Morgenausgabe Ar. 147 A 24 -46. Iahrgang Wöchentlich 85«onatllch 5�03». im voraus zahlbar. Postbezug 4LZ M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung»- und 72 Psg. Postbestellgebührea. Zlusland»- abonnement 6.— M. pro Monat. Der„LorwSrtr* erschein» wochentSg. lich zweimal. Sonntag» und Montag, einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend-, Illustrierte Betlagen.Boll und Zeit- und�inderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen*..Frauenstimme*..Technik-.Blick in die Bücherwelt* und.Iugend-Dorwärt»* P- Berliner VolKövlatt Donnerstag 2&. März 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Di» einspaltige Nonparetklozell« 80 Pfennig. Retlame-eiie b.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig szulässig zwei fettgedruare Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» en'le Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 1V Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen« annahm» im Hauptgeschäft Linden- straße Z. wochentögl. von 8'/, bis 17 Uhr. Jentvalorgmt der Sozialdemokratischen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 gttnfpttdi«: Tönbcfl 292—297 leltgramm-Adr.: Eozialdnnokia» verlt» Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Vostsch«ckkonto: Verlio 375SS— vankomo: Bant der Ardniri,«ngistrll»» und Beamten Wallstr. 66, Ditlonto-Gelellschasl, Depolitenkage Lindenstr Z X Dänemarks„Zuchthausgesetz" Madsen- Mygdals lehier Streich. Kopenhagen. 27. März.(Eigenbericht.) Im Staatsrat unterzeichnete der König das so» genannte Znchthausgesetz. das ihm der kürzlich gestürzte Ministerpräsident Madsen-Mygdal vorgelegt hat. Der Titel des Gesetzes lantet:..Gesetz zum Schutz der Erwerbs» und Arbeitsfreiheit". Das Gesetz war vor feiner Anahme im Reichstag von der Sozial» demokratie scharf bekämpft worden, weil es gegen die Gewerkschaftsbewegung gerichtet ist und strenge Gefängnis strafen für Wirtschafts blockade» und bei Arbeits konflikte» vorsteht. Das Folkething hatte das Gesetz mit nur drei Stimmen und die erste Kammer mit nur 5 Stimmen Mehrheit angenommen. Da es mehr als zweifelhaft ist, ob die Regierung überhaupt im Lande eine Mehrheit hat. hatte» die Gewerkschaften eindringlich gefordert, daß die Regierung das Gefetz nicht in Kraft setze, was nach der Verfastung zu- lässig ist; Madsen-Mygdal hat jedoch abgelehnt. Man kann nun erwarten, daß dieses arbeiterfeindliche Ver- halten feine Niederlage bei den Wahlen am 24. April noch vergrößert. Hauptmann Lembourn begnadigt. Kopenhagen, 27. März.(Eigenbericht.) Reichspräsident Hindenburg hat dem Berliner Rechtsanwalt Arno Cohn als Verteidger des dänischen Hauplmanns Lembourn verständigen lassen, daß er die vom Reichsgericht im Spionageprozeß verhängte fünfjährige Zuchthaus- in gleichlange Festungs» strafe umgewandelt hat. LlmTwtzki. Langwierige Erwägungen � seltsame Bedenken. Zum Fall? ro tz k i veröffentlicht der„Bayerische Kurier", das Örgan der Bayerischen Voltspartei, ein Tele» gramm aus Bexlin) in dem prophezeit wird, das Reichs» käbinett werde das Einreisegesuch des gestürzten Bolsche- wistenführers ablehnen, diesem also nicht einmal einen Kur- aufenthalt in Deutschland bewilligen. Für diese angeblich bevorstehende Kabinettsentscheidung werden zwei Gründe an- geführt, erstens,„daß es natürlich keinen günstigen Eindruck machen kann, wenn das Deutsche Reich einer privaten Bitte Trotzkis entspricht, nachdem man eine diploma- tisch« Anfrage Rußlands vorher mit einem klaren „R e i n" beantwortet hat." Zweitens überlege man. was ge- schehen soll, wenn Trotzki nach seiner Kur Deutschland zu ver- lassen sich weigere. Kein anderes Land, einschließlich Ruß- land, würde ihn aufnehmen— und dann hätte man sich„ge- hörig festgeklemmt." Nach der Darstellung des Münchener Blattes hätte also Moskau die Zulassung Trotzkis gewllnicht, Deutschland hätte aber abgelehnt. So einfach liegen, wie wir glauben, die Dinge doch nicht. Moskau hat keinen Wunsch zu erkennen ge- geben, sondern nur eine Frage gestellt, die wohl auch nicht mit so abschließender Deutlichkeit beantwortet worden ist, wie der„Bayerische Kurier" annimmt. Aber wenn die Dar- stellung des„Kurier" richtig wäre, so wären die daraus ab- geleiteten Schlußfolgerungen erst recht absonderlich. Man fürchtet, die russische Regierung zu kränken, wenn man Trotzki «inen Wunsch erfüllt, den man ihr abgeschlagen hat? Das hieße doch wahrhaftig die sagenhafte Höflichkeit der altchinesi- schen Diplomatie übertrumpfen! Eine solche Argumentation forke'-i geradezu zum Spott heraus. Die Angst vor Trotzki soll angeblich in allen Län- dem. einschließlich Rußland, so groß sein, daß keines ihn ein- lasten will. Das ist zunächst nur eine Behauptung. Wäre sie richtig, so würde sich aus ihr keineswegs ergeben, daß w i r ebenso große Angst haben müssen. Man hat aus diesem entmachteten Mann einen Popanz gemacht, ein Iln- gobeuer. dessen Blick und Atem gefährlich ist. Wmn der gute Pastor K u p t s ch aus Riesenburg in Ostpreußen an den Reichspräsidenten und den Reichskanzler telegraphiert, Trotzki werde bestimmt von Rußland nach Deutschland abgeschoben. damit Sr hier„die RLterepübllk aufrichte", so mag man das hingehen lassen. Van den Spitzen der Republ-k ober darf man doch erwarten, daß sie etwas klarer und weiter sehen. Trotzki wird bestimmt in Deutschland keine„Welt- revolution" machen. Aber vielleicht wird er über kurz oder lang von Moskau wieder in Gnaden aufgenommen. Dann wird man den Mann, den man etwa zuvor als„Schnorrer und Verschwörer" von der deutschen Schwell« gewiesen, in Berlin wieder mit denselben Komvl'menten empfangen, wie jeden anderen russischen Großwürdenträg'r. Schon diese Er- wägung sollte das Kabinett veranlassen, einen Beschluß zu fassen, der vom Bewußtsein der eigenen Würde diktiert ist, und der dem Wesen Deutschlands als einer d e m o k r a- tischen Republik Rechnung trägt. Oer Hunger in Rußland. Stark steigende preise— Rationierung weiterer Waren bevorstehend. ZNoskau, 26. März.(Ost-Expreß.) Im Zusammenklang mit den dedeutenden Preissteigerungen, die neuerdings auch im staatlichen und genossenschaftlichen Handel zu oerzeichnen sind, hatte die Hondelsbehörde für das Gouvernement Moskau ein« Konferenz einberufen, an der auch Vertreter der Genossenschaften und staatlichen Unternehmungen teilnahmen. Auf der Konferenz wurde festgestellt, daß die Klein- Handelspreise für ein« ganze Reih« von Waren, die speziell im Haushalt d«r Arbeiter gebraucht werden, in letzter Zeit u m 5 bis 6 P r oz. gestiegen find, während die Preiserhöhungen bei solchen Massenbedarfsartikeln, die nicht reguliert werden, sogar 12 bis 16 Proz. betragen hoben. Auch die Butter- und Käse- preise seien bei einigen Sorten um 2S Proz. gestiegen. Durch diese Preissteigerungen werde die Lebenshaltung der Arbeiterschaft betroffen. Die Konferenz sprach sich für eine Revision der Preise für bisher nicht regulierte Bedarfsartikel aus. Angesichts der„Desorganisation des Marktes durch spekulative Elemente" sei es ferner zweckmäßig, auch für Pflanzenöl, tierische Fette und Tee Einkaufsbücher ein- zuführen.. Nordtruppen gegen Nankingregierung. Tfchifu von ihnen beseht. Tokio. 27. März. Die Telegraphenagentur Schimbun Rengo bringt«ine amtliche Meldung des japanischen Kriegsministerium«, wonach in der Rarht zum Mittwoch die Truppen Marschall Tschangtschungischangs Nach dreitägigem Kampf« die Stadt Tfchifu besetzt haben. Auf dem Stadtgebäud« wurde die alte Fahne der chinesischen Republik gehißt. Bei der Besetzung der Stadt wurden 16 000 Mann Nanking- truppen entwaffnet. Vier Generale, die den Kampf gegen Tschangtschungtschang leiteten, haben s i ch« r s ch o s s« n. Der Mar- schall erklärte, daß nach der Besetzung Tschifus durch fein« Truppen die SchaNtung- Provinz völlig frei vom Einfluß der Nankinger Re- gierung fei. Auch die zwei chinesischen Kanonenboot« in Tfchifu sind in die Hände der Truppen Tschangtschungischangs gefallen. Di« Nankingrsgierung sagt in einer Protlamqtion; daß alle Maßnahmen zur Unterdrückung der Rebellen getroffen seien. Die Regierung verkündet die Entlassung dieser Generäle wegen Insubordination und Verrat. Der italienische Zerstörer„Muggia" ist in der Nähe von Amoy aus Grund geraten. Die Besatzung wurde gerettet. Gräßlicher Kindermord in Böhmen. Prag, 27. März. I« Kischütz-Neustadt verübte der 40jährige Land- st reich er Strba einen Einbruch in ein Bauernhaus. Als die allein anwesenden Kinder des Besitzers» das eine vier Jahre und das andere achtMonate alt» an» Furcht zu weinen begannen, schlug der Einbrecher sie mit einer Hacke tot«ab flüchtete. Er wurde zwei Stun- den später von der Gendarmerie verhaftet, die ihn nur mit Mühe davor bewahren konnte, von den Orts- bewohneru gelyncht zu werden. Sachsenwahlen und KpO. Die Richtungen im Wahlkampf. Die kommenden Landtagswahlen in Sachsen werden Ge- legenheit zu einer Auseinandersetzung zwischen den kommunistischen Richtungen geben. Die Rechtsopposition, geführt von Brandler. hat in Sachsen be- sondere organisatorische Stärke. Sie besitzt in der in Leipzig erscheinenden„Arbeiterpolitik" ein eigenes Organ und ar- beitet daran, weitere Zeitungen in anderen Orten zu schaffen. Die Gesamtauflage der Organe der kommunistischen Rechts- opposition beträgt nach eigenen Angaben mehr als 13 000, wovon ein erheblicher Teil auf Sachsen entfällt. Der Wahl- kämpf der beiden kommunistischen Richtungen gegeneinander wird Klarheit über ihr Stärkeoerhältnis schaffen. Die Rechts- opposition hat sich bisher sehr siegesgewiß gegeben und auf ihre Fortschritte in Sachsen, Thüringen, Hessen, in den schwäbischen Industriegebieten hingewiesen. Es mag sein, daß ihr die offene Auseinandersetzung mit den Mitteln des demokratischen Wahlrechts zu früh kommt. Auf jeden Fall aber werden wir in Sachsen das Schauspiel erleben, daß zwei kommunistische Richtungen gegeneinander in den Wahlkampf ziehen. Fragt man nach der politischen Bedeutung dieses Gegensatzes, so darf man die Frage nicht so stellen, welche der beiden Richtungen der Sozialdemokratie näher steht. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein Urteil nicht möglich. Beide Richtungen stehen der Sozialdemokratie haß- erfüllt gegenüber. Für beide Richtungen ist der Haupt- feind die Sozialdemokratie. Was sie unterscheidet, das sind lediglich die Methoden, mit denen sie die Sozialdemo- kratte zu schwächen oersuchen. Ein großes politisches Ziel haben trotz aller revolutio- nären Deklamationen weder die Zenirale-Kommunisten noch die Brandleristen. Bis zum Jahre 1923 tonnte man den Prophezeiungen der kommunistischen Führer über die bevor- stehende Eroberung der politischen Macht durch die Kommu- nisten noch einen gewissen inneren Glaubenswert zugestehen. Nach dem Jahre 1923 sind solche Prophezeiungen nur noch hohle Deklamationen, an die die Führer der Kommunisten selbst nicht mehr ernsthaft glauben. Wenn sie ehrlich sind, reden sie von der„weiten Perspektive", d. h. von der Per- tagung des kommunistischen Endziels, der Errichtung der Sowjetmacht in Deutschland in die fernste Zukunft. Die praktische Politik der Kommunisten von diesem Zeit- punkt ab besteht nicht mehr in der Borbereitung von Putschen und Aufständen, sondern in dem haßerfüllten Versuch, den deutschen Arbeitern einzureden, daß die Methoden des sozial- demokratischen Kampfes falsch und zur Resultatlosigkeit ver- urteilt seien. Dieser Versuch wird immer wieder durch die stetige Zielbewußte Arbeit der Sozialdemokratie, durch ihren zähen Kampf um die Verstärkung der Arbeiterrechte, durchkreuzt. Deshalb benutzt die Kommunistische Partei die Siel- lung, die ihr die Unaufgeklärtheit gewisser Arbeiterschichten und ein durch Wirtschaftskrise und Erwerbslosigkeit hervor- gerufener zielloser unpolitischer Radikalismus geben, um die sozialdemokratische Arbeit nach Möglichkeit zu stören. S t ö- r u n g, n i ch t K r i t i k ist ihre Haltung gegenüber der sozial- demokratischen Arbeit. Sie hängen sich der Sozialdemokratie an die Fersen, um nach Möglichkeit Voraussetzungen für eine Kritik an der Sozialdemokratie zu schaffen. Im Parlament tritt diese Tätigkeit der Kommu- nisten am stärksten hervor. Sozialdemokraten und Kommu- nisten hoben im Reichstag 207 Mandate von 493. Wäre die Kommunistische Partei eine aufrichtige Arbeiterpartei, so müßte die Möglichkeit bestehen, diese 207 Stimmen als ge- schlosienen Block für die Wahrung der Arbeiterinteresien ins Treffen zu führen sowohl in der Gesetzgebung wie bei der Aufstellung des Reichshaushalts. Das aber würde bedeu- ten, daß die Kommunisten nicht nur das Fehlerhafte der eigenen Politik zugeben, sondern daß sie gleichzeitig auch ihre Existenzberechtigung als gesonderte Partei verneinen müßten. Aus diesem Grunde kämpfen die Kommunisten nicht mit der Sozialdemokratie für Arbeiterrechte, sondern gegen die So- zialdemokratie und damit gegen die Arbeiter. Die kommu- nistische Fraktion des Reichstages steht nicht mit der Front gegen das Bürgertum gewandt, sondern gegen die Sozial- demokratie. Die Existenz der kommunistischen Fraktion im Reichstag bedeutet eine Schwächung der politischen Position der deutschen Ar- b«iterschaft. Was für die parlamentarische Praxis der Kommunisten gilt, ist auch für ihre gewerkschaftliche Taktik richtig. Sie sind jetzt daran, die Front gegen die Gewer'- schaften zu nehmen und die Arbeiterbewegung in den außer- parlamentarischen Auseinandersetzungen mit dem Unter- nehmertum zu schwächen. Eine Politik, die nach großen Zielen strebt und die Massen für sie begeistern will, muß ehrlich sein bis zum Letzten. Vor allem müssen ihre Führer selbst von der Wahr- heil ihrer Argumente den Massen gegenüber überzeugt sei». Die kommunistische Politik, di« in den Arbeitern revolutionäre MchskWsmnz der Arbeiterivohlfchrt. Gewaltige Leistungen zum Wohle der Arbeiierschast. Zcdtiksurl a. m.. 27. März.(Eigenbericht.) Von der Abg. F r a u I u ch a c z mit herzlichen Begrüßungs- warten eröffnet, begannen am Mittwoch früh im großen, reich dekorierten«aale des Frankfurter Volksbildungsheimes die Arbeiten der R« i ch s k o n f e r e n z der Arbeiter» wohlfahrt. Neben den etwa 400 Beauftragren der Organisation sah man zahlreiche Vertreter der kommunalen und städti- schen Behörden aus ganz Deutschland. Einen Einblick in das gewaltige Arbeitsfeld der Organisation gaben am Vortage die Kommissionsoerhandlungen. Was allein an ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen der kommunalen und staat- liehen Wohlfahrts- und Jugendpflege aus den Reihen der Arbeiter» schaft durch die Arbeiterwohlfahrt herangebildet und zur Verfügung gestellt worden ist, darüber einige Zahlen: Zw letzten Berichtsjahr wurden durchgeführt: Zig Surfe und Lehrgänge von ein- bis sechsmonatiger Dauer. 3n 308 Arbeitsgemeinschaflen wurden die wichtigsten sozialen Themen in Kursen bis zu sechs Monaten verarbeitet. 1187 Einzelvorträge und 6g Wohlfahrtskonferenzen wurden ver. anstallet. vom 4. bis 1l. Februar tagte die erste Reichs- sch ul ungswo che de» haulktausschnsses, an der sämtliche Ve- zirke beteiligt waren, vom S. bis 13. Oktober waren die in den ofi- deutschen Provinzen tätigen Helfer zum gleichen Zweck versammelt. Es kommen hinzu unzählige allgemeine Vorträge«ad werbever- anstaltungen. Schulungskurse und ein großes. Lehrzwecken dienen- des PsingstKesfen. Um geeignete Kräfte au, den Reihen der Ar- beiterschast sür die sozialen Berufe heranzubilden, werden zins- und fristlose Studiendarlehen gegeben, mit Hilfe deren staatliche Schulen besucht werden können. Unter der Leitung von Hedwig Wachenheim hat die Arbeiter- wohlfahrt eine eigene wohlfahrlsschule errichtet. Zahl- reiche Heime. Kindergärten, horte. RS h st üben, Beratungsstellen für Zugend, für Gesundheitspflege und alle sozialen Gebiete bis zur Gerichlshilse und G e- sangenensürsorge bilden das gewaltige Arbeitsseld. E» ist nicht ein einziges soziales Gebiet, das nicht betreut, für das keine Einrichtungen geschossen, über das nicht immer neu berate« und gewirkt worden wäre. Ueber l9S0 Ortsgruppen der Arbeiterwohlfahrt bestehen in Deutschland. Kein Wunder, wenn am offiziellen Eröffnungstage die Stadt Frankfurt durch ihren Bürgermeister den Dank der Stadt für die durch die Arbeiterwohlfahrt geleistete Hilfe aussprechen ließ Frau Quarck-Hamni erschlag hieß die Delegierten im Auftrage des Bezirks Hesfen-Nafsau willkommen, und darauf begonnen die vorgesehenen Referate. Als erst« sprach Käte Buchrucker- Berlin über„Der Stand der wohlfahrtspflegerischen und sozialpädagogischen Aus- bildung". Die Refcrentin betonte vor allem, daß dem Bolksschülcr der Weg zu den sozialen Berufen geöffnet werden müsse. Der Lehr- körper in den Schulen sei umzuformen, damit er einen Geist habe, der dem unseren entspräche. Dl« Arbeitsmorktlag« für die Für» sorgerinnen fei erschreckend gut. Der Bedarf an Kräften könne jedoch nicht gedeckt werden. Es gebe noch lange nicht genug Gesundheits- Pflegerinnen, denn der Verschleiß an Menschen im Fürsorgeberuf sei zu groß, weil starke Leistungen an Körper und Seele gestellt würden. Als nächstes Thema behandelt« Stadtmedizinalrat Dr. Franz G oldma n n» Berlin die„Frage der sozialhygienischen Ausbildung der Fürsorgerinnen". Diese Seite dürfe nicht vernachlässigt werden. Der Referent wendet sich gegen die Verlegung der Ausbildung über die Dauer von einem Jahr, was nur Zeitvergeudung fei und«ine Monopolstellung für die bürgerlichen Fürsorge» Pflegerinnen schasse. Außerdem werde durch die Ausblldungs- zeit von zwei Jahren den sozialistischen Frauen das Eindringen in die sozialen Berufe erschwert. Der Redner fordert« ferner eine qualitativ« Derbesierung der Ausbildung. Der Lehrstoff müfse mehr auf die Bedürfnisse der Masse zugespitzt sein. Kommunen und Staat hätten die Verpflichtung, genügende Stellen zur Ausbildung zu schaffen. Robert Görlinger- Köln sprach darauf über die„Wohl- fahrtspflegerische Ausbildung und Laufbahn des mittleren Beamten". Der bureaukratifche Apparat der Wohlfahrtspflege sei immer noch nicht beseitigt. Es gebe noch immer Beamte, die in dem Fürsorge- bedürftigen einen Minderwertigen sehen. Deshalb sei für den Ver- waltungsbeamten«ine eingehende Ausbildung in der Wohlfahrt?» pflege zu fordern. Die bereits tätigen Beamten müßten in Lehr- gängen und Unterrichts kurjen nachgejchult werden. Dr. Karl M e nn icke, der Direktor des sozialpolitischen Sc- Minors an der Deutschen Hochschul« für Politik in Berlin, referierte über„Wirtschastslehre und Wohlfahrtspflege". Er beklagte sich darüber, daß man in den Kreisen der Gewerkichoften immer noch auf den Widerstand gegen eine Schulung der Arbeitsvermittler und Berufsberater stoße. Das preußische Wohlfahrtsministerium habe die Schulung bereits in ihr Programm aufgenommen. Selbstver- ständlich müsse die Auslese der Schüler gemeinsam mit den gewert- schaftlichen Organisationen getroffen werden. Als Berufsberater und Arbeitsoermittler können nur Menschen in Frag« kommen, die mehrere Jahre berufstätig gewesen seien. Das Thema„Akademiker und Wohlfahrtspflege" behandelte Dr. Ernst Kantorowicz aus Kiel. Wer eine leitende Stelle in der Wohlfahrtspflege bekleiden will, müsse nicht nur praktisches und geistiges Wissen besitzen, sondern auch organisatorisches Können und die geeignete Stellungnahme zu seinen Ausgaben. Die Univer- sitäten könnten dies nicht vermitteln. Qualifikation für eine leitende Stelle gebe nicht die Ausbildung, sondern der Aufstieg. Es fei notwendig, daß in den Universitäten soziale Lebens- künde g-lehrt werde und ebenso die Möglichkeit praktischen Wir- kens. Wer ein leitender Verwaltungsbeamter werden will, müsse sich bewußt sein, daß er soziales Leben zu gestalten habe, daß er fremdes Schicksal bestimme. Er müsse ferner wissen, wie die breiten Voltsmassen leben. Er müsse sie deshalb in ihren Wohnstätten und in den Fabriken aufsuchen. Er müsse das ganze soziale Elend des Volkes kennenlernen. Für die Bekleidung einer leitenden Stelle in der Wohlfahrtspflege sei akademische Ausbildung weder erforderlich noch genügend. Dr. Gudula C a ll» Düsseldorf sprach über die„Forderung an die Leistungen der Ausbildungsstätten" und sagte, daß in den Volksschulen die einzig möglich« Borbildung für den sozialen Beruf lieg«. Die Referentin wehrte sich gegen das Berechtigungswefen. doch fei ein Jahr Ausbildungszeit in der Krankenpflege nicht ge- nügend. Ein Examen sei zu fordern, aber nicht auf der Basis des Berechtigungswesens, sondern weil die Fürsorgerinnen Diagnosen Jii stellen haben, und man müßte wissen, ob sie das können. Besonders ober dann sei das Examen in der Krankenpflege notwendig, wenn wir Einheitsfürsorgerinnen anstreben. Die heutigen Ausbildung»- statten feien zu primitiv. Der Jugenderzieher dürfe nicht nur in der Anstalt ausgebildet werden, sondern er müsse die Jugend draußen im Leben kennenlernen: denn Iugendnot sei Gesellschastsnot. Illusionen erweckt, an die sie selbst nicht mehr glaubt, ist innerlich unwahr. Die Folge davon ist, daß die politische Amoralität und der Zynismus bei ihren Führern immer stärker hervortreten. Der Entartung der Führer folgt die Entartung der ganzen Partei. Da der (Zlaube fehlt, fehlt auch das Vertrauen in die geistige Macht der eigenen Zielsetzung. Der Andersdenkende ist für die Kommunistische Partei nicht mehr der Mann, der durch Auf- kkärung überzeugt und gewonnen werden muß, sondern den man pressen will. An die Stelle des geistigen Kampfes treten die P r ü g e l m e t h o d e n der Zentrale-Kommu- nisten. Wo die innere Ehrlichkeit fehlt, triumphiert die Faust und der Schlagring. Die Methode des Lumpenproletariats tritt hier hervor. Sie bestimmt immer mehr Inhalt und Tonart der kommunistischen Presse. Die von Brandler und Thalheimer geführte Rechtsoppo- fition wendet sich sehr scharf gegen diese Entartung der Kom- munistischen Partei. Aus einem einfachen Grund: Di« lumpenproletarischen Methoden der Zentrale-Kommunisten richten sich auch gegen ihre eigenen oppositionellen Partei- genossen. Aber bedeutet diese Wendung der Opposition gegen die Methoden der kommunistischen Zentrale, daß sie für eine Politik der Ehrlichkeit und des ehrlichen geistigen Kampfes eintreten? Es ist sicher, daß ein Teil der kommunistischen Arbeiter, angewidert von der Entartung der Kommunistischen Partei, das tiefe Bedürfnis hat, zurückzukehren zur politischen Ehr- lichkeit. Die kommunistische Rechtsopposition erblickt in dieser Stimmung nur ein Mittel, um diese Arbeiter für sich zu ge- winnen. Sie gibt sich den Anschein, als ob sie die Berechti- gung dieser Stimmung anerkenne, in Wahrheit will sie sie ausnutzen, um eine große Täuschung der anständigen Elemente unter den kommunistischen Arbeitern vorzunehmen. Das Hauptargument der Rechtsopposiition gegen die Zen- trale-Kommunisten besteht in dem Vorwurf, daß die Methode der Zentrale-Kommunisten im Kampfe gegen die Sozial- dsmokratie nicht effektiv feien. Auch die kommunistische Rechtsopposition verfolgt das Ziel der Schwächung uno der Sprengung der Sozialdemokratie. Auch sie will sich an die Fersen der Sozialdemokratie hängen, um ihren stetigen Vor- marsch im Kampf um Arbeiterrechte zu hemmen. Es ist charakteristisch, daß der Gebrauch derrevo- lutionaren Phrase und der scheinrevolutionären Prophezeiungen im Lager derer um Brandler und Thal- heimer eher stärker ist als im Lager der Zentrale-Kommu- nisten. Die Führer der Rechtsopposition sind ebenso wie die Führer der Zentrale-Kommunisten fest davon überzeugt, daß die revolutionäre Phrase nur ein Mittel zum Zweck ist, das keinen inneren Wahrheitswert besitzt. Was die Zentrale- Kommunisten mit den Mitteln der plumpen Gewalt er- streben, sucht die kommunistische Rechtsoppostiton auf dem Wege der L i st und der Täuschung zu erreichen. Die parlamentarische Politik der opositionellen Kommunisten unterscheidet sich von der der offiziellen Kommunisten allen- falls durch die Tonart, nicht aber im Wesen. Auf dem Ge- biete der Gewerkschaftsbewegung bekämpft die Rechtsoppo- f'tion die plumpe Taktik des gemeinsamen Kampfes mit den Unorganisierten gegen die Gewerkschaften, aber nur, um an ihre Stelle die Taktik der Unterwühl ung von innen heraus, des unehrlichen haßerfüllten Kampfes gegen die Gewerkschaften in den Gewerkschaften zu setzen. Erbitterte Feinde der geschlossenen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung sind beide Teile. Der Kampf der kommu- n istischen Richtungen untereinander ist im Grundejjenommen die Folge der Stärke und des Wachstums der Sozialdemo- kratie. Die revolutionären Illusionen sind verflogen, der Haß gegen die Sozialdemokratie ist geblieben. Aber die Sozialdemokratie geht unbeirrt von allen kommunistischen Angriffen ihren Weg weiter. Sie kann wohl durch die Zer- splittcrung der Arbeiterbewegung im Fortschreiten gehemmt, ober nicht aufgehalten werden. Deshalb experimentieren die Kommunisten mit den Methoden des Kampfes gegen die Sozialdemokratie. Sie geraten in Streit miteinander, weil keines der Experimente zum Ziel führt, und die Patentlösung gegen die Sozialdemokratie nicht zu finden ist. Die Sozialdemokratische Partei hat deshalb keinen Anlaß, einer dieser Richtungen sympathischer gegenüberzustehen als der anderen. Wir haben weder für die Patentlösung der Brand- l-risten noch für die Patentlösung der Thälmanner Sympathie. Die Sozialdemokratie steht der Selbstzerfleischung der Kom- munisten als kühler Zuschauer gegenüber. Sie wird sich be- mühen, durch ihre praktische Politik und durch die unaufhaltsame Stärkung ihrer Organisation den Kommunisten noch mehr Anlaß als bisher zum Wüten gegeneinander zu geben. Von der Gpalierpartei. Kommunistische Anweisungen zur Organisationszerstörung. Di« Kommunistisch« Zentrale hat Miterm 25. März«in Rundschreiben an alle Bezirksleitungen und Redaktionen der KPD. er- lassen mit der Anweisung, eine„Massenkampagne" wegen der ernsten Warnung des preußischen Innenministers Grzefinski an die Radau- vrganifationen zu veranstalten. Ein«„Flut von Protestresolutionen" soll entfesselt werden. Im Rundschreiben finden wir diese Anweisung: „Wo irgendwie die Möglichkeit besteht, mit Handzetteln oder sellsst hergestelltem Material an die SPD.- Zahlstellen oder Mitgliederversammlungen heranzukom- men� muß das ausgenützt werden. In geschickter, kam«- radsschaftlicher Form muß den SPD.-Arbeitern aufgezeigt werden, wohin die Politik der gesamten Sozialdemokratie führt." Die SPD.-Arbeiter werden für die gefchickt-kameradschaftstche Belehrung bestens danken, sie wissen, was es damit auf sich hat, besonders, da erst vor kurzem zwei SPD.-Arbeiter von feigen Mord- buken aus dem Rotsrmitkämpserkund von hinten meuchlings erstochen worden find. In den organisatorischen Richtlinien des lllundschreibens wird ferner jedem Kommunisten zur Pflicht gemacht, einer oder mehrerer der Massenorganisationen anzugehören, die unter sozialdemokratischer Führung stehen(Gewerkschaften, Genossenschaften, Arbeitersport, Freidenker, Kriegsopfer, Jnvalidenorganisationen usw.). Zweck: Zellen bildung zur Zerstörung der Organisation. Die Zellenbildung soll auch in christlichen und Hirsch-Duncker schen G c- werkj choften durchgeführt werden. Es heißt im Rundschreiben: „In jenen Gebieten, in denen die christlichen und Hirsch- Junckers ch« n Gewerkschaften größere Arbeitermassen erfassen, soll der Eintritt in diese Organisation und die Aufziehung einer Organisation mit Ihrer Hilfe organisiert werden." Spaltet, spaltet, heißt die Parole der Kommunisten! Wieviele solch-r Rundschreiben mögen die Drahtzieher in der Kommunistischen Zentrale jahraus jahrein schon fabriziert haben, ohne daß ihre Hofinungen in Erfüllung gegangen sind? Im Schlepptau Hitlers. Oer Erfolg Hvgenbergfcher Zührertünste. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und die Deutschnationale Volkspartei haben im Preußischen Landtag folgende Große Anfrage eingebracht: „Die schriftliche und mündliche Agitation der Sozial- d e m okratischen Partei hat im ganzen Lande eine Stim- mung hervorgerufen, die die öffentliche Ordnung und Sicherheit der nicht zur Sozialdemokratie gehörenden Staats- bürgcr in immer stärkerem Maße gefährdet. Hand in Hand damit geht die gleiche Agitation der Kommuni st ifchen P a r t e i, die sich gerade in den letzten Wochen in einer Reihe von Gewalttaten gegenüber Nationalsozialisten, Stahlhelmern und An- gehörigen anderer Verbände und Parteien geäußert hat. Die sozialdemokratischen Inhaber der Vermalt ungs- st ellenin Preußen lassen diese Agitation zu, ohne dagegen ein- zuschreiten. Noch immer ist die Ermordung des Bismärcker» Walter Rudntck, des Nationalsozialisten Renz und vieler anderer Angehört- ger der obengenannten Parteien und Verbände ungesühnt geblieben. Insbesondere die sozialdemokratische Presse übersteigert in den letzten Wochen ihre Hetze gegenüber Anders- g e f i n n n t e n. Wir fragen: Ist das Staatsministerium bereit, den deutschen Teil der Bevölkerung Preußens vor den überwiegend dem Judentum angehörigen marxistischen Hetzern zu schützen und alles zu tan, um diese intellektuellen Urheber der Gewalttoten gegen nationalgesinnte Deutsche der oerdienten Strafe zuzuführen und ihnen ihr Handwerk zu legen?" Man ist diese Mischung von Lausbubendummheit und dreister Verlogenheit bei den Hitler-Leuten gewöhnt. Das Strolchtum in der Politik hat kein politisches Renommee mehr zu verlieren. Bemerkenswert ist, daß die Deutschnationale Dolkspartei unter der Aera Hugenberg auf dieses Niveau herunter- gesunken ist und im Schlepptau.Hitlers hängt. Wer derartige parlamentarische Aktionen unternimmt, verzichtet end- gültig darauf, politisch ernst genommen zu werden. Das ist nun der große Erfolg der Führung Hugenbergs: die Hitler, Strasser, Goebbels und Kompagnie geben für die Deutschnationale Voltspartei den Ton an. Stahlhelm und Hitlerianer schließen im Zeichen Hugenbergs eine Einheits- front und die Deutschnationale Volkspartei wird zum An- hängsel der neuen Front. Firma Hitler und Hugenberg, wobei Hitler die Führung hat, und Hugenberg die beste Chance den politischen Ruhm Ludendorffs zu gewinnen! Eine politische Gtrolcherei. Wo Deulschnationale und Hakenrrcuzler sich in der Beschimpfung der republikanischen Regierungen und besonders ihrer sozialistischen Mitglieder zu überbieten suchen, darf die Vertretung gewisser indu- strieller Kreis« nicht fehlen. Aus einer Münchener Wochenschrift .Handel und JiGuftrie" druckt das amtlich« Organ der beiden Industrie- und Handelskammern für Magdeburg und Halber st adt einen Aufsatz ab. der sich gegen die angebliche Vergnügungesucht der Deutschen richtet, in Wirklichkeit aber«ine einzige Beschimpfung führender Sozialdemo- traten darstellt. Es wird z. B. von einem großen Berllner Kostümfest berichtet, das unter dem Titel eines„Lumpenballes" ging. Bei diesem Kostümfest soll sich ein„früherer sozialdemokratischer Reichskanzler" beteiligt und sich„höchst persönlich seinem Ganoven- volk" gezeigt haben! Heuchlerisch wird gefragt, ob man sich vor- stellen könne, daß der englische Außenminister an einer„offiziellen Veranstaltung der Londoner Huren und Zuhälter' teilnehme. Nach dem so«in Kostümfest, wie es überall während der Faschingszeit stattfindet, in eine Veranstaltung von„Huren und Zuhältern" um- gedichtet wurde, ist der rechte Boden gefunden, um die moralische Entrüstung etwa in dieser Form an den Mann zu bringen: „So sehen die sozialistischen„Staatsmänner von Format" aus. die uns zum Gespött des Auslandes machen! Trägt es viel- leicht zur Hebung des deutschen Ansehens bei, wenn fortlaufend ausländische Zeitungen unter voller Namensnennung der Betei- ligten darüber berichten können, daß„sozialistische Pro- minent«" in höchsten Amts- und Staatsstellungen A b e n d f ü r Abend bei Sekt und Kaviar die spendabelsten Stamm- gaste der teuersten und verrufen st«n Nachtlokal« des Berliner Westens sind?— Das beschämend Traurig« ist, daß man über all diese Dinge viel mehr in den ausländischen Zeitungen als in der deutschen Presse lesen kann." Wenn irgendein obskures Hakenkreuzlerblatt oder«in noch schmierigeres kommunistisches Winkelorgan solche Verleumdungen veröffentlicht, so würde es sich nicht lohnen, davon auch nur Notiz zu nehmen. Da aber das offizielle Organ zweier Han- d e l s k a in m e r n sich zur Verbreitung dieser sinnlosen Schwatzereien hergibt, so bleibt nichts anderes übrig, als den Erguß niedriger zu hängen als ein weiteres Zeugnis von der tiefen„Bildung", die diese Jndustrievertreter auszeichnet. Im übrigen sind in den Kreisen der Handelskammer von Wagds- bürg jene Hintermänner zu suchen, die die Justizfrondeur« K ö l l i n g und H o f f m a n n antrieben, und mit Herrn B«Wersdorfs sympathisierten. Da» Verbot der Zeitung„Das Landvolk". Der viert« Straf- senat des Reichsgerichts in Leipzig hat auf eine Beschwerde gegen das Verbot der Jizehoer Zeitung„Das Landvolk" veEllgt, dag das Verbot nur bis 28. d. M. aufrechtzuerhalten ist: im übrigen wurde die Beschwerde verworfen. In der llnlerstichungehasl erhängt. Wie erst jetzt bekannt wird. hat der 31 Jahr« alle Lehrer Duda aus Leipzig sich am Sonntag im Untersuchungsgefängnis de» Landgerichts erhängt. Duda war ein bekannter Funktionär der KPD. Es schwebte gegen ihn ein Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochoerrat. Zn Ungarn verhostet, und zwar in der Fabrik der Freiburger Firma Metz u. Söhne, wurde der Wcrkführer Adam Lipp,«in Reichsdeutscher, wegen„ungarsemdlicher Aeußerungen, die die un- gavischen Arbeiter zu einem Demonstrationsstreik veranlagten". Die feinen Vorfahren. Juy/ August Wilhelm von Hohenzollern meinte, von Ebert wisse man nicht, ob seine Großeltern im Zuchthaus gesessen haben.— Dafür weiß man um so genauer, welche der Hohenzollern-Borfahren im Irrenhaus und im Freudenhaus gesessen haben? Gewerbehygiene/ Unfallverhütung Tagung des Bundesausschusses des AOGB. D«r Bundesausschuß des ADGL. setzte Dienstagnachmittag in geschlossener Sitzung seine Beratungen fort. Zunächst erstattet« Lei pari den Bericht des Bundesvorstairdes und wies dabei besonders auf di« Bennchungen um 2l u s g« st a l t u n g der Krisensürlorgc und der Invalidenversicherung hin. Auf Einladung werde sich künftig der Bundesvorstand auch an dem Deutschen ch and werksinstitut beteiligen. Seidel berichtete über die Bildung eines F a ch a u s- jchusses für h i e Gew?rkschaftspress«. dessen Auf. gäbe es sein soll, h�n-2lu�au der Gewerkslhaftspresse zu fördern. Der Bundesausfchug� stftftntte der Gründung- zu. In der.Bonnittogssitzung am Mittwoch gab zunächst der Letter der gewerbehygienischen Abteilung beim Bundesvorstand, Genosse. Dr. Meyer. Brodnitz, zum vierten Punkt der Tagesordnung. ..Gewerkschaftliche Aufgaben auf dem Gebiete der Gewerbehygiene und Gesundheitsfürsorge", ein'en Ueberblick über die Aufgaben der Zentralverbände und des Bundesvorstandes. D>« Gewerkschaften müssen aus dem laufenden sein über di« Schädlichkeit der nn Pro- duktionsprozetz verarbeiteten Materialien. Zur Beratung und Aus- tunfterteilung fleht ihnen die gewerbehygienische Abteilung des ADGB. zur Verfügung. Diese läßt Untersuchungen durchführen, wobei wiederholt gesundheitsschädlich« Bestandteile nachgewiesen worden sind. Der Arbeiter weiß oft nicht, mit welchen Giften er in Berührung kommt. und kann sich also nicht schützen. Notwendig sei ein« Deklarations» Pflicht. Aus dem Gebiete der Gewerbehygien« sei die Verordnung über Berufskrankheiten die wichtigste Rechtsgrundlage. Sie enthält den Mangel. Bertrauensärzt« der Berufsgennsfenschaften und Fabrikärzte zur Begutachtung von Berufskrantheiien als„ge- eignete Aerzte" heranzuziehen. Zu empfehlen sei, dag di« Krankenkossen gewsrbeörztlichc Untersuchungsstellen errichten. Die Verordnung müsse weiter, ausgebaut werden. Di« Deutsche Gesellschaft für Gewerbehygiene, in der Arbeiter, Unternehmer, Be- russgenossenschaften, Beamte und Fachgelehrte zusammenkommen, leiste nützliche Arbeit. Auch auf dem Gebiete der allgemeinen Ge- sundheitspflege hoben die Gewerkschaften wichtige Aufgaben zu erfüllen Nach einer aufschlugreichen Debatte, an der Winkler vom Steinarbeiterverband. B r ö s i ck e vom Hutarbesteroerband, R i«» d« l vom Verkehrsbund und o u p t vom Fabrikarb« iterverbaird sich beteiligten, faßte L e i p a r t das Ergebnis der Beratungen da- hin zusammen, chaß notwendig sei. in jedem Vorbande Fachbearbeiter zu haben, die in Verbindung mit dem ADGB. stehen, bei den Krankenkassen die Errichtung besonderer Untersuchungsstelle» für Berufskrankheiten anzuregen und Konferenzen mit den Versicherten- nsrtretern anzustreben. Im Anschluß daran wurde«in« Eni- schließung über Unfallverhütung«instimmia an- genommen, in der ein« maßgebliche Mitwirkung der Gewerkschaften bei der Aufstellung und Beratung non Arbeitsschutzbestimmungen und Unfallverhütungsnorschriften. ein« eingehend« Kantrolle der Betriebe, sowie eme Erhöhung der Zahl der Ueberwachunysbeamten unter vorwiegender Heranziehung von Arbeitern verlangt wind. Weiter heißt es in der Entschließung: „Bei den Betriebsrevisionen sind die Velriebsräl« zu beteiligen. Die Betriebsräte sind über ihre Ausgaben auf dem Gebiet« des Unfall, und Gesundheitsschutzes zu schulen: ihre Position bei her Erledigung dieser Aufgaben ist zu stärken. Durch Siafselung der Beiträge für di« Unfastner- sichcrung entsprechend dem Stande der Sicherheit des einzelnen Betriebes und der zu ihrer Erhöhung getroffenen Maßnahmen ist ein Anreiz zur Perbesserung der Betriebseinrichtiinge» zu geben. Zur Erprobung unsallverhütender Maßnohmen und Unfall- sicherer Arbeitsweisen sind öffentliche Mittel bereitzu- stellen. Der Bundesvorstand richtet an die gesamt« Arbeiterschaft zu- gleich erneut die Aufforderung, den Gefahren der Arbeit stärkste Beachtung zu widmen. Zu den bisher bekannten Unfall- und Gefundheitsgefahren werden weiter« hinzutreten, die durch die fortschreitend« Mechanisierung des Arbeitsprozesses, durch Aus- dehnung der Fließarbeit und Verarbeitung immer neuer noch nicht erprobter Rohstoffe entstehen. Jeder Arbeiter muß dafür sorgen, daß die zu seinem Schutze vorgesehenen Einrichtungen vorhanden und in gutem Zustande sind! Jeder muß sich ober auch selbst für die geltaue Befolgung der Schutz- bestimmungen einsetzen. Verstöße dagegen dürfen nicht vorkommen. schadhafte Werkzeuge und Vetriebseinrichtungen nicht benutzt werden. Wo Gefahrenquellen entstehen, sind sie sofort zu beseitigen. Ist ihre Abstellung nicht unverzüglich zu erreichen, muß die Hilf« de« Betriebsvertretung oder der zuständigen G e w e r k-- s ch a f t in Anspruch genommen werden." Gchulvetfchlechierung im Gaargebiet. Äölkerbundsregierung entläßt Volks schult ehrer! Saarbrücken. 27. März. Die Stadtverordneten von Saarbrücken wende« sich in einer «inslimmig angenommenen Entschließung dagegen, daß die Regie- ruugskommission für tSZg eine Verminderung des Lehr- k ö r p c r s der Saarbrücker Volksschulen um 6 Personen versllgk, obwohl die Schülerzahl um 617 gestiegen Ist. Der angeordnete Ab- bau sieht eine Belegung der Klassen mit über 50 Schülern vor. teilweise sogar Zusammenlegung mehrerer Zahr- gänge zu Sammelklasie«. Diese„Ersparuls"maßnahme erscheint um so mehr ungerechtfertigt, als die Regierungskommissiou für die Erteilung de» fakultativen französischen Unterrichts die Geldmittel zur Verfügung gestellt hat. obwohl dieser Unterricht hierfür vielfach nur von einigen Schülern beseht ist. Drohung mit dem Oawes-Plan. Dabei ist sein Weiterbestehen für alle gefährlich. Paris. 27. März.(Eigenbericht.) Ein großer Teil der Pariser Presse hält sich nach wie vor be- i echtigt. di« gegenwärtigen Verhandlungen über die Höhe der deutschen Iahreszahlungcn mit heftigen Polemiken gegen die deutschen Delegierten zu begleiten. Die großen Blätter ergchen sich dabei in den unglaublichsten Drohungen. So meint„Echo de Paris" einen Trumpf auszuspielen, wenn es erklärt, im Fall« des Scheiterns der Konferenz werde einfach der Dawes-Plan in Kraft bleiben. Das soll den Anschein erwecken, als ob eine Revision des Planes allein im deutschen Interesse läge, und als ob nicht sein Fortbestehen in der jetzigen Gestalt, schon angesichts der U n m o g- l i ch k e i t, die geforderten Summen weiterhin zu transferieren, die größte Gefahr für olle in sich schlösse. Die deutsche Delegation hat bereits großes Entgegenkommen gezeigt und in den Modallläten der künftigen Reparationsregelung den alliierten Wünschen nach Berück- sichtiaung ihrer eigenen Zahlungen gegenüber Amerika weit- gehend Rechnung getragen. Die Schwierigkeiten Hinsicht- lich der Höhe und Dauer der künftigen deutschen Verpflichtungen und für die vor Ostern kaum mehr eine Regelung zu erwarten ist, sind das Resultat der übertriebenen Sondcrforderungen einzelner Delegationen der früheren Alliierten. Die Abrüstungssaboiage. Das Treiben der Genfer Kommifsionsleitvng. Gens. 27. März.(Eigenbericht.) Sowjetrußlaiü» hat dem Völkerbundssckretär mitgeteilt, daß zii der Tagung der vorbereitenden Abrüstungskommission am 15. April eine Vertretung Rußlands unter Führung L i t w i n o s f s in Genf erscheinen wird. Die russische Delegation hat auch sonst ungefähr dieselbe Zusammensetzung wie das vorig« Mol. Lunatscharski und Frau L i t w i n o f f sind wieder dabei. Di« Kommission tagt« zuletzt im März. Salbst im Völkerbund steht es einzig da, daß eine Kommission mit dem Auftrag, den schleunigen Zusammentritt einer Konferenz vorzubereiten,, Mehr als ein Jahr zwischen ihren«nzelnen Tagungen verstreichen läßt. Das ist um so eigenartiger, als sich die Kommistkon in ihrer Schlußresolution im vorigen Jahre verpflichtet«, so bald'ols möglich, in jedem Falle aber noch vor der Lölkerbundsversammlung lZZL, wieder zusammenzutreten. Dos hat sie nicht getan, und auch dem Beschluß der Völkerbundsversammlung. Anfang 1320 zusammenzutreten, ist sie mit der Ans«tzung des Zusammentritts auf Mitte April nur sehr zweifelhaft nachgekommen. Leider besteht eine starke Tendenz in der Kommission, auch den weiteren Boschluß vom vorigen Jahre, in der nächsten Tagung die zweit« Lesung des eigenen Abrüstungsentwurfs vorzunehmen, nicht zu erfüllen. Der Vorsitzende der Kominission vertritt die Ausfassung, daß sie nichts weiter zu tun habe, als«ine eventuelle Einigung der Flottenmächte in der Flottenfroge abzuwarten. Er wird hierin von dem Sekretär der Kommission, dem völlig fron- zösierten Griechen P o l i t i s unterstützt, den sich die Kleine Entente auch für die Bertretung ihrer Gegnersck)oft gegen die Schaffung besseren Minderhcitenrechts ausgesucht hat. Deutsch- land besteht daraus, daß die Kommission praktische Arbeit leistet und ihre Aufgab«, den Zusammentritt«iner Abrüstungskomwission schleunigst vorzubereiten, auch ohne den Segen der französischen »nd englischen Kabinette erfüllt. Der gesäffchte Sinowjew-Brief. Sin Wert der Orloffievte? Aus Amerika sind die gefälschten Borah-Dokumcnte in Berlin eingetroffen und werden mit dem bei Orlofs und semen Freunden beschlagnahmten Material und auch mit dem Handwerk- zeug der Fälscherwerkstott verglichen. Man nimmt vorläufig noch nn, daß dies« Fälschungen in Poris erfolgt sind- Der Berhaftete n. Gurmanski fall einem Vertrauten gegenüber die Herstellung des Sinowjcw-Briescs durch die Freunde Orloffs be- st ö t i g t und alle Einzelheiten dieser Aktion geschildert hoben. Danach soll Orlofs von England aus seinerzeit den Auftrag erholten haben, kompromittierendes Material zum Sturz der Arbeiter- regierung zu beschaffen. Ein gewisser Patrowski, der in Riga tätig war, habe daraufhin den Sinowjew-Brief entworsen, die interessierten Engländer hätten das Manuskript begutachtet, und dann sei v o n Riga a u s die Aktion mit Erfolg durchgeführt worden. Der bekannte russische Fälscher Druschilowski hat schon vor drei Jahren Gurmanski und Pokrowski als Beteiligte an der Fälschung des Sinowjew-Briefes bezeichnet. Weißblaue Wahlen. Wie in der Oberpfalz bayerische Vottspartei gewählt wird. München. 27. März.(Eigenbericht.) Ein Nachspiel zu den Wahlen vom 20. Mai, das zugleich blitz- artig di« idyllischen Zustände in der Domäne der Bayerischen Volks- parte!, der Oberpfnlz, beleuchtet, beschäftigt« am Dienstag die Straf- kommer des Landgerichts in Regensburg. Angeklagt war ein Gütler namens Bauer aus Keilsdorf wegen Wahlfälschung. Der Mann hatte in dein einzige» Wahllokal seines Ortes sämtliche vor- bandenen Stimmzettel mit einem Kreuz für die Bayerische Volks- portei versehen und den Wählern ausgehändigt. Selbst Leute, die den so präparierten Stimmzettel zurückwiesen, bekamen neuerlich einen Bayerischen-Volkspartci-Zettel in die Hand gedrückt, worauf sie unterließen, weiter zu widersprechen. Auf dies« Weise wurde in dem Dorf nicht«in einziger sozialdemokratischer Stimmzettel abgegeben. Trotz der klaren Sachlage hatte das Gericht in erster Instanz den Wahlsünder freigesprochen! Das Bezirksamt wollte zunächst überhaupt nicht«inschreiten und mußte erst durch einen sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten dazu angetrieben werden. In der zweiten Instanz wurde der Fälscher zu 1 0 T a g e n Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 4 Wochen be- antragt und festgestellt, daß durch die Machenschaften dos Wahl- «rgebnis gesälscht worden sei. Das freie Wahlrecht sei ein hohes Gut des Staatsbürgers, das geschützt werden müsse.,. AuchLänderschuldenfürprivaiwirtschast Eine wichtige Erhebung des Statistischen?ieichsomts. Es ist ein Verdienst der neueren sinanzstatistischen Bemühungen des Statistischen Reichsamtes, daß die Behauptungen der Privat- wirffchost Über die öffentliche Verschwendung immer mehr als agitatorische Uebertreibungen enthüllt werden. Zu dieser Enthüllung trägt auch eine Verösfenllichung über die Verschuldung der deutschen Länder am 31. März 1928 bei. Die Gesamtverschuldung aller deutschen Einzelstaaten betrug am 31. März d- I. 1885,1 Millionen Mark. Davon, waren insgesamt 1489,6 Millionen seit 1924 neu aufgenommen. 123,4 Mil- lionen waren ausgewertete Zlltverschuldungen, 72 Millionen Gold-, Kall- und Roggenschulden. 731 Millionen oder 49 Proz. der Neu- Verschuldung sind im Ausland, der Rest, also mehr als di« Hälfte, im Inland geborgt. Dabei sind die Auslandsschulden zu mehr als 70 Proz. langfristige Anleihen. Daraus ergibt sich, daß die ausländischen Länderanleihen gegenüber der deutschen Gesamt- Verschuldung ans Ausland mir einen verschwindenden Bruchteil darstellen. Wichtig ist die Erkenntnis, daß es teure und billige Anleihen für di« einzelnen Länder in Deutschland gibt. Die größe- ren Länder, sowie Hamburg und Bremen zahlen im Durchschnitt für die Neuoerschuldung nur 6,31 Proz. Zinsen, während die kleine- ren Länder, zum Beispiel Mecklenburg-Strelitz und Lipp«, 7,45 Proz., olfo 1,14 Proz. mehr bezahlen müssen. Der Durchschnittszinsfuß für Auslandsschulden beträgt 6,28 Proz., für Jnlandsschulden da- gegen 6,84 Proz. Wenn die Beratungsstelle den Kredit der Lander im Ausland nicht mimer gefährden würde, könnten also durch niedrigere Zinsen auch Steuern gespart werden. Auch von den neuen Anleihen der Länder hat die Privat- Wirtschaft profitiert. Bon dem Erlös der Anleihen mit 1521,6 Millionen sind 1479,1 Millionen bereits oerwendet. Davon haben die Länder nur rund 881 Millionen für sich verwendet, während 589 Millionen weitergeleitet wurden. Davon kamen 266,3 Millionen an öffentliche Unternehmungen und 98,6 Millionen an Gemeinden und Gemeindeverbände, picht weniger als 223,8 Alst- lionen aber wurden in irgendeiner Form der Privatwirtschaft zu- geleitet, sei es zu industriellen Siedlung?- oder zu landwirtschast» lichen Zwecken. Der Ausbau der Finanzstatiftik kostet gewiß Geld: wenn er aber wie hier dazu beiträgt, durch fruchtbare Nachweise die politische Atmosphäre zu entgiften, dann ist das Geld produktiv angelegt. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königsfr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise nur für Donnerstag, soweit Vorrat Fleisch, Fische, Ceflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Obst u. Gemüse 'toi. Feigen rtaad 25pl Rote Rüben PfMd 8pl Amerikaner 3 Pfund 1 m Edelroläp|el Pfund 45 Pt Zitronen Dascnd 55 w. Ap|elSnnd 55. 80. MO Äu"®" 70. 95, 1.25 Kalif. Äpfel Plnad 4» PI. Hessina-Apfelsinen Kid« so■. toe siedi Möhren gtw'Ö n*- Weih- u. Wirsingkohl]2Pi Rotkohl bdi, Ptma 15 pl Sellerie. nmd 25 Pt Kartoifeln Algier P Id. 30 ilpfd 95 PI. 42" OrlStoalkfal« '• co. 45 Plitbrult. 15? 975 Kolonialwaren Backobst"Äf«, 40 Pt Pflaum. K«iit.pfd.H 42pt Pflaum. Bo»n,Pid. 32pt Ringäpfel Ahm. uS| 90 Pt Pflaumen � s!d«' 52 Pt Aprikosen�u�OSPt Pudding-Pulver VanlUc- u. ManddcMdimacfc. Pld. 48PL Rote QrQ'ze piuho 60pt KriclMBill-Plddbg Htm Pudding-Pulver � Setololidn-Spelsi"� 1.10 Schokoi.-Cjrschmacfc Saucen-Pulver VaoiUc-UesdtRL. Pld. /*Pt gctiacktcn Manuela, r M. 1.10 liiitfil-RotiiiB-Piddlii 1.20 Gemüse- Erbsen 50 pt Jg. Erbsen miueiiek, 78 pl sehr Mb UO Kaiserscholen.:. 1.63 Gemisdil. Gemüse 80 Pt Delikatek-Gemüse ittn 1.75 Harlcots verls el*'1� 2.05 Junger Spinat 48pi. Sellerie dom 0.63 1.05 Äbsdinilt-Spargel ILO Brudispargel JgJJ 2.80 Stg.- Spargel 3.00 �tg.- Spargel, (Plc-cnt-a Do->- 1-70 3L0 Konserven.»... /. dom pj|aumen s? 73 st 90pi. Stachelbeeren... 1.00 Apfelmus..... 75 pt Mirabellen..... 1.10 Ananas umtu**« 1.05 Kalif. Aprikosen 1.45 Kalif. Fruchtsalat 1.85 Pfirsiche ��„1.75 Olsardinen /KiuhS. Norw. Heringe 75pi. Krabben 40 pt 75 pt 135 Grab meal'• 2.15 433 Brat- u. Bismarck-, hering, Rollmops Oft Hering in Gelee OZpl Konfitüre'ieowp Pflaumen 0.98 Aprikosen 1.10 Johannisbeeren, Orangen 1.15 Erdbeeren 130 Kirschen 135 Frisches Fleisch Rinderkamm u. Brust. piubo 0.8C Querrippe pta. 0.78 Gulasch nta. 0.85 Schmorfleisch■- 1.00 Schmorfleisch ohMKMxkui.ptundi.22 Kalbskamm u. Brust....ptund 0.70 Kalbsnierenbraten...... piund 0.78 Schweinebauch«»••«»«". 1.1 v Schweinekamm"• B,*M' � � 1.15 Schweineschinken..... piu.di.25 Liesen ptuod 0.75 Gehacktes pt cinga'rorcu..... Ptund 0.25 0.28 0�5 0.32 0.36 0.55 0.60 0.85 LaChS UdR, frlsdi gefroren.....Pfund 1.00 Lebende Karp en...ptund 1.15«. Geflügel Ganse prhna, frUdi gefrorci.e, Pfd. von 0.72 an Groae Tauben........«od. 0.95 £nten Puten Woigahflhner Suppenhähne...... otnnd von 1.10— Suppenhühner..... Ptund von 1.20« Hasthühner ungorlsdi«, Pfund vo» 1.48 OB } Ä2 ios hner I bw*» \ Zum Osterfest: Konfitüren, Spielwaren Blumenspenden \ M H m / ■•■repaeaeoeeaeaaeBee Käse u. Fette Briekäse rofflel«........... PortlonssfBck 18pl Limburger ANg� halbletl, Pfund 45pl volltetl PIU. 95 PI. Steinbusdier baibtcit... Pitt 68 pl voiitett Pid. 1.10 Edamer naibien...... pia 70pl voiuett. Pia. 1.10 Holländer halbfett..... Pfd. 70 Pt volllefl Pfd. 1.10 Sfeppenkäse dänischer, halbfett........ Pfand 75 Pt. filsiter vouictt................... Ptund 130 Schweizer d8n, dreMertelfett Pfd. 90 Pt'"�Ptund' von � � BlodtkSse, halbfett, ohne Rinde Filsiier Art Pfund 85 Pt Schweizer Ari Pfund 98 Pt Speisetalg t-Pfct-Pt 50 pt Kokosfett i-pia-toi. 62 pi. Margarine PfA 52, 58 pt. Tafelbulfer. piund 1.84 Dän. Butter piund 1.96 Räucherwaren Makrelen-Bücklinge Sproltbücklinge.. Piund 23 Pt 32Pt KJeler. Piund � Schellfische p.uad 34 Pt Flundern piano 50«. Seelachs.stflck..ptA 42pt Fleckheringe piund 52 pt Spickaale starke, Pfand 2.85 an Bund 30 Pt Wein Preise für«it Flasche ohne Olns 1927 Hainfelder Kaslanienberg guter risdiw. 1.40 1922 Chäl. La Gro el saillger Boideauz 1.50 1926 Liebfraumildl blaueKspseli satt, angenehm 1.60 1927 Oberhäuser Kaisersgrund feinbt Plttiser 1.70 1926 Dhroner Sängerei pikamer Mosel..... 1�0 1921 Oppenheimer ssnig. zan....... 1.90 S besonders empfehlenswerte Gewächse: 1922 Chat. Gap de Haullelner, blum. Bordeaux 2,00 1926 Rüdesheimer Berg duftig. Nebiich.... 2.30 1923 Beauchäteau ��.��gnnder 2.40 1926 Piesporler Goldlröpfchen wumg, blumig 2.40 1926 Haut Saulernes.ai«t Piegmatte-, edsisas 330 Cnnrln'.fnvAo ittsusmarKe Inner Tslelsekt..«n opecia. t-uvee naschen �rung. mll bleuer u. Plasche 4.ÖU Deutscher Weinbrand Ä. Descieux aus Chareniewem gebrannt O.vJU Wein und Spirituosen vom Fnh zu Exfrapreisen Wurstwaren Rol-u.Dampfwursi 1.05 Landleberwursl Pia 1.20 Jagdwurst. ptund 1.45 Mettwurst 1.45 Schinkenpolnische 1.60 Filetwurst Piund 1.60 Hildesheimer Piund 1.60 Landmellwursf pia 1.60 Zervelal u. Saiami__ hoisielmsche, Piund i./O Leberwurst leine, pia 1.80 Teewurst.piuna 1 80 Speck ieit 1.30 1.45 Schinkenspeck pia 2.00 Nußschinken ca.£ Pfd. schwer. Htd. i vz IStifrir. BüwoüiaierStr.. Morttzpiati: Speckwurst Pfund 1.00 Bierwurst piund 1.75 Katlee Irisch gebrannt, eigene Udstercl Konsum-Misch.Ptd. 2.40 Haushalf-Mlsch... 2.60 Sonder-Misch.„ 3.00 Olympia-Misch.„ 3.40 Qlobus-Misch. Pfd. 3.80 Residenz-Misch... 4.20 Spezial-Mischung Bo-nÄe 0-67 �.1.10 Tee ttyeme MUchwa�ca*/« Pfd. Ceylon Ii...... 1.25 Indien........ 1»55 China........ 1.70 Ceylon........ 1.85 Darjeeling... 2.00 f**" i".5.-�rrrffT a* f f Y». f P? 1 v>* | Xlteoitt, LidtlspieU usw. Q jj—z ,1 iJJunjmg z wwJl Donnst, a. 28. i Staats-Oper Unter A Linden A.-V. 80 19'h Uhr Staats-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 69 19'/, Uhr Rolfmanfls Donnst. d. 28. 2. st&dL Oper Bismarcksn Turnus III 19'/, Uhr StsatlSduBipk. ib IniiiB iBiiki K-V.TS 20 Uhr Rärin. Anoa Staatl. Schiller-Theater, Charitb. «> Uhr Pietro Aretfno 8 L'iip t) 5 Barbarossa 9256 Nur noch bis einschiieBlich I Osterfeiertsg: Sos-Blpa, du logtaU. tau- luglsir- Woadsr. und du Utngtn tttrsUMWli iwihuuiiiuiiuiMtiiMiuMiitnmiiuitiuNinuiiiiNiiiuiiiii SoiunabcBd and SB beiden Felerlatea; lc 2 vonieuoneen I" und»Uhr— l»1 ermäßigte Pr. plAza Am Pi„a 61»». SÜS S» Tttllch t, t.tS An beiden pelertsgeo 2, S, 8.15 iBtcrnalloBBlei Vartdt Karfreitag geschlossen— nur VsrTcrkaul 1—2 Utr r«6. Inet Renaissance- Theater Hirdeskergstr.» Tet: ttünpt MI u. 2553/84 8/, Uhr Max Pallsnbara „Das groBe ABC1 von Marcel Patnoi Ree: Ihl Rtflmg. ItPrwrttfiUtiUi. sv« uh* CÄS1N0-THEATER Loturmger Sirattc 37. Nmil N«ul „Eine ungeileDt» frau" und ein erstklassiger banter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1—4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M.Sessel 1«SM Sonstige Preise: Parket' u. Rang 0.80 M. Winfer ck CjOnOnA 1 8 Bkr• Zantr. 2818> Buibi Lotet« Tag« Ott* Rauttar | Ssasabcndi ZV« 8.90 und 8, | Osier-SoBBian, 2 Vorricllunger, 1 S.IO nad 8 Ohr) ] Otter-Mo niag: Z VonleUaa J.SO and 8 Vorverkauf fiberall. Theater a. KottbusserTor Kettbess« Str. 8 Tat Mpt 1*077 ragUeh• Uhr, aaek tmata, Mehla. Z Uhr(»rmSaigte Pratas) BlltwBBwwr a a..Die SchUnheitikünigin" verbunden mit Modonachau. ARfsm. Prslihtrakastraa, tsf aOmi ratzan VottsMUme ruäsfif nsoimiit: 8 Uhr InDzabnahnie 8 Uhr na Kratimien der Jugend nalla-neater 8 Lhr Oelraosch Stull Sdilln-lb. 8 Uhr Pfetri Arpflno nMlfa-meater •resdener Str. 72-7 8 Uhr ,t Oelraosch<( Theai rem SflUIfbaoerilamffl. Norden 1 Ml A 281. Tlglieh»V. Uhr Krankheit der Jagesd von Ferd. Bruckner Inst. Gust Härtung Lennartz, Srltta Brod, Kahncrt Dämmest, Andersen, Rappard u. Duschünskjr. Eanwfjky-BltiBeD Tbaatar l« dm »«»iggritl.r Straß, T auch 8V. Uhi Rlval en KomSdianhaua Täglich n Uhr Die Orel-Gninlin- i hnal», am NollMdoffplat2 Täglich 8V. uh' Revclie Im ErxiehangsPens Kamnerspieis a I. Norden 12 310 82310 8 U. Ende nach lOti Weiber von Winisor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert die Komödie J I Bismck. 2414/7516 S1/. U.. Ende geg.>0 wann kommst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Regie Gustaf GrOndgens 8 Uhr TägUch 8 Uhr Hanzano, te* and da* Obrige l dazu d. farbemr. ffftl MSi Taniiungndun"ll' it all« 3 Fgitruin 1 Toitis'loign. Kartrsltao ondil.- sals.-smi. T. Aorli DISCONTO-GESELLSCHAFT BERLIN Bankmäßige Geschäfte jeder Art Zshirelohe Zwolonledorlossungen in Oeutsohland __ eilaiw»« 31. Pwwibwr t»>»_ AkMva Kasse, fremde Oeldsorten und fällige Zins- und Dlvidendanschelna........ Guthaben bei Noten- u. Abrechnungsbanken Scheks, Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen............. Nostroguthaben bei Banken and Bankfirmen mit Fälligkeit bis zo 1 Monaten..... Reports and Lombards gegen börsengängige Wertpapiere............ Vorschüsse ant verfrachtete oder eingelagerte Waren............ Eigene Werfpap'era......... Konsortial. Beteiligungen......... Beteiligung bei der Norddeutschen Bank In Hamburg.............. Beteiligung bei dem A. Schaatfbausea'scben Bankverein A.-Q............ Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen...-..... Schuldner in laufender Rechnung..... Einrichtung.............. Bankgebäude............. Sonstige LlegensebeMen......... 984 772 550| 22 12 840 221! 34 32787 858> 34 12000 000 25 000 600 34 867913 564 181 784 1 Z2Z4I820 5360 950 I 7A-653 099 Kommandlt-Kapltal........... Allgemeine(gesetzliche) Reserve..... Besondere Reserve..... RM 3 000 000 hierzu Ueberweisang aas dem Reingewinn..... B 1 000 000 Gläubiger.............. Akzepte.............. WohLahrtsfonds für die Angestellten... Noch nicht abgehobene Gewinnanteile der früheren Jahre............ 10»/, Gewinnanteil aal RM 135 000000 Kom- manditanieil............ Gewinnbeiteiligung des Aufsichtsrats.. Uebcrtrag auf neue Rechnung...... RM 135 000 000 48 000 000 4000 000 ]87 00uu00 I 436 998 163 62 249 318 2952 000 TT 022 13 500 000 656 756 219837 I 703 653 099! 34 Pt 90 Oowinii« und Vurfust-Ruchnung 193S Verwaltung» kästen einschiieBlich Gewinn- bcteiligung der Geschäftsinhaber, Direktoren. Prokuristen und Angestellten... Steuern.............. Za verteilender Reingewinn....... RM 47 826 173 8032 588 15376594 Fl. 06 71 255 355 1 91 , Vortrag ans 1927 Effekten.............. Provision.............. Wechsel und Zinsen.......... Beteiligung bei der Norddeutschen Bank In Hamburg........ Beteiligung bei dem A Schaaf hausen'schen Bankverein A-G.,.... Dauernde Beteiligung bei anderen Banken und Bankfinnen........... RM 217 674 3687 619 31 018 298 30 124 536 Pf. 16 55 13 12 1200 000 2500 000 1— 2507 227 Ut 71 255 355 i 91 Gr. Schauspielhaus 8 Kttoatleria ERIK C Meliontiliiealei 8 he Loltongi ARELL See£ie6e Auqustui von Berntutr s. Wsliseb Alfred Braun Mady Christians Trade Lleshe Siefftr. Arno Paul üforffaii Paul Wcstermeler Caustar Matxner Marianne Winkelatern Iwan Orlik| Buddaibumt An beiden ifsfer- felertaicen naehmltt. 3 Uhr oagekllnt. Vorstellaag Kleine Preise Fritzi Massaryi Max Hansen Uschi Elleot W. Janhnhn H. Jankermann W. Schacffcrs Marqalta Slsters Frleco Dtaety filrts| Aoroediaabey» j Ken ant KARFR GR. SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr DAJOS BELA mit seinem Orehe.ter und Solisten Populäre Preise 1—4 Mk. Vorverkauf Theaterkassen, Aaset»ttun gen: Prof. Ernst Stern. Masik. Leitung: Ernst Ilnnhe Rudolf Pernk. Elektrola EITAO METROPOL- THEATER 8 Uhr 4 KONZERT AUF FLÜGELN BlOUinar, Oalbtrunk SSIttmann, Zakln Pomarane Populäre Preise 1—5 Mk. A. Wertheim, Bote& Bock 8>„ Theater des Westens älnbcio Feiniagrn auch 3 Vi Uhr Oer größie Srsolg Berlins Lrieöerike Mufd van Ccfiat Erika o. Thellmann Ran Ziegler, Ttaateaper Wien Amffrdl,«mdarg. Koro, etiler, Zesptnaimn, Str. ttdffe mwnttrbf. StettWL9Z1 8.7180 ftatfreltog 8'/« Übt Das Apostelspiel KieiDei fngaier Fätilich 8Vi Uh' Curt Goetz» Valerie ▼. Martern Ferd. ▼. Alten in „Trio" Lustsp v. Leo Lenz. Regie: Fricdmi Fredcrldi. DUch. KQnstler-T». SV* Uh< Ponasch und Perimuner als Detektiv Paul Gräiz, Karl Etülndcr. Planetartnm — am Zoo �—» fir..i9. JnAimnhiiu..r») Noll. 1578 16V« Uhr Sternhimmel des FrDhJahrs 18'/« Uhr Sternbilder und Weltbau 20'/« Uhr Wunder dt» »Odlithan Himmel» Tägl. außer Montags u Mitnv. Erwachs. ' Mk., Kinder 50 Pf. MI tw.: Erwachsene 50 Pf, Kinder 25 Pf. R oss-Theatei tfj'raHhrw St.l3' fcV* Uhr DniilteSdndrtilo Reichshallen-Theater vo«.[5] o-ß. btld. ralertagoD Naftin.|7| Slclltner Sänger mit dem vnodervolloi Ostcr- Programm 1 Nachm. halbe Preise, Dönhoff- Brett' Das er Bc e'tprogr. RoMen-- Tarn. Nr. 1147» 46. Jahrgang Donnerstag. 2S. März �929 Berliner Gommerschau. „Gas und Wasser."— Die große Kestspielwoche. Die große deulsche Sommerausstellung„Gas und waster Berlin lg2g-, die in der Zeit vom l S. April bis 2 1. 2 u l i in allen vier Ausstellungshallen am Kaiserdamm veranstallel wird, nimmt Form und Ge- stall an. Schon seit Wochen ist mit den praktischen Aufbauarbeilen begonnen worden. So wird u. a. an der Fertigstellung der in einer der Hallen ausgebauten modernsten Gaskammerösen der Welt ununter- brachen in drei Schichten Tag und Nacht gearbeitet. Allein für das Fundament dieses in natürlicher Größe betriebssertig zu errichtenden Osens hat man S8 000 Ziegelsteine benötigt. Hieraus kann man sich ungesähr einen Begriss machen von der Größe dieser Darbietung. Doch das ist nur eine der Sensationen dieser Ausstellung. So wird am Kopsende der Halle I das größte jemals hergestellt« Gas» m e r k s m o d e l l aus einer Fläche von etwa 1000 Quadratmeter errichtet. Hier wird man jedem Fachmann und jedem Laien in fabelhast verständlicher Form zeigen, wie Gas erzeugt wird. Das Modell ist so durchkonstruiert, daß selbst die kleinsten Betriebs- Vorgänge dem Beschauer praktisch demonstriert werden können. Alle Apparaturen, Hebel, Räder, Teile werden naturgetreu wieder- gegeben. An anderer Stelle trisst man Vorbereitungen, um durch einen Klangsilm Gewinnung und Verwertung der Gaswerksneben- erzeugniste lebendig darzustellen. Man wird sehen und gleichzeitig hören, wie Kunstseid«, Farben, Riechstoffe usw. entstehen, kurz, es wird mit den modernsten Mitteln der Technik gearbeitet werden, um auch dem nicht fachmännisch Geschulten einen packenden Einblick zu verschaffen. Ferner ist man mit der Errichtung von ganzen Fabritbetrieben beschäftigt, um das Riefengcbiet der Gasoerwendung in Gewerb« und Industrie zu zeigen. Einer der mterestantesten Be- triebe dieser Art dürft« die im Aufbau befindlich« größte Glas- Hütte werden. Man errichtet hier einen ganz modernen Glas- hüttenbetrieb, in dem Preßglas und Hohlglas vor den Augen der Beschauer fabriziert werden. Man wird hier sehen, wie bei einer Temperatur von 1500 Grad Celsius Glas klar und durchsichtig ent- steht. In ähnlicher Darstellung wird man die Verwendung des Gases in der Metall-, Nahrungsmittel- und keramischen Industrie zeigen: auch das Buchdruckgewerbe wird vertreten fein. Natürlich werden auch Betriebe vertreten sein, in denen mit Gas gewaschen und geplättet wird. Ein besonderer Teil der Ausstellung wird der vielseitigen Verwendung des Gases im Haushalt gewidmet fein. Nicht weniger lebendig und packend versprechen die Dar- stellungen in der Abteilung Wasser zu werden. Aus dem Frei- gelände ist man inzwischen damit beschäftigt, einen modernen Bohrturm zu errichten. Zu einer besonderen Sensation ver- spricht der ebenfalls auf dem Freigelände schon im Bau befindlich« Tem.pel des Lichtes zu werden. Selbst in der das Feuerlöschwesen behandelnden Gruppe wird man dem Besucher außergewöhnliche Darstellungen bieten. Zur Stunde ist man damit beschäftigt,«ine besondere Uebungsstrecke zu errichten, in der dem Publikum das Arbeiten der Feuer» wehr in vergasten Räumen mit den sich daran an- schließenden Wiederbelebungsarbeiten praktisch vorgeführt werden wird. Auch der.Kreislauf des Masters* wird eine außerordentlich lehrreiche und reizvolle Darstellung sein. In der Halle IV wird ein großer künstlicher Wasserfall, dem Kreuzberg nachge- bildet, errichtet, um so eine der interessantesten Teiianlagen der Wasterversorgung Berlins darzustellen. Es mag daran erinnert werden, daß neben den Sehenswürdig- ketten der Ausstellung„Gas und Wasser, Berlin 19�9*. die den technischen Fortschritt der Gegenwart verkörpern soll, in der Zeit vom 19. Mai bis 21. Juni durch da» Programm der „Berliner Festspiel« 1929* gleichzeitig künstlerische Spitzenleistungen geboten werden. Das Veranstaltungsprogramm der „Berliner Festspiele 1929* sieht aus dem Gebiet der Oper, des Schauspiels und der Konzerte Darbietungen vor, die den Weltruf der Stadt der Musik und des Theaters aufs Neue begründen werden. Nach dem Geständnis in Zannowih. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Das Geständnis Christian Stolbergs bedarf dringend der Nachprüfung. Dies ist auch die Ansicht der Berliner Kriminal» bcarnten. und deshalb begab man sich gestern mit dem Verhasteten wieder nach Schloß Iannowitz. um das Geständnis, das besonders im Hinblick auf den Hergang der Tat nicht zweifelsfrei ist, noch ein- mal zu ergründen. Der verhaftete Christtan Stolberg hat sein Geständnis nicht e r w e i t e r t. Die Berliner Kriminalisten sagen, daß nach der Sachlage und der Schußrichtung das Gewehr, aus dem der Schuß abgegeben wurde, nicht auf dem Tisch gelegen haben kann. Der Schuh hätte sonst durch die Rückwand des Sofas gehen müssen, auf dem der Ermordete sah. Also nimmt man vorläufig noch an. daß Christian das Gewehr hochgehoben hat. Dies würde die These des vorsätzlichen und überlegten Mordes erhärten. Der Berliner Mord- kommission beschäfttgt sich im Augenblick hauptsächlich mit der Rolle, die bei dem nächtlichen Drama Antonie, die 21Iährige Tochter des Toten, gespielt hat. Sie gilt als die Mit- wisserin Christian Friedrichs, sie gilt sogar nach den �Gerüchten. die in der Bevölkerung umlaufen, als Anstifterin. Ein Skandal sei verzeichnet: Karl Stolberg, der Bruder des�Tolen, der schon durch sein« akttoe Beteiligung am Kapp-Putsch in Schlesien allgemein in einen üblen Ruf kam, hat ohne Wissen der Justizbehörden Guts- beamte und Pächter zusammenberufen, um ihnen zu eröffnen, daß der verhaftet« Christian jetzt Majoratsherr von Iannowitz, Kupfer- b«g usw. sei. Dieses Vorgehen des Herrn Stolberg bedeutet ohne Zweifel ein Uebergehen der preußischen Gesetze, womit sich, wie wtr hoffen, die zuständigen preußischen Behörden noch befassen werden. Die preußischen Gesetze über die Ablösung der Majorate und Fidei- kommisse und ihre Uebertragung auf«inen Erbnachfolger, soweit eine solche noch möglich ist, setzt ausdrücklich Kontrolle durch den Staat und seine Behörden fest. Karl Stolberg täuscht sich, wenn er einfach nach der unter dem allen System üblichen Erbfolg« Verfügungen und Anordnungen treffen will. Wieder Gtromfiörung im Westen. Die Stadtteile Wilmersdorf und Schönebera wurden gestern abend erneut wie vor einigen Wochen von einer Strom- st ö r u n g betroffen. Gegen 18 Uhr erlosch plötzlich das Licht und er st nach 20 Minuten setzte der Strom wieder ein. Wie wir erfahren, sind von der Störung nur Stromabnehmer betroffen worden, die an das Elektrizitätswerk Südwest ange- schloffen sind. Die Ursache war diesmal ein Maschinendesekt im Kraftwerk, wodurch im Stromnetz große Spannungsschw.m- kungen verursacht wurden. Das ist in kurzer Zeit die dritte Störung, von der die Stromabnehmer des Elektrizitätswerks Südwest in Mitleidenschast gezogen werden._ Die Straßenbahnlinie 98 zwischen Neukölln und Baumschulen- weg wird vom 31. März d. I. ab ständig vom Schulenburaparl über Sonnenallee und Baumschulenstraße bis Bhf. Baumschulen- weg durchgeführt. Zeppelin über Hellas. Kursänderung.— Athen, Korfu, Ourazzo, Nagusa, Agram. „Graf Zeppelin", 27. März.(Eig. Funkdienst.) Während der Nacht hielt„Graf Zeppelin" in 120V Meter Höhe KurSauf Athen bei einer Durchschnitt«- geschwindigkeit von 130 Kilometern in der Stunde. Gegen 5 Uhr morgens wurden die Dykladen erreicht, die Griechenland vorgelagert sind. Ab S.30 Uhr fuhr„Graf Zeppelin" nur mit halber Kraft, um Athen nicht zu früh zu erreichen. Um 0 Uhr wurde der Hafen von Piräu« und Athen überquert. Das Luftschiff hatte auf der Fahrt von der Südostküste Griechenlands nach Athen starke Böen zu überwinden. Es nahm dann Kurs auf Konstantinopel; Maraton und Parnaß blieben links in Blickweite liegen. Die Insel Euboea wurde um 7 Uhr überflogen.— Bor den Sporade« wurde der Kurs wegen Gegenwind geändert. Wir fahren zurück nach Athen, dann über die Adria heimwärts. „Graf Zeppelin", 27. März, 12.30 Uhr. (Eigener Funkdienst.) 10.30 Uhr nach der Ueberfahrt von Jthaka offenes Meer, Qdhsseus' Heimat, die wir in 1300 Meter über- flogen, war ausgezeichnet z« beobachten. 11.30 Uhr war die Südspitze von Korfu überflogen, wo im italienisch» griechischen Konflikt Musiolinis Truppen landeten. „Graf Zeppelin", 27. Mär,. 17.20 Uhr. (Eigener Funkdienst.) Am Mittwoch passierte„Graf Zeppelin" nach Korfu durch die Straße von Otronto gegen 2 Uhr die Stadt V a l o n a» dann ging der Weg weiter an der albanische» Küste entlang, wo Felsblock an Felsblock sich reiht, nach Durazzo, der nicht weit von Albaniens Hauptstadt Tirana in prächtigem Tal gelegenen Hafenstadt. An der Küste herrscht wieder reges Leben. Jetzt fuhren wir unmittelbar die Küste Dalmatiens an, passierten dir herrliche Bucht von Cattaro in 1300 Meter Höhe. R a g n s a erreichten wir gegen 3.43 Uhr. Ter Kurs geht von hier über Lissa und S p a l a t o, das um 3.20 Uhr Passiert wurde, auf A g r a m» das wir bei Einbruch der Dunkelheit erreichten. Der Anflug von Belgrad, de« Eckener auf ausdrücklichen Wunsch des deutschen Ge» sandte« Köster Plante» muß nach Kursänderung unterbleibe«. t Weil er nicht verseht wurde! Wieder Selbstmordversuch eines Schülers. Das Schreckgespenst Osterzensur hat abermals ein Opfer ge- fordert. Nachdem erst vor ganz kurzer Zell mehrere Schüler ou« Furcht vor der Nichtversetzung Hand an sich gelegt haben, versucht« gestern nachmittag der löjährige Schüler Kurt N. in.der Wohnung seiner Eltern, Rostocker Straße in Moabit, seinem Leben ein Ende zu machen. Als die Mutter von einem Ausgang heimkehrte, fand sie ihren Jungen in der mit Gas gefüllten Küche leblos ans. Die alarmierte Feuerwehr nahm Wiederbelebungsoersuche vor, die nach längerer Zeit auch von Erfolg waren. Der Zustand des jugenWichen Selbstmörders war jedoch so bedenklich, daß sich sein« Ueberjührung ins Moabiter Kronkenhaus als notwendig erwies. Der Junge war nicht oersetzt worden und hott« sich diese Tatsache so zu Herzen genommen, daß er beschloß, freiwillig in de» Tod zu gehen. ZoHtAH einte Kevolulion. Vom CecltAel Htcetna-nn Moslat .»In Leipzig ist jetzt der Musikdirektor Wagner. Ach, at der herrliche Musik geschrieben! Und der wird mir Stunde eben. Kennen Sie den Lohengrin? Den Rienzi? Den �annhäuser? Nicht? Ach, Sie kennen aber auch gar nichts! „Ich kenne Bach sehr gut," sagte er bescheiden.. „Na ja, Bach... aber Wagner!" Mit lauter Stimme hmetterte sie heraus:„Dich, teure Halle, grüß ich wieder... Zwei Fenster in der stillen Straße öffneten sich. Sie ielt sich erschreckt die Hand vor den Mund und zog ihn ins »unkel eines Haustors.„Entschuldigen Sie..." Noch immer hielt sie seinen Arm, und er entschuldigte chr gern.„Ich will nämlich Sängerin werden," sagte sie ne zu ihrer Rechtfertigung.„Damals, beim alten Hampel, abe ich Ihnen ja schon gesagt, daß ich Sängerin werden zollte." Sein Blick wich nicht von ihr: also durchgebrannt war e, einfach durchgebrannt, dies reiche, schöne Mädchen, die s doch nicht nötig hatte, die doch auf keinem Seminar war... Die Fenster schlössen sich wieder unter einigem Gebrumm er Bürger, die hinausgesehen hatten. � „Warum darf man das nun eigentlich nicht? fragte sie lötzlich kämpferisch. „Was?" „Na, auf der Straße singen. Ich tue es doch nicht aus tiedertracht. Ich tue es doch aus Freude." „Das Individuum muß sich der Gemeinschaft unterord- en," sagte er weise. Da fuhr sie hoch.„Der Gemeinschaft— gut! Sind die eiden Fenstergucker vielleicht eine Gemeinschaft, he? Möchte zissen, wie die miteinander stehen, diese— diese Nachbarn!' »05 kam wie«in Schimpfwort. Erregt sprach sie weiter. Ihr lockere», schwarzes Haar gab das Vibrieren ihres Körpers gesteigert wieder.„Wissen Sie, das ist nämlich alles dasselbe, für mich. Daß ich hier auf der Straße singe, daß ich in Leipzig singen will, daß ich raus will aus Bernburg, weg von den brabbelnden Eltern, von der stumpfen Gesellschaft. Damals, Sie wissen schon— damals wollte ich- vor den Revolutionären hersingen. Das war natür- lich Quatsch und Kinderei. Aber empfunden habe ich schon damals wie heute. Daß Singen, wie ichs will, und Revo- lution aus dem gleichen kommen. Aus dem Willen, aus sich herausgehen zu dürfen, tun zu dürfen, was gerade und ehrlich ist. Mein Vater säuft. Warum muß er das heimlich tun? Warum dürfen Sie nur mit blutigen Händen poussieren? Warum muß ich Herrn X. verbindlich anlächeln? Das alles muß weg, weg muß das alles!" „Das würde doch aber in der Praxis—" wagte er schüchtern einzuwerfen. Sie lachte etwas schrill auf.„Ach Iungchen, Iungchen! Natürlich rede ich Quatsch! Aber was ich meine, ist kein Quatsch, verstehen Sie denn das nicht?" Sie warf plötzlich die Hand auf sein Haar und drückte seinen Kopf zurück. „Warum sind Sie eigentlich so— so wassersuppig, sagen Sie bloß! Sie haben doch fünf Jahre gelernt, zu sagen, was sie meinen. Meinen Sie denn gar nichts?" Sie nahm die Hand weg und ließ sie ironisch-müde fallen.„Ich glaube wirklich, er meint gar nichts!" Dann aber warf sie wieder beide Arme in die Luft.„Mensch, wenn ich erst in Leipzig sein werde! Da werde ich nicht reden, da werde ich singen, da werde ich leben, was ich meine: Freiheit!" „Heute sprechen Sie immer von Ihrer Freiheit," sagt« er ernst.„Damals sprachen Sie von der Freiheit der anderen. Das war schöner." „Na ja, na ja..." gab sie zu, plötzlich geknickt.„Aber ich meine ja auch hier wieder dasselbe!" Sein blasies Gesichtchen war in jedem Zuge gespannt und sah schön aus.„An der Freiheit der anderen muß man aber arbeiten. An der eigenen übrigens auch. Sie so einfach leben— das geht nicht." Ihre tiefen, blauen Augen sahen ihn groß an.„Sie haben recht." Sie strich das widcrwillige Haar aus der steilen Stirn.„Sie haben vollkommen recht. Vielleicht helfen Sie mir bei dieser Arbeit, später einmal. Ich habe es nötig, ich weiß." „Gerne," sagte er voll. ,»In Gedanken habe ich Ihnen das schon einmal versprochen, Fräulein Hecker-Calm." Sie lachte froh über dies Wort.„Die Hecker-Calms brauchen anscheinend manchmal einen Kniephacke. Heute nach» mittag sah ich, daß Ihr Vater sich ausgesöhnt hat mit meinem Großvater. So hat der alte Mann doch wenigstens einen vernünftigen Menschen während meiner Abwesenheit. Groß» vater schien es sehr weh zu tun, daß ich ging..." „Sie werden manchem fehlen,— dort und hier... Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute," sagte er gepreßt, um ihn die Hand drücken zu können. Sie gab den Druck fest zurück.„Danke schön, Herr Kniep» hacke. Ich habe keine Angst. In Leipzig ist jetzt auch der alt« Hampel, den mein Vater damals entlasten hat, weil er die Arbeiter aufgewiegelt haben sollte. Der wird mich schon auf- nehmen und im Notfall verstecken." Sie trat aus dem Tor auf die Straße.„Nun ober geht's auf acht Uhr, und ich will Ihnen den Brief Ihres Baters übergeben." „Einen Brief?" Seine Stimme verbarg die Enttäuschung nicht. Also war es doch so, also war sie nur des Briefes wegen gekommen. Und aus dem Seminar würde er vielleicht herausfliegen wegen dieser Weibergeschichte, und dabei wans nicht mal eine! „Jawohl." Sie zog ein zerknittertes Papier aus dem Handtäschchen.„Eigentlich wollte ich ihn erst um acht über- geben." „Bitte," sagte er rasch..Kann geben Sie mir ihn erst um acht." Sie lachte hell auf, wurde aber gleich wieder ernst.„Ihr Vater sagte zwar, daß es nichts Wichtiges sei. Aber er hat den Brief gleich auf dem Weinberg geschrieben, vor zwei Stunden, und war sehr erregt. Mir fällt das jetzt erst wieder «in, wo ich das zerknitterte Papier sehe. Auch daß niemand vom Seminar von dem Brief etwas wissen sollte, sagte er. Darum kam ich." Jetzt wurde seine Neugier wach.„Niemand etwas wissen? Was hat der Alte für Geheimnisse?" �r wies auf seine verbundene Rechte.„Helfen Sie mir öffnen, bitte! Er zog sie unter eine Laterne. Sie entfaltete» den Brief, gab ihn in seine Linke und ging auf und ab, während er las. Alexander Carl wurde blaß, begann zu zittern, hielt sich an der Laterne. Sie trat rasch aus ihn zu.„Was ist, Herr Kniephacke?" „Lesen Sie, bitte, lesen Sie.., das ist ja... ist ja furcht-- bar... was soll ich tun..." (Fortsetzung folgt.) Die Schäden der„Europa". Indienststellung für dieses Jahr unmöglich. Da auf der„Europa" nunmehr keinerlei Brandgefahr mehr besteht, hat die Hamburger Bcrufsfeuerwehr auch ihren letzten, bisher noch als Brandwache auf dem Schiff zurückgelassenen Lösch- zug zurückgezogen. Der Beobachtungsdienst an Bord des Dampfers liegt jetzt nur noch in den Händen der Werft-Feuerwehr. Die Punip- und Aufräumungsarbeitcn werden von Ar- beitern der Werft fortgesetzt. Bevor mit den Wiederoufbauorbeiten begonnen wird, wird eine Kommission der beteiligten Bersicherungs- gesellschaften eine Besichtigung des angerichteten Brandschadens vor- nehmen. Die Verwaltung des Norddeutschen Lloyd gibt im Einverständnis mit der Firma Blohm u. Voß folgendes bekannt: Es steht fest, daß der Schiffskörper als solcher unterhalb des Hanptdecks von dem Brande überhaupt nur durck, einige lokale Brandherd« im Vorderschiff berührt ist. Maschine und Kessel- anlöge sind intakt. Im hinteren Drittel des Schiffes sind auch die Aufbauten bis zinn obersten Deck unversehrt geblieben. Auf Grund der bisher gemachten Feststellungen handelt es sich um einen dem Ilmfang nach allerdings beträchtlichen und namentlich dem Laien ins Auge fallenden Oberwasserschaden, der so vollkommen beseitigt werden wird, daß der Betrieb und die See-Eigenschaft des Schiffes in keiner Weise beeinträchtigt werden. lieber die erforderliche Reparaturzeit läßt sich noch nichts sagen. Di« beabsichtigte Verwendung des Schiffes nach in der diesjährigen Herbstsaison ist nicht möglich. Falschmünzer ausgehoben. In einem Bergwerlsstollen und in Dresden. In einem verlassenen Stollen des unterirdisch betriebe- nen B( e i e r z b e r g w e r k s der Gewerkschaft Mechernicher Werke bei Drier wurde eine vollständig eingerichtete Falschmünzerwerkstätte entdeckt. Die Menge von Geräten zur Herstellung von Silber- münzen sowie eine Zeitung neueren Datums, die man im Stollen fand, lassen darauf schließen, daß die Falschmünzer dort noch vor kurzem ihr Handwerk betrieben haben müssen. Es sind bereits m e hrere Personen verhaftet worden, bei denen erhebliche ' Vorräte von Silber und Blei beschlagnahmt wurden. Die Ver- bindungen der Falschmünzerbande reichen offenbar bis nach Aachen und Stolberg. In Dresden schritten gestern Kriminalbeamte gleichzeitig in mehreren Stadtteilen gegen eine Falschmünzerorgmis>tion « Ausstellung„Wien im Rild" im Sefuntheitshau» am Urban. Etraß-nil>-hn. Unten 4, 21, 15, 115. Treffpunkt vor dem Hedäuk»e. Besuch kostenlos. Zuugsozialifiea. Gruppe Renkölln: Morgen, Karfreitag, OsterZahri. Treffpunkt TV: llhr ©ötlifcrc Bahnhof..„ T.. i ean Gruppe Wedding'Gesundbrnnneu: Ueber Ostern veranstalten«rr Klvn Osttr- fahrten. 1. Fahrt nach Königsberg lNcumar4>. Abfahrt Karfreitag 5H Ui)t Wricz-ner Bahnsteig. IZahrqelb etwa I« M. 2. Fahrt(billiger« Fchhrll. Treffpuntt Karfreitag 8V. Uhr Wriezener Bahnst« ig nach Freienwalbe— Eber-. walde. Fahrgeld etwa Z R. Söst« find herzlichst wiMoinmen. Gruppe tlharlottenbura: Sonnabend Treifpunlt»ur Osterfahrt l8H Uhr Stettiner Bahnhof«Vorhalle). Für Nachzügler 22 Uhr Chorlattrnburg, Wilhelmplotz tZeitungsllosi). Arbeitsgemeiuschaft der kinderfreunde dJroß-Berlin. Jttri« Reutöll». Gruppe Falle i Trefspiinlt«lr unser« Osterfahrfen am Freitag. 2S. Mär,, am Hertib-rgplah:«ib Uhr Jung, und Kükcnfallen>m..i RübcrÄarf. S Uhr Rote Falten nach Altenhof.— S-uppe Lichttanipf-r: Wir treffen uns zu unserer Osterfahrt nach Buckow(Märkische Schweiz) am Frei« tag, A. März, um 8 Uhr am Ringbahnhof R-ulolln. Geburtstage. Zubiläen ufm. �- ~ 24. Abt. Sein 60. Lcben-jabr pollenbrt beut- nnler Genast- Si«a» Stigl».«hriftburger Str. 25. der allherbem»och auf eine bel-ah- erfüll:- 4>>jährige Partei, imehöriglelt znrüitbliik-- darf. Darum übermitteln wir ibm liniere innigsten Grüße nnb Wünsch«.___. 81. Abt. Friedenau. Unserer liebr» Genaffin Toll«. Ronnrbergftr. i. ,»m heutige, 75. S-burt»tage die hcrUichste» Slütwünsche. Mag«« untere« lieben.Mutter Söll«' vergönnt(«in, mich langt Jahr« in geistiger und karpcr. licher Frilchc an-nserrn«eranstaltnngcn teilen-hmen. s Sterbetafel der Groß- Berliner Partei> Organisation s 25. Abt. und ,34. Abt.«n». Unser alter Seiipss« Bernhard Rieß. ner. ,ul«tzt im Altersheim in Buch, ist am R. Mär, nach lurjem aber schwerem Leiben im 75. Lebensjahre tierstorben. Mitbegründer des tomahgen Verbandes der Bureauangestevten. hat er b>- rn« hohe Alter hinein fslbst in Buch für die Partei feinen Mann gestanden. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. Einäscherung am Sonnabend, 30. März. IIZH Uhr. im K�"gz Renlölln"� ünsere liebe Genossin Agn«, Rotbart,«. Be. zirk. ist am Sonnabend. 23. März im Alter von 5» Fahren verstorben. Ehr- ihrem Anbenken! Beerdigung heut«, Donnerstag, 28. Marz. 15 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen E-m-ind-, Berlin. Pappelall«-. Sozialistische Ardelterjugend Groß-Serlia awCenbimgen für diese Bafcril not«n das: ?erlw SZL 5». Tbideallrabe 5 Do» Sekretariat ist am Ostersonnabend»nd 8. Feiertag geschlosteit. Zur Znternationalen Kundgebung am 4. April müsse» dir ffahien- � träger aller Abteilungen mit ihren roten Fahnen pünktlich.. ,» Uhr in der.Reuen Welt" anw-s-nd sein. Die Eintrittskarten und g| Handzettel für diese Bcranstaltung müssen heut«. Donnerstag, un. ui bedingt von allen fehlenden Gruppen abgeholt werden. Heute, Donuerstag. ISVt Uhr: Westen I: Heim Büwwstr. 88. vst-rfahrüxssprechmtg.— Ksttbnster Toe: Heim Britzer Str. 80..Bürgerliche Umgangsfvrmen. Mttena»! L«im Rofenthaler Str. 15..Elaßbrenner."— Re-I-lln V: ffurfliatiärsitziiu« 20 Uhr Heim Böhmisch« Str. 1—4. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. Treffpunkte für Osterfahrteu: Sörther Plötz: IS'I Uhr Bhf. Aleranderplatz iSIadtdahnhak).—««»»> Werhebeziri Prenzlauer Berg- Mittwoch. Z. April, W..B..Mitgtt-d«ri>-i. fammlung im Seim Dan, ige- Str. 82. Genosse Dr. B-rnfeldt spricht über „Sozialiftische Erziehung und Arbeiterjugend." ymoAfcn die wundervolle goldklare Haarwaschseifc für jedes Haar, auch als Shampoon EIWER ©RIENT /Smi/ cvS u? gen der I— ZIGARETTE \ Aparte Modelle � J Grosse Preiswürdigkeit Das sind die Vorzüge von SALAMANDER GRÖSSTE DEUTSCHE SCHUHFABRIIG Branntweinsteuer/ Monopolrefonn. Ein Schritt vorwärts in der Branntweinwirtschast. Der zurzeit dem Reichstag vorliegende Gesetzentwurf über die Erhöhung der Branntwein st euer soll dem Reich eine Mehreinnahme von etwa 90 Millionen Mark jährlich bringen. Die Regelung kann jedoch nur eine vorläusige sein, ihr muß in.kurzer Zeit eine grundlegende Reform der deutschen Brannt- weinwirtschaft folgen. Die BranntweinpolitK wurde seit Jahrzehnten von dem Wunsch, der kartosfelbauenden Landwirtjchast aus den leichten oft- deutschen Böden zu helfen, getragen. Das führte bereits vor dem Kriege zu einer Privilegierung älterer gegenüber ncuentstehenden Brennereien. Zu einer osjensichtlichen schweren Mißwirtschaft führte die Brantweinpolitik jedoch erst nach dem Kriege, als der Absatz von Trinkbronntwein weit hinter dem Borkriegsumjang zu- rückblieb und die Monopoloerwaltung neue Branntweinabsatzmög- lichkeiten suchen mußte. Dabei wurde in steigendem Maße Brannt- wein für Motortreibstosfe, für technische Zwecke, zur Ausfuhr usw. weit unter den Gestehungskosten der Monopoloerwaltung ver- kauft. Während der Einstandspreis der Monopolverwaltung ein- schließlich Reimgungskosten für einen Hektoliter Branntwein im vergangenen Jahre etwa 80— 8Z M. betrug, wurden 180 000 Hekto- liter Motorbranntwein zu 18 M., nahezu 11� Millionen Hektoliter Branntwein zum allgemein ermäßigten Preis von 30—40 M. je Hektoliter verkauft. Die aus dieser Verschleuderung von Brannt- wein, nicht gerechnet die Berlust« aus Spritschiebungen, entstandenen Verluste beliefen sich im vergangenen Zohre aus dem Berkauf von Elsigbranntwein.... rund 1,7 Mill. m,, zum allgemein ermäßigten Preis rund 63„ ,,„ von Motorbranntwein...... 11,5, „ Ausfuhr-Branntwein........... 1, zusammen rund 79,2 Mill Ledi-glich zur Finanzierung der verlustbringenden Absatzzweig« der deutschen Branntweinwirtschaft muhte also die Reichskasse im vergangenen Zahre aus SO Millionen Mark Steuereinnahmen ver- zichlen. Schwere Organisationsfehler. Auch sonst weist die heutige Konstruktion der deutschen Brannt- wemwirtschaft schwere Fehler auf. So wird über die Preise, die der Landwirtschaft für ihren Branntwein von der Monopol- Verwaltung zu zahlen sind, und über die Abgobenpreise der Mono- polverwalwng nicht etwa vom Reichssinanzministcr entschieden, sondern von einem Beirat, in dem die Interessen- t e n, d. h. sowohl Landwirte als auch Branntweinabnehmer, maß- gebend«, Einfluß haben. Wiederholt ist es vorgekommen, daß diese beiden Parteien sich über die Ankaufs- und Verkaufspreise auf Kosten der Monopoloerwaltung, d. h. des Reichs, geeinigt hoben. Insgesamt wurde die Monopolverwaltung nach einer Denkschrift des Reichsfinanzministeriums'durch solche Beiratsbeschlüsse in den letzten Jahren u m 1 4 0 M i l l i o n« n Markgeschädigt. Ein dritter gewichtiger Mangel der deutschen Branntweinwirt- schoft liegt in der verhältnismäßig niedrigen Besteuerung des Branntweins in Deutschland. Während in England in den letzten 15 Jahren die Branntweinsteuer systematisch erhöht wurde und dem englischen Staat jährlich etwa eine Milliarde bringt, fließt dem Deutschen Reich bisher aus der Branntweinbesteuerung, obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkbronntwein in Deutschland ungefähr ebenso hoch ist wie in England und obwohl die deutsche Bevölkerung um ungefähr 50 Proz. größer ist als die Englands. jährlich nur rund V4 Milliarde zu. Die letzte Ursache für die schweren Fehler in der deutschen Branntweinwirtschaft liegt in der seit fünfzig Jahren mit' der Branntwcingesetzgebung bezweckten angeblichen Förderung des landwirtschaftlichen Kartoffelbaues. Dabei ist in den letzten Iahren wioderholt in der Oeffentllchkeit betont worden, daß die Branntwemwirtschoft überhaupt in der Förderung des Kartoffelbaues nur«ine untergeordnete Rolle spielt, daß aber die Förden, ng des Kartoffelbaues in denjenigen Betrieben Ostdeutschlands, in denen die Brennerei die Grundlage des gesam- ten Betriebes ist, durch die derzeitig« Organisaton der deutschen Brcnntweinwirtschaft geradezu sabotiert wird. Betriebswirtschaftlich sehr erwünscht ist nämlich die Ber- Wertung von Kortoffeln durch die Brennerei in solchen Wirtschaften, die wegen schlechter Verkehrzverhältnisse ihre Kartoffeln nicht frisch verkaufen können, in denen ferner wegen fehlender Wiesen die Futterversorgung des Biehs unzulänglich ist und in denen schließlich auch der Ackerboden zu leicht ist, um Klee und Luzerne zur Biehsütterung anzubauen. Im deutschen Osten gibt es eine recht große Anzahl solcher Betrieb«, von denen aber nur ein ganz geringer Teil über ein« Brennerei verfügt, da seit Jahr- zehnten die bestehenden Brennereien bestrebt waren, die Errichtung neuer Brennereien zu erschweren oder gar zu verhindern. Gerade in den Gegenden mit den schlechtesten Boden-, Wesen- und Berkehrsoerhältnissen waren jedoch im letzten Jahrhundert weite Flächen, die heute aus Grund der verbesserten Agrartechnik genutzt werden können, noch Oedland oder Wald. Die in solchen Gegenden im Lause des letzten Jahrhunderts errichteten landwirtschaftlichen Betriebe konnten nur in Ausnahmefällen eine Kar- toffelbrennerei errichten, da schon frühzeitig die gesamte Branntweinerzeugung kontingentiert(mengenmäßig beschränkt) und unter den bestehenden Brennereien aufgeteilt war. Dabei kann kein Zweifel sein, daß ein recht hoher Prozentsatz der landwirtschaft- liehen Brennrechte auf solche Betriebe entfällt, in denen die betriebs- wirtschaftliche No t w e n d i g k e i t für eine Kartoffelbrennerei a b- s o l u t nicht vorhanden ist. Der Enqueteausschuß hat in der Erkennntis, daß die Lösung der Branntweinfrage für Landwirtschaft und Staat von größter Bedeutung ist. im vergangenen Jahre eine Erhebung«in- geleitet, um die Gerechtigkeit der Brennrechtsvertei- l u n g in den verschiedenen Betriebsformen nachzuprüfen. Daß die Ergebnisse dieser Erhebung, die zweifellos den Nachweis erbringen werden, daß 40 bis 50 Proz. der landwirtschaftlichen vrennrechte ohne größere Verluste für die landwirlschastlichea Betriebe weg. fallen können, erst im Laufe dieses Jahres vorliegen werden, ist der Hauptgrund dafür, daß in dem zurzeit im Reichstag beratenen Gesetzentwurf zur Aenderung des Branntweinmonopols grund- legende Maßnahmen zur Neuorganisation der deutschen Branntweinwirtschast n o ch n i ch t enthalten stuti. Die jetzige kleine Reform. Sowohl die Ablösung der Bronnrechte in denjenigen Betrieben, in denen die Kartoffelbrenneroi keine betriebswirtschaftlich« Not- wendigkoit ist, als auch die Reform des Beirats und die verstärkte Einschaltung der billig produzierenden Sulfitbrennereien in die deutsche Btanntweinwirtschost müssen daher einer endgültigen Regelung der deutschen B ra n n t w e i n w i r t s ch a f t, wie sie hoffentlich in diesem und im nächsten Jahre zur Durchführung gelangen wird, vorbehallen bleiben. Die klein«, jetzt geplante Reform beschränkt sich daraus, die Branntweinsteuer um den bescheidenen Betrag von 70 M. je Hekto- liter zu erhöhen und gewisse Sicherungen gegen Spritschiebungen einzuführen. Zwar sieht das Gesetz nicht, wie der Monopolgesetz- entwurf von 1926, die Zusammenlegung der kaum kontrollierbaren zirka 40 000 süddeutschen Kleinbrennereien in größere Genieinschafts- breunereien vor. jedoch wird auch die Bestimmung, daß Branntwein nicht mehr unter dem von der Monopolverwaltung festgesetzten Preis gehandelt wenden darf, wesentlich zur Eindämmung des Schwarzbrennens führen. Berstärkt wird diese Sicherung gegen Steuerhinterziehungen und Schwarzbrennen noch durch den Wegfall bisher gewährter großer Sondersubventionen an Kleinbronnereien. Insgesamt wird von diesen Maßnahmen eine Erhöhung der Roichseinnahmen um rund 75 Million«, Mark erwartet, so daß in Zukunft die Gesamt- jahreseinnahmen aus dem Branntweinmonopol 360 Millionen Mark betragen sollen. Auch die- Erhöhung der Branntweinsteuer wird von der Ar- b e i t e r s ch a s t vom Berbraucherstandpunkt aus mit wenig Freude begrüßt. Es gilt jedoch, unter den verschiedenen Steu«rarten diejenigen herauszusuchen, die vom sozialen Gesichtspunkt aus am leichtesten tragbar sind. Man braucht nicht Alkoholgegner zu sein, um auch die Branntweinsteuer zu diesen Steuern zu rechnen. Anläßlich der Diskussion über die Biersteuer wurde hier ausgeführt, welche katastrophale Folgen gerade für die ärmsten Derbraucher- schichten ein Ersatz der Biersteucrerhöhung durch eine Umsatzsteuer- erhöhung, mit der die bürgerlichen Parteien liebäugeln, haben würde. Dasselbe gilt für die Branntweinsteuer. Ganz abgesehen davon, daß sich die Erhöhung der Reich-einnohme aus der Brannt- weinwirtschaft nur in einer ganz geringen Erhöhung der Preise für Trinkbranntwein, insbesondere bei glasweisem Ausschank, aus- wirken wird, besteht die Möglichkeit, den Branntweinverbrauch etwas einzuschränken, während eine Erhöhung der Umsatzsteuer zwangsweise zu einem Sinken des gesamten Lebensstandards führen müßte. Erleichterung auf dem Arbeitsmartt. Loden noch tief gefroren. Der schwerbelastete Arbeitsmarkt hat in der Woche vom 18. bis 23. März eine spürbare Erleichterung erfahren. Sie war allerdings in den ländlichen Bezirken geringer als in den größeren Städten, im übrigen aber innerhalb der ländlichen Bezirk« sehr ungleichmäßig. Man kann annehmen, daß zunächst nur die Wirkungen des ungewöhnlichen Frostes überwunden sind, daß die normal« jahreszeitliche Entlastung kaum begonnen hat. Fünf Jahre Oetvog. Die Leistungen des gewerkschastlichen Lauunternehmens. Das Bauunternehmen der freien Gewerkschaften, die D e u t f ch e Wohnungssürsorge A.-G. für Arbeiter. An- gestellte und Beamte(Dewog) blickt in diesen Märztagen auf eine fünfjährige' Tätigkeit zurück. Besonders erfreulich ist die Aus- dehnung der Bautätigkeit im letzten Jahr, die sich mft einer L e i st u n g von 7701 Wohnungen fast o e r d o p p e l t e. Im Laufe chrer fünfjährigen Tätigkeit konnte die Dewog i n S g e s a m t 15 000 Wohnungen bauen, und auch in Berlin verdanken ganze Stadtteile ihr Entstehen der Initiative des gewerkschaftlichen Bauunternehmens. Außerdem wurden von der Dewog-Revisiöns- Vereinigung, der 200 Baugenosienschaften angeschlossen sind, seit 1924 rund 29 300 Wohnungen für die arbeitende Bevölkerung fertiggestellt. Der Geschäftsbericht der Dewog, der jetzt vorliegt, bezeichnet das verflossene Jahr als ein R e k o r d j a h r im Wohnungsimu, dessen Zahlen den Anfang 1928 noch vorhandenen Pessimismus er- freulicherweise widerlegten. Trotz des allgemein hohen Standes der Wohnungsbautätigkeit bleibt die fast verdoppelte Leistung der Dewog doch sehr beachtlich, denn mft einer Gcsamterstellung von 300 000 gegen rund 288 600 Wohnungen im Dorjahr betrug die Zunahm« in Deutschland gegsn 1927 nur 4 Prozent. Die Tätigkeit der Dewog vollzog sich auch im letzten Jahr in eng st er Zusammenarbeit mit den übrigen Arbeiterunter- nehmungen. Bon der Finanzierungsabteilung der Dewog wurden von den im letzten Jahre gebauten Wohnungen 3600 mft Hypotheken versehen, der Rest wurde von den örtlichen Tochtergesellschaften sinanziert. Die ersten und zweiten Hypotheken erhielt die Dewog vorwiegend von der B o l k s f ü r s o r g e, der gewerkschaftlichen Bersicherungs-A.-G. in Hamburg, bzw. von der Hannoverschen Bodenkreditbank in Hildesheim, die der Arbeiterbank gehört. Der größte Teil der Zwischenkredite wurde von der Arbeiter- dank gegeben. Die Durchorganisierung der gesamten Bewegung wurde durch Ausbau der Zentralisierung fortgesetzt, wobei jedoch die praktische Wohnungsbautätigkeit in der Hand der örtlichen Gesell- schaften bleibt. Aber die Buchung der einzelnen Gesellschaften in der Provinz m, die Dewog wurde durch Uebcrnahme der Kopitalz- Mehrheit verstärkt. Das Kapital der Dewog wurde zu hießen, Zweck im Herbst 1928 von 0,4 auf 1,0 Millionen erhöht..In Breslau und in Hamburg wurden eigene Zweigstellen gegründet, die seit etwa einem Jahre schon arbeiten. Der Abschluß ergibt einen Reingewinn von 74 633 M., von dem 50000 M. dem gesetzlichen Reservefonds überwiesen und 5 Proz. als Dividende ausgeschüttet wurden. Die Aussichten für das laufende Berichtsjahr werden als günstig bezeichnet. KurseinSruch in New �ork. Gute Reichsbank vor dem Ouartalschluß. Zum 23. März, also wenige Tage vor dem so sehr gefürchteten Quartalsende,'wurde die Reichsbank noch entlastet. Die Be- stände an Wechseln und Lombarddarlehen gingen um 62,7 auf 1809,6 Millionen zurück, die Kundcngelder auf Girokonto haben um 79,7 auf 528,3 Millionen zugenommen. 141 Millionen Reichsbank- noten und Rentcnbankfchsinc flössen zur Reichsbank zurück: die Gold- bestände blieben mit 2646,9 Millionen unverändert, die Deckungs- devisen nahmen um 0,8 auf 67,9 Millionen ab, die Notendeckung durch Gold und Devisen zusammen blieb mit einer weiteren Er- höhung auf 67,3 Proz. rekordmäßig hoch. Dos ist, ganz wenige Tage vor dem Frühjahrsultima, der aus vielen Gründen besonders schwer sein mußte, ein recht g ü n st i g« s Bild. Wenn der Privatdiskont am 27. März mit 61s Proz. den Reichsbanksatz erreicht hat, so ist diese Steigerung vor dem Mär;- ende begreiflich. In New Hork scheinen die diskontpolitilchen Wetterwolken sich in einem Zusammenbruch der spekulativen Börsenkurse entladen zu haben, nachdem die Börsenkredit« bis 16 und 20 Proz. gewaltsam verteuert wurden. Man versichert, daß eine Diskonterhöhung OUÄ Woche mit dem bewahrten Schwarzkopt M «;rhournP07a,i?Mi"' nicht zu erwarten sei. So wächst d« choffnung, daß auch Deutschland an einer Verteuerung der Kredite über den April hinaus vorbeikommen wird. Textilherren machen schlechte Wihe. Schutzzölle gegen Löhne. Zwei führende Unternehmeroerbände der Textilindustrie, der Gesamwerband Deutscher Baumwollwebereien und der Arbeitsaus- schuß der Deutschen Baumwollspinnervcrbände, sind auf den wahr- hast genialen Gedanken gekommen, sich für Lohnerhöhungen ihrer Belegschaften durch Hochziehen der Zollschranken schadlos zu halten. . In einer Denkschrift an den Reichswirtschaftsminister fordern diese Verbände nicht mehr und nicht weniger als die Heraufsetzung der Zölle für ausländische Baumwollgarn« und Gewebe, und zwar in dem Ausmaß, in welchem ihre Herstellungskosten tnirch Maß- nahmen der„öffentlichen Hand" v o r b e l a st« t seien. Die angeblichen Belastungen der öffentlichen Hand sieht die famose Denk- schrift in Zwangslöhnen(I), Soziallasten, Steuern, Zinsen(!) und Frachten. Die Unternehmer bezeichnen ihre Forderungen sehr be- scheiden als Ausgleichszoll und verwahren sich gegen die etwaige Unterstellung, daß sie Hochschutzzollpolitik trieben! Das Vorgehen der Textilherren ist immerhin von einiger Be- deutung, da ihre Aktion auch auf Kündigung des deutsch- französischen Handelsoertrages abzielt. Zusammenbruch einer Getreldehandelsbank. OaS ganze Kapital verloren. Der private Getreidehandel hat sich vielfach zentral« Finan- zierungsbanken geschaffen zur Befriedigung des laufenden Kapital- bedarfs. Eine solche Zentralbank ist auch die Pommersche Ge- treidekreditbank in Stettin. In deren Generaloersamm- lung wurde bekannt, daß durch zweckwidrig« Kreditgewährung an Außenstehend« über 300 000 M. verloren gegangen sind, so daß dos ganze Aktienkapital von 300 000 M. als verloren anzusehen ist. Die Generaloersammlung wurde sofort abgebrochen. Der Vorstand wird jetzt durch je einen Vertreter der Preußischen Staatsbank und der Rentenbankkreditanstalt ergänzt, nachdem beide Banken an den Verlusten erheblich beteiligt sein dürften. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse hat, wie wir erfahren, an die Pommersche Getreidekreditbank keinerlei Forderungen. Vorwärts trotz Frost und Arbeitslosigkeit! Der Zentraloerband deutscher Konsumverein« veröffentlicht auch für den Monat Februar wieder günstig« Ziffern über die Entwicklung der Umsätze. Der Wochenumsatz pro Kopf der Mitglieder hat sich gegenüber Januar von 8,89 M. auf 9,11 M. erhöht. Das bedeutet gegenüber den normalen Monaten des Jahres 1928 ein« erfreuliche Steigerung. Vom Februar 1928 bis zum Februar 1929 hat sich der Wochenumsatz um 1,39 M. pr» Kopf und Mitglied,'seit dem Februar 1927 um 2,97. M.. in zwei Jahren also um fast 50 Proz. erhöht. Das gut« Februar» ergebnis dieses Jahres ist angesichts der durch die enorme Kälte so stark erhöhten Arbeitslosigkeit und Kaufkraftbeschränkung der Massen besonders erfreulich. Neue kohlenpreise. Die Mitglioderversammlung des rheinisch-westfälischen Kohlensynditats beschloß im Rah- men dsr ihm gewährten sogenannten Ellbogenfroiheit eine Preis- Veränderung vom 1. April ab dahin, daß von den Magerkohlen des westlichen Reviers die Anthrazitnüsse Ermäßigungen um 1 bis 5 M. pro Tonne erfahren. R e l n k o h l e soll dagegen pro Tonn« um 80 Pf. bis 1,75 M. erhöht werden. Von den Magerkohlen des östlichen Reviers werden gewaschene Nuß II um 2,50, Nuß III um 1,80 M. und F e i n k o h l e um 75 Pf. gesteigert. Für Mager- reisormbriketts erhöht sich der Preis um 1,25 M. Die F e i n- kohlen scheinen heute am wenigsten Absatzsorgen zu bereiten. Derantwortllch wr Dolltit- Dr. ttnrt Scqct; Wirltckiatt:®. KlinqclhSler! e des As- «irtslsrtell» BrOsbe-Suep bleibt»em Zteitäg. 20.*än, bis e-SfchlietzNch DiexatoA, 2. AprU,«cfAlaKcs._ i�reie Gewerkfcbaffs-IuaenSGroß-Nerlin Heute. Donnerstaq. ifc'.j M,r. taflcn die Eruvxeu: Tempelhaf:»ruppen. beim Liucmn Germaniaste.+— K. Unsere Ostersahrt.— unser Wanoee- leiter hat das«ort.-«eddin«: Stadt. Iuaendheim Orthstr� 10.«e>r. trag:„Der Aufbau der ftteii'it(HeVcrkscbaitsjug�nd.'— Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. 5. Vortrag:..Was müssen wir vom Arbriterecht wissen?" 455�)uoendaruppe dee> �entralverbande�derAnoestellten Heute. Donnerstag, finden folgende Be ran staltun�n statt: Treptow: Jugendheim Wildenbruchstr. 53...April.Apr't."- Schoneberg: Jugend. heim Hauptstr. sd(ThüringenAmmer). Bor.iraa:„ArdsiterbeweFung. RtliSion und Kirche." Referent Dr. Max Schütte. MM«WM-MM montan, den 1: April(Ofletmoalag). oormiltans 10 Ahr. im Cofal„Ann» Oer» schon UleloNordeifor vordonv-'. Cintcnflr. ISS (gegeniUer dem Verband« dause) WM' Konferenz sämtlicher auf ZNonloge arbeilenden Rohrleger und Helfer. Tapesardnung: l. Stand der Lohnbeweyunq Z Verband»- und Vranchenangeleaenbetten. --- Diiialiedsduch legitimiert. E« ist Pfitchl aller zu Ostern von der Montage nach Berlin zurücktedrenden KoUegen, zahlreich und pünlilich zu erscheinen. Ml! Menumleme UM! Sonnabend, den SO. Märj. Nochen 4 Ahr. im„Kasenlhaler hos-. Uasoniholrr Slraizo 11,12 sw Verfainnilunst aller außerhalb auf TN anlöge befindlichen Kollegen der Isselall- Industrie mik Ausnahme der Rohr- leger und Heizungsmonleure. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekonnlgegeden. Da» Erscheinen aber Monteure wird erwärm. MB" Beznqnehmend aus da- Ostersest bleiben unsere Bureau, vom Freitag, den Mär. dt» einschließlich f. April sOstermvntag) gelchlossen Zimmer i(Ziochn au»iuu»> tsi wie immer Donnetetoo dt» 7 Uhr abend« gebssnet. Dt« Oclsoermallnng, VorirSge,Vereme und Versammlungen. galt tUbeUtt-ttpfttutuSatiniguttS B-rli». Truppe Oftca. 20 Uhr tat Saarniijcini Am Ostbahnhof 17©rappcncbcnh uui Kursus,©äste uuj> Zuter. essenteu»iBIommtit. Reichskurzsckiristoerei» Verls». Moabit. Donnerstag. 20 bis 22 Uhr, An. fSnger,, Fortgeschrittene, Reixschriftlehrgäng«, Rothe nomrr Str. Sa. Austunft bei H.©agern, Berlin NB 21, Wirlefstr. 21. I Der Kinderchor de» Berliner«olkschar» wi jeden Ssnneretaa ms ITH bis ' 1ftU llhr in der Aula der 1«. Bolttschul«, Andreasstr. IS». Sing freudige Echu.'. . werden dort aufgenommen. Der Zuaendehor übt ebenda Dounerstags anschließend van 20 bis 22 Uhr. Er nimmt Jugendliche jeden Alters auf. Bund Berlin für Tinheitsl» rzfihrift. Uebuna in allen©eschwindn jeden Freitag von 20 bi» 22 llhr im Frangöftscheu©»mnastum. Reick ufer I, am Reichstagsgebilude. und jeden Dienstag von 20 bis 22 llhr Gchulhaus« Utrcchter Str. SO— Sl, am Gedding. Anfängerturs« sowi« Aus. nähme neuer Mitglieder tu jeder Zeit. Ausstellung.Vulgariev» Slusstro«'. Die vugstelltmg der.Deutsch« Liga fü. lllienschenrechle SB." w den(Slurmfälett, Kurfürst endaum» 68, wird BiS zu» 31. März 1929 geöffnet fete. Eintritt frei. weilerberichi der östeuIUcheu Wetterdienststelle Lerlio und Umgegend lNachdr. verb.). Teils heiter, teils wollig, bei mäßigen nördliche» Winden. wenig geänderten Temverature».— Jür veutfchlaud: Fm Nordoste» noch stellenweife nebelig, tn Nitteldeutschland wolkig Bis heiter, im Westen völlig bester, wenig geänderte Temperaturen, nirgends Niederschläge von Bedeutung. .film,|el£l rauchen auch Sie Moktar, 5 Pf. Mokri Superb, 6 Pf. Mit wertvollen Gutscheinen sie sind|a auch besser. Auslese-Edel Türken, 5 Pf. GEG Rauchtabak KS&Z. ViCyto juwwy�vxxsx m erfreut sich wegen seines aromatischen Wohlgeschmacks und seiner Bekömmlichkeit allgemeiner Beliebtheit— Er vereinigt beste Qualität mit außerordentlich niedrigem Preis: ein Erfolg der genossenschaftlichen Bedarfsdeckung! FdnscbnUMt fiEG-Blan-Shag.«. w-ar.-paket 30 GEÖ-fioMnd. Feinschn.so.aT-Pak. 30 Pt GEO-Goldshag... GEG-Virgioia....«-©r.-paket 4G pt. GEG-Krdeltsr-8goktl«k.. 4V p». GEG-4rdstter-8vott!er..'.�80 GEG�rmatba____ sck�-pu« 50 w GEG-Bamburger 100 Pf. KvüUsclmifl GEG-Samborger KrOU�'m« 30 pt GEG-Hambarger Krall1000" 60 p,. GEG-Virginia-KrOli SfKjr.-Pak, 35 pt GEG-Virglnia-RrBII.ioo,ar..pak.70pt GEG-Gold-KrOU...«-czr.-pnk.45ps. GEG-Gold-KraU.,.io GEG-Negerdorf Primaioo�r.-pak.60 pt GEG-Negerdorf Extra«xMZr-p� 80 pt Vorrätig In allen Abgabestellen der Konsum-Genossenschaft Berlin u. Umsegend Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder. Die Mitglicdsdiaft kann von federmann erworben werden. Aufnahmegebfihr 50 Pfennig MitgUeder-Auinahmen »erden in sämtlichen 270 Abgabestellen der Konsum-Genossenschaft vollzogen. DEUTSCHE BANK AKTIENKAPITAL UND RESERVE 240 MILLIONEN REICHSMARK Bilanz am 91. Desember 192S AKTIVA Kasse, fremde Oeldsorten und f Sit ige Zins- und Dividenden Cheine... Cuthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken............ Wechsel und unverzinsliche Schatz- anwelsungen.......... Nostroguthaben bei Banken und Bank- firmen............ Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere....... Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren....... Eigene Wertpapiere........ Beteiligungen an Gemeinschafts- Qe- schäften............ Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankflrmen..... Schuldner in laufender Rechnung.. Lan fristige Dollar-Vorschüsse.,. Bankgebäude........... Sonstiger Grundbesitz....... Mobilien............ Uebergangsposten der eigenen Stellen untereinander RM ISO 000 001- 77 500 000■ 227»iW 000 2 453 891 035 104 846 177 103 000 000 133 259 2 138 641 25 788 125 80 36 2919297238 65 Gewinn- ond Verlntf-Redhmmg am 91. Dezember 1928 SOLL Handlongs-Unkosten....... Steuern und Abgaben....... Wohlf ahr'seinricbtungen, Pensionen u. Abfindungen, sowie Versicherungsbeiträge für die Beamten..... Abschreibungen auf Bankgebäude.. ,, sonst-Grundbesitz , Mobilien.... Zur Verteilung verbleibend. UeberschuB HABEN Vortrag aus 1927.... Zinsen und Wechsel... Gebühren....... Sorten und Zinsscheine. Wcrtprpiere...... Gemeinschafts-Geschäfte. Dauernde Beteiligungen. RM 1 912996174 ■SO 001 581 61 72157 011,22 750 350 18 1 5 0 000- 1 500 000— 2 230 812 47 130 002 75522 SPD. ld. Abtlg.(Buch) Dienstag, den 28. Marz. IV, Uhr, verstarb rtn Soipstal Buch nach kurzem, aber schwerem Leiden unser alter Parleloelsran und unermüdlicher Msttümpfer Bernbard PIeßner im 73. Ledens jähre. Ehre seinem Andenfent Die Einäscherung findet Tonn. abend, den 30. März, UV, Uhr. im Krematorium Beritu. Gerichiür.. statt Der vorstand. MMII! fl. rettz�nicki» Ifen Zi 51. .lulisi, 2 tittiedni!« »«Iii.— ShllaijBndte du I. firtdittidnsktl IS Pt,)«s rihnWui tO PI- Wert« mit gtilir lU 15 Swäslatn rlbleo Qr!»» Warb. iBiBjtt), nickt Iii dli nidutt Ihimatr dnllmml iiad.Bluubkssihsttn 4V, Uhr tudiaifttii>, der flupt-tneditta de Vanrirti. UiuieiutnU Z. ugigtbo«ardSQ. Dieselbe istwocberilisseoD nurjerts ISUhr bis utba. 5 Ubr anilirbnd« gsiftut. Verkäufe Websehiest-Teppiche. Kleine Webfehler Kleine Webfehler Kleine Wedlebler «leine Webfehler U. Qualität U. Qualität U. Qualität 2x8 19,— Mark. 2X3 24.- Mark, 216X316 38,- Marl. 8X4 59.— Matt. 2x3 38.— Warf. 2'/iXS% 55,- Mari. 8x4 85,- Marl. ■ 26b. Körner, Berlin. Batsdamerstraß« Hausnummer beachten.___ Lfnolese». Tzillat, Koloniestraß«», DebseälertttlvickQ. Webfehlerteppich 2 X 3 18« Mari, Websehlerteppich 2 X 3 39,— Mari. Webfehlerteppich 246 X 346 34,— Mark. Webfehlerteppich 3 X 4 55.— Mark. Aberbach, Friedrichftrah« 463, I, Ecke Behrenstraß«�___» Bettenverians! Wegen©«ldsnangel spottbillig! Reue 15,—! Brachtvolle 22älll 25,— I Bauernbetten 2V,— I«eine Lom. bardwar«! Leihhaus Brunnenstrahe 47. Lassdparzellen. Sranienburg, schön gelegen, 950 M. an.«lein« Anzahlw eyer, Oranienburg, Berliner Alle« Landparzellen, schön gelegen, 950 M. an. Kleine Anzahlung. Holtz. Buchholz, Pasewa lkeistrah« 413»._____ Bettseder» ab Fabrik, graue Ziupf» sedern Pfund 50 Pfennig an. Botffedern. Damplreiniaung. Neu: Bettfedern» Wäsche. Bett edernsabrik Schwan. Brun» nenstrah« 152. Fabrikgebäude. Sekieiilunz5?lucke. Wische üs« Wäsche. Bett», Tisch». Leib- Usch Hau». wüsche, auch ohne Anzahlung, llesert so- fort Wäschehaus Südost. Neue Zakob- strahe 5._ Wenig getragene Kavaliergarderob« von Millionären. Aerzlen, Anwälten Fabelhaft billige Preise. Empieh!» Taillenmäntel. Paletots. Fracks, etno» kings.©ehrockanzüae. Holen, Sport- ©edvelze.©elegcuheitsfäufe tn neuer ©arderob«. Wertester Weg lohnend. Lothringerstrahe 56, l Treppe, Rosen» thaler Plag.* ene igt, Smo» Wenig gi kinganzüge, i'... WWW lebe Figur passeud. Sp zialttät: Bauch» anzüg» spottbillig.©: lelllchaftsanzüiie werden perliehen. HalPem. Rosenthaler. straße 4. I. Etage. ©«trage«« Lerrengarberob«. Speziali» tat Bauchsiguren. spottbillig. Nah.©or» mannstrafi» 25/26 früher Mulackflrahe» Herrenschneider«! fertigt zu bequemen Ratenzahlungen«leganre Hettengacbe» robe nach Maß an. Stein, Invaliden, stratze 135,_ Sommerpaletot»! Nagelneu, hochele. gante Herrenanzüge, spottbillig. Psand- leihhau»©runewalbstrahe 72.__ Ersteigerte Psandgarderode. Sommer- paletots. Iackettanzüge, Smokinganzüg«. Herrenhosen, halb umsonst. Psandlech» han»©rnnewaldstrahe 72._ Ztolenthalerstrah« 48. Verlauf wenig raaener Kaoalier-Anzilge, Paletots. . rokrnqs,©elegenheitskäufe neuer©ar» berode rn allen Weiten zu fabelhaft öil- lige.n Preisen. Rasenthalerstraste 48 I.* Lsnkprano». überaus prerswert. Lrano- «adrrk Lrnl. Brunnenstrak» 35' Pianos, neue, von 850,—, beste Lerarbertung, herrliche Tonfülle, zu ben günstigsten Zahlungsbedingungen Auck stet»©elegenheiten in wenig gebrauch- ten Pianos. Auch Mietpianos. Piano- fadrik Mar Seiler u. Co..©ertraudten. strahe 23._____ Sprechmaschinen in neuesten Ausfüh- rungen mit vorzüglicher Tonwiedergabe liefert von 29.-. Schranfapvarate von SS.— zu den bequemsten Äaienzahlun» gen. Stet« die neuesten Plattenaulnah- men. Pianofabrik Mar Seiler u. Co. ©ertraudtenstrahe 23._, Leihhaus Spiegel. Ehausseestraße 7. verkauft spottbillig Kavaliergarderode, wenig getrogen« sowi« selbst hergestellte «rstklasstge neu« Ulster. Iackettanzüge, ©esellschastsanzüge, Pel, waren. Größten. teil, aus meisten Auktionen ersteigerte Waren.' Pkvdef Möbel- Kamerling. Kastanienallee 56 Anrichteküchen, Aöwaschtrsche. Weißlack- schränk«. Flurmöbel. Riesenauswabl. Spottpreise__ Zahlunaserleichteruna_* Patentmatragen.Primissi ma". Metall» betten. Auslegematiaßen. Ehaiselongu«». Walter. Stargarderstraße achtzehn,«ein Laden' Möbelkänf-r merk« Kredit «nd bar Röbelbazar. große Auswahl, lletne«reift! «eispiele: Schlafzimmer 455. Speisezimmer 345. Herrenzimmer 260. Sviegellchränke 418, Anrichtrlüchen 75. Kleiderschränke 48. Hoizbettstellen 48, Chaiselangues 28. Metallbelistellen 16. Aufleaematragen 13 Sonstige Möbel entsprechend« Preis« Teilzahlung auischlagfrei, Wochenraten Monatsraten«lern, Anzahlungen. Kalsa-Äadatte bi, zehn Prozen! Kr«. dite bis zwei Jahre. Neukölln, Her» mannplah 7; Steglig. Schioßlttaße 107: Belle-Allianee-Straß« 95. Untergrund. Babnboi' IZE5SEB Teilzahlung. Diamanträder,©oericke- räder, Opelsahrräder. Winterprcis«. Schlaw». Weinmeisterstraße vier._' ©ebrasuhte. spottbillige, Winterpreise. Schlawe, Weinmeisterstraß« vier.� Teilzahlung, kulante Bedingungen. Fabrikpteile, nur Qualitätsräder. Fahr. radbau„Wrina", Ackerstraße dreißig. Schuhwaren Billige Ecksshwaren und ttoirdem halt» bar kaufen Sie am besten bei R. Herrn- stadt. C. 25. Nlünzstraße 7. Kaufgesuche gahngebiste, Platinabfälle., Zinn» meiallch Qu-ckstlber. Silberschmrlze ©aldschmelzerei Christtonat. Kopentcker. straße SS(Haltestelle Adalbertstraßef Münzen. Briefmarken taust©roß- mann. Iohannisftraße 4. Vermietungen Schlafzimmer. Speisezimmer. Herren» zrmmer. Küchen. Büfetts, Bücherschränke, Schreibtische, runde Tische. Standuhren. Ankleideschränke aller©rößen. Sofas. Rubedetlen. Kulant« Zahlungsweife, Moebel-BoebeL Morikvlah. Fabrik. aebäude' rnmet, Küchen bi» 24 Mona!« Kredit, Schränke, Bettstellen. Korbmöbel, Polsterwaren. 2—3 Mark wöchentlich, Ant-l, Große Frank furterstraße 54 (Sirausbergerplatzl. Musikinstrumente Ohne Anzahl«»«. Pianos in großer Auswahl, neue und gebrauchte, mit Herr» licher Tonfülle Langjähriger©arantie- schein, kleine Ratenzahlung Lerer. Brunnenstraße 191. 1 Treppe, a« Rosen- thalerplatz. 2», 24h-, 3», 3b6»Aisssmer.Neubanwoh» «ringen'in Hirschgarten. Rr:mmelsburg. «arlshorft und Reinickendorf. Rirckzabl» barer Bauzuschuß 500 M. pro Zrmmer. Beziehbar Frühjahr 1920. Wohnraum. Belle.Alliance-Str. 79 Sccntnaun n'OI. Dringend. 2— i-Zimmerwohnung mög» lichst Bezirk Kreuzberg gesucht,©crtli, Banreuthcrstraße 16. iardeitsmarkt Sn»« für meine Tochter. 17 Iobre, tm Sau-Halt menschenfreundlicher Parket- g-nossen Aufnahme als bauslochtcr ober Stühe. Freundliche Angebote u"-r O L R. an dl« Dorwärtsfiliale Neu- kölln.'Siegfriedst�rß« 28—29. �saLi ra i ry Vorarbeiter tflt Revision und Anreiheret, seibliänd'g ai bettend, mii mehiiätrigeo Eriabrunoen, mäglichst aus dem Krallfabrzeunbau für Flugmotorenfabrik zum da'b'pen Anirttt gesucht Angebote unter Chiffre C. 1» on diese Reitunn erbe'en.___. Werkzenämacher ans Schnitte und Stanzen fiaie. Retthenberger Straße 79. Donnerstag 2S.März 1929 Unterhaltung unö Wissen Aeilage des Vorwärts caive:&Unfwhriee bei Sascha Unangemeldet besuche ich meinen Freund, den jungen Kunst- maler, zum Fünfuhrtee.„Hof, parterre rechts" ficht auf dem sorg- sam von mir gehüteten Zettel mit verschnörkelter Handschrift. Das Milieu ist außergewöhnlich und ragt aus dem stumpsinnig goldenen Rahmen beschaulicher Mittelmäßigkeit hervor gleich einer Legende, die es verdient, erzählt zu werden. Ein großes Tor mit zwei nie geputzten Fensterscheiben. Der Boden aus Stein. Möbel? Ja, bei Keller u. Reiner und anderen großen Firmen stehen welche. Hier sucht sie dein Auge vergeblich. Der Raum war ursprünglich eine Garage. Auch Wasserleitung liegt darin, um den nicht vorhandenen Wagen zu waschen... Hup-hup! Der Kunstwagen ist oorgefahren. Mit IM) FS. Hier wohnt und schafft mein Freund. Ein großes, fast einjährige Arbeit aufweisendes Fresko bedeckt die gan,;e Wandfköch« in freudigem Farbenrausch. Auf dem Boden weitere kleinere Bilder, Farbtöpfe, Pinsel, eine Kerze... Das Wandgemälde ist unvollendet. Eine Leiter steht davor mit einem sinnreichen Kerzenhalter, und jede Nacht tünnt der Künstler auf dieser Leiter herum. Ein Disavis ist nicht vorhanden, nur ein paar grüne Bäume. Ein Bretterverschlag draußen, in dem ein weiteres Gemälde, vom Regen arg mitgenommen, untergebracht ist. Und der Kunstgaragenbesttzcr, mit einem weißen, zerrissenen Hemd bekleidet, unverwüstlich jung und elastisch, erzählt mir von seiner genialen Lebenseinteilung. Er bezieht wöchentlich 12 Mark ilnterstlltzung, also 48 Mark pro Monat, und bezahlt hiervon 46 Mark Ateliergaragenmiete. Bleiben 2 Mark monatlich, und 16 Mark bekommt er jeden Monat von der Käuferin eines Bildes. Das sind— freudestrahlend nennt er das Ergebnis—; 12 Mark pro Monat oder 40 Pfennig täglich. Kerzen werden ihm oestiftet, Mittag- essen bekommt er auf Wohlfahrtsmarken der Stadt Berlin in einem evangelischen Heim gereicht, oder sagt man„gearmt"?... Weiß- g deckte Tische, liebenswürdige Damen, sogar Blumen, ja, frische Blumenl... Er bietet mir spendabel eine Zigarette an. Kostet einen Pfennig und schmeckt wie% Pfennig. Dann teilt er— ich bin ja zum Fünf- uhrtee geladen— sein Brot und eine prachwolle Wurst mit mir. Das ganze Pfund 50 Pfennig, sogenannte Atelierwurst. Leiht mir auch schöne Bücher aus seiner Fußbodenbibliothek. Unser Mahl wird durch einen Trunk Wasser aus dem Sokrateskrug gewürzt. Lächelnd schlürfen wir. Wie eine Anklage gegen das verständnislose Jahrhundert liegt «in großer Sack schmutziger Wäsche da..Ich kann sie nicht waschen lassen," sagt er trocken, im Tone einer amtlichen Feststellung.„Ich I auch nicht." klingt es wie ein Echo von meiner Seite zurück. Geld? Wir beide wisien, daß uns der Goldstaub nie einstäuben wird. Wir sind keine Kaufleute... Wenn ein Dieb hierher käme, er ließe uns bestimmt noch seine Zigaretten zurück. Wir lachen wie Spitzbuben aus vollem Halse. Auf dem Fußboden liegen zwei dünne Matratzen... Mein Gast- geber raucht seine Pfeife an(Gott sei Dank sind die Zigaretten»er- griffen!) und streckt sich zur Siesta aus. Mir bietet er ein kleines Kissen an, da- aus Altersschwäche Federn ausstreut, und zeigt suggestiv auf eines der Ruhebetten:„Bitte!" Hier ist Frieden! Wir betrachten den dunkel werdenden Himmel, die Bäume, und träumen... Ich klettere auf die Leiter und ver- spreche meinem Freund von oben herab, ihn nebst Wandgemälde und Sokrateskrug in dem eigenartigen Atelier zu photographieren. Das Bild will ich dann mit der Inschrift versehen:„Borsicht! Idealist! Aussterbend!" Und als würdiges Gegenstück dazu einen wohl- genährten Maler mit Bankkonto und Spitzbart, den Pinsel elektrisch sührend, wie man elektrisch Haare schneidet. Wir reichen uns innig die Hand. Ich hielt bis jetzt mein Fach, die Schriftstellerei, für die brotloseste aller Künste. Die Malerei, das empfinde ich eben, kann ihr getrost die Hand reichen. Ein letzter Abschiedsgruß an die Bilder. Mein Fünfuhrtee bei Sascha ist beendet. » Wenn jemand Lust verspürt, ich führe ihn gern hin, mit Straße und Hausnummer. Hier ist ideale Weltanschauung zu lernen. 1000 Worte Nächstenliebe. Mokka und Mokkatassen sind mitzu- bringen! Auch Schrippen. Zille-Anzug Vorschrift. U. A. w. g. Auf meinem Appell an die Oeifentlichkeit, daß die Kunst Not leide, liefen leider keine Spenden ein. Das heißt, so ganz stimmt das nicht. So hartherzig ist die Menschheit denn doch nicht! Ein gütiger Spender, der nicht genannt sein wollte, sandte in einem umfangreichen Paket, das wir ungeduldig enthüllten— eine Schnur! Man hat also doch„Anhang"! Wir spannten das Seil in Saschas Atelier. Es dient als Kleiderschrank. Natürlich müssen schwere Briestaschen erst aus den Röcken herausgenommen werden, was wir nie verabsäumen, sonst fallen die Kleider(soweit sie nicht als Schlaf- decken benutzt werden) von der gespannten Schnur auf den steinernen Boden. Ich wählte den Plural: Kleider, um Sascha nicht bloß- zustellen. Immerhin hat Sascha jetzt seinen Kleiderschrank, neuestes Ber- liner Modell! seiix£inke:£DmffielaimiäMheorie Wean wir die Geschichte der Philosophie überblicken, reicht ihr Anfang vielleicht 2S00 Jahre zurück. Jahrhundertelang hat die Forschung überhaupt geruht, denn wir sind zwar der Zeit nach vom Wartum 2000 Jahre getrennt, nach der wissenschaftlichen wie sozio- logischen Entwicklung jedoch nur einig« Jahrhunderte. Die letzten Jahrhunderte waren auch hier die fruchtbareren, in denen sich die Lebensperioden von Meistern allerersten Ranges mehrfach über- schnitten.. Noch lebte Ernst Mach und H. A. Lorentz. und schon er- blickte vor fünfzig Jahren in Ulm Albert Einstein das Licht der Welt. Physiker pflegen sonst nicht Männei der Well zu sein. Und selbst die Kopernikus, Galilei und Darwin sind es nur durch die anderen geworden, die chce grundstürzenden Lehren in den Kampf der öffentlichen Meinung zerrten. Wenn auch der Zwang der wirtschaftlichen Tatsachen das Tun und Handeln der Menschen viel- leicht am stärksten bestimmt, regen sie sich doch über theoretische Spekulationen viel mehr aus als über die Grundlage ihrer Existenz. Die Menschheit wurde von Kopernikus' und Darwins Lehren viel stärker erfaßt, als sie die schlimmsten Verknechtungen der Sklaven- Halter oder der modernen internationalen Finanz- und Trust- Magnaten erregte. Der Mensch ist eben, wie Joseph Petzoldt sagt, der geborene Theoretiker. Rur schade, daß das theoretische Denken der Menschheit gerade io diesem Falle immer wieder anders herum gebogen wird. Denn baden wir bei Kopernikus gelernt, daß sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, so sagen uns die Relatioisten. daß das ganz gleichgültig sei. Auch ob wir sagen, die Erde dreh�sich in einem Tage einmal um ihre Achse oder die Sonne und die Sterne schwin- gen sich eintfial täglich um die Erde. Wir finden bei Ernst Mach diesen Gedankengang: Ein Auto läuft von Osten nach Westen um den Aeguator. Die Sonne steht im Scheitel. Läuft das Auto so schnell, daß die Sonne immer im Scheitel bleibt, so würde ein Beob- achter die Empfindung haben, als feien Sonne und Auto starr mit- , einander verbunden. Man würde sagen, das Auto umläuft die Erde in einem Tage. Das ist richtig. Ein Beobachter auf der Sonne aber sagt, die Erde drehe sich unter dem Auto weg, in einem Tage einmal. Und er hat recht! Was ist nun wahr, und was ist wirklich? Leides!— Man muß eben berücksichtigen, wer es sagt, d. h. die Wahrheit ist relativ. Der Dewegungsbegrisf enthält(wie übrigens jeder Begriff) eine Relation, eine Beziehung. Es gibt deshalb auch kein«„absolute Drehung", sondern auch das Drehen ist etwas Relatives. Nur die» geht aus den Beobachtungen hervor, nichts anderes. Und diesen einen richtigen Schluß gezogen zu haben, ist ein bahnbrechendes Verdienst Ernst Mach». 'Je Luftschiff«? geraten in der Nackt in dichten Nebel. Völlige Finsternis umgibt sie. Bewegen sie sich oder stehen sie still?— An nichts können sie es merken, denn ihr Fahrzeug ist mit allen äußeren Einwirkungen im Gleichgewicht. Am Nachmittag waren sie in Verlin aufgestiegen. Der heitere Morgen läßt sie russische Erde erblicken. Warum konnten sie ihre Bewegung nicht feststellen? Weil sie sie nicht auf einen anderen Körper beziehen konnten. Tie Ich rudere in schwankendem Kahn.auf einem treibenden Strom, dessen Wellen vom Wind« gepeitscht werden. Eine recht komplizierte Bewegung vollführt da mein Körper. Aber außerdem nehme ich an der Drehung der Erde um ihre Achse teil. Zugleich auch noch an dem Lauf der Erde um die Sonne. Und mit dieser an ihrer fortschreitenden Bewegung im Weltraum, die ich nur an dem System der umgebenden Fixsterne feststellen kann. So kompli- ziert die Bewegung auch«st, kann sie jeder Mathematiker ohne wsi- teres in feste Fornieln gießen. Aber wie sie dann wirklich erfolgt, weiß ich noch immer nicht, denn ich«miß ja annehmen, daß sich auch die Fixsterne bewegen! Nur in bezug aus diese also kann ich letzten Endes meine Bewegung angeben-, es gibt kein anderes Mittel, die„absolute" Bewegung zu erkennen. Der Sinn der Be- wegcürg ist immer relativ. Er würde z. B. Unsinn für einen Körper, der allein im weiten Wellraum vorhanden iväre. Was hieße dann: der Körper beioegt sich oder er ist in Ruh«. Messe ich ein« Bewegung, so messe ich etwas Relatives. In dem Bewegungsbegrisf steckt aber der Längen-, also auch der Raum- begriff. Messe ich den Raum, so kann ich«cur etwas Relatives messen. Und Einsteins größte Tat war, auch die Relativität der Zeil nachgewiesen zu haben. Der gemeine Mann mit dem berühmten gesunden Menschenverstand kann hier nur schiver folgen. Aber das kommt bei komplizierten wissenschaftlichen Dingen häufig vor. Dennoch sind sie richtig und nützlich. Damit, daß Einstein den Begriff der Gleichzeitigkeit und der absoluten Zell aus der Well geschafft hat, hat er einen«veltbewegenden wissenschaftlichen Streit hervorgerufen, von dem wich die Witzblätter profitiert haben. Der gute Onkel, der im Lehnstuhl sitzt und mit dem Bein wippt, ist nicht mehr„gleichzeitig"!— Ob die Stunde aus dem Sirius gleich der auf der Erde ist, das festzustellen, verneint die Relativitätstheorie! Srcher weiß sie aber, daß die Stunde im Kaffeehaus zweifellos kürzer ist als die im Flugzeug. Und ebenso genau weiß sie. daß man das nicht einmal feststellen kann, weil unsere Uhren versagen! Das ist ja ein niedlicher Blödsinn, sagt ihr. Und jeder naive gutmütige Zeitgenosse wird einstimmen. Aber wer. von diesen hat denn Gaußenz große mathematische Werke gelesen und verstanden, die doch alle nur Richtiges enthalten? Wir haben bisher geglaubt, so ziemlich die sicherste Berrichtuirg vorzunehmen, wenn wir abmaßen, eine Strecke sei soundsoviel Zentimeter long, oder 500 Meter würden in soundsoviel Minuten und Sekunden von einem Läufer bezwungen. Es ist peinlich, zu erfahre««, daß es eine große Geistestat sei, dies« alltäglichsten Be- griffe aus den Grundfesten zu heben. Man versteht, daß sich die Leute daniber aufregen, selbst wenn sie nicht wissen, wieso und iveshalb. Aber dran ist an der Sache schon etlvas. Denn die neue Lehre hat doch auch schon erhebliche Erfolge gezeitigt. So haben sich die Astronomen jell hundert Jahren die Köpfe zerbrochen, «varum Merkur, allerdings der schnellflüssigste aller Planeten, nicht die von jedem anständigen Planeten innegehaltene Rewtonsche Theorie befolgt und richtig Teinpo hält, sondern in jedem Jahr- hu irden um 40 Sekunden zu schnell läuft. Einsteins Theorie hat die Angelegenhell aufgeklärt, wie sie überhaupt in das Problem der Schwere(Massenanziehung) einiges Licht gebracht hat,«nährend es gerade hier bisher nur dunkelle. Große Körper wie die Sonne müssen die Lichtstrahlen von ihrem geraden Wege abbiegen. Man kann das nur gelegentlich der Sonnenfinsternisse prüfen, fand aber 1S19 Einstems Porav.sfage bestätigt. Roch in anderen Dingen hat er grundlegende Aufklänmg geschaffen. Und zwar bemerkenswerter» lverfe immer, ohne irgendein Experiment zu n«achen, alles mit Tinte, Feder und Papier. Er entwickell dabei also die Petzoldtsch« Eigen» schaft der Menschen, geborene Theoretiker zu sein, zu höchster Potenz. Und ganz neuerdings sollen wir wieder wertvolles Neues von ihm zu erwarten haben. * Ganz gefahrlos ist die Beschäftigung allein mll dem Rechenstift nicht. Denn sie verführt leicht dazu, die Grenze der Erfahrung zu überschreiten. Hat doch Einstein aus Grund seiner mathematischen Theorien mich die Unendlichkell der Well bestritten. Vielleicht hat er recht. Sicher ist das aber nicht. Man muß sich eben alle Zeit bewußt fein, daß das Denken ebenfalls nichts Absolutes, nichts von allem anderen in der Welt Bestehenden Losgelöstes ist, sondern ein biologischer Prozeß, der sich der Umwelt ebenso angepaßt hat, wie sich das Denkinstrument, das menschliche Gehirn, aus den Bedingungen dieser Umwell und an dieser entwickelt hat. 3)as erste Ruch Der sich die Frage vorlegt, was er Büchern verdankt und wie arm sein Leben ohne Bücher rväre, dem«Verden die Gedanken un- willkürlich in die Kindheit zurückschweifen, und er wird sich des ersten Eindruckes erinnern, der von der Geistes«nacht des Buches ausging und ihm neue Wellen erschloß. Es ist kein Zufall, daß in den Kindheitserinnerungen unserer Großen die erste Lektüre ein« so gewaltige Rolle spielt, denn die ersten Erlebnisse sind ja immer die tiefsten und häusig bestimmend für unser ganzes Leben. In seinem Werk.Lugend ui«d Buch", das soeben bei B. G. Teubner in Leipzig erschienen«st, bringt Prof. Georg Dost einige bezeichnende Beispiele dafür, rvie das„erste Buch", nicht im buchstäblichen Sinne, sondern im Sinne des Arsten geistigen Erleb- nisses, die Entwicklung bedeutender Persönlichkeiten beeinflußt hat. Häufig sind es Märchen, die ja die beste Einführung für das Kind in das Reich der Phantasie bilden, so z. B. bei L u d w i g Richter. Cr erzählt in seinen Lebenserinnerungen, wie ihn eine nur wenige Jahre ältere Gespielin in einem düsteren und oerräucherten Holz- verschlag vom Aschenbrödel und Dornröschen beim trüben Küchen- lämpchen erzählte:„Hier aus dem Rembrandtschen Helldunkel leuchteten mir zuerst die schönen Geschichten entgegen: zwei rote Mädchenlippen und zwei gläubige Kinderaugen«varen die lebendigen Verkünder einer Märchenn>elt, die, niemals alternd, in ewiger Jugend grünt und duftet." Später erhielt er von einem Vetter die Bolksmärchen von Mufäus, und da ging ihm„eine neue Welt" auf: ,Lch schwelgte darin, und besonders ist mir in Erimierung. wie mich„Die stumme Liebe" entzückte. Alle Personen und Gegenden dieser Erzählung standen lebendig vor meinen Augen. und als ich 20 Jahre später diese Geschichte zu illustrieren hatte, war es mir, als zeichnete ich nur so hin, was ich früher einmal gesehen und mir noch vollständig gegenivärtig war." Hebbels lebhafte Phantasie wurde durch die Hexen- und Spukgeschichten, die er vernahm, aufs äußerst« erregt, und auch von der Bibel erhielt er zunächst nur düstere Eindrücke. Neben" den Märchen ist- es der unsterbliche„Robinson", dos klassische Kinderbuch, das Rousseau zuerst empfohlen, dem so mancher das entscheidende Erlebnis verdankt. Karl Friedrich von K l ö d e n erzähll, mit«velchem Heißhunger er über Cämpes „Robinson" herfiel:„Nie halle ein Buch einen solchen Eindruck, auf mich gemacht, jede Szene stellte sich mir plastisch dar, ich schwebte in Entzücken und beneidet« die darin auftretenden Kinder um einen solchen Erzieher. Alle Erklärungen verschlang ich förmlich und eignete sich mir aus das Genaueste an. Die in den Gesprächen vor- kommenden Lehren der Sittlichkeit, des Verhaltens gegen das Lernen und gegen die Menschen, kurz, jede Maxime prägte ich mir um so tiefer ins Herz, als ich ihr? Wahrheit und Angemessenheit im Innersten fühlt«. Mir ging eu.e ganz neue Well auf, ich hätte jede Szene bis ins kleinste malen können: ich lebte mit Robinson, empfand mit ihm, er wurde mein eigenes Selbst. Außer der Bibel hat kein Buch auf mich so mächtig gewirkt, keines mich und meinen Jdeentreis so wesentlich gefördert." Auch der Philosoph und Pädagoge Friedrich Paulsen gesteht, er habe in seinem ganzen Leben«richt viel Bücher mit solcher Leidenschaft gelesen wie den Robinson, und noch als großem Gelehrten und alten Mann stand ihm dies Buch mit dem grauen Papier und den paar bunten Holzfchnllten lebendig vor Augen. Aehnlich hat S e l m a Lagerlöf den ersten stets fortwirkenden Eindruck dichterischen Schafsens von einer Jndianergefchichte erfahren, einem alien Schmöker„Oceola", der cht zufällig in die Hände fiel. Sie wollt« das dicke Buch erst gar nicht durchlesen: aber„das Glück will es," so schreibt sie,„daß ich es gerade an einer Stell« aufschlage, wo die Heldin des Buches, die junge schöne Tochter eines Plantage«»» besttzers, beim Bade von einem Alligator überrascht wird. Ich lese, wie sie entflieht und oerfolgt wird und in Todesgefahr schwebt. Nie zuvor hat mich ein Buch in solche Spannung oersegt. Ich bin ganz benommen, ganz bezaubert. Tag und Nacht denke ich nur an das Buch. Es ist eine neue Welt, die sich mir ganz plötzlich eröffnet hat. Der ganze Reichtum des Lebens strömt mir zu. Für mich wurde die Bekanntschaft mll diesem Jndianerbuch entscheidend für das ganze Leben. Es erweckte in mir die tiefe, starke Sehnsucht, auch einmal etlvas ebenso Herrliches schaffen zu können. Dieses Buch bewirkte, daß ich von den frühesten Kindheitsjahren an wußte, daß ich in den kommenden Tagen am liebsten Romane schreiben wollte." Bedenklicher war schon die erste Lektüre Grillparzers, der als Kind von einer unermeßlichen Leselust gepackt war. Eins der frühesten Bücher, die er las, war das Textbuch d«r„Zauber- flöte", das er, auf dem Schöße des Stubenmädchens sitzend, las und das ihm als das Schönste erschien, zu dem sich der menschliche Geist aufschwingen kärme. Später siel ihm im Bodengerümpel seines be- trunkenen Hauswirts eins uralte Uebersetzung des Ouintus Curllus in die Hände, und dang vertiefte er sich in die Heiligen- und Wunder- geschichten des Peter Kochen», die in ihm den Wunsch entstehen ließen, Geistlicher zu werden. Sich aus solchem Wust zu einem reineren Verständnis des Buches empor zu lesen, gelingt nur be- gabten Kindern, mio z. B. dem späteren großen Geographen Friedrich Ratzel, der von den Schauererzählungen seiner ersten Kinderlektüre sich zu Stifters„Studien" hindurchrang, die ihm nun erschienen wie einem durstigen Wanderer ein klarer Quell, und er konnte sich nicht satt trinken„an dem klaren, frischen Tau ihrer schönen Worte". Im allgemeinen bedarf das Klnd, um das rechte Bucherlebnis zu haben, der leitenden Hand des Erziehers, denn es ist ein aller Erfahrungosotz, den Paulsen mit den Worten ausdrückt,„daß der Wert eines Buches für den Leser nicht allein auf seiner objektiven Bedeutung beruht, sondern ebenso sehr darauf, daß es ihm«m rechten Augenblick in die Hände kommt", Leipziger Stras»• Alexanderplatz• rrankfurtar Allee• B eile- AlUeixc-Strasse* WUmersdorfer Str.» Brunnenstratse e Kottbuser Damm e Andreasslrasse Obit SaaiOK»lud m>«nud■■>g*itiilo>ua— ftrfcMf tewn Tamt— W,!,,«>»>»»« nrtaMtM— PrdM ht Btaantai n4 s,»»,d,»d Z-WlS UM KSlKÄMIll»km BdiUe*.......JPtand 70pt KalbsrQtken an bou««_____ 84«. Kalbsbuen..............-.......»ud 55« Pa. Scbveifleboodi an b«iuc«.«°«> 1,10 Pa. ScbweioesddnkeBojdiiiitarbiiflml.TS Pa. Scbweinekamffl oder Schott» ,, obag Beilag« and an SohwarU, Pfand.. l.ZO Pa. Kassler miid..................«nd 1,25 Pa. Elsbeia mit Spltibeta np-m».»«. 66« Pa. RQckenfett bntferti6«s«kwwt�pfd. 92pf. Pa.ScbinorfleischKeou,o.Kiioa� m 1,22 Pa. Roolado..........__..wand 1.36 Pa. SchaheDeisch_____ jw 1,24 Pa. Rackeveter nwent.........«na 1,24 Pa.RiDderkafflffl od. Qoentoe«nd 78« Pa. Fehlrlnie............. jfond 98« Pa. TBld aaegelmwi.....—..„.«and 56« Pa. RBBSlbeel ahn Knoabn......«nid 1,54 PL Oolasch.................. Pfand 98« Gefrierfleisch Pl SduDorfleisdi k-hi«, ohnK�nnd 1,12 PL Gfllasch ohne Knochen......«md 88« Pl SappeaDeisch........««d««. 72«» Pa. HaimelTorderfleisch?fn.dn»94«.n. PLlDderlaoHe fri«a________«nid44« Pl Rioderhenen w»ch...�...«nnd 68« Pa. Roter...............„..Pfand 30« PLRiDder-o.Sdiv8ineleber>ai«r,«d. 1,16 Pl SchveioekllpfB Fatbuk«, m 68?.. Berliner Sohlnehtanz Geflügel RllSSaGänSO gefroren, Pfd. ▼. 68« u Wolgahahnergefr�fd.T.1 ,05» PlltCn gefroren.....«and«on 1 ,05» KntvN gefroren..... Pfand Ton 1 ,10» Sbfitt. Gemüse �mei-IK. �epseI»«d.9S« Kr im-Äpfel......«»d 45« Kafif.T flfelfipfei«d.42,48« Apfelsinen iieeam.ipe.72« BlulapfelsinenemUP«. 95« Kranzfe Igen.... Pf»d 28« Smyrna-Felgenptnnd 30« Erdnüsse........ ptud 40« Zitronen.......D«t»»d 55« Malla-Kartof{elnsnd.50n Wirsingkohl... n»d 12« Weisskohl„...�tnd 12« Roikohl.........Pfand 15« Rote Rüben.....«»d 8« Sellerie.......... Pfand 25« Sische u. ZlSttchevwaven 'Frische Bleie..................... pt»d50« 'Frische Bretzentfer............«a«, 85«. 'Kabllau groeee«»ehe. eka« Kept bn feav. PM.18« 'Schellfisch............................ �tndSKZ« 'Seelachs ohne Kopf, Im ganz»...»�..«end 1 8« 'Retvars................................. pt»d 30pi. 'Kabliaufilel......................... Pfand 32« Norwegische BQcklingept»d28-35pt. Schellfisch......................... ptnnd 34« f lufidere.......................»»,,,»» Pfand 50«. Seelachs...............................•.pf»d 40pf. Stttckenflundern.................. pf»d 52«. Fleckheringe....................»...«and 50«. Fischrogen............................«»d 45« *> leipziger Straiee, dlezuderpletz, FreakfzrUr Uet, Kettbaeer Dens, Sallc�Ullanee-SlruM, VRneraderferttrun Vlerfrucht- Marmelade l-PU.-tar S-PU-Om IV-Pfd-kin. 88» 2" 4" SV»8v|tTvRveN Sülzsrursi........ ptud 95« Dampf wursi.... pfnd 98« Speckwurst..... Pfand 1 ,00 Hausnu-Leberw. ru. 1,05 lagdwursl.......«and 1,20 Berl. Mettwurst Pfand 1,10 Knoblauchwurst«d. 1,25 Sdtinkenpolnisdie pü 1.30 Fleischwurst....«»d 1,30 Mettwurst irMKim hph 1 ,40 Hildesheimer...«»d 1,45 ff. Leberwurst..Pfand 1.60 Schinken wurst.. ptud 1.65 Holst. Cervelal„pm. 1,80 Holstein. Salami«d. 1,80 Teewurst.........Pfmd 1,80 Schinkenspeck«»d 1.95 , hluss- Schinken Pf»d2.t0 - Pomm. Cervelal Pfd. 2,40 , Pomm. Salami Pfand 2.40 .... Weatfillaehe e�ettsUÜve»Z PUnd Pflaumen.............. 98« Erdbeeren... Aprikosen........ 1,10 Kirschen....».»»»» 1.35 fohannisbeeren—.1,15 Himbeeren»»»..... 1,35_______ Orangen».»».»-». 1,15 Ananas».»........... 1,40 Fetidarmwurst. Pfad 2,40 Mousevven jftüfe und Seite Slangenspargel�S Spina»............ 48«!- ÄIlg.Romalouncp�S« Bayr. Schweizer«a 140 Stanoensoaroel 3 1 0 Süsskirschen, Allg.Slangenkaseptt.48« Margarine..... w»d52« r, P i out stoin........... 1.10 62« Edamer aot,.... pf»d 70« Rinderfeli I-Pfd. Paha 52pf. vreduparge nxtr�tark 3,00 gisnenhah«p»at1.10 62« Hollander««�.«»d 70« Kokosfett ,.pfd..p»ka 62pf. Brechspargel atnzk....2.90 Sauerkirschen- L Camemberlmm.�»,a. 25« Bralenschmalz«»d 80« Kaisersdiolen......... 1.65-u. s-a............ 1,05 60« Emmenthaler,-Ö75« Griebenschmalz«i 84« TilsilerKase idKo, ptnd 1,25 Molkereibutler«»dl. 78 TOw- AIIg.Limburgernm.pu.96pf. Tafelbutter...... ptud 1,84 55« Edamer Toiuatt, Pfand 1,10 Dän. Tafelbutter«d. 1,96 43« Hollander Toiuatt,«d. 1,10 Frische Eier io stttok 1,25 lg. Erbsen aar wa.. 1,50 Apfelmus........ 70« junge Erbsen mb».. 1,25 Reineclauden.. 1,25 junge Erbsen______ 73« Sladielbeeren..95«. Ig. ErbsenfatnM�laiat.1.25 Pflaumen a sta 70rf Gem. Gemüse Or ta 1,75 Pflaumen•iuasuo90pf. Gem. Gemüse ton.... 1 ,50 Erdbeeren...... 1.45 Gem. Gemüse nmaa 1.25 Ananasi saan,» 1,05 VaSaviiVel««d �vlottialwave« Welzenauszugsmehl Mandelio........ Pf»d 65« Mandeln»4*....Pfand 2,20 Backobst«»d 40. 48. 62« 80pf. Kaffee Santo».............. Pfand 2,40 Parlmlnchung......«od 2,60 Quatemala......... Pfand 2,00 Co»tarlea.......... Pfand 3,10 losa..... Pfad 22, 24, 26« Rosinen. ,..».,..ptnd 52« Mandeln bftf«.. Pfad 2,40 Kali s-PfA-A«atai1,18, 1,25, 1,35 Korinthen....... Pfand 60« Badcpulver...5Bentai 30« Kall. Pfirsiche..«»d 68«. Kartoffelmeht.. Pfand 23fi. Sultaninen...... Pfand 38pf. Vanillezudcera Benmi20« Kali orn. Birnen«4 68pf. Malspuder......«»d 28« Orangeat..... Pfand 1,20 van|||e istug» tst»gen Kali.Ringapfel«»d 90«. Kokosraspel...Pfnd 58« Zitronat.......... Pf»d 1,35 im gi«....18« 35« Kali.Aprikosen rti 95pt. .PilaumenPM.s>,n.45pi. MdUsSstllW Bowien- und Tischweine Rhein- und Moselweine 1S27ar Ensbalmcr, Hheinhessa,...Pr*«i ahm Ftttchi 1927ar Alatenfeilarar Latten...... i jt r, 1927er Dienheiaier Reedera....... I«{,•»■»*» 1927er Htmliaclier Feuer.........(« II I0F1. i929erKcttenerilerrenlwrg______ J"13,50 1927er lieb.'reumilc.'i...... 1,6� 10F1 13, OO 1 927:r Nicreteinar Domtal.>/>« 1,85 I0FI. 17, SO 1929er Eaklrcberäteffcnebg.'fiFl. 2,10 IOFl.20,00 1927er Winkler Hueneprung I;1F12,75 10F1.25,00 Für die Bowle: Oberhaardter Malkammerer>/.#110 10 Fl. 10t50 25 Fl. 25, OO FL I Rot- und Dessertweine 125 1'. Fl 12,00 1927er DOrkhelmar Feuerberg..... titer Terragona, rot............ *alaacla,roteri.ttsserDeBsertT»eln Erdbeaneeln, hervorrag. Qualität Original Insel tarnet............. Sanaengerli! er, vorrflglicber FiOhetackEweln............. 1924er Hargau« Bardiam....... Ingham Maraela........>/,F1.2,50 10FI.22;5O 1928tr Braree ruptriear Fl. 1,85 lOFL 17,50 a-j ai®,0 .•niB.on LaiaenliBdi-Tiiolsduiimvslo B7S.■!«. i�Belillack"..............>/, Flaaobe � 27,50 ..S0IÄö"-I'ni!Z>tSl!d!!lIIlIV9ilI 4 70..gaid--e»S „Lildsr�......... Vi Flasche■'/i Flasche i _ einschliesslich Flasche nnd Sicncr Spezlal-Äpfelweln(Or Kar- and CK 5 Liter Bowlenzwecke........ 1 Liter 2,50 Roter lohanniibeerweln vorzog- Q A s Liter liehe QaaUtif. bOes..... 1 Uter O Wpf. S,75 Rbeinpfilier VilssweiD vonogi 42S sLiter Bowlen- n. kL Tischwein, 1 Liter■ 6,00 Unsere Spezialität: Oentsdisr**' Weinbrand aas aUabeelagerten französischen Weindestillaten hergestellt, 1 Liier RLIter 20,00 In allen unseren Häusern Große Auswahl in Ssttt-KonWren Pralinen-Mischung...i,«»d2Spf. Milchkaramellen......-,.pfa°d 25p;. Gemischte Bonbons.. i pta-d 50p;. Pralinen-Packung........ a» g 50?;. Pralinen-Packunggaomi«. 290985?;. Vollmllrli- oder Vollmllch-Nama- Schokolade...3 Tafeln» Ivo g 85?!. W i p t g» M«lad dl« KLEINEN ANZEIGEN In derGegamtaafiaze des„Vorwiru- und Das Beste meiner Hmnlsdiatt Kostproben gratis I Ausschank vom Faß Erstklassiger Dessert-Apfelwein, sQB Liter Hochwert Bessert- Johannbbeerweiii,sOB„ Erstklass. Oessert-Stactielbeervein, sQB m Hatharematisch. Dessert-Kirschweln, süB. HocharomaL Dessert-Erdbeerwein, s06. Echter Tarragona, süß......„ Echter Haiaga, dunkel, süß.... Echter Drlechenwein, süß....., Echt Tasano, süß, mach mlehfrßhlleh, Echter Insel-Samos, hell, süß..., Echter Wermuth-Wein, süß...», Echter Douro-Portwein, süß....„ Echter Pepsinwein für Kranke... Echter Tafelaquavlt S50/0... t._ Echter Welnbrand-vendaiti U°i,..» Echter Getreidekoni ca. dd0/,.... Echter Weinbrand, ganz rein M*Sieni, Hochwertige Edel-LikSre bis Mo/«..„ 0.79 0.95 1.05 1.25 1.48 1�5 1.60 1.40 1.90 1.90 1.85 9.80 2.00 2.95 3.20 5.60 4.20 | Iditnngl 1 Liter tathilt Vi« niaRf ils»iw'/, FteST] Ausnahme> Angebot: Feinste Rot- und WeUwche...«na FL Mi 10000 FI. 23. roter Burgunder...... 123 10000 Fl. 23. weißer süßer Bordeaax... 1.43 15000 FI. 25. Liebfraumnoh...... 123 15000 FL 23. Hiersteiner........ 123 15000 Fl. 24. roter Chateau Honboudiet.. 1.23 Eduard SUßkind GrOfltes Spezlalgeschlft seiner Art In Deutschland Hauptgeschäft: Berlin N 31, Brunnenstr. 42 Filialen und Verkaufestalleni Bertin, HOHerstr. 144 Bertin, Chausseestr. 73 Berlin, Petersburger Str. 33 Berlin, Koppenstr. IT Berlin, Grünauer Str. 15 KBpenlcker Straße 121 Wilmersdorfer Straße 157 Steglitz, Schlo0stra8e121 Spandau, PotsdaoierSL23 Pankow, WoUankslr. M Neukölln, Berliner Str. 13 HiMbit, WUsucker Str. 25 Prenzlauer Allee 33 Hirtln-Lniher-StraBe 33 Oberschöneweide, WllhelmlnenhotstraBe 40 Schöneberg, Kolonnenstraße 9, Ecke Feurigstraße Kruken, Flaschen usw. werden geliehen BerUnw Stadtschafts-Bank Aktiengesellschaft Berlin Bilanz zum 31. Dezember 1928 ?a5tir« Kimm«, B8rtw nid Kapoas..... Onthabm Wi Eelehtbaiüc, Post- sohoekwmt und KftMcnrereitt... Schocks ttod Wechsel...... Eunfrlatigc Anlegen bei Benken.• Beporte und Lonberds fegen börBcogingif# Wertpapiere.... Wertpapiere............ Beteiligungen............ Bohnldner in leofonder Beehnnng (gedeckt)............. Mobillea«••••■«•••••••< Terreckaaaftpoeiea•••«*••« Arele«ad Borgaohefls- ■ohnldner........ 255 740.- KM .127 93933 . 155 351,17 .. 18 240�3 1 390 831,88 BM BJC ..88 747,- 9 975 179,40 ..52 700,- 5182 443�4 ♦.WTaiä AkUmaplUI............ J 100 000,— B«urv.foad............... 1 jO 000,— Glkabiger d.von fcilig btt ra 7 T�ea..... 1 503 490,48 4.vob fiillg bi» n 4 Waeh.n.... 5 828 08620 4.tob fällig Imrab.r 8 543 989.52 15 873 3881*) ........ US 788,70 T em eta n-o enpomiti,. Av.l. nnd Bargi.bOU- v.rpfltatug»..« Gwinn: Vortr*g... 1927, H�agewifln.., .255 740,- . 26 817,43 . 156 246.74 182 884,17 17 420 16947 17 420 69,17 Gewinn- und VeHustrethnung tum 31 Dezember 19 28 and StoBM. BH SM . 282 24928 Tortr».a. 1927............ 26 817,43 . 182 864.17 ZI»».», D.Tii.n, Sontn and Piarliim ,390 016.17 _ Efr«kt«B■............... 148 460.25 466 11335 465 113,85 Torat.k.na. BUmu to—ie GvwUio- ao4 Varloh- fMbnang ha.B wir geprüft and mit d«t ordnang.- mftnig gafohrt«! BOohern In TJebwcfDOmmag Z»- fmndmi. Treuhandgesellschaft fOr Kommunale Untamahmungen A. G. Borohere: Volte. Berlin,!» Pebraer 1929. Berliner Stadtschafts-Bank Aktiengesellschaft W»smen idorff Ostern m Mrstenwalde der märkischen Waldstadi Ausflugsziel öer Sewerkfchasten und Vereine Tiedmann's staunend billige Frucht- u. Südweine Spirituosen ErrtVI. Apfelwein,*u........... uter 0.75 Erstkl. Johannis- n. Stsohalbamrela.... O.BS F.inztw Kirschw.in..........,,. 1.25 F.in.t.r Erdb.arw.ln, voilzas......., 1.45 Echt« Tarragona, tearig........., 1.25 Echtor Malaga,.dsi B 1.50 Fainatar Wermulbwetn.........., 1.85 Eehter Insel-Samoa, voiisna......., 190 Eratkl. Santa Lnrino............, 1.90 Eehter Douro-Portwsln, fendg, 2.80 Feinste Rot- a. Bordeauxweine«i, n, 1.-«„ Erstklassige WeiBweine i. iia»h« von I.20» «zkL Gl»! die OuaMtät meinef Spirituosen! Feinster Riehtenberger Branntwain% vueeb. 2.75 Eratkl. Weinbrand v'encbn. Jkrk« BT.*, 3— Eehter Oautaebar Weinbrand» Stern«* s 6.— Eehter Jamaika Rum-Veruhoiu 42% a 3.85 Feinster Jam.-Rum Verscim.iKr;T».nim), 5 25 Eratkl. Charry Brandy, Halb nnd Halb.. 3.S5 Afrikaner-Likör-Spezisiiut- Org.-Pl...... 3.00 InkL Ol» Berobari] Tiedmaoo UdMsIM o, VeiiMWImit Zentrale: OlZ.Fruchtstr.S-B. Aiei.4088 Barl)* 0, Milgsstrgtr Str. I Buke BSdernaorler Str. Bln. 0. Fraektstrae« TS Ecke Longe StraBe Bln. 0, AadluestnSe 4 Ecke BreslMer Hinge Wo. SO, KSgeRlutp Str. 51 Ecke Mlcnselkirchstraße Bln. 0, Fniikfniter Allee Z79 Am Ring bobnhol Bis SO, BiBaaiMr StraBe I Bis. B, 6r««Beutnne 104 Ecke Rsml-remge BI*. n, SslnemOoder Str. S5 Ecke Lei Hing Straße WS N, Kastanl nelle« 4t Ecke Z.ODSkl cd rsße BaiikOlli, Herma-nttr. ts-tt Eck. Waithes r&Se Senm W. BSiewatraSa« Ecke Yorckstnße Bei Beatallunge« von I« M. SB IIa evasg irei Haus«dreb die Zea ra s- Vas IL 2S-— aa franko Bacacadms r KorbfisacbeD ete. werden Beliehen M> E Wespeiti maul «kbUiK 7 Nur reB-Berllit i A' � �« Inlerieren brlogt ERFOLG I lehet fltl ilefctt peeiemer Paul Golletx norm. Robert Meyer Marianncnitra�r i Ecke Naanonftrene Ami Mcrldpl 1V3N8 ?llr üiete W50, Ansdacberslr. 1