BERLIN Mittwoch Z. April 1929 IH Pf. Nr. 155 B 77 46. Jahrgang. Erschetvttäglich außerSonstags. Allgleich Abendausgabe de«.Voririrtt'. Detuztrrei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, S.SOM. pro Monat. 1;v?bafttsn und Erpedition; Berlin SW 6S, kindcnstr.Z SfiaJauigaße x/ei A«ieisenpret«:Dit einfpattige Noiipareillejeile «o Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Vcrlag G. m. b.H., Berlin Nr. S7S36. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Höllenmaschine im �eichsamt. Der Gprengsioff-Karmer vor Gericht. ZNoabit hak nach langer Pause wieder einen grahen lag.?m große« Schwurgerichlssaal begann heute uonnlllag die Verhandlung gegen die Farmer Langkopp und toos. Di« Verbände der Aus- lzndsdeutfcheu wollten diesen Prozeß mit einer Sympathiekundgebung für die vugeklagten einleiten. Sic wollten damit die Ver- t'Idiger der beiden Aarmer in ihrer Arbeit unterslülzen. wollten zeigen, daß gleich Langkopp lausende von Ausländsdeutschen um die ganze ksobe gebraäst worden sind. Der Ausruf halte erreich», daß die Polizei besondere Vorkehrungen traf, um Ansammlungen rechtzeitig zu; er streuen! sonst war der versuch, vor dem Gerichts- gebäude ein« Demonstration zu machen, an der geringen leil- n« h m e r z a h l gescheitert. Vor dem Tribstnencingang zum Schwurgerichtssool sammelten sich etwa 3 0 0 Personen, die ver- suchten, in den Schwurgerichlssaal Einlaß zu bekommen Da so- wohl an die Presse wie anch sür die Zuschauerlribiine Karlen ausgegeben wurden, vollzog sich die vesctzung des Zuschauerraumes ohne Störungen An die Zeugen Sachverständigen und Pro- zcßleilnchmer wurde ein Gedicht vr. teilt, iy dem die lol Lang. kopps verherrlicht wurde. Verhandlvngsbeginn. Pünkiilich 1410 Uhr beginnt Landgerichtsdirektor Dr. Ziegel die Verhandlung. Der Angeklagte-Langkopp schildert als chmipi- angeklagter bis in die Mtttiqssmnden hmein sein Vorleben und s.üne chondelsgeschölie in den Kolonien. Don den Farbigen und von den Chinesen sprach der Angeklagte immer nur von„Kerlen" und..Bande n".«ehr eingehend berichtete er über seine Be- teiligung am Weltkrieg. Ueber seine Intern! crnngs zeit erzählte?r. daß damals die Vegierung zweierlei Deutsche gekannt Hobe. Die kaiserliche Regierung hat zwar während des Krieges noch den Internierungslagern Ge'd geschickt, dos aber nur zur Unter st ußung für die Beamten bestimmt war. Auch in den Frouemnternierllnos''agern wurden nur die Beomtensraucn von der Regierung mit Geld versorgt. Für die naive Vorstellung?- ort des Angeklagten Langkopp spricht eine Episode, die er breit und ausführlich schilderte. Als er nämlich»920 Entschädigungen haben wollte, sagte ihm der Beamte, daß erst cm das Ausland ge- zahlt werden müsse, weil dos Ausland Gewaltmittel in der Hand habe, Zahlungen zu erzwingen. Und er müsse eben war- ten, weil er keine Gewalt hinter sich habe. Damals schon scheint in dem Angeklagten der Gedanke entstanden zu sein, man müsse auch Gewalt anwenden,»m den Schoden ersetzt zu er- balien. Mehrere Male versucht der Angeklagte, agitatorisch« Phrasen gegen das heutige Stoatssystem anzubrin- gen, wobei er vom Zuschauerraum her durch Zurufe unterstützt wurde. In einer Derhondlungspause versucht sogar ein besonders vusgeregtsr Tribünenbesucher an den Vorsitzenden eine Rede zu halten. Der Borsitzende nahm die Sache mit Humor aus und ver- zichtetc sogar daraus, den Mann aus dem Gerichtssaal entfernen zu lassen. Oer Angeklagte Langkopp, ein Mann von 33 Jahren, macht kaum den Eindruck eines Farmers. Wik seinem grauen, kurzgehaltenen Spitzbart und der goldenen Brille sieht der mittelgroße, ziemlich schmächtige Mann einem Ge- lehrten ähnlich. Longkopp und der wegen Beihilf« mitanHcklagte Laos haben nicht auf der Anklagebank Platz genommen, sondern auf Stüh'en vor ihren Dertcidiaern, den Rechtsanwälten Dr. L u e tg« b ru n e-Göttingen und Dr. Frey. Nach dem Eröff- nungsbeschluh ist Langkopp angeklagt, am 2 März 1928 im Bezirk des Amtsgerichts Beriin-Schöneberg fünfselbständigeHand- lungen verübt.zu haben, u. a..um sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteit zu ocrschasfen", den Direktor beim Reichsent- schädigungsamt für Kriegsschoden Geh. Justizrot Bach durch Drohun- gen zu Handlungen genötigt zu haben, nomlich zur Ausstellung einer.Kastenanweisung über 100 009 M., zur Anordnung der Aus- zahlung von 10000 M. in bar an den Angeschuldigten Longkopp und zur Aushändigung eines Harschecks über 90 000 M. an den Angeschuldigten Laos. Hierin erblickt die Anklage«ine Erpressung unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben. Weiter wird Langkopp beschuldigt, der Bedrohung de» Totschlags gegenüber dem Präsidenten Dr. Karpinsky und dem. Geheimrat Bach und anderen Personen, schließlich des Verbrechens gegen das Sprengstofsgesetz, weil er den Sprengkofser. der mit 1 Pfund Sprengpulver fGecogo-Schwarzputvcr) gefüllt war. in der Abficht angeschosst und im Besitz gehabt habe, durch Anwendung des Sprengstoffes Gefahr für das Eigentum, die Gesundheit und das Leben herbeizusnhven. Der fünfte Anklagepunkt betrifft un° (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Neuer Winter im Frühling. Ttachts 3 Grad Katie.~ Mittags 0 Grad. Die Wctkerverhälknisse hoben sich weiter sehr un- günstig entwickelt. Die Temperaturen, die schon gestern ! tagsüber sehr niedrig lagen, gingen in der vergangenen Ilach« erheb- lich zurück, vi« tiefste Temperatur betrug 3 G r a d kälte. Bei minus'A Grad sehte in den Morgenstunden sogar ein heftiges Schneetreiben ein, dos jedoch nur von kurzer Dauer war. Osterspaziergang-1929. Faust:„Vael Eis steht noch aus See und Rächen, Ver Regen peitscht mir das Genick, Ich fühle in der Nase lribbelnd Stechen z Nein, nein, ich kehre nach der Stadt zurück.' Besonders die Außenbezirke wiesen ein recht winterliche» Bild auf: Straßen und Plähe waren mit einer starken Schneedecke überzogen. Mittags um 12 Uhr wurden in der Innenstadt 0 Grad gemessen. Noch den vorliegenden Anzeichen durste es sich damit aber auch um den l e tz t e n Schnee Hai, dein. Ueber Polen lag mit dem Zentrum über Lemberg eine Störung, die in ganz Deutschland Schneefälle verursacht«. Im Südosten waren die Schneefälle be- sonders ergiebig. Auf der Schneekoppe sind beispielswrise 20 Zenti, meter Neuschnee gefallen.— Die Kältctliellc erstreckt sich ü b e r d a s gesamte Reich. In Westdeutichland wurden heut« früh um 8 Uhr 1 Grad, m Mitteldeutschland 2 bis 3 und in Ostpreußen fpgar fe Grad Kälte gemessen. Für die nächsten Tage ist mit einer Erwärmung noch nickzt zu rechnen. Bon Skandinavien rückt zwar longsam ein Hochdruckgebiet heran, das wohl Aufheiterung, ober vorläufig noch kein Ansteigen der Temperaturen mit sich bringen dürste. Nachts wird überall starker Frost zu verzeichnen sein und die Tazestemperaturcn werden 1 bis 2 Grad über Null kaum übersteigen. Hirschberg. 3. April. Im Riesengeblrge hält der starke, Schneesall an. Bis Miltwoch vormittag war aus dem Hochgebirge und in den Bor- bergen etwa ein halber MetlKr Neuschnee gefallen. Die Schneehöhe auf dem Kamm beträgt wieder etwa ändert- halb Meter. Selbst im, Tal liegt wieder eine zusammenhängende Schneedeck« von 20 bis 25 Zentimeter. Mittwoch vormittag waren auf dem Kamm und in den Vorbergen 7 Grad Kälte, im Tal etwa 2 bis 3 Grad. Bei leichtem Nordwind schneit es weiter. Der Der- kehr auf den Landstraßen ist durch den neuen Schneefall neuerdings erschwert. Schneefall in Ost-, West- und Mitteldeutschland. Wie aus Görlitz gemeldet wird, ging der in der Nacht zum Dienstag eingetretene Schneefall am Dienstag nachmittag in Regen über: der Schnee nahm aber bei bei sinkender Temperatur in den Abendstunden wieder festere Formen an, so daß mit Mittwoch früh überall eine Neuschneedecke von etwa fünf Zcnti» meiern lag. Die tiefste Temperatur nachts betrug minus 3,2 Grad. Die Fernsprechstörungen durch die neuen Schneefälle dauern in stärkerem Maße auch heute noch fort: im Ortsnetz sind noch weit über 200 Anschlüfsc gestört. Zluch zahlreiche Fernleitungen sind gerjjfen, besonders schwer sind die Leitungen noch der sächsischen Oberloufitz in Mitleidenschaft gezogen.— In ganz Oberbadcn fällt bei einer Temperatur um den Nullpunkt Schnee. Der Feld-« berg meidet zu gleicher Zeit eine Temperatur von minus 8 Grad. Der Dienstag hat im südlichen Schwarzwakd eine Neu-, schneedeckc von 13 Zentimeter gebracht, während in den Tälern und in der Ebene die wärmere Tagestcmperatur den Schnee teilweise wieder wegschmolz.— In der Nacht zum Mittwoch ist auch in Leipzig Schnee gcsallen. In der Morgenfrühe des Mitt- woch lag Leipzig und feine Umgebung im Winterklcidc.— Bei einigen Graden unter Null sind in Hamburg und seiner Um- gebung während der vergangenen Nacht leichte Schneefälle nieder- gegangen, die Straßen und Plätze mit einer dünnen weißen Schicht bedeckten. Am Mittwochmorgen scheint bei klarem, blauen Himmel die Sonne, unter deren Einwirkung der Schnee überall rasch dahin- schmolz. Die kälteste Temperatur während der Nacht betrug nach Feststellung der Deutschen Seeworte in Hamburg drei Grad unter Null. Um 8 Uhr. morgens wurden in der Stadt noch 2 Grad Kälte gemessen. Temperatursturz in Mittelfrankreich. Paris, 3. April. Nach den verhältnismäßig warmen Ostertagen ist in Mittels frank reich ein empfindlicher Temperatursturz ein- getreten. Während die Temperatur beispielsweise am Ostermontag bis auf 22 Grad Wärme angestiegen war, fiel am Dienstag vor- mittag das Thermometer in der Pariser Gegend auf plus 2 Grad und in der nordöstlichen Bannmeile sogar auf 1 Grad Kälte. In S a v o y« n fiel reichlich Schnee. In der A u v e r g n e ist ebenfalls feit. Dienstag früh Schneesall zu verzeichnen. Wegen des außer- ordentlich starken Ostcrverkehrs mußten von Paris aus die Züge nach allen Richtungen verdoppelt werden, um die 600 000 Aus- sliigler befördern zu können. Sozialistenhatz in Litauen. Alle Führer der Sozialdemokratte verhastei. Königsberg, 3. April.(WTB.) Stach hier eingegangenen Nachrichten ans K o w n o hat die Polizei gestern abend fast alle führenden Mitglieder der Sozialdemokratischen Par- tei Litauens, darunter Galinis, Beilinis und Kairies verhaftet. Räch dem Angaben der Polizei handelt es sich um die Aushebung einer geheimen Versammlung in de» Redaktionsräumcn des Blattes„Sozialdemokratas". Demzufolge wurde das ZeitungSgebäude gestern abend von Kriminalpolizei umstellt, die alle in den Redaktions- zimmern anwesenden und alle das Gebäude betretenden, im ganzen über 100 Personen, festnahm. Im Zusammenhang mit dieser Aktion der Polizei steht offenbar auch die polizeiliche Durchsuchung der Räume des Zentralkomitees der Arbeitsföderation (linker Zweig der christlichen Demokraten), bei der mehrere führende Mitglieder der Arbeitsfödcration ver- haftet und die Originale der Protokolle und Ent- fchließungen der lebten Parteikonferenz beschlagnahmt wurden. Wanderung in Die Osterfahri d< Brücken berg, g. April.(Eigenbericht.) Da» Riesengebirge in Aufruhr! Der Sturm jauchzt, donnert. brüllt über den Kamm. Er wird zum Orkan. Erst bringt er Eis- regen, dann Schnee. Cr jagt die sieben Gründe hinab, die nach Spindlermühle führen. Er tobt den Melzergrund herauf und den Riesengrund in die Tiefe, an der im dicksten Nebel stehenden Schnee- koppe vorbei. Windstöße werfen die Schneemassen hoch und schütten sie über uns aus.. Minutenlang klatschen uns tausend feine Eis- nadeln ins Gesicht. Die Wintersportabteilung d«s Reichsbanners hat trotz dieses Wetters ihr« Osterfahrt durchgeführt. Wie man auf den Bauden erzählte, waren viele Gäste vorzeitig abgereist, weil die Sonne sich versteckt hatte, und nur diesem Umstände verdankte es die große Schar der Osterwanderer, daß sie überhaupt noch Unter- kommen fand. Die Reichsbannerleute waren Karfreitag» früh von Brückenberg aufgebrochen. Der Kamm wurde bei der Prinz- Heinrich-Voude erreicht, beim Mütagstein vorbei führte der Weg über die Kleine Sturmhaube zum Spindlerpaß hinab, der tiefften Einsattlung des Gebirges. Nach Spindlermühler, dem großen Luftkurort auf der tschechischen Seite gab's dann ein« flotte Abfahrt. Der zweite Tag brachte mühseligere Arbeit. Den Ausstieg auf den Komm nahm man durch den Weißwassergrund, der des Winters wegen der Lawinengefahr nicht unbedenklich ist. Die Bergwände ragen rechts und links steil empor, für den Fußgänger nur einen schmalen Pfad lossend. Hier blies der Westwind schon ganz an- ständig, aber es wurde erst ungemütlich, als man sich der Renner- baude näherte. Je höher man kam, desto dicker wurde d er N e b« l, als die Kammhöh« erreicht war, hatte er sich in eiskallen Regen verwandelt, der alle Kleider durchnähte und selbst den Inhalt der wasierdichten Rucksäcke nicht verschonte. Durch den Blaugrund senkte sich der Weg wieder nach Petzer hinab: zuerst war die Abfahrt leidlich, zuletzt aber mußte ein steiler Hang ge- nommen werden, der manchen Sturz brachte. Es war in dem langgestreckten Dorf schwierig. Quartier« in so großer Zahl zu er- halten. Es gelang erst in dem benachbarten Aupa.«in Wirt stellte Bettzeug zur Verfügung, es wurde ein Masienlager eingerichtet, über da» man kreuz und quer zum Trocknen der Sachen eine Leine spannte. Di« bisherigen Mühseligkeiten waren aber nur ein Vorspiel zu den Anstrengungen des letzten Wandertage». > Schneesturm. s Reichsbanners. Die höchsten Erhebungen des Gebirges mußten erstiegen und über- quert werden. Durch den Blaugrund ging es stell aufwärts, bald nützte aber weder das Zickzacklaufen noch der Grätschschritt etwas, die BreUer mußten abgeschnallt werden. Schritt vor Schritt arbeitete man sich durch den verharschten Schnee in die Höhe, der Nebel wurde dunkler, der Sturm schwoll an. Endlich war die Brunnbergbaude erreicht. Nach kurzer Rast hieß es weller- marschieren, denn am Nachmittag de» Ostersonntags war das Zu- fammentreffen mit den in Brückenberg zurückgebliebenen schwächeren Skiläufern oerabredet worden. We Höllengeister schienen losgelösten zu sein, als auf etwa ISVÜ Meter Höhe der Brunnberg erreicht und man der Weile des Koppenplans ausgesetzt war. Hier herrscht an Feiertagen ein äußerst reger Verkehr. An den Markierungsstangen enllang glellen die Sklläuser zu Hunderten an einander vorüber, sich gegensellig begrüßend und aufmunternd. An diesem Ostertoge aber war für einen Gruß kein« Zell, höchstens, daß man sich alle paar Minuten anrief, wie weit es noch bis zur nächsten Baude sei. Den Kopf dem Sturm eillgegen, die Schneebrill« über die Augen, so stemmre man sich dem Wetter entgegen. Schlimmer kann es in der Gegend des Nordpols auch nicht zugehen! Endlich ist die schützende Prinz-Heinrich-Baude erreicht, wo ein fröhliches Wiedersellen gefeiert wird. Am Nachmlliag gehl es dann wieder ins Tal hinab. Zunächst noch eine halbe Stunde den Kanrmweg entlang bis zur Hampelboude, noch«inmal den grausamen und doch so herrlichen Riesengebirgswinter auskostend, und endlich die Krönung des Ganzen, die Schußfahrt nach Brückenberg ins Standquartier des Reichsban- n e r s. Der Abend vereinigte die ganze Schar zu einem fröhlichen Beisammensein, wobei die Abenteuer dieser drei Tage noch einmal besprochen wurden. Am Ostermontag lag eine starke Deck« neu- gefallenen Schnees bis nach Krummhübel hinunter, man tonnte an den Hängen Stemmbogen und Telemark üben, man unternahm kleine Aufstiege und sauste in sicherer Fahrt die Rodelbahn hinab. Am Nachmittag»nutzte die Heimkehr angetreten werden. In bester Derfastung, den Leib gekräftigt, die Lungen geweitet. die Seele erfrischt, langte die Wintersportorbteilung des Reichsbanners zur Nachtzell in Berlin wieder on. Es war ein herrlicher Abschied vom Winter. Euxeo Präger. Farmer Langkopp vor Gericht. (Fortsetzung von der I.Seite.) erlaubten Waffenbesitz, näinlich den Revolver, mit dem Langkopp drei Schüste abgegeben hat. Bei der Verlesung der Personalien stellte der Borsitzende fest, daß Langkopp einmal wegen Diebstahls und Loof wegen Bellelligung vorbestraft sind. Sehr weitschweifig begann Heinrich Langkopp seinen Lebenslauf zu erzählen. Er ist in Verden o. d. Aller geboren, fein Vater hatte dort Grundbesitz und eine Schuhmacherei, später zog die Familie nach Hannooer, wo üatKjkopp die Bürgerschule und Höhere Handelsschule besuchte. Nach seiner Lehre erhielt er eine Stellung als Reisender. Sein stärkster Iugendwunsch war, in dos Ausland zu gehen uird fremde Völker uäd Sitten kennenzulernen. Er sparte all sein Geld, bis er genug zusainmen hatte, um nach Iohannisburg zu gehen. Als er dort l4 Tage in Stellung vmr, brach der K a f f« r n k r i e g aus. Er ging mit, um holländisch zu lernen und recht bald Bürger des Standes werden zu können. Mit dem Vieh, das im Kriege erbeutet wurde, machte er seine ersten guten Geschäfte. Außerordentlich langatmig schilderte der Angeklagte die Vorbereitungen zum Burcnkrieg. der nach seiner Ansicht wegen der Habgier der englischen Hochfinanz nach den Gold- minen entstanden ist. Auf die Mah»rung des Vorsitzenden, nicht zu weitschweifig zu werden, erklärt« der Angeklagte, daß er alles sagen müsse, was fein Inneres bewegt hat. Als Freiwilliger zog er mll den Buren mit und fing bei Friedensschluß geschäftlich wieder von vorn« an. lSVö ging er nach Deutschland, um hier wieder einmal ein Weihimchtsfest mitzumachen. 50000 M., die er sich erworben hatte, gingen gerade oosher an Maisgeschäften verloren. Bald kehrte er zurück und ging nach D a r- E s- S a l a m in Ostafrika. Nachdem er dort lange bei der Bahn gearbeitet hatte, zog er ins Hochland nach Iringo. Dort s i e d e l t e er sich an u»ll> organisierte nach einem nochmaligen kurzen Besuch in Deutschland einen großen Diehhandel, on dem er viel Geld verdiente. Langkopp schildert« sehr lange, wie er es verstanden hat, Geschäfte zu machen und welch« Erfahrungen, die keine Behörde ihm entschädigen könnte, er dabei gesammelt hätte. Besonders gut verstand er es, mit den Schwarzen umzugehen, so daß er sehr oft als Vermittler für die Bahn und andere Behörden arbeitete. Er kam soweit, daß er jährlich 25000 M Ein- kommen hatte. In Jringa besaß er«in g r o ß e s Geschäfts. Haus undT zehn Stunden davon entfernt eine 500 0 Morgen große Farm mit sehr viel Viehbeständen. V o r�.: Wie schätzen Sie Ihr Dernrögen bei Ausbruch des Krieges?' A n g e k l.: Damals hatte ich ein Vermögen von imgesähr 30 000 Mark und Häuser, Grundstücke und sehr viel Vieh. wenn ich da» alle» zusammen auf ekwa 100 000 M. geschäht habe. muß Ich doch sagen, daß diese Summe in Afrika viel mehr bedeutet, als in Deutschland. Im übrigen sind all« die Fragen dieser Ausstellungen so schwer, daß ja selbst das Justizministerium ein Jahr gebraucht hat, um sich in die Materie einzuarbeiten. Ich habe alles nach bestem Wissen angesagt und bin, wie immer in meinem Leben, vollkornmen ehrlich zu Werk« gegangen. Ich hatte 4 00 Rinder auf der Weide, viele Reitpferd«, und meine Frau hotte ein« große Dienerschaft. Man lebt« bei großem Einkommen einfach und solide. Wenn ich den wirk- lichen Schaden berechne, kommen ganz andere Summen heraus. Während sich Langkopp auf kurze Zell mit seinem Verteidiger au« dem Saal entfernte und draußen ein« Zigarette raucht«, wurde inzwischen der Mitarrgeklagte Hans-Ioachim Loof vernommen. Loof wurde in Pommern geboren, besuchte in Berlin viele Schulen bi« zum Einfährigen und wurde dann Landwirt. Im Kriege erlitt er bei Verdun einen Nervenzusammenbruch und arbeitete danach als landwirtschaftticher Berater.— Als der Angeklagt« Loof sodann von seiner Bekanntschaft mit einem gewisten Peter Lorenz sprach, der einen neuen Sprengstoff erfunden hatte, hiett es der Vorsitzende für erforderlich, daß auch Langkopp, der Lorenz ebenfalls kannte, wieder anwesend sei. Während man hinausschickte, um Langkopp in den Saal zurückzurufen, erhob sich ein Mann im Zuhörerraum und hielt on das Gericht ein« Ansprach«: Hoher Gerichtshof, die Angeklagten sind unschuldig. Vors.: Sie haben zu schweigen. Der Mann fuhr fort: Di« Angeklagten find beide unschuldig, schuldig sind— V o rs.: Wenn Sie nicht sofort still sind,»verden Sie htnousgewiesen. Der Mann setzte sich darauf. Inzwischen war Langkopp wieder im Saal erschienen und schilderte nun weiter sein« Erlebnisse bei den Kämpfen der Schutztruppe. Er habe die Der- pflegung geregelt, sein Bieh zur Verfügung gestellt und auch dos Bargeid ausgeliefert. Im Juni 1017 mußte der Truppenteil, dem er angehörte, sich ergeben(Langkopp tadelte sehr scharf und wieder- Holl die Kriegsführung dieser Abteilung, die gegen seine Rat- schlage gelvesen sei). Cr sei 1917 in das Represtalienlagor nach Aegypten gekommen und dort 1% Jahr geblieben. Frau und Kind waren vorher schon von den Engländern interniert worden. Ich empfand es damals sehr komisch, daß die Beamten von der Regie- rung Geld bekamen und sich alles erlauben tonnten. Für uns, die wir unser Geld geopfert hatten, hatte die Regierung nichts übrig. Sa»vor es auch mit den Frauen. Die Beamtenfrauen bekamen Unterstützungen von der Regierung. Das ist Ungerechtigkeit! Im Kriege hat die Regierung für Beamte und Zivilpersonen gleichmäßig zu sorgen, da gibt es nur Deutsche.(Bravorufe im Zuhörerraum.) Germanischer Ordnungssinn... ... der sich gegen Finanzbeamte avstobt. Iu Itzehoe(Holstein) wird demnächst ein Prozeh gegen etwa i 60 holsteinische Bauern beginnen, die durch Zusammenrottung und Gewalt gegen Beamte Pfändungsniatznohmen der Steuerbehörden oerettell haben. Die„Deutsche Zeitung' singt schon iin voraus das Loblied der Angeklagten: «Es Ist ein eigenartiges Bild, deinnöchst diese ruhigen hoch- gewachsenen Männer, blond und blauäugig, denen g e r- manischer Ordnungssinn und Lieb« zur Heimat tief Im Herzen sitzt, vor dem Strafrichter aufnuirfchieren zu sehen... Daß zehn Nachkriegsjahre es fertig brachten, durch die Neuord- nung der Dinge in der bäuerlichen Gesinnung einen grundlegen- den Wandel zu schaffen, ist ein wahrhaft beschämendes Zeichen dieser Zeit.' Der Wandel der bäuerlichen Gesinnung ist in erster Linie zurückzuführen auf die skrupellos« landbündlerische und hakentreuzlerische Hetze, die der.Oberprösident Kürbis in seiner jüngsten Rede gebührend beleuchtet hat. Daß die «Deutsche Zeitung' die Resultate dieser Hetze„beschämend' findet, wollen wir uns merken. Sie hat allen Grund, sich als erste zu schämen! Oer Schlußpunkl der Komödie. Der italiciüfchc Appellatiane- gerichtshof hat die Prüfung der Wahlen vam 24. März beendet und sämtlich« Kandidaten der Liste Mussolini für gewählt erklärt. Calles siegt. Rückzug der Mexikorebellen.- Jiminez geräumt. Mexiko, 3. April. SUrrh einer Meldung aus Chapultcpek räumen die Aufständischen Jimiaez und ziehe« sich in nördlicher Richtung zurück. Flieger der Bundestruppen versuche« ihnen den Rückzug abzuschneiden, indem sie ihre Züge mit Bomben bewerfen. Bon der Regierung wird der Sieg über die Rebesien in Jimiuez als gleichbedeutend mit dem Zusammen- bruch des Aufstandes im Norden bezeichnet. Nach einem gleichzeitig ausgegebenen, durch Geueral Calles iibermitteltcn Fliegerbericht über die Kämpfe um Ziminez sind durch Zerstörung einer Brücke nördlich der Stadt acht Eisenbahnzüge mit flüchtenden Aufständischen aufgehalten worden. Die Verluste der Gebellen. Mexiko, 3. April. wie Calle, der Regierung milteitt, hoben die Vundeslruppen bei den Kämpfen um ölminez 2 5 Tote verloren, während die Ausständischen weit grähere verloste erlitten. 50 Rebellen wurden gefangen genommen. General Almazan. der den Angriff der Regicrungslruppen auf Ziminez leilete, erklärte In einem der Regierung zugegangenen Bericht, er betrachte es als keine Ueberlreibung, zu sagen, daß die Rebellen täglich 300 Mann verlören. Die Demoralisation unter den Auf- ständischen nehme mit jedem Augenblick zu. Einer weitere« Meldung Almazans zufolge, haben die vundeslruppen unter dem Befehl des Generals Ortiz um 4 Ahr nachmittags drei Angriffe zurückgeschlagen, die von 1300 Mann feindlicher Kavallerie aus die von Ortiz gehaltene Stellung unternommen wurden. Ortiz zwang den Gegner nach vierstündigem Kampf zum Rückzug, zersprengte die feindliche Kavallerie und brachte den Aufständischen schwere Verluste bei. Mexikanische Bomben auf eine amerikanische Stadt. Raco(Arizona), 3. April. Flugzeuge der Aufständischen unternahmen heute einen Luftangriff auf die angrenzende mexikanische Stadl Raco- Sonora und warfen vier Bomben ab. von denen zwei auf der amerikanischen Seite einschlugen und im Geschäflsviertel zahlreiche Fensterscheiben zerlrümmerlen. Ein amerikanischer Knabe wurde durch einen Bombensplitter verwundet. Der Luftangriff der Aufständischen aus Raco-Soaora. das von 12 000 Mann Vundeslruppen beseht ist. begann am Sonntag. 3ns- gesaml wurden 19 Bomben abgeworfen'und auf der mexikanischen Seile zwei Personen getötet ftnd vier verwundet. Der Abwurs von mexikanischen Bomben auf die amerikanische Grenzstadl Raco dürste die vereinigten Staaten veranlassen. weitere Maßnahmen zu treffen, um eine Wiederholung eines derartigen Zwischenfall» zu verhindern. 3m Staalsdeporlemenl wurde angedeutet, daß Generalmajor Lassitee, der Kommandeur des 8. Korpsbezirk, in San Antonio. Flugzeuge von den fexianifcheu Flugfeldern nach Jtoeo beordern werde. Spion wird verabschi�dei. Entlassung Lembourns aus dem dänischen Heer. Kopenhagen, 3. April.(Eigenbericht.) Aus Meldungen der dänischen Presse ergibt sich, daß die ins- besondere von der Sozialdemokratie geforderte Verabschiedung des wegen Spionage in Deutschtand zu Zuchthaus verurteilten dänischen Hauptmanns Lembourn unmittelbar bevorsteht. Schreckschüsse der Reichsbahn. Hugenberg gegen Achtstundentag. Unter der netten Ueberschrift„Ein kostspieliger Vorschlag Severins s' bringt„Der Tag' eine Aufrechnung der Reichsbahngesellschajt, wie viele Millionen Mark die Ein- sührung de» Achtstundentages bei der Reichsbahn jährlich erfordern würde. Nicht etwa well sie den Achifttindemag nun endlich einführen will, was sowohl!m Intercss« ihrer Arbeiicv und Angestellten nicht nur, vielinchr auch im Interesse der Der kehrssicherheit recht notwendig ist, sondern deshalb, um ihre Wcigc- rung gegen die Einführung des Achtstundentags zu motivicreiv Dcr Reichsinnenminister S e v e r in g hat bekanntlich den Achtstundentag für die Reichsbeamten«ingeführt. Darüber hinaus soll er «In Memorandum verfaßt haben, den Achtstundentag auch bei der Reichspost und der Reichsbahn einzuführen. Dagegen werden nun die Minen gelegt. Anstatt einer„Verbilligung der Reichsbahn- tarif«, glauben qewili« Regierungsstellen andere Wege gehen z» sollen'. „Man will aus sozialpolitischen Gründen den Eisenbahnbeamten wieder die 4Sstündlge Arbeitswoche geben.' Für die Verwallung der Reichsbahngesellschaft scheint das ganz unausdenkbar und so flüchtet sie denn in die Oeffenllichkeit des „Tags', in der zutreffenden Voraussetzung, bei Hugenberg just das rechte Verständnis gegen den kostspieligen Dorschlog des jozialdcmo tratijchen Reichsinnenministers zu finden. „Man'(wer sst„man'? R. d. ,.A.') hat berechnet, daß die Einführung der 48>Stunden-Woche die Reichsbahn zwingen würde. 72000 Mann neu einzustellen, die den Etat der Reiche- bahn mit Mehrausgaben von 267,3 Millionen Relchsmark belasten würden. „Man' hat dabei zunächst die jetzt etlva 26 000 Mann starke Reserve der warke�eldempsänger vergessen, die heute 80 Pro-. ihres Einkommens von der Reichsbahn beziehen, ohne dafür irgend etoas zu tun. Die Heranziehung des größten Teils dieser bc- zahlten Reserve zur Dieustleistung bedeutete immerhin schon eine ziemlich« Entlastung der Deschästigten. Es wären also weit weniger Neueinstellungen erforderlich ui»d so auch die Kosten wesentlich ge- ringer. Sagen wir: die Hälfte der angegebenen 267 Ml!- lionen, darin dürfte es ungefähr stimmen. Die Reichsbahnverrvaltung hat offenbar doppelte Buchführung über die Arbeitszeit in ihren Beirieben, wie z. B. bei der Bahn- Unterhaltung. Fordern die Gewerkschaften die Verkürzung der Arbeitszeit, dann wird ihnen„nachgewiesen', daß die Arbeitszeit ja ohnehin nur acht Stunden betrage, um die Forderung als über« flüssig erscheinen zu lassen. Dreht es sich jedoch ernstlich um die Einjühising der Achtstundenschicht, dann berechnet„man" d i« Kosten, die durch«in« Verkürzung der Arbeitezeit von 54 Stunden in der Bahnunterhaltung auf 48 Stunden wöchentliw entstehen würden. Mtt den Eisenbahnern begrüßen wir den als kostspielig ver- jchrienen Vorschlag Seoerings auf Einführung des Ach! stundentags bei Reichspost und Reichsbahn durch '___ Die Tragödie der Arztgattin. Zu der Tragödie, die sich am Dienstagabend m der Wohwing des Arztes Dr. Markus in der Weberstr. 36 abspielte und über dt« wir berichteten, erfahren mir, daß das Nein« Mädchen noch lebt. Das Kind sst einer Operation unterzogen worden. Doch besteht noch äußerste Lebenzgefahr. Die Gründe, die die Frau 'zu der furchtbaren Tat veranlaßt««, sind offenbar In ihrer Mütter- liebe zu suchen. Nach der Ehescheidung hatte sie Zweifellos gehrfft, daß das Töchterchen dauernd bei ihr bleiben»vürde. Auch die zeitweilige Trermung von dem Kinde erschien ihr unerträglich- Als keine Aussicht bestand, die eheliche Gemeinschaft wieder herzustellen, befürchtete sie, daß das Kind ihr entfremdet würde und be- schloß, aus dem Leben zu scheiden und das Töchlerchen nri zunehmen- Ihr überreizter Nervenzustand hat sie die Verhättnissc wohl allzu pessimisttsch beurteilen lassen. Immer wieder Zensur? Theater uud Rundfunk. Um di«„Pioniere von I n g o l st a d t'. die jetzt an Theater am Schiffbauerdamm aufgeführt werden, ist wieder alle» Hand Zenfurgerede entstanden. Bewahrheitet hat es sich erfreulicher- weife nicht, denn das Stück wird weitcrgespielt, und vorgenommene Streichungen sind, wie die Theaterdirektion erklärt, auf ihre eigenen Ueberlegungen, nicht auf polizeiliches Einschreiten zurückzuführen. Anders kann es ja nach der gegebenen Rechtslag« kaum fein. Denn wenn die Polizei schon glaubt, das Verbot ganger Stücke mit Artikel 118 der Reichsverfossung vereinbaren zu können, so würde die Streichung einzelner Stellen zweifellos die Ausübung einer Zensur und demnach einen Verstoß gegen die Reichsverfassung be- deuten. Ein Theaterdirektor könnte freilich, um ein Stück vor dem Verbot zu retten, mit der Polizei über Aenderungen verhandeln wollen, die eine Aiedersreigabe ermöglichen. Das beweist jedoch nicht, daß die Polizei da« Recht hat, solche Aenderungen vorzu- ichlagen, es beweist nur, daß das bisher geübte Verfahren logischer» weise zu einer Zensur im engsten Sinn dieses Wortes führt, die eben verfaffungswidrig ist. Anders als beim Theater steht es beim Rundfunk. Hier übt die Leitung selbst eine Zensur aus, wozu sie vom Standpunkt der Verfassung aus zweifellos berechtigt ist. Fraglich ist nur, ob diese Leitung immer ihre Befugnisse in einer Weis« wahrnimmt, die mit dem gesunden Menschenverstand und dem Geiste einer freien Staats- Verfassung vereinbar ist. Das ist tn einem Fall aus den jüngsten Tagen nicht geschehen. Der Architekt Dr. Werner Hegemann— bekannt nicht nur als Bausachverständiger von Rang, sondern auch als geistreicher Schriftsteller— sollte am letzten Donnerstag im Berliner Rundfunk einen Dortrag über Gartenstädte hallen. Er reicht« sein Manuskript ein, das den großen polizeilichen Bebauungs- plan für Berlin vom yahre 1862 scharf kritisierte. Der Plan wurde „einer der verhängnisvollsten und oerurtellenswertesten Mißgriffe" genannt, da er vier Millionen Berliner zum Wohnen in Miet- kasernen verurteilte. Ferner wurde der Plan als„die Arbeit eines Unbekannte Täter haben mit einem schweren Hammer das von dem bekannten Dahlcmer Bildhauer Professor Lewy-Funlr geschaffene Denkmal„Der Kriegsblinde" in den Anlagen am Fichteberg in Steglitz schwer beschädigt. unerfahrenen Baubeamten' bezeichnet,„von dessen Leistungen die Konversationslexika verlegen schweigen". Weiter zllierte Dr. Hegemann eine Aeußerung von Professor F ritsch, wonach das Po» lizeiprSsidium von 1862 den Bauplan erledigt habe wie irgendein« ander« Aktennummer. Es sei etwa so gewesen, als wenn man di« Ausarbeitung de« Bürgerlichen Gesetzbuches einem jungen Assessor übertragen härte. Alle dies« ketzerischen Aeußerungen über da» Königlich, Polizei- Präsidium von 1862 wurden von der Leitung des Berliner Rund- funks gestrichen! Selbst die berüchrigte� österreichisch« Theater- zensur verbot nur Angriffe auf verstorbene Mitglieder der regle- renden Dynastie— aus den Gedanken, auch die Polizeipräsi- dentenallerZeitensür geheiligt und unverletzlich zu erklären, ist selbst sie nicht gekommen. Bon der Leitung des Rundfunks sind Vorkehrungen zu ver- langen, die di« Wiederkehr solcher Blamagen unmöglich machen. Aus der guten alten Zeit. Oer gefährliche Friedrich Naumann. Der Anschluß des Landes Waldeck an Preußen gibt der„Frank- suiter Zeitung" Gelegenheit zu folgender kulturgeschichtlicher Cr- innerung: Das Land Waldeck genoß dl« Auszeichnung, im letzten Reichs- tag der Vorkriegs, und Kriegsjahre durch Friedrich Naumann veureten zu sein. Al« Naumann 1913 zur ersten Wohloersainm- lung nach Arolsen kam. wagten im Gasthaus der Resi- denz fein««ig«n«n Anhänger nicht, am Tisch« de» großen Demokraten, der wahrhaftig schon schr oiel mehr als ein Politiker war. Platz zu nehmen. Es hätte ihnen(und ihren Geschäften) vom ,�os" des Fürsten ver- übelt werden können. Dieser fürstliche Diktator von Woldeck. der auf seiner Zwing- bürg mit Schrecken haust und die vor ihm zitternden Untertanen, wahrlich ein schönes Bild aus der guten allen Zell! Und seitdem sind erst sechzehn Jahre oergangen?! ya. da oerst«ht man manche«! Amerika» össrnkllchö Schuld. Nach einer Statistik de« Schatz- cnntes beliss sich die öffentlich« Schuld der Bereinigten Staaten am JL März aus 16 608 Millionen Dollar, Eine Gtudienr Einen für deuffche Universitäten wohl ganz neuen und höchst erfreulichen Weg, die Ausbildung der Hörer praktisch zu ergänzen, hat kürzlich der Frankfurter Ordinarius für Staats- und Völler- recht Prof. Friedrich G i e s e beschritten, indem er mit den Test- nehmern seiner Vorlesung über Völkerrecht am Ende de» letzten Wintersemesters eine Studienreise nach der Dölkerbundsstadt Gens unternahm Hatte die ältere Generation im völkermordenden Weltkrieg ein grausiges Praktikum des Versagens der völlerrechtlichen Einrich- tungen, die der Friedenserhaltung dienen sollten, und der Nichtachtung oder Verhöhnung völkerrechtlicher Normen erlebt, so wurde hier durch die Initiative ihres Lehrers den Rcchtsstudenten von heute Gelegenheit geboten, einen lebensvollen Einblick in die Arbeit heutiger völkerrechtlicher Jnstitulionen zu gewinnen. Erfreulich und oerdienstlich um so mehr, als ja bekanntlich die heutig« akademische Jugend— wie innenpolitisch vielfach zu sehr rückwärtsschauend— auch diesen außenpolitischen Dingen mit oft übergroßer Skepsis und Abneigung begegnet. Gewiß ist der Ausbau und die Tätigkeit des Völkerbundes in seiner setzigen Gestalt und vor allem das Maß seiner Macht gegenüber anderen Machtfaktoren dieser Erde nicht dazu angetan, letzte Zweifel an der Enlstehung kriegerischer Konflikte völlig zu beheben, aber vielleicht werden die jungen Akademiker doch die Empfindung gehabt haben, daß man dort Möglichkellen zu schassen versucht, um Katastrophen, wie die Welt sie von 1914 bis 1918 erlebte, zu verhindern durch Schaffung und Anwendung neuer völkerrechtlicher Normen und Bindungen. Daß sie den ungeheuer- lichen Unterschied des heutigen Zustandes gegenül'er dem doch recht geringen positiven Völkerrecht der Vorkriegszell vielleicht nicht ganz persönlich zu erfühlen vermochten, ist der Vorteil und Nachteil ihrer Jugend. Auf der Hinreise verweille man anderthalb Tage in Bern. wo der deuffche Gesandte, Genosse Dr. M ü l l e r. für di« Studien- gesellschoft in seinem schönev Heim„auf exterritorialem deutschen Boden" in freundlichster Weis« einen Empfang veranstallet«. Der erst«„Arbellstag" war«in„Praktikum" des Staats- und Der- fasiungsrechts, das die Eidgenosienschoft zum Gegenstand« hatte. Nach einem einführenden Bortrag des Berner Stoaterechtslehrers Prof. Burckhardt über eidgenössisches und kantonales Staats- recht, wobei besonders auf das— dort zum Teil noch in seiner Urform herrschende— demokratische Prinzip Bezug genommen wurde, wohnte man der Eröffnungssitzung der Frühjahresession des Neues Theater am Zoo. Herr Zdenko von Kraft hat ohne Federlesen, aber mll nicht sehr erlesener Feder ein Lusffpielchen geschrieben:„Drei wetten um Eva." Die Spieler sind der Galle, ein Dichter und der letzt«, der ein« Brieftasche, doch keinen rechten Kopf hat. Sieger bleibt der Dichter, der dem Gallen die Hörner auffetzt. Da der betrogen« Mann über 50 Jahre und außerdem«in fürstlicher Theaterintendant ist. scheint er sein Schicksal zu oerdienen. Herr von Kraft wünscht das Lusffpiel unter die Sportrekords einzureihen und berichtet, daß er es in einer Woche fertigbrachte. Darauf wäre mll dem allen Lateiner zu erwidern:„Cacatum non est picturn." Di« Komödie wird trotzdem sehr munter heruntergespielt von dem anmutigen Fräulein Dernburg und den Herren M a m e l o ck, Zech-Ballot und Klubertanz, die allzu banale Worte und abqebraucht« Kastnopointen mit graziöser Akrobatik jonglieren lassen. _ M. H. Menjou als Maharadscha. Universum. Ein« reizend« Parodie auf Maharadscha» von Piel» und Tot- naes' Gnaden, auf dämonisch« Frauen und auf das„glückllche Ende". In diesem„Maharadscha von Domelanien" spiell Adolph« Menjou einen kleinen Reouestatisten, der während einer Nacht die Rolle eines indischen Fürsten in lebewell- lichen Lokalen übernimmt und alle Leute täuscht, sogar waschechte Inder. Mll souveräner Ironie machen sich hier die Amerikaner über die Heldenpose in Uniform oder tn exotischer Tracht luftig, über«in« Pose, die sie übrigen» selbst sehr gern bewundern. Aber die Parodie geht noch weiter. Der ganze mondäne Filmbetrieb, die notwen- digsten Requisiten der Wirkung auf kindlich« Gemüter, wie Eleganz, adlige Namen, Revue und edles Herz, werden hier sanft und zart lächerlich gemacht, dazu noch die Servilität des guten Bürgers allen Titeln gegenüber.' Robert H e n l« y, der Regisieur, und Adolphe Menjou sind so diskret, daß sie sich mll Andeutungen begnügen, in manchen Szenen schon zu diskret, denn«in von Filmroutllt« unbelasteter Zuschauer könnt« di« Dorgänge für blutigen Ernst nehmen. Der Film zeigt eine sehr kultivierte Haltung und liefert einen neuen Beweis für die tiinstlerische Leistungsfähigkeit der amerikanischen Produktion.- F. S. „Oer rote Kreis." Capliol. Das auf Detektiv-Schauerdramatik eingestellte Publikum kann zufrieden sein, denn alles Räffelraten bleibt erfolglos und der Ab- schluh ist verblüffend. Der Film ist nach einem Roman des ge- schäftekundigon Edgar Wallac« gemacht. Durch di« Manuskript- bearbellung kamen viel« Längen und böse Unwahrscheinlichkciten in den FUm hinein, aber die Spannung blieb. Das Publikum ist natürlich angenehm berührt, als die Entlarvung des Schwer- Verbrechers, der Mörder, vertrauter Freund seiner zahlreichen Opfer. Detektiv und Bantdirektor In einer Person ist, ausgerechnet einem kleinen Mädel gelingt. Der Verbrecher nimmt auch den Hut ab vör dieser Frau. Im erhellten Zuschauerraum aber wirft sich irgend» ein kleines Mädchen, das sein« ganze Lebensweisheit aus dem Kino holt, ftolzbewußt in di« Brust. Ja, di« Frauen sind schlau! Eigentlich fft dos aber nur der Regisieur Friedrich Z e l n i k. der auf seiner ewigen Jagd nach einer Bombenrolle für' Lya Maro an den roten Kreis geriet. Lya, gut an» und ausgezogen, glänzt von der ersten bis zur letzten Szene. Genau solch Blender wie sein Star ist Friedrich Zelnit selbst. Was kümmert ihn der Film'mhalt, was kümmert ihn das Ringen um ein Kunstwerk. Ohne das letzte große Können zu besitzen, hat er stets di« Zuschauer für sich.-Er ist vollkommen optisch eingestellt, er versteht sich auf tausenderlei Mätzchen und Gefälligkellen-und schafft daher immer einen flüssigen, sogenannten Pubkikumssilm. Albert S t e i n r ü ck sieht man noch einmal als interessanten Gestalter in der Rolle eine« irrewerdenden Geizhals««. Fred Louis Lerch gefällt al» der Liebhaber mll den eise nach Genf. Schweizerffchen Bundesparlaments bei. Zufälligerweise stand dort gerade ein besondere für Juristen und für Deuffche— da man sich sa auch bei uns soeben mll der Schaffung eines neuen Strafgesetz- buche» befaßt!— hervorragend interessanter Gegenstand auf der Tagesordnung: Entwurf eines Schweizerischen Strafgesetzbuches (über das, nebenbei bemerkt, bereits mehr als zehn Jahre parla- mentarisch beraten wird). In G e n f waren es zwei Hauptziel« des Studienaufenchalls: da» Völkerbundssekretariat, wo gerade— man hatte es wirklich sehr gut getroffen— die hochbede utsawe Ratstagung über das Minder- Hellenproblem, welcher die Anträge Deutschlands und Kanadas zu- gründe lagen, ftallfand, und das Internationale Arbeitsamt. Im letzteren wurden den Studenten von deuffchen und ausländischen Mllarbellern Borträge über die verschiedenen Arbeitsgebiet« des Amtes geHallen, und der Direktor desselben, Genosse Albert Thomas, selbst ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich in einer Ansprache zu begrüßen, in der er seine wcllanschauliche Stellung zu seinem Amt den Hörern eindrucksvoll nahebrachte. Den Höhepunkt der Reise bildet« die Teilnahme an der Ratssitzung, in welcher di« deutschen und kanadischen Borschläge zur Minderhellen- frage diskutiert wurden. Man hört« den Vertreter des Britffchen Wellreichs, Sir Austen Chamberlain, man hörte Dr. S t r e s e- mann erwidern, und man genoß die geistvollen, wenn auch bei dem Ernst de» Themas allzu sarkastischen Bemerkungen eines B r i a n d, der ja von vielen als der beste Redner Frankreichs de- zeichnet wird: Eindrücke, die den Teilnehmern unvergeßlich bleiben werden. Die Besichtigung der schönen und geschichtlich bedeutsamen Stadt— mit besonderem Interesse besuchte man die Stätte, wo die Genfer Konvention(Rotes- Kreuz- Abkommen) geschaffen wurde—, ein sehr freundlicher Empfang im Internationalen Sw- dentenclub durch di« Rechtswissenschaft Studierenden sowie ein wei- terer durch die deutsche Kolonie ergänzt« den Ausenthall in schönster Weise. Es muß noch betont werden, daß sowohl die schweizerischen Lc- Hörden wie alle Instanzen des Völkerbundssekrewriat« und des Internationalen Arbeitsamtes, sowie nicht minder die diplomatischen und konsularischen Bertreter des Deuffchen Reichs w- höchst eni- gegenkommender Weise bemüht waren, der Studiengesellschaft Er- leichterungen zu verschaffen und den Zweck ihrer Reise zu fördern. Es wäre zu hoffen, daß dem Vorgehen Prof. Giefes andere Dozenten folgten. schönen Augen, und Steward Rom« ist der stets beherrschte Mensch, ber gewallig imponiert, da man solche Persönlichkcllen, die die Nerven nie verlieren, weder in der Verbrecherwelt, noch in der Gesellschaft anzutreffen pflegt. e. b. April! April! Am Sonnlag Halle die Kunsthandlung Nierendorff sämlliche Berliner Kunstkritiker telegraphisch davon in Kenntnis gesetzt, daß am Montag in ihren Räumen die Dorbesichtigung einer Ausstellung omerikanffcher Drahtkunst stattfinden würde. Das Telegramm kün- digt« ein großes Festessen, Musik, Tanz und sonstige Ueberraschungcy an. Die Kunsthandlung Halle die Ausstellung sorgfällig vorbereitet... aber die Kunstkritiker erschienen nicht. Ein Telephon- anruf bei einem Krlliker ließ erkennen, daß die Einladung als Aprilscherz betrachtet worden war, und selbst dieser Anruf vermocht« das Mißtrauen nicht zu zerstreuen. Auch die glänzende Perspektive des Festessens verfing nicht. Erstarkung der Wiener Dolksbühnen-Bewegung. Der Zusammenbruch des Karl-Theaters, das sich auf die Orga- nisallon einer Wiener Volksbühne stützen wollte, hat der Bewegung selbst nichts geschadet. Man kann im Gegenteil, wie aus Wien berichtet wird, jetzt die Beobachtung machen, daß die Bestrebungen zur Organisierung eines Abonnentenstammes im Rahmen einer Volksbühnenbewegung festere Form gewonnen haben Der Wiener Gemeindeverwaltung wird ein Antrag vorgelegt werden, daß, statt künftighin di« Wiener Theater einzeln und wahllos zu subvenffo- nieren, bestumnte Theater von der Gemeinde in Regie übernommen werden sollen, für die ein« Wonnentenorganisation die Unterlage schafft. Als erstes Theater denkt man dabei an die Ucbernahme der Wiener Volksoper durch die Gemeinde. „Wegen Idealismus" abgesetzt. Di« Leitung des Künstlerisch-Technischen Instituts in Moskau hat di« Entlassung von zehn Professoren beschlossen. Begründet wird diese Mahnahme dadurch, daß vor einigen Jahren infolge Mangels an geeigneten Lehrkräften Professoren ernannt worden feien, die„zur allen Generation der Kunsthistoriker gehörten und eine schroff idealfftische Weltanschauung in ihren Vorlesungen zum Ausdruck brachten". Anschauungen dieser Art, die der materialistischen Weltanschauung des Bolschewismus widevsprechen, könnten in einem Institut nicht geduldet werden, das gerade dazu berufen ist, die philosophffchen und künstlerischen Anschauungen der Studenten zu formen. Ein unterirdischer See im Kaukasus entdeckt. In der Umgebung der Stadt Kutals im Kaukasus wurde bei der Legung eine« Eisen- bahntunnels ein unterirdischer See entdeckt. Wie nach Moskau be- richtet wurde, gibt es in dem Wasser dieses Sees ein« bisher unbe- kannte Art von Fischen, die augenlo» ist. In nächster Zeit wird sich eine wissenschaftliche Kommission zur Erforschung de» Sees na dienten Ruhe in der Halle. Ein großes Erlebnis liegt hinter uns. E r i ch A l s r i n g h a u s. Weiler für Berlin: Teils walkig, teils heiler, ohne erhebliche Niederschläge, nachts Frost, auch am Tage sehr kühl, nördliche Winde.— Jflt Deutschland: Im Süden noch Niederschlöge, im Norden Besserung, überall Nachtfröste. alec. Liehlspiele usw. J JP.�.»»» � r jj" Mittwoch, jL 3 9. Stuafs-Oper Unter d. Linden A.-V. 86 19'/, Uhr Mittwoch, d. 3:4. Stadl Oper Bismarcks ir Turnus IV 19": Uhr Staofs-Oper Am PULRepubi. R.-S.T8 JO Uhr fiüeiio Staat). Sdiaosph. im GeedinD'-nnurki Karl o.Anna Stiatt.Scbiller-Tliealer.Ciiaritb. 20 Uhr Pietro Aretfno H(Jiir 5 Barbarossa 9256 1 CROCK und das große April-Programm| "" CASINO-THEATüh•>>. Lo t n i» Atrnbe Der neue Schlagen „Eine ungelieftte fpau" und ein erstklassiger bunter Teil. 1 6 Uhr• Zcntr. 23tfl» Baadini erleidn DODGE TWINS 1 Die berQhmtcn Rente* Zwillinge | BERN ARD&RICH TanisnnsBtlBn HARU ONUKI JapuiUcbe Opern-IMva und weitere internationale I Variete'BerQlinitbeiten SamowskHöbnen Theater in der KOnfggrEtxer StraQe T 1*1 ich SVi Uhi Riva I en Komödienhaus Täglich H Uhr Oia Orei-OnutiieB- Opir I heaier am UolfendorfplaH r.ieiieh sv» h Revolte im Erzletinnsshaus 8V« des Theater Westens iine| Oer größte Erfolg Serline Friederike Mufit non Cebac Srtta o. Theilmann Sari Ziegler, Staaisnprr Wien Amftedl, lim bürg, Vor«.«tWMer, 3Mpcrw«us See, «aife ammterbr, Siei>wi.»Zia.7»8e Keichshallen-Thealer m.[TT] mr. sonnlag lladuu QQ nur Sielflner sanier Du voaderroiie April rrogramm I Nachm. ha.be Preise. önhor»- Breti 10 Nummern! Ronxsrt ✓ Tanr. Renaissance- Theater ilaidsna.tittr i lel. Ilcmi. 901 u. 2813184 8V» Uhr Taglldi a<,'«Uh. Max 8»allenbero „Das große ABC" von Marcel Pagnol Reg: Bast Bartani. taPremlereaiicgtn. Kleines Tbeam Täglich 8". Uhr 2310 Ende geg. 10 Die Ursache Schauspiel v Leonhard Frank Regie; HansOeppe. S'« TheatTara srnilfhaoerdamm. Norden 1141 u. AI. Pioniere in ingc'stadt (Soldaten u. Diensi- mädchen) v.MarleluiseFleiSer Regie: Jakob Geiß. Bühnenbilder Kaspar Neher. Lastspieltiaos 8t« Uhr a'ledsraunre'ei Gniilo Thielscherl Weekeno im Paradie R ose-Thsatei ir.fri.flirttr 8.13) b'A Uhr DniilteSdüiMilD Planeiarium am Zoo— :'*■ il. luaiimnsiu-.iin Noll. 1878 16"« Uhr Stsrahlmmal de« Frühjahr« 18'« Uhr Sterablldei und Wettbau 20"« Uhr Wunder des «adlichen Himmels Tägl. außer Montags u Mittw. Erwachs 1 Mk-, Kinder SO Pf. Mi iw.: Erwachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf. ftiaila-l Realer dresdener>tr. 72-73 8 Uhr „Oelranscli" Lessing-Theater Täglich 8 Uhr S x Hochzeit. S Uhr TIglidh S Uhr S;is3nscli!aB unwithmifl. T.April. Leb'« boxende Bären Fliegende Affen, Spanische Kampfstlere am Acros, oid Uta übrtaen groBaa ittraklloaen< äleilage Mittwoch, 3. April 19Z9 SivAdimS SfiaZzu±patfe sfo* l£itu>tz<& - Die vier Sergeanten von La Rochelle Ein Kapitel aus der Märtyrergeschichte der Demokratie Die Restouration in Frankreich nach Waterloo war ein Versuch mir untauglichen Mitteln, das Jahr 1816 unmittelbar auf das Jahr 1788 folgen zu lassen und ein« der gewaltigsten Umwälzungen der Weltgeschichte, die Trohe Revolution mit all ihren Nachwirkungen, zu überspring««!. Aber selbst Fluten von Weihwasser vermochlen die Flamnien nicht zu ersticken, die der lt. Juli 178!) in Millionen und ober Millionen von Franzosen entzündet hatte, u>»d aller künst- lich wicdcrerweckte Pomp und Prunk des Alten Regimes machte die soziale Umschichtung nicht rückgängig, die sich im letzten Menschen- alter in der fraritzösischen Gcsellschait vollzogen hotte. Doch da ein ebenso heimtückisches wie gewalttätiges Polizeisystem jede oüene Regung der Mihstimmung niederhielt, flüchtete sich die Unzufrieden- hcit in Geheimgesellschaften. die in durchweg aussichtsloser Weise den Sturz der Baurbonen- herrschast vorzubereiten unternahmen. Diese im Dunkel arbeitenden Organisationen hatten die oft seltsamsten Namen wie„Der schlaiende Löwe",„Die Geier Bonapartes",..Die schwarze Nadel",„Die guten Kinder" und„Die Loge der dreihundert Ackersleutc aus dem Felde der Witwe", aber die verbreitetsten waren„Die Ritter der F r e i h e i l" und, italienischem Muster nackzgcbildet. die„Cor- b o n a r die sich im Sommer 1821 zu einer Gesellschaft zu- sammeirschlossen. Der neue Bund war in Venten zu je zwanzig Mann gegliedert, denen stadt- oder departemcntswcise eine Zentral- venia, und für dos ganze Land die Grohvcnta und das leitende Komitee in Paris vorstanden. Ob das Ziel des Umsturzes Repu- blik, Napoleon II. oder liberales Königtum der Orleans hieß, blieb im Verschwommenen, ober wie das Ziel zu erreichen war, zeigte die Bestimmung, daß jeder Carbonaro sich ein Bajonettgewehr mit fünfundzwanzig Patronen anzuschafien harte. Ergänzten sich die Geheimgesellschaiten aus der Bildungsschicht, dem Kleinbürgertum und dem vor Rückgabe der Nationalgüter an die früheren Besitzer zitternden Kleinbauerntum, und hatten Mata- dore des Liberalismus wie Lafayette, Dupont de l'Eure und Manuel ihre chond im Spiel, so fehlte es auch nicht an auf Wartegeld gesetzten Offizieren der napoleonischen Armee, denen die Rückkehr der Bourbonen die Lausbahn abgeschnitten hatte. Sie be- tonten wohl am nachdrücklichsten, daß man, um wirksam loszu- schlagen, das Heer gewinnen nüisse. Zu diesem Ende faßte man auch das 4.?. Infanterieregiment ins Aug«, als es 1821 von Le chavre noch Paris verlegt wurde. Im Quariier-Latin kaserniert, in einem ausgesprochenen Ar- brirer- und Akademitcr-Liertel, m dem die Luft mir liberalen Ideen gesättigt war, tonnt« sich die Truppe der bourbonenseindlichen Volks- stimmung schwer entziehen, ober Schicksalsstunde ward es, als der Sergcant-Major oder Feldwebel Jean Franeois Vöries zufällig einen studierenden Jugendfreund traf, der Carbonaro war. Sechs- undzwauzigjährig, durch feine cherkynft der breiten Masse der Nation verhaftet, ein Mensch von natürlicher Grazie, feurigem Tempera- ment, zähem Bildungsdrang und unbändigem Freiheitsdurst, öffnete er seine Seele nur zu bereitwillig den verheißungsvollen Oosuvgen des Larbonarilums und warb auch nicht vergeblich unter seinen Kameraden für den Geheimbund. Bon denen, die unter dem üblichen Brimborium den Treueid auf einen Dolch ablegten, waren der Sache am meisten Hingegebon der Feldwebel P o m m i c r und die Sergeanten.G o u- bin und Raoulx, alle drei der 3. Kompagnie des II. Bataillons zugehörig, alle drei ebrllebende junge Leute von Kopf und Charakter, die in dem Beitritt zu einer Gesellschaft mit dem Ziel ,chas Wohl des Landes unter der Herrschaft der Freiheit" keinerlei Arg fanden. Aber da die politische Bearbeitung der Truppe in Paris den Vorgesetzten nicht entging, wurde das Regiment nach der kleinen Küstenieftiing La R o ch e l l c, weit von der unruhigen Hauptstadt, verlegt Zlm 22. Januar 1822 setzten sich die Fünsundvierziger in Marsch und langten am 12. Febniar an ihrem Bestimmungsort an, ohne'-oß es, wie B o r i« s seinen Vertrauten bedeutungsvoll zu- gcflüst-rt hotte, unterwegs losgegangen wäre. Wohl war dem Regi- ment, das man im Kern gewonnen glaubte, ein« Rolle bei der Erhebung der Wesldeparlements zugedacht, die sich mit Hilfe der Kavolleriejchule von Saumur vollziehen sollte: die Führung hatte«in militärischer Heißsporn, Ber- ton, General und Baron des Kaiserreichs, der noch bei Waterloo an der Spitze.einer Dragonerbrigade attakiert hatte und seitdem, wie so viele seinesgleichen, kaltgestellt war. Aber bis von den leitenden Leuten in Paris die Genehmigung einlieft lag das Regiment 43 längst in den Kasernen von La Rochellc. Dafür war unterwegs In Orleans Vöries mit Unteroffizieren der allgemein verhaßten Schweizergorde aneinandergeraten und gegen einen Wachhabenden tätlich geworden, ein böses Vergehen wider die Disziplin, dessent- wegen der Sergeant-Major auf dem weiteren Marsch dem Regiment als Arrestant folgte und in La Rochelle in Haft kam. Aus Befehl des Kriegsministeriums wurde er degradiert und nach Nantes, dem Sitz des Dioisionskommandos und Kriegsgerichts, übergeführt. Am gleichen 24. Februar schlug General B c r t o n in dem kleinen Nest T h o u a r s los und erschien mit hundcrtsünfzig Mann unter der Trikosore, einen Tambour vornweg, vor den Toren von Saumur, um freilich unoerrichteter Dinge abzuziehen, als die Stadt sich nicht sofort seinem Haufen ergab. Daft sich jetzt General B e r t o n in der Gegend von La Rochelle vor den Nachforschungen der Gendarmerie verbarg und also leicht an die Spitze eines Zlufstandes in dieser Festung treten konnte, be- schleunigte die allerdings immer noch vagen Pläne der Verschwörer Geheime Emisiäre langten von Paris an, in den Hinterzimmern des„Goldenen Löwen", der„Gäldenen Sonne", der„Goldenen Kugel" saß man mit gerunzelter Stirn beieinander, morgen sollte es losgehen, dann übermorgen, dann wieder nächste Woche. Ueber diesem Hin und Her wurde Vöries' Stellvertreter G o u b i n seinen Vorgesetzten verdächtig und in Hast genommen. Sofort sprang P o m m i e r in die Bresche, aber er verfiel einige Tage später dem gleichen Schicksal, da er in Bauerntracht sich bei Nacht aus der Kaserne schleichen wollte. Immerhin ahnte das Regimentskomma rido noch nichts von der unterirdischen Tätigkeit der Venia, die nun wirk- lich und unwiderruflich am 20. Mär; losschlagen sollte und wollte, als einer der Verschworenen, Sergeant G o u- p I l I o n, erdrückt von der Last der Verantwortung, dem Obersten alles beichtete und eine Liste der Beteiligten einhändigte. Der Kom- mandeur, Marquis de Toustain de Funbroc, ein Ci-Devant reinsten Wassers, Emigrant von 17111, der alle sein« Grade im Kampf gegen das republikanische und napoleonische Frankreich erworben hatte, drückte den Angeber mit einem Kuß— auch das ein Judas- j kuß!— an die Brust und griff nach Verständigung der Brigade rücksichtslos zu. Am Abend des Ib. März, nach Zapfenstreich, wur- den unter Aufgebot der ersten Grenadierkompagnic des Regiments 4 Sergeant-Majors, 9 Sergeanten, 6 Korporale und 3 einfache Sol- baten festgenommen. Die Verhaitung einiger verdächtiger Bürger von La Rochelle folgte. Wütend brauste der Divisionskommandeur General Des- f p i n o i s pon Nantes heran, als er hört«, daß sich die Zioiljustiz mit den Verhafteten befasse: er wallte ein Kriegsgericht, ein Kriegs- gerichr! Aber Pohern und Wettern half ihm gar nichts. Der Re- gierung Ludwigs XVIll. kam dieser, wenn auch in der Vorbereitung steckengebliebene Putsch allzu sehr zu pah, als daß sie die Gelegenheit vorübergelassen hätte, einen großen Schlag gegen die ganze Geheimbündelei zu führen. Dazu bedurfte es, statt eines Militärverfahrons in einem unbeachteten Provinzncst, eines weithin hallenden Prozesses in Paris. So erschienen, trotz der Zuständigkeit der Gerichtsbarkeit des Departements Charentc-Jnferieure, am 21. August 23 Ange- klagte vor den sorgfältig gesiebten Geschworenen des Seine- Tribunals. Unter den Verteidigern befand sich die Blüte des französischen Liberalismus, Männer, die die Zlnschauungen der An- geklagten teilten und später meist zu hohen Staatsstellungen auf- steigen sollten: zwei wurden Minister, einer Vizepräsident der Fe- brnar-Republit. Die Verteidigung der Zlngeschuldigten erschöpfte sich in einer Ableugnung aller Punkte, sei es, um dem Zlnklagevsr- treter den Beweis besten, was kaum zu beweisen war, noch zu er- schweren, sei es. um die hochmögenden Hintermänner des Komplotts zu schonen, aber den Generalstaatsonwalt d« Marangny focht diese Taktik nicht an: durch unerbittliche Strenge sich ebenso aus- zeichnend wie durch eine forensische Beredsamkeit, die den Verfasser des sechsbändigen Werks„Das poetische Gallien" verriet, appellierte er an die Zivilcourage der Jury, deren Spruch beweisen solle,„daß in der Hauptstadt der Lilien noch die Blume der Gerechtigkeit und Treue crbluht"i Die Geschworenen hielten in der Tot mit ihrer bedenkenlosen Loyalität nicht hinter dem Berge: auf Grund ihres Entscheides erkannte 3. September nach Mitternacht das Gericht gegen die v i e r H a u p l- angeklagten auf den Tod durch das Fallbeil, gegen sieben andere auf Gefängnis von zwei bis fünf Jahren und gegen die übrigen auf Freispruch. Mehr schwach als schlecht, hatte Goupillon längst seine Angeberei bereut und rief, seine Aussage zurückziehend, den Rich- tcrn zu:„Man läßt mich hier eine schändliche Rolle spielen, ich ziehe den Tod der Schande vor": jetzt weinte er, daß er, statt das Schicksal seiner Gefährten zu teilen, mit Stellung unter Palizeiauf- ficht davonkam. B o r i e s aber nahm wie seine Genossen den grau- iamen Beschluß des Gerichts mit erhobener Stirn hin, den zu Ge- fängnis Verurteilten zurufend:„Bleibt ihr am Leben, um uns zu rächen!" Um ein Haar wäre es gelungen, der Guillotine im letzten Augenblick' ihre Opfer zu entreißen, da sich der Gesängnisdirektor einer Bestechung zugänglich zeigte, aber der greise Anstaltsgeistliche verriet, ins Vertrauen gezogen, alles den Behörden. So wurden am 21. September, 19 Uhr morgens, die vier jungen Leute aus dem Gefängnis La Force in die Conciergerie und von dort um 3 Uhr nachmittags zum Gräve-Platz gekarrt Fast die gesamte Pariser Garnison stand unter Waffen, und Gcndarmen-Pikett» säumten die Straßen, durch die der traurige Zug kam. Am Fuß des Schafotts umarmten sich die Unglücklichen: dann stieg Raoulx als erster die Stufen empor: als ihn die Henkersknechte auf dos. Senkbrett warfen, ertönte sein lauter Ruf: „Es lebe die Areiheit!" Mit gleicher Festigkeit gingen G o u b i n und P o m m i c r in den Tod: als letzter wandte sich Vöries an die Menge, und in seiner Stimme war kein Zittern:„Denkt daran, daß man hier das Blut eurer Söhne vergießt!" Tanzte man denselben Abend in den Tuilerien, so saulte nicht acht Jahre später die Bourbonenherrschajt aus dem Schindanger der Geichichte. Das Volk aber ehrte dos Andenken her Märtyrer der Freiheit: im Bild und Licd. im Roman und auf der Bühne lebten die„vier Sergeanten von La Rochelle" weiter, die Säule, mit der die siegreiche Juli-Reoolntion ihr Grab auf dem Montparnasse- Friedhof bezeichnete, wird bis heute von Besuchern mit Blumen geschmückt: eben erschien auf Grund der Akten und zeitgenössischen Berichte eine neue historische Darstellung ihres Schicksals von Leonce G r a f i! i e r und, was mehr bedeutet als aller papierene Ruhm, mitten im brausenden Paris, wo der Montmartre am meisten Montmartre ist, auf der Place du Tcrtre, hält ein Wirtshausschild „Au-c quatr« sergents de la Rocliclle" das Gedächtnis ihres Lebens und Sterbens wach. Hermann Wende!.., 99 Auferstehung Hölz-Ostern in Sangerhausen 66 Im Malik-Verlag sind unter dem Titel„Dom Weißen Kreuz zur Roten Fahne" Jugend-, Kampf- und Zucht- hanscrinncrunZen von Max H ö l z erschienen. Ich, Ich, Ick) tönf es aus diesen Aufzeichnungen entgegen. Wo» sich hinter diesem Ich verbirgt, braucht man nicht erst aus dec Publikation zu ersahren. Seiidcm Max Holz das Zucht- haus verlosten hat. hat man mehr als einmal erfahren, daß ein Hauptwesensteil dieses Ich die brutale Faust eines Psychopathen ist. Wir lassen hier eine Hölz- Erinnerung, allerdings nicht aus seiner Feder, aus den'. Jahr des Unheils 1921 folgen. Tak tok tot tot tak. Von Eisleben her über die Maus- selber Berge klingt ein Ton, der olle aufhorchen läßt. Nicht gerade traute Klänge sind es. Max Hölz feiert im Mansfelder Lande„Ayjerstehung des Proletariats". Osterfonnobend. Ein leuch- tender Morgen bricht an. Die Gerüchte, daß heute Hölz kommt, verdichten sich immer mehr. Gegen Mittag rücken seine Kolonnen an. Im Schützenhaue hat Hölz sein Hauptquartier aufgeschlagen. Die Göpcnstraßc herunter kommt eine Gruppenkolonn« seiner Gar- disien. Das Pvstgebäudc wird besetzt. Genosse K. und ich eilen zum Kreishaus, um Akten und Dienstsiegel in Sickierheit zu bringen. Kaum haben wir das Gebäude durch eine Ncbentür verlassen, ertönt von der Bahn her dos dumpf« Signal einer Lokomotive. Der an- gekündigte Panzerzug. Ein paar Minuten später stürmen aus dem Bahnhofsempsangsgebäude siahlhelmbedecktc und gummiknüppel- schwingende Gestalten heraus. Süddeutsche Orgcsch. Kaum hohen wir die schützende Mauer des Bahnhofs erreicht, da geht die Knallerci auch schon tos. Das erste Opfer ein Jagd- Hund, das zweite ein Eisenbahner auf dein Wege zum Dienst. Hilfeslehend winkt er. Ein neuer Schuß streckt ihn nieder. Noch mehr Opfer fallen. Wofür? Kurz vor Beginn des Kampfes waren die fälligen 4.Uhr-Züge aus vier Richtungen in die Halle eingefahren. In der Unterführung von einem Bahnsteig zum anderen sitzen dicht gedrängt Frauen, Kinder, Männer. Den Bahnsteig entlang pfeiicn die Kugeln Don der Malzfabrik und von der Ziegelei her token die Moschinen- gervehre. Päng! Mit dem Ruf:„Ich bin getrosten!� stürzt ein Bahnbeamter zu uns herein. Päng— knack! Sicherung durch. Der Dahnhof im Dunkeln. Allmählich wird es dunkel. Jetzt ist es Zeit, die Reisenden in Sicherheit zu bringen. Sprungweise vom Zimmer zur Unter- siihrung, und dann mit einigen Frauen und Kindern von Pfeiler zu Pfeiler durch Vorhalle und Wartesaal über Mauern zum Eisen- bahnerübernachtungsheim. Im Heim selbst schon drangvolle Fülle. Weinend« Frauen. Schreiende Kinder. Die Reisenden sind in Sicherheit. Wir suchen eine Ecke, in der wir selbst die Nacht oerbringen können. Ein glücklicher Geist bringt uns in ein« noch leere Uebernachtungskoje. Uebermüdet, wie wir sind, wird uns die Knallcrei da draußen zur Schlummermusik. Gegen Morgen, als es graut, werde» wir munter. Draußen alle? ruhig. Die Hölz-Banditen sind abgezogen. Nach langen Per- Handlunge» mit den Orgcich-Lcutcn dürfen wir unser unfreiwilliges Gefängnis verlassen. In geschlossenem Trupp ziehen wir durch de» touirifchcn Ostcrmorgen in die Stadt. Hinter Mauernische» leere Bier-' und Weinflaschen, Konserven- büchien. Ein rotes Plakat leuchtet uns entgegen. Bekanntmachung. Diktatur des Proletariats. Ich habe mit meinen Truppen den Ort besetzt und verhäng« hiermit das proletarische Standrccht. Das heißt: daß jeder Bürger erschossen w i r d/ der sich nicht de» Anordnungen der militärischen Oberleitung fügt. Im selben Augenblick, wo mir gemeldet wird, daß Sipo oder Reichswehr im Anmarsch ist, werde ich sofort die ganze Stadt anzünden und d i» Bourgeoisie abschlachten, ohne Unterschied des Ge- schlechls und Allers. Solange keine Sipo oder Reichswehr an« rücken, werde ich das Leben der Bürger und ihre Häuser ichone». Zllle Waffen, Hieb- und Stichwaffen, Schießwasscn aller Art, mästen sofort an die militärische Oberleitung abgegeben werden. Bei wem durch Haussuchung Waffen vorgesunden werden, wird aus der S t cl l c erschossen. Zllle Autos, Personen- und Lastkrostwagen. Motorräder und Fahrräder müssen sofort zur militärischen Oberleitung gebracht werden. Geschieht Mcs nicht, so werden die Betreffenden erschossen. Militärische Oberleitung. M a x H ö l z. Im Geiste sah ich schon das Sangerhäuser Billenoiertes in eine» rauchenden Trümmerhaufen verwandelt. Nichts von dem. Nur in den Konsumlädcn und im Schuhladen der Arbeiterschaft hotten die Hölz-Banditen geräubert. Unseren Genostcn, den Bürgermeister Gründlich, hatten sie verschleppt. Sangerhäuser Arbeiter, die von diesen Raubzügen nichts wissen wollten, waren gewaltsam aus ihren Häusern geholt und gezwungen worden, Schützengräben auszuheben. Das waren Hälz-Taken. Das zertrümmerte Telephonomt und die Payr Groscheu, die man Bessersituierten abgenommen hatte, spielle» demgegenüber keine Roll«. Nach Abzug der Hölz-Banditen tummelt« die Org«sch in der Stadt, festlich bewirtet als schwrrrzweißrote„5St. freier" von denen, die trotz des Tributs an Hölz noch genügend zum Lesten übrig behielten. Das waren unsere Hölz-Ostern in Sanoerhansen. Nach den Berichten des Hölz nur eine„Durchgangsstation". Aber jckwn dieser „Durchgang" hatte genügt, um die starken sozialistil-l-e» Mehrheiten in Kreis und Stadt ins Gegenteil umzuwandeln. Hölz hatte keinen Bourgeois abgeschlachtet, wohl aber lag die Arbeiterbewegung in den Bezirken, wo er sich gezeigt halte, zcrschundcn und zerschlagen am Boden. Aus radikalen Kommunisten wurden Über Nacht trr deutsche Jungdo- und Stahlhclmleute. Zwischen Nordhausen' Halle blühte der Weizen der nakionalen Bewegung. Miax Scharf- tS <ä/ W � Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W3.5. mmmmBK isnn r/e>r- MjsVmn-/ yon Huclson-�Bai Zeicrvvurigterz- L/on Acloff LeAnert (39. Fortsetzung.) „Oft bas bis Rede des weißen Mannes/ sagte Mala zu Joe. „3a, es ist die Rede des weißen Mannes/ 3oe war sehr groß und abweisend geworden. Er sah. daß Mala ausgespielt hatte. Mala war ein gefangenes Tier, und Joe wollte sich rächen, weil er ihn vor der Ankunft des Inspektors übersehen hatte. „Es ist die Rede des Mannes/ wiederholte er,„und ich rat« dir, chm zu gehorchen, denn er ist streng. Einer der weißen Männer oder ich sollen dich beständig am Tage vor Augen haben." „Sollst du mich vor Augen haben," sagte Mala,„dann ist es gut, daß du ein so tüchtiger Mann bist." Mala war schlau genug, nicht zu sagen, daß er sich Joe nicht als Aufseher gefallen ließe. Er wußte nicht, was Joe weiter bc> richtete. Der Inspektor össnete die Handschellen, und Mala streckte sich unwillkürlich. Der gebeugte Rücken schmerzt«, und das Knie mpßte gestreckt werden. „Schnell, steh aus/ gebot der Inspektor. Joe übersetzte.„Du sollst schnell aufstehen: halte dich hier drinnen, während wir essen. Setz dich in die Ecke." Mala fühlte in seiner Ohnmacht ein« gewisse Stärke. Ich werde mich noch ihnen richten, aber es gibt wohl noch einen Ausweg! Sein Gesicht erlosch. Er drängte seine Gedanken zurück und saß schlaff auf der Bank, als die andern eintraten. Gleich darauf»er. 1 schwand Joe. Schweigend wurde gegessen. Mala sah, daß auch Sergeant Make und seine drei Konstabler sich nicht mit dem neuen Mann I freuten. Als sie gegessen hatten, kam Joe wieder, und es wurde Mala Esten hingesetzt. Schlechtes Esten, wie Joe zu seiner Befriedigung merkte. Aber er sah auch, daß sein eigenes Esten nicht mehr so gut wie früher war. Die Milch siel weg, das Eingemachte wurde fort- genommen und das süß« Brot entfernt, ehe er sich setzen durste. „Jawohl," dachte Joe,.chas tut nichts. Ich komme so oft in die Vorratskammer. Was ich hier nicht bekomme, kann ich zu Haus« bei meiner Frau essen." Joes Gesicht war vergnügt, als er sein Tagewerk begann. „Der Gefangene muß Schnee schaufeln. Laßt ihn einen breiten Gang vor dem Hause schaufeln: chr könnt ihn abwechselnd bewachen. Er soll bis heute mittag draußen bleiben und nach der Ruhepause den ganzen Nachmittag weiterarbeften. Abends binden wir chn an die Bank, und nachts wird die Hand wieder an den Fuß gefestelt." „Jawohl/ wurde geantwortet, und der Inspektor ging in sein Zimmer. Mala schaufell« Schnee. War das eine Arbeit für einen freien Mann? Arbeit, zu der er keine Gedanken brauchte, die nur ein gegebener Befehl war? Sklavenarbeft war es. Abends legte man ihm Handschellen an und festest« ihn an die Bant. Einmal dachte er nicht daran und stand auf. um irgend etwas zu nehmen. Da wurde er von dem Bügel gehallen, der an dem Bein der Bant befestigt war. Es rasseste, Joe drehte sich um und grinste über ihn. Ja, Mala fühlte sich gefangen wie der Wolf, und er fühlte, wie die Wildheit in ihm hochkommen wollt«. Haß gegen Joe und den weißen Mann. Haß auch gegen den Sergeanten, den er gerettet, und der ihm mft seinem freundlichen Wesen alles dies aufgezwungen hatte. Warum war er nicht früher geflohen? Ja. warum nicht? Er verstand es selber nicht. Das war der Zauber des weißen Mannes, dem man immer unterliegt. Zwei Tage warf Mala hohe'Haufen Schnee auf: als es keinen mehr um das Haus gab, wurde ein langer Gang zum Fleischschuppen geschaufelt. Dort lagen die Renntiere, die er selbst geschossen hatte. Jetzt sah er Joe die Tier« ins Haus trogen, zerhauen und große Stücke heimlich forttragen. Er wußte gut, daß Joe das nicht durfte. fühlte sich aber zu gut, um ihn anzugeben. Mala war zwar Ge. sangener, aber immer noch der alte. Ein Wolf in seiner Falle ist doch ein Wolf, und ein verwundeter Bär immer noch ein Bär. Eine« Nachmittags war es Make, der den Gefangenen bewachte. Allein, daß er immer merken mußte, daß ein Mam, ohne ander« Beschäftigung als nach ihm zu sehen, bei ihm stand, belebte den Haß in Mala, und deshalb begann er weiter über seinen Racheplan zu grübeln. Er sah, wie Joe fremd« Menschen in die Nähe führt«, aui ihn zeigte und erklärte. Er wußte, was Joe berichiete: es war die Erzählung von dem Wann, der gehenkt werden sollt«.„Joe soll nicht lang« leben, wenn ich frei komme. Ich werde mich rächen/ dachte er,„bann wird es«ine Wonne sein, ihn aufzuschneiden und in seinen Eingeweiden zu wühlen, denn Joe soll getötet werden. Er wird vielleicht der erste sein/ Aber sein Gesicht war leer. Er schaufelte Schnee. Er sah den Inspektor hinausgehen. Make grüßt« ihn, der Inspektor grüßte wieder. Nicht ein Wort wurde gewechselt. lieber das Eis ging der Insepktor. Es war kein Haß in seinem Herzen, aber auch keine Liebe. Uebertriebener Pflichteifer nwr alles, was er fühlt«, und die Freude. Herr zu fein und über ander« befehlen zu können. Wake trat zu Mala.„Komm mit hinein," sagte er.„Jetzt kannst du dich ausruhen." Mala ging hin, und der Sergeant gab chm eine Zigarette. Volk brachte Kuchen und«in anderer süßes Eingemachtes. Der dritte gab ihm Tabak. Er merkte, daß auch diese Leute einem Zwang unterworfen waren, denn er wußte, daß Tabak ihm am Tag« verboten war. Jeden Abend bekam er«ine klein« Pfeife voll. Er hatte um mehr gebeten, aber keine Antwort erhasten. Da die Fragen über Joe gehen mußten, wollt««r nicht mehr um etwas bitten. Di« Zigarette schmeckte, und Mola wurde milder gestimmt. „Make," sagte er,„es tut mir nicht leid, daß ich Gefangener bin, wenn du sagst, daß es nötig ist. Zlber ich will nicht jeden Abend gekesielt werden. Wenn ich«inen Fuchs in die Falle fange, ist«r nur einmal gefestelt, dann stirbt er. Ich will es mir nicht gefallen lassen, immer gebunden zu sein." „Ich kann nichts dafür," antwortet« Make,„ich bin hier nicht mehr Herr. Solange ich das war, war es anders, dos weißt du selber." Als der Inspektor heimkam, stand Mola wieder draußen und schaufelt« Schnee, und Make stand mit dem Karabiner in der Faust dabei und bewacht« den Gefangenen, daß er nicht floh Der Inspektor hacke alles bedacht. In zwei Tagen wollte er mit Mala nach dem Norden ziehen. Die Leichen der Geröteten iollten heimgeschafft und dem Gericht vorgelegt werden, wenn das Schiff kam. Mala sollte an Ort und Stelle zeigen, wie«r geschossen hatte. Der Inspektor wollte mitkommen. Sergeant Make, zwei Konstabler als Zeugen und Joe sollten auch mit. ferner drei Schlitten. Es wurde aufgeschrieben, was an Ausrüstung mitgenommen werden sollte. Man wog und packle, olles folst« in Ordnung fein. Schickten, Lasten und Hund« wurden verteilt. Joes Hunde und die der Polizei, ober es zeigt« sich, daß sie nicht reichten, man mußte noch einen Schlitten mehr nehmen, und so wurden auch Arolas Hund« gemietet. Arola wäre gern mitgekommen, er hacke die Unannehmlichteften von der ersten Reise mit dem Inspektor schon vergessen. All seine Bitterkeit war fort, sollte doch Mala als Gefangener an vielen Wohnplätzen oorbeigeführt werden. Alle sollten seine Demütigung sehen. Es mußte herrlich sein, zu denen zu gehören, die diesen über alles gefürchleten Mann bewachten. Der Tag der Abreise kam. Dos Wetter sah schlecht au», und früh am Morgen erklärte Make dem Inspektor, daß er es für dos Beste hielte, zu warten, es sähe noch Schneesturm aus. «Wir reifen," erklärte der Inspektor.„Bekommen wir schlechtes Wetter, so bauen wir Schneehäuser. Noch dem Esten brechen wir auf." Als sie gegessen hatten, wurde Joe hereingerufen und Mala das Handeisen abgenommen. „Mala," sagte der Inspektor...Wir müssen reisen. Du sollst uns begleiten, und da follst vm angeben, wo die Seichen begreft« sind. Die Menschen, die du erschlagen hast. Du sollst erklären, wie du sie tötetest. Tagsüber wirft du die Freiheit haben, vor und neben dem Schickten zu laufen. Wenn du aber wogst, dich außer Sicht zu begeben, wirst du oerfolgt und zum Schlicken zurückgebracht. Wir haben alle geladen« Gewehr« bei uns und können dich, wenn nötig, in die Beine schießen. Dann wirst du an den Schlicken gesestell, und du weißt selbst, daß du dann zuschanden frieren wirst, ober dos hilft dir nichts." Mala sagte nichts. Er oerzog keine Miene. Er zog seine Reisekleider an und wartet« an der Tür. daß der Befehl zur Abfahrt gegeben wüe-de. Gleich darauf kam Make und sagte:„Rckmn deine Schioffelle, dein« Schlafdeck« und dein trockenes Schuhzeug, tu« es ftr diesen Sack und komm mit." „Es wird schlechtes Wetter," sagte Arola zu Mala.„Wir kommen heute nicht weit." Mala antwortete gleichgültig.„Laß es wehen und fegen. Ich denke hier nicht." Mate versucht« noch einmal, den Inspektor zurückzuhalten.„Es wird heute eine schwierig« Reise werden. Ich glaub«, wir be> kommen Sturm." „Meinetwegen," sagt« der Inspektor.„Wir reisen. Sie hätten nicht vergessen sollen, die Toten mckzubringen, als Sie dort waren. Jetzt sind wir gezwungen, noch einmal hinzufahren, während dos Land vcrschneck ist." Endlich kamen sie fort. Voran fuhr der Inspektor mit Joe. Dann folgt« Mala auf Makes Schlitten, Arola fuhr allem, und zuletzt kamen die Konstabler. Man umfuhr das Vorgebirge, es weht« schon ziemlich, und dos Schneetreiben störte die Hunde, aber man zog weiter. Der Inspektor erzählte Joe, daß die anderen sich fürchteten, bei solchem Wetter zu reisen. Er verließe sich ober darauf, daß Joe sie weckerbringcn würde. Joe antwortete, indem er die Hund« peitschte und Signal« gen Himmel hcuste. Er würde schon vorwärtskommen, solange«s mög< lich sei. Er war sicher, die Gunst des Inspektors und«inen hohen Lohn zu gewinnen, und außerdem bedeutete diese Reise den«nd- güstigen. unwiderruflichen Fall Malas. Jeden Abend sollte Mala an Händen und Füßen gefesselt werden. Joe wollte dafür sorgen, daß die Eskimos diesen Anblick genossen. Dann würde man nicht mehr von dein großen Mola sprechen. Es begann stark zu wehen. Dos Schneetreiben nahm zu. Die Sonne stand hoch, der verdampfende Schnee holte ein« feste Kruste gebildet, und als die durchlöchert wurde, ging dos Schneetreiben noch stärker. Lagsam ging es weiter. Die Schickten kämpften sich vorwärts. Borgebeugt gingen die Männer, zuweilen mußten sie dem Wind den Rücken kehren und verschnauien. Dann ging es weiter. Ein hartgesottener Bursche war dieser Inspektor. Er wollt« vorwärts. und vorwärts kamen sie. Er freut« sich. Jetzt konnte er ihnen doch vielleicht zeigen, daß man reisen konnte, wenn ein Will« vor« handen war. Ja. wahrlich, sowohl Weiße wie Eskimos mußten einmal fest angepackt werden. Es war gut, daß er gekommen war. Mittags machte er halt, um ein wenig auszumhen. Die Schickten fuhren nebeneinander auf, und er befahl. Tee zu barecken. Der Kocher wurde hervorgeholt, ober es war unmöglich,«in» geschützt« Stell« zu finden. Sie nahmen einig« Felle vom Schlicken und errichteten«in kleines Zeck. Das glückt« jedoch nur für«in« Weil«, und es gab hier keinen Schnee auf dem Ei|e, der sich in Blöcke schneiden ließ, so daß man einen Windschutz bauen konnte. (Fortsetzung ckilgt.i liät sei- Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel W a g e re ch t: 1. Nordseeinsel: 7. Wild: 8. Götzenbild: 9. Getränt: 10. Flieger: 11. Spielkarte: 13. Haustier: 16. männlicher Bor. name: 18. europäische Halbinsel; 19. Reformator: 20. römtsche Göttin; 21, Artikel: 22. lüdamerikanischer Staat.— Senkrecht: 2. Ein» sledler: 3. vom Winde abgekehrte Seit«: Teil des Auges; S. Blut» gesäß: 6. mißlich« Lage; 9. Londoner Gefängnis; 10. Ostseeinsel: 11. Gruß; 12. Unterwelt: 14. Getränk: 15. Getränk: 17. weiblicher Vorname: 18. Heilverfahren: 19. Fisch. z. Rösselsprung. Gitter rätsel. aaabbbeedee e e«<3 g b b hiili kklmnnvn rrr rsastttnu DI« 4i Buchftabin sind so in nedonftohend« Figur ein- zutragen, baft Wörter von folgenbei Kedeuiuua rat- (fcbra: Vagerecht: t. fllbitalie» mich« Provinz. 2. Welt- bab. S. deutsches Wort für.»chliothee". Senkrecht: l. altrömi- scher Dichter. 2. bekannter Ort im Schwor, wald Z Aivenpatz.< griech- sch« Sötttn mö Silbenrätsel. Aus den Silben an aar de« do du»««i gou gie grin ken ig in ka kuck lau l«n lv ck> meut mer man n« ne no o ront ren ri ri rin san je« sie sta t« tech ti tu sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben und die dritten Buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Zitat von Goethe ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. Geruchlos machen: 2- Unwissender: 3. Weiblicher Vorname: 4. Kunstlehre: 5. Sprödes Metall: 6. Letzter Will«: 7. Fluß in Indien: 8. Ahnenoerchrung: 9. Stadt in Italien: 10. Schweizer Kanton; 11. Stadt in der Schweiz: 12. Oper von Richard Wagner; 13. Küchengerät,(ch gleich ein Buchstabe.)—>cr.— Natur und Kunst. Ich bin ein Vogel, seder wird mich kennen: Ein„a" ins Wort wird«inen Dichter nennen.— kr,— 3n höheren Regionen. Mit„T" bin ich an manchem Hau», Mtt„S" voran kommt's mit Gebrau».— kr.— (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. 3. Afa; 7. Tegel: 8. Amat,; 9. Toga; 11. es; 13. Lea; 15. in: 16- Ei; 17. Tee: 19. er; 21. Sera: 24. Wesel; 2«. Sagau: 27. Nil: 28. Seier. Silbenrätsel: 1. Uebung: 2. BerUnr 3 Erna; 4. Natbenow: 3. Marder: 6. User; 7. Tomate: 8. Tante: 9. Uhu; 10. Tertia: 11. Sonne; 12. Elle; 13. Lydia: 14. tausend: 15. Elias: 16. Neptun: 17. Geige: 18. Ungarn; 19. Tinte. Gesund: Eis, Lauf.— Eislauf. Dreierlei: Leber. Leder, Leier. Bier Worte- Ziege, Riege. Wiege. Stiege. Diamanträtsel: S, Gut, Eidam. Scheibe, Schmach Stall, Gnu. n.-» Sudexmano. Was die Kreisvertreter beschlossen: Auf zum Bundesfest in Nürnberg 1— Kommunistische Zellenbauer außerhalb des Bundes. Jtfi Äreis»ertreierfonf«ren5 des Arbeiter-Turn- und SporrbunÄes, die um Ostern in Nürnberg tagte, staub im Zeichen des zmeiksn Bundesfcstes. Neunzehn Vertreter der Kreise. der Bundesausschutz und der Bundesvorstand nahmen die Berichte über die Festvorbereiwngen entgegen- Don der Stadtverwaltung Nürnberg war der zweite Bürgerineister Treu, der Mitglied der Sozialdemokratischen Partei ist, erschienen, der die Grüße der Stadtverwaltung, des Stadtrates und der gesamten Bevölkerung übermittelte. Er brachte zum Ausdruck, daß die Stadt durch die Vorzüglichen Vorarbeiten vom guten Gelingen des Festes überzeugt sei und versicherte auch weiterhin die vollst« Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Von der Sozialdemokratischen Partei über- brachte L o w i g, Nürnberg, herzliche Grüße, er versprach im Namen der Partei, der Stadtratsfraktion und der gesamten organi» sierten Arbeiterschaft Nürnbergs die regste Mitarbeit, Don der Tschechoslowakei war Stein, Prag, anwesend, um sich an Ort und Stelle von den Vorbedingungen zu überzeugen, die für die etwa 2000 zu erwartenden tschechischen Turner in Frage kommen. Von der Zentralkommissian war Geschöftsführer Wildung er- schienen. Ter Bundesvorsitzende Gallert konnte in seinem Referat einen Gesamtüberblick über die vorarbeiten geben. Di« Stadtverwaltung Nürnberg Hilst in selbstloser Weis« an der Gestaltung des Festes. 100 000 M, find bereits von der Stadt zur Verfügung gestellt,«ine Garantiesumme in gleicher fjohe ist in Aussicht gestellt werden. In den Ausschüssen wird Muster- gültig in voller Ucberemstimmung mit dem Vundesoorstand gearbeitet. so dach das Gelingen des Festes gewährleistet ist. Trotz der Erwerbslosigkeit sind bereits 7< 000 Dormeldungen ab- gegeben, taxlich kommen neue herein. Mit dem ADGB., der Post und der Reichsbahn sind Verhandlungen über di« Ferientage für das Fest geführt worden. Der ADGB hat einen Aufruf erlasien, die Post und Reichsbahn gewähren den Angestellten Urlaub für den Besuch' des Festes. Mit der Reichsbahn werden weiterhin Per- Handlungen geführt, um ein« Verlängerung der Dauer der Fahr- karten zu erzielen. Die Propopando- und die Wohnungsfrage ist in bester Weise gelöst. Am Fest wird auch die Intednatig- nale stark beteiligt sein, au« allen Ländern der„Sasi" liegen Meldungen vor, selbst aus Amerika, so daß alle Anzeichen und Meldungen darauf hindeuten, daß das zweite Bundesfest in Nürnberg das vorausgegangen« in Leipzig weit übertreffen wird. Im Anschluß an dos Fest finden 82 Danderiouren statt, die in die wunderschönen süddeutschen Gegenden bis in die Alpen führen. Der Bundestechniker Benedix gab dann einen Ueberblick über d!« Durchführung des Festprogramms: di« gut« Anlag« des Nürnberger Stadions wird dem Eigenleben seder Spart« und jeder Form der Leibesübungen in der besten Weste gerecht. Benedix machte längere Zlusführungen über die Festtage, Festzugsordnung. sowie über die Veranstaltungen der Jugend, die in einem Festspiel im Stadion zur Geltung komme'n wird. Besonder» mahnte Benedix zur Pünktlichkeit der Mekmnasabgab« für die Wetikämpfe und Vorführungen, da nachträglich Meldungen vi-bt berücksichtigt werden können. Nachdem dann Böhmer, Nürnberg, vom ffauprausschuß berichtete, wurde nach kurzer Debatte' folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die Kreievertreterragung am 20. März 1929 zu Nürnberg nimmt Kenntnis von dem Stand« der Vorarbesten für das 2. Arbeiter-Turn- und Sportfest vom 18. bis 21. Juli 1929 und anerkennt das von der Stadt Nürnberg bisher gezeigte Entgegen- kommen. Die Tagung erwartet von allen Kreis-, Bezirks- und Vereinsfunktionären und ferner Von allen Mitgliedern, daß sie mithelfen, das 2, Arbester-Turn- und Spormst zu einem guten Gelingen zu bringen. Dazu gehört restlose und pünktliche Meldung der Fcstteilnebmer, aktive Anteilnahm« an allen Fest- arbeiten und lebhafte Werbung bei allen sich bietenden Gelegenheiten." Im Zwesten Punkt der Tagesordnung berichtet« Gellert über den Stand der Organisation. Im Lauf« des letzten Jahres ist trotz der Ausschlüsse eine gute Tlufwärisendvicklung de? Bundes in ollen Kreisen festzustellen. Im 1, Kreis ist zwar«in Abgang von 18 701 Mitgliedern festzustellen, dem aber 20 787 bun- bestreu« Mitglieder gegenüberstehen. Insgesamt hat der Bund 21 042 neue VMglZeder gewonnen, so daß. wenn von diesen die 16701 Ausgeschlossenen abgerechnet werden, immer noch eine Zunahme von 8000 Mitglieder zu ver- zeichnen ist. Im Lzallelchen Bezirk, im Rheinland sind durch Aus- fchlüss« kleine Verlust« zu verzrichnen. die durch Neuaufnahmen über. holt worden sind. Die Mitgliederwerbung ist besonders im 9, Kreis vorbildlich. Anträge, die eine Neueinteilung der Kreise noch den polstischen Londesqrenzen vorsahen, konnten nicht angenommen werden, da diese Neuregelung zurzeit nicht durchgeführt werden kann. Für die Verfassuvgsfeier wird eine Beieiligung empfohlen, wenn die Arbeiierschaft Veranstalter dieser Feier ist. Zwecks Anschluß des Nord- und Süd de. tschen Ruderbundes wer- den Verhandlungen geführ!. Ilm einem Ilebelstarid, der sich in den Kreisen und Bezirken, soweit deren Presse in Frage kommt, her- ausgebildet hat, zu steuern, wurde folgender Antrag angenommen: „Die Krelsvertreterlagung erkennt die Notwendigkeit der Kreis- bläiter an. wo die Verhältnisse die Herausgabe solcher Blätter er- fordern. Sie hält es auch für notwendig, daß die Vereine eines Kreises für ihr« Funkiionäre auf jeden Fall einige Exemplare hatten. Ein Zwangsabannement ist aber nicht das Mittel. einer Zcitting Verbreitting und Beachtung zu verschaffen. Danrm dürfen auch keine organisatorischen Maßnahmen angewandt werden, ein Zwangsabonnemcnt zu erreichen. Das trifft auch auf Kartell- bläiter zu, die die orgamsaiorischen Angelegenheiten der Verbände anzulasten nicht bsrechtigl sind. Das Zeitungsrecht des Bundes ist auch nach Gründung von Kreiszestungen unbestritten. Dorum lehnt die Tagung der Kreisvertreter das Zwangsabonnement wegen der sich daraus ergebenden Strestigkesten ab." Dann behandelte Gellert die Lage im Bund, Das Treiben der KPD. gegen die Arbestersportorganisatwnen geht nach wie vor weiter. Die Ausgeschlossenen versuchen Spiel« mit den Bundestreuen zu veranstalten,� um wester-Konfliktsstoffe zu schaffen. Der Vundesoorstand hat in jedem Fall die entsprechenden Maßnahmen getroffen und die gegen den Bund arbeitenden Genossen ausgeschlossen. Gellert schildert die Lage in den einzelnen Kreisen und geht besonders auf die Vor. kammnisse im 6. Kreis ein. Festgestellt wird, daß viel weniger als man erwartete hinter der sogenannten Opposition und den kommu- nistischen Treibern steht und daß die Ausschlüsse durch Reuaus- nahmen bei weitem wieder wett gemocht worden sind. Ein Schrei- ben, das der Kreisvertreterkonferenz von den Ausgeschlossenen durch Ritschke überreicht worden war, wurde mit tlebergang zur Tagesordnung beantwortet. Klar und Unzweideutig brachten die Kreisvertreter zum Ausdruck: ?e klarer die Trennungslinie mlk den kommunistischen Schädlingen gezogen wird, desto besser sür unsere Organisation— — eine Ueberbrückung kann es nicht geben. So wurde denn gegen eine Stimme folgende Entschließung angenommen: „Die Kreisvertretertagung erkennt die Notwendigkeit der Be- jchlüsse, die der Bundesvorstand seit dem 16, Bundestag 1928 in Leipzig fassen mußte, für richtig an. Ganz besonders unterstreicht die Tagung die vermittelnde Tätigkeil des Bundesvorstandes bei dem Streit, der durch die von der KPD. erlassenen Parolen im 6, Kreis entstanden ist. Die Vereine des 6. Kreises, die sich in ihrer Vereinsabstimmung für die Entschließung des Kreisfußball- tagss am 3. März 1929 in Varmen erklärt haben, stehen mit dem heutigen Taae außerhalb des Bundes. Die Mitglieder Tillmanns, Wallwaß, Kruz und Böhme gelten vom Tage der Kreisvertreterkonferenz an wegen fortgesetzten Verstößen gegen die Bundcsbeschlüsse als rnis dem Arbeiter-Turn- und Sportbund ausgeschlossen." Die cra die Kreisverirete nagung gestellten Anträge wegen Wiederaufnahm« von Vereinen oder Mitgliedern verweist die Tagung an den Bundesvorstand zur Nachprüfung der jeweiligen örtlichen Sachloge und zur abschließenden Behandlung. Mst einem begeistert aufgenommenen Appell zur regen Mit- arbeit am Bundosleben und an den Vorarbeiten zum Bundesfest schloß Gellert die Tagung.' A. V, Morgen: Boxmelsterschaftcn! Schwer- und Leichtgewicht. Haymonn— Wagencr und Reppel— Czirson. Am Donnersmg, 4. April, wird die Serie der bisher hervor- ragend gelungenen Boxkampfabend« im Sportpalast mst einem bedeutenden Programm fortgesetzt. Es geht um den höchsten Titel des deuljchen Boxsports, um die Meisterschaft im Schwergewicht. Die Gegner sind Ludwig Haymann, der den Titel zu verteidigen hat, und Rudi Wagener, der bären- stark« Duisburger.« Zum 18. Mal« wird ein« Schwergewichtsmeisterschaft aus- getragen. Die beiden heutigen Gegner fanden sich schon öfter zum Titelkampf im Ring ein, Haymann zum ersten Male 1926, wo er dem Verteidiger Dreltcnsträter ein Unentschieden abtrotzte, ihm den „blauen Gürtel" damit aber nicht nehmen konnte. Rudi Wagener holt« sich die Meisterwürde ein Jahr später von Breitensträter durch «inen schnellen lc.-o.-Sieg, ein Punkterfolg über Wagener bracht« den Titel dann an Diener, der ihn wieder an Schmeling verlor. Bekanntlich wurde Schmeling dann seiner Würde für verlustig er- klärt und Diener und Haymann als Gegner bestimmt, wobei der Münchener noch aufregendem Kampf« Diener zur Aufgabe zwingen konnte. Eine weiter« Meisterschaft, und zwar die im Leicht- gewicht, führt Fritz Reppel mst Paul C z i r s v n zusammen. Letzterem wurde noch seinem guten Kampf um die Europameister- schaft mit Raphael der Titel aberkannt, da er wegen einer Hand- Verletzung zum Meffterschaftskamps nicht antreten konnte. Reppel gewann dann in Dortmund gegen Gohres und soll jetzt zeigen, ob er den Tstel zu Recht trägt. Auch das Rahmenprogramm verspricht guten Sport. Der Hamburger Walter Cunow tritt gegen den vor einigen Wochen au» Amerika zurückgekehrten Hermann Hers« an, der Berliner Hart- kopp trifft auf den ausgezeichneten Koblenzer Halbschwergewichtler Heeser und als Gegner für den in Poris von Sieg zu Sieg geeiltsn deutschen Fliegergewichtsmeister Karl Schulz-Magdeburg wurde der Berliner Otto Ziemiors verpflichtet, der die Meisterwürde in der nächsthöheren Gewichtsklasse, im Bantamgewicht, besitzt. Diener— Carnera In Leipzig. Das Leipziger„Achilleion" er- öffnet die neu« Boxsaison mit einem Abend der Schwergewichte am Ll. April. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht der Heroussord«- rungskampf zwischen Franz Diener und dem italienischen Riesen Primo E a r n e r a, der vor einiger Zeit im Sportpalast Mühe hatte, den Hannoverschen Rösemann nach Punkten z» schlagen. Arbeiter- W asserbalL Wclkzensee— Spandau 5: 4. Der Ausschluß der kommunistischen Zellenbauer hat sich sür die Berliner Arbeiter- Schwimmerbewegung sehr zum Nutzen der bundesireuen Vereine ausgewirkt. So sind zvm Beispiel dem Bundesmeister Weißenjee ernste Rivalen erstanden. Neben den Moriendorfern, die im Schwimmen gut nach vorn gekommen sind, sind es vor allem ,�ollas"-Berlin und die Spandauer, die Weißens«« schwer zu schassen machen. Die letzten Wasserballlpiele dieser Vereine haben das bewiesen.(Weißens«—-Hellas 5: 4, Weißensce— Spandau 6: 3, Spandau— Hellas 7: 2.) In den letzten Tagen des März sinn. den sich nun Weißensee und Spandau in Spandau zum Rückspiel gegenüber. Nochstehend sei der Spielverlauf kurz gc- schildert: Weißens« fängt den Anwurf Spandaus ab, setzt sich in des Gegners Hälfte fest und erzielt nach 114 Minuten Spieldauer, durch einen Fehler des linken Verteidigers von Spandau das erste Tor. Veidc Mannschaften setzen olles daran, das Resultat zu ihren Gunsten zu verbessern, und es gelingt beiden noch je 3 Tore anzubringen. Mit 4: 3 geht es in die Pause. Nach Wiederangriff gelingt es Spandau bald den Ausgleich herzustellen. Beide Parteien versuchen mit allen Mitteln dos Spiel zu gewinnen, wobei sich Weißensee besonders her- vortut. Erst in der letzten halben Minute kann Weißensce durch Strafwurf von der l-Meter-Linle«inen Treffer vorlegen und damit auch den Sieg an sich reißen. 3: 4 trennten sich die Mannschaften. Der Schiedsrichter hatte däs Spiel nicht immer in der Hand. Hätte Spandau seinen durch Krankheit verhinderten besten Spieler dabei gehabt, wäre es sicher anders gekommen. Auf eine neue Begegnung darf man mit Recht gespannt fein. H. M. „Vorwärts" auf dem Wedding! Am Montag hatte der für den Weddinger OrtsteU neugegrün- deie Ardeiter fußballverein„Vorwärts" die spiel- starke zweit« Mannschaft des„Freien Ballspieloereins Weißensee" zum Freundschaftsspiel verpflichtet. Bewundernswert der Geist dieser jungen Mannschaft, sich gleich an solchen Gegner heranzu-- wagen. Die Spieltechnik ließ aber auch ahnen, daß die Vereine der „Spielvereinigung" künstig mit„Vorwärts" werden rechnen müssen. Vom Anpfiff an ein flottes, verteiltes Spiel. Die Weddinger finden sich schnell sind verlegen das Spiel in die Hälfte des Gegners. Etwas Greifbares erreicht aber nur Weißensees Verteidiger. Di« Folge: Strafstoß und erstes Tor für Vorwärts. Mit doppeltem Eifer versucht Weißensee auszugleichen, doch rettet der Torwächter all« brenzlichen Situationen vor dem Varwärtstor. Bis Halbzeit passiert der Ball noch zweimal das Heiligtum der Weißenseer. Nach dem Wechsel macht einsetzender Hagel ein richtiges Spiel unmöglich, trotzdem kann Vorwärts das Leder zum vierten Male landen. Das Spiel mußt« leider zwanzig Minuten vor Schluß abgebrochen werden. Die Feuerprobe hat Vorwärts gilt bestanden. Bis auf den linken Sturm war alles bei der Sache. Nun gehts an die Auf- stellung der zweiten Mannschaft. Interessierte Genossen sind auf der Mannschaftssitzung am Donnerstag, 4. April, 20 Uhr. bei Kroll, Utrechter Straße 21. gern gesehen. Anschriften: ?. Dabbert. Wiesenstraße 31. Arbcitcr-Fuljballer In England. London. 8. April.(TU.) Di« Fußballmannschaft des Deutschen Arbeite r-Turn- und Sporwerl, andes, die am Sannabend ein« Mannschaft der Arbeiter. parlei-Fußballoereinigung Londons mst 7: 0 geschlagen hatte. gewann Montag auch das Rückspiel in H a y e s mit 11: 0. Die Mannfchast ist Dienstag wieder nach Deutschland abgereist. Rennfahrer- Abteilung„Solidarität". Die Sitzung der bundestreuen Rennfahrer im Arbeiter. Rad- und Kraslfahrerbund„Solidarität" findet morgen, Donners- tag, 20 Uhr. bei Schulthes, Stallschreiberstraße 29, statt. Die Ab- teilung kommt jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat zu- sammen. Die bevorstehenden Rennen machen die Anwesenhest aller Rennfahrer, Techniker und Helfer erforderlich. Dem Arbeiter- wid Angestelljenstande angehörende Rennfahrer, auch Anfänger, finden in der Sitzung die beste Gelegenheit, Mitglied der bundestreuen Ronnfahrerobteilung zu werden, auch sind Genossen, die fich den Rennfahrern als Ordner, Zielrichter usw. zur Verfügung stellen wollen, sowie Partei- und G»werkschafisge»iossen, willkommen. Sportklub 1912. Sonntag. 7. April, 14 Uhr, findet der vierte Straßenlauf des Sportklubs 1912— Ziel und Start Rüdersdorfer Straße 4/3— statt. Diele beachtenswerte Veranstaltung im Osten Berlins oerdient Aufmerksamkeit, da der oeranstattendc Klub der rührigste Sportverein ehemaliger Schüler ist. Die 200 Läufer verteilen sich auf folgende Klassen: Schüler 600 Meter, Jugend 3000 Meter, Männer 6000 Meter. Staffel offen für alle: 200, 1000, 100. 400 imd 800 Meter. „Freie Arbellcr-Schachverrinigung Groß-Berttn." Morgen, Donnerstag, findet die Gründung der Abteilung Wilmersdörs statt. Interessenten, Parteigenossen, Reichsbannerkmneraden, Sports- genossen und alle Freunde des Schachspiels sind sreundljchst ein- geladen, sich um 20 Uhr, Wilmersdorf, Brandenburgischc Str. 73, .Sportklause", bei Hämmerling, einzufinden. Das Kartell für Arbeitersporl- und Körperpslcge im Bezirk Friedrichshain beabsichtigt in kürzester Zeit ein Adressenverzeichnis aller im Bezirk Friedrichshain bestehenden Turn-, Sport-, Kultur- und Gesellschaftsorganifatioven, die für unsere Partei- und Ge- sinnungsgenossen in Frage kommen, herzustellen und in Masjen zu verbreiten! Bereine, die Wert darauf legen, w dieses Verzeichnis aufgenommen zu werden, senden umgehend das in Frage kommende Anfchrlstenmaterlal an die Geschäftsstelle des Bezlrkskartells: Hermann Kirchmann, Berlin O 112, Revaler Straße 28, bei Hermann, o. 3. Jreic Sirt».«ab Sptdxttiniitiiti« zehlexdxrs, E»ortabt«llu»n. Set Uebungsabend fiillt Ijcutf aus, dafitr findet um 2<1 Uhr im Restaurant Linden. vor?. Vereins, immer,«ine Eist»»« Mit den Handballern statt. Nackstier Uebungsabend 10. April in der Nordschule. «»rtcll siir Ardeiteripsrt und llörperpstea«, Bezirk Mitte.?«nner»taa, 4. April. 20 Uhr, bet Nur, rock, stionskirchplatz b, Vortrag:„Die Förderung der Leideolibungen durch die Stadt Berlin und Preußen zweck? Erlangung sinan- zieller Vcihilten". Anschließend«artevsttzung. o � tikfdiä/te-JlnSifger (Qeziwfc fliden-lMfefien. lilUWAW Inh. Gustav Besser ib. is LM. StegUtt. 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