Morgenausgabe Nr. 129 A 65 46. Jahrgang Wöchentlich 85 Pf� monatlich 3,80 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pfg.Poftzeitungs- und 72 Pfg Postbestellgebühren. Ausland»» abonnement 6.— M. pro Monat. Tier„Torwärta* erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montag, einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Voll vnd Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wiflen"..Frauen» stimme".„Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Jugend-Bonvärts" Berliner Vvttsblatt Sonntag 17. Marz 1929 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswaris 20 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Rellamr eue 5.— Reichs» map?.„Kleine Anzeigen' dos>etr.,e» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei feltgedrucne Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 13 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Ardeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen iür Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen» annähme im Hauptgeschäft Linden» straße 3. wochentögl. von 5'/, bis 17 Uhr. Jentraiorgan der Soziaidemokrattstben Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 Fernlprecher: Dönhosl 292— SÖ1 Ttlessramm-Adr.: Eozialdemokrai verli» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin S7 536.— Bankkonto: Bank der Ärdetter, Ängestellien und Beamten Wallstr. 66. DiSkonio-Gelellschost. Depositenkasse Lindenstr ii Oer Kampf um die Lahresraten. pariser presse übertrumpft poincare.—-1,4 MiMarden Anfangsrate? Paris, 16. März.(Eigenbericht.) Die Nachricht, daß die S a ch n e r st ä n d i g e n in den letzten Tagen merkliche Fortschritte selbst in der Diskussion über die ziffernmäßige Festsetzung der deutschen Schuld gemacht zu haben glauben, hat alle mathematisch begabten Elemente in den Pariser Zeiiungsredaktionen aus den Plan gerufen. Beinahe jedes Blatt bringt Zahlenaufstellungen und Berechnungen, deren Wert natürlich nur in der Kennzeichnung der französischen Auffassung liegen kann. Schon seit einiger Zeit war in den Sachverständigenberatungen davon die Rede gewesen, die künftige Annuilöt in zwei Teile zu zerlegen: der ein« Teil sollte zur Deckung der Wiederausbautosten, der zweite zur Deckung der interalliierte» Schulden dienen. Für den zweiten Teil würde Deutschland auf den Transserschutz zu ver- zichten haben, der«rste Teil würde weiterhin geschützt bleiben. Durch den Verzicht auf die Iransserklausel würbe der z w e i t e Teil die Emsttierung einer Anleihe ermöglichen, aus deren Er- f�ag die W i e de ra u s b a u k o st e n Frankreichs, Belgiens, Italiens gedeckt werden könnten. Gerade hinsichtlich dieses Teils aber stellt die französische Presse Berechnungen auf, die keineswegs den bisher selbst von Frankreich erhobenen Forderungen ent- sprechen. Schon in seiner Rede In Chamb-ry hol sich poincare mit einem .Beitrag- zu den Wiederaufbaukosten zufrieden erklärst und erst vor drei Tagen hat periinox. im„Echo de Paris" versichert, daß die französische Regierung nicht mehr als 50 proz. verlangen würde. Im Gegensatz dazu verslicht die Poriser Presse am SSnnabend diese relativ v e r n ü N f.t igen Forderungen wieker auf die völlige Rückerstattung aller derartiger Ausgaben hinaufzuschrauben. So er- klärt der„Temps", die Annuität zur Deckung der Wiederoufbau- tosten werde voraussichtlich auf 1 Milliarde Mark festgesetzt werden. Bei Berechnung eines Zinssatzes von S Proz. und einer Amortisation von 1 Proz. würde damit in 37 Iahren ein Kapitel non rund 17 Milliarden abgetragen werden. Dieses Kapital wäre mehr als die gesamten Wiederausbaukosten Frankreichs, die sich auf 90 Milliarden Franken oder nicht ganz 15 Milliarden Mark belausen! Der zweite Teil der deutschen Annuität, der zur Deckung der interalliierten Schulden dienen soll, würde gemäß den Abmachungen mit Amerika in. den ersten Iahren 99(1 Millionen Mark aus- machen, um in fünfzehn Jahren auf den Höchstbetrog von l,7 Mil- liarden Mark zu steigen. Es wäre im Gegensatz zu den Wieder- aufbaukosten, die in 37 Iahren amortisiert sind, in 58 Jahren Zu zahlen. Die gesamte Annuität würde sich demnach noch französischer Berechnung zunächst auf 1,9 Milliarden stellen, würde dann auf 2,7 Milliarden steigen, um dann nach 37 Jahren wieder aus 1,7 Mit- liarden zu sinken. Zieht man von diesen Ziffern die um 50 proz. zu hoch gesetzte Entschädigung für die wiederausbautosten ab, so erhält man eine Anfangsonnuitäl von 1,4 Milliarden, die allmählich aus 2,1 Milliarden ansteigen und vom Jahre 1960 ab wieder aus 1,7 Milliarden sinken würde. Es kann wohl als feststehend angenommen werden, daß sich die Verhandlungen der Sachverständigen seit Freitag grundsätzlich a u s der eben zitierten Basis bewegen. Es wäre allerdings verwegen zu glauben, daß auch nur ein« einzige der genannten Zifser» als endgültig angesehen werden könnte. Hinsickstlich der Organisation der Reparations- dank allerdings scheinen die Fortschritte der Koniercnz von sehr viel greifbarer Natur zu sein. Dos Prinzip dieser Treuhänder- bank ist allseits angenommen. Man beschäftigt sich sogar schon mit der Berteilung Les Kapitals auf die einzelnen Teil- nehmeriänder,, und man. spricht davon, dieses Kapital zwischen 49t) Millionen und 1 Milliarde Mark festzusetzen. Noch zahlreiche Meinungsverschiedenheiten dagegen bestehe» hinsichtlich der Macht- bestignisie, die der Bank aus dem Gebiete der Kreditpolitik und sonstiger rein bankmäßiger Betätigung eingeräumt werden sollen. Namentlich die Franzosen und Engländer wollen den Geschäfts- bereich der Bank aus den reinen Reparationsverkehr und die Rege- lung der interalliierten Schulden beschränken. Vie Ifache derOikiatur. Sogar die Väter der Studenten werden bestrast. Madrid, 16. März. Nach Kablnctlsbeschluß sollen die zuständigen Minister gegen die Sludenlen, die an den Unruhen der letzten Tage schuld sind, und gegen die Dekane und Professoren, die die Ordnung nichl nusrechtzuerhalten verstanden haben, dle erforderlichen Maßregeln ergreifen. Ueber die Studenten sollen strenge Haft st rasen verhängt werden, und die v S l e r der unter 16 Zahr« allen Sluden- »en sollen mit Geldstrafen belegt werden. Alle übrigen Sludenlen. deren Aamilien In der Provinz wohnen, sollen sofort nach Hanse zurückkehren, da die Hochschulen für längere Zeil g e- schlössen bleiben._ pilsudskiiag- puischiag. Warschauer Gerüchte. Warschan. 16. März.(Ost-Expreß.) Das immer schärfere Vorgehen der Opposition in den letzten Tagen hat die Beziehungen zwischen der Regierung und dem Parla- ment auss äußerste gespannt. Im Zusammenhang damit lausen allerlei Gerüchte um. die von„einer entscheidenden Wen- düng",„überraschenden Ereignissen' usw. wissen wollen, die der als großer nationaler Festtag in Aussicht genommene Namenstag Pilfudskis(19. März, Joseph) bringen soll. Jedoch weiß man nichts mit Sicherheit, und so bleibt es bei unkontrollierbaren An- deutungen, aus denen nichts weiter zu entnehmen ist, als daß man eben eine„Gegenofsensive'Pilsudskisgegendie Sejmopposition befürchtet. Die Feier des Namenstages des Marschalls führte übrigens dieser Tage auch im Senat zu einer Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsminister, der die Erklärung abgab: es würde der Schuljugend zwar keine politische Betätigung ousgezwungen werden, aber er glaub« doch berechtigt.zu sein,„die Begeisterung der Jugend für den Marschall Pilsudski zu begünstigen'. Milderung der Weißrussen-Berurteilung. Warschau. 16. März. Der Wilnaer Appellhof hat das Urteil im Berufungsprozeh gegen die weißrussisch«„hromada*(Gesellschaft) gefällt. In Ab- änderung des ersten Urteil», das auf 12 und 8 Jahre Zuchthaus lgutet«, erhielten die früheren Seimabgeordneten Ta ro s ch k>«- ciiisch, Michailomski, M' otlo und Woloschijn sowie der.„hromo da" Sekretär Burse witsch und Rechtsanwalt O p i n t s ch y k je 6 Jahne schweren Kerker, weitere elf Ange- klagte, die zu 6, 5 und 4 Jahren Zuchthaus verurteilt worden waren, erhielten je 3 Jahre Gesängnis, 13 Personen wurden freigesprochen. Tschiangkaischek— Oikiator. Erllärung auf dem Kuominiangkongreß. R o n k i n g. 16. Wörz. Ans dem Suomlnlangkongreß hat Marschall T s ch i a n g k a l. s ch e k erklärt, er sei bereil, Diklaturvollmochten anzu- nehmen unter der voraussehung. daß der parleikongreh seine Arbeilen nichl stört. Tschiangkaischek spricht sich für Militär- d i k l a l u r au», weil diese die inneren Verhältnisse in Ehina stabilisieren könne. Er hat den Vorschlag, die Mllitärdlklalur durch» zuführen, angenommen. Aus seinen Vorschlag soll ein veiral von 17 Personen gebildet werden. 14 Millionen hungern? London, 16. März.(Eigenbericht.) 3n verschiedenen chinesischen Provinzen hat die Hungersnot schreckliche Dimensionen angenommen. Der Minister für Gesundheilswesen in Nanking teilt in einem offiziellen Bericht mit. daß in honan 7'A Millionen, in Schensi 6',- Millionen Men- scheu Hunger leiden. Oer Waffenschmuggel. Amsterdam. 16. März.(Eigenbericht.) An Bord des Dampfers„Oudekerk" der holländischen Ostasicn- knie wunden aus der Fahrt von Surabaja nach Schanghai 185 Ge- wehre und 20 000 Patronen deutscher Herkunft festgestellt. Belgische Lttrechts-Kolgerungen. Seneralflab soll nicht spionieren.— Verschärfung der Spionage« vnd Zremdengesehe. Brüssel. 16. März. Die Regierung hat beschlossen, den Nachrichtendienst beim Genera ist ab auszuheben und ihn der dem Znsiiz. Ministerium unkerslehenden Sicherheitspolizei zu übertragen. Auch hat die Regierung dle Generalstaatsaawälke zur Aeußerung darüber ausgefordert, ob«in Bedürfnis nach Er- gönzung de» Spionagegefehe» vom 4. August 1914 be» fleht. Außerdem wird ein Grsetzeulwurs zur Verstärkung der Lremdenpolizel vorbereiieb Klarer Kurs- klare Mehrheit! Oer Kampf um den Etat und sein Sinn. Es ist an der Zeit, die Arbeiter und Angestellten in Deutschland sehr kräftig daran zu erinnern, daß sie o» der Gestaltung des Reichsetots auf das stärkste interessici't sind. Sie könnten sonst, verführt durch das ioute Geschrei der Vertreter der sogenannten„Wirtschast", zu der An- schauung gelangen, daß die Gestaltung der Reichsfinanzen eine Spe.zialsorge der„Wirtschast", will sagen des Privat- kapitals sei. Wie der Etat endlich aussehen wird, wie das Defizit gedeckt wird, das werden sie hinterher sehr deutlich in ihrem eigenen Portemonnaie verspüren, und vielleicht auch auf dem Arbeitsmarkt. Was Unordnung in den Staatsfinanzcn bedeutet, das weiß die Masse des deutschen Volkes aus eigener bitterer Er- fahrung, und sie hat allen Grund, die Debatten über den Erat mit der größten Aufmerksamkeit zu verfolgen. Es geht dabei nicht um papierne Prinzipienerklärungen und abstrakte wir!- schaftliche Theorien, sondern um höchst materielle Dinge, die für die Gestaltung des Lebens des Voltes von der größten Bedeutung sind. Das Volt hat am 20. Mai den Willen offenbart, argen- über den Bürgerblocktendenzen die Kräfte des sozialen Volks- staates zu stärken. Es muß in den nüchternen Zahlenreihen des Etats und in den Steuergesetzen zum Ausdruck kommen, ob eine Mehrheit des Reichstags sich findet, die diesen Willen in die Tat umsetzt— trotz der Nöte der Gegenwart. Das ist der allgemeine Sinn des Kampfes um den Etat, und es ist nötig, auf einige Grundtatsachen zu verweisen, damit der politisch-soziale Sinn nicht hinter den finanziell-technischeu Auseinandersetzungen und den pseudovolkswirtschaftlichen Argumenten verschwindet, die diese Auseinandersetzungen be- gleiten. Die schlechte Finanzlage des Reiches ist trotz allem Ge- schrei der Hugenberg-Presse nicht die Folge der Mißwirftchalt eines sozialdemokratischen Finanzministers, sondern die 0olge der Finanzpolitik, die von 1923 bis 1928 von bürgerlichen Regierungen betrieben worden ist. Schon zuzeiten des Bürger- blocks seligen Angedenkens ist auf die Auswirkungen dieser Politik von ollen Sachverständigen hingewiesen worden. Die schlechte Finanzlage des Reiches ist doneben die Folge des Kriegsverlustes und der Reparationen— die Finanzmisere ist wirklich nicht eine Spezialerscheinung des Jahres 1929. Die Vertreter der Spezialmteressen der Privotwiri- schaft reden heute so, als hätten wir nicht 10 Jahre deutscher Finanzgeschichte hinter uns, in denen die Probleme, mit denen wir ringen, längst aufgetaucht sind. In diesen zehn IaKren haben wir immer wieder den Ruf nach der Einschräncung der Reichsausgaben erlebt— aber auch, daß die, die am lautesten riefen, am wenigsten praktische Vorschläge für Spararbeit am rechten Platze ge- macht haben. Das Defizit im Etat, das sich von Jahr zu Jahr fortschleppt, und schließlich zu zerstörender Größe i anwächst, gehört zu den traurigsten Ersahrungen dieser Jahre. > Wohin es führt, wenn man den Defizitetat zum System 1 macht, darüber redst die deutsche Finanzgeschichte bis zur Stabilisierung Bände! Es ist ebenso wenig neu, daß man ein so bösartiges System mit einem nationalen Mäntelchen maskiert. Das System, dem Reiche immer weniger zu geben, als zur Deckung des Bedarfs nötig ist, nutzt außenpolitisch nichts, aber es be- günstigt den Egoismus des Besitzes und rüttelt gn der finan- ziellen Grundlage des Staates. Die praktische Folge ist das Elend des Volkes. Volle Deckung für die ordentlichen Ausgaben des Reiches ist darum nicht' nur ein Gebot der Ehrlichkeit, sondern vor allem des Verantwortungsbewußtseins der Reichsregic- rung. Volle Deckung: das bedeutet aber auch, daß die Mittel zur Deckung beschafft werden müssen. > Die Verzögerung der Einbringung des Etats war ver- ursacht durch den Schlachtruf der Deutschen Volkspartei: keine neuen Steuern, neue Steuern kann „die Wirtschaft" nicht tragen! Diesen Schlachtruf der großen Industrie haben wir in den letzten zehn Jahren zur Genüge gehört und man weiß heute, was er wert ist. Trotz aller Einsparungen im Etat werden neue Steuern un- umgänglich sein. Wenn„die Wirtschaft", für die die Volks- parte) redet, sie nicht tragen kann, wer soll sie sonst tragen? Denn getragen müssen sie werden! Es ist das Vcrteilungsproblem, um das es sich handelt. Wenn der Besitz die zusätzlichen Lasten abwälzt, müssen die Massen des Volkes sie tragen. Hinter der schein- bar volkswirtschaftlichen Behauptung der Volkspartei steht ein sehr gesunder und sehr kräftiger Klassenegoismus. Würde man nach dem ursprünglichen Programm der Volkspartei so kräftig an den sozialen Ausgaben sparen, daß Steuererhöbun- gen überflüssig werden, so würde die Lebenshaltung gerade der ärmsten und gedrücktesten Schichten im Volte sinken. Was „die Wirtschaft" nicht tragen kann, müßten dann Arbeits- lose, Invalide und Kranke tragen. Sie würden allerdings nicht mehr Steuern zahkpn. aber sie müßten noch schlechter leben, noch schlechter wohnen als bis- her. Hinter dem Schrei: �ie Wirtschaft kann keine neuen Steuern tragen, hinter der nüchternen volkswirtschaftlichen Argumentation der Vertreter„der Wirtschaft" verbirgt sich die soziale Brutalität, die lieber eine Klasse von völlig Ver- elendeten schaffen, als den Profit der Privatwirtschaft kürzen will. Dieser Sclsiachtruf: die Wirtschaft kann es nicht tragen! — das ist das Gegenspiel gegen den Versuch, den sozialen Willen der Wähler vom 20. Mar. in die Tat umzusetzen. Kann die Volkswirtschaft es� tragen, paß die Kaufkraft der Volksmassen weiter geschwächt, daß durch die Drosselung der sozialen Ausgaben der innere Markt weiter emgsengt wird? Aber für diese Seite der Frage hat die „Wirtschaft" bisher noch nie sin Interesse gezeigt. * Für den Klassenegoismus des Besitzes beim Streit um die Lastenverteilung haben sich pseudopolkswirtschastliche Theorien immer leicht gefunden. Die Lehre von der Be- fruchtung der Wirtschast" durch Steuersenkung ist nicht nur in der Theorie, sondern in der praktischen Finanzpolitik der letzten Jahre vertreten worden. Man könnte sie mit geringer llebertreibung fast in die Worte fassen: je größer die Pleite des Staates, um so gesünder die Wirtschaft. Die Auswirkung dieser Theorie und Praxis erleben wir eben: Finanznot des Staates. Aber wo ist die Befruchtung der Wirtschaft? Hören wir doch jetzt von der„Wirtschaft", daß es ihr schlechter geht denn zuvor. Deshalb soll ja aber auch noch die Pleite des Staates vergrößert werden, nicht wahr? Aber sonst ist es der„Wirtschast" recht angenehm, wenn für ihre Zwecke der Staat potent ist— Subventionen werden von der„Wirtschaft" immer gern genommen. Die Lehre von der Befruchtung der Wirtschast durch Steuersenkung ist im Laufe der diesjährigen Etatberatung nicht aufgetaucht, dafür aber die Theorie von der bedrohten K a p i t a l b i l d u n g. Ueber die Notwendigkeit der Kapital- bildung ist kein Wort weiter zu verlieren— eine ganz andere Frage aber ist, wo sie erfolgen soll, nur bei der„Wirt- schast", oder auch beim Staat und den Massen des Volkes, die nach der Ansicht der Vertreter dieser Theorie nicht zur „Wirtschaft" gehören. Es wäre nicht uninteressant, wenn man feststellen könnte, wie das Experiment der Umsatz- st e u e r s e n k u n g auf die Kapitalbildung eingewirkt hat. Die Preise sind jedenfalls nicht gesunken, so daß dies Experi- ment km Endeffekt eine versteckte Subvention auf Kosten der Staatsfinanzen und damit des Volkes an die Wirtschaft ge- worden ist. Bedrohung der Kapitalbilduna durch neue Steuern? Solange man von Gehältern von Generaldirektoren hört, die an die Million heranreichen, solange solfte man meinen, daß pian die Steuerbelastung durch die gut bürgerlich-privat- kapitalistische Tugend der Sparsamkeit zugunsten der Kapital- hildung ausgleichen könnte. Man rede uns nicht vom Unter- schied in den volkswirtschaftlichen Dimensionen! Wer so laut Sparsamkeit in der Sozialpolitik fordert, sollte mit dem guten Beispiel bei sich selbst anfangen! Es scheint uns schließlich, als od Hebung das Massen- ankommen?, die Ersparnisse ermöglicht, ein nicht unwichtiger M.ver. sozialen Zielsetzung hervor. Reichskanzler und Reichsfinanzminister haben den festen Wrllon. nicht nur für volle Deckung der ordentlichen Aus- gaben des Reiches einzutreten, sondern auch den Einbruch „der Wirtschaft" in die sozialen Positionen des Etats und in die die Ausgaben begründend« sozialpolitische Gesetzgebung abzuweisen. Dazu bedarf es einer parlamentarischen Mehrheit. Die erste Lesung des Etats hat gezeigt, daß bis noch in der Regierung vertretene Volkspartei sich gegen diesen Kurs sträubt, während das außerhalb der Re- gierung stehende Zentrum im allgemeinen diesen Kurs billigt. Diese Situation bedarf dringend der Klärung, noch ehe der Haushaltsausschuß des'Reichstags in die Einzel- beratung des Etats eintritt. Der Reichsetat steht im Mittel- punkt der Politik der Regierung, er ist die klare Ausprägung ihres politischen Kurses, die Vollstreckung des Willens der Wähler— nicht ein Zufallsergebnis eines parlamentarischen Gesellschaftsspiels. Darum bedarf es zur klaren Kursbestim- mung der klaren Regierungsverhältnisse und der klaren Mehrheit. Diese Klarheit will der Reichskanzler schaffen. Da- mit wird die Volkspartei vor die Entscheidung gestellt, ob sie die Interessen ,cher Wirtschast" den Interessen des Staates und der Volkswirtschaft unterordnen prill. Trotz des Diktaturgeredes, das zur Zeit der durch die Volkspartei geschaffenen Unklarheit hervorgeschossen ist, dürften sich die Vertreter„der Wirtschaft' klar darüber sein, daß 1929 nicht 1923 ist, daß die Situation nach der Maiwahl von 1928 ander? ist— polittsch und sozial— als v o r der Mai- wähl von 1924, und daß. wenn sie bei ihrem bisher so laut propagierten Kurs verharren, daß Ergebnis nur fein wird, daß sie die Isolierung der Leute Hilgenbergs in der unfruchtbaren Verantwortungslosigkeit der Agitation politssch teilen werden._ Oer Aoteiat. Der Reichsfinanzminister zieht die Zügel an. Die Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung und der Etats- ciusttellung haben die rechtzeitig« Verabschiedung des Haushakt, für das Rechnungsjahr 1929 unmöglich gemacht. Da aber die Staats- aufgaben und-ausgaben nicht stillstehen, mußte die Reichsregierung cinen R o t e t a t vorlegen, der in der Sonnabendsitzung des Aus- j chu s f« s für den R e i ch s h a u s h a l t beraten wurde. Der Rotetat ist auf ein Vierteljahr befristet und ermächtigt die Reichs- rcgienmg. nach bestimmten Richtlinien die zur Aufrechterhaltung der Reichsoerwaltung oder zur Erfüllung der Aufgaben und. der recht- liehen Verpflichtungen des Reiches notwendigen Ausgaben zu leisten. Unmittelbar vor der Sitzung ging dem Ausschuh noch eine Liste von 1 4 4 P o s i t i o n e n in einem G esa r» t b et r a z von weit über 100 Millionen zu. die die einzelnen Ressorts wegen ihrer angeblichen Dringlichkeit vor der allgemeinen Etatsberatung bewilligt zu haben wünschten. Die Beratung dieser Liste, die zum Tbil sehr umstritten« Positionen enthält, wurde vom Vorsitzenden angehalten, da ihre Genehmigung die kommende Etats- beratung in unerträglicher Weise ffushöhlen und die Einsparungsmöglichkeiten aufs erheblichste einschränken würde. Der At'l>schnß trat diesen Ausführungen bei. Nachdem Reichsfinanzminister Dr. Hilferding erklärt hall«, daß die Liste die Wünsche der Ressorts «nthalle, daß aber da» Reichsfinauzministeriu« Kunst und Sozialismus. Gin Vortrag Leo Kestenbergs vor der Freien Sozialistischen Hochschule. Genosse Pvos. Leo Kestenberg sprach am Sonnabend in der Freien Sogialrstischen Hochichul« über das Thema.Das tünst- lerische Element im Sozialismus". Der Redner wies zu Beginn daraus hin, daß sich die osiiziells sozialistisch« Literatur und die sozialistisch« Forschung bisher nur recht selten und dann meist nur im Vorüb ergehen mit den viel- gestaltigen und wichtigen Problemen beschäftigt hat. die sich aus den Beziehungen zwischen Kunst und Sogiolismus als gessllschmt- lichen Erscheinungen ergeben. Di« immer dringender notwendig« Lösmrg dieser Fragen muß von uns fast ganz selbsttätig ohne Vor- arbeit geleistet werden, eine um so schwierigere Ausgabe, als die Begriffsbildunq und die Anschauungen selbst unter Fachleuten sehr unsicher und vieldeutig ist. Feshustellen ist, daß al/«n geschlossenen Welt- anschauungen künstlerische Elemente innewohnen und daß Beziehungen zwischen Kunst und Weltanschauung stets be- stehen, seien die Weltanschauungen religiös-kul tisch, national oder gesellschaftlicher Art. wie der Sozialismus. Nur steht der Sozialismus noch in dem Maße in lebendiger innerer Frontentwicklung, dessen Träger wir sekbst sind: ist so wenig etwas Fertiges, daß diese Beziehungen noch kein« so fertigen und festen Formen gewonnen haben, ivic wir das bei vergangenen geschlossenen Weltanschauungen, wie beim Kacholizismus sehen. Buszugehen hat jede Untersuchung über dieses Gebiet von der Grmiderkemrtnis von Karl Marx, die er im Vorwort zu seiner „Kritik der politischen Oekonomie" ausspreche, daß mit dem„matc- riellen ökonomischen Unterbau" der Gesellschaft ssch der politische, juristische, religiöse, philosophische, künstlerische, der sogenannt« „ideologische Ueberbau" umwälze. Dielfach ist diese Erkenntnis in vulgärmarxistischer Weise miß- verstanden worden, und gegen dieses Mißverständnis richtet sich Hendrik de Man in seiner Kritik des Marxismus eigentlich. Franz Mehring hat dieses Mißverständnis befördert, indem er schrieb, daß eine Wiedergeburt der mit dem kapitalistischen System venfallenden Kunst erst möglich sei nach vollkommener ökonomischer Befreiung, und daß die Kunst selbst kaum helfend in diesen Kamps eingreisen könne. Niemals hat Marx sekbst, trnd ein Brief von Engels an Konrad Schmidt bezeugt das, die Beziehungen zwischen geistigem Ueberbau und wirtschaftlichem Unterbau so eng schematisch alifgefoßt wissen wällen, daß die geistige Entwicklung nicht auch in sich selbst Anstöße und Fähigkeit zu selbständiger Bewegung tragen könne. Sein« Meinung ist so auszusassen, daß nur die letzten, aber nicht alle Eni- stehungsaründe des geistigen Schaffens in ix-r unrtschasllichen Grundlage zu suchen sind. Der Sozialismus, der nicht nur Lehre und Erkenntnis, sondern tätiges schöpferisches Handeln sein soll, ergreift Besitz von der Seele seiner Träger und Anhänger mit Hilfe der drei entscheideichen Faktoren alles bewußten menschlichen Löbens: des Fühlens, des Denkens und des Wollens. Er entspringt psychologisch in den Einzelpersonen nicht nur aus der Erkenntnis der gesellschaftlichen Zustände und Entwicklungsnotwcndigkeiten. sondern zuexst noch aus dem Gefühl für die gesellschaftlichen Grau-# samkeiten. aus dem Willen zur Aenderung. Vor der Entwicklung zum vollen Zttassenbewußtssin, vor der klaren Erkenntnis der Klassenausgaben und der Klassenlage entstehen im Arbeiter das per- sönliche Interesse und aus dem Drang zu seiner Befriedigung dos unklare Klassenkampfgefühl. Bielfach ist die rein politisch-gewerkschaftlich-genossenschaitliche Zweckarbeit nicht ausreichend zur Befriedigung des wie aus sedem Gefühl, auch aus dem Klassenkampf-, dem Solidaritätsgefühl cnt- springenden Drang zum schöpferischen Ausdruck, zur Gestaltung. Diese Befriedigung zu geben, suchen die verschied ensten, spontan, ohne das Zutun von Führern entstandenen Organisationen der viel- seitigen proletarischen Kulturbewegung. Sie suchen das künstlerische Element, das jeder schöpferischen Bestrebung und Tätigkeit, also auch dem Sozialismus innewohnt, dem gssühlsmäßigen Ersehen angemessen zu gestillten. Und durch diese Gestalnmg, die noch nicht Kunst ist, aber ein künstlerisch- visionäres Element enthält, gelingt die tiefe inner« Verankerung. Aus ihr kann die neue freie Knust entstehen, die aus der Welt- anfchammg des Sozialismus geboren, aus der gesellschaftlichen Rolle des Sozialismus entspringend, doch, wie die freie Kunst aller Zeiten, unabhängig vom Stoff in sich selbst ihren Wert durch höchste Gestal- tungskrost, vollst« Lebendigkeit, ihren Wert findet und durch diesen nicht gesellschaftsgebundenen Wert uns noch und wieder ergreift. Aber auch die in keiner Wesse wertlosere, nur andersartige Zeit- und Zweckkunst, enger den gssellschaftlichen Notwendigkeiten ver- hostet, kann hier ihre ständige Neubelebung finden. Nur durch Ein- beziehung aller, auch der gefühlsmäßigen Kräfte der Menschen, wird und kann der Sozialismus zum Neuschöpfer der Gesellschaft und auch Kunst werden. diesen Wünschen nicht in allen Punkten beitrete. wurde die Beratung der Liste zurückgestellt. In den Richtlinien wurde besonders die Bestimmung umstritten. die die H ö h e der der Reichsregierüng zu gewährenden E r m ä ch t i- gung regelt. Di« grundsätzliche Befürchtung, daß durch solche Er- mächtigung im Notetat generell Einsporungsmöglichkeften verschlossen werden könnten, wurde dadurch zerstreut, daß Reichsfinanz- m ieMften-Dr.'H ik'f« rdin g erklärte, er fei mit den angekündigten E rspann saSsrchten.imrchaus siyverstclndem Er werde.solch�Abstchten nicht nuf nicht"hint�m.-imtde'rn im GMstM n An- forder f f öftt s gen- setzen. Nach"eingehender Aussprache wurde daiin die betreffend« Bestimmung unter teilweiser Abänderung der Regierungsvorlage in folgender Form angenommen: „Im übrigen können Ausgaben bis zu einem Fünftel der für dos Rechnungsjabr 1928 bewilligt«, Beträge, aber nicht über «in Fünftel der Ansätze hinaus, geleistet werden, die der dem Reichs- tag vorgelegte Entwurf eines RoichShauehaltsplanes für das Rech- nungsjahr 1929 enthält. Beim unzweifelhaften Vorlegen einer bürgerlich-rechtlichen Verpflichtung darf hier über denjenigen Betrag hinausgegangen werden, der zur Erfüllung der Verpflichtung erfsrder- lich ist Einmalig« Maßnahmen, für die Mittel im Rechnungsjahr 1928 nicht bewilligt worden sind, die aber unaufschiebbar sind» dürfen im Rahmen der im Haushaltsentwurf für 19Z9 eingestellten Beträge dam, in Angriff genommen werden, wenn der Ausschuß für den ReichshanShalt im Einzelfall zugestinnnt hat." Neu ist übrigens der Gedanke nicht Es stick» gerade neun Jahre her, seit der General Ludendorff zu dem Sozialdewo� traten Oben weller sagte:„Wir haben die Sache mit Kapp mir gemacht, well er ein Mann mit essernen Nerven ist. Zeigen Me uns ein«,, solch«, Mann bei Ihnen, und wir machen ine' Sä che auch mit ihm." � Die Sache mit Kapp im März 1?W ging so aus, daß d'e Deutschnationalen nicht die geringste Lust verspüren, sie mir Hugen- bera vied erholen.- . Hinein oder heran? Gestern abend ist hier berichtet worden, Herr Schiele,- der dsutschnarional« Reichsernährungsmimster a. D.. Hobe sich ,n Schneidemühl gegen, den Diktaturschwindel mit folgend«, Worten ausgesprochen: ,»Hinein in die Regierung mit aller Macht, hinein in da» Darlament! Es gibt nur diesen einen Weg. Der andere Weg ist unzugänglich, ich warne vor ihm!" Kurz noch Redaktionsschluß wurde uns berichtigend mitg-ftsiU, Herr Schiele habe iricht gesagt»Hinein m die Regierung!" son- der».Heran an die Regierung!" An dem Sinn seiner Aus- führungel, wird dadurch nicht das mindeste geändert Durch die Berichtigung wird nur der Anschein erweckt als ob Herr Schiele etwas. Angst vor seiner eigenen Courage bekommen hätte. Katt Lambach II? Aasschlußpläne gegen den Abgeordneten Hölser. Wie der.Deutsche", das Organ der christlichen Gewerkschosten, mitteilt, beabsichtigen die Hamburger Deutschnationalen, einen Aus- schlußantrag gegen den deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Hfllfer zu stellou Gegenstand der Anklage sst«in Aufsatz Hülsers zum 29. Todestage Stock er» im.Deutschen",.in dem er sehr deutlich einen scharfen Trennungsstrich zog zwischen der christlich. sozialen und der Richtung, die jetzt die Oberhaiiö m der Partei zu gewinnen droht". Der.Deutsche" meint dazu, die Richtung Hugenberg habe sich im Fall Lambach genügend bkomiert. Machen die rapi- kalen Hamburger Ernst,.dann werden sie sich wohl noch wundern über das, was sie anrichten".-. :.—;- Diktatur in Deutschland unmöglich. Otto Braun will nicht! Die Absagen an Hugenberg häufen sich. Di««Äreuz-Ztg." und Herr Treoiranus, die.Deutsche Tageszeitung" und Herr Schiele, alles, was in der Deutschnationalen Partei ihm nicht leibeigen ist, rückt van den oerrückten Theorien des �Führers" ab. Das hat nun auch in einer Versammlung der deutschnationalen Industriellen in Stettin der Generaldirektor Dr. Hoßlacher ge- tan, und die Art. wie er das tat, war so bemerkenswert, daß«s sich schon verlohnt, den Wortlaut aus dem Bericht der.Pommerschen Tagespost" abzudrucken. Herr Dr. Haßlacher sagte also: „Es wird viel davon gesprochen, eine Diktatur könne uns helfen. Da müssen, wir einmal die Frage auswerfen,.wer soll der Diktator(ein? Soll er aus unseren Kreisen kommen? Das d ü rfte i m Hinblick a u f die M a s s en si ch w o hl von vornherein erledigen. Aber auf der linken Seite sehe ich keinen geeigneten Marth. Es wird viel von däm Mi- n i st e r p r ä f id e nten. Braun gesprochen. Cr wäre mir wohl recht, wenn er die Tatkraft eines Musso'.ini annehmen - würde. Aber, da wir ein« solche Wandlung wohl nicht zu er- ' warten haben, so sollten wir den Diktaturgedanken beiseite lassen." Damit dürste zum Streit um die Diktatur Endgültige« gesagt sein. Denn das muß dach jedermann einsehen, daß die Deutsch- nationalen keine Diktatur inachen können, wenn der verflixt« Sa- ziakdemokrot Otto Bräun sich beharrlich weigert, den Diktator zu spielen. Das Gchlageterdenkmal zerstört. Die Täter unbekannt. Düsseldorf. 16. März. In der vergangenen Nacht wurde die Schlageter-Gedenkstäite auf der Golzheimer Heide von unbekannten Tätern vollkommen zerstört. Das Holzbrett mit der Inschrift:„An dieser Stelle wurde am 26. 5. 1923 Albert Leo Schlag eter von Französin er- schössen" wurde durchgesägt. Die an der Gedenkstätte gepflanzte Eiche wurde umgebrochen. Die„katholischen Spißenkandidalen". Das Wahlprüfungs- aericht beim Reichstag beschäftigte sich am Sonnabend mit Be- Ichwerden der beiden Spitzenkandidaten der Wirtjcho'tspami für den Reichstag und den Preußsschen Landtag fWahlkreisverband Niedersachsen), die dahin gingen, daß in mehreren Kreisblättern am Tag« vor der Wahl eine Anzeige erschienen ist, in der gesägt wurde, daß sämtliche Kandidaten der Wirtsch'astspar'tei fromme Katholiken, feien und für das Reichsschulgesit, stimmen würden. Der«ine der beiden Beschwerdeführer erklärt dazu, er sei nicht Katholik, sondern evangelisch, der andere gibt an. er sei zwar Karholik. aber nicht„frommer" Katholik im Sinne des- Zentrums. Das Wahlprüfungsgericht war dcr Meinung, daß es sich hier wahrscheinlich um unlautere Machenschaften einer Partei handele, um einer anderen Parte! zu schaden, wie das m der Wahlagitation leider häusig vor- komme. Das Wahlprüfungsgericht könne aber nicht fessstellen, ad pnd welcher Schaden etwa der Wirtschaftspartei durch diese Anzeige zugefügt worden sei. Berichtigung. Im Landtagsbericht über die Verhandlungen des Hauptäusichusses(„Vorwärts" Moroennummer vom 14. d. M) war u. a. gesagt, daß der Antrag des Genossen König aus Bewilligung von 1,8 Millionen statt bisher 1,2 Millionen zur U n t e r st ü tz u n g der Lo l k s b üb n« no rga n i sa ti o n« n angenommen worden sei. Diese Mitteilung beruht aus einen Uebermitttungss�hler. Statt „Volksbühnen" muß. es„Preußische La n d e s b üh>t«" heißen. Anklage wegen Aufreizung zum Klassenhaß. Auf Veran- lassung des Berliner-Polizeipräsidenten war gegen den Geschäfts- sichrer Mäx Amann des nationalsozialistischen Verlags Euer in München Anklage wegen Aufreizung zum Klassenhaß erhoben worchen. In diesem Verlag war ein Liederbuch erschienen, das Kampfgesänge gegen das Judentum enchielt. Das Gericht sprach den Angeklagten frei, da er sich des aufreizenden Charakters der Lieder nicht bewußt gewesen sei. Das Gericht erkannte aber auf Unbrauchbarmachung der Ltedertexte und der dazu nötigen Platten des iwtionalsoz!a'i> tischen Liederbuches, da Hie Lieder geeignet feien, die'chrsstlich-germamsche Bevölkenirgs- kl all c zum Kampf und zu Gewalttätigkeiten gegen die jüdische Be» oolkerungsklasse aufzureizen. Im Wandel der Zeilen. Als Prinzessin Schaumburg-Lippe außer Wettbewerb— kor» concours! Als Krau Zoubkoff— in Konkurs! Kupprecht und Stahlhelm. Ein Wttielsbach- hohenzollernscher Froschmäusekrieg. hohen - rufen Der bayerische Exkronprinz Rupprecht steht mit dem Stahlhelm in Verhandlungen wegen der Uebernahme des Protektorats über einen.„Reichssrontsoldatentag". der im Sommer in München abgehalten werden soll. Er hat die Annahme des Angebots abhängig gemacht.won bestimmten. den bayerischen Belangen Rechnung tragenden Vor- cmssetzungen. die ihm bei der früher nicht klar föderalistischen Einstellung des Stahlhelms nötig erschienen seien." Die Fühlungnahme des Exkronprü�en mit dem' Stahl- Helm beginnt nun, sich nach zwei Testen auszuwirken.-Auf der einen Seite zeigt sich die Bayerische Volkspartei verstimmt. auf der anderen" sind. aber auch., gewisse preußisch- '' oller nsch'e Rio aslstäie n« Das uÄ auf Lest' Plan T,_..____ ien. töas völkische»Lwrtsche Lasebl«stt?! macht zu ihreM Sprachrohr. tndeM es schrewt: � � Zunächst: Hat man schon je einmal einen Höh eNzotlern in« Berücksichtigung„preußischer Belange" als DsdioM-ng für irgend- etwa» stellen sehen? Zum andern: Hat der Stahlhelm schon einmal einem chohenzollern das„Protektorat" über einen Reichsfront- soldateniag in Preußen angeboten? „Es tut sich etwas." Die völkischen Sameroden«N Stahchelm haben vielleicht die Freundlichkeit, bei der politischen Leitung ihres Verbandes anzufragen, ob das uns zutommends Gerücht richtig ist, daß«in bekannter Stahlhelms ührer erklärt haben soll: „Ts fei doch nicht so schlimm, wenn zunächst einmal ein Wittels- bacher auf den Thron käme"... Was unsererseits dazu geschehen kann, diese„Stabilisierung des mnerpolitischen Kurses" in Deutschlaich zu verhindern, wird geschehen.'' Selbst ans Kosten der„bayerischen Belange", die anscheiiiend entgegen der Ansicht Bismarcks heute für gewisse Leute dach noch den Einsatz der Knochen preußischer Grena- diere wert sind. Vorausgesetzt naturlich, daß diese preußischen SrckdätencknHchep. den Morsch in den lichtvollen Süden nu dnachen. Der notwendige Gleichschritt' bei dieser Eroberung Münchens scheint uns vorläufig nicht vorhanden zu sein ' Die Vermutung, daß sich„etwas tut", scheint uns ganz richtig zu sein, mag es sich auch nur in einem kleinen Si'mof ach'swliM Einstmeilen ist nur soviel sichtbar, daß die preußisch- hohenzosternsche� Linie des Monarchismus einen b a n e r i- Tsch-fe|Ntch;H i d-f p u t f ch mit Hilfe des�.ONWstms signall- sterk und chre i Absicht ankündigt, diesekt Putsch ,�u ver- hindern". Beginnt damit ein neuer Streit der Dynastien um den deutschen Kaiserthron? Dann würde sich wieder einmal das Wort von Marx bemahrhesten, daß sich oft als Farce zu wiederholen pflegt, was sich einmal in der Weltgeschichte als Tragödie abgespielt ha,. � Abgesehen davon bleibt bemerkenswert, daß dem Stahl- Helm jetzt van monarchistischer Teste bayerische Königsmacherpläne nachgesagt werden, wenige Tage nachdem er dem Präsidenten der Deutschen Republik seine Loyalität gegenüber der geltenden Verfassung erklärt hat. Flucht nach Preußen! Oeutschbraunfchweigischaatiouale verlangen Ausnahme. Es geschehen Zeichen und Wunder: Die Deutsch- nationalen des Freistaats Braun schweig haben den Antrag gestellt, die sozialistische Landesregierung solle sofort mit der preußischen Regierung in Verhandlungen ein- treten, um den Anschluß Brauns chweigs an Preußen baldigst herbeizuführen. Die offiziellen„Mit- tellungey der Deutschnationalen Partei" geben die Tatsache dieses Antrages sozusagen parteiamtlich bekannt,, natürlich nicht ohne die„sozialdemokratische Mißwirtschaft" in Braun- schweig in Grund und Boden zu verdammen. Sic sprechen sogar von einem Staatsbankrott des Landes und versichern. daß ihre Parteifreunde den Antrag gestellt hoben, trotzdem er gegen ihre föderalistische Ueberzeugung gehe... Richtig ist. daß die braunschweigische Regierung sich in der Zwangslage befindet, Steuern erheben zu müsien, nnddoß die Vorstellung vom Steuerzahlen bei den DeutschnatraWen und ihren Sesinnungsvermandten Angstzustönde bedenklicher Art hervorruft. Die übrigen b ü r g« r l i ch e n P r t e i« n des Landes Braunschmeig, das jahrelang die Mißwirtschaft einer Stahlhelm-Regiernng übelsten Angedenkens ertragen mußt«, sind durch den deutschnationalen Dringlichkeitsantrag einiger- maßen überrascht. Sie wollen natürlich nicht ins Hintertreffen geraten. So haben denn die Demokraten in Verbindung mit der Wirtfchaftspartei und dem Bauernbund den Antrag gs- stellt, die Landesregierung solle mit der Reichsregieruny verbandeln, um Braunschweig zum Rcichsland er- klären zu lassen! Das ist auch nicht übel. Aber besser ist das deutfchnatio- nale Verlangen, das nichts weniger als die Flucht von Braunschweig nach Braun preußen darstellt, nach jenem Braun-Preußen, das sonst in der deutschnationalen Agitation als der Hebel größtes im weiten Umkreis bezeichnet zu werden pflegt. Aber wie auch die Gründe sein mögen, die zu dem Antrag geführt haben, so scheint er uns doch sehr er- wägenswert. Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, daß die Mehrzahl der deutschen Kleinstaaten in schwerer F i n a n z n o t sind, wie übrigens das Reich auch. Das sind die Folgen des Krieges und der daraus resultierenden Dauer- lasten. Es ist deshalb durchaus verlogen, wenn die Deutsch- nationalen den angeblichen Staatsbankerott Braunschweigs auf„sozialdemokratische Mißwirtschaft" zurückführen. Man weiß doch aus tausendfachen Klageliedern, wie schlimm es in Bayern und Württemberg um die Finanzen steht. Dort sind seit Iahren deutschnationäl-schwarze Regierungen am Ruder. Aber sie verstehen es, wie Held und Schmelzle, um so lauter aufdasselbePreußenzu schimpfen, bei dem die Brcmnschweiger Hugenberg-Freunde jetzt Zuflucht vor dem heimischen Steuerzettel suchen. -» nebligen» wirb auch im Südwesten de» Reiches die Frage der Anglledenmg tebhast besprochen. Der hessisch« Innenminister, Genosse Seuschner, hat kürzlich öffentlich vorgeichlogen. aus dem bisherigen Freistaat Hessen unter Hinzuziehung preußischer Gebiets- ieile ein rheinmainische» Reichsland zu errichten, also die Eigenstaatlichkeit Hessens aus Verwallungsgründen aufzugeben. Darauf hat jetzt der-pr e u ß i sch« Innenminister Genosse Grzesins?!' geantwortet. Dieser empfiehlt ein« Lösung der Frage durch einen hessisch- preußischen Staatsvertrag, durch chn tonnte Hessen als ein Perwaltungsgebiet unter«wer besonderen Verwaltung stehen, über deren Charakter und Führung eine Verständigung zu fnden sei. Preußen würde sich verpflichten, in den Gebieten der Provinz Hesfen-Rasfau. die mit dem Land« Hessen zu einheitlicher Verwaltung zusammengefaßt werden sollen, auch eine einheitliche Zuständigkeitsverteilung und Behörde norganifation durchzuführen. Di« Einzelheiten müßten im voraus Mischen Hessen, Preußen und dem Reich vereinbart »«den. Preußen würde sich bereit erklären, dementsprechend auch die Selbstverwaltung des geplanten Gefamtgebietes zu fördern, atso unter Umständen auch solche Ausgaben möglichst der asmeinsamen Selbswenvaltung dieses Gebietes zu übertragen, die in den übrigen preußischen Provinzen nicht Angelegenheit der Selbstverwaltung sind. Daneben käme in Betracht, dem hessischen Bezirksvsrband innerhalb des gemeinsamen Derwaltungsgebiets b e- sondere Selbstverwaltungsrechte einzuräumen. Trotzkis Einreisegesuch. Mitteilungen seines Anwalts an die Regierung. Ale Rechtsvertreter Trotzkis hat Reichstagsabgeordneter Dr. Kurt Rosenfeld der Reichsregierung und der preußischen Re- gierun'g mitgeteilt, daß Trotzki lediglich den Mensch hat. m Deutschland' Kuraufenthalt zu nehmen, um sein« Gesundheit roiederherzustellen, daß er keinesfalls in öffentlichen Versammlungen auftreten will und daß er nur den Wunsch hat, im Rahmen der d«ut- jchen Gesetze eine schriftstellerische Tätigkeit auszuüben. Stach Mit- teuungen Trotzkis hat ihm die russische Regierung neuer» ding» versichert, daß st« ihrerseits alles getan Hobe, was sie könne, um die deutsch« Regierung zur Erteilung der Einreiseerlaub- ni» zu veranlassen.(?) Da außerdem bekannt geworden ist, daß der preußisch« Innenminister gegen die Einreise Trotzkis in Preußen nichts einzuwenden hat, darf nu-nmshr erwartet werden, daß Trotzki sich in einen preußischen Badeort begeben kann. Empfang bei Trotzki. Koastaattnopel, 16. März.(Eigenbericht.) Trotzki empfing die hiesigen Vertreter der deutschen Presse und unterhielt sich mit ihnen mehr als eine Stunde. Der Haupt- grund seines Wunsches, nach Deutschland zu übersiedeln— so erklärte er—, sei die Notwendigkeit spezialärztlicher Behand- l u n g. Falls ihm Deutschland nur einen befristeten Aus- enthalt gewähre, würde er sich noch Beendigung seiner Kur in Wiesbaden, entweder in Norwegen oder Holland niederlassen. Die Meldung, daß er ein Landgut in Südsrankveich gekauft habe, sei l e i d e r f a l s ch. Trotzki äußerte sich auf Wunsch auch über die gegenwärtigen Verhältnisse in Rußland. Nach seiner Auffassung bedeutet der Bolschewismus für das russische Volt die S e l b st- erhallung. Ein kapitalistisches Rußland wäre nach dem ver- lorsnen Krieg«in« Kolonie Amerikas geworden. Die Hoff- nung der Weißgardisten auf einen baldigen Zusammenbruch des Sowjetregimes würde sich nach stlner lleberzsugung nicht erfüllen: ein« Gegenrevolution hätte nur faschistischen Charakter. Dem Berichterstatter des„Daily Telegraph" sagte Trotzki u. a.. Deutschland sei das einzige Land, wo er zu wohnen wünsche. Er wolle jedoch eranal sehr gen» da» Britisch« M»se»« be- suchen, und er frage sich, ob er die Erlaubnis der britischen Regie- rung dazu erhalten würde. Es fei unbedingt notwendig für England, die diplomatischen und die Handelsbeziehungen mit Sowsstrußland wiederaufzunehmen. Beide Länder müßten bis zu einem gewissen Maße das Vergangen« aus-' löschen. Der Tag werde kommen, an dem Großbritannien an der Tür Rußlands werde klopfen müssen. Es steh« in der. großen Gefahr, von Amerika verdrängt zu werden. Trotzki betont« schließlich, er wolle nichts mehr mit der aktivenPolitikzutunhaben, und sich künstig ganz schrift- stellerischer Arbeit widmen._ Die Einschließung Torreons. 3000 VundeSsoldaten gegen 5000 Rebellen. Mexlko. 16. Htärj. ver Fäll der Stadl Torreon, vor der Z0S0 Wann der Armee Calle»' stehen, wird für die vächftev 24 Stunden erwartet, vi« Aufständischen in Torreon sollen über 5000 Wann verfügen. Aus- ständische, die au» Durango flohen, konnten Torreoo nicht«ehr erreichen. Ein Siegesbericht der Gebellen. Zuarez über New Fork, 16. März.(Associated Preß.) Das revolutionäre Hauptquartier gibt bekannt, daß die Stadt A g l a s C a l i e n t e, die auf halbem Wege zwischen der Hauptstadt Mexiko und Torreon liegt, durch Rebellentnuppen erobert worden ist. Bei der Einnahme der Stadt wurden viele Soldaten der Bundestruppen getötet und ein« große Anzahl gefangen- genommen. Das revolutionäre Hauptquartier mißt der Ein- nähme von Aglas Caljentes große Bedeutung bei, da hier- durch die Verbindung zwischen den aus Torrean vorrückenden Bundes- armeen unterbrochen werde., Stephan Walsh, britischer Gewerkschaftsführer und Abgeovd- neter, Kriegeminister in der Arbeiterregierung Maodonald, ist«n Alter oon 70 Jahren g e st o r b e>r. Der Konkurs der Frau Subkoff, der Schwester des Exkaisers, ist ji. a. daraus zurückzuführen, daß sie Wechselverpflichtungen in Höhe oon 80 00» Mark hat und außerdem den Preis für einen an- gekauften Rennstall in Höhe von 137 000 Mark nicht zu entrichten weiß. Spaß muß sein..Kynll Romanow,„einzig berechtigter russischer Thronprätendent" und Dauergast Frankreichs, erläßt ein Manifest, wonach er das Kaisertum herstellen, ab« das Sowjetsystem beibehalten wolle» Amanullahs Wiederkehr. Auch von Engländern anaeküadiqt. Peschawar über London(„Daily Telegraph"), 16. März. Der afghanisch*! Führer H a sch i m Khan, der mit General Nadir Khan zusammen Peschawar verlassen hatte, beabsichtigt am 18. März in Höda südlich Jellalabad eine Dschirga(Rat) der Stämme abzuhalten, bei der versucht werden soll, eine Vereinbarung für k ü n f t i g e Aktionen zu erreichen. General Nadir Khan hat sich mit ähnlicher Absicht nach Khost begeben. Habibullahs Einfluß schwindet in Kabul infolge Geld- u n' d L« b« ff»rn i t t« l- mangels rasch. Seine Truppen desertieren, und«s sei nicht unwahrscheinlich, daß sich sein Regime schnell dem End« nähert. Amanullahs Einfluß wächst dagegen, sein Vormarsch auf Kabul wird wahrscheinlich sehr bald beginnen. Ultimatum Amanullahs an Habibullah Nach Meldungen aus Moskau Hot Amanullah an Habibullah «in Ultimatum gerichtet, in dem er die Usbergab« der Stadt Kabul innerhalb 72 Stunden verlangt. Kabul wird von Tnippen Amanullahs eingeschlossen. Gtraßenschlacht in Tokio. 9 Tote, 27 Verwundete Tokio, 16. März. Die linksgerichteten japanischen Gewerkschaften veranstalteten am Freitag eine Gedächtnisseier zu Ehren des kürzlich ermordeten japanischen Kommunistenjührers, Abg. I a m a m o t o. Während der Kundgebung o e r h a f t e t e die Polizei einen der Redner. Nach Beendigung der Versammlung gab es Zusammenstöße. Die Polizei, angeblich angegriffen, gab drei Salven ab, wodurch neun Personen getötet und 27 verwundet wurden. 3n Riga hat die politische Polizei da? Zentralkomitee der (illegalen) Kommunistischen Partei Lettlands bei«ncr Geheimsitzung überrascht, alle sieben Anwesenden und zahlreiche Schriftstücke, dar- unter Moskauer Instruktionen sowie Abrechnungen über Propa- - gandagelder wurde» beschlagnahmt. Unter den Berhastoten sind zwei, die mit falschen Pässen' nach Lettland gekommen waren, ferner ein Stadtverordneter und ein Beamter der Sowjethandelsvertre- tung. Hausfuehungen bei den Mitgliedern des Zentralkomitees Haft«» w«»t«r« P«rtzajä»»g«» zur Foto«. 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Ruch langem, schwerem Leiben«m- schliet lantt am 14, März, tb", Uhr. meine lieae Frau, unsere herzenegute Tochter, Schwiegertochier. Schwester, Schwäger>n und Tante, Frau Ida Schmidt geb. HeUsrids tut Aller non 43 Jahren. In ILe'em Schwerz im Ramen der trauernden HLnierbliedenen Prledrlcb Zebmldt Neukölln. Anzengruberurahe 15, Trauerteler am IS März, 11 Uhr, Im ftttmatDtium DerichllLruße Ruderverein«Vorwärts** Berlin E. V. Am Donnerstag, dem 14. März, verstarb nach schwerem Leiben unsere Sgortgenosfin Frau Ida Schmidt Wir verlieren in der Berftorbenen »In langjähriges, Irene» Miialieb. dessen Andenken wir stets m Ehren hallen. Die Einäscherung findet am Dien«- tag, dem t» März, Ii Uhr. im Are- malorium Serichlstraste statt, Um rege«eteiligung ersucht der Vorstaad Fllr ieimgo Danksagung. die herzliche Teilnahme beim Keimgange meine» lieben Satten und Baier«. Bruders und Onlel», des Gastwitte» Karl Simon sagen wir hiermll allen Bekannten iowi» dem wparverein, der Banner- kowmisfion de» Saftwirteverband«» und der 3. Abt der SPD unseren herzlichsten Dank. Bert« Sünoa aad Todtter. Dank allen Beieuigie«, Berwundien, Freunden, Bekannten, Genossen und Zkollegen»ür die vielen Beweise herz- Iicher Teilnahme bei der Trauerteier tiir unleren Iteden Baier. Großnaler, Schwiegervater. Bttider und Schwager Ferdinand Steidel Besonderen Dankauch denRebnerode« Berdanbea illr Freidenkerlum. de« Holzardellerverbanbe« und der Partei, Berlin, den 1«, März 1923. Die Sinterbliebeueu Allen Berwandi-n. Freunden u, Be- kannien. die anläßlich der Beerdigung meine« lieben Manne« mir ihre Teil- nähme bezeugt haben, sage ich hier- mll meinen herzlichsten Dank, Den Rebnern de« Voikswohldunbe«, de, Reichsbanner«, de» Reichsbundes der skriegsdeschädigte» und 27, Adt. der SPD, sage ich»densall« Herstichen Donk sllr die trostreichen Worte, Wwe. Elisabeth Gribu» Tain Ulfreb(Bcibnt Oanksogeng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anlähllch des Hinscheiden« meine» lieben Manne«, unseres guten Vater» Otto draßmann sagen wir allen ,reunben und Besann- ten hiermit unseren herzltchiien Dank. ElUebeth Gregmann □. Kinder Am Sonnabend, dem IS. Mär, mor- gen» 3 Uhr, entschiiet nach langem Liide» unser« Ilede. gute Tochter, Schwester und Enkelin Bllssdeth IM Alter von 17 Zahron. Die« zeigen liesbeirllbt an Trcngott Böllalseti Mergerele Böbnisdi Gcrtmd BöbaUdb nebst Grogeltont Trevtow, ffltocgfttafie II Di« Einäscherung findet am Mitt- wach, dem?>, März nachm, 5 Uhr, im ttrematorium Baumichnleniyea ltati. Herzlichen Dank allen, die meinem lieben Mann und unserem guten Bater da» legte Geleit gaben Frau Baumann and Kinder. Belriebskraukenkasse der Stadt Berlia. Der I. Nachtrag der Sahung bet> essend Aenderung der Zz 19, 36 unb 41 ist vom Oberverijcherungsami Beriw am 7, März >929 genehmigt worden Hierdurch sind insbesondere auch die Beiträge aus S>,u, oom Hundert erhohl worden. Druckiillrie derSahungsänderung können nach erso gter Drucklegung im Kasseniokal abgelaugt werden Berlin, den 13 März 1929. __ Oer vorllaad, 2� Kinderarzt Dr. Hendelsohn Nur noch kurze Zeit bieten vir die vorbendeaea Vorrat«: vonatindi�e Schlafzimmer' einzelne Schränke I Wasch- kommoden/ Nachttische' Prisiertuilelteo I Steppdecken/ Wollauflafcn/ verschiedene Kleinmöbcl zo welter bedeBtend herabqeßctzfsn Rrrltew Kaufen Sie letzt denn die niedriges Preise gelten nur bis zum Umzug. Paradiesbettenfabrik M. Steiner* Sohn A.G, Berlin WÖ Leipziger-Stesse 125a BekleidungS-JnduS+rie G. m. b. H. Brunnenstraße 188-190, am Rosenthaler Platz Frühjahrt-Uhter und Paietott raa»ras, liiert 1 Aarlcbtaktcb«» 14« 115.. Reiermkticbra 2»«.. Z»z. Abwseebtieelis 4 t.. sa. 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Seit 188? nur Oranifnslr. 158 Wir haben heine Filialen! SBSHalitötalOä knstenlos. ??r. 429» 46. Jahrgang �Ö�Ortödt�t� Sonntag März �929 Die letzken Ausführungen an dieser Stelle„Was der Flickschuster erzählt" in?U. 45 des..? o r w ä r t s" vom 27. Zanuar, regten einen Leser unseres Blattes, Meister de» lischlergewerbe». an, auch aus seinem Verusslebeu zu erzählen. Der Tischler von früher durste, wenn er bestehen wollt«, nicht allein Möbeltischler sein, er muhte auch Bauarbeiten oussühren, Fenster, Türen, Treppen und Fußböden fertigen können und sogar dem Sterblichen sein letztes Haus bauen. Er mußte für die Musiker die bei Erntesesten und sonstigen Tanzgelegenheiten zerschlagenen Holzinstrumente wie Bässe, ja selbst Geigen, Harmoni- las und dergleichen wieder zusammenleimen. In allem mußte er ein vielseitiger Mensch sein! Das Holz, das Rohmaterial, das zu verarbeiten war, wurde im Walde.che» der Holzversteig«- rung" aus dem Stamm gekaust, die Bäume wurden dann im Winter gefällt. Die Zeit für das Fällen der Bäume war im„Wade l', d. h. in den Monaten Dezember und Januar, weil man sich richtig sagt«, daß in dieser Zeit kein Saft in den Bäumen vorhanden und so der Holzwurm unschädlich gemacht ist. Die Bäume wurden auf Schlitten oder Schleifen zum Schneideplatz gebrocht. Aus dem Schneideplatz standen zwei Holzböcke von sieben bis acht Fuß Höhe, oder es war ein geräumiges Loch von derselben Ties« in die Erde gegraben. Aus verganaenen Tagen. Nun begannen die Drettschneider ihr« Arbeit Ein« ..... F. lassen. Sie bezeichneten die Weg«, die von der Säg« von den Brett- schneidern in den Baumstamm gezogen werden mußten. Ein Mann stand aus dem Stamm, auf dem„Stoß zur Säge", und«in Mann stand unten aus dem„Zug zur Säge". Bei den Holz- böcken war es immer eine umständliche Angelegenheit, den schweren Baum auf die Böcke hinaufzuwinden, dagegen waren die Brett- schneider, die in dem ausgehÄenen CrAoch arbeiteten, im Vorteil. Diese so gesägten Bretter oder Planten waren denen, die heute verfertigt werden, naturgemäß wenig ähnlich, darum gehörte zum Handwerkszeug auch noch das Beil, das A u g m« s s e r und der Schrubbhobel. Das kennt der Tischler von heute nicht mehr. Dies« Bretter oder Planken wurden in der Werkstatt mit der K l o b- säge zu gebrauchsfertigen Brettern von 1 bis Wi Zoll Stärk« geschnitten. Aus diese Weise wurden selbst die Furniere geschnitten. Diese ganze Arbeit erforderte viel Kraft, und mancher Lehrling hat deshalb dies Handwerk wieder aufgegeben. Die Klobsäge verkörpert die jetzige Gattersäge mit dem Unterschied, daß sie nur aus einem Sägeblatt bestand. Nachdem die Bretter mit der O e r>« r- säge bekantet waren, wurden sie mit dem Schrudlchobel, Schlicht- Hobel und endlich mit der Rauhbank gerade und winklig ge- hobelt. Wenn dies geschehen war, wurde das zu fertigend« Möbel- stück zugerissen, geschlitzt, gestemmt, gebohrt, gezinkt und zusammen- gepaßt. Nun begann die Feinarbeit. Das zusaminengepoßte Möbelstück wurde auseinandergenommen und mit dem Putzhobel und mit der Ziehkling« und dem selbstgemachten Glaspapier bear- bettet. Die einschiebbaren Füllungen und dergleichen wurden poliert. War dies alles aufs sauberste verrichtet, wurde das Möbelstück zu- sammengeleimt. Jetzt wurden die Außenflächen gesäubert und po- liert. Zum Schluß wurden die Türen und Schlösser angeschlagen. Dies machte In früherer Zeit alles ein einzelner Mensch. Der Tischler mußte eben jedes Möbelstück anfertigen tonnen, sonst bekam er ol» Geselle keine Arbeit. Die Lehrzeit betrug bis 5 Jahre. Dies richtete sich danach, ob Lehrgeld gezahlt wurde und der Vater oder der Meister den Lehrling kleidete. Der Junggeselle erhielt eine» Wochenlohn von drei Mark: dieser steigerte sich noch Jahren bis auf sechs Mark bei voller Kost und Wohnung unter den Dachziegeln, neben den auf Vorrat gearbeiteten Särgen(wie es mir erging). Die Arbeitszeit war tm Winter von morgens 6 bis abends 8 Uhr. Mittags- und Kaffeepausen nach dem Esten gab es nicht. Der Lehrling hatte noch für die„Frau Meister" Wasser von der Pumpe zu holen, Holz und Feuerung und sonstige Gänge zu be- sorgen und in einigen Fällen auch noch aus die Kinder zu achten. Auf der Wanderschaft. Bei der Zunft wurden die Lehrlinge nach einer Probezeit eingeschrieben(Einschreibgebühr 3 Mark) und nach beendeter Lehr- zeit und Anfertigung des Gesellenstückes zünftig ausgefchrie- den sAusschreibaebühr 6 Mark). So erhielt jeder seinen Gesellen- brief. Ein Geselle, der nicht aus Wanderschost ging, galt nichts in seiner Zunft. Schlechthin hieß er Muttersöhnchen. In Süd- und Westdeutschland nennt man die Tischler Schreiner. Hatte ein Geselle die Absicht, in dem Ort, wo er arbeitete, sich selbständig *u machen, so trug er sein Anliegen seinem Meister vor. Dieser setzt« den Ä l t m e i st e r in Kenntnis. Er berief die Innung. Hatte der hohe Rat sich entschlossen, dem Gesellen nichts in den Weg zu legen, so wurde dos M e i st e r st ü ck bestimmt. Die P r ü f u n g s- k o m mi s s i o n mußte während der Anserttgung des Meisterstückes dreirnal in Tätigkeit treten. Der Schlußabnahme wohnt« der Alt- -«stb- So wurden früher SireUer gesägt meister bei. Von der versammelten Innung erhielt der Prüfling mit einer Ansprache des Altmeisters seinen Meisterbrief überreicht. Hieran schloß sich dann eine' Feier. Der Meisterbrief berechtigte auch dazu, in dem Ort das Bürgerrecht zu erwerben. Oer Derliner Tischler von heute. Wie ist es dagegen heute? Der Tischler ist Maschinenarbeiler geworden. Da sind zunächst die Möbelfabriken mit ihren verschiedenen Werkstätten. In jedem Betrieb wird nur eine be- stimmte Art Möbel angefertigt. Die Gesellen und Lehrlinge fertigen sehr häusig nur einen' bestimmten Teil für das Möbelstück, bleiben also vollständig einseitig. Sie sind lediglich aus große Städte mit Möbelfabriken angewiesen. Betrachtet man alle die Maschinen, die der Mensch für dieses Handwerk erfunden hat: Band-, Kreis- und Schweissäge, Hobel-, Bohr-, Fräs- und Poliermaschine», Furnier- Vorrichtungen, wo zwanzig und mehr Teile zu gleicher Zeit«tnge- spannt werden, so ist es kein Wunder, daß auch weiblich« Kräfte in der Tischlerei beschäftigt werden. Nicht allein kann man die Bretter in jeder Stärk« kaufen, sondern auch gleich gc- hobelt erhalten. Ebenso sind Furniere jeder Sorte käuflich zu habe». Sie werden in den meisten Fällen nicht mehr mit der Säge ae- schnitten, sondern mit besonderer Vorrichtung vom Stamm geschält. Die Sarg Magazine sind eine besondere Spezialität, ebenso die Stuhlmachereien. Das Baufach weist Türerisabriken, Fenster- fabriken und Treppenbaufabriken aus. Die Fenster- und Türen- beschläg« sowie das Anschlagen der Schlösser sind wieder besonders spezialisiert. Heute hat sich in den Arbeitsbedingungen vieles gebesscrt: die Arbeitszeit ist gesetzlich geregelt, auch für den Lehrling, er braucht auch nicht mehr für die„Frau Meistern" Dienstmädchen zu sein. Der Tariflohn muß gezahlt werden. Der Lehrling ist im allgemeinen— von unrühmlichen Ausnahmen abgesehen— nicht mehr der körperlichen Züchtigung durch den Meister ausgesetzt. Die Schlafstelle ist nicht unter dem Dache, wo der Sperling seine Jungen hat. Die ganze Behandlung ist menschenwürdiger. Hinge- wiesen sei noch darauf, daß früher die Bauhandwerker, wozu auch der Tischler zählt«, ihre Mahlzeiten in oder am Neubau unter freiem Himmel einnahmen. Heute muß jeder Bauherr ausreichende Baubuden aufstellen. So anerkennenswert der Fortschritt durch die Maschinen ist, so hat er auch seine Nachteil«. Der M> t t e l- stand, der kleine Handwerksmeister im Tischlergewerbe, verschwin- det mehr und mehr. Bis in die entfernten Ortschaften bürgern sich die Fabrikmöbel ein. Der kleine Handwerksmeister kann für die Fabrikpreise sein« soliden, mit der Hand gearbeiteten Möbel nicht hergeben. Wie jetzt von einem Flickschuster gesprochen wird, so wirb man auch später nur noch von einem F l i ck t i s ch l e r sprechen. Daß aber die im letzten Absatz geschilderten Uebelständ« end- güllig der Vergangenheit angehören— so schließt der alt« Tischler — ist nicht am wenigsten das Berdienst der Sozialdemokratischen Partei, die sich angelegen sein ließ, auch hier vorwärtszukommen. Wollte man sich doch diese Tatsache merken! Karl Behrens. Staaten als Stützpunkt des Lufifchiffvertehrs. lieber den Ankauf des Flugplatzes Staaken, den der Magistrat(wie im„Vorwärts" gemeldet wurd«) beschlössest hät. wird jetzt die S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a in m l u n g zu ent- scheiden haben. Ein« Borlage, die der Magistrat ihr hat zugeben lassen, sagt zur Begründung:„Durch die Amerikafahrt des Luftschiffes„Graf Zeppelin" ist bewiesen worden, daß für Transozcan- fahrten und für die ganz großen Fernlinien über Land das Luft- schiff das geeignetste und aussichtsreichste Schnellverkehrsmittel ist. England beabsichtigt, aus dieser Erkenntnis heraus noch im Laufe dieses Jahres einen Lustschiffverkehr mit zwei Luftschiffen von Eng- land aus noch Aegypten, Indien und Australien durchzuführen. In- folge der ungünstigen meteorologischen Lage in England, besonders im Winterhalbjahr, wird England Stützpunkte auf dem Kontinent benötigen. Es hatte diesen Cfkstchtspunkt bereits bei Abschluß des Friedensvertrages berücksichtigt und dafür gesorgt, daß drei sogenannte internationalisiert« Hallen in Deutschland vor dem Abbruch bewahrt blieben. Eine dieser Hallen steht auf den der Lustschifs-Zeppelin G. m. b. H. in Friedrichshafen gehörigen Flug- platzterroins in Staakem Die Gesellschaft hat der Stadt Bcrlln dies« KomaM einer Kevoluliott. Don GetltArl MeccntAnn Mxislax Hampel beschäftigte sich eine Weile mit seinen Kanarien- vöglen.„Deshalb." schloß er dann leise,„geht es den Manschen noch heute schlecht. Weil die Falschen regieren." Er setzte sich wieder und sah Alexander ernst an.„Und wer, meinst du, ist nun schuld daran? Der Fürst? Der Arme?" „Der nun mal ganz bestimmt nicht! Der war doch der allerbeste!" sagte der Junge begeistert. „Allso wer dann?" Der gründliche Alexander sann eine Weil«.„Der Engel, der sie verwechselt hat, und der Kanzler." „Richtig!" bestätigte Hampel.„Der Engel war ja nun mal kurzsichtig. Der Kanzler aber nicht. Dem ging's jedoch weiter gut, auch als der Fürst tot war. Der Arme aber wurde immer noch ärmer, als er aus dem Ge- fängnis kam. Das ist nun mal so." „Es bleibt aber nicht immer so!" glühte der Junge und nahm sich vieles vor. „Sicher nicht." Hampel sah auf Gerda.„Hast du denn nicht gemerkt, Gerda, daß die Geschichte eigentlich ein Rätsel war?" Gerda zählte an zitternden Fingern auf.„Das Schloß ist Schloß Bernburq. der Fürst ist der Herzog, der neulich ge- starben ist und für den sie heute in der Kirche beten, der Arme ist mein Großvater, und die Erschossenen liegen in den vier- zehn Gräbern auf dem Friedhofe." Ein Wagen rasselte draußen auf der Straße heran und dröhnte in das Schweigen. „Und der Kanzler?" fragte Alexander blaß vor Er- �„Der hat heute auch für den Fürsten gebetet. Dort fährt er!" sagte Hampel und wies hinaus. Draußen fuhr Trojegt vorüber. Er kam von der Kirche. 18. Verhängte Fenster. Die anhalt-bernburgifche Abordnung, die vom Herzog Friedrich Leopold zu einer vorbereitenden Audienz nach Dessau geladen war. traf bereits am Vormittag ein. Sie be- stand nicht nur aus Trosegk als dem Vertreter der Herzogin und des Landes und dem Bürgermeister als Vertreter der Stadt— auch die Kleinbürgerschaft, die sich in einer bewegten Versammlung für die Selbständigkeit Anhalt-Bernburgs und für die weibliche Erbfolge ausgesprochen hatte, wollte dabei sein, und Friedrich Leopold hatte ihrem Wunsch sofort ent- sprachen. Ob das wirkliche Liberalität oder nur Klugheit war, stand dahin: der zynische Oberhofmarschall von Barby erklärt« jedenfalls, es sei«her Klugheit, da Klugheit zwar unter Umständen liberal machen könne, hingegen Liberalität auf keinen Fall klug. Da die Audienz erst für den Nachmittag vorgesehen war. empfing der persönliche Adjutant des Herzogs, der junge Graf von Alvensleben, die Bernburger bereits am Bahnhof und führte sie durch die regsame Stadt in den Gasthof zum Goldenen Beutel— und dies« Aufmerksamkeit war wiederum klug oder liberal oder beides; selbst der Tischlermeister Iuckenack, der im Vorübergehen festgestellt hatte, daß im Theater Wagner-Opern unter Leitung des kunstsinnigen Kronprinzen Friedrich aufgeführt wurden, und der sich zu entsinnen glaubte, daß dieser Wagner doch auch mal so ein verdächtiges, aufrührerisches Subjekt gewesen war— selbst dieser Skeptiker fühlte sich aufs angenehmste berührt, als er die geschmückte Tafel sah, die auf des Herzogs Kosten im Prunkzimmer des Goldenen Beutels aufgebaut war. Man nahm Platz, Trosegk am einen, der junge Alvens- leben am anderen Ende der Tafel, und die verschiedenen Grüppchen musterten sich mißtrauisch: nur von der klein- bürgerlichen Opposition wußte man zu sagen, mit welcher Marschroute sie erschienen war. Aber auch ihr Führer, zu welchem Posten man Iuckenack seiner Redseligkeit wegen er- koren hatte, ließ die Suppe unter anerkennendem Schweigen vorübergehen: und"als sein Nachbar, Bauer Holzvoigt aus Pobzig, auf die Bestecke wies und ihm leise zuflüsterte:.Kucke ma— die scheenen silwerncn Messer un Iawweln!" da gab er zu:„Jojo, scheene Iawweln!" Dann jedoch gab's Wein, und der war nun so gut. daß Iuckenocken ein Verdacht in der niederen Stirn ausstieg. Er beugte sich zu Holzvoigt:«Du, uffpassn! Die wolln uns be- ftechnl" „I wo!" beruhigte der friedfertige und weinfrohe Pob- ziger.„Die Hans doch derzu!" Iuckenack blieb bei seiner Idee:„Machen mir awwer nichel"— und es kam das Fleisch, indessen über die Tafel weg zwischen Alvensleben und Trosegk noch immer leere Höflichkeitsfloskeln getauscht wurden und der Bürgermeister grundsätzlich schwieg. „Scheene Kabeln Fleesch," meinte wieder Holzvoigt, während der beängstigend vornehme Oberkellner den Braten auf einer silbernen Schüssel herumreichte— er wählte das im Bernburgischen für recht große Stücke übliche, wohl von der Ackerflächenbezeichnung übernommene Wort„Kabeln", und das war wirklich eine Anerkennung. Aber er sah miß trauisch auf die Schüssel, von der sich jeder selbst das Fleisch nehmen mußte, kunstvoll mit Gabel und Löffel— solche feinen Umständlichkeiten waren in Pobzig unbekannt. Da war der Kellner auch bereits heran, schob die Schüssel zwischen ihn und Iuckenack:„Bittä ssähr!" Der Mann sprach hochdeutsch, was Holzooigt noch mehr beunruhigte: im Bern- burgischen gab's gottlob noch keine hochdeutschen Kellner. Holzvoigt wünschte innerlich die Dessauer zum Teufel, wurAe rot, sah verwirrt um sich— richtig, der Vertreter des Herzogs sah ihm lächelnd zu. Mit dem Mute der Verzweis- lung nahm er seine eigene Gabel und seinen eigenen Löffel vom Tisch und beförderte zitternd, aber glücklich ein Stück Fleisch auf seinen Teller. Er sah triumphierend um sich. Aber der Dessauer lächelte noch immer so fatal. Hatte er etwas vergessen? Hastig nahm er feine Gabel vom Teller und legte sie auf die Schüssel. Des Kellners Mundwinkel zuckten indigniert.„Die Gabel noch, bittä ssähr!" schnarrte er. Holzvoigt war sofort versöhnt.„Roch anne Kabel?" fragt« er.„Nu, wenn Se meenen..." Er beförderte«in neues Stück auf seinen Teller, diesmal nur mit der Gabel. das ging wesentlich leichter, wenns auch ein bißchen tropfte — und legte die Gabel sorgfältig zurück. „Die Gabel, mein Herr!" sagte der Kellner wieder, schon recht ungeduldig. Der Dessauer lachte. Holzvoigt lachte mit.„Ree, mehr brauch ich nu wurklich nichel" Aber der Kellner blieb stehen. Da endlich stieß ihn Iuckenack in die Seiten:„Mensch, der meent doch anne 2 a w w« ll"(Fortsetzung folgt.) Terrains mit feinen darauf befindlichen(Sebäuicn zum Kauf ange, boten, um einen Teil des Kauferlöses für den Bau meiterer Luftschiffs verwenden zu können. Sie beabsichtigt, wesentlich größere, trag- fähigere und mit größerer Geschwindigkeit ausgestattete Luftschiffe .zu bauen, um mit diesen in erster Linie die Postbeförderüng nach Nord« und Südamerika aufzunehmen. Es soll auch für diese Linien Staaken als chafenplatz benutzt werden.� Die Zeppelin-Gesellschaft fordert für das Gelände samt Baulichkeiten und Inventar 8�2 Millionen Mark. Die russischen Ookumenienfälscher. Sechs Emigranten bleiben in Hast. wie der Polizetpräsldenk mitteilt, haben im weiteren verlaus der Ermittlungen der politischen Polizei in der Doku. mentenfälschersache Vrlofs und Genossen am lö. und 16. d. Al. eine Reihe von Durchsuchungen statt- gesunden, bei denen erhebliche Mengen weiteren Materials gefunden worden find. Die Durchsicht diese, Matertal» wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Mehrere Personen wurden vor läufig festgenommen und der polltischen Polizei zugesührl. Sie gehören zu einer Gemeinschaft, die sich in der Hauptsache um den aus früheren Vorgängen bekannten ehemaligen russischen Rechts anmalt Alexander v. Gumanski schart. Außer Gumanski be< finden sich in Polizeigewahrsam die Journalisten Alexander R« l s. dos f. Alexander v. Roßmann. Frau Olga Papkewltsch, ein Ingenieur Sergej Lawross, sowie der au» der Attenlatsache Rabutes,' her bekannte frühere russische Oberleutnant Peter Kchabelski-Vork. Die polizeilichen Ermittlungen gegen die Genannten gehen namentlich nach der Richtung hin. ob da» bei ihnen gefundene Material in Verbindung zu bringen ist mit der �ölschertatigkeil Orlosf». und inwieweit sie selbst sich hierdurch straf bar gemacht haben. Sollte da» velaslungsmalerial zur Einleitung eine» Strosoersahrens nicht ausreichen, so wird wahrscheinlich mit sremdenpolizeilichen Maßnahmen gegen die Se nannten vorgegangen werden, weitere drei vorläufig festgenommene Personen muhten mangels Verdachts einer strafbaren Handlung wieder entlassen werden. Unter den verhafteten Russen ist der früher« Oberleutnant Peter Schabelski-Bork schon einmal in der Oefscntlichkeit im Zusammenhang mit einem schweren Verbrechen genannt worden. Der russisch« Politiker M i l j u k 0 w, vor dem Krieg« Führer der .haderten"«(tonstitutionell-demokratischen) Partei, später Zlußen- minister in der ersten republikanischen Regierung des Fürsten Lwow im Jahre lSl?, hielt 1922«inen Vortrag in der Berliner Philhar- monie. Mit einem anderen zaristischen Offizier zusammen versucht« Schabelski ein A t t« n t a t auf den verhaßien Vertreter der russischen Demokratie. Schüsse knallten, der Professor R a b u t 0 w. der ig Berlin im Exil lebte, sprang vor Miljulow und rettet« ihm so das Leben. Er selbst siel von mehreren Äugeln getroffen und starb nach wenigen Minuten. Schabelski-Bork wurde damals zu lö Jahren Zuchthaus verurteilt, bei der letzten Amnestie jedoch wieder begnadigt und auf freien Fuß gesetzt. E» ist nicht ganz er. klärlich, warum die Fremdenpolizei«inen Mann, der in so schroffer Wgise das gewahrte Gast- und Asylrecht verletzte, nicht außer Lande» verwiesen hat.— Der festgenommene russische Emigrant v. Roß« mann war früher PrivatsekretS? Orlosssi er soll bei d«r hqr, stellung der Attensälschungen ganz besonders«itgewirkt haben. All« Verhaststen standen mit Orlosf in äußerst reger Verbindung und trieben gemeinsam Propaganda gegen die russisch« Regierung. Es ist noch nicht genau festgestellt, ob außer den Dorah-Dokumenten auch der vielgenannte Sinowjew-Brief von ihnen gefälscht ist. Gegen den ehemaligen russischen Rechtsanwalt 0. G u m y n s k i besteht sogar der Verdacht, daß er auch gegen Deutschland Spionage betrieben Hot. Das Berhalten der Männer um Orlosf ist ein so grober Mißbrauch des in weitestem Maße gewährten Afylrechtes, daß unbedingt mit der Ausweisung dieser russischen Emigranten aus Deutschland gerechnet werden muß. Die Abteilung I hat die Untersuchung gegen Orlofs vorläufig abgeschlossen und ihn dem Dernehmungsrichter. Landgerichts- direttor Dr. Pieper, vorgeführt, dem die Bestätigung des hast- befehls und die Einleitung des Strafverfahren» obliegt. Auf die Straße geseht. Das gleiche Bild, wie In vielen anderen Fällen. Auf dem Hof steht schutzlos dem Wetter preisgegeben, der armselig« Hausrat. auf den Treppen weint eine Mutter mit ihren Kindern, während der Mann verzweifest alle Behörden abrennt uird hilse erfleht. In diesem Fall Hot sich eine Hausbesitzerin nicht einmal gescheut,«ine Familie mit z w e i tranken Kindern im Atter von 1 2 u n d 2 Monate» auf die Straße zu setzen. Jen Hause Linien st raße 194 wohnt in einem Keller«ine Familie mit ihren drei Kindern, davon ist das zweit älteste er- krankt, das jüngste Hot in dieser ungesunden Kellerlust einen Keuch-' husten bekommen. Als der Mann arbeitslos wird, gr«ist das Wohlfahrtsamt ein, die hauszinssteuerbeitröge werden erlösten Roch drei Monaten vergißt der Mann, sich einen neuen Schein geben zu lasten, willkommener Anlaß für die Hauswirtin, den Wann auf Räumung zu verklagen. Es wird ein Bergleich geschlossen, die Familie zahlt die rückständig« Mete m Wochenraten ab. Am st. Mörz ist eine Rate sällig, der Mann hat aber erst an diesem Tag« Geld bekommen, schickt es am Montag ab. Auch das Wahl- fahrt samt erledigt am gleichen Tage die Miete für März. All«? vergsbens, die Hauswirtin will zeigen, wie brutal man Menschen quälen kann. Der Sohn der Hauswirtin erscheint am nächsten Tag, mit dem Gerichtsvollzieher und fetzt die Famll'i« mit ihren kranken Kindern auf die Straß«, heut« noch steht der Hausrat aus den, hos. eine hilfsbereit« Familie hat wenigstens dafür gesorgt, daß die kranken Kinder nicht aus der Straß« srieren müsten. Di« jämmerlich« Kellerwohnung, au« der die Leute vertrieben wurden, besteht aus zwei Löchern in den Fundamenten, die zum Teil nicht einmal heizbar sind. Licht und Luft kann bis In dieses Grab nicht hinunter. Und für diese»Woh- nung" Hot die Wirtin 38,50 M monatlich an Miete ver. langt. harr Ladendorf und die hausbesitzeroryanifatumen haben am Mittwoch in ihrer Kundgebung im Sportpalast dl« Aukhsbung der Mieterzwongsgesetze verlangt. Der eben geschilderte Fall zeigt, w!« die Hausbesitzer heut« unter den Zwaizgsgesetzen wüten. Was unter den augenblicklichen Verhält nisten in einer freien Wohnung swirifchaft geschehen würde, kann man sich danach ungefähr vorstellen. Eine Märzerinnerung. Schurz, Kinkel und ihre Mitstreiter. Kaum 14 Tage sind vergangen, fett die Bereinigten Staaten von Nordamerika und Deutschland den hundertsten Geburtstag von Karl Schurz feierten und den Mann ehrten, der 1848 mitkämpft« in der Front der deutschen Revolution und später jenseits des Ozeans zu den höchsten Staatsämtern berufen wurde. Karl Schurz wär es gewesen, der tm November 1850 Gottfried Kinkel, den Dichter, Gelehrten, Demokraten und Revolutionär aus der Festung Spandau befreite. Es ist deshalb gerade an diesem 18. März nicht ohne Interesse, die ungeheuerliche Verfügung zu lesen: Warnung. Der ehemalige Professor und Wehrmann in den Freischaren, Johann Gottfried Kinkel aus Bonn, wurde, weil er unter den badischen Insurgenten mit den Waffen in der Hand gegen preußische Truppen gefochten, durch das zu Rastatt angeordnete Kriegsgericht zu dem Verlust der preußischen Nationoltokard« und statt zum Tod« nur zur lebenswierigen Festungsstraf« verurteilt. Zur Prüfung der Gesetzlichkeit wurde dies Urteil von mir dem königlichen Generalauditoriot überfandt und von demselben als ungesetzlich Seiner Majestät dem König zur Aufhebung überreicht. Allerhöchstdieselben haben jedoch aus Gnaden die Bestätigung des Erkenntnisses mit der Maßgabe zu befehlen geruht, daß Kinkel die zuerkannte Festungsstrofe in einer Zioilanstalt verbüße. Diesem Allerhöchsten Befehl gemäß, ist von mir da» kriegerechtliche Erkenntnis dahin bestätigt: daß Kinkel wegen Krisgsverrat» mit dem Verlust der preußischen Nationalkokarde und mit lebenswieriaer, in einer Zioilstrafanstalt zu verbüßenden Festungsstrofe zu bestrafen sei. und zum Vollzug des Erkenntnisses die Abführung des Verurteilten noch dem Zuchthause angeordnet werde, was hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Freiburg, den 30. September 1849. Der Kommandierend« General des 1. Armeekorps der Königlich Preußischen Operationsarm«« am Rhein. von Hirschfeldt. Kinkel, txn Karl Schurz später befreit«, kam also ins Zucht- Haus, trotzdem die zuständige Justizinstanz dos Urteil gegen ihn als ungesetzlich ertonnt hatte.— E» ist für uns Heutige schwer, un» in den Vormärz zurückzuversetzen. Heinrich Heine ließ 1836 den Tannhäuser verkünden: Und als ich aus dem Sankt Gotthard stand, Da hörte ich Deutschland schnarchen. E» schlief da unten in sanfter Hut Don sechsunddreihig Monarchen. Verbittert waren alle Menschen in Deutschland, die heraus wollten aus dem furchtbaren Elend dieser Potematenwirtschaft. Wie 1 eine Bomb« wirkte es deshalb, al» am 26. Februar 1848 um die Abendstunde Extrablätter in Deutschland verkündeten:„Revolution in Pari»! Die Republik proklamiert!" Deutschland und di« Balker der österreichisch-ungarischen Monarchie standen auf, der groß« Tag der Befreiung schien gekommen. Am 18. März waren die Berliner auf den Barrikaden. Ganz Deutschland folgte. Der König gab nach, er empfing die Bertreter des Bürgertums. Di« Sprache der Deputationen im Schlosse am 19. März wurde entschieden. Als der König ihnen sagte, das Militär werde den Ausstand bewältigen. antwortete ihm ein Kaufmann, namens Neumann:„E i n s 0 l ch e r Sieg würde«ine Niederlage sein." Friedrich Wilhelm IV. gehorchte: der historische Ritt durch Berlin mit schwarz- rotgcldener Schärpe beweist es. Das Reichsparlament trat in der Poulskirche in Frankfurt a. M. zusammen. Jubel begrüßte es. aber es war seiner Aufgabe nicht gewachsen. Dos Wort von den 75 Profestoren ist nach heure geflügelt. Die Reaktion gewann Zeit zum Erwachen. Der königlich preußische General v. Wrangel zog in Berlin ein, der Kartätschen- prinz, später einmal deutscher Kaiser und König von Preußen, säbelt« in der Pfalz und in Baden die Revolution nieder. In Wien vernichteten die Generale des jungen Kaisers Franz Joseph, Windischgrätz und Jellachich. dos Werk der revolutionären Er- Hebung. Blum und mit thm so viele andere Vorkämpfer der großen Bewegung von 1848 wurden auf den Sondhausen gestellt, und Ferdinand Freiligrath mutzte damals schmerzerfüllt ausrufen: „Wenn wir noch knien könnten, wir würden heute knien. Wenn wir noch beten könnten, wir beteten für Wien." Der ganze Dünkel der Bertreter brutaler Reaktion zeigt sich in Aeußerungen des Oberstkommandierenden Fürst Windischgrätz, der da zu sagen wagt«: „Oer Mensch sängt erst beim Baron an" und„Arbeiter- und Bürgertinder werden nicht geboren, sondern nur geworfen". Ganz schlimm ging«s in Ungarn zu: Der machtlos« Franz Joseph konnte der Freiheitsbewegung Kostuths nicht Herr werden, er rief den großen Vetter aus Petersburg den russischen Zaren Nikolaus, historisch ist der Satz, den der russischa Marschall Paschkiewitsch an die Wiener Hofburg meldete:„Ungarn liegt zu den Füßen Eurer Majestät." Es war gelogen: die ungarischen Freiheilskämpter hingen am Galgen, als Gnade wurde verkündet, wenn jemand nicht gehängt, sondern„nur" erschossen wurde, um mit einem Fluch auf Hadsburg zu sterbent Die bürgerliche Revolution von 1848 scheiterte an der inneren Unzulänglichkeit des Stande», der sie vertrat. Und doch beugen wir unser Haupt vor den Männern, die damals ihr Leben für die Id« der Freiheit opferten. Zwölf Jahre Zuchthaus. Das Urteil gegen Sen Totschläger der Großmutter. Da» Schwurgericht verurteile gestern den Zojährigen Elektromonteur Werner Gebhardt wegen Totschlag». begangen au seiner Großmutter, zu einer Zuchthaus- strafe von 12 Jahren und zu zehnjährigem Ehr. verlufl. Da» verfahreu wegen schweren Diebskahl» wurde eingestellt. Bor einigen Tagen war die Sitzung abgebrochen worden, well noch«in Zeug« au» Westfalen geladen werden sollt«. Da bei der Angabe des Angeklagten, daß sein« Großmutter ihn„Kuckuck sei" schimpfte, der verdacht aufkam, daß er nicht der Sohn seines gefetz- lichen Baters fei, sollt« dieser Zeug«, der mit der Mutter in der fraglichen Zeit in Beziehungen gestanden haben soll, darüber näheres bekunden. Es handelt sich dabei um die Frage, ob hier«in Tot- schlag an einem Blutsverwandten, der nach dem § 215 mit Zuchthau» nicht unter 10 Jahren bestraft wird, oder ob ein gewöhnlicher Totschlag vorliegen kann. Bei Leginn der gestrigen Sitzung teilte der Borsitzende mit. daß der betreffende Zeuge nicht reisefähig sei. Der Antrag der Derteidigung, den Zeugen kommista- risch vernehmen zu lassen, wurde mit der Begründung abgelehnt, daß man dt« Beziehungen der Mutter zu mehreren Männern als wahr unterstellen könne. Der Vorsitzende berichtete dann von einem Briese dex Mutter des Angeklagten an ihm. in dem sie ihm mit- teilte, daß sie ihren Sohn im Gefängnis besucht habe und daß er ihr wiederholt eindringlich gejagt hätte, daß die Großmutter ihn „Kuckvcksei" und„Bastard" geschimpft habe. Sie bitte das Ge- richt, ihm zu glauben, sowie auch sie ihrem Sohne glaub«. Auf die Bitte des Angeklagten, nochmals seinen Dater zu vernehmen, er- klärte der Porsitzende, daß her B a t« r die Aussage zweimal abgelehnt hott«, und daß man ihn. obwohl olle Prozeß- beteiligten die Wichtigkeit seiner Aussage einsehen, nicht iwch einmal darum bitten könne. Der Borsitzende befragt« darauf den Zeugen Landgerichtsrat Rothenburg, der die Voruntersuchung geführt hat, ob der Vater des Angeklagten in dieser Voruntersuchung mitgeteilt hätte, daß er Zweifel daran hätte, daß Werner sein Sohn sei. Der Untersuchungsrichter konnte sich daraus nicht mehr be- sinnen und verwies auf die Protokolle. Die Beweisaufnahme wurde darauf geschlossen. Der Staatsanwalt führt« au», daß di« Anklagebehörde in der Voruntersuchung«inen gemeinen Raubmord angenommen habe. Da aber eine Affekthandlung nicht ausgeschlossen sei, wäre die Verhandlung wegen Asz ende ntentots chlag eröffnet worden. Der Angeklagte Hobe seine eigene Großmutter gelötet. Nachdem der Staatsanwalt die rohe Handlungsweise des Angeklagten und sein« Persönlichkeit ausführlich geschildert Halle. beantragt««r gegen ihn wegen Totschlag? und Diebstahl» 12 Jahr« 6 Monate Zuchthaus und 15 Jahr« Ehrverlust. Warum keine Kohlen? Ein Kohkenhändler und oller Parteigenosse, so wird uns unter den 14. März geschrieben, sucht Zuflucht bei der Presse. Alle Schuld an der schlechten Kohlenbelieferung wird einzig und allein den Kohlenhändlern in di« Schuhe geschoben. Daß aber unter diesen viel« sind, die sich di, größte Müh, geven, ihren Kunden gerecht zu werden, wird niemals anerkannt werden. Al, Porteigenosts habe ich mir immer die größte Mühe gegeben. Rentnern. Krieger- Hinterbliebenen. Erwerbslosen usw. den Vorzug zu geben, aber was hilft es, wenn mir oll« Zufuhren abge- schnitten weiden? Meine eingetroffenen Briketts sind ebne Standgeld abgefahren worden. Vor vier Woiben traf der letzt, Wogen Briketts«n. Am 28. Februar teilt« mir weine Lieferfirma. Senftenberger Kohlen- und Brikett- kontor. Ali-Moabit 99. mit« daß der fällige Wagen noch heute oder morgen verladen werden kann. Roch 14 Tagen, also gestern. teilte mir dt« Firma mit, daß der Woosn Briketts am 4. Februar beim Syndikat auspegeben ist. Als Abnehmer in den Sommer- monaten von vier Waggons Hab« ich im Februar zwei, im März nichts erhallen. Das ist die Belieferung. Während ander« Ab- nehmsr in den Wintermonaten mehr erhalten haben, als sie in den Sommermonaten umsetzten.— Schiebung. Die Erkrankungen ln einer Mädchenschule. Wegen der in einer Neuköllner Mädchenschule ge- mochten Feststellung, daß be! mehreren der Mädchen starker Ver- dacht auf Geschlechtstronkheit anzunehmen war. Ist in der Etternschaft eine Erregung entstanden, di» auch zu Erörterungen in der Presse geführt hat. Eltern erhoben Einspruch, weil nach der Beobachtung, daß ein einzelnes Kind erkrankt war. schien- nigst auch die anderen Kinder untersucht wurden, ohne die Eltern vorher zu benachrichtigen. Es wurde dann in der Presse behauptet, privatärztliche Untersuchung der Kinder habe die völlige holtlosigkett der Feststellung der Gesundheitsbehörde er- geben, hierzu gibt jetzt das Bezirksamt Neukölln bekannt, daß liefe Behauptung leider nicht richtig sei.'Vielmehr Hab« die Rück- spräche mit dem behandelnden Privatarzt ergeben, daß ein ab- ichließcndes Urteil In negativem Sinne um f» weniger gefällt wer- den könne, da die gesundheitsbehördliche Unter- suchung ein positives Ergebnis gehabt habe. Auch der behandelnde Arzt sei der Ueberzeugung, daß weitere Beobachtung der Kinder nötig ist. Uebrigens ist die erste Untersuchung der Mädchen durch die Schularzt inin diskret« st er Weise ausgeführt worden. Diese llittersuchung mußte sofort vorge- nornmen werden, weil wegen der damaligen Kälteferien die Eltern nicht mehr benachrichtigt werden tonnten. Di« genauere Untersuchung. di< später folgte, wurde nach vorheriger Benachrichtigung der Eltern Und in den meisten Fällen im Beiseln der Ellern aus- geführt. Lehrkörper und Elternbeirat haben wiederHoll zum Aus- druck gebrachl, daß sie zu der Schulorztin durchaus Vertrauen haben. Solche Untersuchungen von Schulkindern werden künftig nicht mehr in den Räumen der Beratungsstelle für Geschlechtskranke, sondern nach einem B-jch'uh des Bezirksamts in einem anderen geeigneten Raum ausgeführt werden. Drei Slcidtverordnetensihungen in einer Vachs! Di« Stadtverordneten wolle» in dieser Woche, um mit der Festsetzung d«? St a dt- HausHaltplans noch vor dem 1. April fertig zu werden, drei- mal zusammentreten, am D I- n» t a g um 18 Uhr, am Donners- t a g um 16% Uhr. am Fr e i t a g um 16� Uhr. Da, Sonnlagskonzert im Zoologischen Garlen. dos im Kaster- fsal veranstaltet wird, findet heute bereits von 3 bis 7 Uhr nach- mittags statt. Die Niere ist da» Ventil, da» die Ablagerung von Säuren im Blut, insbesondere Harnsäure, die GrunSurlach« von Rhen- matismus, Gicht. Ischias sowie der Arterienverkalkung, aus dem Körper ausscheidet.— Nehmen Sie«in« Zettlang Reichels Wacholder-Extrakt„Marke Medico", der die Rierentätigkeit auf das günstigste beeinflußt und so die giftigen llbfallstofse au» dem Körper entfernen hiltt. In Drogerien und Apotheken erhältlich. ober echt nur in Origrnalsüllungen mit»Mark« Medico" NVER beyorieni GUTSCHEINE liegen allen Packungen bei! DIE'fißii.C' ZIGARETTE 3« stillen Winkeln. Zwischen Würzburg imd Schwein fürt, dort, wo der Moistrom seine große Schlinge beginnt, liegt Ochsenfurt. Ein kleines, uraltes Städtchen aus grauen Tagen, wo Bauern und Hir» tan das Bieh durch die seichte Senke trieben, die der Fluß vor dem Ort als Durchlaß von Ufer z» User gewährt. Der verstorbene Dr. Wols Auirk schildert in liebevollen Worten diesen interessanten Bei- trag zur deutschen Städtehistorik. choch starrt ringsmn verwittertes Mauerwerk, kaum hier und da durchbrochen von den steinernen Borposten, die die Stadt im Wachstum aus sich heraus vordrängte, bontälle Giebel steigen spig in den Hinnnel, i» den engen Gasten recken sich kunstvoll geschmiedete Zunftzeichen und Wirtshausschilder, knarrender Schall primitiver Gefährte bricht sich an den Fronten. Durch schmale Torbogen führt die Straße auf die Brücke zu. die sich in weiten Bogen über den Main schwingt: am Fuße der Pseiler schnattern Gänseherden, braust die starke Strömung, rasseln die Winden, die dos feuchte Holz der Flöße an den steinigen Strand heben. Rückwärts macht das emsige Treiben der Stadt seinen be- sckeädenen Lärm. Vorwärts aber breitet sich Stille über die Land- schaft. Von der Chaussee zweigen holprige Pfade ob. Sie tragen den Fuß die Höhen der Weinberge hinan. Gestaffelt reihen sich links und rechts die endlosen Regimenter der angepflockten Reb- stamme. Oben aus dem Plateau weh-t kühlerer Wind. Ab und zu kömmt ein Bouernwägslchen, dessen Insassen im Schatten der Baum- gruppen Mittagsrast hatten. Die Hügel werden überquert, die Kuppen senken sich: da breitet sich auf halber Höhe da? Städtchen Frickenhausen. Aber der erste Bitck aus der Nähe entschleiert den Irrtum, sauber gepflasterte Gassen durchschneiden das farbige Gewirr schmucker Patrizierhäuser, iaufen zusammen aus besonnten, glänzenden Plätzen, in deren Mitte.zierliche Stadtbrunnen pran- gen. Barock steigt der Trcppengiebcl des Rathauses in die Luft, Schilder zieren di« laubbesponnenen Wände: Maulhtürm« sperren den Weg, aus ihren zerbrochenen Butzenscheiben schaut Bergangen- heit in die ziehenden Wolken. Schweigsam ringt das Leben unter diesen gebräumcn Dächern, lind weiter noch kurzer Rast. Am User des Flusses liegt noch enger, nach winkeliger Sulzield. Die Städt war einst ein wichtiger Handelsplatz. Die»Pfesfersäcke". wie man die Kaufleute nannte, hatten hier gute Zeiten. Was an Schiffen vorüberkam, mutzte Stapelware abladen, Zoll zahlen— da floß Reichtum in Truhen und Schränke. In Sulz- seid hat sich das Mittelatter fast unverändert erhalten. Es ist, als ob der Sturm der Jahre die Stadt nur gestreift, ntcht gewandelt hafte. Auf engstem Raum drängen sich die Häuser, lückenlos umgibt die Wehrmauer den Ort. Dahinter Giebel an Giebel, so dicht, so nah. daß die ausgestreckte Hand den Fenstersims drüben erreichen kann. Katzen sonnen sich auf dem grasbewachsenen Psloster, ein Kind spielt am Fuß der Staupsäule und neben dem Pranger hat ein Fuhrkriecht sein Pferd angebunden. Träumerisch liegt die grün- nmrantte Stadt da. Rur ihr Gewand kündet noch von vergangener Herrlichkeit, von farbiger Pracht rauschenden Lebens. Ein Stück Mittelalter, zurückgeblieben inmitten einer technisierten. total umgewandelten Welt. Dicht vor den Taxen rauscht der Main, an seinem klippigen Ufer weidet der Junge sein« Gänse, landet der Flößer Holz, genau wie einst— kaum, daß einmal der knatternde Motor eines Auto» die Illusion auf Sekunden stört. Die bröckelnden Mauern überglänzt ein Strahl aus zeitenfenier Welt. Sulzfeld, das ist ein Stuck Vorbei, ein selten unberührter, kaum gewandelter Dloß im deutschen Süden. Und am hellichten Tage tauchen SputbiGer längst vergangener Zeiten auf. Oie Veifetzuug des Ermordeten. Gestern abend wurde das eine der beiden Opfer des feigen lieber- f alles in der Graunstroße, Genosse Robert Pä e g e, im Krema- tarium in der Gerichlstraß« den Flammen übergeben. Au« allen Be- ztrken waren die Kollegen aus dem Baugewerksbund mtt umflorte» Donnern erschienen, um ihrem meuchlings getöteten Kollegen und Mitkämpfer die letzte Ehr« zu erweisen. Die Halle des Krematoriums konnte die Trauernden nicht fassen. Unter den Fahnen sah man da» Banner des Baujungoolks, dem der Tote ein besonders hingebender Berater und Führer war. Der Redner des Fretdenkerverbandes leitet« die Trauerfveier ein. Der Dertreter des Baugewerksbundes, Genosse Krause. mahnt«, nicht den Geist des 5)asses und der Rache zu entflammen. sondern an der Erziehung der Menschheit zu höherer Gesinnung mit, zuarbeiten, wie ja Robert Paege die Fahne der Jugend zu seiner Lebensfahn« gemacht Hab«. Für die 14. Abteilung der Sozialdemo- krattschen Partei sprach Genosse Weide von den Hoffnungen, die auch die Partei in den Taten gesetzt hatte und die nun durch dunkle Mächte vernichtet seien. Dann sank der Sarg in die Tief«... Wettkoch«» der städtischen Gaswerke. Eine Tagesmahlzeit in kürzester Zeit und mit dem geringsten Gasverbauch herzustellen, ist die Aufgabe, die die Haussrouen beim Preiswetttochen, das die Berliner Städtische Gaswerke A k t.- G e s. am Montag, dem 18. März, nachmittags 4V4 Uhr, in den Festsälen Hackescher Hof, Rosenthalcr Str. 40/41, Aufgang Kino, für den B« z i r k M i t t e veranstaltet, zu lyien haben. Zahl- reiche Anmeldungen zur Teilnahm« liegen bereits vor— winken doch den beiden Siegerinnen wertvolle Preise in Form von Gas-Brat- und Backökn. Besonders unterhaltend wird~ferner«in Preisraten sein, das für die Zuschauer mtt dem Wettkochen verbunden ist, und wobei es gilt, die vermutlichen Siegerinnen festzustellen. Ein« Eri»merungvfei«r der Arbeilsgemeinschasi sozialdemo- katischer Lehrer und Lehrerinnen, Bezirk Aerlin, findet aus Arüoß der zehnjährigen Arbett im Dienste sozialdemokratischer Schul- und Kulturpolitik am Mittwoch, dem 20. März, abends 7M Uhr, im Marmorf-iol der Disnrarcksäl«, Neue Grünstraße 28 sam U-Bahn- bos Svittelmarkt). statt. Bortragssolge: Trio von Waldemar Bargiel. Begrüßung. Kurze Ansprachen der Gäste. Genosse Heilmann. MdR.. MdL.. Barsitzender der Landtagöftaktioni „Nebn Jahre Drenßenpolttik." Genosse Riibard Schröter: �Zehn Jahr« ASL. Berlin". Trio Caesar Franck c>p I. Ge» müUiches Beisammensein. End« 12 Uhr.(Während der Bor- träge Rauchen perbeien.) Wo bleibt die gute Kartoffel? Eine ernste Mahnung an die Landwirischast. Eine Zuschrift des Borsitzendei, des Vereins der Frucht- und Gemüsehändler von Hamburg an das Berbandsorgan„Der deutsche Libensrnittelhändler" beschäftigt sich mit dem Kartosfelhandel. Dieser Fachmann, der die ZZerheltnisse am besten zu beurteilen vermag, wirft den Landwirten vor, daß sie ihrem alten Schlendrian treu- bleiben, so daß sich der gesamte Kartoffelhaudel im vergangenen Herbst veranlaßt gesehen hat. in einem Zlusrus an die tartolfel- bauende Landwirtschaft die Erzeuger nachdrücklich an ihr« Pflicht zu erinnern. Scinrrzett mußten zwar die aus der Zeit der Kriegs- jähre und der Zwongswirtfch.rft herrührenden Gewohnheiten notgedrungen mit in Kauf genommen werden. Inzwischen sind di« Zeiten aber anders geworden. Der Handel sowohl wie die Der- braucher sind nicht mehr gewillt, der Landwirtschaft wenig markt- fähige Ware abzunehmen. Halbreife, verfaulte, halbe und angeschlagene sowie kleine Kartoffeln, dazu Sand in Menge, d. h. Kartoffeln, wie sie der Acker liefert, werden zum Kauf angeboten, aber vom Handel durchweg abgelehnt, zumal das Ausland eine durchaus einwandfreie Ware liefert. Frübzeitig letzt schon, die Lieferung der Algier- lartoffeln ein, die recht gleichmäßig verpackt sind; desgleichen Malta und Marokko, dann holländische. Wenn dann der deutsche Landwirt mtt seinen Produkten aus den Markt kommt und zwischen der guten deutschen Ware jene bereits erwähnten Sortiments,„wie sie der Acker liefert", verladen hat, die vor dem Kriege nur als Biehfutter und lediglich während der Kriegszett dem Großstädter aufgehalst wurden, dann ist es nicht zu verwundern, wenn Handel und Verbraucher sich vo» dieser Art Iiilandsivare abwende» und die sauber und sorgsöltig sortierte Auslandsware bevorzugen. Dieser Ansicht kann man durchaus zustimmen, und ebenso der Nutzanwendung, die der Berfasser aus diesen Zuständen zieht, näm- lich, daß dann, wenn der Landwirt gelernt lzabcn wird, nickst nur Züchter und Erzeuger, sondern auch Kaufmann zu sein, auch die Not der deutschen Landwirtschaft ein End« haben wird. Die Kortoffeln produzierenden Landwirte sind aus den schlaue» Gedanken gekommen, nachdem sie das Jahr vorher auf Ihren Kartoffeln sitzen geblieben waren, sagenannte„Marken- kartoffeli," auf' den Markt zu bringen. Für diese Marken- «rzeugnisse haben sie schlankweg 15 bis 20 Proz. über Tagespreis gefordert! Die Händler verlangen für diesen Ueberpreis zum mindesten anständige Ware. Wir gehen da nach«inen Schritt wetter und jagen: Di« Kartoffel ist kein Markenartikel, wie ein« Zigaretten- mark«: sie muß als Bolksnahrungsmitiel von den deutschen Land- wirtcn in einer so einwandfreien Beschafsenhett gezüchtet und ge- liefert werden wie die Markenwaren des Ausland». Die deutsche Landwirtschaft war doch früher durch ihre ausgezeichneten Kar- toffeln geradezu berühmt. ArdsitskdiitZungssekuIs Mittwoch, den M. März, abends 7V, Uhr, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 11, vierter Vortrag im Kursus für Laienrichtei und Geschworene „OcrCchtsver. assung" Rechtsanwalt Dr. Otto Landsberg M-4. R. Heimaufbau. Aasstellung Berliner Hausfrauen. Di« Bestrebungen von Wohimngstechnikcrn, Fabrikanten, Kaufleuten, Künstlern und Frauen, auch di« K l e i n st w o h n u n g e n mit jedem noch so kleinem Einkommen(Etat) wohnlich und zweck- mäßig zu gestalten, haben neben dem praktischen auch einen ethischen Wert. Nur muß bei kleinem Einkommen alles aufs genaueftc dstrch- gerechnet werden. Die A u s st« l l u n g e i m a u f b a u", die da» Kaufhaus N. Israelin der Königstraße als Weiterführung seines Etat heim-Gedankens unier Mithilfe von Frau A. Kuttner und Frau H. Weber ausbaut, gibt jungen Leuten aus die Frage, wie man einen Haushalt begründet,«ine brauchbare Antwort. Gedacht ist ein Haushall von Stube und Küche für 700 Mark. Diese Anschaffungen als Stammeinrichtung sollen im Verlauf der nächsten Jahr« nur immer mtt dem Rotwendigsten ergänzt werden, auch so. wenn noch ein zweites Zimmer hinzukommt und in der Ehe zwei Kinder heran- wachsen. Es wird gezeigt, wie mtt der nicht allzu reichlichen Summe, die sich die jungen Leute zulammengesvart haben, alles Notwendig« angeschafft werden kann. Doch wird das Schema nur anwendbar, wenn die Airlag« van vornherein auf Ergänzung zugefchnttten wurde. Zum Beispiel dient dt« Küche nicht als Wohnraum, sondern di« Stube, die mtt farbig gestrichenen hübschen Möbeln und bunten Kissen recht einladend wirkt. Die Möbel, so bescheiden sie sind, genügen vorläufig: zwei Bettbänke werden für die Nacht in bequem« Betten umge- wandelt. Im ersten Jahr sind Kinderwageir, Kinderkorb. eine Flur- aorderobe U7 a. dazugekommen, im zweiten Jahr werden die Bett- bänke mtt Rückentissen umstellt. In der Küche baut sich auf die Kommode der Oberteil de» Küchenschrankes auf, es treten Küchen- Maschinen dazu usw. So geht es von Jahr zu Jahr vorwärts. Es Ist, wie gesagt, eine rechnerische Ausgabe, die nur in dem sogenannten Etatheim gelöst werden kann. Der Borwurf ist durchaus sozial, schon darum: weil die Menschen, die in diesen Räumen wohnen, gezwungen sind, alle geschmacklosen Wahnausgaben zu vermeiden. Da die genau Bor 20 Jahren starb der große Schauspieler Adalbert M at- k o w s k y. Sonderbar, fast jeder der berühmten Darsteller ist in irgend einer Beziehung ersetzt worden, nur Matkowsky nicht. Das liegt vielleicht daran, daß er der letzte in der Reihe genialer Helden- spieler war vom Format Ludwig Devricnts oder Bogumil David- sons und daß dies« Gattung heute kaum noch gefragt wird. Dr. Hans L s b« d e hält einen Nachruf, der jedoch hauptsächlich dl« Analyse von Julius Bob über Matkowskys Othello übernimmt. Lebede selbst satzt wenig über den lBcrstorbenen. Vorsichtig umtostet er die Umrisse dieser Gestalt, gibt ein paar Details aus dem Privat- leben, aber es fehlt die psychologische und kunstwlsjeirschoftlichc Analyse des großen Schauspielers. Das Bild Matkowskys muß heute von den Schlacken der Zeitlichkeit gereinigt erscheinen. Es handelt sich darum, das Bleibende dieser Erscheinung herau-zu- meißeln und darin versagt Lebede. Genau so wi« Präs. Dr. Kurt Sachs in seinem Referat über Rrmdfunknrustk. Beiden Dortragenden mangelt der Sinn für das Wesentliche, der in Rundfunk- vortrügen besonders in solchen analythischer An unbedingt not- wendig ist. Der Abendunterhaltung bekommt die freund- lich« Aufhellung gitt. Paul Nikolaus, Edith Karin und Hans Rei- mann verfertigen Vorträge, die mehr sind als die üblichen Kabarett- schinonzetten und trotz manchem seittimentalen Tränenansotz sehr gut --nterhalten. Danach sogar noch ungarische Musik in Okiavsormat. In später?ll>sndstund« spricht zur Abruirdung des Programms Rechtsanwalt Frey, der Verteidiger der Immertreuleute, über das unterirdische Berlin. Er wirbt mtt gut formulierten, mitfühlen- den und auch witzigen Worten um das Interesse für di« De- klafsterten. Alles das ist schon einmal im Rundsmrk gesagt worden, aber nicht mtt demselben rhetorischen Schwung. F. S. berechneten Mittel ungefähr einem Einkommen der Beamten-' gruppe XI entsprechen, sollte man dieser Ausstellung die größte Aufmerksamkeit in jenen Kreisen zuwenden, für die sie bestimmt ist. Wenn aber in einer beigegebenen Broschüre von Helene Weber behauptet wird, daß mil 6 2,72 Mark im Monat(ich zwei erwachsene arbeitende Menschen ernähren können, so sollen jene Herrschaften, die das behaupten, erst beweisen, daß sie selber willens und imstande sind, sich mtt 62 Mark im Monat gut zg ernähren._______ Eissperre im Seedienst Ostpreusteu. Vom Reichsverkchrsmlnisterwm wird mitgeteilt: Die ursprünglich für Mittwoch, den 20. März, vorgesehen« Wiedereröffnung des Seedietsstes Ostpreußen(Schnellschiffslinie Swine münde— Z o p p o t— Pi l l a u) mutz«iseshalber verschoben werden. Der Hasen Pillau ist durch ein« fchwere Eispressung noch ganz ver- sperrt;>n der Ostsee sind noch große Treibeismassen. Die erste Fahrt des Motorschnellschiffs.Hansestadt Danzig"(Nordd. Lloyd) wird hoffentlich am Sonnabend vor Ostern, de» Z 0. März, 18, 80 Uhr ab Swinemüitde stattfinden können. ..Demokrolle oder Diktatur." Ueber dieses aktuelle Thema soll auf Einladung des Deutschen Republikanischen Reichsbundes, Ortsgruppe Berlin, am Freitag, dem 22, März, 20 Uhr, im Saal des Demokrotischeir Klubhauses, Biktonastraße 24, unter Lettung des Herrn Staatssekretärs Ab egg eine Aussprache stattfinden. Da? stnleiiend« Referat über„Parlamentarismus und Parlamentarier" hat Ministerialdirektor z. D. S p i« ck e r übernommen. Anschließend gesellige» Beisammensein. Gäste willkommen! Der Bezirksverordnet« Paul Vinting, ein treuer Parteigenosse und Gewerkschaftler, feiert heute seinen 6 0. Geburtstag. Genosse Binting, Maurer von Beruf, trat vor Z>ö Jahren der Pari« bei. Cr ist Kassierer des Deutschen Baugewerksbundes ubd. im 2. Kreise für die Partei außerordentlich reg« tätig. Richard kohlmann, einer unserer Allen, ist in diesen Tagen im 72. Lebensjahr gestorben. Schon in der 80er Iahren, als Eisenbahnarbeiter, war er an der Gründung einer Eisenbahner- gewertschast beteiligt und wurde gemaßregelt. Danach wirkte Kohl- mann als Hafenarbetter für die aewerkschasiltche Zusammenfassung dieser Berussgruppe. Bon 1019 bis 1923 war er Angestellter des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Unermüdlich arbeitet« er für die Partei. Der eLjahligc Elles Ringnes ist in Oslo gestorben. Ringnes hotte die Polarforscher Nansen, Soerdrup und Amunds«» bei ihren Expeditionen mit reichlichen Geldmitteln unterstützt und auch der Besliakarie-Expedttion zur Aufsuchung Amundsen» im letzten Sammer finanzielle Beihilfe gewährt.— Der Verstorben« ist der Vater des gleichnamigen Präsidenten des norwegischen Roten Kreuzes, der sich in der Inflationszeit durch Organisierung der Liebesgabensendungen und Verschickung schwächlicher Kinder nach Norwegen große Verdien st e um Berlin erworben Hot und zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt wurde. Bezirl»blldllPg»aii»!chiih Groh-Berlln. Nächste Theaierdorstellung am Sonntag, dem S4 Würz, nachmittags ll Uhr. im Siaallichen Schiller» Theater Cborloiienburg. Bismarck- Ecke virolmansttase.„Oedipusr Nach Sophokles, üherscht und dearbeitet von Heinz Lipman, in Szene geletzt von lleopold Jetzner. t. TcU: OedipuS her Herricher. L. Till: OedipuS auf ÄolonoS. Preis her Horte leivschliehlich«Aarderobe lind Jkogrnmm) 1.50 äR. Karten in der Buchhanhlung Vorwärts. Tinhenstr. 2: Deroanh der grapbiiche» Hilssarbeiter, Niiterstr. l: Zigarrengeichäst Harsch, Engeiuier LS/2.', in de« BorwäriStpediimnen mrd Im Bureau deS BildungSauSschussc», Lindaustr. 3, 2. Hos LL Zimmer 8. SttanNrotilid) fitt Politik: Dr. antl(Sepct: fflitiidiafi: O. BlingcIMfet; Öeo/irischaftchewegunz! Z. Steinet;{ZeuiDeton: De. John Schilowoll; Lokale» and Sonstiges: Fei» SUttldM: Anzeigen: Dd. 6loie. liimtlid) in Bcrlm. Periaai ZZorwärls-Letigg® m h S).. Berlin Druck: Borwäris-Budihnickerel und Lerlagsaniwli Bavl Singer u So Berlin SW 6/> Lindenliratz» K Hierzu 4 Beilagen und„Untcxlaltua und ffliiT««*. Kostüm"Stoffe moSeme» Pcingevobe, ftda Preblog«— Our tft Koch& Seeland OcrtiAudicnsiraße 20—ZI. Aul M'apacb»ri/JctiteK« ZaUungiledliWBgua f Monatsraten) Musselin hell u mittel- farbljf, fflr reizende prai- Kleider, 70.80 cm breit Wollmusselin med. Drudtmoster, far h&haeho Sommerkleider Socm hrt-Jd. 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Zu- nächst will der Unternehmer in seinem Betrieb nicht gern Betriebsräte haben, die Hand in Hand mit den freien Gewerlsäiaften arbeiten und schon dadurch am ehesten geeignet sind, die Interessen der Beleg- schaft zu vertreten. Die freien Gewerkschaften lassen sich die Aus- bildung der Betriebsräte besonders angelegen sein und geben diesen alle Mittel in die Hand, um in Kenntnis der Entwicklung der Wirt- schast und der einschlägigen Gesetze zu handeln. Aber auch die Unternehmer als Gesamtheit interessieren sich für den Ausgang der Betriebsrätewahlen. Denn diese sind ein guter Gradmesser sür die Strömungen innerhalb der Arbeiterschast und den Einfluß der Gewerkschaften. Je nach der Stärke dieses Einflusses werden die Unternehmer IhrBerhaltenbeiLohnoerhand- l u n g c n gegenüber den Gewerkschaften einrichten. Es ist deshalb nicht überraschend, wenn die Unternehmerverbände sich bei ihren Mitgliedern über den Ausgang der Betriebsräte- wählen erkundigen.„Der Deutsche' veröffentlicht ein Rundschreiben des Arbeitgeberoerbandes für die bayerisch« Provinz-Metallindustrie. Da heißt es: „Die Leitung der Arbeitgebcrv«rbSn.de muß größten Wert darauf legen, baldmöglichst über das Ergebnis der einzelnen Be- triebsratswahlen unterrichtet zu werden. Dies ist deshalb nötig, damit sich die Verbandsleitungen ein Bild dooon machen können, wie die Betriebsräte ihrer Berband�rmen politisch eingestellt sind. Aus der Gesamtheit der BetriebsratNoablen läßt sich dann für die Berhandsleitungen ein ziemlich genaues Bild über die zurzeit unter der Arbeitnehmerschast bestehenden Strömungen gewinnen. Die Verbände sind dann in der Lag«, hiernach ihre weitere Taktik gegenüber den Gewerkschaften einzustellen. Das ist so klar, daß es eines weiteren Kommentars nicht bedari. Unter den Fragen, die der Arbeitgeberoerband an seine Mitglieder stellt, kommt folgende zuerst: „Die Gesamtzahl der Arbeiterbetriebsräte, ferner die Ver- teilung dieser Betriebsräte auf die einzelnen Gewerkschaften, sowie aus die Unorganisierten.' Die Unternehmer machen wohlweislich keinen Unterschied zwischen den Unorganisierten. Ob gelb, ob kommunistisch ist für die Unternehmer dasselbe. Die Unternehmer machen nur einen Unterschied: gewerlschaft- l i ch organisiert oder unorganisiert. Die„revolutionären Un- organisierten', die„Kampfleitungen', die„Opposition' und wie die bunt« Namenreihe, hinter der sich die KPD. verbirgt, sonst noch läuten mag, dafür haben die Unternehmer nur ein verächtliches Achsel- zucken: Unorganisiert«! So etwas imponiert den Unternehmern nicht. Sie warten ge- spannt auf den Ausgang der Wahlen: wieviel hilfsltuppen wird die KPD. den Unternehmern als Unorganisierte zutreiben? Oer Gesundungsprozeß. Weiterer Fortschritt in Halle. Halle, 16. März.(Eigenbericht.) Die Allgemeine Ortskrankenkasse in Halle war seit 1320 die unbeschränkte Domäne der KPD. Der Betriebs- rat dieses Institutes war seit acht Iahren ununter- brachen kommunistisch. Die Aufstellung der Betriebsrats- Mitglieder ersolgte durch die politisch« Bezirksleitung der Kommu- nistischen Partei. Mit diesem System ist endlich gebrochen worden. Nachdem die Ausstellung einer einheitlichen freigewerk- schaftlichen Liste an dem Widerstand der unter der Knute ihrer Bezirksleitung stehenden Kommunisten gescheitert war, er- klärten die srcigewerkschaftlichen Angestellten Amsterdamer Richtung, daß sie eine eigene Liste ausstellen würden. Dieser wurde ein« kommunistische List« entgegengestellt. Bei der am Freitag erfolgten Betriebsratswahl erhielt die Amsterdamer Liste 56, die kommunistisch« Liste 3S Stimmen, die Amsterdamer Richtung sendet vier Mitglieder in den Betriebsrat, während sich die Kommunisten mit zwei Mitgliedern begnügen müssen. Damit ist wieder eine lang« als unerschütterlich geltende kommunistische Hochburg in die Hände der freien Gewerkschaften gekommen. Genfer Veraiungen. Gens, 16. März.(Eigenbericht.) Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nahm nach zweitägigem Verlauf der Budgetdebatte am Freitag seine öffent- lichen Sitzungen wieder auf. Ueber die Budgetdebatte wird bekannt, daß man sich sehr lang« Zeit über ein« finanzielle Unterstützung des internationalen Rationalisierungsamts in Genf unterhielt, ober die Frage zurückstellte, da die Verhällnisse bei diesem Institut nicht ganz klar sind Interessant war ein Vorstoß des italienischen Regierungs- Vertreters gegen den Gebrauch der deutschen Sprache. Der deutsche Arbeitgeber, der Berichterstatter für das Budget ist, wurde von dem Italiener gebeten, sich bei seiner Berichterstattung des Englischen oder Französischen zu bedienen, da Deutsch' keine ofsizielle Sprache sei. Der Vorsitzende des Derwaltungsrates wies diesen Ein- spruch ab! Bei dem Bericht des Sprache nausschusies nahm der deutsche Regierungsvertreter in der össentlichen Sitzung am Freitag Gelegenheit, auf diesen Vorstoß grundsätzlich die Stellung der deutschen Regierung zur Sprachenfrage vorzutragen. Der Sprachen- ausschuß beschloß, vorläufig von der Einführung einer weiteren Sprache abzusehen. Dagegen soll in den Kommissionen jede Sprache als Verhandlungssprache benutzt werden können, die von der Mehrheit der Kommisston gewünscht wird. Dieser Bericht wurde vom Verwaltungsrat angenommen. Gegen die Arbeitergruppe wurde entschieden, die Tagesordnung der Arbeitskonferenz von 1336 so zu belasten, wie sie augenblicklich ist. d. h. daß 1336 nur die zweite Lesung der Arbeitszeitsrage der Ange st eilten und der eingeborenen Zwangs- a r b e i t« r vorgenommen wird. Die Kommission zur Untersuchung der Arbeitsverhältnisse im Bergbau wurde auf Antrag Deutschland um drei Mann erweitert, womit auch die deutsche Regierung in diesem Ausschuß vertreten wird. Der Ausschuß soll am 22. Mai zu- sammentreten, und sich in erster Linie mit der Resolution des tnter- nationalen Bergarbeiterkongresses vom Jahre 1328 beschäftigen, in der die Herbeiführung einer internationalen gleichen Arbeitszeit im Bergbau von sieben Stunden gewünscht wird. lBeichskonferenz der Eisenbahner. Internationale Tagung in Dresden. Dieser Tage fand in Dresden unter starker internationaler Be- teiligung aus Oesterreich, Holland, Schweiz und der Tschechoslowakei eine Reichskonferenz der Fachgruppe der Fahrbeamten und Bahn- hofsschassner des Einheitsoerbandes der Eisenbahner Deutschlands statt. Aus den 26 Verbandsbezirken waren 328 Delegierte erschienen. Die Ausfuhrungen des Verbandsoorsitzenden, Genossen Scheffel, über die Personalwirsschaft der Deutschen Reichsbahngesellschasten wurden durch lebhaften Beisall unterstrichen. Kramer vom Verbandsoorstand behandelte in seinem Referate in vorzüglicher Weise die Stellungnahme der Organisation zur Gestaltung der Rechts- und allgemeinen Dienstverhältnisse der Reichsbahnbeamten und-anwärter. In bezug auf das vom Ein« heitsverband seit langer Zeit geforderte Mitwirkungsrecht des Personals bei der Aufstellung des Stellenetats sei nun endlich in- sosern ein, wenn auch vorläufig nur bescheidener Erfolg zu ver- zeichnen, als künftig die Persoimlvertretung bei der Haupwerwal» tung in Berlin zu den erforderlichen Beratungen hinzugezogen wird� In einem weiteren Referate nahm der Fachgruppenleiter Thyes vom Verbandsvorstand zu den Fragen Stellung, die be» sonders im internationalen Rahmen verfolgt und gelöst werden müssen und von außerordentlicher Bedeutung für die Betriebssicher- heit sind. Er erinnerte daran, daß die im Jahre 1324 von den europäischen Eisenbahnverwaltungen eingesetzte Ingenieurkommts- siyn zur Untersuchung der bestehenden Bremssysteme am 1. April 1336 ihren Bericht vorzulegen habe. Dann werde auch die für die Betriebssicherhett so wichtige Frage der Zugbesctzung endgültig ent- schieden werden. Die deutsche Reichsbahn, bei der die KK.-Bremfe eingeführt sei, Hab« von allen europäischen Verwaltungen die Zug- besetzung bisher am stärksten eingeschränkt. Nach der amtlichen Reichsbahnstatistik vom 1. Januar 1927 wurden z. B. im Monat Dezember 1326 in einem dtettägigen Zeit- räum Deutscher Holzarbestervevband. Tapezierer(Kleber) Achtung! Alle Bauten des Unternehmers Hans Walldorf. Friedenau. Saarstr. 14. sind wegen Tarisbruch für organisierte Tapezierer gesperrt. Neue Eiufiihrungskurse für Betriebsräte. Der Begivntermill der beide»»oa der Berliner Sei»erischaft,sch»le bereit, »ngelücblqteu■ Smfübntngefiufe für Betriebsräte ist nnnmcbe«»dgilt»! wie folgt festgelegt: Der trhrgaog de» Kenofse» Ott» Bach:.Oblirgenheite» de» Betriebsocrtretuagen" beginnt am Donnerstag, i. April. 19 Uhr: der jwcil» tUirfus;„Wahlen ,u den Betrieb«»«rtrct»nge». Seichäftsführnng de« Beirieb»» rat«, E-nfprultsversahren. Entlassungsschui,-, tlurfuslciter Ftig Fricke, Dien» tag, 9. April, 19 Uhr. Di« Teilnehmergebiihr beträgt fiir icden Kurf»» Z Zt. Anmcldnogra tonnen schristlich a» da» Bunan der Seioertlchastsschule, Sngelnser 24— 2Z. ober perfänlich in den Lehrberntnngsfprechstnnden Montag» ii ab Freitag» oon 18 bi» 19 Uhr, Sngclufct 24— 25, 1 tt, Zimmer 8,«ob- genommen werden. SPD.-Arbeit-gemeinIchaft der Arbeiter, Angestelilen und Beamten de« Preußischen Statistischen Ln»dc»nmt,. Mitgliederversammlung Montag, Uhr, bei Sardeike. Cdarlottenstr. 7. Tagesordnung: l. Sefchiistsoericht, Genosse Nreulch: 2. Aussprach«: 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch als Ausweis mitdrinaen: Der Vorstand. Achtung, Bczirtsamt Weißenlee! Montag. ISZH Uhr, bei Dollas, Weißenlec. Lehderstr. 122, Versammlung aller Parteigenossen. Genosse M Her. bemann sprich, Uber„Die Mrtschaftslris« und ihr« Lehren." Grsck>einen aller Genossen ist Pflicht. Der Fraltion»oolst-lld. Achtung, Arbeitsamt 9!oid! Dienstag, 47 Uhr. in den Arminius- hallen, Bremer Str. ld, Versammlung aller Parteigenossen. Tages» ordnung:„Die Wirtsö aitslrise und ihre Lehren." Referent Genosse Max Hcydcmann. Zahlreichen Besuch erwartet Der Frattionsoorstanb. Achtung. ASS., Treptow! Dienstag,>8 Uhr, de, DShling, Treptow, Gllenstr. 100, wichtige Fr-Itionsoerlammlung der EPD..Scnossen. Mit. gliedsbiicher sind mitzubringen. Der Fr-It-onsnorswod. Achtung, ASS., Hennigsdars Zs.! Dienstag. 18 Uhr, im Roten Schloß, Hennigsdorf, Berlammlung aller SPD.-Genossen. Wichtige Tagesordnung. Mitgliedsbuch mitbringen. Der Fraitionsnorstand. Achtung, Diemens-Werner. Werl«! Dienstag, IK�i! Uhr. bei Lang«, Ronnendammallee, Säe Rcißssraße. Versammlung aller SPD.-Genossen. Wichtige Tagesordnung. Niemand dort fehlen. Der Frattianrvorstnnd. Verband der Deutschen»nitdrnckrr(Gau Verlin), Verbnn» der Graphischen Sillsarbeiter(Gau Berlin). Fraktion«mstrrdnm Ver- sammlung de? Gesaurtstaktioa Dienstag. l7 Uhr, Schlarastia-Feitia!«, Enckeftr. 4. Vortrag des Genossen Eugen Saale:„Meine Einbrüche während des 17manarigen Aurenthalts in Sowjetrußland Aussprache. Mitteilungen. Zutritt haben nur Mitglieder(und durch Parteimttglllder eingeführte«äste) obiger Verbände gegen Vorzeigung des Gewcrlschast». urü» SPD.-Buches. Die Frattiou«vl>rfiä»de. I. A.: Alfred Schulz«, Osksr S6)äfer. Deutscher Baug«werl»bund. Baugewerkschaft Berlin. Fachgruppe de« Täpser. Mittwoch. 17 Uhr, Iahresoerlammlung in den R-siden�Frstsälen. Landsberger Straße 31. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Fachgruppen» l-ilung. 3. FachgruppenangelcgeNbeiten. Dl« Fachgrnppenleitnng. Deutscher Baugewerksbund. Mbgrupp« Fliesenleger. Dienswg. 19. MärH. 19 Uhr, in den Nestüenz.Festsälen, Landsberger Str. 31, Fachgruppen versäume lung mit folgender Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen. Butah, Ortsverwaltuug Berlin. Freitag, 22. März, 19H Uhr, im Pleno»» faal des ReichswirtMiaftsrates, Bellevueftr.. 15, Iahres-Geueralversammlung. Wichtige Tagecordnung tu. a.: Wahlen zum Ortsvorstand). Ieber Vertrete- muß anwesend sein. Mitgliedsbuch und Delegiertenausweis legltimieren. GLste aus der örtlichen Mitgliedschaft sind willkommen .Freie Gewerkschasts-Iugend Groß-Derlin ! Heute. Sonntag, folgende Veranstaltungen: Wanderl« lterknrs»»: Treffen 9% Uhr vor dem Museum filr Vollstunde, ktlofterstr. 38. Vortrag �des lchlic treffal l-itungen. Tagesordnung: l.„Varl Marx und die Sewertschaftcn." Referent Hcruiann Miillcr vom Vorstand des ADGB. 2. Unsere nächsten Beranstaltuu. gen. 3. Mitteilungen. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Funklionärlart« sowie des Verbandsduches. @Luaend<,ruppe des Zentralverbandes der Anoestelltta Heute, Sonntag, finden solgend« Veranstaltungen statt! Ostbezirle: Gemeinsame Veranstaltung im Jugendheim de» Ostens, Große Frank. furter Str. IS. Hosgebäud«.— Best bezirke: Zuaendheim Lehrter Str. 13—1». ..Buntes Allerlei.— Viorgen. Montag, finden lolgend« Vevansialtungen ftattz Tegel-Reinickendorf: Zugendhcim Reinickendors-Ost, Lindauer Straße,� Baracke. �.*!.1� 3,«-.X_ ckr,.» w. 77"., s». s» tVissk. a IS 74s. /y tj fl iui jix 1--o- ji., w Sing» und Spielobend.— Wcdding: Zugcndbcim Turiner, Ecke S resoratc.— Norden! Zugendhcim Rat'—'— rr~' 0i«"»-—• der Zugendbewcgung. Reserentin Hi heim tSunterstr. 44..Sturm im März"....................—,—,— spricht über„März 1848".- Urban: Jugendheim Hodrccht-, Eck« Sanderstraß- z: Jugendheim Turiner, Ecke Seestraß«. Kurz. ________ Kaftanlenalle« 81. Vortrag:„Da» Mädel in !-serentin Hildegard Blecken. Lichtenberg: Augend. toj.--,. sGruppenmärzseler). Dr. Max Schiitt« � � �■»J./''' 1 4,' U.J»V� fc, 4.«. L/v 4- V»AQ»»Ä „Frankfurt a. M. und R-ustreliß i. M." fDer vergangen« Reichsjugendtag und der kommende Eaujugendtag.)— Temprlhos: Zugendheim German iastt. 4—8. Gruppenmär, ieier.— Eharlottenburg: Jugendheim Rosinengr. 4. Lichtbild«» vortrog:.Fips und Iocko." Referent Georg Heikbrunn. Zum einen neuen FrOhJahnmantel, ein schöne* Kleid, oder ein fesches Kostüm— das ist der Wunsch Jeder Dame. Und jede kann Ihn sich erfOIien. denn die unerschöpfliche Auewahl hervorragend guter und achöner Kleidung, die wir zu verblüffend billigen Preisen liefern, ermöglicht es Jeder, auch der sehr starken Dam», sich das Zusagende auszuwählen. Aua unserem riesigen Strlckwarenlagen Eeisendes Original Wiener SMMgnilllet drei telTfg in vielen Farben nnd Mustern 30: SeMönesStriMeili ans Wolle mit Kunstseide dureb- ■webt In modernen Farb-.aueh ingroß. 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Anna Staatl.Seliiiler-Tlieater.Citarit!i. 20 Uhr Oedipus CNIVEBSCM HirflnlniuiB Iii■ Iii Am Lchnioer PUtj Brabaai 2400-07 Wocbtntagt 7. 9» tonntag 9, 7, 9» tioiiniiniininiiimiiiiinmi: P-PAUST . an 2oo & 5 Bark. 9771 Wocbentags 7».»>' Sonntag I». 7», 9» uuuiiitMiiuiMimwiniiiiiiMt SLOBIA- PALAST ». d. Gnd&cbtaisk Biin 9035. 8555 Tiglloll 5», 7». 9» tonntag anch 3" »tnuMimiwunMmiuHiwimi KÜRFORSTEHDMii KurlDraleodamniSO Bismnrek 0179 ■oeksatagt 7», 9» Sonntag 5», 7», 9« »uauiunimHiiiiimiii m niiiin CFA-PAVILLOS ■ m Nollendortpl. 4 L0UOI 3453 Holl. 5376 Wochtntaga 7», 9« Sonnabend und Sonntag 5", J", 9>- h iiHiiiiiiiiiniiiiiNin i iiiiiiin Kammerlichtsplele n Potidamer Platz NolUndorl 2095-90 Wochentaga 7, 9 Sonnabend und tonntag 5, 7, 9 iiiNiHiiniiMiiiitiiiiiiiuifiniiti TÜRMSTBASSB Ecke SlromztreOc Hanta 4833 Wochentags 7, 9 Sonntag 5, 7, 9» IIIIMIdfinSNIIIIHHHIIDIIf*»«" ALEXANDERPL Alexinderstr. 46-48 Kupfergrabcn 4936 Vocbentaos 7, 9 Sonntag 5, 7, 9 «mHiHiMtiiiiaiiutiaiiitiaiiini kCnigstadt SckOnh. Allee 10»tl Norden 8067 Wochentags 7, 9 Sonatag 9, 7, 9 wmiBiiimtiiimttiiinmtttMn Weinbcrgsw 16-18 Norden 1865 Wochenlagt 7, 9 Sonntag 9, 7, S «HMISHIHIIimUimHMMIIHHI Ecke BSUowstr. KOirtdetedt 9564 Woekentasn 7, 9 Sonatag I, 7,9 MMiminitteiMMMmaMiMm Am Antooplat» VciBcneee 319 Wcchentaga 7, 9 Sonntag S, 7, 9 Hyroa tmä Psarl I. V. XÜilOd«Itt: Lanrashire Lads b. lo licksoa-Sirls T.WaletSantB, SerUn fieiatficidt em*- dtWjJrtp MrJjrt Gular" friib icü fiett; imB&g Asphalt lad Mar Wa flirKrti# Pummor»oäiiküoB der Dia iiiiimtn 1 1 1 im nodimdWdddwni 3. Woche Eotulannliiäs Floraa Uder/ levis Stein DerPatrloi Hollo- Ernal e Ii'«9«Zz iiiiiiMiiniiiiiiiiiiiiiiininnuii' Harry Piel MltternacIKs- lue PorS Ein Film auo dem afrikanischen Busch lalesdl- hellen lotrltt liiiiniiiiiiitiiniiuMiiiuiiKnii Harry Piel Die Mittfimaditstoie Aul der Bühne: Taing■ Tau• Tseng Orlg. chln. Gaukler ••iiaaieHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMimHi Oer lebende Leidinain Eni der Kähne; Ullld. Emmf Schwm Anna Kay Vont Nachtwelt Plccafliliy) ................................ 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Die Araklionsjihung findet in dieser Woche am Montag, dem IS. May, 18 Uhr, im Stadtverordnetensihungssaal tuichl Zimmer ISO) statt. O 4. und 5. Streif Prenzlauer Berg und �riedrichshain, Bildungsausschuß. Ge. meinsame Eitzting mit allen on bei Moifeiee interessierten Genossinnen und Genossenm grossen Saal der Knmmersäle, Tellomer Str. 1— 4. Gesrlliges Beisammrnscin der Krei». Mitglieder mit«usilnortrogen und Tanz. Beginn 17 Uhr. eintritt 75 P«. 7. Kreis ssharlolteiiburg. Keule, Sonntag, 17. März, 18 Uhr. in der Schul- auia, Schorrenftr. 25, Wilhelm. Buich-ilbend mit Puagl Mixt. Karte» an der Abendkasse slir 30 Pf.— Sreiaintlgliederoclsumnilung am Donnerstag. dem 21. Mär», 19'? Uhr, im Bartragssaai des Deutschen Krankenkassen. Haukes, Bersiuer Str. 137. Bortrag!.Sozialistiichr Wohnungspalitik.- Rescrent Dürgermrister Paul Kirsch, M. d. L. «. Kreio Schöurberg. Heute, Sonntag, 17. März. Arbeitsgemeinschaft der Kinderseeunde rine Titanio.Lichtspielrheater. Echönederg, Hauotstr 12 Uhr, ncranssaUrt die Rote.Faiken-Matinee im 49. Zur Ausführung ge. langt der Film:„Zeltiäoer 1928*. Volkstänze und Lieder. Karten für Ermachsene 50 Pf. 2ö Pf. für Kinder bis zu 14 Jahren an der Kasse. Die Genossen und Ecnossmne» werden geheten, die Veranstaltung zu unterstüßen.— Montag, 18. März, 20 Uhr hei Will, Martin.Luther-Str. 69, 6. Vortragsabend der Kommunalen Borlrogsrcihe. Vortrag:»Wohnungs- rnefen.- Referent Stadtrat Isranz Czcminski.— Dienstag, 19. März, 20 Uhr, ebenfalls bei Will. Kreisvorstandssitzung.— Mitiwoch, 20. März, 17 Uhr, Fraltionssitzung mit den Vllrgerdeputierten im Reuen Rathaus. Zimmer 144. 14. Kreis Neukölln. Sitzung des engeern Kreisnorstandes am Montag, 18. MSrz, 1814 Uhr. im Parteibureau, Neckarstrasse. 16. Kreio Koocnid. Montag, 18. März, 19 Vi Uhr, im Stadttheater, Friedrich. prasse 6, Kleiner Saal, Kreisnerireterversammwng. Taqeoordnung! Be. richt des Parstandes. Neuwahl des Borstandes. Verschiedenes. Erscheinen aller Dc/egierten dringend«rsorderllch.- Dienstag, de» 19. Mär,, ver. ansialtung der.Wanderratten- im Stadttheater, Grosser Saal, Ariedrich» prasse 6. Zur Ausführung gelangt dir Renne:.Rattengift-, Einlass 19 Uhr. Beginn 20 Uhr.«iatritt 00 Ps. Karten find bei den Funktio. »ären und an der Abendkassr zu haben. 17. Kreta Lichtenberg. Bezirksuerordnete und BUrgerdeputierte. ssraktions» fitzuna am Moniag, dem 18. März, 18 Uhr, im Rathaus. Zimmer 36.— firaktum der Lehrer und Eltrrabrsräte! Am Dienstag. 19, März IS'.s Uhr, in der Schule, Lichtenberg, Scharnweberftr. 19, Sitzung aller Sichrer, Elternbeiräte und Ersatzleute. Mitgliedsbuch legitimiert. 26. Kreis Reinickendorf. Fortsetzung des Kursus Dr. Schlesinger:.Die äkouo. mischen Lehren- von Karl Marx am Donnerstag, 21 März, 1914 Uhr, im Lehrrrzimmcr der 5. Schule. Reinickendors-W-it. Auguste-Piktoria.ANee 37, Morgen. Moniag. 18. März. 16. Abt. Wichtige Zusammenkunft aller Freidenkergenossen 2V Uhr in den Moabiter Bierhollen, Kirchsie. 13.. 27. Abt. Tresspunit zur Beteiligung an der Einäscherung unseres ermordeten Deaossen Heinrich 18>4 Uhr Gleimstrasse, Ecke Falkpiatz. Shatlattenbnrg. 56. Abt. 20 Uhr bei Liersch, Kautstr. 62, Treffpunkt sämtlicher venossen zur.Vorwärts-.Agitation.— 57. Abt. 20 Uhr im Lokal Goethe. Eck, Goethepr. 64 Funktionäriitzung. 66. Abt. Wilmersdors. 20 Uhr Zahlahend bei Kiikka. Lauendurger Str. 20. Vortrag:..Die Arbeiierbewegung vor dem Kriege und jetzt." Referent Kurt Hcinig, M. d. R. Dienstag. IS. März. >?. Abt. Alle Genossinnen und Genossen, die In der Wohlfahrtspflege und in der Arbeiterwohlsahrt tätig sind, nersammeln sich 19>4 Uhr. in den Eoweuiussälsn, Memeler Str. 67,— Die Genosse» besuchen um 17 und 18 Uhr die Veranstaltung der Kindersreund« in den AndreasFestsälen, Andreasstr. 21. Film: Am Zeitloger der Roten Aaiten. 93. Abt. Reulclln. Achtung! Die siir Dlci�stag, 19. März, oiigesetzle Mii. gliedcrnersanmiluiig der 75, Berlouisftclle der KOiismiigeaoihrnsdjasl iailt wegen der Grsain.veranstaiiung am Mittwoch, 20. Marz, aus. 4». Abi. Schwerhörige. Mi!iwod>, 20. März, 20 Uhr, im Ingendl'ctm, Linden. sirgäe 4, ucr» I, Mitgliederversammlunq. Lichtbildervortrag deo Genoffen Lanns Kamm Uoer:«Die Bourgeuifie i» Oer Karikotu.". Alle Genoksmuea uns Genossen sowie Eiimpathistetende und„Borwäris"»Leser find ein. geladen, 136. Abt. Reinickenbors.Oft. Mittwoch, 20. März, 20 Uhr, im SchlltzenhaiiS, Residenzstr. 1. Mitgiiederuersommlung. Vortrag:„Das Konkordat" Reie. rent Fritz Schmidt. Die Vezirksfllhrer laden dazu die Miigliedcr ein. Zralienveraiislaltungen. 4. Stiels Prenzlauer Berg. Dienstag, IS. März, 20 Uhr, bei Klug, Danziger Straße 71. Funttionärinncnsitzung. Stellungnahme zur Neuwahl, des Frauenausschusses. 1 Ii 1' I I � Z-i 11. Kreis Schänebrrg. Mittwoch, 29. März. 19'»: Uhr, iit der Uhiand? 3?: 15 schule, Golonnenstrasse, Film, und Voriragsabeud. 1, Vorirag des W !Z Genossen Dr. Julius Moses, R. d, R. 2. Film„Kmizjug des Weibes", p 13. Kreis Tempelhos, Marieudoes, Marienfeldr nnd Lichienrade. Mittwoch, 20. März. 20 Uhr, in den Mali. Festsälen, Mariendorf, Chausseeftr. 30ö, Kreissraucnabend, Vorirag der Gcnosfiu Mathilde Wurtn, M. d, R.:„Die Frau im Erwerbsleben". 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, 20. MSrz, 1914 Uhr, bei Tempel, Gudrun. prasse, Kreisfrauenabend. Genosse Mehlhose spricht Uber»Die Freidenker in der Kulturbewegung". Die Funklionärinnen werden gebeten, schon um 1814 Uhr zu erscheinen. 18. Kreis Beissensee. Diensiag, 19, März, 1914 Uhr, im Lokal Stärke. Ehar- lottendurger Ecke Tassoftrasse„Heiteres aus der schänen Literatur." Vor. tragender Genosse Henri) Reift. 5 rauenveranstaltungea am Montag. 18. März. 2-/3. Abt. 1944 Uhr im Saal 5 des Gewerkschasishauses, Engtsuser. Unser Frauenabend findet diesmal in Form einer Vior, seier Patt, Reben Rezitationen von Herrn Mudrack Borlrag der Genossin Marie Kunert, M. d. R. 4. Abt. 20 Uhr im Lokal„Schiefische Heimat", Neue Friedrichstr. 1, Licht. bildervortrag des Genossen Iubnke:„Ein Ausflug ins Weltoll" sowie ein lustiges Proaramm mit Musik, llnkosienbeitraq 20 Ps 18. Abt. 1944 Uhr bei Sorgatz, Usersir. 12,»Die Frau im Erwerbsleben". Rcserent Erna Kresse. 29. Abt. Adztung, Genossinnen! Der Frauenabend sällt am Montag aus- Daillr beteiligen sich alle Senosstnner. an der Einäscherung des Genossen Bruno Heinrich. •lugeneliveiken der Arbeiterschafft Groß-Berlins. Heute, Sonntag: KSpenick, Aula der Körner-Realschule. Lindenstr. lOUhr. SaaJötfnung 9'ä Uhr. Lldjicnberg, Aula des Gymnasiums, An derParkaue, lOUhr. Saaiüf inuntz 9': I hr, ebendort 13 Uhr. Saalöflnung 12' 4 Uhr. Sonnlag, den 24. März: Berlin, Großes Schauspielhaus, Karlstraße, 9 Uhr. Saalöflnung 8'/« Uhr. (bendort 12 Uhr. Saaiöffnung U'U Uhr. LlditeiibcTg, Aula des Gymnasiums, An der Parkaue, 10 Uhr Saalöflnung«'/; Uhr. ebendort 13 Lhr. Saalöifnung 12'-; Uhr. Pankow, ,TivoIi"-Lichtspiele. Berliner Str. 27, 11 Uhr. Saalöffnung 10>/« Uhr. Karfrellag, den 29. M&iz; Berlin, Gr. Schauspielhaus. Karlstraße. II Uhr. Saalöffnung 10V< Uhr. Otterionnlag, den 91. März: Charlotienbnrg,„Piccadil!y"-Lichtspiclhaus, Bismarckstraße 93, 11 Uhr. Saalöffnung lO'h Uhr. Chorgesang/ Musik/ Weiherede/ SprechdioT u. a. m. Gas karten illr die Jueerdwcihen(außer chauspielhaus) Sind am l äge der Weihen an den Kassen eihältllch-> 31. Abi. 1944 Uhr bei Golbschmibi, Eiolpische Sir. 39, Vortrag der Genossin Elte Schcibennuber:„Das Rech: des iinehelid>en Nindes". 39. Abi- 20 Übe IN der Auristikchen Sprechstunde, Lindensts. 3,„Aus der Arbsi: als Schujpslegcrin". Rrierenl Arn a Fechenhoch- ckhariollenburg. 56. Abi. Der Frauenabeno iäll! in diesem Mona! aus. a akllr beieiiigeu sich alle> enosfinnen an dcu oeidrn Krrissrauenveranftaliuügeit oin 21. und 28. Marz. Räheres wiid noch belaiiiiigegeheu.— 57. Abt. Der Frauenabeiid am 18. März fällt aus Alle GNiossinneN beieiiigeu sich an den Kreisueranftaüungen. Ziäherr Miitciluna ersoigt noch. 71.972. Abt. Wilmersdars- AI Uhr pllnttlich bei Eeiigebi'sch, Laubaiher Ecke Varziner Sirasie ,-Die Sozialisiiii im Seim und im äftienlichen Leben". Zieferen! Anna b eiier. Schöneberg. 77. Abt. Der Frauenabend lälli aus. Die Genossinnen beietligen sich an der Kreisveraiistaltung am 29! März. Film, niid Bortragsaoend in der Uhlandschule, Eoionnenstraft--— 79.«dt. Allr Genossinnen be. ieiliaen sich an der Kreisfilmneranstaltung am 29. März in der Uhland» schule, Eolonnensirasse.— 79.«dl. Die Genossinnen beteiligen sich restlos an dem Filmabend des Kreises. Bitte die KreisNotiz beachten. 83. Abt- kichterfeloe. 29 Uhr bei Schmidi- Roonstrasse Ecke Hindenburgdamm: „Bub und Mab, I" Ref.reiii Dr. Hildegard Wegscheidel. 192. Abt. SanmsdMlenweg. I9'4 Uhr bei Hosi. Baumschuiensir. 72.„Die Frau in Politik und Wirischast", Reserent Käthe Kern. 193. Abt. Oberschänrweibe ikf; Uhr- in der„Sdiillergsocke", Schillerpromenade, „Kameradschästsehe"- Referent Margarete Schenkalowskn. 141. Abt Rasenthal- 29 Uhr bei Hossmann, Edelaveissstr. 5.„Der Kamps INN die w;I!Iiche Schuir". Referent Stadtneeoroneter Sans Woywod. Arauenveransiallungen am Dienstag, 19. März. 7. Abt. 29 Uhr i» Wählerts Garten, Piiugstr, 9,„Neue Wege in der Straf» rechtsreform". Reierent Minna Todenhagen, 16./29, Abt. 29 Uhr, Lokal wird am Siensrag bekanntgegeben.„Warum weit. iiche Schule" Referent Kurt Lücke. 23.«bt. 20 Uhr bei König, Otawistr. 37,„Die soziale Stellung der Frau". Referent KLihe Kern,...„. 28. Abt. 20 Uhr hei Karl-Ii, Wörther Str. IS.„Kameradichaitsehe". Referent siuditki Griinfelb. 198. Abt Aohanniathal. 20 Uhr bei«otha, Slubenrauchstr. 12/18,„Aroelter. schüft und Kirche," Referent Ernst Oberllber. 116- Abt. Lichtenberg, 19' 4 Uhr bei Morr, Reue Babnhofstr. 28..�kommunale Probleme Gross. Berlins"- Rrferrnt Stadtberordneter Hermann Lemperi. 12«.«bt. Friedrichsseide. 20 Uhr bei Koitke. Eaprivi. Ecke Prinzenallee,„Ar. beiterbichtung". Vortragender Genosse Mar Varlhel. 128.il36. Abt. Paulow. 194s Uhr bei Lehmann, MUHIensir, 38 Ecke Murimilia». strasse,„Gehör, die Fra» ins Haus". Referent Margarete Schenkalowkkn. 138. Abt. Hermsdoes. 20 Uhr bei Dewald am Bahnhof Hermsdorf. Referat wird am Dienstag bekanntgegeben._. 149».«bt. Wittenau 29 Uhr im Lakai Schulz, am Bahnhof,„fftauenftoflci,." Bonragende Genossin Dr. Käte Frankenthal. Arauenveranstallungen am Mittwoch, 20. März. 6. Abt 29 Ubr bei Grosser. Turmsir. 8,„Die Sozialistin im Heim und im öffentlichen Leben". Referent Anna Gener. Rrutöll». 94«bt 1944 Uhr bei Sell, Schillerpromenade u,„Das Recht des unehelichen Kindes". Reserent Sertha Gotchelf.— 97.«bt. 1944, Uhr Wt fiugü, Leinesir.-l Ecke Sermannstrasse,„Heiteres aus der ichönen Literatur". Vortragender Genosse Henry Reift. Arauenveranstallungen am Dauuerstag, 21. März. 24. Abt 20 Uhr im Bezirksnerordnelensaal des Bezirksamt« Prenzlauer Berg. Danzkqer Str. 64, Vortrag des Genossen Dr. Julius Moses, M. d. R,:„Der Kanipf um den � 218." �... 45.«bt. Donnerstaq. 21. MSrz. Bestchtigunfl des Hortes in der GörU�er Schule. Tie Genossinnen treffen sich pünktlich um 1» Uhr in der Wiener Strohe am Tunnel._, §8.«bt. Halen see. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42,.D,e soziale Stellung der?rau im Spiegel der Literatur�. Reftrent Margarete Hartig. 134.«bt. Nein Ittendorf. Ost. lS5? Uhr in der Baracke Lindauer Straße, �Die Frau Her neuen Generation." Referent Käthe Kern Arauenveransialtungen am Jreilag. 22. März. 116. Abt. Grünau. 20 Uhr bei Werner, Köpenicker Str. 125.„Sozialdemokratie und Berliner Humor." Referent•$. Kamm. Bezirksausschuß für«rbeNerwohlfahrt. Am Dienstag, iü. März, 2» Uhr, gulammenkiinft her bti Pieshisä «rage CU>»er Zlähe»es Poisoamer W Tagesordnung: 1.„Ausbau der Sozialorrficherung." Rcfercntw Genasfiu A snrgetriuueu) im Sitzungssaal 3ir. 5 »lbnecht-Straße, 3. Staat sin Luise Schröder. M. d. R. 2. Aussprache. Z. Verschiedeues. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Safte herzlich willloi Ausweis mitzubringen. Zirkulär ift als 2.»reis Tiergarten. Reichstag. Vetsiligung aller Portal i. 3. Kreis Weddiug. straße 1, Z. Stock, Sitz» l. A!' Montag, 18. März. Wtt Uhr, Funktionäre erwünscht. 20 Uhr, Führung durch den Treffpunkt oar dem Zilie naustausch, Dienstag, IS. März. 20..... « mit allen Helfern der„Fachgruppe Jugend im Umlauf befindlichen Akten sind unbedingt bringen. 2. Besprechung wichtiger Fälle. 3. Verschiedenes.— Donnerstag, 31., März. 20 Uhr, Ledigenheim. 5. SN 1. Lchlußreferat des Genossen Hartwig" '2' 3ßit£lißbcc ■ Berschiedsnes. nifali ""... 7"" a g. 15 winterten Ausschusses der Arbeit-rwohlfahrt. Drganiiationen ssnd beglichst eingeladen. 5. Kreis Friedrichs Hain. Dienstag 19. März, 19H Uhr,_ ___________________________'nteressterte Genoj geladen. Tagesordnung: Bortrag des Genössen Stadtrat Günther, schieden«-. 20.«reis Zieiuickendorf. Mittwoch, 20. März, 19% Uhr, groß« Konferenz aller Helfer und Helferinnen im alten Rathaus, Zimmer 17, Reinickendorf-Ost, Hauptstratz«. Tagesordnung:„Aufbau und Aufgaben der Arbeite rwvhlfahri." Referentin Genossin Todenhagen. Interessierte Genossen und Genossinnen sind herzlich willkommen. Arbeitsgemeinschost der Siuderfreunde. Kreis Steglitz. Dienstag, 19. Mär». Treffen im Heim Albrechtstr.«7 van 17— 19 Uhr. Kreis Friedrichs Hain. Dienstag, 19. März, findet in de» Andrea s-Festfälen. «ndrcnsstr. 21, unser Filwaben» statt. Es laufen der„Rote. Falle n-F, Im'»nd „Dr. Dolittlcs Asrilareisc." Kreis Reukölln. Heutig« Kreisoernnfiai Film„Gin Grab am Nordpol�. Treffpunkt 30 Pf. Morgen, Montag, van 17—19 Uhr Realgnmnassum, 2. Stock. Kreis Tiergarten. Srnpp««nguft Bebel. Rote Falken: Lustiger Fallet». abend. Iungfalken: Singsang und Gemeinschaftsspiele: beide, am Dienstag, 19 Mär, /von 17%-- 19% Uhr, im Heim Waldenserstrag«. Küken: Heimabend am Mittwoch, den 20. März, von 17—19 Uhr, ebenda.— Gruppe Tiergarten. Süd: Jeden Dienstag nnd Freitag oon 17—19 Uhr im Tülowfclm, Bülowstr. 88. «reis Schöneberg. Alle Kinder kommen mit Eltern heute zur Matinee im Titanic. Hauptstr. 49.— KLIeuIallen: Dienstag, 19. März, Zelchnen: Freitag, SS. März, Kneten.— Zungfallen! Dienstag Gefellfchafisfmel«: Freitag, 22. März, Liederabend.— Siotfallen: Dienstag, 19. März, Osterfahrtdefprechung: Donnerstag. 21. März, Vorträg«: Freitag, 2L, März. Vollstanzkursus. Kreis Köpenick. Mvrgen, Montag, im Heim Köpenick, Grünauer Str. S: „Gin Abend im Zeltlager." Die Kinder sämtlicher Gruppen nehmen teil. Kreis Weihenfoe. Werbefeier im Renen Lyzeum, Pistoriusstr. 132, am Sonntag. 17. März, 18 Uhr. Es läuft der ,ScckaBimSilm7 Eintritt: Kinder 30 Pf., Erwachsen« 20 Pf. Geburtstage. Jubiläen usw. 9. Abt. Unserem Geuossen, Bezirlsvervrdneten P s n I Bintln«. Bits. nacker Strasse 50, zu seinem 80. Geburtstag« dir herzlichsten Glückwünsche.— Der Abteilungsvorstand. |«Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation Unser Genosse Karl H i ck e I, Ehcnsseestr. 88, ist verstorben. Einäscherung am Montag, 18. März, IS Uhr, im :■-1. Ab t. Ehre seinem Andenkens Krematorium Gerichistrass«. 43. Abt. Unsere Genossin Pausa Onar, 190. Bezirk, ist am Freitag verstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung am Dienstag, 19. März, 11% Uhr, im Krematorium Baumschule»weg. 99. Abt. Reuiölln. Unser Genosse Paul Lull ist a« 2. März nach längerer Krankheit verstorben.— Desgleichen am 10. März unser Adteilungs- Mietervertreter Genosse Otto Grassmann. Ehr« ihrem Andenken! B Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Lerlia ckiusendimqea kür diese« ». S». a I'fcfitalli�il r 4h pav �»aeittneu BHHiHfc �erNn SW 68.£i«l Die Aoltsbühnenknrteu nnd Fried rich.Ebert.Heinnnaiken find noch»au einer Reihe von Abteilungen abzurechnen. heute, Souolag. In. 193. WWI kbrt; iStutJOiahr 1848." — Friebrichshagen: Heim Frledrichstr. 87, Zimmer 3. Liederabend.— Sau». nmeg: Hemr Ernststv.� V.„Wir gedenken der 1848er Revolution."— Seinickeudorf.vst: Helm Lindauer Strasse, Baracke 1. Heimabend.— Tempel- hoi-Msriendors: Heim Germaniastr. 4—8. 19 Uhr Hmmabend. gustrumeut« mizbri�>W Weebe bezirk Kreuzbseg: Gesundheitsamt am Urban. 10 Uhr Besuch der Ausstellung„Wien im Bild" im Frauer Vachnn l- San Werbebezirk Renlölln: lleban /Beb dem. der Wsf S%— 12 Uhr Heim Kanner Strasse. Heimabend im Heim Steinmetzitrasse. Derbe bezirk Lichtenberg: Heim Guntsrstr. 44. 19% Uhr Bunter Abend. Morgeu, Aloutag. 19)4 Uhr: Der Siugkreis übt pünktlich 19tzt Uhr im' Lindenhei«. ' ntrum: Treffpunkt zur Frauenveranstaltung 19 Uhr Aleranderplatz. *""' 12'"-~ und Wadel auf Zlibeitsgemeinschafr. 5>>lt der HpMfueu Technik,"— Schönhauser Vorstadt: Schule Eonnenlmrger Str. 30. März. aesallenrn-Feier.— Fraulsurter Viertel: Heim Litauer Str. 18.„März, und Rovemberrevolution.— Eharlottenburg-Noid: Keim Olbersstraß«.„Wir und Ilebungsabend.— , u.»....— Treptow: Schule Borsigwalde: Heim Eonratstrasse(Eingang „Bub und Mädel."— Zieinickendors-Ost: Heim Lindauer Strasse, Baracke 1. Märzgefallenen-Gedenkseier.— Pankow in, R. F.: Hei« Görsch. strasse 14.„Arbeiterjugendbeweaung einst und jetzt." Serbe bezirk Schöneberg: Schule Mühlenstraße. Bollstanzkursus. >VoeIienproArsmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 17. März: &8S: Stundenriockaupiu! der Patsdmuer Garnison kirchc. I: Morgenfeier. UJO: Vonnittagikonrert. 13.11: Die woäorne Schachpartie. 14: Für den Landwirt, 15.10: Märchen. 16: Uebertrasung Konzertsaal Hochschule für Musik: Konzert des Schwarrmeicrschcn Kinderchors. 18; Das Problem des Einheitsstaates. 19J0: Kuiturkuriosa, 20: Abendunterhaltuni. Danach Tanzmusik- Montag, 18. März: 15.30: Sprachliche Plaudere!-». 16: Wie Tiere durch den Winter kommen. 16.-30; Konzert. 17-30: Novelle von Beider Olden. 18.10: Architekt und Hausfrau. 18-10: Englisch für Antinser. 19: Organisation und Aufgaben der heutigen Polizei- 19.30: Uebertragung Staatsoper Wien:.,Die Zauberflöte", Oper von Mozart Danach Tanzmusik. Dienstag, 19. März: 12.10: Die Viertelstunde für des Landwirt 15-30: Geist and Zeh. 16: Stande mit Büchern. 16.30: Dichtung und Komposition. AnschüeOend Tee- musik. 18.10: Die Bewährungsfrist und ihr Widerruf. 18-55: Katholische Jagend in unserem Volk und unserer Zeit. 19: Das Ich und die Umwelt. 19.30: Die Beseitigung von Rundiunk-Emptangsstörungen im Bezirk der Oberpostdirektion Berlin. 20: Abeudnnterhaltnng. 21: Dialoge der Weltliteratur. Deutschlandsender: 20: Qu stav-Mahier- Abend. Mittwoch. 20. März: 15-30: Wie kann säcb die Ilaasfrai vor unzweckmäßigen Einkäufen schätzen? 16;..Hört das Auge— sieht das Ohr?" 16-30: Jugendbflhne. 18,10; Die Sportschau des Monats. I8JS: Westeuropa und der deutsche Geist. 19: Rechtsfragen des Tages. I9J0: Der deutsche Arbeiter und die Weltwirtschaft 20: Vortrag. 20.30: Irland in Musik and Dichtung. Anschließend Presse- um schaa des Drahtlosen Dienstes, Danach Tanzmusik, Donnerstag, 21. März: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 1530: Können Tiere sprechen? 16: Die Weltanschauung großer Dichter. 1630: Nachmittagskonzert. 1730: Süddeutsche Skizzen. 18.10: Von Rieselfeldern und ihslichem. 1835: in der Werkstatt der Lebenden. 19: Meister der klassischen Knnstr 19.30: Der Beruf des praktischen Arztes. 30: Tag des Buches. Anschließend Lieder, nnd Mnsikvorträge. Danach Tanzmusik. Freitag, 22. März: 1530: Die Anlage undi Pflege des Gartens. 16: Stunde mit Büchern. 1630:„Der Mantel der Träume" von Bdla Balazs. 17: Musikvortrüge. 18.10: Der Wert der Seefische für die Ernährung. 1835:„Denken Sie. wir sind weitergekommen?" 19: Das Wochenende. 19.30: Dentsohlands Handelsbeziehungen. 20: Abendunterhaltnng. Anschließend Mandolinenkonzert. 21: Europäische Staatsmänner der Gegenwart. 21.30: Dichtung der Gegenwart. Deatsehland senden; 30: Kammermusik. 2130: Uuterhaltuacsmasik. Sonnabend, 23. März: 1530: Im Staatlichen Nahrnngsmittei-Ünersoehungsamt. 16: Köpfe der modernen Wirtschaft. 1630: Unterhaltungsmusik. 18.10: Das Symbol des Lichtes. 1835: Unsere Musikkultur. 19: Organisaüoo und Aufgaben der heutigen Polizei. 20: Sendespiele:„Der Hofnarr", Operette von Adelt Müller iun. Tanzmusik. Deuischlaudsender: 20: Die Stunde des Landes. 3; Schubert und sei» Weit Kölligswusterhausen. Sonntag, 17. März: Ab 855: Uebertragung aus Berlin. 19: Das hohe Lieck des Königs Salem o. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, 18. März: 16: Englisch(knltorkundllch-Iiterarisehe Stunde). 1630: Uebertragung au» Berlin. 1730: Franz Liszt. 18: Wie steigere ich die Leistungsfähigkeit meines Geistes? 18.30: Englisch für Anfänger. 18 55: Waldbüder aas der Rhein- Provinz. Ab 1935: Uebrrtragnng aus Berlin. Dienstag, 19. März: 16: Die' rationelle Methode des Rechnen*. 1630: Uebertragung an* Leipzig. 1730: Reisen nach Irland. 18: Klassische Dichtungen. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Der deutsche Süden. 1930: Moral und Soziaikritik in der Malerei. 20: Destichiandsender: Gustav-Mahler- Abend. Anschließend lieber. trägung aus Berlin. 22.45: Biidfnnkvcrsncbe. Mittwoch, 20. März: 16: Berufsberatung. 1630: Uebertragung ans Hamburg. 1730: Back tack Wirtschaft 18: Die Wendung zur Geschichte. 1830: Französisch für Feit» geschrittene. 18.38: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter. 1930: Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20: Uebertragung aas Berlin. Donnerstag, 31. März: 16: Crsiehongsberatiuic. 16J90: UebertrassBC tos Berttt. IT-3i: Ktna das Deutschtran in Australien noch gerettet werden? 18: Oberschl es isches Mosik- leben. 18-30: Spanisch für Fortzeschrittene, I&S5: Was tac ich im Frühjahr, um die Felder sauber zu bekommen? 19,20; Kundenpsychologic. Ab 20; Utber- tragunz aus Berlin. Freitag, 22. März: 16.05: Die rationelle Methode des Rechnens- 1630: Dobertragung»as Leipzig. 1730: Entschädigung bei behördlichen Eingriffen ia Hausbesitzerund Mieterrechte. 18: Psychologische Arbeitsgemeinschaft. 1830; Esgliseh für Förtgeschrittene. 1835: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter.>930: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 20: Deutschlandsender: Kammer- musik. 21: Europäische Staatsmänner der Gegenwart. 21.30: Deutschland- sendet: Tanzmusik. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 22.45: Bildiunk- versnehe. Sonnabend, 23. März: 15.40: Frauenstnnde. 1630: Uebertragung aus Hamburg. N30: Die Frau im Leben des Beamten. 18: Arbeiter und Buch. 1830; Spanisch fflr Anfänger. 1835: Die Ethik der Jagd. 1930: Alfred Messel zmn Gedächtnis. 20: Deutsch- landsender: Die Stunde des Landes. 21: Deutsehioodsender: Schubert und sein Werk.• Anschließend Uebertragung ans-Berlin. Werbe bezirk Renkölln: Achwngl Wir beteiligen»n» gefchlnssen an der Kartelljugendversammlung in der Aula der Walter-Rathenau-Schule, Bvddin- strasse. Turnabend und Tambourkorps fallen aus. SSG. Ritte: Heim Landsberger Str. 50. 17% Uhr:„Eine moderne Schule." «erbebe,>rk Prenzlauer Werg: kunft Mittwoch, 20. Marz, 19% Albrecht spricht über„Aufgaben Genossinnen und Genossen müssen ersiheinen. Vorträge,Verei«e uudVersammtungen. /A% Reichsbanner„Sdjttjarj-Rot-sBolb". Ssschäftsftelle: Berlin S. 14. Hedastianstr. 57/88, Hof 2 St. MHlvp Ganvarstnnd. Aungbann«r.schuwnqÄurfus Dienstag, 19. März, wV»-30 Uhr. im. Gaubureau..Dr. Körting:„Arbrirsgemeinschoft, Berfassungssräge-t.— Prenzlckner Berg: 10% Uhr Einösch-tung de» etmords. ten Kameraden Heinrich, im Krematorium Gerichtstrasse.. Beteiligung aller Kameraden Ehren, acha Kameradschaft SenefeSer Platz:' Die.Kowerodschafls- sissung am 18. März füllt wegen der Einäscherung des kam. Heinrich aus u:ld findet am Dienstag. 28. März, im gleichen Lokol statt. Zugend: 20 Uhr Ber- sammlung in der weltlichen schule. Sanncnburger Stvsss», Zimmer 17. 1 Tr. Srenzbezg, Äugend II sSüden): 20 Uhr Bersammlung mit Borrrag bei krepp, Planufer 75. Renlölln-Bm«, 4. kameradschaff: V> Uhr Märzfeier in der Kanu radsdiairsversammlung. Für Ungehörig- 20-% Uhr im SufchErug, Britz. Rudower Ltraße.�Portrag des kam. Adier: ,.März'aa« in Berlin."— Dievs- ""' mabieilung: Außerorden j. . enzlnusr Berg: Berfämm, ._______ SatnnfS, Pasteurftr. 6. kam. Humannvlatz bei Pohst, Stargarder Stt. 19. Vortrag des kam. Koppe,„Wirt, fchaffsfragen der Gegenwart. Schöneberg. Friedenau: 20 Uhr Märzfeier mit Angehörigen im Grand-Eaf«. Sehern eherg, Haupt-. Ecke Akazienstiasse. Referent kam. MinisterialdirÄtor Hitzler: Rezitationen und haus. Referent Eugen Warf,' od Filmvor. ittabteUung: Fttedrichshain: Versammlungen --.------ Uhr in Schmidts Gesellfcholi Haas«:„Selbsterlebnisse in Sowjetvussland. bei Paul-■*-----' e~ j führungen. Anschliessend gemütliches Beisammensein.' Winterspo 20 Uhr Schwimmen im Wellenbad Lunaparf.- JBMWSlHllHIBlBBpiBBBHHE. Kam : tschau; Bevsaminlung bei Paul Schenötke. Simv n, Dach� S tt Äh �E rlchei non Pili»:. Marineabteilung: Uehungr stunde Dienstag gud Freitag bei Beck. Uferstr. 1. Neuanmeldungen für den am 1. April beginnenden Kursus sinh zu ridsten an«am. Banfelow. Berlin�egel. Berliner Str. 88.—«reuzbezg: Montag. 18. März, Fugend 1 f Südwestens. 20 Uhr, Versammlung Porckstr. II. Lichtbildervortrag:.Mit dem Fahrrad nach Dänemark." Jugend lü lSüdvstl: 20 Uhr Heimabend im Jugendheim-------—■—— Kameraden der" Gneisenaustr. Philharmonie. 19% Uhr Konzert des Philharmonischen Orchester», Dirigent Prof. Zulius Prüw-r. Tonziftenoerein.Die Raturfrennde",«bt. Mitte. Sie Einäfcherungsfeier für den lbenossen Karl Hickel ffniet am Montag, 18. Räm K Uhr, im Krematorium Gerichistrass« statt. Sämtliche Mitglieder treffen sich zum letzten Ehrengeleit um 17% Uhr vor dem Haupivurial tu der Gerichiftratze. Sozialwissenschaftlich«-----------—.......... im Zimmer 1 des Lehrerb restanront au») Genosse,____ So-igldemokraiie." Mitglied starte mitbringen! Gäste willkommen. Zu An. fchluss daran Zahreshauptverfammlung mit öieuwahl de» Borstaude». Arbettcr-Abstin-nt-u-Bund, Bezirksgrnpp« Osten, hat am Dt-n»taa39. März, 19% Uhr, in der Schul« Berlin 0. 84, Petersburger Str. 4, ihre Mitglieder- Versammlung.. Genosse Dr. Zülwsbnrger wird über das Thema.Marleben mir?" referieren. arum Kieche Briefkasten der Redakttou. «. B. 90. Dd Ihr Ihrer Gebart bevetts au« austzäsett« mar. so käu»»» Sie vv Kirche nsteurr nicht hevaugezoL.......... Ihren Austritt brauchen Sie nicht zu erklären.— M. M. 1. 1. Die Rückgabe deA'Äpvarates ist nur mSglich, wenn dir Firma damit einver stauten ist. 2. Rein. Di« Firma kann die Erfüllung des Beitrages fordern. 8. Zeu tx M. s. 22. 1. Sur die Unterschriften müssen-utwetzer gerichtlich-der notariell beglaubigt werten. 2. Nach dem Werte des Anteils. 3 Waßgedend tft ine stiche des Erbteils. 4. Z000 M. Z. Za. 6. Bei nicht zmaugsnewirtschafteten. odstücken ist massgeblich der Ertragswert, der gefunden wird, indem man Reinertrag mit 18 vervielfacht. Usdersteigt der Ertvagswert fetach den gemeinen Wert, so gilt dieser. Bei zwangsbewirtfchaftete» Grundstücke» ist von dem Wehrbeiirogswert auszugehen.— Varetze» Str. 4. Solange Sie selbst erwerbslos sind, können Sie die Unterhaltsgewährung ablehne».—- S. H. 3. 11. ~ an da» BsM» Sie durften dl« Rodelbahn nicht betreten. Wende» Sie„__—,— umt Köpenick.— Otto Hass 100,107. Eiffelturm 300 Meter, Kölner Dom 160 Meter. HEFreitag-STOFFE S Quamtsn. y Molkenmarki Hsf4 te neuen, &et uns 6lf(lg I Wir bringan Lsilcr. hci leichten-südösUichen Winden, nacht» Frosch am Tage rasch aiisliig nde Tetnveraturur— Jär ventschland: �ilaberatl de leres Wetter mit zietnlich Icharjen Nachtfrösten und rasch anircigenden Tagestemperattiren. Ostern bei Wertheim. Die Oster-Ausstellung bei Wertheim, Leipziger Straße, das ist im wahrsten Sinne ein sröhllches Osterfest Da lMben sich die �äslein aller Generationen, von der Großmutter mit der Hornbrille und dem Großvater mit dem eisgrauen Zottelbart angefangen, bis zu den steinen und allerkleinsten Kindern und Kindes- kindern zusammengefunden, um mit der holden Weiblichkeit aus dem eigenen Geschlecht, sowie mit den Damen aus der Nachbarschaft, dem goldgelben Federvieh, allerlei fröhliche Allotria zu treiben. Da wird getanzt und Großvater dreht dazu den Leierkasten, dort zeigen ein paar sportlich durchtrainierte chasenjungens ihre flotten Künste am Reck und auf der Schaukel, hier hat sich ein Gesangverein gebildet, der di« schöne Osterzeil so recht aus frohem Herzen hochleben läßt und ein paar praktische Hühnerhaussrauen stehen mit gufgehallener Schürze und sammeln den österlichen Eierseaen. der da von oben, au? dem nieversiegenden Füllhorn eines überdlmensionolen, zufrieden lächelnden Niesenosterhasen kommt. Rund um diese Osteropotheose sind dann all die hübschen Sächelchen aufgebaut, die der Osterhase franko ins Haus zu liefern hat. Gottlob hat der fröhliche Osterbote «in Einsehen und hat seine Gaben in mannigfaltigster Ausführung und Größe herstellen lassen. Und wo's zu keinem hübsch bemallen Riestnei langt, da tut es auch ein kleines aus Pappmachä und so ein kleiner, knallgelber Piepmatz für einen Sechser erfüllt schließlich auch seinen Zwecke_ Mit bei«töffjmng bei.Staxbe"«m go» ift beit Besucher» ctaa*»all- Tautmcn Neuos auf bau Gebiete mobctnet Gaststätte» übergebe». IIa eine» große», erotische» Garten von uravobrscheiitlicher Farbenpracht, durch den sich Semole mit Goldfischen jicbeit, liegen. In der Art von Garteuterrassen, NSnge, die dem Gast einen Ausblick über all dies« erotische Pracht bieten, kostbare Saiteen, seltene Dosserpflonjen, sogar ein besondeiea Exemplar der Bittoria Nogia/ Etechpalmen, Bananenstauden, Eulalvvtus, echte«lazien und als Glau ein Tropenbaum mit lebenden, buntschillernden Papageien. Der gange Bau. nach Plänen de, Architekten Leo Nachtlicht ausgeführt, ist in Gilber, Blau und Gelb gehalten, und unterstreicht so noch den tropischen Charakter. Diese geschmackvollen Farben sind von Professor Casar Klein entworfen und für den Innenausdau ist Prof. Walter Reyer verantwortlich. Die gastliche Stakte bietet etwa 1ÄV Personen Platz. Für den große» vsteroerkans bringt das weltbekannte Teppich, and Gar» dinen-Spezialhaus Emil Lesepre, Berlin, seit 47 Iahren nur Qranienstr. 138, Nähe Moritzplotz, In ihren anerkannt soliden Qualitäten Teppiche, Gardinen, Stores, Bettdecken, die letzten Neuheiten sehr preiswert zu« Berkauf. Man beachte jedochl Die Firma Euril Lefevrc hat keine Filialen! Da» bekannte Großdetoil. Schuh. Lokel Dehrn dt, MLngstr. 25, bringt die neuen Frühjahrsmodelle in den neuesten Lurussarbentdnen wie Honigbeige/ Nipiera-.Sand, Nikotine, Mahagoni usw. usw. iu auter Ware zu billigen Preisen. Inbenlll Schaufenstern und Schaukästen steht man die entzückendsten Modelle deii Pariser und New-Jorier Modetlln stier ausgestellt.. 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Noch nie wurde in Sowjctrußland der Druck auf die Arbeiter- fchaft auf einer so breiten Front und so offen und unvcrhüllt unter- nommen wie gerade jetzt. Der Kapitalmangel nimmt der Sowjet- regierung die Möglichkeit, die ftaailichen Industriebetriebe zu er- wcitern nud in kurzer Frist auf eine moderne technische Basis zu stellen. In dem Bestreben, die industrielle Produktion zu steigern und zu verbilligen, suchen die kommunistischen Trustleiter und Betriebsdirektoren einen Ausweg in der Erhöhung der Arbeits- intensitöt der Arbeiter. Bis jetzt tonnten die kommunistischen Wirt- schaftler den Druck aus die Arbeiterschaft nur verborgen, gelegentlich und ohne offene theoretische Begründung durchführen. Anders steht es in diesem Jahr. Die..Wirtschaftler" sind offen zum Angriff übergegangen. Besondere Negierungsausschüsse, die Entschließungen fassen über die Notwendigkeit,„der Zerfahrenheit der Arbeits- disziplin ein Ende zu bereiten", sind geschaffen worden. Den Leitern einiger Trusts sind Vorhaltungen gemacht worden über ihre Nachgiebigkeit gegenüber den Fordeningen der Arbeiter bei dem Abschluß von Tarifverträgen. Entwürfe einer Aenderung des geltenden Systems der Bezahlung der Arbeitsaussölle und der Ent- schädigung bei leichten Erkrankungen werden erörtert. Die Besug- uisse der Betriebsleitungen bei der Bestrafung und Entlassung von Arbeitern wegen Verletzung der Arbeitsdisziplin sind erweitert morden. Alle Wirtschaftsorgane des Staates sind vom Obersten Vollswirtschaftsrat aufgefordert worden,„die tatsächliche U e b e r- Prüfung der gelt en den Leistungs- und Akkord- s ä tz e und die Durchführung der neuen Sätze unverzüglich in weitestem Maße in die Wege zu leiten und aufs höchste zu beschleunigen". Die Ueberschriften der Artikel und Notizen in der Sowjctpresfe offenbaren den sozialen Inhalt und den Eifer der neuen.Kampagne". Da liest man:.�hinaus mit den Nichtstuern und Liederjanen!"—„Genug gefaulenzt l"—„Faulenzer, Trunkenbolde und Diebel"—„Die Verletzer der Arbeitsdisziplin müssen streng bestraft werden!"—.höchste Zeit, mit dem Arbeiten zu beginnen!" Und so weiter. In der letzten Zeit macht die „Torgowo-Promyschlennoja Gaseta"(Handels- und Industrie- Zeitung), das Organ des obersten Volkswirtschaftsrats, anderen Blättern, die keine genügend eindeutige Haltung in dieser Frag««in- nahmen, Vorhaltungen und treibt sie zu schärferer Tonart an. Im Anschluß an die erste Sitzung des vom Rat« für Ar- beit und Verteidigung gebildeten Ausschusie« für die Hebung der Arbeitsdisziplin fiel dasselbe Blatt über die Gewerkschaften her, die sie einer„äußerst trägen Haltung gegenüber, den Berletzern der Arbeitsdisziplin" beschuldigte. Und aleichzeitig chetzt das Organ des Obersten Bolkswirtfchastsrates tagaus, tagein gegen den„TtUd". die Zeitung der Gewerkschaftszentrale, weil der„Trud" sich weigere,„eine eindeuttge Haltung in der Kampagne für die Hebung der Arbeitsdisziplin einzunehmen", weil die Gewerkschaftler„bis jetzt noch nicht die nötige g e i st i g e Umstellung vollzogen hoben". Die offizielle Uakerstühung der RKP. Diese Aktivität der Wirtschaftler ist sehr leicht zu erklären,— sie sind diesmal der Unterstützung des entscheidenden Faktors— der Kommunistischen Partei der Sowjetunion— sicher. Dies« Sachlage ist durch die Erklärungen des Mitgliedes des Polit- bureaus Molotov auf der Konferenz der Moskauer Organi- sation der KP.(am 26. Februar) einwandfrei geklärt. Einen großen Teil seines Referats widmete Molotov dem„Zerfall der Disziplin in den Betrieben" und der„ganz und gar unzulässigen Einstellung der Arbeiter gegenüber ihren Pflichten". Gegen den„Trud". das Organ der Gewerkschaften, hat Molotov unzweideutig für dos Blatt der Industrieverwaltung Partei ergriffen. Dabei müssen sowohl die Behörden des Obersten Volkswirt- schaftsrates als auch Molotov selbst zugeben, daß in der letzten Zeit keinerlei objektive Tatsachen, die ein Sinken der Arbeits- Produktivität bezeugen könnten, zu verzeichnen waren. Erstmalig stieg im Jahre 1927/28 die Arbeitsproduktivität schneller als der Lohn. Das erste Vierteljahr 1928/29 bestätigte dies« Tendenz, und die Angaben zeigen eine Steigerung der Arbeitsproduktivität um 12 Proz. an; die Statistik spricht auch von einem Rückgang der Arbeitsvcrsäumnisse von 9,2 Tagen pro Arbeiter im Jahre 1927/28 aus acht Tage pro Arbeiter im Jahre 1928/29. Auf der anderen Seite läßt sich die niedrige Produktivität des russischen Arbeiters— gemessen an der Produktivität der Arbeit in kapitalistischen Ländern— freilich ebensowenig bestreiten wie die verhängnisvolle Wirkung des A l k o h o l i s m» s und das häufige Vorkommen von produktionsschädigender Liederlich- keit und Schlamperei. Doch das gleich« war ein« unbestritten« Tat- fache auch in der Vorkriegszeit, und damals waren es sowohl Menschewiki als auch Bolschewik!, die mit aller Entschiedenheit gegen die Versuche mancher Unternehmer protestierten, die Arbeiter- schaft in ihrer Gesamtheit für die alkoholischen Exzesse und Schludrigketten einzelner verantwortlich zu machen. Für die wahren Ursachen der geringen heutigen Arbeit«- Produktivität sind Unsstände entscheidend, die von den Arbeitern in keiner Weise abhängig sind: häufiger Wechsel der Produktionspläne. fchlcchtc Organisation der Produktion, schlechter Stand der veralteten und verbrauchten Maschinen und Werkzeuge, häusige Stockungen in der Lieferung von Rohstoffen, Brennstofien, elektrischem Strom, mangelbafte Qualität der Rohstoffe usw. Ader auch die anderen Faktoren, die auf die Arbeitsproduktivität ungünstig wirken, sind durch die allgemeinen Arbeits- und Lebensbedirezungen des Proletariat? im Sowjetstaate, nicht aber durch den bösen Willen der russischen Arbeiter bedingt. Geringe Qualifizierung der Arbeitskraft? Ja, wenn an die Stelle der qualifizierten Arbeiter, die im Laufe von zehn Iahren aus dem Produktionsprozeß ausgeschieden sind, neue treten, die in der Kriegs- und Revolutionszeit ein« völlig unzureichende technische , Ausbildung genossen haben, oder die noch kurzen Fabrikousbiidungs- ! kursen häufig nicht einmal mit den Maschinen und Werkzeugen ! umzugehen wissen.— wie soll da die durchschnittliche Qualifizierung ! des Fabritproletariats nicht gesunken sein? Dabei wechselt die Zu- sammensetzung der Belegschaften heute schneller als jemals vor dem Kriege, durch die Wohnungsnot harren die Arbeiter in vielen Be- trieben kaum mehr als drei bis sechs Monate aus, so daß z. B. im Donugol-Trust(Donezkohle), der im Durchschnitt 11090 Arbeiter beschäftigt, im Laufe eines Jahres 17 000 Arbeiter neu eingestellt und 16 000 Arbeiter entlassen worden sind! In den Betrieben des Donezgebietes haben 10 Proz. der Arbeiter— ohn- Verkehrsmittel— einen Weg von 7 bis 10 Kilometern von der Wohnung bis zum Werk zurückzulegen, während im Textilbezirk Iwanowo-Wosnesfensk die Entfernung der Arbeiterwobnungen vor» den Fabrikstätten für mehr als die Hälfte der Belegschaften über S Kilometer beträgt! Wie können da Erfahrungen gesammelt werden? Kann man sich da über Arbeitsversäumniss« beklagen? Die Arbeiter der Textiltrnsts werden beschuldigt, häufig bei der Arbeit an der Maschine einzuschlafen. Mao manch- mal Kartenspiel und Alkohol der Grund sein, ober unvergleichlich häufiger liegt der Grund darin, daß in diesem Jahr die Nachtarbeit«ingeführt wurde, bei einem völlig ungeordneten und leidvollen Dosein der Arbeiter in den Wohnkasernen. Und schließlich findet man in der Sowjetpressc kein Sterbenswörtchen darüber, wie sehr das ewige Anstehen vor den Geschäften und das Herumlaufen von einem Laden zum anderen auf der Suche noch Lebensmitteln dazu beigetragen hat, die Zahl der Arbeitsverfäum- nisse zu erhöhen. Der„kommunistische Unternehmer" kann nicht mehr marxistisch sehen! Di« Fäll« bewußter Beschädigung von Maschinen haben zugenommen, der Diebstahl von Rohstoffen und Ferttg- crzeugnissen hat sich ausgedehnt. Soweit es sich um einzelne Fälle böswilliger Schädigung der Produkiion oder vorbedachten Diebstahls handelt, müssen sie von den Betriebsleitungen selbstverständlich bekämpft werden. Wenn aber solche Fälle große Ver- b r« i t u n g finden, dann kann nicht der Arbeiter schuld sein, sondern das System, d. h. die Arbeits- und Daseinsbedingungen sind schuld. Anders lassen sich solche Erscheinungen nicht erklären. Einst haben die Kommunisten die objektiven Wurzeln der niedrigen Produktivität der Arbeit in Rußland sehr wohl zu erkennen gewußt. Die Stellung des Unternehmers, die sie seit nun elf Jahren einnehmen, hat sie jedoch inzwischen„gelehrt", die Ursachen der geringen Arbeitsproduktivität nicht in objektiven sozio- len und kulturellen Verhältnissen, sondern in der Faulheit, Nichts- tuerei und moralischen Haltlosigkeit der einzelnen Arbeiter zu suchen. Eine vom Rate für Arbeit und Verteidigung einberufene ve- sprechung hat jetzt alle Vertreter des Präsidiums des Obersten volks- wirtschafisrates bis zu den kleinen provinzfunklionären der Wirt. schaft in einer Front für die Forderung geeinigt:„Alle Macht im vetriebedem Betriebsdirekto rt"— eine Forderung, die angeblich die Hauptvoraussetzung der Hebung der Arbeitspro. duttivität sein soll.„Die Gewerkschaften st ören die Be- triebsleitung"— so formulierte ein kommunistischer Redner die einhellige Meinung der Konserenz. Die soeben veröffentlichten neuen Bestimmungen über die Pflichten und Befugnisse der Betriebs- leitungen berauben die Gewerkschaften ihres früheren Mitwirkung»- rechts und stellen die Ernennung der Betriebsdirektoren und der gesamten Betriebsleitung in das ausschließliche Ermessen der Wirt- fchaflsorgaae. Es ist ein gefährliches Zeichen der„Zeit", daß der Sowjet- staat gerade in dem Augenblick, wo er eine Niederlage an allen anderen Fronten der.Industrialisierung" erlitten hat und die Auf- gäbe in den Vordergrund rückt,«ine Steigerung der Produktion durch eine erhöht« Arbeitsleistung des Arbeiters zu er- zielen, auch die Ausschaltung der Gewerkschaften von jeder Art Betriebs- und Produktionskontroll« auf die Tagesordnung setzt. Di« Mitwirkung der Gewerkschoften. ja, selbst der zahmen Sowjetgewerkschaften, ist unbequem und lästig geworden.„Alle Macht dem Direktor" und.Kinaus mit den Faulenzern und Tage- dieben": dies« beiden Tagesparolen sind miteinander unzeruennbch verknüpstl Das ist der Hohn der Geschichte! Von dem utopischen, aber revolutionären Kampf um die„Befreiung der Arbeit von jeder Unterdrückung", den sie im Jahre 1917 begonnen, sind die Kommu- nisten jetzt, im Jahre 1929, zur schmählichen Rolle von Antreibern und Scharfmachern herabgesunken. A. I u g o w. Das schlechte Gewissen. Die Dereinigten Elektrizitätswerke Westfalen verteidigen sich Di« Bildung der Westdeutschen Elektrizitätswirt' schaft A.-G. durch das Rheinisch-Weftfälifche Elektrizitätswerk, die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen� das Badenwert und einig« vom RWE. abhängige Kraftuntexnehmungen hat mit Recht das Erstaunen' der Oeffentlichkeit hervorgerufen,- weil teil- weife rein öffentliche Unternehmungen, besonders die großen Ver- einigten Elektrizitätswerke Westfalen, hier dem RWE. als Steig- bügelhalter gegen die A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschaft ge- dient haben. Wir haben unser Erstaunen darüber seinerzeit sehr nachdrücklich zum Ausdruck gebracht. Auch der„Deutsche Volkswirt" hat das getan: er Hot die westdeutsche Gründung richtig als einen Erfolg des RWE. bezeichnet, der die VCW. dem Interessenkreis des RWE. einfüge und die Ansprüche des RWE. bei der zukünftigen Regelung der deutschen Elektrizitätswirtschaft zweifellos erhöhe. Der Generaldirektion der DEW.-Weftfalen hat nun sichllich dos Gewissen geschlagen. Sie Hot dem„Deutschen Volkswirt" ein« sehr verlegene Berichtigung geschickt, in der sie sich darauf hinausredet, daß der Anschluß an die Westdeutsche Elektrizitäts- Wirtschaft A.-G. aus freier Uel>erlegung und selbständiger Ent- schließung erfolgt sei, und zwar um die gemeinsamen Interessen der einzelnen Werke Westdeutschlands in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammenzufassen und mit vereinten Kräften zu fördern. Die West- deussche Elektrizitätswirtschaft A.-G. sei nur da.zu ausersehen, der Träger für die Aktienbeteiligung der Westdeutschen Werk« an der A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschaft zu werden. Es wird be- stritten, daß sich die VEW. dem Jntereffmkreis des RWE. zugeneigt hätten. Wenn irgendwann, so ist bei so klaren Verhältnissen wie bei den Absichten des RWE. die hier vorgebrachte Entschuldigung nur eine S e l b st k l a g e der VEW. Die Generatdirektton des VEW. möge doch die Kirche im Dorf lassen und offen zugeben, daß sie sich aus irgendwelchen Gründen vom RWE. hat einsangen lassen. Wir hoffen allen Ernstes, daß es ihr heute leid tut: denn für ein rein kommunales Unternohmen konnte es in der Tat, nach- dem die A.-G. für deutsch« Elektrizitätswirffchoft einmal gegründet war, keine Wahl geben, wohin es gehört. Das gilt auch für das Bademverk. Im Falle des VEW. liegt der Fall besonders klar, denn aus der eigenen recht bitteren Erfahrung hätten sie wissen müssen, daß sie vom RWE. nur schlecht beraten werden können. Die neuen Partner der RWE. würden sich wirklich nicht zu wundern brauchen, wenn das RWE. die Verhandlungen mit der A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschaft auf dem Rücken der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen und des Badenwerkes führen würde. Gemachte Fehler sind allerdings dazu da, daß sie wieder gutgemocht werden. Privatbanken, öffentlichen Banken und Unternehmungen dürft« das Reich jetzt ziemlich beträchtliche Kassenmittel für das Aprilende be» rett haben. Ausreichen dürften die kurzfristig geborgten, zum Teil leider auch hoch verzinslichen Kassenmittel des Reiches aber immer noch nicht. Tauwetter und Arbeitsmarki. Vrandenburg noch keine Äesseraug.- Nordmark erleichtert. In der Woche z u m 9. März, in der das Tauwetter begann. Hot der Arbeitsmarkt in Brandenburg noch keine fühlbare Erleichterung erfahren. Die Zahl der Arbeiffuchenden blieb mit 398 000 fast unverändert. Die Nordmark mit dem Zeittrum Hamburg meldet dagegen für die Woche zum 13. März einen Rückgang der Arbelffuchen- den um über 1000, oder um 2,3 Proz., nachdem in der vorher- gehenden Woche noch eine Steigerung von 1,4 Proz. zu verzeichnen war. An beiden Meldungen ist interessant, daß die Zeitdifferenz von vier Tagen, der ein« starke Besserung der Wetterverhältniss« enffprach, auf dem Arbeitsmarki sich sofort relattv stark auswirkte. Wettere Kassenhilfe fürs Reich. Durch eine Vereinbarung mit den vier Berliner D. Banken, die Reichskredit A.-G., die Commerz- und Privatbank, die Berliner Handelsgfelllchoft sowie das Bankhaus Mendelssohn u. Co. soll dos Reich aus einen Zeitraum von etwa vier Wochen bis zum Eingang der im April iäiligen Steuern rund 130 Millionen neue K o s s e n m i t l e l erhalten. Zusammen mit den früheren kurz- sristig aufgenommenen Äasfenverstärkungen von der Reichsbant, den Blühende Maschinenkonzerne. Schubert& Salzer�hemnih 16 proz. Dividende. Di« Schubert u. Salzer A.-G. in Chemnitz, heute mit einer Belegschaft von rund 6ö00 Mann und einem Kapital von fast 20 Millionen Mark das größte Maschinenunternehmen Sachsens. gehört schon seit Iahren zu den fettesten Aktionärs- Pfründen in Deutschland. So ist es auch 1928 geblieben. Di« Gesellschaft konnte ihren Betriebsüberschuß im letzten Jahre von 10,7 auf 14,0 Millionen steigern und damit seit 1926 um rund 70 Proz. erhöhen. Trotz der auch diesmal wieder hexaufgesetzten Abschreibungen auf die Anlagen(1,83 Millionen) liegt der Reingewinn mit 4,44 Millionen fast um 1 Million höher als im Vorjahre. So kann die Gesellschaft wieder eine Dividende von 16 Proz., wie im letzten Jahr, zahlen, m»- bei aber diesmal auf das erhöhte Kopital von 19,2 Millionen, rund 3 Millionen an die Aktionäre stießen gegen nur 2,2 im letzten Jahr. Dennoch ist doch in dem ausgewiesenen Reingewinn und den gezahlten Aktionärsgewinnen nur«in Br u ch t e i l des tatfäch- lichen Iahresertrages enthalten. So kennzeichnete auf der letzte« Generalversammlung im März v. I. ein Aktionär die Politik der Verwaltung durch die Feststellung, daß es in Deuffchlond kaum ein zweites Unternehmen gebe, dos sein« Ge- winne in einem derartigen Matze anhäufe und v« r st e ck e wie Schubert u. Salzer. Aus diesem Grunde fordert« auch die Opposition in dieser Generalversammlung die Heraufsetzung der Dividende auf 18 bis 20 Proz.! Nun haben allerdings die Aktionäre von Schubert u. Salzer nicht nötig, sich über zu geringe Gewinne zu beklagen. Allein im letzten Jahre erhielten die Aktionäre außer der 16prozentigen Dividende die jungen Aktien halbgeschenkt. Rechnet man die Kurs- gewinne zur Dividende von 1928 hinzu, so haben sie rund 50 Proz. auf ihre Aktien ausgezahlt erhalten. In der Bilanz ist kaum ein Posten vorhanden, in dem nicht große stille Reserven enthalten sind. Die etwa 7,7 Millionen Mark Umstellungskosten feit 1924 sind restlos abgeschrieben worden. Der Wert der Grundstück« und Gebäude ist nur mit BETVFEDERN Geschlissene 0-90.»ernpNe 0-80. 0-50] Ktoeen, RefüIU...*10. 370,- 45 � T«"üf" Weiß, gerupft od. gcsctalleten 3-80, l-SW Unterbett, gefüllt.. SN. 8-70. 5 55 P"'»1-*'•« . Oaum.••••••••• gdültt•. 11*40. 9*34 6*9# BetttMcnrelelc««»ettlekaar Stenndeeke wiKjf PelCWIlC gcßl- 9 901 schneeweißen Gän mit ailer- feinsten Gänsedaunen. i M.»- Ur dee» Mae««rette. � BBBUH» KotttEEV 88 and flasenthelentrefle 8 6�> ÜEiHioiteir Mark angesetzt. Der wertvolle LetriebslnaschineN- park mrd die Elsktrizitötsonlagen, die /illoin dem Hauptwerk 3,5 Millionen Klo Wattstunden liefern, sowie die 2700 Werkzeugmaschinen stehen mit je fünf Mark(!) zu Buche. Auch die sogenannte Uebergangsrechnung, ein sehr belieberter Pasten für Gewinnrückstellungen auf der Schuldenseite der Bilanz, wächst bei d«r Gesellschaft Jahr für Jahr uiil» wird diesmal mit über Mll- lionen ausgewiesen. Dost die sieben Herren des Aufsichtsrats fast eine Viertel Million Tantieme erhalte»— nahezu«in voller Wochenlohn der 6500 Mann Belegschaft—, sei nebenbei er» J wähnt. Die Umsatzziffern im letzten Jahr werden von der Verwaltung verschwiegen. Doch dürften sie 50 Millionen überschritten haben, da sie bereit« im vorhergehenden Jahr um SO Proz. auf mehr als 41 Millionen gestiegen waren. Die Belegschaften muhten erst im vergangenen Jahr wegen einer geringen Lohnerhöhung«inen Streit von sechs Wochen durchsechteil. Sie werden aus den Jahr für Jahr steigenden Gewinnen die notwendigen Schlüsse ziehen. Auch im lausenden Jahr ist die Gesellschaft auf eine Reihe von Monaten mit Aufträgen versehen. Scharfe Frostwirkuag aus den Zemenlabsah im Aebruur. Der scharfe Frost machte sich bei dem Zementabsatz im Januar bereits in einem Rückgang des Versandes um etwa SO Proz. gegen- über Januar 1S28 bemerkbar. Im Februar, wo der Frost seinen Höhepunkt erreichte, haben sich die Äällewirlungcn im Zementabsatz noch weit scharfer fühlbar gemacht So belies sich der Gesamtabsatz im Berichtsmonat auf nur 83 000 Tonnen gegenüber 502000 Tonnen im Februar 1028. Dieses seit Jahren schlechteste Absatzcrgebnis hatte zur Folge, dah zahlreiche Zementwerke ihre Betrieb« schlichen mußten. uantmeyer OSTER-WERBE-WOCHE t00/o VERGÜNSTIGUNG tO0/o bei Bar-Einkauf. Ausgenommen Markenartikel 55, 57, 58 Wilhelmstrasse 55, 57, 58 Achtung! NietaVkarteU! Achtung: Freitag, den 22. März, abends 7 Uhr. in der Lockbrauerei. Fidicinstrahe 2 3 Ii«« e» im m* h■■■• M aller Uertrauenspersonen üemmmlunsaÄÄHffl T-g«°-dnuvg- soll der Lohntarll geKQndlgt werden? der mit dem DBMZ.-ötemvel vertchenen Legi- sduche» einer dem Metolltarl.ll ongeschlollenen vi« Octssetioaltang. antritt nur gegen timaliondkart- und de« Verdan yrganisoiion. ImMlMslWtt-WM �»'nng! Bpirtfjjstfite vtcnslog, den 10. Marz, abends r>/, Ahr, in den„S«|thieo-Sälen', Sapbienflc. I 7 1? Betriebsräte- Boll-Versammlung unserer Organisalion. Tagesordnung: Bericht mm der Tonterenz der Neichsdeiritte. gadlrclche» Erscheinen ist unbedingt morde iich. Mitgliedsbuch u. Susweistarte legitimiert. 1». —... waej. IHfjr, im Sibungsiaat des Verbands abends Dienstag den hr.imSihnnl.. Hauses. Liaieasiratze Sa 69 SMF Konferenz der weibliche» verlrauensxersooen und Belriebscäle. Tagesordnung. I. Vortrsa de« Kollegen Paul Eckert Uder: Die W>ri- ichoitslage in der Metallindullri» 1 Ber> bendsang«legenhsiten und Verschiedenes. Da e» fiä, um«nicht g» gragtn handelt muh jeder Betrieb vertreten lein»>- Di» Fundtionärmnen iönnen organisierie Kolleginnen als Sitfi» etnisthreu. Wsgev' uns killlfferiefaMlev Vlenslag. den 10. März, aachmtttags chUhr. iaiSiIzangssaatbes Verbands Hasses, Slnicnftcob««3«» Funktionärsitzung Tagesordnung:>. Tarifdesprcchung. St Diskussion. «Mi Da der Sistunofsaot um 6V, Uhr geräumt werden muh, ,st pUnttliche, Er- icheinen notwendig. Um! MmsMer Umi Websehler-Teppicht. Klein« Webfehler Zx» lg,— Mar?. kleine Wedlrhler ZX« Morl Kleine Webfehler SshXSlh Mx- Mark. «leine Webfehler Zx4 Mark. l». Qualität Zx» 38,— Mark. u. Qualität S'.iXSZi 5S,— Mark. I». Qualität 8x4 SS,— Mark. Sdrner, Berlin. Patsbamerstrahe Ab. Hausnummer beachten. Bettenveekauf! Wegen Hcldmangel svottbilligl Reu« lb�-I Brachtuolle W.bgj stä,— I Bauernbetdcn SS,—!«sine Lom. Hardware! Leihheuis Brunnenstrahe 47. Beachtenswert! Venlschss Tsoulchbans Zmil Leldore seit 1882 nur Oranien ltrahe lös.«einerlei Biiiehungen»ur ähnlich klingenden.ZIruur. Man achte an< Vornamen Emil.' Out erhaltener«inderwagrn preiswert .zu vcriaulcn bei«unze, Hrnnigodorfer« strahc 21 Ul link». Selzsetiiungjskilrhst. iVaKli«-),!* «asalleraazstze, Winterpalelot», Sport- Uze, Tan�mzllg». weite Bauchanichze. 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Tech»'chcr Film. S Humoresle. Za der Woche vom 8 bis 14. April: 1. awilchen Slogereak und gmatra, 2. Eisvr.äiec.Kralstn". 3. Technischer Film. 4. Humor«».», Aalragen wegen Usderlastung und Besuch der Adieilung sind televdonisch oder schrift- lich an die Kuiiurabieilung(Bureau: Lmteuftrahe 83,85. atwmer 20: zu richten Ei« Orisaccmallaag. Verkäufe radardinemäntei. Eoverlevatpaietot». Iiit cd« Figur passend. Sp»ialität: Bauch. anzllge spotidillig. Grsellschaltsanzltue werd.n verliehen. Halpttn. Rssenthaler. strah« 4. I. Etage___• Sctragrn« Herrengarderode. Sveziali. tiit«auchliguren. spottbillig. Rah, Tor. otannstrane 25/A- Irilher Mulacklirahe_ s Serrenschaeiderc, fertigt zu bcauemen Ratenzahlungen«legani« Herrengarde. rob» nach Mah an. Stein, Invaliden» strahe 185 Totalausverkauf! Herrcnanzllgr, Pal«. tat». Ulster, Wintersoppen, Sportpelze, Tahrpelze, Gummimantel, Hosen, Be. russkleidung, reinwollene Mahsioffe zu Ausvelkaufspreisen. Pekleidunqühauo. 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Das Rachgejühl im Herze« des Angeklagien, dem ein Jreispruch nach langer Untersuchungshaft das Tor in die Freiheit öfinet, kann den Glückstoitmel kaum übertreffen, den Las Wort „Kühle" in Menschen weckt, die jede Erinnerung an das Einwirken dieses Begriffes auf ihr« Hautneroen längst ausgeschwitzt haben. „Äuhle?"... Wie soll man an die Existenz eines solchen atmo- sphärischen Wunderz noch glauben können, nach siedenmal sieben Tagen unter Palmen. Tamarinden-, Jack- und Brotdäumen, die olle einen Schatten van<0 Grad Eelsius„spenden"? Während der Reise durch Rordindien ist übrigens auch dieser überheizte Schatten eine selten erreichbare Erquickung, denn die Vegetation ist verdorrt in der monsunsreien Jahreszeit, und der schaulustige Europäer mutz aus der Schatieninsel des Hotelgartens am Morgen schon in den . gelbglühenden Glutofen, dessen zauberhait schöne Tempel, Moscheen und Königspaläste nur die eine Schattenseite hoben, überhaupt keinen Schatten zu werfen in der senkrecht niederbrütenden Sonne. »Ich erfriere in der Hölle!" Ein besonders raffinierter geographischer Regietrick zwingt zu alledem den Reisenden, die Fahrt in den Himalaja in Kalkutta anzutreten, und welche Steigeninz für die Epidermis dieser Aus- gangspunkt bedeutet, das kann nur an Hand einer kurzen Erklärung der Besonderheit Kalkuttas erklärt werden! Mag man aus dem Westen kommen oder aus dem Osten, mit der Bahn den Ganges entlang gereist oder vom Aequator her durch den Bengalischen Meer- dusen gesegelt sein, man hereut hier, den Ausdruck„höllische Hitze" früher schon mißbraucht zu haben, leistet den durchreisten Gegenden Abbitte und degradiert sie zum Purgatorinm. In dem Kreise der englischen Offiziere, die hier garnisoniert sind. Zirkuliert seit Wen- fchengedenken die Anekdote, ein alter Major, der jahrelang in Kal- kutta kommandiert hatte, sei nach seinem Ableben Nacht kür fstacht den Kameraden erschienen, bi» er endlich, von dem Mutigsten gestellt. die flehentliche Bitte ausstieß:„Jungens, gebt mir um Christi willen einige warme Decken! Ich friere mich zu Tode in der Hölle!" WiflenschafMch, mit dem Thermometer in der Hand etwa, läßt es sich natürlich nicht nachweisen, daß in Kalkutta die Hitze um so und so viele Grade größer wäre als im übrigen Indien. Aber Kal- kutia ist Großstadt, mit drei-, vier- und mehrstöckigen Häufern: für den Europäer kommen nur die größeren Fremdenkarawanskreien in Betracht, und die sind in europäisch angelegten Straßen nach«uro- päischer Art gebaut—— kann man sich einen oierziggrödigeit Schatten, der schon im Freien eine Folter bedeutet, zwischen Straßen- pilastor und vierstockhohen Schächten aus getürmten Ziegelsteinen eingekastelt, vorstellen? Freilich ist Bombay unter demfllben Himmelsstrich nicht wesent- lich kleiner als Kalkutta, aber es ist weniger neu. weniger von dem fragwürdigen Streben beherrscht, möglichst„europäisch" zu wirken, und vor allem liegt Bombay am Meer, dos Taj Mahal Palasthotel steht am äußersten Rand des Hofens, wo am Abend der leise Hauch einer Bris« die welke Haut ersrischt, und für Minuten wenigstens die qualvollste Eigenschaft des Tropenklimas: den minimalen Unter- schied zwischen Mittags- und Mitternachtstemperatur, vergessen macht. Kalkutta aber ist noch etwa iS Kilometer vom Meere ent- fernt, Haftitstadt nur, weil der Ganges tief gemig ist, auch die größten Dampfer so weit herauszutragen: der Atem der freien Wasserfläche aber erreicht die Stadt nicht, und so schläft sie unter der Haub« ihrer eigenen Ausdünstung, nur während der kurzen Regenpenode einmal jährlich vom Monsun ausgelüftet. Es mag an Wippchens Reiseberichte erinnern, wenn man von der reichen, prächtigen Stadt, die in ganz Asien nur von Tokio an Ein- wohnerzahl übertroisen wird, derart nichts anders zu erzählen weiß, als daß es heiß ist � in den Tropem Tatsächlich erdrückt aber in der Erinnerung dos' unvergessene Leiden alle anderen Erlebnisse, und trotz der unvergleichlich herrlichen Rasenfläche des Maidan, dessen allabendlicher Wagenkorso Boi» du Boulogne und Hyde Park nichts an Glanz schuldig bleibt, trotz der sehenswerten Bauten und des orientalisch kolorierten amerikanischen Verkehrs, bleibt das stärkste (Beschenk der Stadt der kurze Augenblick der hoffnungsvollen Flucht, die Stunde der Abfahrt nach Darjecling. In den Hoftheatern der Vorkriegszeit waren Wohllätigkeitsoorstellungen mit„gemischtem" Programm beliebt, ein AU„Zauberflöte", ein Akt Pariser Leben, ein AU aus einem orientalischen Ballett. Es gibt zwei Städte, Kairo ist die eine, Kalkutta die andere, die so wirken, als wären auf einer Bühne die vermischten Dekorationen für ein solches Pat- pourn ausgestellt. Man ist eigentlich froh, daß die Darstellung zu Ende ist. Nur für Farbige! Auch die Abfahrt von Kalkutta scheint ein Regietrick, denn der einzige Schnellzug nach Darseellng verläßt gegen sechs Uhr die Stadt, zur Stunde, da der Körper bis zum Bersten vollgesogen mtt Sonnenglut, der kurzen Kühle des Sonnenunterganges entgegen- schreit! Unmittelbar vor Einbruch dieser ersehnten Erholung fährt der Himalaja-Expveß aus dem winzigen, niedrigen Nebenbahnhof der Himalajabahn, so daß man noch unausgekühlt sich hinein- schieben lassen muh in den Waggon, der auf dem sreien Geleise genau zwölf Stunden lang wie ein Akkumulator das Feuer der Tropensonn« in sich aufgespeichert hall Ein einziger Trost nur träufelt Kraft in die hoffnungslos erschlafft«» Glloder: mau weiß. die Fahrt in dam abgeschlossensi, Backofen dauert zunächst nur drei- einhalb Stunden, dann ist dos Gangesufer erreicht und man darf auf das Schiff, das beinqhe eine Stunde braucht, den mächtigen Strom zu überqueren. Es ist längst Nacht, wenn man über den seltsam zerrissenen, mit Bretter« und wackelig extemporierten Stegen geflickten Schlammboden bei Fackelschein nuf die Fähr« stolpert. llnd hier, zum erstenmal während eines halbjährigen Aufenthaltes in Indien, sseht der Reisende beunruhigt die Scheidswand nieder- gerissen, die den weihen Sahib überall von den Farbigen aller Schattierungen und Berufe trennt! Unsichtbar und doch unerschüt- terlicher.als jeder Festunzswall aus Beton oder Granit ist diese aus Hochmut und Unterdrückung getürmte Umfriedung. Kein Titel und kein Rang sichert dem Europäer in seiner Heimat solchen Abstand mm der Meng« als hier, wohin man auch kommt, das Adelspatent der weißen Hautfarbe automatisch dem„Sahib" auszwingt. Wie Siegfried durch das Feuer, schreitet man durch das dichteste Ge- wirnmcl der Basare und Tempel, in jeder, auch in der niedersten Wagenklasse der Eiseitbahn, gegen dunkle Nachbarschaft geschützt— ja. eigentlich verwiesen aus ihrer Nähe durch die Tafeln:„Nur für Farbige!" Dos Endche» Weg aber von der Bahn zur Landunnsbrücke, die in stetigem Kamps mit der stromaufwärts rollenden Flut tag- täglich beinahe eingerissen oder verschoben wird, diesen kurzen Fuß- marsch müssen alle Reisenden gemeinsam zurücklegen, und es ist ein fast beängstigendes Erlebnis, plötzlich mitten in dem kreischen- den, hastenden, ausgeregten Gedränge der sorbigen Menge zu stehen, umflattert von den weiten Gewändern. Zuweilen wird man an einer dunklen Stelle sogar gestreift von einem ahnungslosen Eingeborenen, der vornübergebeugt unter schwerer Last, wie ge- stachen, von tödlichem Schreck durchzuckt, beiseite springt, wobei er im Scheine der nächsten Fackel bemerkt, daß er einem seiner weißen Beherrscher zu nahe gekommen war!... Auf dem Schiffe ist die„Orduung" sosort>t»iei>er hergestellt. Unter goldumrahmten Spiegeln auf roten Samtsttzen verzehrt im Salon der Sahib sein Abendbrot, während auf dem unbeleuchteten Verdeck, zu ungeheuren Knäueln geballt, die Einheimischen auf ihren Säcken und Kisten kauern. Am jenseitigen Ufer wartet dann aus den Europäer selbstverständlich sein Schlafwagenabteil, an der Außenwand des Waggons mit seinem Namen beklebt» und wenn er nach achtstündiger Nachtruhe erwacht, ist er schon an der End station Siligun angekommen, 120 Meter über dem Meere, in einer Morgenkühle, die einen leisen, ganz ganz leisen Gruß der fernen Schneegipfel um die Stirn« weht. Eine Spielzeuglokomotive Von hier beginnt der eigentliche Aufstieg, ein Höhenunterschied von 2l00 Meter muß bezwungen werden, und man sieht erstaunt, ungläubig, das wackelige Spielzeug, das dies« ansehnlich« Leistung in sechs Stunden bewältigen soll! Der Frachtenverkehr der Dar- jeeling Himalajan Roilway ist kaum nennenswert, sie wurde hnup:- sächlich für die erholungsbedürftigen Europäer als Weekend Ressource für das fofhionable Kalkutta gelmut, und so mußt« gespart werden, man begmigle sich mit einer Schmalspurbahn, deren Geleiseweite nur 70, sage siebzig Zentimeter, beträgt. Eine Spielzeug« j lokomvtive, wie Bergwerke zum Befördern der„Hunde" welche 1 benützen, wird vor die winzigen offenen Wagen gespannt und zieht | mitklich an, man muß nur stündlich Wasser und Kohlen nachfüllen, so rasch verzehrt die nnwthi scheinliche Leistung das Wenige, das sie iassen kann. Nicht nur Serpentinen, die sechs und siebenfach übereinander liegen, gibt es auf dieser merkwürdigen Strecke, wiederholt wird die Lokomotive vorne abgekoppelt und dort angehängt, wo bisher rück- wärts war, und an mehreren Stellen kreuzt die Bahn ihre«igelte Spur, in engen korkzieherwindunyen, deren Durchmesser kleiner als die Länge des Zuges ist, so daß man aus dem ersten Wagen den letzten in entgegengesetzter Richtung an sich vorbeifahren sseht. 2300 Meter über dem Meere Aber so spaßig das Spielzeug wirkt, es schafft's— gegen 3 Uhr nachmittag rattert man in Darjeeling ein, zweitauseiidunddreihundert Meter über dem Meere— die Lippen blau, die Nase rot, die Hände starr vor Kälte! Trotz allen Mißtrauens gegen die umvvhrjchei»- liche BerspreckM hat man sich ja in Kalkutta dennach mit warmer Kleidung versorgt, schiüpfk sogar in den Pelzmantel, aber der wachen- lang im Glashause verweichlichte Körper zittert auch in der dicksten Umhüllung, das ersehnte Geschenk der Kühle fällt zu groß aus. und der erste Wunsch des Reisenden ist Feuer in den Kamill! Im Pelz, so nal)e als möglich an die brennenden Scheite hrranyedrückt, kauert er schlotternd bei 12 Grad über Null, bei einer Temperatur, die in Europa den leichten tteberrock entbehrlich macht. Die gut durchheizte, verglaste Terrasse des Hotels geht auf das Gebirge, dorthin strömen gegen Abend alle Gäste, auf den Alarm- ruf, der Nebel sei geborsten und der Kangchenjnnga(Kinchinchinga) zu sehen! „Wo? Wo denn?" fragt man erstaunt. Da fühlt man sich rückwärts gepackt, Und den Hinterkopf tief ins Genick zurückgedrückn „Dort!" Und dann stockt der Atem für eine Sekunde, denn dort, wo man längst den Himmel und kleine Berge vermutet, dort, wo Jungfrau tind Montblanc längst ausgehört hätten, dort beginnt, bis zu 8500 Meier aussteigend, eine Eislandschait. glaubhaft nur als «ine Fortsetzung des Himmels nach unten. Daß die Erde, die man gewöhnt ist. mit Füßen zu treten, so hock) emporragen könnt«— eben erst nach Datseeling herousgetrochen, saßt man«s nach nicht? Erst mtt dem beginnenden Zweisei, es sei vielleicht doch nicht wahr, daß man auch Wärme bei allzu großer Quantität als lästig empfinden könne, ist man genügend eingewöhnt, um an die Wirklich- teit der Gipfel im Himmelszelt zu glauben. Adolf Strodlmann Zu seinem SO. Vodeslage am 17. Vtlärss Gerade«ine Woche vor feinem SO. Geburtstage, am 17. Matz 1879, erlöste der Tod den einst hochangefehencn Dichter und Lite- ratttrforscher, den Vorkämpfer politischer Freiheit in Deutschland, Adolf Strodlmann, von seinem langen Leiden. Mit ihm ging einer jener opferfreudigen, kampfesfrohen Männer dahin, welche in schwerer Zeit, unter Verzicht auf ihr eigenes Lebensglück, für ihre Ideale gestritten und gelitten haben. Strodtmann, der am 2t. März 1829 in Flensburg als Sohn eines gleichfalls um die Literatur verdienten Geistlichen geboren wurde, begeistert« sich schon auf der Schul« für die radikale Bewegung der Zeit. Sein oppositioneller Unabhängigkeiissiitn trieb ihn zunächst in die Reihen derjenigen, welche die Befreiung vom dänischen Joch erstrebten, dos so schwer ans seinem deutschen Ge- burtslande lastete. 1818 schloß er sich als Kieler Stitdent den Aufständischen an. wurde jedoch bereite am v. April jenes Jahres im Gefecht bei Bau, wo 12000 Dänen, unterstützt von ihrer Flotte, über 6000 Schleswig-Holsteiner siegten, schwer verwundet und geriet in Gefangenschaft. Seine damals empfangenen Eindrücke hat er in den.Liedern eines Kriegsgefangenen auf der Dronning Maria" geschildert. Der Waffenstillstand von Malmö gab ihm die Freiheit zurück, die«r dazu benutzte, um in Baun seine Studien fortzusetzen. Er trat dort in nähere Beziehungen zu den Slnhängern der republikanischen Bewegung Gottfried Kinkel und Karl Schurz und als ersterer verhaftet wurde, unterstützte er dessen Gattin Johanna in der Redaktion der von Kinkel herausgegebenen Zeitung. Aus die Nachricht hin, sein hochgeschätzter Lehrer und Freund müsse im Zuchthau» zu Naugard Wolle spinnen, verfaßte er sein leidenschast- durchglühtes„Lied vom Spulen", das seine Relegation zur Folge hatte. Im Herbst 18S0 ging Strodtmann nach Paris, wo er zu litcrariichen und politischen Persönlichkeiten in Beziehungen trat und auch die Bekanntschaft Heines machte, dessen erster Biograph er später wurde. Das Jahr 1851 führte ihn nach kurzem Aufenthalt in Hamburg nach London. Hier traf er seine alten politischen Freunde Kinkel und Schurz wieder, die im Exil den Verlauf der Dinge in Deutschland verfolgten. Zu ruhigem Lebensglück ober g«> langte der Ruhelos« auch in Lonbo» nicht, desljalb wandt« er sich im Sommer 1852 noch Amerika. Eine in Philadelphia gegründete Buchhandlung und ein« Zeitschrift oerschlangen sein gesamtes Vermögen und nun begann für ihn«in romantisches Wanderleben als Schriftsteller und Journalist im Westen, dessen Ergebnis der glän- zend geschriebene Roman„Rohana. Ein Liebesleben in der Wildnis" war. Die wirtschaftliche Lag« Strodtmanns besserte sich erst nach seiner Rückkehr in die Heimat im Herbst 1856; gutgegangen ober ist es ihm eigentlich nie. Der Sänger zahlreicher Litbesli�ier(„Ein 5?ohesli«d der Liebe,"„Lieder der Nacht,"„Gedichte" usw.) heenbet«r, offener Bnef, in dem ich weinen Gedanken zioangtos den Laiss lasse. Nun wird jedermann lesen, daß ich mich über 5. lustig mache, weil er dauernd verlegen« rote Ohren kriegt und viermal hintereinander das gleiche erzählt, ohne es zu mer- k«n.... daß er jedoch für allerlei Besorgungen nicht von der Hand zu weisen sei und deshalb vorläufig noch im Auge behatten werden nsssss«. Und daß mein Gatte zwar ein gutgläudizes Schaf ist, jedoch mtt feiner Harmbssigkeit allmählich auf die Oicroen falle. Und wcmi ich mich nur darauf besinnen könnt«, toi« weit ich jene Angelegen- hflil angodsittat habe, die ich ja auf keinen Fall andeuten darf— aber, rni« ich mich kenne, werde ich sie schon angedeutet haben! Was sitt:«in Taschentuch war denn überhaupt darin? Wie sie jetzt alles in den Händen halten und bekritteln weiden! Das Lütt schießt mir in die Wangen. Dies« Ungewißheit er- trage ich nicht rnohr! Das Leben ist nicht mehr lebenswert für mich, nie wieder kann ich völlig unbesangan meiner Wege gehst... demtt ich habe mein« Tasche liegenlassen! Lotte Arnheim. vi« größte drahtlose Station der Well wird zurzett in der Rahe der Hauptstadt Tokio gebaut und im Mai d. I. in Betrieb genommen werden. Die Station, die unter Bsrücksschtiguna der letzten technischen Errungenschaften und fast ausschließlich mit beut- schein Material und deutschen Apparaten«rriehtet wird, soll dem direkten Verkehr mtt Europa dienen. Gin Telefunten-Hochiremienz- generator von nicht weniger als 1000 Ailasvott wird biefen Fernverkehr versehen. gtudi eims: Sine fromme Wagd Nur wenige Reisende warten auf dem schlecht beleuchteten Bahnsteig der kleinen Station B.... Aus der F«rne kommt immer stärker das Rollen des Nachtzuges. Jetzt—> wie die flammenden Augen eines Tigers springen die Lichter der Lokomotive aus dem Dunkel. Noch einige Minuten— dann zersetzen schrille Psisse die Stille, die wie eine Decke über der nächtlichen Natur liegt, und das sunkensticbende und fauchende schwarze Ungeheuer braust heran. Der Zug hält. Türen werden ausgerissen, aber in dem gottver- gessenen kleinen Nest will niemand aussteigen. Der Stationsvor- sicher macht sich schon an seiner Laterne zu schaffen, um das Zeichen Lur Abfahrt zu geben. In diesem Augenblick hastet noch ein junges Weib, mit einem kleinen Rcisekorb, durch die Sperre. Wirr hängt ihr blondes Haar um das sonnverbrannte, vom raschen Lauf erhitzte Gesicht. Ein Bahnbeamtcr reißt ihr das nächste Abteil auf, brummt etwas von„nicht im letzten Moment kommen", und wirft die Tür hinter ihr zu. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Zwei harte, verarbeitete Frauenhände pressen sich gegen die kühle Scheibe des Wagenfensters. Telegraphenstangen, Bahn- dämme, Bäume und Sträucher rücken in den Lichtkegel des fahrenden Zuges und die Augen des jungen Weibes scheinen sich an dieser gespenstischen, nächtlichen Szenerie festsaugen zu wollen. Als die erleuchteten Fenster einiger Gehöfte auftauchen, setzt sie sich stöhnend nieder. Jetzt erst bemerkt sie, daß sie allein ist und—„Gott sei Dank" huscht es über ihre vollen Lippen. Die breiten Hände, mit den starken Fingern streichen den dicken, faltigen Tuchrock glatt. Dann lehnt sie sich zurück und starrt in den Schoß. Trüb flackert das Wagsnlicht und hängt dämmerig« Schatten in die Ecken d«s Abteils. Eintönig rollen die Wagen auf den Gleisen ... Grausame, quälende Monotonie, die eine Ruhe schenkt, die zum Nachdenken zwingt.— Bor zwei Jahren war sie bei dem Groß- bauer Adam in Dienst getreten. Eine fleißige, fromme Magd hatte er gesucht. Sie war beides. Fleißig—, davon sprachen ihr« schwieligen Hände.... Bom frühen Morgen bis zum späten Abend stand sie im Stall und auf den Feldern. Es fiel ihr nicht schwer. Im Waisenhaus halte man arbeiten gelernt und ihr kräftiger, gesunder Körper trotzte allen Strapazen. Auch an ihrer Frömmigkeit war nicht zu zweifeln. Sie glaubte an den Herrgott, ging Sonntags in die Kirche und kein Bursche im Dorf konnte ihr etwas Schlechtes nachsagen. Ja, sie war eine fleißige, fromme Magd gewesen. Trotz- dem wurde sie manchmal von dem Bauer gescholten. Aber welcher Bauer schilt nicht? Sie hatte sich nie darüber Gedanken gemacht. Es war wohl so von Gott gewollt, daß man sich für wenig Lohn schinden und noch harte Worte einstecken mußte. Im Gleißmaß der bäuerlichen Arbeit verlief ihr Leben. Es wurde anders, als des Großbauers Sohn Paul von der landwirt- .fchaftlichen Schule heimkam. Sie glaubte ihm, als er ihr von Liebe sprach. Kirchweih.... Sie tanzten zusammen.... Äüßten sich in dem dunklen Obstgarten...„Maria," bettelte er immer wieder. Das Blut, das sonst schlies, erwachte.... Und dann? Nicht daran denken.... Sie schlug die Hände vors Gesicht. Und doch sah sie im Geiste die einfache, kalkgetünchte Kammer und dachte an jene Nacht. Warum war sie nicht fest geblieben? Alle frommen Bibel- sprüche, alle Ermahnungen des Pfarrers waren wie Spr«u im Wind« zerflattert. Stärker als alle auswendig gelernten Glaubens- sätze blieb das heiße, singende Blut. . Bald fühlte sie sich Mutter und mußt« es Paul gestehen. mmmämrn> 11' i.rn, i in■«i immm———— „Bist du verrückt?" brauste er auf.„Welche Borniertheit... Ihr Bauernmädels seid doch dumm, wie das Stroh..." Sie wollte ihn besänftigen, doch kalt und abweisend erklärte er: „Laß mich in Ruh... Ich werde gelegentlich mit meinem Vater sprechen." Heute abend hatten sie sich„ausgesprochen". Der Großbauer tobte und wütete. Paul schwieg zu allem. Nicht ein Wort fand er zu ihrer Verteidigung. Auch dann nicht, als sein Vater blutrot vor Zorn schrie: .Lumpendirne... Du träumst wohl davon Bäuerin zu werden. ... Willst meinem Sohn den Bankert aufhängen... Schande über uns bringen... Keine Nacht dulde ich dich mehr unter meinem Dach..." Sie wollte etwas entgegnen, aber die Worte erstarben auf den Lippen. Ruhig nahm sie die Papiere und den Lohn. Doch ehe sie die Stube oerließ, trat sie an Paul heran und spie vor ihm aus... Eine Stunde später warf sie die Hoftüre hinter sich zu und macht« sich auf den Weg nach dem stundenweit entfernten Bahnhos. lind nun? Sie erhob sich und wischte mit dem Taschentuch über das beschlagene Wagen fenstcr. Dort lag die Großstadt und malte rotleuchtende Farben an den Nochthimmel. Dort konnte man, von niemand gekannt, die Schande leichter ertragen. Ihr« Hände glitten über den Leib, in dem ein junges Leben wuchs. Und die Angst vor der Zukunft kroch in ihr hinauf.-------------- Maria fand Arbeit in einer Metallwarenfabrik.— Es kiel ihr nicht leicht sich einzulsben. Wie ein fremdes Tier erschien ihr die gewaltige Stadt. Ott sehnte sie sich nach dem Erdgeruch der Felder: nach der warmen Lust des Kuhstalls: nach den gackernden Hühnern und schnatternden Enten... Der Zwang des Geldvev&isnens tötete mit der Zeit auch diese Gefühle. Tag für Tag schritt sie in das graue Gemäuer der Fabrik. Acht Stunden schuftete sie an ihrer Stanze. Akkord.— Sie durfte nicht aufblicken von der Arbeit, wenn sie mit den Kolleginnen mitkommen wollte, deren Hände flinker arbeiteten. Ihre waren hart, schwielig und ungelenk. Seit Wochen schon ging sie nicht mehr zur Kirche. Sie mußt« sich am Sanntag ausruhen, denn die Frucht in ihrem Leibe wuchs. Aber die Dersa-mmlungen der Zlrbeiterschast besuchte sie, und die Warte des Betriebsratsobmanns Karl Bender, der von der Not der linterdrückten sprach, gingen ihr mehr zu Herzen, als der fromm« Sennon de- Pfarrers in der Dorflirche. Gehässig redete dieser immer von den Arbeitern der großen Städte, die„ein wahnsinniges Geld verdienen und in Gottlosigkeit dahindämmern". Lügnerische Phrasen. — Heute spürt« sie am eigenen Leibe, wie es war. van dem geringen Berdienst etwas zu erübrigen. Und lebten die Arbeiter gottlos? Sie hatten nur einen anderen Glauben.„Sozialismus— Gem- n- fchastsgeist— Menschenliebe" sagte Bender, und ihr war es dasei, als ob sie in der Kirche säße. Monate vergingen. Hochlchwanger hockte Maria noch immer hinter ihrer Stanz». Der Obmann pjar bei ihr gewesen und hatte gesagt, daß es nun Zeit sei, zu Hause zu bleiben.„Es ist die'etzte Woche... Ich will die paar Mari Lohn noch mitnehmen.. gab sie ihni zur Antwort. Schon wieder drei Uhr... Die Zeit raste dahin und das Pensum war noch nicht erledigt. Rascher gingen die Hände... Und immer dachte sie an das Kind. Die Transmissionen sirrrte»« Bum— bum— dum— stampfte die Stanze. In dem Kasten ga ihren Füßen häuften sich die Messingfassungen. Rascher... rasche? ..... Kalter Schweiß trat aus chre St-irne..... Warum verlischt das Licht an der Maschine? Blitzschnell schoß ihr dieser Gedanke durchs Hirn... Dann sank sie laultos vom Schemel und schlug mit dem Kopf auf die Steinfließen. Blut rann von der rechten Hand. Das scharfe Stanzmesser hatte ihr zwei Finger abgeschnitten.— Ohnmächtig trüg man sie hinaus. Das Krankenauto wurde herbeigerufen. Roch in derselben Nacht kam sie in den Kreissaal, und in den Morgen- stunden gebar sie einen Knaben. In der Werkstatt gab man eine Sammellist« herum. Jeder zeichnete einige Groschen. Am folgenden Sonntag ging Karl Bender ins Krankenhaus und brachte mit den Grüßen, die ihm die Aallegen und Kolleginnen aufgetragen hatten, Blumen. Frücht« und einige Leckerbissen für die Wöchnerin. Tränen standen in Marias Augen. Ihre Blicke irrten über die Bettdecke, auf der ihre verbundene Hand lag. Dann schaute sie dem Genossen ins Gesicht. „Wie freundlich ihr zu mir seid... Trotz meiner Schande.. „Schande...?" meinte Bender.„Dein Los teilen tausende Proletariermädels... Sei stolz, daß du Mutter bist... Pro!«- tariermütter gebären die Menschen der kommenden Zeit... Dein Junge wird einmal ein Kämpfer für unsere heilige Sache werden..." Lange saß er bei ihr und sprach ihr Mut für die Zukunft zu. Als er wieder fort war, blickte sie noch eine ganz« Weile nach der Tür, die sich hinter ihm geschlossen hatte, und dachte über seine Wart« nach. Sie drehte sich nach der Seite, wo ihr Junge schlies. „Kämpfer für unsere Sache" ging es ihr durch den Kopf. Ein starkes Gesühl war in ihr. In den letzten Monaten hatte sie eine innere Wandlung durchgemacht. Sie fühlte sich selbst wie neugeboren. Sie war nicht mehr die dienende Magd.— Nein— Proletariermutter— und hatte«in Ziel im Leben. Ihr Herz schlug in einem anderen Rhythmus. Ein neuer Glaube war in ihr erstarkt. Sie betete mit Millionen Schafsenden zu dem roten Gott... Halblaut sprach sie die Warte vor sich hin, die sie einmal in einer Versammlung gehört hatte: „Du glühst in mir, du glühst durch all« Brüder. Dein Feueradem aus den Bölkern saust. Es neigen sich die Welten vor dir nieder, Vor deiner Liebe und vor deiner Faust." Du roter Gott! Und Maria lächelte glücklich, wie eine Madonna! Zazzmujiksludien in Afrika. Die amerikanische Mustkschrist- stellcrin Frau Rudyard B o u l t o n ist nach Zentralafrika abgereist, um an Ort und Stelle die Negermusik der Eingeborenen von Ryassa zu studieren. Die Erntezeilen der Erde. Warum wird unser Lebensmittel- markt, selbst im strengen Winter, wo bei uns all« Fluren unter Schnee und Eis erstarrt ruhen, immer reichlich mit allen möglichen Früchten beschickt? Weil aus unserer Erde fast in allen Monaten des Jahres Ermen stattfinden. Es wird geerntet im Januar in Neuseeland und Argentinien, im Februar und Mörz in Aegypten und Ostindien, im April in Kleinasien, Persien und auf Kuba, ii? Mai in China und Japan, im Juni und Juli in Südeuropa und Südamerika, im August in Mitteleuropa, im September und Oktober in Schweden und Norwegen, im November i« Peru und Südafrika, km Dezember allein nichts. AUSWAHL QUALITj die ZLnmdpksiisr uHttiet Erfolget! 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