Morgenausgabe Nr. �41 "All 46. Jahrgang WSchevQch SSPf� movatLch 5.S0». im voraus zahlbar. Postbezug A£Z M. einschließlich ÖO Pfg. Poftzeilunßs- und 72 Pfg. Postbestellgebühreu. Luslauds» obounemem 6.— M. pro Monat. Der„DorwSrts* erscheint wochentLg- iich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„De? Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreuno". Ferner „Unterhaltung und Wissen".„Frauen- stimme".„Technik"„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" Berliner Volksblatt Sonntag 24. Marz 192? Groß-Äerlin 15 Vf. Auswärts 20 Pf. Die einspaltige NonparelllezeN« SO Pfennig. Reklame ieile 5.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen� das seng». druckte Wort 2S Pfennig lzulässig zwei fettgedruare Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 1v Pfennig. Worte über 15 Buchstaben für zwei Worte. Arbeitsmarkt annahm« ftraße 3, Wochentag!, von 8Vs bis 17 Uhr. Jentrawvsan der SozialdemoSratifchen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 g«rnlprechn: Döndofl LSS— 29? lelegramm-Sdr.: SoztaNinnokra» verli» Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 87 Kid— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellte» und Beamte» wallftr. 66. Dtikonto-Sesellschast. Depositenkasse Linden str S Eine letzte Warnung. Ein ernstes Wort des preußischen Innenministers an die radikalen Organisationen Der preußische Minister des Innern G r z e s i n s k i erläßt folgende letzte öffentliche Warnung gegen das Treiben radikaler Organisationen: Die verfassungsmäbig gewährleistete Vereins- und Versammlungsfreiheit, wie dos Recht der freien Meinungsäußerung werden in fortschreitendem Maß« unter völliger Aerkeimung ihrer Bedeutung und ihres Zweckes miß- braucht. Ausschreilungen bedauerllchsler Art. die sogar Menschenleben gefordert oder gefährdet haben, und in Verbindung damit oersteckte oder gar offen«, zum Teil plan- mäßig vorbereitete, technisch organisiert« Auflehnung gegen die Polizei, bei der Beamte erheblich zu Schoden gekommen sind, sind gerade in letzter Zeit«ine häufige Erscheinung. Auch vor Denkmalsbeschädigungen und antisemitischen FriedhNfsschändungen ist man nicht zurückgeschreckt. Parlamentarische Anträge, Große und Klein« Anfragen von allen Seiten im Landtage, wie auch weite Kreis« der Oeffentlichkeit ver- langen von mir dringend A b hi l f e und fordern mit Recht vor- beugende Maßnahmen. Ich habe wiederholt Anlaß genommen, vor einer Fortsetzung dieses Treibens, das mit Politik und politischem Kampfe nichts mehr zu tun hat, zu warnen. Zuletzt habe ich am 1. Marz 1929 im Landtage die aus diesen Vorfällen erkennbar« Undullisamkeit ge- geißelt und an die Führer der verschiedenen politischen Richtungen upd Parteien die. dringend/t Mahnung gerichtet, auf. ihre Anhänger. in mäßigendem Sinnb nachdrücklich Einfluß auszuüben. Meine Warnungen und stinoeeise haben bisher bedauerlicherweise nicht ü b« ra l l d i e n o t w c n d i g e W i r k u n g gehabt. 3ch wiederhole daher heule noch einmal sehr ernstlich meine Mahnung an alle politischen Orgonisalionen. Bände und die Führer der ihnen nahestehenden politischen Parteien und ersuche auch die in Frage kommende Presse dringend, durch Abkehr von dem gerade in den letzten vielfach wieder beobachteten verhetzenden und die auch von ihnen für erforderlich gehalten« Aulorilät des Staates untergrabenden Ton auch ihrerseits zu einer Befriedung des öfssntlichen Lebens beizutragen, so daß politische Meinungsverschiedenheiten wieder in vernünftigen Formen ausgetragen werden und Andersdenkende von ihren politischen Gegnern unbelästigt bleiben. Wenn dieser letzte Versuch, die politische Betätigung der Staats- bürger im Rahmen der Gesetz« gegen jede Beeinträchtigung zu schützen und die Ausartungen des politischen Kampfes durch An- wendung gewaltsamer Mittel zu unterdrücken, ungehört verhallen sollte, werde ich zum Besten der friedlichen und friedliebenden Be- völkerung gegen die radikalen Organisationen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln rücksichtslos einschreiten. Dabei lyürde ich auch vor der Auflösung solcher Verbände und Bereinigungen nicht zurückschrecken, die gleichzeitig die Form politischer Parteien haben. Die Polizeiverwaltungen in Preußen habe ich mit Erlaß vom heutigen Tage mit entsprechenden stritten Anweisungen oersehen. Oer Erlaß an die Polizeibehörden. Im Anschluß an den vorstehend veröffentlichten Aufruf hat der preußische Minister des Innern G r z e f i n s k i folgenden Erlaß an die Polizeibehörden gerichtet: „Unter lyinweis auf diesen Aufruf ersuche ich di« nachgeordneten Behörden, auch von sich aus alle Mahnahmen zu treffen, die geeignet sind, dem in letzter Zeit beobachteten Treiben der radikalen Organisationen wirksam entgegenzutreten. Organisationen. die ungeachtet meiner Warnung ihr gefährliches Treiben sortsetzen und dadurch zu erkennen geben, daß fie die Herbei- fähruug von Friedensbrüchen geradezu bezwecken, sind, soweit nicht noch ander« gesetzliche Bestimmungen in Frag« kommen, gemäß 8 2 des Reichsoereinsgesetzes aufzulösen; gegen Versuche, sich cheiter zu betätigen.'ist nachdrücklich einzuschreiten. Oelfentliche Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge, die eine unmittelbare Gefahr für di« öffentliche Sicherheit darstellen, sind vorbeugend polizeilich zu ver- bieten und zu verhindern. Versammlungen in geschlossenen Räumen, deren unfriedlicher Charakter von vornherein feststeht, sind gleichfalls vorbeugend zu verbieten: Versammlungen in ge- schlössen«« Räumen, di« nach Beginn einen unsriedlichen Charakter annehmen, sind polizeilich aufzulösen." Im übrigen verweist der Minister auf seine früheren einschlägigen Runderlasse mit der Maßgabe, daß eine noch- malige örtliche Verwarnung von Organisationen, die sich Ausschreitungen zuschulden kommen lassen, im Hinblick auf seinen obigen Ausruf nicht mehr in Erwägung zu ziehen ist. Die Ober- und Regierungspräsidenten werden angewiesen, über alle Maßnahmen der erörterten Art dem Minister als- bald zu berichten. Kriegszustand in Nanking. Infolge linksradikaler Kundgebungen. Peking, 23. März. Am Freitag kam es in Ranklng zu Straßenunruhen. Linksgerichtete kuomiotangmitglleder und Kommunisten erschienen im Regierungsgebäude und verlangten den sofortigen Rücktritt und Neubildung der Regierung mit Einschluß der linken Gruppen. 3a Ranking. Peking und Tienlsin wurden Verhaftungen vor- genommen. Heber Ranking ist der Kriegszustand verhängt worden. To den Arbeitervierteln ging die Polizei gegen Demon- stranten vor, die politische Gefangene aus der Kommandantur befreien wollten. Heilloser Wirrwarr. Schaaghai(über Paris), 23. März.(Ag Indopacifique.) Der dem Heere de» Marschalls Fengyuhsiang angehörende General W e i y i s ch a u beteuer« seine Loyalität gegenüber Nanking. läßt aber seine Truppen auf Nanking marschieren. In Hantau haben die Militärbehörden K'u l i s gezwungen, Mu- nstion, Waffen und Gepäck zu transportieren. Im Arsenal in Hanyang wird Tag und Nacht an der Fertigstellung van Munition gearbeitet. Die Truppen von Wuhan unter dem Be- fehl des Generals Aehschin verfolgen die Regierungstruppen weiter bis über die Honan- und Kiangsi-Grenz« hinaus und dringen bereits in die Kiangst-Provinz ein. Die M o- bilisierung der R e g i e r un g st ru p p« n erstreckt sich auf mehr al» acht Divisionen, durchweg ehemalige Truppen der ersten Armeegruppe des Generals Tschiongtoischek. Letzterer hat sich zum Verteidiger des S t a a t e s und der Gesche der Kuomintang ausrufen lassen. Di« Vermittler bemühen sich weiter,«inen Bruch zu verhüten, aber es scheint dazu bereits zu spät zu sein. Di« Fest- nähme von Lischensen, dem gewesenen Machthaber in Hankau. wird bestätigt. Die R e g i eru n g st r u p p e n sind in die Honan- Provinz eingerückt. Di« aufständischen Truppen konzentrieren sich um die wichtigsten Städte. General Tschiangkaischek hat erklärt, di« Ranking-Regierung sei«ine revolutionäre Regierung. Er werde nicht zögern, zu revolutionären Maßnahmen zu schreiten, um den Triumph der Grundsätze der Revolution zu sichern. Die Kämpfe in Mexiko. Lleberläuserbericht von den Nebellen. Mexiko, 23. März. Präsident Portes Eil erhielt aus Mazatlan die Mitteilungen eines übergelaufenen Offiziers der Rebellenarmee. Der Ueberläufer sagte aus: Die Führer der Rebellen haben den vor Mazatlan stehenden etwa 3009 Mann versichert, daß in nächster Zeit etwa 20 000 sogenannte religiös« Insurgenten zu ihrer Unterstützung eintreffen würden. Die Aufständischen öffnen überall aus ihrem Vormarsch nach Mazatlan die Kirchen und kündigen die baldige Rückkehr der Priester an. Wie der Ueberläufer weiter witteill«, ist man bei der Armee der Auf- ständischen unentschlossen, ob man MaMlan weiter belagern oder nach Süden marschieren soll. Die Führer der mexikanischen Arme« bezweifeln, daß überhaupt ein ernstlicher Angriff auf Mazatlan er- folgen werde. Wie di« Regierung mitteilt, haben 300 Aufständisch« gestern die Stadt Denadillo bei Mazatlan im Staat« Sinaloa angegriffen, sind jedoch zurückgeschlagen worden und ziehen sich nach Cosablanca zurück. Calles berichtet. Mexiko, über Rero gork. 23. März.(Associated Preß.) Ealles benachrichtigt« die Regierung, daß er 12 Regt- menter Kavallerie in Stärke von etwa 6000 Mann von Torreon nach den Staaten Guanajuata und Ialisco zur B e- k ä m p f u n g der„katholischen Revolte" entsandt habe und daß die Vorbereitungen zum Vormarsch der Truppen des Generals A l m a z a n von Torreon auf Chihuohia im Gange seien: der Vor- marsch erleid« jedoch ein« gewisse Verzögerung, da die Eisenbahnlinien zum Teil durch die Aufständischen zer- stört worden sind. Die Mörder de» Aaramer Journalisten Schlegel sind bisher nicht ermittelt. IS 000 Mark sind als Ergreiferlohn ausgesetzt. Die Auslösung des dänischen Folkething ist durch den König zum 23. April, dem Neuwahltag, erfolgt. Erobert di« Sozial- demokrati« dabei— was allgemein erwarter wird— sechs S i tz«, so wäre eine sozialdemokratische Regierung gesichert Wahlfrühling. Wichtige Wahlen— und interessante. Die Nachricht, daß demnächst im Lande Sachsen ge- wählt werden soll, hat auf die Sozialdemokratische Partei weit über die grünweißen Grenzen hinaus elektrisierend ge- wirkt. Manchem von uns geht es da wie dem berühmten alten Schlachtroß, das die Ohren spitzt, wenn die Trompete tönt, Seit es im Deutschen Reiche ein allgemeines Wahl- recht gibt, also immerhin schon seit zwei Menschenaltern, ist für die sozialistische Arbeiterbewegung der W a h l k a m p f das große Erleben. An seinem Ausgang messen wir die Weite unseres Fortschritts und das Wachstum unserär Macht. Indes fordern die sächsischen Landtagswahlen diesmal aus besonderen Gründen, über die noch manches zu sagen sein wird, erhöhtes Interesse. Für heute sei nur«in Punkt hervorgehoben. Seit durch das Verhältniswahlrecht die Nachwahlen abgeschafft sind, gibt es zwischen den Haupt- wählen nur eine Möglichkeit, den Wandel der Massenstim- mungen kennen zu lernen: sie ergibt sich bei Landtags- und Kommunalwahlen. Run kann der Fall leicht eintreten, daß den sächsischen Landtagswahlen Neuwahlen zum Reichstag auf dem Fuße folgen. Denn wenn der im Mai vorigen Jahres gewählte Reichstag bei seiner Aufgabe, einen in Ausgaben und Einnahmen balancierenden Haus- haltsplan zu schaffen, versagen sollte, würde kaum etwas anderes übrig bleiben als ein neuer Appell an das Volk. So gibt die Möglichkeit, daß sie nur ein Vorspiel zu neuen Reichs- tagswahlen sein könnten, den Wahlen in Sachsen ihre be- sondere Bedeutung. « Für uns als internationale Sozialisten sind natür- lich nicht nur die Wahlen in Deutschland wichtig, sondern auch die in den anderen Ländern. Hier sind es die e n g l i s ch e n Wahlen vom 30. Mai, die unser besonderes Interesse be- anspruchen. Der Gedanke, daß das größte Reich der Welt in einigen Monaten zum zweitenmal in seiner Geschichte«ine Regierung der Arbeiterpartei an seiner Spitze sehen könnte. wirkt aus uns faszinierend. Wohl wissen wir, daß ein sozio- listischer Wahlsieg noch nicht genügt, um die sozialen Verhält- nisse Englands und des britischen Weltreichs im Sinne unserer Ideale umzugestalten, sondern daß so große Ergebnisse nur durch jahrzehntelange kontinuierliche Wirkung nach der gleichen Richtung zu erzielen sind. Aber wer wollte darum die ungeheure Bedeutung eines englischen Arbeitersieges unterschätzen! Um sie zu würdigen, genügt es, an die a us- w ä r t i g e Politik zu denken. Sozialisten in einer Regierung, besonders der eines großen Staates, bedeuten soviel oW Sicherung des Welt- friedens Von einer englischen Arbeiterregierung darf man erwarten, daß sie eine selbständige Außenpolitik der Friedenssicherung und der Völkerverständigung im Sinne der Gerechtigkeit und Humanität treiben wird. Sie wird das um so eher können, wenn die Sozialdemokratie in Deutsch- land ihren Einfluß erhält und womöglich noch stärkt, und wenn auch in anderen europäischen Ländern die Macht des internationalen Sozialismus wächst. Nicht nur in England, sondern auch in Belgien und in Dänemark gehen unsere Genossen mit ausgezeichneten Aussichten in den Wahlkampf. Belgien und Dänemark sind unsere Nachbarn: die guten Beziehungen, die zwischen den Sozialisten jenseits und diesseits der Grenzen bestehen, haben wesentlich dazu beigetragen, das Verhältnis auch zwischen den Staaten zu verbessern. Diese für alle Beteiligten nützliche Wirkung muß sich verstärken, wenn die Sozialisten hüben und drüben entscheidenden Einfluß auf die auswärtige Politik erhalten. * Sachsen-Deutschland, England, Belgien, Dänemark, das sind die wichtigen Wahlen, die bevorstehen. Es gibt aber auch interessante. Wichtig sind die Wahlen in Ländern, in denen eine wirkliche Volksvertretung gewählt wird, wor- auf dann aus dieser die Regierung hervorgeht. Jnter- estant sind die Wahlen in anderen Ländern, in denen— wie einst im seligen Dreiklassen-Preußen— auch heute noch die Parole gilt:„Wählen dürft ihr zwar, aber es hilft euch nichts!" Wichtig sind di« Wahlen dort, wo jeder einzelne Wähler, nachdem er di- Aufrufe aller Parteien gelesen, in voller Freiheit seine Entscheidung trifft und wo aus dem Willen aller Einzelnen der Staatswille emporwächst. Interessant sind aber die Wahlen auch dort, wo chr Ergebnis schon von vornherein feststeht und wo sich die Diktatur ihrer nur als Mantel bedient, weil sie sich doch nicht mehr getraut, ganz nackt über die Straße zu gehen. In den absolutistischen Staaten, wie sie noch vor einem Jahrhundert den breitesten Raum Eurovas ausfüllten, gab es überhaupt keine Wahlen. Die Oberschicht regierte kraft „historischen Rechts": ihr wäre es als ein Herabsteigen m den Sündenpfuhl der Revolution erschienen, hätte sie sich der Wähler auch nur als Staffage bedienen sollen. Die Dikta» Parteienkämpfe in Frankreich. Die Reaktion hofft auf die Kommunisten.— Ist eine Q'nksmehrheit möglich? pari». 2S. März.(Eigenben cht.) Wie in allen Ländern, die in den blutigen Wirbelsturm der Ilchr« 1914—1918 hineingerissen worden sind, ist es auch in F r a n t- reich nach dem Ärieg« in den politischen Parteien zu schweren Krisen gekommen. Ueber ein Jahrzehnt ist seit dem Wassenstill- stand vergangen, ohne dah die einzelnen Parteien ihr inneres Gleich- gewicht erlangt hätten. Am raschesten hat sich die französische sozialistische Partei wiedergefunden. Aus den Trümmern, die 1929, nach der Spaltung von Tour», übrig geblieben waren, hat sie den Weg zur Reorgani- saticm und zu Wahlerfolgen mit größerer Leichtigkeit zurückgelegt als das vorausgesehen werden tonnte. Organisatorisch steht sie zweisetlo» heute an erster Stelle. Innerlich ist sie ge- schlössen«? als jede ander« Partei. Die Aktivität ihrer hundert Mann starken Kammerfraktion beweist der öffentlichen Meinung täglich, dah st« sich keineswegs mit der Kritik des Bestehenden begnügt, sondern in positiven, bi» ins einzelne ausgearbeiteten Gesetzesoorschiägen den Weg zeigt, den st« selbst gehen würde, wenn st« über ein« Mehrheit verfügt«. Die Kommunistisch« Partei tst in den Letzte« beiden Jahren so zurückgegangen, daß die bürgerlichen Rechtspar- teien, die früher mit dem bolschewistischen Gespenst außerorbent- lich gut« Geschäfte machten, nicht mehr ernsthaft davon zu sprechen wagen. Diese Zurückhaltung hat allerdings auch noch den«inen anderen Grund. vi« Reaktion ist der Sommnaistischea Partei dankbar dafür, daß sie bei Wahlen Im zweiten Gang überall die kommunistischen Kandidaten aufrechterhält. Infolgedessen wurden die Kandidaten der Rechten mehr al» einmal Sieger. Erst am letzten Sonntag wurde im Departement der Haute- Pienne ein reaktionärer Pariser Rechtsanwalt dank der kommunisti- sehen Taktik gegen den Sozialisten Dalier« mit hundert Stimmen Mehrheit in die Kommer gewählt. Im Jahr« 1919 war der Nationale Block mit dem Ruf: „Gegen den Bolschewismus' in den Kampf gezogen. Im Jahre 1924, bei den Neuwahlen, versuchten die Rechtsparteien dieses Manöver zu wiederholen, jedoch ohne Erfolg. Vier Jahre später standen sich die alten Parteiformationen, wie sie vor dem Krieg« bestanden, wieder gegenüber. Aus der einen Seite die ganz- und halbklerikalen Gruppen, aus der anderen die sozialistische und die radikalsogialistisch« Partei, deren Wähler fast überall, wo «in zweiter Wahlgang ausgesochten werden mußte, zusammen mar- schierten. Damals schanzten die Kommunisten den Rechts- Parteien sieb enu ndv ierzig Mandate zu, die«igent- lich Sozialisten oder Radikalen hätten zufallen müssen. Ohne diesen Verrat würde die Kammer heute ein« ausgesprochen« Lintsmehrheii besitzen. Darüber find sich auch die Rechts- Parteien im klaren. Immerhin befürchten sie für die Zukunft, daß die kommunistisch« Taktik nicht von unbegrenzter Dauer sein und auch nicht immer von einer genügend großen WSHlerzahl befolgt werden könnte. Si« suchen deshalb heute schon sich gegen die kom- menbe Gefahr einer etwa unter dem Einfluß der Sozialisten stehen- den Mehrheit zu schützen. Die Frag«, w i« dieses Ziel erreicht wer» den soll, hat im Lager der bürgerlichen Rechts- und Mittelparteien tiefgehend« Meinungsverschiedenheiten hervorge- rufen. Di« unheilbar nationalistisch-reaktionären Elemente wollen den Trennungsstrich nach links so scharf als möglich ge- zogen wisten. Sie predigen den schärfsten Kampf gegen die So- zialisten und gegen die bürgerlichen Radikalsozialen. Eine andere Gruppe erstrebt dagegen eine Verständigung mit den Radikalsozialen. Si« erhofft davon aus die Dauer die völlige Ausschaltung der So- zialisten von jedem praktischen Einfluß aus die Regierungsgeschäfte. Diese Tendenzen sind kürzlich in D i j o n aus«irrem Kongreß der„Demokratischen Bereinigung" in äußerst scharfer Weise zum Ausdruck gekommen. Der durch und durch reaktionäre Pariser Ab- geordnete Paul R e r> n a u d fordert« den Kampf gegen die So- zialisten und Ablehnung einer Gemeinschaft mit den Radikalsozialen, solang« si« nicht bedingungslos in die antisozial! st i- sche Front eintreten. Der Abgeordnete des D�ne-Departe- ments und Vizepräsident der Kammer Emile F l a n d i n trat im Gegensatz dazu al» Herold einer neuen ,.M i t t e l pa r te i" auf, deren Gründung er beretts seit Monaten betreibt, um den gegen- wärtigen entscheidenden Einfluß der äußersten Rechten zu brechen und den Radikalsozialen die Möglichkeit zu geben, in dem Bett der „Konzentration' den Weg zur Regierungsmehrheit zurückzufinden. Flandin, der einst zu den Hoffnungen des Nationalen Blocks ge- hört«, hat fein Ruder seit Wochen etwas nach links gedreht, trotz- dem gerade augenblicklich die Rechtsmehlheit in der Kammer fast unerschütterlich zu sein scheint. Za Wirklichkeit aber glaubt niemand an diese llnerschülterlichkeit. Allerding» ist noch nicht vorauszusehen, unter welchen Umständen das Kabinett Poincarä eines Tages gestürzt werden könnte. Die starten Mehrheiten, die es erst in der letzten Woche in der Kammer fand, stellten sowohl für sein« Anhänger wie für sein« Gegner ein« Ueberraschung dar. Diele Politiker glauben, daß sich Poincare bis zum Ende der Legislaturperiode, d. h. bis zum Jahre 1932 halten wird. Andere verkünden:„Die Mehrheit ist zu groß, um dauerhaft zu fein." In der Sozialistischen Partei sind die Meinungen geteilt. Ein Teil vertritt die Abfassung, daß während der' gegenwärtigen Legislaturperiode kaum die Bildung einer Links- Mehrheit mit Einschluß der Sozialisten möglich sein wird. Andere haben dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, wenigstens während der zweiten Hälfte der gegenwärtigen Legislaturperiode den Ein- fluß der Rechten brechen und ihr eine Linksmehrheit ent> gegenstellen zu können. Im Lager der Radikalsozialen rverden ähn- lich« Auffassungen vertreten. Auch hier sind die Meinungen nicht übereinstimmend. Aber es scheint sich im Lager dieser Partei doch mehr und mehr die Auffassung durchzusetzen, daß es nicht möglich ist, dauernd die Roll« der Opposition zu spielen. Poinearä wünscht die Radikalsozialen zweffellos bald weder an seiner Seite zu sehen. Er möchte aber andererseits auch die gegenwärtige Mehv- hett nicht verlieren. Da» eine schließt jedoch da» artbrn aus. Wie aber schließlich da« politisch-parlamentarisch« Pendel an» schlagen wird, hängt letzten Ende« von den im kommenden Mai statt- findenden G e m« l n d e w ah i«» ob. tnren von heute können dieser Staffage nicht mehr ent- behren. Wer bescheiden ist, kann auch hier von Fortschritt reden. Die Wahlen in Deutschland, England, Belgien, Däne- mark usw. sind wichtig. Aber auch die Wahlen in Ruß- land und in Italien sind intereffant. * Rußland hat in den letzten Wochen neue Sowjets ge- wählt. Italien wählt heute ein neues Faschistenparlament. Was an den russischen Wahlen frappiert, ist die Tat- sache, daß auch der offen zugestandene und zum Prinzip er- hobene Terror, verbunden mit der Ausschließung be- stimmte? Truppen vom Wahlrecht, keine kommunisti- schen Mehrheiten zu schaffen vermag. So wurden noch den bisher vorliegenden Nachrichten in den Städten zwar immerhin 49,4 Proz. Kommunisten gewählt, auf dem Lande aber, wo die erdrückende Mehrheit des russischen Volkes wohnt, nur 43,2 Proz. Das ist bedeutend weniger, als was die Deutsche Sozialdemokratie ganz ohne Terror in so agrarischen Kreisen wie Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg erzielt hat.(1928: 20,8, 24,6 und 34,2 Proz.) In Deutschland freilich verteilt sich die nichtsozialdemokratische Wählerschaft auf Parteien, die an der Bildung des Staats- willens gleichberechtigt mitwirken. In Rußland werden die nichtkommunistischen Wähler— da alle Parteien außer der kammunistischen verboten sind— als„parteilos' geführt. Das Nebergewicht der Parteilosen bei den Wahlen ändert nicht das allergeringste an der Herrfchast der kommunistffchen Partei im Staate. In Rußland gibt es kefti« geheime Abstimmung. Wie es zugeht, hat vor kurzem kein geringerer als T r o tz k i erzählt: Die Losung der geheime» Absttmnmvg zeigt den Wulff ch der Arbeiter, den Druck befestigt zu sehen. Warum hast du nicht da- gegen gestimmt? Wenn geheim« Abfttmmung wäre, bann wäre« ein««rndere Sache. Jetzt steht der Apparatmenfch auf der Tribüne und schaut den Abstimmenden auf die Hände. Oder die Frau zteht ihn am Aertnel: „stimme lieber«ichtf Das sind die interessanten Wnstfen nnd Abstimmungen in Rußland. « Am heutigen Sonntag wird nun auch in Italien „gewählt'. Es gibt eine Liste von 400 Oberfaschisten, die ollein gewählt werden darf. Jeder„Wähler' erhält zwei Zettel mit der Frage:„Stimmen Sie für die Liste der Ab- geordneten, die der Hohe Rat des Faschismus bezeichnet hat?' Einer der Zettel ist weißrotgrün gestreift und trägt die Artwort:„Ja". Der andere ist weiß und trägt das„Rein'. Da mi4 Leichtigkeit festgestellt werden kann, wie jeder ge- stimmt hat, grenzt die Abgabe eines weißen Rein-Zestels an Selbstmord.' Aber auch das Fernbleiben von der„Wahl' be- deutet kaum«ine geringere Gefahr, denn es macht ver- dächtig. Der schamlose Plebisztt-Schwindel Louis Napoleons vom Jahre 1851 erscheint gegenüber diesem Verfahren behtah« als eine saubere Wahlhandlung. Italien wird also heute Mitternacht um zwölf— so lang« •dauert der Akt— sein garantiert hundertprozentiges Fa- schistenparlament haben. Es wird mit erdrückender Mehrheit gewählt fein. Und unsere deutschen Diktaturapostel wer- den Bauklötze staunen über diese herrliche Einmütigkeit eines Volkes. Dieser Mussolini— ja, wenn wir den hätten! (Nebengedanke: Otto Braun macht es ja leider doch nicht!) • Ländlich, sittlich? Jedes Land hat feine Gebräuche, seine Erfahrungen, seine Kulturstufe. Es siegt uns nichts daran, andere verächtlich zu machen und uns aufzublähen, daß wir es so weit gebracht haben. Der Vergleich zwischen den zweierlei Wahlen, den wichtigen und den interessanten, ist ober deshalb notwendig geworden, weil es bei uns rechts und links sonderbar« Schwärmer gibt, die uns das, was wir in Italien und in Rußland sehen, als„Fortschritt' auf- schwatzen wollen. Für diesen Fortschritt, mag er nach der einen oder nach der anderen Richtung gesucht werden, be- danken wir uns. Wir können in den russischen und den italienischen„Wahlen' nichts anderes erblicken als ein Kom- pliment des Lasters vor der Tugend— und dieses Kompliment fällt verdammt linkilch aus. Es spricht nicht für die innere Stärke der Diktatnlsysteme, daß sie das äußere Ge- baben der Demokratie nachzuäffen genötigt sind, daß sie so tun müssen, als ob das Volk auch bei ihnen etwas zu sagen hätte. sind so kommen wir zu dem Schluß: Wenn nun einmal das Wählen nicht entbehrt werden kann, auch nicht im faschistischen Italien und im bolschewistffchen Ruhland, dann wollen wir die Wahl nicht zu einer schmutzigen Komödie«nt- würdigen, sondern so wählen wie bisher, nämlich ehrlich » n d sauber. Aus ehrlichen und sauberen Wahlen möge der Sieg der Sozialdemokratie hervorgehen in Sachsen und in ganz Deutschland, in England, in Belgien, in Dänemark, überall in der Welt! Wahlvorbereitungen in Sachsen. Wahltermin„so rasch als möglich'. Dresden, SS. März. Amtlich wird gemeidet: Nachdem der Staatsgerichtshof in Leipzig gestern die sätlffischen Landtagswahlen vom 31. Oktober 1926 für ungültig erkannt hat. ist das Kabinett z« einer außerordent- stchen Sitzung zusammengetreten, um die Lag« zu besprechen. In der Sitzung ist festgestellt worden, dah nach der Geschäftsordnung des StaatsgerichtShofes da» Urteil mit der Zustellung an die Pe- teiligten wirksam wird. Das Kabinett war darüber einig, daß schon mit Rücksicht auf die Berabschiedung de» Haushaltsplans für dos Rechnungsjahr 1929/30 die Wahl so rasch al» möglich statt- finden müsse. Jnsolgedesien sind die Derwalwngsbehärden ange- wiesen worden, die erforderlichen Vorbereitungen schon jetzt zu treffen. Die Festsetzung des Wahltermins bleibt vorbehalten. Republikanische Personalpoliiik. Sin Sozialdemokrat Ministerialdirektor im"R. d. 3. Reichsinntnminister Severing hat den sozialdemokratischen Patizeiprästdentcn von Magdeburg, Dr. Menzel, zum Mini- sterialdlrektor im Reichsinnenministerium ernannt. Er wird dort die Leitung der Aerfassungsabteflung üdsrnehmen. Diese hatte unter dem.Kürgerbloctminifter v. Keudell der Deutschnatio- nal« n. Kameke inne. Sofort nach Severings Slivtsantritt wurde der fchworzweißrote.FZersaflungswächter' zur Disposition gestellt. Schlächier gegen Staatssekretär. Sine anmaßende Beleidigungsklage. Hambarg. AL März. Dl« Hamburger Schlächterinnung hat Beleibt gnngstlag« gegen den Staatssekretär im Reichsernährungsministerium Dr. H« u k a m p erhoben, der am 27. November 1928 in der Sitzung de« 8. Reichstagsansschnsse« erklärt«, die Press« für Ge- ftierfieisch seien bei den Ladenschlächtern bis zu 77 Proz. teurer als in den Läden der Konsumgenossenschaften. * Die Hamburger Schlächter haben den Zug der Justiz zur Einmischung in die Positik erkannt. Wenn künftig die Amts- richte? entscheiden, wer bei wirtschastspolitischen Auseinander- setzungen recht hat, kann« heiter werden! Korrigierter Heldenmut. Das sthwarzweißrote Gemeindekollegimn. Der Rspublttansschen Beschwerdestelle E. V. Berlin war gemeldet worden, daß das Gemeindeverordnetenkol- legium in Zschortau am IS. Januar 1929«inen förmlichen Antrag angenommen hatte, in dem die Anschaffung einer schwarzweißroten Fahne beschlossen wurde.„2>i«se wird anläßlich der Reichsgründungsseier am 18. Januar zum ersten Mole gehißt.' Wegen dieses Totbestandes wandte sich die Republikanische Beschwerdestelle Berün an die Sächsische Amtshauptmannschaft Echwarzenburg und erhielt unter dem 21. März 1929 folgenden Bescheid: „Auf da» Schreiben vom 25. Januar 1929 wird mitgeteilt, daß die Gemeindeverordneten in Zschortau den unge- letzlichen Beschluß über die Beflaggung des Gemeindeamtsge- bäude» aufgehoben habe». Di« Amtshaupttnamffchast. I.«. gez. Große, Reg.-Rat.' - Die völkisch« Presse hat den Beschluß von Zs chorlau als wesentlichen Vorstoß für die schwarzweißroten Farben gefeiert. Die Freude ist schon wieder vorbei. Stahlhelmjargon. Illustration zu offiziellen Erklärungen. In einer Stahlhelmversammlung in der Ortsgruppe S p r o t t o u sprach ein gewisser Rittmeister a. D. R e i« necke- Hagnau über da» Thema:„Da» Volksbegehren im Stahlhelm und die politische Lage". Nach dem Bericht des.Sprottauer Tageblatts" erklärte der Redner gegenüber der Reichsregierung:„Das Ganze nennt sich dann Kabinett anstatt W u r st s a b r ik. Verantwortung und Pflichtgefühl kennen die Leute nicht." Die Außenpolitik S t r e s e. manns sei bisher erfolglos gewesen, denn.hinter diesen Clowns, den sogenannten Mini st er n, steht doch die internationale Hochfinanz und die Minister tanzen danach'. „Neuer Zwiespalt und Uneinigkeit," so erklärt««r weiter,„wird unter den Arbeitern nur gesä«, weil die Leute, die dahinterstecken, Levi, Levisohn und wie die Schweine olle heißen, nur auf dem Boden der Uneinigkeit Geschäste machen. Und da stellen sich diese Lumpe» hin und sagen, da» Boll sei verführt worden von den nationalen Kressen.' Wenn Herr Seldte den Staat einen Sanhaife» nennh schimpfen die Kleinen von den Seine» noch gemein«. Der Stahl, Helmjargon ist nicht zn übertreffe». Vertagung des Landiags. Rotgefeh zur Verlängerung der Stenern. Der Preußisch« Landtag erledigt« am Sonnabend in godkx Lesung den Etat de». Finanzministerium». Di« Debatte nahm noch vier Stunden in Anspruch, war aber dafür inhaltlich vollständig leer. Dann ging der Landtag in di« Osterserien. Die Etatberatung sst immerhin soweit gefördert, daß für die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten an zu verabschiedenden Bora» schlügen nur noch übrig sind der Kultus etat, der Etat der B e r g- Verwaltung, der Etat des Ministerpräsidenten und di« Allgemeine Finanzverwaltung. Die Tagungszeit der Parlamente sst in der Frühjahrssesston sehr beschränkt, weil von den vier Wochen, die an stch zur Bersügung stehen, noch die Zeit für den demokratischen und-den kommunistischen Partettag abgeht. Inzwischen wird am Dienstag derStändigeAueschußdie preußischen Steuern al» Notgesetz für ein Jahr verlängern. Die ordnungsmäßige Verlängerung dieser Gesetze durch den Landtag hat bekanntlich der Obstruktionsblock verhindert, dem Deutschnationale, Deutsche Volkspartei, Wirtschaftspart« und Kommunisten angehören. Irgendwelchen Effekt haben sie damit nicht erreicht, es sei denn der eine, daß eine kurze Sitzung de« Ständigen Ausschusses in der Karwoche notwendig geworden sst. Ein« neu« Komplikation ist bei der Gewerbesteuer einge- treten, weil der S t a a t» r a t gegen das Gesetz Einspruch erhoben hat: er hatte zu starke Bedenken gegen die Heranziehung der freien Berufe zur Gewerbesteuer. Diese Frage wird nicht den Ständigen Ausschuß beschäftigen, sondern dem Landtag nach seinem Wieder- zusammentritt im April zur Entscheidung vorgelegt werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Landtag den Einspruch des Staats- rate» mit der verfassungsmäßig notwendigen Zwcidrittel» Mehrheit verwerfen wird. Außer dem Etat werden" den Landtag drei wichtige Gesctzent- würfe beschäftigen, das groß« llmgemeindungsgesetzsür den Westen, das schon im vorigen Landtag durchderatene, ober nicht ver- odschiedete Städtcbaugesctz und der Polizeikostenaus- gleich.(Finanzausgleich.) Die diesjährige Landtagstagung wird daher ziemlich weit in den Hochsommer hinein ausgedehnt werden müssen. Die nächste Sitzung des Landtages ist am 11. April.. Oer Einspruch des Staatsrats. Der Preußisch« Staaterat beschloß mit 37 gegen 21 Stimmen, entsprechend dem Antrag seines Hauptausschusse». gegen das vom Landtag beschlossen« Besetz über die Regelung der Gewerbe- und Berufssteuer 1929 Einspruch einzulegen. Für den Einspruch stimmten Arbeitsgemeinschaft und Zentrum. Zur Begründung wurde erklärt: Der Staatsrat erachtet, ohne die Frage der Besteuerung der freien Berufs und die anderen Aenderungen des Gesetze» gegenüber der Regierungsvorlage materiell zu behandeln, den Zeitpunkt nicht für geeignet, die schwierige Frage der Neuregelung des Ge- «erbesteuerrechts vorzunehmen, da das Gewerbesteuerrecht zurzeit in der Reichsgesetzgebung neu geregelt wird. Zeiiungsverboie und ihre Begründung. Gegen rechtsradikale Hetzblätter. Bor«inigen Tagen wurde di« in Itzehoe erscheinend«„S ch l«»- wig-chol steinisch« Tagesz eitung" wegen des in ihrer Nr. 53 oerössentlichten Artikels„Die weißen Juden' für den Ilmfang der Provinz Schleswig-cholstein aus die Dauer von vier Wochen verboten. Das Verbot erfolgte auf Grund der§§ 8 Abf. 1 und 21 des Reichsgesetzes zum Schutz« der Republik und umfaßte auch jede angeblich neue Dructschvift, die sich sachlich als die alte darstellt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst der Begründung des Verbotes entnimmt, stellt der genannte Artikel in seiner Gesamt- heit ein« fortgefetzte bewußte und gewollte Beschimpfung eines Mit- giiedes der republikanischen Reichsregierung, nämlich des Reichsaußenministers Dr. Stresemann, dar und würdigt dadurch öffentlich die vsrfasiungsmäßig festgestellte republikanische Staats- form des Reiches herab. Ebenfalls auf Grund der§§ 8 Abf. 1 und 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik ist bekanntlich das Erscheinen der Tageszeitung „Ost preußisches Tageblatt' in Insterburg wegen des Artikels„Volkstrauertag' auf die Dauer von vier Wochen verboten worden. Gegen das Verbot legt« dos Blatt beim Oberpräsidenten Beschwerde ein, zu der der Oberpräsident in ablehnender Weise Stellung nahm. Der preußische Minister des Innern brachte hier- auf dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig gegen- über folgende Stellungnahme zum Ausdruck: Er helfe der Beschwerde aus den Gründen der angefochtenen Verfügung und der ergänzenden Stellungnahme de» Oberpräst- deuten im Bealeitbericht vom g. März 1929 nicht ab und bean- trage, di« Beschwerde als unbegründet zurückzuweisen. Der Jnh«lt des beanstandeten Zeitungsartikels stell« insbesondere unter Berücksichtigung der bekannten republikfeind- lichen Tendenz des„Ostpreußifchen Tageblatts', das keine Gelegenheit zur Schmähung der verfasiungsmähigen Staatsform, ihrer Einrichtungen und höchsten Vertreter vorübergehen lasie und in verhältnismäßig kurzer Zeit.bereits dreimal wegen Ver- gehens gegen das RepUblikschutzgefetz verboten werden mußt«, sowie nach dem ganzen Zusammenhang des Artikel» zweifellos eine bewußte und gewollte Herabsetzung der verfassungsmäßigen pariamentarisch-demokratischen republikanischen Staatsform dar. Auch die Dauer des verfügten Verbotes erachte der Minister den Umständen nach für durchaus angemessen. Endlich wurde vor einigen Tagen mt«n Itzehoe er- flheinend« Tageszeitung.Da» Landvolk' auf Grund der §§ 8 Abf. 1 und 21 des Republikschutzgesetze, für den Umfang der Provinz Schleswig-Holstem auf die Dauer von vier Wochen ver- boten. In mehreren Artikeln wurde die Republik sowie Mit- glieder der ehemaligen und gegenwärtigen Reichsregierung in der ichwerften Weif« angegriffen, insbesondere wurden dem Mitglied der republikanischen Regierung des Reiches, dem Reichskanzler Müller, lande» verrät ertf che Absichten vorgeworfen. Die Be-, grürtdung de« Verbote, kommt daher zu folgendem Schluß: Bei Berücksichtigung der Tendenz der Zeitung, die als Kampfblatt der schleswig-holsteinischen«Landvolkbewegung' eigens zu dem Zweck» gegründet worden ist, für dt« der republikanischen Staatsform und den Einrichtungen de» heutigen Staates gegen- über schroff und feindlich eingestellten Bestrebungen und Ziele dieser Bewegung Propaganda zu machen und täglich in kaum zu über- bietender Weis« gegen die Regierung hetzt, kann der w Nr. 15 der genannt®! Zeitung erfolgte Abdruck des Briefe« eines Malers in BerbwdlMg mit der Uebevschrtft und den anschließenden Vemerkun- gen der Schrtstlettung nur den Sinn haben, die oerfasiungsmäßig i estgestellt« republikanisch« Staatsform bewußt herabzuwürdigen und M befchimpfe»._ pilsudfli mit der Säge. Naffeupensionienmg mißliebiger Offiziere. Warschau. 23. März. Das poknfiche Aitegni'inlstertum hat etwa SM Offiziere tu den Rangstufen vom Major dt» zum Obersten tn den Ruhestand ver- setzt: dasse»« steht etwa der doppelten Zahl von Hauptleuten und Oberleutnants bevor. Die„Gazeta Warfzawsta' kritisiert diese Maßnahmen de» lkriegsminifteriums. Ein großer Teil der kalt- gestellten Offizier« hob« noch durchaus»cht die Altersstufe erreicht, die di« Entlassung rechtfertigen würde:»in großer Teil der Offizier« sei vor der Versetzung tn den Ruhestand einer„Prüfung ihr« Gesundheitszustand«' unterm orsen worden, di« tatsächlich nur«in mit allerlei Schikanen ausgestattete» Examen darstellte, bei welchem die Prüfling« durchfallen mußten. Das Blatt de- Haupte!, daß einem zur„Absägung' vorgemerkten Offizier di« Frag« vorgelegt wurde:„Wieviel ist 25 X 1 7 6?' Da der Offizier nicht in einer Minute antworten konnte, wurde„Gedächtnis- schwäche' bei ihm festgestellt. Im Offizierskorps werde durch diese ganze Aktion Erbitterung und Unsicherheit hervorgerufen, was di« Arbeitsfreudigkeit im Heeresdienst lähmen müßte. Die„Gazeta Warszawfta' ist«in Organ der Rotionaldemokraten. b» zu Pilsudsti in Opposition stehen. Wenn das Blatt auch� die Jyrng« der politischen Richtung der entlassenen Offizier« nicht berührt, G ist doch anzunehmen, daß die plötzlich«„fürchterlich« Musterung' im Offizierskorps zur Eniserming derjenigen führen soll, di« dem Piljudski-Loger unbequem sind. Gejmausschuß gegen Regierung. Warschau, 23. März. Die Regierung hatte auf Grund d« Paragraphen 116 der Verfassung die Ermächtigung gesardert, vom 1. April 1929 bis zum ZI. März 1930 Staatsbeamte ohne jede Begründung zu entlassen. Di« Opposition im Sejmausschuh wollte die Anwendung d«§ 116 nur für drei Monate zugestehen. Der Vorsitzende wünschte die Angelegenheit als ersten Punkt aus die Tagesordnung zu setzen. Di« Opposition setzte jedoch durch, daß vorher andere Fragen bearbeitet werden. Durch diesen Beschluß gereizt, brach der Dorsitzende die Verhandlung sofort ab und schloß die Sitzung.> Seegefecht im Atlantik. Äritifcher Schoner schmuggelverdächtig und versentt. New Zorki 23. März. Der in B r i'ti s ch-Honduras beheimatete Schoner„Jmalonc' traf auf dir Höhe der Küste von Louisiana mit zwei USA.-Küsten- Wachschiffen zusammen, di« aus ihm K o n t r e b o n d« vermuteten und ihn deshalb zum Halten aufforderten. Da das englische Schiff da« Signal nicht beachtete, kam« zu einem G e f e ch t. das mit der Versenkung d« Schöner« endet«. Di« ganze Besatzung, mit Ausnahm« eines schwarzen Matrosen, wurde gerettet. Dr. Rickitu und Rossä, die bekannten Führer der Elsoß-Autono. mistm, waren zu Departementsräten gewählt worden. Di« franzö- fisch« Regierung hat rhn«n di« Mandate wegen ihrer Bestrafung o b- erkannt und de« Staatsrat hat dies bestätig!, � I Fabrikant August pinke begeht den Tag des Vuches. Fabrikant August Pinke las vom„Tag des Buches* und fühlt« fich(fr betrat spornstreichs eine Sortimentsbuchhandlung, ver An« bewogen, auch seinerseits etwas für otese kulturelle Angelegenheit gestellte empfahl ihm„Im Westen nichts Neues" von CRemarque- 1» tun. —»Ich will was Neues und keine alten Schmdker", brummte Pinke und verließ den Laden. Sein vort offerierte Schon glaubte Pinke feine kulturelle Mission gescheitert, als die man ihm„Das Kapital" von Karl Marx.-„Kapital?" fragte Auslagen eines Geschäfts für Bureaueinrtchtung feine Blicke Pinke,„Stehen da Börfentips drin?" Als mau dies verneinte, feffelten.»Ich Habs!", rief Pinke bewegt, ging hinein upd kaufte kaufte er auch hier nichts. — ein neues Hauptbuch! Wahlterror in Südtirol. KM /.'V IVCSJ Bozen, 23. Atärz. Der WahVerror gase» die deutsche Bevölkerung verstärkt fich in den letzten Togen zusehend». So wurden sämtliche Saustenle Bozen» zum Amtsbürgermeister der Stadl geladen, der ihnen erklärte, daß der Wahltag die einzig« Gelegenheil sei. bei der fie ihre Ge- sinuaog bezeugen könnten. Er leille ihnen mit. daß sie am Montag nach der Wahl wiederkommen müßten, nm gemeinsam mik dem Amlsbürgermeister die Listen durchzugehen, and fest. zustellen, wer sich an der Wahl beteiligt hol und wer ferngeblieben ist. Zu Kastelruth Hai der Amlsbürgermeister den Bauern erklärt, daß er die Mittel In der Hand habe, die Stenern in die höhe za schrauben, wenn fie nicht zur Wahl gehen. Der Obmann der Sastelruther Raiffeiseukasse. Paul Schgaguier. erklärte, daß et In Italien keine gesetzliche Wahlpflicht gebe und daher niemand zur Wahl gezwungen werden könne, wegen dieser Behauptung wurde er von zwei Kavablaieri» nerhaftet und zum Gericht nach Bozen gebracht. Bis zur Stunde ist er nach nicht noch Haufe gekommen, wohl aber traf ein Telegramm aus Bozen ein. In dem er die Mitglieder der»aiffeifenkasie auffordert, sie möchten sich an der Wahl beteiligen. Mau hält ihn offenbar in Bozen fest und hat die Absendung de» Telegramm» von ihm erzwungen. Diese Borgänge sind di« beste Beleuchtung der deukfch ge- sprochenen Meraner Wahlred« de» Faschistenkandidaten Baron Radio o."Radirs, in der er feierlich verkündet«, der Duc« werd« sich bei ihm öfter nach den Wünschen der Südtiroler Behörden er- kundigen. Das sollt« eine Glückverheißung für di« gemarterten deutschen Südtiroler sein, dabei hat man ihnen al» Behördenletter fremde Faschisten aufgezwungen I -» Eine schwülstig« Botschaft Mussosims au die„SchwarzheMden' zur sogen.„Plebisgitwahl' enthält auch folgenden Satz:„Wir weifen die mit inneren Vorbehalten abgegebenen Stimmen ahn« weiteres zurück.' Gewählt können sow!«so nur die 400 werden, di« auf der Regi«rung»lfft« stehen! Atarmzustand in Basel. Große Rüstungen gegen das„Rote Treffen". Bafel. 23. März.(Eigenbericht.) Der Schweizer Bundesrat und die lkontonsregiernng Bafel haben zur Verhinderung de« verbotenen„Roten Treffens' der Kommunisten Mahnahmen vorgenommen, die an die Generalstreit- tage der Schweiz 1919 erinnern. Ursprünglich wollten die Kommunisten im Tefsin ejn« antifaschistische Demonstration veranstalten. Noch Verbot dieser Demonstration haben sie dos„Rote Treffen' in chrer Hochburg Bafel für den 24. März einberufen: obgleich es ebenfalls verboten wurde, machten sie nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Baden und im Elsaß Propaganda für Beteisigung. Nun hat der Bundesrat ein« Rekrutenschul« und ein Infanterieregiment nach Bafel gesandt, außerdem stehen eine Unteroffizierschule und ungefähr'25 0 Gen- darmen bereit. Die Grenze gegen Baden wird von Ka- valleriepatrouillen kontrolliert, Um den Uebergang deuffcher Rotfrontlämpfer zu verhindern. Am Sonnabend war in dem kam- trnmistischen Baseler„Vorwärts' Haussuchung und mau be- schlaguahmt« die ganz« Auflage. Di« Bundesbahnen machen ihr Personal darauf ouftnerksam, daß Beteiligung an der Demonstration Verletzung der Dienstpflicht bedeuten würde. Da» gleich« haben Post und Telegraph getan. Der Bundes- rat wird am Sonntag in Bern Beruht über den Verlauf des Sonn» tags entgegennehmen. Di« Schweizer Sozialdemokratie hat das verbot der kommunistischen Kundgebung im Tessin gebilligt, die zweifellos zu blutigen Kämpfen mit der dortigen Faschistengruppe geführt hätte, ober sie hält es für einen politischen Fehler. die Demonstration in Basel zu.verbieten. Die Sozialdemokratie ist der Meinung, daß ohne dl« ungewöhnlichen Maßnohmen des Bundesrates die Baseler Kundgebung nur gezeigt hätte, wie s ch w a ch in Wirklichkeit die kommunistische Bewegung selbst in ihrer Hoch- bürg Basel ist. Vuudcsral Häberlin halte im Nationalrot das Perbot antifaschistischer Kundgebungen im Derein mit der äußerst bedenk- lichen Behauptung begründe� daß der Faschismus hellte in Italien keine Partei mehr, sondern ein« S t a a t« f o r m sei! Das Schweizer Bürgertum zetgt gegenüber Mussolini«inen immer kläglicheren Mangel an Rückgrat. � Der Baseler Generalstreik 1919 fiel mit dem Nntionolfeiertaz de» 2. August zusammen. E» gab Zusammenstöße, bei denen zwei Arbeiter erschossen und ein« Anzahl Personen verwundet wurden. Darauf brach auch in Zürich Generalstreik aus, gegen den die Regierung Mtsiz aufbot. Man kann sich denken, in welcher Stim- mung di« von der Erntearbeit weggeholten Bauern gegen Zürich marschierten. Di« Teilnehmer der gerade in L u z e r n tagen- den Internationalen Sozialistenkonferenz hatten Gelegenheit, den .�Truppenzufammenzug' zu beobachten und zu sehen, daß der Schweizer Militarismus keinem anderen etwas nachgibt. Auch Sarrail gestorben. Sin demokratischer General. pari», 23. März(Eigenbericht). Am Sonnabend— wenige Tag« nach dem Marschall Joch— ist ein zweiter französischer Heerführer, General Sarrail. gestorben. Auch Earrall stammte wie Foch aus Eüdfrankreich: er- ist 1856 in Carcassonne geboren. Während de» Krieges nahm«r zuerst als Kommandeur der dritten französischen Armee an der Marne» schlacht und an den Kämpfen zwischen Berdun und Menehouid teil. Ende 1915 erhielt er das Oberkommando dyr Orient» arme« und leitete dort die Operationen an den Dardanellen und bei S a l o n l k i. Er wurde 1917 von Franchey d'Espersy abgelöst.. Sarrail stand den Linksparteien nah«. Er trat!n Zeitung»- artikeln mit großer Wärme für die B e r st ä n d i g u n g d« r V ö l- -k« r«in. 1924 wurde er-zum französischen O berkommifsor in Syrien ernannt, wo bald nach seiner Ankunft der Drusenauf» stand ausbrach. Die Reaktion machte den General, den sie al» einen ausgesprochenen Günstling der Freimaurerlogen bezeichnet«, dafür verantwortlich. Sarrail wurde dann auch bald von seinem Posta» durch den Senator de Jouvcnel abgelöst. PREISE •" runrr-». Phantasiemusi., mor..w«Jß M « ichwarz-weifi. co 95 cm 490 Crfipe de China rem« s«id«. m kleinen Punkten(Kovlar} n bedruckt, Neuheit, ea 100 080 SONDERANGEBOT Tolle de Sole d) �«�ie Seide, co. 80 cm Regenschirm f. Damen, torb Holbieide, Mengenaboabe »orbohohee Vorrat AUSNAHME-ANGEBOT I Hochwertige Qualitätsstoffe für Mäntel und Kostüm«, in aparten m Frühjahrsfarben, MO cm breitew/5 Bosuchstascho .. �wnioii, raro naibseide, mit Obertchlag aus schöne Streifenmu$t.,12Hg MM krokodilgenarbtem Leder furHefTcn,schwarx,m.Fwtt.# 90 und S p 1 e g• i�fryO DAMENWÄSCHE Taghemd � Hemdhose mH Stickerei und SpHxe JLSO Cröpe de Chine m» M Spitze reich garniert I%#5w Nachthemd Schlafansug • t. 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Schon im Jahre 1883 hat August Hintze gemeinsam mit anderen mutigen Vorkämpfern den Grundstein zur freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung gelegt. Trotz Sozialistengesetz, trotz Verfolgungen aller Art und trotz der Schwere des Handlungsgehilfen- beruls in jener Zeit war August Hintze allezeit nicht nur Mitglied, sondern Kämpfer für unsere Bewegung. Er war den Alten ein guter Kamerad, den Jungen ein leuchtendes Vorbild. Wir werden sein Andenken stets hoch in Ehren halten. Zeiriralverband(LAngesfellfcn Der Verbandsvorslaitd Die OrfmrWaUiioD firo�-Bcrlin Die Einäscherung findet am Montag, dem 25. März, um 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt Am 21. März, morgen« N/, Uhr, emfdilicf sonst noch longcm schweren Seiben mein liebet Mann und treu- lorgenbet Jäter, Sohn. Bruder. Schwager, Oniel und Schwiegersohn, der Lagerhaller Max Ihlenfeld !M Alter von 47 Jahren. Berlin, den 21 März 1929. Rudevlatzsir 27. Die« zeigen tieldetrüht an Clara Zhicufelä und Tochter Die(Einäscherung sindet am Dien«. tag, dem 26. März, nachm. 3'/, Uhr. im Krematorium Geiichtftrahe ftait. s Am 21. März verstarb nach schwerem Leiden meine»ede, herzeuogute Frau. unsere Schwester. Schwägerin, Kustne. Tante und Großtante Anna Dietrich «eb. Balde im 50. LedenojaHre. In tiefer Trauer Wilheln Dietrich Strauobrrger Sir. 8t Sie Sluäscherung sindet om Dien«.| lag. dem 26, März, nachm. 4»- Uhr, im 1 Krematorium Daumlchulenweg statt. mAlÄ» iiMMM-sektziill Vera»ItunE»«tcIIe Berti» TaflkeeeeUSlUM» Den Mitglieder» zur Biachrichi. daß unser Koliegr, der Rohrlegerheiser Artur Stvdhe ged 14 Februar 1897, am 20, d M, an Lungenieiden gestorben ist. Die Einälcherung findet Montag, den 26. d. M„ 10 Uhr. st» Krema- tortum Berlin, De richtstr., statt. «m 2t. h M. stard unser JMcge, der Schi eiser August Klinner ged. 14. September 1868. selbe au« statt Am 22. b. 3t. stark an Operation UN, er Kollege, der Lackierer prsnz Schmidt ged 2. August 1880 Feiedricheseidr au» statt Rege Beteiligung wird i Nachruf Am 20 Mär, starb unsar Kutleg e, der Kernmacher Huxo vrann ged. 16 April 1879 Die SwSscherung Hat bereit» statt- gefunden. ehre Ihrem Andenfte»! via Oet»aeea»al»>»Mg V�IVIDSERM« MeWMtt.MttllZ.Wil In vielen yunIItZten und arSfte» enorm killte. 2X3 at Jacquard UomU 22. n. ZJOXZ» N. WOIIPIOMR.. 79,- M. .76■ 3 75 ra. Ufollpltuen.. IKL- M. SeiuatlaneUe Angebote. Auf Wunsch Zahlunfs-Erleichtening ohne Autschlag I Aberbadi Friedriehstr. 163, 1. Eeite Uaiiranfftr. FSr die rege, herzliche Teilnahme bei der Trauerseier meines lieben Manne», Bater», Sohne»».Bruder» »ans Höher sagen wie allen Bekannten, dem Deutschen Metallardeiter-Berdand und de» Kollegen d..Massary-.Zigaretten- sadrtl herzlichsten Dank. krledei Höher aad Familie P. Höher s staM- fiatrafzcnS a Metall- und Holzbetten, Schlafzimmer -» an Private Ratenzahlung KiüIm 267 frr. 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ÄusrüstungsaGQensiUnde lür ReK&sbanDer Sfflwarz-fiot-Golü 7tr. 141 ♦ 46, Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag. 24. März 1929 Nun wird es bestimmt Frühling: Die Iungens haben die Triesel und Murmeln herausgeholt und an den Seiten der Straße stehen wieder die.Lumpenmollen", die kleinen Kastenwagen der Lumpen- Händler. Mancher zieht wieder mit der„Molle" rum, der ün letzten Herbst noch selbständiger Geschäftsmann und Inhaber eines Lumpen- kellers war, denn der harte Winter hat auch vielen von diesen kleinen Geschäftsleuten den Hals gebrochen. In der Frühjahrssonne dieser Tage aber kann man es sogar als„Außenseiter" mal wagen, mit der„Molle" loszuziehen. Ein etwas anstrengendes Vergnügen ist es sicher, aber es hat einen Vorzug: Man lernt Berlin und seine Menschen dabei etwas besser kennen, als von einem Rundfahrt- auw aus. Aufbruch. Unser Händler hat die„Molle" schon vorher instand gesetzt: auch er ist sozusagen Amateur, denn wenn er auch einen Lumpen- keller hat, so ist er doch nur selten, um das Gewerbe zu lernen, unterwegs gewesen. Jetzt verleiht er nur sein« drei kleinen Kasten- wagen an gut legitimierte Mollerchändler. Aber sür den Spaß spannt er sich doch noch einmal selbst vor den Wagen, vchon sind wir fertig, das glückbringende Hufeisen ist auch schon am Wagen festgebunden, da muß er noch einmal zurück, um die Papiere zu holen. Und während wir langsam losziehen, bekomm« ich die erst« Unterweisung. Also all das kleine Lumpenzeug, Schnipselchen, die beim Schneidern abfallen, das ist„5chneiderkrieg", eine geradezu gefürchlele Ware, denn sie macht endlose Arbeit beim Sortieren, müssen doch die fingerlangen, oft auch nur fingerbreiten Stückchen genau nach chrem Material auseinandersortiert werden. Alte Schauerlappen und Teppiche sind„Schrenz", dafür gibt es so gvt -wie gar nichts, ich soll mich davor in Acht nehmen. Für hauslumpen aber soll ich im Durchschnitt zehn Pfennig für das Kilo zahlen, damit würden wir schließlich aus unsere Kosten kommen. Papier, sauberes, wäre zwei Pfennig das Kilo wert, im Keller krieg« der Mollenhändler drei Pfennig dafür wieder. Für Flaschen sollte ich im Durchschnitt nur zwei Pfennig das Stück für die nor- male Rot- und Rheinweinflasche zahlen. Alles andere sei„Schamott", das kriege mau meist dazu, damit die Leute den Krempel nur los feien. Felle und Knochen kauften wir nicht, das sei ihm ein« zu stinkende Ware. Mit der Handhabung der kleinen Federwag« bin ich schon im Geschästslokal vertraut gemacht worden. Wir ziehen mit unserer Molle durch die verräucherten Straßen des Ostens; endlich, am Michaclkirchplatz, beschließen wir, die Jagd zu eröffnen. Ich habe das Glück. In einem sauber gehaltenen Hause winkt eine junge Dam« mit brandrotem Haar, die zu dieser frühen Vor- Mittagsstunde noch in einer rosa Nachtjacke steckt. Oh weh— vier Treppen! Oben wird mir von ihrer Mutter ein Säckchen mit aller- lei zerschnittenem Kram in meinen Sack ausgeschüttet. Alles, was irgend als Flick- oder Putzlappen zu brauchen war, ist längst her- ausgeschnitten. Die Dam« ist aber empört, als ich für den Krempel, der nach meiner Woge zwei Kilo wiegen soll, nur zchn Pfennig zahle— mehr glaube ich meinem Chef gegenüber nicht verant- warten zu können. Immerhin erscheint mir der Sack für vier Pfund eigentlich«in bißchen zu schwer. Unten empfängt mich mein Chef. Er hat einige Flaschen erobert. Ich hab's richtig gemacht. Nun geht's weiter. Merkwürdigerweise gelingen mir mehr Ein- käuse als ihm.„Ne Frau hat's eben immer leichter!" meint er resigniert.„Manche Frauen lassen einen fremden Mann nicht mal an der offenen Tür stehen, noch weniger in die Wohnung. Und es kommt ja so viel vor, daß man es ihnen nicht mal übelnehmen kann." Ich kaufe inzwischen von den verschiedensten Menschen: Mal komme ich in eine Graoeurwerkstatt, in der all« Maschinen zugedeckt sind. Ich krieg« einen großen Sack voll alten Arbeits- zeugs, sauber gebündelt« Zeitungen und Modejournale.„Sie sind doch schon mal hier gewesen— vor einem halben Jahr! Gewiß, ich kenne Sie wieder!" spricht mich die alte Frau an. Ich gebe für den ganzen Sack voll sünsundfünfzig Pfennlig, mit den Zei- .Gettogen und au leichl befunden' tungen, und schäm« mich ein bißchen; der Sack ist infam schwer, trotzdem nicht mehr als sieben Pfund„Rohtuch" drin sein sollen. Ein tiefes Mißtrauen gegen meine Federwage faßt mein Herz. Eine gang mißtrauische Kundin läßt sich auch mal von mir das komplizierte Punktsystem der Wage erklären. Einmal bekomme ich von einer ganz ersMassigen Hausfrau einen Sack voll gewaschener alter Wäsche, Dinge, denen sie ihre Unbrauchbarkeit sicher schon vorher angesehen hat; sie hat sie extra für den Lumpenmann noch gewaschen. Auch die Zeiwngen, die ich hier kriege, sind sauber gebündelt, ein riesiger Stoß. Ich zahle fllnsundvierzig Pfennig. „Mehr gibt's nicht?" meint sie zwar zweifelnd.„Immer wieder 'n Brot!" begütigt sie ihr Mann, der am Vormittag zu Haus, also vielleicht arbeitslos ist. Und dann, hilft er mir noch, den schwere» Sack, unter dem ich fast zusammenbreche, die Trepp« hinunter- tragen. Eine alte Dame kramt aus einem Netz schauderhaften Großfeuer in Borsigwalde. Im Krastpostwerk der Zieichspost.- Wohnhaus in Gefahr. Ein Feuerwehrmann schwer verletzt. Dos Krastpostwerk der Reichspost in Verlin-Vorsigwalde. Vreitenbachstroße 24/23, wurde gestern abend von einem Großseuer heimgesucht. Erhebliche Werte sind den Flammen zum Opfer gefallen. Die Wehren, die mit acht Berliner Löschzügen und sechs freiwilligen Ortsseuerwehren zur Stelle waren, halten alle Mühe, den Brand in stundenlanger. angestrengter Arbeit niederzukämpsen. Bei einem Mauereinsturz wurde ein Feuerwehrmann schwer ver- letzt. In der Breitenbachstraße in Borsigwalde, dem großen Industrie- viertel, liegt Betrieb an Betrieb: Eisenkonstruktionswerk- stätten und Maschinenfabriken reihen sich aneinander. Auf dem großen Gelände Breitenbachstraße 24/29 befinden sich die Montage- hallen und Reparaturwerk st ätten der Reichspost. Hier werden täglich die Fahrzeuge des Kraftwagenparks der Reichs- post repariert. Der erste Alarm kam kurz vor 29 Uhr. Der Pfört- ner bemerkte bei seinem Rundgang in der Wagenwerkstättc starken Feuerschein. Ein Teil der Halle brannte bereits lichterloh, und als die Wittenauer Wehr als erste an der Brand- stätt« emtras, hatte das Feuer bereits große Ausdehnung gewonnen In kurzen Abständen rückten freiwillige Wehren an. Inzwischen war auch die Hauptfeuerwache in Kenntnis gesetzt worden, und unter der Leitung des Oberbranddirektors G e m p p rückten acht Berliner Züge aus. Der ganze Werkstättenkomplex war in der Zwischenzeit von den Flammen, die an Hölzern, Ka- r o s s e r i e n, Farben, Lacken reiche Nahrung fanden, erfaßt worden. Das ganze Gebäude bildete eine einzige Feuerlohe. Bis weithin in die nördlichen Stadtteile war der Flammenschein sichtbar. In, Innern des brennenden Gebäudes ertönten mehrfach heftige D e- tonationen, die vermutlich von explodierenden Benzintanks her- rührten. Die Löschmannschaften mußten sich aus diesem Grunde in respektabler Entfernung halten und mehrmals an besonders ge- fährdeten Stellen zurückgezogen werden. Unter großem Getöse stürzte inmitten der Löschaktion eine Giebelwand infolge der ungeheuren Hitzeeinwirkung ein. Während es dem größten Teil der an dieser Stelle arbeitenden Feuerwehrleute gelungen war, in rechtzeitiger Erkennung der fruchtbaren Gefahr den Rückzug anutreten, wurde der Feuerwehrmann G o l d b e ck vom Zug Wittenau von nieder- stürzenden Mauerstücken getroffen und schwer verletzt. Samariter ließen ihm die erste Hilfe zuteil werden. Eine Zeitlang war das angrenzende Wohnhaus stark gefährdet. Di« Feuerwehr ließ das Haus aus Sicherheitsgründen räumen. Der starke Wind trieb unaufhörlich einen Funkenregen auf die an das Gelände angrenzenden Lauben der Siedlertolonien. Von der Feuerwehr wurden an dieser Stelle aber Schlauchleitungen bereit- gehalten, so daß kein« von den leichtgebauten Lauben in Flammen aufging. Um 22 Uhr gelang es endlich, den Brandherd zu lokali- fieren. Die Entstehungsursache konnte noch nicht ermittelt werden. Konta-n einet Kevohilion, Von Ceekarl Mecemann Woslat 20. D ie Alten vom Weinberg. Die Bernburger Jugend, die zurzeit der Einigung An- Halts ihren ersten Schulgang tat und zur Zeit der Einigung Deutschlands konfirmiert wurde, mutzte nur so viel: Datz chre Heimatstadt neben dem Fluß und den Tum- peln, den Wäldern und den Wiesen auch zwei lebendige Spiel- zeuge für ihre Kinder aufzuweisen hatte, zwei idiotische Greise, deren einen man„Ziejelärsch Menne", deren anderen man„Hecker-Calm" benamste Für die Namen wußte diese Jugend ckeinen Sinn mehr;� sie waren ihr nur noch der Aus- druck der Mechanik, die man in Bewegung setzen mutzte, um die stumpfen Seelenmaschinen abrollen zu lassen. Die Hand- habung war bei Ziejelärsch Mennen sehr einfach: man brauchte ihm diesen Namen, mit ein paar Pfiffen scharf unterstrichen, nur gellend zuzurufen; dann lief das lehmfarbene Greisen- gesicht krebsrot an und schwoll, der murmelnde Mund klappte auf und spie zahnlose Flüche, die knickigen Deine schlürften den Fliehenden tapsend nach— immer umsonst, und immer von neuem. Weitaus interessanter als Ziegelärsch Menne schien der kindlichen Spielfreude aber Hecker-Calm. Erstens, weil er ein weniges besser gekleidet war als der andere, wozu freilich nicht viel gehörte: zweitens, weil er Jude war; und drittens, weil man nicht mal seinen Namen zu rufen brauchte. Man hatte ihn nur anzulachen; auszulachen; das genügte. Manch- mal geschah es sogar, daß einer, der über etwas ganz an- deres lachte, plötzlich hinterrücks eine schallende Ohrfeige be- kam; die stammte von Hecker-Calm. Aber noch ehe man sich umwenden konnte, lief der alte Mann vor dem Lachen der Kinder fort, so schnell seine hätzlichen, platten Fütze wollten... Heute jedoch, an diesem kaltwindigen, aber sonnenhellen Märztage, hatten die beiden Alten Ruhe vor der Jugend; selber darüber erstaunt, saßen sie an chrem gewohnten Platz auf dem Weinberg und sannen dem wohltätigen Wunder nach. „Wo sip denn die Bengels heute?" fragte Ziegler. „Se wern schmicken de Heiser for dän Dessauer Harzog, der wo morjen kimmt," erklärte Calm nach einigem Grübeln. „Jojo, jojo, so wards woll sind!" gab Ziegler stumpf zu— und sie schwiegen wieder. „Da kommen zwee Männerl" sagte nach einer Weile der ehemalige Schlotzgärtner und wies hinunter auf die Straße, die, von schlanken, schwankenden Pappelpeitschen getrieben, so schnurgerade auf den Weinberg zurannte, datz sie sich an seinem Fuße gründlich wund stieß und ihn nur mühsam, als hinkender, krummer Feldweg, überklomm. „Es ward doch nich widder Kniephacke sind?" vermutete Calm böse.„Ich will nischt wissen von'n." „Ich oo niche." Ziegler sagte und tat allzeit das, was Calm vormachte. „Drei ma isse nu schonn jewän hier ommne und hat je- bittet, datz'n mer widder wolln jut sind," rekapitulierte Hecker- Calm.„Awwer das hätte sich vorher iwwerlän solln, nich erscht jetzt, wo e Langeweile hat, weil seine Frau tot is." „Awwer er is es dochel" stellte Ziegler fest. Die beiden Schreitenden unten waren am Fuße des Berges angelangt und begannen zu steigen.„Awwer mit wän denn bloß?" Der andere war anständig gekleidet, wie ein Guts- inspektor etwa, aber er hatte ein rundes, weichhäutiges Ge- ficht und einen Spitzbauch und sah etwas pastorenhaft aus. Calm kramte vergeblich in seiner schwachen Erinnerung, big die beiden heran waren. Auf Kniephackes Gruß erfolgte keine Erwiderung, auf das„Guten Tag" des andern ein mürrisches.�Iu'n Dach!" „Erkennen Sie mich nicht, Herr Calm?" fragte der Fremde. Calm schüttelte den struppigen Kopf. „Wir haben beide mal Oppositionsführer gespielt, anno 48. Sie in der Stadt— und ich im Parlament." „Ach so— där Harr von Jloß," erkannte Calm ohne Verwundern. „Und es ist uns beiden schlecht bekommen— wir können also getrost zusammensitzen!" sagt« Glotz und ließ sich ohne Umstände auf den schneekalten Boden nieder; Kniephacke tat ihm nach. Die beiden anderen schwiegen böse. Glotz sah ins Tal, wo sich die Stadt räkelte, spitzgieblig und plumptürmig, mit vom zertretenen Schnee schmutzig- grauen Gassen und weißen Dächern; gutartig kringelte ruhiger Rauch aus den Schornsteinen, fern gegenüber hielt sich das Schloß mit den klobigen Fäusten seiner Mauerstützen über der Saale fest. „Ein schöner Blick!" sagte Groß lächelnd.„Ein Wunder, daß euch der Herr Kreisdirektor von Trosegk hier sitzen läßt!" In Calms Augen gwmm es flackernd.„Ich wär länger sitzen dahier als wie där da omne!" preßte er dunkel heraus. Gloß erwiderte nichts. Er nahm den Hut ab. Sein Haar war schneeweiß. Er sah die erstaunten Blicke der anderen. „Iaja," lächelte er, ,chie Zeit hat Farben gefressen. Aus schwarzrotgold ist grau und weiß geworden." Er musterte aus guten, ruhigen Augen den vollständig verwahrlosten Ziegler. Kniephacke hatte ihm erzählt, daß Ziegler noch in seinem alten, reichen Hause wohnte, daß er es eifersüchtig vor dem Verkauf hütete; aber die Treppe zum ersten Stock war eingefallen, in dem einzigen Zimmer, das er bewohnt«, stank es von Schmutz, rauschte es von Ungeziefer.„Wie geht's denn. Herr Ziegler?" Ziegler sah ihn blöde an.„Iott nee, mer muß zufriedn sind. Wenn bloß die infamten Bengels nich wärn!" Gloß verstand.„Verbieten es denn die Eltern nicht?" „Die Ollen?" schimpfte Calm,„die feixen!" „Iaja. Es tröstet, wenn die Jungen Rache nehmen am wandelnden Gewissen der Alten." Gloß sann eine Weile, sah jeden der Reihe nach an, zuletzt sich selbst. Seine Mund- winkel zuckten in Selbstironie:„Auch das Gewissen wird alt. Hier sitzen wir nun, wir vier, herausgeworfen aus der Stadt, das Gewissen der Zeit. Ein klägliches Gewissen: zer- lumpt, klapprig, schwindsüchtig.. „Awwer een ma brenntsl" brauchte Calm seine stereo- type Redensart. Er und die andern verstanden Gloß gar nicht: aber der bemerkte es nicht; er hatte die Gewohnheit des Alters, zu monologisieren. „Brennen? Ach Gott: woher soll das noch brennen.... Es ist immer so: die Flammen, an denen die Alten sich die Herzen verbrannten, sind Feuerwerk für die Kinder. Und sie haben sogar recht, die Kinder. Der Brand ist erloschen. Wir sind überflüssig, wir hartnäckigen Fünkchen, die es nicht verstehen, rechtzeitig-zu erlöschen... überflüssig und lächerlich. Da liegt die Stadt, wke sie immer lag, und das Leben drin geht weiter mit Lieben und Hassen und Jammern und A»s- lachen Unbwir waren ihr ein Feuerwerk... mehr nicht..." .Feierwerk," echote Calm stumpf.(Fortsetzung folgt.) Schimrr-Murr aus, für den ich nur zwei Pfennig geben kann— ein Kilo. Die zwei Pfennig schenkt sie mir und hängt das Netz, dos einen Holzboden hat, resigniert an die Wand.„Do» stammt «ich aus einer besseren Zeit, das war mein GeftügeWirkaussnetz.' Hier und da kaufe ich noch klein« Posten. Am genauest« nehmen es mit der Bezahlung die„besseren* Leute. Die Arbeiterfrauen sagen nichts, wenn ich manchmal nur Pfennig« hinschieben kann. Ich habe noch Glück, denn ich brauche nicht noch einmal vier Treppen hinauf. Doch— einmal werde ich aus dem Vorderhaus angerufen, aber die Tür öffnet sich mir dann nicht. Die junge Dam« machte sich den Spaß, die„Lumpenrieke* zu narren. Am Mariannenplatz machen wir nachmittags um 4 Uhr endgültig schlapp. Wenn auch nicht übervoll beladen, haben wir die Molle doch so voll, daß wir in Ehren zu Hause antreten können. „Wenn wir man eher gefrühstückt hätten!* meint der Chef:„seit ick die kleene Molle jetrunken habe, is auch bei mir det Jefchäst besser jejangen!* Ich sag nichts mehr. Mein« Kehle ist heiser vom Ausfingen und der Ton klingt jetzt schon ebenso gequetscht wie beim Chef, weil man immer mit gestrecktem Hals schreit, um wie ein Leiermann die Fenster absuchen zu können. Müde ziehen wir die Molle nach Hause. Da wird dami mein Teil extra gewogen. 22 Kilo Lumpen, 39 Kilo Zeitungspapier habe ich gesammelt. Also war mein Mißtrauen in die kleine Federwage nur zu berechtigt! Ich habe für den Einkauf 1,49 Mark ausgegeben, und kriege 3,37 Mark wieder, das h�ißt, ich habe von 9 Uhr bis um 5 Uhr bei einer Stunde Mittagspause 1,97 Mark verdient— mit aller Arbeit und mit all den kleinen Mogeleien, die nun mal zum Geschäft gehören. Hätte ich die Lumpen sortiert, fein säuberlich in Rohtuch, Wolle, Weißputz, Buntputz, Altweiß und Schrenz, dann hätte ich noch fünfzig Pfennig mehr lösen können. Es hätte gut noch ein« Stunde , länger gedauert, bis auch das Papier gebündelt war. Da fft es begreiflich, daß dem„Mollenhändler* zumeist nicht nur der Wagen, fondern auch das Geschäftskapital nach Hinterlegung der Papier« � geliehen werden muß, denn auch ein fleißiger Händler bringt es � nur an guten Tagen auf 6 bis 7 Mark Tagesverdienst. Daß er . einmal einen Sack Lumpen geschenkt kriegt, fft ein Glücksfall, mit ' dem er nicht alle Tage rechnen kann. Einem zünftigen Künden � kann das„Ackern* mehr einbringen. [•* Als wir noch in der kleinen, sauberen Küche sitzen und der Händler im Keller die„bunten Beene*(farbige Strümpfe) heraus- sucht, kommt ein Kunde die Kellertreppe herunter. Er sucht un- zerrissen«, wenn auch schmutzige Herrentleidung. Di« ist immer ein« Art von Haupttreffer unter den Lumpen, denn dieser tüchtige Gefchüftsmann kaust sie aus— und nach gründlicher Reinigung i feiert sie ihr« Auferstehung im secoml-Kanä-Laden als„von Millionären, Aerzten und Rechtsanwälten nur kurze Zeit getragen«, hochelegante Monatsgarderobe*. Tja— wenn mancher Man» wüßte.... Aoch immer kein Geständnis. ?d»ch der Beerdigung in Iannowih soll sich alles klären. Die Meldungen aus hlrschberg über die Untersuchung in der rälselhaflen Mordaffäre aus Schloß Zanoomih sind spärlich und wenig ausschlußreich. Zu einer llnlerreduug hat der Leiter der Srlminalstellc Liegnitz. Polizeirat Gevert, mitgeteilt, daß der verhaftete Chrlstlan Slolberg der Behörde zugesagt habe, eine Darstellung über die Doakommnlsse im Zannowiher Schloß und in der Todcsnachl zu geben, so- bald seln Vater beerdigt sei. Die Beerdigung hat gestern nachmittag stattgefunden. Als der Sarg oersenkt wurde, brach die Witwe des Toten ohnmächtig zusammen. Auch der verhaftet« Sohn hatte einen Kranz aus Tannen- grün mit weißer Schleife und der Inschrift„Christian Friedrich* gesandt. Bis zur Stunde ist indessen nichts bekannt geworden, daß der Verhaftete der Zusage, zu sprechen, nachgekommen sei. Vielleicht steht für den Sonntag die große Ueberraschung bevor, die endlich zur Klärung des Falles führt. Die Meldungen über den geheimnisvollen Radfahrer sind inzwischen aufgeklärt. Die Nachforschungen ergaben, daß der Verdächtige mit der Bluttat nicht j d a s geringste zu t u n h a t. Von Interesse ist vielleicht noch die Mitteilung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes, daß die mehrfach aufgetauchte Vermutung, als seien in der Iannowitzer Ilntersnchungssache Differenzen zwischen den beteiligten Be- Hörden entstanden, nicht zutrifft. Nach den offiziösen Angaben haben vielmehr Staatsanwaltschaft, Untersuchungsrichter und Kriminalpolizei ständig in völliger Harmonie gearbeitet. Nament- lich ist auch die Anforderung von Berliner Kriminal- b e o m t e n nach diesen Mitteilungen durchaus im Einvernehmen mit der Landeskriminalpolizeistelle in Liegnitz erfolgt. Uebrigens wurde die Familie Stolberg in den letzten Iahren wiederholt von schweren Schicksatsschlägen betroffen. So wurde bei der Vermählung der Schwester des Vaters des er- »nordeten Majoratsherrn die junge Schwester der Braut das Opfer einer Verbrennung. Die Berliner Ausreißer in Linz. Jene beiden jugendlichen Tempelhofer Wolfram Sauer und Hampel, die am vergangenen Sonnabend eine etwas verfrühte Osterreise antraten, sind inzwischen glücklich in Linz a. d. Donau ge- landet. Die beiden waren im Besitz von zusammen 69 M. und hatten außerdem Wäsche, Stiefel und anderes mitgenommen. Sie würden in Linz aufgegriffen und nach Berlin zurückgebracht. Immer noch Kohlenknappheit. Llnzulänglichkeit der Briketiproduktion. Der kvinler zog ab. und in den Stubenösen sind die Jeuer erloschen. Noch fröstelnd denken wir an die kohlen. not zurück, unter der wir In diesem ungewöhnlich langen und strengen Minier gelitten haben. Wird der Mangel jetzt vorüber sein? Der Brikeltbedarj für die Herd- seuerung ist doch wohl leicht zu decken? Nein, leider dürfen wir, obwohl mit dem Vorrücken der wärme- ren Jahreszeit naturgemäß der Verbrauch von Briketts in den Haus- Haltungen stark zurückgeht, immer noch nicht auf eine aus- reichende Belieferung rechnen. Nur Mangel an Stein- kohlen und Koks besteht jetzt nicht mehr. Aber die Produktion von Briketts ist gegenüber dem Bedarf so unzulänglich, daß zurzeit der Berliner Kohlenhandel kaum bis zur Hälfte seines> Brikettbcdarfs beliefert werden kann. Zum Teil erklärt sich das daraus, daß die vstelbischen Gruben nicht genügend Kohle heran- schaffen können, weil sie Tagebau sind und jetzt erst nach und nach auftauen. Noch schwerer wiegt aber, daß die Braunkohlenproduktion im letzten Jahr sich neue Absatzgebiete an der Wasserkante geschaffen hat, die einen beträchtlichen Teil der verfügbaren War« an sich ziehen. Auch hat die Landbevölkerung, die früher viel Brennholz verbrauchte, sich mehr und mehr auf Brikettoerbrauch umgestellt. Die Produ- zenten sagen, es sei ihnen unmöglich, zur Erschließung neuer Gruben neue Anlechen aufzunehmen. Zu einer Produktions st«ige- r u n g könnten sie, wird behauptet, nur schreiten, wenn man— ihnen mehr zu verdienen gäbe. Man wird sich hiernach nicht wundern dürfen, wenn weiter die Belieferung des Handel» zu wünschen übrig läßt und die Verbraucher nicht immer sofort befriedigt werden können. Infolge des Frostes und der Verbrauchssteigerung sind die Läger geräumt, und zur raschen Wiederanssüllung ist nicht genug Ware da. Uebrigens ist es nicht möglich, im Sommer so große Mengen Ware aufzuspeichern, daß man auf einen so strengen Winter, wie der vergangene es war. voll gerüstet sein kann. Die Ware wird ja, wenn sie lange liegt, entwertet. Dieses Risiko mag kein Händler gern übernehmen. Die Berliner Brenn st ofsgesellschaft hatte große Vor- räte auf Lager. Aber in den Wochen stärksten Kohlenverbrauchs kam es zu einem Sturm auf die Plätze der Brennstofsgesellschast, und in kürzester Zeit waren die großen Vorräte ver- braucht. Vorräte zurückzuhalten, war selbstverständlich unmög- lich, sondern es muhte abgegeben werden, was da war, wenn auch unter Beschränkung der Menge für jeden einzelnen. Nachher konnten dann sogar die Gutscheininhaber nicht mehr ausreichend befriedigt werden. Es ist also wirklich nicht immer die Schuld des Handels, wenn er kein« Kohlen mehr zu liefern vermag. Eine W i e d /r h o l u n g des durch Kohlenmangel hervor- gerufenen Notstandes, den wir erlebt haben, muß verhütet werden. Sie könnte verhütet werden, wenn der Staat sich mehr um die Produktion kümmern wollte. Die Brenn- stoffproduktion ist ein lebenswichtiges Produktionsgebiet, das man nicht dem Belieben privater Unternehmer überlassen darf. Am Grabe des Vaters. Selbstmordversuch eines Sechzehnjährigen. Wieder hat die unselig« Furcht vor der Nichtversetzung ein Opfer gefordert. Am Grabe seines Vaters versuchte sich gestern nachmittag der 16jährige Schüler Kurt E. durch Oeffnen der Puls- ädern das Leben zu nehmen. Besucher des Lichtenberger Friedhofes in der Nor- mmmenstraße sahen gestern nachmittag neben einein Grabe in einer großen Blutlache einen s u n g e n Menschen liegen. Die Pulsadern wiesen an beiden Händen schwere Verletzungen auf. Neben dem Leblosen wurde ein aufgeklapptes Messer gefunden. Der jugendliche Selbstmordkandidat wurde zur nächsten Retwngs- stelle gebracht, von wo aus er nach Anlegung von Notverbänden ins Hubertiiskrankenhaus übergeführt wurde. Sein Zustand gibt erfreulicherweise zu ernsten Bedenken keinen Anlaß. Nach den bisherigen Feststellungen hat sich Kürt E. aus Angst vor der Nichtversetzung zu der Verzweiflungstat hinreißen lassen. Erdichtete„Schmiergelder". Verleumdungen gegen den Gefthäfisführer der Freidenker. In der Berufungsverhandlung, die das«rstinstanztell« Urteil gegen den früheren Hauptkafsierer F ritsch wegen seiner schweren Bcruntreungen im Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung, mit sechs Monaten Gefängnis bestätigt«, dem Angeklagten aber Bewährungsfrist zubilligte, hatte Fritsch sein« Situation damit retten wollen, daß er den Geschäftsführer des Freidenker-Verbandes, Sievers, in unerhörter Weis« verdächtigte. Dabei stützte sich Fritsch auf den früheren Bezirtskassierer Kätzler, der seiner Funktion enthoben und aus dem Derbaird ausgeschlossen werden mußte, well er seine Kassierergeschäfte nicht ordnungsgemäß geführt hatte. Sieoers hatte Beleidigungsklage gegen die beiden angestrengt, die vor dem Schöffengericht in Moabit zur Verhandlung stand. In der Berufungsverhandlung gegen Fritsch wegen seiner schweren Unterfchlagungen hatte sich Fritfch zu der Verleumdung verstiegen, daß im Verband von Lieferanten Schmiergelder angenommen würden:„Ich habe draußen einen Zeugen stehen (Kätzler), der beschwören kann, daß an die Verwaltung Provisionen gezahlt werden!* Im Beleidigungsprozeß versucht« Fritsch sich herauszureden und diese Aeußerung abzuschwächen. Er habe keinen Namen genannt, könne auch keinen Namen nennen. Es war aber klar, daß nur Sievers gemeint sein konnte, weil er ja alle geschäftlichen Abschlüsse mit Lieferanten zu tätigen hat/ Es paßt durchaus zum Gesamtbild des Herrn Fritsch. daß er nicht einmal den Mut aufbrachte, für die von ihm ausgestreuten Verleumdungen einzustehen. Di« vernommenen Zeugen schassten ober unzweideutig Klarheit. Fritsch hat seine Behauptung auch in einer Sitzung des Zentraloerbandes der Angestellten, in der über seinen Ausschluß aus der Gewerkschaft oerhandelt wurde, wiederholt, sogar mit Veröffentlichung seines„Materials* gedroht und behauptet: Wenn- die Verbandsleitung bestreiten wolle, daß Inkorrekthellen vorgekommen seien, dann wäre das«in starkes Stück. Natürlich suchte er sich auch wegen dieser Aeußerung herouszuwinden. Es hals i�n aber olles nichts. Die Zeugen bestäfigten in ihren Aussogen, daß die in der Klag« behaupteten Verleumdungen wirklich gefallen sind. Kätzler wollte überhaupt nur Vermutungen geäußert haben, mußte aber dann doch zugebe», daß er behauptet habe, Sievers nehme Schmiergelder an. Seine langen, verworrenen Erzählungen, die er in der Verhandlung vorbrachte, ergaben schließlich im Zu- sammenhang mit der Beweisausnahine. daß Kätzler keinerlei Unterlagen für seine Behauptuungen hatte, und daß er Sievers nur verleumdet hat. weil er ärgerlich darüber war, daß er bei einer Auftragsvergebuna nicht berücksichtigt worden ist. Kätzler wurde zu 399 Mark Geldstrafe, im Falle der Uneinbringlichkeit zu 39 Togen Haft verurteilt. Dabei wurde straf- mildernd in Betracht gezogen, daß sich Kätzler der Tragweile der von ihm ausgestellten Behauptungen nicht bewußt gewesen sei. Fritsch bekam zwei Wochen Gefängnis. Er habe gewußt. wie schwerwiegend die Beleidigung für Sievers fein mußt«, der Geschäftsführer eines Verbandes von 699 999 Mitgliedern ist. Die angeblichen Unterlagen für die Behauptung der Annahme von Schmiergeldern hätten sich als völlig haltlos herausgestellt. Bei der Schwere der Beleidigung könne bei Fritsch nur eine Gefängnis- strafe in Frage kommen._ Oer Mugzeugahsturz in Tempelhos. Pilot Seibecke schwer verletzt, Die Ursache des gestrigen Flugzeugabsturzesin Tempel- Hof, über den wir bereits kurz berichteten, konnte bisher nicht ge- klärt werden, da der Pilot Seibecke mit schweren Verletzungen noch vernehmungsunsähig im Urbankrankenhaus danieder- liegt. Seibecks wollte mit seinem Apparat, einem Kleinflugzeug schweizerischer Herkunft, das den Namen„M o t t e* führt, eine Laulsprechecankage ausprobieren. Der Motor setzte plötzlich aus,.. pnd der Pilot, der sich etwa 699 Meter von der Flugplatzgrenze entfernt befand, versuchte im Gleitflug nieder- zugehen. Der Versuch mißlang jedoch, und der Apparat stürzte aus etwa 29 Meter Höhe senkrecht in die Anlagen des Sportparkes Neu- tölln hinab, wo er völlig in Trümmer ging. Passanten und Laubcickolonisten, die Augenzeugen des Absturzes geworden waren. eilten hinzu und zogen den schwerverletzten Piloten, der mehrere Knochenbrüche erlitten hatte, hervor. Frühere Gehaltszahluugen zu Ostern. Im diesem Jahr fällt bekanntlich der Ostersonntag auf den letzten Tag des Monats, dem 31. März. Es können also die GehAter nicht am Manaisletzten ausgezahlt werden und würden voraussichtlich am Sonnabend gezahlt werden. Das Zusammentreffen vom Zahl- tag und vom Vorlag zu den Festen würde diesmal aber einen ganz ungeheuren Andrang in den Geschäften bewirken, der das Verkaufspersonal ungewöhnlich belasten würde. Deshalb hat die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände aus Anregung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels ihren Mitgliedsoerbänden empfohlen, darauf hinzuwirken, daß die Loh»- und Gehaltszahlungen in der Industrie für diesen Monat nach Möglichkeit einige Tag« früher vorgenommen werden sollen. Auch im Interesse einer sorgfältigen Bedienung der Kund- fchast wäre«ine bessere Verteilung des Ostereinkaufs in diesem Jahre dringend erwünscht. Andere Wirffchaftszweige, wie z. B. die Banken, haben bereits am IS. März die Gehälter an die A n ge stellten ausbezahlt. Die Wirtschaflsverbände äußern den Wunsch, daß auch dce Behörden für diesen Sonderfall ihrem Beispiel folgen mögen, um sowohl ihren Angestellten und Beamten einen bequemeren Ostereinlaus zu ermöglichen, als auch den Einzelhandel vor einer übermäßigen Beanfpruchung seines Personals zu schützen. Die Sladloerordneten haben in den beiden nächsten Wochen keine Sitzung. Sie treten erst wieder am 11. April zu- summen. Genosse Gustav Tempel dankt herzlichst allen, die ihn zu seinem 70. Geburtstag beglückwünscht haben. Bei der großen Zahl der eingegangenen Glückwünsche ist es ihm unmöglich, jedem einzeln zu danken. 'res -cjssNaassä � rrg, r ■ 25mwM?s-% Ohprhßtth�zuo Ubcrlah€n, srnffventenng. M rJzJ. M guter Unan. mititnil. Wicke! ig so i Kissenbezug, f oss St passend. 7 qä ca. 80x80. is*0 s MitVerdecM.. doppelter Ac, semedsrungt'■ neue*** fartes. 31- pniMM Wo�r�ck-Ss] Erster Krühlina. r Südlich der Malnlini«, an der B e r g st r a ß e, wo der Oden- wald mit seinen sanften, meergleich wogenden chöhen fast etwas Geheimnisvolles hat, zeigt sich der erste Frühling. Es ist, als nähme er überhaupt von hier seinen Ausgang. An der Bergstraße beginnt im April das Blühen, dieses duftig« Schäumen der Natur, das sich in weißen und rosa Blütenströmen zögernd fortsetzt und am mittleren Rh«in noch den Mai vollkommen ausfüllt. An der Bergstraße mischen sich unmittelbar vor den Wäldern die Obst- gärten, die Blumengärten, die Beerengärten, die Treibhäuser. Durch die Felder ziehen hohe, schattige Alleen, über Gartenmauern hängen die Ranken. Ueberall ein reiches, pflanzliches Leben, aus dem zuerst das Blühen der fremden Gäste, der Mandeln und Pfirsiche, hervorbricht. Der Berghang ist breit und sanft wie ein Kanapee. Alles ist der Sonne offen, alles atmet Wärme. Hier, wo das Jahr lang dauert und viel Arbeit im Freien möglich macht, treibt neben nützlichen Gewächsen auch das Untraut und die Arbeit verdoppelt sich fast zwischen Feld und Garten. Der leichtgesprenkelte, violettbraune Boden der Buchenwälder deckt alte Fährten, Mauerreste verschollener Burgen. Da sind immer wieder auf den Höhen die Felsenmoor«, die erstarrter Lava gleichem In schmalen, vom Gedränge der Baumwipfel verfinsterten Tälern stehen zerbröckelte Kruzifixe, zum Schweigen gekommen« Mühlen. Doch die Bergstraße ist die breite, sonnige Landschaft, vor der das graugrüne Meer des Odenwaldes Halt macht, wie mit einem ein- zigen Saum. In der Höhe reiht sich Kuppe an Kuppe, jede breit und behaglich gelagert, keine ohne einen Turm, ein Gemäuer, das Aussicht bietet. Wälder kommen von diesen Höhen, sie fließen ins Tal hinab, sie zeigen über Weinbergen und bellen Wiesen ihre durchsichtigen Ränder. Nirgends schließen sich die geraden Pfeiler der Buchcnstämme, die«Spitzbogen der Wipfel feierlicher zusammen als an fener Stelle, nicht weit von Auerbach, die Notgottes heißt. Im Waldboden freigelegt sind die Grundmauern einer längst ver- schwundenen Kirche. Einsam liegen zwischen D a r m st a d t und Heidelberg all die freundlichen Neinen Städte, die vielen Dörfer, verstreut zwischen Bahnstrecke, Autostraße, abseits auf Hügeln und in den Seitentälern. Sie sind wie eine locker« Kette von hellen Häusergruppen, zuweilen sind schon Gebäude aus dem roten Neckarjandstei» hineingemischt, diese stehen besonders gut in den Pfirsichblüten und Apfelblüten des Frühlings, im roten Schwarz- dorn des sommers und im kupferigen Herbsttaub. Doch_gibt es auch alte Fachwerkhäuser, grobes Bauerntum neben den Sommer- Wohnungen, die sich die Sta'dtleute von Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Mannheim o» die Bergstraße gebaut haben. In diesem Landstrich verdient der Frühling seinen schönen Namen wirklich Bon dem sauberen Dormstadt mit dem barocken Schloß in der Mitte, den langen, geraden Slraßenzügen, den krummen, landstodtmäßigen Gassen des älteren Stadtteils und den Villenvierteln, die ein ein- ziger Park von Gärten und Baumgruppen sind, führt eine Allee von alten kunstvoll verkrüppelten Kiefern zum Großen Waag, der in der Richtung zum Rheine liegt. Und wie fast alle Städtchen und Dörfer der Bergstraße ihren östlichen Ausgang gleich in die Wälder öffnen, so umschlingen stille, geebnete Waldpfade die Stadt nach den Höhen zu fast ins Unendliche. Auf verschlungenen Wegen von Tal zu Tal g«ht es dann zun, Auerbacher Schloß, der größten Ruine unter den vielen Burgen der Bergstraße. Schön ist dort der Blick von der Zinne, die Berg« liegen offen wie die Ebene. Nicht weit davon liegt Bensheimi von hier führt eine Alle« in das dörflichere Heppenheim, und nun ist schon der Uebergang ins Badische nicht mehr weit. Das Hessische reicht nur quer über den Odenwald mir schmaler Zunge zum Neckar hinüber, es erreicht ihn bei Hirschhorn, dann setzt es sich bis nahe ans Württembergische fort mit seiner berühmten Exklave, der Reichsstadt Wimpfern Ein Frühlingstag in Heidelberg, grün wie Laub, wie frische Baumblätter. Der Neckar glänzt in der Sonne, Neine weiße Dampfer und Ruderboote ziehen dahin. Durch den hellen Laubwald ziehen sich die dunklen Linien der Tannen den Berg hinunter.. „Nulganens Bluistrom." Eine seyenswerie Ausstellung am Kurfürstendamm. Vor etwa fünf Jahren, Im Juni 1323, gelang es, in Bulgarien Z a n k o f f und feinen Unhängern mit Unterstützung des Königs die verfassungsmäßig« Regierung Stambolisti zu stürzen und die öffentlich« Gewalt an sich zn reißen. Auf Zankofs folgte L i a pt s che f f: aber die Regierungsweise der beiden war gleich: faschistische Methoden blutiger Unterdrückung des Andersdenkenden wurden mitleidslos durchgeführt. Die furchtbaren Zustände in Bulgarien werden durch eine Ausstellung beleuchtet, die in den S t u r m s ä l e n K u r f ü r st e n- dämm 33 unter dem Titel„Bulgariens Blutstrom" veranstaltet wird und vom 22. big 31. März 1323 dauert. Statistiken, Photo- graphicn, Zeichnungen geben ein entsetzliches Bild. In den letzten Jahren wurden In dem kleinen Bulgarien nicht weniger als 27 003 Menschen aus politischen Gründen umgebracht. Unter den Opfern findet man ebenso Arbeiter und Angestellte wie Rechtsanwälte, Aer.zte und frühere Minister. Jede oppositionelle Tätigkeit wird mit den Mitteln des Terrors unterdrückt, jede Dersammlungs-. jede Presssfreiheit ist aufgehoben. Die Zahlen mit ihren Folgen von Namen scheinen trocken, aber sie reden eine grausame Sprach«. Selbst bürgerliche Blätter aller Länder bezeugen die blutige Miß- Wirtschaft Zanloffs, Liaptscheffs und ihrer Anhänger. Man liest die kurzen Meldungen mit Enstetzen. Christo Jassenosf, ein hervorragender bulgarischer Schriftsteller, wurde wegen eines Auf- rufes gegen die Terrorherrschaft von faschistischen„unoerantwort- lichen Faktoren" m der Heizung der Sicherheitspolizei in Sofia lebendig verbrannt. Ein oppositioneller Abgeordneter, der im staatlichen Krankenhaus Heilung suchte, wurde ermordet. 1923 wurden in 130 Prozessen S370Personenverurteilt, davon 350 zum Tode, 20 zu lebenslänglichem Kerker und die übrigen zu insgesamt 7300 Jahren schweren Kerkers. Ein„ehrsamer Handwerksmeister". Im Betriebe des Fleischermeisters Josef Wodzinski, Brunnenstr. 163, der 6 Verkäuferinnen und 14 Gesellen beschäftigt, waren Arbeitszeitüberschreitungen in höchstem Maße an der Tagesordnung. Griff die Sektion Fleischer des Verbandes der Nahrungsmittel- und Gettänkearbeiter ein und erstattete An- zeige, verstand es dieser.ehrsame Meister", immer durch Enttas- jungen und Neueinstellnngen der Belegschaft eine andere Zusannnen- setzung zu geben. Wehmütig erschien er dann im Berbandsbureau und verpflichtete sich unter schriftlich, für Einhaltung des Tarife? in seinem Betriebe cinzustehern Allerdings vergaß er das dann sehr schnell wieder. Im Januar dieses Jahres war Herr Wodzinski von der Straf- Mantei-Stoffe tm»dl» Stunden täglich, das sind 63 Stunden pro Woche, beschäftigt, ausschließlich der Pausen. Gegen das Urteil hatte W. Berufung eingelegt, die vor der 7. Straf- kommer in Moabit zur Verhandlung kam. Herr W. fühlte sich na- türlich unschuldig. Sein Berteidiger leistete sich allerlei Venrn- glimpfungen der Arbeiter. Aber auch das half nicht. Die Straf- kammer verwarf die Beufung uird bemerkte in der Begründung crnsdrücklich, daß schon die vorige Instanz milde geurteitt hätte, da ja nach den Vorstrafen des Angeklagten Gefängnis am Platze gewesen wäre. Ob dieser„soziale" Arbeitgeber nun endlich begreift, daß auch die Arbeitskraft der Verkäuferinnen und Gesellen vom Gesetz geschützt ist, muß die Zeit lehren. Nach dem vorangegangenen ist es kaum anzunehmen. Die Kaiastrophe in der Gchönleinstraße Anklageerhebung und Hastbefehl gegen Trotzki. Gegen den Fabrikanten Friedrich Trotzki hat die Staatsanwalt- schaft II wegen des Brandunglücks in der Schönlein- st r a ß e Anklage erhoben. Trotzki wird beschuldigt, sich der fahr- lässigen Tötung unter Außerachtlassung von Berusspflichten schuldig gemacht zu haben. Bekanntlich sind an den Folgen des Brandunglücks bisher fünf Personen ver st ordern Der gegen Trotzki wegen der Schwere der Tat und wegen Fluchtver- dachtes erlassene H a f tb e f e h l ist von der Strafkammer des Lind- gerichts II bestätigt«ordern 20 Jahre Jugendorganisation. Anläßlich seines 20jähngen Bestehens trat der Verband der jüdischen Jugendvereinc Deutschlands mit einigen Festveranstaltungen an die Oeffentlichkeit. Der Verband will durch die Ueberwindung der Parteizerklüftung im deutschen Judentum zu einer Schulung aller Kreise der jüdischen Jugend auf jüdisch über- parteilicher Grundlage gelangen. Der Verband hat 12 000 Mitglieder und ist damit die stärkste jüdische Jugendorganisation in Deutschland. In einer der Werbeveranstaltungen am Sonnabend sprach Dr. Wiener von den Aufgaben des Bundes, unter denen er an erster Stelle wieder„positive Neutralität" anführte. Nur dadurch soll es möglich sein, die Spannkraft zu gewinnen, die Gegensätze zu über- winden. Dr. Klein gab einen Ruckblick über die geleistete Arbeit. Der Bund zählte einmal 40 000 Mitglieder. Heute hat er andere Arbeitsmethoden wie 1909. Sport wird in stärkerem Maße berück- sichttgt. Für die Jugendlichen selbst sprach Herbert F e l s e n t h a l. Bei dem Festabend am Sonntag brachte Leo G a l l a n i n jüdische Gesänge sehr eindrucksvoll zu Gehör. Max Ehrlich hatte den mehr heiteren Teil übernommen. Zwei tödliche Arbeitsunfälle. Im Beleuchtungsteller des M e t r o p o l- T h e a t e r» in der Behren st r. 53 ereignete sich gestern abend ein schwerer Unfall mit tödlichen Folgen. Der 31jährige Heizer Rudolf Topp kam der Starkstromleitung zu nahe und wurde aus der Stelle getötet. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt.— Ein weiterer tödlicher Arbeitsunfall trug sich am Eonnabendnach- mittag auf dem H a u p t d e p o t am O st b a h n h o s zu. Dort stürzte der Ifyährige Maurer Wilhelm Belitz aus der Brauhaus- straße 7 in Weißenses aus beträchtlicher Höhe von einer Leiter und erlitt einen doppelten Schädelbruch. Noch bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war, trat der T o d ein. Lezilksblldung-ausschuh Groß-Derlln. Jccute. den 24. März, nachmittags pünktlich ü'/�lldr, im Staatlichen Schiller-Theater Charlouenburg, „OedipuS". Nach Sophokles, über setzt und dearbeitet von Heinz Lipman. in Szene geletzt von t'rovold Jetzncr. l. Teil: Oedipus der Herrscher. L. Teil: Ocdipü« aus KolonoS. Preis 1,50 M. leinschiietzltch Barderobe und Programm). Karten sind noch im Theater zu haben. ver.Gemischte Chor Groß-verlin', Mitglied deS Deutschen Arbeiter- Sänger-BlindeS, veranstaltet am Sonntag, dem 2ö. März, abends 8 Uhr, ein Konzert in der Singaladcmie, Unter den Linden, Hinter dem Kastanien« Wäldchen. Programm: Alle und neue Meister. Hervorzuheben sind die vier Laiicojhireiieder von Schersen und die Mitwirkung des bekannten Organtstcn Fritz Kleiner. EinlcstlSlarten für 1 M. sind noch an der Kasse erhältlich. Fllr Jugendliche beträgt der Eintrittspreis nur ö0 Ps. und sür Erwerbslose(mit Legitimation! 3t) Ps. Sozialifiische Arbeiterjugend Groß-Serliu SinsendunFen für diese CRubrif nur«m das IunenMekretertat Berlin GW 68, �indenstraSe 3 aö- unsere heutigen Jugendweihen i« Gr-H-N Schaniviclhan» denSttge» mt Helfer und Hrlscrinuen. Beteiligt euch zahlreich. Eingang Schiffbaucr- dämm. Pünktlich 8 Uhr. heute. Sonntag. 24. März: »«senthaler Vorstadt: Heim Tieekstr. 18s Heimabend. I» Uhr.- Witwer». darf: Heim Wilhelmeaue 128. Geselliger Abend.- Steglitz: Heim Atbrecht. slratze«7. Heimabend um lg Übe.— Lichterfeld« und'Steglitz: Besuch der Ausstellung„SB'.en im Bild". Treffpunkt g-4 Uhr Aathausptatz Steglitz.— Zchlcndors: Heim Bahnhofstr..1. Lescadcnd.— Kriedrich» Hägen: Heim Knie». richstr. 87. Heimabend.— RciniSendorf-Ost: Heim L,indauer Straße. Heim- abend. Werbe bezirk Scköueberg: Heimabend Uhr Haupt str. 15. «erdebezirl Lichtenberg: Hc-im Gun, erste. 44. Bunter Aend. 19% Uhr. Werbe bezirl Brulölln:»-12 Uhr lieben im Soalbau Bergstr. 148 sur.Weh dem, der lügt". Alle Eenessen müssen pünktlich erschein«».— Lostiger FU«» abend im eaalbau Bergstr. 148. 1°'. Uhr strössnung. Beginn 2» Uhr. U». tostenbeitrag 50 Ps. 2Norgen, Montag, 25. März. 19# Uhr: Der Singkrc!« übt pünktlich 1991 Uhr im Lindenheim. Falkplntz l! Schule Sonnenburger Str. 20. Arbeitsgemeinschaft.— Halt. platz II: Schul« Soniteiiburgec Sir. 20. Lstersahrtbespeechung.— Humana- Platz: Heim Schcrc'.idergstr. 7. Vortrag:„Freikörperkultur".— Zranksurter Viertel: Heim Litauer Str. 18. Bortraa:„Faschistisches Italien".— Char. lottenbnrg.Rord: Heim Olbersstratzc. Balladenabend.— Rudow: Schult Neu- kiillner Strotze. Hosrmann.Ab« nd.— Baumschulenweg: Heim Trnstst» I«. Uebungsabcnd.— Treptow: Heim Wildenbruchstr. 52.„Ostcrsahrt."- Barsig. wald«: Schul« Conradstratze. Vortrag:„Vub und Miidel". Sijpenick: Stadttheatcr, ffrledrichstr. 8. Nkmabcnd:„Frohe Welt". Beginn 20 Uhr. Eintritt 30 Pf. W Werbe benirk Mitte: Heim Zehdenicker Str. 25. Vorsitzenden. Konferenz. Werbe bezirk Schönrberg: Schule Mühlen strotze. Boikstanzkursus. Bcrbebezirk Lichtenberg: Heim Hauksstratzc. Uebung für„Spielmanns Schuld". Alle Beteiligten müssen erscheinen. SSS. Mitte: Heim Landsberger Str. 50. Bortrag:.Dt« Arbeiterdichtung". 1741 Uhr. verantwortlich stir Politik: Dr. Tort sSeger: Wirtschaft:®. stlingclhZser: Eevierkschastsbiwegung: Z. Steiner! Feuilleton: Dr. Zohu SchikowsII: Lakale» and Sonstiaes: Fritz«arftädt: Anzeigen: Th. Stocke., amtlich in Berlin. Vertag: Vorwärts-Verlag S m b H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret u»d Berlaasanstalt Paul Singer u Co Berlin SW 58. Lind'nstraS» tz. Hierjn 5 Beilagen,.Unterhaltung»nd Wissen" und.Blick in die Bücherwclt". Weitestgehende Zdhhmgserleichteningen, mäßige UIonatsraterL SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Sinaer Läden übemD BLONDE ZU OSTERN Photographische Ateliers in allen 4 Geschäften Für Konfirmanden Preisermäßigung Postkarten Dutzend von 5 M an WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abi) Königstr. Rosenthaler Str. 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Der Vertreter der Reichspostverwaltung gab zu der Lohnfrag« eine Erklärung ab, wo- nach auf Grund eines Kabinettsdeschlusses aus dem Jahre 1924 die Reichspost als Glied der Reichsverwoltung gebunden sei an die übrigen Reichsressorts. Das Reichsfinanzminifterium habe aber in einer Besprechung mit den Tariforganisationen die Erklärung ab- gegeben, daß zurzeit ein« allgemeine Erhöhung der Löhne nicht mög- lich sei, weil der Reichshaushalt ein großes ungedecktes De- fizit aufweise, Rückwirkungen auf die Industrie aus- gelöst wurden und in Paris zurzeit die Reparations- Verhandlungen stattfinden, die ungünstig beeinflußt würden, wenn das Reich jetzt seinen Arbeitern eine Lohnerhöhung gewähre, obwohl der Haushalt nicht balanciere. Auch bei der Deutschen Reichs- bahngesellschaft hätten die Verhandlungen über die Lohnsrage einen negativen Verlaus genommen. In der Sitzung des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost bedauerte der Reichspostiminister selbst, kein« Lohnerhöhung gewähren zu dürfen, obwohl die nötigen Geldmittel vor- Händen seien. Der Minister sagte wörtlich: „Ich kann den Hilfskräften keine höheren Löhne geben,«he nicht die oft sehr kargen Löhne der Industrie ausgebessert sind, das weiß auch der Reichstag. Ich be- daure dos ganz besonders, kann aber nicht anders handeln. Ich gebe zu, daß oft die Rollage zu Diebstählen führt." Mit diesen Worten gibt der Reichspostminister die furchtbare Lage der Postarbeiter zu. Der Reichstag hat auf Grund eines An- träges der sozialdemokratischen Fraktion auch Stellung zur Lohn- fragederReichsarbeiter genommen und gegen die Stimmen der Deutschnationalen Volkspartei und der Deutschen Volkspartei be- schlössen, die Reichsregierung zu ersuchen, die mit den Organisationen der Reichsarbeiter geführten Verhandlungen über eine Erhöhung der Löhne und über eine Beseitigung der ungerechtfertigten Härten sofort wieder aufzunehmen. Nach dieser Stellungnahme des Reichstags ist das Reichsfinanzministerium verpflichtet, zu den Lohnforderungen der Arbeiter in den öffentlichen Betrieben nochmals Stellung zu nehmen. Es ist zu erwarten, daß das Reichsfinanzmini st erium feinen Standpunkt aufgibt und den Arbeitern die schon längst fällige Lohnerhöhung gewährt. Die Erklärung des Reichsfinanz- Ministeriums wendet sich aus Gründen der sogenannten Staatsräson gegen jede Lohnerhöhung, auch in der Privatindustrie. Im übrigen geht es nicht an, eine Lohnerhöhung zu verweigern au» fiskalischen Gründen. Die Hungerlöhne der Reichsorbeiter sind eine Schande. Di« paar Millionen müssen eben aufgebracht werden, um diese Schande zu beseitigen. Und damit fällt auch das dritte Argument, das wohl am wenigsten stichhaltig ist. Mühlenarbeiierstrei? erfolgreich beendet Dank der Geschlossenheit der Arbeiter. Das freie Schiedsgericht zur Beilegung de» Streikes w den Berliner ZNühlen hat nach mehrstündiger Beratung einstimmig einen Schiedsspruch gefällt, der im wesentlichen folgende» besagt: vom Tage der Arbeitsausnahme an beträgt der£.ochenlohn für Müller, Handwerker, Maschinisten. Kutscher usw. Sö.50 M. pro Woche.(Bisher 54 M.) Die Löhe der übrigen Arbeiter und Ar- beiterinnen regeln sich nach den Bestimmungen des Manteltarifes. Die Arbeit wird entsprechend den betriebstechnischen Möglichkeiten sofort wieder aufgenommen. Alle Streikenden müsien wieder ein- gestellt werden, Maßregelungen dürfen nicht erfolgen. Der Streik gilt nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisies. Das Lohn- abkommen gilt bis zum 29. Mai 19Z0. Da nach vorheriger Vereinbarung der Unterhändler der Schiedsspruch für beide Parteien bindend fein sollte, wenn er ein- stimmig gefällt wird, ist der Konflikt nunmehr beigelegt. Die Berliner Mühlenarbeiter haben diesen ansehnlichen Erfolg ihrer Geschlossenheit und ihrer fast hundertprozentigen Zugehörigkeit zum verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter zu danken. Die Unternehmer hatten bekanntlich einen Schiedsspruch, der erst ab 1. Zuli eine Lohnerhöhung von nur 2 M. pro Woche vorsah. abgelehnt._ Oer Ansang der Spaltung. .. auch die anderen Branchen.* Weil die Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Metall- arbeiterverbandes sich gezwungen sah, dem längst nicht mehr zweideuttgen Spiel des Branchenleiters der Rohrleger, Niederkirchner, ein Ende zu machen, erklärt das Organ der KPD. dies als den Anfang der Spaltung de» Deutschen Metall- arbeiterverbandes, den die KPD. betreibt. Im Auftrag der KPD.-Fraktion der Metallarbeiter und �ner Vertrauensmännerkonferenz der Rohrleger hat Niederkirchner zu heute, Sonntag, eine„Konferenz aller oppositionellen Branchen- und Bezirksleitungen" einberufen, um über die zu er- greifenden Maßnahmen Beschluß zu fassen. „Auch die anderen Branchen der Metallarbeiter hätten sich dem Vorgehen Niederkirchner» angeschlossen. Als Be- weis für diese Behauptung werden außer der Branche der Rohr- leger sieben weitere Branchen aufgeführt. Zunächst sei festgestellt, daß die organisierte Berliner Metall- orbeiterschast sich au» ZV Branchen zusammensetzt, also 28 Branchen, die sich nicht gegen den Ausschluß von Niederkirchner gewandt haben. Di« größte der Branchen z. B. hat in einer von 183 Vertrauensleuten besuchten Konferenz folgende Eni- schließung gefaßt:- „Die Branchenvertrauensmännerkonferenz der Maschinen-, Molor- und Auloreparawrschlosier billigt die Maßnahmen der O r t s v e r w a l tu n q gegen die Kollegen, die als Funktionäre unserer Organisation entgegen den Statuten gegen unsere Organisation arbeiten und deshalb des Funktionärpostens enthoben werden. Es kann nicht angehen, daß Mitglieder unserer Organisation als Funktionäre ihrer Tättgkeit Richtlinien einer Partei- richtung zugnmde legen, die st a tu t e n w i dr i g sind und deshalb das Ansehen unserer Organisation herabwürdigen. Im Interesi« des Emporwachsens und der Schlagfertigkeit unserer Organisatton ist es notwendig,. daß all« Kollegen, gleich welcher Richtung, im Rahmen des Statuts ihre Kräfte zur Verfügung stellen, zum Nutzen der gesamten Kollegenschast. Nur so können wir alle Maßnahmen der Unternehmer ab- wehren und Erfolge erreichen." Während die Oppositton die Tatsachen unterschlägt, um an Zahl stä r k e r zu scheinen, als sie es ist, verfällt sie in ihrer Renommiersucht unwillkürlich in den Fehler, sich noch kleiner zu machen, als sie ist. Die Zahl der in der Vockbrauerei ver- sammelten Funktionäre gibt sie mit rund 3090 an, während der Saal nur 1200 bis 1300 Personen faßt. Bei 3000 Funktionären wäre jedoch die kommunistische Minderheit mit 10 Stimmen fiir das Kampfprogmnnn verhältnismäßig noch weit größer. Orei tapfere Stalinisten. Sie stehen allein bei den Mechaniken». Ein Metallarbeiter schreibt uns: In der Branchenversammlnng der Mechaniker erstattete Genosi« Kahmann Bericht über die letzten Sitzungen der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, in denen sich die Verwaltung mit den Richtlinien der KPD. zu den Betriebsrätewahlen und den sonstigen Anweisungen der KPD. beschäftigte. Er brachte zum Schluß zum Ausdruck, daß die Ortsverwaltung nicht länger zusehen werde, wie die Kommunisten die Gewerkschaften spotten. In der anschließenden Debatte sprach als erster der Kommunist Rommel, der in seinen Ausführungen erklärte, daß er die Nicht- linienwahl bedauere, daß sie aber infolge der Unterdrückung der KPD. in den freien Gcwertschosten für die KPD. notwendig ge- worden sei. Er mußte sich von den nachfolgenden Diskussions. rednern aber sagen lasten, daß seine Poleinik falsch sei, daß die Richtlinien schon lang« bestehen, in diesem Jahr nur wieder auf- gefrischt wurden. Genosse Kahmann forderte in seinem Schlußwort die onwesen- Prima br&un Boxcalbin ho brande Form, Criglnol-Goodyenr-Welt Caramel mit sekiforblgcm Aufsotz S&fs&to'SßmMialhaus ßeräitu Braun ameriUon'jdie Form mll Derby, Orlglnal- Goodyear-Well 14" JimmmmmmmmummnmmiimmmimimimmmmiiiiU | Versand dm di Zentrale j | LtlSbR, Berlin S016.| | Sdimidstrasse 24 2S. 1 1 1 Hiiimmmmmniimiiminmiiniiinniiimtimimmmiimiimni Javabrann Boxealt mit iorblger Verzierung den CertrmxnXnitt auf, Öjrtn«wen gu befunden, od sie m« der bisherigen Tätigkeit der Branchenlettung einverstanden seien, d» nach den Ausführungen Rommels die Tätigkeit der Branchenlettung falsch sei. Bei der Abstimmung über die Vertrauensfrage stellte stch heraus, daß von allen anwesenden Vertrauensleuten nur drei den Mut fanden, gegen das Vertrauensvotum zu stimmen. Eine Protestresolution über die Amtsenthebung Nieder- tirchners, die tagtäglich in der„Roten. Fahne' gefordert wird, wurde In dieser Konferenz nicht einmal eingebracht. Die Gewerk- schaftsspalter nehmen ihren Mund in der„Roten Fahne' wohl recht voll, aber es steckt nicht viel dahinter. Glänzender Aufstieg im Buiab. Für kommunistische Zersetzung kein Platz. Die Ortsverwaltung Berlin des Bundes der technischen An- gestellten und Beamten hielt am Freitag ihre Iahres-Generaloer- sammlung ab. Der Geschäftsführer, Genosse R o g a tz, konnte in seinem Verwaltungsbericht für das Jahr 1928 einen ungewöhn- ltchen Arbeiteersolg feststellen. Der Mitgliederzugang betrug 19.8 Proz.(12 055 Mitglieder am 31. Dezember 1928 gegenüber 10 080 am 31. Dezember 1927). Auch in diesem Jahre hat sich die Mitgliederzahl bereits wieder um rund 350 erhöht, so daß die wettere Arbeit zu außer- ordentlichen Erwartungen berechtigt. Vorliegendes statistisches Ma- terial führt den Rachiveis, daß der Bund seinen Organisationsbe- reich noch wesentlich ausdehnen kann. Die Orlsverwaltung appel- liert sowohl an die Funktionär« als auch an sämtliche Mitglieder, die noch außenstehenden Kollegen für den Bund gewinnen. Die in diesem Jahre erfolgende Wiederkehr des 25jährigen Grüichungstagee des Bundes technifch-induftrieller Beamten, der stch vor zehn Jahren mit dem Deutschen Techniker-Verband im Bund der technischen Angestellte» und Beamten verschmolzen hat, muß der Berliner Kollegenschaft ein besonderer Anlaß sein, zu zeigen, daß beute wie damals der gewerkschaftliche Geist lebendig ist. Den Tätigkeitsbericht des O r t e v o r st a n d e s gab der ehren- amtliche Vorsii�ende M n i la h n. Die mannigfaltige Arbelt des Ortsvorstandes ist durch Erfolge gelohnt worden. Der Bund ist — teils direkt, teils durch die örtliche Spitzenorganisation, das AfA- Ortskartell— in allen maßgebenden wirtschaftlichen Körperschaften vertreten. Wirtschaftskämpfe größeren Ausmaßes stehen bevor. Ständige Werbung für den Bund wird dem Techniker in absehbarer Zeit den berechtigten Anteil am Arbeitsertrag sichern. Der Geschäftsführer Genosse Rogatz wnrd« unter besonderer Kennzeichnung seiner wertvollen Arbeitskraft einstimmig bestätigt. Bei den zur Beratung stehenden Entschließung und An- trägen, die sich neben der Jubiläumsfeier des Bundes mit dem Ar- beitsschutzgesctz, dem Versicherungsgesetz, der Maiseier usw. befaßten, wurden einig« Anträge, die eine kommunistische Tendenz er- kennen ließen, mit überwältigender Mehrheit ob- gelehnt, dagegen Anträge angenommen, die bei gleichem Zweck und Ziel eine Förderung der Gewerkschaftsarbeit gewährleisten. t Ichrag«, M« aus e t n I e tz o n g eln«, Ausschuss»» Mr Unter. suchung de« Ruhrbergbaus und Ausrechterhaltung der de- stehenden tarislichenBereinbarungen biszur Beendigung der Kommistionsverhandlungen hinausliefen, konnte eine Einigung der Parteien nicht erzielt werden. Der Reichsarbeitsminister de- hielt sich vor, die Parteien gegebenenfalls zu einer Fortsetzung der Verhandlungen einzuladeg.' Die Telcgraphenunion meldet dazu, daß dieser Burgfriedens- Vorschlag von unbegrenzter Dauer von den Unternehmern an- genommen, von den Arbeitern abgelehnt worden ist. Diese unter- schiedlich« Stellungnahme ist durchaus einleuchtend. Mmtf. Betriebs- u. GewerksöiattsfunKtlonärel Dienitag, den 26. Mlrz, abend» 7l/t Uhr, in denMutikersSlen. Kal«er-Wilhe!m-Str. St FuRktSonarkenfercnz aller SPD. Betriebs- und GewerkschaflsiunktionSre Tagesordnung t.«Arbeiterschaft und Reichsregierung*. Referent! Genosse Franz Künstler, M. d. R.-- 2. Aussprache./ 3 Wahl der Vertreter für den erweber'en Voratai d. ✓ 4 Verschiedenes. Funkllonärausweis und Mitgüedrbuch der Partei Ist als Legitimation mitzubringen. Ohne dieses Kein Zutritt Da* BctrlcbnekreiariaL Lohnkonflikt in der Landfchaflsgartnerei. Vom Verband der Gärtner und GSrtnereiarbeiter wird uns geschrieben: Der Lohntarifvertrag für die Berliner Landschaftsgärtnerei wurde zum 1. März gekündigt u/rd eine Lohnerhöhung von 121A Prozent beantragt. Bei den Verhandlungen mit dem Unternehmer- oerband wollten sich die Verhandlungeführer der Unternehmer dafür «inletzen, daß die Löhne in den Svigengruppen um 8 bis 10 Pf. erhöht werden sollten. Es wurde jedoch die Bedingung daran ge- knüpft, daß auch die Lohnkommission der Arbeiter für diesen Vor- schlag eintreten sollt«. Eine stark besuchte Gruppenversammlung hat dieses Angebot als ungenügend abgelehnt. Die Unternehmer haben daraufhin ihr unverbindliches Angebot zurückgezogen und den S ch l i ch t u n g e a us s ch u ß zur Entscheidung angerufen. Uober den Verlaus der Gruppenversammlung hat die„Rote Fahne' vom 21. d. M. in ihrer bekannten Manier berichtet. Zur Richtig- stellung sei kurz bemerkt, daß die Unternehmer die Lohnerhöhung nicht von einer neunstündigen Arbeitszeit abbängig gemacht haben. Di« Arbeitszeit ist durch den Manteltarlsvertrag geregelt und steht überhaupt nicht zur Debatte. Die Unternehmervertreter stellten jedoch das Ansinnen, daß die Organisation auf den Z u- schlag von 25 Proz. für die Ueberstunden für zwei Monate oer- z i ch t e n sollte. Die Lohnkommission Hot dies als völlig undiskntabel abgelehnt. Es wurde kritisiert, daß die Unternehmer in jedem Jahre Arbeitskräfte aus der Provinz nach Verlin heranholen und im Hinblick auf die große ArbeitsloNgkeit in Berlin von uns oer- langt, nur Arbitskräfte au, Berlin zu beschäftigen. Den Unrernel>mern kann aber gesagt werden, daß sie numnehr ein gefA)rltches Spiel treiben. Will man den Arbeitsfrieden sichern, wird man sich dazu bequemen müssen, den Zeitverhältnissen Rech- nung zu tragen. Die Zialienreise im ZGN. Oer Vorstand dankt Sassenbach und Citrine. Auf der Vorstandssttzung des JGB. ist der Bericht Sassen- h a che und C i t r i n e» über ihre Jtalienreis« zu« Kennt- Iiis genommen worden. Der Vorstand dankt« den beiden für ihre gründliche Untersuchung der Lage tn Italien. Er rechnet zuversnyrlich damit, daß auch in Italien mit der Zeit die kulturelle Idee der gewerkschaftlichen Freiheit sich gegenüber dem Faschismus t durchsetzen wird. Der nächste internationale Gewerkschaftskongreß soll nach einem Vorschlag des Vorstandes, der der Prager Aus- schuhsttzung unterbreitet werden wird, vom 7. bis 11. Juli 1930 in Stockholm stattfinden. Burgfriedensvorschlag für den Nuhrbergbau. Auf Grunv der gegenwartigen Löhne. T Amtlich wird gemeldet:„Am Freitag fand im Reichsarbeit». Ministerium zwischen dem vergbauoerein in Esten und den Berg- orbeiterverbänden ein« Aussprache über die wirtschaftliche Lage des Ruhrbergbaus statt. Während in einzelnen Fragen Ueber- «instimmung festgestellt werden tonnte, gingen in wichtigen anderen Fragen allerdings die Ansichten auseinander. Auch über die vom Reichsarbeitsminister und Reichswirtschaftsminifter gemachten Vor- «Ataag, BetrUbefralHaa Srititsamt gltcaitaun Retgl Dienstag, 1«H Ul>r, im Sitzungssaal ir» Bcj-rteomts Domiqtc Str. 64, äffent- Udtr Bccfammiuna aller Im Besitlsomt befchäitigtrn arteitit. An- grstrllten und Bcamten. Tenofse VÜrgrrinriflrr Pari Leib fpridrt Ohrt „Was ist von einer Rrchtsmehrheit in der Sladtorrorbnetenvirsammlung zu erwarten?" Um rege Beteiligung wirb lndeteu. Mlttrooch, 27. Mär,, Brstchtitzung de» Reichstagogedaudro, Trefipuntt pllnftlich UM Uhr vor dem Portal 5.«es Fraftion-oorstand. Achtung. fBeilrfsamt BeiitESnt Dienstag. SO Uhr, In ben Bürger- Mfen, Neutolln. Vcrgstr. 147, Berfammlung aller foziaibemofratifchen Beamten de« Betlrksamte« MunOn. Dageeordnun«: 1.„Was verfangt die Republik von ihren Beamten?" Beferent! Palizeioberft a. D. 6. Schlltzinger. Sympathistcrenb« Rollegen können durch Genossen ein. geführt werden. Der graltionsvorftand. Angestellte der Grotz-Verlin«, Metallindustrie! An*«alah der mit dem BBMZ. ftaltfinbcnbea BetHarblnngen m 9)e«- regeln ng der Gehälter haben wir für Dienstag. M. Mär», t«� Uhr, nach den cheewanla-Prachtsälen, llhansseestr, ll», eine»fientliche Verfammlnng«in. deenfen. Tagesordnung! t. Die Gefahren des Ismmenden»Irbeltsfd'ntzgefetzeO ftzt hie tzlngeitellten der Metallinhnftri». Sicserent! Rslege Rtis Schräder vom Derband« vorstand des stdA. 2. Unser neuer fictaitctnilf? BerfiFt fifcet die am Vortage fiattgesnndenen BerHandlnngea mit dem VBMZ. Bei der anßrr- ordentlichen Bedeutung dieser Tagesordnung ist arscheinen aller BngeftelUcn de« Srotz Berlin» Metallindustrie Pflicht.»fB-RrtallUrteU. Berliner Gewerkschaftsschule. Achtung,»rdelter- und Auge stellt, U-Bet rieb* ritei Der nächste«rdeitsrechf. lich» Zuformationsaberd für Betriebsräte ist a« Dienstag, 2S, Mär». II Uhr, im Saal S des Derne rffthaftshaufes, tlitaelnfei haben die Aufgabe, die Befrteboräf« über beitsrecht, soweit sie für die»cfriedsocttti„._____.. »U Unterricht,«. Die Kollegen können auch selbst ss ragen, die ihn«« im Saal 3 des Detveefftbaftsbaufes, Ungelnier J4— 28. Die Infsrmationsadende Aufgabe, die Betriebsräte Über die gesamt« Zlechtspeechung im Ar. ioweit sie für die Brtriebsvertretunge« interessant und willig ist, triede»utaeta»en IM. im BefdwdMi Mbn. Ms* kAeida»- Mdlreich,»fleillBun« oller sreegewertfchalUich srewattzereen Arbeit«» und A»s gesteltten.Betriednrätr ist«rwünfehL UinführnngskArse für Betriebsräte. Di« von der Berliner Dewerllfchafta» schul« angekündigte« neuen Lehrgänge für Betriebsräte beginnen«ndgülttg wie folgt!»Die obliegenheiten d» Betricbsv-rtretnngen." Kursieiter: Ott« Bach. Sefettnt im Internationalen Arbeitsamt. Donneestag, 4. Apetl, II Uhr. .ZSahlcn ,u de» Betriebsoertretn-gen,»efchäftsführnn» he« Betriedsrat«,«!»- fpru-! sverfahren, Enllassnngsfchntz." Kurslritcr: Fritz Fricke. Dienstag, I. Avetl» IS Uhr. Beide Lehrgänge finden im Le>hai,.Siimn-sium, Mariannenp!«». statt. Die Teilnehmergebühr beträgt tüe jeden Kursus 2 M. Die Unter- richtsdauer erstreckt stch auf je 4 bis 8 Abende. Anmeldungen ,u den Kuefen sind noch möglich, Diese sind an da- Bureau der Berlin» Gevlerkschaild- schule, Engelufer 24—28, Zimmer 6,»u rilhten. dftreie Gewerkstbasts-Zugend Groß-Berlin I Heute, Sonntag, folgende Beeanstaltungen: fffic«niete Wanderle, lcr »Siedlungstnndliche Führuno" Zepernick— Schwanebeck— Bud>, Leiter: Lehrer Karl Hoffmann. Tressen! Um 6 Uhr am Bahnhof Defund- briinnen, Cinaang Badstrasie. stahet bis Zepernick.— vstkrrl»! Um 16 Uhr IM Ingendheim Ditstelmeyerstr, 5.„Lustiger Schlnt der Winteefaifon".— Süd» kreis! Um Ii Uhr im Jugendheim de» Deutschen Perkehesbuiides. Eugelufet Lehrer Katl_ tiofimann. Steffen!� Um 8 Uhr�am�� Uunb- imb. Üm l» Ühi"im"gutzMhew. Äs' D'eut«.» Perkehrobundes. Er 24—26, Aufgang ll, pt. links, Lichtbildervortrag:»Di« neu« Türkei". �iuoendamppe des?entra«verbandes der Anaesseilten ?! rufe. Sonnlag, sinben folaenb« BeranstaltüNgen statt: Vstbezirke: ugendheim Dnntrrstr, 44.»Bunter Abend", t« Uhr.— Westdeziele! Jugendheim Lehrter Str. 18— lu..BoikotaNitabend.' 18 Uhr.— Doandan: Jugendheim SMltbemifee X. Gesellige Veranstaltung. 16 Uhr.— Morgen, Montag, finden folgende Beraiiftaflunaen statt: Teqel-Relnidendorf: Jugendheim üieinicke Udorf. Ost, Lindauer Strohe(Baracke). Vortrag mit Lichtbildern: „Das eote Wien". Zieierent! Deoeg Keildeunn,— Redding! Jugendheim Tu. rinee Ecke Seestrahe. Voeieag!„Aua August Bebel» Leben". Sieserent: Tn. Mar SchilUe,— Norden, Jugendheim Kastanienallee 81, Arbeitsgemeiitschasti.E>n» füheung In den Sogiali-mus" ll. Abend). Nefetent: Wilhelm Lewütskt.— Lichtenberg! Jugendheim Dunterstr. 44. Lieber- und Vo'kztan�sbend.— Urbane Jugendheim Hobredfl- Ecke Sanderstrafte. Vortrag:„Mit Stift Beutet nach Mecklenburg". Referent: Arthur Savow.— Temprfbof! Jugendheim Der. maniastr. 4—6.„Hriteres Wochenende".— llhgrlsttenbnrg! Jugendheim l o- sinenstr. 4. Bortrag:»Di« Entstehung und die Entwicklung der gahlungs- mittel"._ Zentraloerband her Botel-. Restaneanf- und ckafd-Augestellten, Zweigt ein Droft-Verlin, R.. Eifösser Str.«>-68.«efperye»astwlrt-brtriede: Wegen Tarifbruch und Nichtbenutzung des durch folgende Dastwirtsbetriede für die jiotet-, Restaurant, und Eafe-Angestelllen gefperrt: Mfttet Bahnhoisrestaurant. ?i!h. Hackeberg, An bei Spandau» Brücke 2. Stoeden! Eaid Seerose Müller, Müllerstr, 13ä Ecke Setftrafte. Nestanrant Ledigenheim, Inh Rieprich, Sdiönstedfstr. 1. ONen-Lichteubeeg! Vaiaf» de» Osten», Inh. m...... I■■ 54—35. Eas« Komet, Inh, Pfeiffer, War. stister, Warschauer schauer Sir, 35. Sir. 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Milrz, 19S Uhr, Im Zimmer des Porsteher«, jtlosterstr. 68, Sitzung de» engeren streisvarftandes. ch strei» Prenzlauer Berg. Dienstag, A. Miirz, i9 Uhr. de! stlua. Danziger Straße 7l, Sitzung des erweiterten streisvoiftandes.— Die»ichtnerkansten starte» vom Heiteren Abend niiissen sofort abgerechnet werden. Räch Dienstag, 26. März, werden nichtverkauste starten nicht meyr zurvek. gdnommeii. 7. strei» Tharlottenbueg. Montag. S. MSrz, 1S?7 Uhr, im Jugendheim. SRoflnenstr. 4, Sitzung der Iugrndlommissio». 77. strei» SchSueberg. Hent«, Eonnwg, 24. März, Uhr, Besichtigung des stanalnetzes in Schiinederg. Teilnehmer de« stommunalen sturses treffen sich pünktlich Ith Uhr Neues Rathaus, Zimmer 144.— Montag, 2Z. März, 7. Vortragsreihe des stommunalen sturius 30 Uhr bei Bill. Martin.Luther. Straß« 69. Vortrag:„Stadtbauvlanproblcm, Stadtplanung ufw." 77 strei» Steglitz. Montag, 2S. März, 191», Uhr, streisnorftandsfitzung an be» iannter Stelle. 77. strei» Tempelhaf. Heute, Sonntag, 24. März, 19 Uhr. im Moli. Theater- faal, Mariendorf, Chausseeßr. J«.'.. Jugendweihe. II. strei, Renkälln. Engere strei«»o,stand»sitzuag«« Montag. 28. März, 19 Uhr, im Parteiburea».— Da» Parteibnrea», Reikarsl ratze, dlcidt»»n fetzt ad geschloffen. Wiedereröffnung an anderer Stell« wird nach belannt. gemacht. 76. strcz» Treptow. Dienstag, 28 März. I9'h Uhr. im Lokal EinRedlee. Ighannisthal, Sreispertreiernerfammlung. Vortrag:.Schuloerhältniffe in Berlin. Referent Stadtrat Carl Wermuth. Stellungnahme»um Bezirk». Parteitag. Statntenberatnug. Achtung! streisuorstand und Abeituagsleiter «Ine Stunde frLher. 79. strei» Paukaw. Montag, 25. März, I8>4 Uhr, frraktionsfftzung niit den Bvrgerdeputierten im Rathaus Pankow, Zimmer 17.— Dten,tag, 28. März. 29 Uhr, im TSrkilchen Zelt, Vrcitc Str. 14, Derben eranstaltnng de» Be, amtrnwerbeau-fchuffes»nd der Betrieb»sr»ktion de» B-,.!rk»amte, Paniow. Bortrag:»stommnaale Birtlchast'. Referent Stadtrat Ernst Rentrr. Säfte willkammen. heule, Sonntag, 24. Mär;: 77. Abt. Die Bezirksflthrer rechnen bi» Montoq, 25. Mörz, beim Senossrn Friede! ab. 79.»ad 41. Abt. Alle Genossinnen und Genossen treffen sich zur Besschtigiwg der Ausstellung.Wir» im Bild" vorm. 10 Uhr vor dem Gesundheitsamt. Am Urban IlV-11. 75. Abt Bannerweihe, nerbundcn mit einer Ehrung der Parteijubitare Im grotzeu Saat de» Gewerkschaftshanfe». Engelnfe« 24 25. Festredner: Mar Heqdemann. Mitwirkende: TonkÄnfilerorchestee vom DMB. Rännerchoe. Solidarität. Freie Tnrnrrschast Groß Berlin. Alle»enoffinne»»nd S« nassen de, 6. strei!»» ssnd daM eingeladen. >2. Abt. Neukölln. Die Teilnehmer an der Besschtigung de» straft werke? 1 Slingenberg treffen flch!>8j Uhr vor dem Bahnhof stailer-Friedrich-Stratze. Morgen, Monkag. 25. März: 79.«lbt. 79 Uhr Abrechnung bei steufnerm. Sagelberger Str. 29». 72. Abt. Abrechnung der Bezirlsfilhrcr bei Köhlte, Bergmannstr. 89. 89. Abt. Rariendorf. tb'h Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. 99. Abt. Britz. Buchow. 2g Uhr beim Genossen Günther, Ebansseilkr. 78, Bor. ssandssitznng. 197. Abt. Banmlchnlenmeg. 191h Uhr in der Aula des Lyzeum«, Baumschulen. stratze, Berfarmnlung für lcbrnskunblichcn Unterricht an den Schulen Baumfchulenwcgs. Alle Genossinnen und Genossen, welch« stindcr haben, werden gebeten, diese Versammlung zu besuchen. j Dienstag, 26. März: ». 7ttt. 19'4 Uhr bei strllger, Kussitenftr. 74. Eck- Sch-rinssstratze, Mitglieder. Versammlung. R-fcrent und Thema werden in der Dienstag. Morgenaus. gäbe bekannioegeben. 77. Abt. IS'i Uhr Äbieilungsverlammlung bei Schreiber. Triftstr. 67. Bor. .. trag:..Erlebnisse in Rußland". Referent Eugen Haafc. Reuwahl de» � Vorstandes. 77. Abt 191, Uhr Miigliedrrverlammlung im Hochbahnrestaurant ftrither Stockt, am Warschauer Platz(nahe Lichthous). Vortrag:-GrundftssSs. Politik, Vau-. Wohnung», und Siedlungswelen der Städte, insbefondere Derlin-griedrichshain". Referent Stadicol Richard Rotz». 71. Abt. I9K. OTir bei Bader, zilterboger Str. 7, Atteilungsversammfnng. Bortrstz:„Autbau drr Elaolsmachl in Rußland". Referent Magiftraisrat Dr. Fritz Schloß. Die Bezirksführer laden dazu ein. 58. Abt. Eharlottenbneg. 19'. Uhr im Rankehaus, Rankeftr. 4. vorn 4 Tr., Informations, und Ausfvracheabend. Thema:.Der stampf um die G». mcindewahlen". Ref. Paul Robinson. Besondere Einladung erfolgt nicht. 87. Abt. Tempelhos. 191h Uhr bei Pingcr, Dorfslr. 50, Milgliedervcrsammiunq. Vortrag:„Reform de» Slrafgesehouches". Refercn, Rechtsanwalt Alfred Oborniker. I0l. Abt. Treptow, streisbelegierlenversammln:g 191h Uhr im Lokal Einsscdlcr, Johannisthal. Gäste können auch teilnehmen. 115. Abt. Lichtenberg. 191h Uhr Abrechnung der Grnppenkassierer bei Gosse, Finow-, Ecke Scharnweberstraßc. Mitgliederliste billr mitbringen. Mittwoch. 27. März: 7. Abt. Die Bezirksführer Icden zur Aöt-'ilungsvcrfammlung ein. 37. Abt. Die Bezirke-fiterer laden zur Äbteilungsversammlung ein. 38. Abt. Die Bezirküfityrer laden zur Adteilungsversommlung ein. 127. Abt. Hohenschönhausen. Kolonie Weiße Taube. 19'? Uhr Mitgliederner. fammlung bei Rußkv, Lanosberger Chaussee 9b. Vortrag:„Warum neue Steuern?" Ref. Felix Fligg. Die Bezirksfiihm laden dazu bestimmt ein. Z cauenveranstaitungen. Die streisleiterinnen für Agitation werden gebeten, dem Franenselretariat »nigehend mitzuteilen, wohin die Rümmer» 7 und 8 der»Frauenwelt" zu fenhen sind.— Alle Vorwätsautlzen für die Ofterseiertaqe sind spätesten, di» zum Donnerstag, 28. März, aufzugeben, da da» Sekretariat am Sonnabend g«. schlössen ist. * 7. strei» Mitte. Dienstag, 2«. März, 191h Uhr, be! Spiegel, Ackerftr. 1, Funklionärinnensitzung. Z strei» Ziergarten. Montag, 25. März, 19'4 Uhr, strcisfroucnabend bei Grosser. Turmstr. 8.„Marzbichtungen". Vortragender Genosse Oswald Mudrack. Um 18'z Uhr im gleichen Lokal Funklionärinnensitzung. Z.»reis Friedrichdbain. Moniag, 25. März, 19'; Uhr. in Schmidts W 3 Gesell schafisha us, Feuchtste. 06a. Lichtbildervortrag drr Genossin Mar» 3 garete Sartlg:„Neues Wohnen und Bauen". Die Frauenobende der t M Abteilungen fallen zugunsten der Kreisveranstaltungen aus. Die Ab» jtz 3! leiluiigsleiurinnen laben ein. 7. steei» Eharloltenburg. Dienstag. 26. März. 19'; Uhr, Bortrog>" mit Lichtbildern im Deutschen strankcnkaslcnhons, Berliner Str. 157: „Unfallvcrhüiung im Haushalt". Refcrcnt Dr. Moosbaäzer. Zrauenveranstaltungen am Montag. 25. März: I. Abt. 20 Uhr hei Spiegel, Ackerssr. 1 kam stopvenplatz), Bortrog:„Ar. deiterschos' und Kirche". Referent Ernst Oberüber. 5. Abt. lZ'a.Uhr im Rosenthaler Ho!. Roseniholer Str. u/12, Vortrag: „Lustiges aus All.BerUn". Referent Heinz Barthel. 9. Abt. 19'. Uhr bei Dobrohlaw, Swinemilnder Str. u, Vortrag:„Sozia. listück!» Ätilli'rpolitik". Referent Hans Woywod. 8. Abt. 20 Uhr bei Richert, Eteinmetzflr. 06a. Vortrag:„Das Recht de« UN. ehelichen stindes". Rcferenl Eise Scheibenhuder. 14. Abt. 20 Uhr im Swinemilnder Gcscstschaflshaus. Swinemllnder Str. 42. Bortrag:..Die Frau im hcuiigcn Wirtfcliaftsleben". Ref. Ellen Bcidlcr. 15. Abt. 19'; Uhr bei sturkowski, Feldstr. 7, Vortrag:„Die Berufsarbeit der verbeiraicten Frau". Ref. Erna stresse. 27. Ab«. 19'; Uhr bei Borowski. Brüsseler Sir. 77, Vortrag:..stomjminal« Wohnungsbaupolilik". Ref. Architekt Otto Most 25. Abt. 19>. Uhr im..Werneuchener Schloß", Elbinger Str. 87. Vortrag:„Die Fron auf dem Arheitsmarl!". Ref. Georg Roible. Die Genossen find ebenfalls eingeladen. 29. Abt 1914 Uhr bei Rech«, Metzer Str. 26, Vortrag:„Lily Braun, Leben und Wirken". Ref. Margarete Schenkalowsky. Arbeiterbiidungsschule Am Mihroch, dem 27. Män, abends 7', Uhr, in der Arbeiterbiidungsschule, UndenstraBe 5, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer l) „WirtschatisrechS" Ref.; Dr. Franz Neumann Parteimitgliedsbuch legitimiert 27. Abt. 1914 Uhr bei Reetz, Eonnenburger Str. I, Vortrag:..Da» deutsche Volkslied" mit Erläuterungen am Klavier. Vertragender Genosse Dr. Mint; Brie. 50. Abt. 19'... Uhr bei Pohft, Stargarder,. Ecke Lychener Sir. 105. Bortrag: .�Berukskrantheiien und derrn reihlz'Itigc Verhülung"� Ref. Dr. Franz Waluga. 95. Abi. Der Frauenabend am 25. Mörz fällt aus. Allc GrNosslnnen be. tell'gen sich an der strcisveranftaltung. 76. Abt. Der Frauenalend fäll: aus. Genossinnen beteiligen sich am Liihtbildervorlrog in Schmidts Geselllchartshaiis, Feudilftr 0lw. 49. Abt. 20 Uhr bei Biiltcher, Hagelbcrger Str. 9,„Iack-Lonbon-Abend". Bertrogender Arthur Reiä>ordt, 7t. Abt. 2o Uhr bei Veinholf, Äelle.Alliance.Straße 70! Vortrag:„Inter» nationale Fronenbewegung". Ref. Lifo Albrecht. 72. Abt. lS>» Uhr bei Höhlte, Bergmannstr. 69, Bortrag:„Das Recht des unehelichen stindes". Res. Dr. Gotthardl. 43. Abt. 19'._. Uhr bei Krepp. Planufer 7.5 76, Vortrag:..Wie liest die Frau den wirtschaftspolitischen Teil de» Vorwärts". Ref. Dr. Schöuherr. 44. Abt. 1914 Uhr bei Ewald, Ekalitzer Str. 126, Vorlrag:„Helleres aus der schönen Literatur". Vortragender Genosse Henry Reiff. 46. Abt. I9'4 Uhr bei Adam, Lübbcner., Ecke Görlitzer Straße, Vortrag:„Er. zicbung in Familie und Schule". Ref. Genosse Kunstmann. 48. Abt. 19'; Uhr im Alerandriner, Alerandrinenstz. 37», Vortrag:„Ratio. nallfierung de? Haushalis". Ref. Mar Scybemonn. 97. Abt. Grunewald. 20 Ubr im Lokal Wurzbachcr fVahvhof?. Restaurant Gruncwaldl, Vortrag:„Moderne Frauenberufe und der Weg dazu". Ref. Kur! Kictzlyan». 91 Abt. Renkölln. 19'; Ubr im kleinen Saas de» Restaurants ff! kf..Bergfchloßhöhe", Karlsqartcnftraße, Vortrag:„Die Nöte u. Krankheiten|5 W der proletarischen Frau". Lichtbildervortrag des Genossen Stadtarzt Dr.?. P- Georg Löwenstein. W 95 Abt. Neukölln. 19'; Uhr h«! Griegrr, Lessingstr. 9, Vortrag:„Die elrauen und die Kommnnalwnhlen". Ref. Luise Moll. Die Frauen der Grnossen sind besonder»»ingelcde». 191. Abt. Treutow. 10'; Ilde be! Iauke, Kicsholzstr. 21, Frauenabend. Die Gruppe Treptow der Arbeileringend hat ihre Mitwirkung zugesagt. 119. Abt. Lichtenbeea. 20 Uhr bei Krezinski. Pfarrstr. 17, Vortrag:..Berliner Humor im Klassenkampf". Ref. Hanns H. Kamm. 171. Abt. Niedeefchönhausen. 20 Uhr in der Gemeinschaftsschule Bismarck. straße. Bortrag:..Eriiebung zum Frfedcnswillen". Ref. Genosse Abter. 172. Abt. Blankenburg. 20 Uhr bei Klug, Dorfftraße, Bortrag:„Die Frau und die Arbeiteraporldewequng". Ref. Kurt Etechert. 156. Abt Neinickendorl.Ost. Die Bessditigunq des Planetariums findet erst am 12. April statt. Näheres wird auf dem Diskutierabend am 4. April mit. geteilt. 139. Ab«. Teael. Asse Genossinnen beteikigrn sich an dem Frauenabend der Abt. 159s Tegel.Frcie Scholle, im Lokal..öchosscnkrug", am Montag. 2.5. Märt, 19'; Uhr. Vortrag:„Dos Wirtschaftsgelb der Frau". Ref. Gc. nossin Klara Bobm-Echuch, M. d. R. 159s Abt Freie Scholle. 1914 Uhr im„SchoNrnIrug". Vortrag der Genossin Klara Bohm.Schuch über„Das W!rtsd>oftsgeld der Frau. Die Tegeler Genossinnen ssnd dazu eingeladen. 149. Abt Borsigwalde.>91'. Ubr bei Woitzach, Grnststr. 1, Vortrag:„Jugend. nol". Ref. Wilhelm Miethke. Zrauenveranstalluagen am Dienstag. 26. März: 47. Abt 20 Uhr in der Schule Waldemarftr. 77, Vorlrag:„Die SPD. und das Wohnungsbauprogramm". Ref. Architekt Otto Most. 69.172. Abt. Wilmersdorf. I9>.I Uhr bei Rosenau, früher Sängebufch, Lau- bacher.. Ecke Varziner Str. 29, Vortrag:„Die Frau in Politik unb Wirt. schalt". Res. Käthe Kern. Neukölln 90 Abt 20 Uhr be! Schabe!!-, Weichsel.. Ecke Donaustratze, Bar. trag:„Bibelstnndc". Res. Ad. Soffmann.— 92. Abt. 1914 Uhr bri Gauter. Harzer Str. 86, Vortrag:„Gesundheitliche Erziehung der Jugend". Res. Dr. Hilde Wegschneider.— 96. Abt. So Uhr sLotal wird am Dienstag im Borwärt« beknnnlgegeben) Vortrag:„Bunter Abend". Vortragender Genosse Oswald Mudrack., 123. Abt. Kaulsdoef. 30 Uhr bei Remnaun, Wilhelm-, Sie Bahnhofstratze, Vortrag: Der Komvk um die Todesstrafe". Ref. Dr. Max Schütte. 137. Abt. Reinickendorf. West. 19'; Uhr im Bolkshaus, Scharnweberftr. 114, Bortrag:„Alt. Berliner Humor". Ref. Hanns H. Kamm. Arauenveronstollungen am Mittwoch. 27. März: 84. Abt. Lankwitz.>9"- Uhr bei Lehmann. staifer-Wilhelm.Str. 29/71. Bar. trag:„ßilerarifcher Abend"! Ref. Margarete Hortig. sssmwrbig mit»parter Stepp«««ixlem»* Spangenschuhe (tlr Kinder, wir Sieg- »p»vg«, tu garer Ans- tUbrung. larbip, FwgN 6». 31-75«.»«. Gr&su 29-70 V Kreppgummisohlen KiQdttr-SpbngeDscbübf. felnfa-rblg. echt Tahmen- gm Abt, Or. 31»»gg dl» TS 8.»o. 0t8.»« 57- 70 W Spangenschuhe in der modernftn Zwni- tarbeoansitU)' nmg.nchtrah-] «•ngnoiht.. i Herren-Halbschuhe prinia Iiaekledcr, fedieg. Ane fono.. 14 50 14 50 Spangenschuhe I B T Kinder, in versehiedenen Farben kir. 25/26 5.90, Gr. 28/24«.90. Grosse 20— 22 V Spangenschuhe topa«, die neae Frftb- jabrsmode, lederilber- «ogener, mo- a|�50 derner,»we-■ Jr ribsv.Abe.'e T rotte u rech u h e felnlerblg, iv»Her- eeaeeUs Mo- deUea,»meri- Irari. 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Sltome«Bet lu der Wohlfahrts. und Zugendpflege täliaen Genossinnen und Genossen bei Otto, Rigaer Straße. Ecke Pros?auer Straße, Vortrag des Genossen Schmidt- Leichner und Neuwahlen. Interessierte(Seuossc» sind eingeladen. Zungsozialisten. SrAPpe Tharlotte-bara. Heute. Sonntag. 20 Uhr. Bunter Abent» im Jugendheim Nosinenstr. 6. Montag. ZZ. Mai» politische Rundschau im Jugend. heim Rosinens«. 4. Leitem E. Riarkus. Arbeilsgemeiuschaft der Sindersreunde Groß-Verlin. »rei, Steglitz. Dienstag. 26. März, 17— IS Uhr. im Heim«wrechtstr. 17. Tressen. »rei» Mitte. Montag. 2S. Mär,. 20 Uhr. im Heim Zehdenickrr Stratzc, Hclsersisuliig. Aussprach« Uber, die Maiseier.— Dienstag, 26. Marz. 18 Uhr. treffen sich alle»inder im Heim.!?eht>enicker Straße, zum Lichtbildervortrag über Hamburg. Hamburgfahrer bringen Selb mit. Gruppe Südwest ladet Elt-rst un» ffreunde ,>un Dienstag, dem 26. März, 20 Uhr, nach dem Jugendheim Jorckstr. 11. ein. Obmanmvahl. Osterfahrle». Vortrag:„Eigensinn der Linder"." . Lrei» TeMpclhof. Juagfallen, Gruppe Flughafr». Dienst»» 26. Mär» 17— 19 Uhr, Dsterfeier. Die Nestfalken beteiligen sich daran. Zugendheim Ger- lnaniastraße. in Tempelhvf. Eingang Gijtzftraße. Lrei» Reuliilla. Heutige LreisveranstaUung. Mm. Lichtbilder, Mufil. Ausgestaltung Gruppe Birke. 16— 19 Uhr Heim Steinmctzftr. 114.— Gruppe Lichtkämpfcr. Dienstag, 26. März. 17—19 Uhr. wichtige Besprechung im Iuaeirb. heim Bergstr. 29. Letzter Anmcldetermiu für unsere Osteriahrt wach Buckow— Märtische Schweiz. Lrcis Aeiuickcndors. Lreishelfersitzuug Montag, 26. Mär» i» Jugendheim Ost, LInbaüer Straße, um 20 Uhr. Lrei» Schöneberg. Rotlallen. Dienstag: Vorträge, Vollversammlung. Don. nerstag: Vorbereitung zur Osterfahrt, ssrcitag: Ib' j Uhr am Laiser-Wilhclm- Vlatz. Iungfalleu. Dienstag: Vollversammlung. Mittwoch: Letzte Vorbereitung ?'tr Osterfahrl bei Migge, Scklöneberg, Tempelhofer Str. 6. ffreitag: 18 s» Uhr om Laiser-Wilhelm-Blatz. Kallcnlsilen. Dienstag: Vollversammlung. Lreis Fricdrichshain. Dienstag: Helfersitzung DieZtelmeyerstraß« um 20 Uhr. Geburtstage. Jubiläen usw. 28. Atzt. Unserem Genossen Adolf Meyer, Oder Herger Gtr.».» seinem heutig?» 70. S«bn>stag« die herzlichstca SlSckwünsch«. Seit wehr-l» 26 Jahre» bat er treu nnv unermüdlich iu»ufere» Reihe» fsir»user« Sache gewirkt. Wir wünschen, ihn»och viele Jahre bei un» al» Lämpsrr zu sehe». . 38. Abt. Uuserem vcrdienstpollen und treue» Parteigraosien Otto Reichardt. Richthofcnstr. 6. die herzlichsten Glückwstusch«»um 60. S«b»rt»tage. Geuasie Reichardt ist feit 82 Zähren ununterbrochen Mitglied. j Sterbetafrl der Groß- Berliner Partei« Organisation 19.«bt. Unser lieber Genosse August Hintz« ist UN« durch den Tod ent- rissen worden. Mit ihm ist einer der Besten von un» gegongcn. Sein ganzes Leben ivar»er Partei und Gewerkschaft� und insbesondere dem Dienst an den Aermsten der. Arme» gewidmet. Gr war immer bestrebt, wenn ez anging zu helfen. Wir werden ihm stets, ein dauerndes Andenke» bewahren. Di« Ein» slcherüng findet am Montag, dem 26. Mär» 18 Uhr, im Lrematorium Ge- lichtstraße. statt.'' 38. Abt. Unsere Genossin Anna Dietrich, Strausberger Str.!».>st am ■Rt.r Mär, im SO. Lebensjahre vcrftörb««.. Ehp» ihrem Andenken. Einäscherung am Dienstag, K. März. äSH- Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. 124. Abt. Mahl-dors. Unsere Genossin Madhch Buche ist am 20. März nerstorben., Ehre ihrem Andenke»! Einäscherung am Montag, 26. Mär» IsiV» Uhr, im Lrematorium Baumschulenweg...., «Hu OBsgefproifen«« siirkusprogra»» bringt der Zirkus Busch im Monat März, Dje jungen Bären des Zirkus Dusch zeigen ihr« ersten Dresiurksinst« und auch vic Läwengrupve arbeitet zum erstenmal vor dem Publikum. Arturo Manzanp ist der Schitlreiter der alten spamfchen Koben Schul«. Auch die lrailischcn Stier« werbrn in anszez-ichniter Dressur vorgeführt.�. Leiter- und Bcrchbalariren, Reiterspiel« und FrrWltsdressuren wechseln ab.' Di« � Ballett- ......" Dieses simis Di»' Bllda«(m Heim— �Elettrvla"-- bietet dl« Nebgewordene» Melo. dien aus„Der liebe Augustin" der nevesten Charrll.Auffsihrung auf„Elel. rrota Äliisikplcktten. Bortpicl ohne Kaufzwang durch jede autorisiert« EIcktrola. Berkaukstcll« oder in der„Elektro Ia".Eesellfchaft m. b. H. Berlin W.'8, Leipziger Str. 28, und.W. 16, Lurfstrftendamm 26. Gutschein« finden Sie in den Packungen der Enoer-BeTvZigarettrn. Wer dt««n Markdn, beliebt durch, ihre seit Iöhrrn-- gleichbleibende hervorrage ab« Matität» bis..Treue hält,,«tpixht dadurch G«MNständ«- die wr jedea au. aenehm. nützlich'und erwünscht sind... „Balm Senior" ist der Narrte«irrt»«San eorona-Ltg-rtest�orttmeNt», Zadi« bekanute Berliner. Zigarrcn-Großhandlung Eduard Balm auläßlich ck-t 401 ährigen GeschästsjubiläuMs jetzt herausgebracht, hat. Diese. Sortiment». klsie stellt«in belonders hübsches vstergescheat dar. � Endlich mußte der Winter dem Frühling meiche». Was Negt da näher. als den äußeren Menschen durch Frilhlrngskleidung fesilkch und zeitgemäß zu erneuern. Wir müssen f-stsiellen, daß w unserem Heim manche» erneuerungs- bedütitig ist. Doch wie sollen die einschneidenden Anschaffungen tu das recht« Verhälrnis zu den Einnahmen gebracht werden? Das durch seine«Ulan, und Leistungsfähigkeit bewährte LredithauS B, Feder liefert preiswerte Mädel, ibarinuen. Tepvich», Herren-, Damen- und Kinderkleidung zu langfristigen Zahlungsbedingungen bei gekiuger Anzahlung...". Paul Linckc, der weltbekannte Loviponist,.ist als Dirigent seiner eigene» Äerke von der Karl Lindftristn-A.-G. fsir ihre Odeon-Blatteu oernflichtet worden: All« Musirsrrwnd« werden, es öankbar begrüßen,' den beliebten Komp»- Nisten als Interpreten seiner eigene» Werke nunmehr auf der Schallplatte zu hören.'_' ■ Nachwittags-orstellunge» i» de»«ammerlichtsplele». Seit Freitag, 22. März. fsthrt die. Ufa in den«ammerlichtspiele» am Potsdamer Platz täglich« Nackt- mtttggsvorstcllungen ein, um den zahlreichen Kinobesuchern, die auch während »er gtacuvlitiaas stunden einen Film lehe». wollen, dies« Möglichkeit zu per. schaffen. Es wird der gleiche Hauptfilm wie im Abendprogramm gespielt. Dies« SoNdcroerawstaltungen brvinnen um 8 Uhr. und es wirb bis um s"7 Uhr lEpnuabead- und Sonntags bis um. ihb Uhr) vausenla, oorgefithrt. so daß .jeder, eiliger Eintritt gestattet ist. Der Eiuthittsprestz-ist außerordentlich niedrig oehälteb. Fsir sämtlich« Plätze einschließlich der Logenplätze ist fsir die Nach. mittagsvorstellungen«in Sinhertspreis von 80 Pf. festgesetzt. Der Beginn wird gemacht mit dem Zoe.May.FilM der Erich-Pommer-Produk�jon der Ufa Liudoü. Der Dann' des Froste» der kn diesem Iah« selbst den de» sonst ichwer übcrwindlichen Bodensce in Fesseln gelegt hatte, ist gebrochen. Der Frühling ist dem weichenden Winter ans dem Fuße gefolgt u»d der weit» ibartea um die interessante Inselstadt schmückt sich mit dem bunte»»leid der Frühlingsblumen. Der Dampferocrkehr ist wieder aufgenommen, der Fremden. oerkehr hat lebhaft eingesetzt und alle» ist fsir einen rege» Osterbesuch aus» best« gerüstet. Run ist der Frsihliug doch gekoon»«,, und M>ar i.. warm, daß die Winterkleidung al» Last eorptunden wird. Darum sind� di« so uiieupartet schnell und Beschaffung des Fdlhiahrsmantels und des neuen.Hute, heut« die aktuellsten Sorgen der DatNcn. schnell, und gut zu kaufen dl« Tagesfrag«, die man in einem so. großen Hause wie Weriheim mit seinen jetzt wohlgefsilten Abtei- .lungen am besten erlebigt. Ein in der kommenden Woche stattfindender großer Verkaui von Strümp'cn, Trikotagen, Handschichen, den die Firma W'ertheim in ihren vier Geschäften veranstaltet, bietet Delege nhett. weiter« notwendige Betleibungs-Gegenständ« billig zu erstehen. Unanschnlich««luminiumtöpie»nd Küchengeräte»»erben wieder blitzblank »ttb strahlen in neuem Glanz durch Pützen mit Ata, dem dewährten Henkel- Putz- und Scheuermittel. Etwas Ata aus der handlichen Streuflasch« auf trockenem Lappen gestreut und danrit die schmutzigen Stellen abgerieben, bvingt schon nach kurzem Putzen deii gewünschten'Erfolg. Da» Nachreiben geschieht bei Aluminium glctckstalls trocken. Unter den anhaltend schwierige» wirtschaftlich«» Verhältnisse» ist jetzt jeder- marni besonders bestrebt, den Eigenbedarf so preiswert an« möglich einzudecken. Diez trifft auch fsir die Liebhaber einer guten Zigarre zu. Daß die Fabrikat« ber. bekannten Figarren-Impart-Firino Otto Voenicke, Berlin W. 8. Französische Straße A, sowohl wag Konsum, al» auch hochfein« Diner-Ztoarren anbelangt. hinsichtlich ihrer Güte und PreiowUrdigteit an der. Spitze stehen, beweist die im Jahre 1928 mit dem Boenicke-Hausmarke-Soro na»�Sortiment erzielte 60- prozenttge Absatzsteigerung auf etwa 23 Millionen Stück. Wodienprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 24. März; 8A5: Stundeozlockoisplei Irr PotaJuner Oanilsonldrdie. Morrmleier, 11.30: Konrert. 13.15: Die moderne Sducbpartie. 14.30: Pflr den Landwirt. 15.30:.Märchen, 16: Die Brüder Qrimm. 16.30: Schaüplattenkonrert. An. schlieEemd Teemnsik. 18: Gespräch über den Alkoholmißbrauch. 19.30: lugen d- beratang. 20: Konzert 20.45; Palmanim(Rezitationen, Masikvorträge). Danach Taozmu&ik. Montag, 25. März: 15.30: Diätrestanrants in der Großstadt. 16: Wie ond k welchem Umfanse werden die Preußischen Rentenbriete aulgewertet?>6A0: Konzert>7.30: Novelle von Schoenaich-Ctrolath. 18,10: Sprachliche Plaudereien. 18.30: Englisch i6r Anfänger. 19: Deutschland und die.Minderheitenfrage. 19.3«: Musik in der Kirche. 20: Unterhaltangsoinsik. 21: Rainer Maria Rilke. 21.30; Wie wir schallen nnd wozu wir schaffen. Deutschlandsender: 20: Sendesplele:„Professor Bernhardi", KomMIe so« Artar Schniteler. 21.30; Konzert Dienstag, 26, März; 12.30: Die Viertelstande für den Landwirt. 15.30: Sitten nnd Bräuche in der Ostereeit 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Unterbaltungsninslk. 18.10: Kunsterziehung der jungen Generation. 19: Rußland nnd der lerne Osten. 19,30: Das Wunder de» Fernempfang«. 20: Sendespiele:„Das goldene Kreuz", Oper von Brüll. Alittwoch, 27. März: 15.30: Die Uchtbfldsammlnng der Stadt Berlls im Dieaato der Volksblldurg. 16: Technische Wochenplauderei. 16.30; Uaterhaltangsmaslk. 18.20: Rundschan ISr Blumen- and Gartenlrennde. 18.50: Der Berirf des Nerven- and Irrenarztes. Adolf Müller jun.. Kapellmeister am Theater an der Wien, gestorben gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, hatte sich gewig nicht träumen lasten. Sah eine seiner Operetten«inst über Millionen Menschen durch den Aether HeravMimjen würde. Denn er war kein evdensremder Phantast, sondern«in handfester Musiker. Bielleicht hat er an einigen seiner Werke Dauerwert geträumt: aber im wesentlichen schuf er sie doch für die Menschen seiner Gegenwart. Es steckt in dieser Operette„Der ch o f n a r r*. die man im Rundfunk hört, ein gutes Stück musikalisches Können. Don den musikalischen Ein- fällen des Werkes könnten ein halbes Dutzend moderner Operetten und noch dazu«in Viertel Dutzend gemäßigt moderner Opern leben. In seinem.Hofnarr" blitzen dann und wann echte Genie- funken auf. Di« Operette gehört auf die Bühne. Der oerwickelte Inhalt perwirrte sich für die chörer des Sendespieles. Allzu kritisch lauscht Dan beim Rundfunkempfang auch dem in diesem Werk reichlich vertretenen gesprochenen Wort, dem die Operettensänger oft nur in sehr geringem Matze gerecht werden. Mit dem Gesang und der Aufführung des Werkes kann man zufrieden fein.— Der preußische Minister des Innern Albert Grzesinsli sprach über.�Organisation und Aufgaben der heutigen Polizei'. Der Haupt- wert des Bortrages lag wohl darin, daß der verantwortllche Minister ein Bekenntnis sür die Polizei ablegte: Polizei dienst ist Dienst an der Oeffentlichkeit. Di« Polizei wird von dem Volk« für da» Volk erhalten. Doch jeder einzelne mutz den Dienst der Polizei begreifen und ihr bei ihrer Arbeft behilflich sein. Ein Mißgriff eines unge- eigneten Beamten darf nicht zum Anlaß genommen werden, das Wirken der Polizei zu verurteilen. Man ist an maßgebender Stelle stets b«müht, diejenigen aus dem Polizeidienst aus�zu schalten, die sich dafür ungeeigiker erweisen. Tes. 19.20- Genossen schattea and deutscher Mittelstand. 21: Vortrag. 3BJ0t Kwilin«»" musik. 21.15: Tolstoi. Deatscblaadseader: 21.15: Ans„Parsifal". Donnerstag. 28. März: 12.30: Die Viertelstunde kür den Landwirt. 15.30: Piaaderei Ober die Name* von Sternbildern. 16: Der Sport in der Dichtung. 16J0: Konzert. 17.30; Rezitationen. 1S.30: Gemeinschaftsgeist and Sozialmoral. 19; Meister der klassischen Knns». 19.30: Sozialistische Erziehong der Jagend. 20: Uebertragang Leipzig; Konzert Anschließend Berliner Passionsspiet um 1400. Freitag. 29. März; 8JS: Stundenglockenspiel der Potsdamer GamlsanVird». 9: Morgenfeier. 14: Rnnd um den Müggelsee. 15: Passions- nnd Osterspiele. 16.30: Nach- mütagskonzert. 18: Uebertragnntz. Leipzig:„Matthäuspassioo"»ob Bach. 21-30; Rezitationen. Sonnabend, 30. März: 15.30: Bach und Beethoven 1* der Moslt 16: Ostern am Boke der Kaiserin Zanditn von Abessinien. 16-30: Jockel e. das Häschen. 17: Orgelkonzert. 18.10: Die deutsche Wiedererwecker des Idealismus. 18.35: Der Student in der Großstadt. 19: Dentscher Fleiß nnd deutsche Wirtschaft 19.30: Die Rätsel der Klangwelt 20: Orchesterkonzert 21: Szene» ans„Taust". Deatschlandseoder: 20: Stunde des Landet. Königswusterhausen. Sonntag. 24. März:• Ab 8.55: Uebertragang aus Berti». K: Klassische»ad moderne MasOt Ab 16.30: Uebertragang aas Berlin. 18.50: Wie Parsilal anser ward, 19.30: Du System meiner Philosophie. Ab 20: Uebertragang aas Berlin. Montag, 25. März: 16: Französisch(knltnrirnedTlch-lherarhche Stande). 16J0: Uebertragang aus Berlin. 17-30: Franz Llszt 18: Wie steigere Ich die Leistungsiähigkeit meines Geistes? 18.30: Englisch für Anfänger. 18,55: Wie erhalte ich meinen Motorpflug mit den geringsten Kosten betriebsbereit? 19.20: Werkmeisterlehr. gang für Facharbeiter. 20: Dentschlandsender: Sendespiele:„Professor Bern. hardl", Komödie von Schnitzler. 21.30: Konzert. Anschließend Uebertragung ans Berlin. Dienstag, 26. März: • 16: Die rationelle Methode des Rechne««. 16.30: Uebertragang ans Leipzig. 17.30: Explosionen nnd Explosivstoffe. 18: Moderne Dichtnngea. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.50: Grundfragen der Charakterkunde. 19.30: Moral nnd Soxialkritik in der Malerei. Ab 20: Uebertragang au Berti». 22.45: Bild. funkversnehe. Mittwoch, 27. März; 16: Die rationelle Methode des Rechnens. tMB: Uebertragung ans HaraJ bürg. 17.30; Einlührung in das Verstehen von Musik. 18: Dichterstunde. 18.30: Französisch für FortgeschHttene, I8JS: Werkmelsterlehrgaug für racharbelter. 19.20; Genossenschaften and deutscher Mittelstand. Ab 28: Uebertragang ans Berlin. Donnerstag, 28. März: 16; Erziehnngsberatnof. 14.30; Uebertragung aa* Berti*. TTJO; WeftMU tische Stunde. 18: Dichterstnnde. 18.38; Spanisch flkr Fortgeschrittene. 1856: Der angenblickliche Stand der landwirtschaftlichen Mazktheobachtaag. 19.20; Der reisende Kanfmaoo.-Ab 20: Uebertragang ans Berti». Freitag, 29. März: Ah 8.85: Uebertragang aas Derfc. 22.45: BOdf iil i■■» ha ,, Sonnabend, 30. März: 16: Ans dem Zeatraiinstltut für Erziehung und UnterrtcM. WJOt Oeher. tragung ans Mamburg. 17.30; Wenn dl* Berötlcerung alt 6e» Behörde» Zu tun hat 18:- Das Bach und dl« arbeitende Jugend. 18J0: Spanisch für Aattaccr.. I8J5S: Osterfeier. 20: PeutschlandKader; Stande de* tancke», Ab 21: Uoind tragung ans Berlin.'' Im Namen des Volkes! Strafsache gegen den Fahrradhändier Willibald Kraus in Berlin NO. 18, Große Frankfurter Straße 52, geboren am 29 Juni 1882. in Ybbsitz, Niederösterreich, wegen Vergehens gegen das Warenzeichengesetz. Das Amtsgericht in Berlin-Mitte, Abteilung 130, hat in der Sitzung vom 3. Januar 1929 für Rechi erkannt; Der Angeklagte wird wegen Vergehens gegen§ 14 des Warenzeichengesetzes kostenpflichtig zu einem Monat Gefängnis verurteilt Bei den noch im Besitze des Angeklagten befindlichen Fahrrädern, welche mit dem Schilde B.S.A. versehen sind, ist dieses Schild zu beseitigen. Der Nebenklägerin wird die Befugnis zugesprochen, binnen zwei Wochen nach Rechtskralt des Urteils die Verurteilung des Angeklagten auf dessen Kosten im Berliner Lokal-Anzeiger, der Berliner Morgenpost und im Vorwärts öffentlich bekannt zu machen. Durch rechtskräftiges Urteil des Landgerichts I in Berlin, 7. kleine Strafkammer, vom 7. März 1927 ist vorstehendes Urteil wie folgt geändert worden: Die Berufung des Angeklagten wird mit der Maßgabe auf seine Kosten verworren, daß er zu einer Geldstrafe von 300— dreihundert— Reichsmark, ersatzweise zu 30— dreißig— Tagen Gelängnis, verurteilt wird. Die Nebenstrafen bleiben bestehen. Als Nebenklägerin gibt die Birmingham Small Arms Co. Ltd, Birmingham, vertreten durch Patentanwalt Dipl.-Ingenieur Felix Neubauer, Berlin W9, Potsdamer Straße 5, das vorstehende Urteil hiermit bekannt Hannoyersdie Bodenkredlt-Bank, Einladung zur Zeichnung. Zum beut* Hellende* AaUgeianat* tefw vir CLM 2000000.- unserer zum Vorm�fknrsc voa 97V37. sowie G.M. 2000000.- 87oP W-WUMUlMMlIM He 2 zum Vomartraruc von 94'/, 7. In der Zeit vom 26. März bis 8 April d. Jfs. einseh Ii eSTich ffrflherer Schluß der Zeichnnntz vorbehalten) zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Gold-Hypothekenpfandbriefe sind bis 1. luli 1933, die Gold- Kommunalschuldverschreibungen bis I Januar 1934 unkündbar, in Stücke zu 100, 500, 1000 und 3000 Goldmaik eingeteilt und mit|anuar— Ju i- Zinsscheinen versehen. Sie sind an der Berl ner Börse eingeführt Letzter Kurs der Gold-Hypothekenpfandbriefe 98%, der Oold-Kommunal- schuldve Schreibungen 95% Die Qold-Hypothekenpfandbriers sind bei oer Reichsbank zur Beleihung in Klasse A zugelassen. Der Antrag auf Beleihbaikeit der Gold-Kommunalschuldverschreibungen wird alsbald gestellt werden. Die Goid-Kornrnunai Schuldverschreibungen sind in Preußen mündelsicher. Die Stücke sind sofort porto- und spesenfrei lieferbar. Sie sind bis spätestens 18. April d.|s. abzunehmen Zeichnungen nehmen alle Banken, Sparkassen und unsere eigenen Kassen in Hildesheim und Berlin entgegen. H 1 1 d e s h e i m, den 23. März 1929. Hannovencfae Bodönkredit-Bank Dr. Meyer Astor Kghneck Abbi/dg.t Hausmarke, Coronas extra, eine un O ber t refft. Leistung 20 Pf. m. 23 Niilioiifn Stück esaii! 1998 In diesen Zigemnl Viel nachgeahmt— doch nte er reicht l Tlmn� Coronitas... 70V, cm TS Pf. 1 Coronas groß 13 cm 18 Pf. Coronas klein 77'/, cm 13 Pf. Coronas extra 75'/, cm SO Pf. Coronas mittel 72 cm 15 Pf. 1 Sämti. in Kisten zu 50 Stück. Anderweitig aufgenommene Nachahmungen sind mit meiner Hausmarke nicht IClQntiSCh/ Jllustrlerf» Preisliste kostenfrei. --.??> ß wa-'» W JS TT* ,-41»M jm'HTSßdßir JHT WS SS MS äSSJST 51 Rabatt bei Barbezug von Originalkisten, von 500 Stück an 6\, V Portofrei innerhalb Deutschlands von M. 20.- an. Sarün hf ß framösisdie Str. 21 1 Jfm um Zoo* Bageilsdter pl. 9 ± Mstr. 59 t Tfönlgstr. 49* Sdtloßstr. 96 ± Slberfetit t Vönlgibsrg pr. 4 (Stw w www wtr WM Merkur 5741— 42. 4160 Badapester Str. 9 a Ecke Innsbrucker Stpaße Nahe CharloUenstr. bei Bert Rathaus Steglitz Alter Markt 2 Kneip h. Langg. 5 Cefßzig Thomasg 2 Oiensfog.bcn 2S Marz, nachmittags 5r2 Ahr. in Smald» r>rr»>n»haa», «tatther Strohe 126 Branchenversammlung der Metalldrücker und Polierer. Tagr«ordnung: 1. Bericht. 2. Ber- iandeangelegenheiten und Berschtedene». Liegender Wichtigkeit der Tagesordnung eüParien'wir. daß.alle Kollegen erichewen Die-Berlrauensieute find verofiichiet. für einen guten Besuch' Sorge' zu trage. WM. GoldflömledeizehUsev vienstag. dem 2«. war,, nachmittag» S Ahr. im Cotal.Wie Geheimrats- kneipe-, Zernsolemer Strohe 6 &sr Versammlung de« Goldschmledegehikfea. Tage,» rd n u n a: i. Stellungnahme zu dem ansge-rdeileten Ztatzmentaris. ü. Brauchenangelegenhetteu. S. Ber» schieden««. -Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung darf kein Kollege fehlen. bm _ VntZMMM iAS öet SlelllvettiM Montag, den 2».»«rz.»achmittaa» h Ahr. IM.»»ichenderger char. »eichenberger Strohe 14Z Versammlung-m» «chwa«! Nahkordeikn �wug, Donnerstag, den 2». Utttrz.»dend» 0>/,»he. im Lotal»an Wollschlager. »doidertftrah« 21 Branchen Versammlung T-gesordRun»:,' l. Branchen ongeiegenheiten. 2. Dtekusfiou. Die tariflichg» Bdmnchunge, find im Druck fertig- und w«tde» w der«er. sammluagchiösegebe». � At�ungZ" Achkuagt Di» voefranenOMcknner.Uoaferenz der Siurichter silllt in diesem Monat au». Spielplan unserer»»lloradtettnng. Zu der Sache vom 25. dt» S8. aRSrz: L Der Flug zum Rordpoi sRoald Amundsens. 2(Sanen'tässtlm. Z. Dumoresle. Iu der Woche oom 2. bto 2.«prtl: > Othello, der Mohr von Venedig. 2 Techmich« Film. 3 Humoreske. 3b der Woche vom 8. Mo U.«prtl: 1. Zwischen Skagerral und Jmatra. 2 Eiodrecher. Kraifin". 3. Technischer Film. 4. Humoreste. fa der Boche vom IS. bis XL. BprU: 1 Nuri, d«r Eleiont. 2 Tkoor» und OcdiandkuMoiernng. 3. Humoreske. Anfragen wegen Ueberiassung und Besuch der Adletlung jind leievhonisch oder schrtfl. ilch an die Kulturabteilun» sBureau Lwienslrab« S3 35, Zimmer 20)«u richten Dl« Orksverwallung. 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Es liegt auf der Hand, daß die Kommerzialisierung der Reparattonsschuld jede Form des Transferschutzes ausschließen würde: niemand würde deutsche Reparattonsschuldscheine kaufen wollen, wenn es nicht sicher ist, daß die Zinsen und Tilgungsraten regelmäßig ausgezahlt werden. Ebenso würden die S a ch l i« s e- rungen wegfallen. Die Kommerzialisierung wäre also für Deutschland mit sehr schweren Opfern verbunden, zumal die sonstig« deutsche Kreditauf- nähme im Auslande durch die Auflieferung von enormen Repara- tionsanleihen außerordentlich erschwert würde. Rur durch«ine sehr bedeutsame herabsehung der höhe der deutschen Verpflichtungen dürste man hassen. Deulschland zur Zustimmung für die Kommerzialisierung seiner Reparattonsschuld zu bewegen. Schon bei dem Beginn der Pariser Konferenz hat sich herausgestellt, daß die svanzösische Forderung nach der vollen Kommerzia- l i s i e r u n g der Reparationsschuld in ihrem vollen Umfang zurzeit völlig unerfüllbar ist. Man kann die Kommerzialisierung nicht als einmalige Transaktion, sondern nur als einen lang- andauernden, vielleicht Jahrzehnte in Anspruch nehmenden Prozeß denken. Dadurch wurde zwar auch die Folgerung nach der sofortigen Aufhebung des Transferschutzes für die Gesamtsumme der deutschen Iahreszohlungm nicht mehr so aktuell: andererseits blieb aber die Frage, wie die von den Franzosen gewünschte Sicher- hett der Bezahlung gewährleistet sein könne, ganz offen. Ohne solide Sicherheit war aber Frankreich für die Herabsetzung seiner Ansprüche nicht zu haben. Die es zur Reparalionsbank und zur Schuldteiluug kam. Es mußte von vornherein klar sein, daß Frankreich für keine beträchtliche Herabfetzung der Reparationen zu haben ist, wenn nicht irgendwelche Form für die Erfüllung seiner Forderung nach der Sicherheit der Bezahlung gefunden wird. Dadurch wurde die Besprechung von eventuellen Formen der Reparation s- Zahlung im weiteren Sinne, d. h. einschließlich der Uebertragung, zur ersten Ausgabe der Konserenz, nachdem die Borträge der . deutschen Delegierten über die wirtschafttiche Lage und Zahlung«- fähigkeit Deutschlands entgegengenommen waren. Wir wissen nicht, wie der tatsächliche Verlauf der Ber- Handlungen bis setzt war. Rur einige Grundgedanken sind heute sicherer als die unendlich vielen bisherigen Zeitungs- konstruktionen: alles, was von den Einzelheiten gemeldet wird, muß man mit größter Borsicht ansehen. Vorläufig kam, auch noch nicht von Entscheidungen der Konferenz die Rode sein, sondern nur von diskutierten Problemen und von der Richtung, in welcher eine Verständigung vielleicht schon erzielt oder wenigstens angebahnt worden ist.— In der Frage des Transferschuhes scheint man darüber einig zu sein. daß vollständige Beseitigung jedes Schutzes zunächst nicht in Frage kommt, da auch die sofortige vollständige Kommerzialisierung der Reparattonsschuld nicht im Bereiche des Möglichen liegt. Es wird an eine Teilung der gesamten Reparationsschuld gedacht, so daß ein Teil der Jahreszahlungen nicht den Transfer- schütz genießen soll, daß er also unter allen Umständen übertragen werden muß und deshalb kommerzialisiert webden kann. Für den anderen Teil soll der Transserschutz bestehen bleiben. Es wird auch von einer Dreiteilung gesprochen, nämlich davon, daß noch ein dritter Teil der Zahlungen, der in Form der S a ch l i e f«. rungen übertrogen wird, fixiert werden soll. Alle Vermutungen darüber, wie die Gesamtsumme der Jahresleistungen zwischen diesen zwei bzw. drei Teilen verteilt werden soll, sind vorläufig hinfällig, da die Art der Verteilung, falls der Grundsatz anerkannt wird, offenbar von der H ö h e der Jahresleistungen abhängen muß. Natürlicherweise entsteht die Frage: Was'soll geschehen, wenn es gelingt, den ganzen nichtgeschützten Teil zu kommerzialisieren? Wird damit auch die höchste Grenze der Kommerzialisierung erreicht werden? Darüber liegt keine Mitteilung vor. Es ist aber logisch anzunehmen, daß es Deutschland überlassen wird, bei einer Er- Mäßigung der gesamten, von ihm zu zahlenden Summe auf den Transserschutz für einen wetteren Beitrag zu verzichten, falls zu jener Zeit sich die Bedingungen für die lieber- tragung günsttger gestalten werden(infolge einer eventuellen günstt- gen Entwicklung der deutschen Ausfuhr). Durch solche Teilung der Reparattonsschuld wäre schon die For- derung nach der Sicherheit der Bezahluing(durch die Kommer- zialrsierung) te i l w e i s e erfüllt. Da» projett einer Reparalionsbank zielt darauf hin, dieser Forderung sin vollen Umfang auch ohne sofortige Kornmerzialisienrng gerecht zu werden. Wir lasten hier olle Nebenabsichten, die mit diesem Projekt verbunden sein sollen oder können, beiseite, mögen sie noch so wsitzielend und bedeutsam sein. Hier interessiert uns nur die Frage, welche Bedeutung die Gründung einer solchen Bank für die Regelung des Repara- ttonsproblems selbst haben soll. Die Reparationsbank wird, wenn dieser Gedanke verwirklicht wird, deutsche Zahlungen aufnehmen und sie an die Gläubiger, seien es die Gläubigerstaaten oder die privaten Gläubiger, über- tragen. An sie würden also vor allem die Funktionen des Reparationsagenten übergehen, ihr würde aber darüber hinaus auch die Durchführung der Kommerzia» l i s i« r u n g anvertraut werden. Di« Reparationszahlungen werden asto in diesem Falle an eine Stelle fließen, von welcher sie im Rahmen eines weltumfassen- Autoreifen-Trufi marschiert. EonttnelltabEaouschout frißt Peters Union und Titanwerke. Der größte deutsche Gummikonzern, die Continental- Caoutchouc Companie in Hannover, holt jetzt zu einem großen Schlage aus. Bereits im Spätherbst hat dieses Unter- nehmen die E x c« l si o r- Gummiwerke in Hannover aufgesogen und steht jetzt kurz vor der Berschmelzung mtt zwei weiteren größe- ren Gummiwerken, der Peters Union in Frankfurt a. M. und dem Titanwert in Waltershausen. Diese Zusammenballung der Gummiindustrie unter der Führung der Continentalgruppe, die schon nach der Fusion mtt Excelsior etwa 60 Proz. der deutschen Autoreifenproduktion beherrschte, schafft einen deutschen Gummi- und speziell Autoreifentrust, in dessen Händen etwa 75 Proz. der deutschen Reifenproduktion zusammengefaßt sind. Die Gesamtbeleg- s ch a f t des neuen Gummitrusts wird etwa 18 100 Mann betragen. Das einzige große Werk, das sich bisher der Auffaugungspolitik von Continental beharrlich und mit Erfolg widersetzte, sind die Har- burger Gummiwert« Phönix, die mit einer Belegschaft von etwa 4000 Mann und einem Umsatz von rund 25 bis 30 Millio- nen im Jahr ein beachtenswerter Außenseiter für den Trust bleiben. Die Conttnental-Caoutchouc A.-G. hat jetzt kurz vor der neuen Fusion ihren Abschluß für 1928 bekanntgegeben. Di« Verwaltung hat in ihrer Bilanz alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Gewinne zu verstecken. Zwar zeigt der Geschäftsgewinn noch die erhebliche Steigerung von 13 auf 20 Millionen: doch sind hiervon bereits vorher rund 4 Millionen als Steuerrückstellung abgesetzt. So- dann sind für Reparaturen und Abschreibungen rund 4,4 gegen 2,5 Millionen ausgewiesen, und außerdem wurde noch eine hohe Sonderabschreibung auf die Amerikaanteihe in Höhe von 1,68 Millionen ausgewiesen. Allein diese letzte Abschreibung«nt- spricht einer 5 prozentigen Dividende. Wenn also die Gesellschaft ihren Reingewinn nur mit 3,0 gegen 2,6 Millionen ausweist und die Dividend« dementsprechend nur von 6 auf 7 Proz. heraus- setzt, so hat dieser frisierte Gewinnausweis mit dem tatsächlichen Ertrag des Unternehmens auch nicht mehr die geringste Aehnlichkeit. Unter Einsetzung der verschiedenen Rückstellungen und einschließlich der Abschreibungen läßt sich errechnen, daß die Gesellschaft im letzten Jahre rund 12,1 Millionen, also etwa 40 Proz. des umlausenden Kapitals, verdient hat. Auch wenn man von diesem Rohertrag die notwendigen Ab- schreibungen und gewiste Rückstellungen für Steuern und Repara- turen absetzt, würde ohne diese übermäßige Anhäufung von Re- serven immer noch ein Reingewinn verbleiben, der das Mehr- fache der gezahlten Dividende darstellt. Run ist ja die Höhe der Dividende eine Angelegenheit, welche Aktionäre und Verwaltung unter sich abzumachen haben. Dagegen wird sich die in der Gummi- industrie besonders schlecht enttohnte Belegschaft durch diese Art frisierter Bilanzen keinen Sand in die Augen streuen lassen und der Verwaltung, wenn es notwendig ist, eine entsprechend« Gegenrechnung präsentieren. den Bankgeschäfts gehandhabt werden. Damit würde man letzten Endes die Berflechtung der Reparationen mit d'en mannig- faltigsten, privatwirtschastlichen Interessen, gewissennaßen ihre Zer- strouung in unzählige privatwirtschastliche Kanäle erzielen. Bon Anfang an wird also Deutschland nicht den Gläubigerstaaten allein, sondern dem Kreditmarkt der ganzen Welt gegenüberstehen, und damit würde die wichtigste Boraussetzuirg der Sicherheit der Be- Zahlung, wie sie in Frankreich verstanden wird, erfüllt werden. Es wird uns jetzt verständlich, warum erst solche Bor, arbeiten notwendig waren, um die Verhandlungen über die festzusetzende Höhe der deutschen Berpslichtungen mit Aussicht auf Erfolg beginnen zu können. Erst dadurch, daß die Möglichkeit der Sicherung der Bezahlung und ihre eventuellen Formen fest- gestellt worden sind, wurde die Grundlage geschossen, auf welcher die für die beiden Setten annehmbaren Bedingungen gesucht werden können. Jehl kann Frankreich die von ihm angestrebte Sichernng bekommen, wenn es dafür die für Deutschland annehmbaren Ab- striche von seinen finanziellen Forderungen macht. Jetzt erst konnte die Pariser Konserenz zur Lösung ihrer eigentlichen Aufgabe kommen, die Einigung über die Höhe der gesamten Reparattons- schuß» zu erzielen, d. h. über die höhe und Dauer der deutschen Jahres Zahlungen. Es wäre voreilig, zu den einzelnen Vorschlägen, über die jetzt verschiedene Mitteilungen vorliegen, Stellung zu nehmen— schon aus dem Grunde allein, daß man gor nicht weiß, inwiefern es sich um tatsächlich zur Diskussion stehende Borschläge oder um bloße Stimmungsmache handelt. Wir lehnen es ab, jeden Dorschlag, noch bevor man ihn kennt, für unannehmbar zu erklären, wie das die Presse derjenigen Richtungen macht, die überhaupt keine Berständigung wollen und unter der Maske des.wahren" Patriotismus Kata- strophenpolxitik treiben. Selbstverständlich wollen auch wirr, daß dos Aeußerst« an materiellen Zugestand- nissen herausgeholt wird. Die deutsche Arbeiterschaft hat v« allen anderen Volksschichten das stärkst« Interesse daran, daß die Last der Reparationsleistungen soweit als irgendwie möglich herabgesetzt wird. Eben darum ist es die vornehmste Pf l i ch t aller ihrer verantwortlichen Vertreter, jeden Lorschlag, wenn er spruchreif wird, aus das sorgfälttgste und mit größter Sachlichkeit zu prüfen. Sie werden schon bester als die Hugenberg-Leute wissen, was das deutsche Bolk zu gewinnen und zu verlieren hat. Nicht aus einer vergifteten Atmosphäre, sondern nur aus dem ehrlichen Willen zur internationalen Berständigung und aus dem gewisteichasten Verständnis für die gegenseitigen Interessen, kann eine befriedigende, dem Wohle der Völker und dem Frieden dienend« Lösung entstehen. Von diesem Geiste geleitet, werden wir deyr- nächst auch einige Einzelfragen prüfen, soweit über sie schon ernst- hast diskuttert wird. Umschwung auf dem Arbeitsmarkt.< Der Bericht des Landesorbeitsamtes Rheinland für die Woche zum 22. März zeigt«inen überraschend schnellen Umschwung zu neuer starker Beschästigung. Die Zahl der Un- terstützungsempfänger war schon in der ersten Märzhälfte um 27 000 Personen zurückgegangen. Allein in der Woche zum 22. März wur- den aber so stark« Entlastungen gemeldet, daß bei den einzelnen Aemtern die Abnahme der Unterstütztenzahl b i s z u 11 Prozent in einer Woche betrug. Natürlich erfolgt diese Abnahm« zu- nächst zugunsten der Saisongewerb«. Di« Vorgänge im Rheinland zeigen aber, daß mit großer Wahrscheinlichkeit imganzenReiche sehr bald eine sehr schnelle Entlastung des Arbeitsmarktes er- folgen wird. Allerdings wird man mindestens vier bis sechs Wochen a b w ckr t« n müsten, um beurteilen zu können, ob auch eine kon- juntturell« Entlastung eingetreten ist. Abschluß der landwirtschaftlichen(Zentralbank.< Starke Ausdehnung des Geschäftes. vi« Deutsche Rentenbank- Kreditanstalt, die Zentralbank der Landwirtschaft, konnte ihren Rohgewinn im letzten Jahr von 46,3«ruf 80,6 Millionen Mark steigern. Hierin kommt deutlicher als in der Entwicklung des Reingewinns, der sich nur von 15,8 auf 17,8 Millionen Mark erhöhte, die bedeutend« Aus- dehnung der Geschäftstätigkett zum Ausdruck. Die Verwaltung konnte zwar im letzten Jahr ihre viert« Amerjka-Anleihe in Höh« von 26 Millionen Dollar unter- bringen, wodurch sich der gesamt« Anleihebestand aus Über 900 Mil- lionen erhöhte, dem rund 890 Millionen Hypothekarkredite gegen- berstehen, doch hat sich das Realkreditgeschäft, der wichtigst« Ge° schäftszweig der Bank, nur unwesentlich ausgedehnt. Zu der Krise in der Landwirtschaft bemerkt der Geschäftsbericht, daß die Selbst- hils« allein nicht ausreich«, um die Derlustwirischost zu beseitigen. vielmehr seien„auch regierungsseittg« Maßnahmen unerläßlich". Welcher Art diese Regierungsmohnahmen sein sollen, verschweigt der Bericht allerdings. Ferner betont der Bericht die Notwendig- keit einer sachgemäßen Förderung von Produktion und Absatz und der Lieferung bester Qualitäten, da der Konsum aus den Leistungen des ausländischen Wettbewerb» wisse, was Qualität nach Iirbalt und Aussehen bedeute. Zu der im Sommer durchgeführten Scheuer- Transaktton bemerkt die Verwaltung, daß die Zusammenarbett der Warengenostenschasten mtt der Scheuer-Gruppe zu heut« schon be- achtlichen Umsätzen und zu einer erhöhten Vermahlung deutschen Weizens geführt, hob«. Fortgang der Zecheuslillegung im Zahre 1928. Im Jahre 1928 wurden 8 Fettkohlenzechen, 5 Etzkohlenzechen, 4 Gasflommenkohlen- zechen, 4 gemischt« Zechen und 1 Magerkohlenzeche im Ruhrbergbau stillgelegt. Die Belegschaft dieser Zechen betrug insgesamt 20 417 Köpfe. Mtt Ausnahme der großen Stillegungen Johann Deimels- berg, Centrum und Unser Fritz tonnten in der Regel zwei Drittel der Belegschaft auf benachbart« Konzernzechen verlegt werden. "Vcsm Hammel £S1K am allerwenigsten in der Sdiallplotten-Indostrie. Ein Viert cljahrhundcrt zähen Eortsdireitens auf dem Wege znr Vollendung hat den Parlophon- Plattcn und Parlophon- Apparaten jene Welt- _ gcltung vcrsdiafFt, die ihnen zukommt. 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Linden A.-V. 74 19 Uhr Alda Staats-Oper Am PI.d.RepubL R,-S. 68 A> Uhr Otr IIiWöe Sonnte«. d.2i.i Stadt Oper BiiinarcKsn. Turnus II IW, Uhr Staat!. Idtansph. im(Uidirai«».dl A..V. 72 20 Uhr RarlL&oiia Staat). Sehiller-Tiieater.Ctiarltli. 20 Uhr Pietro Aretino 8 Uhr US. Barbarossa 9256 Sop-Blpa. das lonendl. Ball- laaalair- Vuadar. tnuai Brom., Uaslral-ciovas •od dl« Obrigsa Altralrttonm! I Heute 2 voreteuungen zw und a Uhr— zw ermMigte Pr. PItA�a Aln Z-Zn», *>«. aaoe-aa Tigl. 5,8'�, Sonntag 2,5,81' Hann uamidu s vontannaa* aus verkauf tl 1 Renaissance• Theater Htrdwtargstr. 0 1*1.: SUtapl.«1 a. 26«3,84 O'i» Uhr. Zum«4. Male: SV« Uhr vi» W»ltartolB»kom64l» «Das große ABC von Marcel Paanol Reg; gut. lanug. u PraBiuniwsiz«. stz nehnx« Uhr: Krotaiiwn«.Jason« iKomisciis oper(»'«)> Heut» letzt© Vorstellung Die tn$e Revue Paradies der sOatien Frauen l iOO MUvirkcBde. Osiersonnabsnd Premier« dlt Bevoa-Poju Von B'ttchan zu Bsttehan. 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Er trifft den Menschen haargenau. Ich habe einen Brief des alten Weinberg in das Kuoert gegeben: alles hat er damals erkannt, auch daß er zuckerkrank ist und Pleite machen wird. Was sagen Sie dazu?" „Daß er den alten Weinberg gekannt haben dürfte," sagte kühl der Staatsanwalt. „Aber er hat die Schrift ja nicht gesehen," regt« sich Herr Ianowitz auf.„Er sagt, jede Schrift hat ihr Fluidium, und dieses könne man genau erfassen. Er sagt, dos fei eine rein physische Er- scheinung so wie das Radio. Da» ist kein Schwindel: dieser Prinz Karadagh nimmt kein Geld für sein« Kunst. Er soll aus einer sehr alten reichen Familie aus Baku stammen." „Humbug," sagte der Staatsanwalt.„Wenn etwas daran wäre, so wüßte man schon längst darum, glauben Sie nicht auch?" „Wenn ich's aber mit eigenen Augen gesehen habe. Er ist heute abend bei uns, kommen Sie doch auch und sehen sich den Mann an. yst er ein Schwindler, werden Sie es ja gleich merken. Sie kann doch niemand täuschen." „Nein, das kann keiner," sagt« der Staatsanwalt bescherden. „Also ich werde kommen. Wetten wir, daß ich den Humbug ent- schleiere?" Nun muß man aber wissen, daß der Herr Staatsanwalt— genauer gesagt: der Erste Staatsanwalt Dr. Klapka— bei der nächsten Schwurgerichtsoerhandlung die Klage im Prozeß i)»go Müller, angeklagt des Meuchelmords, vertreten wird. Herr Hugo Müller. Fabrikant und Millionär, war angeklagt, seinen jüngeren Bruder Otto auf einen großen Betrag versichert und ihn dann bei einer Kahnfahrt ertränkt zu haben. Außerdem wurde er verdächtigt. vor Iahren seine Geliebte aus dem Weg geräumt zu haben: aber das ließ sich freilich nicht erweisen. Kurz, es war einer jener Pro- zesse, bei dem«in Staatsanwalt zeigen konnte, was er«rmvchte. „Hochstapler," entschied bei sich der Herr Staatsanwalt, als er am Abend dem Hellseher gegenüberstand.„Prinz Karadagh," stellte Ianowitz den jungen schlanken Mann mit der Brille vor, dessen Gesicht an einen tibetanischen Mönch gemahnte.„Wir tonnen an- fangen. Prinz, Herr Dr. Klapka hat«ine Handschrift mitgebracht, hier ist sie. bitte." „Danke," sagte der Hellseher müde, nahm das Kuoert und drehte es mit geschlossenen Augen in den Fingern hin und her. Plötzlich erbebte er und schüttelte den Kopf.„Seltsam." murmelte er und schluckte ein wenig Wasser. Dann schob er sein« dünnen Finger in den Briefumschlag und erstarrte. Das gelbliche Gesicht schien noch um eine Schattierung bleicher zu werden. Im Zimmer war es still, daß man nur das Fauchen des Herrn-Ianowitz ver- nahm. Herr Ianowitz hatte nämlich einen Kropf. Die schmalen Lippen des Prinzen zitterten und verzerrten sich. Schweißperlen standen auf seiner Stirn.„Das kann ich nicht aushalten." stöhnte er und zog die Finger aus dem Kuvert. Er wischte sich mit dem Taschentuch die Stirn« ab, trank hostig einig« Schluck Wasser und nahm dos Kuoert wieder vorsichtig zwischen die Finger.„Der Mensch, der das geschrieben hat," begann er mit dumpfer Stimme. „der Mensch— hat eine groß« Kraft, aber"—«r suchte sichtlich nach einem Wort—„eine Kraft, die lauert. Sein Lauern ist furchtbar." Er schrie auf und ließ das Kuvert auf den Tisch fallen.„Diesen Menschen möchte ich nicht zum Feind haben." „Warum?" fragte der Staatsanwalt..Hat er etwas begangen?" „Nicht fragen." bat der Hellseher.„Jede Frage ist mir ein Wink. Er könnte alles Mögliche begehen, große und schreckliche Taten. Hier ist ein ungeheurer Wille... nach Erfolg... nach Geld... Dieser Mensch würde vor dem Leben seines Nächsten nicht halt machen. Nein, das ist kein gewöhnlicher Verbrecher. Der Tiger ist auch kein Verbrecher: der Tiger ist ein großer Herr." „Jenseits von gut und böse," murmelte der Staatsanwalt. „Das sind nur Worte," sagte der Prinz.„Niemand steht senseits von gut und böse. Dieser Mensch hat seine präzisen sitt» lichen Begriffe. Er ist keinem etwas schuldig, stiehlt nicht, lügt nicht. Tötet er, so tut er's, als jage er„Schach matt" an. Es ist ein Spiel, aber er spielt es richtig." Der Hellseher dachte angestrengt nach«Ich weiß nicht, was es bedeutet, ich sehe einen Teich vor mir und darauf ein Boot." „Weiter," stieß der Staatsanwalt hervor. Er atmete schwer. ".Weiter kann ich nichts sehen: alles ist nebelhaft. Seltsam nebelhaft, im Vergleich zu dem ungeheuren, rücksichtslosen Willen, der Beute habhast zu werden. Aber«s ist keine Leidenschaft darin, nur Verstand. Absolut verstandesmähig« Ueberlegung j«der Kleinigkeit... Wie einer eine Ausgabe oder«in technisches Problem löst. Ein solcher Mensch macht sich niemals einen Borwurf. Er ist so selbstsicher, so in sich gesestigt. daß er sich vor seinem Gewissen nicht sürchten muß. Ein Mensch, der alles von oben herab be- trachtet. Ausgeblasen und selbstgefällig:«s freut ihn, daß man ihn fürchtet." Der Hellsther nippt am Wasser.„Aber er ist auch ein Komödiant. Ein Streber, der posiert. Er möchte die Welt gerne verblüfsen. Gewig— ich bin müde. Ich habe ihn nicht gern." „Ihr Hellseher. Herr Ianowitz. ist wirklich ungeheuerlich." Ganz erregt war der Herr Staatsanwalt. Ein Porträt,«in vollkommenes Porträt hat er gegeben: stark und rücksichtslos, ein Mensch, der die anderen als Beule betrachtet. Ein vollendeter Spieler feines Spiels. ein Gehirn, das rein verstandesmäßig feine Tat vorbereitet und sich nienwls einen Borwurf macht. Ein Gentleman, dabei ein Komödiant. „Nun sehen. Sie." sagte Herr Ianowitz geschmeichelt..Hab ich es Ihnen nicht gesagt? Das war ein»rief des Textilfchlicfen. nicht wahr?" nein, das war der Brief des Hugo Müller, de« Bruder- mörders. Haben Sie gehört, wie der Prinz von dem Boot auf dem Teich sprach? Aus diesem Boot Hot der Müller seinen Bruder ins Wasser geworfen." ..Ader, ober," staunte Herr Ianowitz�„Ich hätte geschworen. daß es«in Brief dieses Gauners, des Schliefen ist. Könnten Sie mir nicht den Brief«in bißchen zeigen? Ich hob« noch nie die Schrift eine» Mörder» gesehen." „Gern," sagte der Staatsanwalt und zog das Kuvert aus der Tasche.„Es ist übrigens ein interessanter Brief," fügt« er hinzu «d zog das Papier hervor, �va» heißt,,,", das Gesicht de» 3)er Mellseher Staatsanwalts hatte sich verfärbt,„dieser Brief gehört zu den Akten... ich darf ihn nicht zeigen... ich..." Das weitere ging in einem Gemurmel unter. Der Herr Staatsanwalt ging nach Hause und merkte nicht, daß es regnet«.„Ich Esel, ich Idiot," beschimpfte er sich, da Hab ich in der Eile statt des Briefes von Müller in den Akten meine eigene Handschrift envischt, meine Anmerkungen zur Klage, und habe sie ins Kuoert gesteckt. Ich Trottel. Das also war mein Eharakter, den er aus der Schrift gedeutet hat. Na wort, du Schwindler, dir werde ich's zeigen..."—„Uebvigens," beruhigte sich der Staats- anwalt nach einer Weile,„war es ja gar nicht ja schlimm, was er von mir jagte. Große Kraft. Ungeheurer Wille. Keiner Schmutzerei sähig. Präzise sittliche Begriffe. Das ist alles ganz schmeichelhaft. Und daß ich mir nie einen Vorwurf mache? Das Hab ich Gott sei Dank nicht nötig. Ich erfülle meine Pflicht. Und das mit der rein verstandesmäßigen Ueberlegung stimmt auch. Aber daß ich ein Komödiant bin, ist nicht wahr, ist Humbug, und er ist doch«in Schwindler. Plötzlich blieb er stehen. Natürliche alles, was der Kerl jagt, kann sich auf jeden Zweiten bezsthen. Gemeinnütze. Jeder Mensch ist«in bißchen Komödiant und Streber. Der ganze Trick ist, so zu sprechen, daß sich ein jeder darin erkennen kann und jeder meint, der andere ist es. Ja. so ist es," entschied der Staatsanwalt, spannte den Schirm auf und schritt mit seinen regelmäßigen energischen Schritten der Wohnung zu. „Jesus," jammerte der Vorsitzende, indem er den Tatar ablegte. „Das hat sich wieder in die Länge gezogen. Kein Wunder, wenn der Staatsanwall zwei Stunden spricht. Aber er hat's gewonnen. Au» so schrnnchen Indizien hat er dem Müller den Strick gedreht, das nenn' ich Erfolg. Aber er hat wirklich gut gesprochen. Be- sonders dst Charakteristik des Müller ist ihm gelungen: er ist kein gewöhnlicher Verbrecher, er ist keiner Schmugerei fähig, er lügt nicht, er stiehlt nicht, aber wenn er tötet, so ist es, als jage er „Schach matt" an. Er mordet nicht aus fici&enjchnst, sondern aus kühler, verjtondesmäßiger Ueberlegung, als löste er eine Aufgabe oder ein technisches Problem. Sehr gut gesprochen: ist er auf seiner Jagd, so sieht er in seinein Nächsten mir seine Beute.— Das nilt dein Tiger war vielleicht etwas theatralisch, aber den Geschworenen hat es gefallen." „Oder,"»iieinte einer der Beisitzer,„wie er sagte: Dieser Mörder macht sich gewiß keinen Vorwurf, er ist so selbstsicher, so in sich gesestigt— er muß sein Gewissen nicht fürchten." „Oder die psychologische Beobachtung," fuhr der Vorsitzende fort, während er sich die Hände wusch,„daß«r ein Komödiant, ein Poseur sei, der die Well mit seinen Taten verblüffen will—" „Hugo Müller mit zwölf Stimmen schuldig gesprochen," wunderte sich einer.„Wer hätte das gedacht Ich möchte den Klapka nicht zum Feind haben." � „Ihm macht es Freude, wenn sich die Menschen vor ihm fürchten," meinte der Beisitzer. „Etwas selbstgefällig ist er," sprach nachdenklich der würdige Vorsitzende..Hat aber«inen ungeheuren Willen, besonders den zum Erfolg. Eine große Kraft, aber—* Dem Herrn Vorsitzenden fiel dos rechte Wort nicht ein.„Na, gehen wir essen." iDmtfch»»n Ann« Unrednlck.) Gespräch mH Es war in der Kastanie nollee, die an der Peripherie der Stadt «in stilles, nutzloses Dosein oerträumt, ohne mehr einen vor- geschriebenen Zweck zu erfüllen. Zu ihrer Linken schlängelt sich ein schleimiger Kanal, in welchem die Leute gerne junge Katzen ertränken, und zur Rechten erstreckt sich über ein brach liegende« FeK» ein Soldatenfrieidhof, dem in einer Ecke die Gröber der Selbstmörder der Stadt angegliedert sind. Die Menschen lieben diese einsame, zwecklos« Allee trotz ihrer düsteren Umgebung. Beschaulichen ist sie mit ihren flüsternden Blättern«in Hain zufriedener Träumerei, Müden und Derzweiselten ein Asyl, und ein Seufzertempel den Liebenden. Ein freies Gott«»- haus allen, durch dessen grüne Kuppel gedämpftes Licht fällt und in welchem zur Jahreszeit weiße, duftende Kerzen aus Kastanien.- bluten brennen. Der Schüler, von dem lch erzählen will, saß auf einer Bank und starrte in die grünen Laumzweige. Eine ganze Weile hatte er schon seine Blick« in den trägen Kanal getaucht, möglich, daß auch sein« Augen zu dem kahlen Soldatenfriedhof gewandert waren. Als er mich herannahen sah, nahm et die Bank«in. Ich ließ mich neben ihn nieder und beobachtete ihn von der Seite, ohne daß er mir Beachtung schenkte. Er hatte ein gutes, harmloses Gesicht,«in richtiges Iungsgesicht, dos, unter eine rote Primanermütze gesteckt, in der Schar seiner Kameraden nie wieder aufzufinden gewesen wäre. Er schien sich aber in Gedanken auch mit mir, seinem Nachbarn, zu befassen, denn als ich die unoer- mittelte Frage stellte:„Sie sind also durchgefallen, Herr Kandidat?" antwortete er mir mit einem vernehmlichen ,Ha", als hätte er die Frage längst kommen sehen. Uebrigens kam ihm dies« Bejahung tief aus dem Leib und schien ihn wie von einer augenblicklichen Uebelkeit zu befreien. „Tja," sagt« ich und versuchte den heiteren Ton eines Conferen- ciers anzuschlagen,„unangenehme Sache, he?" Stoßweise rang es sich aus seiner Brust:— es ist-- entsetzlich!" Er schlug die Hände vor den Kopf und stützt« auf den Knien die Ellbogen. Möglicherweise harrte er dennoch auf«ine ab- schwächende Phrase meinerseits, die er durch die etwas übertrieben« Dramatik feiner Gebärde herausforderte. Ich ging dem Bengel aber nicht mehr auf den Leim, sondern begann mit der bedingten Robustheit eines Arztes, der einem Kinde eine Beul« ausschneiden soll, in dem Burschen zu forschen. „Mit Respekt zu sagen, Herr Kandidat, Sie sind eben mit Pauken und Trompeten durchgeflogen! Das hat man Ihnen heut« schwarz auf weiß bescheinigt, zeigen Sie her den Wisch! Na ja, da steht«s ja»„Der Schüler ist nicht reif.. durchgefallen in Mathematik— wie zu erwarten, nicht wahr?— Physik, Geographie und, nanu, in deutscher Sprache auch«in„Ungenügend"? Wie? Das ist nicht oerdient? Ach sooo, das hat man Ihnen, da es nun schon passiert war, nur so angehängt, hm. hm.. „Es sind auch einige„Sehr gut" dabei.--" «Wahrhaftig— Religion. Turnen und Freihandzeichnen, boavo Herr Schüler, alle Anerkennung. Mit solchen Empfehlungen sollt« man eigentlich— ach, lassen wir dos. Unterschrieben ist dieses mißliebig« Papier vom Direktor und vom Klassenlehrer, die in gewählten Buchstaben ihre zivilen Nomen offenbaren. Sagen Sie mal, Herr Schüler, ist es gerade«in Zufall, daß„Bonzo" und „Lullauge" Ihnen das Genick brachen?" „Ich glaube nein. Wer so ein Zeugnis ist wie«in Urteil ohne Bewährungsfrist und Berufungsmöglichkeit." „Aber nicht ohne Geschworene, Herr Schüler. Die Klasse hat gerichtet, die Fleißigen, di« Strebenden, die Talente!" „Ah-?!" .Herr Schüler, Haird aufs Herz, ist es wirklich eine so infer- nalische Ungerechtigkeit, kam es Ihnen wahrhaftig so unerwartet (abgesehen vom„Deutsch"), daß Sie hier weitab von zu Hause umherstreifen und sich ei» wenig«igengefällig in Schmerz ergehen, ja, daß Sie, Herr Schüler, leichtfertig und mehr aus sensationellem Eitelkeitsbedürsnis mit Gedanken spielen, die Ihnen gruslige Schauer über den Rücken jagen? Statt«in Leben, ein herrlich junges Leben, da» noch so rein und unangetastet vor Ihnen liegt, mit Kraft, Willen und Achtung zu formen? Herr Schüler.--" „Genug, genug. Ich war gewappnet, o doch, aber ich sehe, es waren faule Ausreden, mehr für andere berechnet, denn für mich. Und sitr mich, das erkenn« ich nun genau, gilt nur die Wahrheit und nichts als die Wahrhett: Ich hätte mich besser auf die Prüfungen vorbereiten müssen..." „Sieh, steh. Herr Schüler, eine gute Erkenntnis. Aber vielleicht find St« gar nicht genügend begabt,»der—=3* tfnem Schüler „Im Gegenteil, ich bin nach Ansicht meiner Lehrer sogar sehr begabt und bin imstande, in wenigen Wochen einen Lehrstoff zn büffeln, den viele meiner Kameraden— sie sind heute alle durch- gerutscht—■ In Monaten kaum bewältigen. Ich bin eigentlich.—" „Nun. was sind Sie?" „Ich bin nur. Er erhob sich mit einem Ruck ans seiner zusammengcsuickenen Stellung. Wie zu einem feierlichen Akt. „Ich bin nur faul," gestand«r langsam ein.„Ich habe mich durch mein« Fähigkeit, schneller und spielender zu lernen als meine Klassenkameraden, zu einem Endspurt oerleiien lassen, der mir übel bekommen ist. Aber," fügte er noch zögernd hinzu,„es ist nicht die Freude an der Faulheit, ich bin nicht träge aus innerem Bedürf ni,.__—"•■'"TSW, '„Gut, Herr Schüler, Ich merke, daß Sie sich langsam gefußr ln Ihr Shicksal ergeben." j ,�»1 „Noch nicht vollkommen. Aber ich finde mich leichter hinein, je länger ich mich mit Ihnen unterhalten kann, es war doch eine glückliche Eingebung, einen Umweg nach Hause zu machen." Ich sah mit dem Schüler durch die Baumstämme nach dem Kanal, der in Schilf gebettet zum Himmel glänste. „Ich werde mich weder ersäufen noch erhängen," sagte plötzlich der Schüler ganz laut.„Ich werde jetzt aber heimgehen. Ich habe Hunger und es gibt heute gebackenen Fisch. Ich werde meinem Vater mit breitem Rücken die Zensur einhändigen und— was mir das Bitterste— ich werde die Tränen meiner Mutter trocknen müssen. Ich werde meinen Kameraden ihren Erfolg gönnen, selbst wenn ich nun auch irgend ein Dienstjubiläum ein Jahr später feiern muß..." Ich erwidert« nichts mehr, sprach doch der Schüler, was ich selbst dachte. In das Laubwerk der alten Kvstamen blies«in Lüftchen, die Zweig« hoben und senkten sich und nrit ihnen viel hundert weiße Blütenkerzen. Eine Andacht, würdig eines Schul- gottesdicnftes, nahm uns gefangen. Ich war dabei, wie der Papa den Schüler verprügelte und war dabei, wie der Schüler die Mutter umarmte. Denn dieser durch-- gefallene Schüler war ich selbst,»nd es ist mir— so wahr mir Gott helfe— gar nicht so übel bekommen... MaxBernardi. 3>er künstliche tHehlkopf Beim Kehlkopfkrebs, der leider nicht allzu selten oorkonmtt, kann der Kranke in vorgeschrittenem Stadium nur durch eine radikale Operation gerettet werden, die die geschädigten Organe restlos ent- fernt, und da die Stimmbänder der Zerstörung durch den Krebs be- sonders oft ausgesetzt sind, so bedeutet ihr Verlust zugleich auch den Verlust der Sprache. Nun ist es aber jetzt nach vierzehnjähriger Arbeit amerikanischen Merzten geglückt. Kehlkopslosen die Sprache wiederzugeben, indem man sie mit einem künstlichen Kehlkopf aus- stattet. An der Klinik zu Manhattan hat Dr. I. Mackenty eine Vor- richtung ersonnen, durch die schon ein« ganze Anzahl von Patienten instand gesetzt wurden, nach Entfernung des Kehlkopfes zu spreche::. Diese Tatsache wurde erst kürzlich allgemein bekannt, als auch der Senator für Delaware, Eoleman du Pont, einen solchen künstlichen Kehltopf erhielt und als Redner austrat, obwohl ihm wegen Krebses der Kehlkopf mit den Stimmbändern sowie ein Teil der Luströhre und der Zunge herausgeschnitten waren. Ueber die Vorrichtung, durch die diesen Unglücklichen die Gabe der Sprache wieder geschenkt wird, finden sich nähere Angaben in der Frankfurter Wochenschrift„Die Umschau". Nach solcher Operation wird die Luftröhre an der vorderen Halswand frei noch außen g?- führt. 9In sie schließt sich ein Gummischlonch, wobei eine Platte aus Schwammgummi für festen Schluß am Halse sorgt. Der Schlauch geht zur Pfeifenkannner, in der eine dünne Kautschukmembran, die Über einen Schlitz gespannt ist, die Stelle der Stiminbänder vertritt. Die Membran wird in der Pfeifenkammer gerade so i» � Schwingungen versetzt wie sonst die Stimmbänder im Kehlkopf. Auf diese Weise kann zunächst mir ein Ton zustande�koimnen, aber noch nicht der Klang der menschlichen Stimme: vor allem können die Kon- sonanten nicht ausgesprochen werden. Zu ihrer Erzeugung, wie zur Stimmbildung überhaupt, dienen auch beim künstlichen Kehl- köpf Mund-, Nasen- und Rachenhöhle. Diesen werden durch ein Hartgumminnindstück di« Tonschwingungen zugeleitet, die in den: künstlichen Kehlkops erzeugt wurden. Der mit diesem Apparat Ausgestattete muß allerdings erst sprechen lernen, und das dauert eine ziemlich« Weile. Der Patient braucht durchschnittlich etwa ein Jahr, bevor«r mit seinem künstlichen Kehltops sprechen kann. Ein« uralte Kultur hat das in den waldigen Berglandschaften des nördlichen Borneo lebend«, dem Namen nach den Holländern unterworfen«, tatsächlich aber so gut wie unabhängige Volt der Batak oder Vatta auszuweisen. In vielem sticht dieser Volksstamm von seinen malayischen Nachbarn ab, so vor allem in der Körper- gröge, der Gesichts- und Kopfform und in der Haarfarbe, die bei ihnen öfters braun als schwarz ist. Der Batakgeschichte nachzu- gehen, ist nicht leicht. Anscheinend kamen sie unter den Einfluß der Hindus, die etwa im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung ein« Dynastie auf Java gründeten und von dort aus über die Nachbar- inseln herrschten, bis sie im IS. Jahrhundert von den Mohom- medanern abgelöst wurden.'Am interessantesten ist jedoch, daß dieses Volk, das eine stabile Regierungsform hat, regelmäßige Rats- Versammlungen abhält, von alters her die Kunst des Lesens und Schreibens ausübt und seine eigene Literatur besigt— heilig erachtete Schriftwerte auf Borken oder Baststreisen, reich mit farbigen Diagrammen und Zeichnungen geschmückt— auch heute noch der Menschenfresserei huldigt. Man könnte von einer„ge- mäßigten" Form des Kannibalismus sprechen, da die Batak nicht auf Kopfraub ausziehen und weder Missionare noch Fremd« ver- speisen, nicht einmal ihre in der Schlacht gefangenen Feinde. Ihr Kannibalismus erstreckt sich einzig und ollein auf die eigenen Stammesangehörigen— und zwar hat er sich, sonderbar genug, in den Dienst der Justiz gestellt! Bestimmt« Borgehen, vornehmlich: nächtlicher räuberischer Ileberfall, verräterischer Angriff aus ein Haus oder eine Person, Ehebruch mit der Frau eines Stammesgenossen oder Einheirat in die Sippe des Ehebrechers werden im„Gemeindehaus", bestehend aus einem auf Pfählen ruhenden Podium, im Beisein der Volks- geminschast von einer Geschworenenbank unter Vorsitz des Häupt- lings abgeurteilt. Die genannten Verbrechen ziehen unweigerlich die Todesstrafe nach sich, die in folgender Form vollstreckt wird. Der Verurteilte wird nüt ausgestreckten Armen an einen Baum gefesselt, dann heben Medizinleute einen Singsang an, in den die Anwesenden mit einer zeremoniellen Weise einstimmen. Darauf wählt sich jeder einen Teil vom lebenden Körper des Opfers aus, das Stück um Stück, vor seinen eigenen Augen sozusagen, auf- gegessen wird. Als erster wählt gewöhnlich das Stammesoberhaupt oder der Beleidigte die Ohren des Missetäters, die der Henker mit dem Messer löst. Alsdann machen die anderen Stammesangehörigen den Teil des Körpers namhaft, den sie ihrem Magen einzuverleiben wünschen. So erwartet den Unglücklichen ein langsames, qual- volles Ende. Man sagt, das Opfer pfleg« allgemein nur einen einzigen Schmerzensschrei auszustoßen, nämlich wenn es das Messer zum erstenmal an seinem Körper spürt. Ein Teil des Fleisches wird gebraten. Man versieht es mit einem„Sambul" genannten Gewürz, dessen Zusammensetzung nicht genauer bekannt ist, da es eigens nur zu den verhältnismäßig seltenen Gelegenheiten zurecht- gemacht wird, wenn eine solch« Hinrichtung bevorsteht.— Wenn der beleidigte Teil nicht ein betrogener Ehemann ist, steht ihm gewöhnlich das Recht zu, dem Opfer durch Abschlagen des Kopfes den Garaus zu machen. Das Gehirn wird zu Zaubereizwecken aufbewahrt, der Schädel als Trophäe behandelt. An der ganzen Zeremonie nehmen nur Männer teil; die Frauen sind aufs strengst« •le �Kannibalen vom Genuß des Menschenfleisches ausgeschlossen. Di« geschilderte Form der Bestrafung steht nur auf bestimmte Einzeloerbrechen oder auf eine Reih« von Vergehen? sie ist mithin auch«ine Strafe für Unverbesserlichkeit. Die meisten anderen Delikt« werden da- gegen mit Geldbußen geahndet. Batak-Ueberlieferungen wissen außerdem zu berichten, daß sich die Greise ihres Volkes in früherer Zeit freiwillig aufessen ließen. Fühlte ein alter Krieger oder Ackerbauer seine Kräfte schwinden, dann erkletterte«r zur Zeit der Limonenreife einen Baum und ließ sich mit den Händxn von einem Ast herunterhängen. Seine Kinder und die Nachbarn versammelten sich darauf unter dem Baum und sangen: Die Zeit ist gekommen? die Frucht ist gereist: Die Frucht ist gereift? vom Baum muß sie fallen. Fiel der alt« Mann schließlich vom Baum herab, so beförderte ihn sein ältester Sohn ganz sachlich ins Jenseits, worauf der Tote von der Anvcrwandtschaft aufgegessen wurde. Di« Batak erklären nämlich zur Erläuterung, daß die Greise lieber in jungen Leibern lebendig bleiben, als eines elenden Todes sterben wollten. Der Parallelität halber sei ein von dem griechischen Geschicht- schreiber Herodot berichteter Brauch erwähnt, der bei den wahr- scheinlich zum Skythenoerband gehörigen Massageten herrschte, jenem Volksstamm, den um SAZ v. Chr. der Perserkönig Kyrus I. bekämpfte. Sehr alt« Leute wurden bei den Massageten von ihren Angehörigen geschlachtet und bei dem darausfolgenden Festgclage gegessen, zusammen mit getötetem Kleinvieh. Der Kannibalismus muß nicht unbedingt ein Zeichen von absoluter Kulturlosigkeit oder Primitivität sein. Man erinnere sich der Menschenopfer im alten Mexiko und der Tatsache, daß auch dort Menschenfleisch oerzehrt wurde. Dies in einem Land«, dos die größten Paläste und herrlichsten Sakralbauten aufzuweisen hatte, wo beispielsweise ein Kalender existierte, der genaue astro- nomische Kenntnisse verrät. Auch die Maori auf Neu-Seelond waren keineswegs ein Primitiooolk, und doch aßen sie ihr« Feind« auf. Gewisse innerafrikanischc Stämme wie die Monbuttu. die Niam- Niam und andere, die auf höherer Kulturstufe standen als ihre Nachbarn, huldigten dem Kannibalismus und unterhielten sogar Märkte für den Verkauf geschlachteten Menschenfleisches. Menschen- sresser waren auch die verhältnismäßig zivilisierten, seit längerem ausgestorbenen, dos heißt ausgerotteten, Kariben auf den Antillen. Dr. Karl W e h n e r. Eloe Lampe von 50 000 Walt. In einem amerikanischen Labo- ratorium hat man eine Lampe für Studienzwecke gebaut, die 20 000 Watt stark ist. Die Lampe hat die Form eines Kolbens, an dessen Kopf ein Radiotor aus Metallblättern die Hitze abführt, die der Wolframsaden mit einer Temperatur von 3000 Grad Celsius er- zeugt. Der Kolben ist mit Stickstoff gefüllt, dessen Umlauf innen kühlt und der zugleich die von dem Leuchtfaden abgeschleuderten Wolsramteilchen wegführt, wodurch eine Schwärzung des Glas- kolbens vermieden wird. Einstwellen noch für Experimentierzwecke gebaut, kann die Lampe möglicherweise zur Beleuchtung von Flug- Plätzen, Hafeneinfahrten oder für Kinoaufnahmen praktische An- Wendung finden. o.%moit. Dss Ungeheuer Sämtliche Wohnungen des achtundzwangzigstöckigen Wolken- kratzers waren lange, bevor er gebaut war, vermietet. Und während in den unteren Etagen noch gebohrt, gehämmert und gesägt wurde» wohnten in den oberen bereits Menschen, und das Radio fang seine Melodien aus Moskau und Brasilien. In einer der Wohnungen hatte schon jemand Selbstmord begangen, in zwei anderen wurden Kinder geboren. Im November war der Wolkenkratzer endgültig fertiggestellt und von der Einwohnerzahl eines kleinen Provinz- ftädtchens dicht bevölkert. Die allerniedrigste Etage, fünf Meter unter der Oberfläch« der Erde, barg die Loge des Portiers. Er hatte die Pflicht, nach der Ordnung im Hause zu sehen und Kohlen in den Ofen zu werfen, der den riesigen Kessel für die Zentralheizung erwärmte. Dieser Kessel befand sich gleichfalls unter der Erde, unmittelbar neben der Pförtnerwohnung. In den kleinen Zimmern herrschte daher eine tropische Hitze, vor der es kein« Rettung gab. Der Portier leidet an Asthma, er bekommt Erstickungsanfälle in der Nacht und kann nicht schlafen. Bei kühlerer Temperatur und frischer Lustzusuhr mildern sich die Anfälle und gehen bald vorüber. Er bemüht sich nun. den seiner Obhut anvertrauten Kessel möglichst wenig und selten zu heizen. Die Wohnungen des Wolkenkratzers sind kalt. Im zweiten Stockwerk lebt eine krank«, rheumatische Frau. Sie hat sich mit Absicht in einer der tieferen Etagen, möglichst nahe dem Kessel eingemietet, da sie sehr unter der Kälte leidet. Auf ihren kranken Füßen steigt sie mühsam zum Portter hinab und beklagt sich über die bei ihr herrschende Kälte. „Bitte, heizen Sie etwas mehr!" beschwört sie ihn.„Wenn es in den Zimmern kalt ist, so bekomme ich Herzkrämpfe. Sparen Sie nicht an Kohlen!" Der Mann hört sie mit verzagter Miene an. Seine Frau sagt zu ihm- „Wenn du nicht heizt, werden die Mieter uns beim Wirt ver- klagen und er wird uns kündigen." Abends wirft er volle Schaufeln Kohlen in den Schlund des gigantischen Kessels. In seiner Wohnung herrschen wieder die Tropen. Die rheumatische Dame im zweiten Stock schläft ruhig diese Nacht. Der Portier wälzt sich unter asthmatischen Anfällen im Bett hin und her. Der Halbschlaf gaukelt ihm ein furchtbares Ungeheuer mit einem weit ausgerissenen, glühenden Rochen vor, das sein armes Leben unerbittlich und erbarmungslos verschlingt. (Berechtig!« llebersetzung von O. C«>C{iItl.) Das elektrische Auge. Zu den neuesten Anwendungsgebieten de? photoelektrischen Zelle gehört die Verkehrszählung, die im HollarA- Fahrzeugtunnel unter dem Hudsonfluß zwischen New Dork und New Jersey gegenwärtig durchgeführt wird. Ein Scheinwerfer wirst ein Strahlenbündel auf ein kleines Fenster, das im Flur angebrocht ist. Jedes hindurchfahrende Automobil unterbricht das Strahlenbündel und die unter dem Fenster angebrachte Zelle betättgt im selben Augenblick ein elektrisches Relais, dos seinerseits ein« Zählmaschine in Bewegung setzt. Mit demselben Apparat kann man übrigen» die Teilnehmerzöhl von großen Versammlungen feststellen. Bei der Prü- fung vor dem amerikanischen Technischen Institut ließ man an Lmif- schienen eine Reihe Pakete vorbeilaufen, die der neuortige Kontrolle apparat sicher und zuverlässig zählte. unsere 5dieuken5ter Sdiwar« echt BoxltaK- Henren- Halbschuh, breite 1 50 Form, weih gedoppelt.. Braun echl Boxkalf-Herr en- Halbschuh, breite Form, schwere Ausfahrung mit Weiterrand, Orig-Godyear- � Zum Tack-Schuh nur Liwera�Slrümpfe SvClE ArG. BURG*« Zirka 130 eigene Vcrkaufssf eilen, davon 21 in Gro�BcrKn und Potsdam. Nr. �4�» 46. Jahrgang Sonntag, 24. März il929 Vorträge, Vereine undVersammlungen. furfi Reichsbanner �Schwarz Rot-Gold". itäiäftsfttll«:«erlin 6. U. Sebasti-nstr. S7/38,$of t It. JRoriaft, 2S. Mär». SaBsotfiaub. Zungbannerftihrer-Schulung-» futfus. 18 Mi Uhr im Kouöuctau. Dauiugenäfiihrer Schuhose spr.cht über:»Psnchoiog.e her Jugend, unter besonderer Berücksichtigung der Ar- beiterjugend". Köpenick. A> Uhr Iungbanner. und SchugsPort.Zusamincnkuni! im Jugendheim Grünauer Etr. b. Pantow. 20 Uhr sämtliche Epielleutc, Sportler und Jungtamerade» in der Turnhalle Grunowsiraße. Erschernen «flicht.— Itenotag, 2«. Mär». Prenzlauer Berg. Zlamerodschaft Sencfelder Platz. 20 Uhr Versammlung bei Heiles, Prenzlauer Allee Ecke Metzer Strahe. Vortrag des siamcraden iiiosemann:»Tunis, Land und Leute". Kreuzberg. 20 Uhr erweitert« Vorstandssitzung bei Seehak, Willibalb-Alexis-Etr. i. Bll ncrsdors. 20 Uhr Vorsiandssitzung bei Kvhinann, Uhlandstratzc. Schäncberg. Friedenau. Achtung. Iungbannerl 20 Uhr Jugendheim Hauptstr. 1ö— 10. An». spräche über die Todesstrafe. Echlutzansprache: Landgerichtsrat Dr. Seeligsohn. Marineabteilung. Ausnahmeoersammlung um 20 Uhr bei Beck, Tegel, Ufer» strane 12. Wintersportabteilung. 20 Uhr Schwimmen im Wellenbad Lunapork. — Mittwoch, 27. März. Sanitätaabieilung. ISsh Uhr im Gesundheitshau» Kreuzberg. Am Urban 10— ll. Kamerad Dr. Venmann spracht über„Geschlechts. lrankheiten", Zahlreiche Beteiligung der Kameraden aller Ortsvereine erwünscht. Jugendheim W>»>WW>W>MMWWWW>WW»stM�>»>> 20 Uhr Mitglietcroersammlung bei Schnorre. Potsdamer Str. Z. Vculölln. Jugendweihen der Arbeiterschaft GroSi-BerLns. Heate, Sonntag, den 24. MSrr: Berlin, QroBes Schauspielhaus. Karlstraße, 9 Uhr. SaalOttnong SV« Uhr bendon 12 Uhr. Saa Öffnung UV« Uhr. LUiitenberg, Aula des Gymnasiums, An der Parkaue, 10 Uhr. SaalOffnunRWiUhr. eben'dort 13 ehr. Saalöffnung l2>.b i hr. Pankow,„Tivoli'-Lichtspiele Berliner Str. 21, U Uhr. Saalöftnung 10V» Uhr Karh-eitag, den 20. Mftrc: Dertta, Qr. Schanspielhaus, Karlstraße II Uhr. Saalöttnung lOV« Uhr. Ostersonntag, den 31. März: Charlottraharg, ,Piccadilly"-Li chtspieltheatet, Bismarckstraße 93, 11 Uhr SaalOffnung lOV« Uhr. Chorgctang/ Musik/ Weiherede/ Sprechchor u. a. m. Gas karten Ißr die Juger dweihen(außer Gr Schauspielhaus) sind am Tage der Weihen an den Kassen erhäl lich Britz. 1. Kaineradfdxift, S. Zug«Jon tag, 25. März. 20 Uhr, Zugversammlung bei Kamerad S.atgeder. kaiser-strirdrich. Ecke ssuldoslrahe. Kamerad Wilhelm Paetzei spricht über:„Neichsversastung".— Mittwoch, 27. März. 20 Uhr, 1. Kameradschaft, 1. 1 trag des Kameraden g, Zugoersammlung bei Grvmmeck, Sandcrstr. 10. vor. chiimmc über!„Sozialpaiitil". Ehor de, Ingen, Vberschöneweid«(Mitgl d. DAS«.). Sonntag, 2t. März, Mitwirkung bei der Jugendweihe. Trcsipunkt Uhr vor dem Jugendheim Oderschäncweide, Lausencr Str. 2. Abends treffen wir uns zur Mitwirkung beim Konzert der Kunstgemcinde um 19 Uhr vor der Schule Nnterfchöneweide, Berliner Str. 31. Montag. 25. März, singen wir beim Wcrbcabend der Sozia- listischen Arbeiterjugend Köpenick im Stadttheater. Deginn 20 Uhr. Gesangsgemeir.sitast Veukclln urd Singgrmeinschast Weddmg. Sonntag, 2t. März, 13 Uhr, in der„Neuen Welt"(neuer Saal), Heiterer Abend. Zur Aufführung gelangen? heitere Chöre und Sologesänge, anschließend bunte Bühne und Geselligkeit.__ weilerderichi«er öffentlichen Wetterdienststelle verlin vni> Umgegend iVachdr. vri b.). Teils beriet, teils wolkig, wenig veränderle Teinveraluren, wesitiche Winde.— Aör Deutschland: 5tin Osten Einlrübung mit leichten Regeniällen. ebenso im Alpcnvortand, sonst wotlig bis beiler und ziemlich mild, westtiche Winde. Warum machen Sie eige liich Ihre Liköre und Rrannliveine nicht schon längst selbst? Mil den echien Reichel-Essenzen können Sie so zu Hause für billiges Geld alle Sorten selbst herstellen. Die Sache ist doch so einfach, und Sie wissen, was Sie trinken In Drog. und Apoth. zu haben, daselbst auch umsonst Dr. Reichels Rezeptbüchlein. 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