BERLIN Zreitag 5. April 1929 10 Pf. Nr. 159 B 79 46. Lahrgang. C r f tb e i n t ti§Hd> aulj«rGvnntaq<. Auglc-ck abtnfcflUfgabe brt.Vorwärts�. B'iua«»»»« btib« Ausgaben 8» Pf. rro Woche. S.mM. reo Monat. Kedaknon unb Txpedition; Berlin SWSS.Lindenstr. 8 Sn»etgen»ret«:Die einspaltige Nonpareilleieile «n Pf.. Reklamti-ile d M. ErmäKiqunzen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorn>ärt«-Verlag G. m.b.H.. Berlin Nr.»7 MS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Oer Lohnkampf der Eisenbahner Beschluß der Gpißenverbände— Weitere Verhandlungen angebahnt v-3ugka wertschaftsringes deutscher Arbeiter-. Angestellten- und Beamtenverbände traten heute zu einer Sitzung zusam- men. um über dl« Maßnahmen zu beraten, die sie an- gestchts der Ablehnung der Lohnforderungen der Eiseubahnergewerksch asten durch die Reichs- bahn-HauPtverwaltung für notwendig halten. Die wirtschaftliche Lage der Eisenbahnarbriter. die ungerechtfertigt hohe Spanne zwischen ihre« Löhnen und den Bezügen der Beamten, erfordert auch nach ihrer Auffassung dringend eine baldige Erhöhung der durchaus unzureichenden Löhne dieser Arbeiterkategorien. Mit Rücksicht auf die ungeklärte Situation. der sich die Deutsche Reichsbahn insolg« der noch nicht abgeschlossenen Reparationsverhandlungen gegenüber- sieht, wird es aber zweckmäßig sein, den Weg zu v e r» Handlungen auch weiterhin offenzuhalten. Trotz dieser ungewissen Lage, die zunächst zu einer abwartenden Haltung nötigt, haben die Spitzenorganisa- tionen jedoch beschlossen, sich im Einvernehmen mit de« ihnen angeschlossene« Eisenbahnergewerkschaften in einer besonderen Eingabe an die Reichsregierung und die Reichsbahn-Hauptverwaltung zu wenden, durch die schon jetzt weitere Verhandlungen angestrebt werden sollen. Beschlüsse in Sachsen und Halle. Der Bezirk Sachsen des Einheitsoerbandes der Eisenbahner hat sich am Z. April in Dresden in zwei von über 17l>0 Eisenbahnern desuchten Mitgliederversammlungen sür den Streik misge- sprachen, falls der Derbandsvorstand einen Streik für unvermeidlich hält und ihn billigt. Am Donnerstag hat sich auch der Bezirk Halle des Einheits- verbände» mit der Lohnbewegung besaßt und erNärt. daß er die Ablehnung der sehr bescheidenen Forderungen für eine Provokation der Arbeiterschast halte, zumal die Ablehnung durch die Reichsdahn- gesellschaft erfolgt sei, bevor die Tariforgamsationen überhaupt Ge- legenheit zur Begründung ihres Antrags auf Lohnerhöhung hatten. Die Erbitterung wegen dieser Behandlung sei bei dem gesamten Personal groß. Wörtlich heißt es in der angenommenen Eni- schließung: „Die Eisenbahner des Bezirks Halle a. d. S.. die in letzter Zeit ihre dringenden Forderungen auf Beseitigung des Wirtschaftsge- biets l, Reform des Manteltarifoertrags und Schaffung menschen- würdiger Arbeitszeiten nicht erfüllt sehen tonnten, sind nicht ge- willt, die neueste Herausforderung der Deutschen Reichsbahngesell. schaft unbeantwortet zu lassen. Sie billigen daher die Kampfmah- nahmen des Vorstande» des Cinheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands und werden, sobald die Anweisungen durch die Ber- bandsinstanzen erfolgen, in aller Geschlossenheit das letzte gewert- schafliche Mittel in Anwendung bringen. Der Bezirk Halle a. d. S. begrüßt die Streitparole der sächsischen Kollegen. Er ist zu ihrer vollen Unterstützung ent- schlössen und gewillt, mit ihnen den Kampf um ausreichende Lohn- erhöhung zu führen." Litauische Gozialisienhatz. Nun auch in der Provinz. Sowas. 5. April. Die Verhosiungen führender Sozialdemokraten scheint sich seht auch aus die Provinz auszudehnen. So wurde am Donnerstag der fozialdemokratische Führer Kissen an, ponewlcze in das Kownoer Gefängnis eingeliefert. Die Verhaftungen dienen einem vor- bereitenden Schlag der Regierung gegen die Parlei. Darauf läßt die Stellungnahme der halbamtlichen„cieluvos Aidas" schließen, die daraus, daß in den Räumen des hauplausschuffes der Partei verbotene Schriften gesunden worden seien, von denen man übrigens noch nicht wisse, wie sie eigentlich dorthin gelangt seien, auf Landesverrat und umstürzlerische Absichten schließt, von einer G e h e i m Versammlung kann keine Rede sein. Za den Räumen de» houptausschusse» waren, al« die Polizei eindrang, noch nicht einmal zehn Personen versammelt, davon der grShere Teil In geschäftlichen Angelegenheilea. Die übrigen Sozialdemokraten, darunter auch die beiden K a i r y s und Die- liut». find ia der Stadt, zum Zeil in ihren Wohnungen, verhaslet. Zwischen Kischinew und Bukarest.— 20 Toie, 50 Verletzte. Bukarest. S. April. Gestern abend S Uhr ereignete fleh auf der Station B u z e u auf der Linie Bukarest-Uischinew eine furcht- bare Eisenbahnkatastrophe. Der Schnellzug Bukarest— Jassy ist infolge falscher Weichenstellung während eines Schneesturms e n t g l e i st. Bei der Entgleisung wurden der Postwagen, ein Personenwagen erster und zweiter Klasse, sowie ein Personenwagen dritter Klasse vollkom- men zerstört. Die Lokomotive und die drei ersten Wage« stürzte« auf den Bahndamm. Bis heute früh wurden aus den Trümmern der umgestürzten Wagen 2 0 Tot« und Sst Verletzte geborgen. Die Verletzten wurden in das Spital der 12 Kilometer von der Unglücks- stelle entfernten Stadt Buzeu transportiert. Die Identifizierung der Toten konnte noch nicht vorgenom- men werden. Die Mehrzahl der Reisenden erster und zweiter Klasse dürften Kaufleute sein, während in der dritten Klasse eine große Zahl Soldaten reiste. Die an der Entgleisung angeblich schuldtragrnden Eisenbahn- beamten. der Weichensteller und ein diensthabender Beamter, sind verschwunden und konnten bisher nicht er- mittelt werden. Nach Berichten von Augenzeugen bietet die Unglücksstelle, die ungefähr 114 Kilometer von Bukarest entfernt ist, ein furchtbares Bild.— Die Ret» tungsarbeiten werden durch den herrschenden Schneesturm außerordentlich behindert. Buzeu ist eine walachische Kleinstadt, die unfern von Braila, der Hauptstadt der Provinz liegt. Bessarabien, da» bis zu den Friedensverträgen des Jahres 1919 russische» Staatsgebiet war, wurde Rumänien trotz Widerspruches der Mos- kauer Regierung einverleibt. Rumänien hatte einen alten Anspruch: Schon im vorletzten russisch-türkischen Krieg war dem damaligen Fürsten Carol von Rumänien Bessarabien versprochen worden. Die russisch« Diplomatie aber verstand es, auf dem Berliner Kongreß von 1878 Bismarck, der sich selbst den„zweiten Vertreter Ruß- lands" nannte, zu bestimmen, daß Bessarabien russisch blieb. Erst die Verträge von Versailles und Reuilly korrigierten den Vertrag von Berlin. Der D-Zug K i s ch i n e w— Bukarest ist der Hauptverbindungsstrang zwischen Rumänien und seiner neuen Provinz Bessarabien. Da aus ganz Osteuropa noch andauernd Schneeverwehungen und Winterwelter gemeldet wird, werden die Ncitungsarbeiten natürlich außerordentlich erschwert. Hiarl tßens, der Srfhtder des AulomoMU. der fetal im BS. Xebentfahre gestorben tat. Die Tragödie im Grenzbahnhos. Weitere Ergebnisse der polnischen Untersuchung. Warschau. 8. April.(TU.) Die nähere Untersuchung der Tragödie von Barano- witscht hat ergeben, daß Apanasewitsch entgegen der bisherigen Darstellung eine gültige Aufenthalts- genehmigung für Polen von der polnischen Gesandt- schaft in Berlin besaß. Während seiner Anwesenheit in seinem Heimatdorf Kolpjewicze soll ihn ei« Bauer gebeten haben, zwei Briefe über die Grenze nach Sowjetrußland mitzunehmen. Diese Bitte habe ihn in größte Erregung versetzt, da er eine Lockspitzelei und einen Anschlag auf sein Leben befürchtete. Er wandte sich an die Polnischen Behörden um Schutz und sandte von Baranowitschi aus ein Telegramm an Rykow ab. in dem es hieß: „Bei meiner Durchreise durch Polen habe ich bei meinem Bruder im Dorfe Kolpjewicze bei Baranowitschi halt gemacht, wo ich einem Anschlag auf mein Leben auf die Spur kam. Ich warte auf der Eisenbahnwache in Bara- nowitschi auf Ihre Befehle." Das Telegramm hat Apanasewitsch unter Beifügung seines Amtscharakters unterzeichnet. Im Krankenhaus soll Apanasewitsch nach seinem Selbstmordversuch ausgesagt haben, daß es für ihn als Rotfrontkämpfer Pflicht gewesen sei. einen Vertreter der polnischen Staatsgewalt zu töten, l?) Dem in Baranowitschi eingetroffenen sowjetrussischen Konsul Schachow ist vorläufig nicht gestattet worden, mit Apanasewitsch zu sprechen, da die Unter- suchung noch nicht geschlossen sei. Der Konsul hat dem örtlichen BerwaltungSchef fStarostj sein Beileid für die beiden Opfer ausgesprochen. Die Untersuchung soll er- geben haben, daß Apanasewitsch seit dem Jahre 1928 Mitglied des Kollegiums der Tscheka und später Sekretär der GPU. gewesen sei. Von Moskau aus habe man ihn nach Berlin beordert, wo er neben seinem Posten als Leiter der Chiffrierabteilung der sowjetrussischen Handelsvertretung als GPU.-Ageut tätig gewesen sei. Innerhalb der russischen Emigranten- kolonie habe er Provokateurdien st e geleistet und sich außerdem vornehmlich mit Industriespionage befaßt. Unter seinen in Baranowitschi beschlagnahmten Papieren habe man angeblich zahlreiche Pläne deutscher Fabriken, geheime Statistiken, graphische Darstellungen sowie Maschinenzeichnungen der deutschen chemischen und Metallindustrie gefunden. Aus Berlin sei er nach Moskau zurückgekehrt, da der Leiter der sowjetrussischen Handelsvertretung ihn wegen seiner Trunkenheit für unbrauchbar gehalten habe. Deutsche Fahne verboten! Oer Prinzregent wollen nicht... Ms 1860 d«r damalige Prinzregent, der spätere preußische König Wilhelm l.. nach Düren kam, spielte sich ein Flaggen- Vorfall ab, den die„Kreuz-Zeitung" in ihrer Nummer vom 28. September 1860 wie folgt mitteilte: Düren: Rüge wegen einer deutschen Fahne: I. I. ft. Ä. H. Sj. Prinzregent und Prinz Karl besuchten etc. etc. Nur an einem Haus« wehte die Deutsch«(schwarz-rot-goldene) Fahne ohne die Preußische. S. K. H der Prinz- Regent ließen an diesem Hause halten und befahlen auf der Stelle dem vorreitenden Gendarm, sich nach dem Namen des betr. Hauswirts zu erkundigen und ihm Höchstihr Mißfallen darüber auszu- drücken, daß derselbe die Deutsch« aber nicht die Preußisch« Flagge entfaltet habe. Auf diese Notiz hin meld«te sich in der„Kölnischen Zeitung� der Fabrikant Petry, der erklärte, daß die Fahne eine belgische ge- wesen sei, und zugleich ausführte, wie er zur Hiisung der Fahne gekommen sei. Der Prinzregent habe dort nur zufällig gehalten und sich nach dem Namen erkundigt. Der Gendarm aber hätte Uebereifer gezeigt. Die„Kreuz-Zeitung* bestritt diese Darstellung und stellte fest: „S. K. H. der Prinzregenl wollen nicht, daß in Preußen stall der Preußischen Landesfahne die Deutsche Fahne wehe. Daraus kommt es allein an." Aus der Geschichte soll man lernen. Wenn setzt die„Kreuz- Zeitung" sich für das Wehen einer nicht mehr existierenden Fahne einsetzt, so straft fie stch selber Lügen: und wir geben ihr ihr« frühere Weisheit wieder: Der an Stelle von„S. K. H. den Prinzregenten" jetzt waltende deutsche republikanische Volk will nicht, daß statt oder neben der Reichsfahne noch eine alte und daher unberechtigte wehel Darauf kommt es allein an! Bürgerblock in Wien bleibt. Regierungskrise und Radio. Di« Regierungsparteien in Deutschösterreich, Christlichsoziale, Großdeutsche und Bauernbllndler, haben sich für Weiterbestand ihrer Koalition ausgesprochen. Die Geschaftlhuber von der Heimwehr- leitung wollen bei der Regierungsbildung„ihre Stimme in die Wagschale Wersen". Welch ein Geschrei würde sich bei einer eben- solchen Ankündigung des Republikanischen Schutzbundes erheben! i An der Demissionssitzung des Kabinetts hat der Finanzminister Dr. Kienböck auffallenderweise nicht reilgenommen. In der Sitzung meinte der Wehrminister V a u g o i n— weitaus das un- sympathischste Kabinettsmitglied— wenn auch Seipel zurücktrete, könnten doch die anderen im Amt bleiben. Darauf erwiderte Dr. Soipet gereizt:„Es gibt kein Kabinett Seipel ohne Seipel!" Die Haltung der Sozialdemokratie. Die sozialdemokratische„Arbeiter-Zeitung" schreibt zu den V besprechungen der Chriftlichsozialen mit den Parteiführern ein- schließlich der Sozialdemokraten, daß nur ein Arbeitsprogramm auf weite Sicht zur Sicherung der Zukunft und nicht nur ein Programm zur Entspannung für den Augenblick in Frage kommen könne. Man versuche eine ehrliche Verständigung, die den Ueberzeugungen des Gegners und den wirtschaftlichen und kulturellen Lebensinteressen, die er oertritt. Rechnung trägt. Sin unfreiwilliger Wlh des Ansagers. Der Rücktritt der Regierung wurde am Mittwochabend sogleich im Wiener Radio verkündet. Unmittelbar nach der Verlesung der „Begründung" des Rücktritts durch Seipel setzte der Ansager ohne Uedergang fort:„Nach ganz kurzer Pause geben wir die Be> s e tz u n g." Pause. Sollte die Besetzung des neuen Kabinetts be° reits festgelegt sein? fragte sich der erstaunt« Hörer. Nichts da. Der Ansager setzte fort:„der Posse:„Der Mord In der Kohlmesser- gasse"."_ Gegenfragen in Paris. Die neue Konferenzphase. Paris, 5. April.(Eigenbericht.) Die vom Reichsbantprästdent Dr. Schacht am Donnerstag in seiner kritischen Rede zu den Memoranden der Alliierten und des Vorsitzenden Owen Poung angekündigten Gegenfragen. bezeichnet Pertinax im„Echo de Paris" als durchaus notwendig. Da das Memorandum Owen Doungs den vier Hauptgläubigern nicht genügt habe, hätten diese ein eigenes Memorandum i m p r o- visiert, besten Wendungen sich nicht gerade durch Genauigkeit und Bestimmtheit auszeichneten. Auch das„Journal" bezeichnet die deutschen Gegenfragen als berechtigt. Bisher lägen nur die fron- z ö s i s ch e n Forderungen klar und bestimmt vor. Alle anderen Mächte aber, USA., England, Belgien und Italien stellten noch Nebensorderungen, die nicht ohne weiteres in den Rahmen der Konferenz hineinpassen. Beginn der Zifferndiskussion. Paris, 5. April.(Eigenbericht.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht hatte am Donnerstag abend nach der Vollsitzung der Sachverständigenkonferenz eine Unterredung mit dem Konserenzvorsitzenden Owen Uoung. Glelchzeilig waren die Führer der französischen, englischen, belgischen und italienischen Delegation beisammen, um eine gemeinsame Taktik sür die bevor- stehenden Einzelverhandlungen mit dem Reichsbankpräsidenien fest- zusetzen. Die Pariser Presse glaubt ankündigen zu können, daß in längstens vier oder fünf Tagen schon«ine prinzipielle Einigung über die ziffernmäßige Festsetzung der deutschen Gesamtschuld erzielt werden könne, da sich die deutsche Delegation bereit erklärt habe, in die Zifferndiskussion einzu- treten. Einig« Blätter allerdings verlängern die„Frist" bis zur Einigung wenigstens bis zum 16. April. Vorbesprechung über Räumungsverhandlungen. Parts, 5. April.(Eigenbericht.) Die gestrige Unterredung des Botschafters von H o e s ch mit Außenminister Briand soll sich, wie der„Exelsior" berichtet, um die Rheinlandräumung gedreht haben. Bei der September- tagung des Bölkerbundsrates, wo der Zusammentritt der Sach- verständigenkonferenz beschlosten wurde, war auch vereinbart worden, daß parallel mit den Endoerhandlungen über die Reparation auch Besprechungen über die Organisation der Sicherheit Langkopp will völkisch sein. Die ersten Zeugenvernehmungen. Zu Beginn der heutigen Verhandlung verlangt die Verteidigung noch einmal«ine Besragung des Geheimrat» Bach. Der Angeklagte beschwert sich darüber, daß Geheimrat Bach ausgesagt hat, Langkopp wäre völkischer Gesinnung. Langkopp selbst gibt zwar zu, daß er „freier deutscher Mann" sei, und das sei gleichbedeutend mit völkisch. Nachdem sowohl der Staatsanwalt und der Lorsitzende erklären, daß sie aus diesen Bemerkungen keine Schlüste gezogen hätten, wird«ine Reihe Totzeugen vernommen. Oberregierungsrat Fuchs hat fest- gestellt, daß der erste Schuß Langkopps einige Zentimeter über dem Koffer in die Wand gegangen ist. Hätte Langkopp den Koffer ge- troffen, so wäre vielleicht das Schwarzpuloer explodiert. Der Prä- sident des Reichsentschädigungsamtes, Karpinski, gibt auf Befragen des Staatsanwalts nach seiner Vernehmung noch an, daß nach dem Attentat Langtopps bei Geheimrat Bach«in« ganze Reihe Briefe eintrafen, in denen bestätigt wurde, daß Bach sich der Not der Aus- landsdeutschen sehr angenommen habe. Vor allem aus den Kreisen der Kleingeschädigten sind diese Briefe gekommen. Bis in die Mittagsstunden hinein wurden dann noch die Beamten vernommen, die für Langkopp das Geld von der Kaste besorgt und den Scheck für Loof ausgeschrieben hatten. Wesentlich neue Momente ergaben diese Vernehmungen nicht. Bei dem Zeugenaufruf ergab sich, daß die Verteidigung wiederum eine ganze Reihe von neuen Zeugen direkt geladen hat. Darunter die Reichstagsabgeordneten I a d a s ch(Komm.) und Wolf(Dnatl.). Angekl. L a n g k o p p: Ich erbitte zu einer Er- klärung das Wort. Gestern hat Geheimrat Bach ausgesagt, daß er aus dem Gespräch zwischen Loof und mir entnommen habe, daß wir völkisch eingestellt seien. Zu Beginn des Prozesses hat der Herr Vor- sitzende erklärt, es sollte keine politische Note in die Verhandlung hin- eingetragen werden. Dies« Aufforderung hatte ich auch bisher befolgt. Vors.(unterbrechend): Herr Langkopp, vielleicht erledigt sich diese Sache damit, daß der Zeuge Bach nur in seiner Aussage Wahr- nehmungen wiedergegeben hat, aus denen er den Eindruck gewonnen haben will, daß Sie und Herr Loof völkisch eingestellt seien. Angekl.: Er hat den Ausspruch nun aber getan und ich habe leb- Haft bedauert, daß der Herr Vorsitzende den Zeugen nicht darauf aufmerksam gemacht hat, daß politische Noten in diesen Saal nicht hineingehören. Ich oerwahre mich gegen das Urteil des Geheimrats Bach. Ich bin ein freier, deutscher Mann und weiter nichts. Das ist für mich völkisch. Geheimrat Bach wird in den Saal gerufen und der Vorsitzende stellte an ihn nochmals die Frage, woraus er geschlossen habe, daß die beiden Angeklagten völkisch eingestellt gewesen seien. Eh« der Zeuge darauf antworten konnte, erhob sich Rechtsanwalt Frey, um zu erklären, daß der Eindruck des Zeugen über die politische Ge- sinnung d«r Angeklagten das Gericht doch gar nicht interessiere. Erster Staatsanwalt: Ich kann nur«rklären, daß ich. von der Bemerkung des Geheimrats Bach, die ich gar nicht gehen Hab«, keinen Gebrauch mache. Zeug« Geheimrat Bach: Ich habe lediglich geschildert, was von.den beiden Herren in meinem Zimmer gesprochen worden ist. und ich habe angeben müssen, welch« Ge- dankengäng« ich bei jemand voraussetzen mutz, der sich über die Staatsform oder die Regierung in abfällig«? Weis« äußert. Vors.: War Ihnen etwas üb«r die politische Einstellung der Herren Lang- kopp und Loof bekannt? Zeug«: Gar nichts, ich habe nur ihre Einstellung aus ihren Worten gefolgert. Angekl. Loof: Wir haben in dem Gespräch mit Geheimrat Bach eigentlich nur Entschädigungsfragen und ihre ungerechte Behandlung erörtert, aber keine sonstigen politischen Fragen. Geheimrat Bach: Nach 13 Monaten kann ilj> natürlich nicht den Wortlaut des Ge- spräche? wiedergeben. Es ist aber etwas über die heutige Regierung uno auch gegen di« Juden geäußert worden. Das nenn« ich völkisch. Als erster Zeuge wurde Marinesekretär a. D. Gilly, jetzt Beamter im Reichsent- schädigungsamt, aufgerufen Er bekundet«: Wir wußten, daß jemand im Zimmer des Geheimrats Vach war, der nicht hinausgehen wollte oder konnte. Dann hörte ich einen Krach und daß jemand aus dem Zimmer lief. In die Tür tretend, sah ich, daß Geheimrat Bach auf d«m Korridor vorauslief und Langkopp ihm folgte. Dieser warf im Korridor den Sprengkosfer weg. Bald daraus kam Herr Bach zurück, und neben ihm schritt Langkopp, der den Revolver Herrn Bach vor- hielt. Ich eilte weg, um das Ueberfallkommando zu benachrichtigen. Der nächste Zeuge war Oberregierungsrat Ehrhardt, der an j-nem zweiten März wiederholt dienstlich im Zimmer von Geheim- rat Bach während der Anwesenheit Langkopps gewesen war. Ms er das erstemal hineinkam, sagte Eeheimrat Bach in bestimmtem � Ton:„S o wie Sie sich die Sache denken, geht sie � » i ch t." Als der Zeuge zum zweitenmal in das Zimmer trat, sah! er, daß Bach immer nych ein Herr gegenüber saß. Da seine An- gelegenheit nicht dringlich war, entfernte sich der Zeuge. Als er nach längerer Zeit wieder eintrat und den Herrn immer noch dort sah, wollte er sich wieder zurückziehen. Geheimrat Bach nötigte ihn aber, einzutreten. Er habe diesem gegenüber Platz genommen, durch den Schreibttsch getrennt. Rechts von ihm saß Herr Lang- kopp, den er vorher nie zu sehen geglaubt hatte. Äährend ich meine dienstliche Angelegenheit erledigt hatte, hörte ich, daß ein Herr Loof angerufen werden sollte. Mir fiel auf. daß der fremde Herr sagte:„Nein, Herr Geheimrat, rufen Sie ihn an!" Ich überlegte mir, welche Bedeutung das haben könnte. Ich enthielt mich aber jeder Einmischung, weil ich das Vorhergegangene nicht kannte. Ich nahm an, daß es sich um einen Geschädigten handelte, der sich in berechtigter Aufregung befand und den Eeheimrat Bach durch Zu- roden zu beruhigen versuchte. Pus der Länge der Zeit folgen« ich. daß es sich um einen besonders unglücklichen Fall Handels, um so mehr, als mit der Kaste über die zur Verfügunostellung von Geldern verhandelt wurde. Ich verließ bald darauf das Zimmer. Nach längerer Zeit hörte ich im Nebenzimmer einige Schritte, d'e Tür wurde schnell aufgerissen, Geheimrat Bach eilte durch mein Z mmer und rief mir nur zu: „weg. weg. das ist ein Erpresser!" Deshalb te'«phoni«Ne ich sofort an den Pförtner, den Polizeiposten zu holen, um jemanden festzunehmen. Ich war aber keineswegs im Bild«, da der Herr, d«r Geheimrat Bach im Zimmer gegenüber gesessen hatte, während meiner Anwesenheit sich mit diesem ruhig unterhalten hatte. Don dem Koffer, den Langkopp zwischen den Beinen stehen gehabt hatte, habe ich nichts gesehen. Dann hörte ich Schüsse fallen, erst einen, darauf mehrere. Als Ich auf den Gang hinaustrat, war Langkopp schon überwältigt und wurde g e- fesselt. in der entmilitarisierten Rheinlandzone und über die Rheinland- r ä u m u n g beginnen sollten. In der Unterhaltung soll nun die „M ö g 1 i ch k« i t geprüft worden sein, wie die Sicherheitsver- Handlungen eröffnet werden könnten". Deutscher Gesandter in Mazedonien. chutzheischend, aufsuchten, wird das verknitterte Gesicht eines Kauf- manns in mittleren Iahren in mir lebendig. In größter Ausregung hastete er zu mir herein, einen dicken Band Akten unter dem Arm. um mir eine höchst— höchst wichtige Angelegenheit zu unterbreiten. Nach Klärung seiner überstürzten Reden stellte sich heraus: Der Ratsuchende, ein kleiner Handelsagent, hatte im Krieg— um 1917 herum— eine größere Lieferung Schrauben vermittelt und sich dafür eine Provision von 14 909 Mark— eine für ihn gewaltige Summe— errechnet. Die Vertragskontrahenlen wollten jedoch nicht zahlen, es kam zum Prozeh, der sich bis 1925 hinzog und damit endete, daß die letzte Instanz dem Kläger— unter Abweisung seines weiter- gehenden Anspruchs— 6999 Mark Provision zubilligte, ausgewertet auf«in Viertel, also auf 1599 Mark. Durch dieses Urteil fühlte sich der Ratsuchende um sein gutes Recht gebracht. Ob mit Berechtigung, war schwer zu entscheiden. Jedenfalls lag ein rechtskräftiges Zivilurteil vor, bei der unsicheren Rechtslage und Unklarheit der Verträge konnte von vorsätzlicher Rechtsbeugung zu- Ungunsten des Klägers keine Rede sein; ich mußte diesem daher sagen, daß irgendein Eingriff der Behörden. Parlamente usw. gegen die Unabhängigkeit der Rechtspflege verstoßen würde und daher völlig ausgeschlossen sei. Der Erfolg meiner Bemühungen war ein ungläubiges Kopf- schütteln. Das Urteil sei doch unrecht, es müsse irgendeinen Weg geben, es abzuändern. Da alle weiteren Belehrungen, Hinweise auf Verfassung und Gesetze ebenso wirkungslos verhallten, versuchte ich es auf einem anderen Wege: ich setzte dem Manne auseinander, daß er im Grunde vielleicht von Glück sagen könne. Denn hätte er wirklich im Jahre 1917 die 14 999 Mark erhalten, so würde er sie doch wahrscheinlich— gleich Millionen anderen Geldbesitzern— durch die Inflation restlos verloren haben. So habe er wenigstens einen Bruchteil von 1599 Mark gerettet. Aber mein Klient lächelte überlegen: Er würde es schon verstanden haben, das Geld wert- beständig anzulegen. Ich wies darauf hin, daß schließlich das Geld in einer Zeit er- warben sei, wo ander« im Feld gestanden und alles verloren halten. Seine Entgegnung: Andere hätten damals viel mehr verdient. Ich spielte den letzten Trumpf aus: er habe doch leben können, bevor er unvermutet den Anspruch auf die— seine sonstigen Ein- nahmen weit übersteigende— Provision erworben habe. Wäre dieses eine Geschäft, um das er sich bemüht habe, damals gescheitert, so hätte er doch auch weiterleben müsien. Da erfuhr ich denn allerhand, was mir die Seele dieses Mannes erschloß. Er hatte noch dem Fehlschlag, nach dem Verlust des er- hofsten Reichtums alles Mögliche angefangen, aber nichts war ihm mehr geglückt. Und immer war— seltsamerweise— der Nichtbesitz jener 14 9M Mark an seinen Mißerfolgen schuld„Hätte ich damals das Geld gehabt, ja dann..." Das war der ständig wiederkehrende Refrain seines Lebensberichtes. Ich sagte dem Mann auf den Kops zu:„Wenn Sie nicht end- lich den Verlust des Geldes vor zehn Jahren verschmerzen, werden Sie es nie im Leben mehr zu etwas bringen. All Ihr Denken und Fühlen hat sich auf jenen rückwärtigen Punkt in Ihrem Leben kon- zentriert. Weil Sie wie hypnotisiert in die Vergangenheit starren, fehlt Ihnen die Kraft in die Zukunft zu sehen, und damit jede Mög- lichkcit, eine Zukunft aufzubauen. Sobald Sie den Verlust der er- hofften Provision innerlich überwunden haben, werden auch Ihre sonstigen Pläne wieder gelingen. In Ihrem jetzigen Zustand aber wehren Sie sich gar nicht ernsthaft gegen den Mißerfolg. Sie wün- schen ihn in Ihrem Unterbewußtsein sogar herbei, denn es ist Ihnen ein seelisches Bedürfnis, immer wieder bestätigt zu finden, daß durch das— wirklich oder vermeintlich— Ihnen angetane Unrecht Ihr Leben zerstört ist." Der Mann ist �gongen und hat mir nicht geglaubt. Ich habe ihn nicht wiedergesehen und fürchte, daß die entgangenen 14 999 Mark ihm bis ans End« seines Lebens um Daseinsfreud« und Erfolg bringen werden Dieser Unglückliche hat mir aber dazu ver- Holsen, einen Mcnschentyp zu durchschauen, der mir noch in mehreren anderen Exemplaren gegenübergetreten ist und den ich als„Rück- wärtsdlicker" bezeichnen möchte. Das sind all die Unglücklichen, die «inen einmaligen Verlust, ein erlittenes Unrecht nie mehr verwinden können, die sich dauernd innerlich mit ihrem Unglück beschäftigen und deswegen für jede fruchtbare Weiterarbeit letzten Endes logar für das Weiterleben, unbrauchbar geworden sind. Im Gegensatz zu diesen tragen andere Personen Wechselfälle des Schicksals, ganz gleichgültig, ob sie verdientermaßen oder zu Unrecht davon be- troffen wurden, mit größtem Gleichmut. Das sind meist dieselben. die sofort wieder«in neues Ziel eine neue Arbeit, eine neue Existenz finden Sie gleichen dem frischen Gras, das niedergetreten, sich wieder aufnchlct, jene dem dürren, das knickt und liegen bleibt. Es scheint, daß auch der Farmer Langkopp— nicht von Ansang an, aber nach dem Verlust seiner Habe durch den Weltkrieg— ein solcher Rückwörtsblicker geworden ist. In seinem Vorleben hat er auch Perluste gekannt, aber sie wieder auegeglichen. Vielleicht war seine Lebencenergie erschlasft, weil er inzwischen älter geworden war. Jedenfalls hat diesem Mann die Krast gefehlt, sein Schicksa» hinzunehmen mit der Betrachtung, daß Millionen andere ebenso unschuldig wie er durch den Weltkrieg um Hab und Gut gekommen sind, manche um ihren letzten Pfennig, ohne wie er noch gewisic Entschädigungsansprüche von nicht unbeträchtlichem Wert« daraus zu gewinnen. Statt dessen ließ Langkopp seine Gedanken um diesen Entschädigungsanspruch kreisen, berechnete immer von neuem, um wieviel er bei Vorauszahlungen, Abschlagszahlungen, Abschluß- Zahlungen und Nachzahlungen, an denen es nicht gefehlt hat. zu kurz gekommen sei. Man kann paradoxerweise sagen: Hätte Langkopp als Auslandsdeutscher keinen besonderen Anspruch aus Schadlos- Haltung gehabt, er hält« vielleicht längst eine neue Existenz gesunden Doch mag dies auch zweifelhaft sein, eins ist erwiesen, daß das dauernde Rückwärtsblicken auf Gewesenes, daß die Unfähigkeit, er- littene Verluste innerlich abzubuchen, schlimmste seelische Gefahr und seelisches Verhängnis für einen Menschen werden kann. Nicht mit Unrecht sagt Schiller:„Wer besitzt, der lerne verlieren." _ Erich K u t t n« r. Teppichöieb verschluckt Löffel. Der 29 Jahre alte gewerbsmäßige Treppenläuferdieb Arthur Beelitz ist ein richtiger Pechvogel. Vor dreieinhalb Jahren wurde er seiner Spezialität wegen festgenommen und hat bis zum Dienstag im Gefängnis gesessen. In dieser Zeit muß er ein gutes Teil seiner„Handfertigkeit" eingebüßt haben. Am Mitt- woch versuchte er sich wieder am Kurfüvstendamm und hatte auch den Läufe reinerEtagentreppe bereits aufgerollt. Die Schrauben auf der zweiten Treppe wollten aber nicht weichen. Als er noch bei der besten Arbeit war, wurde er vom Pförtner überrascht und wiederum der Polizei übergeben. Aus Aerger über sein Mißgeschick verschluckte er im Gefängnis mehrere Löffel und wurde sofort dem Lazarett zugeführt. Ein anderer Läuferdisb, ein 32 Jahre alter Fritz Roß, wurde dabei ertappt, wie er sein« Beute an einen Hehler in der Haupt- straße in Schöneberg verkaufen wollte. Er ist„Reisender" in seinem Fach und wird auch aus anderen Städten schon gesucht. Weiler für Verlin: Stark bewölkt bis trübe mit nur geringen Niederschlägen. Temperaturen um Null schwankend. Für Deutsch- land: Im gesamten nördlichen Binncnlande verbreitete Schnee- und Regcnsälle bei Temperaturen über Null, in den übrigen Gebieten stark wolkig ohne wesentliche Niederschläge bei wenig Temperatur- änderung Bcra'itwortliH filr dte Nedattion: Staus ttlühs, BttliN! Anzeigen: Th. E lacke, Bctlin. Betlag: vorwärts?«elag ffi. m. b. S.. Berlin. Druck: Barwärt» BuÄ- druckcrei und Ärlagsanstalt Paul Singer k Co.. Berlin Sffl(3, Linden strage 3. Lierzu 1 Beilage. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, en 5 4 Staats-Oper Unier d. Linden A.-V.>8 19'* Uhr IMd«! Staals-Oper Am Pl.d.Repuhl. R.-S. 72 20 Lhr «Iphigenie autTauris Staall. Schiller- Staat). Sdiausph. an ii.ndjnn nm rkt R.-S 28 linÄ. lonteliBB. 20 Uhr Minna viarohalni heater.Cbaritb. 20 Uhr Kaiku ta, 4. Mai H Uiir c 5 barbarossa 9256 CROCK and das grofrc April- Programm Seanabends o. Sonntags ie 2 VoniellDneen I» und» tv 3� et mäßiate Pr. S Uhr TAgllcfa S Uhr Hur ncMti � Tnöc T Das srOOle Clrtnsprnflramm der Saison I BArcn/ Affen ✓ Pferde/ Stiere cms aeros, d.£il£r Süsomch'uS unwdiirufl. 7. SAnser lenioet Tuaief DlrekLHeinz Herald CharlettenslraS« H A. 7. Dönholl 170 Anl. 8 U„ Ende 10 U. Helden von i'ernatd Shaw „ustspielnau;- S>/. Uhr Guido Ttiielsclter Weekeno im Paradies ihaiia-itieaier Iresdener str. 72-, 8 Uhr „Oelransch" Trianon-Th. «>/. Uhr Oer Herzog und die sonderin VoiKsDUhne liiiater iraBillowiilit: 8 Uhr DasMSdl aas der Vorstadt Tkgaier am sminsanerflamni 8 unr Pioniere in Ingolstadt Thalia-Thealer 8 Uhr Oelrausch Staatl. Sth iiier- II). 8 Uhr Kalkutta, 4. Mai suaiiopar am Platz Dar RepoblUt - unr Iphigenie auf Tauris ilie Komödie JIBismck. 2414/7516 St.'« U- Ende geg. 10 u/ann Kommst Du wiener? Komödie von S Maugham Regie Gustaf GrUndgens Kammerspiele _k 1..sorden>2>16 StaU., Endegeg.lt 2um X5. Male OieUrsaclia Schausniel v Leonhard Frank Regie: Hans eppe. mm meaier D.i. Norden 12 310 i U. Ende nach lO'/s Weiber von Windsot von Shakespeare Regle: Heinz Hilpert 8'/« Theat-ram Söilllhaueröamin. Norden 1141 u. 281 Pioniere in Ingolstadt (Soldaten u Dienstmädchen) v.Marieluire FleiBer Regie: Jakob Geiß. Bühnenbilder Kaspar Neher 8'i. Thealer des westans h lins| Oer größte Sriolg Berlins Friederike MulU von vehar Srika o. The lmann Karl Ziegler, Ttaatsooer Wien Brngedt. Bora, «ysier, BMstrmani, Set, Saife tmunierdr. SMMfl.Ml 11.7150 Mleines Tüeater l äglich 8V« Um: Curt Goetz, VsLcric v. Marient Fcrd. ▼. Allen in „Tno" Lustsp v. Leo Lenz Regie; Frledmau- Frederich. Lessinj-TliealEr rannen 8 Uhr 3 x Hochzeit ianowsky-CllbDeD Theater in der XOniggrStzsr Strafte Twhch fPk Uh'- Rival en Komödianbaus Täglich(4 Uhr Dit Drei-lmdini- l beataf am Nollentforfplab Täglich SV. Uhi Revolle Im Erziehnngshaas R ose-Theatei ir/niHtirisr St.137 8 Ve Uhr Drti HttStoMdn Otach. Klnatler-Th. Ä1/« Uhr Pottasch and Perlmutter aisoetehtiv Paal Grliz, Karl Ettllager. Planelarlnm — m am Zoo i r.,,-. liltjintl 5...I>a,,i Noll. 1578 I6t/« Uhr ttanUilmmd das FrOhJahrs I81/« Uhr Starafelldtr und Weitnau 20'/« Uhr Wunder des eOdllchaa Himmele Tägl. außer Montags u Mittw. Erwachs i Mk.. Kinder 50 PI. Mi iw.: Erwach-ene k) Pf.. Kinder 25 Pf Renaissance- Theater Nardenbergstr 5 fei. Sleinm. 901 u. 2583,84 SV« Uhr Ueber 100 Malt SV« Uhr Max PaManborg „Das große ABC" von Marcel Pannoi Reg: Sazi. Bannaq. labretnltrwlnzln. Berliner Illk-Trlo Nwukölln. kV Lsbaetr.74/7BZ- MM Leadnu*« Jiorbmöbel V« Irr 4-1« Forree Aparte Muster Mäßige Preise I.ilililtni.lirlnt NeukSlln lemirabmtr. 20 nt Hermannstr. 10 Ftmp FH-rt. 175! SKifiiae sdiveri Falle ßeselllgl»orten. Uuniisidarc Hallertolge. Bistailgnng naß Releronicn. Srztiien emplshien. Inva IßensiraBeloe. •-11. 1—«. Sonataj 10-12. uceDf. I>r. Zlnanern GWM. o. Rheo- ■aatiamue-Tee MI Vck Uli 10 Jlft'es tv- Ilplce««wehrt, lifl-r 20000 hherkeRReneci. PhUi S. 1.10 e. 2.50 i» Im Hin l«elheki>. Dr.ZlBteer£ Co., JSI. znr Niete WSO, Antbaeherstr.I tfleffage Frcifag, 5. Aprü 1929 SprftbpnD �hnlauUUtfa /tu Ibutasä Wie Opel wurde Von der Nähmaschine zu den Autowerken «üflelsheim. ümkrz 1929. Im Frichjahr 1862 wird in den Wirtschaften am Untermain viel gelacht und disputiert. Da ist der fünsundzwanzigjährige und älteste Sohn des Schlossermeisters Philipp Opel von der Wan- derschaft nach Rüsselsheim zurückgekehrt und hat es sich in den Kops gefegt, ein« Nähmaschine zu bauen. In England und Frankreich sei sie schon lange im Gebrauch. In einem Pariser Werk, das solche Maschinen verfertige, will der Handwerksbursche Adam Opel gearbeitet haben. Jetzt wolle er den neumodischen„Schwm- del" nachmachen und sein Heimatsdorf beglücken. Wochenlang bildet dieses Thema den Gesprächsstoff. Die Bauern, die Fischer und die Sackträger reißen ihre Witze, ober eines Tages werden sie stumm, als das in der kleinen Schmiede zur Welt gekommen« Wundertier das Hoftor verläßt und bei einem Schneidermeister in Rllsselsheim Unterkunft findet. Tag und Nacht belagern die Neugierigen die Schneiderwerkstatt und lassen sich„das Ding" vorführen, dos dann vierzig Jahre dem braven Schneiderlein treue Dienste leistet und heute im Heimatsmuseum ausgestellt ist. Noch vier andere Ma- schinen tonnten im Jahre 1862 sertiggestcllt werden: das war die Entstehung der heutigen Opcl-Werle, der größten deutschen Auto- mobilfabrit, der größten Fahrradfabrit der Welt! Zlüsselsheim bekommt eine Fabrik. Don der ersten Nähmaschine bis zur Jahresproduktion von 69 000 Automobilen: es war ein ununterbrochener Aufstieg und Erfolg. Bereits 1863 konnte Adam Opel eigene Werkräum« mieten und einige Gehllfen einstellen. Diese Werkstatt« ist heute noch zu sehen und dient einem Bauern als Kuh- und Pferdestall Die zen- trale Kraftanlage war ein großes Handschwungrad und die Ge- Hilfen mußten mühsam angelernt und eingespiett werden. Die Be- triebsmiüel verschafft« sich Adam Opel, indem er die Beitrewng einer französischen Nähmaschinensabrik übernahm. Von der Ver- kaussprovision konnte er fein« Arbetter bezahlen. Dann wurde Adams zweiler Bruder Georg in ein« ausländische Nähmaschinen- fabrik geschickt, und als der mit neuen Kenntnissen und Erfahrungen heimkommt, geht es an den Neubau eines zweistöckigen Hauses, in dem die vergrößerten Werksräume, die Wohnung und das Bureau untergebracht werden. Es war fünf Iahxe nach dem Bau der ersten Nähmaschine. Rüsselsheim hat seine erst« Fabrik. Eine Vertreterorganisation wird geschassen, die den Waren- vertrieb besorgt, und 1873 erhält die Opel-Nähmaschine aus der .Internationalen Ausstellung in Wien Medaille und Preisdiplom. Indien und Südamerika geben Aufträge. Der Konjunktur- ausschwung nach 1871 trägt auch den Namen Opel aus seinen Wellen. Das Dicyc'e taucht auf. Um die Zeit, da Opel seine erste Nähmaschine baut, bewundern die Pariser ihren Landsmann Micheau, der sich ein„V e l o c: p e d" konstruiert hat, ein« mit Antriebskurbel und Pedale versehene Zwei- radmaschine. England griff die Idee aus, brachte Verbesserungen an und warf das„Bicycle" auf den Markt. Adam Opel und seine Frau Sophie wollten Weihnachten 1886 ihren fünf Söhnen«ine große Freude bereiten. Ein Hochrad wurde aus England bestellt. Um dieselbe Zeit war ein guter Kunde in der Rüsselsheimer Fabrik, der eine große Bestellung aufgab, und weil ihm das Hochrad ge- fiel, bot er eine hohe Summe. Als echter Geschäftsmann ließ sich Adam Opel den Gewinn nicht entgehen und das„Bicycle" wan- derte wieder oon.dannen. Sehr gegen den Willen der Kinder. Der Vater hatte aber bei dem Verkauf soviel verdient, daß er bei der Nachbestellung in England mehrer« Modelle beziehen konnte. Der Gewinn lockte und 1886 hatte die Opelsche Nähmaschine in der eigenen Fabrik einen Konkurrenten bekommen: das erste Fahr- r a d. Im Rüsselsheimer Heimatmuseum ist es neben der ersten Nähmaschine zu bestaunen. Von der Polizei als ein lebens- gefährlüches Instrument bezeichnet, mußten in Rüssels- heim eigene Fahrbahnen und Fahrhallen errichtet werden, und täglich gaben die fünf Söhn« Adam Opels und seine Frau Sophie den Käufern Fahrunterricht. Mit dem Fahrrad zieht in Deutschland der Sport ein, den der kluge Adam Opel als ein gutes Propagandamitlel erkennt und durch eigens angestellte Fahrer und durch seine Söhne überall be- treiben läßt. 1888 gewinnt Opel die große Fahrredmeisterschast von Oesterreich. 1889 erringt August Lehr in London unter 210 Mitbemerbern auf Opel die Radmeisterschaft der Welt. Karl Opel holt sich von 1889—1892 sechzig erste Preise. W'> h e l m Opel bringt es auf siebzig, Fritz Opel erhöht die Zahl um mehr als dreihundert, Heinrich Opel wird Meisterfahrer von Oesterreich-Ungarn. und selbst der jüngste Opel, Ludwig, kann hundertmal siegen. Opel voran. Opel über alles! Als Adam Opel im Jahre 1895 stirbt, ist sein Werk gesichert und sein Name geht durch ganz Europa. Man stellt sich auf Autos um. Seine Frau und die fünf Söhne übernehmen das Wert. Die Wirtschaftskuroe steigt immer noch an. Maybach und D a i m- l e r haben den ersten Benzinmotor geschaffen, und unabhängig von ihnen konstruiert B e n z um die gleiche Zeit den ersten durch Motor- krast getriebenen Wagen. Die deutsche Regierung, der er für mili- tärischc Zwecke angeboten wird, lehnt lächelnd ab, ähnNch, wie iie im Kriege den Tank verworfen und auch Fletlner abgewiesen hatle, der die Idee von dem fernlcnkbaren Flugzeug dem Generolstab unterbreitete. Frankreich ist hellsichtiger. Maybach und Daimler werden dort anerkannt. 1889 erwerben Panhard u. L e o a s s o r in Paris die Patente und bieten der Weltausstellung in dem ersten Automobil ein neues Wunder. Die Inhaber der Fahrradfabrik Armand u. Peugeot in Paris gesellen sich als Protektoren hinzu, Daimler, Maybach und Benz bekommen Geld, um die Fabrikation in Deutschland aufzunehmen. Jetzt tritt auch Opel auf den Plan. In Dessau hat ver Schlossermemer Lutz- mann den Grundstock zum Automobilbau gelegt. Opel kauft sich den Mann und seine Konstruktionen und ein Jahr nach Adam Opels Tod verläßt der erste„Opel-Patent-Motorwagen System Lutzmann" das Rüsselsheimer Werk. Ein bescheidener Ansang, der jedoch zu keinem praktischen Ersolg sührt. Die Firma Opel muß sich mit der Automobilfabrik Renault in Paris und mit Darracq in Suresnes verbinden, bis ein für die Praxis geeigneter Wagen unter dem Namen„Opel-Darracq" von Rüssels- heim auf den deutschen Markt kommt. Opel ist dabei mehr Monteur als Hersteller. Zwei Jahre später bringt Opel seinen ersten eigenen Zweizylinder heraus und von Jahr zu Jahr jagt ei» neues Modell das andere. Kein Zlutomobilrennen, bei dem nicht der Name Opel unter den Preisträgern zu finden ist. Aus dem ehemaligen kleinen Bauerndorf Rüsselsheim ist ein« der bedeutendsten deutschen Pro- duktionsstätten geworden, die dem wirtschaftlichen und politischen Leben des unteren Maingaues ihren Stempel ausdrückt. Als die Firma Adam Opel im Jahre 1912 ihr öOjähriges Jubiläum feierte, kam der Grohherzog von Hessen und brachte Kommerzienratstitel und Adelsprädikate. Was konnten deutsche Fabrikanten, Bürger und Untertonen mehr er- reichen? von Opel! Die historisch« Mission und der Sinn eines demokratischen deutschen Bürgertums war ihnen ebensowenig auf- gegangen, als den Krupp, Borsig, Vallm. Siemens, Thyssen und wie die Träger der damaligen deutschen Wirtschast und des deutschen Bürgertums heißen mochten. Sie ließen die Junker und die Ge- nerale Wilhelms II. regieren, begnügten sich mit Geldoerdienen und waren froh, Titel und Orden zu bekommen und«inen Husaren- leutnant als Schwiegersohn. Politik war ihnen ein Buch mit sieben Siegeln, an der Demokratie haftete der Ludergeruch der Revolution und die Sozialdemokraten waren vaterlandelose Gesellen, die man am besten außer Landes gejagt hätte. Mochte der einzelne deutsche Fabrikant und Bürger in seinem Arbeitsfach noch so tüchtig sein, eine große Idee hat er nie besessen und über die Londesgrenzen hinaus ist seine Vorstellung von der Welt nie gegangen. Von ÜSA. verschlungen? In der Geschichte der Opel-Werke spiegell sich klar und deut- lich die Entwicklung der deutschen Industrie und des deutschen Bürgertums, wenn ihnen auch Opel immer um eine Nasenlänge kün Ich hatte eine kaufmännische Stellung inne, in der ich so viel oerdiente, daß ich von der Hand in den Mund leben konnte. Durch plötzlichen Konkurs meines Arbeitgebers wurde ich brotlos. Das leichteste wäre gewesen, nach Hause zu fahren. Aber ich wollte mir selbst helfen. Bei vielen Firmen sprach ich vergeblich vor. Schließlich wurde ich in einer angesehenen Kauljchukfabrik als Gummiarbeiter eingestellt. Nachdem ich von einem Der- trauensarzt der Firma für gesund und arbeitstauglich befunden worden war, erhielt ich von der Arbeiterannahme einen Einstellungs- schein, um mich am nächsten Tage zur-Frühschicht an einem be- stimmten Portal einzufinden. Es war noch fast dunkel, als ich den ersten Gang antrat. In den Nebenstraßen herrschte noch nächtliche Ruhe, aber je näher ich zum Fabrikkomplex kam, desto dichter rollte die Proletarierlawine zu den Eingangsportalen. Von der Fabrik v?rschwckt. Unter dieser Masse Mensch war auch ich an dem Portal an- gelangt, von dem die Neueingestellten in die betreffenden Abteilun- gen abgeholt wurden. Man brachte mich mit noch zwei Kollegen in die S chl a u cha b t e i lun g. Hier wurden die Gummischläuche hergestellt. Zwanzig, dreißig Meter lange Eisendornen mit Gummi- teig belegt, so daß der Hohlraum des Schlauches dem Durchmesser des Eisendornes entspricht. Damit der Schlauch vom Eisendorn her- untergezogen werden kann, kommt zwischen den Gummiteich und den Dorn eine dünne Talkumschicht, die am Schluß des Arbeitsvor- ganges durch Preßluft beseitigt wird. Dieser mit Gummiteich be- legte Eisendorn kommt in eine Maschine, in der drei Walzen den Gummiteig aus dem Dorn gleichmäßig verteilen und mit einem zirka 16 Zentimeter breiten Leineustreiscn umwickeln, um ihn vor Beschädigung und Abfallen zu schützen. Ist das geschehen, werden die Eisendornen in lange Kessel transportiert, in denen der Gummi hart kocht. Der weitere Arbeitsprozeß wird in Akkordarbeit verrichtet. Die Kolonne, der ich zugeteilt wurde, legte die fertig gekochten Schläuche auf Holzböcke und wickelte die Leinwandstreifen wieder ab. Das war die leichteste Arbeit. Das Abziehen der Schläuche von den Dornen in Akkordarbeit dagegen gestaltete sich qualvoll. Trotz der Talkumschicht waren die Schläuche sehr oft nicht von den Eisendornen zu bekommen. Noch qualvoller war das Fortschleppen der dicken Eisendornstangen. Das Akkordsystem war so ausgetüktelt, daß alle Arbeiten eine große Treibjagd und ein Treibersystem allerschlimmster Art wurden. Der Verdienst war gering. Ick, zum Beispiel verdiente trotz des Akkords wöchentlich nur 32 Mark. Wenn nur die trockene, warme, talkumhaltige Luft nicht gewesen wäre! Die Kessel, in denen die Gummischläuche gekocht werden, er- zeugten eine Pestluft, d'e gleich nach Arbeitsansang die Kehle voll- kommen austrocknete. Dazu der Talkumstaub— was nutzen da die Ventilatoren! H ike. e n Arbelfer verunglückt' Neben den Kesseln befanden sich— Rationalisierung ist Trumpf! — in nur zu geringem Abstand fünf Walz- und Wickelmaschinen. Wenn man zu den Aufbewahrungsräumen gelangen wollte, in die ein Teil der Eisendorne nach Benutzung zurückgebracht wurde, mußte man durch die enge Gasse der laufenden Walzmaschinen. Nur der Zipfel eines Kleidungsstückes brauchte in die in Armhöhe laufenden Walzen zu geraten, und schon fraß die Maschine mindestens«in Glied des Vorübergehenden. Beim Fortschleppen der Eisendorne geriet man durch die Schwungkraft der aus den Schultern wippen- voraus war. Nach dem Kriege erkannten die Opel-Werke als erste die Notwendigkeit der Rationalisierung und der Massen- Produktion. Sie fuhren nach Amerika, lernten die Methoden und übertrugen sie auf Rüsselsheim. Was sie aber nicht mitbrachten, war die Erkenntnis: sich Im Gewinn zu beschränken, die Massen konsumsähig zu machen, um durch gesteigerten Umsah den entgangenen verdienst hereinzuholen. Po- litisch war der Monarchismus gefallen. In der Wirtschast lebte er lustig fort. Kommt hinzu der Fortsall jeder Konkurrenz in den Kriegsjahren, der verlorene Krieg, die Kriegslasten, die verkehrte Kapitalsanlage nach der Inflation, die Verarmung des Mittel- standes, die schlechte Arbeitsentlohnung: was Wunder, wenn die Opel-Werke den Amerikanern als reife Frucht in den Schoß ge- fallen sind. Sind die Opel-Werke auch hierin die Vorläufer der deutschen Industriepolitik? Im Empfangsraum in Rüsselsheim hing jahrelang«in schwarz- weißrot umrändertes Schild:„Deutsche, kauft deutsche Waren!" Das ist entfernt. Und entfernt ist dos Plakat, das den Lieseranten sagte, wer in einem ausländischen Wagen anfahre, könne nicht empfangen werden Mister Sloan ist mit seinem Stab in aus- ländischen Wogen angesahren und wurde sehr freundlich empfangen, denn er brachte Dollars in Menge. Vor ihnen beugt sich jedes schwarzweißrote Herz und es ist keine nationalistische Phrase, die da standhält. Die Herren in Rüsselsheim waren keine Republikaner und keine Demokraten. Sie weißen nicht Mendelssohn und nicht Rathenau. Es sind die Herren von Opel. Da schweigt selbst Herr Hugenberg, und es rührt sich kein Hauch im deutschnationalen Blätterwald. Unter der Decke aber schreit es„Landesverräter", aber darüber hinweg schreitet der eherne Gang der Weltwirtschaft und niemand hat die Sozialdemokratie und ihr Verlangen noch den „Vereinigten Staaten von Europa" mehr gerechtfertigt, als der Ver- kauf der Opel-Werke. Es scheint aber, als bleibe e? der europäischen Arbeiterklasse vorbehalten, auch dieser Vernunft zum Sieg zu ver- hklfen..Jaleod Altmaier den langen Stangen in der Maschinengasse sehr leicht ms Pendeln. Ich habe selbst qualvolle Minuten in diesen Situationen ausgchalten. Gleich am ersten Tage ereilte denn auch durch dieses Pendeln einen Arbeitskollegen unserer Kolonne sein Geschick. Durch den Rhythmus des Maschinenlärms, das Dampfen der Kessel und unser Hup-Hup-Rufen beim Schläuche abziehen gellte ein Ausschrei.— Die Maschinen standen plötzlich still. „Was ist geschehen?" rief jemand. „Er hat Glück gehabt." antwortete eine Stimme,„nur drei Finger der rechten Hand sind abgequetscht." Wie oft habe ich an diesem ersten Arbeitstage nach der Uhr gesehen und gewünscht, die acht Stunden möchten schneller vorüber gehen! Paule... Nach vier Stunden Arbeit war eine halbstündige Pause Ick) taumelte nur so zu einem Tisch, an dem meine Kollegen auf Schemeln sitzend, wortlos vor sich hinstarrend, ihr Brot aßen und tranken. Hunger hatte ich nicht, aber unstillbaren Durst Als ich mich etwas erholt hatte, betrachtete ich die Gesichter meiner Kol- legen, und fand auf ihnen geschrieben: Verbitterung, Stupidheit, Gleichgültigkeit, Sorgen, Sorgen, Sorgen. Wie können sich die Menschen unter diesen grausamen Arbeitsbedingungen von Gene- ratio» zu Generation entwickeln und am Kulturfortschritt der Menschheit teilnehmen, dachte ich für mich, hier ist man unter das Tierdasein herabgewürdigt! Ein Kollege hüstelte andauernd. Er erzählte später, daß er hier schon lange arbeite, bei den schlechten Luftverhältnissen lungen- krank geworden sei und nun ungesähr die Hälfte des Monats krank wäre, die andere Hälfte sich hochrappele und arbeite. Auch unser Vorarbeiter, der seit Jahren in unserer Kolonne beschäftigt war, war körperlich und psychisch vollkommen herunter. Oer Tag ist um? Die Pause war vorüber, die zweite Hälfte der Arbeitszeit be- gann. Noch langsamer schienen die Zeiger der Uhr sich fortzube- wegen. Endlich war Schluß. Ich schleppte mich zu den Umkleide- räumen, um mein Arbeitszeug auszuziehen. Der Talkumstaub hatte sich bis auf die Haut durchgefresien, mein Hemd war vollständig mit Schweiß durchtränkt. Gern hätte ich ein erfrischendes Bad ge- nommen, aber man sagte mir, Brausebäder gebe es nur alle acht Tage. Nachdem ich vor dem Ausgang aus dem Portal auf even- tuell gestohlene Sache» abgefllhlt war, verließ ich das Portal.— Die reine Lust tat mir wohl. Zu Hause angelangt badete ich und schlief dann, um erst am nächsten Morgen zu erwachen. Ich hatte mir fest vorgenommen, solange auszuhalten. bis Ich eine andere Arbeit fände. Aber ich fand keine andere Arbeit. Vier Wochen in dieser Hölle. 192 Stunden in dieser Hölle. 116? Minuten in dieser Hölle, 13 824 Atemzüge in lieber Hölle! All« Energie brauchte ich auf, um täglich mit einer Art Alpdruck beladen vier Wochen lang in die mir so verhaßte Slrbeitsstätte zu gehen. Jedesmal, wenn ein Tag glückl'ch vorübergegangen war und meine Glieder ganz geblieben waren, fühlte ich mich vom Tode er- rettet. Vier Wochen in dieser Hölle. 192 Stunden in dieser H.'v«, 1152 Minuten in dieser Hölle, 13 824 Atemzüge tn dieser Hölle—, dann war ich physisch vollkommen erschöpft und wandte m'ch ab von dieser Stätte des Grausens, um in meinen heimatlichen Bergen das seelisch« Gleichgewicht wiederzuerlangen. Was wäre aus mir geworden, wenn ich kein Elternhaus mehr gehabt hätte? Walter Heise. Ein Tag Fabiikarbelt kaufmännischer Angestellter versucht sich als Gummiarbeiter Copyright Safari-Verlag G.m.b.H., Berlin W35. Bh jRonisn. v�on UerJ-ÜJbolfonrBsu ZeicAnungte� i/on Acloff Lehnert (41. Fortsetzung.) Er nahm viele Schachteln. Diel mehr, als er je besessen. Die Schwierigkeilen waren noch nicht überwunden. Er nahm einen Arm voll und erhob sich, ging hinaus und legte sie aus den Tisch. Noch einmal schlich er sich zu dem Inspektor hinein. Jetzt nahm er so viel, wie er mit den chänden tragen konnte und ging dann wieder in die Mesie zurück. Es waren noch mehr Patronen da, ober er wollte nicht mehr riskieren. Leise schob er die Tür zu und ließ die Klinke langsam niedersallen. Beide Türen der Messe schloß er und schob die Riegel vor. Dann trug er schnell Büchse und Patronen in den Sang und nahm einen Sack, in den er die Munition stopfte. Er trug alles zum Schlitten; Messer nahm er auch und drei Säcke mit Hundefutter, das, in kleine Stücken zerhauen, im Gange stand. Petroleum und Kochapparat, sowie eine Kiste mit Proviant, Kessel und Töpfe. Endlich hatte er genug. Eiligst warf er ein paar Schlafsäcke und Felle oben drauf. Es war eine groß« Ladung, aber er hatte einen weiten Weg. Im letzten Augenblick nahm er das Geschirr und die Sträng«, die in den Gang geworfen waren. Ein Bündel warf er auf den Schlitten— es war gut, eine Reserve zu haben— und einen be- sonderen Robbenfellriemen dazu; den Rest zerschnitt er schnell, aber so, daß es nicht bald zu reparieren war. Er setzte die Hunde in Gang. Das macht« einigen Lärm, aber niemand konnte es bei dem wütenden Schneesturm hören. Nach dem gestrigen Tage dachte auch niemand an anderes als daran, zu schlafen und die müden Glieder auszuruhen. Mala hatte frei« Bahn. Als er auf den Ebbstrand und aufs Eis kam, hielt er die Hunde an. Sie legten sich gleich nieder. T>er Schnee fuhr ihnen in die Augen und blendete sie. Mala nahm ein Messer und stieg auf das Land hinauf. Er hatte noch etwas zu tun. Er ging zu allen Schlitten, die sich auf dem Wohnplatz befanden, und zerschnitt die Zurrleinen. So konnten sie ihn nicht weit verfolgen, denn er wußte, daß es nicht genügend Robbenfellriemen am Platze gab, um die Schlitten wieder zu binden.>G> Er zerschnitt die Knoten unter den Querbäumen, so daß man es nicht gleich sah; sie sollten zuerst ein Stück fahren, ehe die Schlitten zusammenbrachen. Endlich war er fertig; fort, hinaus in die Freiheit! Dorthin, wo nur er Herr war und wo weiße Männer nicht hinkamen. Es war schwer, die Hunde anzutreiben. Nie war eine Schlitten- reise in einem solchen Schneetreiben begonnen, und das zudem mit erschöpften Hunden, die äußerst beleidigt waren, weil sie wieder hinaus sollten. Aber Mala war gefühllos. Er hatte die besten ausgewählt, und seine Peitsche war unbarmherzig. Hier galt es nicht einen Hund oder zwei, hier gatt es wichtigeres: ihn selber Sein« ganze Energie wurde ausgenutzt. Er lief neben den Hunden her und sprang zwischen sie, wenn sie sich hinlegen wollten. ..Vorwärts, schnell: Vorwärts! Es gibt noch keine Ruhe. Wir müssen einen weiten Vorsprung haben. Niemand darf unseren Weg kennen. Weiter!" Die Hunde verstanden bald, daß es galt, vorwärts zu kommen. Unbarmherzig war ihr Kutscher, sie hatten eine schwere Aufgab«, das merkte das ganze G; spann, und daher ging es. Nicht schnell, jedenfalls nicht schnell genug für Mala, aber jeder Augenblick brachte ihn doch weiter, vergrößerte den Abstand zwischen ihm und den weißen Männern Die konnten nicht in diesem Schneesturm fahren. Ihre Geschirre, Stränge und Schlitten waren verdorben, und er halte die besten Hund« genommen. Er beachtete den Sturm nicht. denn die Aufregung machte ihn warm. Nur weiter, weiter! Wenn er nach beendeter Reise im hohen Norden angekommen war, sollte«e herrliche Tage in den Bergen geben, mit Renntierjagd und Lachsfang während die Vögel fangen und die Mücken summten. Aber noch war er hier, und der Weg war weit. Er peitscht« auf die Hunde los, obwohl er Hunger im Leibe spürte. Er hatte aus Müdigkeit kaum etwas am Abend gegejsen. Nun, das hatte nichts zu sagen, vorläufig war keine Zeit, sich aus- zuruhen. Er mußte weiter und einen anderen Weg einschlagen, wo die weißen Männer ihn nicht zu finden erwarteten. Fort von allen Menschen wollt« er und ganz allein sein, bis er seine Frauen, seine Knaben und sein Eigentum fand. Dann sollten sie weiter ziehen, ganz weit, bis in dos- Land der Moschusochsen, und dort wollte er bleiben, um nie zurückzukehren. Die Hunde ließen in ihrem Lauf nach, und die Peitsch« sauste über ihr« Nrcken. Ach, der verfluchte Schneesturm den er gegen sich hatte. Der lähmte seine Kraft, und die Hund« kamen nur im Schritt vorwärts. „Macht, daß ihr weiter kommt! Schnell. Es gibt keine Ruh«, eh« wir weit fort sind" Plötzlich entdeckte er etwas auf dem Eise. Die Hunde hatten es auch gesehen und beschleunigten ihre Schritte. War es ein Mensch, der dort lag oder was sonst? Er war ängstlich und nervös, und im selben Augenblick, als die Hunde es erreichten, anhielten und sich darum scharten, sprang Mala vor. Es war ein« Kiste, die aus dem Eise lag, und er sah, daß es eine der gestern vom Schlitten gewehten Blechkisten war. Er lachte bei dem Gedanken. Mehr Nahrung für ihn! Das machte fein« Reise sicherer. Er mußt« weiter, so weit wie möglich, ehe er gezwungen wurde, zu jagen. Kein Halt, nur weiter! Er nahm den Kasten und wollte ihn aus den Schlitten setzen. Er war ziemlich schwer. Ob wohl Keks darin war? Dann tonnte er ein paar nehmen und sie unterwegs essen. Er zog seines Fäust- ling ab und faßte den umgebogenen Blechrand, um die Hand hineinzustecken. Aber dabei schnitt er sich an dem scharfen Rand. Der S�-iitt ging ziemlich lus. Das war unangenehm; ab»r ein paar Keks bekam er doch. Er stellte den Kasten auf den Schlitten, band chn mit einem der Reservestränge fest, und weiter nach Norden ging es. „Ich habe die Peitsche mit, schnell, Hunde!" Es war hoher, heller Tag, als die Hunde kaum noch weiter >., inten. Mala wußte daß es eine schlechte Taktik sei, zuviel von ihnen zu verlangen, und daher bog er unter Land ein und fuhr zu einem Felsen, wo Schutz war. Hier konnte er nicht gesehen werden. wenn Schlitten vorbeikamen Ja, Mala wußte sich schon vor einer Ueberrumpelung zu schützen. Er nahm einen der Futtersäcke und warf das Fleisch den Hunden vor. Sie machten sich rasend darüber her, bekamen aber nicht sehr viel. Er mußte an seine mächtigen Fleischoorräte im Norden denken, an all das, was er den Hunden des Sergeanten und Joes vorgeworfen hatte, und an all das, was er zurückgelassen hatte, als sie ihn mitnahmen. Jetzt geizte er mit dem Fleisch.„Aber, wenn ihr mich nur heimbringt, dann essen wir alle, bis wir nicht mehr in den Hals stopfen können; vorläufig bekommt ihr nicht viel." Er baute kein Schneehaus, dazu war keine Zeit, nahm nur ein paar Renntierfelle, wickelte sich hinein, um zu schlafen. Nur die notwendigst« Ruhe. Bald mußte er weiter. Noch nie im Leben hatte er es eilig gehabt, wohl aber jetzt. Seine Hand schmerzte ihn. Er zog den Fäustling ab. Die Hand war ganz voller Blut, aber das heilte wohl bald wieder. Er kreuzte beide Arme über der Brust, zog sich die Kapuze über den Kopf und legte sich zum Schlafen unter die Renntierfelle. Ein paar Mal fuhr er aus dem Schlafe auf. Er wollte kein Mann fein, dem man Büchse und Patronen im Schlafe stahl. Niemand sollte in seine Nähe kommen, ohne von einem Wochenden empfangen zu werden. • Di« Hunde waren längst noch nicht ausgeruht, als sie wieder aufgescheucht wurden. Mala war auch müde und hungrig dazu; aber er nahm einige Stücke gefrorenes Fleisch und saugte daran. Das gab ihm jedenfalls ein Gefühl der Sättigung, und er muhte weiter. „Nun sind sie auf der Station aufgewacht," dachte er.„Jetzt haben sie entdeckt, daß ich fort bin; aber sie haben weder Stränge noch Schlittenbänzel." Er lächelt« bei dem Gedanken. „Es dauert zwei Tage, che sie mir nachsetzen können, und bis dahin bin ich weit fort." „Ei.«i," rief er den Hunden zu. Schnell mußt« es gehen, und was ihnen an Schlaf fehlt«, mußte die Peitsche ersetzen. Sie mußten weit reisen, und«he viele Schläfe oergangen waren, konnten sie nicht an lange Ruhe denken. Seine recht« Hand war merkwürdig schwer. Es schmerzte, den Peitschenschaft zu fassen. Aber das half nichts, die Peitsche mußte gebraucht werden. Es wehte nur wenig. Man konnte weit über Land und Eis sehen. Er selbst war auch auf weite Entfernung zu sehen; aber er riskierte doch nicht, unversehens Menschen zu treffen, di« auf der Reise waren. Nur schnell weiter. Bold aber wurde er müde. Der Kopf wurde ihm schwer. Es war die überftandene Aufregung: denn jetzt war er auf offenes Gelände gelangt, wo er zu Haufe war, aber er jagt« sich, daß er kein« Zeit zum Schlafen hätte. Der Wager River, ein gutes Stück nördlich von Fullerton, friert nie zu. Man muh ihn entweder auf dem Land« oder weit draußen auf dem Meere umgehen. Mala wählt« den Landweg. Er wollt« nicht aufs Meer hinaus, wo es von Menschen wimmelte. Mitten durch das Land wollte er ziehen, und so trieb er die Hunde durch ein Tal. Das war nicht leicht, denn«s ging etwas bergauf, und er wußte auch gut, daß feine Schlittenkufen«ine neue Eis- beschuhung brauchten. Als sie deshalb in ein Tal kamen, das geschützter war, macküa er halt. Er nahm sein Schneemesser, schnitt Blöcke aus dem Schnee, errichtete einen kleinen Schuppen und stellt« seinen Kochapparat hinein. Er setzte den Kessel auf und schmolz Schnee. Di« Schlitten- kusen mußten repariert werden, und er wollte sich ein wenig aus- ruhen können. Das Schneetreiben hatte fast aufgehört. Er nahm deshalb alles Gepäck vom Schlitten, um übersehen zu können, was er hatte, und sah jeden einzelnen Gegenstand genau nach. Mit einem Schnee- klopfer bürstete er die Felle. Es war nicht wenig, was er mit- genommen hatte. Als das Wasser lauwarm war, strich er mit einem mit Wasser getränkten Fellappen über die Schlitentufen, so daß sich eine Eis- schicht bildete, die leicht über den Schnee glitt. Dann nahm er die Büchs« und betrachtete sie. Es schmerzte in den Fingern, ol» er den Hahn spannte; aber es war eine herrliche Büchs«, und er dachte nur an sie. Wieviele Patronen er wohl hatte? Er öffnet« auch da, Paket, in das er sie hineingestopft hatte. Aber er fuhr unwillkürlich zusammen. Er sah zu seinem Entsetzen, daß er in der Dunkelheit falsche Patronen genommen hatte. Keine paßt« zu der Büchse. Einen Augenblick stand er unentschlossen da. Wa» sollt« er tun. Mit einer unbrauchbaren Büchs« und ohne andere Schuhwafsen war es unmöglich, auf dem Wege, den er gedacht hott«, vorwärts zu kommen. Ader bald besann er sich. Dorwärt» wollte er, das war klar. Konnte er nicht durch das Land ziehen, so mußte er die Küste entlang reisen, wo Menschen waren. Es gab viel zu überlegen, und«ine Tasse Tee war zu ver- lockend, obwohl er an Feuerung sparen mußte; aber sie machte ihm vielleicht den Kopf klar. Sein Teekessel schnurrte bald, und das brühheiße Getränk wärmte feine Glieder und gab chm neuen Mut. Er wollte schon bald eine Büchse für seine Patronen haben oder Munition für seine Büchse bekommen. Als er fertig war, belud er den Schlitten sorgfältig und wohlüberlegt. Das Gepäck nahm längst nicht so viel Raum ein wie gestern, und der Schlitten wurde leichter lenkbar. Bald war er wieder zum Ausbruch bereit. Es tat gut, sich mit den Hunden zu schaffen zu machen. Nach der Enttäuschung mit der Büchse beschäftigte da» sein« Gedanken. und sein Zorn erhielt gleichsam einen kleinen Ablauf, wenn er mit den Hunden und ihrer Müdigkeit zu kämpfen hall«. Er kannte kein Mitleid, denn dos Schicksal war Höf« gegen ihn selber, und unbarmherzig peitschte er auf sie los. Er schlug den Weg nach dem Fjord ein, und al»«?«in Stück hinausgegangen war, wußte er, daß da. Eis fahrbar war: er konnte quer hinüber steuern und schnell in die Näh« der Stelle gelangen, wo die Schiffe vorigen Winter gelegen fatten. Dort gab es Menschen mit Büchsen und Patronen. Und mit einer von deren Büchsen kam er schon weiter, ob«r sie sich nun mit Gewalt rauben oder mit List verschaffen mußte. Er führt« Krieg mit allen, und er fühlte, daß all« gegen ihn waren.(Föns folgt.) WAS DER TAG BRINGT. inniiiiiiniiiiiuiiminmiimnimiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiniiiuitiiuiiiiitiiiiiiiniiiiiuuiiiiimiiiiiiiiiiniiiitnniiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiniiiiiiuiiiiiniiiBiiiuiHiiuiiimmHDiuit«iMiuiuiiRim Eine Filmbibliothek. Die Universität R o ch e st e r im Staat New Fork besitzt ein« großzügig angelegte Bibliothek von Filmen. Apparate und Pro- jektionsräume stehen ebenfalls zur Verfügung. Schon heute ist da» gesammelte Material Instruktiver und wissenschaftlicher Film« sehr um- fangreich und wird ebenso beansprucht wie wissenschaftliche Bücher. Jeder eingeschriebene Student kann oerlangen, daß man ihm den Film vorführt, dessen er zu seinen Studien gebraucht. Eine genau« Statistik wird über den Gebrauch der Filme geführt. Man be- absichtigt. auf Grund der Ersahrungen, die man hier jammelt, aus der Filmbücherei ein Staatsarchiv von Filmen zu bilden, zu dem Filmfabriken oder sonstige Institute, die Filme drehen, je eine Kopie des neuen Films al» Pflichtexemplar einliefern müssen. Es wäre erwägenswert, ob man Aehnliches nicht auch in Deutschland ein- führen könnte. Drohender Einsfurz der„Goldenen Pforte". Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß eines der wichtigsten historischen Bauwerke dieser Stadt, der berühmte Triumphbogen der byzantinischen Kaiser, die„Goldene Pforte" vom Einsturz bedroht ist. Englische Sachverständige haben den Zustand des Monuments geprüft und gemeinsam einen Bericht an die türkische Regierung erstattet. Danach ist der- Zustand des Triumphbogens, der auf ein Alter von lAD Jahren zurückblickt, derart, daß ohne jede Verzöge- rung mehrere große Säulen und verschiedene Marmorblöcke ersetzt werden müssen, wenn man der Nachwelt das berühmte Monument überliefern will. Die Sachverständigen fügen hinzu, daß die ge- ringste Erderschütterung— und Erdbeben sind in dieser Gegend ziemlich häufig— den Einsturz der„Goldenen Pforte" herbeiführen kann. Die türkischen Behörden haben nach Kenntnisnahme diese» Freitae, 5. April. B e r I i b. )6.00 Mut Hochdorf; Jestlu. 16 30 Untcrbaltuocsmusik der Kaptlle Cmil Roos«. 18.10 C. M. Alflen: Massimo Bontempelli; La donna de! miai sogni. 18.35 Prof. Dr. med. Haberland Köln; Wie erkennt der Atzt eine Krankheit? }9b0 Studienrat rt:. NJgler: Frflhllntsbcobacbtanzen In Parkanlagen und märkischen FlieCtSlern. 1930 Hans-Bredow-Schule. Wilh. Waetzoldt: Sind Museen zelttemäB? 20.00 Abendunterhaltung. Märsche. Adolf Bccker-Orcbester. 21.00 Dr. Fritz Klein: Briaud und Poincard. Anschließend: Musik für Kundfunk- Orchester, op. 37. von Max Butting. Berliner Funk-Orchester. Leitung; Der Komponist. Kinigswusterbausen. 16 00 Die Wirkung der Musik auf das nicht normale Kind(Dr. Isemann). 16.30 Wie entsteht Schokolade?(Studienrat Dipl.-Ing. Müller). 17.00 Ueberlragung des Nachmittagskonzerts Leipzig. 18.00 Die deutsche Agrarkrise und das Absatzproblem(Dr. A. Schindler). 18.30 Englisch für Fortgeschrittene. 18.55 Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Technische Betriebskunde(Min.- Rat Prof. Woldt). 19.20 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 22.95—23.15 Bildfunkversuche. Gutachtens zwar bekanntgegeben, daß sie eine derartige Katastrophe gerne vermeiden möchten, aber im Augenblick nicht über die ge- nügenden Mittel verfügten, um auch nur die notwendigsten Ar- beiten auszuführen. Kurzschluß vereitelt eine Operation, Welck/e üblen Folgen das Versagen des elektrischen Sichte» haben kann, zeigte sich vor kurzem in Hirschberg(Schlesien). Im dortigen Krankenhaus wurde ein zweielnhalbjähriges Kind einer Halsoperation unterzogen. Während der Operation entstand Plötz- lich im städtischen Elektrizitätswerk Kurzschluß, wodurch da» Kranken- haue auf einige Zeit ohne Licht war. Di« Operation muhte infolge- dessen unterbrochen werden. Trotz aller Bemühungen der Aerzte starb das Kind durch Ersticken. Kostbare Zeit war durch dt« unter- brochene Stromzufuhr verloren gegangen. Die Angelegenheit wird noch ein gerichtlich«? Nachspiel haben, da t«r Dater de» auf diese Weise verstorbenen Kindes berechtigterweise Strasantrag gestellt hat. Ein Gummireiten als Mörder. Das Aufpumpen der Reifen von Kraftwagen gilt allgemein als eine harmlose und ungefährliche Beschäftigung. Ein Unglücksfall. der sich kürzlich in der französischen Toulon ercignele. beweist jedoch, daß auch diese unscheinbare Arbeit gefährlich werden kann. Dort war ein Kraftwagenführer in einem Autoschuppen mit dem Aufpumpen eines Gummireifens beschäftigt. Plötzlich platzte der Reifen unter lautem Knall. Durch d«n Luftdruck wurde der Chauffeur emporgeschleudert. Er fiel so unglücklich auf den Bvde» auf, daß der Tod sofort eintrat. So wurde dieser Krait- Wagenführer durch einen seltsamen Unglücksfall da» Opfer seine, Berufes. Der Briefkasten ist in gewissen Schimpfblättchen ein beliebter Ablagerungsort für versteckte B-leiidigungen. Als z. B. die.Unverfälschten deutschen Worte" des österreichischen Alldeutschen Georg Schönerer wegen antikasserlicher Ausfälle immer wieder konfisziert wurden, ver- legten sie die Offensive in Briefkastennotizen an„F r a n z I o f c p h S ch r a t t i n g e r in Wien". Dagegen konnte der Staatsanwalt nicht gut vorgehen, denn fönst hätte er ia amtlich zugegeben, was privat allgemeine Privatsache war, di« Freundschaft des Kaiser» mit der Schauspielerin Katharine Schratt. Straßenunfälle in London. Die neuesten Zah'en der Londoner Unfallstatistik zeigen, daß in den ersten beiden Monaten des Jahres 1329 durchschnittlich vier Menschen täglich auf den Straßen London» durch Unfälle getötet wurden. Die Zahl der Opfer betrug 3SS. Di« Unfallzisfer ist in der englischen Hauptstadt beständig im Wachsen: 1928 wurden 1214 Personen getötet. 1927: 1092. 192(5: 1120. Tristan Bernard erhält eines Tages den Besuch eines Finanzmannes. Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte über die Geschäftslage im allgemeinen. „Darf ich Ihnen", fragt« Vernarb,„eine glänzend« Transaktion vorschlagen?" .... Vitt«." ..... Kaufen Sie das ganze Wiss«n unserer Zeitgenossen für das, was«s wert ist, und verkaufen Sie«» für dos, wofür man es hall!" Schlechte Boxartisten. Zu den„Meisterschaften" im Sportpalast. Wie bereit? Im heutigen Morgen-„Vorilxirts" mitgeteilt, de. hielt Cayman» seinen Titel im Kampf gegen Wagner. Auf da? was dabei gezeigt wurde, kann weder der eine noch der andere stolz fein. E? war der langweiligste Kampf, der feit langer Zeit gezeigt wurde. Die Tribüne belustigte sich mit Pfeifen, Trompetengezwitscher und saulen Witzen. Bon Meisterschaft?tampf keine Spur. Die Leichtgewichtsmeisterschaft blieb eben- fall? bei dem bisherigen Inhaber, dem Westfalen R c p p e l, der C z i r s o n in der 6. Runde für die Zeit aus die Bretter schickte. Hier gab es wenigstens einige erfreuliche Kampsmomente. Hermann Herie unterlag in seinem ersten Kampf nach seiner Amerika- fahrt vem fast unbekannten Hamburger Cu n o w, der ihm schwer zusetzte. Herse, gewohnt, de,i Kamps selbst zu bestimmen, kam mit Cunow? Tempo nicht mit. Vielleicht haben wir bald einen Manager mehrl„K. o.- S ch u l z«"-Magdeburg brauchte alle acht Runden um Otto Z i e m d o r s nach Punkten zu besiegen. Zwei Schläger, die beide so einsteckten wie sie gaben, ohne boxerische Qualitäten zu zeigen, sah man in den Halbschwergewichten H a r t k o p p und H« e s e r. Hartkopp erhiell den Punktsieg nach reichlich blutigem Kampf. » Die deutsche Boxerei ist auf einem Tiefstand angelangt, wo die Frage angebracht ist, ob die ganze Angelegenheit nicht ein faule? Geschäft ist, bei dem viel, sehr viel versprochen wird, bei dem aber schließlich die Kunden die Genasführten, um nicht zu sagen die Betrogenen sind. Was den Sportbegeisterten gestern abend wieder im Sportpalast als„M eisterschaftsboxkämpfe' serviert lburde, war eine elende Rummelangelegenheit, nur mit dem Unter- schied, daß dort 20 Pfennige EiMritt bezahlt wird, während im Sportpalast der billigste Platz Immerhin den vierten Teil de? Tage- lohne? eines Handwerkers tostet. Der Schwergewichtsmeister von Deutschland, Ludwig Hoymann, sollte seinen Titel gegen den Heraussortercr, Exmeister Rudi Wagener verteidigen. Nach dem was recht und billig ist, war also ein Kampf von Prominenten zu erwarten, denn schließlich ist der Meistertitel eine Bezeichnung sür Leute, die in irgendeinem Fach etwas leisten, Meister sind. Was man gestern gezeigt bekam, war eine Provinzvorstellung, war schlimmste Schmiere. Ueber einen Kampf der„Meister", die ständig aufgefordert werden müsien zu kämpfen, die deswegen öffentlich verwarnt werden und denen der Ringrichter androht, den Kampf abzubrechen, ist jede Kritik überflüssig. Die Frag« steht doch so: Entweder läßt man Berufs- boxkämpf« gellen— dann verlangt man eben Kämpfe von Boxern, die das Boxen nicht mehr als Leibesübung, sondern als Brot- erwerb betreiben, dann aber auch etwa« über den Rahmen des Amateursportlichen Hinausgehendes zeigen können, oder Boxen bleibt Leibesübung, Leibestraining— dann brauchen wir kein« Boxunternehmer, kein« Kanonen, kein« Profeffionalmeister. denen der Titel höhere Börsen bringt, keine Rieseneintrillspreise. Dann sieht man sich im Rahmen einer Vereinsoeranstaltung Boxoorsüh- rungen an, freut sich der sporttreibenden Jugend, die Ideale hat und freut sich, junge Männer zu kennen, die ihren Körper auch für einen Buff im täglichen Leben trainiert haben. Der deutsche Boxsport ist weder das eine noch dos anders Wird er als Leibesübung betrieben, jagt er Rekorden nach: Ist er Beruf geworden, rechtfertigen die Leistungen weder das Eintriits- geld noch den Aufwand an Reklame, Geschäftsbetrieb und wichtig. tuenden Sport-„Behörden". Nach zehn Jahren deutschen Boxsportes ill das Endergebnis sehr mager, es scheint, als sei Deutschland kein Mutterboden für Boxer. Deswegen braucht man sich nun wirklich nicht das Leben zu nehmen, denn so wenig die Turnerei von der auf die Spitze getriebenen Turnerei im Bariete abhängig ist. so wenig verliert der Sport als Leibes- Übung etwas, wenn wir keine hochstehenden Berufsboxer haben. Artistik hat mit Sport im guten, alten, überlieferten Sinne gar nichts zu tun. Berufssport ist aber Artistik! Der Berufsrodsport hat seine Skandale bei den Sechstagerummel gehabt, die Berufsboxerei hat gestern im Sportpalast erneut bewiesen, daß sie überfällig, degeneriert ist. Deshalb Schluß mit dem Mißbrauch des guten Wortes Sport: sagt, daß Berufsboxen Variete, Artistik ist, aber sagt nicht, daß es in Deutschland gute Artistik Ist. Wie eine Schwalbe keinen Sommer macht, macht ein Schmeling keine gute Boxartistik! dl. J. 3n Sachen Biilow— Schmeling. Der Sportausschuh des Ver- bandes Deutscher Faustkämpfer hat in der D e r t r a g» a n g e- legenheit zwischen Max Schmeling und seinem Manager Arthur Bülow folgenden Spruch gefällt:„Bis zur endgültigen Regelung des Vertragsverhältnisses Bülow— Schmeling wird der Manager Arthur Bülow von der Ausübung seiner Lizenz bis auf weiteres suspendiert. Für diese Suspendierung waren fol- gende Gründe, die den deutschen Verufsboxsport auss schwerste ge- schädigt haben, maßgebend: Das Verhalten Arthur Bülows gegenüber der Oeffentlichkeit und der Boxsportbehörde Deutschlands an- läßlich der Abreise Schmelings nach Amerika, die von Bülow gegen den deutschen Berufsboxsport schriftlich und mündlich ausgesprochenen schweren Beleidigungen, daß Nichteinholen der von Schmeling dring- lichst geforderten Starterlaubnis zu seinen Kämpfen in Amerika. Durch dies« einstweilige Suspendierung Bülows hat Max Schme- lingdasRecht, Ver trägeselb st abzuschließen. Durch diesen Vorentschied, der sich lediglich mit der sportlichen Seite des Vertrages befaßt, wird in die finanziellen Bindungen des Bülow- Schmeling-Vertrages nicht«ingegriffen. Die Internationale Boxing- Union-Paris und die State Athletic-Commission-Amerika werden von dieser Entscheidung benachrichtigt, Spiele am 7. März. Am kommenden Sonntag nimmt die Frühjahrsserie der Ar- beiterhandballer in allen Bezirken ihren Fortgang, Im 1 Bezirk stehen sich FTGB,-Osten 1 uird�Fürstenwalde um 16 Uhr in Hohen- schönhausen, Sommerstraß«, gegenüber. Oderspree empfängt Wildau um l0'»i Uhr in Niederschäneweide, während Köpenick mit Kaulsdorf um 14 Uhr in Köpenick, Marienstraße, spielt. Die Platzvereine müßten hier die Sieger sein. Im 2. Bezirk fährt FTGB.-Norden nach Eberswalde, während die 2. Mannschaft um 10 Uhr gegen Moabit 1 auf dem Exerzierplatz spielt. Von den Hennigsdorfern spiell die 1. Mannschaft gegen FTGB-Rofenthal um 10 Uhr in Rosenthal, Hauptstraße: die 2. Mannschaft besucht Steinfurth 1. Außer beim letzten Spiel, sind hier die Gäste die Punktcanwärter. Die Hennigsdorscr Frauen empfangen Moabit: die spiel- erfahrene Mannschaft ist Moabit. Im 3, Bezirk finden alle Spiele in der Provinz statt, Nowawes empfängt Brandenburg 1 Abt.: der Gast dürfte leer ausgehen. FTGB.-Wedding 1 hat in Dorn- stedt einen leichten Gegner. Drewitz wird von seinem Nachbar- verein Potsdam besucht. Brandenburg 2. Abt. empfängt FTGB,- Wedding 3. Im 4. Bezirk spielt FTGB,-Friedenau gegen FTGB.- Neukölln um 11 Uhr in Friedenau, Offenbacher Straße. Der Aus- gang dieses Spieles ist ungewiß, beide Mannschaften haben gleich« Stärke. Wilmersdorf besucht Luckenwolde und dürste die Punkte mit nach Hause nehmen. Die wichtigsten Gesellschaftsspiel« sind. Velten gegen Süden um 16 Uhr in Velten. Weihense«. Schwimmer gegen Friedrichsthol um 13 Uhr im Weißenseer Stadion, FTGB-Neukölln 2 gegen FTGB. Norden 3 I um 9 Uhr in Neu- kölln, Hsrzbergplatz, Frauen: FTGB,-Friedenau gegen FTGB,- Neukölln um 10 Uhr in Friedenau. Nowawes gegen Schöneberg in Nowawes und Velten gegen FTGB.-Süden in Velten. Lishodce�. Nodima s gegen die Schweden. Die Eishockeywettkämpfe zwischen der„G S t a". Stockholm und dem Berliner Schllttschuh-Elub zu Ost«rn stehen noch in bester Erilm«rung. Beide Begegnungen gingen nach mitreißendem. erbitterndem Kampf unentschieden aus, die Mannschaften waren sich völlig ebenbürtig, Die Bemühungen, die Schweden zu einem nochmaligen Weit spiel zu gewinnen, hatten Erfolg. Die beiden führenden Stpckholmer Vereine G ö t a und Carlberg Boll Clubben entsenden«ine besonders starke Auswahlmannschaft für kommenden Sonnabend und Sonntag, um nochmals zu versuchen, das sieggewohnte internationale Team auf seiner eigenen Kampfbahn im Sportpalast zu bezwingen. Die Schweden haben auch diesmal ihr Tor dem aus- gezeichneten Eucksdorf anvertraut. Die Berliner haben ihr« erst« Garnitur vollständig zur Stelle, auch Bruck steht zur Verfügung. So wird man also nochmals vor Schluß der Saison mit der Be- gegnung Stockholm— Berlin Kämpf» ganz großen Formats erleben, deren Ausgang völlig ungewiß ist. Die beiden großen Gegner werden sich zweimal gegenübertreten, das erst« Spiel findet am Sonnabend und das Rückspiel ain Sonntag(Beginn jeweils 20 llhr) statt, Auch die Weltmeisterin Sonja H e n i e, die in diesen Togen ihren siebzehnten Geburtstag feiert, hat zugesagt, an beiden Tagen ihre Mcisterkür zum Vortrag zu bringen. Arbeiter-Wasserrettungsdienst! Rettungsschwimmer 1. Kreis Arbeiter-Turn- und Sportbund, Sonntag, 14. April, vormittags 10 Uhr, findet in Saatwinkel(Restaurant Seeblick) eine Besicht!» gung der Rettungsboote des Arbeiter-Samariter-Bundes statt. Fahr- Verbindung Untergrundbahn bis Wilbclmpiatz, Ringbahn bis Junqfernheide, von dort mit der Straßenbahn Linie 53 und 64 bis Hasclhorft bzw. Gartenselde. Zehn Minuten Waldweg bis Saat- winket, Auf Befehl Moskaus. Das wahre Gesicht der Spalter im Arbeitersport. Das Zier der Kommunistischen Partei im Arbeitersport ist, durch Fraktions- und Zellenarbeit große Arbeitersportgruppen für ihr« Parteiinteressen zu gewinnen, um die Arbeitersportoerbände zu willigen Parteiwertzeugen zu machen. Nur dort, wo die Opposition in der Minderheit ist, beanspruchte sie für sich demokratische Be- Handlung. Wo sie in der Mehrheit ist, übt sie rücksichtslos„prole- tarische Demokratie" aus. das heißt: nur ihr Wille gilt. Der ehe- malige Vorsitzend« des Sportkartells in Duisburg kennzeichnete den Standpunkt der Opposition wie solgt: „Wir stören uns an nichts: wo wir Kommunisten die Mehrheit haben, da greifen wir durch!"—„Wir machen eventuell unseren eigenen Laden aus. Unsere Partei will es jetzt jedoch ander» Habels wir sollen drin bleiben und unsere Arbeit leisten" Die Spaltung der westdeutschen Arbeiterfußballbewegung des Arbeiter-Turn- und Sportbundes erbrachte untrügliche Beweise dafür, daß alles im Auftrag« der KPD. vor sich geht. Im Bezirk Düsseldorf weigerten sich Fußballgruppen beharrlich, Bundes- befchlüsie durchzuführen. Sie trieben es so w«it, daß nichts anderes übrig blieb, als die Abteilungen außerhalb des Bundes zu stellen. Andere von der Opposition beherrschte Fußballvereine zögerten. mit den Ausgeschiedenen Spiele abzuschließen, um nicht Gefahr zu laufen, sich dadurch außerhalb des Bunde» zu stellen. Die KPD,- Bezirksleitung Niederrhein hat darauf den Sportfraktionsleitern in einem Rundschrelben gehörig die Leviten gelesen und dabei die Handlungen der Düsieldorfer Fußballfpieler gerechtfertigt. Es heißt in dem Rundschreiben: „Wir glauben betonen zu müssen, daß alle Handlungen im 7. Bezirk nach reislicher Aussprache mit uns getätigt wurden. also keine willkürlichen Handlungen der Sportler selbst vorliegen." Ein besieres Eingeständnis, daß die sogenannte„Opposttions- arbeit" Parteiarbeit ist, gibt es wohl kaum. Als kürzlich in der sozialdemokratischen Tagespresse nachgewiesen wurde, daß in Düffel- dorf-Rath bundestreuen Fußballspielern von der Opposition 100 M., geboten wurden als Preis für einen am Bund zu begehenden Verrat, da hieß es in der KPD.-Prefse„Cchwindelnachricht der SPD." Man leugnete es ab, daß derRubel rollt— und er rollt doch! Hier der Beweis: Zu dem vom Bundesvorstand am 3. März in Barmen einberufenen Kreisfußballtag hatte die KPD. alle ihre Mannen aufgeboten. Einer ihrer Beauftragten versandte ein ver- traulich bezeichnetes Rundschrelben an die der KPD. ergebenen Lereinsleitungen, in dem e« heißt: „Sollte e, euch wegen Geldschwierigkelten nicht möglich sein. nach Barmen(zum kreisfußballtag am Z. Mörz) zu kommen, werde ich dafür sorgen, daß euch die Fahrgelder von der Partei (KPD.) vergütet werden, so daß ihr keine Unkosten zu ver- zeichnen habt." Die Kommunistisch« Partei läßt sich also die Spaltung de» Arbeiter- Turn» und Sportbundes einen ordentlichen Batzen Geld kosten. Aber man ist am End« des Lateins. Di« Phrase von der„Einheitsfront" brachte nichts ein, sie ist im Verstummen Die auf den Einheit?- leim Gekrochenen mußten bald einsehen, daß ihnen nur ein Unter- ordnen unter die kommunistischen Parteibefehle zukam. Wie nun weiter im Arbeitersport? Ein eigener Laden soll Helsen. Das Einheitsfrontgeschwafel wird abgelöst durch die offenen Auf- forderungen an die Arbeitersportler:„Brecht eure Ver- b a nd s di s zi p l in! Widersetzt euch den Bundes- beschlössen!" Das fordert eine Partei, die in ihren eigenen Reihen verlangt, daß ihre Befehle widerspruchslos durchgeführt werden: wer sich nicht fügt, der fliegt! Der Zweck der Aufsorde- rungen ist, daß noch mehr Dereine außerhalb de» Bundes gestellt werden, um den eigenen Laden recht großzügig aufmachen zu können. L o s o w s k i, der Führer der Kommunistischen Gewerk- schaftsinternationale, erklärte öffentlich: „Jawohl, unsere Anweisung bedeutet Spaltung, wir befinden un» in einer Sackgasse, aus der wir nur durch die Spaltung der reformistischen Verbände herauskommen." Und das sollen die deutschen Arbeiterorganisationen alles wider- spruchslo» über sich ergehen lassen. Organisiert« Abwehr ist doch wohl das' geringste, was man ihnen zugefteben muß: es zeugt aber von wahrhaft sesuitischer Gerissenheit der Moskauer Dolschewisten, daß sie diese Abwehr, die Notwehr ist, als„Spalterei" bezeichnen. Ihre deutschen Söldlinge dagegen kann man nur als Psychopathen oder— Verbrecher behandeln. 75000 erreicht! Die Mitglieder des Arbeiter-Turn. und Sportbundes wisien, was sie der Idee des Arbeitersportes schuldig sind. Die überaus zahlreichen Dormeldungen zum 2. Bundesse st vom 18. bis 21. Juli in Nürnberg beweisen es. Trotz allgemeiner Wirtschafts- Für Scliule md Sport Knaben• Ulster aus rötlich- braunem Cheviot, kariert, mit Gürtel J�l.-Schul-Anzug, graumeliert. Cheviot, r�neviot, Kariert, mit L>urtei-|-l 25 rn't Breeches oder Kniehose, 5 /»k_ für fünfjährige Knaben M. II* ganz gefüttert Gr. 38„ M. �U*— ide kariertem Ja!.- Schul- Anzug, apart gemusterter t H A KQ Cheviot, neue Schattierungen, � � X 1• w mit Knickcrbocker Gr. 38 M.«JO*"" Knaben-Ulster aus hellmode kariertem Cheviot mit Ringsgurt für sechsjährige Knaben M. Knaben-Sdilüpfer, kleidsamste Form aus JgI.-Sdiul-Anzug,modebraunerCheviot, farbigen melierten Cheviots a jq hervorr. Qual., mit Breeches><■v— für sechsjährige Knaben M. X» oder Knickcrbocker Gr.38 M. TO»"" Das Raus das Jedexi. 411 zieht .-il&r■■' A-;■ BERLIN C KÖLLNISCHER FISCHMARKT notlage der Arbeiterschaft haben bis Ende März 75 000 Bundes» Mitglieder ihre Vormeldung für Nürnberg abgegeben. Noch sind Monat« Zeit bis zum Fest und mit der zu Sommers- ansang erhofften besseren Arbeitslage wird auch die Zahl der Meldungen»och steigen. Viele hielten mit den Meldungen zurück, weil in ihren Betrieben die Urlaubsfrage für die Festtage noch nicht geregelt ist. Die Solidarität der Arbeiter untereinander erfordert es, die Nllrnbergfcchrer bei der Urlaubsfestlegung zu unterstützen. -ARGEiTEH TUSSBALL Fortsetzung der Sericnspicle. Wenn das Wetter ein Einsehen hat, werden die Serienspiele sortgesetzt. Viel Hoffnung besteht dazu allerdings nicht. An«in- rvandfreie Spiele wird wohl auch kaum zu denken fein. In Brandenburg(Havel) stehen sich zwei Gegner gegenüber, die schon lang« auf die Möglichkeit eines Zusammentreffens warteten. Lichtenberg I macht die Fahrt zu den Genossen nach Brandenburg schon zum zweitenmal. Bei Beginn der bundestrenen Fußball- saifon waren es die Lichtenberger, die dem Ruf der Provinz Folge leisteten. Damals blieben sie mit 3: 2 knappe Sieger. Die Branden- bnrger haben feit dieser Zeit«ine bedeutende Verbesserung er- fahren. In Pankow stehen sich Germania und Neukölln gegenüber. Bei diesem Spiel, das auf dem Zlndreas-Hofcr-Platz stattfindet, wer- den die Neuköllner versuchen, die Niederlage vom Januar aus- zugleichen. Der Bezwinger des Krcisnxisters, Weißensee, erhäO im Stadion„Fauler See" den Besuch von Hoppegarten. Obcrspree und Karow treffen sich in der Wuhlheide. Tempelhof erhält im Bolkspark Mariendorf den Besuch von Rathenow. Lichtenberg II und Schönebcrg spielen in Lichtenberg, Normannenstraß«. Weitere Spiele: Nuhlsdorf gegen Luckenwalde 1; Lucken- walde I gegen Sokol-Charlottenburg: Woltersdors gegen Hertha II: Potsdam gegen Caputh: Zinna gegen Jüterbog: Schweifsterne gegen Wacker-Dritz: Zchlendorf gegen Stralau: Ketzin gegen Butab; Treuenbrietzen gegen Kladow: Reinickendorf gegen Saxonia: Werder gegen Trebbin. Beginn der Spiele 16 Uhr. Schachwcttkämpfc am Sonntag. L- G ru p p e. Kreuzberg 2 gegen Westend 1 Im Lokal Seidel, Schöneberg, Gustao-Müller-Platz 1. Fricdrichshain 2 gegen Siemens- ftadt 1 im Lokal Albrecht, Berlin, Straßmonnstraße 12. Mitte 2 gegen Prenzlauer Berg 1, Mitte 1 gegen Wedding 1 im Lokal Kurzrock, Berlin, Zionskirchplatz S. Lichtenberg 1 gegen Wedding 2 im Lokal Schuler, Berlin, Wllhlischstraße 36. Die von der„Freien Arbeiterschachoereinigung Groß-Berlin" nach Breslau entsandte 10er Mannschaft, die dort am 1. Schlesi- schen Arbeiterschachturnier teilnahm, hat sich, unter Berücksichtigung ihres kurzen Bestehens, gut behauptet. Nachstehend die wichtigsten Resultate des Turniers: Sonntag, Wien gegen Berlin 5:5: Breslau 2 gegen Hindenburg 6%: ZU. Montag, Wien gegen Breslau 16:4: Berlin gegen Hindenburg 4: 6. Die nächsten Arbcitcr-Hockcysptcle. Gruppe A: Ostring 1— ASC. 1, Normannenstraße, 16% Uhr (Tennis-Rot 1). Tennis-Rot 1— Moabit 1, Laskerstraße, 9 Uhr (ASC. 1). Ostring 2— Ostring 1, Schönhauser Allee, 14% Uhr (Moabit 1). G r u p p e B: Ostring 2— ASC. 2, Normannenstraße, 15 Uhr(Tennis-Rot 1). Tennis-Rot 2— Moabit 2, Laskerstraße, 11% Uhr(Ostring 1). Nordring-Jugend— Pankow, Schönhauser Allee, 13 Uhr(Moabit). Frauen: Tennis-Rot— Ostring, Laskerstraße, 11% Uhr(ASC.). Reichskonferenz der Repnblikanisdien Motorradfahrer. Sonntag, 7. April. 1? Uhr, findet im Saal« des Lehrervereins- Hauses zu Leipzig, K��merftr. 4, eine vom Motorradklub Schwarz-Rot-Gold einberufene Reichskonferenz statt. Als Gäste haben eine Anzahl republikanische Vereinigungen, u. a. auch der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Teilnahme zugesagt. Einzelpersonen können als Gäste teilnehmen, wenn schriitlich Anmeldung erfolgt. Heber dsz Befahren des Sackrower Sees bei Potsdam Herr- schen bei d«n Wassersportlern vielfach recht irrige Anschauungen. So hieß es vor kurzem, daß der See für Ruderer gesperrt und nur für die Angler freigegeben sei: das trifft keineswegs zu. Der größere südliche Teil des Sackrower Sees bleibt vielmehr nach wie vor gegen Lösung eines Erlaubnisscheines den Ruderern offen. Da der See aber auch wissenschastlichcn Zwecken dienen soll, so müssen sich die betressenten Sportsleute bestimmten Bedingungen unterwerfen, die sie bei der Bestellung von Erlaubnisscheinen zu unterschreiben haben. Die Ausgabe der Erlaubnisscheine ersolgt durch die Staat- liche Lehr- und Versuchswirtschaft für Fischerei im Iägerhof, Berlin- Cladow, während früher die Oberförsterei Potsdam dafür zu- ständig war. Bootslaufe beim Republikanischen Blotor-Zacht-Klub von Deutschland. In Werder lief am Montag das erste klubeigene Motorboot des Republikanischen Motor-Iocht-Klub von Deutschland von Stapel, das den Mitgliedern des Klubs, die über kein eigenes Boot verfügen, zu Vergnügungs- und Gesell- fchastssahrlen stets zur Verfügung stehen soll. Das prächtige Boot, das zwölf Personen faßt, wurde nach Ansprachen des Klubpräsiden- ten Posner und des Borstandsmitgliedes Harms auf den Namen „Deutschland" g«toust. Unter der schwarzrotgoldenen Flagge trat es dann seine erste Fahrt an, während die trotz des überaus zweifelhasten Wetters zahlreich erschienenen Mitglieder der Organi- sation sich bei einem geselligen Beisammensein über die ver- schiedenen Punkte des Sportprogramms für den Sommer unter- hielten. 47 Nennungen zum„Berliner Derby". Die wertvollste Berliner Dreijährigenprüfung, das am 2. Juni in Hoppegarten zur Eni- scheidung gelangende Union-Rennen im Werte von 40 500 M., «hielt 47 Unterschriften. Die erste Klasse mit Walzertraum, Iwo, Rebell, Pellegrino, Antonia, Atalante und Tantris an der Spitze ist natürlich restlos vertreten._ ff£<£«.,««»Irl Bkfltn. Montag, 8. April, 20 Uhr, h«i Rickert. B�irf-. vicrteliahrcsvertammlung. Dienstag, S. April. Wiederdcginn de» Hallen. betriebe» in der Kulmstraß« 15. Donnerstags in der Elßholzstrahe oon A> bi» 22 Uhr. Während der Sommermonate ffreitags Sportplatz Katzbachstraß«. ffrele Turnerschast Sroß-Verltn, Schwimmbezirl Kreuzberg. Heute, ffreita», 18 Uhr. letzte Vorbereitungen: wichtige Informationen zum Hallrnschwimmfcst. Sonntag, 7. April, im Stadtbad Kreuzberg. Vaerwaldstraßc. Di« bi» heut« Abend nicht abgerechneten Karten zum Schwimmfest gelten als verkauft und sind zu bezahlen. Renufahrerabteilnng Berlin, Arbeiter-Rad. und Kraftfahrer-Bnnb.Soli- baritäb". Sammelstart zum Straßenrennen am 7. April für alle Rennfahrer, Ordner, Schiedsrichter um Uhr am Känigstor. Mit un» fnmpathiflercnbe biabfrortler ol» Döste willkommen. Arbeiter-Radfehrer. nrd Kraftkahrerbnrd.Solidarität'. 1. Abt.: Sonnlag. 7. April, Straßenrennen in aichönwalde. Start t Uhr Blllowftr. S5.— 2. Abt.: Sonntag, 7. April, 7 Uhr, Schömvalde, Baedorf, Birlenwerder. 1Z Uhr Birken werter, Waldschlößchen, Briescallce. Start Dieffenbachstr. 86, bei iVohde.— 5. Abt.: Sonntag, 7. April. 5 und 12 Uhr, Bernau. Start: Lands- Herger Blatz.—«. Abt.: ffreitag, 5. April. Sitzung bei Büttner. Schwedler Straße 2Z. Sonntag, 7. April, Schönwalde lMünchehofe). Start 12 Uhr Slol. pische Str. SO. am Arnimplatz.— Reaasahrer.Abteilung: Sonntag, 7. April, Vennen rund um den Sorinse«.— Ortsgruppe Reulöll»: Sonntag. 7.April, Durig bei Reu-Zitta». Start» Uhr Hohenzollernplatz.— Abt. Mstorfahrer: Anschrift: Richard Habel, S. 5g, Kottbusser Damm KS. Austragung der Bezirks- Meisterschaft in 35-, 15- und 5-Kilomcter.Dempofohrcn. Start SZi Uhr Hohen- zollernplotz.— Ortsgruppe Köpenick: KraftfabrerAbteiluNg. Sonntag, 7. April. ffahrt nach Liibben. Start 8 Uhr Kaifer-Wilhelm-Str. Z— Ortsgruppe Trep- tow-Baumschulenweg: Sonntag, 7. April, Strausberg. Start 7 Uhr Bahnhof Baumschulenweg.— Ortsgruppe Oberschäaeweide: Anschrift: W. Lachmund, Mathildenstr. g. Sonntag, 7. April, Bernau zum Rennen rund um den Sorin- see. Start Zks, Uhr. 13 Uhr Gemeinsamer Treffpunkt in Ahrensfelde.— Orts- grunpe Sharlottenbnrg: Sonntag, 7. April. Durch den Grunewald. Start 13 Uhr Kanal- Schc Wilmer»dorser Straße. ' Kartell für Arbeitersport und Körperpsleg« Berlin 8. B. 15. Bezirkskartell Zreptaw. Sitzung Montag, 8. April, 20 Uhr, bei Grahl, Berliner Str. 12S (am Bahnhof Niederschöneweide). „Zwie Vetriebsräie�. Kommunistischer Eisenbahner-Schwindel. Das Reichsbahn-Ausbefferungswerk Berlin ist das einzige Eisenbahnwerk im Bezirk Berlin, das«inen Betriebsrat hat, der in seiner Mehrheit aus Kommunisten zusammengesetzt ist. Diesen Be- triebsrat schickt« die KPD. vor mit einer Entschließung aus der Kleinen Alexanderstrahe, in der„selbständiges Auftreten der Opposition" bei den Betriebsrätewahlen der Eisenbahner gefordert wird. Diese Entschließung der„Opposition" im Ausbelle- rungswer« wurde von der KPD.-Presse a-.s Willensmeitmn« der Arbeiterschaft der Reichsbahn-Ausbesierungswerke hingestellt. Run sind von den 5500 Beschäftigten in der von dem Betriebsrat einberufenen„Belegschastsversammlung" ganze 150 Ma n n erschienen. Selbst wenn man diese Versammlung nur als eine Betriebsversammlung des Reichsbahn-Ausbesserungswerkes Berlin gelten lassen will, ist der Mißerfolg der Macher noch groß genug. Denn im RAM. Berlin sind 17 5 0 Mann beschäftigt, wo- von also rund 8 Proz. der Einladung der„Opposition" gefolgt sind. Der Reichstagsabgcordnete B e r tz sprach über Lohnbewegung und Betricbsrätewahlen, trotzdem auf der Tagesordnung nur„Stellungnahme zur Lohnbewegung" stand. Bertz wurde wiederholt sehr stürmisch unterbrochen. Seine Ausführungen bc- wiesen, daß er von den Verhältnissen der Eisenbahner keine blosse Ahnung hat. Dem Genossen D r e ss« l war es ieshalb ein leichtes, dem gewerkschaftlichen Abc.-Schützen Bertz seine Un- kenntnis nachzuweisen. Um diesen Eindruck zu verwischen, hat der Vorsitzende Schie» m e N z dann über seine Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzender ge- sprochen. Da«in Bericht über die Tätigkeit des Betriebsrats nicht auf der Tagesordnung stand und keiner der Kollegen die Möglichkeit hatte, darauf zu antworten, erregten die Provokationen und Lügen von Schiemenz den stürmischen Widerspruch der Kollegen. Nach den Ausführungen von Dressel und Bertz verließ ein großer Teil der Anwesenden die Versammlung, so daß bei der Ab- st i m m u n g über die eingebracht« Resolution noch80 Personen im Saal waren. Ungefähr 5 0 bis 55 stimmten für die „Entschließung", die nicht nur eine Beschimpfung des Einheitsverbandes darstellt, sondern auch die nicht kom- munistischen Betriebsräte in den Schmutz zerrt. Wenn die „Roie Fahne" die Annahm« dieser Entschließung als einen Erfolg ansieht, so beneiden wir sie darum nicht. Von 5599 Werkstätten- arb«itern hat also nur 1 Proz. für diese„Entschließung" gestimmt. Oer Konflikt in den Vrauereien. Die Arbeiter rufen den SchlichtungSanöschuß an. Im Tarifstreit der Berliner Brauereiarbeiter, über den wir seinerzeit berichtet hoben, soll nunmehr zunächst der Schlichtungsausschuß entscheiden. Von den Tarisorganisa- iionen war sowohl" der Mantel- als auch der L o h n t a r i f ge- kündigt und neben der Verbesserung der Mantellarifbestimmungen für alle männlichen Arbeiter eine generelle Lohnerhöhung von 6 M. pro Woche gefordert worden. Der Lohntarif war am 28. Februar und der Manteltarif am 31. März abgelaufen. Trotz mehrmaliger Berhandlunzen mit den Brauunternehmcrn gelang es nicht,«in Angebot zu erzielen, das den Fordsrungen der Arbeiter wenigstens einigermaßen entgegenkam. Die Unternehmer boten zunächst eine Lohnzulag« von 1,59 M. auf zwei Jahre an. Ihr endgültiges Angebot sieht ab 1. März bis 31. Dezember 1929 ein« Lohnerhöhung von 1,59 M. und ab 1. Januar 1939 bis 28. Februar 1931 ein- weitere Mark Zulage vor. Alle anderen For- derungen, wie die Erhöhung der Zehrgelder für das Fahrper- sonal usw., wurden abgelehnt. Hinsichtlich des Manteltarifes wurden auch nur ganz geringfügig« Zugeftändnisie gemacht. Die Funktionär« der Berliner Brauereiarbeiter haben dieses „Angebot"«in st immig abgelehnt und die Organisation be- austragt, den Schlichtungsausschuß anzurufen. PROGRAMM für die Zeit vorn 5. bis 8. April KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zeit vorn 5. bis 8. April ©ioia Potsdamer Strafe 36 Fräulein Else mit Elisabeth Dcrgner RhemstraSc 14 fAn der Kais.-Eictie) Aboehledrvralzer (Chopins letzte Liebe) Odcon» Potsdamer Sir. 7S Au» dem Tagebndi eine« Inns- gesellen mit Relnhold ScbOnzcl Skandal In Baden-Baden mit Brigitte Helm Turmstra�e 12 Fr&nleln Else mit Elisabeth Bergner Alexanderstr. 39-40 (Passage) Pai nnd Paladion als Detektive (8 Akte) Ein Grab am Norifool(6 Akte) jugendliche haben Zutritt W Nordwasf n Welt-Kino Alt-Moabit 99 Fräulein Else mit Elisabeth Bergner Ausgewähltes Bciprogra C Sehö neberg Alhambra BeftM&hV5U Schöneberg, Hauptstr. 30 Der Liebschafen einer Schau* X leierin mit Pola Negrf nsgewählies Beiprogramm Bühnenschau Titania(uta Schöneberg) HauptstraSe 49 FrBnleln Else m. Elizabeth Bergner Augeseidmetes Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7 u. 9.15 U, S. ab 4 U. Der Mann mit dem Lanbfrosdi F rner: StraßenbekanniMbatlen S. u. 6. April 11.15 Na-htvorstellung: Der Fall der Sonja Petrowa mit ärztlichem Vortrag ■ Sfant«■ Titania-Palast Steglitz. Schiollstr. 5. Eck« Gulsmuthsstr. Beginn; W.6.30,9, Feiertgs. 4,6.30, 9Uhr Die Fran, die Jeder liebt, bist da mit Henny Porten Aui der Bühne; Ballett Alezander Onsmonsky W UrBterpeldn-Wst W Hl I 1 Wochentags 6.30. 9 Uhr m-l-1 Stg. 5, 7, 9. 3 Uhr Jug.-V. Hindenburgdamm 58a Der lebende Leichnam(PudowVln) Ich hab für Sie ein wenig Sympathie Bühnenschau g Sfldwsf w fc Film-Palast Kammersäle TeIto««r Str. 1-4 Beginn 6 U. Fräulein Fähnrich Skandal in Baden-Baden mit Brigitte Helm ■■ Th. am Moritzplatz Beginn; W. ab 6.15 9 Stg. ab«JO u. Die Zlrknsprlnsessln m. H. Liedtke Uu, der goldene Bell filmeck Skalitier Straüe, am Qörlltzer Bahnhol Aspball I mit Outav Fröhlich Internationale Varici Eichau Luisen-Theater Neichen berger Straüe 34 Wochentag» ab 6 Uhr. Sonntags ab 4 Uhr Die MiBernadilstaze mit Harry Fiel Auf der Bühne; Internal, Varlet« Urania-Theater Wrangeistr. II, Köpenicker Brücke Woch. 6.45. 8.4a Uhr. Stg. 145, 5, 7, 9 Uhr Razzia Ossi hai die Hosen an mit Ossi Oswalde Drei Bühnen- Attraktionen Vorwärtsleser Vorzugspreise Primus-Palast Hermannplatz Pal und P ata chon als Detektive Auf der Bühne: Willy Rosen, der bekannte Schlagerkomponlst, und Humor i-t Jackmann, Tanz- und Musicalclown W Mnrienctor« g M a T: Mariendorfer IIa- s-a Licfaitpiele Chausseestraüe 305 Du Tagebnch einer Kokotte mit Mary Kid VagabnndcnUebehen mit Reginald Denny Bühnenschau Sonntag; Jugendvorstellung „Elysium* Prenzlauer Allee 58— Film und Bühne D. Zarcwitscfa m. Ivan Petrowltsch Bühne: Glaoer's Royal Mi dg ei, Liliputan.r-Rcvue » Welüonsoe> Schloßpark Film- Bühne Berliner AI ce 205—210 Die Mittern Achtstaxe mit Harry Fiel Lieb.(haften einer Sdiansplclcrtn mit Pola Negri VarieMsehaa Oston Germania-Palast Frankfuiter Allee 314 Der größte Fremdenlegionär-Film: Die Hölle der Heimatlosen Persöni, Fremdenieglonär Nr. 840 Auf der Bühne die große Revue det 10 Solisten; Wiizbiatt 102« Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uht Luna-Filmpalast Gr. Frankfurtei Sir. 121 Pul und Patachon als Detekttra Aussta tungs-Revue: Treibhaus der Liebe Concordia-Palast Andreasstraße 64 Die Mtttcm achtslaxe mit Harry Plcl Paul Heidemann persöni anwesend Bühnenschau Kosmos-Lichtspiele Lictfenberg, Lückstraße 70—73 lubiläumsprogramm: Die Zirkuprlnzessin mit Harry Liedtke Gr. Revue: Wir madtcn's nodimai PrlodrlchsFolde Kino Busch Mt-FriedHchsfelde 3 Der Fürst der Abenteurer mit R. Novarro Eine Nacht In London mit Llllan Harvcy Beginn täglich 5, 7. 8.45 Uhr Elysium(Fti�piLt) Hasselwerderstraße 17 Hotel Geheimnisse mit Mag da Sonja ■ersön'ich anwesend) elzdlebe vom Tenieispach Gute Bühnenschau l Nord«n Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 Waterloo mit Otto Gebühr Grones Beiprogramm Ausgewählte Bühnenschau Alhambra Müllerstraße. Ecke Scestraße Asphalt! mit Gustav Fröhlich Große Revue: Das Ist richtig I F ortuna-Lichtspicle .Müllerstraße 12c Das führende Tageskino ab 10 Uhr spielt nur Spiizeufllme der Welt- Produktion Metro-Palast Chausseestraße 30 Die Mltlernachlsiaze m. Harry Fiel Du Tagebuch eines Junggesellen Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Fräa'.ein Else m. Bllsabelb Bergner Vagabundcniiebdien mit Reg. Denny Pharus-Lichtspiclc Müllcrstraße 142 2 Gr�ß ilme Der Herr vom Finanzami Verirrte Jugend Beiprogramm oRialto" Film u. Bühne Relnlckendorlcr Str M fäm. Wcyr'ng) Slsa�enhekannts chatten Komödiantin mit Norma Shearrer Bühne « Alhambra" Badstraße 58 Die Milicmachtsiaxc m. Harry Piel Beiprogramm Bühnenschau Ballschmieder-Lidilsp. Badstraße 1■> Eddie Polo oers. u. I. Film: Ist Eddie schuldig T Der Mlttrmachtswalxer Bühnenschau Humboldt-Theater Badstraße 19 Das gr. 2 Schlager-Progr.: Das deutsche Lied Der Skitenfcl Bühnenschau Marienbad-Palast Badstraße 35—36 Jugend von morgen (Kampf der Tert ai Karneval des Lebens Kristall-Palast Prinzen llec I— a Asphalt I mit Betty Armana und Gas av Fröhlich Große» Beiprogramm VarietEschau ■ Pankow■ Palast-Theater 3ieitc Straße 21 a Beg. 6.30. 9 Uhr Der Zare witsch mit Alb. Slclorüik D zu das ansgew. Bciprogram.A Tivoli» Pankow Berliner Straße 27 Die Zirkusprinzessin mi- Harry Liedtke Bühnensdran Bjhne; u a. die Oreenway Girls fl NieidertthönhauTen g Film-Palast Blankenburger Straße 4 Der Mann» der lacht mit Cour. Veit Gauner im Frack > BlnlcknnelorT-Ost g Bürgergarten-Liditsp. Hauptstraße 51 und Lindauer Straße Der Mann, der lacht m Conr. Vefdi Ich hab tür Sie ein wenig Sympathie Bühnen» cfaaa