BERLIN Mittwoch 27. Marz 1929 E?sch«i«tti»lich ttu|er®»itnt«gl. Zyzleich Adendaarzab« de«.Vorslrt«'. Beiuqspni« d«idt?l» t Platz gegriffen haben, weil der Reich» bankpräsidenl Dr. Schacht von seiner Berliner Reise keine neuen end. gültigen Vorschläge siir die Aestsehung der künstige» Zlnnuitätea mitgebracht Hab«. Die Alliierten hätten sich sogar dahin geeinigt, erklärt der»Petit Parlsien", der deutsche» Delegation eine Art Ultimatum zu stell«,.(?) Sie wollten von Dr. Schacht in energischster Form die unbedingt notwendigen Ausklärungea über die Zahlungawilligkeit Deutschland» fordern. Seil acht Wochen nun seien die Sachverständigengrbelten im'Gange und doch hätlen e» die Deutschen verstanden, durch lächerlich geringe An. geböte, durch endtose Schikanen und böswillige Manöver die Konferenz hinzuziehen. Die Deutschen hätten von Anfang an die Mindestsorderungen der Alliierten ganz genau gekannt, aber st« hätten sich keine Mühe gegeben, al» praktische Geschästsleute irgend- «inen gangbaren vorschta, zu machen. Im..Echo de Paris" weih Pcrtmar nähere Einzelheiten trber die Organisation der künftigen R e p ä r a t i o» s b a n k zu berichten. Die Bant soll einen Aufsichts'rat von 26 Mitgliedern erholten. Die sieben an'.der� Sachverstöndigenkonserenz �beteiligten Stationen würden je zwei Vertreter, Deutschland und Frankreich aber deren sogar drei erhalten. Die letzten neun Mitglieder des Auffichtbrotes würden von den kleinen Reporationsgläubigern, sowie den finanzstarken Neutralen, namentlich- der Schweiz und Holland, gestellt werden. Hinsichtlich der künftigen Sachlieferungs- regelung weiß Pertinox zu berichten, daß in den erste» zehn Jahren die Sachlieferunger» jährlich einen Betrag von 7.Z0 Millionen «rreichen sollten, vom elften Jahre an würde ihr Gesamtbetrag alljährlich um 50 Millionen vermindert werden. Wiffell über das Reparaiionsproblem. Oer Lebensstandard darf nicht herabgedrückt werden. i Hilde»heim. 27. März. ReichSarbeitsmimster Wissel! sprach am Dienstag abend in einer Versammlung der Sozialdemokratischen Partei in ilildesheim libir dosReparationsproblem. Sehr eingehend setzte der Minister seinen Zuhörern u. a. den Mechanismus des Dawes-Planes auseinander. Der Bericht des Reparation?- ogenten über dos letzte Dawcs-Jahr schildere wohl die glänzende Fasiade Deutschlands, nicht ober dos Elend, das in der Miliioneu- zahl von Arbeitslosen zum Ausdruck komme. Die Entwicklung der Dinge auf der Sochverständigenkonferenz in Paris müsse abgewartet werden. Weder über die Höhe der Jahresleistungen, noch über die Dauer der Zahlungen sei bis jetzt Positives in der Oessent- lichkeit bekanntgeworden. Die Mobilisierung der Reparationsschuld sei ein sehr schwerwiegendes Problem. Di« mit den, Plan einer Reparationsbank durchzuführende EntPolitisierung des Re- parationsproblems se, zu begrüben, jedoch mache die der Bank in den Schoß fallende Machtsüll« dieses Institut kaum tragbar. Das deutsche Volk müfl« frei von allen Bindungen nach innen werden, damit«» selbst bestimmen könne, wie die Lasten ausgebracht werdei, sollen. Daß der verlorene Krieg van den Unterlegenen Opfer fordert, darüber sei sich die Sozialdemokratische Partei klar, die ein« loyale friedliche Verständigung mit den Mächten an- strebe. Maßgebend b«i ollen, müsse sein, was auch das Dawes- Gutachten festgesetzt habe, daß der Lebens st andard des deutschen Volkes nicht herabgedrückt werden dürfe. dann im Vergleich mit anderen Ländern sei gerade der Lebens- standard de» deutschen Arbeiters noch im II, er erschreckend niedrig. Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Kriegserttärung Rankings an Hankau. Die Nanting-Truppen gehen vor. London, 27. März. s(?»ge»bericht.) Nach amtlichen chinesischen Meldungen aus Nanking Hat Nanking offiziell H a n k a u den Krieg erklärt. Die Ranking-Truppe« haben die Offensive gegen Tülden begonnen. Sie werden an der Küste durch die Flotte nnterstützt. Die Stadt Anhui wurde von den Nanking- XrvJtten angegriffen und besetzt. Hamburg. 27. März.(Eigenbericht.) Auf dem zum größten Teil ausgebrannten Dampfer „Europa" find zurzeit nur noch zwei Feuerwehrzüge mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Der entstandene Schaden wird auf etwa 20 Millionen Mark ge- schätzt. In der nächsten Woche wird bereits mit den Wiederau fbauarbeiten begonnen werden, die vier bis fünf Monate in Anspruch nehmen dürften. Nachdem die Feuerwehr in den Nachmittagsstiinden im wesent- lichen Herr der Loge geworden war, was Gelegenheit geschassen, das Innere des Schisses zu betreten. Der erste Anblick ist nieder- schmetternd. Mit jedem Schritt verstärkt sich dieser Eindruck noch. In den Gängen liegen hoch übercinandergeschichtet Reste der W a n 0 v e r s ch a lu n g, verkohltes Holz, zerbröckelte weiß« Korkmassen, und von den Decken hängen in wirrem Durcheinander unzählige Drähte und Rohre. Im„Barbierraun," sieht es aus wie in einem zerfallenen Bergwerk. Alles ist bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Letzte Stümpfe ehemaliger Holzwände ragen einige Zentimeter aus den schweren Holzwasien hervor. Ge- schmolzen« Bleirohre sind in wunderliche Figuren verwandelt, die ebenfalls aus den, weichen Boden ragen. Nichts ist geblieben als die nackten Stahlwände, die mm, der Hitze wegen nicht berühren darf. Die Räume aus der Wasserscite stehen voll- kommen unter Wasser. Holz und sonstige Dinge schwimmen on der Decke. In einem Maschinenraum war eine Luke auf- gespriingen. Wie ein Sturzbach prasselt Elbwosser in die Tiefe. Das find nur einige Bilder, aber so sieht es im ganzen Schiss aus. Wer nicht mit dem Feuer direkt z» tun hat, bespritzt die Stahlwände mit Wasier, damit sie sich etwas abkühlen und in den Räumen eine erträglich Temperatur eintritt. In einigen Räumen ist es so heiß, daß man nach wenigen Sekunden in Schweiß gebadet flieht. Während auf dem Vorderschiff der Brand gestern noch bis in die späten Nachmiltag-stunden wütet, sind in, Mittelschiss bereits Aus- räumungsorböiten im Gange, während das Hinterschiff in, wesentlichen vom Feuer verschont geblieben ist. Am späten Abend konnte das Feuer ganz gelöscht werden. Die Wiederherstellung des Zevvesi« aut dem RUddlud Arbeiter und Retdisredlerund Berichte 2. Seite Schiffes wird von der Werst und vom Norddeutschen Lloyd als aussichtsreich bezeichnet. M * Wie von der Berliner Vertretung des Rord>« deutsche« Lloyd entgegen anderslautenden Nachrichten mit, geteilt wird, läßt sich zurzeit, also wenige Stunden nach der oöU ligen Ablöschung des Brandes in dem Ozeanriesen, weder der Um« fang des angerichteten Schadens noch die Dauer des notivendigeir Wiederaufbaues angeben. Der Lloyd betont lediglich, daß auf Grund der bisherigen Feststellungen der Wcrftingcnicnre, wonach in der Hauptsache nur' das Mittelschiff der..Europa" von dem Feuer betroffen worden ist, der angerichtete Schaden nicht entjernt die gestern in der ersten Ausregung genannten Ziffern erreicht, zumal die wertvollen Maschinen- u n d K e s s e l a n l a g e n u n v e r» s e h r t sind»nd die luxuriöse Einrichtung der Gesellschaftsräum« und der Kabinen erster Klosie noch gar nicht an Bord gebracht war. Erst in den nächste» Tagen wird auf Grund der heute begimieuden gründlichen lluterfuchimg des Schiffes durch Vertreter der Reederex uiÄ.der Werft Feststellung darüber möglich sein, wann die»Eü- ropa" repariert und sahrtdereit gemacht werde» kann. Daß Aus« sichtsrot und Lorstand des Norddeutschen Lloyd den beschleunigte» Wicderausbau des Ozeanriescn beschlietzeie werden, steht außerhoi!» jeden Zweifels. Alle Kombinationen, wonach das gestrig« Unglück nun dazu führen werde, daß mit dem Wiederaufbau dieses Schiffes zugleich eine Annäherung zwischen Hapag und Nordlloyd verbunden sein würde, werden von unterrichteter Seite als irrig bezeichnet. Oas Geständnis Christian Stolbergs. Wer war Mitwisser der Tat? Hirschberg. 27. Mörz. Nähere Einzelheiten aus dem Geständnis Christian Friedrichs zu Stolbero will die Staatsanwaltschaft in Hirschberg zurzeit noch nicht bekanntgeben, da sie erst nachgeprüft werden sollen. Es ist selbstverständlich, so wird betont, daß man die An- gaben des eingeklagten, der seit einer Woche auch jede fahrlässige Tötung entschieden in Abrede gestellt und die widersprechendsten An» gaben gemacht häAe, nicht ohne weiteres hinnimmt. sondern genau prüfen'wird. Graf Christian, der nach fünf« stündiger Vernehmung am Dienstag nachmittag vollständig zu» sammcngebrochen war, hat das Gericht und die Siaalsauwall- um Entschvldig««s g«6«ftn, daß er ft« fo fange durch seine falschen Angaben getäuscht hat. Da man nach roie vor der Meinung ist. daß Mitglieder der Familie Stolberg über den wirtlichen Tatbestand genau orientiert sind, wird die Mordkommission auch nach dieser Richtung bin gründliche Vernehmung vornehmen. Es Handell sich hier Haupt- sachlich um die Schwester heg Täters Antonie Stolberg, der man eine genaue Kenntnis der Dinge zuschreibt. Da? Jggd, g e w« h r. aus dem der Todesschuß abgegeben wurde, wird im Laboratorium für Handfeuerwaffen in Berlin untersucht. Ludendorff verurieili. Weil er einen Oevtfchen als Spion beschimpfte. Evxhave». 27. März. In der Prioattlage des Photographen H p a r r gegen General Lu>denS>orff wurde am Dienstag vornnttag folgendes Urteil per- kündet:„Der Angeklagt« wird wegen öffentlich«rh'o bener Übler Nachrede durch Verbreitung einer Schrift zu einer Geldstrafe von 800 M., ersatzweise für je S0 M. zir einem Tag Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es, es fei dem Angeklagten nicht gelungen, den Wahrheitsbeweis für die von ihm behaupteten unmoralischen und landesverräterischen Handlungen anzutreten. Es handele sich bei den Anschuldigungen um den schwersten Vorwurf, der einem deutschen Staatsbürger gemacht «rden könne. Zu berücksichtigen sei mich, daß der Privatkläger schwer in fernem Ansehen und Erwerb geschädigt worden sei. Bei dem Prozeß Handelle es sich um die Klage des Inhabers eines photogrophischsn Ateliers, Heinrich Sparr. In dem Buche Ludendorffs„Die Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse" wird ein Bild einer Loge gebracht, die während des Krieges in St. Ouechin tagte. In der Erläuterung zu diosein Bild wird gesogt, daß die auf dem Bild befindlichen Deutschen nicht nur Spionage zugunsten der Feinide unterstützt hätten, sondern daß der einzige Zivilist unter den zwäls in Uniform befindlichen Deutschen«iq französischer Freimaurer sei, der an dieser Spionage beteiligt gewesen sei. Dieser angeblich« sranzö- fische Zivilist i st der einer alten Hamburger Bürgersamilie ent- stammende Photograph, der nun durch Privatklage Ludendorfss Verurteilung wegen öffentlicher übler Nochrede erzielt hat. Explosion von 3000 Liter Nitroglyzerin Zwei Arbeiter tot, drei vermißt. New York. 27. März. In G i p st o« n im Staate New P e r s« q sind in einer Fabrik der chemischen Gesellschaft Dupont de Nemour 3000 Liter Nitroglyzerin explodiert. Bis jetzt wurden zwei Arbeiter tot geborgen, drei werden noch vermißt. Thüringer Theaterforgev. Die Lasten werden zu boch. Weimar.?7. Mörz.(Eigenbericht.) Thüringen Hot von jeher«in« alt« Thoaterkultur, che Folge der kleinstootlichen Zersplittevung. Angesichts der schwierigen Finanz. läge des Landes ist es nicht mehr möglich, olle T h Ü r i n- ger Theater im selben Umfange wie bisher zu untethäl, t e n. Seit längerer Zeit werden Rationalisterung»- und Abbau- Pläne erwogen. Die Stadt Weimar Hai nun einen sonderbare« Versuch unternommen, um einer drohenden Einschränkung zuvorzu- kommen. Der Weimarer Stadtrot hat gegen die Stinunen der Linken ein Ortsgesetz über che Erhebung einer Theater st euer beschlossen. Diese Steuer ist ein« reine Kopssteuer. Es sollen von jedem über 18 Jahre ollen Einwohner der Stadt künftig jährlich fi M. erhoben werden, sofern das Einkommen, nach Berücksichtigung sämtlicher Abzüge, NM M. jährlich übersteigt Man nimmt an. daß dos Reichssinanzministerium gegen diese Steuer Einspruch er- heben wird. Rabiate Hakenkreuzler. Sie befreien Gefangene und müssen selbst ins Gefängnis. Neumünster, 27. März.(Eigenbericht.) Vor dem erweiterten Schöfjcngericht wurden 1ä nattonal- soziolistische Bauern und Handwerker abgeurteilt, che am t>. März einen Hakenkreuzmann aus dem Amtsgerichtsgesängni? in Hohen- westedt in Holstein mit Gewalt befreit hotten Das Gericht vcr< urteilte che Angeklagten zu Gefängnisstrafen von 1 bis tt?stonate. Eine schlechte Ausrede. Ist auch die chemische Industrie in Not? Koblenz, 27. März. Die Lohnverhandlungen in der chemischen I n b u st r i e des links- und rechtsrheinischen Gebietes von Köln(mit Ausnahme des Stachgebietes Köln) bis Airdernach sind gescheitert. Die Arbeiter forderten eine allgemeine Lohnerhöhung, nicht nur die Versetzung einzelner Orte in höhere Klassen. Die Unternehmer lehnten die Forderung„aus allgemeinen wirtschastlichen Gründet»* ab. Nunmehr wird sich der Schlichtungsousschuß mit der Angelegenhell beschäftigen. • Wenn hie Unternehmer keine plausible Ausrede finden, um ihren Widerwillen gegen Lohnforderungen zu perschteiern, schützen sie „allgemeine wirtschaftliche Gründe* vor. Die Anwendung dieses Klischees ist sehr bequem, aber bei dem ltändigen Gehrauch ist es schon ziemlich abgenutzt. In Wirklichkeit sind es gerade allgemeine wirtschaftlich« Gründe, die Lohnerhöhungen notwendig machen. Holzplatz in Klammen. Em Feuerwehrmann verleht Durch ein Schadenfeuer wurhe in der vergangenen Ruch! ein Holzlaaerplatz in der Zinzendprsstrqße 10/1S eingeäschert. Leider ist bei der Bekämpfung des Brqndes ein Feuer- wehrbeamter zu Schaden gekommen. Der pberseuermehrwänn Ii t a ch t vyn der Zugwachc Lützow stürzte und zog sich eine e r- h r b l i ch c K o p s v e r l e tz u n g zu. Das Feuer wurde nach 2 Uhr bemerkt, als plötzlich aus einem Zeppelin auf dem Rückflug. Landung in Kriedrichshaven voraussichtlich Donnerstag. ..Graf Zeppelirr". 27. Mär,. 1 ,30 Uhr nachts. (Eigener Funkbericht.) «Graf Zeppelin" Überflog gegen 17 Uhr au» Dienetag Delawiw und das benachbart« Jaffa noch bei Dages» licht. Die Straße» waren voller Menschen, die wie Ameisen umherliefen. Als wir nach kurzem Runbflng die Stadt verließen, war bereits völlige Dunkelheit ein« getrete«. Ueber dem in der Nähe von Jaffa gelegene» englischen Militärflugplatz wurden«ach kurzem Ma-l növer drei Säcke mit Post abgeworfen. Tann nahm das Schiff in 1100 Meter Höhe Kurs auf Je» rufalem. das um 18,20 Uhr erreicht wurde. I» 1300 Meter Höhe wurde Jerusalem mit dem Oelberg ange-> Zuieiter"Rügteg öesLi�f Zeppelin" 2bM29. steuert. Wir erreichten die Stadt bei völliger Dunkel» heit, wenige Minuten später herrlicher Mondaufgang. Trotz der außerordentlichen Höhe waren viele Hunderte von Mensehe« in den Straßen zu erkenne«. Die deutsch« Kolonie war zahlreich versammelt. Gegen 18,30 Uhr er- reichten wir das Tote Meer, das 400 Meter unter de« Meeresspiegel liegt. Das Luftschiff befand sich bei der Ueberfahrt über das Tote Meer 130 Meter unter dem Meeresspiegel. Es ist das wohl das erstemal, daß ein Luftschiff»nter dem Meeresspiegel geflogen ist. 10 Minute» später mußten wir wieder eine Höhe von 1100 Meter erreiche«, da wir über Jerusalem und den Oelberg zurückflogen, di« 800 bzw. 000 Meter hoch liegen. Wir passierten Jerusalem in völliger Dunkelheit. trotzdem waren, wie beim erste« Besuch, in den Straße» viele hundert Menschen versammelt. Später nahmen wir Kurs auf Port Said, von dort flogen wir an der äghpti scheu Küste entlang. die wir kurz vor Alrxandria»ach 22,30 Uhr in Richtung Athen verließen. Athen wird voraussichtlich am Mitt- Wochvormittag nach öftstündigem Flug erreicht werden. Bon dort geht der Kurs»ach Konstantinopel, das gegen ly Uhr überflogen werden dürfte. Tie Weiter- fahrt geht über Warna in Bulgarien am Schwarzen Meer, Bukarest. Belgrad. Budapest und Wien. das am Tonnerstag im Laufe des Bormittags ange- steuert werden soll. Tie Landung in Friedrichs- Hafen ist für Donnerstag mittag oder für di« ersten Nacktmittagsstunden vorgesehen. Au Bord ist alles wohl. Das Schiff dürfte bis Wien rund 0000 Kilometer zurückgelegt haben. Friedrichshajen. 27. März. Dqs Qustjchifj„Gros Zeppelin* befand sich nach einer hier ein- getroffenen Nachricht um 4 Uhr nordwestlich der Insel M i l o s und um 6 Uhr über Athen. Dys Luftschiff nimmt Kurs auf Konstantinopel. „Graf Zeppeliu", 27. März. 12,08 Uhr. fGigener Funkbericht.) „Graf Zeppelin" passierte 8 Uhr den Golf Än Sa» l a m j s, dann den Golf von ds o r i« t h. Rechts und links imposante Schneebcrge. Gegen 10 Uhr P a t r a s überfahren. Die Stadt bot ein glänzendes Bild. Di« Weiterfahrt erfolgt in Richtung kprfu. Finme, Trieft bei außerordentlich starker Luftbewegung. Arbeiter und Reichsregierung. Bei den Bein'ebs- und Gewerkschasissunkiionäreu. Bar den Betriebs, und GeVerkschoftsfunttionären der Partei sprach gm Dienstagabend in. den Mustkersälen Genosse Franz Künstler. Er führte au», daß sich di« Arbeiterschaft jetzt mll zwei großen Problemen Hefassen müsse: dem Neparations- Problem und dem N e i ch s h a U s h a l t. Die Verhandlungen über den Etat werden dodprch kompUzlert. daß niemand bisher ab- sehen kann, wie die Verhandlungen in Pari» auslaufen werden. Di« Deutjchnattonalen«allen wieder in die Regierung, sie wollen «» aber vorher der Sozialdemokratie überlassen, die Neparations- oerhondlimgen abzuschließen. Ist der Bertrag erst abgeschlossen, vrerden auch Aalkspartei und Zentrum wieder ein Bündnis mll den Deutschnationalen suchen. Zurzeit ist für da» Ausland tue Sozialdemokratie der stärkste Faktor, darum ist man mit dem Verbleib der Sozialdemokratie in �er Regierung einverstanden. Für uns als Partei kommt oija erst nach Abschluß dieser Berhanbliingen, wenn die bürgerlichen Parteien versuchen werden, die Lastenverteilung zuungunsten der Arbeit«rsä)ast zu regeln, ein neuer Kamps. Der Parlamentarismus steckt heut« angeblich in einer Krise, di« weniger von denen herbeigesührt worden ist, die an der Monarchie hängen, als»on den bürgerlich repudlitanischen Schriftstevern, die morgen? und abends Über die Krise des Parlamentarismus schreiben. In den nächsten Wochen muß die Entscheidung sollen, wie das Defizit des Rxichsetats gedeckt wird. Die bürgerlichen Par- toten schreien: sparen, sparen und wollen der Sozialdemokratie das Odium zuschiohen, sllr neu« Steuern einzutreten. Alle ihre Vorschläge lösen das Problem picht. Daß am Wehretat schon einiges gestrichen worden ist, ist anerkennenswert, kann aber nicht genügzi». Der sozialdemokratische Vorschlag vom vorigen Jahr, den Reichswehr? etat bis auf MO Millionen zu reduzieren, ist wieder aufzunehmen, An Einzelbeispielen zeigt« der Redner, daß di« Streichungen des Hansabundes, für die Arbeiterschaft undistuchbel seixn. Die Sozialdemokrätie kann sich nicht immer der Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien entziehen. Wenn diese Zusammenarbeit aber Immer so aussehen soll, daß die Sozialdemokratie der gebende Teil ist, dann allerdings müssen wir für koalilionen danken.* Dann müssen tpir versuchen, auch in her Opposition im Interesse der Arbeiterschaft zu arbellen. Notwendig ist. bei d«n Etatberatungen sekbständtge sozialdemokratische Forderungen zu erheben, und die Forderung nach Ausbau de» Sozialetat» mit allem Roch. druck zu vertreten. Nur ip enger Berhundenheit von Gewerkschaft und Partei kann di« sozialdemokratisch« Politik geführt werden. Genosse Künstler zitierte dann ein vertrauliche, Programm der Kommunisten. in dem erklärt wird, daß di« Kommunistische Partei alles versuchen müsse, um die THAmann-Kni« und den Ausschluß der„Rechten* wieder wettzumachen durch«inen Sieg bei den Berliner Stadt- verordnetenwahlen. Die„Rote Fahne*, heißt e« weiter. habe in Berlin nur 11 000 Abonnenten, und deswegen fei«in« neue Zeitung ins Leben gerufen worden, die„West am Morgen*. Dies« sollte schon früher erschelnen, doch hat sich ein Redakteur der„Welt am Abend* in letzter Stunde geweigert, d»« Ehesvedaktion zu über- nehmen, well er nicht ausschließlich gegen die Sozialdemokratie schreiben wollte! In dem Protokoll wird weiter mitgeteilt, daß die Kpnununistische Internationole für die Stadtverordnetenwahlen den Kommunisten reichlich Geld versprochen hätte. Die Ber- liner. betont« der Redner zum Schluß, waren nach dem Wahlsieg im porigen Jahr damit einverstanden, daß die Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Pattelen aufgenommen werde. Wenn aber sich zeigt, daß die Partei mit ihren Forderungen vor den kleinsten Splitterparteien zurückweichen soll, dann verzichten wir auf dies« Zusammenarbeit. In der Diskussian verlangten die Genossen Litt« und Moder- holz, daß die Partei mit ollem Nochdruck ihre Sozialsorde- rangen vertreten(alle und den Komps ausnehmen muß für die Ratifizierung de? Washingtoner Abkommen». Die Mci? nung der Versammlung wurde noch einem Schlußwort des Genossen KuissUer, der mit seinen Ausführungen großen Beisoll fand, in einer Resolution festgelegt: D!« Versammlung erwartet von der Reichs- tagsfraktion, daß sie sich mit ganzer Kraft für den Ausbau der Sozialgesetze einsetze und die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens ohne Rücksicht auf fremde Mächt« verlange. große» Schuppen, in dem Nutzhölzer aufgestapelt lagen, helle Flammen cmpprschlugen. Die Feuerwehr rückte auf den Alarm mit drei Wichzügen qn. Die Flammen, hie an t>»n trockenen Hölzern reiche Nahrung sanben. griffen mit raseicher Schnelligkeit»m sich. Sechs Schlauchleitungen stärkste» Kalibers puißten in Tätigkeit ge- setzt wetfum und erst nach dreistündiger angestrengter Wschtätigkest war chas Feuer aus seinen Herd beschränkt. Starte R q u ch- und Hitzeentwicklung erschwerten die Arbellen außerordeiftstch Der Schaden ist sehr hoch._ Die Kupferstiche von Albrecht Dürer. Kunstdiebstahl aufgeklärt, der Täter gefaßt. Einen schweren Verlust«rillt Ende Januar ft I. auf dem An- hallar Bahnhof in verlin ein Kunstsammler. ein Regierungsrvt aus Chemnitz. Vor der Lbsahrt wtftd« ihm aus dem Zuge ein Kpffer gestohlen, d«? 10 Originak-Kupserstiche von Albrecht Dürer im Werte von 12 000 bis ISOOO M enthielt. Die Nach- forfchungen der Kriminalpolizei blieben einstweilen erfolglos. Der Verdacht der Täterschaft blieb aber schließlich auf einem gewissen Hermann Ernst haften, der früher schon den Gepäckdiebstahl betrieb und in der Verbrecherwelt unter dem Spitznamen„Harry* bekamst ist. Dieser Ernst war seit der Zeit des Diebstahls aus Berlin verschwunden, war vor einigen Tagen in Berlin wieder aus- gelauchl und pflegte In einem Lokal in der Lutherstraße zu ver. kehren. In seiner Gesellschaft hatte man dort einen Mann gesehen, der in Berlin noch nicht bekannt war. Am Dienstag gelang es, „Harry* in seiner Stammkneipe zu überraschen und festzunehmen. Er leugnete zunächst den Diebstahl. Sein Bekanitter jedoch, den er in Leipzig kennengelernt und veranlaßt hatte, mit nach Berlin zu kommen, bekundete, daß Ernst in Leipzig über erhebliche M t!el verfügt habe. Deren Erwerb konnte er nun nicht nachweisen, und fo gab er e n d l i ch z u. dir Kupferstiche gestohlen zu hob«». Wie er sagt, hat er ste für 2a00 Mark an einen Kunst- Händler verkaust. Den Erwerber will«r jedoch nicht kennen. Er will nicht einmal mehr bestimmt wissen, ob er die Stiche in Leipzig oder in Dresden veräußert hat. Von Nah und Fern, Auf Beschwerde hin hat der 4. Strafsenat des Reichegen das vom Oberpräsidenten für Schleawig-Halstein gegen die zu Steuerstreik und Gewalttat hetzende Zeitung„Das LandooU* ver- hängte Verbat auf die Dauer van vier Wochen ausgehoben. * Die Anklageschrift gegen Silnne? junior und acht Miibeschuldigte ist seriiggestcllt- Di« Beschuldigung lautet auf B.'- trug, Vctrugsversuch und Beihilfe. An Prinz Au- Wi. Man nicf)! wissen, ah Eheris GroßeUem im Zud)ihmQ gesessen hätten. Auguet Wilhelm m Ilm. Mein Prütz, Sie habqn völlig redt!: Sie sind aus einem alten Geschlecht. Es saßen Ihre erlauchten Vorfahren In der Mark bereits seit fünfhundert Jahren, Als der EeMe von ihnen ausgerissen.... Eberl jedoch— man kann nicht wissen— Armleutekind aus der Hintergasse, Schwarzhaarig(man kennt nicht mal seine Rasse.) Der Vater ein simpler Schneider. Oh dessen Vater nicht etwa im Zuchthaus gesessen?! Es gab zwar einst im Hanse Hnhenzollern (Neben den bessern tmd würdennlJern) Auch die J o ach im s und dicken Wilhelme, Gab Geisfeskranke und Hurenschelme, Doch soll mich mein Wissen hierum nicht verleiten, Ihre hohe Abstammung, Prinz Au-Wi,zu bestreiten. Nur gegen eines scheinen Sie blind: Wer Elvert gewesen, weiß jedes Kind, Sein Nameleht frisch in den vielen Millionen, Die in Hinterhäusern, auf Höfen wohnen, End. selbst im Vorderhaus dann und mann— Spricht einer:„Hut ab! Das war ein Mann!' End nun sagen Sie, Prinz Au- Wi: War sind Sie? Janaihvc Osterhase Hilgenberg. (kr hat ein Vittatur-Ei gelegt, kann es jedoch nicht ausbrüten. weil die Oollar-Zsefruchtung trotz aller Werbebrief« nach Amerika ausblieb. Mazatlan befreit. Kampfbericht aus Mexiko. Mexiko-Eity. 27. Mär». sEigenbericht.) Tie Bentiihungc« der Rebelle«, de« Poeifie-Hosen Mazatla« cin»uttcb«un, st«d gescheitert. Tie Belagerer trete««ach schwere« Verluste» vor de« vo» Tepie aarSekende» Buwdestruppe» des Generals Corde» nas nordwärts den Rückzug an. Die Slrmeetaloune des Generals Llluutza« unternahm von Torreon aus ein« neue Offeusive gegen die RebelleMruppen Jejl» mencz' tw Chihuahuastaat. die unuwterdrache« vo« Armeeflugzeuge« angegriffen und mit Bomben b e- warfen werden. Unter den dortige« Rebellentrnvpen soll Paus? herrsche». Im Verlans der militärischen Mahnahme« gegen die katholischen Rebelle« des Jalisco-Ttaates««»ingelten die Bnndestrnppe» die vo« ISY Aufständische» besetzt« Ortschaft E tz a t l a«. Nach fünfstündigem verzweifeltem Kampfe und unter Einsatz von Brandbomben wur» den die sogenannten„Christuskämpfer" vernichtend ge° ichlagen. Mexiko. 27. März. Der Kommandant von Mazatlan meldet den Abzug der Rebellen nach Norden. Die Regierung schätzt die Zahl der Soldaten, die von den 4S00g Mann der Gesomlarmee zu den Rebellen übergegangen sind, aus sS 000 Manu, die sich jedoch aus fünf Staaleu verleileu. von den ungefähr 35 000 Manu, die loyal geblieben sind, wurde« J8 000 der Armee Calles zugewiesen, der Resl dem vesahuogsdieus«. Der sousltge Zulaus zu den Sc- bellen wiege die Unlerslützuog der Bundesregierung durch die Land- bevölkerung auf. Wie Präsident Port«, Gil mllleill. wurden«ach einem Kamps« von 5 Stunden Dauer in der Stadt Ctzollau im Staate Zolisco 27 Rebellen gelSle» und 20 gesangen genommen, von den Regierungstrvppeo siele« in diesem Kampfe 0 Soldaten. tZ wurden verwundet. Die Regier ung Struppen spr engten mehrere HS«'s er der Stadl, um der darin verschanzten Rebellen Herr zu «erden. Die indische NoykoiibeVegung. ?.Brandstiftung".>- Anklage gegen Gandhi. Der indisch« Freihcitsfichrer Gandhi stand am Dienstag in Kalkutta unter der Anklage vor einem Gerichtshof, die Verbren- nung eingeführter Kleider ftoffe auf«lnem Sfsenllichen Platze angestiftet zu Hab««. Gandhi verteidigt« sich mit der Iest» stellung, daß durch die Verbrennung dieser Stoffe keinerlei Gesährdung der Tdachdarschast herporgerusen sei und detonte. daß die Polizei bei ihrem Sinschreiten brutal vorgegangen sei, Reiche Auswahl Gchallplaitenfchau> Orchester. Bedeutend« Bereicherung-, in einer Folge von lieben großen DG..Platten") erscheint, ungekürzt, die Siebente Sinfonie von Bruckner. Dos Philharmontsche Orchester, unzählige- mal bewährt in solchen Ausgaben, ist am Werk. Diesmal nicht unter einem unserer großen Brnckner-Dingenten, so wird leider das Tempo des letzten Satzes ein wentg übereilt. Prachtvoll entfaltet sich das Adagio. Di« Platten klingen ausgezeichnet; wir wünschten vielen unserer Leser die Nittel, si« zu erwerben. Durch Vollkommenheit de? Orchestertlangs. vor ollem im Streicherchor, fällt, wie öfters schon, da» Philadelphia. Sinfonie- Orchester(El.) auf: unter Leitung pon Leopold S t« k o« s t i; nun vor allem im Si-Moll.Präludmm pon Dach. Wr erinnern uns auch an«in« hinreihende Wiedergab« der Zweiten Ungarische» Rhapsodie von Liszt. Wi« sie aber jetzt von Tr. herausgebracht ist: das bleibt danach im Eindruck weit zurück. Auch den Rosenkavalier. walzer gibt es schon in besserer Aussührung. Nicht nur die Diri- gentenfrage ist bei dieser Firma unbefriedigend gelöst. Es sieht so aus. als ließe dir Produktionsleitung sich von der Berliner Funk- stund« beraten. Aber Plattenkäuser sind nicht wehrlos wie Radio. Hörer; um konkurrenzfähig zu sein, bedarf die Tr.-Produttion im Künstlerischen, mertlicher Niveauhebung. Der Slang der Platten hat in letzter Zeit zw«sellos gewonnen. Umgekehrt, bei ho., wo man sich gelegentlich um höheres Niveau bestrebt, sind Mängel der Technik soder des Plattenmaterial») nicht zu überhören; der Orchester- tan wird stumpf, glanzlos, verliert seine Farblgkeit. Darunter leiden gewissenhast« Lelstungen—- wie in den vom Sinfonie- o r ch« st« r(unter Felix Günther) gespielten Ouvertüren zu Flotow?„Martha" und zu Suppäs„Bonditenstreichen". Für die Ouvertüre zu L« h a r s„Zigeunerlube" hat man gar den berühmten Komponisten persönlich yns Pult bemüht. Endlich aber ein« durchaus wertvoll« Sache, mustergültig ohne Borbehalt: die Tannhäuser"- Ouvertüre, von der Staatskapeile unter Muck gespielt(El.). Klavier. Zwei neu« Chopin- Platten: Emil v. Sauer gibt der nach- gelassenen..Fantasie"(Impromptu) und dem bekannten Xs-Dur- Walzer oll ihren pianistisch«» Charme und all seine virtuosisch- Annmt(Ö). Und Robert L o r t o t, nicht in so zweifellosem Besitz der typischen Chopin-Tugeuden. spiest sechs Präludien— die ersten sechs aü» vpus 28— mit bemerkenswerter Präzision und in sehr charaktervoller Gestostung(C.). Gutes Beispiel moderner Klavier- kumst: Erwin Schulhofs, begabter Komponist, glänzender Pia- nist, exekutiert seine zweite Klavlersonote(DG). Oper und Opernsänger. In sehr schöner Wiedergab« bringt dem Tvege der Vesservng. Aus Anfrage teilt da« West- ianaiouum. in den: K.en»: almulikdiretlor Kleiber vor einigen Tagen an einsr«tuten tchlvicrizen Slindtarmentzüntung operiert wurde, mit. dah (ich der Patient aus dem Wege der Besserung befindet und bereit» n» den nächste» Tagen das Bett Verlag«« kann. Zugzusammenstoß bei Prag. Personen verletzt. 2Im Diensiag ist bei j)lubotschcp bei Prag ein Personenzug mit einem Güterzug zusammengestoßen. Die Lokemotioen t>er beiöen Züge sowie einige Personen- und Güter- wagen würben schwer beschädigt. Durch Glnsspiitter und Eisenteile wurden insgesamt 1ä Personen verletzt. Schneeglöckchen. Sdjncegliicfcheu und stäubende Haselnußblüten stich die ersten Frühlingsboten, und beide kommen sie diesmal mit reichlicher Per- fpätung. Der Großstädter, der nicht so glücklich ist, den Wandel der Gezeiten in jeder Phase in ihrem Blühen und Reifen zu erleben, ist um so froher, wenn ihm die Schneeglöckchen begegnen. Nicht in Sträußen allein, die den Leipziger Platz wieder zu einem Schnee- glnckchenplatz machen, nein, vor allem, wenn er sie leibhaftig sich wiegen sieht. Es ist schade, daß noch nicht alle Parks Schneeglöckchen angepflanzt haben, um. so etwas mehr Naturnähe zu bringen. Die ersten Blumen sind immer das schönste Geschenk des Jahres, denn sie lassen die schassende und schenkende Natur nach den kahlen Winter- Monaten um so dankbarer empfinden. Um so schöner, daß im Norden der Schillerpark von den ersten Schneeglöckchen und Leberblnmen bis zu den späten Herbst- zeitlosen eine blühende Anschauung der Jahreszeit gibt. Viele Tau- sende gehen hier täglich an den Schneeglöckchen vorüber, und sie betrachten die Blumen als Freude für alle. Ein Stück Gemein- schastsgeist spricht daraus, daß sie niemand pflückt, obwohl dort nicht gerade die Schüchternheit zu Hause ist. Der idealst- Blumengarten freilich ist der D a h l e m e r B o- tonische Garten, eine verzauberte Landschaft, die aus Hima- lasa und Tropen, deutschem Mittelgebirge, Alpen, Sumpflandschaft, kurz, aus allen Gegenden zusammen ein Stückchen nahm und sich so «ine klein« Welt zusammenslickte. Wie in dem Märchen vom Flicker- liitgen das Mädchen fröhlich in einem Kleid aus lauter bunten Flicken tanzte, so blüht und grünt es hier stückweise aus allen Crd- teilen. Doch dos Tropenhaus lockt jetzt nicht. Die Sehjagd auf die ersten Blumen im Freien beglückt mehr.„Ach, sieh doeh, die ersten Schneeglöckchen", das chört man fast so oft, wie Menschen am „deutschen Eicheinvald" oder am„Buchenwald" vorbeikommen. Und in den Worten liegt die Musik donkbaren Entzückens. Sogar die ersten Himmelsschlüssel hoben sich schon erschlossen, und im„Altvaler- gebirge" lassen sich goldene Anemonenköpfchen sehen. Und diese Weltreis« durch Gebirge, Tropen, deutsche Bnchenwäller, sie kostet lwr dos Fahrgeld für die Straßenbahn, wenn sie Mittwoch. Sonn- abend und Sonntag vor sich geht, denn dann sind die Tore zu den füirf Erdteilen umsonst offen. £iii Slück„All Berlin". {'.inet der äUeslen torhäuter hu Sfidotleti SBerUut. Sa, SOurtHgangtlor. das die alle Jakobslraße mit der Simeont- tiraße rerblndel, rrlrd wegen Terkehrstchwlcrigkeilen abgeritten, Typographia! Die Vormittags st unde am 28. März fällt aus. Alle Sänger werden ersucht, am Mowag, de n l. April(2. Feiertag), pünktlich"sg Uhr, in„Kliems Festsälen", Hasenheide 13/1.Z, zum Konzert des Reichsbanners Neukölln zu sein._ welter für Verlin: Teils wolkig, teils heiter, bei wenig ver-- änderten Temperaturen, nordwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Südwesten zeitweise neblig, sonst heiter, am Tage mäßig warm. im Nordosten wolkig, strichweise Regen be! wenig ve'rändeNen Tagesteinperaturen. Mittwoch. 37. März. Berlin. 16.00 Technische Wochenplaodvei(Ingenieur Joachim Bochmer). 16 30 Unterhaliunjrjtrnriji'k.(Fredy Kaufftnann mit seinem Orchester.) 18.20 Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde.(Gartendircktor Lad�ig Lesser.) 18 50 Prof. Dr. P. Schuster.* Der Beruf des Nerven, und Irrcnajites. 19.20 Prof. Dr, Ph. Stein: Genossenschaften und deutscher Mittelstand. 20.00 Wovon man spricht.(Redner und Thema Vierden durch Rundfunk bekanntgegeben.) 20.30 hammermus'k. l. Uaydn: Strcichquaiiett, op. 76, Nr. 3. 2. Beethoven: Streichquartett op. 18, Nr. 6.(Havcmann-Ouartctt.) 21.15 Tölstci: I. Wieviel Erde braucht der Mensch 2. Wovon lebt der Mensch? (Gelesen von Alficd Beierle.) Königs Wusterhausen. 16.00 Ob.-Stud.-Dir. Rohrberg: Die rationelle Methode des Rechnens. 16 30 Nachmittagskonzert von Hamburg. 17.30 Prof. T/r. Hans Mersmann: Einführung in das Verstehen von Musik. 18.00 Ernst Weiß: Dichterstundc: Ernst Brecht. 18.30 Französisch für Fortgeschrittene. 18.55 lug. H. Bornetnann: Werkmeisterlchrgang für Facharbeiter: ElektrotechnilCi 19.20 Prof. Dr. Philipp Stein: Genossenschaften und deutscher Mittelstand. 21.13 Aus..Parsifar* von Richard Wagner. Dirigent: Bruno Seldler-Winkfer. 9 �crnntmorHid) für die Rebaktion: Franz AUths, Berlin; Anzeigen: Tb. thhute, Berlin. Bcrlaq: Vorwärts Verlag(fi. m. b. H.. Berlin. Druck: Vbrwärts Bufh. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer&£o.. Berlin SB 58, Lindenftraße 3. Aierzö l Beilage. Reichshalton-TliMtor Allafetidt. QT) Dhr. Sonntag Nadim.|7| Slctltner sanier Nachm. halbe Preise, voltss Programm! BllleUboiellan�en Tiiniion; 7 ein ro m 112113. Dönhoff- Brettl; VarltU ✓ Ronien/ Tarn. CASINO-THEATER»'> Locnranjcer StralSc 37. Maul Neul „Eine ungeliente Frau" and chn erstklassiger bunter Teil. F6r unsere Leser Outschein für I— fPers. fauteüil nur 1.15 M, Sessel 1.65 M Sonstige Preise: Parket' u. Rang 0.80 M. Renaissance- Theater Hardenlnrgstr. 8. Tel.: Steinpi.>01 e. 2583,84 «'/.Uhr. Zum«7. Male:«' i Uhr Di« Welterfolg.komödia ..Das große ABC" von M8rcel Pagnol Reg: Gast. HartanB. laPremlerenbesiiB. Theater a.KottbusserTor Kottbuwei Str. 8. Tel. Mpl. 18077 TBgllcH 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr(ermaßigta Preise) Elite-Sänger o. a..Die Schönheitskönigin" verbunden mit Modenschau. Adgem. Preiaher abaetzung auf allen PlStzen ttieioes loeaiei Täglich 8'. Uhr: Curt Goetz, Valerie t. Martens Fcrd. ▼. Allen in „Trio" Lustsp v. Leo Lena. Regie: Friedmuut' Fredertd). Ot.cs, KOnstlar-Th. «Vi üh' Pottasch und Perimuner aisoetektiu Paul Grlia, Karl Ettltnger. Planetarium —— am Zoo 11 ftnaiD. Judiiimniuti iini« Noll. 1578 16' 4 Uhr tterahifflmal da» FrOhjahra 18"« Uhr Sternbilder und Weltbau 20'.'» Uhr Wunder des eOdllehen Himmele Tägl. außer Montags u Mittw. Erwachs I MkM Kinder SO Pf. Mi tw.: Erwachsene 50 Pf.. Kinder 25 Pf. üeriiDei Tseaier DirekLHeinjHerald Charlottenstraße 9t A. 7. Dönhoff 170 Auf. ZU.. Ende TO U. Helden von Bernard Shaw scata 8 Ühp B 5. Barbarossa 9256 Eop-Rlpa. das Inoendl. Bill- lopsleor- Wander. Arnoai broih., Motleal-Clams und die übrigen Attraktionen!! plAza Ii Am K»»"1""» Max. 8088 88 Tägl. 5 u. 8' 5: Intern.Variete Karten 8 Tage im voraas rtijj VolKshiHlne ikeitir amBülowplati S Uhr Kreuzabnahme Tptaisr oa Sdiintanenloon 8 U:fr Ole Krankheit der Jugend Thalia Theater 8 Uhr Oelrausch Staati. Miller-Iii. 8 Uhr Oedlpus Theater am Sthitlhauerdamm. Norden 1141 u. 281. Täglich 8'/, Uhr Krankheit der Jagend von Ferd. Bruckner Insr. Gust Härtung Lennartz, Srltta Brod, Kahncrt, Dämmest. Andersen, Rappard u. Duschilnsky. Barmky- Bahnen Theater in der KBniggrätzer Straße T icitch SVi Uhr Riva lern Komödienhaus Täglich H Uhr Die Drei-Gnsdien- i heatet am Mollendorfplati Täglich 81'« uhi Das seid auf der strade 8' i Theater des Westens Somtiop auch' ,4 Uhr Der größte Erfolg Berlins Friederike Musik von dehnt Erika v. Thellmann Karl Ziegler, Staalsoper Wien Amftedi, iimtmrp, S>»ro, If Osler, Sespermom, Her. kajse niwnterhr. 6Mllpl.931U.n80 DsDtsdiss Tbeater D.I. Norden I23I0 8 U., Ende nach 10',- Die lustigen Weiher von Windur von Shakespeare Regie: Heinz Hiipen Die Komödie Jl Bismck. 2414/7516 8'« U.. Ende geg. 10 wann kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Regie Gustaf Gründgens Kammerspiele D.I. Norden 12310 Ende geg. 10 Die Ursache Schauspiel v Leonhard Frank Regie: Hans Ueppe. �eranqeboie zuAUXNAM M IT- PBEiJEN! Woll- u. Seidenstoffe Travers-Stoffe_ in neuen Dessins..... D Meter Ö1 Mantel-Stoffe ca. 140 cm breit, engl. Geschmack....... Meter Kosftlm-Sfoffe gute Kammgarn- Qualität ca. 140 breit.... 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Mopllendorll Lastspielbaus SV» Uhr wie&erauttmn Guido Tbielseher Weekend im Paradies |0S8-Theatet I jr.rrnWirterSt.13? | 6\'i Uhr iDrelalteSdudittln S In der Gesamtauflage des.Vorwfirts* sind besonders anrksa» «od trotzdem tchrbliut! Hermann Borgmann Baumscfaulenweg Baumschulenstr. 89 Ecke KiefholzstraBe 184 Tel.: Oberspree(F 3) 1527 Bitte auf die Fdie zo adifenl Vlercedes-ZPalasl Xinotarield Wedding Neukölln Utrechter Straße Hermannstraße Bien's Festsäle Krcuzbcrgstrafje 48— an der Katzbadistratzc Täglich auher Dienstag und Freitag Großer altdeutscher Bali RundUnze- Zwei Kapellen— Ende 3 Uhr(t« Berliner Bürgerbräu Gut gepflegte Speisen und Getränke Partei- und Refchsbanner'okal. föeilage Mittwodb 27. März 1929 flprftbmtö Wbi toVttXrWi Wirtschaft, kj oratio...! Von einer Notgemeinschast und dem Zrrgarten deutscher Gelehrsamkeit Der Reichstag wir!> sich bei der Beratung des Etats für das Reichsinnenministerium in ausführlicher Weile init der Rat- g e m e i n s ch a i t der Deutschen W i s s c n s ch a s t zu be� schäitigen haben. Wieder ist im Etat der keineswegs gering« Betrag van rund 8 Millionen Mark aus Reichsmitteln für diese wissen- schoftliche Institution angefordert worden. Nötig also, daß der Reichstag sich auch die Frage vorlegt, wie dieses Geld verwendet wird. Bor uns liegt der« i c b e n k e Bericht der Rotgemeinschast, der den Zeitraum vom 1 April 1927 bis zum 3l. März 1928 umfaßt. Die Notgemeinschaft ist ein Selbstverivaltungskarper. Sie erhielt im Rechnungsjahr 1927 einen Reichszuschuß von 7 979 150 Mark. Der Beitrog des Sliftervcrbandcs, der sich aus den Vertretern der Großindustrie und des Finanzkapitals zusammensetzt, erreichte die sehr bescheidene Höhe von 100 000 M., während die Generol-Elcktric-Conipany, die ACG. und. der Siemens- Konzern für die Förderung elektrophysikalischer Forschungen ganze 80 000 M. ausgebracht haben. Die Großindustrie Hot sich also absolut nicht als verschwenderisch gezeigt, trotzdem ein großer Teil s der Arbeiten der Notgemeinschaft ihr zugute kommt. Datsache ist vielmehr, daß die Notgcmeinschasl ihre Existenz zu 98 Prozent aus Zuwendungen des Reiches basiert. Im Irrgarten deutscher Gelahrsamkeit. Wie wurden die Gelder verwendet? Zuschüsse erhicstcn: Pros. Leonhard-Nürnberg für„Joachim von Lrtenbnrg und die Turchsührnng der Reforniaiion in seiner Grafschaft": kotboliswc Gelebrtcder Universität Münster für die Abhandlunge»: „Geschichte der Franziskaner-Missionen": „Erbsünde und Eiblod beim Zlpostel Paulus"; � „Die bciligen Handwerker in der Tarstellimg der Acta Zanetornin"; „Tic Apvkalvpse des Apostel Johannes mil.gommcntar": „Ter hcitlgc irisch in den antiken Religionen und im Christentuni": „Tie liturgiichcu Einsetzungsworte ini Sinne vergleichender Liturgie- forschüng untersuche": „Tos Los der ohne Taufe sterbenden Kinder" usw usw. Man sieht, die Herren van der katholischen Fakultät in Münster sind gut daran. Sollten die Münstcrcancr etwa be- sonders cinflußrcichc Fürsprecher haben? Aber das ist mir eine kleine Stichprobe. 2liich andere Fakultäten kommen nicht zu kurz. Wie wichtig ist nicht eins Geschichte der„Kirchensürsten aus dem Hause Schwarzbcrg", ein „Schiochtenatlas zur omikeu Kriegsgeschichte", die Auseinandersetzung„Tntcntcil und Scelgeräte im griechischen Rech," odxr i „Pirikcis türkisches Segclhandbuä) für das Mittclmssrgebiet"! � Werfen wir einen Biick in die einzelnen Fakultäten. Da werden! - bezuschußt in der R c cht.S w i.s sc n s ch a s t die epochalen.AbHand-' iuiigen„Staat und katholi'chc Kirche in Württemberg in den Iahren .�1848 bis 1802",„Mitra und Stab der nichtbisthöslicheu Prälaten": in der neuen Philologie eiü„Lexikon altsyrischcr Personennamen", ein preußisches, ein bayerisches, eiu badisches, ein siid- hessisches, ein mcstsäiisches, ein nordharzer, ein siebcnbürgisches, ein georgisch-deutsches und dcutsch-geargischcs, ein olbanisch-deulschrs und dcutsch-albaniichcs Wörterbuch,„Untersuchungen über die obere Märkgräsler. Mundart" und über„die Mundart von Stadt Steinach", ein„Kurhessisches Ortslcxikon", eine Abhandlung über „die Renaisiancc-Schlösser Niedersachsens" und über„das Land der Abtei im alten Fürstentum Passau". Als geschichtliche Studien wurden subventioniert.„Das Hessenbistum Bürgburg", „Fürstliche Prunkschiisc aus fünf Jahrhunderten" und„Alte Straßen und Wege in Oberhessen". Genug der Kostproben aus dem staatlich so außerordentlich liebevoll umhegten Irrgarten deuischcr Gelahrsomteii! »Nun ade,.. Noch toller wird die Geschichte bei dem Kapitel Reisen und Ausgrabungen. Da reist ein Studienrat a. D. Prof. Dr Ans- pach-Düsieldorf mit Unterstützung der Rotgemeinschast nach Spanien zu Forschungen in Bibliotheken des nördlichen Spanien über die Werke Isidors von Sevilla, die Homilien des Lucentius mid das große lübcr glossarurn. Ein Privatdozent Gescher aus Kali» kutschiert in Deutschland. F r a n k re> ch und der Schweiz umher, um Nachforschungen über die Ge° schichte des kirchlichen Gerichtswesens in Frank. � reich und am Rhein anzustellen. Pfarrer Herrmann aus Hirschberg geht noch Italien, um dort Hairdschristeniorschungcn üb?r Monophysitenschristen vorzunehmen. Einem Professor Nöt- scher-Würzburg wird eine Reise nach Syrien. Palästina und Aegypten bewilligt: Forschungen über den altorientalischcn und olttestomentarischen Ünsterblichkeits- und Jenseitsglauben. Professor von Walter-Rostock fährt aus Kosten der Steuerzahler nach R o m zur Fortsetzung seiner Forschungen über den Briefwechsel des Kar- dinals Campegi, Herr Professor Sarr« ausgerechnet nach Nord- a m« r i k ä, um Studien über orientalische Teppiche zu machen, Prof. Aschoff-Freiburg noch Spanien z» völkerpathoio- oischen Forschungen, Privatdozent Dieter-Kiel noch der Schweiz zu Forschungen über angeborene einseitige Dichromasie, Prioatdo- zcnt Nothmann-Breslou noch Graz zu Forschungen über Insulin, Pros. Dr. Schllf-Berlin noch Holland zu Forschungen über dos autonome Nervensystem, Privatdozent Dr. Woenckhaus-Gicßen nach W; e n zum Abschluß seiner Forschungen über die Einwirkung von Röntgenftrahlen bei Ratten. Bckonntl'ch lassen sich Ratten in Gießen nur schwer beobachten. Eine unbedingte Notwendigkeit ist es gewiß, daß Herr Prof. Bolland-Berlin eine Reise noch K o n st a n t i n o p e l. Angara, Smyrna und den hauptsächlichsten Städten Anatoliens zu For- schungen über die moderne türkisch« Umgangs- und Schriftsprache unternimmt. Die Türken wären kaum imstande, diese Forschungen selbst vorzunehmen. Ebenso nolwendig ist es, daß Herr Vibliothe- kar Rumpf in Potsdam mit Unterstützung der Notgemeinschaft nach Japan reist zur Fertigstellung einer Geschichte der japanischen Schauspielkunst. Unbedingt notwendig ist auch die Reise des Prof. Schubring in Hamburg nach I n d! g n zu Forschungen über Re- ligion und Literatur der Jaina oder des Geheimen Hofrat? Siein« dorff-Leipzig noch Aegypten und dem Sudan zu Forschungen über den Sudan im Altertum und über die gegenwärtige Aussprache des Koptischen. Weiter im Text: Prof, Gamillscheg-Wilmersdorf fährt nach Spanien zu Untersuchungen über Mundarten. Prof. Bauch-Freiburg macht einen kleinen Abstecher nach dem schönen Italien zu Forschungen über die künstlerische Entwicklung Rem- b rnnds. Die Professoren Dr. Gerstenberg-Hallc mid Dr. Raoc-Ber- iin unternahmen eine Reise nach Rom zu Untersuchungen zwecks Veröffentlichung der Fresken im Cosino Massimi. Dr. Sprockhofs- .Hannover reiste noch Schweden zur Bearbeitung der germani- schcn Bronzcschwcrter. Privatdozent Dr. Ubbelohdc-Doering-Mar- bürg fuhr noch Paris zu Forschungen über peruanische Gesäßmalereien! Die Schlußfolgerung. Das alles ist ein kleiner Ausschnitt. Er zeigt erschreckend, daß die Rolgemeinschait, deren Aufgabe es ist, wichtige soziale, wirtschafi- liche und kulturelle Arbeiten zu unterstützen, einen sehr erheblichen Teil der Aufwoirdungen nichtigen Gr lehrte nspielcr e i e n zukommen läßt, die für das praktische Leben nicht die geringste und. für die wisicnschastliche Forschung nur eine minimale Bedeutung haben. Diesen Zustand darf der Reichstag, der durch seine Bewilligung von 8 Millionen Mark die Rvigemeinschaft am Leben erhält, nicht länger dulden. Wenn mon den Bericht durchliest, sieht man mit Erstaunen, daß die Nutznießer der Zuwendungen zum größten Teil Professoren und Institutsdirektoren sind, die ohnehin materiell zufriedenstellend dotiert sind. Wo bleibt da die Förderung der jungen W i ss e n s ch a s t l e r? Die Notgemcinschaft ist keine wissenschaftliche Versicherung auf G c g-en s e i t i g k c! t, abgeschlossen von den Herren Professoren auf Kosten des Reichstags. Gewiß ist der Präsident Staatsminister Dr. S ch m i d t- O t t ein Mann van menschliche» und wissenschaftlichen Qualitäten, der über alle Zweifel erhoben ist. Slber über die Bewilligungen entscheiden die Fachausschüsse und hier sind die Fakultäten maßgebend, die Praielioren! Das gleiche gilt für den Haupiausschuß, der die Eni- schei düngen der Fachausschüsse bestätigt. Was dabei herauskommt, beweist schlagend der Bericht. Ick, selbst kenne Fälle, in denen die Ilnterstiigimg wichtiger medizinischer Arbeiten abgelehnt wurde, weil die Autoren nicht zur„Familie" gehörten. Der Fakultätzgeist und die Fakulkätonwirtschast sind in den Fachausschüssen die Macht, die entscheidet. Dos will besagen, daß der gewöhnliche Sterbliaze. der entweder kein Prosesior ist oder keinen Schwiegervater zum Professor hat oder der zur Fakultät keine Beziehungen besitzt, von Stipendien so gut wie ausgeschlossen ist, seine Arbeit mag iioch ia wichtig fein. Wir haben uns seinerzeit, als die Rotgemeinschast gegründet wurde, vcrgestcllt, daß einerseits die jungen Wissens, gastier, auch wenn sie nicht von den Fakultäten geeicht sind, unterstützt werden sollen, daß andererseits die wisienschasliche Forschung, soweit sie dem kulturellen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Wiederaufstieg Deutschlands dienen soll, lebensfähig gemacht wird. Lediglich ans diesem Grunde haben wir rund 8 Millionen jährlich bewilligt. Wenn anstott dessen aus der einen Seite unproduktive Spielereien, die wissenschaftlich nicht in Betracht kommen, bezahlt, auf der anderen Seite statt der notleidenden Wissenschaftler zum größten Teil ohnehin materiell gesicherte Fakultätsangehörige unter- stützt werden, so widerspricht dieser Zustand der Idee der Rotgemeinschast und man wird sich überlegen müssen, ob sich die bisherige Art der Ilnterstiitzung durch dos Reich weiter recht- fertigen läßt. Die jetzige Etatberatung gibt dem Parlament Ge- legcnhctt, dieser Frage näherzutreten. Der Reichstag muß unter allin Umständen eine stärkere Einflußnahme auf die Bewilligung?� Politik der Rntgemeinschast durchsetzen. In die einzelnen Ausschüsse wie in die houptau-schüfse gehören Vertreter der Regierung und des Parlaments. Aeberdics wird der Reichstag— der Bericht der Rotgemeinschast Zeigt das deutlich— an einer Herabsetzung des Etats der Rotgemeinscizast nicht vorüber gehen können. 3n einer Zeit, in der von ollen Seilen der Ruf noch Sparsamkeit ertönt, muß sich auch die Ivissenschost aus das Rolwcndige beschränken. Dr.- Julius Moses. Ein Anlauf zur Einheit Noch dem 18. März 1848 lag Friedrich Wilhelm IV. van Preußen, wie er selbst aorrkannte. vor der Re oolutign„aus dem Bauche". Fast genau ein Jahr später, am 28. März 1849, wählte die Revolution den gleichen Friedrich Wilhelm IV. zum erblichen Kaiser der Deutschen. Diese zwei Tatsachen nebeneinander gehalten, enthüllen die ganze Zwiespältigkeit der revolutionären Bewegung vor acht Iahrzehntcu. Die geschichtliche Aufgas'? der Bewegung war die E-rrächtung eines nalianaleu Einheit? st nates auf demo- träki scher Grundlage, wie ihn jedes Boik auf bestimmter Enrwickiimgsstufc zu erkämpscu piiegt.„Wir sollen," erläuterte Heinrich v. G a g c r n in der Franksurtcr Nationalversammlung die Tagesordnung des Jahres 1848,„schaffen eine Verfassung für dos gesamte Reich. Der Berus und die Vollmacht zu dieser«chaifmig, sie liegen in der Souveränität der Nation." Nation in diesem Sinne war gleichbedeutend mit Bürgertum, denn die Junker wollten van einer Neuordnung der Verhältnisse nichts wissen, die Bauern swnden an der Peripherie der Politik, und die Arbeiter waren zu schwach, um den Ereignissen auch nur in einem einzigen Fall die Richtung zu weisen. Immerhin erschien das Pro- letoriat stark genug, um mit der Furcht vor der„Anarchie" alle Spießbürgerinstinkte der Bourgeoisie auszupeitschen. Die Lösung der Einheitssrage, die die Linke des linken Flügels der deutschen Revolution, die„Neue Rheiniühe Zeitung" mit den Männern Hinte: Karl Marx und Friedrich Engels, verfocht, die große deutsche, die großdeutsche Republik, lag darum den Wortführern des Bürger- tums in der Franksurter Paulskirche weltenfern. Aber hatte die Märzreoolution die Fürsten nicht weggefegt, 40 verfiel sie in ihrem weiteren Verlauf dem nicht geringeren Fehler, die Fürsten überhaupt zu ignorieren. Das Berfassungswerk, das in Frankfurt unter gewaltigen Redefluten-- Im Parla-Parla-Parlamcnt Das Reden nimmt kein End--- zuftondekam, entsprang einer Politik des als ab. Es tat so, als ab es keine Dynastien in Deutschland mehr gäbe. Wenngleich manches Kompromiß Wasser in den Wein der Demokratie geschüttet halte, atmete die Reichsvers assung von 1849 den Geist des besten deutschen Liberalismus. Der Einheitsgedanke war, ob auch die Einzeistaalen weiter bestanden, fast mehr gewahr» als selbst in der Weimarer Der- sassung von 1919. Der Paragraph 7, der den einzelnen Regierungen das Recht vcr- sagt, fremde Gesandte zu empfangen oder zu holten, hätle den diplomatischen Bertreter Frankreichs in München verhindert, den wir nach 1918 bewundern durften, wie der Paragraph(58, der die Reichsgewalt bedingungslos über die Lätzdergewalt erhöhle, das trotzige Aufbäumen des bayerischen Partikularismus, das wir in unserer Republik tagtäglich erleben; daß Deutschland zu einer ein- heitlichen Wirtschaftssläche eingeebnet wurde, war selbstverständlich. Im politischen Teil entbehrte die Berfässung des sozialen Oels, mit dem eine dem 20. Jahrhundert cutsprechende Konstiiution gesalbt sein muß; sie nxir eben dos politische Glaubensbekenntnis eines liberalen Bürgertums, dos den Staat als lästige Schbankc der individuellen Freiheit empfand und ihn auf. di? spgtcr. voxi Las soll« verhöhnte„Nachtwächterroll«" zurückzudrängen suchte, aber eben deshalb gruben die„Grundrechte" di« allgemeinen bürgerlichen Freiheiten in erzene Tafeln. Freilich hatte man sich auf zwei Kammern geeinigt, aber das Bolkshaus, bei dem überdies in den wichtigen Finonzfrogen die Entscheidung lag, ging aus allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen hervor, und das Reichsministerium war dem Parlament verantwortlich, das auch gegen den Einspruch des Reichsoberhauptes durch dreimalige An- nahm« ein Gesetz durchzudrücken vermocht«. Ries in der Paulskirche bei Beginn der Beratungen Karl Dogt aus:„Wir machen ein deutsches Reich, aber nicht ein deutsches Kaiserreich," so war es in der Tat auch nach Schluß der Beratungen möglich, dem Berfafsungswerk einen republikanischen Akzent auszusetzen. Aber als auf dem Papier das deutsche Reich fix und fertig war, schoben sich die übersehene� Reoli- täten, die Fürsten mit ihren Regierungen, in den 3»tergrnnd. Die beiden entschcidendcn Staaten, Oesterreich und Preußen, in denen seit dem Herbst des Jahres 184S die Gegenrevolution am Ruder war, dachten nicht im Traum daran, sich einer demo- kratischen Reichsversassung zu beugen. Da die Habsburger die Lande der Donaumonarchie zu einem i strafsc» Gesamtstaat ziisammcnchßlcu, und der Ministerpräsident Schwarzenberg kühl.erklärte, nie werde sich die österreichische Regierung einem vom Franksurter Parlai�ieut. gewählten Oberhaupt unterordnen, steuerte Wien ganz oisensichtlich auf die Wieder- belebung des alten deutschen Bundes los. Damit, bekamen die Hoffnungen auf ein A r 0 ß d e u t s ch ia n d, das auch die deutschen Gaue des Habsburgifchcn Reiches»mfoßte, eiu Loch, das nicht mehr zu flicken war, und in rechter Panikstimmung, um zu reiten, was zu reiten mar, lehnte sich die Paulskirche an Preußen an. Die Linke des Parlaments, der in den ersten Monaten des Jahres 1849 mehr Einfluß zufiel als bislang, war im Grunde gegen das Erb- kaisertum und erst recht gegen das der Hohenzollern, doch daß am 28. Mär; Friedrich Wilhelm IV. mit 290 Stimmen bei 248 Enthaltungen zum Kaiser der Deutschen gekürt wurde, geschah nicht ganz ohne ihre Duldung: lieber ein monarchisches Oberhaupt, als haß das ganze Versassungswerk scheiterte! Aber es war schon gescheitert! Wohl kitzelte es den romantisch umnebelten Preußenkänig, Kaiser von Deutschland zu werden, aber an der Krone, die ihm„die könstitutions- und majoritätsanbetenden Schöpfe" eines P 0 l k s p a r l 0 in c n t s anboten, hafteic ihm „der Ludergeruch der Revolution von 1848". Gedunsen vom Gottesgnadendünkcl, lehnte er den„imaginären Reif, aus Dreck und Letten gebacken" entrüstet ab und trumpfte vor seinem vertrauten Ratgeber B u n s e N monarchisch großartig auf: „Soll die i 000jährige Krone deutscher Ration wieder einmal vergeben werden, sa bin ich es und meinesgleichen, die sie vergeben werden. Und wehe dem, der sich anmaßt, was ihm nicht zukommt!" Das war die höhnische Antwort nicht eines einzigen Größenwahn- sinnigen, sondern des gesamten Gottesgnadentums der deutschen Fürsten, mit denen sich die wahre deutsche Einlzeit nimmer herstellen ließ. Klüglich zeigte es sich 1871 bei Bismarcks Versuch, das Deutsche Reich mit den Fürsten, durch die Fürsten zu errichten. Seine Reichsversassung, ein Zlbklatsch der des Norddeutschen Bundes von 1867, die selbst M i q» e l den„kurzlebigen Notbehelf eines Militärstaaies" genannt hatte, verwässerte den Cinheitsgedanken a» hundert Stellen und würgte den Freihcitsgedanken vollends ab; sie war wirklich, als was sie der alte Liebknecht brandmarkte, «in Feigenblatt des Absolutismus. Dach wie aus einem Palimpsest 'schlug sür viele durch die herrischen Schristzüge dieser Fürstenoer- sassung immer wieder der ursprüngliche Text der Volksverfassung von l849 durch und enisachtc Hoffnung auf bessere Zeiten. Damals, als die Paulskirche das Einheiishaus in die Luft statt auf die Erde baute, war für die Republik in Deutschland keine Stätte, aber W e l ck 0 r setzte schon damals auseinander, daß sie kommen werde, wenn sich dos Königtum selbst vernichtet habe:.Wenn die deutschen Fürste-n selbst das Vaterland preisgeben, wenn sie nicht zusammen« stimmen in dem, was nottut dem Vaterland«, wenn kein Glaube mehr ist an die deutschen Fürsten, wenn aus diese Weise Männer, die bisher nicht auf der linken Seite saßen, sagen werden: Es ist keine Rettung mehr als durch die Republik; dann wird sie siegen in Deutschland." Dies« prophetischen Worte erfüllten sich i m November 19 18. Politisch und sozial hat die Frucht dieses Umsturzes, die Weimarer Verfassung von. 1919, da sie unter tätiger Mitwirkung der Arbeiterklasse zur Welt kam, kräftigeren Gehalt als die Papier gebliebene Berfässung unserer Großväter, aber wie damals die badischen Kleinbürger eine Republik mit dem Groß« Herzog an der Spitze heischten, so hemmen umgekehrt unsere Eni- wicklung auch nach der Vcrjogung der Dynasten auf dynastischem Wege entstandene partikularistischc Staatsgebilde. Wir schlagen uns noch mit Gespenstern der Vergangenheit herum und scheinen noch weit entfernt von der großdeut schcn Ein« heitsrcpublik, die vor 80 Jahren das Ziel der entschlossensten Geister unseres Volkes war. Hermana Wendel. Arola hat zu lehttm Schlitten und begann auszuschnüeen, Gleichzeitig sprach er mit Brown und berichtete ein wenig van seinen Reiseerlebnissen. Aber weit war er noch nicht gekommen. als der Inspektor ihn unterbrach' �sch bat dich, die Briese gleich zu bringen. Gib sie mir. Schnell! Mich friert!" Arola wandte sich zu chm und sagte mit Ironie in der Stimme; Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. t-Äa/ ZeicAmmgen- wn Adoff /.ehnert (35. Fortsetzung.) XV. Der Polizeiinspektor wanderte in seinem Bureau aus und ab. Er war wütend. Jetzt ging es bav zu weit. Tag auf Tag anonyme Drohbriefe. Ws er im-herbst von der Hudsonbucht zurückgekehrt war. wo er Sergeant Make eingesetzt hatte, und wo ihm die Nachricht von dem dreifachen Mord überbvocht war, hatte er Ehre und Lob und da» Versprechen geerntet, bei der ersten Gelegenheit befördert zu werden. Aber er war doch enttäuscht und dachte, daß er in der Arktis hätte bleiben, selbst die Untersuchung leiten und den Mörder mit heimbringen sollen. Dann wäre das Avancement sicher gleich erfolgt. Lange aber bereute er es nicht, denn kaum war er dahenn, als die Revolte in lichten Flammen ausbrach. Der katholische Priester war als Gelderpresier und Mörder entlarvt worden, und als er zum Tode oerurteilt wurde, begannen die Attentate gegen die Geschworenen. Hier hatte er doch wohl größere Chancen. Der Inspektor hatte sich mit seiner zügellosen Leidenschast in diesen Kampf gestürzt. Er hatte alles aufgedeckt und die Gefängnisse überfüllt, sich aber gieizeitig viele Feinde geschaffen. Vor drei Wochen war eine Höllenmaschine unter der Trepp« seines Hauses erpladiert. Nur weil sie schlecht angebracht war. hatte keiner davon glauben müssen. Es war kaum eine Woche her, daß auf ihn geschossen war. und immer kamen haufenweise Droh- briefe und verkündeten ihm den Tod. Sie schüchterten ihn sedoch nicht ein. jeder Brief machte ihn nur desperater; auch diese Feig- linge würde er zu treffen wissen. Was ging ihn der Strest.zwischen Franzosen und Engländern, zwischen Katholiken und Protestanten an? Alle mußten doch sehen, daß er nur seine Pflicht tat. Und seine Vorgesetzten konnten das Avancement fmim länger zurückhalten. Er hatte doch-in tüchtiges Stück Arbeit ausgeführt. Bald mußte der Lohn kommen. Es klatschte neben das Fenster, der Inspektor sprang auf. Wieder eine Kugel. Anscheinend aus dem Fenster gegenüber durch die Scheibe gefeuert. Auch diesmal war er nicht getroffen worden. aber ihn überkam doch, ein Gefühl der Unsicherheit. Polizisten wurden ausgesandt, aber alle Mühe war vergebens, der Attentäter war wie vom Erdboden verschwunden. Keine Spur. Es blieb mir noch übrig, einen Rapport abzugeben. Der Oberkommissar schritt auf und nieder. Ruhig und würdevoll. „Mein lieber Inspektor," sagte er..Sie wissen, daß man Ihre Tüchtigkeit und Energie schätzt. Aber Sie setzen sich unnötiger Ge- inhr aus, und Sic sind augenblicklich hier im Distrikt derartig ver- haßt, daß es mir am besten erscheint, wenn Sie für einige Zeit ver- schwinden. Was meinen Sie, wenn Sie nach dem hohen Norden reifen? Wir haben davon gesprochen, Sie noch Fort Nelson zu schicken, um von dort mit dem Schlitten nach der Polizeiswtton bei Fullerton zu fahren und diese Mardgeschichte zu untersuchen. Das ist eine Pionierarbeit, die Ihnen Ruhm bringen wird. Da Sergeant Make den Mörder vermutlich eingebracht hat, werden Sie ihn nur zu verhören und das weitere zu oeranlassen hoben. Sie werden im Sommer mit den Schiffen heimreisen können, und dann hat man sich hier beruhigt. Tatsächlich glaube, ich, daß die Schwierigkeiten in hohem Maße Ihrer Person galten, und sowohl für Sie selbst wie für uns würde es eine Erleichterung sein, wenn Sie einige Zeit fortblieben. Verstehen Sie mich recht, lieber Inspektor, es ist gaizz freiwillig, ob Sie reisen wollen, aber ich stelle Ihnen aicheim, es ernsthaft zu überlegen. Es fft für Ihr eigenes Bestes." Der Inspektor dachte-wen Augenblick nach. Er war gewohnt. schnell sein« Entschlüsse zu fassen. Er sah ein, daß sein Vorgesetzter Recht hotte. „Ich nehme an, Sir. Ich kann noch heute abend noch Winnipeg reifen; dort werde ich Begleitung noch The Pas finden und dami mit der Schlittenpost weiter nach Norden fahren. Ich denke, daß Sergeant Makes Post aus dem Norden bo sein wird, wenn ich komme, und dann werde ich den Schlitten zurückbegleiten. Sir! Der Plan kann nicht besser sein. Ich brauche mich von niemand ,zu ver- abschieden. Sobald die Papiere mit Vollmacht und Akkreditiven aus- gefertigt find, bin ich bereit." Zwei Stunden, und der Inspektor saß im Zuge nach Winnipeg. Zwei Wachen, und er befand sich auf dem Wege nach The Pas. Zwei Monate, und als der Winter sich seinem Ende zuneigte, ge- langte er nach Fort Nelfon. Mit Indianerschlitten und Schneeschuh- läufern. Er wurde gut empfangen, wie man es in der arktischen Welt wird. Es war noch keine Post aus dem Norden gekommen, aber sie wurde täglich erwartet, und der Inspektor ruhte sich aus von der nervenauspeiffchenden Arbeit daheim und der forcierten, an- strengenden Neise. Er beobachtete das tägliche Leben auf der Station. Indianer kamen und handelten, einzelne Eskimos kamen auch. Sic waren ruhiger und angenehmer als die Indianer und standen bei den Polizeibeamten am Orte im besten Rufe; aber das interessierte den Inspektor nicht besonder?. Ihm war wichtiger, zu untersuchen, ob der alte Feldwebel Brown seine Sachen in Ordnung hatte. Brown war bei seinen jüngeren Vorgesetzten nicht sehr beliebt, weil er nie Rapporte schickt«, sondern alles selbst erledigte. Und bei aufgelegten Verbrechen fand er stet, Entschuldigungen und mildernde Umstände für den Täter. Dabei erzielte er jedoch gute Resultate. Schickte man ihn irgendwovtn zu ausrühverischen Indianern, so verging nur kurze Zeit, und sie waren gehorsam und umgänglich. Sandte man ihn irgendwohin, wo Pfechediebfiahl im Schwünge mar. so ant. deckte er zwar nie die Verbrecher, aber die Diebstahle horten auf. Brown war also ein sghr nützlicher Mann und et» tüchtiger dazu; aber er gebärt» nicht zu denen, die Papier vollschrieben, und man hatte ollen Grund, ihm größere Pünktlichkeit in der Erfüllung seiner Pflichten einzuprägen, fand der Inspektor. Das tat er denn auch, sie hatten viele Diskussionen darüber, w«lche Methode Verbrechern gegenüber die beste fei. Strenge oder Milde; aber es endete stets damit, daß der alte Brown dem In- fpektor Recht gab. „Ich verstehe es wohl nicht so recht," sagte er nur. Das räumte der Inspektor immer ein, ober er war nie sicher, ob es dem Feldwebel auch wirklich(Ernft war. Der Inspektor erzählte auch von dem Mord, dessen Unter- suchvng er leiten fallt«. Und er entwickelte seine Ansichten über die Esknno». Die seien«in Volk, das nur durch Furcht in Schach ge- halten werden könne. Es sollten Exempel statuiert werden, so daß sie Schicklichkett lernten. Wilde Menschen wissen gut, was sie dürfen und nicht dürfen. All das sentimentale Geschwätz von langsamer Entwicklung! Das verteuert und verzögert es nur, und allzuviel es wurde verschleppt, wenn man diese Kinder erst allmählich erzog. Nein, Kinder müßten gezüchtigt werden, und das sollten die Eskimos auch. Er wollte nicht glimpflich verfahren, wenn er Verbrecher traf. Dos hatte er nie getan, und wo es geschah, hatte er sehr schlimme Folgen erlebt. Der alte Feldwebel schüttelte den Kops, sagte aber nichts. Der Inspektor war ja doch nicht zu überzeugen. Einige Tage später kamen Arola und Minik. Mit großem Spektakel fuhren sie bei der Palizeibarockc vor. Arola hielt an und erhob sich mit Würde. Es war ein Gesandter, der kam, ein Mann, der Botschaft zwischen zwei Stationen brockst«. Er fühlte auch seine' Bede Utting, als er sah, wie alle Polizisten herauskamen, und wie die Eingeborenen in großen Scharen herbeiströmten Mimt blieb auf dem Schlitten sitzen, sie waren sich einig, daß sie die Situation so viel wie möglich genießen und dt« Ungeduld aller, die sie besuchten, auf die Spitze treiben wollten. Sie hatten vor Fort Nelson hall gemacht und sich ihre schönsten Kleider ange- .zogen, um einen imponierenden Eindruck zu machen. Sie hatten eine lange Reise hinter sich, die in hohem Maße bemerkenswert war, und wollten noch Möglichkeit die Chance benutzen, ist« sie als Ueberbringer von Neuigkeiten und interessante Persönlichketten hatten. Deshalb schlössen sie sich in eine Schale von Schweigen ein. Arola trat mit Würde zu den weißen Männern. Er sah die Eingeborenen nicht, sondern jog die Fäustlinge ab und reichte allen die Hand. Er kam zu Brown, und er kam zu den Konstablern, die kannte er alle; als er aber zu dem Inspektor kam, fragte der: „Wer bist du? Koimnst du von Fullerton?" Und keine Hand wurde ihm entgegengestreckt. .La. ich kormne von Sergeant Make. Ich habe geschriebene Botschaft, die wetter nach Süden soll." „Gib sie mir. Gib mir die Briefe," sagte der Inspektor ge- bieterisch. „Wenn dich friert, so geh hinein. Di« Briefe sollst du haben. Ich war in dieser Kälte draußen, während zwei Monde erioschen. Aber du host eine mächtige Eile." „Was ist das für ein frecher Lümmel, den Sergeant Make da geschickt hat. Gib gleich die Briefe, schnell." Arola verstand, daß dies der Herr am Platze war. und er holte schnell den Sack hervor, in dem die Briefe lagen, und reichte sie dem Inspektor. „Bitte, geh hinein und lieh. Unterdessen schirre» wir ab." Der Inspektor verstand seine Anzügtichkeite» nicht ganz, er ging binein, breitete die Briefe vor sich aus, fand gleich den Rapport und Idar schon in der Lektüre vertieft, als die anderen kamen. Während sie Essen bereiteten und den Tisch deckten, sprachen sie über Arolos Reife und Ankunft. Sie mußten feine Leistung zu schätzen, da sie selbst schon lange hier lebten. „Wir sollen wohl für die beiden Leute mitdecken. Herr Feld- webel?" fragten die Konftabler.(Fortsetzung folqt.) ff [Rätsel-Ecke des„Abend Kreuzworträtsel. Gleichklang. Wagerecht: l. Verbrecherische Handlung:?. deutscher Fluß; ü. deutsche Stadt; 8. Stierart;!). französisch„In": 12. Gewässer; 13. persönliches Fürwort; 14. Fisch; 16, Nebenfluß der Donau; 17. Verhältniswort; 18. drei gleichlautende Konsonanten; 19. Griechischer Buchstabe; 20. Getränk; 21. Ausruf des Schmerzes; 2? Gedicht- ort; 25. Flächenmaß; 26. wie 23; 27. Rundfunkkomiker; 28, unredlicher Mensch: 29.«innesorgan.— Senkrecht: 1. Nagetier; 2. persönliches Fürwort; 3. italienische Tonbezeichnung; 4. männlicher Borname; 6. Mädchengestalt; 7. persönliches Fürwort; 7. Pferde- iportler; II Land in Nordamerika; 14. vcrkehrstechnische Errungenschaft: 15. Schwimmvogel; 20. Spielerei; 21. Körperteil; 23. Stadt an der Donau; 24. Planet; 27. französisch„der". mp. . Füllrätsel. Man ersetze die Punkte in der Figur durch Buch- staben, so daß Worter mtt folgender Bedeutung ent- stehen: 1. Bedauerlicher Um- stand, 2. Radiohörern wohl- bekannte Zeit, 3. Gefährliche Neigung noch dem Motto: „Immer nach eins", 4. Heizmaterial. 5. Hautkrankb-it, 5 Adliger Gutsbesitzer, 7. Ein« Sauce, 8. Feuchte Ehrung. ad. Fest geschürzt ssnd sie und voller Knote», Aus Hanf oder Seide, aus Silber und Gold. Als Strom trägt sie Lasten in Schiffen und Booten, Ihre Welle plätschernd zum User rollt.— ab. Silbenrätsel. Aus den Silben a a an an ar at au Mei chi de der der dreh dro eg ge gel gen gi has kies kr« le Ii lin mont o o or ra ra re ri ro schlcu je sen tat ten lhi tis to nie walt weiß sind 1? Wörter zu bildan. deren Anfangs- buchstaben von oben nach unten und die dritten Buchstaben von unten nach oben gelesen, ein Zitat van Schiller ergeben,(ch bei 14— ein Buchstabe.)— Die Wörter bedeuten: 1. MusikinstriMem; 2- Mordversuch on politischen Persönlichkctte«; 3. Wm-ftpafte: 4. Seerose; 5, Giftiger Uferstrauch; 8. Münze; 7. Desinfektionsmiue!; 8. Ort am Harz; 9. Mineral; 10. Befesttgungswerk von Berduv; 11. Rechtsbeistand: 12. Giftige Anstrichfarbe: 13. Landwirtschaftliches ) Gerät; 14. Krankheit; 15. Apothekerwaren.—kr.— Abzählrätsel. geht wc mit men je der gung dem des frü vor er get gom her marsch fühll sie zen die der wird der ein ju ar um ar ge gend > bei so bei glie in tet schnei tcr dert den llaf ler de und rah sc.— Barstehende Silben sind durch eine zu ermittelnde Zahl obzuzohleit. aneinander gereiht ergeben dieselben einen Ausspruch Bebels, kr. Verwandlung. Ich bin ein Bogel; du Haft sofort Eine Waffe, setzst du ein„K" vors Wort.— kr.— Magische« Quadrat. Die Buchstaben sind so zu ordnen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlau- tend folgendes ergeben: 1. Griechischer Gott. 2. Weiblicher Borname..3. Nebenfluß der Weichsel 4 Vorbedingung der Ernte.— fr— llmstellausgabe. Die Wörter Nelke, ffitapt, Soll, Nebet. Linse. Elba, Becnw, Baden, Glend.(Sfern, Falle, Npgat. fbtb durch Umstellen ihrer Luch- staben u> andere Wörter zu verwandeln. Die Anfangsbuchstaben der neugefundenen Wörter nennen ein Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing. dl. Defizitaufgabe. Ans den Silben al omts an ber bock borg bra chvr dorf in la la mach richt rtst ja fang jchlai tum int sind 10 dreisilbige Wärter inu gleicher zu ergänzender Mittclsilbe zu bilden. Wie heißen die Wörter und wie heißt die Silbe? hl. (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel au« voriger Nummer. Diamanträtsel: 1. B; 2. Rot; 3. Waden; 4. Grzerum: 5. Rebeusoft: 6. Bodenreform; 7. Mnqdekmrg; 8. Tiefbau: 9. Groll: 10. Arm; 11. M. Zahlenrötsel: Rur der oerdient sich Freiheit wie das klebe», der täglich sie erobern muß.— Scylissisrnarte: Eberswalde- Fähre. Berchtesgaden. Venus. Omnibus. Berwendlung: Barch. Wurm. Lwürnjumr. Silbenwechfer: 14-2 Wadez 14-« Bora, 14-4 Wag»». J4-5 Wabe, 34-4 Degen. 34-2 Rede, 34-4 Regen. 34-8 Rebe. 54-6 Bebel. 34- T Bela. 74-2 Lade. 74-3 Labe. 74-« Lama, tz-ft?«»de. «4-4 Magen,«4-6 Mabel. Silbenrätsel: 1. Relzs: 2. Alzey; 8. Trinidad; 4. llrstrn: 5. Rothenburg; 6. Sinai; 7. Chios; 3. Unterfranken.— Roturschutz ist not! Kreuzworträtsel. Waaerechi: ,3. Sahara; 6. Heie; S Stoo; 9. Leer; 10. Radi; 11. Bors; 12. Nif«; 15. Inland. — Senkrecht; 1. Ihne; 2. Lauf; 4. Offoro; 5. Oberem; 6. Hain; ?. Elbe; 13. Illo; 14. Ksaq. �JhßrAu�oloJjZLel Bulow schlieft mit Dcmpscy ab. Schmeling gegen Paolfno oder von Porst. ?lcd>7)orf.25. März: Mschluh mit Dempsey. Schmellng gegen Paolinv oder Porot. End« Juni in N«« Hort oder Detroit. LLlow. Das kurze Delegnamm besagt, daß der Ex Weltmeister und setzige Boxkainpfunternehmer Jack Dempsey und sein neuer Kompagnon Fugazi, sich die Dienste Max Schmelings gesichert hoben, dessen Manager Bulow klug genug war. die gunstige Gelegenheit beim Tchopie zu nehmen, um seinem Schützling die besten Einnahme- Möglichkeiten zu verschossen. Dempsey hat Schmeling für diese» Kamps eine für europäische Verhältnisse riesige Börse in Aussicht gestellt. Ob der Gegner Vaolino oder von Parat heißen wird, hangt von verschiedenen Umständen ab. Paolino ist für ein Match gegen Shorkey von der Garden-Gesellschast verpslichtei worden, so daß größere Aussicht sür den Kampf gegen Porat besteht. Der norwegisch« Schwergewichtsmeister trifft vorerst am Z. April in Boston mit Schmelings letztem Gegner Johnny Risko.zusammen. Die Stellungnahme Schmeling? zu dieser Situation bleibt abzu- warten, Demnach hat also Bülow den Kamps um und mit Schmeling nach nicht ausgegeben, o? scheint sogar, als habe er die Absicht, sich bei seinem bisherigen Schützling wieder beliebt zu machen. VAmdJoodSü Spiele am KoHreiiag. Jim Karfreirag stehen sich nur wenig« Handball Mannschaften gegenüber. Die Freie Turnerschaft Friedrichsthal bei Oranienburg hat um 14 Uhr FTGB.-Narden, l.. Männermannschaft, als Gast. FTGB.-Neukölln spielt in Neukölln, Herzbergplatz. Vi« 1. Jugend- Mannschaft trifft sich mft Eiche-Käpenick. Abteilung Bohnsdorf, um; 10 Uhr; die Z. Männermannschaft spielt gegen Freie Turners chost Wilmersdorf, 2. Männermannschaft um 14 Uhr; die Frorienmann- schalt hat un, DZ Uhr FTGB.-Süden als Gegner, während die 1. Ddänncrmannschaft gegen Wilmersdorf I um 16 Uhr spielt. Eiche.Köp«nick besucht Wildau; es spielen die Iirgendmannschasten um 14 Uhr und hfe Männermannschaften um 15 Uhr. FTGB.- Osten spielt um 16 Uhr gegen Fürstenwalde in der Bödickerstroße. Handballspieler des 1. Kreises! Dienstag. 4. April, beginnt im Lokal von Wolter. Rungestr. 17, ein neuer Schiedsrichtertursus. Beginn 19% Uhr. Dauer: 5 Abende je 2 Stunden. Leitung: Genosse Nahrgang. Meldungen bis 1. April an W. Nahrgang. Adlers- Hof. Hackenbergstr. 24. II. Veruntreuungen im Rennsport. Der Siransberger Rennverein stellt Strafantrag. Die Generaloersamnüung de» Strausberger Rennvereins hatte sich in erster Linie mtt der Finanzlage des Verein» zu beschästigen. der bekanntlich durch riesig« Unterschlagungen de» Sekretär» Heut- mann empfindlich geschädigt worden ist. Wie sich herausstellte, belaufen sich die veruntreuten Summen auf ungefähr 200 000 Mark und nicht, wie zuerst angenommen wurde, auf 70000 bis 80 000 M. Wie dies« Gelder in den letzten Jahren dem Vereins- oermögen unbemerkt entnommen werden konnten, er- scheint allerdings schleierhaft. Man behauptet auf feiten des SJer- ein», daß die Fälschungen äußerst geschickt ausgeführt waren, so daß die Finanzkonnnission kein Vorwurf treffen könne. Der Borstand und die Kommissionen wurden dam, auch in der bis- hörigen Zusammenfassung wiedergewählt. Gegen den ungetreuen Sekretär wurde— allerdings erst durch Druck von„oben'— Strafontrag bei der Staatsanwaltschaft gestellt, die wohl Licht in die ganz« Affäre und ihre Zusammenhänge bringen wird. IV er siegte bei den Artisten? Rom Artisten Wettstreit des 4.Kreises im Arbeiter. jlihletenbund sind jetzt die Entscheidungen des Schiedsgerichts heraus- gekommen. Danach sind bewertet worden: 1. Luri-Luri. Exzentriker, Anistenverein Hoffnung Süd-Ost 2. Vier Grats. Gladiatoren, Würzen...... Z. Anneliese Heider. Tylophon. Artistenverein Einigkeit. 4. Drei Achilles. Zahn- und Krastgymnastil, Magdefmrg Punkt« 47 K 46H 46« 40« 5. Kollege Grab? Humorist. Union-Liegnitz...... 42 6. Vogini, Balksongleur, Aftisten verein Einigkeit.... 41 7. Eraks-Trio, Gynrnestikakt. Würzen........ 40« 8. Gebr. Andersen. Equilibristen, Dessau....... 40« 9, Dornelly, Löwin« nstürze, Dessau......... 39« 10. Zwei Eodarcllos, Equilibristen, Finsterwalde.... 39« 11. Fred Pauli), der Geheimnisvolle, Artistenverein Hoffnung Süd-Ost.................. 39« 12. Zwei Rouvels. Equilibristen, Artistenverein Einigkeit. 37« 13. Gebr. ENder, Union-Lieonitz.Exzentrffche Lumpensammler 37« 14. Dornelly und Portner, Kaütschukakt, Dessau..... 37« 13. Drei Kandis,.Hand- und Kopfequtlibristen, Finsterwaldc 76« 16. Drei Enders, Akrobaten, Liegnitz......... 36« 17. Zwei Richard», Luftakt, Görlch......... 36 18. The Originals Harris, Teufelsökt. Leipzig. 19. Franftmi. Sprungseilakt. Luckenwolde....... 20. Grabs, Komiker, Union-Liegnitz......-,. Zl. Penaro, Kunstmakakt. Brlfftenoerein Einigkeit.. i. 22. Frsd und Eharlt, komisch-fcriöser Akt, Dessau.... 23. Bier Drehardos. komb. Leiter- und Zahnkraftakt. Dessau 24. Walter und Arndt. Kunstradfahrer, Luckenwald«... '? Einigkeit 192«..> 35 35« 35 33« 32« 32 30« 29« 28« 25. Die Sternbergs? 26. Margot und Partner, Equilibristen, Görlip Folgende beiden Nummern haben außer Konkurrenz gearbeitet: 27 Zwei Lidanos. Neuheit im Boltigeokt. Anfften verein Einiakeit................ ,48« BunSe-Ehormanelly. Üfeififtafi, Artistennerei» Einigkeit 48 28 e-Thormanelly. Musikakt; Arnste-rverein Einigkeit ve?trIcsmei»terscbafkllSinpfe In» FKBO. Die am Sonntag begonnenen Kämpf« im Freie» Kegler. b u n d in der Kegelsporthalle Sudvnd««gaben folgende Teilresultat«: Pohle�klubkämpfe. Bezirk Westen: SKK.„Einer steht' 8384 Holz. SKK. Frohstnn-Moabit 3567 Holz. Lustige Brüder-Tegel 3532 Holz. Sinzellefftungen: Mans, Ein« steht 786 Holz, Zierenberg— Frohsinn- Moabit 736 Holz. Anneck«— Hintendurch 725 Holz. Schere: Zieren- berg— Frohsinn-Moabit 333 Holz. Mollwitz— Lustige Druder-Tegel 318 Holz. Fuchs Rot-Wch.ß 315 Holz. Asphust: Alisch— Lustige Bri.dcr-D.'zel 285 Holz, Pienkny— Rot-Weiß 25-> Holz, Babka— Rot- Weiß 278 Holz. Bezirk Norden: Bohle: Klubkämpfe. SKK. Bück Dich 3606 Holz, Hohe Kante-Tempelhof 3383 Holz, Osten 22 3518 Holz. Einzelleistungen: Werner— Hohe Kante 732 Holz, Berg— Bück Dich 731 Holz, K. Behrens— Bück Dich 725 Holz. Scher«: Geßner— Lustige Brüder 19 327 Holz, Gorny— Lustige Brüder 19 312 Holz, Borrmann— Mariendorf 19 367 Holz. Asphalt: Plötz— Bundestrcue 273 Holz, Baumgarten— Einigkeit 271 Holz. W. Selke— Südring 267 Holz. Schach am Karfreitag. Die Arbciter�Schachspicler laden zum Kampf. Anläßlich des Berichts über die Bußtagsveronstaltung der Arbeiter-Schachfpieler wurde an dieser Stelle bereits angeregt, den guten, alten Brauch wieder aufleben.zu lassen, einen Tag ganz den Gästen zu widmen. Diesem Wunsche, der in der Folgezeit dann van den verschiedensten Seiten wiederholt wurde, entsprechend, ruft daher die.Freie Arbeiter-Schachvereinigung Groß- Berlin" zu einer großzügig angelegten Werbeveranstal- t u n g auf, die am Karfreitag in Ewalds Bereinshaus, Skalitz« Str. 126, stattsindet und um 14 Uhr beginnt. Das gesamte Spiclmaterial sowie die Kampfinonnschaften der Bereinigung stehen den Gästen zur Verfügung. Jeder Interessent iindet einen Gegner seiner Stärke. Auch für die, die nur dos Wort Schach kennen, ist gesorgt. Vorgesehen ist außerdem ein Blitz- Wrnier und ein Simultanspiel. Die Problemfreunde werden gleich- falls auf ihr« Kosten kommen. Der Eintritt ist frei, so daß ein jed« nur Zeit und Freude am geistvollen Schachspiel mitzubringen nötig hat. um einen anregenden Nachmittag im Kreise von Klassen- genossen zu verleben. Internationale Motorboot-Regatta. Di« dem Deutschen Motoryacht-Verbond angeschlossenen Berliner Motoryacht-Clubs wie Motoryacht-Club von Deutschland, Motor- Pacht- und Landhausoercinigung des A. v. D. und Deuffchcr Motor- yacht-Elub veranstalten am 1. und 2. Juni gemeinsam aufi dem Templiner See bei Potsdam eine internationale'Äe-? gutta. Es sind sowohl Wettfahrten sür Tourenyachten und die neu« deutsche Motor-Schnellbootsklasi«, als auch für internationale Rennboote der m Liter. 3 Liter, 12 Liter, der Außenbordklassen B und C sowie der unbeschränkten Gleitboot, und Kiewootklassen aus- geschrieben. An beiden Wetffahrttagen gelangen insgesamt 24— 30 Rennen zum Austrog. Bezüglich der internationalen Beteiligung ist die Derbindung mit der Union Internationale du Pachting- Auiomobll« und den in Betracht kommenden RcnnbooGfiihrern be- reits ausgenommen worden. Diener fordert Carncra. Der ehemalige deutsche Boxmeister Franz Diener, der seinerzeit nach dem Kamps Rösemann— Camera im Berlin« Sportpalast den itatiemlchen Riesen zum Kamps heraus- sordorie. wiederholt diese Herausforderung, da sich Earnera bisher zu der Kampfansage nicht geäußerr hat. Graß. Berliner Fußballpereinc und.abtcilungen. Mittwoch, 27. März. 20 Uhr, findet bei Zeuge. Eantiaiistr. Ecke Milastr., ein« Fußballbörs« statt. Osterspiele werden vermittelt. Opel und der Sport. Die Amerikanisierung der Firma Opel lenkt den Blick aus ihre Ansänge, die mit dem Radrennsport eng verknüpft waren. Im Jahre 1912 konnte die Firma das Jubiläum ihres SOjährigen Be- stehen? feiern: die Gründung der zunächst dem Bau von Näh- Maschinen dienenden Werkstatt fand 1862 durch'Adam Opel in seinem Geburtsort Rüsselsheim statt. Das Jahr 1886 brachte die Aufnahm« der Fahrradfabrikation— auf das Hochrad., folgte 1889 das Nieder- rad. Und nun wurde d« Name Opel bald populär: die fünf Söhne Adam Opels, Karl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig, waren die Helden der sportlichen Kämpfe und langen Wett- fahrten. In zwei Jahrzehnten, von 1889 bis 1908, errangen die fünf Brüder im In- und Auslande mehr als 500 Preise, darunter zahlreiche Meisterschaften. Einen der größten Erfolge bracht« der Sieg Fritz Opels in der Radfernfahrt Basel— Eleve 1894: er legte die 620 Kilometer lange Strecke in 27 Stunden 50 Minuten zurück. Als nach der Aufnahme der Motorwagenfabrikation, 1899, der Automobilsport sich entwickelte, war der Name Opel bei den Toumis- und Alpenfahrten auch sportlich wieder in Front, setzt allerdings meist durch Fritz Opel vertreten. Der alte Opel hat diese Entwick- lung nicht mehr«lebt; er starb 1895. Die Firma wurde damals in eine offene Handelsgefellschaft übergeführt. Ein Jahr vor dem Jubiläum, in der Nacht vom 19. bis 20. August 1911,»«Heerte«in Feuer die Fabrik. Nach dem Ausbau wurde auf die Fortführung des Nähmaschinenbaues verzichtet, dessen Produktion bis dahin nahezu eine Million Maschinen betragen hatte. V- Freie Z-ltd-ortehree Berlin. Zahrtenpla» für Östren. 1. Donner zw-!. 28. Mörz,©»rtifcct Reiße. ASfastrt 18,38 Uhr Svrlitzer Bahnhof,«gührei Tummescheit.) Z. Freitag. 38. Mär». Noltbns. Oberlpreewoie. Abfahrt«,Zf, Uhr OBrUfccr Bahnhof,(gllhtet: Iungblulh.) 3. Unterspreewold, Lübbe». Abfahrt 6,.>5 Uhr SBrlihcr Dahnhof. f Führer: Hennig.) 4. Sternberg. Eilang u»b P leiste. Abfahrt 8,1Z Uhr Bahnhof ZriebrichftraÄ«. fssührer: Trmnmer) 3. Rirftenbera in Mecklenburz. Havel. Ab-ahrt 7,1» Uhr Stettiner Bahnhof. fFührer: Dhifack.) Arbeiter-Radfahre». und Ztraltfahrerbund.Solidarität", vrtoqnipp« Berlin. Sefchäftsstelle Robert Rvthbarth. Echöneberger Str, l?». Wir fahren»u Ostern folgende Touren: I. Abt. Sonnten, Zt. Mär», 8Vj Uhr, Tnrow,(Setteft, am Bahnhof, 1. Avril, ,8 Uhr, Streifzüge durch den Srunewal», chndhiel Zehlen. darf, Narfftr. 13. Start Mtlowstr. db. Zreitvz, 5. April, Schung bei Rickeet, Lteinmeiislr. 38».— 3. Abt. Bom 28. MSr» bi» 1. April nach Dresden«um Gaubundfest unb SSchsifche Schweiz. Stert: ssreiteg. 3». März, 3Z» Uhr An. Holter Bahnhof, gür die Hiergebliebenen: Sonnte», 81. Mär», 8 Uhr, Tora». Gerede, am Bahnhof. Montag, l. April, 13 Uhr, StveifMq» durch den Gruno- Waid. Endziel Zehlendvrf. Karls» 13. Miitwoch. 3. April, 38 Uhr, Sitzung bei Müller, Echbnletnf». 8.— 3. Abt. 38. Mörz z-Togeo-Tour nach der Sächsischen Sh. 9irand& Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Telephon: Dönhoff 1200—1201 Kaust in den Rarkihallen! Große Auswahl— Wohlseile preise Man vergleiche die Angebote an den Anschlagsäulen mm wasch cn blutenweiß Darapfwaschwerke Reibedanz& Co., G.m.b.H., Tempelhof Südring; 698— 1058— 2823 Gebrüder Grob Gegründet 1SS2 55 eigene Vcrkautssfcllen fn allen Stadtteilen Groh-Berlins( R 46 10 eigene Dampfmolkercicn Inhaber GnsfavSaner CarlPiefsdi Haus- u. 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