Morgenausgabe JIM 31 A 66 46. Inhrgang WSchevÄch 8SPf� monatlich Z.SV M. tm voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung»» und 72 Pfg. Poftbestellgebühren. Ausland»« «rbonnement S.— M. pro Monat. * Der„VonvSrts* erscheint wochentäg» vch zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Lbendausaaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Lbend". Illustrierte Beilaaen.Volt vnd Zeit" und �Kinderfreuno". Ferner -Unterhaltung und Wissen"..Frauenstimme"..Technik".„Blick in die Bücherwelt" und.Iugenb-Lorwärt»' �4» Berliner Voltsblatt Dienstag �9. März 1929 Groß-Berlin II ps. Auswärts 15 pf. Die einspaltige Nonpareillezeil« S0 Pfennig. Reklamreile 5— Reichsmark.„Kleine Anzeige»� das ettge» druckte Wort 2S Pfennig(zulässig zwei settaedruare Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben iflhlen für zwei Worte. Arbeitsmartt eile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annahm« im Hauptgeschäft Linden- ftraße L. wochentägl. von SV, dl» 17 Uhr. Jentralovgan der SozialdemokratifOen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 tzernsprechn: Dönbof! 292—297 lelegramm.Sdr.i Soztaldemokral verli» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Volts checklonto: Berlin 2752».— vanvonto: Bant der«rdeiter.»rtgefleUiea «nb Beamten Wallftr. 62. DiSkonto-Gesellschaft. Depositenlaste Linden str 2 Amerika und der Wettgerichtshof. Washingions Vorbehalte in Genf genehmigt.— Gonderrechte zuerkannt. Genf. IS. Marz.(Eigenbericht.) Das Zurisienkomilee des Völkerbundes, das sich im Aus- trage de» völkerbundsrotes mit einer prüsung der von den ver- «inigle» Staaten sür ihren Veitritt zum l n t e r n a« i o- nalen Gerichtshof gestellleo Bedingungen beschäftigt, Hot am Montag einstimmig ein von dem englischen Juristen hurst und dem Amerikaner V o o t verfaßtes Protokoll angenommen. Das Protokoll billigt den Dereinigten Staaten im großen vnd ganzen die Aufrechterhaltung chrer Vorbehalte für ihr« Mitwirkung am internationalen Gerichtshof zu. Es bestimmt im einzelnen, daß für di« Mitwirkung der Vereinigten Staaten be- sondere Bedingungen gültig seien, die Vereinigten Staaten durch Delegierte gleichberechtigt mit den anderen Beteiligten des internationalen Gerichtshofes an allen Richterwahlen teilnehmen können und das Statut des Gerichtshofes bei einstimmiger Auftim- mung der angoschlosienen Staaten, also auch nur mit der Zuftim- müng der Vereinigten Staaten, geändert werden darf. Der Artikels des Protokolls bestimmt, daß ohne die Austimmung der Vereinigten Staaten der Gerichtshof' k ein Rechtsgutachten in einer Frag« oder in einem Streitfall, an dem die Vereinigten Staaten interessiert sind oder sich für interessiert erklären, erstatten darf. Den Vereinigten Staaten wird zu diesem Aweck vor der Befchl-ußsasiung durch den Vöikerbundsrat jeder Antrag auf ein Rechtsgutachten mit- geteilt, und zwar so rechtzeitig, daß zwischen dem Rat und den Vereinigten Staaten ein Meinungsaustausch darüber, ob Interessen der Leremigten Staaten in Frage kommen, stattfinden kann. Die Stimme der Vereinigten Staaten hat bei der Entscheidung, ob ein Rechtsgutachten einzuholen ist, denselben Wert wie die eines Rots- Mitgliedes, d. h. nach der bisherigen Völkerbundstradition, daß ohne die Zustimmung der Vereinigten Staaten kein Rechtsgut- achten eingeholt werden kann. wenn die Dereinigten Staaten sich für interessiert erklären. Es wird in dem Protokoll weiter festgestellt, daß die Vereinigten Staaten ihr« Mitwirkung in jedem einzelnen Fall« ablehnen können, ohne daß ein solches Verhalten als ein unfreundlicher Akt gegenüber dem Frieden und dem guten Einvernehmen angeschen werden soll. Das Protokoll tritt in Kraft, wenn all« Staaten, die das ur- fprüngliche Protokoll des internationalen Gerichtshofes vom Jahre 7920 ratifizieren und die Vereinigten Staaten es ratifiziert haben. Das Protokoll gibt den Dereinigten Staaten gegenüber dem inter- nationalen Gerichtshof alles in allem Rechte, die selbst über die der Ratsmitglieder hinausgehen. * So sehr der Beitritt der Dereinigten Staaten zum Haager Schieds�erichtshof zu begrüßen ist, so bedenklich «rfcheint es, daß man diesem einen Teilnehmer Sonder- rechte gewährt, die das ganze Gebäude der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit auszuhöhlen sieeignet sind. Gesetzt den Fall, ein« von nordamenkanischem Imperialismus in seinen Rechten oder sogar in seiner Unabhängigkeit bedrohte kleine mittel- oder südamerikanisch« Republik würde sich hilfesuchend an den Völkerbund wenden, so könnte der Rat nichteinmalein Rechtsgutachten des Haager Gerichtshofes einfordern. Man müßte zunächst in Washing- ton anklopfen und um Genehmigung bittenl Es steht dann der Regierung der Vereinigten Staaten frei, ihr Veto ein- Das ist in der Tat eine Sonderstellung, die mit dem Banken der internationalen Schiedsgerichtsbarkest u n- vereinbar ist. Wie immer berufen sich die Dereinigten Staaten auf die Monroe-Doktrin, um diese Extrawurst für sich braten zu lassen. Schon Wilson hatte in die Völkerbundsatzung einen besonderen Artikel(21) aufnehmen lassen, der diese Sonderstellung sichern sollte. Dieser Artikel 21 lautet: .Internationale Abreden, wi« Schiedsgerichtsverträge, sowie Abmachungen über bestimmte Gebtet«, wie die Monroe-Doktrin, welche die Erhaltung des Frie- dens sicherstellen, gelten nicht als mit einer der Vorschriften der gegenwärtigen� Satzung unvereinbar." - Washington macht es sich also sehr becfuem: unter dem V o r w a n d, daß die Monroe-Doktrin sowieso dem Frieden diene— siehe zuletzt Nikaragua!—, entzieht man sich den sonst für alle geltenden internationalen Verpflichtungen. Trotz dieses Artikels 21 ist Amerika nachträglich dem Völkerbund ferngeblieben. Aber auch beim Kellogg- Pakt hat es für sich das gleiche Sonderrecht in bezug auf di« Monroe-Doktrin durchgesetzt. Und nun auch bei seinem Beitritt zum Haager Weltgerichtshof. So wünschenswert dieser Beitritt der Dereinigten Staaten im Interefle der Universalität der Schiedsgerichts- barkeit auch sein mag, es fragt sich, ob das Zugeständnis des Iuriftenkomitees nicht viel zu weit geht und damit nicht ein sehr gefährlicher Präzedenzfall geschaffen wird. Abgelehnies Mißirauensvowm. Gegen Severins.— Mit 229 gegen 69 Stimmen bei 51 Enthaltungen. Der Reichstag beriet gestern dos Baukreditgesetz für 1329 und den Nachtragshaushalt für 1328, und stimmte über das Mißtrauensvotum der Nationalsozialisten gegen Reichsinnenminister Severing ab. Das Mißtrauensvotum wurde mit 223 Stimmen gegen 63 Stimmen der Nationalsozialisten und Deutsch- nationalen bei 51 Stimmenthaltungen der Kommunisten abgelehnt. painleves Girasmaßnahmen. Mehr und besserbesoldete Militärärzte geplant. pari», 72. März.(Eigenbericht.) Kriegsminlster painlev« empfing am Montag nach dem Ministerrat die drei wegen der Todesfälle in der Le- fahungsarmee nach pari» beorderten M i l i l S r»: den platzkommandonten von Trier, den Mainzer Korpskomma nd aalen und den Oberst des in Düren liegenden Jägerbataillons. Im Anschluß hieran wurden die im Ministerrai am Montag gegen die drei Offiziere erlassenen Straf- maßnahmen bekannlgegeben: der erste wird zur Vispos l- «ion gestellt, der zweite erhält einen v e r w e l«. und der dritte wird strafverseht. Die„große Znsormationspresse" bemüht sich indesien, die Oeffentlichkeit über die hervorragenden Verdienste der betreffenden herreu anszuklären. gegen die jene Maßnohmen „nur mit Rücksicht aus die ösfeulliche Meinung" ergriffen worden seien. Der Sriegsminister beabsichtigt, die Zahl der Militär- Srzte und vor allem ihre klägliche Besoldung zu erhöhen. Indessen fragt es sich, wo die nötigen Mittel hergenommen«erden sollen. Die ganze Jrage wird, wie man im Kriegsministerium versichert, bereit» seil zehn Jahren geprüft. Das„Vorwärls".Verbot für Rumänien ist ausgehoben worden. Mögen diesem Zeichen von Besserung weitere und großer« Beweise des Wandels folgen! Oer Kampf um die Reparationsbank. Starke Abänderung des ersten Entwurfs. Paris, 18. März.(Eigenbericht.) Die Sachverständigenkommission hielt am Man- tag nur eine kurze Sitzung ob. di« kaum mehr als eine Viertel- stunde dauerte. Die beiden Unterkommissionen, die von Revelstoke und P« r t i n s präsidiert werden und die über die S a ch l i e f e- r u n g e n und die Organisation der Bank verhandeln, sind mit ihren Berichten noch nicht fertig geworden. Infolge- dessen konnte auch der englische Delegierte gstamp, der als Ver- bindungsmann zwischen den Kommissionen sür die Aufstellung des Gesamtplans sorgen soll, sein Projet» noch nicht ausarbeiten. Man wird annehmen dürfen, daß die technischen Schwierig» leiten für die endgültige Organisierung der Reparationsbank sich doch als größer herausgestellt haben als man ursprünglich an- genommen hatte. Wahrscheinlich wird dos Projekt letzten Endes gonzanders aussehen als man zuerst gedacht hatte. Es scheint, daß die Einwürfe der Franzosen und Engländer gegen allzu große Vollmacht des Instituts aus dem Gebiet« des Kredits und der allgemeinen Dankpolitik nicht ohne Wirkung auf di« Durcharbeitung des Organisotionsprojektes geblieben sind. lKäumungsaussprache erst nach Experteneinigung. London. 78. März.(Eigenbericht.) Chamberlain teilte am Montag im Unterhaus in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten der Arbeiterpartei Ken- wqrthy mit. daß nach der Auffassung der Regierung nichts gewonnen fei, tvenn di« Frag« der Räumung des Rhein- ton des erörtert würde, solange die Arbeiten der Sachoer. ständigenkonferenz in Paris nicht abgeschlossen seien- Aust die Frag«, ob er irgendwelche Informationen darüber geben könne, wan, ein abschließendes Ergebnis erreicht werden dürfte, antwortet« Chamberlain mit„R« i n". ver frühere spanische Votschaster in VerNn. Polo de Vernabk, ist in Madrid gestorben. De Bernab�, der Spanien fast eineinhalb Jahrzehnte in Berlin vertrat, war vor ewigen Tagen von einem Automobil überfahren worden, er ist nunmehr den bei diesem Unfall erlittenen Verletzungen erlegen. Suche nach der Zauberformel. Das Viererreferat zur Neichsreform. Von Ministerialdirektor Arnold Brecht. Die Länderkonferenz vom 18. Januar 1927 war eine Versammlung der leitenden Minister des Reichs und fämt- licher Länder zur Lösung des Problems der Reichsreform. Alle großen Parteien von den Deutschnationalen bis zu den Sozialdemokraten waren vertreten. Die damalige Reichs- regierung verhielt sich in der Berawna passiv. Die Notwen- digkeit grundlegender Umgestaltung des Verhältnisses von Reich zu Ländern wurde aber einstimmig anerkannt. Teil- löfungen wurden als ungeeignet ebenso einstimmig grund- sätzlich abgelehnt. Mit diesen Richtlinien ausgestattet, wurde ein Ausschuß— der sog. Verfassungsausschuß— zur Berichterstattung eingesetzt. Der Sommer verging mit Sammlung von Material, das übrigens in der nächsten Woche Minister Severing in einem dicken, sehr inhaltsreichen Bande heraussieben wird. Im Ottober kam nach der Umgestaltung der Reichsregierung ein frischer Zhg in die Arbeit: eine dreitägige Sitzung unter lebhafter Beteiligung der Reichs- regierung ließ das Eis schmelzen und näherte die Ansichten derer, deren Grundanschauungen sich nicht gar zu fern standen. Es war ehrlicher Wille vorhanden, auch denen, die von anderer Grundanschauung ausgingen, im Interesse eines praktischen Fortschritts entgegenzukommen. Preußen ließ durch seinen Vertrauensmann die Reformgedanken vorwärts- treiben, Sachsen und Hamburg sekundierten, die Staatspräsi- denten R« m m« l e(Baden) und Adelung(Hessen) ver- mittelten klug. Zur praktischen Weiterarbeit mußte der Kreis verkleinert werden. Es wurden zwei Unterausschüsse eingesetzt, die im November die Arbeit weiter auf drei Referate ver- teisten:«in Referat über Zuständigkeitsfragen, eins über Finanzausgleich und eins über die Orga- nifationsfragen. Von diesen Referaten liegt das dritte, über die Organisationsfragen, jetzt vor. Die vier Referenten haben nicht wieder vier getrennte Bücher sieschrieben, die aneinander vorbeireden, sondern sie haben ein gemeinsames Referat erstattet mit kurzen, aber— auf ihrem Arbeitsteil— genauen Vorschlägen. Das hätte vor einem Jahre noch niemand füx möglich Schölten. Unter diesem Referat stehen neben den Namen es preußischen und sächsischen Vertreters einträchtiglich die Namen des— auch im Erneuerungsbund beteiligten— Hamburger demokratischen Bürgermeisters Petersen und des württembergischen Staatspräsidenten Bolz, des süd- deutschen Zentrumsführers. Per Gedanke der großen Reform marschiert. » „Große Reichsreform" ist nur eine Reform, welche die beiden großen Regierungen für Reich und Preußen vereinigt. Man kann viele andere wichtige Reformen und Resörmchen auf dem Gebiet von Reich und Ländern machen. Sie verdienen nicht den Namen der Reichs reform. Zur großen Reichsreform gehört auch, daß die kleinen Länder als Staaten verschwinden und in Gebieten von brauchbaren Ver- waltungsgrenzen aufgehen. Das ist selbstverständlich. Welche Bedingungen muß Preußen stellen, ehe es den Schritt der Vereinigung mit dem Reiche tut? Wie- viel müssen wir vom Süden verlangen mitzumachen? Wie muß die republikanische Entwicklung des Reichs gesichert sein oder werden? Das sind die großen politi- schen Schlußfragen, die sich unweigerlich stellen wer- den, wenn die politische Schlußentscheidung fällt. Gegenbedin- gungen süddeutscher Länder sind ebenso sicher zu erwarten: auf Erhaltung ihrer Zuständigkeiten und Vermeidung einer „Terrorisierung" durch den Norden. Nur keine Sorge! Alle diese Fragen werden weder im Norden noch im Süden vergessen werden. Um sie wird die Schlußentscheidung gehen. Aber so weit sind wir noch nicht. Erst müssen wir soweit kommen, daß nichts übrig bleibt, als diese Fragen. » Dazu ist es notwendig,«ine ganze Reche technischer und verfassungsrechtlicher Fragen bis zu Ende durchzuarbeiten. Dazu ist es notwendig, für Meinungsverschiedenheiten zweiter und dritter Größe praktische Lösungen zu suchen, mit denen sich alle Teile zufrieden geben können. Der Gordische Knoten war nichts gegen die Verwirrung des Problems„Reich. Länder und Gemeinden" in Deutschland. Wir stehen in historischem Flickentleid gefesselt am Baum der Erkenntnis. Wir brauchen eine Zauberformel, welche die Fesseln sprengt, die zurzeit jede ernstliche Verwaltungsform in Deutschland verhindern. Die Zauberformel soll uns nicht sofort ein neues Kleid geben, aber sie soll die Fesseln lösen, damit wir es uns schaffen können. Die Formel darf nicht kompliziert sein: denn Zweidrittelmehrheiten sollen sie gleich- zestig aussprechen. Die Zauberformel darf erst ausgesprochen werden, wenn die politischen Voraussetzungen gegeben sind. Aber wenn es soweit ist, müssen wir sie kennen. Von allen fachtechnischen Ausdrücken befreit und in einfaches Deutsch übertragen, wird die Formel für Preußen eines Tages lauten muffen: „Von einem gewiffen Tage on sind die preußische Regierung und die Reichsregierung eine einheitliche Regierung: die preußischen Provinzen heißen„Länder": ihre Organisation und Zuständigkeit bleibt— bis etwas anderes bestimmt wird— genau wie bisher." Wer der Meinung ist, daß die preußischen Provinzen größere Selbständigkeiten haben müssen als bis- her, muß seine Wünsche vertagen. Das ist ein viel zu heikles Kapitel, um die große Rsichsreform damit zu belasten. Die preußische Verwaltungseinheit darf nicht rückwärts revidiert werden. Das ist unser Grundsatz. Ueber Einzelheiten läßt sich reden, über den Grundsatz nicht. Aber das braucht die Vereinigung der preußischen Regierung mit der Reichsregierung nicht zm hindern. Es braucht auch nicht die Verwendung des Wortes„Land" für die Pro- vinzen zu verhindern, wenn man sich nur klar ist, was man darunter verstehen will. Ein besonderes„R e i ch s l a n d" aus der Gesamtheit der Provinzen zu bilden, ist nicht not- wendig und ist gefährlich, weil Norden und Süden da- durch zu stark abgesperrt werden. Hier liegt der Unter- schied zum Erneuerungsbund. Vor dem Kriege hatten wir ein Reichspostamt für alle deutschen Staaten außer Bayern und Württemberg, die ein Postreservat hatten. Dadurch, daß ein Reichs postamt in Preußen tätig war, geriet die preußische Post doch nicht unter bayerischen Einfluß und die bayerische nicht unter preußischen; es war auch nicht notwendig, aus den Ländern mit Reichspost ein besonderes Reichsland zu machen. Ebenso kann künftig ein Reichskultusministerium die Kultursragen in allen Lan- dem, außer— sagen wir— Bayern, Württemberg, Baden und Sachsen, bearbeiten, ohne daß deswegen die preußischen Gebiete unter bayerischen Einfluß geraten oder umgekehrt, und ohne daß die Gesamtheit der norddeutschen Länder ein staatsrechtlich besonderes Reichsland bilden müssen. Einzelne Kulturfragen können den Einzelländern auch im Norden frei- gegeben werden, andere bleiben— nach der Reichsoerfassung — für das ganze Reich einheitlich. Das sind Sonderfragen, die in dem Zuständigkeitsreferat noch eingehend zu behandeln find. Aehnlich liegt es bei der Polizei und, wenn sie nicht ganz verreichlicht wird, bei der Justiz. Unser Referat zieht die verfassungstechnischen Konse- gucnzen aus der genannten Formel nur für die O r g q n i s a- t i a n s f r a g e n. Wir setzen als selbstverständlich voraus, daß die kleinen Länder sämtlich mitmachen(hierfür die Zauber- formel zu finden, ist Sache eines besonderen Ausschusses; die Formel wird wahrscheinlich lauten: Verhandelt einzeln, aber schleunig). Damit ist die Bahu frei zu Vereinfachungen und Zu- faininenlegungen. Andere Zusammenlegungen im Norden und Süden lassen sich durch Verreichlichung von Auf- gaben erreichen(z. B. bei der Justiz, das ist noch umstritten). Wieder andere durch Vereinigung der Aufgaben bei den Landesbehörden, sei es in selbständiger Berwaltung, in A u f- tragsverwaltung oder in Personalunion. Die fach- technischen Einzelheiten brauche ich hier nicht aufzuzählen oder zu erläutern. Die S ch l u ß e n t s ch e i d u n g kann erst fallen, wenn auch die Referate über die Verteilung der Zuständig- keiksn und den Finanzausgleich erstattet und einander an- gepaßt sind. Für alle Anhänger der Reichsreform aber gilt der Satz: .Wir wollen die Schwierigkeiten fest ins Auge fassen. Wir wollen auf der Hut fein. Aber wir wollen die Hände nicht sinken lassen._ „Gauhausen." Seldte beweist die Siaaisgesinnung des Stahlhelms. Herr 5 e l d t e hat in Stuttgart einen Stahlhelmtag ab- geholten, der schon äußerlich ein Mißerfolg mar. In einer Be.rsammiung in der Liederhalle hielt Herr Seldte seine übliche Rede� wobei er den Staat einen„S a u h a u f e n" nannte. August Wilhelm. Prinz von Preußen, nehen dem ältesten Sohne des Exkronprinzen eine der Zierden dieser Beranstaltung. klatschte zu dem„Sauhaufen" laut und demon- strativ Beifall. Der Stahlhelm hat neuerdings einen Schutzbund für Stohlhelmbeamte geschaffen, eine Art Bersiche- nrng für den Fall, daß der republikanische Lang- m u t eines Tages ein Ende hat. Herr Seldte scheint die besten Absichten zu haben, diesem„Schutzbund" umfassende Arbeit zu verschaffen! Neichswehrpoliiik. Vrapaganda für Anwendung des Artikels 4S. Slullgart, 18. März.(Eigenberichts Die(azialdeniokrvtische„Schwäbische Tagwacht" teilt mit, daß am g. März im Kasino der Stuttgarter Reichsweh rganison von einem Stabsoffizier des Reichswehr Ministeriums vor den Offizieren und Beamten des Standortes ein Dortrag über die innenpolitische Lage gehalten rvurde. Ueber die Tendenz des Vortrags wird mitgeteilt: Der Offizier bestchäftigte sich mit der Rolle des Zen- i r u in s bei der Regierungskrise und der inneren Lage in der Sozialdemokratie. Diktaturplän« von Hugenberg und den Bolscheivisten müsse man ablehnen Wenn aber im Hin- blick aus die außenpolitisch« Lage eine feste Regierung n i cht zustande komme, müsse mit Artikel 48 der Reichs- Verfassung regiert werden. Der Stabsoffizier des Reichswehrministeriums dürfte, wenn er im Auftrag seiner Behörde handelte, seine Theorien vermutlich nicht nur in Stuttgart, sondern auch in anderen Orten zum Bortrag bringen. Uns interessiert deshalb, welche amtlich« Stelle den Herrn zur Vertretung solcher Anschauungen ermächtigt hat. Waldecker Wahlen. Sehr schwache Bcieiligung. Arolsew 18. März. Die gestrigen Wahlen zur Zweckverbandsversammlung tn Waldeck(der Nachfolgekörperschaft für die walvecksche Landesvertretung) zeigten«ine äußerst schwache Beteiligung. Nur etwa 40 Proz. der Wahlberechtigten haben van ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Das Gesamtergebnis für Wolbeck(Kreis der Dwilte. Kreis des Eifenberos und Kreis der Ed«) ist folgendes: Landwirte und Landgemeindsliste 471S, Hitler-Partei 1119, Parteilose Wirtschaftsliste 1548, Sozialdemokraten 2186, Waldecker Heimattiste 2348 Stimmen. Finanzstandal Die Gtadi als Geldgeber— s< Hannover, 18. März.(Eigenbericht.) Ein urtgeheiierlicher Finanz- und Korruptionsskandal hat sich bei der Hamburgischen Immobilien- A.- G. entwickelt, die Eigentümerin von insgesamt 56 bebauten Grundstücken im Zentrum von Hannover ist. Im Jahre 1925 wollten sechs bekannte hannoversche Persönlichkeiten«in großes Aktienpaket der Immobilisn-Gessllschait für ihren privaten Konzern unter der Voraussetzung erwerben, daß die Stadtverwaltung ihnen mehrere Millionen Mark als Darlehen für diesen Zweck zur Verfügung stellte. Die betreffenden Herren waren der damalige Chef der Girozentrale, Direktor R ö n n i ck e, der rechts- stehende Generaldirektor F ö h n e, der inzwischen verstorben« Iustiz- rat P a p e, der ehemalige Handelskammerpräsident T g a h r t, der Syndikus Dr. Finkenwirt und ein Bankier Brand. Dieses Konsortium verstand bei der Stadt Hannover den An- schein zu erwecken, als ob ihre Reugründung—„Deutscher Wirtschastskonzern" genannt— kein Privatgeschäft, sondern eine Angelegenheit der Handelskammer. der Girozentral« und anderer Körperschaften sei. Ferner sollte der Konzern eine Reihe von beb Artenden und finanzkräftigen Gesell- schalsten umfassen, und zwar die Niederdeutsche Wirtschafts-A.-G. in Hannover, die Rheinische Wirffchasts-A.-G. in Köln, die Hanseatische Wirffchafts-A.-G. in Hamburg, die Pommer-Märkische Wirtschasts- A.-G. in Berlin und die Mitteldeutsche Wirtschasts-A.-G. in Halle. In Wirklichkeit waren die Inhaber dieser fünf Untergesell- scheusten immer wieder dieselben sechs Herren, die Landesverrat. ' Die Vorschläge des Jieichsjusiizministenoms. Der Reichsjustizmimster hat dem Strafrechtsausschuß des Reichs- tags folgende Vorschläge zur Neugestaltung des Landes- Verratsparagraphen unterbreitet: § 93. Wer ein Staatsgeheimnis an eine ausländische Regie« rung oder an jemand, der für eine ausländische Regierung tättg ist, gelangen läßt, oder ein Staatsgeheimnis öffenttich bekanntmacht, wird mit Zuchthaus bestraft. In besonders schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus nicht unter zehn Iahren oder lebenslanges Zuchthaus. § 94. Wer durch Fälschung oder Verfälschung Schriften, Zeich- nungen oder andere Gegenstände, die im Falle der Echtheit Staats- geheimnisse sein würden, in der Absicht herstellt, sie an eine aus- ländische Regierung oder an jemand, der für eine ausländische Re> gierung tätig ist. gelangen zu Kissen, oder sie öffentlich bekonnhzu- machen, wird mit Zuchthaus bis zuzehuIahren bestraft. Ebenso wird bestraft, wer falsche oder verfälschte Schriften, Zeichnungen oder andere Gegenständ«, die im Falle der Echtheit Staatsgeheimnisse seinwürden, an eine ausländische Re- gierung oder an jemand, der für eine ausländische Regierung tötig ist. gelangen laßt oder sie öffentlich bekanntmacht. Wer sich Schriften, Zeichnungen oder andere Gegenstände der im Absatz 2 bezeichneten Art in der Absicht verschafft, sie an eine'ausländische Regierung ober an jemand, der für eine' ausländische Regierung tötig ist, gelangen zu Kissen od« sie öffentlich bekanntzumachen, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Iahren bestraft. Dar Begriff des Staatsgeheimnisses wird im 8 91» solgenbe» maßen definiert:„Staatsgeheimnisse im Sinne der Vorschrift«! dieses Abschnittes sind Schriften, Zeichnungen, andere Gegenstände oder Nachrichten, deren Geheimhaltung vor einer ausländischen Regierung für das Wohl des Reiches oder eines Landes erforderlich fit." Bon besonderer Bedeutung ist noch die folgende Bestimmung, durch die einem gefährlichen Mißbrauch des Landesverrats- Paragraphen vorgebeugt werden soll: 8 IIS»(Gefährdung außenpolitisch« Interessent„Wer ei? Staatsgeheimnis in der Absicht veröffentlicht oder bekanntmacht, eine unmittelbar drohende erheblich« Gefahr für den verfassungsmäßigen inneren Bestand des Reiches abzuwenden, wird mit Gefängnis bestrast. Der Tat« ist straf- frei, wenn die Gefahr tatsächlich bestand. Die Toi wird mir auf DerKmgen der Reichsregierung oerfolgt." Parteipoliiisch Heimailos... Eine Stimme aus den Kreisen derchristlichen Gewerkschasten. Eine Tagung von evangelischen Arbeit«- und Gewerkschasts- sejkretären in Spandau faßte eine Entschließung, die sich mit folgen- den Worten an die Rechtsparteien wendet: „Mit Bedauern stellen wir fest, daß der gute Will« der evangelischen Arbcitnehmerschaft zur politischen Mitarbeit in den nationalen Rechtsparteien nicht den erforderlichen Wider- hall gesunden hat. Unser guter Wille ist mit Undank und Arg- wohn belohnt worden. Einschneidend« Bonschläge zur völligen Umstellung unserer ganzen Svzialnerfichcrung, die eine Ge- sährdung ihres bisherigen Grundgedanken bedenken, werden von maßgebenden Parteistellen publiziert und nachdrücklichst propagiert, ohne daß unseren Führern vorher Gelegenheit zur Aeuße- rung gegeben worden ist. Unsere Bemühungen um die Zuvü ckgewimnmg der Arbeitnehmerschaft für den christlich. nationalen Gedanken' werden durch ein« sich von Jahr jju Jahr verschärfende unsoziale und in Fragen christlicher Volkskultur instinktlose Haltung der politischen Rechtspress« so gut wie aufgehoben. Die Förderung der uns auf das gehässigste bekämpienden wirf- schaftsfriedlichen Arbc itnehinergru ppen tritt in den Rechts- Parteien und ihrer Presse immer deutlicher in den Vordergrund. Das Gefühl parteipolitischer Heimatlosigkeit erfüllt unsere Kreise in einem Ausmaße, das keine weitere Steige- rung mehr erträgt." Die Entschließung fit ein Zeichen dafür, welche Stimmungen der Hugenberg-Kurs bei dem evangelischen Teil der christlichen Gewerkschaften hervorgerufen hat. Linksregierung fördert den Export. Eine Ansprache des Zieichsiagspräsidenien. Der Bund der Auslandsdeutschen hatte bei seinem„Parlamen- tarischen Abend" im Reichstag üb«aus zahlreichen Besuch zu ver- zeichnen. Wenn auch di« Unterlassung der zugesagten F r« i h a l t u Ii g van A r b e! is p l ö tz e n für die Presse- Vertreter diei>?n die Arbeit ungemein erschwert Hot, so wollen wir doch den Erfolg der Veranstaltung nicht verschweigen. Unter den Vortragenden war auch Reichstagspräsident L ö b c. Er führte unter anderem aus: 30 Millionen Deutsche lebe» außerhalb der in Hannover. chs Privatleute als Gewinner. auch den Wirtschaftskonzern bildeten. Unter dem Eindruck dies« Täuschung wurde ein Bertrag abgeschlossen, demzufolge die Stadt- t a s s e etwa 3'/« Millionen Mark zum Ankauf des Aktien- Pakets aushändigte. Es wurden 6 Proz. Zinsen und 19 Proz. Gewinnbeteiligung oeremdart. Die sechs Inhaber des Konzerns— der in der Oeffenttichkeit den Namen.Haifisch-Konzern" trug— hatten nur etwa 600 Mark eigenes Kapital aufgebracht. Ihr« glänzen- den Geschäfte machten sie ausschließlich mit städtischen Geldern. Sie versuchten dann 800 000 Mark aus der Inuno- biliert-Gesellschaft zu ihrem persönlichen Vorteil herauszunehmen und dadurch das Aktienpaket zu entwerten. Daraus verlangte die Stadt- Verwaltung die Einräumung des Pfandrechts und die sofortige Zurückzahlung des Kredites. Langwierige Verhand- lungen endeten damit, daß die Aktienmehrheit in den Besitz der Stadt kam. Als Abfindung wurde den Herren vom Konzern ein hoher Betrag ausgezahlt. Durch die Finanz- maßnahmen des Wirtschaftskonzerns und durch die Liquidation haben die sechs„Geschäftsleute" zusammen 1,8 Millionen Mark bar verdient. Ab« dies« Riesengewinn genügte ihnen nicht. Einige— darunter der Generaldirektor Föhne— waren dreist genug, die Stadtverwaltung auf Zahlung weiterer Geld beträgezu verklagen. Der„Haiffsch-Skandal" wird auf Antrag der sozialdemo- k r a t i s ch e n Rathausftaktion demnächst in einer Sitzung der städtischen Kollegien besprochen werden. Deutschen Republik, 18 Millionen in Europa, 11 in Amerika. Wo deutsche Siedlungen bestehen, ist Absatz reichsdeutschcr Erzeugnisse gesichert. Indessen sind dies« Gebiete wohl noch mehr Auswande- rungsziele. Di« Auslandsdeutschen haben überaus stark zur Förde- rung der deutschen Warenausfuhr beigetragen. Wenn auch der Krieg diese Positionen— bezeichnet durch 20 Milliarden Mark Anlagen und 1 Milliarde jährlichen Zinsertrags— der deutschen Wirtschaft zerstört hat, so sind sie, wieder durch Arbeit der Auslands- deutschen, zum großen Teil zurückgowonnen. Allerdings ist in- zwischen die Entwicklung der Absagländer wie der Export anderer Staaten dahin so gestiegen, daß das frühere Verhältnis noch nicht wiederhergestellt ist. Die Reichsreglerungen der Nachkriegs- zeit haben den Wiederaufbau des Verlorenen in jeder Weise zu fördern getrachtet, so durch Uebernahm« von Ausfallgaran- tien. Liquidationsentschädigung und Wiederauf- b a u k r e d i t«, die zum erstenmal itn Reichsetat für 1929 erscheinen, also— was Löbe in dieser überpartellichen Versammlung allerdings nicht besonders betonst mochte— ein Wert der sozialdemokratisch geführten Reichsregierung! Mit einem Hinweis auf die kulturelle Arbeit des Auslands deuffchtums, dessen Förderung unerläßliche Pflicht des Reiches ist, schloß Löbe unter lebhaftem Beifall. An die Vorträge schloß ein großes Konzert in d« Kupp schalle an. das durch Mitwirkung. einer Reih« der bedeutendsten Berliner Gangsskünstl« und des Subsr-Ehors hohes Niveau erlangt«. /"* nfsj*"''•«•••.. rr—>■ �-'As,-- Vorbereitung der Etatsberatung. Hilferding hört Streichungsvorschlage. Im Laufe des Montngnachmittag Hot der Reichsfinanzmwister Dr. Hilferding mit den Finanzsachverständigen einzelner Fra-k» Lonen Fühlung genommen, um festzustellen, in welcher Richtung sich ihre Forderungen bezüglich der im Reichsbaushaltspla» vorzuuahmenden Streichungen bewegen. Er hat nacheinander die Vertreter der Sozialdemo kraten, der Deutsche» Valkspartei und des Hentrirms empfangen. Im Laufe des Montagabend hat über die gleiche Frage eine gemeinsame Besprechung Zwischen den Vertreter» des Zentrums, der Sazialdeinokratett und der Bayerischen Volks- Partei stattgefunden. Die Novelle zur Haushaltsordnuug. Vertagung bis zum Herbst. Der Ausschuß für den Reichshaushaft trat am Montag m dl« allgemeine Aussprache über die von der Reichsregierung vargs» legten Novelle zur Retchshaushaltsardnung ein. die im Zusammenhang mit dem Bericht des Rech!umgsunt«ousschusses über die Rechmtngsprüfung 1927 erledigt werden sollte. Durch die Novelle soll die gellende Reichshaushaltsordnung an 33 Stellen mehr od« nünd« erheblich geändert werden. Die Aenderung betrifft in der Hauptsache solche Fragen, di« vom Hauptausschuh oder seinem Unterausschuß bereits nach allen Richtungen durchgesprochen sind und zu einetn Teil bereits in die Etatsgefetze sür 1927 mtd 1928 eingefügt worden waren. Durch Uebernahm« in die Reichshaushaltsordnung sollen die betreffenden Bestimmungen zu bleibendem Recht gemacht werden. Die allgemeine Aussprache«gab nun bald, daß der Ausschuß den Rahmen seiner Arbeil viel weiter zu stecken geneigt war, als die Regierung ihn in der Novelle abgesteckt hol. Während die Novelle die Grundlage des gellenden Budgetrechts ganz unangetastet läßt, wurde in der Debatte die Vorlage das gesamten ausländischen Materials angeregt, um, gestützt auf solches Material, prüfen zu können, ob und in welcher Weif« das gellende Budgetrecht zu ändern sei. Die Deutsche Volkspartei wünschte ihr« bekannten ver» fasjungsändernden Anträge, die dem Rechtsaausfchuh zur Prüfung überwiesen waren, in die Beratungen des Haushalts- ausjchusses einbezogen zu hoben. Von ander« Seite wurde die Schaffung emes aufschiebenden Vetos für den Finanzmin ister an- geregt. Das Zentrum kündigte die Stellung von einer größeren Zahl wichtiger Abänderungsvorschläge an. Bei dieser Sachlage erschien es vollkommen ausgeschlossen, die Beratung der Novelle in den zur Verfügung stehenden zwei oder höchstens drei Verhandlungstogen zum Abschluß zu bringen. Der Vorsitzende regte daher an,. die Beratung der Novelle a b z u- brechen und sie im Herbst, wenn die Etatsberatungen nicht mehr vordringlich sind, in Ruhe und Gründlichkeit wieder aufzunehmen. Bestimmungen,- über die man einig sei, sollten in der Weise, wie das bereits in 1927 und 1928 geschehen ist, in das Etatsgesetz für 1929 aufgenommen werden. Der Ausschuß trat diesen Vorschlägen mit großer Mehrheit bei. Pilsudski sammelt Orden. Staatspräsident Mosciski bat dem Kriegsminister Marscholl Pilsudski zum Namenstag drei goldene Verdien st kreuz« verliehen, jedes mit einem a» deren Datum. Wiederbeginn des Landings. Justizetat— psrzellanmanufaktur- Kontmumstentroch. Dsr Bsgiim b«r Vollsitzung verzögerte sich, da die Sitzung de» Aeltestenrats länger als erwartet andauerte. Vor Eintritt in die Tagesordnung lehnt« das chaus die von den Kommunisten beantragte sofortige Beratung ihres Antrages auf so- fortiaen Abbruch der Konkordatsverhondlungcn. weil die große 'Rasst des Volkes es sich nicht mehr gefallen lasse, daß so wichtige Verhandlungen geheim weitergeführt würden, ab. Als dann Abg. Grube(Komm.) be Begründung eines Antrooes seiner Partei wegen der Zusanimenstöße in Wöhrden heftig« An- griffe gegen die Nationalsozialisten richtete und sie mit Ausdrücken wie„Faschistische Mordbande!" belegte, kam es zu lärmenden Kundgebungen zwischen Kommuni st en und N o t i o N a l s o z i a l i st e n. Die Abgeordneten beider Parteien trafen am Rednerpult zusammen, und es drohte zu Tätlichkeiten zu kommen. Präsident Bartels ersucht« die Abgeordneten, ihre Plätze einzu- nehmen. Nachdem es gelungen war, die Ordnung wiederherzustellen, wurde auch die sofortige Beratung dieses Antrages abgelehnt. Darauf beantragten eine ganze Reihe kommunistischer Abge- ordneten die sofortige Beratung der verschiedensten Anträge ihrer Partei, die aber sämtlich abgelehnt wurden. Das Haus empfing die zahlreichen Kommunisten, die sich immer wieder zur Geschäftsordnung meldeten, mit großer Heiterkeit und lebhasten Zurufen. Erst fast eine Stunde nach Sitzungsbeginn tonnte der Landtag in seine eigent- liche Tagesordnung eintreten. Sodann wurde die zweite Lesung des Haushalte des Jusiizminlsteriums mst der Einzekbsfprechung fortgesetzt. Diese nahm ungewöhnlich lange Zeit in Anspruch, da die Kam- munisten zu fast jedem Titel einen Redner vorschickten. Sie übten scharfe Kritik hauptsächlich an dem Strafvollzug und sagten der Justiz den Kamps bis aufs Messer an. Mst der Einzelbesprechung war auch die zweite Beratung des Justizhaushasts bis auf die Abstimmungen erledigt, die am Dienstag vorgenommen werden sollen. Das Haus begann dann noch die zweite Beratung des Haus- Halts der Porzellaamanufaktor. Zlbg. Sienng(Soz.) erstattete den Bericht über die Beratung des Ausschusses, der sich besonders mit der Angelegenheit des ent- lasssnen Direktors M o u f a n g beschäftigt hatte." Diesem seien zwar I Inkorrektheiten nachgewiesen worden, doch sei andererseits fein Ver- dienst um die künstlerische Entwicklung der Manufaktur anerkannt worden. Der Vorwurf persönlicher Bereicherung ist im Ausschuß als nicht berechtigt festgestellt worden. Abg. Sabalh(«oz.) erkannte die fristlos« Entlassung des Di- rektors Moufang als berechtigt an. Dieser habe sich auch dadurch hcroorgetan, daß er die Betnebsoertretung der Arbeitnehmer habe ausschallen wollen. Als der Redner erkmrte, auch die staattichen Arbeiter wären bei den Gewerkschaften gut aufgehoben, wurde er fortgesetzt von kommunistischen Zwischenrufen unterbrochen, so daß er der Abg. Frau Ludewig(Komm.), die sich an den Zwischenrujen beteiligte, gereizt zurief:„Nun hallen Sie endlich Ihr Maul!" Der Redner wurde dafür zur Ordnung gerufen. Daraus wurde die Westerberatturg auf Dienstag 12 Uhr vertagt: außerdem zweite Lesung der Realsteuernovellen, Neuregelung der Kirchensteuern und Abstimmungen zum Justizhaushatt. Die Revolte gegen die Steuern. ,,»ss« M.$«i>lKmonn spricht iUxr»Di« Entwicklung der Arbeiter. Ig dewegung". Nollgahliger Besuch wird erwartet,«er Frattioxevorstaud.— tz Sd�feie G ewerksckasts-Iuaen d Groß-Verlin Heute, Dienstag, IStd Ubr, tagen die Kruppen: Frankinrter Ailee: Teirpyentzeim, Stiidt. Jugendheim, Litauer Etr. 18, Zimmer?. Bortrag: „Mit Seinz Barthel durch Berlin",— Seu-Lickitenberg: Jugendheim HausfstraKe sTportpIatz). an der Lettingsirak«. Hosemann bringt uns Sächsische- Allerlei.— Lichtenberg: Jugendheim Dossesir. 22. Bortrag:„Marx und die (Bewertschasten".— Landsberger Bläh: Gruppsnheim, Jugendheim, Dicstcl» meyerstr. 5. Rcihenvortrag:»gllhrer der Arbeiterbewegung— Karl Legten". — Treptow: Sruppcnhciw, Jugendheim, Schule Mldenbruchst. 53—84. Kurzreferat«:»Unser Berus".— Spanda»: Gruppenheim Linienufer 1. Literarischer Abend:»Ardeiterbichtuna der Gegenwart".— Humboldt: Suppenheim, Jugendheim, Graun- Ecke Lorglngsirahe. Dortrag:»Ziel« und Aufgaben des Jnter- nationalen Gewerkschaftsdundes.— Slldlrei«: Juaeutckursus im Jugendheim Wasiertorsir. g. Thema:„Iugcndpsnckologie".— Dorangeig«: Zusamnrenkunft der Wanderleiter am Mittwoch, 20. Marz. Iflij Uhr, im Saal g sSaalgedaud« parterre rechts), Gewrrischaftshaus Engeluser 24—25, Tagesordnung:»Unsere Osterfahrten". .�uaendarvpve pes�entrafverbondes der AnsesteNten Heute, Dienstag, finden folgend« Deransialtungen statt: Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Dort rag:»Serualfragrn der Jugend" iffottietzung). Defrrentm: Martha Schultz?. Frengel.— llebnngsabeod de» Sprech, und Bewegungschors 20 Uhr in der Turnhall« der Schule Baruther Straf)« 20. Hallenschuhe mitbringen. Berantwortli» sttr Politik' Dr. Eue« Seger: Wirtschaft: S. KItnaelhSser! Eeoerlschoktsdewegung: J. Steiner: Feuilleton: De, John Tchitoweli: Lokale« ond Sonstige»: Fritz Kerstadt: Anzeigen Tb Glocke. lämliich IN Berlin Berlag: Dorworls.Berlag D m b A.. Berlin Druck: Borwärts.Buiiidruckcre» und DerlaasanNali Da»I Singer u E» Berlin SW 08 Lindenstrah« t, Hier,» 2 Beilagen NN»»Unterhaltung und Willen" WM«MiMWWtM Z erMgitungsstelle Berlin Todesanxelgsn. Den Mitgliedern»nr Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Kottlied Brodereh geb 25 De-emder 1872. am 15. März gestorben ist Die Einäschernng findet am Mit!- woch. dem 20 März.!!>/, Uhr, im Krematorium Gerichlstroß« statt. Am 14. Mär, starb unser Kollege. der Raschinenfllhrer Bans Höher geb. 25. Dizember 1837 Die Einäscherung findet am Mi». woch. dem 20 Mär,. Ig>/, Uhr, im krema orium Gerichtstraße statt. Ehr, ihre« Andenken I Rege Beteiligung wird erwartet. Vi« Ocloo«cn,al!>>»(). EMIL LUDWIG WILHELM II. Illustriert. Ungekürzte Volkseusgabe. Ganzleinen jetzt 2,85 OleOrlglaalauogab« kattetUU Das Aufsehan erregende Buch steht weit über dem engen Gesichtsfeld des Parteikampfes oder der klelnlic en Porträtmaler«.— Das Buch Ist auf bestem, holzfreiem Papier in sauberstam Druck hergestellt- Mit wlchtlgan Bildern aus dem Leben Wilhelms II Mit schdnem, farbig. Schutzumschlag. Das ieteressanteste Ookumanti Bestellungen sind zu richten an Buchhandlg. J. K.W. Oietz, Nachf. Berlin SW. 68, L Indenstrasse 2 Telephon Dönhoff 7653 'fördern Sie ausdriichlich m M' Ei■ N Rq I lu I M I k A i M i t-j r \ Achten Sie auf den Namen �AGGI und die gelb-rote Packung- Nr. �3�- 46. Jahrgang Dienstag. �9. März �929 Demokratie in Die im Bezirk Verlin von der Arbeiler-Bildungsschnle zusamnien mit dem Kommunalen Sekretariat veranstaltete Reihe von Vorträgen über fragen der Kommunal- Politik wurde am Sonntag mit einem Vortrag des Dort- munder Bürgermeisters Paul Hirsch über V e r s a s s u n g und Verwaltung der Gemeinden erössnet. Genosse Hirsch stellte an die Spitze seiner Ausführungen die sozialdemokratische Forderung einer Reichsstädteordnung, einer f ü r das ganze deutsche Reich einheitlichen Gemeinde- Verfassung. Zurzeit haben wir diese Einheitlichkeit noch nicht «inmal in Preußen, wo in den verschiedenen Landesteilen noch acht Städteordnungen und acht Landgemeindeordnungen gelten. Nach der Umwälzung vom November 1918 wurden einige Aenderungen durchgeführt, vor allem kam in Preußen sogleich im Januar 1919 ein einheitliches Gemeindewahlrecht, das von Unter- schieden des Besitzes absah, das Verhältniswahlsystem vorschrieb und die Frauen zu Wählerinnen machte. Die R e i ch s v e r- f a ssu n g regelte dann das Wahlrecht in feinen Grundzügen und legte die Gültigkeit des Wahlrechts der großen Por- lamente auch für die Gemeinden fest. Noch besteht aber die Bindung des Gemeindewohlrechts an eine Mindestdauer des Ausenthalts in der Gemeinde(in preußischen Geineinden sechs Monate). Die Sozialdemokratie verwirft dies« Bestimmung, doch ist die angestrebte Beseitigung im Preußischen Landtag noch nicht zu erreichen gewesen. Hirsch zeigte dann die Verschiedenheit der Ge- meindeverfassuirgen in Preußen an. den Beispielen der M a g i- stratsverfassung und der Bürgermeistereiver- s a s s u n g. Unter der Magistratsversassung ist die Stadtverord- nctenversammlung beschließende und zugleich kontrollierende Be- Hörde neben dem Magistrat. Unter der Bürgermeistereiversassung, die wir im Rheinland finden, hat den Vorsitz in der Stadtverordnetenversammlung der Bürgermeister mit vollem Stimmrecht und bei Stimmengleichheit gibt er den Aussch'ag. Die Magistrats- Verfassung verdient den Vorzug vor der Bürgernieistereiverfassung, die den Bügermeister allmächtig macht. Keine der in Preußen geltenden Gemeindeversassungen und auch keine der Gemeinde- Verfassungen anderer deutscher Bundesstaaten hat dos Ein- kammersystem, das die Sozialdemokratie fordert. Dieses System ist die Verwirklichung des demokratischen Gedankens, ober gerade die demokratische Presse lehnt es ob. Bei diesem Ein- kammersystem wird die Verwaltung der. Gemeinde im Auftrag der Gemeindevertretung geführt, so daß die heute bestehende Trennung der ausführenden Behörde von der bs- schließenden Behörde wegfällt und die Verwaltung auch vereinfacht wird. Heute wird alles mindestens doppelt beraten und beschlossen, erst im Magistrat und dann in der Stadtverordnetenversammlung, ungerechnet die Beratungen in Ausschüssen. Wenn beim Ein- kammersystem der Gemeindevertretung zugleich beschließende und ausführende Behörde ist, muß zur Verwaltungsführung die Stadt- verordnetenoerfammlung aus ihrer Mitte besondere V e r w a l- tungsausschüsse einsetzen, denen die Magistrat-mitglieder als Fachleute beizugeben sind. Der Vortragende streifte die Frage des immer noch bestehenden Rechtes der Regierung, gewählten Magistrotsmitgliodern die Be- stätigunq zu versagen. Dieses Bestätigungsrecht müsse unter allen Umständen beseitigt werden. Eingeschränkt werden müsse auch die Aufsicht des Staates, höchstens bei ungesetzlichen Be- schlüssen könne Beanstandung geduldet werden. Beseitigen solle man die vielen Zwischeninstanzen. Wohlsahrtspolizei, Gesund- heitspolizei, Gewerbepolizei müsse den Gemeinden übertragen wer- den. Zu der jetzigen Verfassung des 1921 zusammengefaßten Groh-Berlin bemerkte Hirsch, daß sie natürlich nicht für der Gemeinde. gen zur Gemeindeverfassung. ewige Zeiten gemacht sei, sondern nach den Erfahrungen der Praxis einmal geändert werden könne. Eine Stärkung der zcn- tralen Verwaltung müsse man wünschen, aber die Entscheidung hierüber sei Sache des Landtags. Hirsch wies hier auf die Zu- san, menhänge zwischen Gemeindepolitik und Staatspolitik hin. Unter gemeindefeindlichen Gesetzen ist den Gemeinden die Arbeit erschwert. Das zeigt für Berlin am deutlichsten das Finanzausgleichsgesetz, das uns die Mittel zur Lösung unserer Aufgaben zu knapp zumißt. Daß die Gemeinden Verschwendungspol itit treiben, ist nicht wahr, betonte der Vortragende. Die Ausgaben der Gemeinden sind, auch wenn sie manchmal unproduktiv scheinen mögen, produktto in dem Sinne, daß sie zur Gesunderhaltung der Bevölkerung beittagen und die Bevölkerung zu einer höheren Kulturstufe cmporführen. Hirsch schloß mit einem Ausblick aus die gegen Ende dieses Jahres kommenden Gemeindewahlen, an denen auch B e r- lin teilzunehmen haben wird. Die Masse der Wählerschaft müsse zu der Einsicht gelangen, daß sie ihr Wohl a m b e st e n wahrt, wenn sie Sozialdemokraten wählt.(Lebhafter Beifall.) Vertagung im Totschlagsprozeß. Ein Fall nahe an der Grenze des ß 5il. Zu einem überraschenden vorläufigen Abschluß kam der Totschlagsprozeß B u d a ch. Nachdem die Beweisaufnahme wegen der Bluttat in der Fischerstraße geschlossen war und die Sach- verständigen ihre Gutachten angegeben hatten, vertagte das Gericht die Verhandlung. Med.-Rat Dr. S t ö r m e r be- zeichnete in seinem Gutachten den Angeklagten als einen e p i l e p- tischen Psychopathen und ausgesprochenen Alko- h o l i k e r. Bei der Tat befand sich der Angeklagte in einem Zu- stand, der nahe an der Grenze des§ S1 liegt. San.-Rat Dr. Schmidt schloß sich diesem Gutachten im wesentlichen an, beantragte aber, da seine Beobachtungen noch nicht sicher wären, auf Grund des Z 81 der StPO. die Ueberführung des Angeklagten in«ine öffentliche Irrenanstalt zur Beobachtung des Geisteszustandes. Das Gericht folgte seinem Antrag, da der Fall so schwerwiegend ist, daß zu seiner Klärung alles getan werden müsse. Wir haben in derartigen Fällen wiederholt darauf hinweisen müssen, daß es ein unmöglicher Zustand ist, wenn ein Mensch, der unverantwortlich ist und damit den Schutz des§ 51 genießt, frei herumläuft. Sollte es sich also erweisen, daß Budach für seine Tat nicht verantwortlich gemacht werden kann, so müßte er aus dem Gerichtssaal heraus sofort erneut, und wen» seine Krankheit unheilbar, auf die Dauer einer Irrenanstalt über- wiesen werden. Die Allgemeinheit muß vor solchen Menschen energisch geschützt werden. Noch eine Verhaftung in der Orloff-Affäre. In der Dokumentenfälscheraffäre ist von der Abteilung I des Berliner Polizeipräsidiums ein weiteres Mitglied der Kreise um O r l o s s und v. Gumanski festgenommen worden, und zwar ein Russe namens Broude, so t-aß sicb bisber m-nesomt �ehn Personen In dieser Sache im Gewahrsam der Polizei befinden. Orloff und Sumarokow wurden gestern dem Vernehmung?- richter im Polizeipräsidium zur Entscheidung über die Ausrecht- erhaltung des Haftbefehls vorgeführt, doch dürfte die Stellungnahme des Richters voraussiebtlich erst im Lmif« des bentiaen Dienstagvormittags erfolgen, lieber das Schicksal der übrigen Inhaftierten wird wohl erst Ende dieser Woche nach Abschluß der Verhöre und nach Sichtung des bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Materials entschieden werden. Roman einet RevoluUon. Von Gevhati Hetcmann I�losfat „Ach so!" stöhnte Holzwoigt dankbar.„Nu, worum hatte'n das nich glei jesat!" Er nahm die Gabel herunter, und der Kellner ging zu Iuckenack. Aber dem Pobziger schmeckte der Braten nun nicht recht. Er sann seinem Erlebnis nach. Und endlich konnte er seinen Eindruck nicht länger zurückhalten.„Jojo, das kimmet dadervon, wenn mer Dessauisch warn soll!" Und die erlösende Aeußerung war gefallen.• „Ioho!" stimmte Iuckenack kräftig zu. Er hob das Glas mit dem Dessauer Wein.„Hier jut Bärnborch alleweile l" Aber steh einer: der Destauer, der Schlauhahne, stieß lächelnd mit an... Es sollte ihm nichts helfen. Man würde ihm schon die Meinung sagen. Ob Trosegk zustimmen würde? Sicher! Der Wirt trat«in und ging auf Trosegk zu:„Eine Dame wünscht Herrn Baron von Trosegk zu sprechen." „Eine Dame...?" „Jawohl, Herr Baron. Sie möchte Sie unbedingt sprechen." Trosegk erhob sich verblüfft und ging hinaus. „Du,"' sagte Juckenack zu Holzvoigt,„där drickt sich!" Aber Trosegk hatte sich nicht gedrückt. Er trat in ein Zimmer, das ihm der Wirt gewiesen hatte. Bor ihm stand Friederike. Er sah sie an mit abweisender Schärfe, die seine Un- sicherheit verbarg, schloß die Tür. führte sie ans Fenster, zog den Vorhang zu.„Was willst du hier, Herrgott, was wer- den die Destauer denken, wenn sie dich—" Sie streichelte ihm lächelnd über den Mund, wies an sich herunter.„Ich bin im simplen Reisekleid gefahren, inkognito, in geschlossener Kalesche. Hier hat mich niemand gesehen, der mich kennt." „Ja— und?" fragte er ungeduldig. „Und?" Sie versuchte zu schmollen— es stand ihr nicht mehr, sie war zu alt dazu.„Ich wollte natürlich bei dir sein, heute, wo's um alles geht." „Natürlich? Ich finde das nicht natürlich!" Sie erschrak, fühlte wieder, wie sie an Macht über ihn verloren hatte seit des Herzogs Tode. Sie wandte sich ab: „Früher war es selbstverständlich, daß wir alles besprachen." „Wir haben genug über— über diese Sache gesprochen." Er sank auf einen Stuhl, schlug die Hände zwischen den aus- gebreiteten Knien nervös zusammen.„Du verwirrst mich. Ich muß einen klaren Kopf haben." „Dein- Kopf war immer klar, auch wenn du eben von mir kamst," sagte sie nicht ohne Bitterkeit. Er hob das Gesicht, sah sie mit gesenkten Mundwinkeln an.„Es hat doch keinen Zweck. Ich bitte dich: fahr zurück!" Sie lehnte sich an die Fensterbank und trommelte leise mit den Fingern.„Selbstverständlich. Gleich nach der Audienz." „Ich werde doch keinesfalls hierher zurückkommen!" „Das sollte dir nicht zu viel sein." „Es wäre zumindest ungeschickt." Ihre Finger trommelten nicht mehr, preßten blaß das Holz.„Ungeschickt, und— überflüssig, nicht, wahr?" Er stand auf.„Auch das." Sie wandte sich um und starrte den Dorhang an.„Wie meinst du das?" Und nach kurzem Schweigen leise:„Ich will ja gar nicht.. gar nichts anderes von dir. Aber es ist doch nicht überflüssig, wenn der Minister seiner Herzogin Bericht erstattet." Er antwortete nicht. „Darüber, ob er noch Minister ist und sie noch Herzogin." Trosegk schüttelte nervös den Kopf.„Das wird sich doch heute noch nicht entscheiden." „Wieso nicht? Die Vertreter des Volkes sind doch da! Das Volk hat entschieden— für mich!" „Das Volk? Trosegk lachte verächtlich.„Das Volk besäuft sich." Er wies nach draußen.„Am Destauer Wein." „Laß es. Es wird mich nicht oerlasten." „Soo?" Er hatte feine Ueberlegenheit wieder.„Du hast dein Herz für das Volk sehr spät entdeckt, liebe Friederike. Du kannst also nicht verlangen, daß dos Herz des Volkes schneller arbeitet." „Und du? Hast du's eher entdeckt?" „Ich verlaste mich ja auch nicht darauf." Sie wandte sich zu ihm, legte die Hände um seinen Kopf, hob seinen Blick zu sich hinauf. Die Erregung, die verhaltene Angst ließ die ast gewordenen Züge ihres Gesichtes vibrieren, Wafferkatastrophe in Amerika. Lieber 250 Tote.— 10 000 Personen in Lebensgefahr. New Z o r k, IS. März. Nach Meldungen aus Alabama flehen im Süden dieses Staates fünf Städte unter Masser. Das Schicksal der Einwohner ist unbekannt, da alle Verkehrseinrichtungen unterbrochen sind. Bis jetzt wird die Zahl der Toten auf 250 geschäht. Ein Teil der von dem Hochwasser abgeschlosseneu Einwohncrschasl ist durch Flugzeuge mit Lebensmitteln versehen worden. Etwa 30 Schisse sind hinzugezogen worden, um den in größter Gefahr schwebenden 4000 Einwohnern der Stadt Elba Hilfe zu bringen. 3n Elba allein sollen nach den bisherigen Feststellungen etwa 150 Personen ertrunken sein. 34 Leichen wurden berejls geborgen. Auch die Staaten 31 e- broska, Iowa, Illinois und Florida sind vom Hoch-� wasser heimgesucht worden. Insgesamt sind etwa 2 S 0 0 0 Personen vom Wasser eingeschlossen oder obdachlos. Davon schweben 10 000, die aus Dächer. Bäume. Flöße usw. flüchteten, in mehr oder weniger großer Lebensgesahr. Ein revidiertes Gchöffengerichtsurteil. Statt 5 Jahre Zuchthaus— 5 Monate Gefängnis. In der Berufungsinstanz beschäftigte sich die Große Straf- kammer des Landgerichts I unter Vorsitz von Londgerichtsdirektor T o l k mit dem Raubüberfall am Strausbcrger Platz, der seinerzeit großes Aufsehen erregt hatte. Das Schöffengericht Mitte hatte den bereits vorbestraften Friedrich Konieczny unter Versagung milderirder Umstände wegen Straßenraubes zu fünf Jahren Zucht- Haus, einen Erich Fahrenwald zu zwei Jahren Gefängnis und einen Ernst Frank zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Frank, der Boxer ist, hatte mit einem Maurerpolier in einem Lokal Streit gehabt und war ihm mit den Mitangeklagte» auf die Straße gefolgt. Der Maurerpolier hatte viel g e t r u u- k e n. In einer dunklen Ecke am Strausberger Platz versetzte Frank dem Manne einen Kinnhaken. Die beiden Mitangeklagten stürzten sich dann ebenfalls auf ihn und bearbeiteten ihn mir den Fäusten. Alle drei liefen dann weg. wurden aber von einer Menschenmenge verfolgt und verschwanden in einem Hause in der Weberstraßc. Als die Verfolger herankamen, war die Haustür ab- geschlossen. Aus einem Fenster des Hauses flatterte aber ein Zettel herunter, auf dem die Namen der drei Täter angegeben waren. Dem Maurerpolier waren bei der Schlägerei Brieftasche und Uhr weggekommen. Er ließ die drei Raufbolde am nächsten Morgen wegen Straßenraubes verhasten. Konieczny hatte auch zugegeben, daß er di« Brieftasche an sich genommen hatte. Er behauptete aber, daß er sie von der Straße aufgehoben hätte, da sie dem Manne offenbar bei der Scblägerci aus der Tasche gefallen fei. Er hat dann die Brieftasche, die die Ausweispapiere enthielt, in einen Briefkasten gesteckt. Die 189 M. Inhalt waren aber nicht da. Die Rechtsanwälte Dr. Max Kanto- rowiez, Dr. Bäcker und Braun hielten einen Raub nicht für erwiesen. Die Strafkammer.schloß sich trotz schwerster Bedenken und schwerst- wiegender Verdachtsgründe dieser Auffassung an. Es sei möglich. daß die Bneftasche bei der Schlägerei herausgefallen sei. Der Ber- bleib der Uhr ließ sich vor Gericht Nicht nachweisen. Unter' Aus- Hebung des Schöffengerichtsurteiis wurden die Angeklagten von der Anklage des Straßenraubes freigesprochen und lediglich wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Konieczny und Fahrenwald erhielten je fünf Monate und der jüngere, weniger vorbestrafte Frank zwei Monate Gefängnis. Die Strafen sind durch die Untersuchungshast verbüßt. und die Angeklagten, die das Urteil sofort annahmen, wurden auf freien Fuß gesetzt. Zu dem Leicheusund bei Birkenwerder erfahren die„Berliner Neuigkeiten", daß die Tote jetzt einwandfrei als die ver- mißte Frau Betty Thoman aus Dahlem festgestellt worden ist. löschte die jung gebliebenen aus.„Und ich, muß ich mich darauf verlassen? Es gibt ja noch einen, auf den ich mich verlassen kann. Nicht wahr?" Er entzog sich ihren Händen.„Gewiß, gewiß.— Aber l-ßt geh." Er wollte aufstehen, aber sie legte ihm die Hände auf die Schultern und drückte ihn in den Stuhl zurück.„Bald, Heinrich. Aber vorher möchte ich noch eins von dir misten." „Nämlich?" Sie atmete tief.„Die Wahrheit." „Was heißt das nun wieder: die Wahrheit?" „Die ganze Wahrheit." Er zuckte die Achseln unter ihren Händen, als oerstehe er nicht. „Du hast mich die ganze Zeit seit Alexanders Tode mit halben Redensorten hingehalten. Das weißt du genau. Du bist hierhergefahren, um den Kampf für mich und dich zu kämpfen. Aber du kannst mir nicht böse sein, wenn ich dir sage, daß ich— daß ich dir nicht traue. Sage mir gerade heraus, Heinrich, ohne Ausflucht, ich bitte dich darum: was hast du vor?" Er riß grob ihre Hände von seinen Schultern und sprang auf.„Halt mich doch nicht fortgesetzt fest!" Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen ging er im Zimmer herum.„Du sagst doch eben selbst, daß ich für dich— daß unsere Interessen sich decken. Was heißt das nun also: mir nicht trauen!" Sie blieb an ihrem Platz stehen.„Heinrich, ich bitte dich, mach kein« Ausflüchte! Wirft du heute erklären, daß Anhalt-Bernburg nicht daran denkt—" Trosegk schnellte die Hände über den Kopf und schlug ihre Worte zu Boden.„Wir sind doch keine Kinder! Wir sind doch Diplomaten! Man kommt doch nicht mit dem Kopf durch die Wand!" „Warum nicht?" sagte sie mit dunkler Schärfe.„Alexan- der ist trotz deiner Operation gestorben. Die Ereignisse zau- dern nicht so wie du." „Ja doch, ja doch!' Aber die Frage Anhalt-Bernburg ist eben nicht durch«inen Fenstersturz zu lösen. Es ist eine gewisse Uebergangszeit nötig. Auch ein Gedanke will erst wachsen, auch eine staatliche Ordnung. Not tut eine Pflege- zeit, sozusagen." „Mit den Dessauern als Pflegeschwestern, nicht wahr?' Er gab seinen Marsch durchs Zimmer auf, ließ die gesti- kulierend erhobenen Arme sinken.„Das ist doch zunächst Nebensache. Das muß sich doch erst herausstellen!" (Fortsetzung folgt.) i Auw im Warenhausfenster. Drei Passanten verletzt. Am K o t t b u s s e r Damm croignete sich am Sonntag abend ein schwerer U n s a l l, bei. dein drei Passanten verletzt wurden. Angeblich infolge A«rsag«ns der Steuerung geriet eine unbesetzte Autodroschke auf den Bllrgcrsteig und suhr in voller Ge- schwindigkeit in eine Schaufensterscheibe des Warenhauses Tietz hinein. Drei Passanten, die die Auslage» betrachteten, die �jährige Frau(klsbeth Weber, ihre 22jährige Tochter Charlotte und der 24jährige Rudolf Krüger, die in der Emser Straße 122 wohnen, wurden überfahren. Das jung« Mädchen hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß sie ins Urbankrankenhaus gebracht werden mutzte. Di« beiden anderen Verunglückten konnten»och Anlegung von Notverbänden auf der nächsten Rettungsstelle in ihre Wohnungen entlassen werden. Trauerfeier für Bruno Heinrich. Prunn Heinrich, der junge, treue Mitkämpfer in Partei. Gewerkschaft und Reichsbanner, der von Mörderhand fiel, ist gestern abend von seiner Familie und seinen Freunden zur letzten Ruhe bestattet worden. Der Abend hatte breit? seine Nebelschwaden über die Großstadt gezogen, als sich die nach Tausenden zählende Trauer- gemeinde im stillen Hain in der Kcrichtstratze im Norden Berlins zusammenfand. Aus allen Organisationen, in denen er in vorderster Front mitgekämpft hatte, sammelten sich die treuen Freunde um den Sarg des fo ruchlos Erschlagenen. In Blumen und Kranzspenden, die von der Liebe zu dem Toten Zeugten, versinkt der Sarg, um den die umflorten Banner der Partei, des Reichsbanners, der Freien Turnerschait und des Baugewerksbundes sich aufstellen. Tief ergriffen harrt eine andächtige Menge. Das alte Kampflied„Ein Sohn des Volkes.. gesungen vom Doppel- guartett des Verbandes für Freidenkertutn, klingt durch den sRauM. Für die gleiche Organisation spricht Genosse Roth einen tief- empfundenen Nachruf. Für die Sozialdemokratische Partei und das Reichsbanner stand sei» treuer Genosse L ö f f l c r am Sarge. Gerade weil Bruno Heinrich immer gegen die Gewaltonwendung auftrat. habe» wir seinen Tod besonders tief empfunden, so klagt er. Die umflorten Fahnen, unter denen er so oft in Reih und Glied mit- marschiert war, senkten sich, sie griißen noch einmal den treuen Mit- kämpser. Dann verläßt der Tote seine Familie und Freunde. Die Partei hat einen jungen, mutigen Streiter, die Familie einen unvergeßlichen, treuen Menschen verloren. In unsere» Herzen aber brennt die Fragen Wie lange soll es weitergehen, daß die Treuesten von ruchlosen Mörderhänden aus ihrek Arbeit uird ihrem Kampf für Freiheit und Volkswohl gerissen werden? Schweres Fahrstuhlunglück. Einen qualvollen Tod fand gestern nachmittag der ZOjährige Arbeiter Albert Töpfer aus der Kurfürstenftraße 54. Töpfer, der bei den Marie ndorscr Gaswerken beschäftigt war, bestieg auf seiner?lrbeitsstelle um 15,30 Uhr den Lastenaufzug und setzte Ihn eigenmächtig in Fahrt. Der Aufzug bewegte sich läNgsäM aufwärts. Aus noch ungeklärter Ursache stürzte Töpfer aus dem Fahrkorb und wurde zwischen Schutzgitter und der Fährstuhlwond eingeklemmt. Auf die Hilfeschreie waren Arbeitskollegen hinzugeeilt» die dem Unglücklichen ober nicht sogleich Hilse bringen konnten. In größter Eile mußte das Schutzgitter o u f ge fch n i-kt en üchd auf ge schweißt werden.- däiu, erst gelang e«. den Verunglückte» aus feiner furchtbaren Lage zu befreien. Ein hiNzugeruköllek Arzt konnte jedoch nur noch den inzwischen eingetretenen T o d infvlge- Schädelbruches und schwerer innerer Vörletzüngen feststellen. Die Leiche wurde nach der Makiendorfer Halle gebracht. um die ganze Erde aus den„Glocken von EorneviUc* und dem Lied des Augustin: Laß dir Zeit aus Falls„Lieben Augustin". A l! t e U h l c n und Helmut Z a h n p f e n n i n g, Mitglieder des Balletts der Städtischen Oper, erregten in ihren Tänzen"das Entzücken der Zuschauer, und I o z s a U s e t t i erfente alle in Einzelgesangen und in Duetten mit Herrn Pechncr. Das V o l k s b i l d u n g 5a m t Charlotte nbucg kann auf diesen, in sich gerundeten wohlgcliin- genen Vormittag, für den Man ihm Dank wissen muß, mit Genug- tuung zurückblicke». Einsenduegen fllr diese Rubrik find Berlin SW SS, Liudenstraße 3, strt» nn da» Bezirknsekretariat 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. !>.»rei« Wilmersdorf. Mittwoch. 30. Miir,. 20 Ufik, bei Schromm, Hohen» zollerndnmm 2, Sibuiig fämllichcr Micicrobleute. DonNerotop, 21. Mäe,, 20 Uhr, im Vikiarioorten, Wilhclmooue tft— Iii, Cosino-tzimmor, Sisjuno de»«rtvcitertcn kreisuorslnnde» mit. dcn Mitgliedern des-JSilbUngsauo» 12. Strei« Äteglili.Lonlmiii-SichterfcIdr. Wichtige Eltcrnbeirotsverfommlnng verSunden mit eine« EiduNg der Freien Sckmlgcmemd« Siealii! um Donnerstag, 21, Mörz, 20 Uhr, im Loko! Feifenkeller, Maricndorfcr Sirajje 67(Röhe SWdfpotf). W< parleigenötlischen Eltern find eingeladen, 13.»reis Tempelhol. Donnerstag, 21. Mörz, pünktlich 19'.. Uhr, Sllel-drle» gieitennerfamminng im Lokal Mali, Mnriendorf, Thaufleestr. 306. Sömt. »che Funktionäre der Attciiungen wüficn cbenfolls a-iw«Ie»d fein. 16. Are!» Ikäpeniit, Die FunktionSre milsscn unbedingt die Einirittskartrn kür den heute stattfindenden Wanderratten, Abend heute Dienstag an de« Nafie abrechnen. 20.»reis Reinickendorf. Hentr. Dienst»,, 1». Mörz, Idt? Uhr, I« der Schule »» Wittenau, Rofenthaler Straße, kommunaler Kurf»,. heute, Dienstag, 19. März: 62.»bt. Trelkpuukt Zur AusstcNüng..Wien Im Bild" 19H Uhr pünktlich am Gcfuvdhcitshaus Am Urban 10— U. Morgen. Mittwoch, 20. März: 23. Abt. lOfh Uhr iZufammenkunit der Beomlcngcnossen bei Erunwalb, klame» runer Str. 1!>. Vortrag des lScnosseu Robert Honsel. Wahl des Obmannes. 33. Abt. 20 Uhr öffentlich« Filmvorführung der BoNsfürforge i» der Schul» auta Hohenloheftr. 10. Gezeigt werde» die AukUarungs-Spiolfilme:„Dir Keichrung" und„lkl» Senossrnfchafrslindrrheim. Eintritt frei. 36. Abt. 20 Uhr bei Guczowfti. Schreinerftr. 38, Fnnkttonärfidung. 36. Abt. 20 Uhr Sihung bes Vramtcnwerbeausschufics bei Wlttschuß, Peters. bürget Str. ö. Wahl des Obmannes. 4». Abt. SätwerhSrige. 20 Uhr im Jugendheim Lindenste. 4, vorn 1 Trp., Mitgliederversammlung. Lichtbildervortrag:„Dir Bonrgeoiii« in der Kori» katur". Vortragender: Hann« Hamm. Sympathisicrrnd« und Vormärtolefer sind zu dieser Beranstaltnna eingcladrn. 94. Abt. Charlottenbnrg. 19!» Uhr im Jugendheim Rofinenstr. 4 Mitglieder» nersammlung Pdetrag:„Die städtischen Werl-". Referent! Stadtrat Rll- dfllf Sch'ichtinq, 74. Al>t. flehlendoef. 20 Uhr zah'abende. Ii., C., 7. Bezirk im Cafo Brunn, Rirmelstcrstraße Ecke SmIIetfenstraße. ssür die übrigen Bezirke 3khlendorfs, Schlochtenfre und Nikolassee im Lokal Naisrrhof In Zehlendors, Rvlcr Saal, Potodamcr Straße. I» beiden Zahlabciedcn neben Partciangelegen» heiten Bericht vom Bezirkspartoitag. 61. Abt. ikriedenan. 20 Uhr in: Gesellschaftszimmer des Rathauses zu Friede. nau. An: Lauterplaß, Mitgliedervercammsnng. Vortrag:..Die augnrblick» siche pölipschc Lage", gtefcrent: Robert Schmidt, M. o. R. 02. Abt. Strglih. 20 Uhr bei Schellhaase, Ahornstr. Ida, Mitgliederveriomm- kling, Bortrag:„Die politische Lage in Preußen". Rcfetentl Otto Meier, M.!>. L. 83. Abt. Lichtersclbe. 20 Uhe bei Schmidt. Hindenburgdamm Ecke Rvonstraße, Mitgliederversammlung. Borirag:„Die Ursachen der Arbcitssoflgkeit". Rcfekent: Paul zipvol, Partr'o>ige,Icgcnheitcit. Wohl der Delegierten zum Bozirk-vartestaa am 28. Avril. 99. Abt. Briß-Roniow. 19'2 Uhr in Beckers Gesellschaftshans Briß. Chaussee. straßc 97, Gemeinschoktsversammlung der SPD. und SAT. Es spricht der indische Genosse Shailh über das Thema:..Englischer Imperialismus in Indien". 198. Abt. Friedrichshain. 20 Uhr im Lokal Scholz, Friedrichllr. 81 Mitgliedrr- Versammlung. Vortrag über Isragen dt« Preußenpösittk. Reserentu Will» Drüoemüllcr, M. d. L. Bericht von der Arcisvertretorversanunlung. Per- schiedenes. 124. Abt. Mahl-darf. Achtnngl Die nertaat» Eoneralvsrlam-nlvna find«! nun- mehr am Mittwoch, 20. März, 20 Uhr, hoi Ander». Bahnbosstr. 37. ftatt. Dortraa de« Genossen Stodtnerorbuetea Franz käming über:„Nommu. nalvolitik". Iahrrsbeei'l». Rrnmahlen. Heinersdork. 20 Uhr im Lokal Schniz. Digiusstr. 69, Mitgliederversammlung. Bvrttag:..Prodleme-Ätr cBerrtnhrttktcholrg tr»- grfgmten» Evzbaloersicklg, "z � rungzrechtsb. Rckereutt Nur:. L.ießmann. .<4.36. Abt. Reinickrüdors-Vst. 19'» UM im Schllhenhans Rofidenzstr. l Ritqlieder- Versammlung. Borträg:„Die Bedeutung des ikonkordäts". Refcrettt: Friß Schmidt. 137. Abt. Reinickendors-Weft. 20 Uhr im Bolkshau» Scharnweherstr. III Mit, glirderversammlung. Bortrag:„Das Versicherungswesen". Referent: Nur! Zur Flug, zeugkatastrophe auf Manhattan. Zu dem schweren Flug.zsutznnglück aus Manhattan wirü er- gänzeird aus New U ö r k qemeldes, daß der Zustand der beiden Fkulzzengführcr sehr kritisch sei. lieber die U r s ä ch e der Katästrilph« veniiochte der schwerverletzte erste Fluizzeugsührer bisher nur NNzu- reichende Angaben zu inachen, doch nimmt man an zuständiger Stelle ! an, daß er in der Ueberlodnng des Flug,zeuges zü suchen ist, das i insgesamt 15 Personen an Bord hotte, während sei»« Trag- ffähigkeit nur für neun Personen berechnet war. Das Flugzeug wurde beim Zusammenstoß mit dem Güterwagen i» > ,zwei Teile zorichnitten. Di« meisten der 13 Todesopfer waren Leute, di« der Neugierde halber einen Flitg zum ersteUMäl MiliNckchte». Der ohne Verletzungen davon gekommene Flugzeugführer erklärte, die Irfachs des Unfalls sei«ine Motorpanne gewesen. Acht Todesopfer unter Tage. Wie aus Halefocen fNordwestershire) gemeldet wird, ist in cin«m Kohlenbergwerk bei Coombswood ein Gr» be»- brand ausgebrochen. Acht Bergleute wurden an Ihrer Arbeitsstell« von den Flammen abgeschnilteN. Eine später in das Bergwerk eingedrungene R«tiungs«xpeditioN fand sie sämtlich tot aus. Unterhaltungsabend in Moabit. Im Moabiter Gesellschaftshaus, Wlclesstroße, hatte der sozialdemokratische Bildungsausschuß Kreis Tiergarten seinen Mitgliedern am Sonntag ein paar wirklich srohe Stunden bereiter. Das vielseitige, treislich zusammengestellte Programm hatte für jeden etwas in Bereitschaft. Zuerst bekamen die jungen und allerjüngsten Besucher etwas vorgesetzt, aus daß ihnen das lange Stillsitzen Nicht allzu sauer werde. Erna Feld als Märchentante erzählte Andersens sröhliche Geschichte von der unglücklichen Liebe des Herrn Kreisel zum hochnäsigen Fräulein Guinmiball, zwei Liebes- ieut«, aus denen niemals eili Paar wurde. Dann bekam«» die Großen zwei gut pointierte Satiren von Frank Warschauer zu hören. Klangrein und»oll launigein Humor brachte das Ebert- Maipz-Ouartetk sröhliche Gesänge— Ständchen, Rheinlieder, Knöchels derb-fröhliche„Bauernhochzeit" und den iinveraanglichen„Blauen- Donau-Walzer" zu Gehör. Rest Langer, die Altbewährte, rüttelte wieder einmal kräftig am Zwerchiell ihrer Hörerschast und ihr bezwingender Humor kriegte alle herum. Den Ernst sollte sie beiseite lassen, da versage» Organ und Dramatik. Ein Ejctralob deni«ackeren Orchester, das mit Schwüng und«mter Technik Ouvertüren aus „Carmen" und„Orpheus", seurige Ungartänze und liebliche Wiener Walzer zum Börtrag brachte. Ausgezeichnete StiNnnUNg eines vollbesetzten Saales, eines stärkeren Ersölges bedarf es wähl kaum. Bon Mozart bis Lehar. Eine große Freude hat das B o l t s b i l du n g s a m t C ha r- Inttenburg den Bewohnern des Bezirks, ganz besonders aber den vielen alten Kteinrentnerinnen und Witwen, nsti einer Sonntags- Matinee berettet, die unter dem Titel! Die Operette» vo» Mozart uis L e h a r im Pitadilly-Üichtlpiel- theater statlsond. Die kunftierische Gelamtleituttg hatte Dr. W i l- Helm G r o s z, der Nicht nur ein sehr hübsches und bis Mm letzten Augenblick sesselndes Programm zusammengestellt hatte, sondern auch gemeinsam mit Walter.Kaufsmann Klavierhuette szwei Klaviere) spielte. Mozart(aus dem„Schauspleldlrektor�), Ossenboch. Millacker, Fohaun Strauß, Joses Strauß, Franz o. Suppe, Leo Fall und Franz �ehar waren mit den schönsten Blüten ihrer schönen und beliebten Operetten vertreten und Musik, Gesang Und Tan, Z band. sie alle zu einem kmnttn. leuchtenden Strauß. Besonderen Belsoll' ckcalig der Opernsänger P e ch n e r mit dem Walzerrondö: Die Reise s Schulz. Frauenveranstaltungckn. 7. Krei, ChorloUtniükg. Donnerstag. 21. März, Ift'i Uhr, grciskranenvtr» anfiatkung im Vortrogssaal des Nrantentassenliauies. Berliner Etc. 131. „Eozii; stttckic Wohirungspolittt". Reserenk: Paul Hirsckt. M. d. L, Die grauenabende In den einzelnen. Abteilu:rgen fallen diesen Mona! wegen der Nreisveranflnllnng aus. 9. Adt. Der Fronenabend am 20 März findet dtl Graßer. Tunntfir. 3, statt. 19.«bt. Heule. Dienstag. 19. März. 30 llßt, de: Etcnzel. SKw-d-Nft«.. 13. Lortrag:„Warum weltliche Schul«", Referent: Kurt Lücke, Unter dem Jubel des Publikums spielt Bcrnord Ette am Vormittag im Großen Schauspielhaus wieder einmal Schlager. Geradezu bewundernswert die'Ausdauer der Berliner, die von dieser saccharinierten und dazu Noch überpfefferten Kost nicht genug be- komme» könne«. Das Kon,zert des Schwarzmeierschcn Kinderchors(400 Kinder), dos nachmittags aus der Charlotten- burgcr Musikhochschule übertragen wird, kommt auch im Rundfunk zur Wirkung. Dann ein gutes Abendprogramm, leicht, bekömmlich und doch nicht banal. Leider entläuscht diesmal Björn Talen, der vorzügliche Tenor der Staatsoper, der Lieder und Arien zu forciert siiigi- Man glaubt ihm seine Stimmstärke auch ohne diese überflüssige Parsorccleistung. In der Abendunterhallung geht es sehr literarisch und kultiviert zu. Man spricht bei Schallplattenmusik über Bücher. Eine leichtfertige Behauptung ist entschieden abzu- weisen, nämlich die, daß die BuchgemeiNschaften nur deshalb so billig arbeiten können, weil sie Autoren drucken, die tantiemesrei sind. Es wäre besser, wenn die Rundiunkgötter sich auch einmal über den wahren Stand der Dinge aufklären ließen. Das„Problem des E i n h e i t s st a a t e S" wird auf der deutschen Welle weiter disku- tiert. An Stelle des verhinderten Heldentenors, Reichskanzler a. D. Dr. Lulher, singt ein Herr aus Düsseldorf sein Lied über die Auf- lösung Preußens. In dem Solistenkonzert am Montag nachmittag dominieren die sogenaiiiileil Nassischen Komponisten. Aber dabei ist es nicht not- wendig, daß das„Ständchen" Don Juans von Mozart für Klavier transponiert wird, besonders in einer Form, die nicht einmal kirnst- volle Variationen über das Haupllhcma bringt. Immerhin ist Gisela Bing eine gut«, sicher in der Technik verankert« Pianistin. Sie wartet mit Pusdruck und Technik aus, die sich besonders bei Chopins „Trauermarsch" in ihrer ganzen Sichcrheu zeigen. Die Sopranistin Eocilie üspieß, die mit Gistla Bing das Programm bestreitet, ist leider in der Höhe nicht vollendet. Sie tastet sich mit großer Vor- ficht um gefährlichen Tonlagen herum Aber b'c Mittellooe bleibt trotzdem voll süßen ReiZee. Nach diesen musikalischen Exerzitien liest Bald«r Olden ein Kapitel aus feinet» neuen Roman„Das Herz, mit einem Traum genährt!" sehr viel gut beobachtete und sprachlich geistreich formulierte Schilderungen,«s bleibt jedoch bei diesen Einzel- heiten. Hin und wieder stört banales Worigeklingcl, das sich gern ironisch ausmach«« möchte. Das Leiden eines Baumeisters unter den Launen«tner kleinen Kurfürstendomingans schildert der Dialog Zwischen Paul Zucker und Polly Tick über das Thema„Architekt und Hausfrau." Cs ist nicht immer ein Vergnügen, ein bekannter Architekt zu sein. Der preußische Minister des Innern, G r z e s i n s k i, spricht in seinem ersten Bortrag über„O r g a n i-- s a t i o n und A uf g a be ii der heutigen Polizei", in erster Li»!« über d-e frühere Polizei im Königreirh. Und der Hörer Nimmt die Ueberzevaung mit, daß c« jetzt doch besser ist. Heber die Ueberträgung der„Zauberflöte" aus der Wiener Staatsoper wird morgen noch eingehend zu sprechen sein. F. S. I 29. Abt. Hcusc. Dlcnskag. 19. März, 20 Ufir, bot Stenz«!, Cchwcioilte.- 13, Vortrag:„Warum wemiche Schule". Referent: fturt Lücke. 54. Abt. Ehorlotteuburg. Der Fra.uenabeud fällt diesen Monat«uis. DaN? beteiligen sich alle Genossinnen an»en beiden �rcisfrauenvevanstaltungen. am 21. und 28. März. Siehe Äreisnotiz. Schöneberg. 78. Abt. Alle Genossinnen beteiligen sich nn der Areis-FilM-Rer- anftaltung am 29. März in der Ublanbfchule, Kolonnenstraße.— 80. Abt. Dec Fraueuabend fällt in diesem Monat aus. Alle Genossinnen beleidigen sich cm Mittwoch. 20. März, an der Areis-Film-Veranftaltung in den Ublandsckntse,.tto Most. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrk. 1. Hui, Ritt«. Am Fveiiag. 22. März, l?!? Uhr, finhz.t im Parterresaak txickcfcher Hof, Rofcntholcv Str. 110�141. tmr Kressvrranstaltnng 6«c Arbeiterwohlfahrt statt mit 6tr kvmmnnolcn NoMmIfsion. Alle in de: Arbeit stehenden und interessicrlen lbeiwstenfinnen) sind herzlich ein» »«laden. Dagcvordnunci: Portrag der Genossin Wochenheim. 7. iieel» Sharlottenbura. gkeitag. 22. März, pllnttlich 19 Uhr, im Rathaus, Zimmer 110, Aktenbesprechnng. Jungsozialisten. Achtung, Gruppenleite»! Die Zlugblättlr wüsten unbedingt ii» heute, Dienstagabend oom Pfcrtucr, Lindenftc. 3, i. Hof. Loge, abgeholt werdet». Heule. Dienskag, 19. März: Stupvt Tcmpelhof, Marien darf. 20 Uhr im Jugendheim, Lnzeum Tempel» Hof, Sermaniaftr. 4—6, Arbettsgemelufchaft St. Sora Fadiän: Wirtfchaits» dimolrotie. Gruppe Lichtenberg. 20 Uhr im Jugendheim Suntcrstr. 44, Bortrag: „Großmächte der Weltpolitik". Referent! Bernd Notschf. � Geburtstage. Zub'.iäcn usw. 24. Abt. Am heutigen Tage-ost-nd-t unser alier, trrncr Genosse Mag Rosier, Jmmanucllirchstroßc, sein»6. Leben-j-hr. Wir übermiUeln dem treu:.: gämpter der Partei, der iu S.ürze über 30 gohrc Mitglied ist, ouf dieiru» Wege die herzlichsten Glückwünsche._ j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation J 89. Abt. Reulölln. Unser Grndste Hermann Rinneberg. Rcuterstr. 48, ist vtrftörben. Ehre seinem Andeuken. Einäscherung h�ute, Dienstag, 19. März, 15 Uhr. Ii» Krematorium Baumschulcnweg. SoziaWsche Arbeiterjugend Sroß-Serlin Einfendunaen tbr dies« Rubril nur an da» Zua-Vi-trcwrl«. 2'erltn€72 6». IllndenOroS« 3 Eine internationale jiuudgeblzng mit mehreren ausländischen Rednern und Wien.ffilm findet«in Donnerstag, 4. April, im großen Saal der»Reuen Welt" statt. Dieser Tag ist oon allen uuferen Veranstaltungen freizuhalten. Bctcii» festgelegte Abende find zu oerleg«». heute. Dienstag. IS. März. 19)2 Uhr: Soiimfcher Pari: Heim La ndsberger Ltr 60. Vortrag:„Staat itttd Er- /, m__."n__ r. � v.-*- J...'. /C 1; r.» p.«.T.»; f» in T\( �4a«. Ol ki ai«>> Vortrag:„Tos Beti.ssausbildungso.ekcn'.— Sefundbruvo-a 1: Schul« Goten- buraer Str. 2. Vortrag:„Bub med Mädel".— Schillemtarl: U. Bolksfchtrlr, Schöntngstraßc. Bartrag:„Dao gontordat".— Weddülg-Rord: Seitn See- Ecke Turiner Straß«. Vortrag:„Arbeitcrlugend und Kirch-'.— Weddlag R.-F.: | m���mAaumlkei Pia»! Hi:m Internationale". Wärther Plag: siraße 4. Portrag:„Eine Et:::N>r Iugeichrellu".— Steglig: Hrtm Albrecht. straße 47. Vorlraa:..Wie packe ich einen Nucksack?"— Ichlcadorf: Seim Potsdamer Str. ssunktionäransiprache:„Unsere Märztsiee,— Briß Ii t-im Ehausteeftr. 49. Vortrag:„Geschichte der Arbett-idewegung" UI. Teil. ___ 3».... A_*__ a». in... M-. 1.... Jk. /Tb ä.2 a„ S*i 3 � m K. h fi8iiB,L________—_—...—............. L.------ jj.„._ Renlsila Vu Schule Sertchergplai,. Vortrag:.Unser«:Veon?r".-«e»li»m 4'IIi.-. Schule RMlistt-ße. Vortroa:..Sexuelle Fragen".-- R!-»-rs«S»elve:b-: lockiu!- Berliner Str. 31. Vorträg:„Etwas von friüier".— Kermsdorf! Seim Rooil- stoße. Vortrag:„Erste H:Ife bei Unglilcksfällen".— Reinickeüdors-vst! Heim Lindaner Straße. Vortrag:..181«".—«ieberlchSabansen: Llchtblldervorttag über„England" in Pankow, Heim Kissingstr. 48.— Panto« II: Heim Görsch. firaß« 14. Vortrag:„Scxualfragcn". Werbe bezirk Preazlaucr Berg: Achtung, Aefterengruppe! Erste tzufarmuen. kunst morgen, üfiittwdch. 19� Uhr, Schule Sonnenburger Sir. 29. Georg Albreckt spricht über Aufgaben und Iitse der Actterenarbeit. Alle ältereil Iugendgenosstniien und.genostrn niüsse» erscheinen. Briß 1 und II: fiitorgen, M-ttwoch. Kundgebung in„Beckers ssestsalen, Briß. Elmusterstr. 97. Vorsißender der Indischen Sugenddewegung. A. A. Shaith. spricht Uber„Englischen Imperialismus". Voriräge,VereineundVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäfts st eile: Berlin S. 14. Scbastianstr. 3713», Hof 2 Tr. Dienstag, 19. März. Srcuzberg. ftug 4. 20 llhr Versammlung bei Erllndler, Zimmcrstr. 30. Vortrag de« Namcraden P. Neumann und«Uchcrau-Ztausät. Alle Kameraden der Ingendzllgc pünktlich 19 Uhr ohne Bunde sktcidung. Turnhalle Gneiscnaustr. 7. Aricbrichshain: Kameradschaft Stralau 19'». Uhr Kauicradschattssißung bei Bertalla, Hohenloheftr. 3. Rcie- renk- Karl Großmant», llllaior a. D.- Mittwoch, 20. Rärz. Prenzlauer Berg. 20 ühr Iungbanncr. Turnhalle Greifenhagener Straße. Dotuierkicidung. Be. sprcchung wegen Allsmarsch. Elmrlottenbnrg. Kamcradichaft Iao. 20 Uhr Ver. iommlung im„Eocthc-Eck". Leibniz. Ecke Eoethcstraße. Vortrag d-a Kam:. laden Neubauer. Reulöllr-Briß. 3. Lamcradschofl. Zugversainmlungen: 2..nug 20 Uhr bei Rudolph, Hcrmannftt. lös. 3. iZng>91� llhr bei Mllller, sZIug- bascnstc. 60. Tanität-.Abteilung. 1912 Uhr Verlrng im Gefundhettshans streuzberg. Am Urban 10-11. Herr Dr. E. VUInz spricht über„Tuberkulose". Gäste willkommen. Illr Sanitäter Pflicht.— Ruderrieg». 20 llhr General. Versammlung im Geuburcau, Sebostianstr. 37—3«. Rruwohl de- Borstandrs. Ptraliß tnameradschai». 29 Ubr Zugorrsammluna de- Inge» Birtbusch bri Scholz. Birkbuschstr. 90. Eichwalde. 20 Uhr Volloersammsuiig in Wittes Wa'd, schläßch-n Vortrag des v-enossen Reidbardt.— Donucrstaq. 21. Rärz. Prcnz. lauer Berg. Versammlungen UM 20 llhr: Kam. Rodert Blum bei Klug. Dan. zigtc Str 71. Kam. Wörtbrr Blaß im Epo-trestaucant Opalili, Kantianstraßr. Kam Nordkap bei Sacheüki. Schioclbeiner Str. 10. Wilmetsdort. Kan, Rord. 20 Uhr«ameradsckastsvcrfammlnng bei Schramm, Hoheiizollerndamm 2. Ren- lölN'Briß. Iungbanner. 20—22 Uhr Schußfportabsnd Turnhalle Waller- Rathenau-Schulc, Voddinstraß«.__ longlollow English vebatlng Club: Mittwoch, 20 Uhr. Znhnirrtehaus, Gutt- thannsaal, Bülowstr. 104: Professor Wendland!: ,,Great Men'S Uves." Schußperbaiid der schwerhärigen L. B. Donnerstag, 21. Mär». 20 Uhr, Dresdener Garirn, Drrsdenet Str. 46, Tüonatsoefanimluna und Lichtbilder. porttag des Herrn Pastor Iuitgklaus:„Sine Reise durch Siidwest-Afrika". Gäste chilllommen.. Rcicksbnnd der Arlegsbes»äd!gt«n. Kriegsteilnehmer urd Kriegerhinttr. blieben««, Gau Berlin, Ortsarupp« Norden 14. Donnerstag, 21. März. 20 Uhr. Mitgliederversammlung im Ledigenheim Pappclallce 16. Vortrag:„Die sozial» politische Geseßoebunq" Referent: Herr Georg Reich. »und sür Multerlcknü Berlin. Im Rahme» der Voriräge der Lefstug» Hochschule, Berlin, Keithstt. II. spricht am Donncrtag, 21. März, 20 Uhr, Frau I>r. pbil. Helene SILcker Uber:„Das Problem der Ehe". Wetterbericht der össcnfl'chff! Wetterdienststelle Berlin und Umgegend fNachdr. vcib.). Bei leichten östlichen Winden Fortdauer de« heileren WellcrS, na chl-Z vieisach BvdcnsrOft. Tagcgtemveraluren wieder etwaS niedriger.— jüt Veulfchland: An der Kilste vietsach?!ebel. sonst ntcist heiter. In Nord- deutichiand Tagegtemperaturen etwas niedriger, nachts überall Neigung zu Bo'-rnii ästen_ Eliff Mcwsf der Verächter de, Todes, mit feinem Sprung aus der.Prtus- titpvel,«titt allabendlich S Uhr im<"ahmc» des großen tzirkusprogrammes im Iirkus Busch auf. fernrt werden Baren, Löwen, Pferde und Stiere In au«. gezeichneter Dressur vorgeführt. Die Lallsttpantomin»„Italienische Niichle" bildet den Abschluß des Programms. Kein schmerzhaftes Rasieren mehr! Die neue haarerweichende Rastrr!eise I�oslra in drr Tube ermögiicht auch bei sprödrm Bacthaar und einvstndlicher Hanl ein leichtes, angenehmes Rasieren. Kein schmerzhaftes Brennen der Haut nach dem Rasieren. Fabel- haste Schaumkraft, fparsam im Gebrauch, außerdem billig. 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Der Vorgang ist bekannt: Ein Stahlhelm- sührer hatte in öffentlicher Versammlung erklärt:„Aus Verrat und Meuterei ist der heutige Staat geboren," und der Amtsrichter und die Strafkammerrichter in Prenzlau fällte» im Namen des Volkes das Urteil, doh diese Aeuherung keine Beschimpung der Republik sei, weil mit ihr nicht der heutig« Staat, sondern nur seine Eni- stehung gemeint gewesen sei, womit wohl diese Entstehung als gerichtsnotorisch sestgestellt gelten soll. Prenzlau— Prenzlau...? Im westlichere» Deutschland nahm man den AUos zur chaird und„entdeckte" die Stadt im Norden der Uckermark, wo man schon bald in Pomniern ist. Do oben also liegt es; und man fand das Urteil nun schon begreiflicher. Es fiel wie Scheinwerferlicht auf ein Stück unbekanntes, politisch beinahe noch nicht ganz«rsorschtes Deutschland, dos der Reisende auf der Fahrt Berlin-Stettin vom Schnell zugfenster aus nur flüchtig betrachtet. Wie steht so eine Stadt, die zum politischen„Fall" wird, aus? Uckermark— bei diesem Namen stellt man sich langweilige änn toffel- und Ritbenfelder vor, uckermärkischcn Tobak, Agrarland, Ver- walter in Schaftstieseln, schwere Gespanne in schwerer Erde. Das stimmt ungefähr für den Umkreis der Stadt Prenzlau. Die südlich« Uckermark um Lychen und Tcmplin, zwischen dem Stechlin- und dem Werbellinsce ober ist eine der schönsten Landschaften der Mark. Sie wirkt wie ein grün ousgeschlagener Spiegelsaal: See an See ist blank eingelassen in die grüne Pracht der Wälder, Kiefernwälder, in denen die Wacholderbüsche stehen wie feierliche Flammen, mit einer hellgrünen Lichtkontur um den dunkelgrünen, silberbereiftcn Kern, Laubwälder, locker und mächtig gebauscht um die wollenden Säuzne hellen Wassers. Tagelang kann man im Boot auf dein Wasser leben und durch schmal« Kanäle, in denen unzählbar die Schn, uckschalen der Seerosen schwimmen, aus einem See in den andern fahren. Jade Stadt hat ihre lockenden Seeufer, Templin, noch fest umschlossen von seiner Mittelalterlichen Stadtmauer, Lychon, das beinahe mitten im Waster liegt. Prenzlau am lichten Ufer des Uckersees. Die weißen schwingenden Segel gehören zum Bilde dieser Städte wie ihr« Backsteinkirchen, ihr« wehrhaften Tore und Türme, rot und kantig eingefügt in das Konglomerat der Stadtmauer, in der all« Gesteine vermauert wurden, die die Gletscher der Eiszeit aus dem Norden hierher auf den flachen Boden der Mark wälzten. Aus diesen Wäldern fährt man in die offene Agrarlandfchaft um Prenzlau. Landstraßen ziehen endlos« weißstaubige Bänder durch das Ackerland. Blühende Lupinenfelder leuchten im Herbst. Aus weiser Fern« schon erhabt als Wahrzeichen der Landschaft die Prenzlauer Marienkirche ihre beiden kantigen Türme hoch über die Fläche. Um die Kirche wäre ein« lebhafte ansehnliche Stadt zu denken, aber ,nan kommt nur tn«ine abseitige, in sich selbst beharrend« Provinz- stadt mit knapp 22 Ott) Einwohnern. Di« Geschichte der Stadt ist eine Variante der Geschichte der meisten ostelbischen Kolonialstädta. Die Pommern bauen im 12. Jahr- hundert eilte Burg am Ztordende des großen Uckersees, die den Uebergang über Uecker und damit die Pforte nach Pommern be- wacht. Um die vielumtämpfte Burg entsteht aus den flachen Anhöhen über dein See Prenzlau aus typische Kolonialgründung, der im 13. Jahrhundert das Stadtrecht verliehen wird. Die gttterroftartige Anlag« der Straßen mit dem Markt in der Mitte ist bis heute un- »«rändert geblieben, und auch die Stadtmauer, die Wchrtürme und Weichhäuser haben sich erhallen: man kann jetzt noch längs der Mauer den alten engen Umkreis der Stadt abschreiten, die schon früh vorstädtische Ausläufer seewärts ins Ueckerbruch ausstreckte. In, 13. Jahrhundert wird Prenzlau brandenburgisch, ober mecklenbur- gische, brandenburgischc und dänische Oberhoheit wechseln noch mehr- mols miteinander ab. Es gibt Kämpfe mit den Pommern, und als im 13. Jahrhundert zwei Bürgermeister, Beltz und Grieben, die Stadt an die Pommer» verraten, werden sie auf dem Marktplatz hingerichtet, nachdem man jedem die rechte Hand abgehauen hat. Die Ställe der Hinrichtung Ist im Marktplatzpfloster kenntlich gemacht und dl« abgehauenen Hände werden im Museum aufbewahrt. Pest- jähre, Äriegsnöte und Stadtbrände dezimieren die Stadt immer von neuem: zntept verwüsten 180S napoleanifche Truppen die Stadt. Alle Fährnisse überdauert, wenn auch mit einigen Schrammen, die Marienkirche, eine der schönsten Bocksteinkirchen der Mark, hoch über die Dächer der bescheidenen Häuser aussteigend. Den be- rühmten Prachtgiebel überspinnt dos raffinierte Cchmuckwerk der vier durchbrochenen Wimperge mit einem bewunderswerten steinernen Spitzengewebe. Auch der Innenroum wirkt gewallig: nicht so der Küster, der uns erst gewahrte, als wir schon wieder durch das offen- stehende Portal ins Frei« traten, und der nun eilig aus dem fernsten Winkel der Kirche herbeikam und von jedem dreißig Pfennige für die Besichtigung der Kirche einkassierte, ohne sich weiter bemüht zu hoben. Man sinnt darüber nach: in welch großartigen Maßen dachten die Erbauer einer solchen Kirche, die wie eine Burg Gottes die Landschast beherrscht, welche Zukunft einer Stadt erwarteten sie um ihr Werk, und welche in der Vergangenheit sitzengebliebene Klein- stadt nistet Nun um diesen mächtigen Bau. Viele Baudenkmäler stehen noch da, aber es ist nichts nachgewachsen. Prenzlau liegt anderthalb Schnellzugstunden von Berlin entfernt, aber der Reisende im Schnellzug sieht nur flüchtig auf: Prenzlau?— Wann sind wir in Stettin? „Das märkische Rothenburg" nennt sich Prenzlau. wenn es sich In Empfehlung bringen will. Man ist hier oben frei- gebig mit solchen Beinamen. Auch Neubrandenburg, die einstige märkische Vorderstadt im Mecklenburgischen vergleicht sich mll Rothen- bürg, und Lychen nennt sich gar„das märkische Interlaken". Da- gegen: Rothenburg hat bis heute darauf verzichtet, sich das süd- deutsche Prenzlau zu nennen. Mll der Stadt ist man bald fertig. Vom Milleltor, einem merk- würdigen Wehrturm, der einen quadratischen Unterbau, einen acht- eckigen Wehrgang, einen runden Oberbau mll Zinnenkranz und einen spitzen Steinhelm keck und wuchtig übereinanderbaut, steigt man wieder hinauf zum Markt, auf dem vorm Rathaus Friedrich der Große, Wilhelm I., Bismarck, Moltke und Luther in Bronze das rechte oder das linke Bein vorstellen: ein Apotheker hat sie ge- stiftet. Man rastet im einzigen Cafe der Stadt, in dem es zwischen grellen Farben und üppigem Dekorationskitsch ziemlich mussig riecht, und bewundert den reichen Aushang völkischer Zeitungen— man weiß, wo Man ist. Dann schlendert man hinunter zmn weit«ntspanillen Ueckersee. In den Anlagen am See steht ein Ehrenmal für die Opfer des Weltkrieges. Ein Genius schwingt sich aus Allarslammen auswärts, aber auch dieser symbolische Jüngling zückt schon wieder das Schwert. Die Inschriften nennen lakonisch furchtbare Zahlen:„Reserve- Insanterie-Regiment 207 seinen gefallenen 2410 Soldaten.— Den 3800 gefallenen Kriegern das Brondenburgische Infanterie-Rcgi- mcnt 64— Herr, mach uns frei." Darum wohl das Schwert in der Hand des Genius. In der Nähe dieses Ehrenmols steht eine Bank, und auf dieser Bank wird an kommenden schönen Frühlingstagen manchmal«in deutscher Richter sitzen und in seiner Brust die Ueberzeugung, daß die mit dem Blute auch� dieser 2410 und 3800 Opfer getaufte Republik aus Berrat und Meuterei entstanden ist. Edgar Hahnewald. ffiäisel der Schwerkraft Wir wissen nicht, was die Schwere ist. Eine Weile glaubte man, es zu wisien, da kamen neue Forschungsergebnisse und die Theorie wurde Makulatur. Aus den neuen Ergebnisten aber konstruierte man ein« neue Lehre, nämlich die. daß es sich um Aethcrwellen handle. Der Genfer Mathematiker Lesage(1724— 1803) war wohl der erste Verfechter dieser Ansicht. Wie aber jetzt»och der Theorie, daß das Licht eine Wellenbewegung sei, die Quantentheorie von Planck gegenübersteht, so gibt es auch eine Ansicht(T a h u l k a in Wien verfocht sie), daß die Schwerkraft nicht durch eine Strahlung, sondern durch den äußeren Druck der„Atome" des Lichtäthers hervorgerufen werde. Im allgeineine» pflegt man jedoch mehr zu den Sirahlungs- theoretikern zu stehen. Und aus Amerika kommt jetzt«ine Nachricht über Schweroersuche, die, wenn sie mit den bestehenden Theorien überhaupt erklärt werden kann, die Strahlimgelehre sehr stark zu stützen scheint. Genaue Bestätigung dieser Versuche muß natürlich noch abgewartet werden: sie sind aber so interessant und(wenn sie stimmen) von solcher Bedeutung, daß man sich schon jetzt ruhig einmal damit befassen kann. Es ist bekannt, daß alle Körper in Wirklichkeit gleich schnell fallen, nämlich mll einem Geschwindigkeitezuwache von 0,8 Metern in der Sekunde. Di« scheinbaren Unterschiede in der Fallgeschwindigkeit werden lediglich durch den Lustwiderstand hervorgerufen, der ver- schieden« Körper verschieden stark hemmt. Der Versuch in luftleer gepumpten Röhren überzeugt aber leicht, daß diese Unterschiede wirklich nur dem Luftwiderstand ihre Eristenz verdanken. Alle Körper sollen also gleich schnell, mit der genannten Be- schleunigung.„Ausnahmen gibt es nicht!" Sagten sowohl die Theorie als auch die praktischen experimentellen Erfahrungen. Einem amerikanischen Physiker, Professor Charles F. Vrush, ist e» nun aber doch gelungen, eine Ausnahm« zu finden— einen KSrper. der auch in luftleeren Räumen langsamer fällt, als olle anderen. Es handelt sich um destimmte chemische Verbindungen, sogenannte Silikate, welche aber, darüber schweigt Brush sich noch au?. Jedenfalls experimentiert« er mit solchen SUiloten und mochte dabei zu- nächst die erstaunlich« Eyrdeckung, daß sie stets Wärme abgaben, also stots warmer waren al» die sie umgebende Lust. Hätte es sich tun radioaktwe Stoffe geharidelt, so wäre die Quelle dieser Warme- Produktion leicht erklärlich gewesen. Die Wärme hätte ihren Ur- sprung im Atomzerfall gehabt. Nun waren die Silikate aber nicht radioaktiv, und so konnte Brush denn keine ander« Erklärung finden als die, daß sie Schwercwellen verschluckten und dadurch warm wurden. War diese Vermutung richtig, so mutzten entsprechende Versuche irgendwelche absonderlichen Erscheinungen zeigen. So sing er denn an. Falloersuche anzustellen, mit hohlen Fall- gewichten von gleichcr Form, das eine mit den Silikaten, das andere mit Bleipulver gefüllt. Der Erfolg war überraschend. Trotz pein- lichster Sorgfalt und rassiniertestcr Kontrolle(Vertauschnng der Fall- hülsen, Untersuchung im lusrleeren Raum und Im Vakuum, Zeit- lupenaufnahnien, und allen anderen Methoden zur Sicherung vor Fehlern) gab c» stets das unglaubliche Ergebnis: die Fallhülse mit den Silikaten fiel etwas langsamer als die mit dem Blei. Nicht viel, aber recht gut meßbar, wen» man mit Striche» versehene Glas- platten dahinterstellle und das ganze filmte. Als Durchschnittsresultat ergab sich eine Abweichung von 0,60 Metern von allen anderen bekannten Materialien, d. h. die Silikate zeigten nur eine Schwere- beschleimigung von 0,2 m/sek. gegen die gewohnten 9,8 m/sck. Welche theoretischen und auch praktischen Folgen die Entdeckung haben wird, kann man nicht voraussagen: vorläufig weiß man nur. daß da» Rätsel der Schwere durch Bushs Versuche noch unentwtrr- barer geworden ist. Oder kurz vor der endgültigen Lösung steht. Willy Lcy. Rotiert unser wellall? Aus mancherlei Anzeichen glaubte man schon früher schließen zu können, daß unser ganze» Weltall, die Milchstraße» sich in langsamer Drehung befind«. Di« Feststellung dieser Tatsache ist um so schwieriger, als die Crde selbst die Loge ihrer Achse in Schwingungen von 26000 Jahren Dauer verändert und somit keinen Fixpuntt abgibt. Nun ist es Lindbtad in Schweden und Oort in Holland gelungen, mit Hilst schmieriger Berechnungen die Drehungen des Weltalls in einer Zeit van 200 pts 400 Millionen Jahre» wahrscheinlich zu machen. Würde die Milchstroß« sich rascher drehen, so würden die ihr ongehörigen Sterne durch die Zentrifugal- traft weit auseinander fliegen. Auch für den Spiralnebel V 33 im Triangulum, der der Milchstraße ähnelt, wird eine langsame Drehung angenommen. ItaHer Qc.lmar: tili 1*11 dl Koipack, der gewerbsmäßige Einbrecher, Fassadenkletterer, Tresorössner hotte Im Arbeitszimmer Direkior Tarletans gerad« den Geldschrank geöffnet, beleuchtete soeben de» InHast und erblickte neben Haupt- und Geschäftsbüchern. Verträgen und Abschlüssen eine wohlgeordnete Anzahl von Geldscheine»/ Gerade wagte er im Hirn den mutmaßlichen Wert dieser Scheine ab, da faßte ihn lemand unsanft beim Rockkragen, schleuderte ihn herum, setzt« ihm eine Pistole sehr dicht auf die Brust und zischte:„Hast! Freundchen!" Kolpack war kreidebleich geworden, zitterte, wollte etwas stam- mein und konnte nicht einmal sich zur Wehr setzen. In seinem Hirn schwirrten in diesem Augenblick tausend andere Gedanken. Er sah sich vor dem Gerichtspräsidenten stehen, hörte die kästen, schneiden- den Worte„wegen versuchten Einbruchs 6 Monate Zuchthaus". In der rechte» Hand hatte der fremde Herr immer nach den Revolver, in der linken hatte er jetzt eine Besuchskarte, die er Kolpack dicht unter die Nase hielt. Kolpack las:„Direktor Torletan'. Da verlegte er sich aufs Bitten. Er fei kein gewohnheits- mäßiger Einbrecher. Aus Not, aus Verzweiflung Hobe er es gewagt, weil er keinen anderen Weg mehr gesunden habe. Geld zu verdienen und weil«r nichts zu essen gehabt hgbe, bereits feit drei Tagen nicht. Der fremde Herr lächelte höhnisch, kniff ein Auge zu. trotzdem war sein Blick nicht ganz verständnislos. Koipack versuchte eine neue Bist-Attocke, führte noch schärfere Waffen ins Gefecht, er wolle arbeiten in der Fabrik und dem Direktor sogar die zerschnittene Fensterscheibe zurückzahlen, nur solle er ihn nicht der Polizei ausliefern. Der fremde Herr schien noch etwas mehr Verständnis in seinen Bück zu legen. Er lächeste schon nicht mehr. Plötzlich ließ er Kolpack los und sagte:„Ich glaube es mit einem Meitschen zu tun zu haben, der aus Not zum Verbrecher wurde. Dem sein erster mißglückter Versuch eine blutig« Warnung sein wird. Ich werde Nachsicht haben und verlange, daß Sie noch heute nacht die Stadt verlassen und nie mehr zurückkehren." Koipack versprach und wollte sich bereits durch das Fenster schnell- stens oerziehen, als der Herr ihn nochmals zurückrief: .„Zum Zeichen, daß Sie sehen, ich mein« es wirklich gut, nehmen Sie sich einen Schein aus dein Tresor mit." Koipack zögerte, besah den wohlgeordneten, großen Berg Geldscheine, wußte nicht, was tun und überlegte. Wenn er es angeboten bekomme, einen Schein mit- zunehmm, dann könne das wohl kein Diebstahl sein. Halb wollte er schon zugreisen, da flüsterte der Herr wieder:„Vorwärts!" Kolpack griss den obersten Schein, steckte ihn schnell ein, be- dankt» sich und verschwand durch das Fenster lautlos in den Garten, stieg über den Gartenzaun und lief die Straßen entlang, quer durch die ganze Stadt zum Bahnhof, stieg in einen Zug und fuhr und suhr. Er wagte nicht rechts und nicht links zu schauen. Am spaten Nachmittag war er in einer kleinen Stadt an der polnischen Grenze� Desselben Tages aber Hatten die Motgenzcstungen eine Hin- sationsimchricht:„72000 Mark aus dem Arbeitszimmer des Dirck- tors Tarletan gestohlen." Am Abend las es Kdlpack in der Zeitung der kleinen Stadt an der polnischen Grenze und wunderte sich, denn er trug nur einen Tausendmarkschein bei sich.___ Entstehung des gioclienrochs Die Damenwest bevorzugt heute wieder im'Abendkleid die ge- schwungcne Linie der Toilette, die sich am deutlichsten in der Form des Glockenrocks darstellt. Di« Form dieses Kleidungsstücks, die den Linien der weiblichen Gestalt folgt und sie noch stärker betont, ist urast, sehr viel aller als das in geraden Linien hcrabwallende Ge- wand der klassischen Griechin. Durch einen glückliche» Zufall haben die großartigen Ausgrabungen von Evans auf der Insel Kreta uns nähere Angaben über die Toilette gebracht, die die altkretischen. Damen vor 3000 Jahren trugen, und wir finden hier bereits eine sehr raffinierte Forin der Mode, nämlich Kleider mit kurzärmeligen vorn weit ausgeschnittenen Jacken, mit einem Gürtel, der die Taille eng zusammenschnürt und einem lang«» Rock von glockenförmigen» Schnitt, der die Wölbung des unteren Teils der Gestalt stark unter- streicht. Diese Tracht ist übrigens auch auf das griechische Festland gedrungen, und man l)at auf Wandbildern in Theben ähnliche Toiletten gefunden, an denen die Röcke aus Streifen zusammen- gesetzt sind und auf den ersten Blick den Eindruck einer unten weiten Hose hervorrufen. Doch trug man damals keine„Hosenröcke", sondern die aus Elsenbcin und Gold gefertigte Statuette einer„Schlangen- priesterin' aus 5trcta läßt erkennen, daß die wagerechten Streifen des Glockenrocks senkrecht nach unten gezogen waren. Diese sonderbar« Rockform ist nun aber nicht aus Kreta entstanden, sondern der Glockenrock hat seine Heimat' im Orient. Das zeigt ein Fund der neuesten Zeit, auf den Dr. L. Franz in der Monatsschrift„Der Erdball" aufmerksam macht, lind zwar trugen nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer solche Röcke. Das läßt sich an den zahlreichen Männerplastiken erkennen, die eine deutsche Expedition unter W. Andrä im Tempel der Liebesgöttin zu Assur ausgegraben hat. Diese Männer tragen alle einen langen Rock, der sich von dem kretischen Glockenrock nur dadurch unier- scheidet, daß die wagercchten Streifen nicht aus Stoff bestehen, sondern aus aneinandergebundenen kurzen Schurzen von Baum- blättern. Hier haben wir also offenbar die U r s o r m des Glocken- rocks. Im Lauf« der Zeit ersetzte man die Blattbündel durch Stöfs- stücke, und aus Kreta wurde der Rock dann ein ausschließlich weib- liches Kleidungsstück, dos aber noch deutlich die Abstammung von dem Männerrock von Assur erkennen läßt. Di« größte Lokomotive der Well. Kürzlich wurde von einer amerikanischen Lokomtiofabrik in Schenectady an die Northern Pacific-Eisenbahn eine Lokomotive geliefert, dl« 37 Meter lang ist. somit dreimal so lang wie«in normaler Frochtwagen. Sie besitzt 22 Räder, der Tender zwölf, ihre Hohe betragt fast fünf Meier. Sie wiegt, mit Kohlen und Wasser beladen, 1 116000 Pfund, der Tender lachst faßt 22000 Gallonen Wasser und 2? Tonnen Kohl«. Sie hat eine Gasamtzugkrast von 133 400 Pfund und ist für die Heizung mit einer haÜbbttumInLsen Kohle von geringer Heizkrail eingerichtet, von der stündlich 22K Tonnen verbrannt werden können. Eine besondere Vorrichtung zermalmt die Kohle und verteilt sie in der Feuerbüchse, die über acht Meter lang ist. Sie wird nun für den Verkehr auf einer Strecke mit vielen Steigungen benutzt werden, auf der man bisher die von den benachbarten ebenen Strecken eintreffenden Züge in zwei Teile zerleg!» mußte: sie wird also die Arbeit von zwei der bisherigen Lokomotiven leisten, Eine neue Papiergroßmacht. Sin Drittel der deutschen Erzeugung.- Weitere Gewinnsteigerung. Durch die kürzlich erfolgte Verschmelzung des größten nord- deutschen Aellstosf- und Papierkonzerns, der Feldmühl« A.-G. in Stettin, mit der Westdeutschen Reisholz-Grupp« ist eine neue Großmacht in der Druckpapierindustrie erstanden. Schon im Jahre 1927 betrug die Jahresproduktion der Feldmühle mehr als 80 000 Tonnen Druckpapier, während der Reisholz- Konzern mit etwa 77 000 Tonnen nur wenig hinter der Feldmühle zurückstand. Durch die große Produktionssteigerung, die bei der Feldmühl« im letzten Jahre infolge der Betriebsaufnahm« neuer Werke durchgeführt wurde, dürste die Gesamtproduktion der Feld- mühle-Reisholz-Grupp« im letzten Jahre mindestens 180 000 Tonnen Druckpapier betrogen haben, d. h. rund«in Drittel der gesamten deutschen Druckpapierproduktion. Das Kapital, das bisher bei der Feldmühle 16,5 Millionen und bei Reisholz 6 Millionen Mark betrug, wird von der Feldmühle A.-G. zur Durchführung der Verschmelzung mit Reisholz auf 26 Millionen erhöht. Damit ist der neue Feldmühle-Konzern auch dem Kapital nach das stärkste Unternehmen in der deutschen Papierindustrie und nach dem Waldhos-Konzern das zweitstärkste Unternehmen in der gesamten deutschen Holzindustrie. Der Jahresabschluß der Feldmühle A.-G. für 1928, der jetzt veröffentlicht ist, weist, wie schon in den letzten beiden Iahren wieder, bedeutend erhöhte Gewinne aus. So stiegen die Be- triebsüberschüsse nach Abzug sämtlicher Unkosten von 3,0 auf 3,75 Millionen und trotz wieder erhöhter Abschreibungen von 1,6 Millionen liegt der ausgewiesene Reingewinn mit 2,27 Millionen fast 10 Proz. höher als im vergangenen Jahre. Die Dividende ist, wie in den letzten beiden Iahren, auf 1 2 P r o z. festgesetzt, erfordert jedoch für das im letzten Jahr auf 16,5 Millionen erhöhte Aktienkapital fast 2 Millionen gegen 1,5 Millionen.— Wie die Verwaltung erklärt, ist die Rationalisierung in allen Werken so weit durchgeführt, daß nach dem heutigen Stand der Technik in dieser Beziehung nichts mehr getan werden kann. Öbwohl die neuangeschafften Maschinen und die umgestellten Betriebe eine groß« Steigerung der Leistungsfähigkeit zur Folge hatten, konnte doch eine volle Beschäftigung sämtlicher Werke im letzten Betriebsjahr erzielt werden. Die Verschmelzung der Reisholzwerke mit der Feldmühle stellt eine umfassende Rationalisierungsaktion auch in der Papier- i n d u st r i e dar. Die beiden Gesellschaften erzeugen in der Haupt- fache Druck- und Zeitungsdruckpapier, dagegen fehlte der Reisholz A.-G. bisher die Z« l l st o f f b a f i s, die sie jetzt durch die Fusion mit der Feldmühle erhält. Weiter« Einsparungen werden von der Fusion durch die Zentralisierung der Verwaltung in Stettin durch Ziksammenlegung des Einkaufs und des Vertriebs erwartet. Die Gewinnaussichten der beiden schon bisher hochrentablen Unternehmungen haben sich also durch den Zusammenschluß nach wesentlich verbessert, was die etwa 4000 Mann starke Beleg- schaft künftig zu beachten haben wird. In dem Kartell der deutschen Druckpapierfabrikanten wird der neu« Feldmühle-Reisholz-Konzern mindestens 30 Proz. der G e f a m t q u o t e auf sich vereinigen und damit auch die Politik des Druckpapier k a r t« l l s maßgebend beeinflussen. Die bisherige Politik dieses Kartells ist als höchst rücksichtslos bekannt, da die fast restlos kartellierte Druckpapierindustrie, durch hohe Einsuhrzölle geschützt, ein lückenloses Monopol im Inland besitzt und dieses zum Schaden der Papierverbraucher, besonders der Zeitungs- Verleger, rücksichtslos ausnützt. Undankbare Verbraucher! Soziale Kohlenhändler und Sparsamkeit am rechten Zleck. Der Berliner Kohlenhandel hat eine volkswirtschaftliche und soziale Tat vollbracht, die die undankbaren Kohlenverbraucher noch gar nicht gewürdigt haben. Bisher scheinen die Kohlenverbraucher der irrtümlichen Auf- fossting gewesen zu sein, die große volkswirtschaftliche und soziale Tat des Berliner Kohlenhandels habe darin bestanden, daß er den größten Teil der Berliner Bevölkerung habe frieren lassen, und daß er nicht einmal in dem Zeitpunkt imstande gewesen sei, dir Versorgung der Bevölkerung mit Kohlen sicherzustellen, als neue große Mengen bereits angefahren waren. Aber vom Präsidenten des Zentralverbandes der Kohlenhändler Deutschlands, W i e f i n- g c r, werden wir eines Besseren belehrt. In einer Ziersammlung der Kohlenhändler er- mahnte er die Kohlenverbraucher, sich einmal zu überlegeck, welche imlkswirtschmliche und soziale Tat der Kohlenhandel damit geleistet hat. daß er die Preise in diesem Winter nicht er- höht hat. Zum Lohn dafür, daß die Kohleichondler nicht inistande wgren, ihre clemenlarste volkswirlschaftliche Funktion zu erfüllen, hätten sie also noch die Preise erhöhen sollen. Daß sie es nicht .getan haben, wissen die anspruchsvollen Verbraucher ihnen gor nicht zu danken, obwohl sie doch im Winter„um jeden Preis' im wannen Zimmer sitzen wollen. Ja, Undank ist der Welt Lohn! Noch undankbarer als die privaten Derbraucher aber sind die staatlichen und kommunalen Behörden als Kohlen- verbrniuher. Die privaten Verbraucher haben über die Unfähigkeit des Kohlenhandels, sie mit Kohlen zu versorgen, geklncht. aber sich schließlich doch damit abgefunden und gehorsam gewartet, bis die Kohlenhändler geruhten, sie wieder zu versorgen— nachdem übrigens die ärgste Kälte gebrochen war. Di« Behörden aber haben schon seit langem ihre Kohlenversorgnng in die eigene Hand genommen und damit bedeutende Kostenersparnisse erzielt. Run werden wir ober von Herrn Wiesinger darüber belehrt, daß das Sparsamkeit am falschen Fleck sei. Merkwürdig! Bon allen Seiten fallen heute die„Wirtschafts- stihrer' über den Staat her, werfen ihm Verschwendung vor und schreien nach Sparsamkeit im össentlichen Haushalt. Wenn aber Behörden durch rationelle Deckung ihres Bedarfs Ersparnisse er- zielen, ohne die Erfüllung wichtiger Staatsaufgaben in Frag« zu stellen, dann erklären dies« selben Führer das als eine Gefährdung wichtiger Funktionen der privaten Wirtschaft und aks Sparsamkeit am i a l s ch e n Fleck! Wo ist nun der richtige Fleck? Man sieht, es ist sehr schwer. es den Herren der Privatwirtschaft recht zu machen. Arm« Ber- braucher! Armer Staat! Fröhlicher Volkswirt. Nachwort der Redaktion: Die vom„Fröhlichen Volkswirt' zitierten Aeußernngen in der Versammlung der Kohlen- Händler wurden von heftigen Angriffen auf die Kohlenzwangswirt- schaft begleitet, die natürlich an allen Uebeln schuld fei. Es wurde mit Rücksicht auf die Notwendigkeit gesteigerter Lagerhaltung des Kohlenhandels eine entsprechende Preiserhöhung gefordert. Dahin müssen wir die Kritik des„Fröhlichen Volkswirt" ergänzen. Wir wollen aber auch auf das bekannte Gutachten der Schmalenbach- Kommission über den Braunkohlenbergbau hinweisen, wo ausgesührt wurde, daß„die heutigen Leistungen des Kleinhandels ganz wesent- lich verbilligt werden könnten' und wo die Ersparnismöglichkeit im Berliner Kohlenhandel auf 4 M. je Tonne beziffert wurde. Die Arbeitslosigkeit in Brandenburg. In der Woche zum 9. März fiel die Zahl der Arbeit- suchenden um 196 auf 398 357, d. h. 0,05 Proz. gegenüber einer Zunahm« von 496 gleich 0,12 Proz. in der Vorwoche. Innerhalb des Landesarbeitsanites Brandenburg verteilm sich die Arbeit- suchenden auf Berlin mit 247 008, auf die Provinz Branden- bürg mit 135 983 und auf die Grenzmark Posen-Westpreußen mit 15 366 Personen. Die Zahl der H a u pt u n t« r st ü tz u n g s em p f ä n g er in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung betrug 191 768, in der Krisenunterstützung 20 379, in der Sockderfüvsorge 103157, zusammen 315 304 Personen. Bon den Hauptunterstützungs- empfängern in der Arbeitslosenversicherung entfielen aus Berlin 125 716, auf die Provinz Brandenburg 61 343, auf die Grenzmark Posen-Westpreußen 4709. Für die Krisensürsorge betrugen die gleichen Zahlen für Berlin 17 252, Brandenburg 3018, Grenz- mark 109. In der Sonderunterstutzung entfielen auf Berlin 32 693, auf Brandenburg 61 437, auf die Grenzmark 9027 Unterstützungsempfänger. Gtaatsgelder für zweifelhafie Fusion? Notprogramm und Schleswiger Kleischfabriken. Zur Förderung des Fleifchabsatzes sind aus dem landwirtfchaft- lichen Notprogramm eine Million Mark verbilligt« und vom Reich garantierte Kredite nach Schleswig-Holstein gegangen, wo in Schleswig auf der staatlichen Geldgrundlage die Bauernhond A.- G. errichtet wurde. Jetzt wird gemeldet, daß zwei andere Schleswiger Fabriken, nämlich die Fleifchworenfabrit Gebrüder Rasch A.-G. und die Rahrungsmittelwerke A.-G. vormals Wilhelmsen u. Co. mit der Bauernhand A.-G. fusioniert werden sollen. Wir haben den Stand dieser beiden letzteren Unternehmungen festzustellen versucht und gesehen, daß die Gebrüder Rasch A.-G. mit einem Kapital von 450 000 Mark in den Iahren 1926 und 1927 je 4 Proz. Dividende verteilt haben und daß die Nahrungsmittel- werke A.-G. mit einem Kapital von 500 000 Mark bis einschließlich des Jahres 1926 ohne Dividende geblieben ist. Di« Nahrungs- mittclwerke A.-G. ist übrigens von der Gebrüder Rasch A.-G. auf- gekaust worden, als bekannt wurde, daß der Betrieb der erstercn von der Bauernhand A.-G. als Firma des Notprogramms vor- gesehen war. Aus der anderen Seite hat die Bauernhand A.-G. jetzt von beiden Unternehmungen ein größeres Aktienpaket er- warben, offenbar aus Kontrollgründen. Es mag ganz zweckmäßig sein, daß man in Schleswig-Halstern kein« neue Fabrik gründet. Aber es muß doch merkwürdig berühren, daß jetzt offenbar die Kredite zwei Unternehmungen zugeführt wer- den, die beide zusammen noch kein Kapital in Höhe des Kredits haben und überdies nicht rentabel �genannt werden können. Hier liegt offenbar ein« Gefahr für das den Kredit garan- tierende Reich vor. Das Reich wird sich also sehr schnell darum kümmern müssen, daß die Kreditverwendung in einer vernünstigen Weise erfolgt, um nicht aus den billigeren Krediten eine Silbvention werden zu lassen, die unter Umständen dem Steuerzahler schadet und der Landwirtschaft keinen Nutzen bringt. Sparen durch rationettes Bauen. Die Reichssorschungsgesellschaft für Wirtschaftlich- keit im Bau- und Wohnungswesen(RFG.), ein 1927 gegründetes Institut, dem auch vom Reich ein Zuschuß von 10 Millionen be- willigt wurde, hat einen Bericht über ihre bisherige Tätigkeit und ihre künftigen Pläne veröffentlicht. Die Aufgabe des Instituts ist, oll« Möglichkeiten technischer Verbesserungen und rationellerer Wirtschast im Bau- und Wohnungswesen wissenschaftlich und praktisch zu untersuchen..Die Erspornismöglichkeiten im Wohnungsbau sind ganz bedeutend, denn� bei einem Aufwand von drei Milliarden für 300 000 Wohnungen im Jahr könnten bei nur 20prozentig«r Senkung der Baukosten rund 600 Millionen gespart werden. Diese mög- liche Kostensenkung, die von Fachleuten noch höher als 20 Pro.z. geschätzt wird, käme natürlich in erster Linie den Verbrauchern durch Berbilligung der Mieten, bessere Ausstattung der Wohnungen zugute. Di« Arbeiten zur Reichsversuchssiedlung in Spandau-Haselhorst werden noch im Laufe dieses Jahres in Angriff genommen. Die in Laboratorien, Prüfungsämtern und wissenschaftlichen Instituten durch Untersuchungen gewonnenen Erfahrungen werden der ge- samten Bauwelt auf der Technischen Tagung am 15. bis 17. April in Berlin vorgelegt. Opel— General Moiors. Weitere Einzelheiten. Die„Dossischc Zeitung" will wisien, daß in den von General Motors und Opel zu zahlenden 120 Millionen auch ein B e- triebskredit von 24 Millionen für Opel stecke. General Motors erhalte von den 60 Millionen Kapital nominell 48 Millionen, wonach also die Aktien zum Kurs von 200 Proz. verkauft wären. Nicht neu ist die Fesrstellung der„Bossischen Zeitung'— wir habe» schon früher darüber berichtet—, daß zwischen Daimler— ZJeiy, Adler und Opel vor dem Geschöst mit General Motors angeblich eine Einigung versucht worden wäre. Ein R ü ck k a u f s r e ch t für die übcrgebsnen Aktien soll sich die Firma Opel nicht vorbehalten haben. Miel General Motors glaubt, daß noch ein großer Absatzspielraum für einen verbilligten Vier-Zylinder-Opel-Wagen bestehe, man aber eine gleiche Erweiterung des Absatzes für den Sechs-Zylinder-Chevrolet noch nicht er- warten könne, soll in Rüsselsheim der Opel-Wagen und in Borsig- walde-Berlin der Chevrolet weiter fabriziert werden. Interessant das Urteil von General Motors über Opel:„Was die Größe der Opel-Werke anbetrifft, so halten diese einen Vergleich mit den Automobilfabriten unserer Gesellschaft in Amerika aus.(General Motors produziert in einer Vielzahl von Fabriken.) Die Fabrikgebäude sind modern, die Einrichtungen genügen den letzten Ansprüchen der Gegenwart. Di« Opel-Automobile selbst sind allgemein bekannt und erfreuen sich besten Rufes. In den Werken werden etwa 12 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Der Vertrieb der Erzeugnisse in Deutschland und den benachbarten' Staaten erfolgt durch eine straff aufgezogene und weitverzweigte Händlerorganisation.' Die beiden Vorsitzenden im Aufsichtsrat von Opel werden Wilhelm v. Opel und Fritz v. Opel sein. Dazu kommen von General Motors der Chef Mr. Sloan.der Leiter des amerikanischen Karos- seriekonzerns Fisher, der Leiter des europäischen Geschäfts in London Mooney, zwei weitere Amerikaner und der Rechtsberater von General Motors Dr. Wronker-Flatow. Fritz v. Opel soll gleichzeitig bei General Motors Aufsichtsrat werden. In der Direktion soll neben Fritz v. Opel ein Amerikaner arbeiten. Europäisches Schienenkartell verlängert. Noch vor wenigen Monaten war das Schicksal der Erma, wie das Europäische Schicnenkartell kurz genannt wird, ungewiß. Auch auf der letzten Tagung in Paris war es nicht möglich gewesen, die scharfen Differenzen, die zwischen den englischen Mitgliedern quf der einen Seite und den deutschen, französifchen und belgischen Mitgliedern auf der anderen Seit« entstanden waren, zu beseitigen. Die hauptsächlichsten Gegensätze lagen in der ständigen Ueberschreitung der Quoten durch die Engländer und in der ungenauen Fassung der Strafbestimmungen für die Mitglieder, deren Lieferungen die festgesetzte Quote überstiegen. Auf der jetzt beendeten Brüsseler Tagung ist es nun gelungen, dies« Differenzen zum größten Teil zu beseitigen und den am 31. März ablaufenden Vertrag des Europäischen Schienenkartells auf sechs Jahre bis zum März 1935 zu verlängern. Die Zu- geftändnisie, welche die bisher ziemlich halsstarrigen Engländer den übrigen Mitgledern gemacht haben, sind recht bedeutend. Zu- nächst ist der Strafsatz für Quotenüberschreitung von 12% auf 20 Schilling heraufgesetzt worden, dessen Erhöhung hauptsächlich die Engländer trisst, und serner hoben st« auf das Recht der Alleinbelieferung für englische Mandatsgebiete v e r- z i ch t e t. Dagegen bleibt den Engländern das Liefeiungsmonopol für die britischen Kronkolonien weiterhin vorbchalten. Den d e u t- scheu Mitgliedern wurde die schon seit längerem beantragt« Kon- zesston gemocht, daß ihre Quote künftig durch Reparationslieferungen nicht mehr belastet wird. Kartellpoliiik und Profite. Wie Glashütten durch übermäßige Kartellpreise verdienen. Die Glas- und Spiegelmanufaktur A.-G. in Gelsenkirchen-Schalke hat ihr« erst 1927 von 10 auf 15 Proz. her- aufgesetzte Dividende für 1928 auf 16 Proz. erhöht. Damit hat die Gesellschaft ihre Aktionärgewinne seit 1924 rund verdoppelt. Die Dividende von 16 Proz., die bei 3,6 Millionen Mark Aktien- kapital rund 576 000 Mark beansprucht, stellt dabei noch nicht einmal die Hälfte des ausgewiesenen Rein- gewinne? von 1,18 Millionen dar, so daß dieses Unternehmen glatt 33 Proz. Dividende hätte verteüen können. Wie ungesund die Preise der durch und durch kartellierten Spiegelglasindustrie sind, geht aus der Bemerkung des Geschäfts- derichts hervor, daß die Gesellschaft mit ihren vorhandenen Betriebs- anlogen ohne weiteres die doppelte M« n ge von dem fabri- zieren könne, was ihr nach den Bestimmungen der Spiegelglaskonvention erlaubt sei. Die von dem Kartell festgesetzten Preis« sind also so hochgeschraubt, daß diese Gesellschaft bei nur 50prozentig«r Ausnützung ihrer Leistungs- fähigkeit, Rekorhdioidenden zahlen und dazu noch hohe Gewinn- rückstellungen vornehmen kann. preußische Wohnungsbauanleihe aufgeschoben Im Jahre 1927 hatte die preußische Regierung die Ermächtigung zur Begebung einer Wohnungsbauanleihe in Höhe von 80 Millionen erhalten. Davon sind bisher erst 24 Millionen Mark begeben worden. Angesichts des übrigen hohen staatlichen Anleihebedarfs und der begrenzten Anleihemöglichkeiten glaubt die Regierung, auf die Begebung von weiteren Teilen der Anleihe zurzest verzichten zu müssen Es soll jedoch durch die Erweiterung der Zinsen- Zuschüsse und Bürgschaftssicherungen in besonderen Fällen den Gemeinden und Gemeindeverbänden gestattet werden, in verstärktem Umfange den freien Kapitalmarkt zur Streckung der Hauszinssteuermittel, soweit es möglich ist, zu beanspruchen. Sie husten ja so schwer. Achten Sie rechtzeitig auf alle Anzeichen, damit sich kein chronischer oder Bronchialkat.rrrh entwickeln kann. Täglich mehrmals 15— 20 Tropfen von den echten Reichels Husten- tropfen, die bei Heiserkeit, Schleimanhäufung, Rauheit und Trockenheitim Halse rasch auslösend und reizstillend wirken. Zu haben in Apotheken und Drogerien, aber echt nur mit„M a r t e M e d i c o" fbrfcisJuA. fii,(J�eAaAuiZCir�a ynit' Homöopathie 7tr. 131» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 19. Mörz 1929 Das Mich und seine Beamten. Genossin Bohm-Schuch für die GZeichberechiigung der Krau.— Mißtrauens- antrag gegen Severins abgelehnt. Der Reichstag beriet am Montag in zweiter Lesung das Baukreditgcietz. Abo. eipinski(SozO: Ein Antrag der Wirtschaftspartei ver- langt, daß die privaten Bauunternehmen mindestens zur chülste an den Zwischcnkreditcn beteiligt werden, die nach der Vorlage 250 Mil- lionen betrogen sollen. Dieser Antrag wird eine schwere Schädigung des privaten Baugewerbes bedeuten, das jetzt einen weit größeren Anteil an den Zwischenkrediten hat. Wir werden diesen Antrag ablehnen. Wir beantragen dagegen, im§ 1 nach den Worten „Deutsche Bau- und Bodenaktiengesellschaft Berlin" so fortzufahren: Bürgschaften insoweit zu übernehmen, daß der Gesamt- betrag der jeweils bestehenden Bürgschaftsverpflichlungen den Gegenwert von 250 Millionen Mark nicht übersteigt. Abg. Lücke(Wp.): Das privat« Baugewerbe ist jetzt nicht in großem Ilmsange an den Zwischenkrediten beteiligt, sondern vielmehr die sogenannten gemeinnützigen Bauunternehmungen, vor allem die Sozialen Bauhütten. Diese Vorlage ist nur«ine Verewigung der Zwangswirtschaft in verschleierter Form Wir beantragen, dem§ 2 am Schluß anzufügen:„Unter der Berücksichtigung, daß die privaten Bauunternehmen— auch chandwerkerbaugenossenschaften— min« deßens zur Hälfte an den Zwischenkrediten beteiligt werden." Reichsarbeitsminister Wissel!: Den vom Vorredner gegen das Arbeitsministerium gerichteten Vorwurf der Unehrlichkeit weise ich mit oller Entschiedenheit zurück.(Beifall!) Ich will nicht umgekehrt sagen, daß der Antrag der W i r t s ch a f t s p a r t e i auf Unehrlichkeit beruht. Er beruht aber auf völliger Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse. Tatsächlich sind an den Zwischenkrediten beteiligt worden 27,0 Proz. oenieinnützige Geselljchonen und 60,3 Proz. private Unternehmer. Der Antrag der Wirrschaftsparlei würde also den Anteil des privaten Baugewerbes herabsetzen! Abg. Steiniger(Dnot.) beantragt, das privat« Baugewerbe in tunlichst großem Umfang an den Zwischenkrediten zu beteiligen. Abg. Frau Hertwig-Bünger(D. Vp.) stimmt diesem Antrag« zu. Abg. hölleln(Komm.): Die Wirtschastspartei will gar nicht den «oliden Hausbesig fördern, sondern das spekulative Baukapital. Der Wohnungsbau muß Sache der Gemeinden fein. Gegen Bauunter- nehmer, die die Mieter um die Baukostenzuschüsse prellen, müßte energisch vorgegangen werden. Abg. Lipinfki(Goz.): Dos Reich gibt überhaupt nur Bürgscha'tskredite, der Kredit selbst muß von den Banken erhoben werden. Bevor aber dos Reich den Zwischenkredit gewährt, muh durch genau« Prüfung die Finanzierung des Bauvorhabens als vollkommen gesichert festgestellt fein. Wie man da von Korruption und Unehrlichkeit reden kann, ist un- erfindlich. Gerade Herr Lücke hat schon im vorigen Jahr den gemeinwirtschaftlichen Wohnungsbau befürwortet durch seinen An« irag, den Bauunternehmern für die Errichtung von Wohnungen Haüszinsfteuerhypothek ohne Anspruch auf Rückzahlung und außer. dem ein Kapital zu gewähren. Das ist doch das Eingeständnis, daß Privotuniernehmer heute preiswerte Wohnungen überhaupt nicht zu bauen imstande sind. Um so demagogischer ist der Antrag der Wirtschastspartei, der im übrigen nur die große Un wissen« h e i t des Herrn Lücke beweist. Räch weilerer Debatte wird Z 1 mit dem Antrag Lipinski, der auch von anderen Parteien unterstützt wird, angenommen. Der Antrag der Wirtschastspartei wird abgelehnt, der Antrag Steiniger angenommen und in dieser Form das Gesetz verabschiedet. Es folgt die zweite und dritte Beratung des Rachtragsetats, in Verbindung damst der Anträge Stöcker(Komm.) über Wieder- aufnahm« der Arbeiterlohnverhandlungen in den Reichsbetrieben und Steqerwald(Z.) über Aenderung der-Perfonolabbaugesetzgebung. Der Ausschuß hat die in der Borlage enthallene Antecheermächligung um 250 Millionen erhöht, die für die Arbeitslosen« Versicherung verwendet werden sollen. Im übrigen handelt der Rachtragsetot von Personolongelegenheiten. Mg. Stemkopf(Soz.) stihö als Berichterstatter u. a. aus: Genehmigt wurden l-dig- lich diejenigen Stellenumwandlunaen. die der Reichstag selbst in den Entichließimgen bei der Verabschiedung des Besoldungsgesetzes vom 16 Dezember 1927 gefordert hat. Gestrichen wurden die anaesorderten Mittel für die Erhöhung der M i n i st e r i a l« Zulagen lowic für die Erhöhung oder Reueinsührung von Aus- m a n d s g e l d« r n für die Reichsminister, Staatssekretär«, Präsi- denten der Landessinanzänrter usw. usw. Der Housholtsausschuß stimmte der Reichsregierung darin zu. daß der Schlechkerstellung der ReichSbeamken gegenüber de« preußischen Beamten für die Dauer nicht angeht. er war aber weiter der Ansicht, daß der setzige Augenblick der denk- bar ungeeignetste ist. um eine Gleichstellung— und nur der Ministerialbcamten— herbeizuführen. Gestrichen wurden auch die zur Durchführung der Mtnifterialvcrfassung angeforderten Stellen. Die Mehransätze erklären sich daraus, daß durch den Ab- strich von angeforderten Beamtenstellen«ine Anzahl Beamte und Angestellte noch bei den Titeln 3 und 4 verbleiben und dies« Titel natürlich entsprechend erhöht werden mußten, lieber den Ansatz des Nachtrogsetats hinaus ist nur im Haushast des Reichswehrministe- rimns der Fürsorgefonds für erwerbslose entlassene Soldaten om 40 000 Mark ans 80 000 Mark erhöht worden, damit denjenigen Mannschaften, die aus dem Heere vor- zeitig und ohne Ansprüche ausscheiden müssen, dasselbe zugebilligt werden kann, was die Arbeitslosenversicherung den Arbeitslosen gesetzlich zubilligt. Unter den gegebenen mißlichen Berhästnissen hat die Auffüllung des Reichswasserschutzes und seine Ausrecht- crhailung als Reichseinrichtung keinen Zweck mehr. Weder im Interesse der Ausgaben des Reichswasserschutzes noch im Interesse seiner Beamten. Durch die Abstriche des Ausschusses tritt gegenüber der Regierungsvorlage«ine Minderausgabe von zusammen 9296000 Mark ein, der eine Mehrausgabe von 073000 M. gegenübersteht, so daß eine Ersparnis von insgesamt 8 323 000 M. verbleibt. Abg. Frau Tensch(Z.) begründet ein vom Zentrum ein« gebrachtes Initiativgesetz, durch das die Bestimmung der Person.il- abbauverordnung über die Kündigung weiblicher Beamten, die sonst am 31. März 1029 außer Kraft treten würde, bis zum Jnkrast. treten des neuen Beamtengesetzes verlängert werden soll. Diese Bestimmung ist zwar verbesserungsbedürsttg, aber ihr Fortsall in dieser Zeit würde verhängnisvoll nicht nur für die betroffenen Frauen, sondern für den gesamten Arbeitsmarkt sein. Abg. Frau Bohm-Schuch(Soz.): Die politische Entwicklung hat«ine früher« Verabschiedung dieses Nachtragsetats verhindert. Durch dies« Verzögerung ist viel Der. ärgerung entstanden. Jeder objektiv denkende Beamte muß zu- geben, daß die neue Regierung sehr viel« und große Sorgen hatte, die sie nicht zu den Beamtenfragen kommen ließen. Die Verzögerung ist aber auch zu böswilligen Mißdeutungen ausgenutzt worden, so wurde dos Gerücht verbreitet, daß die Beamtengehältsr gekürzt werden würden, und daß die Reichskasse zu wenig Geld habe, um die Gehälter zum 1. April auszuzahlen. Die Verbreitung solcher Gerüchte muß da» Ansehen der Beamten verringern, das aus dem vertrauen des Volke» zu seinen Beamten beruht. Die Verbreitung solcher Falschmeldungen ist unverantwortlich, ja vaterlandslos.(Zuruf rechts: Haben Sie denn Boterlands- liebe?— Abg. Seppe!(Soz.): Unverschämter Lümmel! Ordnungs- ruf.l Wenn gerechtfertigt« Wünsche der Beamten nicht erfüllt werden konnten, so war das die notwendig« Folge der Befoldungs- ordnung. Leider ist die Finanzlage so. daß nur das Notwendigste getan werde» kann. Besonders bedauerlich ist, daß sogar Reichstags- «ntschließungen, die ein festes Versprechen bedeuten, nicht aus- geführt werden können. Vor allem sollte wenigstens der gute Will« gezeigt und«in Anfang damit gemacht werden, die verfassungsmäßige Gleichberechtigung der Frau durch lieber- führung weiblicher Angestellten in das Beamtenverhältnis zu verwirklichen. Das wird nun erst beim Etat für 1029 geschehen können. Es Handell sich Hier einfach darum, die Versassungsbestimmung zu erfüllen. Wir denken nicht daran, zu erwarten, daß die physische Gleichstellung herbeigeführt wird. Wir wollen keine Männer werden, wir wollen Frauen bleiben, nicht nur in unserer Persönlichkeit, sondern auch in unserem Wesen, aber wir wollen gleich« Bewertung unserer Arbeits- kraft. Wird sie vertagt, so wird das für die betresienden Parteien die allerschwersten Folgen haben.(Sehr richtig links.) Hoffentlich wird der Ausschuß zu einem einmütigen Beschluß nach dieser Rich. tung kommen. Gerade die Lehrerin, die selbst Kinder hat, ist zweifellos die geeignetste zur Kindererziehung, während sie heute aus dem Dienst scheiden muß. Keine Frau, die Kinder hat, wird zum Vergnügen Erwerbsorbeit verrichten. Sie tut es nur aus wirt- schostticher Notwendigkeit. Natürlich wäre es ihr viel lieber, ihren Beruf weiter auszuüben, der«in Stück ihrer Perfönlichkest geworden ist und den sie ausfüllt. Diese Möglichkeit wünschen wir der Frau zu geben.(Zustimmung links.) Uebsr die Bewertung von Mehrarbeit besteht keine Meinungs- Verschiedenheit, aber es wäre unerträglich, wenn bei 2,5 Millionen Arbeitslosen den Beamten für manche Dienstleistungen besondere Vergütungen gezahlt würden. Dasselbe gilt für die Ministerial. Zulagen. Wenn an allen Ecken gespart werden muß, sind auch hier Ersparungen notwendig und muh das ganze gesellschastliche Leben überhaupt auf einen einfacheren venner gebracht werden. (Sehr wahr! links.) Wir bedauern, daß in dieser Frag« ein Gegen- satz zwischen dem Reich und Preußen vorhanden ist. Aus die Dauer wäre das unerträglich. Es liegt daran, daß in Preußen die Besol- dungsordnung mit ihren Konsequenzen viel schneller Gesetz geworden ist als im Reiche. Wir richten die dringende Bitte an die preußische Regierung, möglichst zu einer Ungleichung zu kommen. Es ist auch politisch unerträglich, daß die Reichsbeamten geringere Bezüge haben sollen als die preußischen. lind auch die weitere Verschiedenheit gegenüber den wideren Ländern ist nicht geeignet, dem Einheitsgedanken des deutschen Volkes zu nützen. (Sehr wahr! links.) Zum Antrag der Kommunisten ist zu bemerken, daß übermorgen die Lohnverhandlungen bei der R e i ch s p o st weitergehen. Die Löhne der Reichsarbeiter sind ungeheuer knapp und reichen kaum zum Leben ans. Einer Statistik der Gewerkschaften ist zu entnehmen, daß sehr nieke Reichsarbeiter Wochenlöhne von 30 bis 35 Mark verdienen. Was müssen dos für Rechen- und Hungerkünstler sein, die mit einem solchen Lohn sich und ihre Familie durchbringe».(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir hoffen und wünschen, daß die Lohnverhandlungen zu einem guten Ende geführt werden,, denn die Lebenslage dieser Arbeiter kann eine bedeutend« Besierung sehr gut vertragen. Durch die eingangs erwähnten Gerüchte muß natürlich auch dos Verhältnis zwischen Beamtenschaft und Volksvertretung gejührdjk werden. Es wird der Anschein hervorgerufen, als ob das Parlä- ment nicht genügendes Interesse für die Beamten hätte. Das Er- gebnis ist schließlich, daß sowohl das Parlament wie die Beamten- schost in der Bevölkerung an Popularität verlieren. Das ist ein ungesunder Zustand. Der Staat kann nicht leben ohne ein fest zu ihm stehendes Beamtentum, das sein« Pflicht treu erjüllt. Der.Be- amtenkörper bedarf aber auch des Vertrauens des gesamten Volkes. und das gilt ebenso für das Parlament. Ohne dieses Vertrauen ist es überhaupt nicht möglich, den Staat fortzuführen. wirklich segensreiche Arbeil ist nur möglich, wenn Volk. Beamtenkum und Varlament sich gegenfeikig besser verstehen als jetzt, sich gegenseitig vertrauen, um gemeinsam das Gan.ze vorwärts zu bringen. Dieses Vertrauen wieder herzustellen, ist unsere große politische Aufgabe. Es sollen nicht auf der einen Seite übermäßige Wünsche hochgezogen, aber auch das Einfache nickst erfüllt werden können, und auf der anderen Seite soll die gesetzliche Voikz- ver tretung nicht durch politische Treibereien in den Augen des Volkes herabgesetzt werden. Meine Varlei wird alles tun. um das vertrauen Zwischen Volk vnd Varlament. zwischen Varlamenl und Beamtentum zu stärken, und wir hassen, damit eine Entwicklung anzubahnen." die auch in so schweren Notzeilen wie der gegenwärtigen zu einem festeren Vertrauensverhältnis beiträgt., (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schmidk-Stettin(Dnat.): Der Reichsfinanzmlnister Hot durch die Verzögerung des Nachtragsetats verschuldet, daß die Be- amten viel später die Ausbesserungen erhalten. Der sozialdemo- tratisch« Allgemeine Deutsche Beamtenbund, der ständig Protestoktio- nen gegen die frühere Rechtsregierung veranstaltete, ist jetzt, sehr friedlich und sein Führer Falkenbcrg ein zahmes Lämmchcn ge- worden. Abg. Torgler(Komm.): Die Deiitschnationalen haben als Regierungspartei den Beamten ebensowenig ihre Wahloersprechpngen erfüllt wie jetzt die Sozialdemokraten. Trotz der Notzeit bat der sozialdemokratische Finanzminister freiwillig auf die Ministerial- Zulagen nicht verzichtet. Lohnforderungen der Arbeiter bezeichnet die preußische Regierung als unzeitgemäß, aber gegen hohe Mi- nisterialzuiagen hat sie nichts.' Die Beratung wird unterbrochen und die Abstimmung über den Mißtrauensantrag der Nationalsozialisten und der Christ- lichnationalen Baiiern parte! gegen den Reichsinnenminister, ein- geleitet. Abg. Stöcker(Komm.): Da die Begründung dieses Antrages von kommunistischen Mordtaten spricht und noch stärkere Unter« drückung unserer Partei fordert, wir aber gegen den Minister Miß- trauen haben, weil er den Faschismus sördert(Heiterkeit), enthalten wir uns der Stimm«., In namentlicher Abstimmung wird der Antrag mit 229 gegen 69 Stimmen der Antragsteller und Deutschnattonalen bei 51 Eni- Haltungen abgelehnt. Die Beratung des Nochtragsetots wird fortgesetzt. Abg. Bernhard(Dem.) tritt sehr entschieden für die Gleich- stellung der weiblichen Beamten mit ihren männlichen Kollegen im Anstellungsverhälims sin. Die vom Ausschuß nach dieser Pichkung vorgeschlagene Entschließung genüg« nicht, man sassc immer Entschließungen, wenn man sich nicht entschließen' könne. (Lebhafter Beifall links.) Um �6 Uhr wird die Westerberatung auf Dienstag Z Uhr vertagt. ...JeSe Tafle Kathreiner ijl..eine ITaflc tBelunÖheit" - sagt man... mit vertixföntem Gaumen ptx>6t Hlnd immer' nur* xLxö SBeäte€o6t~~ �« � VOM»«»*» Or* Sfaißt nur' einer* Qtlkxrke fio&L DER KENNER SCHWORT AUF S � c SSSsssssS.. nvxwvvvsnv nv\w ' P h a nome>n> Dia unteneiohneten Backen und Bankiers haben betreffend Vennietung von SchrankfSchem den Beschluß gefaßt, in ihre Bedingungen folgenden Satz aufzunehmen; »Die zu vermietenden Schrankfächer befinden sich in der Stahlkammer unserer Niederlassung— Depositenkasse— in..... Die Bank wird sich der Sicherung und Bewachung der Stahlkammer mit der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt widmen, haftet jedoch hierfür nur bis zur Höhe der 600 fachen Jahresmiet«, im Höchstfälle bis zu 20 000— RM für jedes Fach und nicht über den tatsächlichen unmittelbaren Schaden zur Zeit des Verlustes hinaus. Es bleibt dem Mieter überlassen, das Risiko durch eine Versicherung zu decken, deren Abschluß die Bank zu vermitteln bereit ist* Dasselbe gilt sinngemäß für verschlossene Einlagen mit der Maßgabe, daß sich die Haftung auf 8000.— RM für jeden Verwahrungsvertrag beschränkt Auch hier bleibt es dem Hinterleger überlassen, das Risiko durch eine Versicherung zu decken, deren Abschluß wir zu vermitteln bereit sind. Entsprechende Mitteilungen werden unseren einzelnen Sohrankfachkunden und Hinterlegern verschlossener Depots in den nächsten Tagen zugehen. Bert hier BaBdeu-ficteOMhafl I. Blei dir öder Commerx- und Prlral-Bunk LHL Herrn stldl er nd lahonoiMiiK H.a. a. DemrthK sdUdaer a Co. De muhe— h Dlrection der Disconte-fiesclUduifl Dresdner Benk I Dreyms ä Co. Barayac«.«.m.hJL Mendeissoiui a Co. Laxam Ipeyer-EllUiea H.U.K. DarmsiadlerimdNaflonalbanh HommandlHietclltdiall aal Aktien. Kdnstlerlnche Leitung: t ERIK CHARELL See Meie Auqusüd s £usüg& ISUwe ran Bsrnausr und Wslluh Allrcd Brenn Kady Christians Trade Llcake Slesrfr. Arne Paal Morgren Panl Westermeler Gnatav Matzner ttaarlgnne WinkeUtern lw»a Orlll| InMrttnsJ Breie Weiler/ Ham Sesuzer iBsiiiinellrU lecksoiilieii Fritzi Massary Max Hanzea Uschi EClleot W. Jankahn H. Jnnkermann W. Schaefferz Mzrqnita Siatera Frisoo Beanti Blrls Gomedlantjoys iaisltrtöfifi;| Prolesm Enut Jteni tr.nnlad«% Ohr nnoek »umuus jf Vo„trt|Ung Kaciua.«A kleine Prelu Ifen auf Bleetroln I MosirLettmö: ErnstHukii. Rüdott Pink Dienstag, d.19. 3. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 72 19 Uhr Boris fiodnnoff i der F.lnliiriimg am Diemtag, dem 9. April, vormittag« lO'/j Uhr, in unserem QebSude Berlin, Behrenstnße 68-70, stattfindenden ordenllldten Gcneraiversammliuid Tagesordnung 1. Erstattung des Qcschättsberichts fflr 1928. 2. Besch'ußlassung über die Genehmigung der Bilanz mit Gewinn- und Verlust-Rechnung fflr 1928 und die Gewinn-Verteilung. 3. Beschlußfassung Aber die Entlastung der persönlich haftenden Ge seilschafter und des Aufsichtsrats 4. Beschfußfassung Ober folgende Satzungsänderungen; a)§ S Absatz I(Einteilung des Grundkapitals). b>§ 13(Streichung des Namens»Georg von Simson* aus der Zahl der persönlich haltenden Gesellschafter, c)§ 34(Stimmrecht, d) Streichung der§§ 9(Verjährungsfrist fflr Gewinnanteilscheine), 10(Umtausch beschädigter Aktien). 11(Verlust von Gewinnanteilscheinen). 20, Ziffer 1(Erwerb von Immobilien). 32 Absatz 3 (Tanüeme-Steueri, 48 Legitimation der Mitglieder des Au'slchts- rats), 49(Legitimation der persönlich haltenden Gesellschafter). S. Beschlußfassung Ober die Ermächtigung des Aufsichtsrats, die sich aus den Beschlüssen zu 4 ergebenden Satzungsänderungen, welche nur die Fassung betreffen, vorzunehmen(§ 43 Absatz l). & Aufsichtsratswahlen. Zur St mmenabgabe sind diejenigen Kommanditisten berechtigt weiche ihre Aknen oder der. von einem Notar oder von einer Effekten-Giro-Bank Ober die Aktien ausgestellten Hinterlegungsschein»pUealen» aa 4. April d. J. hei einer der n ichbezeichneten Stellen deponieren, und zwar 1. bei uweren HanptBiederlammge« in Berlin iBehrenttr. 68-70), Bremen, Damutadli �befjinieren�tämtliAenjFlllalen�JBd�wetgnlederlaMrajleB; 3. in Barmen bei dem Barm er Bankverein Himberg. FUcfaer S Comp., - Breslau bei dem Bankhause Bidibom£ Co., » Dan zig bei der Danrlger Baak Mr Handel vad Gewerbe Aktlcndc*cll«dh»ff, aen a. m. Rohr bei dem Bankhause GebHlder Hammervtcln, bei dam Bankhause Simon Klrtdiland, Fraakfmrt a. M. bei dar Öeotwäien Effecten» and Weduel-Baak, bei dem Bankhause Otto Hlrsdb A Co., bei dem Bankhause Lincoln Meaar Oppenheimer, bei dem Bankhause Jacob S. H. Stern, bei dem Bankhause Gebrüder Snlzbscfa, Hamborg bei dem Bankhause L. Behrens S Söhne, bei dem Bankhause M. M War borg D Co., Hannover bei dem Bankhause Ephraim Meyer gl Sohn, KarUrohe bei dem Bankhause Veit L. Homhorger, Köln bei dem Bankhause A. Levy, bei dem Bankhause Sal. Oppenhell en Denlsch fr. C Cie., en Credit- Amtalt, » Leipzig bei der Allgemeinen » Mttauhen bei dem Bankhause Merck, Finde gl Co., » Nürnberg bei dem Bankhause Anton Kohn, In Amatcrdam bei der Amsterdamodiea Bank, bei der Internationalen Baak le Amsterdam, . Wien bei der Mercnrbank, Barlin, den 18. März 1929. Damutädter und Nationalbank Kommandiigeselladaaft auf Aktien Bodenheimcr Goldschmidt aUc, Lidilspiele usw.| Winter Qarren | S Uhr Zenfaram 2819 1 Rauchen erlaubt! Otto Reutter und «RA Internationale IV Darbietnngem. IBeleuchiungs .Körper jadfirArt SCAI/A IM(Jhr 6 5. Barbarossa 92561 Bop-Blpa. dis lancndl. Ball-losflitar-l Wunder, Arnsui Hroib., Uuilcal-Clovnsl »nd im übriQtn Anisktionen 1 1 plAza Theater a. KottbusserTor MttMsserStr.L ItLMel. 18027 Täglich s Uhr, link Sanntag sackn. t Uhr(armlBiite Pralaa) Ellta-Sawger Ii, i.»Dis SchfinhsitsliSnigin" vorbunden mit Modansehau, Ailgam. Praiahtrakaitzung auf ailan PIStzan Staals-Oper Am Pld.Republ. R.-S. 64 19'/, Uhr ErzSIilDflp SiaatLSeiiiller-' Dienstag d.19.3. Slüsli Oper Bismarc kstr. Turnus II 20 Uhr M Staat). Sdiaiispl;. ara fieedarra amakt A.-V. 67 20 Uhr Ein besserer Herr leatef.Cöarltb. 20 Uhr Oedipus 8',. Theater des Westens VolKsbtUine Dieatw amBBIowpläti 8 Uhr Krenzabnatime Thealer am SdUnhaaerdainin 8 Uhr Dl« Krankheit der Jugend Ttalia-Theater 8 Uhr Oelranscb Staat). Sdiiller-Tb. 8 Uhr Oedipus SiaaMoperaniPiau dar Bepahlit 7'b Uhr Hoffmaims Theater am SdiHIbaoerdamm. Norden 1141 u. 281. Täglich«V, Uhr Krankheit der Jagend von Ferd. Bruckner Insz. QusL Härtung. Lannartz, Scilla Brod, Kahnerl, Dämmest, Andersen, Rappard u. Duschllnsky. WM IHM D.I. Norden 12311 8 II., Ende nach IO'/i Dia lästigen Weiber von Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Katntnerspifile u. I. Norden 12 31 SViU., Ende geg. 10 Die Ursache Schauspiel v Leonhard Frank Regie: Hansüeppc. Die Komödie J I Bismck. 2414/ 7516 '/< U., Ende geg. 10 Wann kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Regie: Gustaf Orflndgens Berliner Theater Di rekt-Heinz Herald Charloltenslrafle 9fi A. 7. Dönhoff 170 Ltlxth Torsieltungcn 4 Uhr k Uhr 3 X Hochzeit (Abie's irish Rose) Kleines Tiiearer rjglich 8V« Uhr: CurtGoelz, Valerie v. Martern Ferd. v. Allen in „Trio" Lustsp v. Leo Lcnx. Regie: Fiiedmann- Frcderidb. Lessing- Theater T iglic 8V« Jhi „Da» Veilchen" DM rredairen einer elten freu! Ab Donnerst» d. i. 8 x Hochzeit Bamowsky-EQhnsn Theater in der KSniggrätzer Straße KomKdienhaus Täglich H Uhr Die Drei-Graste- Theater am �ollendorfplaty Täglich 8V. Uhi Das osld auf der siraoe Sonniog auch V.4 Übt Oer gröhte Erfolg Berlins Friederike Muhl van Lahn» Erika o. Theilmatm Karl Ziegler, Staatsoucc Wien firnfiebt, iimiturfl, 9»ra, dosier, Bewertnann,»er, «aste nnuntrrbr. 6hÜW)U 931 B. 7180 Lnstspielbaas 8V« Uhr eneiiereunrefen Guido Thielscher im Paradies Planelarliim — am Zoo— '•niar. JegdiiiKtiulR>tnfi Noll. 1578 16 V. Uhr Stemhlmmol dos Frühjahrs 18'. Uhr Sternbiidar und We'lh-v 20V. Uh i W.nior dw südlichen hi/nmsl* Tägl.außer Montags u Mittw. Erwachs. I Mk» Kinder 50 Pf. Mi tw.: Erwachsene 50 Pf» Kinder 25 PI. Trianon-Th. Täglich SV. Uhr Oer Herzog und die Silnüerin mit Erlki Giassner und Hamn Kenner Rundfunkhörei halbe Preise Dtsch, KUnstlar-Th. 8V. 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