Morgenausgabe �r. 143 A 72 46. Jahrgang Wöchentlich 85 monatlich SFV M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich bv Pfg. Poftzeitunas. und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» abonnement 6.— M. pro Monat. Ter �Vorwärts- erscheint wochentSg» lich zweimal, Sonntags und Montags e'umol. die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme"..Technik"..Blick in die Dücherwelt" und.Iugend-Vorwärts" Vevttnev Vvttsbßatt Dienstag 26. März 1929 Groß-Äerlin Ii) ps. Auswärts 45 Pf. Die e t n f p altige Nonpareillezeil« 80 Pfennig. Rettame''ei!e 5.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen" das ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettaedrucne Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zell« r~ annähme..„... (trage 3. wochentögl. von 8Va bis 17 Uhr. Jstttvawvgan der Sozialdemokrattswen 41 artet Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 2 sZernsprechcr: Töndoll 832— R? Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat verlt» Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Voltscheckkomo: verlt« H 686.— vaukkomo: Bank der Arbeiter, Angestellt«, und Beamten wollstr. 66. DiStont»G«!lllschaf«. Depositeniasle Linden ftr S Der Wahlterror in Südtirol. Auch der Kürstbifchof als Wahlireiber. Innsbruck. LS. Mär». Der Wahltag staub in Südtirol im Zeiche« des Terrors. Die Behörden drängten rücksichtslos viele von ihnen Abhängige zur Wahl. Besondere Berstimmung hat hervorgerufen, daß der Fürst- bischof Endrici- Trient alle Dekane seiner Diözese aufgefordert hat. dafür zu sorgen, daß„sie und alle Untergebenen zu den Urnen gehen, damit die neue kam- mer zur Ratifikation und Anwendung des Kon kor- dats zwischen Kirche und Staat die volle Zustimmung der Katholiken habe". Die 38 000 Stimmen in der Provinz Bozen sind nicht nur von den Deutschen abgegeben, sondern auch die Italiener haben im Gegensatz zu früheren Wahlen geschlossen abgestimmt. 1921 gingen soft 99 Proz. der Wähler an die Urnen. Der deutsche Verband erhielt 30 374. die deutschen Sozialdemokraten 3993 Stimmen, die Italiener hatten gar kein« Listen aufgestellt! 1924 erhiell der deutsche Verband 34 983 Slimmen, die F a s ch i- st« n p a r t e i brachte es trotz des Regierungsdrucks bloß auf rund 3000 Stimmen. Die britischen Gemeindewahlen. Weitere Erfolge der Arbeiterpartei. London. LS. Mär».(Eigenbericht.) Wie aus den weiteren Ergebnisse« der Gemeinde- Wahlen hervorgeht, hat die Arbeiterpartei besonders in Yorkshixe größere Gewinne erzielt und dort D» tz e n d e neue Sitz« gewonnen. Arbeiislofendebaite. London(Unterhaus), 23. März.(Eigenbericht.) Die Arbesterpartei hat ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung beantragt, in dem das vielfache Versagen gegenüber dem Arbeitslosenproblem festgestellt und die Regierung be- sonders verurteilt wild, well sie es oersäumt habe, die in- dustrielle Tätigtest durch produktive Arbeit größeren Stiles zu fördern, jede kommunale produktive Tätigkeit gehemmt und keinerlei Umschulung derjenigen Arbeitslosen vorgenommen hat, die mit Beschäfngung in den nächsten Jahren nicht rechnen konnten. Abg. Grenfell betonte, daß die Regierung dos Problem der Arbeitslosigkeit seinem Wesen und seinem Ausmaße nach v e r- t a n n t und sich mit ihren Versuchen, das Problem zu lösen, in völlig falscher Richtung bewegt hat. Der Redner stellte entgegen konseroattoer Behauptungen fest, daß sich im Kohlenbergbau, in der Eisen- und Stahlindustrie, im Schissbau und im Maschinenbau die Zahl der Erwerbslosen fest dem Jahre 1924 erhöht hat. Die pariser Beratungen. Komiteeberichte an die Vollkonferenz. Pari», 23. März.(Eigenbericht.) Die Sachverständigenkonferenz hörte abermals Kommissions- berichte. Das Revelstoke-Komitee ist über die Bedingungen der Ausgabe der deutschen Reparationsbons einig geworden. Dies« Bons kommen natürlich nur für die Mobilisierung des unge- schützten Teils der deutschen Jahresleistung in Frage. Sie sollen zun, Teil der Konvertierung der inneren Anleihen der interessierten Länder, zum anderen Teil zur Aufbringung des Zwijchengeldes an den internationalen Geldmärkten dienen. Das Perkins-Komitee ist über die künftige OrganisatronderSach- l i e f e r u n g e n nicht vollkommen einig, weshalb denn das Plenum über die strittigen Punkte entscheiden soll: vor allem, ob die nach der Endregelung notwendigen Abänderungen am Wallenbergabkommen noch von der Sachuerständigenkommission vorgenommen oder ob sie «tner späteren direkten Regelung durch die technischen Fachleute über- lassen werden sollen. Die nächste Vollsitzung ist wahrscheinlich noch am Mittwoch, doch soll das dem Präsidenten Owen Doung überlassen bleiben. Entgegen den Behauptungen der französischen Presse muß festgestellt werden, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht aus Berlin selbstverständ- lich neue Vorschläge nicht mitgebracht hat. Die Sachverständigen- beratungen über die ziffernmäßige Festsetzung der künftigen deutschen Jahresleistungen sollen in den nächsten Tagen mit größerer Energie betrieben werden. Sie werden sich nur um die letzten deutschen Angebote drehen können. Heimwehrüberfälle auf Arbeiter. Schwere Zusammenstöße bei Graz. Wien. 25. März(Eigenbericht.) Am Sonnlag kam e» in einem Grazer Vorort zu schweren heimwehrkrawolleu. Die helmwehr hotte am vormittag in dem Vorort Gratkorn eine Versammlung abge- Hollen. Nach der Versammlung zogen sie an dem Arbeilersutzball- plah vorüber und unternahmen einen Sturm auf die Ar. b e i l e r s p o r t l e r. Sie hieben mit Gummiknüppeln und Stahlrulen auf sie ein. Schließlich wurden sie von Gendarmerie vertrieben. Am Nachmittag marschierten die Heimwehrleute, zu denen sich auch zah'reiche Villglieder aus Graz und Umgebung gesellt hatten, wieder nach Graz zurück. Zu dem Vorort A n d r i h unternahm die heimwehr einen Sturm aus das Gasthans, in dem die Arbeitervereine ihren Sitz hatten, drangen bis in die Küche, zerstörten die ganze Einrichtung und schlugen aus dle Arbeiter und Angestellten des Gasthaufes ein. Sech, Personen wurden sä) wer verletzt, eine größere Anzahl leicht. Die Arbeiter wehrten sich selbstverständlich, wobei auch eine Anzahl heimwehr leule verletzt wurden, wie die Heimwehrleute vorgegangen sind, geht daraus hervor, daß sie auch im Reben- Hans. in dem sich ein bürgerlicher verein befand, die ganze Ein- richlung zerschlugen.____ Die Versenkung der„Imalone". Englands Interesse. London, 23. März.(Reuter.) In maßgebenden Kreisen Londons ist man der Ansicht, daß, falls sich die tatsächlichen Umstände bei der Versenkung des englischen Schoners„Jmalone" durch amerikanische Wachtschifse des Prohi- bitionsdienftes als den Berichten entsprechend herausstellen sollten, unbedingt ein Fall vorliege, der verlang«, daß die englische Regierung die Untersuchung der Angelegenheit weiter ver- folgt. Das bei der Versenkung des Schoners ums Leben gekom- mene Mitglied der Besatzung war, wie aus New Park gemeldet wird, französischer Staatsangehöriger. Der englische und der fron- zösische Konsul in New York haben eine Unterredung gehabt, in der sie sich mit den über die Angelegenheit bekanntgewordenen Tat- fachen befaßten. Bericht des Kapitäns. Washington, 23. März.(Reuter.) Die Beamten des Staatsdepartements sehen den Fall der ver- senkung de« brttischen Schoners.Lmalone". der des Schmuggels mit Spirituosen verdächtig war. durch zwei amerikanisch« Küsten- Wachschiffe des Prohibitionsdienstes als ernst an. Der Kapitän der.Lmalone", ein Kanadier, erklärt«: Als wir vierzehn Meilen von der amerikanischen Küste entfernt waren, forderte ein amerikanisches Küstenwachschiff uns zur Uebergabe auf. Da wir ablehnten, eröffnete es das Feuer. Wir nahmen südlichen Kurs und wurden von dem Küstenwachschiff zuerst mit Granaten beschossen und dann aus Maschinengewehren. Ein anderes amerikanisches Küstenwachschiff stieß zu dem ersten. Die„Imalone"' erhiett abermals den Befehl zur Uebergabe, aber ich lehnt« auch diesmal ab. Als wir uns ungefähr 223 Meilen vor New Orelans befanden, wurden etwa hundert Granaten auf die„Jmalone" abgeschossen, die darauf unterging. Die Besatzung wurde von den Küstenwachschiffen aufgenommen und i n K e t t e n noch New Orleans gebracht. „herald and Tribüne" hebt in der Ueberschrift hervor, daß der Kapitän der„Jmalone" die Versenkung als feig« Handlung bezeichnet und den Angriff auf das Schiff mit dem U- B o o t k r i e g verglichen habe. -» Der Schiffsname bedeutet„I»m»Ion«', d. h„ich bin allein". Hugenbergs Brief. Die Krise der deutschnationalen Partei. Natürlich wird die Deuffchnationale Partei den Brief, den ihr Vorsitzender, Herr Hugenberg.an einige Hundert amerikanische Abgeordnet«, Senatoren und sonstige Promi- nente gerichtet hat, decken. Keine Rede Wilhelms II., mochte sie noch so aberwitzig sein, hat es gegeben, die von den „staatserhaltenden" Parteien nicht gedeckt worden ist. In den Ecken freilich gab es ein Zusammenstecken der Köpfe, ein Flüstern und Raunen. Wie lange noch? Mit Hugenberg wird es nicht so lange dauern wie mit Wilhelm II. Wie groß die Verlegenheit der Rechtspresse ist, zeigt sich darin, daß sie sich zumeist darauf beschränkt, folgenden Eni- schul digungszettel der Deutschnationalen Pressestelle abzudrucken: Di«„Berliner Montagspost fragt unter Zeichen ungewöhnlicher Erregung, ob Dr. hugenberg einen Brief, der dem Blatt von amerika- nischen Zeitungen zur Verfügung gestellt wurde und den sie im Wort- laut veröffentlicht, tatsächlich geschrieben habe. Der Brief ist echt. Dr. hugenberg hat ihn vor ein paar Wochen an sämtliche Senatoren und Abgeordnete, an die Gouverneure und Bürgermeister, an alle führenden Zeitungen und an hervorragende Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und geistigen Lebens in Amerika gesandt. Im Augenblick der für Deutschland lebenswichtigen VerHand- lungen in Paris war es notwendig, den Amerikanern, die bei den Verhandlungen eine entscheidende Rolle spielen, ein Bild über die tatsächlichen Verhältnisse in Deutschland, dle von der Linkspresse und zum Teil von amtlichen Stellen verschleiert werden, zu geben. Insbesondere war es notwendig, gegenüber den Lügen über die Deutschnationalen, mit denen das Ausland von der deutschen Linkspresse täglich gefüttert wird, den wahren Sach- verhalt zu schildern. Dr. hugenberg hat deshalb den Anregungen, die ihm in dieser Beziehung von amerikanischer Seite gemacht wurden, gern entsprochen. Die Erregung der„Berliner Montagspost" gipfelt in der Fords- rung, daß sich die amtlichen deutschen Stellen mit dem Brief befassen sollen, da er„die glatte Durchkreuzung der amtlichen deutschen Außenpolitik" ist. Daß ein Ullsteinblatt diese Forderung stellt, ist um so bemerkenswerter, als es gerade die Ullsteinpresse ist, die bei den Pariser Verhandlungen die amtliche deutsche Außenpolitik durch- kreuzt, indem sie den Franzosen in die Hände spielt. Dieser Entschuldigungszettel ist im ersten Absatz eine Pe- stätigung, im zweiten eine Ausrede, im dritten eine Retour- kutsche. Uns interessiert höchstens die Ausrede, und die ist lahm. Weder die Linkspresse noch amtliche Stellen haben nach Amerika Briefe geschrieben, um die Deutschnationalen zu denunzieren. Hugenbergs Vorgehen ist zum mindesten und zunächst eine Geschmacklosigkeit, die ohne Vorbild ist. Zum zweiten aber ist es auch eine Ungeschicklichkeit. Hugenberg schreibt gleichsam hinter dem Rücken der deutschen Oeffentlichkeit vertrauliche Briefe nach Amerika. Er überläßt seinen politischen Gegnern die Enthüllung seines Treibens. Besäße der Vorsitzende der zweitgrößten Partei Deutschlands ein wenig politischen Verstand, so wäre er der Enthüllung durch eine Veröffentlichung in der eigenen Presse zuvorge- kommen. Hauptsache ist indes nicht, daß Hugenberg schreibt, son- dern w a s er schreibt. Er schreibt den Amerikanern, daß sie Deutschland kein Geld borgen sollen, weil es z a h- lungsunfähig ist. Die Anleihen sind gefährdet, die deuffche Währung ist gefährdet, das� Chaos droht, der Bol- fchewismus ist auf dem Marsche. All das soll in der Absicht geschrieben sein, die Pariser Reparationsverhandlungcn günstig zu beeinflussen. Gerade, wenn man diese Absicht als vorhanden annimmt, muß man entsetzt sein über die Naivität. mit der ein sozusagen„führender" deutscher Politiker die Wirkung seines eigenen Handelns oerkennt. Die Pariser Sachverständigen werden sich auf ihr eigenes Urteil verlassen. Würden aber weniger Urteilsfähige im Ausland Herrn Hugenberg glauben, so wäre eine katastrophal« Schä- digung der deutschen Wirtschaft die Folge. Glücklicherweffe ist der Brief Hugenbergs so gehalten, daß er in Amerika wenig Gläubige finden wird. Die parte!- politische Absicht ist allzu dick aufgetragen, die versuchte An- biederung zu würdelos. Der deutschnationale Führer hat den Geschmack, in einem Brief an Ausländer einen Teil des deut- schen Volkes als den„inneren Feind" zu bezeichnen, diesen Ausländern selber aber— ohne Unterschied der Partei— zu erklären:„Unsere Sache ist euere Sache!" Dieser nationale Mann ist also bereit, gemeinsam mit dem Volk, das uns im Kriege besiegt hat, gegen die eigene Regierung zn gehen. Das wird drüben viel Erstaunen hervorrufen, aber wenig Gegenliebe finden. Die Deutschnationale Partei kann die Verantwortung für das phantastische Treiben dieses Mannes nicht ablehnen. Sie hat ihm nicht nur ein Mandat zum Deutschen Reichstag gegeben, von dem er übrigens so gut wie keinen Gebrauch macht, sondern ihn auch zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Die Schädigung Deutschlands im Auslande, die er bewußt»der unbewußt— unbewußt wäre fast noch schlimmer als be- mußt!— betreibt, fällt ihr zur Last. Doch das wird sie wahrscheinlich weniger beunruhigen, als die unausbleibliche Erkenntnis, daß Hugenberg fest an der Arbeit ist, die eigene Partei kaputtzureden und kaputt- zuschreiben. Diese Erkenntnis ist in einigen Teilen der Partei schon oorhanden, und sie wächst. Zeugnis dafür ist der Eifer, mit dem selbst die„Kreuz-Zeitung" von den verrückten Diktatur- Plänen des„Führers" abgerückt ist, Zeugnis dafür ist der Protest der evangelischen, d. h. deutschnationalen(Bemerk- ichaftssekretäre gegen seinen hemmungslosen s o z i a l r e a k- tionären Utopismus. Wenn jetzt, angesichts seines neuesten Streichs, der„Deutsche", das Organ der christlichen Gewerkschaften, in den Ruf ausbricht:„Herr Hugen- berg spekuliert auf amerikanische Hilfe für seine sozialreaktionären Reformpläne", so spricht er aus, was alle deutschen Arbeitnehmer bei der Lektüre dieses Briefes empfinden müssen. Und ohne Arbeit- nehmer als Wähler kann keine deutsche Partei existieren. Auch die„Deutsche Tageszeitung", das Blatt des Land- bundes kann so wenig ihren Unmut oerbergen, daß sie, nach einer Geste der Abwehr gegen links, den Satz abschießt: Die Kritik, die von ernsthafter Seite an dem Schreiben des Geheimrats Hilgenberg zu erwarten steht, dürft« des- halb auch nicht auf dem Gebiet des äußeren, sondern der inneren, insbesondere der Wirtschafts- und Sozialpolitik liegen. Die„Deutsche Tageszeitung" will die Regierungsfähig- keit der Deutschnationalen, das heißt ihre Bündnisfähigkeit, weil sie nur auf dem Weg« einer Rechtskoalition ihre agrari- schen Pläne verwirklichen kann. Hugenberg aber führt die Deutschnationalen ab von der Regierungsfähigkeit, von der Bündnisfähigkeit, auf den Weg einer kläglichen Möchtegern- Putschpartei. Herr Hugenberg, das ist hier schon öfter gesagt worden. ist der Führer, den wir den Deutschnationalen gönnen und wünschen. Aber die Deutschnationale Partei wird diesen Meister im Danebengreifen nicht so lange ertragen, wie Deutschland Wilhelm H. ertragen hat. Landbundrevolte in Oldenburg. Die Kleinbauem sagen sich los. Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Auch das kleine Land Oldenburg hat seine Sensationen. Im Münsterlande, wo seit Menschengedenken Schwarz Trumpf ist, rebellieren die Lauern. Scholl lange gärte es. Die kleinen Land- zeitunger�lchrieben nach holsteinischem und anderem Muster von der übergroßen Not der Landwirtschaft und erörterten dabei einen gegen Regierung und Städte gerichteten Käufer- und Lieferstreik. Daruber hinaus sprach und schrieb man aud) von einem eventuellen Brachliegenlassen der Ländereien. Nun haben gerade die oldenburgischen Landwirte am wenig- sten Grund, sich über wenig bauerndfreundliche Maßnahmen der Staatsregierung zu beklagen. Seit Iahren haben hier Rechts- Parteien und Zentrum im Landtage die ausschlaggebend« Mehrheit, was bedeutet, daß auch die Haltung der Regierung iil allen das Land entscheidend berührenden Fragen ganz in ihrem Sinne ist. Zu einem noch weitergehenden besonderen Entgegen- kommen lag daher kein Anlaß vor. Kurz und gut, als in einem kleinen Orte Südoldenburgs einer der Führer der �Landvolk"-Be- wegung soin« rückständigen Steuern nicht gutwillig zahlen wollte, da ließ das zuständige Finanzamt bei diesem rabiaten Groß- dauern einfach einen Eber pfänden und das Tier in Ge- wahrsam nehmen. Diese Maßnahme des Finanzamts war das Signal zu einem allgemeinen Aufruhr. Einige Führer der Lewe- gung läuteten die Sturmglocken der Kirche und bald war ein Aufgebot von einigen Dutzend Mann beisammen, das unter Anwendung von Gewalt den gepfändeten Eber zurückholte. Nun konnte die Behörde nicht mehr länger zusehen: st« ließ drei der Rädelsführer des unerhörten Vorganges in Haft nehmen und der Sicherheit wegen in das Gefängnis nach Oldenburg überführen. Aber auch die rebellischen„Landvolk"-Leute sahen der nun ernster werdenden Angelegenheit nicht müßig zu. Sie riefen zu einer großen Demonstrattonsversammlung zusammen und so oersammelten sich bald 800 bis 1000 Groß- und Kleinbauern. Scharfe Worte wurden gegen die Finanzämter, die Behörden und auch gegen die Landesregierung geführt. Man zog vor die Wohnung des zuständigen Amtshauptmanns(Land rat) und for- derte diesen zu einer Stellungnahme auf. Der erklärte, daß er zu der Verhaftung der Führer nichts tun könne, er wolle jedoch bei der Staatsregierung die Freilassung bewirken bzw. befürworten, um größeres Unheil durch die Bevölkerung zu verhüten. Darauf zog man vor das Gefängnis in Cloppenburg, in das die „2ondvolk"-Führer zuerst gebracht worden waren und demonstrierte dort. Um die Münsterländer Bauern nicht noch rasender zu machen und auch weil angeblich Verdunkelungsgefahr nicht mehr vorliege, sind die drei Inhaftierten inzwischen freigelassen worden: das«in-- geleitete Strafverfahren nimmt jedoch seinen Gang. Und die Regierung? Sie hat den Landtag zu einer besonderen Plenarsitzung zusammanberufen und die ganze Angelegenheit zur Debatte gestellt. Dabei hat der Ministerpräsident v. F i n ck h eine verhältnismäßig deutliche Erklärung dahin abgegeben, daß einmal das Gehabe und Getue der Landbund- und ,.Landoolk"-Leutc von groben Uebertreibungen begleitet und daß zum anderen die Maß- nahmen der Behörden nach den eingezogenen Informationen durch- aus einwandfrei seien. Er erklärte serner, daß die Regierung gegen fernere, auf eine Mißachtung der Staatsautorität hinauslaufende Unternehmungen der Landbundführer in entschiedener Weise einschreiten und daß sie die öffentliche Ord- nung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln schützen würde.— Diese Erklärung des leitenden Ministers fand im Landtage eine Mehrheit; die sozialdemokratische Frak- tion gab cme Erklärung ab, die besagt, daß es längst Pflicht der Regierung gewesen wäre, gegen die Machinationen der Landdündler, die in ihren Versammlungen fortgesetzt zu gesetzwidrigen Handlungen ausforderten, vorzugehen. Bei Vorkomin- nissen innerhalb der Arbeiterschaft seien die Organe der Regierung in der Regel schneller zur Hand. Auch fänden die Nöte'und Klagen der Arbeiterbeoölkerung bei der Staatsregierung und der Landtagsmehrheit selten ein so williges Ohr wie die der Land- bündler. Man werde sich die Dinge für die Zukunft merken. Damit sind parlamentarisch die oldenburgischen Landbundauf- wiegeleien vorläufig„bereinigt": auf das gerichtliche Nachspiel darf man gespannt fein. Interessant und bezeichnend ist übrigens, daß jetzt die Kleinbauernschaft im südlichen Oldenburg eine Ent- schliehung angenommen hat. in der sie das Treiben der Großland- wirte entschieden verurteilt. Die Schande von Zürich. Was für Leute das„Volksrecht" angegriffen haben. Genf, 25. März.(Eigenbericht.) Der Schurkenstreich der Züricher Kommunisten gegen das sozia- listsiche„Volksrecht" erregt in der sozialdemokratischen Partei und Press« der gesamten Schweiz die.größte Entrüstung.- Der Züricher Parteworstand trat noch in der Nacht zum Montag zusammen und verurteilt« in«isser scharfem Resolution Kj« Tat der Kommunisten. Die Resolution weist mit Recht darauf hin. daß die 6 Öj fall sten bis zuletzt dagegen gekämpft haben, daß die kommunistische Dsmon- stration verboten und Militär nach Bafel geschickt wurde- Di« Refo- lution fährt fort, die Kommunisten haben mft ihrem Auftreten gezeigt. daß sie. wie in allen Ländern, der Reaktion in die Hand arbeiten und absichtlich die Behörde» provozieren. Die Arbeiter werden aufgefordert, sich der provokatorischen Politik der Kommuinsten, die die Sache des Proletariats in Mißkredit zu bringen droht, zu widersetzen. Die kommunistische Demonstration in Zürich hatte mir wenige hundert Teilnehmer. Unter den 3Z Verhafteten ist«in 42jährig«r Kommunist, der in wilden Worten zum Widerstand gegen die Polizei ausforderte. In ihm wurde ein Mann wiedererkannt, der wegen Betrügereien und Sittlichkeitsverbrcchen vorbe- straft ist. Die beiden intellektuellen Führer der Züricher Kom- munisten haften sich lelbstverstöndlich beim Einschreiten der Polizei verdrückt. Sie sind am Montag vormittag verhaftet worden. Dem Magistrat von Zürich, der in feiner Mehrheft soziatn demokratisch ist, wurden gegen die Demonstration'T rup Pen zur Verfügung gestellt, die er jedoch ablehnte. In B a s e! haften sich die Kommunisten vor. den/ Truppen vollständig oerkrochen. Schon -uni-11< Uhp. nacht» tonnte der größte Teil.der-Truppen abrücken, Kommunistenkrach in Pans-Aord. Schlacht mit der Polizei. Parl». 25. März.(Eigenbericht.) Z Im Vorort Clichy erwischten die Polizeibeamten in einer Peru trauensmännersitzung der Kommunisten beim Eingang einen{eck langem gesuchten ausländischen Kommunisten und wollten ihn verhaften. Etwa 50 Versammlungsteilnehmer eilten mft Stöcken und Stühlen herbei und fielen über die Polizisten her, die von de« Ueberzahl schnell überwältigt wurden. Mehrere Polizisten wurden dabei verletzt: einer von ihnen so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Rasch trafen zahlreiche Polizeioerstärkungen ein: die ganz« Versammlung wurde abgesperrt und oerhaftet. Etwa 120 Personen wurden ins Gefängnis ein« geliefert und Schriftstücke wurden beschlagnahmt. Verächtlich! Dreitscheids Antwort an Hugenberg. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion, Gen. Dr. B r e i t j ch e i d, ist von der amenkani- fchsn„United Preß" nach seiner Meinung über den Brief Hugenbergs gefragt worden. Seine Antwort lautet: Wenn Herr Hugenberg in seinem Schreiben an amerikanische Zeitschriften den Wunsch nach einer verständigen und gerechten Lösung des Reparationsproblems ausspricht, einer Lösung, die sowohl die Vorleistungen wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkoft Deutschlands berücksichtigt, so gabt er damft nicht seiner und seiner k-autschnationalen Freunde Hoffnung Ausdruck, sondern der Hoff- nung aller Parteien ohne jeden Unterschied. Leider sagt er nicht, w i e nach seiner Meinung die gerechte Lösung aussehen soll, und deshalb bringen feine Darlegungen in diesem 'Punkte weder eftoas Neues ni� etwas Positives. i' Indessen kann der Inhalt feine» Briefe« keinen Zweifel daran lassen, daß'es dem Führer der Dcutschnotionalen Partei keneswegs in erster Ciit'e'üm das Rsparatwnsproblem zu tun ist. Es liegt ihm vielmehr daran, die Unterstützung der amerikanischen Nation für die Politik seiner reaktionär-monarchistischen Partei gegen die Sozialdemokratie und den Sozialismus zu erhallen. Zu diesem Zwecke wogt er es, von dem inneren Feind zu reden, wider besseres Wissen den Sozialismus als den ersten Schritt zum Bolfchemismus zu bezeichnen und den Amerikanern auseinander- zusetzen, daß sie durch ihre Anleihen dem deutschen Marxismus die Mittel für sozialistische Experimente lieferten. Ich bin überzeugt, daß djes« Methode, die Lebensfrage einer Nation zu benutzen, um «in anderes Volk vor den Wagen parteiegoistisch er Interessen zu spannen, in den Vereinigten Staaten ebenso als verächtlich empfunden wird wie in Deutschland. Daß der Brief auch im Reichstag sein Nachspiel haben wird, läßt sich voraussehen. Hugenberg ist freilich bis- her jeder Gelegenheit, sich feinen Gegnern zu stellen, sorg- fällig aus dem Wege gegangen. Denn dieser künftige Diktator Deutschlands liebt das Halbdunkel und den breiten Rücken anderer. Spiel mit dem putsch. Hugenberg, Hitler, Ehrhardt, Roßbach und So. München, 25. März.(Eigenbericht.) In den Kreis der Agitatoren für di« Diktatur ist nunmehr auch der Führer der Deutschnaftonale» in Bayern, der Mittels chulprofessor und Larrdtogsabgeordnete Hilpert, eingetreten. Auf einer Parteiversammlung in Kempten im Allgäu sprach «r über den angeblichen Bankrott des parlamentarischen Systems und forderte di« nach feiner Meinung unausbleibliche Diktatur des nationalen völkischen Selbstbehauptungswillens. In der gleichen Tongrt arbeilet feit einiger Zeit auch die Hugenberg-Preffe in Bayern. Dazu kommt, daß jetzt besonders auf dem Lande die Agitatoren Hitler««in« sieberhafte Tätigkeit entfalten und unverblümt davon sprechen, daß„es bald kracht". Wiederholl ist es zu Ver b r übe ru ng s fz e ne n zwifchendenDeutf ch national en un ddenNational- s o z i a l f st e n gekommen, so daß man unwillkürlich an den Sommer und den Herbst des Jahres 1925 erinnert wird. Dabei taucht auch der Name des Kapp-Putschiften Ehrhardt aus. > Der völkische Studentenftihrer Wagner in Würzburg erklärte vor wenigen Tagen, daß für d« völkischen Studenten als Führer nach wie vor nur der Kapitänleutnant Ehrhardt in Frage komm«. dessen ganzes Verleiten gezeigt habe, daß er wie kein anderer den Kern des deutschen Problems erkannt habe. Wenn auch Ehrhardt sich zurzeit völlig passiv verhalle, so würde darum doch fieber- Haft in der Still« gearbeitet, und besonders Oberleutnant Roßbach fei mft allen erdenklichen MUteln tätig, um die Iugendin Bayernzu organisieren! Ueber den Umweg der Ekkehardt-Spielc sei es gelungen, allein in Bayern über 50 Jugendgruppen zu bilden, di« in Nordbaycrn den Nomen Schill- 'Jugend führen. Diese Jugendorganisation sei«in« besondere Leistung von Heines, und es sei daher Ehrenpflicht aller völkischen Ver» bände, mit ollen Mitteln für dessen Freilassung einzutreten, dem die Führerstell« in der Jugendorganisiftion zustehe. Ein Liederbuch und zwei Zensoren. Schöffengericht und KPD. In dem Einziehungsverfahren gegen den Verlag des komrnu- nistischen Liederbuches für die Rote Jugend„Mit Gesang wird go- kämpft", hat gestern das Große Schöffengericht Berlin-Mitt«, unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Mareord entschieden, daß«nt- gegen dem weitergehenden Antrage der Staatsanwalls chast nur der Schlußvers eines Liedes„Die Schieberrepublik«" einzuziehen und daß die sich daraus beziehenden Plaften und Formen zu vernichten find. Wie immer man über das Urteil denken mag, so ist doch fest- zustellen, daß die Zensur der KPD. gegen dieses Liederbuch viel grausamer gewütet hat. als die des Großen Schöffengerickts. So enthäll die Arbeitermarfeillaise bekanntlich eine Strophe, die mit den Versen beginnt: Das freie Wahlrecht ist das Zeichen, In dem wir siegen. Run wohlan! Nicht predigen wir Haß den Reichen, Nur gleiches Recht für jedermann. Diese Sftoph« fehlt in dem Liederbuch: di« kommunistische Zensur hat sie gestrichen! Eines der schönsten Revolutionsgedichte Georg Herweghs beginnt mit den Worten: Wer seine Hand« falten kann, Bet' um ein gutes«chwert. Um einen Helden, einen Mann, Den Gottes Zorn bewehrt. Die kommunistische Zensur hat zwar ihren Sängern das Beten erlaubt, sie hat jedoch Gott verboten, zornig zu sein. Also liest man in dem Lieberbuch: Wer seine Hände satten kann, Bet' um«in gutes Schwort, Ilm einen Helden,«inen Mann. Den das Weltall bewehrt! Immerhin ein Glück, daß das Große Schöffengericht nicht auch noch angefangen hat—- �unzudichtsn"! Zur Sirafrechtsreform. Das Reichskabineft verabschiedet das EinfuhnmgSgeseft. Das Reichskabineft verabschiedete am Montag den Entwurf eines Einführungsgcsetzeszum Allgemeinen Deut� schen Strafgesetzbuch und zum S tr a f v ol lz u g s g e s« tz. Der Entwurf wird beschleunigt dem Reichsrat zugeleftet werden, da der Reichstag darauf Wert legt, noch vor der endgülligen Verabschiedung des neuen Strafgesetzbuches und des Strafvollzugs» gefetzes dos Einführungsgesetz zu beraten. Der Entwurf wird. sobald er dem Reichsrat vorgelegt ist. veröffentlicht werden, um der Rechtswissenschaft und Oeffentlichkeit Gelegenheit zur rechtzeftigen Begutachtung zu geben. Oeutschnaiionale parieiemheii. Erfolg Hugenbergscher Parteiführung. Hamburg. 25. März.(Eigenbericht.) Die Krise bei den Hamburger Deutschnationalen, die mit dem Ausschluß des in rechtsstehenden Kreisen sehr geschätzten deutschnationalen Senatspräsidenten v. Dassel' und einiger Kreisvereine ihren sichtbaren Ausdruck fand, dauert unver- ändert an. Obwohl vor einigen Tagen der bisherige Borsitzende des Landesverbandes und Vertreter der Hugenbergrichtung L i c n a u wiedergewählt worden ist, zeigt sich jetzt, daß trotz der„Reinigung", die auf Besehl Hugenbergs im hamburgischen Landesverband durch- geführt worden ist, die. Gegensätze nicht beseftigt sind. Die deutsch- nationale Bürgerschaft ssra kti on, der der zweite Landes- verbandsoorsitzcnd« und einige wettere Vorstandsmitglieder ange- hören, halle sich jetzt mit der Frage zu befassen, ob Herr v. Dassel. der seft Jahren der Bürgerschaftssraktion angehört, nach dem Aus- jchluß aus der Partei auch sein Mandat niederzulegen habe. Die Fraktion hat entschieden, daß eine M a n d o t s n i e d e r 1 e g u n g »licht erforderlich sei. Sie hat sich dainit gleichsa»» mit Herrn v. Dassel solidarisch erklärt. Ein reizender Zustand. Der Landes- verband schließt Herrn o. Dassel aus der Partei aus, die Bürger- schastsfraktion aber stellt sich demonstratio hinter ihn. Auch ein Er-. folg Hugenbcrgfchcr Parteiführung! Zaleski gegen Stresemann. Kein Einlenken in der Minderheitenfrage. Auf einem Festessen m Warschau hielt Außenminister Z a l i s t i eine Rede, in der er den d e u t s ch< k a n a d i s ch e n Vorstoß in Genf zugunsten der Minderheiten scharf kritisierte. Die Ankündigung dieser Aktion hätte die Bildung'einer gemeinsamen Front der Länder mit Minderheiten, also Polens, Rumäniens, der Tschecho- sloroakei. Südslaroiens und Griechenlands, zur Folge gehabt. Diese Länder hätten sich„allen Versuchen der Ausnutzung der Frage des internationalen Minderheitenschutzes zu egoistischen und Nebe n z w.« ck e n widersetzt�. Er ironisierte dann die deutschen Be. weggründe und fragte,„weshalb die Staaten, die auf die Rolls des Beschützers und Anwalts der Minderheiten Anspruch erheben, den anderen nicht selbst mit gutem Beispiele vorangehen".(Ge> rade das ist von preußischer Seite gegenüber den Polen in Deutschland in hervorragendem Maße geschehen.) Sodann oersicherte er, daß„niemand daran denke, die Minder- besten in ethnischer Beziehung zu assimilieren und zur natio- nalen. Verschmelzung mit den Mehrhesten oder zum Verzicht auf sprachliche, kulturelle oder religiöse Eigenart zu bringen". Er be- grüßte die jüngste Loyalitätsrede des deutschen Sejmabge- ordneten Will, auf deren Basis es nicht schwer sein würde, eine Verständigung zu erzielen. Schließlich erklärte er, daß angesichts des Widerstandes der Signatarstaaten von Mindcrheitenverträgen man von keiner erheblichen Aenderung des bestehenden Versah- rens reden könne, solange nicht all« Völkerbundmitglieder die gleichen Verpflichtungen übernehmen. Wem wirklich das Schicksal der Minderheiten am Herzen liege, der sollte zunächst den Minder- heiten die Verständigung und Mitarbeit mst den Mitbürgern der Mehrheit empfehlen, selbswerständlich nur auf dem Boden unbe- dingtcr Loyalität dem Staat« gegenüber.(Etwas anderes hat die Reichspofitik niemals den deutschen Minderheiten im Auslande emp- Reichspolitik niemals den deutschen Minderheiten im Auslande empfohlen. DasGchwurgerichi in Oeuischösterreich. Sozialdemokratie gegen Emmiagerei. Der Nationaltat in Wien beriet die Regierungsvorlagen über die Ersetzung der Geschworenengerichte durch Große Schöffengericht« und über die Bildung der Schäffenlisten. Justizminister Dr. Slama verwies auf die F« hl u r t eile der letzten Zeit, die zu einem allgemeinen Wunsch nach Reform der Schwurgerichtsbarkeit geführt haben; der Regierung liege es fern, den Einfluß des Laienelements � in der Rechtsprechung ein- schränken zu wollen.' Auch fei durch die Heranziehung der Arbeitert ammern zur Bildung der Schöffenli sten die Gewähr geboten, daß die Arbeiterfchast entsprechend« Berück- üchtigung findet Daß die Regierung sich anstatt zu einer Äbände- rung einzelner Bestimmungen zur Einführung der Schöffengericht« entschlosien Hobe, habe feinen Grund darin, daß sie das. Kernübel darin erblicke, daß Urteilsfindung und Strafbernesiimg'getrennt fei. — Abg. Dr. E i s l e r fSoz.) sprach mit großer Schärfe ge gen die Reg�iernngsporlage� die er als reaktionären Börstoß bezeichnet«: er erklärte, fein« Partei muffe eine unbedingt ab- lehnende- Haltung einnehmen, weil sie der Ansicht fei, daß es der Regierung Eeipel nur darum. IU �tztN �ertragunA. de.r »ÄiiM'ÄS»--. und P > itesarifch�. Schaffen klerikal«« Wünschen, zu � unterwerfen.— Mg. Dr. Matäja(Chpistl. Soz.) sagte die Unterstützung seiner Partei zu. gab jedoch feinem Zweifel darüber Ausdruck, daß eine A«» d e- r«Hg namentlich in der politischen Prozeßführung«intreten werde. ''orange die Biiidung der Schöffenliften nicht politischen Einflüssen entzogen- fei. �'... Die„politischen Einflüsse" find so zu verstehen, daß vor allem dte, Gemeinde Dien die Geschworenen für die inneren Stadtbezirke auswählt: m diesen Bezirken hat die Presse chreu Eitz und Pro- z«ffe gegen die sozialistischen Zeitungen sind vor diesen Geschworenen ein« ziemlich aussichtslose Sache; dasselbe gilt für die Städte St. Pölten und Wiener- Neustadt Linz. Eteyr und Graz. • primo kündigt Rücktritt an. Nachfolger wird gesucht. Madrid. 25. März. Mnifierpräfidenl Prstno de Rivera führt in einer halbamflichen Mlkteiloag an», er fühle sich weder kräslig noch jung ge- nag, um von dem Lande und von dem König die Erneuerung ihre» Vertrauens für eine neue fünfjährige Amlsperiode zu erbitten. Deswegen Halle er es für gnh die Vorbereitungen zur Nieder- legong d�t Macht zu beschleunigen, da eine Nachfolge ob inleflato(ohne Erbschasisregelung), besonders durch ein über- rafchendey Ereignis, das die große Masse der Bürger in ver. wlrra ag bringen würde, das schlimmste für das Land wäre, das mau fsth denken könne.-_> Direktorium in China. Aufstand in Nordwesten. Schanghai. 25. März. Die verfiimmelle Kuomintang hat ein Direktorium ans drei vcrfoueu ernannt das die chioefifchc Republik verwalken soll. Dem Direktorium gehören Tschiaagkaischek. General hunhamin und Erster Minister Tang an. Am Sonntag wurde das Direktorium nor der Kuomintangverfammlung vereidigt und hat fein Amt über- nommen. 1' In Nordwestchina ist ein Allffiaud gegen die Nankingregie. rang ausgebrochen. General Ts chen, Oberbefehlshaber in Kalgan. ist zu den Aufständischen übergegangen. Der Ausstand ist von den Anhängern Tschangsunschangs angezettelt worden. Die Nanking- regiernng hat sich noch nicht zur Entsendung von Truppen zur Unterdrückung des Aufstaudes entschlossen, da besonder» zuverlässige Truppen ausgesucht werden müssen. Aufstand gegen HabibuNah. Ee läßt in Kabul strafweise plündern. Wie aus Rußland gemeldet wird, haben sich die afghanischen Stämme der Gegend Tohao-Kuhistan gegen Habibulloh er. Koben, und man rechnet mit neuen kriegerischen Maßnahmen Aman- »llahs und Na d i r- K h a n s gegen Kabul. Auf die Aufforderung ziabibullahs, Naöir-Khan möge nach Kabul kommen, antwortete diejer, der Usurpator solle sofort die Hauptstadt unter Zurucklasfung der Waffen verlassen. Dafür ließ Habrbullah Nadir-Khans Haus in Kabul pl ü n d er». Der gekränkte Nationalist. ,S>ie holen die Flagge ein, Herr Nachbar, Sie sind doch sqnst fo national?� ,Zch kann es nicht verknusen, daß der(Sckener ausgerechnet nach Palästina fährt!� Ein gelber Gcheinprozeß. Kleine Anfrage an den Reichsarbeiisminister. Die Entscheidungen des Reichsarbeitsgerichtes über die Tariffähigkeit der wi r t f ch a f t s f r i edl i ch« n Wertsgemeinschaften haben in den letzten Monaten den berechtigten Widerspruch der gewerkschaftlich organisierten Arbester und Angestellten herausfordern müssen. Es wird noch ausführlich darüber gesprochen werden müssen, ob die satzungsmäßigen Vor- aussetzungen, die das RAG. als Voraussetzung einer„Wirtschaft- lichen Vereinigung der Arbeitnehmer" aufgestellt hat, auch nur ent- seritt ausreichen, um die Unabhängigkeit einer Gewerkschaft gegen- über dem Unternehmertum einlvandfrei feststellen zu können. Wie wichtig es wäre, neben einer Prüfung der Satzungen vor allem auch das Verhalten der Wirffchaftsfriedlichen zu prüfen, darüber gibt die folgend« in diesen Tagen vom Reichstagsabgeortmeten Aufhäuser eingebrachte Klein« Aufrage an den Reichs- arbeitsminister dem RAG.«inen höchst beachtlichen Hinweis: „Das Reichsarbeitsgericht, hat am 8. Februar 1929(in Sachen RAG. 370/28) in Ueberemstimmunq mit der Dorinftonz(RAG. Bielefeld) die Tarif fäh igte it einer Wer t s g« m ei n, - Schaft hoj aht..Wü; uns berichtet-. Hot d'e Werks-� '' um/»«in gemeinfchaft ihrem Prozeßgegner, dem Arbeitgeber, der in zweiter Instanz verloren hatte, die Einlegung der Revision von sich aus ermöglicht, indem sie sich z u r Tragung der Kosten de. r e i t e r k lö r t e. Dieser Prozeß ist- osfenbar ein Schein- prozeß, mit dem versucht werden sollte, die Durchlöcherung de» Arbeitsschutzes mit Hilfe werksgemeinschaftlicher sogenannter Tarifverträge zu ermöglichen. Ist dem Reichsarbeitsministerium über die Kostentragung der Revision durch die Werksgemeinfchast etwas bekannt?" Wenn das Reichsarbeitsministerium diese Frage bejaht, wenn also tatsächlich in diesem angeblichen Rechtsstreit zwischen Arbeit- geber und Werksverein die eine„Partei" für die„Gegenpartei" die Kosten trägt, so wird wohl auch endlich das Reichsarhestsgericht seinen Glauben, als handle es sich bei den Werksgemeinschaften um „Soziale Gegenspiele r", der Arbeitgeber ausgeben müssen. Aus den Satzungen jenes Werksoereins war diese innige Der» bundenheit von Arbeitgeber und Werksgemeinschast gegen die übrigen unabhängigen Gewerkschaften freilich nicht herauszulesen. - Mir wech«! vecpffsMcM n i.......'..... Iii Eiaisberaiung in Brauuschweig. Kapitel Staatsminifierivm abgelehnt. Brauuschweig. 25. März.(Eigenbericht) ver Braunschwelglsche Landtag trat am Monkag zur Berakung de» Haushaltspläne» für 1929 in erster Lesung zu- summen. Nach ausgiebiger Debatte wurde da» Kapitel S k a a l s m i n i st e r i n m mit 24 Stimmen der Regierungsgegner einschließlich der 2 Kommunisten gegen 24 Sozialdemokraten a b- gelehnt welche Stellung die Regierung und die sozialdemokratische Fraktion nach der Ablehnung dieses Kapitels einnehmen werden, steht zur Stunde noch nicht fest Kein Anschluß an Preußen. Im Landtag gab der Minister Jasper im Austrage des Stäqtsministeriums zur Frage der Aufrechterhaltung der Selbständigkeit Braunschweigs eine Erklärung ad, in der es u. a. heißt: „Die gemeinsame Not des Reiches und der Lander erzwingt ein« Neugliederung dös Reiches im Interesse des deutschen Vater» landes wi« der engeren Heimat. Die Deutsch« Republik ist als dezentralisierter Einheitsstaat in größere Wirtschaftsgebiete zu gliedern, die der geschichtlichen Entwicklung und Eigenart der beut- scheu Staaten entsprechen. D a s S t a a t s m i n i st e r i u m zieht «ine deutsche Gesamtlösung jeder Teillösung vor. Das Staatsministerium wird die Vorschläge abwarten, die die von der Länderkonserenz im Januar 1028 eingesetzten Ausschüsse ausarbeiten. Gegenwärtig Verhandlungen mit der preußischen Regierung auszunehmen, wie der Antrag der Deutschnationalen wünscht, hält dos Staatsministerium für ver- früht. Dos Staatsministerium befürchtet,.daß die deutsch« Ein- hest nicht gefördert, sondern gefährdet werden könnt«, wenn Braun- schweig und die übrigen norddeutschen Länder in Preußen aufgehen. Preußen muß in Deutschland ausgehen, wenn Deutschland leben soll- Der Freistaat Braunschweig wird dann in Nicdersachsen ausgehen, das vom Meer bis zum Harz, van. der Elbe bis zum westlichen Industriegebiete reichend die Alt- märker. Ostfalen, Westsälen und Friesen umfassen könnt«. Dem An» trag der Fraktionsgemeinschaft der Mitte kann das Staatsministerrum nicht zustimmen, solange der Begriff des Reichslandes nicht ge» klärt ist. Die Lag« des Landes fft ernst, aber nicht ungünstiger al» die der meisten anderen Länder. Das Staatsminist«rium ersucht alle guten Braunschweiger, bei allen Erörterungen das WohlderHeimat nicht außer acht zu lassen." 'ifklo '■ fo fo f'■*3'■, �••- � s- -ic?: �popuwire" gegen Rheinlandbefehung. Kriegsgeist im Offizierskorps. Bari». 25. März.(Eigenbericht.) . Der sozialistische„Populaire" protestiert heut« in dem Schliißartikel einer.'Serie über die Zustände in der französischen Rhelnärmee erneut gegen die weitere Ausrechterhaltung dieser Be- satzung, die dach nur dazu diene, den Kriegsgeist im fron- zösifchen Offizierskorps immer weiter' zu verschärfen. Die Offiziere fühsteu sich im Rheinland als die Sieger und könnten in keiner Weise die gefährliche. Nutzlosigkeit, ihrer Ausgaben eou sehen. Außerdem benutzten sie einen großen Teil der Besatzung»- arme« für ihre eigenen Bedürfnisse. So blieb« von den ganzen Garnison von Mainz nach Ab.zug der Ordonnanzen und der Posten nicht ein einziger Mann übrig. Dabei wüßten die Ossi- ziere nicht mehr, mit welchen Wünschen.sie noch die Besatzunge- tosten erhöhen könnten, trotzdem sie wirklich„wie die Ratten im Schweizerkäse" lebten. Als Beweis führt das Blatt die Forderung des Generals D a u chy in Landau an, der sich für den Winter- garten seiner beschlagnahmten Villa.Pflanzen im Werte von 2600 Franken habe liefern lassen. General Douchy sei übrigens der gleiche, der im Jahre. 1925 für seinen persönlichen Gebrauch die Wobei aus dem Schloß von Ludwigshafen angefordert habe. Lialiens Balkanrüstung. Albanien vollgepfropst mit Kriegsmaterial. Die Sofioter„Sana"(Morgenröte) weiß zu berichten, daß allein in den letzten 13 Monaten mehr als 300 000 Gewehre, gegen 12 000 Maschinengewehre und viele Tausende Tonnen Exploswstossc und sonstiges Kriegsmaterial au»? lallen nach Albanien eingeführt worden feien, ebenso 400 Militürkrastwagen und eine große Anzahl Tanks. Vom Tage de» Abschlüsse» de» Tirana- pakl» bi» heule habe Zlalien Massen für 350000 Soldaten nach Albanien geschasst. obwohl da» albanische Heer nur 12 000 Mann zähle. Diese gewaltigen Mengen Kriegsmaterial könne Albanien nicht einmal in einem zehnjährigen Kriege erschöpfen. Ver amerikanische Zournalist Wal rotte, der diese Ziffern sestgesielll hat. beschuldigt das saschlstische Italien eine» gefährlichen und verbrecherischen Spiels mit einem Balkankrieg, der Zta- liens imperialistischem Streben zum letzten Erfolg verhelfen solle. Mährend der letzten IS Monate hätten italienische Schlsfe T a g u n d Nacht Kriegsmaterial von Brindisi und Otranto nach Valona übergeführt, da» anfangs nur zu nächtlicher Zeit ausgeladen worden fei. Zuletzt habe man auch diese Vorsichtsmaßnahme nicht mehr beobachtet, da Italien die albanische Regierung fest am Zügel halte. Luflsahrtkonferenz in Wien. Zur einheitlichen Gestaltung der Schiedsvorschriften. für den Lustverkehr im Reich und in Deutsch österreich finden in Wien Beratungen statt. 3n Agram wurden zwei führende Journalisten ver» haftet; sie werden verdächtigt, den Ehefredakteur Schlegel ermordet zu haben. Als Repressalie gegen Griechenland begann in Konstantinopel die Verteilung beschlagnahmten griechischen Eigentum« an türkische Geschädigte. Die Griechenblatter wurden behördlich ge» schlössen, da sie angeblich keine Steuern bezahlten. Der putschlüsterne Fürst von Monaco hat unter dem Druck«wer Demonstration— gegen die er sogar uralte, verrostete Kanonen auf- geboten hotte— versprochen, die Parlamentswahl noch vor dem 1. Juli vornehmen zu lassen. Wasseasunde bei Reichensachscu. Wie das..Eschweger Tageblatt" aus Reichensachsen meldet, saniben Landjägereibeamte, bei einer Haussuchung in der Nähe von Reichensachsen eine größere Menge Munition, ein« Anzahl Gewehrläufe nebst den dazugehörigen Schlossern und andere Waffen. Der' Bürgermeistsr nahm den Fund« Verwahrung. Die ilniersuchuag ist eingeleitet. WERT VND GEGENWERT Man offeriert Ihnen einen Sechszylinder zum Preise eines Vierzylinders. Ist dieser Sedbszylinder so preiswert für das, was er bietet— oder war der Vierzylinder vorweg um so viel zu teuer?— Es ist wohl nicht möglich, reell eine Mark für achtzig Pfennige zu verkaufen. Bei uns müssen Sie immer für einen Taler drei Reichsmark bezahlen und keinen-Groschen weniger. 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BismarÄstr. J, A. Petri. Treuen brietzen Erich Hiadenberg. Werneuchen leg. Hugo Schalt*. Wittenberge Be*. Potsdam. Bahosfr Sj/SS L. SÜbcrstcin Söhne. Schwiebtss Otto Kaloscha. Neartrrbbie Martos Körting, Brandeoborg a.H, Wilholmsdorfier Sltiac Adier-Atuomohil-Vetiaof�geg Rührig& Ca ILO, Cottbus. Berliner Str. 7» AeNeebÜneelrale Hcnaaan Med« LanUabcrg«. W, Theaicrstr. m—*b ZIr. 143> 4« Jahrgang 5 OietMf««. 26. SIär5-1929 S&wei Qegemäime. Xerliner U-Siahn Eingang. P a ri s« r Metro und Berliner Untergrund: beide dienen sie demselben Zwecke, und doch find sie in ihrer Aufmachung und in der Ausstattung der Stationen und Wagen so verschieden. daß es sich schon lohnt, diese am stärksten frequentierten großstädti- schen Verkehrsmittel hier und dort miteinander zu vergleichen. Wir stehen am Boulevard Raspail in Paris und suchen den Eingang zur Metro. Nach längerem Suchen entdeckt man ein grasgrün gestrichenes, mit Pflanzenmotiven üppig verziertes Eisengeländer. aus dem kühn aufstrebende, geknotete, und sich verzweigende Stengel lebenfalls aus Eisen) eine langgezogene Tafel tragen, deren Auf- fchrift„Metropolitain" mit Buchstaben im reinsten Jugendstil keinen Zweifel an dem Zweck dieses botanischen Stilgewirrs übrig lassen. Wenn der Abend kommt, erglühen an der Spitze der Stengel zwei Glasknospen in rosigem Licht, und aus einer Blattrolle ergießt sich Heller Schein über den Orientierungsplan von Paris mit den Linien der Metro. Für 60 Centimes(10 Pfennig) kann man die Seinestadt nach allen Richtungen unterirdisch, an einigen wenigen Stellen auch oberirdisch befahren. Gerade in den Stunden des Houptverkehrs, der auf den belebten Boulevards oft zu zeitraubenden Stockungen führt, ist die Fahrt mit der Metro zu empfehlen, wenn man es eilig hat. Aber dem Allzueiligen, der noch im letzten Moment in den firnrntr- Pariser llleiro Eingang. abfahrenden Zug springt, wie man es so oft in Berlin beobachten kann, ist auf der Pariser Metro ein Riegel vorgeschoben. Unmittel- bar vor der Abfahrt schließt sich automatisch auf jeder Station der Zugang zum Perron in Gestalt einer kleinen eisernen Pforte oder einer einfachen Ouerstange. Ebenso automatisch schließen sich die Türen des losfahrenden Zuges, sobald die Zugbegleiter ihr seltsames Pfeifen- fignal gegeben haben. Die einzelnen Stationen, die man in Berlin schon an der Farbe der Kacheln, an der Säulenanordnung erkennt. sind in Paris von uniformer Landweiligkeit, nur belebt durch große, farbige Reklametafeln, auf denen Coty sein« Parfüms, Nestle feine Kindernährpröparate und Likörfabrikanten ihre einzigartigen Aperi- tifs anpreisen. Rasch ist man am Bestimmungsort, wenn man sich vorher nicht in den labyrinthischen Gängen der Umsteigestation („corresponäence") verirrt hat und statt in Vineennes im Osten im Bois de Boulogne im Westen gelandet ist. Gerade auf den Außenlinien wird man die best« Gelegenheit haben, den Pariser Arbeiter zu beobachten und wird hier sicherlich tiefere Eindrücke von französischer Eigenart empfangen, als wenn man sich nur auf den für den Fremden herausgeputzten glanzvollen Boulevards herum- treibt. Ein zweiies Todesopfer. Die Arbeiter sollen natürlich schuld sein. Das schwere Brandunglück in den Bergmann Elek- trizitätswerken A.-G., in Reinickendorf-Rosenthal, über das wir bereits ausführlich berichteten, hat bedauerlicherweise noch ein Todesopfer gefordert. Der 24jährige Arbeiter Ernst Fischer aus der G e n t e r Straße 3S. der am ganzen Körper Verbren- nungen erlitten hotte, ist gestern abend um 6 Uhr in der Universitäts- klinik Ziegelstraße seinen schweren Verletzungen erlegen. Inzwischen scheint die sofort eingeleitete Untersuchung zu- mindest eine Nachlässigkeit i n der Betriebssührung ergeben zu haben, so daß es Aufgabe der Ueberwachungs- behörden fein sollte, unverzüglich einzugreifen. Die Erregung unter der Arbeiterschaft der Firma Bergmann ist begreiflicherweise groß und es sollte nichts unversucht bleiben, um die Schuldfrage so schnell wie möglich restlos zu klären. Deshalb erscheint uns das Verhalten der Telegraphen-Union(TU.) unbegreiflich, die oerlucht, der Arbeiterschaft die Schuld an dem Unglück in die Schuh« zu schieben. Sie schreibt, daß das Großfeuer„angeblich durch Unvorsichtigkeit der Arbeiter" entstanden fei. Was heißt hier angeblich? Das ist eine dumme Redensart. Es steht noch nichts fest und die allgemeinen Arbeits- und Sicherheits» Verhältnisse in der deutschen Industrie sind keineswegs so ideal, daß man sofort eine Schuld der Arbeiter inutmaßen inuß._ Ein verhängnisvoller Laubenbrand. Ein Laubenbrand, bei dem durch besonders unglücklich« Um- stände zwei Schülerinnen, und zwar die 12jährige Elisabeth und die lOjohrige Frieda W. ums Leben kamen, beschäftigt« das Schöffengericht Berlin- Wedding. Angeklagt wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Brandstiftung war die Mutter der getöteten Kinder Frau Elisabeth W., die mit ihrer Familie im Sommer eine Laube in einer Kolonie bei Witte- nau bewohnte. Am IS. Dezember ging der Mann gegen 10 Uhr abends zu Nachbarn. Frau W. brachte die beiden Mädchen und «inen kleinen Jungen ins Bett und ging dann in den Vorraum, um zu plätten. Dabei hing sie, um besser sehen zu können, die Pe- troleumlampe, die an der Decke unter einem besonderen Schutzblech hing, auf die andere Seite. Als sie mit Plätten fertig war, wollte sie noch zwei Schürzen zu den Nachbarn hinüberbringen und gleich- zeitig ihren Mann abholen. Da sie nurjvenige Minuten fortbleiben wollte, schraubte sie die Lampe klein. Sie wurde aber doch bei den Bekannten länger aufgehalten. Auf einmal rief jemand:„Die Laube brerinlr Sosort eilten alle herüber und löschten das Feuer, das nicht sehr groß war: aber es hatte sich doch soviel Rauch entwickelt, daß die beiden Mädchen, die auf einem oberen Bett schliefen, an Kohle noxydvergiftung gestorben waren. Der Staatsanwalt hob hervor, daß die Mutter durch de» Tod der Kinder schon genug bestraft wäre und beantragte die Mindeststrafe von einem Monat Gefängnis und Bewährungsfrist. Das Gericht sprach die unglückliche Mutter frei, da die Fahr- lässigkeit zu gering war, um strafrechtlich erfaßt zu werden. �Gras Zeppelin" auf großer Kahri. Oer Flug über Italien. Rom. 25. März. Da» Luftschiff„Gras Zeppelin" überflog R o m um 15.20 Uhr. Es wurde von zahlreichen Flugzeugen umkreist und von der Bevölkerung, die auf den Terrassen der Häuser stand, lebhasl begrüßt. Um 17.30 Uhr überflog„Gras Zeppelin" Eapri mit südlichem Kur». Die Stadt Neapel wurde in der Richtung nach Osten überflogen. Eigenberichte von der Fahrt. „Gras Zeppelin", 25. März.(Eigenbericht.) Als die Bewohner von Marseille am Montag morgen gegen 8 Uhr zu ihren Arbeitsstätten eilten, sahen sie über sich am blauen Morgenhimmcl ein deutsches Luftschiff kreise». Der Zeppelin stattete der Stadt einen Besuch ab. Die Bevölkerung sammelte sich auf den Straßen und Plätzen und begrüßte den Lustriesen, der nach einigen Schleifen in gerader Richtung nach Osten weiter flog Mar- seill« ist nach Lyon die zweite französische Großstadt, der ei» Zeppelin einen Besuch abgestattet hat. Die italienische Hauptstadt Rom wurde bei klarem, böigen Wetter überfahren. Auf Straßen und Dächern Tausende von Men- schen, zahlreiche Gebäude sind beflaggt. Als„Graf Zeppelin" deni Quirinal durch Neigung der Spitze des Schiffes«ine Ehrenbezeugung erwies, stürzten in der Passagiergondel Gläser und Teller zu Scherben vom Tisch. Das Luftschiff überflog das Kapital und das Kolosseum und nahm nach zwei Ehrenrunden, von einem Fliegergeschwader mehrere Kilometer begleitet, Kurs auf Neapel, von dort nach Griechenland. Besatzung und Passagiere richteten an den deutschen Botschafter in Rom ein Begrüßungstelegramm, in dem dem Genius der ewigen Stadt gehuldigt und der Botschafter gebeten wird, dem italienischen Volke beste Grüße zu übermitteln. Die Fahrt Marseille— Rom verlief bei herrlichem Wetter und völliger Windstille, stundenlang hatte man Korsika mit seinen Gebirgen vor Augen. Das Meer glich einem Spiegel. Elba durfte auf Verlangen der italienischen Regierung nicht überflogen werden. Bei Eivitavecchia erreichten wir italienisches Festtani. Eine halbe Stunde später log Rom in ganzer Pracht unier uns. Das Schiff macht unter Eckeners Führung nach Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit einen ausgezeichneten Eindruck. Die Passagiere sind ausnahmslos des Lobes voll über Schiff, Führung und Besatzung. Entschädigung für den schuldlos Verurteilten. Me uns aus München gemeldet wird, erhielt der Mechamkcr Otto Götz, der wegen Mordes zum Tode verurteilt, dann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und nach zehnjähriger Zuchthaushaft unlängst im Wiederaufnahmeverfahren von der Zln- klage des Mordes freigesprochen worden war, jetzt einen Gerichtsbeschluß zugestellt, der die Staatskasse zur Ent- schädigung verpflichtet. Diese erstreckt sich auf IM Jahre, die Götz über die jetzt vom Augsburger Schwurgencht— wegen versuchter Abtreibung— festgelegte Strafe hinaus verbüßt hat. Wir berichteten über den Fall vor etwa 14 Tagen ausführlich. Rohiah einet Revolulion. Von Gecltaci HetcttiAMn M.osiat Gloß lieg den Vlick über die Stadt wandern und traf auf die Schlote der Zuckerfabrik.„Freilich: das ist nun eine Einsicht, die richtig ist und zu nichts nutze. Deshalb bleibt doch der Stachel, daß Menschen sich die Lunge aus dem Leib schuften müssen und nicht satt zu essen haben, daß... wozu zähle ich das aufl" Er stand schnell auf: sein gutmütiges, pastorales Gesicht eckte der Zorn.„Ewig wird dieser Stachel bleiben, ewig, und wird Revolutionen und Religionen und Reformationen wach stechen aus schlafenden Volksleibern... und nun muß es doch heißen: Gott sei Dank!" Er lächelte schon wieder.„Also, merkt euch meine Einsicht erst gar nicht. Sie ist nutzlos. Früher habe ich einmal gesagt, daß alles Uebel darin liegt, daß man niemanden zur Einsicht bringen kann. Heute weiß ich, daß auch die Einsichten nicht helfen. Sonst sollten Greise regieren �.." Ihn fröstelte. Er begann in seiner Reisetasche zu. suchen, kramte eine Flasche Brannt- wein heraus.„Es ist kalt. Ich lasse euch das hier. Trinksts auf das Wohl eines, der auch mal das Beste gewollt hat, und das Beste war Plunder." Die rotgeränderten Greisenaugen stierten gierig auf die Flasche. Gloß lächelte.„Aber nur, wenn Jhr's mit Kniep- hacke zusammen trinkt!" Calm wandte sich brummend ab. Gloß schüttelte den Kopf..Linder, Kinder, seid froh, wenn wieder einer zu euch kommt! Seht mal: damals habt Ihr euch gewundert, daß der Adlige von Gloß freisinnig war. Run, er war's aus Einsicht, und er war einsichtig aus Armut. und Armut ist kein Verdienst. Aber das Heil kommt vielleicht von der Armut— und einmal werden auch die Trosegks arm sein!" „Bale!" knurrte Calm. „Na. und heute kommt sogar ein Hoflieferant," fand sich Gloß scherzend zurück.„Also nun zerstört mal nicht die ein- zige Hoffnung, die noch bleibt: daß einstmals alle zu uns kommen. Schubst nicht gleich den ersten weg!" Calm schwieg verständnislos. Sein Hirn faßte solche Gedanken längst nicht mehr. Aber seine Augen gierten nach der Flasche. „Denken Sie dran, Calm, daß Ihr alle drei heute einen gemeinsamen Gedenktag habt. Es ist der IS. März heute." „Der neinzähnte?" fragte erstaunt der zeitlos lebende Calm. Gloß hielt ihm die Flasche lockend vors Gesicht.„Na? zum Feiern— mit Kniephacke!" „Iut, zum Feiern!" In Calms Augen flackte es wieder. „Sie kenn'n se herjäwen!" Gloß gab die Flasche.„Und ich gehe heim zu meinen Buchen und Fichten." sagte er leise und sah noch einmal über die Stadt.„Dies werde ich wohl nun nicht mehr sehn..." „Das muß nich schwer sin," meinte Kniephacke.„Mer hat zu oille drin ausHalen missn." Groß lächelte schmerzlich.„Es sollte leicht sein, eigent- lich... man glaubt sie doch so lange gehaßt zu haben. Und beim Abschied merkt man: man hat sie geliebt." Kniephacke sinnierte:„So ähnlich jings je oo meine Frau... mit der Fabrike..." Gloß ritz sich los von dem Blick ins Tal, nahm seine Reisetasche. „Man liebt ja so viel mehr Dinge, als man denkt. Man liebt auch, was man zerstört. Auch euch Revolutzern geht's nicht anders." Ein Windstoß machte sein Haar zu einer weißen, hohen Fahne, sein Gesicht sah aus wie eine Fläche aus Licht.„So vieles liebt man... lebt wohl!" Er schwang den Hut und ging rasch. Die Blicke der anderen folgten ihm stumm, bis er auf der Kuppe war. Aber er wandte sich nicht um und sank hinter den Berg wie hinter eine graue Mauer. Calm entkorkte die Flasche, trank und ließ Ziegler trinken. Dann nahm er den Schnaps wieder an sich, hielt ihn eine Weile zögernd vor der Brust und reichte ihn dann mit hartem Ruck an Kniephacke:„Weils Iloß so hau will. Un weils der neinzehnte März is." Kniephacke nahm nicht. Er sagte demütig und kindlich: „Ich weeß jo, wie unrecht das von mich jewän is.» Ich will jo allens widder jut machen. Ich will jo allens tun, was du willst, Calm." „Na. is jut. Ich wer dich brauchen eher, als du denkst." Die Flasche begann zu kreisen. Mehr Wort« wurden bei dieser Versöhnung nicht gewechsell. Räder knirschten. Ueber die Kuppe des Berges nickten zwei Pferdeköpfe, dann kam der ganze Wagen nach: ein Ackerwagen, von einem Harzbauern geführt, hoch beladen mit Tannengrün. Kniephacke, des Hockens in der Kälte unge- wohnt, blickte neidisch hin.„An Feierchen sollte mer sich machen!" Der Wagen war heran.„Kenn'n Se uns nich an bißchen dodervon jäwen?" fragte er den Kutscher. Der grinste.„Meinswäjn nähmt«ich an paar Stick. Es ward je oo so reichen." Kniephacke und Ziegler rissen große Büsche vom Wagen. „Wofor Is es denn«?" erkundigte sich Calm, schon Trunkenheit in trüben Augen. „Fors Schloß om'ne Dekoration for'n Harzog!" rief der Bauer und zog die Bremsen an. Langsam rutschte der Wagen hinunter. „Forn Harzog— an'n neinzähnten März—" Calm sah böse zum Schloß hinüber. Die Zweige wurden geschichtet, das Feuer wurde ent- facht. Kniephacke besorgte das mit ruhigen, noch arbeitsgc- wohnten Händen; die Finger der beiden Adern waren zu tapsig, zu klamm, zu zittrig. Bald wanden sich die Funken durch den Haufen, wurden Bänder, die in die Luft wehten, eine ganze Brut von roten Schlangen', die. sich gegen die Kälte warfen und sie mit kleinen, wilden, spitzen Bissen immer wieder zurücktrieben. Die Flasche kreiste, heißer wurden die Gedanken in den Hirnen— aber Kniephacke gegenüber blieb Calm noch immer fremd und mürrisch. Dann aber, als der Schnaps zu Ende war, sprang Calm auf, warf mit ersticktem Fluch die Flasche in der Richtung zum fernen Schloß— das Glas zersplitterte ohnmächtig miß- tönend am Fels, und Calm wandte sich jäh an Kniephacke: „Eemaa hawwe ich eenen da om'ne was versprochen: nu muß ichs Halen; willste mich helfen, Kniephacke?" Der Böttcher nickte stumm. .Lücke ma," sagte Calm weiter und hob seine zitternden Hände hoch,„mit die Finger kann ichs doch niche. Sonst tät ichs alleene, das kannfte mich jloowen. Un ich wers oo tun ohne diche, wenn de nicht willst. Awwer du hast ne ruhije Hand..." Kniephacke erschrak. Er sah nach der Richtung, in der Cöthen lag— die schnell hereinbrechende Dämmerung hatte die manchmal sichtbaren Türmchen des Seminargebäudes ver- wischt. Seine Augen glitten zu Calm zurück, der ihn finster anblickte. Kneiphacke atmete tief auf.„Is jut." (Fortsetzung folgt.) Oer Tod des Naiionalsozialisien. Sechs Personen wegen Körperverletzung angeklagt. An einen, nebligen Herbslmorgen. am 17. November t9ZS, wurde die Leiche eines etwa ZOjährigen Manne» aus dem Landwehrkanal gezogen. Die polizeilichen Nachfor- schungen ergaben, daß es sich um einen Kaufmann Haus Külemcyer handelte, der fanatischer Anhänger h i l l e r» war. Am Abend vor seinem Tode nahm er an einer Versammlung der Nationalsoziall st en im Sportpalast teil, in der Adolf Hitler selbst hetzend und provozierend ge- sprochen hatte. Ein Ermittlungsverfahren folgte. Man stellte fest. daß Kül�meyer nach der Bersammlung in Begleitung von verschie- denen Personen männlichen und weiblichen Geschlechts in Hitler- Tracht durch die Berliner vtraßen gegangen war. Man hatte zudem stark gekneipt und in etlichen Lokalen leicht« Zusammenstöße gehabt. An der Zielen- und Bülowstraß« kam es dann zu einer A u s e i i, a i, d c r s e ft u n g mit Bauarbeitern, die in Tat- lichkeiten ausartete. Dabei sollen die Bauarbeiter nach Äütemeyer und seinen Begleitern mit Steinen, Werkzeugen und Holzpantoffeln geworfen und geschlagen haben. Wer provoziert hat, ist nicht fest- gestellt. Ob überhaupt und inwieweit Kiitemeyer bei diesem Zusammenstoß Berleizungen erlitt, ist gleichfalls unaufgeklärt. Der Bnrfall selbst spielte sich etwa um 2 Uhr nachts ab. Kütemeyer stürzt« aber erst um 5� Uhr morgens, also etwa? Stunden später, am Lützowuser in den Kanal. Was in den Zwischenstunden geschah, hat sich nicht aushellen lassen. Es konnte auch nicht er- mittelt werden, ob�Kütcmeyer, wie es behauptet wird, nachher noch in ein« zweite Schlägerei hineingeraten ist. Zudem kann der kausale Zusammenhang bei der zwischen den beiden Ereignissen liegenden langen Zeitdauer von Stunden auch so pst durch irgend- welche unbekannt gebliebenen Umstände u n t e r b r o>ch e n sein. Trotzdem hat die Staatsanwaltschaft gegen sechs Straßen- bauarbciter Anklage wegen gemeinschaftlicher ge- fährlicher Körperverletzung erhoben. Di« Hauptoerhand- lung soll demnächst vor dem Großen Schöffengericht Schöneberg stattfinden. Bis zur Stunde wissen wir natürlich nicht, welches Beweismateriai der Staatsanwalt Köhler, der die Einleitung des Hauptverfahrens beantragte, noch im hinter- gründe I)ot, und wir wollen nicht pröjudizieren. Trotzdem glauben wir sagen zu dürfen, daß es in weiten Kreisen der Bevölkerung b Verwunderung erregen wird, wie auf Grund wirrer Erzählungen, deren Zusammenhang mit etwaigen Verletzungen und dem Tode Kütemeyers doch wirklich kaum zu erweisen ist, eine so weit- gehend« Anklag« erHoden werden konnte. Abschied von August Hintze. Gestern war ein« ernste Feierstuiibe: Di« Arbeiterschaft Berlins, nein, die Sozialdemokratie überhaupt, nahm vom Genossen A u g u st h i n tz e in der Halle des Krematoriums Gerichtstrahe letzten Abschied. Vor dein Eingang drängten sich an dem milden Frühlings- abend die Freunde und Mitkämpfer, mühsam bahnten sich die vielen Kranz- und Bannerträger einen Weg, die Häupter entblößten sich, als die Ehefrau, die treue Gefährtin und unermüdliche Mit- tampserin des Verblichenen erschien. Nach dem Trauermarsch von E b o p i n erklang das Lied, das wie ein Leitgedanke die ganze FeW durchzog:„E i ir Sohn des Volkes w o l t t' i ch s e i n.* August hintze ist es gewesen! DK Redner der Freidenker schilderte sein Lebcri. Eines armen Snhmachers Sohn, verbrachte er seine Kindheit in Armut und Dürftigkeit. Das hat er nie vergessen. Immer war er Vertreter der Armen und Unterdrückten. Nur des- halb, und weil reiche Erfahrung und unermüdliches Studium ihn erhoben, betraute ihn das Proletariat mit verantwortlichen Posten irnd Aenitern. Für den Magistrat Berlin, für den Bezirk Wedding und Sozialdemokratische Partei sprach Bezirksbürgermeister Genosse Leid. Schlicht und einfach, aber in um so deutlicherer Aufzeich- nung von Leistungen, würdigte er die kommunale Arbeit des Stadtrats a. D. und Stadtältesten hintze. Nachdem August hintze 3919 Stadtrat geworden war, widmete er seine Tätigkeit Haupt- sächlich dem Wohlsahrtswesen. Es ist bezeichnend, daß sein Cnt- gegeickommen, sein menschliches Mitgesühl, sein restloses helfenwollen gehässige Gegner veranlaßte, ihn zu bekämpfen. An der ■Untadeligkeit des Mannes prallten alle Bor- würfe ab. Als das Gesetz über die Altersgrenze leine Berab- schiedung erforderte, ehrte ihn Berlin durch Ernennung zum S t o d t ä l r e st e n. Der Verwaltungsbezirk Wedding aber wählte ihn zum Bürgerdeputierten, und in dieser Eigenschaft war er noch vor wenigen Wochen tätig. Für den AfA-Bund sprach Ge- nasse Gottfurcht. 1883, als noch das Sozialistengesetz wütete, war hintze Mitgründer der freien Organisation junger Kaufleute. Zeit seines Lebens verfolgte er den Kampf, den er damals be- gönnen hatte. Genugtuung war es ihm, in den letzten Jahrzehnten zu sehen und zu erleben, wie der Samen, den er gestreut hatte, oufging und reiche Frucht trug. Ihm nachzueifern, ist unsere Auf- gäbe. Den alten Laubenkolonisten grüßte mit schlichten Worten ein Freund und Genosse. Dann erklang ein Liedlingelied des Toten, Locwes„Uhr". Es war wie eine letzte Deutung dieses Lebens: Ich Hab nichts dran verdorben, Sie blieb von selber steh'n. Alte und junge Rcichsbannerkameräden hielten die Ehrenwache. Bamier und Fahnen senkten sich, als die Weise vom Kameraden Berlins Finanzpolitik. Woher das Geld für den Gtadisackel kommt. Die zur Erörterung kommunaler Fragen Berlins von der Arbeiler-Bildungsschule und dem k o m m u n a- leu Sekretariat der Sozialdemokralischen Partei ver- anstaltete Vortragsreihe wurde am Sonntag sortgesehl mit einem Vortrag de» Stadlverordneten Genossen Dr. Loh. mann über Finanzen und Steuern. Lohmann gab zunächst einen Ueberdlick über die Quellen, aus denen dem Stadtsäckel dieEinnahmen zu- sießen. Eine hauptquelle sind die Steuern. An ihnen sind stark beteiligt die von Reich und Land überwiesenen Steuern, über deren höhe auch Reich und Land entscheiden. Daraus ergibt sich ein« Erschwerung eigener Finanzpolitik der Stadt. Im Haushalt für 1929 stche» �60 Millionen Mark Einnahmen aus Steuern, davon sind allein 166 Millionen Heber- weisungs steuern, nämlich III Millionen Einkommen- und Körperschaftssteuer, 29 Millionen hauszinssteuer, 19 Millionen Umsatzsteuer, 7 Millionen Kraftsohrzeugsteuer. Der Anteil der Ueberweisungsstenern wird immer größer, und um so größer wird die Abhängigkeitder städtischen Finanzpolitik von ihnen. An Hauszins st euer bringt Berlin viel auf. aber es erhält wenig zurück. Im letzten Jahr erhielt es S1 Millionen z u wenig, die bei der Verteilung anderen Gemeinden zuflössen. Damit hätte Berlin 5060 Wohnungen mehr finanzieren können. Und dann wirft man der Stadt vor. daß sie für Wol)nungs- bau zu wenig tut! Ein« zweite Einnahmequelle sind die U e b e r- schüsse aus städtischen Eigenbetrieben. Im haushall für 1929 steht dies« Einnahme mit 8 0 Millionen, gegen- über 68 Millionen für 1928 und 46 Millionen für 1627. Die bedeutende Steigerung zeigt den günstigen Stand der Be- triebe. Bewährt hat sich ihre Zusammenfassung. Sie war be- sonders bei den Bertehrsunternehmen nötig, und hier sind d'e Borteile auch besonders augenfällig. Ohne die Straßenbahnüber- schüsse, die jetzt für das gesamte Verkehrswesen nutzbar gemacht werden können, wäre kein Ausbaudes Schnellbahnnetzes möglich. Aus anderen Betrieben der Stadt kommen sehr viel kleinere Ueberschüssc. Die Güter liefern nur 700 000 M., weil sie alle Bauten tz. B. auch die Arbeiterwohnungen) aus eigenen Mitteln ausführen müssen. Der Gewinn aus der Brenn st offgessllfchaft besteht darin, daß sie den gesamten Brennstoff der Stadt so billig be- schafft, wie kein privater Lieferant e« täte. Das städtische Anschlag- wefen mit eigener Druckerei bringt im Jahr 1� Millionen Ueber- schuß. Das Schlackenfteimverk beginnt rentabel zu werden Die Anschaffungsgesellfchaft ist saniert und wird ohne Zuschuß aus- kommen. Dis Stadt hat noch einaReihe ,,GebühreNbetriebe", dl« selber ihre Unkosten decken müsien, z. B. Vieh, und Schlachthof, Kanolisa- tion, Straßenreinigung, Müllbeseitigung. Die Schneeabs r ä u m n n g ist in schneereichen Wintern sehr ko st spielig. Im letzten Winter erforderte sie 3K Millionen Mark. Bei einem Schneefall von 10 Zentimeter höhe kostet infolge der weiten Ausdehnung des bebauten Gebietes die rasche Wräumung 6 Millionen, wofür man zwei neue Krankenhäuser bauen und einrichten könnt«. Im letzten Winter hätte die Beschleunigung der Adräurnung 15 Millionen Mehrausgabe erfordert. Der Vortragende ging dann näher auf einige der Steuereinnahmen und auf die Frage ihrer Stelgerung ein. Im Haushall stehen als wichtigste Steuereinnahmen Iii Mil- lionen Einkommensteuer, 103 Millionen Gewerbe st euer urnd 87 Millionen Grundsteuer. Die Ausdehnung der Gewerbe- steuer auf„freie Berufe"(z. B. Aerzte, Rechtsanwälle, Architekten, Schriftsteller) wird in Preußen beabsichtigt. Der Mehrertrag für Berlin wäre nicht groß. Bon der städtischen Grundsteuer, für Berlin 200 Prozent Zuschlag zur staatlichen, kann der über 100 Prozent hinausgehend« Anteil auf die Mieter umgelegt werden. Nötig wäre die Freistellung der Kleinstwohnungen von der Umlage. Kleinere Steuereinnahmen sind unter anderem die Wertzuwachssteuer, dis Lusiibarkeiissteuer, die hmdefteuer. Die�W ertzuwochssteuer trifft wirtsam auch die ausländischen Grundstückskäufer, die ihren in der Inflationszeit billig gekauften Besitz jetzt mit hohem G e» w i n n veräußern. Mehr als 30 Proz. des Gewinns wegzusteucrn, erlaubt das Gesetz nicht. Zu den laufenden Einnahmen aus Steuern und Betrieben kommen die Anleihen, die für Aufgaben der außerordentlichen Verwaltung aufgenommen werden müssen. Der Anleihebedars ist groß, aber unberechtigt sind die Angriffe rechts- stehender Parteien wegen der Schuldeulast. Der allergrößt« Teil von ihr entfällt auf werbende Anlogen, auf die Werk«, deren Ertrag durch Ausbau gesteigert wird. Genosse Dr. Lohrnann schloß mit der Feststellung, daß in Berlin im Durchschnitt der letzten beiden Jahre die Ausgaben zum Wohl der Bevölkerung um jährlich 12 Proz. erhöht worden sind, während die Bevölkerung nur um jährlich 2 Proz. zugenommen hat. Das ist«in gutes Zeugnis für die L e i st u n g a n d« r S t a d t- Verwaltung. Im Haushalt sür 1929 stehen 967 Millionen Gesamtausgabe, daran sind unter anderen beteiligt Wohlfahrt»- wesen mit 207 Millionen, Gesundheitswesen mit 117 Mit- lionen, Schulwesen mit 168 Millionen. Das ergibt allein für dies« drei Gebiete kommunaler Arbeit schon 492 Millionen, über die Hälfte der Gesamtausgabe. Mit solchen Leistungen kann Berlin sich sehen lasten. Noch mehr zu tun, war in diesem Jahre nicht möglich. Für ein Mehr von Ausgaben könnte Deckung nur beschafft iverden, ivenn Steuern und Tarife erhöht würden. Da« aber wäre für die Bevölkerung ein« Belastung, die vermieden werden muß.(Lebhafter Beifall.) erklang. Treue Altersgenossen und Mitstreiter, junge Nacheiferer des Geschiedenen verließen erschüttert unid doch erhoben die schlichte Kapelle._ Oas ungelöste Mordraifel. Die Tkachforfchungen in Iannowih. Die Untersuchung des rätselhaften Mordfalles auf Schloß Jannowitz liegt augenblicklich ganz in den Händen der Berliner Kriminalbeamten, deren Ergebnis auch vom Untersuchungsrichter abgewartet wird, der den Berliner Kriminalbeamten vollständig freie Hand läßt. Kriminalrat Hoppe hat mit seinen Berliner Beamten die Ermittlungen am Sonntagabend in Jannowitz sortgesetzt und befindet sich auch heute vormittag wieder am Tatort. Ohne Rücksicht auf die bisherige Untersuchung will er die mysteriöse Angelegenheit bearbeiten. Bom Rechtsbeistand der gräflichen Familie, Rechtsanwalt Rusch«, wird die Meldung der Presse widerrufen, das Majorat sei mit 30 000 M. Stenern rückständig. Die Verwaltung habe über- Haupt keine Rückstände beim Finanzamt. Es sei ferner nicht zu- treffend, daß das Majorat überschuldet ist. Trotzdem ist in diesem Zusammenhang eine neue Vermutung aufgetaucht, die aber auch nicht für wahrscheinlich gehalten wird. Diese Vermutung geht davon aus, daß auch ein« Tötung auf Verlangen vorliegen könne und daß sich der Vater für die Familie aufgeopfert hat, um eine doppelte Lebensversicherungssummc, die im Falle eines unnatürlichen Todes, abgesehen vom Selbstmord, be- kanntlich während einer gewissen Zeit gezahtt wird, für die Familie zu erlangen und dadurch die finanziellen Verhältniste der Familie zu sanieren. Es mühte natürlich geklärt werden, ob Graf Eberhard für den Todesfall versichert gewesen ist. Die Berliner Beamten werden auch diesen Gegenstand untersuchen. Ferner ist am Sonntag beim Liegnitzer Regierungspräsidenten die Aussetzung einer Belohnung sür Mitteilungen, die zur Auf- klärung der Mordtat dienen können, beantragt worden. Kriminalrat Hoppe erstattete am Sonntagabend nach Berlin Bericht. Sxplofion einer Gaskomprefforanlage. Zwei Vahnbeamte schwer verletzt. .D.r a ad e.ah o r g a. d. h.. 25. Marz.(Elgeuberichr.) Im Dahnbetriebwert Brandenburg a, d. Havel, In nächster Nähe des hauptbahnhofes, ereignete sich gestern abend um 9 Ahr ein Erplosionsunglück, bei dem zwei Dahnarbeiter schwer verletzt wurden. In einem ummauerten Gebäude befindet sich«ine Gas- kompressoranlage, aus der die Gastanks der Züge gespeist iverden. Aus bisher noch ungeklärter Ursache explodiert- die Gaskomprefforanlage und flog unter heftigem Krach in die Luft. Durch die Gewalt des Luftdruckes wurde ein« Mauer zum Einstürzen gebracht und das Dach abgehoben. Der Reserve- lokomotivführer Schütte und der Schuppenfeuermann Kemnitz. beide aus Brandenburg, die sich im Augenblick der Explosion im Gebäude befanden, wurden schwer verletzt. Sie fanden im. Städtischen Krankenhaus Aufnahme. Stille Karwoche. Auf Grund der Polizeiverordnung vom 15. Mai 1912 werden auch in diesem Jahr die Beftimmu-ngen über die äußer« heilig- Haltung der Feiertage in der Zeit vom Donnerstag, dem 28. März, bis zum Sonntag, dem 31. März(Karwoche) streng gehandhabt. Am Donnerstag, dem 28. März, und am Sonnabend, dem 30. März, dürfen in Theatern, Zirkussen, Lichtspielen, Varietes, Kabaretts, Konzert- und sonstigen Vergnüg, ungslokale» nur ernst« Darbietungen stattfinden. Am Karfreitag, dem 29. März, sind die genannten Unternehmungen grundsätzlich geschloffen zu hallen Zu- lässig sind nur Theaterstücke, Film« und Konzert« religiösen bzw. , ernstlichen Inhalts. In Lokalen mit Schankbetrisben, gleichviel, ob ! es sich um Cafes, Konzert- oder ähnliche Lokale handelt, find | nrufikalifche Darbietungen jeder Art, also auch ernste Musik, grund- ! sätzlich verbitten. Das gleiche gilt für öffentliche gewerbliche Ler- ClOrgio Irnttg Slit 56. ,19,71 Orcfto«!ar. Ta&z-Ora]>es<*r. MM Ulla, Tango, Uuilfc vm Od. Oaud«, Text von Beda. Mary, Tango. Muaik voa Dr. Rcfc-Kabchw and cgen. 2041 Bitte recht freundlich. Schlagte. Potpsorrl Fred Ralph. L und 2- Teil- ■iOO» Oer Duft, der eine sohdna Frao Begleitet Slow Fot Kant Ha». Text». Rot». Was weiQl denn du... Foston. Walter Jorrnann. Text von fritz Retter. tots Roten und Frauen Lied van T Franx flrotha. Text von Theo 1 Morib Halton und Karl Knill. I Harlan, Es gibt eine Frau, die dich(?ar!ton."■ niemale vergiat Lied v. dia(Orches.er. Ccwter. Text v.KurtSchwahach. 1 Vocarwn- Btnd mit Refraia- gesang Die Platte o. äroften Satuafter: tose Frtuisin pardon', Tange. Muelk wa W. Meisat. Text»an Rioh. RHIo. Ohne Trinen gibt'e keine liebe. Slow Fox. Musik v. Egen u. OostaJ. Text v. Fritz Rotier. Vocalion-Band mit Re'ralogeaang. 2045 Salon-Orobester. Die Schllttsohuhliu'er(Lea Pafineurs). 1 Walzer. Emil Wa'dteufel. Eetudiautioa. Walzer. Erna Waldteufel.. XSS Vlollaa. Senäo Rosmarin. Fritz Xreiejer. Mazurka. WieniaweU. I >050 rrjanen-Stimm««-> Kennst Du daa Land...Mignon'.Thomas-> letzte Res«.„Martha". Flotow f Konzertmeister Beorg Knlestädt Am Flöge): Emil Jeachek, Ursula van Diamsa Sopran. IM DEN BeSSeRENJ»W1USIK0ESCHAPT6N eRHALTUICH> Gte&eölurfaTXx&Iwntl Berlin SO Zh, Mnybndi-Ufei ajh-S| onstaltungen. tot« Seltnen, Box- urtb Ringkämpfe unf» ähnliche Darbietungen sowie für Veranstaltungen auf Rummelplätzen. In demselben Umsangf wie die öffentlichen sind auch alle privaten In Theatern, Kangert- und sonstigen öffentlichen Lokalen veranstaltet« Lustbarkeiten mit Einschluß der Gesangs- und deklamatorischen Vorträge. Schaustellungen, theatralische« Norftellimgen und Musikauf- führungen verboten. Vom Donnerstag, dem 28. Märj, 22 Uhr bis Sonntag, dem 3l. März einschließlich sind öffentlich« Tanzlust- barteitan, am Karfreitag auch all« privaten Tanzlustbarkeiten in den genannten Lokalen verboten. Mesen-Wafferflugzeug verschollen. Zwölf amenkonische Militärflugzeuge auf der Suche. London. 25. März. von dem am vorigen Donnerstag mii einem Piloten, zwei Mechanikern und dem bekannien Geichäsl». und Spoclsmann Raymond �inleane aus Rochester von Miami nach Rem Jork abgeflogenen Riesen- Sitorsky-Wasserflugzeug fehlt nach Meldungen aus Rorfolk fvirginta) jede Spur. Zwölf Armee- und Marlneslugzeuge, das amerikanische Luftschiff„1. C. v." und eine Reihe von Kiislenschissen haben bisher ergebnislos gesucht. Das vermißte Zlugzeug Halle auf dem Wege nach Rem Jork in Rorsolk eine Zwischenlandung vorgenommen und war am Zreitag weitergeflogen. Seilher fehlt jede Spur von Ihm. Mount Grekna tpennfylvanicn), 25. März. Ein aus der Richtung' New Vork�kommender Eindecker stürzte über dem hiesigen Feldlager der Staatsmiliz ab. Die drei Insassen wurden getötet. pensavola lZlorida), 25. März. Der Fluglehre? der hiesigen Marlneluftschisfahrtstation, Leutnant Robert«, und ein Flugschüler wurden getötet, als ihr Flugzeug, das sich startbereit auf dem Boden befand, von einem zweiten Flugzeug, das gerade landete, gerammt und schwer beschädig« wurde. Beide Flugzeuge gerieten in Brand. Ein Flugschüler, der sich. in dem ziveiten Flugzeug befand, wurde von brennendem Benzin übergössen und trug schwere Brandwunden davon. Eine schlagfertige Liebhaberin. Nach der Auflösung des Verhältnisses. Vor dem Großen Schöffengericht Charlottenburg hatte sich Frau v. P., die linderlose Witwe eines Oberleutnants, wegen ö s f e n t- licher Beleidigung eines Schupooberivachtmeisters und wegen Körperverletzung zu verantworten. Di« Angeklagte hatte«nit einem Polizeioberwachtmeister Ä. ein Liebesverhältnis. Sie habe ihn. der Verkehrspolizist war. auf der Straß» kennengelernt. Er habe sich shr genähert, zuerst sei sie„sehr stolz" ge.wesen und habe ihn a b g c w i e s e>«. er habe ihr dann aber gefallen. Das Ende vom Liede war, daß er, wenn auch nicht angemeldet, bei ihr wohnte und aß. Sie Habs ihm das Geld geliehen. Nach mehr als ziveijährigem Bestehen habe er das Ver- hältnis gelöst, und sie habe mm ihr Geld zurückverlangt. Der frühere Freund Hobe auch o«t e r k a n n t, daß er ihr mehrere hundert Mark schulde. Auf Veranlassung des Reviervorftehers habe er das Geld allmählich zurückgezahlt. Im Mörz o, I. spielte sich nun der erste inkriminierte Vorsoll ab. Die Angeklagte behauptole, daß sie ärgerlich gewesen sei, iveil der Polizeiobervzochüneister an ihr vorbeiging ohiie sie zu grüßen, % jenem Abend habe sie ihn aus der�tfW ttM�letrhä'sic wMe. daß er vom Dienst kommen sollte. In der Dunkelheit Hab« sie ihn aber" mit einem anderen Polizeioberwachimeister verwechselt� und c» sei möglich, daß sie nun diesen ins Gesicht geschlagen habe. Der Einzelheiten erinnere sie sich aber nicht mehr, da sie angetrunken gewesen sei. Die Angeklagte wurde von dem Beamten zur Wache gebrocht, und dort soll sie mehrmals gerufen haben:„Polizeiober- Wachtmeister K. ist der grüßte lZuhälter." Die Angeklagte bsstriti, sich in dieser Weise geäußert zu haben, sondern sie will gesagt haben. K. benehme sich wie der größte Zuhälter. Genau einen Monül toäier passierte der zweite Vorsall. Die Angeklagte»artete vor der Polizeiwache, und als ihr verflossener Liebhaber in Begleitung eines anderen Beamten heraustrat, sprang sie auf ihn zu und schlug ihm mit der Hundepeitsche ins Gesicht. Ä. packte sie an den Händen und brachte sie zur Woche. Dort soll die Angeklagte getobt, dem K. nochmals mit dei« Fäusten ins Gesicht geschlagen und geschimpft haben. Sic wurde daher in eine Zelle gespc rrt. Die beiden Beamten haben Strafantrag gestellt. Die Angeklagte gab die Vorfälle zu. Auf Befragen des Verteidigers gab K. noch an, daß gegen ihn j?m Disziplinar versa hre«« eingeleitet worden ist. Der Staatsanwalt beantragt« 5<10 Mark. Geldstrafiü Das Schöffengericht verurteilte Frau v. P. wegen einfacher Körperverletzung des einen Polizeilvachtmeisters und wegen fortgesetzter, teilweise gefährlicher Körperverletzung des Pollzetober- Wachtmeisters K. und wegen wörtlicher ösfentlicher Beleidigung zu 400 Mark Geld st rase.___ 3. Berliner Katzenschau. 150 Katzen der verschiedensten Rassen und Nationalitäten haben sich im S ch n b e rl. S a a l, Lülowstr. 37, ein Stelldichein zu Auistellungszwecken gegeben. Unendlich viel Grazie, wahrhast vor- nehnies Benehmen und Form gewordene schnurrende Behaglichkeit hat sich dort.zusammengefunden. Die Aussteller tun geschickt alles, um die Schönheit ihrer Kotze zu unterstützen, und so sind nicht nur die blauen Perser, die weißen Angara und die Wildkaler von schau- lustigen Katzenfreunden umringt, sondern jede Katze findet Beachtung. Zugleich werden die Verkaufs- und Perfchentmöglichkellen aus- genutzt. Tiere, die sich in den Händen von tierliebcnden Menschen be- finden, werden meistens dressiert und so können auch die hier aus- gestellten Katzen fast alle ein paar Künststückchen, Der Veranstalter der Ausstellung, der Bund für Katzenzucht und Kagenschutz«. V., Dresden, der eine Ortsgruppe in Berlin hat, will die Zucht der Katzen in die richtigen Wege leiten, weshalb für Stammbäume gesorgt wird. Diese adeligen Kayen haben sehr vornehm« Namen. finden wir doch u. a. einen Peter und einen Tellus von der Siegesallee. Ansturm der Zahnärzte. Gegen Krankenkassen, Gozialdemokraiie und Dentisten. Wir berichteten vor einigen Wochen über ein Referat, das der Genosse Dr. Alexander Drucker vor dem Standes- politischen Berel>, der Zahnärzte gehalten hatte. Gegen diese Versammlung berief der Landesverband der Zahn- ärzte eine Gegenversammlung ein, unter Tetliiahme won Ver- tretern der Landtagsfraktion des Zentrums, der Deutschen Volks- und Deutschnationalen Volkspartei. Dos erste Referat hielt der Geschäftsführer Herr Dr. S a l o- mon. Er bezweifelte die Notlage der Krankenkassen, da diese laut Reichsstatisttk 1926 schon 127 Millionen Mark Ueberschuß hätten. Daß die Krankenkassen durch die Reichs- nersicherungsordnung verpflichtet sind, Rücklagen zu machen, scheint dem Referenten unbekannt zu sein. Er erzählte dann weiter, daß sich der Wohlfahrtsminister gegen ein« Erhöhung der Vcrsicherungs- grenze ausgesprochen habe. Interessant war das Zugeständnis, daß der Zahnärzleverboitd, auch wenn er mit vielen kleinen Kassen zum Teil täglich kündbar« Verträge abgeschlossen hätte, letzten Endes doch nicht die Macht habe, die großen Ortskrantenkassen zu Vertrags- abschiüssen zu zwingen. Zum Schluß gab er noch die programmatische Erklärung ab, daß di« Zahnärzteoraanisation eintrete f ü t den freien We t t b e w e r b, gegen die Nivellierung(Gleich- macherei), für einen freien Zahnärztestand und für die Erhaltung der freien Berufsta�sen. Das sind Ersatz- lassen, mit denen sie aber zurzeit sich in einem vertragslose» Zustand befinden.) Als Vertreter des Reichsverbandev sprach Herr Dr. Hoff man n. Er betont den Sltademiterstandpunkt und sprach viel von Standesethtt. Dann wandte er sich be- sonders gegen die D« n I i st e n. Weiter erzählte er,„daß in Berlin noch jeder Tüchtige sein Brot bekäme" und wandte sich gegen die„MinisterialratSgehälter" der Assistenten. Die Aussichten für die Zahnärzte würden sich bedeutend bessern,, wenn die Zahntechniker- frage gelöst würde?ug' bepann..*9« Fei-«. Rezitationen und Klaviervorträge schlössen. sich an. Der Sprechchor de? Sozialistischen A?beilerjuv<>nd bracWe das Gedtcku v«m.. Kläber „Eine rote Fahne" lebendig und kraftvoll zum Dortrag. Reichstags- abgeordneter Geiwsse Dr. Löwen st ein sprach zur Jugend über die 1848« Revolution, über die Tage des Zusammenbruchs der Monarchie und zeigte der Jugend Ihre Aufgabe. Der Sozialismus wird nur dann sieghaft vorwärts schreiten, wenn die Front der Kämpfer für diese neue Weltanschauung immer breiter und stärker wird. Die Jugend hat ihren eigenen Lebensrhythmiis. sie ist�trog- dem ein Glied der Arbeiterbewegung. Dem großen Ziel des Sozia- liemue muß"alles unkergevrdne) sein: Nach den cknseücrndeN,'Mit s großem B?stall' aufaenummcnen Wmten''statch wieder der S�rechäM '■auf dem PWtt»i.undiM' bchu.GeV�k.'von MrtHrSKer e Erde" und dem gemesiisamen Gesang„Brüder, zur Sonüe, zur Freiheit klang die Feier aus. Republikanische Morgenfeier. Der Ortsverein Friedrichshain des Reichsbanners Schwor-lRot-Gald feierte am Sonntag mit einer republikanischen Kundgebung sein sünfjähriges Bestehen. In dem bis aus den letzten Platz gefüllten Saal der ZUHambra in der Koppenstraße hielt Reichs- tagsabgeordneter Philipp Scheide man.» nach dein Einmarsch der Fahnen«ine mitreißende Ansprache. Cr gedacht« zunächst der März tage des Jahres 184 8, wo zum erstenmal das deutsche Volk für Einheit und Freiheit auf den Barrikaden gc- standen hat. Damals gelang es noch nicht, die Fürstenmacht zu brechen und das Volk selbst zur Mitarbeit Im Staat aufzurufen. Die in der modernen Arbeiterbewegung geschulten Kräfte haben dann endlich 1918 nach den blutigen Jahren des Weltkrieges den demokratischen Volts st aät schaffen können. Damit die junge Freiheit nicht wieder von der Reaktiv» zerbrochen werden kann, haben sich' die Republikaner im Reichsbanner zusammengeschlossen. Otto Hörsing hat der Republik ihre«chutz- truppe gegeben. Sie ist heute so wichtig wie vor fünf Jahren; sie muß Iielfen, die Republik zu einein sozialen Volks- staat zu machen. Mit den Worten Wilhelm Liebknechts: Vor allen Dingen seid pflichtbewußt, schloß Philipp Scheidemann sein« Aus- führungen, die stürmischen Beifall fanden. Dann wurde den Film „Herzschlag der Welt" gezeigt, der vor vielen Kriegsteil- nehmern noch einmal die Schreckensjahre von 1914 bis 1918«rsteh-m lieh und vor der Jugend den romatischen Schleier zerriß, der die Frage des Krieges verhüllt. Der gemeinsame Sang des Bundes- liebes„In Kümmernis und Dunkelheit" beschloß die eindrucksvolle Morgenfeier._ Die deutsche kunsigemeinschafi veranstallete trotz der volgerück- ten Jahreszeit im großen Festsaal bei Kroll einen Gesellschastsabend, der sich.zahlreichen Besuchs erfreute. Nach einem Konzertteil, der von der Kapelle Groth ausgeführt wurde, begann der Tanz, der di« Gäste bis zum Morgen zusammenhielt, aber gegen 12 Uhr uisterbrochen wurde, um einem Kabarett Platz.zu machen. Lilly F l o h r. Maria Ney, Magarete Römer und Wolsgang Z i l z e r gaben, von Alfred Braun höchst persönlich angekündigt, ihr Bestes. unterhielten die Gäste vorzüglich und lösten, da sie in schönster Gebe- laune waren, oft genug Lachstünne aus. Jede Besucherin und jeder Besucher wurde durch eine Gabe graphischer Kunst überrascht und erfreut, sie mit einer Radierung von Paul Paeschke, er mit einem Holzschnstt von P e ch st e i n. beide handsigniert. Steinzeich. nungen von Altmeister Zille wurden verlost. Im ganzen ein gelungener, sehr erfreulicher Abend. Die Zlrbeit.j>es Hilfsvereins. Der im Jahr« 1901 gegründete Hilfs verein der Deut- scheu Juden hielt sein« diesjährige Jahresversammlung ob. Der Verein, der seinerzeit entstand, um bei hereinbrechenden Katastrophen als Kampforganisation zu dienen, hat auch heute noch seine Daseins- berechtigüng. Im abgelaufenen Jahr mußte er z. B zweimal in Funktion treten: bei der Erdbebenkatastrophe in Bulgarien und bei der Hungersnot in Bessarabien. Aber auch seinen aitderen Aufgaben ist der Hilssverein, wie aus den Referaten' der /zerren Dr. Wischnitzer und Warburg hervorging, so weit als möglich Nachgekommen. Es sei wer erwähnt, daß die Auswanderungsfürsorge weiter auegebaut worden ist. Am Schlesischen Bohnhot in Berlin nahmen im Jahr« 1928: 29 693 Aus- und Rückwanderer z davon 10 049 Nichtjudech den 4;i, Anwruch. LusländijMi�MtudeMen wurix die V?M>iMH Me's"TMmun�l?�e� schlauste rnzöglicht. Das Mrame- Hilssiverk.ist sorrgesetzt worbe>i/-�rulkf!K/p'e'vtteht der Hilfsverrin v��VrtKhw»g«von SchüMusern, Badeanstalten, Krankenhäusern' usw. in den neuen landwirtschaftlichen Kolonien der Sowjetunion. Im letzten Jahr sind 300 000 231. an.Beiträgen eingegangen Nicht der gesamte Betrag gelangt« zur Ausgabe. Es stehen noch Mittel. übriggeiasien für die kulturellen Ausgaben in Rußland, zur Ber- fügung.~ ..... alfornir Kathreiner. gut(efoneckea/ DemeKervenunb Dem? fielt/ 9! Mindar' nut* ftewuck?- Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Ralfour-Nen'cht in England- Lloyd George's Wahlparole- Labour-Vorschläge. In England ist wie in Deutschland zurzeit das brennendste Problem, wie die Millionen aus dem Erwerbsleben gestoßener Ar- beiter in der Produktion untergebracht werden können. An zwei Millionen englische Arbeiter sind beschöstigungslos, und zwar ist diese gewaltige Arbeitslosigkeit dort bereits zu einem Dauerzustand geworden. Der deutsche Arbeiter wird noch aus einem anderen Grunde sein Augenmerk auf die englischen Absichten zur Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit richten müssen, nämlich weil diese das Ausfuhrproblem in den Vordergrund stellen. Ist doch die englische Arbeitslosigkeit zum großen Teil zurückzuführen auf die Aus- fuhrkrife wichtiger Industriezweige: des Kohlenberg- baues, der Textil-, Eisen-, Stahl- und Werstindustrie. Die deutsche Arbeitslosigkeit ist zwar nicht durch eine Ausfuhrkrise verschuldet, trotzdem sind die englischen Anregungen für die Förderung der Aus- fuhr auch für Deutschland bedeutungsvoll. Hängt doch u. o. auch die Zahlung der Reparationen teilweise von der deutschen Ausfuhr ab. Das Balfour-Komitee. Die Arbeiterregierung von Macdonald hat bereits im Jahre 1924 eine Regierungsrommission, das sogenannte B a l- four-Komitee, beauftragt, den Ursachen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der englischen Industrie, insbesondere bei der Aus- fuhr, nachzugeben und Vorschläge für deren Behebung zu machen. In dieser Aufgabe waren die Prüfung der Ursachen der Arbeits- losigkeit und Vorschläge von Mitteln zu ihrer Milderung einge- schlössen. Die Balfour-Kommission hat in sechs dicken Büchern außerordentlich wertvolles Material für die Beurteilung der eng- tischen Wirtschaftslage und der Veränderungen, die in der Nach- kriegszeit in ihr eingetreten sind, geliefert. Mit Spannung wurde der letzte siebe nte Band mit den Schlußfolgerungen und Vorschlägen erwartet. Dieser Band ist nun kürzlich erschienen und cnt- hält das Gutachten der Mehrheit der Kommission sowie ein Minderheitsgutachten, in welchem die Arbeiterver- t r e t e r der Kommission ihre von der Mehrheit abweichenden An- sichten begründen. | Zusammenlegung des Kapitals und Rationalisierung. Die wichtigsten Anregungen des Balfour-Berichts für die Re- � Organisierung der Produktion bestehen in diesen beiden Forderungen. Die Rentabilität der englischen Unternehmungen wird schwer be- «inträchtigt durch die aufgeblähten Aktienkapitalien der Industrieunternehmungen. Die Dividenden müssen auf ein allzu hohes Aktienkapital herausgewi rtfchaftet werden. Dieser Zwang er- schwert die Versorgung der Unternehmungen mit Betriebskrediten und steht auch der Beschaffung der nötigen Kapitalien für Rationali- sierungszwecke im Wege. Was manche Volkswirtschaftler für Deutschland in Zweise l ziehen wollten, daß nämlich die Ueberkapitalisierung, d. h. allzu hoch bemessene Aktienkapitalien(bei Umstellung der Goldbilanzen oder als Folge von Gründergewinnen) mit eine Ursache für mangclird« Rentabilität sein könne, wird im Balfour-Bericht gleich an die Spitze gestellt. Außer- dem werden die Unternehivungen ermuntert, sich in große Einheiten zusammenzuschließen und. ihr? Betriebe auch technisch zu rationali- sieren, obwohl, wie der Bericht hervorhebt, dadurch die Arbeitslosig- keit zunächst noch vermehrt wird. Der Mehrheilsbericht— ein Schlag in» Wasser. t Trotz dieser beachtenswerten Vorschlage ist das Balfour-Gut- 1 achten, wie dies allgemein und nicht allein in Arbeiterkreisen fest- ' gestellt wird, ein Dokument von geringem Wert. Die Anregungen zur Zusammenlegung und Rationalisierung sind nämlich Ratschläge, die von der Industrie nach Belieben besolgt werden können oder un- berücksichtigt bleiben. Das Mehrheitsgutachten der Balfour- Kommission ist in seiner Grundaustassung stark konservativ, steht vollkommen auf dem Boden der privatkapitalistischen Wirtschast, lehnt energische Stoatseingrisfe für die Behebung der Arbeitslosiz- 1 keit ab und ist naiv genug, sich vorzustellen, daß die englische Wirt- schast sich am besten aus eigenen Kräften erholen wird. Auch um die Frage der Kapitalbeschaffung ist dos Gutachten nicht besorgt. Die Privatbanken können nach seiner Meinung den Kredit gut befriedigen. Die Gründung von Einrichtungen zur ze- meinsamen Rohstoffbeschaffung lehnt es ab, wie es überhaupt einer jeden kollektiven oder gemeinwirifchaftlichen Einrichtung feindlich gegenübersteht. Für die produktive Arbeitslosenfür- sorge hat dos Gutachten nichts übrig, ja lehnt es sie entschieden ab. Für die Röte des Kohlenbergbaues empfiehlt es keine beson- de�en Heilmittel. In der Stellungnahme gegen die Zölle ist es schwankend. Die Mehrzahl der Mitglieder des Mehrheitsgutachtens ist der Meinung, daß man über die Wirkungen der Zölle noch nichts End- gültiges sagen könne. Beachtenswert ist dabei, daß die zeitliche Befristung der Zölle verlangt wird, vor deren Ablauf die Zölle auf ihre volkswirtschaftlichen Wirkungen hin geprüft werden sollen. Für die Begründung der Zölle wird auch in diesem Bericht der niedrige Lohnftand im Ausland im Vergleich zu dem englischen herangezogen. Das Washingtoner Arbeitszeitabkommen will das Balfour-Gutachten nicht ratifizieren. Es befürwortet die Akkordarbeit an Stelle der Zeittohnarbeit. Den Tarifverträgen steht der Bericht freundlich gegenüber. Auch wird die Einführung von Betriebsausschüssen empfohlen. Bemerkenswert ist unter den Empfehlungen des Balfour-Berichts, daß in Verbindung mit der Konzentration der Betriebe die Oeffentlichkeit über die Ver- Hältnisse der großen Konzerne unterrichtet werden soll, d. h. es wird «ine Art von Monopolkontrolle gefordert. Alles in allen» ist der Balfour-Bericht trotz einiger beachtenswerter Anregungen völlig unfruchtbar, weil er keine aufbauenden Gedanken errthält. Das Sondergutachtea der Arbeitervertreter. Angesichts der- Unzulänglichkeit des Mchrheitsgutachtens war es nur sehr begreiflich, daß die Arbeitervertreter in der Balsour-Köm- Mission ein Sondergutachten unterbreitet haben. Dieses lehnt sich stark an das jüngst veröffentlichte Programm der englischen Arbeiterpartei, wo die Sozialisierung der Bergwerke, des Transportwesens, der Elektrizität gefordert wird, die Derstaatlichung der Notenbank, die Gründung eines nationalen Industrierates, die Schaffung eines großen Wirtfchaftsamtes, das bestimmte Industrie- zweige planmäßig fördern und, mit großen Kapitalien ausgestattet, diese in die richtigen Kanäle leiten soll, die Durchführung von großen öffentlichen Arbeiten, die die Produktivität der Wirtschaft zu steigern vermögen, und andere wichtige Dinge. Der Minderheitsbericht wüirfcht außerdem auskömmliche Mindest- löhne, Steigerung des Massenkonsums im Bewußtsein, daß ein gesicherter Inlandsabsatz zur Steigerung der Ausfuhr bei- tragen wird. Herabsetzung der Altersgrenze bei der Mersversiche- rnng. Heraufsetzung des schulpflichtigen Alters, höhere Arbeitslosenunterstützungen, Arbeitszeitverkürzung im Kohlenbergbau ufw. gehören zu den Forderungen des Minder- hsitsgutachtens, dessen Grundgedanken die gemeinwirtschaftliche Organisation der Wirtschast an Stelle einer auf Profit gerichteten ist. wie Lloyd George die Arbeitslosigkeit besiegen will. Der Führer der liberalen Partei Lloyd George hat zuerst in einer großen Rede, dann in einer in den letzten Tagen erschienenen Wahlbroschüre seine Vorschläge für die Behebung der Arbeitslosigkeit der OeffeMlichkeit uMerbreitet. Wenn es nach seinen Plänen ginge, würden— für den Fall, daß er ans Ruder käme— schon in einem Jahre ohne Belastung des Staatsbudgets 500 009 bis 600 000 Arbeitslose Beschäftigung finden. Lloyd George will diesen Erfolg durch Einleitung von großangelegten öffentlichen Ar- beiten erzielen: Straßen- und Brückenbauten, Wohnungsbau, Entwicklung des Telcphonnetzcs, der Elektrizitätswirtschaft, Durch- sührung von Verbesserungen in der Landwirtschaft und Ausbau des Londoner Personenverkehrs. Man steht den Beteuerungen von Lloyd George aber allent- halben mit großen Zweifeln gegenüber. Von der einen Seit« wird die Möglichkeit der raschen Ausführung dieser Notstandsarbeiten bezweifelt, während die Arbeiterpartei daran erinnert, daß die Der- sprechungen Lloyd Georges, die er in der Opposition zu niachen pflegt, sich stets in nichts verflüchtigen, sobald er ans Ruder gelangt. Die Anregungen der Turner- Rlelchett-Konferenz. Sehr beachtenswert sind die Vorschläge der Turner-Melchett- Konferenz für die Behebung der Arbeitslosigkeit. Unter Leitung des Präsidenten Ben Turner verhandelte der englische Gewert- s ch a f t s r a t, das Exekutivorgan des Gewerkschastskongresses, zu- sammcn mit den unter Leitung von Lord Melchett(Sir Alfred Mond) stehenden Unternehmern, worüber ein gemeinsamer Bericht vorliegt. Auch dieser Bericht fordert die Rationalisierung, deren Durchführung aber den privaten Unternehmungen allein nicht überlassen werden könne. Um die Folgen der Freisetzung von Arbeitskrästen zu erleichtern, wird empsohlen, daß die einzelnen Industriezweige aus ihren Gc- Winnen Reservefonds schassen, aus welchen an entlasfsn« Ar- beiter Unter st ützungen gezahlt werden. Der Staat soll ein nationales Industrieprogramm entwerfen und ohne Verzug zu seiner Ausführung schreiten. Volkswirsschaftlich wichtige Produktionszweige sollen aus einem Staatsfonds mit billigen Kre- diten versorgt werden. Der Turner-Melchett-Bericht will die Beschäftigung jüngerer Leute fördern dadurch, daß Arbeiter von über 65 Jahren durch Zubilligung erhöhter Ruhegelder zum Rückzug von der Arbeit angeregt werden sollen. Di« Heraussetzung des schulpflichtigen Allers soll erwogen werden; die Fonds für die För- derung der Auswanderung sollen großzügig erhöht und zu diesem Zweck neue Staatsanleihen aufgenommen werden. Der Turner- Melchett-Bericht setzt sich weiter für ausgedehnte öffentliche Arbeiten ein. für den Ausbau von. Straßen. Brücken und Häfen. Die Anregungen des Turner-Melchett-Berichts dürsten bei ihrer Befolgung zu einer zeitweiligen Linderung der Arbeitslosigkeft führen und find zweifellos ungleich beachtenswerter als der Mehrheitsbericht der Balfour-Kommission. Eine wirkliche Lösung kann allerdings durch diese Anregungen nicht erreicht werden: die Vorschläge der Arbeiterpartei weisen am sichersten den Weg für eine dauernde De- Hebung der Arbeitslosigkeit. A. H. Ltmschwung des Arbeitsmarkis. Aach in Brandenburg. Die Beständigkeit des F r üh l i ng s w e t t e r s hat auf die Arbeitsmarktlag« im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg in der Woche zum 16. März eine günstige Wirkung aus- geübt. Die Arbeitslosenunterstützungsempfänger haben erstmalig ein« größere Verringerung erfahren, ihre Zahl ging um rund 13 5 00Personenzurück. Wesentlich trug hierzu die verftärktc Aufnahmefähigkeit der Land- und Forstwirtschaft, der Gärtnereien und insbesondere des Baugewerbes bei. Gleichfalls stark war auch der Rückgang bei den ungelernten Arbeitern, die bei der günstigen Witterungslog« gute Verdienstinäglichkeiten fanden. Im Spinn st offgewerbe ist noch keine Klärung er- folgt. Die guten Arbeitsverhältnisse im Bekleidung?- gewerb e haben angehalten. Im Nahrung?- und Genußmittel- gewerb« hat mit Rücksicht auf das nahe O st e r f e st eine verstärkte Vermittlungstätigkeit für Bäcker und Konditoren eingesetzt. In der Metallindustrie sind die Arbeitsmöglichkeiten im allgemeinen noch befriedigend. Weniger günstig ist die Lage im Holz- und Schnitzswfsgewerbe, in welchen, Möbel- uni) Musikinstrumenten- fabriken infolge Absatz- und Auftragsmangel vor weiteren Einfchrän- kungen stehen. In der Berichtswoche f i e l die Zahl der Arbeitsuchenden um 19 041 auf 379 316, d. h. 4,78 Proz., gegenüber einer Abnahm« 0,05 Proz. in der Vorwoche. Innerhalb des Landesarbeitsamtes Brandenburg verteilen sich die Arbeitsuchenden auf Berlin mit 236 063, auf die Provinz Brandenburg mit 128 459 und auf die Grenzmark, Posen-Westpreußen mit 14 794 Personen. Don den 181 719 Hauptunterstützungsempfängern in der Arbeits- loseiwersicherung entfielen auf Berlin 120 924, auf die Provinz Brandenburg 56 430, auf die Grenzmark Posen-Westpreußen 4365. Für die Krifenfürsorge(21 066) betrugen die gleichen Zahlen s ü r Berlin 17 720, Brandenburg 3228, Grenzmark 118. In der Sonderunterstützung(99 053) entfielen auf Berlin 29952, auf Brandenburg 60 094, auf die Grenzmark 9007 Unterstützungs- empfänger. Kaber-Vieistist zahli-lvproz. Dividende lleberraschende Gewinne nach der Aogost-Sanierung. Das weltbekannt« Unternehmen der Faber-Bleistift A.-G. in Nürnberg stand im August vorigen Jahres dicht vor der Pleite. Bei dieser Gesellschaft rächt« sich, wie bei vielen anderen Unternehmungen auch, eine Reihe oller Sünden, di«, angefangen mit zu hoher Goldumstellung 1924 und falscher Schonung der Aktionäre, sowie versäumter Umstellung der Betriebe, nicht ohne Folgen bleiben konnten. Die Lage bei der Faber A.-G. wurde noch dadurch verschärft, daß die Verwaltung von dem frischen Windzug der Rationalisierung und Typisierung auch nicht den geringsten Hauch verspürt hatte und zudem in ihren Bilanzen trotz ihrer veralleten Anlagen eine Ueber- wertungspolitik trieb, die schon mehr als leichtfertig war. Der Zu- fammenbruch im August vorigen Jahres setzte dieser Schluderwirt- schaft ein End«. Die Aktionäre mußten sich eine sehr scharfe Zusammenlegung des Aktienkapitals von 5,6 Millionen auf 2 Millionen gefallen lassen, urch zur Beschaffung neuer Mittel wurde da» so beschnittene Kapital wieder aus 4 Millionen erhöht. Der Abschluß für 1928, den die Gesellschaft jetzt oerössentlicht, bringt als Ueberraschung eine lOprozentige Dividend« zur Auszahlung. Die Politik der Verwaltung muß um so merkwürdiger berühren, als nach der Sanierung und für die Umstellung der Be- triebe im Geschäftsjahr 1928 nur noch vier Monate bis zum Dezem- ber zur Verfügung gestanden haben. Es hat also der» Anschein, als ob die Verwaltung mit dieser hohen Dividende eine demonstra- tive Parade abhalten will. Diese Annahme wird noch dadurch verstärkt, daß der Berwal- tungsbericht di« Verschärfung des Konkurrenzkampfes in der Blei- ftiftindustri« unterstreicht und die sehlende Verständigung wenigstens bei den deutschen Blesstiftsabriken beklagt. Wie der Bericht noch er- wähnt, konnte durch di« durchgeführte Umstellung der Betrieb« ein« Leistungssteigerung von etwa 25 Proz. je Arbeitsstunde erzielt werden. Da die Verwaltung eine genau« Abrechnung der Sanierung nicht gibt, fehlen feste Anhaltspunkte, wie di« Gesellschaft ihr« Buch- gewinne aus der Zusammenlegung des Aktienkapitals verwendet hat. Der Verwaltungsbericht begnügt sich lediglich mit dem Hinweis, daß der erzielte Buchgewinn von 3,6 Millionen in vollem Um- fang zu Abschreibungen und zur Reservebildung verwandt worden sei. Nach den bisherigen Erfahrungen, die die Oeffentlichkeit mit der Derwaltungspraxis bei Faber gemacht hat, wird lich die Direktion auf der Generalversammlung wohl zu näheren Ausführungen be- quemen müssen._ Die Reichsbahn als Käufer. Die llebersehvng in den Neichsbahnindustriev. Bei der viel diskutierten Frage einer planmäßigen Konjunktur- Politik spielen die ösfentlichen Aufträge eine wichtige Rolle. Gehen doch von der öffentlichen Hand jährlich Austräge in Höhe von 2,6 Milliarden in die Wirtschaft, die bei planmäßiger Verteilung wesentlich zur Stützung einer absteigenden Konjunktur beitragen können. Der weitaus größte Auftraggeber der deutschen Wirtschost ist die Reichsbahn, die jährlich etwa 154 Milliarden für die Be- schassung von Schienen, Eisen, Fahrzeugen, Baustoffen, Brenn- Material ufw. ausgibt. Der Leiter der deutschen Reichsbahn, Dr. D o r p m ü l l e r, hielt kürzlich in Frankfurt a. M. über die Fragen der Beschafsungspolitik der Reichsbahn ein Referat, worin er auch zu der ungesunden Ueber- setzung der verschiedenen Reichsbahnindustrien Stellung nahm. Das normale Einkaufsprogramm der Reichsbahn beträgt für Fahrzeuge...... 300 Mill. Mark Betriebsstoffe..... 320, r Baustoffe...... 250,» Wertstoffe...... 140,, Ersatzstücke für Fahrzeug« 120», Sonstiges...... 70,, Die ungünstigen Folgen der Beschafsungspolitik der Reichsbahn für den Waggon- und Lokomotivbau erkannt« Dr. Dorp- müller an. Er stellte aber nochmals nachdrücklich fest, daß trotz der Konzentralionsbewegung>m Waggon- und Lokomotivbau diese In- dustrien immer noch übersetzt seien, was gleichfalls bei einer Anzahl onderer für die Reichsbahn arbeitenden Industrien der Fall sei. So könnten heute di« Puffer-Wert« nur zu einem Zehntel ihrer Leistungsfähigkeit durch Reichsbahnaufträge be- schäftigt werden und auch für Oberbaustoffe würde die Hälft« der vorhandenen Werte vollkommen genügen. Nicht günstiger liegen die Dinge bei den Lieferanten für Oberbouschrauben, Nichteisenmetalle, Farben und Lack. Auch hier sei eine starke Konzentration unbedingt erforderlich. Zum Schluß erklärte der Redner, daß nur eine Entlastung von dem finanziellen Druck durch Aufnahme von Anleihen die Reichsbahn in die Lage versetzen könne, die zurzeit gedrosselten Auftröge an die Wirtschaft herauszugeben. Krach bei Elekirolux. Die deutschen Aufsichtsräte scheiden geschlossen aus. Di« unter Kontrolle des schwedischen Zündholzlrustes stehende Elektrolux-Gesellschaft in Berlin hat schon de» öfteren unliebsames Aufsehen in der Oeffentlichkeit erregt. In Erinnerung ist noch die rigorose Behandlung der Angestellten und Vertreter bei dieser Firma, die vor nicht allzu langer Zeit das Berliner Arbeits- gericht beschäftigte. Jetzt ist es innerhalb des Aufsichtsrates dieser Gesellschaft zu einem offenen Krach gekommen, der den Austritt sömllicher deutschen Aufsichtsratsmitglieder, des Direktors der Dresdner Bank G u t t- mann, der Volksparteiler Dr. Cremer und Graf Kanitz sowie des sächsischen Großindustriellen Henckel, zur Folge hatte. Di« Ursache dieses Konflikts ist noch nicht ersichtlich. Jedenfalls spielen aber die Folgen der letzten Sanierung und der Kapital- erhöhung bei Elekirolux und Interessenkämpfe zwischen den deutschen und schwedischen Großaktionären in die Angelegenheit mit hinein. Eine eingehende Stellungnahme tonn daher erst nach öffent- licher Erklärung beider Parteien erfolgen. Jedenfalls scheint ober die Tätigkeit des Schwedentrusts in Deutschland sich hauptsächlich auf die Entfachung von Skandalen zu beschränken� denn bei dem bekannten Werkspionageprozeß Riebe-Norma hatte die deutsch« Ge- sellschaft des Schwedentrustes, die S. K. F. Norm«, gleichfalls ihr« Hand im Spiele. Oiskonierhöhung in HoNand. Di« Niederländisch« Bank von Amsterdam hat di« lange dis- kutierte Verteuerung des Kredits jetzt vorgenoinmen. Der Diskontsatz wurde von 4� auf 554 Proz. erhöht: Amsterdam ist also mit einem vollen Prozent Diskonterhöhung London gefolgt, wo die Bank von England im Februar dieses Jahres ihre sensatio- nelle Kreditverteuerung vornahm. Berlin bleibt mit 656 Proz. auch heut« noch mit einem vollen Prozent über London und Amster- dam, mit 156 Proz über New Pork, mit 254 Proz über Brüssel und mit vollen 3 Proz über Paris und Zürich. Wenn New Park feinen Diskontsatz nicht weiter erhöht, was zunächst nicht zu«r- warten scheint, dann dürfte auch für Berlin, da die Spanne noch recht deträchllich ist, jede Konsequenz aus dem holländischen Vor- gehen sich erübrigen. »ei Gicht- Rheumatismus NarxerkrankungeB, Arlarlanvarkalkaag. Narvanlaldaa Stern Engel Tee«�0 Aarstlick aaptohtca. Zw habaa Ig deg Apetkekeg. Bevtla- gnttri«! trttl». Fabrik VerelabUjcker»ailigittel, Ba« Scbaftdu/Clb* Nr.-143• 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 26. März492S Prämie auf soziale Mckständigkeit. Grotesken der Arbeitsschuhvorlage. Di« Schoßt! oder d«s Arbeitssch�g«setzentwurfs sind die Landwirt« und die Kleinbetriebe. Die Kosten zahlen die Landarbeiter und die von den tleinen Meistern„betreuten" Arbeiter, Lehrlinge und Kinder. Zu welch unmöglichen Situationen die Herausnahme der Land- und Forstwirtschaft aus dem Geltungsbereich des Entwurfs praktisch führt, zeigt sich überaus drastisch bei den Bestimmungen über den Schutz gegen Betriebsgesahren. Noch den Er- klärungen, die von den Regierungsvertretern abgegeben worden sind, erfolgen Vorschriften für den Mafchinenschutz nur dann, wenn Personen, die- dem Gesetz unter st«hen, an Maschinen beschäftigt werden. Für Futterschneidemaschinen— eine der gefährlichsten Maschinenart der Landwirtschast— ergehen daher keine solche Vorfchriften. Sie würden erst dann erlassen werden, wenn die Benutzung von Futterschneidemaschinen in g« w e r b- lichen Betrieben festgestellt wäre. Ein« merkwürdige Methode! Durch sie wird der Kampf gegen die Unfälle in der Landwirtschaft aufs ärgste gehemmt. Für die landwirtschaftlichen Betriebe muß derselbe Schutz gegen Betriebs- gefahren geschaffen werden wie für die gewerblichen Betriebe. Dos geschieht am besten durch die Einbeziehung der Land- und Forstwirtschaft in das Arbeitsschutzgesetz. In Kleinbetrieben mit in der Regel nicht mehr als fünf Arbeitnehmern darf nach dem Entwurf die Arbeitszeit„abweichend" von den sonst geltenden Bestimmungen durch den Reichsarbeits- minister geregelt werden. Diese Ausnahmebestimmung trifft 1 614 680 oder 87,5 Proz. aller Betriebe mit etwa 3 Millionen oder 22,4 Proz. aller Arbeiter. Die Sonderstellung der Klein- betriebe im Arbeitsschutz wird hier also noch einmal festgelegt, ob- wohl sie bereits bei der Auslegung des Betriebsrätegesetzes und anderer arbeitsrechtlichen Beziehungen unerfreulich stark in Erscheinung getreten ist. Tatsächlich bedarf der Arbeiter in den Klein- betrieben eines erhöhten Schutzes, denn nirgends sind Arbeitsmethoden und Arbeitsbedingungen so rückständig wie gerade in den Kleinbetrieben. Es hieße geradezu eine Prämie auf soziale Rückständigkeit erteilen, wollte man die Kleinbetriebe aus dem Arbeitsschutzgesetz herausnehmen. Die Kleinbetriebe beschäftigen viel jugendliche Arbeiter und Lehrlinge. Der Jugendschutz stellt aber einen sehr wichtigen Teil des Arbeitsschutzes dar. Ein Grund mehr für die Arbeiter- schast, daß endlich mit dem Ausnahmerecht für die Handwerks- betriebe im Arbeitsfchutzgesetz Schluß gemacht wird. Schließlich ist auch in den Kleinbetrieben sehr stark die Kinderarbeit ver- breitet. Die Bedeutung eines wirksamen Äinderfchutzes darf nicht unterschätzt werden. Nach dem Bericht der Bayerischen Gewerbe- aufsicht sind z. B zum Wenden von Kreide in einem Betriebe meh- rere Kinder beschäftigt worden, die noch nicht einmal im schulpflichtigen Alter standen. Eins steht fest: Je stärker die Bevorzugung der Kleinbetriebe und der Landwirtschaft im Arbeitsschutz, desto ärger ihre soziale und technisch-wirtschaftliche Rückständigkeit! Die Konkurrenz der Kleinbetriebe gegen die Großunternehmungen und der Existenz- kämpf der Landwirtschaft dürfen mcht nur auf dem Rücken der Arbeiterschaft ausgefochten werden. Keine Einigung mit Metallangestellien. Anrufung des GchlichtunasausschusseS vereinbart. WTB. meldet: Die Tarifverhandlunge« zwischen den Vertreter« der Angestellten und dem Verband Berliner Metallindustrieller habe« zu keinem Er- gebniS geführt. Die GehaltSforderung von 12% Prozent wurde abgelehnt. Es wurde ei« Schlichtungs- ausschuh vereinbart, der am 8. April zusammen- trete« soll. Moskau zahlt alles. Auch die NeName für Niederkirchners Laden. Don einem Anhänger des Angestellten der russischen Handels- gefellfchaft und ehemaligen Branchenleiters der Rohrleger wird uns ein«„Entschließung" zur Veröffentlichung übermittelt, mit dem Be- merken:„Eventuelle Kosten bitte mir zuzusenden." Der brav« Kommunist meint natürlich, daß ihm die Rech- nung zugeschickt werden soll. Er hat es offenbar dazu, wenn er sich auch in der Adresie geirrt hat. Heber die Grundsätze eines an- ständigen Arbeiterblattes ist er ebenso wenig im Bild« wie über die der Gewerkschaftsbewegung. Der„Vorwärts" ist weder ein ontigewerkschaftliches Organ, noch ein Blatt, das im redaktionellen Teil die Inserate der Vertreter der russischen Regierung oder anderer Handelsgesellschaften veröffentlicht. Jedenfalls stellen wir fest, daß sich Moskau die Spaltung der deutschen Gewerkschaften etwas kosten läßt. Zur Versammlung der Rohrleger am 21. März, wo Nieder- tirchner die Spaltung beschließen ließ, schreibt uns ein Funktionär der Rohrleger, der der Versammlung beigewohnt hat, daß die Be- hauptung der„Roten Fahne", auch ein fozialdemokrati. scher Funktionär habe gesprochen, u n w a h r ist. Er allein habe sich der Stimm« enthalten. Gesprochen haben nur Partei- g ä n g e r des Angestellten der russischen Handelsgesellschaft. Auch bei den Buchbindern ausgespieli. Daher die glänzende Entwicklung der Organisation. Einen ansehnlichen Aufschwung hat die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter im vorigen Jahr« genommen. Wie der Bevollmächtigte Genosse I m h o s in der letzten Generalversammlung berichtete, begann die Organisation das Jahr 1928 mit 10018 Mitgliedern. Am Schluß des Berichts- jahres zählte sie 113 4 2 Mitglieder, hat also 1324 neu« Mitglieder gewonnen. Seit End« 1925 beträgt die Mitgliederzunahme 4 7 38 oder rund 70 Proz. Da für den Agitationsbereich des Buch- binderverbandes in Berlin etwa 18 000 Arbeiter und Arbeiterinn«» in Frage kommen, sind demnach rund zwei Drittel der Berufs- ongehörigen im Verbände der Buchbinder organisiert. Die Lehr- lingsabteilung musterte am Jahresschluß 278 Mitglieder mehr als zum Jahresanfang. An Lohnerhöhungen wurden im Berichtsjahre 2 102 000 Mark oder 41 000 M. pro Woche erzielt. Die Lohnbewegungen wurden in allen Branchen, mit Ausnahm« der Maschinen-Karton- nagen-Jndustrie, durch Vereinbarungen oder S ch i e d s- sp r ü ch« beendet. Ein« gute Entwicklung weist auch die L o k a l k a s s e auf, die ihren Bestand im Berichtsjahre von 55 810 M. auf 90 411 M. erhöht«, obwohl über di« statutarischen Verpflichtungen hinaus noch Extraunterstützungen an Arbeitslose und Ausgesteuerte in Höhe von rund 25 000 M. gezahlt wurden. Genosse Im h o f kam zum Schluß seines Geschäftsberichts auch noch kurz auf die Spaltungsmanöver der KPD. zu sprechen und erklärte unter starkem Beifall der Versammlung, daß die Organisationsleitung mit den schärfsten Mitteln gegen die Verfechter solcher wahnwitzigen Ideen vorgehen werde. In der Diskusston versuchten einige Stalinstreue dieWersammel- ten von der Richtigkeit der„neuen" Taktik der KPD. zu überzeugen, stießen jedoch mit ihren Bekehrungsversuchen auf den heftigsten Widerstand der Versammlung. Die Bedeutungslosigkeit der sogenannten„Opposition" offenbarte sich am deutlichsten bei den verfchieden«« Wahlen und Bestätigungen von Funktionären, die entsprechend den Vorschlägen der Ortsverwaltung gegen etwa 2 5 Stimmen erfolgten. Als provisorischer zweiter Vorsitzender wurde Genosie P r i e m e r gewählt. Aus Antrag der Ortsvevwal- hing wurde beschlossen, den infolg« der Kälteperiode in Not geratenen ausgesteuerten Arbeitslosen nochmals eine Extraunterstützung in Höhe der Weihnachtsunterstützung zu gewähren Jedenfalls zeigte der Verlauf der Generalversammlung, daß im Buchbinderverband die Kommunisten ausgespielt haben.-- Vor dem Kampf in der Femkeramik. Oer Schiedsspruch von beiden Parteien abgelehnt. Der Schiedsspruch zum Lohn- und lleberzeitabtomme« für die deuksche feinteramische Industrie ist von beiden Parteien abgelehnt worden. An der minimalen Erhöhung der larlslöhne hätten höchstens 15 bis 20 Proz. der an dem eohnstreil beteiligten 70 000 Arbeitnehmer Anteil gehabt: 75 bis 80 Proz., d. h. alle Akkordarbeiter. wären vom 1. April bis Zl. Mai 1930. also vierzehn Monate, ohne jedwede Zulage geblieben. Die Verantwortung für die aus der Verschärfung der Situation entstehenden Folgen tragen die Industriellen und der S ch l i ch t e r. Die Industriellen haben sich halsstarrig gezeigt und den Schlichter ins Bockshorn gejagt. Wenn die berechtigten Forderungen der Arbeiter bei dem Schlichter nur mit Achselzucken entgegengenommen werden, dann muß die Arbeiterschaft eben von der Macht ihrer Organisation Gebrauch machen. Einmal muh die Frage entschieden werden, ob in der Feinteramik für die höhe des Lohnniveaus nur die Interessen der Industriellen maß. gebend sein sollen oder auch die Bedürfnisse der Arbeiter- schast, die nicht nnr vegetieren, sondern leben will. Herr Oeier schädigt Arbeiter. Er macht„revolutionären� Krampf. Von einem Funktionär der Nordsüdbahn, Seestraße, wird uns geschrieben: In der„Roten Fahne" vom 23. di«fes Monats wird in bom- bastifcher Ueberschrift folgendes mitgeteilt:„Mafsenentlosfungen bei der Nordsüdbahn. Die Roche der Verkehrs A.-G. gegen di« Opposition." Es handell sich um folgenden Vorgang: Seit Jahren werden bei der Hochbahn in der Hauptwerkstatt (Grunewald) sowie in der Seestraße Arbeiter für«ine bestimmte Arbeit(Montagearbeit) eingestellt, von denen sich ein großer Teil durch Unterschrist verpflichten muß, daß nach Beendigung der in Fragf kommenden Arbeit das Arbeitsverhältnis gelöst ist. So auch diesmal in der Hauptwerkstatt Seestraße. Seit vielen Wochen zeigt« sich bereits, daß die Arbeit ihrem Ende entgegenging. Die Betriebs- leitung hatte bereits mit der gesetzlichen Betriebsvertretung verhon- delt, damit die Arbeiter, die entlassen werden mußten, am 21. März den ihn«n zustehenden Urlaub nehmen. Nach Beendigung des Urlaubs folllen die Arbeiter in einer anderen Werkstatt der Verkehrs A.-G. untergebracht werden. Damit wäre die Angelegenheit zur Zufriedenheit aller geregelt gewesen. Do aber trat der kommunistische Betriebsratsvorsitzende D«t«r in Aktion. Das Entgegenkommen der Betriebsleitung paßte ihm nicht in seinen„revolutionären" Kram. Er fordert« in einer Versammlung di« gekündigt«» Arbeiter auf, nicht ihren Urlaub anzutreten, wie es von der Betriebsleitung angeordnet war und wozu sie auch verpflichtet waren, sondern in den Betrieb hin- einzugehen. Die Arbeiter, die dieser Aufforderung Folge leisteten, werden freilich die Folgen zu tragen haben. Das ist immer- hin für Deter ein Erfolg, ist es ihm doch gelungen. Arbeiter zu schädigen. Das Personal der Verkehrs A.-G. wird gut hm, die Ratschläge und Anweisungen der kommunistischen Betriebsräte mit dem nötigen Maß von Mißtrauen aufzunehmen und sich in Zweifelsfragen und bei Differenzen an ihre zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die„Opposition" unten durch. In allen bedeutenden Berliner Bezirken des Fabrikarbeiter- Verbandes, wie Wedding, Neukölln, Lichtenberg, Köpenick, Ober- schöneweide, Charlotienburg ist mit großer Mehrheit nachstehende Entschließung angenommen worden: „Die Bezirksoersammlung des Verbandes der Fabrikarbeiter billigt die Maßnahmen des Hauptvorstandes, den Ausschluß der Stade, Wehner, Roehl u. Gen. betreffend, und spricht ihm das Vertrauen aus." Nur in Schönberg wurden 8 Stimmen für die Entschließung der Opposition, gegen dieselbe 5 abgegeben. Im Bezirk Tiergarten ist ungefähr dasselbe Verhältnis. Der Organisationsleitung ist bekannt geworden, daß die Aus- geschlossenen an den Bezirksverfammlungen teilnehmen und nur etwaiger Polizeigewalt weichen wollen. Diesen Gefallen hat man jedoch den Leuten nicht getan. Sie wurden lediglich von den Beauftragten der Ortsvcrwaltung aufgefordert, die Versammlung zu verlassen, und, als sie dieser Aufforderung nicht Folge leisteten, wurde kurzerhand die Versammlung geschlossen. Die Anhänger der Amsterdamer Richtung verließen darauf die Versammlung, um so- fort in einem anderen Lokal als offizielle Bezirksverfammlung weiterzutagen. Es ist selbstverständlich, daß die Berliner Leitung der Fabrikarbeiter für die Zukunft geeignete organisatorische Maß- nahmen trefsen wird, um den Eintritt von NichtMitgliedern in ihren Versammlungen zu verhindern. Die mit so viel Tamtam angekündigte„Abrechnung" mit den „Reformisten" ist zu einer schweren Niederlage der„Oppo- sition" geworden, an der auch die lächerlichen Verrenkungen der „Roten Fahne" nichts ändern. Oer Schiedsspruch in Mansfeld. Die Gewerkschastsfunktionäre stimmen zu. halle, 25. März.(Eigenbericht.)' Die Konferenz der Mansfelder Gewerkschaftsfunktionäre der Tarifverbände hat mit 109 gegen 27 Stimmen beschlossen, den am 19. März gefällten Schiedsspruch anzunehmen. Vorausgesetzt, daß die Mansseld A.-G. den Schiedsspruch nicht ablehnt, hat die Mansfelder Lohnbewegung mit einem großen gewerkschaftlichen Erfolg ihr Ende gefunden. Vertrag für Färbereien und chemische Waschanstalten in dieser Gruppe zu verbessern. Auch der Arbeitgeberverband kün- digte den Tarifvertrag und verlangte einen Lohnabbau von 7 Proz. auf alle Lohnpositionen. Mehrmalige Verhandlungen scheiterten. Der Arbeitgeberverband wandte sich schließlich an den Schlich- tungsausschuß, der«inen Schiedsspruch fällte, der von der Arbeiterschaft wegen zu geringer Zugeständnisse abgelehnt, von den Unternehmern aber angenommen und die Verbindlichkeits- erklärung beim Schlichter beantragt wurde. In der Nachverhandlung vor dem Schlichter verständigten sich die Parteien dahin, daß vier Lohnpositionen über den Schiedsspruch des Schlichtungsausschuffes hinaus aufgebessert und eine klarere Regelung>» der Arbeitszeit erzielt wurde. Der Tarifstreit ist damit beendet. Auskunft über Tarifangelegenheiten wird in der Gefchälts- stelle des Deutschen Textilarbeiterverbandes, Engelufer 24/25, gegeben- Das Arbeitsamt Berlin-Mitte gibt bekannt, daß die Abteilung für männlich« Angestellte(Stellennachweis) des Arbeits- amtes Berlin-Mitte am Dienstag, dem 26. März, von Berlin C2, Klosterstraße 39, nach Berlin C 25, Kaifer-Wilhelm-Straße 22, ver- legt wird. Der Stellennachweis ist nach fachlichen Gesichtspunkten gegliedert in: 1. eine Unterabteilung für kaufmännische Angestellte (Kontor-, Lager-, Verkaufsangestellte aller Art), 2. eine Unterabtei- lung für Bureau- und Behördenangestellte(Bureau-, Behörden-, An- waltsangestellte, Versicherungsbeamte usw.), 3. eine Unterabteilung für Ingenieure und Techniker(Techniker, Ingenieure, Architekten usw.), 4. eine Unterabteilung für Werkmeister(Industriewerkmeistcr, Schachtmeister, Polier« usw.), 5.«ine Unterabteilung für Angehörige geistiger Berufe(Volkswirte, Juristen, Aerzte, Lehrer, Künstler u. a.) Der SteAennachweis ist für die Jnanspruchnehmer werktäglich ge- öffnet von 9 bis 13 Uhr, Sonnabends von 9 bis 12 Uhr. Die Ver- mittlungsaufträge werden auch fernmündlich entgegengenommen: Amt Berolina 5001. Die Kölner Metallarbeiter haben in ihrer Generalversammlung das Ulttmatum der Unternehmer, worin eine Verlängerung der Geltungsdauer des Torifverttages um zwei Jahre und eine Ver- größerung der Kündigungsfrist von zwei auf drei Monat« gefordert wird, einstimmig abgelehnt. Die Metallarbeiter erklärten sich bereit, den Kamps, wenn nötig, mit allen gewerkschaftlichen Mitteln durchzuführen. Auf eine von den Kommunisten vorgelegte Entschließung entfielen nur ganze sechs Stimmen, obwohl die Ver- fammlung von mehreren hundert Delegierten besucht war. lein dekorierte un«j qofCilire PRÄSENT-EIER In oben Größen<_i. Preislagen Creme- Eier Stock S Pf. - Eier---G»»»-. Stuci* S Pf. DesseP'-Eier.•.»»»•.Stock lO Pf. UWör-Eler......... Stück IS Pf, Klebitz-Elor......... Stück lO Pf. 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Jugendheim Lindenufer l. Wär,feilr.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Bunter Abend.— Zlen.Lichtenberg: Jugendheim Guntcrftr. i3. Bortrag:„Die Frau im Betrieb und im Haushalt." — Jugeadtnrsin Stdkreisi Jugendheim Bastertorstr.». Thema:»Jugend- psgchologie." «Lvaenvqruppe des Z-ntraiverbandes der Anaestettten »ordw�t: Jugendheim Lehrter Str. lg-19.„Ich fahr- in die Welt."- Wanderlieder und Fahrtenerlebnisse.— Uebungsabend de» Spre� und Bewegungschor» 20 Uhr in der Turnhall« der Schule Baruther Str. 20. Hallenschuh« mitbringen! parteinachn'chien�M� für Groß-Verlin Einseu d» n gen fit diele Rubrikst»» R np'/f stets»» da« BejirtsfefretoHat Berlin 8®#8, Lindenstraß« Z, 2. Hof, 2 Treppen recht», jn richten. Sonnabend, den 30. März, ist das vezirfssetretartak ae- schlössen. Wiedereröffnung vienswg, den 2. April.— Alle Parleinachrichlen, die bis dabin erlcheinen sollen, wüsten bis Donners- lag, den 28. März, dem Bezirtssetrekariat, LIndeastraKe 3, eingereichi sein. * 1. Arei, Mitte. Die für heut», Dienstag, angeseßt« itreisoorstandssitzung fallt nn» und findet dakstr am Donnerstag, 2«. Mär», lllid Uhr, im Limmer des Borschenden.«, öfterste. 88, statt.- Frei« Schulgemeinschast: Mittwoch, 27. Mär,, in den NoNbri-Festsiilen, Dartenstr. S, Protestver- mmmlung gegen die vom Ministee abgelehnte Sammelschule(weltliche) BerliU'Mitte.Nord. S. Drei, Friedrichshain. Donnerstag. 2«. Mllr,. 1M4 Uhr. in den Tom«. nius-Sastn, M-meler Str. 87, Arrisporstandostßung mit fSmtIich«n Ab- te,l>,ngsl«itern. ». tkrri» Wilm«r»d»rf. Mittwoch. 27. Mär». 28 Uhr. b«i Schäf«r, August». ftraße 8t, Sitzung d«» Tennis- und Gymtzaftiktursu». Zienanmeldungen dort od«r bei Laim. Augustastr. 8. Telephon: Brabant 28l8. 14. ttrei» Renlölln. Bersammlung der sozialdemokratischen Beamten beim Bezirksamt Neukölln heute, Dienstag, 2«. März, 20 Uhr. in den Bürgel- silen, Bergstr. 147. Bortrag:»Wo, verlangt die Republik von ihren Beamten?" Neferent Dr. Hermann Schi!tzing«r. Smupathisterend« haben Zutritt. heute. Dienstag. ZS. ZNSrz. 1». Abt. Die Mitgliederversammlung fällt au». DaMr u» 2ll Uhr bei Eandow, Flensburger Str. 8, Funktlonärsttzung. »I. Abt. 19V, Uhr bei ftniger, Hussttenstr. M, Ecke Scherinastraß,.«it. gliebervcrsammiung. Bortrag:»Etreifzstge durch bi« politischen Parteien .. M der deutschen Republik." Referent August Niemann. Abt. Thait»tt«vb«rg. 2» Uhr im Rantehaus, Rankestr. 4, vorn 4 Tr.. Insormations- und Ausspracheabend Bortrag:»D«r Komps um di« G«- meindrwahlrn." Referent Stadtverordneter Paul Robinson. Bmikölln,»t. Abt. lg>4 Uhr kurze wichtige Funktionärsitzung im Lokal»Zum wahren Jakob", Flughasenstr. 80, Inhaber Jakob Mllller. Sämtliche Ordner müssen ,»r Stelle sein.-»Z. Abt. MVh Uhr bei Beiger. Treptower Straße 28. Borslandssstzung. Wichtige Tngeeortnung.—»8.«bt.«t. rechuung der Kassierer beim Genossen Eernitzkp, Kranoltstr. 10 v. 1». Bohnsdors. 20 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße, erweitert« Bor» ftandssitzung. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen. Mittwoch, 27. März. 4. Abt. issj Uhr Zahlabend bei Swmmel, Nene Frietrlchftr. 1. Bortrag über„Das Buch Scheidemann." Referent Adolph Hofimann, 98. d. 8. 6. Abt. 19V4 Uhr Zahlabende in den dekannten Lokalen. 7. Abt. Igsr Uhr i» Wahlert» Garten, Pflngstr. 9, Mitgliederversammlung. Portrag:„Kirche und Sozialismus." Referent Max Stumpf. Die Bezirks» führer laden dazu ein. 8. Abt. l»ih Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 87, Mitgliederversammlung. Bortrag:„Das Konkordat." Referent Otto Meier. M. d L. 9. Abt. t9sd Uhr Zahiabend und Diskutierabend bei Faber, Stephanstr. u. Kptirgg:»Gehört die Frau ins Haus?". Refe rentin Margaret« Schenk«. lowstp. Bibiiothekdllcher werden umgetauschte Abt. lllis Uhr in der Schule Putdusser Str. 8 Mitgliederversammlung. Borlrag:„Politische Plaudereien, Referent Hans Nickel. Abt.>9VV Uhr bei Dahm, iBinetapIatz 7, Mitgliederversammlung. Bor» trag:»Die Bedeutung der Bolksfllrsorg« für die Arbeiterdewegung." Re. sercnt wird in der Versammlung bekanntgegeben. Abt. Illsh Uhr Mitgliederversammlung in der Listvenbrauerei, Hoch» siraße 2. Borlrag:.Gebärzwang ober Recht auf Mutterschaft?" Refe. rentin Stadtverordnete Dr. Kälte ffrankenthal. Abt. Die Abteilungsversammlung fällt aus. Abt. tSVt Uhr bei Wende. Koloniestr. 147. Mitgliederocrsammluna. Bor. lrog:„Die wirtschaftlichen Unternehmungen der Arbeiterschaft." Referent Genosse Kloß. Abt. lfl>i, Uhr im Schräder. Hau». Malvlaauetfte. 14—18. Mitgliederver- sammlung. Portrag:»Invaliden, und Angestelltenverstcheruus." Referent Baut Zippcl. Abt. 20 Uhr Mttglioderversammkung mit Fllmrorfvhrung In der Ber. suchs- und Lehrbrauerei, Amrumer, Ecke Secstraße. Bortrag:»Die Wirt- schaftlichen Unternehmungen der Arbeiterschaft", dazu die Film«»Die Bc» kehrung" und»Do» Genossenschaftskinderheim Sperenberg". Vortragender Genosse P. Jeffalb. Abt. 19� Uhr Mitgliederversammlung I«»Stetnacker", Seestr. 4S, Ecke Mllllerstraßc. Vortrag:„Die«ulturaufgaben de» Sozialismu»." Refereut Dr. Kurt Löwenstetn, M d. R. Abt. t9!ü Uhr im Altersheim Danziger Str. 82 Mitgliederversammlung. Bortrag:.Wirtschaftspolltisch« Tagessragen." Referent Dr. Friedrich Hertneck. Abt. l9>� Uhr im kleinen Saal de, Saalbau» Friedrichshain Mitglieder. Versammlung. Bortrag:»Etaatslriss», Wirtschriftskrisis?" Referent Mar Heydcenann. Abt. Iglh Uhr Mitgliederversammlung tn den Schönhauser Festsälen, Schönhauser Allee>29. Bortrog:„Massenbelastung und Koalition." Re- ferentin Mathilde Wurm. M. b. R. Di» Bezlrisführer laden«in. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung(Achtung, neue» Lokal!), Berolina» Fcstsäle, Schönhauser Allee 29. Bortrag:.Au» der kommunalen Arbeit." Referent Stadlrat Dr. Treitel. Dl« BezirtsfUhrcr werben nochmal» gebeten, lchrlftllch einzuladen. Abt. Die Zohlabent« lallen in diesem Monat au». Abt. 19V4 Uhr in den Kassno-Festsälen, Pappelallee Id. Mitgliederver. sammlung. Bortrag:»Wirtschaftspolittsche Fragen." Referent Ott« Zisko. Abt. 19% Uhr in der Schulaula Schönfließer Str. 7 Mitgliederversamm- lung. Bortrag:.Die Frau>n Wirtschaft und Gesellschaft." Referenltn Gertrlch Hanna. M. d L. Die Bezirksssihrer laden ein. Abt. 19'� Uhr in Schmidt» Gesellsihastshau», ssruchtstr. 38». Mitglieder. Versammlung. Borlrag:„Die angeblich« Krist» des Parlamentarismus." Rckcrent Dr. Rudolf Breitschcid, M d. R. Die Funktionäre nehmen nach der Bersammlung die neuen Fnnktlonärausweise gegen Rückgabe der alten in Empfang. Ebenfall» werdcn di« Eintrittskarten zum 21. April aus- gegeben. 14. 13. 18. I». 2». Zt. 22. 23. 24. 23. 27. 28. 29. 3«. 3t. 32. \mn\ Betriebs- n. GewsrksMsMfionbre! DiensiaK, den 26. Mars, abends 71/, Uhr, in denMasikertalen. Kaiser-Wilhelrn-Str.Sl FunMionarkonOerens aller SPD. Betriebs- und GewerkschoffslunktionSre ragesordnung 1.„Arbeiterschaft und Relchsregiening". Referent: Genosse Franz Künstler. M. d. R. /■ 2 Aussprache./ 3 Wahl der Vertreter fflr den erwel eren Vorstand, s 4 Verschiedenes. Funktionärausweis und Mitgliedsbuch der Partei ist als Legitimation mitzubringen. Ohne dieses kein Zutritt Da» Bctrlekesekreiariat. 33.»bt. Achtnag I Bereit» beute, Dienstag, 28. März, tS>4 Uhr, Mitglieder. verfammlvng im HoGbahnrestaurant am Warschauer Platz lnahe Lichthausl. Vortrag:„Grundstückspolstik, Bau-, Wohnungs- und Eiedlungswefen der Städte, Insbesondere Berlin.Friedrichshoin." Referent Stadtrat Richard Rosin. 34. Abt. ItzZH Uhr In den Eomenins-Sälen, Memeler Str. 87, Mitgliederver- sammlung. Bortrog:„Die politische Lage." Ref. Marie Kunert, M. d. R. 33. Abt. 19ib Uhr in»er Schusaula Samariterstr. 20 Mitgliederversammlung. Vortrag:.Parlamentarismus und politische Prori». Referent Albert Falkenberg. M. d. R. Di« neuen Funktionärausweise werden gegen Rllck. »ab« der alten»»««geben. 88. Abt. 1914 Uhr Mitglieberversommlnng In der Echulaula Straßmann» straße 8. Bortrag:. Kommunalpolitik." Referent Stadtrat Willn Kühne. 37. Abt. 19)4 Uhr Mitgliederversammlung in der Patzevhofer Brauerei, Landsberger Allee 27—28, kleiner Saal. Vortrag:„Der Reiibsetat" Referent Kurt Heinig, M. d. R. B-jstrksführer laden ein. Gäste mit. bringen! 38.«bt. 1914 Uhr Mitglteierverlammsung in Schmidts Gesellschaftsbaus, Frnchtstr. 88a. Portrag:..Erlbsterledtes und Selbstgelchautes ans Sowlet- rnßland." Referent Engen Haale. Be'irks'übrer laden ein. Mitglieds- buch weist ans. Soalkontroll« ab 19 Uhr stellen d'e Bezirke ISDB u. E. 3». Abt. 19>4 Uhr Großbeerrnstr.!>8, Nebeneinganq. Mitallederversammlung. Bortrog:..Der Komps um di» Macht im Stadtparlament." Referent Stadtverordneter Paul Robinson. 42.«bt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Bader. Jüterboger Str. 7. Bor» trag:.Kommunale Arbeit im Bezirk Krenzberg" Reserent Emis Silenz. 43.«bt. 1914 Uhr bei Rabe, Fichtestr. 20. MGgliederveriammlung. Vortrag: „Die po'itische Loa«." l-vto,itt Redakteur B'ctor Schiff. 43.«bt. Mt Rücksicht aus die am Sonntag stattacsnnd'ne Bannerweihe sällt die«btcilungsverlommlung ans Allen MItwlrr�''den sowie den Genossinnen und Genossen besten Dank für bi» Unterstützung. 47.«bt. 1914 Uhr bei Roewack. Manteuffelstr. 9. Mitgliederpersammsung Bortrag:„Strelfzvge durch die Innen, und Außenpolitik." Referent Dr. Rorbert Marr. Eharlatteebnra. 33.«bt. 8. Gruppe: 20 Uhr Zoh'abend du Lokal Schutz. Dlallltr. 99. Bortraa:„Panenrova." Referent Hans Waldmann.— 38. Abt. 20 Uhr Mltasiedernersgmmlung bei Jnskow'ack, Holtzenborff. ftraße 20. Portrag:„Die politische Laar" Referent'"obert Breuer.— 37.«bt. 20 Uhr bei Thunack. Wielondstr. 4, M'tgllederncrsammlung. Bortrog:.Di? kommunalen Unternehmungen ber Stadt Berlin. Referent Dr.. Jng. Maier>'k. Die ansgesttllten Fragekarten sind zur Bersammlung mitzubringen und oVugeben. 88.«bt. Hol-Nlee. 20 Uhr bei Sandmann. Westfälisch« Sir. 42. Diskusstons. abend:„Das Blehrvronramm." Schönehrr,. 77.«bt. Unsere MGqsiederversaimnsnng fällt weaen de« Öfter- festes ans.— 7».«bt. 20 Uhr bei Rol'-tHnl. Ebersstr. 66, Mitglieder. Versammlung. Portrag de» Genossen Willv Schneider. Die Osterwoche gibt der Funkswnd« wieder Gelegenheit, eine ausgiebig» Missionstätigkeit zu entfalten. Man hatte jedensalls am Sonntag das Gefühl daß alle Funkhörer entweder zu gläubigen Christen bekehrt oder zu Tode gelangweilt werden sollten. Mit der Rundfunktirche an jedem Sonntagmorgen haben wir uns abfinden müssen: gegen die Einführung einer Rundsunkkirche am Abend protestieren wir energisch. Daß man diese Abendveranstaltung klassisch srisiert hatte, änderte nichts an ihrem langweiligen Charakter.— Gedanken zur Zeit über„Alkohol- mißbrauch* diskutierten Wilhelm S 0 l l m a n n und Dr. Theodor �euß. Sollmann, überzeugter Abstinent, zeigte di« Folgen des Alkohvlismus: Krankheit, wir schastliche Verelendung. Kriminalität. Jährlich werden in Deutschland pro Kops— Frauen und Kinder jeder Altersstufe mitgerechnet— 74 Mark für Alkohol ausgegeben: ausgedehnte Landstrecken werden zur Alkoholgewinnung bebaut, zweieinhalbmal soviel Gaststätten als Bäckereien existieren in Deutschland. Nicht plötzliche Trockenlegung, aber das Gemeindebestimmungsrecht sorderte Sollmann. Der Vermehrung der Gaststätten, vor allem dem Schnapsausschank, könne damit ein Hemmschuh vorgeschoben werden. Trinkerheilstätten, alkoholsreie Gaststätten, Aufklärung über die Schäden des Alkoholmißbrauches sind dringend nötig. Dr. Heuß und Wilhelm Sollmann fanden sich— trotz ihrer gegensätzlichen, übrigens recht unterhaltend vorgetragenen Anschauungen— in ihren W nschen um Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs.— Wertvoll waren Dr. Kurt Becks praktische Hinweise über„Jugendberatung— Hilfe aus Iugendnot-. Am Montag abend griff die Deutsche Well« kühn in di« Rundfunktradition der Karwoche ein. Schnitzlers„P r 0 j, ss 0 r Bernhardt-, dieses rellgionskämpferische Drama, ist eins der wenigen Schauspiele, di« als Hördialog nicht nur wirken, sondern stark wirken. Menschen steigen lebendig auf aus diesen streithaften Worten: der lebcnschützende Arzt steht als starker, verantwortungs- bewußter Mensch hier gegen den„Seelenschützer-, den Priester, bei in seinem Fanatismus die wichtigsten Forderungen der von ihm vertretenen Religion— Liebe und Mitleid— vergißt. Berlin übertrug statt dieses Werkes aus dem Hotel Kaiserhos Unterhaltungsmusik. Borher hörte man einen Vortrag von Pros. Dr. H. I. Moser über .Musik in der Kirche", der ganz gewiß für alle Studenten der Kirchenmusik sehr interessant war— nur konnte man nicht recht die Notwendigkeit einsehen, diesen Ausführungen in dem abendlichen Dortragsprogramm einen Platz einzuräumen. Spät abends gab es im Rahmen des Vortrogszyklus..W ie wir schaffen und wozu wir schassen- ein Zwiegspräch zwischen dem Architekten Oskar Kaufmann und Dr. Alfred Kerr. Es wurde manch«. Wesentliche zum modernen Vauproblem gesagt, aber leider wurde auch sehr viel literarisch herumgeredet, und dozu ist in der Vortragszeit von 23 Minuten eigentlich kein Platz. Tes. 8». Abt. Maetendsef. 20 Uhr Mttotlederveesnnontnn» in ber Sckmlanbt Königstraß«. Bortraa:„Das Konkordat." Reterent Pastor Francke. 91.«bt. Rentölln. 82.»ezirt: 20 Uhr Bezirkssitzun, ba«eil, Prinz. Sand. 194. Abt. Rieberfchäneweibe. 20 Uhr Borstandssitzung mit allen Funktionären bei Thiele, Berliner Str. 88...„ 119.«bt. Lichtenberg. 1914 Uhr bei Hepp. Röderstr 80. DruppenMhladend. Bortrag:„Die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer(aus ber Sozial. gesetzgebung)" Referent Genosse Petcrhansel._ 127.«bt. Kohenschönhanlen. Kolonie Weiß, Taube, Siedlung»inderretch« Familie: Um 19':. Übe Mitglied« eversammlnng Im Lokal Zntzky, Land». bergez E Haussee 85. Bortrag:„Warum neue Steuern?"«eserent Felitz 181. A»?9' Beute,»lanlenkeld«: 20 Uhr im Loksl Miller. Schild« a>er«r.». ZaHuben» Vortrag:.eovoHw-olwtilck* Kommnnalpsllti» im»strn Wien." Reterent Rektor Ziechert...,___ 139. Abt Tegel. Die fflr NFttmoch, 27., beschlossen« Mitgliederversammlung muß besonderer Umstände wegen ausfallen. * 128._1S8. Abt. Pankow. Die Psiitalirderversainmlnng am Mittwoch, 27. März, im Türkischen Zelt, fällt umständehalber au». Arauenveranstaltnnsien. 98. Abt. Reukölln. Heute, Dienstag, 28. März. 1S>4 Uhr. bei Lohann. Wlpve» straße ,8. Heiterer Abend. Bortragonder Oswald Mudrock � 128.«bt. Kanl-dorf. Der für heut« angesetzte Frauenabend findet umstände. halber nicht statt. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlsahrk. 8 Krel, Webding. Dienstag. 28. März, 19 Uhr, SchSnstrdtstt. L 3 Stock, kleines Eitzunövziinmer. Sitzung der Fachgrnvv«„CoVale Grnchtsh�f-. ordming: 1. Bericht über tne Kre-onsfchußsitzung: 2. Aufgaben und Organ». lation der Fachgruppe: 3. Verschiedene«. Arbeitsaemeinschask soi.aldemokralisch-r Lehrer. Fachgemeinschaft ber BernfslRnllehrer» Sitzung am Mittwoch, 27. März. 1914 Uhr, im„Alten Askanier". Berlin,«nhaltstr. 11. Znnasozlalisten. Gruppe Reinickendorf! Mr trrffen NN, heute, �en-taa. um?»14 Uhe'nm Spaziergang in Wittenau an der Kirck)«. Bei schlechtem Wetter be.m Genossen Gensckow, Reinick-ndorf.Wrst,«ntonienstr, 42�___ Graupe Lichtenberg: Heute, Dienstag. 20 Uhr. w, straße 44. Portrag:„Die Familie in der heutigen Gesellschaft. Referent.n Tempelhos-Martenborf: Im Jugendheim Lvzeum �'MP'�f Ger. man'astr. 4—6(Eingang von der Sötzstraße). heut« um 20 Uhr Arbeit-plan. defprechung.~, Geburtstaoie. Jubiläen usw. 14. Abt. Unserem alten Genollen Alfred Boigt nnb feiner»stttn zu« Gilderbo�zeit die herzlichsten Glü-tnünsch«.„..„., »4«bt Neukölln. 3t. Bezirk: Unserem Senolleu W i l h« l»P« l» e r und seiner Frau, Selchower Str. 13, zur Silberhochzeit die herzlichsten Glück. wünsche. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlto Einsendunaen fflr dlele Bubrtt Berlin SIL 88 Ovdenikea»« S nur an da« Znaendlehetattm. Für die Zukernatsonale Kundgebung nm 4. April find die«intrtttstaetrn morgen.»ittMoch. erhältlich.»I« Ab. tetlungep müsse» die Karte» abholen lassen. heute. Dienstag. Uhr: lUllntscher Part: Heim Landsberger Str. 50. Ausspracheabend.— Rsten. thaler«orstadt: Sd>ul« Elifabethtirchstr. 12. lo-AlNuten-Neferate.-»«ntram: Seim Landsberger Str. 30. Glaßdrenner-Adend.—«eyen ll: Heim Bstlvw- straße 88.„Konkordat und SPD."—«rnnnenplatz! Schal« Pank-, Eck« Wiesenstroße.„Berliner Heiwor" sGevr, Mendelsohnl- Schillerpart: 11 Volksschule, Schöninqstraße. Einführangsabend.—«ebdtng.Rsrb: Seim See.. Ecke Turiner Etrahe.„Tagespolilische Fragen."- Hshenschänhanieut Baracke Dingclstädter Straße. Werbeobend.- Rordoft: Heim Danziger Str. 62. .Ferdinand Lassalle."— Weißensee: Heim Parkstr. 36. Heiter« Adend- . ,u. e. i. r— j.„.N_ Fl«,,:.» n QO Ortl�narTttT+lfT•_ auEEM« tziVll-l.- 8inenfti.< Fahrten. erlebmsse.— Zehserdors: Nordschule, Potsdamer Str. 5—7. Zeichen soal L „Me Psyche de» Jimerdlichcn."-«ritz I: Heim Ehausseestr. 48. nser Wandern,"- Neukölln IN: Heim Flughasenstr, 88,„Inge ndpfleg« und Inge nd. recht."- Rentölln VI: Schule Hertzbergplatz.„Kirche und«rbeiteTtckjatt.— Reukölln VII; Schule Kaiscr-Friedriib-St«. 208.„Alkohol und Nikotin—' Nenkölln VIII: Schule Rlltiistraßc...Iugendgertchtssitzung."— Köpenick: Heim Grünauer Str. 3.„Fcrd. FreiFgrath"— Heemsdorf: Heim Roonstraß«.„Se. schiechtepsrckologik."— Reiuickerdork-vst: Heim Lindaoer Straße. Baracke I. .Sexuelle Fragen."— Tegel: Heim Bahnhofstr. IS..Osterfahrt.—«wdholz: Schule Berliner Str. 19.„Da, Wehrvrogromm."— Riederichondanseni Schul« Blauk-ndurger Str. �70„Ostersahrt."— Pankow I: Heim Kissingenstr. 48. "T'«erbebeziek �Licktenberg(Aelterengrappe): EtteiNen�MraM. Rakhausstraße. Dr. Krebs:„Fürsorgeerziehung." SSG. Neukölln: Senn Berastr. 2». Ardettsbefpi«chuu« Margen. Mittwoch. «erbebezirk SGIneberg:«oraen. Mittwoch. 1914 Uhr, W�-B-Borftands. sitzung im Lokal Jürgen». Barbarossastr. 3», Die Vertreter der Partei. Kinder- freunde und Iungsozialistcn sind dazu eingeladen. Wetterbericht der öffenkllchen wetlerdleuNsteve Ber kW«ib»wgegevd Nachdr. veib.l. Nach voi übergebender vewSltungtzunahme mit«elgimg zu leichten Nepeniällen wteher tiwa««ufbeiternng, Temberalliren wenig oeränderl.— Zür ventichlaud: Im Roiden zeitweife stärker bemölkt, mit einzelnen leichten Regensällen, tm Süden troiken und vielfach Heitel über« all mild, Berankwortlick ü>r Politik' Dr. Enrt Geyer: Wirtschaft:». Kttngelhöfe»! Eevarkschattsbewegung; s. Steine»: Fenilelon: Dr. Zshs echllsws«: Lokale« and Sonstiaes; Fritz Karstödt: Auzeiaen Th Gtsck«. sämtlich IN Berlin Brrlog: Borwärt» Verlag D m d S. 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Es war der„(Brimdertmlcher"'. der eben zu seinem e-nd, dem„Bergnikl" von Dieterebrunn, also sprach und der el Wahrheit enthaltend« Satz war der Schluß einer langen Rede, ud zwar vier Wochen nach dem Ableben seiner ersten Frau, der „V.'rqmaig". Da steht das Wörtchcn„ersten" und also weih man schon gleich, dcß ihr eine Nachfolgerin wurde. Vier Monate war sie unter der Erl», als der Bergnikl bereits wieder Ehemann war. Es ging nicht anders, freilich, drei Kinder ließ die Maig zurück und dos iüngste war zwei Monate alt. Was sollte der Bergnikl machen? Alle Welt, das heißt, das ganze Dorf sagte es ihm, so oft er es dören wollte:„Heiret, heiret, Heiret." Da sie ihm zugleich die Bräute Halbdutzendweise anboten, so war er gar schnell ganz von sich selbst zum Aussuchen gekommen und kaum steckte er die große .•',ehe in die Freierehosen, stak auch schon der ganze Bergnikl drin. Und wenn einer erst einmal so weit ist, dann geht das andere ganz vor selbst. Die Wahl des Bergnikl war auf die„Knollnbäbbes" gefallen. „Kreuzmillion", sagte der eine,„Fixnkeil" der ander«, aber zum Niki sagten sie, du Host recht, sie hat Geld und ist tüchtig. Was wahr ist, muß wahr bleiben, die Bäbbcs war tüchtig und Geld hatte sie auch: aber sie hatte eine spitze Nase nebenbei und ein Mundwerk, gegen das der gewiegteste Advokat taubstumm war. Die wirklichen Freunde des Bergnikl hatten ihm zwar mehr zur„Müllersmorri" geraten, die ein« Witfrau ohne Kinder war. Die Knollnbäbbes aber war noch ledig, dafür jedoch schon ganz schön überständig. Aber siie Bäbbes hatte fünfzehnhundert Mark Bargeld mehr als die Morri und so nahm der Bergnikl die Bäbbe«. Scho» zwei Tage nach ihrem Einzug stand der Bergnikl, wie er vom Acker heimkam, ganz verdutzt unter seiner Stubentür und betrachtete den Raum, in dem er sein Leben lang geweilt, ohne Kritik und ohne ausdrückliches Behagen, mit großen Augen. Radikol um und um gestülpt war alles. Gefegt, geputzt, ge- fummelt, und es roch noch Feiertagsfeuchte. Ein Grinsen wollt« über des Bergnitls glattrasiertes, gutmütiges Bauerngesicht ziehen und mit diesem Ausdruck der Freude wollt« er in seine verwandelt« Stube treten, aber da fuhr ihn sein« neue Bettgenossin an wie ein« Katz:„Tret mir net mit deine dreketn Stiefl nei mei Stumm. Dou stcnn bei Schtappn, die ziagst mir oo jetzt ob jedesmoll o, wennsto nei die Stumm gehst." Erst besonn sich der Nikl ein bißchen, dann stemmt« er den Absatz seiner mistbeklebten Stiefel in den Stiefelknecht. Er war ja kein Herrischer, der Nikl, er war einer von der guten Sorte. Ein neue» Weib bringt ein anderes Leben, da» mußte der Nikl erfahren. Und er, der den Frieden liebte, hätte sich ja ganz gerne die Wurzelbürste gefallen lassen, aber, aber— sein«„Bäbbesla" segt« doch manchmal, daß e» einem war, als sei die Bürste mit Stahl eingezogen. Er war diese Reinlichkeit nicht gewohnt und sie war ihm arg, sehr arg. Sie stöberte ihn aus und jagte ihn von einer Ecke in die andere, bis er zuletzt im Kuhstall auf einer Schütte Stroh seine Nuhe fand. Dort schabte er sich wohl in Gedanken den Schädel und versuchte einen Weg zu finden, einen heilsamen Mittelweg. Rein- lichkeit In Ehren, er sah's an seinen Kindern, was da» ausmacht«: sie kamen ihm manchmal vor, als wenn sie andere Köpfe aujhätten, aber die Bäbbes war vom Fegteufel besessen und da» war zuviel. Betrachtete sie doch neulich nachts seine Füße und ließ nicht nach, trotzdem er schon im Hemd war, bis er sie wusch. Und dabei war nicht einmal ein Tröpflein warme» Wasser im Haus und der Nikl mußte sie In kaltes stellen. Das war schrecklich. So ging es nun, seit sie da war. Alle» mögliche probierte er schon, um ihr aus- zukommen, aber es half ihm olles nichts, sie kam ihm dahinter und dann war es jedesmal ein eigentümlicher Kosename, den er zu hören bekam.»Er mußte erfahren, daß seinesgleichen eine grunzende Stimme hat. Wie min der der Nikl nicht mehr wußte, wohin er schlüpfen sollte, in diesem seinem ehelichen Bockchorn, verfiel er auf das einzig Richtige, er fing an zu beten. Alle Heiligen im Himmel rief er an, die Schneide seiner Bäbbe» abzustumpfen, als er aber keine Erhörung fand, beschloß er eine Wallfahrt unter strengsten Bedingungen. Der Bäbbe» sagte er wohlweislich nicht den Grund, sondern murmelte nur etwas von einem Gelöbnis. Und wider Erwarten ließ sie ihn gerne ziehen. Es war Sonntag und sie hatte vor, ein» mal richtig in allen Läden und Schränken auszuräumen, und das konnte sie ungestört, wenn er fort war. Und so hockte sie, während der Nikl betete, beichtet« und opfert«, vor seiner geblümelten Lade und„mistete" au». Die Haare wären ihr zu Bevg gestanden vor dem, wo» sie da fand, wenn sie sie nicht so fest angepappt hätte. Modrig roch die Lade w-e eine Gruft. Dreckige Socken lagen zwischen frischen Hemden, Mottennester saßen in den Ecken, und wenn sie ein geblümeltes Tüchlein auseinanderbreiten wollte, fiel es ihr in Fetzen auseinander. All» Heiligen im Himmel rief nun sie an, und es häufte sich der Berg, den sie zur Vernichtung zusammenwarf. Nun war sie bald fertig und neugierig ging sie an die letzte braune 'b.appdeckelschachtel. Sie vermutete Soldatenandenken de« Nikl darin, Briefe von seiner ersten Frau und vielleicht auch von seinen früheren Bekanntschaften. In gespannter Ermattung hob sie den Deckel, wa, aber fand sie? Nichts als einen Hausen alter, vergilbter, verschwitzter Kummikragen, von denen nicht einer mehr ein ganzes Knopsloch hatte. Sie strömten einen unangenehmen Geruch aus und die Aäbbe» wars sie gleich mit samt der Schachtel aus den Gerumpel- Haufen. Dann schleppte sie da« ganze Gelumpe herunter in die Küche und sagt« sich befriedigt, daß da» gerade Feuerung genug gäbe zum Nachtessen kochen. Zufrieden und mit einem Gefühl des Behagens ging sie in die Küche. Die hatte sie diese Woche selbst geweißt, hatte mit dem Pinsel runde blaue Punkte hineingemalt. und nun war sie so hell und freundlich, daß man da» vordem so verräuchert« Loch nicht mehr kannte. Nun wollte sie noch ein übriges tun. und schnitt mit der Schere aus alten großen Zeitungen kunstoolle Spitzen fürs Schüsselbrett. Bevor sie die aber annagelt«. räumt, sie schnell noch den riesigen Ofen aus und baut« den Berg Gerümpel hinein. Als d!« kleine Zündholzflamm« um den dicken feuchten Pappdeckel leckte, larbte sie zufrieden. So, nun war es wenigsten, schon sott, bis der Nikl heimkam, und er konnte kein Be- dauern mehr äußern über dieses vier jenes noch brauchbare Stück Fröhlich summt sie vor sich hin, steigt auf den KücheMifch und hömmett lustig die kleinen Nägel in» Schüsielbrett. die die Papier- spitzen festhalten sollen. Auf einmal tut es einen Krach, als ob in der Stube einer eine Kanone abgeschossen hätte. Die Bäbbes fliegt durch die Luft an die Wand, reißt das Schüsselbrett mit herunter, daß Teller, Schüsseln und Tasten klirrend zerschellen, dazu hüpfen die großen irdenen Milchhäsen von selber von ihrem Brett herunter und zersplittern in tausend Scherben, und die Bäbbes flüchtet, nichts anderes denkend, als das sei Geisterspuk, kreischend vor Angst in die Ecke. „Wwwuumppss!" Da kracht es noch einmal, und diesmal wackelt tatsächlich dos ganze Haus. Russige Bocksteintrümmer fliegen in der Küche herum und eines trifft gar die Bäbbes auf den Schädel, daß ihr sogleich ein rotes Blutbrünnlein über das Gesicht rieselt. Toll geworden vor Schreck rast sie auf die Straße, bohrt die Zeigefinger in beide Ohren und während vor Angst ihre Kleider um sie fchiottern. als hingen sie an einem Krautpöbelsteckcn, der in einem winddurchbrausten Rübengcker steht, heult sie es ins Dorf: „Hiiiiilffeee— Feuiäääär— Hiiiiilfjee! bei uns get die Wält- unter, die Wält get untäääär." Die nächsten Nachbarn, die den Kroch natürlich gehört hatten, kommen bereits mit erschreckten Gesichtern gelaufen, und«in paar Schnellbesonnene rannten schon zum Feuer- Häuschen und rissen die Spritze heraus, während der Schreckensruf: „Feuer— Feuer— beim Bergnikl brennt's!" durch» Dorf raste. Und als sei die Bäbbes die Sendestation, rief ste immer noch: „Feuiääär— Feuiääär", und die Kinder des Bergnikl, die draußen auf der Straße gespielt hatten, schrien greinend mit. was sie kann- ten. Währenddem sprangen bereits die ersten mutigen Männer ins Haus. Dicker Rauch quoll ihnen entgegen, aber sie schlugen tapfer die Stubentür ein und suchten nach dem Feuerherv. Doch nichts war zu finden. Nirgends war die rote Lohe zu schon, nur dort, wo vor- dem der weite, braune, buschige Kachelosen gestanden hatte, war ein« Trümmerhaufen, auf dem freiliegenden Rost aber leckten ein paar letzte zuckend« Flämmlein um flatternde verkohlt« Reste. Ums Feuettein herum aber schwamm das Waster aus den geplatzten Ofenhäfen. Wie ober war die vordem so sonntagschöne Stiche oerwandelt! Backsteintrümmer mit Kachelbrocken lagen. überall herum, auch auf Tischen und Bänken, alle Fensterscheiben waren kaputt und an den frischgeslättten Bochängchen hingen flatternd« Rußfetzen wie Spottfahnen. In den Trümmern all dieser Herrlichkeit aber stand jetzt die Bäbbes. sah auf das Loch in der Wand, durch das man hinaus iit die frischgeweißte blaugetüpfelte Küche sehen konnte,, und heulte, was sie nur heulen konnte. Ringsum fragten die Leute uno redeten auf sie ein, aber sie verstand nichts, sie hörte nichts, kein Won. End- lich nahm sie der Gründermelcher beiseite und fragte ganz emdring- lich:„Bäbbes, so sog'» doch um oller Heising Will», woas hosta g'schütt?" „Rex," sogt sie und schüttelt den Kopf und wieder laufe» Tränenbäche über ihr rußgeschwärztes Gesicht. Aber der Gründer» welcher läßt nicht nach und die Bäbbes muß sich besinnen, und endlich kommt's heraus. Papiere. Lumpen, altes Gerümpel. Der Melcher schüttelt immer noch verzweifelt den Kopf, bis sie auf ein- mal langsam sogt:.„Und a Schachtel voll alto Gummikreng." Da geht ein Grinsen über olle Gesichter. Und der Melcher sagt. nur schwer ernstbleibend:„Sa, so, ja dann allerdings." Da spütte es die Bäbbes- zum Anpacken park, wie Ihr Ansehen zusammensank, und das wußte sie auch, daß ihr. die Dorfweiber vorerst, alle die „Blamaschie" gönnten, denn die Männer hatten in den letzten Wochen die tüchtige und gescheite„Bergniklo" gar zu sehr al» leuchtendes Beispiel hingestellt. Schon im Nachbardorf erfuhr der heimkehrende Nikli alle». Seine erste Frage galt den Kindern. Wie er ober erfuhr, daß alle drei heil und gesund seien, ging er zufrieden weiter. Ueber sein« Ruhe verwundert, guckten ihm die Neuigkeit!» krämer erstaunt nach. Der Nikl aber schmunzelte und dachte bei sich:„Mei Wallsohrt, jo, mei Wallsohrt!" Wie er aber gleich darauf daheim in sein« Stube trat, da riß es ihn doch zusammen. „Kreuzsakrament! Das war doch ein bißchen zu kräjtig." Und dem Nikl ging es durch den Kopf, daß er das nöchstemal doch lieber mit dem Daheimbetm zufrieden fein wolle, indem, daß fein Wallfahren wirke wie ein Donnerschlag, gar zu schnell— und gor zu gründlich. Versunkene Schätme im Weltmeer Aus Italien kommen Nachrichten, nach denen die Hebung der im Nemisee oerfunkene» Cäsarenschisf««inen günstigen Fortgang nimmt. Die italienisch« Regierung ist daran gegangen, den ganzen See einfach auspumpen bzw. ableiten zu losten. Wenn die Ar- beiten weiterhin günstig fottschreiren, werden die römischen Prunk- schiffe bald geborgen sein und mit ihnen eine Menge Kostbarkeiten im Wette von soft 30 Millionen Mark. Wir lesen auch hin und wieder in den Zeitungen, daß in Amerika die soundsovielte Expedition zur Entdeckung des Schatzes auf den Kokosinseln ausgezogen Ist, mir lesen von der Hebung ge- sunkencr Schisse, bei denen es gilt, eme reiche Ladung zu reiten, und nehmen das alles für technische Spielereien. In Wirklichkeit ist es ein« eminent wichtige Sache, und Statistiker haben berechnet, daß die Berluste an Schiffsladungen in die Milliarden gehen. Was da unten alles aus dem Grund des Meeres ruht, könnte manches Elend auf der Welt lindern Da liegt zum Beispiel feit dem 10. Oktober 1799 an der Ein- fahtt in die Zuidersee das Goldschisf„Lutine" mit cmer reinen Goldladung im Werte von über 60 Millionen Mark. Die Ham- burger wollten diese Summe von den Engländern ausleihm. Noch einer anfangs glücklichen Fahrt geriet das Schiff,«in ehemalige» französisches schnellsegelndes Kriegsschiff, in einen Sturm und ver- sank vor Hollands Küsten. Don der 300 Mann starken Besatzung kamen nur zwei Matrosen mit dem Leben davon! Das Schiff lag in flachem Wasser und wurde sofott von der Regierung her Batavi- schen Republik(das war damals Holland) beschlagn ihmt. Die Absender erlitten keinen Derlust, da sie die ganze Sendung vorher bei der großen Betsicherung Llckyd» oersichert hatten, die hnen den Gegenwett auf der Stelle auszahlte. Doch die holländische Regierung hatte es mit den Bergungsarbeiten nicht sehr eilig, und nach zw« Jahren waren erst drei Millionen von diesem Schatz geborgen, alz eine Meeresströmung das Wrack in hohem Sand begrub. Bon 1501 ab ruhten die Bergungsarbeiten vollkomm-n. 20 Jahre später wurden sie wieder aufgenommen, eine Gesellschaft wurde gegründet, doch konnte ste gegen den Sand nicht ankämpfen. Bis im Jahre 1857 das Meer selbst sein« Strömung ändert« und den Sand hin- wegspülte. Man ging sofort mit verdoppe'tem Eifer ans Werk, Taucher wurden eingesetzt und einige Monat« später kam wieder eine andere Strömung und die Arbeiten mußten eingestellt wvrdeu. Mit Hilfe von großen Saugbaggern konnte man wohl einige Gold. münzen herausfischen, dock hat immer das Meer einen Strich durch die Rechnung gemocht, und bis zum hontigen Tage ruht die Haupt- masi« de» Schatze»— noch über 60 Millionen Mark— auf dem Grunde de» Meere». Ein Gegenstück dazu ist der Untergang einer englischen Fre- galt« bei Balaklavo auf her Knmhalbinsel. Dieses Schiff brachte während des Krimkrieges 200 Millionen in Gold, die Löhnung iisir hie englischen Truppen, noch Rußland und versank. Man hat oft Anstrengiungen zur Hebung de» Schatzes gemacht, sie waren alle pergebsich. Der eingangs erwähnte Piratengoldschatz bei den Kokosinseln soll sich auf mehrere Millionen Dollar belaufen, und obwohl immer wieder Expeditionen sich aufmachen, um danach zu suchen, Ist es noch mcht einmal gelungen, das Wrack des Korsarenschiffes zu fin- den. von anderen gesunkenen Schissen ist die genaue Lpge bekannt,. und doch ist unsere Technik nicht imstande, ihren kostbaren Inhalt zu bergen. Seit dem Jahre 1502 l egen bei der Insel Santa Luzia mehrere spanische Goldschisf« mit reichen Schätzen Manche» Schiff segelt heute noch an der Stelle vorüber. Oder: in der Bucht von Tvbennory au der Westküste Schottlands liegt der„Herzog von Florenz", da» Admlralschifs der spanischen Armada, mit Gold und Silber im Wette von über 600 Millionen Mark an Bord. Da» Schiff ist 1588 an dieser Stelle gesunken, wan kennt seine genaue Lage, doch die Tiefe der Bucht läßt eine Bergungsaktion nicht zu. Man hat seit 1611 Versuch« angestellt, den Schatz zu heben: ja, die Taucher, die man hinunterschickte, sahen sogar Gold- ktsten und Geschützrohre zwischen den vertrusteten Tesiep des Wracks Im Sande liegen. Aber auch die in der Tobermorybuchi besonders heftigen Meeresströmungen lasten eine Bergung des Millionen- schatzes nicht zu. An den Küsten Englands werden immer noch spanische Goldmünzen durch den Sturm angespült, die von der untergegangenen spanischen Armada stammen, doch an eine Ber« gung der Schätze ist nicht zu denken Im Jahre 1702 wurden im Golf»ou Digo«m der spanische« Küste einige spanische Schatzschifse versankt. Die spanische Silber- flotte war soeben von Amerika eingelaufen, als die Engländer vor der Pücht etschienen Sögketch liefen hie Spanier wieder mis und stellten sich zum Kamps. Doch die Engländer blieben Sieger, kapev» � ren einige Schisse und fanden darauf für 20 Millionen Mark Silber. Die Mehrzahl der kostbaren Schifte jedoch wurde von den Spanier» selbst oersenkt, um sie nicht den Engländern preiszugeben. Fast 60 Millionen in Gold und Glber ruhen heute in der etwa 130 Meter tiefen Bucht von Digo, es ist unmöglich, ste zu heben. Das sind nur einig« ganz prägnante Beispiele versunkener Schätze. Wenn man bedenkt, daß in jedem Jähre rund tausend Schisse, größere und kleinere, mit wettvchler Ladung verloren gehen, bekommt man einen ungefähren Beflviff von diesen»er- lorenen Gütern. Es gibt im We'tmeer wahre Austen gröber von Schiffen, gefährliche Stellen, die regelmäßig Uhren Tribut fordern. Im Süden von Amettka ist es Kap Horn, das gefürchtete Kap der Stürme: an der Nordspitze von Dänemark da» schlimme Kap Skageu. Auch unsere Elbmündung ist eine berüchtigte Eiße. Am meisten gefürchtet ist bei den Seefahrern wohl Sable-Islanh, südlich von Neu» fundland, mit seinen im herrschenden Nebel fast»inisichtbaren Sand- danken. Zwei Leuchttürme stehen auf diesem kleinen Inselchen, doch täglich treibt die Brandung Schiffstrümmer und Loschen a« Land, deren Herkunft und Namen man niamols erfähtt. Bernhard Kröger. 3)ie Fabrik Aus Stahl und Beton, ein Würfel, vom Schicksal gefchleuderh ruht die Fabrik am Rande der Stadt. Wie Dlutwellen kreiseln die Arbeitsgeräufche in allen Mauern und Räumen. Elektrisch« Adern springen durch alle Etagen, vom motorischen Herz, dem große« Maschinenraum, ausgehend. Auf Zweckmößigkeit und Leistung ist alles berechnet.' Sechstausend Mann, drei kriegsstark« Regimenter, marschieren die Arbeiter zum Werk und kämpfen an den Fronten der Arbeit wie aus einem Schiachtfeld. Nicht nur der Hunger treibt sie in die eiserne Weit der klirrenden Säle. Ja, ihre ckzände sind wie zur Arbeii gemacht, ihre Herzen sind willig, aber weit jagen die zuckenden Träume hin In die Zukunft. Bataillon Eins: da» sind die Männer an den Pneßlufchämmern. Die Leiber schüttern im Stoß der Lustdruckstäße. Bataillon Zwei dient an den knirschenden Automaten. Metall brülli) auf, gelenkig gurgeln die Messer und Fräsen im schwarzen Oel. Bataillon Drei montiert am laufenden Bond und Ist in die Arbeit geschmiedet wie stählernes Werkzeug. Drei Regimenter in einer Fabrik! Zweihundert Mädcke» im Werk, Fronftchwestern der Männerl In den Kontoren, in den Bureaus ist Bolk... Große Fobttk am Rang« der noch größeren Stadt: über dem Hunger und aller zweckmäßigen Leistung kristallisiert sich gewaltig das neue Gesetz: Borwätt» und auf aus dcch Trott bleischwerer Tage: groß leuchtet das Ziel: Der Sozialismus... Max Bzrthel. Ein Baumriese der Urwelt. Kürzlich wurde bei Grabungen in den Abhängen eines ehemalig«« Vulkans, des St. Helenoiberges in Kalifornien der ganz verstsiNette Stamm einer Sequoig entdeckt und bloßgelegt. Dieser Stamm kann nur durch einen ou.skanischen Ausbruch verschüttet worden sein. Da aber der fraglich« Berg schon seit undenklichen Zeiten eriosiben ist, haben die am erilo nischen Geologen nicht gezögert, das Alter, jenes Stammes aus Hunderte von Jahrtausenden zu schätzen. Die Zellen im Menschen. Die gesamte Masse der Zellw, die in einem Menfchentörper bei 60- bis 70jährigem Leben gpblldet sind, werden auf 16000 Billionen geschätzt. Aus der Partei. Die britisch« Ardeittedrweguag. die bisher kiine einzige Sonn- tagszeitmj« besessen Hot. was besonders bei den Neuwahlen von 1924 verhängnisvoll wirkte, hat mit dem Erwerb von»Reynolds Jllustrotid News" durch den Genoflenschoftsverlag Manchester ein neues Organ erhalten. Als Kaufpreis wird die Summe von drei«tillionen Mark genannt.»Reynolds", ein angesehenes Blatt de« liberalen Radikalismus, das stets Sympathien für die Arbeiter- «ewegung gezeigt und führende Sozialisten zu feinen ständigen Mit- arbeit ern gezählt hat, besitzt eine Aitstnge von schätzungsweise 200 000, die im ganzen Lande abgesetzt wird. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". »«ktiktsli-ll»: Salin 6 14, edraflumlii. ST/SS, ttf l St. UtieSttch»b«>U!©iensta«, w. SUcj, U Uhr, Antreten jum Saalschutz, Eaaldau Märchenbrunnen.— Zungianna! Donnerstag, U. März, Ofterivanberuna Dubrowderg. Treffpunkt 17?� Uhr Görlitzer Bahn- �of, Haupteingang. Rachgügler EonnadenS, so., nü Uhr ebenda. Fahrt- « as�sSti SO U5t,' Eckmanns Festfäle." Gharlottenburg, Mitglich he» Bundes-orstand--. Frau Harnotz. spricht über die Jugender, ichung oed.tlne ciub!«Itt»°at,. 20 Uhr. ZthnäT-zteM« Billowstr. 104, Outtmannsaal: Mr. and Mrs. smith. Prot. Wendland«„Musical Evening: �nglish Songs".____ Briefkasten der Redaktion. . kl üi UM? st Berlin 6. 2, Spandauer Str. 1. /gs /gy/rs/gy/gs r Theater,| Lichtspiele usw.{ Dienstag..26 3 Sfaats-Oper Unter d. Linden A.-V. 78 18'/« Uhr UilMlM von Rrirobero Staats-Oper Am PI d.Republ. R.-S. 75 191', Uhr Dienstag, d. 263. Stadl Oper Bi.marcksd Turnus III 20 Uhr Lassrva padrona (B«r awiMHHt) Staat!. SAjaoli '■ S'liam« Ai A.-V.73 » Uh- Karlo-Aflna Staatt. Schiller-Theater. Cbarlüi. W Uhr Pietro Aretino KARFREITAG Grosses Schauspielhaus. 8 Uhr: EINMALIGES SYMPHONIE KONZERT DAJOS BELA mit■einem Oreheatar und PriiM 1-1 M. Vonrerkial htt bsgonn�n. SCAI/A 8 II«1* ö 5 Barbarossa 9256 . Mtaatpieiluu 8 i NetraDMOiealar Kflnstlertsch« Lettn«s i ERIK CHARELL J)et Üe&e AugustUi «■i tat laandL Ball• laMlnr ii Kroüi., Uuicai-Cl« Inai und dl* Obrioi'i UlraMlonen! 0 £usüqe lüiiwe »»■■•riMuer aad Wdlieh Alfred Braun Hatfy Chrlsllans Trade Lleeke Slectfr. Arne Paul MorffaB Paal Weatermcler Oaatae Matxnrr Fritzi Massary Max Bausen Osebt Elleo« W. Junhuba B. J na k er man B W. S«bae«era vonuDUime nnitn laKionliti 8 Uhr Kreoiahnahine TBtaltr an saUlthaaerduui 8 Uh. Die KranRhaft der«lugend TRalla-Tkealer &. hr Deiranscb Staat). Sdrillir-n. 8 Uhr Pietro Arettno SUaliootr HB Plan aeracpobilk 7'/« Jh' Carmen Theat ran SdUttbaDerdaiun. Norden 1141 u.281. Täglich 8»,. Uhr Innkbeit der Jigead von Ferd. Bruckner Insz. Gust Härtung Lcnnaru, Srliu Brod, Kihnert, Dämmest. Andersen, Rtppsrd >i. Duschdosty. Demidie: Theater D.I. Norden 1231 8 U, Ende nach I0>i Sanirag auch>/«4 ildr Oer gröbte Erfolg Berti»» Lneöerike Mutzt von Lahar Erika v. Thellmmm Karl Ziegler, Staatsopec Wien Okamnab> fi...«-— dnliifOlf itmvnrO/ v«eo, awltr, SeSHrman.', Her. Hetze umnltcehi. «Ww>i.s3iB.ri«o HirilDet Toeater tyrektHeinrHerald CharlotteasiraSe 90 A. 7. Dfinhotf 170 4nf.8U, Ende 10 U. Helden von Bernard Shaw. lesstog-Theater Täglich 8 Uhr SxHochzan. "5 '4 Weiber m Viidni von Shakespeare Regie: Heine Hilpert Die Komüdie J I Bismck. 2414/W16 &fi U.. End* ge;{. 10 wann komput ou wiadan? Komödie« von 4 Maug/iam. Regle Gustaf Gründgens funnkj-Eibun Thaatw Ii dar (•«lf«rit»r ibsB* T"ich 8«/» jh, Rivalen Kamoenpiele D.I. Nordeitz>2 310 8'6 U„ End(( geg. 10 Die Ursache Schau!(plel v Leonhard Frank Regie; Hatzs ueppt CliK Aares t Bar Tnatuarlnwr a. a. Urcniippel j das gp.Mlrzprogr und „U4). NSditc" saifi-ieiBBT.tprii T Komödianhaua Täglich H Uhr ii Onj-GmAn- 1 neatar am Mollendorfplati Täglich SV« Ohi Das Said aui dar Strafla Kleine: Theater Täglich SV« Uhr Curt Goetz, Valerie». Marlens Ferd. v. Allen in „Trio" Lustsp v. Leo Lern. Regie: Frlcdmaaa- Fred erlab. .ostsoialliea» m Uhr Guido Thieischer Weetieoö tn Paradies PhllharmoDle 8 Uhr UtztirVagiier-lüwiid les Philharm. Orch ■Ida. m-i-msBi Winrer ★ Ciarren* | S Uhr Zentrwm 1610 1 Rauchen erlaubtl Otto Reutter und «SM hücrnailaBale IV Darbldanaea. Renaissance- Theater Hsracmsrgslr. L Id.; StM*'. MI s. 758184 •>/> Uhr. Zum 00. Male:»>/« Uhi Dia WaNarfolgakoiaadia ABC Pni-nol Reg BML ItoTMfl. Ii PmUmbem»- „Das große von Marcel Pa; CASINO-THEATEB Loturiager StraBc 67. NbiiI NbuI .Eine ungflliehn Frau" nod«Ja erstklassiger banter Teil. 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Vorverkzaf hat beronnen. Commerz- u. Privat-Bank Aktlenooooliochafl II NeunnndfOnfziilste ordenlliclie Gelieralversammlung der Aktionäre am DienstsK. dem 16. April 1929, Uhr Tormittag». im S'trungssaale der Bank in Hamborg« Meß Nr. 9. Tagesordnung: Oeschäftshe rieht des Vorstandes sowie Vorlegung dei Bilanz nebsi Gewinn- und Verlust-Rechnung und Vorschlag zur Gewinnverteilung. Bericht des Auts ch'siafes Ober die Prflfung der Bilanz, der Gewinn- und Verlust-Recnung töwie des Vorschlages dei Gewinnvertei'ung. BeschluFfasaune Ober die Genehmigung der Bilanz und die Entlastung des Vors'andrs und des Aufsichtsrate; sowie Ober die Verteilung des Reingewinnes. Sstzungsänderunge': a) tz 17 Absatz 2(Zusammensetzung des Personal aus- schussesi. b) S IS(Berufung der Autsichfratssltzungen durch den Vorsitzuneen oder einen Stellvertreter, Form der Berufung sowie Form der Urkunden des Aufslchtsrmtes. e) g 19(Genehmigung von V rgfltungen für besondere Tä Igkeit von A fslchtsrstsmitgliedem durch den Vorsitzenden des Aufslehtsratesl. d) g 21(Ort der Generalversammlung). e) g 22(Festsetzung des Stimmrechts der Aktien In der Welse. daS je nom RM lOO,— Aktien eine Stimme gewähren). y g 23(Vorslt- In der General rerssmmlung). Wahlen zum Aufsichtsrat Diefen-gen Aktionäre, die in der Generalversammlung Ih» Stimmrecht ansQben wollen, haben ihre Aktien oder einen ordnungstnäBigen Hinterle ungsschein eines deutschen Notars epaicsleB* am 1Z. April lote während der Bbüchen Oeschättsstunden Kel unsera Niederlassungen in Hamburg. Berlin und Magdeburg, bei unser n sämtlichen Filialen und Zweigstellen, In FraakfoH a. M. bei unserer dortigen Niederlassung und den Herren J. Drerfo.& Co., In Köln». Rh. bei unserer Filiale und dem Bankhause ). H. Stein. In Amsterdam bei der N. V. Hage Ilaofm»an R Ca'* Baak, außerdem für die Mitglieder des Giroeffektendepots auch bei der betreffenden Effektenglrobank zu hinterlegen und bis zum Schlut der Oeneralvertsmm- selbst zu belassen. Hin erlegungsscheine gelten nur" dann als erdnungsmäSig, wenn darin die hinterlegten Aktien nach Betrag und Nummern genau bezeichnet sind und wenn überdies In den Hinterlegungsscheinen selbst bescheinigt Ist, daB die Aktien bis zum Schluß der Generalversammlung bei der Hinterlegungsstelle in Verwahrung bleiben. Dt* Hinterlegung ist auch dann ordnungsmltlg erfolgt, wenn die Aktien mit Zustimmung einer Hinterlegungsstelle für diese bei einer andern Bankfirrea bis zur Beendigung der Generalversammlung Im Sperrdenot gehalten werden. Gegen Hinter egung der Aktien oder Einreichung de; notariellen Hintenegungsscheine werden Ein'rittskanen ausgehändigt Die zu hinterlegenden Aktien können ohne Gewinnen te lischeine und Erneuerungsscheine eingereicht werden. Hambarg, den 20. März 1929. Der Voradaad. Brtitefcsiflte ?>te»etrietzatäte- AeUsdirtst Nr. S ttz erichtenen und tann gegen Vorzeiguhg der ö(giti»noiion»farte de« Betriebarats-Od- manne*-N unlerem Bureau, Zimmer 5. täaitch dt» 4 Uhr, ffreUag« dla 7 Uhr. »mgegengeuommen werden. Coaaaxoloa.»an 8». Sät*, Im«B.mct Nch-ftahana obanka i ab«.'. 1.. («rotzae Saal). Sagdafat 24 26 Brauchen Versammlung der Rohrleger und Helfer. Tageaordnuna: l. Bericht übet den Stand der Lohnbewegung, t Bei- band*- und Branchen»!, gelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert Fahlreiche* Erschsinen itz unbedingte Ptz;d>t via Oelauarrnalfnag. «nsnon-sk. Täglich fk Uhr Stf. nachm. 3-k Uhr Oer Rar zog and die Sflntfemi Brun lUtiMf ktrUe Rettoer 9. 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Stege Beteiligung erwartet Via Oclaostmaltnna. Ilm Sonnabend, dem 28 Märi. nachmittag* 2 Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Fwill ugsdruder, der Rohrleger Adolf Fischer im 60. Ledensiahre. Die»»eigt iiefdeirtzbi an Paul Zifcher, Dunckerstr.>7, Di, Einäscherung findet Donnerstag. den 24 März, abend»(SV, Uhr, im ürrmalorium Serichtstr 37 stau. TeGeaanzelge. Km Sonnlag, dem 24. März, vor- millag* n Uhr, verstaid nach langem. mit Seduld ertragenem Leiden untere lieb« Mutier. Schwiegennuller. Srotz- mutier und Ucgrotzmuster. Frau Sophie Lipp tw achtzigsten LedensjaHre. Im Ramen der Hinlerdüedenen dtorit» kledltz Emma EI eh ig, grd. Glpp Stnäscherunn am Donnerstag, dem 28. 6 Mt*. nachm. 1 UHe, tm tzrema- tortnm Wilmersdorf. Be: tiner Stratze. Verkäufe OeMeMcz-Ctppich*. Möbel-tzamerling, katzanienallee Ruhebetten, Metalldetten. 56. Spottpreile. 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