Heimkehr. iO/12 Ahr gelandet. 81 Stunden in der Luft 8 500 km zurückgelegt. BERLIN Sonnerstag 28. Marz 1929 Ariedrichshascn, 28. ZNärz. ivcricht unseres Sonderkorrcspondenlen.) „Gras Zeppcl'n" ist am Vonnerslag vormitlag nach einer für die Führung und Passagiere unangenehmen naßkalten Rachlsahrl in Ariedrichshasen glall gelandet. Das Schiff war insgesamt 81 Stunden in der Luft. Die zurückgelegte Kilomclerzahl ist 8 5 00. Schon nach unserrr Umkehr vor den Sporaden und der Rück- kehr nach Athen am Mittwoch vormittag kündigte Dr. Eckener an, dafz wir nach der Wetterkarte im weiteren verlaus der Fahrt aus Gegenwinde stohen und starke vöen zu verzeichnen haben würden, wer konnte sich darüber aufregen? An Gegenwinde und Boen halten wir uns In den drei Tagen bereits gewöhnt, wie der Mensch an dos tägliche Bröl. Aber es kam schlimmer. Als wir bei S p a l a t o in Zugoslawien nach einer sehr langen Fahrt über Wasser endlich wieder über Land gingen, sing es bereits an. Das Tempo des Lustriesen oerminderle sich zeitweise aus 55 Kilometer yro Stunde. Ausweichen konnten wir dem Gegenwind und den Böen nicht, da uns links und rechts vorberge daran Hinderlen. Es ging deshalb auf und ab, um eine bessere Position zu suchen. Alle Mann an Bord froren. Wien konnten wir in Anbetracht der schwierigen welterverhällnisse überhaupt nur aus kurzen Umwegen erreichen. Aus der gegen 12 Uhr angeselzlen Ankunftszeit wurde es noch t bzw. 2 Uhr, bis wir schließlich um Z Uhr eintrafen, von strömendem Regen empfangen. Das Wetter ließ sich auch nicht von der Radioansprachc des Rcichstagspräsidenien Lobe an die wiener Bevölkerung beeinflussen. Die Stadt bildete ein «jcoßes Lichtmeer, sonst war nichts zu sehen, nichts zu erkennen. Als wir dann nach einer kurzen Schlcisc über die Innenstadt davonfuhren. regnete es säst noch mehr als bei der Ankunft. Unser Kurs «rar jeht zunächst aus 0 i n z gerichtet. Es ging mit 80 Kilometer vorwärts. Ze mehr wir uns dein heimathasen des„Gras Zeppelin" näherten, desto elender wurde das weller. Ein richtiges„Sau- wetter", sagte Dr. Eckener empört. Rebelwolken wechselten mit Rebelsehen. Eine Stunde lang sahen wir rechts und links, oben und unten nichts anderes als„ewigen Dreck", wie die Lustschisfer fachmännisch den Rebel nennen. Die Führung versuchte ununterbrochen. Sicht zu gewinnen, wir stiegen aus 1500 Meter, so daß die Scheiben der Führergondel völlig gefroren, gingen wieder runler aus 100 und 500 Meter. Alles vergeblich. Dem Schiff bleibt nichts weiter übrig, als vorläufig nach dem Kompaß und nach der Uhr zu fahren. Wieder in Oeutschland. Endlich gegen S.20 Uhr vormittags ein Lichtblick. Der Rebel wird dünner und dünner. Inzwischen haben wir Oesterreich verlassen und Surs auf die Südspihe des Böhmerwaldes genommen. Als erste deutsche Stadt entdecken wir nach unserem Ausslug durch die Lüste Burghauscn an der Grenze zwischen Oesterreich und Bayern, wir erkennen es an den Bauten und der Salzach. Weiler ziehen Rebelfehen in windeeeile an nns vorüber, hier und dort geraten wir wieder in kleinere Rebelmasscn. Immerhin besteht— wenn auch nur schwach— Orienlierungsmöglichkeit. Unter uns die Bahnlinie nach München! Sie verrät den neuesten Kurs zum Heimathasen: München— Ulm. In jedem Ort, jeder Stadt, die wir in Deutschland passiere», stehen Hunderle von Menschen, schwenken Tücher und grüßen den„Graf Zeppelin". München steuern wir 7.45 Uhr an. Auch hier allgemeine Aufmerksamkeit vor dem in der Luft dohinsausenden Wunder. Bald kämpfen wir wieder mit Gegenwind und Rebelbänken. Es ist eisig kalt. Sicht nach unten ist unmöglich. Stampfend arbeiten die Motoren. Dos Schiss geht noch oben auf 1500 bis lSOV Meter.- auch hier cndlosez Rebel. wiederum kann nur nach Kompaß und Zeitangabe gefahren werden. So gehl es weiter über Ulm, Schloß Erbach, dem Wohusih des Grafen Brandenftein-Zeppelin. über Biberach, wo die älleste Tochter Zeppelins wohnt, nach Friedrichshofen, dem Ausgangspunkt und Endziel unserer Fahrt. Auch hier läßt das weller zu wünschen übrig. Dennoch ist eine Landung möglich. Landung in Zriednchshafen, Die Manöver beginnen. Ein Gruh zunächst der Vaterstadt. Dann geht„Gros Zeppelin" noch einmal auswärts zur Vorbereitung der Landung. Als die eriorderliche höhe erreicht ist, erklingen aus der Führergondel die Zeiche» für die Motorcngondeln. Die Ma- fchinen, die VA Tage und i'A Nächte rastlos gearbeitet haben, daß 10 Pf. flr. 146 B74 46. Jahrgang. Anicisenrrcit: Die einspaltige N»»>areill«teile «0 Pf., Reklamtitile S M. Ermäßigungen nach Tgris. PoSl'checkkont»: Vorwärtt-Derlag G. m. d.h.. Berlin Nr. Z75Z6. Fernsprecher: Dönhoff-292 bis 297 es fast wie ein Wunder klingt, setzen aus. Ihr brausendes Spiel, on da- wir uns bereits gewöhnt haben, hört auf— es fehlt plötzlich etwas. Und während wir uns doiüber unterhalte», daß der Mensch hoch inimcr von Gewohnheiten abhängig ist, gleitet„Gras Zeppelin" langsam zur Erde, von der riesigen Luslschisshalle grüßen ihn die Farben der Republik: Schwarzrolgold. Bald liegt dos Schiff, von Hunderten von Händen geführt, in der Halle. Eine neue lufttcchnische Glanzleistung ist vollbracht, Glanz- leistnng von Schiff, Führung und Besatzung. Wer sie miterleben durste, wird sich ihrer zeitlebens erinnern. Dank allen, die zu diesem neuen Werk beigetragen, uns die Möglichkeit gegeben hoben, eine» Ausflug in die große und in WirNichteit so kleine Welt tun zu dürfen, Dank vor albern den» ersten Führer und der Seele des Schiffes— Dr. Eckener. Lleber Wien. Wien, 28. März.(Eigenbericht.) „Graf Zeppelin" ist heute um 3 Uhr nachts über Wien geflogen. Man hatte ihn ursprünglich erst für Donnerstag vormittag erwartet. Am Mittwoch abend wurde durch Radio mitgeteilt, daß er gegen Mitternacht kommen würde. Trotz starten Regens erwarteten viele Tausend« aus den Straßen das Lustschiss»nd harrten unentwegt bis 3 Uhr morgens ous. Der Chcsrcdaktenr des„Soz. Pressedienstes" warf über Wien einen Brief für die„Arbeiter. Zeitung" ab, in dem er die Fahrt des„Graf Zeppelin" schildert«. — Rcichstagspräsidcnt L ö b e hat über Wien einen Brief an Bürgermeister Seih mit schwarzrotgoldenen und weihrote.n Bändern abgeworfen, in dem er dem Bürgerineister und 5er Bevölkerung Wiens Grüße entbietet und seiner Freude darüber Zluedruck gib!, daß er wieder über deutschem Boden sei.— Beide Briefe wurden im östlichen Stadtbezirk S i m m e r i n g (XI.) in einem Garten von einer Gärtnerkfra» um 3 Uhr morgens gefunden und sofort der„Arbciter-Zcitung" zugestellt. Oer Brief an die Wiener Arbeiter-Zeiiung. Wien. 28. März.(Eigenbericht.) �Der Brief vom Zeppelin lautet: „Liebe Genossen! Ich bin niit meinem Bericht nicht fertig geworden. Einmal hatte ich mit Telegrammen viel zu tun. dann wurde Wien früher als vorau-gefehen, angesteuert. Ich begnüge mich daher init einem Bericht über die allgemeinen Ein- drücke der partcigenössischen Reisetcilnehmer und das Erlebnis dieser Fahrt. All« Teilnehmer sind überzeugt, daß dem L u f ts ch i s s in der Lustsahrmdustrie die Zukunft gehört. Wir haben zur Zurücklegung van 830Ö Kilometer(Friedrichshasen— Palästina— Wien— Friedrichshasen) rund 80 Stunden gebraucht. Am Donnerstag vormittag um 8 Uhr dürften wir landen. Dos Schiis hat jedoch noch für drei Tag« Gas und Ocl. Wir haben Wien i» einer Höhe von 700 Meter bei einer Gejchwiirdigteit von 120 Kilo- meter pro Stunde überflogen. Palästina wurde am Dienstag- morgen kurz nach 7 Uhr verlasse». Wir flogen zuerst in der Richtung nach Beirut, dann nach Kreta und von hier aus über die Nasaden. Sie wurden um 4 Uhr mit'160 Kilometer Geschwindigkeit in großer Höhe überskogen. Kurz nach ö Uhr waren wir über Athen, dessen Hasen Piröus wir zunächst überquerte». In der Richtung Euböa ging es weiter, unterwegs Marathon und andere bekannt« Städte. Bon den Sporadcn wurden schwere G e- witter angekündigt. Dr. Eckener entschloß sich zur Rückkehr und flog über Atlzen, de» Golf von Pcrtras und den Golf von Korinth über Jthaka die adriatische Küste entlang nach Korfn und längs der albanischen Küste nach dem herrlich gelegenen D u r a z z o, wo Flieger ausstiegen, um uns zu begrüßen, endlich über Cattaro und Ragusa, um bei Spalato wieder über Lgnd zu sein. Dann ging es weiter über Agrani, Budapest und Preßburg, und jetzt fahren wir auf Wie» zu, das wir gegen 2 Uhr morgens erreichen werden. Alle ohne Unterschied sind begeistert. Wir würden gern noch mehrere Tage fliegen. Reichstogspräsidcnt Löhe Hot heute abend in der Passagicrgondel eine D a n k r c d e an Dr. Eckener gehalten, den er als Pionier der Lüfte feierte und dreimal hochleben ließ. Der Wiener Rundfunk begrüßte und beglückwünschte Schiff und Passagiere und sprach die Hoffnung auf baldige Wieder- kehr des Schiffes aus. Reichetagspräsidcnt L ö b e aniwart-.'te auf die Begrüßung, er teilte den Wienern mit, das Schiff habe«in« große Reise hinter sich und habe leider den Plan, Wien zu bestachen, infolge des hestigen Regens aufgebe» müssen. Schmock im Zepp. Moses Eckener.- Aphrodite nimmt reißaus! Wie ein Hugenberg-Iournalist die Zcppelinrcise erlebt, dafür eine �cine Stilprobc aus Rolf Brandts Reisebericht im„Lokal- Anzeiger": Dr. Eckener wird bei Tisch nur nach M o s c s genannt. Er darf die verheißene» Länder nur sehen. Da ist die zärtlich ge- schwungcne Bucht von Paphos, wo die schaumgeborene Aphrodite ans Land stieg. Hier haben die Wellen nach Rosen geduitet, und der Himmel war früher wie Mandelblühen. Heute ist es kalt und grau, und das Meer ist sehr entgöttert. Ach. ich fürchte, die heiteren Götter der Griechen wollen nichts mit uns zu tun lzaben, weil wir eine ganze Ladung deutscher Politiker sind. Siehe, Aphrodite sloh, siehe, Zeus barg sein Haupt! Rolf Brandt irrt. Schau bei seiner Geburt sind die Grazien geflohen, hat die Muse ihr Haupt verhüllt. Auch diesmal dürsten die Götter Griechenlands lediglich vor seinen Schmockrcie» ausgerissen sein. Sturz die SSrücke * £lii srkrrrrrr llnglüdutfall ereignete sieh auf der Straße ron IVeudisdi Welz uäett Silberberg, t'in Traktor mit zwei Anhängern brock auf der Sckleuaen- brücke an der Heuen'Itlühlc durch und slürzte. mit der SB rücke In, die Vi efe. Itährend der Wahrer sich durch recktzcitige* Abspringen retten konnte, wurde der SBegleiter mitgerissen und fand dabei den Tod. Erscheint täglich avßcrSonotags. Zugleich Abcndaukgabe de«„VerteSrls". Bezugspreij beide Äuszaben 85 Pf. pro Woche, Z.mA. yro Monat. Kedaklion und Erpedition; Dtrli»SW68,Lindcnftr.J SfttUcuityoße det Der Brand der„Europa". Keine vorsätzliche Brandstiftung. Hamburg, 2S. März. Bezüglich der Enlstehungsursachc des Brandes d« „Europa" wird mitgeieill. ba% die kriminalpolizeilichen Aach- iorschungen keinerlei Zl n h a l l sp u u k t e für das Vorliegen einer vorsählichen Brandflislung ergeben haben. E» ist auch nicht richtig, bah dos Feuer an mehreren Stellen zu gleicher Zeil ausgebrochen sei. Die diesbezüglichen Gerüchte beruhen auf unbegründeten Vermutungen, deren Entstehung mit der schnellen Ausdehnung des Feuers, die durch den starken Südwestwind gefördert wurde, zu erNären ist. Als festgestellt ist anzusehen, daß sich der Brandherd im E-Deif befand. Dieses liegt unter dem hauptdeck, und durch dos E-Deik zog sich der Sobelgang hindurch Bei Schissen, die sich in einem der- ort fortgeschrittenen baulichen Zustand befinden, wie die» bei t�r ..Europa" der Fall war. liegt stets dann erhöhte Feuersgefahr vor. wenn nicht jeder einzelne an dem VZciterbau beschäftigte Handwerker und Arbeiter unter strenger Beachtung aller gegebenen scuerpolizei- lichen Vorschriften seine Pflichten erfüllt. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen werden fortgesetzt, um. wenn irgend möglich, festzustellen, ob noch dieser Richtung hin Beweise für das vorliege« etwaiger sahrlässiger Brandstiftung zu erbringen sind. Die Angestellten bei Tieh für den ZdA. Lleberwaltigender Sieg bei der Angestelltenratswahl. Für die Berliner Warenhäuser von Hermann lieh fand jetzt auch die Wahl zu dem gemeinsamen Angestelltenral statt. Der frejgcwerkschasllichen Liste de» Zentralverbandes-der A n g c st c l l t c n stand eine Liste des Gewerkfchaflsbundes der Angestellten shlrsch-Dumfer) und eine der leitenden Angestellten gegenüber. von ö7Sö Wahlberechtigten stimmten ab ZS0Z. Es erhielten die Liste des ZdA. ZKöS Stimmen und 16 Sitze, die Liste des GdA. 769 Stimmen und i Sitze, die Liste der leitenden Angestellten Zl8 Stimmen und 2 Sitze. Das ist eine verlraucnskund- gebung der Angestellten für den ZdA. und zeigt dessen dominierende Stellung unter den Warenhausangcstellten. Hilgenberg redet gegen Ausländer. Aber er engagiert sie. Di« hugcnbergsche„Nachtausgabe" brachte kürzlich einen Bericht über eine Versammlung von Musikerorganisationen, in der über die sich immer mehr bemerkbor machend« Konkurrenz von Ausländern lebhaft Klage geführt wurde, während I e u t s ch e Musiker in erschreckendem Ausmaße der Erwerbs- losensürsorg« zur Last fallen. 5o weit kam, man sich mit den Ausführungen der„Nacht- ausgäbe" durchaus einverstanden erklären. Betrachtet man jedoch die Kehrseite der Medaille, so kommt man zu einer interessanten sjeststcllung. In einem östlichen Theaterbetrieb der hugenbergschen Uso ist einem Kapellmeister gekündigt worden, der sich dort über drei Jahre durchaus bewährt Hot, und an seine Stelle ist« i n Ausländer engagiert worden. Aber � auch deutsche Musiker haben in den Usa-Orchestern Au sl ändern Platz machon müssen. Also auf der ehren Seite berichtet Hilgenberg von dem Existenzkampf der deutschon Berufsmusiker gegen Auslands- kopollen, auf der anderen Seit« aber setzt er deutsche bewährte Kräfte auf die Straße mrd besetzt diese Posten mit Ausländern. Trauernachrichi. Hindenburgs unerforschlicher Batschlusi. Faschistenterror in Oesterreich. Deuische Offiziere an der Spihe. (Stpafmilderung für den Spion Lembourn. Die Auchthausstrase des wegen Spionage verurteilten däni- Ichen Kapitäns Lembaurn ist in«ine fünsjährigc F e st u n g s- hast umgewandelt worden. Man ersieht daraus wieder- um, daß Ausländern— einschließlich solchen, die Deutschland besonders schwer schädigen— die republikanische Ena- densonne wärmer s ch o i n t, als deutschen Frontsoldaten. „Deutsche Zeitung" vom 28. 3. 1929. Besriedigung in Dänemark. Kopenhagen. 28. Mörz. Die Umwandlung der Zuchlhousstrofe für Kapitän Lembourn in Festungshaft wird von der hiesigen Presse dalbwegs als Be- gnadigung aufgefaßi,„Bcrlingske Tidende" sagt: Das einzige, war- aiff man nach der Urteilsfällung habe haften können, Gnade für Recht, sei ergangen. Dies werde von asten Dänen mit gleicher Freude begrüßt. Dieser Schritt gäbe nämlich nicht bloß einem-dänischen Offizier die Möglichkeit, seine Strafe unter weit erträglicheren Bedingungen abzubüßen; sie könne sicherlich auch als Bestreben der verantworttichcn deutschen Stellen ausgefoßt werden, einem Nachbarstaat gegenüber Entgegenkommen zu beweisen, und beides rmisse in Dänemark gewürdigt werden. Kubenberg führt... ... die deutschnationale Londtagsfrattion. Aus dem Landtag schreibt man uns: Im„Vorwärts" ist her- vorgehobcn worden, daß die dcutsch�nationale Fraktion des Preußischen Landtags einen dummdreisten nationalsozialistischen Agitationsantrag mitunterschrieben hat. Für den, der in den letzten Monaten die Dinge aus der Nähe beobachten konnte, ist das keineswegs auffällig, hatte man doch bei den wiederholten gemeinschafllichen Obstruktionen der Rechten und der Kommunisten � oitmals den Eindruck, daß die deutschnatlonole Fraktion unter der Leitung des Herrn Jakob Kubc von den Nationalsozialisten stände- Wenn es zu Abstimmungen kam, dann betrat Herr Kuba das Podium und beantragte namentliche Abstimmung. StMe alsdann der Präsident die Unterstützungsfroge. so winkte Herr Kube von oben her stolz mit dem Finger und— siehe da— es erhoben sich nicht etwa nur treu seinem Wink die sechs Männkein seiner „Fraktion"(deren Unterstützung natürlich nicht ausgereicht hätte), sondern es stand mit ihnen Schulter an Schulter die Gesamt- hcit der Dcutschnationalcn. Im Landtag kursiert schon seit längerem das Wort: Die Deutsch- nationalen führt im Reichstag h u g e n b e r g, im Landtag Kuben-- b e rg! Wie«, 28. Mörz. sVigenbcricht.) Ter Republikanische Schutzbund fordert die Vertzas- tu«g der steierische» Hcimwehrführer Dr. Pfriemer und Generalmajor a. T. L u st i g. Tie Leitung der steieri- scheu Heimwehr kündigt durch Flugblätter an, daß in Zu» kunft alle Heimwehrleute gegen jede Beleidigung durch Zuruf mit der Waffe vorgehe» würden. Der Repn- blikanische Schutzbund weist darauf hi», daß diese An- kündigung der Heimwehr Zusammenstöße auf der ganzen Linie hervorrufe» müsse. Er fordert die Staatsgewalt auf. den offenbaren Gesetzesver- l e tz e r n das Handwerk zu legen. Tie Absicht der Heim- Wehrführer» durch Provokation blutige Auseinander- setzuuge» herbeizuführen, ist ganz offeukuudig. Die„Arbeiter-Zeitung" veröffentlicht einen Bericht des Heimwehrführer» Rittmeister a. D.„Baron"' Peter» Leiningcn über die Werbearbeit in der großen Papier- fabrik Letzkam-Josesstal. In diesem Bericht werden der- schiede»? leitende Beamte der Fabrik als reichs- deutsche Offiziere bezeichnet und von dem Direktor Dr. Grimm wird gesagt: Herr Direktor Dr. Grimm ist selbstverständlich für den heim- wchrgedonken, ist reichsdenlscher Offizier und hat persönlich den Kopp-Putsch milgemachl, stehi für jede Auskunsl mil Vergnügen zur Verfügung, bitlek jedoch, bei allen telephonijchcn Anfragen und Iuschrislen in diskreter weise zu verfahren, da seine Post konlrolllerl und die Gespräche unter Umständen abgehorcht werden. Er hat versprochen, auch mit dem Generaldirektor in Wien, Dr. S ch m e i l(deutscher Reseroeosfizier), die ganze Angelegenheit zu besprechen und zu lrochlco, daß aus unauffälligem Wege eine finanzielle Unterstützung für die dorligcn bereit» bestehenden oder zu gründenden Ortsgruppen bewilligt wird. Ten Erfolg dieser Vorbereitungen bewährter Put» schiften hat der schändliche Ueberfäll der Heimwchrlcute auf Arbeiter in Leudritz gezeigt. pariser Konferenzkrise. Deutschland soll unbedingt nachgeben. Paris, 28. März. sEigenbericht.) Bor den Osterferien werden die Sachverständigen heute vormittag noch eine kurze rein formale Sitzung abhalten. Die Pariser Presie glaubt auf Parole hin mitteile» zu können, daß in dieser Sitzung die Entschei- dung über Erfolg oder Mißerfolg der Konferenz fallen werde, denn man werde der deutschen Delegation das Ultimatum stellen. Man schreibt, die ständige Weige» rung des Neichsbankpräsidenteu Dr. Schacht, annehm- bare Vorschläge für die Festsetzung der deutsche« Schuld zu machen, habe die G e d u l d der Alliierten erschöpft. Sie hätten daher am Mittwoch in einer Protestsitzung das Ultimatum an Dr. Schacht beschlossen. Sie hätten, wie der„Matin" behauptet, in einem ausführlichen Me- morandum ihre Forderungen und äußersten Zugcständ» niffe noch einmal formuliert. Ter Koufcrcuzvorsitzende Owen Uvung habe ein zweites Memorandum verfaßt. das er heute de» Deutschen vorlegen werde; darin werde ei« Vergleich gezogen zwischen der augeublieklichen Lage Teutschlands unter dem Dawes-Plan und der künftigen Reparationsregelung nach den jetzt erreichten Zuge- st ä u d n i s s e u der Alliierten. Er werde Dr. Schacht in formellster Weife auffordern,»och einmal mit sich ,n Rate zu gehen: entweder entschließe er sich zu per» nünftige» Augebote» oder aber er übernähme die Verantwortung für die Sprengung der Kon- fereuz. Ter Zustand aber, daß die K-nferevz sich ewig auf der gleichen Stelle drehe, könne nicht länger andauern. „Es ist wirklich besier". schreibt der„Petit Parifie»- in deutlich merkbarer Erpressertaktik.„die Konfereuz ab- zubrechen, als eine ungerecht« Lösung hinzunehmen. Der Tawcs-Pla« funktioniere zur vollen Zufriedenheit Frank- reichs. und selbstverständlich wird Frankreich im Falle eines Mißerfolges die Rheinlandräumung nicht gewähren." Torpedoboot gegen Fährschiff. Zusammenstoß zwischen Saßnih und Trellebora. Dos deutsche Torpedoboot 96 sah heute vormittag aus halbem Wege zwijchen Tr elleborg und Saßnitz zwischen treiben- dem Packeis fest und konnte sich nicht selbst befreien. Dos auf setner fahrplanmäßigen Ueberfahrt befindliche schwedische Fähr- schiff Jkönig Gnftas* befreite es und fuhr weiter, während das Torpedoboot tn seiner Fahrrinne folgte, hierbei lief e» aus das Fährfchiss aus und rammte es achtern. Das Torpedo- boat verbog sich dabei den Vordersteven, während das Fährschiff anscheinend keine bedeutende Beschädigung er litten Hot. Beide Schisse liefen kurz nach!t Uhr in den Saßmtzer Hasen«in. Die deutschen Seeossiziere des Torpedobootes begaben sich sogleich an Bord de?.König Gustaf". Gmbenkatafirophe in(Spanien. Bisher acht deichen geborgen. In einem Bergwerk bei G i f o« ereignete sich eine Explosion. Acht Bergarbeiter wurde» als Seichen geborgen, l.? Arbeiter werden noch vermißt. achteten dort einen junge« Menjchen.der ausgeregt hin und her ging. Plötzlich zog er ein« Pistole aus der Tasche und schoß sich eine Kugel in die recht« Schläfe. Der Lebensmüde wurde in einer Autfldraschte zur nächsten Rettungsstelle gebracht. wo er unter den Händen des Arztes starb. In seiner Tasche wurd» noch ein Brief gefunden, der an eine Fainili« K. R. gerichtet ist und nur die Unterschrift„Georg" trug. In einem epileptischen Anfall stürzte sich gestern abend der LHähvig« Alfred K r a m e r aus dem Flurfenster des 4. Stockwerks, Johann- Hvs-Str. 9, auf den asphaltierten Hof hinab, ft, wurde aus der Stelle getötet.— Im Jagen 270 des Friedrichshagener Forstes entdeckten Spaziergänger an einen: Baum die Leiche eines Mannes. Die benachrichtigte Polizei stellt« den Selbstmörder als einen Kaufmann Otto M. aus der Woldstroße fest. M. war die Brieftasche mit seinem gesamten Monatsgehalt in Höhe von 450 M. gestohlen worden; diesen Verlust nahm er sich so zu Herzen, daß er Hand an sich legte. Calles' Marsch durch die Wafferwüste. Verfolgung her Gebellen. Mexiko, 28. März. «alles teilte dem Präsidenten mit. daß feine Marsch- kolonnen de« infolge der Zerstörung der Eisen- bahnen notwendig gewordeneu Marsch durch die Wasserwüft« Bolsondemapimi unter großen Schwierigkeiten� vollendet haben. Die von Calles nach Norden entsandten Truppe» seien nur 9000 Mann stark. Der amerikanische Konsul Blocker in Mazatlan be- richtete dem Staatsdepartement, daß fich die Aufständi- scheu nach ihrem Angriff auf Mazatla« iqvollemRück- zuge auf das nördlich gelegene Cnila befänden. Lteber den Tod hinaus. Tragödie einer Arztgattin.- Auf der Straße erschossen. Im Gqrten des Urban. Krankenhauses hat sich heute früh die 38jShrigc Frcku Deqte Bonikowsky aus der Keithstr. l? au? Gram über den Tod ihres Mqnnes, des ZOjährigen Oberarztes Dr. Hans Bonckawsky. erschossen. D. war Oberarzt am Urban-Krankenhaus und muhie vor einigen Tagen wegen emes plötzlich austretenden schweren Darmleidsns in Behandlung genommen werden. Es wurde sofort eine Operation vorgenommen, die sehr schwierig verlief, dem Patienten aber keine Rettung mehr brachte. Er starb in der ver- gangenen Nacht. Als Frau Dr. B. die Nachricht von dem Tode ihres Mannes erhielt, eilte sie in das Krankenhaus und jagte sich im Garten ein« Kugel in die Schläfe; sie war auf der Stelle tot. Sin anderer aufregender Borfall spielte sich gestern abend ans deni Hu ni annplatz im Norden Berlins ob. Passanten beob- Wnun beginnt der Karfreitag? Im Bundfunk am Mittwoch. Daß der Rundfunk am Karfreitag nur ernste Musst und Vor- träge sendet, wird auch von nicht kirchlich gesinnten Kressen ver- standen, llnverständllch aber ist es, daß er dem muckerischen Be- streben weicht, den Karfreitag möglichst auf die ganze Ost er» wache auszudehnen. So sendete der Deusschlandsender Königs- Wusterhausen bereits am Mittwochabend(!) Parsifal- Musik, die in ihrer gerstlichen Schwere sonst den Kern der etqent- lichen Karsreitag-Programme bildet. Auch für den Ber- liner Sender beginnt der Karsreitag bereits am Donnerstag mit„Berliner Passionsspiel um 1400" und ähnlichen Themen, bci- spielsweise lauten di« Ueberschristen der Rezitationen ani Donnerstag (nicht etwa Freitag!)„Die Kreu.zschau",„Legende",„Kleine Legende",„Golgatha",„Pieta". Man braucht die deutschen Progranun« nur mit den Wochen- Programmen von anderen Ländern zu vergleichen, die es mit kirch- lichen Dingen sicher nicht leicht nehmen, wie z. B. England und Holland, um zu erkennen, daß wir in pietistischem Trübsalblasea an der Spitze aller Nationen stehen. Die gegenwärtig« Zeit leidet ohnehin nicht an einem Uebermaß von Heiterkeit. Warum da ein ernster Feiertag künstlich zu drei und noch mehr Trauertogen gestreckt wird, ist nicht einzusehen. Vom sächsischen Meiallohnstreii.' Verhandlungen im �eichsarbeitsministerium. In den Lohnstreitigkeiten der sächsischen und Leipziger Metallindustrie fanden am Mniwoch im Reichsarbeils- Ministerium Verhandlungen statt, die bis in die frühen Morgen- stunden dauerten. Zu dem vorläufigen Verhondlungsergebnis werden die Parteien noch Stellung nehmen. kein Rieftnprazeh wegen Basel. Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, den größten Teil der am letzten Sonntag und Montag verhasteten Kommunisten in Zürich und Basel außer Siros- Verfolgung setzen zu lassen, weil sonst die schwerfällige Ar- bsiisweise des Bundesgerichts wegen geringfügiger Verseh- lungen herangezogen werden müsse. Der Bundesrat überläßt es den kantonalen BeHorden, gegen die einzelnen vorzugehen. Neue Rätsel in Lannowitz. Dag unvollkommene Geständnis Christian Stolbergs. Die ünfcrturfjuttg tu der Mordsache Eberhard K t o l. berg hol auch geskern keinerlei Klarheit gebracht. Zm Gegenkeil: die Widersprüche häufen sich. Oic Berliner Kriminalisten, Kriminalrat l? o p p e, Kriminal- kammissar Braschwitz und Kriminolsekretär Meyer stehen vor allem vor der einen Frag«: Warum hat Christian Friedrich Stolberg vorher direkt eine ganz bestimmte Person mit Namen und Stand bezeichnet und des Mordes beschuldigt? Es handelt sich hier um einen Mann, mit dessen Frau der alte Stolberg ein Liebesverhältnis unterhielt. Einen Tag später aber bezichtigte Christian Stolberg dann sich selbst. Weiter ist die Frage ästen, ob es wirklich zutrifft, doh Christian Draf Stolberg in der Mordnocht seiner Schwester Antonie sin G e st ö n d n i s ablegte. Von besonderem Interesse ist weiter, daß Dr. Ponitz, der seit über ZS Jahren ständiger Hausarzt der Familie Stolberg ist, die iefte Ueberzeugung hat, der Schuß müsse im Stehen und nach ge- nauem Zielen abgegeben morden sein. Dos beweis« der Umstand, daß der Tote in derselben Stellung oerharrte, in der er Die faschistischen„Wahlen"... i* � ,.ich iL'*' ■■y- «i. zeigten das italienische Volk in grandioser Geschlossenhei t getötet wurde. Hieraus könne man die Schußrichtung rekonstruieren. Als Beweis führt« Dr. Panitz Geschehnisse aus dem Krieg« an. Weit«r vermutet die Mordkommission au» Berlin, daß An- gehörig« und Hausangestellte bei ihren Aussagen den Christian Gras Stalberg systematisch geschützt haben. Much die Frage mit den verbrannten Briefen ist nach nicht geklärt. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, daß die Briefe mit der Mordsach« direkt nichts zu tun hatten, sondern nur verbrannt wurden, weil ein« Der- öfsentlichung den Familienmitgliedern peinlich war. Das Buch, in i cm Eberhard Graf Stolberg in seiner Todesstunde las, befindet sich, wie wir mitteilten, im Sarg« des Erschossenen. Ob deshalb«ine Exhvmierung erfolgt, ist noch nicht entschieden. Noch neuen Mitteilungen der Gutsveravalwng bestand kein Steuernickstond, aber die Güter waren mit einer Hypothekenschuld von etwa 500 000 Mark belastet. Mussolinis Mameluken-Maulkorb. Oie Geschästsordnvnq des Anchparlaments. Rom. 28- Mörz. Parteisekretär Tu ra ti bereitet- mit dem GeneralserretSr der alten Kammer das Reglement des neuen Ständeparla- m e n t s(!) vor. Da es ausschließlich faschistisch ist und(noch!----) kein« Minderheit besitzt, werden die Bestimmungen zur Wahrung der Rechte der Minderhellen obgeschass«. Die Borschrüten hoben die Zusammenarbeit mit der Re> gierung und nicht ihre Bekämpiung zur Grundlage. Di« Dis- kussion wird nicht ganz abgeschafft, aber dos Verfahren wesent- lich beschleunigt. E» werden vier Vizepräsidenten abge- schafft, die hauptfächlich zur Vertretung der Minderheiten da waren. Ebenso sind die Dorschriiten über die Zusanmiensegung der Ausschüsse zu ändern. Der Mandalprüfungsausschuß wird überflüssig, indem schon der Große Faschistenmt die Auswahl der Abgeord- neten trifft und über sie Auskunft einholt. Ebenso wird wahr- schcinlich die geheime Abstimmung obgeschasit. Japan räumi Schaniung. Oer TsinanfU'Zwischenfall beigelegt. Tokio. 28. März. Nach dem Eintreffen der Nachricht von der Unterzeichnung des japanisch-chinesischen Uebcrcinfommens über die Beilegung des Zwischenfalls in T si n o n s u hat der japanisch« Generalstob den japanischen Truppenkommandeur in Schanwng telegraphisch cmg» wiesen, mit den Vorbereitungen zur vollständigen Zurück- ziehung der Truppen zu beginnen. Man nimmt an, haß der erste Rücktransport Anfang Mai von T singtau abgehen wird und daß die Räumung bis Ende M a i durchgeführt sein wird. Katzen, Mütter, Bücher. Bon Paul Gutmann. Zur Zeit der größten Winterkölt« und damit verbundener Kohlenknoppheit prangten an vielen Stellen unserer Stadt Plakat« mit der Ausschrift:.Läuft Briketts!" Während die Leute nach Kohlen schrien, fordert« sie die zur Zeit des Ueberflusses gedruckte Reklame einer Unternehmergruppe auf. Kohlen zu kaufen. Eine solche Unordnung im Mechanismus unserer Wirtschaft enthüllt mit der Blendlaterne des Witzes den Widersinn unserer gesellschaftlichen Zustände. Di« Stimm« des.Interessenten", eines ebenso nebcl- haften Begriffes, wie es der Begriff„Publikum" ist, ertönt gleich- sam aus einer vierten Dimension, anonym, geisterhaft, wie es alle Beziehungen in dieser kopftalistisch-bürgerlichen Gegenwart sind. Auch die Reklome trägt heutzutage dos farblose Antlitz des ab- strokt«n Geld-Waren�italters. Vor einiger Zeit und m mehrfachen Wiederholungen wurden wir durch einen„Miutertag" überrascht. Bedeutet das etwa, daß dos Angebot an Mutterlieb« die Nachfrage überstieg? Es bedeutet nichts anderes, als daß irgendwelche „Interessenten" auf dos Publikum«in Schlagwort losließen, um es zu einer Abgab« an sie zu bewegen. Denn die Beziehungen zwischen Mensch und Mensch sind in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft derart entseelt, daß es sogar möglich ist. die Urbeziehung olles Menschlichen, die Lieb« zur Mutter, ebenso zum Dorwand der Re- klam« zu machen, wie«in andermal das Berlm igen nach geräucherten Fischen oder sauren Gurken. Um die Aufmerksamkeit zu erregen, wird ein Tag aus den drechundertsünfundsechzig Tagen des Jahres herausgegriffen, der nunmehr etwas besonderes ist: der Tag der Mutter. d«r Tag de, Buches, oder der Tag der Kotzen. Gar manche Katze wird von ihren Pflegeeltern mehr geliebt als manches Kind von seinen richtigen Ellern. Aber was nützt die bloße Lieb« einer Kotze, wenn nicht der so heiß ersehnte Glanz der Oesfent- lichkeit auf sie strahlt. Der Katzentag bringt ihr erst das voll- kommen« Glück: hier ist sie Mittelpunkt des ollgemeinen Interesses, wie in größerem Maß« etwa Schmelmg oder der verflossen« Amanullah, hier ist sie pressereif, kann photogrophiert werden und in die illustrierten Blätter kommen. Am Äatzentag darf der Geist über die tiefsten Geheimnisse der Katzenwelt sich verbreiten, dürfen Professoren tiefschürfend« Weisheit vor der offiziellen Welt aus- packen oder im Rundfunk den Einfluß der Kotze erläutern, von den alten Aegyptern bis zu den modernsten Franzosen. An diesem Tag darf sich die Katze mehr als sonst die Pfoten lecken, wird mehr als bisher gestreichelt, und am nächsten Tag kümmert sich in der Oesfent- lichkeit keine Katze mehr um die Kotze. Etwas Neues muß gesucht werden. War es nicht großartig, wie plötzlich das Buch sozusagen in den Brennpunkt des öfseilllichen Interesses trat? Man las entweder Bücher oder las sie nicht, je nachdem, liebte dos Buch wie das. Reichskursbuch zu Beginn der Ferienzeit, fürchtete es wie das Strafgesetzbuch, aber man feiert« es nicht, beging es nicht, machte es nicht zu einer offiziellen Angelegen- heit. Erst, wenn einen eine Sache innerlich nichts angeht,„begeht" man sie. Das Buch, ein Gegenstand, unter dem man sich nichts vorzustellen braucht, wird nunmehr Anlaß zur Feierlichkeit. Hier handelt«s sich ja nicht um etwas Lebendiges, wie den Dichter oder SchriMeller, sondern um irgendeine aus bedrucktem Papier de- stehenoe, in Leinen oder Leder gepackte Ware, etwas ganz Unpersön- liches, eigentlich ein Nichts, ein Ding an sich. Es wird ein Anlaß, der wieder ein Nichts in Bewegung setzt, Reklameartikel, Reden, Gegenreden. Welcher Tag erweist sich hierzu als der geeignetste? Natürlich der Geburtstag oder Todestag eines Genies, von dem die Well weiß, daß es Bücher geschrieben, das heißt, Marktwar« pro- duziert hat. Daß diese Bücher die Behälter unendlicher Schmerzen eines Leidenden sind, wie gleichgültig! Seelenlos greifen anonym« Hände irgendeinen Tag aus dem Kranz des Jahres und nennen ihn Tag des Buches. Menschen zu Menschen bringen, seelische Wärm« erzeugen, welche allein befähigt, die Werke der Dichter zu verstehen und zu verbreiten, dos wäre zu umständlich, zu persönlich. Man müßt« Menschen erst ein menschenwürdiges Leben bereiten, müßte ihnen gesunde Wohnungen verschaffen, ihnen ein« freie Bildung geben, damft sse mit gesunden Sinnen auch das Schöne erfassen können. Man begnügt sich mit Bequemerem, gibt der Katze einen Namen, fertigt die Mutter mit einem Täselchen Schokolade oder ei» paar Gänseblümchen ab, den Dichter mit dem schmeichelhaften öffentlichen Interesse und bereitet den Tag der inzwischen in Vergessenheit geratenen Kohlrübe vor. wegen der Ermordung des Agramer Chefredakteurs Schlegel ist als Dritter Bogolsulmer Rapajititsch als verdächtig ver- haftet morde»: c'r ist Chefredakteur eines Falchistenblattes in Neu- ml., und terroristisch außerdem bewährt. Die Personalbeschreibung des einen Täters paßt genau auf ih». „Iphigenie auf Tanns." Nevinszeniert in der Republik-Oper. D>e Opern Gluck» sind nicht wie jene Handels ein« Entdeckung diese» Jahrhundert». Aber sie haben solange wir uns erinnern, das Schicksal, mehr gepriesen als gegeben zu werden. Man weiß. daß Gluck als Reformator der Oper, und sozusagen Erfinder des Musikdramas im 18. Jahrhundert, ähnlich wie Wagner im 19., eine bedeutende kunsthistorische Mission erfüllt hat Aber seine edlen hohen Werke such noch mehr als die griechische Götter- und HeSienwelt. aus der er seine Stoffe nahm, unserer Atmosphäre ein bißchen feierlich entrückt. Der heutig« Musiker fühlt sich der Gwck-Zell von neuem und stärker verbunden: gewiß liegen die Gründe dafür in der heutigen Zeit, ihrem Lebensgesühl. ihrer Kunstanschauung. Diese Erhabenheit aber, die strenge Gemessen- hell des Tempos, in der Handlung und Musik schreiten es wird für das Opernoublikum, auch dos unsere, immer einer besonderen Art von Anpossungswilligkeit bedürfen, um damit � den inneren Kontakt zu finden und zu halten. Ein Werk hoher, edler Kunst also„Iphigenie auf Touns". Das Drama des Muttermörders Orest und der unblutigen Sühne, die sein« Tat findet. Den Versuch, es uns aus heutiger Einste!- lung zu übermitteln, unternimmt die Republikoper. Respektivoll gemessen diesmal in der Dosierung revolutionären Wagemuts, ober mll verantwortungsbewußtem Ernst, wie er der Aufgabe würdig, und mit produktiven Kräften. Die Aufführung, mit Fritz Zweig am Pult, szenisch von Wolter D o l n a ch, zukunftsvollem Gast- regisseur gestallet, hat großen Stil, lind in Mose F o r b a ch ein« stark« Vertreterin der Titelrolle: in Karl Hammes, den mir leider an Wien verlieren, einen Orest von Stimm« und Haltung; zwingende Tragik, antikes Format gibt ihm Glucks Musik. Ii. p. Oer Gchuhverband gegen die Zensur. Der Schutznerband deutscher Schriftsteller hat folgende Ent- schließung gefaßt:„Die Gcneraloersammwng des Schutzverbonde» deutscher Schriftsteller erhebt auf das schärfste Einspruch gegen die Versuche, im Widerspruch zur Reichsversassung die Zensur auf dem Wege der Gesetzgebung oder durch Benvaltungsmaßnohmen wieder einzuführen. Sie beauftrogi ferner den Gesomtvorstand des Schutz- verbgndes deutscher Schriftsteller, gegen jeden Versuch, offen oder yerjchleiert die Zensur für Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Theater, Kino oder Rundfunk auszuüben oder neu einzuführen, die gebotenen Maßnohmen zu treffen. Im besonderen soll hie entsprechende Gesetz- gebung, an erster Stelle der Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches, sorgfältig überwacht werden: Vorminderungen der geistigen Freiheit sind mit allen erfolgversprechenden Milleln z» verhüten." Eine Stadl zu kaufen gesucht.„Eine Million Pfund Sterling und aufwärts sind zur Anlage frei. Wir wünschen eine Stadt irgendwo in England zu kaufen." Das ist der Text einer Anzeige, die in großen Londoner Blättern fast tagtäglich z» lesen ist Man glaubte' zuerst an irgendeine Mystifikation, jedoch stellten Detektivs von Scotland sflard' fest, daß das Kapllal tatsächlich bereit liegt und der Besitzer der zu kaufenden Stadt seinen Nomen beilegen will. l»e«»»llellung Ehmesslcher Sonst in der Akademie der Künste am Partler Platz ist auch am Karfreitag und an den beiden Osterieiertagen von 10—5 Uhr geSsfnet. Am Dienstag, dem S. April, nachmittag» 5 Nhr, wird die Ausstellung endgültig geschlossen. Za der Städtischen vp« wird am 2. Osterieiertag. Tl, Uhr. statt de« helleren Opernabends llvozart»„Entführung au» dem Serail- gegeben. Der Irledeaifti«.Der Serzlchlag der Welt', wird am Donnerstag, g Mr. in den Städtiiffien Lichtipie'en, Neukölln. Bergssr. 117. in«iqer östentliche» SouderauWhrung de» Bunde» der Krfeg«dt«iftgggner zu iehen fein. Sarfreitog»t»ozeric. Der Kochschulchor führt ein Mqgnisttat von Heinrich Zchü» und die Ot.Moll-Messe von Bach auk— Im Metropol- Theater konzertiert da» erste Klavier-Quartett aui vier sslügeln.— Im Atrtum-Bebo-Palast. Kaistrallee 178/79, findet abend» S Uhr ein Konzert statt mit tlaifsschem Programm. Max»ewhardk ln MSuchen. Jnlolge sme» Beschlüsse» de» baperischen Landtage» ist Reinhardt» Gaslipiel in den Münchencr Ztaatstheatern jetzt ermaglichi Geplant sind„Kabale und Liebe',„Der lebend« Leichnam' und .Danton» Tod'. „Oie eiserne Maske." Llfa-palasi am Zoo. Die Geschichte von den vier Musketieren wird frei nach de» älteren Dumas' Roman fortgesetzt. Die Hof» und Staatsaktion um Ludwigs XlV. Zwilling, der, von Richelieu verschoben, aber ev» wachsen gegen den König ausgespielt wird, rollt sich ab. Glücklicher» weise überwiegt ober das kulturgeschichtliche Aeidgemäldc, das Allan D w a n pittoresk und abwechslungsreich aufzieht. Das Hauptinteresse nehmen indes wieder die vier unzertrennlichen Musketiere und vor ollem Douglas F a i r b a n k s als Astognan in Anspruch. Ihre Bravourstreiche und phantastischen Abenteuer sorgen für Spannung. Aber wie lange soll diese naive Heldenverehrung noch dauern, wie lange will der Film nach solche Geschichtsklittenmg treiben und fort». fahren, alle Stilarten der Vergangenheit nachzuahmen? Will er nicht endlich lernen, von feiner Zeit zu fein und diese ganz äußerlich« Theairakik, diesen historischen Firlefanz den Motten zu überlassen? Gegen die glänzende Mache der Inszenierung und vor allem gegen den Elan und die brillante Kunstfertigkeit des Fechters und Reiters Fairbanks soll damit natürlich nichts gesagt sein. Und wer absolut im Stile Karl Ways und Dumas' sich verspäteten Kinder- freuden Hingebon will, der kommt gewiß aus seine Kosten. Hsstorifche Kritik ist freilich nicht dabei ertaubt. Das Geheimnis der eisernen Maske hat Dumas fa wenig als ein anderer gelöst. Und es fit auch gleichgültig. Da die vier ebenso tollen wie treuen Musketiere zum Schluß eine Himmelfahrt antreten— die Degen in der Hand—. ist wenigstens mit weiteren Fortsetzungen nicht.zu rechnen. Aber es gibt ja noch viele andere ebenso„aufregende" Romane von Dumas. „Oer Zigeunerprimas". Terra-Lichtspiele. Wenn dem Publikum die Musik einer Operette ausnehmend gut gefällt, fühlt in letzter Zeit sich die Filmindustrie verpflichtet. Bilder zu dieser Musik zu machen. Das ist ein äußerst anfechtbarer Standpunkt. So schleppt auch dieser Film, der von dem alternden, zum viertenmal heiraten wollenden Zigeunerprnnos erzählt, sehr viel Ballast mit. Vor ollen Dingen ist das Entsagen des Boters, der endlich erkennt, daß er einen heiratssähigen Künstler zum Sohn hat, in sentimentalen Operetteneinlogen geschildert. Diel besser hin- gegen glückt die Parodie auf den ewig verschuldeten König und seinen heillos vertrottelten Hofftoot. So unsilmisch auch die meistens musizierend gezeigten Menschen wirken, so elementar bricht in den Schlußbildern dos Gefühl des Regisseurs Karl Wilhelm für den Rhythmus durch. Hier entstehen die Bilder aus der Musik. In jeder Einzelheit steckt blutvolles Leben. Alles hat Schmiß, alles hat Schwung, alles wird mitreißende Bewegung. Raimondo van Riol kommen Figur und Gesicht für den Zigeunerprimas glänzend zupaß. Famos ist Jul. v. S z 3- reghy als König, jeder Zoll ein Trampeltier. Ferner waren Ernst" B e r e b e s. Margarete Schlegel. Vera M a l i n o w» skaja, Fritz Schulz. Paul Hekdemann, Robert Gar, rifon usw. jeder an semem Platz. Im Beiprogramm läuft„Dom Tabakblatt zur Zigarette",«ine Mischung von Kultur- und Revaniefilm, dt» Lola Kreuzberg sehr geschickt zu gestalten verstand, v e. b. SU Kusstrünng der Verllaer Sezession. Tiergartenstr. 21 a. ist fowvhl am Karfreitag al» auch an de« Seiden Osterlagcn von 11— 2 llhr geöffnet. Aetherwelleamufik wird«arireitag. aSenp» Sft. Uhr, Ostersonntaa und .«ovtag. vorm. 12 Mr. im R e» aiff a»e e-T b« a t er porgesührt. DU Theremin-Avparat« werde» zum erstenmal!n Bertlndung mll anderen gnftrumente» orchestral verwendet. Sle S»lzd»ri«r Festspiele 1929 werden am 4. August mll einer Feswor. stellun? von HosmennStbal».Jedermann' eröffnet und dauern bis 80. August. Da» Programm bringt Neulriiienierungen von Mozart»„Dan Juan' und Richard Gtrousi'.RosenkavalUr' sowie Wieder bolungen van Beethoven« .Ftdelio'. Für die lünstlerische Lellung wurden Clemens Krautz, Max Rein. Hardt. Franz Schalk und Lothar Wallerstein gewonnen. Acht Festkonzerte der Wiener Philharmoniker unter der Leitung van Clemens Krauh, Bern- hard Baumgartner und Franz Schall sowie M ozart- Serenaden ergänzen da« Pragramm. �Wahli Sireitteiiungen!" Di- Troib-rcien Äer KPD. g-gen die Gewerkschosten über- schlagen sich. D>e politisch kommunistisch organisierten Mitglieder der freien Gewerkftl>often werden zur Wahl von Streikleitungen wtsgefordert, ahne daß gegenwärtig van irgendeinem Streik in Berlin die Rede sein kann, der selbst noch der kommunistischen Parole die Wahl einer Streikleitung nötig machte. Die Drahtzieher der KPD. begnügen sich nicht damit, daß die kommunistischen Gewerkschastsnütglieder unter ausdrücklicher absicht- lieber Sabotage der Gewcrkschastsgeseße bei den Petriebsrätewahlen mit Unorganisierten zusammen gegen ihre Gewerkschaften gehen. Sie verlangen von ihrer kommunistischen Gewertschaftsopposition, daß sie bei dieser Provokation der Gewerkschaftsleitungen, bei dieser Gewerkschaftsschädigung nicht halt machen, sondern weiter provozieren, es zum offenen Äoirflitt, zur Spaltung treiben sollen. Bevor in der Berliner M e t a l l i n d u st r i e auch nur die Peichandlungen über ein neues Lohnabkownien in Gong gekommen sind, sollen auf?riiw»isu»g von D e t c r in den Betrieben Streik- leitungen mit den Unorganisierten gebildet werden. Moskau braucht„.Kampf". Deshalb soll mit aller Gewalt ein Streik in der Metallindustrie proklamiert werden. Ob er not- wendig und taktisch ratsam werden wird, das spielt für die»Revo- lutionäre" keine Rolle. Die KPD. will einen Streik schon deshatb, damit ihre„Opposition" die Gewcrkschastsleitunq dabei kaltstellen und sie durch ihre„StreiNeiwngen" mit Unorganisierten ver- drängen soll. Die KPD. will die Spaltung der Gewerkschaften. Dazu gebraucht sie„Ausgeschlossene", und deshalb provoziert sie mit allen Mitteln den Ausschluß ihrer Wortführer aus den Ge- werkschaften. Stalin Hai„die neue Linie" sanktioniert. L o s o w s k i hat sie der Berliner Moskaufiliale als Befehl übermittelt. Wer gegen diesen Basohl ein Wort der Vernunft einwendet, wird aus der KPD. aus- geschlossen und mit Schmuß beworfen. Die Spekulation, daß die Unorganisierten sich leicht gegendic Gewerkschaften gebrauchen lassen, zumal wenn sie von den„Revolutionären" als „klassenbewußt" umschmeichelt werden, hat den Drahtziehern einige Auzcnblicksersolge gebracht. Wir beneiden sie darum nicht, doch leiten sie daraus die Erwartung ab, auf der„neuen Linie" die Gewerkschaften zu spalten und dann eigene„rovo- lutionäre Läden" auszumachen. Den voreiligen Spaltern, die aus der KPD. ausgeschlossen wurden, weil sie mit der Aufmachung eines eigenen Ladens nicht länger warten wallten, wird heute zum Vorwurf gemacht, daß sie die Absicht hätten, sich ihren Gewcrkschaiten w'eder anzuschließen. Di« Gewerkschaften mstssen das verbrecherisch« Treiben der Moskauer genau verfolgen und all«? dararrjetzen, um chm wirksam zu begegnen. Wenn die.KPD. ihre Mitglieder außerdem auffordert, a m 1. M ä i ausdie Straße. zu gehen, troß des von ihr provozierten Umzugsyerbots, werden die Gewerkschaften sie nicht dabei stören. Auch ohne das Verbot haben die Gewerkschaftsgenosten keine Lust, mit der„Opposition" auf die Straße zu gehen, um sich von ihr beschimpfen und beschmulzen zu lasse». Aufstieg im AfA.-Bund. 6000 neue Mitglieder in Berlin. In der Iahres-Vertretcrversmnmlung des AfA-Ortskartells Berlin am 2Z. Mörz gab Genosse Flatau, der geschäftsführcndc Vorsitzende, den Geschäfls- und Kassenbericht sllr IllAZ, in dem er auf die immer umfangreicher werdende Arbeit des Ortskartells bc- sonders hinwies. Sehr erfreulich ist der Mitgliedcrzu wachs der.zum AfA-Ortskartell gehörigen AfA-Gewcrkschaften. Diese zählten Ansang l?28 in Berlin 3-Z 770 Mitglieder, Ansang 1929 6l 251 Mitglieder. Die nach der einstimmig erteilten Entlastung des Vorstandes vorgenommenen Wahlen ergaben die einstimmige Wieder- wähl der Genossen Flatau und Petcrsdorff als Vorsitzende. Auch die Wahl der übrigen Vorstandsmitglieder erfolgt« einstimmig. In der gleichen Weise wurde von der Iahres-Ver- treterversammlung di« Art der diesjährigen Mais ei er ge- nehmigt. Einmütig erfolgte zuletzt der Beschluß, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Lohnkamps in der Handelsgärtnerei. Die Unternehmer wollen es so. Die Unternehmer in der Berliner Handelsgärtnerei hoben den Neuabschluß eines Lohntarifvertrages mit einer Lohnerhöhung abgelehnt, angeblich, weil die Löhne der Arbeiter schon zu hoch wären. Es erholten: Gelernte 79—95 Pf., Ungelernte 59— 74 Pf., Arbeiterinnen 49— 51 Pf. die Stunde. Diese„hohen" Löhne sind aber nicht der wahre Grund, sondern, wie ein Sprecher in der Unternchmerversammlung zum Ausdruck brachte, er glaube, die Arbeiter können i» diesem Jahre nicht streiken, und vor dem Schlichter brauche man sich nicht zu fürchten. Es wird also offen zum Ausdruck gebracht, daß die Arbeiter erst streiken müssen, um zu einer Lohnzulagc zu kommen. Bei jeder Verhandlung wird seitens der Unternehmer erklärt, daß unter keinen Umständen in diesem Frühsahr der Wirtschaftzfr�ö»« g»> sährdet werden dürfe, weil ein ungeheurer Not st and durch die zurückgebliebenen F r ü h j a h r s a rb e i t e n vor- Händen wäre. Der Reichsverboird des Deutschen Gartenlxmes hat eine Eingabe an das R e i ch s a r b c i t s m i n i st c ri u in gemacht, damit die Zlnträge der Unternehmer, länger arbeiten zu losten, bei den Behörden weitestgeheirde Berücksichtigung finden. Das Re ichsa rbei tsini ifiste riu m wird daher die frivole Art, wie die Handelsgärtner Berlins mit dem Wirtschastssrisden spielen, zu vermerken haben. Die Unternehmer können sich bei diesem Spiel mit dem Feuer mal arg die Finger verbrennen. Die Arbeiter haben in einer sehr gut besuchten ösfentlichen Versammlung zum Ausdruck gebracht, daß sie mit allen gewerkschastlichcn Mitteln sich den Lohntarif- vertrag erkämpfen werden.. Schlichtungsverhandlungen im Derzicherungsgewerbe. Der Jen- trolverband der Angestellten teilt mit, daß in dem Tarifstreit im Ver- sichcrungsgewerbe der vom Reichsarbeilsministerium bestellte Schlichter, Herr Reichsgcrichtsrat Dr. Königsberger, die Schlichtungs- Verhandlungen auf Freitag, den 12. April, anberaumt hat. Die visierenzcn bei der Firma..Haus Zleuerburg". Zigarcttcn- iabrik in Wandsbeck, die aus Anlaß dv fristlosen Entlastung des Betriebsrotsvorsitzenden entstanden sind, wurden in Berlzandlimgen zwischen der Direktion und den beteiligten Arbeitnehmer- Organisationen beigelegt. Für das mitteldeutsche Steinsehergewerb« wurde von dem Schlichter in Erfurt«in Schiedsspruch gefällt, der eine Er- höhung des Stundenlohnes ab l. April um 4 Pf und ab 1. Januar um weitere 2 Pf. vorsieht. Eine Neuregelung der Polierposten« gesellen- und Maschinenrammerlohne wurde abgelehnt, da eine solche Regelung eine Tarifändcrung bedeute: diese sei aber erst mit Ablauf des Tarisvertrages am 31. Dezember 1929 möglich. Die Erklärungsfrist zu dem Schiedsspruch läust bis zum 5. April. Der Zentral- verband der Steinarbeiter Gau IV bat eine Urabstimmung über das Verhandlungsrefultat angesetzt. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wockzenschrift, und „Der kindierfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Wetter für Berlin: Morgens vielfach nebcstg, am Tage be- ständig mit zeitweiser Aufheiterung, wenig geänderten Tempera- turen, schwache Lustbewegung.— Für Deutschland: Im Alpen- vorlapd irübc und regnerisch, sonst, abgesehen von Morgenncbcln, wolkig bis heiier bei wenig geänderten Temperaturen. Veryntwortlich für die Redaktion: Franz Alnb«, Berlin:-Anzeig-'n: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SV 68. Linbenstraßs 8. Hierzu 1 Beilage. Bcgfiin..rFrfili)alirssafson! So reizende Koztflme in Herrenstoffen und eng- iseben S offen zu M. 148-, 112-, 89-, 59-, 42.75 JO bilden die schönste Osterfreude für die Damenwelt Die»»tanzten Mfntel in englischen und Heircn- StoHen, vorzüglich sitzend e ,76 M. 69-, 59-, 49,75, 36.75, 29.75, 19.75* J Die nperiesten MSnlel in den feinsten Stoffen AO00 M. 145... 1,2. 89- OV Wundervolle reinseidene Crepe-Satin-Kleider■XQOO M.;8-, 45- 23" 13" Cnlzfielcende Velontinc-Klelder M. 36-, 29- Wollene Sportkleider M. 29.73. 19.7S. 16.75 Spezialität: Geortfette-Kletd mit CQOO Perlenstickerei und seidenem Unterkleid Die schönsten und preiswertesten Damenkleidcr in besten Stoffen und vorzüglichem Sitz findet man stets im Spezialgeschäft für Damenkonfektion W. Bernhard Nadii., Berlin$W 61 Bcllc-Alliancc-Stra�e 105 n. 101 Das Haas für größte Weiten and für jagendliche Weiten Selbständiger lokairedaMcar für baldige Anstellung an der sozialdemokratischen Tageszeitung in Trier gesucht. Nur Parteimitglieder kommen in Frage.— Bewerbungen mit Nachweis über bisherige Tätigkeit und Arbe ts- proben sind bis zum 6. April zu richten an .Ge»di Billigste Preise Brunncnsfra�c 35. Keim Lade« I Verkauf nur tat F.hrlktfakI ade t MM Le»dau'* KortaiM Vtütrtitt Finita Aparte Muster Midige Preise W-lItUNtt I.llVtMl MaukSlln tiiuigtiknti. 28»4 Hermanns«, l» Cafe Schöneberg Bierhaas— Caf6— Conditorei— Festsäto Jtaujptstraße 23-2% Inh.: Wollgtng Orange Telephon: Stephen S6JS 4\ trbandskegelbahnen* 4\ erbandskegelbahnto Täglich crstklass. Küosllarkogxtrt. Traffpagkt der Scbönebarger Börger Vereinshaus „Vineta" Vinetaplatz 7 Verkehrslokal der SPD- und Gewerkschaften. Inhaber Ma* Dahm. Jcuujißäj'tker CTLUßO-r. rjS/wiui* C�.O. /Ö Filialen: 0.34, Warschauer Str. 31 an der Revaler Str./ SO- 16, Köpenicker Straße Nr. 75./ S. 59. Koilbusser Damm Nr. 103./ N. SA, Alte Schönhauser Straße Nr. 46./ Steglitz: Bismarckstrahe Nr 64a. Münzstraße 24 i. g BERLOWITZ Münzstraße 24 I. E 9 Das Haus für Qu a I i tä t s- S c h u h wa ren: Ständig große Posten In besonders preiswerten E I n z e I p a a r e n I (Beilage Donnerstag, 28. März 1929 torttnuO SfvuLxubgalh du IbteatA Sie fröhliche Schule „tfjcitcrkcit ist der Himmel,«nler dem alles gedeiht, Gift ausgenommen!" Dieses Wort des Diästcrs Jean Paul sollte ollen, die mit Kindererzichung irgendwelche Berührung haben, im befom deren aber Eltern und Lehrern, Leitstern sein. Gerade die heutige Zeit mit ihren gewaltigen Am'orderuirgen im Lebenskampf»erlangt Menschen mit ungebrochener Lebenskraft. Was könnten wir Kindern Besseres im Leben mitgeben als ungebrochene Lebenskraft? Wie könnten wir das besser erreichen als dadurch, daß wir allen Kindern eine irohe Kindheit schaffen, soviel an uns liegt? Der Kampf im Leben und Beruf fordert Menschen, die mit allem Optimismus der Lugend ihre Aufgaben crkenncit und bewältigen. Wer hätte mehr Beranlassung, sich auf diese Loge einzustellen als gerade die Schule, die doch einen wesentlichci, Teil der Jeit und Kraft des Kilidez in Anspruch nimmt? Mit wieviel Erwartungen ziehen doch alljährlich um die Osterzcir die kleinen ABC-Schützcn in das Schultor ein. Wieviel Hoffnungen begleiten sie, und wieviel Frohsinn geht mit ihnen ein in die Schulnraucrn. Diesen Frohsinn muß die Schule erhalten. Schwer ist die Aufgabe, die hier der Schule gestellt wird, wenn man an die äußeren Bedingungen denkt, unter die das Schul- leben vielfach gestellt ist, im besonderen schwer für die Schule der Großstadt. Troß ungünstiger äußerer Bedingungen hat sich die Schule doch in manchem dieser Aufgabe entsprechend gewandelt, und das Erinnerungsbild, das die ältere Generation vielfach von der Schule in sich trägt, ist doch mehr rder weniger in der heutigen Wirklichkeit nicht mehr vorhanden, wenn aucl? olle Anklänge noch nicht ge- schwunden sind. Do stehen noch die alten Schulgebäude, grau, un- froh, eingerichtet für Mossenbetricb. Schon innner haben Lehrer gegen diese Stätte der Jugend- erziehung sich gewairdt. Nicht alle finden die Kraft zu dauerndein Kampfe, um unter so ungünstigen Bedingungen der Lugend null) in solchen Räumen eine Stätte froher Betätigung und Entwicklung zu schaffen. Es ist unrecht von der Oefientlichkeit, sie allein verantwortlich zu mackirn. Vergessen wir nicht, wieviel die Oeffent- lichkeit selbst Verantwortung trägt, daß sie der Lehrerbildung so nunig Aufmerksamkeit schenkt. Man fchoffc auch die Vorbedingungen für den.'.frohen Erzieher". Das Seminar, vielfach nicht mit!In- recht als eine„Kreuzung von Kloster und Kaserne" angesehen, gab kaum dafür die Lebensbedingungen. Um so mehr muß man das Mühen aus den Kreisen der Lehrerschaft anerkennen, oft gegen Be- Hörde und Oeffentlichkeit den Grundstein zu legen für die„f r ö h- l i ch e Schul c". Wieviel hemmt da nach die Elternschaft! Sie muß helfen, daß für die Schule und ihre Neugestaltung Mittel bereitgestellt werden, daß hohe Klassenbesuchszufcrn, die unweigerlich auch zur Verrohung der Schulzucht führen, unmöglich werden. Vor allem aber muß die Elternschaft mithelfen, neuen Erziehung?- Methoden Bahn zu schaffen auch in der häuslichen Erziehung. A u ch im Haufe darf nicht der Stock regieren. Wieviel uu- verständige Mütter und Väter gibt es noch, die der Schule und dem Lehrer die Rolle des„schwarzen Mannes" zuteilen.„Waritc Hur, konznie du nur erst in. die Schills!" Wie oft ist. dieses. Wort Schlußscß.väterlicher oder' mülterüchcr Belehrung. WeMi alle Eltern und Lehrer helfen, dann kommt die„fröhliche Schule" bald allenthalben. Ileberall schaut sie euch schon an. Man sielst, sie kommt, nicht zuletzt dank der Pionierarbeit unserer oielverfchrienen weltlichen Schulen. Die Gebäude stehen noch, aber man niüht sich, ihnen schon, s'wcit sie es zulassen, ein anderes Gesicht zu geben. Farbe in die Schule! Nicht bunt und grell, aber freudig muß der Raum wirken. Blumen an die Fenster! Guic Bilder an die Wände! Und wieviel freundlicher schaut dann der Rauni die Kinder an. An die Stelle der Bänke des Mgssenbetriebs treten Tische und Stühle. Ar- beitsmateriol, leicht greifbar untergebracht, gibt Möglichkeit zu kind- gemäßem Schaffen. Selbsttätigkeit im Unterricht schasst auch ein neues Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler. Der Wandertag, der Unterrichtsgang, Lichtbild nnd Kino, die Schulbühnc, Werk- stätten haben ihren Eingang in die Schule gefunden. Der körpsr- lichcn Ausbildung ist größerer Spielraum gewährt. Turnen, Gymnastik, Spiel, Sport. Schwimmen haben ihr Recht gefunden. Aus Wochen zielst der Lehrer mit seiner Klasse hinaus aus der Großstadt ins Landschulhsim, oder er durchwaabert mit den Schülern die Heimat. Er ist nichl mehr der Lehrer, der über den Schülern auf dem Kalheder thront. Er ist ihr väterlicher Freund und Führer. Ein herzhail kräsiiges offenes Wort des Schülers gilt nichl mehr als Sünde wider den Geist des Refpekts. Lachen und Froh- sinn haben auch im Arbeitsrhythmus der Schule ihren Platz. ,'Freude ist alles!" Dieses Wort des pädagogischen Schrift- stellers Paul Georg Münch beginnt mehr und mehr zu leuchtey über unseren Schulen. Sorgen wir, daß bei neuen Schulbauten auch die äußeren Vor- bedingungen dafür gefchaifen werden. Das neue Schulhaus im Grünen, in Luft und Licht, als Flachbau! Die Schule muß Lebens- statte der Lugend werden. Wir geben Verkehrsunterricht und halten Uniallverhütungswochen und find stolz auf Belehrung zur Borsicht, aber wir verbannen die Kinder in ihrer Freizeit auf die Straße mit ihren Gefahren. Wo find die Spielplätze für das Großstadtkind' Die neuen Schulen müssen sie gleich mit ersetzen. Die Schule muß der Hort froher Kindheit sein! Richard Schröter. Berufsberatung/ Berufsaussichten Die Berufsberatung hat die große und schwierige Auf- gäbe, zu gleicher Zeit den Jugendlichen unter Berücksichtigung seiner Wünsche zweckmäßig zu beraten und die Anwärter auf das ganze Berufsleben zu verteilen. Dabei muß der Gedanke der Eignung gegenüber den Anforderungen des Berufs an erster, die Berücksichtigung der wirtschaftlich bestmöglichen Aussichten an zweiter Stelle stehen. Die W i r t s ch o s t muß die Wahrscheinlichkeit haben, in den ihr zugewiesenen Lugendlichen den notwendigen Bedarf an wichtigsten Facharbeitern zu gewinnen. Die Eignung spielt also für beide Teile die größte und ausschlaggebende Rolle, sie sichert dem Jugendlichen einmal die Erhaltung seines wichtigsten und meist einzigen Kapitals, das er für die Zeitspanne seines Erwerbslebens zu bewirtschaften hat, seiner Arbeitskrast. und gibt ihm die Gewähr für jene auch heute noch trotz aller gegenteiligen Meinungen für viele Berufstätige notwendige Berufszufriedenheit, ohne die das eintönige Erwerbsleben des Arbeiters oft unerträglich wäre. Die Eignung erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit, daß er piß Facharbeiter, der in seinem Berns wirklich etwas leisten kann, Mit Mnderaugen gesehen Eine Stunde Malen und Kneten ck ck � Der Lehrer steckt voller Gc- schichten. Erzählt zum Beispiel die wunderbore Begebenheit von Daumesdick, der auf abenteuer- liche Weise durch die Welt kommt und sogar in den Magen einer Kuh gerät. „Dat luchst du ja. In de Zeitung staht ganz annere Ge- schichten. Hör man up mit din Quatsch." So widersetzt sich ein Plattdeutscher vom Lande gegen dies« Unglaublichkeitcn. lind andere stimmen ihm zu:„Lot us man lcbcr malen." Das Malen ist ein be- solideres Erlebnis, weil man nicht untätig dabei zu sein braucht und alle Wunder selber leibhaftig vor die Augen zaubern kann. Hub w i c darf man malen! Eine hohe, schicfergraue Fläche läuft über alle Wände des Klassenzimmers: Das ist eine einzige große Tafel, aus welcher eine ganze Klasse aus einmal sich loslassen kann. Die kleinen Künstler schwelgen nur so in den Farben. Nacheinander probieren sie das Rote, das Gelbe, das Grüne, und die Hände rasen wie in einem Farbcntaumel über die Fläche, daß der bunte Staub nur so auswirbelt.■" Erst allmählich eiufteheu Gebilde van. größerer-Wirtlichkeits- treue, Häuser, Menschen, Tiare, i „Onkel, ich Hab'» Pferd genialen!" „Ich Hühner!" „Das ist meine Oma." Es geht alles im Handunidrehen. Ein Kreis mit einem Auge und zwei Strichen darunter ist eine Oma, und setzt man ihr eine Feder in den Bürzel, so ist es ein Huhn, nichts ist einfacher als das. Diese Sechsjährigen haben noch das paradiesifche Allgcfühl: Alle Lebewesen sind von einerlei Gestalt, und jene häßlichen Gattungs-, Rang- und Standesunterfchiede, die das Leben der Erwachsenen bisweilen fo qualvoll machen, sind ihnen etwas völlig Unbekanntes. Die Wunder des Erlebens werden aber erst greifbar, wenn man sie in der P l a st i l i u genannten Knetmasse formen kann. Nun steigert sich der Schaffensdrang der Kleinen zu schöpferischen Groß- taten. Es ist ein Vergnügen, das an die herrlichsten Stunden im Sandbcrg oder Pfügenschlamm erinnert. „Ick moch woll den ganzen Dag in son Schiet klei'n," erklärt der Plattdeutsche: die anderen finden den etwas weniger drastischen Ausdruck„Kitt" für das bildsame Zeug, das sich willig unter dem leichten Druck der Finger in jede Form bringen läßt. Plastilin ist keine Errungenschaft von heute: es war schon vor den Kriegsjahren in Gebrauch, und es gab auch wohldurchdachte Anweisungen, wie man den ungestümen Schasfensdrang der kleinen Anfänger planmäßig anzuleiten und von einsochen zu komplizierten Formen heranzubilden Hobe: zuerst eine Kugel, dann eine Walze, dann eine Eiform, eine Scheibe usw. Das alles mochte sehr scharf- sinnig und methodisch ausgeklügelt sein, aber es blieb doch nur eine popicrne Arbeit. Denn sollte das Formen eine freudig geübte Tätigkeit bleiben, so mußte man den drängenden Kräften schon freien Laus lassen und das Gängelband für sich behalten. Kein einziges der dreißig Kinder kommt ans den Gedanken, ein« groß« und eine kleine Eiform aufeinander z» setzen, um Kopf und Rumpf eines Huhns zu bekommen: alle formen und kneten ungehemmt darauf los, und— o Wunder, was sie sich zurecht- drücken, das hat mehr und tiefer den Hauch des Lebendigen verspürt als das exakteste Produkt aus Kugeln und Walzen und Scheiben. Man hüte sich nur, den Maßstab des Bildhauers anzulegen, der etliche Semester Akademie hinter sich hat. Man verfetze sich nur liebevoll in die Welt des Kindes, wo noch das vorschöpserische Chaos herrscht, und man wird staunend erleben, wie dieser Urstvff Kitt sich unter den schaffenden Händen gestaltet und Himmel und Erde und alle Kreatur aus sich hervorgehen läßt. Im Geist dieser kleinen Schöpfer steht auch die Erde nach in ihrem Kindesalter und gebiert Wesen von diluvialer Massigkeit: So ungetümhaft ist dieser Hund, so nilpserdartig dieses Roß: der vierbeinige Storch kann feine Sauriernatur nicht verleugnen, und die Krone der Schöpfung, der Mensch, ist ein ungefüger Erdenkloß. der erst nach oft wiederholten Versuchen Gliedmaßen und Sinnes- organc bekommt, und dem schließlich auch ein paar Haare auf der kahlen Schädeldcckc eingepflanzt werden. Nicht wahr, mein« Verehrten: unsere Sand- und Lehm- klütercicn hat man nicht so ernst genommen. Niemand hat uns auf- gefordert, sie für eine Schulausstellung herzugeben und uns gar dafür belobt. So gut haben wires nicht gehabt! Wenn etwas Neues sich durchsetzen will, dann kann man auf der Wegstrecke der Versuche' zuweilen in Zweifel geraten, ob es noch Spielerei, oder ob es schon ernste Arbeit ist. Di« kloinen Form- künstler leisten redliche, ehrliche Arbeit. Mit'Leib und Seele sind sie dabei, darum geht ihr Werk auch so spielend vonstätten. In schaffendeni Spiel werden die schöpferischen Kräfte entbunden, die der nüchterne, auf Wissenserwerb gerichtete Schulbetricb van früher nicht aufkommen lassen wollte. Wir wallen ober nicht Stein« auf die alte Schule werfen: sie hatte ihre geschichtliche Aufgabe zu erfüllen und hat diejenigen Kräfte geweckt und gepflegt, die ihre Zeitat ihre ernste Kehrseite. Und kein« übel- wollend« Kritik, sonst möchte es dem Nörgler ergehen wie dem neugierigen Frager, der sich nach deni Warum der vier Storch- deine erkundigte: „Damit he stöhn kqnn, du Döskopp!" antwortete schlagfertig der kleine Mann. Lsrl DinU. i seltener in die Lage kommen wird, gezwungen zu feiern. Für die Wirtschaft aber, deren Rationalisicrungsbestrebungcii immer mehr auch auf die mittleren und kleinen Betriebe übergreifen, ist die Eignung �er von ihr auszubildenden und beschäftigten Arbeitskräfte ein« Lebensfrage, deren Wichtigkeit heute. auch der kleine Hand- wcrksnieifter in der hintersten Provinz erkennen lernt. Es wäre mit Rücksicht auf die erwähnten, für die Berufswahl bedeutungsvollsten Gesichtspunkte verkehrt, im einzelnen anzugeben, welche Berufe als aussichtsreich den Jugendlichen zum Eintritt empfohlen werden können. Es wäre verkehrt, den Jugendlichen ganz allgemein zu raten:„Werdet Former, Kesselschmiede, Hammerschmiede oder Rundfunkhändler." Wenn auch nicht gerade zn be- fürchten ist, daß ans die ersten drei der genannten Berufe infolge der Empfehlung an dieser Stelle ein Ansturm der Jugendlichen ein- setzen tonnte, so könnt« dies bei vielen anderen Berufen, die hier genannt werden könnten, eintreten. Und für manche ist aussichts- reich, was für andere aussichtslos ist. Einen gewissen in. der Zahl begrenzten Nachwuchs braucht jeder Berufszweig, mit Ausnahme vielleicht ganz weniger, im Berschwiiiden begriffener Berufe. Eine Erleichterung des Berusseintritts werden für die Jugendlichen gegenwärtig und in den nächsten Jahren wohl die geringe» Schul- entlassungsziffern bringen, die ihre Ursache im Geburten- a u s f o l l während der Kriegsjahrc haben. Der Jugendliche wird als Lehrling, als junge Kraft zum Anlernen und als Arbeitskraft schlechthin stärker begehrt werden. Trotzdem ddcr gerade deshalb wird es aber nötig sein und in seinem eigensten Interesse liegen, den Berufseintritt nicht etwa schlankweg dort zu vollziehen, wo ihm die augenblicklich günstigsten Bedingungen gestellt werden, sondern dort, wo für ihn auch sür das spätere Leben gute Aussichten sich erösjnen. Dies zu beurteilen vermag er allein nicht, das können ihm auch die Eltern nicht sagen: um es gerade für sein« Anlagen und Fähigkeiten zu erfahren, soll er, müßte er jedenfalls zur Berufsberatung gehen, die ja großenteils für ihn eingerichtet wurde und die sich dauernd und unablässig bemüht, jene höhere Worte innezuhalten, von der aus ein Ileberblick über.das Berufe- leben sich bixtet, wie der Einsatz der jungen, heranwachsenden Arbeiterschaft nach menschlichem Ermessen am besten an das große Heer der Berufstätigen angegliedert und ins Erwerbsleben cln- geschaltet werden kann. Nicht nur für die heute als„gelernte" Beruf« bezeichneten Bcrufszweige kommt..die Berufsberatung in Frage, sondern für alle jungen Menschen, denen Arbeit eine Lebens- Notwendigkeit bedeutet. Jeder soll nicht blindlings an einen Arbeits- platz treten, wo man ihm erlaubt, für eine vielleicht ganz kurz« Zeit mit anzufassen, um ihn dann wieder bciseilezuschicben, er soll sich raten lassen, wo sein Platz ist. Die Berufsberatung will ihm helfen, ihn zu finden. Ruckolk Liener, Referent am Landesarbeitsamt Brandenburg. Bornhak... Der durch seine, monarchistische und judenfeiiidlich« Gesinnung berüchtigt« Staatsrechtslehrer B o r n h a k an der Berliner Uni- versität l>at das Konto seiner„geflügelten Worte" um ein neues er- höht. Der B c r s a i l l c r B e r t r a g— so führte er kürzlich aus— sei nur noch ein Fetzen Papier sür Deutschland, die Reichs- regiervng habe das Recht, ihn für nichtig zu erklären, da die Alliierten den Vertrag durch Nichtabrüstung verletzt hätten. Jemand wagte die schüchterne Frage, wie sich der Herr Professor die Folgen eines derartigen Schrittes vorstelle.' Die Antwort: Folgen, insbesondere nachteilige, habe Deutschland nicht zu erwarten; es werde sich lediglich ein gewaltiges Zeitungsgeschrei erbeben! „Jedermann sein eigener Hugenbcrg!" konnte ma» achselzuckcnd sagen, nviin Herr Bornhak Privatmann wäre und nicht seine Er- leuchtungen mit der Autorität seiner Prosossorcnwürde stützte. Aeuße- rungen wie die erwähnte tragen deutlich den Stempel einer lieber- altcrung, und zwar einer sehr bedenklichen zur Schau., Frankreichs Lehrer für efen Frieden In Frankreich hat die f r e i g e w c r k s ch a f t l i ch e Lehrer- organisation einen energischen Kamps für die Reinigung der Schulbücher von Stellen geführt, die triegsfreundlich oder völker- verhetzend wirken können. Sie verlangte Neuauflagen der be- treffenden Bücher und drohte, diese nichr mehr zu benutzen, wenn keine entsprechenden Aendcrungen vorgenommen würden. Heber die glänzenden Erfolge dieses fünfjährigen Kampfes sür den Fricdcnsgedankcn berichtet die sranzäsische Lchrergewerkschaft in einem soeben erschienenen Buch. Hoffentlich wird das französische Beispiel auch bei uns Nachahmung finden.-Ilx, fgfUiWQ Ltv? der MnnlM Copyright'uarari-Verlag G.Wr.'o.H� Berlin Vi- ,55. von oterJiuoffon�öu %. Z&ic/muszg:en, yon Ado/f lehnert (36. Fortsetzung.) �ho Brown aber antworten konnte, fiel der Inspektor ein: „Am Tisch der Polizei hier m der Baracke wird nicht sür . limos gedeckt. Nichts von sslchen Geschichten, die nur den Respekt untergraben. Ich Hab« einen langen Rapport von Sergeant Make erhalten, voll von dem üblichen sentimentalen Mitleid. Er hat den Mörder gesangen, verteidigt ihn aber direkt. Das Uebliche. daß man nicht den Unterschied zwischen dem Tun eines Polizisten und dem eines Priesters kennt. Ick) freue mich, bald hinzukommen und einen anderen Geist dort hineinzubringen. Aber dieser Mörder scheint ein hervorragender Mann in seinem Stamm zu sein; um so besser, dann wird seine Bestrafung stärker wirken, und das ganze Volk wird daraus lernen. Leider werden wir wohl genötigt sein, dem Eskimo ein paar Tag« Ruhe zu gewahren, che wir fortziehen.* „Nein, wissen Sie, mein lieber Inspektor.* sagte Brown.„Arola ist fast einen ganzen Monat unterwegs gewesen. Sein Zeug ist ver- schlissen, und er selbst und die Hunde sind erschöpft. Er muß sich ordentlich ausruhen, um überhaupt heimreisen zu können, und außerdem ist man ihm auch einige Tag« Ruhe schuldig. Der Weg von hier bis nach Fullerton ist kein Spaß. Das werden Sie auch merken, ehe Sie dort sind.* „Reisen ist wohl sein Berus! Wir müssen bald fort, um recht- zeitig hinzukommen. Ich ersehe aus dem Rapport, daß Mate keinen Versuch gemacht hat, die Leichen der Getöteten zur Stelle zu fchasfen. Wir müssen mit dem Mörder imch dem Tatort und einen Lokaltermin abhalten. Ja, wir brauchen Disziplin im Nord-West- Territorium. Es ist gut, daß endlich man ein bißchen Ordnung ge- schaffen wird.* „Natürlich werden Sie Ordimng schaffen, Herr Inspektor, nach Ihren Methoden, aber unter allen Umständen muß Arola zuerst vierzehn Tage Ruhe für sich, seine Frau und die Hunde haben.* „Keine Rede davon! Er ist engagiert, und wozu schleppt er die Frau mit? Wenn sie nicht aushalten kann, muß sie hierbleiben imd bei späterer Gelegenheit nachkommen." „Ach, Herr Inspektor," sagte Brown,„Sie wissen nicht, was eine Frau auf einer langen Reise verrichtet. Das beschleunigt die Fahrt so, daß ich glaube, es wird mehr als das Doppelte geleistet. Man braucht nicht die halbe Zeit, wenn eine Frau dabei ist, und wenn Sie sie hier lassen, würde er sich einfach weigern, mitzureisen. Das wäre untunlich." „Ob er sich weigert oder nicht, ist mir gleichgültig. Er fft fest engagiert, kontraktlich gebunden, wenn ich reisen will, lind was die Hunde betrifft, so können die schlechtesten ja hier bleiben. Ich kann ein paar von Ihren bekommen. Meine Reise ich wichtig, ich muß schnell hinkommen." Brown antwortete nicht. Er schüttelte den Kopf und ging hin- aus, um irgend etwas zu besorgen. „Ist Arola hier?" fragte der Inspektor am nächsten Tage. Er hatte gedacht, daß Arola ihm während der Wortezeit Felle ver- schaffen und Minit ihm einen Pelz nähen sollte. Arola war nicht da. Dem Inspektor wurde gesagt, daß er in einigen Häusern, ein Stückchen weiterhin. Besuche machte und kaum vor Abend heimkäme. Der Inspektor wurde sofort wütend. „Ist nicht da, wenn ich ihn brauche? Ist er nicht von Sergeant Make engagiert? Steht er nicht im Dienste der Polizei? Und doch rennt der Bursche fort, ohne um Erlaubnis zu fragen? Ja, hier ist wirklich Disziplin von Nöten, gut, daß ich gekommen bin." „Mein lieber Inspektor," sagte Brown ganz still,„lassen Sie mich Ihnen noch einmal sagen: Eskimos sind keine Soldaten. Man kann viel mit den Leuten erreichen, wenn man nur freundlich zu ihnen ist. Man muß sich nach ihrem Wesen richten, und vergessen Sie nicht, daß Arola vor einem Jahr« noch keine Aerpflichtungen irgendwelcher Art kannte.. Bergesse nSie nicht, daß Sie hier kein« Untergebenen vor sich haben, und daß«in Eskimo, wenn er seines Dienstes müde ist, seiner Wege geht, ohne das Gefühl, ein Unrecht getan zu haben. Ich spreche aus Erfahrung. Sie werden am meisten erreichen, wenn Sie sich nach den Leuten richten. Lassen Sie sie glauben, daß sie die Bestimmenden sind, und Sie können mit ihnen machen, was Sie wollen." „Sparen Sie sich Ihre Lehren, Feldwebel. Sie brauchen mir nicht zu erzählen, wie ich die Leute zum Gehorsam bringen soll. Ich werde Ihnen meine Resultate zeigen, menn wir uns im Sommer wieder sprechen." Der alte Brown schüttelte den Kopf. Es hakte keinen Zweck, dem Inspektor Ratschläge zu erteilen. Arola und Minik waren sehr enttäuscht. Der Besuch in Fort Nelson war ganz anders ausgefallen, als sie erwartet hatten. Die vielen Männer, die seinerzeit in der Station gelebt hatten, waren fort. Das waren Goldgräber und Abenteurer gewesen, jetzt gab es hier nur noch Händler und Polizisten, und der Ort war nicht festlich. Der junge Inspektor hakte der Lebensfreude halt geboten. Der Aufenthalt war so weit wie möglich abgekürzt worden, und noch schlimmer mar, daß sie jetzt den Inspektor mit nach dem Norden nehmen mußten. Früh am Morgen war man fortgezogen. Der Inspektor ging voran. Cr ging schnell, erst spät am Tage holte der Schlitten ihn ein, und er hielt bis spät am Tage aus. Es war nicht mehr Arola, der bestimmte, wann man ruhen sollte. Es war der weiße Mann, dessen Tagesreisen viel länger waren, als man gewohnt war, und dessen„Halt!" unwiderniflich war. „Pau hier ein Haus," sagt« er und begann Ai« Schlittenladung loszuschnallen imd seine Sachen herauszunchinen. Als dqs Haus gebaut war. zündete der Inspektor einen Petra- leum-kocher an und bereitete sich sein Essen in einem kleinen Topf und ZmA m einer Leinen Kanne. Er sprach überhaupt nicht, kocht« nur, und Minik und Arola flüsterten über die llein« Portion. Es war nicht viel, was da gekocht wurde, aber sie hofften dafür auf mehrere Gerichte. Jeder Mann hafte seine Gebräuche Sie selbst warteten still und brachten ihre Sachen in Ordnung, versorgten die Lampen, mit andern Worten, vertrieben sich die Zeit, während dos Fleisch kochte. Aber da geschah das Merkwürdige, daß der Inspektor aus seiner Pfanne aß und nichts übrig ließ. Er goß sich Tee ein und nahm Keks, aß und trank, und die beiden sahen mit wachsendem Er- staunen, wie alles verschwand und nicht» für sie blieb. Arola sagte nichts, aber Minik, die ein Weib und daher hitziger war, fragte, ob sie nichts zu essen haben sollten. Der Inspektor verstand sie nicht. Arola mußt« übersetzen. „Sie fragt nach unserm Essen, ob wir nichts zu essen haben sollen. Es scheint, daß du alles gegessen hast." „Wenn ihr essen wollt," sagte der Inspektor,.dann macht es euch. Ihr habt ja massenhaft Proviant, und ich koch« nur für mich selber. Ihr sollt euch selbst euer Essen bereiten." „Wir sind gewohnt, zusammen zu essen. Es ist nicht gut. zwei Haushalte in einer kleinen Schneehülle zu führen," sagte Arola.„Das pflegen wir nicht zu tun, es nimmt zu viel Zeit in Anspruch, wenn wir warten sollen, bi» du fertig bist." „Warum sollt ihr warten? Fangt an. wenn ihr wollt. Ich warte nicht aus euch und ihr könnt gleichzeitig kochen." „Ja, aber du hast doch den Kochapparat, den wir bemitzen sollen." „Rein," sagte der Inspektor,„ihr könnt über«uern Specklampen kochen, wie ihr«s gewohnt seid. Das Petroleum gehört mir, das ist nur für mich." Da wurde Arola zornig:„Ach so, wir, die wir zwei sind, sollen langsam über der Specklampc kochen, und du, der du aLein bist, willst das Essen schnell haben. Wir haben doch die Mühe gehabt, ein Haus zu bauen tnid den gangen Tag zu fahren." „.Hast du nicht gehört, was ich gesagt habe?" srogte der Inspektor zornig.„Berstehst du einen Befehl nicht? Laß dein« Frau kochen, wie ihr es gewohnt seid, und eßt. Ich will schlafen und nicht gestört werden." Er wickelle sich in seinen Schlafsack und bald darauf schlief er ein. Aber Arola wurde bös«. Er war gegen etwas gestoßen, das er bisher nicht gesehen hatte. Mit dem weißen Mann war wohl nicht immer gift Kirschen essen. Die Heftigkeit der Walsänger konnte einen zuweilen wütend machen, hinterher kam aber die Gutmütigkeit wieder hervor. Wenn sie ehren Willen erhielten, waren sie stets htffsbereft. Daß sie die Menschen bei ihrer Mreise im Stich ge> lassen, hatte er schon vergessen. Jetzt aber dachte er an den weiten Weg. den sie vor sich haften, und den sie in der Hoffnung auf greudsi und Schmaus.nach Fort Nelson gefahren waren. .�e!" sagte er zu Minik.„Das wird eine schöne Reise. E'n weißer Mann, der nicht helfen will." Enttäuscht taten sie Schnee in ihren Topf und schmolzen Wasser über der Specklmnpe. Es dauerte lange, lange, ehe sie in dieier Nacht einschliefen. Am nächsten Morgen dasselbe Erlebnis. Der Inspekiot trank seinen Tee, packte seine Sachen zusammen und brach auf. Kaum ober war er außer Sicht, als Minik seinen Kochapporat nahm, ihren Teekessel von der Specklamp« aus den schnellkochenden Apparat setzte und Tee machte, ehe sie den Schlitten belttden und dem M>»> neben dem Auto durch Beachtung der Lampensignole Rachricht-n entgegennehmen kann. New Yorks Verbrechenstatistik. Nach den Berichten des New-Porker Polizeipräsetten stieg die Zahl der Verhaftungen von 116 713 im Jahre 1927 auf 464 339 im Jahre 1928. D!« Zahl der Morde hat während dieses Zeil- abschntttes von 278 auf 339 zugenommen. Das Gespenst des Nelion. Der Kenia, ein isolierter Gebirgsstock in der engllsä,..' Kenia-Kolonie, ist nach dem Kilimandscharo, der sich ihm gegenüber erhebt, der größte Berg Afrikas. Es war bisher nur gelungen, den einen der beiden Gipfel, den Batian, zu besteigen. Der andere, her von dem ersten Eroberer des Berges Sir Halford Mackinder 1889 „Nelion" genannt wurde, bot so außerordentliche Schwierigkeiten. daß seine Besteigung erst jetzt den drei Engländern Harris, Shipton und Sommerfett gelungen ist. Shipton gibt in der„Times* eiiieu ausführlichen Bericht der Besteigung, die am 6. Januar des Jahres ausgeführt wurde, nachdem die Alpinisten am 4. schon vergeblich versucht hatten, von ihrem 4199 Meter hohen Lager bei Point Lenana die mehr als 1999 Meter bis zum Neliongipfel zu über- winden. Beim Abstieg nach diesem ersten mißglückten Versuch wur- den sie durch ein seltenes Schauspiel überrascht. Sie sahen nämlich das sogenannt«„Brockengespenst", eine merkwürdige, zuerst aus den. Brocken beobachtete Erscheinung, durch die das stark vergrößerte Schattenbild des Beobachters bei tiefstehender Sonne auf ein Nebelwand geworfen wird.„Wir iahen plötzlich unsere eigenen riesigen Silhouetten," schreibt Shipton,„umgeben von einem Heiligenschein in allen Farben des Rcgcubogens. Es war einer jener großen Augenblicke, die der Bergsteiger nur selten in der Alpenwelt erlebt und die ollein genügen würden, um das Berg- steigen zu einer der größten Freuden des Lebens zu machen." Die Schätze Tutanchamons. 90 Kisten mit Schätzen aus dem Grabe des Tutonchamon, die die Ergebnisse einer zweijährigen Ausgralmngsarbett darstellen, sind jetzt aus Luxor in Kairo«ingetroffen. Einige der Schätze sind bereits in dem Tutanchamonsaal des Museums von Kairo ausgestellt. Dar- unter befindet sich sin goldenes Ruhelager, ein Schuh aus Alabaster, vier Kopfstützen, davon zwei in blauem Fayance und eine in Elfen dein, das erste Sichelschwert, das bisher gefunden wurde,«In Spiel brett von herrlicher Arbeit u. a. m. Es zeigt sich also, daß die Funde aus dem Grabe des Tvtanchomon noch keineswegs erschöpft sind und daß gerade die kleineren Gegenstände besondere Schönheit und Eigenart ausweisen. Reger wurde in Gel ellschaft einmal aufgefordert, gememjam mtt einem anderen Pianisten die neueste Komposition eines Tondichters auf zwei Klavieren zu bringen. Reger erklärte sich sofort bereit, während der andere sich wei- gerte. Er gab vor, das Werk nicht zu kennen und sich daher auf keine„Schwimmerei" einlasien zu wollep. Da raunte ihm Reger ins Ohr:.... Bilden Sie sich doch nichts ein... Die Sache ist nämlich so seicht, daß von Schwimmen gar keine Rede sein karm!" c�beiZer�Spor-lr -ARBEiTEHmSBALL Internationaler Oster-Fu�ball. Trotz Terminschwierigkeiten ist von der Anstraflunq von Serien- spielen an den Osterfeiertagen Abstand genommen worden. Deshalb dobcn stch verschiedene Vereine auswärtig« und ausländische Gegner besorgt. Der„Freie Fußballoercin Weißensee" hat stch den Vegirks- meister„Vorwärt s'-Grottau(Tschechoslowakei) ver- pflichtet. Auf denn Sportplaj, in der Greifswalder Straße am Bahnhof Weißensec findet diese Begegnung statt. Die Weißenfeer haben in den letzten Spielen gezeigt, daß sie über eine beträchtlich« Spielstärke verfügen. Ob sie jedoch ausreichen wird, um gegen die Tschechen zu bestehen, bleibt fraglich. Anfang\hVi Uhr. Eintritt 75 Pfennig, im Vorverkauf 50 Pfennig. Vorverkauf in den Lokalen von Mingc, Weißensee, Lothringenftraße 32, Gallas Weißenfee. Lehderstraße(Ecke Berliner Allee), Stärke, Weihenfee, Tasio- Ecke Eharlottenburger Straße. Die Zusammenkünfte der Männerobtei- lung des Vereins finden jeden Freitag, 20 Uhr, im Lokal Mingc, Weißenfee. Lothringenstrahe 32, die der Iugcndabteilung jeden Donnerstag, 20 Uhr, im Jugendheim, Porkstrahe 30, statt.— Am 2. Fetterlag spielen die Tschechen gegen den Meister des 1. Kreises, Luckenwalde II. Die Luckenwalder werden mit diesem Spiel zeigen, daß die Arbeitersportbewegung in Luckenwalde am einer betröcht- lichen lhöhe steht. Mehrere andere Verein« fahren noch außerhalb..Fercha- Luckenwalde fährt nach Sachsen und der Tschechoslowakei. Die Fuß- bollabteilung der Brandenburger Turnerfchaft weilt in Wolfen- büttel und Schöningen. Spartverein IstM Eisenfpalterei Hot stch den chorz für die Austragung der Spiele ausgesucht. Butab be- sucht mit der I. Mannschott den Meister der E-Klaise in Mecklen- bürg. Gielow. * wcddlnger Fußballklub„vorwärts". Unter diesem Namen wurde am letzten Freitag auf dem Wedding von 24 Genossen ein Verein gegründet mit dem Ziel: Anschluß an den Arbeiter-Turn- und Tportbund. Die nächste Sitzung findet heute, Donnerstag. A. März, um 20 Uhr bei Kroll, Utrechtcr Straße 21, statt. Aus- kunst erteilt Erich Dabbert, N. 20, Wiefenstraße 31, Vorderhaus, 2 Treppen. HandbalUpiele an den Ostertagen. Am 1. Feiertag beginnen schon einige Spiele der neuen Arbeit«- yandball-Frühjahrsserie. Im 2. Bezirk fährt FTGB.-Rosenthol 1. Männermannschaft ins Finowtal und spielt um 10 Uhr gegen Eberswald« und um IS Uhr gegen Steinfurth. Die Punkte müßten ihnen hier sicher sein. Fürstenwalde-Iugend hat im 1. Bezirk FTGD.-Moabit als Gegner. In Gesellschaftsspielen empfängt Ein- trocht-Mahlsdorf in Mahlsdori Dorwärts-Hennigsdorf, es spielen die 2. Männermannschaften um 11 Uhr, die Frauenmannschaften um 15 Uhr und die 1. Männermannschaften um 16 Uhr. Schöneberg 2. Männermannschaft spielt um 15 Uhr gegen Kaulsdorf 1. Männer- Mannschaft in Schöneberg, Dominikusplatz. Nowawes-Frouen be- suchen Luckenwalde 2. Turnerinnenabtcilung. Am 2. Feiertag hat nur Freie Turnerschatt Friedrichsthal bei Oranienburg die Freie Turnerschaft Wilmersdorf als Gegner. Man fährt wieder Rad. Was an den Osterfeiertagen geboten■wird. Nach langem Wimenschlos blühr neues Leben auf den Rad- rennbahnen. Die günstige Witterung der letzten Tage gestattete den Fahrern ein eifriges Training, und an den Feiertagen soll nun dos neue Radsportfahr aus der Tauf« gehoben werden. Voraussetzung ist allerdiiegs, daß Regen keinen Strich durch die Rechnung macht. Am ersten Feiertag steht aus der Berliner Olympiabahn der Klein« und der Große Osterpreis über 25 urch 50 Kilometer zur Entscheidung, daneben kommen verschiedene Anutteursliegerrennen zur Austragung. Die beiden Rennen hinter Motorsührung bringen den ersten Dauerfahrerstart des Sechstage- fahrers Ehmer, der als Neuling mit 40 Zentimeter Rollenobstand sqhrt. Bauer und Lewanow fahren hinter der 45-Zenttmeter-Rolle, während Möller und der Italiener Toricelli die 50,Zentimeter-Rolle benutzen. Der zweite Feiertag bringt die Eröffnung der R ü t t- Arena mit einem fast ausschließlich auf den Mannschastssport eingestellten Programm. Ein Omnwm zwischen den drei bekannten Straßenfahrerpokiren Gebr. Wolke, Kroll-Miethe und Nebe-Seiferth sowie ein 50.Kilameter-Mannschaftsrennen, an dem die drei vor- genannten Paare sowie Lorenz-Frach, Golle-Arndt, Preuß-Restger, Carpus-Krollmann und fünf weitere Paare teilnehmen, stehen in, Mittelpunkt der Geschehnisse. Zjuf der Landstraße geht es ebenfalls schon recht lebhaft zu. Die llaifische Bundesfahrt Berlin-Leipzig über 151 Kilometer, „Rund um Eifenoch" für Wettpreisfahrer über 213,2 Kilometer, „Der erste Schritt", ein 100-Jvilometer-Rennen für Bunde samateure auf der Spandauer Rennstrecke stehen am Ofderfonntag zur Entscheidung, der zweite Feiertag bringt Berlin— Witten- berg— Berlin über 170 Kilometer für Wertpreisfahrer, Arbeitersport in TegeL Di«„Frpie Sportvereinigung Tegel 1899 e. L.", Mitglied des Arbeiter-Turn- und Sportbundes und des Arbetter-Athictenbundes, veranstaltet am Karfreitag im Strandschloß Tegel. Uferstr. 1, einen Sportabend. In bunter Reihenfolge merden turnerische. gymnastische und artfftische Vorführungen gezeigt werden unter Mit- Wirkung des Gesangvereins„FreihettsNänge". Barstgwcilde(Mitgl. d. DASB.). Cing�eitet wird der Abend durch Schülerringkämpfe. 2cm Schluß der Veranstaltung steigt der fällig« Serion ring kämpf um die Kreismeisterschaff de, 4. Kreises im AABD.. Alt-Wedding I— Tegel i. Das gesamt» sportliche Prog-omm wird von dem Sport- Ilub Alt-Wedding und der Freien Sportvereinigung Tegel 1899 e. V. ausgeführt. Anfang der Dorkämpfe um 1417 Uhr und des Haupt- Programms um 19 Uhr. Eintritt 0,30 Mark. Kinder in Begleitung der Eltern frei. Um rege Unterstützung durch die organisierte Ar- beiterschaff mied gebeten Der«portabend hm nichts gemein mit der zwei Tage Ipäier im Tusciilum lau>«-nb»!i Veranstaltung der kswmuniftffchen Spar tt er. Sportliches Allerlei... Stolz verkündet der bürgerliche„Deutsche Ruderver- band" der staunenden Mitwelt, daß ein Ausschuß des DRV. in Badcn-Baden getagt und eine„Reihe wichtiger Fragen" erledigt habe. Wichtige Fragen? Oh ja, man höre: Das Rudern in un- bekleidetem Zustand in verkehrsreichen Gegenden ist unzulässig. Außerdem aber: Die Sieger in den Meisterschaften sollen künftig an Stelle der bisher üblichen Kränze silbern« Schleifen erhallen. Da kann man nur sagen: um einem dringenden Bedürft itis abzuhebfen. Was müssen d i« für Sorgen haben.-- Der Arbeitersport ist wirklich eine sportliche Großmacht geworden, sein« Existenz läßt sich nicht mehr verheimlichen. Eine der größten deutschen bürgerlichen Zeitungen, der„Dortmunder General-Anzeiger", muß dem Arbeitersport zubilligen:„Ueber die Bedeutung und die Leistungen des deutschen Arbeitersports ist die Oeftcnttich- keit viel zu wenig orientiert. Das turnfportliche Leben des Bundes wickelt sich ganz nach modernen Gesichtspunkten ab, wobei auf die körperliche und geistige Entwicklung der Jugend gleicher Wert ge- legt wird..." Eine Anerkenrmng mehr!-- Jedes Jahr entspinnt stch zwischen den Sportverbänden und den Polizeibehörden aufs neu« der Kampf um die Berechtigung, an kirchlichen Feier- tagen, besonders aber am Karfreitag, fportcln zu dürfen. Die Poll- zei, getrieben von reaktionären, muckerischen Kräften, stützt sich auf die Verordnungen gegen öffentliche Schaustellungen aus dem Jahre 1907 und stellt— wie jetzt wieder in Kastel— den Sport darunter. Man sollt« doch endlich mit diesem Zopf der„äfimt- lichen Schaustellungen" beim Sport aufhören und moderneren An- sichten Platz lassen.-- Im bürgerlichen Fußbollbund ist ein interessanter Streit ausgebrochen. Die sieben, acht spielstärksten Vereine des DFB. drohen mit dem Streik bei den künftigen Spielen uni die Deutsche Meisterschaff,— wenn sie nicht% der Einnahmen, statt bisher 14, aus den Meisterfchaitsfpielen erholten! Diese Sabotage der Buttdesmeisterschaft scheint von dem bekonnten Hamburger Sportverein organisiert zu sein. Nach einer Meldung des„General- Anzeiger" in Dortmund haben sich auch bereits die meisten der anderen in Frage kommenden Vereine mit dem Vorgehen der Hamburger solidarisiert.— Wir können diese Schacherei um die Prcyente mit heiterem Gemüt betrachten: sie�zeigt, wie sehr der bürgerlich« Sport schon eine konmierzielle Angelegenheit geworden ist.-- In viel größerem Maße, als dies früher der Fall war. hat die Arbeiterspartbewegung Anteil am öffentlichen Leben genommen. Neuerlicher Beweis dafür sind die sächsischen Einge- meindungsplane, die zum Zusammenschluß von Kleingemeinden im Muldental führen sollen. Die Arbeitersportler fördern diese von Bürgerlichen bekämpfte Reform in der Voraussicht, daß größere Gemeinden viel besser in der Lage sind, der Sportbewegung durch Anlagen, Unterstützungen usw. zu helfen, als dies den Landgemein- den je möglich wäre.— Auch das ist ein Beispiel für die Not- wendigkeit der ZufaWmenarbeit zwischen der politffchen und spart- lichen Arbeiterbewegung. lb. Reichsetai und Leibesübungen. Der große Fehlbetrag im Haushaltpkon des Deutschen Reiches zwingt zu starken Abstrichen, yon denen leider auch der für die Förderung von Turnen und Sport eingesetzte Betrog betroffen würbe. Nachdem für 1928 für diesen Zweck 1,5 Millionen Mark bewilligt worden waren, ist diese Summe für 1929 auf 1 ,3 M i l- lionen herabgesetzt worden. So bedauerlich diese Reduk- tion schon an und für sich ist. so wird sie vollkommen Unverstand- lich, wenn man sieht, daß im Etat des Reichsoerkehrsministeriums für die Erhaltung der A u t o- R e n nst r a h e des Nürburgringes nicht weniger als 2 Millionen eingesetzt sind. wo spiele ich Tennis? Für alle Partei- und Gewerkschafts- mitglisder müßte es eine Selbstverständlichkeit sein, nur in den bundestreuen Zlrbeiterfportvereinen ihren Sport auszu- üben. Was für Turnen, Leichtathletik, Rafenfpiel«, Schwimmen usw. gilt, gilt ober auch für Tennis. Dieser Sporyweig hat sich im Rahmen des Arbeiter-Turn- und Sporlbundes außerordentlich rasch und gut entwickelt und Hockey z. B. bereits überflügelt. Im Laufe dieses Jahres wird Tennis bestimmt hinsichtlich der Zahl der Ausübenden in der Reihe der Handballspiele an die zweite Stelle aufrücken. Die stärkste Tennisorganisation im Bunde besteht in Berlin,„T« n n i s- R o t G r o ß- B e r l i n" ist der stärkste Tennis- verein im Bunde und spielt auf folgenden Plötzen: Volkspark Iungiernheide, Humboldthain, Schönhauser Allee, Friedrichshain, tatadion Lichtenberg, Volkspark Neukölln, Stadtpark Köpenick. Der Monatsbeitrag beträgt 3 Mark, wofür der Berein Plätze und Völle stellt. Bedingung ist jedoch sreigewerkschastliche oder politische Orga- nisation. Tennisspieler und Interessenten gaben sofort ihre Adresse on den Vorsitzenden K. Kohler, O. 34, Weidemveg 63. Anfänger erholten von Technikern kostenlos Anleitung. Freie Turnerfchaft Groß-Berlin. Das Mitteilungsblatt kann heute, Donnerstag, ab 17 Ilhr, von d«r Geschäftsstclle abgeholt werden. Der Vorstand. Arbeiler-Radfahrer.vercin Groß-Berlin. Karfreitag, 29. März, 8 Uhr, Steinfurt, 1,3 Uhr, Hirschgarten, Wilhclmshos. 31. Mörz und 1.'April(Ostern). 2-Tages-Tour nach Oderberg, Gesellschoftshaus. Start: 31. März, 5 Uhr. 1. Feiertag 13 Uhr, Hirschgarten. Welt- reftauranr. 2. Feiertag. 13 Uhr, Röntgenthol, Wrrwolfftraße. Start: Waldemarstraße Ecke Mariannenplotz. Gäste willkommen. Ijtextt Fußballvereiu Stntättn I iVti. Heute, Donnerswz, Spietleitertitvna bei Balewstq, Neukölln. Boddinstr..>7. Am Karfreitag und 1. und 2. Öfter. ieiertag werden noch für unsere 1. und 2. Ell sowie t. Jugend spielstarke Pereine gesucht. T-vnncrstaa von IWi bis 2t ttbr Anruf unter f. 2 1860. Sur Pcrstiirkung unserer drei Miinnermannschaften sowie der beiden Zugendmaien. schatten werden noch sporttreibende junge Leute gesucht. Meldungen jeden Frei» tgg IS Uhr im Eitzungslotal Otto Bolewskn, Neukölln, Noddinfir.»7. Freie Arbeiter-Schachvereinigung chroh, Berti», Abt. Treptow. Spielabend jeden Donnerstag Elscnstr. 100 bei Döhling. W« Spieler, die noch Brerlau iahren, müssen am Karfreitag Mi einer Veiprechung bei Ewald sein. Arbeiter. 31-d» und Krgsisahrrrdnnd Solidarität, Sa»», Bezirk 2. Köpenick. Hermann Durdel, Schönerlindec Str. 14.— Treptow-Banmichulenweg. Richard Söuver. Kicsholzstr. 252. Tour nm 29. Marz sKoefreitagj. Viertägige Sftersabrt nach Tangermünde.Hovclberg. Start' 6 Uhr Bdf. Baumichulenweg,>i>, Uhr Khi. Treptow— La»Iwi>,.Zichd.'rseIde. Hugo Scheeler. Koiser-Wikbelm-Str. 36,— Mariendors-Temprlhos. Paul Richter, Kurfllrstenstr.<17.— Rowawe». Albert Richter, Stahnsdorker Str. 5-.— Sdegliff. Paul(fcon� Dilpvclslr. 2S.— Schineberg. Johann Erad, Kruier-JjriedvilftStr. 16.— Wannsee. Ehaussee- steagc 15. Julius Fleischhauer.-«ilwersdort. Friedrich Heinrich, Echönebrrg. Zreiherr-vooGtein-Str. 17-18.— Marienfelde. Otto Lehmann, Bisniarckftr. u. — Eharlottenburg.!?r>h Schulg», Kaiier-Kriedrich-Str. 26. Otzertour nach der Rnppiner Schweiz fällt wr-irn der schlechten Waldwege ans. Dafür ftreitea, 39. M-iri. Elienickr a. d. Rordbohn. Start: 13 Uhr. Sonntag. 31. Miim. 13 Uhr, Pfaueninsel. Moniaa. 1. April, 13 Uhr, Staaken. Starrt Kanal- Ecke Wilmcrsdorfer Str. Renisiln. Karl Wcstpho-I. Lahnstr. 71. ssrritag, 2S. März., 13 Uhr, Wanns««— Teltow. Sonntag, 31. Mär�. 13 Uhr. Katkberge. Start«: Sohcnzollernplal-— Motorsaheer-Abtrilung. Richard Habel. E. 39, Zlottbuger Damm 66. Bczirtsmolorsahrer-Obmann.- Ortsgrap?« Köpenick iMo-.orsabrers. Anschrift: Großer, Augusta-Villoria�tr. 7. sseeitag, 29. Mär�, gemeinsam mit der Radfahrobteitung nach Neu»Aitlau. Start: Ott Uhr.__ Sonntag, 31. Mar,, greienwalde. Start: 8 Uhr. Montag. 1. April. 6 Ubr. Mlnchrberg- Pvckvw. Starts: Verrinslokal Kaiser-Wilhelm-Etr. 6.— Bezirk 21, Ortnqrnppr Öberschöneweide. W. Lachnrund. Machildcnslr. 3. Svnnlag, 31. März, 8 Ulhr, Sanssouci— Ps-rdebuch«. Eiersuä>en. Montag. 1. April, 7 Uhr, Rundfahrt itdrt: Alt.Lanbsberg. Strausberg—«lein Schönebeck.— v-r-gruppe Kanlsbcrf. Ar»- schritt: Heinrich Wölsel, Frirdrichflr. 20 Sann tag. 31. März. Ansahren. Start: 13 Uhr bei Eschrich._________,,,. _____ Bezirk zriedrichshai«. Karfreitag liührnng durch das Museum f»r' Lelbemtbungen. Teeffpun' Kartell für«rbeiterfvort und Körperpflesc,«. B., --—■''na Museum für---- Denkmalssrit«. unkt 814 Uhr oor bcm ehemaligen Schloß,--------------_.., Tonristeuucrrin.Di- Aaturfrennbr", 3««tr»l« Wien. Abt. Sesuibbruiioca. Absahnt zur Ollerwanden, ng an dir Miirih Karfreitag. 5,36 Uhr, Balinho» Gesundbrunnen. Rückfabrkartc bi- Zürstenderg. Teilnehmer können sich noch cinsinden. �„.. Arbeite r-Radsahrer, nnd Krasifahrerbund.Salibarckät". Ortsqr. KSpeirut. •freitog. 29 März. Anfahrt über Wernsdorf nach Reu-Zittau. Start: 9 Uhr bei Stippekohl. 31. Mär, nach Riedcrlehme. Start: 7 Uhr Schioßolaj,. Dduners« tag. 4 April. Sihung Schönerlinder Str. 5.- Rotorfahrrr Reut»». Sr«. tag. 29. Mär,, zum chanbundiefi nach Dresden. Start: 9 Uhr Bahnhof Hermann. ftrab«. Sonntag 3l. März, und Montag. 1. April. Start: 10 Ubr am Hohen- -ollernplah. ziel Wied am Start bekanntgegeben.— Ortsgrupor Lichteub-m- Tr»i«ag, 29. März. 8»Hr. Start am Bahnhof Lichtenderg-Friddrick�seld».»nr nahet nach Königswusterhausen. Sonntag. 31. März, Ölt Uhr. Start AI." ssriedrichsfelde 96, zur Oslecksahrt nach Eolzow.'2. sseicrtag zurück.) Mittwoch, 3 April. 20 Uhr. cheneralorrlourmluna bei ffrihe, Iungslr. 29. FT«»-, Dez. Kren, barg. Der Schwimmbezirk Kr-Iizberg durchflreitt als Vstertvanderung die Dubeow. Treffpunkt Sonntag, 31. Mörz. 614 Ubr, Eorlitze? Bahnhof— Abt. Pankow. Die Teilnehmer dee Fahrt am 1. Osterteiertag treffen sich mn W Uhe Bahnhos Gesundbrunnen, an der Sperre� Fernbah». steig. Abfahrt 5.67 Ilhr. gÄhrkarten Nisen bis Mrtchow. lwvnntagrück. fahrkarten.)..„ SB. Moabit. Strah«»lauttra!«>»g: Karrreitag»nd Sanntoa 9>4 Uhr. Mittwoch. 19 Uhr. ob Tarnbusch. Seesttahe Ecke Afrikanische Strohe Ruder.Verein.Eollegia e. B. Trettminkt»ur Osterwondcrung am 1. lre-ee» Iv, 6,45 Uhr«drliher»ohnhos. Ausgang Mener Strahe. Ostertskrten. Lifi«nst«iti. Wmterberg. Oslecsahrten mit weiteren Zielen ist dos Refervot unserer Jugend. Und alle Gruppen sind gleich stark daran beteiligt: «portlerjugend, Gewertschastsjugend, Arbeiterjugend, Naturfreunde. Die zu dieser Zeit besonders einsetzend« Vorarbeit ist«ng mit dem Freizeitproblem verbunden. Alle Lost, die dem Erwerbs- leben heute noch entwächst, wirkt auf junge Menschen doppelt schwer. In der Jugend lebt noch die Rückerinnerung an die sreien Tage der Schulzeit und wird von dorther ständig neu gestärkt. In der Bemessung des Urlaubs aber haben Lehrlinge und jugendliche Arbeiter, Mädel und Jungen der Arbeiter-Iugendbewe- gung, meist kein allzu großes Entgegenkommen von den Unter- nehmern zu erwarten. Der durch die Sozialdemokratie und die Ge- werkschaffen angestrebte Fortschritt kommt trotz aller wohlwollenden Bekenntnisse bürgerlicher Kreise nur langsam voran. Der Profit- will« ist auch hier stärker als jedes menschenwürdige VeroMwor- tungsgcfühl für die Entwicklung unserer Jugend. Da heißt e« mit der Jugendkraft und der kargen Freizeit hausIMtcn. Zumeist wird es daher mit der Festsetzung der wenigen Ur- laubstage auch so gehalten, daß möglichst schöne Tage des Früh- jahrs oder des Sommers gewählt werden. Vielleicht sind es die Tage im Anschluß an Pfingsten, oder sie werden mit großen Tresfahrten der Organisationen verbunden, wie in j onMe�i werde», daß�s sich hier'umKörpii kultu r'handett, Wehlener Gründe, Bastei. Hockstein. Polenzwl. Schrammsteine, Kirnitzschtal, Kuhstall, Raubschlösser, Prebischtor. Edmundsklamm. Zschirnstein, Königstein und Pfaffen stein sind Ziel«, die auch dem älteren Wanderer noch reichhaltige Erlebnisse bieten. Und die rechte Ausnutzimg der Freizeit in solcher Weise gibt Lebettssrohsinn für Wochen imd Monate kommenden Arbeitsdaseins. In Luft und Sonne! Wenn«s jetz! innerhalb der„Freien Turnerfchaft Groß-Derkin e. 35." eine„Freikörperkultursparte" gibt, so bedeutet das nicht etwa, daß es sich hier um ein« besondere Sportart handelt »eben dem Turne», Schwimmen, Rudern. Ebenso falsch ist aber mich die Meinung, daß die Freikörperkultur überhaupt nichts mit der Sportbewegung zu tun habe. Für den heutigen bürgerliche» Sport, der auf Rekordleistungen einzelner abgestellt ist, mag dies ja zutreffen, deim in der Freikörperkultur spielen Bandmaß nnd Stoppuhr nicht die Hauptrolle. Ihr Ziel ist, wie das des Arbeiter- fports, Gesundheit und Lebensfreude der breiten Masse unseres Volkes. Wenn auch infolge der hcrilchenden Moralan-schamingen das Moment der Nacktheit im Vordergründe steht, so darf doch nicht diesem- Jahre für die Arbeiterjugend mit dem internationalen Treffen in Wien, für die S portlerjugend mit dem Dundestog in Nürnberg, für die Naturfreundejugend mit den P f i n g st- treffen in Halberstadt, Heilbronn und Koblenz. Nur eine Mög- lichkeit bietet sich noch, längere Fahrten zu unternehmen, das ist zu Ostern, wo vielen immerhin vier freie Tag« zur Verfügung stehen. Auch jetzt hat schon sett Wochen das Rüsten begonnen. Die Jugend hat in ihren Gruppen die Fahrtenplän« aufgestellt. Die Fohrttuiziele sind vielseitig wie das Streben selbst. Dos wald- und ieenreiche Mecklenburg, die Uckermark, die Umgebung Rheinsberg, und die Neumark um Königsberg und Soldin kehren vielfach in den Plänen wieder. Zanzetal und Schlaubetal sind gesucht. Hier und dort taucht die Oberlausitz mit Zittau und Oybin, der-Harz und Thüringen als Fahrtengebiet auf. Traditionell sind jedoch für die Berlin«/ Jugend schon die Osterfahrten in die Sächsische und die Böhmische Schweiz. Mittelpunkte des Iugendlcbens für Tausende bilden in diesen Tagen die Noturfrcundehäuser am Fuße des Lilienstein und am Zirkelftein, sowie die Iugendburg Hohn- stein. Bon diesen Punkten geht es strahlenförmig in die bizarre BcrgwAt mit schroffen Hängen, interessanten Kletterpartien, grünen Manen, riefen Schluchten und weiten Ausblicken von den Höhen von der Turnen und Sport nur ein Teilgebiet sind. Zur Körper- kultur gehört unbedingt jede Art der Hygiene, Lust- und Sonnen- bäder, aber auch Enthaltsamkeit von Alkohol- und Tabakgemiß, allgemeine Lebensreform. Die Anhänger der Freikörpertulwr- bewegung betätigen sich also in allen natürlichen Sportarten. In einer Veranstaltung der„Freikörperkultursparte der FTGB." am Sonnabend, 6. April. 20 Ilhr, im Etädt. Lichtspielho»» Neukölln. Bergstr. 147(U-Bahnhos Bergstr.) wird Genossin Dr. W e g s ch e i d e r, M. d. L., in einem Vortrage die Notwendigkeit nnd die Bedeutung der Freikörperkullur und ihre engen Beziehun- gen zum Arbettersport und zur sozialistischen Bewegung eingehend behandeln. Außerdem läuft der Film:.Frohe Menschen in Lust und Sonne." Der Bewegungschor der FTGB. wirkt mit. Eintritts- karten zum Presse von 50 Pf. sind schon jetzt zu hoben in der FTGB.-Geschästsstelle, NO. 18, Lichtenberger Str. 3, im Reform- Haus Volksgesundheit Neukölln, Flughafenstr. 18(Nähe Rathaus), in den Resormliöu-sern„Zur Gesundheit", NW. 87, Turmstr. 74, N. 54, Neue Schönhauser Str. 9, Steglitz, Schadenrute 1, Pankow, Grunawstr. 21, Köpenick, Bohnhosstr. 1, Spandau, Eharlottenstr. 29, Ecke Lindenufer, im Reformhaus am Schlessschen Bahnhof. Madai- ftraße 11, in der Ivgendbücherstube Adolf Günther, Eharlottendurg, ÜÄdnizstr.. Ecke Bismarckstr. sowie bsi deu Fwtaionöttm der SZartr, � Stfchäfis-Jbtjäger � föezitü Jlorden-Csten. Noott's Bienenhonig das beste Uorbeugemittei gegen KranHbeJten, insbesondere ErKäitungen. Ooldene IHedaWe 1925 und 1928 GESUNDUNG und neue Lebensfreude finden Bleichsüchtige. 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