Beweis hierfür diene die That- tammer des Landgerichts unter Ausschluß der Deffentlichkeit Sonnenberg diese Thatsache kennzeichnet mehr als lange fache, daß, als ich einmal in einer Versammlung erzählte, der Arbeiter Johann Gurlatt aus Helmstedt zu Ausführungen es vermöchten, die vollständige Debacle( Auf- wenn wir das Wort Revolution aussprechen, so könnten vier Monaten Gefängniß wegen Majestätsbeleidi gelöstheit) der Junkerpartei. die Staatsanwälte sich nichts als Heugabel Revo- gung verurtheilt. Dieses Vergehen beging er in der Baar Die namentliche Abstimmung, bei der sich die konserlution darunter vorstellen, die ganze Versammlung in schen Wirthschaft zu Helmstedt bei einem Streit mit einem vativen Schafe von den agrarischen Böcken schieden, ergab ein schallendes Gelächter ausbrach." Stellmacher, der mit seinem Soldatenleben renommitte. 219 gegen 971 Enthaltung. Und der als Beuge vernommene Polizeikommissär Jufolge des Streites verwies der Wirth den Angeschuldigten Schluß der Sigung 74 Uhr. Es war das die längste Dr. Wagner sagte aus, das Wort revolutionär" aus seinem Lokal. Außerdem hatte er bei seiner Abführung in dieser Session. Nächste Sigung Montag 1 Uhr. Poftetat. sei seines Wissens den Sozialdemokraten nach dem Saftlokal ruheftörenden Lärm verursacht, sodaß Der Reichs Anzeiger" und die Norddeutsche sehr geläufig und wohl keiner von ihnen er sid, zugleich wegen Hausfriedensbruch und Ruhestörung Allgemeine Zeitung" veröffentlichen auch heute noch nicht fasse es in dem gewaltthätigen Sinne zu verantworten hatte. Der Gerichtshof verhängte wegen den von uns in der letzten Nummer publizirten kaiserlichen der Anklage auf. Diesen Erklärungen gegenüber diefer drei Strafthaten eine Gesammtstrafe von Gnadenerlaß. Wir sind sehr begierig, ob das Militär- war natürlich der Staatsanwalt, der ausländischen" 4 Monaten 1 Woche Gefängniß und 8 Tagen Haft, wovon Berordnungsblatt, für das der Erlaß bestimmt ist, den Kollegen eine gewisse Schneidigkeit im Verfahren gegen 1 Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurde. felben morgen publiziren wird, oder ob er infolge der Sozialdemokraten abgelauscht zu haben scheint, in einer Beschlagnahmt wegen Majestätsbeleidigung wurde etwas frühzeitigen Veröffentlichung durch den Vorwärts" ziemlich mißlichen Lage: er vermochte denn auch mit seiner eine in Gera anonym erschienene Broschüre Thing noch nachträglich zurückgezogen werden wird. Auffassung von der Heugabel Revolution der Kurt Reuß in offizieller Audienz beim Als wir diese Notiz niedergeschrieben hatten, fanden Sozialdemokratie nicht durchzubringen, denn der Gerichtshof Kaiser."( Aus einer Briefkastennotiz der Hilfe" ent wir in der Vossischen Zeitung" folgende Notiz: sprach den Angeklagten frei und begründete diesen Frei nehmen wir, daß die uns unbekannte Broschüre Thing" " Wegen der heute Morgen im Vorwärts" erfolgten spruch damit, daß es bereits jedermann wisse, christlich- sozialen Anschauungen Ausdruck verleiht.) unrechtmäßigen vorzeitigen Veröffentlichung des vom 18. d. m. daß die Sozialdemokratie unter Revo Aus Altona wird uns noch über die gestern teledatirten kaiserlichen Militär- Amuestie- Erlasses ist, wie wir lution nicht den gewaltsamen Umsturz ver- graphisch gemeldete Verurtheilung eines Anarchisten geerfahren, vom Kriegsminister sofort eine Untersuchung ein- ft e h e. Umso mehr müßten es die Partei- schrieben: geleitet worden, um zu ermitteln, durch wessen Schuld diese genossen des Angeklagten wissen, vor Zwei Jahre Gefängniß für einen Dummen. grobe Indiskretion möglich war." denen der Angeklagte sprach. jungenstreich hat am Donnerstag das Altonaer Landgericht Da sind die österreichischen Richter den deutschen denn dem Barbiergehilfen Martens, der faum 20 Jahre alt ist, gu Für die Marine wird ein mit dem von uns gestern doch in der Firigkeit" der richtigen Erkenntniß unserer diftirt. Der gegen ihn gerichteten Auflage lag folgendes Weihnachten Kurz vor war der deutsche publizirten im wesentlichen gleichlautender kaiserlicher Erlaß Theorie und Praxis bedeutend über, denn noch im Prozeß u Raiser hier anwesend, um ein bei Blohm u. Voß publizirt werden. Derselbe ist von Herrn v. Hollmann Bading fertigte der Herr Landgerichtsdirektor Leon- Bau im befindliches Kriegsschiff besichtigen. A13 tontrafignirt. hard den Vertheidiger, als er ihm zum Beweise für den er durch die Bahnstraße fuhr, wurde in der Menge, die dort Die Agrarier und Freiherr v. Marschall. Die Charakter unserer Taktik die klassische Einleitung von Bofto gefaßt batte, gerufen: Hoch die Anarchie!" Martens Erbschaft des Grafen Caprivi als Mann ohne Ar und Engels zu dem Mary'schen Buche: Die Klaffenkämpfe in foll diesen Ruf ausgestoßen haben, was zwei Soldaten des Halm" in agrarischen Kreisen der bestgehaßte Minister ge- Frankreich", eine der besten Schriften, die uns unser großer 81. Infanterie- Regiments genau gehört und gesehen haben wollen. worden zu sein, hat der Minister des Aeußern Herr Borkämpfer hinterlassen hat, vorlegte, mit der einfachen Nach diesen bestimmten Aussagen nützte es dem Angeklagten nichts. v. Marschall angetreten. Seine geftrige Rede hat das volle Bemerkung ab, daß es höchst nebensächlich sei, was daß er leugnete, Anarchist zu sein und den Ruf ausgenoßen zu haben. Gefäß des Agrarierzorns zum Ueberlaufen gebracht. ein Mann, der den Verhältnissen entrückt gewesen sei, über Der Staatsanwalt hielt ihn für einen Anarchisten, dessen Gebahren dem deutschen Kaiser gegenüber so empörend sei, daß Die Deutsche Tageszeitung", das Drgan des Herrn die Taktik der Sozialdemokratie geschrieben habe. Auch es mit der ganzen Schwere des Gesetzes geahndet werden müſſe. v. Plög, macht seinen Groll gegen den verhaßten Nach- im Wiener Prozeß meldete der Staatsanwalt lakonisch Er beantragte 18 Monate Gefängniß. Mußte der folger des Grafen Herbert Bismard in einem längeren die Berufung an: er hofft also auch auf" bessere" Antrag wegen der Höhe der beantragten Strafe Befremden er Artikel Luft, in dem es seine eigene Stimmung für die des Richter. regen, da die meisten Leute doch in dem, was dem Angeklagten schaffenden Boltes allerwärts" ausgiebt. Es ist ein Zur Verhaftung St. Cère's wird uns von bewährter sur Last gelegt wird, nur einen Dummenjungenstreich erblicken werden, was soll man da sagen zu dem Erkenntniß, das auf charakteristisches Zeichen junkerlicher Kraftüberschätzung, Seite geschrieben: zwei Jahre lautete! Zwei Jahre Gefängniß für drei Worte daß die Wortführer des Agrarierthums den Bruch- Gegenüber den unzutreffenden Auslassungen ver- aus dem Wunde eines halbwüchsigen Burschen! theil der Grundbesizer, die überhaupt von dem Antrag Kanit schiedener Pariser Blätter, über den interessanten Fall einen Vortheil haben tönnten, mit dem schaffenden Wolfe Rosenthal Lindau, darf hiermit festgestellt werden, allerwärts identifiziren. daß die beiden ehemaligen Rivalen auf„ Amors-Berschiedene Begnadigungserlasse werden Wenn Herr von Marschall den Auftrag hatte, den Antrag Gebiete" sich schon seit Jahr und Tag wieder wie folgt gemeldet: Ranig zu bekämpfen, nun gut, so mußte er's thun. Das hätten völlig ausgesöhnt haben. Und zwar infolge der Neustrelit, 17. Januar. Der Großherzog hat durch wir ihm nicht übel genommen. Aber die Art, wie er es that, Bemühungen der beiderseitigen Frau", Anna Gnadenakt allen denjenigen Personen, welche bis zum 18. Januar wäre ganz geeignet, zwischen der Regierung und den Rosenthal, gewesene Lindau, geborene Kalisch. Das ist so oder zu Geloftrafen bis zu 150 m. verurtheilt sind, diese Strafen, einschließlich zu Freiheitsstrafen von nicht mehr als 6 Wochen großen bedeutenden Kreisen, die den Antrag verfochten haben und verfechten werden, eine wahr, daß fie ihren früheren Gatten, als er noch in Dresden soweit sie noch nicht vollstreckt sind, und die rückständigen Kosten unüberbrüdbare Kluft zu schaffen, wenn diese wohute, wiederholt besuchte. Damals weilte Rosenthal in erlaisen. Kreise nicht überzeugt wären, daß für die Art, wie Herr v. Wlar Carlsbad, um dort eine Kur durchzumachen. Er selbst sandte " Deutsches Reich. Gera( Reuß), 17. Januar. Der Fürst hat alle Personen über der Dera welche amnestirt, welche zu Freiheitsstrafen bis zu 6 Wochen resp. zu beftebt, ebenfalls demokratisch ist. Anderseits ist der Staats- 1 werden, so schreibt der Hamb. Correfp.", dem wir diese Notiz Geldstrafen bis 150 m. verurtheilt sind.-( Siehe auch Depeschen.) anwalt Fehr, der mit Fischer in Todfeindschaft lebt und diesem entnehmen, die Sozialisten diese ganzen Pläne scharf bekämpfen, Gine Vorlage betr. die Abänderung der gegenüber von seinen Wachtbefugnissen auch nicht den weiseften aber die tleritale Mehrheit hat die Entscheidung in der Hand.Disziplinarordnung für Privatbozenten wird und gerechtesten Gebrauch machte, ein guter Parteigenoffe der Italien. angeblich im preußischen Landtag eingebracht werden. Dazu Kantonsraths wurde die Regierung über die Affäre von liberal- konservativen Herren. In der gestrigen Sitzung des hätte sich also der Fall Arons" verdichtet. Nachdem das Romt, 14. Januar.( Eigener Bericht.) zwei Seiten interpellirt: einmal von unserem Genossen Seidel, italienische Parlament während des ganzen Den Landtags- Abgeordneten Freihern der seine Anfrage ohne Zweifel aus rein sachlichen Gründen verflossenen Jahres mit Ausnahme von zwei v. Loe Terporten hat die Zentrums Fraktion des stellte und dann von dem liberalen Advokaten Dr. Haab, Monaten vertagt gewesen ist, weil der Ministerpräsident Abgeordnetenhauses aus dem Vorstand ausgeschlossen, der von seiner Partei als Kandidat für die Regierung in Aus. Crispi die Diskussion über seine Beziehungen zu weil er in den Verdacht gerathen ist, im Interesse der agrarischen sicht genommen sei, sobald bei den im Frühjahr stattfindenden Römischen Bank und seinen Ordensschacher Bewegung und aus Abneigung gegen die Zentrumsdemokratie Erneuerungswahlen ein Plaz leer werden sollte, wobei der stille hindern wollte, hat jetzt durch kgl. Defret eine abermalige die Zentrumspartei sprengen zu wollen. Diesem Beschluß ging Wunsch der Vater des Gedankens sein mag und der daher Vertagung der Kammern stattgefunden, welche am ein Vorstoß vorher, den die Kölnische Volkszeitung" gegen weniger aus sachlichen, als parteipolitischen Motiven inter- 20. Januar wieder hätten zusammentreten sollen. Den Vorwand Herrn v. Loë, den Führer des rheinischen Bauern- pellirte. In der längeren Begründungsrede, welche Genosse für diese neue Bertagung muß für die journalistischen bundes unternommen hatte. Das leitende Blatt der Ben- Seidel für seine Anfrage hielt, scheint uns besonders der Satz Wortführer des Ministeriums der Feldzug in Abessynien trumspartei behauptete, er lasse sich in seiner agrarischen Politik den Kern der Frage zu treffen, daß das waltende abgeben; man giebt vor zu fürchten, daß die Oppo= vorwiegend durch persönliche Gründe und Ziele leiten und habe Polizeisystem faul ist und daher dieses in erster Linie ge- fition der Regierung bei bei den Vorkehrungen, weniger die Notblage der Landwirthschaft im Auge. Frhr. v. Loe bessert werden müffe. Im Jahre 1884 war der Skandal mit der Stand der Dinge auf dem Kriegsschauplaze erfordere, habe der preußischen und der deutschen Zentrumspartei von jeher dem liberalen Polizeihauptmann Bollier, jetzt mit dem demo- Schwierigkeiten bereiten und Widerstand leisten werde. Der Vors nur mit einer gewissen Reserve angehört. Es sei ihm nicht ge- fratischen Fischer und wenn das System fortbestehen bleibt, haben wand ist völlig haltlos. In Wirklichkeit hat die Opposition, obwohl lungen, sich der Fraktion als Mitglied vollständig einzufügen und wir vielleicht in 10 Jahren einen solchen mit einem sozial- sie nicht verkennen konnte, daß der Krieg von dem Ministerpräsi fich ihrer Leitung unterzuordnen. Diese Referve habe sich jetzt demokratischen Polizeihauptmann. Seidel zeigte durch eine Fülle denten unnöthigerweise heraufbeschworen und daß die Niederlage zur Fronde ausgebildet. Mit dieser Sonderbündelei könne es von Material die krassen Mißstände im Polizeiwefen und bei Amba Alari der Leichtfertigkeit der politischen und militärischen nicht weiter gehen. Man dürfe nicht ruhig zusehen, wie Frhr. charakterisirte Fischer als einen wenig gewissenhaften Beamten, Oberleitung zu verdanken sei, feinen Augenblick gezögert, die v. Loë die Stellung hochverdienter Mitglieder der Zentrumsfraktion der seine Macht sogar in den Dienst reicher Leute gegen zur Wiederherstellung des militärischen Gleichgewichts erfordersystematisch zu untergraben suche, um auf Kosten des Zentrums arme verführte Frauen in anderen Kantonen stellte. Der lichen Gelder und Truppen zu bewilligen; sie hat ausdrücklich in bedrängten landwirthschaftlichen Kreisen Hoffnungen zu er- zweite Interpellant behandelte hauptsächlich die rechtliche Seite die Frage des Vertrauens zum Ministerium von der Frage der wecken, die zweifellos unerfüllbar sind, für deren Scheitern man des Vorgehens des Regierungsraths bei Freilassung Fischer's erforderlichen Bewilligungen geschieden. Der wirkliche Grund aber das Zentrum verantwortlich machen würde. Der schwerste über den Kopf des Staatsanwalts und des Untersuchungsrichters der abermaligen die Verfassung verlegenden Rammervertagung ist Vorwurf, den das Blatt dem widersetzigen Parteigenossen macht, hinweg. Im Namen der Regierung sprach der liberale Chef der vielmehr darin zu suchen, daß das Ministerium Crispi mit der ist folgender: daß Freiherr von Loë mit einem anderen Herrn Justiz- und Polizeidirektion, Herr Nägeli. Es gelang ihm, Rammer, selbst wenn diese unter der weitgeheudsten Einwirkung der ein Programm geschaffen", welches das fatholisch die Rechtmäßigkeit und Gefeßlichkeit des Regierungsbefchlusses Präfekten gewählt ist, überhaupt nicht regieren kann. In den foziale Programm" genannt wird, obwohl dasselbe, wie in überzeugender Weise darzuthun und ferner nachzuweisen, daß wenigen Eizungen, welche die Kammern zwischen Ende das Blatt behauptet, gerade von aktiven Faktoren der Zentrums- der Staatsanwalt Fehr nicht forrett handelte, indem er die November und Weihnachten gehalten haben, hat politik zurückgewiefen. Dieses Programm ist nun durch seinen Führung der Untersuchung gegen Fischer formell dem Bezirks- Ministerium troy feiner Kammermehrheit so viele Urheber dem Papst vorgelegt worden, und daraufhin hat der anwalt Kurdert überließ, thatsächlich aber sie selbst führte. Der politische und moralische Niederlagen erlitten, daß es begreift, Kardinal Staatssekretär Rampolla an den Freiherrn Felix v. Loe Regierungsrath hatte seinen Freilassungsbeschluß einstimmig ge- sich, wenn die Kammern beisammen sind, nicht lange mehr unterm 22 Dezember 1894 ein Schreiben gerichtet, Inhalts deffen der faßt und mit allen gegen eine Stimme die Demission Fehr's als balten zu können. Deshalb und nicht wegen Afrikas hat Bapst, auf die Bestrebungen der katholischen Sozialpolitiker Deutsch Staatsanwalt angenommen. Bum Schlusse seiner Rede ver- die Vertagung des Parlaments stattgefunden; es soll, so lange lands, welche in Uebereinstimmung mit den, in dem dent- sicherte Herr Nägeli, daß der Regierungsrath dahin wirken der König noch seine Zustimmung giebt, wieder mit der würdigen päpstlichen Rundschreiben enthaltenen Lehren auf die werde, Vorkommnisse, sie sich im Falle Fischer Dittatur versucht werden. Befferung der Lage der hilfsbedürftigen Klassen der Gesellschaft gezeigt haben, für die Zukunft hintanzuhalten. Bereits hinzielen, mit wahrer Befriedigung herabschaut, im höchsten wurden hierüber Untersuchungen gepflogen und mit aller Grade das Ziel billigt, welches die Unterzeichner des Programms Beschleunigung die zur Abhilfe der Uebelstände geeigneten Vorsich vorgefeßt haben, ohne auf die einzelnen besonderen schläge gemacht. Forderungen einzugehen." Dieses Programm in Verbindung An der Diskussion der Interpellation betheiligten sich nur mit dem Antwortschreiben des Kardinal- Staatssekretärs wird Juristen, wovon die liberalen der Regierung unrecht, die demovom Freiherrn v. Loë und Genossen als allgemein verbindlich fratischen aber ihr recht gaben. und als das katholisch- foziale BProgramm" schlechtweg behandelt. Dagegen machte die„ Köln. Volkszeitung" entschieden Opposition und der Ausgang des Streites zeigt, daß sie die Oberhand behalten hat. gestellt: " Inzwischen hat die Regierung als neuen zweiten Staatsanwalt den Advokaten Dr. Schultheß- Rechberg gewählt. der, wenn wir nicht irren, feiner politischen Gesinnung nach ebenfalls ein Liberaler wie sein Vorgänger Fuhr ist. Bemerkt fei noch, daß Polizeihauptmann Fischer endgültig von seinem Amte entfernt ist. unbescholten sind. Desterreich. Die Zahl der neuen Abgeordneten soll 72 sein, wovon auf Böhmen 18, Galizien 15, Nieder- Desterreich 9 entfallen; jede Proving befomme mindestens ein neues Mandat. Der Spanien. das Martinez Campos. Nach einer Depesche aus Havannah hätten die Partei der konstitutionellen Union und die Reformisten telegraphisch um die Abberufung des Marschalls Martinez Campos gebeten; die Autonomisten wären dagegen für das Verbleiben des Marschalls. Der Ministerrath wird heute Abend zusammentreten, um über diese Frage zu berathen. Die Regierung erwartet eine Depesche des Marschall Martinez Campos, welcher telegraphisch beauftragt worden ist, ob er ge neigt wäre, in seiner militärischen Politik eine Nenderung eintreten zu lassen. General Polarieja, der eventuelle Nachfolger des Marschalls Martinez Campos, ist gestern plöglich von Sevilla nach Madrid abgereist. Nußland. - Rongreß für technische Bildung. Das neue - Gingestelltes Verfahren. Auf dem Parteitage in Breslau machte es muliebsames Aussehen, daß unser Genoffe Rauch telegraphisch nach Hannover zurückbeordert wurde, weil sein Redaktionskollege Thielborn vom Voltswillen" am 9. Oftober plöglich wegen des Abdruckes der be- der demnächst im Abgeordnetenhause von Badeni einzubringenden Prag, 17. Januar. In der neuen fünften Kurie, die nach kannten Liebknecht'schen Eröffnungsrede verhaftet wurde. Nach Wahlreform- Vorlage errichtet wird, sollen der„ Narodni Jahr beginnt für Moskau mit einem neuen Kongreß und zwar dreiwöchentlicher Haft erft wurde Thielhorn auf Beschluß Listy" zufolge sämmtliche Angehörigen der bis. mit dem zweiten Kongreß der für die technische Bildung thätigen des Ober- Landesgerichts in Celle wieder in Freiheit gefeßt. berigen Kurien das Wahlrecht erhalten. Wahl- Personen. Der Präsident des Kongresses Fürst Golizin eröffnete Monate sind seitdem verftrichen. Am Dienstag nun erhielt er berechtigt find in der neuen Kurie alle, welche das ihn in Gegenwart der Minister Deljanow und Chilkow( die von der königlichen Staatsanwaltschaft folgendes Schriftstück zu 24. Lebensjahr erreicht haben, selbständig und Minister Witte und Jermolow sandten begrüßende Zuſchriften) mit einer Rede, in welcher er sagte, das Leben stelle unaufhör" In Gemäßheit des§ 168 Abs. 2 der Strafprozeßordnung lich neue Aufgaben, für deren Lösung Kräfte erforderlich seien, werden Sie hierdurch benachrichtigt, daß das gegen Sie ver welche sich auf Wissen stüßen, die Beschaffung solcher Kräfte sei aber anlaßte Grmittelungsverfahren, in welchem am 10. Oftober 1895 nur möglich durch Zusammenwirkung der Regierung mit der Gesell Ihre gerichtliche Vernehmung stattgefunden hat, durch diesseitige schaft". Nachdem ein Herr Nebolfin in einer längeren Rede den Ges Berfügung eingestellt worden ist." vierte Parteitag der bäuealich banten entwickelte, daß der Mangel einer allgemeinen BoltsGenoffe Thiel horn hat also, ohne daß ein genügender radikalen Partei der galizischen Ruthen en fand bildung das Haupthinderniß sei für die Verbreitung technischer Anlaß zur Eröffnung des Hauptverfahrens vorhanden war, denn Ende des vorigen Monats unter dem Vorsitze des bekannten Kenntnisse im Volke, und der Geheimrath Anopow Rechenschaft sonst wäre doch das„ Ermittelungsverfahren" nicht eingestellt Schriftstellers van Franko und unter Theilnahme der drei ablegte von der Thätigkeit der Regierung für die technische worden, etwa drei Wochen im Bellengefängniß zubringen müssen; radikalen Landtags- Abgeordneten Ofunewsti, Nowakowski und Bildung seit dem ersten im Jahre 1889 abgehaltenen Kongreffe und er hat die Untersuchungshaft unschuldig erlitten. Wer ent- Ostaptschuk in Lemberg statt. 30 Delegirte aus 24 Bezirken Dit der für diese Bildung thätigen Personen, wurde die erste Sizung schädigt ihn dafür? Und jetzt, wo die Gefahr einer Denunziation galiziens, außerdem zahlreiche Bertreter der Preffe, Abgeordnete, des Kongresses mit einer Rede des Ministers Deljanow geschlossen, gänzlich ausgeschlossen ist, jetzt ist wohl auch die Frage gestattet, und Delegirte aus Krakau und Wien waren anwesend. Eine neue in welcher er alle Anwesenden ersuchte, ihre Wünsche auf dem warum die Hannoversche Staatsanwaltschaft nicht das„ Er Organisation wurde beschlossen und das Parteiprogramm einer Kongresse aufrichtig auszusprechen und versprach, daß die Re mittelungsverfahren" auch auf die anderen Redakteure in jener Revision unterzogen. Der erste Satz des neuen Programms gierung bemüht sein werde, den ausgesprochenen Wünschen nachStadt ausgedehnt hat, die gleich Thielhorn den Bericht vom lautet nun: zukommen. Parteitag, mit denselben Worten, gebracht haben? : " Die rutheno- ukrainische radikale Partei steht auf dem Boden des wissenschaftlichen Sozialismus, fie " - Tolstoi über die Prügelstrafe. Zu der Frage Köln, 17. Januar. Amtliches Wahlergebniß. Bei firebt die Verwitlichung, seiner Forderungen in allen feinen der Abschaffung der körperlichen Büchtigung, die gegenwolstoi der am 18. d. M. im Reichstags= Wahlkreise Köln Stadt Konsequenzen ebenso auf dem politischen wie ökonomischen und Rußland lebhaft erörtert wird, hat nun auch Graf Leo Tolstoi stattgehabten Ersatzwahl erhielten von 21 795 abgegebenen Stimmen fulturellen Gebiete an und erklärt, daß die Durchführung aller in der jüngsten Nummer der„ Birsch. Wjed." erschienener Artikel das Wort ergriffen. Sein mit der Ueberschrift Schändlich!" der Rechtsanwalt Karl Trimborn in Köln( Bentrum) 11 889, unserer sozialistischen Ideale nur bei der vollständigen Unabder Redakteur Adolf Hofrichter in Köln( Sozialdemokrat) 6797 bängigkeit des rutheno- ukrainischen Volkes und bei dem un gegen die törperliche Büchtigung hat im Lager der russischen und Tolstoi Satz des politischen Theiles des Programms enthält folgende schreibt in dem Artikel: In den zwanziger Jahren beschlossen die Offiziere des liberal 8485 Stimmen. Trimborn ist mithin gewählt. München, 17. Januar.( Privatdepesche des„ Vorwärts") Forderungen:" Wir fordern das allgemeine, dirette, Cemjetow'schen Regiments, die Blüthe der damaligen Jugend, In der Generaldebatte über den Etat des Ministerium des eheime und gleiche Wahlrecht mit der AbInnern forderte der Fraktionsredner des Zentrums Woerle die schaffung der Wahlkammern( Kurien) für alle aus deren Mitte die späteren Dekabristen hervorgingen, in ihrem Regierung warm und energisch auf, für eine ausgiebige Fort- eichs., Land-, Bezirks- und Kommunal- Ver: Regiment die Körperstrafe nicht anzuwenden, und ungeachtet der fegung der völlig verfumpften Sozialreform einzutreten, der tretungen. Unter dem Wahlrecht verstehen wir ebenso das damaligen strengen Forderungen des Frontdienstes blieb das Redner trat auch mit Entschiedenheit für die Durchführung der attive wie passive Wablrecht. Dasselbe soll auch auf die vollen und ehrlichen Koalitionsfreiheit ein. Frauen ausgedehnt werden. Wir fordern die Abschaffung des Herrenhauses." Vor Beendigung des Parteitages wurde beDie bedingte Verurtheilung wird nun auch schlossen, Kondolenztelegramme an die Wittwen des bekannten in Bayern versuchsweise eingeführt. ukrainischen Schriftstellers und Agitators Dragomanow und des russischen Schriftstellers Stepniak abzusenden. Schweiz. Frankreich. Regiment auch ohne Anwendung der Körperstrafe ein Musterdieser Männer sigen als Ständevorsteher in allen Dörfern des regiment. Und fünfundsiebzig Jahre vergingen und die Enkel Reiches und beschließen ruhig darüber, ob diefer oder jener ers wachsene Mensch, der häufig Familienpater, manchmal sogar Großvater ist, geprügelt werden und wie viel Ruthenhiebe er bekommen soll. Die Männer der zwanziger Jahre hielten die Zürich, 18. Januar.( Eigener Bericht.) Die PestalozziKörpersirafe für schimpflich und vermochten sie im Militärdienste, Feier verlies im ganzen Lande nach den vorliegenden Nachwo fie als nothwendig galt, zu beseitigen; die Männer unserer richten in würdigfter Weise, in der Stadt Zürich tamen 30 000 fitzung wurden in den Wandelgängen die letzten Verhajtungen einen ganzen Stand des russischen Volkes an. Offenbar hat - 3um Fall ebaudy. In der gestrigen Kammer Zeit wenden fie rubig nicht gegen Soldaten, sondern gegen Franks für den Pestalozzi- Fonds zusammen. In den Reden wurde eingehend besprochen. Eine große Anzahl Abgeordneter zeigte fich in der sogenannten höheren russischen betont, daß die Schulideen des Gefeierten wohl zum theil fich den sehr erregt über den Stillstand, durchgeführt seien, aber noch vieles der Zukunft zu thun übrig fuchung die Unter Gesellschaft ein furchtbarer Umschwung volls bleibe. Noch giebt es mächtige und einflußreiche Gegner der Baug erklärte, zu erfahren scheint. Der Abgeordnete George zogen... Während die höheren Klassen so verrohten wenn dieser Stillstand fortdauern werde, und sittlich herabtamen, daß sie Gesetze über Züchtigung Volksbildung und namentlich auch der bessern, der höhern so müsse er die Regierung über ihre Intervention und den einer schufen und diese Strafe ruhig anwenden, erfolgte im Bauern Bildung der Lehrer, die Kinder verlassen meist zu frühe die bekannten Persönlichkeit von ihr gewährten Schuß interpelliren. stande eine solche Hebung des geistigen und sittlichen Niveaus, Schule, in der überdies die Elementarbildung noch vielerorts vernachlässigt werde. Noch weniger verwirklicht sind Pestalozzi's genommen habe. Der Untersuchungsrichter soll seine Arbeit wieder auf daß die Anwendung der Körperstrafe diesem Stande nicht nur foziale Jdeen, insbesondere bezüglich der Behandlung der als eine physische, sondern auch als eine moralische Marter ers Der Journalist des Perrières ist infolge der Entdeckung von scheint. Armen, Und die wenigen Menschen, die an der Spitze zu die noch immer eine unwürdige, verächtliche Briefen verhaftet worden, in denen er Lebandy droht, gewisse schreiten meinen, bitten nun ehrfurchtsvoll und völlig ernst und erniedrigende sei, wenig besser, als sie zur Zeit Vorkommnisse bei Pferderennen zu enthüllen. Er soll von darum, daß erwachsene Russen weniger gezüchtigt werden Pestalozzi's war. Auch in der Presse ist neben der begeisterten Lebaudy in zwei Fällen 15 000 Fr. erhalten haben. Anerkennung der unerschöpflichen Herzensgüte und Geistesgröße sollen, weil die Aerzte finden, daß es der Gesundheit nicht Pestalozzi's mit fritischen Worten ausgesprochen und konstatirt förderlich set. Kann man aber so bitten? Zur Beseitigung worden, wie weit wir von den Jdealen Pestalozzi's noch entfernt dieser Abscheu erregenden Strafe, eines Ueberbleibsels der Bars Die Spielbanken. Die Frage wegen Fortbestehens barei, fann man doch nicht politisch mit Hygiene, Schulbildung feien. Diese Feststellung sollte zum Ausgangspunkt einer neuen der öffentlichen Spielbanken hat eine merkwürdige Wendung ge- oder dem Manifeste anfangen! Um solche Dinge wird nicht ehrlebbaften Bewegung werden zur Hebung der Schule, der allgemeinen nommen. Schon als der Abg. Lejeune sein alle Hazardspiele furchtsvoll gebeten. Solche Dinge müffen nur in ihrer ganzen Volksbildung und zur Förderung der Sozialreform, dann würde die mit einem Schlage beseitigendes Gesetz einbrachte, erklärte das Häßlichkeit und Abscheulichkeit hingestellt werden. Und das muß 150 jährige Gedenkfeier Pestalozzi's die besten Früchte zeitigen Winifterium, das Spiel müßte nicht beseitigt, fondern unter geschehen, weil diese Dinge uns alle beflecken, die wir in dem und in seinem Sinne und Geiste wirksam sein. Das Initiativ Komitee für Kontrolle gestellt werden. Der König selbst will im Staate leben, wo sie geschehen. Eisenbahn verstaatlichung hatte gestern in Zürich Sigung, in der das sehen, und alle höheren Kreise sind Anhänger Rußland zu tage tritt, beweisen die Bestrebungen auch in Interesse der Badeorte das Spielen gestattet Daß diese Verrobung der oberen Gesellschaft nicht nur in Initiativbegebren endgiltig festgestellt und der Beginn der Unterbes Spielens und Wettens. Der Senateausschuß Deutschland, die Prügelstrafe wieder einzuführen, denen z. B. schriftenfammlung auf den April hinausgeschoben wurde, d. h. ift zu einem Auswege in dieser heiflen Frage heiflen Frage ge- anläßlich des Brauweiler Prozesses auch die Nordd. Allg. Big." man will erst die Märzsession der Bundesversammlung und das fommen. In Ostende und Spaa soll unter Staats das Wort geredet hat. Schicksal des Rechnungsgesetzes für die Eisenbahnen im National. aufsicht gespielt, auf den Rennplägen rath abwarten. unter staatlicher Kontrolle gewettet werden. Der gesammte, dem Staate zufließende Gewinn soll gemeinBeilegung des Aschantitrieges. Daily nüßigen Werken, insbesondere der Hilfskasse für die Invaliden Chronicle" meldet aus Edunku unter dem 15. d. M.: Neue der Arbeit zufließen! Dadurch soll nicht nur der schlimme Gin Gesandte der Aichantis mit vollständigem Beglaubigungsschreiben druck der Aufrechterhaltung der Spielbanken abgeschwächt, sind von Kumassi in dem englischen Lager in Ordasu angekommen. sondern auch die bei der flerifalen Partei mißliebige staatliche Die Gesandten erklärten die vollständige Unterwerfung der Unfallversicherung gesichert werden. Die aus den Spielgewinnen Aschantis und nahmen alle Bedingungen Englands an. Der gefüllte Silfstasse soll bei Arbeiter- Unfällen eintreten. Statürlich Feldzug gegen die Aschautis hat somit felu Gabe erreicht. = Zürich, 15. Januar.( Eigener Bericht) Die Angelegenheit resp. die vom Regierungsrath beschlossene Freilassung des wegen Amtemißbrauchs in Untersuchungshaft gewesenen Polizei hauptmanns Fischer hat in den letzten Tagen viel Staub aufgewirbelt und ist namentlich von der liberalen Presse zu partei politischen Zwecken fruttisigirt worden, da Fischer als Demokrat gilt und die Mehrheit des Regierungsrathes, der aus sieben Mitgliedern Belgien. Afrika. - Südafrikanische 3. Die Times" meldet aus Kap. Der Vorfall im Plchorrbräu vor fabt unter dem 15. d. M.: Sir H. Robinson telegraphirte an Sen Premierminister der Kapkolonie Sprigg, daß Jameson und die Offiziere als Gefangene nach England geschickt werden. würden, daß aber die Mannschaften von Jameson's Streitkraft, welche nicht in Südafrika ansässig sind, entlassen und per Schub in thre Heimathsorte abgeführt werden würden. Das vorläufige Verhör der politischen Gefangenen beginnt in 14 Tagen, Gericht. Polizeiliches, Gerichtliches ze. Wegen Beleidigung der Lüneburger Bolizel standen am Donnerstag die Redakteure Thiel und Ottawa 15. d. M. vom tgl. Militäruntergericht wegen eines militärischen 4 Wochen Gefängniß. Das Urtheil lautete gegen Thiel auf Eefondelieutenant Scheffer des fgl. 2. Inf. Rgt. wurde am Staatsanwalt beantragte gegen Thiel 3 Monate, gegen Ottawa vom Voltsblatt für Harburg" vor dem dortigen Gericht. Der Vergehens, der Dienstpflichtverlegung als Wachthabender, zu 3 Wochen Gefängniß, gegen Ottawa auf 100 M. Geldstrafe. In der Berufungsinstanz wurden die Genossen Aus der Verhandlung heben wir nach Münchener Blättern folgendes hervor: Den Vorsiz führt Herr Generallieutenant Stegmann, Schaaf und Klug vom Landgericht 1. in Altona Stadtkommandant Freiherr v. Steinling, als Richter freigesprochen, durch die Verbreitung eines Flugblattes fungirten Stabsauditeur Ganz und Rittmeister Maier des 1. Train- um 2. September sich gegen das Preßgefeß vergangen zu haben. Wegen einer Privatbeleidigung war der bataillons. Die Auflage vertrat als Staatsanwalts- Substitut Redakteur des Volksblatts für Hessen", Genosse John, vom 30 Tagen Stubenarrest verurtheilt. und Parlamentarisches. Session wurde die Wahl des Abg. Stroh( Hanau- Gelnhausen) Antlage stützte sich auf folgende vier Punkte: 1. Daß Sefonde- Die eingelegte Berufung nugte ihm nichts, da das Landgericht Aus der Wahlprüfungs- Kommission. In der lehten lieutenant List des f. 1. Jnfanterie- Regiments jungirte. Die Schöffengericht zu einer Woche Gefängniß verurtheilt worden; beaustandet, einmal weil ein in legter Stunde von den Konservativen verbreitetes Flugblatt an die ultramontanen Wähler, in der erklärung der bestrittenen Wahl. lieutenant Echeffer, ohne daß eine Veranlassung hierzu vorgelegen hatte, eine Patrouille, bestehend aus mit je einem zuwider. sich dem Urtheil der Vorinstanz anschloß. Wegen Beleidigung des Breslauer Polizeipräsidiums Gewerkschaftliches. An die Holzarbeiter Verlins und Umgegend. Kolleger, äußerste herabzudrücken, so daß wir ununterbrochen einen heftigen fommt in die Stichwahl für Stroh zu stimmen, fälschlicherweise mit der einem Unteroffizier und zwei Gemeinen, zum Pschorrbräu a 6- wurden in Stettin der Redakteur des„ Boltsboten", Genosse Unterschrift:„ Das Zentrumswahlkomitee" versehen worden sei, sandte, 2. diese Patrouille entgegen den Vor: Ohl, zu 30 M. und der Parteitags- Delegirte Steinweg zu und weil in einem Wahlbezirke( Helfersdorf) 7 Wähler unter 15 M. Geldstrafe verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte gegen ihrem Eide bestätigen wollten, daß sie für den sozialdemokrati- chriften Rahmen scharfer Dhl 14 Tage Gefängniß, gegen Steinweg 150 M. Geldstrafe bes schen Randidaten ihre Stimme Patronen ausrüstete, 3. e& unterlassen abgegeben, während nur vier sozialdemokratische Stimmzettel als abgegeben protohatte, diese Patrouille über antragt. Die Beleidigung wird gefunden in einem Artikel des ihre Auf= Volksboten" und in dem Bericht, den Steinweg in einer follirt wurden. Die hierüber beschlossene amtliche Erhebung gabe, ihren 3weck und den Waffengebrauch Stettiner Versammlung über den Breslauer Parteitag und das zu instruiren und 4. diese Patrouille dem ergab für lettere Behauptung kein Resultat, da die Zeugen Sergeanten 3ech unterstellte, obwohl dieser in Verhalten der Breslauer Polizei zu diesem gegeben hatte. -In einem Preßprozeß gegen den Herausgeber brauch machten. Auch für die erste Protesterhebung erbrachte die privatperson zu betrachten war. Das Gericht nahm der Wiener Arbeiterzeitung", Dr. Victor Adler, und den amtliche Erhebung den Beweis nicht. Zwar hatte das Zentrums- fämmtliche( vier) Anklagepunkte als erwiesen an. Zur Absendung ich neider, sprachen die Wiener Geschworenen die beiden Anverantwortlichen Redakteur desselben Blattes, Ludwig Bret= Wahlkomitee die Aufrufe weder verfaßt noch in Druck gegeben, einer Patrouille fei absolut kein Grund vorhanden gewesen, da aber es stellte sich heraus, daß ein Mitglied des Komitees, der folche an Privatpersonen nur in Ausnahmefällen abgegeben geflagten am 16. d. M. frei. fatholische Pfarrer Arenhold in Groß- Anheim sein werden dürfen. Ein solcher sei aber nicht gegeben gewesen und staatsretterisches Gewissen dadurch beruhigen zu müssen glaubte, hätte es dem Angeklagten bei sorgfältiger Prüfung des Ausuchens daß er an den Landrath v. Dergen das Manuskript zur des aufgeregten Sergeanten Bech nicht entgehen können, daß Drucklegung fandte und ihn aufforderte, soviel Exemplare her: es diesem weniger um die Verhaftung des Soldaten Neuhaus zu stellen zu laſſen, als Aufrufe der konservativen Partei thun war, als darum, für die ihm zu theil gewordene, aller ſeit Jahren haben die Unternehmer die schlechte Geschäfts, gedruckt worden seien. Zur Bezahlung drängte ihn fein Eifer für Religion, Ordnung und Sitte nicht, denn bezahlt dings ungerechtfertigte und hüvische(!) Behandlung durch das konjunktur dazu benutzt, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufs wurde das Flugblatt von den Konservativen. Die Wahl dadurch fahrlässiger Weise der Hilfeleistung dazu schuldig die Drganisation leider noch zu schwach ist, fonnte ein größerer Publitum" Rache zu nehmen. Pieutenant Scheffer habe sich Kampf gegen dieses rücksichtslose Treiben führen mußten Da prüfungs- Kommission tam unter diesen Umständen zur Giltig gemacht, welche zwar unter fein Strafgesetz falle, beim Straf widerstand nicht geleistet werden. Es ist geradezu beschämend Auch die Wahl des Abg. Pfarrer Colbus( Elsässer) wurde ausmaß jedoch zu berücksichtigen gewesen sei. Die Abgabe von mit Stimmenmehrheit für giltig erklärt. Zwar ergab die amt- Patronen, die unterlassene Instruktion der Patrouille und die für eine solche große Gewerkschaft, wie die unsere es ist, daß wir Stellung derselben unter den Befehl nicht fortgesetzt in der Lage sind, günstige Momente sofort liche Erhebung fast durchgängig die volle Richtigkeit der Proteſt Bech feien des Sergeanten den für uns auszunutzen. Kollegen! Das muß jezt anders werden; elementariten militärischen behauptung: daß die Vertheiler der sozialdemokratischen Stimm Grundsägen zettel und Wahlaufrufe furzerhand verhaftet, gefeifelt, tönne das zum theil berechtigte, wir müssen uns zu gemeinsamem Handeln fest zusammenschließen Für die Strafausmessung und müssen versuchen, bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu neilenweit wie Verbrecher transportirt und stundenberechtigte, zum theil übertriebene erreichen. Wenn die Unternehmer in ihrem Konkurrenztampfe oder halbe Tage lang eingesperrt wurden. An' das geschah aber Aufsehen, welches der genugsam bekannte Vorfall hervorrief, feine Rücksicht auf ihre Arbeiter nehmen, dann liegt es an uns, Rechtens der Diktaturzustände in den wiedergewonnenen daraus entstehen konnten. Als straferschwerend wurde die un- nicht Löhne gezahlt werden, die den Arbeiter zwingen, neben ebenso wenig in betracht kommen, wie die Folgen, die etwa dafür zu sorgen, daß man mit uns menschenwürdig verfährt, daß Bruderländern. Das sozialdemokratische Wahlkomitee hatte in unbegreiicher Sorglofigfeit ganz außer Acht genügende Kenntniß und die mehrfachen Zuwiderhandlungen seiner schweren Arbeit zu hungern. Kollegen! Seid Ihr gelassen, daß in Den Reichslanden auch zu die Garnisonsvorschriften, der gänzliche Mangel an gegen Wahl zeiten zur Verbreitung von Wahlaufrufen, wenn sie nicht die die Straffreiheit und der Umstand, daß Scheffer, wenn auch irr- bie am Sonntag, Montag und Dienstag abgehalten Ueberlegung und Umsicht, als strafmildernd dagegen gewillt, für Gure Interessen felbft einzutreten, dann Versammlungen. Unterschrift des Kandidaten tragen und vorher bei der Staats: thümlich, im guten Glauben handelte, daß die Patrouille zur anwaltschaft deponirt worden sind, der Erlaubniß des Bezirks Aufrechterhaltung des militärischen Ansehens werden.( Siehe Säulenanschlag und Annonce.) Dort wollen präsidenten erforderlich ist. Alle diese Voraussetzungen fehlten, für die Befferung Die Polizei war aber auf ihrem Posten, wie folgende Verfügung nothwendig set. des Kreisdirektors von Saargemünd, Freiherrn v. Gagern, des Sergeanten Bech annehmen müſſen, daß es, wie es leider ind wir uns wohl alle einig; nur wie mir vortheilhaft, bre Lieutenant Scheffer gab an, er habe nach der Darstellung unserer Lage thun läßt. Daß etwas geschehen muß, darüber Saargemünd, den 5. Juni 1895, nicht mehr ungewöhnlich sei, auf Verhöhnung, Verspottung, ja Sache zu behandeln haben, darüber müssen wir uns verständigen. An die Gendarmeriestationen des Kreises. auf einen thätlichen Angriff auf das Militär abgesehen sei. Er Deshalb möge jeder Kollege recht rege dafür agitiren, daß haupts Das Gesetz gestattet die Austheilung von Wahlflug vielmehr die Armee(!) beleidigt gesehen. Des habe nicht sowohl die Person des Bech, als sächlich die bisher indifferenten Kollegen zur Versammlung schriften ze ohne Genehmigung nur dann, wenn das betreffende halb habe er dem Zech eine Patrouille mitgegeben, die er Sache zu interessiren, dann muß die Bewegung zum Vortheil Gelingt es, die große Zahl der Kollegen für unsere Schriftstück von einem Kandidaten unterzeichnet ist. Personen, welche anders geartete Druckstücke verbreiten aber selbstverständlich habe so bewaffnen müssen, daß sie ausschlagen. Also Kollegen! Zeigt, daß Ihr gewilt seid, für ( z. B. unterzeichnet:„ Das sozialdemokratische rud auftreten fonnté. im alleräußersten Fall mit dem schärfen nach bessere Zustände, für Eure eigenen Intereffen selber mit zu sorgen Dann habe er die Patrouille Wahlkomitee") sind zu protokolliren und wenn sie außerhalb auch deswegen abgesendet, damit Zech noch einmal und vereinigt Euch in feſter Organisation! Der Vertrauens. des Kreises wohnen, wegen Fluchtverdachts zu ver- ins Lotal zurückkehren tönne, um sich nicht mann: E. Wiedemann. Der Kreisdirektor. des leicht möglichen Verdachtes der Feigheit Der Streik der Former und Gießer bei der Firma Die Gendarmen verstanden natürlich diese Anweisung gleich feitens des Publikums zeiben lassen zu müssen. Weiß u. Peters in Berlin, Gitschinerstr. 79, dauert dahin, alle fozialdemokratischen Flugblatt und Stimmzettel Vertheiler, obgleich sie im Allerdings könne er nicht leugnen, daß er es unterlassen habe, unverändert fort. Der Vorstand des Verbandes aller in Kreise wohnhaft und mit Militärausweispapieren legitimirt den Unteroffizieren von der Wache die Patrouille zu unterstellen. der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Um waren, schlankerhand zu verhaften, der Sicherheit halber gleich Daß ein Punsch gelage am fritischen Abend auf der Hauptwache gegend. zu feffeln und in geschilderter Weise zu transportiren. Und stattgefunden habe, sei unwahr; er sei den ganzen Abend allein schließlich wurden die so Verhafteten später für ihre gewesen. Sorglosigkeit und Nichtbeachtung der gesetzlichen Ausnahmestände auch noch mit Geldstrafen von 40 bezw. 100 m. event. 4 und 10 Tagen Gefängniß belegt. Zwar fand fogar ein fonservatives Mitglied der Wahlprüfungs- Kommission diese Verhaftungen materiell ungerechtfertigt, und der Vorsitzende der Wahlprüfungs Kommission die generelle Verhaftungsverfügung des Kreisdirektors gefeßlich für sehr brüchig, aber mit 5 gegen 5 Stimmen wurde die Erheblichkeit dieser Protestpunkte ab gelehnt, ebenso ein zweiter Protestpunkt, daß in einem Wahl bezirke die Wahlhandlung erst nachmittags 3 Uhr beginnen fonnte, weil der Wahlvorstand infolge Urlaubsverweigerung eines Fabrikanten an seine Angestellten und Arbeiter sich nicht tonstituiren konnte. Dementsprechend wurde mit Stimmen mehrheit die Giltigkeit der Wahl ausgesprochen. In weiteren Sigungen wurden giltig erklärt die Wahlen der Abg. Kleist Regow( 4. Röslin), Pauli( 5. Potsdam) und Böckel ( Marburg). beweist: haften. " Der Zeuge Sergeant Sellmayer( 2. Juf.- Neg.), der als erster tommen. Gerichts- Beitung. Unteroffizier der Hauptwache kommandirt war, deponirte, wie Eine große konservative Staatsstüte, der bislang in ech zu ihn gelommen sei und ihm erzählt habe, was im den fal. Werkstätten zu Spandau beschäftigt gewesene Mechaniker " Bichorrbräu" vorgegangen sei. Er habe dem Rech abgerathen, Bluhm wurde am Donnerstag vom Spandauer Schöffen deshalb eine Patrouille zu verlangen. Als Zech jedoch den gericht wegen der Veruntreuungen, die er gegenüber seinen eine Patrouille auszusuchen und mit Patronen auszurüsten. Ghe verübt hatte, Vorfall dem Lieutenant Scheffer gemeldet hatte, befahl dieser, Arbeitskollegen beim gemeinsamen Einkauf von Koblen die Patrouille abmarscbirte, fagte der Zeuge zu dem der Er hatte im ganzen 587. 41 Pf. unterschlagen. Er gab zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Patrouille beigegebenen Unteroffizier Gallenstein( 2. Inf. Reg.): an, er sei zu dieser That deswegen veranlaßt worden, weil Sei vernünftig, wenn Ihr angegriffen werdet, laß er durch die großen Koften feiner Agitation zuerst aufpflanzen, damit nicht ein Saustall heraus für den Abgeordneten Scha II in Geldverlegenheit gerathen tommt!" worauf dieser erwiderte: Verlass Dich nur auf war. Es läßt sich annehmen, daß diese Angabe der Wahrheit mich, es fehlt sich nichts!" entspricht. Denn früher befand sich Herr Bluhm in ganz ge Diefer Zeuge, sowie der Unteroffizier Gallenstein und der ordneten Verhältnissen; er soll lediglich dadurch ruinirt worden. Sergeant Zech bestätigen übereinstimmend, daß Lieutenant fein, daß ihn die Konservativen als Mittel für ihre Zwecke beScheffer zu Sergeant Zech gesagt hat:" Bech, Sie nehmen die nugten, ehne ihn entsprechend zu entschädigen. Als er ausgenukt Leute und Sie, Gallenstein, geben auch mit!" woraus sie ge- war, ließen sie ihn in Stich. Erwähnt sei, daß Bluhm durch schlossen haben, daß die Patrouille der Führung des, Sergeanten feine Agitation oft längere Zeit von der Arbeit in den königBech unterstellt fei. lichen Fabriken fern gehalten wurde. Der Verurtheilte war ebe Nach geschlossener Beweisaufnahme begründete der Staats- mals auch Stadtverordneter in Spandau. anwalts- Bertreter, Militärpraktikant Lukas die Anklage und beantragte die Verurtheilung des Angeklagten zu 35 Tagen Stuben arrest. 41 " Die VII. Kommission( Erwerbs- und WirthschaftsGenossenschaften) sette am Freitag, den 17. d. M. die Berathung fort und beschäftigte sich mit dem Antrag Osann, der die Beschränkung, der die Konsumgenossenschaften unterworfen werden sollen( Verbot des Verkaufs an Nichtmitglieder) auf alle Konsumaustalten, Offizier, Beamtenvereine und ähnliche nicht Der Vertheidiger, Premier lieutenant iit, konnte den ob- Depelien und lehte Nachrichten. unter das Genossenschaftsgesetz fallende Vereinigung ausdehnt. jektiven Thatbestand der Anklage nicht in Abrede stellen und Berlin, 17. Januar.( W. T. B.) Der außerordentliche GDie Regierungsvertreter bekämpften diesen Antrag, ebenso der suchte dafür in subjektiver Beziehung eine Reihe von Gut- fandte und bevollmächtigte Minister der Hauſeſtädte, Dr. Krüger, Abg. Dr. Schneider( freis. Bollspartei), der ihn für einen schuldigungsgründen für den Angeklagten vorzuführen, wobei er ist heute Nachmittag infolge einer Magenblutung hier gestorben. Eingriff in die Gewerbe- Ordnung erklärte. Wurm wies nach, auch weidlich über das pöbelbafte" Verhalten Der Bremerhaven, 17. Januar.( W. T. B.) Der englische wie gerade Offizier und Beamtenvereine unbedingt diesen Beerzeßsüchtigen" Gäste im Pschorrbräu, über die über die ten Dampfer Drumelzier" von New- Orleans fommend und die schränkungen unterworfen werden müßten, wenn bes nicht benziöse Aufbauschung" Vorfalles in deutsche Bark Möwe", legtere auf der Fahrt nach Harburg systematische Verheyung' aweierlei Recht geschaffen werden solle: ein günstiges für der Presse, über die stießen gestern in der Nordsee zusammen. Die Bart sant. Die Bersonen, die fich Vereine gründen fönnen, welche des Publikums und über die künstlich gemachte die Rechte einer juristischen Person vom Landesherrn verliehen feindselige Stimmung gegen das Militär" los ganze Besatzung derselben wurde von dem Dampfer aufgenommen und hier gelandet. erhalten, und ein ungünstiges für solche, die sich dem Genossen- 30g. Der Angeklagte habe in gutem Glauben gehandelt und beschafts: Gesetz unterwerfen, weil sie jene Rechte nicht erlangen. Der antrage er deshalb Freisprechung, eventuell das Straf Antrag wurde mit 12 gegen 2 Stimmen Schneider( frs. Vp.), minimum von 14 Tagen Stubenarrest. Galler( dem. Voltsp.), angenommen. Zum§ 145a der VorNach kurzer Berathung verkündete das Gericht das bereits lage( Strafbestimmung für Verkauf der Mitglieder) liegt Antrag mitgetheilte Urtheil, welches auf 30 Tage Stubenarrest lautete. Mehner( 3.) vor, der zu gunsten des gleichen Antrages Lieutenant Scheffer erklärte, sich dem gefällten Urtheile unter Dr. Hitze( 3) zurückgezogen wird. Letzterer will die Bestrafung werfen zu wollen, bat aber um Strafaufschub bis nach Be ausdehnen auf denjenigen, welcher gewohnheitsmäßig endigung der Rekrutenvorstellung, da er der einzige Refrutenoder gewerbsmäßig Waaren, die er aus einem offizier der Kompagnie sei. Konsumverein bezogen hat, an Nichtmitglieder gegen Entgelt abgiebt." Wurm weist nach, daß dann jeder Arbeiter, der als Mitglied einer Konsumgenossenschaft feinem Logismiether eine Tasse Kaffee oder sonstige NahrungsPartei- Nachrichten. und Genußmittel aus dem Konsumverein liefert, bestraft würde, Der Kampf gegen die sächsische Reaktion. Jm 10., 14. wobei noch die Gefahr entstehe, daß das elendeste Spigel und und 15. fächsischen Reichstags- Wahkreis hält im Laufe dieser Denunziantenwesen um sich greifen könne. Auch jeder Klein- Woche Genosse Adé aus Leipzig Protestversammlungen ab und meister, der seinen Gesellen Frühstück liefere, fomme in Gejahr, zwar in Döbeln, Marbach, Geringswalde, Hartha falls er Konsumvereins Waare benutze, und selbst den und Waldheim. eigenen Kindern dürften die Bereinsmitglieter nicht Von der Agitation. In Oranienburg hielt fürzlich Waaren ablassen, falls die Kinder selbständig erwerbsthätig find und die Waare den Eltern bezahlen. Von seiten der Re- Genoffe Rohrlack aus Berlin in einer Volksversamm= gierung werden diese Einwände als berechtigt zugegeben; derung einen beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: Abg. Fuch 3( 3.) erklärt, daß der Antrag den Zwischenhandel Der Druck der befizenden Klassen auf die Lebenshaltung der treffen solle, der von Botenfrauen oder anderen Personen, welche Mitglieder sind, betrieben werde. Der Antrag wird vom Antrag steller zurückgezogen, um ihn in anderer Form, welche den Ginwänden Wurm's Rechnung trägt, wieder einzubringen. Nächste Sigung Mittwoch Bormittag 11 Uhr. Arbeiter. Der Rechenschaftsbericht des rheinischen Agitationskomitee's über seine Thätigkeit im Jahre 1895, der ein sehr lehrreiches Bild der Bewegung in den Rheinlanden giebt, enthält folgende Angaben über die Rassenverhältnisse: Einnahme 8896,74 m., Ausgabe 3694,98 M., Kassenbestand am 10. Januar 1896: 201,76 M. Koburg, 17. Januar.( W. Z. B.) Der Herzog hat alle Personen amnestirt, welche wegen Uebertretung oder Bergehen zu einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Wochen oder einer Geld= strafe bis zu 150 m. verurtheilt sind, soweit das Urtheil noch nicht vollstreckt ist. Gleichzeitig ist eine Aussehung der Straf vollstreckung angeordnet für diejenigen Verurtheilten, für welche bei längerer guter Führung eine Begnadigung in Aussicht genommen werden kann. München, 17. Januar.( W. Z. B.) Im Finanzausschusse der Abgeordnetenkammer theilte heute vor Eintritt in die Tages= ordnung der Justizminister von Leonrod mit, daß der Prinz regent aus Anlaß des 25. Jahrestages der Errichtung des Deutschen Reiches einen Gnadenakt erlassen habe. Derfelbe er= fireckt sich auf alle sechs Wochen nicht überiteigenden Freiheits straien wegen Uebertretungen und alle Geldstrafen bis zur Höhe von 150 M. Außerdem wird den im Fuchsmühler Prozesse Vers urtheilten die Strafe erlassen, zwei ausgenommen. = Kapstadt, 17. Januar.( W. Z. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Chamberlain beauftragte Sir Hercules Robinson, er möge dem Präsidenten des Oranje Freistaates für den Beschluß des Volksraads in Bloemfontein vom 13. d. MR. danken und ihm versichern, daß schon wirksame Schritte unter= nommen seien. um eine Wiederholung des letzten beklagenswerthen Borfalls unmöglich zu machen. London, 17. Januar.( W. T. B.) Wie zuverlässig verlautet, ist ein Abkommen behufs Beendigung des Schiffbanerausstandes erzielt worden. Dasselbe wird nunmehr von den Vertretern der Arbeitern der Arbeiterschaft vorgelegt und dürfte ohne besondere Abstimmung angenommen werden; in diesem Falle ist die Wiederaufnahme der Arbeit am Montag zu erwarten. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 15. Reichstag. 9 Sonnabend, den 18. Jannar 1896. B 13. Jahrg. aber die danu hat allerdings den Zoll und den Zuschlag in der Tasche. Der gefommenen Eyzesse. Es ist begreiflich, daß die LandwirthVortheil des Reichs wird dann gehen auf Rosten der Konsu- fchaft, die in Verbände und in Versammlungen zusammengefaßt 18. Sigung vom 17. Januar 1896. 1 Uhr. menten, Händler und Produzenten. So wie der Graf Kanig ist, jetzt mit großer Energie und Kraft dafür eintritt, daß von früber vorgeschlagen hat, tönnen wir seinen Antrag nicht durch der Gesetzgebung und Verwaltung ihre besonderen Interessen Am Bundesrathstische; von Marschall. führen. Ueber die Un ausführbarkeit desselben gefördert werden. Diese Interessen verdienen auch die gleiche Die Berathung des Autrages des Grafen Ranih wegen dem Auslande gegenüber braucht man taum ein Berücksichtigung wie die anderen Interessen, Erzielung einer Befestigung der Getreidepreise auf Wort zu verlieren. Die Ausführungen des Staats- Agitation hat einen so bedrohlichen Charakter mittlerer Höhe für die Dauer der bestehenden Handelsverträge sekretärs waren in dieser Beziehung sehr überzeugend, angenommen, daß es bedenklich ist, in dieser Weise wird fortgefeßt. der Artikel III der Berträge giebt dem Auslande fortzufahren. Man will womöglich die landwirthschaftlichen Abg. Fürst Radziwill( Pole): Wir leben auch meist in die Sicherheit, daß das Getreide gegen Zahlung produktiven Stände aufrufen gegen die anderen Stände. Die landwirthschaftlichen Provinzen, haben also gewiß ein Interesse des Bolles eingeführt werden kann, fann, da߀ 3 dann anderen Berufsstände werden in der heftigsten an der Landwirthschaft und an der Stabilisirung. Die Aussicht, in Teutschland dem inländischen Getreide gleich erachtet werden Weise angegriffen, sobald sie nicht für den die der Antrag eröffnet, wirft wie ein Trunk frischen soll. Wenn eine innere Steuer oder ein Zuschlag eingeführt Antrag Ranis eintreten. Wohin soll das führen? Wassers auf einen Werschmachtenden, indessen fönnen wir wird für einen Artikel, so kann das ausländische Produkt eben- Sehen Sie doch einmal die Herren dort( auf die das zur Abhilfe der Noth der Landwirthschaft vor falls mit einem Zuschlag belegt werden, aber das Inland und Sozialdemokraten weisend) an.( Heiterfeit.). Gie geschlagene Mittel nicht als praktisch realisirbar das Ausland muß vollständig gleich behandelt werden. Nach erscheinen in immer größerer 3ahl. Ich glaube, anerkennen. Der Antragsteller ladet uns ein, auf eine Brücke dem Antrage des Grafen Kaniz zahlt aber der inländische man will von dem Zukunftsstaat gar nicht mehr viel zu treten, welche uns auf eine wirthschaftlich isolirte Produzent feinen Zuschlag, sondern er bekommt einen höheren hören, man stellt sich als Reformpartei dar, wenn Insel führen soll, indem uns versprochen wird, daß der Staat Preis, an dem der ausländische Produzent gar nicht theilnehmen man auch die revolutionäre Tendenz nicht verbirgt. die Sorge übernehmen soll, nicht mehr auf grund allgemeiner fann. Also es wäre ein direkter Bruch der Handels: Aus solchen Agitationen und aus der nueinigkeit der bürgerwirthschaftlicher Verhältnisse des Weltmarktes, sondern in sich verträge. Wie soll man denn die Verträge ändern? lichen Klassen zieht sie ihre Nahrung, sie ist der tertius felbst die Produktion und Konsumtion auszugleichen. Wir ver- Rußland ist darauf angewiesen, einen großen Theil gauden's( der Dritte, der sich freut) und wird schließ= mögen die Ausführungen des Staatssetretärs, feines Getreides in Deutschland abzusehen. abzusetzen. Wie wollen lich der lachende Erbe sein, wenn es mit der die er gestern mit so großer Sachlichkeit und Autorität vor Sie ihm gegenüber Konzessionen machen, um diese Aenderungen uneinigkeit in den bürgerlichen klassen so getragen hat, nur zu billigen. Die Annahme des An- durchzusehen? Das wäre ein Beginnen, welches man feiner weiter geht.( Sehr richtig! links.) Da sollen wir endlich trages würde höchst bedenklich und verhängnißvoll sein. deutschen Regierung zumuthen kann. Ich glaube wirklich, wenn uns doch überzeugen, schwer genug wird es uns, den alten Mit Monopolen haben wir bereits sehr trübe Erfahrungen ge: Sie daran gedacht haben, daß man das von anderen Wächten Parteien, daß es nothwendig ist, sich zu ver= macht feit der Gründung des Deutschen Reiches. Zuerst kam das erreichen könnte, so hat man vielleicht an politische Konzessionen einigen mit der Regierung 8 11 r Abwehr Monopol der vaterländischen Gesinnung, gedacht. Man mag die Konzessionen fonstruiren, wie man will, der sozialdemokratischen, revolutionären unter dem man die einzelnen Bevölkerungstlassen immer wird eine Konzession, die für Rußland vortheilhaft ist, Bewegung. Wenu die Interessengegensäge gegen einander zu verheten suchte; noch heute leiden bedenklich sein für Rumänien oder für Desterreich. Also hat der in dieser Weise ausgedehnt werden, wir unter der Zerfahrenheit dieser Zustände. Dann folgte das Antrag Kanis in seinen Voraussetzungen gar keinen festen Boden wird es unmöglich sein, Widerstand zu leisten. Monopol der Staatsomnipotens, vermittelst dessen unter den Füßen. Wir haben alle die Pflicht gegenüber dem der Staat das Recht für sich in Anspruch nahm, Wenn das, was hier verlangt wird von dem größten Ge- Andringen der revolutionären Mächte, uns al3 höchste Autorität in Glaubens und Gewerbe Teutschlands, von anderen Gewerben auch verlangt wird, zusammenzuschließen. Nachdem der Reichstag mit wissenssachen abzuurtheilen. Mit dem Getreide die Feststellung eines festes Preises, was soll dann geschehen? großer Mehrheit im vorigen Frühjahre den Antrag ab monopol tönnte es uns Polen ähnlich gehen wie im Die fapitalfräftige, mit Maschinen arbeitende Großindustrie gelehnt und auch die preußische Regierung sich wiederholt gegen vorigen Jahre mit der beabsichtigten Gründung der neuen macht eine mächtige Konkurrenz dem Handwerk. Was wollen ihn ausgesprochen hat, appellire ich an den PatriotisGeneralkommission, wobei wir von den Segnungen Sie antworten, wenn das Handwerk auch solche gemus der Herren, daß sie von weiteren gitationen der Rentengutbildung ausgeschlossen werden sollten. ficherten Preise verlangt? Unsere Rhederei, unsere abstehen, da sie sich doch überzeugen müssen, daß Wir stehen am Vorabend des Jubiläums der Wieder Schifffahrt hat immer große Klagen erhoben über die Konkurrenz ihr Antrag nicht durchführbar ist, daß er die aufrichtung des Deutschen Reiches. Ich hoffe, daß wir der großen Dampfer; wie will man den kleinen unzufriedenheit weiter fördert und die Landuns die Hand zur Verständigung reichen werden, damit auch uns Schiffen normale Preise sichern. Die Eisen- wirthe von dem Wege der Selbsthilfe abfenkt. gegenüber der Staat diejenigen Aufgaben erfüllt, die für ihn industrie hat auch seit länger als zwei Jahren rit dem Die Aussichten für die Landwirthschaft sind criprießlich sind. Lassen Sie uns den Grundsatz stabiliren, daß Niedergang der Preise zu fämpfen gehabt, aber einen feineswegs so verzweifelte, wie es vielfach in den der Staat nicht Partei sei in dem Kampfe der folchen Anspruch, wie er im Antrag Kanis enthalten ist. Agitationen dargestellt wird. Was insbesondere meine HeimathsJuteressen, sondern daß er über den Parteien bat fie niemals erhoben. Unsere sämmtlichen proving Hannover betrifft, so hat im vorigen Jahre, als die stehe. deutschen Arbeiter zusammen genommen Wogen der Agitation für den Antrag Kaniz noch sehr hoch Abg. v. Bennigfen( natl.): Es ist einigermaßen schwierig, bilden eine Klasse, die der Landwirth gingen, der Zentralausschuß der landwirthschaftlichen Vereine zu dieser seit Jahr und Tag den Reichstag beschäftigenden Frage schaft vollkommen gleichberechtigt ist. Gowie über die Lage der Landwirthschaft in Hannover Untersuchungen wesentlich neues herbeizubringen. Meine politischen eine Handelskrisis, eine leberproduktion ein- angestellt und einstimmig erklärt: in der Provinz HanFreunde stimmen mit ganz vereinzelten Austritt, Erscheinungen, die nach gewissen wirthschaftlichen Ge- nover giebt es feinen Nothstand der Landwirthnahmen gefchloffen gegen den Antrag. Ich sehen beinahe regelmäßig eintreten, erhalten die Arschaft; und so ist es in der That noch heute. Der Körnerban werde deren Stellung sine ira et studio und ohne ver- beiter niedrige Löhne oder werden arbeitslos. iit für die Landwirthschaft nicht allein entscheidend. Auf leichtem Legende Ausdrücke gegen Mitglieder des Hauses oder ganze Wenn die Arbeiter für alle Zeit und unter Boden überwiegt die Viehzucht, und diesen Gegenden ist der Parteien darlegen, weil ich begreife, von welcher schweren allen Umständen einen ausfömmlichen Lohn niedrige Körnerpreis sogar WON Nuyen, Sorge in einem Theil unseres Baterlandes die Landwirthe er verlangen, von dem sie mit ihrer Familie Dort hat auch der Antrag Kanit teine Propaganda machen füllt find über den außerordentlichen Niedergang der Getreide existiren tönnen, was soll dann werden? tönnen. Sie dürfen auch nicht verkennen, daß die Lebenshaltung preise, der nun schon seit zwei Jahren andauert, und weil nach Es muß dann dafür gesorgt werden, daß regel- der Bauern gegen früher sich erheblich verbessert hat. Die so g. den Erklärungen des Zentrumsredners tein Zweifel dar mäßige Beschäftigung vorhanden ist, es muß dann kleinen Mittel sind nicht zu unterschäßen. Dahin über besteht, daß der Antrag auch in seiner verdas Recht auf Arbeit geschaffen werden. gehören: Unterstützung und Förderung des Neallredits, der ringerten Gestalt mit sehr großer Mehrheit Ohne eine eingreifende Organisation des ganzen Standes von Meliorationen und der Bildung von Genossenschaften. In dieser abgelehnt und damit, wie ich hoffe, fein Schicksal be oben nach unten herunter ist das Recht auf Arbeit garnicht durch- Beziehung kann die Regierung sehr viel thun, und dazu hat siegelt werden wird.( Widerspruch rechts.) Der Antrag zuführen. Damit fommen wir direkt in die sie sich auch bereit erklärt. Wenn so Berufsgenossen trägt jest rund 100 Unterschriften. Gegen den Grafen Galen sozialdemokratische Organisation hinein.( Sehr und Regierung zusammenwirken, ist Aussicht auf Beffehaben sich die Antragsteller auf rheinische Bauern be richtig! links.) Wenn die Sozialdemokraten für den rung der Lage der Landwirthschaft vorhanden. Und rufen, aber nicht ein Mitglied aus dem Rheinlande steht Antrag nicht stimmen, so liegt das nicht daran, daß sie wer will es für unmöglich halten, daß mit darunter.( Nufe rechts: Hey!!) Ich sprach von der Schwierigkeiten bereiten wollen; sie können für den Ander Zeit auch wieder bessere Körnerpreise Rheinproving, aus Westfalen sehe ich nur ein Mitglied trag nicht stimmen, weil dadurch die Arbeiter- tommen? Die übrigen produktiven Stände, Industrie und darunter, das schon den früheren Antrag unterzeichnet hatte. intereffen geschädigt werden. Der Antrag ist Handel werden gewiß gern bereit sein, für die Landwirthschaft Nur vereinzelt haben Mitglieder aus dem Westen und wirthschaftlich undurchführbar und in seinen alles zu thun, was in ihren finanziellen Sträften steht, aber man aus Süddeutschland den Antrag unterzeichnet. Das ist Konsequenzen politisch gefährlich. Ich verweise auf muß sich hüten, die Interessen der Landwirthdoch eine einigermaßen bemerkenswerthe Erscheinung, daß der die Beschlüffe des Staatsraths vom März vorigen Jahres, wo ichaft gegen die Interessen der anderen Antrag seine Unterstützung wesentlich bei den Abgeordneten aus dies in der präzisesten Weise ausgeführt ist. Stände auszuspielen. Die Nothlage der Landdem östlichen und nordöstlichen Theil unseres Vaterlandes findet. Wenn eine Versammlung, wie der preußische Staats- wirthschaft würde eine viel größere sein, wenn der Die Landwirthschaft hat im Westen eine jüngere Kultur und ist rath, in dem die angesehensten und fachverständigsten Männer Zinsfuß nicht um 1 bis 2 Prozent gegen früher ge= infolge der Industrie dort noch nicht zu der Entwickelung ge- gerade auf dem Gebiete der Landwirthschaft vertreten waren, so funten wäre infolge der außerordentlichen Entwicklung des tommen, wie in den anderen Landestheilen, und daher wird in urtheilt mit allen gegen vier Stimmen, also mit einer großen Wohlstandes und der außerordentlichen Kapitalansammlung in diesen die Nothlage infolge des außerordentlichen Niederganges Mehrheit, da sage ich, da sollen wir es uns sehr überlegen, ehe Deutschland. Ich behaupte, daß auch in der Landwirthder Körnerpreise stärker empfunden und ist viel weiter vorgeschritten. wir uns auf eine solche Sache weiter einlassen. Es ist gestern fchaft ganz bedeutende Bermögen angesammelt Das ist die werbende Kraft des Antrages im Reichstage. ausgeführt worden, daß der Antrag nichts besonderes sei, daß er find.( Zustimmung links.) Einen Maßstab hierfür geben die Der Nutrag ist jetzt davon abhängig gemacht, daß die Durchsich nicht unterscheide von den Schutzöllen. Wenn das wahr legten Einkommensteuer- Einschähungen im Königreich Sachsen. führung desselben nicht im Widerspruch mit den Handels- wäre, dann könnte man die Schutzölle prüfen Sie beweisen eine außerordentliche Höhe des Handels, der verträgen oder nur durch Vereinbarungen mit den Vertrags- daraufhin, ob fie auch bedenklich sind. Industrie und einer rationell entwickelten Landwirthstaaten erfolgen soll. Der Staatssekretär v. Marschall hat ein Aber der Unterschied ist ein gewaltiger, denn durch den Antrag schaft. Nicht allein der große Grundbesig. auch der mittlere und gehend ausgeführt, daß die Handelsverträge nicht nur nach ihrem Kanit wird der innere Vertrieb ausländischer Waaren unter kleine ist dort vorwärts gekommen. Die fonservativen Führer Wortlaut, sondern auch nach ihrem Inhalt mit dem Antrag im Kontrolle gestellt. Wenn wir die Landwirthschaft nicht schützen und Agrarier und Vertreter des Antrages Kanig mögen es sich Widerspruch stehen. Er hat ferner ausgeführt, daß der Antrag gegenüber den billiger produzirenden Ländern, dann kommt die sagen lassen: wo Hilfe Noth thut, sind auch wir bereit zu helfen, in der That, wie er gefaßt ist, nicht ausführbar erscheint, daß er Landwirthschaft in eine immer bedenklichere Position. aber wir verlangen von ihnen, daß sie sich endlich auf einen ganz andere wirthschaftliche Wirkungen haben wird als man er England schüßt seine Landwirthschaft nicht, während die Weg begeben, auf welchem eine Hilfe erreicht werden kann, daß wartet, daß er gefährliche politische und sozialpolitische übrigen europäischen Staaten landwirthschaftliche Zölle haben. In sie mit uns zusammen, mit den verbündeten Regierungen und Folgen haben wird. Nach den schwerwiegenden Be welcher furchtbaren Lage die englische Landwirthschaft sich befindet, den Regierungen der Einzelstaaten alle diejenigen Mittel Denken und Argumenten, die wir gestern nicht zum weiß jedermann. Der Anbau von Getreide wird dort immer un- und Wege suchen, die zusammengefaßt nach und nach erften Male von Herrn von Marschall mit dieser lohnender. Das ist so bedenklich hervorgetreten, daß man in Arbeiter für die Landwirthschaft eine Besserung berbeiführen. Schärfe und Bestimmtheit gehört haben, hat es mich ge- freifen in England zweifelhaft geworden ist, ob auf die Dauer Möchten an dem Tage der 25. Wiederkehr des Tages, an wundert, daß der Herr Graf Schwerin auf die Frage, ob sich dieser Niedergang der Preise nüßlich ist für die Arbeiter. Kommt welchem das deutsche Reich wieder aufgerichtet wurde, die beder Antrag mit den Handelsverträgen vereinbaren lasse, gar nicht einmal eine Handelsfrisis, eine industrielle Krisis und die Leute sigenden Klaffen so zu sagen das Kriegsbeil begraben und alle eingegangen ist. Auch mit der Frage der Durchführbarkeit hat werden auf die Straße gefeßt, so finden sie auch in der Land- Gegenfäße ausgleichen, um trotz wirthschaftlicher und politischer er fich gar nicht beschäftigt, obgleich dies die Hauptsache ist. wirthschaft keine Beschäftigung mehr. Wir haben augenblicklich Meinungsverschiedenheiten mit den Regierungen einen Zustand Aus dem stenographischen Bericht der Reichstags- Kommission ist infolge des Vertrages mit Defterreich einen niedrigeren Getreide herbeizuführen, welcher auch der Landwirthschaft ersprießlich ist. ersichtlich, daß dort diese Frage sehr eingehend behandelt worden zoll als früher, 35 statt 50 M. Ich erinnere mich sehr wohl,( Beifall bei den Nationalliberalen.) ist und man erhält den Eindruck, daß der Graf Kanit voll als der Vertrag mit Desterreich verhandelt Präsident v. Buol: Mit Ihrer Genehmigung gebe ich das tommen von der Schwierigkeit der Durchführbarkeit über- wurde, stimmte Herr von Manteuffel und Wort zu einer geschäftlichen Mittheilung dem Herrn Reichszeugt worden ist. Er hat zwei Wege angegeben. Das ein Theil seiner Freunde für den Verfangler. 5 Reich soll die Lieferung des Getreides ausschreiben, der trag, obwohl man genau wußte, daß der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: Meine Herren! Im Privathandel soll es also beschaffen oder aber der Privatmanu Vertrag mit Rußland folgen würde. Die Namen des Kaisers lege ich hiermit dem Reichstag den Entsoll nach wie vor von dem Auslande kaufen und an der Grenze Erwägung war damals maßgebend, daß man enorm bobe wurf eines Bürgerlichen Gefehbuch zur verden Zoll und den Zuschlag bezahlen und dann mit diesem Ge- Getreidepreise hatte, so daß Graf Kanik damals auregte, ob fassungsmäßigen Beschlußnahme vor. Dem Entwurfe ist treide handeln. Der Antrag aber enthält ganz etwas anderes nicht eine Suspendirung der Getreidezölle nothwendig sei. eine Denkschrift beigefügt, welche deffen wichtigere Be als Graf Kanig hiermit vorgeschlagen. Nach dem Antrage ver-( Widerspruch rechts.) Da lag der Gedanke nahe, daß Suspendi- ftimmungen unter Vergleichung mit dem bisherigen Rechts. langen wir von der Regierung ein Gesetz, nach welchem der rung und Zollermäßigung einigermaßen gleichbedeutend feien, zustande Deutschlands erläutert und begründet. Nach Ein- und Verkauf ausschließlich für Rechnung des Reichs erfolgt. zumal der Zoll von 35 M. noch viel höher war als sonst dem Wunsche der verbündeten Regierungen foll das Bürger Im ersteren Fall wird das Getreide von Privatleuten ge- jemals früher. Man wollte diesen für die Zeit der Handels: liche Gefeßbuch gleichzeitig mit einem Einführungsgesetze fauft, die es im Ausland aufgekauft haben und die verträge festlegen. Ich weiß keinen Industriellen, welcher im Reichstage zur Berathung gelangen. Das Einführungsgesetz Megierung hat nur dafür zu sorgen, daß es in Deutschland nach einen Schutzzoll in dieser Höhe genießt; der Schuß wird eine Reihe allgemeiner Bestimmungen enthalten, die in dem her untergebracht wird. Ganz abgesehen von allen anderen soll beträgt bei Roggen mehr al3 ein Gesetzbuche selbst keinen geeigneten Play finden; es wird vor Schwierigkeiten, wie Schätzung des Bedarfs, Vertheilung des Drittel, bei Weizen beinahe ein Drittel allem diejenigen Rechtsgebiete bezeichnen, auf denen der LandesGetreides, so ist jedem, der auch nur einigermaßen mit den Ge des Preises im Inlande. Eine folche Gr Gesetzgebung der einzelnen Bundesstaaten trotz des gemeinfchäften bekannt ist, flar, daß infolge des Ausschreibens irgend mäßigung der Preise, wie sie eingetreten ist, hat niemand vorher famen Reichsrechts freier Spielraum verbleiben foll. Dieses ein Handel von Getreide sich garnicht entwickeln fann, denn wer wissen können.( Buruf des Abg. v. Kardorff: Ich habs vorher Einführungsgesetz hat die Berathung des wird die Vorbereitungen und das Risiko übernehmen, menn gesagt!) Gs fann aber auch einmal wieder die entgegengesette Bundesraths noch nicht ducchlaufen, wird aber, wie ich er nur einen einzigen Käufer in Deutschland hat? Was Entwickelung tommen. Für diese wechselnden Konjunkturen müssen annehme, in wenigen Tagen gleichfalls dem Reichstag zugehen Den zweiten Weg anlangt, so kann allerdings der wir Maßregeln finden; sie beschäftigen uns aber jetzt nicht, fönnen. Meine Herren! Mit der Vorlegung des Bürgerlichen Handel zunächst vollkommen in Thätigkeit treten. Nehmen sondern werden erst nach Ablauf der Handelsverträge aktuell. Gesezbuches erfüllen die verbündeten Regierungen eine Aufgabe, wir einmal an, daß mehr Vorräthe hereingebracht sind Auf diesen Antrag sind die Hoffnungen der Landwirthe gerichtet, welche ihnen durch gemeinsamen Beschluß des Bundesraths als wir brauchen, daß die Ernte eine große ist, was wird dann? er soll ihnen Hilfe bringen, und zwar ohne ihr Buthun. und des Reichstages bald nach der Aufrichtung des Reiches Dann muß eine Ratastrophe der Preise im Innern eintreten, Für diesen Antrag wird agitirt in einer Weise, die mich gestellt worden war. Schwere, hingebungsvolle Arbeit, an gegen welche Graf Stanis garnichts ausrichten kann. Der Staat veranlaßt hat, sie zu mißbilligen wegen der dabei vor der nicht nur die zunächst berusenen Vertrauensmänner, deren fondern auch weite Kreise des ganzen Baterlandes mit- spreise der agrarischen Krisis abzuhelfen. Die Krisis der etwas herausgeben; es kann sich das Brot nicht kaufen, sondern gewirkt haben, ist nöthig gewesen, um das Werk zu vollenden. Landwirthschaft hat begonnen zu einer Zeit, als wir günstigere muß sich von Kartoffeln nähren. Um so glücklicher bin ich, dieses der ersten Begeisterung für das Preise hatten, als sie Graf Ranit schaffen will. Ich bestreite die Mit der Rede des Herrn v. Marschall ist dem Antrage das gemeinsame Vaterland entsprungene Werk gerade jetzt an den Krisis feineswegs, aber ich bestreite, daß durch Steigerung der Todesurtheil gesprochen. Würde er durchgeführt, dann Reichstag bringen zu können, in diesen Tagen, da wir die Preise eine Heilung der Schäden eintritt. Ich glaube, daß wäre in der That der 3 wang 3 staat da, während in unserem, Erinnerungsfeier an die große Zeit begehen, der wir unser wir die gegenwärtigen niedrigen Preise auf die Dauer nicht be- dem sozialistischen Staate jeder frei sein und nicht durch die Deutsches Reich verdanken. Getragen von der nationalen Idee, halten. Die Anbaufläche für Getreide ist in Polizei bevormundet würde. Die agrarische Bewegung ist eine welche der Schaffnug eines gemeinsamen bürgerlichen Rechts zu Nordamerika und Argentinien wesentlich reine Lohnbewegung, die Herren verlangen höhere Grunde liegt, haben die verbündeten Regierungen das ihrige zurückgegangen, ebenso in Europa. Dadurch ist Löhne für sich. Verlangen aber die Arbeiter gethan, damit der Abschluß des umfassenden Gefeßgebungs- das Angebot schon im Rückgange; das ist nur nicht höhere Löhne, so haben sie die Polizei, wertes nicht durch Bedenken und Sonderwünsche verfo hervorgetreten, weil wir mehrere Jahre hintereinander gute den Staatsanwalt und die Presse gegen zögert werde. Wenn nunmehr der Reichstag an die Ernten hatten. In jedem Jahre muß für den Zuwachs an sich. Müßten nicht tonsequenterweise nach ihm zustehende verfassungsmäßige Prüfung der Vorlagen heran- Menschen, der Millionen beträgt, Nahrung gefchaffen werden, diesem Antrage auch die Arbeiter für jeden tritt, so wird er, wie ich zu hoffen wage, von dem gleichen Geist das wirkt auf das Angebot. Wenn die Preisbildung nicht allein Ausfall bei der Erfindung neuer Maschinen zc. sich leiten lassen. Geschieht solches, so kann diese Zeit der Er- die Ursache der Nothlage ist, so fann durch Hebung der Preise entschädigt werden? innerung an die großen Tage, da das Reich erstand, die Ge- die Nothlage nicht beseitigt werden.( Widerspruch des Abg. Man hat es sogar für christlich gehalten, den Agrariern burtsstunde werden für das gemeinsame Recht, welches das Reich v. Plög.) höhere Getreidepreise zu geben. Solche Aussprüche sind nicht noch weiter festigen soll. Indem ich die Gesetzesvorlage hiermit Es ist eine beliebte Manier, mir immer entgegenzuhalten, geeignet, das Ansehen des Christenthums zu dem Herrn Präsidenten überreiche, ist es mein herzlicher Wunsch, daß die von mir vorgeschlagenen fleinen Mittel nicht helfen. erhöhen. Der Graf Schwerin ging gar soweit zu sagen, der daß die Berathungen des Reichstages die Hoffnungen der Ver- Man kann aber auf die Preisbildung dadurch einwirken; die Antrag wolle nicht Unfrieden stiften, sondern Frieden. Und bündeten Regierungen erfüllen mögen.( Lebhafter Beifall.) Aufhebung des Identitätsnachweises hat z. B. eine Verschiebung dabei handelt es sich um eine Schröpfung des Volkes um Präsident v. Buol: Meine Herren, gestatten Sie mir nach des Getreidepreises zu gunsten des Ostens herbeigeführt. Durch 500 Millionen, wogegen die Zuckerprämien und Branntweins dem Gehörten ein furzes Wort. Der Reichstag verkennt in den Bau von Eisenbahnen, durch die Tarife kann man ebenfalls Liebesgaben die reinen Waisenkinder sind.( Redner geht auf die feiner Weise weder die politische und soziale Bedeutung, noch einwirken, ebenso durch die Verminderung der Produktionskosten Agitation des Bundes näher ein und zeigt, daß sie fast wie die juristischen Schwierigkeiten der uns soeben gewordenen Vor- und durch die Steigerung der Produktion. Die kleinen Mittel Revolution aussebe.) lage, die ihrem Inhalte und Umfange nach von liegen zum Theil auf dem Gebiete der Reichs- Gesezgebung, Der Antrag würde eine Steigerung der Brotpreise teiner der dem Reichstage in dem verflossenen zum theil auf dem der preußischen Gesetzgebung. Aber zur Folge haben und das wäre ein Geschenk an die jetzigen Vierteljahrhundert gestellten Aufgaben über- weder in der Währungsfrage, noch in dem Grundstücke befizer. Von 514 Millionen der landwirthschaftlichen troffen worden ist. Es bedarf wohl faum der beson- Antrage Ranig ist schnelle Hilfe gegeben. Die Betriebe würden aber nur 700 000 einen Vortheil vom Antrage gegenwärtig unter uns ohnehin lebhaften- Erinnerung Währungsfrage kann nicht von heute bis morgen gelöst werden Kanit haben. Nicht das gute Herz der Agrarier hat verhindert, an die große Zeit, der auch dieses nationale Wert seinen und auch der Antrag Kanitz ist in so furzer Zeit nicht durch daß die Löhne nicht erniedrigt worden sind, sondern die ErUrsprung verdankt, um uns zu veranlaffen, in der gleichen Weise, führbar. Ich erkenne in vollem Umfang, daß Graf Kaniz durch wägung, daß fie feine Arbeiter mehr finden würden. Es wurde wie es seitens der verbündeten Regierungen geschehen ist, seiner sein unermüdliches Streben, durch seine Ueberzeugungstreue und ein Tagelohn von 50, 60 Pf. gezahlt! 12 Stunden pro Tag, Förderung unverzüglich unsere ganze Kraft zu weihen. Der Reichstag seine zweifellos große Liebe für die Landwirthschaft das größte macht 5 Pi. pro Stunde( hört! hört!); früher waren die Löhne wird deß bin ich gewiß- unablässig bemüht sein,- Uebereilung zu leisten versucht hat. Aber einen Vorwurf fann ich ihm nicht auch nicht geringer, sondern eher höher. Graf Schwerin hätte uns wie Verzögerung vermeidend die ihm anvertraute Aufgabe ersparen. Ich bin gestern und früher seinen Neden mit lieber sagen sollen, wie hohe Löhne er selber zahlt. In thunlichst bald einer Lösung entgegenführen, die unserem Volke der strengsten Aufmerksamkeit gefolgt. Immer bei jeder neuen Pommern sind die Landarbeiter troß der und Baterlande zum Heile gereichen wird. Das gebe Gott! Rede war Graf Kanitz niemals in der Lage, näber agrarischen Lodungen größtentheils Sozial Darauf erhält in der Fortsetzung der unterbrochenen Debatte darzulegen, vie er die Sache durchzuführen gedenkt. De mofraten, und sogar in Varzin wurden bei der letzten Reichsdas Wort der Ich habe seine früheren Reden studirt, aber ich bin zur absoluten tagswahl ein Drittel der Stimmen für einen Sozialdemokraten Preußische Landwirthschaftsminister v. Hammerstein. Er Wahrheit nicht gelangt. Sie werden vielleicht sagen, das wird abgegeben. Vor einigen Jahren hieß es, der Gutsbesitzer von tabelt es, daß der Antrag Kanig mit so großer Agitation in die Welt am landwirthschaftlichen Minister und seinem kleinen Gehirn Barzin, der frühere Reichskanzler, habe einige ausgewanderte gesetzt und daß dabei immer die Behauptung aufgestellt wird: liegen.( Seiterfeit.) Aber einen sehr wesentlichen Punkt hat man Arbeiter auf Rückgabe von einer oder zwei Gänsen gerichtlich wenn die Regierung nur will, dann kann die Sache durch gar nicht berührt. Glaubt man denn, daß man eine verklagt; er hat feine Neigung zu höheren Löhnen. Da die geführt werden. Je ruhiger und je sachlicher die preußische große Anzahl Leute brotlos machen tann, ohne Herren immer mit den vielen Mitgliedern des Bundes der LandRegierung die Sache prüft, umsomehr ist sie zur Ueberzeugung Die Leute zu entschädigen? Beim Tabaksmonopol hat wirthe prahlen, so ist es interessant, daran zu erinnern, daß in gekommen, daß fie die Verantwortung für diesen Schritt man eine Entschädigung des Kaufmanns- und Fabrikanten einer hinterponimerschen Stadt ein Buchdruckereibesizer und ein zu übernehmen nicht in der Lage ist. Erschöpfend und klar ist standes in Aussicht genommen. Aber ich vermisse jeden biederer Schuhmachermeister Vorstandsmitglieder der dortigen von Herrn v. Marschall nachgewiesen, daß mit den Handels- Hinweis darauf in dieser Berathung. Wir sind aus Eettion find.( Heiterkeit links.) Der Ort ist Kolberg. verträgen, so wie jezt die Sache liegt, der Antrag nicht ver- praktischen Gründen gegen den Antrag, aber es liegt Man beruft sich auf die armen Bauern. Diese aber einbar ist. Gerade aus der Aenderung der Fassung des An- auch auf der Hand, daß er zum sozialistischen sind es, deren Vorfahren meist von den Herren trages geht hervor, daß die Antragsteller selbst mehr oder weniger Staat führt. Freilich, man scheint das nicht für Junkern von Grund und Boden vertrieben zu der Auffassung gekommen sind, daß der Antrag nicht so furchtbar gefährlich zu halten; man betrachtet wurden.( Sehr richtig! links.) Daß wir den Bauer zu vereinbar ist mit den Handelsverträgen. Das den Antrag als einen Nothbehelf, bei dem man ein bischen grunde richten wollen, ist eine Fabel, im Protokoll des Breslauer beweist auch der Hinweis auf die Vereinbarung mit den aus Sozialismus ertragen fönne; Graf Bismarck hat den Antrag als Parteitages steht davon kein Wort, die kleinen Bauern sind ja wärtigen Vertragsstaaten. Graf Bismarck, der ja den aus einen Nothbehelf bezeichnet. Wenn Schwierigkeiten und prin- zum theil bereits Sozialdemokraten. wärtigen Verhältnissen in seiner amtlichen Stellung nabe gestanden zipielle Bedenken in so großer Menge vorhanden sind, wie kamn Der Graf Bismarck plauderte gestern aus der agrarischen hat, sagt auch, daß die Initiative für die Verhandlungen allein man es wagen, einen solchen Nothbehelf für eine so beschränkte Schule; er sprach von der Verschuldung. Die Herren machen die Regierung übernehmen kann, welche verantwortlich ist. Beit mit so einschneidender Wirkung einzuführen? Die Frage aber von der Reduktion des Binsfußes den besten Gebrauch. Der Versuch, auf die Preisbildung einzuwirken, ist zu den ver- der Preisbildung ist eine der schwierigsten volkswirthschaftlichen Man behauptet sogar, daß sie mit dem Gelde, das sie als schiedensten Zeiten gemacht, das ist zu römischen 3eiten Fragen, die es giebt. Ich kann sie als ein Problem bezeichnen. Grundschulden aufnehmen, an der Börse spekuliren. geschehen und zur Zeit Friedrichs des Großen; aber Diese Probleme trägt man in die untersten Schichten der Be- Jm vorigen Winter wurde prophezeit, daß bis jetzt eine was damals möglich war, das ist heute nicht völkerung und regt die entferntesten Kreise auf, und nicht in Reihe von Besitzern zu grunde gehen würden. Es ist keiner zu mehr möglich. Ich will mich auf die neueste Geschichte be- objektiver Weise, indem man sich bemüht, die Schwierigkeiten der grunde gegangen. Die Vertragsstaaten werden um feinen Preis schränken, auf das, was hier und in anderen Ländern versucht Lösung dieses Problems, die Konsequenzen zugänglich zu machen, in eine Revision der Handelsverträge willigen. Wenn die ist. Das interessanteste sind die Versuche der portugiesischen das thun die Herren vom Bunde der Landwirthe nicht. Herren Agrarier ihre Taschen füllen wollen, Regierung, welche 1889 sehr weit gehende Beschränkungen der( 3wischenruf des Abg. v. Plög: Oh, bitte!) Man fagt nur: chrecken sie vor den schwersten sozialen MißEinfuhr von Weizen und Mais hat eintreten lassen. Aber in jedem Wollt Ihr höhere Preise haben, wir wollen sie Guch ständen nicht zurück; fie verlangen sogar die Kündigung Falle sind Aenderungen nothwendig geworden. Die Folge ist ge- verschaffen, aber die Regierung will nicht.( Zwischenruf fämmtlicher Meistbegünstigungs- Verträge. Die Folgen davon wesen, daß das Müllereigewerbe, welches früher viele fleine Be- des Abgeordneten v. Plötz: Da hört doch alles auf!) wären schlimmer als die eines Krieges, hunderts triebe umfaßte, in 37 Unternehmungen konzentrirt wurde; Wenn Sie mit einem folchen goldenen Regen in die tausende von Arbeitern würden brotlos und es ist eine so entschiedene Brotvertheuerung mehrfach eingetreten, Kreise der Landwirthschaft hineingehen, dann sagen die Land- müßten hungern. Der Hunger ist der größte daß die Regierung hat einschreiten müssen und der Vortheil wirthe: Das ist unser Mann.( Sehr richtig! links.) Der Glaube 9 e bell, es entständen diefelben Folgen wie nach dem ist lediglich den Latifundienbesigern zugute greift immer mehr um sich, die Regierung könne belfen, wolle ungerjahr 1847. Uebrigens brauchen wir die Zu gekommen, und unter dem Eindruck dieser Maßregel hat aber nicht.( Sehr richtig! links.) Das ist eine Erscheinung, juhr ausländischen Getreides, weil Deutschland sich durch der landwirthschaftliche Betrieb einen ent- welche die größten sozialen Gefahren für unsere bestehende seine Landwirthschaft nicht genügend ernähren kann. Wir schiedenen Rückgang erlitten. In Frankreich ist Wirthschafts- und Gesellschaftsordnung enthält.( Sehr richtig! links, haben, mit Ausnahme von Frankreich und Italien, die dieser Gegenstand auch einer eingehenden Berathung unterzogen lebhafter Widerspruch rechts.) Wer Wind säet, der erntet Sturm; höchsten Getreidezölle in Europa. Der Antrag Kaniz würde die worden. Von 6 Herren der sozialdemokratischen Partei unter die Geister bannt man nicht so leicht.( Lebhafter Widerspruch rechts.) Getreidepreise auf das doppelte oder gar dreifache Führung des Herrn Jaurès wurde im Parlament die Frage Das hat sich auch zur Zeit der Bauerntriege gezeigt. steigern. Die sozialen Bedenken gegen den Antrag sind doch aufgeworfen, ob man nicht die hohen Getreidezölle, welche Lernen Sie aus der Geschichte und ich gebe mich der Hoffnung nicht von der Hand zu weisen. Von der Noth der Landwirth den Niedergang der Landwirthschaft nicht aufgehalten haben, bin, ähnlich wie Herr v. Bennigsen heute, daß, wenn der Reichs- schaft sprechen Sie, von der der Arbeiter nicht.( Sehr richtig! durch etwas ähnliches wie den Antrag ersetzen wolle. tag die Kraft hat, jetzt ein Ende mit der Sache zu machen, die bei den Sozialdemokraten.) In Pommern leiden die Landwirthe Gegen den Antrag hat fast wörtlich dasselbe, was gestern Herr Herren soviel Kraft besigen werden, von dem Antrage abzu- feine Noth. Man sehe sich nur dort die prachtvollen Paläste, v. Marschall hier ausgeführt hat, Herr Leon Say ausgeführt; fiehen( Lebhafter Widerspruch rechts), und von dieser Lösung des die herrlichen Feste an und beobachte, wie die Herren im Winter der Antrag wurde abgelehnt. Dann kamen die Vorschläge eines Problems, die eine geradezu gemeingefährliche ist( stürmischer nach Berlin reisen, um sich zu amüsiren. Noth giebt es in der önerreichischen Kunstmüllers, die gestern schon erwähnt worden Widerspruch rechts). Das ist die Hauptsache in einer Zeit, wo Landwirthschaft bei den Arbeitern, in den Arbeiterwohnungen. find. Neu war mir nur, daß dieser Herr sich an Herrn v. Plöß wir Schwierigkeiten genug zu überwinden haben, daß wir er- In Pommern giebt es Arbeiterwohnstätten, gewendet hatte. Auch diese Vorschläge haben sich als unauswarten müssen, daß uns nicht von sogenannter konservativer die schlechter sind als die Schweine ställe. führbar erwiesen. Es sind ferner Vorschläge gemacht, eine Seite neue Schwierigkeiten bereitet werden( stürmische Unruhe Das einzige Bergnügen, das die Leute sich gönnen staffelmäßige Besteuerung der eingehenden Getreidemengen oder und Lärm rechts). Ich habe als preußischer Minister mich für tönnen, ist Schnaps kaufen. Diese Noth zu befeitigen, eine Prämie für die Produktion inländischen und eine Steuer für die verpflichtet gehalten, flar Farbe zu bekennen, wohin schließlich wäre des Schweißes der Edelsten der Nation werth. Die Arbeiter Konsumtion ausländischen Getreides einzuführen. Aber alle diese Bor. bei dieser Art der Agitation die Reise geht.( Lebhafter, wieder verlangen auch schon Hilfe vom Staat, und weil die kon schläge hat man in den Organisationen der Landwirthschaft, auch holter Beifall links. Stürmischer Widerspruch rechts.) servativen nicht helfen, wird die Sozialdemo im Landwirthschaftsrath nicht anzunehmen gewagt. Wenn Abg. Herbert( Soz.): Der jezige Antrag Kaniz ist keine tratie draußen auf dem Lande große Fortdie Interessenvertretungen es nicht einmal wagen, auf die An- Verbesserung gegen den vorjährigen.( Große Unruhe.) Statt fchritte machen. Die Arbeiter müssen von der träge einzugehen, wie sollen die gesammte Boltsvertretung und Ausgleichspreifen werden jest Minimalpreise gefordert. Früher Gesinde Ordnung und dem Prügelrecht befreit die Regierung darauf eingehen können? Soviel man versucht wollte man in den Zeiten der billigen Getreidepreise einen Fonds werden, damit sie wenigstens einigermaßen Gleich hat, die Frage zu lösen, überall ist man zur Ablehnung des ansammeln, aus dem man zu Zeiten der hohen Getreidepreise berechtigung erhalten. Die Landarbeiter leiden noch Antrages gekommen. Der einzige Staat, der einen Versuch die Preise wieder herunterfeyte. Jetzt ist man jedenfalls der viel mehr unter der Klassenjustiz als die gewerblichen Arbeiter. gemacht hat, hat schlechte Erfahrungen gemacht. Im preußischen Meinung, daß ein solcher Fonds sofort durch eine Militär- oder Wie oft wird nicht der Arbeiter bestraft, weil er sich weigert, Staatsrath ist nicht der Antrag Kanis Gegenstand der Be- Marinevorlage absorbirt werden würde und es steht jetzt im den Befehl seines sogenannten gnädigen Herrn zu erfüllen. rathung gewesen, sondern es wurde das Programm aufgestellt, Antrage, bei Erschöpfung dieses Reservefonds sollen die Ver- Der schöne Gedanke, daß der Staat dafür man wünschte die Gutachten über alle Vorschläge, welche faufspreise um soviel erhöht werden, daß sie der Reichstasse sorgt, daß alle Einwohner Brot haben, wird gemacht sind zur Hebung der Getreidepreise, zu vernehmen, weil einen Ueberschuß in Höhe der durchschnittlichen Getreidezoll- Ein- nie mals verwirklicht werden können, außer der Wunsch nach Hebung der Getreidepreise berechtigt sei. nahmen seit dem 1. April 1892 gewähren. Also die Ausgleichs im sozialistischen Staat. Der Landwirthschaftsminister Damals siellte man im Staatsrath als den Zweck des Antrages preise sind bereits verflüchtigt. Man hat uns vor- nennt den Antrag gemeingefährlich; es wäre eine sonder Kanit die Hebung der Getreidepreise hin, während jetzt nur von geworfen, wir hätten in der Kommission bare Fronie des Schicksals, wenn einmal ein der Ausgleichung der Getreidepreise die Rede ist. Beim den Antrag als sozialistisch bezeichet und Ausnahmegesez gegen die gemeingefährlichen Bund der Landwirthe gilt die Hebung der Gedoch nicht für ihn gestimmt. Gerade das Bestrebungen der sogenannten Konservativen treidepreise immer noch als Hauptzweck. Ich will Gegentheil ist der Fall. Ich habe in der Kommission vorgelegt würde. Wie der Antrag durchzuführen auch meine frühere Behauptung noch wiederholen, daß die Kon- u. a. gefagt:" Ich erinnere daran, wie bereits von meinen ist, wissen die Herren selbst nicht. Sie brauchen ihn sumenten feinen Anspruch darauf haben, unbedingt billige Preise beiden Fraktionsgenossen hervorgehoben worden ist, daß, obgleich und die Währung als Agitationsmittel. Der Appell des Herrn zu haben; aber der Staat ist auch nicht verpflichtet, der Antrag an sich nicht sozialdemokratisch ist, von Bennigsen an den Patriotismus der Konservativen, den Landwirthen einen ihren Produktions- denn der Antrag Ranib ist der Sozialismus der haupt hätte er ihn eher an die Herren v. Hey! und Genossen toften entsprechenden Preis sichern. Reichen, und wir vertreten den Sozialismus richten sollen wird erfolglos fein; beim Geldbeutel hört auch Aber auch wie der Antrag heute gestellt ist, geht der Armen, die Wirkungen desselben uns unzweifelhaft der Patriotismus auf. Die Jubelfeiern macht das er noch dahin, daß eine Hebung Hebung des Getreidepreises zu gute fommen werden." Auch Bebel hat den Antrag nicht Volt jest nicht mit, denn das Volt hat sich herbeigeführt werden soll unter Festsetzung eines Minimalpreises als sozialistisch bezeichnet; im Gegentheil, er hat ihn Deutschland so nicht gedacht. Der Antrag von Staats wegen durch künstliche Regelung des An als antisosialistisch bezeichnet, weil er Kanis ist Kapitalismus, nicht Sozialismus; gebotes und der Nachfrage, und das soll geschehen einer Minorität der Bevölkerung helfe auf der letztere nimmt sich nur der wirklich Unterdrückten an. Au ch bezüglich des wichtigsten Boltsnabrungsmaterials, Kosten einer ungeheuren Mehrheit der Bediese Debatten werden unzweifelhaft dazu des Getreides. Das ist der Zweck; ich begebe mich dessen, daraus völkerung.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) beitragen, dem wahren Sozialismus die weiteren Folgerungen zu ziehen. Wenn wir soweit Graf Kanit wolle das Gespenst der Brotvertheuerung nicht Kräfte zuzuführen. Der Antrag Kanig ist in diesem tommen, daß in der Privatwirthschaft der gelten lassen. Nun würden wir aber jährlich für 500 Millionen Sinne die Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute Staat die Preisbildung besorgt, dann haben Mart Getreide gebrauchen, pro Kopf 10 M., 50 m. für eine schafft.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) wir den sozialistischen Staat so sicher, wie Familie von 5 Köpfen. Für eine so ungeheuere Mehr- Präsident v. Buol: Der Abg. Köhler, dessen Name mir zweimal zwei gleich vier. Betreten Sie den Weg für das Getreide, belastung des Volkes sollen wir im Ernste erst nachträglich bekannt geworden ist, hat während der Rede 10 ift e3 richtig, dieselbe Forderung zustimmen?! Thäten wir es, so wäre das der schmählich ste des preußischen Landwirthschaftsministers in störender Weise stellen für alle anderen Gewerbetreiben. Werrath an den Arbeiterinteressen. Dessen sind durch Zurufe eingegriffen. Ich rufe ihn deshalb nachträglich den.( Zuruf des Abgeordneten von Plöt: Nein!) wir nicht fähig. Arbeiten nicht auch die Arbeiter zur Ordnung. zu über neue An jede menschliche Einrichtung knüpfen sich hin und wieder unter ihren Produktionstoften? Der Lohn reicht Minister v. Hammerstein: Ich habe erfahren, daß Auswüchse. Diese muß man beseitigen, was durch die Vor- nicht aus, um die Arbeitskraft zu ersehen. Die Serren meine Aeußerungen jo aufgefaßt sind, als habe legung des Börsengesetzes und eine Reihe anderer Maßnahmen wollen zwar die Vortheile, aber nicht die ich der konservativen Partei als solcher den Vorgeschehen ist. Man muß aber nicht das Kind mit dem Bade Nachtheile der kapitalistischen Produktion wurf gemacht, daß sie staatsgefährlich und gemeinausschütten, das thut man aber, wenn man von Staats wegen tragen.( Sehr richtig!) Von 1885 bis 1894 hatten gefährlich sei. Ich bin nicht in der Lage festzustellen, die Preisbildung regeln will. wir nach der Statiftit die höchsten Roggenpreise, und ob der ganze Zusammenbang der Aeußerungen diese Annahme Der Zweck des Antrages ist der, durch Hebung der Getreide- da fagten die Herren nicht, wir werden dem deutschen Bolte rechtfertigt. Jedenfalls habe ich die Aeußerung wenn : Präsident v. Buol: Das ist keine persönliche Bemerkung. Abg. Graf Kanik: Ich beziehe mich auf die Nachrichten, welche über gewisse Fraktionsbeschlüsse durch die Zeitungen gehen. Abg. v. Bennigsen erklärt, daß er die Aufrichtigkeit des Vorredners nicht in Zweifel ziehe. Zur Gefäftsordnung erklärt Abg. Hilpert( Bayerischer Bauernbund), daß durch Schluß der Debatte ihm das Wort ent zogen sei, er hätte für den Antrag gesprochen und werde, so lange die Regierungen nichts Besseres finden, für denselben wenn man nicht so gemeint.( Lachen rechts) Ich habe nicht ob die Handwerker nicht auch ein Interesse an besseren Getreide- I ruiniren, denen gegenüber er die Souveränität des Fürsten wie von der konservativen Partei, sondern von preisen haben. einer rocher de bronce ftabiliren wollte. In diesem Sinne den agitatorischen Bestrebungen des Bundes Was der Abg. Herbert anführte, daß Handwerker mit wollen wir auch die Souveränität des Gemeinwohls aufrecht der Landwirthe gesprochen.( Großer Lärm rechts.) glieder des Bundes der Landwirthe sind, ist daher eine sehr be- erhalten und den Antrag ablehnen.( Bustimmung links und im Ich habe bisher angenommen, daß der Bund der Landwirthe greifliche Erscheinung. Die Industrie Erzeugnisse und die Zentrum.) nicht identisch ist mit der konservativen Partei. Die tonser Handwerksprodukte werden doch hauptsächlich von den Land- Darauf wird die Debatte geschlossen. Persönlich bemerkt vative Partei im preußischen Abgeordnetenhause und die wirthen gekauft. Die Industrie hat auch ein lebendiges Abg. v. Bennigsen, daß er die Aeußerung über das Handwerk tonservative Partei des Reichstages habe ich mit meinen Aeuße- Interesse an der Zahlungsfähigkeit der Landwirthschaft. in der thörichten Form, wie sie ihm der Abg. v. Kardorff in den Jezt rungen nicht treffen wollen.( Große Unruhe rechts.) müssen die Leute, welche auf dem Mund gelegt, nicht gethan habe. Er habe nur gefagt, wenn Abg. v. Mantenffel( t.): Obwohl der preußische Land platten Lande keine Arbeit finden, in die Landwirthschaft in Nothlage einen Mindestpreis für ihre wirthschaftsminister durch seine letzten Aeußerungen die ersten die Städte ziehen, und dadurch werden die Produkte garantirt bekomme, habe die Industrie, das Handwerk zc. Aeußerungen, die er hier gethan und die uns natürlich auf das städtischen Löhne gedrückt. Die Arbeiter baben in Nothlage denselben Anspruch. allerschmerzlichste berühren mußten, einigermaßen wieder ein- also ein Interesse daran, daß sie wieder auf Es folgen weitere Bemerkungen der Abgg. Herbert und geschränkt hat, so überhebt mich diese Einschränkung doch nicht dem Lande Beschäftigung und genügende Be Graf Kanik. Letzterer spricht die Hoffnung aus, daß Herr der Verpflichtung, folgendes zu erklären. Der Herr Minister zahlung finden. Das Zentrum hat sich zu meinem Be- v. Bennigsen seine Aufrichtigkeit nicht angezweifelt habe, wenn hat den Antrag Ranit als gemeingefährlich und die Unterzeichner bauern in seiner Totalität gegen den Antrag erklärt. Mit einem er davon gesprochen, daß er selbst nicht an die Ausführbarkeit als sogenannte Konservative bezeichnet.( Große Unruhe.) Er weiß, Theile der Begründung des Grafen Galen habe ich eine gewisse seines Antrags glaube. Ferner bemerkt er, er würde von dem daß die ganze konservative Partei des preußischen Landtages Sympathie, nämlich dahin, daß der Antrag eine Stärkung der Antrage für die Zukunft absehen, wenn er die Gewißheit hätte, uno des Reichstages hinter diesem Antrage steht und daß Bureaukratie enthält. Graf Galen hat gegen die Politik des daß heute sämmtliche Mitglieder nach ihrer innersten persönlichen alle Männer, welche Einfluß in der Partei haben, den Fürsten Bismarck ein sehr verbissenes, giftiges Wort gebraucht. Ich Ueberzeugung abstimmten.( Lebhaftes Oho!" im ganzen Haufe.) Antrag unterstützt haben. Der Herr Minister tann hätte gewünsat, daß er diese politische Anmerkung unterlassen hätte. es sich selbst sagen, welchen Eindruck es in Wir sind aufgefordert worden, daß wir nach Ablehnung des den Kreisen der konservativen Partei machen Antrages die Sache auf sich beruhen lassen und uns mit den kleinen muß, wenn er mit der Bezeichnung sogenannte Mitteln begnügen sollten. Ich bin der Meinung, daß durch die Ronservative" allen denen, welche sich zu dem Regelung der Währungsfrage geholfen werden könnte. Antrage Ranih bekennen, wahren Konser Herr Barth meinte neulich höhnisch, ich hätte zum ersten Mal vatismus abipricht.( Stürmischer Beifall rechts.) von der Währungsfrage nicht gesprochen. 1878 waren die FreiMinister v. Hammerstein: Ich bestreite ganz enthändler noch viel höhnischer, als dann der schutzölnerische Umschieden, daß ich dasjenige gefagt habe, was schwung fam. Es fann vielleicht bald wieder einmal so der Abg. v. Manteuffel mir unterlegt. Ich habe kommen. Herr v. Bennigsen meinte, die Verschiebung der stimmen. die Agitation mit dem betreffenden Ausdruck bezeichnet; Vermögensverhältnisse sei nicht zu hindern. Der Staat hat Das Schlußmort als Mit- Antragsteller erhält das wird das Stenogramm meiner Rede ausweisen, und jeden- die Verpflichtung, die gewordenen Besitzverhältnisse so Abg. Liebermann v. Sonnenberg, welcher mit lautem falls ist dies meine Absicht gewesen. festzuhalten, daß kein Vermögensverfall eintritt. Ich Oho!( es ist mehr als 51/2 Uhr) empfangen wird: Sie können Abg. v. Kardorff( Rp.): Der Landwirthschaftsminister hat gebe die Hoffnung noch nicht auf, daß der Reichskanzler sich sich ja meiner Rede entziehen( große Heiterkeit), ich werde mich sich sehr beschwert über die Agitation des Bundes der Land- doch noch entschließt, mit den Vertragsstaaten in Verbindung zu aber durch diese Unfreundlichkeit nicht abhalten lassen, meine wirthe. Ich habe auch die Versammlungen des Bundes besucht, treten. Es giebt auch noch andere Mittel, wie man helfen Bemerkungen vorzutragen. Der Landwirthschaftsminister hat sich allerdings erit später, und muß sagen, daß in ihnen durchaus könnte. Die Vertragsstaaten würden doch nichts dagegen ein einer Taktik bedient, die ihm nicht gefallen würde, wenn sie nicht agitatorisch, sondern durchaus sachlich und objektiv diskutirt zuwenden haben, daß das feewärts aus Ländern mit unter gegen ihn angewendet würde. Er hat sich einen Antrag konSeine Aus worden ist.( Lachen links.) Die Erörterungen entsprachen ganz werthigen Baluten eingehende Getreide mit einem höheren Zoll struirt, der gar nicht mehr vorhanden ist. der Noth der Landwirthschaft. Es ist ja möglich, daß in andern belegt wird. Herr v. Bennigsen wies auf die englischen Bu- führungen sprachen gegen den alten, aber für den neuen Antrag. Versammlungen ein anderer Ton geherrscht hat und es ist ja stände hin England hat seine Landwirthschaft verloren, Die Angriffe auf den Bund der Landwirthe sind doch recht eigenin feiner insularen Lage und seiner starten thümlich, wenn ganz natürlich, daß ein Mitglied auch einmal ein etwas schärferes aber man bedenkt, daß der Minister Wort ausspricht, aber nach meiner Kenntniß halte ich es Seemacht Tann es ein solches Experiment aushalten. v. Hammerstein Mitbegründer des Bundes der nicht für richtig, dem Bunde den Vorwurf zu machen, daß Deutschland kann dic Landwirthschaft nicht Landwirthe für die Provinz Hannover ist, wie seine eigentliche Thätigkeit darin bestünde zu agitiren. Der Bund in die Latifundienwirthschaft übergehen sehen. mir mitgetheilt wird( Buruf des Ministers v. Hammerstein: bat statistische Aufnahmen gemacht über die Lage der Landwirths England tonnte das machen, weil der Freeholder, der Yeoman Das ist thatsächlich unrichtig!) Dann nenne ich meinen Gewährsschaft in ganz Deutschland und erwogen, wie Hilfe zu schaffen nach andern englischen Ländern, nach Kanada u. s. w. gehen. manu, Herrn Dr. Hahn, um ihm Gelegenheit zu der persönlichen ist. Die große Mehrzahl seiner Mitglieder hat diese Hilfe in Unsere Auswanderer aber verlieren ihre Nationalität. Wir Bemerkung zu geben. Der Minister verspricht eine Besserung dem Antrage Kanit erblickt, aber es ist von vornherein immer müssen unsere Landwirthschaft schützen und wenn die ver- der Verhältnisse, die er von seiner hohen Warte aus schon tann. Wir bemerken davon nichts. Wir hervorgehoben worden, daß sein Schicksal davon abhänge, ob es bündeten Regierungen eine energische Kundgebung zu gunsten voraussehen den verbündeten Regierungen möglich sei, mit den Vertrags- der Buren von Transvaal abgegeben haben, so werden merken auch nichts von der Wirkung der kleinen Mittel. staaten Verhandlungen anzuknüpfen über eine Abänderung der sie, hoffe ich, für die deutschen Buren auch noch etwas übrig Der Minister verwechselt soziale und sozialistische Maßs Handelsverträge. haben.( Lebhafter Beifall rechts.) regeln; wenn wir den sozialistischen Zukunftsherbeiführen würden Der Antrag Kanig hat vielfach Anerkennung gefunden megen wollten, die Abg. Richter( frs. Vp.): Daß es in den Versammlungen sta a t feiner Aenderung. Herr v. Bennigsen denkt wohl an den alten des Bundes der Landwirthe sachlich und friedlich hergeht, wie Sozialdemokraten uns nicht so hart bekämpfen. Wie der Bund der Landwirthe im Lande arbeitet, davon Antrag, wenn er behauptet, daß er den Handelsverträgen wider- Herr v. Kardorff bezeugen will, ist ebenso werthlos als wenn spreche. Der Antrag ist ein ganz anderer geworden. Wenn Herr v. Manteuffel berichten wolle, es gehe bei den Bimetallisten kann sich der Minister nicht persönlich überzeugen; er ist audie Regierung fagt, wir fönnen und wollen nicht auf diesem friedlich zu. Die Herren find unter sich, aber die Zeitungen be- gewiesen auf die Bresse, welche anders berichtet, als die VerBoden unterhandeln, so können wir uns nicht von der richten darüber ausreichend, so daß man sich eine Blumenlese hältnisse sich abspielen. Herr Richter hat sich als Schwurzeugen Anschauung abbringen Wenn lassen, daß es richtiger wäre, von Aeußerungen zusammenstellen fann, die bei keiner Partei aufgespielt. man Herrn Richter liest, findet man anderes, als die sonst in dieser Weise vorkommen. Die Herren haben sich etwas Die Versuch machen wollte, Regierung den Er pflegte ihn hört. Vertragsstaaten einer Modifikation zu der Handels- aufgeregt über die Bezeichnung des Antrages als ge- früher feine Rede in Versammlungen nachher zu diktiren Die Herren haben und da lies er verträge zu bewegen. Der zweite Vorwurf gegen den Antrag meingefährlich seitens des Ministers. die agitatorischen Spizen weg. Daß Don schon V. Herrn ist der, daß er einen sozialistischen Charakter hat, uns direkt das Bennigsen hören tönnen. ein Kandidat bei der Wahl den Wählern höhere Getreide in den Staatssozialismus hineinführt. Dem Uns ist der Antrag immer gemeingefährlich erschienen, gleich viel, preise für den Fall seiner Wahl versprochen hatte, das glaube vorigen Antrag gegenüber hatte der Vorwurf eine Berechtigung, ob er den Handelsverträgen widerspricht oder nicht. Und daß ich nicht von allen, die den Antrag Kanit unterschrieben haben. aber einem auf wenige Jahre erlassenen Nothgesetz gegenüber ist er nur auf 6 Jahre gelten soll, bedeutet auch nichts. Die Das Problem der Preisstellung der Börse ist allerdings gemeinder Vorwurf unberechtigt. Das möchte ich auch besonders Sozialdemokraten würden vielleicht auch mit gefährlich, aber nicht der Antrag. Der Bund der Landwirthe dem Landwirthschaftsminister gegenüber feststellen. Haben wir sich akkordiren lassen, wenn der Zukunfts will nicht Entmuthigung ins Land tragen, im Gegentheil, nicht bei anderen Nothständen die Zuweisung von Arbeit staat auf 6 Jahre auf Probe eingeführt werden er hebt den Muth der Landwirthe, die sonst rascher an Das ist durchgeführt? Die Proviantämter verstehen das Einkaufen, aber Muthlosigkeit zu Kein Mensch Grunde gehen eine sozialistische Maßregel, follte. Daß von der technischen Durchführbarkeit des Antrages nichts das Verkaufen ist eine andere Sache. Herr v. Kardorff meinte, zweifelt an dem Interesse des Ministers für die Landwirthgefagt ist, ist ein seltsamer Einwand. Aöer so enorm schwierig es sei eine Einfuhr nicht nothwendig gewesen; er hat schaft, aber er möge dasselbe auch bei uns voraussetzen, und uns dürfte die Ausführung nicht sein. Wir haben in der Militär- aber vergessen, daß der Konsum zugenommen hat, nicht am Vorabende der Jubelfeier zur Gründung des Reiches verwaltung in den Proviantämtern ein technisch geschultes Per- namentlich wird auch jetzt Getreide sehr viel verfüttert. solche Vorwürfe machen. Redner empfiehlt wiederum die durch sonal für den Ankauf von Getreide. Man sagt, wo find die Die Wendung der sogenannten Konservativen hat verschnupft. eine verkrachte Vorschußbank in Verlegenheit gekommenen Lager vorhanden, um das Getreide aufzuspeichern. Graf Bis- Sie sind an eine viel bessere Behandlung gewöhnt.( Heiterfeit.) Bauern seines Wahlkreises dem Wohlwollen des Ministers; mard hat gestern die Ziffern der Einfuhr vorgeführt. Diese Aber als Fürst Bismarck von Diese Aber als Fürst Bismarck von den sogenannten Freisinnigen diese Bauern könne der Minister vom Untergang retten. Getreidemengen find doch auch gelagert worden. Würde es für sprach, da jubelten Sie( rechts) Beifall.( Heiterkeit.) Im Lande Der Antrag Raniß hat Volksthümlichkeit im Lande die Staatsregierung eine unlösbare Aufgabe sein, Speicher zu wird eine solche Behandlung seitens des gewonnen, man hat erkannt, daß er teine einseitige Interessenmiethen und sie abzuschließen? Wenn die Regierung den Willen Ministers sehr gefallen.( Heiterkeit.) Denn die Bevertretung, sondern eine Betonung der gemeinsamen Interessen hätte, würde sie einen Weg finden, den Antrag auszuführen, handlung mit Glaceehandschuhen hat im ist. Der Minister meinte, es könnten andere Erwerbstlaffen auch die Verhältnisse sind allerdings nicht mehr mehr so, wie ande gar nicht gefallen. Die anderen kommen. Der Wahlspruch der preußischen Könige lautet: das anders behandelt. Jedem Seine, aber unter Friedrich dem Großen; aber die Hilfsmittel des modernen Parteien nicht jedem jedem dasselbe. Für Verkehrs sind doch heute auch ganz andere als früher. Der Aber sie bleiben im Besitz der maßgebenden Aemter. Die kleinen die Handwerker sind 3wangsinnungen wichtiger als heutige Staat tönnte die Aufgabe auch noch lösen, welche sich Handwerker müssen in den Bund der Handwerker hinein, weil Befähigungsnachweis Fest= Friedrich der Große gestellt hatte. Daß die Sozialisten sonst von ihnen niemand kauft. Der Bien muß, und dann thun stellung der Preise. Wir wollen die unlautere Kongegen den Antrag stimmen, ist erklärlich; das die Leute so, als wenn sie an den Segen des Bundes der Land- furrenz, welche die Preise drückt, fernhalten. Die Unausführbar. ist ein Beweis, daß der Antrag so sehr sozialwirthe glauben. Eine werbende Kraft hat der Antrag im Lande teit des Antrages ist nicht nachgewiesen. Die Mittel dafür listisch nicht sein tann. Sie wissen ganz genau, daß der nicht geübt und noch weniger im Hause. Jezt hat der An- werden sich finden; die Proviantämter sind doch vorhanden und Antrag den deutschen Bauernstand erhalten würde, und sie wollen trag 99 Unterschriften, im vorigen Jahre 97. Reiner der Unter- funktioniren gut. Daß die Verhältnisse so verschiedene sind gegen= fann Zeit Friedrichs des Großen, ihn vernichten. Ich verweise auf die Worte des Abg. Schippel, zeichner hat früher gegen den Antrag gestimmt, nur Herr von über der daß die Sozialisten den Bauernstand erst verfallen lassen Levezow, der früher gegen den Antrag gestimmt hat, hat ihn zugeben; den veränderten Verhältnissen entsprechen veränderten Aber eine Stimme macht noch keinen die müssen. Verkehrsverhältnisse, Dem Abg. Rickert widerstrebt der Antrag, weil jegt unterzeichnet. welche Während der Regierung er seinen manchester- lichen Anschauungen entgegensteht. Was Agrariersommer.( Heiterkeit.) Erstaunt hat mich das Ein- fernung verschwinden machen. beweist das einzelne Beispiel des einen Bauern, das Herr geständuiß des Grafen Bismarck, daß die Landwirthe Friedrichs des Großen konnte der Getreidewucher des Handels Rickert angeführt hat!( Sehr richtig! rechts.) Im Kreise Dels Pfandbriefe зи billigen Zinsen aufnehmen und höher keinen Boden finden in Preußen. Der Bundesrath ist jetzt in liegt ein großes Dorf Grottwiß, welches ich vor wenigen Jahren verzinste Papiere faufen. Ich habe die Herren in Verder Lage, den Wucher zu verhindern. Wenn der Terminhandel als ein verhältnißmäßig wohlhabendes fennen gelernt habe. Dacht, daß sie sich des verächtlichen Instituts beseitigt wird, können die Preise gebessert werden; dann Die zwölf bäuerlichen Besitzungen sind in den letzten Jahren der Börse bedienen, denn sechsprozentige fönnen wir vielleicht verzichten auf solche Anträge. Ob sämmtlich unter den Hammer gekommen.( Hört, hört! rechts.) Papiere find sonst nicht zu haben. Bielleicht haben der Bundesrath den Antrag Kanitz überflüssig machen wird, Die Besizungen mit leichterem Boden, die vielleicht noch von einem sie auch nothleidende Amerikaner im Besitz. Wenn die Ver- tönnen wir nicht leichten Herzens bejahen. Gerade die Rede des Unglücksfall betroffen sind, sind von den Familien, die sie vielleicht schuldung vergrößert wird und die riskanten Papiere getauft Herrn v. Marschall erfüllt uns mit schweren Sorgen. Gegen Jahrhunderte lang besessen haben, aufgegeben worden. In einem werden, dann dürfen Sie sich nicht wundern, daß man in schlechte den Kern des Antrages hat er recht wenig gesagt, aber eine anderen Kreise sind eine große Menge von größeren Gütern; feiner Verhältnisse geräth. Dann muß man aber sich selbst und nicht große Geschicklichkeit bewiesen, alle möglichen Dinge, die damit Er meinte, man der Vorbesizer hat in den letzten Jahren verdient, sondern alle haben den Staat anklagen. Die Armuth soll immer weiter um sich nichts zu thun haben, hinauszuschieben. zugefeßt oder haben Schulden gemacht. Der Pächterstand in greifen und die Handelsbilanz immer schlechter werden. Da tönne kleinen Staaten nicht schroff gegenüber treten. Der Staats. einem Kreise, wegen seiner vorzüglichen Wirthschaftlichkeit, hat müßten ja die Engländer 100 Milliarden in fremden Kapitalien mann, der sich den Dank seines Vaterlandes erwerben will, der in den letzten Jahren so schwere Opfer bringen müssen, daß angelegt haben, um die Unterbilanz zu decken durch die Zinsen. muß verzichten auf den Dank der Staatsfeinde innerhalb und außerviele in schwere Bedrängnisse gerathen sind. Nur ein einziger Herr v. Kardorff bat ganz übersehen bei dieser Frage, daß balb des Vaterlandes.( Zuftimmung rechts.) Der brausende Beifall ist mir bekannt, der sich vor Verlusten hat bewahren Zollverein und Zollverein in den letzten Jahren gar nicht das der Sozialdemokraten hätte Herrn v. Marschall Bedenken machen Diese Beispiele wiegen wohl den einen Bauern felbe ist; schon die Einschließung Hamburgs in den Zollverein sollen. Wir sperren unsere Grenze gegen die Seuchengefahr; aber in auf, den fonnte. hat die ganze Handelsbilanz verändert. Aus dem Studium des der Einfuhr fremden Getreides liegt auch Herr Rickert uns gestern vorführen Aber man tommt um den Antrag am besten herum, wenn man Etats in Preußen ergiebt sich, daß wir uns in steigender Tendenz eine Seuchengefahr. Dieses Getreide müßten wir doch die ganze landwirthschaftliche Noth leugnet. Die Preise sind befinden, wie seit einer Reihe von Jahren nicht. Wenn die wenigstens ausschließen tönnen. Wir müssen erst nationalgedrückt durch den folossalen Import von Getreide, der bei den Brotpreise steigen, dann können die Arbeiter nicht so viel auf wirthschaftliche Politik treiben; die Weltmarktpolitik kommt erst guten Ernten gar nicht nöthig war. Deutschland hätte damals ihre sonstigen Bedürfnisse verwenden. Je weniger man für später; eine solche fann sich England eher gestatten als wir. Wir feinen Bedarf allein decken können. Daher sind die schlechten Körner auszugeben braucht, desto mehr kann man animalische brauchen lebendige Grenzwälle und das sind bisher unsere Handelsbilanzen entstanden. Herrn Richter möchte ich dabei be- Produkte kaufen und das kommt auch der Landwirthschaft zu gute. Bauern gewesen.( Bustimmung recht.) Wir fragen viel zu viel Wir brauchen eine merten, daß man die Handelsbilanzen nicht allein in betracht Der Bedarf an thierischen Produkten ist kein fester, sondern je mehr nach dem Interesse anderer Länder. ziehen muß, sondern auch die Zahlungsbilanzen und zwar für der Wohlstand steigt, desto mehr werden sie verbraucht. Der Regierung, die diesen Fehler wieder gut macht und unsere Intereine ganze Reihe von Jahren. Herr Richter meinte, England Aufschwung der Eisen- und Rohlenindustrie ist ein Beweis der essen wahrnimmt selbst auf Kosten anderer; möge uns eine Remüsse danach verarmen. England tann aus seinen Zinsen von Ansammlung von Kapital, welches man nur aus Ueberschüssen gierung, die wir schon einmal gehabt haben, möglichst bald ausländischen Werthen seine Unterbilanz bezahlen. Deutschland ansammeln kann. Der Rückgang der Domänenpacht ist kein er- wieder beschieden sein.( Bustimmung rechts, Lachen links und Herr v. Marschall hat seinem Nachfolger die ist nicht in der Lage, diese Unterbilanz auf die Dauer tragen zu heblicher; er beträgt nur 3/4 pet. Da die Domänen nur alle im Zentrum.) tönnen Da sie beruhen aaf dem Import von Getreide, so 18 Jahre verpachtet werden, so würde sich etwa ein Rückgang Aufgabe etwas schwer gemacht; er hätte seine Forderungen gegen Die Kapitalrente ist aber erheblicher über den Handelsvertragsstaaten etwas diplomatischer ausmüssen Mittel zur Abhilfe gefunden werden; wenn die Regierung von 12 pet. ergeben. den Weg des Antrages Kanig nicht gehen will, muß sie andere zurückgegangen und das kommt auch der Landwirthschaft zu gute. brücken können, wie die Deutsche Tageszeitung" nachgewiesen Graf Bismarck hat von den Bauern erzählt, welche mit ihrem hat. Wir hoffen auf die kleinen Wittel, aber wir wünschen eine Mittel finden. Herr v. Bennigsen war zuerst ziemlich scharf gegen die schutz- Blut dem Fürsten dienen. Die Herren, die in erster Linie Beschleunigung, damit nicht als das Brot gebacken war, das nicht Antrag Kanit eintreten, sind von ge Kind schon lag auf der Todtenbahr." zölnerische Bewegung und ich glaube, er hat dadurch seiner für den Antrag Raniz Ganz aussichtslose sie Partei feinen Vortheil geschaffen; der Rückgang der Partei ringem Gut; sie find Fidei Sachen gewinnen heute immer mehr an Popularität; das haben große Güter; sie sind batirt von dem Augenblick an, wo sie sich in Wider- tommißbefizer, denen ein Besitz ohne Verdienst zugefallen ist. Börsengesetz ist ein erfreulicher Erfolg. Der Antrag Kaniz unausbleiblich wiederkommen( Zustimmung rechts) spruch setzte mit der Wirthschaftspolitik des Fürsten Bismarck. Die Bauern vom geringen Gut wollten selbst Opfer bringen; wird zwar viel ficherer als viele der Herren, die Die Bedenken des Herrn v. Bennigsen waren zum theil gegen die Antragsteller aber verlangen, daß die Allgemeinheit ihnen und den alten Antrag Ranig gerichtet und zum theil so geartet, daß Opfer bringe. Dieser Vergleich beleidigt die Bauern. Die heute gegen den Antrag stimmen, bei den nächsten Wahlen. sie gegen jeden Schutzoll hätten angewendet werden fönnen. Er Antragieller erinnern eher an die Junker aus dem Anfange Ueberall wächst die Solidarität zwischen den Bauern im Often meinte, daß man auch die Handwerker berücksichtigen müsse; als des 18. Jahrhunderts, deren Autorität Friedrich Wilhelm I. und Westen, zwischen den kleinen und großen Grundbesißern. tönnen. auch werden ganz an würden. und ich nicht die auch Ent " = Man spricht davon, daß der Antrag Kanis eine eklatante Nieder- Ineuerdings zugegangen sind, lassen auch auf alles andere eher, als auf| Braut des Fabrikanten F. Eschert, Thurmstraße 18, das Opfer lage erleiden würde, er würde gar nicht in die Kommission nennenswerthe private Thränensiillung schließen. Wohl aber läßt sich. eines gleichen Bubenstreichs. Sowohl das Kleid, als auch das tommen. Das wollen wir gar nicht, wir wollen wissen, wer namentlich soweit man die gutgefinnte Preise verfolgt, mit Peluche- Jacket dieser Dame wurde mit jener äßenden Flüssigkeit Freund und Feind ist. Es wird sich zeigen, ob sich mehr einiger Sicherheit annehmen, daß alle ordnungsstüßenden Männer, begossen und ihr dadurch ein Schaden von über 200 M. zugeFreunde finden als früher, wo nur 46 dafür stimmten. die es dazu haben, am heutigen Feittage ihren fügt. Der Verdacht, diese Rohheit begangen zu haben, lenti fich Wir stehen heute am Vorabend des Tages, 100 in eigenen werthen Magen nach Kräften das Erforderliche zu auf eine Zettelvertheilerin. Bersailles vor 25 Jahren dem deutschen Kaiser gehuldigt wurde. wenden werden. Wir finden im Inseratentheil der„ Kreuz- Der Amtsrichter Hummel, zuletzt bei dem Amtsgericht in Wir können uns darauf berufen gegenüber den Gegnern, daß Beitung das Programm" einer im Monopol Hotel heute Worbis, ist in gleicher Eigenschaft an das Amtsgericht I Berlin der Einsiedler im Sachsenwalde für den Anstattfindenden Gedenkfeier. Eigentlich heißt das Ding, das versetzt worden, um die durch den Tod des Amtsgerichtsrathes trag ist, der große Staatsmann, dem heute das ganze Volf die Begeisterung für das Reich gebührend fördern foll: Thilo zur Erledigung gelangte Stelle einzunehmen. zujubelt, und da sage ich: Es wird doch Licht, sehens auch die Speisenfolge". Es zählt in elf Gängen nicht weniger Blinden nicht!( Die legten Worte werden von großem Lärm als fünfundzwanzig verschiedene Speisen der aus Donnerstag Nachmittag im Hause Potsdameritraße 80 der Einen Mord: und Selbstmordversuch verübte am links, von Bischen und Fußstampfen begleitet, der Redner erhebt gesuchtesten Art auf, die alle bestimmt sind, ihren Bewältigern 30 jährige Kellner Arnice. Er unterhielt mit der dort feine Stimme immer mehr und spricht die letzten Worte mit die Herrlichkeit des geeinten Vaterlandes zu Gemüthe zu führen. wohnenden 26 jährigen Modistin Fräulein Bettina Merini Tantester Stimme, sie einzeln hervorstoßend. Von der Rechten wird Wir nennen einige dieser Speisen lediglich ihres Meyer ein Liebesverhältniß und war schon seit längerer bei Schluß seiner Worte lebhaft geklatscht.) patriotischen Inhalts wegen mit Namen: DeutschPersönlich bemerkt Abg. Hahn, daß der Herr Minister nationales Vorgericht nach Fürst Bismard. Oftender Stein- Zeit stellungslos. In seiner Schlafstelle, Körnerſtr. 15, soll er v. Hammerstein im Frühling 1893 dem Bund der butte nach König Ludwig II. Kronprinz Albert und es war Anzeige gegen ihn erstattet worden. Die Furcht vor einem Mann am vergangenen Montag 70 M. gestohlen haben Landwirthe angehört habe; der Ton sei damals Sauce. Poularden von Le Mans nach Großherzog einer Verhaftung scheint Arnicke zu einem größeren Verbrechen ge= derselbe gewesen wie jetzt. Friedrich. Champagner Pokal nach Kaiser Wilhelm trieben zu haben. Er fing gestern Nachmittag in der Wohnung Es folgt darauf eine Anzahl sehr lebhafter weiterer Be. Der Große. Gemsrücken nach König Wilhelm von merkungen persönlicher Natur feitens der Abg. Richter, Graf Württemberg. Enten von Rouen, Sauce nach General ſeiner Braut, die eben von einem Ausgang zurückkehrte, Streit an, Bismarck, v. Plötz und v. Liebermann. Feldmarschall Moltte. Victoria Augusta Eis- og einen Revolver und feuerte ihn auf die Modiftin ab. Die Kugel bombe. Ist das nicht herrlich? durchschlug jedoch nur den Hut der sojort flüchtenden Dame, ohne sie zu verlegen. Frl. Merini- Meyer holte den Verwalter Welche Gedanken mögen heute die Invaliden befchleichen, des Hauses Schuhmachermeister M chalowski zu Hilfe, aber ins die solche Herrlichkeit mit ihrem Blute gefittet haben?! Und würde das Reich wirklich weniger groß dastehen, zwischen hatte sich Arnicke eine Kugel in den Kopf gejagt und mit einer Rouleaugschnur sich an einem im Dien befind wenn man das Gedenken der Ereignisse von 1870/71 im lichen Hafen zu erhängen versucht. Er wurde ins Leben zurückfozialdemokratischen Sinne durch materielle sicherstellung der bedürftigen Kriegsinvaliden gerufen und nach dem Elisabeth- Krankenhauſe in der Lützowstill begangen hätte? straße gebracht, wo teine Hoffnnng auf Erhaltung des Lebens gegeben wird. Herr v. Schirp kann keine Geschäfte machen. Ein hiesiges Lokalblatt meldet; Der Bau der Tribüne vor dem wegen Falschmünzerei zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde, Der augebliche Anarchist Mar Lorenz, der voriges Jahr Requisiten- und Hauspersonals des Opernhauses beabsichtigt Prinzessinnen- Palais, welcher seitens des Beleuchtungs-, ist am 13. d. M. im Moabiter Zellengefängniß gestorben. war, damit das Publikum am 18. d. Wi. die Parade zwischen tönnte, ist vom Kaiser verboten worden. der Schloßbrücke und der Charlottenstraße bequem ansehen Der Monarch hat auch die bei ähnlichen Veranlassungen sonst stets gegebene Erlaubniß, daß auf der Freitreppe des Opernhauses Stationen. Buschauer gegen Zahlung eines Zutrittsgeldes Plätze bekommen fonnten, verweigert. Schließlich erklärt Minister v. Hammerstein, daß er einer Versammlung des Bundes der Landwirthe beigewohnt habe, er habe aber als Landesdirektor den Beitritt abgelehnt; er habe aber eine Bertretung der gemeinsamen Interessen für berechtigt erflärt, aber gewarnt, dabei über das Ziel hinauszuschießen. Die durch diese Bemerkung wieder eröffnete Debatte wird fofort wieder geschlossen. Ju namentlicher Abstimmung wird der Antrag Raniz mit 219 gegen 97 Stimmen verworfen. Abg. Graf Schlieffen- Schlieffenberg, Hospitat der Deutschkonservativen, der Den Antrag mit unterzeichnet hat, enthält sich der Abstimmung; von den deutschkonservativen Unterzeichnern des Autrages fehlen bei der Abstimmung: Graf Douglas, Erbprinz zu Hobenlohe Dehringen, v. Holleuffer, Luz, v. d. Often; von den Antisemiten: Dr. Förster- Neustettin und Bindewald. Von der Reichspartei stimmen außer den Unterzeichnern des Antrages auch die Abg. Gamp, Frhr. v. Gültlingen, Höffel und Scherre; von den Nationalliberalen auch noch Münch- Gerber, außerdem Dr. Böckel für den Antrag. Von der Reichspartei stimmen nur: Bauermeister, Engels, Leuschner, Krupp, Merbach, Müller- Harburg und Böhlmann mit nein. Zentrum, Polen, Welfen, Sozial demokraten und die gesammte übrige Linke stimmen geschlossen gegen den Antrag. Schluß 74 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 hr.( 2. Lesung des Etats, Post- und Telegraphenverwaltungen.) Lokales. 1 Witterungsübersicht vom 17. Januar 1896. Am heutigen Reichs Gründungstage find sämmtliche Swinemünde Museen( Alies und Neues Museum, National Gallerie, Hamburg Museum für Völkerkunde und Kunstgewerbe- Museum) geBerlin schlossen. Das ist recht sinnig gehandelt. Kunst und Wiesbaden Wissenschaft fonnten sich nie über allzu große Bevorzugung im München neuen Reich beklagen. • Wien. Die Erkrankung des Landgerichtsdirektors Brause: Haparanda. Der wetter, des bisherigen Vorsigenden zweiten Straf- Petersburg fammer I, des Landgerichts wie hat, einige Blätter Cork in der der Besetzung der Die Parteigenossen von Schöneberg werden ersucht, sich berichten, Kammer erhebliche Aberdeen. zur Flugblattvertheilung am Sonntag früh 71% Uhr in dem Veränderungen herbeigeführt. Unter dem Vorsitz des Land- Paris.. bekannten Lokale recht zahlreich einzufinden. Der Vergerichtsdirektors Brausewetter war man Jahre lang gewöhnt, trauensmann. NA Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 55222284294( Stala 1-12) 753 759 NW 756 WNW 763 28 762 Q 756 NW 753 NO 749 • 767 8 754 SW 770 SW Wetter halb bedeckt Temperatur nach Celsius 6890690( 50.4° R.)] подождат heiter heiter bedeckt Regen Schnee bedeckt -16 Schnee -8 bedeckt wolkig 7 bedeckt 7 Wetter- Prognose für Sonnabend, 18. Januar 1896. Ein wenig wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolkige Wetter mit geringen Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. ftets dieselben Mitglieder im Richterfollegium figen zu sehen. Am Donnerstag faßen fünf neue Strafrichter; Landgerichtsrath Uujer braver Kollege Schmidt, der Reichstags- Abgeordnete Regeler, ein früheres Mitglied der fünften Berufungs- Straf für den fünften Berliner Wahlfreis, ist gestern, just am Vorabend kammer, führte probeweise den Vorsitz, und aus diesem Grunde des Reichsgründungstages, wieder in die preußische Freiheit wohnte der stellvertretende Landgerichts- Präsident, Direktor Rieck, zurückgekehrt, nachdem er fünf Monate in Plößensee den Verhandlungen bei. Versammlungen. zugebracht hatte. Scine Entlassung schließt die Nachwehen der polizeilichen Thaten am Friedrichshain ab, die heute Frau Nechtsanwalt Friedmann. Von dem Inhaber des Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( G.$ zum zweiten Male jähren. Schmidt hatte, wie es sich für einen Baudeville- Theaters im Grand Hotel Alexanderplatz wird bürger- Nr. 29, Samburg.) Filiale Berlin 5. Connabend, den 18. Januar, abends fozialdemokratischen Redakteur geziemt, die berühmte Arbeits- lichen Blättern geschrieben:„ Nachdem Frau Rechtsanwalt Fried- nor, bei Diete, Lothringerfir. 67, Mitgliederversammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbehaffe der Metallarbeiter.( E. H. losen Versammlung und das Trauerspiel, das mann am 18. d. M. Kontrakt mit dem Direktor R. Quarg Nr. 29, Samburg). Filiale Charlottenburg. Sonnabend, den 18. Januar, ihr folgte, im ,, Vorwärts" besprochen und war geschlossen und nachträglich noch außerkontraktliche Bedingungen abends 8 Uhr, im Restaurant Lehder, Bismarckstraße 74, Mitglteberdafür mit einer Anzahl anderer oppositioneller Kollegen gestellt, welche ihr auch gewährt worden, ist dieselbe plötzlich unter Anklage gestellt worden. Es wurde eingerichtet, daß der am Donnerstag aus Berlin verschwunden und hat ihre Kinder, Gummischlauchprozeß vor Brause wetter fam und die älteren einer Gemüsehändlerin, das jüngste von 4 Monaten Brausewetter sprach von allen harten ,, Strafen", die er in diesem in einem Kohlenfeller abgegeben." Die Geschichte wird ja immer Prozeß verkündete, über Schmidt, als dem Redakteur des gehaßten skandalöser! Borwärts", die härteste aus. # Weil Schmidt sein Reichstagsmandat auszuüben hatte, Connte er nunmehr erst die Sache abmachen". Schmidt wird, allen Verfolgungen zum Troß, frohen Sinnes weiter den Kampf kämpfen um die Befreiung seines Volles von politischem und ökonomischem Druck. Armen! versammlung. All gemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. S. Nr. 29). Filiale Rigdorf. Sonnabend, den 18. Januar, abends 8 Uhr, bei Breßler, Biethenstr. 69. Kaffenbericht. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( G. 5. Mr. 29). Filiale 3 Berlin. Sonnabend, den 18. Januar, abends 8% Uhr. Manteuffelstr. 46. Tagesordnung siehe Inserat in voriger Nummer. Verein Berliner Schirmmacher. Sigung am Sonnabend, 18. Januar, abends 9 Uhr, in Röllig's Zofal, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: Wie stellen sich die Kollegen der Fachzeitung gegenüber? Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. s. Raffenbericht. In der Angelegenheit des Dr. Fritz Friedmann finden jetzt fast täglich Vernehmungen zahlreicher Zeugen vor dem Untersuchungsrichter Landgerichtsrath von Podewils statt. Dem Vernehmen nach erstrecken sich die Verhöre nicht nur auf Nr. 29). Filiale Berlin 4). Sonnabend, den 18. Januar, abends 8 übr Verfehlungen des verschwundenen Rechtsanwalts, die als Mitglieder- Bersammlung bei Gorn, Kleine Markusstr. 10. Tagesordnung: Unterschlagungen charatterisirt werden können, die Untersuchung Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. S. Der Mann, dem er seine Strafe dankte, ist heute im geht vielmehr auch nach der Richtung der Wechselsfälschung hin. Nr. 29, Hamburg). Filiale Berlin 9. Sonntag, 19. Januar, vorm. 10 Uhr, Irrenhause die Nacht des Wahnsinns umhüllt den Am Donnerstag waren mehrere ehemalige Angestellte Fried- Mitglieder- Bersammlung bei Bied, Siemensstr. 17. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. mann's vor den Untersuchungsrichter geladen, die über die Art Nr. 29, Hamburg). Filiale Berlin 6. Sonntag, 19. Januar, vorm. 11 Uhr. Wir brauchen diese Gegenfäße nicht weiter auszuspinnen. der Geschäftsführung ihres ehemaligen Chefs vernommen bei Marten, Ackerstr. 123, Mitgliederversammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallabbriter( E. H. Wie man oben und wie man nuten den Reichs- wurden. Unter den gestern vorgeladenen Personen befanden sich Gründungstag begeht. Wir wollen nicht von der Sozialein gewisser Berger, gegen den sich Friedmann einer Unterschlagung demokratie reden, von der klassenbewußten Arbeiterschaft, von Mündelgeldern angeblich schuldig gemacht haben soll, ferner die wahrlich nicht dazu gehört. Ihr hat das neue Reich, das die Eheleute Merten, deren Tochter ihn ins Ausland begleitet nunmehr 25 Jahre alt geworden, statt der Freiheit Verfolgungen, hat. Diefe behaupten auch heute noch, nicht zu wissen, wo ihre Gefängniß, das Sozialistengesetz mit seinen Ausweisungen und Tochter weilt. seinem Belagerungszustand und was sich sonst an Unterdrückungs maßregeln von des todten Bismarck bis zu des todten Köller und feiner lebenden Nachfolger Zeiten alles aufzählen läßt, in Hülle und Fülle gebracht. Und doch ist die Sozialdemokratie, dem Recken Siegfried gleich, unter des Lebens Noth a um Riesen geworden. Was wir jetzt betrachten wollen, sind die Regimenter derer unter den Armen und Bedrückten, welche treu zu Kaiser und Reich stehen und die den Nationalfesttag" zum theil froh und forgenlos feiern möchten, wenn ihr Elend ihnen gestattete, auch nur eine Stunde sich sorgenloser Fröhlichkeit hinzugeben. Wir meinen die Männer, die sich für das neue Reich haben zum Krüppel schießen lassen, die Militärin va liben. in hall, Neue Arbeiterentlassungen sollen einem Spandauer Lokalblatt zufolge im Feuerwerkslaboratorium bevorstehen. Aus anderen königlichen Instituten wird dagegen von Besserung der Arbeitsverhältnisse berichtet. Ans der Magistratssitzung vom Freitag. Die Versuche mit der Verbrennung des Hausmülls beabsichtigt die hierzu be und hat daher, da die ursprünglich zu diesem Zwecke bewilligte auftragte Subkommission während der Wintermonate fortzusetzen Summe von 100 000 m. bereits erschöpft ist, bei den städtischen Behörden den Antrag auf Nachbewilligung von 30 000 Mart gestellt. Das Magistratskollegium hat beschlossen, dem Antrage entsprechen und bei der Stadtverordneten- Bersammlung die Zustimmung nachzusuchen. nr. 29, Hamburg). Versammlung der Ortsbeamten der 8., 4., 6. und 6. Bahlabtheilung am Sonntag, den 19. Januar, vorm. 10 Uhr, bet Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. nr. 29, Samburg). Filiale Berltu 2. Sonntag, 19. Januar, vormittags präs. 10 Uhr, im Märkischen Sof, Admiralfir. 18c, Mitgliederversammlung. Staffenbericht. Bentral Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer ( G. S.) Berlin, Bezint 8. Sonntag, 19. Januar, vorm. 9% Uhr, MitgliederVersammlung im Lotal des Herrn Neumann, Pafewalterfir. 3. Abrechnung von 4. Quartal 1895. Bentral- Kranken- und Sterbehife der deutschen Wagenbauer ( E. 5.) Berlin, Bezirk 4. Sonntag, 19. Januar, vorm. io Uhr. bei Siewald, Manteuffelftr. 46, Bersammlung. Bentral- Branken- und Begräbnißkaffe für Frauen und Mädchen nachm. 4 Uhr, bei Wiedemann, Blumenstraße 38, Mitglieder Versammlung. in Deutschland( G. H. 26). Verwaltungsstelle Berlin 4. Sonntag, 19. Jan., sigerin. 3. Berschiedenes. Nach der Versammlung findet gemütliches Beis Tagesordnung: 1. Kaffenbericht vom 4. Quartal 1895. 2. Wahl einer Bei sammenfein ftatt. Sonntag, 19. Januar, vorm. 10% uhr ,, bet Ewald, Schönleinfir. 6, MitgliederBersammlung. Fachverein der Holz- und Sretterträger Berlins und Umgegend. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 19. Januar cr., abends e Uhr, im Lokal von Hoffmann, Alexanderstraße 27 c, Bersammlung. Bortrag des Genossen Dr. Pinn über:" Der soziale Roman." Nachdem: Gefelliges Bet sammensein und Tanz Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins und Oranienstraße Nr. 51, General- Versammlung. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags- WahlSonntag, den 19. Januar, vormargend. So ben 10 ama, nachmittags 6 Uhr, im lokale kreis Stralsund- Franzburg- Rügen. mittags 10 Uhr, bet vinte, Judenfir. 36, Sigung. Tagesordnung: 1. Bereinsangelegenheiten. 2. Bortrag. Achtung, Arbeiter und Arbeiterinnen der Konfektions- Industrie! Sechs große öffentliche Versammlungen der Mäntelnäherinnen, Bügler, Zuschneider, Stepper, Stepperinnen, Rinderfonfettions Näherinnen, Herrentonfettions- Schneider und Näherinnen, sowie Schneider u. Näherinnen für den Dsteu: 2. Keller's Gefäle( großer Gaal), Koppenstr. 29. Für den aller Branchen der Konfettions- Industrie am Montag, den 20. Januar. Südoften: Stonzerthaus Canssouci, Rottbuferstr. 4a. Für den Norden: Berliner Brater, Kastanien- Allee 7, und Gründel's Feitfäle, Brunnenstr. 188, in der Nähe des Rosenthaler Thores. Für Wedding und Gesund brunnen: Bernh. Raabe's Salon( früher Kolberger Salon), Rotbergerstraße 23. Für Moabit: Schmiedel's Lotal, Stromstr. 28. Tagesordnung 1. Gebenten wir Forderungen zu in allen Bersammlungen: Referenten: Ottilie Baader, Emma Ihrer, Adolf Schulz, Joh. Timm, stellen und welche? 2. Disfuffion und Beschlußfaffung darüber. 2. Bander,&. Pfeiffer. Die Stadtvv. Cassel und Genossen haben folgenden Antrag In den langen Monaten der Festesstimmung waren die in der Stadtverordnetenfizung eingebracht: Die Stadt fozialdemokratischen Organe die einzigen, die sich mit der verordneten- Versammlung beschließt, den Magistrat zu ersuchen, gebührenden Energie dieser Männer angenommen haben, und mit der Stadtverordneten- Bersammlung in gemischter Deputation wenn ihrer hier auch am Reich 3- Gründungstage ge- über diejenigen Maßnahmen zu berathen, welche geeignet sind, dacht wird, so geschieht das schon, weil das Material von Glends- um von der Stadtgemeinde Berlin die schweren Nachtheile abfundgebungen sich seit den letzten Veröffentlichungen wieder um zuwenden, welche derselben durch den§ 25 des von der Königein beträchtliches angesammelt hat. Es sei nur weniges angeführt. Die ,, eingebrachten Lehrer lichen Staatsregierung beim Landtag Reveille", das hier, Oberbergerstr. 60, erscheinende Organ" der Militärinvaliden besoldungsgesetzes drohen". Deutschlands bringt auch seinen Beitrag zum heutigen Tage, sogar Selbstmord eines Soldaten. Die Volts- Zeitung" bringt gebundener Stede. Zwar holpern die Verse, aber folgende auffällige Meldung: Bomt zweiten Stock auf den gedarum werden fie nicht weniger aus tiefbedrücktem pflasterten Kasernenhof hinab sprang am vergangenen Sonnabend Herzen kommen:" Nicht braust ihr Ruf wie Donner der Kanonier M. von der 2. reitenden Batterie des 1. Garde Wie Schwertgeflirr und Wogenprall, Ger- Feld- Artillerie- Regiments. Kanonier M., im bürgerlichen Berufe manias Juvaliden Reih'n- Fragen leis, wer will ihr Netter Schornsteinfeger, wurde mit gebrochenen Beinen nach dem Lazareth sein? Lieb Waterland, o denke dran, Was sie für dich gebracht. Ueber das, was den Kanonier zu diesem Selbstmord und du für sie gethan." Und ein anderes Bild: Das hiesige verfuch veranlaßte, theilt uns die Deutsche Afrikapost" EinzelKomitee des Deutschen Kriegsveteranen Verheiten mit, welche wir nicht kontrolliren können und deshalb bandes zu Leipzig, das bezeichnenderweise ein Armen nicht abdrucken. tommissions Vorsteher, W. Erdmann, Marienburger- Verschwundener Offizier. Nach der Potsdamer Kor straße 21, leitet, versendet an die Bevölkerung Bittschriften respondenz ist aus dem dortigen Kadettenhaus seit einigen Tagen Fabrikbrand. Aus London wird vom Freitag berichtet um Unterstützungsgaben, die in ihrem demüthigen Inhalt fast ein als militärischer Erzieher wirkender Offizier verschwunden. In der Baumwollwaaren Fabrik von Joshua Smith in Todeinen beschämenden Charakter tragen:" Viele von diesen Veteranen Der Grund zu der Flucht des Offiziers soll nach derselben Quelle morden brach heute großer Brand aus. Der verursachte Schaden befinden sich leider in den dürftigsten Verhältnissen. Das in petuniären Schwierigkeiten zu suchen sein. wird auf 30 000 Pfund Sterling geschätzt; über 500 Arbeiter Reich selber ist nicht in der Lage() momentan für alle diese find beschäftigungslos geworden. siechen und hilfsbedürftigen Männer eintreten zu tönnen. Aus Ein entschlicher Unglücksfall ereignete sich Donnerstag diesem Grunde nehmen wir Veranlassung, uns an den Wohl vormittag 10 Uhr in der Viktoria- Waschanstalt in der Englischen thätigkeitssinn der besser fituirten Mitbürger Straße zu Charlottenburg. Die daselbit angestellte Arbeiterin der Reichshauptstadt zu wenden. Es ist eine Ehrenpflicht, an Bertha Hinze, welche an diesem Tage 19 Jahre alt geworden ist, diefem großen Nationalfeste u. f. w." tam mit dem rechten Arm in das Getriebe der großen Dampf Ob die besser fituirten Mitbürger diesen mangel. Arm und Hand wurden buchstäblich zerquetscht. Die Jammerruf be a chten werden? Bis jetzt ist in allen Ber- Schwerverlegte wurde nach dem städtischen Krankenhause besammlungen, in denen die Militärinvaliden ihr Elend besprochen fördert. haben, verschwindend wenig von privaten Wohlthaten berichtet Am kal. Schauspielhause sind in letzter Zeit mehrfach worden, und die Buschriften, die uns von einzelnen Veteranen Oleum- Attentate verübt worden. So wurde am Mittwoch die Verantwortlicher Redakteur: August Jacobeh, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Olecke in Berlin. Truck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Vermischtes. M Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. Richard Weiße. Wir nahmen von der Veröffentlichung Abstand, weil die Versammlung in Oderberg nur von lokalem Interesse war. Nobert. Ist uns natürlich sehr erwünscht. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 15. Sächsischer Landtag. Sonnabend, den 18. Jannar 1896. 13. Jahrg. Boziale Uebersicht. über die Thätigkeit der Partei in Piemont, woraus hervorgeht, daß troh der Ausnahmegesetze die Partei im steten Wachsen beDresden, 16. Januar. griffen ist. Darauf ward die Entwickelung des sozialistischen Lokal: Die Verbisfenheit der Kartellparteien gegen die Sozial- blattes, Grido del Popolo" besprochen, woraus hervorging, daß es im willigung von Invalidenrenten haben nach dem Gesetze von Zur Jnvaliditätsversicherung. Bei Anträgen auf Bes demokratie kam so recht zum Vorschein bei der Berathung einiger Oktober vorigen Jahres eine Auflage von 7800 und jetzt eine 22. Juni 1889 bekanntlich die Antragsteller selbst die Kosten des Kapitel des Kultusbudgets am 14. Januar. Der sozialdemo- von 5100 Eremplaren hat. Der Kongreß hielt es für nöthig, der Bersicherungsanstalt einzureichenden ärztlichen Attestes zu Tratische Abgeordnete Post elt gab dem Wunsche Ausdruck, die ein agrarisches Programm zusammen zu stellen für die Pro- tragen. Sind sie hierzu nicht im stande, so hat die örtliche Bildung der Lehrer, die hinter der allgemeinen akademischen paganda auf dem Lande und ernannte eine Kommission von Polizeibehörde die vorläufige unentgeltliche Untersuchung und Bildung zurückbleibe, zu erhöhen durch eine entsprechendere 3 Mitgliedern, um die Untersuchung der Zustände der Bauern Ausstellung eines Attestes durch den Armenarzt zu veranlassen, Lehrmethode an den Lehrerseminaren und hob dabei die große und der fleinen Besitzer in Piemont fortzuführen Zahl der Religionslehrstunden, die ewige Repetirung der bürger- auf deren Basis und vorbehaltlich späterer Wiedereinziehung des verauslagten Bebinnen sechs Monaten lichen Rechnungsarten u. s. w. hervor. ein agrarisches trages von der etwa bewilligten Rente. Da aus diesem Verbringen und der Genehmigung des nächsten Kongresses zu unter- ficherungsanstalten sich bereit erklärt, die Attestkosten zu überProgramm in jämmtliche sozialistische Zeitungen der Provinz zu fahren Unzuträglichkeiten entstanden sind, haben die meisten Verbreiten. Endlich beschloß er, ähnliche Untersuchungen auch in den nehmen. Die ärztliche Untersuchung nimmt indessen nunmehr anderen Gegenden Italiens zu fördern. Zum Schluß wurden ein Vertrauensarzt der Versicherungsanstalt vor, was zu die Zustände der sozialistischen Partei in Piemont unter dem neuen Bedenken Anlaß giebt. Dieser Arzt wird den Zustand des jezigen historisch politischen Gesichtspunkte erörtert, um daraus Invaliden nicht immer so beurtheilen tönnen, wie derjenige Arzt, Borschläge zur Organisation der sozialistischen Kräfte in Piemont welcher ihn vorher längere Zeit behandelt hat. G3 ist deshalb Prozeß mit dem ehemaligen Redakteur der sozialdemokratischen wünschenswerth, daß wenigstens in besonderen Fällen und auf Aus diesen beiden Kongressen sieht man, daß die sozialistische Wunsch des mittellosen Entschädigungsberechtigten die WerWurzener Zeitung" vom Gericht als unglaubwürdig Partei in Italien lebt und arbeitet trotz Crispi! bezeichnet wurde, fonnte seinem Haß gegen die Sozialdemokratie sicherungsanstalten vorzugsweise auf das Beugniß des be. gar keinen Zügel anlegen und wendete sich charakteristisch handelnden Arztes Werth legen. genug für die noble Methode geschäftlicher Behandlung wichtiger Fragen vornehmlich im Schlußwort mit giftigen Redensarten gegen die sozialdemokratischen Redner, wofür er vom Ab. Goldstein in einer persönlichen Bemerkung auf das Unzulässige dieses Verfahrens hingewiesen wurde. Da hatte aber der Abg. Postelt in ein Wespennest gestochen! So schlicht und anspruchslos und ohne Berührung eines politischen Moments er seine Anregung gegeben hatte, so wüthend fuhren die Gegner über ihn her und suchten durch Verzerrungen seine Ausführungen als von politischem Parteigeist eingegeben zu verdächtigen. Ter Referent Abg. Härtwig, der seinerzeit in einem zu erlangen. Lohntarife für die Berliner Konfektionsbranche. Ginige Schlafräume, im ganzen vier, davon drei bei Innungsmeistern, befanden sich im Keller und waren feucht und dumpf." Die Treppen zwischen Backhaus und Backstube sind zue meist steil und ohne Geländer. Lettere müssen überall angebracht werden. Endlich sind die Fenster in einer nicht unerheblichen Zahl von Backhäusern und Backstuben recht klein und nur zum Theil öffenbar. Es ist darauf hinzuwirken, daß die Fenster nach Möglichkeit der Bauordnung( 1 qm zu öffnende Fläche auf 36 com Luftraum) eingerichtet werden." Aus deutschen Bäckereien. Seit längerer Zeit herrscht ein erbitterter Zwist zwischen den Bäckereigehilfen und den JnnungsBäckermeistern in Harburg. Um sich von einem Theil der Vorwürfe der Gesellenschaft zu reinigen, haben die Meister den Bon betheiligter Seite wird uns geschrieben: Der ,, Vor- Gewerbe Inspektor 21112 eine Revision ihrer BeAuch der Abg. Niethammer nahm die Gelegenheit wärts" hat fortlaufend über die Ausarbeitung von Lehntarijen triebe ersucht und veröffentlichen nun feinen Bericht. wahr, die Sozialdemokratie als Reichsfeindin zu brand- für die Herren-, Knaben- und Mäntelbranche berichtet. Es dürfte Da sie dabei noch sehr stolz thun, so tann man an= marken. Allein der gute Mann hatte in seinem Frömmler- angebracht erscheinen, jest, nachdem diese Tarife von der nehmen, daß sie mit einigem Zagen den Ergebnissen der Nutereifer nicht bedacht, daß ja gerade der Liberalismus von den Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen im fuchung entgegengesehen haben, denn ein Grund zur Freude liegt Orthodoxen als Religionsverächter von je bezeichnet Druck den Betheiligten unterbreitet worden, noch einige Er wahrlich nur für die allerbescheidensten Leute vor; sagt doch der worden ist. Das wurde ihm denn auch in gehöriger Weise von gänzungen über den wesentlichen Inhalt der Tarife zu machen. Gewerbe- Inspektor u. a. folgendes: dem Abg. Goldstein unter die Nase gerieben und es war Der Tarif für Herrenkonfektion enthält Lohnsätze für Es hat sich ergeben, daß eine Reihe von Backhäusern und ergöhlich anzuhören, wie er der nationalliberalen Partei den 62 Stücke in verschiedenen Qualitäten. Die Löhne bewegen Backstuben nur eine geringe Höhe besigen, daß da Nath gab, sich etwas mehr mit Religion zu befassen. Als ob sich in folgender Preislage: für Hosen von 60 Pf. bis 1,25 R., gegen in diesen Fällen die Betriebsräume zumeist einen der Teufel Teufel ernstlich beten lernen Tönne. Niethammer für Westen von 70 f. bis 1,25 m., für Paletots von 3 bis hinreichenden Lustraum gewähren. Ich habe daher nicht hatte auch behauptet, die fozialdemokratische 5 M., für Eatto's( Jaquets) von 1,75 bis 4,25 M., für Röcke den Eindruck gewonnen, daß dringende sanitäre MißJugendliteratur vergifte die Herzen der Jugend. von 3 bis 6 M. Diese Lohnfäße sind für Werkstatt stände in solchem Maße vorliegen, daß eine schleunige Aber auch hierauf wurde ihm gründlich gedient und die Un- arbeiter berechnet. Für Hausindustrielle ist ein Auf- Abhilfe noth thut. Dagegen erscheint es erwünscht( also doch! moral der bürgerlichen Jugendliteratur von Goldstein an schlag von 25 pet. für Auslagen an Licht, Fenerung, Abnugung R. d. B.), wenn etwa durch die Bauordnung für Neu drastischen Beispielen dargethan. Es wurde manchem Kartelliten der Nähmaschinen, Werkstattmiethe, Nähfaden u. s.w. berechnet. Für und Umbauten bestimmte Festſegungen für Backräume getroffen bei diesen Auseinandersetzungen nicht wohl zu Muthe, denn ihre Gytra- Arbeiten an jedem einzelnen Stück, die bisher von den werden, damit die noch aus früheren Jahren stammenden niedrigen eigenen Genossen hatten diese Auseinandersehung vom Zaune Schneidern und Näherinnen durchweg umsonst verlangt und auch engen Räume mit möglich ster Schonung der gebrochen und nun mußten sie die Prügel dafür binnehmen. wurden, sind entsprechende Löhne festgesetzt; so beispielsweise für bestehenden Verhältnisse( so, so! Red.) alsdann den Der Kultusminister v. Seydewih antwortete auf den Borden einfassen 25 Pf., für jede Extratasche 15 Pf., Kappnäthe Anforderungen der Neuzeit(!) entsprechend umgeWunsch nach einer höheren Ausbildung der Lehrer, daß für die 25 Pf. u. f. w. Alle Stücke mit höheren Anforderungen als im staltet werden." Lehrerseminare die Lehrordnung vom Jahre 1877 maß- Tarif aufgeführt ist, sollen als Maßsachen betrachtet Weiter heißt es: gebend sei und bis jetzt sei die Regierung der und nach den geltenden Lohntarifen der Maß- Die Revision der Schlafräume ergab, daß im ganzen noch Meinung gewesen, daß der Bildungsgrad der Lehrer zur Er- branche bezahlt werden. Der Bügler- Minimallohn 8 zweischläfrige Bettstellen, zumeist von Lehrlingen benutzt, im füllung ihrer Aufgabe ausreiche. soll bei täglich 10stündiger Arbeitszeit 27 M. wöchentlich be- Gebrauch sind, während im übrigen Einzelbetten vorgesehen sind. Bei dem Kapitel Voltsschule brachte der Abg. Pintantragen. Bei der Ausgabe der Arbeit soll mitgetheilt werden, Soweit Junungsmeister hierbei in Frage kommen, hoffe ich, daß Leipzig zur Sprache, daß Lehrern von ihren Vorgesetzten verwieviel für jedes Stück gezahlt wird; nach dem bisherigen Modus eine Aenderung durch die Innung herbeigeführt werden wird. boten sei, Naturheilvereinen als Mitglieder blieben die Arbeiter vielfach darüber im Unklaren. Ein großer Ebenso ist noch in verschiedenen Schlaf= anzugehören oder Vorträge in solchen Vereinen Mißstand in der Konfektion ist die Ablieferung räumen für Wascheinrichtungen Sorge u zu halten. Ferner rügte er, daß in Schönfeld bei Leipzig der der Arbeiten. Die Ablieferungsräume der Geschäfte tragen, damit die gründliche Reinigung vor Schulunterricht ausgefallen wäre, weil die Schul- find theilweise so ungenügend, daß die Abliefernden mit ihren und nach der Arbeit in den Badräumen gänzlich Tinder bei einer Jagd auf dem Reviere des Abgeordneten Packeten auf dem Treppenflur stehen müssen. Die Ablieferung verboten werden kann. Ferner ist darauf hin, v. Frege, Abtnaundorf, Treiberdienste verrichtet zieht sich mehrere Stunden hin. Es giebt Fälle, wo Arbeiter 58 wirken, daß in allen Schlafräumen ein Tisch, hätten. Endlich führte Pinkau eine Reihe von Fällen an, bis 6 Stunden stehen müssen, und dann manchmal, weil die Ab- Stühle und ein Garderobe oder Kleiderschrank welche schwere Ueberschreitungen des Büchtigungslieferungszeit zu Ende, nach Hause geschickt werden und später wieder Aufstellung finden. rechtes in der Schule darstellen. fommen müssen. Um diese Mißstände zu beseitigen wird verlangt, Der Kultusminister bestritt, daß es den Lehrern durch daß die Abnahme und Ausgabe der Arbeiten den Zeitraum von ministerielle Verfügung verboten sei, in dem angeführten Sinne einer Stunde nicht überschreiten darf. Längeres Warten soll sich an Naturheilbestrebungen zu betheiligen. Von den an- für jede angefangene Stunde pro Person mit 40 Pf. berechnet geführten Fällen sei dem Kultusminister nichts bekannt. Ebenso werden. wußte er nichts davon, daß unter Einstellung des Schul- Unterrichts Kinder zu Treiberdiensten bei einer Frege'schen Jagd benugt worden seien und bezeichnete diese Bennzung der Schüler während der Schulzeit als eine Ungebührniß. Dem reichen Herrn v. Frege fommt die Anstellung Erwachsener zu Treiberdiensten wahrscheinlich zu theuer. Auch von den von Pinkau angeführten Fällen bezüglich der Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes war dem Kultusminister nichts bekannt, obgleich sie durch die Presse besprochen worden sind. Er bedauere zwar diese Mißstände von ganzem Herzen, aber die Schule sei dafür doch nicht verantwort lich zu machen. Von Pintau war aber darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Zulassung körperlicher Züchtigung in der Schule dergleichen Mißstände zeitige. Darauf wußte der Herr Minister nichts weiter zu antworten, als daß der gleichen auch vorkommen werde, wenn man das Büchtigungsrecht beseitige. Für die Beseitigung des Züchtigungsrechtes kann sich aber Der Tarif für Mäntelkonfektion zerfällt in je eine Ab- dringt, das zu entscheiden dürfte auch nicht schwer sein; man hält weder die Regierung noch die Mehrheit der Kartellparteien ertheilung für das bessere, mittlere und niedere Genre. In das auch im allgemeinen für eine Anforderung der wärmen. Und so wird eben weiter geprügelt. Eine großartige dem besseren Genre sind Löhne für 17 verschiedene Neuzeit", wie sich der Herr Gewerbe- Inspektor so schön aus. Erziehungsmethode in der Schule am Ende des 19. Jahr Stücke und 21 Normirungen für Extra- Arbeiten auf- drückt. hunderts! geführt. Der Lohn für das billigste Stück, einem Ortsstatute über Lohuzahlungstermine.§ 119a Ziffer 1 furzen Stoff- Gapes( Umhang) foll ohne Extra- Arbeiten 5 M. der Gewerbe- Ordnung giebt den Gemeinden das Recht, durch betragen. Um dieses Stück anzufertigen, ist eine Arbeits- Drtsstatut die Löhnungsfristen festzusetzen. Es scheint als ob zeit von mindestens 20 Stunden erforderlich. Der höchste Stück bis jetzt nirgends von diesem Rechte Gebrauch gemacht ist, indeß lohn beträgt 17,50 M. für einen Radmantel mit ſeidenem, mit ist in Eßlingen ein diesbezüglicher Antrag seitens der Arbeitder Hand gestepptem Futter. Hierzu ist eine Arbeitszeit von nehmer gestellt. Ferner hat das Gewerbegericht in Stuttgart Man schreibt uns: Die große Verschiedenheit des Klimas, mindestens 5 Tagen bei täglich 10 Stunden erforderlich. Alle in bereits am 22. März 1892 einstimmig beschlossen, an sämmtliche des Temperaments, der Kultur und der volkswirthschaftlichen diesem Genre aufgeführten Sachen werden ausschließlich von den Fabrikgeschäfte das Ersuchen zu richten, fie möchten durch freie Zustände, mit welchen die noch junge sozialistische Partei in besser fituirten Klassen konsumirt. Die Arbeit ist sehr Entschließung die achttägige Lohnzahlung einführen und den Italien zu kämpfen hat, verleiht den Provinzial- und Distrikts- anstrengend und erfordert bei den vielfachen Ansprüchen Zahltag auf einen anderen Wochentag als den Sonnabend verKongressen der Partei große Wichtigkeit. In diesen Tagen sand der Damen jener Schichten außerordentliches Geschick. legen." Nach einer Zusammenstellung von 176 Arbeitsordnungen, in Pavia ein Sozialistentongreß der Provinz und in Für das einzelne bekommt der Geschäftsinhaber die wohl alle größeren Betriebe Stuttgarts umfaßt, haben Turin ein regionaler statt. In Pavia waren 36 Ver- unter Umständen 200 bis 300 Mark und darüber hinaus. Das zur Zeit 111 Betriebe 8tägige, 52 14tägige und 8 längere treter erschienen. Dr. Toia wurde zum Präsidenten mittlere Genre enthält Lohnfäße für 19 verschiedene Stücke Bahlungsperioden. gewählt. Der erste Verhandlungspunkt betraf die Mittel und und 12 Normirungen für Extra- Arbeiten. Der niedrigste Lohn Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft. Es ist längst Wege, die durch die Zeitung a Plebe" zu betreibende Pro- ist 2 M. für einen glatten Kragen, der höchste 6 M. für einen bekannt, daß die Unternehmer in der Konfektionsbranche es zu paganda zu vergrößern und verstärken. Zweitens besprach man, Plüschmantel. In dem niederen Genre sind Lohnfäße für sich zu verhalten haben, eine Angelegenheit von großer Wichtig- Extra- Arbeiten aufgeführt. Der niedrigste Lohnsatz beträgt 1 M. Fälle von Lohnsklaverei können deshalb die öffentliche Aufmertwie die zu Kommunal- und Provinzialräthen gewählten Genossen 21 verschiedene Stücke und gleichfalls 12 Normirungen für einer besonderen Virtuosität in der Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft gebracht haben; nur noch außergewöhnliche Teit, denn schon viele kleine Gemeinden wie Broni, Sannazzaro für einen glatten Kragen, der höchste für ein seidenes Plüsch- famkeit erregen. Einen solchen Fall stellt aber ein Vertrag vor, den und Gambalo haben sozialistische Gemeinderaths Mehrheiten. Capes 4,50 M. Für die Anfertigung der sogenannten Musier die Schwäb. Tagwacht" aus Balingen in Württemberg vers Viele Genoffen fragten, wie sie sich bei besonderen fachen wird wegen der zahlreich erforderlichen Alenderungen Zeit- die Schwäb. Tagwacht" aus Balingen in Württemberg vers öffentlicht: Tofalen Fragen den anderen Parteien gegenüber zu verhalten lohn verlangt. Der Minimallohn für Näherinnen soll bei hätten. Hierauf beschloß der Kongreß, daß solche Vertreter nie täglich zebnständiger Arbeitszeit 18 M., für Stepperinnen 20 M. Ich Unterzeichnete verpflichte mich hiermit, daß ich das mit den anderen Parteien gemeinschaftliche Sache machen sollen, und für Bügler und Stepper 27 M. betragen. um sich nicht die Wege der Propaganda und die Freiheit der Die Lohnzahlung wird wöchentlich Gonnabends ganze Jahr 1896 für die Firma G. F. Behr nähen werde und Waare abliefere. Kritik über die politischen Institutionen der Bourgeoisie abzu verlangt. Die durch die wechselnde Mode erforderlichen Verlede Woche... Dyd... Ich verpflichte mich, dies gegen eine Konventionalstrafe von schneiden. Schließlich besprach man die Zustände der Bauern und änderungen sollen mit den Arbeitern und Arbeiterinnen bei 10 M. genau einzuhalten. die Mittel, dieselben zu verbessern. Beginn jeder neuen Saison tarifmäßig vereinbart Es entschuldigt blos Krankheit oder Todesfall. Der Referent Muzio verlas eine von ihm angestellte werden. Balingen. minutiöse Untersuchung über die Zustände der Bauern in der Die Tarife sollen gegenüber den sletigen Lohndrückereien Ich trete für meine. ein, daß sie das Provinz Pavia, und die Nachrichten, die er gab, erregten die eine Grenze der Löhne nach unten sein. Das Unterganze Versammlung. Um diese Zustände zu verbessern, schlug nehmerthum flagt ebenfalls über die Konkurrenz der billigen ganze Jahr nähen wird und verpflichte mich, die KonventionalMuzio vor, daß jeder der Versammelten weitere Nachforschungen Artikel. Aus Unternehmerkreisen Stettins wird dem Kontrafe unweigerlich zu bezahlen." Anerkennenswerth ist die Großmuth des Kapitalisten, der anstellen und die durch besondere Zustände seiner Gemeinde verfektionär geschrieben, daß die Herstellung von Stapelgenres der Näherin gestattet, doch wenigstens im Todesfalle ohne kaum noch lohnend ist, weil die Preise zu sehr herunter gedrückt sind. Feste Tarife sind also nicht blos für die betheiligten Arbeiter und Arbeiterinnen, sondern auch für die Unternehmer die soliden nämlich von Vortheil. Bwei Sozialisten- Kongresse in Italien. anlaßten Vorschläge melden sollte. = Es wurde beschlossen, den nächsten dritten Kongreß in Broni abzuhalten. Auch der in Zurin abgehaltene Piemontesische Distrittstongreß hatie große Bedeutung. 30 Seftionen waren vertreten. Das Komitee stattete einen kurzen Bericht ab Der Tarif für Kuabenkousektion ist ähnlich formulirt. Die Anzüge in der Größe von I bis VI( für Kinder von 2 bis 6 Jahren) umfassen 13 Punkte. Der niedrigste Anzug ist mit 1,25 M. berechnet, der höchste mit 3 M. Bei Anzügen in der Größe von VII bis Xll( für Kinder von 7 bis 12 Jahren) wird für den niedrigsten Anzug 1,25 M. und für den höchsten 4 M. Arbeitslohn verlangt. Außerdem sind Lohnsäge für Extra- Angesichts dieser schmachvollen Zustände, die offenbar von Anfertigung von Jaquets, Hosen und Westen festgesetzt. dem Gewerbe- Inspektor in der allerzahmsten Weise beschrieben Die Preise für Hofen bewegen sich in der Höhe von sind, findet die Bäckermeister- Innung in Harburg den Muth zu 40 bis 85 Pf., für Westen von 30 bis 50 Pf., für Jaquets von schreiben: gut um fo größerer Befriedigung gereicht uns 55 Pf. bis 2,25 M., für Paletots von 1,75 bis 2,50 M. Für sein( des Gewerbe- Juspektors) Bericht." Weniger befriedigt" die vorkommenden Extra- Arbeiten werden ebenfalls entsprechende wird das Publikum sein, das sicherlich mit den Gehilfen der Löhne verlangt. Für Hausindustrielle wird der gleiche Ansicht sein wird, Badkräume eignen sich nicht zur Toilette Ausschlag verlangt, wie int dem Tarif für Herren- für die Bäcker, feuchte Keller nicht zu ihren Schlafräumen. Und konfektion; ebenso ist die gleiche Regelung in der Abnahme ob es schließlich für die Beschaffenheit der Backwaare förderlich und Ausgabe der Arbeiten vorgesehen. ist, wenn faum ein frischer Luftzug in die Betriebsräume einStück " " Näb Vertrag. F Ronventionalstrafe vom Vertrage zurückzutreten. Das gute Herz! Städtische Wohnhäuser. An Fourier's gewaltige Häuser zum gemeinschaftlichen Gebrauch der Phalanfterien erinnern Baupläne, die jetzt in der Stadt Genf ausgearbeitet werden. Dort sollen nach dem Plane der Regierung an stelle cincs ungesunden Stadt über . Bremen Hamburg Stettin deutsche Häfen zusammen 29 226 1895 1894 15 160 . 13 997 17 269 16 297 69 4924 1 315 92 33 566 4158 1 332 Gerichts- Beitung. sind besetzt worden, 28 theils, der niedergerissen wird, in den nächsten fünf Jahren Arbeiterorganisationen erlebt haben dürften. Die Krankenkasse das Ziel bald erreicht sein. Hierauf trat man in die Tages sechs große vierstöckige Miethstasernen mit je des Bundes hat ein Vermögen von 641 Frts.( 1894: 609 Frts.), ordnung ein. Die Abrechnung mußte vertagt werden, da noch Rech 464 Räumen gebaut werden. Der Miethspreis für einen die Hauptkasse ein solches von 1391 Fris. nungen ausstehen, und man nahm deshalb sofort die Vorstandswahl Raum soll im Mittel 100 Fr. betragen, also für Wohnungen zu vor, die folgendes Ergebniß hatte: Pörsch, Vorsitzender; Giebler, zwei, drei und vier Räumen 200 bis 400 Fr. Der Stadt Genf Schriftführer; Sturm, Saffirer; Düfter wald und Tanns wird für diese Bauten Steuerfreiheit bewilligt. Der Staat überhausen, Beisiger; Stantte und Suhenflersch, Revis nimmt gewisse Verpflichtungen, um die Stadt in schlimmsten Ueber die That eines preußischen Gendarmen erhalten wir foren. Hierauf berichtete Düfterwald über die Thätigkeit Fällen schadlos zu halten. Die Miethspreise tönnen alle fünf aus Hagen i. W. folgenden Bericht: Vor der Straffammer des der Arbeitsvermittlungs- Kommission. Vom 1. September bis 166 Kollegen eintragen Jahre revidirt werden. Nach 30 Jahren wird, wenn nicht vor 32 Stellen Ablauf des 28. zwischen Stadt und Staat Genf ein neuer Ver- königlichen Landgerichts hatte sich am 15. Januar der Steinbruch lassen; für 60 Stellen wurden Arbeiter verlangt. waren inzwischen schon be= trag abgeschlossen wird, der ganze Immobilienkomplex liquidirt. Staatsgewalt, Mißhandlung und Beleidigung eines Beamten zu setzt durch trag abgeschlossen wird, der ganze Immobilienkomplex liquidirt. arbeiter G. Schäper aus Herdecke wegen Widerstandes gegen die affen; für 60 Stellen wurden Arbeiter verlangt. andere Arbeitsuchende. Von den Kollegen, Welche Verschwendung von Kräften in der heutigen Ge- verantworten. Am 16. September v. J. stand Schäper die durch den Arbeitsnachweis des Verbandes Stellung sellschaft stattfindet, zeigt die Thatsache, daß in der Schweiz mit einigen Freunden vor der Fust'schen Wirthschaft zu im Jahre 1894 nicht weniger als 18 653 Geschäftsreisende Herdecke. Dem vorübergehenden Gendarm Frgang boten die bekamen, sind 22 organisirt, 10 nicht organisirt gewesen. In den Verband nahm die Arbeitsvermittelungs- Kommission 8 Kollegen thätig waren, wovon 14 184 Schweizer und 4469 Ausländer, Leute einen guten Abend. Kurz nachher sind dann die jungen auf. Es wurde dann die Neuwahl dieser Kommission vor darunter 3310 Deutsche und 653 Franzosen. Leute in derselben Richtung gefolgt und an dem Gendarm genommen; gewählt sind: Düsterwald, Burkhart, Die deutsche überseeische Auswanderung über deutsche vorbeigegangen. Nach Angabe des letzteren sot nun Schäper Thüringer und Habermann, als Stellvertreter Lange. Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam stellte sich nach denselben absichtlich angerempelt, mit seinem Eßkessel über den Aus dem Bericht, den Pangratz über die Bibliothek gab, ist Den Ermittelungen des kaiserlichen Statistischen Amts für das rechten Arm geschlagen und mit der Aeußerung„ Lump" mitzutheilen, daß für 100 Mart Neuanschaffungen gemacht worden Jahr 1895 sowie für den gleichen Zeitraum 1894 folgender belegt haben. Der Gendarm Jrgang will nun von seiner find, so daß man glaubt, die Bibliothek werde jetzt der großen maßen: Waffe Gebrauch gemacht und auf Sch. eingefchlagen Nachfrage nach Büchern genüge leisten können. Der bisherige Es wurden befördert im Jahre haben. Hierbei ist der inzwischen herbeigekommenen 65 jäh- Bibliothekar Pangrah wurde wiedergewählt. Kollege Karl rigen Mutter des Sch. das Nasenbein zer- Schulze theilte hierauf mit, daß er die Abrechnung des Ver schmettert worden. Gegen Sch. wurde wegen dieser gnügungskomitees noch nicht verlesen könne, da über das letzte Sachen Anklage erhoben. Der Gendarm Frgang bekundete als Bergnügen zwei Kollegen noch nicht mit ihm abgerechnet hätten. Zeuge vernommen, wie oben angegeben im Sinne der Anklage. In das Bergnügungskomitee wurden dann die Kollegen Peter, Der Angeklagte bestreitet die ihm zur Last gelegten Vergehen Lange, Raylaw, Wildauer und Karl Schulze ge entschieden und giebt den Sachverhalt ganz diametral an. wählt. Zum Schluß erledigte man einige minder wichtige AnEr sei mit seinen drei Freunden furz nach dem gelegenheiten. Passiren des Beamten von der Wirthschaft nach Hause gegangen. Obwohl sie den Gendarm mit mindestens drei Schritt Distanz Die Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins nahm passirt hätten, fei derselbe doch auf ihn zugekommen und habe in der Versammlung am 12. Januar die Abrechnung vom vierten ihn Lump" titulirt, worauf er erwidert habe, wenn er ein Quartal entgegen, die einen Bestand von 174,85. ergab, und Lump sei, wäre er( der Gendarm) auch einer. Darauf habe ertheilte dem Kassirer Decharge. Aus der dann vorgenommenen letzterer sofort blank gezogen und auf ihn eingeschlagen, er Ersatzwahl ging Gustav Behren als zweiter Kassirer, Georg habe sich dann mit seinem Eßfessel gewehrt und sei fortgelaufen. Heinemann als Revisor hervor. Den streikenden Sattlern Diese Angaben wurden von den drei Begleitern des Angeklagten Deutschlands wurden 20 M. Unterstützung bewilligt. Die nächste voll und ganz unterstützt. Die ebenfalls als Zengin vernommene Versammlung wird am 9. Februar in der Andreasstraße 26 bei Mutter des Angeklagten befundete über ihre Berlegung folgender- Wilke abgehalten. maßen: Sie habe vor ihrer Wohnung gestanden und die AnIn der Generalversammlung aller auf Holz- und funft ihres Sohnes erwartet. Plöglich habe sie die Stimme des Kohlenplätzen beschäftigten Arbeiter und Kutscher, die am felben erkannt, wie er gesagt habe, Herr Frgang, wie können 12. Januar bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44, tagte, referirte Sie ruhig des Weges gehende Leute überfallen?" Darauf sei sie Kempf über das Thema: Presse und Arbeiter. Er schilderte hinzugelaufen, um ihren Sohn fortzuholen. Grgang sei fofort die Entstehung der Arbeiterpresse und wies nach, daß gerade vor Wuth bebend auf sie zugekommen und habe ihr absichtlich einen noch sehr viele Arbeiter die ihren Intereffen mehr oder weniger Säbelhieb durchs Gesicht, welcher ihr Nasenbein zerschmettert habe, feindliche kapitalistische Presse unterstützen, wobei ein Theil der versezt, worauf sie zur Erde gefallen sei und dann noch ein paar Schuld jene Arbeiterfrauen trifft, die sich für Klatschgeschichten Siebe übers Gefäß erhalten habe. Jrgang, hierüber befragt, 30g mehr intereffiren als für die wirthschaftliche und politische Lage es vor, seine Aussagen zu verweigern. Sodann wurden sämmtliche ihrer Männer. Dieser Interessenlosigkeit gegen die Arbeiterpresse Achtung, Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins! vier Zeugen, der Gendarm Jrgang sowohl als auch die drei zu steuern, müßten sich auch die auf Holz- und Kohlenplägen Delegirten aller Werkstätten, 100 Sonnabend, den 18. Januar, nicht gearbeitet werden darf, erwähnten Begleiter des Sch., deren Aussagen denen des beschäftigten Arbeiter und Kutscher zur Aufgabe machen. In der ohne daß für den Verdienst Verlust Ent: Gendarmen vollständig, diametral gegenüber standen, nochmals Diskussion sprach Ahrends im Sinne des Referats, wobei er schädigung geleistet wird, werden aufgefordert, dem vom Vorsitzenden eindringlich ermahnt und danach, da keiner von die Thätigkeit der Abonnentensammler gewisser Zeitungen be Unterzeichneten davon Mittheilung zu machen, und zwar auch seiner Aussage abweichen wollte, vereidigt. Jrgang gab zu, leuchtete. Pohl gab dann den Kassenbericht, der sich wie folgt dann, wenn nur einige Stunden gefeiert wird. Gleichzeitig an genanntem Tage etwas getrunken zu haben, will aber voll- tellte: Einnahme vom 15. Oftober 1895 bis 1. Januar d. J. werden die Kollegen, die noch im Besitz von 5 Pfennig- Bons ständig zurechnungsfähig gewesen sein. find, ersucht, abzurechnen. Der Vertrauensmann: J. Fischer, Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 239, Hof 2 Tr. Vom Vorstand des Vereins der Einsetzer Berlins und Umgegend wird uns geschrieben: Antwerpen Rotterdam Amsterdam. • • • überhaupt. 35 557 122 39 178 Arbeiterschutz in Rußland. Der russische Finanzminister hat nach Vereinbarung mit dem Minister des Innern verboten, Frauen und jugendliche Arbeiter in jenen Hanf bearbeitenden Fabriken zu beschäftigen, in welchen sie bis jetzt noch nicht beschäftigt waren. In jenen Fabriken, in welchen sie jetzt be schäftigt sind, wird ihre Arbeit verboten von dem Zeitpunkte an, wo neue Arbeitsverträge abgeschlossen werden, das heißt von Ostern 1896 an. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. Die Ju der 2. Beilage des Vorwärts" vom 11. Januar befindet sich unter der Rubrik„ Gewertschaftliches" eine Mittheilung über die Arbeitseinstellung von 13 Tischlern der Firma Scheffler in Brandenburg, worin folgender Passus vorkommt:„ Der Techniker legte ihnen darauf Verträge vor, die Herr Scheffler mit Berliner Einsetzern abgeschlossen habe; diese sollten beweisen, daß die Preise, welche man zahlen wollte, den Berliner Preisen entsprächen." Hierzu hat der Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend Stellung genommen und ist nun in der Lage, einen folchen Vertrag der Deffentlichkeit mitzutheilen. Wir lassen ihn hiermit folgen und bemerken, daß die Berliner Preise natürlich von uns beigefügt sind. Der Vertrag lautet: Bertrag. Zwischen dem Bauunternehmer H. Fr. Scheffler, Brandenburg a. H., und dem Tischler N. N., Berlin, ist folgender Bertrag abgeschlossen worden: Der N. N. verpflichtet sich, die Einsegerarbeiten zu nach stehenden Preisen auszuführen: Berliner Preis 4,50 M. 1 Flügelthür einschließlich Nägel 1 Korridorthür mit Oberlicht 1 Sechsfüllungsthür 1 Vierfüllungsthür 1 Borderthorweg mit Oberlicht 1 Hinterthorweg 2,70 M. 2,70 6, " " 1,35 2,25 " " • 0,85 6, 2, " " 15, " " 4,50 10, " " 4, " " • 1,35 2,50 " " 0,70 " 1 gewöhnliche Hofthür m. Blendrahmen 1,70 1 einflügel. Hofthür • Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, welcher die Glaubwürdigkeit auf seite der Gendarmen legen wollte, beantragte eine Gefängnißstrafe von 6 Monaten. Diesem trat der Bertheidiger energisch entgegen, indem er einem Gendarmen nicht mehr Glauben beigemessen wissen wollte wie jedem anderen Bengen. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten to stenlos frei, wobei er ausführte, daß kein Grund vorliege, an den Aussagen der Entlastungszeugen zu zweifeln. Im Versammlungen. 93,50 M., Ausgabe 53,55 M., Bestand 39,95 M. Einschließlich des früheren Bestandes von 24,15 M. ergiebt sich ein Vermögen von 64,10 M. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Beim Ver schiedenen entspann sich eine rege Debatte. Der Verein deutscher Schuhmacher, Filiale Rigdorf, wählte in der Generalversammlung am 13. Januar zum ersten Bevollmächtigten Winkler, zum zweiten Rannewiß, zum Schriftführer Klammer und zu Revisoren Bolza und Schmidt. Die Diskussion über die Arbeitslosen- Unterstügungs frage, worüber ein Artikel aus dem Fachblatt verlesen worden war, wurde bis zur nächsten Versammlung vertagt. Man forderte noch zum Anschluß an die Organisation auf, wobei bekannt vor dem 1. und vor dem 15. des Monats bei Schüß, Prinz gemacht wurde, daß die Versammlungen regelmäßig Montags Handjeryfir. 11, abgehalten werden. ten " = Jm dritten Wahlkreise wurde am Donnerstag eine gut besuchte Versammlung abgehalten, wo Reichstags- Abgeordneter Dr. Lütgenau über die gegenwärtige politische Lage sprach. Der Redner begann mit einem Rückblick auf die Reichstagswahl Im Zentralverein der Bureau Angestellten Deutschin Dortmund und schilderte die Parteiverhältnisse in den lands hielt am 13. Januar Bureau- Angestellter Hopp einen rheinisch- westfälischen Industriebezirken. Obwohl die Arbeiter Vortrag über„ Berufsdünkel". Troßdem die Bureau- Angestellten hier noch zum großen Theil dem Zentrum Heeresfolge leisteten, zu den Schlechtestbezahlten gehören, so führte der Redner aus, befäßen sie doch Klasseninstinkt genug, um zu wissen, daß ihre herrscht doch unter ihnen ein Berufsdünkel, wie er nirgends Interessen grundverschieden sind von denen der besitzenden Klassen. fonit zu finden ist. Diesem Dünkel wird noch immer mehr Boden Aufgabe unserer Partei sei es, diesen unklaren Klasseninstinkt in verschafft dadurch, daß ein Theil der Bureau- Angestellten die bewußte sozialdemokratische Ueberzeugung umzuwandeln, was bei Meinung vertritt, die bei einem Rechtsanwalt, Notar oder feien Beamte". Diese den scharf ausgeprägten Klaffengegenfäßen der dortigen Gegend Gerichtsvollzieher Beschäftigten Beamten" finden es meist Der Redner besprach ferner die politischen sogenannten unter ihrer nicht schwer sei. Vorkommnisse der letzten Zeit, wobei er auch den Fall Hammerstein Würde, Arbeitgebern überhaupt oder gar fordernd streifte, und bezweifelte, daß Hammerstein wegen sämmtlicher Ver- gegenüber zu reten, während sie auf der anderen Seite auch der gehen, die ihm zur Last gelegt seien, bestraft werden würde. Nach dem Theilnahme an den allgemeinen politischen Bestrebungen sich Auslieferungsvertrage mit Italien dürfe der Angefchuldigte nur glauben fern halten zu müssen. Aus diesem Grunde ist der wegen der Strafthaten zur Rechenschaft gezogen werden, die bei Wortstreit Bureaubeamter oder Bureau- Angestellter nicht ohne dem Antrage auf Auslieferung genannt würden. Wenn nun die Bedeutung. Der Redner wies nun auf grund von Entscheidungen 1 Küchenspind 1, schwersten Wergehen Hammersteins in dem Autrage unerwähnt des preußischen Oberverwaltungsgerichts und einzelner Bes Der M. N. verpflichtet sich gleichzeitig, sämmtliche Arbeiten blieben, dürfe er auch wegen dieser nicht angeklagt werden. itimmungen der preußisch- deutschen Gesetzgebung, sowie durch stets gut und sauber auszuführen und den bei schlechter Aus- Lütgenau berührte weiter die legten Maßregelungen unserer Partei- Berlesung verschiedener Stellen aus der sonstigen einschlägigen führung entsprechenden Schaden zu tragen. organisation, die auf den Minister v. Köller zurückgeführt wurden, die Literatur nach, daß die bei einem Rechtsanwalt, Notar oder N. N. Fr. Scheffler." aber dann sozusagen niemand veranlaßt haben wollte, und Gerichtsvollzieher( von denen die beiden ersteren Kategorien Bemerkt sei hierzu, daß die betreffenden Brandenburger führte zur Kennzeichnung der Stellung des gegenwärtigen Mi- felber nicht Beamtenqualität haben) beschäftigten Angestellten Weiter verwies er hierfür auf die Arbeiten eingepaßt" sind, was kein wesentlicher Vortheil ist. nifters von der Recke unserer Partei gegenüber einige Beispiele Beamte nicht sind. Die vorstehend mit angeführten Berliner Preise werden zwar aus dessen polizeilicher Thätigkeit an, die er als Regierungs- Stellung, die ein Beamter im Staate einnimmt, sowie auf nicht in jedem Geschäft gezahlt, stellenweise wird pro Stück 10 bis präsident von Düsseldorf entialtet hat. Es bestand dort ein die demselben in rechtlicher und wirthschaftlicher Beziehung ein das sich mit der Besorgung 21 Pf. weniger, anderseits wird aber mehr gezahlt. Wir sind nun Komitee, von Versamm geräumten Vortheile, die den bei einem Rechtsanwalt u. s. w. Dasselbe wurde in der Lage feststellen zu können, daß seitens eines Vereinslungsrednern befaßte. für einen poli- Beschäftigten natürlich nicht eingeräumt werden. Nach kurzer erklärt, und alle Versammlungen, mitgliedes ein derartiger Vertrag niemals mit Herrn tischen Verein in Diskussion und Ermahnung an die Mitglieder, zu der demnächst Scheffler abgeschlossen wurde. Wie der mitgetheilte Vertrag zu denen von diesem Komitee besorgte Redner auftraten, wurden stattfindenden Wahl der Delegirten für die Orts- Krankenfaffe stande gekommen ist, wird wohl Herr Scheffler und seine nächste als Versammlungen eines politischen Vereins erklärt und den pünktlich zu erscheinen und für die Liste des Zentralvereins der Umgebung allein wissen. Die Bauten, wohin Herr Scheffler Frauen die Theilnahme daran untersagt. Auch in Dortmund Bureau- Angestellten Deutschlands zu stimmen, wurde die gut die Tischlerarbeiten liefert, befinden sich in Berlin, Dunckerstraße, habe die Polizei eine Frauenversammlung verboten, was jedoch besuchte Versammlung geschlossen. und in Charlottenburg, Raiser Friedrichstraße. Der Vorstand des nur den Erfolg gehabt hätte, daß ein daselbst gegründeter Die Filialen 1, I und II des Textilarbeiter- Verbandes Vereins der Einsetzer ersucht nun nicht nur alle organisirten, Frauenverein die besten Fortschritte machte; auch hätten die bei den Wahlarbeiten tüchtig mit hielten am 14. d. M. eine von zirka 300 Personen besuchte Versondern auch alle unorganisirten Kollegen, die Berliner Arbeits- Dortmunder Frauen preise streng aufrecht zu erhalten. In einer Zuschrift an den geholfen, zum Entsetzen der Philister. Alle Maßregeln von fammlung ab, um Stellung zu nehmen zu der am 5. und 6. April nur das Wachsthum in Apolda stattfindenden Generalversammlung. Es Brandenburger Anzeiger" wagt Herr Scheffler zu sagen, daß gegnerischer Seite beförderten also die für Berlin gebotenen Akkordfäße derartige seien, daß jeder unserer Partei, und trügen dazu bei, auch den politisch wurde bierzu gegen 7 Stimmen folgender Beschluß gefaßt: Die Tischler bei einigermaßen flotter Arbeit pro Tag sehr gut Indifferenten die Augen zu öffnen über den Klaffengegensatz in Mitglieder der Filialen 1, II und III des Textilarbeiter Verbandes 6-7 m. verdienen könne. Diefe Behauptung trifft natürlich der heutigen Gesellschaft, der sich unter anderem auch in dem beauftragen die heute gewählten Delegirten zu der in Apolda nicht zu. im Effener Meineidsprozeß gefällten Urtheil recht deutlich aus stattfindenden Generalversammlung, daselbst für die Lo3lösung Zentralverbandes der Zeptilarbeiter Im Anschluß an diese Zuschrift sei mitgetheilt, daß die aus- präge. Der Redner ging näher auf diesen Prozeß ein und des der General Kommission in Hamburg ständigen Arbeiter der Scheffler'schen Tischlerei das Gewerbe meinte, die Verurtheilten fügten sich ruhig in ihr Schicksal, weil von sie wüßten, daß sie unschuldig seien Die öffent- einzutreten." Sämmtliche Redner waren sich darüber einig, daß gericht als Einigungsamt angerufen haben. liche Meinung auf ihrer Seite hätten.( Lebhafter die Generalfommission für den Verband zwecklos sei und durch Die Korbmacher in der Fechner'schen Werkstatt in Beifall.) Er würde auch versuchen, diesen Fall im den Zentralvorstand vollständig ersetzt würde. Ein Antrag, die Dranienburg stehen in Lohndifferenzen. Reichstage zur Sprache zu bringen. Auch den Brauweiler Reise- Unterstützung pro Kilometer von 2 auf 1 Pf. zu reduziren, In Iserlohn haben sämmtliche sechs Former der Prozeß besprach der Redner und kam zu dem Schluß, daß nichts wurde nach lebhafter Debatte abgelehnt und alsdann wählte man Firma Dalhaus u. Komp., darunter ein Verheiratheter, die im stande sei, das Vordringen unserer Partei zu hindern, deren zu Delegirten für die Apoldaer Generalversammlung die Kollegen Arbeit eingestellt. Die Ursache ist folgende: Am Montag wurde Biel es sei, Ausbeutung und Unterdrückung jeder Art zu be- Karl Voigt und Frih Berger. Herr Dalhaus von den Arbeitern um Abstellung verschiedener seitigen. In der Diskussion erklärte sich ein Anhänger In Adlershof wurde am Donneritag in einer sehr start Mißstände ersucht. Er verschob die Angelegenheit auf Dienstag. Der freisinnigen Boltspartei mit den Ausbesuchten Boltsversammlung nach dem Referat Theodor ben Essener Am Dienstag ließ er sich aber nicht blicken. Auf dreimaliges führungen Lütgenau's über einverstanden. Ein anderer Ersuchen erklärte er, nicht mit den Arbeitern verhandeln zu Meineidsprozeß Agitation für die aften Beifall fand, zur Beitung der Gemeinde Ersaywahl ein aus versuchte, den Fall Maurer in Dimmick wollen, worauf die Arbeiter die Fabrik verließen und ihm Redner Michels, Enlig und Thiele bestehendes Wahlkomitee ihre Wünsche schriftlich vorlegten. Am Mittwoch erklärte die Debatte zu ziehen, woran ihn aber der Vorsitzende eingesetzt und der Drechsler Max Sch mädicke zum Kandidaten Nach Annahme einer Resolution, in der sich Herr Dalhaus zum Verhandeln bereit, aber unter der Behinderte. für die Gemeinde Ersa zwahl aufgestellt, die n ä ch st en dingung, daß alle halbe Stunde nur ein Arbeiter ins Komptoir für die Biele der Sozialdemokratie einzutreten versprochen wird, Montag, den 20. Jannar, nachmittags von 4 bis kommen dürfe, um ihm seine persönlichen Wünsche vorzubringen. Schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die 1/26 Uhr, bei Leopold er sich geht. Genosse Schmödicke Die Arbeiter waren damit einverstanden. Der erste, der nun Sozialdemokratie, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. nahm die Kandidatur mit dem Versprechen an, daß er, falls er ins Romptoir fam, wurde sofort entlassen; ebenso erging es auch Verband der Sattler und Tapezirer, Filiale Berlin 1. gewählt würde, den Aufgaben des Gemeindevertreters mit dem zweiten. Darauf erklärten sich die anderen mit den ent- In der Generalversammlung am 4. Januar berichtete zunächst Treue obliegen werde. Die Wählerlisten liegen nicht blos bis laffenen Rameraden solidarisch und legten die Arbeit nieder. Der Berner Handlangerbund zählte 1895 811 Mitglieder gegen 308 Ende 1894. Das ist ein Aufschwung, wie ihn wenige und 11. Megner's, das = Börsch über die Thätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre, zum 20. Januar aus, wie infolge eines Mißverständnisses ge= wo die Mitgliederzahl von 150 auf 400 gestiegen ist, und forderte meldet wurde, sondern bis zum 30. Januar, und zwar wegen die Kollegen auf, fortgesetzt so thätig zu agitiren, dann werde der im März vorzunehmenden Neuwahlen zum Gemeinderathe. Urania Für den Zuhalt der Inserate über- Anstalt für volksthümliche nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 18. Januar. Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Opernhaus. Der Evangelimann Phan- Passage- Panopticum. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Die Mütter. Lessing- Theater. Komtesse Guckerl. Berliner Theater. lichingen. Göz von BeNachmittags: Bernhard von Weimar. Hohenzollern. Neues Theater. Der Herr Direktor. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: In doppelter Bekehrung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Geschlossen. Schiller Theater. Minna von Barnhelm. Adolph Ernst- Theater. Frau Lohengrin. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplatz- Theater. 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Vokal- und Instrumental- Konzert ausgeführt von der Hauskapelle( Mitglieder der Freien Bereinigung der ZivilBerufsmusiker) unter Mitwirkung des Gesangvereins Lorbeerkranz( Mitglied des A.-S.-B.), des Genossen Herm. Röhn und der musikalischen Klowns Reich und Wille, gen. Jigg und Jogg. Festrede, geh. vom Reichstags- Abgeordneten Paul Singer. Nach dem Konzert: Tanz. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Anfang 4 hr. 100/9 Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse der Sattler und Berufsgen. Deutschlands, " Hoffnung", E. H. 64. en Mitgliedern zur Nachricht, daß am 14. d. M. das Mitglied, der Sattler Albert Kopp verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, Große öffentliche HolzarbeiterVersammlungen Westen und Südwesten den 18. 6 M., nachmittags 3 Uhr, vom am Sonntag, den 19. Jannar, vormittags 10 Uhr, in der städtischen Krankenhause Moabit aus Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. statt. Um rege Betheiligung ersucht 160/1] Die Ortsverwaltung. Allen Freunden, Bekannten und Genossen zur Nachricht, daß unser lieber am Mann, Vater und Schwager, der Weber Eröffnung 3 Uhr. Programm 20 Pf. Richard Bachmann Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Das Comité. Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsgenossen Berlins u. Umgegend. Sonntag, den 19. Januar, nachmittags 5 Uhr, Oranienstr. 51, im Alter von 40 Jahren am 14. Jan. verstorben ist. Norden und Moabit Montag, den 20. Jannar, abends 8 1hr, in der Norddeutschen Brauerei, Chausscestr. 58. Osten und Südosten am Dienstag, den 21. Jannar, abends& Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29. Tagesordning in allen drei Versammlungen: 22286 1. Wie stellen sich die Holzarbeiter Berlins zu einer Lohnbewegung? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Halle Am Urban aus nach dem Emmaus- Kirchhof statt. 80/11 Wittwe Bachmann nebst 4 numündigen Kindern. Referenten: Millarg, Glocke und Wiedemann. 3u gleicher Zeit giebt die Filiale Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, des Textilarbeiter- Verbandes zu in diesen Versammlungen zu erscheinen. Der Vertrauensmann. General- Versammlung. Nieder- Schönweide feinen MitTages: Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht über die Thätigkeit des verflossenen Jahres. 2. Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 3. Anträge. 4. Wahl zweier Delegirten zum Verbandstag nach Hannover. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. 188/11 Der Vorstand. gliedern die traurige Nachricht bekannt. Am 16. d. M. starb nach langen, schweren Leiden meine geliebte Frau Charlotte Bippel geb. Daleske 2222b im 37. Lebensjahre. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, nachmittags Verein z. Wahrung d. Interessen d. Stockarbeiter. 2 uhr, von der Zeichenhalle des ThomasAm Sonntag, den 19. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Hoffmann, im Englischen Garten, Alexanderstraße Nr. 27c: Tages Drdnung: Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Vertrauensmänner- Versammlungen. Westen und Südwesten. Kirchhofes. Um stilles Beileid bitten Montag, den 20. Januar, abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Hermann Zippel nebst Kindern. Den verehrten Genossen, meinen Mitglieder- Versammlung. wertben Freunden und Gönnern die traurige Mittheilung, daß mein liebes, 175/9 braves Weib, meine treue Leidens: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Bergefährtin im Kampfe um's Dasein Das Erscheinen der Vertrauensleute aller Werkstätten ist nothDer Vorstand. Julie Goebel schiedenes. wendig. Derband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Januar, vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herru Cohu, Benthstr. 20: Branchen- Versammlung aller in der Elektrotechnik besch. Monteure u. Hilfsmonteure. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Paul Litfin über: nsere Reichthümer. 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung der Klempner am Dienstag, den 21. Januar, abends 8 1hr, im großen Saale des Herrn Cohn, Beuthstraße Nr. 20. Tages Ordnung: 117/4 1. Sind wir im Stande die gegenwärtige günstige Geschäftslage zur Erzielung befferer Arbeitsbedingungen auszunügen? Referent: Otto Naether. 2. Distjjion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anflamerstraße 44. Verband der Sattler und Tapezirer. Filiale Zentrum. Sonnabend, den 18. Januar, abends 8½ Uhr, bei Pasch, Alte Jakobstr. 83: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 15815 1. Vortrag des Genossen Millarg über Fortschritt und Armuth". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Verband der in Buchbindereien, der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 20. Januar, abends 8½ 1hr, bei Th. Bolt, Alte Jakobstraße 75: Ordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen. 3. Mitgliedsangelegenheiten. 23/19 Nur mit dem Mitgliedsbuch versehen, erhalten die Mitglieder Zutritt. Der Vorstand. Verein der Arbeiterinnen an Buchdruck- Schnellpressen. Sonnabend, den 18. Januar 1896: Wiener Maskenball in Buss' Salon, Gr. Frankfurterstr. 85. Um 1 Uhr Kaffeepause, während derselben humoristische Vorträge. Anfang 9 Uhr. Billets sind noch zu haben im Arbeitsnachweis, Annenstr. 16. Kaufen Sie nur echte Branntweine, alten Nordhäuser, Cognak, Rum, Arrak. 0. J. Engelke, Neue Jacobstr. 26. Achtung Kleinverkauf von 10 Bj. ab. E geb. Müller nach vielen Leidenstagen am 13. d., abends 111/2 Uhr, sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. d. M., vormittags 11 Uhr, vom Krankenhause Am Urban aus nach dem Neuen Jakobi Kirchhof in Rixdorf, Herrmannstraße, ſtalt. Um stilles Beileid bittet 22816 Albert Goebel, Kolportage- Buchhändler, Admiralstr. 6. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Braut, unsere gute Mutter Wilhelmine Dobrich geb. Stollberg am 17. Januar cr., früh 4 Uhr, nach langem, schweren Leiden von uns ges schieden ist. 22256 Der trauernde Ehegatte nebst Hinterbliebenen. NB. Die Beerdigung findet Sonntag, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zionskirchhofes in Weißenfee aus statt. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahnziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Gudel, Baufiberplatz 2, Elsasserstr. 12 Ferdinand Ewald's Restauration Schönleinstrasse No. 6. Empfehle den geehrten Vereinen meine Lokalitäten zu Versammlungen. 2 Regel bahnen stehen zur Verfügung. ff. Weißund Bairisch- Bier. Empfehle mein Weiss- u. BayrischZubeil, Lindenstraße 106. Bahlreicher und pünktlicher Besuch dringend erforderlich. Moabit. Sonntag, den 19. Jannar, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Holzbächer, Thurmstraße 84. Sämmtliche Werkstätten werden hierdurch aufgefordert, einen Vertrauensmann zu entfenden. Büden und Südoffen. Montag, den 20. Januar, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Rautenberg, Oranienftr. 180. Besprechung unserer gegenwärtigen Lage. Sämmtliche Beitragsammler des Bezirks müssen unbedingt erscheinen. Kollegen, forgt dafür, daß alle Werkstätten vertreten sind. Die Ortsverwaltung. NB. Die Mitglieder werden ersucht, die Liste Nr. 279 der Bürstenmacher und Nr. 305 der Holzarbeiter anzuhalten und an Kollegen Grunert, Manteuffelstr. 64, Hof 3 Tr. abzugeben. Die Zahlstellen des Verbandes befinden sich: Für den Norden: Ruppinerstr. 44 bei Raahe. Tresckowstr. 24 bei Schmidt. Lothringerstr. 67 bei Dieke. Schwedterstr. 31 bei Liske. Müllerstr. 7a bei Gleinert. Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Thurinftr. 84 bei Holzbächer. Birkenstr. 28 bei Buge. Für den Often: Friedrichsbergersir. 19 bei Winkelmann. Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Frankfurter Allee 90 bei Zabel. Pangestr. 65 bei Tempel. Koppenstr. 47 bei Lorenz. Landsberger Allee 27a bei Lange. Elisabethstr. 65 bei Lange. Für Süd- Oẞt: Cuvrystr. 25 bei Erbe. Ritterstr. 123 bei Stramm. Naunynsir. 86 bei Streit. Grünauerstr. 3 bei Golz. 80/14 Görlitzer und Sorauerstraßen- Ede bei Tolksdorf. Bücklerstr. 55 bei Schilling. Dieffenbachstr. 31 bei Gaule. Manteuffelstr. 69 bei Brödenfeld.( Das selbst befindet sich auch die Bibliothef der Drechsler.) Köpnickerstr. 194 bei Reichert.( Dafelbft werden täglich abends Beiträge entgegen genommen.) Für den Westen: Gneisenaustr. 35 bei Rosse. Culmstr. 36 bei Raumann. Belle- Allianceplatz 6 bei Hilscher. Für Friedrichsberg: Friedrich- Karlstr. 11 bei Heinicke. Für Rummelsburg: Kant- und Türrschmidtstraßen- Ecke bei Schröder. Jeden Sonnabend: Zahlabend. E Alle Werkstatt- Aigelegenheiten sind zu melden bei dem Roll. Wiedemann, Annenstr. 39, auf dem Arbeitsnachweis, oder an den Vorsitzenden der WerkstattKontrollkommission, Kollegen Granert, Manteuffelste 64. Verband der Möbelpolirer. Bier- Lokal, Vereinszimm. b. zu 20 Perf., Nächsten Montag Abend 7 Uhr Andreas Strasse Nr. 26, mit Piano, für die ganze Woche frei. W. Thielow, Lothringerstr. 112. Paster's Fetsäle Neue Königstr. 7. Mein Saal mit Nebenräumen noch einige Sonnabende zu vergeben.[ 4269L Th. Boltz' Festsäle, S., Alte Jakob- Strasse 75. Amt I, 1082. 4274L* Empfehle meine Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Versammlungen zu foulantesten Bedingungen. Grünau. G. Lindenhayn, Gastwirth, hält seine Lokalitäten best. empfohlen. zu Säle inentgelt. Alexanderstr.27c. General- Versammlung. Zages.Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, Kassirers u. s. w. 2. Berathung des Statuts. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch ist an der Kontrolle vorzuzeigen. Außerdem ersuchen wir die Mitglieder, heute Abend in der öffentlichen Versammlung bei Steller, Koppenstraße, zu erscheinen. Ferner laden wir die Kollegen, sowie Freunde des Verbandes zu dem am 25. d. M. bei Nieft, Weberstraße 17, stattfindenden Maskenball ein. Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. 146/17 Der Vorstand. Achtung! Vergolder! Am Montag, den 20. Januar, Abends 81/2 Uhr, bei Bergner, Annenstr. No. 16, General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht vom vierten Quantal.. Neuwahl des Filialvorstandes und der Reviſoren. 4. Gewerl Putbuserstraße 26 Schaftliches und Verschiedenes.- Das Erscheinen jedes Kollegen iſt Pflicht. * gefunre, fleine Wohnungen per fofort, auch zum 1. April 1896 bill. zu verm. Vorder- und Hinter. Grünauerstr. 3 Wohnung. 68-94 Tblr. 225/16 Der Vorstand. Achtung, Rixdorf! Mühlenstr. Ur. 8 Deutscher Holzarbeiter- Verband. nahe Oberbaum, sind von sofort oder später billige Wohnungen von 1 11. Montag, den 20. Jannar, abends S hr, 2 Stuben nebst Küche und Zubehör in den Victoria- Sälen"( fleiner Saal), Hermann- Straße Nr. 49 zu vermiethen. 42762* 2225b General Versammlung. Tagesordnung: Kl. Andreasstr. 12, 1 Tr., saub. möbl. Schlafstelle, Eing. sep., zum 1. Februar 1. Berichterstattung vom 4. Quartal. 2. Neuwahl des Vorstandes und bei Fr. Dobers. Erfahwahl der Arbeitsvermittelungs- Kommission. 3. Unsere gegenwärtigen Schlafstelle für 2 Herren sof. oder Arbeitsverhältnisse und die im Frühjahr geplante Lohnbewegung. 4. Verbands1. Februar b. Ww. Goscinat, Georgen- angelegenheiten. 42452* firchstr. 63. 22296 Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 80113