BERLIN Sonimstag i. April 1929 10 Pf. Nr. 157 B 76 46. Lahrgang. erscheint tSglich auserSonntag«. Zugleich Abendauegabe de«.Vorirürt»'. Beiuqsxrei« deide Abgaben SSPf. pro Woche. Z.mM. pro Monat. Kcdaklio» und Expedition; Berlin SW 63, Lindenstr.s SfuUaabtfaße x/ei Anieigenprei«: Die einspaltige Nonpareilleteil« 80 Pf.. Reklameteile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärti-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 29? Die Schüsse im Grenzbahnhof. Amtliche Darstellungen aus Warschau und Moskau. politische Instruktionsoffiziere. Bara«owitschl,4. April. sPoln. Tel.-Ag.) Ter Beamte der sowjetrussischen Handelsvertretung tu Berlin Atanasowitsch verliest auf der Durchreise «ach Moskau am Dienstag in der Station Baranowitschi den Zug. um seine fünf Kilometer von Baranowitschi ent- ferut wohnende« Verwandten zu besuchen. Da Atanaso» witsch als Ausländer keine Erlaubnis besäst, sich auf polnischem Gebiet auszuhalten, wurde er f e st- genommen und nach Baranowitschi gebracht, wo er auf der Wache der Bahnhofspolizei übernachtete. Am Mittwoch um tl Uhr vormittags, als sich in seinem Zim- tner der Sicherheitsreserent der Starostei Bara- «owitschi befand, zog Atanasowitsch plötzlich einen Revol- der und schost auf den Beamten und den ihn begleitenden Polizisten. Der Beamte wurde durch einen Kopfschust und der Polizist durch zwei Schüsse in Lunge und Kopf schwer verletzt. Atanasowitsch richtete dann den iUevolver gegen sich selbst und brachte sich eine leichte Kopfverletzung bei; er wurde im städtischen Spital unter- gebracht. Der Starosteibeamte mustte zur sofortigen Qperation nach W i l n a übergeführt werden; der Polizist ist am Mittwoch abend seinen schweren Verletzungen erlegen. Auf die Nachricht von dem Zwischenfall sind in Baranowitschi der Staatsanwalt und der Leiter der Sicherheitsabteilung der Wojewodschaft aas Nowogrodek eingetroffen. Die Untersuchung führt der Baranowitscher Untersuchungsrichter. Der russische Konsul in Warschau, Schachoff. ist wegen des Zwischenfalls am Mittwoch abend nach Baranowitschi abgereist. O Auch diese Darstellung kann die Vermutung nicht ent- träften, daß der Russe in einem Anfall von Verfolgungswahn die folgenschwere Schießerei verübt hat. Man'erinnert sich. daß der Sowjetgesaudte Wolkoff in Warschau ermordet war- den. daß auf den Sowjethandelsvertreter Lisarew in Warschau geschossen worden ist und daß politische Austaufchgefangene kurz vor der Uebergabe an die Rüsten von ihrem polnischen Transporteur im Abteil niedergeknallt worden sind— zu allem noch die dauernde Spannung zwischen Polen und Ruß- land, an der auch der neue Kriegsächtungsvertrag nichts ändert. Da kann schließlich ein krankhaft veranlagter Mensch. der vielleicht auch besonderen Grund haben mag, polnische oder weißgardistische Rache zu fürchten, überschnappen— zumal wenn man ihn verhaftet und einsperrt, weil er Ver- wandte besuchen wollte Die russische OarsteUuug. Politische Folgen der Tragödie müßte man nach folgen- der Kownoer Meldung der Telegraphen-Union erwarten: Nach Meldungen aus Moskau erklären die amtlichen Kreise die Darstellung der polnischen Telegraphen-Agontur als unrichtig. Nach russischer Darstellung habe Apanasewilsch sein polnisches Durch- sahrwisum und das Recht gehabt, 24 Stunden auf polnischem Gebiet zu bleiben. Bei dem Zusammenstoß mit der polnischen Polizei, �»ie ihn scharf beobachtet habe, hätten die Polizeibeamten »ersucht, ihm gewisse politische Schriftstücke zu stehlen: Apanasewilsch habe in Notwehr gehandelt. Er habe sich ge- weigert, sich durchsuchen zu lassen ohne Anwesenheit des russischen Konsuls. Die Sowjetregierung hat vom Gmeralkonsul In Warschau, Bogomolow, einen Bericht über diesen Zwischenfall angefordert. In Moskau werde erklärt, daß in letzter Zeit verschiedene Fälle vorgekommenden seien, wo russische Staatsangehörige von polnischen Beamten sehr grob behandelt worden seien. Apanasewilsch sei polnischer Abstammung und früher polnischer Staatsangehöriger gewesen. Er sei schon lange Zeit in der Berliner Handelsvertretung tätig und Mitglied der Kommunistischen Partei Rußlands. Hiernach wäre der Rüste tatsächlich wegen seines Versuchs die Verwandten auf dem Lande zu besuchen, als S p i o n verdächtigt und dementsprechend behandelt worden. Eine bedenkliche Einrichiung. Bei der Reichswehr besteht fest längerer Zeit die Einrichtung der politischen Jnstruktionsoffizier«. Aus dem Wehr- Ministerium werden in die Garnisonen Offiziere entsandt, die zu diesem Zweck besonders vorgebildet sind, um ihren Kameraden Vorträge über die politische Lage zu halten. Außer- dem werden die Wehrkreiskommandeuve sowie alle höheren Offiziere und die Offiziere des Ministeriums selbst von Zeit zu Zeit über die politische Lage unterrichtet. Der Reichswehrminister G r o e n e r hat in der Reichstagssitzung vom IS. März o. I. den Zweck dieser Neueinrichtung folgendermaße» dargelegt: Daß ich ein« politische Belehrung der Offiziere überhaupt für durchaus ersorderlich halte, habe ich schon im Ausschuh dargelegt, weil nur ein politisch völlig versiener Offizier auch überpar- teilich handeln und der verbotenen poiitlscheN Betätigung aus den: Wege gehen kann. Neuerdings sind diese politischen Instruktionen mehrfach Gegen- stand der öffentlichen Erörterung geworden. So berichtete die „Schwäbische Tagwacht" über einen Vortrag, der am 9. März in Stuttgart gehalten wurde und in dem gesagt worden sein soll: wenn eine feste Regierung nicht zustande komme, müsse mit dem Artikel 48 regiert werden. An amtlicher Stelle ist man davon überzeugt, daß dieser Bericht unzutreffend war. Nun kommt aber wieder der„Voltswille" in Hannooer und weiß von einem ähnlichen Vorgang zu melden. Es handelt sich um einen Vortrog, den ein Major Richter vor etwa zwei Wochen dem Offizierskorps in Han- nover gehalten hat. Ueber den höchst seltsam erscheinenden Inhalt dieses Vortrags btrichtet das Blatt folgendes: Dieser Major erzählte seinen interessierten Zuhörern, daß die SPD. sick aus ihrem Parteitag in Magdeburg spalten und die Linke sich dann mit den 5iommunisten verschmelzen würde. Die so gestärkten Kommunisten würden dann einen Putsch unternehmen, der natürlich von der Reichswehr nieder- geschlagen würde. Einem R e ch t s p u t s ch dagegen würde die Reichswehr loyal gegenüberstehen, wenn derselbe nicht gar, um die Regierung nach Artikel 48 zu stützen, von der Reichswehr unterstützt würde. Es wird wahrscheinlich sehr schwer, wenn nicht unmöglich sein, den Wortlaut des Vortrags authentisch festzustellen. Er ist hinter verschlossenen Türen gehalten worden: die Berichterstattung für dos sozialdemokratisches Blatt ist jedenfalls„inoffiziell" erfolgt: der Berichterstatter, der sich vielleicht auch in Einzelheiten verhört haben kann, hat, wenn er festgestellt wird, nichts zu lachen. Gleichviel, auch der vorsichtige Beurteiler muh aus der Duplizität der Ereig- niste von Stuttgart und Hannover schließen, daß bei den politischen Vorträgen bei der Reichswehr in der Tat mitunter höchst unocr- antwortliches Zeug und fürchterlicher Unsinn geschwatzt wird. Eine Einrichtung, die>o zur Quelle von„Mißverständnisten" und von Mißtrauen wird, ist reif zum Abbruch. Selbst wenn alle bisherigen Beschwerden gegen sie unberechtigt sein sollten, wäre sie schon an sich h ö ch st bedenklich.. Eine ständige politische Unter- richtung der Offiziere durch Offiziere unter Ausschluß der O e s s e n t l i ch k e i t ist mit dem Geist der Versastung nicht ver- einbar und kann in stürmischen Zeiten zu verhängnisvollen Folgen führen. Hält das Reichswehnninisterium es für notwendig, die Offiziere politisch aufzuklären, so ergibt sich dazu ein höchst einfacher Weg durch Herausgabe einer Zeitschrift, die der öffentlichen Kon- trolle und Kritik untersteht. Jede politische Geheimaufkläning der Offiziere aber trägt die Gefahr in sich, daß das Offizierskorps dazu erzogen wird, Politik auf eigene Faust zu treiben. Und das könnte dann zu Zuständen führen, die mit einem geordneten Staatswesen nicht zu vereinbaren sind. Reue Grubenexplosionen. Acht Tote in Belgien.— Verletzte in der Lausitz. Brüssel, 4. April. In einer Grube in Paturages sProvinz Hennegau) ereignete sich eine folgenschwere Schlagwetter» explosiv«. Bisher wurden 8 Tote festgestellt. Die Zahl der Verletzten ist groß. Kohlenstaubexplosion in Brikettgrube. Elf Arbeiter verleht. Finsterwalde. 4. April. Auf der Grube Hansa in Troebitz ereignete sich gestern eine schwer« Kohlenstaubexplosion, durch die elf Ar- beiter verletzt wurden. Einer von ihnen wurde schwer ver- wundet und mit einer Gehirnerschütterung in bewußtlosem Zustand in ein Krankenhaus gebracht: die übrigen zehn trugen erheblich« Brandwunden davon. Lawinenunglück bei Berchtesgaden. Zwei Skiläufer a'«l Leichen geborgen. Eine Skifahrergesellschaft von drei Damen und drei Herren, die vom Funtensee einen Ausstieg über das Steinerne Meer zum Riemann-Hau» unternehmen wollte und infolge des stark nebligen Wetters den richtigen Ausstieg verfehlt hatte, wurde an einer steilen Stelle unter dem Nordgrat des Schottmalhorns unter einem sich lösenden mächUgen Schneebrett begraben. Drei der Beteiligten tonnten sich selbst aus dem Schnee herausarbeiten und kehrten soforl zum Funtensee-Haus zurück, uin Hilfe zu holen. Es gelang, ein« Dame aus Berchtesgaden nach schwieriger Arbeit noch lebend, aber vollständig erschöpft, auszugraben, während der �.«mereidireklor. sahn Graßl aus verchtesgaden und ein Fräulein Essinger au» Land»- huk nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Auto-Benz gestorben. tyr Erfinder des Automobils. Mannheim. 4. April.(Eigenbericht.) Der Erfinder des Automobils. Karl Venz, ist in der Nacht im Alier von 84 Jahren gestorben. Karl Benz ist 84 Iahren alt geworden: am 25. November 1844 wurde er in Karlsruhe als Sohn eines Lokomotivsführers ge- boren. Sein Vater starb, als er noch ein Knabe, durch einen Eisen» bahnunfall als Opfer seines Berufes. Der Mutter fiel es schwer, ihren Sohn dann bei ihren kärglichen Einkünften aufs Gymnasium und Polytechnikum in Karlsruhe zu schicken. Als Arbeiter machte Karl Benz eine praktische Lehrzeit bei der Maschineygesellschait in Karlsruhe durch. 1871 gründete er in Mannheim, nachdem er in verschiedenen Geschäften der Maschincnbranche tätig ge- wesen war. mit wenigen Helfern ein eigenes Geschäft. Biele Jahre erfüllte ihn der Gedanke, ein Fahrzeug zu bauen, das sich auf allen Straßen mit eigener Kraft bewegen könne. 1889 gelang ihn: die Konstruktion eines Zweitaktmotors, aber man begegnete ihm mit Mißtrauen. In einem Vertrag, der 1888 bei Errichtung der Benz u. Co., Rheinische Gasmotorenfabrik", geschlossen wurde, steht aus- drücklich vermerkt, daß die auf den Motorenwagcnbau aufgewallten Kosten„als verloren angesehen werden sollten". Trotz aller Mißerfolge hielt Benz an seinem Gedanken fest. 1888 wurde in München ein Benzwagen öffentlich ausgestellt und mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Aber es war nicht Deutschland, sondern da» Ausland— Frankreich, England und Amerika— das Karl Benz die Durchführung seines Lebenswerkes ermöglichte. Erst als alten Mann ehrte ihn sein Vaterland durch die Verleihung des Ehrendoktortitels. Karl Benz war proletarischer Abstammung. und er hat dies nie verleugnet und vergessen. Benz war neben August Daimler der erste, der einen Benzin- motor aus dem jchonMlange Jahre bekannten Gasmotor ent» Langkopp auf der Holzauktion. Neue Zwischensatle im Karmerprozeß. Der heukige zweite Tag des Prozesses gegen den Aarmer izeinrich Langkopp sehte gleich mit bewegten Szenen und zahlreichen Zusammen st öhen und Zwischenfällen ein. Nach Eröffnung der Sitzung erbat sich Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune das Wort, um dann auszuführen: Dem An- geklagten Langkopp wird der Vorwurf eines Vermögensdeliktes, der räuberischen Erpressung, gemacht. Daher erscheint es von Bedeutung, dah dem Angeklagten Gelegenheit gegeben wird, sich ein- gehend darüber zu äußern, wie es gekommen ist, daß er bereits eine Vorstrafe wegen eines Eigentumsvergehens, nämlich eines Diebstahls, erlitten hat. Landgerichtsdirektor Ziegel: Diesen Punkt hatte ich zurückgestellt und beabsichtigte ohnehin, auf ihn zurück- zukommen. Herr Langkopp, Sie sind vom Amtsgericht Lauenstein am 6. Oktober 1924 wegen Diebstahls an Stelle einer an sich oer- wirkten Gefängnisstraf« von einer Woche zu 10 M. Geldstrafe verurteilt worden. Wollen Sie sich zu dem Fall äußern? An ge kl.: Bei dieser Strafe handelt« es sich um folgendes: Es war«jne Holz- auktion in Lauenstein angesetzt worden, die aber vom Oberförster abgesetzt wurde, weil der Käufer die nicht sehr hoch angesetzte Taxe nicht zahlen wollten. Ich war mit meinen Holzvorräten zu Ende und wollte Holz kaufen, konnte es nun aber nicht. Ich bat den Hege- meister, mir einige Meter Holz abzulassen. Cr verwies mich an die Oberförsterei, die ichchann bat, mir da» Holz zu der festgesetzten Taxe abzugeben. Der Oberförster sagte aber, das mach« ihm mit den paar Metern viel zu viel Schreiberei. Dabei blieb er, trotzdem ich eine halbe Stund« mit ihm verhandelte. Ich erklärte ihm nun, daß ich das Holz haben müsse und hingehen werde, um es mir zu holen, er solle mir die Rechnung schicken, ich würde e» dann bezahlen. Der Oberförster erwiderte:„Das lassen Sie sein." Ich bin trotzdem losgegangen und habe mir zwei Raummeter Holz holen lassen. Das habe ich dem Hegemeister gemeldet, und der hat es an den Oberförster weitergegeben. Ich bekam auch die Rechnung und habe bezahlt. Am Nachmittag nach erfolgter Bezahlung kam der Gendarm und sagt« mir, daß ich wegen Diebstahls angezeigt sei. Als ich ihm die quittierte Rechnung zeigte, meinte er. die seien wohl dort oerrückt. Ich erwiderte:„Nein, die sind nur zu bequem." Nachher hörte ich, daß ein Sekretär aus der Oberförsterei geäußert hatte:„Das soll Langkopp 100 M. kosten." Dorf.: Das Gericht hat jedenfalls angenommen, daß Sie das Bewußtsein der Rechts- Widrigkeit gehabt haben, da Sie vorher darauf aufmerksam gemacht worden waren. Angekl. Langkopp: Ich bin nicht zu 10, sondern zu 70 M. Geldstraf« oerurteilt worden. Da ich nicht zahlen konnte, sollte ich gepfändet werden und mußt« mich wieder an da» Reichsentschädigungsamt werden. Ich fühle mich innerlich rein wegen dieses Diebstahlurteils.— In diesem Augenblick erhob sich im Zuhörerraum wiederum ein Mann und begann mit fol- genden Worten eine Ansprache an das Gericht:„Gestatten Sie, Herr Vorsitzender des preußischen Gerichts, zu sagen, es ist höchst bedauerlich. daß zwei Unschuldige angeklagt sind." Dorf,(unterbrechend): .Hier dürfen keine Volksreden gehalten werden, Sie müssen schwei- gen." Der Mann wird schließlich auf Anordnung des Vorsitzenden hinausgeführt. Ein Greis als Zeuge. Nach Erledigung dieses Zwischenfalles wurde der Zeug« Dr. R u h l a n d, unterstützt von zwei Beamten, zum Zeugenstand geführt, und es wurde ihm ein Stuhl hingestellt, auf dem er Platz nahm. Sodann sagte der Zeug« aus: Ich bin 7 6 Jahre g«- w o r d« n. Geheimer Iustizrat, und war früher Rechtsanwalt am Oberlandeegericht in Colmar. Ich bin vertrieben worden und jetzt ohne Erwerb. Am ersten Mobilmachungstage bin ich zur Front gegangen. Ich war damals 01 Jahre alt und habe vom 9. August durch den ganzen Krieg ein« Schwadron der 3. Jäger zu Pferd« geführt. Erst am 25. November 1918 bin ich aus der Armee aus- getreten. Mein ganzes Vermögen ist in Colmar, wo ich als Witwer mit meinen Töchtern gelebt hatte, von den Franzosen beschlagnahmt worden. Mein Hau», da» mich 80 000 M. gekostet hatte, Ist verkauft worden. Ich habe davon keinen Heller gesehen und bin setzt ein ganz armer Teufel. Ich war zehn Jahre Vorsitzender des Deutschen Vereins für Wohltätigkeit gewesen. Man hat mir dort 1318«in« Stellung gegeben. Nach fünf Monaten bin ich aber zusammen- gebrochen. Vors.: Welch« Ersohrungen haben Sie mit Ihren Ent- schädigungsansprüchen gemacht? Zeug«: Daß mein Vermögen in Höhe von 450 000 TO. durch die Inflation weg war. dagegen sag« ich nichts, da ist es mir gegangen, wie allen anderen, aber für mein Haue, da» die Franzosen beschlagnahmt und sequistiert haben, er- hebe ich meine Ansprüche. Vor f.: Diese Ansprüche haben Sie wohl angemeldet? Zeuge: Ja. Vors.: Was ist daraus geworden? Zeuge: Ich habe bis heute nichts bekommen.(Erregte Pfuirufe im Zuhörerraum.) Vors.: Es müssen doch darüber Verhandlungen geführt worden sein. Ist Ihnen nichts bewilligt worden? Zeuge: Im Jahre 1940 soll Ich 20 000 M. bekommen. Ich habe jetzt noch Liquidationssorderungen von 150000 TO. Im Laufe der zehn Jahre habe ich kleine Summen erhalten, die in Goldmark umgerechnet etwa 18 000 TO. betragen. Vors.: Wieviel haben Sie nun aber, seitdem wir die Festmark haben, erhalten? Zeuge: 6000 und 2000 TO., aber das Geld kam zu spät, ich mußte es dann immer für Schulden, die ich inzwischen gemacht hatte, zahlen. Landgerichtsdirektor Ziegel: Die Art der Behandlung können wir doch nur richtig beurteile», wenn wir auch die sachlichen Talsachen kennen. Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune: Es kommt nicht auf ein Werturteil an, ob zu Recht oder Unrecht verfahren ist, sondern auf die Feststellung, daß das Verfahren mit derartigen Härten beim Reichsentschädigungzamt geführt worden ist, daß Wahnsinnsideen sich entwickeln mußten. Erster Staatsanwalt Köhler: Wesentlich bleibt immer, ob die Forderungen zu Recht oder Unrecht gestellt worden sind. Zeuge Dr. Ruhland: Meinem Freunde waren die 20 000 Ad abgesprochen worden. Er hatte sich dreimal vergeblich an das Reichs- entfchädigungsamt gewendet, weil er wissen wollte, weshalb das ge- schehen sei. Er erhielt keine Antwort. Da bin ich selbst hingegangen. Ich wollte den Präsidenten sprechen, wurde aber andauernd ob- gewiesen. Die Herren waren höflich in der Form, aber moralisch fühlte ich mich hinausgeworfen. Auf eine weiter« Frage der Vcr- teidigung erklärt« der Zeuge, daß er sich monatelang mit Selbst- mordgedanken getragen habe.(In Tränen ausbrechend und schluch- zend): Ich habe mich erschießen wollen und nur wegen meiner minder. jährigeu Töchter es uicht getan. Ich habe'mich dann an hinden- bürg gewendet und von ihm eine monatliche Unterstützung von 100 At. aus dem Dispositioussouds angewiesen erhalten.(Mit tränencrstickter Stimme: Darum habe ich mich nicht erschossen. sonst wäre ich nicht hier. 3ch weiß von süns Selbstmorden. Der Sachverständige, Regierungsrat Dr. Lazarus, vom Reichesinanzministerium teilte mit, daß er die Akten über den Fall Ruhland zur Hand habe und sofort über die Schadenersatzoerhand- lungen Auskunst geben könne. R.-A. Frey fand das höchst merk- würdig, daß der Sachverständige die Akten über einen Fall, der soeben erst zur Sprach« komme, gleich da habe. Man müsse nun- mehr doch die Frage aufwerfen, wie es komme, daß«in Vertreter des Reichzfinanzministerwms, der sich berufen sühl«, das Reichs- entfchädigungsamt zu entschuldigen, als Sachverständiger geladen worden sei. Die vorgesetzte Behörde dieses Amtes sei das Reichfinanzministerium, und der Regierungsrat Lazarus sei der maß- gebende Referent. Die Richtlinien und Devsügungen stammten in den Entwürfen alle von ihm. Auch das Kriegsschädenschlußgefetz sei ihm zu verdanken. Die Angeklagten seien daher der Meinung, daß der genannte Herr zumindest unwillkürlich nicht unbefangen sein könne, da er als Vorgesetzter der in Betracht kommenden Behörde selbst als zu den Verletzten gerechnet welden kann. Außer- dem scheine dieser Sachverständige als Hilfsperson der Slaotean waltschaft zur Ermittelung des Tatbestandes tätig gewesen zu fcir- Auf die Aufforderung des Gerichts äußerte sich Regierünzsra-t Dr. Lazarus selber zu diesem Ablehnungsantrag. Er erklärtes daß er sich keinesfalls befangen fühle. In seiner siebenjährigen Tätigkeit werde hier zum ersten Male seine Objektivität angezweifelt. Sein Amt wäre, nicht für dos Reicks- finanzministerium, sondern für die Geschädigten einzutreten. Nach kurzer Beratung verkündete das Gericht folgenden Bc- fchluß: Die Ablehnung des Regierungsrats Dr. Lazarus als Sach- verftändigen wird für unbegründet erklärt. Darauf wi". de der Regierungsrat im Reichsfinanzministerlum, Dr. Lazarus, vereidigt und vernommen. Er gab an. daß Gehsimrat Ruhland zu den schwersten Geschädigten gehöre, außer dein Sach- schaden hätte dieser Zeuge auch die Existenz verloren. Die Gesetz- gebung stände leider auf dem Standpunkt, daß nur Sachschäden vergütet werden. Früher gab es für Existenzverluste Beihilfen au� dem Härtefond, aber nach dem Schlußgesetz wird auch das nicht mehr gewährt. Hier müßten soziale Hilsen� einsetzen. Der Zeuge Ruhland habe einen Schoden von über 147 000 TO. erlitten. An Zuwendungen an Goldmark habe er mit Härtebeihilfen zusammen 23 000 TO. ausgezahlt bekommen. In der Schlußentschädigung sei sein Betrag auf 20 850 TO. festgesetzt worden. Dieser Betrag sei wie alle Forderungen über 20 000 TO. als Schuldbuchforderung mst 8 Proz. Zinsen eingetragen worden. Diese Forderung wird für Herrn Geheimrat Ruhland im Jahre 1940 getilgt werden. wickelte. Es gelang ihm mit Hisse der Glühkopfzündung einen Motor zu bauen, der durch eine Zerstäuberdüse ein Benzinluftge- misch ansaugte und dieses Gemisch im Zylinderkopf zur Entzündung brachte. Er nahm auf diese Konstruktion das erste Patent für Benzinexplosionsmotoren. Im Jahre 1886 gelang es ihm, einen solchen Motor in einen Fahrradrahmen einzubauen, wo- mit er das erste Motorrad schuf. Bei der Jubiläumsausstellung des Reichsverbandes der Deutschen Automobilindustrie vor zwei Iahren war in der historischen Abteilung-dieses erste Motorrad in Original zu sehen. Den ersten vierrädrigen Wagen, der durch einen Benzin- motor angetrieben wurde, baute ebenfalls Benz. Er verwandte ganz einfach einen damals gebräuchlichen Kutschenwagen dazu, von dem er die Deichseln entfernte und die Steuerung der Vorderräder durch den Fahrer vom Kutschbock aus vornehmen ließ. Der eingebaute Motor lag unter den hinteren Sitzen, hatte eine Pferdekraft und stand mit den Hinterrädern durch eine Vorgelege mit einer Leer- laufscheibe, wie sie bei Drehbänken verwende?- wird, in Verbindung. Das Vehikel erregte bei seinen ersten Fahrten großes Aussehen und legte 18 Kilometer in der Stunde zurück. Don diesem ersten Automobil bis zu den modernen Mercedes-Benz-Pullmann-Limou- stnen ist allerdinas«in weiter Weg technischer Entwicklung zurück- gelegt worden. Diese Entwicklung hat Benz bis in die letzten Jahre seines Lebens mit immer regem Interesse beeinflußt Oer Konfliki bei der Reichsbahn. Morgen(Stellungnahme der Spitzengewerkfchasten. Nachdem gestern die Eisenbahnerverbande sich mit ihren Spitzenorganisationen wegen des Lohnkonflikts mit der Reichsbahngesellschast in Verbindung gesetzt haben, werden morgen der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts- bund und der Gewerkschaftsring zusammenkommen, um gemeinschaftlich die Situation zu beraten. Die drei der- tragschliesienden Elsenbahnerverbände werden dann er- neut zusammentreten, um ihre weiteren Beschlüsse zu fassen. Welche Ratschläge die Spitzengewerkschaften den verbänden geben werden, ist noch vollkommen offen. Es gibt dafür die verschiedensten Möglichkeiten. * Die Reichsbahn verbreitet eine Meldung, die sich gegen den Artikel wendet, der Im„vorwärts" von heute morgen erschienen ist. Die wesentlichen Tatsachen des Artikels ver> sucht die Reichsbahn nicht zu bestreiten. Sie beschränkt sich darauf, die Höhe der sogenannten Korruptions- Zulagen zu diskutieren— nach der Hauptverwaltung der Reichsbahn betragen sie„nur" 24 Millionen— und deren Berechtigung zu verteidigen. Merkwürdig ist nur. daß die Eisenbahner von diesen„Dienstkostenzulagen" nichts wissen wollen, die die Reichsbahn ihnen aufzwingt. Es ver» hält sich damit nämlich so, daß diese Zulagen nicht etwa die bekommen, aus denen die höheren Leistungen herausgepreßt werden, sondern vor ollem die Aufsichtsbeamten und die hohe Lureaukratie. Neue Besetzungsskandale. Privatautoreifen und Spiele auf Neparationokonto. Paris, 4. Zlprll.(Cigenberlchi.) Der sozlallstlsche„Populaire" veröffenllichl nene Enthüllungen über die Alalerialverschwendung in der Desahungsarmee. llaler Namensnennung der Schuldigen berichtet das Blatt. daß sich die Offiziere ihre privalaulos in den Armeewerkstüllen reparieren und sogar neu bereifen lassen, selbstverständlich auf Soften der Reparation. Den Vogel schießt aber wohl ein Leulnant poussiere ab, der sich zur Bekämpfung seiner Lange- weile ein Rlah-Pong-Spiel von Pionieren anfertigen ließ; die erste Ausführung hat dem Offizier nicht gefallen, er hat daher unter dem Lieferschein, der mit Dutzenden von Amtsslempeln und llnierschrislen versehen sei. den einfachen Defehl angefügt: »Neuanfertigung sosort." Fahrkartenkontrotte. Nach langen Verhandlungen ist erreicht, daß die Reichsbahn- beamten ab 1. Mai auch die Fahrkarten der ausländischen Militärs an der Sperre und im Zug kontrollieren dürfen. Oer Metattarbeiierkampf in Oesterreich. Vermittlungsversuch des Bürgermeisters von Wien. Wien. 4. April. Die Entscheidung im Melallarbeiterstreik steht unmillelbar bevor, da die Unternehmer als Grundbedingung für da» Eintreten ln neue Verhandlungen die vorherige Einstellung des Streiks in den vier Wiener Aulofabriken fordern, woraus dann die Aussperrung am ö. April aufgehoben werden würde. Mit dies» Bedingung der Unternehmer halte sich gestern die Streikleitung der Melyllarbeiter zu befassen, heute soll eine Obmänncroersammlung der Arbeiter entscheidende Beschlüsse fassen. Sollte die Einstellung de» Streike» nicht erfolgen, so würde Donnerstag in sämtlichen Betrieben der Wiener Metallindustrie die Sonnabend mitlag bei Arbeitsschluß in Kraft tretende Anesperrnng der gesamten Melallindustrie ver- kündet werden, von der 40 000 Arbeiter betroffen würden. Wie», 4. April. Der wiener Bürgermeister Seih hat sowohl den Wiener In- dastriellenoerband als auch die Leitung des Metallarbellermrbandes zu einer Besprechung in das Rathaus geladen. Beide verbände werden ihre Vertreter in das Rathans entsenden. Verbrechen im Rauschzustand. Wollte seine Krau und fünf Kinder verbrennen. Brünn. 4. April. Nach Berichten aus Vrszava hak der 4Zjährige Geschäfts- reisende Zoses Flora, ein Erztruntenbold. als er heimkam und die Frau ihn flehentlich bat. er möge ihr Geld geben, daß die fünf kleinen Kinder, die den ganzen Tag gehungert hallen, etwas essen känulen. die Frau in sinnloser Wut so unbarmherzig niedergeschlagen, daß sie blutüberströmt besinnungslos zusammen- brach- Die Kinder, die sich weinend um die Mutter scharten, schlug der Trunkenbold gleichfalls fürchterlich, bis sie ebenfalls betäubt am Boden lagen.> Dann zertrümmerte er die Möbel, nahm Venzin und Petroleum, goß alles über die Trümmer und zündete die Stube an. vor dem Hause flehend, sah er zu, wie alles In Flammen aufging. Als die Frau zu sich kam und mit den Kindern aus der brennenden Stube flüchtete, stieß sie der Trunken- bald zurück. Doch kamen Nachbarn herbei, retteten Frau und Kinder und übergaben den Wüterich der Gendarmerie, die ihn den, Gericht auslieferte. Georg Schöpft«!— 60 Jahre! Genosse Georg S ch ö p f l i n begeht morgen seinen 60. Geburis- tag. Am Titisee in Baden ist er geboren, in Berlin und Sachsen herumgewirbelt. hat er nie seine alemannisch« Mundart verleugnet. Bürstenbinder auf der Wanderschaft, mit hellen Augen, aufgeweckten Sinnen wird er bald Sozialdemokrat, schlägt in Aersamm« lungen eine scharfe Klinge, aber kein Gegner kann ihn hassen, dazu 1 ist er eben ein zu prächtiger Mensch. Keiner kann daran zweifeln. daß das, was mit mächtiger Stimme aus dieser Brust strömt, echteste, tiesste Herzensüberzeugung ist. 1895 wird Schöpflin Redakteur, er ist einer der wenigen, die damals so anfingen und bis heute dabei geblieben sind, die Parteipresse darf Ihn als einen ihrer Treucften ehren. Rur in der Sturmzeit von 1918 springt er in Berlin als Stadtkommandant in ein militärisches Amt, aber wenige Monat« später sitzt er schon wieder auf einem Redaktions- stuhl— diesmal in Karlsruhe, das ihn als Chefredakteur an den „Volksfreund" geholt hat. In den Reichstag kam Schöpflin schon 1903 als Vierunddreißigjährlger. Auch dort erwarb er sich bald Ansehen und Beliebtheit, vor allem als militärischer Sachverständiger der Fraktion, der er heute noch ist. So hat Georg Schöpflin für die sozialistisch« Arbeiterbewegung«in Maß von Arbeit geleistet wie nur wenige, und noch ist er weit davon entfernt, müde zu sein. Wir wünschen ihm, daß er noch- lange der kampflustige, jchafiens- frohe Mann bleiben möge, als den ihn jedermann in der Partei kennt und liebt. Ziehi nicht nach Verlin! Eine Warnung des Landesarbeitsamtes. Der Präsident des Landesarbeitsamles Branden bürg teilt mit: Der Zuzug ortsfremder, insbesondere tandwirlschafllicher Ar- beilskräste nach Berlin hat in letzter Zeit einen derartigen Umsang angenommen, daß erneut davor gewarnt werden muß, das an sich schon große Heer der Berliner Ar- beltslosen noch unnötig zu vermehren. Wenn auch nach dem Einsehen des Frühjahrrwelter» ein Rückgang der Arbeits- losenzlsfer zu erwarten ist. so sind nach der lehlen Zählung doch noch 223 000 Arbeitsuchende bei den Berliner Arbeilsämlcra eingctrazrn Da Berlin demnach nicht einmal seine eigenen Arbeitslosen unterzubringen ln der Lage ist. lind die zureisenden orlssrcmden Arbeitskräste sowohl langer Arbeits- l o s l g k e i t als auch anderen Gefahren der Großstadt auegesehl. Bor der Zuwanderung nach Berlin kann daher nur dringend gc- warnt werden. Sozialdemokratie und Ullstein-Konzern. Di« kommunistische Press« setzt ihren blöden Schwindel über den angeblichen„Geheim- vertrag" zwischen Sozialdemokra!e und Ullstein weiter fort. Sie hat sogar„Beweise". Nämlich in Ullstein-Blättern sind Artikel von Sozialdemokraten erschienen, und einzelne Angestellte des Berlages gehören der Sozialdemokratischen Partei an! Das sind Tatsachen, die jedermann bekannt und nicht im garlngsten„geheim" sind. So- zialdemokraten gab es bei Ullstein sogar schon vor dreißig Iahren. Ein Vertrag zwischen den Inhabern der Firma Mstein, die bürgerliche Demokraien sind, und der Sozialdemokratischen Partei hat des- wegen aber nie bestanden, weder«in öffentlicher noch ein„geheimer". Der Glauchauer Liederhain. Aus den Anfangen der Arbeitersangerbewegung. Einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der Arbeitersänger- bewegung lieferte in jüngster Zeit die Festschrift zur fünfzigjährigen Gründungsfeier des Volkschor» Glauchau, herausgegeben vom 1. Vorsitzenden dieses Vereins, Paul Reinhardt. Seit 1874 Halle die Stadt Glauchau i. Sachsen ihren Arbeitergesangverein. Aus dem„Arbeiterbildungsverein hervorgegangen, schloß sich der Derein. „Sängerlust" genannt, dem„1. Arbeilersängeround Gotha" an. Be- reits 1S78, mit Inkrafttreten des Sozialistengesetzes, wurde der Ar. beitergesangverein„Sängerlust" verboten 187g aber erscheint der Verein als„neutrales Gebilde", unter dem Namen.Liederhain" wiederum an der Oesfentlichkeit. Die Polizei mußte die Statuten dieses Vereins anerkennen, jedoch erfreute sich der Verein sogleich eines besonderen Interesses der Polizeibehörden.„Jedes Vorstands- Mitglied" wurde nach„Amt und Würden" benannt.„Jede Neuwahl muhte auf dem Rathaus namentlich mit Angabe des Alters, Berufes und der Wohnung des Aufzunehmenden belegt werden" Das Vereinslokal unterstand einer besonderen Ueberwachung und 188S gelang es der Polizei den Verein zu fassen, weil er„ohne polizeiliche Erlaubnis" einem verstorbenen Mitgliede aus dem Friedhof ein Trauerständchen gesungen hatte. Jedoch wußte man sich noch gut neun Jahre einein abermaligen Verbote zu entziehen. Alsdann aber nahte das Geschick— in Gestalt des Schutzmannes Fickel. Man war mit dem Wirt der„Eentralhalle" überein- gekommen, daß dieser ein Konzert des„Liederhams" als eigen« Veranstaltung anmelden sollte. Versehentlich gab dieser aber der Polizeibehörde den„Liederhain" als Veranstalter an. Polizei- Überwachung. Dem Bericht des Schutzmannes Fickel fügt der Stadt- Wachtmeister Schürer folgende Bemerkung an:.Lierzu erlaubt sich der gehorsamst Unterzeichnete noch zu bemerken daß das vom , Liederhain" veranstaltete Konzert ohne Zweifel nur zur Feier des 1. Mai arrangiert worden ist, da dieser Verein in der Hauptsache nur aus sozialistischen Elementen besteht. Da dieser Verein aber öfters öffentliche Konzerte und Abendunterhallungen veranstaltet, bei welchen ohne Ausnahme ein sehr starker Besuch(wie an anderen Gelegenheiten nicht zu bemerken Ist) zu konstatieren war, sc dürste auch die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß die Einnahmen. wenigstens der Reingewinn, zu sozialistischen Zwecken verwendet wird." Di« Polizei fordert« das Kassenbuch des Vereins an und oerglich es mit dem Mitgliederverzeichnis. Es war alles in Ordnung. Am A. September 1894 findet sich in den Polizeiakten ein weiterer Bericht des Stadtwachlmeisters Schürer:„Die Mitglieder Korb, Feuereisen, Dlechschmidt und Jacob! gehören hiesigen Milllär- vereinen an! Der Gesangverein„Liederhain" habe sich als sozial- demokratischer dadurch gekennzeicknet, daß er nicht nur bei der von hiesiger Partei arrangierten Maifeier mitgewirkt, es habe sich dieser auch bei anderen öffentlichen Gelegenheiten, als bei Begräbnissen von bekannten Sozialdemokraten usw., beteiligt und müssen deshalb die von dem Verein oerfolgten Tendenzen den Mitgliedern bekannt s«in. Dem königlichen Bezirks'kommando wurden die Personen Korb, Feuereisen und Jacobi, welche dem Militärverband noch an- gehören(noch„In Mllllärverhällnis" standen), mitgeteilt. Auch erhielt hiervon und über Blechschmidt der Bezirksvorsteher d«r Militärverein«, Stadtrat Winkler, entsprechende Mitteilung." Am 13. September 1894 wurde der Derein„Liederhain" dem Vereinsgesetz unterstellt. Schärfste Ueberwachung setzte«in. Der Glauchauer Bürgermeister Brink wäre wohl nicht abgeneigt gewesen, die Unterstellung unter dos sächsische Vereinsgesetz auszuheben Aber der Wachtmeister Schllrer, der den Verein„Liederhain" besonders in sein cherz geschlossen hatte, berichtet:„Der Verein habe sich an der Maiseier 92, 93 und 94 offiziell beteiligt und seien gerade diese Sänger diejenigen gewesen, welche durch ihre Vorträge zur chebung des Festes beigetragen hätten. Es haben die an dem Verein be- teiligten Sänger bei dieser Gelegenheit ganz ungeniert da» sozial- demokratische Festzeichen, wie solche zur Maiseier gewöhnlich an- gefertigt werden, getragen." Gegen die Stimme des Bürgermeisters Brink, der sich als einziger sür die Freigabe des Vereins einzusetzen wagte, blieb es dennoch bei der weiteren Unterstellung unter das Vere!nsges«g. Am 14. Januar 1896 beschließt der Polizeistadtrai: „Am 18. ds. Mts. findet zur Feier der Errichtung des Deut- schcn Reiches ein Festkommers statt, zu dessen Verherrlichung auch die hiesige Sängervereinigung(bürgerlich) mitwirkt, welche olle hiesigen Gesangvereine umsaßt, mit Ausnahme des„Licderham" Ich schlage nun vor, letzteren aufzufordern, sich an der Feier zu beteiligen und in corpcii-e ein patriotisches Lied vorzutragen. Sollte er sich weigern und Ausflüchte wegen mangelnder Zelt zum Einstudieren vorschützen, so bitte ich ihn zum Vortrag eines der nachfolgenden Lieder, die kein besonderes Studium erfordern, zu oeranlassen: 1.„Den König segne Gott" oder 2.„Die Wacht am Rhein" oder 3.„Deutschland, Deutschland über alles". Kommt der Verein dieser Aufforderung nach, so bin ich gern bereit, die Verfügung versuchsweise aufzuheben. Wenn nicht nicht. Die Gründe der etwaigen Weigerung bitte ich zu Protokoll bringen zu lassen. Herrn Bürgermeister Brink gehorsamst vor- zulegen. Hinkelmann, Stadtrat." Jedoch der Bürgermeister oermerkt:„Der Beschluß läßt sich nicht ausführen." Am 2S. April 1896 erneutes Ersuchen um Aufhebung der Unterstellung unter das Vereinsgesetz. Unterm 2 Mai berichtet d«r Stadtrat Hinkelmann: „Auftragsgemäß begab sich der gehorsamst Unterzeichnet« gestern am 1. Mai in den Stolleschen Goschof in Gesou, wo die sozialistische Maifeier stattsand. um dort den hiesigen.Lieüerhain", welcher früher immer an der Feier teilnahm, zu beobachten. Vor- gefunden wurde, daß der Derein nicht öffentlich aufgetreten ist. Einzelne Mitglieder vom Verein haben der Feier beigewohnt, z. B. der Gesangsdirigent Krause, der Schlosser Mcisel, der Handelsmann Krcllner, der Fabrikarbeiter Fischer und noch einig« andere, welche dem Unterzeichneten dem Namen nach nicht bekannt sind. Meine Ansicht über den Verein und seine Tendenz hat sich nicht geändert: wenn der Dorsteher neuerdings zahmer geworden ist, so beruht dies nur auf taktischen Gründen: er will die lästige Unterstellung unter das Vereinsgesetz aufgehoben sehen Bei der bekannten Heuchelei der sozialdemokratischen Parteimitglieder und Vereine fällt es ibnen nicht schwer, eine Zeitlang von der öffent- lichen Agitation sicher fernzuhalten. Eine Aushebung der Ver- sügung vom 13. 9. 94 würde in den Mitgliedern nur die Ucber- zeugung erwecken, daß sie durch ihr neuerliches Vorgehen die Be- Hörde gründlich düpiert haben. Die Tatsachen beweisen(Blatt S9z, 61a), daß die Gesinnung der einzelnen Mitglieder diefe'be ge- blieben ist wie früher. Ich vermag daher die Verfügung vom 13. 9. 1894 nicht zurückzunehmen. gez. Hinkelmann." Endlich am 9. August 1897 erfolgte die Zurücknahme des Der- böte»: „Die an den Gesangverein.Liederhain" erlassen« Verfügung vom 13. 9. 94 wird hiermit zurückgenommen. Der Verein ist aber, sofern er sich erneut mit politischer Agitation befaßt, bzw. die wegen politischer Agitation ausgetretenen Mitglieder wieder aufnimmt oder das frühere Lokal„Voigländifche Bierballe" wieder aufsucht, aufs neue den Vorschriften des ß 19 de» Königl sächf. Vereinsgesetzes vom 22. Nov. 1850 zu unterwerfen" Zur Aufhebung dieser Verfügung konnte es aber nur kommen, well man einmal ausnahmsweise von der Beteiligung an der Mai- feier in diesem Jahre Abstand genommen hatte und einige politisch alluzstark„belastete" Sangesgenossen bewegte, dem„Liederhain" de« Rücken zu kehren. Walter Hanel. „Nein juristische Fragen." Llnfehlbarkeitsdün�el der Prenzlauer Justiz. Aus Anlaß des Falles D ü st e r b e r g, der Beschlüsse des Prenz- lauer Amts- und Landgerichts und ihres Nachspieles>w Preußischen Richterverein hatte die Sozialdemokratische Partei, Unterbezirk Prenzlau, am Mittwoch eine öffentliche Versammlung in Prenzlau einberufen, in der Landtogsabgeordneter Kuttner über „Republik und Justiz— Der Fall Düsterberg" sprach. Zu dieser Versammlung waren auch die Prenzlauer Richter durch be- sonderes Schreiben eingeladen worden. Es erfolgte jedoch die nach- stehende, ablehnende Antwort: Der Landgerichtspäsident. Prenzlau, den 28. März 1929. Die Einladung zu Ihrer Versammlung lehnen die hiesigen Richter mit Dank ab, da sie sich keinerlei Gewinn von einer Besprechung rein juristischer Fragen mit Nichtjuristen, zu denen auch Ihr Referent, Herr Kuttner, zählt, in einer öffentlichen Veriamm- lung zu versprechen vermögen. Mit Politik haben die Be- schlüsse, die im Fall Dllsterberg ergangen sind, nichts zu tun. Der Angabe, daß die Entscheidung„bei allen Bevölkerungs- schichten den stärksten Protest hervorgerufen hätte", muß unter Hinweis auf die hier eingegangenen Zustimmungs- erklärungen von zahlreichen Bezirksverbänden des Richtervereins und auf die vielen b e i l ä l l i g« n Asußerungen führender Tageszeitungen entschieden wider- sprachen werden. gez. Dr. W i n t« r." aueser Brief wurde von dem Referenten der nebenbei Jurist ist, vor der stark besuchten Versammlung verlesen und glossiert Der Ton des Schreibens erklärt völlig die Prenzlauer Beschlüsie im Falle Dllsterberg. Er atmet die Exklusivität und den U n- fehlbarkeitsdünkel einer Beamtenkaste, die sich noch ganz als Glied eines Obrigkeitsstaates fühlt und den Sinn der Demokratie überhaupt nicht erfaßt hat. Ein Landgerichtspräsident erklärt die IPrälai Seipet, der aJß Stunde ikan&ler der Stepubllk OeMterreleh tnU »einem'JiabiruHl»neben xurückgetreleu M Besprechung„rein juristischer Fragen mit Nichtjuristen" für„keinerlei Gewinn" bringend, während doch täglich in Schöffen- und Ge- schworenenkammern Oerufsrichler mit Laie» zusammen über juristisch« Frage« entscheiden— sie also auch vorher wohl besprechen müssen. Daß eine schwere Beschimpfung der Republik st r a f f r e i bleibt, hat nach Ansicht des Prenzlauer Lanhgerichtspräsidenten „mit Politik nichts zu tun". Wir dürfen hier gegen den Prenzlauer den Neuruppiner Landgerichtspräsidenten. den volksparteilichen Abgeordneten E i ch h o f f zitieren, der in der 57. Sitzung des Landtage» vom 4. März 1929 ausdrücklich b e- dauert hat. daß immer noch Urteile vorkommen, die in der Frage des Schutzes der heutigen Staatsform gegen Beleidigungen und Her- absetzungen versagen, und fortfuhr:«Dazu rechne ich, wie ich ausdrücklich hervorhebe» die Beschlüsse im Fall D ü st e r b e r g." Der letzt« Absatz des Ablehnungsschreibens atmet schließlich ein« Einseitigkeit, wie man sie bei einem Richter in so hohem Amt kaum sür denkbar halten sollte: Herr Landgericht-präsident Winter berust sich auf Zustimmungserklärungen, er oerschweigt aber, daß die B e r- liner Generalversammlung des Preußischen Richterverein» mit mehreren Hundert gegen wenige Dutzend Stimmen den Stand- punkt der Nachprüsungskommission gutgeheißen hat, die von den Prenzlauer Beschlüssen abrückt. Vom„beiderseitigen Gehör", das den Richter- auszeichnen soll, ist in Prenzlau wenig spürbar: die Herren sind hellhörig für Zustimmung, aber taub gegen Tadel und berechtigte Kritik.__ Hoheiisanordnung der �eichsregierung Bestimmungen über das Flaggen. Im Interesse einer einheitlichen Zusammenarbeit der Reichsverwaltung auf Gebieten, die für all« Reichsbehörden und Reichsstellen von gemeinsamem Interesse sind, hat die Reichs- regierung einen Erlaß über Hoheitsanordnungen und Verhalten der Reichsbehörden bei besonderen Anlässen heraus- gegeben. Der Erlaß regelt die Weiterleitung allgemeiner Anordnungen der Reichsregierung an d!« einzelnen Reichsstellen, die r e- Präsentatio« Vertretung der Reichsbehörden bei Veranstaltungen außerhalb der Reichshauprstadt, schließlich die B e- flaggung der Reichsdienstgebäude. Die Reichsdienst- gebäude werden im ganzen Reich am Versa ssungstag« be- flaggt. Wann bei anderen Anlässen im ganzen Reich oder in der Reichshauptstadt geflaggt werden soll, ordnet die Reichsregierung an. Soll außerhalb der Reichshauptstadt aus örtlichen, n i ch t- politischen Anlässen geflaggt werden, so treffen die Präsidenten der Landessinanzämter. an Orten außerhalb de» Sitzes eines Landes- finanzamte» der höchsle leitende Reichsbeamte des Ortes nach De- nehmen mit den gleich hohen örtlichen Reichsbehörden sowie mit den örtlichen Landesbehörden die erforderlichen Anordnungen. Soll wegen einer örtlichen Veranstaltung von p o l i t i- s che m Gepräge geflaggt werden oder ist zweifelhaft, ob die Be- slaggung als Parteinahme in InnerpolUischen Fragen gedeutet werden könnte, so ist die Entscheidung des Reichsminister» des Jnnern«in- zuholen.__ Nach Ehambcrlain ist auch der u n z a r i s ch« Ministerpräsident Graf Bethlen wieder einmal bei Mussolini gewesen. Man wird wohl über den neuen griechisch- südslawischen Freund- schaf svertrag al» Eoentualhemmni» italienischer Bankanwünsche gerede, haben. Zn Afghanistan s»ll jetzt der ehemalig« Krieg-minister Nadir Khan die besten Aussichten auf den Königsthron haben, auf dem sich übrigens Habibullah noch behauptet. welker für Berlin: Nach kalter Nacht wieder zunehmende Be- wölkuno mit Neigung zu neuen Niederschlägen, Tagestemperaturen dicht bei Null.— Für Deukschiand: Nachts überoll Frost, am Tage nordsüdwärt» sortschreitende neu« Wetterverschlechterung. Musil: ,/Oie Schwärmer". Uraufführung im Theater in der Stadt. Auch in seinem neuen Stück„Die Schwärmer" beweist das Theater tn der Stadt sein bemerkenswertes Geschick, fette Nieten zu ziehen. Der Verfasser Robert M u s t l, sonst ein acht. barer und geistvoller Schriftsteller, bemüht sich, an Hand einer Kol- lektion versuchter oder vollendeter Ehebrüche die nicht mehr ganz neue Frage zu beantworten, ob der Mensch gut oder schlecht ist. Zwischen Regina und Maria einerseits und Johannes, Thomas, An» selm, Josef und Ferdinand andererseits hat, es ist schwer, sich da durchzufinden, ein Gespusi bestanden, und die männlichen Ehegatten kommen über das Problem mcht weg, ob das nun eine Gemeinheit ist oder nicht. Uns ist die Sache völlig Wurst, aber der Autor, der die Wichtigkeit dieser Frage überschätzt, behandelt sie in endlosen Diskussionen, wobei er eine Fülle kluger Sentenzen aufstapelt. Die Zuschauer waren schließlich ganz mürb'e geredet, und doch brachten einig« noch die Kraft auf, durch Pfeifen oder wütendes Klatschen ihre Anteilnahme zu beweisen. Der Regisseur L h e r m a n führte das Schauspiel so, daß an den tragischen Stellen viel gelacht wurde. Bei diesem verdienst- vollen Unternehmen unterstützte ihn besonders der Schauspieler Han» Karl Müller. Auch Paul Günther, der, ob er will oder nicht, immer den Theaterintrigamen markiert, erzielte mit seiner dä- manischen Note heitere Wirkungen. Martha Maria N e w e s, Eon- ja Bog» und Dillis van Rappard spielten guten Durchschnitt, konnten ober die tödliche Langeweile nicht bannen. dgr. „Die Krau, die jeder liebi, bist Ou.. Titania« und primus-palast. Wenn einer, macht dieser Film dem Namen seine» Regisseur» Earl Fröhlich alle Ehre, denn wann haben wir mal ein derart fröhliches Wert gesehen?» Henny Porten verkauft am Tage als Frl. Minnl Musik» Instrumente und ist am Abend ein« gefeierte Sängerin, die ihrem Bräutigam, einem mittellosen Architekten, zum ersten Auftrag ver- hilft. Sie läßt heimlich eine Villa erbauen und zwar sür den Er- bauer und sich. Und wie d»r Bräutigam, der nichts von Bühnen- künstlerinnen wissen will, sich ausgerechnet in feine Braut al» Künstlerin verliebt, das ist entzückend geschildert. Hier ist jeder Einfall nett und angebracht, sogar der, daß Richard Tauber höchst persönlich für Henny einen Schlager komponierte. Henny Porten ist ohne allen Zweifel di« fraulichst« Darstellerin, die wir im deutschen Film haben. Und wie sich das Publikum den üblichen Kokottentyp, den die Filmindustrie massenhaft auf Lager hat, bereits übersah, das bemerkte man deutlich bei dieser Urauf- sührung Ein solches freudiges Mitgehen der Zuschauer hat man selten erlebt. Es sollte sür manche Darstellerinnen her Wink sein, Frauen zu spielen und nicht immer da» zurechtgemächt» käuslich« Liebchen zu kreieren. Henny Porten ist schelmisch, ist drollig und kokett, jedoch nie der aufdringliche Star. Unterstützt wird sie glän- zend durch den derben Frig Kamperz, den entsagungsvollen Paul H ö r b! g e r und den sehr gewandten Willy F o r st. Der Photograph Gustave Preis schafft genau so gut aus eigener Er- sindungsgabe heraus reizvolle Bilder, wie er vorzüglich auf erprobte Wirtungsmöglichkeiten eingestellt ist. Mithin haben wir. ungefähr vor Saisonschluß, noch einen guten Film zu buchen. e. b. „Ein Mädel mit Tempo." llfa-Theater Kursürstendamm. Bilder au« dem Familienleben des amerikanischen Mittel- stände» könnte man sachgemäß diesen Film betiteln, weil er außer der Liebesgeschichte mancherlei Einblicke in das amerikanische Fa- milienleben gewährt und dabei auch die ironischen Lichter nicht ver- schmäht. Mama tyrannisiert die ganze Familie, Papa darf mit Teller auswaschen— zu einer Hausgehilfin langt es nicht—, aber sonst hat er nichts zu sagen. Mama bevorzugt die ältere, ihr nach- jchlagende Tochter, für die bereits ein Freier da ist. und behandelt die hübsche blonde Patsy als Aschenbrödel. Patsy aber ist in den Bräutigam ihrer Schwester verliebt und bekommt von ihm selbst Anweisung, wie man einen Mann erobern kann. Sie schlägt ihn schließlich mit seinen eigenen Waffen, Papa wird wieder Mann und alles endet in Butter. King B I d o r macht seinem Ruf wieder Ehre. Er weiß das triviale Thema interessant zu gestalten und neue Effekte der All- täglichteit obzugewinnnen, so daß das Spiel, rein filmisch betrachtet, viel Freude gewährt. Marlon D a o i e» Ist aber auch eine nicht nur hübsche, sondern auch höchst lebendige, mit allen Launen und Kobokdeinfällen gelegnete Patsy. Außero�entlich drastisch in ihrem stet» wechselnden Mienenspiel ist Marie D r e ß l e r als Mama. Del Henderson mimt den Papa höchst ulkig: wenn er den Herrn herauskehrt, ist er direkt belustigend. Di« ebenso kokette wie schöne Schwester verkörpert Jane W i n t o n., Mussolini gründet eine Kredll-vank sür Künstler. In Rom ist nach Rücksprache Mussolinis mit den führenden Bankinstituten eine Kreditorganisation Ins Leben gerufen, di« In erster Reihe Malern und Bildhauern, aber auch Musikern und Dichtern zur Verfügung stehen soll. Die Mitglieder der neu gegründeten Akademie werden In den Aufstchtsrat dieser nenen Kreditbank berufen werden. Die bankmäßig üblich« Form der Bürgschaft fällt weg: an deren Stelle treten 2 Paten. Ludwig Hardt lprlcht Im Schillersaal sKnie), SO1/, Ubr: Sonnabend: Schcr,. Satire, Ironie,»eiere Bedcumng(mit vielen neuen Ltllcken): Sonntag: Heilere Dichtung. Verantwortlich für die Vedaktlan: Fron,»lüh,. Berlin: Antigen: Th.«locke. Berlin. Verlag: Vorwärts«erlag<9. m. b. Berlin. Bruck: Borwärt» Buchdrucker«» und«erlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SA S». Lindenftrat« Z. Sur»» 1 Berlage. Staat). Sehiller-Itieater.Cliaritb. Jü Uhr Pietro Aretlno 8 U»r b 5 Barbarossa 9256 CROCK und das tfro$e April- Programm 3 ttm• Zentr. ü819» Räumen erlauDi| DODGE TWINS Die berühmten Revue- Zwillinge I BERN ARD& RICK{ TaiusansiUon HARU ONUKI Japanische Opem'Diva und weitere internationale Variete- Berühmtheiten 1 Komische Gper»>. | OerHns neueste Krshe| Revue-Posse „Von Bettchen zu Bettchen!" 1 Laüwn ahne Ende Ii 1 S bilden) I äommarpreiss von 1 fek. an.l | Vorvertiial innntemr. oedlln. j CASWU-THEATEft»'�" Lo- r n er z>,ru e 47. Der neue Schlager! „Eine ungelietile frau VoiiisbUtuie fnsatiramSOlowiiiati 8 Uhr Kreozabnaiime ihealer am smitinanerdamm 8 Uhr Pioniere in Ingolstadt inalla-Theater 8 Lhr Oelransch ilaatl.Sdiiller-Tb. 8 Uhr Pietro Aretino S'/. Theal'ram SdiiffDaucrdamm, Norden IM) u. 28) Pioniere in ingoisiam (Soldaten u ulensi mädchen) v.Warieluhe Fleider OenttdiK Tfieafir 0. 1. Norden 12 310 3 U. Ende nach IdV* Zum 50. Male Die lostioeii Weiber von Windsor von Shakespeare Regie: Heinz Hilpert Die Komödie 1 1 Bismck. 2414/7510 SV« U.. Ende geg. 10 wann nommsi Du uiieuer? Komödie von S Maugham Regie Gustaf GrOndgens Xammerspiele ). 1. Norden 12310 SVj U., Ende geg. 10 Biellrssohe Schausvlel v Ueonhard Frank Regie i Hans»eppe i nana- idealer Tösdener>tr, 72-, 8 Uhr 4« �'ühniÄ"6''6., Oelransch Kaspar Neher. I CC UJ Sarasvsk] Theater in der Kdeiggritzar 3 trade T«nich 8'/» Jh Rival en Komödienhaus Täglich H Uhr Die Orti-Gnstbn- Our i neatei am taliendorfplaü rH glich 8h« uh' Bmlfe Im Erilenanostiaiis üfiiDti Idealer Direkt-HeinzHerald Jnarloilensirade% A. 7. Dönhoff 170 Anf.8 U, Ende 10 U. Helden von Kernard Shaw dttea. Kdiutlar-Th. 8h» Uhr Ponascn und Perlmutter aisoetextiv Fan! Gr Hz, Karl Ettlinger. Der gTöbte Srfolg Äerlins Friederike Mustf nun Celjar ertfa v. THellmann ftarl Zidgler, Staateoptr Wie» Anisiedi, Elmburfl, Sora,«««er, Semmum-i, Her, (UiBt onunterbr. �teiBVt.d3i«.7i8(ri Hermann Obst Dachdeckermeister A It- Glienicke ——• Tel. Adlershof 171.—— Lessing-Tbeater Täglich 8 Uhr 3 x Hochzeit. Renaissance- Theater Ijrdenarr. slr 6 lei. Sie nm. 901 u. 2583/8 »•/«Uhr lieber 100 Mal:»>/. Uhi Max Ca lenberg .Das große ABC* von Marcel Fa�o Rer biui. l'afionp. lnPrcmlerenheslTP. Tneatera. KotibusserTor f\ hsttbussai Str. 8. leu Mpl. 1B07I i Allabcndlldh 8 U.ir :(o aoth Sonniagi nachm. 3 Uhr lij\ Jubiläums-Proüramm ■ MW unter der Devise �jl-- 10 Jahre== Elite-Sänger BAUHÜTTE BERLIN G Kisinei Mer Pa glich RV«-Ihr? CurtGoatz, Valerie ▼. Martens Fcrd. v. Allen in „Trio- Uustsp v. Leo Lenr. Regie: Friedmau- Frederlch. Lustspielnao. S'U Uhr «nagartonra'an Goiiio Thieiscber Weekend in Paratfies Peter Faidbusch Berlin-Neukölln 9 Herrn anxutr. 14 Telephon: Neukölln 1560 Lieferant für Wiederverkaufer jeder Art— Billiger Einkauf für Verbände und Vereine— Vorzeiger dieses Inserats erhalten 5% VI.' l3®m®c®rö-£lecSr© MUSIKSCHALLPLATTEN •C*VJSSOiL«l.iX»-4ao-a�o- fi®im�il>cp C«ypanY.>, am»�«,ga, Emil Braun Berlin 027, Andreasstr. 75 Drahtgafiecht Eiserne Schiebkarren Spaten-Schaufe in Gartengeräte raF.m R ose-Theater jr.-rrutirftr A.1Z! h*k Uhr DieiitleSdHiIrteln frianon-Th. 8'/« Uhr Oer Herzog und die SOnderin BERLIN SW 48/ WILHELMSTRASSE 106 TELEFON; ZENTRUM 3205-3207/3284 Planelarlmn am Zoe 'vi«ih. a«diiatrA«ur»u»« Noll. 1578 16V« Uhr St.rnblmin. de» frBhJihr« I8V< Uhr Starndllder und Weltbau MV« Uhr Wunder de» •OdUchu Himmel« Tägl.auBer Montags u Mittwr. Erwachs i Mk-, Kinder SO Ff. Mi iw.: Erwachsene SO Pf.. Kinder 25 Pf. W»> „ und ein erstklassiger bunter Teil. FDr unsere Leser Gutschein fiirl— 4Pers. Fauteuil nur 1 15 M.; Lesse 1.65 M. Sonnige Preise Parke t u. Rang 0.80 Mk Re'chshailen-Theater Ma.[F] Uhr. Sonntas Nafflm.|7] Uhr Slciliner sanger Das wandervolle Apri. Erogramm I Nachm. ha.be Preise. Crönhott- Bretti: 10 Nummern! Konzert/ Tons. Ünbtdinrit kaufen Sie Inder__ ITiöbel-TIschlerei Willy ITlaass. Brunncnstra�e 35. Kein Laden l Verkauf nur im FabrikgefcladcJ August Wollschläger& Co. 1 � Tempelhol, OrdensmeisterstraSe 91:i:: Fernnf: SGdrfng ISSS, ttSS, 1(ST Großhandlung In Eisenwaren, Werkzeugen, RBhren, Flanschen, Kanalisationsartikeln und Armaturan. A. Schrödler vorma» Offc. dinger Flsdihonssrv itn-Fahrltt Liet rart in säm lieben F sdimari- naden, Gu ken, Kompol e Spez. Hausm�cber>Bra:be Inge. Berlin N., ueridifslr. 44 Telephon: Hansa 411(R.£5 WALFISCH tföffenldier Sir., Edse Engeinler � Siohons, Liier 60 Pt., frei H�usl Eigene Kühlanlage I Kaufhaus Blumsnfeld Kastanienallee 94 eSchBnhaiiser Allee 91 Wäsche»Wollwaren» Kleiderstotfe» Baumwollwaren Steter Cingans von Geleqenhelts-Posten Bahnhofsrestaurant Wittsnau-Noidbahnbol ßldiard Sdinlze rap.M Tereinslohal der SPD. Küdien-neyer Berlin N., Undower Str. nur 1 8/1 9 (am Bahnhof � edd ng) Bar und Kredill HUZI GROSSDESTILLATION I Prlnzeasinnenstrasse 17 invaliden- Ecks Aefterstrasse Ritter- Ecke Brandenburgstr. Friedrichshagener Baugenossenschaft £'B. U.B.H. Hoch- u. Tiefbau rernruf; Friedrlchmhaoen 524 und 1138 fG. F. 116 BERLIN-FRIEDRICHSHAGEN•KLUTSTR. 8 Ich offeriere: la frischeste Vollmilch in bester, fettreichster Qualität, die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung(dadurch 1— J Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere: la ff. Metereibutter(keine Mischware), sowie I a UU't. rnillch und weißen KSse. —— Achten Sie bitte beim Einkauf auf meine Firma. R84i Meierei Fricdrichshagcn, |4 Tel. F 2 NeukBlln 2444 RESTAURANT „MONZHOF" Münzstr. Ecke Draaonerstr. Warme iifidie ♦ Gut ueptieote Bleie ♦ U llr mlrtaai Kopiert Märttisdier Fielsdikonsum Hermann Pohle ig. f.» Pallisadensf r. 29 Sfrausbcrger Sir. 34 Holz= und Kohlenhandlung Wilhelm Schneider Friedrichsilagen WilhelmsfrnSe 39. fR. 27 lieferaat sämtlicher Ereninnaterialiei. R Brof-n.Fefnbfid(erel von K, Petersohn RUgener Str. 16 empfiehlt sein vorzügliches BroKWcift-tLFcindcaaiH. Ludwig Dorner Berlin- eolmsdorff Zenlraihelznng Sanitäre Anlagen Banttiempnerel Ami Cbrünau 264 fR. 3 Zigarerfeili Alle borten und Packungen. T KSTC ICQt Zigarren» Zioaniloa und StumD©n über 2000 Mlll© in etwa 275 Sorten.— Tabake: Ueber 700 Sorten der bedeutendsten Fabriken, auch alle Kautabake liefert nur an Händler, Kantinen und Restaurateure alaCrbililgf t.(R- 51 Gustav Paulks, C 2, Klosfersfr. 65-61 u. Wa'sonifr. 28. TeLElKup'c-jIrabenlTdC Aufzüge Reparaturen>BM Neul eferungen -Wilmersdorf, TQblntfer Str. 2/ Tel.: Pfalzlrara 1433 Julius Ehl » Bln.- Wilmersdorf, TDUntfer RUDOLF ANDERSCH Lichtpausanstalt u. Plandruckerei Eigene Zink» und Steindruckerei 8016, BrückenstraBe 10b. Telephon: JannowiU 4474/4475 Abholen und Zusenden durch Eilboten IG. F. ISO Filialen in allen Stadtteilen (B 64 Inhaber: OttoSötöfer Bahnpol wedUbig Trenpnnki illor lüllllllllllllllUlllllinillllllllllllllllllllllllllinil Wtrkiltlgga 189 Der Norden kauft nur Kohler-Brote Das groBc Landbrot Das gute M.«K.-Vilaminbrot[B.»i (Otn Berliner Bioch. Verein/ Tel.: Weißensee 100 Stoize-Schrey Die Beile flurjifdiiift AuZhmIt übet AuSbiidunflömögilchfeiten. Uebungsilätlkii. Vereine, Bücher, Zeillchrisle» uiw durch Zleno- lind Slol�e- Jchrey, Ver Ii» C.2, Brette Z Iraue 21. ftcrn- Ivrccher: E. I Beroilna 0750. Unseie Buchhandlung ist geöffnet von 6. 0 vi» IS Uyr.—>onti- abend» von 8 30 bi» 15 Uhr. Kaufhaus Adolf Hirsch Gegr. 1901 WelBensee, Berliner Allee 56 Tel. 243 nanufaktur-, Woll-, Weiß- und Kurzwaren h rrensnikel, Arbeitef ardMobe ir.iö Damplwäsfflerei„Hansa" Lübecker Str. 3, neben der Post Telephon: Hansa 2930 Wäsche nach Gcwldil 20 Pfand an Heander-ffiad WeanderslraBe 12 m Zahn-Praxis Br. Lehmann, Berlin N20 Schwedonstraße(So, on der BadstraBo Schonendste Behandlung ,» Tellzehlnng s Beha' dlun" von Kassenmitcliedern ✓ Sprechst 9— I, 3— 8, Mittw. 5— 8 Für Bruchleiden E. KRAUS Bio. 5 14a KommanUau.onbtr. 55 Fernsprecher: Dönhoff 2�11 Lieferant sämilicher Krankenkassen jüeiiVorzei�uiii�djJni�� Stadtbad- Friseur Rimmele 18,5 Sprz: Deuerweilen— Maariärben 20 Bedienung, f. Damen u. Herren An der Schillingsbrüske 2 Tel phon: Alexander 8915 I RestaurantiaFIAC Felix Zeuge Kl/asIraSe S, am Sportplatz Verkchrslokal de« Reich t-bannerr Arbeilcrtporllcr/ Gcwcrk�iiaiilcr " der 27. Abteilung. ixnd Genossen HO&ile Beleftung Sea r Werl ame sowie uard�robe>m Leihhaus Hermann Joel Markgraunstraße 22. II Rudolf Gecke&Go, Tischlerei � äln.-Frledrichsiiagen. SeeslraEe 127 Telephon: Friedrichshagen 19 Kolonialwaren und Butter am billigsten bei Max Schatz KBsliner Str. 10/ MUllerstr. 28 Utrochter Str. 25/ MUllerstr. 165 äSefVage Donnerstag, 4. April 1929 SprAbPfli) SftaJaul4a&-du Vy+wäsik Sie Ansprüche des Lebens. Aussprachen mit Eltern. „Warum haben Si« mein Kind in die Hilfsschule ge- schickt?" „Der Junge ist geistig auherordentlich schwach. Bei uns kann er wirklich nicht mehr mitarbeiten. Die Hilfsschule hat ihn auf seine Anlagen geprüft und hat die gleiche Meinung wie wir; auch der Schularzt hält die Umschulung sür notwendig." „Nein, nicht notwendig. So wie Sie jetzt meinen Jungen zur Hilfsschule schicken, bin ich auch einmal hingeschickt worden. Was ich da erlebt habe und gelernt habe? Was ich kann und was ich bin, hat mir die Hilfsschule wahrhaftig nicht gegeben." Ein geistreiches Gesicht habe ich dazu nicht gemacht. Den hatte man einmal zur Hilfsschule geschickt? Nun saß er im Eltern- rat und zeichnete sich durch vernünftige Ratschläge aus. Wo es galt, Hand anzulegen beim Ausbau unserer Schule, war er einer der eifrigsten gewesen. Seinem Posten als Bororbeiter in einem sehr umfangreichen Betrieb stand er mit Sicherheit und Derant- wortungsbereitschaft vor. „Daß ich zur Hilfsschule mußte, habe ich nicht vergesien. Ich werde auch noch manchesinal von anderen daran erinnert. Heut- zutage ist dos noch viel schlimmer. Die Kinder werden beschimpft, daß sie in die Dummenschule gehen. Wenn sie aus der Schule sind, können sie keine Stelle kriegen. Kein Meister will einen Lehrling aus der Hilfsschule nehmen." * Diesen Vater hotte ich bestimmt nicht von der Richtigkeit meiner Maßnahmen als Lehrer überzeugt. Im Gegenteil, ich selbst war recht bedenklich geworden. Doch was nützte es. Die Schulbehorde würde meiner Bedenklichkeit wegen ihre Anordnungen nicht rück- gängig machen. Und ich selbst, wenn ich mir das so sehr schwache Kind vorstellte— im nächsten Fall würde ich wohl wieder ebenso handeln müssen, denn H i l f s schule sollte doch helfen. Oder steckte hier ein Fehler? Half sie nur auf so kleinem Gebiet, daß nachher der Schaden größer war als der Nutzen? Warum wehren sich alle Eltern so stark gegen die Umschulung ihrer Kinder nach einer' Hilfsschule? Man wehrt sich doch sonst heute nicht gegen Hilfsmaßnahmen, man fordert sie geradezu. Erst ein einziger Fall ist mir bekanntgeworden, daß eine Mutter die Umschulung ihres Kindes nach der Hilfsschule von sich aus gefordert hat. Das ist doch immerhin merkwürdig. « Der nächst« Besucher ist eine Mutter. „Ostern soll der Hans zur höheren Schule. Was meinen Sie, wo soll ich ihn anmelden?" „Am besten lassen Sie ihn hier." „Aber was denken Sie denn! Er soll kein Arbeiter werden und auch nicht so'n kleiner Beamter,- wie mein Mann" „Wir müssen aber dabei auch an den Jungen denken. Ein Durchschnittsschlller. Leicht wird es ihm nicht werden." „Soll ich ihm N a ch h i l f e st u n'd e n'geben lasten?" „Nein, das sollen Sie nicht. Die Aufnahmeprüfung wird er übrigens bestehen, aber bald hinterher werden Sie merken, welche Last Sie sich und ihm aufgeladen haben. Das erst« halbe Jahr gehr es gut. Doch im ersten Zeugnis sind schon Nummern, die Ihnen nicht gefallen. Sie wollen vorbauen und schicken Hans zur Nachhilfestunde, jeden Nachmittag, Woche sür Woche." „So schlimm wird es wohl nicht gleich werden." „Ich habe Ihnen einen gelinden Fall erzählt. Wo ee schlimm ist, sieht es noch ganz, anders aus. Da gibt es nur noch einen Gesprächsstoff: Habt ihr heute eine Arbeit geschrieben? Was für eine Nummer hast du bekommen? Hast du deine Schularbeiten olle? Wirst du versetzt? Und dabei kein freier Nachmittag, kaum Ferien, keine frohen Kindertage, ein Dutzend verlorener Jahre. Ich weiß, die Eltern meinen es gut mit ihren Kindern, wollen ihnen den Lebensweg erleichtern und zerschlagen dabei die Jahre der Kindheit. Ich glaube nicht, daß die Kinder es ihnen jemals danken werden." „Was soll ich denn mit Hans machen?" „Hier lassen!" „Und nur die Reichen sollen ihre Kinder zur höheren Schule schicken?" „Nein, nicht doch. Aber es sollen nur die hin, deren. Kräfte wirklich so stark sind, daß sie die Arbeit dort mit Freude tun und nicht mit Tränen. Im übrigen hoben wir demnächst soviel studierte Leute, daß über die Hälfte erwerbslos sein wird." „Ja, dann will ich meinen Jungen man beim R c a l g y m« n a s i u m anmelden." -» Wir haben aneinander vorbeigeredet und können daher ein- ander auch nicht überzeugen. Ich sehe dos Kind, und die Mutter sieht die Ansprüche des Lebens. Sie weiß, daß ein Rechtsanwalt ein ungleich höheres Einkommen hat als ein Geldbriesträger: si« hat gelesen, wie ein Warenhaus nur noch Der- käuse� einstellt, die die Universitätsreise haben: man hat ihr mit. geteilt, daß dieses und jenes Handwerk nur noch Lehrlinge an» nimmt, die die mittlere Reife nachweisen. Sie will ihren Jungen davor retten, in die schlecht bezahllesten Beruf« abgedrängt zu werden. Darum ihr Entschluß. Die Wirtschaft macht heute merkwürdige Anstrengungen. die Auswahl der Leistungssäh-gen der Schule zuzuschieben. Mit welchem Recht sie es tut. ist nicht einzusehen. Die Schule steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß Schul esstung noch nicht Lebens- leistung bedeutet. Das Berechtigungswesen blüht, oder besser gesagt, das Berechtigungsunwesen grassiert. Gegen ihren Willen stempelt die Schule di« Menschen fürs Leben. Wer fragt nach dem Kind« und seinen Anlagen? Mittelschule? Sie klagt über Abwanderung ihrer Schüler in Gymnasien und Lyzeen. Volksschule? Sie ist nichl vornehm genug und wird von jedem gemieden, der etwas auf sich hält. Abschlußklassen und Hi fsschulen? Nur unter starkem staatlichen Zwang gelingt die Uebersührung der Kind«r in diese Hilfseinrichtungen. Was Hilfe sein soll, wird' als Strafe empfunden. Das ist der Hintergrund, vor dem sich Gespräche zwischen Eltern und Lehrer abspielen. Die Personen reden nicht mite'n- ander, sondern zwei Welten, die wirtschaftliche und die pädago» gische. Sie verstehen und überzeugen einander nicht. Aber ein Ersreuliches ist festzustellen: die Einsicht über diesen unerquicklichen Zustand ist im Wachsen: in beiden Lagern sucht man nach Lösung?- Möglichkeiten..Acvcrmann. Was dann? ein Vorschlag zum Sapitel: Lerechtigungswesev. Die Auswüchse des Berechtigungswesens, die sich besonders nach dem Kriege gezeigt haben, erklären sich aus der Berringe- rung der Zahl der Beamtenstcllen in verschiedenen Verwaltungen, dem stärkeren Besuch der höheren Schulen, dem größeren Zu- dränge zu vielen Berufen und der sich daraus erklärenden Steige- rung der Anforderuyg an die Vorbildung. Lehnt man nun, wie es von vielen Parteigenossen in durchaus richtiger Erkenntnis des üblichen Berechtigungsunwesens geschieht, dieses System ab, so muß man sich fragen, nach welchem Prin- zip die Bewerber ausgesucht werden sollen. Nehmen wir an, für eine Laufbahn melden sich 1000 junge Leute, von denen nur 100 eingestellt werden sollen. Nehmen wir an, von den 1000 hätten 100 die Reifeprüfung bestanden, 200 hätten die Reise sür Obersekunda erlangt, 200 hätten die höhere Schule bis Tertia be- sucht, 500 seien Volksschüler. Soll die Behörde das Recht haben, die 100 nach freiem Er- messen auszusuchen. Was würde die Folge sein? Es würden die eingestellt, die die besten Beziehungen haben: In erster Linie die Söhne, die Neffen der höheren Beamten der auswählenden Be- hörd«. Sicher würden die Söhne armer Eltern zurückgewiesen. „Die Befähigung und die L e i st u n g e n sollen entscheidend sein!" höre ich jemand mir zurufen.„Artikel 128 der Reichsverfassung!" Sehr schön! Für die mittlere Postkarriere ist zum Besspiel mancher Dotfsschüler geeigneter als mancher Abi- turient. Wi« aber soll die Eignung festgestellt werden? Am sichersten wäre es. wenn alle 1000 zur Vorbereitung zugelassen werden, nach einem Jahr die ganz ungeeigneten Kandidaten ent- loss«n und nach zwei, drei, vier Iahren die 100 ausgesucht werden, die„nach ihrer Befähigung und ihren Leistungen" di« geeignetsten sind. Würden aber nicht die entlassenen 900 um einige ihrer besten Jahre gebracht werden? Würden sie nicht als Abgebaute mit einem Makel behaftet sein? Oder sollen etwa die 1000 zur Vorbereitung auf den Beruf zugelassenen jungen Leute nach drei bis vier Jahren in eine Liste eingetragen und bei Besetzung von Stellen in der Reihen« folge der Eintragung gewählt oder ernannt werden? Was wäre die Folge? Di« lange Wartezeit würde bewirken, daß nur die Kinder wohlhabender Eltern die Laufbahn einschlagen können, daß also der Uebelstond, der beseitigt werden soll, noch vergrößert wird. Oder sollen sich die in die Liste eingetragenen jungen Leute inzwischen auf andere Weise ihren Lebensunterhalt verdienen? Da- durch würden sie ihrer eigentlichen Laufbahn ganz entfremdet werden, wie es jetzt bei vielen Junglehrern der Fall ist. Oder soll das Los entscheiden, nachdem von den 1000 Bewerbern die 100 bis 200 ganz ungeeigneten ausgesondert sind? Ich glaube nicht, daß jemand diese Art der Auswohl befürworten wird. Mir erscheint nicht ganz schlecht die französische Art der Auswahl der Bewerber durch ein c o n c o u r z(Wettbewerb). Im Winter 1911/12 unterrichtete ich an dem Gymnasium der fran- zösischen Stadt Montpellier. Als ich den Stundenplan er- hielt, verstand ich anfangs nicht, was die Wort« les älevez de St. Cyr(die Schüler von St. Cyr) bedeuten sollten. Ich wußte, daß sich in St. Cyr die französische Kriegsakademie befindet. Ich erfuhr, daß von den jungen Leuten, die in dieselbe aufgenommen werden wollten, um Offiziere zu werden, eine Prüfung verlangt wurde. Do sich etwa viermal so viele meldeten, als aufgenommen werden konnten, wurden nur die zu der Offizierslaufbahn zu- gelassen, welche bei der Feststellung des Ergebnisses der Prüfung zu dem ersten Viertel gehörten. Hatte also der Sohn eines Fa- brikbesitzers eine schlechtere Prüfung abgelegt, als der Sohn eines Arbeiters, so wurde dieser zur Offizierslaufbahn zugelassen, der Fabrikbesitzersohn aber nicht. Das Ergebnis wurde in der Weise festgestellt, daß alle einzelnen Prüfungeleistungen(der französische Aussatz, die mathematische Arbeit, die Arbeit im Deutschen usw.) mit Zahlen von 1 bis 20 beurteilt wurden. 1 war vollständig un- genügend, 20 war sehr gut. Ist dieses Prinzip nicht besser als das bei uns vor dem Krieg übliche, alle jungen Leute, die aus der werktätigen Bevölkerung stammten, von der Offizierslausbahn auszuschließen und sür die mcisten Garderegimenter nur Adlige zu Ossizieren zu ernennen? Nun bergen die Prüfungen, wie si« jetzt abgehalten werden, die Gefahr, daß der. welcher sich eine große Menge von äußeren Kenntnissen äußerlich angeeignet hat. mit besseren Aus- sichten in ein Examen tritt als der. welcher mit reichem Gewinn für den inneren Menschen Bücher studiert und sich auf Grund dieser Lektüre und seiner Ersahrungen und durch Nach- denken eine eigene Weltanschauung gebildet hat. Die Schüler, welche nach den Grundsätzen des Arbeitsuntcr- richts unterrichtet worden sind, sind besonders benachteiligt. Dar- aus folgt aber noch nicht die Notwendigkeit der Abschaffung der Prüfung, sondern die Notwendigkeit ihrer Reform. Aus Kenntnisse dürfte nicht soviel Gewicht gelegt werden wie auf den Grad der Ausbildung der Fähigkeiten. Wenn es sich um di« Zu- lassung zu einer Laufbahn handelt, müßte die Prüfung besonders gründlich sein, damit der Zufall eine möglichst geringe Rolle spielt. Es müßten auch die Fähigkeiten auf psychologischem Wege geprüft werden, unter Berücksichtigung der Ergebnisse der mod«''nen Erperimentalvsycholoaie. Mir erscheint die Auswahl der Bewerber um Zulassung zu einer Laufbahn durch ein solches concours immer noch besser als ihre Auswahl nach Willkür oder der Ausschluß aller derer, di« eine höhere Schule nicht bis zu einer bestimmten Klalle besucht haben. Stadtverordneter Dr. Erich Witt«. Mssenschast und Rotgemeinschast. Wir erhalten eine Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: „Im„Abend" vom 27. März 1929 befaßt sich Genosse Dr M o f e s mit der Notgemeinschaft der deutsckzen Wissenschaft und führt für die Verwendung der Mittel Beispiele an, d�rin Be- rechtigung zu beweisen wohl nicht ganz einfach sein dürft«. Erst recht nicht für mich, der Ich auch— Gott sei Dank— keine Ahnung von dem wissenschaftlichen Wert der Untersuchungen über„Joachim von Ortenburg und die Durchführung der Reformation in seiner Grafschaft", über die„Kirchensürsten aus dem Haus« Schwarzberg" usw. habe. Auch das.Los der ohne Tauf« sterbenden Kinder" erscheint mir weniger wichtig als das der mit oder ohne Taus« lebenden P r o l e t a r i e r t i n d e r... Man o«rg«ss« aber über solchen Einzelheiten, deren Zweck- Mäßigkeit fraglich erscheinen mag, nicht den gewaltigen S«gen, den die Notgemeinschast für die Wissenschaft gebracht hat und Hassent- lich in steigendem Maße bringen wird. Ich denke dabei in erster Linie, weil mir das beruflich am nächsten liegt, an die Wirksamkeit des B i b l i o t h« k s a u s schu ss e s. Es ist nur dem Fachmann möglich, zu sehen, welche nicht mehr gutzumachenden Schäden die Kriegs- und Inflationsjahre gebracht haben und in welchem Umfang hier die Notgemeinschaft eingegriffen hat. Nicht nur durch die Zuwendungen an die Bibliotheken als solch«, denn das hätte sich auch durch Etatserhöhungen seitens der Länder er- reichen lassen, sondern durch die Zentralisierung dieser Mittel und ihrer Verwendung. Wobei man vom sozialen Stand- punkt aus auch zum Teil Kritik üben muh: einen nicht unerheb- lichen Teil der Literaturbewilligungen erhalten Einzelpersonen und nicht öffentlich« Institutsbibliotheken— also auf Kosten der öffentlichen Bibliotheken, wo sie mehr Nutzen für die Allgemeinheit stiften könnten. Gewiß gibt es literarisches Forschungsmateriai, das der einzelne Gelehrte wenigstens eine Zeitlang jederzeit zur Haich haben muß, ohne auf den meist am- ständlichen Weg der Entleihung aus der Universitätsbibliothek an- gewiesen zu sein Aber das dürste nur eine besonders begründete Ausnahme bleiben: im allgemeinen müßt« das literarische For- schung-material Eigentum der zuständigen öffentlichen Bibliothek und dem Forscher nur auf längere oder kürzere Zeit zur Verfügung gestellt werden Für die Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben nur«in Beispiel, das auch für den Laien eindrucksvoll sein dürfte: Der Bibliotheks- ausfchuß hat durch ein«n Vergleich des englischen mit dem deutschen Gesamt.zeitschristenverzcichnig festgestellt, daß in Deutschland weit über 10 000 naturwissenschaftliche(im weitesten Sinne) ausländische Zeitschriften fehlen— nicht nur einzeln« Jahrgänge, sondern die ganzen Zeitschriften sind von keiner deutschen Bibliothek zu erhalten. Wenn das auch zum großen Teil Zeitschriften von untergeordneter Bedeutung sein mögen, so soll doch dafür gesorgt werten, daß sie soweit und so billig als möglich wenigstens in einem Exemplar in Deutschland beschallt und durch den deutschen Leihverkehr überall zugänglich gemacht werden.' Das ist aber Nur durch organisiertes Zusammenarbeiten mit Hilfe der Notgemeinschast möglich, nicht durch Erhöhung des Etats der ein- zelnen Bibliotheken.. Dr. W. W e i n r« i ch, Bibliotheksrat." » Wenn Genosse Dr. Weinreich im weiteren Verlauf seiner Zu- schrift die Vefürchtung ausspricht, eine Kürzung des Etats der Notgemeinschaft werde auch die wertvollen Aufgaben der Notgemeinschast hemmen, so können wir dem nicht zustimmen. Im Gegenteil, die Ausführungen des Genossen Dr Moses verfolgen das Ziel, durch Reorganisation sür wissenschasUiche Arbelten, sofern sie nicht in Gekehrtenspiclerei ausarten, noch mehr Mittel als bisher flüssig zu machen. Und das ist— trotz der von Genossen Dr. Mose» geforderten Herabsetzung des Etats, die aus der Erkenntnis der allgemeinen Notlage erfolgt— möglich, wenn man auf die Be- zuschussung jener überaus zahlreichen Publikationen verzichtet, deren tieferer Wert auch einem Fachmann wie Genossen Dr. Weinreich verschlossen bleibt. Die Zuckertüte. Der erste Schultag für frischgebackene Abc-Schützen Ist nahe. Wer's nicht weiß, merkt's an den Schaufenstern der Papiergeschäfte und Konfitürenläden Da stehen die Schultüten, bunt-lockend— der Preis bestimmt di« Rangordnung— von 75 Pf.(ohne Füllung) an aufwärts Für schmale Geldbeutel klein«, unscheinbare Tüten, für breitere— buntere, prächtigere bis zu„Lebensgröße". Angeb- lich soll die Schultüte zum ersten Schulgang gehören, wi« findiger Geschäftsgeist und gedankenlose Sentimentalität uns weismachen wollen. Die Schultüte ist keine„Berlinerin", sie stammt aus der Provinz. Dem„Sächsischen" zu liegt ihre Heimat— aber in der Groß- stadt weiß man sie als sogenannten„alten, sinnigen Volksbrauch" aufzufrisieren, zu konservieren und geschäftlich auszunützen. So greift die Unsitte um sich. Vernünftige Lehrer kämpfen dagegen an— aber ohne Mit« Hilfe der Oeffentlichkeit vergeblich. Bei mancher Mutter reicht Zwar der Geldbeutel auch nicht zu, aber schon der Nachbarn wegen muß doch der Schulneuling ein«„recht große", auffällige Tüte haben. Der kleine Kerl wird zwar hinters Licht geführt, denn er muß hinterher merken, daß der Inhalt der glänzenden Atrappe in keinem Per- hältnis zur Größe steht, aber er ist doch stolz, die„größte" Tüte zu haben Eitelkeit, Hoffart, Selbstsucht— nicht zuletzt Neid und Mißgunst wandern mit der Schultüte schon am ersten Tag« ins Schultor ein. Zum«rsten Male sollen sich di« Kleinen zu einer größeren Gemeinschaft zusammenfinden, da wird ihnen durch die Schultüte schon klargemacht, wie wenig sie zu. einandergehören. Dem armen Kerl, der abseits stehen muß ohne Tüte, wird so der erste Schultag. dem er mit freudig«? Erwartung entgegensah zum Tag der Enttäuschung und Trauer. Der Stach«! des Gefühl- der Minderwertigkeit und des A u s g c- schlossenseins wird manchem hier zum ersten Male in die Siele gesenkt. Eine Zuckertüte taufen ist für Eltern allerdings bequemer, als lange vorher, unausgesetzt freudige Erwartung auf die Schule in den Kleinen zu stärken und alles zu unterlassen, was Schulangst fördert. Die Schule selbst aber sollte die Erwartungen nicht ent- täuschen. Sie bereite den Kleinen einen srohen Empfang und froh« Stunden, dann kann man sich alles andere sparen, sentimentale» Gerode und Getue und auch— die Zuckertüte. Die Schulneulinge werden dann jeden Tag mit Freuden in ihre Schule eilen. R. Sch. Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. Bh TforfüSJx. von der Jiudjon-B&i ZeuArzungtet-v i/on Acloff Lehnert (40. Fortsetzung.) " Aber endlich bekam man Feuer, etwas Schnee wurde ge- schmolzen, aber da ichlug der Wind um und weht« direkt in die kleine improvisierte Küche hinein, löschte alles aus und stürzte dos Wasser um. Es war unmöglich, Te« zu machen. „Also schön/ sagte der Inspektor.„Dann reisen wir ohne Tee. Wir reisen. Alles klar machen. Weiter/ Make und die zwei Konstabler sagten nichts, und keiner von den Eskimos öffnete den Mund Der Inspektor wartete auch keine etwaigen Proteste ab. Er ging vornübergebeugt gegen den Wind. Man sah ihn nur undeutlich, so umstob ihn der Schnee. „Schnell hinterher/ sagt« Make. In aller Elle setzlen sie die Schlitten instand, entwirrten die Stränge der Hunde und setzten dem energischen Manne nach. Als sie ihn erreichten, füllte der Schnee alles, was sie vom Weltenraum sehen konnten. Er peitschte die Gesichter und drang überall in ihre Kleider. In den Nacken flog der los« Schnee, durch die veffnung der Pelzkapuze, es war kalt und gräßlich. Aber er wollte sich noch nicht beugen. Einige Stunden arbeiteten sie sich weiter. Ein Wahnsinn, ein« Reise mit solcher Plackerei zu beginnen. Aber der Inspektor war Herr, er wollte vorwärts. Plötzlich kam der Orkan. Es saufte nicht mehr, es brüllte. Aller Schnee auf dem Eise wurde hochgerissen und fortgewirbelt. Kein« Red« davon, daß die Hund« weitergehen konnten, keine Rede davon, die Peitsch« zu gebrauchen. Die Männer konnten kaum noch ausrecht stehen. Es gab ein Durcheinander, das keiner verstehen kann, der nicht einen arktischen Orkan erlebt hat,«inen von den Stürmen, bei dem Kies und kleine Steine weit fortfliegen und der unbeugsamste Wille gebrochen wird. Die Schlitten blieben von selber stehen. Ja, die vordersten glitten seitswärte, und die Hund« folgten ihm. die Männer krochen zusammen, duckten sich und stützten einander. Hier galt es nur, zusammenzuhalten. Wenn einer auch nur wenig abseits kam, war »s undenkbar, ihn wiederzusehen. Make kam zu dem Inspektor. Er kroch hin, setzte den Mund an sein Ohr und rief ihm zu, daß die Reis« für heute zu Ende sei. Sie mußten sehen, zusammenzubleiben, um sich nicht zu verlieren. Es war. als schöpfte der Sturm einen Augenblick Atem. „Sagen Sie ihnen/ sagte der Inspektor,„daß sie ein Haus bauen sollen/ Make zeigt« auf das Eis, wo sie waren.„Ein Haus bauen ist unmöglich/ Rings umher war das Eis blank von Schnee gefegt. Es gab kein Baumaterial Aller Schnee, der im Laufe des Wimers gefallen war, befand sich in der Luft. „Schön/ sagte der Inspektor,.chann müssen wir zu einer Stelle fahren, wo es Baumaterial gibt" „Es ist unmöglich, weiter zu kommen. Die Hunde können sich nicht mehr mit den Klauen auf dem harten Eise hallen. Wir müssen warten." Ein Protest war unmöglich. Die Männer hallen von selber Schutz hinter den Schlitten gesucht. Die waren in einem Klumpen zusammengefahren, und die Hunde lagen auch dahinter. Di« ge- waltig« Natur war stärker als die Neinen Menschen und die elenden Hunde. Da verkroch sich auch der Inspektor h-nter dem Schlitten. Sie saßen da. ohne zu sprechen. Eine Stunde verging, und zwei Stunden vergingen. Sie froren alle sehr: der Sturm konnte nicht seine gewaltige Kraft beibehalten. Aber er weht« doch so, daß keiner gegen ihn angehen konnte. „Nehmen Sie einige Felle heraus, damit wir uns einwickeln können," sagte der Inspektor, und Arola und Joe erhoben sich, um seinen Befehl auszuführen. Als sie aber die Leinen losknüpsten und di« Ladung frei dalag, packte der Wind Felle und Decken. Es war unmöglich, sie festzuhalten, e« galt, selbst auf den Füßen zu bleiben. Ueb«r das Eis wirbelten Renntierfelle und Wolldecken. Es war unmöglich, sie zu halten. Töpfe und Tassen, alles flog fort und war verloren. Der Inspektor sprang mit einem Fluch auf.„Das sind meine Sachen, schnell rettet sie!" Aber sie hörten nicht, sie sahen nur. wie er sich in dem Sturm vorbeugte, aber doch fiel und sich mit beiden Händen stützen mußt«. Und all« wie einer dachten, daß er jetzt vielleicht den arktischen Sturm respektieren lernte. Er hätte früher unter Dach gehen oder lieber gar nicht fahren sollen. Verwirrt kroch er wieder zusammen. Ihm war Schnee in den Rücken geweht, und er fror noch mehr, sagte aber kein Wort. Sie warteten wieder einige Stunden. Es wurde Abend, und der Hunger meldete sich. Aber Essen zu bereiten— daran war nicht zu denken. Endlich schien ihm, als würde der Wind etwas gleichmäßiger, als hörten die gewaltigen Stöße auf, und als sei es nur eine beständig stürmende Luftmenge, di« mit unwiderstehlicher Kraft an ihnen vorbei gepreßt wurde. Der Inspektor erhob sich:„Wir müssen zurück und die Aus- rüstung erneuern. Wir haben Rückenwind. Wir müssen heute noch heim." Heim ging es, und es ging schnell. Sie hatten den Wind fast genau im Rücken. Zuweilen glitten die Schlitten so stark, daß die Hunde kaum mitkommen konnten, obwohl alle Männer aufsaßen. Als sie aber um das Vorgebirge kamen, kreuzen sollten, um der Küste zu folgen, und den Wind von der Seite bekamen, war es schwer, die Hunde Kurs halten zu lassen. Man mußte die Schlitten stützen, man mußte schieben, denn di« Kufen gingen schwer. Das am Morgen unterlegte Eis war auf Schnee berechnet und glitt nicht auf dem Eis«. Es war längst abgeschliffen, und die Hunde muhten schwer arbeiten. Aber sie merkten, daß es heim ging, und sie mühten und mühten sich. Endlich erreicht« man die Statton. Als der Konstabler auf den Lärm herauskam, sah er sie als Geschlagene, von Schnee bedeckt. mit verfrorenen Gesichtern, obwohl die Kälte nicht so schrecklich war, und zum Umsinken müde.---„Koch Tee und gib uns zu essen.— Wir sind müde und hungrig," sagte der Inspektor,„und schafft schnell das Gepäck hinein. Legt alles hier in den Gang. Laßt uns nur hineinkommen: morgen können wir alles sortieren und an Ort und Stelle legen. Hinein mit allem, schließt die Tür und laßt die Hunde los." Sie taumelten hinein: das Gepäck von den vier Schlitten wurde im Gange aufgestapelt, und bald sahen die Polizisten auf der Bank. Sie bekamen ihren Tee und Bsot mit Marmelade, aber sie waren noch müd«r als hungrig Sie konnten kaum die Augen offen hallen, und so schnell wie möglich gingen alle zur Ruhe. Der Inspektor warf seine Kleider ab. er hörte etwas rascheln und hart zu Boden fallen. Es war Malas Handschelle, die in sein Hemd geraten war. Er wollte sich aufraffen, seinen Gefangenen zu fesseln.„Ach was!" dachte er,„nur schlafen. Heute nacht läuft niemand fort." Und einen Augenblick später schlief alles in der Polizeibaracks um die Wette. xvn. Einer aber schlief nicht. Das war Mala. Müde war er, wie wenn er tagelang durch di« Berge gewandert wäre oder Walroßjagd an der Eiskante betrieben und die Beute heimgeschafft hätte. Aber er war nicht nach Beute ausgewesen, er war selbst der Fang, war selbst der Gejagte, und deshalb waren seine Gefühle ganz anders. Als die anderen zur Ruhe gingen, sank er schlaff auf der Bant zusammen. Bald aber wurde seine Aufmerksamkeit rege. Was war das? Die Konstabler schliefen, der Sergeant schlief, und aus dem Zimmer des Inspektors tönten regelmäßige Atemzüge. Auch er, der sein Feind war, schlief. Die Gelegenheit war da. Die Freihett stand vor ihm, und er wollte sie gewinnen. Er lauschte einen Augenblick, dann erhob er sich, reckte Arme und Beine. Ja, er war frei. Fort wollte er. Es war kein Reisewetter für einen weißen Mann. Er aber konnte reisen. Er konnte immer etwas mehr als die anderen. Und jetzt gall es die Freihett. Nie im Leben wollt« er mehr das Gesicht eines weißen Mannes sehen. Das gelobte er sich. Lautlos, ganz lautlos glitt er zur Tür hinaus. Im Gange nahm er Geschirr und Stränge und ging hinaus. Er holte die Hunde, die er für seinen Schlitten haben wollte. Sie lagen zusammengerollt im Schutze des Hauses, aber sie kannten ihn und ließen sich ge- räuschlos anschirren. Willig wäre zuviel gesagt, denn auch sie waren müde und hungrig. Sie hatten nichts zu fressen bekommen, aber sie wurden an den Schlitten geschirrt und rollten sich gleich wieder zusammen. Mala griff nach der Peitsche, bedachte sich aber. Wenn er ohne Büchse und ohne Gepäck aufbrach, so mutzte er kläglich umkommen oder war gezwungen, es sich im Kampf mit anderen zu verschaffen, was seine Spur leicht erkennbar macht«. Er mußte ins Haus zurück und sich verschaffen, was er brauchte. Einen Augenblick später stand er in der Messe. Die Leute hatten die Büchsen mit hineingenommen und er mutzte eine Waffe haben. Die Frechheit kam in ihm hoch. Leis« schob er die Tür zum Zimmer des Inspektors auf und schlich sich zum Bett, wo dieser schlief. Ueber dem Inspektor hing seine Büchse. Die kannte Mala. Es war eine schnellschietzende Büchs«, und sie wollte er haben. Viele Patronen brauchte«r auch. Leise und vorsichtig hob er die Büchse vom Nagel. Hinaus damit in die Messe, wo er sie auf den Tisch legte. Wieder zurück in das Zimmer des Inspektors. Jetzt kam die schwerst« Arbeit, denn die Patronen lagen in der Kiste unter dem Bett. Er mußte sich auf den Fußboden legen, die Hand hineinstecken und eine Schachtel nach der anderen herausfischen. Plötzlich regte sich der Schlafende. Er dreht« sich im Bett um und setzte sich einen Augenblick auf, es war, als ob«r lauscht«, als ob er etwas gehört hätte Mala Iah ihn den Arm nach dem kleinen Tisch ausstrecken und etwas Wasser trinken. Atemlos lag Mala dicht unter dem Bett, halb vor und halb hinter der herabhängenden Deck«. Und er fühlte, daß er. wenn er entdeckt würde, aufspringen und dem Inspektor die Kehl« durchbeißen würde. Mochten dann die anderen kommen und ihn henken. Aber der totmüde Mann fiel bald wieder zurück und schlief ein. Er zog die Decke um sich und hatte nichts bemerkt: bald darauf konnte Mala an seinem Atem hören, daß er ohne Verdacht schlief. Longe wartet« Mola sedoch, ehe er wieder Patronen aus der Kiste nahm.(Forts, folgt.) VK4S DER TAG BRINGT. nmiiiinuniniiimiiiinnuiiiiniiniiiiiniiiiiiiiunuiiaiiimiinniiiniiiiiiiiniinimniiiiHiiiiiuiuuiiimuiiiiiiiiiiuiMMiitimiiiiiiiiiiiiiMiiimniimiiuiiniuiuiiiiiiuiiuuiuimuinniMana Das Martyrium der Dorfschullehrerin. Immer wieder kldgen die Sowjetzeitungen über die Ver- folgungen, denen di« Dolksschullehrerin in Rußland, insbesondere auf den Dörfern ausgesetzt sind. Es wird fast zur Dolkssitt«, daß die Lehrerin, sofern sie nicht ihrem Vorgesetzten zu Willen ist, kurzerhand oersetzt oder brotlos gemacht wird. In der kam- munistischen.Lugendprawda" findet man einen ausführlichen Bericht über das Martyrium der Volksschullehrerin. So kann man zum Beispiel in dem Zentralkomitee des Verbandes der Bildungs- arbeitet im Gouvernement Samara einen Aktendeckel durch- blättern, der die Ueberschrift trägt:„Di« Verfolgung der Lehrerin als Frau!" Hier sind dreißig derartige Bericht« registriert— dreißig im Laufe eines Jahres. Ein jeder, dem es Spatz macht, macht sich an die Lehrerin heran: angefangen von dem Vor- sitzenden des Vollzugsrates, hinunter bis zum jüngsten Kommunisten. Bald ist es der Polizeibeamte, bald der Schulleiter, der Sekretär der kommunistischen Zelle, der Inspektor der Dolkrbildung oder die Funktionäre des Vollzugsrats. Und überall ergibt das dieselben Folgen: Enttassungen, Ausschluß aus dem Verband und aus der kommunistischen Zelle. Wenn es im Guten nicht geht, dann wird eben Gewalt an- gewendet. Es fehlt auch nicht am ideologischen Unterbau für diese Handlungen der Parteimitglieder. In einem Falle meinte der Der- gewaltiger: die Lehrerin sei angefaulte Intelligenz, deshalb könne man mit ihr machen, was man wolle. Also auch zum Selbstmord treiben! In der Aktenmappe liest man:„Sie hat sich erschossen!" „Sie hat sich unter den Eijenbahnzug geworfen!"„Sie hat sich ver- giffetl" Als aber«ine Lehrerin weder„willig" war noch sich Gewalt antun ließ und auch nicht aus dem Leben scheiden wollte, da sie zwei Kinder hatte und es deshalb vorzog, den Kampf mit den dunklen Gewalten aufzunehmen, da mußten ganze vier Kom- Missionen sich mit den Ursachen ihrer Entlassung beschäfttgen. Sie wiedereinzustellen war aber nicht so leicht. Sie war bereits aus dem Verband ausgestoßen und mit ihren Kindern dem Hunger preisgegeben. Die Frau wiedereinzustellen, sie waren empört, daß sie sich erlaubt hatte, die Instanzen anzurufen... Bulgarien, die Heimat der Langlebigen? Das Statistische Amt in Sofia hat kürzlich unter der Leitung von Aerzten eine Untersuchung über die Zahl und die Lebensweise langlebiger Menschen angestellt. Bisher liegen nur die Ergebnisse aus dem bulgarischen Kreis Widdin vor, wo es unter 278 000 Ein- wohnern IS Personen über 100 Jahre gibt, darunter sechs in der Stadt Kula, die 44 000 Einwohner hat. Man nimmt an, daß dort di« Rassenmischung zwischen Bulgaren, Rumänen und Serben die Langlebigkett begünstigt. Die Umfrage ergab weiter folgendes: Die meisten der Langlebigen stammen aus langlebigen Familien. Sie sind ruhigen Gemüts, enthielten sich des Genusses von Alkohol und Tabak und lebten meist von Gemüse. Milch, Schafkäse und Maisbrot. Sie waren immer Schwerarbeiter, Frühaufsteher, schliefen Im Freien, liebten warme Kleider und trugen selbst an heißen Sommertagen einen Pelz. Die Glatze als Mordursache. � Vor einigen Tagen erschoß in einem kleinen Pariser Hotel«in Gast namens Fernand Grenier seine Frau. Vor dem Untersuchung«- richter oerantwortete er sich damit, daß er die ewigen Neckerelen seiner Frau über sein« Glatze nicht mehr Hab« ertragen können, Kamelrennen in Konstantinopel. Da die kurzlich in Konstantinopel eingeführten Pferderennen sich nicht rentiert haben, sollen in diesem Jahr in Konstantinopel Komelwetirennen abgehalten werden. Um der Sache ein« noch größere Attraktion zu geben, plant man in den Pausen leicht- athletische und Doxwettkämpfe abzuhallen. Ein gesunder Ort. Der gesundest« Ort des Deutschen Reiches und vielleicht der Erde überhaupt ist der in der Rhön gelegene Flecken Wiesen. Die kleine Ortschaft zählt 1000 Einwohner, der letzt« Sterbefall war am 22. August 1922. Sächsisches, Allzusächsisches. Im Stadtgeschichtlichen Museum zu Leipzig ist unter vielen anderen ausgegrabenen Dingen auch ein uralter, schon halb z«r- sprungener Löffel zu sehen. Vor dem betreffenden Gloskasten standen kürzlich zwei brave Kleinbürgerfrauen, deren eine folgende Kritik vom Stapel ließ.„Ree, weeßte, Frieda, manche», wass« hier zusammengehamstert haben, das baßt doch iberhaupt In gee Museum nein, das geheert ganz«enfach in de Schörwelgist« oder in de Aschengrube. Da guck dr bloß ämal dän alden Läffel dort an. Ge- blaßt isr ooch schon. Wenn'ch dän meiner gleen Siechlinde zum Drückern gähm wollte, die däde mir das Dings glatt vor d« Veen« sacken. Das Gind hat nämlich Scheenheetsstnn in Leiw«/ A/aji'H Donnerstag, 4. April. Berlin. 18.00 Dr. Arno Schlrokiuer. Lelpil«; Knnsttrlel) und Knnstvertrlel»., 16.30„Berlin, Datum des Poststempeli", Roman von Wall Zocker, Bruchstücke. teleeen vom Verfasser. 17.00 Komert. I. Bilder aus Osten, op. 86. fDr Klavier. vlerhSndlj;(Roh. Schumann).?. Lieder v. P. CorneUns. 3. a) Intertneno A-Moll aus op, IIS b) Intermezzo Es-Dur aus op. 117, c) Inlermczze C-Dur aus op. 119(J. Braltms). 4. Lieder von Mendeissohn-Bartholdy. 5. a) Warum? b) Arabeske. OP. 18(R. Schumann). 6. Lieder mit vierhlndtcer Bcflci- tun«, op. 101 v. L. Spohr. 18.10 Th. H. Jansen:..Eieenheimbetchaffun«— Hausbau-Hypothekenabiasun« für Jedermann". 18.30 Diplom-Intenlenr Erich Lesser:..Drehstrom nnd Oleichstrom". 19.00 Sozialpolitische Umschau(Dr. Wolfgan« Pohl). 19.30 Ptol. Dr. Weldel. Eibing;. Der Beruf des Volkssehullehrers". 20.00 Sendcsplel:.Der lachende Ehemann", Operette in drei Teilen. Masfk von Edmund Eysier. Anschließend bis OJO Tanzmusik(Kapelle Ott# Kermbach), Kenlgserusterhanata. >800 Musik Im Kindergarten auf Qrund praktischer Ertahrnngca(Stadl ae. ritin Geis). 18.30 Dichterstunde: David Lnschnar. Rezitation; Maria Menant, 18.00 Baltisdhe Dichterinnen(Else rrobenias). 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Neuzeitliche Oewächshausanlagen für Erwerbsgartenbanbetriebe(Kart Wclnbauaen). 19.20 Orundlagen der Verkaufsknnst unter Berücksichtigung des Reisenden aU AbsaUvermittler(Fritz Qonschoreck), meisterschaften werden«ine der größten spart- lichen Veranstaltungen dieses Jahres werden. Allein an den Saal- sport-Wettbewerben beteiligen sich 595 Fahrer und Fahrerinnen in zusammen 33 D.sziplmen Weiter sind 11 Straßen-, 7 Bahn- und 3 Motorrad-Wettbewerb« vorgesehen. Die Kartellarbeit in Berlin. Die Arbeiferang'er sind aufgenommen. In der Sitzung des geschäftsführenden Aueschusses vom bundes- treuen Berliner Kartell für Arbeitersport und Kör- p e r p s l e g e tonnte der Vorsitzende Barthelmann über weitere erfolgreiche Arbeit berichten. Die Aufbauarbeit kann im w«senl- lichen als abgeschlossen gelten. Der Erfolg, die Zusammenfassung von jetzt schon über 20 000 Mitgliedern, ist ein sehr guter. Daß es auch in den von der Spaltung am stärksten betroffenen Sparten kreis Zoiisiistisehe«vchsehuie Lonnadenck, den 6. April, 19% Uhr, im Sitzungssaal des ehemaligen Hcrenhauses, Leipziger Str. 3 Vortrag des Oer ossen Prof Paul Hermberg-Jena: „Gegeiwartsagfoaiien der deutsdien WirtsdiaD". Karten zum Preise von 50 Pfennij? sind an folg nden Steilen zu Kaden i Bureau des Beziiksbildungsausschusscs, Linden tr 3. 2. Hol links. 2 Trep-en; Arbeiterjugend Groß Berlin, L ndensir. 3, 2. Hof links. 2 Treppen; Buch- handiurg J. H. W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Walistr. 65: Deutscher Ho zarbeirer-Verband. Am Köllnischen Park 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Ritter�traße Ecke Luisenufer; Tigarrengeschäft Horsch. Engelufer 24 25; AfA-Ortskartell Engelufer 24125, Oewerkscrahshaus; Ver ag des Bildungsverbandes der deutschen Buch- druc! er, Dreibundstr.5; Zentralverband der Angestellten, Belle-A'liance-Str7. Veilagsgesellsciaft des ADOB„ Abteilung or iment, Inselstraße 6a. vorwärts geht, beweist der Erfolg der Arbetter-Athleten bei chrer Veranstaltung in der„Neuen Welt". Einem Antrage des Arbeiter-A n g l e r- Bundes um Aufnahme seiner Berliner Gruppe in das Kartell wurde zugestimmt. Dadurch erhöht sich die Mitgliederzahl des Kartells um etwa 3000 Eine sehr große, aber auch fruchtbringende Aufgabe hat sich das Kartell mit der Schaffung einer Berliner Arbeitersportschule ge« stellt. Die Vorarbeiten für diesen Plan sind soweit abgeschlossen, daß in Kürze der Vertrag unterzeichnet werden kann Borher wird der GA. noch eine Besichtigung des Gebäudes vornehmen Für den 5. April wurde eine Vorständekonferenz bei Ewald, Skalitzer Straße 126, beschlossen, die zu wichtigen Fragen wie Bei- hilfenanträg«, Versicherung Stellung nehmen soll. Zu dieser Kon- fereng müssen alle Dereinsvorsitzenden oder deren Stellvertreter er- scheinen. Auch diese Sitzung erbrachte den Beweis, daß ohne Phrasen- drescherei viel bessere sachliche Arbeit geleistet werden kann. Es geht vorwärts im Berliner Arbeitersport. Deutschc Segelflugleistungen. 72 km ohne Landung geflogen. Im Gegensatz zu allen anderen Sportarten gibt es im Segel- flug offizielle Weltrekorde nicht. Die Federation Aeronautique Internationale hat die Bestimmung getroffen, das Segelflughöchst- lristungen nur als sogenannte„lokale Rekorde" zu verbuchen sind, weil diese Leistungen von den örtlichen Verhältnissen abhängig sind. Immerhin spielt natürlich die Beherrschung des Apparates in Verbindung mit tiefgründigen ärodyiiamischen Kenntnissen eine bedeutende Rolle, weshalb man nicht zu Unrecht die Spitzenleistun- gen im mortorlosen Fluge auch als Welthöchstleistungen an- sehen darf. Ein Vergleich der Höchstleistungen aller segelflugsporttreibenden Länder zeigt das überaus erfreuliche Ergebnis, daß die deutschen Rekorde von keinem anderen Lande der Welt erreicht worden sind. Diese Tatsache gründet sich nicht zuletzt aus die überaus inten- sioe und erfolgreiche Arbeit der Forschungsinstitute, der Verbände und auf den Geist, mit dem unser« Segelflieger ihr Werk anfassen. Der deutsche Segelflieger gilt dann auch als Vorbild für das Aus- land. Nicht umsonst hatte sich Zlmerlka einige unserer Besten oer- schrieben. Deutschland besitzt gegenwärtig sieben Segelfluggelände. für die Rekordleistungen bereits offiziell anerkannt wurden. Es sind dies die Wasserkuppe Rhön, Rofsittem Marienburg in Westpreußen, Granau im Riesengebirge, Dörnberg(Bez Kassel), Speichingen in Württemberg und Hirzenhain im Dilltreis. Di« Gipfelleistungen im internationalen Segelflug haben folgendes Aussehen: 1. Dauer mit Rückkehr zum Startplatz: 14 Std. 7 Min. Ferdinand Schulz, Marienburg, am 3. Mai 1927 in Rossitten. 2. Entfernung in aeschlossener Bahn: 455,8 Kilometer. F Schulz. 3. igg?, Rossf'�n. -3 Entfernung mit Rückkehr zum Startplatz: 15,8 Kilometer. Robert K r o n f e l d, Wien, 6. August 1928, Rhön. 4. Entfernung in gerader Strecke: 60,23 Kilo- meter. Ferd. S ch u l z, 5. Mai 1927, Rossitten. 5. Höhe über Startplatz: 775 Meter. E. D i t t m a r, Kassel, 8. August 1928, Rhön. 6. Geschwindigkeit in geschlossener Flugbahn: a) 10 Kilometer mit 54,545 Stundenkilometer: b) 20 Kilometer mit 50,0 Stundenkilometer: c) 30 Kilometer mit 50,0 Stundenkilometer; d) 40 Kilometer mit 49,5 Stundenkilometer; e) 50 Kilometer mit 51,7 Stundenkilometer: H 100 Kilometer mit 50,0 Stundenkilometer, F. Schulz. 5. Mai 1927, Rossitten. Neuerdings hat der Darmstädter N e h r i n g die Strecken- rekordleiftung des Ostpreußen Schulz ganz beträchtlich übertroffen, indem er die Entfernung von 72 Kilometer mit einem Fluge Darm- ftadt— Bruchsal bewältigte. Bereits im Vorjahre brachte es Nehting durch den Flug nach Schnellmannshausen bei Treffurt aus 71.2 Kilo- meter.«ine Anerkennung als Rekord konnte jedoch nicht erfolgen, da der Landeplatz mehr als zehn Meter tiefer lag als die Abflug- stelle. Inzwischen ist diese veraltet« Rekordbestimmung mit dem 1. Januar d. I. außer Kraft getreten. Durch den neuen Rekordslug Nehrings hat sich auch der Odenwald als günstiges Segelfluggelände bewährt. Vorsitzende der Berliner Schwimmvereine,-gruppen und -bezirke! Zu der Freitag. 5. April, 19 Uhr, bei Ewald, Skalitzer Straß« 126, stattfindenden Dorständekonserenz des Kartells erscheinen genannte Funktionäre. Di« Spartenleitung. I. A.: Max Schulz. Arbelterfvork in Tegel. Der Vorstand der„Freie.: Sport» Vereinigung Tegel 1899 e. V." sah sich durch den In letzter Minute aufgefrischten ministeriellen Erlaß, daß am Karfreitag kein« Ver. anstaltungen mit„theatralischem Einschlag"(Sportschauen) statt- finden dürfen, gezwungen, die angesetzte Sportschau auf Sonn» abend, 6 April, zu verlegen, um sich keiner strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen. Sämtlich« gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Der Vorstand hofft und wünscht, daß trotz dieser Verlegung die organisierte Arbeiterschaft die Beranstaltung besuchen wird, die auch im Srrandschloß Tegel stattsindet. Beginn 19 Uhr. Eintritt 30 Pf., Kinder In Begleitung der Eltern frei. Arbeilerradfahrvereln Groß-Berlin. Sonntag. 7. April, 7 Uhr, nach Rüdersdorf„Zur Linde". 13 Uhr Mahlsdorf-Süd bei Dräger. Start Waldemarstraße, Eck« Mariannenplatz. Gäste willkommen. Souziftenpctci«„Sie Ratitifttnnbt', Zentral» Wir».(TU. Prenzlauer Berg: Soaitcteiag, 4. April, 20 Uhr, Tanziger Stt.«2, Altrrsheiin, Baracke U; tscschiiftliches— Abt. Tiergarte»: Tannerslag. 4. April, A> Uhr. Lehrter Straße>ß— IS: Singsang.— Abt. Lichtenberg: Tonncrstag, 4. April. 20 Uhr, Sunterstr. 44, Bartrag:»Die Slotutfrcunbelitinraung".— Abt. Liidwestr Dannrrstag, 4. April, 20 Uhr, Tarckstr. U: Eefchästliche».— Raturwissen. schaftlich» AbL: Danncrstaa, 4 April, 20 Uhr. Iohanniestr. 15; Delchiiit- liches.— Abt. tzriedrichahain: Dannersiag, 4.« April, 20 Uhr, Brommnstr. l: Keschäftlichca.— AbL Sh-rlattenburg: ssreiiag. 5. April, 20 Uhr, Epmstr. 30: tbcsckärtliche«, Bericht von der Ostcrfahrt.— Abt. eitdast: ssreitag. 5. Aprll, 20 Uhr. Br her Str. 27:»Das Kursbuch der Neichsbahn".— Abt. Treptow: ssreitag, 5. April, 20 Uhr, Elfenstt. 3: Eefchüftliches.— Abt. Rentöln: Frei. tag. 5. April, 20 Uhr. shlughafenstr. tS: Seschästliches.— Äugrnbgrnpp» Osten: nreitag, 5. April, 20 Uhr. Scharnwcberstr. 20: Deschiisiliche«.— ssaltbaot- Abteilnng: Freitag, 5. April. 20 Uhr. Iotannisstr.!5: Zusatnmrnkunft aller ssalNooifahrer,— Bhotogearelnfchast: Montag. 8. April, 20 Uhr, Tilütkr Straße 4:»Bonchromasie".— Abt. Brig: Montag. 8. April, 20 Uhr, Shauilee- strafte 48: Geschästlichrs.— Mallunstgemeinschast: Montag, 8. April, 20 Uhr, Wassertorstr. 0:, Lonbsci'aftetnalrrd in Oft". FTSB.. Lichtenberg I. Di« Sitzungen dt« ssußhallb-.rlrk« finden seden ssrrl- tag. 20 Uhr, hei Siewert. Lichtenberg, Nant-, Ecke Ednlitrstroßc, statt, hue Aufstellung einer Iugenimannschaft können sich noch Jugendliche melden.— Bez. Stralau: Turnabende ssreltaqs, 20 Uhr, in der Turnhalle Alf-Stralan. Morgen findet nach der Tnrnstnnd« in der Turnhalle eine kurze Besprechung statt, zu der auch die Handballer unbedingt erscheinen müssen. Spiel am Sonntag. skrei« Sluberee verefnlgnng NNZ,«. B. Sitzung Freitag. 8. April, 20 Uhr. im Straudschloß Oberschöncweide. Mitglieder werden ausgenommen. Rudernmin Selleaia, e 8. Sonntag, 7. April, Arbeitstag. Dienstag, 9. Anril, 20 Uhr, Borstondssttzung bei Tbimack. Tennis-ltzot, Hockey. Treffpunkt der Mannschaften am 7. April: 1. Mann- fchnft 8'4 Uhr. 2. Mannschaft U Uhr. Frauen 10 Uhr aus dem Sportplatz Eoß'erstraße. Frei« Schwimmer«roß. Berlin». 8. amppe«rukblln. Sonnabend, 8. Anril, 20 Uhr, Altcrsriegennersammluriq bei«Dnig, Weser» Ecke Wilden» bruchstraße.— Emope Lichtenbera. Sonnabend. 8. April. 20 Uhr, tbruppen, nerfammlun« bei Wegener. Frankfurter Allee 28«.— Gruppe Friedr�sbain. Mittwoch. 10. April. 20 Ubr, Altersr'kgenpersammliing bei Lehnigk, Mühlen- strafte 88.—«rni'pe Siemensstabi. Freitag, 5. April. 20 Uhr. Grupv-noer. fommlung bei l-rommer, Nonnendammallee.— Gruppe Oberspre«. Freitag, 5 April. 20 Ilhr. ckruppennersammlirna im fOestaurnnt Felteneck, Kiefbalz- strafte Ecke Elsenstrafte..— Gruppe Mitte. Donner-taq. 4. Anril, 20 Uhr, ssunktionilrtresspnnkt Zionskirchstr. 5. Lokal«uzrock. Bortrag OehlschrSger. Die Fischer neppen den Wassersport. Taufend Mark„Wasserzoll" verlangt die Köpenicker Fischer- Innung von dem Berein„Tourensegler Grünau", der dem Freien Seglerverband angehört. Bieten kann die Innung dafür nichts, nur daß sie dem Wasscrspvrt erlaubt, die für den Verkehr de- stimniten Reichswasscrstraßen zu benutzen. Der Fischerinnung ge- hören weder das Bootsplatzgrundstück, noch die Uferanlagen, noch die Gewässer, auch sind die Innung-fischer nicht alleinige Fischerei- berechtigte. Die Wasserstraßen sind Reichseigentum und werben aus öffentlichen Mitteln unterhalten, wozu die Ber- liner Steuerzahler pro Kopf der Bevölkerung bekanntlich einen höheren Anteil aufbringen müssen, als die Landbevölkerung. Di« Wasserstraßen kann laut Gefetz jeder benutzen. Zum Berkehr ge- hören ganz selbstverständlich die Fahrzeuge, die Fahrzeugliegeplätze und die Anlagestellen zum Aus- und Einladen. Ohne diese An- lagen und Verkehrsmittel wäre ja Verkehr überhaupt nicht mög- lick. Eine Abgabe von dem verkehr zu fordern, weil man dort früher gefischt hat, lst«ine Art privater Wasserzoll, den die Reichs- Verfassung osrbietst. Denn für die Benutzung des Wassers dürfen Abgaben nicht erhoben werden, außer den gesetzlichen Schiffahrts- abgaben. Auf eine Wasserstraße, für die Verkehr die wichtigste Benutzung ist, kann auch yischereientschüdigung vom Verkehr nicht verlangt werden. Der Fischfang lst nur eine Nebenbenuhung de» Wasser». die nur soweit ausgeübt werdcn kann, als sse neben dem Verkehr möglich ist. Die Fischerei gehört den Köpenicker Jnnungsmit- gliedern nicht. Unbeschränkter Fischereiberechtigter auf den Neichawosserstraßen ist laut Fifchereigefetz und Staatsoer- trag der preußisch« Staat, der die Großfischerei an Berufssischer oerpachtet, die aber keine Abgaben verlangen. Erst neben dem Staat dürfen noch mit bestimmten Geräten die Fischer fischen, die den Fischfang 36 Jahre betrieben und das Recht dazu im Wasser- buch eingetragen haben. Diese Fischer haben nur das beschränkte Recht der Kleinsisd)erei. Di«„Freien Tourensegler" haben ihren Dootsliegepkatz in Schmöckwitz. Dort find sischereiberechtigt die Köpenicker, die Rahnsdorfer, die Schmöckwitzer Fischer und der preußische Staat. Der Staat bekommt seinen Wasserzins. Die Schmöckwitzer verlangen jährlich 35 M. Fischereientschädigung, die Rahnsdorser stehen mit ihren Forderungen noch aus. Die köpenicker haben einen Zahlungsbefehl auf 1090 IN. geschickt. gegen den natürlich Einspruch erhoben lst. Es ist aber nicht leicht. recht zu bekommen. Aus der früheren Zeit, in der die heutigen Gesetze noch nicht galten und da» Fischeretrecht umstritten war. bestehen noch Sommergerichtaz�t«ile. nach b*»«» die Fischer-vif Grund alter Privilegien anderen die Benutzung des Wasser» unv der Ufer verbieten können. Dafür, daß die Fischer das nicht ver« langen, müssen sie von jedem Benutzer des Wassers Entschädigung bekommen. Nach den alten höchstgerichtlichen Entscheidungen de» Kammerzerichts richten sich In jedem Prozeßsall» die unteren In- stanzen, die Amte- und Landgerichte, ohne daß sie sich die Mühe machen, di, neuen Gesetze anzusehen. Das kammergerlchl häll hier noch ein Stück Illlllelolter hoch. Dogegen muß einmal»in Vorstoß in der Gesetzgebung unternommen werden. Wenn der' sozialdemokratische Parteitag zum Sport Stel- lung nimmt, wird er wohl auch den Besihluß fassen, durch geeig- nete Anträge in den Parlamenten solche den Sport hindernden Steuerprivilege zu beseitigen. �-Jlnjeiger* : t föeziw& Jlordcn-Cften. mnMrt Wittling& Güldner BAUAUSFÜHRUNGEN HOCHBAU. TIEFBAU Bln.-Wilmersdorf Clegen Infektion In allen einschlägigen Geschäften erhältlich Dacbpappen-Verkautetc. zu billigsten Fabrikpreisen Theodor Sslbel Dachdeckermeister, Leiterrüstungen Bla.-Marlendorf, Pröhßstr.<56 HELMSTEDTER STR. 3 TEL. AMT UHLAND 962 63 Wäsche nach Gewicht Dampi Wäscherei Merkur, Berlin O 112 Frankfurter Allee 307 Fernspr.: Andreas 2820 B 5° Spezialität: Arbeiter- Berufskleidung Inh. fiug. Bachmann Miigl. d. SPD. Frisier-Salon für Oamen u. Herren Gute Bedienung bolide Preise Gustav Scholze c. F. 136] Tel.: Bergmann 4162 Belle- Ailiance- Platz 12(Laden) 'Gebrüder Beisse� Spezialhaus für Hüte n. Herresartikel 1. Geschäft: Müllersfr. 1S5 2.„ Chaussee*tr. 06 1R. 35 3.„ Obirsdiünewelile, WiliielminBiiliotstt. 27 28 J. L. Lindenberg& Co. Q. m. b. H. NO 18. Große Frankfurter Straße 60-61 Glas- Porzellan- Steingut Großhandlung Lieferant nur an Wiederverkäufer! Kaust in den Barkihallen! Große Auswahl— Wohlfeile preise Man vergleiche die Angebote an den Anschlagsäulen uA Bonbon ftftoßolade Jffonfiiiiwen G.F.31 Otto Thomas Buchbinderei <5 42, Alexandrinenstrahe 95-96 Tel.: Dönhoff 9082 Cindänüe/Massenauflagen (R. 9 Tapeten Linoleum Hermann Hussactt Inh. W. Hussack NO.WörlherSlr.SO ffiichard£öivi Slofje/ Seiden- JlnssleuerarUhel* Reinickendorfer Sir. 33. SDttü 1. Bgitii Oderberger Str. 53. Eckhaus der Kastanienallee; Schivelbeiner Straße>7. Ecke der Driesener Straße; Boraholmer Str. 80. B.19J an der Driesener Straße. Hermann Lorenz InvalidensiraOe 161 i7. Kaffee:: Tee:: Kakao Eigene Rfisieref sei' 1879 Elektro-Raumton- Sihallplatten Die neuesten Schlager zu haben Sellin, leipiignStiJ und allen einschlägigen Geschäften Gebrüder Grob Gegründet ISS2 55 eigene Verkaufsstellen ia allen Stadtteilen GroS-Bcrlins(R 46 10 eigene Dampfmolkereicn Stussische Weine vom Kaukasus und von der Krim Teils aus den früheren russischen Kronkellereien überall käuflidi Verkaufsstellen werden errichtet durch das Generaldepot 3>h. Sirand& Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Telephon: Dönhoff 1200— 201 Dachdeckerei Scholien Co. lo. r 109 Potsdam Tel. Potsdam 1741-42 Schöneberg Tel Stephan 8634 llempeliabrift Werner& Schade Berlin N, Kastanienallee 43 Fernsprechanschluö Humboldt I011-10K liefert B. 55 Kaütsdiok- Dnd Hletallstempel prompt GRAPHISCHE KUNST Möbel-Kamerlino Kastanienallee 56 «ed.»peile,., eleg. Schla,,.. vorn teeren,., opoct. Hfldjen. politer-, lue-, Kord» und Ttnhbanmniöliel. iesenansw.Spottpr.,.o.i.am-sctleidjtcr. J. Andermann Ges. m. b. H. 0 34. Mtnslv StiaBa SO. Fpinspr. KScigstadt 3290/91 Eicrgrohliandel ♦ � Import Export � Bellfedern-ääKiause Gustav Krause fB.22 Berlin- Reinickendorf-Ost Justusotr. 32, verlängerte Soldincr Str Fernruf; Reinickendorf 281 EleKtr. Be tfeaern-Be nfännjt iffü. Freie Abiio.nnä and Z isendand. üwinemttnder Ifieseltsduilfstians Inhaber; A KALLIES Säle freit KöpenitKer Ratskeller Großer Mittags- und Abendiisch ScbultheiO-Patzenhofer/ Pils. Urquell/ Münchener Soaten Sonnabends und Sonntags Kunstlerkonzert Gemeinnützige Druckerei Daab Berlin SO 16, Adalberhtra�eöS Tel.: F7,Jannowitz6281, Gewerkschaftshaus Genossenschafti.-Flujjbläller, Programme, Ver- sozialistisches. j.," Unternehmen eiG5GrucKsa(Nen, K. Esuhs, Ssncissist Berlin C 2. Siral«uer Str. 56 zwischen Kloster- und Neue Friedrichstraße Leibbinden— Brncfabänder— Piattfu�cinlagcn Gummlsirümofc �Eigene Werkstatt Lieferant sämtl. Krankenkassen Pharussäle und Bierliallen N 65, MUllersir. 142 Hansa 645 Sils für VersinniiliiigeD und Vtreint bis 1580 Pcrsmn lassend In den Bierhallen jeden Abend Unterhaltungsmusik 5 verliandsKeäelbalinen vollstand, rene viert Photo Artikel Apparate Arbeiten Rathaus- Drogerie Gebr. Bruhn[. F. 172 Scfalotftr. 16 KÖPENICK Sdi'o�str. 16 Vauha-Senf q. f. 6ii Saueril Ä"., Speise- und Einmache-Essig Vn Arhstrlh Berlin» Dietfenhatns r. 3• » IltU«Ol Ul Fernspr. F. 6. Baerwi'd 4684. Blodiemisdier Verein »Groß-Berlin« Oesdiäftutelle: Beriin[ 2, Mi Promeaade 2 Fernsprecher; D 1 Norden 382 (Mitglied des B ochemischen Bundes Deutschlands, Reichsbund der Vereine für Mineralstofflehrc E V, gemeinnOtz. Verb, zj: Hebung der Volkswohlfahn) AM" 17000 Mitglieder!"WU Aufnahmegebühr M. I.—, Monatsbeitrag M 0,70 einsebl Todesfall-Unterstützung 70 Beratungssteüen in Groß-Bcrlin Institut für Licht~ und physi' kaiische Behandlung. Höhen' sonne, Massage usw. Auskunft erteilt die Geschättsstelle. Wurstwaren Fleischwaren Hammerschmidt& Co. 0 17, Stralauer Allee 34a Detail: O, Litauer Str. 7 |R 34 Fleischwaren Wurstwaren Leske�Glupecki, Schönhauser Allee 70 c Ecke Gtargarder Straße Herren- und Knabenbekleidung fertig und nach Map Zrtlhjahrs-Anzllge' Lllfier u. palelols l Lodenmäntel u. Zoppen Gummimäntel ■ Bemfsbekleidung für jedes Gewerf. f GROSSDESTILLATION GEBR. BRAUER I Rosenlhaler Str. 32 und Blumemlr. 101 (79 JTIerAen Sic sitfn bitte: eine Adresse für Ihre Wäßie, es ist die besonders bevorzugte fDam&t-IVästfkerei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: WUh. 6693 | U�ir liefern Qualitätsarbeit und smd billig Franz Lange |G. F 134 GEORG WORBS �40 Spezialwerkstaff für Elckf ro-Mofor e Ankerwickelei und Prülstatlon für Molore An- und Verkauf von neuen u. gebrauchten Motoren SW 61, Gitschiner Sfr.5 T«. Mpi. 15172 Max Gräbner Berlin O 34, Petersburger Strafe 26 Telephon Kenigstadt 119 Obsf- u. Gemflseversand cn gros und en detail Fabrik für Eisenkonsfruk'ionen, Kunst- und Gesenkschmiede/ Bau-Beschlag Berlin-Wilmersdorf, Cicerostraße 20 Fcrnsprcch• Anschluß; Uh.and Nr* 6589 und 6590 Warum kaufen dSfe die meisten Leser ihre HÖbCl beim Tischlermeister Julius Kiwi/ Berlin N Chau ssaastraBe eO Weil ich Ihnen Vorteile biete in Mustern, QualltSten, Preisen und Zahlungsbedingungen. Darum besichtigen Sie beim Einkauf ohne Kaufzwang meine Ausstellung von 1 20 j Musterzimmern. Leser erhalten bei Kasse 5U r, Rabatt. b,.„nordsea" pÄ MlsJ« lidii'-dilml ' � Bremen-Cuxhaven A.-G. Bnms r. 62 o. III, Reinitkendor�rStr. 47 Charlottenburg, Reichsstr. 99 Sdimarg ndor/. Berkaer Sir. 4 Täglidi ftisdie Fisdis. biiligs elagespreise Räumerwaren o. Flsmknnserven HEINRICH SCHMITZ Restsurant zum Dortmunder Schmiiz Industrie-Kasino B. 151 Kommandanfcntfrahe 72— Kronensfrahc 12 Willy Busse GroBdest liallon „ALTE TURMQUELLE" Weinhandlung— Likörtabrik Tum str. 62 Telephon: Moabit 8274