Morgenausgabe Tit. 154 A 78 -46. Iahrgang Wöchentlich S5$t« monatlich 3,60 M. tm voraus zahlbar. Postbezug 4L2 VL einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs- und T'i Pfg. Postbestellgebühren. Auslands- aboanemem 6.— M. pro Monat. Der..LorwSrt,� erschewt wochentög- Üch zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Deriin trnd im Handel mit dem Dtel„De? Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und�Äinderfreund*. Ferner �Unterhaltung und Wissen'.„Frauen- stimme".„Technik".„Blick in die Bücher» elt" und„Iugend-Vorwärts" p- berliner vottsbla« Mittwoch 3. April 1929 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Di« einspaltige Nonpanillezeile 80 Pfennig. Retlame' eile b— Reiche- mark.„Kleine Anzeigen' da» icu-'c- druckte Wort 2ö Pfennig(zulässig zwei fettaedruckre Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt teile 60 Pfennig. Familienanzeigen für bonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahm« im Hauptgeschäft L-nden- straße 3. wochentügl. von 8Vt bis 17 Uhr« Jentrawvgan der«Sozialdemokratische« Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Kernspreche,: Dönhosl WL— LS? Titegramm-AKr.: Sozialdemokrat Serlw Dorwärts-Verlag G.m.b.H. Vostscheckkouto: verlto N SSS.— Vankkonto: Bank der Arbetter, Angestellte» »rnd Beamte» Wallstr. 66. Dtdlonto�Selellschast, Depositenkaste Linden str L LLP. und Wehrausgaben. Ein radikaler Mehrheiisbefchluß im Gegensatz zur Politik der Labour-Party. London. 2. April.(Eigenbericht.) Der Parteitag der Unabhängige« Ar» beiterpartei(JLP.) nahm am Dienstag in seiner Schkwßsihuug mit IKft gegen 125 Stimme» eine Resolution an. durch die sämtliche der Unabhängige« Partei angchörigen Parlamentsmitglieder verpflichtet werden, gegen sämtliche Militärausgabe« im Parlament z» stimmen. In der Debatte betonte der Abg. S h i n w e l l. der im Kabinett Macdonold Bergbaumimster war, daß die Unabhängige Arbeiterpartei damit in vollem Gegensatz zu der Gesamkparlei steh«, die keineswegs unter allen Umständen jegliche Militär- ausgaben v e r w e r f«. Eine Durchführung der Instruktion des Parteitages der Unabhängigen Partei würde es einer zu tun f- tigen Arbeiterregierung uninöglich machen, irgend- einen Budgetpasten für die bewastnete Macht in den zukünftigen Staatshaushalt einzusetzen. Shinwell schloß seine Ausführungen mit der Feststellung, daß er sich an diese Resolution nicht g e- b u n d en fühle und die Wünsche seiner Wähler und nicht die des Parteitages der Unabhängigen befolgen werde. Die Resolution des Parteitages, gegen die selbst der radikale Parteivorstand der ILP. sich gewandt hotte, schafft«ine ernst« Verschärfung der zwischen der ILP. und Arbeiter- partei bestehende Spannung, indem sich der Parteitag in ausgesprochenem Gegensatz gegen dos Programm der Ge- samtpartei stellt. Obwohl von den 156 Unterhausabgeordncten der Arbeiterpartei 114 gleichzeitig auch Mitglieder der Ilnabhängigeir find, dürste jedoch die Bedeutung der Resolution praktisch gering sein, da sich die Mitglieder der ILP. seit Jahren daran gewöhnt haben, lediglich die Parolen der Gesamkpartei und nicht diejenigen der ihr angeschlossenen ILP. mit ihren 30 000 Mitgliedern zu befolgen. Bor der Annahme der Resolution wurde eine Debatte über Indien geführt, in deren Verlauf Fenner Brockway. der kürzlich Indien bereist hat, erklärte, daß in Indien eine Explosion von bisher nicht dagewefenem Umfange ersolgen werde, falls Indien bis zum Ende des gegenwärtigen Jahres nicht Dominionrang erhalte. Di« Konferenz nahm nach einer längeren Debatte eine Resolution an, die die„V e r st o r k u n g der britischen Unterdrückungsmaßnahmen in Indien' verdammt mck> die Parteimitglieder verpflichtet, für das Recht der Selbstbestimmung der indischen Bevölkerung zu kämpfen. -» Die Mehrheit der Konareßdelegierten der ILP. hat mit diesem Beschluß den Konservativen einen unfreiwilli- gen L i e b e s d i e n st geleistet. Er ist um so unver- ständlicher, als auch die ILP. den Sturz der Regierung Baldwin und ihre Ersetzung durch eine Arbeiter- regicrung als Wahlziel verkündet hat. Selbst wenn diese Arbeiterregierung aus lauter Mitgliedern des radikalen Flügels der ILP. bestehen würde, könnte sie auch nicht anders handeln, als die Kredite für die Landesverteidigung weiter in den Etat einzustellen und sich für ihre Bewilligung ein- zusetzen. Es gibt in England höckzstens eine kleine Minder- heit, die für die sofortige und restlose Abschaffung der Marine zu haben wären. Was die englische Arbeiterklasie fordert und von einer Arbeiterregierung erwartet, ist zunächst, daß keine Mehransgaben für Wettrüste» mehr be- willigt werden und daß darüber hinaus die Rüstung?- ausgaben allmählich abgebaut werden, im eigenen Lande und international durch eine kräftig? Inanqriff- nähme des Weliabrüftungsproblems. Das ist die Wahl- Parole der Arbeiterpartei gegen die Konservativen, die bis- her die internationale Abrüstung durchkreuzt haben. Das ist das erreichbar« Ziel, für das man die Massen der Wähler und Wählerinnen gewinnen kann. Der Mehrheitsb.eschluß der ILP. zeigt, daß die kommu- nistische Propaganda im Sinne des Genfer L i t w i n o w- Schwindels in diesem Teil der britischen Arbeiter- bewegung Wurzeln gefaßt hat. Das wußten bereits die Teilnehmer des Internationalen Kongresses zu BrüM, wo dl« JLP.-Delegierten sich hartnäckig, aber erfolglos für eine grundsätzliche Zustimmung zum Litwinowfchen Barschlag der sofortigen Totalabrüstung eingesetzt hatten. Es ist immerhin bemerkenswert, daß dieielben Genasien, die in Brüssel für diese Forderung kämpften, jetzt als Borftandsmitgsieder auf dem eigenen Parteitag einen solchen Beschluß zu ver- hindern versuchten. Sie wurden indessen überstimmt durch die Geister, die sie gerufen hatten und nicht mehr los werden konnten. Ein in der neuesten Geschichte der inter- nationalen Arbeiterbewegung zwar keineswegs einzig- dastehender, aber sehr lehrreicher Vorgang. Regierungssiege in Mexiko. Rebellen auf der Flucht. Mexiko- Eity. 2. April.(Eigenbericht.) Die Vvndeslruppen haben«nn Dienstag die Ortschasl 5 i w e n e z, da» Hauptquartier der Rebellen, nach hartnäckigem Kamps beseht. Um die Eisenbahnstation und die an Zimenez grenzenden Land- straßeu werde noch heftig gekämpft. Calles hofft, bis gegen Abend die Ortschaft Zimenez vollständig im Besitz zu haben. Die Regierongsliuppea schlugen die Truppen de» Rebellen- geueral» Cruz nach stebenflündigew Kampf bei üuelite und Slmau nater schweren Verlusten in die Flucht. Die Rebellen hatte« loa Tote. 60 Gefangeue und verloren viel Alalerial. Die Regier« ngs- truppen büßten 20 Zote ein. Reue Enienie in Vorderasien. England-Frankreich gegco(Zingeborenenbewegunq. Beirut, 2. April.(Eigenbericht.) Unter dem wachsenden Druck des arabischen Rationalismus verstärkt sich der Wunsch Englands und Irankrillchs nach einer Vereinheitlichung ihrer Politik in den Mandatsländern des mittleren Ostens. Die Oberkommisiare von Syrien und Palästina haben sich jetzt auf Zusammenkünstcn eingehend besprochen, bis jetzt noch ohne positiv« Ergebnisse, da die Anschauungen aus wirt- schastlichem Gebiet sehr stark auseinandergehen, hinsichtlich der Politik sind jedoch beide Parteien übereingekommen, der uatioua- listtschen Opposition im Zrak. Transjordanien wie in Syrien gegenüber die gleiche Taktik zv beobachten. Der syrische Ober- kommissar p o o j o l wird in der Acage der syrischen Versasiung nicht eher etwas unternehmen, bis«g dem englischen high Com- mislioner im Zrak, Str Gilbert E l a y l o u, gelungen ist. die dortige Krise zur Zufriedenheit Eng'and, zu lösen. Außerordenttich groß sind jedoch die Differenzen über Detail- fragen auf ökonomischem Gebiet. Die Hauptschwierigkeit bildet immer wieder die Angelegenheit der Pipeline(Erdölleitung) Mossul- Heisa. Ein enalischcr Kompromißoorschlog, dir Rohr- leitung an der Gren.ze des Irak zu teilen und den einen Arm in Haisa. den anderen in Tripolis(Syrien) enden zu lassen, ist von Frankreich aus finanziellen Gründen abgelehnt worden. Im Zusammenhang damit ist der Keginn des Haifaer Hafenbaues wiederum bis auf den November verschoben worden, mn Zeit für neue Dorschläge zu gewinnen. Die Notwendigkeit de» englisch-französischen Zusammengehens in Asien, das sich neben Politik und Wirtschaft auch auf vermal- tungstechnifche Fragen ausdehnen soll,«rweist sich für beide Teile als so groß, daß ihre endgültige Erledigung nickst durch die Be- auftragten an Ort und Stell«, sonderen durch die Vertreter der Zentrolregierungen in Konferenzen zu London und Poris erfolgen wird. Trotzki wariei. Und hofft einstweilen auf Oevtfchland. Stambul. 2. April.(Eigenbericht.) Leo Trotzki hat das Hotel verloifen und in einem Borort ein Einfamilienhaus gemietet; er rechnet jetzt mit einem längeren Aufenthalt In der Türkei. Dar einigen Tagen erklärt« Trotzki dem Dertreter des„Soz. Presiedicnstes", er habe seinerzeit, als er sich an Lobe wandt«, angenommen, daß ihm die Einreiseerlaubnis sür Deutschland Inner. halb 48 Stunden erteilt werden würde. Durch die Verzögerung gerat« er in«me immer schwierigere Lage. Es bestehe die Gefahr, daß er die Kursaison verpasse und sich sein Leiden dadurch verschlimmere: zwar hätten seine Freunde in anderen Staaten Anträge auf Einreifebewilligung gestellt, er müsse diese Anträge jedoch desavouieren, da er gezwungen sei, auf die Erteilung des Visum» noch Deutschland zu warten. Gchnapsverbot in Rumänien. Bier und Wein bleiben erlaubt. Aus Gründen der Volksgesundhell hat die Regierung die Trockenlegung Rumäniens beschlossen. Di« Erzeugung von Spiritus und Branntwein soll eingestellt, der Verkauf von Spirituosen, besonders von Slibowitz(Pklaumenbranntwein) verboten wer- den. Den Fabriken soll«ine Utbergangezeit zur Um- stelluug ihrer Betrieb« gewährt werben. Dies Verbot soll sich nicht auf Vier und Wein erstrecken. j Die erste Milliarde. Zum Jahresbericht der Angestellteaverstchervug. Der jetzt vorliegende Bericht des Direktoriums der Reichsoersicherungsanstalt für Angestellte über das Geschäfts- jähr 1928 gibt nicht nur Aufschluß über den Stand der An- gestelltenversicherung, er beweist gleichzeitig, daß ein weiterer Ausbau der Leistungen sehr wohl möglich ist. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hatte in ihrem Antrag Nr. 105 eingehende Vorschlüge für den Ausbau der Leistungen gemacht. Durch das Gesetz vom 7. März sind zwei bedeutsame Verbesserungen mit Wirkung vom 1. März in Kraft getreten. Die Wartezeit für die Inanspruchnahme der Leistungen. der AngestelltLnoersicherung ist wesentlich ver- stürzt worden, sie beträgt jetzt nur noch 60 Beitragsmonate: wenn jedoch weniger als 30 Beitragsmonate auf Grund der Bersicherungs Pflicht nachgewiesen sind, so beträgt die Wartezeit 90 Beitragsmonate. Diese Aenderung hat auch Bedeutung für alle früheren Antragsteller, denen auf Grund der alten Vorschriften die Rente abgelehnt worden ist. Wenn sie jetzt auf Grund der neuen Vorschriften anspruchsberechtigt sind, so muß ihnen auf Grund ihres Antrages mit Wirkung vom 1. März die Rente gewährt werden. Der Antrag auf Nachprüfung kann jedoch nur bis zum Schluß des Jahres 1930 gestellt werden. Eine weitere bedeutsame Aenderung ist eingetreten durch die Vorschrift, daß als berufsunfähig alle Angestellten gelten, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens einem Jahre ununterbrochen arbeitslos sind. Der Anspruch auf Ruhegeld besteht, wenn die Wartezeit erfüllt ist, für die weitere Dauer der Arbeitslosigkeit. Solange jedoch ein An- pruch auf Arbeitslosenunterstützung, also entweder auf ver- icherungsmäßige Arbeitslofcnumerstützung. Krisenunter- tützung oder Sonderunterstützung bei bcrufsüblicher Arbeitslosigkeit besteht, wird das Ruhegeld erst mit dem Wegfall dieses Anspruches gezahlt. Sobald der Empfänger des Ruhe- geldes in«ine invaliden- oder angestelltcnversicherungs- Pflichtige Beschäftigung eintritt, fällt mit dem Ablauf des Monats das Ruhegeld weg. Diese Leistung für die älteren arbeitslosen Angestellten ist zunächst befristet bis zum Schlüsse des Jahres 1933. So bedeutsam diese Aenderungen sind, sie werden im Gesamtergebnis keine entscheidende Belastung für die AngestelltenversichSrung bedeuten. Das beweist die Gewinn- und Vcrlustrechnung und die Bilanz des vorliegen- den Jahresberichts. Die Beitragseinnahmen haben 317 Mil- lionen Mark erreicht, der Voranschlag für das Kalenderjahr 1929 sieht eine weitere Steigerung um 31 Millionen Mark vor. Auch die Einnahmen an Zinsen sind erheblich gestiegen: sie betrugen 1927 rund 48 Millionen Mark und stiegen 1928 auf rund 67 Millionen Mark. Stellt man diesen wichtigsten Einnahmeposten den entscheidenden Ausgabeposten, nämlich die Rentenleistungen, gegenüber, so ergibt sicy, daß diese zu 80 Proz. allein aus den Zinseinnahmen ge- deckt werden konnten. Die Gewinn- und Berlustrechnung gibt zwar die Ausgaben für Rentenleistungen auf 101 Mil- lionen Mark an: diesen Ausgaben stehen jedoch Einnahmen auf Grund von Rückerstattungen anderer Versicherungsträger in Höhe von über 17 Millionen Mark gegenüber, so daß die tatsächliche Ausgabe nur 84 Millionen Mark beträgt. Die durchschnittliche Rentenhöhe betrug am 1. Dezember 1928 unter Einrechnung der Steigerungsbeträgc der Invalidenversicherung beim Ruhegeld ohne Kinderzufchüsie monatlich 82,60 M., bei der Witwenrente monatlich 45.15 M., bei der Waisenrente monatlich 37,50 M. Die«in- §«treten« Erhöhung ist nicht zuletzt auf die Erhöhung der »teigerungsbeträge und Kinderzuschüsse durch das Gesetz vom 29. März 1928 zurückzuführen: sie bleibt im Gesamt- ergebnis immer noch unzulänglich. Ein unbefriedigendes Kapitel Ist immer noch die Durch führung des Heilverfahrens. Von den Anträgen auf ständige Heilverfahren wurden 26 606 Antröge, das sind 40,7 Proz., abgelehnt. Die öffentliche Kritik hatte dazu geführt, daß das Direktorium Anfang 1927 einen Ausschuß zur Prüfung abgelehnter Heilverfahrensanträge einsetzte. Wie wenig den Versicherten, denen ein Antrag auf Gewährung eines Heilverfahrens abgelehnt worden ist, das Vorhanden- fein dieses Beschwerdcausschusscs bekannt ist, zeigt der Um- fang der eingegangenen Beschwerden. Im Jahre 1928 hatte sich dieser Beschwerdeausschuß nur mit 1804 abgelehnten An- trägen von insgesamt 26 606 zu beschäftigen. Bei einem solchen Mißverhältnis sind Rückschlüsse auf die Tätigkeit dieses Ausschusses nicht möglich, ganz abgesehen davon, daß di« Angaben über die Ergebnisse dieses Beschmerdeausschusses unzureichend sind. Die Gesamtausgabe für Gesundheitsfür- sorge belief sich auf 19 Millionen Mark. Solange eine gesetz- liche Aenderung bei der Durchführung des Heilverfahrens nicht vorgenommen ist, sollten die Versicherten� denen An- träge auf Gewährung eines Heilverfahrens abgelehnt wur- den, von ihrem Beschwerderecht in allen Fällen Gebrauch machen. Die Gewinn- und Verlustrechnuiig weist für das Jahr 1928«ine» Ueberjchuß von über 268 Millionen Marl aus: das D-rmSgen der NeichsverficheriMAsanstaL für Ange- stellte hat die erste Milliarde überschritten. Das Iah? 1929 wird bereits nach dem Voranschlag eine weitere erhebliche Steigerung des Iahresüberschusses bringen. Angesichts einer solchen gunstigen Finanzentwicklung sind selbstverständlich die Boraussetzungen für einen weiteren Aus- bau der Leistungen gegeben. Die Reichsversicherunasanstalt für Angestellt« beschäftigte am Schlüsse des Jahres 1928 insgesamt 1032 Beamte und Angestellte: den Ueberwachungsdienst haben wie bisher 101 Beamte ausgeübt. Ob die Organisation der Angestellten- Versicherung in allen Teilen zweckmäßig ist und ob dieser Apparat in einem richtigen Verhältnis zu seinen bisherigen Leistungen steht, mag in diesem Augenblick dahingestellt bleiben. Dagegen zeigt der Jahresbericht mit aller Deutlich- lest bereits, welch verhältnismäßig hohe Belastung allein durch den Ueberwachungsdienst entsteht. Deshalb muß wieder einmal die Aufmerksamkeit auf die hier vorliegenden Mängel gelenkt werden. Eine Kontrolle bei den Arbeitgebern über die Abführung der Beiträge ist selbstverständlich drin gend notwendig. Hier liegt jedoch ein gemeinsames Inter esse und eine gemeinsame Aufgabe aller Bersicherungs träger vor. Der gegenwärtige Zustand, daß die einzelnen Versicherungsträger ihren eigenen Ueberwachungsdienst organisieren, verursacht nicht nur höher« Kosten, er bedeutet auch eine Minderung der Leistungsfähigkeit. Gegenseitige Vereinbarungen können die Mängel nur mildern, worauf es jedoch ankommt, das ist ein«« i n h e i t l i ch« Organisation des Ueberwachungsdienstes. Keine Bürgervtockltste in Sachse«. Demokraten and Volkspartei lehnen ab. Vresde».?. Sprit. fEtgenbencht.) In Sachs«, war der Plan ausgetaucht, bei den bevorstehenden Landiagswahlen eine Einheltelist« der bisherigen 9t«- gierungspart«i«n aufzustellen. Der deutschnatilmale Wirt- schaftsminist«? Krug von Mbba setzte stch in seiner Partei entschieden für einen derartigen Plan ein; Bemühungen des MinisterprSsi- denten Heidt sollen das gleiche Ziel gchabt haben. Die Idee von der Bü r g» r b l o ckei nh e i t s l ist« ist jedoch schon jetzt ol» gescheitert anzusehen. Di« Demokraten haben bereits abgewinkt, und jetzt erktärt auch da» offizielle Organ der Deutschen Voltspart«, daß an die Ausstellung einer gemein- kamen Liste nicht zu denken fei. Damit dürfte das Schicksal der sogenannten Eliten sozialdemokratischen Partei' besiegelt sein. Nur wenn ihre Kandidaten aus«tue gemeinsanu Liste aufgenommen worden wären, wären ihr zur Not ihre bisherigen Mandate erhalten geblieben. Mordgruud. Ein« verlemnderische Stahlhelmlüge. Der Stahlhelm veröffeutkcht in der �kreuz-Zeitung'«inen Bs- richt über«ine Versammlung des Neichsbanners des Ortsvernins Tiergarten vom 1. März. Nach diesem Bericht habe der Kamerad- schaftsnmstand Karl E b e r t, der jüngste Sohn de» Neichspräsi- denten. üb« den Votsdomer.Dbsrbonzen des Stahlhelms" gesprochen und dabei folgenden Satz gebraucht: „Sollte ich(Karl Eberl) ihm«mmol ans feindlichem Wage begegnen, so ist mir für ihn keine Kugel zu schade.' Dieser Satz ist. wie uns Kart Eberl mitteilt, vollständig erlogen. Wozu diese Stohlh elmlüge? Es ist ein plumpes Mo- nnoer. um von dem Rodau cha rotter der Organisation des Stahlhelm, abzulenken, der Versuch, da» Neichsbanner als eine Organisation von Totschlägern hinzustellen. Diese Lüge ist besonders infam, da sie den Haß und die Wut der ohnehin schon gemrg aufgehetzten Stahlhelmlevte auf den lenken muß, dem dieser Satz unterstellt würbe. Aussperrung in der Hutindustrie. 11000 Arbeiter gekündigt. llwbe«. t April. I» der deutschen Wall- und Hoarhutinbuftrte. die hauptsächlich in den Städten Guben und Luckenwalde beheimatet ist. ist bereits seit Monaten«ine von den Arbeitern eingeleitete Lahn- bewegvng rm Gang«, die auf eine Heraussetzung d« Löhne abzielt. Nun hat der Arbeitgebe roerband die Stillegung der Ve- t r�i« b« beschlossen und sämtlichen Belegschaften gekündigt. Di« Aussperrung wird nach Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist von H Tagen beginnen. Cs werden davon ll 000 Mann betroffen, von denen auf Guben allein rund00 entfallen. In einer Bersamm- lung der Arbeiter in Guben erklärte der Veschäftsführvr des Hut- arbeiteroerbandes, daß die Arbeiterschaft bereit sei, stch einem neu- 'traten Schiedsgericht zu unterwerfen, das aus drei Schiedsrichtern bestehe, doch dürfe kein«(einer Mitglieder der Hutindustri« an- gehören. Zechenverband kündigt den Tarif. essen, Z April. Der Zechenoerband kündigt« in einem Schreiben vom 1. Aprit an die Ruhrbergarbeiterverbänd« die im Ruhrbergbau bestehende Lohnordnung zum 30. Juni d. I.. zugleich aber auch den durch Schiedespruch vom 18. März lS27 abgeschlossenen Rahmen- tarlfoerrrog für das rheinisch- westfälische Steinkohlengebiet. In dem Schreiben erklärt der Lechenverband weiter, seine Wünsche demnächst den oier Bergarbeiterverbönden bekanntzug�en Kur 3000 Amerikaner in Deutschland. Das ameritanjsche Scaatsdepartement hat auf Arund der Konsulorberichie eine lieber- ficht über die im Ausland lebenden Amerikaner zusammengestellt. Ihre Zahl beträgt insgesamt 392 888. Mehr als die Hälfte davon leben in Kanada, in Deutschland 3027, In England ll 717, in Frankreich 23 880. Slvosantrag gegen hol;. Der kommunistische Redakteur, der von Max Holz aus seinem Bureau überfallen und gewürgt wurde, hat gegen Holz Strosonzeige wegen Bedrohung und Nötigung erstattet. Absetzung des Agramer Pallzei Präsidenten. Der Polizeipräsident van Agram. Prag»witsch, sst seines Amtes enthoben worden.' Zu feinem Nachfolger wurde ein Settionschef im Belgrader Innenministerium ernannt. Auch im Agramer Polizeikorps wurden zahlreiche Versetzungen von höheren Patizcibeamten vorgenommen, di« offenbar in Zusammenhang mit der M o r d a s s ä r e Schlegel stehen. Sämtlich« Nachforschungen»ach de« Mörder« Schlegels find bisher e»g«b»i,l»» nerümfe», Gegen Verhetzung des Landvolks. Eine Warnung des Oberpräfidenieu von Schleswig-Holstein. Kiel, 2. April.(Eigenbericht.) Am Dienstag eröffnete der Oberprösident der Prooinz Schles- wig-Holstein, Kürbis, den Provinziallandtag mit einer Ansprache, in der er auf die ernste Loge der Prooinz und auf das Treiben der rechtsradikalen Agitation in Schleswig-Holstein einging. Nach einem Hinweis aus die Arbeitslosigkeit in der Industrie ging Oberpräsident Kürbis auf die Leistungen des Staates für die Lodenoerteuerung ein und fuhr dann fort: „Während der Staat so die Rationalisierung der Landmirtschaft ebenso wie die Vermehrung des für die Kultur geeigneten Bodens fördert, hat er auf der anderen Seite auch schon zur Umschuldung der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe Er- hebliches beigetragen. Es find bereits 430 Anträge befriedigt mit einem Betrage von mehr als 5 Millionen Mark, und weitere 230 An- träge mit einem Betrage von zusammen 21- Millionen Mark sehen ini Laufe der nächsten Wochen ihrer Erledigung entgegen. Hierbei ist die Prooinz auch durch Bürgschaft beteiligt. Sie sehen also, daß der verarmte Staat in voller Erkenntnis der Bedeutung der Landwirts chasl für das volksganze mehr tust als je hier für die Landwirischasi geschehen ist. Gerade der neu« Staat ist trotz unvergleichlich größter An- spannung seiner Finanzen der stärkste Förderer insbesondere der Landwirtschaft. Ich zweifle auch nicht daran, daß der preußische Staat auch fernerhin, trotz de» demagogischen Geschreies einzelner, seine schützende Hand der Landwirtschaft Schleswig-Holsteins nicht entziehen wird. Darüber hinaus werden aber zunächst vom Reich noch Maßnahmen erwartet, welche den Umfang der Preisschwantun- gen herabmindern und damit auch der Landwirtschaft ein« sicher« wirtschaftlich« Berechnung ebensowohl wi« eine Verzinsung ihrer Arbeit gewährleisten soll. S t a a t s h i l s e kann nur dort mit Erjolg einsetzen, wo sie mit der Selbsthilfe Hand in Hand geht. Wir hoben In den letzlen Wochen eine Bewegung hier in der Provinz erlebst die sich Kolhilfe nennst die aber, weil sie sich ' gegen den Slaak und gegen die eigenen zur verankworkung berufenen Körpers chasten richtet, nicht au» der Kok hilfk, sondern nur liefer in die Kot hineintreibl. Das ist die einzige Folge solches unverantwortlichen Austretetis, von dem der besonnene Teil unserer landwirtschastlicheiz Bevölkerung weit abrückt. Wer aber den Führern dieser„Nothstse" solgt, dem dürften bald genug die Augen darüber ausgehen, daß er sich eben- sowohl an sich selbst wi« an seinen Berussgenossen versündigt. Wir haben auch mit Schaudern erleben müssen, daß politische Verhetzung zu Bluttaten geführt hat. die wir tief beklagen und di« scharf« Maßnahmen zur Erhaltung der Ruhe nötig machten. Die Derantwortung dafür tragen die Elemente, die den Kampf des einen Voltsieils gegen den anderen wollen und die sich bewußt van einer friedlichen Zusammenarbeit des ganzen Volkes, dle uns allein aus unserer Not herausreißen kann, abwenden. Dies« Lerantwortungs- losen fordern nicht nur die Staotsautoritat heraus, sie schaden zu-| gleich allen denen, deren politisches Urteil so unklar ist, daß sie sich ihren Bewegungen anschließen. Die Siaatsauioritäl ist wirklich genug Herr der Lage, um jedem umstürzlersschen willen von jeder Seile zu begegnen. Ich hoffe hier, daß der gesunde Sinn unserer Bevölkerung, dem wir nach wie vor glauben, in allen schwierigen Lagen vertrauen zu tonnen, auch diese unsinnigen schädlichen Verbindungen und Be- wegungen ausscheiden wird, um weiteres Unglück von dem einzelnen abzuhalten. Gelbstmord eines Landwirts. !lnd was die Hetzpresse daraus macht. Vor einigen Tagen ereignete sich im Gerichtsgeb iülde in Altona ein tragischer Fall. Ein LanAwirt aus Flottbeck, der zu einem Ver- steigerungstermin erschienen war, schoß sich aus einem Revolver eine Kugel in den Kopf und verschied aus der Stell«. Hätte es stch um«inen der vielen Arbeitslosen gehandelt, die aus Berzweiflung Hand an sich legen, so hätte die Rechtspress« den Fall trocken im Polizeibericht registrierst Sie hätte gewiß nicht aus ihm die Folge- runH gezogen, daß diejenigen, die gegen die Arbeitslosenversicherung hetzen, mit ihrem Gewisien zu Rate gehen sollen. Da es sich aber in Altona um einen Landwirt handelte, war das Thema für die Agitation von selbst gegeben. Am schönsten machte es die.Deutsche Zeitung'. Für sie war dieser Selbstmord ein Sturmzeichen aus dem Landvolk,„eine furchtbare Anklag« unserer gesamten Bauern- schast gegen das System der marxistische» Zerstörung des lebenswichtigsten Standes". Ton und InHast der gesamten Hetz artikel ließen den Leser darauf schließen, daß der unglückliche Land- wirt durch die Last der öffentlichen Abgabe» in den Tod getrieben worden sei. z Wie lag nun der Fall in Wirklichkeit? Der 3 9jährige Landwirt F. ans Flottbeck hätte im. Jahre 1920 ein Anwesen von 9 Morgen gekauft und später einen Erweiterungsbau ausgeführt, für den er eine Hypothek von 3000 Mark aufnahm. Daraus war«ine Zinsen- last entstanden, die er nicht aufbringen konnte, zumal eine gericht- liche Auseinandersetzung mit seiner geschiedenen Frau große Summen verschlang. So entstand eine Privatver- schuldung von etwa 7100 Mark, die zur Versteigerung des An- wesen» führte. Dieser Prioatverschuldung stand ein« Steuerschuld vo» etwa 38 Mark— sage und schreibe sechsundfünfzig Mark— gegenüber. Sie war in längerer Zeit aufgelaufen, da der Mann mit seiner Grundsteuer von monatlich 5,22 Mark und der Hundesteuer von monatlich 1,91 Mark trn Rückstand geblieben war. E» war also nicht das bestehende System der Landwirtschafts- Politik, das. nebenbei gesagt, alles andere als.Marxistisch" ist, und es war auch nicht der Staat mit seinen Steuerfordsrungen, der den unglücklichen Wann in den Tod getrieben hat. Was da vorliegt, ist weiter nichts als ein schamloser Versuch, menschliches Unglück zu Zwecken einer gewissenlose» Hetz« zu.mißbrauchen. Die Not der besetzten Gebiete. Vorarbeite« für ei« einheitliches Hilfsprogramm. Dos Rrnchsinnenminifterium hat dem Reichstag eine Denkschrift über die Notlage der westlichen Grenzgebiet« üb«r- geben. Dies« Denkschrift saßt di« Berichte der Länder Preußen. Bayern, Hessen. Baden und Oldenburg über die Lage in den besetzten Gebieten zusammen. Die Alerichte geben ein ein- drucksvolle» Bild von der wirtschaftlichen, polnischen und kulturellen Not. die die Besetzung über die westlichen Grenzgebiete gebracht hat. Die Länder fordern vom Reiche eine Reihe von Hilfsmaßnahmen. Reichsinnenmmister S e o c r i n g hat den Länderberichte« die folgende Erklärung über die Siriluag der Keichsregiervng beigegeben: „Die Reichsregierung erkennt die mirlschafttiche und kuwrrelle Fürsorge wie für den Osten, so auch für die notleidenden westlichen Grenzgebiete und für das besetzte Gebiet als«ine besonder« wichtig« Aufgab« an, die oom Reich in Gemeinschaft mit den beteiligten Ländern zu lösen sst. Wenn die Reichsregierung im gegenwärtigen Zeitpunkt davon absieht, das in den Denkschriften der fünf Länderregierungen zusammengetragene Material zu einem Hilfsprogramm von großem Ausmatz für den Westen auszuwerten, so ist hierfür in erster Linie die Rücksicht auf die derzeitige schwierig« Log« der Reichs- finanzen ausschlaggebend, die ein« gleichzeitige Einleitung um- fassender Aktionen in sämtlichen Grenzgebieten des Reich« verbietet. Dazu kommt aber, daß«in solches Programm vor allem auch auf die wirtschaftlichen Hauptprobleme der westlichen Grenzgebiete, wie z. B. die künstige Wirtschastegestoltung im Aachener Industriereoter, an der Saar, in Rhein-Hessen und der Pfalz, die Lösung der Trans- portfrage usw. abgestellt sein mutz und demgemäß noch ein. gehende Verhandlungen mit de» nerschiedensten amtlichen Stellen und die Anhörung von Sachverständigen erfordert. Denn ein« Verzettelung in unorganische Einzelmoßnahmen oder eine reichsseitig« Subventionierung zahlreicher mittlerer und kleinerer Projekte wäre unwirtschaftlich und würde den Notwendig- leiten einer auf weite Sicht gestellten und durchgreifenden Grenz- Politik in keiner Waise entsprechen. Di« Reichsregierung wird in den n ä ch st e» Monaten die Vorarbeiten an der Auf st ellnngeines einheitlichen Hilfsprogramms für den W e st e n fortsetzen und behält sich ihr« Entschließung über die etwaige Einbringung einer besonderen Gesetzesvorlage bi» nach Abschluß der Verhandlungen und für«inen sinanzpolilisch geeigneten Zeitpunkt vor. Muß hiernach die Frage der Einleitung einer neuen großen Hilfsaktion für den Westen einstweilen zurückgestellt werden, so soll die lausende Betreuung der bedrängten weft- lichen Grenzgebiet« und des besetzten Gebiets in dem bisherigen Rahmen auch weiterhin selbstverständlich so r t g e s e tz t werden. Die Reicheregierung hat zu diesem Zwecke ausreichende, zum Teil gegen- über dem Vorjahr erhöhte Beträge in den Entwurf des Haus» haltsplans des Reichs für das Rechnungsjahr 1929 eingesetzt. Die von der Reichsregierung ans dem Grenjfonds! rmd II im enger« Grenzgürtel an der Westgrenze und in Bade« geförderten Hilfsmaßnahmen find in der Durchführung begriffen und werde» Voraussicht- lich im Lause des Rechnungsjahres 1S2S zum Abschluß kommen." Deutsche Verteidiger an Kriegsgerichten zugelassen Sobleuz. 30. März. Dem Reichskammissar für die besetzten Gebiet« hat die Rheinlandkommission als Antwort auf feine wiederhoiten Bor- stellungen mitgeteilt, daß noch einer neuen Anordnung des fran- zöffschen Kriegsminssters die deutschen Angeklagt« vor d« französischen Militärgerichten im besetzt« Gebiet sich von jetzt ab wieder ebenso wie früher durch«in« deutschen Rechtsanwalt ver- teidigen lassen können. Diese Reifung gilt solange, bis das be- kannte Ergänzungsgesetz, in dein diese Frage behandelt wird. von der französisch« Kammer angenomm« sst. Politisches Nachspiel eines FußballtampfeS. Düren. 2. April. Nach dem gestrig« Fußballspiel der Londoner Ilford- Mannschaft gegen den Dürener Sportklub 03 wurde im Parkhotel eine Teestunde veranstaltet. Noch der Begrüßung durch den Oberbürgermeister Ooerhue» ergriff der Leiter der«glsschen Sektion der Internationalen Liga für Menschenrechte, Reo. Dun- nico, Labour-Mitglied des englischen Unterhauses, das Wort zu einer längeren Ansprache, in der er unter anderem ausführte: Di« zehnjährige Besatzungszeit, unter der Düren zu leiden habe, fei ein ü b e? au s h a r t e s La» für die hochstrebend« Stadt: die Friedensliga werde alles tun, was in ihrer Kraft stehe, damit sich England weiterhin für den Abbau der Besetzung elnjeg«: et glaub« nicht, daß es in feinem Lande noch rechtlich denkend« Menschen gebe, die die Besetzung de» Rheinlaodes irgendwie rechtjer- tige» könnten. Die Ausführungen des Redners wurden von de» etwa 30 anwesenden englischen Gästen mit großem Beifall aufgenommen._ Pressejubiläum unter Militarzeusur. Im Lande Smetona-Woldemaras. towno. 2. April. Demnächst wird in Litauen das Jubiläum Aijöhrigen Bestehens einer litauischen Presse gefeiert werden. Unter der russischen Herr- schast wurde in Litauen eine nationale Sprache nicht geduldet: erst seit der Revolution von 1903 kannte eine eigen« Press« ins Leben gerufen werden. Die litauischen Oppositionsblätter fordern die Regierung auf. am Jubiläumstage die Militär- zenfur oufzuhebz». Es wird nicht angenommen, daß dieser Appell Erfolg haben wird. Hermann Müller krank. Der Reichskanzler, der an einer G a ll e n a if e k i i o N leidet und bereits die Osterwoche bettlägerig war, wird auf ärztliche Anordnung varaiissichtkich noch bis End« dieser Woche das Bett hüten müssen. Flurbereinigung. »Sehen Sie, Herr Srzefinski, dieser Klecken ist so schön herausgegangen. Könnten Sie es mtt den anderen Klecken nicht auch mal versuchen?� Die zwiespältigen Radikalen. (Scharfe Oppofitiottsrede Oaladiers.— Ltnd Aarbonne? Bruno Walter scheidet. Au« dem Verband der Stadtischen Oper. Die Iutsttdanz der Städtischen Oper teilt mit. daß zu ihrem grohen Bedauern die Verhandlungen mit Professor Bruno Walter zu keinem posuiven Resultat geführt haben. Professor Walter scheidet nach Ablauf seiner derzeitigen Verpflichtungen aus dein Verband der Städtischen Oper. Aus der krisenhaften Situation, m die mehr und mehr die Berliner Opern geraten sind, ist an ollen maßgebenden Stellen die Einsicht hervorgegangen, daß eine Veränderung der Verhältnisse dringend nottut. Nachdem die staatlich-städtifche Arbeitsgemeinschaft auf weiter« drei Jahre abgeschlossen worden ist, kann die wünfchsns- werte Veränderung mir in dieser Richtung, also in einer Vertiefung und Verdichtung der Arbeitsgemeinschaft, angestrebt werden. In diesem Sinn war vor einiger Zeit der städtische Operndirektor Bruno Walter mit einem großzügigen Sanierungsplan, der dm gesamten Komplex der staatlichen und städtischen Opernbetriebe umschließen sollte, hervorgetreten. Von dessen grundsätzlicher Annahm« glaubte er sein weiteres Verbleiben auf seinem Posten abhängig machen zu sollen. Aber die Erkenntnis, daß der Durchführung dieses Planes fürs erste unüberwindliche Hindernisi«, vor allem von sehen der Staatsoper, entgegenstanden, auf der anderen Seite der all- gemein zutage getreten« Wunsch, dem reichs hauptstädtischen Musikleben die unschätzbare Kraft Bruno Walters zu erhalten, hoben diesen dann bewogen, sich zu einer vorläufigen Kompromißlösung bereit zu finden. Er sollte ohne operndirektional« Verantwortung für den derzaitigen Zustand der Städtischen Oper al» deren General- Musikdirektor sein« bisherig« Tätigkeit in vollem Umfang weiter aus- üben, zunächst für«n Jahr. Selbstverständlich ohne Erhöhung seiner bisherigen Bezüge— die finanziell« Frag« hat übrigen» in keinem Stadium der Verhaftungen im Vordergrund gestanden— und immer im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Ding«, die ja dem gedacht«, künstlerisch« Zusammenschluß mit der Staatsoper nur langsam und allmählich entgegcnreisen können. Auch dies« Kompromißlösung ist nun leider gescheitert: und es ist nicht ganz zu verkenn«, daß im letzt« Augenblick die Haltung der städtischen Behörde entscheidend dazu beigetragen hat. die Ver- Handlung« schließlich zu diesem negativ« Resultat gelangen zu lassen. Wichtiger aber als die Frage noch den Umständen, die endlich zu diesem unbefriedigend« Ergebnis geführt Hab«, ist nun die unabänderliche Tatsache, daß die Musikstadt Berlin einen sehr schwer« Verlust erleidet. Und wichtig vor all«, ist die Frage, was nun geschehm soll und wird. In vierzehn Tagen beendet Walter seine Tätigkeit an der Städtischen Op-r. Daß die Frage der'Nachfolge sich bis dahin be- sncdigend werde regeln lassen, dürfen wir gewiß nicht erwarten. �.ur Stunde mit Dorschlägen aufzuwarten, wäre wohl oerkehrt. Die Meinung ist verbreitet, daß der Name Furtwängler. und nicht nur der Name, hinter der städtischen Musikpolitik der letzt« Monat« stehe. Aber Furtwängler hat selbst vor kurzem erst mit bochster Bestimmtheit öffentlich erflärt und erklären lassen, daß die Uebernahme der Städtischen Oper für ihn keinesfalls in Frage kommt. Der etwaige Berdacht, er stehe mit dem Ausscheiden Walters in einem irgendwie gearteten Zusammenhang, würde sich wohl niemals ganz entkräften lassen, wenn er feine eigene Er. klärung heut« nicht mehr gelten ließe. Und da» wäre für ihn in Berlin kein gutes Operndebm Und schon darum für die Städtische Oper keine gute Lösung. Wir wissen nicht, was die perantwort- lichen Stellen vorhaben: wir wall« aber hoffen, daß ste in dieser schweren Loge da« Rechte finden werden. K. P. papstmedaille für Offiziere. Der nette Abt*« Italien. Born, Z. April Der Papst hat allen Offiziere» de« Infanterieregiment». das am fiebenjährig« Popstkrönungstag den Ehrendienst versahen hat. silbern« Medaillen geschickt. In dem, Begleitschreiben betont Kardinolstootssekretär G a s p a r ri, daß der Papst sich freu«. ollen Ossizier« des glorreichen Regiment» seinen Dank zu seitd«. was bei den Offizier« und ihren Familienangehörigen die Gefühle der Religion, Barmherzigkeit und Liebe zum Vaterland stärken solle. Ähamberlam und Mussolini. Contoa. 1 April. sEigenberichts Thamderlon, ond Mussolini haben am vvnswg in Florenz «in« Unter ved, mg gehobt. In dem aifiziollon Sonmmniquz heißt«». dost sie'w Verläufe einer längeren Unterredung, die durch die de- stohende herzlich« Freundschaft charakterisiert gewesen sei. neueÄnng» die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen England und Italien bestätigt höhen. Uebereinftiwmung fei auch in de., wichtig« politischen Fragen, an denen die beiden Länder inter- esfiert seien, auedriickkich festgestellt worden. * In Florenz gehört« der britische Außeirminister Cham- berlai» zu den besonders bemerkton, wohl auch beifollslustigsten Zuschauern einer ParoS« der Iungfaschisten. Die Bombe im(Salonwagen. Angebliches Attentat auf eine« indischen Körfien. In dem Salonwagen»in?» Sonderznges. in dem im N i s o m von Heiderabad noch Massur sSüdl. Indien) rsiste. wurde nach Berichten aus Kalkutta«ln« Bombe gefunden: sie wurde der Polizei zur Untersuchung übergeben, ver Risam van Heiderabad ist einer der reichsten„Herrscher" Indiens mit einen, Jahres- einkomm« von wenigstens lst Millionen Mark. Im vorigen Jahre hatte er einem vom Londoner Indienamt ernannten englischen Studienausschuß«ine Denkschrift unterbreitet, in der er verlangte. daß Heiderabad als unabhängiger Staat behandelt werde. kalinin ist jetzt zehn Jahre Präsident der Sowjetrepublik. Die R« i ch» r e g i« r u n g hat chn beglückwünschen lassen. Ei« Zvnggesellenst«« in der Türkei einzuführen, sst In der Kammer beantragt worden. Junggesellen zwischen 25 und 45 Jahren sollen doppelte Steuern zahlen. Da In der Stoattkasse Ebbe ist, die meisten Abgeordneten verheiratet sind, findet dieser Antrag allgemeine Zustimmung. Die Barsitzend« der Türkischen Frauen- Vereinigung begrüßt den Vorschlag aufs«ärmste. Die erste Gesetzgebende versammlano Iran«sordaniens ist zu Amman in Anwesenheit des Emir» Abdullah zusammengetreten: ßeU,«mahlt, Pari». 3. April.(Eigenbericht.) Der Führer der radikalen Partei. Daladier, hat am Montag in Bergerac eine große politische Rede gehalten, der angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen besondere Bedeutung zuzumessen ist. Daladier skizzierte vor gllem die Gefahren der Reaktion, die unter dem jetzigen Kabinett Poincarc be° stehe und protestiert« gegen die vollständige Untätigkeit der Re- gierungsmehrheit, die sühllos gegenüber der drohenden Wirt- fchaftskrise stehe. Di« Regierung Hobe bisher nur die eine Sorg« gehabt, die Reaktion hinsichtlich der Durchführung der Laien- gesetzgebung zu beruhigen.„Deshalb," fuhr Daladier fort,„sei jede Zusammenarbeit zwischen der radikalen Partei und den reaktionären Kräften aller Schottienmgen unmöglich. Unmögllch sei auch der Gedanke ein« helligen Allianz unter dem vormand eine» Krenzznge» gegen den SoziaNomu». Kam- muaismu» und die Revolution. Für die Rodhalen bestünde die Hauptaufgabe der moderne« Poll- tit vor allem in der Ausrechterhaltung der politischen Kon» troll« über die Wirtschaftsorganisation«» und Kartell«, deren Gefahren schon Walther Rathenau ge- schildert hob«, weiter In der Steigerung der Produktion. der Reform des Aktienrechts, des Steuersystems und der sozialen Gesetzgebung. Es gelte, einen Zustand des Vertrauens zwischen dem Steuerzahler und dem Fiskus her- zustellen, es gelt«, massive Erleichterungen durchgusühren, gleich- zeitig aber jede Steuerhinterztahung unmöglich zu machen, und es gelt« vor allem, die Zinssätze für langfristige Anleihen zu vsrbil- ligen, deren übertriebene Höhe die Wirtschast lähmten und das Budget mit einem Defizit bedrohten. Kurz, es gelt«, der von der Regierung Poincont und ihrer Mehrheit betriebenen Politik der Steuerfaulheit und der sozialen Untätigkeit ein« Politik des Fort- schritt«« und der Erneuerung entgegenzissetzen." * Diese Red« des ostiziell«» Führgxs der Radikalen Partei ist in der Hauptsache«in« progrommatssche Kundgebung zu den kommen. den Kommunal wählen. Ader sie bedeutet auch ein« indirekte Stellungnahme zu den Vorgängen im Wahlkamps von Rar- bann« Es ist hier bereit» berichtet worden, daß der Radikalen Bezirk». verband des dortigen Wahlkreises beschlossen hat. ein« Gegenkandi- dotur gegen Leon Blum auszustellen. Das wäre an sich nicht» Ungewöhnliches, da gerade Blum stet» Wert darauf gelegt hat. den Trennungsstrich zwischen Sozialisten und Radikalen deut- lich zu ziehen und dabei in Artikeln und Reden die Radikale« wiederholt recht unsanft behandelt hat. Ob es allerding» in diesem Fall« angebracht war. Revanche zu üben, wo e» sich darum handelt, einem van der Reaktion am messten gefürch- teten Führer die Rückkehr im Parlament zu ermöglichen, Ist«in« Frage, di« die Radikalen mit ihrem Genossen abzumachen haben. Inzwischen hat sich ober gezeigt, daß dies« Gegenkondidotur gor keine linksdemokratisch« ist. sondern in Wirklichkeit nur eine Sammelkondidatur der vereinigten reaktionären Kräfte gegen den gefürchtet«» Sozialistenführer. Nicht ollein. daß sie von den führenden reaktionären Blättern Südsrankreichs leb- hast gefördert wird, di» Partei Marin hat ausdrücklich be- schlosen, ihrerseits auf die Ausstellung einer KandÄotur zu ver- zichten und den„radikalen" Bewerber mit allen Krästen zu unterstützen, um der„sozialistischen Gefahr" zu begegnen. Bisher Hot die Parteileitung der Radikalen zu diesen Vorgängen geschwiegen, obwohl sie im„Populaire" wiederholt zum Sprechen ausgefardert wurde. Der Innenminister der Regierung Poin- rorli, Andrö Tordieu, glaubte kürzlich, in einer der letzten Sitzungen der Kammer vor den Osterierien. einen geschickten Schach- zug gegen die vereinigte Opposition der Sozialisten und Radikalen Im Parlament auszuführen, indem er in einem Zwischenruf auf das Durcheinander im Wahlkampi von Rarbonne hinwies. Er erreichte damit nur. daß der Fraktionsführer der Sozialisten, Ge- nasse Vincent-Auriol. in einer zündenden Erwiderung b«. merkt», daß di« Rückkehr Laon Blums in das Parlament für di«I«s eine Ehr« sein würde. Be- diesen Worten klatschten nich, nur dl« Soziallsten, sondern auch ein großer Teil der radikalen Ab geordneten Bestall. Ader.zu einem offiziellen Abrücken von ihrem Bezirksverbond in Narbonn« hat sich die radirot« Parteileitung bisher nicht aus- raffen können. Auch die Wendungen, die Daladier am Montag gegen das Zusammengehen mit irgendwelchen reaktionären Krästen und gegen eine antisozialistische„Heilige Allianz" sind bestensalls nur eine Anspielung aus Rarbonne. aber keine eindeutige Stellung- nähme. Mit welchen Mitteln gegen Blum gearbeitet wird, mag man daraus ersehen, daß in der Versammlung der nationalistischen Marin-Partei, in der für den radikalen" Bewerber Stimmung ge- macht wurde, mehrere Redner Blum als einen„Fremdling" be- zeichneten, der als„W a s s« r t r i nk e r" unmöglich Verständnis für die Gefühle und Nöte einer Winzcrgcge nd' ausbringen könne Der bisherige Behaus des Kampfe» berechtigt zu der Hoff- nung, daß Lion Blum dennoch siegen wird, vielleicht so- gar schon im erste« Wahlgang. Sollte o» aber umgekehrt kämmen. dann würden an einem solchen Ergebnis, has ausschließlich die Reaktion und die Kommunisten mit Freud« erfüllen würde, die Radikalen die Hauptschuld und zugleich die Folgen bei den Korn- munalwahlen tragen. Andorra will kein Monako sein. Gegen NMiarismns und Hazardkasino. Paris, 2. April.(Eigenbericht.) Die Pyrenäenrepublik Andorra zwischen Frankreich und Spanien sst in ihrer Freihest bedroht. Wohrend außer der Schutzherrschaft eines spanischen. Bischofs* und des Präsidenten der französischen Republik, die für das Land die Pflicht jährlicher Tributleistung mit sich bringt, bisher kein« fremde Macht die Unabhängigkeit Andorras ankostete, will der spanische Diktator die Söhne Andorras nunmehr zum Dienst im spanischen Heer zwingen. Außerdem aber soll die Republik durch ein Finanzsyndikot endlich der Zioisation erschlossen werden: man plant den Bau eines aroßsn Spielkasinos. Natürlich wäre je«ine Bahn von Spanien und Frankreich her notwendig, um d!« gewünschten Touristenströme aus äller Welt.zum Kasino zu führen. Große Hotels, Golfplätze/ Tennisplatz« sollen erstehen. Allen diesen Projekten aber stehen di« Andorrer nut äußerstem Mißtrauen gegenüber. Sie haben deshalb beschlossen, an den Präsidenten Doumergu« einen Protest zu richten. Oas Kampfgebiet in China. Die Nankinger Presse verössenllicht ein Telegramm de»„chrtft. lichen" General» Fe ng an Tschiangkatschek. in welchem Feag mitteilt, daß er auf feiten der Zcnkrairegierung von Nanking sieh« und um Zuteilung eines Frontabschnitte» ersuche. Da Feng rund 100 000 Mann kommandier», dürste sein Entschluß, de» er noch langem Zögern gesaßl hat. die gegenwärtigen inneren kämpfe zugunsten der Zentratregierung entscheiden. \ Eisenbahner vor dem Kampf. Repararaiionslasten als Riegel gegen Lohnaufbesserung. Tie drei Vertragschließenben Cisenbahnerorgani» sntiouen habe» sich am Dienstag eingehend mit der kritische« Lage beschäftigt, die durch die ablehnende Haltung der Deutsche« Reichsbahngesellschaft in der Lohnfrage entstanden ist. Einmütig wurde festge- stellt, daß die wirtschaftlichen Verhältnisie unbedingt eine Aufbesserung des Lohneinkommens verlange«. Da die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft jede Lohnanfbessernng ablehnt, muß damit gerechnet werden, daß den Eisenbahnern der Sampf mit den letzte« Mittel« nicht erspart bleibt. Alle uotwen» digen Schritte solle« jetzt eingeleitet werden. Der erste Schritt besteht darin, daß die Eisenbahner mit den S P itz e« o r g a ni sa t io n e n in Verbindung trete». Ueber die weitere« Schritte wird an einem der nächste« Tage berate« werden. V Da wären wir also danl der unverständlichen Haltung der Reichsbahnhouptverwaltung nun glücklich so weit: die Gefahr, daß ein Streik der Eisenbahner ausbricht, ist in bedrohliche Näh« gerückt. Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschast hat trotz rechtzeitiger Warnungen den Lohnkonslikt zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Ein Arbeitskampf von riesigem Ausmaß ist unvercmidlich, wenn nicht in letzter Stunde etwas zur Lösung des Konflikts geschieht. Die Eisenbahnerorganisationen haben den Weg zum Schlichter bis jetzt nicht beschritten; ob sie diesen Weg be- schreiten, steht dahin. Sie sehen, wenn die Reichsbahngewaltigen unbelehrbar und unversöhnlich bleiben, keinen anderen Weg au» dem Sonslikt als den des Kampfe». Was ein solcher Kampf für die Wirtschaft bedeutet, braucht wirklich nicht erst besonders hervorgehoben zu werden. Wenn die Eisenbahner zum Kampfmittel de» Streiks greifen mästen, dann be- leuchtet das blitzartig die Situation: die Rat brennt den Eisen- bahnern auf die Nägel. Die Rcichsbahnhauptoerwaltung ist von allen guten Geistern verlosten, wenn sie mit der seit Jahren bei ihr schon zur Gewohnheit gewordenen Methode, die Reparation s° belastungen als Riegel gegen jede Lohnoerbefse- r u n g zu benutzen, auch diesmal weiterzukommen glaubt. Alles nützt sich einmal ab. auch der Reparationsriegel der Reichsbahn- Hauptverwaltung gegen die Lohnverbesterung. Die Eisenbahner würdigen die zweifellos vorhairdenen Schmie- rigkeiten, aber sie sehen nicht ein. daß ihnen gar keine cohnverbesterung zugestanden werden kann. Die Beweise dafür fehlen und die Reichsbahngesellschast läßt niemand, vor allem nicht die Eisenbahner, in den Topf gucken. Die Eisenbahner können auch nicht den Aus- gang der Pariser Verhandlungen abwarten. Wie lange sollen sie warten? Sie haben schon lange genug gewartet. Oberflächliche Vergleiche der Reparationsgläubiger zwischen dem Lebensstandard der Arbeiter in Frankreich. Belgien oder Italien auf der einen und dem der deutschen Arbeiter auf der anderen Seite machen auf die Eisenbahner erst recht keinen Ein- druck. Daß die sozialreaktionären Argumente der Gläubiger gerade bei Leuten, die sonst gegen die„Äriegstributkonferenz" in den schärfsten Tönen loswettern, offen« Ohren finden, nimmt weiter nicht wunder. Wenn es gegen den Arbeiter geht, dann ver- stehen sich Entente und Deutschensrcsser sehr schnell. Die Eisenbahner lasten sich nicht durch den Hinweis auf Paris oder durch ähnlich« zweifelhafte Ratschläge ins Bockshorn jagen. Sie sind entschlossen, sich bei der gegenüber ihrem Mernsch auf Lohn- verbesterung bisher völlig taub gebliebenen Reichsbahnhauptver- waltung Gehör zu verjchaffen! Die Löhne der Reichspostarbeiier. Gie müssen endlich neugeregelt werden. Di« Verhandlungen zur Neuregelung derLöhnederReichs- postarbeiter werden am 9. April sortgesührt. In einem Teil der Preste werden die Ding« so hingestellt, als ob ein« Erhöhung d«r Löhne bei der Post sofort in den Reichsbetrieben und in der Privat- Wirtschaft eine neu« Lohnwelle hervorrufen müsie. Wozu solche Uebertreibungen? Bei den Reichspostarbeitern wie bei den Reichs- arbeitern und bei den Eisenbahnern liegen in der Entlohnung un- leugbar scharfe Hartem vor. Der Reichspostminister hat st«, soweit die Post in Frage kommt, in keiner Weise in Abrede gestellt. Im Gegenteil: er hat sie selbst hervorgehoben. Die Beseitigung dieser Härten bedeutet noch lange keine„Entfesselung einer allge- meinen Lohnwelle" und noch lange keinen„finanziellen Ruin". Die Lohnsrag« der erwähnten Arbeitergruppen ist ein« sehr ernst« An- gelegeftheit. Nur mit kühler Sachlichkeit kann ihr gedient werden, nicht aber mit Schreckgespenstern. Papier ist geduldig. Wie die Siege der.Opposition� in Wirklichkeit aussehen. In der komenumsiischen Pvest« erschienen vor kurzem allerhand Meldungen über„Stege", die die KPD. im Wuppertal davon- getragen hoben will. Wie steht es in Wirklichkeit mit dem Einfluß der KPD. im Wuppertal? In der kommunistischen Hochburg Velbert geht die Stimmen- zahl der„Opposition" zurück, die der Amsterdamer marschiert. In . Barmen und Elberfeld wurden die Kommunisten in diesem Jahr aus ihren letzten Gewerkschaftspositionen glatt herausgewählt. Die großen Gewerkschaften Metall- und Texlilarbeitcrverband, Ver- kehrsbund, Staats- und Gemeindeorbciter- und Holzarbetter- verband, sind jetzt fest in Händen der„Reformisten", und im Bau- arbeiterverband, den die KPD. seit sieben Jahren beherrschte, wur- den dieses Jahr die Moskowiter mit 236 gegen t04 Stimmen hin ausgewählt. Bei den kleineren Gewerkschaften gelang es der KPD. nur bei dem Zirnmereroerfmnd. im Vorstand ihr« Mehr« heÄ zu hallen. Und da» in einem Bezirk, wo die bravsten Stall- nisten herrschen, wo es bisher weder«ine Rechts- noch eine Links- opposition gab. In den Betrieben war bisher der Einfluß der KPD. wesentlich stärker als der der Amsterdamer Mit der Betriebszeitung„State Wuppertaler Fäden" beherrschten die Kommunisten gerade die großen Betriebe. Nun trat muh hier dank der größeren Aktivität der Amsterdamer ein« Wendung ein. Bei der Wahl des Betriebsrats in der größten Barmer Finna(Bemberg) siegten zum ersten Male seit sechs Jahre» wieder int Amsterdamer mit rund 1790 gegen 690 Stimmen der KPD.-Opposition. • Di« KPD. muß eben„Stege" melden. Der Sieg in den Siemens-Werner-Werken. von dem die kmnmmristische Preste so viel Aufhebens macht, ist gar keiner. Bisher waren von den 18 Arbcllerratsmitgliedern der freien Gewerkschaften 8 Kommu- nisten und 10 Amsterdamer. Jetzt sind 15 Amsterdamer, 13 Kam- munisten, wogegen die Syndikalisten und Gelben 4 bz«. 1 Sitz an die KPD. direkt abtreten muhten. Do» ist der große„Sieg". Die Spalter melden sich. Die Gewerkschastsaktioa muß durchkreuzt werden. Die KPD.-Zentrale häll die am 12. und 13. Mai d. 3. stattfindenden Betriebsrätcwahlen bei der Reichsbahn für«inen besonders günstigen Anlaß, ihren tief im Sumpf stecken- den Parteikarren etwas vorwärts zu bringen. Die Eisenbahner sind jedoch nicht gewillt, die Einmischung der KPD.-Zentrale ruhig hinzunehmen. Das ergibt sich aus einer Entschließung des Haupträteausschusses des Einhellsverbandes der Eisen- bahner Deutschlands, der in Berlin tagte und sich aus aktiven Be- trieb»- und Beamtenröten aus dem ganzen Reich zusammensetzt. Er hat zu den Anweisungen der Kommunistenzentralc vom 8. März 1929, die Betriebsröte bei der Reichsbahn betreffend, wie folgt Stellung genommen: „Die wirtschaftliche Entwicklung und Deutschlands Lag« in der Wellwirtschaft im Zusammenhang mit dem Reparationsproblem ver. langen die größte Aufmerksamkeit der Arbeiterschaft. In dieser Situation, in der dos Intereste der Mosten des arbeitenden Volkes eine Zusammenfassung aller Kräfte der Arbeiterklaste er- fordert, hat die Zentrale der Kommunistischen Partei Beschlüste gesaßt, die zu einer Spaltung der Gewerkschaften, mindestens ober zu einer neuen Zersplitterung der Arbeiterschaft führen müssen. Die Zentrale der KPD. hat aus Grund von Beschlüssen der Roten Gewerkschaftsinternationale in Moskau Anweisung er- teilt, für die Betriebsrätewahle« bei der deutschen Reichsbahn Sonde tl f st« n mit Hilfe dir 11 n organisierten aufzustellen. Dieses Lorgehen ist nur von kommunistischem Parteiintereste diktiert und muß zu einer Schädigung der Interessen der Eisenbahner und der Gesamtorbeiterschaft führen. DI« Stellung der im Einheits- oerband organisierter Eisenbahner gegenüber den Bestrebungen der KPD.-Zentrale kann nur in einer einmütigen Abwehr der kommunistischen Bestrebungen bestehen. Die freigewerkschasUich organisierten Eisenbahner sind nicht gewillt, kommunistischen Parteiparolen zu folgen. Sie werden diesem Treiben mit oller Energie entgegentreten. Der Hauptousschuß oerurteilt jede Handlung, die zu einer Schwächung der Stoßkraft des Einheiisverbands der Eisenbahner führt, als ein Verbrechen au der Gesomtarbeiterfchait. Der Ausschuß erwartet, daß alle Derbandsmitglieder unbedingt die An- Weisungen des Verbandsvorstandes befolgen und alles daran setzen, um den berufsmäßigen Zersplitterern und Querulanten das Hand- werk zu legen. Der Kamps gegen«in prositgieriges Unternehmertum und gegen die hartnäckig« Hallung der Reichsbahngesellschast in der gegenwärtigen Lohnbewegung erfordert die Einigkell oller gewerk- schaftlich organisierten Eisenbahner und die Stärkung des Einheits- Verbandes." Vetnebs- und AngestellienrSte-Konferenz im ZdA. war, d'e Betriebsratsmllglieder über ihre wirtfchaftspoli- tischen Rechle u nd Pflichten aufzuklären. Vom Stand- punkt des praktisch tätigen Betriebsrates erörterte Heinrich Lot- t e r e r. das Thema. Sein« Ausführungen wurden ergänzt von dem Sekretär des AfA-Bundesvorstonds Dr. K r e y ß i g. Es wurde dargelegt, wie durch taktvolles und dennoch energisches Auftreten auch in wirtschaftspolitischer Beziehung wertvoll« Arbeit von den Betriebsräten geleistet werden kann. Die Wichtigkeit des Einblicks in die Geschäftsvorgänge der Großbetriebe, Insbesondere der Aktien- gesellschaften, wurde dargelegt. In einem zwellen Tagesordnungspunkt wurde noch einmal nach kurzer Aussprache einstimmig festgestellt, daß es für ZdA.- Mitglieder nur freigewerkschaftliche Betriebs- und An- gestelltenratsmitglieder geben kann. Jedes Zusammengehen mit bürgerlichen Verbänden und Unorganisierten wird abgelehnt. Das Aufstellen parteipolitischer Listen wird als Verbands- schädigende Handlung angesehen. Reichswehr tommandleri Achtstundentag. Lohnausgleich, Orgoniiattonen dortseits unbekannt. Das Reichswehrministerium hat, wie Mitteilungen aus seinen Betrieben an die Organisationen ergeben, durch«ine Ber- sügung die Arbeitszeit überoll willkürlich von 54 auf 48«tun- den pro Woche herabgesetzt. Die Arbeitszeitverkürzung an stich wird selbstverständlich von den Gewerkschaften begrüßt, nicht aber die Art. k» der sie vom Reichswehrmlnisterium vorgenommen wurde. Die Arbellszeiwerkürzung, wie st« das Reichswehrmini- sterimn vornimmt, läuft nämlich praktisch auf einen Ausfall an Lohn von sechs Stunden pro Woche hinaus. Das trifft den Arbeiter um so härter, als die Löhn« in den Reichswehr- betrieben ohnedies berells längst nicht mehr ausreichen. um auch nur die notwendigsten Lebensbedürfnisse zu bestrellen. Es wäre selbstverständliche Pflicht des Ministeriums ge- wesen, mit den Organisationen ein Abkommen darüber zu treffen, inwieweit bei der Herabsetzung der Arbeitszeit ein Lohn- o u s g l e i ch gewährt wird. Bei der Marinewerft ist so ver- fahren worden, und selbst bei den größten Scharsmachern der P r i v a t i n d u st r i e ist das eigentlich immer ein« S e l b st o e r- ftöndlichkeit gewesen. Es ist, wie das Borgehen des Reichswehrministeriums deutlich zeigt, ollmählich allerhöchste Zeit geworden, daß das Reichsfinanz- Ministerium die längst wieder fällig gewordenen Lohnverhond- lungen für die Reichsarbeiter endlich fortführt. Tarif in der Zemeniindustrie. Arbeitszeit und Urlaub. In der Zementindustrie Rheinland-Westfolens ist es gelungen, nachdem eine zentrale Regelung der Manteltoris- bestimmungen und insbesondere der Arbeitszei. von den Zement- baronen abgelehnt worden war, in den Verhandlungen der Par» teien und vor dem Schlichter eine Arbeitszeitregelung gemäß§ 7 der Arbeitszeitnotverordnung im Vertrag zu verein- baren. Die tägliche Arbeitszell darf aus Anordnung der Betriebs- leitung um eine halb« Stunde verlängert werden. Eine weitere Verlängerung um ein« halbe Stund« ist nur möglich bei Zu- st i m m u n g der gesetzlichen Betriebsvertretung. Auch für die Zahlung der Ueberorbeit wurden Verbesterungen er- zielt. Die Ueberstundenarbell muß mit 25 Proz. bezahlt werden, jede Arbeit an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen mit 59 Proz. und an ortsüblichen Feiertagen mit 25 Proz. Auf diese Zuschläge haben jetzt auch die Aktordarbeiter Anspruch. Urlaub steht nunmehr allen Arbeitern zu. Wenn die erzielten Verbesterungen auch nicht voll befriedigen, so stt doch der nach schwierigen Verhandlungen in freier Berein- barung erzielte Abschluß immerhin ein Zeichen, daß die Bäume der Zementbarone nicht In den Himmel wachsen, wenn die Arbeiter- schoft aus dem Posten ist. Schiedssprüche im oberschlesifchen Bergbau. Die beiden Schiedssprüche vom 21. und 22. März über die Arbeitszeit und den Manteltaris im oberschlesifchen Kohlen- und Erzbergbau sind sowohl von den Unternehmern wie von den Ar- heitern angenommen worden. Danach triit für die Arbeits- zeit über Tag« allgemein eine Verkürzung um ein« halbe Stund««in, während die Arbeitszeit unter Tag weiter wie bisher acht Stunden beträgt._ Die Lohnerhöhung der milteldeulfchen Straßenbahner beträgt für Magdeburg. Braunschweig, Gera, Jena. Staßfurt und Dessau 5 Pfennig, für Kastel und Gera 6 Pfennig, für Plauen 7. Pfennig die Stunde. Zn Graz hat die Vermitteluim des Landeshauptmanns jetzt zu '"hrt, ja daß von einer Betriebsver- der Arbeit mit allen gegen drei beschlossen wurde. Di« Arbeit wird dem. gelnäß am Mittwoch wieder aufgenommen In der Waggonfabrik in A n d r i tz. einem Vorort von Graz, die au dem Konflikt auch beteiligt war. wurde ebenfalls die Wiederaufnahme der Arbeit be- schlössen. Ncht»»».®€S. Ackerstreß«! Donner»! a«,. 4. April, 15'4 llßr, bei Kurlowsli, Seldftr. 3. wichtig«>srakrions>B«rlommIung aU«r SPD,- Genossen. Regen Besuch erwarte!- Der grottionsvarstond. Acht»»», B-rq«-»» Bert« BerN»! Am Dounerotaq, 4. April, 16 Ulje, bei Neon, Utrechler Straß« Ecke Hennigsdorser Straße. Ber. sammlung alle: SPD.-Genossen. Sehr wichtig« Zagesorbnung. Doll- zShliaea Erscheinen erwartet De, Fr-tti«a»»orstanb. Achtnag, LPD..Genast«» der Illlst«I».A.>G.! Heute. 17 Uhr. im Aleraab einer, Al'iandrinenslr Z7d, Saal I. Nunbgebung zur Betrieb». riitewabl in der Üllftein-A.-S. Genosse H. Harnisch. M. i>. L spricht über„Die Belrieboräte und die freien Gewertschosten". BollzShIiges Erscheinen oller Anbänger der Amsterdamer Gewerkschaftarlchtung er- wartet Der Fr«lti»»,«orstaa». h 0Iuaenpstruppe des ZentrawerbandeS der Anaestellten Heute. Mittwoch, finden solgend« B-ranstaUunoen statt: Gelund. ferrnne»: Jugendheim Schönst edlstr. I cLedigenhesm). Bortrag:„Wir und dt« btlraerlich« Jugendbewegung". Resercnl: Hewg Ran».— Osle»: Zugendheim, Schule Litauer Str. 13. Gruppenbesprechung.— Strala»: Jugend- b-i» der Schul« Soßlerstr. 61. Sruppenbesprechung.— A«»UI», Zugendbeim BÄmtsche Str. 1— t. Besuch der Serbcbeziri-o-rsammlung.- Südost: Jugend beim Drangelstr. 126. cSriivpenbesprechung.— Spandau: Augendbeim Lind:n, ufer 1. Heimabend.— B-Uda«: Zugendherderge Ztowowc». Prtefterstraße. Heimbesprechung. Berantwortlich stlr Bolltik: Dr.«»et«<»tZ! Wirtschaft:«.«liagelbZIer: «beoe-rlschaslsbewegung: 5. St««»«! Feuilleton: Dr. z-d» Säilt»«»«! Lotale» -nd Sonstig«»:»ri»»arMdt: S-nigen: tb Gl»«», s-milich ,n Berlin Berla«: Borwärt»-Berlag s m d H.. Beelin Druck: Lorwärla- Buchdrucker«! und Berlagsanstalt Baut Singer c» Eo Berlin SB«6 Lindrnstraße A Hirrg» 2 Bella««» u»d.lllllcrbalt»»a Mld Wiste»- QtEuefe a* deX,(ftadJa! Wenn Sie mit Dr. Thompson) Seifenpulver «inwekhen und mit Ozonil kochen ZDKU ilSbath'Utnlf, Nr. 164- 46. Jahrgang*1« Mittwoch. 3. April 1S29 Die Flucht der 39� 000. Berliner Osterfernverkehr etwas stärker als �92S. Der diesjährige Berliner Osterfernverkehr war an den Hauptverkehrstagen vom 21. bis 30. März etwas stärker als zu Ostern 1928. Die Anzahl der verkauften Fahrkarten einschließlich des Durchgangsverkehrs betrug 341 Ol». Dazu kommen nach für den ersten und zweiten Feiertag schäßungsweise etwa SO 000 Fahrkarten, so daß im ganzen während der Zeit vom 27. März lMittmoch) dis l. April(2. Ojtertag) 391 0 00 Personen aus Berlin in die Freiheit der Berge und Wälder geflüchtet waren An- gefichts des unfreundlichen Wetters ist dies Ergebnis des Oster- Verkehrs als recht günstig zu bezeichnen, und wenn niancher geahnt hätte, was ihm an Unfreundlichkeiten des Wetters bevorstand, wäre er sicher zu Haufe geblieben. Im einzelnen fuhren an den Haupt- reifetagen(27. bis 30. März) von den Berliner Bahnhöfen ab: Anhalter Bahnhof 70 000, Stettiner Bahnhof 86000, Lehrter Bahnhof 21 000, Potsdamer Bahnhof 36 000, Görlitzer Bahnhof 28 000, Stadtbahn Richtung Osten und Schlesien 68 000, Richtung Westen 32 000. Zur Entlastung wurden im ganzen 167 Bor- und Nach- zöge eingelegt. Alle Züge, einschließlich der sieben Sonderzüge zu ermäßigten Fahrpreisen, wiesen gute, meist sogar hundertprozentige Besetzuirg aus. Der Verkehr auf den Berliner Stadt-, Ring- und Vor- ortbahnen erreichte infolge der ungünstigen Witterungsverhält- nisse nur etwa den Umfang eines mittelmäßigen Sonntagsverkehrs. Die Zahl der beförderten Personen blieb an allen Ostertagen erheb- lich hinter der des Vorjahres zurück. Es wurden am Karfreitag 1,1 Millionen, am ersten Ostcrtag 1,2 Millionen und am zweiten Lstertag 1,25 Millionen Personen befördert. Oer Ostervertehr im Reich. Das trübe und kalte Ostcrwetter hat den diesjährigen Öfter- verkehr im Reich nachteilig beeinflußt. Er ist z. B. in Bayern um IS Proz. geringer geblieben als im Vorjahre. Vom Gründonnerstag bis einschließlich Ostermontag wurden von den Münchener Bahnhöfen 594 000 Personen besör- dert gegen 703 000 im Vorjahr. An den vier Tagen wurden ins- gesamt 300 Sonder- und Bedarfszüge gefahren gegen 365 im Vorjahre. Auch der Hamburger O st e r v e r k e h r er- reichte nicht den Umfang der Vorjahre. Lediglich für den Verkehr nach den in der Nähe der Stadt gelegenen Ausflugszielen mußten besondere Vorkehrungen getroffen werden. Am Abend des Oster- fonnabend, des Sonntag und des Montag war in den Hamburger Vergnügungsstätten und auch in den größten Restaurants kein Platz zu finden. In St. Pauli herrschte Maffenbetneb. Man stand vor den Lokalen und Kinos„Schlang e", um, von den Portiers abgezählt, nach Maßgabe der hin und wieder frciwerdenden Pläße eingelassen.zu werden. Viele Lckal« hatten überhaupt wegen Uebersüllung geschlossen. Im R i e f e n g e b i r g c setzte der Osterverkehr bereits mit dem Beginn der Osterferien ein: da auch am Donnerstag und Karfreitag der Zustrom der Ostergästc noch anhielt, waren die Kurort« und Wintersportplätze, besonders jedoch die Bauden auf dem Kamm, stark bajetzt. Die San Verzüge nach dem Riestngebirg« waren bis auf den letzten Platz besetzt. Zum großen Teil wollten die Feriengäste noch einmal dem Wintersport huldigen. Trotz des Frühlingssonnenfcheins war in den höheren Lagen,- und auf dem Kämm noch reichlich Schnee vorhanden. Der am Sonnabend erst schwach und dann immer stärker niedergehende Regen beeinträchtigte jedoch den Wintersport. Am Montag ver- wandelte sich der Regen in Schnee, und die Temperatur sank am Tage bis auf den Nullpunkt. Paris. 2. April(Eigenbericht). Die Osterseiertage haben eine traurige Bilanz hinterlassen: Nicht weniger als 22 Tote und 75 Verletzte sind in Frankreich allein am O st ermontag als Opfer von Autounfällen zu verzeichnen. Aus allen Teilen des Landes laufen außerdem noch neue Meldungen von Zusammenstößen und anderen Katastrophen ein, die zum großen Tell aus die Autoraserci zurück- zuführen sein sollen. Dabei bietet es einen geringen Trost, daß die Zahl der Opfer im vorigen Jahr noch erheblich größer war. Englische Detektive in Hamburg. llm die Aufklärung der Ärandursache der„Europa". Hamburg, 2. April. Noch immer ist man auf der„Europa* emsig mit dem Aus- pumpen des Löschwassers beschäftigt. Da dies« Arbeit wegen der großen Vorsicht, mit welcher sie durchgeführt werden muß, noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, ist inzwischen mit den Aufräumungsarbetten bereits begonnen worden. Die Agenten der verschiedensten Versicherungsgesellschaften nehmen unter Führung von Vertretern der Bauwerst und der Reederei weiterhin Besichli- gungen des beschädigten Schiffes vor. Nach Beendigung der Pump- und Aufräumungsorbeiten wird die„Europa* zunächst ins Dock gebracht werden. Die Wachmannschaften auf der„Europa* sowie anderen auf der Werst im Bau befindlichen Schiffen find als Folge der Brandkatastrophe bedeutend verstärkt worden. Wie die TU. erfährt, bestätigt sich die Meldung der englischen Blätter, daß englische Detektive zur Aufklärung des„Eu- ropa*- Brandes in Hamburg weilen. Auch die anderen ausländischen Versicherungsgesellschaften sollen eigene Detektive ent- satckit haben, so u. a. eine holländische Gesellschaft. Zwei Bauhandwerker verschüttet. Auf einem Neubau am Hohenzollerndamm 156 ereignete sich gestern nachmittag ein schwerer Unfall. In einer tiefen Baugrube waren dort der."Ujährige Rohrleger Gustav Valentin aus der Pankstraße 3 in Buchholz und sein Helfer, der 21jährig(. Otto Kuda t aus der Siegfriedstraßc 10 in Lichtenberg, mit Rohrlegungsarbeiten beschäftigt. Plötzlich gerieten größere Sandmengen ins Rutschen und begruben beide Handwerker unter sich. Die F e u« r w e h r mußte alarmiert werden und nach einiger Zeit konnten die Verunglückten, die er- hebliche Verletzungen erlitten hatten, geborgen werden: sie fanden im Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße Auf- nähme. OerMalermeister als Mllionenbeirüger Ein Rieseaprozeß in Aussicht. halle. 2. April. Nach mehr als 1% Jahr Dauer ist jetzt die Vorunter- j u ch u n g in dem Strafverfahren wegen der Millionenbetrügereien, durch die die Leuno-Werke geschädigt worden sind, abgeschlossen worden. Es handelt sich dabei bekanntlich um D u r ch- stechereien größeren Stils, die von dem Maler- meist«? Schsnfeld mit Hilfe von Angestellten der L e u n a- W e r k e bei der Durchführung von Bauaufträgen verübt worden sind. Da der im Laufe des Sommers zu erwartende Prozeß Ausdehnungen wie etwa im Barmat-Prozeß anzunehmen drohte, hat der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat I a c o b y, nunmehr das Verfahren gegen«ine Reihe von Angestellten der Leuna-Werke, die wegen der Annahme von Schmiergeldern sich der passiven Be- stechung schuldig gemacht haben, abgetrennt, so daß sich diese An- peklagtcn gesondert zu verantworten haben werden. Gegen die Hauptangeklogten, hauptsächlich gegen den Malermeister Schönfeld, der sich auf diese Weise außerordentlich bereichert hatte, ist Anklage wegen Betruges und versuchten Betruges zu erwarten. Trog der Abtrennung des Verfahrens gegen einen Teil der Be- schuldigten wird der Prozeß gegen die Hauptangellagten geraume Zeit in Anspruch nehmen. RotHAn einet Revolution. Von GecltAci Heettminn Moslat Nur einen Weg. Den Weg zu ihr— über sie. Ob er ihn heute finden würde...? Ob sie ihm öffnen würde? Sie hatte sich den Schlüssel zurückgeben lassen, damals, nach jener Stunde in Dessau. Der Brunnen war eingefroren. Mit Balken stieß man hinein, legte inzwischen eine zweite Schlauchleitung zur Saale hinunter, die Eis trieb. Als droben die Balken nichts halfen, warf man brennendes Reisig in den Brunnen. Mitten in ihr Sehen und wildes Sinnen fiel ihr der Gedanke, daß nie- mand da unten an sie dachte, die doch auch in Gefahr war. Sie war vergessen. Das schmeckte selbst jetzt bitter. Sie blickte zum Schwibbogen. Obgleich der Wind das Feuer in die entgegengesetzte Richtung trieb, begannen auch hier die Balken zu kahlen. Auch hier hatte Reisig gelegen. Aber noch war der Bogen passierbar. We Fensterhöhlen des großen Gebäudes tastete ihr Blick ab. Nirgends ein bleichoerzerrtss Gesicht mit verkohlten Haaren, irren Augen. Nirgends er. Sie ging zum letzten Zimmer. Zm Türrahmen blieb sie stehen, wild atmend, lauschend, aufbebend: Es hämmerte jemand an der Mauer gegenüber... schnell, immer schneller... Es klang ganz leise, es war ja dickes Mauerwerk zwischen den Eisen der geheimen Tür— aber seine Fäuste mußten schon blutig sein vom wilden Hämmern... Ein toller, junger Traum überkam sie. Sie würde ihn einlassen. Er würde hereinstürzen... sie packen mit den blutenden Fäusten... sie würde ihn ins Gesicht küssen, ins verzerrte Gesicht, in die verkohlten Haare... nehmen würde er sie. geben würde sie sich chm, indes draußen die Flammen prasselten, das Volk lärmte, die Jahre des Verrats in den Akten verbrannten... Minister und Hserzogin, Bläsjungfer und Ritter vom Psichl... Sie zog die. Tür zum anderen Zimmer zu, nahm den Schlüssel zur Mauerpforte aus der Kassette, schritt bis zur Mitte des Raumes-- jäh blieb sie stehen: unten rief eine schrille Stimme:„Die Herzogin! Um Gottes Willen, die Herzogin!" Und Männerstimmen:„Rettet die alte Herzogin!* Ihr Atem gab einen wehen Laut.„Die alte Herzogin...' Sie hielt sich mühsam an ihrem Stock. Der Traum zerbarst. Unregelmäßiger, gehetzter wurde dos Trommeln der Fäuste hinter der Mauer... -Sie hörte viele Füße die Treppe hinaufstürmen, Schreie: „Wo is de Harzogin? Durchlaucht— Durchlaucht...!" Von drunten rief die tiefe, salbige Stimme des Schloßgeistlichen: „Rettet Durchlaucht! Es ist Mensckenpflicht!" Menschenpflicht.,. Sie sagte sich das Wort vor, das ihr albern geschienen hatte von jeher, folgte ihm, ging zur Mauer, schob den Wandteppich zurück. Die Fäuste drin stießen jetzt in einzelnen, schweren, mühsamen Stößen. Sie suchte das Schloß-- Die Tür zum Nebenzimmer wurde aufgerissen. Drei, vier Augenpaare suchten nach ihr im oft vom Flammenschein zerfetzten Dunkel.„Durchlaucht..." Jäh war sie wieder Fürstin. Nicht bloßstellen jetzt... nicht kompromittieren... sie ließ den Teppich fallen. Jemand nahm sie auf ungeschickte Arme und trug sie hinaus. Noch in der Tür lauschte sie ängstlich: das Hämmern war verklungen. Gottseidank: niemand sonst hatte es ge- hört... Drunten im Hof. eingeklemmt in eine Menschenmasse. stand die Pumpe der Feuerwehr. Je zehn Männer an beiden Seiten, die Hände am Holz. Noch immer kein Wasser... Schutzleute drängten die Menge zurück. Ziegel knallten vom Dach auf die Erde; ab und zu, wenn der Wind die Flammen- mauer zerstückelte, sah man das kohlige Skelett des Dach- stuhls. Von der Saale her ein Signalpfiff, weitergegeben bis hinaus in den Hof. Die Männer an der Pumpe drückten das Holz nieder— auf— nieder... die flachen, hellen Schläuche am Boden wurden rund, dunkel, aus den Metallfäusten der Schlauchenden hieben silberne Säbel ins Feuer—: Wasser! Laute Kommandos: Alle Strahlen stachen in die Flammen vor dem großen Portal, schlugen sie zischend zu Boden, vier Feuerwehrleute klommen, vom Wasser geschützt, über die Balken nach innen. Das Summen in der Menge starb. Nur die Pumpe ächzte. Einmal kurzer Donner: der Schwibbogen war eingestürzt. Nach einer Minute taumelten schwarze Gestalten aus dem Portal: zwei— drei— vier--- wo war der fünfte, Tragödie einer Nervenkranken. Erschießt ihr Kind und dann sich selbst. Eine furchtbare Tragödie spielte sich gestern abend in der Wohnung des praktischen Arztes Dr. Ar t u r Markus in der w e b e r st r a ß e ab. Die ZOjähnge Frau des Arztes, die von ihrem Mann geschieden ist, versuchte, ihr öjähriges Töchterchen zu erschießen und brachte sich unmittelbar daraus selbst einen Kopsschuß bei. Nach den bisherigen Ermittlungen hat sich die Tragödie, die in allen Einzelheiten noch nicht geklärt ist, folgendermaßen zugetragen: Dr. M. hat in der Weberstraße eine gut gehende Praxis und ist bei seinen Patienten wegen seiner Tüchtigkeit und seiner Menschenfreund- lichkeit allgemein beliebt. Der Arzt war verheiratet, die Ehe wurde jedoch vor einiger Zeit geschieden. Das jetzt fünfjährige Töchterchcn, das der Ehe entsprossen war, wurde dem Vater z u g e sb r o ch e n. Der Mutter wurde das Recht zugebilligt, ihr Kind alle Wochen zweimal zu besuchen, womit sich Dr. M. auch ein- verstanden erklärt hatte. Wiederholt machte Frau M. mit ihrem Kinde an diesen Tagen kleine Spaziergänge, so auch gestern nach- mittag wieder. Sic holte die Kleine ab und erschien nach einer Stunde wieder in der Wohnung ihres geschiedenen Mannes, der während der Sprechstunde in seinem Arbeitszimmer weilte. Plötz- l i ch krachten mehrere Schüsse M., der, nichts Gutes ahnend, aus seinem Zimmer stürzte und ins Schlafzimmer eilte, fand dort seine frühere Frau und sein Kind mit schweren Kopsverletzungen bewußtlos auf. Auf dem Fußboden lag eine Mehrladepistole, aus der Frau M. zuerst aus ihr Kind und dann aus sich selbst geschossen hatte. Die Schwerverletzten, Mutter und Kind, wurden durch Wagen des Städtischen Rettungsamtes in das Krankenlzaus am Friedrichs- Hain gebracht. Die Verletzungen sind so gefährlicher Natur, daß an dem Aufkommen der Verletzten gezweifelt wird. Frau M. wird als hochgradig nervös geschildert, und es hat den Anschein, al» ob sie schon mit dem Vorsatz, in den Tod zu gehen und das Kind mitzunehmen, in der Wohnung ihres früheren Mannes erschienen ist. Wie uns kurz vor Redaktionsschluß mitgeteilt wird, ist F r a» Dr. M. kurz nach der Operation, die sosort nach ihrer Ein- lieferung vorgenommen werden nnißte, gestorben. Christian Stolberg geisteskrank? Hirschberg, 2. April.(Eigenbericht.) Die Berliner Kriminalpolizei hat entgegen ihren anfänglichen Absichten den Grafen Christian Stolberg am Dienstag nicht vernommen. Sie unterzog lediglich den Verwaltungs- direktor des Gutes Ionnowitz, G o m p e r t, einem Verhör. Gompert soll Mitwisser der Mordtat sein, so daß gegen ihn ein Verfahren wegen Begünstigung«ingeleitet werden dürfte. Der vorgesehene Lokattcnnin wird am Mittwoch in Gegenwart des verhafteten Grafen stattfinden. Von seinem Ergebnis hängt es ab, ob gegen den Grafen Anklage wegen fahr- lässiger■ Tötung, wegen Mordes oder- Torschlages erhoben-: werden wird. Die Kriminalpolizei erwägt augenblicklich den Plan.- bei dein Untersuchungsrichter Anklage auf II n t c rs.-u chu n g d es K ei ft e t- zu st an des des Grafen Ehristian zu stellen.. Der bisher in dieser Angelegenheit tätig« Oberstoatsanivalt Dr. Engel tritt am 3. April seinen Urlaub an. Seine Ver- tretung hat Staatsanwalt F e l s ch übernommen. Zu der Liebeslrogödie, die sich am vergangenen Mittwoch in der St o l p e r Heide abspielte, ersahren wir. daß die 20 Jahre alte Arbeiterin Ella U hl ich aus der Ackerstraße 66s, die. durch Rückenschüsie schwer verletzt war, setz! im K r a n k e» h a u s e gestorben ist. Der Schütze, der 26 Jahre alte Arbeiter Joses Sterleczyk, der sich selbst zwei Kugel» in den Kops gejagt hatte, ist soweit hergestellt, daß er als Polizeigefangcner nach dem Staatskrankenhaus gebracht werden konnte. um dessentwillen sie hineingedrungen waren? Wo war der Kreisdirektor? Sie gaben erschöpft Auskunft: das Treppen- Haus war eingestürzt... Jemand wies auf die Trümmer des Schwibbogens, einige rasten hin, rissen die Balken mit Eisenstangen ausein- ander. Nichts von einem Menschen. Nichts von Trosegk. Also war er zurückgetaumelt ins Haus... Friederike dachte es merkwürdig ruhig. Sie war durch den Hof ge- leftet worden, stand auf dem geschützten Altan. Der Kammer- Herr von Kügelgen hatte sie. stützen wollen, sie hatte abgelehnt: ihr Stock genügte ihr. Einer stellte einen Stuhl hinter sie. Sie blieb stehen. Sah, wie jetzt die Wasserstrahlen sich rmtzs um das Haus verteilten. Sah sie kleine, dunkle Löcher in die Feuermauer schlagen und dahinter versprühen, ohne Wirkung. Sah eine Eskorte Halberstädter Kürassiere anrücken, die zum Empfang der Dessauer herangeholt worden waren Kürassiere der gleichen Truppe, die Trosegk Anno 49 hatte holen lassen... Heute fanden sie nichts zu tun: sie standen und sahen zu, in ihren Panzern zitterte der glühende Widerschein der Flammen, sie waren wie aus Gold. Ein Aufschrei der Masse, ein Deuten von tausend Fingern riß ihren Blick nach oben. Die Flammen waren umgebogen von einem langen, heulenden Windstoß, gaben den Blick auf den Dachstuhl frei. Mitten im Balkenskelett, auf einem breite- ren, schon glühenden Brettergang rannte Trosegk hin und her, zwei-, dreimal hin und her, taumelnd und doch rasend, die Schöße seines Rockes brannten, man sah ihn danach schlagen, sie erloschen nicht... Das bereit gehaltene Sprungtuch wurde unten gebreitet, man schrie zu ihm hinauf. Trosegk sah es nicht, hörte es nicht. Friederike richtete sich hoch auf, rief, schrie, ihre scharfe Stimme überschnitt alles:„Trosegk!!* Der Mann oben blieb stehen, sah hinab— der Stock der Herzogin wies auf's Spungtuch— Da zerbrach jäh der Wind, die Flammen brausten zu- sammen, donnernd barst der Dachstuhl, schlug dumpf im Ge- mäuer nieder, Qualm ballte sich aus, dann wieder Flammen— Flammen-- Friederikes Stock suchte wieder die Erde. Die Wasser- strahlen ließen das Feuer los, müde und hoffnungslos rieselten die Tropfen eine Minute lang rund auf den Boden, zerplatzten dann an der Mauer des Turmgebäudes, das in Gefahr war, schon schwelte. Das Sprungtuch wurde zu- sammengefaltet. Die Menge schwieg. Es gast zu retten, was noch zu retten war. Vom Renaissanceflüael war nichts mehr zu retten.—> Nichts.(Fortsetzung folgt.) Altöcmcinc Hugftlaflvcrlircifting Die Genossinnen und Genossen irellen sidi Sonnlas. den?. April um 9 Wir in den Bezirkslohalen. Transarktisflug des„Zeppelin" Unter Mitwirkung der Sowjetunion. Die Sowjetsektion der„Aeroarctic" teilt folgende Linielheiien über den unter TRitwirtung der Sowjetunion geplanten transarktischen Alug de» Zeppelin- Lustschisses L Z 127 mit, der im ZN ä r z 1930 statlsinden soll. Dlach diesem Projekt soll in der Sowjetunion ein Anker- m a st gebaut und ein regelmäßiger meteorologischer und sonstiger Nachrichtendienst für dos Lustschiff eingerichtet werden. Am zweck- mäßigsten erscheint der Bau ein« Ankerinastee in der Näh« von Leningrad, am Südufer der Newabucht. Hier sollen auch Brenn- st off- und Wasser st ossdepots errichtet werden, wie mich Räumlichkeiten für die Besaßung und Reparaturwerkstätten. Gegenwärtig sind Eowjetgelehrte mit der Ausarbeitung von Methoden für aerologische, magnetische Beobachtungen usw. beschäftigt. Prof. Moltschanow hat einen besonderen Apparat für Gernlogische Beobachtungen gebaut, Prof. Ras« eine Methode für magnetische Beabachtiingen auegearl'eittt. Den meteorologi- s ch« n Dienst werden das Geophysische chauptobservatorium und das Aerologische Obsmxitorium in Slugk oersehen. DI« Wetter- berichte nvrkeii durch die Polarrodiostationen der Sowjetunion— aus Kamschatka, Matostchkin Schar und der Ljachow-Halbinsel— sowie durch eine im Bau befindliche Radio st ation aus der Wrangel-Insel und andere Stationen übermittelt werden. Den genannten Funkstationen liegt auch die Aufgabe ob, die Nach- richten vom Zeppelin aufzunehmen und weiterzuleiten. Dos Luftschiff plant folgende Fahrten: 1. Leningrad— Murmansk— Franz- Josef- Land— Sewernaja Semlja— Nome lAlaska): 2. Nome— unerforschtes Zentralgebict der Arktis: 3. Nome— Leningrad. Rakeienfahrien aus dem Nürburgn'ng. Volkhart mit Passagier. Der Nürburgring sah zu Ostern das ungewohnte Schauspiel von Rotetenfahrlen, bei denen der auch in Berlin bekannte Fahrer Bolkhort die ihm gestellte Ausgabe zufriedenstellend löste. Trotz bewölkten Gimmels hatten sich Tausende von Zuschauern einge- fundon. Nachdem die legten Vorbereitungen getroffen waren, wurde, unbemerkt von den Zuschauern, ein Startversuch auf dem Raketenrad vorgenommen. Ein Zischen, ein Rauschen, ein« Damps- wolke— und aus der Kurve heraus schoß der rote Wagen m l t 130 Kilometer Geschwindigkeit, ein« riesige Feuer- und Rauchfahne hinter sich lassend, an der Tribun« vorbei. Neben Dolkhart saß eine Dame. Ein Auto brachte Volkhart dann vom Ziel zum Siartplatz zurück, wo er dem Publikum wiederum durch Lautsprecher seine Eindrücke über die Fahrt mitteilte. Es folgte dar. � auf. der Start mit einem Rqtetenrgd. Dieser Versuch gut»: täuschie die Zuschauer injoseru, al» da» Rad mit seiner Ladung von Vanders-Raketen nur etwa 300 Meter zurücklegte. Aber auch dieser, erste Versuch auf einem solchen Rade war als gelungen zu bezeichnen. Auf den dritten Start brauchten die Zuschauer nur fünf Minuten zu warten, denn es mußten nur die noch warmen Rateten- bülsen aus dem Wagen entfernt und neue Raketen geladen werden. Der Wogen stand auf einer kleinen Steigerung und kam diesmal daher in nicht so großer Fahrt, wie das erstemal, an der Tribüne vorbei. Die Fahrt endete am Nordend« der Tribüne. Oas Llrieil im Roiasprozeß. In dem Rota-Prozeß, der vor der Großen Strafkammer des Landgerichts l unter dem Lorsiß des Landgerichtsdirektors M a r s ch n c r seit 1 0 W o ch c n oerhandelt wird, fällte das Gericht gestern abend folgendes Urteil: „Der technische Direktor Merz wird wegen iortgesetztcn B e t r ü ge' s zu einer Gesamtstrafe von 10 Monaten G e- f ä n g n i s und 8000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten Eisenbahningenieur Rau und der Obertalkulator Kaiser werden wegen Beihilfe zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Oberwertmeister Kukuk wird freigesprochen. Dem Angeklagten Kaiser wird eine dreijährige Bewährungsfrist be- willigt." Bei der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende die scharfen Angriffe der Verteidigung gegen die Reichebahn zurück. Im übrigen hätte sich das Gericht keines Zeugnisses irgend- eines angczweiselten Zeugen oder Sachverständigen bedient. Dem Urteil läge der Talbestand zugrunde, an dem mich den eigenen An- gaben der Angeklagten nicht zu rütteln wäre. (Zin neues Funkhaus in Berlin. Reichs-Rundfunt-Kesellschast und Funkstuirde-Berlin haben ge- meinschafllich von der Stadt Berlin auf dem Messegelände gegenüber der geplanten Bauausstellung in der M a s u r e n a l l e e, Bredschneiderstraße und Soorstraße ein G r u n d st ü ck erworben, auf dem ein neues Funkhaus errichtet werden soll. Es liegen bereits mehrere Pläne für den Bau des Hauses vor, über die demnächst eine Enischeidung getroffen werden wird. Die Mittel für den Bau des Funkhauses sind durch den Verkauf des Hauses Potsdamer Straße<, das in das Eigentum der Berollna-Grundstücks-Ä.-G. übergegangen ist, zum größten Teil sichergestellt. Selbstmord eines Fünfundachtzigjährigen. In seiner Wohnlaub« in der Johannis st raße 1 in Zehlendors beging gestern nachmittag drr 83jährige frühere Gerichtsdiener Adolf Kurzer Selbstmord durch Erhängen. Ais die Tat entdeckt wurde, war K. bereits tot. Die Gründe, die den Greis in den Tod getrieben hoben, sind noch unbekannt. j�stertonzert Reichsbanner Neukölln. Am zweiten Ofterieiertog konzertierte das Musikkorps des Reichsbanner» Neukölln unter Mitwirkung von„T y p o- g r a p h i«"-Sängern in K li em s Festsalen, Hasenheide. Da koirt»!' auch kein Apsel zur Erde fallen, so voll war der Saal mit fröhlichen Menschen, die sich bei Musik. Gesang und nachfolgendem Tanz für die Unbill des Osterwetter» schadlos hielten. Mit forschem Rhythmus intonierte das Orchester unter seinem Dirigenten Rudkosi zu Anfang Wagners„Nibelungenmarfch", die„Junel-Ouverture" von Bach und«in Intermezzo„Einzug der Frühlingsblumen". M't bewährter Könnerfchoft vorgetragene Ehorgesänge der..Tripogrophia" unter der Führung von Dr. Hugo Strelißer folgten. Schöne, zarte Schubert-Lieder„Die Nacht",„der Gondelsohrer" und der„Nacht- qesong im Walde". Als Auftakt Bruckners feicrlich-stimmungsvolles Chorwerk„Trösterin Musik", als Abschluß das launige Volkslied vom Mädchen mit dem Rosemnund. Als Dakapo für den nicht enden- wollenden Beifall stieg der Rotgardistenmarsch. Liebliche Wiener Walzer, Ofscnbachs schmissige„Örpheus"-Ouoerlurc beschlosien die künstlerischen Darbietungen._ Falscher Kriminal beamier. Beraubung einer verängstigten Frau. In d«r Maske eines Kriminalbeamten rauchte am Oisnsiag� ein Schwindler und Dieb in Pankow-Schönholz auf. Die Frau eines Gärtnercibesitzers war vormittags allein zu Hanse, als ei» etwa 33 Jahre alter Mami bei ihr vorsprach, sich als Kriminal- beamter vorstellte und auch eine Art Ausweis zeigte. den aber die vertrauensvolle Frau nicht näher ansah. Drr Besucyer er, zählte, der Sohn des Gärtnereibesigers stehe im Verdacht, einen Raubübersall verübt ,zu haben. Er sei beauftragt, eine Haus- suchiing noch etwaiger Beut« zu machen. Die Mutt«r, die über die vermeintliche Missetat des Sohnes nicht wenig erschrocken war, zeigte in ihrer Angst alles, was der„Beamte" ,zu sehen wünscht«. Der Schwindler bestach sie besonders durch sein ireundliches Wesen und dadurch, daß«r ihr zuredete, es werde hoffentlich nicht so �rdeitei'dilcliinasziliiile Ä. Ä»*1�. Lindenstraße 3, i Hof II. Zimmer II, 4. Vortrag des Kursus(ör Laien richter, Schöffen und Geschworene fttf•-bCAiv Rechtsanwalt Dr. Franz N'eurnann«w I■ ISCllal KSrcCfl i schlimm werden In einem Schubsach entdeckte der„Beamte" schließlich 260 Mark bares Geld und erklärte, daß er es „beschlagnahmen" müsse, obwohl die Frau versicherte, daß es ihr Eigentum fei. Dann entfernte sich der Dieb mit sreundlichem Gruße. Erst als die Frau sich auf dem nächsten Revier erkundigte, erfuhr sie, daß gegen ihren Sohn nichts vorlag und daß ihr Geld einem Betrüger willkommene Leute gewesen war. Der Schwindler, der wahrscheinlich auch an anderen Stellen auftreten wird, ist etwa 1.70 Meter groß und war dunkel gekleidet. Charakteristisch für ihn ist vieleicht, daß er die ganze Zeit über den Hut auf dem Kopf be- halten hat. Nachrichten über sein Auftauchen erbittet die Kriminal- inspektion Pankow. 16 Grad Kälie im Gt.-Goiiharö-Gebiet. In den Berglagen der Scheoeiz hat der Winter wieder Einzug gehalten. Die Neuschneedecke beträgt bis zu 800 Meter hinunter 20 Zentimeter. Das St.-Gotthord-Gebiet verzeichnet schwere Stürme, das Thermometer sank bis auf minus 18 Grad._ Von einem Braukessel erschlage». Im Betriebe der Rheinischen Zonenbrauerei in Mülheim-Ruhr ereignete sich Dienstag mittag ein schwerer Unjall, dem zwei Menschenleben zum Opt'er fielen. Man war mit dem Hochwinden eines 3 00 Zentner schweren Braukessels beschäftig!, als die Winds Plötzlich abrutschte und der Kessel, dep schon 70 Zertnrulcr doch gewunden war. wieder ni-sderstürzte. Die Arbeiter oo.n-der'Brüggen und Dreisthers aus Mülheim ge?ieten miter-den Kestel. und wurden auf der Stelle getötet. Vrrei»„Mer gönn zo Foss." Ein Verein der Fußgänger ist in dem Kölner Stadtteil S ü lz- K l e t t e n b« r g gegründet worden. Die Stadt.Köln er- höht vom 1. April ab den Strahenbahntarif für die Dauerfahrer, wobei sie bei der neuen Festsetzung des Fahrpreises einen Unterschied macht zwischen den Fabrgästen, die über 330 M. und denen, die unter 330 M. monatlich verdienen. Diese Einrichtung eines Klajsensystems bat zu der Gründung eines Vereins„Mer gönn zo Foh"(Wir geh» zu Fuß) geführt. Seine vorläufig 67 Mit- glieder haben sich verpflichtet, täglich die Straßenbahn zu meiden und gemeinsam morgens zu Fuß in die Stadt zu marschieren. Ein wchild mit der Bereinsdevise soll dabei vorangetragen werden. Der Karneval wird also fortgesetzt. Der frühere dänische Abgeordnete Riß Nlssen-Biby war am 7. Jull v. I. verschwunden, nachdem er zuletzt auf der Land- straße zwischen Sonderburg und Flensburg gesehen worden war. Jetzt ist er in Hamburg wieder aufgefunden worden. Dem Landinspektor Kruse gegenüber hatte Nissen früher wiederholt geäußert, er wolle die Verhältnisse der ärmsten Voltsschichten in einer Großstadt studieren. Oesterreichische Selbstmord- und Unfallstatistik. In den Oster- tagen ereigneten sich in Oesterreich besonders zahlreiche Selbstmordversuch«, von denen drei einen tödlichen Ausganz nahmen. Siebzehn Personen verwundeten sich schwer. Bei Auto- und Äotorradunfällen kamen in Wien und Umgebung sechs Personen ums Leben,«inck größere Anzahl wurde ernstlich oerletzt. Gewitter über Wien. Am Diensiagnachmittag ging über Wien ein von Schneefall begleitetes Gewitter nieder, das etwa 10 Minuten dauerte. Die B ü ch e r st u n d e ist jetzt auf eine später« Zeit gelegt worden, so daß auch Berufstätige hören können. Das ist begrüßens- wert, denn hier ist wirklich ein« wohltuende Hebung de» Niveaus «ingetreten. Die Buchbesprechungen eröffnen jetzt große allgemeine Ausblicke und sind individuell bejrtzt. Sie haften nicht mehr am Einzelwert. Man oerbannt auch nicht Schriftsteller, die sozlalistffch orientiert sind. Im Gegenteil. Max Borthel referiert über Jndustrieromane, also über Werke, die sich mit der Industrie auch kritisch auseinandersetzen, manche sogar von ausgesprochenem sozialistischen Gesichtspunkt aus.—- Repräsentativ ist da« Abend- kon.zert, das im Rahmen des Internationalen Progrommaustouschs auf dem Prager und Wiener Sender übertrogen wird. Druup Seidler-Winkler wächst mit den Komponisten, die er interpretiert. Verglichen mit subjektiven Dirigenten bleibt er manchmal trocken, aber er erreicht einen hohen Grad van Sachlichkeil, er steht im Dienst des Wertes, und dos bedeutet in einer Zeit der Dirigenten- Primadonnen bereits sehr viel. Sztgilti ist im Beethoven-Biolin. konzert der Solist von großem Format in Auffassung, Ausdruck und Technik.— Was sollen aber die heiteren Rezitationen Karl Struvez am Nachmittag bedeuten, Cr zitiert bekannte und unbekannt� Schriftsteller des 18. Jahrhunderts allerdings mit Aussprüchen, die durchaus nicht immer geistvolle Totsachen wie Liebe, Ehe und Frauen glossieren. Es wirkt säst wie ein literarhistorisches Kollea Die Urndichtuna bekannter Gedichte auf die neue Fünk,z«it hin wirkl mindestens geschmacklos. F. S. Freie Sdz'aUsUich« hochschul«. Sonnabend, den 6. April, Ig>', Ubr, im Sitzungssaal des ehemaligen HerrenhauIeS, Le-pziger Straße Z. Vortrag de» Genolsen Prof. Paul Hermbera- Jena:.DegenwartS- ausgaben der deutschen WirtschalL" karten zum Prei'e von oO Pfennig sind an folgenden Stellen zu haben. Bureau de« Bezirks bilduiigSausschusieS, Lindenjlr. 3, 2. Hof InitS, L Treppen: Atbeiterjugend Aroh-Berltn. Llndenstratze 3, 2. Hos Unti, 2 Treppen: Buchhandlung ft. H. E. Dietz Nacht.. Lindenstr. 2: Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten. WaUstraße 63: Deulscher Holzarbeiter-Verband, Am SSIInllcheii Part 2; Verband der graphischen HüsSarbeiler. Ritlerktraße Ecke Luilciruler: TjigarrrngelchZtt Horsch, Engtluicr 24/25; AsA.-LrlSkarlell, Engeiuser 24/25, GewetkschaslShauS: Verlag deS BlldungSoerbandeZ der deutlchen Buch- drucker, Dreldundstr. f.: sientrawerband der lllngellelllen. Belle-Allianee- Straße?; VerlagSgefellschajl de» ATGB., Abt. Sortiment, Jnselstr. parieinachrichien sürGroß-Berlin «iuseudimzen für diese Rubrik sind v« r l> n SA»8, Liudenstrahe 3, stet» tu da» Bezirkosekretorlot 2. Hos, 2 Treppe» recht», i» richte». Achtung, Funktionäre? Die künstlerisch ausgeführten Maimarken für ISA, die in diesem Jahre wieder 20 Pfennig kosten, sind alle» Abtcilungskassierern bereits zugestellt worden.— Die politischen Bertvaueuäleute der Vetriede werden gebeten, die notwendige Anzahl sofort bei ihren Abteilungsleitern abzuholen und eifrig zu vertreiben. I. A.: Alex Pagels. • 3. ftrei» �riedrichshai». JRorgcn. Do»»er«toa, 4. April. 1IU Ubr, Breill«. ocrlnrnmlunfi im Rötha«». JHatUeetorticclcnfifcnnfisteaL ckirlohlartro«l> I3<4 llhr beim Sraosir» gilchrr. Singailg BP»» bau« Etraßr. 14. iirri» RtuliOa. Domicrstaa. i. April, IS Uhr. Zißung br»»ildungrau» kchllff-s im Raikmu«,, Zimmer 275. Dir Pcrittier der an btt Maifrirr m t» wirkenden Organisationen werden um Trilnatimr erkuchL 20. Ärti» Reinidrndors. ftrcitoq, a. Aprit, zo Ut)t, Sitzung de» engeren «reisvorstqndrz. Nähert Angaben erfolgen noch. henke, Mittwoch, 3. April: 58. Abt. ckharlotirnlnirg. 20 Uhr im Nonkrhau», Ran.lrstr. 4,». 4 Irr.. Bor. klands. und foinktumärlikung. Dir Bezirlofllbrer werden gebeten, ihre Mitgliederliste mitzubringen. 135. Abt. Saro«. Der ffrauenabend fallt au». Dafllr um M Uhr Porsionds- sitzung im Lokal Neu lag, Hudertusdamm. Morgen. Donnerstag, 4. April: 32. Abt. l»'z Uhr bei Loiack. Benmesir.?, KunktlonSrsitzuns. Ausgabe der neuen ftuniiioniirkarten Der Jugend deiral muß ebenkalls anwesend fein. 5*. Abt. Sharlotienbnrg. 20 Uhr bei idiersch, Bontftt. 62, ifunttionärsihuiip. J>i« Bezirkskassierer miissen beltimml erscheinen. 108, Abt. Köpenick. lSZh Uhr bei wtippekohl, Schünertinder Str. 5, wichtige e? HT t f t Iß IT(ilf} l � U HO• Lichien berg. 114. Abc. UV» UV. bei Schwarzer. chabrles-Mar-Str. 17, lZunktin- n.ärsitzung.— 115. Abt. ISth Uhr bei Ziadlkr, Mitggei Ecke Scharnweder. straße Z, wichtige IZunktionärsistung. 132. Abt. Blenleubnrg. 20 Ubr bei Älug, Dorfsir. 2, ffunktionärsitziing. Dich. »ge Tagesordnung. S rauenveronstaltungen. 1». Hai» Pankow. Die geplante Dampf-rsabri kiir Donnerstag. 4. April. findet erli am Donnerstag, U. April, statt. ktt.*»ei« Reinickendors. ftteltog, 5. April, 30 Uhr. in Aeinickendori-Oii. Haupisir. 46, Perwaliunqsgrbaude. zi-met 60, flunktionärinnensitzung. »3. Abt. Heute, 12 Uhr. Treffen an de- Pumpstation Dammmeg zum«ässei- kochen im Alten Eierhäuschen. Polilllch-iatirische Rezitationen. 105. Abt. Ablerahof. Der siir heute. 3. April, angesetzte Frauenabend fällt au». Arbeilsgemeinschost der Mndersreunde. Gpezialkari», ISe ZiosU. Mr den apaaeiallenen Ostenwontaa treffen wir uns am Donnerstag. 4. April. IftH Uhr, in der RLAi-Schule. Neukölln. Zn, fiazmante und Rnrenpapier. mildrinaen..... Srnppe ZSbasL Während der Kchulierien treffen wir im» Mittwoch, Sann. abend und Montag im Jugendheim Britzer Straße. Wir bitten die Elletn. ihre Kinder dorthin zu fchitden. Freitag, 5. April. Helfersitzung. Geburlstage. ZubUSen usw. l«. Abt. Unser alter ttampf- und Weggenosie Fr»», Freakel.»ränthat-r Straße 8, konnte am 1. April a»f eine Aiföhriae Zugehörigleit zur Partei Srückblickeu. Während dieser Zeit hat er stet« mit un» Schulter a» Schnller erster Reih» gestritten. Wir gratuliere» ihm herzlichst un» hoste», ih» »och lange in unserer Mitte zu irhen. 45. Abt. Unsere» Ibenosie» August Sommer und seiner Fraa, Wiener Siratze 20. zu ihrer Silberhochzeit die herzUchsten ElückwSniide. 100. Abt. Uairr langjähriger Senoste u»d»rnofstn Rolost beglage» am 2. April da» Fest der Silberne» Hochzeit. Die Kenosieu»ab iteaiissianeu der 100. Abteilung fenbe» herzlichste Sllickwänlche. | Sterbetafel der Groß--Berliner Partei-Organisation 27. Abt. Paul Reumonn, stantianftr. 23, ist verstorben. Di« Einäscherung findet Donnergtag, 4. April, 12 Uhr, im strrmatorium Derichtstrotze statt. Uni rege Beteiligung wird gebeten. 20. Abt. Am Donnerstag, 2!«. März, nerstorb unser alter Genosse Albert Rontke, Sunckcritr. 89. Eh« feinem Andenken. Einäscherung am Donnerstag. 4. April. UVi Uhr, im stremaiorium(Serichtstratze. K. Abt. Reukölln. Unsere langjährige Gevoisin Auguste Eihingee. Elbe- stratze 15, ist am 30. Mäez»erstorben. Wir nerlieren in ihr ein eifriges Mitglied und werden ihr stet» ein ehemde» Andenken dewahren. Einäscherung am Donnerstag. 4 April, l« Uhr. im«rematorium Baumfchulenweg. 131. Abi. Riederfchönhanlen. Im 70. Lrbensiah« oetfiorb unfete alte bemährte Genossin Auguste Hertmann. Die Beerdigung hat dereit» stattgefunden. Ehre ihrem Andenken. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlio glinlendunaen für diese Bobeil NM»» da« Ingendfekretariaz Sertw«7» 00. cmdenilrabe S Internationale Kundgebung morgen, Don»er,iag. pünktlich lO'i Uhr, i» der.Reuen Welt', Hasrnheide. E» sprechen: Ludwig Dieberich iBerli»), stoo» Borrint iHolland), Rich. Li»»- ström lSchwedrn), Frliz Rani» fWien). Fauka-enruf, Film. Sprechch»r, Fohneneinmarich. Unkostenbeitrig 20 Pf.— Die Fahnenträger oger Ab- teilungen müssen pünktlich 10 Uhr anweienb fei». * Die Sammellisten für Wien müssen sofort abgeholt werden. heuke, Mittwoch. IS'ü Uhr: F-lkplatz li Srim Danzigrr Str. 62 sAItersheiml..Sozialistische Erziebung* — Anbreaoplotz: Heim Brommnstr. 1. Fohnenerlebnisse. � chdaelottenbura. «Orb: Heim vlbersstratze. Fahrlenabend.- Sponba,. Heim Lindrnufrr. Bunter Abend.— Falkenberg: Gemrinfchafishaus.- Schiaederg IV,«. F.: Sunkiianärsitzmu, bei Wollet ssabeemann. Frankenstr. 14.— Peteroburaer Viertel: Heim Tilsiier Sir. 4. Werbefeirr. Abteiluagsmitgliederversammlungcn. «rloaapla»! Schult Eliladethkirchstr. 19._ Srbdiug: beim See-, Ecke Jucintt Stratze. r- Relchenbeeaer Viertel: Heim Britzer Ott,.30.- Lankwitz: Geinewdeschuie Schnlstratze.- Aempelh,,: Lnzeum German, astr. 4-8.- Wa»n. lee: ochnle Eharloit.-n stratze.-. Fr.e»riS»hage»: Bathau,. Ftiedrichftr. 87 «ÜÜ m»1?? �b'""Iugend zum»lieg').- F.>edrtch.felde: Heim Alt-Friedrichsselde, Ecke ochioßstratze. » Werbe bezirt«rukölln� fseben siir d-n Sprechchor zur Internationalen «undtzebuna im.tza,fer.Friedrich-Z>eaIgnmnasiuw. All« Genosse» miissen er. scheinen, I9f-j Uhr Werbe bezirk Prenzlauer«erg: Heim Dgnziqrr Str. 83. 104 Ubr W.-».- Mitgliederoerfammluna. Genosse Dr. Vernfeed spricht über..Eoziaiiftifcke Er. ziehung und Arbmteriugend." Die Parteigenossrn sind ,n diesem Vortrag ein- geisoen. Zur Qesund« Haltung! FaebionerTeruBdsUlle, Etrlln STtl Sciiöaeberjer Str. Iba. TeU LQtiov 826641 Mittwoch 3.9frrtti929 Unterhaltung unö ÄVissen Beilage des Vorwärts Sedor Qladkotv: QdllOSSIM Der Gefängnisho? mar groß, düster, von hohen kahlen Maüern umringt. Ein Hol�aun teilt« den Hos in zwei Teil«. Der Zaun war morsch und halboersäult und durch die Ritzen sah man den Hos des Frauengefängnisses. Die Arrestanten gingen im Hos des Gefängnisses spazieren. Der Gefängnisaufseher stand in der Mitte des Hofes und schaute finster drein. Der Arrestant Prachow marschierte gan.; in Gedanken versunken und ein anderer Arrestant, der hinter ihm ging, summte ein Liedchen und lachte und schaute dabei keck den Aufseher an. Der Aufseher verlor ab und zu sein« Ruhe und rief dann dem singenden Arrestanten zu: „Schweig. Kerl!" Aber der Arrestant lacht« vor sich hin, schritt weiter und sein« Stimme klang noch wie vor lustig. Prachow ging neben dem Zaun und schaute durch die Ritzen neugierig in den Hof des Gesöngnisies. Auch dort sah man grauen in Arrestantenkleidung aus und ab schreiten. Unwillkürlich blieb er stehen und rief halblaut: „Genossinnen!" Und eine zart« Frauenstimme erwidert« leise:„Genosse, bleiben Sie einen Moment stehen!" Ein blasies, schmächtiges Gesichtchen, mit dunklen Augen schaute durch die Ritze Prachow an, die Augen waren weit geöfsnet, der Blick war kühl. Die Stimme kam Prochow bekannt vor, er schaute das Mädchen noch einmal an und rief unwillkürlich: ..Olga! Olga, bist du es?" Sie veränderte ihren Gesichtsausdruck nicht, es schien fast, daß ihr diese Begegnung gar keine Freude niache, als ob sie und Prochow gestern auseinonder gegangen wären. „Guten Tag! Ich wußte, daß du hier bist. Mache nochmal» deine Rund«, dann werden wir uns wieder gegenüberstehen, uns wieder begegnen. Ich muß dir etwas wichtige« sagen!" Dann ver- schwand sie und man härte hinter dem Zaune Frauenstimmen: „Genost«, komm doch näher! Männer, kommt näher, damit wir misten, daß Männer da sind!" Aber gleich daraus hört« man«in Schimpfwort der Wärterin, die die Arrestantinnen zur Ruhe rief.. Der Arrestant, der dos Liedchen gesungen hatte, schaute gierig durch die Ritzen des Zaunes, dann sprach er über die Ziele der Revolution, über den Klostenkamps und Prachow dachte einzig und allein an Olga. Warum ließ sie nichts mehr von sich hören? Weshalb blieb sie läng« in Freiheit als er? Und setzt ist st« hier. Folglich ist die Organisation verhaftet. Wenn sie aber hinter den Mauern des Gefängnisses ist, dann taucht die Frage aus: =-V •■———— Wer war der Verräter unter uns? Wer? Er machte eine Runde und wieder sah er Olga. habe— dachte Prachow— in ihrem seinen Gssichlchen heut« in diesem düsteren Gciängnishof denselben leidenden Ausdruck geseheti wie damals, als die geheimen Agenten der Polizei mir auf di« Spur kamen und mich wie ein gehetztes Wild verfolgten. Ich traf Olga zufällig auf der Strotze. Wir gingen wie Fremde aneinander vorbei und sie rief mir rasch leise zu: „Versteck dich in der Ziegelei! Dort ist ein ausgebrannter Ofen. Und in der Nacht komm« ich zu dir!" Aber in dieser Nacht wurde ich verhaftet. Und heute schaute» mich diese Augen im fremden Sibirien an. und Ihre Stimm« rief mir zu: .Liebster, unsere Organisation ist vernichtet. Alles sitzt hinter den grauen Mauern. Zweifellos ist ein Provokateur im Spiele. Nur das Ehepaar Eclger befindet sich in Freiheit. Das ist doch sonderbar!" „Olga, wirst du auch noch Sibirien verbannt?" Sie lächelte, wie ein Kind und dieses Lächeln kam so unerwartet, daß ich ganz verblüfft dastand. Sonderbares Mädchen. Sie hat sich gar nicht verändert und ist trotz der Gefängniszelle die alte geblieben. Da ertönte die Stimme der Aufseherin: „Marsch, in di« Zellen!" Der lustige Arrestant klopfte Prochow auf die Schulter und ries: „Fesche Weiber! Wenn man diese Frauen nur mit dem Finger berühren könnte!" Der Schnee knarrte unter den Fußen der marschierenden Arre« stanten. Prachow schaute den blauen Himmel an, dann die grauen Wände und dachte: Dos ist unsere Welt, die uns täglich für eine halbe Stunde erreichbar ist. Dos ist der Abschnitt der Erde, der unseren Gesichte punkt erweitert und hier auf diesem düsteren Hof« lechzen unsere Herzen noch Freiheit! Er marschierte weiter und murmelte vor sich hin: „Olga ist für mich unerreichbar! Sie ist neben mir, hinter dem Holzzoun, aber sie erscheint wir wie eine gespenstisch« Gestalt. Ich sichle ihren Atem, aber ich kann ihre Hand nicht berühren, kann sie nicht umarmen und ihr ein liebes Wort sagen!" Graue alt« und junge Arrestanten marschieren einer hinter dem anderen und ihre Fesseln klirrten. Sie lieien im Kreise herum, riefen einander verschiedene Worte zu und lechzten»ach jenen Frauen, die chnen unerreichbar und doch nur von einem dünnen, alten, morschen Holzzaun von ihnen getrennt waren. Und dieser Zaun schied Prachow aus immer von Olga. (9eTtd)Htit Ukbersktzuns oon Mauri« Hlrschmonn."1 3)er orientalische'Zill E» gibt wohl kaum einen Menschen im ganzen Orient, dem der Rame Mullah Nasir«d dius unbekannt wäre. In Anarotten und den ongrenzcnden Ländern ist er unter dem Namen Nasir ed din Hodscha bekannt. Wenn auch Jahrhunderte seit seinem Tode ver- flosten sind, so ist doch noch heute Mullah Nasir-d bin der populärste Name in ganz Vorderasien, sein Träger der typisch« Vertreter des orientalischen Humors und der Meister der Bolksweisheit. Dabei erfreut er sich,«in gebürtiger Türke, gleichen Ruhmes auch unter den anberen Völkern des ncchen Orients: also unier den Türken und den Tataren, den Persern und den Turkmenen, den Armeniern und den Georgiern, den kaukasischen Bergvölkern und den Nomadenstämmen Zentralasiens, den Kurden und den Syriern, den Christen und den Mohammedanern. Noch heute werden in den verschiedensten Sprachen und Idiomen dieser Völker die Anekdoten und di« Sprüche Mullah Nasir ed dins erzählt und als das beste Mittel heiteren Zeitvertreibes betrachtet. Mullah Nasir ed din Hot im K. Jahrhundert, zur Herrschaft Denktemurs, des bekannten Mongolendefpote» und Eroberers der halben Wett, gelebt. Auch werden zahlreiche Anetdmen und Sprüche Nasir«d dins mit dessen Namen in Verbindung gebracht. Geboren im Siwrihissar und gestorben in Akschehil in Anatollen, bat Mullah Nasir ed din in Konia eine zeitgemäße Bildung erhalten und ist später als Kadi, moslemischer Rechtslehrer daselbst, aber auch in Angora, Brussa und anderen Städten Kleinastens tätig gewesen. Bon Natur aus beiteren und schlichten Charakters, hat sich Mullah Nasir ed din in seinem Leben immer mit Wenigem begnügt, er Hot nie seinen Frohsinn verloren: aber auch seine Mit- menschen und die Umgebung hat er immer in heiterer Laune zu erhallen verstanden. Also hat Mullah Nasir ed din, der orienialrsche Till Eulenspieael. gelebt und in seinem SC Lebensjahre sein Ende gesunden. Roch heute ist sein Grab in Akschehir ein Gegenstand all- gemeiner Verehrung, so. fast«in Wallfahrtsort. Noch heute herrscht dort dl« Sitte, daß man sich anläßlich der Hochzeiten zum Grabe Rastr ed din? begibt und ihn„zusammen mit seinen Gehilsen" zur Hochzeit»inlädt: unterläßt man dies, dann würde— so glaubt man — die geschlosten« Ehe keine glückliche sein. Am besten lernt inan Mullah Nasir«b din in seinen eigenen Aussprüchen kennen. Deren einige seien hier deutsch wiedergegeben. * Eines Tage« bittet Mullah Nasir»d din seinen Nachborn mn einen großen Kochtopf. Er wollt« darin Pilow(Reisspeis«) bereiten. Der Rachbar leiht ihm ihn gerne. Am anderen Morgen trägt der Mullah den Topf zurück, dazu noch einen kleineren. „Wozu aber dieser kleine Tops?" fragt der Rachbar. „Do« ist das Ferkel von eurem Tops:«r hat es gestern abend in unserem Haus« geworfen," antwortete Nasir ed din. Der Rochbar lacht in sich über di« Dummheit Mullahs und nimmt di« beiden Töpfe mit. In einigen Tagen bittet Mullah ben Nachbar um denselben großen Tops. Der Nachbar gibt ihn wieder mit großer Freud« her, da er hofit, der Tops werde auch diesmal ein Ferkel werfen. Es vergehen etliche Tag«, und der Mullah bringt chn nicht zurück. „Aber Mullah, wo bleibt denn mein Tops?" fragt der Nachbar. Jtr ist gestorben,' antwortet er ernst..Longe lebest du!" „Was redest du da!" erwidert ihm der Nachbar zornig..Laim st«in Tops sterben?", „Warum denn nicht! Wenn«r ein Ferkel werfen kann, so kann er auch sterben!" antwortet ihm der Mullah und fügt hinzu: „Warum hast du damals ans Gebären geglaubt, jetzt aber willst du nicht ans Sterben glauben." *■ Eines Tage» fragte nian Mullah Nasir ed din:„Mullah, wer ist deiner Meinung nach der dümmste Mann?" „Der. wer die Wahrheit den Menschen ins Gesicht sagt," ant- wartet Mullah. * Eines Tages bestieg Mullah Nasir ed din die Kanzel, um zu predigen.„Wißt ihr, Gläubige, was ich euch zu sagen gedenke?" wandte er sich zur Menge. „Nein," antwortete man ihm von allen Seiten;„woher sollen wir es wisien?" „Wenn ihr es einmal nicht wißt, was soll ich euch denn sagen!" erwidert der Mullah und geht fort. Ein anderes Mal besteigt er die Kanzel und richtet dieselbe Frage an die Betenden. „Wir wissen«s, wir wisien es," bleibt die Antwort nicht aus. „Wenn ihr schon wißt, was ich euch zu sagen beabsichtige, da braucht ihr es auch nicht mehr zu hören," erwidert der Mullah und entfernt sich. Ein drittes Mal antworten ihm auf dieselbe Frage einige:„Ja, wir wissen es," die anderen aber:„Nein, wir wissen es nicht." Ohne seine Ruhe.zu verlieren, sagt Mullah mit ernstem Gesicht:„Wie schön! Also laßt ihr euch alle, die es nicht wißt, von denen belehren, die es wissen." * Eines Nachts schlich ein Dieb in Nasir«d dins Haus hinein, nahm etliche Sachen nnd trug sie auf seiueni Rücken zu sich nach Hause, Der Mullah ahmt« sein Beispiel nach trug selber einige Möbel au» seinem Schlafzimmer und solgte dem Dieb. In seinem Haus angelangt, bemerkte der Dieb den Mullah, wie er mit Möbehr ihm folgt« und die Housschwellc betrat. Er fragte den Mullah: „Was hast du hier zu suchen?" Der Mullah aber antwortet er- staunt:„Wo» hob ich hier zu suchen? Sind wir denn nicht hierher umgezogen?" * Mullah'Nasir ed din besaß ein wunderschönes Lömmlein. Er liebt««s sehr, pflegt« es herzlich und wollte sich nie von ihm trennen. Das Lämmlein war sehr verwöhitt, es macht« oft Faxen und de. lustigt« seinen Herrn. Seine Freund« ab«r wollten das Lämmlein doch schlachten losien und«» verzehren. Einer von ihnen kommt zu Mullah und sogt:.Fisendi, wenn nicht h«uti. so wird morgen die Welt doch untergehen: was willst du mit dem Lämmlein machen, laß uns«s verzehren und uns treuen." Der Mullah schick!« ihn aber mit leeren Händen fort. Desgleichen die anderen, die dasselb« «rreichen wollten. Endlich sah er sich doch gezwungen, zusammen mit seinen Freunden aufs F«ld zu gehen, dort das Lämmlein zu schlachten, und es.zu braten. Dos F«uer brannte mitten lm Felde. Inzwischen hotten sich Mullahs Freund« ausgezogen und badeten tm Flusie. Da nahm der Mullah di« Gelegenheit wahr, um sich zu rächen: er nahm olle chr« Kleider und warf sie ins Fruer. Nach einer Weile kehrten sie hungrig zurück. Als sie oder anstatt ihrer Kleider nur Asch« vor sich fanden, übersielen sie den Mullah und riefen ihm zu:„Wer hat das getan, Mullah?"—„Warum seid ihr so zornig, Kinder! Sowieso wird di« Welt untergehen müssen. was wollt ihr also mit den Kleidern ansangen?" z&itsch« 3)08 Xand der Pagoden Wenn man das Wort„Pagode" hört, so denkt man gewöhnlich zuerst an China, aber nicht das Reich der Mitte ist die Heimat dieser merkwürdigen Tempel, sondern Indien, und in dem indischen Kultur- kreis ist wieder Birma das eigentliche Pagodenland. Hier be- findcn sich Zehntausend« solcher heiligen Baulen, und wenn man von einer Erhebung über das blühende Land blickt, dann ist es wie gesprenkelt mit diesen Tempeln, deren spitze Dächer in der Sonne funkeln. Mit soviel Airdacht und Mühe der Bau auch zunächst voll endet wird, so kümmert sich dos Volk dann doch wenig um seine Erhaltung, und wenn eine Pagode zerfällt, dann«rrichiet man lieber ein« neue, so daß.zahllose malerische Ruinen emporragen. Don den Wundern dieser birmanischen Pagodenwelt erzählt der englisch« Reisende G. E. Arrowsmich. Unterhalb des Hügels von Mandalay befindet sich in einem ummauerten Gebiet eine Anzahl von 729 ganz gleichen Pagoden. Sie stellen eine riesige und wohl die seltsamst« Bibliothek der Welt dar, denn in diesen Kuppelbauten werden die Gebote Buddhas, aus Stcintaseln geschrieben, bewahrt, immer«ine Tafel in einem Tempel. Die Text« sind in Palisproche, aber tn birmanischen Buchstaben aufgezeichnet. In der Mitte dieser 729 Pagoden erhebt sich ein größeres Bauwerk mit einer vergoldeten Kuppel, in der di« Pilger noch einem Rundaang durch di« einzelnen Tempel Ihr Hauptgebet verrichte». Eins der schönsten Bauwerke Birmas ist die Arokanpogod«, dir zu den drei großen Heiligtümern des Landes gehört, die man nicht einfach oerfallen läßt, sondern sorgfältig erhält. Das sind außer der Arakanpagode noch der Schwedagon in Gangun und der große Tempel zu Pegu. Im Inner« der Arakanpagode bejindet sich eine über drei Meter hohe Staue Buddhas, die in einem hellen Glänze strahlt, da sie täglich frisch mit Goldfolie belegt wird. Jeder Besucher des Gotteshauses erwirbt von einem Priester«in kleines Paket mit Goldblättchen, das da im feierlich um die Figur herum- getragen und dessen Blättchen von einem anderen Priester an einer Stelle der riesigen Fläche angeheftet werden. Unter allen Pagoden des Fernen Oftens ist ober die herrlichste der Schwedagon von Rongun. Dieser gewaltige Bau, der die Form einer riesigen Glocke lzat, erhebt sich zu einer Höhe von 123 Metarn und hat an seiner Basis einen Umfang von über 4M Metern. Der größer« Teil der Oberfläche wird jedes Jahr frisch mit Goldfolie belegt, die von den Besuchern gespendet wird. An der höchsten Spitze befindet sich eine Fahne, die mit echten Edelsteinen, und zwar mehr als 46!» Diamanten, Rubinen und Smaragden verziert ist. Unter dieser Fahne befindet sich das.Lati". ein goldener Schmuck aus sieben Ringen, an denen 1!» Glocken aus purem Gold und 14!» aus Silber hängen. Wenn der Wind hindurchfährt, dann hört man das melodische Klingen dieses einzigartigen Glockenspiels, dessen Wert auf mehrere Millionen Mark geschätzt wird. Dieses riesige Bauwerk mit seinem Goldbelog hat keine» anderen Zweck, als ein kleine» Kästchen zu überdecken, da» in dem Mittelpunkt des Fun- daments eingegraben. ist und drei Haare Birddhas enthäl!«« soll. U«barhaupt sind ja di« Pagoden eigentltch teure Gotteshäuser, sandarn nur Denkmäler, di« irgendeine Reliquie des Gautama«nt- halten, ein Haar von feinem Haupt, einen Zahn oder auch nur das Stück eines Fingernagels. Qeislesgegemmri Die nachfolgende Geschichte klingt wie eine gut erjundenc Anekdote. Sie soll ober wirklich wahr sein, und sie ist jedenfalls so charakteristisch für ihr« Hauptperson, daß mau an ihrer Glaub- Würdigkeit nicht zu zweifeln braucht. Der Schüler eine« englischen College kam aus der.Kirch« zurück, in der er einer Trauungszeremonie beigewohnt hatte. Zu Hause mußte er den Weg durch das Speisezimmer nehmen, und als er mehrere leckere Aepfel auf dem Tische liegen sah, konnte er der Vor- suchung nicht widerstehen. Da er sich nicht beobachtet glaubte, nahm er den größten der Aepfel, näherte ihn seinem Munde und wieder- hotte die in England übliche Formel, die er bei der Trauung in der Kirche gehört hatte:„Hierdurch mache ich die Ehe kund zwischen diesem Apfel und meinem Mund. Wenn jemand Einspruch dagegen erheben will, so tue er es jetzt, oder er schweige für imnier!" Die„Che" wurde vollzogen. Ungliicklieherweise hatte jedoch ein Lehrer des Internats heimlich den Borgang beobachtet. Er sagt« zu- nächst nichts und rief den Schüler erst am anderen Tage zu sich. Mitten im Schulziimncr erschien der Magister mit einem derben Rohrstock, um den naschhaften Jungen kräftig zu verprügeln. Dabei begann er die Prozedur mit solgendeu Worten:„Hiermit mache ich die Che kund zwischen diesem Stock und diesem Hosenboden. Wenn jemand Einspruch dagegen erheben will, so tue er es jetzt, oder er schweige für immer!" Der naschhafte Schüler erkannte sofort, wie er sich retten konnte» und rief daher augenblicklich mit größter Geistesgegenwart:„Halt! Ich erhebe Einspruch." „Mit welcher Begründung?" fragte der Lehrer. „Weil die Parteien nicht einverstanden sind." „In diesem Falle", erwiderte der Lehrer lächelnd und von dieser Geistesgegenwart entwossnct,„müssen wir leider die Zeremonie ver- schieben." Die Zeremonie hat für immer verschoben werden müssen, denn der naschhafte und geistesgegenwärtige Junge entwickelte sich bald zu einem Musterschüler der ganzen Klasse. Auch sein späteres Schicksal hat vollauf die großen Hoffnungen bestätigt, die sein Lehrer schon damals auf chn setzte, denn der schlogfertigq Schüler, van dem hier die Rede war. ist niemand anders gewesen als der spätere englische Dichter— Bernard Shaw. Spiele Klavier— ohne zu lärmen! Ein ungarischer Erfinder, Dr. Franko, tritt mit einem Musikinstrumeitt aus den Plan, das einerseits die Nachbarn schonen, andererseits, w« sollen vollkommen denen eines narnialen Pianos gleichen, obwohl die Saiten wesentlich— in her ollgemeinen Größenordnung von einem Viertelmeter— verkürzt sind. v—--- y Allen Muttern, die jemals für ihre Kinder bei uns gekauft haben, wird dieser Hinweis genügen, um sie wieder zu uns zu führen. Die Kinder-Kleidung, die Sie bei uns bekommen, ist aber auch wirklich entzückend! Praktische und modische Forderungen sind hier in geschickter Weise vereint, und die Auswahl ist gewaltig, wie sich das bei uns gehört. Und dann die Preise! 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Den Mitgliedern?ur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Karl Tebling ged. 21 November 1877, am SO. März an Nierenleiden gestorben ist, Die Einäich.rung findet am Mittwoch. dem Z Avril. vorm't'ag» V Uhr. im Krematorium Gerichtstraftc statt Am 28. März stard unser.kolleg», der Drücker Fritz Krüger geb 19. November 189i Sie Ginäscherunz findet am Mitl- woch. dem 3. April, vormittag» 9 Uhr, tm Krematorium Gerichtstraß« statt Fahrraddecken 2,80. Schläuche ILO. Pedale 1,50. Reparaturen billig. Schön. lein strafte 2.__.____ Teilzahlung. Diamanträdcr, Gverekr- räder. Brennabörräder. Opelfahrräöer, Triumphräder. Wittlerräder, Torpeoo. rüder. Sällodifterräder. Bitloriaräder. Waflenräder 110,—, Kossaräder 87,—. Prachtkatalog kostenlos. Schlawe, Wein. meisterstrafte vier.___ Gebrauchte Tonrenräder, Straften. renncr, Damenfahrräder lvottdillig. Schlawe. Beinmeiftrrstrafie vier. zahngebiste, Platinabsälle. Zinn- Metall«, Queckstlber. Silderschmelze Gvldschmelzerei Christionat. 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Abitur, Einjähriges, Dr. Meufels Borbereitungsanstolt, Kurlllrstenser. 72. Berufstätig« schnellsörbcrnde Abend- kurse. Frelprospekte. Abtturium. Dbersekundareif« sCinjäh. riges) in Abendkursen. März 1929 daben von 18 Prüflingen für Obeiseknndareist 12 bestanden. Ist. Ist. Kriigersch« Pri. nat-Borbcreitun.gsanstolk, Mendelssohn. strafte 7(am Alexonderplaft). Sprech- 1 stunden: Dien-tag. Mittwoch, Donner-. tag 8— l-r8. Am 81. März starb an Schlagansall unser Kollege, der Dreber Hugo Müller ged. 19. Eev ember 1855. Die Beerdigung findet am Donnere- tag. dem 1 April, nachmittags SV* Uhr. von der Leichenhalle lklelne Kavellel des Friedho» in Stahnsdorf au» Natt. Abfahrt Charlottenburg 120 Uhr. Am 29. Mär, starb an Herzschlag unser Kollege, der Gürtler Aldcrt Rontkc geb. 21 Juni 1877 Die Ginälcherung findet am Donner»- tag. dem 1. April, oarmittag» lli/,Ubr. lm Krematorium Gerichtllrafte statt. Rege Beteillgnng wird erwartet. Usehru» Am 25. März starb ferner an Magen lei.cn unser Kollege der Gürtler Eugen Venus geb 18. Av il 1881 Die Einäscherung hat dereil» statt- gesunden. Ehr« ihre» Audeakeu! via Oreovrreaallnng. Zechuische Privatschule Diplom. ingcnieur Stcklmacher, Friedrichstr. 118. Maschinenbau. Elektrotechnik, Gqlvann- technik. Tcchnikerkurse Kurs« für Seich- nerinnen. Borbereitung für Elektro. mcistrrpriUung. Tagrzschule. Abend- schule. t'i" L-)uergens Alexanderplatz Neue Könlgslr. �flOiDlilUSSß� r ab Grünau, Bohnsdorf bis Kirchplaft über 90 Parzellen an der Schönetelder Chaussee. Berk d. Restparzellenqm l M an Ber- käufer Sonntags anwelend C. A. Winkler Zahle üorf Uitto Teltower Str. 8 �Zehlendors 22»� Wenn die Frablingsiafte Mußt Du oft dem Hut nachsausent Hast Du Hühneraugen-Zehen, Wirst Du ihn nie wiedersehen! 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Jedenfalls deutet aber beides, sowohl der Amtsantritt eines dem amerikanischen Industriekapital so nahestehenden Mannes wie choover und die .Kapitalerhöhungen der größten amerikanischen Aktiengesellschaften daraus hin, daß die Welt ein« weitere Verstärkung der ameritam- schen Wirtschaftsmacht zu erwarten hat. Da ist zum Beispiel die Anaconda Copper Company. die größte ftupfergesellschaft der Welt, die die führende Rolle in dem internationalen Kupserkartell spielt, dessen Politik bekanntlich allein dem deutschen Kupfcroerbrauch eine Mehrbelastung von weit über lvl) Millionen Mark beschert Hot: diese Gesellschaft verschinilzt dieser Tage mit der Chile Copper Company und erhöht gleichzeitig ihr Aktienkapital von 300 auf 600 Millionen Dollar(rund 2% Milliarden Mark). Da ist ferner der amerikanische S t a h l t r u st, der größte Eisen- und Stahlproduzent der Erde(United States Steel Corporation): dieser Konzern beschloß End« Februar, sein Stamm- aktienkapital von 753 auf 1250 Millionen Dollar zu erhöhen- das sind mehr als 5.2 Milliarden Mark. Da ist weiterhin die American and Foreign Power Company, eine Gesellschaft, die syste- inatisch lateinamerikanische Elektrizitätswerke und Stromverforgungs- netze auskauft: ihr Aktienkapital wird um 100 Millionen Dollar ver- mehrt. Ebenso nimmt auch die größte Aktiengesellschaft der Welt, der amerikanische Telegraphen- und Telephoulrusl (American Telephon« and Telegraph Company). eine gewaltig« Kapitollerhöhung vor: von IL auf 2,0 Milliarden Dollar, d. h. um 2 Milliarden auf 8,4 Milliarden Mark. Man muß wissen, daß in Amerika das Eisenbahn-, Po st-, Telegraphen- und Telephonwesen ebenso wie der Rundfunk und die öffentlich« Elektrizitätsversorgung nicht wie in Deutschland in chänden des Staates liegt, sondern von großen Prioatkonzcrnen betrieben wird. Man nennt diese Gesellschaften in den Vereinigten Staaten„Public Seroice Companies", d. h. G e- se llsck) asten des öffentlichen Dienstes. Es sind reine Privatgesellschaften, die jedoch in einigen Punkten unter Aufficht amerikanischer Regierungsbehörden stehen. Sie dürfen z. B. nicht ohne weiteres ihre Tarife erhöhen, Verschmelzungen vornehmen usw. Die Aufsicht des Staate« ist jedoch durchweg nur ein« F p r n, s a ch e. und praktisch tun diese' Gesellschaften ebenso wie alle anderen privaten Kapi.wlgruppen. was sie wollen. Die American Telephone and Telegraph Co. beherrscht fast das gesamte Telephonneh der vereinigten Staaten. Die Geschichte dieser Gesellschaft ist zugleich die Geschichte der Entwicklung des Telephons über- b a u p t. Im Jahre 1876 zeigte ein Professor Graham Bell auf der Weltausstellung in Philadelphia sein Telephon. In den solgenden Iahren wurde die Erfindung rasch verbessert, einige Apparate wurden auch nach England und Deutschland geschickt, und in Amerika entstanden zwei Telephongesellschoften. die 1880 zu- sainmengeschlossen wurden. Der Name dieser Gesellschaft lautet« American Bell Telephone Company(Ainerikanische Bell-Telephon- Gesellschaft). Damals waren in den Vereinigten Staaten knapp 31 000 Telephonapparate in Verwendung. Zwei Jahrzehnte später, un, die Jahrhundertwende, verzeichneten die Bereinigten Staaten bereits den Betrieb von«77 000 Bell-Telephonapparaten. Im Jahre 1010 waren es bereits 5 900 000 und End« 1927 18 400 000 Telephonapparate. Das sinb fast zwei Drittel aller Telephonapparate dcr Welt. Die ehemalige Bell-Gesellschast. d. h. unser heutiger Trust, be- schränkt sich jedoch keineswegs daraus, 70 000 Städte und Ort» s ch a s t e n der Vereinigten Staaten mit Telephondienft zu versorgen. sondern beherrscht außerdem erstens den größten Teil der Her- stellung von Telephonapparoten und-Material aller Art in Amerika, und zeigt zweitens die Tendenz, einen immer größeren Teil des internationalen Telephon- und Telegrophennetzcs an sich zu reißen. Insbesondere beherrscht der Telephontrust die Western Electric Company, die u. a. bei Chicago die größte Telephvnfabrik der Welt betreibt und gegenwärtig in Baltimore eine neue große Fabrik für Telephon- und Telegraphentabel mit einem Kostenauf- waiid von über 60 Millionen Mark errichtet. Die Fabriken dieser Gesellschaft stellen außerdem auch Rundfunkgerät her und widmen sich seit kurzem auch der Herstellung von Sprechfilmen. Der Telephon- (ruft und die Western Electric beschränken sich auf die Beherrschung des Marktes der Vereinigten Staaten und Kanadas: für die übrige Welt besteht eine mit dem Trust verbundene Gesellschaft, die jedoch mit dem Telephontrust eng verbürgten ist: die International Telephone and Telegraph Corporation. Herrschast außerhalb der USU. Diese Internationale Telephon- und Telegraphen-Gesellschaft vcrsügt über Apparatefabriken oder Beteilignngen an Teleplion- gesellschaftcn an allen wichtigen Punkten der Erde, in Wien, Paris, London, Mailand, Madrid, Schanghai, Tokio usw. Sie erwarb in den letzten Jahren Telephongesellschoften in südamerikanischen Staaten, insbesondere in Brasilien, Chile, Ar- gentinien und Uruguay. Vor kurzem wurde bekannt, daß sie wegen Uebernahme dcr United River Plate Telephone Company in Ver- Handlungen steht: sollte diese Uebernahme, die rund eine Viertel- Milliarde Mark kosten wird, verwirklicht werden, so würde die Ge- sellschaft fast das ganze Tclephonnetz der Staaten Chile, Argentinien und Uruguay in Händen haben. Auch im R a d i o g e b i e t ist die Gesellschaft tätig. So wurde ihr kürzlich von der chilenischen Regierung die Konzession zur Grün- dung der Compania International de Radio erteill, einer Gesell- schast für drahtlosen Telegraphie- und Fernsehdienst. Im ver- gangenen Jahr übernahm sie ferner in den Dereinigten Staaten die sogenannt« Mackay-Gruppe, einen Konzern, der über 7 Kabel- l i n i e n von Amerika nach Europa, weiterhin über Kabel nach Kuba, dem Fernen Osten usw. verfügt. Ferner wurde unter Mit- Wirkung dieser Gesellschaft in Frankreich im vergangenen Jahr die Sociöt« de TelSphones Grammont gegründet, ein« Gesell- schast, die ihrerseits an anderen Firmen beteiligt ist, in Deutsch- land an den Lüdenscheid«: Metollwerken und an der Vereinigten Elektrotechnischen Fabrik Busch u. Jäger. Die Gewinne solcher Rachrichienmouopole. von besonderem Interesse ist es. welch« Gewinn« diese Truste aus ihr«: monopolartigen Beherrschung des Nachrichten- verkehr? in den Vereinigten Staaten, Kanada und anderen Ländern ziehen. Di« American Telephone artd Telegraph Company hatte im Jahre 1926 einen Reingewinn von 117, 1927 von 129 und 19 28 von 143 Millionen Dollar. Allein der Reingewinn des Jahres 1928 entsprach somit der Summe von rund 600 Millionen Mark. Das ist jedoch nur ein Teil des gesamten Reingewinns, denn der Konzern verfügt in den Dereinigten Staaten über eine ganze Reihe von Untergesellschaften, die zwei Prozent ihrer Roh- einnahmen an die Muttergesellschaft abführen müssen. Im Jahre 1927 betrug dcr Reingewinn des Gesamtkonzerns bereits mehr als 166 Millionen Dollar und dürste im Jahre 1928 etwa 200 Millionen Dollar erreicht haben. Allein der Reingewinn der von dem Trust zu 98 Proz. beherrschten Western Electric belies sich 1928 auf etwas über 80 Millionen Mark. Jtod) große Zukunft des Telephons. Um die weiteren Gewinnaussichten dieser Gesellschaften und den Grad ihrer Machtstellung zu begreisen, muß man sich vergegen- wärtigen, daß der Ausbau des Telephonnetzes noch längst nicht ab- geschlossen ist. Selbst in den Vereinigten Staaten, wo das Telephon- wesen am weitesten entwickelt ist, geht der Ausbau des Netzes und die Inbetriebnahme neuer Anschlüsse immer noch weiter. Gegenwärtig entfallen auf je 1000 amerikanisch« Einwohner etwa 150 Telephonanschlüss«, in Deutschland nur etwa 4 5. Ist aber schon In Amerika und in anderen Industrieländern das Telegraphen- und Telephonwesen noch stark ausbau- sähig, so gilt das erst recht von anderen Teilen der Welt. In Asten und in Afrika entfällt auf 1000 Einwohner noch nicht ein Telephon- anschluß im Durchschnitt, in Südamerika sind es durchschnittlich erst fünf. Schon aus diesem Grund« können daher die amerikanischen Gesellschaften mit großer Geschäft», und Machtausdehnung rechnen. h«lle sind auf der ganzen Erde rund 30 ZNillioneu Telephon- apparale in Betrieb, davon etwa 20 Millionen unter Kontrolle der Amerikanischen oder der Internationalen Telephon- und Telegraphen- gesellschasl. Es ist sicher, daß sich in absehbarer Zeit diese Ziffern vervielfachen werden, und es ist sehr wahrscheinlich, daß den Löwen- anteil an dieser Weiterentwicklung die genannten amerikanischen Truste haben werden. Wenn wir noch darauf verweisen, daß diese Trust« mit anderen großen Nachrichtcngesellschasten in Verbindung stehen, nrit Funk- und Kabelkonzernen, so bekommt man eine Vor- stellung davon, bis zu welchem Grade das modern« Nachrichtenwesen der Erde bereits von einer einzigen privatkapitalistischen Gruppe zusammengefaßt ist.* Die Wirtschast im März. Oer Monatsbericht der Industrie- und Handelskammer«. Die Kündigimg des Lohnabkommens durch die Dergarbeiter- verbände ist den Syndizi? der Industrie- und Handels- kammern offenbar heftig in die Glieder gefahren. Bei der Ab- fasfung des Berichts über die Wirtschaftslage im Monat März ver- säumen sie daher nicht, aus die„krisenhafte Lage" im Ruhrbergbau hinzuweisen, die durch die Kündigung der Tarifverträge noch eine Verschärfung zu erhalten droht. Auch der osfensichllich pesst- mistisch« Ton in dem Monatsbericht dürfte auf die Aktion der Berg- arbeiter und auf ollgemein sozialpolitische Moment« zurückzuführen sein. Da kein vernünftiger Mensch in Deutschland in dem ersten Monat nach der abnormen Kältewell««inen allgemeinen Wirtschaft- lichen Aufschwuitg erwartet haben wird, erscheint der Pessimismus in dem Industrie- und Handelskammerbericht durchaus unangebracht. Im Ruhrbergbau war die Absatzlage im März gut und Feierschichten brauchten im Bcrichtsmonat nicht eingelegt zu werden. Die arbcitstägliche Kohlenförderung stieg auf säst 400 000 Tonnen gegen rund 378000 Tonnen im Februar, und die kalender- tägliche K o k s g c w i n n u n g erhöhte sich von 85 441 aus 90 274 Tonnen. Auch im mitteldeutschen und rheinischen Braunkohlen- b e r g b a u herrschte im Berichtsmonat rege Nachfrage. Die Ent- wicklung des Kaliabsatzcs hat sich gegenüber den beiden Vormonaten im März bedeutend günstiger gestaltet. In der G r o ß e i s e n- industrie hat bei verschiedenen Erzeugnissen eine teilweise Be- lebung eingesetzt, deren Stärke jedoch noch nicht zu erkennen ist. Die Maschinen industrie konnte den Rückgang von Jnlandsauf- trägen durch verstärkte Aussuhr teilweise ausgleichen Gut befchäs- tigt war weiterhin die chemische Industrie und auch in der Auto- mobilindustrie hat das Frühjahrsgcschäft in größerem Unisange ein- gesetzt. Die Lage in der Textilindustrie ist noch ungleich. Die Wieder- aufnahm« der Bautätigkeit hat auf dem Baustoffmarkt im Verichts- Monat bereits zu größeren Abschlüssen geführt. Eine merkwürdige Berichtigung. Oer Z�eichsverband der Deutschen Industrie hat keinen Grund zur Abwehr. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat gegen ein« vom „Vorwärts" vor einigen Tagen geübte Kritik sich in seiner Kor- vefpondenz„Reichsindustrie" durch folgende Mitteilung zur Wehr gesetzt- „Der„Vorwärts" beschäftigt sich mit de? Tätigkeit der Sächsischen Landespsandbriefanstalt, die besonders der mittleren und kleinen Industrie in Sachsen langfristige Kredite zur Ver- tüg-ung gestellt hat. Das Blatt erinnert daran, daß im Jahr« 1928 dem Institut im Hinblick darauf, daß der sächsisch« Staat die Kredite verbürgt, von der deshalb zuständigen Beratungsstelle sür Ausländsanleihen die Ausnahme weüerer Auslandskredite gesperrt worden ist. Es behauptet weiterhin, daß gleichzeitig in Berlin unter Teilnahme von Großbanken im Reichsverband der Deutschen Industrie sür die gleichen Zweck« ein privates Bankin st itut gegründet worden sei, dem als Prioatinstitut die Inanspruchnahme des ausländischen Kapitalmarktes offenstehe. Diese letztere Behauptung entspricht in keiner Weis« den Tat- fachen. Der R�icheverband der Deutschen Industrie hat sich nie- mals an der Gründung eines Bankinstituts zur Beschaffung von Industriekrediten beteiligt, sein« leitenden Gremien haben vielmehr stets betont, daß der Bedarf der Mittel- und Kleinindustrie an langfristigen Krediten durch die bestehenden Institute befriedigt werden müsse und daß dringend davon abzuraten sei, für die Durchführung dieser ihrer Natur nach vorübergehenden Aufgabe besondere Banken zu gründen, denen es in späterer Zeit an Be» tätigungsmöglichkeit fehlen würde. Da an den bezüglichen Angaben des„Vorwärts" kein wahres Wort ist, erübrigt es sich, auf die gehässige Kritik einzugehen, die das sozialdemokratische Organ daran knüpft." Es sind wirklich starke Worte, die sich der Reichsverband der Deutschen Industrie hier leistet. Wir haben aber festgestellt, daß die Abwehr des Reichs Verbandes der Deutschon Industrie ganz über-• flüssig ist und daß im wesentlichen die von uns berichteten Tat/ lachen stimmen. Um eine Erinnerungstäuschung ouszuschsießen. haben wir noch einmal die Vorgänge geprüft, die mit der Gründung der Zentralbank deutscher Industrie A.-G. Berlin— um diese Bank ***< Iuetftnodt Kathreiner mltBolmetikaffee gemilcht$atm Kathreiner allem"/ So Itnö /chon. viele lmnöerttau/enöe bekehrt woröen/ mit ver'ioofinJtem Gaumen, prot tuir' ydaö SSeätot€o6t— ur* einer' 0fäartcc fioCd DER KENNER SCHWORT AUF �smssssss�äässss» 9 ßWSSW in faT** i handelt es sich nämlich— zusammenhängen. Und da wird denn schon im September gemeldet, und Mitte Januar wird dies« Mel- dung noch einmal bestätigt, daß sich im Aufsichtsrat dieser Bank«in Präsidialmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie befindet, nämlich Herr Heinrich Retzmann-Leipzig. Es ist ein starkes Stück, zu behaupten, der Reichsverband der Deutschen Industrie habe sich niemals an der Gründung eines Bantinstituts zur Beschaffung von Jndustriekrediten beteiligt. Unsere zweite wichtige Behauptung ging dahin, daß der Säehftschen Landespiandbriefanstatt von der Beratungsstelle der Autritt zum auslänvischen Kapitalmarkt gesperrt worden sei, während er der neugegründeten Berliner Bank offensteht. Im Ja- nuar ist nun gemeldet worden, daß derGeheimeRegierungs- rat Norden, bekanntlich der entscheidende Mann in der Beratungsstelle, als ordentliches Borstands- Mitglied in die Zentralbank deutscher Industrie A.-G. Berlin eingetreten ist. Sicher wird daraus nur zu entnehmen sein, daß der Zutritt der neugegründeten Zentraibank zum ausländischen Kapitalmarkt durch Herrn Norden nicht erschwert, sondern erleichtert werden wird. Der Reichsoerband der Deutschen Industrie kann sich auch nicht darauf berufen, daß unter anderem eine Anzahl öffentlicher Banken sich an der Gründung beteiligt haben: denn von diesen Banken steht fest, daß sie es keineswegs gern getan haben. Noch heute scheint die Deutschs Landesbankenzentrale, die in der Beschaffung von langfristigen Krediten für die Industrie immer ernste Anstrengungen gemacht hat, der neuen Zentralbank fernzustehen. So erscheint die Abwehr des Reichsverbands der Deutschen Industrie in einem sehr merkwürdigen Licht, und wir glauben, der Reichsoerband hat keinerlei Grund, sich in dieser Sache aus das hohe Roß zu setzen.__ Noch keine Aniwort. Reichskohlenvtrbanl» hat noch immer das Wort! In Nr. 123 des„Vorwärts" vom 14. März 1929 schrieben wir von einem Sabotagebeschluß der Potsdamer Kohlenhändler gegen das Recht der Derbraucher aus den sogenannten Germanenwagen- bezug. Dieses Recht der Verbraucher ist den Kohlenhändlern, weil 50Zlsllsli8CNs Arbeiter-Jugend Groß-Berlin Kommt alle am Donnerstag, dem 4. April 1929, zur .Neuen Well" sKroßer Saal), Hasenheide, in die inisrnsltonsto Kundgebung Es sprechen: Koos Vorrink-Holland.Richard Lindltröin- Schweden, Felix Kanitz-Wien, Ludwig Diederich-Berlin Fanfarenruf— Film— Sprechchor— Fahneneinmarsch Saalöffnung 19 Uhr Unkostenbeitrag 20 Pfg ihr Profit dadurch beschnitten wird, ein Dorn im Auge und sie tun natürlich alles, um dem Verbraucher dieses Recht zu schmälern, wie sie ja auch alles oersuchen, den Konsumvereinen den Ausbau ihres Kohlengeschäftes zu erschweren. Nun besagt aber§ 118 der Ausführungsbestimmungen de» Kohlenwirts chastsgesetzes: „Wer beim Absatz von Brennstofsen derart, daß für den Abnehmer«in Nachteil entsteht, den vom Reichskohlenverbande genehmigten Lieferungsbedingungen, getroffenen Preisfestsetzungen oder Anordnungen im Sinne der§Z 63 und 64.... vorsätzlich zuwiderhandelt, wird mit Geld st rase bi s zu«inHundert- tausend Mark bestrast." Der Reichskohlenverband hat immer noch das Wort!!! tiegnitzer wollwarensabrik„Hier cur" wieder 12 JJroz. Dividend«. Die Abschlüsse einer ganzen Reihe von Textilunternehmen haben schon gezeigt, daß von einem allgemeinen Rückgang der Textilge- Winne im letzten Jahr nicht die Rede sein kann. Auch die Lieg nitzer Wollwaren fabrik„M er cur" kann nicht allein die gleiche D i v i d e n d e o o n 12 P r o.z., wie In der Hoch- konjunktur von 1927. zahlen, sondern hat ihren Reingewinn noch um mehr als 27 Pro.z. steigern können. Die Dcrwaltung nimmt im Geschäftsbericht sehr scharf gegen die Lohnerhöhungen und gestiegenen Soziallasten Stellung, obwohl die schlesischen Textll- arbeiier die niedrigsten Löhne der allgemein schlecht bezahlten Textil- arbeiterschaft in Deutschland beziehen. Wenn die Verwaltung weiter betont, daß Lohnerhöhungen selbstverständlich Preiserhöhungen be- dingen, so ist dies nur ein»euer Beweis für die Engstiniigkeit mancher Textilunternehmer, die immer noch nicht begriffen hoben, daßhoheReallöhnebeiniedrigenPreisendie wichtig. sten Voraussetzungen für einen flotten Absatz ihrer Masienprodutte sind. Der Frost trieb die Lebensmikielhaliungskosten auch noch ha März. Di« vom Statistischen Reichsamt errechnete Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten beträgt für den Durchschnitt des Monats Mörz 136,5(154/4), sie ist mithin um 1,4 Proz. gestiegen Die Steigerungen sind fast ausschließlüb aus die hohen K o r t o f f e 1-, Gemüse-, Eierpreise der ersten Monatshälste zurückzuführen. die in der zweiten Hälfte wieder zurückgingen. Der gegenwärtige Stand des Index liegt bereits unter dem Märzdurchschnitt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold-. Oischittsstell«: Berlin E l«. EebaNi-nstr. S7M. Ho, 2 Zt. 5»ttag, I.«pril. Brnjluut«erg. SO Uhr bei Burg, Premlauer Ztlei. erwetterte Porslanbssitzung. Rariue-Slbteiluiig. 2» Uhr Blinken und Winken im Lootshau» Tegel, Uferstr. 1. ah-rl»tteiUmrg. Komc. de« Ministerialrat« dan» Gaolar.~ Lichtenberg. Mittwoch, 8. April, 20 Uhr, Mo na tso e rsamaU ung der gesornten Iungmannschaft bei Kamerad Werner» Wilhetmstr. 8. Alle Abteilungen ntststen unbedingt erscheinen. Longfellow Engllsb Dcbillng Club, Mittwoch, 20 Uhr, Zahnärztehaus, l. c mannsaal, BOIowstr. 104. Mr. ton Scheeen: The Years Ol HelL wellerb erlchl der SßeatUchr» weNerdieuslslell« Berlin und Umgegend lNachdr. verb.). Veränderlich mit nur noch vereinzelten Schauern. Fortdauernd tühl.— Für Veutichlaud: Im ganzen Reiche tait und unbeständig Schnee-, � mit«tnzelnrn Regen» oder Graurrllchauern. Sag' mal Mutti——— werden Schuh« auch mit der Neinmaschine aemachtS—'.vi» meinst wohl ein« Nähmaschine, mein Liebling?".Aber Mutti, Du sagst doch immer ich soll nicht— Nee— sagen."— Das war ein DelLchter am letzten Mittwoch in der Kinderstube des Echuhhose». Linkstr. U, ol»-in kleiner Bussel diesen unsreiwilligen Ditz machte. Ja der Mittwoch im Preisen überzeugt wirb. Ader auch die Kinder kommen gern am Kinder- Mittwoch in den Schuhbos, weil die gute Tante st« im Aulo,»der aus dem Stahlrotz fahre» und aus dem Aiesenbrurnmbär. aus de« geduldigen Elefanten reiten loht. AnxugStoffe m WeUrnf— mar bml Koch& Seeland Qer/rmaiUensirm/le OO— IX* Lranchcnversammlung der Emaillierer. Oonnecatag, den«.«pell. SV, Ahr im veebaadshan», Cisic«- stratze SS/SS, X. Port., 1 sc., Zimmer 28. Tagesordnung, 1. Bericht oo» den Lohnt-rii-Berhand- »ngen. 2.«rancheua-g-legeubeit-u. Ohne Mitgliedsbuch kein giltritt! Wegen der W,ch«lgteit der Taqesord. «ng ist da. Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen dringend notwendig. Lmiklempuer. i>o»n«r»»ag. den«. April, nach in. >/, Ahr, tm.»osenlhaler chas-, Stzaiauthalar Siros,« 12/12 Funktxonärkonserenz. Bericht»o» bau Verhandlung«» über Lahn- und Maataltaris. Jeder Bau- und Innungsbetrled muß »ertreten lein Ohne Mugii«d»buch kein Zutritt. Di« Ocisncnsaituaa. Zugeadableiluug des Deutschen Melallarbeiter-verbandes. «erlin dl H. AnienNraß« 83/8S. 2. Portal. 2 Treppen(Sprechst. Freitag« l»-lO UHr) ____ 0,«n»r»log. da» 4. April. 2» Ahr, leeiSlhungoloal d.verband»- haufe», oinlenftratzr 63 ti Zugend-verlrauensleule-Konfcrenz Tage»ordnung! Sl. Vortrag: Der erste Mai»l»««It. iertag und seine«ed«»tu»s für die ugen». Referent, Kollege Hon» L o o». Bldliotdelar. i. Unser« Malleier b» Sportpalast. 3. Organisatioarsragen und Veranstaltungen. Alle fugendlichen Metallarbeiter, denen es möglich ist, am l. Mai zu seiern, er- »arten wtr um iO Uhr«um Fahneneinzug im Borraum de, Sportpalastes. Zugend-Ferienwanderong i Dstugst.Aarirn.wanparrtng»ach dam Aiasengrdirg«. An all« jugendlichen Kolleginnen und Kollegen, die anschließend an Pfingsten ihren Urlaub nehmen, ist Gelegenheit gegeben, aus 8 Tag« mit nach dem Riesen- gedirge zu kommen. Wir erwarten ein« hrt! Am 18. Mai 1029, abend«, Anmeldeschluß: Am 2. Mai ,020. Unkosten ungeiähr 25 M. Anzahlung 5 M. Aus S Tag» nach dar Insel»ügen. Zn der Woche Pom M. Znni bi» 7. Zull 1020, wachen«lr«w« Ferien- «auderuug nach Rüge». Wer m der Osts«« baten will, komm« mit Abfahrt i Am X,. Znni 192», Aumeideschlnß Am 4. Zuni X»2». Unkosten ungefähr 2b M, Anzahlung S M Anmeldungen und Sparkarten in de» dabtetlung. VerdZiil! tiii llttcdeiilsiigüeilikiii lllirung! vonnerslatz,«. Kpr», 8 Uhr. .Zum astan �skanier�, �nhalistralle II Vortrag Löste willkommen. TUea.lec, Lidtispüle usw. Mittwoch, d. 3. 4. Slaals-Oper Unter d. Linde« A.-V.!t >»>', Uhr Staafs-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S.78 20 Uhr Fiio Mittwoch.d. 3. 4- Stadl Oper StMSebliler-Ibeater.Ctiarltli. Ä) Uhr Pietro Arelino Karl ü. Anns scava 8 Uhr B 5 Barbarossa 9256 GROCK ad da« große April•Programm PLAZA L Am KU»""»»*tmtm ISgl.Sii.g": Intern. Variete Karten 8 Tage Im voran» M «•/.uh, CASWO-THEATER Lothringer Strafe 37. Der neu««ctilageri Eine unfleileDte Frau" und ein erstklassiger bunter Teil. WM Ibeater D-l. Norden 12 310 SU., Ende nach 10 Vi Bit liBtioeB Weiter von Windsar von Shakespeare Regle: Helm Hilpert Die Komödie J1 Bismck. 2414/7516 SV« U.. Ende geg. 10 Wann koimnst Du wieder? Komödie von S. Maugham. Regie, Qustal Qrflndgens Kamtnerspiele U. 1. Norden 12310 Ende geg. 10 Die Ursache Schauspiel / Leonhard Frank Regie; Hans Deppe. Kleines Tbeater Täglich SV* Uhr• Cur! Goetx, Yalcrfe v. Martens Fcrd, ▼. Alten in „Trio" Lustsp. v. Leo Lenz. Regie, Frtcdmaaa- rtialia-Tbeater Iresdener Str. 72-7. 8 Uhr „Oelransch" g 8 Ur* Zntr. 1818• ßauflien«rliobi DODGE TWINS Die bertlhmten Bevae- Zwillinge BERNARD ÄRICH Tanzsensatian HARU ONUKI Japan Liehe Opcrn-Diva und weitere Internationale Variete-BerflhmtheUen Bamowsky Theater In dor kdniggrlltzar Streß» Tranen SV« Uhi Rival en Komödlenhaua Täglich H Uhr Dia Oni-Gnabm- Opar fhoater am Nollendorfplati Täglich SV« Uhi Revolte Im Erzietzonosliaos Oer größte Srfolg Berlins Friederike Muhl von Lahor Srika v. Thellmann Karl Ziegler, Stoatooper Wien Amfiedl, Limburg, Sora, SWler, Scspermann, Bei, kafie ununlerdr. tetelnei. ositu 718� VolUsbtttine llieittl ennitvsilali 8 Uhr Krenzabnabnie Theater am SAinbansiflamm 8 Uhr Pioniere in Ingolstadl nallfl-Theater 8 Uhr Oelransch StaatLSdiillsr-Tb. 8 Uhr Pietro Aretioo 8V« Thealer am Sdünhanerdamm. Norden tut u.281. Pioniere in inootstam (Soldaten u Dienstmädchen) v.Marieluise PleiBer Regie; Jakob GeiS. Bühnenbilder. Kaspar Neher Lessing-Tbeater Täglich 8 Uhr 3 x Hochzeit Trianon-Th. SV« Uhr Der Herzog und die Sllndeiin von Bernauer o. Wellseh Alfred Braun Mady Christians Trade Lleake Siegt s** Arno Paul Morewn Paul Westermeler «natav Hatzaer Marianne Winkalttern Iwan OriCi| Boddelboms Lella Firlsr HensSommer 3 Uhr Sonntags nachm. uigekQrzt« Vorstellung Kleine Preise £ustu}e lülUve Fritzi| Massary Oskar Karlwals UkcIiI«>1(cot W. Jnnknhn H. Junkormann W. SehaefTors Tf nrqulta Msfors _ Frlsoo_ Beauty Girii| Comediinboys Ausstattungen: Prof. Fernst Stern. Musik. Leitung: Ernst Hanke Radolf Perah. | TT en Mf Elektro Herrenbeinkleider eigener Anfertigung in reicher Auswahl Gestreifte Beinkleider K 7» 10» 14.- IS.- 22.- 24� 29.- 32.- 36.- 39.- evtothosen moderne Mutter, weite Form M. 16.- 22.- 29- 32- 36- orthosen Dreechc« oder Pumphetea M. S- 12- 15- 15- 22.- 26- 32.- u f h o s e n kniefrei 9* 10« 12.- Dunkelbl. 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