B 66 46. Jahrgang BERLIN SieiMg 19. Äj 1929 Erscheiuttäglich aoßerGonntag«. �%§...(£ Anteisen?reis:Die emspaltigc Nonpareilleitile Zugleich Abendausgabe de«. Vorwärts'. Deiuqsprtis rrj WJ/.''-1* 80 Pf.. ReNamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. beide Ausgaben 8sPf. proWoche. S.OOM. pro Monat. fjQX Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b. H.. Redaktion und Lrpedition; DerlinSWes.Lindenstr.Z/ Berlin Nr. Z7SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis LS? Der Kampf um Reparationen. London durch Krankreich„schmerzlich überrascht". Die Pest in Südafrika. Besorgnisse und Absperrmaßnahmen. London. 19. März. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telegraph" schreibt: Sogar amtliche Kreise in London verbergen nicht ihre schmerz- liche Ueberraschung über die Natur der Vorschläge oder vielmehr Forderungen, die die französischen Delegierten iin Sachverständigenousschujz vorgelegt haben. Diese Forderungen kommen auf folgendes hinaus: 1. Eine Milliarde Mark der abgeänderten deutschen Annuität soll für die Dauer von Z7 Iahren ousschtießlich zu r Entschädigung für die zerstörten Gebiete Frank- reich?, Belgiens und Serbiens bestimmt werden. Die Franzosen sind der Meinung, dah Italiens Ansprüche in dieser Be- Ziehung nur nomiircll sein können. L. Dieser Teil der Annuität, an dem das britische Reich keinen Anteil haben soll, würde Zahlungspriorität, d. h. Transfer- Priorität gegenüber dem anderen Teile geniehcn. Dieser andere Teil soll für den Dienst der alliierten Kriegsschulden an die Ver- einigten Staaten dienen. Aus diesen Teil würde sich die britische Vsteiligung beschränke». Z. Bezüglich seiner Schuld an Amerika würde Groß- britannien aufgefordert werden, auf die Zahlung der Annuitäten zu verzichten, die es an Washington ge- leistet hat, bevor es anfing, die ihm von Frankreich, Italien usw. geschuldeten Gelder einzuziehen. Dies würde«inen Verlust von rund 190 Millionen Pfund Sterling bedeuten. 4. Vom britischen Geldmarkt würde Betefligung cm der Koni- merziolisierung erwartet werden: aber die Ergebnisse dieser Anleih« würden nahezu ausschließlich Frankreich zugute komnien. Belgien, Serbien und eventuell Italien würden verhältnismäßig unbedeutende Beträge erhalten und Großbritannien gar nichts. Der Korrespondent erinnert daran, daß Frankreich und Belgien schon wiederholt versucht hätten, die britische Zustimmung zur Priorität der Zahlungen für die zerstörten Gebiet« zu erhalten. Vier britische Regierungen hätten dies abgelehnt. Es bleibe ab- zuwarten, ob sich die französische Meldung bestätigen werde, daß die amerikanischen Delegierten bereit seien, die französischen Forde- rungen zu unterstützen.__ Das Los der nationalen Minderheiten. Besprechung im Auswärtigen Ausschuß. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages billigte heute nach kurzer Aussprache, an der sich u. o. die Abgeordnete C r i s p i e n (Soz.), ch o e tzs ch(Dnat.) und Stöckcr(Komm.) beteiligten, den Beitritt Deutschlands zum Genser Protokoll über das Verbot von Gasen und bakteriologischen Mitteln im Kriege. Dann trat der Ausschuß in ein« Besprechung der Minderheitenfrage ein. Staatssekretär v. Schubert berichtete über die Genfer Verhandlungen.'_ Anschluß an Preußen abgelehnt. Braunschweig will Braunfchweig bleiben. Draunschweig. 19. März. 3n der gestrigen Sitzung des Hauzhaltsausschusies des Braun. schweigischen Landtages wurde die Frage der verwalkungsreform und der Erhallung der Selbständigkeit des Freistaates Lraunjchweig im Anschluß an die bekannten Anträge der Dcutschnalionalen und der Demokraten behandelt. Der Anlrag der Deutschnalionalen. sofort in AnWußverhandlungen mit Preußen einzutreten, wurde, wie die„Braunschweiglsche Landeszeitung" berichtet. von der Linken abgelehnt. Dem gleichen Schicksal verfiel der andere Antrag. Lraunschwelg solle Reichsland werden. Dagegen wurde vom Ausschuß der Antrag der Deutschen Volksparlei einstimmig angenommen, da» Staatsministertum zu beauftragea. die im Reich feit ZahreSfrist augcbahuten Bestrebungen auf eiae Reo- reget u ug des staatsrechtliche» Verhältnisse r zwischen Reich und Ländern mii allen Mitteln nach drücklichst zu fördern. Tragödie eines üiislKlelirers Die Aniständisdien fliehen London. 19. März. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, ist in der Gegend von Parps an der Grenze zwischen dem Oranje-Freistaat und Transvaal unter den Gingeborenen die Bubonen-Pest aufgetreten. Das bedeutet, daß das ganze Gebiet von Südtrans- vaal durch die Kraukheit bedroht ist. In Johauuisburg wurden besondere Maßnahmen gegen die Krankheit er» griffen. Gs soll ein Gebiet von zehn Meilen Länge und acht Meilen Breite als Quarantänegebiet zum Schutz gegen die Krankheit eingerichtet werden. Ermordung eines Großgrundbesitzers. Graf zu Stolberg einer Bluttat zum Opfer gefallen. Lieg nitz, 19. März. Die Landeskriminalpolizeistelle in Lieguih teilt mit: In Zannowiß(kreis Schönau) ist der Sbjährigc srühere Fidei- kommisherr Gras Eberhard zu Stolberg. wernige- rode heute vormittag In seinem Schloß ermordet auf- gcsnndcn worden. Raubmord liegt anschcluend nicht vor. Die Mordkommission aus Liegnih hat sich an den Tatort begeben. weitere Nachrichten fehlen noch. 2000 Menschen heimatlos. Vom Oonau-Hochwasser aus ihren Wohngebieten vertrieben. Preß bürg, 19. März.. Die Eisblöcke und Eisinseln aus der Donau, die sich am Sonn- abend losgelöst hasten, stauten sich zu einer gefährlichen Eisbarre und drängten das Wasser auf die rechtsseitig« Donau. Noch in der Nacht wurde mit Hilfe des Militärs und der Polizei mit R ä u- mung des bedrohten Gebiets begonnen. Scheinwerfer erleuchteten die ganze Nacht über das überschwemmte Gebi�. Am Sonntag wurde die Räumung fortgesetzt, wobei sich dramatische Szenen abspielten. Etwa 8000 Personen mußten ihr« Heim- stätten verlassen. Den Höchststand erreichte die Donau am Montag um 9 Uhr früh mit 5.83 Meter über dem normalen Stand. Flugzeuge führten über dem überschwemmten Gebiet Erkundigung?- flüge aus. Mit Ungarn wurde eine Einigung erzielt, daß die Flug- zeuge auf der ungarischen Seite 3 Kilometer landeinwärts fliegen dürfen, um auch für diese Donauseite chilse leisten zu können. Gasexplosion im Gtädiischen Gaswerk. Zwei Arbeiter schwer verleht. Zn der Köpenicker Straße in Mahlsborf ereignele sich heute vormittag eine folgenschwere Gas- explosiv n, bei der�wei Arbeiter verleht wurden. Auf dem Gelände der Städtischen Gaswerke befindet sich ein einstöckiges etiva 6 Meter langes und ebenso breites Ge- bäudc, in dem ein Gasregler untergebracht ist. Dieser Gas« regler dient dazu, den Gasdruck an den verschiedenen Tages- zelten regulieren. Früher erfolgte die Regulierung durch einen Gasometer; der jedoch vor einiger Zeit abgerissen und durch den „Kasregler" ersetzt wurde. Heut« früh 7i9 Uhr waren zwei Ar- bester, der Sljährige Erich Bahnemann aus Köpenick, Hohen- zollernplatz 6, und der 23jährige Kurt Feldner aus der Uccker- marker Straße in Mahlsdorf, im Gasreglerhaus mit R e i n i- gnngsarbeitcn beschäftigt. Plötzlich erfolgte eine starke Explosion. Eine große Stichflamme durchschoß de» Raum und setzte das D a ch in Brand. Durch den Luftdruck wurden die Fenster zertrümmert und beide Arbeiter, die im G e- ficht und an den Händen schwere Verletzungen er- litten hasten, zu Boden geschleudert. Es gelang den Verletzten jedoch, noch rechtzeitig das brennende Gebäude zu verlassen. Sic mußten durch die Feuerwehr ins KöpenickerKreiskranken- haus gebracht werden. Der brennende Dachstuhl, aus dem fort- während meterhohe Flammen herausschlugen, konnte nach kurzer Zeit abgelöscht werden. Inzwischen waren die Gaswerke benachrichtigt worden, die durch Absperren der Hauptzuführungsleitungen den Regler außer Berichte 2. Seite :Der neue Präsident Soeben sind die ersten 'Jtilder ton dem AmlsanlriH des neuen amerikanischen Präsidenten Otoorer einge 'roifen.Hnser SSild sseigt die lllenschenmengc, die der Tereidigung'Moorers vor dem Stegiemngsgebände in Washington behvohntc. » Netrieb setzten. Nach dem bisherigen Untersuchung«» c r g« b« i s find aus einer schadhaften Zuleitung größere Gasmengen unbemerkt ausgeströmt, die auf noch ganz unerklärliche Weise zur Entzündung gebracht wurden. O alte Burschenherrlichkeit.... Hugenberg gegen demonstrierende Studenten. In der Morgenausgabe des„Berliner Lokalonzeiger" vom Dienstag, dem 19. März, kann man folgenden ungewöhnlich ge häfsigen Ausfall gegen die Studentenschaft losen: „Diesmal sind es die Studenten, die stch in der Rolle der öffentlichen Ruhestörer gefallen. Sie streiken und ziehen schreiend und johlend durch die chauplstraßen.. werfen zum Beweis, daß sie im Besitz der akademischen Freiheit sind, hier und dort Fensterscheiben ein. brüllen..hoch" und ..ttleder", beschimpfen die Polizei und die Regierung, bis die Schutzleute blank ziehen und gegen die Demonstranten ws gehen. Dann lösen sich die„Massen" rasch auf. Dieses Schauspiel wiederholt sich nun schon mehrer« Tage hin durch, mittags und abends, ganz programmäßig. Den Bürgern wird die Geschichte schon langsam zu dumm, und die Regierung scheint abwarten zu wollen, ob nicht die leiblichen Väter jener„akademischen Jugend" ihr energischere Maß- nahmen ersparen werden. Nötigenfalls wird sie indessen schon wissen, was sie zu tun hat.(Die... Universität ist inzwischen geschlossen worden.) Was ist hier passiert, Hat ein Hugenberg-RebaÜteur geschlafen. hat ein Bösewicht dem„Lokalanzeiger" ein Kuckucksei ins Nest gelegt, daß Hugenbergs Blatt gegen die randalierenden Stu- denten und für die preußische Regierung Braun und für den Unterrichtsminister Becker Partei ergreift?---- 0 nein, die Geschichte kann ja nicht in Preußen spielen. In Preußen müßten erst ganz andere Dinge geschehen, ehe die Schutz- Mannschaft gegen Studenten blank zieht, eh« die Regierung«ine Universität schließt. Es handelt sich um einen Bericht des Ma- d r i d e r Korrespondenten des„L.-A.", der die Opposition der s p a- Nischen Studenten gegen den Diktator Primo de Ri» v«ra schildert. Gegen den Diktator...! Begreift man nun Hugenbergs vertauschte Sympathien?! Die �eichsfarben vogelfrei! Ein neues Urteil im alten Stile. Osnabrück. 19. März. In Dissen hatte in einer Sitzung des Gemeinderats ein Mitglied die Aeußerung getan:„Wir haben genug von dieser schworzrot- goldenen Sch...1" Vom Schöffengericht wurde er wegen Be- schimpfung der Reichsfarben zu einer Geldstrafe von NX) M. verurteilt. In der Bevufungsverhandlung unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. C r a m e r wurde er von der großen Strafkammer freigesprochen. Mit der Begründung, daß der An- geklagte die beleidigenden Aeußerungen in einem Zustand großer Erregung gemacht habe, so daß dadurch die freie Willensbestim- mung so stark beeinflußt gewesen sei, daß er sich der Folgen der Tat nicht bewußt war. Zur Illustration mag noch hinzu gefügt werden, daß Herr Dr. Cramer Mitglied der deutsch nationalen Partei ist und auch bei den letzten Provinziallandtagswahlen für sie kandidierte. Das Urteil erweitert die große Reihe der gerichtlichen Erkenntnisse, die dartun, welchen geringen Schutz die Reichssarben durch die Gerichte auch heute immer noch genießen. Oos Zentrum Witt warten. Aber nicht zu lange. Dresden, 19. März.(Eigenbericht.) Am Sonntag hielt das sächsische Zentrum hinter ver- schlössen«« Türen«inen Parteitag in Dresden ab, auf dem, wie jetzt bekannt wird, der Abgeordnete Dr. Brüning Ausführungen machte, die von allgemeinem politischen Interesse sind. Er wandte stch gegen die Deutsche Volkspartei, die mit zwei Mimstern im Kabinett bleiben wolle, aber glaube, die Verantwortung für die 5)and- lungen der Regierung ablehnen zu können. Zum ersten Male seit der Revolution sei das Zentrum an der Reichsregierung nicht be- telligt. Es könne warten, aber es sei entschlossen, nicht etwa solange zu warten, bis die Dinge von außen an die Zentrumspartei heran- treten würden, sondern sei fest entschlossen, sich die Stunde seines Handelns selbst auszuwählen. Das Zentrum fühle sich nicht verpflichtet, die Steuern zumachen. die eine groß« Regierungspartei nicht mitmachen wolle. Sie sehe ihre Aufgabe darin, die berechtigte Kritik, die gegen den Parlamen- tarismus um sich greife, aufzufangen, um die Lolkspartei zu einer Einstellung zum parlamentarischen Regierungssystem zu zwingen. In einer Resolution, die auf dem Parteitag angenommen wurde, wird der Austritt der Zentrumspartei aus der Reichsregierung begrüßt als lebhafter Protest gegen das Regieren mit halber Verantwortung, mit dem dl«„liberal-soziale Regierung" das An- sehen des parlamentarischen Systems in Deutschland zerstöre.. Die Aufständischen fliehen. Sie bringen Züge zum Entgleisen. Einstimmig. Wer oppositionell redet, fliegt vor der Abstimmung. Die Berliner KPD. hat einen Bezirksparteitag abgehalten. Di« Annahme oller Resolutionen und die Wahl der neuen Bezirksleitung erfolgte einstimmig. Diese Einstimmigkeit wird durch eine Episode erklärt, die wir dem Bericht der„Roten Fahne" entnehmen: Genosse TB. Huhn hält ein« teils liquidatorijche, teils versöhn- lerische Rede. Ihm antwortet in längeren Ausfuhrungen Genosse Heinz Reumann: Das Austreten Huhns, der sich übrigens sein Mandat durch ein Bekenntnis zur Parteilinie erschlichen hat, zeigt das Schwinden jeder geistigen und politischen Bedoutung dieser Gruppe in der Partei. Nach Mitteilungen über die Mandotserlchleichung Huhns erkennt der Bezirksparteitag einstimmig seia Maudal für uygulkig." Dieser Huhn hat oppositionell geredet. A l s o hat er sein Mandat erschlichen. Also wurde sein Mandat für ungültig erklärt, damit ein Exempel statuiert würde. Dam hob der Apparatmensch die Hand und siehe: einstimmig! Die Betriebssicherheit der Reichsbahn. Dem Reichstag ist fetzt die schon bei der längsten Aussprache über die Betriebesicherhert der Reichsbahu ausführlich erörterte Denkschrift des Arbeits- ausschusses zur Untersuchung der Betriebssicherheit der Deutschen Reichsbahn zugeleitet worden. Mexiko, IS. März. Di« Bundesregierung gibt bekannt, daß die Aufstäu- dischen die von ihnen zum Zentrum des Widerstandes gegen die Regierungstrnppeu unter Calles bestimmte Stadt Torreon in panikartiger Flucht geräumt hätten. * Wie verlautet, hat es zwischen den Generalen der rebellierenden Truppen wegen des kampflosen Verzichts auf Torreon große Meinungsverschiedenheiten gegeben. Der General C a r a v e o soll seinem rebellierenden Kollegen E s c o b a r die Ber- brennung sämllicher Brücken angedroht haben, falls er weiterhin beabsichtigen sollte, das Gelände kampflos seinem Gegner Calles preiszugeben; Bis zuletzt hatte Ungewißheit darüber geherrscht, ob die Rebellen oersuchen würden, sich in der Nähe Torreons zum Kampf zu stellen Die Flieger der Bundesarmee hotten noch heute in den frühen Morgenstunden festgestellt, daß bei Gomez Palozio eine Konzen- trierung der feindlichen Truppen vor sich ging. Nördlich von Torreon und ün Rücken der Rebellcnarme« ist es den Bundestruppen gelungen, die Bahnverbindung zwischen Torreon und Iuarez bei Bermejillo zu unterbrechen. „Associated Preß" berichtet aus Escalon im Staate Chihua- hua, daß General Escobar mit seinen Truppen morgens von Tor- reon dort eingetroffen ist. Escalon liegt etwa 1S0 Kilometer nördlich von Torreon. Attentat auf einen Schnellzug. Biete Tote. Mexiko-City, IS. März.(Eigenbericht.) Ter von Laredo kommende Schnellzug ent- gleiste bei Miguekallewde im Gnanajuatostaat infolge eines Attentats der rebellierenden Truppen. Tie Zahl der Toten soll sehr groß sein. Vorläufig fehlen jedoch noch nähere Mitteilungen über die Katastrophe. Die Gebellen vor Mazatlan. Rogales(Arizona), 18. März. Den im Hauptquartier der Aufständischen einlaufenden Mel- düngen zufolge wird die Vorhut der gegen die Hafenstadt Mazatlan im Staate Sinaloa operierenden Rebellenarmee noch im Laufe des Tages in Schußweite Mazatlans kommen. Wie hier verlautet, wird Mazatlan von 2999 Mann Bundestruppen ver- teidigt. während die angreifende Armee der Aufständischen 5999 Mann zählt. Die Wahrheit über Oberschlesien. Einfach aber richtig. London, 19. März. „Manchester Guardian" sagt in einem Leitartikel: Die Wahr- heit über Oberschlesien ist sehr einfach. Die Deutschen auf der polnischen Seite werden unterdrückt, die Polen auf der beut- schen Seite werden nicht unterdrückt. Me das Gegenteil behauptende Propaganda in Warschau, Paris und Genf und be- dauerlicherweise auch in London hat kein anderes Ziel, als diese Wahrheit zu verbergen, die für jeden erkennbar ist, der wirkliche Einsicht in die jetzige Lage Oberschlesiens besitzt. pn'mo läßt klagen. Anweisung an die ausländischen Vertretungen.. Madrid, 19. März. Die spanische Regierung hat ihre ausländischen Vertretungen angewiesen, gegen diejenigen Zeitungen und Nachrichtenagenturen, hie falsche und verleumderische Nachrichten über Spanien veröffent- lichen und verbreiten, auf dem Klagewege vorzugehen. Acht Arbeiter erstickt! Bergwerksunglück bei Worcestershire. London, 19. März.(Eigenbericht.) Zu der Röhe von worcestershire in Combswood entstand in einem Bergwerk ein Großfeuer. Da sofort Feueralarm gegeben wurde, gelang es dem größten Teil der Belegschaft, sich in Sicherheit zu bringen. R e n n M a u n. die in der Röhe der Feuerausbruch- fielle arbeiteten, wurden jedoch durch das Feuer vom Ausgang ab- geschnitten. Davon fanden acht nach furchtbaren Qualen den Er- stickungslod. Einem Arbeiter gelang es. sich durch die Flammen hindurch noch in Sicherheit zu bringen. Es wird nachgestiegen. Eine lustige Verbrecherjagv. Reich au heileren Zwischeasälleu war eine Zagd ans drei altbekannte Taschen dl ehe. die mit der Festnahme des Trio» endete. Ein Beamter der Taschendiebesstreis« beobachtet« in den Mittagsstunden das Postscheckamt und sah dort im Schalter- räum einen Mann sich herumdrücken, während zwei andere vor der Tür standen. Der Mann im Schalterraum war«n 27 Jahre alter Zarnowsky, während die Wartenden ein 47 Jahre alter Schwatz und ein 44 Jahre alter Davidowitjch waren, die alle aus Polen stammen. Alle drei folgten auf einen Wiyk des Zarnowsky. einem Herrn, und der Beamte schloß sich der Prozession unauffällig an. Der Herr begab sich zunächst zu Habel Unter den Linden und trank dort«in Gläschen, sein Gefolge einschließlich des Beamten tat desgleichen. Ein Bummel durch die Lindenpassage schloß sich in der gleichen Reihenfolge an. Jetzt kehrte der Herr bei A s ch i n g e r ein, um ein Brötchen zu verzehren, und die drei Langsinger und der Beamte stärkten sich dort ebenfalls. Nach dem Imbiß marschierten olle weiter bis zu einem Hause in der Kronenstraße. Hier gingen aber nur der Herr und die Taschen- dieb« hinein, der Beamte blieb vor der Tür. Nach etwa 19 Minuten kamen die„Zocker" wieder heraus, und an ihren„belämmerten" Mienen war deutlich zu sehen, daß sie nichts erwischt hatten. Also mußte ein neues Arbeitsfeld gesucht werden. An der Autobushaltestelle an der Friedrich- Ecke Leipziger Straße stellten sich alle Mann auf und erkletterten dann einen Wagen der Linie 5, der in Richtung Stettiner Bahnhof fuhr. Im Wagen war aus- nahmsweise viel Platz, doch wollte trotz der Aufforderung des Schaffners keiner hineingehen, alle wollten auf der Plattform Luft schnappen. Zarnowsky steckte sich, um seinen Aufenthalt zu recht- fertigen, schleunigst eine Zigarette an. Nun folgte ein« Komödie der anderen. Zuerst griff er einem Herrn in die Brusttasche, zog aber die Hand leer wieder heraus. Dann untersuchte er das Schloß an der Handtasche einer Dame. Ehe er es noch öffnen konnte, hob aber die Besitzerin die Tasche hoch und klemmte sie unter den Arm. Wieder war der Langfinger leer ausgegangen. Der dritte Versuch brachte ihn zur Strecke. Ein Herr hatte nach dem Bezahlen sein Portemonnaie in die äußere Manteltasche gesteckt, und dieser Glücksfall mußte unbedingt ausgenützt werden. Gerade hatte Zar- nowsty feine Hand in die Tasche versenkt, als der Kriminalbeamte zufaßte und ihn„am Tatort" festhielt. Es gab kein Ent- rinnen und kein Leugnen. Die beiden anderen. Schwarz und Davidowitfch, die dicke Lust verspürten, gingen plötzlich in den Wagen hinein und schauten aufmerksam aus dem Fenster. Der Beamte gab nun seinen ersten Festgenommenen dem Schaffner in Verwahrung und hotte dann die beiden Komplizen aus dem Wagen heraus. Sie protestierten, und das Publikiun lachte und freut« sich und da war auch die Weidendammer Brücke erreicht, an der ein Schupoposten steht. Mann für Mann wurden die Ertappten vom Wagen hcruntergebeten, und mit Hllf« des Schupos brachte der Kriminalbeamte seine drei Bogel zur Wache. Sie erzählten natürlich die üblichen Märchen, daß sie eben erst aus Paris, aus Bukarest und vielleicht auch vom Monde gekommen seien. Als ihnen aber Schrttt für Schritt ihr Weg beschrieben und sogar gesagt wurde, was sie gegessen und getrunken hätten, gaben sie klein bei. Alle drei werden dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Tragödie eines Musiklehrers. Reue über Selbstmordversuch kam zu spät. Heute früh um 4 Uhr oersuchte sich der 49jährig« Musitlehrer Leopold Kaden in seiner Wohnung in der G l e i m st r a ß e 3 durch Einnehmen von Sublimattad leiten das Leben zu nehmen. Kaden, der bald große Schmerzen verspürte und!>em überdies seine Tat leid geworden war, lies, nur notdürftig bekleidet, zum nächsten Polizeirevier, wo er die Beamten urständig bat, ihm zu Helsen. In kurzen, abgerissenen Sätzen erzähtt« Kaden, daß er schon länger« Zeit ohne Einkommen sei, und des- halb beschlossen hatte, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. In aller Frühe sei er zur Ausführung der Tat geschritten und habe eine größere Menge Sublimattabletten zu sich genommen. Die Beamten brachten den räuigen Selbstmovdkandidaten in einer Autodrchchke sofort ins Lazaruskrankenhaus. Aerztliche Hilfe kam aber bereits zu spät und all« Bemühungen um den Mann blieben erfolglos. Kaden starb eine Stunde nach seiner Ein- lieserung. Oer Tod beim Schaufrisieren. Gestern wurde beim Schaufrisieren im Zoo der Friseur Erich Morgenstern aus Plauen im Vogtland, der hierher gekoni- men war. um an dem Wettbewerb teilzunehmen, vom Tode überrascht. Morgenstern war herzleidend und klagte gestern nachmittag. daß er sich nicht ganz wohl fühle. Er nah» dann einige Kola- tab leiten und machte sich um 3!4 Uhr trotz des Anfalles an die Arbeit. In der Aufregung brach er plötzlich zusammen und starb auf der Stelle. Wieder zwei Kinderleichen gefunden. Zwei muttnaßliche Kindesmorde beschästigen die Kriminalpolizei. In Dahlem wurde in einem Gebüsch an der Ecke der Finken- und Max-Eyth-Sttahe in einem Karton die Leiche eines neu- geborenen Knaben gesunden. Nach gewissen Spuren scheint das Kind erdrosselt und ihm auch der Schädel zertrümmert zu sein. In Zehlendors fand man im Vorgarten einer Villa in der Kaiserstraße die Leiche eines neugeborenen Knaben, die ebenfalls in«inen Karton gelegt und dann mit mehreren Papierbogen umwickoll war. Das Paket scheint dort schon länger gelegen zu haben und ist erst jetzt bei der Schneeschmelze zum Vorschein gekommen. Schiedsspruch für den oberschlesifchen Bergbau Lohnerhöhung von 5 Prozent. Kattorvlh, 19. März. Der gestern nachmittag gefällte Schiedsspruch über die all- gemeinen Lohnforderungen im ostoberschlesischen Bergbau sieht u. a. vor. daß die Löhne mit Wirkung ab 1. März umSProz. erhöht werden. Der Spruch ist bindend bis zum 31. August und kann von diesem Tage ab mit 14tägiger Kündigungsfrist am 1 eines joden Monats gekündigt werden. Die Eingruppierung der Kokerei- arbeiter ist dem Fachausschuß überwiesen worden, der diesen Streit- fall spätestens in acht Wochen zu erledigen hat. Ein Opfer der Wölfe. Prag, 18. März. In den Karpathen herrscht noch immer strenger Winter und fordert seine Opfer in verschiedener Form. So wurde in eine'' Gemeinde einjunges Mädchen von Wölfen übersollcn und zerrissen. Dos Mädchen hatte sich an einen Bach begeben, um das Eis auszuhacken und Wäsche zu spülen. Plötzlich bemerkte es aus dem nahen Wald drei Wölfe kommen. Das Mädchen begann um sein Leben zu lausen, konnte aber die menschlichen Behausungen nicht mehr erreichen. Knapp vor dem ersten Hof wurde es von einem Wolf erfaß», der ihm die Kehle durchbiß. Die Bestien haben ihre Beute buchstäblich in Stücke gerissen und gefressen, noch ehe sie von den herbeieilenden Dorfbewohnern vertrieben werden konnten.' Die Republikanische Beschwerdestelle verlegt ab 2S. März ihre Geschäftsstelle nach Berlin-Charlottenburg. Berliner Straß» 137. Lieber Berliner Konzertkritik. Von Klaus pringsheim. Nenn Zehntel aller Berliner Konzertkritik besteht in unfruchtbarer Untersuchung der Frage, wie viel oder wie wenig dem Objekt der Kritik noch fehlt, um als Objekt fruchtbarer Kritik zu taugen. Neun Zehntel aller Konzerte, die besprochen werden, sind nicht Konzerte, sondern öffentliches Examen: der Kritiker fungiert als Prüfungskommissar. Er fungiert in aller Oessenllichkeit. Hat die Oefsentlichkeit— oder wer hat Interesse daran, daß dies geschieht? Der KünsUer, der sich in einem Konzertsaal hat hören lassen, will ernstens lesen, daß er was kann: zweitens, es liegt ihm daran, daß es auch von den Zeitungslesern gelesen wird. Drittens aber wird er es ausschneiden und dem Konzertagenten schicken. Oder er klebt es in ein Album, das in der Familie aufbewahrt wird. und fertigt für den Versand Abschristen an, Abschristen seiner Kri- tiken, in denen an Stelle gewisser Worte drei Punkte gesetzt sind: vielleicht auch läßt er das Gedruckte noch einmal drucken, als Flug- schrift oder als Inserat in einer Fachzeitung: damit es immer und immer wieder gelesen wird, wer er ist und was er kann. Selbstverständlich nur: was er kann: selbstverständlich nicht, was er nicht— oder daß er noch zu wenig kann. Wer wünschte, Unzulängstchkeit öffentlich attestiert zu bekommen? Der Unbegabte, der Nichtkönner zieht keinen Nutzen aus abfälliger Beurteilung. Es ist nichts anzufangen mit schlechten Kritiken. Man hat nur Ent- täuschung, Aerger, Verdruß davon: am besten, man hat sie über- Haupt nicht gelesen. Ganz gewiß, der Kritisierte Hot sie gelesen. Er, der Kreis seiner Freunde und Verwandten, ein paar gewissenhafte Kollegen, und mit flüchtiger Aufmerksamkeit ein Dutzend Zufalls- oder Ge- wohnheitsleser. Aber das große, das eigentliche Publikum der Zei- tung, die ständige Leserschajt? Ein« Dame hat eine Reihe Schubert-Lieder, über die nichts Neues zu sagen ist, gesungen: in einer Art, die sicher nichts Neues über diese Lieder sagt: mit dem Einsatz eines Könnens, über das, weil es bestenfalls tüchtig ist, nichts Gutes und also in Wahrheit nichts zu sagen ist—: darüber, über dies Geschehen wird berichtet. Sei es auch nur mit einer Zeile. Vielleicht wird diese Zeile, da sie nur eine Zeile ist, von vielen gelesen: nur mit eben darüber hin- wegeilendem Auge: nur mit so geringem Aufwand van Aufmerksamkeit,, daß sie schon nach zwer, drei Zeilen vergessen ist, als wäre sie nie gelesen worden. Hat aber solches Lesen einer Zeile, das kein Lesen, das sozusagen nur die Feststellung ist: gelesen, um gc- lesen zu bleiben— hat es Sinn. Zweck, Wert für den Leser? Nein, es hat nichts von alledem. Hatte es also Sinn, Zweck, Wert(für die Zeitung, die für die Leser da ist), diese Zelle zu schreiben, zu setzen, zu drucken, unter die Leute zu bringen? Aus solchen Zellen setzt sich ein großer Tell der Konzertberichte zusammen» die der Berliner Zeitungsleser wöchentlich ein- bis zweimal in seinem Blatt findet. Auch was unter oller Kritik ist, wird noch kritisiert. Kriterium der Kritikwürdigkeit ist: ein öffent- liches Konzert hat stattgefunden. Auch wenn es in Wahrheit durch- aus kein öffentliches Konzert war, wenn nur Freunde und Ver- wandte den Schein der Oeffentlichkeit vortäuschen, niemand sonst, kein fremder, kein freiwilliger Besucher, nicht einer, dem der bc- scheidene Ehrenname„Publikum" zukäme, im Saal sah— aber die Konzertdirektion hatte Pressekarten versandt, die Presse fühlt sich eingeladen und, merkwürdig genug, fühlt sich verpflichtet, der Ein- ladung zu folgen. Sie folgt. Der Kritiker teilt seinen Dienst so ein, daß ihm auch für dies Konzert einige Minuten bleiben, er hört sich zwei Lieder an — zu wenig, selbstverständlich, für ernsthafte Kritik, dach diesmal viel- leicht genug, um genug zu haben— aber er will und soll nicht umsonst dagewesen sein, er attestiert sich, daß er dagewesen ist: so entsteht, Zeile um Zeile, der Wochenbericht. Aus keinem Bezirk strebender Kunstbeslissenheit wird dem Publikum so wenig verschwiegen wie aus dem Konzertsaal. Ein Berliner Schauspieler fühlt sich avanciert, wird beglückwünscht, wenn zum erstenmal in einem Premierenbericht sein Name— nichts weiter als sein Name— erwähnt— nur erwähnt wird. Wie viele Bilder- malor, Bücherschreiber müssen Jahr für Jahr auf solche Auszeich- nung warten! Die musizierenden Künstler haben es besser: für sie wird Arbeit des Kritikers, Papier der Zeitung, Zeit, Bereitschaft Willigkeit des Lesers verschwendet: und zu welchem Zweck? Warum wird das Unzulängliche kritisiert? Kritikers Sache, wird man vielleicht antworten, sei gerade auch, Untaugliches abzu- lehnen, seines Amtes die Sorge, daß kein Unberufener sich in die Oeffentlichkeit drängt. Keine Sorge! Konzerte, deren Wesen Er- proben des Konzertierens ist, Versuchskonzerte namenloser Debü- tauten, so öffentlich sie sich in Inseraten, an Anschlagsäulen ge- bärden, sind keine öffentliche Angelegenheit in Berlin: erst die Presse, die darüber berichtet, macht sie für Augenblicke dazu. Hat es Sinn, einen, der draußen ist, hereinzuholen, nur um ihm zu jagen, daß er drin nichts zu suchen hat? Gleichen Sinn hat die Wache, die der Berliner Konzertkritiker an der Schwelle der Oeffentlichkeit hält. Anfängerprüfung ist ein« interne Angelegenhell des Musiker- jtandes: mögen denn in Fachblättern, in Organen der Musikerschait die Männer, deren Beruf ist, Urtelle zu fällen, gerecht Lob und Tadel verteilen, mit Weisheit und Strenge ihres Richteramts wol- ten. Ist dergleichen kein erfreuliches Geschäft: doppell unerfreullch, wenn es in aller Oeffentlichkeit verrichtet wird. Die Tagespresse sollte sich davon fernhalten, sollte nur für fruchtbare, aufbauende. aufklärende Konzertkritik Raum haben: dami könnte Konzertkritik fruchtbare Mitarbell am Werk des Künstlers sein. Die Lltrechter Dokumente. Erklärungen von Hermans.— Immer neue Andeutungen. Amsterdam, 19. März.(Eigenbericht.) Der„Neue Rollerdamer Courant" veröffentlicht in seiner neuesten Ausgabe eine Unterredung mit dem nach Holland geflüch- teten Mitschuldigen des Fälscher Frank Heine, dem flämischen Ratio- nalisten und bisherigen Redakteur der in Antwerpen erscheinenden „Scheide", H e r m a n s. Hermans erklärt darin, daß e r und nicht Heine die Dokumente ■ nach Holland gebracht habe. Richtig sei allerdings, daß sie ihm von Frank Hein« in die Hände gespiell worden seien. Dos Geld zu deren Bezahlung habe er aus Holland erhallen. Heine sei an sich gegen die Veröffentlichung der Dokumente gewesen, weil einige den Namen des belgischen General Mahieu tragen. Mahieu sei ein intimer Freund von Heine. Aus seiner Feder stamme mindestens ein Stück der Dokumente und damit sei deren Echtheit erwiesen. Hermans hatte mit Heine nach der Veröffentlichung der Doku- mente eine längere Unterredung. Frank Heine soll in deren Verlauf erklärt hoben, daß er für den Fall seiner Ergreifung auch die höheren belgischen Offiziere preisgeben würde, die ihm die Dokumente verschafft hätten. Abgesehen ' davon, feien die in Utrecht veröffentlichten Dokumente nicht die wich- tigsten der drei oder vier von Frank Heine empfangenen Schrift- stücke, unter denen sich auch ein persönliches Schreiben des belgischen Generals Galet befinden soll. Zwei der Aus Diktatorensuche. uns ist doch leider keiner...!" Dokumente seien absichtlich gefälscht, um so das echte Dokument, in dem die beabsichtigte Ucberrumpelung Limburgs schwarz auf weiß stehe, verdächtig erscheinen zu lassen. Hermans erklärte zum Schluß, daß er sich niemals als Spion gegen Deutschland betätigt und niemals einen Dr. Hauser-Mülheim gesehen, gehört oder gekannt habe. Auch mit der deutschen Spionage habe er niemals etwas zu tun haben wollen. Seine Bekanntschaft mit Heine beruhe aus eine gemeinsame Tätigkeit sür die internatio- nake Zeitschrift„Der neu« Tag". Die Konkurrenz der Marschälle. Jengjuhsiang wiederseht sich. Schanghai. 18. März. Fengsuhsiang, der Beherrscher der Provinzen Kansu, Schensi, Hoiurn und Schontung ist, ist von seinem Posten als Kriegs« minister der Regierung in Nanking infolge Meinungsoer- schiedenheiten mit dem Kuomintang-Kongreß zurückgetreten. Fengsuhsiang lehnt es ab, die Beschlüsse des Kongresses auszuführen. Diese Beschlüsse bedeuten in der Hauptsache die Erhebung Tschiangkaischeks zum Militärdiktator. Er hat zugeftimml und— sich überraschenderweise für Heeres- Verminderung ausgesprochen. Bielleicht meinte er dabei mehr die Armeen seiner Gegner, die sich— wie der Fall Fengsuhsiang zeigt— ihm nicht unterordnen wollen. Vielleicht hat sich dieser „christliche Marschall" wieder aus die Moskauer Seit« geschlagen, während die Nankingregierung«inen englischen Berater an- genommen hat. Der Kongreß der Äuomintag-Partei hat F e n g von dem Posten des Kriegsministers enthoben und de» Innenminister, General Iens'ichan. seines Amtes entkleidet. Die beiden Generale haben der Partei eine Erklärung übermittelt, daß sie aus der Kuomintag austreten und nicht mehr die Beschlüsse' dieser Partei ausfuhren wenden. St« sträubten sich gegen eine Diktatur des Marschalls Tfchiangkaischek und forderten dessen s o- fortigen Rücktritt von dem Posten des Staatsrates der Republik._ Kolonialkrieg. Kampf zwischen Ansständifchen und Regiemngstruppen in Tripolis. Malland. 19. März. Wie die Blätter melden, fanden in der letzten Zell in Eyrenaica neuerlich« Zusammenstöße zwischen italienischen Truppen und Auf- ständischen statt. Den Italienern gelang es. im Walde von el Magher eine starte Truppe von bewaffneten Ausständischen zu uv'zingeln. Der hartnäckige Kampf dauert« eirnge Stunden. Die Aufständischen ließen 26 Tote und 30 Verwundete zurück. Itnlienischerscits fielen Kapitän und ein Feldwebel't""'« 25 Koloniolioldoten Verheißung, Vollendung, Verkitschung. Tanzrundschav. Tanzabend der Dresdener Paluccajchule im Bach- saal. Eigene Tänze der Schülerinnen. Mitnichten lauter kleine Paiuccas. Aber der tänzerisch« Elan und die Tanzfreudigkeit der Meisterin lebt in allen Lotte Goslar und Else Baros die fertigsten. Zwei prachtvoll durchgearbeitete Körper, die sich einmal in einem schmissigen Duett vereinigten, das kompositionell allerdings kein Zweitanz war. sondern aus brillanten Soli bestand. Die kleine Sophie Löwenberg das stärkst« tänzerische Tcm- perament. Mit noch unbeherrschten Gliedern, aber hinreißend in ihrer Ilrwüchsigkeit. Elfrtede Hein in ihrem ersten Solo („Agitato") noch schülerhaft mechanisch, namentlich in der Arm- und Handaktion, im zweiten(„Betont") vollkommen frei, von fabelhaft sichcrem Aplomb. Irma Steinberg mit schönen, ruhigen. kraftvollen Schwüngen und Spannungen von persönlicher Eigenart. Ich könnte sie alle nennen, aber die Vorsicht gebietet Zurückhaltung in Charakteristik, Prognose und Prophezeiung. Dieses jedoch ist zweifellos: eine Schülerschor, die in allen vier Klassen(Anfänger, erst« und zwette Tanzklasse, Tanzgruppe) der großen KünsUeri.i Ehre macht, die sie lehrt und testet. Schönste Hoffnung und Ber- heißling. Helga Normann tanzte im B a ch.s a a l. Der Abend war ein Gipfelpunkt dieser Saison. Eine Künstlerin, deren technisches Können keinem seelischen Ausdruck sich versagt. Die das Schwierigste scheinbar spielend bewältigt. Bei der jedes Detall erlebt ist. Gleich stark im tändelnden„Scherzino" wie in der glutvollen Ekstase des „Friedlos" und der vornehmen Ruhe einer„Buena Sombra". Ueber- reich an originellen choreographischen Ideen. Die ein Programm von neun Tänzen schuf, deren jeder eine eigene Note trägt. Klar und klug gegliedert« Kompositionen, an- und abschwellend, nnt feinen Uebergängen zwischen den einzelnen Sätzen(bejonders schön in der „Polonäse") und oft in eigenartig sttrunungsvollen Schlnßattitudeii gipfelnd(„Friedlos"). Eine Hüten- streng abstrakten Stils, die nie sogenannte neue Sachlichkeit, o. y. öle Eselsbrücke abgebrauchter pantomimischer Effekte, verschmäht. Eine Tänzerin, die mit diesem Abend in die erst« Reihe unserer Größten gerückt ist. Was Toni Bollmuth in ihrer Matinee(Neues Theater am Zoo) produziert«, waren nicht lebendige Tänze, sondern belehrende Demonstrationen. Demonstrationen von negativem Wert. Toni Bollmuth leitet eine Schule für Tanz und Gymnastik. Sie mag eine gute Lehrerin sein. Wenn sie ihren Schülern sagt: So zerfahren wie meine Kompositionen dürfen eure nicht sein, so temperamentlos und kitschig, wie ich es euch vormache, sollt ihr nicht tanzen— dann werden die Schüler sicher vor Irr- wegen bewahrt werden. 7c>hn ffcbikcwsl-i. „Moderne Mütter." Tttania-palast. Das Lerhöltnis zwischen Mutter und Tochter birgt Konflikt- stofse in sich. Sie brauchen nicht von außen hineingetragen zu werden, wie es in diesem Fllm geschieht. Die Mutter hat nicht den Mann geheiratet, den sie liebte, sondern den. der Geld hatte. Als Witwe schlägt sie den Jugendfreund abermals aus. da sie bei einer Wiederoerhdratung arm werden würde und ihre Tochter in Saus und Braus groß werden soll. Doch zum drittenmal erscheint der inzwischen steinreich gewordene, unheilvoll Liebeskronk« auf der Bildfläche, lind da wirst sich gerade die Mutter einem Lebemann an den Hals, um die Tochter vor der Ehe mit ihm zu bewahren. Zum Schluß die üblich« Patentlösung, jede Frau bekommt ihren Iuqendgeliebten. D-' Schlimmste ist. man bildet sich etwas ein auf diesen Inhalt und preist ihn an. Er ist verjiimt. Um jiimijche Essctte bemüht man sich nicht. Der Regisseur Howard Bretherton ist scheußlich unbeholfen. Irene R i ch, diese frauliche Darstellerin, ist die Mutter, und Andrey F e r r y s spielt als steter Trotztopf die Tochter. Der Film ist für das Heimkino eines Cowboys geeignet, die Titonia liegt aber in— Steglitz........ � Die drei Nummern der Bühnenschau sind sehenswert.;©.'V- Märzfeier. Zu einer Märzfeier 1929 hat der Mäunerchor Fichte- G e o r g i n i a. der in diesem Jahr dos Iubstäum seines 80jährigen Bestehens begeht, in den Soalbau Friedrichshoin geladen. Dem Ruf waren nickst so viele gefolgt, als man um der Sache willen hätte wünschen mögen. Die erschienen waren, nahmen an einer eindrucksvollen Veranstaltung teil. Das Programm war ganz auf die Stunde der großen historischen Erinnerung eingestellt— der Erinnerung aber an eine Vergangenheit, die in der Gegenwart lebendig fortwirkt. In der Gegenüberstellung von Einst und Jetzt kam das wirksam zum Ausdruck. Bürgerliche Revolution ward Auf- tatt der proletarischen, Hermami Scherchens russische Volksgesänge. „Trauermarsch" und„Rotgardistenmarsch", lösten Robert Schumann ab: dessen„Schwarzrotgold", durch Freiligraths Verse inspiriert, er- klang im rotdekorierten Saal. Gesang wechselt« init Rezitation, zwischen den Vorträgen des oortreffiichen Männerchor?, dem nur ein wenig mehr Straffheit der Führung nottäte, sprach Albert Florath und Heinrich Witte mit unwiderstelsticher Eindringlichkeit Gedickste von damals und heute: von Herweghs„März 1848" bis zum leidenschafUichsten Protest wider den Giftgaskrieg der Zukutt?#; Klabunds„Ballade vom Vergessen". �N«»lutton" war das Pro- gramm: ein starker, aufrüttelnder übmlK H. v. Kultivierte Langeweile. „Gestalten und Gesichte" wählt Margarethe Meerboci, zum Titel ihres Vortragsabends im Grünen Saal, Käthen«: Straße. Sie spricht Gedicht« von Stadler, Leonhard, Werfel, Baude- laire und Rilke. Ihre Altstimme ist von dunklem, gesättigtem Klang, sehr biegsam und ausdrucksvoll. Leider macht Margarethe Meerbach von diesen Eigenschaften wenig Gebrauch, und das sst schadet Die Gedichte werden zu monoton gesprochen, mit zu betontem edlen Weltschmerz. Dunkle Ahnungen drohen auch da am Horizont, wo sie überflüssig find. Es fehlen die Zwischentöne, die Schattic- rungen, und deshalb bringt sich Margarethe Meerbach um Steige- rungcn. Wenn sie beispielsweise das Gedicht„Abendschluß" vo» Stadler schon anfangs auf die Schmerzlichtest, auf die Resignation des Endes festlegt, so verhallt der Schluß klanglos. Die Bortragend« müßte intensiver mst Kantrasten arbeiten. Sie darf nicht vergessen, daß Stadler auch die„Tage" und„Metamorphose" geschrieben hat. Es entsteht eine sehr kultivierte Langewest«. Die Gedichte er- scheinen plötzlich so blutleer, so übersteigert intellektuell, als Re- flexionen, die rein« Gehirnarbcst bedeuten. Aber man wird ergriffen, nicht durch den Bortrag, sondern durch die Gedichte, und man bedauert, daß nicht ein großer Sprecher und Gestalter vom Rang eines Ernst Deutsch dies« Werke zu neuem Leben erweckt.— arna— 3m Verein für Veutsche» Stttögemab« spricht am 20., 20 llbr. Archiiett Dipl.-Ing. Erich M e n d e Ii o h n über.Da» neuzeitliche Ge- s ch äitSchaus" mit Lichtbildern. Der Bortrag findet im Hörso.-ile de» alten Kunslgcwcrbe.Museum», Berlin SW11, Prinz-Albrecht-Straß« 7», statt. Eintritt frei. vluflkpädogogische Tonfilme. Am 20. März, 17 Mr. werden in der Hoch- ichulerür Musik, Cbarlollenburg. Fasanenstr.. von Prot. Dr.(Schüneutänn die ersten rousilpädogogilchen Tonfilme vorgeführt. Die Aufnahmen sind von der TonbUd-Syndikat A.®. hergestellt. Die Allomlkjahrt de»„Meteor- wird am Mittwoch, dem 20. März, 20 Uor, im Museum für Meereskunde wiederholt. Das neue Bergarbeitergesch. Gchichtzeii 2�/2(Stunden. Der Bergarbeitsgesetzentwurf ist dem Reichsrot und dem Reichswirtschaftsrat inzwischen zugegangen. Die Not- wendigleit einer besonderen Vorlag« zur Regelung des Bergarbeiter- schutzcs begründet die Regierung damit, datz der allgemeine Ar- freiterschutz sich im Interesse der Ueb«rsichtlichkcit darauf beschränken müsse, den Schutz der Arbeitnehmer zu regeln, deren Arbeitsocr- Hältnisse im wesentlichen gleichartig seien. Dazu gehöre grund- sätzlich auch die Bcrgarbeit über Tage. Für die Eigenart des Bergbaues genügten die allgemeinen Vorschriften jedoch nicht; es seien vielmehr, besonders für den Bergbau unter Tage, zahlreiche Sondervorschriften notwendig, die der erhöhten Unfall g e f a h r im Bergbau Rechnung tragen. Der Entwurf beschränke sich ober nicht auf das lm Arbeits- fchutzgesetz geregelte Gebiet des Arbeiterschlitzes, sondern umfasse darüber hinaus auch eine Reihe anderer Vorschriften aus den Ge bieten der A r b e i t s v e r fa s f u n g und des Arbeitsver- trags. Es sei ein besonderer Vorteil i>«r getrennten Regelung des Bergarbeitsrcchte», daß nunmehr alle diese, die Bcrgarbeit be treffenden Sondervorschriften in einem einheitlichen Gesetzentwurs zusammengefaßt werden. Man müsse sich jedoch bewußt bleiben, daß das Bergarbeitsgesetz eine notwendige Ergänzung des Arbeits- fcyutzgesetzes bilde. Der Gedanke an eine zufammensasiende Neu regclung des allgemeinen Arbeiterschutzes fordere auch die Regelung des besonders wichtigen Bergarbeiterschutzcs. Die von der Reichs rcgierung in der Begründung des Arbeitsschutzgesetzes in Aussicht gestellte Ratifizierung verschiedener internationaler Uebereinkonrmen, besonders des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag, wäre ohne eine Regelung der betreffenden Fragen für den Bergbau »licht möglich. Das Kernstück der Vorlage liegt in der A r b e i t s z e! t r e ge- t u n g. Für sie bringt die Vorlage in Z 23 folgende Bestimmung: „Als Arbeitszeit im Bergbau unter Tage gilt die S ch i ch t z e i t. Die Schichtzcit beginnt für jeden einzelnen Arbeitnehmer mit dem Be- treten des Fördcrkorbes oder Stollenmuildlochs bei der Einfahrt und endet mit dem Verlassen des Förderkorbes oder Stollenmund- lochs bei der Ausfahrt. Die Schichtzeit darf sieben und eine halbe Stund« täglich, und falls in die Schichtzeit Ruhe- Pausen oder Arbeitsunterbrechungcn von insgesamt mindestens einer balbcn Stunde fallen, acht Stunden täglich nicht überschreiten. Mit Zustimmung des Rcichsarbeitsniiniftcrs kann die oberste Landes- behörde für bestimmte Bezirke oder Arten des Bergbaues die in Absatz 1 Satz 3 vorgesehene Grenze um höchstens eine halbe Stunde täglich erweitern, wenn die längere Schichtzeit aus Gründen des Genl ein wohls dringend erforder- l i ch ist." Oer alie Arbeiter wird„abgebaut". Zwanzig Jahre war der Arbeiter K. in der Grammophon- »abrik der L i» d st r ö in A.- G. beschäftigt. Indessen ist er kik Jahre alt geworden. Er war als Revisor tätig. Diese Arbeit, die nicht gerade besonders anstrengend ist, hätte er noch viU« Jahre verrichte« können, wenn auch seine Kräfte natürlich nicht..die eines jüngeren Mannes sind..Aber alte Arbeiter sucht der Unternehmer ja stets bei passender Gelegenheit abzustoßen. Auch sljr K. fand sich diese Gelegenheit, als anläßlich der Umstcl- lung des Betriebes zahlreich« Entlassungen vorgenom- men wurden. Der Arbeiterrat erklärte die Entlassung des Arbeiters 5k. als unbillige Härte und klagte beim Arbeitsgericht. In einem Betrieb« mit 200l1 Arbeitern würde sich für den alten K. bei gutem Willen der Betriebsleitung immer noch eine passende Beschäftigung finden. Der Vertreter �dcr Firma aber stellte sich auf den krassen Unternehmer st andpunkt: Ein wirtschaftlicher Betrieb ist keine Wohlfahrtsanstalt. Wenn ein Arbeiter, dessen Kräste»ach- lassen, abgebaut wird, dos ist keine unbillige Härte. Ein Recht, alte Lenke nicht zu entlassen, könne aus dem Belriebsräkegefeh nicht hergeleitet werden. Demgegenüber vertrat der Vorsitzende des Gerichts die Meinung: Wenn ein alter Arbeiter, der viete Jahre im Betriebe tätig war, an der Stelle, wo er bisher beschäftigt war, nicht mehr leistungsfähig ist, dann sollte er, wenn es möglich ist, an einer an« deren Stelle zu einem feiner Leistungsfähigkeit entsprechenden Lohn beschäftigt werden. Das ist eine Forderung, die nicht nur der Billigkeit entspricht, sondern die sich auch aus dem Betriebsrätegeseh herleiten läßt. Das Gericht fordert natürlich den Nachweis, daß es im Be- triebe eine Stelle gibt, wo der alte Arbeiter beschäftigt werden kann. Aber, wie soll man diesen Nachweis führen, wenn die B e- triebsleitung nicht den Willen hat, eine Pflicht der Menschlichkeit einem in ihrer Fabrik ergrauten Manne gegenüber zu erfüllen. Der Bertreter der Firma blieb dabei, daß es leine Möglichkeit gebe, K. weiter zu beschäftigen. So blieb dem Arbeiter nichts anderes übrig, als einem Der- gleich zuzustimmen, wonach ihn die Finna mit ZW M. abfindet.— Nun mnh er sich mit der kümmerlichen Mtersrente der Landesversicherungsanftalt bis zum Ende feines Lebens durch- hungern._ Konflikt im mitteldeutschen(Steinfehgewerbe. Der Lohnkompf des mitteldeutschen Steinsetzgcwerbes. der schon seit längerer Zeit im Gange ist, steht jetzt vor einem kritischen Punkt. Die Parteiverhandlungen sind gescheitert und ebenso die Ber- mittlungsattio-u des Landcstarifomtes. Der Arbeitgeberverband hatte daraufhin vom Reichsarbeitsministerium einen Schlichter zur Vermittlung gefordert. Auch dieser— Obcrregierungsrat H ö p k e r- Erfurt— brachte keine Verständigung zustande. Am' 23. März wird sich nun eine Schlichtcrkammer mit dem Lohnstreit bcschäf- tigen müssen. Vom Ausgang dieser Verhandlungen hängt es ab, ob ein Wirtschaftskamps vermieden wird oder nicht. Bleiben die Unter- llehmer bei ihrer unversöhnlichen Haltung, dann tragen sie die Ver- antwortung für den offenen Konflikt. Die Arbeiter fürchten eine Kraftprobe nicht. Sie stehen gesclftossen hinter ihrer als mustergültig anzusprechenden Organisation. Dieostag, 19. März. Berlin. 16.00 Werke zur Kuliurjeschiclite.(Am Mifcroplion: Prof. Dr. Arthur Rostubcrs.) 16.30 Dichtunz und Komposition. I. Dante: Aus„Göttliche Komödie*'(Alired Braun, Rezitation).— 3. Liszt: Dante-Fantasie(Prof. Josef Weiß, Flügel). — 3. Goethe: Aus„Faust": Zueignunz(Alired Braun).— 4. Brahms: Erstes Intermezzo, op. II?(Prof. Jose! Weiß).— 5. Lenaa: Aus„Faust": Dorfschenke(Alfred Braun).— 6. Liszt: Erster Mephlstowalzcr(Prof. Josef Weiß). Anschließend: Teemusik Hotel Bristol. Kapelle Ilia LivschakoR.— AnschlieBcixl: Mitteilungen des Arbeitsamtes Be, Tin-Mitte außerhalb des Programms der Funk-Stunde. 18-10 Landgerichtsrat Dr. tob Hollen: Die Bewährnngslrist und ihr Widerrnt. 18.35 Gcneratziräses Wolker:„Katholische Jugend in unserem Volk und unserer Zeit". 1S.00 Min.-Rat FJi. med: AHred Beyer: Das Ich and die Uitrweltv Anschließend: Denksport-Aufgaben. 19.30■ Postrat Dr. A. Wratzkc:„Die Beseitigung ron Rundfniti-Etnptangs- störüngeii. 20.00 AbendunterhaUnng. Mitxr.; Manny Zicner, Vortragskünstlerin. The two Jazzers. Gesangsduett, Bick und Kaper, Tänze auf zwei Flügeln, Kapelle D. Fröderic. 21.00 Dialoge der Weltliteratur; VII. Romantik. Regie: Carl Hagemann. Vers- lind Prosa-Dialoge der Caroline von Gfinderode. Mirur.; Max Grünberg, Lothar Müthcl, William Waucr. Ellriede Notyack. Königswnsterhansen.% 16.00 Ob.-Stud.-Dir» Rohrberg: Die rationelle Methode des Rechnens. 16.30 N'achmittagskoozert von Leipzig. 17.30 Dr. Kaphahn: Reisen nach Irland. 18. 00 Mary Schneidcr-Brailland: Original nml Ucberlragunc; Klassische Dichtungen. 18.30 Französisch für Anfänger. 18.55 Prof. Dr. Friedrich, Metz: Pfalz: nnd Saargebiet. 19.20 Dr. Fritz Schiff; Moral und Sozialpolitik in der Maleret, 20.00 Gustav-Mahler-Abend. Dirigent: Alexander von Zemliniky. T. Rndotf Kastner: Einführende Worte.— 2. Erste Nachtmusik aus der VH. Sinfonie. — 3. Drei Lieder für Alt und Orchester(Yella Brann-Femwald).— 4. Zweite Nachtmnstk ans der VII. Sinfonie(Berliner Funk-Orchester). 22.45— 23.T5 Bildiunkvcrsuche. (SUertt, gebi Acht! Zu Anfang des nächsten Monats treten eine groß« Anzahl junger Menschen als Lehrlinge in die Betriebe ein, um später als Handlungsgehilfen oder Burcauange stellte ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Bei Abschluß eines Lehr- Vertrages muß größte Vorsicht und Aufmerksamkeit walten. Die Lehrfirma ist nicht nur auf ihre Tauglichkeit für die Ausbildung des jungen Menschen zu prüfen, sondern es muß auch im Interesse des Wohlergehens der Lehrlinge auf die sozialen Bedingungen Bedacht genommen werden. Darüber hinaus ist zu beachten, ob für die erwählle Branche ein Tarifvertrag besteht, der auch das Lehrlingswefen regell und insbesondere Sicherungen bietet für Einhaltung der Arbeitszeit, ausreichende Bezahlung, Besuch der fachlichen Fortbildungsschule und dergleichen. In vielen Fällen Wirdes den Eltern der neuen Lehrlinge nicht möglich fein, sich mit den für die Lehrfinna gülligen Tarif- beftimmungen und den gesetzlichen Bedingungen usw. in der not- wendigen Weise vertraut zu machen. Aus diesen Gründen ist den Eltern zu empfehlen, vor Abschluß von Lehrverträgen den Rat der einzig zuständigen Berussorganisation in Anspruch zu nehmen. Es ist auch notwendig, daß bereits eingegangene Lehrverträge dem Berbande zur Begutachtung vorgelegt werden, damit etwaige unzulässige Bestimmungen geändert und die Rechte des Lehrlings unbedingt gewahrt werden. Der Zentralverband der Angestellten hat in mehr als 700 Orten Ortsgruppen, wo solche nicht vorhanden sind, wende man sich an die Hauptverwaltungsftelle, Berlin SO. 30, Oranienstraß« 40/41. Krage eines arbeitslosen Schuhmachers. Uns wird geschrieben: Am Dienstag tagte eine Versammlung der arbeitslosen Schuh- machcr. Hörtz versprach dort, alles zu tun, um die skandalösen Zustände auf dem Arbeitsnachweis der Schuhmacher zu beseitigen. Ich frage, worum hat die KPD.-Ortsoerwaltung bisher nichts zur Beseitigung dieser Zustände getan? Der Arbeitsnachweis befindet sich bereits feil mehreren Jahren in den gleichen Räumen. Ich finde es eigentümlich, daß man erst jetzt diesen Schandfleck entdeckt. Oder hat der Vorsitzende bisher den Nachweis noch nicht gesehen? Konzert des Schwarzmeierfchen Kinderchors. Der Schwarzmeiersche Kinderchor, der in Berlin über ein Dierteljahrhundert besteht und seit Schwarzmeiers Tod von Bernhard Klaut geleitet wird, darf als Konzertgeber seines Erfolges gewiß sein. Das Frühlingskonzert, mit dem er am Sonntag in der Hochschule für Musik, wie alljährlich, sich den Berlinern in Erinnerung brachte, war wieder recht gut besucht. Was in Berlin die Pflege des Gesanges unter der Jugend leistet, zeigt der Schwarz- meiersche Kinderchor in Konzertreisen, die er Jahr für Jahr nach deutschen Groß- und Millelstädten unternimmt. Er will dabei die Schönheit deutschen Landes den Berliner Kindern erschließen und zugleich da draußen für Berlin werben. Aber auch in Berlin hat er eine Gemeinde, die ihm treu bleibt und sich die seltene Gelegenheit, ihn hier zu hören, nicht entgehen loht. Diesmal erfreute der Chor seine Freunde durch ein Volksliedertonzert, das aufs neue die vom Ehormeister Klauk erreichte prächtig« Schulung der vierhundert jugendlichen Sänger und Sängerinnen zeigte, Professor D a h l k c', der M e i st e r des Klaviers, wirkte in dem KonzeA mit und brachte Werte von Beethoven und Liszt. Ihm und dem Chor dankten die Zuhörer mit jubelndem Beifall. ReichS-Seifenmesse. In den Gcsamträumen der Neuen Welt m der Hasenheide wird die Reichs- Seifemnesse Frühjahr 1929 abgehalten, die als Fachmesse für den Seifenhondel und dessen verwandte Gewerbe betrachtet werden kann. Als Veranstalter fungieren die vier größten Seifenhandelsverbände Deutschlands. Die Messe ist von etwa ZW Ausstellern beschickt und gibt ein anschauliches Bild des weit- oerzweigten Seifen- und Parsümhandels. verantwortlich für die Redaktinn: lfranz ftlüh», Berlin; Anzeigen: Th. Stade, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Vcrlagsanstalt Paul Singer 6c Co.. Berlin SD 68, Lindenftroße 3. Hierzu 1 Beilage.% | Theater, � Lichtspiele usw. VolKsbUhne llisjlif iisBSIovplali 8 Uhr Kreuzabnahme Theater im SdiltthaaenlaMm 8 L'hr Die Krankheit der Jugend Thalia-Theater 8 Uhr Oeirausch Staatl.Sdiiller-Tb- 8 Uhr Oedipus StaaRover im Plau der etfiohiik Vi Uhr Hoffoianns Erzähltuioßo Theater am JUftbaaerdamiR. Norden 1141 n. 281. Täglich 8>/. Uhr Kranklieit der Jugend von Perd. Bruckner Insz. Gust Hanunü. Lennartg, Srltta Brod, sahnen. Dämmest. Andersen, Rappard u. Duschtinsky. WM Theater D.I. Norden I231i 8 U., Ende nach lOW Weiber m Windssr von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Kammersptele D.I. Norden 12310 SVaU-, Ende geg. 10 Die Ursache Schauspiel v Leonhard Frank Regie: Hans Deppe. Die Komödie J I Blsmck. 2414/7516 o1/« U., Ende geg. VO wann kommst Ou wteder? Komödie von S. Maugham. Regie; Gustaf Grlindgens Berliner Ineater DirektHeinz Herald Charlottenstraße 90 A. 7. Dönhoff 170 Letitf Vorsleilangen 8 Uhr 8 Uhr 3 X Hochzeit (Abie's irish Rose) SCAtü d Uhr B5. Barbarossa 9256 1 Boa-Blpa. das lapendl. Rill• longlnr- 1 | Wunder. Arnaui Broih.. fdasicai-Ciowns j und die Obriqen Attraktionen!! Kleines Beaier Täglich S'/i Uhr Curt Goetz, Valerie ▼. Marlens Fcrd, v. Allen in „Trio" Lusfsp. v. Leo Lenz. Regie: Frlcdmanw Frederidi. Dtaeh. KOnatiar-Th. 8','i Uhi Der Zinker V.Edgar Wallace teutuh Hit« Mattbin Preise 1—10 Mark maiia-Theater Dresdener Sir, 72-7, 8 Uhr „Oeirausch" S' i Tüsater das Westens Sonnmtl aitch>/>t Uhr Der größte Erfolg Berlins Friederike Musik von Cet)ax Srita o. Thellmmm ftart Ziegler, Stoatsopcc Wien «mttedi, limbura, Sern, itniler. Betpermtmn, Sei, ftaffe unamerbr. stfinpl.931 11.71SOI R: ose-Theater jr.franlifurt5rSI.13? h' i Uhr Lessing-IhEater T igncn S'U uhi „Das Veilchen" nie madaliien einer alten Fraul Ab Donnerst, d.M. 3 x Hochzeit Bamowsky- Bühnen Theater in der Kfiniggrätzer Straße Komödienhaus Täglich 8 Uhr Die Drei-Gmdien- Oper Theater am ilollendorfplatz Täglich 8V« Uhi Das Geld ant der straae Pianelarliun ■ i 1 i am Zoo...... dwniq. Joadtimittiahr itnft Kofi. 1578 löViUhr Sternhimmel des FrOhjahrs 18'.« Uhr Sternbilder und Weithin 20'.« Uh r Wen Jer des südlichen Himmels Tägl. außer Montags u. Mittw. Erwachs l Mk� Kinder 50 Pf. Mi tu-.: Erwachsene 50 Pf, Kinder 25 Pf. ar.«naniplemans 8 1 NetraDDiueaier 8 Kttnatlorieche Leitans> ERIK CHARELL von Bemaunr und Welisch Alfred Braon fiady Christians Trnde Llenke Sie/ctr. Arno Paul Moraran Pa.nl Weetcrmele» GnKtnr Matxner Marianne Winkeleiern Ivn Orük BnUelhnKi Breie Walter/ fians Somaer SDuhihittris iustattaHt: Praiestar Ernst Stern rtdisoatoTS Fritzi Massary Max Hanaex Uschi Elleot W. Jankahn H. Janker mann VT. Schaeffers Marqulta Slalara Soantap Nachm. B Nan auf Bleetrola Frisco geaatT Sirii jCaandiiainT uiw„nn.k I Hntt-Wnnii VorUcfluno EnilHakßi. Kleine Prelte j Rldoll Penk Theater a.KottbusserTor Kotlboseer Str. 8. Tel. Upl. 1 6077 Tlgllcli a Uhr, euch Senntag nachm. 3 Uhr(ermäBigte Preiee) sEllte-Säneer n. a. r0i8 Schönheitskönigin" verbunden mit Modenschau. Aiigem. Preisharabsetzung auf allen Pi2tzen Reichshailan-Theater Sledlner Sänger Das neue UHn-PraoraBiinl fKomponlnlen im Olymp. . Anfang 8, Stg. Nachm. 3 v Blllcttbcstcllnngen Teiennaa: Zemnun 11213. Nachm. halbe Preise. Dönhoff-Srettl: Famllien-Tarleto> io orade Nummern. »".uhr CASINO-THEATER Lotbriogtr Straiie 37, Neul Neu! ..Eine ungelleMe Frau" and ein erstklassiger bunter Teil. Fflr unsere Leser Gutsche nflirl— 4Pers. Fauteuil nur 1.15 M, Sessel 1.65 M Sonstige Preise: Parket u. Rang 0 80 M. Renaissance- Theater Kardenbcrgstr. 8. Tel.; Steinpl. 901 u. 2583/84 Sl'i Uhr. Zum«9. Male:»Vi Uhr Die Welterfolgskomfidie RBC" Pagnol Reg: Bast. Barlang. la PremlerendesUg. „Das große von Marcel Pa; Lustspielbaas 8V« Uhr wiederautiraian Goido Thielscher im Paradies Trianon-Th. Täglich 8'/« Uhr Der Herzog und die Sünderin mit Erika filässner und Marti* Kellner Rundfunkhörei na m« Preise Tägl. S Uhr 12"eu® 12 cireusanrun. und Nächte" ISalsoa-Sdiliill:| T. iprtl I BlnmeBspenden lebet Art Iteitzt pteisist et Pnnl Collctz notm. Roben Meyer Mariannenitresie i drte Rauht»istra8C Amt Marttzpl 10313 Nslralien StZ* 3t MetaiJ- and Holzbettea, Schlafzimmer «an Private. Ratenzahlung. Rafa!« 267 M isElsenmoDenebriKSuhl(ThOrj gibt bis aul weiteres Anzüge, UUtcr, Paletot, zu Fabrikpreisen ab. Bitte, Qberzeugen Sie sich. Kaiar-Wilhelm-MeZi 1 Tr. ZkvAbimd SjiabalgaA jüt Treibt Menschenökonomie! Betrachtungen zur Etatberatung (Beilage Dienstage 19. März 1929 Ein Nachwort zur R UWo. Die Reichsunfallwoche ist vorbei. Ihr Ergebnis ist: Millionen von Unfällen. In den letzten Jahren ständig steigend. In 90 Proz. der Fälle ist der Mensch selber schuld am Unfall. Die Schluß- solgerung ist dementsprechend: Paß auf, paß auf! chalt die Augen auf! Stähle deine Aufmerksamkeit, deine Geschicklichkeit, deine Entschlußkraft? Es kann über das Logische einer solchen Forderung keinen Zweifel geben. Wie aber, wenn der Unfallbcdrohte nicht kann? Es ist das eine Frage, die eigentlich kaum erörtert ist. Es läßt sich nicht bestreiten, daß viele Menschen tzur Geschicklichkeit und damit zu einem gewissen Teil auch zur Unfallsicherheit s ch u l b a r find. Das verleitet vielfach dazu, die Steigerung der Uniallziffern mit dem Fortfall der militärischen Ausbildung zu er- klären. Das trifft in keiner Weise zu. Die Unfallzahlen vor, 19tl> bis 1914, also zurzeit bester militärischer Durchbildung, waren noch höher als jetzt. Außerdem mußten dann die Jungen, von einer militärische» Ausbildung niemals Erjoßten, stärker an den Unfällen beteiligt sein als die älteren,„militarisierten" Leute aus der Kriegs- und Vorkriegszeit� was keineswegs der Fall ist. Auch daß di« Zahl der Unfälle im Sport, der ja die militärische Gewandtheits- ausbildung in großem Umfange abgelöst hat, höher ist als die Zahl der Betriebsunfälle, spricht nicht gerade für die Militärthes«. Vor allem ober wird sie widerlegt durch die Tatsache, daß die Betriebs- Unfälle bei den Frau«,, in gleicher Weis« mitgestiegen sind wie bei den Männern. Daran kann die EntMilitarisierung nicht gut schuld sein. Nein, in einem allgemeinen Geschicklichkeitsoerlust durch die Entmilitarisicrung sind die Ursachen der Unfallsteigerung nicht zu suchen. Di« Anlage zum Unfall liegt, wie ja eigentlich selb-stverständ- lich, in dem einzelnen Menschen selber, im Individuum, in der Secl« begründet. Die Seele nimmt die Umwelt, also auch ihre Gefahren, auf. Die Seele reagiert, je nach Anlog«, Schulung, V«r- sassung, auf die Gefahr mit mehr oder weniger vernünftiger oder unvernünftiger Handlung. Darum ist Unfall tüchtigkeit zunächst Sache der Intelligenz, der Aufnahmefähigkeit. Wer die Gefahr nicht versteht, sie aus Mangel an Verständnis zu gering einschätzt oder sich über das Gewicht seiner Abwehrmoßnahmen sorgloser Selbsttäuschung hingibt, ist von vornherein zum Unfall berufen. Jedermann weiß, daß es eine nicht kleine Zahl von Menschen gibt, deren Intelligenz so gering und so wenig schulungs- sähig ist, daß man bei ihnen ohne weiteres mit einer weit größeren Unfallgefährdung rechnen muß als beim Durchschnitt der' Menschen. Das trifft sowohl für die Gefährdung ihrer eigenen Person zu wie für die Gefährdung anderer Menschen durch die Arbeit, die solche Unintelligenten und Unübersichtlichen leisten.. Und was noch wichtiger ist und die Menschheit in noch weit größerem Umfange betrifft: Der Unfall ist abhängig von der see- tischen Kraft des Menschen. Es ist eines der größten Wunder des menschlichen Seelenlebens, in welchem Umfange oft dürftige Anlage, Schwäche, Hemmungen drirch nachdrückliche Ereignisse, vor allem aber durch systematische Erziehung und Schulung überwunden werden k önnen. Auf der anderen Seite läßt sich gber nicht leugnen, daß ein großer Teil der Menschen mit recht schwacher Seelen- und Nervenkraft geboren wird und Bcrbesserungseinflüsscn nur sehr mäßig oder gar nicht zugänglich ist. Sie sind von den augenblick- lichcn äußeren Umständen und der Art, sie seelisch zu verarbeiten, außerordentlich abhängig. Ihre seelische Kraft steigt— und vor allem fällt mit Dingen, di« den Seclcnstarken kaum berühren. So werden Ermüdung, Ablenkung. Sorglosigkeit durch Gewöhnung an die Gefahr, mangelndes, gespaltenes oder nachlassendes Interesse, seelischer Druck, seelische Unruhe und draußen liegende Gründe und andere ohne weiteres zu unfalldrvheudcn Momenten. Real- ijonsloses Erstarren, sinnloses Handeln im Moment der Gefahr sind der äußere Ausdruck dieser unausbanlancierten Seelen. Der Umfang der so Bedrohten spiegelt sich unter anderem auch in den Krankenkossenberichten wieder. Die Posilion: Nervenschwäche, die diese Dinge zum großen Teil ersaßt, ist in den letzten Zahren in dauerndem, beängstigendem Steigen begriffen. Das Steigen der Unfallziffern wird dadurch blitzartig er- leuchtet. Wenn man dann von sachverständiger ärztlicher Seite hört, daß ein großer Teil der Jugendlichen bereits bei der Schulentlasiung und noch früher mehr oder weniger gewichtige Zeichen einer nervösen Anlage zeigt, so stellt sich im Geist« sofort der Zusammen- hang zwischen der Nervenschwäche vieler Erwachsener und der ge- wältigen Unfallzahl und Unfallsteigerung ein. Und ebenso klar ergibt sich aus dieser Erkenntnis die Forderung: Alles, was dauernd oder zurzeit nicht über genügend Intelligenz, über ein einwand- freies Seclennervensystem zur Erkennung und Abwendung gpfähr- sicher Situationen verfügt, ist grundsätzlich von allen Beschästigungen und Betrieben fernzuhalten, die besondere Anforderungen an das � Seelennervensystem stellen. Was durch Schulung, ärztliche Behand- lung oder sonstige Schassung innerer Ruhe zu erzielen ist. soll natürlich in weitestem Umfange, aber möglichst außerhalb des Geiahrenbetriebes, geschehen. So wird das Unfallproblem zu einem Berufsproblem. Wer grundlegend Unfälle verhüten will, muh grundlegend Berufs- regulierung treiben, muh dafür sorgen, daß zum Unfall oewisscnnaßcn Geboren« oder durch das Löben disponiert Gewordene von Berufen mit erhöhter Unfallgesahr ferngehalten werden— in besserungsfähigen Fällen zum mindesten für die Zeit, bis durch ärztliche Behandlung oder durch Fortfall der Unruh« schaffenden Verhältnisse das seelische Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Dr. M. Cohn, Gewerbearzt. Was uns fehlte Wir glauben nicht an einen Erfolg der einseitigen und dürf. tigen Propaganda, für die sich das Unfalloerhütungsproblem in dem Mahnruf„Sei vorsichtig" erschöpft. Mit Bedacht ist bei der Methodik der ikerussgenosienschasten von den beiden Anteilen, di« in jedem Unfall erkennbar sind, nämlich dem seelischen und dem sachlichen, nur der seelische, der persönliche Faktor berücksichtigt. Der sachliche Anteil, der sich in wirksamen Schutzmaßnahmen bekundet, in Erneuerungen, Umbauten und anderen betrieb?- technischen und organisatiorischcn Mahnahmen— von i hm war nie di« Red«. Dies gilt nicht nur für den Gewerbebetrieb, sondern ebensosehr für die Verkehrssicherheit und sogar für die Unfälle im Hause. Was Der Faktor Mensch, der im Wirtschaftsleben die größte Rolls spielt, muh auch vom Standpunkt des Kapitalisten aus heute ganz anders bewertet werden als früher. Der Mensch als Wirtschaftsgut erhält langsam eincy höheren Wert, weil er in unserem Zeitalter des ständigen Geburtenrückganges seltener wird. Es ist deshalb eine dringende Forderung de? Stunde, dem Wesen der Menschen- ö k o n o m i e(«in Begriff, den Rudolf Goldscheid vor mehr als zwanzig Iahren geschaffen und inzwischen ausgebaut hat) näher- zutreten. Die Arbeit und Aufmerksamkeit der führenden Wirt- schoftler, der volkswirtschaftlichen Wissenschaft, gilt der Rational:- sierung der Gllterpredirftion, der Güterökonomie. Die Menschen- ökonomie, die Oökononne des organischen, menschlichen Kapi- tals dagegen liegt noch in den Anfängen, ja sie wird von der Volkswirtschaft geflissentlich übersehen, weil man sich in- folge einer ungeheuren wirtschaftliche» Verblendung daran gewöhnt hat, dieses Problem nur karitativ zu behondeln. Mit vollem Recht sagt Goldscheid:„Erst Güterökonomie und Menschenökonomie zusammen stellen das Ganze der Wirtichoft dar. Wie gründlich hat man sich mit dem Bodenkapital, mit dem Handelskapital, mit dem Industriekapital, mit dem Finanz- kapital beschäftigt, wie wenig Aufinerksomkeit wendete man dagegen dem organischen Kopital zu, seinem ökonomischen Wert, seiner Zu- sammensetzung, seinem Verschleiß und semer Erneuerung, obwohl dieses den wertvollsten Naturschatz darstellt, über den ein Land oer- fügt. Man forschte nickst danach, mit welchen Opfern an mensch- lichem Glück, menschlicher Gesundheit und menschlichen Entwicklungs- kräften wir all« kcckturellen Errungenschosten bezahlten. Alan studierte die Oetonomle der Arbeil. aber»icht die Oekonomic der Arbeiter." Diese Vernachlässigung, diese planlose Roubwirtschast mit dem wertvollsten Naturschatz der Volkswirtschaft, dem Menschen, rächt sich auch an der kapitalistischen Wirtfchast selbst. Unsere Wirtschast jammert über die hohen sozialen L o st e n, die angeblich den wirtschaftlichen Wiederaufbau hemmen. Man vergißt aber, daß diese sozialen Lasten so hoch sind, weil die Wirtschost selbst die menschliche Arbeitskrast sorglos und planlos verbraucht, well sie sie nicht sorgfältig genug behandelt und so die sozialen Lasten selber produziert. Eine gesunde Wirtschaft ist ohne ein gesundes Volk nicht denkbar. Der gesund- Arbeiter ist die Vor- bedingung zu einer gefunden Wirtschaft, und eine Gesetzgebung, die die Auswirkung gesetzgeberischer Maßnahmen auf Leben und Ge- sundheit der breiten Massen des Volkes außer acht läßt, kann auch di« Wirtschaft nicht heben. Wie vorsichtig werden nickst di« unorgo- nischcn Kapitalien, wie Kohle, Holz, Eisen, landwirtschaftliche Pro- dukte u. a. m. behandelt. Ihrer Erhaltung, ihrer Schonung und rationellen Verwertung werden Theorie und Praxis der Wirt- fchaftswissenschast gewidmet. Nur beim wichtigsten Teil des wirt- Ichaftlich«n Kapitals, beim organischen menschlichen Kapital, wird extensive Ausbeutung getrieben, hier wird aus dem Vollen geschöpft, maßlos und rücksichtslos Verschwendung getrieben. Man rechnet eben damit, daß sich dieses menschliche Kapital aus sich her- aus immer wieder erneuert. Man kennt die Gefahren seiner Ab- nähme: Deshalb der Komp! gegen den Geburtenrückgang, gegen alles, was den Geburtenrückgang fördern könnte, wie die Reform des K 218 usw. Der Kapitalismus vergißt ober, daß«r selbst diesen Geburtenrückgang hervorgerufen hat. Im Produktionsprozeß wird das menfchliche Kapital als ein Faktor angesehen, der elastisch genug ist, um dort auszugleichen, wo das organische Kapital die Gewinnrote des Unternehmers verringern kann. Alis dem menschlichen Kapital wird»ach Belieben umgesprungen. Die Wirtschaftler, di« Zahlenmenschen, vergesien, daß bei der Rationalisierung der Wirtschaft die Dauer der Arbeits- kraft des Menschen eine Hauptrolle spielt. Je länger die Menschen arbeitsfähig sind, um so ergiebiger ist die Wirtschaft. Di« Arbeits- fähigkeit des Menschen hängt aber davon ab, wie das menschliche Kapital behandelt und geschont wird, oder mit anderen Worten: Die Volksgesundhcit und dicGesundheit derWirt- schaft sind zwei identische Begriff«. Wenn di« Unter- nehmcr heute über die sozialen Lasten klagen, so müssen sie gestehen, daß die Wirtschaft selbst die sozialen Lasten verursacht, weil sie die Arbeitskräste unökonomifch und unbedenklich ausbeutet. Die Sorge für die vcrwüfteten oder nicht ausgenützten organischen Werte ivüizt sie dann auf den Staat ab, dem die karitative Aufgabe überlassen ist, diese brachliegenden menschlichen Kapitalien zu versorgen. Wenn man heule— sieh« die Denkschrift des Hansabundes— dem Slaal die Alillel für die soziale Fürsorge beschranken würde, so würde man die Wirtschaft selbst beschränken. Es ist«ine Kurzsichtigkeit sondergleichen, wenn die kapitalistische Wirtschast gegen die staatliche Sozialpolitik Sturm läuft. Und doch ist« so, daß der Ausstieg der deutschen Wirtschaft mit dem Ausbau und Aufstieg der deutschen Sozialpolitik zusammenhängt. Eine Er- scheirnmg, die nicht zu übersehen ist und die sich erNären läßt au; der Identität der Volksgesundh-it mit der wirtschaftlichen Gesund- heit. Oder, wie G o l d s ch e i d, der unermüdliche Vorkämpfer für die Idee der Menschenökonomie, sagt:„Güterökonomie und Menschenökonomie zusammen bilden das Ganze der Wirtschaft." Unsere Kapitalisten sind gewohnt, nur an die Güterökonomie zu denken. Wir ober fassen die Menschenökonomie als die Voraussetzung für eine Steigerung des wirtschaftlichen Er- träges auf. Daß die Rationalisierung der Wirtschaft mit dem Ausbau der Sozialpolitik zusammen- hängt, läßt sich an einem Beispiel beweisen: 3n den letzten 80 Zähren hat die Leben sdaver der Menschen um rund 25 Zahre zugenommen. Dazu hat ausschließlich die Sozialpolitik und hier wieder vor allein die Sozialversicherung beigetragen, di« den wichtigsten Grundstein der Volksgesundheit bildet. Das menfchliche Kapital muß durch eine Politik, die der Wirt- fchastspolitik bei den unorganischen Kapitalien entspricht, rationali- siert, das heißt geschont, gepsiezt und erhalten werden. Diese Po- litik heißt Sozialpolitik, Sozialpolitik, die keine ethische Angelegen- heit ist, sondern angewandte Menschenökonomie. Von diesem Gesichtspunkt cnis betrachtet, werden wir an die Ctatberatung herangehen müssen und so unsere Entscheidungen treffen in der Steve--, Ffnan'-, Wirischolte-. Kulturpolitik u. a. In diesem Sinne stimmen wir Rudolf Goldfcheid durchaus bei, der da sagt:„Die Korrelation(Beziehung) zwischen Geburten- und Cterblichkeitsziffern, die Ziffern der Säuglings- und Kinder- sterblichkeit, die Ziffern der Sterblichkeit an den großen Volkskronk- heiten, die Ziffern der Wohndichte, die Unterernähningszissern, die Läng« des durchschnittlichen Arbeitstages, die Höhe des durchschnitt- lichen Reallohnes, die durchschnittliche Lebensdauer der einzelnen Berussschichten, die durchschnittliche Länge der eigentlichen Pro- duktivitätsperiode, die Ziffern der Arbeitslosigkeit, der Kurzarbeit, der Frauen- und Kindcrarbest, der Altersaufbau der Bevölkerung, die Zahl der Eheschließungen, der Mütiersterblichkeit, der Tot- gekürten, das Berhältnis der Ehelichen zu de» Nnehelichen, die Tauglichkeitsziffern— in alledem haben wir den untrüglichen Spiegel der wahren Leistungen des Gemeinwesens vor uns. Daraus allein ist mit Sicherheit zu entnehmen, ob die richtige Steuer- und Zollpolitik, die richtige Wirtschafts- und Finanzpolitik betrieben wird, ob mit dem Gleichgewicht im Staatshaushalr .zugleich das Gleichgewicht in jedem einzelnen Familienhaushait, im organischen Haushalt jedes einzelnen Individuums, wie im generativen Haushalt der Gefelkfchait gofchaffen wird, ob sich Prodnk- tionsökonomie und Reproduktionsökonomie wechselseitig auf ein innner höheres Niveau heben." Dr. �niiu, dlos«. nützt es mir, wenn ich noch so vorsichtig die Eisenbahn besteige, UM dann in eine Eisenibahnkatastroplie zu geraten. Was nützt der Hausfrau ihre Vorsicht mit Gas, wenn die Zustände im Rohrsyftem derartig sind, doß eines Tages wie in der K i r ch st r a ß e und Landsberger Alle« das ganze Haus in die Luft fliegt? Was nützt den Arbeitern der schön« Spruch: „Arbeite unsallsichcr" wenn— wie in der S ch ö n l e i n st r a ß e— d«r Unternehmer explosibles Matena? zentnerweis« im Arbeitsraum herumstehen läßt, die Notausgänge versperrt, die Fenster vergittert sind? Was nützt den Kindern die Belehrung über das Verhalten auf ihrem Schulweg, wenn man ihnen nicht mehr Spielplätze gibt, und damit die Straße als Gefahrenquelle für das Kind noch Möglich- keit ausschaltet? Hier erweist e, sich wieder einmal recht deutlich, wie billig Worte sind und wie man versucht, auf so billige Weise herumzukommen um di« wirksamen, aber kostspieligeren sachlichen Methoden. Aber man hat der Kinder in sicherer Weise gedacht. Der Verband der Deutschen Beriifsgcnossenschakten hat in Verbindung mit der Deutschen Reichsbahngesellschast und der Deutschen Schulverkchrs wacht ein Büchlein heraus- gegeben mit dem Titel„Augen auf". Hier finden sich viele schöne Regeln für die Jugend. Im Traktätchenstil wird ihr klargemacht, daß Unfälle eigemlich ausgeschlossen sind, wenn sie sich nur xechte Mühe gibt und schön brav alles so macht, wie das Büchlein es vorschreibt. Allerdings: von besseren Wohnungen, bester«» Schulen, besseren Spielplätzen wird nicht gesprochen. Da scheint olles in Ordnung zu sein. Der Jugend fehlt nichts außer gutem Betragen. Daß muß sie noch lernen. Und so gibt das Büchlein Regeln über sittlames Verhalten bei Tisch, also sozusagen Verhütungsregeln für gesellschast- licht Unfälle. Was für eine Vorstellung di« Verfasser vom Leben der Proletarierkinder haben, wie sich in solchen Köpfen die Well des Arbeiters ausmalt— das Büchlein ist in Zehntausenden von Exemplaren an unsere Volksschüler verteilt worden—» dafür nur einige Stichproben:„D b st schneidet man nur mit dem Obstmesser... in vier Teile, die man einzeln abschält, nicht »m ganzen wie die Kartossel in der Küche. Es ist migenehni, wenn einem nach dem Obst und anderen mit den Fingern zu berührenden Speisen ein S p ü l s ch ä l ch e n mit llvaster gereicht wird, in das man di« Finger taucht, die nmn dann in der Serviette trocknet. Also: wenn ihr diesen Brauch nicht kennt und bekommt bei Ein- ladungen ein solches Wasserfchälchen, dann trinkt es nicht aus." Dazu müßten die Arbeiterkinder schon von den Berufsgenossen- schafien eingeladen werden, sonst kommen sie wohl nicht in diese Verlegenheit. Aber weiter:„Zum Fisch soll mon nie«in gewöhn- liches Tafelmester benutzen, nur die eigens dafür bestimmten Fisch- Messer."„Es gibt noch verschiedene Gerichte, die man mit den Händen zerlegt, es handell sich dabei aber um seltenere Leckereien wie Krebse, Artischocken, Austern. Wie die zu esten sind, werdet ihr gelegentlich auch lernen, wenn ihr euch an oll- gemeine gute Cßsitten gewöhnt habt. Auch über das Einschenken von Wein, das Zutrinken..." Wenn also die Proletarierkinder nnt Obst- und Fischmessern und mit Spülschälchen erst richtig um- gehen gelernt haben, dann kriegen sie zur Belohming von den Berufsgcnossenschosten Austern zu esten. So ist das doch gemeint? Wie wir eben gehört haben, legt das Unsallverhütungsbüchlein Wert auf das Einschenken von Wein, und da sei bemerkt, welche außerordentlichen Schwierigkeiten es währet der Ruwo machte, di« Beziehungen, di« zwischen Alkoholgenuß und Unfall bestehen, auch nur anzudeuten. Die Interessenvertretungen der Gastwirt« haben, wo es nur ging, derartig« unliebsame Bekannt- machungen untevdrüi?t und lieber für die beruhigende(und deshalb wahrscheinlich unfallverhütend«) Wirkung des Alkohols demon- striert. Wo es an den Profit geht, stt es mit der Unfallverhütung zu Ende. Projitfchmälerung ist der schlimmste Unfall, der passieren kann. Diese Erfahrungen aus der Ruwo sollt« man sich einprägen. Es geht hier nicht um Kleinigkeiten, sondern um Ding«, die die ganze Haltung und Stimmung der Veranstalter charakterisieren. Es handelt« sich bei ihnen um ein« Geste, um die Bekundung der guten Absicht und der edlen Gesinnung, vor ollem aber um den Versuch, die Verantwortung für die Unfälle nach Möglichkeit abzu- wälzen vom Unternelxnwr auf den Arbeiter, von der Geiellschaft auf den einzelnen. Dr. llrnZt /ocl. Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. ZeicAnungzen- i/on Adoff Lehnert (28. Fortsetzung.) 211) er Make wollte sich nicht geschlagen geben. Umkehren davon konnte keine Rede sein!„Latz mich deine Beulen sehen. Wir können sie fortschneiden oder dir auf andere Weise helfen." Illu-balit weigerte sich, sich zu entblößen..Ich will lieber ver- suchen, mitzukommen." und die Reise wurde fortgesetzt, ober ganz langsam. Er war eine Stunde hinter den anderen zurück, als sie mitten am Tage halt mochten, und sie waren schon zwei Stunden unter Dach, als er kam. Die Wartezeit war lang, und es verkürzte sie nicht, daß sich das Petroleum der Expedition auf feinem Schlitten befand. Make war ärgerlich, dos ging denn doch zu weit, und er bat Joe Illubalik eindringlich zu fragen, was los fei. Er glaubte nicht so recht an die Beulen. Eine lange Unterhaltung fand zwischen den Eskimos statt, und endlich erzählte Joe, daß Jllubalif die ganze Reise sehr fürchtete. „Unser chundefutter geht auf die Neige," sagte er.„Selbst wenn wir jetzt umkehren, wird es schwer sein, mit allen chimdeä Menschen zu erreichen. Und was sollen wir dann essen? Wir haben zwei weiße Männer mit, die das Land nicht kennen. Meine arme Frau sehnt sich nach mir. Bielleicht raubt ein anderer sie, während ich fort bin. Warum habe ich nur meine armen Äinder verlassen! Ich bin krank, und Mala ist furchtbor. Wenn die weißen Männer sich weit von ihren Wohnplätzen entfernen, schwindet ihre Macht. Unsere Waffen sind nicht bester als die Malos. Ich rate, mnzu- kehren." Auch Joe hatte ein merkwürdiges Gesicht, als er das übersetzte. Aber"ffllate sprang zornig auf. „Sollen wir umkehren? Wenn ihr uns verlaßt, wird unser Zorn schrecklich werden. Ihr habt beide versprochen, uns zu Mala zu begleiten. Es ist keine Rede davon, datz wir umkehren, ehe ich es sage. Es ist wahr, wir weißen Männer kennen das Land nicht so gut wie ihr. Aber es ist auch wahr, daß wir uns nicht den einen Tag fürchten vor dem, was zu überwinden wir am Tage zu- vor geprahlt haben." Von dem, was Joe übersetzte, verstanden sie nur wenig: als aber die Eskimos eine Weile miteinander gesprochen hatten, sagte er ganz kurz: .Älubalik kommt mit." Es war jedoch klar, datz sich beide nicht mehr so wohl befanden, wie sie es sichtlich zu Ansang der Reise getont hatten. Make und Balk hielten es indessen für das Beste, zu wn, als sähen sie nichts. * Am nächsten Morgen arbeiteten die Eskimos ungeheuer lang- som. Sie konnten ihre chunde nicht sangen, sie konnten ihnen das Geschirr nicht anlegen, sie konnten ihre Schlitten nicht zurren, alles ging langsam: die Reiselust war fort. Die zwei Polizisten taten. als merkten sie nichts. Gingen hin und her und halfen ihnen, und endlich wurden sie fertig. Balk ging in der Richtung, die Illubalik angegeben hatte, voran »ich trat den Hunden die Fährte, dann folgten die anderen, und Make schloß den Zuk der sich langsam vorwärtsschlich. Bald machte der eine Eskimo hakt, bald der andere. Es dauerte nicht lange, bis Mate sie überholt hatte. Bald aber waren die Eskimos weit zurück, ganz autzer Sicht. „Es ist wohl bester, ich gehe zu Illubalik," sagte Balk,„und treibe ihm die Hunde an." „Ja. laß uns hier warten, bis sie kommen und ihnen dann ordentlich Bescheid sagen." Die Hunde legten sich nieder und rollten sich zusammen. Der Wind fegte den Schnee dicht über den Boden,(pie bekamen kalte Füße und gingen stampfend auf und ab. So hatten sie bald einen ganzen Weg festgetreten. Ihnen froren die Finger, und sie schlugen die Fäuste aneinander, um sich nicht die Fingerspitzen zu erfrieren. Sie warteten: aber es kam noch immer keiner. „Wo bleiben sie? Ich glaube, wir kriegen Wind. Wollen wir umkehren und chnen entgegenfahren?" „Nein," antwortete Make,„wir müsten hier warten, bis sie kommen, und dafür sorgen, datz sie sich künstig immer vor uns halten. Wir müssen ihnen erklären, datz an eine Umkehr nicht zu denken ist." Warten. Warten.— Sie setzten sich, vom Schlitten geschützt, nieder, kauerten sich zusommen und warteten. Endlich kam Joe an- geschlichen. Er saß auf seinem Schlitten und ließ die Peitsche nach- schleppen. Nicht ein ermunterndes Wort an die Hund«, kein Zu- ruf, sie zogen ohne Hilfe des Kutscher». Erst als sie den Schlitten der Polizisten sahen, kamen sie in Stiimnung und zogen eifriger, bis sie die anderen Hunde erreicht hatten. Dann hielten sie von selber und legten sich neben sie. Make stand auf und trat zu Joes Schlitten. Cr saß ganz still da, sagte nicht ein Wort. „Warum kommst du so spät, und wo ist Illubalik? Warum lönnt ihr jetzt nicht wie früher mitkommen?" „Illubalik ist umgekehrt. Er ist abgereist, er wagte sich nicht weiter mit. Wir haben nicht Futter genug für die Hunde. Wie sollen wir Mala mitnehmen? Was sollen wir essen? Und wo können wir ihn finden? Laßt uns auch umkehren. Illubalik ist der klügste." Make wurde heftig:„Ist er umgekehrt, und du hast zugesehen? Warum hast du ihn nicht zurückgehallen und es ihm verboten?" „Ach," antwortete Joe.„wie sollte ich einem Mann verbieten können, umzukehren? Ihn hat nachts von seinen Kindern geträumt, und er ist krank und sinnt stur auf die Rückkehr." „Ja, aber unser Petroleum und das Hundefutter, das er auf 'einen Schlitten hat, wollen wir haben. Joe, wenn du bei den weißen Männern fem willst, mutzt du gehorchen. Warum nahmst du nicht deine Büchse und oerbotest ihm, umzukehren? Du ver- siehst nicht die Bräuche des weißen Mannes, du bist eine schlechte Hilfe. Lade jetzt gleich auf der Stelle ab. Fahre schnell mit leerem Schlitten Illubalik nach und sag chm. daß wir uns nichts mehr aus seiner Beglettung machen. Aber wir wollen all sein Hunde- futter und unser Petroleum haben. Und wir werden ihn bestrafen, wenn wir heimkommen." Joe sah, daß der weiße Mann zornig war. Cr warf einen Blick aus ihn, auf seine Hunde, dann wieder auf Make und ver- stand, daß der weiße Mann unbeugsam war. Es war einer der Augenblicke, da der primitive Mensch selbst in der Wildnis, wo er der Mächtigere ist, feine Unterlegenheit spürt. Ruhig löste er die Zurrleine und legte seine Sachen auf den Schnee. Dann nahm er seine Peitsche, wandte den Schlitten und setzte die Hunde in Gang. Bald war er außer Sicht. „Wir gehen weiter," hatte Make gesagt.„Folge ruhig unserer Fährte. Illubalik sagte, daß wir durch dieses Tal zur Küste kämen und dann weiter über das Meereis noch Norden müßten. Folge uns. Komm schnell, daß wir rechtzeitig beisammen sind, wenn ein Schneehaus gebaut wird." Die Polizisten nahmen von Joes Sachen das Notwendigste für die Weiterfahrt. Gleich darauf trieben sie ihre Hunde an, beide ein wenig verzogt, aber jeder entschlossen, dem anderen nicht einzuge- stehen, daß er nicht mit Sicherheit der Zukunft entgegensah. Der große schwarze Hund mußte die Peitsche spüren. Das half, sie kamen schneller rorwärts und erreichten bald eine Stelle, wo Steine, durch den Schnee staken. Hier halfen sie einander und brachten den Schlitten hinüber: nur die Kufen wurden leicht ge- schauert und geritzt. Weiter ging es, sie hiellen sich warm, indem sie den Schlitten schoben und die Hund« vorwärts zwangen. Joe sollte sehen, daß es trotz des langen Aufenthaltes eine tüchtige Tage- reife wurde. Die zurückgelegte Strecke sollte nicht geringer als gewöhnlich sein. In, Gegenteil. „H«h!" Die kleine jung- Hündin erhielt einen Schmitz.„Mach. daß du weiterkommsti Wir haben nach ein« weite Reise vor uns." Sie spürten die Kälte nicht, obwohl sie stärker wurde, das Schneegestöber nahm zu, und der Wtnd kam schräg von vorn. Sie mußten weiter. Vor sich sahen sie einen flachen, abgerundeten Berg, den sie, wie sie wußten, rechter Hand passieren mußten. Sie komtten sich nicht irren. Zudem war es mondklar. Sie beugten sich vor und zogen schweigend weiter. Kurz darauf machten sie halt, um die Augstränge zu entwirren. Sie aßen jeder einen Keks, und dann ging es weiter. Aber die Hunde waren müde, sie waren nicht gewohnt, voranzulaufen und so stark angestrengt zu werden, und das Schneegestöber störte sie. Sie hätten sich viel lieber hingelegt, die Schnauze in die Rute gesteckt und sich von dem warmen Schnee bedecken lassen. „Macht, daß ihr weiterkonrmt." Tritte und Schläge, denen ein Streit unter den Hunden folgte. Wieder Prügel, um sie auseinander zu bringen, und endlich ging es weiter. „Der Wind frischt aus," sagte Volk kurz darauf. „Dos ist nicht so schlimm," antwortet« Make und tat, als merkt« er es nicht. Als wieder ein« Stunde vergangen war, sagte Balk zögernd: „Vielleicht sollten wir doch holt machen und hier auf Joe warten. Es ist nicht sicher, daß er unsere Schlittenfpur finden kann." Die Hunde blieben gleich stehen, als sie Balk reden hörte». Jede Gelegenheit zum Stilliegen mußt« ausgenutzt werden. Der Himmel hatte sich überzogen. Man konnte nicht weit sehen. Und der Wind wehte den Schnee über die Hunde hinweg. Wen» die Männer aufrecht gingen, sahen ihre Köpfe zwar über das Schneetreibe» hinweg, aber die Augen der Hunde waren geblendet, so daß sie die Schnauzen senkten. Das Gehen wurde ihnen schwer, und die Peitsche bekamen sie fast nicht mehr, denn die ungeübten Leute konnten die Peitschenschnur nicht gegen den Wind schlagen. Aber vorwärts wollte Make. Noch sollt« nicht halt gemocht werden. Plötzlich richtete Make sich aus: „Was ist denn das?" sagte er.„Wir hoben ja Rückenwind. Sind wir aus dem Kurs geraten?" „Ja, sie hatten Rückenwind. Sie hatten sich, dem Winddruck folgend, gedreht, ohne es zu merken. „Laß uns auf unserer Spur zurückgehen, bis wir den rechten Kurs wiedergefunden haben, und dann warten, bis Joe kommt." schlug Balk vor. Daß Joe sie einholen sollte, machten sie sich gegenseitig vor. Denn jetzt wehte es stark, der Wind war schon zum Stunn angewachsen, und dagegen konnte Joe sicher nicht ankommen. „Bleib beim Schlitten." sagte Make.„Ich will auf der Spur zurückgehen." Bald war er fort. ZIIs Balk Mate nicht mehr sehen konnte, setzte er sich mit dem Rücken gegen den Wind. Er hatte das unbe- stimmte Gefühl, daß sie etwas unternommen hatten, das sie nicht durchführen konnten, vorläufig aber konnte er ein wenig einnicken. Ihm war warm und kalt zugleich, und das Zeug war klamm von Schweiß. » Make kämpfte gegen den Wind an. Es hatte angefangen, dunkel zu werden. Es war spät am Nachmittag, und die Schlittenspur war schwer zu sehen. Hm und wieder verschwand sie ganz, kam wieder und war wieder ein Stück verschwunden. Seine Pelzkopuze wurde ihm jeden Augenblick von» Winde ob- geweht. Er kniff die Augen zusammen. Der Schnee stach ihm wie Eisnadeln ins Gesicht. Wo lief jetzt die Spur? Rechts oder links? Berflucht auch die Dunkelhett. die jetzt einsetzte! Joe war doch ein Schuft. Wenn er sie hier oerließ, sollte er exemplarisch bestraft werden. So, wo waren die Spuren jetzt? Ganz fort. Vielleicht war es am besten, beim Schlitten zu bleiben und auf die Spur zurückzugehen. Die Hunde würden den Weg finden, den sie zuvor gegangen waren, und auf diese Weise traf man Joe und konnte das Lager aufschlagen. Er machte kehrt, um in seiner eigenen Fußspur zu Balk zu- rückzukehren. Aber wo war die Spur. Er war höchstens zehn Minuten gegangen: es war doch unmöglich, daß er den Schlitten nicht wiederfinden sollte. Da war eine Fußspur und dort wieder eine. Also stimmte die Richtung. Es war klar, daß er auf diese Weife seinen Schlitten finden mußt«. Ach. dieser Schuft von Joe. Er sollte sein Ausbleibe» bereuen! Jetzt mußte er dicht beim Schlitten fein, wenn Balk ihn nur nicht auch verlassen hotte! In einem 2lugeirblick, nach hundert Schritten, mußte er ihn sehen. Es war schwer, hier zu gehen. Der Stunn ging ihm zu Leibe. Wenn er zum Schlitten kam, wollte er sich niedersetzen und ein wenig ausruhen. Joe hatte sie wohl ab- sichtlich hier heremgerudort. Es war wirklich unangenehm: aber er sollte es bezahlen. Er ging und ging. Jetzt mußte er da fein. „Balk," rief er,„Balk, wo bist du?"(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Der Hohentwiel als schlummernder Vulkan. Daß immer noch vulkanisches Leben im Hohentwiel ist, bezeugen Wahrnehmungen, die man neuerdings bei der außerordentlichen Kälte machen tonnte. An der Oftfeit« des Berges befinden sich einige Felsspalten und Löcher, aus denen warme Dämpfe steigen. Ein« Wärmemessung ergab dos sensationelle Ergebnis, daß am Ausgong dieser Spalten 8 Grad Wärme, etwas entjernt davon aber 16 Grad Kälte festgestellt wurden. Die nähert Umgebung der Einschnitte ist schneelos, und eine üppige Vegetation belebt im schönsten Grün die Eingänge und Löcher. Bemerkenswert ist ferner, daß diese Stellen vom Wild sowohl wie von Vögeln gemieden werden, da die Tiere die Ausströmungen als stark gashaltig nicht vertrogen können. Zllles dieses deutet auf innere vulkanische Lorgänge beim■ Hohentwiel hin, und neuerdings. stellt man sogar die Behauptung auf, daß der im November 1927 erfolgte große Steinabsturz nicht, wie man bisher annahm, durch Witterungsverhältnisfe, sondern durch innere vulkanifehc Gewalt veranlaßt worden sei. Seltsamer Kampf mit Wölfen. Ein Musikant, der in einem Dorfe in der Dobrudjcha beim Bauernfest zum Tanze aufgespielt hotte, wurde auf seinem nacht- lichen Heimweg von einem Rudel hungriger Wölfe angefallen. Der waffenlose Mann griff in seiner Todesangst zu seinem Musikinstrument, einem Zimbal, und entlockt« ihm mit verzweifelten Kräften wilde Tön«. Bei diesen seltsamen Klängen stutzten die Bestien erschreckt und umschlichen ihr Opfer in respektvoller Entfernung. Bei jeder kleinen Pause kamen sie näher und schickten sich an. den Musikus zu über- fallen. Fast zwei Stunden schlug der mit halberfrorenen Fingern unbändig das Zimbal, bis ein Schlittengespann den Halberfrorenen aus seiner unangenehmen Lage befreite. Der gefährlichste Beruf, Als den gefährlichsten und aufregendste» Berus, den es in der Welt gibt, bezeichnet Harry Harpe r den des Flugzeug- Prüfers. Die Flugzeuge werden vor ihrer Ablieferung in der Luft mehrfach auf etwa noch vorhandene Schäden und Fehler hin untersucht, und dabei muß der Flieger auf alles gesaßt sein. Bei einem solchen Probeflug brachen kürzlich die Tragflächen der Steueftmg, die Maschine überschlug sich, und der Flieger fiel voti seinem Sitz in den leeren Rainn. Aber er öffnete ruhig seinen Fall- schirm und landete sicher auf einem Feld. Bei einem anderen Flug- zeug, das«ine gefährliche Neigung zum Sichdrehen zeigte, stieg der Flieger mit der Maschine in eine große Höhe empor und brachte sie dort abfichllich zum Drehen: er hatte vorfichttgerweise seinen Sitz bereits so angebracht, daß er von selbst herausrollen mußte, wenn die Maschine sich umdrehte, und dies geschah auch. Aber die Wucht des Flugzeugs war so groß, daß er, als die Drehung begonnen hatte, ein« kurze Zeil bewußtlos war. Er konnte tatsächlich ein paar Augenblicke nicht sehen und nicht fühlen. Aber auch in diessm bewußtlosen Zustand verlor er nicht völlig die Gewalt über die Maschine und brachte st« wieder ins Gleichgewicht, ohne daß er seinen Fallschirm benutzen mußte. Einer der besten englischen Flugzeug- prüser, Kapitän E o u r t n e y, hat bei feine» Probeslügen die erstaunlichsten Abenteuer gehabt. Er ist mit Maschinen geflogen, die hoch oben in der Luft plötzlich zerbrachen, und hat sie doch zur Erde heruntergebracht, ohne Schäden zu leiden. Selbst auf einem Flugzeug, daß in Flammen stand, landete er noch sicher. Bismeilon müssen sich die Flieger in großer Höhe, wenn die Moschine bereils schwer beschädigt ist, aus ihr herausrecken und den Absprung mit dem Fallschirm unternehmen. Dabei passierte es einem Flieger, daß. er, nachdem er das Flugzeug in einer Höhe von mehr als tausend Metern verlasien hotte, die Beobachtung machte, daß die Maschine ihn gleichsam verfolgte, um ihn herumkreiste und ihn mitten in der Luft zu zerschmettern droht«. Glücklicherweise stürzte sie noch einiger Zeit plötzlich herunter. Ein anderes Flugzeug, dos in der Luft in Brand geriet, stürzte hinter dem mit dem Fallschirm herab- gleitenden Flieger her. so daß er fürchten»rußte, durch si« selbst in Brand gesteckt zu werden: er konnte ihr ober noch glücklich aus- weichen. Aus der Vergangenheit der Banane. Erst seit der größeren Beschleunigung unserer Schisse und Eisen- bahnen können solche rasch verwesenden Früchte, wie Bananen, z» einem immer mehr steigenden Bolksnahrungsmiitel für uns werden. Die Frucht selbst aber kannte und schätzte man schon in den frühesten Zeiten.» Im Jahre 327 v. Ehr. beim Heereszuge Alexanders des Großen nach Indien, galt dort die Banane schon als ein Hauptbestandteil der Nahrung. Die Eindringlinge waren ober miß- trauisch und verschmähten sie. Auch der römische Schriftsteller P l n i u s nennt sie schon. Bei der Entdeckung Südamerikas fand »ran den Pisang- oder Bonanenbaum an der Westküste angepflanzt: es ist anzunehmen, daß er von malaiischen Schissbrüchigen mit- gebrocht und angebaut wurde. An der Ostkllste Südamerikas wurde er jedoch von portugiesischen Patres von den kanarischen Inseln eingeführt. Heimisch scheint die Banane in Ostindien gewesen zu sein. Das Wort Banane wird aus dem Sanskritwort Pala, d. i. Frucht ntigeleitet, und scheint damit auch die Annahme des Ursprungs zu bestätigen. Feuerwehrpumpe für Wolkenkratzer. Die New-Uorker Feuerwehr hat jüngst eine neue Pumpe in Dienst genommen, die imstande ist, aus fünf ZylirSern über 4499 Liter Wasser pro Minute zu pumpen. Di« Anschaffung einer derart großen Pumpe war notwendig, um eventuell Feuer in den neuen Wolkenkratzern wirksam bekämpfen zu können. Amerikanische Touristik. Den neuesten Statistiken zufolge haben amerikanisch« Touristen im Jahre 1928 für Auslandsreisen etwa 999 Millionen Dollar aus- gegeben, was gegenüber dem Borjahre eine Steigerung um 199 Millionen Dollar bedeutet. Das musikalische Befinden. ..Wie gehl es Ihnen?" fragte ein junger Opernsänger seinen verheirateten älteren Kollegen. �A'Tiux.. gibt dieser zur Antwort. „Wieso-V-Dur...?" „Ich Hab« drei Kreuze: Frau und zwei Töchter." (Aus dorn„Wahlen Jacob".� dfyyrflü�oJfiLel Am Sonntag: Neue Welt! Jeder einmal zum Artistenwelistreii. Wie in allen Bernsen, so gibt«s auch unter den Artisten einige AuserroaiiUe, die Riesengagen beziehen, während die Proletarier unter den Artisten sich recht ost mit allzu bescheidenen Gagen bc- gnügen müssen. Wenn aber für eine gute artistische Nummer wirk- lich einmal eine gute Gage gezahlt wird, dann schluckt der Manager den größten Teil davon. So kann gar mancher Artist ein Lied vom Kampf um Lohn und Brot singen. Und dennoch: Der Anist läßt nicht von seinem Beruf. Er ist ihm zum Lebensinhalt geworden. Sic geben ihn erst auf, wenn sie durch einen Unfall dazu gezwungen werden, wenn sie durch schwer« Verletzungen ihre Körpergeschmeidig- keit verloren haben. Auch im Arbeitersport gibt es Artisten, gewisser- maßen sind es die Amateur« der Artistik. Auch denen muh es im Blute liegen. Sie haben zwar noch andere Jnteresien, gewerkschaft- licher oder politischer Natur. Aber auch sie hängen an der Artistik mit einer Leidenschast, die Anhänger anderer Sportzweig« wohl nur selten aufbringen. Ohne ersichtlichen Zweck, aus purer Passion, aus der Freude an vollendeter Körperbeherrschung üben sie Abend für Abend in der Turnhalle oder dem Vercinszimmer an ihren Geräten oder probieren ihre mannigfaltigen Uebungen. Di« Arbeiterartisten des Arbeiter. Athletenbundes Deutschlands sind die Ethiker ihres Berufes, ihnen winken weder fette noch magere Honorare, sie dienen einfach ihrem Ideal. Und dabei leisten sie Vorzügliches. Am kommenden Sonntag findet in der Neuen Welt, Hasenheide 108— 114, der Kreis-Artisten- Wettstreit des 4. Kreises vom Arbeitcr-Athleten- bund Deutschland statt. lieber SS abwechslungsreiche Nummern werden geboten. Die Arbeiterartisten aus Görlitz, Finsterwaldc, Magdeburg, Dresden, Leipzig, Licgnitz, Dessau und Berlin nehmen teil und werden sich als Exentriker, Gladiatoren, Equilibristen, Zahnkünstler, Komiker, Kunstradfahrer, fliegende Menschen und anderes mehr produzieren. Das ist ein ausgezcich- netes Programm, das kein Variete der Großstadt, kein Zirkus zu bieten vermag. Darum auf zum Artistenwettstreit nur in der Neuen Welt. Sonntag,?4. März. Der.Borverkauf ist bereits eröffnet. Der Eintrittspreis beträgt nur 1 Mk. Karten sind erhältlich in der Gsschästsstelle Karl Frohmc, Gubener Straß« 50, desgleichen im Vereinsheim des „Artistenverein Einigkeit Neukölln", Kirchhosstr�4l(Ecke Wipperstr.) und bei Brüller, Neukölln, Kaiser-Friedrich-Straß« 77. Ferner: Vorwärts-Buchhandlung, Graetzstr. 50; Wirtshaus Borgmonn, Kiefholz- Ecke Baumschulenstr.; bei Zickelbein, Alt-Gliemcke, Garten- stadtstr. 27; Bischof, SO. 36, Elseirstr. 37; Bengsch. Ricderschöneweide, Berliner Straße 119; Petermann. Oberschöneweid«. Luisenstr. 13; Engelmann, Neukölln, Mareschstr. 6: Schindler, SO. 36, Leevmann. stroße 3. Es ist notwendig, daß alle Arbeitersportler des Kreises Treptow die Karten bis spätestens Sonnabend, 23. März, 4 Uhr, in der Geschästsstelle abrechnen. Nicht abgerechncic Karten gelten als verkauft und müssen bezahlt werden. 'ÜAJWÖJoOdSü Bericht vom 1 7. Marz. Der Versuch der Arbeiterhandballer, am vergangenen Sonntag zu spielen, konnte nur auf einigen Plätzen durchgeführt werden. In Schönebcrg, Dominicusplatz, hatte die Freie Sportvereinigung Schöneberg die erste Männermannschaft FTGB.-Wedding zu Gaste. Schöneberg konnte in der zweiten Minute durch ein Ueber- laschungstor in Führung gehen, dem Wedding drei Minuten später den Ausgleich entgegensetzt«. Leider spielten die Schöneberger sehr zerfahren, so daß Wcdding die Halbzeit mit acht Toren abschloß. Das weitere ungenaue Zuspiel oerhalf Schöneberg nur nach z» einen, Tor, während Wedding noch fünfmal einsenden konnte. Die zweit« Frauenmannschaft trat unvollständig an und verlor gegen FTGB.°Süden 2 mit 2:1. Auch reickstich hoch mit 11: 1 (4:!) fertigte FTGB- Süden(2. Männer) Freie Turnerschast Kauls. dorf 2 ob. In Köpenick standen sich Eiche-Köpenick und FTGB.- Adlershof gegenüber. Köpenicks Mittelstürmer und Mittelläufer leisteten eine gute Zusammenarbeit, was sich in einigen Erfolgen ausdrückte. Di« Ueberlegenheit war nicht so stark, wie es das Tor- Verhältnis von 7:1<4:1) für Köpenick zeigt. Etwas tüchtige Schulung und weniger Eigensinn einzelner Mannfchoftsteile, macht aus Adlershof noch eine gute Mannschaft. Preis« chic$cn des Rcidiskartells Republik. Auf den bundeseigenen Schießständen in Lichtenbergs riedrichs- fclde wurde am Sonntag das vierte Preisschießen des Reichskartells Republik durchgeführt. Schon in den Bar- Mittagsstunden wurde fleißig geübt. Aus allen Ortsvereinen des Gaues Berlin waren Wettbewerber um die Buirdespreif« zur Stelle. Als der Schießwart um 2 Uhr mit dem Preisjchießen begann, stellten sich über 100 Schützen dem Kampfrichter. Zuerst wbrben die Mannschastspreise auegeschosse», je drei Ka- meraden bildeten eine Mannschaft. Jeder mußte 5 Schuß aufgelegt und 5 Schuß freihändig auf die Mannschaflsscheib« schieße». Die Ringzahl aller drei wurde zusammengezählt, die höchste Punktzahl entschied. Den ersten Preis, der vom Bundesvorstand des Reichs- kartells Republik gestiftet war, holte sich der Ortsverein Lichtenberg, den zweiten— einen Gaupreis— gewann Treptow, und den dritten vom Reichsbanner gestifteten Preis holte sich Neukölln. Bei dom Prämienschießen wurden auch von jedem Schützen 5 Schuh aufgelegt und 5 Schuß st«h«nd freihändig aus eine Scheibe abgegeben Sieger wurde Treptow, Eharlottenburg, zweiter Bogel, Lichtenberg. und dritter Adrian. Treptow Bei dem Cinzelschießen mußt« jeder Schütz« einen Schuß auf ein« Bildscheibe obgelxn, der b«ste Schuß entschied für die Preiszuteilung. Teilnehmer an diesem Weit- bewerb konnten über nur die Kameraden sein, die vorher bei einem Bedingungsschießcn gut abgeschnitten hatten. Im Einzelschießen ge- wann Schütz«, Lichtenberg, als zweiter kam Köhler, Neukölln. und als dritter Treptow, Eharlottenburg, ein. ttn Kinderfest auf dem Else. Um die Lust am gefunden Eissport bei den Kindern zu wecken, veranstaltet der Sportpalast Mittwoch, 20. März, 16 Uhr, ein Kinderfest„Frühling auf dem Eise". Neben einem Schlitten- svqo und einer Kolonäse fachen ajitfj verschiedene Wewmseu und Giimkhana-Spiele, sür die es viele Preise gibt, statt. Als besondere Ueberraschung tanzt Charlotte, die„Königin des Eises" den Kindern die„Puppe" vor. Bei den Kinderkunstlousen und Kinderwalzer- tanzen werden unsere besten Amateurmeisterläufer- und Läuferinnen, darunter natürlich auch Sonja H e n i e, die Preisrichter sein. Line Gautagung der Naturfreunde. Eine arbeitsreiche Tagung führte am Sonnalvnd und Sonntag die Vertreter der Ortsgruppen des Touristcnoereins„Die Natur- freunde" im Gau Braudenburg-Pommern in' Berlin zusammen. Es galt, die Arbeit des letzten Jahres kritisch zu be- leuchten und die kommende umfangreiche Tätigkeit vorzubereiten. Räch einem tiefempfundenen Nachruf auf den zu früh verstorbenen Präsidenten des Gesamtvercins, Nationalrat Karl Polkert- Wien, und die im Gau Brandenburg-Pommern verschiedenen Mit- glieder begrüßt« der Obmann, Genosse Bulan, die Delegierten und insbesondere den Vorsitzenden der deutschen Naturfreunde, Steinberger-Nürnberg. als Vertreter der Reichsleitung. Der Sonntag brachte vorerst die Berichte der Gau- l e i t u n g. Di« Organisation hat in Berlin und auch in den Bezirken beträchtliche Fortschritte gemocht. Die Verbindung mit den Ortsgruppen hat sich bedeutend verbessert. Ungünstig lagen die Berhöltniss« lediglich in einigen Ortsgruppen in Pommern, der Lausitz und an der Elbe. In B ü t o w sHinterpommern) konnte ein« sich gut entwickelnde Ortsgruppe ins Leben gerufen werden. Dos internationale Treffen in Zürich brachte vielseitige Arbeiten mst sich. Das gleich« gilt von den Ferien- und Gefellschaftsfahrien, die sich von 6 aus 12 bzw. von 8 aus 14 erhöhten. Di« Teilnehmerzahl hat sich stark vergrößert. Umfangreiche Nochfragen ergaben sich für das Rciseburcou gleichfalls auf dem Gebiete der Wanderauskunst. In diesem Jahre dürfte vor ollem das norddeutsche Natur- frcundetrcss«n in Halber st odt zu Pfingsten zu einer starken Kundgebung werden. Nebenher geht ein nord- und mittel- deutsthes Jugendtressen. Eine Belastung bietet nur noch dos GaublaU. Nach Ablehnung des Neichsblattes durch die Reichsvcr- sammlung wird durch Verhandlungen mit den Gauen Niedersochsen, Niedcrhessen, Nordmork. Schlesien und Thüringen die Schaffung eines einheitlichen Naturfreundeblattes für Nord- und Ostdeutschland vorbereitei. Für die B i l d u n g s a r b e i t ist«in weiterer Ausbau vorbereitet. Die M u s i k o r b c i t fand eine praktische Grundlage durch die Bildung einer Bezirksmusitgruppe für die Lausitz. Gc- sonderte Tagungen für Natur- und Bolkskunde, für Photoorbeit, für Musikpflege und für Wandcrauskunft werden bei Gelegenheit des Treffens in Halbcrstadt zusammen mit den anderen Gauen die weitere .Ausbreitung der Tätigkeit anbahnen. Die Anträge auf neue Be- zirksglicderung wurden einstimmig angenommen. Neben dem Bezirk Berlin bestehen dann die Bezirk« Lausitz, Grenzmark, Pommern, Elbe, Finow und Westhavelland. Der Arbeit in den Bezirken und einer guten Werbung wird dadurch mehr Festigkeit gegeben. Ein Antrag an hie Reichslcitung fordert; VerHand- l u n g e n mit der Re i chs bo h n auf Herabsetzung der Mindest- zahl für Gesellschaftsfahrten von 20 auf 10, um Besserung der Rück- fahrmöglichkeiten für Touristen bei Ferienfahrten zu ermäßigten Preisen und um Herausgabe von Fohrscheinheften. Die Borbevei- tung eines Treffens mit den Gauen Schlesien und Sachsen im nächsten Jahre wurde der Gauleitung überlasten. Die Wahlen ergaben die einstimmige Reu- bzw. Wiederwohl von Bulan, Damnitz, Sinn, Dreßler. Lotte Berger, Plath, Lau, Diß. Schulz und Menzel in den Gauvorstand und von Maspfuhl, Lauer und Röhl zu Revisoren. Der Gaukonserenz voran ging am Sonnabend eine Photo- konferenz, zu der 10 Ortsgruppen Vertreter delegiert hatten. In fünf Gruppen bestehen bereits feste Arbeitsgemeinschaften. Nach Wahl der Gaulichtbildstelle— die Arbeiten wurden der 82 Mitglieder fastenden Photogemeinschast Berlin übertragen— wird auch hierin engere Zusammenarbeit im Gau erzielt werden können. Xtbleteu im Mannschafiskampf. Di« erste Hälft« derSerienkömpse der bundestreuen Arbeiterothleten hat dieser Tage mit dem Kamps 2llt- Wedding II gegen Tegel ihr Ende erreicht, womit'man nun schon «inen ileberblick über die Kampsstärk« der beteiligten Mannschasten bekommen Hot. Die Resultate bis zum 15. März find folgende: Alt-Wedding I siegte gegen seine 2. Mannschaft 10:4, gegen Einigkeit 26 12: 7 und gegen Saxon- Brandenburg 26: 2. Alt-Wedding II verlor gegen seine 1. Mannschaft 4:10, oegcn Lichtenberg-Friedrichsseld« 13: 13-und gewann gegen Tegel 18: 10. Lichtenberg-Friedrichsseldc siegte gegen Alt- Wedding II 13: 13 und rang unentschieden 14; 14 gegen Tegel und Luckenwalde. Tegel verlor gegen Luckenwalde 8: 20, gegen Alt-Wedding II 10: 18 und rang unentschieden gegen Lichtenberg-Friedrichsfelde 14: 14. Einigkeit 26 verlor gegen Alt-Wedding I 2: l2, gegen Lichtenberg-Friedrichsseide 7: 2l und gegen Saron-Brandenburg 9:19. Saxon-Brandenburg gewann gegen Einigkeit mit 19: 9 und verlor gegen Alt-Wedding I 2: 26. Luckenwald« siegt« gegen Tegel 20:8 und rang unent- schieden gegen Lichtenberg-Friedrichsfelde 14:14. Mit diesem Resultat wird es dem Anwärter auf die Kreis- meisterschait nicht leicht sein, die Oberhand zu bchallen; Luckenwalde und die ausstrebenden Lichtenberger werden alles aufbieten, um mit ganz vorne zu sein. Im zweiten Abschnitt kämpfen nun folgende Mannschaften: 24. März: Tegel gegen Saxon- Brandenburg(Binder) und Alt-Wedding II gegen Luckenwalde(Dictzc). 25. März: Einigkeit 26 gegen Tegel (Äoselitz). 29. März: Saxon-Brandenburg gegen Alt-Wedding II (Dietze) und leg«! gegen Alt-Wedding I!(Fischer). 1. April: Lichtenberg-Friedrichsfelde gegen Alt-Wedding l(Höhne) und Saxon- Brandenburg gegen Luckenwalde(Frvhne). Die Kämpfe finden beim erstgenannten Verein statt und ist dementsprechend mit den Vereinen in Verbindung zu trete». Der eingedämmerte Name ist der unparteiische Schiedsrichter. Sftdtekampf im Ringen Wittenberge- Berlin. Am ersten Oiterseiertag fährt Sportllub Frischauf-Friedrichs- Hagen nach Wittenberg«, um sich dort mit dem Verein Freiheit 07 Im Kampfe zu messen; umrahmt wird dieses Treffen von einem Ärtlstenprvgr«am» an dem sich Artisten des 4, Kreises betMgen, M*s �l�ttCkerjagl-: Rur zwo Leiche». Der wahnsinnige Kamps um den S chn e l l i g k c i i s r e k o r d, den der Engländer Sc>rawc und der Amerikaner Lee Bible am Strande von Flörida aüsgefochten haben, hat leider zu schnell mit dem Tode des Amerikaners und eines Unbeteiligten ein Ende gefunden. Das sensationsgeile Publikum des Weltluxusbades ist nicht auf seine Rechnung ge- kommen. Ein Ersatzmann für den taten Rekordmann scheint im Augenblick nicht vorhanden zu sein, so daß man sich nach einer anderen Sensation umsehen muß. Lange wird man aber aus eine Fortsetzung des wahnsinnigen Treibens nicht zu warten brauchen, denn die Söhne van USA. werden darauf brennen, das Andenken ihres toten Landsmannes durch neue Rckordtatcn zu ehren und de» Ruhm der Doliornatian zu mehren. Gott gebe ihnen allen einen schmerzlosen Genickbruch!» •* Zeitgemäßer Sport. Vor kurzem hat ein Mann einen nen- artigen Rekordversuch unternommen. Er lzot viele Stunden unbe- wegsich auf einer Stelle gestanden, ohne sich durch irgendwelche Em- Wirkungen beirren zu lasten. Diesen neuen Sport hat, wie wir hören, der hiesige Turn- und Sportverein„Fichte" aufgenommen. Die neue„Sparte" fall darauf trainieren, daß der Verein immer sest auf dem Boden des ollerneuestcn Ettibriefes steht, was bisher noch immer nicht resttos gelingen wollte. Die Uebung wird auch bewirken, daß, wenn alle Säulen Moskaus zu wanken beginnen, „Fichte" unerschüttert dasteht, wie einst der Thron der.Hohen- zollem. Das walte Statin! «- Im Zeichen der Sporagnes. Man wirst der heutigen Reichs« rcgicrung vor, daß sie nicht zu sparen verstehe. Mit Unrecht. Sie hat, gorx; ans eigener Einsicht, vom Sporifonds zweihundert- tausend Mark— man muß das in Buchstaben setzen— gespart. Da durch ist der Zehnmilliardenetot um einen gar nicht zu errechnenden Bruchteil gesenkt worden. Das soll man anerkennen. Und die Sportpreste hat nicht einmal protestiert. Die Sportler können, wo alles„spart", auch nicht aLein verschwenderisch sein. Die Fama will übrigens misten, daß der Sportfonds bisher zu hoch gewesen ist; man Hot den Zaster angeblich nicht völlig an den Mann bringen können. Dos wäre dann ein Beweis dafür, wie bescheidene Leute doch die viel gescholtenen Sportler sind.— Nun sollen die Fonds ganz beseitigt werden, olles soll in den Etat kommen. Einverstanden! Die Welt darf sehen, wie wir schwelgen. verlin. werde warm! Das ist lein Appell gegen die Polar kälte, die ja nun bis auf die Eisberge auf den Flüssen und die Kohlenknappheit überwunden ist. Das ist ein Notschrei der Fußballer. denen das Berliner Publikum zu hundeschnäuzig ist. Ein Fußballspiel ohne oratorischc Mitwirkung des pp. Publikums ist ein Gericht ohne Würze. Die„Fußballwache" macht nun sehr nette Vorschläge, wie den„großschnäuzigen" Berlinern die Kaltschnäuzig- keit abgewöhnt werden kann. Es fehlt an richtigen Parolen, das ist die Ursache! Man ist daher bei den Kommunisten in die Schute gegangen und hat nach dem berühmten Muster:„Wer hat uns vcr- raten...?" wirkungsvolle Sprechchorreime für das Publikum zu fammengestellt. Hören wir:„Ha, ho, he— Hertha- BSC." oder„Hipp, hipp, ra— B o r u f s i o", oder noch bester: „Frisch, frei, fair— kämpft. dc.r Bär". Dazu sollen dann Fähnchen geschwungen werden. Plan muß zugeben, daß diese Chorwerke besser klingen als die bisher beliebte» Pfeiskonzsrte und das eintönige Geschrei über Schiebung. Wenn es dazu noch Preise gibt, wie das der Verfasser vorschlägt, dann wird sich schon die richtige Theatercloque bilden und die Fußballspiele werden an An- zichungs- und Kapitalkraft gewinnen. Zcbulscbvunmfest. Am Sonntagnachmittag trasen sich die Schuten, die im Stadi- bad Odcrberger Straße Schwimmunterricht erteilen, zu sriedlichem Wettkampse. Der Verlaus des Festes zeigte, daß dys Schul schwimmen an Breite zunimmt. Trotzdem die Kälteferien am Schlüsse des Halbjahres die Vorbereitungen für die Wettlämpfe gerade in der besten Zeit stark behinderten, licserten sich die jtigcnd- lichen Kämpfer spannende Kämpfe bis ins Ziel. Das S t i l s ch w i m m c n f ü r M n d ch e» b röchle die 95. Volksschule in bestechender Art an sich. In der Schulbniststasfel 8X23-Meter siegte die 248. Mädchenschule, bei den höheren Schulen die 8. Mädchenmiiielschule. Beim S t i l s ch w i m m e n d e r Knaben lag die 204. Schule m Front. Die Knabenbruststasfel 10X50-Meler sah die 296. Schule in der recht guten Zeit von 8:1,4 als erste am Anschlag. In der Schnellstilstassel(Crawl) siegte über acht Bahnen die 15.. Schule. Sondervorführungen von Wasserspielen, Einzel- und Grlippensprmgen, Transport- und Rettungsschwimmen gaben dem Fest einen netten Abschluß und- entlockten den zahlreich erschienenen Eltern starken Beifall. Die Sieger treffen am 22. und 23. März im Lunabad auf ihre Gegner aus den anderen Stadt bädern und haben starke Aussicht, in den vom Sladtamt für Leibes- Übungen ausgeschriebenen und durchgeführten Endkämpfen um die Meisterschaften der Berliner Schulen beste- Plätze zu belegen. _ Te»nis-Rol auch in Neukölln. Um den bundestreuen Arbeiter- Tennisspielern in Neukölln Spielmöglichkeit zu geben, eröffnet Tennis-Rot Groß-Bcrliii im Volkspark NeiitLIIn eine neue Abteilung. Die Gründungsversammlung findet am 21. Marz, 20 Uhr, im Ca sc Reinhardt, Hascnheide 57, statt. Auskunft über die neue Abteilung erteilt Albert. Compagnini, O34, Weidenweg 67. Arbeilersportkarlell Treptow. Morgen, Mittwoch. 19'A Uhr. findet bpi Borgmann. Baumschulenweg, Baumschulen Ecke KiesHolz- straße, eine Werbeoeranstaltung der Jungs oziali st cn mit dem Thema:„Die Jugend gehört in die Partei" statt. AU« dem Bezirkskartell angeschlossenen Organisationen schicken die Jugendlichen zu dieser Veranstaltimg. Utfettnsnerttartell Zri«dnch»bai». Monlaz, 2S. Mär», i» Uhr, im«ifin. rrntaerhcim Brommystr. J, florhnfitmnp, zu t>«i tut S)otug0 Ill)r.:>.-i Lehnigk. ZWHlsnfir. bS. Sn-uoot Mitte. Gruvpcnoersaimnlung Sonnabrno, 23. März, 20 Uhr, bei Arndt, Lchrödrrstr. 2, Porstandsmitglirdcr eine Etnudc früher. ZTSB.. Bezirk Saolsdorj.Snd. Raticeime, 17 Uhr, im �Zägerhcim', Monatsversammlung. 18 Uhr Narftandssituing ebenda. «SS., Hacke,,.-Auherordrnllich« Hockeniihung Dannerstag, 2l. Mörz, 20 Uhr. bei Wegner. Zsaanikfvrter Wee. 1. vftrrfeicrtag: Spiel ASC. 1— Leipzig.-Nm,-.. teiir« 1; Vlah und AntongGeit wird an dielte Stelle nach Mannte sfltünt. SitSBatfs ZitSS. Ueduwg, stünde jeden Tienstog»an 20—22", Uhr im AeukSllner Der einshaus, Hermannftr. 11 fHerwairnplah). Zntereisenten joderzeit mfffi'ii'Mrft. aoefchrrst:%cifl SPtohnedc«!9rrf*w'-i7VTTT'ift tf Ji M.. Neues presserecht in Llngarn. Ausnahmegeseh gegen die Gozialdemokraiie. Dns �cgenrcvo?util»iär« Regnue Ungarns unter Führung de» Grafen Licphan Bcthle» hat eine Prrßgesetznooclle eingebracht. Der Entwurf verwischt auch die letzten Tpuren der Prehfieiheit; er verpflichtet die Unternehmungen zur Erlegung einer Zeitungs- k a u t i a» von 50 000 Pengii. Verfasser, Redakteur, Herausgeber können gemeinsam verant- wortlich gemacht werden. Geht das nicht, so kommt der Buch- d r u ck e r vor Gericht. Mit Gctdstrafe ist bedroht, wer Mitteilungen verössentlicht, die öffentliche Urkunden oder öffentliche Vcrhand- lungen des Reichstags, der Parlamentsausschüsse, der Behörden oder durch Gesetz konstituierter Störperschaften. sei es vorsätzlich, sei es fahrlässig in nicht getreuem Geiste und nicht wahr- heitsgetreu verössentlicht, wenn die BerösDntlichung den guten R u f des Reichstags, der Parlanientsausschiisse usw. schädigt. Die Mitteilung gilt als niäü in getreuem Sinne und nicht wahrheitsgetreu veröffentlicht besonders dann, wenn die Ueber- schrift dein Inhalt der Mitteilung nicht entspricht, wenn der Tat- bestand entstellt oder wesentliche Teile verschwiegen werden. Erpressungen wird Tor und Tür geöffnet durch die Be- stimmung, wonach im Falle der Verleumdung, Ehrenbeleidigung, Kredilfchädigung der Privatkläger seinen Antrag darauf beschränken kann, daß das Gericht ohne Strasbemessung die verantmn etlichen Personen lediglich zur Vergütung seines materiellen oder ma- ralischen Schadens verpflichte. Di« Arbeiterpresse hat schon in den letztverflossencn Iahren sehr traurig« Erfahrungen gemacht. Unter dein Vorwand der Beschleunigung des Verfahrens wird der Beschuldigte verpflichtet, seine Beweise und Dokumente binnen acht Tagen nach Einleitung de» Versahrens— ohne noch eine Anklageschrisl erhallen zu haben— einzureichen. Einwände gegen den Beschlus; des Anklagesenats und gegen die Anklageschrift gibt es nicht. Als die Sozialdemokratische Partei vom Justipninister Zsitvay zu einer Besprechung des Gesetzentnnirss eingeladen wurde, antwortete sie, an der Enquete nicht teilnehmen zu können, da sie diesen Eulwurf nicht einmal als Grundlage einer Verhandlung an- nehmen könne. Sie forderte die Wiedereinführung der G c s ch w o r e a e>i g c r i ch t e für Prefsevergehen und unverzügliche Außerkraftsetzung der für den Kriegsfall geschaffenen Ans- n a h in e v e r f ü g u n g e n, die dem Minister erlauben, eine Zeitung zu verbieten, die Herausgabc eines neuen Blattes vom Ministerpräsidenten abhängig machen und mit der Einrichtung der Straßcnverkauferlaubnis, also mit einem dreischneidigen Da- inoklesschwcrt, lieutc— mehr als zehn Jahre nach Kriegsende— in Ungarn die Meinungsäußerung der Volksmassen zu hindern. Mit Ausnahme der Sozialdemokratischen Partei nahmen an dieser Enquete sämtliche politischen Parteien, an der Presse inter- esfiertcn Körperschaften und führend« Persönlichkeiten der un- garischen Journalistik teil. Ihre Kritik der Vorlage war mit ge- > inger Ausnahme eine abfällige und ablehnende. Sobald sie aber von der Regierung die beruhigende Erklärung erhielten, daß es sich nur um die Abwehr von Angrissen gegen die staatlich« und gesellschaftlich« Ordnung handelt, schlugen auch sie einen anderen Tcn an und neigten dem Entwurf ein gefälligeres Ohr in dem Bewußtsein, daß es hier einzig allein nur gegen di« Sozialisten geht, die bürgerliche Presse aber, die treue Dienerin der staatlichen und gesellschaftlichen „Ordnung", von diesem Ausnahmegesetz nichts zu befürchten hat. Dick aufgetragen. Amsterdammer als„Opposition�. Ueberall kaimnunistische Erfolge! Die Tarifkommissionen der Berliner Gcmeindearbeiter, in denen der Einfluß der Kommunisten gleich Null ist, haben den Schiedsspruch einstimmig abgelehnt. Warauf die„Rote Fahne" heute morgen stolz verkündet:„Ein Erfolg der Opposition." Wenn das Blatt außer dem Beschluß auch den Kommentar der„reformistischen" Ortsoerwaltung oeröffenllichr hätte, w�e es der„Vorwärts" getan hat, dann wäre die Flunkerei von dem Erfolg der völlig abwesenden„Opposition" weniger einfach gewesen. Aber nicht mir die„reformistischen" Tariftommissionen werden in„oppositionelle" umgetauft. Auch von den Gasarbeitern wird behauptet, die Opposition habe die Aufstellung der Kandidaten zum Betriebsrat auf dem Wege der Urabstimmung gefordert. Diese Forderung sei aber von den Sozialdemokraten abgelehnt worden. Tatsächlich ist gegen den Widerspruch der Kom- m u n i st e n beschlossen worden, durch Urabstimmung(Unorganisierte gibt es dci nicht) die Aufstellung der Kandidaten vorzunehmen. Run fürchten die kommunistischen Drahtzieher mit Recht, daß ihre Leu:e dabei nicht gut abschneiden werden. Daher das einfältige Märchen. Aber vielleicht versucht es die KPD. auch dort mit einer eigenen Liste?___ Was sie überwinden wollen. Mit Hilfe der Llnorganisierten. Auf dem Bejirksparteitag der KPD. in Berlin klagt« der Be- richterstatter, daß die Orgonisierung der Wirtschaftskämpfe noch immer nicht eine Angelegenheit der KPD. insgesamt sei,„sondern sich mehr oder weniger auf die eigentlichen Gewerkschastsfraktionen beschränkt. Es ist auch noch nicht überwunden die gewerkschasttiche Einstellung breiter Parteitreise." In der Diskussion führte ein Redner aus:„Wenn den Frak- tioncn der Vorwurf gemacht wird, daß nicht aggressiv vorgestoßen wird, dann fällt dieser Vorwurf auf die bisherige Arbeit der Ge- mcrkschaftsabteikung zurück. Unter Liquidierung aller revolutionären Tendenzen hat der Bezirkspacteitog die Aufgabe, eine Gewerkschafts- abteilung zu schaffen, die einen wirklichen Generalstab bei den kommenden kämpfen(Gewcrkschastskämpsen! D. Red.) darstellt." Ein anderer Kommunist„stellt in den Mittelpunkt die größere Hcrausarbeitung unserer(der kommunistischen) Taktik bei den Be- triebsrätewahlen: die Linie der Partei muß von vornherein eine Offensiv« sein mit dem Ziel der Herstellung der Einheitsfront von unten zur Brechung des reformistischen Gewerkschastsmonopols. Wir müssen heute allerdings offen sagen, daß diese offensive Taktik nur teilweise angewandt worden ist, die Wendung der Partei ist erst eine halbe." Mit der hier offen angedrohten Sprengung der Ge- werkschasten durch di« KPD. war Frenze l nicht ganz ein- verstanden. Pon seinen Ausführungen sagt der Bericht, er„vor- teidigt seine Gcwerkschaftspolitik unter Ausrechtcrhaltung des ver- fähtrierffche« JtapRfltenfmffimfcptmft««®, Vtfo fast awstSPustress, falls er nicht bald die„neue Linie" anerkennt. Die„Ueberwinder" halten es schon für überftüssig, ihre Gewerkschaftsfeindschaft zu verschleiern. Hand in Hand mit den „klassenbewußten" Unorganisierten gegen die Gewerkschaften, dos ist die KPD.-Parole. Doch mit dem„U e b e r w i n d en" wird es de» Drahtziehern nicht besser gehen als mit der„Eroberung" der Gewerkschaften. Wahlrechisraub in Rußland. 73 ovo Moskauer ohne Wahlrecht. In Stadt und Gouvernement Moskau ist für die Sowsei- ivahlen das Wahlrecht 131 485 Personen aberkannt worden, von denen 73 000 aus die Stadt Moskau entfallen. Im Vergleich zu den vorigen Wahlen ist die Zahl der Wahlrechtlosen in der Haupt- stadt um 29 000 vermehrt. Gegen die Aberkennung des Wahl- rechts laufen immer wieder Beschwerden ein und die Sowjetpressc gibt zu, daß viele dieser Klagen berechtigt sind und das Prä- fidi-um des Zcntralexekuiiokomitces beschloß, die Liste der Wahl- rechtlosen einer Revision zu unterziehen, da die Wahlinstruktion von einigen Wahlkommissionen falsch angewendet worden sei. Wer kein Wahlrecht hat, bekommt da, billige rationierte Brot n i cht I_ Frau Holh wieder vor Gericht. Die Zuchthousurteile wegen Meineides. Seil mehreren 3ahrcn schon erscheint Frau Ellen h o l h als Angeklagte in Moabit, heute handelt es sich um ihre Berufung gegen zwei Schöfsengerichtsurteile. durch die sie zu je einem 3ahr Zuchthaus wegerz Verleitung zum Meineide verurteilt war. Die Verhandlung findet vor der Großen Strafkammer des Langerichts I statt. Der Name der Frau Holtz beschäftigte zum ersten Male die Oessenttichkcit, als sie 1923 wegen Ermordung ihres Mannes, des früheren Hauptmanns, damaligen Privatdetektivs, angeklagt war. Sie wurde vom Schwurgericht freigesprochen, da das Gericht Notwehr annahm. Frau Holtz führte dann das Geschäft ihres Mannes weiter und stellte für einen Gastwirt aus Königsberg Ermittlungen an, der wegen einer angeblichen A b- treibung dauernden Erpressungen ausgesetzt war. �lus der Assöre entstand aber nachher«in« Slnzeige Burgers gegen Frau Holtz gleichfalls wegen Erpressung, und die Dctektivin wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Frau Holtz legte Berufung ein und fuhr nach Königsberg, um Material gegen den Gastwirt zu sammeln. Diese Materialsammlung hatte nun ober mehrer« Anklagen wegen Verleitung zum Meineid zur Folg«: denn sie wurde beschuldigt, die Belastungszeugen in räsfi- nierter Weise z» Meineiden oerleitet'Z» haben. Tatsächlich hat das Schöiicngericht die Ueberzeugung gewonnen, doß sie zwei Wirt- fchafterinnen des Gastwirtes durch ihre suggestive Art zu falschen Aussagen bestimmt hat, und sie wurde deshalb in zwei Fällen zu Zuchthaus verui-teilt. Das erste Urteil wegen Erpressung ist gleichfalls rechtskräftig geworden, doch betreibt Frau Holtz ein Wiederaufnahmeverfahren, da der Gastwirt inzwischen nach großen Betrügereien nach Südamerika geflohen ist und deshalb in einem ganz anderen Lichte erscheint. Bei ihrer heutigen Vernehmung sagte sie aus. daß sie lediglich nach Königsberg gereist fei, um die W a h r h e i) zu ermittel». Niemanden habe sie zu falschen Zlusfage» verleiten wolle». Meiler für Berlin: Heiler und trocken, nachts leichte Boden- fröstc. Tagestcmpcratliren wenig oerändert. Meist schwache Lust- bewegung. Für Deutschland: Ueberall Fondauer des beständigen Witterungscharaktcrs. PROGRAMM för die Zeit vom 19. bis 21. März I N O-T A F E t PROGRAMM für die Zeit vom 19. bis 21. Mürz ©IOIG Potsdamer Strafe 38 Der Mann, der lacht mit Conrad Veidt Der Expre�reitcr ron Texas Rheinstraffe 14 k&'Ä) Die Kosaken mit John Gilbert (10 Akte nach einer Novelle von l.co Tolstoi) Das gute Beiprogramm Odcon, Potsdamer Str. 7 5 Waterloo mit Otto Geböhr JajJd auf Nilpferde und Düffel Jugendliche haben Zulri« Turmstraf>e 12 Fränleln Fähnrich, ein Marin c- schwank mit Mary Parker Rln-Tin-Tin und die Goldgräber Em Abenteuer in 6 Akten Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet Serenissimus und die letale Jungfrau Das Findelkind von Singaporc 8 spannende Akte c Nordwesten Welt-Kino Alt-Moabit 99 Der weifte Sdsefk Die B Ochse der Faadora Schöneberg Alhambra Be�watÄ4iU Schöneberg, Hauptstr. 33 Das Karussel der Löge(Fröhlich) Kohlhiesels Töchter mit Henny Porten DQhnenschan Titania(ui. Sdloneberg) Hauptstraße 49 2< iroßfilmc; Stürme m. LiKan Gish Seine große Liebe Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7. 9.15, Stg. ab 4 Uhr Werktags bis 7 Uhr von 60 Pfennig an Liebe mit Elisabeth Bergner Der Schrecken der PrlrTe ■ Steall««■ Titania-Palast Slcgliur, Schloßstr. 5, Ecke Outsmuthsstr. Beginn: W. 6.30, 9. Stgs. 4, 630, 9 Uhr Moderne Mütter mit Irene Rieh Regie: Hovard Brctherton Ajf der Bfihne:• The Ynaas > ftl«htor>eldo-wo«t> Hl T i Wochentags 6.30. 9 Uhr "K-ft.» Stg. 5. 7, 9. 3 Uhr Jug.-V. iindenburgdamm 58a Die Hölle der Heimatlose-, Aber das Fleisdi ist schwach mit Swanson Fiim-Paiasi Kammersäle Teltower Str. 1-4 Beginn 6 U- Die BQdbse der Pandora(Lulu) mit Luise Brooks, Fritz Kortncr Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5, 6J0 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Das Phantom der Oper Karussell der Löge mit Nik. Kolin, G. Fröhlidi U Südosten M Filmeck Begi"nW: Film-Palast Blankenburger Straße 4 Wenn ein Weib den Weg verliert Mein Hers ist eine Jazzband mit Ly* Mar* BelnlcKendorf-Ont Bürgergartcn-Lichtsp. Hauptstraße 51 und Lindauer Straße Die Vierte von redits mit Ossi Oswalds Ein Grab am Nordpal Bfthaentdwn