Morgenausgabe JIM 37 A 69 46. Jahrgang WöchentNch SS Pf, monatlich Z.60M, im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands- obonnement 6.— M. pro Monat. Der„Vorwärts- erscheint Wochentag- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Derlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund-. Ferner „Unterhaltung und Wissen-,„Frauen- stimme".„Technik".„Blick in die Bücherwelt" und„Jugend-Dorwarts- Berliner Volksblatt Zreitez 2!. Marz 1929 Groß-Äerlin 10 Pt Auswärts 15 p-;. Die einspaltige?impar Städten Haussuchungen und zahlreiche Vcr- Haftungen vorgenommen. Die verhasteten Personen wurden ebenso wie die am Mittwoch verhafteten 31 Kommunisten nach Meerut gebracht. Unter der von der Polizei beschlagnahmte» Literatur befindet sich merkwürdigerweise auch das Buch von Vernarb Shaw über den Sozialismus und viele sozialistische Schriften d�s Führers der britischen Arbeiterpartei Ramsoy Macdonald. Der Unterstaatssskretär ron Indien teilte am Donnerstag im britischen Unterhaus mit, daß die englische Regierung das Vorgehen der indischen Polizei billigt. gleichzeitig dem Erzeuger günstigere Preise für seine Pro- dukte und dem Verbraucher mäßige Lebensmittel? preise zu sichern, braucht dem„Vorwärts"-Leser nicht be- sonders auseinandergesetzt zu werden. Die große Frage ist nur, ob die Situation heute bereits politisch reif für ein solches Vorgehen ist, und gerade an diesem Punkte muß die Hemmungslosigkeit und Sinnlosigkeit der Zollforderungen, die sich in dem gleichen Einheitsprogramm finden, ebenso mißtrauisch und bedenklich stimmen wie die rein demagogische Zollpolitik, die sich die bürgerlichen Parteien noch in der letzten Woche im Reichstag geleistet haben. Di« Lage in der' Landwirt- schaftspolitik ist vielleicht niemals kritischer und entscheidungs? schwerer gewesen, als in der Gegenwart. Auf der einen Seite eröffnet sich der Ausblick in eine neue Aera der landwirtschgft- lichen Preispolitik, in der Erzeuger und Verbraucher gemein- fam daran gehen, die Preisschwankungen und die Zufallsein- flüsse des Weltmarktes auszuschalten und Ordnung in die völlig verfahrenen Verhältnisse im Absatz der landwirtschaft- lichen Erzeugnisse hineinzubringen. Auf der anderen Seite scheint die unüberlegte Gesetzesmacherei der bürgerlichen Parteien immer hemmungsloser in eine agrarische Schutzzollpolitik ödester und hoffnungslosester Art hineinzuführen, bei der es für die Sozialdemokratie nichts anderes geben kann als f ch ä r f st e Opposition. Bei den landwirtschaftlichen Organisationen und ihren Führern liegt es. das, was konstruktiv und organisatorisch längst reif ist, nämlich die P r e i s st a b i l i s i e r u n g auf der Grundlage ehrlicher Verständigung zwischen Erzeugern und Derbrauchern, auch politisch reif zu machen. Sje haben in jahrzehntelanger Agitation den Zollaberglauben bei ihren Anhängern großgezogen, den sie heute nur schwer wieder aus- rotten können. Die Landwirtschaft muß endlich einsehen, daß ein Zöllchen hier und ein Zöllchen dort an ihrer Not- läge und an ihren Rentabilitätsbedingungen nicht das ge- ringst« ändert. Sie muß erkennen, daß Zollerhöhungen, die im klaren Bewußtsein ihrer Wirkungslosigkeit aus rein demai gogischen Gründen durchgedrückt werden, ebenso ein Ver- brechen an der irregeleiteten Landwirtschaft wie an der Verbraucherschaft sind, und daß es ohne Ver- ständigung mit den Verbrauchern keine wirkliche Hilfe für die Landwirtschaft gibt. Mag der Kurs der Agrarpolitik nun wirklich, wie die „Deutsche Tageszeitung" triumphierend feststellt,»och einmal in die Bürgerblockpolitik von Landbunds Gnadin hinein- führen, mag man nochmals gerade den ärmsten Schichten der Verbraucher das Auslandsschmalz, die billige Leberwurst und das Stückchen Fleisch verteuern, der Landwirt- schaft kann man durch alles das nicht helfen. Das neue Einheitsprogramm erkennt ja selber in seinen positiven Teilen die völlige Sinnlosigkeit dieser alten Mittel an. Der neue Weg, den das Programm andeutet, die Preis- stabilisierung und die Ordnung der Märkte, kann nur auf der Basis gleichberechtigter Zusammenarbeit von Erzeugern und Verbrauchern beschritten werden, und die Sozialdemo- kratie kann aus dem Einheitsprogramm jedenfalls so viel feststellen, daß die Zeit und die geistige Entwicklung für sie und in ihrem Sinne arbeitet. Landwirtschastsvertreter bei der Neichsregierung. Amtlich wird mitgeteilt: Als Vertreter der Landwirtschast sprachen heute bei dem Reichsminister für Ernährung und Land- Wirtschaft Dietrich die Herren Brandes, Schiele, Her- in e s und Fehr vor. Die in der Presse veröffentlichte Deitfschnst wurde eingehend erörtert. Der Reichsminister stellte fest, daß er be- reits einen bestimmten Vorschlag zur Regelung der Getreidepreise gemacht habe, und daß im übrigen auch die jetzt von landwirtschaftlicher Seite vorgeschlagene Lösung schon im Herbst vorigen Jahres erwogen und nach ollen Richtungen hin durchgeprüft worden fei. Um die Vieh- und Fleischpreis« zu bessern, habe die Reichs regierung eine Reih« von Maßnahm«» in die Wege geleitet, so die Ungleichung der Viehzölle an die Fleischzölle, die Aussperrung des bisher noch zugelassenen Büchsenfleisches, die Erhöhung des Schmalzzolles: endlich sei auch ein Gesetz unterwegs, welches für eine einheitlich« Handhabung der Seuchenpolijei in den Siegten, v schlachthöfen Sorge trage Die Organisation der Milch- und Mol kereiwirtschast sei in vollem Gange und das verlangte Milchgesetz bekanntlich vor einigen Tagen den Landesregierungen und Inter- esfenten zur Stellungnahme zugeleitet. Im Anschluß an die Besprechung beim Rcichsministcr Dietrich empfing der Reichskanzler die vorgenannten Herren und nahm ebenfalls ihre Vorschläge entgegen. Der Herr Reichskanzler stellte s o s o r t i g e II e b e r p r ü f u n g der Anregungen in Aussicht und bemerkt«, daß das Reichskabinett sich bereits wiederholt mit den einschlägigen Fragen besaßt habe. Es gelte zurzeit neue Weg« zu finden, um die Notlage der Landwirtschaft zu beheben. Austakt zum„Tag des Buches" Oeffeniliche Kundgebung im Reichstag. Es ist hier bereits darauf hingewiesen worden, welche Ziele die große ganz Deutschland einbeziehende Veranstaltung„Tag des Buches" verfolgt und weiche Bedeutung sie für das deutsche Prole- tariat gewinnt. Kurz zusammengefaßt, die kulturellen und wirt- schaftlichen Verbände haben sich zufainmengeschlosfen. um durch Propaganda zu versuchen, dem Buch wieder die alte Welt- g e l t u n g zu oerschaffen. Es ist eine Art von Protest gegen die fortschreitende Entgeistung und Mechanisierung der Gegenwart. Eine Kulturausgad«. in die auch die Arbeiterschaft einbezogen werden muh. Daß gerade ihr die materiellen Mittel fehlen, verschärft die kritische Situation des Buches, die vielleicht nur getost werden kann, wenn man sich endlich zu einer entschiedenen Verbilligung entschließt. Der Tag des Buches fand gestern seinen Auftakt in Berlin durch eine' öffentliche Kundgebung im Plenarsaal des Reichstags, die unter dem Protektorat des Reichsinnenministers Severins stand. Noch der kurzen Begrüßungsansprache de« früheren Reichs- minister, Dr. Külz ergriff Severing das Watt, um einen Heber- bvck über die Richtlinien der veranstalloag zu geben. Er wurde zunächst von Zwischenrufen radikaler cherren unterbrochen, die aber bald au« dem Saal entfernt wurden, so daß man zur Tagesordnung übergehen konnte. Die Gegenwart steht im Zeichen des Sports, so führte Sev«° ring au«, und Sport ist an sich ein sehr schönes Ding, aber leider vergißt man, daß die alten Kulturvölker neben einer ausgiebigen sportlichen Betätigung auch durchaus dos Geistige pflegten. Das Auch soll nun das Regulativ für die übersteigerte Freude am rein Körperlichen sein. Allerding» kann man wohl mit Recht anführen, daß dt« Nerven des modernen Deutschen durch Krieg und die Wirren der Nachkriegszeit abgespannt sind, so daß er keine rechte Lust zum Lesen findet. Besonders nicht zum Lesen gehaltvoller Bücher, die über ein Durchschnittsniveau emporragen. Es gilt, die Freude am Lesen wieder zu erwecken. 'Aber, und hier beginnt das Problem, es handelt sich nicht nur darum, ein ausnahmewilliges, sondern auch ein auf- nohmefähiges Lesepublikum zu schaffen, und hier berührt man die allgemeine Wirtschaftslage. An sich erscheinen heute in Deutschland sehr viele Bücher, und auch gute Bücher, aber finden sie auch dos breite Lesepublikum? Kaum! Die Arbeitermassen müssen dem deutschen Buch zugeführt werden. Dadurch wäre ein Problem des deutschen Buchhandels gelöst, nämlich die Frage nach der höheren Ausloge. Äi höher nun jedoch die Auflage ist, desto leichter die Erreichung einer Verbilligung. Aus all diesen angeführten Gründen ist es notweirdig, ein breites Publikum zu gewinnen. Es handelt sich also hauptfäihlich um geistige Probleme in den Ausführungen Seoerings, und auf diesen Generalnenner gingen auch alle die Ausführungen auf, die sich mit irgendeiner Frage des Buches beschäftigten. Etwas übersteigert war das Refe- rat Dr. Leo Weismantels über „Such und Ho«". Er kommt zu keiner klaren Entscheidung, welches Buch gut und empfehlenswert ist und welches nicht. Da? ist sehr schwer, aber Weismantel gibt seiner Grundeinstellung kein scharf umrissenes Ge- ficht. Daneben sehr Gutes. Er sagt z. B.. Bolksschriftsteller müßten das Volk zu begreifen suchen, und zwar das gegenwärtige moderne Volk. Zu einer Z e i t k r i t i t kommt der Jenaer VerlegerEugen Diederichs in seiner Betrachtung über die ftnfis de» deutschen Buche». Gutes Buch bedeutet ein Buch, dos das Leben auszudeuten versucht und es nicht durch überspitzte Psychologie, Sexualität oder Freude am Abenteuer zerfasert, verengt oder umdichtet. Di« Zeit ist«nftee Literatur nicht günstig. Das Tempo des Lebens ist derart ge- steigert, daß der moderne Mensch nicht in innerer Kanzentration Entspannung sucht, sondern in der Sensation, die er überhaupt als das Wesentlichste des Lebens ansieht. Für ihn ist der Fortschritt der Technik das wichtigste Lcbensmoment. Die sogenannte neue Sachlichkeit bleibt deshalb der treffende Ausdruck dieser Gesinnung. Es kommt darauf an, den Weg wieder zurück zum Geist zu finden durch Verwurzelung des Menschen in Bode» und Natur. Es gilt, die Natur, die Geschickste und das Volk zu verstehen. Dies ist heute nicht der Fall, und deshalb leben wir in einer Krifis des Geistes und damit des Buches. Weil der Mensch der Natur entfremdet ist, fühlt er sich innerlich unsicher. In einer Neubelebuirg des religiösen Gefühl? glaubt Diedench das Heil zu sehen. Walter v. Molo betrachtet das Problem des Buches vom Standpunkt des Dichters und Schrisistellers. In Deutschland werden nur Werke gelesen, die aktuelle Themen behandeln und hauptsächlich aktuelle Tagesfragcn. Das kommt daher, well das Volk über sich selbst, über sein Wollen und Fühlen klar sein möchte. Das Publikum ist jetzt z e i t i n t e r e f f i e r t e r und deshalb muß der moderne Dichter die Welt mit den Augen eines modernen Menschen ansehen, auch wenn er beispielsweise historische Roman« schreibt. Die Blick- «instellung kann nur die des Gezenwartsmenschen sein. Diese For- derung ist begrüßenswert, aber man darf dabei nicht die Schatten- feiten übersehen. Das deutsche Publikum ersehnt den D i c n st an der Zeit: aber es laust Gefahr, das Zeitqktuelle über das Dich- terifche zu stellen. Früher gefielen sich viele llnbegabtheiten in der Pose des weltabgewandten Dichters, heute dagegen in der des götterstürmendc» Revolutionärs um jeden Preis. Der Dichter muß sich von dem Schielen noch dem Beifall gewisser Grüppchen frei machen. Er muß der Gesamtheit dienen als Bswahrer des Volkstums. Am Schluß sprach Genossin Professor Anna Sicmsrn über da Thema: „Buch und Leser". Sie begann mit der geschichtlichen Entwicklung des Buches. Im Mittelalter gab«s noch kein Publikum in unserem Sinne. Man schrieb im Grunde für Bekannte und Freunde. Erst die Buch- druckerkunst schuf das unbekannte Publikum. Und man darf nicht übersehen, daß dos Buch ungeheuer viel zur Demokratisierung der Well beigetragen hat in dem Moment, in dem es Massenartikel wurde. Leider ist es noch nicht Massenartikel genug. Dos Publi- kunr. dos nach Büchern perlangt, ist in letzter Zeil unendlich ge- wachsen und setzt sich aus ganz neuen Gesellschaftsschichlen zusammen. Man muß deshalb dazu schreiten, neu« Verknüpfungen zwischen Puch und Leser zu schaffen. Wo sind aber diese Ein- richlungen und Organisationen zu finden? Di« Familie genügt nicht mehr wie früher. Hilfe muß von freien und amtlichen Organi- sationen kommen in einer Zusammenarbeit von Schule und Haus. Doch damit ist erst der Ansang gemacht. Die Schwierigkeit d«? Aufgabe besteht ja darin, daß die Erwachsenen mit dem Buch zu- sainmengesührt werden müssen. Amtlich geschieht dies durch Bibliotheken und Lesehallen, durch Organisationen noch künstlerischen, wissenschaftlichen, weltanschaulichen, politischen oder fachlichen Ge- sichlspunkten. Am stärksten ist dies, Arbeit da ausgeprägt, wo die geistige Not am stärksten empfunden wich, nämlich in der deutschen Arbeiterschaft! Wie Waller v. Molo sieht auch Anna Siems«» den Willen des Publikums zur zeitbestimmten Literatur. Die Schriftsteller schreiben im Hinblick auf bestimmt« Kreise, die mit ihrem Denken und Fühlen in lebendiger Beziehung stich. Verstärkt wird diese unmitteldore Wirkung zwischen Verfasser und Publikum noch durch Kino und Radio. Der Mensch wich dadurch seiner L-'r- «inzelung entrissen und wieder Glied einer Gemeinschaft. Und Ge- meiirschast bedeutet auch das Ziel und der Zweck des deutschen Buches. CReichsiagsfen'en. Mißtrauensantrag gegen den �eichsfinanzminister abgelehnt Der Reichstag nahm gestern in 3. Lesung die Vorlage zur Ratifizierung des Genfer Protokolls wegen Verbots des Giftgas- krieges an. Der von den Kommunisten eingebrachte Mißtrauens- antrag gegen den Reichsfinanzminister wurde gegen die Stimmen der Antragsteller, der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten bei Stimmenthaltung der Wirtschaftspartei a b- gelehnt. Die Rcichshaushaltsrechnung für 1927 wurde nach j Ablehnung eines nationalsozialistischen Antrags genehmigt. Am Schluß der Sitzung vertagte sich das Haus auf den 16. April. Oer Aoietat hat Geseheskrast. Kein Einspruch des Reichsrats. Der Reichsrat erledigte am Donnerstag eine Reihe kleinerer Vorlogen, er erklärte sich einverstanden mit der Verlängerung der Geltungsdauer der Verordnungen über Beschäftigung jtlgendiicher Arbeiter, er nahm ferner Kenntnis vom Nachtragsetat und dem Notetat für 1929 sowie den Gesetzentwürfen über Bereit- stellung von Krediten zur Förderung des Kleinwohnungsbaues und über das Genfer Protokoll wegen Verbots des Gaskriege». Diese Vorlagen haben damit Gesetzeskraft erhalten. Nie Stahlhelmfreunde. Eine deutschnationale Interpellation im Reichstag. Der Ober st euer sekretär Emst Nenninger vom Finanz- omi Rudolstadt hatte in einem reichseigenen Hause eine S e- s ch ä f t s st« l l« des Stahlhelm unterhatten. Der Reichs- finanzminister hat die Versetzung dieses Stahlhelm- beamten aus dienstlichen Gründen verfügt und an dieser Maßnahme festgehalten. Die deutsch national« Reichstagsfrat- t i o n fühlt sich bemüßigt, wegen dieser notwendigen und anerkennenswerten Maßnahme den Reichstag zu interpellieren. Landesverrat. Äeratung im Strafgesehausschuß des Reichstags. Der Strofgesetzausschuß des Reichstags setzte gestern die Be- ratung der Landesverratsparagraphen fort. Abg. Alexander (Komm.) kritisierte die Vorschläge des Iustizministers und wendete sich namens seiner Fraktion gegen dessen Formulierungen. Die deutschen Arbeiter hätten Verpflichtungen gegenüber der Sowjetmacht und sie würden sich durch keine Bestimmungen des Gesetzes davon abhallcn lassen, ihre Pflicht ZU erfüllen. Abg. Levi(Soz.) begründete einen sozialdemokratischen An- trg zu ij 91a. Nach dem Regicrungsvorschlag sollen im Sinne des Gesetzes Staatsgeheimnisse sein: Schriften, Zeichnungen, andere Gegenstände oder Nachrichten, deren Geheimhaltung vor einer ausländischen Regierung für das Wohl des Reiches oder eines Landes erforderlich ist. Ein sozialdemokratischer Antrag will nur solche Nachrichten als Staatsgeheimnisse ansehen lasten, welche Borgängc oder Veranstaltungen betreffen. Dr.. Leo! führte aus. daß die gegen- »»ärtige Rechtsprechung zu weit gehe, wenn sie schon S t i m m u n g s- 6 Uder unter Umständen als Staatsgeheimnisse zulasse. Man dürfe in Zukunft nur solche Nachrichten als Staatsgeheimnisse anerkennen, die bestimmte Tatsachen betreffen. Im Fall Oehm« habe dag Reickis- gericht Landesverrat angenommen, obwohl es sich nur um bereits bekannte Tatsachen gehandelt habe. Schon die Neugruppierung dieser Tatsachen, lediglich das subjektive Stimmungsbild habe dem Reichsgericht zur Verurteilung ausgereicht. Ein« solche Recht- sprechung müsse für die Zukunft unmöglich gemacht werden. R e i ch s j u st i z m i n i st c r Koch wollte nicht anerkennen, daß das Reichsgericht in seiner jetzigen Rechtsprechung zu weit gegangen sei. Höchstens könne man sagen, daß die Abstellung der Strofbarkcit auf dem Begriff des Stimmungsbildes nicht sehr glücklich sei. Abg. Wunderlich(D. Vp.) vertrat die Auffassung, daß auch die Gruppierung schon bekannter Tatsachen, wenn sie zur Erweckung eines bestimmten Eindrucks erfolge, eine neue Nachricht sein könne. Ihm schloß sich Abg. Bell(Z.) an, der meinte, man solle nur aus die gesunde Rcchtsprechuiyz des Reichsgerichts vertrauen. Abg. Dr. R o s e n s e l d(Soz.) lehnte es ob, sich auf das Ver- trauen zur Rechtsprechung zu verlassen. Gerade die Entscheidungen zu den Londesverrotsparogrophen zwängen geradezu, äußerste Vorsicht bei der Formulierung anzuwenden. Niemand werde es verstehen, daß Landesverrat möglich sein soll, wemi die Tatsachen, die verbreitet würden, längst bekannt seien und nur eine Neu- gruppicrung dieser Tatsachen in Frage kommt. Die sozialdemo kratijch« Fraktion wünsche dringend eine ander« Formulie- rung, als sie der Regierungsvorschlag enthalte, und er beantrage Vertagung, damit die Regierung in der nächsten Sitzung ein« andere Formulierung vorlege. Der'Ausschuß beschloß demgemäß die Vertagung auf morgen. Kampf um die Ehescheidungsreform. Verzögerungsversuche des Zentrums vereitelt. Der Rechtsausschuß des Reichstags hat den Entwurf eines deutschen Auslieferungsvertrag«« in erster Lesung durchberaten. Dabei ist ein« Lösung der Frage, ob im Falle von politischen Morden Asylrecht gewährt werden solle, nicht gesunden worden. Die Regierungsvorlage lautete ip diesem Punkte:„Die Auslieferung ist zulässig, wenn die Tat unter Berück- sichtigung aller Umstände besonders verwerflich erscheint." Ein vom Rechtsausschuh eingesetzter Unterausschuß hatte sich auf folgende Fassung geeinigt:„Die Auslieferung ist zulässig, wenn sich die Tat als ein vorsätzliches Verbrechen gegen das Leben dar- stellt, es sei denn, daß die Tat im offenen Kampfe begangen wäre." Obgleich der Reichsjustizminister für die Fassung des Unterausschusses eintrat, wurde sowohl diese Fassung wie die Fassung der Regierungsvorlage, sowie all« anderen zu diesem Punkte gestellten Anträge abgelehnt, so daß in der zweiten Lesung«ine neue Fassung gefunden werden muß. Nach der Erledigung dieser Borlog« entspann sich eine längere Aussprache darüber, ob die Chescheidungsreform sogleich im Ausschuß behandelt, oder vertagt werden solle. Es ergab sich das Bild, daß das Zentrum Versuche unternahm, die Beratung der Ehescheidungsreform zu verschleppen. Die Vertreter des Zentrums behaupteten, daß die Schwierigkeiten der Regierung durch die Beratung der Ehescheidungsreform nur ver- größert werden würden, daß außerdem der Ausschuß nicht den Auftrag erhalten habe, eine Ehescheidungsresorm zu beraten. Der l Abg. Landsbcrg(Soz.) verwies demgegenüber auf verschiedene Anträge, die vom Plenum des Reichstages zu diesem Problem dem Ausschuß überwiesen worden seien. Er schlug vor, diese An- träge aus die Tagesordnung der nächsten Sitzung' zu setzen und dazu die Referentenvorlage des Reichsjustizministc- viums als Material zu verteilen. Ret ch s j u sti z mi n ist e r Dr. Koch erklärte, daß er eine Berzögerung der Beratungen nicht verantworten könne und werde. Trotz de» Widerstandes des Zentrums wurde beschlossen, die Ehe- scheidungsrefnrm aus die Tagesordnung der nächsten Sitzung nach Ostern zu setzen. Wohnungsfragen im Reichstag. Richtlinien für das Wohnungswesen. Der Wohnungsausschuß des Reichstags beriet gestern den Entwurf der Reichsrichtlinien für das Wohnungswesen. Es handelte sich hauptsächlich um die Frag«, od die kinder- relchen Familien bevorzugt aus den Altwohnungen ge- nominen und in Neubauwohnungen untergebracht werden sollen. Di« große Mehrheit des AusfchuHcs sprach sich dagegen aus, weil die kinderreichen Familien zum großen Tell wirtschafUich geschwächt. die Neubaumieten daher für sie zu hoch seien. Die Mögllchkeit zur Unterbringung einer größeren Anzahl von kinder- reichen Familien in Neubauwohnungen wäre daher höchstens unter großen Zuschüssen des Reiches möglich. Di« allgemeine Ansicht ging dahin, daß das Hauptbestreben der Regievuitg und der Parteien aus die Senkung der Baukosten gerichtet sein müsse. Die Be- rawngen des Ausschusses werden am 9. April fortgesetzt. Ein korrigiertes Tendenzurteil. Rüffel des Reichsgerichts für das Landgericht Landsberg. Leipzig, 21. März.(Eigenbericht.) Da« Landgericht Landsberg s p r a ch am ft. September 1926 den Landwirt Hans Krüger von der Anklage eines Vergehens gegen dos Gesetz zum Schutz der Republik frei. Am 18. März 1928 fand in Königsberg eine Tagung des Reichskriegerverbandes Kreis Königsberg statt, auf der auch über die Flaggenfrage ge- sprachen wurde. Krüger erklärte bei dieser Gelegenheit, für alle Soldaten könne es eine Floggansrag« überhaupt nicht geben. Er sei dafür, die schwarzweißrote Fahrn und nicht die Farben des S a u- staates und der Saurepublik zu zeigen. Wegen dieser Aeußerungen wurde gegen Krüger ein Strafverfahren ein- geleitet. Krüger verteidigte sich damit, daß er nicht in einer ösfent- lichen Versammlung gesprochen habe, denn es habe sich mehr um «ine zwanglose Zusammenkunft gehandelt. Er habe auch den Staat und die Staateform nicht beschimpft. Er sei bayerischer Offizier gewesen, und ini Bayerischen pflege man gern vos Wort„Sau" als einen Ausdruck zu benutzen, wenn man im Unmut über eine Sache rede. Gegen den Freispruch wurde von der Staatsanwaltschaft Revision eingelegt, der vom zweiten Strafsenat de» Reichs gerichts in seiner Donnerstagsitzung auch stattgegeben wurde. Do, freisprechende Urteil wurde aufgehoben und die Sache wurde mit folgender Instruktion dem Landgericht Frankfurt a. d. Oder zur neuen Entscheidung zugeleitet: Das angegriffene Urteil verneine objektiv und subjektiv, daß durch das Wort„Saurepublik" die Staatsfarm getroffen werden solle, und es verneine ebenfalls obsektiv und subjektiv, daß das Wort überhaupt ein« Beschimpfung gewesen sei. In allen die- sen Punkten sei das Urteil unrichtig. Das Wort „Republik" fei doch gerade der Ausdruck der Staatsform. Wenn jemand von einem Staat als von einer Republik spreche, so erwähne er damit bereit« objektiv auch die Staatsform. Da beim deutschen Staat bekanntlich noch tiefgehende Meinungsverschiedenheiten über die beste Staatsform beständen, so sei es felbstverstöndlich. daß. wenn man von der deutschen Republik spreche, di« verfassungsmäßige Staatsform gemeint sei. Mit dem Wort„Saurepublik" sei also auch die Staatsform getroffen worden. Das freisprechende Urteil verweise bei der Frage, ob das Wort..Saurepublik"-ine Beschimpfung sei. aus die bayerische Mundart des Angeklagten. Es komm« hier jedoch nicht darauf an, wie das Wort in Bayern ausgelegt werde, sondern wl« es in Königsberg auf di« Hörer wirke. Daß der Angeklagte gewußt habe, welche Bedeutung dort das Wart habe, sei um so mehr anzunehmen, als er doch ein ge- bildeter Mann sei. Die Beweisführung des Land- gerichts Landsberg für den Freispruch wurde vom Reichs- anwalt, der die Revision vertrat, als befremdlich bezeichnet. Aus diesem Grunde ist auch die Verweisung der Dache an«in anderes Gericht erfolgt. Oas Blutbad von Oinant. Korrektur einer voreiligen Maßnahme. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichspostminister hat die Verfügung über den Ausschluß der Druckschrift der belgischen Stadt Dinant von der Posthesörderung, die von einer nach- geordneten Stolle ohne seine Kenntnis erlassen war- den ist. wieder aufgehoben. Dänisches Kabinett gestürzt« KonfervotiveverlassenZiechtsregierung/Neuwahlenin Sicht Appenhagen, 2t. März.(Eigenbericht.) Die dänische Regierung ist am Donnerstag bei der Abstimmung über die Finanzvorlage gestürzt worden. Der Sturz ist auf Unstimmigkeiten zwischen der Regierungspartei(der Bauerulinken) und den Uon- servativen über die finanziellen Leistungen für die Wehrmacht zurückzuführen. Eine(Einigung war trotz mehrtägiger Verhandlungen nicht zu erzielen. Die Folge war. daß sich die tlonservativen. die das Kabinett Madfen-Mhgal bisher unterstützten, bei der Ab- stimmuug über die Finanzvorlage der Stimme e u t, hielten, so daß die Regierung mit 22 Stimmen der Sozialdemokraten gegen 42 Stimmen ihrer eigene» Partei in der Minderheit blieb. Tie Demokraten enthielten sich ebenfalls der Stimme. Boransstchtlich werden jetzt Reuwahlen ansge- schrieben. Man rechnet für die Zukunft mit einem sozial- demokratische» Kabinett Stauniug. Dienstag Staatsbegräbnis von Foch. Im Invalidendom. Paris.?l. März. sEigenbericht.) Die Neifetzung de» Generals Foch wird am Diens- tag an der Seit« der berühmten Heerführer Frankreichs im In- validendom erfolgen. Am Sonntag soll die Leiche bereite in dem Dom aufgebahrt werden. Der franzosische Staatspräsident, die Minister, der b e l gi s ch« König und die Mitglieder des diplomatischen Korps sprachen am Donerstag in der Wohnung des Generals Fach vor und brachten seiner Frau ihr B e i l ei d zum Ausdruck. Die öfsent- lichen Gebäude der französischen Hauptstadt haben seit Donnerstag vormittag halbmast geflaggt. Verpflegungsgelder für Rheinlandheer verdreifacht Paris. 21. März.(Eigenbericht.) Di« Kammer bewilligte in ihrer Donnerstagsitzung d«n von der Regierung beantragten Kredit von 12S Millionen zur Erhöhung der Verpflegungsgelder der Truppen, die künftig im Irckand« verdoppelt, in der Besatzungsarmee, den Ko- lonien und Syrien verdreifacht werden sollen. Di« Regierung forderte im weiteren Verlauf der Sitzung die Bewilligung«ine- Nachtrogskredit- für dos Expeditionskorps in E h i n a. Hiechei kam es zu einem ernsten Zwischenfall. Di« Sozialisten wandten sich entschieden gegen die Kredit« und sockterten zuerst ihre Herabsetzung um«ine geringe Summ«, damit ein Hinweis auf die Nutzlosigkeit der Unterhaltung von Truppen in China gegeben werde. Als der Präsident erklärte. Ver- nrürderung allein aus dieser Absicht heraus sei gegen das Regle- ment, beantragte die sogiakistZsche Fraktion turzcchand die Streichung. MtestenprSfident Poincare stellte hieraus sofort die Ver- trauen«frag«. Die Streichung wurde mit 3(2 gegen 223 Stim- men abgelehnt. ' Kie Kommer sttzte am RachmMag die Berotung de�K-on gre-- gattonngesetze fort. Ueber die Annahme der Vorlage mit einer ansehnlichen Majorität besteht kein Zweifel. Selbstmord im polnischen Oelskandal. Senator MiNaschewski scheute die Untersuchung. Warschau, 21. März.(Eigenbericht.) Der bn Zusammenhang mit dem polnischen Oelskandal mel genannte Senator Mitlaschewski hat am Donnerstag Selbstmord verübt. MiNaschewski sollte sich vor dem Marschallgericht darüber äußern, ob und in welchem Umfange er zw« Abgeordnete im Auftrage einer ausländischen Vankgruppe mit Geld bestochen hat. Eine Stunde vor den, hierfür an- gesetzten Tennm legt« er Hand an sich. Mecklenburgischer Etai gesichert. St« Austritt aus der Deutschen Voltspartei. Schwerin, 21. März.(Eigenbericht.) Der Abge ordnete, der Deutschen Volkspartei K ratze nberg bat aw Donnerstag seiner bisherigen Fraktion den Rücken gekehrt. Im Plenum»es Landtages erklärte«r, daß er unter gewissen Voraussetzungen bereit sei. auch für den Etat zu stimmen. Die Regierung hat sich bereit erklärt, diese» Voraussetzungen zuzu- stimmen, so daß nunwehr die Annahme de» bisher gefährdeten Etats sicher gestellt ist. Die Regierung und Opposition verfügt« vor dem Austritt Krotzenbergs aus d«r Volks- parte! je über 26 Stimmen. Jetzt stehen 27 Stimmen für die Regierung 25 Stimmen ixr Opposition gegenüber. Die Reichsbahn im Kebruar. Frost drückt aus die Betriebseinnahmen. DI« Kälteperiod«, die im Februar ihren Höhepunkt erreicht«, hat natürlich auch schwer« Rückwirkungen aus den Betrieb der Deut» schen Reichsbahn gehobt. So sielen sämtliche frostempfindlich« Güter für den Berkehr aus und auch die Dersrochtung von Bau- stoffen wurde fast gänzlich eingestellt. Auf der anderen Seit« stellten di« Ruhr und dos oberschlesische Kohlenrevier An- sorderungen an die Wageng«ftellung. die Spitzenleistungen notwendig machten. Im Gesamtverkehr wurden täglich rund 128 WO üBagcn, also 1,4 Proz. weniger als im Januar, gestellt. Gegenüber dem Februar 1028 liegt die Verkehrsziffer um 11 Proz. niedriger. Auch die Betriebseinnahmen im Januar waren bereits durch den Frost beeinfwßt. Den Gesamteinnahmen von 382,5 Millionen stehen Ausgaben von 400,2 Millionen gegenüber, so daß der Januar mit einem Defizit van 17,8 Millionen abschließt. Zill Deckung des Desizits wurde der Gewinnvortrag des Vorjahres zunächst in Anspruch genommen. Peichsgertchlspräfldenl Dr. Simon» hat sich am Schluß der gestrigen Sitzung des dritten Strafsenats des Reichsgerichts mit einer kurz«, Ansprache verabschiedet. OberreichsanwoU Dr. Werner ergriff zum Gekiluß der Sitzung das Wortz um auszuführen. er erblicke in der Tatsach«, daß ein R«chsgerichtspräsident zum srsteu Mal« einen Strafsenat übernommen habe, eine Vc- irätigung dessen, daß der Strasjustiz heute eine ganz besonder- große Bedeutung zukomme, Nationales Heldentum. Die deutschnationale Landtagsftaküon stellte «inen Antrag gegen di« Einreise Trotzkis! spReißt aus,- reißt aus,- der Trohki kommt!" Lumpenproletarische Methoden. Kommunistisches Llrieil über Kommunisten. Das Organ der kommunistischen Rechtsopposition„Gegen den Strom" bespricht unter der Ueberschrift„I d e o l o° gische Klärung oder faschistische Schläger» Methoden" den Kampf der Thälmann-Leute gegen die kommunistisch« Opposition und seine Methoden, die sie ein dauerndes Schandmal in der Geschichte der Arbeiterbewegung nennt. Das oppositionelle Organ verweist auf die organisierten Ueberfälle auf oppositionelle Versammlungen in Breslau. Dresden. Chemnitz, Leipzig. Thüringen, Stuttgart, Offenbach, Köln. Hamburg. Kiel und Stettin, die, wie es ausführt, von Parteifunktionären ge- führt werden, die„wohl Schmalz in den Oberarmen, aber nicht im Gehirn" haben. Es schreibt dazu: „Die traurigen politischen Bankrotteure, die heut« an der Spitze der KPD. und des RFB. stehen. greisen zum Schlagring, zum Gummiknüppel, zum Dlesser und zu anderen Waffen. Mij diesen Vossen statten sie b«sonderszusammenge stellte Rollkommandos aus. Die Rollkommandos sind in den meisten Fällen von den übel st«n und dunkelsten Elementen durchsetzt. In vielen Fällen befinden sich in diesen Roll- kommandos nachgewiesenermaßen Element«, hie nach vor nicht allzu langer Zeit hei den Nationalsozialisten oder in anderen faschistischen Organisationen zu den„Schlägern" gehörten. Sie wittern in den Thäl- und Neumännern Verwandtes und kommen deshalb in die Reihen der Partei oder des RFB. Es ist also keinesfalls böswillige Uebertreibung, wenn mir feststellen, daß di« Thälmanniden ihre Position in der Arbeiterbewegung heute noch behaupten, geslühk aus Elemente, die nicht mehr zur revolutionären Vorhut der Arbeiterklasse, sonder» zu ihrem revolullonären Abhub zu zählen sind. Denn was Thälmann m Hamburg aus seinen„Er- holungsstätten" im Hafenviertel zusammenholt, gehört nicht zur Kerntrupps des revolutionären Proletariats. Seht euch die Elemente genau an, aus denen die Rollkommandos der Thälmann-Clique zusammengesetzt werden, überprüft ihr« Vergangenheit und ihr jetziges Leben, und ihr werdet finden, daß wir in der Cha- ratterisierung dieser Elemente keineswegs übertrieben haben. Fragt die Führer der Partei und des RFB., warum man gegen die Partei- opposition mit Knüppeln. Schlagringen, Bleikabeln und ähnlichen Dingen arguinentiert." Das ist eine treffende Charakterisierung der konununisti- schen Kaschemmenmethoden aus kommunistischem Mund«! Es ist das Lumpenproletariat, die Leute ä la. Scher» linski, die die Zentrale der Kommunistischen Partei nicht nur "'an, sondern vox allem auch gegen rbeiter mobilisieren, es ist jenes Per- brechergesindel, dem erst vor wenigen Tagen zwei unserer Genossen zum Opfer gefallen sind! Mit dieser Benutzung des Gesindels aus den Kaschemmen charakterisiert die Kommu- nistische Partei sich selbst. gegen ihre Parteiovvositl sozialdemokratische Arbeib .................. I II I M I! I Etatsberatung im Landtag. Gemeinsame Flegeleien von Kommunisten und Hakenlreuzlern. Arn Donnerstag beantragten im Landtag vor Eintritt in die Tagesordnung die Deutschnationalen zur Geschäftsordnung, sofort ihren Antrag aus di« Tagesordnung zu fetzen und zu beraten, der von der Preußischen Regierung verlangt, daß sie sich der Ein- reise Trotzkis widersetzen solle. Da die Sozlaldeina- freuen Widerspruch erhoben, kann dem Antrage der Deutschnatia- nalen nicht«ntsvrochen werden. Dos Haus tritt in di« Tagesordnung«in und erledigt zunächst kleiner« Vorlagen. In zweiter sind dritter Lesung wird der G« setzentwurs üb�r di« A e n d e r u n g der kommunalen Grenzen der Stadt Brau' genommen Idenburg ohne Debatte an- fl Es folgt die Wiederholung der Abstimmungen über den Haushalt der P o rz«lla nm a n ufa k t n r. In namentlicher Abstimmimg wird der völkische Antrag, in Sachen M o u s a n g eilte gerichtlich e Klärung herbeizusühren, mit 261 Stimmen gegen 7 Stimmen der Demokraten angenommen. Damit ist die zweit« Lesung de» Etats der Porzellaninanuafktur beendet. Das.Haus verabschiedet den Haushalt derPreußischen Staatsbank in zweiter Lesung. Es folgt di« zweite Lesung des Etats des Landtages. Abg. Kasper(Komm.) bespricht zunächst Beaintensragen imp kritisiert sodann sehr heftig die Amtsführung des Präsidenten Bartels. Dieser maße sich ganz unberechtigt das Amt eines Zensors an und behandle die Kommunisten ungerecht. Abg. Frau hielscher-Panlen(Dnat.) beschwert sich über ine schlecht« Lust im Hause.(Heiterkeit.) ?lbg. Ben ermann(DDp.) mein, daß oft geimg nicht nur schlechte, sondern auch dick« Lust im Haus«(«L Das sei aber einzig und allein auf das Schuldkonto der Komnmnisten zu setzen, dl««d bewußt daraus anlegen, durch einen rüden To,, dos Ansehen des Parsa- ments zu schädigen. Präsident Bartels: Das Amt eines Zensors ist nun einmal dem Präsidenten über- tragen, ober ich habe mich bemüht, es unparteiisch zu Hand- haben.(Sehr wahr! links und in der Mitte) Kraftausdrück«, wie sie häufig genug die Kommunist«» belieben und pi« urxzulMg sind, werde ich auch in Zukunft beanstanden.(Sehr gut!) Auf ein« diesbezüglich« Anfrage des Abg. Kasper über eine angeblich„dunkle Geschichte", in die der Prästdeni durch einen geplant«« Kauf einer Papierfabrik verwickelt gewesen sei, erklärt er, daß er an dieser Sache ebensowenig beteiligt sei, wi« jeder ander« im Hause. Hier sei ahn« jein Wissen sein Name mißbraucht worden, und dagegen könne sich schieß lich niemand schütz«». Nach Ausführungen von Abg. Riedel(Dem) kritisiert Laak« (Nat.Soz.) schimpssnd di« Amtstätigkeit des Präsidenten. Als er den Präsidenten Bartels als.Henkersknecht des inter- nationalen südischen Großkapitals" bezeichnei, wlrd er durch stürmische Zurufe der Linken unterbrockten, die erst ver- stummen, nachdem der deutschnationale Vizepräsident de» Redner zweimal zur Ordnung gerufen hat. Der Etat des Landtages wird genehmigt, ebenso der Etat des Staaotsrates in zweiter Lesung. Bei der F« st s e tz u n g der Tagesordnung für die Freitagsitzung beantragt Al>g. Borck(Dnat.), den deutschnationalen Antrag aus Einreiseverweigerung für Trotzki als ersten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. Dieser Antrag wird mit den Trimmen der Koalitionsparteien und der Komwunisten abgelehnt. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr, Etat des Finanzminiskeriums und kleinere Vorlagen. Kreie Berufe und Gewerbesteuer. preisest der Arbeitelgemeinfchast. Im» Anschluß an den Beschluß des Preußischen Landtags, der auch di« freien Berufe in di« Gewerbesteuer einbeziehen will, fand eine Besprechung innerhalb der Arbettsgcmein- schast der freien geistigen Berufe statt, dir ihren Nieder- schlag in folgender Resolution fand' „Die Arbeitsgemeinschaft der freien geistigen Berus«(Rechts- amvält«, Aerzte, Architekten. Ingenieure, bildeudc und Tonkünstler, Schriftsteller, Volkswirte usw.) erhebt Einspruch gegen die völlig unverständliche und ungerechtfertigte, im Preußischen Landtag be- stehende Absicht, die freien Berufe mit der Gewcrbestcuer zu belasten. Eine solche gesetzgeberische Maßnahm« greift der besiehenden Rege- lung durch Reichsgesetz vor, die mit Zustimmung des Reichsrates eine solche Belastung aus wohlerwogenen kulturellen und fteuer- politischen Gründen ausdrücklich ablehnt. Durch die infolge der anerkannten Notlage dieser Berufe unvermeidliche Uoberwälzung der Steuer werden die sozialen Lasten gesteigert, Rechtspflege und Wohnungsba» verteuert. Die Ausdehnung der Gewerbesteuer auch auf die Aerzte bedeutet die Einführimg einer Krankensteuer, deren unsozial« Wirkungen auch zu neuen Konflikten auf dem Gebiet der Krankenversicherung führen müssen." Benzinexplosion in Budapest. Mehrere Behälter in die Luft geflogen. Budapest. 21. März. Aus dem Joses st ädter Güterbahnhof brach heute abend gegen K Uhr au« unbekannter Ursache ein Brand aus, der rasch euren ungewöhnlichen Umfang amiahm. Auf dem betroffenen Teil des Bahnhossgeländes logen groß« Mengen Benzin, die zum Teil schon vom Feuer ersaßt worden sind. Ein Teil der Behälter ist bereits umer gewattigen Detonationen In die Luft geflogen. Sämtlich« in Budapest verfügboren Löschzöge sind auf den Brandplatz beordert worden. Berliner Theater. Bernard Shaw:„Helden". Endlich Wieder«in Shaw auf einer Berliner Bühne. Unter Erwin Kaisers flotter Regie entsteht ein« springlebendige und lustige Vorstellung. Glänzende Darsteller, großer Erfolg. Dgr. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Frisches Fleisch Cidjftrf gebadc. Kartoffelsdielben Tflfe 20 u. 30pt Kostproben gratis. nur Leipziger Str. Abt. Frische Blumen Hyazinthen bum. 1 ToPf Begonien eimad, 10 sind. 90?« Tulpen wuhend..[ pr Begonien s-rmii 10 smdl 1.25 Kroicus bwbend..(Zrasssmen Pfund 65, 75 pl Gladiolen.. 10 sm-t- 45?'. Lteekzwiedein pwnd 75?'. Xaldsksmm u. vrust.... Pfund 0.64 Kalbsnierenbraten..... piund 0.74 Kalbskeule ganz u. geteilt.... Pfund 0.82 Rinderkamm u. Brust.. Pfund 0.80 Gulasch pfd. 0.85 Querrippe Pto. 0.78 Schmorfleisch 1.00 Schmorfleisch oHncKnothcn..Piund 1.22 Schweinebauch».»lld.en.-nll Sellnge I.Hg Schweinekamm 1,15 Schweineschinken...... piund 1.25 Liesen p.und 0.80 Gehacktes pfd. 0.78 Kavier, Speer u. Kamm Pfund 1.25 Ausgelassener Talg.... piund 0.56 Frische Minderzungen pfund 1.25 Schweinekotelett---- pfund 1.30 Kaibsschnitze»...... Piund 2.10 Prima aefrlerflelscn Rinderkamm u. Brust..pfund 0.76 Wurstwaren Rof-u.DamplwursI 1.05 Fleisch wursf pwnd 1.20 Landleberwurst Pfd. 1.20 Jagdwurst.. prund 1.45 Metlwurst°7,"�1.45 Schinkenpolnische 1.60 Filefwursf...piund 1.60 Hildesheimer Pfund 1.60 Landmettwursl pid. 1.60 Zervelal u. Salami__ holsteinische, Pfund Leberwurst teine.ptd. 1.80 Teewurst...pfnnd 1.80 Speck feii 1.35"JU' 1.55 nainr.. EomQisir 3tr� Ktriasita: Speckwurst Pfund 1.00 Knoblauch wurstpid. 1.20 Bierwursl.. pinnd 1.75 Gemischt. Gemüse 80 pt. Gemischt. Gemüse lein 1.50 sehr lein 1.65 Gemüse- Erbsen SOpi. Jg. Erbsen mweitein 78 pl unge Erbsen i-in 1.25 »ehr fein 1�0 Karollen,.0 geschnitten" OdPt 48 Pt Karotlen �58pt 1D0 Rosenkohl..... 1.15 Bruchspargel. ohn« Köple 1.05 1.90 Bruchspargel � exir« st«rlc Z,oU Konserven 1/i Dose % Sl..Spargels,?1.35 2L0 Sl.-Sparg.®*�1.65 3.10 P{laumen..... 73 pl Apjelmus..... 75 et Saure Kirschen.. 1.10 Ananas imMSeiMaea 1.05 Mirabellen'>62pt 1.10 Sen|gurken5n4.75 1.10 Melangefrüchle.. 1.32 Kürbis........ 80 pt Norweg. Sild Dos« 40 pt Olsardinen��pi Räucherwaren Fellbücklinge oa piund Zopi Elb-Bücklinge Pfd. 25 Klaieca. äPId 65 Pt Bundaale.. Bund 30h. Seelachs t stock., pid. 42 pi. Fischrogen. Pfund 48 Pt Kieler Bücklinge 43?>. Fleckheringe piund 50 pt Flundern..Pfund 52 pi. Konfitüre*1 Eimer Pflaumen 0.98 Aprikosen 1.10 Johannisbeeren, Orange 1.15 Erdbeer 1.30 Himbeer. Kirsch 1.35 Vlerjruchl- Marmelade 88 pl Apjelgelee.1.28 Katlee frisch gebrannt, eigene PBsfere I Konsum-Misch.pid.2.40 Haushall-Misch... 2.60 Sonder-Mlsch... 3.00 Olympia-Mlsch.,, 3.40 Globus-Misch. 3.80 Residenz-Misch... 4.20 SpeziahMischung mit 20«, 0 0 67 ueu 110 Bohnenkalfee 1*1U Obst u. Gemüse IIa!. Feigen. Hund 25 Pt Rofe Rüben Pfund IOpi. Amerikaner Pfund 38 Pt Edelroläpfel Pfund 48 pt Ziironen..Duzend 55 pi. Apfelsinen Dtz. 55, 80, 1 m Apfelsinen 7rt 0e, � Halbblut, Dp. fU, 95, l./U Kalif. Xpfel Piund tob Messlna-Apfeisinen Rotkohl hoff, Pfund 15Pt Weib- u. Wirsingkohl 15pt Möhren 25 pi. Sellerie... Piund 28Pt Blumenkohl �on 48an M E Pt» Oxidlnslkljie 4 �5 an ca. 45 Ptd.br ai f.| 75 Halbblut, KUie 80 o. 100 Stfldf 11 50 Käse u. Fette Camemberl voiiieit........... schaaiiei 24 Pt Limburger Allg, halbletl, Pfund 46 Ptvollfell..Pld.95Pt Steinbuscher haibteu.., Pid. 63 Pf. voiiieii..Ptd. 1.10 Edamer nalbletl...... Pfd. 63 Pt voflfeN..Pfd. 1.10 Holländer halbfett..... pia 63 Pt voiueti..Pfd. 1.10 Sleppenkäse danischer, haibfeft........ Pfund 75 Pf. Tilsiler volffeft................... Pfund 1.30 Schweizer dan, drefvlerfelfen Pfd. 90 Pf. ba�7und von' BlockkSsc, HalbfcH, ohne Rinde Tilsiler Art Pfund 85 Pt Schweizer Art Pfund 98 Pt Spelsefalg i-piA-Pk. 50pl Kokosfett i-pia-tsi. 62 pf. Margarine Pf a 52, 58 pi. Tafelbutter. piund 1.84 Dan. Butter Pwnd 2.00 Fische Grüne Herinae Norweger u. Schweden, S Pfund V«52 Kabeljau ohne Kopl 9*nze 0.15 Bratsck ollen m»;eigroN... 0.18 SChelifiSChe mltlclgrob«..... Pfund Filet von Kabeljau...... Pfund Zander irisch elngc>oren..... Pfund Lebende Plötzen grs�erc..p;und Lebende Karplen.... pfund i. 0.68 0.25 0.38 0.30 0.33 0.85 0.60 15 an Geflügel GänSe gefroren.. Grolle Tauben PUten gefroren.. ..... Pfund von 0.78 en ..»»» Stack von 0.95 en .. Pfund von 1.05 an Suppenhähne ün*«r,J*%Bd 1.08«. Enten gefroren........ Pfund von 1.1 0 en Wolgahühner...... Pfund von l.l o en Suppenhühner..... piund von 1.22 an Wein Preise(Or'lt Hasche ohne Glas San Antonio lieblicher, spanischer Rotwein.... 1.00 1926 San Jusfo kralliger Rotwein, burgundet ahnlich 1.40 1921 Chäf. Cambon kralliger Bordeauz.... 1.65 1920 Beaujolais Superieur molliger Burgunder 2.00 1 927 Edenkobener llebiidier Piaizwein..... 1.25 1927 Mandeier Rosengarten sfim«erHahewe!n 1.50 1921 Jugenheimer Goldberg �".fÄh'tse 1.75 1 926 Rüdesheimer sehr anspediender Rheingauer 2.00 1926 Brauneberger Falkenberg besiech. Mosel 2.00 Malaga Golden ieiasv».............. 1.40 Roter Dessertwein(Spezuimarkei krawg. saß 1.60 9 Sorten Wein und Spirituosen vom Fa|i zu Extrapreisen Johannisbeerwein relnlCnlge, eztrat Quallt. Liier 0.80 Wermutwein kraulerreldi, kraidg........ Ufer 1.50 Backartikel Olympia-Mehl.... 5-pfund-B«u!ei 1.10 1.18 1.25 Olympia-Mehl Rauhreif-Mehl Auszug-Mehl Kartoffelmehl ftd. 23 Pt Maispuder Pfund 28 Pt Mandeln sns 2.20 2.80 Mandeln bitter 2.40 2.90 Kokosnuf» ge'ptSnd 58 Pt Vanillinzucker 8�t 20pt . 2-Pfund-Beutel 52 Pt 55 PI. ....... 5-Plund-Beulel 1.25 .Pfund 20 Pt 22 Pt 24 Pt 26 Pt Sultaninen 38. 52, 65 Pt Rosinen Pfund 54, 68 et Korinthen pia 60, 75 Pt Zitronat piuna 1.35 Mandelio. piu»-- 65 Pt Backpulver ssetdei 30 Pt Konfitüren Speise- Schokolade.... s Tafe'n-> äß Gramm 85 Pf. Vollmilch-Schokolade 75 Pt Teekuchen pia 1.30 Tee-Schnille ral1 s,3,0l?i'SSd 130 Tee-Gebäck.................. Hund 1.80 Gold-Bonbon niüSchoKo!adC!-Crenie- a tc � n-»n vjuio ponüon.. pwnd 0J5 Pfd. 0.20 Kleider, railntfel Flott« jugondliche Kleider SÄ'JÄS."? 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Nr. ilZ?» 46. Jahrgang Kreitag. 22. März �929 Gesundheitswesen und Wvhlfahrtswesen. Weitere Beratung des Stadthaushaltsplanes für �929. Ort der Stadtverordnetenversammlung tonnte gestern die Beratung des Stadthaushaltsplane»»in tüchtiges Stück fortschreiten. Die Reden der Kommunisten und der Deulschnationolen, der beiden Zlblehnungsparteien, axiren wieder daraus berechnet, auf die Wähler zu wirken. Beim Gesund- h e i t s w e s e n richtete Genossin Dr. Frankenthal scharfe An- griffe gegen den Stadtmedizinclrat. weil in den Krankenhäusern die nötigen Spezialabteilungen noch fehlen und die Bettennot noch nicht behoben ist. Beim Wohlfahrtswesen schlug Genossin lodenhagen den Kommunisten ihre„Rote Fahne�' um die Ohren, die über den Haushaltsplan der Wohlfahrtsverwaltung das Blaue vom Himqtel herunter erzählt hat. Die Haushaltsberatung soll am heutigen Freitag in einer Sondersitzung zu Ende gebracht werden. « Der Vorsteher Genosie haß widmete dem gestern früh ver- storbenen früheren Stadtverordneten, Stadtrat und nachmaligem rvtadtältestens Genossen August Hinze einen ehrenden Nachruf, in dem er insbesondere die Berdienste Hinzes um die Wohlfahrts- pflege hervorhob. Der Verstorbene hätte es bis unmittelbar vor seinem Tode als seine Pflicht angesehen, im Dienste der Allgemein- heit tätig zu sein. Die Beratung des Haushaltsplanes für 4929 wurde fortgesetzt. Genossin Dr. Käthe Frantenlhal hob den Willen aller Parteien, die zur öffentlichen Gesundheitspsleae nötigen Mittel zu bewilligen, hervor. Gespart werden könne nicht zuletzt bei den Anträgen, die von der kommunistischen Fraktion herkommen. Was soll z. B. ein Antrag, der eine Erhebung in den Betrieben bei den Arbeiterinnen darüber oerlangt, wieviel Fehl- geburtcn sie schon gehabt hätten? Solche Statistiken sind nicht nur überflüssig, sondern sie sind auch unüberlegt, weil sie der Schnüffelei im Privatleben der Arbeiterinnen Tür und Tor öffnen. («ehr wahr! bei den Soz.) Die Rednerin forderte eine Arbeits- g e m e i n f ch a f t zwischen der städtischen Gesundheitspflege, den Krankenkassen und der Landesversicherung unter der Führung der Stadt. Eine solche Arbeitsgemeinschaft sei deswegen dringend not- wendig, weil gegenwärtig die Gesundheitspflegeinstitute durch- und gegeneinander arbeiten. Eine Gefundheitsberatung, die da aufhört, wo die Hilfe anfangen müßte, ist keine Fürsorge: ärztliche Beratung und ärztliche Hilfe gehören zusammen! Für die Eheberatung ist die Schaffung von Richtlinien dringend erforderlich. Zu bedauern sei, daß die Deutschnationalen das als nicht eilig hinbestellt haben. Selbst wenn man auf dem Standpunkt stehe, daß die begüterten Bevölkerungskreife in jeder Lebenslage die Beratung durch Privat- ärzte genießen, so sollte aber doch mehr als bisher an die Arbeiterin in der Fabrik gedacht werden, die bei der Eheschließung vor einem ungleich wichtigeren Lebensabschnitt steht. Eine Geburtenregelung sei eine nationale Pflicht. Dabei sehen wir nicht nur als„nationale Pflicht" an. daß dem Staat mehr Sinder zugeführt werden, sondern daß diese Kinder auch gesund und lebensfähig sind. Nielleicht darf man in diesem Zusammenhang, so führte Genossin Frankenthal weiter aus, auch die begüterten Kreise an ihre nationale Pflicht erinnern, mehr als bisher eine Geburtenregelung in dem Sinne durchzuführen, daß mehr Kinder gerade von ihnen gezeugt werden.— Stadto. v. Zäcklin sprach sich gegen die angestrebt« Sozialisierung und Kam- munalisierung der Gesundheitspflege aus. 0m Laufe der fortgesetzten Debatte brachte Stadtv. Merten (Dem.) Angriffe der Berliner Zeitung„Kleines Oournal" gegen die Milchversorgung zur Sprache. Er erbat vom Magistrat eine Antwort über die Er- gebnisse der ständigen Milchkontrolle. Sladtmedizinalrat Pros. Dr. o. Drigalski erklärte, daß kein gesetzlicher Zwang zur Milchkontrolle bestehe. Alles, was in dieser Hinsicht gemacht wird, sind freiwillige Maßnahmen der Stadt. Diese Kontrollen erstrecken sich nicht aus die vielen Arten von Milch, die aus den Großmeiereien kommen, sondern auch auf die Konsumentenmilch, die von den kleinen Land- Wirten nach Berlin geschickt wird. Besonderes Augenmerk richtet die Gesundheitsverwaltuna auf den Ersatz der Holzgesäße durch ver- zinkte Blechkanncn. Die Proben, die die Gesundheitsverwaltung an- stellt, erstrecken sich auf das Alter der Milch, auf ihren Eiweiß- und H�ettgehalt, auf etwaigen Schmutz und auf ihren bakteriologischen ustand. Dabei konme festgestellt werden, daß seit dem Kriege der Qualitälsgrad der Milch sich ständig besiere. Soweit die Milch in der Stadt selbst und in ihrem engsten Untkreise produziert wird, sind alle Erzeuger zum Zwecke der Kontrolle zusammengefaßt in Gemein- schosten, die ihre Milch freiwillig der Untersuchung unterwerfen. Bei dem großen Milchverbrauch Berlins ist es nicht zu ändern, daß erhebliche Mengen von weit her eingeführt werden müssen, die dann nickt in wünschenswertem Maße kontrolliert werden können. Bon dieser Milch wird aber verlangt, daß sie p a st e u r i s i e r t ist. Der Stadtmedizinolrat wandte sich mit aller Schärfe gegen die maßlos übertriebenen und nur der Sensation dienenden Darstellungen der Zeitung und bezeichnete es als einen Unfug, zu behaupten, die Berliner Milchkontrolle sei kein Schutz für die Bevölkerung. Um das Kapitel Krankenhäuser entspann sich dann noch eine lebhafte Debatte, in der Genossin Dr. Käthe Frankenthal eine stärkere Vermehrung der Krankenbetten forderte und dabei vom Hauptgesundheitsamt mehr Onitiative verlangte. Zu fordern sei auch die Einrichtung von Spezialabteilungen in den Krankenhäusern, eine Forderung, die der Stadtmedizinalrat zu prüfen versprach. Um 19 Uhr wurden die Abstimmungen zu den bisher verhandelten Kapiteln: Polizei. Wohnungs- und Siedlungswesen, städtische Gesellschaften. Schulen aller Arten und Gesundheitswesen mit Kranken- Häuser vorgenommen. Dabei mußte über nicht weniger denn 118 Anträge abgestimmt werden, von denen 114 die Kommunisten und vier die Deutschnationalen einbrachten. Diese Anträge wurden sämtlich abgelehnt, dagegen wurden die Beschlüsse des Haushaltsausschusses zu den einzelnen Kapiteln von der „Etatmehrheit", bestehend aus Sozialdemokraten, Demokraten, dem Zentrum, den Voltsparteilern und Wirtschaftlern angenommen. Zu drei Anträgen waren dann noch namentliche Abstimmungen de- antragt. Bei den Kapiteln Irrenpflege. Rellungswesen, Leibesübungen. ollgemeine Wohlfahrtspflege wurde die Beratung fortgesetzt. Bei den Leibesübungen beklagte sich Stadw. Qualih(Komm.) darüber, daß das kommunistische Sportkartell bei den Feldzuweisungen unberück- stchtigt blieb. Er kündigte dem Kämmerer den Besuch einer Sportler- JugeneZweiKen der Arbeiterschaft Groß-Berlins. Sonntag, den 24. MSrx: Beiita, CroBes Schauspielhaus. Karlstraße, 9 Uhr. SaalSffnunf Vk Uhr. rbendort 12 Uhr. Saalöffnung II1/« Uhr. Lidaieaberg, Aula des Gymnasiums, An der Parkaue, 10 Uhr. SaaiöffnungWi Uhr. ebendort 13 Uhr. Saalöffnung UVi Uhr. Paakov,.TIvoli'-Llchtspiele. Berliner Str. 27, 11 Uhr. Saalöffnung lOV« Uhr Karfreitag, den 29. MBrz: Beiita» Gr. Schauspielhaus, Karlstraße. II Uhr. Saalöffnung UPft Uhr. Osterionntag, den 31. März: CharlaHenbiirg, ,PiccadiIly"-Lichtspieltheater, Bismarckstraße 93, II Uhr Saalöffnung 10V< Uhr. Chorgesang/ Mnsflc/ Weiherede/ Sprechcfaor n. a. m. Gas. karten fflr die Jugendweihen(außer Gr. Schauspielhaus) sind am Tage der Weihen an den Kassen ethältlich. tommifsion in seiner Wohnung an, die ihn aufklären würde. Der Kämmerer verwies die Kommunisten an die städtische Deputation, die die Verteilung der Mittel vorgenommen hatte. Genossin Toden- Hagen stellte fest, daß die Behauptung der„Roten Fahne", der Wohlsahrtsctat sei im Haushaltsausschuß gekürzt worden, glatt unwahr ist. Om Gegenteil, die Ausgaben find erhöht worden. Das Prinzip der individuellen Fürsorge sei hochzuhalten gegenüber den Verallgemeinerungen der Kommunisten. Die Beratungen werden heute abend um 16� Uhr fortgesetzt. Es steht zu hoffen, daß der Haushalt dann zum Abschluß gebracht wird. Z�aubübersall in der„Goldenen 6". Die Täter zunächst entkommen.— 500 Mark Belohnung. Om Haufe Gericht st raße 79, das wie die ganze Gegend im Volksmunde den Namen„die golden« Sechs" führt, wurde auf die Onhaberin des Kellerladens, die 66 Oahre alte Frau Auguste Zwick, ein Raubüberfall verübt. Um die Mittagszeit war Frau Zwick allein im Laden, zu dem ein halbes Dutzend Stufen hinunterführen, als ein junger Mann erschien und einige Wäscheklammern kaufte. Nach kurzer Zeil kehrte er mit einem zweiten auch noch jungen Manne zurück und verlangte mm ein Paar Pantinen. Während Frau Zwick sich zu dem Regal wandte, in dem die Pantoffeln stehen, fielen die Burschen mit ver- einten Kräften hinterrücks über sie her, warfen sie zu Boden und fesselten ihr die Hände. Der eine ergriff dann einen Hammer, der im Geschäft auf dem Ladentisch log und schlug blindwütend auf den Kopf der Frau ein. Gemeinsam schleppten sie die Wehrlose nach der Wohnung und warfen sie auf das Bett und drückten ihr ein Kissen aiif das Gesicht, so daß sie nicht um Hilfe rufen konnte. Während der eine der Räuber sie immer noch in Schach hielt, riß der andere aus einem Schrank� den sie bezeichnet hatte, etwa 200 Mark bares Geld heraus. Damit waren sie aber nfcht zufrieden. Die alte Frau, die iw- zwischen von Schreck und Blutverlust ohnmächtig geworden war, lag regungslos auf dem Bett. Die Räuber durchwühlten nun all« Behältnisse, rissen heraus, was ihnen in die Hände kam, erbrachen auch die Ladenkasse und fanden darin noch etwa 199 Mark m Silbergeld. Dann ergriffen sie die Flucht über den Hof nach der Schönwalder Straße zu. Onzwischen war Frau Zwick wieder zu sich gekommen und hatte unter Müh« die Treppe zum Laden er» reicht. Nachbarn nahmen sich sofort der Verletzten an und sorgten für ihre Ueberführung nach der Rettungswache. Dort erhielt Frau Zwick die ersten Verbände. Andere Leute hatten inzwischen das Ueberfallkommando gerufen, das das Haus Schönwalder Straße S umstellte und absuchte. Die Räuber wutten aber nicht mehr ge- funden. Durch ärztliche Untersuchung ist inzwischen festgestellt, daß die alte Frau von den Rohlingen sehr übel zugerichtet worden ist. Die mit dem schweren Böttcherhammer geführten zahlreichen Schläge haben blutunterlaufene Stellen auf dem Kopf hinterlassen und da» Schädeldach ist angeschlagen. Die Verletzungen sind so schwerwiegend, daß Frau Zwick einem Krankenhause zugefiihrt werden mußte. Für die Ergreifung der Räuber ist jetzt von der Kriminalpoklzel vorläufig eine Belohnung von 599 Mark ausgesetzt worden. Sie ist ausschließlich für Mitteilungen aus dem Publikum bestimmt. Sach« dienliche Angaben erbittet die Kommission Oohannes Müller- Rassow im Polizeipräsidium.__ Die Weißgerberwikwe Jnra Lina Rosendorff, Ommanuelkitch- straße 15, hat gestern gesund und munter ihr 89. Lebensjahr voll- endet. Die Ordner der Proletarischen Feierstunden treffen sich zur Hilfe bei den Ougendweihen im Großen Schauspielhaus am Sonntag, dem 24. März, pünktlich'AS Uhr, Eingang Schiffbauerdamm. Romah einec Reooluliott, Von GtcJtArl MertmAHM I�loslAt Lange saß sie, manchmal leise seufzend, und sah auf die Straße hinaus. Sie hörte die letzten fleißigen Hammerschläge aus der Werkstatt und lächelte froh. Das war ihr Verdienst, daß ihr Mann nicht rumlaufen mußte wie Ziegler oder wie Hecker-Calm, daß er Hoflieferant war, daß ihr Junge Lehrer wurde und als einer der besten Schüler des Seminars galt— sie hatte all das geschafft, sie, die ihre Jugend in der Zucker- sabrik hatte verbringen müssen, unter niederstem Volk. Sie seufzte schwer in der Erinnerung an diese Jahre: und vor dem Abendbrot tapste sie noch eine Weile in ihrer Küche um- her, unter all den überflüssig vielen Töpfen und Kellen und Kesseln und Tellern, die so glänzten, daß sie den winzigsten Brocken Licht fingen, daß keine Nacht den Raum ganz dunkel machen konnte. Sie scherzte sogar mit sich selbst, war zu- frieden mit ihrem Fett und stolz darauf: man sah doch, daß sie's hatten. Kniephackens, Gott sei Dank! Und beim Essen war sie zu ihrem Mann wie sonst: derb, großschnäuzig, selbstsicher, antreibend. „Haste Calm heite gesähn? Warn widder de Bengels hinter'» här?" „Io," murrte Kniephacke gequält, abweisend. „Jojo, so is es nu... Das is jrade so, als wenn uns das allens zujekommen wär, was die verlorn han: Calm un Ziejeler und de Jllmern und so. Du kannst wirtlich Iott danken— meenste nich oo?" ,,5a doche— lex doche!� „Iotte nee— nu Heer mich schon« ust mit deine Fise- matentenl Wär hätte dich denn was jegäwen. wenn du dich nich ausgesehnt hättest mit Trosegken un mit'n Harzog, hä? Zieseler villeicht? Odder Calm? Nee, nee— jeder kncht, wie'n ersch verdient! Wenn ich so wäre wie du, denn kennte ich heite widder in de Zuckevfabrite sehn, un du kenntest dich auslachen lasten von die Jörn!" ,.0o. so, Mutter, hast jo recht." Sie gab sich zufrieden. Alber als sie im Bett läge i, rief sie ihn noch einmal:„Justav?"-... »Jo?" „Kucke ma," sagte sie unvermittelt und fast weich,„die verstehns jo nich bester und tenn'n oo jarnich annersch, die in de Zuckerfabrik«, meene ich. Die sin äwen dumm. Sonst täten se doch for sich sellewer sorjen. Wahr?" „Jawoll, Mutter, Nu schlaf man." Aber es wollte nicht gehen mit dem Schlafen. Das Fett drückte: es war, als ließe es den Atem nicht durch bis zur Lunge. Im Halbschlaf, der endlich kam, mußte sie immer an die Fabrikjahre denken: sie sah sich, wie sie damals war, als Kniephacke sie da rausgeholt hatte: breitknochig, aber es war kein Fleisch darüber, so armselig war sie gewesen, daß das Ungeziefer in den Verschlügen sie in Ruhe ließ: dann war die Ehe und der Junge und mit ihm das Fleisch gekommen. Und dann kamen die fetten Jahre nach 48... Ihr Denken wurde Traum. Der Kreisdirektor von Trofegk stand darin, groß und furchtbar wie der lieb« Gott: und es war damals, und er hatte noch seine Ministeruniform an, und er lächelte: und die dicke Jllmern war auch da und die Mengen, und Trosegk ging auf die Jllmern los und strich ihr über den Körper, und da war die Jllmern mit einem Male viel dünner: und Trosegk trat zu ihr, zu Luise, und strich ihr auch über den Körper, und sie wurde gleich dicker; und dann ging Trosegk zur Mengen, und die wurde auch dünner, und auch deren Fett gab er Luisen: und so fort, immer abwechselnd, und die beiden Frauen wurden immer hagerer, scheußlicher, Schicht um Schicht, und sie selbst immer dicker, Schicht um Schicht, und sie machte jedesmal einen Knicks, wenn der liebe Gott Trosegk sie anlächelte... Aber dann begann es des Guten zu viel zu werden: das Fett drückte: sie bat Trosegk, aufzuhören: aber der lachte nur lustig und gab weiter... Es war ihr, als wüchse das Fett gar nicht an: als gehörte es gar nicht zu ihr: als sei ihr richtiger Körper immer noch der breitknochige, fleischarme des Fabrikmädchens aus Waldau, als klebe Trosegk Lage um Lage darüber und darunter: und sie fühlte, wie ihre Knochen die Last nicht aushielten, und wollte die Hände ringen, aber sie bekam sie nicht mehr zu- sammen, und Trosegk johlt« vor Vergnügen und rollte sie durch die Stadt und rief immerzu:„Das Faß, das Faß!"— „Ich will widder in de Fabrik«," schrie sie.„Laßt mich in de Fabrike!"— da zerbrachen ihre Knochen unter der Last, ihre Lungen platzten, sie wollte schreien, konnte nicht--- Kniephacke erwachte durch ihr Stöhnen: er war an ihre Asthmaanfälle gewöhnt. Ruhig, ohne sich zu übereilen, legte er sie auf den Rücken, drückte ihren Kopf nach unten, schwang ihre Arme hinauf und hinab, bis sie wieder tief atmete— streichelte sie noch einmal und legte sich wieder schlafen. Ihren leise herausgestöhnten Seufzer:„Iotte nee, ich muß je woll starwenl" hörte er schon nicht mehr. Sie konnte nicht wieder einschlafen, wie sonst: sie mußte immer an die Gesellen denken, an die Worte vom faulenden Holz und vom Faß, das nicht mehr zu reparieren ist... Ihre Gedanken� die nicht ganz deutlich waren, die eigentlich mehr Bilder dar» stellten und«her vor ihren Augen lagen als in ihrem Kopf» schilderten ihr immer wieder die Fabrik; dann sah sie wieder krampfhast in der Stube umher, in die langsam und feucht das Morgendämmern kroch, so daß das Fenstertreuz hart und schwarz in einem grauen, mißtönigen Viereck stand; sie wollte sich ganz klar machen, wohltuend klar machen, wo sie jetzt war, wer sie jetzt war, wie gut und reich es jetzt um sie war; aber es gelang ihr nicht, alles kam ihr fremd vor,' um sie herumgestellt, und sie sann darüber nach, wie es wohl jetzt, nach bald zwanzig Jahren, draußen in der Fabrik aus- sehen mochte... hatte ihr nicht neulich jemand gesagt, daß sie jetzt da«ine Maschine hätten, die mit Dampf betrieben wurde und das Zerkleinern der Rüben ganz allein besorgte? Als draußen die Sonne durchbrach, begann ihr die Lust im Schlafzimmer wieder quälend zu werden: sie schmeckte ihr. nach Schweiß, ganz sauer, und sie dachte an den süßlichen Geruch der Rüben... — Am Morgen, als eben die Arbeit begonnen hatte. ging ein kicherndes Staunen durch die Arbeiter in Waldau:' das Faß ging durch die Fabrik...! Mit quergestellten, unförmigen Füßen patschte Luis« Kniephacke die Reihe der Derschläge entlang, welche die Wohnungen der Arbeiter darstellten. Die Fabrik war«he- malz ein Gut gewesen, und man hatte die lange Reihe der Pferdeställe als Baracken eingerichtet. Man hatte nichts um» gebaut oder eingebaut: je zwei Pferde waren durch ein mannshohes Stück Mauer voneinander getrennt gewesen: man hatte nur die Pferde herauszunehmen brauchen und an ihrer Stelle je eine Familie oder mehrere Einzelpersonen hineinzulegen: das Stroh war zu Betten geschichtet, die Raufe war Tisch geworden oder Truhe oder Säuglingsbett: wenn's not tat, und das tat oft not. Di« Stallaternen waren da gewesen, die kleinen Luftlöcher dienten als Fenster, und an die Stell« des herben Pferdegeruches war der dumpfe Menschenbrodem gekommen, und an die Stelle der Bremsen anderes stechendes, juckendes Ungeziefer, und an die Stelle des tiefen, seltenen Austchlagens der Hufe und des Schnau» bens der Nüstern das Trappeln, Schwatzen, Schimpfen, Stöhnen der Weiber und Männer, die sich sehen konnten in allem, was sie trieben, wenn sie über das Stück Mauer blickten, und sich hören konnten, jeder jeden und jedes, auch wenn sie das nicht taten., "(Fortsetzung folgt.) j Ltnmögliches Erziehungsheim. Ein Oeuischnationaler mitverantwortlich. haarsträubend Erziehungsmethoden, die in dem Ivaisen- und Erziehungsheim für Knaben in Klein-Glienicke bei Potsdam geübt wurden, kamen in einer Verhandlung vor dem Potsdamer Schöffengericht unter Vorsih von Landgerichtsrat von Horn zur Sprache. Angeklagt wegen Sittlichkeitsoerbrechen nach ZZ 174, 17S und 176 des StGB, ist der frühere Erziehungsleiter des Heimes, der am 14. Mai 189S zu Salz wedel geborene Pädagoge Paul Heller. Der Angeklagte, der am Donnerstag im Potsdamer Gerichts. gefängms die Eheschließung mit der früheren Schwester des Heimes Johanna unter geistlichem Beistand vollzogen Hot, war vor einigen Jahren als Erzieher im Erziehungsheim Fasanenschloß bei D a r m st a d t tätig, hier verging er sich in schwerster Weise an den Zöglingen, so daß das Darmstädter Schöffengericht ihn wegen Sittlichkeitsverbrechen zu acht Monaten Ge> fängnis verurteilt«, mit teilweiser Bewährungsfrist. Bald darauf berief ihn das Kuratorium des Klein-Glienicker Erziehungsheimes als alleinigen Erziehungsleiter. Kuratoriumsvorsitzender ist der deutschnationale Rechtsanwalt Dr. Aver- d u n k in Potsdam. Ohne ein Staatsexamen gemacht zu haben, be- tätigte sich der Angeklagte als Erzieher. Ein Schüler, an dem sich h. schon in Darmstadt vergangen und dessentwegen auch Verurteilung erfolgt war, nahm dieser famose Pädagoge in sein« Obhut nach Klein-Glienicke, um sein« Erziehungsmethoden an ihm fortzusetzen. Der Vater des Knaben ist tot, di« Mutter in einer Nervenheilanstalt. Mit einem der Zöglinge übernachtete h. in einem Bett in Berlin. Auf einer Spreewaldtour sollen der Anklage nach beim Ueber- nachten haarsträubende Dinge zwischen dem Angeklagten und seinen Zöglingen vorgekommen sein. Ein Zögling bekundet, daß es in Klein-Glienicke gang und gäbe war, daß ein und zwei Zög- ling« mit dem Angeklagten im Bett lagen. Aufsicht scheint vollkommen gefehlt zu haben. Das Mchenpersonal hat dann den Vormündern der Waisen von dem verbrecherischen Treiben Mitteilung gemacht. Bald darauf erfolgte auch die Verhaftung. Der Angeklagte will durch den langen Aufenthalt in französischer Gefangenschaft, wo«r sich einer mönchischen Weltanschauung am geschlossen haben will, und durch di« Franzistuslettür« in seinem Triebleben verkümmert sein.' Da es sich herausstellte, daß die amtlichen Geburtsurkunden der im Eröffnungsbeschluß genannten Knaben fehlten, kam das Gericht zu einer Vertagung. Zum neuen Termin soll der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Averdunk geladen werden, ferner der Gefängnisarzt und ander«. Di« von der Verteidigung, Rechtsanwalt Dr. Kelk-Berlin, beantragte Haft- «ntlassung wurde abgelehnt. Lärm im Haus Waldfn'eden. ' In dem Städtischen Erziehungsheim„Woldfrieden' in Lichtenrade bei Berlin grisfen zwei Mädchen im Alter von ungefähr 18 Iahren während des Unterrichtes eine Lehrerin an, weil sie sich von ihr falsch behandelt glaubten. Di« Mädchen zerschlugen die Fenster eines Saales: eine von ihnen soll auch ein Messer in der Hand ge- habt haben. Die Angreiferinnen wurden von einem alarmierten Ueberfallkominando in Haft genommen. Das Nachrichtenamt des Magistrats teilt dazu mit: Haus Waldsrieden in Lichtenrade ist Beobachtungs- und Verteilungestation für di« zur Fürsorgeerziehung überwiesenen, schul- entlassenen weiblichen Minderjährigen. Es bietet Platz für etwa SO Mädchen. Eine Anzahl von diesen sind Zurückgekommene, die aus anderen Anstalten entlaufen oder wegen erzieherischer Schwierigkeiten entlassen worden sind. Es befinden sich auch solche darunter, die an erheblichen Erregungszuständen leiden und im Wald- frieden eine Weile von der Psychiaterin beobachtet werden. Zwei von diesen Mädchen zeigten in den legten Tagen eine besondere Un- ruhe. Es machte den Eindruck, daß sie von außen her ungünstig be- einflußt und von jungen Männern verhetzt seien. Außerdem haben sie nach ihren eigenen Angaben von Revolten in Erziehungsheimen gelesen. Arn Freitagmorgen haben die beiden eine Unruhe in Szene gefegt uiii» dabei Fensterscheiben und Mobiliar zer- trümmert. Es bestand die Gefahr, daß sie die anderen Mädchen mit ins Schlepptau bekamen. In der Tat beteiligt« sich bereits eine größere Anzahl Mädchen an den Ausschreitungen, insbesondere noch ein Mädchen, das auf Anordnung der Psychiaterin nach der Irren- -änstalt Buch gebracht werden soll. Da außerdem der stark« Verdacht vorlag, daß die Mädchen mit jungen Burschen, die vor der Anstalt gesehen worden waren, in Verbindung standen, glaubte die Leiterin, die Polizei in Anspruch nehmen zu müssen. Diese erschien auch sofort und brachte die beiden Mädchen in Schutzhast. Planmäßige Wochenend-Arbeit. Um die wertvollen sozialen, wirtschaftlichen, hygienischen und ethischen Kräfte, die in Idee und Bewegung des Wochenendes liegen, auszuwerten, hat sich ein Kreis von Männern, die seit langem praktisch auf diesem Gebiet arbeiten, zum Berliner Wochen- end-Ausschuß zusammengeschlossen. Die Arbeit dieses Aus- schusses, der seine Tätigkeit ehrenamtlich und frei von Er- werbsinteressen auffaßt, ist unter mehrere Herren, die sämt- lich Referenten der diesjährigen Wochenend-Vortragsreihe im Ber- liner Rundfunk sind, aufgeteilt. All« für den Berliner Wochenend- Ausschuß und sein« Mitglieder bestimmten Zuschriften sind zu richten an die Adresse des Vorsitzenden Chefredakteur Karl Vetter, Berlin-Neukölln, Hobrechtstraße 58 Die erste Berliner Wochenend-Ausstellung 1927 hat den Ge- danken eines planvoll ausgenutzten Wochenendes in das Volt ge- warfen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Vereinigung die Notwendigkeit eines frühen Sonnabendschlusses in allen Betrieben einschließlich der Warenhäuser und offenen Ge- schäste immer erneut propagiert und wenn es ihr gelänge, die An- geftelltenverbände, Gewerkschaften und die einsichtigen, verständigen und menschenfreundlichen Unternehmer zur Mitarbeit heranzuziehen. Wenn nur ein paar große Unternehmer den Anfang machten, müssen die anderen bald folgen. Wo sind die Schreibmaschinen geblieben? Große Veruntreuungen sind bei der R e m i n g t o n- S ch r e i b- Maschinen G. m. b. h. in der Friedrichstr. 154 entdeckt worden. Sie ziehen sich über 1s- Jahre hin. Aus die Spur kam man jetzt dadurch, daß Moschinen in Reparatur gegeben wurden, deren Ver- kauf in den Büchern nicht verzeichnet war. Das gab Veranlassung zu einer Generalrevision und dabei kam ans Licht, daß weit über hundert Maschinen dos Lager verlassen haben, ohne daß ihr Verkauf verzeichnet worden ist. Wer �>on den Angestellten sie im Lause der Zeit verkauft und wer sie erworben hat. inuß noch weiter nachgeprüft werden. Ein Angestellter, auf dem bisher der Verdacht hasten geblieben ist, bestreitet jede Schuld. MLN ist nur so ait. wie man aussieht. deshalb benutze man„Exlepäng". Gibt grauen Haaren die[ugend- farbe w eder. Färbt nacti und nach. Vo iständig unschädlich. Seit 30 lähren Weltiut Von lausenden Aenten. Piofessoren usvr gehraucht und emnfohlen. Preis M. 7,—. Für schwarze Haare„Extra stark M. 12.—. Erhälti ch in ParfOmerien, Friseurgesch., Drog. usw„ wo nicht, zu haben Parfümeriefabrik JExlcpäng", nur Berlin SO. 90, Muskauer StraBe 9. Christian Giolberg weiter belastet. Polizei findet keine Erklärung für den Todesschuß aus Iannowih. Die Untersuchung des dunklen Mordoorganges auf Schloß Jannowih nimmt ihren Fortgang. Die Meldung vom gestrigen Mitlag sreUich, daß die Voruntersuchung gegen den Grafen Christian Friedrich zu Slolberg durch den Untersuchungsrichter bereits eröffnet sei. war verfrüht, vis- her lag nur ein Antrag der Staatsanwaltschaft aus Ein. leitung der Voruntersuchung aus§ 211 StGV. vor. Die Akten sind dem Untersuchungsrichter erst gestern um 1Z Uhr zugegangen. Der Richter wird sich erst nach einer neuen Vernehmung des verhosteten Grasen schlüssig werden, doch nimmt man an, daß er dem Antrage der Staatsanwaltschaf« staltgeben wird. Neu belastet wird der Majoratserbe vor allem durch die Aus- sage d«s Verwaltungsdirektors Gombert, der— sehr spät, erst gestern— bekundet, daß Graf Christian, als er in der Verhängnis- vollen Nacht über den Hof zum Gärtnerhaus lief, ihm heiser und zitternd zurief:„Ich habe etwas angestellt.' Dies wurde nach langen und schwierigen Verhören durch die Gärtnersfrau und die Schwester des Verhafteten, Antonien Stolberg, bestätigt. Es kennzeichnet überhaupt die Schwierigkeiten der Untersuchung, daß die Angehörigen des Verhasteten ebenso wie die Gutsangestellten auf Iannowitz mit ihren Aussagen anscheinend sehr zu- r ü ck h a l t e n. Der ermordete Graf und der verhaftete Christian Friedrich waren nämlich auf ihren Gütern beide recht beliebt. Hinzu kommen die ländlichen Verhältnisie, die schon an sich Aussagen vor Gerichtspersonen, noch dazu in einer so heiklen Angelegenheit, un- angenehm erscheinen lasten. Es muß deshalb noch einmal betont werden, daß nach dem bisherigen dürftigen Ergebnis der Unter- suchung das preußische Ministerium des Innern sich doch zu ent- schließen hätte, ob es nicht erprobte Berliner Kriminalisten. die an keiner örtlichen Befangenheit leiden, nach Iannowitz entsendet. Größte Geschicklichkeit ist am Platze. Dos öffentliche Interesse verlangt, daß jede auch ungewollte Rücksicht auf Stand und Person ausgeschlossen ist. Das Publikum hat den Eindruck, daß diese unbedingte Voraussetzung einer wirklich objek- tiven Untersuchung im Augenblick noch nicht gewährleistet ist. Die Brüder des oerhafteten Christian Friedrich glauben, wie es heißt, nicht an eine Schuld des Verdächtigen. Sie sagen auf der ander«n Seite aus, daß der Erbgraf schon seit jeher mit Massen zu hantieren li«bte. In der Eisenbahn, aus der Fahrt nach H.rschbeig, soll der eine von ihnen geäußert haben:„Das kann nur der Christian Friedrich gewesen sein.' Es ist menschlich verständlich, daß sie jetzt das Ereignis auf Fahrlässigkeit zurückzuführen versuchen. Sehr verdächtig ist der Umstand, daß die Korrespondenz der g:äf- lichen Familie bis 1928 vorgefunden wurde, die Korrespon- denz seit 1929 aber verschwunden ist. Auf dem Hof fand man verbrannte Papierfetzen. Die hohe Verschuldung der gräs- lichen Güter soll nicht zum wenigsten auf ständige Forderungen eines Bruders des Ermordeten, des Grafen Karl Stolberg-Wernige- rode auf Alt-Döbern, zurückzuführen sein. Dieser Gras Karl spielte beim Kapp-Putsch auf der Seite der Hochverräter eine hervorragende Rolle. Gerüchte über Zerwürfniste zwischen dem Ermordeten und seiner Ehefrau haben sich bisher nicht bewahrheitet. Die Vertretung des verhafteten Grasen Christian zu Stolberg hat Rechtsanwalt Rusche, der mit der Familie befreundet ist. über- nommen. Die Nachricht, daß ein Diener einige verdächtige Personen beim Verlassen des Schlosses beobachtet hat, hat sich als falsch erwiesen. Grubenkaiastrophe in Pennsylvania. 300 Berolevte durch Explosion verschüttet. Durch eine Explosion in Valleycamp sPenn- sylvania) im Bergwerk der dortigen Kohlenkompagnie wurden 30V Bergleute verschüttet. Die Explo- sion erfolgte kurz nachdem die Tagesschicht eingefahren war. Aus den benachbarten Städten wurden Rettungs- Mannschaften herbeigerufen. Bis Donnerstag abend gelang es den Rettungsmannschaften. 170 Bergleute zu bergen. 130 Bergleute befinden sich noch in der Grube. Glücklicherweise hat die Grube einen zweiten Eingang, so daß es den Rettungsmannschaften mSg- lich ist, an die Unglücksstelle heranzukommen. Die Grube ist in weitem Umkreis von Truppen und Feuer- wehr abgesperrt. Einer der geretteten Arbeiter erklärt«, daß die Explosion unter den eingefahrenen Bergleuten eine Panik hervorrief und daß sich viele Arbeiter nach dem Inneren der Grub« zu retten versuchten. Während er selbst umherirrte, fand er die Leiche seines Freundes sah jedoch keine weiteren Leichen. Als er den Ausgang erreichte, strömte eiskaltes Wasser durch die Grub«, dos ihm fast bis zum Kinn reicht«. Der Haupteingang.der Grub« wird von Frauen und Kindern umlagert und es spielen sich«rgreifend« Szenen ob. Wahnfinnsiat einer Muiier. Sie erhängt ihre drei Kinder und sich selbst. Warnsdorf, 21. März. In dem Dörfchen Kaltenbach in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz hat sich eine ausscheneregende Familientragödie abgespielt. Die Frau des Arbeiters August Seidel ging mit ihren vier-, sechs- und neunjährigen Kindern während der Abwesenheit des Mannes in den Wald. Als am Dienstagabend von Böhmisch-Kamnik kommende Leute an: Waldeseingang einen herrenlosen Rodelschlitten bemerkten und den Spuren nachgingen, nahmen sie drei Kinder- gestalten wahr. Als auf ihren Anruf keine Antwort erfolgte, traten sie näher. Es bot sich ihnen ein entsetzlicher Anblick. An den Aesten der Bäume hingen vier leblose Gestalten. Die Kinder waren von der Mutter, deren Leiche in der Mitte hing, um sie im Halbkreis an drei Bäumchen aufgehängt worden. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint die Frau die Tat in geistiger Um- nachtung ausgeführt zu haben. Als der Mann am Abend von dem vchicksalsschlag in seiner Familie hörte, brach er zusammen. Die verkzhrszustände in Lichtenberg. Zu der von uns In der Stadtbeilage vom 8. März veröfsentlichten Zuschrift teilt die Reichs- bahndirektion mit: Die geschilderten Verkehrszustnöde auf der Strecke Lichtenberg— Stadtbahn sind uns bekannt. Bisher waren wir jedoch leider noch nicht in der Lage, abhelfen zu können, w e il die hier- für erforde rlichen Wagen nicht verfügbar sind. In nächster Zeit ist mit erhöhter Wagenlieserung zu rechnen. Wir werden dann sofort für Abhilfe sorgen. "TOG"/ aX mkQu Die Eröffnung der Danzig-Ausstellung und die Kund- gcbung„Tag des Buches' im Plenarsaal des Reichstages, di« über- tragen werden, sind hier an anderer Stelle behandelt. Noch eine dritte Uebertragung bringt das Programm: Das Nachmittagston- zert aus dem„Clou' für den Bund Deutscher Kompo- n i st e n. Es handelt sich nun keineswegs um bedeutende Kompo- sitionen, im Gegenteil, sie streifen fast alle bedenklich den Kitsch, vor dem sie nur durch irgendein« originelle Melodieführung oder In- strumentation bewahrt bleiben, die aber manchmal fehlen. Als man noch nicht den Jazz kannte, nannte man dieses Genre Salonm'.isit. Ein Boston erlebt sogar eine Uraufführung, ebenso der erste Sag der Suite„Im neuen Angora' von Krüger, der es oersteht, durch einen drängenden, verdunkelten Rhythmus Stimmung zu malen. Sehr kultiviert ein Tango Walter Nicmanns. Unter dem Titel „Süddeutsche Skizzen' liest Friedrich Schiffermüller Dialekt- Novellen von Rosegger und Thoma mit allen feinsten Schattierungen des Dialekts und mit wirklich gestaltendem Witz. Der Vortrag Hans Hyons behandelt das Thema„Können Tiere sprechen?" sowohl von biologischem wie auch psnchologischem Standpunkt aus. Hyan gehört zu den nicht häufigen Sprechern, die ein Wissenschaft- liches Thema populär zu behandeln verstehen, ohne dabei Wichtiges zu übersehen. K. W. G o l d s ch m i d t spricht in seinem Zyklus„Die Weltansckauung großer Dichter" über Skandinavier und Russen. Es sind dies die großen Schriltsteller des neunzehnten Jahr- Hunderts. Goldschnudt, der sonst oft unübersichtlich disponierte, spricht jetzt klar und betont auch die großen, allgemeinen EM- Wicklungslinien. F. S. Sport. Rennen zu Rlariendorf am Donnerskag, dem 21. März. t. Rennen, t. Notwehr tSchröderf, L. Oexenmetiler(Lemzcr), 3. Selomik. Toto: 305: 10. Plah: 168, 19, 30:10. Ferner liefen: Linbe. NuShaga?oh, Fehtbellin, Arizona, Belletrist, Baroneh E.. Madonna, Nippsache, Kuh de Val. 2. R e n n e n. 1. Turteltaube tLemzer). 2. Mimose(F. MillSt. 3. Pracht« mädel«-Tochter lSeckerth Toto: 36-10. Platz: 16,15,29:10. Ferner Ursen: Raphia. Siegmund. Wenesli, Ossi Oswalda, Ltteimädel. Edelmeister. 3. Rennen, t. Abendstern lIauh jun.), 2. Nation. Toto: 72:10. Platz: 24, 35, 23:10. Ferner Uesen: Nonne, Erster Seehoser, Nebelkappe, Linne, Alpcnseuer, Monostatos, Meisterstück. Voriräge,VereineundVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold'. (Sesdiäits stelle: Berlin E. 14. Sedastianstr. 37/38, Hol 2 Tr. Freitag, 22. Mär,. Lichtenberg. Kameradschaft Travcplatz 20 Uhr Sitzung bei-äeiole. Slharnweber- Ecke Nronprinilenstrotze. Wichtige Tagesordnung, stameradsdaft Boxhagen 2a Uhr Bolloersammlung bei Fritz, vorm. Lohann, Jung. Ecke Oberstrane. Wahl der Delegierten ,ur General- Versammlung.— Saaaabeab, 23. März, llharlottenburg. 20 Uhr im Sden» dalast gemütliches Beisammensein mit Familicnangchilrigen und Gästen. Gin» tritt und Tanz frei.»eutölln-Britz. 4. Kameradschaft. 20 Uhr Frildlina-fest in Beckers Festsölen, Britz. Chausseestr.»7. Gäste willkommen.— Soauiag, 24. März. Krei» Westen. Sämtlich« Orisverein« beteiligen sich an der Krei» Veranstaltung in zchlendorf.!> Uhr Schiltzenhaus tzehlendorf.«Ute. Jung. bannet. 9 Uhr in Uniform Lehrter Vorortbahnhof. Tiergarten. Treffen tut Kreisvcranstaltuna. Moabit 794 Uhr bei Beger. Iagow- Ecke Levetzowstratze. Besten SU, Uhr Bahnhof Grotzgürfchenstratze. Pflichweranstaltung. aharlottcn» borg. Sämtliche aktive Kameraden zur Kreisveranstaltung» Uhr Sd-lltzenbau» Fehlendorf. Nachrichtenzug 8 Uhr Äbfahrt von der Trinitatiskirchc(Karl- Angust-Platz). Wilmersdorf. Sämtlich« aktive Kameraden beteiligen sich an dem «reist reffen in Zehlendorf. 9 Uhr Schiitzenchaus Fehlen darf. Steglitz(Orts- verein). Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Fehlendorf. Mitte. Musik und Fahnen zur Stelle. Lichtenberg. Kameradschaft Boxhogen. Besicheignng des Grotztraft. Werkes Klinaenbcrg. Treffpunkt 9 Uhr im Berkrhrslokal.— Ariedrichshai». Kameradschaft BUsching. Eonnabend. 23. März, 20 Uhr, Fabnennagelung mit anschließendeni gemütlichen Beisammensein bei Blawert, Weberstr. 24».— Treptow fOrtsvercin). Iungbanner, Handballspieler, Sonntag, 24. März, «>4 Uhr bei Wintler, Handdallpunkispiel gegen KSpenick 11, all« anderen erscheinen zum Training._ Kleinlaliberschützen verrl» Republik«. BerII».Br«»d«»b»rg. Sport- platz Frirdrichsfelde. Sonnabend. 29. März, 20 Uhr, aenrlltliih«. Beisammen» sein der Kameraden im Bercinsheim.— Sonntag, 24. März. Sportplatz Frlrd» richofelde. Laut Bcreinboruna schießen ab 9 Uhr die Orisverein- Reiniden. darf und Weddlng. ab 12 Uhr die Ortovereine Kreuzberg und.Prenzlauer Berg. Tie für das Preisslhietze» am 17. März vom Bundesvorstand de» Aeichokartells aestifteten Ehrenpreise sind im Verein, heim ausgestellt. Sieukoll»- Brjtz. 9—10 Ubr Sdsietzen im Cchützenhans Neukölln. Republikanischer Motorradklub Tentsetlar.ds e. v. Ostermontag. 1. April, vsteraNsflug unter der Tevife: Mit Cd-arzrotgold in den Frühling: in die Märkiseh« Schwei,. Abfahrt tz Uhr vom Schlotzplatz, Lustaartenseite. Meldungen bis Donnerstag, 28. März, an Sportpräfident Haas«, Berlin RW., Levetzow- strotze 13°. Typographische» Orchester. Musikverein Berliner Buchdrucker. Dirigent Kapellmeister Erich Gutzeit. Uebungsabende leben Freitag 20'tz— 22zh Uhr in Neukölln, Hcrmannstr. 199 fRestaurant..3um Eängerheim', Johann Lausch). Aufnahme von Mitgliedern in grotzes Orchester lrberzeit. A-btnng, Freidenker! Ter Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung veranstaltet am Sonnabend, 23. März, ISz, Uhr, in der Aula des Sophien» Lyzeums. Weinmeisteestr. 16,«ine Versammlung. Bortrag:„Therese von Konnersrruth". sind durch eigenen Versuch su Hagfreunden geworden, denn sie haben sich davon überzeugt, daß der ooffeinfreie Kaffee Hag nicht nur unschädlich ist, sondern auch den gleich guten Geschmack hat wie anderer Bohnenkaffee bester Qualität. Wer ihn einmal probierte, wird ihn immer trinken. Das große Paket kostet RM 1.90, das kleine 96 Pfg. Ihr Kaufmann führt ihn. Fetdie Degani die grofte anmutige Glocke aus dem modernen Eiolen-GeSedd mit eleganter Band- und Blumen- Garnitur l50 Das hören wir jetzt tagtäglich in unserer Hut- Abteilung, und unsere niedrigen Preise machen das„Gedicht" nur wohlklingender. In unserer Abteilung für Damen- Kleidung wiederum sind die Ausdrücke:„herrlich",„wundervoll" und„fabelhaft"(letzterer hauptsächlich mit Rücksicht auf den Preis) gang und gäbe. In der Herren- Abteilung dagegen hört man so etwas nicht. Die Männer sagen nicht viel, allenfalls hört man sie ein „unbegreiflich" murmeln. Die gehen stillvergnügt nach Haus, dann aber preisen sie ihren Kauf und raten all' ihren Freunden und Bekannten; ® Der hoAmodeme Frflh- jahn-Manlel aus moderner Ware, mit sAoner angewebter Abseile. Die flotte Form in eleganter Pabform und mit guter Innen- Ausstattung 29 50 0ranlemtr.40 Chauneettr.113 KönlsttraBeSS Am Oranlenplati Belm Stetttner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatt Herren- bzw. Knaben- incidong in den beiden Qetcb&fien: Kdnigstr./ CkauMcesir. Nachdnicfc von Wort und DUd v» rbokn I � Die obisen Angebote stehen Ihnen ab Freitag zur Verfügunsl- Schriftliche Bestelfungen können nicht berücksichtigt werden! Kflnstlerlsche Leitung t ERIK CHARELL tob Bonuuor and WollKh Allred Braan Nady dulslians Trade Lleeke Slesrfr. 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AUIez«» 22.«pell 2«2«: pnezewger Zeichnung-schlllß »le Zulassung der Reihe ZUM dandel und zur Notiz an den Börsen zu Berlin, Breslau und Hannover Ist beantragt I dee BSrienelnfShenngstne» beträgt«79,°,». 3lasfctmlac: L Mal und L November, erster zinsschein fällig am L November 1929. StfltfclaBB: Gm. 100.—. 200.—, 500.—, 1000.—. 2000.—. 5000.—. Bis zur Ciefecnng her essefllnea Stfletc, die spesenfrei erfolgt, werden ftoisenquiltungen oder Interims. scheine ausgegeben. Die Golbpfandbriefe find tilgbar in Höhe von jährlich mindcflrns>/,°/» der ge samten Reihe bnech freihändigen«ntanf«der durch«nsiofnng ZUN, Zlrnnrnrrt. VI««»Idpfandbrlrfr der pernfzischrn Zrnlrnlstnblld Umlauf«wer Reihe eiue gewiss« Höhe erreicht hat,»an der»ei« beliehen. inft werden, sobald der iebanf in ftlaffe ,�k" schaff en sind bei Zeichnungen werben van allen öffentlichen und privaten Bon!en. Sparlassen, Stobt- (atrte der unterzeichneten Särp erschaff entgegengenommen. Ausführliche Prospelte diesen Stellen erhältlich. preußische Zeniralstadtschafi «örpoischast des öffentlichen Rechts Äerlin XV 10, Mkioriastraße 49-20 Telegramm» Abrisse: Sladtschatt. Berlin. Fernsprechan'chlsisse: AuriUrst 5857. 585g. «uniirst 5848(fixt Ferngespräche). 3Ir. 131• 46.<290lCCS�0 Sreitoä, 22. Mrj 1929 Separatismus in Wir erhalten von der Vereinigte Elektrizitätsroerke Westfalen G. m. d. H. einen Brief(gez. Dr. Krone), den wir im folgenden auszugsweise wiedergeben: „In Nr. 129 Ihres Blattes vom 17. März 1929 lesen wir einen Aussatz, der sich mit der Bildung der„Westdeutschen Elektrizstäts- Wirtschaft A.-(3." besaht und unsere Beteiligung an dieser Gesell- schast kritisiert. Auch diese Kritik an der Gründung der„Westdeutschen Elektri- '.itätZwirtschast A.-G.' geht— wie der im„Volkswirt" erschienene Aussatz— von falschen Voraussetzungen aus. Es handelt sich bei der Gründung der„Westdeutschen Elektrizitätswirtschaft" keineswegs um eine Attacke gegen die„A.-G. für deutsche Clcktrizitätswirtschast". Wir brauchen also niemandem den Steigbügel zu halten. Keiner der Gründer der„Westdeutschen Elektrizitätswirtschast", auch nicht das RWE., hat irgendeine Gegnerschaft gegen die„Akticnges'll- schast für deutsche Elektrizitätswirtschast" im Sinne. Einer der Hauptzwecke der„Westdeutschen Elektrizitätswirtschaft A.-G." ist, vielmehr gerade dl« Beteiligung an der„A.-G. für deutsche Elek- trizitätswirtschast". über die hoffentlich in nächster Zeit eine all- seitig befriedigende Verständigung herbeigeführt werden kann. Daß sich die größeren Werke innerhalb der westdeutschen Elek- trizitätswirtschast.zu einer Interessengemeinschaft zusammengefunden haben, wie sie die neue Aktiengesellschaft darstellt, ist ans allgemeinen wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchaus zu begrüßen. Die Gründer- ivcrke haben schon jetzt stark« technische Zusammenhänge: lüese noch zu vermehren und dadurch immer größer« Sicherheiten sowie einen Ausgleich zwischen westsälischer Steinkohle, rheinischer Braunkohle i'nd süddeutschen Wasserkräften zu schassen, ist durchaus erwünscht. Daß diese Interessengemeinschaft nicht ohne das RWE. geschaffen n»erden konnte, liegt angesichts der bedeutenden Rolle, die das RWE. innerhalb der westdeutschen Elektrizitätswirtschast spielt, aus der Hand. Irgendeinen Einfluß auf die Selbständigkeit der Gründerwerke hat diese Vereinigung jedoch nicht. Im Gegenteil, im Gesellschaftsvertrage ist jedem Gründerwerk ausdrücklich die Auf- rechterhaltung seiner Selbständigkeit garantiert. Im übrigen darf jedoch nicht außer acht gelassen werden, daß auch das RWE. mit dem überwiegenden Teil seines Aktienkapitals im Besitz von Kommunen ist und daß selbst der preußisch« Staat bzw. die Preußische Elertrizitäts-A.-G. in sehr erheblichem Umfange an dem Aktienkapital des RWE. beteiligt und in seiner Verwaltung vertreten ist. Es liegt nicht«ine einzige Totsache vor, die uns hinsichtlich unserer Beteiligung an der„Westdeutschen Elektrizitätswirtschast 2L-®." zu einer Entschuldigung oder einer Selbstanklage Ver- cnlassung geben könnte. Unsere Beteiligung tut uns nicht leid: wir erhoffen' sogar im Gegentell von ihr sowohl für unsere Gesellschaft wie für die ganze westdeutsche Elettrizitätswirtschoft und nicht .zuletzt für die„A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschast" und deren woit'ere Entwicklung das beste. Mit aller Hochachtung..»., Soweit die Antwort der � Dir müssen erklären- daß eine befriedigend« Klarstellung der von den LEW. befolgten Politik hierdurch nicht erfolgt. Ein« unmittelbar« Beteiligung diese» Unternehmens an der A.-G. für deutsch« Elektrizstätswirtschaft war ihm bereits zugesagt: da tf>g es plötzlich seinen Antrag auf Beteiligung an diesem Unternehmen zurück und gründete mit dem RWE. die Westdeutsch« Elektrizstäts- Wirtschaft A.-G. Wir können beim besten Willen nicht einsehen. inwiefern damit den Interessen der A.-G. für deutsche Elektrizstäts- Wirtschaft gedient werde» sollte. Ebenso können wir uns nicht damit einverstanden erklären, daß Dr. Krone es so darstellt, als würden mst der Gründung der Westdeutsche Elektrizstätswirtschaft A.-G. irgendwelche wünschens- werte wirtschaftliche oder technisch« Ziele verfolgt. Bereits in dem Gründungskommuniquä dieses Unternehmens wurde vielmehr aus- geführt: Jbet Zweck der Derbundwirtschast, den die in der A.-G. für deuksche Elektrizitätswirtschaft bisher zusammengeschlossenen Unter- nehmungen durch diese Gesellschaft für ihr Gebiet noch erstreben, ist in der Westdeutschen Gesellschaft bereits in vorbitdlicher Weise gelöst.' der Elektwpolitik ien Elektriziiaiswerke Westfalen. Das Gründungskommuniquä hat also mit großer Klarheit aus- gesprochen, daß auf diesem Gebiet die Westdeutsche Elektrizstäts- Wirtschaft A.-G. keine Aufgaben mehr zu lösen habe und lösen solle. Auch das Schreiben von Dr. Krone läßt in seinen Andeutun- gen llar erkennen, daß man sich in der Westdeutschen Elektrizstäts- Wirtschaft über die Ausgestaltung der deutschen Elektrizitätswirt- schast etwas merkwürdig« Vorstellungen macht. Geht er doch ernst- Haft davon aus, es sei rationell,„einen Ausgleich zwischen west- fälischer Steinkohle, rheinischer Braunkohl« und süddeutschen Wasser- kräften.zu schaffen"(zu diesen gehören seiner Ansfassung zufolge wohl nicht die bayerischen, die die weitaus bedeutendsten sind), ohne auch nur mit einem Worte die Notwendigkeit zu streifen, eine organische Verbindung zwischen den von ihm genannten„west- deutschen" Energiequellen, der mitteldeutschen Braunkohle und der westdeutschen Saarkohle herzustellen. Dr. Krone bringt es also im Namen der VEW. fertig, uns stakt der erstrebten Reichseleklrizitätswirksihost ein westdeutsche» | Separalgebilde zu empfehlen. Damit scheint uns aber freilich der wahre Sinn der west- deutschen Gründung sehr klar zum Ausdruck zu kommen. Da die VEW. der„Deutschen Bergwerkszeitung" kein« Berichtigung zugeschickt haben, wird man annehmen dürfen, daß sie mit diesem vom RWE. unterstützten und informierten Blatt darin übereinstimmen, daß es die eigentliche Aufgab« der West- deutschen Elektnzitätswirtschast sei, für die westdeutschen Unter- nehmungen eine möglich st hohe Beteiligungsquote an der A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschaft herauszuholen. Wir nehmen an, daß dies auch tatsächlich für die Haltung der BEW. ausschlaggebend gewesen ist, die ihren Ehrgeiz darin sehen, mst mög- lichst hoher Stimmenzahl in der A.-G. für deutsche Elektrizitätswirt- schaft vertreten zu sein und die vom RWE. an ihrem eigenen Ehr- geiz geschickt gegängell worden sind. Dabei haben die beiden Generaldirektoren der VEW. nur nicht gemerkt, daß sie sich mit der Gründung der Westdeutschen Elektri- zstätswirtschast, die gegenüber der und gegebenenfalls in der A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschast für die in ihr zusammen- geschlossenen Unternehmungen allein handelnd auftreten soll, dem RWE. ausgeliefert, auf ihre Selbständigkeit verzichtet haben. Soweit wir unterrichtet find, ist die Konstruktion der West- deutsch« Elektrizitätswirtschast A.-G. derart, daß es im Belieben des RWE. liegt, sie jederzeit aktionsunfähig zu machen. Da man dann in der A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtschaft mit diesem Be- teiligten nicht kooperieren könnt«, würden die übrigen Aktionäre dieser Gesellschaft genötigt sein, sich über den Kopf der Westdeutschen Elektrizitätswirtschast hinweg mit dem RWE. unmittelbar zu ver- ständigen, also die VEW. und das Badenwert auszuschalten. So sind die VEW. Ünsireiwillig Steigbügelhalter des RWE. geworden. Daß ste. ieA. bestwteo. die Hereiugesallenen zu sein, versteht sich natürlich von selbst. Die Generaldirektion der VEW. hat offenbar viel Ver- gnügen am Briefeschreiben in dieser Angelegenheit. Wir halten es daher für richtig, hier noch einige Fragen an sie zu richten. Was ist ihrer Meinung nach der Grund, daß sich das zweitgrößte Elektrizitätsunternehmen des rheinischen Braunkohlen- reoiers, das Rheinische E c k t r i zi t ä t s we r t im Braun- kohlenrevier, das ebenfalls in der Verwaltung des RWE. vertreten ist, nicht aN der Westdeutsche Elektrizitätswirtschaft A.-G. beteiligt hat, warum hat die Westdeicksche Elektrizitätswirtschast A.-G. sich bisher nicht bemüht, auch das Saargebiet zu einer Beteiligung heranzuziehen, und warum hat die Westdeutsche Elektri- zstätswirtschast A.-G. bewußt die Gegensätze innerhalb der württembergischen Elektrizitätswirtschaft ver- schärst? Dient ein« Gesellschaft, die von den engsten Nachbarn nicht ernst genommen wird, die eine wichtige Energiequell« aus der deut- scheu Elektrizitätswirtschast ausschließen will und schließlich organi- satorische Gegensätze noch zu der vorhandenen Zersplitterung hinzu- fügt, wirtlich der deutschen Elektrizitätswirtschast? Sächsische Landespsandbriefanstali. Wie gegen die Wirtschast„organisiert" wird.— Gin Volks- wirtschafilicher Skandal. Die Sächsische LandespfaNdbnefanstalt ist ein Institut, das vom sächsischen Staat extra geschossen worden ist, um gegen Industrie- Hypotheken, verbunden mit Solidarhaft der Kreditempfänger und unter Stootsgarantie, besonders der mittleren und kleineren Industrie, die von den Privatbanken vernachlässigt wurden, die notwendigen Rationalisierungskredite möglichst billig zu geben. Diese Ausgabe hat dos.säsische Institut in der Vergangenheit ausgezeichnet erfüllt. Bis End« 1927 hat sie im be- sonderen Auslandstredit« aufgenommen und daraus mit großem Erfolg und kleinen Zinsaufschlägen als gemeinnütziges In- stitut der sächsischen Industrie wertvolle Dienste geleistet. In ihrem Geschäftsbericht für 1928 führt nun die Sächsische Londespfandbriesanstalt eine bemerkenswerte Klage, die in der deutschen Oeffentlichkeit beachtet werden sollte. Im Jahr« 1928 ni:bde nämlich diesem Institut unter Hinweis darauf, daß der sächsische Staat der Garant sei— man vergleiche die ähnlichen Vorgänge bei der Auflegung von Auslandsanleihen durch P r e u- C n—, von der Beratungsstelle der Auslandskredit gesperrt. Gleichzeitig aber konnte in Berlin unter Teilnahme von Großbanken im Reichsverband der Deutschen Industrie ein privates Bankinstitut für die gleichen Zwecke aufgemacht werden, der aber, nur weil sie ein Privatinstitut ist. die Inanspruchnahme des au'släirdijchen Kapitalmarktes offen steht. Das Ergebnis der Sache ist, daß man hier eine össentlich« Bank die Technik hat entwickeln und die Risiken hat tragen lassen. deren Nutzen aber einfach von privatem Bankkapital dann schlank- weg kasstert wurde, während man dem sächsischen Institut den Zu- tritl zum Auslandsmarkt sperrte. Der Vorgang ist wirklich skandalös und er ist um so skandalöser, als das sächsische öffentliche Institut mil seiner Staats garontie und als gemeinnützige Bank mit Aus- landskrediten die Privatwirtschaft erheblich billigxr bedienen konnte. als das neue Berliner Institut dazu in der Lage ist. Hier liegt also ein klassischer Fall dafür vor, wie des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht kurzsichtige Politik gegen alles, was öffentlich ist. sich direkt gegen die Interessen der Privatwirtschaft auswirkt und dafür, wie geradezu gegen die Interessen und unter Verteuerung der Kredite gegen die Privatwirtschaft„organisiert" wird. Der Sächsischen Landespfandbriefanstalt stand durch diese Maß- nahmen nur der schwache inländische Kapitalmarkt zur Verfügung. Sie konifte dennoch unter Hinzunahme früherer, im Jahre 1923 ge- tilgter Darlehen wieder Z,88 Millionen Mark in 195 neuen und 0,37 Millionen Mark in 13 Zusatzdarlehen vergeben. Die Kredite wurden mst einem Aufschlag von nur einem Viertel Prozent und einem die Emissionskosten gerade deckenden Kurs- ab schlag hinausgegeben. Es wäre im öffentlichen Interesse wirklich notwendig, zu untersuchen, ob das neue Berliner Institut sich mit ähnlich kleinen Aufschlägen begnügen kann. Ob die H a n d e l s- t a m m e r n sich dieser Aufgabe wohl annehmen werden? Der Reingewinn von 249 000 M. wurde in der Hauptsache zur Reservenbildung und für die Stärkung der Tilgungsrücklag« verwendet. Februar-Außenhandel unter Frosteinflüssen. Einfuhr um 500 Mill., Ausfuhr um Mill. gesunken. Dos Statistische Reichsamt hat es nicht leicht. Nach- dem es durch die Reform seiner statistischen Methoden die Ziffern vom November und Dezember 1928 völlig oergleichsunsähig gemacht hatte und der Januar durch die Quartalsabrechnungen gleichfalls kein normaler Monat war, hat ihm der liebe Gott mit der Kälte- welle im Februar einen neuen Streich gespielt. Die deutsche Oeffentlichkeit hat also das Vergnügen, seit vier Monaten vom Statistischen Rcichsamt Außenhandelszissern vorgesetzt zu bekommen, mit denen sie so gut wie gar nichts anfangen kann. Der gesamte Warenverkehr in der Einfuhr und Aus- fuhr ist im Berichismonat stark zusammengeschrumpft. Die Einfuhr ging um rund 300 Millionen auf 1,01 Milliarden zurück und erreichte damit ihren tief st en Punkt seit dem No- vember 1926. Der Rückgang betrifft m fast gleichem Maße die Rohstoffeinfuhr(— 142,1 Millionen) und die Lebensmitteleinsuhr <— 124,7 Millionen). Dagegen hat sich die Einfuhr von Fertig- waren nur unwesentlich geändert. Die Aussuhr bleibt im Fe- bruar um 131,4 Millionen hinter dem Januar zurück, wobei auf Fertigwaren 77,9 und auf Rohstoffe 36,5 Millionen Mark Rückgang entfallen. Bei dieser starken Senkung des Gesamtumsotzes im Februar-Außenhandel spielen die im Januar durch die Quartals- abrechnungen der Lagerwaren überhöhten Ziffern nur eine geringe Rolle. Ausschlaggebend sind dagegen die Wirkungen des Frostes für die Entwicklung des Außenhandels im Februar gewesen, was schon daraus hervorgeht, daß sich die Rückgänge bei der Ein- und Ausfuhr auf einen sehr großen Posten von Warengnippen verteilen. Unter diesen Umständen lassen sich auch nicht einmal aus der stark gesunkenen Rohstofseinfuhr, die zumindest indirekt durch die Kältewelle betroffen wurde, irgendwelche konjunkturellen Schlüsse ziehen. Berliner Metallhütten-Gewinne. Oividendenerhöhung des Hüttenwerks Niederschöneweide. Wie sehr von der Metallkonjunktur der letzten beiden Jahre auch die kleineren metallverarbeitenden Betriebe profitieren konnten, zeigt der Abschluß des Hüttenwerks Niederschöneweide bei Berlin. Das Unternehmen, das in der Kupfer-, Zink- und Blei« aufbereitung arbeitet, konnte feine erst im letzten Jahre um 2 Proz. erhöhte Dividend« für 1928 wiederum von 8 auf 10 Proz. heraufsetzen. Die folgenden Ziffern geben«in ungefähres Bild von dem großen Aufschwung, den die Gesellschaft in den letzten Jahren genommen hat. Verlust Gewinn Dividende 1925 400 000 M.— M.— 1926—. 74 200„ 6°„ 1927—„ 112 000„ 8% 1928—. 175150„ 10% Die Umsätze, die sich von 1924 bis 1926 bereits verdreifacht hatten und im Vorjahr schätzungsweise 11 Millionen erreicht haben dürften, sind im letzten Jahr« weiterhin gestiegen, so daß sie etwa das Fünffache von 1924 betragen werden. Der gute Verdienst der Gesellschaft kommt in der Erhöhung der Forderungen von 500 000 M. auf 800 000 M. zum Ausdruck, wobei erstmalig ein Bantguthaben von 340 000 M. ausgewiesen wird. Zu« gleich konnte die Gesellschaft ihre Schulden um so st ein Drittel bis auf«ine Million senken. Auch die zum Hirsch-Kupfer-Konzern gehörigen»Hüttenwerke Wilhelm Kayser in Oranienburg, mit denen sich das Niederschöne- weider Unternehmen jetzt zusamniengefchlossen hat, geben jetzt ihren Abschluß bekannt. Wenn auch bei diesem Wert der Ausschwung nicht so schnell vor sich ging wie hei dem Hüttenwerk Niederschöne- weide, so ist doch seine Entwicklung auch durchaus günstig. So konnte der Vorjahrsoerlust von rund 12000 Mark in«inen Rein- gewinn von 130 000 Mark verwandest werden, von dem jedoch keine Dividend« oerteilt wird. Der Geschäftsbericht betont die wesentliche Besserung der GeschästsloZ«. die seit einer: Reihe von Monaten zu einer etwa ZOprozenfigen Produttionssteigerung geführt hat. In der Blei- und Zinnabteilung liegen'die Derhäftnisse allerdings nicht so günstig, da die Preissteigerungen die Rohstofsversorgung erschwert haben. Der Betrieb der Zinnhütte wurde daher im Sommer 1928 eingestellt. Die Verschmelzung der Hüttenwerke Niederschöneweide Akt.- Ges., die von der Generalversammlung noch zu genehmigen ist, stellt eine Rationalisierungsmaßrachme in der Berliner Metall- Hüttenindustrie dar, die durch Einteilung und Abgrenzung der Pro- duktion der neuen Gesellschaft höher« Gewinn möglich» keiten in Aussicht stellt. Di« Belegschaft der beiden Unternehmun- gen beträgt annähernd 1000 Mann. Automobilausstellung in Genf. (Von unserem Sonderberichterstatter.) ?. W. Gens, Ende März.' Di« Schweiz ist beinah« ganz und gar ouif den Import vott Personenautos angewiesen, da die einzige Fabrik, die hier baut. Martini, eine nur sehr geringe Produktion ausweist, die der immer größer werdenden Nachfrag« nicht annähernd gerecht werden kann. In erster Linie sind es die amerikanischen Wogen, die das Gros der Einfuhr ausmachen. Das Interesse am Amerikaner beginnt aber hier nachzulassen und vielfach hört man die Ansicht äußern, daß der Schweizer lieber eine europäische Marke bevorzugt. Ob es dey europäischen Fabriken aber ernstlich gelingen wird, die Amerikaner in größerem Maße in den Hintergrund zu drängen, muß zunächst abgewartet wevden. Deutsche Auto- mobile wurden früher vielfach in der Schweiz verwendet. Später sind sie ziemlich gang verschwunden, bis feit einigen Iahren ganz langsam das einmal verloren« Wfatzgebiet wieder gewonnen wird. Die hier unter großer Konkurrenz ausgestellten Fahrzeuge von Opel, Adler, Mercedes-Benz, Stoewer, Röhr, Wanderer. Horch und Drennabor werden viel beachtet, und«s kam auch zu Verkäufen. Zwischen den Fabrikaten der einzelnen Länder sind keine sehr großen Unterschied« in den Preisen: sie haben sich immer mehr angeglichen. Durch dos Fehlen einer größeren Schweizer Auto- mobllindustri« können hier alle Länder unter den gleichen Vor- aussetzungen und Zollbedingungen arbeiten, so daß ziemlich ein- wandfreie Vergleich« möglich sind. Die Ernte der Kallkonzerne beginnt. Welche Mehrgewinne die Kalikonzerne aus der Glonzkonjnnttur von 1928 ziehen konnten, zeigt der Abschluß des ersten Großunternehmens, der jetzt bekannt wird. Der Ealzdetfurth-Konzern konnte seinen Reingewinn von 2,5 aus 3B Millionen, also um 50 Proz. steigern, und zahlt wieder ein« Dividende von 15 Proz. Die zu diesem Konzern gehörenden Kaliwerke Alchereleben zahlen bei einem von 1,7 aus 2,4 Millionen Mark gesteigerten Rein- gewinn 10 Proz. Dividend« und Kaliwerke Westeregeln gleichfalls 10 Proz. Dividend« bei erhöhten Reinertrögen. Amerika tritt dem europäischen Schienenkartell bei. Wie wir bereits mitgeteilt hatten, ist aus der Brüsseler Tagung dos Europäische Schienenkartell, die Erma. nach Bei- legung der bestehenden Differenzen um sechs Jahre verlängert worden. Jetzt wird noch bekannt, daß auch die Vereinigten Staaten, die sich bisher dem Kartell noch nicht angeschlossen hatten, als neues Mitglied beigetreten sind. Diese Tatsach« zeigt das wachsende Interesse der amerikanischen Stahlindustriellen an der internationalen Eisenverstondigung. die schon kürz- lich ihren Anschluß an dos internationale Röhrenkartell herbei- geführt hatte. Osterferien des Reichsiags. Gistkriegverboi.— Kleine Anfragen.— Beamtinnenrechi. Der Reichstag Hot am Dannerstag zunächst das Genfer ProtoHoll auf Verbot d e s Gaskrieges in dritter Lesung be- raten. Ein Antrag der Deutschnationaten, diesen Gegenstand von der Tagesordnung abzufetzen, wurde sofort abgelehnt. Ueber die Ausschutzvcrhandlungen berichtet Abg. Dr. Haas(Dem.). Er beantragt die Genehmigung des Protokolls, damit auch Deutfchland zeige, daß es den unmenschlichen Gistgaskrieg verurteile. Abg. Crispien(Soz.): Im Ausschuß haben die Dcutschnationalen n i cht den Mut aufgebracht, gegen die Ratifizierung zu stimmen, chier bean- tragen dkü Nationalsozialisten, für Einrichtung eines umfassenden Gas» und Luftschutzes als ersten Teilbetrag Ist Millionen Mark ZU bewilligen; sie berufen sich auf die Vorschläge von Dr. Krahne. Diese Vorschläge oersuchen zunächst, die Gistgasgesahr als ziemlich g e- r i n g s Ü g i g hinzustellen und behaupten, dag im Weltkrieg bei 103 deutschen Lustangrissen auf England 128 000 Tonnen Bomben ab- geschossen wurden, was 1483 Personen da» Leben gekostet hätte: das sei gar nicht so schlimm, weil in vier Iahren 12000 Menschen in England Verkehr- Unfällen erliegen. Wie kann man dies« Todes- Ursachen auf eine Linie stellen!(Sehr wahr! links.) Krahne stellt demgegenüber, datz bei den Luftangriffen 137 Mann der Besatzung und durch feindlich« Luftangriffe auf Deutschland über 1200 Menschen getötet worden sind. Di« Zahl der durch Luflbomben und Gas- angriffe im Weltkrieg getöteten Deutschen soll 0000 betragen. Als Schutzmaßnahme fordert Dr. Krahne vor allein, daß die deutschen Großstädte aufgelockert werden, da in Berlin durchschnittlich 75 Personen aus einem bebauten Grundstück wohnen, gegen acht Personen in London. Um diesen Vorschlag durchzuführen, mühte man 3,6 Millionen Menschen in Berlin mit neuen Wohnungen versehen. Eine gan� bescheidene Wohnung kostet 13 000 M., es wären also dafür 34 Milliarden Mark erforderlich! Was find dagegen die 10 Millionen, die der Antrag verlangt! Ich behaupte, daß ein wirksamer Gasschutz überhaupt nicht möglich ist, nicht einmal für die Soldaten im Felde. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß die Soldaten vielfach gar nicht rechtzeitig von der Gasmaske Gebrauch machen können. Dazu kommt, daß es gegen- wärtig 5 0 verschiedene Giftgas« gibt, während die Gas- maskenpatron« nur für e i n bestimmtes Gas präpariert ist und schon nach wenigen Stunden unwirksam wird. Die Gastcchnik schreitet ständig weiter fort, die Abwehrmiltel kommen gor nicht nach. Wollte man selbst das ganze deutsche Volk mit Gasmasken versehen—. bei den Säuglingen und kleinen Kindern wäre das unmöglich—, so wäre das Geld dafür weggeworfen, denn man müßte ja fort- während neue Schutzstoffe einführen und schließlich hätten die Menschen nichts anderes zu tun, als sich fortwährend im Gebrauch zu üben. Es fft auch unmöglich, die dicht bevölkerten Industrie- gebiet« Deutschlands in bombensichere Unterstände umzuwandeln. Dazu fojnrnt noch, daß die Giftgase auch die Kleidung verseuchen. Im Felde waren große Depots hinter der Front errichter, und den Soldaten wurde befohlen, noch einem Gasangriff ihre gesamt« Klei- dung zu oergraben und sich mit neuer zu versehen. Es ist also un- sinnig, von einem wirksamen Schutz gegen Luft- und Gasangriffe zu sprechen. Ein« solche Einwirkung auf die Menschen ist sogar höchst gefährlich, da das öffentUche Gewissen dadurch eingeschläfert wird. Da es also einen wirksamen Schutz nicht gibt, muß der Giftgaskrieg überhaupt verschwinden. Ich habe ein ganzes Aer.zeichnis von Gelehrten, Aerztcn und erfahrenen Militärs, die mir bestätigen, daß ein wirksamer Schutz unmöglich durchgeführt werden kann. Aus der kommenden Abrüftungskonserenz muß alles getan werden, um eine inlernalionalc Kontrolle der Gistgassabrlken und aller Vetrieb«, die irgendwie Giftgase herstellen könnten, einzuführen, so gut wie sie sür die Fabrikation von anderen Giften schon besteht. Die Forderungen nach Schutzmitteln sind illusionär und können keinen praktischen Erfolg haben.(Widerspruch rechts.) Lustbomben und Giftgase werden von Menschen produziert, und darum haben die Menschen auch die Möglichkeit und müssen die Kraft haben, diese unmenschlichen Vennchtungsmethoden auszu- schalten. Wir müssen die Menschen nur sür unsere Anschauung ge- Winnen und ihnen das nötige Verständnis beibringen. Wir b e- grüßen das Verbot des Gistgaskrieges als ein MUlel, unsere Propaganda gegen den Krieg überhaupt zu stärken. Wir wollen die Menschen ausrüsteln lKCff" den Wahnsinn, der»ns glauben machen will, man könnte die Probleme der Wohlfahrt der Menschen durch die Mittcl�brutoler Gewalt lösen.(Lebhafter, an- haltender Beifall bei den Soz.). Abg. Stoecker(Komm.): Das Genfer Protokoll ist wertlos und nur bestimmt zur Täuschung der werktätigen Massen. Di« imperia- listischen, kapitalistischen Mächte werden trotz der Ratifizierung des Genfer Protokolls die Giflgasproduktion weiter betreiben. Der Redner zeigt einen ihm heut« aus Amerika zugegangenen Brief, der den offiziellen Poststempel trögt:„Amerikanische Bürger, besucht die amerikanischen Uebungslager!' Das ist bezeichnend in der Heimat Kelloggs nach Unterzeichnung de« Kellogg-Paktes, ebenso wertlos fft dos Geuser Protokoll. Wir werden nur deswegen nicht dagegen stimmen, weil wir uns nicht demagogischen Verdächtigungen aussetzen wollen. Wir protestieren gegen das Verbot des Lampel- schen Schauspiels„Giftgas über B e r l i n". Abg. Dr. Frick(Ratsoz.): Da« Protokoll ist nicht dos Papier wert, auf dem es steht, �ebenso die ganze Stresemann- und Völker- bundpolilit. Der beste Schutz wäre eine starke Luftflotte. Mit dem oaziffstischen Dusel de« Abg. Erispien ist nichts gegen feindliche Ueberfälle getan. Abg. Dr. Bredt(Wp): Schon vor dem Kriege war die An- wendung von Giftgas völkerrechtlich verurteilt. Nach dem Versailler vertrag fft die Herstellung von Giftgas in Deutschland schon ver- boten. Das jetzt erstrebte inkernatlonote verbot des Gistgaskrieg«, muh eigenartig an- muten, da durch den Kellogg. Pakt der Krieg überhaupt schon verboten ist. Als 1923 der deutsch« Delegierte Gras Bernstorss in der Abrüstungs- kommisston«in Verbot des Gistgaskrieges anregte, hat Lord Cecil mit einem gewissen Recht erwidert, wenn überhaupr ein neuer Krieg nicht zu verhindern sei, dann werde sich auch die Anwendung chemi- scher Kriegsmittel nicht verhindern lassen. Ein wirksamer Luft- und Gasschutz der Zivilbevölkerung ist nicht möglich. Abg. Dr. Kül,(Dem.): Das ist richtig. Um fo notwendiger ist eine internationale Aechtung der unmenschlichen Giftgaskampf- Methode. Sowjetrußland Hot in Samara große Gfftgos- sobriken. Die Vorlage wird gegen die Deuffchnatioimlen, die Rattonal- sozialisten und Ehristlichnationalen in dritter Beratung o n g e- n o m m e n. � Ein Mißtroucnsantrag der Kommunisten gegen den Reichssinanzminifter wird abgelehnt. Dafür stimmten neben den Antragstellern auch die Deutschnationolen. Die Wirtschostspartei ent- hielt sich der Abstimmung. Der Ausschuß empfiehlt die Genehmigung der Haushastsüber- schreitungen und außerplanmäßigen Ausgaben 1927, doch soll in mehreren Entschließungen die Regierung ersucht werden, künftig die vom Aussc�b gemachten Feststellungen und Bemerkungen zu berück- sichtigen. Abg. Dr. Frick(Naffoz.): Der früher« Reichsfinanzmmister Dr. Köhler hat sich bei der Ausstattung seiner Dienst- w o h n ii n g nicht mit den ctatsmäßigen 30 000 M. begnügt, sondern noch darüber hinaus 45 000 M. verbraucht. Dagegen Hot sogar Dr. Wirth geschrieben, allerding« ohne ihn zu nennen. Der Ausschußantrag wird angenommen. Der Geschäftsordnungsausschuß beantragt, der Geschäftsordnung folgenden Absatz hinzuzufügen: Kleine Anfragen au» dem Gebiet« der auswärtigen Politik können von der Reichsregierung vcr Abiaus der Frist von 14 Tagen mündlich beantwortet werden. Sic sind auf Ersuchen der Reichsregierung vom Präsidenten aus die Tages- ordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Abo. Schulh-Bromberg(Dnat.): Die schriftlich« Beantwortung. wie sie jetzt allein erfolgt, raubt den Kleinen Anfragen jedes Interesse der Oesesntlichkeit. Ob mündlich beantwortet werden soll, entscheidet nach diesem Antrag nur der Minister allein. Die Selbstachtung des Reichstages würde erfordern, daß die Anfragen mündlich beantwortet werden. Seine Partei iifformiert der Minister ja, aber die O p p o- s i t i o n muß dasselbe Recht haben. Das sollte die Mehrheit gerade im Interesse des Parlamentarismus erkennen. Abg. Stoecker(Komm.): Die Regierung wird unbequeme An- fragen einfach nicht beantworten, sondern nur bestellte Anfragen, die Gelegenheit zu ihr erwünschten ErNärungen geben. Slbg. v. Rheinbaben(D.vp.) bekennt sich als Urheber dieser Aendc- rung: in den jahrelangen Besprechungen darüber hat er viel Zu- stimmung dazu gesunden. Die kleinen Anfragen sollen nicht ein Kampfmittel sein', sondern der besseren Zusammenarbeit von Regierung und Parlament und der schnelleren Informierung der Oesfemlichkeit dienen. Der Antrag wird angenommen. Der Haushostsausschuß beantragt, an Stelle eines Zentrums- «ntwurfs zu beschließen, daß denjenigen Reichsbeamiinnen, die wegen Verheiratung aus dem Reichsdienst freiwillig ausscheiden, sür den Verzicht aus erworbene Pensionsansprüche im VerordrajngZ- weg eine Abfindungssumme in derselben Höhe gewährt wird. wie sie bisher aus Grund der Personalabbauverordnung bezahlt worden ist. Dazu empfiehlt der Ausschuh eine Entschließung, die die Regierung ersticht, die Dienst- und Rechtsverhästnisse sür die verheiratete Beamtin möglichst bald rcichsgesetzlich zu ordnen. Ein Antrag des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei, der Wirtschaftspanei und der Demokraten will ine am 31. März d. I. ablausende Bestimmung der Personal- adbauverordnung bis zum 31. März 1930 verlängern. Dieser An- trog wird in namentlicher Abstimmung mit 196 gegen 189 Stimmen angenommen. Da er verfassungsändernder Natur ist, reicht diese Mehrheit zu seiner Annahme nicht aus. Abg. Frau Weber(Z.) erklärr, die Parteien, die soeben mit Ja gestimmt haben, würden gegen den Ansschußantrag stimmen, der den Beamtinnen eine Rcchlssicherung nicht bringe. Das Ergebnis der einfachen Abstimmung bleibt z w e l s e l h a s t, da auch aus der Rechten oerschiedene Abgeordnete, vor allem Frauen. für den Ausschußantrag stimmen. Dieser wird jedoch im Hammel- sprung mit 182 gegen 177 Stimmen abgelehnt. Ein sozialdemokratischer Antrag, der inhaltlich mit dem Aus- schußantrag übereinstinnnt, ihn jedoch in der Form verbessert, wird abgelehnt, die Entschließung des Ausschusses mit großer Mehrheit angenommen. Zur Erläuterung dieser Abstimmungen sei bemerkt: Der Artikel 14 läuft am 31. März ab. Vom 1. April ab dürfen ver- heiratete Beamtinnen wieder im Dien st bleiben. Wenn sie ausscheiden wollen, müssen sie ohne jede Abfindung ausscheiden. ebenso wie der Beamte. Bei Annohme des sozialdemokratischen An- träges, noch Ablauf des Artikels 14 den Beamtinnen dieselbe Ab- sinduitgssumme zu geben, die sie bisher erholten haben, als noch die Möglichkeit bestand, ihnen zu kündigen, wäre die Reichsregierung bereit gewesen, so zu verfahren. Aber auch jetzt wird die Regierung sich alsbald mit der Frage der Abfindungssumme beschäftigen, und es ist �u erwarten, daß dem Reichstag bei seinem Wicderzusammen- tritt ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt werden wird, zu dessen Annahme die Zweidrittelmehrheit nicht erforderlich ist. Gegen 4 Uhr vertagt sich das Haus aus den 16. Zlpril, 3 Uhr. Präsident Löbe wünscht den Mitgliedern fröhliche Ostern und wird ermächtigt, die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu bestimmen. Äm I». März eniichNet pläplich unier guter Vater, Schwiegervater und Srogoater ernrt Jakob Uin stille« Beileid llltten dl« hinter«-»«deae-r. Di« Trauerleier findet am Sann- adend, dem W. März, ä Uhr nachmittag». im Areinaiorium Äilmers- darf, Berliner Sir Ivo, ftail KWtllvS! MiliHlS! Beate, FreiUg, den 12. M8rz Neueröffnung Linienstr. III. Eckt Rückertsbate Otto Büttner GrohdettlUation „Grone äaelie u W» OBEL ohne Anzahlung Schlafalmmar Harrenstmmer Spefaaxlmmer Mod. KUchen PolatermBbel Elnzol-MBbol bis zn 24 Monatiratan kaufen LI« gOnetlg bei der SegrlliKiet diu) beteftiebtlgt trea fie- »nitlietriabirat de* Wagistrat* Berti* nur Breite StraBe 7 WM zur Einsegnung- 250{o Renan Großer Verkauf in Armband- und Taschenuhren Mein Schlager Goldene Demen-Armbandohren, T4karM 10 Steine. lehrt Iä,- M, Silberne Herren- Armband obren, 10 Steine..... jeizi I3#- M. Große Auswahl in jeder Preislage H p n m Ulipea Berlin N., urttiieileitr. 30 fiel ISI. 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Die Entscheidung über das Etatgesetz der Stadt Berlin, der Hauptstadt der deutschen Republik, ist nicht nur bedeutungsvoll sllr die 4!i Millionen Berliner, sondern auch bemerkenswert für die Bevölkerung der anderen Teile des Reiches. Zum ersten Mal« seit der Gestaltung des neuen Berlin im Jahre l921 ist es diesmal gelungen, den Etat vor Beginn des Jahres, für das er gelten soll, fertigzustellen. Dies ist erreicht worden durch das besondere Organ isationsgeschick des Haus-halrsausschuhoor- sitzenden, Genossen Hag, wie auch durch die intensive Arbeit der Ausschußmitglieder, vor allem derjenigen, die, von ihrem Ber- antwortungsbcwußtsein geleitet, gewillt waren, den Etat so zu ge- stalten, daß er in, Urteil aller objektiv Denkenden durchaus besteh en kann. Dieser Wille konnte sich nicht etwa von vornherein allen Wünschen des Magistrats, wie sie in den Festlegung-e-n des Etats zum Ausdruck kamen, unterordnen. Es sollte auch nicht etwa erreicht werden, den Haushalt in jedem Falle, ohne jede Verbesserung, zu akzeptieren, nur damit eben gerade ein Haushalt verab- schiedet werde. Die positive Mitarbeil der Soziobdewokraten am Etat mußte zum Ziele haben, Beschlüsse zu erreichen, die einmat die weitere Entwicklung des modernen Berlin sör- d e r t e n und andererseits der Rot der arbeitenden, in inderbem titelten Bevölkerung, insbesondere auch der Jugend, stsuerten. So wurden u. c.— um mir einige Verbesserungen zu erwähnen— von den Sozialdemokraken folgende Anträge eingebracht und von der Mehrheil angenommsn: der Beköstigungsfatz für Hospitaiiten in Tuber- tulose-Stationen von 1,45 M. ist aus den entsprechenden Krankenhaussatz von 1,85 M. zu erhöhen; der Satz für.Hospitaiiten aus den Dia bei es- Stationen von 2 M. ist auf den entsprechenden Krankenhaussatz von 2,4ll M. zu erhöhen: in den Hospitaiiten- Abteilungen, die Krankenhauscharatter haben, ist der Sag von 1 M. auf den Krankenhaussatz von 1,55 M. zu erhöhen: für die stationäre Behandlung Minderbemittelter(in der Geschlechtskvankenfürsorge) sind rrnu 4 00 0 Ol) M. einzustellen: für den Ausbau der hierfür notwendigen �Stellen sind neu 200 000 M. ein, zustellen: der An- sag für die Verschickung kurbedürftigcr Erwochserter und Kinder ist um 4 00 000 M. zu erhöhen: der Betrog für hygie- nische Dolksbelehrung usw. wird um 15 000 M. höher fest- gesetzt: für den Ausbau der Eheberatung sind neu 20 000 M. einzustellen: die Bekästigungsjätze für Erziehungsheime (LiNdenhof, Struweshof) find um 10 Ps. pro Kops, insgesamt um rund 30 000 M. zu erhöhen: für die llmerstützurrg minderbemittelter Schüler und Schülerinnen von Wohlsohrrsschulen und anderen sozialen Schulen sind 10000 M. mehr anzusetzen; für die Ver- schickung bedürftiger Berussschülcr und-schülermnen sittd neu 20 000 M. einzusetzen: für die Crholungssürsorgc für schulentlassene berufsschwache Knaben und Mädchen ist neu ein Be- trag von 10 000 M. festzusetzen: für die Wohlfohrtsschul« des Hauptausschufjes für Arbeilerwohlfahrt sind zieu.. 15.000 M. cipzu- setzen. Es können noch erwähnt werden Aniräge, deren Wirkung auf künstlerisch-kulturellem Gebiete liegt, so: die Gebühr für die Emleihung von Büchern aus den zentralen und bezirklichen Büchereien zu streichen; für Schülervorstellungen den Ansatz um 24 000 M. zu erhöhen. Auch folgende Anträge allge- mein-grundsätzlichen Inhalts verdienen besondere Hervorhebung: Forderung eines Programms für den Ausbau des Berliner Krankenhauswesens. In diesem Programm sollen vorgesehen sein: a) E-mnchtungen, die geeignet sind, die hochwertigen Kranken- liausbetten zu entlasten(Leichtkrankenhäuser, Krankenhaurambula- torien): b) Einrichtungen zur Rationalisienmg der Krankenbehand- lung(Spezialabteilungen in zweckmäßiger Anordnung und Ver- ioilung über alle Stadtgebiete): c) eine Rauschgifteittziehungs- anftailt. Sporteinrichtungen der städtifchen Gesellschaften. Es soll darauf hingewirkt werden, daß 1. jede finanzielle «nd sonstige Förderung und Unterstützung be- sonderer Sportvereine der städtischen Gesell- schoften usw. unterbleibt: 2. neue Einrichtungen usw.. für Sport und ähnliche Zwecke— Sportplätze, Untertunstshäuser usw.— nicht getroffen und Sportg-eräte nicht mehr angeschafft werden: 3. dir jetzt vorl>ont>enen Eporteinrichningen der Gesell- schatten— Sportplätze, Sportgeräte, Unlertunftshäuser usw., die von den Gesellschosten eingerichtet, erstellt oder angeschafit wur- den— der Stadt Berlin überwiesen werden, damit sie — unter den üblichen Bedmgunzen— der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden können und nicht einem bestimmten Kreis allein vorbehalten bleiben. Die Benutzung dieser Sportplätze durch die Belegschaften der Gesellschaften ist nach einem Organi- sationsplan zu regeln. Städtische Heime usw. in privater Verwaltung. Es soll dahin gewirkt werden, daß Heime, Horte, Kindergärten usw.. die Eigentum der Stadt sind, auch durch die«tadt verwaltet werden. Bestehend« Verträge mit privaten Gesellschaften usw., denen die Verwaltung oder Wirt- schostzführung dieser Einrichtungen übertragen ist, sind zum nächst- mäolichen Termin zu kündigen, damit die notwendigen organisa- torischen Maßnahmen rechtzeittg getroffen werden können. Sperrung bewilligter Etatsmittel. Vor etwa notwendig werdender Sperrung bewilligter Etatsmittel(insbesondere solcher,� die Schulneubauten usw. betreffen) ist eine Stellungnahme der Stadtverordnetenversammlung herbeizu- führen. Dieser Antrag soll es unmöglich machen, daß der Magistrat ohne.Herbeiführung einer Stellungnahme der Stadtverottmeten- versammlimg nachträglich Sperrungen bewilligter Etatsmittei vor- nimmt, vor allem bei Etatsmitteln, die notwendig« Bauten vorsehen. Die kommunistische Fraktion des Berliner Rathauses hatte die Anträge wiederholt, die von ihr in früheren Jahren schon eingebracht worden waren. Hierbei war sie so schematisch vor- gegangen, daß sie— ohne weitere Prüfung etwa veränderter Per- Hältnisse— aus-den Drucksachen früherer Etatberatungen einfach ihre alten Anträge übernommen hatte. Da die kommunistische Fraktion von Anfang an die Verantwortung für die Berabschie- dung des Etats nicht tragen wollte, brauchten ihre Vertreter auch nicht darauf zu schon, ob die Wirkung der kommunistischen Anträge sich in den finanziellen Rahmen des zu bewilligenden Etats ein- fügte. Was an Verantwortungsbewußtsein fehlte, ersetzte man durch agitatorische Merkmale. Dies zeigt sich ja auch in einer Etatbetrachtung der„Roten Fahne" vom IS. März, in der behauptet wird, ein»Fehlbetrag" von 17,6 Mlllo- nen solle durch weitere Streichungen des Wohlsahrtsetats gedeckt werden. Rur Bosheit oder Unverstand können so etwas aus- sichren. Der richtig informierte Teilnehmer an dm Etatbervttmgen muß wissen, daß die 17,6 Millionen, die über die ursprüngliche Etalschlußsumin« hinaus noch als Bedarf festgestellt werden muß- ten, sich zum überwiegenden Teil ergaben aus den Wirkungen der Anträge, die. wie die oben verzeichneten, Derbesserungen des Etats darstellen. Man stellte auch gewisierinoßcn aus dem Handgelenk Anträge, die ohne weiteres den Etat um 2.0— 4 0 Millionen siir einzelne Positionen erhöht hätten. Noch in der Zweiten Beratung des Etats im Plenum stellte einer der jetzigen „geistigen" Führer der koliurrumslischoi Fraktion den Antrag, 20 Millionen für den Ausbau von Berufsschulen zu bewilligen. Gewiß ist der wettere Zlusbau des Berusschulwejens ein Erforder- nis, nur können nicht innerlMlb der organischen Gestaltung eines Etats einzelne Positionen herausgegriffen und finanziell besonders bedacht werden, wenn der gesamte Aufbau nicht gefährdet werden soll. Am allerwenigsten aber kann dies von den Vertretern der- jenige-ii Fraktionen geschehen, die nicht in der Lage sind, für die Etaterhöhungm, die durch ihre Anträge veri-angt werden, be-i der Balancierung einen mtsprechendm Ausgleich zu schaffen. Es ist keineswegs verwunderlich, daß die hierzu gemachten Steuervorschläge der Kommunisten die alten„Ladenhüter" waren. Trotzdem in früheren Jahren nachgewiesen worden war, daß aus Grund der niimstcriellm Verfügung vom 22. Juni 1927 die Erhebung eines Satzes von mehr als 30 Proz. des Wertzuwachses bei der Wert- Zuwachs st euer ohne vorherige ministerielle Genehmigung aus- geschloffen und diese ministerielle Genehmigung nach den erteilten Auskünften in kein-em Falle zu erwarten ist, wurde von dm Kam- milnistm wiederum— und zwar zum dritten Male— vorgeschlagen, einen Satz von 5 0 Proz. vom Wertzuwachs als so- genannte Wertzuwachssteuer zu erheben. In der gleichen Weis« wurde von den Kommunisten mit den eventuell zu erwartenden großen Erträgen einer Wohnungsluxussteuer operiert. trotzdem unter Bezielping aus dm§ 16a des Kommunal-Abgaben- gesetzes von allen Steuer- und Finanzsachverständigen uachgcwiesm werden kann, daß der Durchführung einer derartigen Steuer außer. ordentliche Schwierigkeiten mtgegenstehen, und daß femer der zu ihrer Erhebung notwendige kostspielige Berwa-'wngsopparat in keinem Aerhältnis zu den zu erwartendm Erträgnissen stehen würde, selbst wenn es möglich wäre, eine derartige Steuer ein- und durchzuführen. Auf der anderen Seite zeigten die deutschnationalen Ctatgegner, daß sie immer noch glauben, mit den Methoden alter Zeiten den Etat des modemen Berlin gestalten zu können. Sie be- wiesen ebenso wie die Kommunisten ihre geistige Unfruchtbarkeit in der kommunalen Arbett. Ihren besonderen„Klaffmstandpunkt" wollten sie in der üblichen Weise wieder dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie die Einführung der zweiten Klasse in den Berliner Krankmanstatten beantragten und sich hiervon außer- ordentliche Einnahmeerhöhuiige-n'versprachen. Wie in srüherm Jahren gingen die Dmtschnatianalm auch wieder gegen die Kranken- tasten vor. Dm von dm Krankenkassen zurückoergüteten Prozentsatz der städtischen Selbstkosten wollten sie um rund ein Viertel des jetzigen Satzes erhöhen, obgleich von Fachleuten ausgeführt worden war, daß die meisten Berliner Krankenkassen infolge eines immer mehr gesrcigerten Finanzbedarfs, der bedingt wird durch die Rot- zeitc» ivirtschattiicher und gesundheitlicher Art, die Krankenkasseu- beitrage erhöhen muhten. Leichthin wurde von ihnen daraus ver- wiesen, daß dann eben der dm Krantmlassm gesetzlich vorge- ichrieb me Reservefonds h e r a b g e j e tz l werden müßte. Der Kamvs der Dmlsckmationoten gegen soziale Einrichtungen solcher Art stellt sich dar als ein Kamps gegen die Krantmkassminitglieder, die zur arbeitenden Bevölkerung, zum Berliner Proletariat gehören. Diese Art Antragstellung ist sympiomattsch für den' oben schon gekennzeichneten Wert der deutschnoüonaten koimnunalm Arbeit. Im Jahre 1925— es war zusülligerweise ein Wahljahr— haben die Deuft'chnationaien den Berliner Etat, der grundsätzlich den gleichen Auft-au hatte als der diesjährige, angenvmmm. In dm Jahren 1926, 1927 und 1928 haben sie dm Etat abgelehnt, ein- mal mit der Begründung,»daß sie die Experimente des Herrn Oberbürgermeisters nicht mitmachen wollten", ein anderes Mal mit dem Hinweis, daß der Etat„blauen Dunst vormache". Vielleicht war hierbei sestzusteilen, daß der«blaue Dunst" vor dm'Augen der Dmffchnationalm selbst gelogen war und sie deshalb nicht er- kennen konnten, wie töricht ihre Ablehnung war.'Nach den dies- maiigen etwas zaghaitm Erklärungen der Deutschnationalen im Etatausschuß wäre beinahe zu erwarten gewesen, daß im Jahre 1929 die Deutschnationalen wieder dm Etat annehmen würden. Anscheinmd habm aber einige Mitglieder der deuffchnationalen Fraktion noch rechtzeitig bemerkt, daß eine Geneigtheit zur An- nähme, die nur alle vier Jahre— also in jedem kvmmuna- lm Wahljahr— festzustellen ist, allzu deutlich die primitiven Voraussetzungen für die Stellungnahm« der Deutschnationalen kennzeichnen würde. So werden sie, wenn der'Anschein nicht trügt, in diesem Jahre wiederum gemeinsam mit dm Kommunisten den Berliner Etat ad- lehnen. Teuffchnationale und Koinmunfften lehnm damit nickst nur die Verbesseningen ab, die durch die Initiative der Sozialdemo- lralen im Etat geschaffen werden konnten, sondern ganz allgemein auch alle Festsetzungen, die Ausgadm betreffen für Wahnungs- zwecke, für das Gesundheitswesen, für die Wohl- fahrt s pflege, für die Schulen usw. Nur Frattionen» die vei einer Linie angelangt sind, die gekennzeichnet wird durch ihre jetzt immer mehr in dm Vordergrund gelangenden Fraktions- redner, können dies tun. Die sozialdemotralische Fraktion, die stärkste Fraktion des Rathauses, wird mit dm Fraktionen, die für die Etalgestallung die gleiche Grundlage und Voc- ausjetzungen anerkennen, im Znkercffe der Vcrliner werktätigen Bevölkerung im vollen Bewußtsein ihrer Berant- w» r< u n g dm diesjährigen Etat, der mit der Summe von 1 137 S7S 490 Mark abschtießl und de? nolürlich zum Test die allgemeinen Mrlschaslsnöle widerspiegelt, annehmen. Erich Fla tau. Aus den Bezirken. .----,--------•..............______,... Kür die Erwerbslosen! 1. Bezirk- Miiie. Di« letzte Bezirksoersammlung beschäftigte sich hcruptiäckstich mit einem Au-ffchußbericht über die kommunistischen Erwerbslosen- onträg«. Die KPD. hotte beantragt, keine Erwerbslosen im Bezirk Mitte zur Pflichtarbeit heranzuziehen, einwandfreie Auj- cnthaltsroume für die Arbeitsuchenden zu schaffen, allen Erwerbs- lc-sen bei Arbeitsvermittlung entsprechende Kleidung vom Wohl- sahnsamt zur Verfügung zu stellen und anderes. Der zur B,'- ratuug dieser Anträge eingesetzt« Ausschuß empfahl, den Antrag aus Schaffung geeigneter Ausenthaltsräumr anzunehmen, die anderen Anträge jedoch abzulehnen, weil im Bezirk Mitte ennveder im Sinne dieser Anträge bereits gearbeitet wird oder ein« Sonderregc- lung für einzelne Bezirke nicht zulässig und nicht durchführbar ist. Die Versammlung stimmte den Ausschuhbeschlüffen mit großer Mehrheit.zu. Die Behandlung einiger erneut eingebrachter Dring- lichkeitsantröge der KPD. zur Erwerbsloseirsrage scheiterte am Widerspruch der Mitte. Die Vezirksversammlung beschloß ferner, das Bezirksamt möge den Magistrat ersuchen, unverzüglich der Konsumgenossenschaft beizutreten. Einstimmig an- genommen wurde ein Dringlichteitsantrag der Dentschnaiionaien, bei den zuständigen Stellen aus geeignete Regelung des Verkehrs am Schönhauser Tor zu dringen. Kommunistisch-christliche Einheiisftoni I 14. Bezirk— Neukölln. Die letzte Neuköllner Bezirksvcrsammlung wurde mit der kommunistischen Mitteilung überrascht, daß die»Linken" wieder zur Mutter Moskaus zurückgefunden haben, was allgemeine Heiterkeit auslöste. Bei einer weiteren Erklärung wegen des Berichts im „VorwSns", der auf Angriffe der Kommunisten einen k o m m u n i- stischen Schwervcrdiener öffentlich genannt hatte, wurde der Redner mimosenhaft empfindlich. Wir registrieren also, daß Herr Raddatz aus seinen hohen Einnahmen kommunistische Wohl- fahrtsorganisationen unterstützt: das gleiche tun selbstverständlich auch Sozialdemokraien. Wegen des dem Genossen Gärtner gemach- ten Vorwurfs einer Doppclexistenz mußte der kommunistische»Er- klärer" sogar einen lläglichen Rückzug antreten. Die Versammlung stimmte dann einem Antrag ausllmsteigeberechtigungauch für Mo natskortcn zu. Unser Antrag auf Schassung geeig- neter Räume für die bis jetzt in Baracken untergebrachten Hilf«- schulk lassen in der Ganghoferstroß« entfesselt« eine scharfe Schuldebatte. Es war grotesk, wie die Deutschnationalen und Kommunisten gemeinsam die christlichen Schulen verteidigten. Da war jeder politisch« Unterschied verwischt. Genosse Lowcnstein schenkte in seiner Antwort den Einheitsfrontlern nichts. Noch einmal erlebte die Versammlung dos gleiche Schauspiel bei dem Antrag unserer Fraktion, der die Vergebung der mit.H a u s z i n z st« u« r oder öffentlichen Mitteln erbauten Neubauwohnungen durch die Wohnungsämter verlangte. Der delttschnatioiu-ls Redner»ver- schwendete", nach der Begründung durch die Genossin Moll, genau einen Satz zur Ablehnung. In der Frattionssitzung der Schwarz- weißroten soll es schwere Auseinandersetzungen gegeben haben. Immer wieder versuchte der Vorstand zu»kleistern", aber bei dem Bezirksverordneten Werner schien„fjopfen und Malz" verloren. Einen Salto nach dem anderen mockite der Kommunist Scknlf. Erst für die private Bauform und gegen die gemeinnützigen Gesellschaften. 2Us ihn bürgerlich« Redner aus seine Haltung aufmerksam machen, machte er schnell kehrt und war für unseren Amrag. Kommunisten sind ja jür Ilmfälle besonders gut trainiert. Der kommunistisch« Antrag auf Erhöhung der Unterstützungssätze für Sozial-Kleinrentner und Für- sorgeberechtigte wurde auf Antrag des Genoffen Gehrke dem von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzten Ausschuß überwiesen. Dann setzte der berests im Morgenblatt geschilderte Krach ein, der zur Schließung der Sitzung führte. WTB verbreitete gestern eine Meldung, wonach es im Sitzungssaal zu Tätlichkeiten zwischen den Bezirleoerordneten gekmumeu sein soll und die Polizei Hobe versucht, den Saal zu räumen, sel'abkr niachllos gewesen/Davon ist kein Wort wahr.___ Kommunalpolitik und SPD. Einen guten Auftakt für die im Herbst stattfindenden Stadt- und Bezirksverordnetenwahien bot ein« von der 4. Abte« lung einberufene, sehr gu: besuchte öftenillche Versammlung in der„Alhambra" in der Wallnertheaterstraße. Stadt- rat Genosse Reuter zeigte in seinen äußerst intereffanten Aus- suhrungeil den krassen ilmerschsed zwischen den Zuständen in der Lortriegszen und der jetzigen, in der alles Erdenkliche getan wird, um der werktätigen Bevölkerung alles jo angenehm wie möglich zu machen. Leider sei mir der von den K o m in u n i st e n so sehr gepriesenen sozialdeniokratisch-konimunistischen Mehrheit nicht viel anzufangen, da jo die KPD. dauernd beweise, daß sie zu einer fruchtbaren A r b e li t im Roten Hause nicht fähig je!, zuletzt erst wieder bei der Wohmmgslniuvorlaye Unter starkem Bestall schloß Genosse Reuter mit den Worten: An der Bevöike- rung liegt es, bei den Walilen dafür zu sorgen, daß unser Einfluß noch viel größer wird, uiii dann arbeiten zu können zum Wohle und Gedeihen der werktätigen Bevölkerung Groß-Berlins. Typisch war es, daß keiner der anwesenden Kommunisten sich zum Wort meldete, trotzdem Genosse Ad. Ho ff mann jun. ausdrücklich auf völlige Redefreiheit aufmerksam machte. So konnte sich Geimffe Reuter auf ein kurzes Schlußwort beschränken. Mit einer noch- matigen Ermahnung des Genossen Ad. Hoffmann jun., schon jetzt die Arbeit für die Wahlen aufzunehmen, schtoh er dir Derfamiiilung. ... /Mnd�ccket Kaüireiner kofktwurSSPfQ. ÖSenid können (5ie&aan3krem Ka-Aeyetrank Üpeum/ ®tnfeutangen für biefr Rubrik sind Sellin SW 68, Liudrustrabe 3, parieinachn'chien für Groß-Berlin stet, an da» Brzirkssekrrtariat 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. Ter«rbeiter-Aldletcubund«. Srei» Branden bürg E. V.i veranstaltet am Ckmntag. dem 24. März, tu der.Reuen Welt", Hasenheide 1»»— 114 einen Kreis-Artisten-Wettstreit auf den mir an dieser Dtels« ganz besonder, aufmerksam machen. Wir emp- fehlen den Henosfinnen»nd chenofseu den Besuch dieser Veranstaltung. Sin» lah 15 Uhr. Beginn 1» Uhr. eintritt 1 M. 1. Kreis Mitte, Die Teilnehmer an der Arbeitsgemeinschaft Abraham treffen sich heut«, ssreitag, 22. März, im Bezirksamt Gorckstr. 11, Zimmer 20, pünktlich 191. 3 Uhr, 3. Ä:ci« Wcdding. Heute. Freitag, 22. März, 19'-j Uhr, im Paheahaler, tlhausfcestr. 64, tlrei«mitgliedrrv«rsammlung. Bortrag:.Di« kommunale Verwaltung im Bezirk Wcdding". Rescreat: Bürgermeister Karl Leid, M. d. S. 4. Krci» Prenzlauer Berg. Die Karten zum Heiteren Abend sind am Sonn» abend, 23, März, IS Uhr, beim Genossen Fritz Krüger bestimmt abzu- rechnen. 6. Kreil Kreuzberg. Sonnabend, 23. März, 1b Uhr. wichtsg« Sitzung de, Bildungsausschusies bei Krepp, Planuser 75. Tagesordnung: Berichte und Maifeier. 14. Kreil Reukölln. Hente. Freitag, 22. März, 191h Uhr, in de» Pasiage-Fest» fälen, Bergftr. 151, Krrisvertreternersammlung. Statntenberatung und Stellungnahme zum Bezirksparteitag. Die Statuteneutwürfe sind mit- zubringen. II. Kreis Kopeniik. Kommunaler Kurfu». Heute, Freitag. 22. März, IS.» Uhr, in: Bezirksverordnetensttzungssoal, Schlohstr. 4, Rothaus. Bortrag:.Bau- und Wohnungswesen". Referent: Franz Gutschmidt. Achtung. Bildungs- ausschusi! Di« Funktionäre werden dringend gebeten, die Wanderratten. lartcn spätestens Sonnabend, 23. März, de! Otto Lengert, Dorotheen- ftrasie 8, abzurechnen. Nicht abgerechnete Karten gelten als verkauft. heute, Freitag. 22. März: 38. Abt. Die Karten zum Heiteren Abend im Saalbau Fried richsbatn sind spätestens am Sonnabend, 23. März, beim Genossen Ott» Döring, Lands- beiger Allee 157, abzurechnen. Karten, die bis zu diesem Tag« nicht zu- rürfgegebeit sind, gelten als verkauft. Morgen, Sonnabend. 23. März: 1. Abt. 19U llhe im Hackesche» Hof. Rofeuthaler Str. 41—41. Bunter Abrub nnd frahr» Beisammensrin. 37. Abt. Wir beteiligen uns geschlossen an dem Heiteren«brnd im Saal- bau Friedrichshoin. Billett» sind bei den BezirtsfÜhrern»u haben. 48. Abt. 18V4 Uhr bei Keller, Fürstrnstr. 1, Abrechnung. »1. Abt. Renkölln. Sratz«, Frükli»g»f«st i» der Reue» Welt, Hascodeide. Saalerössunng 1» Uhe. Siutntt 1 M. Mftmirkend«: To«., lünstlcrorchestcr de» DR«.. Reulöllner Sängerchar, Freie Turnerschast, i Geatz-Berlin, Berliner Ull-Tria,«iolinlünstleein Ellen Bgl, Oda von? Holten n. a. Alle«enosfiuaen und Senaffe» sowie Tympathifieread« g find herzlichst eiugeladeu. g 132. Abt. Blankenburg. 16 Uhr müssen olle Genvssen, die in Frage kommen, bei Klug, Dorsftr. 2, sein, um die letzten Borbereitungen zur MSrzfmr " zu treffen, Karten abrechnen. übergibt man nur dem Rachwei, de, Deutschen Musikerverbandes, Berlin. Kom» manbantenstr, 63:84, Dönhoff 3277—78 Deschäft»zeit»—I. Sonntag, 10—2 Uhr Auf Wunsch: Bettreterbesuch. Franenveranstalkuagen. 3 5. tkrei» Friedrichshain. Moufas, 25. März, 1914 Uhr, in Schmidts 3 ,-j Desellschoftshaus, Fruchtstr. 36a, Lichtbildervortrag der Genossin Mar» r j garete Hartig.Neues Wohnen und Bauen". Di« Frauenabende der 3 M Abteilungen sollen in diesem Monat aus. Dafllr beteiligen sich all« Z M Genossinnen an der Krcisveranstaltung. Die Abicilungslcitcrinnen D sisi laden ein.|y 124. Abt. Mohlsdorf. Sonnabend. 23. März, 20 Uhr, im Lokal.Nordstern", Hönower Straße, Ausspracheabend. Bezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrl. 13. Kreio Tempelhof. Die Sitzung heute, Freitag, fällt au». Jungsozialisien. Gruppe Schöaeberg. Heute, Freitag, 1914 Uhr, im Zagendheim Haupt. straß« 15, Cchwabenlandzimmcr, 4. Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft des Genossen Zocobowitz stber:.Die Stellung des Marxismns zum Militarismus". Achtung! Für die Werbearbeit ist das gewünschte Adressenmaterial mit. zubringen. Geburtslage. Jubiläen usw. 17. Abt. Sharlottenbnrg. Unseren langjährige» lieb«» Gemaflen Ida und Leopold Kobl«, Pcstalozzistr. 13, zur Silberhochzeit herzlichste Glückwünsche. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin aiascadmlgen für dies« Rubrik am«» da« Zugendsekretoriaz ?reü» SW 61. rwdenllroir I Genossin»«« uud Genaffrn! Wir benitig«» Kelfrriunr»«nd Helfer für unsere Jugendweihen am fom- Menden Sonntag(24.) um 9 und 12 Uhr im Großen Schauspielhaus. Eingang Schiffbauerdomm. Pünktlich 8 Uhr. Kommt, soweit es euch möglich ist. Abteilungsleiter! Sorgt dafür, daß heute, soweit noch nicht geschehen, dt« Boltsbühnenfarten und Friedrich-Ebert-Heimmarten abgerechnet werden. Abteiluag,kosfiercr! Abrechnungen der Beiträge usw. heute zwischen 17 und 19 Uhr. Heule, Freilag. 22. März, 19H Uhr: Arfonaplatz: Schule Elisabethkirchstr. 19. Vortrag:„Geschlechtskrankheiten". — Köllaischer Park: Funktionärsitzung 20 Uhr beim Genossen Willi Schulz, Marssliusstt. 18.— Zentrum: Heim Landsberger Str. 50. lO-Minuten-Referate. — Hansa: Heim Bochumer Str. 8d. Werbefeier.— Moabit I: Schuir Waldenfcr Sttaße 20. Bottrog:„Konzentration der Industrie".— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—19. Vortrag:„Körpettultur".— Aru«»>aldcr Platz: Heim Rostenburger Ecke Wchwucr Straße. Vortrag:.Der erwachende Osten".— Falkplatz II: Schule Eonnenburger Eft. 20. Vottrog:„Praktische Jugendarbeit im Verband".— Lelmholtzplatz: Heim Danziger Str. 62. 0. 2. Bortrag: .Sozialistisch« Erziehung".— Hohenschönhausen: Heim Freicnwalder Str. 6. Heinz.Barthcl-Abend.— Humannplatz: Heim Säiereubergstt. 7. lO-Minuten- Rcserale.— Nordasten: Leim Danziger Str. 62. Bortrag:„Fahrtenerlebnisse". — Weißensee: Heim Parksir. 36. Lichtbilder:„Was wir wollen".— Wörth«« Platz: Schule Kastantenallce 82. Bortrag:„Wie wollen wir wandern?"— Andrcaspiatz: Heim Vrommpstr. 1. Ostcrfahttsbelprechung.— Valtenplatz: Heim Tilstter Str. 4—5. Begrüßungsobend.— Friedrichshain: Heim Diesiel» mcnerstr. 5— 6. Mitgliederversammlung.— Stralauer Biettel: Heim Goßler. stroße 61. Unsere Ostcrfahrt.— Süden: Heim Porckstr. U. Märzgefallenen» lsiedenfseicr.— Eharlottenburg: Heim Rosinenstr. 4.„August Bebel."— Eharlottenburg.Süd: Heim Eitbelstr. 2. Borttag:„Religionen fremder Böller". — Mattendoes: Alte Schule, Dorfstr. 7. Bottrag:„Das Wehrprogramm".— Btttz II: Railmus, Chaussecstr. 48. Vottrag:„Iugendschutz und Iugelidrecht". — Zohannisthol: Rathans. Bottrag:.Di« Roten Falken".— Riederschöne» weide: Schule, Berliner Str. 31. Vottrag:.Die deutsch» Revolution 1918".— Treptow: Heim Elsenstr. 3. Werbcfeicr.— Fttcdttchafelb«: Heim Ecke Schloß» ftraßc. Belprechung zur Osterfahrt.— Neu»Lichteuberg: Heim Hauffstraße. Vortrag:„Entstehung der SAI."— Lichtenberg.Rord: Heim Gunterftr. 44. lO-Minuten-Rescratc.— Reinickendoes-vst: Heim Lindaucr Sttaße. Uebungs» abend. Rordeu:.Sesellschastähans", Swinemündcr Str. 42. Einführung». und Elternab'nd. Alle Eltern, Patteigenosstnncn und»genossen sowie Freunde der SAI. sind herzlichst eingeladen. Unkostendeittag 40 Pf. Einlaß 1914 Uhr. Südwesten: Vottragssaal Lindenstr. 3, II. Hof, 2 Treppen links, 1974 Uhr. März-Feicr. Werbebezirk Aenlölln: Heim Kanner Straße. Bildungskurius:.Grundlagen der Politik". V. Abend. Ästorgcn Funktionärsitzung ebcntott. * Köpenick: Montag, 23. März, 20 Uhr, im Stadttheater, Friehrichstt. 6. FUmadent:.Froh« Welt" u. a. Eintritt 30 Pf. wefferberichf der«ffeullichen wellerdienilslclle Berlin und Umgegend sNachdr. vrib.). Ziemlich heiter bei rasch aniieigcndrn Tageslemvenaluren und meist schwachen Winden aus iüdlichcn Rlchtiinien.— Aür Deutschland: Nur im Küstengebiet und Nordosten kübl, im übt igen Reiche leiis yeilcr, teils wollig bei mäßiger Wärme in den MillagSstuiiden. Die Preußisch« Zcntralsiadtschost i» Berlin zeigt im heutigen Inseraten. teil die Auslegung von 5 000 000 Gmk. 8pr»zenttgcr r«ichsmü»dclsiä>crcr Eo>0» Pfandbrief« Reih- 22»um Vorzugskurse von 97 Proz. an. Die 5u lassung der Reihe zum Handel und zur Notiz an den Börsen zu Berlin, Breslau und Hannover ist beantragt. Der Börfeneinführungskurs deträgt 9714 Proz. Der Umlauf an Goldpfandbricsen der Preußsschen Zentralsladischast betrug am 15. März d. I. rmii 193 000 000 Gmk. Zu wahrhast sorglosen Stunden der Erholung und»er Muße im Freien. ganz gleich, od man mit dem Auto oder mit dem Motorrad, mit dem Boot oder.mit dem Stecken und Stab" hinauszieht, wird immer ein„Eiekin. Grammophon".»ofier Rr. 200 oder 210 mit„Grammophon". Platten gehören. Gute Musik schärft Ablenkung vom Alltag, Stimmung und Leben. Flink'it bei den Weisen einer erstklassigen Tanzkapelle ein Tönzchen arrangiert. Munden beim Picknick die Bröiche» bei frohe» Klängen nicht noch einmal>» gut? Macht das Boatfahren nach einem flotten Marsch nickt viel mehr Spaß? Aber nur m t einem„EleItri.Grammophon".Ko!scr.Apparat, der den glcichm Dcnnß gewahtt wie ein guter großer Sprechapparat. Die Zeit der Einsegnung ist wieder da. Was eignet sich besser, als Geschenke von bleibendem Wert? Armband» oder Taschenuhren, Manschettenknöpfe, Ziga- rettenttuis, Kolliers, Ringe, Ohrringe, Armbänder, Vorstccknadeln, find passende Gefchenke. Die alteineacfcssen« Firma Belmonte u. 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Hierzu 3 Beilagen. l je" und„Unterhaltung und Wiff-n". -a Grippe, Influenza u. a drhfiltungsitrcnhb, eilen haben sich Togal. Tabletten hervottagend bewähtt. Im kinfangssiadinm genommen, verjchwinden die Uransiheitser. Icheinungeu sofort. Lt. not. Bestätigung sind innerhalb 6 Monate« mehr ol» 1500 Gutachten allein au, Krzteßreisen eingegang.. darunter o. namhafte» Professoren u.au» ersten Kliniken u. Krankenanjt. Überrasch. Erfolge! Fra. gen Sie Ihren flrzt! Togal ist in allen llpotheken erhältlich, preis M. l.«0 - 12.5 blilr. 0.4» Ldiola. 74� �clck.»cet.»l. og»»efclo»Ma- Trrtzaof«awalt Verrat Beni löst den Sdunntz Die Benzitsedfen lösen selbst hartnädüßen Scfamutz, wie Oel, Fett, Schweis«, aus aller Wäsche durch das Lösungsmittel«Benrif! Ueberzeugen Sic sich davon bei den Wasch Vorführungen in unseren Häusern! Sbft«nd Gemüse /.Bt.25pf. Ällg. Stangenkäse pfidSpt Edamer 20°/».... Pfand 68pf. Holländer xP!,.'.Ttuni 68pf. Camemberf»oiii..seiue«. 24fl Allg.Slangenkäse pw. �Spr. 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SOpt �"'obellen............ 1,05 c., Sauerkirschen w-Bteia 1,20 "Attttfei�" Preiselbeeren........ 1.25 Erbsen mit Karotten... 95 Pt. Reineclauden....... 1.25 Gem. Gemüse«>»>«!» 1,65 Ananas in scheib«.... 1,05 Gem. Gemüsefein.... 1,45 Slachelbeeren........ 1,05 ,.m.*«, i bergest eilt ans getrocknet.grfln. Brhsen,. � Konsummlscnung(risch.gewürlKarott.jMorclieln u.Sparg. O�Ff. Eimer ca. 2 Pfand i�onkttüve Pflaumen.............. 98pt Erdbeeren............ 1.30 Aprikosen............ 1,10 Kirschen........;...... 1,35 Johannisbeeren..... 1,15 Himbeeren........... 1,35 Orangen.............. 1,15 Ananas................ 1,40 . 1 toibonit i-Pfd-pak.a2pf. äl tvttd und Geflügel RllSSiSCllG Gänse gefroren.. Pfand ton 76pf. an PUten gefroren.................... Pfund von 1)05an Enten gefroren..................... Pfund von 11 ,1 a an Wolgahühner gefroren....... Pfand vanlflOan MaSthÜhner ungarische.............. Pfand 1 ,49 Fische u. Räucherwaren KabÜSU grosse Fische, ohne Kopf, Im ganr., Pfd. 22?.' 'Schellfisch............................ Pfund 30?;. 'Seelachs ohne Kopt, im ganzen........ Ptnnd 20pf. 'ßotbars................................. Pfand 3Spf. 'Kabllaufilet......................... ptnnd 38?/. 'Grüne Heringe Schweden....... s ptand 82 pt. 'Frische Bleie...................... ptnnd 48?t. Räucherheringe................... stick 18?f. Makrelbücklinge................. ptand 24?f. Bundaale............................... Bund 30pf. Seelachs................................. ptand 45pf. Fleckheringe......................... ptand SOpt. Sprottbücklinge..... Kiste srid. brutto 83?.'. Porlug. Oelsardinen- Kiuhdose» 85?f. *) Leipjigtr Strasse, tleianderglalr, Frankfurter Allee, Kottbuser Damm, lelie-Aliiacce-Straase, Wllmersdorfer Strasse Zum Osterfest Konfitüren Marzipan-Eier_ grosse Auswahl, Suv. 5?'. bis O Dettert-Eier st 5,10, 20pt. Likör-Eier stuck 15, 20?f Marzipan-Eier.« n g e n(Saargebiet) ist ein T e i l st r e i k ausgebrochen. Als die Belegschaft des Rohblechwalzwerks zehn Minuten vor Schluß der Schicht den Waschraum aufsuchte, wurde ibr bekanntgegeben, daß zur Strafe ein Stundenlohn abgezogen werde. Die Belegschaft trat darauf in den Streik. Der Abzug wurde daraufhin annulliert. Statt dessen wurde aber ein Mitglied des Arbeiterausschusses ent- lassen. Das war innerhalb von drei Wochen die dritte Maßregelung von Ausschußmitgliedern. Sie wurde mit dem Streik beantwortet. Berichtigung. In unserem gestrigen Leitartikel ist ein sinn- entstellender Druckfehler enthalten. Bei der Wiedergabe der Mit- teilungen des Präsidenten Dr. Syrup muß es heißen, daß in den nächsten Wochen(und nicht in der nächsten Woche) die Anzahl der Hauptunterftützungsempsänger auf 900 000 sinken wird. Gewerkfchasts-Iuaend Grof«Berlin Heute, ssreitaa, 1914 Uhr, tagen di« Gruppen: Rardring: Iugenbhelnr, Schule Sonnenburger Sir. 20. Wir rüsten zur Fahrt.— Aermannplaz: Jugendheim Sanderstr. 11 Ecke Hahrechtstrahe. Literarischer Äbend.— Hermann Läns und seine Dichtungen.— Ehariattenbnrg: Jugendheim Spree- strahe 30. Lichtbildervortrag:„Die Sächsische Schweiz in Wort und Bild".— Zeppelinplatz: Jugendheim des Bezirisamis Wedding, Turincr Ecke Seestraße lEingang Turincr Straße). Vortrag:„Die materialistische Geschichtsaussassung". — Südwesten: Jugendheim Wassertorstr. g. Wir lesen aus unserem Fahrten- buch.— Iugendlursn« Ostlrei«: Schule Echarnweberstr. 19. Thema:„Wirt- sebastswerden— Wirischafiswesen".— Voranzeige, Wanderleiter: Wir ver- anstalten am Sonntag, 24. März, eine„Sieblungskundliche Führung" nach Zepernick— Schwanebeck— Buch. Leiter: Lehrer Karl Kossmann. Treffen am 8 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Badstraße. Fahrt bis Zepernick. @3uaendorupve de6?entralverbandes Ser Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Pankow-Nieder- schönhausen: Jugendheim Görschstr. 14(große» Zimmer). Vortrag: „Die Frau und der Sozialismus". Referentin: Martha Sckiultze-Freutzel.— Oberspree: Jugendheim Laufener Str. 2. Unsere„Ausländer" erzählen.— Südwest: Jugendheim Belle-Allianee-Str. 7—10. Lichtbildervortrag:„Das rot« Wien". Referent: Georg Heilbrunn.— Renlölln und Urban: Jugeickcheim Böhmische Str. 1—4. Berusskundliche Arbeitsgemeinschaft. UBER<10 00 Fl Li AL % In UA W'M- m-M 2 WOWtVMT- H»- Expedition von New Pork nach Montevideo ab. Die Expeditton ist mit ame- rikanischem Geld« finanziert worden und hißte die amerikanische Flagge. Unter der gleichen Flagge und ebenfalls mit amerika- nischem Geld« finanziert startete am 10. Oktober 1928 in Los An- geles Commander Byrd mit Bernt Bolchen als zweitem Be- fchlshaber. Sein Abfahrtsdatum war ebenso wie das von Wilkins von ihrem gemeinsamen Plan bestimmt, die freundschaftilche Unter- stützung norwegischer Walsischfänger, die nach der Antarktis xoollten, in Anspruch zu nehmen. Die Reisedaten dieser Walfischfänger waren nicht die gleichen, ho die von Wilkins benutzten via Südamerika und die von Byrd benutzten via Neu-Seeland fuhren. Wilkins reiste von Montevideo am 24. Oktober, Byrd von Dunedin am 2. Dezember ab. Wenn keine Zwischenfälle ein- traten, war anzunehmerx, daß Wilkins als erster die Antarktis er- reichen und als erster den Flug aufnehmen werde. Doch die Witterungsverhältnisse waren ungewöhnlich, die Wärme setzte sechs Wochen früher als erwartet werden konnte, ein. Es ist merk- würdig, daß Wilkins größte Schwierigkeiten bei seiner Expedition durch die warme Witterung entstehen sollten, wie auch schon bei einem seiner früheren Flüge. Am 21. Dezember war alles bereit und dos Wetter ausgezeichnet. Ihr« persönlichen Freunde und auch ihr« Freund« in Wissenschaft- lichen Kreisen dachten an diesem Tage auch an die beiden, denn es war der erste Flug über die Antarktis, das Leben zweier tapserer und tüchtiger Männer stand aus dem Spiel und es ging um wichtige antarktisch« Probleme. Ist das Land am Südpol wirklich ein Fest- land oder eine Inselgruppe? Wenn man die zahlreichen Ausführungen von Fachleuten über die Antarktis liest, die während der letzten 17 Jahre erschienen sind. so wird man feststellen können, daß die Ansicht, es handle sich um ein einziges Festland, überwiegt. Doch als der Wilkins-Eielson- Aeroplan sich zum ersten Antarktisflug zum klaren Polarhimmel erhob, wurde von Stund« zu Stunde klarer, daß die bisherigen Vermutungen der Gelehrten nicht den Tatsachen entsprachen. Wie schon oftmals, wurden aus diesmal die überzeugten Theoretiker durch die Praxis widerlegt. Die Antarktis ist tatsächlich nicht ein einziges Festland, sondern besteht aus mehreren Landgruppen. Der erste Antarktisslug war wohl der gefährlichste in der ganzen Fluggeschichte. Wenn man den Atlantikstug unternimmt, befindet man sich wohl in der Gefahr, zu ertrinken, wenn die Maschine versogt und man auf der See niedergehen muß. Doch es besteht trotz allem die Chance, daß ein Schiff in der Nähe ist, obwohl bisher diese Chance im gegebenen Falle nicht vorhanden war, so daß die meisten Flieger, die auf hoher See niedergehen muhten, verlorm waren. Ein Flug in der Arktis ist sicherer, denn, wie Wilkins und Eielson bei ihren Flügen im Jahre 1927 zeigten, gibt es zahlreich« günstige Landungs- plätze auf dem arktischen Packeis. Noch niemals sind Arktis-Flieger umgekommen oder auch nur schwer verletzt worden, obwohl Amundsen und Ellsworth dort 192S etwa 1400 Meilen, Byrd im Jahre 192S 5000 Meilen und im Jahre 1926 1800 Meilen, Wilkins, Eielson und ihre Leute im Jahre 1926 6000 Meilen, im Jahre 1927 8000 Meilen und im Jahre 1928 3000 Meilen geflogen sind. Soviel wir von Wilkins Fluge und soviel wir jetzt wissen, ist die Antarktis für Flüge sogar ungefährlicher als die Arktis, wenn man mit genügend Vorrichtungen zur Landung ausgerüstet ist. Die beste Landungs- Möglichkeit ist die mit Kufen, Wilkins muhte sie aber durch Rüder ersetzen. Das Schlimmste, was man beim Landen mit Rädern auf Schnee befürchten kann, ist ein beschädigtes Flugzeug und, selten genug, gebrochene Knochen. Die tatsächlichen Entdeckungen, die Wilkins und Eielson machten, zeigten indes, daß die vorausgesetzte Sicherheit nicht vorhanden war. Denn als sie südlicher flogen, entdeckten sie, daß sie nicht den er- warteten Kontinent unter sich hatten, mit sanften Schneegeländen, sondern uneben« Inseln, die durch Kanäle mit Eisblöcken vonein- ander getrennt waren. Unter diesen Umständen wäre ein Landen mit Kufen gefährlich gewesen; ein Landen mit Rädern bedeutete je- doch den sicheren Tod. Ganz im Stile des Rekords, den Mlkm« und Eielson zusammen in der Antarktts aufgestellt matten, setzten sie, der Gefahr trotzend, ihren Flug bis zum völligen Verbrauch ihres Gasolins fort. Das Brennmaterial reichte für 1200 Meilen. So flogen sie 600 Möllen südlich über Gebiete, die nie zuvor eines Menschen Auge gesehen. Bei diesem Fluge hielten sie, mit Bleistift und Kamera, die Umrisse der Gebiete und die Höhen der Berge fest. Etwa 600 Meilen ent- fernt von Deceptton Island tarnen sie zur Küste eines größeren Landstrichs, Wenn man auch jetzt noch nicht weih, ob er groh genug ist, um die Bezeichnung Festtand zu verdienen, ist er doch nach An- sicht der Flieger von beträchtlicher Ausdehnung. Es gab zwei große Problem«, die die Wilkins-Expedition zu lösen hatte: Ist die Antarktts ein sinziges großes Festland? und welches sind ihre Grenzlinien? Der erst« Antarkttsflug hat bereit» das größere dieser beiden Probleme gelöst: die Antarktis ist kern Festland, wenngleich wir auch noch nicht die genaue Zahl der verschiedenen Landstriche und Insel- gruppen kennen. Der antarktische Kontinent ist in mehrere Länder geteilt von denen eines immerhin noch groh genug sein mag, um Festland genannt zu werden. Bleibt noch die Frag« bestehen, wie und wo die Grenzen ver- laufen. Diese Frage scheint auf dem besten Weg« zur Lösung durch die wetteren Flüge der Wllkins-Hearst-Cxpedition und durch die bisherigen rrnd zukünftigen Flüge von Commander Byrd. Bilhjalmur Stefansso n. Masse SEeUerslröm: 3)aS«ClICilöäfl Da, Leben ist ein Traum— allerbrng» nur im Theater. An den meisten anderen Orten herrscht die grausame, harte WirNichkeit. Man lebt soin alltägliches, leeres Leben ohne Fühlung mit einer höheren Lenkung. Alles wie nach einem bestimmten Programm, tagaus, nochtein. Mitten in dieser harten, ernsten Wirklichkeit, erschreckend und grausam, leuchtet dann und wann sin Lächeln auf, das entwaffnet und erlöst. Wo kommt es her? Wer sendet es hinaus? Mir fällt ein« kleine Geschichte von Charlie Chaplin ein. Als er jung und arm war, trat er m einem kleinen Bariete in London auf, wo er mtt Kugeln jonglierte, eine Kirnst, die mehr schwierig als einbringend war. Chaplin lebte einfach und zurückgezogen, seinen Einnahmen entsprechend. Das einzige Vergnügen, das er sich gönnte, waren Zigaretten, ziemlich viel Zigaretten und nicht von der besten Sorte. Streichhölzer zu kaufen, fand er zu teuer. Er ging statt dessen in einen kleinen Zigarrenladen, wo er höflich seinen kleinen Hut zog, seine Zigarette an dem Zündapparat ansteckte und verschwand. Das ging eine Weile ganz gut, aber eines Tages verlor der Zigarrenhändler die Goduid, schlug mit der Faust auf den Lädentisch und brüllte: „Sagen Sie mal, wer sind Sie denn eigentlich?' „Wissen Sie das nicht?" erwiderte Chaplin ruhig,„ich bin Muri£udmg unüller: S�MCllltagsfetetr Feiertage sind nötig und haben für den Menschen eine hohe Bedeutung. Sie bringen in das Einerlei und die Plage des Alttags ein Stück Erlösung von all den Fesseln, in die uns das Leben zwingt. Nun ist es j«tzt noch und nach Brauch geworden. Dingen— denen wir besondere Bedeutung zugestehen, die wichtig und viel- leicht in Gefahr sind— dadurch besonderen Nachdruck zu verleihen, daß man ihnen einen besonderen Tag widmet. Alle einflußreichen Faktoren schreiben diesen einen Gedanken auf ihr Panier, und ein jeder Mensch muß irgendwo und irgendwie daraufstohen, sei es nun durch die Zeitung, im Theater, durch die Auslagen in den Schaufenstern der Geschäft« oder durch sonstige Veranstaltungen. Geht man dieser Einrichtung tiefer auf den Grund, so wird man sich über den Sinn d«r einzelnen besonderen Tag«, die uns bisher beschert waren, allerlei Gedanken machen müssen. Ich denk« zunächst an den Muttertag. Wer wollte nicht ein- stimmen, der Mutter, die in jedem Hausstand die Seele ist, einmal die Dankbarkeit sichtbar zu erweis«n, die man ihr eigentlich immer schuldet. Aber damit ist die Sache nicht abgetan. Die Mutter ehrlich ehren,«rfordert Verzicht auf vieles andere. Wer in Gedanken irgendwie mit der Möglichkeit eines neuen Krieges und mit der Bereitwilligkeit dazu spielt, der wird durch seine Zustimmung zum Muttertag zum jämmerlichen Heuchler; denn die Kriegsbereitschaft ist gleichbedeutend mit einem Dolchstoß in das Mutterherz. Und wie steht es um den Volkstrauertag, an dem Kriegs- pastoren verbrecherisch« Reden an den Heldenmalen halten? Unsere Gefallenen in Ehren! Wir bedauern und betrauern sie aufrichtig, wenn wir ihre Mörder verfluchen, die wahren Kriegsentfacher. Gewiß, der Volkstrauertag könnte einen tiefen Sinn und«inen großen Wert haben, wenn wir«ine sinngemäß« Kundgebung daraus machen würden. Wenn die Trottel, die einst seufzten und jammerten, als sie von den Klauen des Militarismus gepackt waren, stumpfsinnig und gedankenlos als Militärvereinskomeraden an die Weihestätten pilgern wie ein« Herde Hammel, dann müßten wir die Massen aufbieten zu einer Stunde der Besinnung und Erweckung. Ein Fluch von markerschütternder Stärke müßt« aus tausend und aber tausend Kehlen gegen den Krieg hinausklingen und weiter- rauschen zur gigantischen Begeisterung. Mit eiserner Schärf« müßten wir versichern, daß wir in Zukunft unseren Feind zu finden wissen� und daß wir uns nicht wieder gegen den unschuldigen Menschen- bruder aufhetzen lassen, der im Graben uns gegenüber liegt. Be- kennen sollten wir, daß wir gegen eine neue Kriegspsychose gefeit sind. Aus einer rechten Volkstagsfeier würde großer Segen für die Menschen, für die ganze Welt erwachsen. Und mm ist uns jetzt noch der Buchtag geschenkt, un», dem „Volk der Denker und Dichter". Ich bin überzeugt, daß man auch hier nicht in die Tiefe fühlen wird. Viel« Probleme gruppieren sich um die Buchexistenz. Denke ich z. B. an die Schulden, so erhebt sich die kategorische Forderung, daß man alles das für den Frieden tun müßte, was man seither für den Krieg und den nun verfaulten Monarchismus gerade durch das Buch getan hat. Alle hohen Ideale haben Ihre bestimmten Grenzen an der Unzulänglichkeit der Menschen, die nicht imstande sind, sich von Ueberständigkeiten. die längst gefallen sein mühten, zu befreien. Wir wissen, welche große Roll« das Buch in der Welt von dem Augenblicke an gespielt hat, seitdem Gutenbergs Jünger für eine Verbreitung des gedruckten Wortes sorgen. Wir wissen aber auch, welcher Mißbrauch mit dem Buche und mit der Zeitung getrieben werden kann. Wir brauchen Bücher über konsequente Menschlichkeit, Bücher, die uns etwas davon geben, was an sozialem Empfinden die Seele jedes Gerechten belebt. Wir wollen nicht nach solchen Schriften greifen, die uns Dinge vorgaukeln aus einer Welt, die schon den Todeskeim in sich trägt, Ding«, die der Wirklichkeit entrückt sind wie eine ferne Lata morsana. Wir müssen Bücher über konsequent« Menschen- liebe lesen. Sie können uns treue Gefährten durchs Leben hindurch sein und uns zu Menschen machen, die solange an den Sieg ihres gerechten Kampfes glauben, bis er kraft diese» Glaubens herbei- geführt ist. Bücher können uns die Wesensmerkmale aufdrücken, die das ileberrageitde des Menschenseins ausmachen. Sie können uns zur bejahenden Reform des Lebens und zu Licht und Freihett führen. Es gehen Kraftströme aus von den Zeilen, die wir— wenn wir dafür empfänglich gemacht sind—«insaugen können, so daß aus ihnen Keime herauswachsen, die zu Taten und Ge- sinnungen führen und zur sittlichen Höherentwicklung des mensch- lichen Gemeinschaftslebens, zum wahren Sozialismus. Der Buchtag soll«ine ständige Einrichtung werden. An uns liegt es, ihn— wie ihn sich auch das Bürgertum sonnt— für unseren gerechten Kampf zweckmäßig auszugestalten. doch der Nein« Herr, der jeden Tag herkommt und seine Zigarette ansteckt." Und dann zog er seinen kleinen Hut und glitt ebenso leise hin- au« wie er gekommen war. Das war ein Auflsuchton des großen, schönen Lächelns, das eine harte Welt erhellt. Ich erinnere mich auch einer anderen kleinen Geschichte, die dasselbe besagt. Ei« spielt sich am Kai einer großen Hafenstadt ab, gerade als sich ein große Ozeandampfer in Bewegung setzt. Es sind viele Leute auf dem Kai und an Bord, Leute, die wegfahren und Leute, die Abschied nehmen. Auf dem Deck steht eine junge Mutter und auf dem Arm trägt sie ein kleines Kind, das sie ab und zu in bestimmten Abständen hochhält, während sie ein paar Verwandten da unten zuruft: „Gustav sagt: Lebt wohl! Gustav sagt: Lebt wohl!" Durch irgendeine unbeabsichttgte Bewegung, einen Stoß oder etwas anderes, läßt die Mutter ihr Kind fallen, das ins Wasser fällt. Der Dampfer ist auf dem Wege nach draußen, jeder Mensch ist mit sich beschäftigt, es ist nur sehr wenig Aussicht, das Kind zu retten. Die Mutter schreit und ruft um Hilfe, und die Leute am Kai laufen kopflos durcheinander. Da geschieht etwas, was mit dem verwandt ist, was Mark Twain einst �das Chronometer Gottes" nannte— ein Mann der Besatzung, der in der Nähe der Mutter steht, springt über Bord und es gelingt ihm, in einer der letzten Sekunden das Kind zu fassen. Mit bsiden Händen holt er es aus dem Wasser heraus, hebt es auf und nieder, wie es die Mutter vorhin auf dem Deck getan hat, während er ruft: „Guftav sagt: Guten Tag! Gustav sagt: Guten Tag!" Und dann leuchtete wieder das schöne Lächeln auf. erlösend, entbindend, das Lächeln Gottes auf Erden. Sollen wir es Humor nennen, den großen Humor? lBrnchtiffte llebersetmig von«. Ävenstru? nnl ff. Trritel.) 3)as tnde des Säugelierseifatlcrs In einem Vortrag, den er vor der Naturforschenden Gesellschaft In Leipzig hielt, trat der Direktor des Schönbrunner Tiergartens, Dr. Antonius aus Wien, für Maßnahmen«in, die Großtierwelt der Erde vor dem völligen Aussterben zu retten. Denn die Vernichtung. die für alle dies« Tiere mit der Ausbreitung des Menschen und seiner Kultur verbunden ist, nimmt unaufhaltsam ihren Fortgang. Wie die Auerochsen und Wssente unserer Wälder, die Wildpferde der Steppen, die Steinböcke der Gebirge verschwunden sind, so sind die«instigen Riefenherden der Quaggas in Südafrika und der Bisons in Nordamerika, dt« Känguruhs und Beutelwölfe in Australien, die Nashörner in Indien in ganz kurzer Zeit ausgerottet worden oder bis auf spärliche Reste zusammengeschmolzen. Die Elefanten, von denen man in Afrika jährlich 40 000 tötet, werden ihnen folgen, ebenso die großen Vogelarten, denen man um ihrer Federn willen nachstellt. Die Erhaltung und Vergrößerung unserer Naturschutz- gebiete, die Antonius empfiehtt, werden freilich� wie er selbst nicht oerkennt, daran nichts ändern, aber sie können wenigstens kommen- den Generattonen eine Anschauung von dem bunten Tierleiben verschaffen, das zur Zelt ihrer Ahnen die Erde erfüllte. wieder ein llnterseekunnel. Die moderne Technik sucht Länder. die durch das Meer voneinander gettentt sind, durch einen Tunnel zu oerbinden. Erst in letzter Zeit ist die Frage«ine» Tunnels zwischen Frankreich und England wieder akut geworden. Die Er- örterung dieses Projekts hat nun schwedische Ingenieure veranlaßt. gleichfalls einen alten Plan aufzurollen. Es handelt sich um die Verbindung zwischen Schweden und Dänemark, über Helsingör, die alte Hamletstadt, di« nur eine Meile von der� schwedische/, Küste ent- fernt liegt und von Schweden durch den Sund gerrennt ist. Die Baukosten sind mit 30 Millionen Kronen veranschlagt worden und sollen von den beiden beteiligten Staaten je zur Halste getrogen werden. Eilige Besiellun gen— mündliche, sehr iiiliche und teleionische— werden durch die Lebensmitlei» Bestell» annähme eufge- nommen o. wunschgemäß erledigt in unserer neuen großen mit den modernsten Errungenschaften aufgemachten Lebensmittellml!e im4.Stock Mcneen-Abrabe Terbehaltrnl Preife nur Freiicifj und Sonnabend Ferbenf eowell Vorrat! Konserven «'i Dose Apfelmus..... 0.65 Pflaumen mn stein.0.65 Ananas...... 1.05 KylloutnSSnnren Pa. Schweinebauch ohne BeUag« Schweinekcpf mit Backe.... Schweinekotelett..... Schweinekamm od. Schuft l Sdinrte Kalbskamm ohne Beilage..... Kalbsbug und-Brust..... Kalbskeule bis 9 Pld. schw,, ganz u. gel. Pa. Schmorfleisch Keule o. Knochen H.'d 1.10 0.68 1.32 1.28 0.64 0.76 0.86 1.18 Pa. Rückenfett braUer«c 0.96 Pa. Roulade.... 1.28 Pa, Suppenfleisch, Nd, 0.68»n Pa. Schabefleisch. 1.18 Roastbeef mit Knochen..... 0.8 s Rinderlungen, tziach,.... 0.38 Pa. Flecke frisch. 0.28 Pa. Kalbsleber trtseh 1.60 Wurftwnren Pfund Fluad Rot- u. Leberwurst 0.70 Bauernleberwurstl.60 Pa. Schweinekopf m. pciÄe 0.54 Kaßler Eisbein miidgepdic,w.!>pitzb.pii>. 0.76 piund 1,25 Liesen Piund 0.74 Pa. Sshmorfleiseb Keule, o. Knochen 1.12 Pa. Hammelkeule......1.06 Pa. Roastbeef mit Knochen... 0.92 Pa. Hammelrücken.,... 0.98 Pa. Suppenfleisch. ron 0.63 an Kammelleber......... 0.38 Suppenhühner ptd. ron 1.05, GefiUgsl gefroren pfd.von 1.05 Sülzwurst.. 0.80 ff. Leberwurst 1.60 Landloberwurst 0.95 Holstein. Salami- Dampfwurst 0.98 u.Cervelatwurstl.80 Speckwurst 1.05 Teewurst 1.80 Jagdwurst.. 1.15 BerlinerMettwurstl.60 Knoblauchwurst 1.20 Pökelfleisch Rekoch(1>80 Fleischwurst. 1.30 Cervelatw.,$alami2.00 Schinkenpolnisch. 1.35 Speck fetter 1.25 MettW.(BraunachwAn 1>40„ mager. ohne Rlppenl«45 Hildesheimer 1.45 Schinkenecken 1.25 Bierwurst 1.50 Schinkenspeck. 1.95 Suppenerbsen Karotten gejehuttte Spezial-Gemüse Vt Dose 0.60 0.40 0.62 Ptund Eierschnittnudein 0.33 Bruchmakkarom 0.42 Backobst gemiachi 0.45 Pflaumen imm. geb 0.32 Aprikosen kaut geu 0.95 Apfelringe kam?o<, 0.80 Mandeln Ä?dtter. 0.50 | Kakaopulver lose Sultaninen naturet Weizenmehl k>ae Wiener Auszagsmatu Kaiser AounganaM..---- .Wllungold' SPld. Eeulel 1.25 Jaiihreif*».. 1.30 .Bitnert*& 1.40 0.38 0.17 0.20 0.25 Pfund 0.65 Wolgahühner ptd.TOn1.20, Konfitüre~ Pflaumen..., lohonnlsbeeren Erdbeeren.., Kirschen.., T-; tiimer ••••• OeöO Köfe nnS Fette t-'lulld 2.08 1.80 .1.29 . 1.25 WeStse issw BpersSLZsfett 27er ttambacher Kalsersiuhl.. Vi PI. 1.23 27er Wlntringer Felskepf....» 1.23 Malaga suporfor.........» 1.CS Insel Samos, vollstlB........ 1.05 (Preise verstehen sich ohne Flasche) 5 FL 3.75 . 6.00 . 5.00 Rhelnpfälzer WelBwein ¥om Faß Dänische Butter Molkereibutter Tafelbutter 1.98 Holländer, 20* 0.75 Dän. Schweizer 0.95 Edamer 0.70 Blockkäse(Tns.Ar(; 0.S8 Bayr. Schweizer«. 1.48a Allg Stangenkäse 0.48 Camembert_ vollfett, Schsclilel 4. Vb25 Quadraikäse ptund 0.35 Steinbuscher 20% 0.68 Tilsiter»aibictt 0.90 Emmenthaler 12 teiliffe Schachtel.."«rS Marganne. 0.52 Kokosfett.. raieO.Sa Amer.Rohschmalz 0.75 Rolweln, voll und mild...... Wcinbrand-Spezlal, 38%.., Jamslka-Rutn-Verschnitl, 38% . Ltr. 1.23 5 Ltr. 6.00 .. 1.20. 5.50 .. 1.20. 5.50 .. 2.60 3 Ltr.10.50 .. 3.20. 9.25 gPffisdae£ier 1.25 durchleuchtet Stück 10 Stück EAusserdain� m Aiim CROSSER OSTER•VERKAUF WünhiHsoiU In ffliftäHsjiiyffw faifr Ihtfan, OtywtiüW&h'Wit'iifaUw w ywfinu- OlüSwwjt! wünsch en wir Ühn en u. ra ten"Jhn en. c/as Fes t in neu er /c /ei dun g fröhlich zu feiern. fertigkleidun g, Frsahc fürMass ist Trumpf und Mtedi* biszu Monofen kaufen zukönnenJThr stärksferTfumf. RieseniäQ er in*tl: tagen* ffeu e/ng q froflen: Konfektion fürm� Herren, Domen f im und Kinder y ßM bdff-lischskibuäschzjt y W Merren-Artik-zl y/ JjS Höbe/ MßjF. Gercf/- nen /•'nSSSaßHu/K�Hm Seif 493ahi £Sf2rit]icilc>r-Sfr46A7 :uTlgrSir.182-m Verkäufe Lnndpazzcllzn, schön gtltgtn, 960 M. an. flftir.i!?InsüI)tiiii8. Holtz, Buchholz, BdfgocIIczfti qfig 113a._ Landparz-llen, Oranienburg, schijn gelegen, SSV M. an. Kleine Anzahlung. Meyer, Oranienburg, Berliner Alle« 134. _«-ösehlert-ppl».. Webfeblerteoplch U X 3 18.50 Marl. 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